Darmstädter Tagblatt 1931


20. Juni 1931

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Einzelnummer 10 Pfenwige
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 169
Samstag, den 20. Juni 1931.
194. Jahrgang

27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfs.
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breit)2 Reiſchsmart Anzeigen von auswärts 40 Reſchspfg.
FinanzAnzeiſgen 60 Reſchepfg. 92 mm breſte Relſame=
feiſe
300 Mſchemat. Aſe Preiſe in Reſchemgn
(4 Dollar 420 Markl. Im Falle höberer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr. Strelk uſw., erliſcht
ſede Verpſichtung auf Erfüllung der Anzelgen=
aufträge
und Leiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichtlicher Beltreibung ſäll ſeder
Nabatt weg. Banklonto Deutſche Bank und Darm=
ſädter
und Nationalbank.

Tribut=Reviſions=Beſprechung in Berlin.
das Kabinekt beräk. Erſte Ausſprache des Kanzlers und des Außenminiſters mit den deutſchen Auslands=
botſchaftern
. Deutſch=franzöſiſche Ausſprache nach dem Muſter von Chequers?
regierung in dieſer Frage wird von der überwältigenden Mehr= Chequers geweſen. England hat ihnen aufrichtige Sympathie
heit des deutſchen Volkes und von der geſamten deutſchen Indu= entgegengebracht. Der deutſche Reichskanzler ſowie Außenmini=
Eile kuk nok!

Immer wieder Deviſenanforderungen
mn diereicchNfe.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Das Reichskabinett iſt am Freitag wieder zu einer offiziellen
öitzung einberufen worden. Von amtlicher Stelle wird aber erſt
bgewartet und behauptet, daß es ſich nur um die Beſprechung
inzelner Perſonalfragen von untergeordneter Bedeutung han=
ſele
, was vermutlich auch zutrifft. Damit iſt aber nicht geſagt,
ſaß ſich damit auch die Tagesordnung erſchöpft. Jedenfalls wäre
s merkwürdig, wenn nicht auch bei dieſer Gelegenheit das
rhema der Tributreviſion in irgendeiner Form behan=
ſelt
würde, das ſchon ſeit Tagen in inoffizieller Form das Ka=
ſinett
beſchäftigt. Die fortgeſetzten Deviſenabzüge
nahnen ja ſchließlich auch zur Eile. Wenn auch die Rekord=
ahlen
der kritiſchen Tage nicht mehr erreicht werden, ſo muß
ie Reichsbank auch jetzt noch immerhin mit Beträgen
s zu 40 Millionen täglich einſpringen. Das
ürfte einen Monatsdurchſchnitt von über einer
Nilliarde ergeben. Dazu reicht der Reſervefonds Dr.
euthers nicht mehr aus, ein Beweis, wie wünſchenswert vom
inanztechniſchen Standpunkt aus eine Beſchleunigung der
ributreviſion iſt. Inzwiſchen ſind unſere Diploma=
(nvertreter aus dem Auslande zum großen Teil ſchon in
Zerlin eingetroffen. Sie haben mit dem Kanzler und dem
lußenminiſter Beſprechungen gehabt und über ihre Eindrücke be=
ichtet
. Ob ſie bei der Rückehr auf ihren Poſten ſchon ganz be=
ktmmte
Aufträge mit auf den Weg bekommen, iſt nach wie vor
ngewiß, da die Entſcheidung des Kabinetts ſich noch
iausziehen kann. Das hängt zum Teil auch von Pa=
s
ab. Es fällt immerhin auf, daß der Gedanke einer
inmittelbaren deutſch=franzöſiſchen Ausſprache
ach, dem Muſter von Chequers in der franzöſiſchen
Freſſe an Boden gewinnt. Doch gewiß nicht ohne Einwirkung des
Zugi dOrſay. Die deutſche Regierung hat ja auch ihre Bereit=
villigkeit
zu einer derartigen Beſprechung zu erkennen gegeben.
Vermutlich hat die franzöſiſche Regierung aber darauf noch nicht
eagiert. Vielleicht wird auch hier der Umweg über London be=
utzt
werden, um zu einer Einigung zu kommen.
Die Kabinektsbeſprechungen mit den Bokſchaftern.
Berlin, 19. Juni.
Amtlich verlautet hierüber:
Der reparationspolitiſche Ausſchuß des Reichstagskabinetts,
ſer bekanntlich ſeinerzeit aus den Reſſorts gebildet worden iſt,
ſen an den Fragen der Reparationen beſonders beteiligt ſind, hat
ſeute eine Sitzung abgehalten, an der auch die Botſchafter Dr.
doeſch und Dr. v. Schubert teilgenommen haben. Die Beratungen
ſalten natürlich der Vorbereitung der Maßnahmen, mit denen
as Reichskabinett die Reviſion einleiten will. Sie werden in
ſen nächſten Tagen fortgeſetzt. Inzwiſchen werden auch die Bot=
hafter
v. Prittwitz und Neurath in Berlin erwartet, die ſich be=
eits
auf der Reiſe befinden. Dieſe Beſprechungen, die bereits
or einigen Tage angekündigt worden waren, werden noch einige
Zeit in Anſpruch nehmen, da der Reviſionsſchritt bei der großen
Zedeutung und den Schwierigkeiten des ganzen Problems natür=
ich
einer eingehenden und ſorgfältigen Beratung bedürfe.
der Reichsverband der Deutſchen Induſtrie forderk
enſchalfenes Aneſken der Reuaralagsfange.
Berlin, 19. Juni.
Der Hauptausſchuß des Reichsverbandes der Deutſchen In=

uſtrie trat heute bei zahlreicher Beteiligung aus allen Teilen des
ſeiches unter dem Vorſitz von Geheimrat Dr. C. Duisberg zu
eit verhinderten Geheimrats Kaſtl Dr. Silverberg. In der Dis= Bild, daß mit Ausnahme des Kanzlers und vielleicht des Reichs=
llemens
Lammers, Direktor Dr. Haußmann, Rudolf, Blohm. Einwendungen erhoben werden, alſo, wenn man mit einer Ne=
ſeheimrat
Dr. Duisberg, wie folgt zuſammen:
Der Reichsverband der Deutſchen Induſtrie iſt ſich darüber Verſtärkung der Autorität des Kabinetts anerkennt und zu dem
ind finanziellen Zuſammenbruchs in allererſter eignete Perſönlichkeit ſucht.
inie eine Frage des Vertrauens indie Führung
ntgegen.
An dem Inhalt der Notverordnung vom 5. Juni 1931 tär zu ſtützen, der aus der Reihe unſerer Botſchafter genommen
urde ernſte Kritik geübt. Die entſcheidenden werden ſoll. Dr. Curtius ſelbſt hat zu erkennen gegeben, daß
ichritte, die Wirtſchaft von den Feſſeln zu be= er perſönlich einer Umſchaltung keine Hinderniſſe in den Weg
reien, die ihr durch die ungeheure Ueberlaſtung mit öffent= legen werde. Aber es iſt doch immer noch fraglich, ob der
ſchen Abgaben und die falſchen Methoden der Wirtſchafts=, Kanzler ſich entſchließt, ſich gerade jetzt unmittelbar vor dem
inanz= und Sozialpolitik auferlegt ſind, müſſen noch getan Gegenbeſuch der Engländer und vor dem Beginn der Tribut=
en
Beſtimmungen der Notverordnung Stellung zu nehmen.
Eine rnichtige Frage iſt ferner ein entſchloſſenes An= Gerede über das Maß einſeitiger Beeinfluſſungsverſuche hinaus=
cen
derReparationsfrage. Ein Zögern der=Reichs= geht.

Intereſſe Europas und der Welt.
Bedeukſame Beſprechungen
im Weißen Hauſe.
Eingreifen Amerikas in die Reparakions=
und Sauldenſagel
London, 19. Juni.
Beſprechungen im Weißen Hauſe in Waſhington ſtattgefunden hät=
rung
in der Reparations= und Schuldenfrage bevorſtehe.
dent Hoover am heutigen Freitag in Waſhington abgehalten hat, die trübſten Perſpektiven, ja die Ausſicht eines regelrechten Bür=
darauf
zurück, daß an ihnen hervorragende amerikaniſche Perſön= gerkrieges in ganz Deutſchland,
lichkeiten teilgenommen haben. Der amerikaniſche Präſident hatte
zuerſt eine längere Unterredung mit dem Staatsſekretär Stimſon, ſie zu Taten ermuntern. Doch in Wirklichkeit iſt dieſes durch=
anſchließend
eine mit dem Unterſchatzſekretär Mills. Der Präſident
der Senatskommiſſion für Finanzen, Smoot, iſt eilig telegraphiſch wärtig in Deutſchland vor ſich gehenden Dinge.
nach Waſhington berufen worden. Die Konferenzen ſelbſt wurden Ueberdies ſind ſolche Blätter, wie die noch immer ſtark anti=
dann
am Nachmittag fortgeſetzt. Hoover empfing den Unterſtaats= deutſch geſinnte Daily Mail und Konſorten, keineswegs die
Repräſentantenhauſes Bacharach.
gen zwiſchen Mellon und Macdonald und zeigt, wie man glaubt,
daß eine wichtige Entſcheidung über die amerikaniſchen und euro=
päiſchen
Finanzen im Gange iſt.
Eine bedeukungsvolle Erklärung Hoovers.
Waſhington, 19. Juni.
die bereits gemeldeten Beſprechungen im Weißen Hauſe, er habe
landes beizutragen und insbeſondere eine Stärkung
Art, in der die Vertreter der beiden Parteien auf die ganze An=
gelegenheit
eingegangen ſeien, ſei durchaus befriedigend geweſen.
Das Problem der Kabineitsumbildung.
* Berlin, 19. Juni. (Priv.=Tel.)
Die Abmachungen zwiſchen dem Kanzler und dem Führer
iner Tagung in Berlin zuſammen, in der die augenblickliche Not= der Deutſchen Volkspartei, Dingeldey, haben zur Folge gehabt, noch beſteht. Andere, weſentlich einſichtigere Ur=
age
des deutſchen Volkes eingehend erörtert wurde. Das Haupt= daß ſich die politiſch intereſſierten Kreiſe der Reichshauptſtadt teile wiegen zum Glück beiweitemüber. Vor allem
eſerat mit dem Thema Wie ſtehen wir wirtſchafts= jetzt wieder ſtärker mit der Frage der Neubildung des
und finanzpolitiſch? erſtattete an Stelle des durch Krank= Kabinetts beſchäftigen. Hierbei ergibt ſich das merkwürdige, täglich Ausführungen, wie folgende leſen: Es iſt nicht wahr, daß
uſſion nahmen C. F. v. Siemens, Geheimrat Ernſt v. Borſig, poſtminiſters Schätzel gegen alle mehr oder minder gewichtige ſie als Preſſionsmittel zum Erreichen politiſcher Ziele zu be=
daurat
Rippert und Abr. Frowein das Wort zu grundſätzlichen gierungsumbildung beginnt, ſehr raſch eine Neubildung daraus angelangt; die ſchreckliche Not treibt die Volksmaſſen Deutſch=
lusführungen
. Das Ergebnis der Tagung faßte der Vorſitzende, werden könnte, die der Kanzler aus begreiflichen Gründen lie= lands zu den verzweifelten Entſchlüſſen; ein Staatsſtreich, ein
ber vermeiden möchte, wenn er auch die Notwendigkeit einer
ſar, daß die Vermeidung eines wirtſchaftlichen Zweck in erſter Linie für das Wirtſchaftsminiſterium eine ge= Drohung, dann alle Reparationszahlungen einzuſtellen, müßten
Beſonders umſtritten iſt das Problem Dr. Curtius. Man
er Reichsgeſchäfte iſt. Der Perſon des Reichs= behauptet, daß die Tage des Außenminiſters gezählt ſeien, daß
anzlers bringt die Induſtrie dieſes Vertrauen, der Kanzler daran denke, ſelbſt die Leitung der Außenpolitik in
die Hand zu nehmen und ſich auf einen politiſchen Staatsſekre=
derden
. Der Reichsverband behält ſich vor, im einzelnen zu reviſion von ſeinem Außenminiſter zu trennen. Jedenfalls iſt

England und die deutſche Nok.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 18. Juni.
Chequers und was weiter? Dieſe Frage ſtellt
ſich zurzeit jedermann, dem die Notlage Deutſchlands, der Friede
Europas, die Rückkehr der Welt zu beſſeren wirtſchaftlichen Ver=
hältniſſen
am Herzen liegen. Die deutſchen Miniſter ſind in
ſtrie nicht mehr verſtanden. Die Reichsregierung muß ſter Curtius haben bei allen einen vortrefflichen Eindruck hinter=
im
geeigneten Augenblick die kraftvolle Ini= laſſen. Das Verhältnis zwiſchen Deutſchland und England hat
tiative ergreifen, die notwendig iſt, um neue ſich im Ergebnis ihres Beſuches um eine weſentliche Nuance
Verhandlungen in Gang zu ſetzen, eine baldige freundſchaftlicher geſtaltet. Das Reparationsproblem iſt wieder
Löſung der Tributfrage und damit eine Erleich= zum Gegenſtand, der internationalen Diskuſſion geworden uſw.
terung der untragbar gewordenen Laſten her= Doch, trotz all dieſer erfreulichen Feſtſtellungen und trotzdem,
beizuführen. Die ſchnelle Löſung der Repara= daß ſeit dem Miniſterbeſuch nun bereits zwei Wochen vergangen
tionsfrage iſt nicht nur für den Beſtand der deutſchen Wirt= ſind, läßt ſich die Hauptfrage noch immer nicht beantworten: iſt
ſchaft die notwendige Vorausſetzung, ſondern ſie liegt auch im nun in England die Wahrheit über den tragiſchen Ernſt der
Lage in Deutſchland genügend durchgedrungen oder nicht? und,
falls ja, was wird von engliſcher Seite getan werden, um der
deutſchen Not zu ſteuern und ein Abgleiten Deutſchlands in wirt=
ſchaftliche
Zerrüttung und politiſches Chaos zu verhindern?
Was weiß England über den gegenwärtigen Stand der
Dinge in Deutſchland? Seine eigenen Blätter berichten ihm in
der Regel in recht ausführlicher und objektiver Weiſe. Der
Berliner Korreſpondent eines großen Londoner Blattes ſchildert
beiſpielsweiſe die derzeitige Lage in Deutſchland in folgenden
knappen und ſprechenden Sätzen: Panikſtimmung an ſämtlichen
deutſchen Börſen: Flucht des deutſchen Kapitals nach dem Aus=
lande
; große Nachfrage nach fremden Deviſen; Verteuerung des
Kredits; ein Bankrott induſtrieller Unternehmungen nach dem
Reuter berichtet aus Waſhington, daß am Freitag wichtige anderen; verzweifelte Stimmung bei allen zum Mittelſtand ge=
hörenden
Leuten, wie Beamten, Kaufleuten, Angeſtellten uſw.;
hungernde Arbeitsloſe ſtürmen überall die Lebensmittelläden;
ten, in denen Hoover lebhaftes Intereſſe für die verwickelte euro= ſtarkes Anſchwellen der Zahl der Nationalſozialiſten und Kom=
päiſche
Finanzlage bekundet habe. Auf Grund dieſer Beſprechungen muniſten: die Kommuniſten=Tumulte in allen Gegenden des
wird vermutet, daß irgendein Schritt der amerikaniſchen Regie= Neiches ſind, obgleich unbedeutend als Einzelfälle, dennoch als
Ganzes genommen über alle Maßen beunruhigend; faſt täglich
Unruhen und blutige Zuſammenſtöße, ſtets mit ſo und ſo
Reuter führt die Wichtigkeit der Beſprechungen, die Prä= vielen Verwundeten und Toten; für den kommenden Winter
All dieſes ſollte eigentlich genügen. Es ſollte den Briten
als ein lautes England erwache! in den Ohren klingen und
hierauf eine mit den Führern der beiden Senatsfraktionen und aus noch nicht in genügendem Maße der Fall. Einem großen
Teil der Engländer fehlt noch immer das rechte
Verſtändnis für den tragiſchen Ernſt der gegen=
ſekretär
Klein, der Sachverſtändiger für Fragen des Außenhandels einzigen Vertreter einer gewiſſen Nichtung, die an die deutſche
iſt, und eines der älteſten Mitglieder der Finanzkommiſſion des Not überhaupt nicht glauben will, die die doch wahrlich bis zum
Aeußerſten gehende Notverordnung eine ſchamloſe Camouflage‟
nennt, die Maedonald den Vorwurf macht, daß er ſich von
Wie Reuter weiter berichtet, wird das Eingreifen des Präſi= Brüning habe einwickeln laſſen und die von einer Erleichte=
denten
in Zuſammenhang gebracht mit den geſtrigen Unterredun= rung der Reparationslaſten nichts hören will, weil man dann
Deutſchland auf Samt und Seide betten würde . . ." Wenn auch
uicht ſo ausgeſprochen unfreundlich, ſo dennoch zurückhaltend
und trocken genug iſt zurzeit auch die Haltung der Times
Deutſchland gegenüber. Nachdem die Times ſich während der
Tage von Chequers beharrlich bemüht hatten, die Bedeutung
des deutſchen Miniſterbeſuches auf jede Art und Weiſe herab=
zuſetzen
(unter anderem brachten ſie, faſt als einziges Londoner
Blatt, nicht mal ein Bild der deutſchen Miniſter), zeigen ſie
Der Präſident der Vereinigien Staaten erklärte heute über jetzt die klare Abſicht, Deutſchlands Schwierigkeiten zu minimali=
ſieren
und über ſämtliche Unruhen und Hungerrevolten in
Deutſchland in der kürzeſten Weiſe, ja oft überhaupt nicht zu
heute mit mehreren Führern beider politiſcher Parteien über berichten. Einige zweitklaſſige, reaktionär geſinnte Blätter, wie
Maßnahmen geſprochen, die geeignet ſeien, zur wirtſchaftlichen die Saturday Review und ähnliche Organe, halten den gegen=
Wiedergeſundung ſowohl der Vereinigten Staaten als des Aus= wärtigen kritiſchen Augenblick gar für paſſend, um wieder das
alte Lied von Deutſchlands alleiniger Kriegsſchuld anzuſtim=
den
und allen Ernſtes zu behaupten, daß Deutſchland für die
der Lage Deutſchlands herbeizuführen. Man ſei gegenwärtige europäiſche Kriſe in erſter Linie verantwortlich zu
ſich noch nicht über beſtimmte Pläne ſchlüſſig geworden, aber die machen ſei. . Endlich ſei noch die Morning Poſt zitiert, in
der ein ehemaliger Rektor des Eton=College das Schreckgeſpenſt
eines Deutſchland an die Wand malt, das aus dem Völker=
bunde
austreten, ſich aufs neue bewaffnen, mit Sowjetrußland
ein Bündnis ſchließen und gemeinſam mit den Moskowitern
Polen und Frankreich zermalmen werde ..
Mit Zitaten, wie dieſen, wollten wir indeſſen nur
einen Begriff von der geiſtigen Verwirrung geben, wie ſie in
bezug auf Deutſchland in gewiſſen Kreiſen Englands immer
in den der Regierung naheſtehenden Blättern kaun man faſt
Deutſchland ſeine wirtſchaftlichen Schwierigkeiten übertreibt, um
nutzen; Deutſchland iſt in der Tat am Rande des Abgrundes
Putſch oder etwas Aehnliches kann ſich jeden Augenblick ereig=
nen
: die Möglichkeit einer Hitler=Regierung und die Nazi=
in
England durchaus ernſt genommen werden: England muß
alles tun, was in ſeinen Kräften liegt, um ſolch eine Kataſtrophe
zu verhindern; die Reparationen erweiſen ſich als ein entſetz=
licher
Fluch; von einer Wiedergutmachung der Kriegsſchäden
kann überhaupt nicht mehr die Nede ſein; die Reparationen
fügen, im Gegenteil, der Welt einen ſchier unglaublichen Scha=
den
zu; läßt man die Dinge noch eine Weile ſo weiter treiben,
ſo muß Deutſchland unfehlbar in die Brüche gehen; dann aber
wahrſcheinlich ganz Europa mit ihm
Gibt es denn für Deutfchland überhaupt
einen Ausweg aus dieſer Notlage und auf welche
Weiſe kann England ihm hierbei behilflich ſein?. Das iſt die
es vorläufig faſt unmöglich, herauszufühlen, was aus dieſem andere Frage, die in England jetzt die Gemüter immer intenſiver
zu beſchäftigen beginnt. Auf dieſe Frage vermögen aber ſelbſt
ſelche Männer noch keine erſchöpfende Antwort zu geben, die

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Samstag, den 20. Inni 1931

Nummer 169

wie Macdonald und Henderſon, doch von den kontinentalen
Dingen eine weſentlich klarere Vorſtellung beſitzen, als andere,
rüickſtändiger geſinnte Engländer. Wie kann Deutſchland ſich
ſelbſt helfen, fragt der Spectator, wenn für Deutſchland nach
allen Richtungen hin der Weg völlig verſperrt iſt? Eine wei=
tere
Steigerung der deutſchen Warenausfuhr macht der allge=
meine
Preisrückgang und die Weltwirtſchaftskriſe unmöglich. Die
der deutſchen Induſtrie vom Auslande gewährten Kredite wer=
den
in Eile zurückgezogen. Der Plan der deutſch=öſterreichiſchen
Zollunion ruft von ſeiten Frankreichs und der Tſchechoſlowakei
die wildeſten Proteſte hervor. Der franzöſiſche Erſatzplan iſt
kaum angetan, Deutſchland irgendwelche Erleichterungen zu ver=
ſchaffen
. Selbſt der nach Sowjetrußland führende Weg hat
Deutſchland Enttäuſchung über Enttäuſchung gebracht. In An=
betracht
all dieſer Tatſachen bleibt Deutſchland in der Tat kein
anderer Weg übrig, als um ein Moratorium nachzukommen.
England wird in dieſem Falle eine durchaus wohlwollende Häl=
tung
einnehmen, indem es dem Sonderausſchuß der Bank für
internationale Zählungen allein überlaſſen wird, hierüber in
unparteiiſcher Weiſe zu beſchließen. Sollte aber das im Young=
Plane vorgeſehene Moratorium nicht genügen, ſo wird es ſpäter
Sache einer beſonderen politiſchen Konferenz ſein, über eine
Reviſion der Reparationsfrage ſelbſt zu entſcheiden. In Eng=
land
hat man es ſchon lange eingeſehen, daß das Eine das
Andere keineswegs auszuſchließen braucht.
Eine Reviſion der Reparationsfrage hängt übrigens, darauf
hinzuweiſen wiro man in England nie müde, vor allem von den
Vereinigten Staaten ab, deren Haltung in dieſer Frage bekannt
iſt. Doch ſchon nach einigen Wochen wird Staatsſekretär Stimſon
nach Europa kommen. Mellon weilt bereits in London. Auf
den Beſuch dieſer beiden einflußreichen Amerikaner werden in
England größere Hoffnungen geſetzt, als man es öffentlich zu=
gugeben
bereit iſt.
Vielleicht, ſagt man ſich in England, werden die beiden
Amerikaner während ihrer Reiſe den wahren Ernſt der Lage
in Europa und vor allem in Deutſchland erkennen und, nach
Waſhington zurückgekehrt, den Präſidenten Hoover und die
Oeffentlichkeit daheim von der dringenden Notwendigkeit einer
Aenderung in der bisherigen Haltung Amerikas überzeugen.
Vielleicht wird dann Amerika einſehen, daß auch ſeine eigenen
Schwierigkeiten letzten Endes auf die Laſt der Reparationen
und der Kriegsſchulden zurückzuführen ſind und daß Amerika es
ſich nicht leiſten kann, tatenlos zuzuſehen, wie Deutſchland und
mit ihm ganz Europa dem wirtſchaftlichen Ruin zugetrieben
werden. Bleibt jedoch Amerika ſelbſt dann noch an den euro=
päiſchen
Dingen unintereſſiert, ſo werden die Staaten Europas
und England ſich zuſammentun und mit eigenen Kräften den
Verſuch unternehmen müſſen, ſich vom Fluch der Reparationen
und Kriegsſchulden zu befreien. Auf welche Weiſe dieſes zu
geſchehen hätte, darüber fehlen allerdings noch jegliche näheren
Angaben .. .

Das deutſche Flotkenbauprogramm.
Zrreführende Behaupkungen
des franzöſiſchen Marineminiſters.
Der franzöſiſche Marineminiſter Dumesnil hat geſtern in der
Kammer erklärt, das deutſche Marinebauprogramm ſehe acht Pan=
zerkreuzer
und acht leichte Kreuzer vor, die in der Zeit von 1932
bis 1935 fertigeſtellt werden würden. Er hat außerdem behauptet,
daß die deutſchen Bauziffern um 25 v. H. höher ſeien als die im
Verſailler Vertrag vorgeſebenen Ziffern.
Dieſe Ausführungen des franzöſiſchen Marineminiſters haben
in Berliner politiſchen Kreiſen lebhaftes Befremden hervorgeru=
fen
. An maßgebender deutſcher Stelle wird es als unglaublich
bezeichnet, wie eine franzöſiſche amtliche Perſönlichkeit zu ſolchen
Angaben kommen könne. Das deutſche Erſatzprogramm ſieht bis
1935 lediglich den Bau von zwei Panzerſchiffen vor. Wenn der
Miniſter weiter das neue, im Bau befindliche deutſche Panzer=
ſchiff
Deutſchland mit den franzöſiſchen Kreuzern vergleicht, ſo
kann das nur als eine Irreführung bezeichnet werden. Die deut=
ſchen
Panzerſchiffe ſind im Verſailler Vertrag ausdrücklich als
Erſatz der Linienſchiffe vorgeſehen, ſo daß ein Vergleich mit den
Kreuzern überhaupt nicht in Frage kommen kann. Frankreich be=
ſitzt
neun Linienſchiffe, die den Schiffen Deutſchlands ſämtlich
artilleriſtiſch überlegen ſind. Im übrigen beſtehen ſowohl in der
Größe, wie auch in der artilleriſtiſchen Beſtückung der deutſchen
und franzöſiſchen Schiffe ſtarke Unterſchiede; während für Deutſch=
land
die Höchſtgrenze der neuen Kreuzer 6000 Tonnen beträgt,
mit einem Schwerſtkaliber von 15 Zentimeter, können die neuen
Kreuzer Frankreichs und der anderen Mächte bis zu 10000
Tonnen groß ſein, mit einem Schwerſtkaliber von 20,3 Zentimeter.
Die Erſatzbauten für die deutſchen Linienſchiffe dürfen nur 10 000
Tonnen groß ſein, mit einem Schwerſtkaliber von 28 Zentimeter,
während die Linienſchiffe der anderen bis zu 35 000 Tonnen groß
ſein dürfen, mit einem Höchſtkaliber von 40,2 Zentimeter.

Vom Tage.

Der Berliner Polizeipräſident hat auf Grund der Notverord=
nung
des Reichspräſidenten vom 28. März d. J. das Sportfeſt
der Berliner N. S. P. A. D. und die Spartakiade der Berliner
K. P. D. verboten.
Der Berliner Oberbürgermeiſter hat gegen den Beſchluß des
Oberpräſidenten, der die Beſoldungsordnung der Berliner Beam=
ten
beanſtandet, beim Landesſchiedsgericht Beſchwerde erhoben
und Aufhebungsantrag geſtellt.
Der Thüringer Landtag lehnte einen kommuniſtiſchen Antrag
auf Auflöſung des Landtags ab. Für dieſen Antrag ſtimmten
auch die Nationalſozialiſten und die Deutſchnationalen. Die
Sozialdemokraten übten Stimmenthaltung.
In der Dresdener Stadtverordnetenſitzung kam es am Don=
nerstag
, zu einem ſchweren Tumult, als ein kommuniſtiſcher
Stadtverordneter, ein Oberlehrer von Beruf, die Worte ge=
brauchte
: Euer verfluchtes Chriſtentum‟ Da ſich der Entrüſtungs=
ſturm
nicht legte, mußte die Sitzung geſchloſſen werden.
Der litauiſche Gouverneur in Memel, hat Memeler Schul=
kindern
den Beſuch deutſcher Ferienheime verboten.
Rußland hat angeblich die Aushändigung ſeiner Anteile an
der chineſiſchen Oſtbahn, die einen Wert von 60 Millionen Pfund
repräſentieren, an China angeboten. Als Gegenleiſtung verlangt
Rußland keine Geldentſchädigung, ſondern die Erlaubnis zollfreier
Einfuhr in die Mandſchurei, die nach der Durchführung des Fünf=
jahresplanes
möglich werde.

Der Präſident der Marinekommiſſion des amerikaniſchen
Repräſentantenhauſes, Britton, erklärte, er werde ſich mit aller
Macht jeder Verminderung der Flottenkredite widerſetzen und im
Gegenteil die Beibehaltung der Kredite für den Bau von 1000
Flugzeugen und eines Luftſchiffes fordern.

Ergänzung der Nokverordnung
durch ein großes Meliorakions=Arbeitsprogramm.
Auf Einladung des Reichs= und Landtagsabgeordneten
Schmelzer fand im Preußiſchen Landtag eine Beſprechung der
landwirtſchaftlichen Abgeordneten der Landtagsfraktionen über
das große Meliorationsprogramm des Verbandes deutſcher Lan=
deskulturgenoſſenſchaften
ſtatt.
Nach einleitenden Worten des ſtellvertretenden Vorſitzenden
des Verbandes. Domänenrat Kreuz, Dülmen, folgten Vorträge
von Hermann Tholens und des geſchäftsführenden Vorſtandsmit=
gliedes
des Verbands, Rechtsanwalts Linckelmann.
Den Vorträgen lag die Denkſchrift des Verbandes Landes=
kultur
, Staat und Arbeit zugrunde. In dieſer Denkſchrift wird
bekanntlich die Bedeutung des Erſatzes der ausländiſchen Lebens=
mitteleinfuhr
durch inländiſche Mehrerzeugung in neuer Art und
Weiſe begründet.
Eine Mehrerzeugung von 3 Milliarden Mark Nahrungsmit=
teln
(nach inländiſchen Geſtehungskoſten) wovon durch Meliora=
tionen
, insbeſondere des vorhandenen Kulturlandes, 2 Milliarden
Reichsmark erreichbar ſind, belebt die übrige Wirtſchaft (Handel,
Gewerbe, Verkehr, Induſtrie) im Umfange von annähernd 7 Mil=
liarden
RM. und hat damit die dauernde Mehrbeſchäftigung
von annähernd 3 Millionen Arbeitskräften zur Folge. Gleichzei=
tig
werden Erſparniſſe in der Arbeitsloſenunterſtützung und Mehr=
eingänge
an Steuern in Höhe von 3 Milliarden RM. erzielt.
Es bedeutet eine völlige Verkennung dieſer Auswirkungen,
wenn man glaubt, dieſes Arbeitsprogramm ſei aus Mangel an
Mitteln nicht durchführbar. Zur Finanzierung der notwendigen
Meliorationsarbeiten, durch die jedes Jahr mehrere 100 000 Men=
ſchen
unmittelbar beſchäftigt werden würden, iſt vielmehr nur
erforderlich, daß die ſowohl infolge der Bauausführuno als der
Mehrerzeugung erſparten Arbeitsloſenunterſtützungen und erziel=
ten
Steuermehreingänge als Beihilfen und laufende Zinsverbil=
ligung
zur Verfügung geſtellt werden. Das daneben noch erfor=
derliche
Kapital kann und muß durch planmäßige Einwirkung auf
den inländiſchen Kapitalmarkt, auf dem noch im Vorjahre 6 Mil=
liarden
langfriſtig angelegt worden ſind, erreicht werden.
Vorbedingung für die volle Auswirkung dieſes Programms
ſei eine richtige Handelspolitik, wobei darauf hingewieſen wurde,
daß über die Hälfte unſerer Nahrungsmitteleinfuhr aus Ländern
(insbeſondere Kanada, Argentinien, Auſtralien) kommt, mit denen
wir eine jährliche paſſive Handelsbilanz von rund 2 Milliarden
Reichsmark haben.
Es bedarf alſo lediglich der Entſchließung,
bisher unproduktiv verwandte Mittel produk=
tip
anzulegen, um die weittragendſten Wir=
kungen
für die Geſamtwirtſchaft zu erreichen.
In der Ausſprache, an der ſich Vertreter des Zentrums, der
Deutſchen Fraktion und der Staatspartei beteiligten, wurde der
Plan im Grundſatz von allen Seiten lebhaft begrüßt. Von
mehreren Beteiligten, wurde auch auf den Arbeitspflichtdienſt hin=
gewieſen
, für den die Meliorationen das Hauptgebiet ſeien. Die
preußiſche Staatsregierung dürfe nicht, wie es offenbar beabſich=
tigt
ſei, die Beihilfefonds für Meliorationen halbieren, ſondern
müſſe gerade auch im Intereſſe des Staatshaushalts die Meliora=
tionen
ſtärker als bisher fördern.
Angezeigt wäre es ferner, wenn die Reichs=
regierung
die Notverordnung ſofort durch ein
großes Arbeitsbeſchaffungsprogramm bei dem
die Meliorationen das wichtigſte Gebiet ſeien,
ergänzen wurde.

Die Ainſtenang der Arbensicſen
verſicherung.
Ankurbelung des freiwilligen Arbeitsdienſtes.
Die Ausſichten des Arbeiksmarkkes.
* Berlin, 19. Juni. (Priv.=Tel.)
Der Präſident der Arbeitsloſenverſicherungsanſtalt hatte dii
Präſidenten der Landesarbeitsämter zu einer allgemeinen Aus=
ſprache
über die neue Notverordnung nach Berlin geladen. Ar=
dieſer
Konferenz hat man ſich über die einzuſchlagenden Weg=
für
die Anpaſſung der Verſicherungsanſtalt an die neugeſchaffee
nen Verhältniſſe geeinigt. Auf Grund der Notverordnung wer
den an der Verſicherung 400 Millionen eingeſpart, d. h. de=
Fehlbetrag der Reichsanſtalt wird durch die Streichung eine
ganzen Reihe von Ausgaben beſeitigt. So iſt vorgeſehen, das
die Jugendlichen bis zu 21 Jahren unter gewiſſen Bedingunge=
aus
der Verſicherung herausgenommen werden. Es handelt ſieg
hierbei um ungefähr 280 000 Jugendliche, bei denen geprüft wem
den muß, ob familienrechtliche Unterſtützungsanſprüche vorliegen=
Allein dieſe Prüfungsarbeit macht die Einſtellung von Hilfs=
kräften
in den Landesarbeitsämtern notwendig. Infolgedeſſe=
ſind
die Präſidenten ermächtigt worden, für einige Wochen neue
Perſonal einzuſtellen, das gleichzeitig auch an der Umſchaltuns
der Verſicherungsanſtalt auf die neue Notverordnung mitarbeite=
und die neuen Unterſtützungsſätze tabellariſch aufſtellen ſoll. D5.
Notverordnung tritt am 29. Juni in Kraft. Die Arbeitsämte
haben alſo noch einigen Spielraum, um ſich auf die veränderte-
Verhältniſſe umzuſtellen,
In der Verſammlung der Arbeitsamtspräſidenten iſt auc
über den freiwilligen Arbeitsdienſt geſprochen worden, de
jetzt unter Mitwirkung der Verſicherungsanſtalt angekurbe=
werden
ſoll. Die Ausſprache war aber nur allgemeiner Natun
weil die Richtlinien noch fehlen. Ueber die Ausführungsbe=
ſtimmungen
haben am Freitag die erſten Vorbeſprechungen vo=
Reſſort zu Reſſort ſtattgefunden. An dieſen Beſprechungen habe-
ſich
Vertreter des Arbeitsminiſteriums, der Verſicherungsanſtal=
der
Oſtſtelle, des Finanzminiſteriums und auch des Wirtſchafts
miniſteriums beteiligt. Man rechnet damit, daß vielleicht ſcho
Mitte der kommenden Woche die Ausführungsbeſtimmunge
vom Arbeitsminiſter erlaſſen werden, ſo daß dann der Vorſtan.
der Arbeitsloſenverſicherungsanſtalt zuſammentreten kann, ur
zu unterſuchen, welche Geldmittel er für den freiwilligen Au
beitsdienſt zur Verfügung ſtellen kann.
Die Präſidenten der Landesarbeitsämter haben in ihre
Ausſprache auch die Arbeitsmarktlage im allgemeinen kurz ba
rührt. Es ergab ſich als allgemeine Auffaſſung, daß die Arbeits
loſigkeit in den nächſten Wochen noch weiter zurückgehen werd
wenn auch in ſehr langſamem Tempo. Noch in dieſem Mons
wird allerdings die Landwirtſchaft für die Aufnahme von An
beitskräften ausfallen, da ſie erfahrungsgemäß Mitte Juni mi
einem Teil ihrer Feldarbeiten fertig iſt und erſt im Herbſt wie
der Arbeitskräfte anzufordern pflegt. Im Juli wird mit einer
Stillſtand der Arbeitsloſigkeit zu rechnen ſein. Für den Herb
erwartet man wieder eine ſtarke Nachfrage nach Arbeitskräfter
die dann aber ſehr wahrſcheinlich im Oktober wieder einer
neuen Zuſtrom von Arbeitsſuchenden weichen wird.
Wirtſchaftsminiſter Vögler?
* Berlin, 18. Juni. (Priv.=Tel.)
In politiſchen Kreiſen geht das Gerücht um, der Reichskanzle=
habe
dem ehemaligen volksparteilichen Reichstagsabgeordneten
Generaldirektor Dr. Vögler das Wirtſchaftsminiſterium angebch
ten. Aus Kreiſen, die Dr. Vögler naheſtehen, wird das ganz entt
ſchieden beſtritten, mit dem Zuſatz, Dr. Vögler denke nicht a
einen Eintritt in das jetzige oder in ein umgebildetes Kabine4
Brüning. Wir halten das für möglich. Schon bei früheren Ge
legenheiten hat Dr. Vögler den Eintritt in eine Regierung aE
gelehnt. Ebenſo ſicher iſt aber auch, daß der Kanzler ſich ſchon ſen
längerer Zeit um die Neubeſetzung des Wirtſchaftsminiſteriumt
bemüht und dafür eine führende Perſönlichkeit der Wirtſchaft ge
winnen möchte. Er hat ſchon nach verſchiedenen Richtungen ſor
diert, iſt aber vorderhand nirgends auf Gegenliebe geſtoßen, wen
die Führer der Wirtſchaft begreifliche Hemmungen haben, ihr
Poſten in der Wirtſchaft oder ihrem eigenen Betriebe aufzugeben
um dafür in das ungewiſſe Abenteuer eines Miniſters hineinzu!
ſteigen, für deſſen Dauer ihnen keine Garantien gegeben werde
können. Sie müſſen dann befürchten, daß ſie in dem Augern
blick, wo ſich die Früchte ihrer Arbeit zeigen, aus irgendeiner
Grunde oder um irgendeiner fernliegenden politiſchen Frag.
wegen geſtürzt werden. An dieſer kühlen Ueberlegung ſind bishe=
die
meiſten Verſuche geſcheitert, Männer der Praxis in die Re
gierung hineinzuholen.

Ueber
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Hie Araveie bes Miatok.

Heldengräber und Prunkſtraße.

Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
C. R. Athen, Juni 1931.
Sechs Stadien oder 1100 Meter muß, wenn wir dem Pau=
ſanias
glauben wollen, die Akademie des Platon vom Dipylon,
dem Prunk= und Haupttore Athens, entfernt geweſen ſein, auch
Cicero und Livius machen ähnliche Angaben, und auf Grund
dieſer Mitteilungen kam der griechiſche, aus Aegypten ſtammende
Privatmann Ariſtophron zu dem Entſchluſſe die Akademie
des Platon durch Ausgrabungen unter wiſſenſchaftlicher Leitung
zu ſuchen. Das Deutſche Archäologiſche Inſtitut
fand ebenfalls durch ſeine Arbeiten am Kerameikos wichtige An=
haltspunkte
, man entdeckte hier eine große, breite Straße, die
zur Akademie geführt haben muß und holte noch manche andere
Beweiſe aus dem Schutt der Erde hervor, die den Plan des
Amateurs der Archäologie, Herrn Ariſtophron, nur in ſeinem
Vorhaben beſtärkten. Er forſchte in den Büchern, arbeitete mit
dem Spaten, unterwühlte das Erdreich und es gelang ihm bald,
untrügliche Anzeichen aus dem Dunkel der Jahrtauſende an das
Tageslicht zu fördern, die erkennen laſſen, daß er auf dem rech=
ten
Wege zur Akademie iſt. Ja, er glaubt ſie bereits erreicht zu
haben, noch fehlen aber überzeugende Beweiſe, um die wiſſen=
ſchaftliche
Archäologie, die als ihren Schutzpatron den ungläu=
bigen
Thomas für ſich in Anſpruch zu nehmen ſcheint, zur völ=
ligen
Anerkennung ſeiner Mühen und Arbeiten zu bewegen.
Gerade dieſer Tage entwand man dem dunklen Erdreich zwei
herrliche Bildniſſe aus Marmor von Gräbern hier
beſtatteter, tapferer Krieger, die je einen atheniſchen Reiter mit
dem charakteriſtiſchen breiten theſſaliſchen Hute, dem Petaſon,
hoch zu Roß darſtellen, kühn die Lanze nach dem unterliegenden
Feinde ſtoßend, der unter ihren Pferden zu Fall gekommen iſt
und von denen der eine ſich noch verzweifelt mit dem Schilde
zu decken verſucht. Eine ſchöne Vaſe, zu der Gattung der Lutro=
phoren
gehörend, reichlich wie mit ſorgſam gehäkelten Spitzen
künſtleriſch geziert, wurde aufgefunden, ſicherlich als Zeichen da=
für
, daß der gefallene Krieger ein unverehelichter Jüngling ge=
wpeſen
iſt, denn die Lutrophoren ſpielten bei Hochzeiten eine
große Rolle und wurden geſtorbenen jungen Leuten als Zeichen
ihrer Eheloſigkeit mit ins Grab gegeben.
Der Spaten fand Widerſtand im gelockerten Erdreich, ſtieß
auf grohe Grmdmauern, m denen man das berühmte

Gymnaſium zu erkennen glaubt. Ferner machte man eine
ſonderbare Entdeckung, man fand, daß hier eine Gegend ſich noch
heute Pyrgaki, das heißt Türmchen nennt. Nun ſpricht
Ariſtophanes in ſeinen Fröſchen von einem Turm, der ſich ge=
rade
hier in jenem Akademieviertel befunden haben ſoll und
von dem aus ſich die Fackelzüge feierlich in Bewegung ſetzten.
Somit iſt die Annahme nicht unberechtigt, daß ſich der Name
Pyrgaki noch aus jener alten Zeit erhalten hat, wie ja der
heutige Kerameikos durch alle Jahrtauſende hindurch und allem
Weltgeſchehen zum Trotz ſich ſeinen Namen über 3000 Jahre
hinaus zu bewahren verſtand.
Was bedeutet nun eigentlich Akademie, wie
iſt das Wort zu erklären, das in allen Sprachen Eingang ge=
funden
hat, das allen Nationen des Erdballes vertraut wurde?
Verſchiedene Auslegungen beſtehen, dem Laien am leichteſten
verſtändlich iſt die Annahme, daß diefes Grundſtück in uralten
Zeiten einem Bauern gehörte, der Hekademos geheißen habe.
Andere wieder führen die Bezeichnung Akademie auf zwei alt=
griechiſche
Worte zurück, die der Bedeutung gleichkommen Vor
der Stadt.
Wie dem auch ſein mag, hier ſtanden die 12 heiligen
Oelbäume, die aus einem Ableger des auf der Akropolis
grünenden, von der Göttin Athena geſtifteten Oelbaume ent=
ſproſſen
ſein ſollten. Das von ihnen gewonnene Oel war ein
heiliges und koſtbares, unbezahlbares Produkt. Es wurde den
Siegern in den Wettſpielen in herrlichen Amphoren überreicht
und mit ihm die heilige Oellampe geſpeiſt, die im Erechteion in
der Akropolis brannte.

Ein Sohn des Poſeidon wollte einen dieſer heilige
Stämme fällen, er legte, der Sage nach, Hand an einen 1
zwölf Olivenbäume, doch die erzürnte Athena ließ ſolchen Frev=
nicht
ungeſtraft zu, das Beil verfehlte ſein Ziel und hieb, de
vorwitzigen Sünder das Bein ab. Seither war der kleine Ha
gefürchtet, die Gegend um die Akademie wurde von den Feinde
Athens gemieden, jede Beſchädigung der Bäume galt als leben
gefährlich, ja die Furcht ging ſoweit, daß man Athen von dieſ
Seite nicht anzugreifen wagte. Erſt König Philipp, dann d
unerſchrockene Sulla machten dieſer Mähr ein Ende, Sulla fäl
zum Entſetzen der Athener die heiligen Bäume.
Noch heute iſt jene Gegend Athens mit den dunkelgrüne
Olivenbäumen bepflanzt, ihr ſilbern glitzerndes Laub glänzt i
Abendwinde der letzten ſinkenden Strahlen der attiſchen Son
Unter ihnen befindet ſich ein uralter Baum, veräſtet und kno
rig, ein Greis unter Greiſen, dem ſelbſt Botaniker ein märche
haftes Alter ſchenken, der Jahrtauſende alt ſein ſoll und vo
dem in der Sage behauptet wird, daß unter ſeinen Zweigen ſche
König Oedipus gewehklagt und getrauert haben ſoll .. .

Hier, in dieſe Gegend pilgerten im Altertume die Athener
ſuchten in der Akademie Erholung und Zeitvertreib, im Schatten
der heiligen Bäume war gut ſein. Platon gründete hier ſein.
Philoſophenſchule und lehrte ſeine Schüler. Die Akademi
wurde geiſtiges Zentrum der Antike kein Wun=
der
, wenn der heutige Grieche die Grabungen und das Suchen
nach der Akademie des Platon mit dem größten Intereſſe ver
folgt und wenn nun der Amateur=Archäologe Ariſtophron noch
den Beweis, den untrüglichen Beweis zu erbringen vermag, da
er jene würdige und geheiligte Stelle gefunden hat, dann dürft
damit ein neuer Wallfahrtsort für die gebildete Menſchheit auf
gedeckt worden ſein, ein neuer Ort internationaler Berühmther=
entſtehen
, zu dem die Gebildeten aller Länder pilgern werder
und der Wunſch, Griechenland und ſeinen Stirnſchmuck, di
Akropolis beſucht und mit eigenen Augen geſehen zu haben, ver
bunden werden mit dem ebenſo heißen Verlangen, die Stell
zu betreten, an der einſt Plato lehrte, den Mittelpunkt des
geiſtigen Athens, das einſt die antike Welt in Kunſt und Wiſſen=
ſchaft
von hier aus überſtrahlte. Der Grieche Ariſtophron iſ
am Werke, nicht nur ſeinem engeren Vaterlande, nein, der ge=
ſamten
gebildeten Welt eine ſeltene Gabe von unſchätzbaren
Werte zu ſchenken, ein verſunkenes Gemeingut zu neuem Leber
zu erwecken.
Das Geheimnis des Blutes. Eine intereſſante Entdeckun4
hat ſoeben die Königliche Geographiſche Geſellſchaft in Londo?
gemacht: Sir Hubert Wilkins, der Führer des Unterwaſſer=Polar.
ſchiffes Nautilus, hatte in der Reihe ſeiner Ahnen einen Vor
fahren, der ſich mit dem gleichen Problem beſchäftigt hatte. Wil
kins war dieſe Tatſache bisher nicht bekannt. Der Biſchof Joh7
Wilkins, der die Schweſter Oliver Cromwells heiratete und vo?
dem Sir Hubert in direkter Linie abſtammt, veröffentlichte 1643
ein Buch Mathematiſche Magik. Der mit ſchönen Kupfern ge
zierte Band trägt die Aufſchrift: Effigies Reverendi admodur
veri Johannis Wilkins nuper Epigeopi Cestriensis. In die
ſem Buch ſagt Wilkins als Erſter das Kommen der Unterwaſſer.
boote voraus, und er empfiehlt ihren Gebrauch beſonders für
wiſſenſchaftliche Expeditionen in das Polargebiet. Vielleic
wurde im Blute durch Geſchlechter hindurch die Entdeckerſehnſuch
geheimnisvoll weiter getragen, die den Nachfahren jetzt daz
A. M.
treibt, dem Rate des Urahns zu folgen.
Druckfehlerberichtigung. In dem Aufſatz Vom Abbilx
zum Sinnbild von Wilhelm Michel (in der Nummer von
18. Juni) iſt in Spalte 2 oben zu leſen: Hans Thoma, kraus
und gemüthaft.. ferner in derſelben Spalte unten Ent=
zweiung
(ſtatt Entweihung).

[ ][  ][ ]

Nummer 169

Samstag, den 20. Juni 1931

Das Arbeikszeikabkommen
Jur deit keheivergond
von der Inkernak. Arbeitskonferenz verabſchiedet.
Genf, 19. Juni.
Die Internationale Arbeitskonferenz hat in ihrer geſtrigen
schlußſitzung das Arbeitszeitabkommen für den Kohlenbergbau
nit 81 gegen 2 Stimmen, bei über 30 Stimmenthaltungen ange=
ummen
.
Das Arbeitszeitabkommen im Kohlenberg=
ſau
, das jetzt den Teilnehmerſtaaten der Internationalen
Urbeitskonferenz zur Ratifizierung zugeht, ſieht in den Hauptbe=
timmungen
folgende Negelung vor: Das Abkommen gilt
ür den geſamten Stein= und Braunkohlenbergbau und erſtreckt
ſch auf ſämtliche Arbeitnehmer, ſoweit ſie nicht im Verwaltungs=
ienſt
beſchäftigt ſind. Als Arbeitszeit iſt die Zeit zwiſchen dem
Zetreten des Förderkorbes, bzw. des Stollenmundloches zur Ein=
ahrt
und dem Verlaſſen der Grube zur Ausfahkt. Die Dauer der
lrbeitszeit in dem Kohlenbergbau darf 7¾ Stunden am Tage
icht überſchreiten. Zur techniſchen Aufrechterhaltung der Be=
riebe
, ſowie bei Unglücksfällen kann eine Verlängerung von einer
alben Stunde täglich für 5 v. H. der Belegſchaft erfolgen. Im
steinkohlen=Tiefbau können 60 Ueberſtunden im Jahr durch die
Zehörden auf Grund vorhergehender Tarifverhandlungen geneh=
nigt
werden, die mit 25 v. H. Lohnerhöhung bezahlt werden müſ=
en
. Im Braunkohlen=Tiefbau ſind nach dem von der deutſchen
kegierung eingebrachten Abänderungsvorſchlag 75 Ueberſtunden
m Jahre zuläſſig, ferner können weitere 25 Ueberſtunden für
inzelne Betriebe oder Gruben mit beſonderen techniſchen oder
eologiſchen Bedingungen von den Behörden auf Grund von
lrbeitsverhandlungen zugelaſſen werden. Für den Steinkohlen=
nd
Braunkohlen=Tagebau gelten die Beſtimmungen des Waſhing=
oner
Achtſtunden=Abkommens. Hier dürfen 100 Ueberſtunden
m Jahre zugelaſſen werden. Wenn beſondere wirtſchaftliche Ver=
ältniſſe
dies erforderlich machen, können die zuſtändigen Behör=
en
weitere 100 Ueberſtunden auf Grund von Arbeitsverhandlun=
en
zulaſſen. Nach heftigen Kämpfen iſt ferner in das Abkommen
er Antrag der Arbeitnehmergruppe aufgenommen worden, nach
em günſtigere Arbeitsbedingungen einzelner Länder durch das
bkommen nicht verſchlechtert werden dürfen. Die Reviſion des
lbkommens iſt drei Jahre nach dem Inkrafttreten des Abkom=
nens
im Sinne einer weiteren Verkürzung der Arbeitszeit vor=
eſehen
. Den Regierungen wird in dem Abkommen das Recht ein=
eräumt
, bei Bedrohung der Landesſicherheit die Beſtimmungen
es Abkommens zeitweiſe aufzuheben. Das Abkommen tritt ſechs
Nonate nach der Ratifizierung durch zwei der ſieben kohleherſtel=
enden
Hauptländer (Deutſchland, Belgien, England, Frankreich,
ſolen, Holland, Tſchechoſlowakei) in Kraft. Eine Kündigung des
bkommens, fünf Jahre nach dem Inkrafttreten iſt zuläſſig.
Die Auswirkungen des Arbeilszeitabkommens
für den Kohlenbergbau.
Ueber die Auswirkungen des von der Internationalen Ar=
litskonferenz
beſchloſſenen Abkommens über die internationale
legelung der Arbeitszeit in den Kohlenbergwerken, verlautet
on unterrichteter Seite, daß dieſes Abkommen, falls es ratifi=
zrt
und in Kraft geſetzt wird, für eine Reihe von Staaten
me Herabſetzung der augenblicklich geltenden oder geſetzlichen
Fbeitszeit bringen wird. In Deutſchland betrage die Verkür=
ang
für den Steinkohlenbergbau unter Tage ¼ Stunde. Im
Fraunkohlenbergbau ſei die Auswirkung verſchieden und man
lbe ausgerechnet, daß durch die Verkürzung der Arbeitszeit
nſchließlich der neuen Ueberſtundenregelung in Deutſchland
gſätzlicher Arbeitsraum für etwa 10 bis 12000 Bergleute ge=
haffen
würde. In England wirke ſich das Abkommen in der
Leiſe aus, daß in den Revieren, die augenblicklich eine 8 ½=
ſündige
Arbeitszeit haben, die Verkürzung 34 Stunden beträgt,
den anderen Revieren ¼ Stunde. Die im engliſchen Berg=
hu
jetzt geltende Arbeitszeitregelung tritt demnächſt außer
kaft. Wenn bis dahin keine neue geſetzliche Regelung getroffen
urd, würde der engliſche Bergbau zur 7½ ſtündigen Schicht zu=
nckkehren
müſſen. Man glaubt aber, daß es der engliſchen
bgierung nunmehr im Hinblick auf das jetzt abgeſchloſſene
ſternationale Abkommen gelingen werde, die hier vorgeſchrie=
hne
Arbeitszeit von 734 Stunden geſetzlich feſtzuſetzen. Was
be Ueberſtundenregelung angeht, ſo ſind in der engliſchen Ge=
ſgebung
bereits, die in der Konferenz beſchloſſenen Ueber=
ſnden
vorgeſehen. Der deutſche Entwurf eines Bergbaugeſetzes,
dr bereits den Reichswirtſchaftsrat paſſiert hat, ſieht 300 Ueber=
ſnden
aus wirtſchaftlichen Gründen vor.
Da die in dem internationalen Abkommen vorgeſehene Zahl
gringer iſt, nimmt man an, daß der Entwurf des deutſchen
ergbaugeſetzes den Beſtimmungen des Abkommens angepaßt

wird. Im belgiſchen Bergbau tritt ebenſo wie im franzöſiſchen
Bergbau eine Verkürzung der Arbeitszeit um ¼ Stunde ein.
In Polen iſt die Verkürzung am weitgehendſten für das Gebiet
Dombrowa=Krakau, wo eine Herabſetzung um 34 Stunden er=
folgen
müßte. In Polniſch=Oberſchleſien beträgt die Verkürzung
¼ Stunde. Es iſt erklärlich, daß angeſichts dieſer Sachlage der
polniſche Regierungsvertreter ebenſo wie die Arbeitgeber bei
der Abſtimmung ſich der Stimme enthalten und damit zum Aus=
druck
gebracht haben, daß die polniſche Regierung Bedenken hat,
das Abkommen zu ratifizieren. In der Tſchechoflowakei be=
ſtehen
noch günſtigere Arbeitsbedingungen als ſie das Abkommen
vorſieht. Hier greift die in der Konvention für die Arbeiter
vorgeſehene Schutzbeſtimmung Platz, daß eine Verſchlechterung
der Arbeitszeit durch die Beſtimmungen des Abkommens nicht
eintreten darf. Im übrigen iſt noch zu erwähnen, daß das Ab=
kommen
allgemein eine ſtraffe Regelung der geltenden Beſtim=
mungen
über die Sonntagsarbeit enthält.
Die Ralifizierung des Genſer Arbeitsabkommens.
Der Führer der deutſchen Delegation auf der Arbeitskonfe=
renz
in Genf, Dr. Brauns, hat zunächſt einen Urlaub angetreten.
Er wird alſo nicht direkt nach Berlin zurückkehren. Die Bericht=
erſtattung
liegt dafür in den Händen des Miniſterialdirektors
Dr. Sitzler, der am Montag wieder in Berlin eintreffen und
dann dem Reichsarbeitsminiſter Stegerwald einen Vortrag über
das Arbeitszeitabkommen für den Kohlenbergbau, namentlich

Seite 3
aber über das Problem der Ratifizierung halten wird. Das
Arbeitsabkommen ſtellt für Deutſchland eine ſchwere Belaſtung
dar. Es iſt geeignet, die Konkurrenzfähigkeit unſeres Kohlenberg=
baues
noch weiter einzuengen. Die deutſche Delegation hat in
Genf nur nachgegeben, weil offenbar in Chequers entſprechende
Verabredungen mit den Engländern getroffen worden ſind. In=
zwiſchen
hat ſich aber herausgeſtellt, daß das Abkommen keine all=
zu
große Ausſicht hat, in Kraft zu treten. Im vorigen Entwurf
war das Inkrafttreten des Abkommens davon abhängig gemacht
worden, daß es insgeſamt von ſieben Staaten ratifiziert werden
muß. Jetzt genügt die Ratifizierung von zwei Staaten. Deutſch=
land
kann früheſtens im Herbſt den Vertrag vor den Reichstag
bringen. Dabei iſt es noch vollkommen zweifelhaft, ob ſich im
Reichstag eine Mehrheit finden wird. In Genf war man ſich im
allgemeinen ſchon klar darüber, daß die einzelnen Staaten, ſofern
ſie überhaupt ratifizieren, an die Ratifizierung Bedingungen und
Vorbehalte knüpfen, ſo daß wohl letzten Endes das ganze Ab=
kommen
auf dem Papier ſtehenbleiben wird. Dennoch darf nicht
überſehen werden, daß Deutſchland das Abkommen durchführen
muß, wenn es rückhaltlos ratifiziert und ſich auch ein anderer
Staat bereit findet, ebenfalls das Abkommen ohne Bedingungen
anzunehmen. Die übrigen Staaten haben dann aber freie Hand.
Sie haben die deutſche Konkurrenz geſchädigt und können nun
ihrerſeits die Ratifizierung bis ins endloſe hinausſchieben, ohne
daß eine Handhabe beſteht, Deutſchland von den einmal einge=
gangenen
Verpflichtungen zu befreien, oder aber die übrigen
Vertragspartner zur Ratifizierung zu zwingen.

Die vſterteichiſce sinſe vor vei Tofung.

Beaufkragung Seipels.
Heipel will verſuchen, ſämkliche Parkeien in einer
Nolgemeinſchaft zu vereinigen.
Wien, 19. Juni.
Die öſterreichiſche Regierungskriſe dürfte nach den Ankün=
digungen
der heutigen Morgenblätter im Hinblick auf die Wirt=
ſchaftslage
und die drängenden Maßnahmen zur Herſtellung des
Gleichgewichts im Staatshaushalt ſchnellſtens, wahrſcheinlich ſchon
heute, ihre Löſung finden. Der Bundespräſident hat geſtern alles
aufgeboten, um die innerpolitiſche Situation einer Klärung zuzu=
führen
. Er hat die Konferenzen mit den Parteiführern bis Mit=
ternacht
unausgeſetzt fortgeführt.
Gegen Mittag wurde im öſterreichiſchen Parlament ganz
überraſchend bekannt, daß Dr. Seipel vom Bundespräſidenten mit
der Fühlungnahme mit den Parteien betraut worden iſt. Die
Kabinettsbildung ſoll ſich auf Grund einer Konzentration voll=
ziehen
.
Die Bemühungen Dr. Seipels.
Die Verhandlungen Dr. Seipels mit den Parteiführern
wurden am Freitag den ganzen Nachmittag fortgeſetzt. Gegen
8 Uhr abends wurde eine kleine Pauſe eingeſchaltet. In den
weiteren Verhandlungen zur Regierungsbildung iſt inſofern
ein Fortſchritt zu verzeichnen, als der Landbund und nach wei=
teren
, aber noch unbeſtätigten Informationen auch die Groß=
Deutſchen ſich bereit erklärt haben, ſowohl in eine Konzentra=
tionsregierung
wie auch in ein bürgerliches Kabinett einzutre=
ten
, ſo daß unter Einſchluß der Großdeutſchen eine bürgerliche
Mehrheit geſichert wäre. Die Verhandlungen Dr. Seipels mit
den Sozialdemokraten, die zwar, wie man hört, zum Teil prin=
zipiell
für eine Beteiligung an der Regierung ſind, aber an
einem Finanzminiſterium Kienböck und an einem Heeresmini=
ſterium
Vaugoin vorläufig Anſtoß nehmen, dauern noch fort.
Sollte kein Konzentrationskabinett zuſtandekommen, ſo erwartet
man die Ernennung eines Minderheitenkabinetts.
Abſage der Sozialdemokraken an Dr. Heipel.
Die Verhandlungen über die Regierungsbildung wurden
auch am Freitag ſpät abends noch fortgeſetzt. In den Beratun=
gen
mit den Sozialdemokraten, die erſt um 22 Uhr beendet
waren, erklären dieſe, an einer Konzentrationsregierung nicht
teilnehmen zu können. Aus dem parteiamtlichen Bericht der
Sozialdemokraten geht hervor, daß ſie es angeſichts der ſchweren
Notlage grundſätzlich nicht ablehnen, eine Konzentrationsregie=
rung
ſämtlicher demokratiſcher Parteien beizutreten. Sie könn=
ten
aber nicht in eine Regierung eintreten, die den bisherigen
Kurs der bürgerlichen Parteien ohne weſentliche Aenderungen
fortſetze. Die Sozialdemokraten könnten die Mitverantwortung
nur tragen, wenn der Geiſt der Geſetzgebung und der Verant=
wortung
grundſätzlich geändert werde. Eine ſolche grundſätzliche

Aenderung hätten ſie jedoch aus dem Verlauf der Verhandlun=
gen
noch nicht entnehmen können. Nunmehr werden die Ver=
handlungen
zwiſchen Seipel, und den bürgerlichen Parteien
weitergeführt.
Die voransſichtliche Zuſammenſehung
des neuen Wiener Kabinekts.
Wie zuverläſſig verlautet, wird das neue Wiener Kabinettz
wieder aus Mitgliedern der Chriſtlichſozialen, des Landbundes=
und der Großdeutſchen gebildet. Als Mitglieder des neuen Kabi=
netts
werden vorläufig genannt: Bundeskanzler Dr. Seipel,
Vizekanzler Dr. Schober, Inneres Dr. Winkler, Finanzen
Kienböck oder Streruwitz, Heer Vaugoin, Landwirt=
ſchaft
Dollfuß, Unterricht Czermak, Soziales Reſch,
Handel Heinl, Juſtiz Straffner oder Hampel.
Frankreich iſt an Heipel nicht inkereſſierk.
Gerüchte, die in Wien in Umlauf ſind und durchaus wiſſen
wollen, daß die Betrauung Seipels mit der Regierungsbildungt
auf Wunſch der Franzoſen erfolgt ſei, die für ein Kabinett
Seipel eine unbegrenzte Finanzhilfe in Ausſicht geſtellt hätten,
werden an informierter Stelle als reine Phantaſiegebilde be=
zeichnet
.
Verſtimmung franzöſiſcher Kreiſe
wegen der britiſchen Finanzhilfe für Oeſterreich.
Einen Beweis dafür, daß die Kreditoperation, die die Bank
von England zugunſten der Wiener Kreditanſtalten vorgenommen=
hat
, in gewiſſen franzöſiſchen Kreiſen verſtimmt hat, liefert der
heutige Artikel des Echo de Paris, der wie folgt ſchließt: Müſſe
man in der Initiative der Bank von England eine erſte praktiſche
Auswirkung der Unterredung von Chequers erblicken? Das ſei
möglich, übrigens habe ja der Gouverneur der Bank von England
dem am 7. Juni veranſtalteten Frühſtück ſelbſt beigewohnt. Dieſer
Finanzmann vertrete den Standpunkt, daß die Kredite ohne Rück=
ſicht
auf die politiſchen Ereigniſſe verteilt werden müßten, und es
ſchiebe dem Pariſer Finanzmarkt die Schuld zu, daß er diejenigen,
die Anleihen haben wollen, frage, ob ſie ſich dieſer Anleihen für
den Krieg oder für den Frieden bedienen wollen. Allgemein woll=
ten
die engliſchen Miniſter im Anſchluß nur die Beſeitigung einer
Zollſchranke erblicken, d. h. einen Fortſchritt in der wirtſchaftlichen
Orientierung Europas. Da ſie jetzt engliſches Geld zur Verfügung
geſtellt hätten, würden ſie vielleicht zu ihrem Schaden die Be=
ziehungen
von Urſache und Wirkungen erfahren, die zwiſchen den
politiſchen Taten und den wirtſchaftlichen Taten beſtehen. Briand
wäre, als er den Fehler machte, das von Henderſon vorgeſchlagene
Verfahren der Verweiſung der Frage der deutſch=öſterreichiſchen
Zollunion anzunehmen, gut inſpiriert geweſen, wenn er ſich der
Neutralität der engliſchen Banken verſichert hätte. Das er das
vergeſſen habe, müſſe ihm als Paſſivum gebucht werden.

1. Prüfungsabend der Opernſchule
am 19. Juni im Städtiſchen Saalbau.
Im Juni iſt es ſchon etwas ſpät für Konzert und Theater.
ber die Opeenſchule der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt iſt
liebt und hat ihr Publikum. Wie intereſſant iſt es auch,
mſtleriſchen Nachwuchs fürs Theater aufblühen zu ſehen!
Der heutige Abend brachte in geſchickter Vortragsfolge zu=
ſchſt
eine Reihe von Einzelſtücken und Duetten, alsdann den
ſten Boheme=Akt in konzertmäßiger Aufführung. Er ſtellte
eits bekannte und einige neu hinzugekommene Schülerinnen
1d Schüler zur öffentlichen Erörterung. Es iſt wichtig, ja not=
londig
, Anfänger an unabhängige Kritik zu gewöhnen. Denn
benge Selbſtkritik iſt ſelten, Familie und Gefolgſchaft neigen zur
Verſchätzung.
Karl Ewald begann mit dem Escamillo=Lied. Sein
hriton iſt noch roh und unflüſſig, der Vortrag ohne rechte
nere Beteiligung, die Ausſprache verſchwommen. Das Mate=
il
genügt, wenn in der Tiefe Töne hinzugewonnen werden.
ſorg Koops Tenor hat Buffocharakter, iſt etwas flach, aber
ſtig hell und für die ſo ſchwierigen Meiſterweiſen, die er ge=
ſmackvoll
, techniſch ſauber und fabelhaft muſikaliſch vortrug,
Uhr geeignet. Im Duett Don Juan=Zerline vereinigten ſich
Ihnemarie Ottenheimer und Channie Pank. Des
steren etwas ſubſtanzloſe Stimme ſteckt noch weit hinten, hat
her noch keinen lyriſchen Reiz. Der Vortrag zeigt Intelli=
Uſtz und gutes Streben. Frl. Ottenheimers hoher Sopran iſt
ſt, aber ſüß klingend und wird ſehr kunſtverſtändig verwendet.
ſr ſympathiſches Weſen und die Muſikalität, wozu ſie ihr
Ime verpflichtet, werden ſtarke Stützen künftiger Bühnenlauf=
In ſein. Vincenz Breſers Gralserzählung bewies, daß
in großes Material entſchieden gefördert wurde. Die helle
amme liegt mühelos hoch, entbehrt aber der baritonalen
bütze und klingt daher oft eng und naſal. Der Vortrag braucht
Ih ſtärkere Vergeiſtigung. Das Duett aus den Luſtigen Wei=
in
gelang vortrefflich. Hermann Nahms weicher lyriſcher
briton iſt noch ſchöner geworden, als ich ihn das letzte Mal
ſte; Behandlung und Vortrag erwieſen ſich als gereift und
nenfertig. Hans Kerns Baß fehlt dieſe Kultur noch,
ſeint indes nach Größe und Klang ausſichtsvoll zu ſein.
Im zweiten Teil des Abends traten zu den genannten
lren noch Karl Walther als Rudolf hinzu. In ihm
Ute ſich ein Tenor mit großen Hoffnungen vor. Er baut ſich
einer guten Mittellage auf und ſteigt mühelos zum hohen
Noch teilweiſe lyriſch gefärbt, geht er ſchon ins Heldiſche.
Behandlung zeigt gute Technik. Muſikalität und Tempera=

ment ſind vorhanden. Für die kurze Studienzeit ein erſtaun=
licher
Erfolg. Die Mimi ſang Erna Seidler=Schmidt.
Ihre Stimme iſt dünn; ihre hohen Töne ſind entzückend, klar
und warm. Die Geſtaltung würde durch ſtärkeres Temperament
und ein freieres Ausſichherausgehen weſentlich gewinnen. Dieſer
Boheme=Akt, von ſo friſchen Stimmen getragen, klang prächtig
und legte für die Lehrer: Prof. Beines, Hanne Perron,
Mathilde Weber die gleiche Ehre ein, wie für den Diri=
genten
Paul Ottenheimer, der am Flügel, mit über=
v
.HI.
legener Sicherheit führte.
Aw. Als Landſtreicher durch Deutſchland. Erlebniſſe in Herbergen
und Aſylen, auf der Landſtraße und in Arbeitshäuſern. Von
Joachim Rügheimer. (Verlag von Wilhelm Köhler,
Minden i. W. Preis 2.65 Mk.)
Das Buch iſt das Abenteuer eines Berliner Journaliſten, das
er hatte, als er den Mut faßte, alle Alltagsſorgen und =laſten
von ſich zu werfen und als Vagabund loszuziehen. Eine Bade=
reiſe
war dieſe Tour des Amateur=Vagabunden nicht vielmehr
oft recht ſtrapaziös; er hat im Freien, in Scheunen, Bahnhöfen
und Aſylen genächtigt, iſt ohne Paß über die Grenze gegangen,
verhaftet und eingeſperrt worden und hat vielleicht drei Dutzend
Male die Geſetze übertreten, nie aber den Humor verloren. Stets
ohne Marie (Geld), hat er mit ſeinem Freund Fritz, einem vom
Vater verſtoßenen Studenten, gefochten, hat ſich als Hofſänger,
Zeichner, Kellner und Arbeiter Geld gemacht, wobei er von ſei=
nem
Freund, der eine unglaubliche Frechheit beſitzt und uner=
ſchöpflich
im Erfinden neuer Schliche und Tricks iſt, unterſtützt
wird. Es war, ſo ſagt der Verfaſſer, die herrlichſte, ſorgloſeſte,
abenteuerlichſte Reiſe, die er je gemacht habe. Die Tour die zum
größten Teil getippelt, auch per Auto, Bahn oder Schiff als
blinder oder mitgenommener Paſſagier gemacht wurde, ging von
Breslau aus quer durch Schleſien nach Frankfurt a. d. O. und
Berlin, von dort nach Oſten durch Pommern bis Königsberg nach
Litauen, wo ſie abgeſchoben und wegen Paßvergehens zu 14 Ta=
gen
Gefängnis verurteilt wurden. Mit einer Bahnſteigkarte fah=
ren
ſie für 10 Pfennig von Oſtpreußen nach Landsberg, per Laſt=
wagen
nach Küſtrin und, nachdem das Fahrgeld zuſammengefoch=
ten
, nach Dresden und zu Fuß nach Leipzig. Hier klaut der eine
ein Auto, der andere bleibt zurück und verſpricht dem Beſitzer,
das geſtohlene Auto wiederzubringen. Er reiſt ſeinem Freund
nach, holt das Auto und erhält eine Belohnung von 150 Mark.
Mit dem ergaunerten Geld, fahren ſie nach Frankfurt a. M.,
ſchlagen ſich durch nach Mainz, Bingen, Karlsruhe und Baden=
Baden, wo ſie einen Werber für die Fremdenlegion jämmerlich
verprügeln. Nachdem das Fahrgeld wieder zuſammengefochten
iſt, geht die Tour nach Köln und Frankfurt a. M. zurück, quer
durch Deutſchland bis Hamburg auf einem Aeppelkahn‟. Der
Verſuch, auf einem Frachtdampfer als blinde Paſſagiere nach
England zu fahren, mißglückt. Sie werden in Cuxhaven an die
Luft geſetzt und gelangen nach Hamburg zurück, wo die Freunde
ſich trennen, da Fritz ſich auf einem Dampfer nach Kuba mit=

nehmen läßt, während er ſelbſt nach mancherlei Abenteuern und
Fährniſſen nach Berlin zurückkehrt.
Das Buch gibt einen hochintereſſanten Einblick in das Vaga=
bundenleben
, die Organiſation der Vagabunden und die
Vagabundentypen, das übrigens der volkswirtſchaftlichen Bedeu=
tung
nicht entbehrt. In Berlin, wo ſich die Zahl der Vagabun=
den
und Fechtbrüder, die es ſtändig bevölkern, auf 10 000 beläuft,
außer den Durchreiſenden, gibt es eine beſondere Bettlerbörſe,
eine Zentralſtelle für gute Adreſſen und einen Zentralſtullen=
markt
, wo die auf der Tournee zuſammengefochtenen und geſam=
melten
Stullen, Schinkenbrote und Schinkenſemmeln, Butter=,
Marmelade=, Honig= und Kunſthonigſtullen, alle Arten und
Variationen eines belegten Brotes zum Preiſe zwiſchen 5 und 15
Pfennigen verkauft werden. Von den Vagabundentypen, die aus
der unendlichen Armee der Landſtreicher herausgegriffen wer=
den
, iſt der intereſſanteſte der Neſtor der deutſchen Vagabunden,
der 81jährige Vater Jahn, der ſeit dem Kriege 1870/71 ununter=
brochen
auf der Walze iſt, ferner ein regelrechter, waſchechter
Profeſſor, ehemaliger Dozent einer berühmten juriſtiſchen Fakul=
tät
. Er fand heraus, daß alle Geſetze, deren Gerechtigkeit und
deren Sinn er viele Jahre gepredigt und gelehrt hatte, nichts
taugen. Und ſo zog er daraus die Konſequenz, die ſeiner Mei=
nung
nach die einzig richtige war, er ſtellte ſich außerhalb aller
dieſer Geſetze und wurde Penner und Landſtreicher.
Das Buch, das eine Verherrlichung der Romantik des Vaga=
bundenlebens
iſt und einen über alle Maßen feſſelnden Leſeſtoff
bildet, wird zweifellos viel geleſen werden.
Reparationsfibel. Der Anregung eines Hamburger Kauf=
manns
und eines Hamburger Zeitungsverlegers iſt eine Bilder=
ſchrift
entſprungen, die jetzt im Verlag Broſchek u. Co. erſchienen
iſt und den knappen Titel Reparationsfibel trägt. Die Meiſter=
hand
Gulbranſſons, Th. Th. Heines, Schillings, Schulz, Thönys
und Garvens hat hier in farbigen Blättern mit kurzen Unter=
ſchriften
in den vier Weltſprachen beſſer und prägnanter als eine
Darſtellung es vermöchte, eine Geſchichte der deutſchen Not geſchaf=
fen
, vom Tage der vierzehn Punkte Wilſons bis zu den heutigen
Stunden der Arbeitsnot. Bilder von ſchlichter Größe, lapidarer
Sprache, ohne falſche Sentimentalität, ohne Uebertreibungen, Bil=
der
, die niemandes Gefühl verletzen und doch hart in die Bruſt
derjenigen dringen müſſen, denen Wohl und Wehe der Welt in die
Hände gegeben iſt. Die Bilderfibel zeigt vor allem auch, wie die
anderen unter dem Druck des Verſailler Uebels mitleiden wie
ſie gleich uns überm Abgrund ſchweben, wie der drohende Sturz
Deutſchlands in dieſer Epoche inniger weltwirtſchaftlicher Ver=
flechtung
auch die Nachbarn mit hinwegreißen muß. Man wünſcht
dieſen erſchütternden Bildern, daß ſie ſich der ganzen deutſchen
Jugend einprägen möchten, daß die deutſchen Politiker in ihren
kleinen und großen Fehden ſie ſtets vor Augen hätten, und nicht
zuletzt, daß ſie auf den Schreibtiſchen jener Männer jenſeits der
deutſchen Grenzen liegen, die das Wort Friede alltäglich im
Munde führen. Mit Freude iſt es zu begrüßen, daß dieſes neue
Buch von allen Seiten mit großem Intereſſe aufgenommen wurde,
daß viele Politiker, Staatsmänner und große Künſtler unſerer
Zeit das Buch loben und propagieren helfen. Möge es die Ver=
breitung
finden, die es verdient!

[ ][  ][ ]

Seite 4

Samstag, den 20. Juni 1931

Nummer 169

Statt Karten.

Ihre Vermählung beehren ſich anzuzeigen:
Friedrich Karg und Frau
Elſe, geb. Weiß
Juni 1931
Darmſiadt

Kirchl. Trauung: Sonntag, den 21. Juni 1931, nachmittags
2 Uhr, in der Martinskirche.

Ihre Vermählung geben bekannt
Karl Reh
Alice Reh, geb. Dittmar
Kiesstraße 76 Juni 1931 Erbacherstraße 6

Kirchliche Trauung: Samstag, den 20. Juni 1931, nach-
mittags
2½ Uhr, in der Stadtkapelle.

Todes=Anzeige.

Nach jahrelangem, ſchwerem und mit großer Ge=
duld
ertragenem Leiden perſchied plötzlich und un=
erwartet
meine liebe Gattin, unſere treuſorgende,
unvergeßliche Mutter und Großmutter

Wieder eingetroffen
Wocenend -oleiden

Frau
Eliſe Schumann
geb. Eberts
im Alter von 74 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Friedrich Schumann.
Darmſtadt, den 14. Juni 1931.

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Die Beerdigung fand auf Wunſch der Entſchlafenen
in aller Stille ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir Abſtand zu nehmen.

Kirſchen
unentgeltlich
geg. Pflückleiſtung.
Näh. Geſchäftsſt. (

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Ludwig Stark

EckeKirch-

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Nach kurzer, ſchwerer Krankheit entſchlief heute mittag
2 Uhr ſanft mein lieber Mann, unſer guter Vater,
Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und
Onkel

Herr Michael Baumeiſter

in kaum vollendetem 70, Lebensjahr
Die trauernden Hinterbliebenen:
In deren Namen:
Frau Kath. Baumeiſter, geb. Spieß
und Kinder.
(9514
Nieder=Ramſtadt, den 19. Juni 1931.

Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. Juni, nach=
mittags
4 Uhr ſtatt.

Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)

Nach Gottes Ratſchluß entſchlief heute mittag 3 Uhr, ſanft, nach
mehrjährigem ſchwerem, im Weltkrieg zugezogenen Leiden, verſehen
mit den hl. Sterbeſakramenten, mein innigſtgeliebter Mann, unſer
herzensguter Bruder, Schwager und Onkel

Gewerbetreibende, Handwerker,
Beamte, Landwirte
treten der
Mittelstandsversicherung
derkrankenkalle des Haufmännilchen Vereins zu Magdeburg

Herr Zakob Kroth, Kaufmann
im 58. Lebensjahr.
In tiefer Trauer:
Lina Kroth, geb. Binder
Hermann Faller und Frau, geb. Kroth
Dr. med. Alois Spinner u. Frau, geb. Faller.
Darmſtadt, Tannenſtr. 42, Heidelberg, Mannheim=Aheinau,
den 19. Juni 1931.

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Die Beerdigung findet am Montag, den 22. Juni 1931, nachmittags
3 Uhr, auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt. Kirchl. Requiem am gleichen
Tage morgens 6 Uhr in der Liebfrauenkirche, Klappacherſtraße,

Aufo-Messe

Dankſagung.

Am 21. Juni 1931 begehen die Ehe=

Nachruf.

Für die vielen Beweiſe aufrich=
tiger
Teilnahme und die vielen
Kranz= und Blumenſpenden bei
dem Hinſcheiden meines lieben
Mannes und Vaters ſagen herz=
lichen
Dank

leute Friedrich Löb und Frau Marie,
geb. Löffler in Georgenhauſen den
Tag der (9490
Silbernen Hochzeit.
Glückauf zur Goldenen!

Wir erfüllen hiermit die traurige
Pflicht, unſere Mitglieder von dem
Ableben unſerer lieben Regiments=
kameraden

Herrn Ludwig Bach
Kanzleirat i. A.
Ehrenmitglied des Vereins
Herrn Auguft Bormet
Oberrechnungsrat i. A.
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.

Die dauerhatte Ondulation
den exakten Bubi-Schnitt
bietet Ihnen
Damensalon W. Schreiber
Theatertriseur
Kiesstraße 35 (nächst der Hochstraße).

Wir verlieren in den Dahingeſchiede=
nen
gute und treue Kameraden,
deren Andenken wir in hohen Ehren
halten werden.
Auf Wunſch der Entſchlafenen haben
die Beiſetzungen in aller Stille ſtatt=
gefunden
.
Verein ehemaliger Angehöriger
des Großherzogl. Artilleriekorps.
Der Vorſiand
J. A.: Dr. Strob. 19468

Bohoäkelispitege

E. Burkholder,
Institut für wissenschaftliche Kosmetik
Körperkultur und Verjüngungsmethoden
Heidelberg, Sofienstraße 72.

Dankſagung.

Für die herzliche Teilnahme bei dem
plötzlichen Ableben meines lieben
Sohnes

Philipp Rieſeck

ſage ich auf dieſem Wege aufrichtigen
Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Fran Wilhelm Rieſeck Wwe.
und Kinder.
Braunshardt, den 19. Juni 1931. (*

Dankſagung.
Allen denjenigen, die unſerer
Mutter bei ihrem Heimgange
die letzte Ehre erwieſen haben,
herzlichen Dank. Insbeſondere
danken wir Herrn Pfarrer Klee=
berger
für die troſireichen Worte
am Grabe.
Familie J. Waſſum.

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[ ][  ][ ]

Nummer 169

Samstag, den 20. Juni 1931

Aus der Landeshaaprftadt.
Darmſtadt, den 20. Juni 1931.
Kunſtausſtellung Darmſtadt 1931, Mathildenhöhe.
Die Ausſtellung wurde von den Schülern der Darmſtädter
ßewerbeſchule beſucht. Ein Holzſchnitt von Hedith Wecker= Offen=
ſach
iſt verkauft, eine Plaſtik ſteht dicht vorm Verkauf; über den
gerkauf zweier Oelbilder ſind Verhandlungen im Gange.
Es wird erneut darauf hingewieſen, daß der Eintritt nur
0 Rpf. koſtet, der Katalog, der auch die Preiſe der Werke enthält,
ur 20 Rpf.
v. H.
Sonnwendfeier der Darmſtädter Skudenkenſchaft.
Die Sonnwendfeier der Darmſtädter Studentenſchaft findet
m 20. Juni 1931 ſtatt. Die Aufſtellung des Zuges erfolgt um
Uhr abends auf dem Paradeplatz.
Der Marſch nach dem Bismarckturm erfolgt von da aus durch
ſie Alexanderſtraße, Mühlſtraße, Riedlingerſtraße, Nieder= Ram=
jädter
Straße, Mathildenſtraße, Martinsſtraße, Ohlyſtraße, Nie=
er
=Ramſtädter Straße, Bismarckturm.
Der Rückmarſch des Fackelzuges erfolgt vom Bismarckturm
urch die Nieder=Ramſtädter Straße, Herdweg, Martinsſtraße,
ſeinrichſtraße, Wilhelminenſtraße, Rheinſtraße zum Paradeplatz,
vo dann die Fackeln zuſammengeworfen werden.

Samstag, 20. Juni

Mittwoch, 24. Juni

Ernannt wurden: am 1. Juni 1931: der Kreisarzt Medi=
mnalrat
Dr. Jakob Schmitt in Groß=Gerau mit der Amtsbe=
eichnung
Obermedizinalrat zum vortragenden Rat bei dem Mi=
ſiſterium
des Innern; der Amtsarzt, Medizinalrat Dr. Karl
Zinſack in Gießen unter Belaſſung ſeiner Amtsbezeichnung
Medizinalrat zum Kreisarzt bei dem Kreisgeſundheitsamt Gr.; der praktiſche Arzt Dr. med. Richard Burger in Lich
nit der Amtsbezeichnung Medizinalrat zum Amtsarzt bei dem
treisgeſundheitsamt Gießen; der praktiſche Arzt Dr. med. Adal=
ert
Lucius in Hierzenhain mit der Amtsbezeichnung Medi=
inalrat
zum Amtsarzt bei dem Kreisgeſundheitsamt Mainz;
ſimtlich mit Wirkung vom 1. Juli 1931.
Hohes Alter. Frau Margarethe Spengler Witwe,
ſankratiusſtraße 48 (Mittelbau), begeht heute ihren 82. Ge=
urtstag
.
Ehren=Ausſtellung KröhMüller. Wie vorauszuſehen war.
indet die derzeitige Veranſtaltung den ganz beſonderen Beifall
es kunſtliebenden Publikums, wie der ungewöhnlich ſtarke Beſuch
s beweiſt. Namentlich die Sonntage, an denen der Eintritts=
reis
für Nichtmitglieder des Kunſtvereins auf die Hälfte er=
näßigt
iſt, bringen der Kunſthalle viele Kunſtfreunde, die dann
ſe Schau mit großer Befriedigung beſichtigen. So ſteht zu er=
darten
, daß auch der morgige Sonntag wieder zahlreiche Ver=
hrer
der Kunſt der beiden 90jährigen Altmeiſter in die Ausſtel=
ung
führen wird. Es dürfte vielleicht für manche von Intereſſe
ſin, zu erfahren, daß die Darmſtädter Volksbank anläßlich der
ubiläumsſchau Profeſſor Kröhs einer ſchönen Arbeit von ihm, die
hon über 20 Jahre in ihrem Beſitz iſt und wegen der Ueberfülle
es Angebots in der Kunſthalle nicht ausgeſtellt werden konnte,
inen neuen würdigeren Platz gegeben hat. Es iſt ein dreiteiliger
ries mit Anſichten von Darmſtadt, in der Mitte der Blick vom
ſochzeitsturm auf die Stadt, links der Botaniſche Garten und
echts der Blick vom Herrngarten auf das Prinz= Chriſtians=
ſalais
und die Eliſabethenkirche. Die für jeden Darmſtädter ſehr
zmpathiſche Arbeit hing ſeither in der Buchhaltung hinter Re=
alen
und iſt nunmehr in den dem Publikum zugängigen Kaſſen=
num
umgehängt worden, wo ſie die Freude jedes Beſuchers der
Volksbank erwecken wird.
Im Schloßmuſeum ſind Führungen am Sonntag vormit=
ag
um 11 und 11.30 Uhr, an allen Wochentagen um 11 und 11.30
Uhr vormittags und 3 und 3.30 Uhr nachmittags. Die Madonna
es Bürgermeiſters Meyer von Baſel von Hans Holbein d. Jg.
ann ſtets geſondert von den Führungen beſichtigt werden.
1 Annelies Roerig, hervorgegangen aus der Geſangſchult
Naria Franke wurde für die nächſte Spielzeit in erſter Poſition
m das Städtiſche Opernhaus in Frankfurt a. M. verpflichtet.

Heſſiſches Landeskheaker.

Sonntag, 21. Juni

Montag, 22. Juni
Dienstag, 23. Juni

Donnerstag, 25. Juni

Freitag. 26. Junf

Samstag, 27. Juni

Sonntag, 28. Juni

Großes Haus

ORMff RR
B 25
Die drei Musketiere Pr. 110 Mk.

19.30, Ende gegen 22.30 Uhr
E 27
Die drei Musketiere Pr. 110 Mk.

4 26
19.30, Ende gegen 22,45 Uhr
Die drei Musketiere Pr. 110 Mk

Mee 4
Fide io

Außer Miele
Halbe Preiſe 0.50 5 Mk.

2022.45
B 26
Cavalleria rusticana hier.: Der Bajazzo
Preiſe 110 Mk.

20, Ende gegen 22.30 Uhr. Außer Miete
Alt=Heidelberg Kleine Pr. 0.504 Mt

2022.45
Der Troubadour

E 28
Preiſe 110 Mk.

C26
19.30, Ende gegen 22.45 Uhr
Die drei Musketiere Pr. 110 Mr.
19.30, Ende geg. 22.45 Uhr Außer Miete.
Carmen Halbe Preiſe 0.505 Mk.

Samstag, 20. Juni

Freitag, 26. Juni

Samstag, 27. Juni

Sonntag, 28. Juni

Kleines Haus

20, Ende gegen 21.30 Uhr Pr. 1.2,3 Mk.
Tanz=Abend Edith Bielefeld

20, Ende gegen 22 Uhr Außer Miete
Spiel im Schloß. Halbe Pr. 0.603 Mr.
20, Ende gegen 22 Uhr Samstagsmiete
1. Vorſtellung Eröffnungsvorſtellung der
Sommerſpielzeit Bruno Harprecht
Armwie eine Kirchenmaus Pr. 13 Mk
20, Ende gegen 22 Uhr Außer Miete.
Armwie eine Kirchenmans Pr. 13 Mk.

Schluß der Spielzeit 1930/31

Gaſtſpiele des Hefſiſchen Landestheaters in Bad=Nauheim
Sonntag, den 21. Juni 1931; Die Silberſchnur
Dienstag, den 23. Juni 1931: Der raſende Sperling
Donnerstag, den 25. Juni 1931: Zar und Zimmermann
Sonntag, den 28. Juni: Spiel im Schloß
Heſſiſches Landestheater. Die Revue=Operette von Ralph
enatzky Die drei Musketiere wird heute, Samstag,
inntag und Montag im Großen Haus wiederholt. Dienstag,
in 23. Juni, geht im Großen Haus Beethovens Oper Fidelio
Szene. Halbe Preiſe, 0.505.00 RM. Am Mittwoch, den
Juni, gelangen die Opern Cavalleria ruſticana und Der
ſajazzo zur Aufführung. In dieſer Vorſtellung ſingt Joachim
zattler die Partie des Canio.

Okt. /Dez. 1930
Januar/März 1931
April/Juni 1931

Lehrgänge

lausgegebene
Teilnehmer
karten

davon an
Erwerbsloſe

1795
1335
539
3669

Arbeiter
und
Angeſtellte
76,6%
77,9%
75,3%
76,8 %

Die an Erwerbsloſe
wurden nicht gezählt

Vergleichszahlen:
von Oktober 1929
194 132 2558 abgegebenen Karten
bis Juni 1930
Für Oktober 1930 bis Juni 1931 kommen dazu 25 beſondere
Veranſtaltungen (Vorträge, Lichtbilder= und Filmvorträge, Füh=
rungen
uſw.) mit etwa 1500 Teilnehmern, ferner geologiſche, bo=
taniſche
und kunſtgeſchichtliche Wanderungen, die zurzeit noch nicht
abgeſchloſſen ſind.
Die Leitung der Volkshochſchule hat ſtets auf Antrag Frei=
karten
zum Beſuch ihrer Lehrgänge an Erwerbsloſe abgegeben,
ſoweit das finanziell tragbar war. Die anhaltende Erwerbsloſig=
keit
hat aber die Nachfrage nach Freikarten außerordentlich ge=
ſteigert
und die Zahl der zahlenden Teilnehmer erheblich geſenkt.
Das bedeutet bei verminderter Einnahme erhöhte Ausgaben durch
geſteigerte Arbeitsleiſtung. Durch die Hilfe von Staat, Stadt und
Arbeitsamt war es möglich, den Wünſchen, die uns entgegen ge=
bracht
wurden, in den meiſten Fällen zu entſprechen.
Die Leitung der Volkshochſchule hat zunächſt keine beſonderen
Lehrgänge für Erwerbsloſe eingerichtet, es wurden vielmehr alle
Teilnehmer in Abendkurſen zuſammengefaßt. In Einzelfällen wur=
den
wegen zu großer Teilnehmerzahl Parallelkurſe eingerichtet,
deren Teilnehmer vorwiegend aus Erwerbsloſen zuſammengeſetzt
waren. Nur ein Vortrag war ſpeziell auf Erwerbsloſe abgeſtellt.
Es wurden Das Bewerbungsſchreiben behandelt mit theoreti=
ſchen
und praktiſchen Beiſvielen. Die Wahl der Lehrgänge wurde
allen Intereſſenten freigeſtellt und auch der Zahl nach nicht be=
ſchränkt
. Daher wurden von den meiſten Teilnehmern mehrere
Lehrgänge beſucht. Den Wünſchen nach Einführung von Tages=
kurſen
. Lichtbilder= und Filmvorträgen, muſikaliſchen Unterhal=
tungen
u. a. m. konnte bisher aus finanziellen Gründen nicht
nachgekommen werden.
Die berufliche Gliederung der erwerbsloſen Teilnehmer:

Kaufm. Ang.
Männl. Weibl Techniſche
Berufe
M. W. Handwerker
M. B. Arbeiter
M. W. Zuſammen:
M. W. Okt./Dez. 1930 355 172 92 122 29 32 578 240 Jan. /März 1931 201 79 84 18 173 29 12 466 138 April)Juni 1931 51 64 22 8 38 8 8 114 88 607 315 198 33 333 66 20 52 1158 466
1624

Eine Zuſammenſtellung unter Berückſichtigung des Lehrſtoffes
ergibt, daß die Lehrgänge mit Lehrſtoff aus der praktiſchen Be=
rufsarbeit
bevorzugt wurden. Alſo Lehrgänge in Buchhaltung,
Kurzſchrift, Plakat= und Zierſchrift, Bank= und Börſenweſen, Han=
delskunde
, Schneidern Handarbeit. Ferner Fremdſprachen. Deutſch,
Rechtſchreiben und Schönſchreiben. Die Beteiligung an dieſen Lehr=
gängen
umfaßt etwa zwei Drittel aller an Erwerbsloſe abgegebe=
nen
Teilnehmerkarten.
Die große Erwerbsloſigkeit unſerer Zeit hat auch das Volks=
bildungsweſen
vor neue große Aufgaben geſtellt. Die Leitung der
Volkshochſchule Darmſtadt hat bisher verſucht, mit allen Kräften
die ihr geſtellte Aufgabe zu erfüllen. Es bleibt zu hoffen, daß
auch künftig die Möglichkeit zu ihrer Volksbildungsarbeit ge=
geben
iſt.
* Aus den Darmſtädker Lichtſpieltheakern.
Union=Theater: Arme kleine Eva.
Als Paul Langenſcheidt ſeinen Roman Arme
kleine Eva ſchrieb, hatte er ſicher nicht die Abſicht, dieſem
Roman eine Tendenz gegen den § 218 zu geben. Sicherlich hat er
nicht vorausgeahnt, daß ſeine Verfilmung einſt dieſe Tendenz als
Propaganda benutzt. In dem Roman ſpielt der § 218 inhaltlich
nur eine Nebenrolle. Zu der Zeit, da dieſer Roman geſchrieben
wurde, gab es noch keine Bewegung gegen den § 218. Paul
Langenſcheid hat neben der armen kleinen Eva, die einem Ver=
führer
zum Opfer fiel, einen großen und ſtarken Vater gezeichnet,
einen Mann, der im geſellſchaftlichen Leben der Reichshauptſtadt
die erſte Rolle ſpielt und ſich nicht ſcheut, ſein Kind, gemeinſam
mit dem Schuft, der es verführte, dem Staatsanwalt zu überant=
worten
, der dann allerdings ſich mit ſeiner ganzen gewichtigen
Perſönlichkeit ſchützend vor ſein Kind ſtellt.
Die Verfilmung des Romans iſt ſo moderniſiert worden, daß
die Handlung in die Gegenwart verlegt wird, was ſelbſtverſtänd=
lich
nicht zu beanſtanden iſt. Darſtelleriſch groß iſt Eduard v.
Winterſtein, der in ganz ſchlichter, aber ungemein erdge=
bundener
, gerade und aufrechter Darſtellung den Direktor Berge=
mann
zeichnet. In der Schlichtheit der Darſtellung ſchauſpieleriſch
nur noch übertroffen von Grete Mosheim. Die kleine Szene,
da Bergemann der Tochter den Brief übergibt, der ſie dem
Staatsanwalt ausliefert, iſt in ihrer erſchütternden Anſchaulich=
keit
einzigartig. Schauſpieleriſche Leiſtungen, die gemeinſam mit
der Regie zur Einmaligkeit erhoben werden. Aehnliche kleine
Szenen bringt der Film mehrere. Insgeſamt iſt der Film eine
der beſten Leiſtungen der deutſchen Tonfilmproduktion, wobei
allerdings feſtzuſtellen iſt, daß der Film als ſolcher, nicht als
Romanverfilmung, genommen und kritiſch betrachtet werden muß.
Im Beiprogramm laufen einige intereſſante Kulturfilme und
**
eine recht unterhaltende humoriſtiſche Angelegenheit
*
Das Helia=Theater bringt ab heute den großen Senſations=
tonfilm
Der Mann, der den Mord beging mit Conrad Veith,
Heinrich George und Trude von Molo in den Hauptrollen. Regie
Kurt Bernhard, Muſik von Julius Salter. Der Film behandelt
die Geſchichte eines Ehebruchs und ſpielt im Diplomatenviertel
Konſtantinopels. Dazu ein gutes Beiprogramm.
Das Union=Theater bringt heute und folgende Tage den
Tonfilm nach dem Roman von Paul Langenſcheid. Arme kleine
Eva mit Grete Mosheim in der Titelrolle. In weiteren Haupt=
rollen
ſind Harry Hardt, E v. Winterſtein, Hilde Hildebrandt,
Hedwig Wangel u. a. beſchäftigt. In dieſem Film, der unter der
Regie von Edmund Heuberger gedreht wurde, ſteht der § 218 im
Mittelpunkt der Diskuſſion. Dazu ein gutes Beiprogramm.
In den Palaſt=Lichtſpielen wird noch einige Tage der
luſtige Tonfilmſchwank aus der Vorkriegszeit Drei Tage Mittel=
arreſt
vorgeführt. Felix Breſſart, Fritz Schulz. Lucie Engliſch,
Max Adalbert, Ida Wüſt, Gretel Theimer u. a. ſind die Hauptdar=
ſteller
. Wer die Sorgen des Alltags vergeſſen will, ſehe ſich dieſen
humoriſtiſchen Tonfilm an. Im reichhaltigen Beiprogramm ſieht
nan u. a. einen Tonfilm Der Kampf mit dem Rieſen

Seite 5

Tätigkeiksbericht der Volkshochſchule Darmſtadk
für die Zeit vom 1. Oktober 1930 bis 30. Juni 1931.
Die Arbeit der Volkshochſchule Darmſtadt hat in der Berichts=
zeit
eine ungewöhnliche Steigerung erfahren, die weſentlich be=
dingt
iſt durch die Teilnahme einer großen Zahl von Erwerbs=
loſen
an faſt allen Lehrgängen. Die Lehrgänge umfaſſen im all=
gemeinen
in jedem Unterrichtsabſchnitt 16 Unterrichtsſtunden (in
jeder Woche 2 Stunden), in einzelnen Fällen 32 Stunden (in
jeder Woche 4 Stunden). Die Zahl der geplanten und durchge=
führten
Lehrgänge, ſowie die der Teilnehmer iſt aus folgender
Aufſtellung zu erſehen:

Skener= und Wirkſchaftskalender

für die Zeit vom 16. bis 30. Juni 1931.
Ausſchneiden!
Aufbewahren!
15.30. Juni: Friſt zur Abgabe einer Vermögens=
erklärung
an das zuſtändige Finanzamt. Die vor=
geſchriebenen
Vordrucke, die zu benutzen ſind, werden
von dem Finanzamt überſandt. Wer am 1. Januar
1931 ein ſteuerpflichtiges Geſamtvermögen von über
20 000 RM. beſeſſen hat, muß, auch wenn er keinen
Vordruck erhielt, eine Vermögenserklärung abgeben.
Der erforderliche Vordruck iſt vom Finanzamt anzu=
fordern
.
20. Juni: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom
1.15. Juni 1931 erfolgten Lohnzahlungen im Marken=
verfahren
und im Ueberweiſungsverfahren: im letzteren
jedoch nur dann, wenn die in der erſten Hälfte des Ka=
lendermonats
einbehaltenen Lohnſteuerbeträge für
ſämtliche in einem Betriebe beſchäftigten Arbeitnehmer
den Betrag von 200 RM. überſtiegen haben. (Keine
Schonfriſt.)
Ferner Abführung der im Steuerabzugsverfahren
einbehaltenen Ledigenſteuer.
25. Juni: Zweite Vorauszahlung (ſtaatliches Ziel) laut gelbem
Steuerbeſcheid über ſtaatliche Grundſteuer,
Sondergebäudeſteuer und Gewerbeſteuer
für das Rechnungsjahr 1931/32. Schonfriſt bis 5. (6.)
Juli 1931.
30. Juni: Letzter Termin zur Stellung von Anträgen einer Ent=
ſchädigung
für gewerbsmäßige Stellen=
vermittler
, deren Tätigkeit mit dem 1. Januar
bzw. 30. Juni 1931 eingeſtellt werden muß.
Gemeinde=uſw.=Abgaben in Darmſtadt.
Die Steuerzettel (für die Gemeindeabgaben, die Gebühren
und die Filialſteuer) werden in den nächſten Tagen zugeſtellt.
Das erſte Ziel iſt bereits fällig.
Beiträge zur Handwerkskammer.
Die Anforderungszettel werden in den nächſten 14 Tagen
wahrſcheinlich herausgehen. Das erſte Ziel iſt fällig am 30. Juni.
Es iſt alsbald nach Erhalt des Anforderungszettels zu entrichten.
H. W. Wohmann.
Benzinpreis. Dem Starkenburger Automobil=
Club (A. D. A. C.) iſt es gelungen, ſeinen Mitgliedern ein Ia
Auto=Benzin zu günſtigeren Bedingungen zur Verfügung zu ſtel=
len
. Höchſtpreis 32½30 Pfg. je Liter. Der Club gewährt
allen A.D.A. C.ern des Gaues IIIa mit Rückſicht auf die durch
die untragbaren Betriebsſtoffpreiſe für ſämtliche Kraftfahrer ge=
ſchaffene
Notlage die gleichen Vorteile. Näheres zu erfragen bei
der Geſchäftsſtelle des Clubs, Darmſtadt, Grafenſtraße 12. Fern=
ſprecher
Nr. 3177. (Vormittags ab 10 Uhr.)
Hiſtoriſcher Verein. Wie alljährlich, wird der Hiſtoriſche
Verein auch dieſes Jahr an der Tagung des Verbandes der Heſſi=
ſchen
Geſchichts= und Altertumsvereine, die diesmal am 20. und
21. Juni zu Bensheim ſtattfindet, teilnehmen. Unſeren Darm=
ſtädter
Mitgliedern wird empfohlen, am Samstag abend den Vor=
trag
von Profeſſor Dr. Fr. Behn: Die erſte germaniſche Beſiede=
lung
Heſſens, zu beſuchen. Abfahrt Darmſtadt=Hbf. 19.31 Uhr.
Die Haupttagung findet Sonntag, den 21. Juni, ſtatt. Die Mit=
glieder
, die nicht die geſchäftliche Sitzung um 10 Uhr beſuchen
wollen, werden am beſten in Darmſtadt 10,20 Uhr abfahren; ſie
können dann noch an der Beſichtigung der Stadt unter ſachkundiger
Führung teilnehmen. Um 12 Uhr Vortrag von Dr. Glöckner über:
Die Abtei Lorſch und das Reich Anſchließend gemeinſames
Mittageſſen. Preis 1,60 Mk. Nachmittags Ausflug in die Um=
gebung
.
Der Allgemeine Deutſche Beamtenbund, Ortsausſchuß Darm=
ſtadt
, nahm in ſeiner Sitzung vom 17. Juni Stellung zur Not=
verordnung
. Hierbei wurde beſonders ſcharf der unſoziale Cha=
rakter
der neuen Kürzungsmaßnahmen verurteilt, der darin zu
erblicken iſt, daß im Zuſammenhang mit der Halbierung des Kin=
derzuſchlags
die Belaſtung für die Beamten und Penſionare der
unteren Gruppen ſogar prozentual erheblich größer iſt als für die
höheren. Es muß als kataſtrophal betrachtet werden, wenn für
den leiſtungsſchwachen Beamten und Penſionär der unteren Grup=
pen
nicht mehr das Exiſtenzminimum gewährt wird. Weiter
wird verurteilt, daß die prozentuale Kürzung vom Gehalt, der
vor dem 1. Februar 1931 bezogen wurde, erfolgt. Es wurde fol=
gende
Entſchließung angenommen: Die Vertreterverſammlung
des Allgemeinen Deutſchen Beamtenbundes, Ortsausſchuß Darm=
ſtadt
, wendet ſich mit aller Entſchiedenheit gegen eine derartige
Vergewaltigung der Beamtenſchaft, die kataſtrophale Formen an=
nehmen
muß, wenn nicht eine Freigrenze (ſteuerfreies Einkom=
men
) geſchaffen und außerdem der prozentualen Gehaltskürzung
ein ſozialer Charakter gegeben wird. Außerdem fordern wir
Heranziehung aller leiſtungsfähigen Schichten zu einem allgemei=
nen
Volksnotopfer, denn nur ſo kann die Kriſe behoben werden.
Orpheum. Die ganz vorzügliche Wiedergabe des Reimann=
u
.=Schwartz=Schwankes Börſenfieber durch das Enſemble
des Intimen Theaters Nürnberg findet allabendlich den ungeteil=
ten
Beifall der Zuſchauer, wie ja auch die Preſſe voll des Lobes
iſt über die in allen Teilen gelungene Aufführung. Den Haupt=
anteil
an dem Erfolg hat unſtreitig Karl Ludwig Lindt, der
ſeinen Apotheker Emmerling erfüllt mit gehetztem Temperament,
ſein Börſenfieber unmittelbar auf den Zuſchauer übertragend.
Börſenfieber erlebt nur noch 3 Aufführungen, und ſei
deshalb der Beſuch ganz beſonders empfohlen. Wer auch nur für
Stunden Befreiung von den Nöten des Alltages ſucht, der ſehe ſich
Börſenfieber an. Selten fand ein Schwank einen derart lauten
und herzlichen Heiterkeitserfolg! Die kleinen Preiſe
von 60 Pfg. an ermöglichen weiten Kreiſen den Beſuch der Vor=
ſtellung
. Vorverkauf an den bekannten Stellen. Für telepho=
niſche
Beſtellungen Kaſſaruf 389. (Siehe Anzeige.)
Petrusgemeinde. Es ſei darauf aufmerkſam gemacht, daß
es ſich in der geſtrigen Mitteilung dieſes Blattes um den Aus=
flug
der Männer=Vereinigung der Petrusgemeinde nach
dem Otz= und Breuberg handelt. Unter Hinweis auf jene Aus=
führungen
ſei nochmals zur zahlreichen Beteiligung der Gemeinde=
glieder
(beſonders der Mitglieder der Männer=Vereinigung und
ihrer Angehörigen) herzlich eingeladen.
Freunde der Darmſtädter Realſtanſtalten. Wir treffen uns
am Mittwoch, den 24 Juni, bei Heß. In dieſer Monatsverſamm=
lung
wird eine wichtige Tagesordnung zur Sprache kommen. Der
Vorſtand bittet daher die Mitglieder, zahlreich erſcheinen zu wol=
len
. Gäſte ſind immer willkommen.
Aa. Kreisverbandstagung des Junglandbundes in Darmſtadt.
Am Sonntagnachmittag (21. Juni) findet in Darmſtadt (Gaſthaus
Zum Heſſiſchen Hof) eine Vertreterverſammlung der Kreis=
gruppe
Darmſtadt des Junglandbundes, Heſſen=Starkenburg ſtatt.
In der Verſammlung wird zunächſt die Abrechnung vom Reit=
und Fahrturnier in Pfungſtadt erledigt werden. Sodann unter=
hält
man ſich über Einzelheiten des am 4. und 5. Juli in Arheil=
gen
ſtattfindenden 8. Junglandbundtages, zu dem die Tagesord=
nung
jetzt im einzelnen feſtgelegt iſt.

Lokale Veranſtalkungen.

Saalbau=Garten. Morgen Sonntag, abends 8 Uhr,
großes Militär=Konzert. (Siehe morgige Anzeige.)
Herr Kapellmeiſter W. Schlupp leitet heute abend
im Schuls Felſenkeller das große Militär=Konzert, das im
kühlen Garten genußreiche Stunden verſpricht. Sonntag abend:
Unterhaltungsmuſik eines Enſembles vom Stadtorcheſter. Anfang
7 Uhr.

- rasch und ohne Schmerzen - durch Einreibung mit Sport-
creme
oder Sportoel Mouson beim Luft- und Sonnen-
baden
. Das natürliche Bräunen der Haut wird dadurch
mächtig gefördert selbst bei bedecktem Himmel.
Auch noch lange Zeit nach erfolgtem Luftbad ist das
Einreiben zweckmäßig! Die Bräunung wird nachhal-
tiger
und ausgeglichener!

Rouoe

M..50,

[ ][  ][ ]

Seite 6

Samstag, den 20. Juni 1931

Nummer 169

Abermals Goltfried Feder vor dem Bezirks=
ſchöffengericht
.

Aw. Annähernd ſieben Stunden verhandelte das Bezirksſchöf=
fengericht
gegen den nationalſozialiſtiſchen Reichstagsabgeordneten
Feder und den Drucker des nationalſozialiſtiſchen Kampfblattes
Heſſenhammer wegen Vergehens gegen die Preß=
geſetze
und gegen das Republikſchutzgeſetz. In der
Nr. 40 des Heſſenhammer, Anfang Oktober, war ein Artikel
Gegen den marxiſtiſchen Blutterror erſchienen der Beſchimp=
fungen
des Innenminiſters Leuſchner und der heſſiſchen Republik
enthielt. Innenminiſter Leuſchner ließ das Blat beſchlagnahmen
und ein Verbot auf vier Wochen ergehen, das auch vom Gericht
beſtätigt wurde. Als verantwortlicher Redakteur hat ſich Herr
Feder zu verantworten. Weiter erſchien die Flamme", ein eben=
falls
von Feder herausgegebenes Blatt, während des Verbotes
ſehr erweitert, ſo daß der Verdacht nahe lag, daß es als Erſatz=
blatt
dienen ſollte. Die heſſiſchen Gerichte beſtätigten dieſen
Verdacht und ordneten die Beſchlckgnahme auch dieſes Blattes an,
das Reichsgericht jedoch hob die Beſchlagnahme wieder auf. Weiter
erſchien in der Nr. 50 des Heſſenhammer ein Artikel, überſchrie=
ben
: Darmſtadt-Zabern, HeſſenElſaß=Lothringen Leute kauft
euch Brownings, der ebenfalls Beſchimpfungen des Miniſters
Leuſchner und der Republik enthalten ſoll. Alle dieſe Punkte
ſtehen heute zur Anklage. Herr Feder behauptet wie in der erſten
Verhandlung, die wegen Ladung neuer Zeugen vertagt wurde,
daß er nicht die Verantwortung für den heſſiſchen Teil trage,
ſondern der Leiter der Gaupreſſeſtelle, Herr Erich Berger, Außer=
dem
ſei er zu dieſen Zeiten niemals anweſend geweſen, ſo daß
ihn ſchon deshalb keine Verantwortung treffen könne, wenn er
auch verantwortlich gezeichnet habe. Der zweite Angeklagte und
Drucker des Blattes lehnt jede Verantwortung ab, da er ledig=
lich
der techniſche Leiter des Betriebes ſei und mit der Ueber=
wachung
der Artikel auch nicht das geringſte zu tun habe. Herr
Feder behauptet, man könne einen derartigen Artikel, wie in
Nr. 40 ſchon begreifen, vom Standpunkt eines Nationalſozialiſten
aus, wenn man ſehen müſſe, wie Tauſende mißhandelt und jeden
dritten Tag ein Nationalſozialiſt von den marxiſtiſchen Horden
gemordet werde. Der Staatsanwalt erhebt gegen eine derartige
Ausdrucksweiſe Einſpruch. Er laſſe ſich auch von dem Angeklagten
nichts bieten. Herr Feder meint: Das wird ſich ja finden.
Herr Feder führt dann weiter aus, daß dieſer Artikel an ſich
ſachlich berechtigt ſei, daß er ſelber einige Aeußerungen für un=
geſchickt
und unklug halte und Herrn Berger deshalb ſpäter auch
Vorwürfe gemacht habe. Nach ausführlicher Beweisaufnahme plä=
diert
der Staatsanwalt auf Verurteilung der beiden Angeklagten.
Wenn nicht vorſätzlich, ſo ſei es doch ein fahrläſſiges Zuwiderhan=
deln
geweſen. Wegen des Erſcheinens der Flamme und Aus=
gabe
von 84 Exemplaren des verbotenen Heſſenhammer, die vier
Tage nach dem Verbot von Nürnberg an die Bahnhofsbuchhand=
lung
hier geſchickt wurden, beantragt er Gefängnisſtrafen von
vier und drei Monaten. Die übrigen Strafen ſtellt er ins Er=
meſſen
des Gerichts. Herr Feder meint in ſeinem Plädoyer: Es
raſt der Staatsanwalt und will ſein Opfer haben um jeden Preis.
Aber man müſſe ihn ja freiſprechen. Seine Familie gehöre ſeit
drei Generationen dem Richterſtande an, und man könne daraus
den Schluß ziehen, daß er ein Gefühl für das Recht habe. Er
behauptet weiter, der Staatsanwalt nehme gewiſſermaßen Par=
tei
für die Mordbuben‟. Der Vorſitzende bittet den Angeklagten,
ſachlich zu bleiben und nicht dem Staatsanwalt perſönlich ent=
gegenzutreten
. Nach zweiſtündiger Beratung ſpricht das Ge=
richt
die Angeklagten frei. Der erſte Artikel enthalte
zweifellos Beſchimpfungen des Miniſters und der Republik, doch
gingen die beiden Angeklagten ſtraffrei aus, da man ja nunmehr
den Verfaſſer, bzw. den Einſender der Artikel kenne. Im übrigen
ſei wohl anzunehmen, daß der Drucker tatſächlich nur der techniſche
Leiter ſei. Herr Feder habe einwandfrei ſeine Abweſenheit er=
wieſen
und ſeine vorherige Unkenntnis der Artikel. Das Gericht
ſieht als erwieſen an, daß die Flamme als Erſatzblatt für den
Heſſenhammer dienen ſollte, doch ſei nicht erwieſen, daß die
Angeklagten das Bewußtſein hatten, daß es ſich dabei um ein ver=
botenes
Erſatzblatt handle, denn die Flamme ſei ia auch ſchon
vorher erſchienen. Im Falle des zweiten Artikels ſchließt das Ge=
richt
ſich dem Urteil des Reichsgerichts an. Es enthalte wohl ver=
ſönliche
Beleidigungen des Miniſters Leuſchner, aber keine Be=
ſchimpfungen
des Miniſters und der renublikaniſchen Staatsform
und falle ſomit nicht unter das Republikſchutzgeſetz.

Zwei ſchwere Jungens in Darmſtadk feſtgenommen.

Am 5. Juni 1931, gegen 19 Uhr 10, zwangen zwei unbe=
kannte
Männer in Frankfurt a. M. den Lotterieeinnehmer Joſeph
Sturm in der Schillerſtraße 2 in ſeinen Geſchäftsräumen mit einer
Piſtole zum Niederlegen auf den Boden, feſſelten ihm mit einem
4 Meter langen und 8 Millimeter ſtarken Steil (Weißbinderſtrick),
der ſich nach dem Ende zu verjüngt und am anderen Ende eine
Schleife hat, die Hände und verklebten ihm mit 2,05 Zentimeter
breiten und 10 Zentimeter langen Streifen Leukoplaſt den Mund.
Von einem auf dem Tiſch liegenden Zahlbrett wurden 2500 RM
geraubt, aus dem Kaſſenſchrank 500 RM. Aus dem Schreibtiſch
wurde eine Waltherpiſtole (7,65 Millimeter) mit brauner Leder=
taſche
geraubt. Nach dem Ueberfall haben die Täter die Geſchäfts=
räume
verſchloſſen und 2 Schlüſſelbunde mit Geſchäfts= und Kaſſen=
ſchrankſchlüſſeln
mitgenommen.
Durch die ſofortigen Ermittelungen der Kriminalpolizei in
Frankfurt a. M. wurde alsbald feſtgeſtellt, daß als Täter der
Gärtner Guſtav Adolf Boecker, geb. am 16. Auguſt 1910 in
Frankfurt a. M., und der Dachdecker Henry Paul, geb. am 22.
April 1910 in Griesheim a. M., in Betracht kommen. Es wurde
ferner feſtgeſtellt, daß beide Täter direkt anſchließend an den Raub=
überfall
die Flucht ergriffen haben.
Boecker und Paul wurden in der Nacht vom 18. zum 19. Juni
1931 in einem Perſonenwagen in der Nähe des
Hauptbahnhofs Darmſtadt auf einem Abſtell=
gleis
durch Bahnpolizeibeamte feſtgenommen
und der Polizeiwache im Hauptbahnhof zuge=
führt
. Von hier aus erfolgte ihre Ueberführung nach dem
Polizeiamt Darmſtadt, Kriminalabteilung. Sie befin=
den
ſich gegenwärtig im Arreſtlokal des Polizeiamts Darmſtadt.
Nach den vorläufigen Feſtſtellungen ſind die beiden Räuber
unmittelbar nach dem Raubüberfall mit einer Frankfurter Auto=
droſchke
nach Mainz gefahren. Hier mieteten ſie ſich einen anderen
Wagen und fuhren nach Bingerbrück. Weil ſie hier den Pariſer
D=Zug verſäumten, fuhren ſie mit demſelben Wagen weiter in
Richtung Saarbrücken. An der Grenze ſtiegen ſie aus und über=
ſchritten
ohne jede Schwierigkeit die Grenze und fuhren jetzt wie=
der
mit Autodroſchke über Saarbrücken nach Metz. In Metz ſtiegen
ſie in einem Hotel ab und verbrachten hier die erſte Nacht. Am
folgenden Tage kleideten ſie ſich beide neu ein und fuhren mit
D=Zug nach Paris. In Paris haben ſie ſich 2 Tage aufgehalten,
begaben ſich dann nach Cherbourg und Toulon. Von Toulon
aus fuhren ſie nach Nizza. In Nizza verweilten ſie einige Tage,
und nachdem das geraubte Geld zu Ende ging, traten ſie die Rück=
reiſe
an und fuhren über StraßburgKehl-Darmſtadt Frank=
furt
a. M., woſelbſt ſie am 13. Juni 1931 eintrafen. Von nun ab
nächtigten ſie einige Tage im Freien, in Gartenhütten und An=
lagen
. In der Nacht vom 16. zum 17. Juni befanden ſie ſich in
einer Anlage in Ober=Urſel, woſelbſt ſie von einem Polizeibeamten
vormittags zwiſchen 5 und 6 Uhr angehalten wurden. Der Beamte
ſoll ſie nach ihrem Namen gefragt, aber Papiere nicht abverlangt
haben. Beide gaben dem Beamten einen falſchen Namen an. In
der folgenden Nacht wohnten ſie im Gaſthaus Zum Schillereck in
Darmſtadt, allerdings unter falſchem Namen (17. zum 18.
Juni 1931). In der Nacht vom 18. zum 19. Juni erfolgte ihre
Feſtnahme, wie vorſtehend berichtet.
Nach Aufzeichnungen, die die beiden Räuber bei ſich trugen
und ſelbſt auch nach ihren eigenen Angaben beabſichtigten ſie, in
den nächſten Tagen in Darmſtadt in einem Darmſtädter Lotterie=
geſchäft
einen ähnlichen Raubüberfall wie der in Frankfurt zu
unternehmen. Alle Vorbereitungen hierzu, wie Feſtſtellungen in
dem betreffenden Geſchäft uſw., hatten ſie ſchon getroffen. Eine
neue Waſchleine zum Feſſeln der Perſonen, die ihnen entgegen=
traten
, hatten ſie ſich ſchon beſchafft.
Die feſtgenommenen Räuber wurden durch Beamte der Krimi=
nalpolizei
Frankfurt bereits abgeholt..

Aus Heiſen.

Dd. Arheilgen, 19. Juni. Oeffentliche Gemeinderats=
ſitzung
vom 18. Juni. Zu Punkt 1. betr. Zinsgarantie für die
elektriſche Straßenbahn für das Jahr 1981 beſchloß der Gemeinderat
die Angelegenheit zwecks Prüfung der von der Heag vorgelegten Ab=
rechnung
durch einen Sachverſtändigen nochmals zurückzuſtellen. Zu
2. wurde die Neuverpachtung der Gemeindejagd nunmehr endgültig ge=
nehmigt
. Zu Punkt 3. wird der Antrag des Landwirts Bernhard
Schneider 3. auf Erſatz des durch das Hochwaſſer und den Dammbruch
am 30. April an ſeiner Wieſe am Oberen Teich verurſachten Schadens
abgelehnt, da die Gemeinde für Hochwaſſerſchäden nicht aufkomme und
außerdem kein weſentlicher Schaden entſtanden ſei. Der Gemeinderat
tützte ſich hierbei auf den Bericht der Feldgeſchworenen, der eine Scha=
denserſatzpflicht
der Gemeinde verneint hat. Weiterhin wird zu dieſem
Punkt noch bekannt gegeben, daß von der Kulturinſpektion z. Zt. Pläne
ausgearbeitet werden, um eine weitere Schädigung der betr. Wieſe durch
das Stauwaſſer des Schwimmbades zu beſeitigen, ohne den Waſſer=
ſpiegel
des Teiches ſenken zu müſſen. Zu 4. wird ein Geſuch des Georg
Wilhelm Benz um Umtauſch eines Bauplatzes in dem Umlegungs=
gelände
am Lindenweg genehmigt und ein Antrag verſchiedener Inter=
eſſenten
auf Eröffnung des Umlegungsverfahrens für das Gelände rechts
der Ehrlichſtraße bis zum Friedhof zurückgeſtellt, da z. Zt. ausreichend
Baugelände vorhanden iſt. Zu 6. wird die Konzeſſion für die Errichtung
einer Funkvermittelungsanlage in Arheilgen erteilt.
E. Wixhauſen, 19. Juni. 25jähriges Jubiläumsfeſt.
Der hieſige Fußballklub Union, der dieſes Jahr auf ſein 25jähriges
Beſtehen zurückblicken kann, hat während der letzten Wochen ein beſon=
ders
reges Sportleben entfaltet. Auch am Samstag und Sonn=
tag
den beiden Hauptfeſttagen wird der Sport auf der Sport=
platzanlage
und dem Feſtplatz des Vereins zu ſeinem Rechte kommen. Es
findet am Samstag nachmittag um 6 Uhr ein Handballſpiel der Rot=
Weiß V. f. R. Darmſtadt gegen die Union Handballmannſchaft ſtatt.
Am Abend wird ein Fackelzug veranſtaltet unter Mitwirkung ſämtlicher
Ortsvereine. Auf dem Feſtplatz an der Gräfenhäuſer Straße iſt Kom=
mers
und Tanz. Der Sonntag bringt unter anderen ſportlichen Dar=
bietungen
ein Damenhandballſpiel der Sp. V. 04 Arheilgen gegen
Sp. V. 05 Mainz. Des weiteren finden auf dem Feſtplatz Geſangs=
vorträge
, Turneriſche Aufführungen und Tanz ſtatt.
Aa. Gräfenhauſen, 19. Juni. Die Spar= und Darlehens=
kaſſe
Gräfenhauſen G.m.b.H. erzielte im abgelaufenen Geſchäftsjahr
1930 einen Reingewinn von 4 738,38 RM., und zwar bei einem Ge=
ſamtumſatz
von 802 441,06 RM. Die Geſamthaftſumme betrug am Ende
des Geſchäftsjahres 98000 RM. Die Spareinlagen und Aufwertungs=
Spareinlagen erreichten eine Summe von 289 493,27 RM. Der Mit=
gliederſtand
betrug Anfang des neuen Ifd. Geſchäftsjahres 196 Perſonen.
J. Griesheim, 19. Juni. Gemeinderatsbericht. Die Ver=
waltung
hatte dem Gemeinderat den Voranſchlag für das Rechnungs=
jahr
1931, der in Einnahme und Ausgabe ausgeglichen war, und auf
beiden Seiten eine Summe von 540 034,18 Mk. aufweiſt, zur Beratung
und Beſchlußfaſſung vorgelegt. Der Umlagebedarf betrug 184 453 Mk.,
der geſetzlicher Beſtimmung gemäß derart zu ſenken war, daß bei der
Grundſteuer eine Ermäßigung von 6 Prozent und bei der Gewerbe=
ſteuer
eine ſolche von 12 Prozent eintritt. Der durch die Senkung die=
ſer
Steuern eintretende Einnahmeausfall wird in voller Höhe vom
Reich erſetzt. Die Verwaltung hatte den Bedarf an Barunterſtützungen
in der Wohlfahrtsfürſorge mit 70 000 Mk. bemeſſen und auf der Ein=
nahmeſeite
auf Grund der Verfügung des Kreisamtes Dardt vom
17. April d. J. die Erhöhung der Bierſteuer und Bürgerſreuer um
je 100 Prozent vorgeſehen, die ſchätzungsweiſe eine Einnahmeerhöhung
von 29000 Mk. erbracht hätten. Der Gemeinderat iſt dem Vorſchlag
der Verwaltung nicht gefolgt, er hat die Barunteyſtützungen in der
Wohlfahrtsfürſorge von 70 000 Mk. auf 116000 Mk. erhöht und die
100prozentige Erhöhung der Bierſteuer und Bürgerſteuer abgelehnt. Für
das hierdurch geſchaffene Defizit ſchlug der Gemeinderat als Deckungs=
mittel
einen Staatszuſchuß von 75 000 Mark vor, der unter Rubrik 43
als Einnahmepoſten vorgeſehen werden ſollte. Die Steuerausſchlagsſätze
wurden wie folgt feſtgeſetzt: für Gebäude und Bauplätze pro 100 Mark
Steuerwert 60 Pfg., für land= und forſtwirtſchaftlich genutzte Grundſtücke
pro 100 Mark Steuerwert 107 Pfg., für Gewerbekapital pro 100 Mark
Steuerwert 89 Pfg., für Gewerbeertrag pro 100 Mark Steuerwert 370
Pfg., Sondergebäudeſteuer unter 7000 Mak Wert 41,75 Pfg., über 7000
Mark Wert 36,43 Pfg. An dieſen Erträgniſſen kommt die bereits er=
wähnte
Senkung von 6 Prozent zur Anwendung. Das Kreisamt Darm=
ſtadt
hat nun mit Verfügung vom 12. Juli d. J. zu der Einſtellung
des Gemeinderates kritiſch Stellung genommen, und insbeſondere auf
die geſetzliche Verpflichtung, die Bier= und Bürgerſteuer im Rechnungs=
jahr
1931 mit einem Zuſchlag von 100 Prozent der Normalſätze zu be=
legen
, hingewieſen. Es habe keinen Zweck, daß ſich der Gemeinderat
dieſer Steuererhöhung widerſetze; der Gemeinderat ſchädige bei weite=
rem
ablehnenden Verhalten nur die Gemeindeintereſſen. Gemeinden,
die etwa für eine Zuweiſung aus dem Ausgleichsſtock in Frage kom=
men
, können einen ſolchen Zuſchuß nicht erhalten, da nach dem ein=
mütigen
Willen des Landtags nur ſolche Gemeinden aus dem Ausgleichs=
ſtock
beliefert werden, die die zum Ausgleich ihres Voranſchlags erfor=
derlichen
Beſchlüſſe freiwillig faſſen und die die nach den geſetzlichen
Beſtimmungen notwendige Erhöhung der Bier= und Bürgerſteuer auf
Grund freiwillig gefaßter Beſchlüſſe und nicht auf Grund einer Anord=
nung
der Aufſichtsbehörde erheben. Außerdem ſei es völlig zwecklos,
unter Rubrik 43 einen Staatszuſchuß von 75 000 Mark zur Unterſtützung
der Wohlfahrtserwerbsloſen einzuſtellen. Solche Beſchlüſſe hielten nur
den Abſchluß des Voranſchlages auf und verzögern die Steuererhebung.
Das Kreisamt wies weiter auf Art. 161 der Landgemeindeordnung hin,
nach welcher Beſtimmung der Gemeindevoranſchlag die Deckungsmittel
für ſämtliche Ausgaben enthalten muß. Als Deckungsmittel könnten
nicht Zuſchläge angeſehen werden, die an und für ſich wünſchenswert er=
ſcheinen
, von denen aber im voraus feſtſteht, daß ſie niemals eingehen.
Das Kreisamt ſprach dann noch die Erwartung aus, daß der Gemeinde=
rat
ſeinen ablehnenden Standpunkt aufgibt, und die erforderlichen Be=
ſchlüſſe
faßt. Der Vorſitzende, Bürgermeiſter Feldmann, gab dem Ge=
meinderat
von den Ausführungen des Kreisamtes mit eindringlichen
Worten Kenntnis. Der Gemeinderat war jedoch nicht dazu zu be=
wegen
, von ſeinem ablehnenden Standpunkt abzugehen und hielt an
ſeinen früher gefaßten Beſchlüſſen feſt. Die Aufſichtsbehörde wird nun
wohl zu zwangsweiſen Anordnungen ſchreiten. Die vorgeſehen
geweſene Pflaſterung der Schulgaſſe ſoll unterbleiben. Hierfür ſoll
eine Pflaſterung der Pfungſtädterſtraße von der Neuen Darmſtädter=
Straße bis zur Schaafgaſſe erfolgen. Der vorgeſehene Betrag von
12000 Mark wurde auf 15 000 Mark erhöht. Die Erhebung eines ge=
meindlichen
Zuſchlages zur Wanderlagerſteuer in Höhe von 100 Prozent
wurde beſchloſſen. Der Bezirksſparkaſſe Groß=Gerau gegenüber wurde
eine Bürgſchaft in Höhe von 10 000 Mark übernommen. Die Finanz=
kommiſſion
wurde beauftragt, die finanzielle Lage der Gemeinde nach
der Richtung zu prüfen, ob für die Folge weitere Bürgſchaftsübernah=
men
noch tragbar ſind.
Aa. Eberſtadt, 19. Juni. Ein wichtiger Beſchluß des
Kirchenvorſtandes. Zur Wahrung der politiſchen Neutralität
der Kirche hat der Kirchenvorſtand in ſeiner dieſer Tage abgehaltenen
Sitzung beſchloſſen, daß die Teilnahme politiſcher Organiſationen in
Uniform am Gottesdienſt und kirchlichen Handlungen verboten iſt. Das
gleiche gilt auch für den einzelnen Angehörigen einer politiſchem Organi=
ſation
in Uniform. Gleichfalls werden politiſche Demonſtrationen auf
kirchlichem Gelände nicht geduldet. Frauenabend. Wichtiger
Beſprechungen wegen findet der nächſte Frauenabend im evangeliſchen
Frauenverein bereits am Dienstagabend (23. Juni) ſtatt. Am Sonn=
tag
, den 21. Juni, findet abends der erſte Aelterenabend (für die älteren
Mitglieder der Jugendgemeinde) ſtatt. Die Zuſammenkunft ſoll in
Zukunft monatlich einmal erfolgen.
Cp. Pfungſtadt, 19. Juni. Weibe des Jugendheimes.
Das neue Jugendheim der Arbeiterjugend wird am 11. und 12. Juli
eingeweiht werden. Das ſtattliche Heim beſteht aus fünf größeren Räu=
men
. Die Wandeinteilung iſt aber derart geſtaltet, daß ein Saal ent=
ſtehen
kann, der ungefähr 300 Perſonen umfaßt und auch eine Bühne
enthält. An der Weihe werden zahlreiche Jugendgruppen von auswärts
teilnehmen. Auf dem ſich unmittelbar an das Heim anſchließenden
Spiel= und Sportplatz werden am Tage der Einweihung ſportliche Dar=
bietungen
aller Art vorgeführt werden. An die Weihe, der ein Feſtzug
vorausgeht, ſchließt ſich ein allgemeines Volksfeſt an, das abends durch
einen Fackelzug beendigt wird. Rotlaufſeuche. Unter dem
Schweinebeſtand eines Anweſens in der Waldſtraße iſt die Rotlaufſeuche
ausgebrochen. Die erforderlichen Schutzmaßnahmen wurden ſofort in
die Wege geleitet.
Cp. Pfungſtadt, 18. Juni Heugrasverſteigerung. Am
kommenden Montag, den 22. Juni, wird nachmittags im Rathauſe das
Heugras und Grummet von mehreren Gemeindewieſen öffentlich ver=
ſteigert
. Insgeſamt gelangen ungefähr 80 Morgen Heu= und Grummet=
gras
zum Ausgebot.

Gokkfried Zeder wieder in Darmſtadt.

Zt. In einer am Freitag abend in der Woogsturnhalle abge:
haltenen öffentlichen Verſammlung der Nationalſozialiſten ſprack
wiederum Gottfried Feder, M. d. R., der Programmatiker der
N. S. D.A. P. Die Verſammlung war gut beſucht.
Zunächſt verbreitete ſich der Verſammlungsleiter, Herr Abt
über die Vorgänge, die zum Verbot der vor einer Woche geplantem
Verſammlung mit Oberleutnant Schulz geführt hatten, polemi=
ſierte
gegen die polizeilichen Maßnahmen, die ſich nicht gegen di=
kommuniſtiſchen
Veranſtaltungen gerichtet hätten, und wandte ſic
ſcharf gegen die Wahl Hartungs zum Intendanten des Landess=
theaters
.
Gottfried Feder, der dann das Wort nahm, ging aus=
führlich
ein auf den gegen ihn wegen des Artikels im Heſſen=
hammer
Kauft Brownings und aus anderen Gründen an.
geſtrengten Strafprozeß, der am Freitag vormittag vor dem Be=
zirksſchöffengericht
in Darmſtadt zu Ende geführt wurde. De=
Redner teilte mit, daß er und der Drucker des Heſſenhammer
in vollem Umfange freigeſprochen worden ſeien und kritiſierte das
Verhalten des Staatsanwalts vor und in der Verhandlung.
Zum Hauptthema des Abends Die Not der politi;
ſchen Lage kommend, führte Feder, den ſeinerzeitigen Auszug
der Partei aus dem Reichstag ſtreifend, aus, daß die ganzee
Reichsverfaſſung heute nur noch aus dem Artikel 48 beſtehe. All=
Verſprechungen der Reichsregierung, insbeſondere des früherem
Reichsfinanzminiſters, über die kommenden Steuerſenkungen hät
ten ſich als eitel erwieſen, und die Steuerſchraube 1. Notver
ordnung uſw. ſei immer drückender angezogen worden. Nach
ſeiner Anſicht dokumentiert ſich die politiſche Lage in dem Zu
ſtand der deutſchen Finanzen. Die Nationaſozialiſten fordern vor=
den
alten Parteien, die nur die Angſt vor dem Nationalſozia
lismus zuſammenhalte, abzutreten und den Nationalſozialiſten
Platz zu machen, denn dieſe wüßten, was ſie wollten. Der Redner
erwähnte, daß er als Mitglied der zweitſtärkſten Fraktiyn des
Reichstages in den Staatsgerichthof des Deutſchen Reiches berufem
ſei, und kündigte an, daß er zum Schluß nicht nur kritiſieren, ſon
dern auch aufbauend dartun wolle, was nun geſchehen ſoll. Im
der Antwort hierauf ſagte er u. a., daß zunächſt die politiſche=
Macht erreicht werden müſſe und verwies auf die zahlreichem
Schriften aus dem nationalſozialiſtiſchen Lager ſowie auf Aufſätze
in der Parteipreſſe. Der Staat, ſtändiſch gegliedert, müſſe vor der
Wirtſchaft ſtehen. Heute ſei das Geld die Macht und die Arbeitz
der Diener. Kommen müſſe auch die Arbeitsdienſtpflicht.
Die Verſammlung verlief reibungslos vor dem Verſamm= hatten ſich, allen polizeilichen Warnungen zum Trotz.
zahlreiche Neugierige eingefunden.

Tageskalender für Samstag, den 20. Juni 1931.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, Anfang 19.30 Uhr
Die drei Musketiere, Kleines Haus, Anfang 20 Uhr;
Tanz=Abend Edith Bielefeld. Orpheum. 20.30 Uhr:
Börſenfieber Konzerte: Zur Oper, Schloßkeller,
Datterich, Herrngarten=Café, Sportplatz=Reſtaurant am Böllen=
falltor
, Schuls Felſenkeller. Kinovorſtellungen:
Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.

Ak. Nieber=Ramſtadt, 19. Juni. Gemeinderatsbericht,
Nach den geſetzlichen Beſtimmungen unterliegen die Wanderlager einer
Beſteuerung, die für je 7 aufeinanderfolgende Tage und weniger in
Gemeinden von über 3000 bis 10 000 Einwohner 240 Mk. beträgt. Nach=
Art. 2 des Abänderungsgeſetzes vom 25. 3. 1931 ſind die Gemeinden be=
rechtigt
, zu dieſem Satze Zuſchläge bis zu 100 Prozent zu erheben. Der
Gemeinderat macht von dieſer Berechtigung Gebrauch und beſchließt=
dementſprechend
. Nachdem die beteiligten Sportvereine das an ſie
geſtellte Anſinnen auf Koſtenbeteiligung an der auf dem Sportplatz zu
erſtellenden Unterkunftshalle abgelehnt haben, kann die Gemeinde den
errechneten Koſtenaufpand von nahezu 300 Mark allein für dieſen Zwack
auch nicht aufwenden. Es wird beſchloſſen, nur eine einfache, gegen die
Wetterſeite zu geſchützte Bordhalle aufzuſtellen unter der Vorausſetzung.
daß die hierbei erforderlich werdenden Arbeiten von Leuten der Sport=
vereine
unentgeltlich ausgeführt werden. Der Reiterverein ſucht
darum nach, den Sportplatz als Reitübungsplatz mitbenutzen zu dürfen.
Dies wird abgelehnt. Es ſoll jedoch dem Verein ein geeigneter Platz
neben dem Sportplatz zu dieſem Zweck zugewieſen werden. Der
Waldwirtſchaftsplan für 1932 wird nach den Vorſchlägen des Forſtamts
unverändert angenommen. Zur Fällung werden darnach vorgeſehen
700 Feſtmeter Holz. Für das am 24. d. M. auf dem Spielplatz des
Lohwäldckens ſtattfindende Jugendfeſt haben ſich für den Betrieb der
Gaſtwirtſchaft bereits mehrere hieſige Gaſtwirte beworben. Der Ge=
meinderat
beſchließt daher die Vergebung an den Meiſtbietenden im=
Wege der öffentlichen Verſteigerung. Die Muſikausführung wird in
dieſem Jahre der Kapelle Schwinn dahier übertragen. Im übrigen wird
die Verwaltung ermächtigt, die Lieferungen unter Einhaltung der
Reihenfolge im Rahmen des Voranſchlages zu vergeben. Die Er=
öffnung
des neu errichteten Friedhofsteils und die damit verbundeng
Erhöhung der Gebühren für Reihen= und Erbbegräbnisplätze macht eim
Aenderung der bisherigen Friedhofsordnung notwendig. Die Verwal=,
tung wird beauftragt, den Entwurf der geänderten Friedhofsordnung
demnächſt zur Beſchlußfaſſung vorzulegen. Die Nieder=Ramſtädter
Anſtalten haben nunmehr die Abſicht, ihren neu zu errichtenden Anſtalts=
friedhof
gegen die alte Darmſtädter Kreisſtraße zu zu errichten, in An=
betracht
der gehegten Bedenken aufgegeben und dafür einen anſtaltseige=
nen
Platz weſtlich des neu erbauten Lehrlingsheimes vorgeſchlagen.
Grundſätzliche Bedenken beſtehen gegen dieſen Platz von ſeiten der Ge=
meinde
nicht mehr, ſo daß wohl, wenn der Boden den Anforderungen
entſpricht, der Errichtung des Anſtaltsfriedhofes nichts mehr im Wege
ſtehen dürfte. Das Hochbauamt Darmſtadt hält die Feſtlegung der
Fluchtlinien an der Sackgaſſe am oberen Lohberg für dringend notwen=
dia
, um ſo mehr, als die Straße nach Errichtung des Labinſkiſchen
Wohnhauſes faſt zur Hälfte ausgebaut ſei. Der Gemeinderat iſt an=
derer
Anſicht. Er hält die Sache noch für verfrüht und lehnt das An=
ſinnen
auch ſchon um deswillen ab, weil mit der Einbeziehung dieſes
Bauquartiers in den Ortssbauplan ſofort für die Gemeinde größere
Koſten erwachſen können. Die aus Anlaß der durchgeführten Kanali=
ſierung
der Bahnhofſtraße notwendig werdenden Pflaſterarbeiten wer=
den
dem Pflaſterermeiſter M. Seipel aus Traiſa zum Angebotspreis
von 79 Pfg. pro Quadratmeter übertragen. Der Antrag der freien
Turnerſchaft auf Lichtzuleitung zu ihrem Turnplatz wird genehmigt.
Traiſa 19. Juni. Ausdem Gemeinderat. Die Beratung
des Voranſchlags nahm im Gegenſatz zu früheren Jahren eine ganze
Reihe Sitzungen in Anſpruch, da die Einnahmen aus Steuern, Pacht
und Holz ſtark geſunken ſind, die Ausgaben für Unterſtützungen an
Sozialrentner, Kleinrentner und Ausgeſteuerte aber immer größer wer=
den
. Es war nicht zu umgehen, daß die Gehälter der Gemeindebeamten,
die ja auch einen erheblichen Betrag der Ausgaben ausmachen, neben
den Kürzungen It. Notverordnung noch zum Teil beträchtliche Abſtriche
erfahren mußten. Auch die Sätze der Wohlfahrtsunterſtützungen müſſen
gekürzt werden, damit der im Voranſchlag ausgeworfene Betrag für das
ganze Jahr ausreicht und nicht, wie im Vorjahr, beträchtlich überſchrit=
ten
wird. Erfreulicherweiſe fanden die Sparmaßnahmen und der Vor=
anſchlag
ſelbſt einſtimmige Annahme. Der Voranſchlag ſchließt ab: in
Abteilung I (Betrieb) mit 54 874,09 RM., in Abteilung II (Vermögen)
mit 2457,72 RM., zuſammen 57 331,81 RM. Es werden 15 200,00 RM.
Umlagen erhoben und der Ausſchlag auf je 100 RM. Steuerwert wie
folgt feſtgeſetzt: für Gebäude und Bauplätze 18,10 Pfg., für land= und
forſtwirtſchaftliche Grundſtücke 36,20 Pfg., für Gewerbekapital 85,01
Pfg., für Gewerbeertrag 216,33 Pfg.

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r. Babenhauſen, 19. Juni Proteſtverſammlung der Be=
amtenſchaft
Babenhauſens gegen die Notverord
nung. Das Ortskartell Babenhauſen des D.B.B. nahm am Mittwoch
abend im Gaſthaus. Zum Löwen in einer gur beſuchten Verſammlung
Stellung zur neuen Notverordnung der Reichsregierung. Nachdem der
Vorſitzende in eingehender Betrachtung auf die in dieſer neuen Verord=
nung
enthaltenen Härten, Unſtimmigkeiten und die ungerechte Belaſtung
der Beamtenſchaft hingewieſen hatte, gab die ſich anſchließende ſehr leb=
hafte
Ausſprache ſo recht ein Bild von der tiefen Erregung und Erbitte=
rung
, die jetzt durch die ganze Beamtenſchaft geht. Die nachfolgende
Entſchließung, die an den Vorſtand des Landeskartells gerichtet iſt wurde
einſtimmig angenommen: Das Ortskartell Babenhauſen des D.B.B.
hat mit ſtärhſter Entrüſtung von der neuen Notverordnung der Reichs=
regierung
Kenntnis genommen. Im November des vergangenen Jahres
kam das Notopfer, im Februar d. J. eine allgemeine Gehaltskürzung
von 6 Prozent; jetzt folgt dieſe zweite Gehaltskürzung im ſchärfſten
Ausmaß. Selbſt die niedrigſten Einkommen werden nicht geſchont, die
Kinderzulage für das erſte Kind wird um 50 v. H. gekürzt. Gerade
dieſe Maßnahme trifft Tauſende von Beamtenfamilien in grauſamer
Weiſe und läßt jedes ſoziale Empfinden vermiſſen. Dazu wird ohne
jegliche Begründung uns Landbeamten in den Ortsklaſſen B. C und 1
ein um 1 Prozent höherer Kürzungsſatz als den Beamten der Städte
und der Sonderklaſſe einfach zudiktiert. Mit Bitterkeit ertragen wir
Landbeamten ſchon jahrelang das ungerechte Ortsklaſſenſyſtem, das uns
zu Beamten 2., 3. und 4. Grades ſtempelt. Und jetzt dieſe neue Demü=
tigung
durch ſtärkere Belaſtung in den niedrigeren Ortsklaſſen. Muß
da nicht Glaube an Recht und Gerechtigkeit verloren gehen?. Wirkt ſich

nicht dieſe ungeheuerliche Gehaltskürzung zum Nachteil und Schaden
der Geſchäftswelt aus? Wahrlich dieſes Sonderopfer iſt ſo hoch, daß
dadurch viele Beamte nicht nur um die Verbeſſerungen der Beſoldungs=
regelung
1927 kommen, nein, ſie werden noch hinter die Regelung von
1924 zurückgeworfen. Wir können es nicht glauben, daß durch dieſe un=
ſoziale
Notverordnung die allgemeine Wirtſchaftslage gehoben und die
öffentlichen Finanzen in Ordnung kommen. Wir denken mit Schrecken
an das drohende politiſche Chaos. Das Ortskartell Babenhauſen des
D.B.B. erhebt deshalb ſchärfſten Proteſt gegen dieſe untrsgbare
Sonderbelaſtung der Beamtenſchaft.

[ ][  ][ ]

Nummer 169

Samstag, den 20. Juni 1931

Die großen Pferderennen in Erbach
am Honntag, den To. Jult 1931.
b. Erbach, 19. Juni. Anſchließend an unſeren Bericht über die
ſeranſtaltungen des Odenwälder Reitervereins am Montag, den
Juli d. J., geben wir nachſtehend eine Ueberſicht über die
ffentlichen Rennen des Unionklubs Berlin, die im Rahmen der
ſeranſtaltungen des Odenwälder Reitervereins 1931 in Erbach
elaufen werden. Die Veranſtaltungen beginnen nachmittags
Uhr auf der Pferderennbahn im ſtädtiſchen Sport= und Er=
olungspark
, die den Vorſchriften der oberſten Rennbehörde Ber=
n
im vollen Umfange entſpricht. Den Reigen der Läufe eröffnet
as Rennen um den Preis vom Mümlingtal (Flachrennen), offen
ür Pferde Oldenburger Abſtammung, die lediglich in der Land=
oirtſchaft
Verwendung finden. Abſtammungsnachweis muß er=
racht
werden. Entfernung 1400 Meter. Einſatz 5 RM., 2. Heſſen=
reis
Flachrennen (Klaſſe B) Preiſe 350 RM. Ehrenpreis dem
ſegenden Reiter. Für dreijährige und ältere inländiſche Pferde,
ſie ſeit 1 April 1930 keine Rennen von über 4000 RM. gewonnen
aben. Entfernung zirka 1800 Meter. Einſatz 3 RM., verlangt
ſerden 6 Unterſchriften. 3. Graf Eberhard=Erinnerungs= Jagd=
ennen
. Zu reiten von Herrenreitern, Offizieren der Reichswehr,
er Schutzpolizei oder Mitgliedern des Turnier=Herrenreiter= und
jahrerverbandes oder ſolcher Reiter, die ſich im Beſitz einer Reit=
laubniskarte
des Reichsverbandes befinden. Ehrenpreiſe den
ſeitern der erſten drei Pferde, gegeben vom Grafenhauſe Erbach=
ſrhach
und 400 RM. Offen für 4jährige und ältere inländiſche
albblutpferde, die ſeit 1. April 1930 kein Rennen im Wert von
ber 1500 RM. gewonnen haben. Entfernung 3000 Meter. Ein=
tz
4 RM., verlangt 6 Unterſchriften. 4. Preis der Stadt Erbach
Jagdrennen, Klaſſe B), Preiſe 550 RM.. Ehrenpreis dem Reiter
es ſiegenden Pferdes, gegeben von der Stadt Erbach. Offen für
jährige und ältere Pferde aller Länder, die weder ſeit 1. April
928 ein Rennen von über 4000 RM. gewonnen haben, noch ſeit
April 1930 ein Rennen über 1500 RM. gewonnen haben. Ent=
irnung
3200 Meter. Einſatz 5 RM. (6 Unterſchriften verlangt.)
Odenwaldflachrennen. Ehrenpreis dem ſiegenden Reiter uno
50 RM., offen für 4jährige und ältere inländiſche Halbblutpferde
intfernung 1600 Meter. Einſatz 3 RM. (verlangt 6 Unterſchrif=
en
) 6 Eulbacher Markt=Hürdenrennen (Klaſſe B). Preiſe 400
ſM.. Ehrenpreis dem ſiegenden Reiter. Offen für 4jährige und
itere inländiſche Halbblutpferde, die weder jemals ein Rennen
vn 4000 RM., noch ſeit dem 1. April 1930 ein ſolches von über
900 RM. gewonnen haben. Entfernung 2800 Meter. Einſatz 4
ſM. (6 Unterſchriften), 7. Amazonenrennen (Flachrennen). Ehren=
reiſe
den vier erſtplacierten Reiterinnen. Offen für 4jährige und
ltere Halbblutpferde, die ſeit dem 1. Januar 1930 weder in
llachrennen, noch in Summa 1500 RM. gewonnen haben. Zu
eiten von Damen. Entfernung zirka 1200 Meter. Einſatz 4 RMc.
5 Nennungen verlangt). Für die Rennen maßgebend iſt die
ſennordnung mit Sonderbeſtimmungen für öffentliche Galopp=
ennen
der Klaſſe B, veröffentlicht im Wochenrennkalender Nr. 4

von 1929, ſowie die Beſtimmungen für Halbblutrennen des Reichs=
verbandes
für Zucht und Prüfung deutſchen Warmblutes. Die
Nennungen für die Galopprennen (Klaſſe B) müſſen bis zum
Dienstag, den 7. Juni 1931, mittags 4 Uhr, beim Generalſekre=
tariat
des Union=Klub, Berlin NW. 7, Schadowſtraße 8 ( Tele=
grammadreſſe
: Hippokerdos Berlin) eingereicht ſein. Die Nen=
nungen
für die übrigen Rennen ſind bis zum gleichen Datum und
Stunde bei der Geſchäftsſtelle des Odenwälder Reitervereins e. V.
in Erbach i. Odw. abzugeben. Der jeweilige Einſatz muß den Nen=
nungen
beigefügt werden. Die gleiche Stelle beſorgt auch, ſoweit
als möglich unentgeltlich, Stallungen. Am Renntag darf ein
Pferd nicht mehr als 2 Rennen laufen. Gemäß den Beſtimmungen
der oberſten Rennbehörde dürfen Hindernisrennen nur mit Sturz=
kappen
beſtritten werden. Frachtentſchädigungen werden bei Enr=
fernungen
von über 40 Klm. und je nach Uebereinkunft gewährt.
Pferde, die erſtplaciert ſind oder mindeſtens 200 RM. gewinnen,
ſind von der Frachtenſchädigung ausgeſchloſſen. Die Bahn wird
am Renntag vormittags 9 Uhr gezeigt und müſſen ſich ſamtliche
Reiter um die angegebene Zeit am Ziel einfinden. Daß die Ren=
nen
mit Totaliſatorbetrieb verbunden ſind, hätten wir faſt zu er=
wähnen
vergeſſen. Bemerkenswert iſt noch, daß auf Beſchluß der
oberſten Rennbehörde an dem Tage der Verſtaltung in Süddeutſch=
land
keine anderen Rennen gelaufen werden dürfen. Dieſe An=
ordnung
wird zweifellos in bezug auf das Pferdematerial und
auch auf das erſcheinende Publikum einen ſehr guten Einfluß aus=
üben
und die ganze Veranſtaltung in ihrem ſportlichen Niveau
weſentlich heben. Wünſchen wir der Rennleitung das Wohlwollen
des Wettergottes, auf daß auch das finanzielle Ergebnis ſo ſei,
daß ein weiterer Ausbau der Veranſtaltungen in der Folge mög=
lich
werde.
* Reinheim, 19. Juni. Es wird wenig bekannt ſein, daß ſich hier
in Reinheim ebenfalls wie in Köni= und Rüſſelsheim eine Gruppe
der Segelflieger, die den Heſſenfliegern in Darmſtadt ange=
gliedert
ſind, gebildet hat. Die Mitglieder ſind junge Leute aus Rein=
heim
. Ueberau und Spachbrücken. Dieſe haben ſich zu einer Orts=
gruppe
Reinheim zufammengeſchloſſen. In der Werkſtätte, die ihnen
Gaſtwirt Karl Arras bereitwilligſt zur Verfügung ſtellte, wird bereits
emſig gearbeitet, um im kommenden Herbſt den Segelflugwettbewerb
mit einer eigenen Maſchine mitmachen zu können, der auf dem in
nächſter Nähe gelegenen Forſtberg ſtattfindet. Um der Einwohnerſchaft
einen Begriff von der bis jetzt geleiſteten Arbeit zu geben, ſtellt die
Gruppe am Sonntag, dem 21. d. Mts., bei Schreinermeiſter Lauten=
ſchläger
eine Tragfläche im Rohbau aus. Da natürlich die Mittel für
den Bau eines Flugzeuges von der Gruppe bei weitem nicht beſtritten
werden können, wird mit Genehmigung des Kreisamtes in der Zeit
vom 1. bis 14. Juli eine Hausſammlung veranſtaltet, und bittet die
Gruppe im Intereſſe ihrer Sache die Einwohnerſchaft ihr Möglichſtes
zu tun.
Hirſchhorn a. N. 19. Juni. Wafſerſtand des Neckars
am 18. d. M.: 1,75 Meter; am 19. d. M.: 1,93 Meter.
Gernsheim a. Rh., 19. Juni. Waſſerſtand des Rheins
am 18. d. M.: 1,89 Meter; am 19. d. M.: 1,96 Meter

Seite 7
Aa. Bieber, 19. Juni. Schadenfeuer. In einer in einem
Hintergebäude untergebrachten Gießerei in der Offenbacher Straße brack
am hellen Tage ein Schadenfeuer aus, das ſich auch auf einen benach=
barten
Schuppen übertrug. Die Freiwillige Ortsfeuerwehr bekämpfte
den Brand mit zwei Schlauchleitungen, ſo daß es gelang, bald des
Feuers Herr zu werden.
a. Offenbach, 19. Juni. Belaſtung der Mainbrücke. Den
Befürchtungen, daß unſere im Jahre 1887 erbaute Mainbrücke den An=
forderungen
des modernen Wagenverkehrs nicht mehr gewachſen ſei, iſt
nun in einer neuen Polizeiverordnung Rechnung getragen worden.
Fahrzeuge mit mehr als 9 Tonnen Geſamtgewicht dürfen die Brücke
nicht benutzen. Für Perſonen=Großkraftwagen, die bis zu 12 Tonnen
wiegen, kann das Polizeiamt Befreiung von den Vorſchriften erteilen.
Kraftwagen dürfen auf der Brücke nur eine Geſchwindigkeit von 15 Kilo=
meter
entwickeln. Sonſtige Fahrzeuge haben im Schritt zu fahren.
Laſtkraftwagen haben auf der Brücke einen Abſtand von mindeſtens
25 Meter zu halten. Ueberholungen von Wagen ſind unzuläſſig. Wer
die Feſtigkeit der Brücke nicht beeinträchtigen will, wird gewiß gerne dieſe
Vorſchriften beachten.

Oberheſſen.

Lpd. Büdingen, 19 Juni Ein verdienter oberheſſi=
ſcher
Schulmann 70 Jahre alt. Hier feierte unter lebhafter
Anteilnahme der Bevölkerung Profeſſor Dr. Otto Dingeldein
ſeinen 70. Geburtstag. Der Jubilar, 1861 als Sohn eines Geiſtlichen
in Romrod in Oberheſſen geboren, ſtudierte in Gießen und kam im Mai
1886 nach Büdingen, wo er in nahezu 40jähriger Lehrtätigkeit, am
Wolfgang=Ernſt=Gymnaſium wirkte, und betätigte ſich in beſonderem
Maße ſchriftſtelleriſch mit Dichtung und Theater der Alten. 1881 mit
dem Charakter eines Profeſſors beliehen und von 1895 bis 1910 Mit=
glied
der Heſſiſchen Landesſynode, trat Dingeldein 1924 auf Grund des
Perſonalabbaus in den Ruheſtand. Er lebt ſeitdem als Heimatſchrift=
ſteller
in Büdingen.
h Butzbach, 19. Juni. Durch Blitzſchlagtödlich verun=
glückt
iſt der Inſtallateur Karl Zinſer aus Allendorf. Er befand ſich
während des vorgeſtrigen Gewitters auf der Fahrt bei Nieder=Weiſel,
als er plötzlich während eines ſtarken Blitzes ſtürzte und tot liegen blieb.
Man nimmt an, daß der Tod des Fahrers durch Blitzſchlag erfolgt iſt.
Polizeiliche Unterſuchungen ſind bereits eingeleitet.
Gießen, 19. Juni. Familiendrama in einem Vogels=
bergdorf
. In dem kleinen Vogelsbergdorf Ober=Seibertenrod bei
Ulrichſtein trug ſich heute früh ein ſchreckliches Familiendrama zu. Der
ſchwer nervenleidende 30 Jahre alte Lehrer Diehl fiel plötzlich über
ſeine 97jährige Frau mit einem Meſſer her und ſchnitt ihr nach heftigem
Ringen die Kehle durch. Die Frau verſtarb bald darauf an Verblutung.
Der Mann trank nach der Tat eine große Menge Formalin, ſo daß auch
er hilflos zu Boden ſank. Das Dienſtmädchen fand das Ehepaar kurze
Zeit ſpäter in der Wohnung auf und rief ſofort die Nachbarſchaft ſowie
ärztliche Hilfe herbei. Die junge Frau war aber bereits tot, der Mann
dagegen wurde in hoffnungsloſem Zuſtande nach der Gießener Klinik
gebracht, wo er heute mittag bald nach der Einlieferung geſtorben iſt.
Das Ehepaar hinterläßt ein zwei Jahre altes Töchterchen. Die Urſache
zu dem furchtbaren Drama iſt offenſichtlich in dem ſchweren Nerven=
leiden
des Lehrers zu erblicken.

Nachrichken des Standesamts Darmſtadk.
Geſtorbene. Am 12. Juni: Paul Felix John, 2 J.. Mauer=
fraße
12. Am 13. Juni: Margarete Mahr, geb. Trinkaus, 72 J.,
thefrau des Maurers, Gräfenhauſen, hier Grafenſtr. 9. Adam
ſiſcher, 18 J., Arbeiter, ledig, Erbacher Str. 25. Am 12. Juni;
friedrich Höhn, Buchdrucker, 47 J. Kiesſtr. 80½. Am 14. Juni:
ſezilie Reuleaux, geb. Reuleaux 73 J., Witwe, Martinspfad 36.
im 13. Juni: Auguſt Heinrich Eiſenhauer, 1 J., Beſſungerſtr. 28.
Im 15. Juni: Kätha Schröder 4 Mon Brensbach, hier Hein=
eimerſtr
. 21. Am 14. Juni: Adam Johann Dingeldein, Stein=
kuchbeſitzer
, 56 J. Seeheim, hier Grafenſtr. 9. Eliſabeth Hilde
fönig, 4 Tage, Gardiſtenſtr. 20. Ludwig Engel, Kleinrentner
2 J., Eberſtadt b. D. hier Hermannſtr. 6. Eliſabethe Schumann,
eb. Eberts, 74 J., Ehefrau des Privatiers, Roßdörfer Str. 14.
(hriſtian Valentin Pecoroni, Oberſteuerſekretär, 51 J., Frauk=
urter
Str. 64. Am 16 Juni: Katharina Eliſabeth Holſchuh,
eb. Bartmann, 88 J., Witwe des Taglöhners, Roßdörfer Str. 24.
im 15. Juni: Friedrich Engert, Schreiner, 26 J., ledig, Roßdorſ,
treis Darmſtadt, hier Grafenſtr. 9. Am 16. Juni: Ludwig Bach,
anzleirat i R., 73 J., Wittmannſtr. 18. Anna Ettling. geb.
Nüller, 60 J.. Witwe des Schreiners, Arheilger Str. 72. Johan=
es
Rühl, prakt. Arzt, 42 J.. Dieburger Str. 5. Heinrich Wag=
ei
, Hilfsarbeiter, 71 J., Langgaſſe 29. Am 17. Juni: Joſeph
(tephan, 34 Stunden, Seeheim, hier Heinheimerſtr. 21. Emma
ſiſcher, 2. J.. Dieburg, hier, Heinheimerſtr. 21; am 19. März
119: Ludwig Wambold, Kupferſchmied, Oberheizer des 5. Matro=
ſnregiments
, verſtorben im Feldlaz. Océan=Vinchen in Belgien,
5 J., wohnhaft geweſen hier, Mühlſtr. 23: am 18. Juni 1931:
katharine Groh, geb. Bärenz, ohne Beruf, Witwe des Metall=
ſleifers
in Urberach, hier, Grafenſtraße 9.
Kirchliche Nachrichken.
Evangeliſche Gemeinden.
Samstag (20. Juni).
Stadtkirche. Abends 8.30 Uhr: Andacht.
Johanneskirche. Abends 8 Uhr: Chriſtenlehre des Südbezirks
n Gemeindehaus. Pfarrer Goethe.
3. Sonntag nach Trinitatis (21. Juni).
follekte in allen Kirchen für den Heſſiſchen Landesverband evan=
geliſch
=kirchlicher Frauenvereine.
Stadtkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Lukas=
emeinde
. Pfarrer Kleberger. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottes=
denſt
. Pfarrer Lautenſchläger. Vorm. 11.15 Uhr: Kinder=
ottesdienſt
. Pfarrer Lautenſchläger.
Stadtkapelle. Vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Vagner. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Kle=
erger
.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Dekan Zimmer=
nann
. Vorm. 10 Uhr; Hauptgottesdienſt. Dekan Zimmermann.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Dekan Zimmermann.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 23. Juni, abends
Uhr: Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. Mittwoch, 24.,
nd Samstag, 27. Juni, nachm. 24 Uhr: Handarbeitsſchule der
ſtadtgemeinde Samstag, 27. Juni, abends 8 Uhr: Jugendver=
enigung
der Stadtgemeinde, Poſaunenchor.
Feierabend (Stiftsſtraße 51) Mittwoch, 24. Juni, abends
415 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Köhler.
Walderholungsſtätte am Beſſunger Forſthaus. Sonntag. 21.
ſuni, vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Diakon Bruder Boch=
nann
.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 21. Juni, vorm.
1.30 Uhr: Chriſtenlehre für den Weſtbezirk der Reformations=
emeinde
. Pfarrer Wagner. Abends 8 Uhr: Jugendvereini=
ang
der Stadtgemeinde (gemeinſamer Abend). Montag, 22.
uni, abends 8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde. Diens=
tg
, 23. Juni, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadt=
emeinde
(ältere Abteilung) Mädchenvereinigung der Refor=
hationsgemeinde
(jüngere Abteilung). Mittwoch, 24. Juni,
ſichm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde. Abends 8 Uhr:
ugendbund der Markusgemeinde. Mädchenvereinigung der
jeformationsgemeinde (ältere Abteilung). Donnerstag, 25.
uni, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde.
ſugendbünde der Lukas=, Markus= und Schloßgemeinde ( gemein=
mer
Abend). Freitag, 26. Juni, abends 8 Uhr: Jugendbund
tr. Kaplaneigemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Köhler.
Evang. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Vorder=
hus
. 1 Treppe. Sprechſtunden vorm. von 1012 Uhr und nach=
littags
(außer Samstags) von 56 Uhr. Fernſprecher 4584.
Martinskirche. (Kollekte für den Verband ev.=kirchl. Frauen=
ereine
.) Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienſt, anſchließend Chriſten=
hhre
für beide Abteilungen der Martinsgemeinde Weſt. Landes=
irchenrat
D. Waitz. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
r. Bergér. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt für die Mar=
unsgemeinde
Oſt. Pfarrer Köhler. Abends 6 Uhr: Gottesdienſt
ir Eröffnung des Konfirmandenunterrichts. Pfarrer Köhler.
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Landeskirchenrat D. Waitz.
Martinsgemeinde, (Kirchliche Veranſtaltungen.) Dienstag, 23.
uni, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung.
ſittwoch, 24. Juni, nachm. 2 Uhr, im Gemeindehaus: Hand=
kbeits
= und Strickſchule. Donnerstag. 25. Juni, abends 8 Uhr,
n Martinsſtift: Mädchenvereinigung (Oſt); im Gemeindehaus:
ſädchenvereinigung (Weſt); Mauerſtraße 5: Poſaunenchor.
reitag, 26. Juni abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendver=
inigung
(ältere Abteilung).

Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Goethe. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Johannesgemeinde. Samstag, 20. Juni, 8 Uhr: Chriſtenlehre
des Südbezirks der Johnnesgemeinde im Gemeindehaus. Sonn=
tag
, den 21. Juni: Sommerfeſt der Johannesgemeinde im Stein=
bruch
ſüdlich des Bernhardbrünnchens. Abmarſch hinter dem Oſt=
bahnhof
um 3 Uhr, am Oberwaldhaus um ½4 Uhr.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 77 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vor=
mittags
10 Uhr: Eröffnungsgottesdienſt der Konfirmandenunter=
weiſung
. Pfarraſſiſtent Becker. Vorm. 11.15 Uhr: Kinder=
gottesdienſt
. Pfarraſſiſtent Becker.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). (Kollekte für den Ver=
band
ev.=kirchl. Frauenvereine). Vorm. 8.30 Uhr: Chriſtenlehre
(Oſtbezirk). Pfarrer Weiß. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarrer Weiß. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Weiß.
Veranſtaltungen: Sonntag, 21. Juni: Mädchenver=
einigung
: Teilnahme am Orbishöhtreffen. Abends 8.15 Uhr:
Jugendvereinigung. Montag, 22. Juni, abends 8 Uhr: Poſau=
nenchor
(Neue Trainkaſerne) Abends 8.15 Uhr: Mädchenver=
einigung
. Mittwoch, 24. Juni, abends 8.15 Uhr: Jugendbibel=
ſtunde
. Donnerstag, 25. Juni, abends 8 Uhr: Poſaunenchor
(Neue Trainkaſerne) Freitag, 26. Juni, abends 8 Uhr: Mäd=
chenchör
. Abends 8.15 Uhr: Kirchenchor. Samstag, 27. Juni
abends 7.30 Uhr: Singekreis.
Pauluskirche. (Kollekte für den Verband ev.=kirchl. Frauen=
vereine
in Heſſen.) Vorm. 8.30 Uhr: Chriſtenlehre. Pfarrer
Müller. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Müller.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Müller.
Veranſtaltungen: Sonntag, 21. Juni, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung. Montag, 22. Juni, abends 8 Uhr: Jugend=
bund
. Donnerstag, 25. Juni, abends 8 Uhr: Jugendvereini=
gung
(Gruppenabend).
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel.
Der Kindergottesdienſt fällt aus; ſtatt deſſen Sommerfeſt des Kin=
dergottesdienſtes
und der Kinderſchule im Stiftsgarten um 4.30
Uhr. Ev. Sonntagsverein: Teilnahme am Jubiläum in Zwin=
genberg
. Abfahrt vorm. 8.43 Uhr Hauptbahnhof. Donnerstag,
25. Juni, abends 8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm 9 Uhr: Gebets=
ſtunde
. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 3.30 Uhr:
Bibelſtunde. Pred. Bringmann. Montag, nachm. 4 Uhr; Frauen=
arbeitsſtunde
. Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde.
Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. Pred. Anders.
Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gemiſchter Chor. Donnerstag,
abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Pred. Bringmann. Freitag,
abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſunger
Straße 80 Pred. Bringmann. Samstag, abends 8.15 Uhr:
Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, 21. Juni,
vorm. 8.30 Uhr: Beteiligung der J.=Männer an der Weißkreuz=
ſtunde
des C. V. J. M., Alexanderſtraße 22. Nachm. 2.30 Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer Nachm. 4.45 Uhr: Bibel=
beſprechſtunde
für junge Mädchen. Abends 8.36UUhr: Spielabend
junge Männer. Abends 8.30 Uhr: Weißkreuzſtunde für junge
Mädchen. Dienstag, abends 8.30 Uhr: Freundeskreis für junge
Mädchen. (Prakt Krankenpflege.) Mittwoch, abends 8.30 Uhr:
Freundeskreis für junge Männer. Vortrag von Herrn Bring=
mann
. Thema: Aus den Kämpfen um Verdun . Donners=
tag
, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen im Freundinnen=
heim
, Sandſtraße 24. Sonntag, 21. Juni: Teilnahme am Jugend=
treffen
in Zwingenberg=Orbishöhe. Abfahrt: Hauptbahnhof 6.57
Uhr. Jeden Donnerstag, abends 8.1510 Uhr: Zuſammenkunft.
(Näharbeiten können mitgebracht werden.) Jeden 1. und 3
Mittwoch im Monat, abends 8.3010 Uhr: Nähen und Zu=
ſchneiden
.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22.
Infanteriekaſerne, Hof links). Sonntag, 21. Juni, abends 8 Uhr:
Lichtbildervortrag für Damen und Herren von Herrn Kaufmann
Gengenbach über: Grönland . Dienstag, abends 8.30 Uhr:
Jungvolkſtunde Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde.
Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Heimabend. Freitag: Auf dem
Sportplatz. Mittwoch, nachm. 4.30 Uhr: Jungſcharſtunde.
B.=K. im Bund deutſcher Bibelkreiſe, Darmſtadt, Alexander=
ſtraße
22. Samstag, 20. Juni, Wildenburg=Tagung. Treffpunkt:
Darmſtadt=Oſt 1.30 Uhr. Nachm. 4 Uhr im Heim: Spielen und
Singen; anſchl. Andacht. Mittwoch, 24. Juni, nachm. 4 Uhr:
Spielen. (Treffen: Tierbrunnen.) Donnerstag, 25. Juni, abends
8.15 Uhr: Heimabend für Aeltere.
Deutſcher Bund der Mädchen=Bibelkreiſe. Samstag, 20. Juni,
nachm. 34 Uhr: Kleine Lichter, Stiftsſtr. 9, p. Montag,
22. Juni, abends 8 Uhr: Miſſionskreis, Stiftsſtr. 9 p. Diens=
tag
, 23. Juni, abends 8 Uhr: Arbeitsbeſprechung j. Gruppe, Stifts=
ſtraße
9, p. Mittwoch, 24. Juni, nachm. 56 Uhr: Heller
Schein (Schülerinnen), Stiftsſtr. 9, p. Donnerstag, 25. Juni,
abends 8 Uhr: 2. Kreis, Stiftsſtr. 9, p.

Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Ton=
kunſt
, Eliſabethenſtraße) Sonntag, 21. Juni, 9.30 Uhr: Kinder=
Sonntagshandlung. 10 Uhr: Menſchenweihehandlung mit Predigt
Mittwoch, 24. Juni, Tag des Johannes des Täufers, 10 Uhr:
Menſchenweihehandlung (in Privathaus). Johannisfeier am
27.28 Juni am Melibokus. Abfahrt Darmſtadt=Hbf. 20,24 Uhr
nach Hähnlein.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 22. Juni, abends
8.30 Uhr, im Feierabend, Stiftsſtraße 51: Bibelſtunde.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonn=
tag
, den 21. Juni, vorm. 9.30 Uhr: Andacht. (Prediger Kruſt.)

11.15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 3.30 Uhr: Jugendbundſtunde.
Abends 8 Uhr: Evangeliumsverkündigung. Mittwoch, abends
8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauer=
ſtraße
17. Sonntag, den 21. Juni, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Um 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8½ Uhr: Predigt. (Br.
Mack, Frankfurt a. M.) Mittwoch, den 24. Juni, abends 8½
Uhr: Bibelſtunde. Freitag, den 26. Juni, abends 8½ Uhr:
Gebetsverſammlung.
Advent=Gemeinde, Waldſtraße 18. Samstag, den 20. Juni:
Erziehungsſabbat 8.30 Uhr. L. Verſammlung 9.30 Uhr. An=
ſprachen
, 10.30 Uhr Sabbatſchule. Nachmittags gem. Spaziergang.
Mittwoch, 2.30 Uhr: Religionsunterricht, 46 Uhr: Erſatz=
unterricht
. Abends: Bibelſtunde um 8.159.30 Uhr. Don=
nerstag
: Näh= und Baſtelabend. Freitag, abends 8.15 Uhr:
Gebetsſtunde. Samstag, den 27. Juni: Abendmahl.
Methodiſten=Gemeinde (Evang. Freikirche), Wendelſtadtſtr. 38.
Sonntag, 21. Juni. vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr:
Predigt. Prediger E. Bültge. Mittwoch, 24. Juni, abends
8 Uhr: Bibel= und Gebetsſtunde. Prediger E. Bültge.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science So=
ciety
) in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule, Neckarſtraße 3:
Gotesdienſt jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und
dritten Mittwoch im Monat, abends 8.15 Uhr: Thema am 21.
Juni: Hat ſich das Weltall einſchließlich des Menſchen, durch ato=
miſche
Kraft entwickelt? Predigt: Hiob 12. 9.
Internationale Bibelforſchervereinigung, Ortsgruppe Darm=
ſtadt
, Städtiſcher Saalbau, großes Muſikzimmer: Jeden Mittwoch,
abends 8 Uhr Vortrag. Sonntag, vormittags 10 Uhr: Kinder=
verſammlung
im Fürſtenſaal (Grafenſtraße 20).
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I, Hindenburgſtraße
(ehem. Kaſino). Sonntag, den 21. Juni, vorm. 9.30 Uhr, nachm.
4 Uhr, und Mittwoch, den 24. Juni, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II, Bismarckſtraße 22.
Sonntag, den 21. Juni, vorm. 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr, und Mitt=
woch
, den 24. Juni, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Sonntag ( Viertel=
jahrsfeſt
), vorm. 9.30 Uhr: Predigt und Feier des hl. Abendmahls,
Diſtriktsvorſteher G. Herrmann=Karlsruhe; 11 Uhr: Sonntags=
ſchule
; nachmittags 4 Uhr: Miſſionsfeſt, Diſtriktsvorſteher G. Herr=
mann
=Karlsruhe. Dienstag, nachm. 3 Uhr: Ausflug des Frauen=
miſſionsvereins
zum Kranichſteiner Schloß; abends 8.15 Uhr:
Singſtunde des gemiſchten Chors. Mittwoch, abends 8.15 Uhr:
Jugendverein. Donnerstag, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, den 21.
Juni, vorm. 11.15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 4.30 Uhr: Ver=
kündigung
des Wortes Gottes. Mittwoch, den 24. Juni, abends
8.15 Uhr: Gebetsſtunde. Freitag, den 26. Juni, abends 8.15
Uhr: Bibelſtunde.
Auswärtige Gemeinden.
Evang. Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 21. Juni, 8.45 Uhr:
Chriſtenlehre. 9.30 Uhr: Gottesdienſt. 10.30 Uhr: Kindergottes=
dienſt
der Großen. 13 Uhr: Kindergottesdienſt der Kleinen.
Evang. Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 21. Juni, vor=
mittags
9.30 Uhr; Hauptgottesdienſt. Vorm. 10.30 Uhr: Chriſten=
lehre
. Nachm. 2 Uhr: Gottesdienſt in Waſchenbach. Dienstag:
Jugendvereinigung Mittwoch: Kirchenchor. Donnerstag:
Frauenverein. Freitag: Jungmädchenverein.
Evang. Kirche Ober=Ramſtadt. Samstag, 20. Juni, abends
18.30 Uhr: Abfahrt der Mädchengruppe nach der Orbishöhe.
Sonntag, 21. Juni, 9.30 Uhr: Gottesdienſt. 10.30 Uhr: Chriſten=
lehre
. Montag: Jugendverein. Dienstag: Bibelſtunde.
Mittwoch: Kirchenchor. Donnerstag: Poſaunenchor. Helfer=
beſprechung
im Pfarrhaus. Fkeitag: Mädchenverein. Sams=
tag
: Jugendverein.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. ½10 Uhr: Got=
tesdienſt
. Vormittags ½11 Uhr: Kindergottesdienſt. Frei=
tag
: Jungmädchenverein.
Auswärtige Gemeinſchafteg.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte Darmſtädterſtr. 14.
Sonntag, den 21. Juni, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den 25.
Juni, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt, Weingartenſtraße 35.
Sonntag, den 21. Juni, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den 25.
Juni, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofsſtr. 25.
Sonntag, den 21. Juni, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den 25.
Juni. abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim, Groß=Gerauer Str. 3.
Sonntag, den 21. Juni, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 24. Juni,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf, Dieburger Straße 22.
Sonntag, den 21. Juni, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 24. Juni,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt. Bahnhofsſtraße 22.
Sonntag, den 21. Juni, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 25.
Juni. abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Rüſſelsheim, Mainzer Straße 84.
Sonntag, den 21. Juni, nachm. r. und Donnerstag, den 25.
Juni, abends 8 Uhr: Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Rein=
heim
i. Odw., Kirchſtraße 93: Jeden Samstag, abends 8 Uhr;
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Bicken=
bach
, Darmſtädter Straße 28: Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr:
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Auer=
bach
, Darmſtädter Straße 69. Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr;
Bibelſtudium mit Diskuſſion.

[ ][  ][ ]

Seite 8

Samstag, den 20. Juni 1931

Gulenbergfeier in Mainz. Roſenkage am Rhein.

Vom 20. bis 24. Juni 1931.

Sehet, der Duft des Sommerabends liegt überm Tal, und
die Roſen blüh’n in allen Gärtlein am Rhein.

So ſpricht in dem Feſtſpiel Johanniswunder Meiſter Guten=
berg
zu ſeinen beiden Geſellen, die mit ihm auf die Höhe empor=
vorgeſtiegen
ſind, um den Feierabend zu genießen. Und Dr.
Humery, der weitſchauende Mainzer Stadtſyndikus, der ſich ſpäter

den dreien zugeſellt, ſagt weiter: Sehet, dort drunten den Rhein,
wie er rauſchend an Türmen und Mauern vorüberzieht. Aus
kleinen Quellwäſſerlein erſtund er und ſchwoll zum mächtigen
Strome an. Immer neue Wellen wälzet er hin zum Welten=
meere
. Unüberſehbar, unfaßbar, unverganglich. Fruchtbar machet
er das Land, treibet Mühlen und Schöpfrädlein, und auf ſeinem
breiten Rücken trägt er Schiffe mit Korn und Wein und anderem
Gottesgut beladen. Ein wahrer Segen gehet von ihm aus, und
wenn auch die Flut zuweilen über die Ufer drängt, und Wieſen
und Gärtlein verſchlammen, immer wieder zeuget der Strom doch
neues Leben. Und ſo iſt’s auch mit Eurer Kunſt, Meiſter. Alle
Teufelsliſt machet ſie zuſchanden und läſſet goldene Ernten reifen.
Roſen und Rhein und Gutenberg! In dieſen drei Worten
liegt das Johanniswunder begründet, und dieſe drei Worte ſind
es auch, die das Grundmotiv für die diesjährige Gutenbergfeier
bilden.
Ein reichhaltiges Programm iſt für die Feier vorgeſehen, das
ſich auf die Tage vom 20. bis 24. Juni verteilt. Der Reigen der
Veranſtaltungen beginnt am Samstag vormittag 11 Uhr mit der
Eröffnung der Sonderausſtellung im Gutenberg=
muſeum
, und der Inbetriebſetzung der Gutenbergwerkſtätte.
Nachmittags 4 Uhr iſt im Roſengarten des Stadtparks Konzert
des Mainzer Berufsorcheſters, unter Kapellmeiſter Schackers
Leitung, und abends 8 Uhr ein volkstümlicher Abend, bei
dem das Linkenbachſche Feſtſpiel erſtmalig in Szene geht.
Am Sonntag vormittag 10 Uhr findet die Generaverſamm=
lung
der Gutenberggeſellſchaft im Kurfürſtlichen
Schloß ſtatt, in deren Mittelpunkt der Vortrag des Direktors der
Univerſitätsbibliothek Naney, Dr. Kolb, über die Ausbreitung
der Druckkunſt im 16. Jahrhundert ſteht. Für 12 Uhr iſt die
öffentliche Huldigung am Gutenbergdenkmal vor=
geſehen
, mit der Feſtanſprache des Leiters der Mainzer Preſſe
Profeſſor Kleukens. Mitwirkende ſind das Geſangsquartett
Gutenberg, verſtärkt durch die Geſangvereine Mainzer Sänger=
bund
, Geſangsriege TurnvereinMainz=Kaſtel und Geſangs=
abteilung
der Werkmeiſter Mainz, mit rund 140 Sängern ( Lei=
tung
: Chormeiſter Silbersdorf), ſowie das Mainzer Berufs=
orcheſter
(Leitung: Kapellmeiſter Eiſold).
Der Sonntag nachmittag (4 Uhr) bringt weiter eine Guten=
bergehrung
der Jugend im Stadtpark mit Kinderfeſt,

bei der das Feſtſpiel zum zweiten Male aufgeführt werden wird.
Abends 6.30 Uhr iſt Auffahrt der Waſſerſportver=
eine
von Groß=Mainz, Konzert und Tanz auf den Rhein=
terraſſen
der Stadthalle (4 und 8 Uhr) und bei eintretender
Dunkelheit Rheinufer=, Stadt= und Brückenbe=
leuchtung
. Um 9 Uhr unternehmen die Dampfer der Köln=
Düſſeldorfer Geſellſchaft beſondere Abendfahrten. Montag,
den 22. Juni, abends 8.30 Uhr, findet ein Gutenbergabend
im Kurfürſtlichen Schloß mit einem Vortrag von Direktor Dr.
Ruppel über Gutenberg und ſein Werk ſtatt. Hierbei
wirken mit: Das Orcheſter der Muſikhochſchule unter Prof. Dr.
Gals Leitung und der Mainzer Lehrerſängerchor unter der
Leitung von Kapellmeiſter Otto Naumann.
Dienstag, den 23. Juni, bleibt Führungen im Guten=
bergmuſeum
vorbehalten, und am Mittwoch, den 24. Juni,
abends 8 Uhr, finden die Roſentage am Rhein ihren Abſchluß
durch einen Johannisabend im Stadtpark, der die letzte
Aufführung des Feſtſpiels bringt.
Bei ungünſtiger Witterung finden die im Stadtpark vor=
geſehenen
Veranſtaltungen in der Stadthalle ſtatt.

Bundestag der Reichszollbeamken in Königsberg.

Der Bund deutſcher Reichszollbeamten, der mit
24 000 Mitgliedern die größte Zollbeamtenorganiſation Deutſch=
lands
iſt, hielt ſeinen 30. Bundestag in Königsberg ab. Den Auf=
takt
zu der Tagung bildete am Sonntag vormittag eine öffentliche
Vollverſammlung, mit der eine Kundgebung der Zollbe=
amten
verbunden war. Aus allen Teilen des Reiches, aus ſämt=
lichen
deutſchen Gauen, hatten die einzelnen Gruppen des Bundes
Vertreter nach Königsberg entſandt. Zahlreiche Behörden und
Organiſationen waren vertreten.
Glückwünſche zum 30jährigen Jubiläum des Bundes und
Wünſche für den Bundestag überbrachten außerdem Oberzollſekre=
tär
Gronau vom Danziger Zollbund. Direktor Krüger vom
Reichsbund der Zivildienſtberechtigten. Direktor Dr. Lawin als
Vertreter der Stadt Königsberg der die eigenartige Stellung
Königsberg in der vom Reiche abgetrennten Provinz Oſtpreußen
näher beleuchtete.
Der Oberregierungsrat im Reichsfinanzminiſterium. Dr.
Mayer, ſprach über: Die Zölle und Verbrauchsabgaben im
Reichshaushalt
Der zweite Redner bei der Kundgebung war der Bundes=
vorſitzende
Troppenhagen, Berlin. Er ſprach über das
Thema: Leiſtung und Bewertung in der Zollverwaltung,
Von der Vollverſammlung wurde eine Entſchließung an=
genommen
, in der es heißt: Der Bund Deutſcher Reichszollbe=
amten
ſieht in der Beſoldungsaufbeſſerung von 1927 nur die not=
wendige
, Korrektur der in der Zeit des Währungsaufbaus ge=
zahlten
unwürdigen Gehälter. Er beſtreitet anderen Volksteilen

den Grund, eine Herabſetzung der Beamtengehälter zu fordern
und den Regierenden das Recht, ſie über alle Proteſte hinwe=;
rückſichtslos durchzuführen. Die Zollbeamten fordern die ſofor=
tige
Beſeitigung aller Gehaltskürzungen, die i.
Verbindung mit der Halbierung des Kinderzuſchlages den gerimt
beſoldeten Beamten nicht einmal mehr das Exiſtenz=
minimum
laſſen. Sie wollen an ihrem Teil zur Behebung de
Volksnot beitragen in einem für alle Volksteile gleichen, dni
Klaſſengegenſätze mildernden und nach der Leiſtungsfähigkeit ge
ſtaffelten Volksopfer; ſie billigen deshalb die jede Gehaltskürzum=
ablehnende
Haltung des Deutſchen Beamtenbundes und ſeine Fon,
derung nach ſofortigem Zuſammentritt des Reichstages.

Die zweite Entſchließung lautet: Der in Königsber;
tagende Bund Deutſcher Reichszollbeamten proteſtiert gegen dn

Verſchleppung der Erfüllung der in der Regierungsdenkſchrift über
die Grenzablöſung zur Behebung der Ablöſungsnot vorge=

ſchlagenen Maßnahmen. Er fordert, daß noch vor Beginn de
neuen Winters die zur Abgabe an die Verkehrsverwaltungen von
geſehene Zahl Beamten auch tatſächlich überführt und insbeſonder
verfügt wird, daß alle Anwärter für die mittlere Beamtenlau f
bahn der Reichsfinanzverwaltung, ſoweit ſie nicht ſchwerkriegsde=
ſchädigt
ſind, ihre. Laufbahn im Grenzaufſichtsdienſt beginnen.
Bezahlung der ſtündlich unzähligen Gefahren für Leib um
Leben ausgeſetzter Grenzaufſichtsbeamten darf nicht ſchlechte
bleiben als die gleichartiger Länderbeamten. Die Probleme de=
Grenzdienſtes müſſen mehr als bisher im Mittelpunkt aller Pex=
ſonalpolitik
der Reichsfinanzverwaltung ſtehen.
Die Dienſttätigkeit der Zollbeamten wird ſeit ihrer Ueber,
nahme auf das Reich im Oktober 1919 faſt in allen Gruppen unter
bewertet. Die Zollbeamten glauben, daß ungeachtet des Vor=
handenſeins
ſachlicher Gründe eine unterſchiedliche Be
handlung von mit gleichen oder ähnlichen Dienſtaufgaben be=
auftragten
Beamten in Reich, Ländern und Gemeinden ſchon au
beamtenpolitiſchen Gründen unverantwortlich bleiben
muß. Sie fordern deshalb, daß die ihnen gegenüber vergleich
baren Beamten anderer Verwaltungen ſeit Jahren zuteil wer
dende niedrigere Bewertung beſeitigt und durch Aenderung de
Beſoldungsgeſetzes oder auf dem Etatswege die Einſtufun
oder Beförderung ermöglicht wird, die ſie für ihre einzig

artige und hochwertige Arbeit in der Durchführung der Zoll= und

Verbrauchsabgabengeſetze zum Nutzen der Reichsfinanzverwaltun=
und im Dienſte der deutſchen Wirtſchaft auch nach Anſicht der Zoll=
verwaltung
verdienen.
Nach kurzer Mittagspauſe fanden ſich die Delegierten zu wek= r?
teren Beratungen zuſammen. Die Reichstagsabgeordneten Torg= u es
ler, Seppel und Jäcker beleuchteten die neue Notverordnung 0, zu e
vom Standpunkt ihrer Partei aus. Bei weiteren Beratungen, die
in der Hauptſache internen Charakter trugen, wurde Oberzollſekre, / M.
tär Troppenhagen zum Bundesvorſitzenden gewählt,
Am Abend vereinigte eine Oſtmarkkundgebung die Ta= MPha
gungsteilnehmer im großen Saal der Stadthalle.

Die Inhaberin des Patentes
DRP. 463070 Ofen zur Berkohlung od.
Verkokung von kohlenwaſſerſtoff=
haltigen
pulverförmigen Mate=
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ſchener
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weiſe
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Reinheim, den 16. Juni 1931.
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[ ][  ][ ]

Nummer 169

Samstag, den 20. Juni 1931

Einiges über Heilige Zahlen

Weder von Zahlenſyſtem noch von Zahlentheorie ſoll hier
gſprochen werden. Der große Königsberger Philoſoph Imma=
nael
Kant hat die Zahl als eine Vorſtellung erklärt, welche die
ſucceſſive Addition von Einem zu Einem Gleichartigen umfaßt.
gieſer Standpunkt wird heute nicht mehr anerkannt, vielmehr
ſi der ganze Zahlenbegriff ein ſo mannigfaltiger es gibt
poſitive und negative, rationale und irrationale, reelle und
maginäre, unbenannte, reine und abſtrakte Zahlen, ferner Prim=

ſahlen und zuſammengeſetzte Zahlen uſw. daß es ganz un= Beſchränkung des Perſonals ermöglichte. Dieſe drei Schau=
nöglich
erſcheint, einen Ueberblick über die verſchiedenen Gebiete ſpieler waren vermutlich die einzigen, die der Staat bezahlte.
vn Zahlenkörpern im Rahmen einer kleinen Betrachtung zu
pben.
Wenn etwas dreimal geſagt wird, ſo drückt dies ohne
Zweifel eine Abſicht aus, während einmal keinmal und zwei=
Wenn hier von heiligen Zahlen geſprochen wird, ſo kom= mal Zufall ſein kann: eine dreifache Beſtätigung iſt daher
nen als ſolche die Drei ihre Mehrzahl Neun und die etwas weihevoll Zeremonielles, eine Art Heiligung. Alle guten
Sieben in Betracht. Dieſe heiligen Zahlen ſind Prim= Dinge ſind drei, iſt ein ebenſo bekanntes Sprichwort wie das
ahlen.

Es wäre irrig anzunehmen, daß das Chriſtentum heilige
Zahlen, z. B. die Drei dreieiniger Gott geſchaffen hätte,
ſie heiligen Zahlen laſſen ſich vielmehr bis auf die Uranfänge
ſer Menſchheit und der Schöpfung der Welt zurückführen. Iſt
s zutreffend, daß die Wiege der Menſchheit der Garten
eden auf einer der vulkaniſchen Inſeln Polyneſiens oder
es malayiſchen Archipels zu ſuchen iſt? Nicht das dortige
verumtreiben des Menſchenaffen Orang=Utan ſoll als Beweis
ſienen, ſondern neben den ſehr günſtigen klimatiſchen Verhält=
iſſen
, welche die köſtlichſten Früchte heranreifen laſſen, das Auf=
inden
vorſintflutlicher Menſchenaffen und in Verbindung hier=
nit
der Umſtand, daß unter den dortigen Bewohnern noch
ſeute Sitten herrſchen, die auf die Urzeit der Menſchheit zurück=
ehen
, nämlich die drei Sitten: die Beſchneidung, die Täto=
vierung
und die Couvadi; unter letzterer verſteht man, daß
er Vater ſich des Kindes unmittelbar nach der Geburt bemäch=
gt
, es in ſein Bett herüberholt, um es zu ernähren, zu füttern
und zu erziehen und dadurch ſeine vaterrechtlichen Pflichten be=
undet
.
Im Jahre Dreitauſend vor Chr. herrſchte in Aegypten
er Pharao Zoſer, deſſen großer Architekt Inhotep, der zugleich
lanzler, hoher Erbadeliger und Hoher Prieſter von Heliopolis
fuar, den klaſſiſchen doriſchen Bauſtil erfand, der in einer Reihe
länzender Tempel aus weißem Marmor verewigt iſt; die Grie=
en
ſind alſo nicht die Schöpfer dieſes doriſchen Stils.
Beſondere Bedeutung legt Ariſtoteles der Dreizahl bei;
hon im Altertum wurden häufig Klaſſen, Aemter, Orden und
iitel in drei Graden abgeſtuft. Bei den Griechen ſaß Pythia
en Orakel zu Delphi auf einem Dreifuß, das Dreieck war
ei den Indern das Symbol ihres Nationalhelden Kriſchna und
ei den Aegyptern das Symbol der Inkarnation des Oſiris und
es Apis, während die Perſer im Dreieck die Fruchtbarkeit
ires Sonnengottes Mithra erblickten. In der altindiſchen
teligion, dem Brahmanismus, ſowie in der ägyptiſchen Drei=
hinigkeitslehre
ſpielt die Dreizahl, eine ähnliche Rolle wie
y dem chriſtlichen Bekenntnis zur Dreieinigkeit. Gottes.
hriſtus, dem die drei Weiſen oder Könige aus dem Morgen=
inde
drei Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhen darbrachten,
erheißt drei Dinge, wenn er ſagt: Ich bin der Weg, die
Jahrheit und das Leben, und im erſten Kapitel St. Pauli an
te Corinther heißt es: Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung,
jebe, dieſe drei; aber die Liebe iſt die größeſte unter ihnen.
Gleich Noah, der drei Söhne hatte, von denen die Drei=
ilung
der Völker ausging, hatte in der Edda der Urweltsrieſe
ſör drei Söhne: Odin, Wili und We, und die Germanen
liedern ſich in drei Stämme: die Ingwäonen, die Iſtwäonen
nd die Herminonen.
Die Alten teilten das Jahr in drei Jahreszeiten ein:
ſrühjahr, Sommer und Winter, und drei Mal im Jahre fan=
en
große Opferfeſte ſtatt; die chriſtliche Kirche feiert ebenfalls
trei Feſte im Jahre: Weihnachten, Oſtern und Pfingſten, und
teſe chriſtlichen Feſte hatten urſprünglich je drei Feiertage von
tnen der dritte Feiertag erſt in der erſten Hälfte des 19. Jahr=
underts
abgeſchafft worden iſt.
Unter drei Bäumen wurde Gericht gehalten und drei
ſichter mußten bei einem Urteilsſpruch wenigſtens anweſend
ſin. Die alten Götter treten in Gruppen zu Dreien auf, es
ab. drei donnerſchmiedende Cyklopen, drei Horen das
nd die Göttinnen der drei Jahreszeiten, die die Wolken
hieben und den Olymp öffnen und ſchließen , drei Parzen
die Schickſalsgöttinnen , drei Köpfe hatte Cerberus, der
fund, der die Unterwelt bewachte. Im alten Rom wurden wich=
tze
Aufgaben meiſtens drei Männern anvertraut; Romulus
ihlte drei Tribus, und bei dem Sturz der römiſchen Repu=
hik
ſpielte das Triumvirat eine Rolle. Dreierlei
hieh ein Schwein, ein Schaf und ein Stier wurden bei
in römiſchen Opferfeſten, den Suovetaurilien, geſchlachtet, und
m die Eßtiſche ſtellten die Römer drei Sofas, die je drei
Nätze hatten.
Seit altersher war das Königtum auf drei Grundlagen
ufgebaut: Heerführer, Richter, Prieſter; die römiſchen Kaiſer
utſcher Nation ſind daran zu Grunde gegangen, daß ſie die
ſritte Grundlage, den geiſtlichen Anſpruch, zwar erheben die=
in
aber gegen einen übermächtigen Prieſter nicht durchſetzen
Innen.

Auch in der Geſchichte der Schauſpielkunſt ſpielt die Drei
eine gewaltige Rolle: Thespis, der Erfinder der Schauſpielkunſt,
trat bei ſeinen Darſtellungen hintereinander in drei Masken
auf; höchſt wahrſcheinlich läßt ſich hierauf die Dreizahl der
Schauſpieler des Protagoniſten, des Deutavagoniſten und des
Tritagoniſten zurückführen. Der Gebrauch von Masken ge=
ſtattet
auch, daß ein und derſelbe Schauſpieler in einem Stück
verſchiedene Rollen zur Darſtellung bringen konnte, was eine

lateiniſche tres faciunt sollegium; das dreimalige Aufge=
bot
bei chriſtlichen Vermählungen, das dreimalige Ausſchreiben
bei gerichtlichen Verhandlungen, der dreimalige Aufruf bei
Verſteigerungen und der dreimalige Hoch= und Hurra=Ruf
beruhen auf der Zauberwirkung der uralt=heiligen Drei.
Der Kalender verzeichnet den alljährlichen Kälterückfall in
der erſten Hälfte des Monats Mai, den die Bauernregeln mit
den drei geſtrengen Herren bezeichnen, als die drei Eis=
heiligen
: Mamertus, Pankratius und Servatius am 11., 12.
und 13. Mai. Selbſt Friedrich der Große, der zunächſt geſpottet
hatte: Das iſt dummes Zeug mit den geſtrengen Herren, be=
kannte
nachdem die prachtvollen Orangenbäume, welche die
Terraſſen von Sansſouci zierten, bei einem Kälterückfall mit
Froſt den drei Eisheiligen erfroren waren, daß mit ſo
geſtrengen Herren doch nicht zu ſpaßen ſei und ließ in Zukunft
ſeine Gewächshäuſer erſt öffnen, nachdem die drei Eisheiligen
vorüber waren.
Drei mal drei iſt neun! Die Heiligkeit der Neun
wurde vielfach dadurch erklärt, daß die Neun nichts anderes ſei
als eine Verſtärkung der Drei, nämlich ihre Potenz 3X3 3;
dieſe Erklärung führt aber wieder in das mathematiſche Gebiet,
das hier unerörtert bleiben ſoll. Für den Volksglauben in
Sitten und Gebräuchen iſt es verſtändlicher, wenn hier feſtgeſtellt
wird, daß aus den anfangs drei Muſen ſpäter neun Muſen
geworden ſind, und das alte Sprichwort hat noch heute Geltung,
daß eine Tafelrunde am gemütlichſten und angeregteſten iſt,
wenn ſie nicht kleiner als die Zahl der Grazien das ſind drei
und nicht größer als die Zahl der Muſen das ſind
neun iſt.
Alle neun iſt die Höchſtleiſtung im Kegelſpiel, der
Neuntöter iſt der im Töten ſtärkſte Vogel. Jemand iſt neun=
mal
oder neunundneunzigmal nicht geſcheut die
Neunkraft iſt eine Peſtilenzwurzel, der beſondere Heilkraft
innewohnt, und neunerlei Kräuter ſchützten nach dem Glau=
ben
unſerer Altvordern vor Krankheit; das ſogenannte Glücks=
hufeiſen
, das an der Tür befeſtigt wird, muß neun Löcher
haben, und Fritz Reuter ſagt in ſeiner Stromtid: Den negen=
ten
d. h. neunten Dag krigen de jung’n Hunn ok
Ogen. Ruſſiſche Märchen erzählen, daß ein König über 3 mal 9
Länder herrſcht und ſeine Braut, die hinter 3 mal9 Mauern
ſitzt, über 3 mal 9 Länder hinweggeholt hat.
Dieſes 3mal9 iſt aber nichts Geringeres als die ganz alte
Zeitrechnung, in der nicht nach der Sonne, ſondern nach dem
Mond gerechnet wurde, der in 27 Tagen nach Beendigung ſeiner
Rundreiſe wieder an ſeinem Ausgangspunkt angelangt war.
Dieſe 27 Tage ſind gleich 3mal9 Tage, d. h. unſere älteſten
Vorfahren zerlegten den Monat in drei Wochen zu je neun
Tagen.
Im Gegenſatz hierzu überliefert uns die Bibel die ſieben=
tägige
Woche bei der Erſchaffung der Welt: den ſechs Tagen
der Arbeit folgte der ſiebente Tag als Ruhetag. Urſprünglich
ſtammt die Heiligkeit der Sieben wohl aber aus Babylon:
ſchon die Babylonier hatten den Schabattu, d. h. den Ruhe=
tag
, der auf den 7., 14., 21. und 28. Tag jeden Monats fiel, als
arbeitsfreien Ruhetag. Die allgemeine Einführung der ſieben=
tägigen
Woche in den Hauptteilen unſeres Erdballes erfolgte
durch das Chriſtentum und ſeine Ausbreitung.
In der ägyptiſchen Aſtronomie und Aſtrologie beherrſchten
ſieben Planeten den Himmel und ſieben Jahre bildeten
einen Zyklus. Der griechiſche Dichterfürſt Homer kennt ſchon
das aus ſieben Sternen beſtehende Sternbild Die Bärin
oder großer Bär, ſonſt Himmelswagen genannt. Die Bibel
ſpricht von ſieben Greueln und von ſieben Teufeln.
Pharao träumt von ſieben ſchönen, fetten Kühen, die von
ſieben häßlichen und mageren Kühen gefreſſen werden und
von ſieben dicken und vollen Aehren, die von ſieben mage=
ren
Aehren verſchlungen werden; dieſes wird von Joſeph dahin
gedeutet, daß in Aegypten ſieben reiche Jahre und nach die=
ſen
ſieben Jahre teure Zeit kommen würden; im Sprachge=
brauch
drückt ſich dies in ſieben fetten und ſieben mageren
Jahren aus. Der Apoſtel Paulus ſpricht vom Entzücktſein bis
in den dritten Himmel, woraus ſich bis in den ſieben=
ten
Himmel entwickelt hat. Nach mohammedaniſcher Ueber=
lieferung
iſt der Koran göttlichen Urſprungs und vom Erzengel
Gabriel aus dem ſiebenten Himmel herabgebracht worden.

Seite 9
Die Griechen betrachteten die Zahl ſieben dem Apollo gehei=
ligt
und opferten am ſiebenten Tage vor dem Neumond. Die
römiſch=katholiſche Kirche zählt ſieben Sakramente. Unga=
lante
Männer ſprechen von ſieben Gattungen böſer Weiber,
worauf der Ausoruck eine von den böſen Sieben baſiert;
hier haben aber ohne Zweifel ſtarke Uebertreibungen ihre Hand
im Spiel: vielleicht oder wahrſcheinlich hat oft eine Verwechſlung
mit der böſen Sieben in einem mittelalterlichen Karten=
ſpiel
, genannt Karmüffel, ſtattgefunden, in dem die ſiebente
Karte von oben die böſe Sieben, d. h. der Teufel war, der
alle anderen Karten ſtach.
Eine noch heute gültige Bauernregel beſagt: Regnets am
Siebenſchläfertag, regnets noch ſieben Wochen her=
nach‟
. Die Meteorologen wollen zwar von dieſer Wetterregel
nichts wiſſen, als einen Beweisgrund ihrer Anſicht führen ſie
an, daß der Siebenſchläfer=Wetterregeltag der 27.
Juni ſich ſchon oft blamiert habe; dieſer erhebt aber die ſehr
berechtigte Gegenfrage, ob die Meteorologen ſich nicht noch viel
öfter blamiert hätten? Die Legende des Siebenſchläfer=
tages
erzählt: Sieben Jünglinge hatten ſich, um einer
Chriſtenverfolgung des Kaiſers Decius im Jahre 251 zu ent=
gehen
, in einer Höhle im Berge Kallion bei Epheſus verborgen,
wo ſie einſchliefen. Inzwiſchen wurde die Höhle vermauert; erſt
im Jahre 446 ſeien ſie ſo ſagt die Legende weiter bei
einer zufälligen Wiederöffnung der Höhle unter Theodoſius II.
wieder erwacht. Nachdem dieſe Sieben=Schläfer vor dem
Biſchofe Martin und dem Kaiſer ſelbſt noch das Wunder be=
zeugt
haben, ſollen ſie unter dem Glorienſchein der Heiligkeit
geſtorben ſein.
Man ſpricht von Sieben Wundern der Welt; dieſe ſind
ſieben durch Größe und Pracht ausgezeichnete Kunſt= und
Bauwerke des Altertums: Die Pyramiden in Aegypten, die hän=
genden
Gärten der Semiramis in Babylon, der Tempel der
Artemis in Epheſus, der thronende olympiſche Zeus von Phei=
dias
, das Mauſoleum zu Halikarnaß, der Koloß von Rhodos
und der Pharos zu Alexandria.
Unter Siebengeſtirn oder Plejaden verfteht man dreier=
lei
: erſtens in der griechiſchen Mythologie die ſieben ſchönen
Töchter desAtlas, die ſich ausGram ſelbſt denTod gaben, nach einer
anderen Sage die ſieben Jungfrauen und Gefährtinnen der
Artemis, die Zeus in Tauben, d. h. Peleiades, und ſpäter in
Sterne verwandelte, von denen jedoch nur ſechs ſichtbar, der
ſiebente unſichtbar iſt; die Sterngruppe des Sieben=
geſtirns
iſt das Sternbild der Schiffahrt. Zweitens verſteht
man unter Siebengeſtirn oder Plejaden in der griechiſchen
Literatur eine Gruppe von ſieben tragiſchen Dichtern in der
erſten Hälfte des dritten Jahrhunderts v. Chr. und drittens in
der franzöſiſchen Literatur eine Schule von ſieben Dichtern im
ſechzehnten Jahrhundert.
Die ſieben Weiſen ſind ſieben Männer der praktiſchen
Lebensweisheit des alten Griechenlands um das Jahr 600 v. Chr.,
während die ſieben weiſen Meiſter ein altes deutſches Volks=
buch
iſt.
Das Erſcheinen des Sterns von Bethlehem, den Profeſſor
Oswald Gerhardt als Stern des Meſſias, bezeichnet, iſt
wiſſenſchaftlich erwieſen. Die aſtronomiſche Wiſſenſchaft hat ſein
Erſcheinen nach ſtreng mathematiſchen Formeln und nach aſtro=
nomiſchen
Tabellen errechnet: es handelt ſich um das Erken=
nen
einer Planetenkonjunktur des Saturn mit dem Jupiter.
Der Saturn iſt der eigentliche Gottesſtern, der mit dem Jupiter,
ſeinem Zwilling, im Jahre ſieben vor unſerer Zeitrechnung
innerhalb des Tierkreiſes der Fiſche zuſammentrifft. Zu der
Errechnung des Geburtsjahres Jeſu mußte auch noch ein dritter
Stern der Mars hinzugezogen werden, mithin ergibt ſich,
daß die Errechnung aus den genannten drei Sternen das
Jahr ſieben vor Chr. als das Geburtsjahr des Heilandes
ergibt. Die Gelehrten behaupten, geſchichtlich Herodes iſt im
Jahre 4 vor unſerer Zeitrechnung geſtorben und mathema=
tiſch
den geſicherten Beweis feſtgeſtellt zu haben, daß tatſächlich
das Jahr ſieben vor Chr. das Geburtsjahr des Herrn iſt.
Aehnliche genaue aſtronomiſche Berechnungen haben Profeſſor
Gerhardt dazu geführt, den fiebenten April des Jahres
30 als den Tag von Golgatha, den Todestag Jeſu, zu errech=
nen
. Das Gebet des Herrn das Vaterunſer ent=
hält
ſieben Bitten. Iſt es da zu verwundern, daß die Zahl
ſieben, die bei der Geburt und bei der Kreuzigung des Hei=
landes
und in ſeinem Gebet eine Rolle ſpielt, als eine heilige
Zahl betrachtet und daß ſie bisweilen in der Uebertreibung
auch fälſchlich angewendet wurde? So hat Mommſen aufgedeckt,
daß die Behauptung, daß Rom auf ſieben Hügeln erbaut
ſei, ebenſo wenig richtig iſt wie die Behauptung, daß Rom
ſieben Könige gehabt habe; auch Schiller ſpricht irrtümlicher
Weiſe in ſeiner Ballade Der Graf von Habsburg von ſieben
Kurfürſten, die es damals in Wirklichkeit gar nicht gab.
Es ſind Beſtrebungen im Gange, den Kalender, der von
vielen als reformbedürftig angeſehen wird, neu zu geſtalten.
Es dürfte ſich dann empfehlen, nicht nur den Lauf der Sonne
zu berückſichtigen, ſondern auch den Mond mit in Rechnung zu
ſtellen, deſſen Einfluß auf verſchiedene Erdengeſchehniſſe
z. B. auf Ebbe und Flut und auf das Leben des weiblichen
Geſchlechtes recht erheblich iſt.
Die Sternkonſtellation Jupiter=Saturn der Stern von
Bethlehem wird ſich im Jahre 1940 wiederholen: möge Gott
dann dieſes Sternbild ſich zum Segen der Menſchheit auswirken
Ei.
laſſen wie vor zwei Jahrtaufenden!

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[ ][  ][ ]

Seite 10

Heiich and Austand.

Zur Deutſchen Elekkrokagung.

Kraftübertragung Lauffen=Frankfurt. Der
Geburtstag der elektriſchen Kraftwirtſchaft.
Frankfurt a. M., 19. Juni.
In den Tagen vom 21. bis 24. Juni treffen
ſich in Frankfurt die deutſchen Elektrotechniker
zur 35. Jahrestagung und die Vereinigung der
Deutſchen Elektrizitätswerke. Dieſer Deutſchen
Elektrotagung kommt eine beſondere Bedeutung
inſofern zu, als mit dem 40jährigen Gedächtnis
der Internationalen Elektrotechniſchen Ausſtel=
lung
in Frankfurt gleichzeitig der Geburtstag
der elektriſchen Kraftwirtſchaft begangen werden
ſoll. Im Mittelpunkt des Programms der Elek=
trotagung
ſteht ein Vortrag Oskar v. Millers
über Die geſchichtliche Entwicklung der elek=
triſchen
Kraftübertragung auf weite Entfer=
nung‟
. Dieſer Vortrag iſt hiſtoriſch bedeutſam.
O. v. Miller war es ſelbſt, der der Internatio=
nalen
Elektrotechniſchen Ausſtellung von 1891
mit der bahnbrechenden Kraftübertragung Lauf=
fen
=Frankfurt jenen großzügigen Charakter ver=
lieh
, dem die deutſche Elektrotechnik mit ihren
Weltruf verdankt. Durch jene Kraftübertragung
über 178 Kilometer wurde zum erſten Male ihre
Wirtſchaftlichkeit erwieſen. Früchte dieſer Fern=
kraftübertragung
ſind die Ueberlandzentralen,
die Großkraftwerke und die Elektrizitätswerke.
Die Leitung Lauffen=Frankfurt, die von der
AEG. und der Maſchinenfabrik Oerlikon ausge=
führt
wurde, wurde von der Reichspoſt den
Neckar, die Odenwaldbahn und den Main ent=
lang
gelegt. Sie lag auf 3000 Holzmaſten von
je 8 Meter Höhe, der dreifache Kupferleitungs=
draht
hatte einen Durchmeſſer von je 4 Milli=
meter
. In Lauffen wurde durch die Neckar=
waſſerkraft
ein Generator getrieben. Ein 100
PS=Drehſtrommotor auf dem Frankfurter Aus=
ſtellungsgelände
trieb eine elektriſche Pumpe,
die einen Waſſerfall verſorgt. Außer dem Auf=
ſchwung
des Drehſtroms, deſſen Fernübertra=
gungsmöglichkeit
bis dahin von erſten Kapazi=
täten
in Abrede geſtellt worden war, war dieſe
Ausſtellung, die bei 1,2 Millionen Eintritts=
karten
einen Ueberſchuß von etwa 100 000 RM.
hatte, wichtig für die Kleininduſtrie, der ſie die
neue Kraftquelle gab, die Schwachſtromtechnik
und die Elektrochemie u. a. m.

Entſchließungen des Deutſchen Aerztetages.
Köln. Der Deutſche Aerztetag nahm am
Freitag vormittag eine Entſchließung einſtimmig
an, in der er ſeiner Genugtuung darüber Aus=
druck
gab, daß die Aufſtellung wichtiger Grund=
ſätze
und die Formulierung praktiſcher Vorſchläge
für eine Reform der Krankenverſiche=
rung
einmütig gelungen iſt. Die ganze deutſche
Aerzteſchaft erwartet von der Reichsregierung,
daß den ärztlichen Spitzenverbänden rechtzeitig
Gelegenheit gegeben wird, den maßgebenden
Stellen vor den für den Herbſt in Ausſicht ge=
nommenen
Reformen auf dem Gebiete der So=
zialverſicherungen
ihren ſachverſtändigen
Rat und ihre Vorſchläge zu unterbreiten. Auch
die jetzige Kriſe wird, wie in früheren Not=
zeiten
, die deutſchen Aerzte bereit finden, ſich
den Möglichkeiten anzupaſſen, die für die Wei=
terführung
der Sozialpolitik gegeben ſind. In
einer weiteren einſtimmig angenommenen Ent=
ſchließung
zur Frage des paſſiven Luft=
ſchutzes
ſtellt der Deutſche Aerztetag angeſichts
der bevorſtehenden Abrüſtungskonferenz die
Forderung an die Reichsregierung, durch inter=
nationale
Vereinbarungen die Verwendung von
Giftgaſen zum Zwecke der Vernichtung eines
Volkes unmöglich zu machen. Einſtimmig an=
genommen
wurde ferner eine Kundgebung, in
der es u. a. heißt, die deutſche Aerzteſchaft ſtellt
mit ernſter Sorge vor der ganzen Welt feſt, daß
der Geſundheitszuſtand des deut=
ſchen
Volkes durch die Wirtſchafts=
kriſe
, die Arbeitsloſigkeit und die
drückenden Tributlaſten immer
mehr bedroht iſt. Die deutſche Aerzteſchaft
erhebt ihre warnende Stimme dagegen, daß das
deutſche Volk wiederum dem Hunger und ſeinen
entſetzlichen Folgen ausgeliefert wird.
Wieder ein Schmuggler an der Grenze
bei Aachen erſchoſſen.
Aachen. Am Freitag gegen 5.30 Uhr früh
ſtellten Zollbeamte im Auguſtinerwald eine
Schmugglerbande von zehn Mann. Als die
Schmuggler auf die Haltrufe der Zollbeamten
nicht ſtehen blieben, gaben die Beamten War=
nungsſchüſſe
ab. Trotzdem gingen die Schmuggler
weiter, worauf die Beamten ſcharf ſchoſſen. Da=
bei
wurde einer der Schmuggler durch einen
Leberſchuß getötet. Es handelt ſich um einen
30jährigen unbekannten Mann. Man nimmt an,
daß er aus Eilendorf ſtammt. Es wurden 10000
Zigaretten bei ihm gefunden.
400 Jahre College de France.
Paris. Das College de France, eines der
größten wiſſenſchaftlichen Inſtitute der Welt,
feierte am Donnerstag in Anweſenheit von 250
ausländiſchen Vertretern, die 37 Nationen re=
präſentierten
, ſein 400jähriges Beſtehen.
Das Wrack der St. Philbert
Paris. Wie Havas aus St. Nazaire be=
richtet
, hat der Taucher, der nach dem Wrack des
untergegangenen Schiffes St. Philbert ſuchte,
feſtgeſtellt, daß dieſes neben der Fahrrinne liege
und ſomit den Schiffsverkehr nicht behindere.
Die Hebung des Schiffes ſei noch immer ein
außerordentlich ſchwieriger Verſuch, da der
Rumpf des Schiffes von Flut zu Flut tiefer in
den Meeresboden einſinke.
Die Geſamtzahl der St. Philbert=Opfer.
Paris. Nach den Feſtſtellungen des Ma=
giſtrats
von Nantes hat die Zahl der Opfer der
Schiffskataſtrophe bereits die Zahl 400 über=
ſhritten
, ohne Einrechnung der umgekommenen
Kinder und der Mannſchaft. Man muß daher
hamit rechnen, daß die Geſamtzahl der Opfer
150 bis 580 Perſonen beträgt.
Tödlicher Flugabſturz des auſtraliſchen
Zivilluftfahrtinſpektors.
Melbourne. Die Leiche des Inſpektors
der Zivilluftfahrt Ekins, der ſeit ſeinem Ab=
ſluge
nach Melbo Albury vor zehn Tagen ver=
mißt
wurde, iſt in dem Tallarook=Gebirge unter
den Trümmern ſeiner Maſchine gefunden.

Samstag, den 20. Juni 1931.

Die Werkanlagen der Kaffee Hag in Bremen.

Am 21. Juni 1931 beſteht die Kaffee=Handels=
Aktiengeſellſchaft zu Bremen 25 Jahre. Der Er=
finder
des coffeinfreien Kaffee Hag iſt General=
konſul
Dr. h. c. Ludwig Roſelius. Er wurde
am 2. Juni 1874 in Bremen geboren, wo die
Familie Roſelius ſeit 1632 anſäſſig iſt. Nachdem
er bei Ernſt Grote in Hannover eine ſtrenge
kaufmänniſche Lehre durchgemacht und ſein Mi=
litärjahr
abgedient hat, tritt er in das väter=
liche
Kaffeeimportgeſchäft Roſelius u. Co. in
Bremen ein. Hier beginnt er die gründliche
Imorganiſation der Firma und ſtellt das Ge=
ſchäft
durch Errichtung von Zweighäuſern in
Hamburg, Amſterdam, London und Wien, ſowie
durch Beteiligung an Kaffeeplantagen auf eine
weſentlich erweiterte Grundlage. 1895/96 macht
er die erſten Erfindungen für Kaffee=Röſt= und
=Reinigungsmaſchinen. Mit der Erfindung des
Coffeinentziehungs=Verfahrens war die Vor=
ausſetzung
für jene gewaltige organiſatoriſche
Leiſtung geſchaffen, die ſehr bald die Welt auf=
horchen
ließ. Am 21. Juni 1906 gründete Lud=
wig
Roſelius die Kaffee=Handels= Aktiengeſell=
ſchaft
in Bremen. Im Vertrauen auf den Wert
ſeiner Erfindung gewährten ihm gute Freunde
finanzielle Unterſtützung, und es wurde, ent=
ſprechend
den gehegten Erwartungen, eine Fa=
brikanlage
von beträchtlichem Umfange am
Holz= und Induſtrie=Hafen errichtet. Trotzdem
mußte ſie ſchon nach einigen Jahren erweitert
werden; ſo groß war der Erfolg und der freu=
dige
Beifall, mit dem der coffeinfreie Kaffee
Hag von der Aerzteſchaft und den vielen Men=
ſchen
aufgenommen wurde, denen Bohnenkaffee
bis dahin wegen ſeines Coffeingehaltes ver=
boten
war. Während des Krieges waren die
Werkanlagen, Patente und Schutzzeichen der
amerikaniſchen Geſellſchaft beſchlagnahmt wor=
den
und durch Verſteigerung in fremde Hände

übergegangen. Nach ſchwierigen Verhandlungen
konnte Ludwig Roſelius erreichen, daß nach dem
Kaffee=Hag=Patenten eine neu zu gründende
Geſellſchaft in Amerika die Herſtellung und den
Vertrieb von coffeinfreiem Kaffee aufnehmen
durfte, jedoch nicht unter dem Namen Hag.

Generalkonſul Dr. h. c. Ludwig Roſelius,
der Erfinder des coffeinfreien Kaffees und
Präſident der Kaffee Hag=Geſellſchaften.

Zum 70. Geburkskag des Siegers von Coronel, Graf von Spee (F).

Vizeadmiral Maximilian Graf von Spee,
geb. 22. Juni 1861, geſt. 8. Dezember 1914.

Am 22. Juni wäre der bei den Falklands=
inſeln
gefallene Vizeadmiral Maximilian
Graf von Spee 70 Jahre alt geworden. Zu
Beginn des Krieges Chef des deutſchen Oſt=
aſiengeſchwaders
, bereitete er den Engländern
bei Coronel, eine ſchwere Niederlage, fand
aber am 8. Dez. 1914 in der Schlacht bei den
Falklandsinſeln gegen dreifache Uebermacht
den Tod auf ſeinem Flaggſchiff Scharnhorſt.

Eine Windhoſe verwüſtek das füdliche Weſtfalen.

Eine Windhoſe eine in unſeren Breiten nur ſelten beobachtete Naturerſcheinung richtete im
ſüdlichen Weſtfalen furchtbare Verwüſtungen an. Zwei Perſonen wurden getötet, 80 Perſonen zum
Teil ſchwer verletzt und zahlreiche Gebäude eingeriſſen. Unſer Bild zeigt den Verlauf einer
Windhoſe. Von links nach rechts: Die Windhoſe bricht aus den verdunkelten Wolken. Wie eine
Spirale geht ſie zur Erde nieder. Und vernichtet dort bei ihrem Aufprall alles, was ſich ihr in
den Weg ſtellt.

Nummer 16S

Anwdelter Ader Uftptengen
Acht Todesopfer durch Blikzſchlagt

Königsberg, 19. Jum.
Am Donnerstag nachmittag und in
Abendſtunden gingen über Königsberg und
Provinz Oſtpreußen mehrere ſchwere Gewi-u
nieder. In Heiligenbeil erſchlug der Blitz=
dem
Wohnhaus eines Beſitzers deſſen 19jährä
Sohn und 32jährige Tochter. In Ortelsbu
wurde die Familie eines Beſitzers bei einer
gräbnisfeier von einem Gewitter überra ſ
Der Blitz ſchlug in das Haus und tötete
Frau des Beſitzers und den Sohn eines ander
Landwirtes. Auch die übrigen Trauergäſte
litten Brandwunden. Auch im Kreiſe Inſie
burg traf der Blitz das Haus eines Landwire
Der Beſitzer wurde vom Blitz erſchlagen,
rend die übrigen Bewohner mit dem Schrei
davonkamen. Im Kreiſe Preußiſch=Hollay
wurde eine 57jährige Waldarbeiterin auf de
Heimweg von ihrer Arbeitsſtätte vom Blitz g
tötet. Mit den bereits aus dem Oſterrode
Kreis gemeldeten zwei getöteten Perſonen
das Unwetter alſo acht Todesopfer gefordert

Blitzſchlag in eine Gruppe polniſcher
Militärſchüler.
Sechs Tote, 12 Schwer= und 20 Leich
verletzte.
Warſchau. In Studzienice bei Siery
(Kongreß=Polen) waren während der dortrg
Manöver in einer Scheune ungefähr 40 mu
täriſch ausgebildete Schüler der höheren Klaſe
unter dem Kommando eines Oberleutnants v
theoretiſchen Uebungen beſchäftigt, als ein u
geheures Gewitter heraufzog. Ein Blitz ſchu
ſo unglücklich in die Scheune ein, daß fünf Sai
ler auf der Stelle getötet wurden und zwi
ſchwere Verletzungen erlitten. Ueber 20 Schäu
trugen leichtere Verletzungen davon. M
Scheune geriet in Flammen und wurde in Xu
zer Zeit vollſtändig eingeäſchert. Unter de
Toten befindet ſich außer den fünf Schüln
auch noch der Abteilungsführer, Oberleutna
Ploſo, der als Schwerverletzter auf dem Wee
zum Krankenhaus ſeinen Wunden erlegen iſt.

Erſte Waſſerlandung
des Graf Zeppelin.

Friedrichshafen. Als Vorbereitung 1
Arktisfahrt des Luftſchiffes Graf Zeppeli
diente die am Freitag nachmittag auf dem 3
denſee ausgeführte erſte Waſſerlandung
Luftſchiffes. Um 15 Uhr 40 erſchien das Luf
ſchiff von ſeiner Schweizer Fahrt zurückkehrer 1a/

und ſteuerte langſam auf ſeinen Heimathafen /. llt

Bei leichtem weſtlichem Winde und ſtrahlende
Sonnenſchein ſchickte ſich der majeſtätiſche Luf

rieſe zur Landung an. Dieſe war um 16 Uhr 1

beendet. Nach Ballaſtausgleichung wurde zeh
Minuten ſpäter ein luftgefülltes Gummiboot m
zwei Mann Beſatzung ins Waſſer gelaſſen.
Maſſen wunderten ſich über die ruhige Lage ½
Luftſchiffes auf dem See und das leichte Schyt
ben des rieſigen Körpers. Inzwiſchen war vu
Friedrichshafen her ein Motorboot mit Herren ?
Luftſchiffbaues, darunter Chefkonſtrukteur 27,s=
Dürr, erſchienen. Zweck dieſer Landung un
hauptſächlich, eine Probe für eine Waſſerlandun Auch
auf der angekündigten Arktisfahrt vorzunehme/ Hon
Nach dem glänzend gelungenen Manöver fur / 0n
das Luftſchiff noch etwa eine Strecke von 50] Yon b
Metern mit gedroſſelten Motoren auf dem Wt Aiumeſſen.
ſer. Sodann erhob es ſich leicht in die Luft u0 16
ſteuerte dem Heimathafen zu, wo es um 16 Uhr
glatt landete.
Der Schienen=Zeppelin auf der Fahrt nach
Hamburg.

Hannover. Der Krukenbergſche Prox/
lerwagen iſt am Freitag vormittag vom hieſige
Hauptbahnhof um 8,58 Uhr in Richtung Leb=
Hamburg abgefahren. Die Fahrt vollzieht
im Rahmen des allgemeinen Zugverkehrs un
kann nur mit Rückſicht auf dieſen durchgefü
werden, ſo daß ſich auf der Strecke verſchiedei
lich Aufenthalte ergeben. In Uelzen erfolgte
Ankunft, wie es vorgeſehen war, pünktlich 11
10,30 Uhr. Nach einem Aufenthalt von 2 AN
nuten wurde dann die Fahrt nach Lüneban
und Hamburg fortgeſetzt. Auf dem Bahn!
Uelzen hatte ſich, wie von dort gemeldet wi!
ein ziemlich zahlreiches Publikum eingefundin
das den Propellerwagen bei ſeiner DurchfaM
mit lebhaftem Intereſſe in Augenſchein nahm

90. N anf dem Wege nach Rio.

1.imf

der

Em

Berlin. Von dem Kommandanten 31
Do. X iſt bei den Dornierwerken ein Te‟
gramm aus Bahia eingegangen, daß der FN
von Natal bis Bahia ohne jeden Zwiſchen5.
programmäßig verlaufen iſt. Das Flugſchiff e.
findet ſich in beſter Verfaſſung. Auf dem Mace?
See wurde eine Zwiſchenlandung vorgenomn 70
und nach kurzem Aufenthalt der Weiterflug c!.
getreten. Das Flugſchiff wurde in Bahia T.
großer Begeiſterung begrüßt, ebenſo wie
Bewohner der überflogenen Orte Nordbraſilie)
dem Flugſchiff lebhaft zujubelten. Alle Nc1
richten über Fehlſtarts und Beſchädigungen ei
behrten jeder Begründung. Von Bahia aus
das Flugboot Do. K den Flug nach der Bu
deshauptſtadt angetreten und um 8 Uhr m
gens die Stadt Belmonte überflogen.
Nach einer Havasmeldung aus Rio de Janen
iſt das Flugſchiff Do. K in Caravellas, Ol
auf der Hälfte des Weges von Bahia nach Riole
Janeiro, eingetroffen.
Drei Bergarbeiter durch giftige Gaſe getöt
Kattowitz. In Bukownica bei Kattox
ſind drei arbeitsloſe Bergleute, die einen m7
den Abbau in der Nähe des Hillebrandſchache
be: Neudorf vornehmen und bereits einen zu)
Meter tiefen Schacht vorgetrieben hatten, w.
rend der Arbeit an giftigen Gaſen erſtickt.
Rettungsmannſchaft des Hillebrandſchache
konnte die Leichen bergen, wobei feſtgeſt-7n
wurde, daß bereits in 1½ Meter Tiefe gifte
Gaſe bemerkbar waren. Die drei wilden Be‟
arbeiter hatten nur noch eine 20 Zentime‟
dicke Erdſchicht bis zum Flöz abzuräumen.

[ ][  ][ ]

Im Rahmen des Vierverbändekampfes am 21. Juni in Leipzig.
Süddeutſchlands Handball=Repräſentativmannſchaft iſt zum Ende der
saiſon ſtark beſchäftigt. Nach dem Aachener Kampf gegen Weſtdeutſch=
ſund
, in dem Süddeutſchland die erhoffte Revanche gründlich vorbei=
Uykang, fahren die ſüddeutſchen Auserwählten am kommenden Sonntag
uch Leipzig, wo ſie im Anſchluß an den leichtathletiſchen Vierverbände=
urmpf
ein Freundſchaftstreffen gegen Mitteldeutſchland austragen.
Die beiden Verbände begegnen ſich nicht zum erſten Male. Aller=
drags
hat es ſich bei den bisherigen Treffen ſtets um Spiele um den
SB.=Pokal gehandelt. 1927 wurde eine erſatzgeſchwächte ſüddeutſche
llannſchaft, nachdem die erſte ſüddeutſche Garnitur in der Zwiſchen=
umde
Berlin aus dem Rennen geworfen hatte, in Berlin 10:7 geſchla=
yi
. Zum zweiten Male kamen die beiden Verbände dann 1929 in

Spart, Spiel und Jucnen

Handballkampf Süd gegen Mikkel.

2rrmſtadt zuſammen. Süddeutſchland hatte in einer Vorrunde den
ſorden 5:4, Mitteldeutſchland den Weſten 6:5 geſchlagen. In der
Zwiſchenrunde ſiegten dann die Mitteldeutſchen wiederum mit 10 : 7.
ürßerdem haben zwiſchen den beiden Verbänden keine Begegnungen
tittgefunden.
Süddeutſchlands Handballkönnen, bereits in den erſten Jahren des
nndbällſports auf hoher Stufe ſtehend und dann vorübergehend ab=
allend
, hat inzwiſchen wieder eine beachtliche Höhe erreicht. Das Ab=
ameiden
der beiden ſüddeutſchen Vertreter in den DSB.=Endſpielen
10 der beſte Beweis dafür; wurde doch beiden erſt durch den Deutſchen
ceiſter Berlin in ihrem Siegeszug ein Ziel geſetzt.
Mitteldeutſchlands Mannſchaften ſind in der diesjährigen Meiſter=
unde
auf der Strecke geblieben. Der VfL. Halle 96 ſchied ſchon in der
Vorrunde aus, während die Polizeimannſchaften von Weißenfels und
otha die erſte Zwiſchenrunde nicht mehr überlebten. Mitteldeutſchland
ſt aber Pokalſieger dieſes Jahres. Mit 9:8 wurden in Halle die ſieg=
ſſewohnten
Vertreter Brandenburgs ausgeſchaltet, die in der Vorrunde
ſenr Süden knapp mit 11:9 bezwangen.
Die Mannſchaften für den Leipziger Kampf:
sülddeutſchland:

Dermſtadt 98)
Denzer
Förſter
(Fürth) (Darmſtadt 98)
Gebhardt
Delp
Klein
(Darmſt. 98)
(Fürth) (Poſt Frankfurt)
Fiebler Werner Fuchs Freund Feick
(alle vom Sportverein 98 Darmſtadt).

trukteur
Laſſerlant
RA
kuf dem !

Böhme III Böhme II Oswald Isleib Buriſch
(beide Freital) (Leipzig) (Magdeburg) (Halle)
Frohberg unger Willigmann
(beide Leipzig) (Halle)
Knobbe Mordhorſt
(Halle) (Magdeburg)
Fiſcher
Nitteldeutſchland: (Dresden).
Mitteldeutſchland hat die gleiche Mannſchaft geſtellt, die im Pokal=
ndſpiel
im Frühjahr den Brandenburgiſchen Verband ſchlug. Man
heint dieſen Vereinen, die in der diesjährigen Meiſterſchaft alle aus=
den
*lleſchaltet wurden, mehr zuzutrauen als den Spielern aus Halle (Vf8.
6). Weißenfels und Gotha. Die Aufſtellung der Mannſchaft wie auch
in das 1ie diesjährige Meiſterſchaft beweiſt, welche Bedeutung die Polizeiſport=
zurücktatz
) ereine für den mitteldeutſchen Handball beſitzen, denn faſt alle auf=
mathaintkeſtellten
Spieler ſind Poliziſten.
Süddeutſchlands Stärke liegt im Darmſtädter Sturm und ſicher auch
d ſtrahle
r der Läuferreihe, die allerdings beſſer als in Aachen ſpielen muß.
die Hintermannſchaft weiſt gegenüber dem bisherigen Modus eine Aen=
etung
auf, die man aber mit Vertrauen hinnehmen kann. Uns er=
mint
ein ſüddeutſcher Sieg nicht ausgeſchloſſen.

Handball in der 2.T.
ſöamstagsſpiele: Tgeſ. Darmſtadt Beſſungen, Büttelborn
Tade. 1846 Darmſtadt, Sprendlingen Langen. Buchſchlag
Sprendlingen Erſatz.
m Sonntag: Wolfskehlen Bensheim, Tgeſ. Darmſtadt Rein=
heim
. Egelsbach Turnerſchaft Griesheim, Seeheim Pfungſtadt,
Buchſchlag Neu=Iſenburg, Hahn Roßdorf. Biebesheim Nd.=
Ramſtadt, Zell Schwanheim, Lorſch Turn= u. Feuerwehrverein
Oſthofen. Urberach Altheim.
Man beginnt allmählich, den Samstagsſpielen größere Bedeutung
ſeizumeſſen. So ſind diesmal fürs Wochenende recht ſpannende Treffen
us gemacht worden. Neben der Darmſtädter Lokalbegegnung wird man
c für das Abſchneiden der 1848er in Büttelborn intereſſieren und
ohl noch mehr für das Spiel in Sprendlingen. Wolfskehlen emp=
ingt
im Fortlauf der Serie ſeiner großen Spiele den Gaumeiſter
densheim. Egelsbach und Seeheim erwarten ebenfalls Mannſchaften
er Kreisklaſſe. Seeheim hat ſogar Gewinnausſichten, da Pfungſtadt
ſe halbe Erſte zu den Fauſtballmeiſterſchaften ſchickt. Am grünen
liſch ſcheint man ſich die immer noch ſchwebenden Abſtiegsfragen der
treisklaſſe dadurch vom Halſe zu ſchaffen, daß man die Zweiteilung.
eibehält und jede Gruppe auf, acht Mannſchaften erhöht. Vorſchlags=
eiſe
ſoll Groß=Umſtadt dann mit Aſchaffenburg ſpielen. Zu den alten
ereinen: Arheilgen, Bickenbach, Griesheim, Langen, Pfungſtadt und
Balldorf kämen die beiden Gaumeiſter Bensheim und Groß=Zimmern.
eute darf man ſchon ſagen, daß dies wegen der Verbindungen und auch
ir die Vereinskaſſen die glücklichſte Löſung ſein dürfte. Die Schieds=
ſchter
werden aus der Frankfurter Kante kommen.
Fauſtball=Meiſterſchaft in Sprendlingen.
Vorm. 930 Uhr. 4.=Klaſſe: Arheilgen, Walldorf, Erfelden,
ſichsbahn. Nauheim 2., Tade, 1846 Darmſtadt 2., Sprendlingen 1. und
Nieder=Modau 1. und 2., Pfungſtadt 3. und 4. Nachm. 1.30
hr. Meiſterklaſſe: Pfungſtadt 1. und 2., Beſſungen 1. und 2.,
tauheim 1. Tade, 1846 Darmſtadt 1., Groß=Gerau 1. und 2. und die
hrmſtädter Polizei als Gaſt. Frauen: Tade, Beſſungen, Tade.
36 Darmſtadt und Tv. Pfungſtadt.
In aller Stiell haben ſich die Vereine durch eifriges Ueben auf die=
en
Tag vorbereitet. Ab und zu hörte man etwas, wie den Beſuch
ſſungſtadts beim Deutſchen Meiſter, Licht=Luft Frankfurt, und Beſſun=
En8 Teilnahme an dem Turnier in Frankfurt. Zahlenmäßig am ſtärk=
en
mit fünf Mannſchaften, iſt der Tv. Pfungſtadt vertreten. Ab=
ſechſelnd
teilten ſich Beſſungen, Nauheim und Pfungſtadt in die Meiſter=
maft
. Auch diesmal wird unter ihnen der neue Meiſter zu ſuchen ſein.
ſitelverteidiger iſt der Tv. Nauheim.
Tgde, Beſſungen 1865Sportabt. Merck.
Die Beſſunger Turner empfangen zu einem Freundſchaftsſpiel heute
damstag, abends 18.30 Uhr, die Sportabteilung Merck.
Leide Mannſchaften ſind zur Zeit in Form und verfügen über eine an=
ehnliche
Spielſtärke. Da die Sportler erſtmals mit einer Darmſtädter
urnermannſchaft zuſammentreffen, iſt eine Vorherſage über den Aus=
ang
des Spieles ſehr ſchwer. Ein raſſiger Kampf iſt zu erwarten.

Tgeſ. 1875 Darmſtadt 1. Tv. Reinheim i. Obw.
Am Sonntag, nachm. 3 Uhr, ſtehen ſich an der Kranichſteinerſtraße
die genannten Vereine im Freundſchaftsſpiel gegenüber. Tv. Reinheim,
der im Odenwaldgau einen guten Ruf hat, iſt hier noch vollkommen
unbekannt. Eine Vorausſage über den Ausgang des Spieles iſt daher
nicht möglich. Gewähr für ein ſchönes und faires Spiel dürfte jedoch
gegeben ſein. Um 2 Uhr treten die zweiten Mannſchaften einander
gegenüber.
Zußball.
Freie Tgde. Darmſtadt Neu=Iſenburg.
Am Sonntag nachmittag 3 Uhr empfängt die Fr. Tgde, die Fr. T.
Neu=Iſenburg zum fälligen Rückſpiel am Müllersteich. Das Vorſpiel
ging für die Hieſigen knapp verloren; es liegt nun an der Darmſtädter
Elf, dieſe Niederlage wettzumachen. Neu=Iſenburg, eine Mannſchaft.
die in techniſcher Hinſicht, Spielaufbau und Siegeswillen alles in ſich
birgt, wird beſtrebt ſein, das Vorſpiel=Ergebnis zu wiederholen. Auch
hat es die Mannſchaft im vergangenen Jahr verſtanden, den Kreis=
meiſtertitel
zu erringen und im Endkampf um die Süddeutſche einen
ehrenvollen zweiten Platz zu belegen.
Wenn auch morgen der eine oder andere Poſten in der Darmſtädter
Mannſchaft noch nicht endgültig beſetzt iſt, ſo kann doch das Spiel
einen wertvollen Aufſchluß darüber geben. inwieweit Hoffnungen für
die bald beginnenden Serienſpiele Berechtigung haben. Die Darmſtädter
Mannſchaft hat eine ſchwere Aufgabe zu löſen; es wird höchſt ſpannende
Kampfmomente geben. Anſchließend an dieſes Trefen ſpielt die
Handballelf gegen den Süddeutſchen Meiſter.
Rotweiß A.H. Poſt Darmſtadt 4:0.
Das erſte Auftreten der hieſigen Poſtſportler hatte eine Anzahl
Zuſchauer angelockt, die jedoch keine beſonderen Leiſtungen zu ſehen be=
kamen
. Der Poſtmannſchaft fehlt noch zu viel, um ſelbſt gegen eine
Alte=Herren=Elf beſtehen zu können. Der einzige Spieler, welcher be=
friedigen
konnte, war der Torwächter Henning (früher Rotweiß). Ihm
iſt es auch zu verdanken, daß die Niederlage noch ſo ſchmeichelhaft aus=
fiel
. Die Alten Herren der Rotweißen führten das Spiel überlegen
durch und gewannen auch in dieſer Höhe durchaus verdient. Der
Schiedsrichter hatte kein ſchweres Amtieren und konnte gefallen.
Sportverein 1898 (Jugenb).
2. Jgd. 1. Jgd. Union, Stadion, 9,45 Uhr; 3. Jgd. 1. Jab.
Ober=Ramſtadt, dort, Abfahrt mit Auto 8,45 (Marſtall); 4. Jad.
2. Jgd. Eberſtadt, dort. Abfahrt mit Rad um 8.50 Uhr von der Beſ=
ſunger
Turnhalle; 1. Schüler 1. Schüler Griesheim. Stadion, 9.45
Uhr: 2. Schüler 3. Schüler SV. 98. Stadion 9 Uhr.
Viktoria Griesbeim
ſchreibt uns zu dem Mittwochabendſpiel gegen Rotweiß Darmſtadt u. a.:
Zu dieſem Spiel mußte Griesheim ohne ſeine beiden Verteidiger antreten
und daher eine kleine Umſtellung vornehmen, die ſich jedoch nur zum
Teil bewährte. In der erſten halben Stunde hatte Griesheim das Spiel
feſt in der Hand. Zwei Tore waren die Ausbeute, Ganz großes Schuß=
pech
verhinderte weitere Erfolge, aber auch der Rotweiß=Torhüter zeigte
manche ſchöne Parade. Nach Wiederbeginn hatte zuerſt Rotweiß mehr
vom Spiel, ohne ſich jedoch durchſetzen zu können. Dann kam wieder
Griesheim beſſer auf und erzielte durch eine Flanke des Linksaußen ein
drittes Tor. Ein Elfmeter für Griesheim wegen rohen Spiels wurde
vom Torhüter zur Ecke abgewehrt. Griesheims Verteidigung iſt bis
zur Mittellinie aufgerückt und ſchon heißt es 3:2: Rotweiß hat ein Tor
aufgeholt und ſucht mit aller Gewalt den Ausgleich, doch ein Rotweiß=
Spieler muß auf Geheiß des Schiedsrichters das Spielfeld verlaſſen,
Mit dem Schlußpfiff hatte Griesheim mit 3:2 Toren, bei einem Gckball=
verhältnis
von 7:6 (nicht 2:9), verdient gewonnen.
Heute 17.30 Uhr Jugend=Klubkampf.
Sportverein 1898 Darmſtadt Sport=Club Frankfurt 1880.
Das Stadion am Böllenfalltor iſt heute wieder einmal der
Schauplatz eines Leichtathletik=Klubkampfes: der Sportverein 98
und der Sport=Club Frankfurt 1880 treffen ſich mit ihren Jung=
Leichtathleten. Beide Vereine haben leiſtungsmäßig recht gute
Jugendliche in ihren Reihen, ſo daß ohne Zweifel ausgezeichnete
Kämpfe zu erwarten ſind. Von dem Nachwuchs des Sportvereins
1898 wiſſen wir, daß er heute ſchon beachtliche Durchſchnittsleiſtun=
gen
aufweiſt; von den Jugendlichen der 1880er kennen wir nur
einige Einzelleiſtungen. Wir geben daher keinen Tip für den
Sieg, da ja bei einem Klubkampf dieſer Art der gute Durchſchnitt
ſtark ausſchlaggebend iſt. Um ſo mehr darf man aber auch auf
den Verlauf dieſes Jugend=Klubkampfes geſpannt ſein, deſſen
Programm ſich wie folgt abwickeln wird: 100 Meter=4, Hoch=
ſprung
=B, Weitſprung=C, Diskuswerfen=4 100 Meter=B Ballweit=
werfen
=C, 400 Meter=4, 800 Meter=B, 100 Meter=C, Kugelſtoßen=
4 und B, 1500 Meter=4 4X 100 Meter=C, Weitſprung=4, 4X 100
Meter=B, Olmpiſche Staffel=4, und zum Abſchluß 10X½Runde
für alle Klaſſen.
Die Kämpfe beginnen um 17.30 Uhr. Wir wünſchen der Ver=
anſtaltung
einen guten Verlauf und hoffen, daß recht viele Sport=
begeiſterte
dieſen Kämpfen der Jugend beiwohnen.
Darmſtädter Turnerſchaft.
Die 1875er in Kreuznach.
Die Volksturn=Meiſterſchaften des Mittelrheinkreiſes finden am
Sonntag in Kreuznach ſtatt. Die zahlreichen Meldungen geben Gewähr,
daß auch bei den diesjährigen Kämpfen wieder mit guten Leiſtungen zu
rechnen iſt, haben doch faſt in allen Konkurrenzen die erſten Vertreter
ihre Zuſage abgegeben. Die Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875 iſt bei die=
ſen
Kreismeiſterſchaften mit drei Läufern vertreten. Ueber 5000 Meter
ſtarten der Kreismeiſter Fornoff und der Zweite ſein Vereinsbruder
Haag. Die 75er müſſen ſich auf ernſte Gegner gefaßt machen. In den
Staffeln, geht die Tgf. Darmſtadt über 3X1000 Meter mit Fornoff,
Haag und Aßmuth ins Rennen. In dieſem Kampf darf man wohl die
75er als Sieger und Kreismeiſter nennen, doch ſind auch hier ernſthafte
Bewerber um den Kreismeiſtertitel am Start.
Tennis.
Tgde, 46 Darmſtadt-Palmgarten Frankfurt.
Am Sonntag findet auf den Plätzen hinter dem Großen Woog ein
Klubwettkampf zwiſchen TC. Palmgarten Frankfurt a. M. und Tgd. 46
Darmſtadt ſtatt. An dieſen intereſſanten Kämpfen, die um 9 Uhr be=

Vorrunde zur Süddeukſchen Wafſerball=
Meiſterſchaft.
Jung=Deutſchland - S.V. Karlsruhe.
Nach Beendigung der Gauſpiele, aus denen die Ligamannſchaft
Jungdeutſchland im Gau 1 als Meiſter hervorging, iſt nun der nächſte
Schritt zur Süddeutſchen die Ermittelung der Bezirksſieger. Im Be=
zirke
der Gaue 1 und 2 treffen die beiden Gaumeiſter, SV. Karlsruhe
und Jungdeutſchland, in Vor= und Rückſpiel aufeinander. Die ein=
zelnen
Bezirksſieger und der Troſtrundenſieger ſpielen dann nach Pokal=
ſyſtem
die Süddeutſche Meiſterſchaft aus. Das Vorſpiel um die Be=
zirksmeiſterſchaft
tragen die beiden Mannſchaften, SV. Karlsruhe und
Jungdeutſchland, morgen Sonntag, nachmittags 5 Uhr,
hier im Großen Woog aus. Da SV. Karlsruhe nach überwundener
Kriſe ſeine frühere gute Form wieder erreicht hat, dürfte er Jung=
deutſchland
einen offenen und ſpannenden Kampf liefern.
Waſſerball=Kreis= und Gau=Vorrunde
im Main=Rhein=Gau der D.T.
Der Sonntag vormittag bringt im Großen Woog für die
Turnerſchwimmer einige wichtige Waſſerballſpiele, die vielleicht
ſchon ausſchlaggebend für die weitere Geſtaltung der Rundenſpiele
ſowohl im Main=Rhein=Gau als auch im 9. Kreis (Mittelrhein)
ſind. Teilnehmer der Kreis=Vorrunde ſind die Tgde. 1846
Darmſtadt Tgde 1837 Hanau und Frankfurter Tv.
1860 Alle drei ſpielſtarke Mannſchaften, die wiederholt ihre
Spielfähigkeit unter Beweis ſtellen konnten. Die Mannſchaft der
Tgde 1846 tritt ſtark verjüngt an, ohne ihren Spielführer
K. Ihrig, der zurzeit in Berlin auf der Deutſchen Turnſchule weilt.
Dieſe verjüngte Mannſchaft ſpielte jedoch auch in Stuttgart gegen
den Tbd. Kannſtadt ein recht anſprechendes Spiel, und man darf
erwarten, daß ſie hier alles verſuchen wird, die Vorrunde ſiegreich
durchzuſtehen. Auch der Frankfurter Tv. 1860 und die Tgde Ha=
nau
kommen mit einer gegen das Vorjahr veränderten Mann=
ſchaftsaufſtellung
, ſo daß in keiner Weiſe eine Vorherſage getroffen
werden kann. Bei dem Vorteil und der Kenntnis der eigenen
Bahn dürfte der Mannſchaft der Tgde. 1846 wenn ſie fleißig
am Ball iſt ein kleines Plus zugeſprochen werden. Spielbe=
ginn
iſt vormittags 9 Uhr. Schiedsrichter ſind die Turner
Egert=Offenbach, Schmidt=Darmſtadt.
In der Gau=Vorrunde treffen ſich Tv Arheilgen,
Reichsbahn Darmſtadt Tgſ. 1875 Darmſtadt und
Tgde 1846 Darmſtadt. Da bei dieſen Spielen Mitglieder
bzw. Spieler der Kreisklaſſe nicht zugelaſſen ſind, treten ſowohl die
Tgſ. 1875 als auch die Tgde. 1846 mit jüngeren Mannſchaften auf
den Plan, die gegen Arheilgen und die Reichsbahn einen ſchweren
Stand haben werden. Trotz alledem dürften auch dieſe Spiele,
die zwiſchen den Spielen der Kreisrunde ſtattfinden, ſich recht ab=
wechſlungsreich
geſtalten.
Es wäre zu wünſchen, daß auch die Waſſerball=Rundenſpiele
der D.T.=Mannſchaften einen guten Beſuch aufzuweiſen hätten,
Die Eintrittspreiſe ſind ſehr niedrig.
Leichkakhlekik.
Polizei Darmſtadt.
Die Leichtathleten des Polizeiſportvereins beteiligen ſich am Sonn=
tag
, 21. Juni, an den leichtathletiſchen Wettkämpfen des Sportvereins
1919 Münſter. Neben den Aktiven nehmen die Damen Walter, Pfeifer,
Kratz und Schuchmann und die Jugendlichen Rühl. Moßner, Schönig
Gg. und W. Wiſſemann, Hedtler, Riffel, Röth, Blank und Reuter teil.
Treffpunkt 7.30 Uhr am Eingang des Hauptbahnhofes.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 20. Junf.
7.30: Bad Nauheim; Frühkonzert des Kurorcheſters.
10.20: Schulfunk: An Engliſh college.
15.20: Stunde der Jugend.
16.30: Mainz: Konzert des Mainzer Berufsmuſiker=Orcheſters. An=
läßlich
der Gutenberg=Feier.
anſchl. Nachmittagskonzert des Funkorcheſters. Mitw.; W. p. Hohen=
eſche
(Bariton), O. Seyfert (Flügel).
18.10: Ein Dreigeſpräch zwiſchen Gymnaſiaſten und Dir. Majer=
Leonhardt.
18.45: Dr. Gravenkamp: Der Frankfurter Kunſtverein, ſeine Ziele
und Aufgaben.
19.10: Zeit, Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
19.15: Spaniſch.
19.45: Anekdoten geleſen von Theodor Brandt.
20.00: Nationaltheater Mannheim: Coſi fan tutte (So machen’s
alle). Komiſche Oper von Mozart.
22.30: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.50: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend, 20. Junf.
15.00: Jugendſtunde: Bau von Flugzeugmodellen, Gleit= und Se=
gelfliegern
.
15.45: Dr. Elſe Hildebrandt: Die Lebenswelt der weiblichen Ange=
ſtellten
.
16.00: Uni.=Prof, Dr. Vogel: Die geographiſchen Grundlagen der
Staatsbildung.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Prof. Dr. Brugſch: Wie erhole ich mich am beſten, wenn ich
in den Ferien zuhauſe bleiben muß?
18.00: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene.
18.30: Priv.Dozent Dr. Weinert: Zickackwege der Menſchwerdung.
Schwimmblaſe, Lunge und Stimme.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: H. Engel: Die Viſitenkarte der fernen Sender.
19.30: Stille Stunde: Heiterer Sonntagsführer.
19.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
20,00: Landshut: Niederbayriſches Volkswettſingen.
22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Danach: Tanzmuſik der Kapelle Alfred Beres.

Wekkerbericht.

Ausſichten für Samstag, den 20. Juni: Veränderliches, wechſelnd be=
wölktes
Wetter, kühler, Regenſchauer, zum Teil gewitterhafter Art.
Ausſichten für Sonntag, den 21. Juni: Weiterhin wechſelhaftes Wetter.

Hauptſchriftleltung: Rudelf Maupe
Verantworſich für Polltik und Wirtſchaft: Rudelf Maupe: für Fenilleton, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Bzhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart, Tagesſplegel in Bild und Wort: Dr. Herdert Neite:
ſar den Inſeraientell und geſchäftliche Mitteilungen: Willv Kuble
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

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Darmſtadt.
Hügelſtraße 15, I.

[ ][  ][ ]

Nummer 169

Samsfag, den 20. Junf

DarmſtädterCagblatte

Welkkonjunkkur und deutſche Konjunkkur
Anfung Jan 2904.

Das Inſtitut für Konjunkturforſchung faßt auf Grund ſeiner Un=
terſuchungen
ſein Urteil über die Weltkonjunktur Anfang Juni folgen=
dermaßen
zuſammen: Die Rückgangsbewegung hat ſich auch in den
letzten Monaten in allen von der Weltwirtſchaftskriſe erfaßten Ländern
fortgeſetzt. Die Rückgangsintenſität war jedoch im allgemeinen leicht
abgeſchwächt. In einzelnen Ländern, vor allem in U. S.A., ſtieg die
Produktion einiger Induſtriezweige zum Teil ſogar mehr als ſaiſon=
üblich
. Der internationale Güteraustauſch ſtand jedoch weiter im Zei=
chen
ſcharfen Rückganges. An den Weltmärkten ſind die ſichtbaren Vor=
räte
nicht nur der agrariſchen, ſondern auch der induſtriell erzeugten
Rohſtoffe wieder gewachſen. Die Preiſe einzelner Rohſtoffe, die zu Be=
ginn
des Jahres angezogen hatten, ſind in den letzten Wochen zum Teil
wieder gefallen. Der allgemeine Preisrückgang hat ſich infolgedeſſen
wieder leicht verſchärft. Auch die Hauſſe an den internationalen Aktien=
märkten
wurde im März durch eine neue Baiſſe abgelöſt. Trotz wei=
terer
Verflüſſigung der Geldmärkte ſchreitet die Auflockerung an den
Kapitalmärkten nur langſam fort. Die anhaltend geringe Emiſſions=
tätigkeit
läßt einen raſchen und anhaltenden Umſchwung der Weltkon=
junktur
zunächſt noch nicht erwarten. Immerhin dürfte die weitaus
größte Strecke der wirtſchaftlichen Abſchwungsentwicklung bereits durch=
laufen
ſein. Nach den ſaiſonüblich flauen Sommermonaten dürfte nur
noch auf einzelnen Gebieten der Weltwirtſchaft mit weiteren ſtarken
Schrumpfungen in Produktion, Umſätzen und Preiſen zu rechnen ſein.
Ueber die Konfunktur in Deutſchland Anfang Juni wird geſagt:
Der konjunkturelle Abſchwung der Wirtſchaftstätigkeit hat ſich während
der letzten Monate nicht mehr in gleicher Schärfe fortgeſetzt wie vor=
dem
. Bei den Verbrauchsgütern trat in Reaktion auf eine zum Teil
ſehr weitgetriebene Bedarfsſtauung eine geringe Belebung auf. Der
Rückgang in der Beſchäftigung der Produktionsgüterinduſtrien hat ſich
verlangſamt. Auch am Arbeitsmarkt iſt ein gewiſſer Tendenzwechſel
eingetreten. Zwar iſt die Arbeitsloſigkeit nicht in dem ſaiſonüblichen
Maße geſunken; der vordem vorhandene ſtarke Zug zu weiterer kon=
junktureller
Verſchlechterung beſteht aber nicht mehr in gleichem Grad.
Die Ueberleitung eines bis dahin einheitlichen Konjunkturabſchwunges
in eine Reihe von Einzelbewegungen kennzeichnet üblicherweiſe den
Zeitpunkt, von dem ab die Periode ſchärferer Produktionsrückſchläge
als überwunden betrachtet werden darf. Gegenwärtig ſind aber durch
die anhaltende Enge des Kapitalmarktes ſowie durch die geſpannte
Lage der öffentlichen Wirtſchaft Faktoren geſchaffen, die eine ſolche
Diagnoſe nicht ohne weiteres zulaſſen. Dies gilt um ſo mehr, als die
Exportausſichten der deutſchen Induſtrie anhaltend ſchlecht ſind und
die Ausſichten auf erhöhte Kapitaleinfuhr durch die Beunruhigung, zu
der insbeſondere die öſterreichiſche Bankenkriſis geführt hat, noch un=
günſtiger
geworden ſind. Die Vorausſetzungen für einen Aufſchwung
ſind jedenfalls nicht gegeben. Produktion und Beſchäftigung werden
ſich vielmehr im verbleibenden Teil des Jahres 1931 weiter deprefſio

verhalten.

Metallnokierungen.

Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 19. Juni
ſtellten ſich für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen
oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die Deutſche
Elektrolytkupfernotiz) auf 77,50 RM. Die Notierungen der
Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe ver=
ſtehen
ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und Be=
zahlung
) ſtellten ſich für Original=Hüttenaluminium, 98 bis 99
Pxozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 170 RM., desgleichen
in Walz= oder Drahtbarren 99 Prozent, 174 RM., Reinnickel, 98
bis 99 Prozent, 350 RM., Antimon=Regulus 4851 RM., Fein=
ſilber
(1 Kg. fein) 36,7538½ RM.
Die Berliner Metalltermine vom 19. Juni ſtellten ſich für
Kupfer: Juni 64 (65,75), Juli 65 (65,75), Auguſt 65,50 (66,75),
September 66 (67), Oktober 67 (67.50), November 67,25 (67,50),
Dezember 67,75 (68), Januar 67,75 (68), Februar 68 (68,50). März
68,25 (68,50) April 68,25 (68,75), Mai 68,25 (68,50). Tendenz:
kaum ſtetig. Für Blei: Juni, Juli 21,75 (22,25), Auguſt. Sep=
tember
21,75 (22,25). Oktober 22 (22,25) November. Dezember
22 (22,50), Januar, Februar, März. April 22 (22,75), Mai 22,50
(22,75) Tendenz abgeſchwächt. Für Zink: Juni 22 (24), Juli
22 (23,50). Auguſt 22.25 (23,25) September 22,75 (23,75), Oktober
23 (24). November 23,75 (24.25) Dezember 24 (24,50), Januar
24.25 (25), Februar 24,75 (25,50), März 25 (25,50), April 25
(25.75), Mai 25,25 (25,75). Tendenz: kaum ſtetig. Die erſten
Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.

Wirkſchaftliche Rundſchau.

Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Neue Verfahren: Bingen: Wilhelm Wilhelm in Kempten. GlV.
und Prft. am 25. 7., Af. 18. 7: Ehefrau Wilhelm Wilhelm geb. Bernd
in Kempten. Af. 18. 7., GlV. und Prft. am 25. 7. Herbſtein. Firma
Oberheſſiſche Baſaltwerke Gebr. Riedemann u. Co. Af. 18. 7., GlV. und
Prft. am 2. 7. Mainz: Fa. Gemeinnütziger Luther=Bauverein eG.. Af. 10. 7., GlV. 6. 7., Prft. 27. 7. Worms: Fa. Karl Markus
u. Co., GmbH., Tabakwaren. Af. 25. 6., GlV. 4. 7., Prft. 11. Juli.
Beendete Konkurſe: Bad=Nauheim: Hdl. Samuel Samuel;
Juwelier Ernſt Gronski. Darmſtadt: Kfm. Auguſt Fuhrländer.
Wörrſtadt: Wwe. Jacob Heinz Luiſe geb. Keſſel in Udenheim.
Neue Vergleichsverfahren: Bensheim: Fa. Bauſtoffwerke
A. G. VerglT. 1. 7. Worms: Kfm. Illi Kagan, Kunſthandlung.
VerglT. 6. 7. Beendete Vergleichsverfahren: Mainz:
Kfm. Leo Koch Offenbach a. M.: Karl Andreas Adam, Weißwaren=
handlung
, in Dietesheim.
Inſolvenz Schuhfabrik Ph. Kiefer Nachf. Butzbach. In den Ver=
gleichsverhandlungen
dieſer mit 630 000 Mk. Paſſiven inſolventen Schuh=
fabrik
wird der Quotenvorſchlag von 25 auf 30 Prozent erhöht.
Söhnlein Rheingold A.G. Wiesbaden=Schierſtein. Die Geſellſchaft
hat in 1930 mit einem erheblichen Verluſt gearbeitet. Nach Unkoſten
und Abſchreibungen von 0,64 (0,84) Mill. RM. ergibt ſich ein Verluſt
von 263 551 RM. (i. V. 22 076 RM. Gewinn). Das Fabrikationskonto
erbrachte nur noch 359 012 RM. gegen 847 714 RM. im Vorjahr. Nach
der Bilanz betragen die Schulden noch 2,07 (2,27) Mill. RM. Ihnen
ſtehen an Forderungen 0,99 (1,03) Mill. RM. und an Vorräten 1,84
(2,23) Mill. RM. gegenüber.
Rheiniſch=Weſtfäliſches Kohlenſyndikat. Die Verhandlungen zur
Bildung eines freiwilligen Syndikats wurden in der Zechenbeſitzerver=
ſammlung
fortgeſetzt. Es lag ein Vorſchlag des Arbeitsausſchuſſes zur
Beſchlußfaſſung vor, der im weſentlichen vorſieht, daß das Syndikat auf
der Grundlage, wie es durch die Verordnung des Reichswirtſchaftsmini=
ſters
vom 29. Mai 1931 zuſammengeſetzt worden iſt, bis zum 31. März
1932 verlängert werden ſoll. Die Umlageregelung ſoll, und zwar mit
Wirkung vom 1. Juli 1931 ab, durch ein Schiedsgericht erledigt werden,
das aus einem Obmann und je zwei Vertretern der beiden Parteien
beſteht. Obmann iſt der Geſchäftsführer des Reichskohlenrats, Berg=
hauptmann
Bennhold. Der den Zechen vorgelegten Beitrittserklärung
ſtimmten bis auf einige Ausnahmen die Zechenbeſitzer zu. Einige Zechen
behielten ſich ihre Stellungnahme noch vor
Goldanhäufung in London und New York. Infolge der großen
Goldſendungen, vor allem aus Deutſchland, zeigt der Ausweis der Bank
von England eine außerordentlich befeſtigte Stellung. Die Reſerve hat
ſich um 7.7 Millionen Pfd. (154 Millionen RM.) auf 69,7 Mill. Pfd.
(1394 Mill. RM.) erhöht und iſt die höchſte, die jemals da war. Der
frühere Rekord wurde am 14. Mai 1930 mit 66,9 Mill. Pfd. (1338 Mill.
RM.) verzeichnet. Auch die Goldvorräte haben mit einer Höhe von
160,9 Mill. Pfd. (3218 Mill. RM.) den höchſten Stand ſeit dieſem Ter=
min
erreicht. Die Goldvorräte in den Vereinigten Staaten erhöhten
ſich nach den Mitteilungen der Federal Reſerve Boards allein in der
letzten Woche um 90 Millionen Dollar (378 Mill. RM.) und hatten am
Mittwoch einen Höchſtſtand von 4893 Millionen Doll, (20,55 Milliarden
RM.) erreicht.
Die Baiffeſtimmung an der Pariſer Börſe hält an. An der Pariſer
Börſe hält die Baiſſeſtimmung weiter an, wozu die Schwäche der New=
Yorker und der Berliner Börſe, die Ungewißheit über die Entwicklung
der öſterreichiſchen Anleiheverhandlungen, über die deutſchen Abſichten
hinſichtlich eines Reparationszahlungs=Moratoriums und über den Gang
der in London von dem amerikaniſchen Schatzſekretär Mellon geführten
Beſprechungen weſentlich beitrugen. Die Dawesanleihe ging von 11580
auf 11 350, die Youngplan=Anleihe von 738 auf 731 zurück. Die Peſeta,
die geſtern 253,5 notiert hatte, ſank beträchtlich und ſchloß mit 236.,

Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.

Frankfurt a. M., 19. Juni.
Nach dem neuen Kurseinbruch an der geſtrigen Mittags= und Abend=
börſe
machte ſich heute bei Beginn eine beruhigtere Stimmung bemerk=
bar
. Es wurde günſtig aufgenommen, daß auch von amerikaniſcher Seite
Kreditbereitſchaft für Oeſterreich in Ausſicht geſtellt iſt. In Verbin=
dung
damit knüpfte man Hoffnungen auf den bevorſtehenden Gegen=
beſuch
engliſcher Staatsmänner wegen des Reparationsproblems. Eine
gewiſſe Unſicherheit war jedoch nicht zu verkennen, zumal die New Yor=
ker
Börſe wieder in matter Haltung ſchloß und auch die neuerliche Be=
feſtigung
des Dollars zur Zurückhaltung mahnte. Das Geſchäft war
ſehr gering, da von einer Beteiligung des Publikums nichts zu bemer=
ken
war und ſich die Umſatztätigkeit nur innerhalb der Kuliſſe bewegte,
die nach den geſtrigen Leerabgaben heute kleine Deckungen vornahm, ſo
daß ſich meiſt Beſſerungen einſtellten Am Rentenmarkt war das Ge=
ſchäft
im ganzen ziemlich ſtill. Vereinzelt lag noch und wieder Angebot
vor, ſo in Induſtrieobligationen, von denen 7proz. Mainkraft 2,5 Proz.,
Tproz. Fürſtl. Fürſtenberg=Brauerei 1,5 Proz. und 6proz. Siemens=
Bonds ſogar 4 Proz. nachgaben. Stadtanleihen uneinheitlich. Staats=
anleihen
meiſt 0,5 Proz. höher. 5,5proz. Younganleihe weiter feſt mit
67 nach 66,25 und am Mittwoch noch 62 Proz. Liquidationspfandbriefe
leicht angeboten und bis 0,75 Prozent ſchwächer, Goldpfandbriefe blieben
unverändert. Das wenige Angebot wurde glatt aufgenommen. Deutſche
Anleihen: Altbeſitzer 50½/497/s 150,30); Neubeſitz und Schutzgebiete
knapp gehalten. Reichsſchuldbuchforderungen verloren bis 0,75 Proz.
Von Auslandsrenten lagen 5proz. Rumänen (5,65) und Anatolier (13,60)
feſter. Im übrigen blieben die Kurſe etwa behauptet. Im Verlaufe
neigte die Tendenz wieder zur Schwäche, da von außenher etwas Ma=
terial
herauskam und der Rückgang der Waldhof=Aktien verſtimmte.
Ferner verwies man auf den angeſpannten Geldmarkt. Gegen die An=
fangskurſe
ergaben ſich überwiegend Kursrückgänge um 1 Proz., bei
J. G. Farben um 1,75 Proz. und Waldhof um 2,5 Proz. Die ſtarke
Nachfrage nach Deviſen hat die Börſe ſehr verſtimmt, ſo daß
bis zum Schluß, beſonders in J.G. Farben, Abgaben erfolgten. Die
Tendenz war ausgeſprochen ſchwach. J.G. Farben gingen auf 114,75
Prozent zurück. Am Geldmarkt war Tagesgeld ſtark geſucht, ſo daß der
Satz auf 6,5 Proz. erhöht wurde. An dem Deviſenmarkt beſtand wieder
Nachfrage nach Deviſen. Mark gegen Dollar 4.2145, gegen Pfunde
20.50½g. London-New York 4.8643, Paris 124.20, Mailand 92.92,
Madrid 50,25 Schweiz 25,05½, Holland 12.0840.
Die ſchwache Haltung, die bereits den Schluß der Mittagsbörſe charak=
teriſierte
, ſetzte ſich an der Abendbörſe weiter fort. Die Haupturſachen
hierfür waren in den ſtarken Deviſenanforderungen der Dollar galt
im Freiverkehr 4.2155 Geld , und in den Befürchtungen zu ſuchen,
daß das Ausland zum Halbjahrsultimo größere Kredite nicht mehr pro=
longieren
werde. Auf Verkäufe, an denen man auch das Ausland be=
teiligt
glaubte, die jedoch allgemein kein größeres Ausmaß annahmen,
gaben die Mehrzahl der Kurſe gegen den Berliner Schluß um 11,5
Proz, nach. Im Verlaufe bröckelten die Kurſe bei anhaltend kleinem
Geſchäft meiſt weiter ab.
Berlin, 19. Juni.
Nachdem geſtern abend Verkäufe des Auslandes und Abgaben der
Konzernbanken der Oeſterreichiſchen Kreditanſtalt eine ſchwächere Stim=
mung
ausgelöſt hatten, die ſich in niedrigeren Frankfurter Abendkurſen
ausdrückte, war man heute vormittag wieder freundlicher geſtimmt. Die
engliſche Hilfe für die Oeſterreichiſche Kreditanſtalt und der ſchon für
den 17. Juli begbſichtigte Gegenbeſuch Macdonalds und Henderſons
waren anregende Momente. Zu den erſten Kurſen lag dann aber doch
etwas Angebot vor, ſo daß ſich ganz allgemein 12prozent. Abſchläge
gegen den geſtrigen Schluß ergaben. Die gleichfalls ſchwächeren Aus=
landsmeldungen
mahnten zur Zurückhaltung und der bevorſtehende
Halbjahres=Ultimo ließ beſonders im Hinblick auf den Reichskredit von
260 Millionen Mk. die Gefahr einer empfindlichen Geldverknappung
befürchten. Nach vorübergehender Unſicherheit ſetzten ſich dann Beſſe=
rungen
bis zu 1 Proz., für Spezialwerte bis zu 2,5 Proz. durch. Ob
dieſe Erholung auf Deckungen oder auf Interventionen zurückzuführen
war, ließ ſich nicht feſtſtellen; jedenfalls kam gegen 1 Uhr erneut eine
ſchwächere Stimmung zum Durchbruch, die Gewinne gingen wieder ver=
loren
und darüber hinaus ergaben ſich Verluſte bis zu 1,5 Prozent
Anleihen neigten zur Schwäche, von Ausländern waren Bosnier erneut
bis zu 0,75 Proz. ſchwächer, während Mexikaner freundlicher tendierten.
Pfandbriefe lagen bei kleinem Geſchäft ganz uneinheitlich. Reichsſchuld=
buchfonderungen
gingen um 0,50,75 Proz. zurück. Am Deviſenmarkt
ſoll heute wieder ſtärkere Nachfrage beſtehen; jedenfalls gab die RM.
etwas nach. Madrid lag international ſchwach. Die Geldſätze blieben
unverändert.

Produkkenberichte.

Berliner Produktenbericht vom 19. Juni. Das Geſchäft an der Pr=e
duktenbörſe entwickelte ſich nur ſehr ſchleppend, und gegenüber den högr=
ſten
Notierungen des geſtrigen Nachmittags war bereits wieder eine A. feſtzuſtellen, anſcheinend im Zuſammenhang mit der Wettes
verbeſſerung. Am Weizenmarkt findet das herauskommende Promty,
angebot bei den Mühlen nur zu gedrückten Preiſen Unterkunft; Ne=u
weizen, für den auf dem ermäßigten Niveau einige Nachfrage beſteht, j
infolge der unbefriedigenden Preislage von der erſten Hand wenig
offeriert. Am Lieferungsmarkte ergaben ſich nach den geſtrigen Rügc=
gängen
unbedeutende Erholungen. Roggen zur prompten Lieferum
bleibt von hieſigen und mitteldeurſchen Mühlen begehrt und im Preä=
behauptet
. Neuroggen hat ruhiges Geſchäft bei wenig veränderten N=
tierungen
. Der Roggenlieferungsmarkt lag kaum ſtetig. Weizenme
weiter ſtill, Roggenmehl gefragt und in den Forderungen wieder feſt=
gehalten
. Hafer luſtlos; nachdem ſich die Offerten den geſtrigen Preiſei
angepaßt haben, lauten die Gebote heute wieder niedriger. Gerſſ;
weiter vernachläſſigt.

Amerikaniſche Kabelnachrichken.

Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 19. Jun=
Getreide. Weizen: Juli 56, September 56½, Dezember 66,25
Mais: Juli 56,50, Sept. 52½, Dez. 46,50; Hafer: Juli 25,50, Sex
tember 26½, Dezember 28½; Roggen: Juli 37,25, Septembei
39, Dezember 41,75.
Schmalz: Juli 8,00, September 8,07½, Oktober 8,05.
Speck 9,50.
Schweine: Leichte 7,257,65, ſchwere 6,207,00; Schweine
zufuhren in Chicago 18 000, im Weſten 84 000.

Es notierten nach Meldungen aus New York am 19. Juni
Schmalz: Prima Weſtern 8,70; Talg, extra loſe 3½.

Getreide. Weizen: Rotwinter 91,50; Mais:; loco New Yor)
70,50; Mehl: ſpring wheat clears 4,254,50; Getreidefracht nach
England 1,62,3 sh, nach dem Kontinent 88½ C.
Kakao: Tendenz willig, Umſätze 75, Loconotiz 5½; Juli 4,82
September 4,99, Oktober 5,05, Dezember 5,19, Januar 1932 5,25
März 5,38, Mai 5,47.

Kleine Wirkſchaftsnachrichken.

Die Preisindexziffer der Metallwirtſchaft, Metallwiſſenſchaft
Metalltechnik ſtellte ſich am 17. Juni 1931 auf 64,8 gegen 64,9 am 1C.
Juni (Durchſchnitt 190913: 100), fiel alſo um 0,2 Prozent. Für
einzelnen Metalle wurden folgende Einzelindexziffern errechnet: Kupfe
59,2 (59,7) Blei 73,4 (71,9), Zink 47,2 (46,7), Zinn 54,8 (55,6), Alzu
minium 118,1 (118,1), Nickel 107,7 (107,7) Antimon 74,0 (74,0).
Die Geſchäftstätigkeit in der Nichteiſenmetallinduſtrie hat ſich im
Mai nicht gebeſſert. Die deutſche Kupferhüttenproduktion ſtellte ſich im
Mai 1931 auf 4045 To. gegen 5342 To. im April 1931. Die deutſch
Kupferraffinadeproduktion (Raffinade und Elektrolytkupfer) betrug ir
Monat Mai 1931 10 938 To. gegen 11 499 To. im April.
Der Reichswirtſchaftsminiſter hat gegen den Süddeutſchen Kohlen
wirtſchaftsverband und noch acht andere Wirtſchaftsverbände ſowie Koh=
lengroßhandelsverbände
(Stuttgart, Reutlingen, Mannheim) weger
Verſtoßes gegen die Kartellverordnung eim Kartellgericht Berlir
Strafantrag geſtellt.
Die Zinn=Bergwerksproduktion ſtellte ſich im Monat Mai 1931 auf
insgeſamt (in metr. To.) 12945 gegen 12 712 im April. Hiervon ent=
fallen
auf Aſien 9376 (9400), auf Amerika 2409 (2466), auf Afrika 89C.
(576), auf Auſtralien 170 (170) und auf Europa 1009 (100). Die Pro=
duktion
im Tagesdurchſchnitt betrug im Mai 1931 418, im April 424, in
den entſprechenden Zeiten des Vorjahres 528 bzw. 522 und in 1929 596
bezw. 534 metr. To.
Die Zinkhüttenproduktion belief ſich im Mai 1931 in Amerika auf
in metr. To.) 37 528 gegen 39653 im April, in Auſtralien auf 4700
(4545), in Aſien auf 2700 (2700) (teilweiſe geſchätzt), in Afrika (Rho=) auf 1031 (1026). Eine Geſamtziffer für Europa läßt ſich nicht
ermitteln, da die Angaben für Belgien und Polen noch fehlen. Die=
Produktion in Deutſchland betrug 2899 (3396), in Frankreich 5460
(5538) und in England 1746 (1988) metr. To.

deren) b.

Berliner Kursbericht
vom 19. Juni 1931

Oeviſenmarkt

vom 19. Juni 1931

Berl. Handels=Geſ.
Danatbank . . . . . . .
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Eleltr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl

102.25
106.25

100.
100.
40.25
66.875
42.50
79.25
37.125
69.
60.50
32.50
90.
104.
54.

Eleltr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f. elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben 1103.50
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bow.
Mannesm. Röhr. .
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel

88.75
116.50
59.50
83.50
49.75
42.75
65.
42.
47.
51.25
28.50
14.50
54.50
32.75

Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTeclegr. Drah
Wanderer=Werke

97.25
36.
161.
82.50
7.
36.50
108.
49.875
18.125
36.75

30.25
115.25
30.50
44.

Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Lslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aires
New York
Belgien
Italien

Paris

Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch.Kr.
100 Pengö
100 Leva
1100 Gulden
100 Kronen
1100 Kronen
100 Kronen
1 S.Sta.
Pap. Peſo
1 Dollar.
400 Belga
100 Lire
100 Francs

Geld
10.583
59. 145
12.46
73.51
3.048
169.41
112.69
112.70
112.81
20.475
1.285
4.209
58.57
22.04
16.475/ 18.515

Brief
0.613
59.26!
12.487
73.65
3.05
169.7
1129
12.92
113.0-
20.515
1.28
4.217
58.69
22.08

Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Nio de Janeirolt Milreis
Jugoſlawien 1100 Dinar
Portugal
Athen
Iſtambul
Kairo
Kanada
Urugnay
Jsland
Tallinn (Eſtl.
Riga

Währung
100 Franker
100 Peſetas
100 Gulden
1 Yen
1100 (scudo
100 Drachm.
11 türt.
1 ägypt. 2
11 canad. Doll.
1 Goldpeſo
100 isl. Kr.
100 eſtl. Kr.
00 Lats

Geld
81.75
40 46
81.87
2.080
0.314
7.456
18.66
5.458

21.02
4.187
2.366
92.35
112.03
81.C8

Malsane, Koulmandnrgeferſchaft
Frankfurter Kursbericht vom 19. Juni 1931.

7% Dtſch. Reichsan/
6%

5½%Intern.,
6%Baden .......
8%Bayern ......"
6%
....
8% Heſſen v. 28
8%
v. 29
6% Preuß. Staat.
8% Sachſen ......"

7½ Thüringen. . . .
Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. 4:/. Ab=
löſungsanl
. . . .
Dtſche. Anl. Ablö.
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
.. .."

8% Aachen v. 29
8% Baden=Baden.
6%Berlin .......
8% Darmſtadt v. 26
8% v. 28
7% Dresben.. . . . .
8% Frankfurt a. M.
v. 26
v. 26

8% Mainz......"
8% Mannheim v. 26
v. 27
8% München .....
8% Nürnberg. . . .
8½ Wiesbaden

8% Heſſ. Landesbl
2%
8% Golboblig
4½% Heſſ. Lds.=
Hhp.=Bk.=Liquid.
4¾% Kom.=Obl.
8% Preuß. Lds
pfbr.=Anſt. G. Pf.
8%
Goldoblig

94
82.5
67
70
97.25
78.5
85
87
91
95.75
71

49.9
4.35

82.75

80
80
71.25
93
75.25
68
80

89
80.75

Mré
91.75
97.5

Re
82

100
96
96

Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
8½ Kaſſeler Land. Goldpfbr..
7% Kaſſeler Land. Goldpfbr..
8% Naſſ. Landesbk
7%

4½½ Liqu. Ob

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
+AuslSer. I
Ser, II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Nenbeſitz)..

8% Berl. Hyp.Bk.
%o
4½
Licu.=Pfbr.
20 Frkf. Hyp.=Bk..

4½% Lig. Pfbr.
8% Pfbr.=Bk

4½9
Liqu.
8% Mein. Hhp.=B!
Lig. Pfbr.
Pfälz. Hyp.=Bk.
41
Lig. Pfbr.
8% Preuß. Boden=
cred
.=Bank . . ..
4½% Lig. Pfbr.
8% Preuß.Centrl.
Bodencr.=Bank".
4½% Lia. Pfbr.
8% Rhein.Hyp.Bk.
ſg Lig. Pfbr..
Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit.
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank .."

4½% Lig. Pfbr.

93.75

97

9
85
99.25
97
85
86

11

96.5
96
85.5
97.75
96
85.7
97.5
95.75
881),
100
96
85.5
99
89

97
88.25

96.25
85),
97
94.75
86.75
98

99.5
93.75

8% Württ. Hyp.=4

% Daimler=Benz
38 Dt. Linol. Werke
Klöckner=Werke
Mainkrw. v. 26
Mitteld. Stahl.
8% Salzmannu. Co
7%Ver. Stahlwerke
8% VoigtcHäffner

F. G. Farben Bonds

5% Bosn. L.E.B.
L. Inveſt.
½ Bulg. Tab. v. 02
4½% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrenie
5% vereinh. Rumän
4½%

4%

4% Türk. Admin.
4% 1. Bagdad
4% Zollanl.
4½% Ungarn 1913
4½% 1914
4½ Goldr.
49
1910
Aktien

Aig. Kunſtziide Unie
A. E. G. .........
Andrege Noris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoft
Bemberg, J. P....
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen....
Cement Heidelberg
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſel
Chem. Werke Alber.
Chade .........."
Contin. Gummiw.
Linoleum
Daimler=Benz....

96.5

63
88
74.5
89.5
e
73.25

R-G

88.5

26.75
34

5.65

15.1
14

58.5
78.1
101

55
69.5

50
81.75
41.25
2861,

21

Dt. Atl. Telegr.
Erdöl ......."
Gold=u. Silber=
ſcheide
=Anſtalt
Linoleumwerke
Eiſenhandel. .
Dyckerhoff u. Widm

Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Berowerk.
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei

Faber & Schleicher
F. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Gnilleaume
Frankf. Gas i. Lig.
Hof..

Gelſent. Bergwer
Geſ. f.eleftr. Untern
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.

Hafenmühle Frrft.
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempſ
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. . . .
Hochtief Eſſen .."
Holzmann, Phil.
Ilſe Bergb. Stamn
Genüſſt
Junghans ..
Kali Chemie .....
Aſchersleben .
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R. . . . . .
Klein, Schanzlin".
Klöcknerwerke ..
Knorr C. H.....
Lahmeher & Co. .
Laurahütte ..
Lech. Augsburg ..

71
53.75
113.5

52

80

91.75
199
26
66
72
117.25
33

35
Rré
84.75
33.5
27
149

125
Kd
151
54

102
61
64.5
136.5
86.5
29

24.5
88

141.75

29.75
69.75

Mie Miche
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.

Maintr..=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. . . .
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Berg. ..
Metallgef. Frankf.
Miag. Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſe!

Oberbedar/
Phönix Bergbau..

Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen
Gektr. Stamm
Metallwaren ..
Stahlwerke ...
Riebeck Montan. . .
Roeder Gebr.
Rütgerswerke

Sachtleben A. G..
Salzbetfurth Kali
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind..
Schramm. Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. . .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halsfe.
Südd. Immobilien
Zucker=A. G.
Svenska Tändſticks
Tellus Bergbau ...
Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard ..
Tucher=Brauere:
Unterfranken.
Veithwerke
Ver. f. Chem. Ind
Stahlwerke ...
StrohſtoTJabr.
Ultramarin ...

129.5

53
54

37

70

95.25
65
61

116
160
165
147
39

A.

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Voigt & Haeffner".
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Badiſche Bank. . . . /119
Bk. f. Brauinduſtr. /103
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Bayer. Hyp. u. W./110.5
Berl. Handelsgeſ.
Eypotlefbf.. /210
Comm. u. Privatbl 100
darmſt. u. Nat.=Bk. 106.25
Dt. Ban1 und Dic./100

99
21.5
19
109.75
54
55

98

44
39
95
111.75

Dt. Eff. u. Wechſell 92.75
Dresdner Bank .. ./100
Frankſ. Bank
Hhp.=Bank .. . /123.5
Pfdbr.=Bf. ...
Mein.Hyp. Fonk ../124.5
Oſt. Creditanſtalt
Pfälz. Kyp.=Bank 1114
Reichsbanf=Ant. . . 1124
Rhein. Hyp.=Bank./115
Südd. Bob.-Cr. Bf. /126.5
Wiener Bankverein/ 8.75
Württb. Notenbank 129

86

A. .G. .Vertehrsw.
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Südd. Eiſenb.=Beſ.

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80.25
81.5
41
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. Verein. Verſ. 167
FrankonaRück=u. M 315
Mannh. Verſich ..! 24

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*8

[ ][  ][ ]

Dt6

Samstag, den 20. Juni 1931

Ein Roman aus der Induſtrie
von Hans Domtnik

Copyright by Ernſt Keils Nachf.. (Aug. Scherl), G.m.b.H., Berlin.

(Nachdruck verboten.)

Wieviel mochte Pitman ihm in die Taſche geſtopft haben?
Er entzündete eine Kerze und zählte die Scheine. Sah dann nach
inem kleinen Kalender an der Wand. Der vierte Tag des Mo=
ats
. Er überlegte kurz. Bis zum Monatsende kam er mit dem
Held noch aus. Aber dann ?
Der Vierte. . . . Seine Hand fuhr über die Augen. Ein
nelles Lachen: Heute war Juliettes Geburtstag! Wie mochte ſie
hn feiern? Noch als Headſtones Geliebte? Dann würde wohl
in reichgedeckter Geburtstagstiſch ihrer warten. Aber vielleicht
par Headſtone ihrer längſt wieder müde. Was war dann aus
ſuliette geworden?
Er blies den Lichtſtumpf aus. Warf ſich wieder aufs Bett.
ſerſuchte vergeblich, zu ſchlafen. Die Fülle der Gedanken und Er=
mnerungen
, die Sorge um die Zukunft hielten ihn wach
Er überhörte, wie es an die Tür klopfte, wie dieſe ſich öffnete.
Nerkte erſt auf, als eine Frauenſtimme ſuchend rief: Wohnt hier
derr Hartlaub?
Juliettes Stimme?! Er glaubte, ſich getäuſcht zu haben.
Juliette? kam es, unſicher fragend, von ſeinen Lippen.
Ja, Wilhelm! Ich komme, um dir zu helfen.
Er antwortete nicht.
Willſt du nicht Licht machen, damit ich dich ſehen kann,
Vilhelm? Vergeblich ſuchte ſie das Beben ihrer Stimme zu un=
erdrücken
. Sein Schweigen begann ſie zu ängſtigen.
Endlich klang es aus der finſteren Ecke zurück: Wozu Licht,
ſuliette? Was du mir zu ſagen haſt, kannſt du mir auch ſo ſagen.
Oder willſt du etwa mit mir deinen Geburtstag feiern? Er
achte laut heraus. Iſt er deiner überdrüſſig geworden, der ehren=
verte
Herr? Oder biſt du gekommen, mich zu verhöhnen, du ?
Der drohend=verächtliche Ton ſeiner Stimme ließ ſie er=
hauern
. Nein nein, Wilhelm! ſtotterte ſie. Es ſoll dir ge=
olfen
werden. Ich möchte dir ein Angebot machen
Ein Angebot? Von dir oder von . . .?"
Ja von Headſtone!
Von Headſtone?" Hartlaub war aufgeſprungen Du wagſt
s. den Namen hier auszuſprechen! Den Namen des Mannes, der
nein ganzes Unglück verſchuldet hat! Er riß ein Streichholz an,
ſielt es in die Höhe. Sieh dich um, wie ich lebe! Iſt es nicht
ſerrlich hier? . . . Haha! Guck mich an! Bin ich nicht ſchön,
ung, friſch? Haha! Komm her! Umarme mich! Küſſe mich!
Vir wollen deinen Geburtstag feiern! . . . Ach, du willſt nicht!
ſch bin dir nicht fein genug?
Sie hob bittend die Hand. Um Gottes willen, Wilhelm!
Sprich nicht ſo! Ich ertrage das nicht. Hör mich in Ruhe an!

Sie trat an Hartlaub heran, der auf einen Stuhl geſunken war.
Wilhelm! Du könnteſt nach Deutſchland zurück. Vielleicht,
daß . . . Ihre Augen hatten ſich an das Halbdunkel gewöhnt.
Sie ſah, wie er ſich ihr zuwandte. Sie verſtummte kurz, wie ge=
bannt
von ſeinem Blick. Fuhr dann zögernd fort: Man wird
in Deutſchland weiter für dich ſorgen. Dir unter anderem Namen
eine Stellung bei den Rieba=Werken verſchaffen. Die Stellung
wird gut, ſehr gut bezahlt . . . Wieder hielt ſie inne, wartete
vergeblich auf ein Wort von ihm. Welcher Art deine Tätigkeit
dort ſein wird, iſt noch ungewiß. Aber ſie wird gut bezahlt
ſehr gut! Das ſag’ ich dir noch einmal.
Und weiter?" Hartlaub trat langſam an ſie heran. Die
Dunkelheit verbarg ihm die glühende Röte auf ihrem Geſicht. Und
Juliette, in ihrer Erregung, ward des drohenden Untertons in
ſeinen Worten nicht gewahr. Sprich weiter! drängte er. Die
Hauptſache kommt doch wohl noch?
Du ſiehſt dort als gebildeter Chemiker ſicherlich viel Inter=
eſſantes
. Dinge, für die man auch hier großes Intereſſe hat . ."
Sie ſpürte ſeinen haſtigen Atem. Schauderte, wollte zurück=
weichen
da umklammerte er ſie, ſchüttelte ſie wie ein leeres
Bündel. Spion!? Spion ſoll ich werden? Für Headſtone? . . .
Und du, meine Frau noch ſind wir ja nicht geſchieden , du
bieteſt mir an, ich ſoll für deinen Geliebten arbeiten als
Spion? Erwürgen müßte man dich!
Ein gellender Schrei. Sinnlos vor Angſt, ſtürzte ſie zur Tür,
ſtürmte die Treppe hinab, riß den Schlag des Autos auf, ſank halb
ohnmächtig in Headſtones Arme. Fort, James! Fort! Er iſt
wahnſinnig! Er wollte mich umbringen!"
Böſe Zeit kaum für Hartlaub. Der Tag kam, wo der Wirt
in Begleitung eines Fremden in ſeiner Wohnung erſchien und mit
dürren Worten ſagte: Hier iſt der neue Mieter. Sie müſſen
raus, werter Herr!
Er machte keinen Verſuch, den Wirt umzuſtimmen; packte
ſeine Sachen in ein kleines Bündel und verließ das Haus. Tage=
lang
irrte er in den Straßen der Rieſenſtadt umher. Suchte ver=
geblich
nach einer Beſchäftigung. Ein paar Mahlzeiten in einer
Heilsarmeeküche hielten ſeine Kräfte eine Zeitlang noch zuſam=
men
. Bisweilen gelang es ihm, ungeduldigen Theaterbeſuchern
nach Schluß der Vorſtellung eine Droſchke zu beſorgen. Die we=
nigen
Cents, die er dafür bekam, reichten wenigſtens hin und
wieder für ein Obdach. Manche Nacht aber mußte er auf einer
Bank im Freien verbringen.
So ſtand er eines Abends wieder vor einem Theater und
wartete auf Gelegenheit, ſeine Dienſte anzubringen. Während er

Seite 13
die Heraustretenden muſterte, fiel ſein Blick auf ein Paar, das
einem Privatwagen zuſchritt. Ein Diener öffnete den Schlag.
Hartlaub ſtieß einen Schrei aus und lief mit erhobenen Fäuſten
auf die beiden zu. James Headſtone! gellte es in den Men=
ſchenknäuel
, der erſchrocken auseinanderſtob. Schon ſtand er dicht
bei dem Wagen. Da warf ein Boxhieb des Dieners ihn wie
einen Sack aufs Pflaſter.
Juliette war bei dem Schrei zuſammengefahren. Was war
das, James? Wer rief da?
Der zuckte die Achſeln. Wer weiß? Irgendein Be=
trunkener
.
Er ſchob ſie ſchnell in den Wagen. Beim Anfahren warf
Juliette ängſtlich=neugierig einen Blick durch die Scheibe. Stöhnte
auf, beugte ſich vor. Ein Poliziſt hatte den zu Boden Geſunkenen
in das Licht eines Straßenkandelabers gehoben. Es war ihr Mann.
Wilhelm! Noch einmal wollte ſie rufen da ratterte der
Wagen ſchon in voller Fahrt. Headſtones Hand zwang ſie auf
ihren Sitz nieder.
Lungenentzündung Unterernährung dazu! ſagte der Arzt
des Krankenhauſes, in das Hartlaub eingeliefert worden war.
Lange Wochen, in denen der Patient zwiſchen Leben und Tod
ſchwebte. . . . Faſt ebenſo lang die Zeit der Geneſung.
Der Patient fühlte ſich ſchon wieder voll bei Kräften. Er
fürchtete allmorgendlich, das ſchreckliche Wort zu hören: Herr
Hartlaub, Sie werden morgen entlaſſen! Und freute ſich dank=
bar
eines jeden Tages, der ihm hier noch geſchenkt ward. Die
reichliche Koſt, das gute Bett, die freundliche Behandlung nach
der Hölle der letzten Monate wähnte er ſich im Paradies.. .
Eines Nachmittags, als er gerade einen Spaziergang im Gar=
ten
machte, trat eine Schweſter zu ihm: Er möge ins Büro kommen.
Beklommenen Herzens begab er ſich dorthin. Ein freundlicher
Herr empfing ihn.
Sie heißen Hartlaub? Geboren in Deutſchland?
Jawohl.
Und Sie fühlen ſich wiederhergeſtellt?
Jawohl.
Jawohl. Fiebernd jagten ſeine Gedanken. Was ſollte das?
Entlaſſen? Nein das konnte es nicht ſein. Polizei? Ein jäher
Schrecken: Joe Pitman Zuchthaus ! Hartlaub ſah furchtſam
zu dem Beamten auf.
Sie halten ſich auch für kräftig genug, eine Seereiſe er=
tragen
zu können?
Eine Seereiſe? ſtammelte der Ueberraſchte.
Ja, Herr Hartlaub. Der Krankenhausverwaltung wurde
eine Karte für einen morgen fälligen Dampfer nach Hamburg für
Sie zur Verfügung geſtellt. Falls Sie bereit ſind, das Billett zu
benutzen, wollen Sie, bitte, dieſen Schein unterſchreiben, wobei
Sie gleichzeitig über den Empfang einer Barſumme von zwei=
hundert
Dollar quittieren.
(Fortſetzung folgt.)

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[ ][  ]

Seite 14

Samstag, den 20. Juni 1931

Nummer= 169

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21.Funi, 4 uhr TallZ

Traisa.
Sonntag, den
ausgeführt von dem Blasorcheſter Büchner
Fr. Seibert.
Es ladet ein

ORPHEUM

Uhr

Letzte 3 Aufführungen!
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von Reimann und Schwartz
K. L., Lindt (2502
als Apotheker Emmerling

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Im Wein liegt Wahrheit. (IV.9158
Es ist in Wahrheit Niersteiner Wein!

Ab heute

Conrad Veidt
und Heinrich George
in dem großen Sensations-Tonfilm:
Der Männ, der
der Hord boging

Sprung auf - marsch, marscll W Hente undl folsende Tage
Grete Mosheim
in dem ergreitenden Tonfilm
in die
Palast-Lichtspiele /Arme kleine
Nur noch 2 Tage
Eya

Nach

dem gleichnamigen
von Clande Farrére.

Roman

Ein Gesellschaftliches Ereignis aus dem
Diplomatenviertel Konstantinopels.
Regie: Kurt Bernhardt.
In weiteren Rollen: Trude v. Molo.
Friedr. Kaißler, Frieda Ricbard,
Gregory Chmara u. a.
Etwas ungemein Erregendes
liegt über diesem
grandiosen Filmwerk,
spannungegeladen, in ständig sich
steigernd. Temporollt die hochdrama-
tische
und sensationelle Handlung ab.
Dazu das gute Beiprogramm.

Die übermät. Militärhumoreske
aus der Vorkriegszeit
Drei Tage
Hainter Hrrest
Regie: Carl Foese
mit Felix Bressart, Lucie
Englisch, Fritz Schulz u. a.
Kommen Sie,
Sie werden lachen und
dlie Sorgen und den
Alltag vergeasen.
Dazu
das gute Beiprogramm

nach dem bekannten gleichnamigen
Roman von Paul Langenscheidt.
Regie: Edmund Heuberger.
Die weiteren Hauptdarsteller sind
Harry Hardt, Eduard v. Winterstein,
Hilde Hildebrandt, Lotte Spira u. a.
Der Film behandelt den Leidens-
weg
einer großen Leidenschaft
das ewige Schicksal des liebenden
jungen Weibes.
8 218
das Problem von aktuellstem Interesse
steht im Mittelpunkt der Handlung
Dazu ein reichhaltiges
Beiprogramm. (V.9461

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