Darmstädter Tagblatt 1931


14. Juni 1931

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Einzelnummer 15 Pfennige

9
Nr
A
70
Nrr
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 163
Sonntag, den 14. Juni 1931.
194. Jahrgang

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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
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und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtliſcher Beltreibung ſäll jeder
Rabatt weg. Banſlonto Deutſche Bani und Darme
ſtädter und Nationalbant.

*Die Woche.
ſteine Aenderung der innerpolitiſchen Lage.
Der ſtarke Widerſpruch, den die Notverordnung vom 5. Juni

1s Ergebnis der Beſprechung Brünings mit Hindenburg: Der Kanzler nach wie vor gegen eine Ein=
berufung
des Reichskages. Ein Kompromißvorſchlag: Der Haushaltsausſchuß des Reichskages
ſoll ſich mit der Nokverordnung befaſſen. Abänderung der Nokverordnung in abſehbarer Zeil.
ſen, die der Reichsregierung naheſtehen, rechnet man ſchon damit,
daß die Deutſche Volkspartei auf die Einberufung des Reichstages
Berakungen im Salonwagen.
verzichten wird. Bisher liegen für dieſe Auffaſſung nur rein
ſtimmungsmäßige Anzeichen vor, die man vor allem in dem ern=
Ausſprache des Kanzlers mit Dingelden
ſten Eindruck zu finden glaubt, den der ſtarke Deviſenabzug der
letzten Tage allgemein gemacht hat. Aus dem Kreis der Frak=
während
der Fahrk nach Hildesheim.
tionsminderheit ſind auch Bemühungen im Gange, die eine Platt=

Von unſerer Berliner Schriftleitung.
* Der Reichskanzler hat am Samstag in Berlin nur eine
ue Gaſtrolle gegeben. Er iſt um 8 Uhr vormittags in Berlin
ietroffen und am Nachmittag ſchon wieder weiter nach Hildes=
len
gefahren, von wo er erſt am Sonntag abend zurückkehrt.
29wenigen Stunden, die er in Berlin weilte, waren mit Ver=
Tadlungen ausgefüllt. Die Zeit war zuletzt ſogar ſo knapp, daß
Te Kanzler den volksparteilichen Führer, Dingeldey, bitten
rntte, ihn in ſeinem Salonwagen auf der Fahrt nach Hildesheim
zudegleiten. Das hat Herr Dingeldey auch getan, und hier iſt
vielleicht der Weg zur Löſung der Kriſe gefunden worden.
2)wird ſich aber erſt in den nächſten Tagen überſehen laſſen.
Ufiſtrweilen iſt noch alles in der Schwebe. Und wenn von der
Shlich’skanzlei aus auch ſtark in Optimismus gemacht
uy,), ſo liegt dazu bei nüchterner Betrachtung der Lage keinerlei
0btno vor. Der Kanzler iſt zwar aus Neudeck mit dem vollen
Aſett auen des Reichspräſidenten zurückgekehrt. Er hat aber vor=
UInix Vollmachten zur Auflöſung des Reichstages nicht erbeten.
D9ſſe Möglichkeit ſcheidet alſo einſtweilen aus, woraus zu
ſteßen iſt, daß Herr Dr. Brüning immer noch an eine Verſtän=
üng
mit der Reichstagsmehrheit glaubt. Er hält auch nach
u vor daran feſt, daß er die Einberufung des Reichstages mit
E2 Geſamtdemiſſion des Kabinetts beantworten würde und eine
Pzbildung nicht übernehmen würde. Inzwiſchen aber ſcheint er
o in einem Punkte zu einem Entgegenkommen bereit, nämlich
Au, daß er über
Abänderungen der Nolverordnung
in abſehbarer Zeit
rſſich reden laſſen will. Denn es liegt ja keineswegs ſo, daß die
2kspartei allein ihm Schwierigkeiten macht. Im Augenblick
Im der Kanzler eigentlich nur auf die reſtloſe Unterſtützung des
Feſtrums zählen. Alle anderen Paxteien machen Schwierigkei=
tᛋn
. Ja, ſogar die Staatspartei hat exhebliche Einwendungen
myn die Notverordnung gemacht. Das Landvolk hat ſehr be=
ſtämte
Forderungen aufgeſtellt und verlangt befriſtete Zuſiche=
runen
in ſeinen agrarpolitiſchen Forderungen, wenn es nicht für
daeEinberufung des Reichstages ſtimmen ſoll. Auch die Wider=
ſüſine
bei den Sozialdemokraten dürfen nicht unterſchätzr werden.
Gs ſt durchaus noch nicht geſagt, daß die Sozialdemokraten wenn
daiKanzler ihnen nicht greifbare Zugeſtändniſſe macht, nicht doch
mi im letzten Augenblick für die Einberufung des Reichstages
ſüäynen. Deshalb wäre es klug, wenn der Kanzler hier wenig=
ſter
einlenkte und ſich bereit erklärte, wenigſtens zu einem Ver=
ſitg
beſondere Härten der Notverordnung auszugleichen.
Einſchalkung des Haushaltsausſchuſſes
des Reichstages!
Das iſt natürlich in unmittelbaren Verhandlungen ſchwer
zſt nachen. Daher iſt der Gedanke aufgetaucht, den Hauptaus=
ſihe
des Reichstages einzuberufen, um ihm unter Ausſchaltung
9/Plenums die weitere Beratung zu überlaſſen. Dagegen ſind
zur geſchäftsordnungsmäßige Bedenken vorgebracht worden, weil
ungraphen 482 der Geſchäftsordnung des Reichstages, deſſen auf den Weg zur Rettung; und Freiheit führen werde. Der Reichs=
4mahme ſeinerzeit zum Exodus der Deutſchnationalen und Na=
tändes
Reichstages den zuſtändigen Ausſchüſſen überwieſen wer=
dy
und es iſt durchaus möglich, die Notverordnung als eine
Fiſtnzvorlage zu charakteriſieren. Der Haushaltsausſchuß hätte
ſch ſie Möglichkeit, die ganze Notverordnung durchzuſprechen und
Blnderungsanträge vorzuſchlagen, zu denen der Reichstag ſelbſt
er im Herbſt Stellung nehmen würde. Alſo, ein Kompromißvor=
ſſhig
, der vielleicht die Löſung bildet. Jedenfalls läßt der Kanz=
IAyurzeit die verfaſſungsmäßigen Möglichkeiten prüfen. So viel
Se ſteht ihm ſchließlich zur Verfügung, weil
lehte Enkſcheidung vermutlich erſt am Dienskag
Uynittag unmittelbar vor der Sitzung des Aelteſtenrates fällt.
Elspartei und Wirtſchaftspartei beraten am Montag, Sozial=
Okpkraten, Landvolk, Bayern und Staatspartei am Dienstag
UAnittag vor der Sitzung des Aelteſtenrates. Dazwiſchen werden
NA zahlreiche Beſprechungen auch mit dem Reichskanzler einge=
Deſbar iſt, zumal wenn der Kanzler ſich entſchließen ſollte, durch
2/ Zuſage einer baldigen Neubeſetzung, der beiden in ſeinem
Afunett unbeſetzten Miniſterien, der Deutſchen Volkspartei auch
n9 der perſonellen Seite hin die Garantien zu geben, die ſie
er derzeitigen Zuſammenſetzung des Kabinetts vermißt.
Keine Kanzlerrede in Hildesheim.
Vor der Abreiſe des Kanzlers nach Hildesheim am heutigen
Eustagnachmittag iſt eine Aenderung der innerpolitiſchen Lage
Uit erfolgt. Das Hauptintereſſe politiſcher Kreiſe konzentriert gen neu zu beſtimmen, unter denen Bayern ſeine Pflichten als
naturgemäß weiter auf die Frage, ob die Deutſche Volkspar=
Kam Montag auf ihrem Beſchluß vom Donnerstagabend be=
ſen
oder ſich bereitfinden wird, ihn zu revidieren. In Krei=

form für die Aenderung des Donnerstagsbeſchluſſes ſuchen. In
welcher Weiſe das möglich ſein ſoll, weiß man bisher freilich noch
nicht. Am Samstag iſt der Kanzler wieder in Berlin. Am Mon=
tag
wird er vorausſichtlich Gelegenheit nehmen, noch einmal mit
dem Führer der Deutſchen Volkspartei zu ſprechen. Wenn der
Kanzler auf die beabſichtigte große Hildeshei=
mer
Rede verzichtet hat, ſo hat das ſeinen Grund wohl
darin, daß er alles vermeiden will, was die Situation weit verſchär=
fen
könnte. Er verſpricht ſich offenbar nur von einer neuen per=
ſönlichen
Ausſprache etwas. In Regierungskreiſen wird aller=
dings
betont, daß Dr. Brüning gerade nach dem Beſuch in Neu=
deck
nicht daran denkt, ſachlich etwas von ſeinem Standpunkt und
namentlich der Notverordnung aufzugeben. Die Schwierig=
keiten
liegen ja vor allem darin, daß die Wünſche der
Deutſchen Volkspartei und die der Sozialdemo=
kraten
ziemlich weit auseinandergehen. Es gibt
deshalb bereits Kreiſe, die die Anſicht vertreten, das beſte Kom=
promiß
ſei, die Notverordnung ſo zu laſſen, wie ſie iſt, zumal das
dem entſprechen würde, was die Reichsregierung will. Vorläufig
wird aber von den Parteien noch beſtritten, daß ſie ſich darauf
einlaſſen können.
Der Reichslandbund gegen die Regierung.
Mannheim, 13. Juni.
Die Vertreterverſammlung des Reichslandbundes nahm nach
eingehender Ausſprache einſtimmig eine Entſchließung an, in der
es heißt, die Regierung habe ſeit dreiviertel Jahren die Erhöhung
des Schutzes der Landwirtſchaft auf dem Gebiete der Veredelungs=
wirtſchaft
beſtimmt zugeſagt und ſich mit den von der Brüning=
Front gemachten Vorſchlägen einverſtanden erklärt. Sie ſei aber
vor den Einflüſſen der Gewerkſchaften zurückgewichen und habe die
Zuſage nicht gehalten. Die Reichsregierung wolle weiterhin
wiederum unter dem Einfluß der Gewerkſchaften den mühſam auf=
gebauten
Schutz der deutſchen Getreideproduktion durchlöchern.
Vernichtend und bei der Landwirtſchaft jedes Vertrauen zer=
ſtörend
ſeien die in den letzten Tagen bekannt gewordenen Ab=
ſichten
der Reichsregierung, die unter Aufrechterhaltung der
Maske eines ſcheinbar wirkſamen Zollſchutzes durch ſtarke Differen=
zierung
des Weizenzolles nach unten und durch regierungsſeitige
Einkäufe von großen Mengen von Roggen und Weizen und durch
monopoliſtiſche Einflüſſe anderer Art die Preisbildung für die
neue Ernte in einer unnatürlichen Weiſe verhindern, mit einem
Ergebnis, das heute ſchon landwirtſchaftsſchädigende Wirkungen
habe. In noch ſtärkerem Maße ſei die Reichsregierung dem Drucke
der Gewerkſchaften auf ſozialpolitiſchem Gebiete bis in die letzte
Notvarordnung hinein gefolgt. Durch Konſtruktion untragbarer
drakoniſcher Steuermaßnahmen ſolle das unmögliche Verſorgungs=
ſyſtem
umſerer in Aufbau und Handhabung verfehlten Sozialpoli=
tik
künſtlich verlängert werden. Statt einer an ſich gebotenen
Lohnſenkung gebe die Notverordnung die 40=Stunden=Woche, die
dem Arbeiter ein Sechſtel ſeines Lohnes nehme. Solche Art der
Lohnkürzung, der: keine entſprechende Preisſenkung folgen könne,
ſei ein Opfer ohne jeden volkswirtſchaftlichen Sieg. Trotz kata=
ſtrophaler
Finanzlagge des Reiches und völligen Zuſammenbruchs
der Wirtſchaft habe die Reichsregierung den Entſchluß zum An=
packen
der Tributfrage nicht gefunden. Der Reichslandbund habe
1A angeblich nicht möglich iſt. Es ſcheint ſich aber durch den nicht das Vertrauen, daß dieſes Reichskabinett das deutſche Volk
landbund ſei der Ueberzeuigung, daß die Führung des deutſchen
Nolſozialiſten aus dem Reichstag geführt hat, doch ein Weg Volkes aus unerträglicher Not ungeſäumt in die Hände ent=
ſhafen
zu laſſen. Danach können Finanzvorlagen vom Präſiden= ſchloſſenſter und zur rettenden, Tat bereiter Männer gelegt werden
müſſe.
Bayeriſche Drohungen.
Regensburg, 13. Juni.
In einem Artikel Zeit zur Reichsreform? nimmt der
dem bayeriſchen Miniſterpräſidenten Dr. Held naheſtehende
Regensburger Anzeiger in ſeiner SSonntagsnummer zu den
Beſtrebungen gewiſſer unitariſtiſcher KXreiſe Stellung, die die
Reichsregierung in dieſem Augenblick auff das Glatteis der Reichs=
reform
locken möchten. Der Artikel verweiſt zum Schluß darauf,
daß Miniſterpräſident Dr. Held kürzlich in: einer Nede von Ver=
faſſungsrevolutionären
geſprochen habe unid ſagt: Eine Reichs=
reform
, die gegen den Willen Baherns und der übrigen ſüo=
deutſchen
Staaten das Grundgefüge des Reiches im Sinne
eines entſchiedenen Fortſchrittes zum Ein heitsſtaat umſtürzen
wollte, wäre eine Verfaſſungsrevolution, auch wenn ein ſolcher
hitet werden, ſo daß eine Vermeidung der Kriſe immer noch Staatsſtreich durch eine Reichstagsmehrheit gebbilligt würde. Eine
derartige Kriſe, die in der Entwicklung des deutſchen Verfaſ=
ſungslebens
die Heraufbeſchwörung wahrſcheinnlich eines ſehr
weiten geſamtoeutſchen Gewiſſens vorausſetzt, nvürde Bayern
nicht nur in eine Kampfſtellung auf Leben und Tod hinein=
drängen
, ſondern ihm auch die Freiheit gegenüber der Reichs=
geſtaltung
zurückgeben. Wer den Mut hat, ſeine Re ichsreform=
wünſche
auf die Spitze zu treiben, der muß auch damift rechnen,
daß er Bayern in eine Lage hineindrängt, wo ſich dals natür=
liche
und durch keine poſitive Reichsſatzung zerſtörbare Lebens=
recht
Bayerns zu einer Forderung erheben muß, die Be dingun=
Glied des Deutſchen Reiches weiterhin erfüllen kann. Wer
Bayern als Staat zerſtöpen will, der macht es tot für das

Reich.

faſt in der geſamten deutſchen Oeffentlichkeit gefunden, hat
eine ſehr ernſte Verſchärfung unſerer innerpolitiſchen Lage im
Gefolge gehabt. Daß dieſe Notverordnung untragbar iſt,
haben wir ſchon vor einer Woche feſtgeſtellt. Gerade wenn man
zugibt, daß bei der verhängnisvollen Entwicklung unſerer öffent=
lichen
Finanzwirtſchaft eine abermalige Belaſtung des Steuer=
zahlers
kaum vermeidbar iſt, trotzdem wir alle wiſſen, daß
ſchon die bisherigen Laſten kaum noch zu tragen waren, mußte
es von entſcheidender Bedeutung ſein, ob es gelang, dieſe neuen
ſchweren Laſten wirklich gerecht zu verteilen. Justitia fun=
damentum
regnorum! Der alte Satz gewinnt in dieſem Zu=
ſammenhang
neue beſondere Bedeutung. Die Gerechtigkeit von
Steuerforderungen wird von den Betroffenen faſt immer in
Zweifel gezogen werden. Ueber derartige Einwendungen wird
man ſich meiſtens nicht allzu große Sorgen zu machen brauchen.
Aber anders liegt es bei dieſer Notverordnung. Daß ſie in
der Tat in ihren entſcheidenden Beſtimmungen höchſt ungerecht
iſt, das iſt die Ueberzeugung nicht nur der im einzelnen Fall
Betroffenen, ſondern des ganzen deutſchen Volkes faſt ohne
Ausnahme. Und das iſt das Bedenkliche, das geradezu Ver=
hängnisvolle
. Eine Notwendigkeit iſt es daher, dieſe Notver=
ordnung
zu ändern, albald zu ändern und nicht erſt zu irgend=
einem
ſpäteren Zeitpunkt. Auf der anderen Seite wird man bei
lohaler objektiver Prüfung verſtehen müſſen, daß der Kanzler
des Reiches ſich gegen eine ſofortige Aenderung dieſer Notver=
ordnung
ſträubt. Nach wochenlangen Verhandlungen iſt ſie
ſchließlich zuſtandegekommen. Stimmt dasſelbe Kabinett, das
ſie ſchließlich erlaſſen, acht oder vierzehn Tage ſpäter einer
weſentlichen Aenderung zu, ſo würde die Autorität dieſes Kabi=
netts
verhängnisvolle Einbuße erleiden. Daran aber, daß die
verantwortliche Regierung zwar nicht die allgemeine Zuſtimmung
wohl aber die allgemeine Achtung genießt, daran iſt gerade in
den Notzeiten die Geſamtheit des Volkes aufs ſtärkſte inter=
eſſiert
. Das ſind die tieferen Gründe des ſchweren Konflikts,
der nunmehr ausgebrochen. Daß der derzeitige Reichskanzler,
angefeindet wie wohl kaum je einer ſeiner Vorgänger, die
Achtung einer großen Mehrheit des deutſchen Volkes genießt,
darf wohl als Tatſache angeſehen werden. Soll man die Re=
gierung
ſtürzen, die unter der Führung dieſes Mannes ſteht,
der ſich mit zäher Energie und unleugbarem Geſchick dem Ab=
gleiten
in den Abgrund entgegenſtemmte? Das iſt die ernſte
Frage, vor der das deutſche Volk, vor der die verantwortlichen
Führer der Parteien ſtehen. Mit der Erwägung, daß die Not=
verordnung
vom 5. Juni beſeitigt werden müſſe ohne Rückſicht
auf alle etwaigen Folgen, mit einer ſolchen Erwägung allein
iſt es gewiß nicht getan. Wir müſſen uns bemühen, die Dinge
im Zuſammenhang zu ſehen und möglichſt alle Folgen jedes
Handelns ſorgfältigſt zu prüfen.
Die Vertagung des deutſchen Reichstages bis zum Herbſt iſt
ſeinerzeit, in ihrer Bedeutung genügend gewürdigt worden.
Wenn am kommenden Dienstag der Aelteſtenrat die alsbaldige
Einberufung des Reichstages beſchließt, ſo bedeutet das eine
Regierungskriſis, deren Anfang wir wohl kennen, deren Ende
wir aber nicht abzuſehen vermögen. Daß wir in einer Lage,
deren Ernſt kaum zu überſchätzen iſt, eine Kriſis mit dem rein
negativen Ziel einer Beſeitigung der derzeitigen Regie=
rung
mitſamt ihrer Notverordnung nicht vertragen können,
ſteht außer allem Zweifel. Trotzdem aber bleibt die Notver=
ordnung
mit allen ihren Folgen völlig untragbar. Welches
iſt der Weg, der aus dieſem Zwieſpalt führt?
Schmal iſt die Baſis der derzeitigen Reichsregierung, ſo
ſchmal, daß die daraus ſich ergebende Beſchränkung ihrer Hand=
lungsfreiheit
in Anbetracht unſerer allgemeinen Lage bereits in
den letzten Wochen und Monaten ernſte Bedenken auslöſen
mußte. Die Aufgaben, die dieſe Regierung erfüllen muß, ſind
derart, daß ſie die poſitive Unterſtützung einer Partei, wie der
Sozialdemokratie, kaum finden kann. Gerade von der Rechten
aber, die ihrer ganzen Einſtellung nach die innerpolitiſche Ziel=
ſetzung
Brünings im weſentlichen bejahen müßte, wird die
Reichsregierung mit einer geradezu beiſpielloſen Erbitterung be=
kämpft
. Daß hierbei parteipolitiſches Agitationsbedürfnis lei=
der
eine höchſt üble Rolle ſpielt, iſt allgemein bekannt. Aber
daneben gibt es natürlich auch ſehr ernſte ſachliche Meinungs=
verſchiedenheiten
, die hauptſächlich auf dem Gebiet der Außen=
politik
liegen. Und zwar war es bisher in erſter Linie die
Behandlung des Reparationsproblems, die den Stein des
Anſtoßes bildete. Die Entwicklung der Dinge hat aber dieſen
Streit bereits ziemlich gegenſtandslos gemacht, bzw. wird ſie
das in abſehbarer Zukunft tun. Dazu kommt, daß unſere
außerordentlich ernſte Lage die Entbindung weiter Volkskreiſe
von der Verantwortung für das tatſächliche Geſchehen, die all=
mählich
von beiden Seiten faſt wie etwas Grundſätzliches an=
geſehen
wird, einfach nicht mehr geſtattet. Man hat ſich in
früheren Jahren mit Recht gegen ein grundſätzliches.
Fernhalten der Sozialdemokatie von der Regierungsgewalt ge=
wandt
. Das, was damals von der Sozialdemokratie galt, gilt
heute mit dem gleichen Recht für eine ſich zum Prinzip der
Legalität bekennende nationalſozialiſtiſche Partei. Es dürfte
zweifellos zur Entgiftung unſerer innerpolitiſchen Auseinander=
ſetzungen
erheblich beitragen, wenn man der nationalſozialiſti=
ſchen
Bewegung Gelegenheit geben könnte, ihre Kräfte einmal
für das Wohl der Volksgeſamtheit einzuſetzen. Ob dafür be=
reits
jetzt der Augenblick gekommen, iſt natürlich eine nicht ganz
einfache Frage. Ihre Bedeutung hängt von den verſchiedenſten
Faktoren, insbeſondere auch von dem Grad der politiſchen Ein=
ſicht
der nationalſozialiſtiſchen Führer ab. Die allgemeine
Kriſenſtimmung darf natürlich auch nicht dazu führen, daß
unſere Politik Schwankungen ausgeſetzt wird, die außerordent=
lich
gefährlich wären.
Eines aber iſt doch ganz offenbar Tatſache: Die Achtung
und das perſönliche Vertrauen, das der Reichskanzler Or.
Brüning in weiten Kreiſen des deutſchen Volkes heute genießt,
erſtrecken ſich nicht in gleicher Weiſe auf alle Mitglieder der
gegenwärtigen Reichsregierung. Daß man die Umbildung des
Kabinetts, die ſchon längſt notwendig geweſen wäre, bisher
hinausgeſchoben, iſt aus mehr wie einem Grunde verſtändlich.
Die Notverordnung hat aber inſofern eine neue Lage geſchaffen.
Die Entſcheidung kann nicht mehr länger hnausgeſchoben

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werden. Was läge alſo näher, als durch die nunmehr unerläßlich
gewordene Umbildung des Kabinetts gleichzeitig ſeine Baſis nach
rechts hin zu erweitern und ſeine politiſchen Möglichkeiten dadurch
zu vergrößern! Zu prüfen, inwieweit dieſer Weg gangbar iſt,
ſollte die Aufgabe dieſer Tage ſein. Es wäre gefährlich und
kaum zu verantworten, wenn man eine Belaſtung wie die Not=
verordnung
auf ſich nehmen wollte, nur aus Angſt vor den
etwaigen Folgen einer Kriſis. Ebenſo gefährlich aber und
ebenſo wenig zu verantworten wäre es, blindlings in eine ſolche
Kriſis hineinzuſteuern, ohne ſich vorher jede mögliche Ge=
wißheit
über die Löſungsmöglichkeiten verſchafft zu haben.
Unſere allgemeine Lage, außen= wie innerpolitiſch geſehen,
iſt ſo bitter ernſt, daß parteipolitiſche Streitereien ſich von ſelbſt
verbieten ſollten. Unſer Staatsſchiff ſchwankt in ſchwerſter Not.
Nur durchgreifende Entſchlüſſe und entſchloſſenes Handeln wer=
den
es trotz allem auf geradem Kurs erhalten können. M.

Proteſt der Kommunalbeamken
gegen die Nolverordnung.

Der Vorſtand des Reichsbundes der Kommunalbeamten und
sangeſtellten Deutſchlands hat ſich in ſeiner letzten Sitzung ſehr
eingehend mit der Notverordnung vom 5. Juni beſchäftigt und die
anliegende Entſchließung einſtimmig angenommen:
Der Vorſtand des Reichsbundes der Kommunalbeamten und
=angeſtellten Deutſchlands e. V., in dem rund 200 000 deutſche
Kommunalbeamte organiſiert ſind, hat mit ſtärkſter Empörung
von dem Inhalt der zweiten Verordnung des Reichspräſidenten
zur Sicherung von Wirtſchaft und Finanzen vom 5. Juni 1931
Kenntnis genommen. Statt eines vom Deutſchen Beamtenbund
verlangten allgemeinen Volksopfers nach der wirtſchaftlichen Lei=
ſtungsfähigkeit
jedes einzelnen Staatsbürgers entſprechend dem
in der Reichsverfaſſung enthaltenen Grundſatz der Steuergerech=
tigkeit
iſt der durch die 6prozentige Gehaltskürzung ohnehin ſchon
ſchwer belaſteten Beamtenſchaft ein weiteres Sonderopfer ſchärf=
ſten
Ausmaßes auferlegt worden, das in ſeiner ſchonungsloſen Er=
faſſung
auch der geringſten Einkommen der Beamten und Ange=
ſtellten
in der öffentlichen Verwaltung, in ſeiner durch nichts ge=
rechtfertigten
Klaſſifizierung nach Ortsklaſſen, in ſeinem höchſt un=
ſozialen
Zugriff auf den Kinderzuſchlag für das erſte Kind, zum
ſchärfſten Proteſt herausfordert. In unvereinbarem Gegenſatz zu
dieſer, bei den Kriegsbeſchädigten noch verſtärkten Sonderbelaſtung
der Beamten und öffentlichen Angeſtellten ſteht die unverſtänd=
liche
Schonung der hohen, nicht aus Gehalt und Lohn fließenden
Einkommen.
Obgleich die Entwicklung der letzten Monate bewieſen hat,
daß Gehalts= und Lohnſenkungen in dieſem Ausmaße nicht zur
Belebung der Wirtſchaft und Minderung der Erwerbsloſigkeit,
ſondern im Gegenteil zu einer Verſchärfung der Abſatzkriſe infolge
des erheblichen Kaufkraftausfalles auf dem inneren Markt füh=
ren
, hält die Reichsregierung an ihrer falſchen Wirtſchafts= und
Finanzpolitik feſt.
Wir vermiſſen noch immer durchgreifende Maßnahmen gegen
die Preisdiktatur der Kartelle, die jede erhebliche
Senkung der Lebenshaltungskoſten unterbindet. Neben anderen
wirtſchaftspolitiſchen Reformmaßnahmen müßte endlich die
Reichs= und Staatsreform zur Verbilligung der öffent=
lichen
Verwaltung durchgeführt werden. Die Tributlaſten
ſind in der furchtbaren Not des deutſchen Volkes unerträglich und
müſſen beſeitigt werden.
Als Gemeindebeamte proteſtieren wir beſonders gegen die in
der Notverordnung enthaltene unbeweisbare Unterſtellung, daß
die durch landesrechtliche Vorſchriften erfolgte Angleichung
der Gemeindebeamtengehälter an die Gehälter
gleichzubewertender Staatsbeamten den Gemein=
den
Perſonalausgaben verurſacht hätte, die im Hinblick auf die
Höhe der Gehälter der Reichsbeamten nicht gerechtfertigt ſeien
und auf ein angemeſſeneres Maß zurückgeführt werden müßten.
Die ſperrgeſetzlichen Beſtimmungen in der Ver=
ordnung
vom 5. Juni 1931 bedeuten eine neue Rechtlosmachung
des Perſonals der Gemeinden, greifen tief in ſeine Lebensbedin=
gungen
ein und untergraben den letzten Reſt von Vertrauen an
die Reichsregierung. Die Beſoldung der Gemeindebedienſteten in
Abhängigkeit zu bringen von der zunehmenden Not der Wohl=
fahrtserwerbsloſen
in den Gemeinden, zu deren Beſeitigung
völlig unzulängliche Mittel zur Verfügung geſtellt werden, iſt mit
den Grundſätzen eines Rechtsſtaats nicht vereinbar. Wegen die=
ſer
neuen Angriffe gegen die Lebensintereſſen der Beamten kann
auf gerichtliche Nachprüfung der höchſt zweifelhaften
Rechtsbeſtändigkeit der getroffenen Maßnahmen nicht weiter ver=
zichtet
werden.
Wir verlangen vom Deutſchen Beamtenbund, daß er ſich in
Anbetracht der einſchneidenden Wirkung der Notverordnung für
einen ſofortigen Zuſammentritt des Reichstags einſetzt, der die
ihm nach der Verfaſſung zukommende Entſcheidung und Verant=
wortung
für das weitere Schickſal des deutſchen Volkes und der
mit ihr auf das engſte verbundenen Beamtenſchaft zu treffen hat.

Der Preußiſche Landtag ſtimmte dem Staatsvertrag mit den
evangeliſchen Kirchen und dem Pfarrbeſoldungsgeſetz zu, während
der kommuniſtiſche Mißtrauensantrag und der Antrag auf Er=
wirkung
der Aufhebung der neuen Notverordnung abgelehnt
wurde. Die nächſte Sitzung findet am 7. Juli ſtatt.
Im Preußiſchen Landtag hat bei der Abſtimmung über den
evangeliſchen Kirchenvertrag der preußiſche Miniſterpräſident Dr.
Braun im Gegenſatz zu ſeiner Fraktion, die Stimmenthaltung
übte, für den Kirchenvertrag geſtimmt. Innenminiſter Severing
hat ſich an der Abſtimmung nicht beteiligt.
In Bremen trifft heute wiederum ein Transport deutſch=
ruſſiſcher
Flüchtlinge, aus dem Lager Moelln kommend, ein. Die
deutſchſtämmigen Ruſſen reiſen am Montag mit dem Dampfer
Madrid des Norddeutſchen Lloyd nach San Franzisko do Sul,
wo ſie das Schiff zur Fahrt nach dem Innern Braſiliens, und
zwar nach Sankt Katharina in der Nähe der deutſchen Siedlung
Blumenau, verlaſſen.
Die Hamburger Polizeibehörde hat die heutigen Aufmärſche
zur Veranſtaltung des kommuniſtiſchen Solidaritätstages im
Hamburger Zoo dort ſollte der Parteiführer Thälmann (M.
d. R.) ſprechen im Hinblick auf die Vorkommniſſe der letzten
Tage verboten.
Die kommuniſtiſche Reichstagsabgeordnete Barbara Eſſer aus
Eſſen=Ruhr wurde in Hannover wegen Vergehens gegen die Ver=
ordnung
des Reichspräſidenten vom 28. März verhaftet und zu
drei Monaten Gefängnis verurteilt.
Der Württembergiſche Landtag hat in einer Nachtſitzung An=
träge
der Kommuniſten und Nationalſozialiſten auf Zurückziehung
der neuen Notverordnung des Reichspräſidenten abgelehnt.
Die öſterreichiſch=ungariſchen Handelsvertragsverhandlungen
ſind nunmehr abgeſchloſſen. Mit der Unterzeichnung des Vertrags
wird in der nächſten Woche gerechnet.
In der Vollverſammlung der Internationalen Arbeitskon=
ferenz
kam geſtern, wie alljährlich, der Proteſt der Arbeitnehmer=
gruppe
gegen das Mandat des italieniſchen Arbeitervertreters
zur Behandlung. Der Proteſt wurde von der Vollverſammlung,
wie auch in den Vorjahren, abgelehnt und das Mandat des italie=
niſchen
Arbeitervertreters für gültig erklärt.
Die franzöſiſche Kammer hat die Nachtragskredite für das
Budgetjahr 1930/31 bewilligt und ſich auf kommenden Dienstag
vertagt.
Zwiſchen der franzöſiſchen und der ſüdſlawiſchen Regierung
ſind Verhandlungen zwecks erſtmaliger Durchführung der Grund=
ſätze
des Vorzugszollſyſtems zugunſten eines Abſatzes der über=
ſchüſſigen
Getreidevorräte in Mitteleuropa im Gange.

Mätige SamamMenfioße iM Bäraftadt.

Ein Polizeibeamker durch Meſſerſtiche ſchwer verlekzt

Nach Redaktionsſchluß wird uns gemeldet:
In den Palaſt=Lichtſpielen in der Grafenſtraße wurde am
Samstag abend als Nachtvorſtellung ein Film der Internatio=
nalen
Arbeiterhilfe vorgeführt, der nach Mitternacht zu Ende
ging. Mit Rückſicht auf auf die Vorkommniſſe vom Freitag abend
war die Zugangsſtraße durch einige Polizeipoſten geſichert. Am
Ausgang des Kinos brach die Menge, als ſie der Polizei anſichtig
wurde, in Rufe wie: Nieder mit der Hungerregierung! Nieder
mit den Bluthunden! aus. Es kam zu ſchweren Ausſchreitungen
gegen die Beamten, die von den Kommuniſten ſich die ſchlimmſten
Schimpfworte gefallen laſſen mußten. Die Beamten wurden von
der Menge beſpuckt und ſchließlich tätlich angegriffen. Dabei er=
hielt
der Oberwachtmeiſter Zöller einen Stich in den Rücken.
Er wurde von der inzwiſchen alarmierten Rettungswache ins
Städtiſche Krankenhaus verbracht, wo er ſchwer verletzt danieder=
liegt
. Ein Kriminalbeamter wurde mit Steinen beworfen. Es
gelang, dieſen Täter feſtzunehmen, während der Meſſerheld bis
jetzt noch nicht gefaßt werden konnte. Nach Eintreffen des Ueber=
fallkommandos
war die Ruhe ſofort wiederhergeſtellt.

Eröffnung der Borunkerſuchung gegen die Mörder
des Stahlhelmers Hahn.

Wegen der Unruhen am Görlitzer Bahnhof vom 29. Mai d. J.,
die zur Tötung des Stahlhelmmitgliedes Auguſt Hahn geführt
haben, hat der Unterſuchungsrichter beim Landgericht I auf An=
trag
der Staatsanwaltſchaft die Vorunterſuchung gegen 16 Perſo=
nen
eröffnet. Die Arbeiter Unruh und Hänſel und der Schloſſer=
geſelle
Baſſendowſki werden angeſchuldigt, den Maurer Auguſt
Hahn gemeinſchaftlich vorſätzlich und mit Ueberlegung getötet zu
haben. Unruh wird ferner des Mordverſuchs an dem Maſchinen=
bauer
Wilhelm Schulz beſchuldigt. Den übrigen 13 Perſonen wird
Landfriedensbruch, ſchwerer Aufruhr, Widerſtand gegen die
Staatsgewalt und Teilnahme an einer verbotenen Verſammlung
vorgeworfen. Fünf Angeſchuldigte, darunter die drei namentlich
Aufgeführten, befinden ſich in Unterſuchungshaft.

Frinnerungen an Clara Simrock

und Johannes Brahms.

Von Alfred Bock.

Vor drei Jahren iſt Clara Simrock, die Witwe des weltbekann=
ten
Bonner Muſikverlegers, einen Monat vor ihrem 90. Geburts=
tag
, in Berlin aus dem Leben geſchieden. Im Sommer 1920
führte mich ein glücklicher Zufall im Höhenluftkurort Freuden=
ſtadt
mit der ſeltenen, ureigenen Frau zuſammen. Von der
Laſt des Alters war bei ihr nichts zu ſpüren. Im Wirrſal
der Lebenswogen hatte ſie ſich eine erſtaunliche Friſche be=
wahrt
. Sie war eine glänzende Erzählerin, ihr Gedächtnis
bewundernswent. Mit charakteriſtiſcher Feinheit ſtellte ſie
alles Intereſſante heraus. Es war nicht nur das unterhalt=
ſame
Moment, das die Zuhörer feſſelte, es war auch die Span=
nung
, die ſie zu wecken wußte. Verkehr mit bedeutenden Men=
ſchen
, vor allem mit Künſtlern war die Grundbedingung ihrer
Exiſtenz.
Ihr Mann hatte bekanntlich die Kompoſitionen von Brahms
verlegt. Simrock und ſeine Frau ſtanden dem Meiſter freund=
ſchaftlich
nahe. Was ich hier wiedergebe, entnehme ich den
Aufzeichnungen in meinem Tagebuch.
Brahms erzählte Clara Simrock, wohnte einmal bei uns
in Berlin. Eines Tages kam er zu mir in die Küche und fragte:
Kleine, kann ich heut abend ein paar Muſiker laden? Ge=
wiß
, Johannes, das können Sie erwiderte ich. Aber ver=
geſſen
Sie nicht, daß Sie um 12 Uhr bei Menzel den Jubiläums=
wein
probieren ſollen und daß Sie um 5 Uhr zum Senatsdiner
der Akademie geladen ſind! Ich weiß, ich weiß! antwortete
Brahms. Gegen 3 Uhr nachmittags kam er mit hochrotem
Kopf von Menzel, ſteckte ſein glühendes Geſicht in kaltes Waſ=
ſer
, ging dann zum Diner der Akademie. Um ſieben bin ich
wieder da verabſchiedet er ſich. Bis halb zehn Uhr abends
warteten bei uns zwanzig geladene Gäſte auf ihn. Nach zehn
Uhr erſchien er und nahm mit gutem Appetit ein Spätmahl ein.
Erſt um 12 Uhr begann das Muſizieren, dauerte bis früh um
ſechs. Um halb acht ſaß Brahms ſchon wieder am Frühſtücks=
tiſch
. Oft äußerte er, er ſei nie krank geweſen, habe nie ein
Medikament gebraucht. Als ihn ſchweres Leiden befiel, ſchickten
ihn die Aerzte nach Iſchl. Brahms ſah nie in einen Spiegel.
Johann Strauß begegnete ihm im Kurort an der Traun und
rief erſchrocken: Aber Johannes, wie ſchauſt du denn aus?
Notgedrungen benutzte der Meiſter nun einen Spiegel, erblickte
ſein kupferbraunes Geſicht und kämpfte mit einer Ohnmacht.
A
Ein Jahr darauf war er tot.

Brahms, fuhr Clara Simrock fort, war bei ſeinem
Freund Geheimerat Wegler in Koblenz zu Gaſt. (Die Familfe
Wegler, von Bonn ſtammend, iſt in der muſikaliſchen Melt
durch ihre Beziehungen zu Beethoven bekannt.) Der Meiſter
war abends angekommen. Nachdem er ſich zu Bett begeb n hatte,
meldete ein Diener dem Geheimerat: Der Herr Doktg; Brahms
hat nur ein paar ſehr zerriſſene Stiefel bei ſich. Was foll
man tun? Laufen Sie heut Nacht noch alle Schuſter in der
Stadt ab entgegnete Wegler, bis Sie einen finden, der die zer=
riſſenen
Schuhe ſofort flickt. Der Diener fand, denn auch einen
Schuſter, der ihm gefällig war. Frühmorgens ſtanden die neu=
beſohlten
Schuhe vor Brahms' Tür, der ſie anzog, ohne die
vollzogene Ausbeſſerung zu bemerken. Brahms war ſchreck=
licher
Schnarcher. Oft mußte er, wo er zu Beſuch weilte, um=
quartiert
werden, weil es nächtens in (Her Nähe ſeines Schlaf=
zimmers
niemand aushalten konnte. . Kam Brahms zu uns,
bekränzte ich die Tür ſeines Zimmerz mit Blumen. Er be=
fühlte
ſie, um feſtzuſtellen, ob es N
Blumen waren ihm verhaßt. X aturblumen ſeien, künſtliche=
einen
herrlichen Sommer in Licht Dir verbrachten mit Brahms
enthal bei Baden=Baden. Von
einem Muſikfeſt in Koblenz nachts zurückkehrend, ſagte Brahms
zu meinem Mann, der ihn an,
tragen unſere Köfferchen ſelbſt den Rhein begleitet hatte: Wir
muß um 5 Uhr ſchon wied ins Hotel. Der arme Hausknecht
Vom Bahnhof Baden=Bade= der aufſtehen und Stiefel putzen!
den Herren nun eine gute u bis nach Lichtenthal trugen die bei=
derten
bei Mondſchein a* Wegſtunde ihr Gepäck. Wir wan=
zauberhaft
ſchöne Nacht auf das alte Schloß. Es war eine
Nach einer Stunde far, Plötzlich war Brahms verſchwunden.
alten Gemäuer. Wi, anden wir ihn bei der Aeolsharfe im

ging Brahms in dener hatten gemeinſame Mahlzeiten. Danach
am Geſpräch der eirſ Wald zu den Köhlern und erquickte ſich
r zu mir ſagte: Au (fachen Leute. Ich erinnere mich, daß
Saat auswirft. Esſles iſt bei mir wie beim Sämann, der ſeine
nieder, lege ſie oft kommen mir Gedanken. Ich ſchreibe ſie
gehen. Mich r jahrelang beiſeite, bis ſie eines Tages auf=
In einer für 4annte er ſcherzend die Zierde des Verlages.
mir: Tun Sie; mich ſehr traurigen Angelegenheit ſchrieb er
rechts noch hi was Ihr Herz Ihnen ſagt, hören Sie weder
Brahms war nks. Der Verſtand macht es nicht immer.
religiöfe Ne kein Kirchengänger und doch war er eine tief
Taſche. atur. Das neue Teſtament hatte er ſtets in der
Als je
ſchrieb imih von Freudenſtadt in die Heimat zurückgekehrt war,
reger ſch ih an Clara Simrock, ſie ſchrieb mir wieder. Ein
ſagen, ½riftlicher Gedankenaustauſch begann. Ich darf es wohl
Anreg/ßdaß mir jeder Brief von Clara Simrock eine wertvolle
Clarg ung gab. Zum letzten Mal war es in Berlin, daß ich
wunzt Simrock beſuchte. Sie bewohnte am Lützowplatz das
Sie dervoll eingerichtete Obergeſchoß eines ſtattlichen Hauſes.
ſprach von den Blütentagen ihrer Jugend in Bonn: Roſen=

Botſchaftertehen i Berimn
in Zuſammenhang mit der bevorſtehenden Revi.
des Young=Planes.

* Berlin, 13. Juni. (Priv.=Tel
Das Auswärtige Amt hat unſere Geſandten und Botſche
aufgefordert, in der nächſten Zeit nach Berlin zu kommen, um
über ihre perſönlichen Eindrücke im Zuſammenhang mit der
viſion des Youngplanes zu berichten. Der deutſche Botſchafte
Waſhington iſt bereits auf dem Wege nach Berlin. Herr v. H
wird wahrſcheinlich in den nächſten Tagen kommen. Es iſt
ausgeſchloſſen, daß auch der deutſche Botſchafter in Rom,
v. Schubert, ſchon in allernächſter Zeit in Berlin eintrifft,
ebenſo vermutlich auch der deutſche Botſchafter in London,
v. Neurath. Das Auswärtige Amt glaubt, daß eine perſön
Fühlungnahme mit unſeren diplomatiſchen Vertretern ſich
Augenblick nicht umgehen läßt und daß es ſich nicht nur mit
graphiſchen oder ſchriftlichen Berichten über die Stimmung
Ausland begnügen kann.

Die amerikaniſche Polikik in der Schuldenfrage.

Waſhington, 13. Jun;

Unterſtaatsſekretär Caſtle erklärte in der heutigen Preſſch
ferenz, ihm ſei von dem aus Paxis gemeldeten angeblichen d
ſchen Plan einer Herabſetzung des Zinſendienſtes der interna
nalen Schulden auf Koſten Amerikas, der Macdonald in Em Beſchra
quers von Brüning unterbeitet ſein ſoll, nichts bekannt, 0 M0
er glaube, daß die Meldung als Verſuchsballon gewiſſer frann 20.
irde
ſiſcher Publiziſten zu betrachten ſei, und nicht auf irgendwe
maßgebenden Stellen zurückzuführen ſei. Seiner Kenntnis
ſeien in Chequers keine konkreten Pläne erörtert worden.

neute Anfragen nach der amerikaniſchen Politik in der Schuld

frage beantwortete Unterſtaatsſekretär Caſtle dahin, daß

amerikaniſche Auffaſſung von der Trennung

Reparationen und Kriegsſchulden bekannt
Dies bedeute jedoch kein ſtarres Feſthalten an ei
Theſe. Die Regierung behalte ſich vielmehr
ihre Entſchlußfreiheit vor und ſtudiere dieſen
genkomplex ſehr ſorgfältig, um falls eine ernſte Kriſ.
eintritt, in Erwägung darüber einzutreten, et verl
eine vorübergehende Aenderung der hieſi ſiyer Be;
Politik erforderlich iſt. Gegenwärtig gebe /Andere
eine ſolche Kriſe noch nicht, und die bishere
Politik der Vereinigten Staaten habe ſich niſeln a.
geändert. Caſtle gab zu, daß zwiſchen dem Staa
departement und dem Schatzamt Konfereniſſs eit
über die Schuldenfrage ſtattfinden, damit im Falle eiſmderei
Kriſis dem Präſidenten ein einheitliches Gutachten über die 9
vorgelegt werden könne.
Franzöſiſcher Bokſchafkerwechſel in Berlin?
Paris, 13. Junanzen,
Bei der Umbeſetzung gewiſſer franzöſiſcher diplomatiſcher Affſantlick
landspoſten, die geſtern im Verlaufe des letzten, unter dem Vu=
ſes
Präſidenten Doumergue abgehaltenen Miniſterrats erfock=
iſt
der Poſten des franzöſiſchen Botſchafters in Moskau nicht
verteilt worden. Wie der Petit Pariſien zu wiſſen glaubt, /eior
die Beſetzung dieſes Poſtens unter der Präſidentſchaft Douncs in
Gelegenheit zu einer weitgehenden Umbeſetzung diplomatickeſeindeo
Poſten bieten, und zwar durch Beförderung jüngerer Diplomael endes
auf höhere Poſten. Das Journal macht in dieſem Zuſamms Ferſpl.
hang auch auf die Möglichkeit einer baldigen Neubeſetzung / reu
Poſten des franzöſiſchen Botſchafters in Berlin aufmerkſam.

Ein kanadiſcher Vorſchlag
zur Skreichung der Reparakionen.

Derſt
len

Ottawa, 13. Jur

Im Kanadiſchen Unterhaus machte der Liberale E. J. Yol

den Vorſchlag, Kanada ſollte der übrigen Welt mit der Streicht
der Reparationen vorangehen. Reparationen und Hochzölle,
klarte Young, ſeien das größte Hindernis für eine Erholung
Wirtſchaft. Kanada ſollte daher Deutſchland eine Quittung

die ihm geſchuldeten Reparationszahlungen ſchicken.

blätter lange verweht. Als junges Mädchen war ſie öfter
Haus von Freunden mit Ernſt Moritz Arndt zuſamme
kommen. Der Achtzigjährige ſchrieb ihr ins Album.
Sei einfältig, ſo biſt du reich,
Denn du haſt das Himmelreich.

Goldgeſchwollene Atlasberge
Fliehn vor holder Einfalt wie Zwerge.

Geiſtliche Abendmuſik.

Seit Jahren ſchon verfolgt man die Darbietungen der M
kantengilde Darmſtadt mit Aufmerkſamkeit und immer geſteig

ter Erwartung. Dieſer heſſiſche Singkreis, der frühere kle

Chor der Muſikantengilde, iſt unter dem Führertalent Sim=
zu
überraſchender Höhe herangewachſen. Und ſo zeigte auch
geſtrige geiſtliche Abendmuſik in der Stadtkapelle die ſchönen
folge zielbewußter Erziehungsarbeit durch den außergewöbi
feinfühligen Leiter. Dieſe jugendlichen Stimmen miſchten
zu wohllautendem Zuſammenklang; der Stil der großeniſ
ſchwierigen Geſänge war reſtlos erfaßt und in ihrer Wohlah
töntheit und der lebendigen Friſche des Vortrags boten die
bietungen einen großen Genuß. Es wurden 3=, 4= und 5ſtimn

Sätze gebracht von Bach, Paleſtrina und anderen. Beſonders
tereſſant war der Chor Kyrie eleis, beginnend mit einer
gorianiſchen Weiſe von Berthold von Regensburg (13. Jh.),
cher ein Satz zu 3 Stimmen von Johann Staden (1579 1
folgt. Die erſte leiſe erklingende Weiſe wird dann verarbeitd
einem 4ſtimmigen Kanon von Erasmus Sartorius (1577
und ſchließt in einem 5ſtimmigen Satz von Johann Ekkard (1
bis 1611). Beſonders eindrucksvoll geſtaltete ſich dann auch
Vortrag einer Fuge und des Schlußchorals zu 4 Stimmen
der Motette von Johann Sebaſtian Bach Der Geiſt hilft ur
Schwachheit auf, ganz herrlich hier der friſch ſtrömende Fluſ
von Männerſtimmen begonnenen Fuge. Ein ebenſo ſchönes
gläubiger Muſik iſt das der Fuge vorangehende innige Du
liges Licht, edler Hort. Abſchluß der choriſchen Darbieten
bildete eine 6ſtimmige Motette von A. Hammerſchmidt (161
1675) nach dem 60. Pſalm Schaff in mir Gott ein reines O
Wohlgelungene Choralzwiſchenſpiele boten Ruhepunkte und
wechſelung zwiſchen den Geſangsvorträgen.
Wir wollen ſchließen, wie wir begonnen haben, mit W.
verdienter Anerkennung für die wirklich ausgezeichnete Wie
gabe der einzelnen Stücke, und wollen unſerer beſonderen Fie
Ausdruck verleihen, daß dieſer junge heſſiſche Singkreis ſi
zielbewußt und erfolgreich, für wertvolle, den meiſten doch
bekannte Kirchenmuſik vergangener Jahrhunderie einſetzt.
Pflege ſolcher künſtleriſcher Tradition iſt ſehr notwendige mo)
Kulturarbeit.

[ ][  ][ ]

N ummer 163

Sonntag, den 14. Juni 1931

Seite 3

Von Dr. Friedrich Rindfuß.
Dem heſſiſchen Landtag iſt vor kurzem der Entwurf zu genannten Körperſchaften ſich zur Wahnehmung beſtimmter,
min heſſiſchen Zweckverbandsgeſetz zugegangen, der zuſam= in ihren Aufgabenkreis fallende Angelegen=
nnit
der Gemeindeordnung vor den Neuwahlen noch ver=

ſiedet werden ſoll.
In Heſſen hat zum erſtenmal die Landgemeindeordnung
w 8. Juli 1911 die Möglichkeit zur Bildung von Zweckver=
aden
für Städte und Landgemeinden geſchaffen, (L. G.O. Art.
205).

Fis dahin war die Bildung von Zweckverbänden der Ge=
gaden
nur in einzelnen, geſetzlich beſtimmten Fällen möglich,
Zwar nach dem Ausführungsgeſetz zum Unterſtützungs=
waufitzgeſetz
vom 14. Juli 1871, dem Volksſchulgeſetz vom 16.
1874, der Landesfeuerlöſchordnung vom 29. März 1890,
Bachgeſetz vom 30. September 1899, dem Sparkaſſengeſetz
m 3. Auguſt 1912.
Außerdem waren auch bis dahin ſchon Verbandsbildungen
ſh Gemeinden auf privatrechtlicher Grundlage vorgekommen,
ſo denke insbeſondere an die Waſſerverſorgungsverbände. Der
Aigel der Rechtsfähigkeit hat ſich dabei oft, insbeſondere bei
Erwerb von Grundeigentum, unangenehm fühlbar ge=
figt
.
Gemeindeverbände nach der L.G.O. wurden in der Folge=
als
Waſſerverſorgungsverbände, aber auch zur Gas= und
Atizitätsverſorgung in mehreren Kreiſen gegründet.
Mit der Entwicklung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe wurde
Eſ=Beſchränkung der Gemeindeverbände auf Gemeinden allein
ein Mangel empfunden.
Auch in der Zeitſchrift für Staats= und Gemeindeverwal=
wurde
das Thema, insbeſondere durch Herrn Geheimrat
Fey wiederholt behandelt. (Vgl. Nr. 17 des Jahrgangs 1928
Nr. 18 des Jahrgangs 1930.)
In dieſem Zuſammenhang ſei noch der Geſellſchaften ge=
ſie
, die in Ermangelung eines Zweckverbandsgeſetzes oder
anderen Gründen ſich in privatrechtlicher Form gebildet
9an, wie die Heſſiſche Eiſenbahn=A.G. (Heag) und die heſſiſche
hfernverſorgung (Hekoga), ſowie des außerordentlich wichtigen
nſſtäverbandes zur Verbeſſerung der Waſſer= und Bodenver=
ſluiſſe des Riedes im Kreiſe Groß=Gerau, der wohl nicht
i Ermangelung eines Zweckverbandsgeſetzes, ſondern auch
Iſ beſonderen wirtſchaftlichen und geſetzgebungstechniſchen
ſtnden, insbeſondere wegen Aufbringung der Mittel und der
mit verknüpften Feldbereinigungen in Form eines Geſetzes
ſüſeher Bezeichnung vom 11. Juli 1923 geſchaffen wurde.
gebe Andere Gemeindverbandsaufgaben wieder, wie z. B. eine
heimppenwaſſerverſorgung im Kreiſe Offenbach, wurden von den
hſen als ſolche unternommen.
ℳDer Inhalt des neuen Entwurfes eines heſſiſchen Zweckver=
s geſetzes entſpricht aus den vorgenannten Gründen zwei=
s einem vorhandenen Bedürfnis. Ob hierzu alleroings ein
nderes Geſetz notwendig iſt, iſt eine andere Frage. Auch in
über die mren Ländern, insbeſondere in Bayern, Sachſen, Württem=
und Thüringen ſind die Beſtimmungen über Zweckverbände
on in den letzten Jahren erlaſſenen Gemeindeordnungen
Berſiſl ſtalten, obwohl dort die Verbände ſich teilweiſe nicht nur,
ſi irn heſſiſchen Entwurf, auf Gemeinden, Kreiſe und Pro=
ris
, 13. Jutzuen-, ſondern auch auf Staat, Reich, andere Körperſchaften
omatiſcher Ma tl ichen Rechts und öffentlich=rechtliche Anſtalten erſtrecken.
hter dem 9%4t: man darin einen geſetzgebungstechniſchen Schönheits=
errats
erſtſhu ſehen, ſo fällt dieſer zweifellos nicht ſo ſtark ins Gewicht,
kau nicht/sdie außerordentliche Zerſplitterung, die in Heſſen trotz der
abtſiorm auf dem Gebiet des kommunalen Selbſtverwaltungs=
)as in zwei Wahlgeſetze, ein Gemeindebeamtengeſetz, eine
tſaeindeordnung, ein Zewckverbandsgeſetz, ein etwa noch zu
Auſendes Geſetz über den Ortsbürgernutzen (abgeſehen von
Zerſplitterung des Ortspolizeirechts) nunmehr eintritt. Wenn
Freußen über den im Januar 1930 im Druck erſchienenen
ſlefrenten=Entwurf eines Geſetzes über die kommunale Selbſt=
wwaltung
naturgemäß auch lebhaft geſtritten wird, ſo iſt doch
hr Verſuch einer homogenen Kodifikation des geſamten kom=
ſalen
Selbſtverwaltungsrechts eine außerordentlich begrü=
Imwerte Tat.
Die Möglichkeit, Zweckverbände, außer wie ſeither auf Ge=
ſüden
und ſelbſtändige Gemarkungen künftig auch auf Kreiſe
AProvinzen ausdehnen zu können, wird allgemein begrüßt.
Ween Mitgliederkreis, wie in anderen Ländern, noch weiter
Frudehnen, liegt wohl kein zwingendes Bedürfnis vor und
Fude im Entwurf wohl abſichtlich vermieden, da man die
Fſiatliche Hand nicht dazu ermuntern will, ihren Wirkungs=
Feich auf Gebiete auszudehnen, die ihr weſensfremo. Es
Bit daher auch mit Recht in Art. 2 des Entwurfs, daß die

Von Wilhelm Michel.
7In einem deutſchen Waldland ſteht auf hohem Bergrücken
Kloſterruine.
Vor Jahrhunderten erhob ſich da ein gewaltiger romaniſcher
bdom; dahinter ein ganzes Königreich voll Wald, davor eine
Be, ſonnenüberblitzte Ebene voll Wein und Korn, die Pfalz
RRhein.
Der letzte Abt der Limburg war ein harter Mann. Die Wut
Mſchlimmen Bauern verband ſich mit der Begehrlichkeit der
füchbarten Grafen, und ſo kamen eines Tages über das reiche
Mer Mord und Brand. Das Langhaus der Kirche fiel ein,
AGewölbe über der Vierung krachte hernieder, die mächtigen
alen des Hauptſchiffes ſtürzten auf den Eſtrich und zerſchlugen
MVorn an der Vierung bezeichnen heute noch zwei in der Erde
Eende Steinſockel die Stellen, wo zwei der Säulen ſtanden. Die
Agen ſind verſchwunden.
4 Aber an dem Platz, wo vormals eine Säule ſtand, ſteht jetzt
chLindenbaum. Wo die Steinſchäfte anſtiegen, ragen jetzt die
Anme. Wo die Gewölbegurte ſeitlich abſprangen, recken ſich
die Aeſte hinaus. Wo Stein die Kappen füllte, regt ſich jetzt
9 und lichtgrün das Laubwerk. So wandert man heute noch
vor fünfhundert Jahren unter einer Wölbung und zwiſchen
alen den Weg zum Chor, aber Wölbung und Säulen ſind nicht
XStein, ſondern aus lebendigem, atmendem Stoff.
Was iſt da geſchehen? Der Blick geht rückwärts in die Tiefen
AZeit.
Fünfhundert Jahre ſind es her, daß die Steinſäulen zerbra=
* Fünfhundert Jahre, ehe ſie fielen, drang in dieſe Wälder
Chriſtentum ein. Es legte die Axt an die heiligen Bäume,
Teren Rauſchen die Vorfahren Göttliches ahnten, und ſetzte
Ane an ihre Stelle, Kreuzſtämme, Kapellen, Mauern und
len.
Nun ſind die Steine längſt gefallen, und die Bäume haben
alten Plätze wieder eingenommen. Sie ſind genau in die
Mtapfen der Säulen getreten, ſie ſchließen ſich geordnet an ein=
Der, ſie wandern paarweiſe in gewaltigem Rhythmus zum Chor,
Lih deſſen Fenſter mit dem zerbrochenen Maßwerk tiefblau der
Aimel leuchtet.
Es iſt eine wunderbare Begegnung zwiſchen Natur und Geiſt.
euchtet etwas daraus hervor, das man eine verſchwiegene,
Kige Ironie nennen könnte. Indem dieſe Linden den alten
enſchritt nachahmen, ſieht man zwei große, langſame Ge=
Nenk ſich begegnen, die hoch über unſere ſchmalen Jahrhunderte
9 ihre Rede tauſchen. Die Natur tritt dem ſteinernen Geiſt=
T entgegen und nimmt doch ſeine Ordnung an. Sie fügt ſich
Eem Rhythmus und füllt ihn doch mit ihrem älteren Sinn. Man

heiten zuſammenſchließen können.
Da ein Reichszweckverbandsgeſetz offenbar in abſehbarer Zeit
nicht zu erwarten iſt, ſieht der Entwurf im Art. 19 vor, daß
die genannten heſſiſchen Körperſchaften ſich auch mit außer=
heſſiſchen
Körperſchaften zu einem Verband zuſam=
menſchließen
können. Wirtſchaftspolitiſch betrachtet iſt
bei der eigenartigen geographiſchen Lage Heſſens zweifellos
eine derartige Möglichkeit durchaus zu begrüßen. Rechtlich
macht dieſer Vorſchlag allerdings eine Reihe von erheblichen
Schwierigkeiten, die auch in den Vorberatungen der intereſſier=
ten
Verbände (Städtetag, Landkreistag) ſchon zu Tage getreten
ſind. Auffallend iſt zunächſt ſchon, daß bei der mit Recht für
Heſſen vorgenommenen Begrenzung auf Gemeinden, ſelbſtändige
Gemarkungen, und Provinzen für außerheſſiſche Beteiligte der
weiteſtmögliche Begriff Körperſchaften gewählt worden iſt.
Man hat dies deshalb getan, weil man zunächſt noch nicht weiß,
welche Beteiligten in der Geſetzgebung der Nachbarländer
noch für Zweckverbände zugelaſſen werden können. Man ſollte
aber bei dieſen Erwägungen nur auf die beſtehende außer=
heſſiſche
Geſetzgebung Rückſicht nehmen und zum mindeſten die
Möglichkeit der Mitgliedſchaft auf außerheſſiſche Körper=
ſchaften
öffentlichen Rechts beſchränken, da andere
wohl auch in den Nachbarländern wohl kaum je zu Zweckver=
bänden
öffentlichen Rechts zugelaſſen werden. Die vorgeſchla=
gene
weite Faſſung könnte übrigens auch inſofern zu Schwie=
rigkeiten
führen, als beiſpielsweiſe dadurch auch der Zuſammen=
ſchluß
des heſſiſchen Städtetags zum Reichsſtädtetag, des heſſi=
ſchen
Landkreistags zum Deutſchen Landkreistag im Gegenſatz
zu ſeither der miniſteriellen Genehmigung bedürfte. Andere
Schwierigkeiten liegen ja auch darin, daß auch der Zuſammen=
ſchluß
außerheſſiſcher Körperſchaften mit heſſiſchen in der Ge=
ſetzgebung
jener Länder wiro geſtattet ſein müſſen. Eine wirk=
lich
zweckmäßige und juriſtiſch einwandfreie Löſung dieſer Fra=
gen
kann eben nur durch ein Reichszweckverbandsgeſetz gefun=
den
werden.
Beſonders umſtritten iſt, auch in den erſten Verhandlungen
des Geſetzgebungsausſchuſſes des Landtages, die Frage des
Zwangszuſammenſchluſſes in Fällen, in denen ein freiwilliger
Zuſammenſchluß nicht erfolgt. Nach Art. 3 des Entwurfs ſoll
im öffentlichen Intereſſe die mangelnde Zuſtimmung eines
Beteiligten auf Antrag der Provinzialdirektion durch einen mit
Gründen verſehenenen Beſchluß des Provinzialausſchuſſes er=
ſetzt
werden können. Eine ähnliche Beſtimmung enthält bereits
der derzeitige Art. 196 Abſ. 2 der L.G.O., nur mit dem Unter=
ſchied
, daß es ſich dort um den Kreisausſchuß handelt. Der
Erſatz durch den Provinzialausſchuß iſt zu begrüßen, da der
Kreisausſchuß in der Regel nicht gern einen Zwang auf Ge=
meinden
des eigenen Kreiſes ausübt, aber außerdem auch ja
nach dem Entwurf Kreiſe ſelbſt beteiligt ſein können. Soll dem
Zweckverband auch eine Provinz angehören, ſo ſoll die man=
gelnde
Zuſtimmung irgendeines zu Beteiligenden auf Antrag
des Miniſters des Innern durch einen mit Gründen verſehenen
Beſchluß des Geſamtminiſteriums erſetzt werden. Dieſe Rege=
lung
widerſpricht derjenigen aller anderen deutſchen Länder
und iſt auch ſchon inſofern nicht glücklich, als nach einem der=
artigen
Beſchluß des Geſamtminiſteriums noch nachträglich nach
Art. 4, wie in allen Fällen der Zweckverbandsgründung, zur
endgültigen Bildung die Genehmigung des Miniſters des
Innern notwendig iſt. Es wäre wohl organiſch richtiger, bei
Beteiligung einer Provinz die mangelnde Zuſtimmung durch
einen nichtbeteiligten Provinzialausſchuß, und, wenn alle Pro=
vinzen
beteiligt ſein ſollten, durch den Verwaltungsgerichtshof
erſetzen zu laſſen. Nicht glücklich erſcheint auch die Regelung,
daß zur Herbeiführung eines Erſatzbeſchluſſes ein Antrag der
Provinzialdirektion notwendig iſt, der nach dem Wortlaut des
Entwurfs von dieſer geſtellt, oder auch nicht geſtellt werden
könnte, ſo daß der Provinzialdirektion wohl entſchieden ein
zu weitgehender Einfluß auf die Bildung eingeräumt würde.
Es wäre wohl richtiger zu ſagen: Auf Antrag eines Beteilig=
ten
. Wenn man den Zwang erſchweren will, könnte man auch,
wie nach dem derzeitigen preußiſchen Zweckverbandsgeſetz, den
Antrag von einem Drittel, oder, wie in Bayern und Württem=
berg
, von zwei Dritteln der Beteiligten verlangen.
Die Beſtimmung über die Satzung des Zweckverbandes ſind
ähnlich geregelt, wie ſeither in der L.G.O. Zu begrüßen iſt,
daß dem Schieosgericht die Entſcheidung aller Streitigkeiten,
die unter den Verbandsmitgliedern untereinander oder zwi=
ſchen
Verbandsmitgliedern und dem Verbande entſtehen, ent=

ſieht das Pendel der Zeiten ſchwingen. Man ſieht die uralte Mut=
ter
der jüngeren Ewigkeitskraft des Geiſtes begegnen und ihr
hier, zwiſchen den gebrochenen Mauern eines Bergdomes, ein Stück
des erkämpften Geländes wieder abgewinnen. Sanft und gewalt=
los
, nach ihrer Art.
Manchmal ſind mir dieſe Lindenbäume mit ihrem fröhlichen,
ſingenden Laubwerk wie Kinder erſchienen, die mit geſpieltem
Ernſt eine ſakrale Handlung der Erwachſenen, eben dieſes paar=
weiſe
Wandeln zum Altar, nachahmen. Manchmal ſah ich in
ihnen uralte Greiſe, die an einem neuen Ritus feierlich ſchreitend
teilnehmen und dabei ein vorweltliches Wiſſen, einen altertüm=
lichen
Väterglauben, in der Bruſt verſchließen. Manchmal ſah ich,
wie in ihnen di= Natur ſelbſt zum Beten kommt und mit tiefver=
lorenem
Grübeln den Weg zu der Stelle ſucht, wo vor Zeiten der
Altar ſtand. Denn auch die Kreatur ſucht, was ſie erlöſt.
Dieſes Suchens wird ſie im Menſchen inne, und daher kommt
es wohl, daß ihm dieſe Lindenbäume, die den Schritt der Stein=
ſäulen
wiederholen, ſo ans Herz gehen ſelbſt in dieſen hohen
Sommertagen, die Glanz ohnegleichen über Waldberge und Reben=
gelände
ausſchütten.
* Sommerliches Theaker in Frankſurk.
I.
Margot und das Jugendgericht.
Leichte Ware ſoll die Zuſchauer in das Theater locken; aber
auch das gelingt in der ſommerlichen Jahreszeit nur ſchwer.
Robert Adam, ein älterer Herr aus Wien, treibt mit dem
Jugendgericht ſeinen Spaß. Einen Spaß, der nicht bös gemeint
iſt; denn ſein Jugendgericht hat zwei Richter: einen milden
und einen ſtrengen, und meiſt behält der erſtere recht. Recht
bei den Erziehungsverſuchen an der lebensluſtigen Margot, die
durchaus nicht, wie vorgeſchrieben, um 8 Uhr abends zu Hauſe
ſein will, die auf dem Umweg über den reichen Futterhänoler
Leißer Niedergang ihre Mutter verſorgt, die dem Heilpädagogen
zur Freud’ſchen Unterſuchung die tollſten, nur nicht die erhoff=
ten
ſexuellen Träume vorſchwindelt und durch ähnliche Streiche
die Umwelt in Bewegung verſetzt.
Die Bewegung iſt allerdings nicht ſtark, die Komödie
Margot und das Jugendgericht, nicht bedeutend,
aber die Aufführung durch das Frankfurter Schauſpiel=
haus
ausgezeichnet.
Claire Winter gibt als Margot eine Miſchung von
Naivität, Verſtellung, Phantaſterei, die in ihrer Komik unbe=
zahlbar
iſt. Als dummſchlaue Mutter Margots iſt Mathilde
Einzig einzig. Kurt Katſch und Lilly Kann mauſcheln
das jüdiſche Futterhändlerpaar, in einer die Frankfurter be=
geiſternden
Echtheit. Der milde und ſtrenge Richter werden

ſcheiden ſoll, ſo daß die ordentlichen Gerichte künftig in allen
Verbandsangelegenheiten ausgeſchloſſen werden.
Während ſeither bei mangelnder freien Vereinbarung der
Satzung dieſe durch den Kreisausſchuß aufzuſtellen war, ſoll
dies künftig nach Anhörung der Beteiligten vom Miniſter des
Innern oder der von ihm bezeichneten Behörde geſchehen. Mit
Rückſicht auf die neu vorgeſehene Beteiligung von Kreiſen und
Provinzen wird hiergegen nichts einzuwenden ſein, zumal ja
die endgültige Genehmigung der Satzung nach Art. 6 ohnedies
beim Miniſter des Innern liegt und dieſer auch eine unterſtellte
Behörde delegieren kann.
Daß im Gegenſatz zum ſeitherigen Recht neben dem Ver=
bandsvorſteher
kraft Geſetzes der Verbandsausſchuß (Art. 813)
als Organ eingeführt wird, iſt zu begrüßen; es entſpricht dem
in der Praxis aufgetretenen Bedürfnis und der Geſetzgebung der
anderen deutſchen Länder. Ebenſo wird für richtig gehalten, daß
Beſtimmungen über die Rechtsverhältniſſe der Zweckverbands=
beamten
(Art. 14, 15) eingeführt werden und daß dieſe grund=
ſätzlich
auf Widerruf angeſtellt werden ſollen. Es erſcheint je=
doch
nicht angebracht, auch dann wenn Städte, Kreiſe und Pro=
vinzen
beteiligt ſind, im Geſetz feſtzulegen, daß die Beamten
unbedingt als ſolche einer Landgemeinde gelten müſſen. Im
Art. 14 Abſ. 1 wäre daher der Zuſatz angebracht: ſoweit nicht
die Satzung etwas anderes beſtimmt.
Die entſprechende Anwendung der Vorſchriften der Ge=
meindeordnung
auf das Vermögen, den Voranſchlag und das
Kaſſe= und Rechnungsweſen des Verbands iſt durchaus am
Platz. Dasſelbe gilt von den Beſtimmungen über die Staats=
aufſicht
.
Dagegen wird man mit der vorgeſehenen Regelung der
Auflöſung der Zweckverbände inſofern keineswegs einverſtanden
ſein können, als dieſe neben freiwilliger Auflöſung auch durch
einfache Verfügung des Miniſters des Innern ſoll erfolgen
können, wenn das öffentliche Intereſſe die Auflöſung erfor=
dert
. Hier ſcheinen vielmehr ähnliche Beſtimmungen ange=
bracht
, wie ſie für die Zwangsbildung der Zweckverbände oben
vorgeſchlagen worden ſind, nämlich, auf Antrag eines Beteilig=
ten
Entſcheidung durch den Provinzialausſchuß (hier vielleicht
mit Berufungsmöglichkeit beim Verwaltungsgerichtshof), bei
Beteiligung einer Provinz Entſcheidung durch den nichtbeteilig=
ten
Provinzialausſchuß, und bei Beteiligung aller Provinzen,
Entſcheidung durch den Verwältungsgerichtshof. Dieſe Rege=
lung
würde auch im Prinzip derjenigen in anderen deutſchen
Ländern entſprechen.
Daß ſchließlich in den Schlußbeſtimmungen die ſeitherigen
Gemeindeverbände der L.G.O. in das neue Zweckverbandsgeſetz
übergeleitet werden, iſt durchaus zu billigen.

Enkſcheidung des Staatsgerichtshofes
Leipzig, 13. Juni.
In der verfaſſungsrechtlichen Streitſache der Spitzenverbände
der Anwaltſchaft gegen die Heranziehung der Rechtsanwälte und
Notare zur Gewerbeſteuer hat der Staatsgerichtshof für das
Deutſche Reich die Anträge der klagenden Verbände zurückgewie=
ſen
, die auf Feſtſtellung der Verfaſſungswidrigkeit des preußiſchen
Gewerbeſteuergeſetzes vom 17. April 1930 ſowie auf Feſtſtellung
der Verfaſſungswidrigkeit des Art. 14 des badiſchen Finanzgeſetzes
für 1930/31 gingen.
In der Begründung führte der Vorſitzende, Reichsgerichtsrat
Präſident Dr. Bumke, nachdem er den Antragſtellern die Klage=
befugnis
abgeſprochen hat, unter anderem aus:
Dem Abſchnitt Rechtspflege in der Reichsverfaſſung iſt nicht
zu entnehmen, daß den Rechtsanwälten eine Form zugeſichert ſei,
mit der die Gleichſtellung mit einem Gewerbetreibenden unver=
einbar
ſein würde. Dieſer Abſchnitt ſtellt klar für die ordentliche
Gerichtsbarkeit, die Verwaltungsgerichtsbarkeit und die Unab=
hängigkeit
der Richter, eine Reihe von Grundſätzen auf, unter=
läßt
aber die weitere Regelung, insbeſondere hinſichtlich der
Stellung der berufsmäßigen Parteivertreter und Verteidiger der
einfachen Geſetzgebung. Auch der Begriff des Gewerbes iſt in
der Reichsverfaſſung nicht feſtgelegt. Die Vorſchrift des Art. 7
Nr. 16 RV., nach der das Reich die Geſetzgebung für das Ge=
werbe
hat, bezieht ſich nur auf das polizeiliche Gewerberecht, und
ſie läßt nicht den Schluß zu, daß die auf dem Gebiet der Gewerbe=
polizei
in Reichsgeſetzen getroffene Abgrenzung des Gewerbebe=
griffes
für das Steuerrecht maßgebend ſein ſoll. Auch in den üb=
rigen
herangezogenen Vorſchriften der Reichsverfaſſung (Art. 142
S. 2, Art. 158, Art. 165 Abſ. 3 S. 2, Art. 151 Abſ. 1 S. 1) iſt kei=
nerlei
Beſtimmung zu finden, die einer Heranziehung der Rechts=
anwälte
zur Gewerbeſteuer entgegenſtehen würden.

von Engels und Verhoeven geſchickt gegenübergeſtellt; Kitty
Stengel ſpielt eine ſympathiſche, ſaubere Jugendfürſorgerin.
Das Ganze wiro hübſch zuſammengehalten von der Spielleitung
F. P. Buchs.
II.
Hellſeherei.
Georg Kaiſers Dramen konnte man früher als Denk=
Spiele bezeichnen: dieſes iſt nur eine Denk=Spielerei,
Die junge Frau hat auf dem Ball den von dem Gatten
geſchenkten Ring verloren. Der Hellſeher verkündet ihr, wo der
Ring zu finden ſei; gleichzeitig behauptet er daß ihr Gatte
in derſelben Nacht ſie betrogen habe. Nun ſtellt ſich ihr die
Zweifelsfrage: ſoll ſie den Ring ſuchen? Hat der Hellſeher in
dieſem Punkt recht, dann wird er auch im zweiten nicht gelogen
haben. Größer als die Sehnſucht nach der Wahrheit iſt die
Furcht vor der Wahrheit!
Arthur Schnitzler hat das gleiche Problem in einer reizen=
den
Anatol=Szene, der Frage nach dem Schickſal, geſtaltet;
Schnitzler warm und blutvoll, wo Georg Kaiſer ſpieleriſche
Gedanken=Konſtruktion treibt. Immerhin aber Konſtruktionen,
denen man bei gutem Willen mit Intereſſe folgen kann.
Im Neuen Theater war Herbert Wahlen mit Ge=
ſchick
beſtrebt, dem Geſellſchaftsſpiel der Hellſeherei
glaubhafte Formen zu geben. Max Wittmann, in Darm=
tadt
von der Vorunterſuchung beſtens bekannt, war als
Hellſeher eine ausgezeichnete Miſchung von Selbſtüberzeugung
und Scharlatanerie, ein Sinnbild der Halbheit alles dekorativen
Lebens. Zwei Gäſte wirkten mit: Trude Weſſely aus
Wiesbaden gab in weichen, ausdrucksvollen Zügen die Frau,
Käte Bierkowſky aus München in ſicheren, herben Formen
die abenteuernde Verführerin.
Z.

Wenn Sie reiſen wollen befragen Sie das Juniheft der
neuen linie‟l Es ſchlägt Ihnen etwas vor: die Schweiz ſchlägt
es Ihnen vor, und es weiß, warum. Wenn Sie den meiſterhaften Auf=
ſatz
Ein Staat ein Volk von dem bekannten Eduard Behrens
geleſen haben, werden Sie es auch wiſſen: die Schweiz iſt intereſſant.
Gewöhnlich denkt man nur, daß ſie ſchön iſt. Schweizer Burgen, Schwei=
zer
Städte, Schweizer Gehöfte, Schweizer Villen, Schweizer Berge,
Schweizer Seen, Schweizer Schickſal und Abenteuer ſoviel Bilder,
ſoviel Eindrücke intenſiv gelebten Lebens. Dagegen ſteht ausgezeichnet
die ſarkaſtiſche Kritik Zuberbühlers an unſerem tagtäglichen
Leben aus der Konſerve‟. Auch der Modeteil hat beſonderen kultur=
kritiſchen
Einſchlag. Vom Baum der Erkenntnis plaudert Gabriele
Eckehard, und wie die erſten Menſchen im Paradieſe werden Sie
daraufhin wiſſen, was gut und böſe iſt; nackte Arme, nackte Beine
und was man lieber nicht ausziehen follte. Dazu ein charakteriſti=
ſches
Problem für die Modegläubigen: Iſt die See eigentlich noch Waſ=
ſer
oder iſt ſie nur noch Strand?. Für Sommertage und Sommerabende
viele ſchöne Neuigkeiten. Und für den Herrn, der lange ſchon trachtet,
erleichtert zu werden, ein eigener Beitrag zur Reform ſeiner Kleidung=

[ ][  ][ ]

Seite K

Sonntag, den 14. Juni 1931

Nummer 16.7

Pruftveneſchaftsnvergade in Zruntreic.
Kein Rückkrikk des Kabinetts Laval.

Paris, 13. Juni.
Am Samstag fand um 14.40 Uhr im Elyſée die feierliche
Uebergabe der Präſidentſchaft an Doumer ſtatt. Präſident Dou=
mer
war vom Miniſterpräſidenten Laval im Senatsgebäude ein=
geholt
worden. Beide begaben ſich im offenen Wagen, geleitet
von zwei Schwadronen republikaniſcher Garde, durch feſtlich be=
flaggte
Straßen zum Elyſée, wo Präſident Doumergue, umgeben
von den Mitgliedern des Kabinetts, den Präſidenten und Vor=
ſtänden
ſowie Mitgliedern von Senat und Kammer, Präſident
Doumer und Miniſterpräſident Laval erwartete. In ſeiner An=
ſprache
an den neuen Präſidenten der Republik erklärte Präſident
Doumergue, daß die Nation den Patriotismus, den Charakter
und die zähe Arbeitskraft Doumers erprobt habe. Sie wiſſe, daß
dieſe Eigenſchaften innenpolitiſch für die Wahrung und den Fort=
ſchritt
der republikaniſchen Einrichtungen ſich auswirken würden,
und außenpolitiſch wiſſe Frankreich die bevorzugte Stellung zu
wahren, die es dank ſeiner Opfer und ſeiner Selbſtloſigkeit glor=
reich
, wenn auch unter Opfern erobert habe. Für die Erfüllung
dieſer Aufgaben werde der neue Präſident im Parlament eine
wertvolle Stütze finden.
Doumergue dankte dem Präſidenten und den Vorſtänden von
Kammer und Senat für die ihm während ſeines Septennates
gewährte Unterſtützung. Der Präſident der Republik, Paul Dou=
mer
, erwiderte, daß der einmütige Dank der Nation den ſchei=
denden
Präſidenten begleite. Das Land werde nicht vergeſſen,
daß ſich Präſident Doumergue während ſeines Septennates in
ſchwierigen Stunden als optimiſtiſches Staatsoberhaupt erwieſen
und beruhigend und ermutigend gewirkt habe. Er, Doumer, werde
ſich bei Ausübung der ihm übertragenen Befugniſſe den ſcheiden=
den
Präſidenten als Vorbild nehmen. Er rechne darauf, daß die
Unterſtützung von Kammer und Senat ihm zur Aufrechterhaltung
der republikaniſchen Legalität, die die Bedingung für den inne=
ren
und äußeren Frieden ſei, nicht fehlen werde. Dieſem Frieden

bleibe das Land nach dem glorreichen und ſchmerzlichen, aber
heroiſch ertragenen Verluſten mehr denn je zugetan.
Nach Uebergabe der Staatsgewalt, die auch in der Ueber=
reichung
des Großkreuzes der Ehrenlegion an Präſident Doumer
zum Ausdruck kam, begab ſich der neue Präſident der Republik
in Begleitung von Miniſterpräſident Laval in das Pariſer Nat=
haus
, wo ihm vom Gemeinderat ein offizieller Empfang bereitet
wurde.

Miniſterpräſident Laval hat anſchließend an die Präſident=
ſchaftsübergabe
dem neuen Präſidenten der franzöſiſchen Republik,
Doumer, das Rücktrittsgeſuch des Kabinetts überreicht. Präſident
Doumer lehnte jedoch eine Demiſſion des Kabinetts ab, ſo daß
dieſes in ſeiner bisherigen Zuſammenſetzung weiterhin die Ge=
ſchäfte
führen wird.

Vor ftürmiſchen Auseinanderſetzungen
in der franzöſiſchen Kammer.

Die Tatſache, daß das Kabinett Laval unverändert mit Ari=
ſtide
Briand als Außenminiſter im Amte bleibt, dürfte am kom=
menden
Dienstag, wenn das Kabinett vor das Parlament tritt,
nach Verleſung der Botſchaft des neuen Präſidenten in der Kam=
mer
zu einer ſtürmiſchen Auseinanderſetzung Anlaß geben. Wie
bereits berichtet, will der Abgeordnete Franklin=Bouillon den
Miniſterpräſidenten über die Zuſammenſetzung der Regierung, d.
h. über die Beibehaltung Briands interpellieren, und auch der
Abgeordnete Louis Marin wird eine große Anfrage an die Re=
gierung
ſtellen. Beide Gegner Briands ſollen noch geſtern Mini=
ſterpräſident
Laval dringend erſucht haben, ſeinen Außenminiſter
fallen zu laſſen, und Louis Marin ſoll ſogar gedroht haben, daß
er und ein großer Teil ſeiner Freunde andernfalls gegen die
Regierung ſtimmen würden.

Die franzöſiſch=rufſiſchen Wirkſchaftsverhandlungen.

Der Paris Sour meldet über die franzöſiſch=ruſſiſchen Wirt=
ſchaftsverhandlungen
, der Führer der ruſſiſchen Delegation, Dvoi=

latzky, hätte den Franzoſen eine Liſte von Lieferungsaufträge=
Höhe von 135 Millionen Goldrubel (gleich 1650 Millionen Fs
ken) überreicht, die Schiffe, Maſchinen, Werkzeuge, Metall
Wolle umfaßten. Dieſe Aufträge würden den Franzoſen zur 29
führung übergeben werden, wenn Frankreich der Sowjetregie=
Kredit gewähre und ein Handelsvertrag zwiſchen den beiden
dern perfekt würde, der die Meiſtbegünſtigungsklauſel vorſſh
müſſe. Dieſe Klauſel würde beſonders die ruſſiſche Einfuhr
Mangan=Eiſen, Getreide, Kohle und Nahrungsmitteln zu gümd
gen Bedingungen erlauben. Die Frage der Vorkriegsſchu,d
ſtehe offiziell nicht auf dem Verhandlungsprogramm. Immee
würde ſich die ruſſiſche Regierung nicht weigern, mit den Fo
zoſen darüber auf der Baſis der ſeinerzeit von Rakowſki und A)
caré gemachten Vorſchläge zu verhandeln. Das Blatt gibt ſch
lich dem Wunſche Ausdruck, daß gelegentlich der Verhandluz
Vereinbarungen getroffen würden, um der ſowjetruſſiſchen Pmy
ganda in Frankreich und ſeinen Kolonien ein Ende zu machre
Schwere Tumulke in Südikalien.
EP. Rom, 13. Ju.
In der kalabreſiſchen Stadt Nicaſtro haben ſich, wie
Giornale d’Italia meldet, ſchwere Tumulte infolge des
bots der Geiſtlichkeit, am heutigen Todestage des heiligen
tonius, des Schutzpatrons der Stadt, die bisher übliche Prozsef
abzuhalten. Als das Verbot der Geiſtlichkeit bekannt wurde=!7
mächtigte ſich der Bevölkerung eine lebhafte Erregung. Tauſſy
von Bauern und Bäuerinnen rotteten ſich erregt in den Str=ß /
zuſammen und ſtießen Proteſtrufe gegen die geiſtlichen Behö=
aus
, die die Prozeſſion unterſagt hatten. Die Zivilbehörden
ten für den Schutz der geiſtlichen Gebäude, Kirchen und
Biſchofs=Sitzes mit allen verfügbaren Polizei= und Truppen-/ I.
ten. Die Menge verſuchte, den Biſchofs=Palaſt zu ſtürmen, gy
den ſie einen regelrechten Steinhagel eröffnete. Durch das ſch-u
Eingreifen von Polizei und Truppen konnte der Angriff u-
drückt
werden. Es gelang dieſen nur mit Mühe, die er
Menge im Zaume zu halten, die in die St. Antonius=Kirche
in das benachbarte Kloſter eindringen wollte. Die Truppen nu
ten Schreckſchüſſe abgeben. In dem Handgemenge wurden A nu zollten,
Soldaten, zwei Carabinieri und zwei Demonſtranten verletz! unſeren

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Mummer 163

Aus der Sanveshaupiktadt.
Darmſtadt, den 13. Juni 1931.
Blumen und Menſchen.

Sonntag, den 14. Juni 1931

Seite 5

SMan ſchreibt uns: Blumen und Menſchen ſind, ſchon von
sher ſehr eng miteinander verbunden, ja, man kann ruhig
gerr, die Blumen begleiten den Menſchen auf ſeinem Lebens=
Schon in dem Augenlick, wo der junge Erdenbürger das Licht
Welt erblickt, ſpendet man Blumen. Wie oft ſchon hat am
ankenbett ein friſcher Blumenſtrauß den Menſchen wieder er=
ſhrt
, und immer wieder Blumen ſind es, womit die Menſchen
je Anteilnahme bezeugen und zum Ausdruck bringen, ſie folgen
zwwörtlich mit den ſterblichen Uebereſten der Menſchen blühend
Eühle Grab und laſſen ſich ſelbſt mit begraben.
Die Königin aller Blumen iſt die Roſe. Ihre Heimat iſt
Deutſchland, ſondern, ſie iſt ein Kind des Morgenlandes
ſeitaſien . Teheran, Perſien uſw. Ihr Urſprung reicht bis in
letzte Viertel des letzten vorchriſtlichen Jahrtauſends zurück,
wie wir das heute noch tun, betrachteten die alten Kultur=
er
Vorderaſiens, wie auch die Griechen und Römer, die Roſe
Königin der Blumen.
Dieſer Anſchauung gibt Achilles Tatius beredten Ausdruck,
mi er ſagt: Wenn Zeus der Blumenwelt eine Königin hatte
gen wollen, ſo hätte er die Roſe dazu gemacht, denn ſie iſt die
we der Erde, der Stolz der Pflanzenwelt, die Krone der Blu=
m
der Purpur der Wieſen, der Abglanz alles Schönen. Sie iſt
Liebe voll und ſteht im Dienſte der Aphrodite. Sie prangt
Huftenden Blüten und wiegt ſich auf beweglichem Laube, das
des fächelnden Zephyrs erfreut. Sie war aber nicht nur das
nbol der Liebesgöttin und ihr geweiht, ſondern ſoll nach alt=
gechiſcher
Sage direkt von deren Blut die rote Farbe erhalten
den. Das ſagt uns ein ungenannter Dichter in der Geoponika:
Roſe war urſprünglich weiß und geruchlos. Einſt ritzte Aphro=
ihren
Fuß an einem Roſenſtachel, und von dem hervorquellen=
Blut der Göttin nahm die Roſe ihre rote Farbe und den
hkgeruch an.
Zu uns kam die Roſe vermutlich durch Kreuzfahrer, welche
ihren Königen zum Geſchenk machten und letztere ſie in ihren
Erien und Parks anpflanzten und ihnen die größte Aufmerkſam=
* zollten. In den letzten Jahren fand dieſe ſchöne Blume auch
hunſerem engeren Heimatlande immer mehr Freunde, ſo daß
heute von Gartenfreunden zum Teil ſchon maſſenweiſe an=
aflanzt
wird, zumal wo in unſerer Heimat in Steinfurth bei
80=Nauheim die vielen Roſenkulturen dort den Bewohnern Ar=
ſit
rund Brot geben. Auch iſt die Roſenausfuhr gerade von Stein=
uh
, und Umgebung derart gediehen, daß ſie heute als nennens=
wter
Faktor im Staatshaushalt erwähnt zu werden verdient.
Im Frühjahr ſind hier auf dem Markt uſw. ganze Laſtautos.
z0 mit Roſen abgeſetzt worden. Auch werden, wie in den ver=
gagenen
Jahren, in dieſem Sommer im Roſengarten
fan kfurter Straße 79. Ausſtellungen von neuen und neueren Sor=
dieſer
ſchönen Blume unentgeltlich ſtattfinden. Der Roſen=
gten
ſelbſt wird in dieſem Jahre zum erſten Male im Laufe des
A
Syaners in ſeiner ganzen Pracht den Beſuchern ſich zeigen.
F. A.

Fubiläum. Am 16 Juni 1931 begeht der in Darmſtadt be=
hnre
Verwaltungs=Oberſekretär Heinrich Heppenheimer
m 40jähriges Dienſtiubiläum beim Standesamt Darmſtadt. Als
ſüt ger und zuverläſſiger Beamter bekannt, hat er es während
dier langen Zeit verſtanden, ſich durch ſein freundliches und zu=
ukemmendes
Weſen die Sympathie aller mit dem Standesamt
mBerührung kommenden Perſonen zu verſchaffen.
Heſiſches Landeskheaker.
Großes Haus

8ronntag, 14. Juni

Montag, 15. Juni

Tienstag. 16. Juni

Mittwoch, 17. Juni

Donnerstag, 18. Juni

Freitag. 19. Juni

Samstag, 20. Juni

Sonntag, 21. Juni

17.3022.30 Uhr Gaſtſpiel Hans Grahl
P6, M6. Darmſt. Volksbühne Gr. 11V
Abſchiedsvorſtellung Dr. Karl Böhm
Die Meiſterſinger von Nürnberg

Geſchloſſene Vorſtellung
Viktoria und ihr Huſar

Keine Vorſtellung

20, Ende nach 22.30 Uhr.
C25
Gaſtſpiel Hans Grahl
Cavalleria rusticana hier.: Der Bajazzo
Preiſe 110 Mk.
Wahlgutſchein. u. Operngutſchein. d. Gr Hauſ. gültig

19.30 Ende gegen 22.30
Ait=Heidelberg

Außer Miete
Pr. 0.50-5 Mk.

19.30, Ende gegen 22,30 Uhr. D 26
Die drei Musketiere Pr. 110 Mk

19.3022.30 Uhr.
Die drei Musketiere

B 25
Pr. 110 Mk.

F 27
19.30, Ende gegen 22.30 Uhr.
Die drei Musketiere Pr. 110 Mk

Kleines Haus

Montag, 15. Juni

Dienstag, 16. Juni

Samstag, 20. Junt

2022.30 Uhr. Miete T Gr. 3,4, 5, 6, 7,8
Zum 1. Male: Die Silberſchnur
Preiſe 15 Mk.

2020 Uhr Halbe Preiſe 0.603 Mk.
Sturm im Waſſerglas.

20, Ende gegen 21.30 Uhr. Pr. 1.2,3 Mk.
Tanz=Abend Edith Bielefeld

Kaſtſplele des Hefſiſchen Landestheaters in Bad=Nauheim
Sonntag, den 14. Juni 1931: Alt=Heidelberg
Mittwoch, den 17. Juni 1931: Lady Fanny
Sonntag, den 21. Juni 1931; Die Silberſchnur
daſtſplele des Hefſiſchen Landestheaters in Baden=Baden
) Dienstag, den 16. Juni 1931: Ariadne auf Naxos
Heſſiſches Landestheater. In der heute ſtattfindenden Auf=
lrrng
Die Meiſterſinger von Nürnberg verab=
ledet
ſich Generalmuſikdirektor Dr. Karl Böhm vom Darm=
hAter
Publikum, um an ſeinen neuen Wirkungsort Hamburg
Xrzuſiedeln. In der Partie des Stolzing gaſtiert Hans Grahl.
* übrigen Rollen ſind mit Lohmann, v. Stoſch, Herrmann. Ja=
s
und Vogt beſetzt. Es ſei ausdrücklich auf den frühen An=
e
9 um 17.30 Uhr hingewieſen. Ein weiteres Gaſtſpiel von
Ms Grahl findet Mittwoch, den 17. Juni, als Bajazzo
9t. Am gleichen Abend gelangt Cavalleria ruſticana, von
NScagni zur Aufführung. Operngutſcheine und Wahlgutſcheine
Großen Hauſes haben Gültigkeit. Die Vorſtellung wird der
Nete C zugeteilt. Morgen Montag findet im Kleinen Haus
Premiere des Schauſpiels Die Silberſchnur von Ho=
T). deutſch von Matthias, ſtatt. Inſzenierung: Siegfried Nürn=
ger
; Bühnenbild: Elli Büttner; in den Hauptrollen: Gothe,
Mradi, Karzau Kutſchera, Leitner. Fräulein Inge Conradi
79 in der Rolle der Chriſta letztmalig am Heſſiſchen Landes=
ſter
auftreten, ſie iſt von Direktor Karl Heinz Martin an die
Alsbühne in Berlin engagiert worden.
Spielplanänderung. Die Vorſtellung Der Hauptmann
Köpenick am Dienstag, dem 16. Juni, fällt aus. Im Kleinen
As findet dafür am gleichen Tage zum letzten Male Bruno
Rnks erfolgreiche Komödie Sturm im Waſſerglas zu halben
eiſſen (0,603 00 Mk.) ſtatt. Die für Donnerstag, den 18.
W. für die Miete B vorgeſehne Aufführung Die drei Mus=
Vere wird auf Samstag, den 20. Juni, verlegt. Am Donners=
lommt
dafür im Großen Haus außer Miete Alt=Heidelberg
Vorſtellung zu halben Preiſen (0,505,00 Mk.) zur Auf=
ſrung
.

Darmſtädter Wörter in Gefakr.

Gibt es eine einheitliche deutſche Sprache? Gewiß, das. was
wir, das Schriftdeutſche nennen.
Aber jeder weiß, daß daneben die Fülle der deutſchen Mund=
arten
ein blühendes Leben lebt. Zwiſchen beiden dem Schrift=
deutſch
und der Mundart jedoch ſteht die Umgangsſprache‟,
eine Sprache die vielleicht ſchriftdeutſch ſein ſoll, aber doch in
Ausſprache, Tonfall, Satzbau und Wortſchatz der Mundart nahe
ſteht. Wer erkennt nicht ſofort auch im Vortrag reinſten
Deutſches den Württemberger vor dem Bayern, vor dem Sach=
ſen
, den Schleſier oder den Hamburger, ſelbſt wenn alle glauben,
ſchriftdeutſch zu reden? Und braucht man nicht nur die Ohren
herauszuhalten aus dem Zug, der Deutſchlands Gauen durchfährt,
um zu hören, wo man ſich befindet, ſelbſt wenn man nur ſchrift=
deutſch
redende Gebildete anhörte?
Urſprünglich hat nämlich die Schrift= und Umgangsſprache
jeder Gegend ein ausgeprägtes Antlitz, das deutſch iſt ge=
wiß
! , aber eben doch vom Boden, von der engeren Heimat zur
Sonderart geprägt wurde.
Während nun der Norddeutſche z. B. an den Ausdrücken, die
ihm als ſchriftdeutſch gelten auch wenn ſie nicht jedem Deutſchen
geläufig ſind mit großer Beharrlichkeit feſthält und nament=
lich
ſüddeutſche Ausdrücke in ſeine Sprache kaum eindringen läßt,
neigt die Sprache der Darmſtädter Gegend dazu, ihre Eigenart
abzuſchleifen und Eigengut preiszugeben zugunſten von nicht ein=
heimiſchem
Sprachgut.
So gab es früher hier nur die Metzelſuppe, die gewiß
auch noch häufig gefeiert wird. Aber ſchon macht ſich mehr und
mehr das Schlachtfeſt breit. An ſich iſt beides freilich das
gleiche, aber unſere Metzelſuppe bezeichnet das Weſentliche dieſes
Feſtes das in gemeinſam mit Freunden in Fröhlichkeit ein=
genommenem
Eſſen von friſch Geſchlachtetem beſteht beſſer
als das Schlachtfeſt und ſo beſteht kein Grund, das altherge=
brachte
Wort verdrängen zu laſſen. Ebenſo braucht es hier nicht
Schlachterei zu heißen, wie man es ſchon ſieht.
Während noch vor einigen Jahrzehnten das norddeutſche Wort
Sahne in Darmſtadt ganz unbekannt war, hat es jetzt das ein=
heimiſche
Wort Rahm, ſchon faſt ganz verdrängt. Beſonders iſt
Schlagſahne das wohl noch allein gültige Wort für dieſe be=
liebte
Leckerei.
Auch der Schmierkäſe oder weiße Käſe fängt an,
ſich zu verflüchtigen. Der Quark ſetzt ſich an ſeine Stelle, und
ſchließlich wird der Darmſtädter ſtatt Gequellte mit
Schmierkäs norddeutſch Pellkartoffeln mit Quark auf dem
Tiſch haben. Dazu dann um Gotteswillen keine Weck mehr,
ſondern hoch vornehm das Brötchen. Freilich, der Waſſer=
weck
und der Blechweck, die wanken noch nicht. Kann ſich der
Darmſtädter vorſtellen, ein Waſſerbrötchen oder ein Blechbröt=
chen
zu verzehren? Aber das Milchbrötchen hat ſich bereits
über den Weck erhoben, und in den beſſeren Gaſthäuſern, die
vielleicht auch feiner Reſtaurant heißen gibt es nur noch
Brötchen.
Dazu kauft man ſich dann vielleicht einen Bückling, Früher
freilich gabs das hierzulande nicht. Da kannte man nur den

Bücking. Aber man macht ſo viele Verbeugungen (Bücklinge!).
daß der norddeutſche Bückling auch unſer Räucherfiſch zu wer=
den
droht.
Da wir gerade am Räuchern ſind Geräucherte Fleiſch=
waren
tauchen ſchon hier und da als Rauchwaren auf. Sehe
ſich jeder vor, der ſich eine Pfeife ſtopfen will, daß er nicht von
dieſen Rauchwaren in den Pfeifenkopf bekomme, und eine Ver=
wechſelung
mit Rauchwerk (Pelzwaren) möchte gleichfalls unan=
genehm
werden. Denn jede Dame hat heutzutage ihren Pelz, wie
früher die Darmſtädter Heiner Kappen auf hatten, auch wenn
ſie hochdeutſch ſprachen. Zurzeit freilich haben ſie faſt nur noch
die feinere (2) Mütze auf dem Kopf, damit’s ihnen nicht auf
den Kopf tröpfle, etwa von der Dachkandel‟ Ver=
zeihung
! Das gibts ja bald auch nicht mehr. Die Kandel (eigentlich
müßte es ja der Kandel heißen) alſo die Kandel iſt eine
papierne Dachrinne geworden, und das Kandelrohr ein Ab=
fallrohr
(oh, wie fein!). Und das Waſſer vom letzten Regen=
guß
ſtrömt auch vornehm durch die Straßenrinne und nicht
mehr durch das Alt=Darmſtädter Floß. Und der Kehrſel=
Eimer (der echt heinerſche Dreckaamer) hat auch eine vor=
nehmere
Geſtalt, ſeit die Sadt die Kehrichtabfuhr auf Bürgerkoſten
mit Staatswagen betreibt. Er heißt jetzt Müll=Eimer, und
unſer Kehricht, Kehrſel, hat ſich nordwarts ausgerichtet und ſchreibt
ſich Müll. Und die Hausfrau wird auch feiner und fängt an.
norddeutſch zu plätten ſtatt altmodiſch zu bügeln, was
der Schneider freilich noch tut. Und darf mans ausſprechen?
der feinere Darmſtädter geht nicht mehr auf den Abritt‟. Er
verfeinert ſich von Zeit zu Zeit. Zunächſt der Abort dann die
Toilette, dann das W. C.. dann ja höher, als engliſch
kanns wohl nicht gehen. Oder?
Auch deutſch kann mans vornehm treiben. Gärtnerei wie
gering! Gartenbaubetrieb, ſo iſts annähernd ange=
meſſen
. Zum Kochen, nein, mindeſtens Zu Kochzwecken, und
jeder Laden iſt längſt zum Haus geworden.
Mann und Frau, Kind und Greis jedes hat den Drang
nach oben. So hätten früher alle richtig geſchrieben. Jetzt aber
wackelt auch dieſe ſächliche Form, die einzig richtige zur Zuſam=
menfaſſung
von männlichem und weiblichem Geſchlecht, und Frauen
ſind ſogar ſchon ſo unklar über ihr Geſchlecht geworden, daß man
ſagen hören kann, jeder von uns . Iſt ein Mann dabei, ſo heißts
ſicher jeder ſtatt des richtigen jedes,
Zum Schluß noch ein paar Worte zur Urſache obiger Zufalls=
erſcheinungen
. Außer in allgemein menſchlichen Eigenſchaften liegt
das an der Einbettung der Darmſtädter Sprache in einem ſtark
vom Verkehr durchpulſten Uebergangsgebiet zwiſchen nord= und
ſüddeutſcher Sprachart und der damit und mit der Eigenart
der Bewohner verbundenen Neigung zur Abſchleifung der
Sprache. Aber im Bewahren einheimiſcher Wörter
und einheimiſcher Art dürften wir ſtandhafter
ſein.
Ueber obigen Gegenſtand wurde in dem Vortrag des Sprach=
vereins
am Donnerstag berichtet.
Ernſt Luckow.

Kammer=Chorſänger Adolf Klotz, der ſeit 1881 dem Chor
des Heſſiſchen Landestheaters als 1. Baß angehört, feiert ſein
50jähriges Berufsjubiläum. Er iſt gebürtiger Darmſtädter und
trat mit 19 Jahren in den Verband des Heſſiſchen Landesthea=
ters
ein. Er hat auch in zahlreichen kleinen Geſangspartien mit=
gewirkt
, in denen er beſonders als Nachtigall in den Meiſter=
ſingern
auffiel. Er wird in der heute ſtattfindenden Meiſter=
ſinger
=Aufführung zur Feier ſeines Jubiläums dieſe Partie wie=
der
ſingen.
Bruno Harprecht eröffnet die Sommerſpielzeit im Kleinen
Haus des Landestheaters mit dem amüſanten Luſtſpiel Arm
wie eine Kirchenmaus von Ladislaus Fodor. Für die
durchſchlagende Wirkung dieſes ausgezeichneten Werkes ſprechen
ſchon ſenſationelle Aufführungsrekorde an allen Bühnen des In=
und Auslandes, von denen es Berlin allein auf über 500 Wieder=
holungen
brachte; Ziffern, die ſeit den Tagen eines Blumenthal=
Kadelburg und den Zeiten der Spaniſchen Fliege (die übrigens
in Kürze ebenfalls wiederum ihr liebenswürdiges Unweſen in
Darmſtadt treiben wird) von keinem Werke der heiteren Muſe
auch nur annähernd erreicht worden ſind. Kommt noch hinzu, daß
die bevorſtehenden Aufführungen eine hervorragende Beſetzung
der Hauptrollen mit Hildegard Warſitz, dem ausgezeichneten Mit=
glied
des Deutſchen Schauſpielhauſes Hamburg, und Bruno Harp=
recht
aufweiſen; zwei Künſtler, die dem Darmſtädter Publikum zu
ein paar Stunden herzerquickender Fröhlichkeit und der Sommer=
ſpielzeit
zu einem Eröffnungserfolge verhelfen werden. Die
Axonnement=Einzeichnung für die Sommerſpielzeit,
für die ſich Direktor Harprecht eine Anzahl erfolggekrönter Neu=
heiten
ſicherte, beginnt am Montag, dem 15. Juni. 9 Uhr, bei der
Mietabteilung.

Schulungswoche der Dentſchen Burſchenſchaft.
Vom 29. Juni bis 4. Juli dieſes Jahres hält die Deutſche
Burſchenſchaft auf Schloß Lichtenberg (Odenwald) eine
regionale Schulungswoche ab für die Burſchenſchaften der Hoch=
ſchulen
Marburg, Gießen, Frankfurt a. M., Würzburg, Darmſtadt,
Heidelberg und Karlsruhe über:

Vermögenssteuer, Erklärungen

9199b

auch auswärts

Felix Graetz, Darmstadt, Georgenstr. 9, Fernspr. 2637

Die ſeitherige günſtige Entwicklung der hieſigen Vertretun=
der
Hamburg=Amerika=Linie als Schiffsagentur hat im letzten hal=
ben
Jahr eine unerwartete Ausdehnung angenommen, daß ſich
Herr Karl Preuß bei vollſtändiger Aufrechterhaltung ſeines Bank=
geſchäfts
Friedrich Zaun entſchloſſen hat, die Schiffsagentur in ein
zeitgemäßes Reiſebüro zu erweitern. Dieſes Reiſebüro wird unter
dem Namen Reiſebüro der Hamburg=Amerika=Linie als wei=
tere
Abteilung des Bankgeſchäfts Friedrich Zaun geführt und be=
findet
ſich in den Geſchäftsräumen Luiſenplatz 1 (gegenüber dem
Miniſterium). Das Reiſebüro der Hamburg=Amerika=Linie iſt zu=
gleich
Buchungsſtelle für alle Flüge der Deutſchen Lufthanſa und
alleinige Buchungsſtelle für Zeppelinfahrten. Endlich beſorgt
dasſelbe Reiſekredit=Briefe des Mitteleuropäiſchen Reiſebüros
und wechſelt deutſches Geld in fremde Valuten ſowie fremde Va=
luten
in deutſches Geld um. (Siehe Anzeige.)

Biaut. Raiskenernsaurdadraafktäne
Empfehle meine preiswerten Mittag- und Abendessen
Im Abonnement 10%, Ermäßigung
2176
ff. Ausschankweine von 50 ₰an, bestgepflegte Spezialbiere

Gasvortrag. Jede Hausfrau iſt heute vor die Notwendig=
keit
geſtellt, den Haushalt mit dem geringſten Aufwand zu führen.
Hierzu ſind die Gasgeräte die getreueſten Helfer, da ſie ein ſpar=
ſames
Wirtſchaften ermöglichen. Neben dem modernen Gasherd,
der durch ſein billiges, ſauberes und raſches Arbeiten faſt in jeder
Haushaltung Verwendung findet haben die gasbeheizten Klein=
warmwaſſerbereiter
eine ſtarke Ausbreitung gefunden. Geringe
Anſchaffungs= und Betriebskoſten ſind Forderungen, denen durch
Ratenzahlung und Sondertarife durch das Gaswerk entſprochen
wird. Die Apparate ſind Durchlauferhitzer und zeichnen ſich durch
ſtete Betriebsbereitſchaft aus. An den Waſſerhahn angeſchloſſen,
mit billiger Gaszuleitung verſehen, liefern die Apparate heißes
Waſſer bis zu 60 Grad Celſius. Die Geräte werden im nächſten
Gasvortrag am Donnerstag, den 18 Juni 1931, abends 8 Uhr, im
Bürgerhof, Eliſabethenſtraße 2 beſprochen und in Betrieb vor=
geführt
. Allen Vortragsbeſuchern wird nach dem Vortrag jede
gewünſchte Auskunft erteilt. (Siehe heutige Anzeige.)
* Billiges Benzin? Es wird uns mitgeteilt, daß der Allge=
meine
Deutſche Automobil=Club. Gau 3a, Frankfurt a. M., Ver=
bindungen
angeknüpft hat, um Benzin für ſeine Mitglieder direkt
zu beziehen. Eine Anzahl Mitglieder haben dem A.D.A.C. ihre
Pumpen zur Verfügung geſtellt. Der Preis für das Benzin wird
ſich auf 30. Pf. pro Liter ab Pumpe ſtellen.

Außenpolitik und Kulturfragen.
Bisher haben zur Schulungswoche, die am 4. Juli mit einem
Feſtkommers in der Otto=Berndt=Halle abſchließt, folgende
Referenten zugeſagt:
Dr. Iſpert=Elberfeld: Die weſtliche Volksgrenze und die ger=
maniſchen
Vorlande‟ Dipl.=Ing. Mauritius=Karlsruhe: Oſt=
ſiedlung
und freiwillige Schafferdienſtpflicht Dr. Kolbe=Wien:
Die politiſche Lage in Mitteleuropa‟. Dr. Bonhage= Dort=
mund
: Arbeitsdienſtpflicht Aſſeſſor Koffka=Berlin: Deutſche
Wehrlage vor der Abrüſtungskonferenz.
Allen Vorträgen folgen eingehende Ausſprachen, die zur Ver=
tiefung
der behandelten Fragen beitragen.
Die Burſchenwoche in Lichtenberg iſt die erſte von ſieben regio=
nalen
Schulungswochen die der Ausſchuß für vaterländiſche Arbeit
der Deutſchen Burſchenſchaft in allen Teilen Deutſchlands für die
geſamte Jungburſchenſchaft vorbereitet.

Volksſingeabend im Prinz=Emil=Garten. Es ſei nochmals
darauf hingewieſen, daß heute abend um 8.30 Uhr im Prinz=Emil=
Garten, (bei regneriſchem Wetter im Gemeindehaus, Eichwieſen=
ſtraße
8) der Volksſingeabend der evangeliſchen Jugendbünde der
Petrusgemeinde ſtattfindet. Die Jugend, die den ganzen Tag über
beiſammen iſt, will durch dieſes öffentliche Singen Zeugnis ab=
legen
von dem, was ſie unter Leitung des Landesjugendpfarrers
an altem und neuem Volksliedgut erarbeitet hat. Zum Beſuch
dieſer Abendfeier, die hoffentlich einen ebenſo ſchönen Verlauf
wie die vorjährigen nehmen wird, lädt die Jugend alle Freunde
der edlen Frau Muſika aufs herzlichſte ein.
Photographiſcher Wettbewerb zum Heſſenkalender 1932.
Zum fünften Male gibt der Heſſiſche Verkehrsverband
einen illuſtrierten Heſſenkalender heraus und ruft zu einem
Lichtbilderwettbewerb hiermit auf. Die Aufnahmen ſollen in der
Größe von 9 mal 12 oder 13 mal 18 ſein, möglichſt Hoch= at und
auf Glanzpapier unaufgezogen geliefert werden. Die Bilder ſind
in verſchloſſenem Umſchlag, mit einem Kennwort verſehen, inner=
halb
14 Tagen an den Heſſiſchen Verkehrsverband in Darmſtadt
einzuſenden. Die mit Preiſen bedachten Bilder gehen in den Beſitz
des Heſſiſchen Verkehrsverbandes über.
Alt=Darmſtadt Verein für Ortsgeſchichte und Heimat=
kunde
. Nächſte Veranſtaltung Donnerstag abend 8, 30
Uhr im Eintrachtſaal, Eliſabethenſtraße 12. Vortrag von Hugo
Stieſi (dem Aelteren) über: Das Feuerlöſchweſen von ſeinen
Uranfängen bis heute, mit beſonderer Berückſichtigung der Alt=
Darmſtädter Verhältniſſe‟. Wir laden zu dieſer Veranſtaltung
ein. Gäſte ſind nur durch Mitglieder einzuführen.
Der ledige Ehemann, dargeſtellt durch das Enſemble des
Intimen Theaters Nürnberg, ſteht nur noch heute und mor=
gen
auf dem Spielplan. Der tolle Schwank der bewährten
Autoren Reimann und Schwartz löſt allabendlich ſchallende Heiter=
keit
aus. Man muß Karl Ludwig Lindt in ſeiner Rolle als
Gattin geſehen haben. Auch Freia Sturmfels die Tante
Jutta, iſt von unübertrefflicher Komik. Schon ihr Auftreten
weckt lauteſten Beifall. Wer einmal ſo recht von Herzen lachen
will, und in unſeren Tagen iſt dieſe Medizin ſo ſehr heilſam, der
ſollte eine der beiden letzten Vorſtellungen beſuchen. Auch in
dieſen heißen Tagen bietet das Orpheum, das ſehr gut venti=
liert
iſt, einen angenehmen Aufenthalt. Es gelten kleine
Preiſe von 60 Pfg. an. Karten am Kiosk gegenüber dem Ver=
kehrsbüro
von 11 bis 1 Uhr, Kiosk Paradeplatz von 1 bis 6 Uhr,
ſowie an der Orpheumskaſſe ab 3 Uhr ununterbrochen. Für tele=
phoniſche
Beſtellungen Kaſſaruf 389. (Siehe Anzeige.)
Promenaden=Konzert. Sonntag, den 14. Juni, vormittags
von 11 bis 12 Uhr, ſpielt das Stadtorcheſter unter Leitung ſeines
Kapellmeiſters W. Schlupp, bei günſtiger Witterung im Herrn=
garten
(Pergola) nach folgendem Programm: 1. König Karl,
Marſch Unrath; 2 Ouverture zur Oper Tannhäuſer, Wagner;
3. Am Wörther See Walzer, Koſchat; 4. Die Mühle im Kloſter=
tal
, Charakterſtück, Offeney; 5. Phantaſie aus der Operette Der
Vogelhändler, Zeller; 6. Nibelungen, Marſch, Sonntag.
Kommuniſtenkrawall in der Altſtadt. Zu der geſtrigen
Meldung über die Kommuniſtenunruhen in der Altſtadt werden
wir erſucht, richtigzuſtellen, daß aus den Erkern der Firma Phil.
Heß nichtsentwendet worden iſt. Es wurden lediglich zwei
Fenſterſcheiben eingeworfen.

[ ][  ][ ]

Seite 6

Sonntag, den 14. Juni 1931

11. Heſſiſcher Landgemeindetag.
Das Kriſen= und Nokjahr für die Landgemeinden. Der Eriſtenzkampf der Gemeinden.
Die Forderung eines gerechken Finanzausgleichs.

Dieburg. 14. Juni.
In Dieburg, das zu Ehren der Gäſte ſehr ausgiebig geflaggt
hatte, fand geſtern im großen Saale des Hotels Mainzer Hof
der 11. Heſſiſche Landgemeindetag ſtatt. Die Vertreter der heſſi=
ſchen
Gemeinden waren ſehr zahlreich erſchienen. In dem feſtlich
geſchmückten Saale eröffnete der Verbandsvorſitzende, Bürger=
meiſter
Alexander=Gonſenheim, die Tagung. Er hieß die
Teilnehmer, insbeſondere als Ehrengäſte die Vertreter der Kreis=
ämter
Alsfeld, Alzey, Bensheim. Bingen. Dieburg, Groß=Gerau,
Heppenheim und Gießen, ſowie die Vertreter der Nachbarverbände,
des Oſtverbandes, Badens Bayerns, Thüringens und Württem=
bergs
Beigeordneten Eiſtvort=Offenbach als Vertreter des
Heſſiſchen Städtetages die Abgeordneten Kärcher=Lampertheim
(D. V.P) und Weſp (3.), ſowie die Vertreter der Landeskommu=
nalbank
, der Heſſ.=Naſſ. Verſicherungsbank willkommen. Für das
Kreisamt Dieburg war Regierungsrat Walter erſchienen. Mit
Befremden wurde vermerkt, daß ein Vertreter der heſſiſchen Re=
gierung
nicht erſchienen war.
Namens der Stadt Dieburg entbot den Delegierten Bürger=
meiſter
Wick ein herzliches Willkommen. Er gab ſeiner beſon=
deren
Freude Ausdruck, daß der Einladung zur Tagesordnung ſo
zahlreich Folge geleiſtet wurde.
Bürgermeiſter Alexander zeichnete dann die ſchwere

Not der Gemeinden.

und führte aus: Unſere diesjährige Tagung fällt in eine Zeit
ſchwerſter finanzieller Not. Die Notverordnung vom 5. Juni
1931, zu dem Zweck erlaſſen, um die Etats des Reiches, der Länder
und Gemeinden in Ordnung bringen zu können, legt der Bevöl=
kerung
wieder unerhörte Opfer auf. Es iſt das 4. Mal in 14 Mo=
naten
, daß dem deutſchen Volke neue Steuern zugemutet werden,
um die Zahlungsfähigkeit des Reiches aufrecht zu erhalten. Kein
Menſch aber fragt danach, ob die neuen Beſtimmungen auch dazu
angetan ſind, die Gemeinden aus ihrer Notlage zu befreien.
302 Millionen Mark werden in Einnahmen aus Gehaltskür=
zungen
, Lohnſteuererſtattung und Umſatzſteuer errechnet, um den
Gemeinden die Wohlfahrtserwerbsloſenlaſten abzunehmen, eine
Summe die, auch wenn ſie wirklich zur Verfügung ſtehen ſollte,
bei weitem nicht ausreichen kann, um die Laſten der Gemeinden
in der Wohlfahrtspflege decken zu können. Die Reichsregierung
erkennt in ihrem Aufruf zwar an, daß die Gemeinden ſich weit=
gehend
eingeſchränkt haben, aber ſie glaubt, daß ſie es noch mehr
werden tun müſſen.
Die Gemeinden haben das Einſchränken ſeit Jahren geübt,
und ſie werden es weil ſie ſonſt zur Kataſtrophe treiben auch
weiterhin tun. Wenn ſie aber trotz aller Sparſamkeit infolge
der bekannten Sparpolitik des Reiches, die ſtets eine Abwälzung
der Laſten auf die unteren Organe, d. h. die Gemeinden gebracht
hat, ſich bereits im Todeskampf befinden, dann iſt die Grenze des
Menſchenmöglichſten erreicht.
Das Reich hat die Gemeinden in ihrer Not im Stich gelaſſen,
möge die Heſſiſche Regierung, zu der wir vertrauen, nicht ein
gleiches tun, ſondern alle Kräfte anſtrengen, um den Urzellen des
Staates nicht den letzten Tropfen guten Blutes zu nehmen, das
ſie brauchen, um in dem nun beginnenden Kampf ums Daſein
lebensfähig zu bleiben.
Wie groß die Not in den einzelnen Gemeinden iſt, das wer=
den
unſere heutigen Verhandlungen zu erkennen geben. Die Ge=
meinden
ſind entſchloſſen, nach wie vor alle ihre Kräfte einzuſetzen,
um nicht untergehen zu müſſen, eine Beſſerung der Verhältniſſe iſt
aber nur dann möglich, wenn bei den behördlichen Stellen des
Reiches und der Länder endlich einmal die Erkenntnis ſich Bahn
bricht, daß das nun ſchon ſeit Jahren in ſteuerlicher Hinſicht be=
ſtehende
Dotationsſyſtem das Verantwortungsgefühl und die
Schaffensfreudigkeit in den Gemeindevertretungen lähmt und nur
eine gerechte Verteilung der Beſitzſteuern zwiſchen Reich Län=
dern
und Gemeinden den letzteren die Möglichkeit ſchafft ihre
Aufgaben erfüllen zu können. Die Lage iſt ernſt raſches
Handeln iſt geboten, wenn eine Kataſtrophe
vermieden werden ſoll.
Anſchließend erſtattete Bürgermeiſter Alexander ausführ=
lich
den ſehr umfangreichen

Geſchäftsbericht.

der zunächſt einige geſchäftliche Mitteilungen brachte, und dem
wir g. a. folgendes entnehmen:
Die Tätigkeit des Verbandes war, bedingt durch die wirt=
ſchaftlichen
Nöte der Mitgliedsgemeinden, im abgelaufenen Ge=
ſchäftsjahr
eine außerordentlich rege. Die Zahl der Mitglieds=
gemeinden
iſt, von einer ganz geringen Schwankung abgeſehen, im
abgelaufenen Geſchäftsjahr auf gleicher Höhe geblieben. Eine der
bedeutſamſten Aufgaben, mit denen ſich der Vorſtand des Heſſiſchen
Landgemeindetages im abgelaufenen Jahr zu befaſſen hatte, war
der Entwurf einer neuen heſſiſchen Gemeindeordnung. Die
Abſicht der Regierung, die ſeitherige Städte= und Landgemeinde=
ordnung
in einem Geſetz zuſammenzufaſſen, iſt zweifellos ein rich=
tiger
und begrüßenswerter Gedanke geweſen. Man komme zu der
Feſtſtellung, daß eine grundlegende Reform des heſſiſchen Gemein=
derechts
nicht in dem Entwurf ſteckt. Dieſer hält im großen und
ganzen an dem Grundaufbau des ſeitherigen Rechtes feſt. Auf der
anderen Seite muß jedoch anerkannt werden, daß der Entwurf in
manchen Punkten Verbeſſerungen in Einzelheiten bringt, welche
den praktiſchen Erfahrungen der Gemeindeverwaltung entſprechen.
Wenig befriedigen kann in dem neuen Entwurf die vorgeſehene
Regelung hinſichtlich der Bürgermeiſter. Der Entwurf läßt faſt
alle berechtigten Wünſche und Forderungen der Bürgermeiſter un=
berückſichtigt
. Bedauerlicherweiſe zeige der Entwurf die Tendenz,
die Landgemeinden unter eine weſentlich weitgehendere Staats=
aufſicht
als die Städte zu ſtellen. Das Zweckverbands=
geſetz
, das die Vorſchriften der Art 195 ff. L.G.O. erſetzen ſoll,
iſt inzwiſchen im Entwurf fertiggeſtellt worden und wird mit der
Gemeindeordnung noch im Juni im Landtag zur Beratung kom=
men
. Es iſt zu hoffen, daß wenigſtens bei der Beratung des Ent=
wurfs
im Plenum des Heſſiſchen Landtags die Herren Volksver=
treter
ſich den berechtigten Wünſchen der heſſiſchen Gemeinden und
Bürgermeiſter, wie ſie zu dem neuen Geſetzeswerk durch ihre Orga=
niſationen
beantragt ſind, nicht verſchließen werden. In finan=
zieller
Hinſicht war das abgelaufene Geſchäftsjahr für die
Gemeinden ein Notjahr, wie wir es noch nicht erlebt haben. Alle
Sparmaßnahmen der Regierung, die ſtets eine Uebertragung
neuer Aufgaben an die Gemeinden, jedoch ohne die nötigen
Deckungsmittel brachten, aber auch die durch die Not der Zeit den
Gemeinden bei dem ſtändigen Rückgang der Einnahmen aus den
Steueraufkommen aufgezwungenen Einſparungen auf allen Gebie=
ten
der Verwaltung vermochten es nicht, bei dem lawinenartigen
Anwachſen der zwangsläufigen Ausgaben eine Ausgleichung der
Gemeindehaushalte zuſtande zu bringen. Die den Gemeinden zum
Ausſchöpfen freundlichſt überlaſſenen unpopulären Steuern vom
Verbrauch (Bierſteuer und Gemeindegetränkeſteuer) und die Bür=
gerſteuer
vermögen, ſelbſt wenn ſie in 2 und 3facher Höhe von den
Gemeinden gezwungenermaßen erhoben werden, auch noch nicht
annähernd den Wenigereingang an Steuern zu decken, um wieviel
weniger können ſie als Deckungsmittel für die den Gemeinden zu=
geſchobenen
außerordentlichen Ausgaben in der Wohlfahrtspflege
linsbeſondere in der Ausgeſteuertenfürſorge) angeſehen werden.
Die ſtändig wachſenden Wohlfahrtserwerbsloſenlaſten müſſen in
Bälde auch den Ruin derjenigen Gemeinden herbeiführen, die bis
jetzt noch den an ſie in der Wohlfahrtserwerbsloſenfürſorge geſtell=
ten
hohen Anforderungen nur um deswillen nachkommen konnten,
weil ſie für ihre Gemeinden auf die Dauer untragbare Schulden
aufnehmen oder ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber ihren
Gläubigern nicht nachkommen, ein Zuſtand, der im Intereſſe einer
geordneten Haushaltsführung äußerſt beklagenswert iſt. Alle

Sparmaßnahmen der Regierung, alle Unterſtützungsaktionen der
die Gemeinden lebensfähig zu erhalten, wenn das Problem der
Reichsarbeitsloſenfürſorge nicht gelöſt wird. In der Kreditauf=
nahme
iſt ihnen eine Schraube angeſetzt worden durch die Neubil=
man
dieſe Aufgabe ſeitens der Verbandsleitung übernommen, in
der Ueberzeugung, daß man damit den Intereſſen unſerer Land=
gemeinden
dienen und die Arbeit das geringere von den Uebeln
war, die den Gemeinden drohten. Die Kreditausſchüſſe ſind in
allen Teilen des Reiches gebildet und lediglich als Noteinrich=
tung
der kommunalen Selbſtverwaltung gedacht.
In der Frage der Gemeindebeamtenbeſoldung
hat ſich der Verband ſeit Jahren für eine angemeſſene Beſoldung
punkt hat jetzt in Art. 10 des Geſetzes, die Rechtsverhältniſſe der
Gemeindebeamten betreffend, vom 22. März 1929, ſeine geſetzliche
Verankerung gefunden, indem dort Jeſtimmt iſt, daß die Beſol=
dung
der Gemeindebeamten derjenigen vergleichbarer Staatsbeam=
ten
angepaßt ſein ſoll. Der Gemeindebeamte hat jetzt einen An=
ſpruch
auf angemeſſene Beſoldung und kann im Streitfalle eine
Entſcheidung der Provinzialſchiedsgerichte herbeiführen, die vor
kurzem ihre Tätigkeit aufgenommen haben. Die von der Regie=
rung
beantragte Abänderung des Verſicherungs=
geſetzes
für gemeindliche Beamte iſt auch in dieſem
Jahre nicht Geſetz geworden, und zwar nicht zum Schaden der Ge=
meinden
.
Neue Laſten, namentlich für die kleineren Gemeinden, bringt
das von dem Herrn Miniſter für Kultus und Bildungsweſen im
Schuljahr 1931 eingeführte Syſtem der Mehrſtellen.
Lebhafte Klage wird von einer Reihe von Gemeinden geführt
über die Zurückhaltung der Gemeindeanteile aus
den Reichsſteuerüberweiſungen zwecks. Aufrechnung
rückſtändiger Zahlungen der Gemeinden an Reich, Staat und
Kreiſe. Ein ſolches Vorgehen der Staats=, Kreis= und Finanz=
kaſſen
bei der heutigen geſpannten Finanzlage der Gemeinden for=
dert
den Widerſtand der Gemeinden heraus. Dieſes Vorgehen
findet aber geſetzlich keine Stütze, denn nur die Länder und nicht
die Gemeinden haben einen Anſpruch gegenüber dem Reich auf
einen Anteil an den Einnahmen aus Reichsſteuern. Die Finanz=
kaſſen
ſeien daher ſ. E. nicht berechtigt, Reichsſteuerüberweiſungen
zurückzuhalten. Nach den Ausführungen zum Finanzausgleich=
geſetz
haben aber die Gemeinden einen Anſpruch auf Ueberweiſung
ihres Anteils an der Kommunalmaſſe. Es könnten daher ſ. E.
die Kreiskaſſen die ihnen zur Weiterleitung an die Gemeinden
überwieſenen Beträge nicht aufrechnen und zurückbehalten.
Man habe die Angelegenheit dem Herrn Miniſter des Innern
zur Entſcheidung unterbreitet. Es ſei zu hoffen, daß dem Antrag
der dringend erwünſchte Erfolg zuteil wird.
Auch wegen der Berechnung von Verzugszinſen durch
die Finanzkaſſen bei verſpäteter Steuerentrichtung habe
man ſich durch den Deutſchen Landgemeindetag bereits mehrfach
beſchwerdeführend an den Herrn Reichsfinanzminiſter gewandt,
aber leider vergeblich.
Immer wieder gehen Beſchwerden ein über die Verletzung der
Schweigepflicht im Behördenverkehr. Trotz wieder=
holt
ergangener Weiſungen und Anordnungen der verſchiedenen
Miniſterien, des Landesfinanzamtes und der Hauptverſorgungs=
ämter
, die die hier zutage getretenen Auswüchſe zu unterbinden
den Zweck hatten, werden immer wieder Klagen geführt.
Bemühungen, eine Aenderung des Wortlautes der für jeden
Bürgermeiſter mit nicht unerheblicher Gefahr verbundenen
Bürgſchaftsbeſcheinigung zur Sicherung der Domanialgefälle
herbeizuführen, haben inſofern einen Erfolg gezeitigt, als das
Heſſiſche Finanzminiſterium nunmehr durch Verfügung vom 5. Mai
1931 den Wortlaut der Beſcheinigung unter den Bürgſcheinen da=
hin
geändert hat, daß für die Folge nur noch zu beſcheinigen iſt,
daß die Bürgen und Käufer nach ihren derzeitigen wirtſchaftlichen
Verhältniſſen zahlungsfähig ſind und daß, falls nicht unvorher=
geſehene
Verhältniſſe eintreten, die Bürgen und Käufer in der
Lage ſein werden, ihre Verpflichtungen zu erfüllen.
Von einſchneidender Bedeutung für die davon betroffenen
Gemeinden iſt die Frage der Abſchaffung der Gemeinde=
ſteuerfreiheit
des ſog. gemarkungsſelbſtändi=
gen
Grundbeſitzes. In allernächſter Zeit werde man mit
den in Betracht kommenden Gemeinden über die weiter zu unter=
nehmenden
Schritte beraten.
Die Hafkpflichkverſicherung der Gemeinden
müſſe er auch in dieſem Jahre wieder erwähnen, und zwar nicht
ohne ein Gefühl der Bitterkeit. Im großen und ganzen haben
die Gemeinden die Notwendigkeit des Abſchluſſes einer ſolchen
Verſicherung bei unſerer Vertragsbank anerkannt. Aber es ſind
uns auch eine Reihe von Fällen zur Kenntnis gekommen, wo Ge=
meinden
und ſogar auch zwei Kreiſe den An= und Untergeboten
eines Konkurrenzunternehmens nachgegangen ſind. Er könne nicht
oft und eindringlich genug vor dieſen Seitenſprüngen warnen.
Es ſei nicht allein töricht, ſondern auch gefahrvoll, wenn die
Gemeinden glauben, ihre eigenen Wege gehen zu müſſen. Sie kön=
nen
aber auch verſichert ſein, daß der von Ihrer Verbandsleitung
als richtig erkannte Weg die Intereſſen Ihrer Gemeinden am
beſten wahrt. Nicht zu verwechſeln, mit der Haftpflicht, deren
Zweck es iſt, die verſicherte Gemeinde gegen Schadenerſatzanſprüche
Dritter zu decken, iſt die Unfallverſicherung, d. i. die Ver=
Man habe ſich 1929 entſchloſſen, die Zuteilung der heſſiſchen Land=
band
beim Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft zu beantragen,
in der Erwartung, daß auch die Landgemeinden die geſetzlich vor= beſten ginge, ſei grundfalſch. Dieſe Anſicht könne ſich eher au
geſchriebene Unfallverſicherung ihrer Betriebe und Tätigkeiten in
mien= und Umlageſätzen der bisher zuſtändigen gewerblichen Be=
rufsgenoſſenſchaften
.
Das erſte Geſchäftsjahr hat dieſe Erwartung vollauf beſtätigt.
So zahlen die Gemeinden für ihre gelegentlichen Bauarbeiten in
1930 für je 1000 Mark Lohn ſtatt 22,50 Mark, wie dies die
Zweiganſtalt der Tiefbau=Berufsgenoſſenſchaft in 1929 berechnete
zum Unfallverſicherungsverband nur 5 Mark; um ein Beiſpiel reiche, die Dinge zu meiſtern.
zu nennen: Die Landgemeinden des Kreiſes Mainz haben in 1930
insgeſamt für Bauarbeiten 65 723 Mk. Lohn aufgewendet. Die
Zweiganſtalt der Tiefbau=Berufsgenoſſenſchaft hätte hierfür nach
dem Prämienſatz von 1929 gerechnet, der in 1930 ſicher nicht ge=
ringer
geworden iſt, 1478 Mk. rund in Rechnung geſtellt. Der Ver=
band
erhebt, eingerechnet der Mindeſtbeiträge, zuſammen nur
344,27 Mark. Die Erſparnis beträgt in dieſem Kreis 1134 Mk.
Im Kreis Dieburg beträgt die Erſparnis 3304 Mk. und im Kreis
Gießen 1663 Mk.
rechnungskammer, 2. Abteilung, haben eine Unter=
brechung
erfahren durch die Vorſchrift in dem Wirtſchafts= und
Finanzplan der Reichsregierung, wonach die Gemeinden bis zum
31. März 1931 eine von der Gemeindeverwaltung unabhängige
Rechnungsprüfung einzuführen hatten, andernfalls eine ſolche
Prüfung durch reichsgeſetzliche Vorſchrift geſchaffen würde. For=
dern
müſſe man immer wieder, daß die Gebühren für Reviſion
der Rechnungen ganz erheblich herabgeſetzt werden. Bleibe die
Oberrechnungskammer auf Wunſch des Staates als öffentliches
Prüfungsinſtitut beſtehen, dann mag auch er die Koſten tragen. Kraft treten, komme ſie nicht, dann werde an ihre Stelle ſofon
Die Gemeinden lehnen die hohen Gebühren ganz entſchieden ab.
Was die Aenderung des Geſetzes über das Straßenweſen
in Heſſen anlangt, ſo ſind hier die Anträge immer dieſelben.
und erſt vor einigen Tagen wurde der Regierung wieder Mate=

ZeShtolshei

ibermitelt, das die Notwendigkeit einer Geſetesäinderm
dartut.
Die Anſtände, die ſich dadurch ergeben haben, daß die gal
nehmigten Baupläne nur bei den Hochbauämtern aufbs
wahrt wurden, gaben Veranlaſſung, bei der Regierung eine R9.
gelung dahingehend zu erwirken, daß jetzt nicht mehr, wie un
ſprünglich generell angeordnet war, der zweite Satz der genes
migten Baupläne zu den Akten der Hochbauämter zu nehmen i7
ſondern daß bei den Städten und großen Landgemeinden gegen do=
Aufbewahrung der Pläne bei deren Regiſtraturen keine Bedenket
beſtehen, ſoweit für eine ordnungsgemäße Aufbewahrung derſelbeg
Gewähr geboten iſt.
In der Frage der Beſteuerung der Wanderlage=
iſt
man ſeitens des Landtags nunmehr endlich den jahrelangen
Reichs= und der Länderregierungen werden es nicht vermögen, Beſtrebungen und den wiederholten Anträgen des Verbandes enn
gegengekommen. Was die ſeit Jahren ſo umſtrittenen Bei
träge der waldbeſitzenden Gemeinden zu des
Koſten der Forſtverwaltung anlangt, ſo iſt uns auf Ar)
dung der Kreditausſchüſſe. Gezwungen und ungern hat frage die Mitteilung geworden, daß vom Rechnungsjahe 1931 00
eine Senkung derſelben, bedingt durch die Gehaltskürzung de
Forſtbeamten, eintreten wird Für die Erhebung der Bei,
träge zur Handwerkskammer hat nunmehr die Hanu
werkskammer zu Darmſtadt in Auswirkung der Verhandlungog
der kommunalen Spitzenverbände in Berlin mit dem Deutſchen
Handwerks= und Gewerbekammertag den Gemeinden eine feſt
ſtehende Gebühr von 4 Prozent zugebilligt. Wegen der E=
höhung
der gemeindlichen Filialſteuer iſt der Verband wiſ. w inel.
der Beamten nach ſtaatlichen Erundjätzen eingeſetzt. Dieſer Stand=, derholt vorſtellig geworden. Es ſtellte ſich jedoch die Unmöglicht
keit heraus, eine Erhöhung erreichen zu können, da nach der No
verordnung vom Dezember vorigen Jahres die Filialſteuer eingn Heite
Teil der Realſteuer darſtellt, alſo eine Erhöhung geſetzlich ausgg ume 0s
ſchloſſen iſt. Im übrigen arbeitet die Reichsregierung an einen 9.
Umſtellung der Beſteuerungsgrundlage für Filialgeſchäfte, die aln peoe, ſodern
gewartet werden muß. In der Notverordnung iſt man unſeren Sin ghand
Wünſchen allerdings ſoweit entgegengekommen, als die Vertes ſeeu hinaus
lung der Gewerbeſteuer nicht mehr ausſchließlich nach Gehältenn men Leben
und Löhnen erfolgt, ſondern daß auch der Umſatz mit 50 Prozenr Me 100 von
zrenden tue
bei der Verteilung herangezogen wird
Schließlich befaßte ſich der Berichterſtatter noch mit dem va ſter ober au
einer Firma in Krefeld herausgegebenen neuen Regiſtratum Nt inem
plan für die heſſiſchen Bürgermeiſter. Die Firma C. Winkes An zum 9
Darmſtadt hatte die Pol. Regiſtratur ausgeſtellt.
Uuführungen
Der Berichterſtatter ſchloß mit den Worten: Außerordentlich Es ſchloß
Zeiten erfordern außerordentliche Maßnahmen. Die Reichsregigt m der einze
rung appelliert in ihrem Aufruf an die Lebenskraft und ders ſrer Sorge
Lebenswillen des deutſchen Volkes. Ja, vertrauen wir auf unſeis ſodnck wur
eigene Kraft, dann werden wir durch trübe Zeiten hindurch aucht ſidern gefor
hoffentlich recht bald den goldenen Sonnenſchein ſehen, der unn Gercke
hinanführt auf die Höhe, die wir unſerer kulturellen Entwicklum 4 Notvero
nach unter den Völkern einzunehmen das Recht haben. Die deu- wrem Zuſar
ſchen Gemeinden werden nicht untergehen, ſolange ſie nicht des Als näch
Glauben an ſich ſelbſt aufgeben
Der Bericht wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. e
Anſchließend wurde durch den Rechner die Rechnungss g=.
ablage für das Geſchäftsjahr 1930 erſtattet. Die Ver=
bandskaſſe
weiſt auf der Einnahmeſeite 29 215,94 Mk., auf der
Ausgabeſeite 28 638,88 Mk. aus. Es verbleibt alſo ein Reſt vod
577,06 Mk. Die Kaſſe der Landgemeinden weiſt auf der Einnahm=
ſeite 27 341,68 Mk. auf der Ausgabeſeite 27 163,51 Mk. aus. E
verbleibt ein Ueberſchuß von 189.17 Mk. Die Rechnungen wurde
geprüft. Den Prüfungsbericht erſtattete Bürgermeiſter Dr. 2ü)
decke=Groß=Gerau, der die außerordentliche Sorgfalt in de
Buch= und Kaſſenführung hervorhob. Entlaſtung wurde einſtim
mig erteilt.
Der Voranſchlag für 1931 weiſt gegen das Vorjahr keim

weſentlichen Aenderungen auf, er bilanziert mit 28 500 Mk. auf de=
Einnahme= und Ausgabeſeite, der Voranſchlag der Heſſiſchen Land
gemeinden bilanziert mit 19890 Mk. Der Voranſchlag wurde gs Mm Teil
nehmigt.
Das Hauptreferat hielt dann der Präſident des Deutſche un=s und d
Landgemeindetages, Landrat a. D. Dr. Gereke=Preſſel. M. 2 Z/ ttleb
R., über
nDer Gege
Der
Sorgen und Wünſche des Landgemeindetages.
Eiwangel!
Im Mittelpunkt ſeiner intereſſanten und objektiven Aus;
führungen ſtand naturgemäß die neue Nortverordnung mit ihrern
Auswirkungen auf die ländlichen Gemeinden. Zunächſt ſei de
Frage zu ſtellen: Was bringt die neue Notverordnung zur 6
M8
nierung der ſchwer erſchütterten Gemeindeetats, und wieweſt
einer ſti
kommt ſie vor allem den Wünſchen der Landgemeinden nach einet
ntiolein vor
neuen Verteilung der Laſten für die Erwerbsloſenunterſtützmg
entgegen? Es ſei gerne anerkannt, daß diesmal den Forderungm 2n mit der
der Landgemeinden mehr Rechnung getragen worden iſt, als dus erhoſes
inern Licht
bisher vielfach der Fall war. Das Reich habe bindende Vor
ſchriften erlaſſen über die Art der Unterverteilung der Reichs;. ihten Au
zuſchüſſe für die Wohlfahrtserwerbsloſen, und es habe außerdem ! Die Arb=
die
Länder angehalten, ihrerſeits Mittel zur Verfügung zu ſtellen; Mgenſeier,
für die Gemeinden, die am meiſten unter den Auswirkungen de Mitet. De
Erwerbsloſigkeit leiden. Es ſei bedauerlicherweiſe aber noch nichr 119), begrü
gelungen, ſchon jetzt eine geſunde Reform der geſamten Erwerbss en, der
loſenfürſorge durchzuſetzen, wie ſie der Deutſche Landgemeindeta Mtionen un
verlangt habe. Der Deutſche Landgemeindetag habe geforderr Mr. Am
daß man die Kriſenfürſorge und die Erwerbsloſenunterſtützun hie des
zuſammenlege, um bei der Aufbringung der Mittel beſonders 4
Landeski
die Wohlfahrtserwebsloſen einen gerechten Ausgleich zwiſche Mll und d
Reich Ländern und Gemeinden zu ſchaffen. Die Notverordnun
begnüge ſich aber damit, nur größte Notſtände abzuſtellen, ohn einer Aut
nach der Sanierung des Reichshaushaltes erkennen zu laſſen, wir Mdcho
die Gemeindeetats in Ordnung gebracht werden ſollten. Unver Munt fül
ſtändlich ſei, warum man die von den Spitzenverbänden gefordertd ſchieim, Oha
Reform der Erwerbsloſenunterſtützung in ihren Grundgedanke 1 Mrück ne
nicht durchgeführt habe.
Allergrößtes Befremden müßten kürzliche Ausführungen de=
Reichsarbeitsminiſters Stegerwald erregen. In objektiver And
wort müſſe er hierzu betonen, daß die Gemeindevertretunge
ſchon lange ihr Gehirnſchmalz angeſtrengt hätten, wie es de=
Reichsarbeitsminiſter verlangt habe, daß man aber trotzdem keine
Ausweg ſehe, aus der Finanzkalamität herauszukommen. E
müſſe ſchon ſagen, daß der Miniſter bei dieſen Ausführungen eim
ſicherung der in gemeindlichen Betrieben beſchäftigten Perſonen, abſolute Verkennung der finanziellen Lage der Landgemeinde
zeige. Den Vorwurf nicht genügender Sparſamkeit möge ma
gemeinden bei dem neuerrichteten Städteunfallverſicherungsver= doch endlich unterlaſſen. Die Anſicht, die vielfach in England noc
verbreitet ſei, daß es den deutſchen Gemeinden noch relativ ar
eine Reihe beſtimmter Großſtädte beziehen, wie Berlin. Köln uſw=
eigener
Regie billiger durchführen könnten, als zu den hohen Prä= die zu üppig gelebt hätten. Erſtaunlich ſei, wie der Miniſter vo
einer etwaigen weiteren Erhöhung der Umſatzſteuer als letzt-
Notreſerve ſprechen könne. Es ſei unmöglich, von der Bevölkerun=
noch
größere Opfer als die in der Notverordnung vorgeſehene
zu verlangen. Redner wies auf die ſchweren Gefahren hin, wen
die Kaſſenverhältniſſe der Landgemeinden ſich nicht beſſerten. E=
könnte
dann leicht kommen, daß das Gehirnſchmalz auch eine
Miniſters, das dieſer von den Gemeinden fordere, nicht mehr aus=
Die Landgemeinden ſeien gewiß die letzten, die nicht zu Opfer.
für die Allgemeinheit bereit wären und die nicht Verſtändnis da
für hätten, daß eine ſolch fürchterliche Notzeit wie die heutig=
allen
in Deutſchland die ſchwerſten Opfer auferlegen müſſe. DE
Landgemeinden kämpften um ihre Exiſtenz, und mit ſchweren Son
gen ſehe man den Gefahren entgegen, die bei der ſteigende
ſchwierigen ſozialen Notlage namentlich in den Monaten Noven
ber und Dezember drohen. Noch immer ſeien die berechtigten Fon
derungen nach einem gerechten Finanzausgleich noch nicht erfüll
Die Vorarbeiten in der Frage der Aufhebung der Ober= worden. Entſprechende poſitive Vorſchläge ſeien raſcheſtens unbe
dingt nötig. Selbſt wenn man die unmögliche Umſatzſteuer
erhöhung durchführen wolle, würde das nicht genügen, die Laſte
der ſozialen Ausgaben zu decken. An der Forderung der prozer
tualen Beteiligung des Reichs und der Länder an den Laſte.
und jeweiligen Ausgaben für ſoziale. Zwecke müſſe feſtgehalte.
werden. Er hoffe, daß bei einer Ergänzung der Reichsnotven
ordnung auch dieſe Forderung berückſichtigt werde, denn eim
preisrechtliche ſchnelle Regelung müſſe eintreten, um die Katc
ſtrophe zu verhindern. Die Notverordnung ſei nötig und müſſe *
eine neue allerdings vielleicht geſchicktere treten, in der viell
kleine Schönheitsfehler der jetzigen Notverordnung vermiede
ſeien. Im Verteilungsſchlüſſel der 60 Millionen müßten die läns
lichen Bezirke weſentlich günſtiger berückſichtigt werden. Seine‟

[ ][  ][ ]

Rummer 163
licht nach bedeute das Zuſchlagsrecht zur Einkommenſteuer ein
ſchenk an die wohlhabenden Großgemeinden und den völligen
der kleinen Gemeinden und gleichzeitig auch der Abſchied
wer Hoffnung eines gerechten Reichsausgleichs. Man müſſe
bedenken, daß die Gemeinde zum mindeſten das nackte Leben
Erwerbsloſen zu erhalten verpflichtet ſei. Mit der Regierung
man übereinſtimmen, daß eine ſchärfere Prüfung der Be=
ſäisgkeit
der einzelnen im Intereſſe der Erhaltung des ganzen
ſtgeführt werden müſſe. Die Sozialpolitik dürfe nicht übertrie=
werden
.
Redner ging dann auf die Verſicherungpflicht der Kraftfahrer
z vie Regelung der Kraftfahrſteuer ein. Alle Spitzenverbände,
Edke Landkreiſe und Gemeinden könnten zur gerechten Regelung
Ur Fragen an einem Strange ziehen. Es werde größter Auf=
nlamkeit
der Landgemeindeorganiſationen bedürfen, um zu
wchindern, daß nicht tatſächlich unter dem Eindruck der wenn
au Zum guten Teil ſelbſt verſchuldeten kataſtrophalen Finanz=
ſe
der Großſtädte noch weitere Benachteiligungen der kleinen
ſa inden vorgenommen werden. Ebenſo wichtig ſeien die Fra=
m
der kommunalen Verfaſſungs= und Verwaltungsreform, die in
ſe letzten Jahren nicht zur Ruhe gekommen ſind. Gerade Heſſen
ſte ja noch mitten in den Erörterungen über eine neue Ge=
mndeordnung
, die teilweiſe nicht ohne Bedenken ſei. Ihre Be=
ſumungen
z. B. über die Zuſammenfaſſung mehrerer Landge=
unden
zu einer gemeinſchaftlichen Bürgermeiſterei ſeien zweifel=
ſ
ſtarke Eingriffe in die bisherige Selbſtverwaltung, die ſich
m den Grundſätzen der ehrenamtlichen Verwaltung allmählich
mernen.
Am 29. Juli jähre ſich der Todestag des Schöpfers der deut=
chr
Selbſtverwaltung, des Freiherrn vom Stein, zum 100. Male.
ſiei ne tatſächliche Kriſe könne die Selbſtverwaltung ſolange nicht
ſmen, als bei den maßgebenden Stellen der Freiherr vom Stein
Staatsmann und Verwaltungsorganiſator nicht nur gefeiert
ude, ſondern ſolange dort ſein Geiſt lebendig ſei und in ſeinem
ſine gehandelt werde. Man wolle hoffen, daß über Reden und
ſetn hinaus der Geiſt des Freiherrn vom Stein auch dort zu
nem Leben erwachen möge, wo man ihn zwar häufig zitiere,
ſie doch von ihm den rechten Hauch verſpürt zu haben. Die Land=
meinden
tuen ihre Pflicht auch in ſchwerſter Notzeit, ſie wün=
in
aber auch Berückſichtigung ihrer berechtigten Forderungen.
N einem warmen Appell zum engen Zuſammenhalt, der nur
Ain zum Wiederauftieg führen könne, ſchloß der Redner ſeine
Upführungen, die mit ſehr ſtarkem Beifall aufgenommen wurden.
Es ſchloß ſich eine lebhafte Debatte an. Aus den Ausführun=
u
der einzelnen Diskuſſionsredner ging immer wieder die
gere Sorge um die ihnen anvertrauten Gemeinden hervor Mit
ſchdruck wurde baldige und ausreichende Abhilfe von Reich und
Adern gefordert. Den Diskuſſionsrednern antwortete Landrat
Gercke im einzelnen, wobei er nochmals ſeinen Standpunkt
Notverordnung präziſierte und dringend zur Einigkeit und
gtem Zuſammenſchluß der Gemeinden im Verband aufforderte.
Als nächſtjähriger Tagungsort wurde Heidesheim (Kreis Bin=
eu
gewählt. Mit Worten des Dankes ſchloß Bürgermeiſter
rander die 11. Vollverſammlung des Heſſiſchen Landgemeinde=
*
Pl

Seite 7

Tagung des dentſchen Dorfkitchenverbandes
auf der Ebernburg.
EPF. Auf der Ebernburg, jener Stätte einzigartiger Schön=
a
der Landſchaft, in der vollen Pracht des Frühſommers und im
Dinen Glanz einer wunderbaren Geſchichte, fand vom 10. bis
2 Juni die Reichstagung des Deutſchen Dorfkirchenverbandes,
zueich 13. Oberheſſiſche Dorfkirchentagung ſtatt. Am Dienstag
Ind konnte Pfarrer Burbach=Weinsheim, der Vorſitzende des

Reſchein 25 hn ehrFiſt iDier Ne Geſchicke des Folk=
zus
und der kirchlichen Eigenart unſerer engeren Heimat. Dekan
3ttlehner=Rockenhauſen ſprach über Volkstum und Kirche
indr Gegenwart.
Der Mittwoch begann mit geſchäftlichen Beratungen im
Hungeliſchen Gemeindehaus zu Münſter am Stein. Der Verein
ü rfälziſche Kirchengeſchichte hatte in die erſten Vormittagsſtun=
ſei
ſeine Hauptverſammlung auf der Ebernburg eingeſchoben. Der
ſhmittag verſammelte die Teilnehmer im großen Saale der
Araburg, wo Prof. Dr. Koch=Gießen über Freiherr vom Stein
n den Sinn der Dorfkirche ſprach. Der ſich neigende Tag wurde
ru einer ſtimmungsvollen Abendfeier in dem ehrwürdigen Dorf=
ühlein
von Ebernburg abgeſchloſſen, wobei Pfr. Glaſer=
ſin
mit dem Worte diente. Am Abend ſprachen im Saale des
4ſrhofes zu Münſter am Stein Architekt Heilig=Berlin in
iem Lichtbildervortrag über die Dorfkirche, ihre Unterhaltung
u ihren Ausbau in wirtſchaftlich ſchwerer Zeit.
Die Arbeiten des Donnerstag wurden mit einer ſinnvollen
Argenfeier, die Pfr. Bergmann=Ludwigshafen hielt ein=
titet
. Der Leiter der Tagung, der mecklenburgiſche Prol‟
6hn, begrüßte vor allem die Vertreter der einzelnen Landes=
ſihen
, der Bonner theologiſchen Fakultät, der einzelnen Orga=
mtionen
und Verbände und vor allem die große Zahl der Be=
ger
. Am Vormittag ſprach D. v. Lüpke über die ſeeliſche
uge des Landvolkes, am Nachmittag hielt der Prälat der heſſi=
ſan
Landeskirche D. Dr. Dr. Diehl einen Vortrag über Guſtav
lolf und die mittelrheiniſchen Dorfgemeinden.
Die eindrucksvolle, ſegensreiche Tagung fand ihren Abſchluß
mi einer Autofahrt, die beſonders den norddeutſchen Gäſten die
Idſchaft und die Eigenart der Dorfkirchen zeigen ſollte. Die
ſört führte über Idar=Oherſtein nach Alſenz, Obermoſchel. Mei=
ſtheim
, Dhaun, Kyrburg, Simmern über Stromberg nach Kreuz=
nch
zurück, nach Münſter am Stein.

Sraßenberichl.

Nimm nicht nur Hilfe, leiſte ſie!
Tauſende wenden ſich täglich an das Rote Kreuz um Hilfe
und Betreuung. Faſt 20 000 Menſchen täglich liegen krank Pflege
genießend und auf Geneſung hoffend in den Krankenhäuſern des
Noten Kreuzes in Deutſchland. Wenn wir die Leiſtungen an
erſter Hilfe überblicken, die von den Sanitätsmännern des Roten
Kreuzes in plötzlichen Unglücks= und Notfällen überall und an
jedermann getan werden, ſo berichtet die Statiſtik, daß dies im
letzten Jahre über 1 Million mal geſchehen iſt. Wir brauchen nicht
an den Krieg zurückzudenken, um behaupten zu können, daß in
Deutſchland jedem einmal die Hilfe des Roten Kreuzes zuteil ge=
worden
iſt.
Das Rote Kreuz verlangt dafür keinen beſonderen Dank. Die
Schweſtern und Sanitätsmänner und die große Zahl der Für=
ſorgerinnen
, Hortnerinnen und anderen Mitarbeiter und Mit=
arbeiterinnen
des Roten Kreuzes werden durch die Schwere und
die Opfer, die ſie in oder neben ihrem Berufe in ihrer Tätigkeit
für andere bringen, getragen durch die innere Berufung. Der
Rotkreuztag, der in dieſem Jahre in allen Teilen des Reiches heute
ſtattfindet, will nach ſeiner Zweckbeſtimmung alle Kräfte und Mit=
glieder
des Roten Kreuzes um die hohe Hilfsidee des Roten
Kreuzes ſammeln. Er will dieſen vielen Tauſenden, die jetzt weit
über 1 Million zählen, das Bewußtſein einer feſt verbundenen
Gemeinſchaft geben, in der jeder Einzelne an ſeinem Teile eine
für das ganze Volk und deſſen Wohlfahrt ſegensreiche Aufgabe zu
erfüllen hat. An dieſem Tage ſoll das Bewußtſein und das Be=
kenntnis
zur helfenden Tat in alle Bevölkerungskreiſe dringen.
Ueberall ſoll dieſe innere Kraft werbend wirken auf diejenigen,
die noch beiſeite ſtehen und die Hilfe, die an ihnen geleiſtet wor=
den
iſt, noch nicht vergolten haben durch eigene tätige Nächſten=
liebe
.
Nimm nicht nur Hilfe leiſte ſie! Viele wer=
den
fragen, wie ſie ſie leiſten ſollen.
Jeder kann Mitglied des Roten Kreuzes werden. Er braucht
ſich bei ſeinem örtlichen Rotkreuzverein nur in die Mitgliederliſte
eintragen zu laſſen und unterſtützt ſo ſchon durch ſeinen Mitglieds=
beitrag
, der kaum nennenswert iſt, die Rotkreuzſache. Dadurch,
daß die Rotkreuzarbeit faſt durchweg ehrenamtlich und freiwillig
geleiſtet wird, kommen die Mittel fall reſtlos den Einrichtungen
und Hilfsmaßnahmen zugute. Mütterheime, Entbindungsheime,
Säuglingsheime, Erholungsheime, Altersheime, Krippen, Kinder=
gärten
Horte, Krankenpflegſtationen, Tuberkuloſefürſorgeſtellen,
Mittelſtandsküchen und die anderen vielen Einrichtungen des
Roten Kreuzes können dann um ſo mehr ausgebaut, erweitert und
erhalten werden und ſich den ihnen zuſtrömenden Hilfsbedürf=
tigen
immer weiter öffnen und ihnen immer vollkommener dienen.
Wer mehr tun will, ſtelle ſich den Rotkreuzvereinen mit ſeiner
Zeit und ſeiner Mitarbeit zur Verfügung. Es gibt noch unend=
lich
vieles zu tun. Die Not wird immer größer in Deutſchland.
Kein Stand iſt mehr von ihr verſchont. Geſundheitspflege,
Jugendfürſorge, wirtſchaftliche Fürſorge und andere ſoziale Ge=
brechen
ſtellen dauernd neue Aufgaben und fordern ſtändig neue
Kräfte zu ihrer Abhilfe. Da ſind Beſuche zu machen Auskünfte
zu geben, Sprechſtunden abzuhalten Geſuche zu prüfen, Büro=
arbeiten
zu erledigen. Gänge zu unternehmen Beaufſichtigungen
zu halten uſw. In die Tageseinteilung vieler Frauen läßt
ſich ſehr wohl eine Stunde für dieſen Hilfsdienſt am Nächſten ein=
ſchieben
. Hat man einmal den Entſchluß gefaßt, an der Rotkreuz=
arbeit
perſönlich mitzuwirken, ſo wird bald die Befriedigung dar=
über
ſich einſtellen. Gerade Frauen können durch ihr ganzes Weſen
hier helfen und zugleich verſöhnend und ausgleichend wirken. Den
Männern ſteht der Rettungsdienſt in erſter Hilfe offen. Die
Jugend. Jungen und Mädchen, findet in den Jugendgruppen
durch Beiſpiel und Leiſtung Erziehung zur Nächſtenhilfe. Aus
der Jugend ſelber heraus iſt das Bedürfnis danach erwachſen. In
einer großen Anzahl deutſcher Schulen wirkt die freie Bewegung
des Jugendrotkreuzes, die lehrt, an ſich ſelber geſundheitliche
Selbſterziehung und Hilfsbereitſchaft zu üben, um ſie auf andere
zu übertragen.
Wer am Rotkreuztage dabeiſteht, die Veranſtaltungen
mit vielem Intereſſe betrachtet, ſich zur Unterhaltung daran betei=
ligt
und dann in dem Gefühl nach Hauſe geht, daß das Deutſche
Rote Kreuz eine glänzend durchgebildete Einrichtung iſt, der man
im Notfalle ſich ruhig anvertrauen kann, der hat den Rotkreuztag
nicht voll verſtanden. Der Rotkreuztag hat eine andere Stimme
und Beſtimnung: den Mahnruf zum Helfenwollen, Helfenlernen
und Helfenſollen in unſerer innen und außen von Krankheit,
Not und Angſt zerriſſenen Zeit.

für die Woche vom 14. bis 20. Juni 1931.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen.
Offenbach-BieberSeligenſtadt (Ortsdruchfahrt Froſchhau=
ſen
) vom 4. 6. bis 4. 7 geſperrt. Umleitung: Tannenmühle,
Hainſtadt a. M. oder Tannenmühle, Weiskirchen.
Nieder=OlmWörrſtadt (Pariſer Straße) wegen Umbau=
arbeiten
an der Eulenmühle bei Niederolm, Kilometer 13.0 bis
14,6. vom 27. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Sörgen=
loch
, Wahlheimer Hof, Hahnheim. Undenheim.
BensheimWorms (zw. Bürſtadt u. Worms), Kilometer
36,71739,100, vom 8. bis 29. 6. geſperrt. Umleitung: Bobſtadt,
Hofheim.
Hauptſtraßen in Heſſen.
HeppenheimEbersberg (von Wegſcheide nach Hüttenthal)
vom 11. 5. bis 20. 6. geſperrt. Umleitung: Unter=Oſtern, Rohr=
bach
. Unter=Moſſau.
GernsheimMannheim (zw. Lampertheim und Kirſchgarts=
hauſen
) Kilom. 41.041.4, vom 1. bis 15. 6. geſperrt. Umleitung:
Neuſchlöß, Hüttenfeld. Viernheim.
WormsPfeddersheim (zw. Pfiffligheim und Pfeddersheim)
Kilom. 3,5546,252, vom 15. 5. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: Leiſelheim.
Ober=HilbersheimWörrſtadt, vom Abzweig der Straße nach
Jugenheim bis zur Straßenkreuzung Partenheim-Wolfsheim,
vom 26. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Jugenheim,
Partenheim
HeldenbergenWindecken wegen Brückenbauarbeiten an der
Nidder bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eichen, Oſtheim.
BerſtadtFriedberg (zw. Dorheim und Friedberg) vom 4.6.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Schwalheim oder Fauer=
bach
bei Friedberg.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Neuſtadt i. O.Seckmauern (zw. dem Straßenkreuz unter=
halb
Lützelbach bis zum Weſtende der Ortsdurchfahrt Wiebels=
bach
) vom 8. 1. his auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lützelbach.
DarmſtadtRoßdorf (Roßdörfer Straße zw. Botaniſchem
Garten und Halteſtelle Glasberg) vom 28 1. bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Beck= und Erbacher Straße in Darmſtadt.
KelſterbachSchwanheimFrankfurt a. M. (Ortsdurchfahrt
Kelſterbach) vom 23. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Goldſtein, Niederrad, Schwanheim oder rechtsmainiſch über
Flörsheim. Höchſt.
NauheimTrebur, Kilom. 18,08420.741. vom 12. 5. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Hof Schönau.
Hainſtadt i. O. nach der Landesgrenze, Kilom. 41443.22
vom 8. bis 20. 6. geſperrt. Umleitung: Lützelbach, Seckmauern,
Wörth a. M.*
TannenmühleGroß=Steinheim, Kilom. 11.27815,605, vom
3. 6. bis 8 7. geſperrt. Umleitung: Hainſtadt.
ChauſſeehausNieder=Ramſtadt. (Ortsdurchfahrt. Nieder=
Ramſtadt, Bahnhofſtraße) vom 1. bis 22. 6. geſperrt. Oertliche
Umleitung.
Wildhof-Heuſenſtamm (zw. Wildhof und der Linde), Kilom.
4.2505,348. vom 10. 6. bis 1. 7. geſperrt. Umleitung: Hinter=
mark
Heuſenſtamm.
WolfsheimSprendlingen, Kilom. 26.029,4. vom 11. 5. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Gau=Weinheim. Wallertheim,
Gau=Bickelheim.
Klein=Linden-Lützellinden (Ortsdurchfahrt Klein=Linden),
vöm 29. 12. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Großen=
Linden.
TraisMünzenbergWohnbach (Ortsdurchfahrt Münzen=
berg
) vom 11. 5. bis 15 6 geſperrt. Umleitung: Ober=Hörgern,
Griedel, Oppershofen, Söbel, Bellersheim, Trais=Münzenberg.
MünzenbergRockenberg (Ortsdurchfahrt Münzenbera) vom
9. 4. bis 15. 6. geſperrt. Umleitung: Ober=Hörgern, Griedel,
Oppershofen, Södel und Eberſtadt. Trais=Münzenberg. Bellers=
heim
.
Wiederſehensfeier in Germersheim (Rhein) 15.16. Auguſt
1931. 8. Waffengedenktag der ehem. Königl Bayeriſchen Schweren
Artillerie, zugleich 10jähriges Gründungsfeſt des Landesverbands
Bayern. Um Abdruck wird gebeten.
Einſchränkung des Nachtbackverbots? Nach den Beſtim=
mungen
der 2. Verordnung des Reichspräſidenten zur Sicherung
von Wirtſchaft und Finanzen kann der Reichsarbeitsminiſter
durch Verordnung das Nachtbackverbot für ſolche Betriebe ein=
ſchränken
oder aufheben, die in mindeſtens 3 Schichten Arbeiter
beſchäftigen. Dieſe Ermächtigung ſoll ſich nur auf männliche Ar=
beiter
über 18 Jahre und nur auf Betriebe erſtrecken, die ihren
Sitz in einer Großſtadt haben oder das von ihnen hergeſtellte Brot
überwiegend in einer Großſtadt abſetzen. Der Reichsverband des
Deutſchen Handwerks hat Veranlaſſung genommen, mit einer Ein=
gabe
bei dem Reichsarbeitsminiſter gegen die Einſchränkung des
Nachtbackverbots vorſtellig zu werden.

Zur Gesichts-Bräunung
aber auch zur Bräunung des ganzen Körpers bei Sonnenbädern verwende
man die reizmildernde und kühlende Leodor=Fett=Ereme. Tube 60 Pf. und 1 Mk.
Wirkſam unterſtützt durch Leodor=Edelſeife Stück 50 Pf. Zu haben in allen
Chlorodont=Verkaufsſtellen.

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[ ][  ][ ]

Seite 8

Sonntag, den 14. Juni 1931

Nummer 163

* Schlaßfeier der Darrftädker Bolksbühne.
*t. Die Darmſtädter Volksbühne hat es zur Tradition werden
laſſen, alljährlich gegen Ende der Spielzeit ihre Mitglieder zu
einer Schlußfeier zuſammengerufen, und es waren der Einladung
zu der diesjährigen Veranſtaltung, die am Samstag abend im
großen Saale des Städtiſchen Saalbaues vor ſich ging, recht zahl=
reiche
Mitglieder gefolgt, ſo daß der große Raum dicht beſetzt war.
Herr Schulrat Storck, der 1. Vorſitzende der Darmſtädter
Volksbühne, begrüßte die Erſchienenen und betonte den einfachen,
zeitgemäßen Rahmen der Feier. Bei der ſchweren materiellen
Not der Zeit ſei es für die Volksbühne beſonders ſchwer, ihren
Mitgliedern den Zugang zur Kunſt erſchließen zu helfen. Die
Arbeit der Volksbühne ſei Gemeinſchaftsarbeit ſei Dienſt am
Volke. Die Schlußfeier bedeute nicht nur eine Art Abſchluß für
die laufende Spielzeit, ſondern ſolle auch gleichſam als Auftakt
gelten für die neue Spielzeit, die hoffentlich eine noch größere
Mitgliederzahl und damit auch die Möglichkeit bringe, auf die
Theaterleitung, die Spielplangeſtaltung uſw den erwünſchten
Einfluß ausüben zu können. Zu dem augenblicklichen Kampf der
um die Theaterleitung tobe, wolle die Volksbühne eine abwar=
tende
und neutrale Haltung einnehmen, da es ihr in der Haupt=
ſache
darum zu tun ſei, daß das Heſſiſche Landestheater ſein bis=
heriges
Niveau behalte.
Für die Geſtaltung der Vortragsfolge waren bekannte und
ſeliebte Mitglieder des Heſſiſchen Landestheaters gewonnen wor=
den
. Die Damen Marie Kienzl und Greta Berthold ſangen
Duette von Schumann und ſpendeten auch Einzelgaben ihrer
liebenswürdigen Kunſt. Die Zuhörer dankten den prächtigen
Stimmen mit herzlichem Beifall. Herr Heinrich Kuhn trug
Archibald Douglas von Loewe ausdrucksvoll vor und erntete hier=
mit
wie insbeſondere mit den Landsknechtsliedern reichſten Bei=
fall
. Maria Kienzl ſang auch die alten und doch ewig jungen
Geſchichten aus dem Wiener Wald, die natürlich einen Sturm
der Begeiſterung auslöſten. Zu allen Geſangsvorträgen beglei=
tete
Kapellmeiſter Erwin Palm am Flügel in der von ihm
gewohnten ausgezeichneten Weiſe, ſich hierbei der verſchiedenen
Art der Vortragenden und des Vorgetragenen ſchmiegſam anpaſ=
ſend
. Die Damen Aenne und Milly Reiß trugen zum
Programm des Abends eine ganze Reihe von temperamentvollen
Tänzen bei, ſo einen ſpaniſchen, Malaguenna, dann den Kanonen=
Sang aus der Dreigroſchenoper und das Lied von den Revel=
lers
aus Viktoria und ihr Huſar (ſingendes Ballett!). Auch
hier durften die Künſtlerinnen herzlichen Beifall ernten. Zum
Schluß traf friſch aus Heidelberg, wo er einen fabelhaften Kam=
merdiener
geſpielt haben ſoll, noch Herr Franz Pfaudler ein,
deſſen köſtliche Vorträge und unnachahmlicher trockener Humor, in
einer Szene von Frau Wigand=Pfaudler wirkſam unterſtützt, über=
leiteten
zum allgemeinen Schluß=Tanzteil. So verlief die
Schlußfeier ebenſo abwechſlungs= wie genußreich und harmoniſch.

Der Starkenburger Automobil=Club, Sitz Darmſtadt
(A. D. A. C.), weiſt ſeine Mitglieder ſowie alle Kraftfahrer
auf die Maßnahmen zur Abwehr gegen die Vernichtung des Kraft=
fahrweſens
, des zweitgrößten deutſchen Wirtſchaftsfaktors, hin.
(Siehe geſtrige Anzeige.)
Das Union=Theater zeigt nur noch heute und morgen den
Aufklärungsfilm Feind im Blut,
Im Helia=Theater ſieht man nur noch heute und morgen
Felix Breſſart, den beliebten deutſchen Komiker, in dem origi=
nellen
Lachſchlager Der Schrecken der Garniſon.
In den Palaſt=Lichtſpielen wird bis auf weiteres ein
Stumifilm=Doppelprogramm vorgeführt, und zwar der ſpannende
Abenteuerfilm aus den Diamantfeldern Afrikas Der Ring des
Unheils: mit Eleanor Boardmann. Conrad Nagel und Lawrence
Gras, Regie: John P. Mac Carthy, ſowie ein aufregendes Film=
werk
Brand im Oſten mit Lon Chaney in der Hauptrolle. Die=
ſer
Film ſpielt zur Zeit der chineſiſchen Unruhen in Schanghai.
Regie: George Hill.
CAerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkran=
kung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Haus=
arzt
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar, dann ſind am
Sonntag, den 14. Juni 1931, folgende zu deſſen Vertretung
bereit: Herr Dr. med. Buchhold, Alicenſtr. 19½, Tel. 3208;
Herr Dr. med. Leydhecker, Heinrichſtr. 23, Tel. 1975; Herr
Dr. med. Weyell, Hölgesſtr. 16, Tel. 253.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich an=
ſchließenden
Woche den Nachtdienſt vom 13. Juni bis 20. Juni die
Apotheke am Juſtizpalaſt, Bismarckſtraße 9, Einhorn= Apo=
theke
, Kirchſtraße 10/..
Aus den Parkeien.
Deutſche Volkspartei Landesverband Heſ=
ſen
. Wie in früheren Jahren, veranſtaltet auch in dieſem Jahre
der Landesverband Heſſen der Deutſchen Volkspartei
eine Rheinfahrt, die ausgezeichnet iſt durch ihren billigen
Fahrpreis. Die Fahrt findet am 28. Juni ſtatt. geht von Mainz
nach St. Goar und koſtet nur 3, 50 Mark (der normale Fahr=
preis
beträgt 5,90 Mark, bzw., da der Dampfer im Fahrplan des
Schnellverkehrs fährt, ſogar 8 Mark). Die Erſparnis iſt alſo
beträchtlich und auch durch Ermäßigung für Kinder und Jugend=
liche
noch beſonders wirkſam: Kinder zahlen nur 1,75 Mark,
Jugendliche von 1420 Jahren ſowie Studenten 2,50 Mark. Mit
der Fahrt iſt eine vaterländiſche Kundgebung auf der
Ruine Rheinfels in St. Goar, der größten Ruine des
Rheins, vorgeſehen. An Bord iſt während der ganzen Fahrt Kon=
zert
und Tanz. An der Fahrt kann jedermann teilnehmen, alſo
auch Nichtmitglieder der D.V.P. Karten ſind zu haben auf der
Geſchäftsſtelle der Deutſchen Volkspartei. Darmſtadt, Zimmer=
ſtraße
1 (Fernſprecher 3540 und 1304), von 91 Uhr vormittags
und 36 Uhr nachmittags und bei dem Reiſebüro auf dem Luiſen=
platz
.
Lokale Veranſtalkungen.

In Herrngarten=Café findet heute ab 11 Uhr
Frühkonzert unter perſönlicher Leitung von Kapellmeiſter Schlupp
ſtatt. Nachmittags ab 4 Uhr und abends ab 8 Uhr Künſtler=
konzert
.
Orangeriehaus. Heute Sonntag ab 4 Uhr Kaffee=
Konzert. Abends 8 Uhr Konzert mit Tanz. (Siehe Anzeige.)
Im Pfungſtädter Biergarten, Reſt. Datterich,
Kiesſtraße 27, finden heute mittags und abends Garten=Groß=
Konzerte der erſtklaſſig beſetzten großen und verſtärkten Haus=
kapelle
ſtatt. Bei ungünſtiger Witterung gaſtiert die Kapelle in
den Lokalitäten. (Siehe Anzeige.)
Im Wiener Kronenbräukeller konzertiert zur=
zeit
Sonntags die beliebte, humorvolle Breitwieſers Trachten=
kapelle
bei freiem Eintritt. (Siehe Anzeige.)
Im Hotel Prinz Heinrich findet heute, Sonntag
abend, Gartenkonzert mit Tanz ſtatt. Der Beſuch iſt beſtens zu
empfehlen.

Tageskalender für Sonntag, den 14. Juni 1931.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, 17.3022.30 Uk
P 6. M 6. Darmſt. Volkbühne Gr. LTV: Die Meiſterſinge
von Nürnberg, Kleines Haus: Geſchloſſen. Orpheum
20.30 Uhr: Der ledige Ehemann Konzerte: Zur Ope
Schloßkeller. Datterich, Café Martini=Bar, Herrngartenkaffe
Tropfſtein, Schuls Felſenkeller, Wiener Kronenbräukeller, Sporty
Reſt. am Böllenfalltor, Hotel=Reſt. Poſt. Hotel Prinz Heinri
Stadt Nürnberg, Rummelbräu, Bürgerhof, Hotel Schmitz. Be
ſunger Turnhalle, Ludwigshöhe, nachm. 4 Uhr, Orangeriehau
Kinovorſtellungen: Union= Helia= und Pala
Lichtſpiele; Union=Theater, vorm. 11.15 Uhr: Der gläſer
Motor . Männerquartett Weſtend nachm. 15 UI
im Städt. Saalbau: Bannerweihe.

Ans Heſſen.
Gewerbeſchau in Eberſtadl.
F. Der Plan des Ortsgewerbevereins und der Handwerker=
vereinigung
, am hieſigen Platze eine Gewerbeſchau zu ver=
anſtalten
, hat inzwiſchen greifbare Geſtalt angenommen. Man
hat drei Ausſchüſſe nämlich einen geſchäftsführenden Ausſchuß,
einen Platzausſchuß und einen Finanz= Preſſe= und Propaganda=
ausſchuß
gebildet, die bereits getagt und ſich mit den wichrig=
ſien
Vorfragen beſchäftigt haben. Es ſteht nunmehr feſt, daß
die Schau in der Eleonorenſchule untergebracht
und am 9., 10. und 11. Auguſt 1931 (alſo während
der Kirchweihtage) geöffnet ſein wird. Am Nach=
mittag
des Kirchweihſamstags wird die Ausſtellung in Anweſen=
heit
noch einzuladender Gäſte offiziell eröffnet werden. Als Aus=
ſteller
ſind alle Mitglieder des Ortsgewerbevereins und der
Handwerkervereinigung zugelaſſen, die ihrerſeits einzeln oder in
Gruppen ausſtellen können. Nach den beſchloſſenen Richtlinien
müſſen Anmeldungen von Mitgliedern der beiden Organiſatio=
nen
, die ausſtellen wollen, bis ſpäteſtens 20. Juni 1931
erfolgen. Die Anmeldungen ſind auf einem Vordruck, der bei dem
Vorſitzenden des Platzausſchuſſes, Weißbindermeiſter Georg
Geißler, Schloßſtraße 8, zu haben iſt, zu bewerkſtelligen. Mit
dem Vordruck werden auch die Richtlinien ausgegeben, aus denen
die Ausſteller die für ſie maßgebenden Bedingungen, ſo vor allem
auch die in Frage kommende Ausſtellungsgebühr, erſehen können.
Dieſe iſt, worauf beſonders hingewieſen wird, ſo niedrig bemeſſen,
daß ſich jeder Handwerker oder Gewerbetreibende an der Aus=
ſtellung
beteiligen kann. Soweit ſchon Anmeldungen Ausſtellen=
der
vorliegen, wird ihnen ein Exemplar der Richtlinien von der
Ausſtellungsleitung nachträglich überſandt werden. Da im all=
gemeinen
ein recht lebhaftes Intereſſe an der Ausſtellung feſt=
zuſtellen
iſt, darf damit gerechnet werden, daß der erſte Verſuch
einer lokalen Gewerbeſchau vollauf gelingen wird. Dies wäre
um ſo wünſchenswerter, als die Schau Vorpoſten der gro=
ßen
Jubiläumsſchau ſein ſoll, die man im Jahre 1933 an=
läßlich
des 50jährigen Beſtehens des hieſigen Ortsgewerbevereins
in Eberſtadt abzuhalten gedenkt.
E.Eberſtadt, 12. Juni. Impfung der Erſtimpflinge.
Die Impfung aller im Jahre 1930 geborenen Kinder findet am
Dienstag, den 16. Juni 1931, vormittags von 9.30 bis 10.30 Uhr,
ſtatt. Das Impflokal befindet ſich im Parterre der Georgſchule.
Eingang von der Neuen Darmſtädter Straße aus. Die Nachſchau
findet 8 Tage ſpäter (am Dienstag, den 23. Juni) im gleichen
Lokal und um dieſelbe Zeit ſtatt. Alle Eltern, Pflegeeltern und
Vormünder werden aufgefordert, ſich mit den impfpflichtigen Kin=
dern
ſowohl zum Impf= als auch zum Nachſchautermin während
der genannten Zeit einzufinden. Gleichzeitig werden Pflege=
eltern
von Waiſenkindern erſucht, die Waiſenkinder bei dem Nach=
ſchautermin
der arztlichen Kontrolle zuzuführen. Erhöhung
der Gasmeſſermiete. Das Gaswerk hat im Einvernehmen
mit dem Gemeinderat die Gasmeſſermiete ab 1. Juni 1931 um
20 Pfg. monatlich erhöht. Damit wird aber die im Konzeſſions=
vertrag
des Gaswerks mit der Gemeinde vereinbarte Bedingung
hinfällig, daß wenn weniger als 10 Kubikmeter Gas monat=
lich
verbraucht werden die als Mindeſtverbrauchsmenge feſt=
geſetzten
10 Kubikmeter zu bezahlen ſind. Beratungs=
ſtunde
. Am Montag, den 15 Juni 1931, findet wieder eine Be=
ratungsſtunde
der Mutter= und Säuglingsfürſorge in der Guten=
bergſchule
ſtatt. Aerztlicher Sonntagsdienſt. Am
Sonntag, den 14 Juni 1931 verſieht den ärztlichen Sonntags=
dienſt
Dr. med. Blum. An ihn wende man ſich, wenn der Haus=
arzt
nicht erreichbar iſt.

. Eberſtadt, 12. Juni. Vom Geflügelzuchtverein
In ſeiner Mitgliederverſammlung vom 29. Mai 1931 hat der Ge=
flügelzuchtverein
beſchloſſen, Notleidende und Hilfsbedürftige der
hieſigen Gemeinde mit Geflügelerzeugniſſen, wie z. B. Schlacht=
hähnchen
und Tauben, unentgeltlich zu beliefern. Bei der Zutei=
lung
ſollen in erſter Linie Schwerkranke ſowie alte und gebrech=
liche
Perſonen, die hilfsbedürftig ſind, berückſichtigt werden. Die
evangeliſche und die katholiſche Schweſternſtation ſind erſucht wor=
den
, dem Verein zuteilungsbedürftige Perſonen laufend namhaft
zu machen. An eine der beiden Stationen wende man ſich, wenn
man auf Zuteilung von Geflügel für ſich oder für andere
bedürftige oder notleidende Perſonen reflektiert. Dieſes Vor=
gehen
des Geflügelzuchtvereins zeugt von ſozialem Verſtändnis
ſeiner Mitglieder, das Anerkennung verdient und zur Nacheife=
rung
herausfordert.
Aa. Eberſtadt, 13. Juni. Sturz vom Motorrad. An der
Main=Neckar=Bahnſtation ſtürzte ein auf der Heimfahrt von der Arbeits=
ſtätte
befindlicher Motorradfahrer aus Pfungſtadt, dem Vernehmen nach
infolge eines Schwächeanfalls, von ſeinem Rad und erlitt ſchwere Kopf=
verletzungen
. Er mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden.
Aa. Eberſtadt, 13. Juni. Die Kirſchenernte dürfte hier in
einigen Tagen in vollem Gange ſein. Auf den Grundſtücken auf der
Marienhöhe wird bereits fleißig geerntet. Leider hört man auch ſchon
wieder von nächtlichen Kirſchendiebſtählen. Evang. Nähſchule
Die Gebühren für die Schülerinnen der evang. Nähſchule ſind auf 1,60
RM. herabgeſetzt worden. Ausflug des Frauenvereins.
Der Evang. Frauenverein unternimmt am Sonntag den geplanten Aus=
flug
nach Lindenfels. Die Landwirtſchaftliche Bezugs= und Abſatz=
genoſſenſchaft
hält am Samstag, den 20. Juni, bei Kirſchner ihre dies=
jährige
Generalverſammlung ab.
Cp. Hahn, 13. Juni. Weitere Ausdehnung der Maul=
und Klauenſeuche. Nach den amtstierärztlichen Befunden hat ſich
hier die Maul= und Klauenſeuche erneut weiter verbreitet. So konnte
ihr Ausbruch unter den Viehbeſtänden von 16 weiteren Landwirten feſt=
geſtellt
werden.
Dg. Arheilgen, 12. Juni. Impfung. Die öffentliche Impfung
der im vorigen Jahre geborenen Kinder findet am kommenden Donners=
tag
, den 18. Juni, vormittags 10 Uhr, ſtatt. Impflokal iſt die Schul=
turnhalle
. Gleichzeitig wird auch die Impfung der aus früheren Jahren
rückſtändigen Kinder vorgenommen. Der dazugehörige Reviſionstermin
wurde auf Donnerstag, den 25. Juni, vormittags 9 Uhr, feſtgeſetzt.
Offenhaltung der Ladengeſchäfte. Am Sonntag, den
14. Juni, können anläßlich des 50jährigen Jubiläums der Freiwilligen
Feuerwehr alle Landeninhaber, ſoweit der Verkauf von Genußmitteln
in Frage kommt, ihre Ladengeſchäfte in der Zeit von 36 Uhr nach=
mittags
offen halten. Bürgerſteuer. Empfänger von Eltern=
beihilfe
ſind nach einer neueren Entſcheidung des Reichsfinanzminiſters
nunmehr ebenfalls von der Zahlung der Bürgerſteuer befreit. Dies=
bezügliche
Anträge auf Erlaß der Bürgerſteuer können bei der Bürger=
meiſterei
(Zimmer Nr. 2) geſtellt werden. Beratungsſtunde.
Am kommenden Dienstag, den 16. Juni, nachmittags 3 Uhr, findet auf
dem Rathaus eine Beratungsſtunde der Mütter= und Säuglingsfürſorge
ſtatt. Werbeabend. Am Sonntag, den 21. Juni, abends, ver=
anſtaltet
der hieſige Arbeiter=Rad= und Kraftfahrer=Verein Friſch auf
im Gaſthaus Zum goldenen Löwen einen Werbeabend. Das Pro=
gramm
ſieht außer der Ehrung der Jubilare für 25jährige Mitglied=
ſchaft
radſportliche Vorführungen und Radballſpiele vor. An dem
Werbeabend beteiligen ſich auch die Radfahrervereine von Eberſtadt und
Gräfenhauſen. Heugrasverſteigerung. Das Forſtamt
Kranichſtein verſteigert am Montag, den 22. Juni, in Darmſtadt ( Wirt=
ſchaft
Heiliges Kreuz) das Heugras von den fiskaliſchen Wieſen in
den Gemarkungen Arheilgen, Darmſtadt, Egelsbach, Langen, Hanauer
Koberſtadt und Wixhauſen Die hieſige Gemeindekaſſe macht
wiederholt darauf aufmerkſam, daß die Zahlung der Nacherhebung der
Gemeinde=, Kreis= und Provinzialumlagen (halbes Ziel laut Nachtrags=
voranſchlag
1930) noch bis zum 18. ds. Mts. ohne Koſtenberechnung er=

Gukenberg=Feier in Mainz.
Rofentage am Rhein vom 20. bis 24. Juni 1931.
Programmfolge:
Samstag, den 20. Juni, 11 Uhr: Eröffnung der Sonderaus=
ſtellung
im Gutenbergmuſeum; 16 Uhr: Konzert im Roſengarten im
Stadtpark. Ausführende: Mitglieder des Mainzer Berufs=Orcheſters.
Leitung: Kapellmeiſter H. Schacker; 20 Uhr: Volkstümlicher Abend im
Stadtparkgarten. Großes Konzert, ausgeführt von dem Mainzer Be=
rufsorcheſter
, Leitung: Kapellmeiſter H. Schacker. Aufführung des Feſt=
ſpiels
Johanniswunder von H. L. Linkenbach. Sonntag, den
21. Juni, 10 Uhr: Generalverſammlung der Gutenberg=Geſellſchaft im
Kurfürſtlichen Schloß; 12 Uhr: Huldigungsfeier am Gutenbergdenkmal.
Anſchließend: Platzkonzert, ausgeführt von dem Mainzer Berufs= Orche=
ſter
, Leitung: Kapellmeiſter Eiſold; 16 Uhr: Gutenbergehrung der
Jugend im Stadtpark. Aufführung des Feſtſpiels Johanniswunder
16 und 20 Uhr: Konzerte und Tanz auf den Rheinterraſſen der Stadt=
halle
. Auffahrt der Waſſerſportvereine von Groß=Mainz. Rheinufer=,
Stadt= und Brückenbeleuchtung. Montag, den 22. Juni, 20.30 Uhr;
Gutenbergabend im Kurfürſtlichen Schloß. Mitwirkende: Orcheſter der
Muſikhochſchule (Leitung: Direktor Dr. Gäl) und Mainzer Lehrer=
ſängerchor
(Leitung: Kapellmeiſter Otto Naumann). Vortrag des Herrn
Direktors Dr. Ruppel: Gutenberg und ſein Werk, Dienstag, den
23. Juni: Führungen im Gutenbergmuſeum Gutenbergwerkſtätte in
Betrieb. Mittwoch, den 24. Juni, 20 Uhr: Johannisabend im
Stadtpark. Aufführung des Feſtſpiels Johanniswunder von H. 2.
Linkenbach.
folgen kann. Hohes Alter. Am Sonntag, den 14. ds. Mts.,
kann Frau Suſanne Weber, Darmſtädter Straße 41, ihren 86. Geburts=
tag
begehen. Vermögensſteuer. Das Finanzamt Darmſtadt=
Land macht darauf aufmerkſam, daß die Vermögensſteuererklärungen
über das Vermögen vom 1. Januar 1931 in der Zeit vom 15. bis 30, ds.
Mts. unter Benutzung der vorgeſchriebenen Vordrucke abzugeben ſind.
Die Vordrucke werden den Steuerpflichtigen durch das Finanzamt zuge=
ſandt
. Zur Abgabe von Steuererklärungen ſind auch alle diejenigen
verpflichtet, die am 1. Januar 1931 ein Geſamtvermögen von mehr als
20 000 RM. beſeſſen haben, auch wenn die Vordrucke vom Finanzamt
nicht zugeſandt werden. In dieſem Falle ſind die vorgeſchriebenen For=
mulare
beim Finanzamt anzufordern.
Cp. Gräfenhauſen, 13. Juni. Der Gemeinderat lehnte be
Beratung des Voranſchlages für 1931 die Erhöhung der Bier= und Bür=
gerſteuer
ab. Auch der Beitritt zu dem neuen Bachfegeverband wurt
abgelehnt.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 13. Juni. Rotkreuztag. Anläßlich
des am Sonntag, den 14. d. M., in ganz Deutſchland ſtattfinden=
den
Rotkreuztages findet auch in hieſiger Gemeinde an dieſem
Tage eine allgemeine Straßenſammlung ſtatt, die von der Sani=
tätskolonne
vorgenommen wird. Die Sammlung dient den Zwecken
der Wohlfahrtseinrichtungen des Roten Kreuzes und kann daher
der Einwohnerſchaft nicht warm genug ans Herz gelegt werden.
Spar= und Darlehnskaſſeverein, e. G. m. u. H.
Nachdem bei der kürzlich ſtattgefundenen Generalverſammlung der
Beſchluß auf Aufwertung der alten Spareinlagen endgültig ge=
faßt
wurde, mehren ſich auch die Anfragen bzw. Wünſche auf Aus=
zahlung
der Aufwertungseinlagen. So verſtändlich dieſe Wünſche
namentlich in der heutigen geldarmen Zeit ſind, muß aber darau
hingewieſen werden, daß die Sache noch nicht ſpruchreif iſt. Die
Verwaltung muß zunächſt die umfangreichen techniſchen Vorarbei=
ten
treffen und ſelbſt, wenn dieſe beendet ſind, hängt die Auszah=
lung
der Aufwertungseinlagen noch von dem Eingang der den
Auſwertungsfonds bildenden Aufwertungshypothekengeldern ab.
Vor dem 1. Januar 1932 iſt hieran gar nicht zu denken. Es hat
auch keinen Zeck, ſchon jetzt die in Frage kommenden Sparbücher
bei dem Verein einzureichen. Zu gegebener Zeit wird die Kaſſe
dieſe einfordern, um die Aufwertungsbeträge einzutragen.
C., Ober=Ramſtadt, 13. Juni. Gemeinderatsſitzung.
Am Montag, den 15. d. M., abends 8 Uhr, findet im Rathaus=
ſaal
eine Sitzung des Gemeinderats ſtatt.
A. Mörlenbach, 13. Juni. Vom Ertrinken gerettet. Hier
geriet ein junger Mani, der des Schwimmens unkundig war, beim
Baden an eine tiefe Stelle der Weſchnitz und drohte zu ertrinken. Auf
ſeine Hliferufe eilten mehrere ſeiner Kameraden herbei und retteten
ihn, ſonſt wäre er ſicher ertrunken. Diefer Vorfall ſollte bei Beginn
der Badeſeiſon zur Vorſicht mahnen und als Warnung dienen.
1 Von der Bergſtraße, 12. Juni. Tödlicher Verkehrsuf
fall. Der Rottenführer Otto Edelmann von der Oberrheiniſche
Eiſenbahn=A. G., der geſtern auf der Landſtraße bei Lützelſachſen mitt
in der Arbeit von einem Auto angefahren und ſchwer gequetſcht wurde,
iſt unterdeſſen im Städtiſchen Krankenhauſe in Weinheim ſeinen Ver=
letzungen
erlegen. An der Kurve beim Pilgerhauſe haben ſich ſchon
mehrfach Autounfälle zugetragen, doch war dies das erſte Todesopfer
Der Hergang war folgender: Der Rottenführer Edelmann war mit
mehreren Leuten damit beſchäftigt, die heruntergeſchwemmten Sand=
maſſen
auf einen Waggon zu verladen und abzutransportieren, um das
Gleis zu befreien. Beim Ausweichen zweier einander begegnender Kraft=
wagen
kam das Perſonenauto aus Heidelberg ins Schlendern und
drückte dabei den Edelmann derart an die Wand eines Materialwagens,
daß der Aermſte ſchwere Bruſtquetſchungen erlitt. Der Verſtorbene
war 60 Jahre alt und in Großſachſen verheiratet. Er hinterläßt eine
Witwe und eine erwachſene Tochter. Als arbeitsfreudiger und beſonne=
ner
Mann war er allgemein geſchätzt. Dieſer Verkehrsunfall dürfte eine
neue Beſtätigung des oft beklagten Umſtandes ſein, daß die Landſtraße
Weinheim-Heidelberg als eine der meiſtbefahrenen Autoſtrecken von
Deutſchland angeſichts der längs der Straße ſich hinziehenden Kleinbahn=
ſchienen
viel zu ſchmal iſt, um in der jetzigen Geſtalt den gewaltigen
Verkehrsanforderungen auch nur notdürftig entſprechen zu können.
Hirſchhorn, 13. Juni. Waſſerſtand des Neckars am
12. Juni 1,96 Meter, am 13. Juni 1,88 Meter.
Gernsheim, 13. Juni. Waſſerſtand des Rheins am
12. Juni 2,29 Meter, am 13. Juni 2,14 Meter.

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d jed
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nin. Er. N.
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folge=

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775

Rheinheſſen.

* Oſthofen, 13. Juni. Todesſturz von der Treppe. Die
Frau des Elektroarbeiters Georg Rißler wollte mit ihrem drei Wochen
alten Kind die Treppe ihrer auf dem Kirchberg gelegenen Wohnung
heruntergehen, wobei ſie fehltrat und das Kind ihren Armen entfiel,
Bei dem Aufſchlagen auf den Boden erlitt das Kleine derart ſchwere
Verletzungen, daß der Tod alsbald eintrat.
Ad. Guntersblum, 13. Juni. Der Gemeindevoranſchlag=
der
in Einnahme und Ausgabe mi= dem Betrage von 157 995,28 RM.
abſchließt, wurde bei einem Umlageausſchlag von 45 500 RM. für die
Ortseinwohner und Ausmärker genehmigt.
Ax. Gau=Algesheim, 13. Juni. Ertrunken. Der im 74. Lebens=
jahr
ſtehende Arbeiter Kaſpar Braun von hier entfernte ſich am Mitt=
woch
nachmittag aus ſeiner Wohnung und kehrte nicht mehr zurück. Bei
den angeſtellten Nachforſchungen fand man ihn unterhalb des Strand=
bades
bei Frei=Weinheim im Rhein liegend ertrunken vor. Ob ein
Unglücksfall oder Selbſtmord vorliegt, iſt nicht bekannt.
Oberheſſen.
Bg. Vilbel, 13. Juni. Hier ereignete ſich ſchon wieder ein Ver=
kehrsunglück
das einen tragiſchen Ausgang nahm. Auf der
Straße nach Frankfurt wurde ein junger Mann von 19 Jahren aus dem
benachbarten Maſſenheim, der ein Laſtauto überholen wollte, von einem
anderen, aus entgegengeſetzter Richtung kommenden Perſonenauto er=
faßt
. Dieſes fuhr ihm über den Kopf, wodurch er nach einer viertel=
ſtündigen
Bewußtloſigkeit an inneren Verblutungen ſtarb. Die Schuld=
frage
iſt noch nicht geklärt. Die Unterſuchungen wurden von der Polizel
ofort aufgenommen.
h. Gießen, 12. Juni. Im Steinbruch ſchwer verletzt
wurde der Steiger Wilhelm Bamberger zu Niedergirmes. Herabſtürzende
Steinmaſſen trafen ihn und fügten ihm einen Schenkelbruch und Bruſt
verletzungen zu.

Zur Haustrinkkur bei Nierenleiden,
Harnsäure, Eiweiß, Zucker
1930: 24000 Badegäste.
I. 6133

Badeschriften durch die Niederlage in Darmstadt:
Heilquellenzentrale und Drogenhandlung
Friedrich Schaefer
Ludwigsplatz 7, Teleton 45 u. 46
und durch die Kurverwaltung Bad Wildungen.

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Nummer 163

Miaf euft dus deatſche Meer!
Achkägige Geſelſchaftsfahrk an die Nordſee.
das lachende Glück zog mit an die Nordſee! Glück im Zu=
umenfinden
der Menſchen, die ſich vorgenommen hatten, einige
io die ſchweren Sorgen des grauen Alltags ganz zu vergeſſen
umdie ſich bald wie eine große Familie fühlten, Glück mit dem
Yöer, mit der See, den Quartieren und der Verpflegung, und
mülſem ganzen Reiſeprogramm, das ſo ausgezeichnet klappte, wie
mia es beſſer nicht wünſchen konnte. Kein Wunder, daß unter
dieſn Umſtänden alle mit Freude und Begeiſterung an die herr=
luch
Nordſeefahrt der Reichsbahndirektion Mainz denken, die be=
aune
Wagen zur Verfügung geſtellt hatte, und vor allem in
Sſern, Reichsbahnoberinſpektor Beck einen Reiſeleiter gewählt
hün, der ſich keine Mühe verdrießen ließ, für Unterkunft uſw.
ſoſrge und jedem einzelnen Wunſche gerecht zu werden ſuchte. Ihm
iſſt or allem die ſchöne und glatte Durchführung der Reiſe zu
danen. Er wurde denn auch dies ſei nebenbei verkaten
vynverſchiedenen luſtigen Privatklubs, die ſich an der See Hil=
dam
, zum Ehrenmitglied ernannt.
Un Sonntagen, wie heute, wird gar mancher die ſchöne Reiſe
nninals im Geiſte erleben. Es iſt natürlich unmöglich, alle
Eyelheiten, Schönheiten und individuellen Eindrücke ſo leuch=
tetn
zu ſchildern, wie ſie erlebt wurden, denn ſoviel Farben gibt
e icht. Deshalb: den Mitfahrenden und der Allgemeinheit nur
eim kurze Erinnerung und Schilderung der einzelnen Reiſe=
etrwen
:
Das erſte gemeinſame Mittageſſen wurde in Köln eingenom=
meu
wo zwei Stunden Aufenthalt waren. Schon hier war man
anmehm berührt von der Güte des Gebotenen und dem tadel=
lolig
Funktionieren des Servierens. Das erſte Ziel war Bre=
mei
, die uralte freie Hanſeſtadt mit ihren hiſtoriſchen Sehens=
wnit
igkeiten. Die Führung durch die Stadt erfolgte durch freund=
üſch
und kundige Beamten des Norddeutſchen Lloyds, die die
Shnswürdigkeiten erläuterten und den bekannten Roland am
Maktplatz, das wundervolle Rathaus, die Börſe, Bleikeller, den
ſchicen Renaiſſancebau das Eſſighaus die moderne Böttcher=
ſtſtaſe
, über deren Schönheit man geteilter Anſicht ſein kann, und
vvels andere zeigten.
Der folgende Tag führte zunächſt in die Geheimniſſe der See
ſieh d. h. bei einer Rundfahrt durch Bremerhaven konnte

Sonntag, den 14. Juni 1931

man die Beherrſcher der Meere bewundern, die Schiffe, die aus
aller Herren Länder angekommen, nun hier kurz raſteten, zum
Teil auch in den Docks lagen und ausgebeſſert wurden, oder neuen
Proviant und Ladung zur Ueberſeefahrt nahmen. Nach der Außen=
beſichtigung
des ſtolzen deutſchen 50 000 Tonnen Rieſendampfers
Bremen, dem Inhaber des Blauen Bandes, der kurz vor
ſeiner Amerikafahrt ſtand, ging es friſch auf zur Seefahrt nach
Norderney auf dem Seebäderdampfer des Norddeutſchen
Lloyds Vorwärts‟. Das unendlich weite Meer dehnte ſich, herr=
lich
war die Fahrt auf hoher See, die ſchwach bewegt war und
einen überwältigenden Eindruck ausübte. Wer will es den
vielen Seefahrern und =fahrerinnen verdenken, daß ſie alles Ge=
botene
auf der Reiſe ausnützen wollten und gelegentlich dieſer
erſten Ueberfahrt ſich das Spezialvergnügen einer tüchtigen See=
krankheit
leiſteten, zumal die Damen ſchon tagelang vorher von
deren Exiſtenz erzählt hatten? Wir anderen verzichteten gerne
und neidlos und gaben uns ganz dem Genuſſe der unergründ=
lichen
lockenden See hin, die Hörenden ſo viel zu ſagen har.
In Norderney, dem deutſchen Weltbad, war die Unterkunft in
hübſchen Privathäuſern. Der Sonntag (heute vor 8 Tagen!) bei hel=
lem
Sonnenſchein zog ſehr viele Fahrtteilnehmer an den Strand zu
friſchem Seebad in den Wellen oder zum Ruhen in die Dünen. Zum
Teil wurde auch das moderne wundervoll eingerichtete Seewellen=
Hallenbad beſucht und natürlich auch die Kurkonzerte nicht ver=
ſäumt
. Der Abend ſtand zur freien Verfügung. In Norderney
tanzt man gerne, und ſo zog es die einen zum Tanz, während an=
dere
am dunkeln Meeresſtrand noch lange beim Rauſchen der
Wellen ihre Gedanken wandern ließen und träumten.
Zur Ueberfahrt nach Helgoland hatte der Lloyd eine be=
ſondere
Ueberraſchung. Selten glatte See und prachtvollen
Sonnenſchein! So konnten ſich alle der ungetrübten Freude einer
ſchönen Seefahrt hingeben. Nur zu kurz dauerte dieſe Fahrt,
dann tauchten die hohen Felſen Helgolands, der idylliſchen grünen
Inſel, auf. die den Gäſten aus dem Gebiete der Reichsbahndirek=
tion
Mainz auf einem großen Transparent ein. Herzliches Will=
kommen
entbot. Die Inſel wurde gründlich beſichtigt, das Aqua=
rium
beſucht und in Motorbooten kleiner Seefahrten ausgeführt.
Mit dem Beſuch auf dieſem verwunſchenen Inſelland mit ſeinen
gewaltig ragenden Felswänden, ſeinen engen trauten Gaſſen, war
der Höhepunkt der Fahrt erreicht. Noch eine Nacht trennte von
der Rückfahrt.
Schnell waren die kurzen Stunden vorbei und ſchon brachten
kleine Zubringermotorboote die Reiſeteilnehmer zu dem Hapag=
Seebäder=Dampfer Cobra. Gleichſam als wollte die Hapag die
Teilnehmer die nahe Rückkehr vergeſſen laſſen, hatte auch ſie

Seite 9

ruhige See und herrliches Sonnenwetter beſtellt. An Bord des
vornehmen großen Bäderdampfers entwickelte ſich daher bald
frohes Leben, ſo daß die gute Stimmung bis Hamburg nicht ver=
loren
ging.
In Hamburgwar, wie in Bremen, für Unterkunft in guten
Hotels bereits vorgeſorgt. Am Tage nach der Ankunft folgte un=
ter
kundiger Führung in Omnibuſſen die Beſichtigung der Stadt,
des Hapaghauſes und dann eine große Hafenrundfahrt. Das pul=
ſierende
Leben dieſer drittgrößten Hafenſtadt der Welt kam bei
den Rundfahrten ſo recht eindringlich zum Bewußtſein; von be=
ſonderem
Intereſſe war für uns Landratten die Innenbeſichti=
gung
Deutſchlands größten Motorſchiffes M. S. Milwaukee der
Hamburg=Amerika=Linie mit ſeiner modernen und für alle Klaſ=
ſen
ſehr komfortablen Einrichtung. Das Schiff war für den fol=
genden
Tag zur Ueberfahrt nach Amerika bereit. Nachmittags
wurde der ſehenswerte Tierpark Hagenbecks in Stellingen beſucht
und abends von faſt allen Geſellſchaftsfahrt=Teilnehmern als Ab=
ſchluß
das Nachtleben auf St. Pauli angeſehen.
Mit gemiſchten Gefühlen und leiſem Bedauern ging es am
folgenden Tage heimwärts. Alle haben beſtimmt von der ab=
wechſelungsvollen
Fahrt, reichen Gewinn und große Freude
Wir alle ſtehen wieder mitten im ſchweren grauen Alltag. Aber
ein Blatt im Buche unſeres Lebens iſt beſchrieben, das wir im=
mer
gerne aufſchlagen werden. Die Sonderfahrten der Reichsbahn
werden jedem zum Erlebnis, Beſonders hinterließ dieſe Nordſee=
fahrt
tieſe Eindrücke. Man möchte allen einmal eine ſolche Fahrt
wünſchen. Für den einzigen Fehler, daß die Stunden und Tage
wie im Fluge vergingen, und daß alles Erlebte wie ein Traum
iſt, kann ſchließlich die Reichsbahn nichts. Denn auch die ſchonſten
Stunden enteilen und nur die Erinnerung bl ibt.
Man trennte ſich in Frankfurt a. M. mit dem Seemannsgruß,
einem herzhaften Ahoi

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Radolf Maupe: für Feullleton, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max, Streeſei für Sport: Kari Böhmann;
ſür den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwar, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette:
für den Inſeratenteil und geſchäftlſche Mitteilungen: Willy Kuble:
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtiadt
Fär unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

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[ ][  ][ ]

Seite 10

Sonntag, den 14. Juni 1931

Nummer 163

Unser
Heinz-Walter
ist angekommen. In dankbarer Freude
Georg Krauß und Frau
Else, geb. Martin.

Darmstadt, den 13. Juni 1931.
Pankratiusstr. 1.

Dankſagung.

Statt Karten.

Anläßlich des 20jähr. Geſchättsjubiläums
unſerer Firma, ſowie meiner 55jährigen
Tätigteit bei derſelben ſind mir von
vielen Seiten Glückwünſche entgegen=
gebracht
worden.
Allen, die in ſo liebenswürdiger Weiſe
mich ehrten, ſage ich auf dieſem Wege
meinen herzlichſten Danf.
Adam Herdt
Prokuriſt
der Firma Gebrüder Vierheller
Schuſſergaſſe 14.
Darmſtadt, den 14. Juni 1931.
(9182
Gervinusſtraße 51.

Todes=Anzeige.

Franzöſin ert. Untenr
zu mäß. Hon. AngHl
u. u. 214 an Geſchiſ.
*gmg)

Am 7. Juni hat der Herr über Leben und Tod unſere liebe
Mutter

Gan Bohannd Ltfet, geb. Bogl
(Witwe des Chemikers Dr. Karl Oeſer)

Gustel Dächert
Heinrich Veith

Verlobte

Eberstadt a. B. 14. Jun 1931 Eberstadt a. B.
Neue Darmstädterstr. 24
Müllerstr. 8

Aufklärung.

nach langem ſchweren Leiden, im 74. Lebensjahr, zu ſich in die
Ewigkeit abberufen. Die Einäſcherung fand auf Wunſch der
Entſchlafenen in aller Stille ſtatt.
Herzlichen Dank Herrn Pfarrer Kleeberger für die troſtreichen
Worte und beſonders den Schweſtern der evangeliſchen Lukas=
gemeinde
für die monatelange, aufopfernde, liebevolle Pflege.

Die Veröffentlichung vom 11. 6.
des Herrn Georg Keitel beruht auf
Unwahrheit, da meinerſeits die Ver=
lobung
ſchon am 19. 5. gelöſt wurde.

Hans Oeſer.

Gretel Hofferbert.

Darmſtadt, den 14. Juni 1931.

Ihre Verlobung geben bekannt

Lieſel Wilhelm
Heinrich Müller
14. Juni 1931

Unſere liebe Mutter, Schwiegermutter, Groß=
mutter
, Schweſter, Schwägerin und Tante

Srau süürie Sonärlns

Darmſiadt (Waldkolonie) Schönebeck a. d. Elbe

Michaelisſtr. 16

z. Zt. Darmſtadt, Liebfrauenſtr. 80

geb. Chriſt
iſt am 11. Juni im 76. Lebensjahr in
Ewigkeit abgerufen worden.

die

Statt Karten.

Für die uns anläßlich unſerer Vermählung am 7. ds. Mis.
erwieſenen Autmerkſamkeiten und für die zahlreichen Geſchenke
iſt es uns nicht möglich, einem ſeden perfönlich zu danken.
Wir bitten deshalb, unſeren herzlichſten Dank auf dieſem
Wege entgegen zu nehmen.
Beſonderen Dank dem Geſangverein Liederkranz und dem
Wanderklub Adler.

Otto Schwarz u. Fran Frieda, geb. Müller.
Darmſtadt, Landwehrſtr. 31.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Karl und Ludwig Bonarius
Darmſtadt, 14. Juni 1931.
Die Beerdigung fand in der Stille ſtatt.

Wir freuten uns, Dich zu erzieh’n
und ſehen Dich ſo früh verblüh’n.

Nach langem ſchweren, mit großer Geduld
ertragenem Teiden, verſchied heute nacht um
111/, Uhr mein lieber Mann, mein guter Vater

Todes=Anzeige.

Herr

Tief erſchüttert zeigen wir hiermſt an, daß uns
am Samstag vormittag, unſer herzensguter, hoff=
nungsvoller
Sohn und Bruder

Auam iſcher
Fieoria. Donn
nach kurzem ſchweren Leiden, im blühenden Alter

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Margarethe Höhn, geb. Mathes.

von 18 Jahren durch den Tod jäh entriſſen wurde.

Darmſtadt, den 12. Juni 1931.
Kiesſtraße 80½,

In tiefer Trauer:
Familie Philipp Fiſcher
und alle Verwandten.
19217
Aieder=Ramffadt, den 13. Juni 1931.

Die Beerdigung findet am Montag, den 15. d8. Mts.,
nachmittags 3½½, Uhr, vom Portale des Alten Friedhofs,
Nieder=Ramſtädterſiraße aus, ſtatt.
Zar

Die Beerdigung findet Montag, den 15. Juni, nach=
mittags
4 Uhr ſtatt.

Nach ſchwerer Krankheit ſtarb unſer lang=
jähriger
Stereotypeur

Herr

Friedrich Höhn

Dankſagung.
Für die herzliche Teilnahme bei dem Tode
unſeres lieben Vaters ſagen wir im Namen
aller Hinterbliebenen innigſten Dank.
Studienrat Dr. Weimer
Regierungsrat Weimer
Major a. D. Weimer.

Wir verlieren in dem Verſiorbenen einen
ruhigen, fleißigen und gewiſſenhaften Mit=
arbeiter
, dem wir ein ehrendes Andenken
bewahren werden.
(9215

Heppenheim, Darmſtadt, Ohlau,
den 13. Juni 1931.

Darmſiadt, den 13. Juni 1931.

L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei
Verlag des Darmſtädter Tagblatt.

Nach langer Krankheit verſchied am 12. Juni
unſer lieber Kollege

Herr

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
beim Heimgang unſerer geliebten Mutter
Frau Luiſe Jaeger
geb. Armsheimer
ſprechen wir Allen unſeren Dank aus.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Heinrich Jgeger.

Fiedrich Honn

Stereotypeur

Wilh. Sonmank Erd- und

In dem Entſchlafenen verlieren wir einen auf=
richtigen
und guten Mitarbeiter und empfinden
ſein frühes Hinſcheiden auf das Schmerzlichſte.
Darmſtadt, den 13. Juni 1931.
Ein treues Gedenken bewahrt ihm
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Schützenstraße 16

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Gratenstraße 4

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herz=
licher
Teilnahme bei dem
Hinſcheiden unſerer lieben
Verſiorbenen ſagen wir auf
dieſem Wege Allen unſeren
herzlichſien Dank.
Familien
Schmitt, Hillinger, Erler
und Schneider.
Darmſtadt, 13. Juni 1931.

Dankſagung.

Herzlichen Dank allen, die unſere
lb. Entſchlafene auf ihrem letzten
Gang und durch Blumenſpenden
(9210
geehrt haben.

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Seite 12

Sonntag, den 14. Juni 1931

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ummer 163

Sonntag, den 14. Juni 1931

Seite 13

Mikkelalker vor 2=Zug=Wagen.

Karke zur 200-Jahr-Feier des deutſchen Ordenslandes.

Die Pankgrafen
bei dem ſie

von Berlin=Wedding vor der Abfahrt in ihren feucht=fröhlichen Krieg,
diesmal die Städte Soeſt und Münſter zu erſtürmen gedenken.

GEBlET DES
DEUTSCHEN
ORDENS
HIIfff Stand vor 4300
Hffd ergerdungen
bis 1410
Gebiet der
Bischöfe
Moßstab 1:3000000

aoge

Reval

Dogo
Osel

od Uncheu

Das Gebiet des Deutſchen Ordens zur Zeit ſeiner größten Ausdehnung.
Dieſe Blütezeit begann mit der Verlegung des Ordensſitzes von Venedig nach der Marienburg
im Jahre 1309 und endete mit der vernichtenden Niederlage bei Tannenberg durch den litauiſch=
polniſchen
König Jagello im Jahre 1410.

Reich und Ausland.
föffnung der neuen Fordwerke
in Köln.

Kohlenſtaubexploſion in Lauchhammer.
Lauchhammer. In der hieſigen Brikett=
ſctik
erfolgte eine Exploſion von Kohlenſtaub,
ah die ſechs Mann der Belegſchaft verletzt
uden. Vier von ihnen ſind ins Krankenhaus
Lchhammer gebracht worden. Ihre Verlet=
agen
ſind ſchwer, aber nicht lebensgefährlich.
Exploſion war weithin vernehmbar. Der
Aſchaden iſt mäßig, und eine Betriebsunter=
ſhung
wird nicht erforderlich ſein.
Zum 50. Deutſchen Aerzkekag.

behh. Sanitätsrat Dr. Stauder=Nürnberg,
Vorſitzende der beiden Aerzteorganiſationen.
Com 16. bis 19. Juni findet im Rahmen des
Deutſchen Aerztetages in Köln die Jahres=
ammlung
des deutſchen Aerztevereinsbundes
O des Verbandes der Aerzte Deutſchlands
a. Den beiden Organiſationen gehört die
Erwviegende Mehrzahl der deutſchen Aerzte an.

zum 100. Todeskag des Freiherrn vom Skein

17öln. Am Freitag wurden die neu erbau=
tinFordwerke
in Köln=Niehl durch den Ober=
büermeiſter
Dr. Adenauer eröffnet. Der Gene=
rinitektor
der Fordwerke, Edmund C. Heine,
bllegüste die Gäſte und ſprach dann dem Ober=
blüermeiſter
Dr. Adenauer und den Behörden
dir Stadt Köln und des Rheinlandes ſeinen
Dak dafür aus, daß ihre Weitſichtigkeit und
füedige Unterſtützung den Bau des Werkes in
küüreſter Friſt ermöglicht haben. Heine ſpricht
vn den peſſimiſtiſchen Stimmen, die gewarnt
hiuln, in ſolch ſchwerer Zeit ein neues Werk zu
e ahen. Aber, ſagte er, wir rechnen nicht
UIImi der Gegenwart, wir rechnen mit der Zu=
klyt
. Die Deutſche Fordgeſellſchaft ſei ſelbſt=
wrärdlich
ein Glied des großen Organismus,
diaſich von Detroit aus über die Welt erſtreckt,
as die Leiſtung ſei deutſch. Von den 15 Mil=
kſcher
Reichsmark des Aktienkapitals ſeien 40
Pkſent in deutſchem Beſitz, deutſche Arbeiter
nien an den Maſchinen, und die deutſche Erde
eirr den Stahl, aus dem die Fahrzeuge be=
ſten
. Unſer Wagen iſt deshalb ebenſo deutſch
u4bwiirgendein anderes Erzeugnis der deutſchen
YAtſchaft. Oberbürgermeiſter Dr. Adenauer,
dann das Wort ergriff, wies darauf hin,
mKölner Baufirmen und Kölner Arbeiter die
wwerke in kurzen 6 Monaten aus dem Bo=
dageſtampft
hätten. Er bittet, darin eine Art
hihigungsnachweis zu ſehen, eine Garantie für
1iZukunft, daß die Kölner Fordwerke in Köln
mer das Arbeitermaterial finden werden, das
ſebrauchen. Dr. Adenauer nahm dann durch
ein ſymboliſchen Akt die Einweihung und
Iffnung der Werke vor. Er bat Prof. Kör=
riden
Erbauer des Werkes, auf einen Knopf
zubücken. In dieſem Augenblick heulten die
hehirenen los, auf den Flaggenmaſten ſtiegen
1mFahnen des Reiches und des Hauſes Ford
mor, im Werk begannen die Maſchinen zu
uen, und das laufende Band nahm ſeinen
Ug auf. Die Fordwerke in Köln=Niehl waren
fnet.

Die Gedenkmünze, die anläßlich des 100. Todestages des Freiherrn vom Stein (29. Juni)
nach einem Entwurf des Bildhauers Kriſchker von der Preußiſchen Staatsmünze angefertigt wurde.
Stein, einer der größten Staatsmänner Deutſchlands, ſchuf durch ſeinen Kampf gegen die Büro=
kratie
, durch die Reformierung der Verwaltung und die Einführung der Selbſtverwaltung der
Gemeinden die Vorausſetzungen für den Befreiungskampf gegen Napoleon.

Flugzeugunglück in Saarbrücken.
D. 1455 brennend abgeſtürzt.
Saarbrücken, 13. Juni.
Das Flugzeug D. 1455 Saarbrücken-Köln,
das heute früh 7.50 Uhr abfliegen ſollte, hatte
eine Verſpätung bis 8.30 Uhr. Es iſt dann über
der alten Artilleriekaſerne aus einer Höhe von
100 Meter brennend abgeſtürzt. Es fiel in der
Nähe des Fliegerdenkmals auf die Erde. Es
ſind vier Tote zu verzeichnen, der Flugzeug=
führer
, der Bordmonteur und zwei Paſſagiere.
Ueber den Hergang des Flugzeugunglücks
laſſen ſich vorläufig nur Vermutungen anſtellen.
Man nimmt an, daß der Führer bald nach dem
Aufſteigen das Unglück iſt ja nur wenige
hundert Meter vom Flugplatz entfernt geſchehen
ein unregelmäßiges Funktionieren des Mo=
tors
bemerkte und nach dem Flugplatz zurück=
kehren
wollte. Dabei hat er offenbar die Kurve
zu kurz genommen, ſo daß das Flugzeug von dem
Luftdruck wie ein Stein nach unten gepreßt
wurde. Der linke Flügel berührte dabei den
Boden, der Propeller bohrte ſich in die Erde,
und der ganze Apparat ſchlug auf. Augenzeugen
wollen bereits vor dem Aufſchlagen Flammen
aus dem Apparat ſchlagen geſehen haben, was
darauf ſchließen läßt, daß ein Motorbrand ent=
ſtanden
war. Die Leichen der vier Verunglückten
wurden in vollkommen verkohltem Zuſtand ge=
borgen
. Die Flugzeugreſte liegen unmittelbar
auf einem Feldweg an der ehemaligen Artille=
riekaſerne
St. Arneual. Die Namen der Toten
ſind: Flugzeugführer Weichhard, Bordmonteur
Kampfmeier und die Paſſagiere Kaufmann Wei=
gel
und Kaufmann Fromm, beide aus Saar=
brücken
. Es handelt ſich um einen Dornier= Mer=
kur
=Apparat. Es iſt dasſelbe Flugzeug, das am
1. Juni die Luftomnibuslinie KölnFrankfurt
a. M. einweihte. Damals flog das Flugzeug
mit ſechs Vertretern der Kölner Zeitungen und
Nachrichtenbüros von Köln nach Frankfurt a. M.
Beſtechungsaffäre in Karlshorſt.
Berlin. Unter dem dringenden Verdacht
der Beſtechung wurden vier Schutzpolizeibeamte
in Haft genommen. Der aufſehenerregenden
Tatſache liegen folgende Vorgänge zugrunde:
Vor einiger Zeit wurde auf der Rennbahn in
Karlshorſt eine Razzia veranſtaltet, um dem
Treiben der wilden Buchmacher zu ſteuern. Bei
ihren Beobachtungen auf der Rennbahn ſtießen
die Kriminalbeamten auf Schwierigkeiten, die
den Verdacht aufkommen ließen, daß die Buch=
macher
gewarnt worden ſeien. Ein Kriminal=
kommiſſar
erhielt deshalb den Auftrag, der An=
gelegenheit
auf den Grund zu gehen. Bei den
Beobachtungen gerieten mehrere Beamte der
Schutzpolizei in den Verdacht, die Machenſchaften
der wilden Buchmacher geduldet und ſie vor den

Kriminalbeamten gewarnt zu haben. Das war
um ſo wichtiger, als die Kriminalbeamten jedes=
mal
ausgewechſelt wurden und den Buchmachern
nicht, wohl aber den Schutzpolizeibeamten be=
kannt
waren. Jetzt ſind auf Grund der Ermitt=
lungen
vier Schutzpolizeibeamte feſtgenommen
worden, darunter befindet ſich ein Polizeimei=
ſter
und ein Hauptwachtmeiſter, die geſtändig ſind
und dem Richter bereits vorgeführt wurden, der
gegen ſie Haftbefehl erlaſſen hat. Die beiden
anderen Beamten ſind ebenfalls überführt und
wurden dem Richter vorgeführt. Gegen ſieben
Buchmacher wird die Unterſuchung geführt, gegen
vier von ihnen iſt auch bereits Haftbefehl er=
laſſen
. Die Ermittlungen gegen die übrigen
ſind, noch im Gange. Der Verbindungsmann
zwiſchen den Schupobeamten und den Buch=
machern
iſt ein früherer Beamter der Schupo, der
ſich unter den Feſtgenommenen befindet. Den
Beamten wird paſſive Beſtechung und Duldung,
den Buchmachern aktive Beſtechung vorgeworfen.
Dieſer Apparak rekkeke ſechs Mann
des Poſeidon das Leben.

Dieſer von dem Engländer R. Davis erfundene
Atemapparat zur Rettung der Mannſchaft ge=
ſunkener
U=Boote ermöglichte es ſechs Mann
des bei Weihaiwei geſunkenen Poſeidon, aus
dem U=Boot zu entkommen und die Waſſerober=
fläche
zu erreichen.

Sirafverkeidiger Dr. Alsberg
zum Univerſitkätsprofeſſor ernannk.

Rechtsanwalt Dr. Alsberg,
der bekannte Strafverteidiger, wurde von der
juriſtiſchen Fakultät der Berliner Univerſität
zum Honorarprofeſſor ernannt.

Die Trauerfeier in Neurode.
Neurode. Das kleine Bergſtädtchen Neu=
rode
ſtand geſtern im Zeichen der Trauer um die
bei dem Unglück auf der Rubem=Grube ums Le=
ben
gekommenen ſieben Bergleute. Die kleine
Kapelle des Knappſchaftslazaretts war lange vor
der angeſetzten Zeit überfüllt, und Tauſende bil=
deten
auf dem Wege vom Knappſchaftslazarett
zum Friedhof Spalier. Nach einem Requiem in
der Kapelle wurden zunächſt die vier Neuroder
Knappen beigeſetzt. Im Anſchluß an die Trauer=
feier
wurden die drei anderen Bergknappen nach
ihrer Heimat Kunzendorf übergeführt und dort
in gleich feierlicher Weiſe beigeſetzt.
Ein weiteres ſchweres Flugzeugunglück.
Deſſau. Am Samstag nachmittag, gegen
18 Uhr, ereignete ſich in Deſſau ein ſchweres
Flugzeugunglück. Das Schulflugzeug des Anhal=
tiſchen
Vereins für Luftfahrt Bölcke ſtürzte in=
folge
eines Bedienungsfehlers in einer Kurve
aus etwa 100 Meter Höhe ab, fiel auf die Erde
und verbrannte. Offenbar iſt der Benzintank
explodiert. Der Führer Niemann, ein Jungflie=
ger
, und der Fluggaſt Bartels verbrannten.
Ein neuer Skern
am deukſchen Schachhimmel.

Rödl=Nürnberg,
dem es auf dem Schachturnier in Swinemünde
gelang, den internationalen Spitzenſpieler
Boguljubow zu beſiegen und der nun mit be=
trächtlichem
Vorſprung führt.

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Sonntag, den 14. Juni 1931

Seite 15

Aummer 163

KopslsDAoAtt

Unſere Schwimmſpork=Rundſchau.
Gemeinſame Meiſterſchaften.
Erwartungsgemäß kann das Kapitel Gemeinſame Schwimm=
Aſiterſchaften der DT. und DSV. noch nicht abgeſchloſſen wer=
die
Man rekapituliere kurz. Bei der letzten Sitzung der Ver=
rer
beider Verbände lehnte der Schwimmwart der DT. die
geninſame Durchführung der Schwimm=Meiſterſchaften vorläufig
ag Als Begründung wurde angegeben, daß die geringere Lei=
ſtunsfähigkeit
der Turnerſchwimmer ihnen keine Erfolgschancen
Gi olchen Meiſterſchaften bieten würde und daß darüber hinaus
duWeſensunterſchiede zwiſchen Turnerſchwimmern und Sport=
ſſhmmmern
doch noch zu groß ſeien. Trotz beſtem Willen war
eiß icht möglich, dieſe Gründe als ſtichhaltig anzuerkennen. Es
blio der Eindruck: Die DT. will nicht. Da dieſer Eindruck
cuſeinend in der Preſſe einen Widerhall fand, ſah ſich der DT.=
Sſchimmwart genötigt, ſeinerſeits eine amtliche Stellungnahme
zu eröffentlichen. Leider muß auch dieſer Verſuch, den erſten
Güuruck verſtändlicher zu machen, als geſcheitert betrachtet wer=
dier
Es iſt wohl ſchön zu ſagen, daß Meiſterſchaften die Krö=
4 mun gemeinſamer Wettkämpfe ſein ſollen‟. Es hört ſich auch
dſuaus plauſibel an, daß erſt die gemeinſamen Wettkämpfe von
zwun herauf durch alle Gliederungen beider Verbände ermöglicht
mielen ſollen, um dann gemeinſame Meiſterſchaften durchzuführen.
leider ſteht die Praris dem entgegen. Es iſt deshalb auch
Schwimmwart des DSV. richtig geweſen, einen diesbezüg=
hn
Antrag der DT. abzulehnen. Und dies aus folgenden
uden:
Zunächſt iſt es leider Tatſache, daß in beiden Lagern eine
ne Reihe von Gegnern der Einigungsbeſtrebungen ſitzen. Es
drf noch langer Zeit mühevoller Arbeit, überall eine reibungs=
Zuſammenarbeit beider Verbände zu erzielen. Außerdem
iſt es ſchon aus rein techniſchen Gründen nicht möglich, die
Aöckämpfe von heute auf morgen in gemeinſamem Rahmen ab=
nackeln
. Zunächſt haben beide Verbände ſehr verſchiedene ſport=
1i0 Beſtimmungen und vollkommen unterſchiedliche Klaſſen=
Gineilungen. Darüber hinaus decken ſich faſt nirgendwo die geo=
nahiſchen
Grenzen der Unterverbände und Kreiſe. Bevor es da
unnch Angleichungen gibt, wird es bei jeder gemeinſamen Veran=
ſtüüng
Schwierigkeiten geben müſſen. Die Praxis hat dies ſchon
im kleinem Rahmen bei örtlicher Zuſammenarbeit gezeigt.
Drgen iſt die Durchführung einer einzigen Veranſtaltung, bei
där Klaſſeneinteilung und Inſtanzgrenzen keine Rolle ſpielen, nur
pundem guten Willen abhängig.
Bei allem Verſtändnis für die Argumente der Turnerſchaft
au pran nicht vergeſſen, daß in der Oeffentlichkeit leider berech=
tüln
Zweifel darüber beſtehen, ob der Einigungsvertrag auch
milich praktiſche Auswirkung gehabt hat. Die Oeffentlichkeit
uh nicht in der Lage, die techniſchen Schwierigkeiten zu er=
n
. Aber die Oeffentlichkeit wird es auch nicht verſtehen
r. welche Schwierigkeiten die gemeinſame Durchführung
mNeiſterſchaften mit ſich bringen kann. Sie hätte ſich geſagt.
dies gemeinſame deutſche Meiſterſchaft beendet zunächſt einmal
duenunhaltbaren Zuſtand, daß es in der gleichen ſportlichen
Uſylin zwei deutſche Meiſter gibt. Damit hätte aber die
Oßntlichkeit auch zugleich einen poſitiven Erfolg der Einigungs=
uveelurdlungen
und =Beſtrebungen geſehen. Darüber hinaus wäre
ſbgſinnt die Angleichung der noch verſchiedenen Beſtimmungen
beuütr Verbände weſentlich erleichtert worden, wenn gerade die
umtegeordneten Inſtanzen in der Durchführung gemeinſamer
Meteſchaften ein Zeichen erblickt hätten, daß die Führer ihrer
Tayſationen ſich ohne Rückſicht auf Kleinkram zu einer großen
emebls entſchloſſen hätten.
2p unmöglich die Begründung der Ablehnung ſeitens der
E4 war, ſo unglücklich ſind die neuen Einwände, die zwar gut
Zoninte, aber praktiſch wertloſe Gedanken mit der Kernfrage
eitengen wollen. Gemeinſame Meiſterſchaften können ohne jede
neus Schierigkeit ſofort durchgeführt werden, wenn beide Parteien
wolen. Es kann da keine Schwierigkeiten geben, denn für die
AAtkampffolge müſſen wohl oder übel die internationalen Be=
ePelſtimungen
die Grundlage bilden, da die Meiſterſchaften ſonſt
kegyn Wertmeſſer darſtellen. Eine Klaſſen=Einteilung gibt es
docht auch nicht. Irgendwelche ſonſtige techniſche Hinderniſſe ſind
aud nicht vorhanden. Ein Verband oder zwei Verbände zuſam=
nuſchreiben
die Meiſterſchaften aus, und ſtartberechtigt ſind die
üE0Mtlieder beider Organiſationen. Meiſter werden die Beſten.
Pkſigegründe irgendwelcher Art können dabei nicht berückſichtigt
waiſen. Ebenſowenig interne Weſensunterſchiede, da dieſe
won man ihre Exiſtenz überhaupt anerkennt bei einem Mei=
ete
ſtſihaftskampf nicht in Erſcheinung treten können. Die Ver=
gmüng
dieſer einen Frage mit Dingen, die mehr oder weniger
dachformeller Natur ſind, iſt nicht möglich. Die Tatſache der Ab=
Alayung wird damit nicht aus der Welt geſchafft.
Dr. E. Buſſard=Frankfurt a. M.
Waſſerball.
Rot=Weiß Jung=Deutſchland. Turnier der A=Klaſſe.
WVir machen nochmals auf die heute im Woog ſtattfindende
Woſerballveranſtaltung aufmerkſam. Das meiſte Intereſſe wird
ww) das um 11.40 Uhr beginnende Ligaſpiel zwiſchen dem neuen
Guneiſter Jung=Deutſchland und Rot=Weiß finden. Wenn man
largh in Anbetracht der erſatzgeſchwächten Rot=Weiß=Mannſchaft
mat inem ſicheren Sieg Jung=Deutſchlands rechnen kann, ſo hat
dägdie Begegnung der beiden Lokalrivalen nie eines beſonderen
Weges entbehrt.
ſechs Teilnehmer feſtſtehen: Am Vormittag 10.30 Uhr. vor
Ligatreffen, ſpielen zunächſt Rot=Weiß (2. Mannſchaft)
Offenbach 96 (1. Mſchft.) Nach dem Ligaſpiel, treffen ſich
Mon Niederrad und SV. Höchſt (1. Mannſchaften). Nachmit=
tM
3.30 Uhr beginnen die Spiele um die Plätze.
Pferdeſpork.
Rennen zu Leipzig.
1 Feis von Sellerhauſen: Für Zweijährige, 2300 Mark, 1000 Meter:
Friedigers Ingemar (M. Schmidt), 2. Onkel Didi, 3. Doppel=
baiſe
. Toto: 13. Platz: 10. 10. 1½11 Lg. Ferner: Souvenir.
25Genkauer Jagdrennen: 2300 Mark. 3200 Meter: 1. Wittigs Annchen
Breienbring), 2. Schmeichlerin, 3. Flugholde. Toto: 14. Platz:
1. 12, 12. 2K. Ferner: Blaubeere, Intermezzo II. Landſtreicher.
30 Zeis von Probſtheida: Verkaufsrennen: 200 Mark, 1000 Meter:
Samſons Senator (Haynes), 2. Jguanodon, 3. Beryll. Toto: 18.
Llatz: 12. 17, 15. 54 Lg. Ferner: Asmene, Bodo, Sturmbraut,
Immerfreude, Nab
4 Eipziger Sommer=Ausgleich: Ausgleich II, 5000 Mark, 1600 Meter:
Sternbergs Chamberlin (Viſer), 2. Fakir, 3. Pebita. Toto; 179, die Dopbelmeiſterſchaft Colin/Voigt ſpielten gegen v. Flotowlb. Harnier
blatz: 58. 30, 35 212½ Lg. Verner; Altenberg, Piemont, Laer= 6:2 6i0, während Münſter Rinn, gegen LangenbachlKülp, härteren
es, Machiavel. Auch einer. Campo Santo.
* ſundorfer Jagdrennen: Ehrenpreis und 3000 Mark, 3500 Meter:
. b. Moreaus Marburg (Wolff), 2. Lagina, 3. Riviera. Toto: 25. 2
M Dnne=Ausgleich: Ausgleich III, 2300 Mark, 1400 Meter: 1. Perſkes t
Storm Clond (Plätkel, 2. Stalliebling, 3. Morgenrot. Toto: 43. 6:2 ebenfalls glatt aus dem Rennen warfen.
ſlatz: 23. 2, 40 11½ Lg. Ferner: Judica, Eilbote, Pollyduck,
Narketenderin, Veterſilie, Soldat.
Fais vom Barfußberg: Für Dreijährige, 3000 Mark. 1800 Meter: b. Harnier Maher/Knöß 6:1, 6:0; Langenbach Külp Hauck/Berl
Friedheims Suus (Böhlke), 2. Windroſe, 3. Wigbert. Toto: 30. 6
Patz: 13, 13, 13. ½1 Lg. Ferner: Dominikaner, Teneber. Firle=
anz
. Berenice.
Neues von dem Schneider=Pokal.
Wenn England dieſes Jahr in dem großen Flug=Wettbewerb 3
Unden Schneider=Pokal wiederum ſiegreich bleibt, geht der wert= 9
DA Pokal endgültig in den Beſitz des Britiſchen Aeroclubs über, 2
Mit dann die Schneider=Trophy endgültig von den jährlichen
damit endgültigen Beſitz des Wanderbechers ergreift, hat ſich
e ſchon eine ſportbegeiſterte Engländerin, Lady Houſton, be=
erklärt
, einen neuen Pokal zu ſtiften, dem dann alljährlich 7
Foleichen Schnelligkeits=Prüfungen mit ähnlichem Reglement. Frl. BeuerFrl. Reuling Frl. v. Weber/Frl. L. Ninger. Am Nach=
Abei der Schneider=Trophy zugrunde liegen würden. Dieſer
chlag wird in den nächſten Tagen der F.A.J. zur Geneh= C

Darmſtädter Sporkkalender.

ab 9.00 Uhr,

10.00 Uhr,
15.45 Uhr,

10.00 Uhr.
15.00 Uhr,

ab 10.30 Uhr,
ab 11.40 Uhr,

Leichtathletik.
Stadion: Gau=Meiſterſchaften.
Handball.
Rheinallee: Rot=Weiß S.=Vgg. Arheilgen.
Hochſchulpl.: A. S. C. T.=V. Götzenhain.
Fußball.
Müllersteich: Fr. Tgde. Fr. T. Erbach.
Exerz=Platz: Eintracht S.=V. Lengfeld.
Tennis.
ab 9.00 Uhr, Woog: Herren=Gruppenmeiſterſchaften, 9. Kreis.
Waſſerball.
Woog: A=Klaſſe=Turnier.
Woog: Rot=Weiß Jung=Deutſchland.

UNing zugeſtellt.

Sporkverein 98.
Wir machen darauf aufmerkſam, daß bei den Spielen heute
nachmittag das Ergebnis des Handball=Endſpieles übermittelt
und auch die 2. Halbzeit des Fußball=Finales übertragen wird.
Handball in der 2.T.

Anläßlich des Feldberg=Turnfeſtes
ganzen Mittelrheinkreis erlaſſen.

iſt Spielverbot im

Fußball.
Eintracht DarmſtadtS.V. Lengfeld.
Für Sonntag nachmittag 3 Uhr auf dem Platz hinter der Feſt=
halle
hat F.C. Eintracht als Gegner die faire und eifrige Mann=
ſchaft
des SV. Lengfeld gewonnen. Im Vorſpiel trennte man
ſich 1:0 für Lengfeld, allerdings trat damals Eintracht mit 6 Mann
Erſatz an. Da beide Garnituren in der zurzeit ſtärkſten Aufſtel=
lung
kommen, iſt mit einem ſpannenden Spiel zu rechnen, das
ſeine Anziehung nicht verfehlen wird. Die 2. Garnituren treffen
ſich vorher um 1.30 Uhr.
Fr. Tgde. DarmſtadtErbach i. O.
Am Sonntag, vormittags 10 Uhr, empfängt Fr Tgde die Fr.
T. Erbach am Müllersteich zum fälligen Rückſpiel. Das Vorſpiel
konnte Erbach für ſich entſcheiden. Die Frage nach dem Sieger
vom Sonntag ſteht offen, da wir über die Spielſtärke des Geg=
ners
ſchlecht orientiert ſind, andererſeits Darmſtadt in den letzten
Spielen einen abgekämpften Eindruck hinterließ. Darmſtadt wird
zu dieſem Spiel erſtmals wieder in kompletter Aufſtellung an=
treten
und ſo verſuchen, den Sieg zu ſeinen Gunſten zu entſcheiden.
Es wird jedenfalls von beiden Mannſchaften ein Spiel erwartet,
das die Zuſchauer voll befriedigen wird. Eintrittspreiſe ſehr
niedrig.
* Kreisliga Südheſſen.
Deſch der Salche.
Das letzte Spiel der Aufſtiegsſerie zur Bezirksliga zwiſchen
Olympia Lorſch 06 Kaſtel wird die Entſcheidung der
Meiſterſchaft dieſer Zwiſchenſpielſerie bringen. Zum erſtenmal iſt
der Vertreter des Starkenburgkreiſes nicht im Endſpiel; der Süd=
heſſenmeiſter
, ſozuſagen der ewige Zweite dieſer Runde hat
diesmal die große Chance, durch den Vorteil des eigenen Platzes
die Sache für ſich zu entſcheiden. Die Lorſcher Mannſchaft hat
ihre Spielſtärke in letzter Zeit bei verſchiedenen Treffen bewieſen,
daran ändert auch die am letzten Sonntag im Vorſchlußſpiel gegen
Walldorf erlittene Niederlage nichts. Kaſtel iſt dagegen nach dem
erſten hoffnungsvollen Sieg in Walldorf ſtark zurückgegangen;
die Mannſchaft wird wohl um eine knappe Niederlage nicht her=
umkommen
.
Die freundſchaftlichen Begegnungen haben ſtark
nachgelaſſen. Diesmal ſind nur die Begegnung von 07 Bens=
heim
Starkenburgia Heppenheim und das Treffen Biblis
Mainz 05 komb bekannt. Rot=Weiß Darmſtadt ſollte urſprüng=
lich
in Biblis ſpielen; die Darmſtädter müſſen jedoch ein Ver=
bandsſpiel
nachholen.
Neue Abſagen.
Die deutſche Fußballelf für die Länderſpiele gegen Schweden
und Norwegen iſt durch weitere Abſagen geſchwächt worden, und
die Mannſchaft gegen Schweden ſoll am 17. Juni in Stockholm in der
folgenden Aufſtellung ſpielen: Kreß (Rot=Weiß Frankfurt); Emmerich,
Brunke (Tennisboruſſia); Hergert (Pirmaſens), Leinberger (Fürth),
Knöpfle (FSV. Frankfurt); Bergmaier (Bahern München), Helmchen
(Chemnitz), Hohmann (Pirmaſens), R. Hofmann (Dresden), Kund
41. FC. Nürnberg).
Tennis.
Heute vormittag werden auf den Tennisplätzen hinterm Gro=
ßen
Woog die am vergangenen Sonntag begonnenen Vorſpiele
um die Gruppenmeiſterſchaft im 9. Kreis (Mittelrhein) D.T.
fortgeſetzt, und zwar ſtehen ſich die Herren der 2. Turnierklaſſe
Zur 4=Klaſſe haben noch zwei Vereine nachgemeldet, ſo daß in 11 Gruppen im Einzelſpiel gegenüber. Sowohl die in Darm=
ſtadt
ſpielenden Herren Schwarz und Schildt II als auch die in
Frankfurt a. M. beim Turnverein 1860 ſpielenden Herren Kabel,
kankfurter SC. (2. Mſchft.) und Jung=Deutſchland (2. Mſchft.) Opp und Binſack von der Turngemeinde Darmſtadt 1846 ſollten
trotz der beſtehenden ſtarken Konkurrenz unter Einſatz ihres gan=
zen
Könnens die Gruppenmeiſterſchaft für ſich entſcheiden können.
Junioren=Klublurnier des T. E. C.9.
Am Freitag und Samstag wurden noch einmal insgeſamt 32 Spiele
ausgetragen und damit das Turnier in den Hauptkonkurrenzen bis zum
Endſpiel gefördert, während die Troſtrunden=Endſieger ſchon geſtern
ermittelt wurden.
Im Junioren=Einzel erreichten Colin und Voigt die Schlußrunde.
Colin durch einen 6:2, 6:1=Sieg über Langenbach und Voigt nach har=
tem
Kampf 7:5, 9:7 gegen v. Harnier. Colin und Voigt ſind alſo die
beiden Endſpielgegner.
Bei den Juniorinnen ſtehen im Endſpiel Frl. v. Weber und Frl.
Reuling. Frl. v. Weber ließ Frl. Löhlein nie zum Angriff kommen
und ſchlug ſie durch harte, ſchnelle Angriffsbälle glatt 6:1, 6:1, während
Frl. Reuling etwas überraſchend glatt 6:2, 6:2 gegen Frl. Beuer ſiegte.
Colin/Voigt und Langenbach Külp heißen die Gegner im Endkampf um
Widerſtand leiſteten, aber dennoch in zwei Sätzen 6:2. 6:4 unterlagen.
Im Juniorinnen=Doppel treten um den erſten Preis an: Frl. v.
Weber/Frl. L. Minger, die Frl. Wöhler Frl. Löhlein 6:1, 6:4 beſiegten,
Natz: 18. 30. 92½. Ferner: Pantomime, Gawan, Szin=arany, und Frl. Beuer/Frl. Neuling, die Frl. Müller Frl. Wälde, die am Frei=
tag
überraſchend Frl. Klingelhöffer Frl. Bickel geſchlagen hatten, 6:1,
Die wichtigſten Ergebniſſe der beiden Turniertage waren; Herren=
Doppel: Müller Balſer v. Hahn/Bechſtein 6:4, 3:6, 6:3; b. Flotow=
6:2, 6:0; Münſter/Rinn Müller Balſer 6:1, 6:1, v. Flotowſv. Harnier
SchenklSchaberger 6:4 7:5; Colin/Voigt v. Flotowſp. Harnier
6:2, 6:0; Langenbach/Külp Münſter/Rinn 6:2, 6:4. Damen=
Doppel; Frl. Beuer/Frl. Neuling Frl. Breden/Frl. Hüffel 6:1,
6:1; Frl. Wälde/Frl. Müller Frl. Klingelhöffer/Frl. Bickel 7:5, 3:6,
7:5; Frl. Löhlein Frl. Wöhler Frl. Bauer/Frl. Külp 7:5, 6:8. 6:2;
Frl. Beuer/Frl. Reuling Frl. Wälde Frl. Müller 6:1. 6:2; Frl. v.
Weber/Frl. Ringer Frl. Wöhler Frl. Löhlein 6:1, 6:4. Junioren=
Troſtrunde: Endſpiele: Hauck Berl 6:3, 6:0; Ninn Schlippe
4:6, 8:6, 75: Hauck Rinn 6:2, 7:5. Juniorinnen=Troſt=
Ntzeugveranſtaltungen geſtrichen würde. Falls England ſiegt runde: Endſpiele: Frl. Wöhler Frl. Müller 63, 6:3: Frl. Wälde, zufuhr eine Wolkenbildung auftritt. Die Schwüle der letzten Tage
Frl. Klingelhöffer 6:3, 6:4: Frl. Wöhler Frl. Wälde 6 4, 7:5.
Die Endſpiele beginnen vormittags 9.30 Uhr mit dem Spiel
Frl. v Weber Frl. Neuling; anſchließend ſpielen Colin Voigt und der Jahreszeit entſprechende Werte an.
mittag um 3.30 Uhr wird das Turnier mit dem Herrendoppel=Endſpiel
Colin/Voigt Langenbach/Külp beendet. Anſchließend daran findet die
Preisverteilung ſtatt.

Temfslanp Zeuſchland - Anerial.
Zu den mannigfachen Schwierigkeiten bei der Aufſtellung der deut=
ſchen
Mannſchaft zu dem Tenniskampf zwiſchen Deutſchland und
Amerika, der auf den Blauweiß=Plätzen in Berlin=Grunewald durch=
geführt
wird, reihte ſich am Freitag noch eine weitere. Der für Nourney
aufgeſtellte Kuhlmann konnte davon nicht rechtzeitig benachrichtigt wer=
den
, da ſein augenblicklicher Aufenthalt unbekannt war. Der Deutſche
Tennis=Bund nominierte im letzten Augenblick Dr. Landmann, obwohl
ſer ſich ziemlich außer Training befand. Doch war es gerade Dr.
Landmann, der am erſten Spieltage eine angenehme Ueberraſchung bot.
u lief zu einer ausgezeichneten Form, die an die ſeiner beſten Tage
erinnerte, auf und zwang den Amerikaner Lott zur Hergabe ſeines gan=
zen
Könnens. Der Berliner holte ſich die beiden erſten Sätze, mußte
dann aber die drei nächſten nach hartem Kampf an Lott abgeben, der
über das beſſere Stehvermögen verfügte. Das Ergebnis lautete 3:6,
3:6, 6:3, 6:4, 6:2. Im vorangegangenen Spiel unterlag erwartungs=
gemäß
der junge Berliner Henkel nach tapferem Widerſtand mit 6:1,
63, 6:2. Somit führt Amerika 2:0.
Angeſichts der Nichtaufſtellung Prenns bohkottierte das Publikum
das Spiel, denn Deutſchlands Niederlage iſt ſicher. Knapp 200 Zuſchauer
verteilten ſich auf die 6000 Sitze des Platzes.
Die Amerikaner führen 3:0.
Der Tennis=Länderkampf zwiſchen Deutſchland und Amerika wurde
am Samstag mit dem Doppelſpiel fortgeſetzt. Bei prächtigem Sommer=
wetter
wohnten diesmal auf den ſchönen Platzanlagen von Blauweiß
Berlin der Veranſtaltung etwa 1000 Zuſchauer bei. Erwartungsgemäß
erfocht das U.SA.=Doppelpaar Lott pan Ryn über die jungen deutſchen
Nachwuchsſpieler Zander/Eichner mit 6:2, 6:2, 7:5 einen leichten Sieg.
Den erſten Satz verloren die etwas nerböſen Berliner im Handum=
drehen
, im zweiten Satz hatten ſie dagegen doch einige gu. Momente,
aber die Schmetterbälle der Amerikaner trafen ſtets mit faſt präziſer
Genauigkeit die ungedeckten Stellen im deutſchen Feld. Erſt im dritten
Satz liefen ZanderſEichner zu ihrer ſonſtigen guten Form auf bereits
3:2, ſpäter 4:2 und 5:4 führend, ſtand der Gewinn eines Satzes für die
Deutſchen in ſicherer Ausſicht, als ſie zwei Matchbälle ausließen und ſich
auch dieſer Chance begaben. Die Amerikaner führen fomit mit 3:0 Pkt.

Geſchäftliches.
Dreimal nein
lautet zweifellos Ihre Antwort, wenn man Sie fragt: Können
Sie das warme Bad entbehren? Baden iſt mehr als bloße Kör=
verwäſche
, um ſauber zu ſein. Baden iſt ein Mittelding zwiſchen
körperlichem und geiſtigem Genuß. Das fühlen Sie. Körperlich
geſund geiſtig friſch macht Sie das warme Bad. Es macht Sie
bereit für die Anforderungen, die das Leben ſtellt. Wie aber
immer Baden können? Wenn in ihrem Hauſe noch kein Bade=
zimmer
iſt, oder deſſen Einrichtung den Anforderungen nicht ge=
nügt
, ſo kann das bald geändert werden. Man braucht dazu nicht
viel. Die modernen Badegeräte, allen voran der Gasbadeofen,
machen die Einrichtung eines zweckmäßigen Badezimmers leicht.
Doch heißt es mit Verſtändnis wählen. Der Kauf eines Gas=
badeofens
ſoll eine Anſchaffung für die Lebenszeit ſein. Es iſt
Ausdruck großen Vertrauens und ſpricht für ſeine ausgezeichnete
Qualität, daß ein Fabrikat im Laufe der Zeit geradezu Volks=
tümlichkeit
erlangte, das ſind Junkers Gasbadeöfen. Zu Hundert=
tauſenden
arbeiten ſie überall zur Zufriedenheit ihrer Beſitzer,
Wenn Sie auch erſt einen Junkers haben, iſt das Bad ſchnell be=
reitet
, morgens und abends, wann Sie wollen. Es heißt Alle
Tage Badetage und noch mehr als bisher werden Sie den
Wert des warmen Bades erkennen und es nie mehr miſſen wollen.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werltags=Programm 5.55: Wetter Gymnaſtik.
o 6.30: Gymnaſtik. 7.30: Konzert. e 8.30: Waſſerſtand.
O 11.40: Zeit, Wirtſchaftsmeld. Nachr. Programm. o 11.50: Kon=
12,55: Nauener Zeit. O 13.05: Konzert (Schallpl.) Fortſ. O 14.00:
Werbekonzert o 15.05: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen o 15.15: Gie=
ßener
Wetterbericht 16.20, 18.00: Wirtſchaftsmeldungen o
(a. 19.05: Zeit. O ka, 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
Sonntag, 14. Juni.
7.00: Bremen: Hafenkonzert. Glockengeläut vm Bremer Dom.
8.15: Kaſſel: Morgenfeier.
9.15: Stunde des Chorgeſangs.
10.45: Oberurſel: Jugendtag der chriſtlichen Gewerkſchaften.
11.30: Leipzig: Bach=Rantate: Die Himmel rühmen die Ehre Gottes.
Mitw.: Städt. u. Gewandhaus=Orcheſter, Thomanerchor. Anny
Quiſtorp (Sopran). Elln Hartwig=Correns (Alt), G. A. Walter
(Tenor), Prof. Fiſcher (Baß).
12.15: Puccini=Konzert. Schallplatten)
13.50: Leitſätze für die Rebſchädlingsbekämpfung: Der amerikaniſche
Stachelbeermeltau.
14.00: Dipl.=Landwirt Graeber: Die richtige Heuernte. Land=
wirtſchaftsrat
Dr. Bill: Entlaſtet die Hausfrau!
15.00: Stunde der Jugend.
16.00: Wiesbaden: Konzert des Kurorcheſters.
18.00: Erlebte Geſchichten von Andreas Zeitler.
19.30: Bunter Abend.
20.45: Cannſtatt: Blasmuſik des Philharmoniſchen Orcheſters.
22.00: Mannheim: Jazz auf zwei Flügeln. Ausf.: H. Slawing und
Rolt Schickele.
22.30: Zeit, Wetter. Nachrichten, Sport.
22.50: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werktags=Programm. 5.45
Zeit, Wetter für den Landwirt. 6.30: Gymnaſtik. 6 10.35, 13.30:
Nachrichten. o 12.00: Wetter für den Landwirt. 12.05: Schall=
platten
bzw. Schulfunk. 12.55: Nauener Zeit. 0 14.00: Schall=
platten
. o 15.30: Wetter, Börſe.
Deutſche Welle: Sonntag, 14. Juni.
6.30: Funk=Gymnaſtik.
7.00: Bremer Hafenkonzert: Das große Geläute vom Bremer Dom.
8.0: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
8.r5: Wochenrücblick auf die Marktlage.
8.25: Saatzuchtdirektor, Dr. Laube: Pflanzenzüchtung im Dienſte
der Landwirtſchaft.
8.55: Morgenfeier; Stundenglockenſpiel der Potsdamer Garniſon=
kirche
. Anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage.
11.00: Oberſchulrat Dr. Bohner: Was kann zur Ausleſe und
Förderung begabter Kinder geſchehen?
11.30: Leipzig: Bach=Kantate Nr. 76: Die Himmel rühmen die
Ehre Gottes Mitw.: Städt. und Gewandhausorch.. Thomaner=
chor
; Soliſten: Anni Quiſtorp (Sopran), Elly Hartwig=Correns
Alt). G. A. Walter Tenor), Prof. Fiſcher (Baß!
12.20: Ausſchnitt a. d. 700 Jahrfeier in des Meiſters Großem
Remter auf der Marienburg.
13.00: Mittagskonzert.
14.00: Jugendſtunde: Märchen.
14.30: Soliſtenkonzert. Marc Souchay (Bariton), Annelies Ruſt
(Sopran). E. Ruſt (Flügel).
15.30: A. T. Wegener: Babylon einſt und jetzt.
16.00: Zoppot: Blasorcheſterkonzert der Schutzpolzei Berlin.
Als Einlage: 2. Halbzeit vom Endſpiel um die deutſche Fußball=
meiſterſchaft
zwiſchen Hertha=BSC.=Berlin und München 1860.
18.45: Landesſchulrat Dr. Eſpe: Die deutſche Jugend am Scheide=
wege
.
19.10: Dr. Simon, Ania Simon: Bereitſchaft zum Leben.
19.30: W. Bergengruen lieſt eigene Proſadichtungen.
20.00: Staatsoper Berlin: Der Zigeunerbaron. Von Joh. Strauß.
23.00; Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Danach: Tanzmuſik der Kapelle Ilia Livſchakoff.

Wetterbericht.
Der im Weſten eingeſetzte Barometeranſtieg hat zur weiteren
Kräftigung des hohen Druckes geführt, ſo daß von Deutſchland
das Gebiet weſtlich der Elbe bereits im Hochdruckbereich liegt. Im
Grenzgebiet der nach Finnland abziehenden Störung und dem
neuen Hoch fließt kühle Luft abwärts, welche auch bei uns leichten
Temperaturrückgang bewirkt. Die Wetterlage wird vorerſt durch
den hohen Druck beherſcht, wenn auch mit dem Wechſel der Luft=
wird
dadurch ebenfalls beſeitigt und die Temperaturen nehmen
Ausſichten für Sonntag, den 14. Juni: Bewölkt mit Aufheiterung,
trocken, warm, jedoch nicht ſchwül.
aturanſtieg
Ausſichten für Montag, den 15. Juni: Außer
erlage.
wenig Aende=

[ ][  ][ ]

zum Schuhe gegen weitere Deviſenabflüſſe.

Die Reichsbank hat mit Wirkung ab Samstag den Wechſel=
diskont
um 2 Prozent, alſo von 5 Prozent auf 7 Prozent und den
Lombardzinsfuß von 6 Prozent auf 8 Prozent erhöht.
In der Sitzung des Zentralausſchuſſes der Reichsbank begrün=
dete
Reichsbankpräſident Dr. Luther die Diskonterhöhung von 5
auf 7 Prozent und die Erhöhung des Lombardſatzes von 6 auf 8
Prozent wie folgt:
Seit Ultimo des Jahres hat die Reichsbank in erheblichem
Maße Gold und Deviſen abgeben müſſen. Zunächſt zwar hielten
ſich die Abzüge in verhältnismäßig engen Grenzen, die angeſichts
des Gold= und Deviſenbeſtandes der Reichsbank und angeſichts der
Tatſache, daß der Notenumlauf ſich entſprechend verminderte, ein
weiteres Abwarten als unbedenklich und angezeigt erſcheinen
ließen. In den letzten Tagen ſind jedoch die Anforderungen außer=
ordentlich
geſtiegen. Hinzu kommt, daß auch eine ſtärkere Inan=
ſpruchnahme
des Wechſelkredits der Reichsbank eingeſetzt hat, ſo
daß die Reichsbank nunmehr gezwungen iſt, deutliche Abwehr=
maßnahmen
zu ergreifen.
Die umfangreichen Kreditkündigungen und Wertpapierver=
käufe
, die ſeitens des Auslandes ſtattgefunden haben, gehen nicht
auf wirtſchaftliche Veränderungen innerhalb Deutſchlands, ſon=
dern
auf Ereigziſſe anderer Art zurück, unter denen die Vorgänge
bei der Oeſterreichiſchen Creditanſtalt ihre beſondere Rolle ſpielen.
Das Reichsbankdirektorium betont, daß ungeachtet der Fortdauer
der allgemeinen wirtſchaftlichen Schwierigkeiten die Lage der deut=
ſchen
Wirtſchaft ſelbſt und die deutſchen Kreditverhältniſſe keine
Veranlaſſung für den eingetretenen Umſchwung geben. Gegenüber
der tatſächlichen Entwicklung des Deviſenmarktes hält das Reichs=
bankdirektorium
eine Erhöhung des Diskontſatzes um 2 Prozent,
und zwar mit dem heutigen Tage in Kraft tretend, für geboten.
Die Reichsbank hat alſo aus den ſtarken Deviſenabflüſſen der
letzten Tage ſofort ihre Folgerungen gezogen und iſt gleich ſo weit
gegangen, um den Ernſt der Lage zu kennzeichnen, daß ſie eine
Erhöhung um 2 Prozent vornahm, nicht ohne daß es dabei Wider=
ſtände
zu überwinden gab. Man hat ſich aber ſchließlich geſagt,
daß eine Erhöhung um 1 Prozent vermutlich nutzlos verpuffen
würde, und daß dann in kurzer Zeit vermutlich noch einmal eine
Steigerung erfolgen müßte. Dem ſollte durch den gewaltigen
Sprung von 2 Prozent vorgebeugt werden. Ob mit dieſem Mit=
tel
allein ſehr viel gewonnen iſt, kann einigermaßen zweifelhaft
erſcheinen. Unſere Zinsſätze lagen bisher ſchon ſo hoch über denen
anderer Länder, daß der Anreiz zur Anlage kurzfriſtiger Gelder
in Deutſchland groß genug war. Wenn aber die Geldgeber des
Auslandes das Riſiko für zu hoch halten, dann wird auch eine
Zinsverbeſſerung daran nicht viel ändern. Wir ſtehen vor der
Tatſache, daß in den letzten Wochen ungefähr ein volles Viertel
der kurzfriſtigen Gelder, die in Deutſchland angelegt waren, abge=
zogen
worden ſind, hauptſächlich doch offenbar deshalb, weil man
Sorgen um die wirtſchaftliche Entwicklung Deutſchlands in aller=
nächſter
Zeit hat, Sorgen, die unbegründet ſind und die aus
mangelnder Kenntnis der inneren Zuſammenhänge entſtanden
ſind. Hier ſollte man den Hebel anſetzen, um die Beziehungen
zur B. J. Z. wie zu den übrigen Notenbanken zu benutzen, nicht
nur, um für Aufklärung zu ſorgen, ſondern auch, um Reſerven
mobil zu machen, die eine hinreichende Garantie auch für vor=
ſichtige
Kapitaliſten abgeben können. Sie dürfen daher erwarten,
daß die Diskonterhöhung im Ausland als Bekundung des feſten
Willens der Reichsbank aufgefaßt wird, unter allen Umſtänden
Herr des deutſchen Geldmarktes zu bleiben, daß alſo irgendwelche
Gefahren nicht zu befürchten ſind, und daß um ſo eher bei der
ſtarken internationalen Verflechtung des Kapitals die ausländi=
ſchen
Banken zur Beruhigung beitragen können. Am Samstag
ſelbſt iſt die Beanſpruchung der Reichsbank ſtark zurückgegangen.
Sie betrug nur ein Drittel der des Freitag. Die Reichsbank hat
auch heute noch eine Reſerve von mehr als 400 Millionen ober=
halb
der 40prozentigen Deckung des Geldumlaufes. Sie hat
außerdem noch die Möglichkeit, die Beſtände der Privatbanken
zu mobiliſieren. Trotzdem war es richtig, daß ſie rechtzeitig vor=
beugende
Maßregeln traf, die wenn nichts anderes, ſo doch eine
ſtarke Beruhigung ausüben dürften.

Wirkſchaftliche Rundſchau.

Die Großhandelsindexziffer vom 10. Juni. Die vom Statiſtiſchen
Reichsamt für den 10. Juni berechnete Indexziffer der Großhandels=
preiſe
lag mit 112,6 um 0,9 v. H. höher als in der Vorwoche. Von den
Hauptgruppen iſt die Indexziffer für Agrarſtoffe um 2,4 v. H. auf 108,2.
für Kolonialwaren um 0,4 v. H. auf 94,6 und für induſtrielle Rohſtoffe
und Halbwaren um 0,2 v. H. auf 102,8 geſtiegen. Die Indexziffer für
induſtrielle Fertigwaren weiſt mit 136,7 keine Veränderung auf.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Neue Verfahren. Friedberg (Heſſen): Joſef Kaiſer 2., Inh. einer
Bäckerei und Wirtſchaft in Ober=Wöllſtadt. Anmeldefriſt 20. 6., Gläu=
bigerverſammlung
und Prüfungstermin 26. 6. Darmſtadt: Kfm. Albert
Marx, Inh. der Fa. Hermann Marx in Roßdorf b. D. Anmeldefriſt
1. 7., Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 10. 7. Offenbach
am Main: Firma Friedrich Schoembs A.=G., Steindruckerei.
Gläubigerverſammlung 25. 6., Prüfungstermin 27 8., Anmeldefriſt
11. 7. Reinheim (Heſſen): Maurermeiſter Friedrich Pfuhl in Habitz=
heim
. Anmeldefriſt 20. 6., Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin
27. 6. Neue Vergleichsverfahren. Darmſtadt: Möbelfabrik
Karl Klenck Nachf. Lambeck u. Co. Vergleichstermin 29. 6. Laubach
(Heſſen): Fa, L. Heynemann. Vergleichstermin 23 6. Beendete
Verglgichsverfahren. Offenbach a. M.: Fa. Karl Sans, feine
Lederwaren. Darmſtadt: Fa. Sander u. Co., Elektro= und Nadiogroß=
handlung
. Lampertheim: Vereinsbank Lampertheim e. G. m. b. H.
Seligenſtadt (Heſſen): Schreinermeiſter Karl Jacob Werner in Klein=
Krotzenburg.
Die Verzögerung der Mais=Preisſenkung. Der Verwaltungsrat der
Reichsmaisſtelle hat in ſeiner Sitzung vom 12 ds. Mts die Monopol=
verkaufspreiſe
für Mais in der bisherigen Höhe aufrechterhalten, und
zwar mit Wirkung bis zum 21. ds. Mts. Er iſt einſtimmig der Anſicht,
daß für die Futtermittelverſorgung eine erhebliche Senkung der Mono=
polpreiſe
wünſchenswert und für die Intereſſen des inländiſchen Ge=
treide
= und Kartoffelbaues ohne Nachteile möglich ſei. Die endgültige
Beſchlußfaſſung darüber wird in einigen Tagen erfolgen. Die kurze
Hinausſchiebung der Senkung der Verkaufspreiſe für Mais war not=
wendig
, weil noch Fragen zu klären ſind, die im Zuſammenhang mit
den unmittelbar von der Reichsregierung geplanten Maßnahmen für die
Futtermittelverſorgung entſtanden ſind.

Produkkenberichte.

Mainzer Produktenbericht. Großhandelspreiſe per 100 Kilo loco
Mainz am Freitag, den 12. Juni: Rheinheſſiſcher Roggen 2121,25,
Hafer 2121,50, Futtergerſte 2122,50, Malzkeime 1112, Südd. Wei=
zenmehl
Spezial 0 40,40, Roggenmehl (60 Prozent) 2930,50, Weizen=
kleie
fein 11,5011,75, Weizenkleie grob 12,5012,75, Roggenkleie 1314,
Biertreber 10,7511,25, Erdnußkuchen 1313,50, Kokoskuchen 13,75 bis
17,75, Palmkuchen 1111,25, Rapskuchen 10,2510,50, Kleeheu loſe 6,20,
Kleeheu geb. 6,40, Wieſenheu loſe 5,80, Wieſenheu geb. 6,30, Maſchinen=
ſtroh
3,50, Drahtpreßſtroh 3,80, Soyaſchrot 1313,50, Trockenſchnitzel
6,757,25. Tendenz abwartend.

Amerikaniſche Kabelnachrichken.

Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 13. Juni:
Getreide. Weizen: Juli 58½, Sept. 58½, Dez. 61½: Mais:
Juli 56.50. Sept. 52.75. Dez. 46.25: Hafer: Juli 26½, Sept. 26½,
Dez. 29.25; Roggen: Juli 38½, Sept. 39½ Dez. 4278.
Schmalz: Juli 7.95, Sept. 8.05 Okt. 8.02½: Speck. loko 9.25.
Schweine: leichte 6.857 15, ſchwere 6.156.65: Schweine=
zufuhren
: Chicago 6000, im Weſten 28 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 13. Juni:
Schmalz: Prima Weſtern 8.65; Talg, extra, loſe 33.
Getreide. Weizen: Rotwinter 87; Mais loko New York
70.50; Mehl, ſpring wheat clears 4.204.50; Fracht: nach Eng=
land
1,62,3 Schilling, nach dem Kontinent 88.50 Cents.
Kakao. Die Kakaobörſe war heute geſchloſſen.

Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.

200 Jahre Henckel=Werke in Holingen.

Frankfurt a. M., 13. Juni.
Die in den letzten Tagen eingetretene Kursabſchwächung an den
Effektenmärkten ſcheint zum Stillſtand gekommen zu ſein. Die Stim=
mung
iſt beruhigter geworden. Die vorausſichtliche Diskonterhöhung
der Reichsbank kommt nach der Entwicklung am Deviſenmarkt nicht über=
raſchend
, hat doch die Reichsbank am Freitag wieder große Valuten=
abgaben
vornehmen müſſen. In knapp 2 Wochen hat die Reichsbank gut
2 Milliarde an Gold und Deviſen eingebüßt. In Bankkreiſen hofft
man, daß die Notenbank mit einer Erhöhung des Diskonts um 1 Pro=
zent
auskommen wird, doch wird die von der heutigen Nachfrage nach
Debiſen abhängen. Beſondere Momente lagen nicht dor. Angeſichts
des niedrigen Kursniveaus beſtand bei der Spekulation zu Beginn der
Börſe Neigung zu Deckungskäufen. Auch ſind einige Meinungskäufe
vorgenommen worden. Die Anleihemärkte zeigen großes Angebot bei
weiter nachgebenden Kurſen. J. G. Farben eröffneten 1 Prozent höher,
Am Elektromarkte gewannen Siemens ½, Gesfürel ſogar 2, Licht u.
Kraft ¼ Prozent. A.E.G. waren behauptet, Schuckert eher niedriger
angeboten. Von Montanwerten gewannen Rheinſtahl 2, Phönig ½,
Buderus ½ Prozent, Stahlverein lagen 1¼ Prozent freundlicher, ver=
loren
jedoch raſch wieder ½ Prozent. Bankaktien gut behauptet. Stär=
ker
erholt Kaliwerte, die 23 Prozent freundlicher genannt wurden.
Am Markt für Zellſtoffaktien Aſchaffenburger behauptet. Waldhof
etwas freundlicher. Von Warenhausaktien Karſtadt 1 Prozent freund=
licher
. Kunſtſeide gleichfalls gebeſſert, beſonders Bemberg, die über
3 Prozent gewannen. Von Schiffahrtswerten Hapag 1¾, Nordlloyd
1 Prozent höher. Auch der Markt für Einzelwerte verzeichnete erholte
Kurſe. Im weiteren Verlaufe der Börſe trat eine allgemein ſtärkere
unſchwächung ein. Man verwies wieder auf die innerpolitiſche Lage
ſowie überhaupt auf den Ernſt der Situation. Die Kurſe gaben ihren
Anfangsgewinn faſt ganz wieder ab. So verloren Farben, die heute
1 Prozent höher eröffneten, im Verlaufe 1¾ Prozent. Auch am Renten=
markte
beſtand weiter Angebot. Tagesgeld geſucht bei 5 Prozent. Am
Deviſenmarkt war die Stimmung beruhigter Deviſen lagen gegen
geſtern etwas leichter. Man hörte Dollar 4,2140, Pfunde gegen Mark
20,49½, London gegen New York 4,8630.
Berlin, 13. Juni.
Der Zentralausſchuß der Reichsbank wird in ſeiner für heute nach=
mittag
einberufenen Sitzung höchſtwahrſcheinlich zum Schutze gegen
weitere Deviſenabflüſſe eine Diskonterhöhung
beſchließen, über deren Ausmaß man ſich aber noch nicht einig zu ſein
ſcheint. Man war ſich jedoch darüber klar, daß es im Moment wichtiger
iſt, durch diskontpolitiſche Maßnahmen eine Entſpannung am Deviſen=
markt
herbeizuführen, ſelbſt wenn dieſe auf Koſten der durch eine Dis=
konterhöhung
leidenden deutſchen Wirtſchaft geht. Da aber auch inner=
politiſch
eine Beruhigung durch die etwas nachgebende Haltung der
Deutſchen Volkspartei eingetreten war und aus der Wirtſchaft einige
her etwas günſtigere Momente vorlagen, konnte ſich die Stimmung zu
Beginn des heutigen offiziellen Verkehrs allgemein etwas beſſern. Die
Spekulation nahm Deckungen vor, die Kurserholungen von 1 bis 3
Prozent zur Folge hatten, zumal das an den Aktienmärkten heraus=
mmende
Material nicht mehr umfangreich war. Größeres Angebot
beſtand dagegen immer noch am Rentenmarkt, was aber noch zum Teil
darin eine Erklärung findet, daß die geſtern übrig gebliebene Ware Un=
terkunft
ſucht. Man ſah zu den Anfangskurſen verſchiedene Plus=Plus=
Zeichen, und beſonders die im Kurſe niedrig ſtehenden Werte waren ge=
ſucht
Im Verlaufe ſetzten ſich zunächſt bei kleinem Geſchäft weitere Kurser=
höhungen
um 12 Prozent durch, im Anſchluß an einige Sonderbewe=
gungen
gaben die Kurſe ſpäter aber allgemein wieder nach. Es ſetzten
plötzlich in Reichsbank, Elektr. Lieferungen und Polyphon Abgaben von
Bankſeite ein, wobei anſcheinend durch den frühen Samstagsbeginn
verſpätet eingetroffene Verkaufsorders mitſprachen. Auch Nordwolle
ſetzten ihre Abwärtsbewegung um 2 bis 10 Prozent ihres effektiven
Wertes fort. Anleihen und Ausländer wenig verändert, Pfandbriefe,
wie ſchon geſagt, weiter angeboten und allgemein bis zu 1 Prozent
ſchwächer. Reichsſchuldhuchforderungen bis zu 2 Prozent erholt. Am
Deviſenmarkt ſchien die Nachfrage etwas geringer. Geld in Erwartung
der Diskonterhöhung verteuert, Tagesgeld auf 5½ bis 7½ Prozent an=
ziehend
, die übrigen Sätze nannte man vorläufig noch unverändert.

Piehmärkke.

Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am Samstag, den
13. Juni, wurden 369 Tiere zugeführt. Verkauft wurden 291 Stück, und
zwar Milchſchweine das Stück von 611 RM., Läufer das Stück von
327 Mtrk. Der Marktverlauf war gut.

Am 13. Juni beging der Zwilling, die Schutzmarke der Fin,
J. A. Henckels, ſeinen 200. Geburtstag.
200 Jahre ſind an dieſem Tage ins Land gegangen, 200 Je
in denen ſich die weltbekannte Marke vom einfachen Unterſc.
dungsmerkmal des kleinen Klingenſchmiedes aus der Zunft
Solinger Meſſermacher zum bürgenden Qualitatsſiegel des he
weltumſpannenden Zwillingswerkes Solingen entwickelte
Aus dieſem Anlaß hat das eine Unternehmen eine künſtleg
geſchmackvolle Feſtſchrift herausgebracht, die über die Bedeut y
des Zwillingswerkes im Wirtſchaftsleben Deutſchlands und
ganzen Welt bedeutſame Aufſchlüſſe gibt. Gleichzeitig hatte

Firma zu einer ſchlichten Feier eingeladen, die einen großen K=
hervorragender
Perſönlichkeiten von Reich= und Staatsbehörz,/

aus Wirtſchaft und Handel, aus Vertretern der Preſſe ſowie v=
Freunde der Firma aus aller Welt, Werkangeſtellte und Arbe=
im
feſtlich geſchmückten Verwaltungsgebäude des Zwillingswen
zu einem Feſtakt vereinte. Der Herr Reichspräſident hatte
herzliches Glückwunſchtelegramm an die Firma gerichtet. A
Reichskanzler Dr. Brüning übermittelte die Glückwnſche
Reichsregierung. Als Vertreter der Reichsregierung und 2
treter der preußiſchen Staatsregierung war der preußiſche 2
niſter für Handel und Gewerbe. Dr. Schreiber, erſchienen.
Nach herzlichen Begrüßungsworten ſchilderte der Senior/
des Hauſes J. A. Henckel, Paul Kind, den Werdegang der Zru
lingsmarke. Er gab bekannt, daß trotz der ſchlechten Zeiten
Unterſtützungskaſſe der Arbeiter= und Angeſtelltenfürſorge
namhafter Betrag überwieſen worden ſei. Staatsminiſter
Schreiber überbrachte als erſter Gratulant die herzlichſten Gl.
wünſche der Reichs= und preußiſchen Staatsregierung. Er
hervor, daß die Firma Henckel in hervorragendem Maße dazu .
getragen habe, den Ruhs deutſcher Arbeit über die Erde zu S.
breiten.
Miniſter Schreiber führte in ſeiner Rede u. a. aus, daß
mehr als je in unſerem Vaterlande das Wort gelte: Auf der Ard
und in den Opfern ruht der Staat. Gerade jetzt gelte es, daß
beitgeber und Arbeitnehmer die Schwierigkeiten, mit denen
kämpfen, als gemeinſame Not empfinden und wie die Zwilli/
zuſammenſtehen, um ohne Rückſicht auf Sonderintereſſen bis su
äußerſten für die Beſſerung der Lebensbedingungen unſeres Z/
kes einzutreten und in einem glücklicheren Deutſchland beſſen
Zeiten entgegenzugehen.
Für den Reichsverband der Deutſchen Induſtrie ſprach
Vorſitzender, Geheimrat Duisberg, zugleich in ſeiner Eigenſch=
als
Vorſitzender der Induſtrie= und Handelskammer Solingen u
des Langnampereins Düſſeldorf. Ferner waren vom Reichsr/
band der Deutſchen Induſtrie der ſtellvertretende Vorſitzende F=
wein
und das geſchäftsführende Präſidialmitglied Geheimrat K0
erſchienen. Weitere Glückwünſche wurden durch Vertreter u/
Arbeitgeberverbänden ſowie der Angeſtelltenſchaft, der Arbeit=
ſchaft
und den ausländiſchen Vertretern der Firma überbracht

Kleine Wirkſchaftsnachrichken.

Die Firma L. Knappeis u. Co., Lederwarenfabrik in Offenbach
M., hat ihre Zahlungen eingeſtellt. Die Urſache für die Inſolvenz
in der Abſatzſtockung zu ſuchen, die durch den Ausfall des Exportgeſch.
tes nach England infolge der Wirtſchaftskriſe entſtanden iſt. Die A
bindlichkeiten betragen rund 140000 RM. Es wird eine Quote 1
70 Prozent geboten.
Die Generalverſammlung der Diskus Werke Frankfurt a. M., T.
ſchinenbau A.=G., bei der 9 Aktionäre ein Aktienkapital von 338 300 R
vertraten, genehmigte einſtimmig und ohne Debatte den Abſchluß
das Geſchäftsjahr 1930 und beſchloß die Verteilung einer Dividende m
8 (im Vorjahre 12) Prozent aus einem Reingewinn von 64 116 (974
RM. Auf neue Rechnung werden 20 000 RM. vorgetragen.
Die deutſche Rohzinkproduktion einſchließlich Zinkſtaub ſtellte ſ
wie der Geſamtausſchuß zur Wahrung der Intereſſen der deuſſt=
Metallwirtſchaft, Berlin, auf Grund der Berechnungen des ſtatiſtiſc
Büros der Metallgeſellſchaft A.=G., Frankfurt a. M., mitteilt, im V
iat Mai 1931 auf 3043 Tonnen gegen 3574 Tonnen im Monat Ap0
1931.
Acht engliſche, an dem transatlantiſchen Schiffahrtsverkehr beu
ligte Schiffahrtsgeſellſchaften haben die Abmachung getroffen, inſo
des ſtarken Rückganges des Reiſeverkehrs etwa 30 große Dampfer a.
dem Sommerfahrplan zu ſtreichen.

Berliner Kursbericht
vom 13. Juni 1931

Oeviſenmarkt
vom 13. Juni 1931

Berl. Handels=Geſ.
Danatbank . . . . . .
Deutſche Bank u. 1
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl

102.
110.

100.
100.
40.
68.
42.875
76.625
37.50
66.50
59.50
30.50
93.50
104.75
53.50

Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppé

86.50
111.625
53.50
79.5
49.
39.50
57.
101.
41.875
42.
49.
28.50
19.
52.75
32.50

Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werte
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drah=
Wanderer=Werke

7% Dtſch. Reichsanf
3%
5½%Intern.,
5%Baden .......
8% Baher ......
2o
....
8% Heſſen v. 28
8%
v. 29
6% Preuß. Staat.
2 Sachſen ......
62

7% Thüringen. . . .

Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. +:/. Ab=
löſungsanl
..
Dtſche. Anl. Ablö=
fungsſch
. (Neub.)

Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
....

8% Aachen v. 29
8½ Baden=Baden.
6%Berlin ......."
8% Darmſtadt v. 26
2
v. 28
7½ Dresden.....
8% Frankfurt a.M.
v. 26
63
v. 26
8% Mainz
88 Mannheimv. 2
6
v. 27
8% München .....
8½ Nürnberg. . . . .
8% Wiesbaden

8% Heſſ. Landesbk.
½ Golboblie
4½% Heſſ. Lbs.-
Hhp.=Bk.=Liquid
4¾% Kom.=Obl.
8½ Preuß. Lds.
pfbr.=Anſt. G. Pf
72 Goldoblig

72

A
4.3

1.55
81

2
55
79.5
86

98.25
93.25
92.5

85.5
82.5

100.5
97
97

3% Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
8½ Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr..
7½ Kaſſeler Land. Goldpfbr..
GO
8% Naſſ. Landesbk
5
4½½ Liqu.Ob

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
+AuslSer.
Ser, II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz)..

8% Berl. Hyp.Bk.
20
4½%Liqu.=Pfbr
8% Frkf. Hyp.=Bk..

4½% Lig. Pfbr.
8% Pfbr.=Bk

4½%
Liqu.
Mein. Hyp.=Bk.
Lig. Pfbr.
Pfälz. Hyp.=Bk.
4½% Lig. Pfbr.
8% Preuß. Boden=
creb
.=Bank ....
4½% -Lig. Pfbr.
8½ Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bank".
4½% Lig. Pfbr.
8% Rhein. Hyp. Bk.
7%
4½% =Lig. Pfbr..
8% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit.
8% Sübd. Bod.-
Cred.=Bank ...
14½½ Lig. Pfbr.

95

97

9
8
9
KI. 25

11

96.75
85
99
96.5
85.75
98
96.5
85.75
100
97
84
100
88.5

98.5
Re

98

98
95
84
97.5

99.5
94
87

8% Württ. Hyp.=B./ 96

M
34.50
157.
9.
86.
36.
105.
47.
19.50
33.50
101.
33.
104.50
28.75
39.25

Frankfurter Kursbericht vom 13. Juni 1931.

6% Daimler=Benz
8% Dt. Linol. Werke
82 glöckner=Werke
0 Mainkrw. v. 26
7% Mitteld. Stahl.
8% Salzmannu. Co
7% Ver. Stahlwerke
8% VoigtcHäffner

F. G. Farben Bondt

5% Bosn. L.E.B.
5%
L.Inveſt.
5% Bulg. Tab. v. 02
4½% Oſt. Schätze
40 Oſt. Goldrentel
5%vereinh. Rumän
4½%
4½
42 Türk. Admin.
148 1. Bagdad
4½ Zollanl.
4½% Ungarn 1913
4½½ 1914
Goldr.
4%
1910
42

Aktien

Alg. Kunſtziide Unie
A. E. G. ...... ...
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bemberg, J. P...
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen....
Cement Heidelberg
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſel
Chem. Werke Albert
Chade .........
Contin. Gummiw.
Linoleum
Daimter=Benz ....

8321,
3
70

69.5

KJe

26.5
33.75

6.5
12.25
5.1

21/,

16

57
75.75

49.25

58.5
40
27.5
50.5
80
142
Rr6

47
18.25

Dt. Atl. Telegr.
Erdöl ......."
Gold=n. Silber
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
Eiſenhandel. ..
Dyckerhoff u. Widm

Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk..
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei

Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaume
Frankf. Gas i. Lig.
Hof..

Gelſent. Bergwerk
Geſ. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. . . ..
Hochtief Eſſen ..."
Holzmann, Phil.
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans ..
Kali Chemie ...."
Aſchersleben".
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R.. . . . . .
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke .. ..
Knorr C. H... ...
Lahmeher & Co. ..
Laurahütte .. . ...
Lech, Augsburg,..

51.9
108.5

45.5

52
75
68.5
89.5
199
26
70
68
112.25
30

35

52
82
31.1

145

125
50.25

55

A4
59
58.75

79.5
24.5
7
102
25
23:
93
38
156
88
28.5

Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheib Metall
Lutz Gebr. Darmſt.

Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. . .
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Berg. .
Metallgeſ. Frankf..
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſel

Oberbedarf
Bhönix Bergbau ..

Reiniger, Gebbert
Rh. Braunkohlen".
Elektr. Stamm
Metallwaren ..
Stahlwerke ...
Riebeck Montan. .
Roeder Gebr. .. .
Rütgerswerke

Sachtleben A. G..
Salzbetfurth Kali
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind..
Schramm, Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. . .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr
Siemens & Halsfe.
Südd. Immobilien
Zucker=A. G.
Svenska Tändſticks
Tellus Bergbau ..
Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard ..
Tucher=Brauerei
ſnterfranken.
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind.
Stahlwerke ...
Strohſtoffabr.
Ultramarin ...

17.25

106
48

51.5


37

131
90

57l,
70

156.5
165
139.5
39
73.5

27.5
20.75
89.5

30
59.5

36.5

Bogtländ. Maſchin.
Voigt & Haeffner".
Wahß & Freytag.
Wegelin Rußfabrik
Weſteregeln Kali..
Zellſtoff=Verein..."
Waldhof......"
Memel .. . . . . ."

21
105

Allg. Dt. Creditanſt. 83*
Badiſche Bank.. . .
Bk. f. Brauinduſtr. / 96
BarmerBanwerein! 98
Bayer. Hyp. u. W./110
Berl. Handelsgeſ..
Hypothefbk., /210
Comm. u. Privatb/100
Darm ſt. u. Nat.=Bk. 110
Dt. Ban1 und Dic./100
Dt. Eff. u. Wechſell 92.
Dresdner Bank.. . /100
85
Frankf. Bank
Hyp.=Bant .. . 120
Pfdbr.=Bk. . . . . 130
Mein. Hhp. Bonk .. 123
Oſt. Creditanſtalt".
Pfälz. Hyp.=Bank /119
Reichsbank=Ant. . . 118.
Rhein. Hyp.=Bank. 114
Südd. Bod.-Cr. Bf. 127
Wiener Bankverein
Württb. Notenbank/129

A.=G. i. Verkehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftw/ 74.5
7% Dt. Reichsb. Vzol 80.5
41
b pag ......"
Nordd. Lloyd. . . . . 43
Südd. Eiſenb.=Geſ.

Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung . . . 165
Verein. Verſ. 168
FrankonaRück=u. M
Mannh. Verſich.

Otavi Minen
Knnnee

[ ][  ][ ]

agesſmegel i Bild ind Work

14. Zuni 1931

Nummer 25

Argentiniſche Sumpfbiber
und kanadiſche Waſchbären
in Odins Waldrevier.

Von Adolf Siegler.
Jeder Odenwaldwanderer kennt das winzige Dörfchen
Webern bei Lützelbach vor der Neunkircher Höhe. Herrlich
gemiſchter Laubwald mit eingeſtreuten kleinen Granitfelſen=
meeren
faßt fruchtbare Ackerſcholle und ſaftigen Wieſen=
grund
in jenes typiſch=liebliche Landſchaftsbild zuſammen,
über dem irgendwie ein altes deutſches Volkslied ſchwingt
oder eine Strophe Eichendorffs, und das Altmeiſter Hch. Kröh
ſo innig beſeelt auf die Leinwand zu zaubern verſteht.
Auf den ſanften Hängen dieſer Calſenke ſiedeln ſeit zwei
Jahren ſeltſame, exotiſche Gäſte. Sweihundert an Sahl mit
Weib und Kind. Das fremde Volk blüht und gedeiht in
Odins Bergen, zur Freude und zum Nutzen ſeiner Wirte.
Nach ſtreng wiſſenſchaftlicher Erkenntnis und Methode,
anhand langer, praktiſcher Beobachtung und Erfahrung
werden hier Edelpelztiere gezüchtet, unter Lebensbedingun=
gen
, die den Cieren quaſi paradieſiſche Daſeinsmöglichkeiten
gewährleiſten, mit der Sweckſetzung, die qualitative Entwick-
lung
der Felle hinſichtlich Seidenglanz, Weichheit und bläu=
lich
=dunkler Färbung, bis an die Grenze der naturgegebenen
Möglichkeit zu ſteigern, ſowie junge Suchtpaare zu erhalten,
auf die lich die Vorzüge der Eltern in gewünſchter Weiſe für
die Nachzucht vererbt haben.
In dieſen Farmen wird vornehmlich der argentiniſche
Sumpfbiber, die Nutria, gezüchtet. In ſeiner Heimat iſt das

Argentiniſcher Sumpfbiber.

harmloſe Cier mit dem wertvollen, unverwüſtlichen Pelz
durch rückſichtsloſeſte Jagd ſeitens der Pelzjäger faſt aus=
gerottet
worden, ſo daß dieſe Fellart in immer geringerer
Menge auf den Markt kommt. Aus der ſtarken Nach=
frage
, die nicht mehr befriedigt werden konnte, entſtand der
Gedanke, die Nutria in Farmen zu züchten; und dieſe Ver=
ſuche
hatten die denkbar beſten Erfolge, denn der argentini=
ſche
Sumpfbiber vereinigt mit allerbeſcheidenſten Lebensan=
ſprüchen
Familienſinn, große Fruchtbarkeit, höchſte Wider=
ſtandsfähigkeit
gegen Krankheit und außerordentliche Wet=
terhärte
. Der Sumpfbiber iſt Vegetarianer, Pflanzenfreſſer.
Etwas Dickwurz und eine Hand voll Gerſte ſind ſeine Cages-
ration
. Je nach der Jahreszeit auch Grünfutter, Klee, Gras,
Kohl, Fallobſt uſw. Alſo Unterhaltungskoſten wie etwa für
einen großen Stallhaſen, d. h. wenig.
Die Fähe des Sumpfbibers trägt 110140 Cage und
wirft zwei= bis dreimal jährlich 39 Junge, die infolge
der langen Cragzeit ſofort nach der Geburt ſehend und ſelb=
ſtändig
ſind, meiſt ſchon am erſten Cage ins Waſſer gehen
und bereits am dritten oder vierten Cage freſſen. Dennöch
werden die poſſierlichen Cierchen von der Mutter liebevoll
betreut. Die Mutterliebe iſt ſogar ſo ſtark, daß man in den
ſogenannten Crio=Gehegen, in denen ein ſtrammer Nüde mit
zwei JFähen hauſt (gewöhnlich ſind die Nutria=Zuchttiere
pearweiſe in dem Gehege), häufig das kinderloſe Weibchen
brobachten kann, wie es die Jungen der eigentlichen . ter,
Lie inzwiſchen ein bißchen ſpazieren ſchwimmt oder ſich ab=
ſeits
die Seit auf andere Weiſe vertreibt, in rührender
Weiſe bemuttert. Schließlich bedarf die Mutter auch von
Seit zu Seit der Erholung, dern die mutwilligen kleinen
Sumpfbiberchen treiben es zuweilen oft gar zu arg mit ihr,
ſieht man ſie doch manchmal ſämtlich, 67 an der Sahl, auf
Lem Nücken der ſchwimmenden Mutter, bis dieſer die Col=

Kanadiſcher Waſchbär.

lerei doch zu bunt wird und ſie plötzlich blitzſchnell untertaucht
und das Schiffchen=Fahren mit ei em Plumps ins Waſſer
ein jähes Ende nimmt.
Ein zeugungsfähiges Nutria=Suchtpaar iſt 6800 RM.
wert, ein Paar drei Monate alter Jungtiere etwa 300 RM.
Der weiche, ſeidige Pelz eines großen Winterfelles erzielt
bis 100 RM., kleinere oder Sommerfelle entſprechend weni=
ger
. Im Durchſchnitt, gutes Suchtmaterial. vorausgeſetzt,
wird man mit einem Preis von 3550 RM. für das Fell
rechnen kömnen.
Die Gehege ſind, wie die ganze Lebenshaltung der Sumpf=
biber
, denkbar einfach. Ein Schwimmbecken und ein Höhlen=
unterſtand
, auf etwa 15 Quadratmeter Cummelfläche, mit
Drahtgeflecht umgeben, das einen halben Meter tief in die
Erde geſenkt wird, damit die Ciere nicht ausbrechen können;
das iſt alles, was der Biber braucht. Fließendes Waſſer iſt
allerdings wichtig, denn der ſchöne Glanz des Felles hängt
von guter Schwimmgelegenheit ab.
Ein bißchen footing an Land, ein paar flüchtige Griffe
in die Gerſtenſchüſſel, und ſchon gleitet das Cier wieder ins
Waſſer, ſchwimmt einigemale um ſein Becken, geht an Land,
putzt, maſſiert ſich, friſiert mit den ſchmalen Vorderpfoten
und den ſtarken, mit Schwimmhäuten verſehenen Hinterpfo=
ten
das Fell zurecht, um das wechſelvolle Spiel an Land, im
Waſſer und im Unterſtand von neuem zu beginnen.
In den Edelpelztierfarmen von Webern ſieht man die
verſchiedenen Behauſungsarten der waſſerliebenden Croglo=

Kanadiſcher Waſchbär.

duten. Es gibt da eigenpfotiſch ins Erdreich gewühlte,
Suchsbau ähnliche Höhlen, in die Erde betonierte Höhlen=
unterſtände
und hölzerne Suchtkäſten. Letztere mit einem
Abteil für die Jungen, das nur dieſen angepaßte kleine
Schlupflöcher hat, damit ſich die Cierchen flüchten können,
wenn die Alten Nanzkämpfe austragen, bei denen ſie die
Kleinen ganz unabſichtlich erdrücken könnten.
Im allgemeinen ſind die Sumpfbiber friedlich, kommen
aber in der Gefangenſchaft Nüden mit Nüden, oder auch
Fähen, die Junge haben, mit anderen Fähen zuſammen, dann
gibt es Beißereien auf Leben und Cod. Daher muß man
ſtets ein Auge auf die Gehege haben und ſie in ausbruchs=
ſicherem
Suſtande halten.
Jungtiere, die nicht als Zuchtpaare verkauft werden,
kommen in etwas größere Sondergehege bis zur Fellreife, die
etwa in 11½ Jahren erreicht wird. Farbe und Dichte der
Unterwolle hängen von den Urſprungstieren ab, mit denen

die Sucht eingeleitet wurde (Breitegrad, Höhenlage der be=
treffenden
Gegend uſw.). Die Felle, deren Unterwolle neben
ſeidigem Glanz einen bis ins Bläuliche gehenden Con hat,
ſind die wertvollſten. Dieſe Nutriaart ſtammt aus den küh=
leren
Gegenden des gemäßigten Südamerika. Solche Sucht=
ſtämme
, die die erſtklaſſigen Felleigenſchaften als feſtſtehende
Erbmaſſe fortführen, ſind es, die den Grundſtock der Edel=
pelztierfarmen
von Webern bildeten.
Als Grand Seigneur begrüßt uns in dieſem muſter=
gültigen
zoologiſchen Garten hoch oben im Odenwald ein
argentiniſcher Waſchbär, deſſen heikle Sucht Kunſtmaler
Kaufmann vor einiger Seit unternommen hat. Vor zehn
Cagen warf das Weibchen Junge. Wieviel? Man weiß es
noch nicht, denn würde man in das Geheimnis des mit hel=
denhaftem
Mut einer für ihre Kinder beſorgten Mutter ver=
teidigten
Suchtkaſtens eindringen wollen, dann würde die
Bärenmutter ihre Jungen ſofort auffreſſen, vor Aufregung
oder, um ſie vor der zugreifenden Hand zu ſichern ...!"
Aber die Wiſſenſchaft wußte Nat! In den dunklen
Suchtkaſten des Bärenzwingers iſt ein Mikrophon eingebaut,
und bei einer Caſſe Mokka und der kurzen Pfeife hören wir
droben im gemütlichen Studio der Farm ſitzend aus
dem elektriſchen Lautſprecher ein idylliſches, vielſtimmiges
Kinderſtubenkonzert. Die Jungmannſchaft des Bärenzwin=
gers
girrt und ſaugt und ſchmatzt und pfeift quietſchvergnügt,
und die Bärenmama brummt wonnig=behaglich inmitten die=
ſer
polyphonen Familienunterhaltung ihr junges Mutterglück
in die indiskrete Welt hinaus ..
Das Mikrophon iſt ein ſehr wertvoller Helfer des Süch=
ters
, denn es ermöglicht jederzeit das Abhorchen gefährdeter
Ciere im Suchtkaſten oder in den unterirdiſchen Höhlen.
Gehen wir noch eimmal zu unſerem Freund, dem Waſch=
bären
, zurück. Er wäſcht in der Cat ſeine Nahrung, ehe er

Ein ſoeben eingetroffener Suchtrüde.

ſie frißt. Der elegante Herr iſt auch ſonſt ein wirklicher
Ariſto. Er iſt ebenſo anſpruchsvoll und vornehm, wie der
Sumpfbiber beſcheiden iſt. Er verlangt täglich 40 Gramm
Fleiſch auf ſeiner Speiſenkarte, außer Buchweizengrütze,
Spratts Suchskuchen, Neisbrei, Früchten uſw. mit einem
Wort, er würde ſich mit einem verwöhnten Feinſchmecker
ausgezeichnet bei Cafel halten. Ein Stückchen Fleiſch, das
wir ihm anboten, und das zufällig nicht ganz friſch war, hat
uns der Schwarzſeidene naſerümpfend abgelehnt. Der kluge
Kopf des ſichtlich beleidigten Cieres war geringſchätzig nach
uns gewendet, als der Bär am Drahtgeflecht des Swingers
hechkletterte und dann eine Seitlang mit Verachtung auf
uns herabſchaute.
Dieſe ſchönen Ciere, die hier oben, wie die übrigen In=
ſaſſen
der Farm, gar nicht ſcheu ſind, weil es durchaus ver=
pönt
iſt, ſie zu necken (wie es leider ſo häufig in den Soologi=
ſchen
Gärten geſchieht), von denen das Paar 23000 RM.
koſtet, erfordern eine ebenſo lorgfältige Pflege, wie ihr
ſchwarzes Fell koſtbar iſt.

Die Anlagen der Gehege und die hugieniſchen Ein=
richtungen
ſind in jeder Hinſicht vorbildlich. Die Odenwälder
Nutria=Farmen haben daher bereits weit über Heſſen hin=
aus
einen guten Ruf. Dieſe intereſſanten Unternehmen
gliedern ſich beſcheiden, aber verheißungsvoll in die viel=
fachen
Beſtrebungen ein, das deutſche Wirtſchaftsleben in
Gang zu bringen. Die Frauen werden wohl nie auf die
ſchönen und praktiſchen Pelze verzichten, die ſo kleidſam ſind,
und die Gelegenheit geben, weibliche Diplomatie und Stra=
tegie
zu entfalten, um ſie zu erhalten. Mit der Errichtung
derartiger Farmen wird auch der Sweck erreicht, bedeutende
Summen in Deutſchland zu laſſen, anſtatt ſie an die Fell=
händler
ausländiſcher Pelzbörſen zu überweiſen.

InmnnnnannnnrpnnnnnnnnnnnnnnnnnnägnanaannanEnnnneanHannnnnngnnnnnnnnnEnnEnnnEnnnnnnnnnHEnnnär

Aan2

[ ][  ][ ]

Ein Tag auf dem Arbeitsgeri

Ernſtes und Heiteres im Kampf ums Daſein.
Von Dr. Ernſt Sehrer.
Frücher, als das Arbeitsgericht noch Kaufmams= und Ge=
werbegericht
hieß, konnte man es mit Recht als das Gericht
des kleinen Mannes bezeichnen. Denn der Bereich ſeiner Su=
ſtändigkeit
war ſo eng umgrenzt, daß in der Cat mr Arbeiter
und Angeſtellte mit geringem Einkommen dort als Kläger oder
Beklagte auftraten. Heute aber ſieht man den Generaldirektor
neben der Stenotypiſtin, den unbekannten Filmdarſteller neben
dem weltberühmten Schauſpieler (es gibt jetzt auch eine Künſt=
ler
= und eine Muſikerkammer) vor dem Arbeitsgericht. Man
ſieht den Arbeiter, der um einen Betrag von 5 Mk. kämpft
und den Fabrikdirektor, deſſen Anſprüche in die Cauſende gehen.
Und beſonders dramatiſche Szenen ſpielen ſich ab in der Haus=
angeſtelltenkammer
, wo oft die ſeltſamſten Konflikte zur Ver=
handlung
ſtehen. Ein Cag auf dem Arbeitsgericht, das iſt: wie
wenn das Leben kaleidolkopartig an einem vorüberzieht. Wohl
ſchwingt die Sahl das Zepter am Arbeitsgericht. Aber ſie führt
hier kein langweiliges Negiment. Denn hinter der Sahl ſteht
der Menſch. Der Menſch mit all ſeinen Schwächen und Vor=
zügen
.
Geben wir aus der Fülle dieſes Erlebens ein paar Moment=
aufnahmen
wieder:
Die Panſenmacher.
Alſo hoher Herr Gerichtshof, daß ich hier ſtehe, das hätte
ich mir aurh nicht träumen laſſen, nein, nein, ich . . ."
Aber Herr Schultze, warum denn gleich ſo aufgeregt! War=
ten
Sie doch erſt einmal ab, bis ich die Herren Beiſitzer mit der
Sache vertraut gemacht habe.
Was heißt dem vertrautgemacht? Woz habe ich denn
meinen Schriftſatz eingereicht? eigentlich müßten Sie den doch
ſchon geleſen haben!
Der Vorſitzende, ein guter Menſchenkenner, tut, als hätte er
dieſe ungehörige Aeußerung nicht gehört, und erklärt den Bei=
ſitzern
, worum es ſich handelt: zwei Muſiker klagen gegen den
Gaſtwirt Schultze, weil ſie nach ihrer Anſicht zu Unrecht friſtlos
entlaſſen worden ſind. Der Grund ihrer Entlaſſung? Sie haben
angeblich zu viele Pauſen gemacht.
Wie wollen Sie denn das beweiſen?
Na, denn ſehen Sie mal das hier, verehrter Herr Gerichts=
direktor
. Da ſteht es ja ganz deutlich, von mein Kellner aufge=
ſchrieben
: Drei Minuten geſpielt, fünf Minuten mit den Gäſten
geſchmuſt, ſieben Minuten geſpielt, eine Viertelſtunde nichts ge=
tan
, acht Mimuten . . ."
Der Gaſtwirt überreicht einen Settel, der eine gemaue Auf=
ſtellung
in unendlichen Bleiſtiftkolonnen enthält: Angaben der
Spielzeiten und der Pauſen.
Ein Muſiker proteſtiert ſogleich: Dieſe Aufſtellung müſſen
wir beſtreiten, hoher Gerichtshof. Der Kellner wollte uns ver=
treiben
, um für ſeine Freunde, die auch Muſiker ſind, Platz zu
machen. Wir haben imer nur die üblichen Pauſen gemacht.

Das iſt deutſche Pünktlichkeit.
Frühes Finnlanderlebnis.
Von Hermann Nufer.
Ich war eben erſt wenige Wochen in Finnland, da erging an
mich von einem Univerſitätsprofeſſor, den wir einmal Mallio
nennen wollen, die ehrenvolle Aufforderung, vor der Landsmann=
ſchaft
Oeſterbottnia einen Vortrag mit Lichtbildern zu halten.
Profeſſor Mallio telephonierte: Können Herr Doktor dieſen
Vortrag halten? Meine Studenten verſtehen gut Deutſch, alle
Studenten hier verſtehen gut Deutſch!
Die finniſchen Studenten ſind nach Landsmannſchaften ein=
geteilt
, von denen jede ein Stammlokal hat. Ein Profeſſor der
Univerſität, der aus derſelben Gegend ſtammt, übernimmt dann
mit ſeiner Frau das Patronat und ſorgt dafür, daß mindeſtens
einmal im Monat eine repräſentative Bildungsveranſtaltung
ſtattfindet. Ich fühlte mich alſo durch dieſe Einladung ſehr ge=
ſchmeichelt
und ſagte zu. Auch wollte ich mich durch den Augen=
ſchein
davon überzeugen, ob es denn wirklich wahr ſein, daß an
ſolchen Abenden die weiblichen Studierenden mit dem Strickzeug
oder der Nadelarbeit unter den männlichen ſaßen. (Es war ſo,
wie ich gleich vorwegnehmen will!)
Unſer Lokal iſt das neue Studentenhaus, Ecke Glogatan und
Alexandersgatan, Eingang links neben dem Kino. Kommen Sie
Montag abend um acht Uhr.
Ich wiederholte und ſchrieb mir die Adreſſe auf einen Notiz=
block
. Während der Profeſſor dankte und ich einhängte, mur=
melte
ich noch: .. links neben dem Kino. Montag acht Uhr.
Ich wußte, was ſich für einen Auslandsdeutſchen gehört, der
hier ſein Volk repräſentativ zu vertreten hat. Und um ganz ſicher
zu ſein, begab ich mich am Vortag an das neue Studentenhaus
und ſtellte mit Befriediung feſt, daß links neben dem Eingang zu
dem Kino eine Cür war, an der das Schild prangte: Neues
Studentenhaus, Haupteingang. So viel Schwediſch verſtand ich,
um ſicher zu ſein. Die finniſche Ueberſetzung darüber war rätſel=
haft
und nicht zu entziffern. Da biſt du nun in einem Land mit
zwei Sprachen und kennſt keine davon, ſagte ich mir. Du wirſt
keinen leichten Stand haben, mit dieſen Leuten nach deinem Vor=
trag
Konverſation zu machen. Denn es wird ſo ſem wie überall,

Wenn die ſo gut geſpielt hätten, wie ſie jetzt ſchwindeln
können, brummt Gaſtwirt Schultze.
Der Vorſitzende rügt dieſen Ausdruck.
Na, denn ſchön, alſo . . . wie ſie nicht die Wahrheit ſagen
das darf ich doch wohl feſtſtellen für mein Geld, nicht? Alſo,
dann könnten die heute noch bei mir
Wir danken.
Ach, ſehen Sie bloß mal an. Ich bedanke mich noch viel
mehr, daß ich ſolche Pauſenmacher los bin. (Lachen im Suhörer=

raum.) Alle Gäſte haben ſie mir vertrieben, weil ſie keine Muſik
nicht gemacht haben, wodrauf die Leute doch Wert legten.
Wenn ein Gaſt fünfzigmal denſelben Walzer verlangt, dann
iſt es kein Wunder, daß andere weggehen. Und wem alle naſe=
lang
telephoniert wurde, und wem wir damn vom Kellner gebeten
wurden, nicht zu ſpielen, bis die Leute am Apparat fertig ſind,
dam trifft uns doch keine Schuld!
Iſt ja gar nicht wahr. Walzer komten ſie gar micht ſpielen.
Bloß lauter ſo modernes Seug, das ſich für ein ſolides Publikum
gar nicht gehört.
Haben Sie den Kellner, der die Aufftellung machte, als Seu=
gen
mitgebracht? fragt der Vorſitzende.
Das, was der hier aufgeſchrieben hat, ſtimt wie das Amen
m der Kirche. Den Zeugen brauchen wir hier nicht.
Darüber, Herr Schultze, entſcheiden nicht Sie.
Habe ich denn das behauptet?
So geht die Verhandlung noch eine ganze Weile hi und her.
Bis es ſchließlich der geſchickten Caktik des Vorſitzenden ge=

hörend verſtehen ſie gut, aber ſelber ſprechen, das iſt was anderes.
Wäre es ſchon vorüber. Aber eins kann ich, ich kann ihnen ein
Beiſpiel deutſcher Pünktlichkeit geben: mit dem Glockenſchlag
acht gehe ich über die Schwelle.
So hatte ich mir in meiner Einfalt vorgenommen. Ich ahnte
noch nichts von den Schreckniſſen, die meiner noch warteten.
Fünf Minuten vor acht ſtieg ich mit meinem Köfferchen, in
dem ich die Glasbilder vorſichtig trug, die Creppe hinauf, durch
den Eingang links vom Kino. Es gingen da noch mehrere Men=
ſchen
auf und ab, junge Herren und Damen. Es waren Studen=
ten
, man ſah es ihnen an. Dieſe Catſache hatte etwas durchaus
beruhigendes. Und richtig, hier im erſten Stock drängte ſich alles
an die Garderobe. Ich miſchte mich unter die Leute. Ich fiel
als älterer Herr auf unter all der Jugend. Viele neugierige
Blicke muſterten mich. Das Sprachgewirr um mich her verſtand
ich nicht, aber es war mir klar, ſie ſprochen von mir: Der Ned=
ner
des Abends. Wer ſollte der Redner des Abends anders
ſein, als der fremdländiſche Herr mit dem Köfferchen?
Aber niemand trat auf mich zu. Niemand begrüßte mich.
Das war ſchon merkwürdig. Und als ich meine Garderobe ab=
gab
, überſchüttete mich eine ältere Dame mit einer finniſchen
Wortflut, der ich nicht gewachſen war. Sie deutete auf mein
Köfferchen. Offenbar ſagte ſie: Das müſſen Sie auch abgeben.
Aber ich beſtand darauf, daß ich mein Köfferchen brauche. Ich
hielt es feſt am Griff und widerſtand allen ihren Verſuchen, es
mir zu entreißen. Endlich begriff ſie, daß ich ein Ausländer war,
da ich in idiotiſchen Lauten auf ſie einredete. Sie gab mir meinen
Mantel wieder zurück, und ich entnahm daraus, daß ich als Aus=
länder
ſchon nun gar kein Necht hier hatte. Aber ſie mußte doch
wiſſen, daß heute abend ein Deutſcher hier ſprach. Als Mantel=
frau
mußte ſie wiſſen, weshalb ſie eigentlich heute die Mäntel auf=
hing
. Ich war doch gewiſſermaßen ihr Brotgeber! Da war etwas
nicht in Ordnung.
Die Frau hatte Mitleid mit mir, als ſie mein verzweifeltes
Geſicht ſah; ſie rief einen jungen Herrn an, dem ſie Sprachkennt=
niſſe
zutraute. Und der redete mich dem auch gleich in deutſcher
Sprache an: Was ſuchen Sie hier?
Ich will hier einen Vortrag halten!
Was Sie ſagen! Wann?
etzt! Hier? Ja, hier! Wer hat Sie ein=
geladen
? Profeſſor Malliol

lingt, zwiſchen den Parteien einen Vergleich zuſtande zu bring=
laut
dem der Gaſtwirt die Hälfte des geforderten Betrags bezag
So gut möchte ich meine Pauſen auch bezahlt bekomna=
dann
würde ich überhaupt nichts mehr zu tun brauchen, m.ſ
er noch. Dennoch unterſchreibt er den Vergleich. Jedoch: 2
einmal ſollen die Muſiker das Geld nicht bekommen.
Herr Schultze, begütigt der Nichter, Sie können doch z:
len, alſo ſeien Sie nicht ſo kleinlich.
Können kann ich, aber wollen will ich nicht, trumpft Schru
noch einmal auf. Jedoch, darüber belehrt, daß dieſes unfreiwill
Eingeſtändnis ihn zur ſofortigen Sahlung verpflichte, meindt;
ſchließlich: Na, ſchön, es ſind ja doch bloß arme Ceufel, die Ei
den Pauſierer. Und geht . .."
Der verſchnupfte Sänger.
Der Sänger A. war für ein bekanntes Kabarett verpflick/
worden. Er trat ſein Engagement auch ordnungsgemäß an. Ao
als er auftreten ſollte, da trat er nicht auf. Warum? er für/
ſich heiſer. Nach ſeiner Behauptung hätte er ſich einen Schnry
fen in der Garderobe beſagter Kleinkunſtbühne geholt, weil Qr
12
überſtarke Sugluft geherrſcht habe. Für dieſe Sugluft ae
machte er ſeinen Direktor verantwortlich und verlangte trotz I//
nes Nichtauftretens ſeine volle Gage.
Ich führe mein Unternehmen, verteidigte ſich der Direk=i
ſeit 20 Jahren. In dieſer langen Seit hat ſich noch niemals
Künſtler über Sugluft in der Garderobe beſchwert; noch keii=
hat
ſich bei mir einen Schnupfen geholt. Das ſoll A. erſt emrm
beweiſen, daß es an einem Cage bei mir ſo ſtark gezogen En
daß er ..
Da der Künſtler bei ſeiner Behauptung bleibt, hat das So
richt die bedeutungsvolle Aufgabe, zu ergründen, ob es in
Garderobe des Kabaretts an einem ganz beſtimmten Cage von / / de Auch
und ſovielen Monaten (ſ. oben) . . . . Behauptung ſteht ge.n ME 10
Behauptung. Alſo muß (da die Parteien ſich nicht einigen wei. Ach
len) zwechs Vernehmung von Seugen ein neuer Cermin anit Der7e
iſer wiſſen
raumt werden. Was auch geſchieht.
Uns ſcheint, das Nätſel, woher der Schnupfen des Künſtz id der 20l
rührte, wird ewig ungelöſt bleiben. Woraus hinwiederum miſt die Ka
erſichtlich iſt, daß es immerhin etwas anderes bedeutet, ob ſht wahl,
gewöhnlicher Sterblicher oder ein Sänger einen Schnupen /5 ich imime
hat. Oder wollen Sie vielleicht behaupten, daß auch, wenn Na, 9
lich erkälten, ein ganzer Gerichtsapparat zweimal in Szene geſ /t ſüiſer Grun
144 drungen
werden muß.
Darf i.
Der Onkel, die Nichte und die Milchkanne.
Er iſt 32 Jahre alt und geht ſehr elegant angezogen. So er Ghel, der
gant, wie es ihm der beträchtliche Umſatz ſeiner Bäckerei u4 wehmen:
Konditorei erlaubt. Weniger gut ſteht es ſchon mit den grar in dis 3
matikaliſchen Kenntniſſen dieſes Herrn aus dem ſüßen Gewerr 9i Gäſte

Die Klägerin, Fräulein K., iſt Ihre Nichte?
Jawohl leider.
Und warum haben Sie ſie friſtlos entlaſſen?
Das ſteht alles im Schriftſatz.
Wir haben hier mündliche Verhandlung.

ia gen, da
Gge
Schön. Ich habe ihr entlaſſen, weil ſie die Milchkamne nich Aer er
ausgewaſchen hat.
Sruch de
Ihre Nichte war doch Leiterin Ihres Geſchäfts?
awohl, geleitet hat ſie, das iſt richtig. Aber ich habe ur ußſe
mit Hausarbeiten aufgenommen und ganz ausdrücklich geſagt, 2/ Gſichts.

Da ging es wie ein Leuchten über ſein Geſicht: Profeſll!"
Mallio? Oh, da ſind Sie falſch. Das iſt Apollogatan 1o. Ni. dA hie
wahr, es handelt ſich doch um die Oeſterbottniſche Studenter Vimn.
nation?
Ich hätte den Mann umarmen mögen. Ja, darum handern ſten u
es ſich. Ich dankte und verſchwand mit meinem Köfferchen. AEl ei klein
ich war voller Unruhe. Da ſtimmte etwas nicht. Ich ſah nach 2T Me/ Odor
Uhr. Es war fünf Minuten nach acht. Wo war mein vaterlä rde
diſcher Stolz? Ich wurde ganz klein.
Schnell zu einem Caxi. Wird der Chauffeur auch Schwedr) 4h de
verſtehen. Denn ich wußte mm nicht, wie der Apollogatan Sr In
niſch hieß. Aber vermutlich bleibt Apollo, was er iſt, auch /
Einniſchen. Alſo ſchnell zum Caxi.
Die Fahrt dauerte ſieben Minuten. Meine Nervoſität wuck. Gen
Ich rechnete mir aus, was die 120 Studenten jetzt taten, die OI
mich warteten. Sie warteten gewiß, aber ſie taten noch mel=
ſie
ſchimpften. Und der Profeſſor erſt! Ich war vernichtet.
Nun war das akademiſche Viertel ſchon erreicht. L
äußerſte Grenze des Erlaubten alſo.
Wie beruhigt war ich, als ich bezahlt hatte und am Eingc 94un
das Schild fand: Oeſterbottniſche Studentnation. So war
doch endlich am rechten Ort, und die Schuld konnte ich
und ganz dem Profeſſor zuſchieben, der mich falſch beſtellt hat. MUns
Als ich im erſten Stock läutete, öffnete mir ein junger Mar)
Aha, ein Student. Du biſt recht.
Guten Abend! ſagte ich, ich heiße Dr. Vufer und bin Ol. lrch
Nedner des heutigen Abends.
Der junge Mann ſtarrte mich hilflos an und ſprach, nachdr) ſo,
er ſich erholt hatte. Aber ich verſtand kein Wort; der Schweh
brach mir aus. Vielleicht war ich in einen Geheimklub der Laſ
pomänner geraten; wer weiß, was alles daraus entſtehen konn.
Wir ſchrien nun eine Seitlang, jeder in der ihm geläufigen La
desſprache, hoffnungslos aufeinander ein. Endlich näherte 11)
ein zweiter junger Mann der Cür, der offenbar von dieſem Wor
wechſel angelockt worden war.
Sprechen Sie Deutſch? ſchrie ich ihn an.
Ja, ein klein, ſagte er.
Ich hätte ihn umarmen kömen. Er ſpricht Deutſch! Er ſpris!
es zwar falſch, aber er ſpricht es. Ein klein! Herrlich. Könm‟
ich nur ein kleim Imniſchl Was wollen Sie? fragie er. EN /

[ ][  ][ ]

Eine Straße in Beverly Hills
wo die Stars wohnen.

die Milchkame auswaſchen muß. Sonſt brauchte ich ihr doch
gr nicht.
Na, Herr Müller, dafür allein ?
Verzeihung, hoher Gerichtshof, aber das muß ich ja doch
iſſer wiſſen alſo nämlich meine Frau, die ſchläft gerne lange,
nd der Milchmann kommt ſchon morgens früh um 7 Uhr und
blt die Kame ab nicht? Und eben gerade deshalb alſo
iht wahr, jetzt verſtehen Sie doch, hoher Gerichtsrat, warum
d6 ich immer wollte, daß ſie die Milchkanne
Na, Herr Müller, es erſcheint doch recht zweifelhaft, ob
dſer Grund zur friſtloſen Entlaſſung ausreicht. Ich möchte Ihnen
hch dringend zu einem Vergleich
Darf ich mir auch mal erlauben? beginnt nun der andere
Cikel, der die abweſende Klägerin vertritt, ihre Nechte wahr=
unhmen
: Der Beklagte, was mein Schwager iſt, hat ſein La=
m
bis 5 Uhr nachts geöffnet. Und ſo lange muß meine Nichte
d Gäſte bedienen. Na, da kann man doch wirklich nicht ver=
ſagen
, daß ſoin junges Mädel (ſie iſt 18 Jahre alt) am anderen
ſige ſchon ſo früh auf iſt. Sie muß doch mal ausſchlafen.
Na, und denn überhaupt. Ich hatte ja noch viel mehr
Eünde, ihr zu entlaſſen.
=Welche?"
Na, die ganze Verwandtſchaft hat ſie erlautt, ſich dei mir
ſtufr
Herr Müller, derartige Ausdrücke
Na, nichts für ungut, hohes Gericht. Ich bin bloß ſo auf=
ri
9
Nachdem das Arbeitsgericht feſtgeſtellt hat, daß die friſtloſe
Eilaſſung der Klägerin lediglich erfolgt iſt, weil ſie frühmorgens
m7 Uhr die Milchkame nicht ausgewaſchen hat, während alles
wdere, was der Beklagte ſonſt zu ſeiner Rechtfertigung: vor=
tigt
, lange zurückliegt, verſucht der Vorſitzende nochmals, den
wu ſten Onkel zu einem Vergleich zu bewegen.
Ausgeſchloſſen, nach meine Meinung genügt die ſchmutzige
Tüchkanne für die Entlaſſung.
Sie ſind im Irrtum, Herr Müller.
Na, dann muß ich erſt meine Frau fragen, ohne ihr ſchließe
Na, Herr Müller, Sie waren doch eben noch ſo energiſch,
7d nun
Ja, entſchuldigen Sie man, aber vor Gericht, das iſt ganz
us anderes, als zu Hauſe (allgemeine Heiterkeit).
Das Gericht kann verſtändlicherweiſe keine Nückſicht darauf
uhmen. Es verurteilt demnach den Konditoreibeſitzer zur Sah=
uig
des vollen Gehalts bis zum Ablauf der geſetzlichen Kündi=
angsfriſt
. Er muß über 1000 Mark an ſeine Nichte zahlen.
Ber er nimmt den Spruch durchaus nicht tragiſch auf: Danke
uch ſchön und entſchuldigen Sie die Mühe, ſagt er, als der
Hruch der Kammer verkündet wird. Urteil iſt Urteil das
niß ſelbſt meine Frau reſpektieren, bemerkt er noch lächelnden
Eſichts. Und verläßt mit der eleganten Verbeugung eines echten
ſpaliers den Verhandlungsraum.

Bei den Groß=Moguls
des Silms.
Von Maurice Dekobra.
(Berechtigte Ueberſetzung aus dem Franzöſiſchen von E. Oſternig.)
Es gibt wohl kaum einen Menſchen, der Hollywood mit wirk=
licher
Objektivität zu ſchildern vermag. Die Meinung des einen
iſt beeinflußt von den Enttäuſchungen, die er bei den Mächtigen
des Films erlitten hat; der andere wieder ſieht alle Vorkomm=
niſſe
mit der roſenroten Brille der Hoffnung, daß jene Männer
von Hollywood, die er zu ſchildern beabſichtigt, in Sukunft ge=
neigt
ſein werden, eines ſeiner Filmwerke zu akzeptieren oder ihm
ſonſt eine Nolle im Filmbetrieb der Stadt zu gewähren. Einer
wird Hollywood verfluchen, weil es ihm nichts als Enttäuſchun=
gen
gebracht hat; ein anderer wieder die Stadt zum Paradies

erklären, weil er in den Augen eines der dortigen Filmſtars den
Himmel zu finden glaubt.
Ich will nun einmal, unbeeinflußt von allen dieſen Eindrücken,
dieſe merkwürdige Welt ſchildern, die von etwa einem Dutzend
Groß=Moguls beherrſcht iſt. Ganz Hcllywood iſt in den Händen
von ein paar übermächtigen Männern, die etwa ſechs= oder
ſiebenhundert Silme im Jahre preduzieren und die mit ihrem
Schaffen das Lachen und die Cränen aller Filmbeſucher der Welt
auslöſen, den Beifall und die Ablehnung. Wenn man von Ab=
lehnung
ſpricht, ſo kommt eine ſolche in Amerika niemals in der
Sorm vor, wie ſie etwa ausnahmsweiſe in Europa geübt wird.
Mißfallensäußerungen oder gar ſchrilles Pfeifen und Surück=.
verlangen des Eintrittspreiſes ſind in U. S. A. unbekannte Dinge.
Das einzige Chermometer des Erfolges eines Films ſind bloß
Einnahmen.
Wohl der mächtigſte aller Männer in Hollywood iſt Adolf
Sukor, der mit Jeſſy Lakie die Paramount beherrſcht. Louis B.
Mager, übrigens auch ein Mann der Politik, leitet die Metro
Goldwyn Mayer gemeinſam mit ſeinem erſten Miniſter Orving
Chalberg. Dieſer iſt noch ein junger Mann von kaum dreißig
Jahren und Vater eines der ſchönſten Kinder von Hollywoob,
das ihm ſeine entzückende Frau, Norma Shearer, geſchenkt hat.
Dann zählen zu den Mächtigen von Hollywood noch die Brüder
Warner, die erſten Vorkämpfer des Sprechfilms; ferner Carl
Laemmle und ſein erſt kaum zwanzig Jahre alter Sohn, die ge=
meinſam
die Univerſal Pictures beherrſchen: Joe Schenk und
Sam Goldwyn von den United Artiſts, die Großlieferanten des
europäiſchen Marktes, und Winnie Sheehan, der Chef des Sox
Films, der übrigens aus Irland ſtammt.
Neben dieſen Großen des Filmhimmels, die die Macht über
Leben und Cod der Stars beider Geſchlechter beſitzen und die dar=
über
entſcheiden können, ob Miß R. von nun an 20000 Dollars
pro Woche an Gage erhalten wird oder ob, ſie wieder in das
Nichts zurückſinkt, aus dem ſie eigentlich nie hätte hervortreten
dürfen, gibt es noch eine ganze Anzahl von Hohen Prieſtern in
den Cempeln des Goldes von Hollywood. Ihr Großlama iſt Cecil
de Mille, Präſident der Silmakademie, und neben ihm andere
weltberühmte Namen, wie etwa King Vidor, Erich von Stro=
heim
, Fred Niblo u. a. m. Auch dieſe Männer haben faſt unbe=
ſchränkte
Macht, ſoweit ſie dieſe nicht inſofern überſchreiten, daß
ſie das Kapital ihrer Geſellſchaſt in Gefahr bringen.
Sie haben ſogar das Necht, ſchlechte Filme zu machen, wenn
nur eine der Grundbedingungen des Filmlebens von Hollywood
erfüllt iſt: daß der Aufwand an Barkapital fünffach wieder her=
inkommt
.
Eben haben wir uns mit Ananas=Eis im reizenden Heim einer
der geiſtreichſten Frauen von Hollywood Elſie Janis in Be=

all hier einen Vortrag halten in der Oeſterbottniſchen Stdent=
Ition. Profeſſor Mallio hat mich eingeladen.
Und wieder bewirkte der Name des Profeſſors einen zauber=
dften
Umſchwung der Stimmung. Ohl ſagte der junge Mann,
dr ein klein Deutſch verſtand. Ohl Profeſſor Mallio. Ich ver=

ſhel Oder iſt es Kallio? Da gab es eine neue Verwirrung.
dar dem heute alles gegen mich verſchworen? Die Uhr ſchritt
warmungslos weiter. Es ging auf halb acht. Und nun brachte
ſch dieſer Menſch mit ſeinem kleinen Deutſch in erneute Ver=
krrung
. Nein, Mallio! ſagte ich, M., wie Moſes, nicht K.,
e Karlchen.
Das iſt Ecke Glogatan und Alexandergatan, Eingang links
ſben dem Kino.
...! ...."
a, hier iſt nur das Stammhaus, dort iſt der Saal.
...!"

Verſtehen Sie nicht?
Doch! Aber da war ich eben. Dort iſt niemand. Dort will
dn mich nicht haben.
Ohl Das iſt rätſelhaft. Oh, es iſt luſtig!
Er fand es luſtig, daß ich hier um halb neun Uhr mit einer
Aben Stunde Verſpätung ſtand. Ich hätte ihn ohrfeigen können.
h wußte damals die hieſige Bedeutung des Wortes luſtig noch
hk. Die babyloniſche Sprachverwirrung herrſcht nämlich auch
ſch unter denen, die die gleiche Sprache ſprechen.
Aber ſagen Sir mir doch, wandte ich mich in flehendem
On an mein Gegenüber, ohne ihm eine Ohrfeige zu geben, ſon=
En indem ich ihm verzieh. Was ſoll ich tun? Daß weiß ich
ech nicht, ertönte es an mein hilfeſuchendes Ohr. Und ich hätte
den Boden ſinken können.
Da kam mir ſelbſt ein letzter Gedanke. Haben Sie Celephon
er?? Ja ſagte er. Laſſen Sie uns Profeſſor Mallio an=
ſien
. Wollen Sie es für mich tun? Und endlich hatten wir
ſerbindung.
Profeſſor Mallio ſo hieß es ſei nicht da; er ſei mit ſei=
Srau im Studenthaus, wo ein gewiſſer Herr Dr. Nufer einen
ſortrag halten ſollte.
Das war ich, und da hatte ich die Beſcherug. Aber noch
ich mich eimmiſchen konnte, war die Verbindung wieder ab=
ſſchmitten
.

Alſo doch im Studentenhaus, ſagte ich. Helfen Sie mir aus
dieſer Verwirrung.
Es gibt zwei Studentenhäuſer, erklärte mir mein Freund,
denn zu einem ſolchen hatte ich ihn längſt erhoben. Jetzt kommt
mir ein Gedanke. Es wird das alte Studentenhaus ſein. Natür=
lich
, ſo iſt es. Profeſſor Mallio iſt ein älterer Herr. Er hat ſich
emfach geirrt. Es iſt im alten. Das iſt gleich neben dem neuen.
Nur rechts vom Kino. Natürlich, hat er ſich verſprochen, ganz
einfach. Gehen Sie, eilen Sie, rechts vom Kino. Ich rufe in=
zwiſchen
für Sie dort an und teile mit, daß Sie auf dem Wege
ſind.
Ja, er war mein Freund. Ich brauche natürlich nicht zu ver=
ſichern
, daß das alles mit ſehr viel ſchlichteren Worten noch aus
ihm herauskam und daß, was er ſagte, voller Fehler war. Und
doch klang alles, was er ſagte, herrlich und überaus tröſtlich.
Schon ſaß ich wieder in einem Caxi und fuhr. Ich verfuhr
eine ziemliche Stange Geldes heute, ſtellte ich feſt. Außerdem
ſtellte ich feſt, daß ich im Kreiſe fuhr. Es war ziemlich philo=
ſophiſch
, daß man ſich im Kreiſe bewege. Noch war ich nicht am
Siel, abſolut genommen. Doch konnte es jetzt an nichts mehr
fehlen. Es war allerdings zwanzig vor neun. Ungeheuerlich für
einen, der einmal ein Beiſpiel deutſcher Pünktlichkeit geben
wollte, und nun ſo klein war.
Als ich die Stufen rechts vom Kino hinaufſtieg, ſchwirrten
viele Menſchen um mich herum. Darunter zahlreiche jugendliche
Pfadfinder in ihrer kleidſamen Kluft und den gelben Halstüchern.
Mir wurde ſchwül, ſofort wurde mir ſchwül. Das konnte
nicht richtig ſein. Was ſollten die Pfadfinder hier in meinem
Vortrag? Da war ein Ciſch, an dem man Eintrittskarten ver=
kaufte
. Die Sache ſtimmt nicht.
Der Oberpfadfinder, der dort Karten verkaufte, machte einen
einigermaßen vertrauenerweckenden Eindruck auf mich. Auf ihn
trat ich zu: Sprechen Sie Deutſch? Oh, ein klein!, ſagte er
und errötete.
Da war es ſchon wieder, das ein klein! Es verfolgte mich
heute. Wollen Sie Eintrittsbilliet zu Jahresfeſt? Nein!
ſagte ich und verſchwand, indem ich verzweifelt davonrannte.

Was ſollte jetzt geſchehen?

Ich nahm mir ein Caxi und fuhr melancholiſch hei. Nun
mochte geſchehen, was wollte. Ich hatte meme Pflicht getan. Es
war mir ſchwindlig.
Suhauſe wurde ich mit den Worten empfangen: Eben war
em junger Student da, der nach Ihnen fragte, wo Sie blieben?
Da hatte ich die Beſcherung. Wo iſt der junge Mann hin?
ſchrie ich voller Verzweiflung.
Nach dem neuen Studenthaus, links vom Kino.
Ich werde wahnſinmig, tobte ich weiter. Ich ſchnappe über.
Helft mir.
Und teilnehmende Menſchen ſtanden um mich her, die mich
nicht verſtanden. Aber da packte ich auch ſchon mein Köfferchen
und eilte die Creppe hinab, um ſogleich in ein Caxi zu ſtürzen. Es
war fünf Minuten vor neun. Neues Studenthaus, Glogata=
Alexandergatan, brüllte ich den Chauffeur an.
Eine Minute vor neun trat ich wieder durch die mir bekannte
Cür links vom Kino ein. Ich war zum Aeußerſten entſchloſſen.
Im ſelben Augenblick trat ein junger Mann ein, ein Student,
die weiße Mütze verriet ihn als Oeſterbottnier, wie mich mein
Köfferchen verriet. Sie ſind Dr. Nufer? ſprach er. Jal
hauchte ich erſchöpft. Das iſt gut ſagte er. Ich war eben
bei Ihnen, um Sie zu holen. Sie ſind gleich an der Neihe.
Hörte ich recht? Gleich an der Neihe? Wie das? Sollte mir
jetzt ganz zum Schluß noch ein unerwartetes Glück widerfahren?
Profeſſor Mallio ſagte ſchon, Sie würden wohl gewiß auf
den geſchäftlichen Ceil gern verzichten, da Sie kein Finniſch können.
Und erſt um neun Uhr kommen. Er bat mich, Sie abzuholen, da=
mit
Sie den Weg nicht verfehlten.
Gerettet. Ich ließ den jungen Mann in völliger Unkenntnis
über die Vorgänge, die mich verfolgt hatten. Vielleicht hatte ich
das alles doch nur geträumt? Ich war ſetzt ſchon geneigt, dies
zu glauben.
Es ſchlug neun Uhr, als mir Profeſſor Mallio mit ſeiner
Frau entgegentrat, mich zu begrüßen.
Siehſt Du, Frau, ſagte er m fließendem Deutſch, das iſt
deutſche Pünktlichkeit,
Ich hütete mich, ihm eine andere Meinung beizubringen als
die, die er hatte und die allein möglich und den Catſachen ent=
ſprechend
ißt.

[ ][  ][ ]

verley Hills gelabt; in der Geſellſchaft ſind Nuth Chatterton,
blond und verträumt, Namon Novarro, ſchon wie Antonius
unvergeßlich in der Erinnerung aus Ben Hur , Louis Wilſor
und Lillu Damitta.
An den Groß=Lama von Holluwood wende ich mich mit einer
Frage:
Monſieur de Mille, ſagen Sie mir doch, wieſo es kommt,
daß man ſo ungeheure Summen, wie etwa 24 Millionen Francs,
für den Film Die Engel der Hölle, oder gar 50 Millionen Fr.
für den Jazkönig ausgeben kann? Werden da nicht Unſummen
verſchwendet?
Cecil de Mille hat auf meine Frage nur einen ſchweren
Seufzer. An ſeiner Stelle antwortet ein junger, faſt noch unbe=
kannter
Darſteller:
Mein Herr, Sie wiſſen, die Auguren der Cempel dürfen nicht
lächeln. Aber ich kann Ihnen Antwort auf Ihre Frage geben.
Ich werde Ihnen erklären, warum dieſe Spitzenleiſtungen des
Films ſo viel Geld koſten dürfen, und ich werde Ihnen mit ein
paar Worten erzählen, wie es kommt, daß ein Film fünfzig Mil=
lionen
Francs verſchlingt. Da gilt es vor allem den Kauf des
Silm=Sujets. Oſt es eine wirklich wertvolle Angelegenheit, dann
koſtet das allein bereits 500 000 Francs. Iſt es aber gar ein
Kaſſenſchlager des New Yorker Cheatermarktes, dann ſind auch
zwei oder drei Millionen Francs ein angemeſſener Preis. Dann
kommt vor allem die Gage des Negiſſeurs, die etwa für den Film
eineinhalb Millionen Francs ausmacht. Er bekommt zwar für
die Wochen der Aufnahmen nicht ſo viel Geld; aber da er ſtändig
Angeſtellter der Firma iſt, geht er in gleicher Art bezahlt
Wochen des Jahres unbeſchäftigt umher. Der Hauptſtar des
Films bekommt aus gleichen Gründen otwa zwei Millionen Fr.
Zählen Sie jetzt noch die allgemeinen Unkoſten der Firma hinzu,
das Gehalt des Präſidenten mit etwa zwölf Millionen Francs
im Jahr, die Koſten des Bizepräſidenten, die auch nicht weniger
als fünf Millionen im Jahr betragen, und dann die Gehälter für
das ungeheure Heer der Nebenregiſſeure, Ueberſetzer, Stenogra=
phen
, Ausſtattungskünſtler u. a. m., ſo haben Sie leicht wieder
eine Summe von fünfundzwanzigtauſend Francs pro Woche. Iz
dieſer Sahl mag noch inbegriffen ſein das Gehalt für die Cätig=
keit
des Neffen des Präſidenten, die darin beſteht, daß dieſer
junge Mann zu allen Vorkonmniſſen im Filmleben eine von
keinerlei Fachkenntnis getrübte Meinung zu ſagen hat.
Nechnen wir jetzt noch die Sinſen und die Amortiſation des
Kapitals dazu, das in der Firma ſteckt, die Erhaltung der Auf=
nahmeräume
, die Koſten der Eloktrizität, und jene Ausgaben, die
etwa dafür angewendet werden, daß man den Cempel von Luxor
neu auferſtehen läßt, um dieſe Aufnahmen dann bei der endgülti=
gen
Fertigſtellung des Gilms einfach herauszuſchneiden dann noch
all die verlorene Seit, die dadurch zuſtande kommt, daß noch nie=
mals
ein Filmſtar pünktlich geweſen iſt, und nicht zuletzt jene
Nebenſpeſen, die der oben erwähnte Neffe des Präſidenten in
ſeinen freien Stunden bei geſelligen Veranſtaltungen mit den
weiblichen Filmſtars zu leiſten hat, ſo kommt man nun leicht zu
einer Summe von fünfzig Millionen Francs namentlich dann,
wenn man noch die zehn Millionen Francs dazu rechnet, die vom
Neklame=Bureau der Firma in New York verſchlungen werden.
Aber ſicher hat doch jener vernünftige Regiſſeur recht, der
mir eines Cages, als ich mit ihm in einer Straße von Nürnberg
(aufgeſtellt in Karton in den Gefilden von Hollywood) ſpazieren
ging, ſagte:
Mein lieber Freund, wenn etwa ein Negenſchirmfabrikant
oder ein Cuchhändler ſein Geſchäft ſo führen würde, wie es hier
in Hollywood geſchieht, ſo müßten ſie nach dem erſten Jahr ihre
Cätigkeit einſtellen. Es iſt ja richtig, daß jene Menſchen, die
jeden ODollar in ihren Hauptbüchern zu rechtfertigen wiſſen, nie=
mals
Großſpekulanten des Films werden. Aber andererſeits fragt
man ſich doch, wozu es nötig iſt, daß in einem Studio in
Hollywood etwa fünfzig Leute herumſitzen, die ſich Aſſiſtenten,
Journaliſten, Hilfsregiſſeure und ähnliches nennen, und die ſo
gegen fünfzigtauſend Francs wöchentlich verbrauchen, ohne daß
irgend jomand auf die Spur einer Cätigkeit dieſer Leute kommen
kann. Man fragt ſich auch, wozu es nötig iſt, daß man einen
Broadway=Erfolg in New York für eine Million Fr. erwirbt,
um ihn dann jahrelang unbemutzt in einer Schreibtiſchlade ſchlum=
mern
zu laſſen.
In New York ſpielt man jetzt einen Schwank, der den Citel
führt Nur einmal im Leben. Held dieſer Polle iſt ein berühm=
ter
Silmautor, den man nach Hollywood hat kommen laſſen, da=
mit
er dort Filmſtoffe ausarbeite, und der dafür hunderttauſend
Francs pro Woche bekommt. Nach vier Monaten ſeiner Nicht=
tätigkeit
in Hollywood war os dieſem Autor noch nicht gelungen,
auch nur einmal mit dem Präſidenten der Geſelſchaft zu ſprechen.
So litzt er nun eines Cages abermals zwei Stunden im Vorzim=
mer
des Filmgewaltigen; von Seit zu Seit erſcheint ein Boy, der
mit ernſter Miene ausruft:
Der Präſident iſt im Studio Nummer vier ...
Der Vizepräſident iſt im Buregu Nummer 23..."
Der Chefregiſſeur hat eben das Studio Nummer zwölf ver=
laſſen
und iſt in der Halle Nummer 174
Der Ausſtattungschef iſt in den nächſten fünf Minuten im
Atelier Nummer 22.

Intereſſiert hört der Dichter einige Seit zu, damn aber wendet
er ſich entſchloſſen an den Boy:
Mein Lieber, meint er, haben Sie die Güte und verkünden
Sie nun: Für alle, die ihn nun zu ſprechen wünſchen, iſt der
Autor des Filmſtückes rechts auf Kloſett Nummer vierzehn ..."
Ein homeriſches Gelächter erdröhnt täglich im New Yorker
Cheater, denn die Amerikaner wiſſen ja nur zu gut, welch bittere
Sronie dieſem Witz innewohnt, der die Hollywooder Filminduſtrie
ſchärfer beleuchtet als eine dickbändige Abhandlung.
Wohin reiſen wir?
Von H. Nannow.
Ferien! Neiſen! Frohe Wochen der Freiheit, des Los=
gelöſtſeins
aus Alltagsarbeit und ſorgenz wer könnte ſie nicht
gebrauchen!. Sie ſind für jeden notwendig, ob Mann. ob Frau,
und heute mehr denn je. Das raſende Eiltempo der Gegenwart
ſtellt an Körper und Geiſt der Mehrzahl der Menſchen ſo hohe
Anforderungen, daß eine gutgenützte Freizeit zur Auffriſchung

Blick ins Iſartal.

der Lebens= und Schaffenskraft durchaus erforderlich iſt. Das
iſt gewiß keine neue Weisheit.
Wie aber richten wir in dieſem Jahre die Ferien ein, wo
verbringen wir ſie? Die Seiten ſind immer ſchwieriger gewor=
den
, Lohn= und Gehaltsabbau wirken ſich aus. Mancher wird

ſich in dieſem Jahre keine Neiſe leiſten können. Wer ſie ader
ermöglichen kann, ſoll ſie nicht etwa unterlaſſen, weil immer wie=
der
ſparen und nochmals ſparen gepredigt wird. Gewiß müſ=
ſen
ſich unſere Ausgaben im Nahmen unſerer Einnahmen halten.
das iſt ſelbſtverſtändlich und trifft auch für die Erholungsreiſe
zu. Aber zum rechten Sparen gehört vor allem die Geſunderhal=
tung
von Körper und Geiſt. Sie iſt unſer größter Neichtum.
Ein ganz anderes Gebot heißt es dagegen in dieſem Jahre
bei den Ferienreiſen zu beachten: Bleibt in Deutſchland‟
Unſere Wirtſchaft iſt arm, wir können uns daher den Luxus
eines großen Kapitalabfluſſes durch Neiſen ins Ausland nicht
leiſten, abgeſehen natürlich von lolchen Neiſen, die geſchäftlichen
Swecken dienen. Die Hunderte von Millionen Mark, die all=
jährlich
von Deutſchen im Auslande ausgegeben werden, können
wir im Inlande ſo gut gebrauchen. Man wird einwenden: Wen
wir das Ausland meiden, werden umgekehrt die Ausländer nicht
zu uns kommen. Das iſt aber nicht wahrſcheinlich, denn noch
immer hat Deutſchland mit ſeinen Schönheiten und Heilbädern
das Ausland angelockt, und wird es weiter tun. Wir haben den
Krieg verloren und lind aus einem Gläubiger= zu einem Schuld=
nerland
geworden. Von einer Gegenſeitigkeit der Verpflich=
tungen
zwiſchen uns und anderen Ländern kann daher nicht ge=
ſprochen
wenden. Ganz beſonders trifft dies auf die jetzige Zelt
zu, wo äußerſte Einſchränkung im öffentlichen und im privaton
Haushalt gefordert und durchgeführt wird.
Es gilt ein offenes Wort zu ſprechen. Wir ſchaden unſerom
Anſehen bei den andern Völkern durch unſere Auslandsreiſen
beinahe mehr als unſerer Wirtſchaft; denn wir betonen einerſelts
immer unſere große Armut und geben andererſeits Millionen
an Fremde ab, ohne der Wirtſchaftsnot im eigenen Lande zu
gedenken. Die Kreiſe, die ins Ausland reiſen, gehören faſt alle
zu den beneidenswerten Menſchen, die zu Hauſe nicht kleinlich
zu rechnen brauchen, und dies auch in der Fremde nicht tun. Keſn
Wunder, wenn das Ausland ein ganz falſches Bild von unſeren
Nöten erhält.
Hilf dir ſelbſt, ſo hilft dir Gott!. Dies iſt ein a‟ es Sprich=
wort
, das noch immer ſeine Nichtigkeit hat, und das wir
Motto über all unſer gegenwärtiges Cun und Handeln ſetzen
ſollten. Darüber müſſen wir uns klar ſein, daß wir nur durch
uns ſelbſt wieder zur alten Höhe gelangen können. Von anderer
Seite haben wir nichts zu erwarten. Dazu gehört aber die Er=
kenntnis
, daß die deutſchen Volksgenoſſen ſich gegenſeitig unter=
ſtützen
, den Inlandsmarkt ſtärken müſſen. Das gilt auch für
unſere Reiſen. Imer läuter erkönen in den letzten Jahren aus
den heimiſchen Fremdenverkehrsorten die Klagen über die Ver=
nachläſſigung
durch die eigenen Volksgenoſſen, und immer größer
wird die Sahl der Exiſtenzen, die dadurch zugrunde gerichtet
werden.
Das Gebot: Meidet in der heutigen ſchweren Seit die Aus=
landsreiſenl
, bedeutet aber nicht einmal einen Verzicht. Deutſch=
land
iſt ſo überreich an Naturſchönheiten, daß jeder, der Sin
dafür hat, auf leine Koſten kommt; wir haben das bazeriſche
Hochgebirge, die reizvollen deutſchen Mittelgebirge, den köſtlichen
Schwarzwald, das liebliche Chüringen, die Nord= und Oſtſee, das
Rhein=, Moſel=, Weſergebiet uſw. Und wie reich iſt Deutſch=
land
an hiſtoriſchen Stätten, die aufzuſuchen ſich immer wieder
lohnt. Dazu kommen die vielen Kurorte mit ihren natürlichen
Heilquellen. Nein, wir haben es gewiß nicht nötig, das Gute
in der Fremde zu ſuchen.
Darum noch einmal: Deutſche, reiſt in dieſem Jahre in die
deutſchen Lande!

An der Moſel.

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ſtuin ſie !N

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zärze
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Schach

II

Nummer 419.
Aufgabe 605.
S Hertmann in Budapeſt.
(1. Preis, Chemnitzer Wochenſchech, 1926.)

Waiß zieht und ſetzt in zwei Zügen mat.
Prüfſtellung: Weiß: Ke2 Db5 Tg2 Id6 g8 Se4 a6 B18 (8):
Schwarz: Kf5 Da8 Ta 7 e8 Lg1 8d5 Ba2 b4 b6 e3 14 16 (12); 24.

Aufgabe 608.
M. Havel in Weinberge bei Prag.
(Slata Praha, 1903.)
Beiß: Ka8 Tg2 g5 (3);
Schwarz: 4h1 L18 (2).
Matt in vier Zügen.
Löſungen der Aufgaben 598601.
598. T. Salamanca. Die Schwalbe‟, 1929. (Kd8 Bb8 Uh7 Sb2Be5 42
g5; K45Pa5Lg7 Sa1Ba4 a6 d4 e7 18 16 g4: 24.) 1. Kd77 Bd81 1. pb47
Prebl 1. 8b2-d3: Droht 2. 8t4 4. 1.. .. . Tb5 (BI5, B:g5, Be5, Tie5, Ke4)
2. De6 (De8, Ug8, 8b4, D:as, Le4)+, unter den ausgezeichneten Varianten
ſind zwei überraſchende Damenopfer.
599. K. Erlin. 1. Preis, Maghar Sakrviläg, 1912. (Kd1 De7 Lel g6 5d4
Bot 48 12 g6; Keb Ta6 la7 8h2 Beg e7; 24.) Ein feines Zugwechſelproblem;
der Zugzwang wird durch den reinen Wartezug 1. Kd1-e11 aufrechterhalten.
600. 6. Flander, urdrck. (Kes Les Set Ba4 b3 43; Kb4 Ld8 h7 8h5
Bg6: 34t) 1. Bd3-0 41 Droht 2. Id2k. 1. .. Bg5t 2. Kb2: der Löſungs=
und Verteidigungszug bewirken zugleich je eine Linienräumung und Linienſperrung.
1....1g5 2, lig5.
601. B. G. Laws. 1. Preis, Northern Figaro, 1888. (Kh3 Db7 Tf3 g6 Lg1
St2 Bb6 15; Ko5T45 Lf8; 2c.) 1. Tg6-d8! Die Aufgabe iſt mein Liebling
unter den Lawſchen Zweizügern. Sie iſt ſicherlich das feinſte Beiſpiel für das Turm=
opfer
im Schlüſſelhzug, und das Muſtermatt nach 1. . . Tiaé iſt außerordentlich
unerwartet und ſchön (A. C. White.)

Rätſel
II

Ueeleo

Durch Umlegung von 3 Hölzchen erfährt man, was jeder Koch (1)
ha‟

1 2

Ein Sinnbild.
4 5 6 7

8 9 10

zb g d. e T.
h i
gaaa b e eeeeeee kr III n o popp g rrrrr i
tttt u
Vorſtehende 42 Buchſtaben ſchreibe man in die 42 Felder der Figur=
ſo
daß die Diagonalreihen Wörter von folgender Bedeutung enthalten:
1e Edelſtein, 27 früheres Hohlmaß. 3g Körperteil, 4h Sternbild,
5i Nahrungsmittel. 6i italieniſche Stadt; a5 Stein, b6 botani=
ſcher
Ausdruck. 7 Kopfbedeckung, d8 Luftgeiſt e9 alte Waffe, f1
Fluß im Kaukaſus. Die mittlere waagerechte Reihe nennt das Einn=
Carl Deubel.
bild der Geduld.

Auflöſungen der Rätſel aus Nr. 24.
Streichholz=Rätſel

In der Schule.
Wieviel Buchſtaben, Herr Lehrer? 1 23456 Schwan, 789 10 vler,

Druck. Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rbeinſtr. 23. Verantwortl, für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389394. Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. piklund

[ ][  ][ ]

Alſo was mei Freundin is, die Endebärzelſen, alſo die is de
qorene Awerglauwe, drotzdem ſe in jeden Uffkleerungsfilm
ſaft, die wo als owends, nooch Schluß der Vorſtellung, for die
ſenannte reifere Jugend gedreht wärrn. Wobei ich näwebei
hnärke mecht, daß mer däre Jugend, die wo dodruff ſchaff is,
urklich kaa Uffkleerung mehr zu gäwwe brauch, dann die is, was
bedrifft, dorch wie e Hollerbix, ja noch dorchener, un faſt
irverreif, vun dene kenne ehnder mir Alde noch was lärne.
Alſo, wie geſagt, was mei Freundin bedrifft, ich glaab, die
hit noch kaan vun dene Uffkleerungsfilme verſeimt; bloß geſchei=
dr
is ſe noch net worrn, wenichſtens net in Bezug uff ihrn
Werglauwe. Däß annere, was in dene Uffkleerungsfilme ver=
ndlich
gezeicht wärd, däß kimmt for ſie net mehr in Bedracht,
dein ſie is lengſt aus em Schneider haus, un ſchun ſeit zehe Johr
ſuzich .."
Alſo gäje meine Endebärzelſen ihrn Awerglauwe is noch kaa
Kuut gewaxe, un wann ſe beiſpielsmeßich e wichdich Geſchäft vor
hat, dann freegt ſe erſt emol es Schickſal. Un zu dem Zwäck
unmt ſe e Hand voll Kaffeebohne aus de Bix un zehlt ſe. Kimmt
egrad Zahl eraus, dann hott’s weiders nix uff ſich. Kimmt
awer e ungrad Zahl eraus, dann leßt ſe ſchnell haamlich e Bohn
uern Diſch falle un zehlt noch emol, dann erſt is ſe beruhicht.
Wwer daß ſe ſich vun äbbes abhalte ließ, wo ſe ſich emol in ihrn
mlſchlanke Wärrſching geſetzt hott, do weer kaa Oragel dezu im
Sund, liewer beliggt ſe ſich ſällwer.
Genau ſo macht ſe’s, wann=er e ſchwazz Katz iwwern Wähk
luft; do dreht ſe ſich liewer uff=em Dobbſch erum un dhut, als
het ſe was vergäſſe, un rennt noch emol haam; odder ſie dhut,
ab wollt ſe en annern Wähk geh, un macht alſo liewer en Um=
whk
, aus purer Angſt, es kennt ihr was Ua genehmes zuſtoße.
Nadierlich kennt ſe aach es Draambuch beſſer wie die Biewel
uweil ſe aus lauder Angſt, ſie dhet was Schlechtes draame,
nachts kaum noch ſchlofe kann, un dann ſchließlich erſt recht vun
ſiche un Guhtzel draame dhut, was jo bekanntlich e aſch bees
hrzeiche is, do kann mer ſich ungefehr vorſtelle, in welcherer
Simmung ſe de annern Dag de Leit uff die Närfe fellt.
Un wann ſe jemand berifft un ſeegt: Sähe Sie awwer ge=
ſud
aus! dann ſeegt ſe ſchnell: Unberuffe! un ſpuckt raſch
drimol aus debei. Ich mach mer däßhalb öfters den Spaß, in=
den
ich ſe beruff; ſie kann nemlich zu ſchee ſpucke.

anſtatt vun dreizeh, valleicht vun zwelf, odder meintswäje vun
pärrzeh Miniſter unnerſchriwwe worrn weer, do weers als nix
weider wie e Nodverordnung. Un was e Nodverordnung is, däß
wiſſe mer jo jetzt. Nemlich däß is kaa Verordnung gäje die Nod,
ſundern do wärd ſozuſage die Nod vum griene Diſch aus ver=
ordent
Un däß kimmt ſchließlich uff däß Experimend eraus,
däß wo ſäller Gemaanderat mit ſeim Faſelochs gemacht hott, dem
wo er en Ring dorch die Nas ziehe wollt, un hott’m zu dem Zwäck
mit=eme Strick des Maul gebunne, daß bloß noch die Naſelöcher
erausgeguckt hawwe; awwer wie ſe den Ring glicklich in de Nas
hatte un hawwe den Strick widder abgemacht, do is der Faſel=
ochs
umgefalle dem is die Sach nemlich zu dumm worrn, er

Die meiſt Angſt hott ſe awwer for däre Unglickszahl drei=
h
. Un wann ſe beiſpielsmeßich emol wo zu=eme Kaffeegrenzche
sielade is un es ſin dreizeh Perſone am Diſch, do geht ſe net
ewa fort; o naa, ſie bleibt erſt recht do un ſchlehkt däre Unglicks=
aal
e Schnibbche, un muffelt liewer for zwaa, damit die Zahl
urzeh erauskimmt. Wann’s ihr allerdings noochher hinnenooch
hächt wärd, dann ſchiebt ſe’s ſälbſtredend uff die Unglickszahl
brizeh. So is ſe.
No un ſo kimmt ſe aach gäſtern alſo am Dreizehnte! uff
uh zugeſtärzt wie e Bludvergießern un kreiſcht ſchun vun weitem:
läß Unglick! Däß Unglick!
No, ſagt ich, mache Se nor emol de Schimmel net ſchei;
us is, was hott’s, was ſolls, woro leiht’s?"
Ei die Nodverordnung! kreiſcht ſe. Wiſſe Se’s dann noch
n: Dreizeh Miniſter hawwe ſe unnerſchriwwe!
No, ſagt ich, de Reichsbräſendend is doch noch lang kaa
Aniſter, der fellt doch aus.
Ganz egal. ſeegt ſe, es ſtehn als dreizeh. Nome drunner,
udäß bedeid ſicher nix Gudes; ſage Se, ich hett’s geſagt, ſeegt ſe.
No, ſagt ich zu=er, do kenne Se ſich dißmol beruhiche, ſagt
6 e Nodverordnung hott noch nie was Gudes bedidde, ganz
yrſcht, vun wieviel Perſone ſe unnerſchriwwe is. Mit däre Un=
Akszahl kenne Se mer alſo dißmol net kumme, die hott domit
u es Geringſte was zu dhu. Un wann alſo die Nodverordnung,

hott es Schnaufe uffgäwwe wäje Luftmangel . . . . Alſo, ſagt ich
zu meine Endebärzelſen, liewer Nodverordnunge ausfiehrn, als
wie en dode Faſelochs widder lewendich mache . . ."
Mei Freundin hott die Sach allerdings net richdich bedabbelt
ſundern ſie hott mich e Weil ganz korjos a geguckt, un hott ſchließ=
lich
den Vergleich mit dem Faſelochs uff ſich bezoge un hott geſagt:
Dann liewer dod, als ewich mit=eme Ring dorch die Nas erum=
laafe
miſſe
No, ich hab ſe gedreeſt un hab geſagt, es kemt alles uff die
Brob a, un ſchließlich en Ring hette mer jo allmitnanner ſchun
lengſt dorch de Nas, wann’s aach en demogradiſche Ring weer.
Un in Bezugnahm uff die Nodverordnung, do ſollt ſe ſich emol
wäje dene dreizeh Unnerſchrifte ſo kaane dunkle Ahnunge hie=
gäwwe
, ſchließlich kennt die omminees Zahl aach emol ’s Gäje=
daal
vun Unglick bedeide.
Awwer ſie hott de Kobb geſchiddelt un hott geſagt: Dreizeh
bedeid nie es Gäjedaal! Un zum Beweis hott ſe noch uff die
Wahl vun unſerm Landestherjader=Indendand hiegewiſſe.
No, ſagt ich, was hott dann die mit de Zahl dreizeh zu dhu
meines Wiſſens beſteht doch die Theaterkommiſſion, wos=en gewehlt
hott, bloß aus ſiwwe Perſone, un die Zahl ſiwwe gilt doch
allgemein als heilich
Die mag als heilich gälde odder net, ſeegt ſe, jedenfalls
der Name Guſtav Hartung beſteht aus dreizeh Buſchſtawe; däß
ſeegt mir genuch
Offegeſtanne, in dem Momend is mer’s doch, bei all meine
Schkäbbſiß in Bezugnahm uff de Awerglauwe, e bißche ſchwum=
merich
worrn. Sollt am End doch was dro ſei . . . .? Dann
daß die Wahl vun unſerm nei=alde, odder alt=neie Indendand for
unſer Therjader kaa Glick bedeide dhut, däß ſcheint mir ſicher un
gewiß, un do helfe aach die ſchennſte Telegramme nix, un wann
ſe vun noch ſo bedeidende Menner kumme, wie vun Thomas
Hauptmann un vum Gerhardt Mann, ganz abgeſähe devo, daß
die ſich liewer um ihr Dichterei bekimmern ſolle, awwer net um
unſer Therjader=A geläjenheide
Awwer ſchließlich hott die Vernumft in mer geſiegt, un ſo
hab ich zu meine Endebärzelſen geſagt, aach beim Guſtav Hartung
ſeim Name dhet ich mich an de Zahl dreizeh net ſtoße, dann der
därft ſoviel Buſchſtawe drinn hawwe, wie er wollt, mir kennt er
domit net imbonniern; zudem dhet er jo in Wärklichkeid aach net
ſo haaße, un er hett ſich däßhalb jo en annere Nome erausſuche
kenne. Alſo, ſagt ich, die ommineeſe Dreizeh kemde däßhalb
beim neie Indendand net in Bedracht, s ging ſowieſo ſchief . . . .
No. ſeegt druff mein Endebärzelſen, was halde Se do vun
unſerm Owwerowwer ſeine Ameriga=Raas?
Warum, ſagt ich, hott däß aach was mit däre Unglickszahl
zu dhu ..
Bidde, ſeegt ſe, zehle Se die Buſchſtawe in unſerm Owwer=
owwer
ſeim Nome: Rudolf Mueller! Es ſin äwenfalls drei=
zeh
, un wann er mir folcht, ſeegt ſe, bleibt er dehaam, dann däß
is ſicher kaa gud Ohmenn .
No, ſagt ich, jetzt mache Se awwer Ihne Ihr Bett enei
däß geht mer dann doch e bißche zu weit. Un iwwerhaubt gilt
bei unſerm Owwerowwer die Unglickszahl erſt recht net, dann der
brauch ſich bloß widder zu ſchreiwe, wie ſich ſei Vorfahrn ge=
ſchriwwe
hawwe, nemlich mit=eme a fache un beſcheidene ü‟=che,

un dann hott ſein Nome bloß zwelf Buſchſtawe, verſtandiwuh!
Un domit hab ich die ald Unk ſteh loſſe mit ſamt ihre ſemt=
liche
Unglicksdreizeh.
Sie konnt ſich’s awwer net verkneife, un do hott ſe mer noch
noochgeruffe: Iwwrichens, unſerm verfloſſene Bauborjemaaſter
ſein Nome hott aach dreizeh Buſchſtawe . . . . Awwer ich hab
ihr kaa Geheer mehr gäwwe.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. s gibt Leit, die hawwe awwer
aach iwwer alles was zu krättſche. Jetzt, wo mer ſich beiſpiels=
meßich
mit dem Gedanke dreegt, e Bollezeikabäll in die Wäld zu
ſetze, jetzt finne ſe aach do widder was debei. Ich for mei Daal
halt ſe e Bollezeikabäll gradezu for e dringendes Erfordernis,
ganz beſunners in unſere bewegte Zeide. s is alſo net bloß an
dem, daß die Kabäll bei Miniſtergebordsdäg odder ſo, Stendcher
bringe mißt, naa, ganz im Ernſt, ſo e Bollezeikabäll wärd dienſt=
lich
benödicht. Dann wann ſchun jed Baddei, die wo heit e Ver=
ſammlung
, odder en Umzug verarrangſchiert, milledeeriſche
Bedeckung verlange kann, dann kann ſe aach verlange, daß ihr
die Muſick dezu geſtellt wärd, dann do krickt die Sach erſt de rich=
diche
Schwung. Un da die Bollezei bekanntlich neudral is, is
aach die Bollezeikabäll neudral, un ſpielt bei jedem bollidiſche
Krambohl, je nooch Wunſch un Erfordernis, des entſprächende
Kambf= un Baddeilied; wobei mer ſich allerdings manchmol wärd
froge kenne: Was blaſen die Trompeten . ? Alſo e Bolle=
zeikabäll
her, dann wie ſeegt ſchun de Schäckſchbier: Der Mann,
der nicht Muſick hatt in ſich ſälbſt, den nicht die Eintracht
ſießer Teene riehrt . .".
Allerdings, daß des Endegeſchnadder for manche Ohrn grad
kaa Muſick is, däß gäb ich zu. Un ſo mecht ich bemärke, daß mer
neierdings widder geſagt is worrn, die Ende im Härrngaddedeich
derfte ſich net däßhalb vermehrn, weil die Stadt des Fudder=
geld
net mehr uffbringe kennt, ſundern die Nachbarſchaft in de
Frankforterſtroß dhet des nächtliche Geſchnadder ſteern
Alſo was is jetzt ſchuld an dene arme Ende ihrm End: unſer
ſchwache Finanze, odder unſer ſchwache Närfe?! No, im letztere
Fall wunnerds mich bloß, daß die Bewohner vum Große Woog
noch net verlangt hawwe, die Stadt mißt aach defor ſorje, daß ſich
die Fröſch net mehr vermehrn dhete. Valleicht kennt mer aach
en entſprechende Parregraf in die Bade=Ordnung uffnemme, es
ſteht jo ſchun ſo e ſcheener drinn. Nehmlich: Das Baden im
offenen Woog iſt nur ſchwimmkundigen Perſonen geſtattet!
Alſo braicht mer bloß noch en Parregraf for die Fröſch; un=
gefehr
: Das Vermehren der Fröſche im zuenen Woog iſt den=
ſelbichen
nicht geſtattet. No, un wann ſe’s drotzdem dhu, dann
mißt mer’n halt aach die Eier wäcknemme, damit ſe ſe net aus=
briehe
kenne Leider ſin die Eier bloß net genießbar, ſunſt
kennt mer ſe jo ſchließlich ſchwazz färwe un kennt ſe als Kavia
in de Hannel bringe
Wann awwer alles nix nitzt, do mißt mer die Woogsfröſch
affach abſchieße. Odder noch beſſer, mer fengt ſe mit em Laſſo
un dhut ſe dem Heſſiſche Jagdklub for’s Tondauweſchieße
zur Verfiechung ſtelle
Jedenfalls: was de Nachtruh vun de Härrngaddedeichbewohner
recht is, däß is de Nachtruh vun de Woogsbewohner billich ..."

Der zeitgemäße Haushalt.

Küchenzettel für die Zeit vom 15. bis 21. Juni.
(Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt, e. V.)
Die Koſten des Speiſezettels ſind für 6 Perſonen berechnet.
Yontag, den 15. Juni:
0.30
Spinatſuppe .
1.16
*Reiskroquetten mit
0,60
Zwiebel=Tunke (Salat) ..
2,06
Denstag, den 16. Juni:
0,30
Haferflockenſuppe
1.96
Spargelpudding mit
0.40
Weißer Tunke, Kartoffeln . . .
2,66
Nittwoch, den 17. Juni:
0,60
.
Rahmſuppe
2,25
Schweinskoteletten mit . .....
Karotten, Kartoffeln . . . . . . . . . 0,90
3,75
Nnnerstag, den 18. Juni:

Grünkernſuppe

0.30

2.10
Schinkennudeln mit . . . .
0,40
Grünem Salat . .. .

2,80

fieitag, den 19. Juni:

Sagoſuppe
Fiſchhackbraten mit
Salat und Kartoffeln

Makei ..

0.30
1777
0,55
0,95

357

ſimstag, den 20. Juni:
Gemüſeſuppe mit Höschen
Grießflammerie mit Saft

1.90
0.95
2,85

hnntag, den 21. Juni:

Spargelſuppe
Roaſtbeef mit
Neuen geb. Kartoffeln und
Gurkenſalat
Obſttörtchen mit Schlagſahne

0.40
3,60
0,58
0,50
1.36
6,44

* Reiskroquetten. 350 Gramm Reis, 30 Gramm Margarine,
eb. Zwiebel, 1½ Liter Gemüſebrühe (evtl. Waſſer), 30 Gramm
Tieb. Käſe, 1 Ei, gerieb. Brot. Reis und Zwiebeln in der

Butter geröſtet und in der Brühe weichgekocht, Käſe dazu. Von
dem noch warmen Reis formt man Kroquetten, wendet ſie in Ei
und gerieb. Brot und backt ſie ſchwimmend in heißem Fett braun.
** Spargelpudding. 6 Eigelb, ¼ Pfd. Margarine, 1 Taſſe
Mehl zu einem Teig verrühren, 150 Gramm kleingeſchnittenen
Schinken oder Rauchfleiſch, 2 Pfd. kleingeſchnittenen rohen, zarten
Spargel, eine Priſe Salz, den Schnee der Eier unter den Teig
miſchen, in einer gutgefettete Puddingform geben, 1 Stunde im
Waſſerbad kochen.
Geruchloſe gebrauchte Flaſchen zu erzielen. Da man im
Haushalt öfter Flaſchen für verſchiedene Ingredienzien benötigt,
ſo ſollte die ſparſame Hausfrau leergewordene Flaſchen aller Art
aufheben und dieſe für ſpätere Zwecke reinigen. Da kommt es
dann nicht ſelten vor, daß ehemalige Medizin=, Parfüm=, Mund=
und Haarwaſſerflaſchen trotz ſauberen Spülens noch lange nach
ihrem früheren Inhalt riechen. Um dieſe völlig geruchlos zu
machen, fülle man ſie nach dem Reinigen mit einer roſa Löſung
von übermanganſaurem Kali, wozu man auf 1 Liter Waſſer ein
halbes Gramm auflöſt und damit die Flaſchen, bis zum Rande
gefüllt, zwei bis drei Tage ſtehen läßt. Eventuellen Niederſchlag
vom Kaliwaſſer im Innern der Flaſche entferne man einfach mit
Salzſäure. Die gleiche Löſung nimmt man auch zum Entfernen
von Herings=, Zwiebel= und Fiſchgeruch von den Händen.
Wodurch Kopfſalat ſchmackhafter wird. Mit der ſonſt üblichen
Zubereitung des Kopfſalates: Zerpflücken der Blätter, ſollte man
zugunſten einer anderen brechen, da ſie den Vorteil hat, daß der
Kopfſalat nicht nur an Geſchmack gewinnt, ſondern auch leicht=
verdaulicher
wird. Der verleſene und flüchtig abgewaſchene Salat
wird auf benäßtem Brett, die Blätter alſo unzerzupft, nudelartig
geſchnitten und dann zuerſt mit Oel und Salz und dann erſt mit
Eſſig oder Zitronenſaft gemiſcht. Zwiebeln und Pfeffer als wei=
tere
Würze dürfen nur ganz wenig verwendet werden, erſtere am
beſten nur fein gerieben. Wer es liebt, kann noch eine Meſſer=
ſpitze
Zucker beifügen. Außerdem darf der Salat niemals in der
Marinade ſchwimmen, ſondern nur davon angefeuchtet ſein,
eine Küchenregel, die in den romaniſchen Ländern ſowohl in der
einfachen wie feinen Küche ſtreng beachtet wird.
Das neueſte Heft der Eleganten Welt ſtellt ſich als Reiſe=
marſchall
vor. Alle Bedürfniſſe, die dazu dienen, gut zu reiſen
und in der äußeren Erſcheinung angenehm zu wirken, finden in
gut illuſtrierten Beiträgen eine ſinnfällige und ſachgemäße Dar=
ſtellung
, daß ſie des größten Intereſſes jeder Dame und auch der
Herren von Geſchmack ſicher ſind. Auch die moderne Wohnungs=
kultur
zeigt in reizvollen Bildern die Fortſchritte, welche das
Kunſtgewerbe auf dieſem wichtigen Gebiete einer zeitgemäßen
Lebensgeſtaltung gemacht hat. Selbſtverſtändlich kann man ſich
auch über die bedeutendſten geſellſchaftlichen Ereigniſſe in Bild
und Wort informieren.

IR

ID
Humor

Beſuch im Atelier.
Alſo herrlich, wunderbar! An Ihren Bildern kann
ich mich gar nicht ſattſehen!
Mir geht das genau ſo, darum möchte ich ſie lieber
verkaufen.
Was bedeutet das Wort: Defizit? Das iſt das, was
(Pele=Mele.)
man hat, wenn man nichts mehr hat
Geburtstag. Ein auf dem Tiſch liegender Gegenſtand wird
von den Gäſten neugierig betrachtet. Ich glaube, es iſt Sand=
ſtein
, ſagt der eine. Dafür iſt es ja viel zu hart, es ſcheint
Muſchelkalk zu ſein. Ausgeſchloſſen. miſcht ſich der dritte
ein, es handelt ſich um ganz gewöhnlichen Ziegelſtein. Aber das
Beſte wird ſein, wir fragen den Hausherrn. Der Hausherr:
Aber meine Herren, das iſt doch der Kuchen, den mir meine
(Herold.)
Tochter zum Geburtstag gebacken hat.
Fünf Jahre Gefängnis! Angeklagter, haben Sie noch etwas
hinzuzufügen?" Nein, das iſt mir genug. (Nebelſpalter.)
Am Stammtiſch. Der Braten war ſo hart, daß man damit
Warum haben Sie es
hätte ſeine Stiefel beſohlen könne
nicht getan! Weil ich die Nägel nicht durchkriegte.

[ ][  ][ ]

Was die kleinen Leute im Hochſommer tragen.

Sommerreiſe

ein Wort, gleich einer Zauberformel, die Freude
und Glück zu bringen vermag und längſt begra=
bene
Inuſid ien wiedererſtehen läßt .
Sommerreiſe . . . Möglichkeit des Ausſpan=
nens
, Kennenlernen neuer Menſchen, Gelegen=
heit
, in neue Umgebung zu kommen, Natur und
Kunſt ohne Ermüdung auf ſich einwirken zu
laſſen Tage und Wochen unbeſchreiblicher
Freude!
Kein Wunder alſo, wenn man bemüht iſt,
auch durch eine möglichſt vollſtändige Garderobe
für den richtigen Rahmen zu ſorgen .
Die Ferienausrüſtung und die damit ver=
bundenen
Neuanſchaffungen für die Urlaubs=
reiſe
ſind demnach keineswegs nur eine Frage,
die die Modedame intereſſiert, ſondern eine An=
gelegenheit
, die alle beſchäftigt, die ſich einen
ſommerlichen Urlaub gönnen
Gerade heuer aber mußte man ſich inſofern
umſtellen, als es galt, ſich daran zu gewöhnen,
mit ſeinen Mitteln beſonders haushälteriſch
umzugehen, alſo lieber wenige, aber ſehr gedie=
gene
Stücke anzuſchaffen.
Das Wichtigſte aber iſt und bleibt, daß die
Dame für alle Tageszeiten gerüſtet, alſo etwa
für die Morgenſtunden richtig gekleidet ſei, auf
der Promenade ſchick ausſehe, aber auch die nach=
mittägliche
Kleidung berückſichtige, gelegentlich
für den Sport vorgeſorgt habe und natürlich
auch für den Abend das Richtige beſitze.
Wenn man nun alle dieſe Fälle in Erwägung
zieht und ſich ſagt, daß überdies noch die Auf=
machung
für die Reiſe und für regneriſches
Wetter notwendig ſei, wird vielleicht die Mei=
nung
laut werden, daß all' dies ſchließlich außer=
halb
des Rahmens liege, den ſich eine Frau
heute zu ſchaffen in der Lage ſei.
Und doch ſind die Modefragen, die ſich hier
aufwerfen, viel leichter zu beantworten als man
denkt, vorausgeſetzt, daß die betreffende Frau es
verſteht, ihre Garderobe richtig zuſammenzuſtel=
len
und durch kluge Kombination geſchickt aus=
zuwerten
.
Ferner iſt es ſehr wichtig, ſo zu wählen, daß
die einzelnen Stücke allgemeingültig, alſo nicht
nur für den Urlaub, ſondern auch ſpäterhin noch
für den Reſt des Sommers brauchbar ſeien;
darum darf weder zu allzu hellen Farben, noch
auch zu ausgeſprochen markanten Formen ge=
griffen
werden; vielmehr ſollte jene neutrale
Note gewahrt bleiben, die immer ſympathiſch
wirkt, außerordentlich praktiſch iſt und niemals
enttäuſcht.
Beginnen wir alſo mit jenem Stück, das die
Grundlage der Urlaubsaufmachung darſtellt:
mit der Reiſedreß. Hier ſoll ein Material
gewählt werden, das wenig empfindlich und vor
allen Dingen zeitlos iſt, da von einem ſolchen
Modell verlangt wird, daß es jahrelang ver=
wendbar
bleibe; darum iſt in dieſem Falle auch
nur eine Faſſon am Platz, die der Mode nicht
allzuſehr unterworfen iſt, alſo unter keinen Um=
ſtänden
den Stempel der Jahreszahl trägt. Ge=
muſtertes
Material ergibt bekanntlich, wenn
man es in verſchiedenen Richtungen verwertet,
ſehr gute Kontraſteffekte, die heuer äußerſt bei=
fällig
beurteilt werden. Wir zeigen einen

ſchicken, in dieſer Art für einen Reiſemantel
verarbeiteten Karoſtoff in unſerem erſten Bilde.
Dieſe Umhülle erſcheint außerordentlich praktiſch,
wirkt mit einem Reiſehut aus gleichem Ma=
terial
kombiniert ſportlich elegant und kann
ſicherlich niemals enttäuſchen.
Unter einem ſolchen Mantel trägt man gerne
ein Trotteurkleid aus Jerſey, das ſich für die
Reiſe als ſehr zweckentſprechend erweiſt und
darum bekanntlich auch für Wochenendfahrten
gerne herangezogen wird, wie ja überhaupt die
Jerſey=Mode in der Reiſegarderobe eine
vielbeachtete Rolle ſpielt, da man weiß, daß
dieſe Kleider immer ordentlich ausſehen und ihre
urſprüngliche Form unter allen Umſtänden wah=
ren
, alſo geradezu als Stützen der Aufmachung
zu werten ſind. Für die Reiſe, für die Prome=
nade
, für manche ſportliche Gelegenheiten werden
Jerſey=Sachen gerne und erfolgreich heran=
gezogen
.
Ein trotz ſeiner Einfachheit ganz beſonders
flott wirkendes, ſommerlich poröſes Jerſeymodell,
das in der Reiſegarderobe nicht fehlen darf,
führt unſere zweite Skizze vor Augen.
Für den Nachmittag ſchätzt man ein jugend=
lich
ſchlichtes Imprimskleid, bei dem die Mach=
art
von untergeordneter Bedeutung iſt und das
Hauptaugenmerk auf die Muſterung und Farb=
gebung
des Materials gerichtet wird. Die
ſchlanke, unten glockig verbreiterte Silhouette
iſt nach wie vor führend geblieben. Die Aermel=
loſigkeit
gilt als eines der markanteſten
Momente der hochſommerlichen Mode. Mit=
unter
pflegt man übrigens, wie dies bei unſerer
Mittelſkizze der Fall iſt, einen Capekragen vor=
zuſehen
, der kurze Aermel zu erſetzen vermag.
Der breitrandige, naturfarbene Strohhut iſt
zu dieſer Aufmachung immer elegant.
Ein weißer Faltenrock iſt natürlich ſehr wich=
tig
, da er die Baſis für zahlreiche Aufmachungen
darſtellt. Er wäre beiſpielsweiſe mit einem
flotten, grellfarbigen Pullover ausgezeichnet zu
kombinieren oder mit einer intarſierten Jerſey=
Kaſak in Verbindung zu bringen, nimmt ſich
aber auch mit einer weißen Petit=Golf=Bluſe‟,
neueſten Stils ſehr ſchick aus. In dieſem Falle
ergänzt man die ſo entſtandene Weiß= Auf=
machung
durch eine aparte, kobaltblaue Jerſey=
Jacke, die unter dem Namen Yachting heuer
oft im Modebilde erſcheint. (Vorletzte Skizze.)
Das neue Abendkleid bringt Weiß als be=
liebteſte
Farbe, daneben aber auch ſchöne
Paſtellſchattierungen, und zwar vor allen Din=
gen
(für dunkelhaarige Frauen) ein ſtrahlendes
Gelb, für Blondinen aber ein wundervolles
Hellblau, das ſeine Trägerinnen vorzüglich klei=
det
. Im allgemeinen werden die langen Hoch=
ſommerabendkleider
mit geraden Jäckchen kom=
biniert
, deren kurze Aermel mit langhaarigem
Fell in entſprechender Farbe beſetzt erſcheinen.
(Letzte Skizze.)
Wenn man nun unſere Skizzen, die ſicherlich
als vollſtändige Garderobe für die Sommerreiſe
angeſehen werden dürfen, nochmals Revue paſ=
ſieren
läßt, wird man ſehen, daß bei richtiger
Einteilung auch ohne allzu große Opfer eine
ſchicke Aufmachung zu beſchaffen iſt.
Willy Ungar.

Die Mode des Kindes ſoll immer ungezwun=
gen
ſein und durchaus auf Zweckdienlichkeit ein=
geſtellt
werden. Ganz beſonders aber ſollte man
während der warmen Jahreszeit darauf Bedacht
nehmen, das Kind nicht etwa durch eine miß=
verſtandene
Eleganz zu quälen, da es ja nur
in anſpruchsloſer Aufmachung gut ausſehen und
ſich wohlfühlen kann, ganz abgeſehen davon, daß
hier jedes Zuviel an und für ſich fehl angebracht
iſt. Natürlich muß man trotzdem bei der Zu=
ſammenſtellung
der Garderobe für den Sommer
einen gewiſſen Plan verfolgen, da alles berück=
ſichtigt
werden muß, wenn man will, daß das
Kind für Sport und Spiel, für Schule, Haus
und Garten, für die Sommerreiſe und für den
Strand richtig gekleidet iſt.
Im allgemeinen geht man davon aus, ſich
vorerſt über das Material vollkommen ſchlüſſig
zu werden, wobei natürlich der Verwendungs=
zweck
entſcheidend bleibt, doch ſieht man unbe=
dingt
darauf, nur jene Gewebe heranzuziehen,
die ſich leicht reinigen laſſen, da jedes andere
Material gerade für die Aufmachung der Klei=
nen
unbedingt zu verwerfen iſt, weil es niemals
geſchehen darf, daß ein Fleckchen, das da und
dort entſteht, aus Gründen der ſchwierigen
Waſchbarkeit des Materials den kleinen Leuten
Vorwürfe und Strafpredigten einträgt. Das
Kind ſoll ſich ja im Sommer nach Herzensluſt
ausleben darf alſo durch die Kleidung nie=
mals
in ſeiner Bewegungsfreiheit behindert
werden.
Wir haben ein paar ganz einfacher Sachen,
die ſich beſonders leicht herſtellen laſſen, aber für
den Sommer durchaus genügen und abſolut das
Richtige ſind, in unſeren Skizzenbildern feſt=
gehalten
, wobei auf jedweden Verwendungszweck
Rückſicht genommen wurde.
Für den Spaziergang und für die
Schule tragen die Knaben ſogenannte Kittel=
anzüge
aus geſtreiftem Waſchmaterial, die ſich
als Verbindung einer Kaſakbluſe mit einer kur=
zen
Hoſe darſtellen und mit lichten Revers und
Manſchetten verſehen werden, die immer ſehr
appetitlich ſind. Ein ſchmaler Lackgürtel iſt die
beſte Ergänzung eines ſolchen Anzuges, die wir
in der oberſten Skizze feſtgehalten haben.
Den kleinen Mädchen machen die entzückend
ſchlichten Hängerkleider immer viel Freude:
ſie werden aus buntfarbig deſſiniertem Material
hergeſtellt und mitunter mit einem capeähnlichen
Kragen verſehen (Bild 2).

Jeder Knabe braucht für Sport und Aus=
flüge
eine Dreß, die ſehr widerſtandsfähig iſſ
und für jedes Wetter in Frage kommt. Hier
ſicherlich die Verbindung einer Knickerbockerhoſſ,n5
mit einem doppelſeitigen (alſo zweifarbigen;
Pull=under ſehr zweckentſprechend, da man au
dieſe Weiſe einerſeits für die ſportliche Auff.
machung vorgeſorgt hat (in welchem Falle arn mn
die dunkle Außenſeite dieſer Strickmodeneuheij
gedacht iſt), andererſeits aber auch ſchon für di:
Sommerfriſche ein ſehr gutes Garderobeſtück ge=
winnt
, da der Pullover auf ſeiner hellen Seit=
zu
einem weißen Höschen ganz entzücken.
ausſieht.
In unſerem letzten Bilde (rechts unten) ſiehe vühren
man dieſe intereſſante Neuerrungenſchaft de=
Strickmode über einem ſportlichen Hemde ſt er mit
aufgerollten Aermeln und muß ſagen, daß de m Sie.
kleine Touriſt wirklich entzückend ausſieht. Din 1Da
Sportſtrümpfe werden für die kleinen Leute faſſ nderte Rid
immer einfarbig gewählt. Verläßlich wetter= u vor Zeu
feſte, waſſerdichte Sporthalbſchuhe ſind, imme oeen bin u
wichtig.
Ein Jerſey=Kleidchen in flotter, ſomu Rwaſtung
merlicher Farbe mit heller Garnitur iſt für,-Warum
kleine Mädchen reizend und pflegt mit eine
Pullmannkappe kombiniert zu werden. Eim
ſolches Stück wirkt immer nett und iſt auch al= ueſtieren,
Schulkleidung ſehr zu empfehlen, da ſeine Wider die iſt das
ſtandsfähigkeit und gute Wirkung hinlänglich Der Ko
bekannt ſind. (Mittelbild der unteren Reihe)
Am Strande tragen die Kinder einen ze Verantw
Sonnenbad=Anzug aus Trikot, der eigentlich
nichts anderes iſt, als ein durch Träger gehalte; her;, die mie
nes Höschen; an Stelle des Bademantels pfleg;
man das praktiſchere und leichter zu reinigend=
und auch für die Sommerreiſe beſſer transpor;
table gemuſterte Badetuch zu verwender
(Bild 1 der Mittelreihe).
Größere Kinder wirken in einem ſogenann=
ten
Kaſak=Trikot entzückend, das ſich wie ſchos=
der
Name ſagt aus Hoſe und Kaſak zuſaw=
menſetzt
, in lebhafter Farbe gehalten iſt und nit
einem ſchicken Emblem am Oberteil geziert vid
(Bild 1 untere Reihe).
Für Garten und Spielplatz ſind für die=
ganz
Kleinen Spielſchürzen mit großer Taſche
(Bild rechts) gebräuchlich. Ein luſtiges Applis=
kationsmotiv
(etwa die Micky=Maus) wird)
den Kindern immer große Freude bereiten.
Robert Hohenberg.

Er wi
e haben mt
1en Deutſa
3it um ſechs
Grenze 1
ichard

Blütenkolliers
ſind, ein anmutiger, ganz entzückender Einfall
der hochſommerlichen Mode und wirken wie die
Verkörperung von Jugend und Anmut. Man
hat ſich dieſe Halsketten, die in ihrer wunder=
vollen
Unbeſchwertheit alle Welt begeiſtern, als
Guirlanden vorzuſtellen, die aus kleinen Kunſt=
blumen
in abſchattierten Farben zuſammengeſetzt
werden, wobei ſich natürlich die Grundfarbe des

betreffenden Kleides am häufigſten wiederholen
ſo:, um die richtige Geſamtwirkung zu ſicherm
Natürlich ſind ſolche Blütenkolliers auch mi
Blättern durchſetzt, die der Vielfarbigkeit der
Blumen die richtigen Akzente geben. Derartige
Halsketten, die hauptſächlich zur ſommerabend
lichen Aufmachung getragen werden, aber audy
am Rennplatz mitunter zu ſehen ſind, pfleg-3
man am Kleide mit einigen Stichen feſtzuheften.
um ihnen den richtigen Halt zu geben.

[ ][  ][ ]

Nummer 163

Sonntag, den 14. Inni 1931

Seite 23

Samias saird anttstet.

Richard wollte erſt verneinen, damit den kleinen Kerl zu
ſuri, aber erwägend, daß dies die Verhandlungen unnötig in
zlenge ziehen würde, bejahte er. Der Kommiſſar warf einen
Mck auf ein Blatt Papier, darauf ſtand die telegraphiſche Wei=
ſu
; die von Rom eingetroffen, vermerkt war.
Sie reiſen in Begleitung einer Dame nach Deutſchland,
büe er feſt, noch auf das Papier blickend, und gelaſſen er=
pette
Richard:
Mein, ich reiſe ohne Damenbegleitung nach Deutſchland,
Cine Menge Neugieriger umſtanden bereits das Auto; ob=
ſih
Frage und Antwort in italieniſchr Sprache gefallen waren,
ſen doch viele verſtanden. Gelächter ſprang auf, denn jeder
1ſnte ſehen, daß in dem Auto ſich keine Dame befand. Der
ſaniiſſar ſchoß Zornesblicke umher, und wütend fauchte er
2 ſtard an:
Wo iſt die Dame, mit der Sie reiſen?
Richard machte eine neben ſich weiſende Handbewegung:
Wie Sie ſehen, reiſe ich allein.
Sie ſind in Begleitung einer jungen Dame von Rom ab=
g
eiſt. "
Nein, leider bin ich gänzlich ohne Damenbegleitung von
2fr abgereiſt.
Das iſt nicht wahr. Es iſt mir gemeldet, daß Sie in Beglei=
un
einer Dame Rom verließen.
Ah, tatſächlich? verwunderte ſich Richard und ſah dabei ſo
ſanlos vergnügt aus, daß die Sympathien der Umſtehenden,
1aher Nationalität ſie auch angehören mochten, unbedingt mehr
mmehr ſich zu ſeinen Gunſten neigten.
Fragen Sie meinen Chauffeur, er kann beſchwören, daß eine
me ſich nicht im Wagen befand, als wir Rom verließen, und
qvährend der ganzen Reiſe ſein einziger Fahrgaſt war.
Er wird auch lügen, ſchnatterte der Italiener, natürlich
ſt er mit Ihnen unter einer Decke und wird lügen. Ich ver=
ſtie
Sie. Ich habe Order, Sie zu verhaften.
Da das in Ihrer Macht liegt, kann ich nichts dagegen tun
mderte Richard mit größter Gelaſſenheit, doch mache ich Sie
lſvor Zeugen darauf aufmerkſam, daß ich aus Italien ausge=
unen
bin und bis zu beſtimmtem Termin die Grenze überſchrit=
tehaben
muß. Machen Sie mir das durch die eigenmächtige
2)haftung unmöglich, geht das auf Ihre Verantwortung.
Warum wurden Sie ausgewieſen?
DDarüber ließ man mich in Unkenntnis, und ich werde, ſobald
ühin Deutſchland bin, bei der italieniſchen Botſchaft dagegen
puetieren, weil dieſe Ausweiſung völlig unbegründet blieb.
Aüc iſt das Dekret.
Der Kommiſſar las das Schriftſtück und runzelte die Brauen.
25um ſechs Uhr abends des folgenden Tages mußte der Deutſche
ie Grenze überſchritten haben. Was ſollte er tun? Sollte er
Oielerantwortung auf ſich nehmen, ihn hier feſtzuhalten?
Richard blickte ſich inzwiſchen ſorglos um. Hinter den Men=
ſſha
, die mit vergnügt neugierigen oder teilnahmsvollen Mienen

Roman von Alexandra von Boſſe.
Copyright 1930 by Karl Köhler u. Co., Berlin=Zehlendorf.

(Nachdruck verboten.)

das Auto umſtanden, ragte das Denkmal Walters von der Vogel=
weide
empor, und auch um Herrn Walters Mund ſchien ein
Lächeln zu ſchweben.

Richtig zubereitek (drei
Minuten gekocht ſchmeckt
der Kachreiner
Of Ai
9
R
Leuot Tane!
Dabei koſter das ganze
Pfundpaket nur SOPfg..
*

Dahinter lag die Bergwelt im Mittagsglanz, der Roſengarten
grüßte leuchtend herab, ſeine Gipfel, Hänge und Schluchten ſchim=
merten
bereits im Winterkleide. Ach, du ſchönes, armes, bedräng=
tes
Südtirol, du ſchönſte Perle Oeſterreichs, die aus ſeiner Krone
gebrochen wurde, dachte er mit von Wehmut ſchwellendem Herzen.
Armes, treues Tiroler Volk, das hilflos unter grauſamer Fremd=
herrſchaft
ſeufzte, wer dir helfen könnte!
Inzwiſchen hatte der Kommiſſar einen Entſchluß gefaßt: Lie=
ber
ſpäter Unannehmlichkeiten als jetzt Blamage. Und ſehr ent=
ſchieden
erklärte er:

Ich verhafte Sie." Ich werde nach Rom telegraphieren; bis
die Antwort kommt, bleiben Sie verhaftet. In einigen Stun=
den
kann die Antwort da ſein. Jetzt, bitte, ſteigen Sie aus, und
folgen Sie mir aufs Kommiſſariat!
Er ſagte das in ſtreng befehlendem Ton, was, wie er meinte,
gut auf die Umſtehenden wirken mußte. Hier hatte Italien, das
er vertrat, zu befehlen.
Richard ſtieg aus, ſtreckte die durch die lange Fahrt ſteif ge=
wordenen
Glieder.
Schön, wenn Sie es wollen, ſagte er bereitwillig, doch
komme ich dabei um mein Mittageſſen.
Das können Sie ſich ins Haftlokal bringen laſſen.
Ein Kellner vom Greif rief über die Köpfe der vor ihm Ste=
henden
hinweg:
Ich werd: Ihnen etwas Extrafeines ſchicken, Herr Graf!
Danke ſchön, Herr Ober, wird mich freuen.
Küß d: Hand, Herr Graf, wird uns eine Ehr ſein.
Nachdem er ſo geadelt worden, war er auch für alle anderen,
die ſich hier angeſammelt hatten, ein deutſcher Graf, den der
deutſchenfreſſeriſche Kommiſſar verhaftete, trotzdem er ganz un=
ſchuldig
war.
Richard gab Toni Hofreiter, der während der Verhandlung
ſtumm, aber abwechſelnd heimlich zähneknirſchend und verſtohlen
grinſend am Steuer geſeſſen, den Befehl, den Wagen in die Ga=
rage
zu fahren, für die Weiterfahrt bereit zu machen und ſebſt zu
Mittag zu eſſen.
Ich denke, wir werden am Nachmittag weiterfahren können
ſetzte er zuverſichtlich hinzu; dann wandte er ſich zu dem Italiener
herum: Ich bin bereit, Herr Kommiſſar.
Er ging neben dieſem, ihn hoch überragend, rechts und links
von ihnen die zwei Stadtpoliziſten, hinter ihnen her ſchritten
würdevoll die Karabinieri, und dieſen folgte als Ehrengarde eine
große Anzahl der Neugierigen, darunter viel Straßenjugend. So
bewegte ſich der Zug bis zu dem nahegelegenen Kommiſſariat.
Seine Geduld wurde aber auf eine etwas harte Probe ge=
ſtellt
, denn erſt gegen Abend traf eine Antwort aus Rom ein,
deren Wortlaut ihn allerdings aus aller Not befreite. Die Ant=
wort
war ein kategoriſcher Befehl, dafür zu ſorgen, daß der aus=
gewieſene
Deutſche Richard Droſten bis zur vorgeſchriebenen Zeit
Italien zu verlaſſen habe, nötigenfalls ſolle er zwangsweiſe über
die Grenze abgeſchoben werden. Offenbar war in Rom zu der
Zeit, da das Bozener Telegramm eintraf, ein ſtellvertretender Be=
amter
im Amt geweſen; der wußte nichts von Flavia, ihm war
die ſtrickte Befolgung des erlaſſenen Ausweiſungsbefehls als ſehr
wichtig erſchienen. Der Bozener Kommiſſar hatte nämlich tele=
graphiert
, daß der ausgewieſene Deutſche ohne Begleitung in
Bozen eingetroffen ſei und verhaftet worden wäre, er bitte um
Order, was weiter mit ihm zu geſchehen habe. Und das Mißver=
ſtändnis
beſtand darin, daß der römiſche Beamte meinte, dieſer
Deutſche ſei ohne polizeiliche Begleitung eingetroffen und habe
verſucht, den Ausweiſungsbefehl zu ignorieren.
Unverzüglich wurden die nötigen Befehle für Richards Ab=
fahrt
gegeben. Der Kommiſſar ſprang und zappelte, focht mit den
Armen, überſchrie ſich ſelbſt und trat Richard gegenüber auf, als
habe dieſer ſich geſträubt, Italien zu verlaſſen, weil dieſer darauf
aufmerkſam machte, daß die Fahrt über die ſchmalen, ſteilen Berg=
ſtraßen
bei Nacht nach dem Brenner hinauf nicht angenehm ſei,
es würde nun beſſer ſein, den Morgen abzuwarten.
(Fortſetzung folgt.)

hone-Fahrt
Faltboot.
Vöüter Mann ge=
ſuch
/ Boot vorhan=
dia
. Zuſchr unt.
a. d. Gſchſt *

6. Dane
Ein, alleinſteh.,
ſy.ä bei getrennter
Kioſe Anſchluß für
in Sommerreiſe.
ingebote unter
2:. 01 an die Ge=
ſ
mtsſt. d. Bl. (*

Unfamil.

7 Elfengrund der
fſeſtädter Villen=
1unie 6 Zimmer,
2 zu. Küche, Waſch=
büe
, inmitten ein.
1Mam großen. gut
gelegten Gartens.
mnfrei, wird zu
ſiſtigen Bedin=
gyuen
verkauft.
uteren Aufſchluß
nubei der Firma
Shaſtian Eckler,
Akleinſtr. 123
ſelephon 243.
(8443. b).

iMr verkauft.
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Feind im Blut

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Ein Lehr- und Aufklärungsfilm über
die Geschlechtskrankheiten
mit
einleitenden Worten des Herrn Dr.
Röschmann von der deutschen
Gesellschaft zur Bekämpfung der
Geschlechtskrankheiten.
Regie: Walter Ruttmann.
Musik: Wolfgang Zeller.
Mitwirkende:
G. Bienert, Walpurga Gmür,
Jlse Stobrawa, Marg. Kupfer
u. a.
Tanz: Gertrud Schoop.
Der Film bebandelt die Schicksale eines
Medizinstudenten, eines Geschäfts-
reisenden
u. eines Arbeiters. Er ist ein
Querschnitt durch die Arbeitsstätten,
Wohnungen, Vergnägungen u. sozialen
Einrichtungen, zwischen denen das
Leben dieser Zeit verläuft.
Dazu
das zute Reiprogramm.

Bis auf weiteres

Das Stummfilm-Doppelprogramm
von bester Qualität.
Ein spannender Abenteuerfilm aus

den Diamantfeldern, Afrikas

Der Ring
des Unheils

Nur noch heute und morgen

Der größte Lacherfolg der
Saison!
Felix Bressart

der Tonfilm-Liebling Deutschlands
in dem originellsten Lustspiel:

mit Eleanor Boardman, Conr. Nagel
Lawrence Gray.
Regie; John P. Mac Carthy.
Im Mittelpunkt der Handlung steht
der mysteriöse Ring, der allen, die
mit ihm in Berührung kommen,
Unglück bringt.
Als II. Schlager:
LONCHANEF

Brand im Osten

Regie: George Hill.
In weit. Hauptr: Eleanor Boardmann,
Carmel Myers, William Haines u. a.
Der Film gibt ein lebendiges Bild von
den Kämpfen und vom Treiben in
Shanghai.

ſeginn: 2, 4.05, 6.10 nnd 8.20 Uhr. / Beginn 2,0Jletzte Vorstell. 8.15 Uhr.

Der Bentechen
der Garnison

Weitere Mitwirkende:
Lucle Eng lisch, Adele
Sandrock, Albert Paulig.
Curt Vespermann u. v. a.
Felix Bressart, ein Schlemihl im bunt.
Rock, als Infanterist und als Husar,
das muß man gesehen haben.
Tränen werden gelacht!
Im reichhaltigen Beiprogramm:
Felix der Kater auf dem
Ozean (V.9169

Jugendliche haben Zutritt-
und zahlen nachmittags halbe Preise.
Beginn: 2, 4.05, 6.10 und 8.20 Uhr.

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Dienstag, den 16. Juni 1931, nachmittags
3 Uhr, findet in der Stadt Koburg, Wald=
ſtraße
2, eine Mitgliederverſammlung ſtatt,
wozu wir unſere Mitglieder einladen. Auch
unſerem Vereine nicht angehörige Ruhe=
ſtandsbeamte
und Freunde unſerer Be=
ſtrebungen
, werden auf dieſe Verſammlung
aufmerkſam gemacht. Der 11 Vorſitzende
des Reichsverbands der Ruheſtandsbeamten
uſw, Herr Regierungsrat Stümcke, aus
Berlin, wird einen eingehenden Vortrag
über die gegenwärtige Lage und die neuer=
lichen
Aufgaben des Reichsverbands halten.
9200
Der Vorſtand.

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