Darmstädter Tagblatt 1931


19. Juni 1931

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Einzelnummer 10 Pfennige

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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Nummer 168
Freitag, den 19. Juni 1931.
194. Jahrgang

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Konkurs oder gerſchtlicher Beſtreibung ſälli ſeder
Nabatt weg. Bankkonio Deutſche Bank und Darm=
ſtädter
und Nationalbant.

Engliſcher Gegenbeſuch in Berlin.
ſedonald und Henderſon werden zum 17. Juli in Berlin erwarkel. Der amerikaniſche Staatsſekrekär
Skimſon kriffk am 27. Juli ein. Kabinekksſihung über das Reparakionsproblem am Freitag.
Ausſprache mit den deutſchen Bolſchaftern am Samstag.
der ausländiſchen Preſſe gerückt hat. Er hat damit den Nachweis
erbracht, daß er als Botſchafter in Berlin nicht geeignet iſt, die
Das Transfermorakorium.

zunn Deukſchland noch bis zur Ausſprache mit den
Engländern und Amerikanern warken?
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Die engliſche Regierung hat die Einladung
die deutſchen Regierung an Macdonald und
Auderſon zum 17. Juli nach Berlin angenom=
vn
. Der Gegenbeſuch der engliſchen Staatsmänner iſt auf
4 ſu ri Tage berechnet. Am 19. Juli abend ſoll die Abreiſe von
helin erfolgen. Am 27. Juli trifft dann der amerika=
iſche
Staatsſekretär Stimſon über Paris und Rom
Berlin ein. Er wird alſo erſt erſcheinen, wenn die eng=
iſym
Miniſter abgereiſt ſind. Er fährt von Berlin aus dann
u London weiter, ſo daß der Diplomatenbeſuch im
ᛋlirecht rege iſt. Ob er ſich auch auf die deutſch= franzö=
iſſen
Beziehungen erſtrecken wird, iſt noch ungewiß. Die
fürſche Regierung hat in Chequers erklärt, daß ſie be=
et
ſei, mit allen an den Reparationen inter=
ſ
erten Mächten in einen Gedankenaustauſch
treten. Herr Macdonald hat dieſe Anregung nach Paris
yurgeleitet, mit welchem Echo, iſt noch nicht bekannt. Ein
ßet Programm iſt für den Beſuch der Engländer in Berlin
ut vorgeſehen. Die freundſchaftliche Ausſprache
her die europäiſchen Fragen wird fortgeſetzt
d der Reparationsreviſion ſicherlich ein breiter Raum ge=
Zört.
Der amerikaniſche Staatsſekretär der Finanzen Mellon
ſich inzwiſchen mit den Engländern unterhalten,
daß man dann ſchon ſehen kann, welche Tendenzen die
Merikaner verfolgen und wieweit ihre Pläne ſchon Geſtalt an=
ſornmen
haben. Immer vorausgeſetzt, daß Deutſchland noch
zun ge warten kann. Wenn wir recht unterrichtet ſind, wird das
ſichskabinett ſich am Freitag erneut, mit der
tage beſchäftigen, ob wir das Transfermora=
ium
nicht ſchon ſofort erklären müſſen, wofür
ſte Anregung des Außenminiſters Dr. Curtius vorliegt. Die
Etſcheidung wird vermutlich am Freitag noch nicht fallen, da
nam Samstag die Ausſprache mit den deutſchen
Gitſchaftern erfolgt. Sollte der Vorſtoß ſchon vor Mitte
Aui erfolgen für welchen Termin der Kanzler ſich den Eng=
ſdern
gegenüber verpflichtet hatte , dann wird ſelbſtver=
ſüädlich
eine Form gewählt werden müſſen, die auf die
Gpfindlichkeit der Amerikaner Rückſicht nimmt. Es dreht ſich
aſicherlich nicht darum, die Gläubiger vor vollendete Tatſachen
Aſtellen, ſondern die Not drängt uns zu Schritten,
de unvermeidlich ſind. In London haben die Ame=
rſaner
zu erkennen gegeben, daß ſie unter Umſtänden
breit wären, zur Beſeitigung der europäiſchen
änanzſchwierigkeiten, mit einer großen An=
lähe
einzuſpringen, die für Deutſchland auf
dei Jahre eine völlige Entlaſtung, von den
Rparationszahlungen bedeuten würde, allerdings
uter Erhöhung unſererlangfriſtigen Verſchul=
ung
.
Einladung Henderſons an die Außenminiſter
zur Teilnahme an der Tagung des
Koordinakionsausſchuſſes?
In hieſigen unterrichteten Kreiſen wird der vorläufig zum
Juli einberufenen Tagung des Koordinationsausſchuſſes des
Fropa=Ausſchuſſes weitgehende politiſche Bedeutung beigemeſ=
Wie gerüchtweiſe verlautet, ſoll Henderſon auf diploma=
hem
Wege einen Schritt bei ſämtlichen europäiſchen Regie=
ligen
unternommen haben, um die perſönliche Teilnahme der
ßenminiſter an der Tagung zu ſichern. In zuſtimmendem
flle würde darin der Zuſammentritt des Koordinationsaus=
uſſes
einer außerordentlichen Tagung des
biropa=Ausſchuſſes gleichkommen, da ſämtliche euro=
ſiſchen
Mächte ſowie auch Sowjetrußland und die Türkei in
dn Koordinationsausſchuß vertreten ſind. Welche Abſichten
ſrbei von der engliſchen Regierung verfolgt werden, iſt noch

r Bekämpfung der Kriſe gewünſcht wird.
Franzöſiſcher Botſchafterwechſel in Berlin.

* Berlin, 18. Juni. (Priv.=Tel.)
Seit Jahren tauchen immer wieder Gerüchte auf, daß der
uanzöſiſche Botſchafter in Berlin, de Marquerie, ſeinen Poſten
trlaſſen werde. Die Präſidentenwahl in Frankreich hat dieſen
berüchten feſtere Formen angedeihen laſſen. Es werden ſogar
ſon Namen der vorausſichtlichen Nachfolger genannt, und zwar
a. Ponzét und Claudel. Im Auswärtigen Amt weiß man offi=
ell
, von einem bevorſtehenden Botſchafterwechſel noch nichts. Soll=
n
aber die genannten Herren als Nachfolger ernannt werden,
ſyn iſt unzweifelhaft damit zu rechnen, daß die Reichsregierung
ſergiſchen Einſpruch erheben würde. Staatsſekretär Ponzét hat
der letzten Genfer Ratstagung dem Reichsaußenminiſter
Egenüber in der Minderheitendebatte ein Verbalten an den Tag
Fiegt, das ihn in den Brennpunkt einer ſcharfen Kritik auch in

Verbindung zwiſchen Reichsregierung und Paris aufrecht zu er=
halten
. Auch Herr Claudel iſt ſtark belaſtet. Er war Vorſitzender
der Internationalen Kommiſſion bei der Abtrennungsabſtimmung
in Schleswig und hat ſich ausgeſprochen deutſchfeindlich betätigt,
ſo daß man auf ihn in Berlin als Botſchafter lebhaft verzichten
wird.
Verlängerung des Berliner Verkrages.
Der deutſch=ruſiſche Nichk-Angriffs=Pakk läuft weiter.
* Berlin, 18. Juni. (Priv.=Tel.)
Der deutſche Botſchafter in Moskau, v. Dirckſen, der ſich
längere Zeit in Deutſchland zur Wiederholung ſeiner erſchütterten
Geſundheit aufhielt, begibt ſich in den nächſten Tagen auf ſeinen
Poſten nach Moskau zurück. Dort erfolgt dann die Unterzeichnung
eines Protokolls zum Berliner Vertrag, der am 29. Juli abläuft
und auf beiderſeitigen Wunſch verlängert werden ſoll. Eine
Einigung über den Zeitraum der Verlängerung
der Vertrag hatte erſtmalig eine Laufzeit von fünf
Jahren iſt noch nicht erzielt. Die Ruſſen wünſchen einen
möglichſt langfriſtigen Termin. Außerdem ſind in den Verhand=
lungen
zwiſchen Moskau und Berlin einige techniſche Einzel=
heiten
des Vertrages zur Debatte geſtellt worden, über die jedoch
eine zufriedenſtellende Regelung erfolgt iſt. Der Berliner Ver=
trag
wurde 1926 unterzeichnet. Er ſtellte einleitend feſt, daß der
Rapallovertrag die Grundlage des neuen Ab=
kommens
bildet, und dann ſicherten ſich beide Vertragspartner
gegenſeitige Neutralität bei Angriffen auf ihr
Staatsgebiet zu. Sie verpflichten ſich auch, ſich einem
wirtſchaftlichen Boykott einem Vertragsgeg=
ner
gegenüber fernzubleiben. Schließlich wird für Strei=
tigkeiten
ein Schlichtungsausſchuß eingeſetzt. Der
Anhang zum Berliner Vertrag enthält den bekannten Noten=
wechſel
über die Auslegung des Artikels 16 des
Völkerbundspaktes. In dieſem Notenwechſel haben wir
feſtgeſtellt, daß wir im Falle einer Völkerbunds=
aktion
gegen Rußland für den Transport der
Truppen des Völkerbunds das Durchmarſchrecht
nicht gewähren werden. Alle wirtſchaftlichen und handels=
politiſchen
Fragen ſind im Wirtſchafts= und Handelsabkommen gegen noch ſo gut wie ganz.
geregelt. Der Rapallovertrag ſelbſt iſt unkündbar.
zichtet, d. h. alſo, daß wir unſere finanziellen An= induſtrien und in der Rohſtahlproduktion keine entſcheidende
allerdings für uns ſehr bald aktuell werden, wenn das von Paris am weltwirtſchaftlichen Horizont andeuten, laſſen ſich aus den
geplante Wirtſchafts= und Schuldenabkommen mit Frankreich zu= ſtatiſtiſchen Daten unmittelbar noch nicht beantworten. Hierzu
ſtandekommt und die Ruſſen ſich verpflichten, die ruſſiſchen Vor=
kriegsſchulden
zurückzuzahlen. Dann müßten wir mit unſeren gehenden Symptom=Analyſe. Dauer und Intenſität der Rück=
nicht
beſſerſtellen darf als Deutſchland.

Die große Reichsverwalkungsreform.
Skärkung der Zenkralgewalk. Vereinigung der
Regierungen des Reiches und Preußens.
Und die ſüddentſche Eigenark?
Im Reichsinnenminiſterium iſt unter Mitwirkung des preu=
ßiſchen
Miniſterialrates Dr. Brecht und des ſächſiſchen Mini=
ſterialdirektors
Peetzſch=Höffter, den beiden Berichterſtattern der
zuſtändigen Ausſchüſſe der Länderkonferenz, ein Referententwurf
über die große Reichsverwaltungsreform ausgearbeitet worden, hält, ſo erklärt ſich das durch gleichzeitig ſtark ſinkenden Ver=
Unter Beachtung der Beſchlüſſe des Verfaſſungsausſchuſſes der
Länderkonferenz ſieht der Entwurf u. a. vor: eine Vereini=
gung
der Regierungen des Reiches und Preu=
ßens
, das Aufgehen mittlerer und kleinerer Län=
der
in dieſer Gemeinſamkeit und die Durchführung
einer verwaltungsmäßigen Neugliederung, die eine ſtarke Zu=
ſammenfaſſung
der Verwaltungsbefugniſſe ſtoffe relativ günſtiger als für die agrariſch gewonnenen Pro=
bringt
, und zwar derart, daß unter möglichſter Ausſchaltung
von Zwiſcheninſtanzen eine Stärkung der Zen=
tralgewalt
und eine Erweiterung der örtlichen
Verwaltung erfolgt. Dieſe Rationaliſierung des Verwal=
tungsapparates
ſoll nicht nur Klarheit und Einfachheit an die
Stelle des bisherigen Neben= und Durcheinanders von Behörden=
zuſtändigkeiten
erſetzen, ſondern vor allem auch eine Entlaſtung
im techniſchen Verkehr zwiſchen Wirtſchaft und Behörden und da=
mit
eine Verbilligung bringen. Die Regelung ſoll an ſich auch
für die ſüddeutſchen Länder gelten, nur will man der ſüddeut=
ſchen
Eigenart eine Konzeſſion u. a. dadurch
machen, daß man den ſüddeutſchen Ländern eine
größere Selbſtändigkeit in den kulturellen
Fragen läßt. Dieſer Entwurf zur Reichsreform iſt natürlich
verfaſſungsändernd und bedarf zu ſeiner Annahme einer Zwei=
drittelmehrheit
im Reichstag. Man weiß in politiſchen Kreiſen,
daß es nicht leicht ſein wird, dieſe Mehrheit zu erlangen, glaubt
aber, daß die durch die gewaltige Wirtſchaftsnot geförderte ver=
nünftige
Einſicht ein wertvoller Bundesgenoſſe ſei, um die ſeit
zehn Jahren theoretiſch anerkannte Dringlichkeit einer Reform ſich
praktiſch auswirken zu laſſen.

Vor der konjunkkurellen Konſolidierung
der Weltwirtſchaft?
* Das Inſtitut für Konjunkturforſchung legt in einem kürz=
lich
veröffentlichten Vierteljahresbericht die Ergebniſſe ſeiner
auf breiteſter Baſis durchgeführten Unterſuchungen" über die
weltwirtſchaftliche Konjunktur Anfang Juni 1931 vor. Voraus
ſei geſagt, daß das konjunkturelle Bild der einzelnen Volkswirt=
ſchaften
der Welt während der letzten Monate von einer in
dieſem Umfange nie dagewieſenen Gleichförmigkeit iſt. In der
allgemeinen Rückläufigkeit von Produktion, Umſatz und Wert=
bewegung
, zeigen ſich nur ganz vereinzelt Anſtiegsbewegungen,
die aber durchweg für die konjunkturelle Geſamttendenz noch
ohne Bedeutung ſind. Der Wirtſchaftsverlauf der Volkswirtſchaf=
ten
während der letzten Monate unterſcheidet ſich, wie aus dem
von dem Inſtitut herausgegebenen Länderüberblick hervorgeht,
nur grad=, nicht richtungsmäßig, wobei nur zwei Länder, näm=
lich
Rußland und Spanien, wegen der beſonderen Bedingungen,
unter denen ſie ſtehen, aus dem Rahmen der Entwicklung
herausfallen. Dieſe Gleichförmigkeit erhöht aber die Bedeutung
und den Wert der allgemeinen Betrachtung über die weltwirt=
ſchaftliche
Konjunktur und die Folgerungen, die ſich aus ihr auch
für die mit der Weltwirtſchaft eng verbundene deutſche Volks=
wirtſchaft
ergeben.
Der weltwirtſchaftliche Konjunkturrückgang hat ſich weiter
fortgeſetzt, und zwar waren ſämtliche Volkswirtſchaften in die
rückläufige Entwicklung einbezogen. Der räumliche Ausdeh=
nungsbereich
der Kriſe hat ſich ſomit bisher nicht verringert.
Dagegen hat ſich das Rückgangstempo, z. T. unterſtützt durch
Saiſontendenzen, im allgemeinen leicht verlangſamt. Jedoch
waren die Veränderungen uneinheitlich. Gemilderten Rückgän=
gen
beſonders in den Vereinigten Staaten von Amerika ſowie
in einigen anderen meiſt überſeeiſchen Gebieten ſtanden erneute
Verſchärfungen in anderen Ländern gegenüber. Beſonders ſtark
geht noch immer, ſowohl in Werten wie Mengen, der Außen=
handel
der meiſten Länder zurück. Durch die gewaltige
Schrumpfung des Welthandels werden auch die Binnenmärkte,
der noch wenig beeinträchtigten Volkswirtſchaften mehr und
mehr in Mitleidenſchaft gezogen. Nach den Außenhandelser=
gebniſſen
der wichtigſten Länder dürfte der Welthandel im erſten
Vierteljahr 1931 wertmäßig um etwa 16,9 Prozent gegenüber
12/4 Prozent im Vorjahr geſunken ſein. Der Preisrückgang
auf den Rohſtoffmärkten hat ſich neuerdings wieder verſchärft,
nachdem in den erſten Monaten des Jahres ein gewiſſer Still=
ſtand
, teilweiſe ein vereinzeltes Anziehen der Preiſe zu ver=
zeichnen
war. Auch die Vorratsbildung hat wieder zugenom=
men
. Während die Geldmärkte ſich weiter verflüſſigten, gaben
die Kapitalmarktſätze nur wenig nach. Inveſtitionstätigkeit und
Kapitalexport blieben gering. Produktionseinſchränkungen hiel=
ten
im allgemeinen an. Belebungen zeigten ſich international
in der Rohſtahlproduktion ſowie in der Textilinduſtrie. Aus=
geſprochene
Anſtiegsſymptome in Form von erhöhten Auftragé=

eingängen, Rohſtoffeindeckungen und Umſatzziffern fehlen da=
Das äußere Bild der weltwirtſchaftlichen Konjunktur zeigt
Er ſieht vor allem vor, daß Rußland auf ſeine Rechte, neben einer Milderung des allgemeinen Rückgangstempos und
die ihm der Verſailler Vertrag einräumt, ver= neben gewiſſen Teilbelebungen in einigen Verbrauchsgüter=
ſprüche
gegen das Zarenrußland gegenüber nicht gel= Wandlungen der bisher herrſchenden depreſſiven Tendenzen. Die
tend machen. Umgekehrt wird Rußland mit Gegen= Fragen, ob der Tiefpunkt der Konjunkturentwicklung bereits er=
forderung
nicht kommen. Der Rapallovertrag könnte reicht iſt, und ob ſich bereits Möglichkeiten eines Wiederanſtiegs
bedarf es einer über die nur beſchreibende Symptomatik hinaus=
Forderungen kommen, weil Rußland ſeine übrigen Gläubiger ſchläge, an die häufig in Analogie zu früheren Kriſen Erwar=
tungen
eines jetzt fälligen Umſchwungs geknüpft werden, be=
ſagen
allein noch nichts für die Notwendigkeit eines Tendenz=
wechſels
; denn die ſich im Verlauf der Abſchwungsentwicklung
anſtauenden Reaktionskräfte erwachſen nicht aus dem Rückgang
an ſich. Entſcheidend iſt vielmehr die Ungleichmäßigkeit der
Rückgangsentwicklungen in den einzelnen Wirtſchaftselementen.
Erſt aus ſolchen disproportionalen Rückgangsbewegungen ent=
ſtehen
die für einen Umſchwung erforderlichen Auftriebsten=
denzen
. Die Tatſache, daß ſich auf den für die Konjunkturge=
ſtaltung
entſcheidend wichtigen Rohſtoffmärkten die Vorräte noch
immer nicht vermindert haben, in jüngſter Zeit ſogar wieder
geſtiegen ſind, zeigt, daß die konjunkturell wichtige Spanne von
Produktion und Verbrauch noch immer fortbeſteht. Wenn trotz
der teilweiſe außerordentlichen Einſchränkungen in der induſtriel=
len
Rohſtoffproduktion das Mißverhältnis zum Verbrauch an=
brauch
. Erſt wenn in dieſer rückläufigen Parallelbewegung die
Produktion den Verbrauch unterſchreitet, iſt ein Wechſel in der
fallenden Preistendenz zu erwarten.
Die Ausſichten für eine baldige Anpaſſung von Produktion
und Verbrauch ſind für die einzelnen Warenkategorien außer=
ordentlich
verſchieden. Sie ſind für die induſtriell erzeugten Roh=
dukte
. Die wenig elaſtiſchen Produktionsverhältniſſe in der
Landwirtſchaft laſſen eine wirkſame Anpaſſung der Produktion
an den Verbrauch nur in langen Zeitperioden zu, was auch
gegenwärtig wieder durch die geringen Einſchränkungen der An=
bauflächen
beſtätigt wird. Eine Agrarkriſe, die nicht nur auf der
Zufälligkeit von einigen raſch folgenden guten Einzelernten be=
ruht
, ſondern wegen eines zu großen Kapazitätswachstums aus=
geſprochen
univerſellen Ueberproduktionscharakter trägt, läßt ſich
nur in unvergleichlich längeren Zeiträumen überwinden als in=
duſtrielle
Ueberproduktionskriſen. Die Kriſenreaktionen in der
Landwirtſchaft durch Einſchränkung des Anbaus ſind im Ver=
hältnis
zu der Produktionsoroſſelung der Induſtrie ſo gering,
daß die Anpaſſung der Produktion an den Verbrauch gar nicht
ſo ſehr durch aktive Beſchränkung der Produktion als durch das
allmähliche Hineinwachſen des Verbrauchs in die Kapazität her=
beigeführt
wird. Während eine Induſtriekriſe meiſt bereits nach
einigen Jahren überwunden iſt, nimmt die Ueberwindung einer
univerſellen Agrarkriſe Jahrzehnte in Anſpruch. Da jedenfalls
damit zu rechnen iſt, daß wir in einer ſchweren und lang an=
dauernden
Agrarkriſe ſtehen, dürfte auf den agrariſchen Rohſtoff=
märkten
, anf lange Sicht geſehen, die Preistendenz im allgemei=

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Seite 2

Freitag, den 19. Juni 1931

Nummer 168

nen abwärts gerichtet ſein. Das ſchließt nicht aus, daß ſich
infolge einer induſtriellen Konjunkturbelebung mehr oder weni=
ger
lange Zwiſchenperioden wieder anziehender Preiſe einſtellen.
Da ſich aber auch der Ausgleich für die induſtriellen Rohſtoffe in
nächſter Zeit nur ſehr allmählich vollziehen wird, beſteht für ein
raſches und allgemeines Anziehen der Preiſe kaum Ausſicht; es
ſei denn, daß beſonders ungünſtige Ernten die für eine vorüber=
gehende
Agrarhauſſe erforderlichen Marktentlaſtungen herbeifüh=
ren
. Neben der Frage nach der Preisentwicklung auf den Roh=
ſtoffmärkten
iſt auch die Frage der Preisentwicklung auf den
Kreditmärkten von entſcheidender Bedeutung für die weitere Ge=
ſtaltung
der weltwirtſchaftlichen Konjunktur. Aber auch hier
liegen, trotz der beträchtlichen Senkung der Geldmarktſätze noch
keine eigentlichen Auftriebsſpannungen vor. Jedenfalls iſt die
Auflockerung am Kapitalmarkt noch ſehr gering. Dem verringer=
ten
Kapitalangebot ſteht noch eine relativ hohe Nachfrage gegen=
über
. Die Nachfrage geht jedoch weniger von der Unternehmer=
ſphäre
als von der öffentlichen Hand aus. Durch ſie werden in
ſtarkem Umfange Kapitalien abſorbiert, um durch Vergebung
öffentlicher Arbeiten brachliegende Produktionskräfte nach Mög=
lichkeit
wieder in Tätigkeit zu ſetzen. Auch durch die zunehmen=
den
Fehlbeträge in den Etats der Staaten und öffentlichen Kör=
perſchaften
werden Kreditmittel in wachſendem Umfange mehr
oder weniger langfriſtig gebunden. Die geringe Flüſſigkeit an
den Kapitalmärkten iſt aber nicht nur ein Hemmnis für Inveſti=
tionskonjunkturen
auf den Binnenmärkten, ſondern vor allem
auch für die Entwicklung einer Exportkonjunktur. Ein reger
Kapitalexport wäre um ſo wichtiger, als der Welthandel gegen=
wärtig
beſonders ſtarken Störungen ausgeſetzt iſt. Ein weſent=
licher
Grund für die noch ſtändig wachſenden Schwierigkeiten
liegt gerade in den Maßnahmen, die zur Eindämmung der Kriſe
in den verſchiedenen Volkswirtſchaften in die Wege geleitet ſind:
Durch neu aufgerichtete Staudämme von Zöllen wird verſucht,
den verſickernden Kaufkraftſtrom zur Inganghaltung der eigenen
Produktion einzufangen. Einen ſinkenden Einfuhrkontingent in
der Welt entſpricht aber zwangsläufig ein zurückgehendes Aus=
fuhrkontingent
. Andererſeits wird von dem Inſtitut betont, daß
in den Ländern, die von der Preisſpanne zwiſchen Rohſtoffen
und Fabrikaten begünſtigt ſind, ſich allmählich eine Aktivierung
der Handelsbilanz durchſetzt. Der Vorteil, der ſich aus der
Preisſchere zwiſchen Rohſtoffen und Fabrikaten ergibt, iſt natür=
lich
nicht der einzige Faktor, der die Entwicklung zu einer Kon=
ſolidierung
oder Konjunkturbelebung begünſtigt. Neben ihm
ſind von entſcheidender Bedeutung vor allem auch Umfang und
Koſten der Kapitalverſorgung ſowie ſtarkes trendmäßiges Wachs=
tum
. Dieſe Bedingungen können zu Belebungen auch in ſolchen
Ländern führen, die aus der Preisſchere keinen Vorteil ziehen.
Wenn entſprechend den geſchilderten Tendenzen mit einer Kon=
junkturbelebung
in der Weltwirtfchaft als Ganzem in nächſter
Zeit nicht gerechnet werden kann, ſo deutet ſich doch bereits
eine differenzielle Entwicklung an, die Ausſichten auf eine all=
mähliche
konjunkturelle Konſolidierung in den Induſtrieländern
eröffnet.
Während das Inſtitut für Konjunkturforſchung in ſeinem
Urteil über die Weltkonjunktur neben dem peſſimiſtiſchen Grund=
ton
auch einige Lichtblicke bringen kann, iſt dies bei ſeiner vor=
ſichtigen
Diagnoſe der deutſchen Konjunktur ganz und gar nicht
der Fall, im Gegenteil, man muß den Eindruck haben, als ob ſich
der Peſſimismus der letzten Berichte des Inſtituts noch verſtärkt
hat. Daß ſich die Lage der deutſchen Produktionsgüterinduſtrie
noch weiter verſchlechtert hat, während es ſich bei der Beſſerung
in den Verbrauchsgüterinduſtrien nur um die Reaktion auf eine
z. T. ſehr weit getriebene Bedarfsſtauung handelt, iſt bekannt.
Die Wirtſchaftstätigkeit in Deutſchland entſpricht heute etwa
derjenigen von 1924; ſie iſt geringer zurzeit der Wirtſchaftskriſe
wie am Jahreswechſel 1925/26. Was die kommende deutſche
Entwicklung anbelangt, ſo ſind, ebenſo wenig wie für den un=
mittelbar
vor uns liegenden Zeitraum eine konjunkturelle Beſſe=
rung
erhofft werden kann, auch keine Kräfte am Werk, die mit
Sicherheit in den daran anſchließenden Monaten eine ſolche
Beſſerung erwarten laſſen. Zwar ſetzt ſich die durch Lagerabbau
und Bedarfsſtauung latente Nachfrage teilweiſe bereits durch
effektive Nachfrage um, Dauerwirkungen vermögen hiervon allein
aber nicht auszugehen. Die deutſche Wirtſchaft iſt vorerſt darauf
angewieſen, eine Beſſerung über den Weg der Koſtenſenkung
und den der Hebung der Realkaufkraft durch Preisabbau zu
ſuchen. Nur ſo könnte eine ſchrittweiſe Ueberwindung der gegen=
wärtigen
Wirtſchaftsnot erzielt werden. Die Vorausſetzungen
eines Aufſchwungs ſind weder auf dem Gebiete der Inveſtitio=
nen
, noch des Verbrauchs, noch des Außenhandels gegeben.
Wenn man von ſaiſonmäßigen Tendenzen abſieht, werden ſich
Produktion und Abſatz der deutſchen Wirtſchaft beſtenfalls auf
dem bisherigen Stand behaupten. Für den Arbeitsmarkt be=
deutet
dies, daß die ſaiſonmäßigen Faktoren die Arbeitsloſigkeit
in dieſem Sommer kaum nennenswert unter die 4=Millionen=
Grenze drücken werden. Die Arbeitsloſigkeit des kommenden
Winters wird daher kaum unter der des letzten Winters liegen.

* AAvoM Martoig
(18551931).
Ein führender Botaniker und großer deutſcher Gelehrter,
Ehrendoktor von Heidelberg, Stellenboſch und Kapſtadt,
in Südafrika geſtorben.
Der unerwartete Tod Profeſſor Rudolf Marloths, der Hei=
lung
von einem Schlagfluß ſuchend im Bad Caledon verſchied,
hat die deutſchen Kreiſe und die ganze wiſſenſchaftliche Welt
Südafrikas in tiefe Trauer verſetzt. Denn mit Marloth, dem
berühmten Botaniker, iſt auch ein ſeltener Menſch und ein vor=
bildlicher
Deutſcher dahingegangen, der in unſeren Reihen
ſchmerzlich vermißt wird. Ein Mann, für den Südafrika nach
faſt 50jährigem Anenthalt zur zweiten Heimat geworden war,
der er alles und die ihm unendlich vieles verdankte, ein Mann
aber, der ſeiner alten Heimat bis zum letzten Atemzuge treu
geblieben iſt und aus ſeiner deutſchen Geſinnung niemals ein
Hehl gemacht hat. Er war in faſt 40jähriger Ehe mit einer Toch=
ter
des Landes verheiratet, aber es ſpricht für ihn wie für ſeine
Gattin, daß das Haus Marloth deutſch blieb, daß die Haus=
ſprache
, in der die Söhne aufwuchſen, deutſch war, daß hier im=
mer
eine gut deutſche Geſelligkeit gepflegt wurde.
Urſprünglich Apotheker, kam Marloth im Jahre 1883 im
Auftrag einer deutſchen Importfirma nach Kapſtadt. Wie es im
Auslande ſo oft geht, war er zunächſt in verſchiedenen Stellun=
gen
tätig, unterrichtete z. B. auch einige Jahre als Chemiker am
damaligen Viktoria College, aus der die heutige Univerſität
ſpäter hervorgehen ſollte, zu Stellenboſch, ſpäter an der landwirt=
ſchaftlichen
Schule zu Elſenburg. Schließlich ließ er ſich eno=
gültig
als Leiter eines Laboratoriums für chemiſche Unterſuchun=
gen
nieder, das er bis zu ſeinem Tode geleitet hat. So an=
geſehen
Marloth als Chemiker war, ſchrieb die Cape Times
in ihrem Aufſatz nicht ohne Recht: Wäre Marloth in ſeiner
deutſchen Heimat geblieben, ſo hätte er vielleicht einer der erſten
Chemiker ſeiner Zeit werden können. Seinen internationalen
Ruf erwarb er ſich als Botaniker und beſter Kenner der ſüd=
afrikaniſchen
Pflanzenwelt. Es iſt bezeichnend für ihn, der un=
ermüdlich
von morgens früh bis ſpät in die Nacht arbeitete, daß
er für die Botanik nur ſeine ſogenannten Mußeſtunden zur Ver=
fügung
hatte. Aber ihr widmete er buchſtäblich jeden freien
Augenblick, der ihm beſchieden war. Ausgeſtattet mit gründ=
lichen
Vorkenntniſſen, die er ſich unter Simon Schwendner in
Berlin, bei dem er auch über ein botaniſches Thema promo=
vierte
, erworben hatte, packte ihn gleich von Anfang an die
Schönheit und Mannigfaltigkeit der afrikaniſchen Flora, die er
auf ſeinen Spaziergängen und Wanderungen in ihrer ganzen
Pracht kennen lernte. Denn Marloth war auch darin ein rechter
Deutſcher, daß er zeitlebens ein begeiſterter Wanderer blieb, der

Bom Tage.
Der Reichskanzler wird am 27. Juni auf der Tagung der
deutſchen Banken und Bankiers in Berlin eine große Rede halten.
Der ſeitherige chriſtlich=ſoziale Reichstagsabgeordnete Pfarrer
Teutſch, der in Baden gewählt war, hat ſich der nationalſoziali=
ſtiſchen
Reichstagsfraktion angeſchloſſen, die damit auf 108 Abge=
ordnete
wächſt.
Am Donnerstag überflogen zwei polniſche Militärflugzeuge,
gekennzeichnet durch die rot=weißen Karrees, deutſches Gebiet zwi=
ſchen
Freyſtadt und Garnſee. Sie flogen in der Richtung Luf
Graudenz.
Die Wiener Polizeidirektion hat wegen der in der Oeffent=
lichkeit
erhobenen Anſchuldigungen gegen die bisherige Leitung
der Kreditanſtalt Erhebungen eingeleitet.
In der franzöſiſchen Kammer wurden 400 Millionen Mark für
den Ausbau der franzöſiſchen Grenzbefeſtigungen bewilligt.
Die franzöſiſche Kammer hat geſtern den geforderten Kredit
für das geſamte Flottenbauprogramm 1931/32 mit 410 gegen 168.
Stimmen bewilligt.

* Iſt’s auch Wahnſinn, hak es doch Meihode!
Eine Feldbereinigungsgeſellſchaft, die genoſſenſchaftliche Ver=
einigung
aller Grundſtücksbeſitzer einer Gemarkung, läßt neben
anderen Meliorationsarbeiten auch Erdarbeiten größeren Um=
fanges
zur Beſeitigung eines Hohlweges ausführen. Hierbei ſoll
Gelände für landwirtſchaftliche Zwecke gewonnen werden. Der
mit dem Unternehmer abgeſchloſſene Werkvertrag ſieht vor, daß
die beſchäftigten Arbeiter nach dem land= und forſtwirtſchaftlichen
Tarif entlohnt werden ſollen. Fachkenntniſſe für die Arbeit ſind
nicht erforderlich. Der Reichstarifvertrag für das Baugewerbe
iſt von dem Herrn Reichsarbeitsminiſter allgemein verbindlich er=
klärt
worden. In dem Reichstarifvertrag ſind bei den Bauarbeiten
auch Meliorationsarbeiten aufgeführt, obwohl dieſe auch vielfach
im Rahmen allgemeiner landwirtſchaftlicher Tätigkeit, z. B. von
den ſtändigen landwirtſchaftlichen Arbeitern eines Gutes zur
Ausführung kommen, ohne das Facharbeiter beſchäftigt werden.
Einige Arbeiter ſind mit der Entlohnung unzufrieden, wenden ſich
an die Gewerkſchaft und laſſen durch dieſe den Unternehmer auf
Zahlung des Tiefbauarbeitertariflohnes verklagen. Das Arbeits=
gericht
kommt zu der Entſcheidung, daß, ähnlich wie bei einem
landwirtſchaftlichen Gut, die Arbeiten nicht in einem Baubetrieb,
ſondern in einem der Landwirtſchaft dienenden Betrieb. (die Ge=
noſſenſchaft
der Grundſtücksbeſitzer) geleiſtet worden iſt, und weiſt
die Klage ab. Bei der Berufung ſtellt ſich das Landesarbeits=
gericht
auf rein tarifrechtlichen Standpunkt und gibt der Klage
ſtatt.
Die erhöhten Löhne, die nun bezahlt werden müſſen, machen
die Arbeiten für das Geſamtunternehmen unrentabel und verhin=
dern
damit weitere Ausführung ähnlicher Art. Die Folgen ſind,
daß die Verbeſſerung der Landeskultur verhindert und die Schaf=
fung
von Arbeitsgelegenheiten unmöglich gemacht worden iſt.
Warum wurde der Reichstarifvertrag für Bauarbeiter auch für
Meliorationen für allgemein verbindlich erklärt? Warum zwingt
man auf dieſem Wege die Landwirtſchaft, Löhne zu zahlen, die
weit über das ortsübliche Maß hinausgehen, und die jede Renta=
bilität
landwirtſchaftlicher Verbeſſerungen verhindern? Die
Mehrzahl der vernünftigen Arbeiter iſt ja meiſtens mit einem
geringeren Lohn zufrieden, da ſie Einſicht hat und die billigere
Lebenshaltung auf dem Lande richtig einzuſchätzen weiß. Be=
dauerlich
iſt nur, daß ein einzelner aufgeklärter Arbeiter den
Streit vom Zaun brechen kann und damit ſich und ſeinen Kame=
raden
die Arbeit entzieht.
Um die ſtudenkiſche Helbſtverwalkung in Gießen.
Nachdem bereits vor einiger Zeit die republikaniſche Ar=
beitsgemeinſchaft
ihre Mitarbeit im Gießener Studentenausſchuß
aufgegeben hat, zog nunmehr auch die Großdeutſche Gruppe ihre
Vertreter zurück. Anlaß waren Vorgänge, die ſich bei der Ent=
ſendung
der Vertreter zum Studententag abſpielten, der im
Juli in Graz ſtattfinden wird. Die Nationalſozialiſten hatten
im Aſta beantragt, daß entgegen den ſonſtigen Gepflogenheiten
in dieſem Jahr nur ein Vertreter zum Studententag ent=
ſandt
werden ſollte, nämlich der natinalſozialiſtiſche erſte Vor=
ſitzende
der Studentenſchaft. Im Vorjahre hatte Gießen ſeinen
erſten Aſtavorſitzenden, der damals ein Großdeutſcher war, und
den zweiten, einen Nationalſozialiſten, zum Deutſchen Studen=
tentag
geſchickt. Der Forderung der Großdeutſchen, in dieſem
Jahr den von ihnen geſtellten diesmal zweiten Aſtavorſitzenden
gleichfalls nach Graz zu beordern, widerſetzte ſich die national=
ſozialiſtiſche
Mehrheit des ſchon nicht mehr vollſtändigen Aſta,
worauf die Großdeutſchen austraten. Kultusminiſter Adelung
hat die Univerſität aufgefordert, ihm Vorſchläge zur Neuord=
nung
der ſtudentiſchen Selbſtverwaltung und ihrer arbeitsfähigen
Geſtaltung zu unterbreiten.

unbekümmert um Witterung und Jahreszeit ſich ſo große Teile
Südafrikas erwanderte, wie wohl kaum ein zweiter vor und
nach ihm. Und beſonders hatte es ihm der alte Tafelberg an=
getan
, den er, ein geübter und bis in ſein hohes Alter hinein
erſtklaſſiger Bergſteiger, faſt allwöchentlich erklomm, um von ſei=
ner
Hochfläche die Pflanzenwelt in ihrer natürlichen Umgebung
zu ſtudieren.
Von Anfang an ſammelte er und brachte ſo im Laufe der
Zeit ein Herbarium zuſammen, das heute etwa 14 000 Nummern
umfaßt und eine der wertvollſten und vollſtändigſten Sammlun=
gen
der ſüdafrikaniſchen Flora enthält. Wichtiger aber als die
getrocknete tote Pflanze blieb ihm die lebende. Und ſo legte
er ſich hinter ſeinem Kapſtädter Heim Ellerborn, wie er es
nach einer Förſterei in ſeinem heimatlichen Spreewalde genannt
hatte, einen wundervollen botaniſchen Garten an, der am Fuße
des Tafelberges liegend, die verſchiedenſten Arten der ſüdafri=
kaniſchen
Pflanzenwelt enthielt. Mit welcher Liebe der Garten
angelegt und betreut war, das merkte man ſo recht, wenn man
unter der Führung des alten Herrn hier mit ſeinen Lieblingen
und ihren Lebensbedingungen vertraut gemacht wurde. Wie
viele der Pflanzen waren zuerſt von ihm feſtgeſtellt und dann
benannt worden! Wie viele trugen ſeinen Namen! Und welche
Pracht tat ſich beſonders in der Frühlingszeit auf, wenn die
verſchiedenen Arten der Meſembrianthemen in den Farben, wie
ſie eben nur hier in Südafrika möglich ſind, blühten! Und nie=
mand
, der ſeinen Garten beſuchte, durfte ihn verlaſſen, ohne
etwas für den eigenen Garten mitnehmen zu dürfen! Marloth
gab gerne von ſeinen Schätzen ab, hatte für jeden, der zu ihm
kam und ihn um ſeinen Rat fragte, ein offenes Ohr, hatte,
trotz ſeiner reichen Tätigkeit ſtets für jedermann, der ihn zu
ſprechen wünſchte, Zeitl. So kam es, daß er trotz einer gewiſſen
Kühle und Reſerviertheit, die ihm äußerlich eigen war, überall
hoch verehrt wurde.
Marloths Bedeutung als Botaniker verkünden ſeine zahl=
loſen
Arbeiten und Aufſätze, die in den verſchiedenſten Zeitſchrif=
ten
deutſcher und engliſcher Sprache verſtreut, heute in ihrer
Vollſtändigkeit wohl kaum noch zuſammenzubringen ſind. Aber
er hat vor allem einige größere Werke veröffentlicht, die auch
in der Allgemeinheit bekannter geworden ſind und ſeinen Namen
daher weithin getragen haben. Da iſt zunächſt das Anfang die=
ſes
Jahrhunderts im Rahmen der Veröffentlichungen der deut=
ſchen
Tiefſee=Expedition erſchienene Buch Das Kapland zu
nennen, das von den Fachleuten als die erſte moderne zuſam=
menfaſſende
pflanzengeographiſche Darſtellung Südafrikas und
als die hervorragendſte Leiſtung auf dieſem Gebiet angeſehen
wird. Es iſt wahrſcheinlich nur dem Umſtande zuzuſchreiben, daß
das Buch in deutſcher Sprache geſchrieben iſt, weil hier in Süd=
afrika
ſeine Kenntnis nur auf die wiſſenſchaftlichen Kreiſe be=
ſchränkt
geblieben iſt. Berühmt wurde Marloth jedoch als vor
jetzt 18 Jahren der erſte Teil ſeiner wundervollen Flora of.
South Africa herauskam. Dieſes Werk, dem der Verfaſſer in

Heſſens höhere Beamkenſchaft
dur Kotveroronang.
Das Berkranen zur Gerechtigkeit der Regierung
erſchükkerk.

Die Vertreter der geſamten höheren Beam
tenſchaft Heſſens nahmen zu der durch die Notverord
nung geſchaffenen Lage Stellung. Die ernſten Verhandlungge
waren getragen von der ſchweren Sorge um die Zukunft ein,
Staates, deſſen Regierende das Fundament des Staate
die ſtrengſte Gerechtigkeit und Sachlichkeit
allen Regierungsmaßnahmen, ſo außer acht laſſen, wie dies
den beiden Notverordnungen geſchehen iſt. Die Beamtenſchaft he=
ſtets
betont, daß ſie, die geiſtig=ſittlich wie materiell ſich de
Staat beſonders eng verbunden fühlt, den auf ſie entfallende=
Anteil eines allgemeinen Opfers zur Behebung der Not des Staa/
tes ohne Murren zu tragen bereit iſt. Sie muß aber, gerade ir
Intereſſe des Staates ſelbſt und zum Schutz der Staatsgeſinnun=;
verlangen, daß die Regierung unter Wahrung der höchh=
ſten
ausgleichenden Gerechtigkeit und in unbee
einflußbarer Sachlichkeit die Laſten im Verhältnis de=
Leiſtungsfähigkeit verteilt. Das Vertrauen der Beam ſſt, die ſrhſen
tenſchaft, daß die Regierung dieſes Willens ſe=
und ſich durch nichts von dieſem Weg abdränge
laſſe iſt ſchon durch die erſte Notverordnung in nc Me. 40
Wanken gekommen und durch die Vorgänge um
die neue Notverordnung aufs ſchwerſte erſchüt: eeifellel=
tert
worden. Die Regierung hat dem Druck politiſcher und wruuf de2
wirtſchaftlicher Intereſſengruppen nachgegeben und das Hauptt
opfer erneut auf die Schultern der Beamten gelegt. Sie hat da
Schwergewicht der verlangten Opfer dorthin verlegt, wo infole,n
der in der Beamtenſtellung liegenden beſonderen Bindung zum
Staat der geringſte Widerſtand zu befürchten war, und damit dis
Treuverhältnis zwiſchen Beamte und Staat einer ſchweren Bel=
ſtungsprobe
ausgeſetzt. Weil ſie kein Mittel findet, um die Democ
raliſation der Kapitalflucht und die Steuerhinterziehung zu be=
kämpfen
, hat ſie den Beamten, deſſen Einkünfte offen zutag
liegen und ſteuertechniſch reſtlos zu erfaſſen ſind, erneut zun
Hauptträger des Opfers gemacht. Der Vergleich der Belaſtun.
der verſchiedenen Berufsſchichten zeigt, daß in der neuen Notver=
ordnung
das Höchſtmaß ungerechter Laſtenvertei
lung vorliegt. Die höhere Beamtenſchaft wird beſonders ſchwe=
getroffen
. Die Notverordnungen haben ihr den Ertrag der Bes msſſenſchaft
ſoldungsreform von 1927 völlig geſtrichen; die Mehrzahlde=
höheren
Beamten erleidet gegenüber dem StanZ
den ſie vor der Beſoldunsreform einnahm, noc
eine Einbuße von 2 bis 10 Prozent. Dieſer materiell
Schaden und ſeine bedenkliche Auswirkung auf die Wirtſchaft in
folge der Minderung der Kaufkraft der höheren Beamtenſchaff mpaſſen un
wurde von der Vertreterverſammlung eingehend beſprochen. Mi us unützen.
beſonderem Nachdruck wurde aber auf die ideellen Schäden, di
ſich aus der Geſchichte der Notverordnungen ergeben müſſen, hin
gewieſen: das Vertrauen zum Staat muß ins Wanken geratem
wenn die Maßnahmen der Regierenden nicht mehr aus reinen ehrupten k
Sachlichkeit und Gerechtigkeit entſpringen, ſondern ſtillſchweigench
oder gar offen zugeſtandenen Demoraliſationserſcheinungen Rech=
nung
tragen.

vie etlät
etrordnung

Die Ausfül
Mblatzes
ringungen
e Bedeutt
haftl

Einnahmen und Ausgaben des Landes Heſſen
im Monak Mai 1931.

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mwwirtſchaf
die deutſche
ehvt entgee
uben für e
emnittelnd
das Handel

Aus den Ziffern des Ausweiſes des Finanzminiſterimt
für Mai 1931 gehen noch nicht die endgültigen Abſchlußzahlen=
für
das Rechnungsjahr 1930 hervor, weil die rechnungs
pflichtigen Kaſſen erſt zum 30. September 1931 den Bücheraben
ſchluß vorlegen. Im Mai wurden für das Rj. 1930 im ordent=
lichen
Etat insgeſamt vereinnahmt 2 143 000 RM, und zwar aus
Landesſteuern 1025 000 RM., Juſtiz 324 000 RM., Volksbildung=
Kunſt, Kultus und Wiſſenſchaft 93 000 RM., aus Ruhegehältern=
57 000 RM. und aus der ſonſtigen Verwaltung 644 000 RM.
An Geſamtausgaben ſind noch verzeichnet 1 468 000 RM., und=
zwar
Zuſchüſſe an Unternehmungen und Betriebe 181 000 RM.,
für Juſtizverwaltung 303 000 RM., für Volksbildung, Kunſt=
Kultus uno Wiſſenſchaft 94000 RM., für Wohnungsweſen!
74000 RM., für den Schuldendienſt 44 000 RM. und für ſon=
ſtige
Ausgaben 772000 RM. Dadurch ermäßigt ſich das Ge=
ſamtdefizit
im ordentlichen Etat um 675 000 RM. auf 10 754 000
RM. Im außerordentlichen Haushalt erhöht ſich das rechnungs=
mäßige
Defizit von 4 147000 auf 4 181000 RM. durch Mehr=
ausgaben
für Unternehmungen und Betriebe.

M
3
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pätoſt die

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iur en, daß
Drn Zinsſuß
tiEn unwirt
Es entſpri
Nrſchaftslage

er Tat Jahrzehnte ſeines Lebens gewidmet hat, iſt eine einzig:
iftehende Monographie einer Pflanzenwelt, wie ſie wohl in=
er
Welt auch nur einzig daſteht. Daß Marloth ſich überhaupt:
in eine derartige Aufgabe heranwagen konnte, iſt ein Beweis
afür, wie genau er den Stoff beherrſchte. Und die Art, wie er
in ſeine Behandlung ging, ſich nicht auf eine trockene ſyſtema=:
iſche Darſtellung beſchränkte, ſondern liebevoll das Leben der
flanzen und ihrer Umwelt beſchrieb, war etwas neues, noch1
licht dageweſenes. Dem Inhalt entſprechend war auch die Aus=
tattung, der Marloth beſondere Liebe widmete. Allein gegen
00 farbige Platten geben mit größter Genauigkeit die Farben
der behandelten Pflanzen wieder, neben vielen anderen einfar=
nigen
Platten und Textilluſtrationen. Dieſes rieſige Werk, das
trſprünglich auf 4 Teile berechnet war, konnte nur mit Unter
ützung einer wohlhabenden Gönnerin, zur Veröffentlichung ge=
angen
. Sie hat ſich damit in der Tat um Südafrika ſehr ver=
ient
gemacht. Trotzdem aber iſt das Buch noch ſo teuer, dab
jur wenige ſich ſeine Anſchaffung, die insgeſamt auf mehr als
00 Mark zu ſtehen kommt, leiſten können. Widrige Umſtände
haben bisher der vollſtändigen Veröffentlichung des Werkes im
jege geſtanden, und ſo hat der Verfaſſer leider nicht mehr die
freude erleben ſollen, das vollſtändige Werk veröffentlicht 30
ehen. Aber einige Wochen vor ſeinem Hinſcheiden konnte el
penigſtens noch die letzten Korrekturbogen dem Drucker zuſenden!
Hochgeehrt, Ehrendoktor von drei Univerſitäten, Ehrenmite
jed einer ganzen Reihe wiſſenſchaftlicher Geſellſchaften uſw=
ſatte
Marloth die freudige Genugtuung, ſein Werk allſeitig an=
rkannt
zu ſehen. Aber trotz ſeines hohen Alters dachte er nich
daran, ſich zur Ruhe zu ſetzen, ein otium cum dignitate 34
genießen, im Gegenteil, faſt ſchien es ſo, als wenn er mit zu=
ehmenden
Jahren noch intenſiver als ſonſt arbeitete, als wenn.
r die ihm noch zur Verfügung ſtehende Zeitſpanne bis zur
Neige ausnützen müßte. So iſt er bis faſt zum allerletzten
ugenblick tätig geblieben, bis ihn ein Schlaganfall mahnte, er
was zu ſeiner Erholung zu tun. In der Ruhe Caledons erholie
r ſich aber ſo ſchnell, daß er wieder ſeine gewohnten Wanderun=
ſen
aufzunehmen begann, wieder Blumen ſammelte. Noch am=
etzten
Morgen brachte er eine Blume, die ihm bisher noch nicht
egegnet war, mit. Er wollte ſie nach ſeiner treuen Lebens
gefährtin benennen. Da trat ein ſanfter Tod dazwiſchen und
ahm ihn heraus aus ſeiner Arbeit, ſeinen Plänen und Ent=
ürfen
.
In der Tat, ein glücklicher Menſch, ein glückliches Leben,
vie es nur wenigen Sterblichen beſchieden geweſen iſt, ein
chöner Tod, wie er ſchöner für Marloth den allzeit Tätigen,
den allzeit Schaffenden nicht gewünſcht werden könnte. Nun
uht er am Fuße des Tafelberges, den er ſo ſehr geliebt. Sein
Andenken wird in Südafrika und zumal unter uns Deutſchen
mmer lebendig bleiben.

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der

Stellenboſch, S.=A, im Mai.
Prof Dr. E. Friedlaende

[ ][  ][ ]

Nummer 168

Freitag, den 19. Juni 1931

Seite 3

indwirkſchaftlicher Genoſſenſchaftskag
in Sorkemänve.
Hermes über die Noklage der Landwirtſchaft.
Swinemünde, 18. Juni.
der Reichsverband der deutſchen landwirtſchaftlichen Genoſ=
1ſhaften Raiffeiſen e. V., Berlin, hielt hier am Don=
eitag
ſeine erſte öffentliche Hauptverſammlung ab. Der Prä=
iht
des Verbandes, Reichsminiſter a. D. Dr. Hermes, be=
ſwelte
in ſeiner Begrüßungsanſprache vor allem die Lage der
ſſchen Landwirtſchaft. Er wies auf die Rückwirkungen der
ſuage der Landwirtſchaft auf die Induſtrie hin und erörterte
MtBeſtimmungen der kürzlich erlaſſenen Notverordnung hin=
ſtich
der Genoſſenſchaften, wobei er betonte, daß im genoſſen=
ſichtlichen
Mittel= und Oberbau die Rationaliſierung mit gro=
fiſErfolge
durchgeführt ſei. Zur Reviſionsfrage bemerkte er,
uein anderes Reviſionsſyſtem als das heutige nicht geeignet
ſedie kriſenhaften Zuſtände weſentlich zu ändern, deshalb
ne erklärt werden, daß der von der Reichsregierung mit der
ſorordnung eingeſchlagene Wege nicht glücklich ſei, da es
ſia ihre Aufgabe ſein könne, unmittelbar in den Ablauf und
nſie Ausführung wirtſchaftlicher Maßnahmen und Aktionen
igreifen. Schließlich wandte ſich Dr. Hermes noch gegen den
ßourf des Verſagens der Genoſſenſchaften auf dem Gebiete
BAbſatzes und richtete an die Anweſenden den Appell, die
Ahrengungen in dieſer Hinſicht unausgeſetzt zu ſteigern, wobei
rie Bedeutung der Zuſammenarbeit zwiſchen den deutſchen
mwirtſchaftlichen Organiſationen hervorhob.
Nach Erſtattung des Jahresberichts für 1930 durch General=
malt
Gennes ſprach noch Verbandsdirektor Berg= Darm=
üür
über Bauernnot und Genoſſenſchafts=
jwen‟
. Der Kern ſeiner Ausführungen gipfelte in der For=


ochen
chädn
üſſe
ingu

M
mal
war

nng: Staatshilfe gepaart mit Selbſthilfe, und nicht Staats=
1ſſ und dann erſt Selbſthilfe.
Reichsernährungsminiſter Schiele,
dam weiteren Verlauf der Tagung das Wort ergriff, führte
nm einem Hinweis auf die Weltagrarkriſe, unter der auch die
Cpoſſenſchaften zu leiden hätten, u. a. aus: Die Reichsregierung
i kenüht geweſen, die für die landwirtſchaftlichen Erzeuger kata=
ſtwohale
Preisgeſtaltung des Weltmarktes von dem deutſchen
Tſekr durch Schutzmaßnahmen fernzuhalten. Das kann nur dann
mi Erfolg fortgeſetzt werden, wenn es der deutſchen Landwirt=
ſehet
gelingt, die deutſche Agrarerzeugung dem deutſchen Bedarf
ampaſſen und die inländiſchen Produktionsmöglichkeiten voll
quunützen. Ohne die entſcheidende Mitarbeit der landwirtſchaft=
llan
Genoſſenſchaften kann dieſes für die Zukunft der deutſchen
Undwirtſchaft ausſchlaggebenden Poſtulat nicht erfüllt werden.
Zindeutſche Landwirtſchaft wird Abſatzgebiete nur gewinnen und
Hekupten können, wenn ſie dem Bedarf ein konzentriertes An=
gebt
entgegenzuſtellen vermag. Hier liegen entſcheidende Auf=
goln
für eine den Ausgleich zwiſchen Erzeugung und Bedarf zu
nenitttelnde Tätigkeit der landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften.
TwHandelsklaſſengeſetz eröffnet den Weg, für die ſtandardiſierten
Umwirtſchaftlichen Erzeugniſſe den Abſatz zu erleichtern und zu
u tärken. Ein anderer bedeutender Aufgabenkreis, der der
ſehsregierung am Herzen liegt, iſt die landwirtſchaftliche Kredit=
znorgung
. Den landwirtſchaftlichen Kreditorganiſationen er=
rochſt
die verantwortungsvolle Aufgabe, ihre Geſchäftsunkoſten
de verminderten Geſchäftsumfang anzupaſſen und in Wechſel=
roſung
mit den Hilfsleiſtungen des Reiches ihrerſeits dahin zu
roſen, daß die Kreditmittel dem letzten Darlehensnehmer zu
geim Zinsfuß zugeleitet werden, der den Kredit nicht von vorn=
ein
unwirtſchaftlich macht.
Es entſpricht weiter den wachſenden Schwierigkeiten der
2üitſchaftslage mit ihren geſteigerten Anforderungen an die Ge=
hitsführung
, daß die Vertiefung des Reviſionsweſens eine wach=
nie
Bedeutung erhält. Mit der Errichtung des Reichsverbandes
wwirtſchaftlicher Genoſſenſchaften Raiffeiſen E. V. haben
ſodie landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften ihre einheitliche or=
mſatoriſche
Spitze gegeben. Die Rationaliſierung des genoſſen=
Etlichen Mittelbaus iſt ſeitdem kräftig vorangeſchritten und
hm Abſchluß nahe. Alle ihre genoſſenſchaftliche Arbeit, fuhr der
Aniſter fort, ſpannt ſich ein in den Rahmen unſerer allgemeinen
ſearpolitik. In ihren Händen liegt zu einem großen Teil das
Gek der Selbſthilfe der deutſchen Landwirtſchaft, die der Land=
yitſchaft
das Recht darauf gibt, daß Reich und Staat alles auf=

bieten, um die ungeheuren Anſtrengungen, die hier gemacht wer=
den
, auch fruchtbar zu machen. Das iſt nur möglich, wenn die be=
gonnene
Agrarpolitik im Rahmen der Geſamtpolitik organiſch
fortgeſetzt wird. Sie wird dazu führen, daß wir im nächſten Jahre
nicht mehr wie in früheren Jahren 4 Millionen Tonnen Getreide
einführen müſſen, ſondern nur noch etwa 1½ Millionen Tonnen,
d. h., daß wir die Einfuhr von 2½ Millionen Tonnen Getreide
durch Umſtellung und Verſtärkung unſerer eigenen Produktion er=
ſparen
und damit unſere Handelsbilanz um rund 500 Millionen
RM. entlaſten, weil wir ebenſo viel Mehrwerte im Inlande er=
zeugen
. Nichts kann ſchlagender als dieſe Zahl die Richtigkeit un=
ſerer
Getreidepolitik beweiſen; denn was hier geſchehen iſt, das
bedeutet für unſere geſamte Volkswirtſchaft in dieſer ſchweren Zeit
der Kriſe einen Lichtblick, der in die Zukunft weiſt. Auf dieſem
Wege allein liegt der Weg zur Rettung aus deutſcher Wirtſchafs=
not
und nicht zuletzt aus der Tributnot, und dieſen Weg müſſen
wir deshalb auch ungeſäumt für das Gebiet der Veredelungswirt=
ſchaft
beſchreiten, für deren Produkte im letzten Jahre noch faſt
genau eine Milliarde Mark ins Ausland gewandert ſind.
Nach den Begrüßungsreden des Reichsminiſters a. D. Dr. Her=
mes
und des Reichsernährungsminiſters Dr. Schiele ergriff auch
Landwirtſchaftskammerpräſident Flemming das Wort. Er betonte,
zweifellos ſei der Schutz der Veredelungswirtſchaft notwendig,
aber ſicher ebenſo der Schutz der typiſchen Produktion des deutſchen
Oſtens, des Roggens und der Kartoffel, die nicht erſetzt werden
können. Der Redner wandte ſich dann den Fragen der Oſthilfe zu.
Vorausſetzung für die Wirkſamkeit der Oſthilfe ſeien insgeſamt
drei Geſichtspunkte: Sämtliche Hilfsmaßnahmen müßten von einer
Hand durchgeführt werden unter Ausſchaltung ſämtlicher büro=
kratiſcher
Zwiſcheninſtanzen. Genau ſo ſei es notwendig, alle per=
ſonellen
und politiſchen Fragen von der Oſthilfe fernzuhalten. Die
landwirtſchaftlichen Vertretungen müßten dagegen nicht nur be=
ratend
, ſondern praktiſch mitarbeitend in die Oſthilfe eingeſchaltet
werden.

Gegen die Nolverordnung. Gegen polikiſche Aus=
landskredite
. Für radikalen Abbau der Tribuke.
Für die Zollunion.
Berlin, 18. Juni.
Auf der Tagung des Vereins Deutſcher Eiſen= und Stahl=
induſtrieller
, die hier ſtattfand, erklärte der Vorſitzende Dr.=Ing.
Poensgen, daß die deutſchen Wirtſchaftskräfte unmöglich allein
durch innere Maßnahmen geſunden könnten. Die Laſten der
letzten Notverordnung müßten auf die Dauer
die deutſche Wirtſchaft zugrunderichten. Poli=
tiſche
Auslandskredite könnten Deutſchland nicht
helfen; es brauche Entlaſtung der Produktion
und Förderung der eigenen Kapitalbildung.
Darum gehe die allgemeine Forderung des deutſchen Vol=
kes
, an der keine Regierung vorübergehen könne, auf einen
weſentlichen, radikalen Abbau der Tribute. Im Zu=
ſammenhang
mit der Notwendigkeit der Schaffung eines
größeren Wirtſchaftsraumes verwies der Redner
zum Schluß auf den Plan einer deutſch=öſterreichiſchen Zoll=
union
, der in einem Verbande privater Induſtrieintereſſenten
weiter erörtert werden könnte.
Zur Einleitung dieſer Erörterung hielt das geſchäftsfüh=
rende
Hauptvorſtandsmitglied Dr. Reichert ein eingehendes
Referat über den Einfluß des alten deutſchen Zollvereins auf
die Eigenwirtſchaft, während der frühere öſterreichiſche Geſandte
in Berlin, Miniſter a. D. Dr. Riedl, die Hauptfragen der
geplanten deutſch=öſterreichiſchen Zollunion näher erörterte. Er
bezeichnete die Zollunion mit Deutſchland als den
einzigen für Oeſterreich möglichen Ausweg aus
einer gegenwärtigen unhaltbaren Lage. Die
lediglich wirtſchaftliche Bedeutung des geplanten Zollabkommens
hob noch der erſte Geſchäftsführer der nordweſtlichen Gruppe
des Vereins Dr. Schlenker beſonders hervor. Die Zoll=
union
, erklärte er, ſtelle einen erſten Schritt der längſt notwendig
gewordenen Neuordnung unſeres Verhältniſſes zu den Ländern
Oſteuropas und des Wiederaufbaues der oſteuropäiſchen Land=
wirtſchaft
dar.

Hruntreis Anciag daf Beſterteic
Mrogrunt.
Die Bank von England eingeſprungen.
Ueber die Vorgeſchichte der unerwarteten Kredithilfe, die Eng=
land
für Oeſterreich bereitgeſtellt hat, verbreitet Conti der F. 3.
zufolge folgendes: Am 16. Juni fand ein Beſuch des franzöſiſchen
Geſandten in Wien beim öſterreichiſchen Außenminiſter ſtatt. Der
Geſandte überreichte ein Schriftſtück, das die Pariſer Be=
dingungen
für die Beſchaffung der Kredit=
hilfe
enthielt. Um den Oeſterreichern keine Zeit zum
Entwiſchen zu laſſen, wurde ein Ultimatum geſtellt:
Antwort bis zum Abend. Das franzöſiſche Schriftſtück
forderte völlige Aufgabe der politiſchen und
wirtſchaftlichen Selbſtändigkeit. Im einzelnen dach=
ten
ſich die Franzoſen die Sache folgendermaßen: Oeſterreich
beantragt beim Völkerbund die Einſetzung
einer Kommiſſion zur Prüfung und Ordnung der
öſterreichiſchen Verhältniſſe: Oeſterreich ver=
pflichtet
ſich, die Vorſchläge dieſer Kommiſſion
bedingungslos anzunehmen. Schließlich wurde die
öſterreichiſche Regierung noch aufgefordert, nach Paris einen in
ſäuberlichem Franzöſiſch entworfenen Brief zu ſchreiben, in dem
ſich Oeſterreich die Ehre gibt, feierlichſt zu erklären, ſich
künftig jeglicher Kombinationen politiſcher
und wirtſchaftlicher Art zu enthalten, die den
internationalen Status Oeſterreichs verändern
könnten."
Der öſterreichiſche Außenminiſter gab die einzig mögliche Ant=
wort
: Niemals! Er dürfte wohl nicht verfehlt haben, den
übrigen Mächten, die ſich für das Schickſal Oeſterreichs intereſ=
ſieren
, von dieſem Ultimatum Kenntnis zu geben. Bevor irgend
jemand ſonſt Zeit fand, auch nur ein Wort der Entrüſtung zu
ſagen, ſchoß die Bank von England den Oeſterreichern das Geld
vor. Das Kreditarrangement iſt nur vorläufig und kurzfriſtig.
Die Franzoſen werden ſich bemühen, ſich in geeigneter Form und
mit unverändertem Zweck erneut dazwiſchen zu ſchalten. Sollten ſie
auch fernerhin ihren Zweck nicht erreichen, ſo werden ſie vermut=
lich
verſuchen, den Hebel an anderer Stelle anzuſetzen: an Deutſch=
land
. Hier ſieht man die enormen Schwierigkeiten, die uns ſelbſt
bei den kommenden Verhandlungen über reparationspolitiſche
Entlaſtung bevorſtehen.
Dr. Ender gibt ſeinen Aufkrag zurück.
Dr. Ender hat den Auftrag, ein neues Kabinett zu bilden,
in die Hände des Bundespräſidenten zurückgelegt, nachdem von
allen parlamentariſchen Parteien nur die Chriſtlichſozialen zur
Erteilung der von ihm gewünſchten Vollmachten ſich bereit zeig=
ten
. Die Gerüchte von einer Betrauung des Grazer Univerſitäts=
profeſſors
und früheren Nationalratspräſidenten Dr. Gürtler mit
der Regierungsbildung ſcheinen ſich nicht zu bewahrheiten. Seine
Berufung nach Wien ſoll, wie man erfährt, nur zu dem Zweck der
perſönlichen Beratung des Bundespräſidenten erfolgt ſein.
Neuer Zwiſchenkredik für das Reich.
Die Verhandlungen über die Gewährung eines Kredits von
250 Millionen RM. an das Reich ſind abgeſchloſſen. Es han=
delt
ſich um einen reinen Kaſſenkredit, deſſen Abdeckung durch
die normalen Einnahmen ſowie durch die auf Grund der Not=
verordnung
zu erwartenden Erſparniſſe und Eingänge ſicher=
geſtellt
iſt. Die Auszahlung des Kredits erfolgt teils im Juni,
teils im Juli. Ueber den empfangenen Betrag werden Schatz=
anweiſungen
mit dreimonatiger Laufzeit ausgeſtellt, die
bis zum Ablauf des Rj. 1931 verlängert werden können.
Verkrauenskundgebung für Dingelden.
Die Reichsgeſchäftsſtelle der Deutſchen Volkspartei teilt mit:
In Berlin fand eine Tagung des Parteivorſtandes und der Wahl=
kreisvorſitzenden
der Deutſchen Volkspartei ſtatt. Nach einem Be=
richt
des Parteiführers Abg. Dingeldey und einer eingehenden
Ausſprache fand folgende Entſchließung einſtimmig Annahme:
Der Parteivorſtand und die Wahlkreisvorſitzenden der Deutſchen
Volkspartei ſtehen in voller Einmütigkeit hinter ihrem Führer.
Sie weiſen darauf hin, daß mit der Ablehnung der Reichstags=
einberufung
die politiſche Entſcheidung nur verſchoben iſt. Der
Kampf geht weiter! Im Ziel iſt ſich die Deutſche Volkspartei
einig. Dieſes Ziel iſt in den bindenden Abmachungen des Partei=
führers
mit dem Reichskanzler unzweideutig vorgezeichnet. Sie
waren die Vorausſetzung für die veränderte Stellungnahme der
Reichstagsfraktion. Dieſe Abmachungen müßten in kürzeſter Friſt
durchgeführt werden.

2
Auls eide des Mkäutnds.
Venn das Unglück unter dem Polareis eingetreten wäre . . .
(s veraltete amerikaniſche U=Boot O. 12. Die Bedeutung
der zerbrochenen Akkumulatorenbatterie. Das hilfloſe
U=Boot=Wrack.)
Das Polar=U=Boot Nautilus, mit dem bekanntlich Sir Hu=
bt
Wilkins ſein großes Polarabenteuer durchführen will, iſt auf
9Grad nördlicher Breite gezwungen geweſen, 8OS=Rufe auszu=
en
, da es hilflos mitten im Ozean mit ſchweren Schäden lag.
Ner anderem iſt nach telegraphiſchen Meldungen die große Akku=
uatorenbatterie
zerbrochen. Wilkins kann von großem Glück
dchen, daß ihm die Kataſtrophe zuſtieß, als er noch im Bereich
ſender Schiffe war. Wenn ſein U=Boot dieſe Havarie im Polar=
bs
erlitten hätte, dann wäre aller Wahrſcheinlichkeit nach die
chl der Opfer des Nordpols um mehrere wertvolle Menſchen=
een
vermehrt worden. Die Akkumulatorenbatterie, um die es
hier handelt, iſt offenbar die 60 000 Kilogramm ſchwere 120=
Alen=Batterie, die berufen war, die beiden elektriſchen Motoren
* Nautilus mit Kraft zu verſorgen. Sie iſt alſo bei der lan=
Unterwaſſer= oder Untereisfahrt, mit der Wilkins rechnen
I6, von größter Bedeutung für das Polarboot, denn die zwei
Uitriſchen Motoren zu je 200 PS ſollen dazu dienen, bei den Fahr=
im
Tauchzuſtande das U=Boot mit Energie zu verſorgen. Es
e von unabſehbaren Folgen begleitet geweſen, wenn dieſer
glücksfall, deſſen Urſache noch nicht bekannt wurde, ſich auf der
ſßen Polarfahrt ereignet hätte. Das ſchlimmſte Ereignis im
Nantiſchen Ozean war ein Warnungsſignal. Es iſt durchaus
iht geſagt, daß deswegen der Plan fallen gelaſſen werden muß,
R Pol mit einem U=Boot zu erreichen. Wilkins iſt auch nicht
Mann, ſich durch ein ſolches Unglück ins Bockshorn jagen zu
en. Er hat gezeigt, daß er eiſerne Nerven beſitzt, und eine
dlarfahrt unter Waſſer und Eis iſt allen als ein gefahrvolles
ternehmen bekannt. Schon in weniger gefährlichen Gegenden
0 U=Boote modernſter Bauart ſchon oft verſackt und konnten
B einſetzender Hilfsmaßnahmen nicht gerettet werden. Erſt
ſigſt wurde bekanntlich die engliſche Marine in der Nähe von
Sihaiwei von einer furchtbaren U=Boot=Kataſtrophe betrof=
die
einer großen Zahl der Beſatzungsmannſchaften das Leben
lete. Die Gefahrenmomente ſind alſo bekannt und werden auch
Wilkins und ſeinen Leuten nicht unterſchätzt. Aber ſie dürfen
Ca nicht verachtet oder gar nur gering geſchätzt werden. Der
ſauttilus iſt das frühere amerikaniſche U=Boot O. 12, das
ia nicht zu den veralteten Bauten gehörte, aber auch nicht den
vernſten Anforderungen der U=Boot=Technik entſprach. Zwar
es Wilkins von dem amerikaniſchen U=Boot=Konſtrukteur
on Hale in New York aufs modernſte umbauen und über=
Vem laſſen. Aber der Bruch lebenswichtiger Apparate hat ge=

zeigt, daß dieſer Umbau offenbar nicht mit der notwendigen Ge=
diegenheit
vorgenommen wurde. Die Maſchinen hätten zum min=
deſten
auf ihre größte Leiſtungsfähigkeit bei ſchwerſter Belaſtung
geprüft werden müſſen. Zwar iſt anzunehmen, daß dies ſicher er=
folgt
iſt, um ſo ſeltſamer berührt dieſes Unglück, denn es zeigt,
daß man mit Umſtänden und Unglücksfällen rechnen muß, die
nicht vorhergeſehen werden können oder offenbar mit den zur Ver=
fügung
ſtehenden Mitteln nicht ausgeſchloſſen werden können.
Dies iſt die allerſchlimmſte Lehre, die Wilkins aus dem Unglück
im Atlantiſchen Ozean ziehen muß. Die Maſchinen laſſen ſich
ſelbſtverſtändlich in kurzer Zeit erneuern. Aber die Gewähr muß
geboten ſein, daß ähnliche Ereigniſſe ausgeſchloſſen ſind, ſonſt iſt
der Nautilus nicht viel mehr als ein Sarg, der im Glücksfalle
ſein Ziel erreichen kann. Es drohen Gefahren genug, daß un=
glückkiche
Zufälle, die durch das Verſagen des Materials entſtehen,
ausgeſchloſſen bleiben müſſen. Dem Nautilus, der eine Länge
von 60 Metern hat und eine Waſſerverdrängung von ungefähr
625 Tonnen, ſtehen für die Ueberwaſſerfahrt zwei Dieſelmotoren
von je 500 PS zur Verfügung, wenn die andere Apparatur brauch=
bar
bleibt.
Aber auch der Zylinder ſoll gebrochen ſein. Die anderen Appa=
rate
, die dazu dienen ſollen, die Sicherheit der Fahrt unter Eis
zu gewährleiſten, wie Eisbohrer, Stoßſtangen uſw., werden gewiß
in Ordnung ſein. Wenigſtens iſt es im Intereſſe der Forſcher
zu hoffen. In jedem Falle aber iſt jetzt zu erwarten, daß der
Nautilus vor Antritt ſeiner großen Abenteurerfahrt noch aufs
genaueſte auf Herz und Nieren geprüft wird, damit er ſeine Lei=
ſtungsfähigkeit
unter ſchwierigſten Umſtänden und bei größter Be=
anſpruchung
erweiſt. Dann kann man mit einem glücklichen Aus=
gang
dieſes Abenteuers rechnen, denn die Männer, die die Fahrt
machen, ſind z. T. erprobte Polarfahrer. Nur gegen das Ver=
ſagen
der Maſchinen und des Materials ſind ſie am Nordpol noch
1.
hilfloſer als im Atlantiſchen Ozean.

* Die Nemesauktion in München. In der dicht gefüllten Ton=
halle
, in Gegenwart zahlreicher Muſeumsdirektoren und Kunſt=
handler
des In= und Auslandes, fand am erſten Verſteigerungs=
tage
die Auktion der Bilder ſtatt.. Kaufluſt und Preisbil=
dung
ſind in Anbetracht der Wirtſchaftskriſe als nicht ungünſtig
zu betrachten, wenn auch ſichtlich das ſachverſtändige Publikum
eine gewiſſe Zurückhaltung gegen manche Zuſchreibungen an
große Meiſternamen ſeitens des Vorbeſitzers zutage legte. Des=
wegen
wurden manche Tiziane wie die Danae die Venus
mit dem Spiegel unverkauft zurückgezogen. Im übrigen wurden
für wichtigere Werke folgende Preiſe erzielt: Anbetung der
heiligen drei Könige von Fra Angelico 100 000 Mark. Ma=
donna
von Fra Filippo Lippi 98 000 Mark. Doge Lore=
dan
mit Nobili von Giov. Bellini 208 000 Mark. Apotheoſe
des Aeneas (Deckenſkizze) von G. B. Tiepola 58 000 Mark,
Das Engelskonzert von Greco 275 000 Mark, Bankett von
Francesco Guardi 29000 Mark, Gelehrtes von Franz
Hals 86000 Mark, Fabius Maximus von Rembrand

320 000 Mark. Saskia von Rembrandt 80 000 Mark, Män=
nerkopf
von A. Dürer (2) 23000 Mark. Am Mittwoch kommt
die Stoffſammlung zur Verſteigerung, die an Qualität die Bil=
der
des Coll. Nemes überragend, die Kaufluſt, beſonders der
Muſeen, ſteigern dürfte.
A. Conrady: Der Hochverräter. Dem Mann der rettenden
Tat York v. Wartenburg. Brunnen=Verlag, Karl Winkler,
Berlin.
Conrady zieht in ſeinem Buche eine Parallele von unſerer unruhi=
gen
Gegenwart zu der Zeit des großen Patrioten York. Auffallend iſt
jedenfalls die erſtaunliche Aehnlichkeit zwiſchen den heutigen Verhält=
niſſen
und denen der Franzoſenzeit des vergangenen Jahrhunderts. Wir
vermögen nicht immer Conrady in allen ſeinen Schlußfolgerungen, zu
denen er bei ſeinem hiſtoriſchen Vergleich gelangt, beizuſtimmen. Aber
in einem hat er unzweifelhaft recht: Die Geſchichte iſt die beſte Lehr=
meiſterin
. Aus ihr ließe ſich auch für die Zukunft unſeres Volkes man=
cher
Nutzen ziehen. Weit über den Rahmen einer bloß hiſtoriſchen Dar=
ſtellung
hinaus zeichnet Conrady das Bild des Führers, des Führers
und Befreiers, wie er ihm vorſchwebt, aus dem Elend der Gegenwart.
Die Sehnſucht nach dem Führer heute der Wunſch von Millionen
unſeres Volkes der Führergedanke beherrſcht das Buch, und es iſt
ein ſchmerzliches Erkennen zugleich, daß unſerem Volke heute der Führer
fehlt, wie Bismarck einer geweſen iſt, der ihm den Weg aus ſeiner Not
weiſen könnte in eine beſſere Zukunft. Der Führer dem die allgemeine
Wohlfahrt Richtſchnur iſt im höchſten Sinne des Wortes. Manchmal
läßt Conrady ſeinem Zorn die Zügel ſchießen, ſo wenn er mit dem heu=
tigen
Syſtem abrechnet, wenn er ſich unerbittlich ſcharf mit den Regie=
renden
von heute auseinanderſetzt. Aber es iſt doch nur die Sorge um
das Schickſal unſeres Volkes, die uns aus dieſem furor teutonieus ent=
gegenzittert
. Bis zur letzten Seite zieht uns das Buch in ſeinen Bann,
ſo feſſelt uns die gewaltige Perſönlichkeit Yorks. Wird uns auch einmal
ein ſolcher Retter erſtehen? Das iſt die Frage, die wir heute an das
Schickſal haben.
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Walter Schweter: Im Waldland des Freiherrn vom Stein, Mit Bil=
dern
von Profeſſor H. v. Volkmann, Bantzer, Eckert u. a. Feiner
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Vereine viel billiger. Verlag bei W. Schweters Buchh., Darmſtadt.
Die kleine wohlfeile Schrift des in der Waldheimat Steins groß=
gewordenen
Verfaſſers, deren Widmung Hindenburg mit herzlichen
Dankworten angenommen hat, iſt warm empfohlen vom Referenten für
Volksbildung im Heſſiſchen Miniſterium, Schulrat Haſſinger, in Schul=
zeitungen
Heſſens und Naſſaus, in Forſt= und Tagblättern und den
beſten der Heimat. Alfred Zundel ſchreibt im Taunus: Aus
Walter Schweter ſprechen die tiefen, tragenden Töne voller Süße und
Wärme, die wir bei der Vorſtellung Heimat zu hören meinen und nach
denen wir uns in der Ferne ſehnen. Fr. Grebenſtein der Be=
zirksjugendpfleger
, im Fährmann‟ Das eindringliche Büchlein
eignet ſich ſehr wohl als Klaſſenleſeſtoff und gehört in die Hand eines
jeden deutſchen Kindes. Der Deutſche Sprachverein:
Hier ſtört uns kein Fremdwort keine ſchwülſtige, geſuchte Rede=
weiſe
! Rein, klar, ſchlicht und innig läßt Walter Schweter unſere deut=
ſche
Sprache klingen. O. Nunkel, im Generalanzeiger für den
Weſterwvald und Mittelrhein: Von den Schriften zu Steins 100. Todes=
tage
därfte keine der Heimat des großen Deutſchen gewidmete Walter
Schweters Waldland überragen. Wo zur Steinfeier der Jugend ein
Gedenkbuch in die Hand gglegt werden ſall, wind es in erſter Linie zu
R4
geben ſein.

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Richtmitglieder machen ſich und ihre Anſtifter durch Einkauf in unſeren Verteilungsſtellen nach
8 152 des Genoſſenſchaftsgeſetzes ſtrafbar. Soweit wir Nichtmitglieder beim Einkauf in
unſeren Verteilungsſtellen ermitteln, werden wir dieſelben bei der Polizei zur Anzeige bringen.

[ ][  ][ ]

Arrmmer 168

Freftag, den 19. Juni 1931

Aus der Landeshangrmadt.

Seite,5

Darmſtadt, den 19. Juni 1931.

Zur oenerarmaftoitelter Hrage.

die Intendantenfrage wird meiſt vorwiegend vom Stand=
ot des Schauſpiels betrachtet. Gewißlich beſtimmt das Schau=
Y im weſentlichen das künſtleriſche Profil jedes Theaters. Die
gw bildet aber das Rückgrat des Spielplans. Sie beherrſcht die
Süntage und Feſttage faſt ausſchließlich. Sie füllt die Mieten
uwviele Abendkaſſen (Operette). Der Heldentenor, die Prima=
dima
ſind immer noch die ſtärkſten Zugkräfte, und es wird in
je de Stadt für Muſik ein breiteres Publikum zu finden ſein, als
fünteratur. In Darmſtadt vollends ruht die berühmte Ueber=
lüeſung
des Hoftheaters auf der Pflege der Oper.
So betrachtet, gewinnt die Wahl des Generalmuſikdirektors
aßLeiter der Oper erhöhte Bedeutung. Ein Mann von der
Aſieeitigkeit, Erfahrung und Genialität Dr. Böhms iſt ſchwer
euſebar. Wir brauchen aber gerade unter Guſtav Hartung, dem
Schuſpieler, als Gegengewicht zu ſeiner Geſinnung, die wir ab=
leſhen
, und ſeinem Können, das wir bezweifeln, eine ſtarke muſi=
kclüihe
Perſönlichkeit, die, mit genügender Selbſtändigkeit aus=
guſittet
, die für Darmſtadt wichtige Sache der Oper verantwort=
liſhzu
vertreten geeignet iſt. Wir brauchen eine Perſönlichkeit,
diſe uch nach einer durchaus möglichen kurzen Dauer der neuen
Jeundanz nicht auch mit ihr zu Fall kommt, ſondern ſie zu über=
lelche
imſtande iſt.
luf der Suche hiernach, iſt man in der Regel geneigt, an große
Direnten mit klangvollen Namen zu denken. Auch hier ſprach
mu von Schillings, Weingartner, Scherchen, v. Hößlin, Schultz=
Dhmburg, Leo Blech u. a. Bei ſolchen in ſich abgeſchloſſenen, der
Allmeinheit verpflichteten Größen iſt zu bedenken, daß ein Ein=
labe
in unſere Darmſtädter Verhältniſſe und Bedürfniſſe kaum
enzurtet werden kann. Gaſtſpiele, Reiſen, Bindungen jeder Art
wien das für uns notwendige Intereſſe in unerträglicher Weiſe
ſchiwchen, ſo daß nur ein großer Name für uns übrig bleibt, von
dein zehrend die Oper nicht leben kann. Unſer Generalmuſik=
dit
=etor iſt ja auch gleichzeitig als Konzert= und Muſikvereins=
diaſent
die Spitze des geſamten Muſiklebens der Stadt. Hier=
füfriſt
eine friſche, mit ihrer vollen Leiſtungsfähigkeit ſich ein=
ſenede
Kraft erforderlich. Es käme ſomit ein junger Kapell=
mmiſer
in Frage, der gleichwohl diejenige Bewährung und
Bäihenerfahrung nachzuweiſen fähig wäre, die unſerem hochange=
ſeseen
Inſtitut und unſerem anſpruchsvollen Publikum genügt.
DeAuswahl iſt nicht groß, ein ſchneller Entſchluß zur Klärung
den Lage vor den Ferien dringlich. Männer wie Szell, Oppen=
heſit
ſtu, a. ſind nach ihrer Vergangenheit und Einſtellung von
vontih rein abzulehnen.
Ineuerdings tritt der Name des jungen Kapellmeiſters
Scchnitz in München in den Vordergrund. Er iſt uns bekannt
ales eim Opernleiter von ſcharfem Profil und ſtarken Erfolgen.
Ste Weg ging von Weimar über Stuttgart nach München, wo
eu /achfolger Dr. Böhms wurde. Er hat alle Opern des Spiel=
plgz
außer Parſifal dirigiert. Wenn er ſich im Konzert noch
nnt hervortun konnte, ſo war dies ſeinerzeit bei Dr. Böhm in
älln chem Maße der Fall, und darf füglich zurücktreten in einer
L4) die vor allem die Sorge beherrſcht, unſere Oper auf ihrem
Höſtand zu erhalten. Die Fähigkeiten, die ihn hierfür empfehlen,
ſiryſo groß, daß ſie auch für das Gebiet des Konzerts und von
Cchtwerken zu ſtarken Hoffnungen berechtigen. Es iſt mit Sicher=
hafl
anzunehmen, daß ſeine Wahl der Muſikverein begrüßen
wie und unſer Orcheſter ihm volles Vertrauen entgegenbringen
m).
WWir glauben, uns nach Prüfung alles Für und Wider für
ihteinſetzen zu dürfen, der die beſte Gewähr zu geben ſcheint,
v.H.
den geſchilderten Anforderungen zu entſprechen.
Der ſtädtiſche Theaterausſchuß gegen Hartung.
Am Mittwoch nachmittag hat eine längere Sitzung des ſtädti=
ſäſit
Theaterausſchuſſes ſtattgefunden, in der, wie wir erfahren,
doe Ausſchußmitglieder ſich in überwiegender Mehrheit ohne
Wierſpruch gegen die Wahl Hartungs zum Gene=
rerſintendanten
ausgeſprochen haben. Es wurde dem
Hein Oberbürgermeiſter Mueller lebhafte Zuſtimmung
zueiner Stellungnahme ausgeſprochen.
Im ſtädtiſchen Theaterausſchuß ſind ſämtliche Fraktionen des
Sutrates vertreten. Es haben ſich alſo die gewählten Ver=
thar
der geſamten Bürgerſchaft direkt oder indirekt
(ſſdurch, daß von keinem Mitglied ein Widerſpruch erfolgte)
Befen die Wahl Guſtav Hartungs ausgeſprochen.

Ernennung. Das Geſamtminiſterium hat am 15. Juni 1931
tMiniſterialrat Heſſe im Miniſterium der Finanzen für die
ſer des zurzeit von ihm bekleideten Amts mit Wirkung vom
uli 1931 zum Mitglied des Verwaltungsgerichts=
s
ernannt.
1 Erledigt iſt eine Lehrerſtelle für einen katholiſchen Lehrer
ANer Volksſchule zu Bürſtadt. Kreis Bensheim. Mit der Stelle
Hi das Amt des Rektors verbunden werden.
Italieniſche Melde= und Aufenthaltsvorſchriften. Es wird
Aauf hingewieſen, daß Italienreiſende ſich innerhalb 3 Tagen
nw ihrer Einreiſe in Italien polizeilich anzumelden und die
Aunthaltserlaubnis zu beſchaffen haben. Nichtbeachtung hat
elmindliche Strafen zur Folge.
Die Neue Heſſiſche Beamtenſterbekaſſe hält ihre diesjährige
Aügzliederverſammlung am Sonntag, dem 21. Juni 1931, vor=
nitags
11 Uhr, im Fürſtenſaal, Grafenſtraße 20, ab. (Siehe heu=
tigAnzeige
.)

Berlederang don Meokannenen.
Die Gefahren des neuen Arzueimitkel=Geſekzes.

Man ſchreibt uns: Wer hat nicht ſchon im Bedarfsfalle in
der Apotheke ein Fläſchchen mit Huſtentropfen, bei anderen Ge=
legenheiten
ein ſolches mit Choleratropfen geholt oder gleich dort
einige Opiumtropfen getrunken? Oder wer hat nicht ſchon ärzt=
liche
Rezepte im Wiederholungsfalle oder beim Auftreten ähn=
licher
Beſchwerden nochmals anfertigen laſſen? Früher durfte
eine ſolche Wiederholung auch dann vorgenommen werden, wenn
die Arznei neben anderen Beſtandteilen auch kleine Mengen von
Opiaten zur Beruhigung oder Schmerzlinderung enthielt
Wer nun aber heute mit ſolchen Wünſchen in die Apotheke
kommt, der hört zu ſeinem Erſtaunen, er müſſe nachden neuen
Beſtimmungen des Opiumgeſetzes jedesmal ein
friſches Rezept beibringen. (Was natürlich Geld koſtet.)
Daruber hinaus iſt eine Gebühr von 20 bis 30 Pfg. in jedem
Einzelfall zu bezahlen (abgeſehen von den Aufſchlägen, welche
ſchon auf den betreffenden Stoffen ruhen und in den Preiſen der
Arzneitaxe mit einkalkuliert ſind). Bei Pulvern und Tropfen
oder Röhrchen mit Tabletten, die ungefähr 1 Mark koſten, beträgt
alſo die jetzt auf behördliche Anordnung hin eingetretene Ver=
teuerung
20 bis 30 Prozent. In dieſer Weiſe kommen
alſo unſere Geſundheitsbehörden dem allgemein anerkannten Be=
dürfnis
nach, die Arzneimittel zu verbilligen! Der Grund für
dieſe Verteuerung und Erſchwerung des Bezuges iſt nicht etwa
darin zu ſuchen, daß mit ſolchen Mitteln irgend ein Mißbrauch
getrieben werden könnte, ſondern wir haben es hier wieder ein=
mal
mit einem Akt der ſogenannten dekorativen Hygiene zu
tun. Man hat Verordnungen erfunden, die auf der ganzen Welt
einzig daſtehen und die ein Bürokratenherz entzücken können.
Man hat wieder einmal einen neuen Zwang zu Bezugsſcheinen
und zur Führung beſonderer Bücher eingeführt. Man hat die
Verbote das einzige, an dem wir ſchon ſo reich ſind wieder
einmal um ein neues vermehrt.
Aerzte, Apotheker und Induſtrie proteſtieren auf das ſchärfſte,
von allen Seiten her hagelt es Beſchwerden. Klagen und Hin=
weiſe
auf die Unmöglichkeit der pratkiſchen Durchführung. Und
die Folge davon? Unſere unermüdlichen Bürokraten, welche aller=
dings
die nachſeitigen wirtſchaftlichen Folgen nicht ſelbſt zu tragen
haben gehen daran, das geſamte Arzneimittelweſen nach dieſem
offenbar nach ihrer Anſicht bewährten Verfahren zu
regeln. Als der erſt ſorgfältig geheimgehaltene Entwurf zu
dem geplanten Arzneimittelgeſetz durch eine Indiskretion bekannt
und veröffentlicht wurde, ſetzte ein Entrüſtungsſturm ein von
ſeiten aller derer, die ihre Exiſtenz bedroht, Ausfuhrmöglichkeiten
genommen und erſchwert ſahen uſw. Die Induſtrieverbände,
Krankenkaſſen, Handelskammern, Drogiſten, Zeitungsverleger,
Druckereien, Reklamefachleute uſw. lehnen dieſen Entwurf auf das
ſchärfſte ab. Aerzte, Juriſten und Parlamentarier verurteilen

ihn gleichfalls, und alle dieſe Kreiſe verlangen ſeine ſofortige
Zurückziehung.
Bis jetzt waren aber alle dieſe Beſtrebungen vergeblich. Ein=
zig
und allein die Apothekenbeſitzer wünſchen, daß dieſer Geſetz=
entwurf
tatſächlich durchgeführt wird. Unſere Medizinalbürokratie
hat ſich noch nicht entſchließen können, den Forderungen der wirt=
ſchaftserfahrenen
Kreiſe Rechnung zu tragen. Bürokraten hinter
ihrem grünen Tiſch und Profeſſoren hinter ihrem Katheder, die
nicht wiſſen, was der Kaſſenarzt wirklich braucht, welche Höchſt=
zahl
von friſch anzufertigenden Rezepturarzneien der Apotheker
im Gedränge der Sprechſtundenzeit ſelbſt herſtellen kann, ferner
was es heißt, Exportverbindungen anzubahnen und der Konkur=
renz
auf dem Weltmarkt ſtandzuhalten, Perſönlichkeiten, die
keine Ahnung davon haben, was die Leute aus
dem Volke wollen, möchten allein nach ihren rein theore=
tiſchen
Anſchauungen alles entſcheiden, verbieten, beſtrafen, mit
Gebühren belegen, unproduktive Arbeiten und Schreibereien ver=
langen
. Daran, ob die Möglichkeit einer praktiſchen Durchfüh=
rung
beſteht, an die Folgen für das Wirtſchaftsleben, an die
Koſten, die zu decken ſind, an das alles denken ſie nicht. Alles das
können ſie ja auch gar nicht beurteilen, da ihnen die hierzu nötigen
Erfahrungen fehlen.
Zur Deckung ihrer Pläne und als Entſchuldigung gegenüber
den vielen gegen ſie erhobenen Angriffen kommen ſie immer wie=
der
mit der Behauptung, ihre Maßnahmen und Verbote ſeien zum
Schutze der Volksgeſundheit nötig. Dabei wird aber mit keinem
Wort erwähnt, daß die Induſtrie ihrerſeits ſchon längſt und ſchon
oft Vorſchläge zu ſolchen Beſtimmungen gemacht hat, die vollkom=
men
ausreichend wären, um wirklich beſtehende Mißbräuche ab=
zuſtellen
. Von ſeiten der Wirtſchaft fordert man ſchon lange ein
klares, erſchöpfendes Reichsgeſetz, deſſen Erlaß dann glatt und
reibungslos erfolgen könnte. Auf dieſe Weiſe käme man viel
ſchneller und ſicherer zu einer Regelung. Es könnte wirklich etwas
zum Schutze der Volksgeſundheit getan werden. Dagegen würden
alle die für die deutſche Induſtrie und beſonders auch für ihren
Export gefürchteten Gefahren in Wegfall kommen.
Nachdem bisher alle Eingaben, die ſachlichen Artikel in der
Fachpreſſe uſw nicht vermocht haben, die Bürokraten von ihren
Plänen und Diktaturgelüſten abzubringen, erweiſt es ſich leider
als nötig und unvermeidlich, dieſe ganze Fragen in der Tages=
preſſe
aufzurollen. Hoffentlich vermag es dann die Macht der
öffentlichen Meinung, eine Zurückziehung dieſes Geſetzentwurfes
zu erzwingen und damit zu erreichen, daß weitere Verteuerungen
von Arzneimitteln und neue Schädigungen der Induſtrie welche
Arbeiterentlaſſungen und eine Vermehrung des ſozialen Elendes
zur Folge hätten, vermieden würden.

Neue alpine Erſchließungskäkigkeit im Ferwall.
Die Darmſtädter Hütte Mittelpunkt des neuen
Ferwallhöhenweges.
Die Sektion Niederelbe=Hamburg des D.H.A.V hat ſoeben
eine neue Schutzhütte im öſtlichen Ferwallgebirge errichtet, die am
12. Juli d. J. eingeweiht und dem touriſtiſchen Verkehr übergeben
wird. Die neue Niederelbe=Hütte iſt etwa 3 Stunden nordweſt=
lich
vom Kappl im Paznauner Tal in 2300 Meter Höhe am Rande
einer Hochſtufe erbaut. In prachtvoller Lage wird ſie von einem
Kranz ſehr ſchöner Felsberge umſchloſſen, darunter die ſtolze
Rucklesſpitze, die Fatlarſpitze, der Schnitzer, die Madaunſpitze u. a.
Der Seß=See und einige andere kleine Alpenſeen in unmittelbarer
Nähe der Hütte bieten Gelegenyeit, den badefrohen Wanderer auf=
zunehmen
. Die Hütte gewährt 28 Perſonen bequeme Unterkunft,
Sie erſchließt ein bisher kaum beſuchtes Gebiet großartiger
Ausſichtsgipfel und Kletterberge (ſiehe oben) des Oſtferwall. Der
beſondere Grund für die Errichtung der Hütte entſprang jedoch
dem ſchon lange beſtehenden Bedürfnis, die Gruppe des altberühm=
ten
Hohen Rifflers (3160 Meter) mit dem Kernſtock des Ferwalls,
dem herrlichen Maſſiv der Kuchen= und Küchelſpitze zu verbinden.
In gemeinſamer Arbeit mit der Sektion Niederelbe=Hamburg
haben die Sektionen Kiel und H.T.C. Innsbruck es unter=
nommen
, den bisher fehlenden Verbindungsweg zu ſchaffen. Die=
ſer
jetzt fertigeſtellte, 15 Kilometer lange Höhenweg, der die
Namen Hope=Seyler=Weg und Kieler=Weg trägt, verbindet die
Niederelbe=Hütte mit der Edmund=Graf=Hütte einerſeits und mit
der Darmſtädter Hütte andererſeits. Der hochalpine Hoppe=
Seyler=Weg iſt von ganz beſonderer Schönheit. Die Darmſtädter
benutzen ihn, um zur Niederelbe=Hütte zu gelangen, und ſteigen
zunächſt zum Schneidjöchl (2841 Meter) hinan, mit prachtiger Aus=
ſicht
auf Kuchen= und Küchelſpitze von dort führt der Weg durch
ein Trümmertal hindurch und noch einmal wieder hinauf zur Obe=
ren
Fatlarſcharte (2800 Meter), um ſich von dort zur Niederelbe=
Hütte hinabzuſenken. Mit dem neuen Höhenweg iſt tatſächlich eine
große Lücke ausgefüllt, und über die Darmſtädter Hütte iſt nun die
Verbindung mit dem Vorarlberger Ferwall hergeſtellt, über die
Konſtanzer, Heilbronner und Reutlinger Hütte. Man kann jetzt
von Schruns aus, mit der Wormſer Hütte beginnend, eine herr=
liche
Höhenwanderung über Hütten, Jöcher und Gipfel bis nach
Landeck antreten. Der neuegeſchaffene Hoppe=Seyler=Weg und
Kieler=Weg bilden das Glanzſtück dieſes geſchloſſenen Ferwall=
höhenweges
, der das würdige Gegenſtück der taljenſeitigen Lech=
taler
Höhenwege iſt.
Aber auch für den Winterſport eröffnet ſich mit der Nieder=
elbe
=Hütte als Standquartier ein neues, bisher noch nicht befah=
renes
Skigebiet. Jeder Winterſportler kennt das hintere Tiroler
Paznaun und Galtür, aber er weiß nicht, daß auf halbem Wege
in das lange Paznauntal hinein oben am Südhang Kappl liegt
(1258 Meter), abſeits der Landſtraße, und doch in einer Viertel=
ſtunde
gut zu erreichen. Die oberhalb Kappls gelegene Nieder=
elbe
=Hütte mit ihren gegen Kälte gut iſolierten Winterräumen
wird einmal ein geradezu idealer Standort für Skikurſe ſein. Das
eigentliche Skihinterland iſt das Gebiet der Dias=Alpe, wo ſich un=
geheure
Felder von Schnee erſtrecken, lauter Sonnenhänge, die
daher vornehmlich Spätwinter= d. h. Firnſchneegebiete ſind. Zum
Winterſport wird man alſo am beſten im Februar und März dort=
hin
fahren.
Vor allem aber ſind mit Erbauung der Niederelbe=Hütte und
ihrer prächtigen Höhewege der ſommerlichen Touriſtik im Ferwall
neue Möglichkeiten erſchloſſen, an denen die Darmſtädter ihre be=
ſondere
Freude haben werden.

Zu dem Tanzgaſtſpiel Edith Bielefeld. Edith Bielefeld
wird bei ihrem Gaſtſpiel nur neueinſtudierte Tänze zeigen, mit
denen ſie erſtmalig in Darmſtadt auftritt. Neben alten Tänzen
von Johann Strauß, die weichen, ſchmiegſamen Charakter haben,
wird ſie leichte, jedoch ſchmiſſige Tänze zeigen von Rachmaninoff
und Dvorak u. a. Herr Erwin Palm wird als Zwiſchenſpiele
einige Walzer und Tänze aus bekannten Operetten zu Gehör
bringen, welche die Friſche und Fröhlichkeit des Abends noch er=
höhen
werden. Die Koſtüme hat die Künſtlerin ſelbſt entworfen.

9. Tagung des Heſſiſchen Landesverbandes
für das dekorakeur=, Saltkler= und Tapeziergewerbe.
In der Zeit vom 20. bis 21. Juni d. J. veranſtaltet der Heſ=
ſiſche
Landesverband für das Dekorateur= Sattler= und Tapezier=
gewerbe
ſeinen 9. Verbandstag in Oppenheim a. Rh.
Die Tagung, die unter Leitung des Vorſitzenden, Herrn Satt=
lerobermeiſters
Gottwald=Reinheim, ſteht, befaßt ſich mit den be=
rufsſtändiſchen
Fragen. In der Hauptverſammlung werden zeit=
gemäße
Referate gehalten.
Auf die Veranſtaltung, die für die Angehörigen des Sattler=,
Tapezier= und Dekorateur=Gewerbes von ganz beſonderem In=
tereſſe
ſein wird, ſei auch an dieſer Stelle aufmerkſam gemacht.

Aus dem Gerichksſaal.

Aw. Die Große Strafkammer verhandelte am Mitt=
woch
und Donnerstag in zweiter Inſtanz gegen die Ehe=
leute
Böhm aus Unterflockenbach, die ehemaligen Be=
ſitzer
des Cafés Holderſtrauch‟. Die Eheleute hatten im Som=
mer
1930 kurze Zeit das Café betrieben, das nach Anſicht des
Staatsanwaltes von vornherein auf regelrechten Bordellbetrieb
eingeſtellt war. Wir möchten es uns erſparen, auf die Einzel=
heiten
der folgenden Beweisaufnahme einzugehen, denn die Vor=
gänge
dürften ſattſam bekannt ſein. Die erſte Inſtanz hatte.
den Mann wegen Notzucht ſeiner Pflegetochter, wegen Ver=
gewaltigung
des einen Mädchens und Kuppelei der ſämtlichen
Mädchen, wegen tätlicher Beleidigung und wegen verſuchter Ab=
treibung
zu insgeſamt zwei Jahren und ſechs Monaten
Zuchthaus, und die Frau wegen ſchwerer Kuppelei und ver=
ſuchter
Abtreibung zu einem Jahr und drei Monaten
Gefängnis verurteilt. Wegen Vergehens gegen die Gewerbe=
ordnung
(Benutzung nichtkonzeſſionierter Räume) außerdem noch
zu Geldſtrafen In 100 und 50 Mark. Die Frau nahm nach
einigem Bedenken das Urteil an. Der Mann gab ſich jedoch nicht
damit zufrieden. Auch die Staatsanwaltſchaft legte Berufung ein.
Die heutige Verhandlung verlief in derſelben Weiſe. Der
Mann unterließ es abermals nicht, alle Zeugen als ſchlecht und
verlogen hinzuſtellen. Nach dreieinhalbſtündiger Beratung ver=
kündet
der Vorſitzende gegen 21 Uhr das Urteil: Der An=
geklagte
Böhm wird wegen Notzucht in Tateinheit mit
ſchwerer Mißhandlung, wegen ſchwerer Kuppelei, wegen
Nötigung und wegen vollendeter Abtreibung zu ins=
geſamt
ſechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Die bür=
gerlichen
Ehrenrechte werden ihm auf ſechs Jahre aberkannt. Die
Frau wird wegen ſchwerer Kuppelei, wegen Nötigung und we=
gen
Abtreibung zu insgeſamt zwei Jahren Gefängnis
verurteilt. Die Geldſtrafen wegen Vergehens gegen die Gewerbe=
ordnung
bleiben gleich. Die Unterſuchungshaft wird ebenfalls
wieder mit ſechs Monaten angerechnet. Der Vorſitzende betont,
daß das Gericht überzeugt ſei, daß der Mann der Hauptſchuldige
ſei. Er habe eine unglaubliche Verworfenheit gezeigt. Deshalb
habe man ihn zu Zuchthaus veruteilt. Die Frau dagegen nur zu
Gefängnis. Sie habe ſich zweifellos ſchwer vergangen, aber das
müſſe ja ſo kommen, wenn eine Frau in die Hände eines der=
artigen
Mannes gerate.
Männer=Vereinigung. Wer die letzte Monatsverſammlung
beſucht hat, bei dem wurde durch den anziehenden Vortrag un=
ſeres
Vorſitzenden über Otz= und Breuberg ſicher die Luſt
geweckt, an dem Familienausflug der M.=Vg. nach dieſen
reizvollen heimatlichen Burgen teilzunehmen. An alle Mitglieder
der M.=Vg. nebſt ihren Angehörigen und Freunden ergeht hier=
mit
noch einmal eine freundliche Einladung, ſich der Wanderſchar
anzuſchließen; jedes Gemeindeglied iſt herzlich willkommen.
Jeder Teilnehmer wird reichen Gewinn für Auge und Herz mit
nach Hauſe tragen. Der Ausflug ſoll, ſo Gott will. Sonntag,
den 21. Juni, ſtattfinden. Abfahrt Oſtbahnhof 6,20 Uhr mit Sonn=
tagskarte
. Nähere Auskunft bei den Vertrauensmännern oder
auch eine Viertelſtunde vor der Abfahrt am Oſtbahnhof. Ankunft
daſelbſt bei der Rückkehr etwa 9 Uhr abends. Hoffentlich findet
ſich eine große ſchau= und wanderbereite Schar zuſammen.

den ersten zehn Jahren nur
die milde, reine, nach ärztlicher Var-
Fschrift fir die zarte, empfindliche Haut
Fder Kleinen besonders hergestellte
RIVEA
AMeckStn 2
Schonend dringt ihr seidenweicher
Schaum in die Hautporen ein und
macht sie frei für eine gesunde
und kräftige Hautatmung. Uind was
das bedeutet, merken wir Erwach-
senen
an uns selbst: Wohlbefinden
und Gesundheit hängen von ihr ab.

u.. S0uueubadel

d.h, reiben Sie sich vox dem Sonnenbade kröftig mit

1.NAAHEIA
Hautfmktions-
1 AAOLL MassageOll
ein. Beide enthalten das haurpflegende Euzerit. Beide vermindem die Gefahr
schmerzhaften Sonnenbrandes, beide bräunen Ihre Hart, auch bei be-
decktem
Fimmel. Nivea-Creme wirkt bei Hitze angenehm kühlend.
Nivea-Ol schützt Sie bei unfreumdlicher Witterug vorm Frösteln und
damit vor Erkältunngen. Nie mit nassem Körper sonnenbadenl Und stets
vorher einreibenl Miuce-Creme: RM10.20 bis 1.30, Mucs-Ol: 1.10u. 180

[ ][  ][ ]

Seite 6
Der Reichsverband für Deukſche Jugendherbergen
hatte die Leiter der Gaue nach Braunſchweig, zuſammen=
gerufen
, um Rückſchau und Ausſchau zu halten. Die herzliche Be=
grüßung
durch Herrn Oberbürgermeiſter Dr. Trautmann,
durch deſſen Tatkraft die ſchöne Braunſchweiger Jugendherberge
entſtand, erfüllte viele Teilnehmer mit Freude, weil ſie durch die
Anerkennung zum Weiterarbeiten angeſpornt wurden, aber auch
manche, beſonders die ſüddeutſchen. Mitarbeiter mit Wehmut,
weil dieſe trotz zäheſter Arbeit verhältnismäßig wenig Verſtänd=
nis
gerade bei den vielen Stadtverwaltungen finden. Dies kam
auch bei den Verhandlungen zum Ausdruck. Die wandernde Ju=
gend
und ihre Führer wünſchen von den Behörden keine großen
Ausgaben, keine Herbergen im Gaſthof= oder Hotelſtil, aber ſie
möchten ſich auch nicht mehr mit Keller= oder Bodenräumen begnü=
gen
. Haben die Jugendherbergsleute bisher nicht laut genug ge=
rufen
? Oder waren ſie zu beſcheiden? Oder halten ſich die Träger
der Verantwortung beſonders in den Gemeinden nicht verpflich=
tet
, Wandel zu ſchaffen? Oder glauben die Gewerbetreibenden,
die Fremden kämen ohne Werbung und Empfehlung? Dann ſoll
man aber auch nicht über nicht genügenden Fremdenbeſuch klagen,
ſoll man auch nicht mehr ſo viel von der Jugend, unſeres Volkes
Zukunft reden. Und wie wurden auf dieſer Tagung die Schick=
ſalsfragen
unſeres Volkes aufgerollt: Erwerbsloſenhilfe,
Grenzdeutſchtum, Fremdenwerbung, Verkehrs=
politik
uſw. wurden beſprochen von Menſchen, die in den ver=
ſchiedenſten
politiſchen und religiöſen Lagern ſtehen auf einer
Plattform, wie ſie wohl nur der Jugendherbergsverband bietet.
Von den rund 4½ Millionen Uebernachtungen im Reiche entfallen
etwa 65 000 auf Heſſen. Gewiß ein guter Vortrupp für die Kur=
fremden
der Zukunft. (Dies ſind doch keine Simpel, lieber Wal=
ter
Schweter? Der Berichterſtatter.) Die ausländiſchen Benutzer
unſerer Jugendherbergen müſſen doppeltes Uebernachtungsgeld
und höhere Sätze für die Ausweiſe zahlen. In den Jugendher=
bergen
der Rheinprovinz übernachteten 1930 über 29 000 auslän=
diſche
Jugendliche. Auch dieſe werden ſpäter wiederkommen, dann
aber nicht mehr in Jugendherbergen, ſondern in Hotels uſw. woh=
nen
und zur Hebung des Fremdenverkehrs weſentlich beitragen.
Die Auflage der Zeitſchrift Die Jugendherberge beträgt 165 000,
die Auflage des Reichsherbergsverzeichniſſes 60 000. Der Mitglie=
derſtand
beläuft ſich auf 127 337. Heſſen ſteht mit ſeinen 3000
Mitgliedern unter den 26 Gauen im Verhältnis zur Einwohner=
zahl
an 5. Stelle. Die Mitarbeit Heſſens im Reichsverband
wurde durch die wirkungsvollen Aufſätze des 1. Vorſitzenden, Herrn
Schulrats Haſſinger beſonders anerkannt. An die Tagung
ſchloß ſich eine Beſichtigungsfahrt durch den Harz an, der mit ſei=
nen
rund 200 000 Uebernachtungen zeigt, wie der Beſuch der
Jugendlichen geſteigert werden kann, wenn gute Jugendherbergen
in ausreichender Zahl vorhanden ſind.

V.D.A.=Abend des Orcheſters Fortiſſimo. Man ſchreibt
uns: Das war das dritte Konzert des Orcheſters Fortiſſimo und,
um es gleich vorweg zu nehmen, es war ein voller Erfolg. Trotz
des verlockenden Juni=Abends war die geräumige Aula des Real=
gymnaſiums
bis auf den letzten Platz gefüllt. Ein zackiger
Marſch Schneidige Truppe geſpielt vom Orcheſter unter der be=
währten
Leitung von Alwin Lennartz, leitete den Abend ein. Das
beifallsfreudige Publikum war bald in beſter Stimmung, die noch
erhoht wurde durch die von Karl=Hans Krüger mit echtem Wiener
Humor vorgetragenen Wiener Lieder. Ein von dem Ober= Pri=
maner
Otto Schrader verfaßtes Gedicht Frühling, fand in Herrn
Kurt Schleucher einen guten Interpreten. Bunt aufeinander
folgte ein Klarinettſolo, geſpielt von Ernſt Flackus, und ein Dia=
log
Berufsberatung eine herrliche, ſpaſſige Sache von Roelling=
hoff
, wirkungsvoll vorgetragen von den Herren Hielſcher und
Schleucher. Dazwiſchen waren gutgeſpielte Orcheſtervorträge ge=
ſchickt
eingewoben Als nach der Pauſe das Orcheſter den Wal=
zer
Wiener Praterleben ſpielte, war das zahlreiche Publikum
ſo begeiſtert, daß Zugabe um Zugabe erzwungen wurde. Ein
Tango Mein Fräulein, ich verehre Sie wurde geſpielt, und die
Jugend hatte Mühe, ſtille zu ſitzen. Herr Roßmann zeigte auf
dem Xylophon ſein vollendetes Können in den Koboldſpielen
von Bude. Ein Glanzſtück folgte: Meine Mama . . . . aus der
Operette Viktoria und ihr Huſar, für das verkleinerte Orcheſter
und beſonders für Herrn Roßmann, der hier, man könnte beinahe

Vortrag im Heaghaus. Es muß doch etwas für ſich haben!
Nämlich das elektriſche Kochen, ſonſt hätte es ſich nie und nimmer
ſo raſch einbürgern können. Und das Auffallende daran iſt, daß
die elektriſche Küche gerade in den Kreiſen der Werktätigen und
Angeſtellten in Gebrauch iſt, während auf die wohlhabenden Kreiſe
nur ein geringer Prozentſatz entfällt. Demnach kann es ſich alſo
nicht um einen Luxus handeln, der etwa nur auf Bequemlichkeit
hinzielt. Neben der Billigkeit bringt das elektriſche Kochen auch
noch eine Reihe anderer Vorteile mit ſich, die für die breite Maſſe
der Haushaltungen von ausſchlaggebender Bedeutung ſind.
Sauberkeit und Arbeitsentlaſtung. Gerade jetzt zur Einkochzeit
erweiſt ſich der elektriſche Herd als der beſte Helfer der Hausfrau.
Das elektriſche Einkochen erfordert kein Waſſerbad und kein Ther=
mometer
. Ohne ſich um den Vorgang weiter zu kümmern, erhält
die Hausfrau als Reſultat volle Gläſer mit farbenfriſchem Obſt.
Der heute abend 8 Uhr im Heaghaus Luiſen=
ſtraße
16 ſtattfindende Vortrag wird insbeſondere das
Einkochen mit dem elektriſchen Herd behandeln. Der Beſuch des
Vortrages iſt jeder Hausfrau nur zu empfehlen.

Heſſiſches Landeskheater.

Freitag 19. Juni

Samstag, 20. Juni

Sonntag, 21. Juni

Samstag, 20. Juni

Großes Haus

MfMRN
D 26
Die drei Musketiere Pr. 110 Mk

19.3 Ende gegen 22.30 Uhr
B 25
Die drei Musketiere Pr. 110 Mk.

19.30, Ende gegen 22 30 Uhr
F 27
Die drei Musketiere Pr. 110 Mk

Kleines Haus

20, Ende gegen 21.30 Uhr Pr 1.2,3 Mk
Tanz=Abend Edith Bielefeld

Gaſtſplele des Hefſiſchen Landestheaters in Bad=Nauheim
Sonntag, den 21. Juni 1931; Die Silberſchnur
Heſſiſches Landestheater. Heute geht zum erſten Male die
Revue=Operette von Ralph Benatzky. Diedrei Musketiere‟
in Szene. Für die Inſzenierung zeichnen Mordo, Rabenalt und
Reinking verantwortlich. Die muſikaliſche Leitung liegt in den
Händen, von Fritz Bohne. In den Hauptrollen: Sattler Hinz,
Gallinger, Hoffart, Knott, Saggau Nürnberger, Maletzki, Jürgas,
Harre, Gothe, Kutſchera, Keßler, Pfaudler, Schindler. Die erſten
Wiederholungen finden Samstag, Sonntag und Montag ſtatt.
Dienstag, den 23. Juni, findet im Großen Haus eine Vorſtellung
außer Miete der Oper von Flotow Martha in der Inſze=
nierung
von Renato Mordo, Bühnenbild: Lothar Schenck v. Trapp
unter muſikaliſcher Leitung von Erwin Palm ſtatt. Die Oper
Cavalleria ruſticana und Bajazzo wird Mittwoch,
den 17. Juni, im Großen Haus wiederholt.
Die Sommerſpielzeit Bruno Harprecht beginnt im Kleinen
Haus am 27. Juni mit der Aufführung des überall mit großem
Erfolg gegebenen Luſtſpiels. Arm wie eine Kirchen=
maus
. Ferner ſind folgende Stücke zur Aufführung vorgeſehen:
Politik. Haſenklein macht alles, Konto X. Huſarenfieber,
Der goldene Anker. Die ſpaniſche Flieg
Das öffentliche
Aergernis Der Muſtergatte, Der Weg zur Hölle, Für Mie=
ter
ſind bedeutende Vergünſtigungen vorgeſehen. Anmeldungen
für die Mieten werden in der Mietabteilung täglich angenommen.
Die Miete iſt in zwei Raten zahlbar.

Freitag, den 19. Juni 1931
Ausflugſonderzug der Reichsbahndirekkion Mainz
zum Bodenſee.
Die Reichsbahndirektion Mainz wird am 1. Juli von Wies=
baden
über MainzDarmſtadt, die Bergſtraße entlang, über
KarlsruheOffenburg einen Ausflugſonderzug fahren, der Sonn=
tag
, den 5. Juli, mit der Höllentalbahn über Singen (Hohentwiel)
Donaueſchingen Freiburg im Breisgau zurückkehren wird.
Alle, die den Bodenſee und ſeine Umgebung bereits kennen, und
die, die ihn zum erſtenmal ſehen, ſind entzückt von ſeiner Schonheit
und ob all der Pracht ſeiner Umgebung. Die ehrwürdige Stadt
Konſtanz grüßt den Beſucher des Bodenſees. In Konſtanz findet
er frohe Stimmung, Muſik, Tanz, Uferbeleuchtung, gute und
preiswerte Quartiere und ebenſolche Verpflegung. Die Bodenſee=
fahrt
am 2. Juli im Salon=Perſonendampfer Ueberlingen führt
den Beſucher dem Schweizer Ufer entlang, über Romanshorn
Rorſchach, nach der am Fuße des Pfänders gelegenen Hauptſtadt
Vorarlbergs, nach Bregenz, und zurück über Lindau und dem
romantiſchen Meersburg nach Konſtanz. Der Fahrpreis beträgt
nur 3.70 RM. Der nahezu 1100 Meter über dem Meere liegende
Pfänder iſt leicht zu Fuß oder zu weſentlich ermäßigtem Fahrpreis
mit der Seilſchwebebahn zu erreichen. Der Pfänder iſt ein Aus=
ſichtsberg
erſten Ranges. Wie ſelten ein Berg, vereinigt er in
ſeinem ungehemmten Rundblick alle Grundlagen landſchaftlicher
Schönheit. Man ſieht den weiten Bodenſee mit dem jungen Rhein,
die breite Ebene des Rheintales, umrahmt von der Hügelwelt
und den Vorbergen, darüber hinaus die geſchloſſene Reihe der
Schneeberge. Zu den unvergeßlichen Hochbildern der Natur zählt
ein Sonnenuntergang. Hinter der Silhouette vom Unterſee ſendet
der glühende Sonnenball ſeine letzten Strahlen in die erkaltende
Bergwelt, und auf der weiten Fläche des Sees ſpiegelt ſich ſein
Feuer in unendlicher Pracht. Am 3. und 4. Juli können die
Sehenswürdigkeiten von Konſtanz beſichtigt oder kurze Ausflüge
nach der Inſel Mainau, der Inſel Reichenau, Meersburg und nach
dem Rheinfall bei Schaffhauſen ausgeführt werden. Auch iſt an
einem der beiden Tage eine Autofahrt in Geſellſchaftskraftwagen
von Konſtanz über Rapperswil (Züricher See), Arth=Goldau,
Küßnacht (Hohle Gaſſe), Rundfahrt auf dem Vierwaldſtädterſee,
Luzern, Zug (Zuger See), Zürich, Winterthur, Frauenfeld, Kon=
ſtanz
vorgeſehen. Der Fahrpreis für dieſe Tagesfahrt beträgt
16 RM. Bei der Rückfahrt durch das wildromantiſche Höllental
über Donaueſchingen, Titiſee iſt noch ein genügender Aufenthalt
in der unvergleichlich ſchönen Schwarzwaldhauptſtadt Freiburg im
Breisgau vorgeſehen. Es gibt nur einen Turm, der wie eine
Flamme zum Himmel ſchießt: die Pyramide des Freiburger
Münſters. Es fällt ſchwer, aus dem reichen Bukett, das die Reichs=
bahndirektion
Mainz den Teilnehmern an der Sonderfahrt an
den Bodenſee darreicht, das herauszunehmen, was am ſchönſten iſt.
Alſo, auf zum Bodenſee! Die um 40 v. H. ermäßigten Fahrpreiſe
für Hin= und Rückfahrt bewegen ſich von den einzelnen Einſteige=
bahnhöfen
aus zwiſchen 17.30 RM. und 21.00 RM. Alles nähere
beſagen die amtlichen Bekanntmachungen und die Aushänge auf
den Bahnhöfen, Reiſe= und Verkehrsbüros.

enn

stets das Haar
wie Seide glänzt,

dann wars

reicht für 2mal

2811-28

Die Ruſſiſche Kapelle auf der Mathildenhöhe iſt jeden Tag
zur Beſichtigung von 10 bis 12,30 Uhr und von 3 bis / Uhr ge=
öffnet
.
Opernſchule der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt. Es
ſei nochmals auf den heute Freitag, den 19. d. M., um 20 Uhr,
im Großen Saale des Städtiſchen Saalbaues ſtattfindenden erſten
diesjährigen Prüfungsabend der Opernſchule hingewieſen. Zur
Aufführung gelangen im erſten Teil Arien und Duette von Bizet,
Mozart, Nicolai und Wagner und im zweiten Teil der 1. Akt der
Oper La Boheme von Puccini in Konzertform. Karten im
Sekretariat der Städtiſchen Akademie, Eliſabethenſtraße 36, Fern=
precher
3500 (Stadtverwaltung) und an der Abendkaſſe.
Das Union=Theater bringt ab heute den Tonfilm nach dem
Roman von Paul Langenſcheid Arme kleine Eva mit Greke
Mosheim in der Titelrolle. In weiteren Hauptrollen ſind Harry
Hardt. E. v. Winterſtein, Hilda Hildebrandt, Hedwig Wangel
u. a. beſchäftigt. In dieſem Film, der unter der Regie von Ed=
mund
Heuberger gedreht wurde, ſteht der § 218 im Mittelpunkt
der Diskuſſion. Dazu ein gutes Beiprogramm.
Im Helia=Theater läuft heute letztmalig der Groß=Tonfilm
Weſtfront 1918 (Vier von der Infanterie), welcher das Schick=
ſal
von vier Frontſoldaten, die in Flandern kämpften, zeigt.
In den Palaſt=Lichtſpielen wird noch einige Tage der
luſtige Tonfilmſchwank aus der Vorkriegszeit. Drei Tage Mittel=
arreſt
vorgeführt. Felix Breſſart, Fritz Schütz, Lucie Engliſch,
Max Adalbert, Ida Wüſt, Gretel Theimer u. a. ſind die Haupt=
darſteller
. Wer die Sorgen des Alltags vergeſſen will, ſehe ſich
dieſen humoriſtiſchen Tonfilm an. Im reichhaltigen Beiprogramm
ſieht man u. a. einen Tonfilm Der Kampf mit dem Rieſen.

Briefkaſten.

Da !

geM ür lehtr Demotaufttmg beiupfüger Anemmme An
nicht beantworttt. Die Beantwortuns erfolgt ohne Nechteverbindlichtest.

Verſicherung Sie werden gut daran tun, ſich mit einer bezüg=
lichen
Anfrage unter genauer Darlegung des Angeſtelltenver=
hältniſſes
an die Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte in Berlin=
Wilmersdorf, Rohrſtraße 2, zu wenden.
Alter Abonnent. 1. Der Austritt aus einer Kirche ohne Uebertritt
zu einer anderen muß vom Austretenden in Perſon bei dem Gerichte
ſeines Wohnortes zu Protokoll der Geſchäftsſtelle des Amtsgerichts I
hier erklärt werden. Nach Ablauf von vier Wochen ſeit jener Antrag=
ſtellung
kann die protokollariſche Aufnahme der Austrittserklärung bei
der nämlichen Geſchäftsſtelle erfolgen. Iſt dieſelbe innerhalb längſtens
ſechs Wochen ſeit der Antragſtellung nicht abgegeben, ſo iſt die letztere
als nicht geſchehen zu betrachten. 2. Wenn die Erklärung erſt jetzt
bei der Geſchäftsſtelle des Amtsgerichts erfolgt, ſo tritt die Befreiung
von der Kirchenſteuer erſt mit Schluß des Kalenderjahres 1932 ein.
Bis zu dieſem Zeitpunkt können Sie alſo noch Leiſtungen der Kirchen=
gemeinde
verlangen. 3. Für Kinder unter 14 Jahren kann die An=
zeige
des Austritts aus einer Kirche von denjenigen Perſonen mit bür=
gerlicher
Wirkung vollzogene werden, denen die Beſtimmung über die
religiöſe Erziehung der betreffenden Kinder zuſteht.
K. 200. Der Diskontierung eines Wechſels werden die Ge=
ſchäftsbedingungen
der Bank zugrunde gelegt, über die dieſe die
Auskunft bereitwilligſt erteilen dürfte.

* Aus dem Heſſiſchen Penſionärverein wird uns geſchrieben:
Vor 20 Jahren (1911) wurde der Heſſiſche Penſionärverein vom
Profeſſor Dr. Weiß, Profeſſor Dr. Rheinhardt, Lehrerin Müllem
Gütervorſteher Müller und Aktuar Keil gegrundet; er hat ſeitt
dem für die Verbeſſerung der Lage der Penſionäre und Witwern
viel getan und erreicht. Der ſeitherige 1. Vorſitzende Hillebrechq,
legte in der letzten Mitgliederverſammlung aus Geſundheitsrüch
ſichten ſein Amt nieder. Zum 2. Vorſitzenden wurde Regiſtraturx=
Direktor Schilling, Kranichſteiner Straße 50, mit dem Auff
trage gewählt, die 1. Vorſtandsſtelle bis zur Beſetzung mitzuverr
ſehen. Rechner iſt Kreisamtsgehilfe Fritſch, Frankfurte=
Straße 32. Für ſeine Dienſte um den Verein wird Amtshehilff
Häuſer zum Ehrenvorſitzenden erwählt. Der 1. Vorſitzende de.
Reichsverbandes, Reg.=Rat Stümcke, machte die Mitglieder mit der
Aufgaben und Erfolgen des Reichsverbandes bekannt: Förderung/
der Standesintereſſen, Rechtsauskunft, beleuchtete die düſtere Lagn
der Beamtenſchaft, hob das ſelbſtändige Eintreten des Verbande.
für die Penſionäre und Witwen hervor: Front gegen die Nottz
verordnungen oder Milderung und richtige Auslegung deren Be=
ſtimmungen
, Front gegen Penſionskürzungsgeſetze, Führung ge=
wonnener
Prozeſſe wegen Anrechnung der Warteſtandszeit unk)
über die Satutpenſionen, hinweiſende Eingabe an den Reichspräſiä=
denten
wegen zunehmender Verelendung der Beamtenſchaft uſn.
155 000 Penſionäre und Witwen ſind im Reichsverband vereinigtt
Patentſchriften. Den Abfſchluß der Verlegung der Biblioo=
thek
des Gewerbemuſeums aus der Neckarſtraße in die Landess
bibliothek bildeten die Patentſchriften. Dieſe ſind nunmeh=
im
ehemaligen Leſe=, ſpäteren Zeitſchriftenleſeſaal im Schloß auff=
geſtellt
und durch den großen Leſeſaal, dann links vom Mittel:
fenſter zugänglich. Wie die anderen Benutzerräume der Landes; ſteht auch der Patentſchriftenſaal Werktags von 9n
Uhr und außer Samstag von 36 Uhr zur koſtenloſen Benutzungg
jedermann offen. Wegen weiterer Auskunft wende man ſich ann
den Aufſichtsbeamten.
Johannesgemeinde. Wir laden alle Gemeindeglieder herz= zu unſerem Sommerfeſt ein, das am kommenden Sonntagy
nchmittags von 47 Uhr, in dem Steinbruch hinterſter Kahleberg
am Scheftheimerweg, ſüdlich des nahen Bernhardtsbrünnchens;
ſtattfindet. Aufführungen, Spiele, Lieder und Scherze aller Arn
haben die Jugend vorbereitet. Man kann den Platz erreichen.,
wenn man ſich vom Oſtbahnhof einer Führung anſchließt, die um=
3 Uhr hinter dem Oſtbahnhof abgeht, oder wenn man den viel!
näheren Weg (vom Oberwaldhaus in 20 Minuten zu erreichen)
nach dem Bernhardtsbrünnchen geht, wo wir Wegweiſer angebracht:
haben. Wir hoffen auf eine zahlreiche Beteiligung.
Orpheum. Der ausgezeichnete Schwank Börſenfie=
ber
, der eine ſo beifällige Aufnahme bei Publikum und Preſſe=
fand
, wird nur noch in 4 Aufführungen wiederholt. Wie=
der
hatte Karl Ludwig Lindt als Apotheker Emmerling den un=
geteilten
Beifall der Zuſchauer. Börſenfieber ſollte wirk=
lich
all die vielen Freunde eines guten Unterhaltungsſtückes an=
ziehen
. Sie kommen aus dem Lachen nicht heraus. Das En=
ſemble
des Intimen Theaters Nürnberg bietet eine vorzügliche=
Wiedergabe, ausgefeilt bis in die kleinſten Rollen. An dem Er=
folg
haben weiter weſentlichen Anteil die Damen: Braxis,,
Reimann, Alexander und Sturmfels ſowie die Her=
ren
: Minauf, Waſhington und v. Cleve. Es geltem
kleine Preiſe von 60 Pfg. an. Vorverkauf an den bekannten Stel=
len
. Telephoniſche Beſtellungen unter Kaſſaruf 389. (Siehe Anz.)
Promenaden=Konzert. Freitag den 19. Juni, nachmittags=
von
56 Uhr, ſpielt das Stadt=Orcheſter unter Leitung ſeiness fmk
Kapellmeiſters W. Schlupp bei günſtiger Witterung auf dem
Marienplatz nach folgendem Programm: 1. Soldiers in the Park.
Marſch, Monckton. 2. Ouvertüre z. Optt. Flotte Burſchen s D
Suppe. 3. Walzer aus Dreimäderlhaus, Schubert=Berte. 4
Solveigs Lied a. Peer Gynt Grieg. 5. Fantaſie Romaneska.,
Zikoff. 6. Unter ſonnigem Himmel, Marſch, Ringeiſen.
Das größte deutſche Feuerwerk findet, wie aus der An= in heutiger Nummer erſichtlich, am 20. Juni im Stadion;
Frankfurt a. M. ſtatt. Ausführende Firma iſt Deutſche Pyro=
techniſche
Fabriken A. G. Berlin",
Verwaltungsgerichtshof. Zeughausſtraße 2. Oeffentliche
Sitzung am Samstag, dem 20. Juni 1931 vormittags 9,15 Uhr:
Klage des Handelsvertreters Hengſt in Gießen gegen die Anord=
nungen
des Staatskommiſſars in der Stadt Gießen. 10.30 Uhr
Klage der Carl Conrad Wwe. Erben in Worms gegen die Stadt
Worms wegen Schließung eines Teils der Kurfürſtenſtraße.
Wer hat die Handkofferdiebin geſehen? Am 16. Juni 1931,
in der Zeit von 1111,30 Uhr, wurde aus einem Friſeurgeſchäft
am Städt. Hallenſchwimmbad einer dort anweſenden Kundin ein
hellbrauer glatter Handkoffer (Stadtkoffer) aus echtem Rind=
leder
geſtohlen. Als Täterin kommt eine kleine unterſetzte
Frauensperſon im Alter von etwa 1821 Jahren in Betracht,
welche am franglichen Vormittag zweimal in dieſem Geſchäft war.
Die Täterin iſt etwa 1,551.60 Meter groß, trägt Bubikopf mit
Ohrenpartie, aſchgraues onduliertes Haar, friſches geſundes Aus=
ſehen
, rundes Geſicht, war bekleidet mit dunkelblauem Rockkleide,
das mit gelblich=rotem Muſter durchwirkt iſt, vermutlich blaue
Strümpfe und blauen Schuhen (Sandaletten geflechtartia) Den
Koffer, aus welchem die Täterin den Betrag von 101 RM. ge=
ſtohlen
hat, hat ſie am gleichen Tage im Treppenhaus des Hauſes
Mauerſtraße Nr. 4 abgeſtellt. Perſonen, die in bezug auf die
Diebin Angaben machen können, die jederzeit ſtreng vertraulich
behandelt werden, werden gebeten, alsbald bei der Kriminal=
Polizei Hügelſtraße 3133, Zimmer 2. vorſprechen zu wollen. Eine
entſprechende Belohnung wird zugeſichert.
Beſtohlen am Großen Woog. Aus den offenen Aus= und
Ankleidehallen im Licht= und Luftbad am Großen Woog wurden
in der Zeit vom 12. bis 14. Juni 1931 folgende Gegenſtände ge=
ſtohlen
: Zwei Paar braune Halbſchuhe. Größe 42: davon 1 Paar
faſt neu. Ein buntes Mädchenkleid, ſowie ein hellblauer ſeidener
Unterrock und ein weißes Damenbeinkleid. In der Nacht zum
12. Juni wurden zwei Zierpflanzen (Hortenſien), welche auf dem
Balkon des Hauſes Gervinusſtraße Nr. 71 aufgeſtellt waren, ent=
wendet
.

Lokale Veranſtaltungen.
Die biernter erſchelnenden Notizen ſind ansſchlleßlich als Hinweiſe auf Anzeigen iu betradtn.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Krit
Im Wiener Kronenbräukeller findet heute
abend wiederum ein großes Konzert bei freiem Eintritt ſtatt. und
wurde für dieſes Konzert Herr Kapellmeiſter Willi Schlupp als
Leitung verpflichtet. (Siehe Anzeige.)
Gokkesdienft der Iſraelikiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge.
Freitag, 19. Juni. Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, 20. Juni: Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min=
Predigt. Sabbatausgang 9 Uhr 40 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen.
Morgens 7 Uhr Min. Abends 7 Uhr 15 Min.
Gebekzeiken in der Synagoge der Iſraelitiſchen
Religionsgeſellſchaft.
Samstag, 20. Juni. Vorabend 7 Uhr 45 Min. Morgens
8 Uhr. Nachmittags 5 Uhr Min. Sabbatausgang 9 Uhr 40 Min=
Wochentags: Morgens 6 Uhr Min. Nachmittags 8 Uhr Min.
Tageskalender für Freitag, den 19. Juni 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19,30 Uhr,
Kl.
Ende gegen 22.30 Uhr, D 26: Die drei Musketiere
Haus: Keine Vorſtellung. Orpheum: 20.30 Uhr: Bör=
ſenfieber

Konzerte: Zur Oper Schloßkeller, Herrn=
garten
=Café, Sportplatz=Reſtaurant a. Böllenfalltor. Kino=
vorſtellungen
; Union= Helia= und Palaſt=Lichtſpiele
Großer Saal d. Städt. Saalbaus, 20 Uhr: 1. Prü=

fungs=Aufführung d. Opernſchule Heag=Haus 20 Uhr:
Vortrag Der elektriſche Herd als idealer Einkochapparat!


und
Frank
füge
ſerung
Reit=
iber

Sel
Wir
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die gleit
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[ ][  ][ ]

Nummer 168

Freitag, den 19. Juni 1931

Aus Heſſen.
Sojähriges Jubiläums=Gaukurnfeſt des Main=Rhein=
Gaues 2. T., verbunden mit dem 12. Gau= Frauen=
kurnen
am 24. 23. und 29. Jund in Griesheim.
J. Griesheim. 18. Juni.
Der Main=Rhein=Gau feiert am 27., 28. und 29. Juni d. J. ſein
goldenes Jubiläums=Gauturnfeſt. Um die Einmütigkeit und Geſchloſſen=
heit
des turneriſchen Gedankens zum Ausdruck zu bringen, iſt damit zu=
gleich
auch das 12. Gau=Frauenturnen verbunden. Turner und Turne=
rinnen
von über 70 Vereinen werden ſich an dieſen Tagen in Griesheim
einfinden dazu zahlreiche Spielmannszüge und Singmannſchaften. Die
Anmeldungen zur Teilnahme an den verſchiedenen Wettkämpfen ſind
uber Erwarten zahlreich eingegangen, ſo daß dieſes Gauturnfeſt mehr
als je ein lebendiges Bild von der reichen Fülle der Betätigungsmög=
lichkeiten
in der Deutſchen Turnerſchaft zu geben verſpricht. Seit Wocken
rüſtet die Turnerſchaft Griesheims, um Turner und Feſtgäſte würdig
zu empfangen. Der neuerworbene Turn= und Sportplatz mit einem
Gelände von faſt 30 000 Quadratmetern, bietet als Feſtplatz alle Vor=
ausſetzungen
für die Durchführung eines großen Turnfeſtes. Mitten im
kaubfreien Wald liegt er am Nande des ehemaligen Griesheimer
Lagers, nur zwei Minuten von der Halteſtelle Felſenkeller der elek=
triſchen
Bahn entfernt. Lange Alleereihen von Akazien. Platanen und
Ahorn umſäumen die große Sportanlage, ſo daß Tauſende von Feſt=
beſuchern
, geſchützt gegen die ſommerliche Hitze, den turneriſchen Vor=
führungen
beiwohnen können. Ebenſo wird ihnen ein Feſtplatz von ge=
waltigem
Ausmaß am Samstag abend bequem Gelegenheit geben, am
Begrüßungs= und Feſtabend mit ſeinem reichhaltigen turneriſchen Pro=
gramm
teilzunehmen. Von dem üblichen Fackelzug ſoll in Anbetracht
der Zeitverhältniſſe abgeſehen werden. Auch die Eintrittspreiſe bewegen
ſich in mäßigen Grenzen. Die Altersturner führen bereits am Samstag
mittag ab 4.30 Uhr ihre Wettkämpfe durch. Am Feſtſonntag treten die
Turner um 6 Uhr, die Turnerinnen und Jugendturner nach der Feier=
ſtunde
um 830 Uhr zu den Wettkämpfen an. Ein buntes turneriſches
Leben wird ſich da entfalten. Um 130 Uhr nachmittags ſetzt ſich der
Feſtzug in Bewegung. Von 3 Uhr ab herrſcht dann auf dem Feſtplatz
turneriſcher Hochbetrieb. Turnen an 12 Pferden, Fechten, Volkstänze
und Keulenſchwingen. Maſſen=Freiübungen der Turner und Turnerin=
nen
. Maſſenchor der Gau=Sängerſchaft und vieles mehr werden ihre
Anziehungskraft ſicherlich nicht verfehlen. Die Siegerverkündigung be=
ſchließt
in würdiger Weiſe das turneriſche Programm. Stunden ge=
ſelligen
Frohſinns im Feſtzelt mit Konzert der Kapelle Matthias Weber
und mit Tanz werden folgen. Ein großes Volks= und Kinderfeſt am
Montag nachmittag und ein farbenprächtiges Feuerwerk am Abend bil=
den
den Ausklang des Feſtes. Daß auch für das leibliche Wohl und für
Vergnügungen aller Art beſtens geſorgt iſt, bedarf keiner beſonderen
Erwähnung. Möge das Jubiläums=Gauturnfeſt 1931 in Griesheim zu
einem wahren Volksfeſt werden.
J. Griesheim. 18. Juni. Am Dienstag vormittag erlitt der Ober=
ſchutzmann
Kiſſinger von hier bei der Verrichtung von Feldarbeiten am
Frankfurter Weg einen Schlaganfall, der eine linksſeitige Lähmung zur
Folge hatte. In dem Befinden des Kranken iſt bereits eine leichte Beſ=
ſerung
eingetreten. Bei dem am Sonntag in Alzey ſtattgefundenen
Reit= und Fahr=Turnier erhielt Hans Feldmann von hier im Trabreiten
über 1200 Meter, bei 50 Meter Zulage, den dritten Preis und Georg
Funk von hier im Jagdſpringen, Klaſſe 4, den zweiten Preis mit 36
Sekunden, der erſte Preisträger dieſer Klaſſe benötigte 35 Sekunden.
Vir gratulieren zu dieſen ſchönen Erfolgen. Die hieſige Ortsgruppe
des Odenwaldklubs unternimmt am nächſten Sonntag eine Frühwande=
rung
in den Darmſtädter Stadtwald, Abfahrt 5.12 Uhr mit der elektri=
ſchen
Straßenbahn. Am Samstag, 20. Juni, nachmittags 3 Uhr, wird
das Heugras von der Fürſtenwieſe an Ort und Stelle, öffentlich ver=
ſteigert
. Das Grummetgras wird ebenfalls mitverſteigert. Zuſammen=
kunft
an der Oſtſeite der Fürſtenwieſe.
Aa. Eberſtadt, 18. Juni. Zuſammenſtoß. Auf der Landſtraße
nach Bickenbach ſtießen geſtern zwei Perſonenautos beim Ausweichen
leicht zuſammen, indem ſie ſich an den Kotflügeln ſtreiften. Beide Fahr=
zeuge
konnten mit geringen Beſchädigungen ihre Fahrt fortſetzen.

Dd. Arheilgen, 18. Juni. Jahresfeſt des Blauen Kreu=
zes
. Am 28. Juni feiert der hieſige Blau=Kreuzverein ſein B. Jahres=
feſt
. Der Zeit und dem Zweck entſprechend wird es in einfachſtem Rah=
men
gehalten ſein. Am Sonntag morgen findet ein Feſtgottesdienſt
uter Mitwirkung des Kirchengeſangvereins ſtatt, in dem Herr Pfarrer
Rupp aus Ludwigshafen predigen wird. Nachmittags um 3 Uhr iſt
eine Feſtfeier im Gemeindehaus. Der Blau=Kreuzverein iſt in unſerer
Gemeinde nicht unbekannt. Seine Arbeit beſteht in erſter Linie darin,
den Opfern der Trunkſucht und des Wirtshauslebens den Weg zur Ret=
tung
zu zeigen. Er bringt in unſerer Gemeinde jährlich etwa 20 000
Rettungen. 5000 Bewahrungen und zahlreiche andere aufklärende Schrif=
ten
zur Verteilung.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 18. Juni. Blutlausbekämpfung.
Im Hinblick darauf, daß gerade in dieſem Jahre die Blutlaus beſon=
ders
ſtark auftritt, weiſt das Kreisamt wiederholt darauf hin, daß eine
ordnungsmäßige und gründliche Bekämpfung ſtattfinden muß, und zwar
an allen Bäumen der Gärten und Baumſtücke. Die Arbeit derjenigen
Baumbeſitzer, die im eigenſten Intereſſe die Bekämpfungsmaßnahmen
vornehmen, wird illuſoriſch, wenn nicht auch von ſeiten der Nachbarn
die gleichen Maßnahmen ergriffen werden, da die Blutläuſe immer wie=
der
auf die Nachbarbäume übergreifen. Das Feldſchutzberſonal iſt ange=
wieſen
, die Ausführung der Anordnung ſtreng zu überwachen. Ent=
ſprechende
Bekämpfungsmittel hält der Obſt= und Gartenbauverein ( Ver=
einsdiener
H. Spengler) jederzeit zur Verfügung. Bürger=
meiſterwahl
. Die Gemeindewahlkommiſſion hat den für die auf
den 21. d. M. angefetzte Bürgermeiſterwahl eingelaufenen Wahlvorſchlag
geprüft und nicht beanſtandet. Die Feſtſtellung, daß nur ein Wahlvor=
ſchlag
eingegangen iſt, hat das Ergebnis, daß der vorgeſchlagene Kan=
didat
, der bisherige Bürgermeiſter Jährling, ohne weiteres als ge=
wählt
gilt, und weil es ſich um eine Wiederwahl handelt. auf 9 Jahre.
Die für nächſten Sonntag angeſetzte Wahl fällt dadurch aus.

G. Ober=Ramſtadt, 18. Juni. An dem am letzten Sonntag in
Nieder=Ramſtadt ſtattgefundenen Kindertreffen des Oſtbezirks des Main=
Rhein=Gaues der Deutſchen Turnerſchaft nahmen auch eine große Anzahl
Mädchen und Knaben des Turnvereins 1877 Ober=Ramſtadt teil. Da=
bei
errangen je 21 Mädchen und Knaben Siege, eine ganz beſondere
Leiſtung angeſichts deſſen, als die Werbewoche des Turnvereins 1877,
die ſowohl für die Teilnehmer, als beſonders auch für die Fachwarte
eine Fülle von Arbeit brachte, erſt am letzten Samstag zu Ende ge=
gangen
war.

Slraßenberichk.

für die Woche vom 21. bis 27. Juni 1931.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
Offenbach-BieberSeligenſtadt (Ortsdurchfahrt Froſchhauſen)
vom 4. 6. bis 4. 7. geſperrt. Umleitung: Tannenmühle, Hainſtadt
a. M. oder Tannenmühle Weiskirchen.
MainzAlzey (Pariſerſtraße zwiſchen Nieder=Olm und Wörr=
ſtadt
) wegen Umbauarbeiten an der Eulenmühle bei Nieder=Olm,
Km. 13.014,6, vom 27. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Sörgenloch. Wahlheimer Hof, Hahnheim. Undenheim.
Gau=AlgesheimBad=Kreuznach (Ortsdurchfahrt Gau= Alges=
heim
) vom 16. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Gauls=
heim
. Ockenheim.
BensheimWorms (zwiſchen Bürſtadt und Worms) Km.
36,71739,100, vom 8. bis 29. 6. geſperrt. Umleitung: Bobſtadt,
Hofheim.
Hauptſtraßen in Heſſen:

WormsPfeddersheim (zwiſchen Pfiffligheim und Pfedders=
heim
), Km. 3,5546,252, vom 15. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Leiſelheim.
Ober=HilbersheimWörrſtadt vom Abzweig der Straße nach
Jugenheim bis zur Straßenkreuzung PartenheimWolfsheim
vom 26. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Jugenheim,
Partenheim.
WormsKaiſerslautern (Horchheimerſtraße in Worms von
der Frankenthalerſtraße bis zur derzeitigen Bebauungsgrenze der
Stadt Worms) vom 15. bis 21. 6. geſperrt. Umleitung aus den
Richtungen von Offſtein und Groß=Niedesheim über die Straßen=
kreuzung
zwiſchen Horchheim und Heppenheim a. d. W. (bei Km.
5,3) und Pfeddersheim.
HeldenbergenWindecken wegen Brückenbauarbeiten an der
Nidder bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eichen Oſtheim.
BerſtadtFriedberg (zwiſchen Dorheim und Friedberg) vom
4. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Schwalheim oder
Fauerbach bei Friedberg.

Sonſtige Straßen in Heſſen:
Neuſtadt i Odw Seckmauern zwiſchen dem Straßenkreuz
unterhalb Lützelbach bis zum Weſtende der Ortsdurchfahrt Wie=
belsbach
vom 8. 1 bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lützelbach.
DarmſtadtRoßdorf (Roßdörferſtraße zwiſchen Botaniſchem
Garten und Halteſtelle Glasberg) vom 28. 1. bis auf weiteres ge=
ſperrt
. Umleitung: Beck= und Erbacherſtraße in Darmſtadt
KelſterbachSchwanheimFrankfurt a. M. (Ortsdurchfahrt
Kelſterbach) vom 23. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Goldſtein. Niederrad, Schwanheim oder rechtsmainiſch über Flörs=
heim
Höchſt.
Nauheim-Trebur, Km. 18.08420.741, vom 12. 5. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Hof=Schönau.
TannenmühleGroß=Steinheim Km. 11,27815,605. vom 3.
6. bis 8. 7 geſperrt Umleitung: Hainſtadt.
ChauſſeehausNieder=Ramſtadt (Ortsdurchfahrt Nieder= Ram=
ſtadt
, Bahnhofſtraße) vom 1. bis 22. 6. geſperrt. Oertliche Um=
leitung
.
Wildhof-Heuſenſtamm (zwiſchen Wildhof und der Linde), Km.
4.2505,348, vom 10. 6. bis 1. 7. geſperrt. Umleitung: Hinter=
mark
. Heuſenſtamm
WolfsheimSprendlingen, Km. 26.029,4, vom 11 5 bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Gau=Weinheim. Wallertheim. Gau=
Bickelheim.
Klein=Linden-Lützellinden (Ortsdurchfahrt Klein=Linden)
vom 29. 12 bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Großen=Linden.
Rendel-Niederdorfelden bis zur Abzweigung nach Büdesheim
vom 8. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Groß=Karben,
Heldenbergen oder Vilbel, Gronau, Niederdorfelden.

deshalb benutze man das weltberühmte Exlepäng. Gibt ergrautem
Haare die Jugendfarbe auf natürlichem Wege wieder. Wirkt nach und
nach. Vollſtändig unſchädlich. Seit 33 Jahren Weltruf. Von tauſenden
Aerzten, Profeſſoren uſw. gebraucht und empofhlen. Preis 6.30 RM.
Für ſchwarze Haare Extra ſtark 10,80 RM. Erhältlich in Parfü=
merien
, Friſeurgeſchäften Drogerien uſw., wo nicht, direkt zu haben
Parfümeriefabrik Exlepäng, Berlin SO. 131. Muskauer Straße 9.
54)

Cp. Dieburg, 18. Juni. Handwerker= und Gewerbe=
tagung
. Auf Veranlaſſung des Handelskammermitgliedes A. Adel=
berger
fand hier eine Sitzung der handelsgerichtlich eingetragenen Fir=
men
des Dieburger Wahlbezirks der Heſſiſchen Induſtrie= und Handels=
kammer
Offenbach ſtatt. Nach einleitenden Worten des Sitzungsvor=
ſitzenden
Adelberger hielt der Syndikus ertreter Frank=Offenbach ein
Referat über die allgemeine wirtſchaftliche Lage unter beſonderer Berück=
ſichtigung
der Verhältniſſe in der Offenbacher Gegend und im Rodgau.
Dabei wurde feſtgeſtellt, daß im Dieburger Bezirk in der Nachkriegszeit
über fünfzig handelsgerichtlich eingetragene Firmen eingegangen ſeien,
wärend neue Firmen nur in ganz geringer Zahl hinzugekommen wären.
An das zweiſtündige Referat ſchloß ſich eine längere Ausſprache an. Da
die Verſammlung es war die erſte ihrer Art allgemein begrüßt
wurde, beſchloß man, in Zukunft ähnliche Zuſammenkünfte abzuhalten.
Die nächſte Verſammlung wird in Reinheim abgehalten werden.
Naſcher Tod. Feldſchütze Johannes Joſef Jung erlitt, als er
im Begriffe war, ſein Haus zu verlaſſen, um ſeinem Dienſt nachzugehen,
im Hof ſeines Hauſes einen Herzſchlag und war ſofort tot. Jung war
Kriegsbeſchädigter und hatte ein Alter von 52 Jahren erreicht
W. Heppenheim a. b. B., 18. Juni. Kreisausſchußſitzung.
Die nächſte öffentliche Sitzung des Kreisausſchuſſes findet am Donners=
tag
, den 25. Juni, vormittags 8.30 Uhr beginnend im Kreisamts=
gebäude
ſtatt. Zur Tagesordnung ſtehen: Die Beſetzung der Feld=
ſchützenſtelle
in Hirſchhorn: die Entziehung des Führerſcheins des Franz
Hoff in Viernheim und die Klage der Gemeinde Michelſtadt gegen den
Bezirksfürſorgeverband Erbach wegen Unterſtützung des Kindes Maher
in Michelſtadt. Goldene Hochzeit. Am 20. Juni können die
Eheleute Kaufmann Emanuel Maierhof und Frau das ſeltene Feſt der
Goldenen Hochzeit begehen. Gewitter. Am geſtrigen Abend.
kurz nach 10 Uhr, entluden ſich über unſerer Stadt mehrere Gewitter.
Blitz auf Blitz durchzuckte den ſtark bewölkten Himmel, der ein einziges
Feuermeer darſtellte und für den Naturfreund ein herrliches Schauſpiel
bot. Die Gewitter richteten keinen Schaden an.

Seite 7

m. Stockheim i. Odw., 18. Juni. Wiſſenſchaftliche Vor=
träge
. Den zweiten Teil der religionswiſſenſchaftlichen Vorträge
leitete Herr Kreisſchulrat Gerbig=Erbach ein, indem er die zahlreich An=
weſenden
begrüßte und dann darauf verwies, daß der heutige Vortrag
eine natürliche Fortſetzung des zweiten Vortrags von geſtern ſei. Das
Wort erhielt dann Herr Dr. Barne=Mannheim zu ſeinem Vortrag:
Goethes Religion im Lichte evangeliſch=reformatoriſchen Glaubens
Aus den feſſelnden und ſehr intereſſanten Ausführungen ſei hier einiges
mitgeteilt. Wenn wir die religiöſen Strömungen der Gegenwart ver=
folgen
, ſo finden wir auf den verſchiedenſten Gebieten Goetheſchen Geiſt
und Goetheſches Geiſtesleben, ſei es in der Anthrovoſophie, den Ge=
meinſchaften
, in der religiöſen Anſchauung vieler Gebildeten. Das Ur=
teil
darüber, wie das Chriſtentum und Goethes religiöſe Anſichten zu=
einander
ſtehen, iſt verſchieden, je nach dem religiöſen Standpunkt des
Beurteilenden: katholiſche und proteſtantiſche Strenggläubige lehnen jede
Gemeinſchaft mit Goethe ab, freikatholiſche und freiproteſtantiſche Kreiſe
geben zu, daß Goethes Anſchauungen über die Religion und das Chri=
ſtentum
viel Gemeinſames haben. Manche finden im Fauſt Wertvolles
in religiöſer Beziehung, andere erklären Goethe für einen Heiden, weil
er das Dogma verweigert. So geht der Meinungsſtreit der Forſcher
hin und her. Die Mehrzahl iſt ſich darüber einig, daß Berührungen
und Beziehungen beſtehen, dieſe Tatſachen beweiſen aber noch nichts für
eine gemeinſame Weſensart. Nach dieſen einleitenden Gedanken be=
trachtete
Redner die genannten Richtungen als ſelbſtſtändige Religions=
typen
, verglich und wertete und würdigte jede vom Standpunkt der an=
deren
. Hier ſei hauptſächlich berückſichtigt, was über Goethes Religion zu
ſagen iſt. Alle religiöſen Anſchauungen kreiſen um Gott: Gott iſt
die Quelle der Natur, der geſamten Weltwirklichkeit, Gott und Natur ge=
hören
zuſammen, ſind ein Makrokosmos; Gott und Natur ſind nicht
dasſelbe, aber eine Einheit, auch Goethe ſieht in Gott etwas Höheres.
Die Größe Gottes hindert Goethe, ihn als Perſönlichkeit zu betrachten,
Gott iſt undenkbar und unnennbar, ſein Weſen iſt unergründlich; er iſt
Goethe nicht die Abſtraktion der Materie. Goethe verſteht unter Poly=
theismus
und Pantheismus etwas ganz anderes, als was, dieſe Aus=
drücke
gemeinhin bedeuten. Goethes Pantheismus kann ſich auch mit
Chriſtus vertragen. Goethes Stellung zur Perſon Jeſu iſt die, daß
dieſelbe einen Platz im Makrokosmos finden muß; ihm iſt Chriſtus das
höchſte Prinzip der Sittlichkeit ſeine Worte gelten bald der Perſon
Jeſu, bald der Chriſtusidee. Goethe verdammt den Kreuzeskult, hat
kein richtiges Verſtändnis für Jeſu Leiden und Tod, deſto mehr für den
Oſterglauben. Goethe ſieht die Verwirklichung der Chriſtusidee nicht
nur in Jeſus, ſondern auch noch in anderen Menſchen. Jeſus iſt nicht
der Herr, ſondern ein Herr. Die weiteren Ausführungen umfaßten
die Begriffe gut und böſe, der Entwickelung und mit dem Ziel des
Menſchen, den Wechſel von Leben und Tod, die Stellung des Menſchen
zu Gott und ſeine Abhängigkeit von ihm das Verhalten des Menſchen
zu Gott. Dieſen Betrachtungen über die Stellung des Menſchen zur
Innenheit des Makrokosmos ſchloß ſich an die Betrachtung der Stellung
des Menſchen zur Natur uſw. Geſpannte Aufmerkſamkeit und reicher
Beifall bildeten den Wertmeſſer für den hochintereſſanten Vortrag, an
den ſich eine lebhafte und eingehende Diskuſſion anſchloß. Herr Schul=
rat
Gerbig dankte dem Redner und der Verſammlung, insbeſondere
aber Herrn Dekan i. R. Bernbeck, der ſich ſeit über einem Jahrzehnt
große Verdienſte um das Zuſtandekommen dieſer Tagungen erworben
hat. Herr Dekan Bernbeck dankte allen, insbeſondere Herrn Schulrat
Gerbig für die treue Mithilfe. Der 4. vorgeſehene Vortrag von Herrn
Prof. Dr. Noack mußte ausfallen und wird gelegentlich einer Neligions=
lehrerkonferenz
in König ſpäter nachgeholt werden.
* Jugenheim, 18. Juni. Werbeſchwimmfeſt im Stett=
bacher
Tal. Begünſtigt durch gute Witterung, fand im neuen Natur=
bad
im Stettbacher Tal bei Jugenheim ein Werbeſchwimmfeſt ſtatt, zu
deſſen Durchführung der Schwimmklub Jung=Deutſchland Darmſtadt
über 80 Schwimmerinnen und Schwimmer zur Verfügung geſtellt hatte.
In Jugenheim betrachtet man anſcheinend das private Schwimmbad im
Stettbacher Tal als eine Konkurrenz gegen das Städtiſche Schwimmbad,
welches im Orte ſelbſt liegt. Dies iſt zu bedauern, denn jedes der beiden
ſchönen Bäder hat einen beſonderen Charakter, und ein Luftkurort wie
Jugenheim hat Anlaß, ſich über den Beſitz ſolcher vielſeitigen Sport= und
Erholungsmöglichkeiten zu freuen. Das Werbeſchwimmfeſt, welches durch
eine kurze Begrüßungsanſprache des Führers der Mannſchaft des
Schwimmklubs Jung=Deutſchland, Herrn Gießmann, eröffnet wurde,
nahm in dieſem landſchaftlich ſehr ſchön gelegenen Naturbade einen für
Schwimmer und Zuſchauer anregenden Verlauf. Die vielſeitigen Vor=
führungen
ſportlicher und volkstümlicher Art wickelten ſich in flotter,
einwandfreier Weiſe ab. Beſonderes Intereſſe erregten die Staffel=
kämpfe
, bei welchen der frühere deutſche Meiſter Friedel Berges Ge=
legenheit
hatte, zu zeigen, daß er in ſeinem Klub immer noch an der
Spitze ſteht. Hübſche lebendige Bilder zeigten die von Frau Stahl ge=
leiteten
Vorführungen im Reigenſchwimmen und Figurenlegen, welche
die volkstümliche Seite des Schwimmſports zur Geltung brachten. Eine
weitere Vorführung von Lebensrettungsübungen gab Gelegenheit zur
öffentlichen Ueberreichung von Prüfungsauszeichnungen an zwei Teil=
nehmer
. Ein Waſſerballſpiel führte zum Abſchluß des Werbefeſtes, deſſen
Zweck darin lag, die Entwicklung des Schwimmſports an der Bergſtraße
ſo weit wie möglich zu fördern.
Jugenheim an der Bergſtraße. Im Hotel Goldene Krone
findet ab heute jeden Samstag Tanz ſtatt. (Siehe Anzeige.)
Gernsheim. 18. Juni. Waſſerſtand des Rheins am
17. Juni: 1.90 Meter; am 18. Juni: 1.89 Meter.
Hirſchhorn, 18. Juni. Waſſerſtand des Neckars am
17. Juni: 1,72 Meter; am 18. Juni: 1,75 Meter.
Da. Egelsbach, 18. Juni. Ein ſchlimmer Unglücksfall er=
eignete
ſich am Mittwoch nachmittag. Herr Fritz Siegel, Inhaber
einer Holzſchneiderei, hatte vor einiger Zeit eine Kiſte mit altem Werk=
zeug
uſw. aufgekauft, und fand jetzt darunter eine feſt verſchloſſene
Büchſe, die er auf ihren Inhalt unterſuchen wollte. Beim Aufſchlagen
erfolgte plötzlich eine ſtarke Exploſion mit großer Rauchentwicklung Herr
Siegel wurde an der einen Hand und im Geſicht ſchwer verletzt, ſo daß
man ihn ins Krankenhaus verbringen mußte. Welche Bewandtnis es
mit der explodierten Büchſe hat, konnte noch nicht feſtgeſtellt werden.
Aa. Kelſterbach, 18. Juni. Unfall beim Rangieren. In=
nerhalb
des hieſigen Bahnhofsgeländes entgleiſte beim Rangieren ein
Güterwagen. Dadurch wurde eines der Hauptgleiſe geſperrt, ſo daß eine
Zeit lang die Durchgangszüge umgeleitet werden mußten und etwas
Verſpätung erlitten.
Rheinheſſen.
Ab. Bingen a. Rh., 18. Juni. 23jähriges Mädchen aus
Schwermut in den Tod. Seit Montag vormittag wurde die 23
Jahre alte Johanna Bayer, aus dem Skadtteil Büdesheim vermißt.
Bei dem Mädchen machten ſich in der letzten Zeit Anzeichen von Schwer=
mut
bemerkbar. In einem ſolchen Anfalle hat es den Tod in der Nahe
geſucht. Dienstagabend wurde die Leiche der Bedauernswerten an der
Sarmsheimer Eiſenbahnbrücke (auf der heſſiſchen Seite) von dort baden=
den
jungen Leuten gefunden.

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Seite 8

Freitag, den 19. Juni 1931

Nummer 168

Zu ſpät.
Von Hans Müller=Hickler.

Am 7. März 1815 hatte eine lange Sitzung des Wiener
Kongreſſes ſtattgefunden, man war im Begriffe auseinander zu
gehen, als ſtaubbedeckt und ſchweißtriefend im Schloßhofe ein
Expreſſer vom Gaule ſprang und, wie er war, in den Sitzungs=
ſaal
ſtürmte, um dem Fürſten Metternich eine dringende De=
peſche
zu übergeben. Alles ſah geſpannt auf den Erzkanzler
des öſterreichiſchen Staates, der die Depeſche ſofort öffnete und
die erſchreckende Mitteilung machte . . . daß Napoleon von
Elba . .. verſchwunden ſei! . . . An demſelben Tage ſtand in
den Pariſer Zeitungen, daß der Korſe Elba verlaſſen hatte,
und am 5. März 1815, daß S. Majeſtät der Kaiſer in ſeinem
Schloſſe, den Tuilerien, erwartet würde! . . . Kurz vorher war
ein Antrag Frankreichs, Napoleon nach St. Helena zu ver=
ſetzen
, abgelehnt worden . . . Jetzt kamen die Reflexionen, daß
die Inſel Elba zu nahe an der franzöſiſchen Küſte liege, zu ſpät.
Der Größte unter all den Beteiligten, den man an jenen
Felſen geſchmiedet glaubte, hatte die Feſſel gebrochen und ge=
handelt
, ſtatt zu reden. Dieſes zu ſpät, daß der Kongreß jetzt
empfand, koſtete der Welt wieder den Frieden und Tauſenden
das Leben.
Dieſes dreimal verfluchte zu ſpät das wie ein Fluch
Reiche zerſtört und Menſchenſchickſale vernichtet und das in
keiner Epoche der Geſchichte mehr Unglück zeitigte als in der,
welche verſucht ſei, zu ſchildern.
Die Wachtfeuer der Verbündeten leuchteten 1814 um Paris.
Tallyrand unterhandelte mit den Monarchen und der ſelt=
ſame
, unüberlegte Entſchluß wird gefaßt, Napoleon mit zwei
Millionen Rente und 400 Mann ſeiner Garde als Kaiſer nach
der Inſel Elba zu verbannen. Die Monarchen zogen mit ihren
Truppen in Paris ein, nur die Preußen, die den Hauptanteil
an der Vernichtung Napoleons hatten, mußten draußen bleiben,
weil ſie in ihren, im Kampfe abgetragenen Uniformen zu
dreckig waren.
Zu ſpät erkannten es die Engländer, die den Auftrag hatten,
die Inſel durch ihre Flottenbaſis in Genua beobachten zu laſſen,
welchen Fehler ſie begangen hatten, dieſen Auftrag ſo nachläſſig
auszuführen, weil ſie eine Flucht Napoleons für einen ſolchen
Wahnſinn hielten, daß man ſie nicht zu befürchten brauche. Man
war bei den Unfehlbaren innig überzeugt, daß Frankreichs
Volk und Heer zu ihrem rechtmäßigen Herrſcher, alſo Lud=
wig
XIII. ſtehen würde. Sie hielten Napoleon, der den ſo
vorzüglich geleiteten Feldzug von 1814 hinter ſich hatte, für
wahnſinnig, den Eiſenmann, auf den die nahe franzöſiſche Küſte
wie ein Magnet wirkte und der durch ſtändige Verbindung mit
dem Feſtlande von dem Zuſtande in Frankreich und der Unzu=
friedenheit
der Nation mit den Bourbonen völlig unterrichter
war.
Trotzdem Ludwig XIII. Frankreich bei ſeiner Wiederkehr
als Taufgeſchenk eine Verfaſſung gegeben hätte, konnte er und
ſeine Familie ſich nicht beliebt machen. Schon die Rückkehr des
alten Adels, an dem die Errungenſchaften der Revolution ſpur=
los
vorübergegangen waren, erregte ſtarken Unwillen. Die
Bourbonen ließen die Trikolore verſchwinden, auf die jeder
Franzoſe ſtolz war und die ſiegreich in tauſend Schlachten ge=
weht
hatte.
Unter dem Allerchriſtlichen König riß der katholiſche Kle=
rus
mit Aufdringlichkeit und ſchädlicher Starke die Herrſchaft an
ſich, die Prozeſſionen hörten nicht mehr auf, Frankreich zu durch=
ziehen
. Wie früher über dem beſiegten Europa eine graue
Wolke von Pulverdampf gelegen hatte, aus der es blitzte und
krachte, ſo breitete ſich jetzt über dem unwilligen Frankreich ein
Nebel von Weihrauch, aus dem endloſes Glockenläuten und
Hallelluja klang.

Völlig unerklärlich und abſurd war es, zu glauben, daß das
ſeither kaiſerliche Heer ſich um Ludwig ſchare‟. Während die
Verbündeten vor Paris unterhandelten, ſammelten ſich um Fon=
tainebleau
, wo ſich der Kaiſer aufhielt, die Soldaten der alten
Garde, die vernommen hatten, daß man den Kaiſer entführen
wollte; ſie wollten ihn beſchützen und für ihn fechten bis zum
bittren Ende, als ihn alles verließ. Die Marſchälle, die Her=
zöge
und Grafen nur weigerten ihrem Wohltäter und Herrn die
Heeresfolge und drängten ihn zur Abdankung, die für die Welt
eine Wohltat, für ſie aber eine ewige Schande war.
Im Schloßhofe zu Fontainebleau fand jene ergreifende
Szene ſtatt, als ſich der verbannte Kaiſer von ſeiner Garde ver=
abſchiedete
. Es muß ein dramatiſcher Akt ohne Beiſpiel ge=
weſen
ſein, als er ſich in ſeiner ſo klaren, eindringlichen Art,
wie ſie ſonſt niemand fand, zu Soldaten zu reden, ſich an
dieſe wendete . . . Welch feſſelnder, an die Seele faſſender Mo=
ment
muß es geweſen ſein, als ihm der General Petit die Fahne
reichte und er ſie küßte die Fahne, die in tauſend Schlachten
und Gefechten im Feuerregen ſiegreich ihnen vorausgeflattert
hatte, die ſie durch Europa getragen hatten in Ehren und mit
Stolz. Die Tränen tropften den alten Soldaten in die grauen
Schnurrbärte, und unter präſentiertem Gewehr weinten ſie um
ihren ſcheidenden Vater . . . Als Napoleon den Wagen beſtieg
und ihnen zurief: Adieu mes enfants! . . . da ertönte in dem
alten Schloßhof ihr: Vire IEmpereur!!! bis an das
Ende der Welt!!! Und dieſe treuen, im Feuer gehärteten See=
len
ſollten ihren Kaiſer vergeſſen?! Im Unterton jenes Vive
Empereur lag der Wunſch auf ein baldiges Wiederſehen, und
jene Abſchiedsſzene war der Auftakt zu ſeiner Rückkehr aus
Elba ..
Zu ſpät, viel zu ſpät merkten es die Herren in Wien, was
die ganze Welt damals empfand, daß dieſe alten Helden ſich
niemals um ihren rechtmäßigen König ſcharen würden. Zu
ſpät merkte es der Kongreß, nachdem der Adler wieder flog, daß
es geradezu unnatürlich leichtfertig war, das ſo Naheliegende zu
unterlaſſen, nämlich, ſich den kommenden Mann einmal anzu=
ſehen
. Ein nur oberflächlicher Vergleich hätte ihnen ſagen müſ=
ſen
, daß Ludwig XIII. mit den dicken Beinen und dem großen
Hängebauch, dem Zopf und Haarbeutel, der kein Pferd beſteigen
konnte, nie den beweglichen Feldſoldaten Napoleon, der im Lager
groß geworden war, der Europa zu Pferde durchflogen hatte‟,
verdrängen konnte.
Auch den Vergleich mit den beiden Familien unterließen
die Richter. Napoleon hatte alles getan, ſeine Brüder zu =
nigen
, ſeine Schweſtern zu Fürſtinnen zu machen und zu er=
ziehen
. Alle waren den königlichen Prinzen in jeder Weiſe
überlegen, und die Herzöge von Artois, von Berry und von
Angouleme, unkriegeriſch gezeugt, waren armſelige Erſcheinun=
gen
gegen die Verwandten Napoleons. Zu ſpät kam auch die
Einſicht, als die in Scharen zurückkehrenden Adeligen, die noch
kein Pulver gerochen hatten, mit den Prachtſoldatengeſtalten der
kaiſerlichen Marſchälle verglichen wurden, jenen harten, ſtolzen
Kriegern, die von der Muskete auf gedient hatten, die unter
den Augen des größten Feldherrn groß geworden und die alle
Wunder der Tapferkeit vollbracht hatten. Was waren jene
Emigranten gegen jene unerhört kriegeriſchen Erſcheinungen
der Kriegsgötter wie Ney, dem in der Schlacht bei Waterloo
5 Pferde unter dem Leibe erſchoſſen wurden; wo war da der
Herzog von Artois, warum kämpfte er nicht für ſeinen Bruder,
den König, als der brave des braves den letzten Schwert=
ſchlag
für ſeinen Herrn tat, vordem ihn Ludwig XVIII richten
ließ.

Napoleon erkannte richtig, daß nur ein ſofortiger Angriff
auf die noch nicht ſchlagfertigen Verbündeten die einzige Ant= auf deren Achterklärung ſein konnte. Er mußte die Feinde:
einzeln vor ihrer Vereinigung in ſich und untereinander ver=
nichten
. Sein Wagnis war rieſengroß, darum traf ihn auch
eine Vernichtung, die ſo groß war, wie ſein Wagnis.
Napoleon ſchlug Blücher am 16. 6. 1815 in der Schlacht bei
Ligny, aber er erkannte zu ſpät, welch wahrhaft entſetzliche
Fehler er beging, daß er nicht ſtehenden Fußes ſelbſt ſofort
die Verfolgung der Preußen übernahm und ſie in einer zweiten
Schlacht vernichtete, ſtatt den mittelmäßigen Grouchy zu ſpät zu
ſchicken. Grouchy mußte verſagen, denn er trat die Verfolgung
an, ohne daß eine Patrouille ihn über den Verbleib Blüchers
vergewiſſert hatte. Er trat zu ſpät an und ſtieß in die Luft,
da er nach dem Rhein zu marſchierte, Blücher aber linksum
nach Wavre gerückt war, in die Flanke des Kaiſers. Gewal=
tiger
Kanonendonner dröhnte von Waterloo herüber, aber trotz
aller Bitten ſeiner Umgebung Marchez au canon ſofort dort=
hin
abzubiegen, und, nachdem ihm ſein Stab faſt den Gehorſam
aufſagt, tappte er ſtur weiter, und erſt als es zu ſpät war,
drehte er auf Wavre zu, batailliert mit der Nachhut Blüchers,
während ſein Herr Schlacht und Krone verliert.
Viel zu ſpät und mit Schrecken merkte Grouchy ſeinen
Rieſenfehler der Unentſchloſſenheit und daß er nicht ſelbſtändig
gehandelt hatte, als ihm, dem Unfähigen, das Schickſal die Ge=
legenheit
geboten hatte, das Geſchick der Welt zu ändern.
Napoleon hatte auch bei dieſer Gelegenheit ſeinen Gegner
mit Geringſchätzung beurteilt und Blücher für viel zu alt und
unentſchloſſen gehalten, als daß er ſich nach ſeiner Schlappe und
ſeinem Sturz bei Ligny aufraffen könne, von ſeiner natürlichen
Rückzugslinie abzuweichen und ſich mit Wellington zu ver=
einigen
; er hatte in ſeiner Ueberlegung Gneiſenau vergeſſen.
Der Korſe kannte auch nicht die Heiligkeit des gegebenen Wor=
tes
. Die Preußen, zwar geſchlagen, aber nicht vernichtet, eilten
trotz ſtrömenden Regens und Dreck, totmüde in Eilmärſchen
herbei, und nicht der Brite, ſondern Blücher hat die Schlacht
bei Waterloo mit ſeinen Preußen, dabei zwei Drittel Land=
wehrregimenter
, gewonnen. Während Napoleon Stoß auf
Stoß gegen die Front Wellingtons rammte, bereitete ſich in ſei=
ner
Flanke durch Blücher das Verderben unaufhaltſam vor.
Der Beſieger der Welt verlor Krone und Gewalt, weil er
zu ſpät einſah, daß er ſich im Wichtigſten, in der Kraft ſeiner
Gegner, geirrt, aber auch, weil er ſeine eigne Kraft verloren
hatte.

Welterberichl.

Ein Ausläufer des im Norden liegenden Tiefdruckſyſtems hat ver=
breitete
Gewitterſtörungen hervorgerufen. Im Bereich der jetzt ent=
ſtandenen
Weſtſtrömung nimmt das Wetter einen wechſelhaften Charak=
ter
an, ſo daß weiterhin bei mäßigen Temperaturen Regenfälle zu er=
warten
ſind, die aber mehr als Schauer auftreten und zum Teil von
Gewitterſtörungen begleitet ſein dürften. Da über Frankreich allerdings
kräftiger Barometeranſtieg eingeſetzt hat, iſt ſpäter wieder mit ruhige=
rem
und beſſerem Wetter zu rechnen.
Ausſichten für Freitag, den 19. Junf: Zunächſt wechſelhaftes Wetter,
wolkig mit Aufheiterung, vereinzelte Niederſchläge, mäßig warm.
Ausſichten für Samstag, den 20. Juni: Wieder Wetterverbeſſerung
wahrſcheinlich.

Hauptſchriftlettung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polltlk und Wirtſchaft: Rudelf Maupe: für Feuilleion, Reich um
Auoland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willv Kuble:
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſiadt
Für unverlangte Manuſſtripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

Die heutige Nummer hat 18 Geiten


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Nummer 168

Freitag, den 19. Juni 1931

Seite 9

der 50. Deutſche Aerzkekag in Köln.
Köln, 18. Juni.
Im Gürzenichſaal wurde am Donnerstag in
Inweſenheit von zahlreichen Vertretern der
keichs= und Staatsbehörden, darunter Reichs=
nnenminiſter
Dr. Wirth und der preußiſche
Vohlfahrtsminiſter Dr. Hirtſiefer, ſowie amtie=
enden
Perſönlichkeiten der mediziniſchen Welt
ſer 50. Deutſche Aerztetag eröffnet.
Wohlfahrtsminiſter Dr. Hirtſiefer eröffnete
ſen Reigen der Begrüßungsanſprachen, nachdem
r die Glückwünſche der preußiſchen Staatsregie=
ung
überbracht hatte. Der Miniſter betonte,
ſaß eine Zuſammenfaſſung der dem einzelnen
lrzt erwachſenden Pflichten durch die zu ſchaf=
ende
einheitliche deutſche Aerzteordnung nicht
uur dem eigenen Stande, ſondern dem ganzen
ſeutſchen Volke zur Wohlfahrt gereichen möge.
Nach ihm ergriff Reichsinnenminiſter Dr.
Virth das Wort, der die Glückwünſche der
keichsregierung überbrachte und betonte, es be=
jehe
kein Zweifel, daß die ungeheure Arbeits=
oſigkeit
und die ungünſtige wirtſchaftliche Lage
inſere Volksgeſundheit ſehr bedrohten. Maß=
jahmen
wie die letzte Notverordnung müßten die
Völker der Erde erkennen laſſen, daß die Grenze
ſeſſen erreicht ſei, was Deutſchland zugemutet
verden könne.
Nach weiteren Glückwunſchanſprachen kam
beh. San.=Rat Dr. Stauder=Nürnberg auf die
iktuellen Probleme zu ſprechen, die die Aerzte=
haft
bewegen, ſo auf die Sozialverſiche=
ung
, die nicht zu einer Vernichtung der ärzt=
ichen
Freiheit führen dürfe, und auf die Frage
es § 218, demgegenüber für den Arzt nur
ſer Grundſatz entſcheidend ſei, ob der ärztliche
Eingriff dazu diene, eine weitere lebensbe=
rohende
Verſchlimmerung zu verhüten. Dann
ei der Arzt zum Eingriff berechtigt. Selbſtver=
tändlich
ſei es ärztliche Pflicht, auch die wirt=
chaftlichen
Verhältniſſe der Schwangeren zu
früfen. Die rein ſoziale Indikation könne die
irztliche Standesvertretung nicht gutheißen. Ge=
ſeimer
Sanitätsrat Dr. Stauder=Nürnberg be=
prach
dann eingehend den Entwurf einer Reichs=
irzteordnung
.
Einbrecher dringen mit Revolver in ein Café.
Ba. Wiesbaden. Abends wurden zwei
Einbrecher, die in eine am Kaiſer=Friedrich=
King gelegene Konditorei eingedrungen waren,
von dem Sohn des Beſitzers überraſcht, als ſie
ſie Kaſſe geplündert hatten. Nachdem die Ein=
frecher
den Sohn des Inhabers durch Vorhalten
ines Revolvers mit Erſchießen bedroht hatten,
zelang es ihnen, zu flüchten. Sie wurden jedoch
verfolgt. Mit Hilfe von Paſſanten wurde einer
von ihnen, nachdem er 5 Schüſſe auf ſeine Ver=
olger
abgegeben hatte, ohne jemand zu treffen,
hinter der Ringkirche feſtgenommen und der
Polizei übergeben. Der andere, den der Sohn
des Geſchäftsinhabers ergriffen hatte, wurde un=
verſtändlicherweiſe
von Straßenpaſſanten wieder
befreit. Der Kriminalpolizei gelang es jedoch
päter, auch ihn feſtzunehmen. Es handelt ſich um
wei junge Männer von hier, von denen einer
wegen Einbruchsdiebſtahl ſchon vorbeſtraft iſt.
Außer dem geraubten Geld wurden bei ihnen
wei Selbſtladepiſtolen mit Munition und Ein=
ſruchswerkzeug
gefunden.

Große Verwüſtungen in den Orken Plekkenberg, Oberſtadt, Holkhauſen und Her=
ſcheid
. Holkhauſen gleichk einem Trümmerfeld. Eine Drahtſtifkfabrik vollkom=
men
vom Erdboden verſchwunden. Zwei Perſonen von einſtürzenden Wänden
erſchlagen, über 40 verlekk. Ungeheuerer Sachſchaden.

Plettenberg, 18. Juni.
Von einem furchtbaren Unwetter wurde, wie
bereits von uns geſtern bei Redaktionsſchluß
kurz gemeldet, am Mittwoch abend das Elzetal
zwiſchen Herſcheid und Holthauſen betroffen.
Mit großer Gewalt ſtreifte plötzlich ein Wirbel=
ſturm
mit ungeheurer Geſchwindigkeit über das
bei Herſcheid liegende Tal der Elze entlang in
Richtung Holthauſen bei Plettenberg. Bedauer=
licherweiſe
ſind neben dem hohen Sachſchaden
zwei Menſchenleben zu beklagen. Bei dem Bahn=
hof
Plettenberg=Oberſtadt wurde ein Mann
durch einen Balken auf der Stelle erſchlagen.
In Holthauſen begrub eine einſtürzende Mauer
einen Schutz ſuchenden Mann unter ſich. Er er=
lag
ſeinen ſchweren Verletzungen im Kranken=
haus
. Insgeſamt haben etwa 40 Perſonen mehr
oder minder ſchwere Verletzungen durch einſtür=
zende
Mauern und umherfliegende Steine und
Balken davongetragen.
Der Wirbelſturm hat beſonders in Pletten=
berg
=Oberſtadt, Holthauſen und Herſcheid große
Verwüſtungen angerichtet. In dieſen Ort=
ſchaften
wurden etwa 120 bis 140 Wohnhäuſer
und Nebengebäude ſchwer beſchädigt. Die Dächer
von ſieben Fabrikgebäuden wurden
abgedeckt und deren Einxichtung ſchwer
beſchädigt. Die Drahtſtiftfabrik
von Picardt iſt vollkommen vom
Erdboden verſchwunden. Dem Wirbel=
ſturm
ſind nicht, wie es zuerſt hieß, drei Men=
ſchenleben
, ſondern nur eines zum Opfer ge=
fallen
. Die beiden als tot gemeldeten Männer,
die unter den Trümmern einſtürzender Mauern
aufgefunden wurden, liegen ſchwer verletzt im
Krankenhaus. Einer der beiden iſt am Donners=
tag
vormittag im Krankenhaus geſtorben, wäh=
rend
ſich der andere Schwerverletzte auf dem Wege
der Beſſerung befindet.
Der Weg, den der Wirbelſturm genommen
hat, bietet ein Bild der größten Zer=
ſtörungen
. Auf den Feldern liegen überall
Dachteile, Balken, Bretter und Dachziegel herum,
die der Sturm hierhergetragen hat. Der
Bahnhof Plettenberg=Oberſtadt iſt
mit Ausnahme des Wirtſchaftsge=
bäudes
dem Erdboden gleichgemacht.
Der Ort Holthauſen gleicht einem
einzigen Trümmerfeld. Ueberall iſt
man mit den Aufräumungsarbeiten beſchäftigt.
Freiwillige Helfer der Sanitätskolonnen und der
Feuerwehren ſind tätig, um den aus ihren Häu=

Beim Heiratsvermittler: und in ihrem
Häse-Laden führt sie nur Adler-hase‟:-
LSchon gemackt-
ich
nehmsie!"

ſern vertriebenen Bewohnern ein notdürftiges
Obdach zu ſchaffen. Die Höhe des Schadens iſt
noch nicht zu überſehen. Der Landrat des Kreiſes
Altena hat beſchloſſen, die preußiſche Staatsre=
gierung
um Hilfe zu bitten.
Unwekker über Köln.
Köln, 18. Juni.
Am Mittwoch abend entlud ſich über Köln
ein heftiges Gewitter von ſchwerem Hagelſchlag
und Platzregen begleitet. Obgleich das Unwetter
nur kurze Zeit dauerte, iſt der Schaden ſehr groß.
Viele Fenſterſcheiben wurden zertrümmert und
Dachziegel entfernt. In den Straßen und auf
den Dächern lagen die Hagelkörner in kurzer
Zeit fußhoch. Viele Keller wurden unter Waſſer
geſetzt. Die Feuerwehr wurde über 200mal ge=
rufen
. Auch in der Umgebung iſt der Schaden
ſehr groß.
40 Morgen Zichkenwald
durch einen Wirbelſturm vernichkel.
Marburg, 18. Juni.
Ein Wirbelſturm hat in dem großen Wald=
diſtrikt
der Lahnberge zwiſchen Haſſenhauſen,
Treis a. d. Lumda und Staufenberg furchtbare
Verheerungen angerichtet. Etwa 40 Morgen
alte über 40 Meter hohe Fichten mit meiſt je
ein bis zwei Feſtmeter Inhalt wurden völlig
vernichtet. Der Sturm hob die ſtarken Stämme
entweder aus dem Boden oder knickte ſie in
Manneshöhe ab und zerſplitterte ſie, ſo daß der
alte herrliche, zur Gemeinde Staufenberg ge=
hörige
Fichtenbeſtand jetzt ein Chaos von kreuz
und quer durcheinandergeworfenen Stämmen
bildet. Es handelt ſich um etwa 5000 Feſtmeter
Fichten.
Schwerer Sturm auf dem Bodenſee.
Lindau. am Bodenſee. Am Donnerstag
vormittag ſetzte auf dem Bodenſee ſchwerer Weſt=
ſturm
ein. Eine mächtige Sturzſee fegte über
das Vorderdeck des Dampfers Stadt Bregenz,
der ſich einen Kilometer vor Lindau befand.
Sämtliche Fenſter des Salons 2. Klaſſe wurden
zertrümmert. Mehrere Perſonen wurden durch
Glasſplitter verletzt. Dem Artiſten Adolf Fiſcher
aus Wien wurde eine Geſichtshälfte faſt völlig
zerſchnitten. Ebenſo richtete der Sturm auf den
Schiffen Stadt Ueberlingen und Ravens=
burg
durch Einſchlagen zahlreicher Fenſterſchei=
ben
Beſchädigungen an. Viele Paſſagiere wur=
den
ſtark ſeekrank. Auch die Anlagen am Boden=
ſeeufer
wurden durch den Sturm beſchädigt. Viel=
fach
iſt der Bodenſee über die Ufer getreten.

Blick auf die Unglücksſtelle.
In Amſterdam wurde durch den heftigen Sturm
ein Baugerüſt eingeriſſen, das beim Niederfallen
die Seitenmauer eines Nebenhauſes durchſchlug.
Zwei Perſonen wurden getötet.

Zwei Kinder beim Fiſchen ertrunken.
Das dritte gerettet.
Recklinghauſen. Am Mittwoch nach=
mittag
begaben ſich die beiden 8= und 11jährigen
Brüder Walter und Bruno Rubtneck gemeinſam
mit ihrer 14 Jahre alten Schweſter Martha nach
einem Ziegeleiteich, um dort zu fiſchen. Dabei
rutſchten die Kinder ab und fielen in den Teich.
Während ſich das Mädchen durch Feſthalten an
einem Strauch in letzter Minute retten konnte,
ertranken die beiden Knaben. Ein zufällig vor=
beikommender
Polizeibeamter zog die beiden
Brüder aus dem Waſſer. Wiederbelebungsver=
ſuche
blieben erfolglos.
Ein Schmuggler erſchoſſen.
Aachen. Am Donnerstag früh wurde auf
der Ludwigsburger Straße ein Schmuggler, der
3000 Zigarillos bei ſich hatte, erſchoſſen. Der
Schmuggler war auf ſeinem Fahrrad an einem
Zollbeamten vorbeigefahren, ohne deſſen Auf=
forderung
, zu halten, zu befolgen. Kurz darauf
wurde er von einem zweiten Beamten zum Hal=
ten
aufgefordert. Da er weiterfuhr, gab der
Beamte einen Warnungsſchuß und dann einen
ſcharfen Schuß ab, der den Radfahrer in den
Rücken traf und ſo ſchwer verletzte, daß er bald
darauf verſtarb.

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[ ][  ][ ]

Englands elegankefkes Rennen.

Der Wagen des engliſchen Königspaares fährt in die Rennbahn von Ascot ein.
In Ascot bei London fand das traditionelle Rennen ſtatt, das den Höhepunkt der Seaſon bildet.
Während das Derby mehr ein Volksfeſt darſtellt, bildet das Ascot=Rennen den Treffpunkt der
exkluſivſten Eleganz Englands.

imn
19ung

Jetzt wird beraten, wie’s weitergeben ſoll.
Die langen Tage des Juni locken in allen deutſchen Gauen Tauſende und Abertauſende von jungen=
Wanderern hinaus in die freie Natur. Fern von den großen Straßen durchwandern ſie die Berge=
und Wälder, und oftmals heißt es genau aufpaſſen und überlegen, wie man rechtzeitig das geſteckte=
Ziel erreichen kann.

Rokokofeſt in Schwehingen.
Das Schwetzinger Rokokofeſt, das in dieſem
Jahre am 21. und 28. Juni, jeweils nachmittags
3,30 Uhr ſtattfindet, nimmt unter den deutſchen
Heimat= und Feſtſpielen heute ſchon eine Sonder=
ſtellung
ein. Denn nirgends iſt es möglich, eine
ſo überzeugende hiſtoriſche Einheit zwiſchen Spiel
und Spielraum herzuſtellen, nirgends ſonſt ſteht
auch eine ſo wundervolle Szenerie zur Verfü=
gung
, wie ſie gerade der Schloßgarten in reicher
Variation bietet.
Auch in dieſem Jahre wird als Feſtſpiel wie=
der
ein Hoffeſt beim Kurfürſten Karl Theo=
dor
, dem Schöpfer des berühmten Schwetzinger
Schloßgartens gezeigt. Die Hauptrollen werden
von den bekannteſten Schauſpielern des Natio=
naltheaters
Mannheim dargeſtellt; fer=
ner
wirken der geſamte Chor und das Ballett
des Nationaltheaters mit. In den prunkvollen
Maſſenſzenen, die insgeſamt einige Hundert Dar=
ſteller
auf die Bühne bringen, ſtellen Schwetzin=
ger
Bürger die Hofgeſellſchaft, die Schloßwache,
Diener und Zünfte dar.
Die terraſſenförmig abgeſtufte Anordnung der
Sitzplätze (zirka 3000) und die günſtige Lage der
Stehplätze ermöglicht von allen Punkten einen
vollkommenen Ueberblick über das Feſtſpiel.
Das Spiel bietet diesmal nicht nur eine prunk=
volle
Schau und anmutige Unterhaltung, ſondern
erhält durch die Träger der Hauptrollen eine er=
freuliche
künſtleriſche Note. Regiſſeur des
Schwetzinger Rokokoſpiels iſt wieder Alfred
Landory vom Nationaltheater Mannheim;
die Tänze leitet Ballettmeiſterin Aenni Haens.

Rieſige Umſähe auf der Münchener Verſteigerung der Sammlung Nemes.

Blick in den Verſteigerungsſaal.
Die Verſteigerung der außerordentlich wertvollen Kunſtſammlung des ungariſchen Sammlers Mar=
czell
von Nemes hat bis jetzt einen Erlös von faſt 2 Millionen Mark gebracht. Unter den verkauf=
ten
Kunſtſchätzen befanden ſich Gemälde von Rembrandt, Greco, Dürer, Hals, Cranach u. a. m.

Ein Racheakt.
Duisburg. Nach einer Meldung aus Fal=
kenberg
(O.S.) ſollte in Duisburg ein früher in
Falkenberg wohnhafter Gaſtwirt Goletz von der
Polizei verhaftet worden ſein, nachdem er ſich
durch den Verſuch verdächtig gemacht habe, die
Uhr eines vor zehn Jahren unter unaufgeklärten
Umſtänden ums Leben gekommenen Oekonoms
namens Hübſcher zu verkaufen. Von der Krimi=
naldirektion
Duisburg wird uns mitgeteilt, daß
dieſe Nachricht, die aus einer ſonſt verläßlichen
Quelle ſtammte, nicht zutrifft. Es iſt bei der
Polizei von der ganzen Angelegenheit nichts be=
kannt
. Einem Vertreter der Rhein= und
Ruhrzeitung erklärte Goletz, daß er ſich geſtern
ſofort bei der Kriminalpolizei gemeldet habe.
Er vermutet, daß ein Racheakt vorliegt.
Folgenſchwerer Straßenbahnzuſammenſtoß.
19 Perſonenverletzt, davon 4 ſchwer.
Dresden. Ein ſchwerer Verkehrsunfall er=
eignete
ſich am Donnerstag früh in Zitſchewig.
Dort fuhr ein Straßenbahnwagen auf einen ihm
entgegenkommenden Straßenbahnzug derſelben
Linie. Durch den Zuſammenſtoß wurden 19 Per=
ſonen
verletzt, davon vier ſchwer. Der Zuſam=
menſtoß
ſoll auf Verſagen der Signaleinrichtung
zurückzuführen ſein.
Wieder ein Geldbriefträger überfallen.
Berlin. Am Dienstag vormittag wurde im
Hauflur der Kopernikusſtraße 10 in Berlin O.
der Geldbriefträger Friedrich Aſſatzk von zwei
Burſchen überfallen, die ihn zu berauben ver=
ſuchten
. Sie ſchlugen mit einem mit Sand ge=
füllten
Stockſchlauch auf ihn ein. Der Geldbrief=
träger
ſetzte ſich zur Wehr und vertrieb die Bur=
ſchen
mit Hilfe einer Dienſtpiſtole. In Beglei=
tung
anderer Paſſanten eilte er den Uebeltätern
dann hilferufend nach. Einer Polizeiſtreife ge=
lang
es darauf, den einen Täter, den 21jährigen
Fritz Müller feſtzunehmen, während der andere,
namens Erich Mallmann, kurz danach in ſeiner
Wohnung verhaftet werden konnte.

Schulſkunde auf dem Zußboden.

Unterricht in dem Kinderheim Birkenhof bei Berlin,
wo hauptſächlich Kinder mit Körperfehlern und Rückgrat=Verkrümmungen erzogen werden. Um
den Knochenbau zu ſtärken, verrichten die Kinder ihre Arbeiten, während ſie auf der Erde liegen.

Do. X nach Bahia unterwegs.
London. Das deutſche Flugboot Do. K‟
iſt um 5.30 Uhr vormittags Ortszeit von Natal
(Braſilien) nach Bahia aufgeſtiegen.

Do. X in Bahia.
New York. Do. K iſt am Donnerstag
um 16,55 Uhr MEZ. in Bahia eingetroffen.

Großfeuer an der Moſel.
Bernkaſtel, 18. Juni.
In dem bekannten Weinort Uerzig an der
Moſel brach am Donnerstag nachmittag gegen
16 Uhr Großfeuer aus. Bisher ſind etwa fünfzehm
Wohnhäuſer eingeäſchert, alte Fachwerkhäuſer,
die z. T. unter Denkmalſchutz ſtehen. Der Schaden
iſt beträchtlich. Die Bewohner waren z. T. nur
ganz gering verſichert. Auch die Kirche des Ortes
fing im Dachſtuhl Feuer, doch konnte hier der
Brand rechtzeitig gelöſcht werden.

Viehhaus mit 400 Schafen durch Blitzſchlag
eingeäſchert.
Parchim. In der Nacht zum Donnerstag
ſchlug ein Blitz in den Schafſtall des Gutsbe=
ſitzers
Keuck in Krumbeck (Mecklenburg) ein.
Das Stallgebäude wurde bis auf die Grund=
mauern
eingeäſchert. 400 Schafe kamen in den
Flammen um. Nur 150 Tiere konnten gerettet
werden.
Erdbeben und Vulkanausbruch in Japan.
Berlin. Ein Erdbeben hat nach einer Mel=
dung
eines Berliner Blattes am Mittwoch die
japaniſche Hauptſtadt heimgeſucht. Es wurde
beträchtlicher Schaden angerichtet. Die näheren
Einzelheiten fehlen noch. Gleichzeitig haben neue=
Ausbrüche des Vulkans Mazumoto ſtattgefunden.
Von der Aſche wurden acht Dörfer der Um=
gegend
verſchüttet. Pioniertruppen ſind entſandt
worden, um der Bevölkerung zu helfen. Bisher
ſind über 60 ſchwer Brandverletzte feſtgeſtellt.
worden.
Autobus vom Zuge erfaßt.
Kattowitz. In der Gegend von Bielitz
purde ein mit ſechs Perſonen beſetzter Autobus
an einem ungeſchützten Bahnübergang von einem
Güterzuge erfaßt und zur Seite geſchleudert. Die
Inſaſſen erlitten ſchwere Verletzungen. Zwei
Frauen ſchweben in Lebensgefahr. Die Schuld
an dem Unglück ſoll den Führer des Kraft=
wagens
treffen, der als einziger mit leichten
Verletzungen davonkam. Er wurde verhaftet.
Erwerbsloſen=Drama.
Kattowitz. In Nicolai verſammelten ſich
vorgeſtern in einer Scheune vor der Stadt meh=
rere
Arbeitsloſe. Einer von ihnen, namens
Kaluza, hatte eine altes ruſſiſches Gewehr mit
abgeſchnittenem Lauf und zehn Patronen bei.
ſich. Ein anderer Arbeiter forderte nun Kaluza
auf, auf ihn zu ſchießen. Er legte den Rock ab
und entblößte ſeine Beruſt. Kaluza ſchoß, traf
ihn jedoch nur in die Hand, worauf dieſer ihn
aufforderte, noch einmal zu ſchießen. Als auch
der zweite Schuß fehlging, ſchoß Kaluza zum
dritten Male und traf ihn dann ins Herz. Da=
rauf
ſchoß ſich Kaluza ſelbſt eine Kugel in den
Kopf. Die beiden anderen Arbeitsloſen, die in=
zwiſchen
davongelaufen waren, benachrichtigten.
die Polizei, die am Tatort die beiden Leichen
vorfand. Der Grund zu dieſem Drama iſt in
Arbeitsloſigkeit zu ſuchen.
Beiſetzung der Opfer des Schiffsunglücks
in Frankreich.
Paris. In Gegenwart des Außenminiſters
Briand, des Marineminiſters und des Handels=
marineminiſters
ſind am Donnerstag 70 Opfer.
des Schiffsunglücks von Nantes beigeſetzt wor=
den
. Die Garniſon von Nantes erwies ihnen.
die letzte Ehre. Eine nach Tauſenden zählende=
Menge hatte ſich ſchon in den frühen Morgen=
ſtunden
im Hofe des alten Berghofſchloſſes ver=
ſammelt
, deſſen Mauern mit ſchwarzen, ſilberge=
ſchmückten
Tüchern behangen waren. Auch die
Angehörigen der Opfer, die nicht geborgen wer=
den
konnten, wurden in erſter Linie zu den
Feierlichkeiten zugelaſſen. Im Namen der Re=
gierung
ſprach der Handelsmarineminiſter.

Drücken Sie einen Strang Chlorodont=Zahnpaſte auf die trockene Chlorodont=Zahnbürſte (Spezialbürſte mit gezahntem
Borſtenſchnitt), bürſten Sie Ihr Gebiß nun nach allen Seiten, auch von unten nach oben, tauchen Sie erſt jetzt
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nach. Der Erfolg wird Sie überraſchen. Der mißfarbene Zahnbelag, der ſich beſonders bei Rauchern unangenehm
demerkbar macht, verſchwindet und die Zähne erhalten einen wundervollen Elfenbeinglanz. Das koſtbare Pfefferminz=
Aroma verleiht dem Munde herrliche Friſche und Wohlgeruch. Ueberzeugen Sie ſich zuerſt durch Kauf einer Tube

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Jedenfalls habeich seit fünfzehn jahren jedes Probieren aufgegeben und bleibe Ihrem Chlorodont
treu; ebenso gebraucht es meine Familie und verordne ich es, 80 oft ich dazu Gelegenheit habe 2
in meiner Praris. H...., (Originalbrief bei unserem Notar hinterlegt.) Dr. 1. L.-E., derztin.

[ ][  ][ ]

Nummer 168

jun

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Freitag, den 19. Juni 1931

Seite 11

Sport, Sptel und Jucnen

Der Spork des Sonnkags.
Immer noch Raſenſport kroß Sommerſperre.
Die Sommerſperre, die laut Beſchluß des DFB. in dieſem Jahre
ſechs Wochen dauern ſoll, wird nicht allzu genau genommen. Der DFB.
ſebſt hat ja ſeine Nordlandreiſe in dieſe Zeit gelegt, und in den ein=
jelnen
Landesverbänden, vornehmlich in Süddeutſchland, gibt es noch
unr fußballeriſches Sonntagsprogramm in einem Umfange, wie in den
ſeſten Tagen der Saiſon. Neben dem Fußball ſind es natürlich in
iuter Linie wieder die Sommerſportarten, wie Leichtathletik, Tennis,
hadſport, Motorrad= und Automobilſport und Rudern, die das Pro=
namm
des Sonntags ausfüllen.
Fußball.
Im Rahmen der Nordlandreiſe des DFB. kommt das Länder=
ſpiel
NorwegenDeutſchland in Oslo zum Austrag.
Man wird auch dieſem Spiele nicht mit großem Optimismus entgegen=
ſehen
können. Die Norweger, die in der letzten Zeit faſt alle Länder=
geffen
mit ihren ſkandinaviſchen Nachbarländern für ſich entſchieden,
niſſen heute als die beſte nordiſche Fußballnation angeſprochen werden.
In der norwegiſchen Elf ſtehen noch ſechs Spieler, die im November in
Breslau ſpielten, als die Nordländer einer ſehr ſtarken deutſchen Elf,
tarker als die des kommenden Sonntags, mit 1:1 ein Unentſchieden ab=
angen
. Der deutſche Fußball ſteht alſo in ſeinem zweiten Spiel der
Nordlandreiſe von einer weſentlich ſchwereren Aufgabe als in Stockholm.
Im ſüddeutſchen Fußball ſtehen eine Reihe wichtiger Treffen auf dem
Programm. Neben den Aufſtiegsſpielen in vier Gruppen
zhen bereits zwei durch die Neuregelung des Spielſyſtems notwendig
pwvordene Entſcheidungsſpiele zwiſchen Dritten der Aufſtiegs=
piele
und Letzten der alten Bezirksliga um Aufſtieg bzw. Verbleib in
der erſten Klaſſe in Szene, ſo in Baden zwiſchen Freiburger FC. und
WV. Offenburg in Lahr, wobei der alte Pionier FFC. die letzte
ſhance hat, ſein tragiſches Geſchick, den Platz an der Sonne zu ver=
ieren
, abzuwenden, und in München zwiſchen Ingolſtadt=Ringſee und
Anion Augsburg. Ingolſtadt hatte ſich in den Verbandsſpielen als
ſeuling der Bezirksliga nach anfangs dauernden Niederlagen zum
Schluß zuſammen mit DSV. München den letzten Platz geſichert und
ann in einem Entſcheidungsſpiel verloren, hat alſo auch hier die letzte
Chance. Auch ein Nachzügler der Verbandsſpiele, ſoll ſtei=
een
und zwar aus der Runde der Meiſter das ausſtehende Treffen
wiſchen SpVg. Fürth und dem Karlsruher FV., von deſſen Ausgang
ſie Vergebung der Süddeutſchen Meiſterſchaft, die bekanntlich noch nicht
utſchieden iſt, abhängt. Gewinnen die Fürther einen Punkt, ſind ſie
Meiſter; im anderen Falle müßte ein Entſcheidungsſpiel zwiſchen
Fürth und Eintracht Frankfurt erſt den Süddeutſchen Meiſter ermitteln.
In Mannheim geht am Samstag ein Städteſpiel Mannheim
endwigshafen in Szene. Aus Anlaß der Grundſteinlegung zu der
reuen Tribüne des FSV. Frankfurt gibt es in Frankfurt ein Treffen
EintrachtFußballverein.
Handball.
Auch die Handballer nehmen es mit der Sommerpauſe nicht ſo ge=
nu
. So gibt es im Rahmen des Vierverbändekampfes der Leichtathle=
en
in Leipzig ein Repräſentativſpiel Süddeutſchland- Mittel=
eeutſchland
, alſo eine hochoffizielle Veranſtaltung, für die der
süiden mit Henß=Darmſtadt 98; Denzer=Fürth, Förſter=Darmſtadt 98;
delp=Darmſtadt 98 Gebhardt=Fürth, Klein=Poſt Frankfurt oder Noi=
zelfer
=München 1860; Fiedler Werner Fuchs, Freund Feick (alle
darmſtadt 98), eine ſehr ſtarke Mannſchaft geſtellt hat, die ſich weſentlich
ſſer ſchlagen dürfte, als die kürzliche ſüddeutſche Vertretung, die in
lachen gegen Weſtdeutſchland 12:8 verlor.
Hockey.
Die Hockeyſpieler haben ſich auch noch nicht genügend ausgetobt,
Vährend faſt überall die Saiſon beendet iſt, haben die Münchener Ver=
ie
noch jeden Sonntag ihre Spiele und auch in der Terminliſte noch
ene Neihe von Sonntagen beſetzt.
Leichtathletir.
In Leipzig treten ſich wieder Brandenburg, Mitteldeutſchland, Weſt=
eutſchland
und Süddeutſchland zu dem zum ſechſten Male veranſtalte=
en
Vierverbändekampf gegenüber. Der Ausgang des Kamp=
es
iſt ziemlich offen; nur in wenigen Konkurrenzen laſſen ſich die
Sieger mit einer gewiſſen Berechtigung vorausſagen. Der Sieg wird
em Verband zufallen, der die techniſchen Uebungen (Wurf, Stoß und
Sprung) am beſten erledigt. In den Laufwettbewerben dürfte Berlin
nit Siegen über 100, 200, 800 und 5000 Meter ſowie den beiden Staf=
eln
am beſten abſchneiden. Als erſte der acht ſüddeutſchen Gruppen
ühren die Badener ihre Leichtathletikmeiſterſchaften durch, die in Karls=
uhe
abgewickelt werden. In Süddeutſchland gibt es dann noch kleinere
Sportfeſte in Münſter und Katzweiler. In Hannover werden am
Sonntag die Deutſchen Heeres=Leichtathletikmeiſterſchaften abgeſchloſſen.
Von den Turner=Leichtathleten ſind die Mittelrheiniſchen Volksturn=
neiſterſchaften
in Kreuznach zu nennen.
Fechten.
An dem internationalen Fechtturnier in Altſchmecks in der Tatra
ollen auch in dieſem Jahre wieder deutſche Fechter teilnehmen. Es
vrden Helene Mayer und Erwin Casmir genannt.
Radſport.
Hier gibt es diesmal zahlreiche Werktagsrennen am Wochenende.
das Rennprogramm am Sonntag iſt beſchränkt.
Motorſport.
Im Grillenburger Walde ſteigt das dorthin verlegte Marienburger
dreiecksrennen mit 90 Meldungen, verbunden mit einem Lauf zur
Straßenmeiſterſchaft. Deutſche Fahrer ſind im Ausland beſchäftiot, ſo
Carracciola beim Großen Preis von Frankreich in Monthlery und Hans
Stuck beim Gurnigel=Bergrennen in der Schweiz.
Rudern.
Das Regattaprogramm des Sonntags iſt wieder ſehr umfangreich.
Die wichtigſte Veranſtaltung iſt die Große Grünauer, zugleich Jubi=
äumsveranſtaltung
des Berliner Regattavereins und Ausſcheidung für
die Teilnehmer an der Londoner Henleh=Regatta, und endlich noch ver=
hunden
mit dem Dreiſtädte=Achter Berlin-BudapeſtWien. Weitere
Regatten ſind in Bad Ems, Deggendorf, Karlsruhe, Halle, Hameln, Kiel
und Tilſit.
Schwimmen.
Bedeutende Schwimmveranſtaltungen ſind rar geworden. Spiele
zur Bayeriſchen Waſſerballmeiſterſchaft und ein Uebungsſpiel der Waſ=
ſerball
=Nationalſieben in Berlin bilden das ganze Programm.
Pferdeſport.
Galopprennen werden in Hamburg=Horn, Frankfurt, Krefeld, Halle=
Deſſau, Gelſenkirchen und Auteuil veranſtaltet.
Deutſche Hochſchulmeiſterſchaften.
Fußball=, Handball= und Hockey=Endſpiele der Gruppe Weſt.
Mit den Entſcheidungsſpielen der Gruppe Weſt im Fußball,
Handball und Hockey am 2 3. und 24. Juni in Marburg, wer=
den
gleichzeitig die letzten Teilnehmer an den Schlußkämpfen um
die Deutſche Hochſchulmeiſterſchaft feſtgeſtellt. Im Hockey wird
bereits zwiſchen den Mannſchaften der Techn Hochſchule
Aarmſtadt und der Univerſität Köln das Endſpiel ausge=
rragen
. In der Zwiſchenrunde im Handball ſind Techn Hochſchule
Larmſtadt und Univerſität Köln, im Fußball Univerſität Frank=
hurt
und Univerſität Köln die Gegner. Der Endſpielpartner der
ſiegreichen Mannſchaften im Handball und Fußball iſt jedesmal
die Univerſität Berlin.
Neuer D.T.=Frauen=Rekord im Kugelſtoßen.
Bei den Grenzmarkſpielen des Turnvereins Landau 04, im
Südpfälziſchen Stadion, gelang es Frl. Wüſt, Tv. Mundenheim,
die bisherige D. T.=Höchſtleiſtung im Kugelſtoßen, die Frl. Winds=
heimer
=Würzburg mit 12,58 Meter hielt, auf 12,66 Meter zu ver=
Heſſern. Der deutſche D.S.B.=Rekord ſteht auf 12,85 Meter.
Ihn und den Weltrekord mit 13,26 Metern (im Ausland erzielt
und daher als deutſcher Rekord nicht anerkannt) hält Frl. Heub=
lein
=Barmen.
Die Meiſterſchaft der deutſchen Meere wird in dieſem Jahre am 25.
urd 26. Juli in Danzig zum Austrag gebracht.
Ein Stromſchwimmen Quer durch Frnkfurt, wird am. 9. Auguſt.
ier 2500 Meter ausgetragen,

Deutſche Handball=Meiſterſchaft 1931.
Ouf Grund der Vereinbarungen zwiſchen der Deutſchen Sport=
behörde
und der Deutſchen Turnerſchaft wird der diesjährige Deutſche
Handballmeiſter, ſowohl bei den Männern wie bei den Frauen, in einem
gemeinſamen Endſpiel feſtgeſtellt. Jeder Verband ermittelte die beiden
in Frage kommenden Mannſchaften in eigenen Spielſerien. Selbſtver=
ſtändlich
darf es ſich bei dieſem Modus nur um einen Uebergangszuſtand
handeln, denn dieſe Regelung entſpricht keinesfalls dem tieferen Sinn
einer Deutſchen Meiſterſchaft. Es fehlt das Fundament, die gemein=
ſame
Durchführung der Meiſterſchaftskämpfe in den unteren und unter=
ſten
Gliedern der Verbände. Die Vorbedingungen für eine gemeinſame
Durchführung des geſamten Meiſterſchaftsbetriebes von unten herauf
ſind längſt gegeben. Der Spielausſchuß der Arbeitsgemeinſchaft D.T.=
D. S. B.=D.F.B. hat die diesjährigen Endſpiele nach Leipzig
gelegt. Es treffen ſich am Sonntag, den 28. Juni, um 15 Uhr,
die Damen des SC. Charlottenburg und des Tv. Vorwärts
Breslau, Schiedsrichter Hindner=Leipzia, und um 16 Uhr Poli=
zei
=SV. Berlin und Tv. Krefeld=Oppum. Schiedsrichter
Boer=Leipzig.
Polizei Darmſtadk Techn. Hochſch. Oſtof. 11:6 (5:2).
Geſtern abend lieferten ſich auf dem Pol.=Sportplatz obige Mann=
ſchaften
ein intereſſantes und faires Spiel. Eine Ueberlegenheit der
Polizeimannſchaft machte ſich von Anfang an bemerkbar. Die beſſere
Kombinationstechnik des Polizeiſturmes gab den Ausſchlag. Halfs und
Verteidigung arbeiteten zuverläſſig und waren eine gute Stütze des
Sturmes. Weber im Polizeitor hatte rege zu tun. Die Hochſchulmann=
ſchaft
ſpielte nicht ganz überzeugend. Der Sturm war etwas unſicher
und verſtand ſich nicht recht. Feick, Freund und Werner hatten keine
richtige Unterſtützung. Es fehlte die gewohnte Kombination.
Das Spiel: Der Anſtoß der Gäſte wird abgefangen. Ein ſcharfer
Schutz Sommers endet an der Latte. In der zweiten Minute ſendet
Jans einen Doppelhänder unhaltbar ein: 1:0. Gleich darauf gleicht
Ploch durch ſcharfen Eckſchuß aus: 1:1. Sommer verwandelt in der
5. Minute einen Straßſtoß: 2:1 für Polizei. Das Spiel wogt auf und
ab. In der 13. Minute erhöht Lang auf 3:1. Feick verwandelt gleich,
darauf einen Strafſtoß: 3:2. Bis zur Halbzeit kann Sommer noch
zweimal einſenden: 5:2. Nach Wiederbeginn macht ſich die Ueberlegen=
heit
der Polizeimannſchaft noch mehr bemerkbar. Sommer ſchießt fünf=
mal
hintereinander erfolgreich ein: 10:2. Dann gelingt Feick die Ver=
wandlung
eines Strafſtoßes; doch gleich darauf erhöht Huber auf 11:3.
Eine ſichtliche Müdigkeit beginnt ſich bei der Polizeimannſchaft bemerkbar
zu machen. Die Gäſte liegen mehr im Angriff und ſind noch dreimal
durch Feick. Freund und Ploch erfolgreich. Hardt=A. S.C. leitete gut.
Der Süddeutſche Handballmeiſter des A. T.n.5.5.
in Darmſtadk.
Freie Turngemeinde Darmſtadt Pfeddersheim.
Der Freien Turngemeinde Darmſtadt iſt es gelungen, den
Süddeutſchen Meiſter im Handball die Mannſchaft der Turn=
gemeinde
Pfeddersheim, zu einem Werbeſpiel für kommenden
Sonntag nach Darmſtadt zu verpflichten. Damit geht ein ſchon
lange gehegter Wunſch, die aufwärtsſtrebende, junge Mannſchaft
des Gaſtgebers einmal gegen eine Spitzenmannſchaft ſpielen zu
ſehen, in Erfüllung. Pfeddersheim nimmt eine dominierende Stel=
lung
nicht nur allein in Süddeutſchland, ſondern im ganzen Bun=
desgebiet
ein. Noch in guter Erinnerung dürfte das im Vorjahr
in Darmſtadt ausgetragene Zwiſchenrundenſpiel um die Süd=
deutſche
zwiſchen Langen und Nürnberg ſein. Daß dann Pfed=
dersheim
Nürnberg hoch aus dem weiteren Wettbewerb aus=
ſchaltete
, war kein Zufall, ſondern beruhte auf der ausgezeich=
neten
Spielkultur des Meiſters. Ihre Spitzenſtellung konnte auch
in dieſem Jahre noch von keiner anderen Mannſchaft gefährdet
werden. Das Antreten der Meiſtermannſchaft bedeutet auf jeden
Fall ein Ereignis für Darmſtadt.
Handball im Odenwaldgau der 2.T.
Der 21. Juni bringt folgende Spiele: Groß=Bieberau Pfung=
ſtadt
um 3 Uhr, Habitzheim Heubach, 4 Uhr;, 2. Mannſch. 3 Uhr;
Richen Groß=Umſtadt 3 Uhr: Schlierbach Hainſtadt, 2.30 Uhr:
Steinbuch Zell, 3,15 Uhr: 2. Mannſch., 2 Uhr; Schaafheim Spach=
brücken
, 3.30 Uhr: 2. Mannſch., 2.30 Uhr; Gundernhauſen Nieder=
Klingen, 3.30 Uhr; 2. Mannfch., 2 Uhr; Groß=Umſtadt Hergers=
hauſen
, 3,30 Uhr; Klein=Umſtadt Wald=Amorbach, 3 Uhr; Erbach
2./3. Beerfelden 1., 2 Uhr. In Klein=Zimmern Werbeſpiele:
Reichsbahn Darmſtadt SV. Darmſtadt 98 1b, Taſ. Ober=Ramſtadt. Tv.
Groß=Zimmern, Tv. König.
Süddeulſche Waſſerball=Meiſterſchaff.
Jungdeutſchland Karlsruher SV.
Wie wir hören, findet am kommenden Sonntag die Vorrunde um
die ſüddeutſche Waſſerballmeiſterſchaft ſtatt. Es treffen ſich dabei um
5 Uhr nachmittags im Woog SC. Jungdeutſchland Darmſtadt und
Schwimmverein Karlsruhe, der badiſche Meiſter.

Kraftſpork.

Polizei 2. Langenlonsheim (Rheinh.) 12:6.
Am Samstag und Sonntag weilte die 2. Mannſchaft der Poli=
zei
in Genſingen und Langenlonsheim(Rheinh.), um mit dem dor=
tigen
Athletenverein Freundſchaftskämpfe auszutragen. Die Auf=
nahme
und Unterbringung ſowie Verpflegung und Gaſtfreund=
ſchaft
waren muſtergültig. An dieſer Stelle allen unſeren herz=
lichen
Dank. In Genſingen ſelbſt war es ein Werbekampf. Der
Beſuch war allerdings nicht allzu groß. Gezeigt wurden Ring=
und Boxkämpfe von Aktiven und Schülern. Ebenſo wie der Vor=
kampf
in Genſingen wurde am nächſten Tage der Kampf in
Langenlonsheim ſelbſt für die Polizei gewonnen. Für die Poli=
zei
kämpften und ſiegten: Perrini, Grünig, Reuter und Krauß.
Fechken.
Im ſchattigen Garten des wundervoll gelegenen Paulinenſchlößchens
in Wiesbaden fochten am vergangenen Sonntag die Senioren der Grup=
pen
3 und 4 des Deutſchen Fechterbundes um die Gruppenmeiſterſchaft
in leichtem Säbel. 16 zumeiſt gut durchgebildete Fechter hatten ſich
dem Kampfgericht geſtellt. Es wurde in zwei Vorrunden zu je 8, einer
Zwiſchenrunde zu 4 und einer Schlußrunde zu 6 Mann gefochten. Aus
den beiden Vorrunden rückten zunächſt die zwei beſten Fechter zu der
Schlußrunde auf. Die an dritter und vierter Stelle ſtehenden Fechter
von jeder Vorrunde hatten alsdann in einer Zwiſchenrunde um die
Ausſcheidung für die Schlußrunde zu kämpfen. Auf dieſe Weiſe ſetzte
ſich die Schlußrunde aus folgenden Herren zuſammen: Adam, Cron,
Klöckner vom Wiesbadener Fechtklub, Jörger, Roſenbauer vom Fecht=
klub
Hermania Frankfurt und Ohlig vom Fechtklub Rüdesheim. Die
drei erſten Plätze wurden der Reihenfolge nach von Klöckner, Ohlig und
Adam belegt.
Im Damen=Tenniskampf EnglandFrankreich ſiegten die Englän=
derinnen
überlegen mit 12:0 Punkten.
Im Fußballkampf FinnlandEſtland in Helſingfors, ſiegten die
Finnländer mit 3:1 (3:0).
Tull Harder, hat den HSV. verlaſſen, weil dieſer ihn nicht mehr
in der erſten Mannſchaft verwandte. Harder will jetzt für Viktoria
Hamburg ſpielen.
Für das Schlußſpiel der Europa=Zone des Davispokals haben ſich
England und die Tſchechoflowakei qualifiziert, die gegen Dänemark be=
reits
3:0 führt.
Der Schrittmacher Ceurremans, welcher am Mittwochabend auf
der Elberfelder Bahn ſtürzte und einen Schädelbruch erlitt, iſt am Don=
nerstag
geſtorben.
Hilde Krahwinkel ſiegt weiter. Die rheiniſche Tennisſpielerin Hilde
Krahwinkel=Eſſen ſteht bei den internationalen Meiſterſchaften des
Queens=Elub London bereits unter den letzten Acht Am
Mittwoch beſiegte die Deutſche die polniſche Meiſterim Jedrzeiowſta übers
raſchend leicht mit 6:4 6:1.

Leichkakhlekik.
Klubkampf A. 5. C. 5.5. 98 Darmſtadt 69:61 P.
Am Mittwoch abend kam der traditionelle Klubkampf A. S.C.
Sportverein 98 zum dritten Male zum Austrag. Das Hochſchulſtadion
ſtand für dieſe Kämpfe zur Verfügung und bot den prächtigſten Rah=
men
für dieſen Abend der Leichtathleten. Leichtathletikkämpfe in dieſer
zweckmäßig=ſchönen Umgebung haben ſchon von vornherein ein Plus,
ſowohl für Teilnehmer als auch vor allem für die Beſchauer. Schon
in einem Monat iſt dieſes Darmſtädter Kleinod der Sportler Schauplatz
der diesjährigen Süddeutſchen Leichtathletik=Meiſterſchaften: Wer
am Mittwoch abend den Gang ins Hochſchulſtadion nicht machte, hat
wundervolle Wettkämpfe verpaßt. In dieſem Jahre war A.S.C. der
Sieger. Mit 69:61 Punkten fiel die Entſcheidung an die freudeſtrahlen=
den
Akademiker, die ihren Gegnern vor allem in den Sprung=, Wurf=
und Stoß=Uebungen ſtark überlegen waren, die auch in der Mittel= und
Langſtrecke die Sieger ſtellten, dafür aber alle Kurzſtrecken und insbe=
ſondere
auch alle drei Staffeln den Sportvereinlern überlaſſen mußten.
Herrlich waren die Kämpfe über die kurzen Strecken, ſehr intereſſant
taktiſch und kämpferiſch die Mittel= und Langſtrecke, fein die Poſi=
tionskämpfe
in den techniſchen Uebungen, in Wurf. Stoß und auch im
Sprung. Und daß gerade die drei Staffeln beſondere Spannung aus=
löſten
, gab mit dieſem Klubkampf den Stempel des Schönen, der Har=
monie
, des Wertvollen für Teilnehmer und Zuſchauer.
Die Ergebnifſe:
100 Meter: 1. Weingärtner=98 11,9 Sek., 7. Eiſenhauer=98, Wett=
ſtein
=A. S. C. 12 Sek., 3. Steinhardt=ASC. 1 Meter zurück. 200 Meter:
1. Weingärtner=98 23,9 Sek.; Becker=AEC. 24,1 Sek.; 3. Münz=98 24,2
Sek.; 4. Heil=ASC. 24,4 Sek. 400 Meter: 1. Gunſt=98 52,8 Sek.;
2. Schupp=98 53,8 Sek.; 3. Lehmann=AEC 55,4 Sek.; 4. Portner=ASC.
2. Schupp=98 53,8 Sek.; 3. Lehmann=ASC. 55,4 Sek.; 4. Portner=ASC.
ASC. 4:17,8; 3. Lindner=98 4:18; 4. Krauth. 5000 Meter: 1. Schil=
gen
=ASC. 16:24,3: 2. Habich=98 16:25,6; 3. Hauſen=ASC. 17:10; 4. Leiß=
98 18:17. 4X100 Meter: 1. SV. 98 45,2 Sek.; 2. AEC. 47.5 Sek.
4X800 Meter: 1. SV. 98 8:08,8: 2. ASC. 20X½Runde:
1. SV. 98 8:51.2: 2. ASC. Handbreite zurück. Kugelſtoßen:
1. Söllinger=ASC. 13,83 Meter: 2. Hubmann=98 12.20 Meter;
3. Schott=ASC. 11.21 Meter: Hornfiſcher=98 10,55 Meter. Speer=
werfen
: 1. Neff=ASC. 52.,40 Meter: 2. Deppenbrock=ASC. 50,45 Mtr.:
3. Krichel=98 49,25 Meter; 4. Hubmann=98. Diskuswerfen:
1. Söllinger=ASC. 34,08 Meter; 2. Wettſtein=ASC. 31,58 Meter;
3. Hebel=98 26,B8 Meter; 4. Rieger=98 B3,41 Meter. Weitſprung:
1. Bader=ASC. 6 Meter; 2. Steinhardt=ASC. 5,71 Meter; 3. Pfeil=98
5,55 Meter; 4. Strauß=98 5,51 Meter. Hochſprung: 1. Bolland=
ASC. 1,60 Meter; 2. Brand=ASC. 1,55 Meter und Ramm=98 1,55 Mtr.:
3. Hornfiſcher=98. Hammerwerfen (10 Pfund); 1. Deppenbrock=
ASC. 46,49 Meter; 2. Krichel=98 41,94 Meter; 3. Worret=88 40,10 Mtr.:
4. Schott=ASC. 36,14 Meter.
Endreſultat: ASC. 69 P.: SB. 98 61 P.
5. V. 98 Darmſtadt Jugend S. C. Frankfurk 1880.
Am kommenden Samstag um halb 6 Uhr treten die Jung= Leicht=
athleten
des Sportvereins 98 auf den Plan zum Klubkampf gegen die
recht ſtarke Mannſchaft des SC. Frankfurt 1880. Das reichhaltige Pro=
gramm
der drei Altersklaſſen und das Können der beiderſeitigen Jung=
Leichtathleten bietet auch hier Gewähr für ſpannende, ſchöne Wettkämpfe,
deren Beſuch wir jedem Anhänger des Sports nur empfehlen können.

Geſchäftliches.

Dolly und eine kleine Verlegenheit.
Ich wollte ein Stück Seife kaufen. Gar nicht ſo einfach! Tau=
ſenderlei
legt man mir vor. Ich bin ratlos. Da kommt Dolly. Sie
gibt mir die Hand ein Gedanke: Welch wundervolle, ſcmmetweiche
Haut! Wir plaudern ein wenig, dabei fällt mir auf: Welch herr=
lichen
, zarten Teint ſie hat. Und mein nächſter Gedanke: Dolly muß
mir raten: Ich kaufe dieſelbe Seife, die auch ſie gebraucht. Geſagt
getan und Dolly riet mir zur neuen Elida Königin Seife.
Probieren geht über Studieren.
Wir wiſſen, daß der Schein trügt. Synthetiſche Edelſteine
können heute bis zu einer gewiſſen Größe genau ſo echt hergeſtellt
werden wie echt. Wer jedoch ein wirklich wertvolles Schmuckſtück
erwerben will, wird einen vertrauensvollen Fachmann vorher
über den Grad der Echtheit befragen, und dieſer wird ihn prü=
fen
. Nichts natürlicher als das.
Warum ſollte es anders bei dem Erwerb eines Kraftfahr=
zeugs
ſein? Selbſt der Wagen der niedrigſten Preisklaſſe iſt ein
wertvolles Stück. Er entſprach beim Erwerb der Brieftaſche ſeines
Käufers. Er ſoll auch jahrelang ſeinem Herrn zur Zufriedenheit
dienen. Darum prüfe wer ſich und ſein Geld an einen Kraft=
wagen
bindet. Gewiß, der vertrauensvolle Fachmann iſt in einem
gewiſſenhaften Verkäufer wohl bald gefunden. Aber nun ja,
einem ſelbſt fehlt das Urteilsvermögen, die Sachkenntnis für ein
ſo vielſeitiges Gebilde wie es nun eben ein Kraftfahrzeug ſein
muß. Dazu iſt die Zahl der Fabrikate ſo groß, und wer die Wahl
hat, hat die Qual. Wie die Erfahrung lehrt, wirft mancher
lieber die Flinte ins Korn, als in einem Labyrinth die Möglich=
keit
des Verirrens auszukoſten.
Doch gibt es einen Weg, der zwar bekannt, aber zu wenig be=
gangen
iſt: Wer ſich in techniſchen Dingen nicht klar zurechtfindet.
der probiere ſelbſt, der überzeuge ſich praktiſch. Bei einem Kraft=
wagen
iſt dies ſo einfach. Man geht zum nächſten Automobil=
händler
und läßt ſich einen Vorführungswagen zur Verfügung
ſtellen die Adam Opel A.G. hat in Deutſchland allein weit
über tauſend derartige Händler. Mit dieſem wird eine Fahrt
im Stadtgewirr und über Land gemacht. So probiert man zwei
oder drei Fahrzeuge der gleichen Preisklaſſe. Und der Wagen,
der einem im praktiſchen Verſuch am beſten zuſagt, der allen Er=
wartungen
in bezug auf Anſchaffungspreis, Wirtſchaftlichkeit, Be=
quemlichkeit
und Ausſtattung, Wendigkeit im Stadtbetrieb und
Fahrgeſchwindigkeit über Land entſpricht, auf den fällt die Wahl.
Probieren geht über Studieren.
Rundfunk=Programme.

Frankfurt a. M.
Freitag, 19. Juni.
7.30: Bad Nauheim: Frühkonzert des Kurorcheſters.

16.30: Nachmittagskonzert.
18.10: Horace Melon: Douglas Fairbanks oder Aeſthetiſche
und ethiſche Möglichkeiten des Kinos.
18.45: Aerztevortrag: Malaria.
19.10: Zeit. Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
19.15: Freiburg: Volksmuſik des Freiburger Handharmonika=Clubs
u. Freiburger Zither=Quartetts.
19.50: s Urahndl. Hörſpiel von R. Greinz.
20.15: Symphoniekonzert des Philharm. Orcheſters Stuttgart. So=
liſt
: Anatol Knorre (Violine)
21.15: Schwediſcher Abend. Mitw.: Ruth Kwarnſtröm (Sopran),
Dora Gerſon u. F. W. Wallenborn (Rezitation), F. Künſtner
und R. Waldmann (Violine).
22.15: Zeit. Wetter, Nachrichten, Sport.
22.35: Café Wilhelmsbau: Tanzmuſik der Kapelle Farkas Miska,
0.30: Amar=Quartett des Südweſtfunks. (Mozart, Beethoven)
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Freitag. 19. Juni.
9.00: Schulfunk: Ihr geht auf Fahrt der Schularzt berät Euch.
10.10: Schulfunk: Aus dem lyriſchen Schaffen von Chr. Morgenſtern.
15.00: Jungmädchenſtunde: Die Schweſter als Kameradin des Bru=
ders
.
15.45: Paula W. H. Samoje: Das Haus der Frauen auf der Ber=
liner
Bauausſtellung.
16.00: Rektor Gieſeler: Das Jugendſpiel.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: K. Scheffler: Das Stadtſchickſal Berlins.
18.00: A. Lehmann: Die Bedeutung der Warenbörſe.
18.30: Prof. Dr. Baur: Die moderne Züchtungsforſchung, ihre Er=
folge
und ihre volkswirtſchaftliche Bedeutung.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Aerzte.
19.30: Dr. Hajek: Perſönliche Nöte der Arbeiterjugend.
19.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Ob.=Ing. Nairz und Dir Dr. Schröter: Was kann der
Rundfunk von den ultrakurzen Wellen erwarten?
20.30: Operettenabend. Soliſten: Charlotte Hahnel (Sopran), P.
Goller (Tenor), Leipziger Funkorcheſter.
22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Danach: A. d. Femina: Tanzmuſik. Kapelle Mario Guido uud
Tango=Kapelle Aguflax.

[ ][  ][ ]

Nummer 168

Freitag, den 19. Jun

Heſ Neueſte Nachrichtel

Unveränderk ſtilles Inlands= und Auslandsgeſchäft.
Vom Verein deutſcher Maſchinenbau=Anſtalten, dem Spitzen=
verband
der deutſchen Maſchineninduſtrie, wird uns geſchrieben:
Während der Monat Mai ſonſt eine Steigerung des Auftrags=
einganges
für die Maſchineninduſtrie zu bringen pflegt, ging der
Mai 1931 ohne fühlbare Geſchäftsbelebung vorüber. Die An=
fragen
, die im April etwas zahlreicher als in den vorhergehenden
Monaten von der Inlands= und Auslandskundſchaft eingegangen
waren, nahmen im Mai nicht weiter zu. Sie führten auch nicht
zu vermehrten Abſchlüſſen, ſo daß der Auftragseingang im Mai
den Umfang des Vormonats nicht überſchritt. Die durchſchnittliche
Wochenarbeitszeit hielt ſich weiter auf dem ſeit Februar d. J.
verzeichneten Stand von etwa 42 Stunden. Der Beſchäftigungs=
grad
betrug 44,7 Prozent der Normalbeſchäftigung. In den ver=
ſchiedenden
Zweigen der Maſchineninduſtrie wurden nur verein=
zelte
Beſſerungen des Auftragseinganges gemeldet, die aber durch
Verſchlechterungen an anderen Stellen wieder ausgeglichen wur=
den
. In der Landmaſchineninduſtrie kamen u. a. in Schleppern
und Lokomobilen vermehrte Auslandsabſchlüſſe zuſtande. Auch in
Kreiſelpumpen, Kranen und ſonſtigen Hebezeugen, ſowie in
Transmiſſionen hatten einige Firmen ein beſſeres Auslandsge=
ſchäft
als im Vormonat zu verzeichnen. Eine gewiſſe Saiſon=
belebung
machte ſich in Baumaſchinen, in verſchiedenen Arten
von Nahrungs= und Genußmittelmaſchinen und in Maſchinen und
Apparaten für die Zuckerinduſtrie bemerkbar. Umgekehrt begann
in der Strickmaſchineninduſtrie die ſaiſonmäßig bedingte ſtillere
Geſchäftszeit. Bei den übrigen Maſchinenarten hielt ſich der Ge=
ſchäftsgang
im günſtigſten Falle auf der Höhe des Vormonats.
Bei einer ganzen Reihe von Firmen trat aber noch eine weitere
Verſchlechterung des Auftragseinganges ein, die möglicherweiſe
weitere Betriebseinſchränkungen erforderlich machen wird.

Wirkſchaftliche Rundſchau.

Starker Rückgang der Handelsbilanz Frankreichs. Der franzöſiſche
Außenhandel in den erſten fünf Monaten des laufenden Jahres ſtellt ſich
nach den heute veröffentlichten amtlichen Ziffern wie folgt: Einfuhr
19,29 (22,67). Ausfuhr 13,72 (19,25), Einfuhrüberſchuß 5,57 (3.42) Mil=
liarden
Franken. An dieſen Ziffern iſt nicht nur die beträchtliche Stei=
gerung
des Einfuhrüberſchuſſes bemerkenswert, ſondern auch der ſtarke
Rückgang des geſamten Warenumſatzes, der für die Einfuhr 15 Prozent,
für die Ausfuhr 29 Prozent ausmacht. Im Mai, dem letzten von der
Statiſtik erfaßten Monat, hat ſowohl die franzöſiſche Einfuhr wie auch
die Ausfuhr den niedrigſten Stand ſeit mehreren Jahren erreicht.

Mekallnokierungen.

Die Berliner Metalltermine vom 18. Juni ſtellten ſich für
Kupfer: Juni 64 (66,50), Juli 65,50 (66,50), Auguſt 66 (66,75),
September 67 (67,50) Oktober 67 (68), November. Dezember
67,75 (68,25), Januar 68 (68,25), Februar 68 (68,50), März 68,25
(68,75), April 68,50 (68,75), Mai 69 (69,25). Tendenz: ſchwach.
Für Bler: Juni. Juli 22 (23), Auguſt, September 22,25 (23),
Oktober 22,50 (23.25), November, Dezember, Januar 22,50 (23,50),
Februar, März, April 22,75 (23,50), Mai 23 (23,25). Tendenz:
kaum ſtetig. Für Zink: Juni. Juli 22 (23,50) Auguſt 22,50 (24)
September 23,25 (23,75), Oktober 23,50 (24,50) November 23,75
(24.25). Dezember 24 (24,50), Januar 24.25 (24.75) Februar 24,75
(25), März 25 (25,50), April 25,25 (25,75), Mai 25,50 (25,75).
Tendenz: ſchwächer. Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
Klammern Brief.

Produkkenberichte.

Mannheimer Produktenbericht vom 18. Juni. Weizen, inländiſcher
29.5030,25; desgl. ausländ. (Zoll.) 31,2532,50; Roggen, inländiſcher
22,7523,25; Hafer, inländiſcher 19,5021; Futtergerſte 20,7521,25
Sohaſchrot, Mannheimer Fabr., prompt 1212,25; Biertreber, mit Sack
1010,25; Trockenſchnitzel 66,50: Wieſenheu (loſes) 4,805,20; Lu=
zernekleeheu
55,60: Stroh, Preßſtroh Roggen=Weizen 3,303,50;
desgl. Hafer=Gerſt: 2,803,00; Stroh, geb. Roggen=Weizen 2,702,90;
desgl. Hafer=Gerſte 2 402,60; Weizenmehl Spezial Null, mit Sack 40
bis 40,50 (6 7.); desgl. 3838,50 (9.10.); Roggenmehl, mit Sack
3131,50; Weizenkleie feine, mit Sack 11. Tendenz: ruhig. Preiſe
ziemlich unverändert, Konſum war weiter ſchwach.
Berliner Produktenbericht vom 18. Juni. An der Produktenbörſe
war die Preisgeſtaltung heute recht uneinheitlich. Am Roggenmarkte
hat ſich das erſthändige Offertenmaterial nach den geſtrigen Preisrück=
gängen
wieder verringert, und bei einiger Nachfrage der hieſigen und
Provinzmühlen waren für prompte Ware etwa 12 Mk. höhere Preiſe
durchzuholen; in Neuroggen bleibt das Angebot gleichfalls mäßig, die
Gebote waren aber nur geringfügig gebeſſert. Der Lieferungsmarkt ſetzte
bis 1,5 Mk. feſter ein. Für Weizen hat ſich dagegen die matte Tendenz
erhalten. Am Promptmarkte und in der Juliſicht erfolgende Abgaben
ſtanden im Zuſammenhang mit der Verſtimmung über die Transaktionen
in Danziger Weizen und Mehl; die Mühlen waren nur vorſichtig bei
Anſchaffungen und die Gebote lauteten etwa 3 Mk. niedriger. Neu=
weizen
war bei geringen Umſätzen weniger ſtark gedrückt. Der Liefe=
rungsmarkt
folgte dieſer Preisbewegung. Weizenmehl liegt ſtill, Rog=
genmehl
bleibt gefragt und in den Preiſen behauptet. Für Hafer und
Gerſte beſteht weiter ausreichendes Offertenmaterial, Gebote ſind aber
ſchwer erhältlich. Der Haferlieferungsmarkt eröffnete ziemlich ſtetig.
Viehmärkke.
Mannheimer Kleinviehmarkt vom 18. Junf. AuftriebZufuhren:
88 Kälber 12 Schafe, 83 Schweine, 808 Ferkel und Läufer. Preiſe für
50 Kilo Lebendgewicht: Kälber: b) 5256, c) 4650 d) 4044;
Schafe: b) 3033; Schweine nicht notiert. Ferkel bis 4 Wochen 610,
desgl. über 4 Wochen 1115 Mk. das Stück. Läufer 152 Mk. das
Stück. Marktverlauf: Mit Kälbern ſchleppend; mit Ferkeln und Läufern
ruhig.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 18. Juni. Der Auftrieb des heu=
tigen
Nebenmarktes beſtand aus: 76 (106) Rindern, 643 (1280) Kälbern,
64 (69) Schafen und 479 (1163) Schweinen. Marktverlauf: Schweine
ruhig. geringer Ueberſtand. Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft.
Bezahlt wurden vro Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber b) 5460,
c) 4853, d) 4047; Schafe nicht notiert. Schweine b) 4244, c) 43
bis 47, d) 4246, e) 4044, f) und g) Im Vergleich mit den
Preiſen des letzten Hauptmarktes vom Montag, 15. Juni, waren Kälber
36 Mark und Schweine 12 Mark höher notiert Fleiſchgroßmarkt.
Beſchickung: 629 Viertel Rindfleiſch, 123 ganze Kälber, 4 ganze Schafe,
543 halbe Schweine. Preis für 1 Ztr. friſches Fleiſch in RM.: Ochſen=
und Rindfleiſch 1. 7076, 2. 6570; Bullenfleiſch 6572. Kuhfleiſch
2. 5060, 3 3540. Kalbfleiſch 1. 9098, 2. 6070. Schweinefleiſch
1. 5862. Geſchäftsgang des Fleiſchgroßmarktes: ſchleppend.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 18. Juni:
Getreide. Weizen: Juli, September 56, Dezember 59,75;
Mais: Juli 56½, September 52½, Dezember 46½; Hafer: Juli
25,25, September 25,75. Dezember 28½; Roggen: Juli 36½,
September 38,50, Dezember 41,25.
Schmalz: Juli 8,00, September 8,10, Oktober 8,10.
Speck 9,50.
Schweine: Leichte 7,357,60, ſchwere 6.407,15; Schweine=
zufuhren
in Chicago 19 000, im Weſten 79 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 18. Juni:
Schmalz: Prima Weſtern 8,70; Talg, extra loſe 338.
Getreide. Weizen: Rotwinter 91,50; Mais: loco New York
70; Mehl: ſpring wheat clears 4,354,60; Getreidefracht nach
England 1,62,3 sh, nach dem Kontinent 88½ C.
Kakao: Tendenz feſt, Umſätze 128, Loconotiz 5½; Juli 4,93,
September 5,08, Oktober 5,14, Dezember 5,25, Januar 1932 5,34,
März 5.42, Mai 5,56.

Keine Gefahr einer Markentwerkung.
Das Inſtitut für Konjunkturforſchung ſtellt in einer Betrachtung
über die Abnahme des Beſtandes an Deckungsmitteln der Reichsbank
ſowie über die Diskonterhöhung abſchließend feſt, daß in jedem Falle
der Reichsbank ausreichende Möglichkeiten zur Verfügung ſtehen, die
Herrſchaft über den Deviſenmarkt zu behaupten. Nötigenfalls würde
ſich mit den Diskontmaßnahmen eine Reſtriktion der Reichsbankkredite
zu verbinden haben. Die vielfach gefürchtete Gefahr einer Markentwer=
tung
beſteht bei den geltenden Beſtimmungen nicht. Krediteinengung
führt zu einem Druck auf die Preiſe, alſo zu einer Erhöhung des Geld=
wertes
. Sie bewirkt damit gerade das Gegenteil einer Inflation.
Frankfurker und Berliner Effeklenbörſe.
Frankfurt a. M., 18. Juni.
Nach der geſtrigen Befeſtigung erfolgte an der Effektenbörſe heute
eine Reaktion. Verſtimmung ging vor allem von der Kündigung fran=
zöſiſcher
Rembourkredite aus; ferner von der dauernden Ungewißheit
hinſichtlich der politiſchen Verhältniſſe. Zu der Abwärtsbewegung der
Kurſe tragen ferner die Einzelheiten über den Nordd, Wolle=Abſchluß
bei, die ein immer ungünſtigeres Bild über die Lage der Geſellſchaft
entrollen. Im Zuſammenhang hiermit wird auch der Kursrückgang der
Danatbankaktien gebracht, was gleichfalls nicht ohne Einfluß auf die
Geſamttendenz blieb. Ein weiteres Baiſſemotiv bildete die Abſchwächung
an der geſtrigen New Yorker Börſe. Die Kuliſſe ſchritt zu Glattſtellun=
gen
, ſo daß ſich Kursverluſte um durchſchnittlich 23 Prozent ergaben.
Am Anleihemarkt war die Haltung uneinheitlich; während Altbeſitz 0,30
Prozent nachgaben, zogen Neubeſitz auf Käufe der öffentlichen Stellen
um 0,25 Prozent an. Schutzgebiete um Bruchteile eines Proz, erhöht.
Am Pfandbriefmarkt erfuhren Liquidatiouspfandbriefe nach der geſtrigen
Befeſtigung im Abendverkehr eine leichte Abſchwächung, da die Nach=
frage
nachgelaſſen hat. Goldpfandbriefe konnten ſich verſchiedentlich bis
zu 0,5 Proz. beſſern. Reichsſchuldbuchforderungen, für die ſich wenig
Intereſſe zeigte, wurden etwa 1 Proz. niedriger bewertet. Von Aus=
landsrenten
lagen Goldrumänen 0,25 Proz feſter. Im Verlaufe griff
die Schwächeneigung bei ruhiger Geſchäftstätigkeit weiter um ſich. Un=
günſtig
wirkte ſich namentlich die neuerliche Befeſtigung des Dollars ſo=
wie
die internationale Feſtigkeit des Pfundes aus. Bis zum Schluß
hielt die Abgabeneigung an, ſo daß ſich gegen die Anfangskurſe die
Mehrzahl der Papiere bis 3 Proz. niedriger ſtellten. Am Geldmarkt
blieb Tagesgeld mit 6 Proz. unverändert angeſpannt. Am Deviſenmarkt
befeſtigte ſich der Dollar auf 4,21½, nachdem er geſtern abend auf 4.2090
zurückgegangen war. Pfunde gegen Mark 2.49¾ nach 20.47¾. Lon=
don
New York 4.8648, Paris 124.25, Mailand 92.92, Madrid
49.. Schweiz 25.04½, Holland 12.08½.
Die Abendbörſe verkehrte im Anſchluß an den Mittagsverkehr
in weiter ſchwacher Haltung. Beſondere Verſtimmung ging von der
erneuten Abſchwächung der Reichsmark aus. Ferner verwies man auf
die Schwierigkeiten in Oeſterreich und das Anwachſen der Inſolvenzen
ſowie auf die ſchwache Eröffnung der New Yorker Börſe. Infolge ſtar=
ken
Angebots betrugen die Kursrückgänge gegen den Berliner Schluß
zunächſt 12 Proz., doch ſenkte ſich das Nivenau raſch erneut um 1 Pro=
zent
. Später ſetzten ſich auf Deckungen mit Unterſtützung der Banken
kleine Erholungen durch, doch blieb die Tendenz ſchwach.
Berlin, 18. Juni.
Die heutige Börſe eröffnete nach der etwas übertriebenen Aufwärts=
bewegung
an der geſtrigen Frankfurter Abendbörſe in ſchwächerer Hal=
tung
. Die Beſſerung der Mark, die geſtern ſtärker anregend gewirkt
hatte, ſetzte ſich im heutigen Freiverkehr nicht fort, ſondern nachdem der
Dollar mit 4,2090 G. genannt wurde, hörte man zur Börſe einen Kurs
von 4.212. Die Anfangsnotierungen lagen teilweiſe recht erheblich
unter den geſtrigen Schlußkurſen, und auch die bereits niedrigeren Vor=
mittags
= und Vorbörſenſchätzungen wurden ſtärker unterſchritten. Das
Ausmaß der Rückgänge betrug 26 Prozent. Die Unpäßlichkeit Dr.
Brünings, die neue Kupferpreisermäßigung und nicht nachzuprüfende
Gerüchte von neuen bedeutenderen Schwierigkeiten im Warenhandel
ſowie in der ausländiſchen Bankenwelt, mahnten zur Zurückhaltung.
Das Kaufintereſſe des Publikums hat nachgelaſſen, und es kam zu Be=
ginn
Ware heraus, die von der Spekulation um ſo weniger aufgenommen
werden konnte, als man in dieſen Kreiſen dazu neigte, ſich von den
geſtern eingegangenen Neuengagements zu löſen. Im Verlaufe ergaben
ſich weitere Abbröckelungen bis 1 Proz., bei Spezialwerten bis zu 2
Proz. Anleihen nach gut behaupteter Eröffnung leicht abbröckelnd.
Ausländer ruhig. Deviſen gegenüber den geſtrigen Abend= und heuti=
gen
Frühverkehrskurſen anziehend.

Berliner Kursbericht
vom 18. Juni 1931

Vom Holzmarkk

ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die Nachfragen aus den Kreiſen
Holzverbraucher gehen entſprechend den minimalen Umſätzen in au
Erzeugniſſen, zu denen Nutzholz gebraucht wird, ſehr ſpärlich ein, ſo
die Sägewerke zurzeit ebenſo wie der Platzholzhandel kaum zu
haben. Hier und dort liegt eine Nachfrage nach Balken, Kantholz
beſäumten Bohlen vor, aber die Preiſe, die von den Bauunternehrne
gezahlt werden, ſind äußerſt unbefriedigend. Dazu kommt, daß neu
dings Waldverwertungsgeſellſchaften, die den Waldbeſitz direkt ven,
ten, unter Umgehung des Platzholzhandels und auch der Sägewa
induſtrie, die Bauunternehmer unmittelbar zu Preiſen mit Bauhols
liefern, die ſie auch von den Handlungen fordern. Daß der legän
Zwiſchenhandel durch dieſe Vorgänge ſchwer geſchädigt wird, iſt
ſtändlich, und es mehren ſich die Forderungen nach einem Schutz geg
Beſtrebungen, die am letzten Ende dazu führen müſſen, daß auch
Waldbeſitz Schaden erleidet. Die Umſätze in Dielungen waren em
lebhafter als in den Vorwochen, weil verſchiedene Bauten jetzt zu ihhm
Ende geführt werden. Leider nimmt die Bautätigkeit dauernd ab
werden neue Projekte nur in beſchränktem Umfang in Angriff ger=
men
. Sehr leblos lag auch der Handel in Furnieren, namentlich
Eichenwaren, die bedauerlicherweiſe aus der Mode gekommen ſind,
dem Mahagoni, zum größten Teil aber dem Nußbaum das Feld 15
laſſen haben. Erle war in ſtarken Abmeſſungen geſucht. Polnift
Material iſt infolge der Grenzſperre kaum noch am Markt. Die ruſſi
Ware, die zurzeit aus Sowjetrußland verladen wird bietet Erſatz
wird aber vielfach in Verbraucherkreiſen über ungleichmäßigen Stär
ſchnitt geklagt.
Kleine Wirtiſchaftsnachrichken.
In der G.V. der Traine u. Hauff A. G., Mainz, legte der Vorſte
den Geſchäftsbericht vor der für 1930 nach Abzug der Handlungs.
koſten und der Abſchreibungen einen Reingewinn von 2632 RM.
weiſt. Hiervon werden auf die 5500 RM. Vorzugsaktien 8 Proz. Du
dende verteilt, während das Stammkapital von 186 000 RM. divk
denlos bleibt. Bericht und Gewinnverteilung wurden von der C.
genehmigt.
Die Chemiſchen Werke vorm H. u. E. Albert, Amöneburg=Aiſt
baden, verzeichnen 1930 Betriebsgewinne und Gewinne aus Beteiligr
gen mit 1,789 (1,557) Mill. RM. gegenüber erhöhten Unkoſten von 1
(1,107) Mill. RM. Nach Abſchreibungen von 599 407 (452 543) FN
verbleibt ein Reingewinn von 229 107 (122 176) RM., der wieder
getragen wird. Das A.K. von 7,5 Mill. RM. bleibt demnach wie
1927 wieder ertraglos.
Die A. G. für Braugewerbe, Frankfurt a. M., verteilt für 1930
63 000 (46 000) RM. Reingewinn wieder 9 Proz. Dividende auf 500)
RM. Aktienkapital. Man konnte einen größeren Poſten eigener AEn
zurückkaufen, worüber Näheres nicht geſagt wird
Die A. R.=Sitzung der Rheiniſchen Elektrizitäts=A. G., Mannheſ
beſchloß, der auf den 30. Juni einberufenen G.V. die Verteilung en
Dividende von 9 Prozent (i. V. 10) aus einem nach angemeſſenen
ſchreibungen und Rückſtellungen verbleibenden Reingewinn von 99
1372 286 (1 504 506 RM.) vorzuſchlagen. Die Vorzugsaktien erhaue
6 Proz. Dividende, und 156 086 RM. ſollen auf neue Rechnung 4o
getragen werden.
Der Mindeſtſatz der Deutſchen Golddiskontbank beträgt vom 18,
1931 ab 6 Prozent.
Die deutſchen Stahlwerke (ohne Saargebiet) ſtellten im Mai 39
744 459 To. Rohſtahl her (April 1931: 741 119). Das durchſchnittle
arbeitstägliche Aufbringen war mit 31 019 To. um 139 To. oder um
Prozent höher, als das des Monats April 1931. Es entſpricht 54,2 Pr
zent des höchſten durchſchnittlichen arbeitstäglichen Aufbringens
Nachkriegszeit (Juni 1929).
Die deutſchen Walzwerke (ohne Saargebiet) ſtellten im Mai 1931
Walzwerksfertigerzeugniſſe 494 651 To her gegen 527 503 To. im Ar
monat. Die durchſchnittliche arbeitstägliche Gewinnung war mit 20
To. um 1369 To. oder um 6,2 Proz. niedriger, als die des April 19
Dies bedeutet gegenüber der höchſten arbeitstäglichen Gewinnung,
Nachkriegszeit (Mai 27) einen Rückgang um 48,3 Proz.
Die anhaltende Stagnation des Baumarktes läßt ſich daraus
meſſen, daß der Zementabſatz auch im Mai nur eine geringfügige u0
jahreszeitlich ganz unzureichende Erhöhung auf 477 000 To. gegenü/
434 000 To. im April erfahren hat.
Die Ausfuhr der Vereinigten Staaten hat im Mai d. Js mit
Mill. Doll. (320 Mill. Dollar im Mai 1930) den niedrigſten Stand
Oktober 1914 erreicht. Die Einfuhr im Mai 1931 beziffert ſich auf
Millionen gegenüber 284 Millionen im Mai 1930.

Deviſenmarkt
vom 18. Juni 1931

Berl. Handels=Geſ
Danatbank. . . . . .
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Dampfich=
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdö.

102.25
107.
100.
100.
43.
69.50
45.
81.50
39.50
73.75
61.50
34.50
92.50
108.75
57.125

Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Ban
Mannesm. Röhk.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppe

94.50
120.75
61.75
87.75
50.125
46.50
67.
109.75
45.75
50.375
54.875
30.75
14.75
56.75
34.

Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali 1167.
Leonh. Tietz
Verein. Cſlanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind
Hirſch Kupfer
Hohenlche-Werte
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drahe
Wanderer=Werke

99.75
37.25
83.50
79.50
39.
114.75
49.875
13.75
29.75
110.
28.50
120.
32.50
47.

Helſingfors
Wien
Prag
Budapeil
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aires
New Yort
Belgien
Italien
Paris

Währung
100 finn. Mk
100 Schillin
100 Tſch. Kr
1100 Pengö
100 Leva
100 Gulden
1100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 S.Sta.
1 Pap. Peſo
1 Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Francs

Ri
10.59
59.13
12.465
73.47
3.046
169.39
112.68
112.68
112.80
20.473
1.280
4.208
58.565
22.04
16.474

Brieff
10.61
59.25
12.48
73.61
3.052
169.73
112 90
112.90
113.0.
20.513
1.284
4.2165
58.685
22.08
18.514

Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janetro
Jugoſlawien 1100 Dinar
Portugal
Athen
Iſtambu
Kairo
Uruguan
Fsland
Tallinn (Eſtl.)
Riga

Währung
100 Franker
100 Peſetas
1100 Gulden
1 Yen
1 Milrei
1100 Escudo
00 Drachm
türk. 2
1 ägypt.
Kanada 1 canad. Doll.)
1 Goldpeſo
100 isl. Kr.
100 eſtl. Kr.
100 Lats

Geld
s1.75
41.76
21.83
2.782
0.319
7.456
18.62
5.450

20.393
4. 196

MMaleane, Kücmänontgefeaſchaft
Frankfurter Kursbericht vom 18. Juni 1931.

7% Dtſch. Reichsan
6%
5½%Intern.,
6%Baden ......."
8%Bayern .....
6%
..
8% Heſſen v. 28
8½
v. 2
6% Preuß. Staat
8% Sachſen ...."
60

7½ Thüringen. . . .

Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. +‟/. Ab=
löfungsanl
..
Dtſche. Anl. Ablö
fungsſch. (Neub.
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
.. ..
8% Aachen v. 29
8% Baden=Baden.
6%Berlin ......."
8% Darmſtadt v. 26
8% v. 28
7% Dresden.... ..
8% Frankfurt a. M.
v. 26
23
p. 24
8% Mainz .......
8½ Mannheim v. 26
6%
v. 27
8% München ...."
8% Nürnberg. . . .
8% Wiesbaden

8% Heſſ. Landesbk.
%
8% Goldoblic
4½% Heſſ. Lds.=
Hhp.=Bk.=Liquid.
4¾% Kom.=Obl.
8% Preuß. Lds.,
pfbr.=Anſt. G. Pf.
89
72 Golboblig

94
32.75
66.25
0
HI. 25
78.75
84.5
86.5
91
Rre
71

50.4
4.5

A.
80
88
76.5
68
87.5
68.75
89.5
80.25

97.5
92
92
86
82.5

% Landeskomm.=,
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
2 Kaſſeler Land. Goldpfbr.
7½ Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr..
8% Naſſ. Landesbk.
2io
6%
4½½ Liqu. Obl

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöf.=Anl.
FAuslSer.
Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).

8% Berl. Hyp. Bk.
20
4½%Liqu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp.=Bk.
4½% Lig. Pfbr.
8% Pfbr.=Bk
4½% Liqu.
8 Mein. Hhp.=Bk.
7%
4½% Lig. Pfbr.
8% Pfälz. Hyp.=Bk
4½% Lig. Pfbr.
8% Preuß. Boden=
cred
.=Bank . . ..
4½% Lig. Pfbr.
8% Preuß.Centrl.=
Bodencr.=Bank
4½% Lig. Pfbr.
8% Rhein.Hyp. Bk.
%0 Lig. Pfbr.
% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit. . .
18% Südd. Bob.,
Cred.=Bank ..."
4½x Lig. Pfbr.

R
97
88
99.25
85
88.75

48
67
11
96
96
97.5
96
86.25
977.n5
95.75
93
100
96.5
86=
93.75
88.5
92
86.5
96.5
85,
97
94.75
871/.
97.5
99.5
93.75

8% Württ. Hyp.=B
5% Daimler=Benz
%6 Dt. Linol. Werke
½ Klöckner=Werke
Mainkrw. v. 2e
Mitteld. Stahl
82 Salzmannu. Co
%Ver. Stahlwerke
3% Voigtck Häffne

F. G. Farben Bond

6 Bosn. L.E.B
L. Inveſt
Bulg. Tab.v. 02
4½% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½%
4%0 Türk. Admin.
4%6
1. Bagdad
Zollanl.
4%
4½½ Ungarn 1913
1914
4½%
4%
Goldr.
49
1910
Aktien
Alg. Kunſtziide Unie
A. E. G. .... . ..

AndregeNoris Zahn!
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtof
Bemberg, J. P....
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen....
Eement Heidelber/
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſe
Chem. Werke Albert
Chade .........."
Contin. Gummiw.
Linolcum
Daimſer=Benz....!

96.5

63
88

89.5
9
73.5
n32),
86.25
89

27
34
19.75
13

14.25

16.5
14.25

81
101

56.5
74

36
51.75
81.75
146.5
Rr6

Dt. Atl. Telegr.
Erdöl
.
Gold=u. Silber=/1.15
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
Eiſenhandel. . .
Dyckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk. 1199
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Gnilleaum
Frankf. Gas i. Lig.
Hof..
Gelſeni. Bergwerk
Geſ. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frrft.
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufſerm.
Hirſch Kupfer. .. ..
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil.
Zlſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans".
Kali Chemie
Aſchersleben
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R. . . . . . .
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke ..."
Knorr C. H... . ..
Lahmeher & Co..
Laurahütte .. . .."
Lech, Augsburg.. .

58
53.5
51
80
94.25
95.5
25
66
3
1197/
33.5
66.25
35
62
88.25
35.5
25.5
149.5

125
50
54
.
102
61.5
67

87
29

109.75
25
26.5
89

69.2

Wiegei Hc
Lüdenſcheid Metal
Lutz Gebr. Darmſt
Maintr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. . . .
Mannesm.=Röhrer
Mansfeld Berg.
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbau
MontecatiniMaild
Motoren Darm ſtadt
Deutz
Oberurſe

Oberbedarf
Phönix Bergbau ..
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen".
Elektr. Stamm
Metallwaren ..
Stahlwerke ..
Riebeck Montan. .
Roeder Gebr.
Rütgerswerte

Sachtleben A. G.
Salzdetfurth Kali
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm, Lackfbr.
Schriftg. Stempel
Schuckert Elektr. . .
Schwarz=Storchen
Siem. Glasinduſtr
Siemens & Halsle.
Südd. Immobilier
Zucker=A. G.
Svenska Tändſticks
Tellus Bergbau ..
Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard ...
Tucher=Brauere:
Unterfranken.
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind.
Stahlwerke ...
Strohſtoffabr.
Ntrangrir ...

63

116
163
165
150
39
105
75
132.5
21
97.5

30

Mie u
Boigt & Haeffner ./ 9B
Wayß & Frentag. / 24.
Wegelin Rußfabrikl 19
Weſteregeln Kali. /115
Zellſtoff=Verein.. . 2
Waldhof... . . . / 6T.
55
Memel

Allg. Dt. Creditanſt. 84.
Badiſche Bank. . . . 112
Bk. f. Brauinduſtr. 105
BarmerBanwerein/ 98
Baher. Hyp. u. W./112
Berl. Handelsgeſ..
Kypothelbr..,/210
Comm. u. Privatb/100
Darm ſt. u. Nat.=Bk. 10G
Dt. Ban1 und Dic./100
Dt. Eff. u. Wechſell 93
Dresdner Bant...1100
6
Frankſ. Bank
Hyp.=Ban1 .. . 125
Pfdbr.=Bl. ...
37.75 Mein.Hyp. Fan1. .11221
Oſt. Creditanſtalz
Pfälz. Kyp.=Ban1 1115
Reichsbanf=Ant. . . 1255
Rhein. Hyp.=Bank. 115
Südd. Bod.-Cr. Bk.
Wiener Bankverein! K.
Württb. Notenbank/ 120

A..G. I.Vertehrsw./ 4:
Allg. Lokalb. Kraftw) 8
7% Dt. Reichsb. Vzgl 82
Hapag ...... ...
Nordd. Lloyzd. . . . . ! 45
Südd. Eiſenb.=Geſ.! 80
Allianz. u. Sruttg.
Berſicherung ..
Verein. Verſ.
FrankonaRück- u. M/10S
Mannh. Verſich
Otavi Minen
LSchantuug Handell 58

[ ][  ][ ]

Walter Köhler und Frau
Karola, geb. Gärtner
geben die Geburt ihres Stammhalters
Wolfgang-Ernst bekannt.
Darmstadt, den 17. Juni 1931
Heinrichstr. 149, z. Zt. Stadtkrankenhaus,

gär die ſo zahlreich erwieſenen Auf=
nerkſamkeiten
anläßlich ihrer Vermählung

Anfen herzlichſt
Philipp Vogel
u. Frau Gretel, geb. Lämmerhirt.
Lrngen, im Juni 1931.
Yahnſtr. 94

Dankſagung.

4on Herzen danken wir für die liebe=
volle
Anteilnahme und die vielen herr=
üchen
Kranz= und Blumenſpenden beim
geimgang unſeres teuren, unvergeß=
ichen
Gatten und Vaters
Herrn Palentin pecoroni.
Tor allem aber ſagen wir Dank allen
Aeenen, die durch Worte hoher Wert=
ſchätzung
und treuer Freundſchaft, ſo=
vie
durch Kranzniederlegung unſeren
lieben Toten ehrten.
Frau Barbara pecoroni u. Kinder.
Darmftadt, den 17. Juni 1931.
Arankfurterſtr. 64.
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wiederkehrende Gelegenheit!
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Dankſagung.

für 1 M-
de
auf 1MM
Für alle Beweiſe liebevoller Anteil=
nahme
beim Hinſcheiden unſeres
ſlieben Gatten und Vaters ſagen wir
hiermit unſeren herzlichſten Dank.
insbeſondere danken wir Herrn
alien etnlikarrer Goethe für die troſtreichen
Nach
vMMAorte, den Schweſtern derJohannes=
zemeinde
für die aufopfernde Pflege,
ſorvie der Firma Röhm & Haas
lud ihrer Arbeiterſchaft für die
tranzniederlegungen.
Fran Margarethe Dürr Bwe.
und Kinder.
darmſtadt, den 17. Inni 1931.

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gut zerdrückt (nach Belieben Saft einer
Zitrone) mit 3½ Pfd. Zucker, aber keines-
falls
weniger, zum Kochen bringen. Nach-
dem
es auf der ganzen Oberfäche brau-
send
kocht, noch 8-10 Minnten gründlich
durchkochen, Topf vom Feuer, 1 Flasche
Opekta Hüssig zu 95 Pfg. 1-2 Mimten
gut einrühren.
Auch aus sämtlichen anderen Früchten
kann man köstliche Marmeladen mit
Opekta bereiten.
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verwechseln mit ähnlich lauten-
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mit kristallklarem Uberguß
Man belegt einen Tortenboden mit Erdbeeren
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oder beliebigen anderen Früchten (Kirschen,
Aprikosen usw.) und stellt dann in wenigen
Minntentden Ueberguß wie folgt her: Der
Saft einer Zitrone, 3 Eßlöffel Wasser sowie 7 gut gehäufte Eßlöffel Zucker
werden unter Rühren zum Kochen gebracht (abschäumen). Nun wartet man
ungefähr 1 Minnte, bis die Kochbläschen sich verzogen haben, rührt 2½
Eßlöffel Opekta in die heiße Masse und schüttet, diese regelmäßig über
das aufgelegte Obst. Die vorgeschriebene Menge Zucker darf Feinesfalls
vermindert werden, da die Früchte selbst viel Feuchtigkeit haben und
der Geleeguß infolgedessen noch nachttäglich stark Wasset zieht. Da der
Guß innerhalb 1 bis 2 Minuten fest wird, so bat das Uebergießen eiligst
gleichmäßig zu erfolgen. Dieser Guß ist kristallklar und stellt ein
reines Gelee dar. Die Onalität der Torte wird um ein Vielfaches ver-
bessert
, denn jetzt erst hat sie den reinsten Geschmack der Früchte, die
nicht mehr in schleimigem Ueberguß, sondern in kristallklarem, leuchtendem
(II K6 9043
Geleeguß eingebettet sind.

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Im Herzen des Odenwaldes.
Wir ſchlendern nach einer guten Nacht gemütlich auf der
eiten Straße von Lindenfels nach dem Gumpener Kreuz. Ein
üichler Morgenwind weht durch die alten Bäume, die Sonne
pärmt noch nicht. Einen Augenblick ſtehen wir an dem alten
3 ehbrunnen, gleich beim Ausgang aus dem Städtchen. Ob die
n Stein gehauene Fratze noch lächelt über die vielen jungen
MSamen, die ſich dort photographieren laſſen? Und deren Bilder
ſtue Käſten der Lindenfelſer Photographen füllen? In großen
a indungen ſenkt ſich die Straße. Als wir den Wald verlaſſen,
ſaßt uns der Wind ſchärfer. Im Norden glänzt in der Sonne
as Schloß Reichenberg, hinter uns taucht der Turm der Neun=
ircher
Höhe auf, den wir dann bald beſſer ſehen, denn wir
teigen nun vom Gumpener Kreuz aus ſteil hinan zum Stotz.
3uld umfängt uns wieder der Wald, niedrige Fichten zuerſt,
unn hohe, ſchlanke Buchen, in denen der Wind ſein ruhloſes
Bpiel treibt. Auf und ab geht es, immer Wald, einſamer Wald.
ſon fern klingen verworrene Stimmen, es mögen Waldarbeiter
ſſein, die ihr Tagewerk beginnen. Sonſt hören und ſehen wir
ſiemand. Aecker und Wieſen, Pferde auf eingezäunten Weiden
fund ſchließlich der Blick auf die wie von Kinderhand dahin=
ebauten
Häuſer von Ober=Oſtern erinnern uns wieder an die
Menſchen. Steil geht es bergab, der Blick aber ſchweift, ſoweit
= nur kann, über die langen, flachen Bergrücken und Wälder,
Bälder ziehen ſich rundum. Hier, im Herzen des Odenwaldes
iſt Du im grünen Revier geborgen; Wälder, ſtille Wälder vor
ör und hinter Dir; raſch haben wir das Tal von Ober=Oſtern
lurchſchritten; wütend zerrt im Bauernhof der Hund an der
eette und bellt hinter den fremden Wanderern her. Uns nimmt
old von neuem der kühle Wald auf.
Zur Wegſcheide leitet uns die Landſtraße. Nach kurzer Raſt
uf dem Moos unter alten Tannen folgen wir der Straße nach
Uuas=Ellenbach. Gut kannſt Du hier wandern, denn allzu viele
Ulutos ſcheinen nicht vorbeizukommen. Uns begegnete keines, nur
in Handelsmann auf hochrädrigem Wagen, ein hochbeiniges
sſerd davor, überholte uns und redete im langſamen Vorbei=
lappern
vom Wetter und ſeinen Ausſichten für den nächſten
leig. Was ſchiert uns das Wetter von morgen! Heute ſind
oir unterwegs, uns lacht die Sonne, uns grüßt der Wino. Das
t uns genug!
Das Dörflein Gras=Ellenbach, von Aeckern und Wieſen lieb=
ſd
umgeben, ſchmiegt ſich an eine leichte Bodenwelle, verſteckt
ig halb dahinter und ſcheint deshalb kleiner, als es ſich nachher
erausſtellt. Beim Bäcker kaufen wir jeder einen großen, friſchen

Wanderung über das Lärmſener nach Fürkh i. 9dw.

Mit der Bahn überReinheim nach Nd.=Kainsbach. Zeichen blau,
durch den Ort, durch Hohlweg über Feld zum Wald, über den
Buſch (350 Meter), am Friedhof von Ober=Kainsbach vorbei
nach 1½ Stunden Vier Stöcke (362 Meter Gaſthaus), über die
Straße, auf ſchönem Höhenweg über die Dehnbuche nach 2½

I9 V.RRiNSDKCN

RElCNELSHEIM

U.OSFEAN

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MoSSRU
LARM-.
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HRMMELBACH
Stunden Lärmfeuer (501 Meter, neuer, hölzerner Ausſichts=
turm
im Bau). Zeichen I rot, auf Fußweg ſteil ab nach 3½
Stunden Wegſcheide‟ (412 Meter). Zeichen gelb=blau=gelb
über den Kohlberg (520 Meter) nach 4½ Stunden Hammelbach.
Zeichen I rot=blau durch Wald, ſpäter Feld nach 5½ Stunden
Fürth im Odenwald. Rückfahrt über Weinheim.

Weck, ſo gut und ſo groß, daß er uns reichlich ſatt macht, als
wir ihn auf der Brücke verzehren. Die großen, dicken Sand=
ſteine
der Brüſtung ſind ein warmer Sitz, wenn die Sonne
einige Stunden darauf geſchienen hat; weicher könnten ſie aller=
dings
ſein, aber man kann deshalb weder den Steinen noch der
Sonne einen Vorwurf machen.
Auch hier rauſchen rundum die Wälder und ſtrecken ihre
Zipfel dem Dorfe entgegen . . . oder beſſer und richtiger geſagt:
geben nur widerwillig Stück um Stück dem Ackersmann für die
Feldfrüchte her ... mußten es hergeben und beherrſchen doch
die Landſchaft auch heute noch. Hoch am Berg halten ſie im
Dunkel umſponnen einen kühlen Quell, den man den Siegfrieds=
brunnen
nennt. Durch hohe Tannen bricht das Licht der Sonne,
der Wind, der uns den ganzen Tag nicht verläßt, macht die
Sonnenkringel huſchen und zittern, leiſe gluckſt dazu das Waſſer
zwiſchen den alten Steinen, ſo daß eine eigenartige Lebendig=
keit
von dieſem ſtillen Orte ausgeht. Zwar mögen uns die
Verſe des Nibelungenliedes, die auf dem Sockel eines Kreuzes
ſtehn, nicht überzeugen, daß hier der Held ſein Leben von der
Hand des grimmen Hagen aushauchte irgend ein Geheimnis
aber birgt der Ort ein vergilbtes Sagenbuch weiſt auf das
alte Kreuz hin, das an dieſem Orte ſtand. Wie dem auch ſei:
traumperloren in Waldeinſamkeit, fern vom Verkehr und Lärm
des Tages iſt dieſer Brunnen einer der ſchönſten des Oden=
waldes
.
Weiter geht es durch Wald, immer durch Wald, wenig auf,
wenig ab; wenn eine Lücke einen Fernblick geſtattet, ſiehſt Du
Wald, immer nur Wald; kommſt Du an eine Lichtung, wo hell
die Sonne hereindringt, ſo haſt Du ſie ſchnell durchſchritten, und
wieder biſt Du im Wald. Am Wege ſteht ein dicker Grenzſtein,
auf der einen Seite blinken die drei Sterne der Grafſchaft Er=
bach
, auf der anderen die pfläziſchen Rauten. Hier war, das
empfindeſt Du eigenartig aufrüttelnd, die Grenze zweier Staaten,
hier war In= und Ausland, je nach der Seite, von der Du
kamſt, und tröſtend denkſt Du, daß dies alles verſunken und
vergeſſen iſt.
Unſer Schritt wird langſamer über ſchweren Gedanken
und kargem Geſpräch, eine leichte Müdigkeit fällt in unfere
Glieder, im Sand knirſcht unſer ſchwerer Schritt. Wir nehmen
die Karte vor: Olfener Bild; dort werden wir ruhen, dort den
drückenden Mittag verſchlafen und verträumen. Bald ſind wir
da! Ein drei Meter hoher Bildſtock mit hausartigem Oberteil
erhebt ſich am Rande des alten Verbindungsweges zwiſchen
Olfen und Güttersbach. Unheimlich ſteht er da, die leere Bild=
niſche
wie ein ausgebranntes Auge, der altersdunkle Stein
machen ihn noch unheimlicher. Und als wir ruhen, langhinge=

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Seite 16

ſtreckt auf dem Boden, da tönt es in unſer Träumen wie die
Fußtritte vieler Wallenden, es murmelt wie ihre Gebete, es
rauſcht an= und abſchwellend wie ihr eintöniger, wegemüder Ge=
ſang
. Es iſt nicht leicht, die Vergangenheit, die hier in den
Wäldern ſpricht, abzuſchütteln . . . und es gelingt uns ganz
erſt, als wir die erſten Häuſer von Güttersbach ſehen, das Ge=
ſchrei
der Gänſe, das Gegacker der Hühner vernehmen und mit
einem weißhaarigen Bauern einige Worte wechſeln.
Nun wandern wir ſchließlich im Wieſental der Marbach;
leicht abwärts geht es mit dem Waſſer, das munter und klar
dorthin ſtrebt, wo auch wir hinziehen, ins Tal der Mümling.
Aber wir folgen dir nicht ganz, luſtiges Ding, auf deinen
Umwegen! Kühl' uns die heiße Stirn mit deinem eiſigen
Naß, und dann verlaſſen wir dich und ſteigen ſteil auf, über=
queren
die Höhe, die Sonne im Rücken, bis uns wieder der
Wald umfängt.
Vor Günterfürſt packt uns erneut der Wind, der unver=
mindert
ſtark von Nordoſten bläſt. Wieder ſchweift unſer Blick
über Wälder und Höhen, über den Krähberg, die Höhen bei
Eulbach und Vielbrunn. Dann aber geht es endgültig ins Tal
und ſchon erſcheint uns Erbach mit ſeinen Türmen und Dächern,
wo uns ein gaſtlich Dach gute Aufnahme verheißt. F.M.

Gammelsbach.

Schloß Freienſtein, eine alte, ſehr maleriſche Ruine, iſt ſeiner
Lage nach als Bergfeſte zu betrachten. Die älteſten Burgteile
ſprechen für die Erbauung im 13. Jahrhundert. In der Mitte des
14. Jahrhunderts werden die Herren von Freienſtein als Burg=
männer
von Erbach genannt. Ende des 14. Jahrhunderts waren
ſie ſchon wieder vom Schauplatz verſchwunden.
Die Grafen von Erbach=Fürſtenau bewahren dieſe in dem
engen Tal gelegene Ritterburgruine vor weiterem Zerfall.

Gükketsbach.

Ueber die Erbauung der Pfarrkirche gibt uns die Jahreszahl
1480 Aufſchluß. Einige Fragmente von Glasmalereien verdienen
beſondere Beachtung. Auß dieſen iſt ein faſt lebensgroßes Kruzifix
aus buntem Sandſtein, bei dem das leidende Antlitz des Er=
löſers
hervorzuheben iſt, zu erwähnen. Im Pfarrhof ſprudelt eine
Quelle, deren Urſprung im Untergrund der Kirche zu ſuchen iſt.
Gleich dem heiligen Born in Schöllenbach, wird auch dieſer
Quelle Heil= und Segenskraft zugeſchrieben. In der nördlich ge=
legenen
Lindelsdelle entſpringt der Lintlbrunnen, der Ort, wo
Hagen Siegfried ermordete.

Taunusbäder.

Von Erna Pinner.
Da wo Rhein, Main und Lahn ſich zuſammenſchließen, ſtößt
von Oſten her der Taunus in den geöffneten Ring und füllt den
Raum mit blauen, kühlen Bergen, grünen Hügeln und milden
Tälern.
Dieſe drei Flüſſe beſtimmen den vielfältigen Charakter der
Taunus=Landſchaft und ihrer zahlreichen Städte, Orte und Bäder=
plätze
. So vereint ſich in dieſem Gebirge der Glanz des weſtlichen
Rheins mit der Lieblichkeit des nördlichen Lahntales und dem
zarten, immer etwas rötlichen Dunſt der ſüdlichen Mainebene.
Dazu hat ein großer Zauberer unendlich viele Quellen, hei=
lende
Sprudel und kochende Brunnen dem Boden entlockt, ſo daß
die Zahl der Badeplätze eng aneinder gereiht um die ſanft ge=
ſchwungenen
Taunushöhen perlt. Zu Füßen der Berge aber, am
Nande der dunklen und dichten Wälder, gibt es mit Burgen und
Schloßruinen noch außerdem Nerven und Gemüt beruhigende
Luftkurorte.
Während die Romantik der Ritterzeit Plätzen wie König=
ſtein
, Falkenſtein und Kronberg ihren beſonderen Reiz verleiht,
erhebt ſich über dem Badeort Homburg das römiſche Grenzkaſtell
der Saalburg. Den von den römiſchen Imperatoren hier ſtatio=
nierten
Legionen ſoll die Heilkraft der Taunusquellen ſchon wohl=
bekannt
geweſen ſein.
Seit dieſer Zeit haben in vielen Jahrhunderten viele Menſchen
die Quellen erprobt. Europäiſche Kaiſer, exotiſche Könige, kurz=
um
Souveräne aller Länder, beſuchten die Taunusbäder. In Ems
weilte jedes Jahr der alte Kaiſer Wilhelm und öffnete und ſie=
gelte
, am Kurhausfenſter ſitzend, ſtets eigenhändig ſeine Briefe,
was den ebenfalls dort die Kur genießenden Fürſten Bülow in
ſeinen Memoiren in Staunen verſetzt. Die Kaiſerin Friedrich
lebte in Kronberg, Wilhelm der Zweite empfing in Wiesbaden
den Zaren Nikolaus, der Prinz von Wales favoriſierte Homburg,
und dieſer beſtangezogene Gentleman ſeiner Zeit liebte dieſen
Platz ſo ſehr, daß er auf der Kurpromenade nicht nur den Hom=
burg
hat, ſondern auch die ſeitdem unſterblich gewordene Bügel=
falte
kreierte. Chulalongkorns, König von Siam, ſtiftete für ſeine
gerettete Geſundheit dem Heilbad eine Pagode mit einem Gold=
dach
, und Doſtojewſki, allerdings nur ein Souverän des Geiſtes,
ſchrieb hier ſeinen Spieler, nachdem er im Spielſaal des Hom=
burger
Kurhauſes durch den Verluſt ſeines Geldes genügend
praktiſche Erfahrungen geſammelt hatte.
Die Willkür des Schickſals, die Imperatoren, Legionen, Raub=
ritter
und Souveräne längſt hinweggefegt hat, ließ aber die
heilenden Quellen nicht verſiegen, lähmte in keiner Weiſe ihre
wunderbare Kraft. Unentwegt dampfen die 27 heißen Kochſalz=
brunnen
von Wiesbaden zur Linderung rheumatiſcher Leiden.
Wie ein Wahrzeichen ſteigen die drei weißen, hohen Sprudel in

dem Herzbad Nauheim aus der Erde. Die Sole von Soden heil:
in einem raffinierten Inhalatorium Aſthma und Kartharre, Emss
das reizende Lahnbad, mildert die Halskrankheiten, Schlangenbaß
beruhigt mit Thermalquellen das erkrankte Nervenſyſtem, Hom=
burg
beſitzt ſtärkende kohlenſaure und kochſalzhaltige Bäder und
Schwalbach Moorerde und Stahlbrunnen.
Alle dieſe Taunusbäder mit ſchönen Hotels und Penſionem
mit gepflegten Parks, blumenumſäumten Promenadewegen, mi=
techniſch
vollendeten, luxuriöſen Badeeinrichtungen, Herzinſtitutem
Perapeudikums, Inhalatorien und Durchleuchtungspavillons, ſind
wirklich zeitgemäße Kultſtätten. Es ſind moderne Tempelorte, di
der ledierte Menſch heilungſuchend auf bequemen Schnellzugſtreckem
oder guten Autoſtraßen von allen Ecken her mühelos erreichen
kann.
Die Serioſität dieſer Kurplätze duldet aber keineswegs das
Geſpenſt der Langeweile. Die Saiſon iſt gerüſtet mit Theater= und
Konzertunterhaltungen und ſportlichen Ereigniſſen. Tenniskämpf.
zwiſchen prominenten Spielern werden, ausgetragen, Golf= und
Reitturniere finden ſtatt, Autos und ſchöne Damen werden preis=
gekrönt
, Tontauben werden geſchoſſen und Feuerwerke abgebrannk.
Für die ſchon beinahe Geneſenen gibt es ſogar nächtliche Bars
mit Jazz und Tanz. Aber auch auf das Strandleben braucht nie
mand zu verzichten. Ueberall im Taunus ſind Freiluftſchwimm
bäder, in Homburg ſogar ein Thermalbad mit einem richtigem
Sandſtrand, der Gelegenheit zu jeder Nuance des ſommerlicher
Badelebens bietet.
Jedes der Taunusbäder hat ſeine beſonderen Vorzüge, jedes
ſeine beſonderen Eigenſchaften. Bei Wiesbaden fließt der Rhein
mit Burgen und Schlöſſern, bei Ems iſt das Lahntal mit ſeiner
ſchönen alten Städtchen Dietz, Runkel und Naſſau, und im Süder,
fällt der Taunus mit Kaſtanienwäldern und Erdbeerfeldern im
die heiße Mainebene ab.
Das ganze Gebirge des Taunus aber umzwingt Rhein, Main,
und Lahn von drei Seiten wie mit einer ſilbernen Klammer, und
über den Quellen, den Bädern, den Städten, den Burgen, den
Kaſtellen, den Parks und den Tälern erhebt ſich als höchſter Berg
der Feldberg. Seine Silhouette iſt zärtlich geſchwungen, und das
blaſſe Blau verſchwimmt immer ein wenig in dem rötlichen Dunſt=
der
Luft.

Aus Bädern und Kurorken.
Sonderfahrplan nach Wildbad im Schwarzwald.

Wie 1930, iſt auch in dieſem Jahr ein Allgemeiner Verkehrs=
anzeiger
, genannter Sonderfahrplan erſchienen, der raſch und mühelos
die wichtigſten europäiſchen Zugverbindungen, nach Wildbad im
Schwarzwald anzeigt. Der Sonderfahrplan kann koſtenlos vor
der ſtaatlichen Badverwaltung Wildbad im Schwarzwald bezogen wer=
den
. Beſonders erfreulich iſt es, daß die Reichsbahn den direkten Wagen
VerlinWildbad in dieſem Jahr ſchon ſeit 1. Juni früher ab 1. Julid
ohne den gefürchteten Aufenthalt in Pforzheim durchführt. Wo.

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[ ][  ][ ]

Dagdbsatat

Ein Roman aus der Induſtrie
von Hans Dominik

Dicker Morgennebel braute über dem New Yorker Hafen.
die Lichter auf den Pieren und an den Ladekranen vermochten
er milchigen Dunſt kaum zu durchdringen. Eine Uhr begann
ſchlagen. Eine zweite, eine dritte. Sechs Uhr morgens.
Für Minuten wurde das Knarren der Krane vom Stampfen
ſeler ſchwerbeſchuhter Füße übertönt. Die Tagesſchicht rückte
u= die Nachtſchicht zog ab. Schwarz ſtrömte es aus den Lager=
äuſern
auf die Hafenſtraßen. Zwei aus der Menge ſchlugen
en Weg in die Chriſtopher Street ein.
Verflucht kalt heute morgen!
Wollen mal ſehen, ob Old Joe ſeine Giftbude ſchon
uf hat!
Sie gingen über den Damm auf die andere Straßenſeite.
Refreshment Room ſtand da über den herabgelaſſenen Jalou=
en
eines Ladens. Verdammt! Das alte Bieſt ſchläft noch!
Unſinn! Ich ſehe Licht! Der es geſagt, trommelte kräftig
egen das niedrige Fenſter. Gleich darauf ging ein Rolladen in
ſie Höhe; die Tür öffnete ſich. Mach ſchnell, Joe! Schwer
eſchuftet heute nacht. Her mit deinem Sauſtoff!
Die Gentlemen wünſchen ein Glas kalten Tee! Der
eirt wandte ſich an eine alte Negerin, die ſchon unter den
artiſch gegriffen hatte und aus einer Teekanne ein dunkles
etränk in zwei Taſſen goß.
Der Wirt war zu einem Wandbrett gegangen und nahm
nen Schlüſſel. Die beiden Gäſte leerten mit einem Zug ihre
aſſen. Schüttelten ſich, verzogen das Geſicht, ſchnalzten dann
friedigt mit den Lippen. Bravo, Joe! Neue Sorte, wie’s
heint. Verflucht! Der hat’s in ſich! Schnell noch einen, alter
iftmiſcher!
Der Wirt ſtrich gleichmütig, ohne ſich um Lob oder Tadel
iner Gäſte zu kümmern, ihr Geld ein und ſchlurfte nach hinten.
ier taſtete er ſich im Dunkeln eine lange Steintreppe zum
keller hinab, öffnete eine ſchwere Eiſentür und trat in einen
Faum, der durch eine ſtarke Lampe taghell erleuchtet war. Die
Fucht glitzernden Wände warfen das Licht in tauſend Reflexen
rück. Geblendet ſchloß er einen Moment die Augen. Beim
narren der Tür erhob ſich im Hintergrund ein Mann, der an
ſner kleinen Verſuchsblaſe beſchäftigt war.
Nun fertig, Herr Hartlaub? Der Wirt deutete auf
nen großen Deſtillierapparat, der in der Mitte des Raumes
end.
Das übliche Quantum, Herr Pitman. Auch gleich aro=
ſutiſiert
.
Befriedigt ſchlug der Wirt ihm mit der gewaltigen Pranke
bef die Schulter, daß der andere leicht zuſammenknickte. Eine
Immerliche Geſtalt: die dürftigen Kleider ſchlotterten um magere
lieder; das hagere Geſicht zeigte in der grellen Beleuchtung
Ine krankhafte Bläſſe; unter dem wirr über die Stirn liegen=
fm
Haar aber leuchteten ein paar intelligente Augen in fiebrigem
Canz.

Copyright by Ernſt Keils Nachf.. (Aug. Scherl), G.m.b.H., Berlin.

(Nachdruck verboten.)

Menſch, daß Sie mir nur nicht zuſammenklappen! brummte
der Wirt und muſterte den anderen mitleioigen Blicks. Der
Teufel ſoll Sie holen, wenn Sie mir eines Tages wegbleiben!
Ihr Elixier iſt Honig für die Saufbrüder von den Schiffen.
Das neue Arom, das Sie da zuſammengeſtellt haben, macht
unſern Sprit ſo ſchmackhaft, daß nur ne Zunge aus der Fünften
Avenue noch den Brennſpiritus krausfinden könnte.

Der Wirt füllte ſich ein Glas aus dem Deſtillierapparat und
ließ den Inhalt mit Behagen über ſeine Zunge gleiten. Ver=
teufelt
gut, das Zeug! Sollen auch ine Extravergütung kriegen!
Iſt aber eigentlich zwecklos. Statt was Ordentliches in die
Rippen zu ſtecken, werden Sie’s ja doch verwenden, um Ihre
blödſinnigen Verſuche dahinten in der Ecke weiterzuführen.
Quatſch! Tauſendmal Quatſch das alles! Iſt dieſer Stoff nicht
tadellos? Ein zweites Glas folgte dem erſten. Was Sie da wol=
len
, reinen Sprit herſtellen verrückter Deutſchmann, das haben
hier ſchon Tauſende verſucht, ſeitdem uns die geſegnete Prohi=
bition
beglückt!

Kopfſchüttelnd ſah er dem anderen nach, der ſich wortlos wie=
der
an ſeine Arbeit begeben hatte; ſchob dann den mit Sprit ge=
füllten
Ballon unter den Arm und ging nach oben.

Hartlaub rückte ſich einen Schemel an ſeinen Arbeitstiſch, ent=
zündete
die Flamme unter dem Apparat und beobachtete die Vor=
gänge
in der Blaſe, in der jetzt leichte Dämpfe aufſtiegen. Die
Augen, unverrückt auf das glitzernde Glas geheftet, begannen zu
ſchwimmen, je länger er ſchaute. Die webenden Schleier ſchienen
feſte Geſtalt zu gewinnen. Bilder formten ſich, wechſelten kalei=
doſkopartig
.

Das Vaterhaus . .. der Rhein mit den Umriſſen von Lud=
wigshafen
. . . ein Laboratoriumsſaal, er ſelber an einem der
Arbeitstiſche . . . ein ſchöner Garten er tritt hinein zwei
Mädchenarme umſchlingen ihn zwei rote Lippen ſuchen die
feinen . . . zwei goldene Ringe an ihren Händen. .."

Ein Rieſenfüllhorn, dem ein Strom von Geldſcheinen ent=
quillt
phantaſtiſche Zahlen darauf. Sein Fuß tritt ſie achtlos
unter ſich; ſeine Augen hängen wie gebannt an einer kleinen Dol=
larnote
, die wie ein Schmetterling lockend über den Milliarden=
papieren
flattert. . . . Der ſchöne Frauenkopf taucht über ſeine
Schulter auf da greift er zu. . .
Ein Ozeandampfer. Sie beide, an der Reeling, ſchauen nach
der New Yorker Freiheitsſtatue, die am Horizont auftaucht. .
Frau Dollarika! ruft der lachende Frauenmund an ſeiner Seite.
.. .. Wieder das Bild eines chemiſchen Laboratoriums ein
anderer Arbeitstiſch, andere Geſichter um ihn andere Sprach=
laute
, die ihn umſchwirren.
Ein Mann tritt herein. Alles verſtummt. Der weiſt ihm mit
dürren Worten die Tür. Der Mohr hat ſeine Schuldigkeit ge=
tan
. Was er an Wiſſen mitgebracht, das haben wir. Der Mohr
kann gehen. . . . Plötzlich das ſchöne Frauengeſicht zwiſchen ihnen
doch es wendet ſich ab von ihm zu jenem. .

Juliette! Headſtone! ſchreit er auf. Die Namen
hallen dumpf in dem niedrigen Gewölbe. Der Mann vor der
Retorte ſtürzt mit geballten Fäuſten auf die ſchimmernde Blaſe
zu, als wolle er die Geſichte zerſchmettern.
Da: ein Ton von ſpringendem Glas. Klirrend fallen die
Scherben der überheizten Blaſe auf den Steinboden. Beißende
Dämpfe erfüllen den Raum, nehmen ihm den Atem. Er reißt die
Tür auf, ſteht hochatmend. Langſam ordnen ſich ſeine Gedanken.
. . . Er fährt ſich über die Augen, als wolle er die letzten Spuren
der geſehenen Bilder wegwiſchen. Dann wendet er ſich wieder zu
ſeinem Tiſch, füllt mit zagender Hand ein Glas mit dem Produkt,
das aus der Blaſe übergegangen iſt, und bringt es an ſeinen
Mund koſtet. Seine Lippen verziehen ſich voller Ekel, ſpeien
die Probe auf den Boden.
Wieder vergeblich! murmelte er verſtört. Die Vergällung
Sieger geblieben!
Wie anders die Bilder anderer Tage, die ihm die zauberiſche
Blaſe vorgegaukelt! Ein Füllhorn voller Dollarnoten, vor ſeinen
Füßen ausgeſchüttet wenn es ihm gelang, den reinen Sprit aus
der Retorte zu ziehen! Mit dem Fuß ſtößt er die Glasſcherben bei=
ſeite
und tappt nach oben.
Der Ausſchank Joe Pitmans iſt brechend voll. Der Wirt muß
immer neue Gläſer mit kaltem Tee füllen. Er ſteckt Hartlaub,
als der am Bartiſch vorbeigeht, ein Bündel Dollarnoten in die
Rocktaſche. Hier das Verſprochene! Feines Geſchäft heute!
Er unterbricht ſich, haſtet hinter der Bar hervor nach einem
Tiſch, an dem ein paar Matroſen zu grölen beginnen. Verfluch=
tes
Volk! Wollt ihr mir die Polizei auf den Hals hetzen? Gott
vrdamm mich, wenn ihr noch mal einen Tropfen von mir kriegt.
Scheidewaſſer ſollt ihr ſaufen, wenn ihr wiederkommt!
Die wollen aufbegehren da hat der Wirt ſchon mit jeder
Hand einen gepackt und ſetzt ſie vor die Tür.
Hartlaub war an der nächſten Straßenecke angekommen, als
ein großes Polizeiauto in die Chriſtopher Street einbog. Unwill=
kürlich
blieb er ſtehen, ſtarrte in banger Ahnung dem Wagen nach.
Da! Wahrhaftig! Er hielt vor Pitmans Laden!
Hartlaub ſah noch, wie der Wirt von ein paar Poliziſten her=
ausgeholt
wurde. Dann eilte er die Straße zum Fluß hinab, wo
ſein Heim lag.
Und ſtand nun vor ſeiner Tür im Hinterhaus einer Miets=
kaſerne
. Fingerte im Dunkel nach dem Schloß riß ungeduldig
ein Streichholz an, wie um ſich zu vergewiſſern, daß er recht ge=
gangen
. Sah die kleine Viſitenkarte: Wilhelm Hartlaub,
Dr. phil. et chem. Eine frühere Adreſſe dick durchgeſtrichen.
Noch ehe das Streichholz erloſch, hatte er das Schloß gefunden,
taſtete ſich durch das faſt lichtloſe Zimmer zu ſeiner Lagerſtatt,
warf ſich darauf.
Was nun?! Die Frage, die ihn unterwegs ohne Unter=
laß
bewegt, kam immer wieder auf ſeine Lippen. In kurzer Zeit
ſtand er mittellos da; und wo inzwiſchen Arbeit finden, die er
leiſten konnte? Die monatelangen Strapazen in dem dumpfen,
feuchten Keller hatten ihn körperlich völlig heruntergebracht.
Einen anderen Barkeeper aufzutreiben, den ſeine dunklen Künſte
intereſſierten, würde nicht leicht ſein. War doch das Renaturieren
von Brennſpiritus unter drakoniſche Strafe geſtellt.

(Fortſetzung folgt.)

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missen wir räumen, radikal räumen. Wir geben auch
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Ausverkauf für ganz lächerliches Geld ab!

9395

9 4
K

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A4

[ ][  ]

Seite 18
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Freitag, den 19. Juni 1931

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Eines der größten Tonfilmerlebnisse der Gegenwart
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(Vier von der Infanterie)
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr
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Hessisches
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Freitag
19. Juni 1931
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Ab heute
in Erstaufführung
Grete Mosheim
in dem ergreitenden Tonfilm
Arme Kleins
Efa
nach dem bekannten gleichnamig
Roman von Paul Langenscheidt.
Regie: Edmund Heuberger.
Die weiteren Hauptdarsteller sind
Harry Hardt, E. v. Winterstein,
Hilde Hildebrandt, Lotte Spira u. a
Der Film behandelt den Leidens-
weg
einer großen Leidenschaft
das ewige Schicksal des liebenden
junges Weibes.
8 2i8
steht im Mittelpunkt d. Handlung
Dazu ein reichhaltiges
Beiprogramm.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.

Heute und folgende Tage
Die übermütige Militärhnmoreske aus der Vorkriegszeit
3Tage Mittelarrest
mit Felix Pressart, Lucie Englisch, Fritz Schulz u. a.
Beginn: 3 45, 6.00 und 8.20 Uhr.

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Einige Presseberichte:
Der Tag. Drei Böllerschusse, und das gigantische Feuerwerks
schauspiel nahm seinen Anfang. Wohl das Größte, was
Berlin je geschaut uew.
Berliner Lokal-Anzeiger. Man hat nun schon viele und auch
große Feuerwerke gesehen. Dieses aber war das Mächtigste,
was man je erlebt hat. Was man bei anderen Feuerwerken
als besonders zierende Attraktion eriebte, war bier zum
kleinsten Beiwerk geworden. Meisterlich Großartiges!
Die Morgenpost. Das gewaltige Feuerwerksschauspiel war in
seiner Großartigkeit etwas völlig Neues für Berlin und gab
Gelegenheit, den hohen Stand der deutschen pprot. Kunst
zu zeigen.
Tägliche Rundschau. Es ist unmöglich, in Worten zu schil=
dern
, was das Auge an gigantischer Pracht zu sehen bekam.
Ein nicht endenwollender Jubel, ein spontanes Hurra zerriß
die licht-durchflimmerte Luft: Das Tannenbergdenkmal ist
da. Das ist nicht zu beschreiben, das muß man sehen,
das ist so tief erschütternd, so unerhört echt und doch so
kunstvoll, daß man nichts anderes kenn als staunen.
Frankfurter Nachrichten. Das Feuerwerk kann wohl mit
Recht als das Großartigste bezeichnet werden, welches in
Deutschland je vorgeführt wurde.
Kölnische Zeitung. Es war ein großes Feuerwerk, wie es in
Deutschland noch nicht gesehen wurde. Ein wirkliches
Schauspiel, gewaltig und erhebend.
Ab 8 Uhr großes Promenaden-Militär-Konzert
ab 9‟/. Beginn des Fenerwerkes
Während des Konzertes Vorführungen der
Stadlonschule.
Eintritt: Sitzplatz 2.50, Stehplatz 1.20, für Erwerbslose mit Ausweis
und Kinder O.60. Auch bei trübem Weiter findet die Veranstaltung
statt. Bei Regenwetter Verlegung auf Sonntag, den 21. Juni.
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Ausführende Firma: Deutsche Protec