Hinzelmmmmer 10 Pfenntge
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſkrierte Beilage: „Oie Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 160
Donnerstag, den 11. Juni 1931.
194. Jahrgang
27 mm brelie Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reich
Finanz=Anzeigen 40 Reſchspfg. Rellamezelle (92 m
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Falle, höh
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Aufruhr, Strel uſw., eriſe
ſed.
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9
Verpflicht
der
Anzelgen=
ufträge und Leſtuns
n. Schadenerſat
Be
(onkurs oder gerichtiſche
Seſtrelbung fäll” jeder
Bankkonto Deutſche Bank und Darm=
Nabatt weg.
fädter und Natſonalbani.
* Füſte Krihk an der Nokverordnung weiker ſehr ſcharf. — Ddie Sozialdemokraken fordern Abänderung der
lolverordnung. — Die Wirkſchaftsparkei für Reichskagseinberufung um jeden Preis. — Auch die Volksparkei
toht, die Brücken zum Kabinekt Bräning abzubrechen. — Brüning droht mit der Auflöſung des Reichskags.
Maßnahmen zur endlichen Beſeitigung der inneren und äußeren
Feſſeln der Wirtſchaft werden nicht in Angriff genommen. Immer
Kabinektsſihung am Donnerskag.
neue Laſten zur Erfüllung der unerträglichen Tributlaſten
wer=
den dem deutſchen Volke zugemutet. Daher fordert die Wirt=
Me Enkſcheidung über die Reichskagseinberufung, ſchaftspartei die ſofortige Einberufung des
Reichs=
tages und die Aufhebung der Notverordnung,
noch nicht gefallen.
deren Beſtimmungen im übrigen auch die Exiſtenz des Mittelſtan=
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
des in nicht zu überbietender Weiſe bedrohen. Mit allem Nach=
Der Aelteſtenrat des Reichstages iſt am Mittwoch
nach=
nittag zuſammengetreten und hat, wie zu erwarten war, den
ationalſozialiſtiſchen Antrag, den Reichstag für kommenden
dienstag einzuberufen abgelehnt und beſchloſſen, am kommenden
dienstag über die vorzeitige Einberufung des Reichstages zu
beſchließen. Es hat ſich bei dieſer Gelegenheit herausgeſtellt,
aß die Kritik an der Notverordnung ſehr ſcharf
wenn auch aus verſchiedenen Gründen. Der Aelteſtenrat
vill warten, bis die Fraktionen ihre Entſcheidung getroffen
el aben.
Der Kanzler iſt am Mittwoch nach Berlin zurückgekehrt und
as Kabinett iſt für Donnerstag vormittag zu
iner Sitzung einberufen worden. Am Freitag fährt
lann der Kanzler zum Reichspräſidenten nach
eudeck. Die Parteiführer ſind vorläufig noch nicht geladen.
an nimmt an, daß der Kanzler ſich noch im Laufe des
Don=
erstag mit dem Parteiführern in Verbindung ſetzen wird,
dal die Fraktionen in den nächſten Tagen zu ihren
entſcheiden=
er Sitzungen zuſammentreten. Die Volkspartei am
Donners=
ta, die Sozialdemokraten am Freitag, das Zentrum am
Sonn=
ig und Montag. Von den Sozialdemokraten wird
ian annehmen können, daß ſie ſich ſchließlich mit einigen
Er=
ſärungen des Reichskanzlers zufrieden geben und entſcheidendes
ewicht auf die Einberufung des Reichstagsplenums nicht
gen. Im Landvolk iſt eine Klärung der Meinungen noch
ſicht eingetreten. Der mehr nach rechts neigende Flügel, der
uf alle Konſequenzen hin die Einberufung des Reichstages
er=
wingen will, ſcheint aber das Uebergewicht zu gewinnen.
ſehnlich liegen die Dinge bei der Wirtſchaftspartei, die
ch bereits auf die Einberufung des Reichstages feſtgelegt hat
und auch die Volkspartei dürfte, wenn nicht ſehr
greif=
are außenpolitiſche Möglichkeiten beſtehen, aus ihrer
unbeding=
en Ablehnung der Notverordnung die Folgerungen ziehen.
us der Umgebung des Kanzlers wird angedeutet, daß er einen
arken Druck auf die Mittelparteien auszuüben
enbſichtige und ſogar vor der Drohung mit der
Auflö=
ung des Reichstages nicht zurückſchrecken werde. Wir
lauben, nicht, daß er damit viel erreichen wird. Die
Mittel=
grteien dürften ſich ziemlich klar darüber ſein, daß ſie bei
Neu=
dahlen keine ſehr guten Ausſichten haben, aber ſie dürften ſich
benſo klar darüber ſein, daß ihnen ihre Anhänger in Maſſen
veglaufen, wenn ſie etwa die Regierung decken, immer
voraus=
eſetzt, daß der Kanzler nicht ſtichhaltige außenpolitiſche Gründe
N8 Feld führen kann, die eine Vertagung über das Schickſal
er Notverordnung als das kleinere Uebel erſcheinen
ießen.
Die Hihzung des Frakkionsvorſtandes der SP9.
Der Vorſtand der ſozialdemokratiſchen Reichstagsfraktion hat
ch am Mittwoch mit der durch den Erlaß der neuen
Notver=
ſtdnung geſchaffenen Lage beſchäftigt. Er erkennt die
Not=
bendigkeit an, die Finanzen des Reiches, der
Länder und der Gemeinden auf eine ſichere
brundlage zu ſtellen. Der Vorſtand iſt aber der
Auffaſ=
ung, daß die zu dieſem Zweck erlaſſene Notverordnung in
ein=
elnen Teilen ſo harte Maßnahmen für die breiten
Naſſen der Bevölkerung enthält, daß eine
Abände=
ung dringend erforderlich erſcheint. Der
Fraktions=
orſtand wird zunächſt mit dem Reichskanzler in Verbindung
tre=
er, um feſtzuſtellen, inwieweit durch Verhandlungen die für
not=
bendig gehaltenen Abändekungen erreicht werden können.
Bedingte Zurückhalkung des Landvolks.
Die Reichstagsfraktion der Landvolkpartei hielt am
Mitt=
vo chnachmittag eine Sitzung ab, in der in Gegenwart des
Reichs=
knährungsminiſters Schiele die Notverordnung des
Reichsprä=
identen und die Ergebniſſe der Verhandlungen von Chequers
körtert wurden. Die Fraktion beſchloß, dem Wunſche mehrerer
Parteien auf Vertagung des Aelteſtenrates des Reichstages
zu=
timmen, da auch das Landvolk vor der Entſcheidung über die
Eimberufung des Reichstages genaueren Aufſchluß über die
Ab=
ſchten der Reichsregierung, namentlich auf außenpolitiſchem
Ge=
ſiete, alſo über die weitere Entwicklung der Reparationsfrage,
owdie über die Frage einer etwaigen Umbeſetzung des
Reichs=
ſaoinetts und über die Frage verlangt, ob die Notverordnung
duei der Regierung als unabänderlich betrachtet wird.
2 Wirkſchaftsparkei verlangl Reichskagseinberufung
Der Geſamtvorſtand der Wirtſchaftspartei tagte am Mittwoch
Preußiſchen Landtag gemeinſam mit den Vertretern der
N ichstagsfraktion und den Fraktionsvorſtänden einzelner Länder,
zur Notverordnung vom 5. Juni Stellung zu nehmen. Es
urde einſtimmig eine Entſchließung gefaßt:
Die Notverordnung hat das deutſche Volk bitter enttäuſcht.
De ſtellt im weſentlichen die Fortſetzung der bisherigen verhäng=
Svollen Politik mit Mitteln dar, die der Reichskanzler und die
Teichsregierung ſelbſt wiederholt als verfehlt, wirtſchaftsfeindlich
9 als Urſache des deutſchen Niedergangs bezeichnet haben. Die
Da der Reichsregierung zur Behebung der Wirtſchaftsnot und der
*Deitsloſigkeit verſprochenen und vom deutſchen Volke erwarteten
druck verlangt die Wirtſchaftspartei die ſofortige
Wieder=
aufrollung des Reparationsproblems mit dem
Ziel der Einſtellung ſämtlicher Tributlaſten.
Die Kriegsbeſchädigken prokeſtieren.
Im Kriegsbeſchädigtenausſchuß des Reichstags berichtete Abg.
Roßmann (S.) über 40 Eingaben, die von den
Kriegsbeſchädig=
ten=Organiſationen aus dem ganzen Reiche eingegangen waren.
Alle Eingaben ſind vor dem Erlaß der neuen Notverordnung
ent=
ſtanden. Sie proteſtieren ſämtlich gegen den drohenden Abbau
der Reichsverſorgung, der inzwiſchen Tatſache geworden iſt. Einer
beſchlußmäßigen Behandlung der neuen Notverordnung im
Kriegsbeſchädigtenausſchuß ſtand die Tatſache entgegen, daß es
ſich um einen hochpolitiſchen Fragenkomplex handelt, der ſich nicht
nur auf die Kriegsopfer bezieht, bei dem man die Stellungnahme
der Fraktionen nicht vorgreifen könne, ferner das
geſchäftsord=
nungsmäßige Bedenken, daß der Ausſchuß nur über Gegenſtände
Beſchluß faſſen darf, die ihm zur Beratung zugegangen ſind. Dieſe
Vorausſetzung trifft auf die neue Notverordnung nicht zu. Um
aber zum Ausdruck zu bringen, daß der Ausſchuß für die Proteſte
und die ſchweren Enttäuſchungen, die in den Eingaben auch eine
gewiſſe praktiſche Form zu geben, beantragte der Berichterſtatter
Abg. Roßmann (S.), gemeinſam mit dem Vorſitzenden des
Aus=
ſchuſſes, Abg. Dr. Mumm (Chr. Soz.), eine von allen Parteien,
mit Ausnahme der Kommuniſten (Deutſchnationale und
Natio=
nalſozialiſten waren nicht anweſend) unterzeichnete Entſchließung:
„Der Reichstag verweiſt nachdrücklich auf ſeinen Beſchluß vom
24. Februar 1931, der die Reichsregierung erſucht, die Härten in
der Reichsverſorgungsgeſetzgebung allmählich wieder zu beſeitigen
und dafür ſolche Mittel zu verwenden, die ſich aus der
allmäh=
lichen Verringerung der Zahl der Verſorgungsberechtigten und
der Durchführung der allgemeinen Sparmaßnahmen auf dem
Ge=
biete die Reichsverſorgung ergeben. Er erwartet von der
Reichs=
regierung bei der Vorbereitung der Haushaltspläne, daß dieſem
Beſchluß gemäß verfahren wird.”
Der Berichterſtatter bemerkte für ſeine Fraktion, daß mit
dieſer Entſchließung in keiner Weiſe der Stellung der neuen
Not=
verordnung vorgegriffen werde. Die neue Notverordnung werde
den Reichstag reichlich beſchäftigen.
Die Entſchließung wurde hierauf einſtimmig angenommen.
Der Reichsbund der Kommunalbeamken
und =Angeſtellten zur Nolverordnung.
Der Vorſtand des Reichsbundes der Kommunalbeamten und
=Angeſtellten Deutſchlands hat heute in einer Sitzung, in der er
ſich eingehend mit der Notverordnung vom 5. Juni beſchäftigte,
eine Entſchließung gefaßt, in der u. a. geſagt wird:
Statt eines vom Deutſchen Beamtenbund verlangten
allge=
meinen Volksopfers nach der wirtſchaftlichen Leiſtungsfähigkeit
jedes einzelnen Staatsbürgers, ſei der durch die ſechsprozentige
Gehaltskürzung ohnehin ſchon ſchwer belaſteten Beamtenſchaft ein
weiteres Sonderopfer ſchärfſten Ausmaßes auferlegt worden, das
zu ſchärfſtem Proteſt herausfordere. In unvereinbarem Gegenſatz
zu dieſer bei den Kriegsbeſchädigten noch verſtärkten
Sonder=
belaſtung der Beamten und öffentlichen Angeſtellten ſtehe die
Schonung der hohen, nicht aus Gehalt und Lohn fließenden
Ein=
kommen. Durchgreifende Maßnahmen gegen die Diktatur der
Kartelle, die jede erhebliche Senkung der Lebenshaltungskoſten
unterbinde, ſeien noch immer zu vermiſſen. Neben anderen
wirt=
ſchaftspolitiſchen Reformmaßnahmen, müſſe endlich die Reichs= und
Staatsreform zur Verbilligung der öffentlichen Verwaltung
durchgeführt werden. Die Tributlaſten ſeien in der furchtbaren
Not des deutſchen Volkes unerträglich und müßten beſeitigt
werden.
Die Entſchließung proteſtiert weiter gegen die Behauptung,
daß die durch landesrechtliche Vorſchriften erfolgte Angleichung
der Gemeindebeamtengehälter an die Gehälter gleich zu
bewerten=
der Länderbeamten den Gemeinden Perſonalausgaben verurſacht
hätten, die nicht gerechtfertigt ſeien, und ſchließt mit der
Forde=
rung an den Deutſchen Beamtenbund, er möge ſich in Anbetracht
der einſchneidenden Wirkung der Notverordnung für einen
ſofor=
tigen Zuſammentritt des Reichstages einſetzen.
Die Gewerkſchaften zur Nolverordnung.
Der Bundesvorſtand der ADGB. hat ſich unter Beteiligung
des Vorſtandes des AFA. mit der Notverordnung vom 5. Juni
eingehend befaßt. Der ADGB. teilt zu dieſer Beratung mit, daß
beide Bundesvorſtände nicht die Notwendigkeit verkennen,
dem ganzen deutſchen Volke Opfer zuzumuten,
um eine Belebung der deutſchen Wirtſchaft und damit eine
Mil=
derung der Erwerbsloſennot wie auch die Wiederherſtellung des
Gleichgewichts der öffentlichen Haushalte zu ermöglichen. Die
Notverordnung enthalte jedoch eine derartige Häufung ſozialer
Ungerechtigkeiten, daß der allgemeine Widerſtand der
Arbeiter=
ſchaft ſich ungeſtüm geltend machen müſſe. Die praktiſche
Durch=
führung für die Wirtſchaft und damit auch für die öffentlichen
Finanzen würde verhängnisvoll ſein. Die Gewerkſchaften
wür=
den alle ihre Kraft einſetzen, um die unbedingt notwendige
Aen=
derung der Notverordnung herbeizuführen.
* Tſchechiſch=polniſche Wirkſchaftsfronk?
Prag—Warſchau gegen Berlin—Wien. — Eine neue Block=
Kombination gegen den deutſch=öſterreichiſchen Zollplan.
Von unſerem =Korreſpondenten.
Prag, 8. Juni.
In großer Aufmachung berichtet die tſchechiſche Preſſe über
die nunmehr abgeſchloſſene Tagung polniſch=tſchechiſcher
Wirt=
ſchaftsvertreter in Prag, obwohl das offizielle Kommunigug über
die Konferenz von bindenden Beſchlüſſen weittragender Natur
nichts zu melden weiß. Indeſſen hat ein fixer tſchechiſcher
Inter=
viewer einige Aeußerungen des Vorſitzenden des polniſchen
Komitees einem zum deutſch=öſterreichiſchen Zollbündnis in
ſchärfſter Abwehrſtellung gegenüberſtehenden Blatte, in einer
Form zu ſervieren verſtanden, daß dieſe Zeitung ein in den
ſenſationsarmen Tagen des Junibeginns doppelt wirkſames
Er=
eignis zu verkünden ſich beeilte: die bevorſtehende Bildung eines
polniſch=tſchechiſchen Wirtſchaftsblocks. Die übrigen tſchechiſchen
Blätter ließen es ſich nicht nehmen, die ihrer Anſicht nach
gerade=
zu hiſtoriſche Bedeutung dieſer polniſch=tſchechiſchen Konferenz
entſprechend zu unterſtreichen und ſie in einer Weiſe zu
kommen=
tieren, daß es nicht ſchwer iſt, zwiſchen den Zeilen das
Be=
mühen gewiſſer Prager politiſcher Kreiſe herauszuleſen,
War=
ſchau dahin zu bringen, wohin Bukareſt und Belgrad auf der
letzten Konferenz der Kleinen Entente=Staaten in der rumäiſchen
Hauptſtadt durch Herrn Dr. Beneſch gebracht werden ſollten: in
die Abwehrfront gegen den Berlin=Wiener
Zoll=
unionsplan. Man weiß, daß dieſe Bukareſter Konferenz
nicht ganz den Erfolg gezeitigt hat, den der tſchechiſche
Außen=
miniſter und Nährvater der Kleinen Entente ſich verſprochen
hatte. Deswegen auch hat Herr Beneſch, der ſich in die
Notwen=
digkeit eines vorſichtigen Rückzuges verſetzt ſah, in Genf
ange=
kündigt, er werde in kurzer Zeit einen Plan zur Erweiterung
der deutſch=öſterreichiſchen Zollunion vorlegen. Die
Oeffentlich=
keit wartet ſeither mit begreiflicher Spannung auf die
Publi=
kation dieſes Planes, um ſo mehr, als Dr. Beneſch zugeſichert
hat, ſeine Vorſchläge zum Berlin=Wiener=Pakt würden ſich
abſo=
lut im Rahmen des freundnachbarlichen Verhältniſſes zwiſchen
den intereſſierten Staaten bewegen. Diejenigen Kreiſe aber,
die gerade hinſichtlich des freundſchaftlichen Charakters der Pläne
Beneſchs einige Zweifeln hegten, haben nunmehr ihr
Miß=
trauen beſtätigt erhalten; die Prager polniſch=tſchechiſche
Wirt=
ſchaftstagung galt nicht ſo ſehr der objektiven Behandlung
aktu=
eller ökonomiſcher Probleme, als vielmehr der Abſicht, einen
gegen Deutſchland gerichteten Wirtſchaftsblock zu ſchaffen, alſo
eine neue wirtſchaftliche Kampfkoalition in die
Wege zu leiten.
Unzweideutig geht dies aus einem Aufſatz der „Narodny
Liſty”, dem Organ der tſchechiſchen Induſtrie, hervor; das Blatt
bezeichnet als Zweck der polniſch=tſchechiſchen Zuſammenarbeit,
als deren Auftakt es die jüngſte Konferenz in Prag anſieht, die
„Abwehr gegen die deutſche Wirtſchaftsexpanſion und die
Er=
ſetzung der reichsdeutſchen Einfuhr nach Polen durch die
tſchecho=
ſlowakiſche.” Bevor noch die Konferenzteilnehmer ſich in Prag
an den Beratungstiſch geſetzt haben, hatte man tſchechiſcherſeits
in Polen einige Verſuchsballone aufſteigen laſſen, um zu
er=
kunden, inwieweit bei den nicht immer den tſchechiſchen Wünſchen
entgegenkommenden Haltung mit einer Unkerſtützung der Prager
Abſichten in Warſchau gerechnet werden könnte. Man iſt
hier=
bei ſo geſchickt zu Werke gegangen und hat das angeſtrebte
Wirtſchaftsbündnis den Polen in ſo verlockenden Farben zu
ſchildern verſtanden, daß in einem beträchtlichen Teil der
polni=
ſchen Preſſe die Idee Prags mit Sympathie aufgenommen
wurde, obwohl die Kühle der Beziehungen zwiſchen Warſchau
und Prag in den letzten Jahren eher zu= als abgenommen hat.
Allerdings bleibt abzuwarten, ob ſich die polniſchen
Wirtſchafts=
kreiſe von der Durchführbarkeit der in Prag angeſtrebten
Block=
bildung und von der Aufrichtigkeit der plötzlich in Erſcheinung
tretenden tſchechiſchen Freundſchaft überzeugen laſſen werden.
Man erinnert ſich in Polen noch ſehr gut an die im Jahre 1928
von der Tſchechoflowakei wegen der Valoriſierung der polniſchen
Zölle ausgeſprochenen Drohung von der Verhängung eines
Ein=
fuhrverbots für polniſches Vieh, und man hat auch nicht
ver=
geſſen, daß 1930 aus Anlaß der Aufkündigung des
tſchechiſch=
ungariſchen Handelsvertrages und mit dem Inkrafttreten der
hohen autonomen tſchechiſchen Viehzölle die Ausfuhr polniſchen
Viehs nach der Tſchechoſlowakei völlig unterbunden worden iſt,
wodurch Polens Wirtſchaftsleben eine außerordentliche
Schädi=
gung erlitt, denn bis zu jenem Zeitpunkt waren bis zur
Ein=
führung der neuen Zölle rund 60 v. H. der polniſchen
Schweine=
ausfuhr nach der Tſchechoſlowakei gegangen. Auch in anderer
Hinſicht erfuhr das polniſch=tſchechiſche Verhältnis noch
mancher=
lei Trübungen, die man aber jetzt, wie es ſcheint, mit dem
Schleier des Vergeſſens bedecken will. Allerdings ſind auch
die in der polniſchen Preſſe vor nicht allzulanger Zeit gegen
die tſchechiſche Wirtſchaftspolitik erhobenen ſcharfen Angriffe in
Prag noch in ſo friſcher Erinnerung, daß es eigentlich ein wenig
ſonderbar anmuten muß, wenn heute der an den Prager
Ver=
handlungen teilnehmende Vorſitzende des polniſchen Komitees
ſeiner Anſicht dahin Ausdruck gibt, daß eine wirtſchaftspolitiſche
Annäherung zwiſchen Prag und Warſchau gegebenen Falles als
Gegenpol des deutſch=öſterreichiſchen Zollbundes anzuſehen ſei,
obwohl er wiſſen muß, daß die polniſch=tſchechoflowakiſchen
Wirt=
ſchaftsbeziehungen keineswegs alle Vorausſetzungen eines
Wirt=
ſchaftsbündniſſes erfüllen können. Gerade aus dieſer Erkenntnis
heraus hat Warſchau zu Beginn des heurigen Jahres den
deutſch=polniſchen Handelsvertrag ratifiziert, weil es ſich von
der Bindung mit Prag freimachen wollte. Nichtsdeſtoweniger
wird heute in Polen dem engeren wirtſchaftlichen Anſchluß an
die Tſchechoſlowakei das Wort geredet, wird eine Blockbildung
angeſtrebt, die in jeder Linie jener Konſtruktion entſpricht, die
Dr. Beneſch in Genf im Hinblick auf das öſterreichiſch=deutſche
Projekt mit betonter Entſchiedenheit abgelehnt hat. Es iſt
anzu=
nehmen, daß der tſchechiſche Außenminiſter die vorzeitige
Ent=
hüllung ſeiner Abſichten (denn es iſt ſelbſtverſtändlich, daß er
an der Herbeiführung dieſer Blockbildung hervorragenden
per=
ſönlichen Anteil nimmt) mit gemiſchtem Empfinden
aufgenom=
men haben dürfte, da ſie nur zu deutlich die Zwieſpältigkeit
ſeiner Politik enthüllt. Die Oeffentlichkeit jedenfalls aber iſt
mit der Nachricht über das polniſch=tſchechiſche Gegenbündnis
zur deutſch=öſterreichiſchen Zollunion einigermaßen überraſcht
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Donnerstag, den 11. Juni 1931
Nummer 160
worden, und es iſt ſehr begreiflich, wenn die tſchechoſlowakifchen
Wirtſchaftskreiſe heute nach den Vorteilen fragen, die ihr aus
der geplanten Blockbildung erwachſen ſollen, nachdem ſie bei der
von Prag geivollten Ablehnung des Berlin=Wiener Bündniſſes
zum Handkuß zu kommen drohen. Die Antwort iſt wohl in der
tſchechiſchen, wie in der polniſchen Preſſe nachzuleſen. Es heißt
da, daß es — jawohl, es iſt keine Jronie — daß es alſo die
polniſchen Häfen ſind, von der man ſich eine Rettung aus
der wirtſchaftlichen Miſere ſowohl in der Tſchechoſlowakei als
auch in Polen erwarten könne. Der interviewte Vorſitzende des
an den Prager Feſteſſen, Verzeihung: an den Prager
Verhand=
lungen teilnehmenden polniſchen Komitees nämlich behauptet,
man hege in Polen allgemein die Zuverſicht, daß die
tſchecho=
ſlowakiſchen Exporteure in Hinkunft ihre Ueberſeetransporte
über die polniſchen Häfen leiten würden, denn dieſe ſeien die
einzigen ſlawiſchen Häfen überhaupt, und ſchon aus Gründen
der Blutsfreundſchaft ſei es ſelbſtverſtändlich, daß man hierbei
den tſchechiſchen Wirtſchaftskreiſen in weiteſtem Maße
entgegen=
kommen würde. Mit anderen Worten: es wird den tſchechiſchen
Exporteuren, um ihnen das Bündnis mit Polen gegenüber dem
Anſchluß an die deutſch=öſterreichiſche Zollunion ſchmackhafter und
vorteilhafter erſcheinen zu laſſen, eingeredet, ſie würden bei
Be=
nützung der polniſchen Häfen bedeutende Begünſtigungen
einge=
räumt erhalten, und andererſeits wieder wird in Polen
Pro=
paganda mit dem auf dieſe Weiſe herbeizuführenden intenſiveren
Wirtſchaftsverkehr mit den Tſchechen getrieben. Die Frage, wer
hierbei die Zeche zu bezahlen haben wird, rührt man weder in
Prag noch in Warſchau an. Beneſch, der ſich bei der
Behand=
lung des deutſch=öſterreichiſchen Zollbundprojektes als
unbeding=
ter Blockgegner bekannt hat, will ein anderes wirtſchaftliches
Mitteleuropa, als es in Berlin und Wien angeſtrebt wird.
Daß er deshalb ſich wieder für eine Blockbildung begeiſtern
kann, wäre verwunderlich, wenn dieſe ſeine Umſtellung nicht
ihre einfache Erklärung darin fände, daß es ſich jetzt eben um
einen Block handelt, der ſich gegen das deutſche
Mittel=
europa richtet! Der angeſtrebte tſchechiſch=polniſche
Wirtſchafts=
block hat eine ſo unverkennbare Spitze gegen die deutſche und
die öſterreichiſche Wirtſchaft, daß er verteufelt wenig mit der
immer wieder betonten wirtſchaftlichen Reorganiſation
Mittel=
europas gemeinſam hat. Daß es den Prager Politikern
ge=
lungen iſt, nunmehr auch Polen für dieſe Linie der Löſung
brennender Probleme zu intereſſieren, beweiſt zwar, daß ſie
ge=
wiegte Taktiker ſind, aber damit iſt noch nicht geſagt, daß die
von ihnen eingeſchlagene Taktik auch die richtige iſt. Den
Vor=
teil eines verbilligten Ueberſeeverkehrs über die polniſchen Häfen
gegen die ungeheure wirtſchaftliche Bedeutung des deutſchen
Reiches für die tſchechoſlowakiſche Wirtſchaft auszuſpielen,
er=
ſcheint jedenfalls ſo kurios, daß die deutſche Oeffentlichkeit die
Arbeiten zur Verwirklichung des tſchechiſch=polniſchen
Gegen=
planes zum Berlin=Wiener Abkommen lebhafteſt intereſſieren
werden!
Macdonald über die Beſprechungen von Chequers.
London, 10. Juni.
Im Unterhaus ſtellte der Arbeiterparteiabgeordnete
Ken=
worthy eine Anfrage, wann Macdonald in der Lage ſein werde,
eine Erklärung über die Beſprechungen mit Reichskanzler Dr
Brüning und Außenminiſter Dr. Curtius abzugeben. Ferner
wurde gefragt, ob man dem Unterhaus in abſehbarer Zeit
Ge=
legenheit zu einer Ausſprache über die gegenwärtige Lage in
bezug auf die Reparationen und interalliierten Schulden geben
werde. Hierauf erklärte Macdonald folgendes: „Was den
In=
halt der Beſprechung betrifft, habe ich nichts weiter zu erklären,
als was in dem Kommuniqué ſtand, das am Sonntag abend
wäh=
rend des Beſuches der deutſchen Staatsmänner in Chequers
aus=
gegeben wurde. Dieſe Unterredungen hatten, wie beabſichtigt
war, die Form eines allgemeinen Gedankenaustauſches, und man
kam zu keiner anderen Folgerung oder Entſchlüſſen, als den in
dem Kommuniqué bekannt gegebenen.
In der Antwort, die Premierminiſter Macdonald in der
heu=
tigen Sitzung des Unterhauſes auf eine Anfrage über die
Beſpre=
chungen in Chequers erteilte, heißt es weiter:
Der deutſche Reichskanzler hat mich und den Staatsſekretär
des Auswärtigen eingeladen, in Berlin einen Gegenbeſuch
abzu=
ſtatten, und die engliſche Regierung hat dieſe Einladung gerne
angenommen. Bis jetzt iſt für dieſen Beſuch noch kein Zeitpunkt
feſtgeſetzt worden. Ich glaube nicht, daß bei den gegenwärtigen
Verhältniſſen eine Debatte über die jetzige Lage in bezug auf die
Reparationen und die interalliierten Schulden von Nutzen ſein
würde. Hierauf ſtellte Kenworthy in Anbetracht der großen
Wich=
tigkeit der Angelegenheit die Frage, wann Macdonald erwarte,
daß die Lage in Zukunft eine Erklärung erlauben würde. Darauf
erwiderte Macdonald:
„Ich kann ein weiteres offizielles Kommunigus nicht
voraus=
ſagen.” Nun ſtellte der Abgeordnete Wiſe die Gegenfrage: „Iſt
*
Von Wilhelm Michel.
Feindſchaft hat einen auf Ergänzung abzielenden Sinn.
Feindſchaft iſt in vielen Fällen die notgedrungene Art, wie
ſich das Leben einer übergeordneten Gemeinſchaft in den
Glie=
dern äußert. Einfaches Beiſpiel; der innerpolitiſche Kampf.
Programm erbittert gegen Programm. Jede Partei
behaupte=
die allgemeine und daher alleinige Gültigkeit ihres Programms
und feindet das gegneriſche Programm an. Aber im nationalen
Körper verhalten ſich dieſe auseinanderlaufenden Strebungen wie
verſchiedene, zu Einzelzwecken eingerichtete Organe. Die
Feind=
ſchaft unter den Parteien erſcheint als der geſunde Eifer für die
jeweilige Spezialfunktion.
Folgerung: Insgeheim ſetzt jede Partei das Vorhandenſein
der Gegner voraus.
Hier wie in vielen anderen Fällen gilt, daß wir vom Feind
leben. Der Feind iſt nützlich. Er iſt mit uns zu einem höheren
Ganzen zuſammengedacht. Er leiſtet innerhalb des gemeinſamen
Ganzen das, was wir zu leiſten weder fähig noch willens ſind.
Die Abgrenzungsgefühle (die in beſonderen Fällen zum Haß
aus=
arten) ſind notwendig, damit die Funktionen ſauber geſchieden
bleiben und ſomit im Sinne des Ganzen verlaufen.
Andere Fälle einer ſolchen „harmoniſchen Entgegenſetzung”
zeigt die Kunſt. Hölderlin erklärt die Tragödie geradezu als
„Zwiſt aus übergroßer Innigkeit des Grundgefühls”. Weil ihr
Grundgefühl vom Leben das innigſte und geſchloſſenſte iſt, kann
es ſich nur durch das ſchärfſte Gegenteil, den ſinnfälligen Streit
von Rede gegen Rede, Menſch gegen Menſch, äußern.
Aus einer offen zutage liegenden Feindſchaft kann in den
meiſten Fällen auf eine höhere Gemeinſamkeit geſchloſſen werden,
die auf die Gegner unſichtbar übergreift. Sehr oft kommt Feindſchaft
aus einer noch geheimen Zuſammengehörigkeit, die ſich künftig
verwirklichen ſoll. Man ſollte jeden Feind daraufhin anſehen,
ob er nicht, gerade weil er heute gegen uns ſtreitet, der
Bundes=
genoſſe von morgen iſt.
Es iſt eine alte Erfahrung, daß eine wichtige Quelle der
Feindſchaft namentlich die Einſeitigkeiten und
Mangelhaftigkei=
ten ſind, die uns ſelber anhaften. Feindſchaft gibt in dieſen
Fäl=
len den Abſtand an, der uns noch von unſerer inneren
Vervoll=
ſtändigung, von unſerer Weſensgeſchloſſenheit trennt. Die meiſten
unſere Feinde ſind Projektionen unſerer inneren Zwieſpälte und
Mängel nach außen. Noch der dümmſte und frechſte Hohn, der
uns ins Geſicht grinſt, kann dieſe Bedeutung haben. Der Feind
wird zum Organ aller für uns verbindlichen Anſprüche, die wir
noch nicht erfüllt haben. Er rächt an uns alle Verletzungen
jener zahlreichen Ordnungen, denen wir geiſtigerweiſe oder ſonſt=
Vom Tage.
Nach dem Bericht der Reichsanſtalt für die Zeit vom 16. bis
31. Mai war die Entwicklung des Beſchäftigungsgrades in der
zweiten Hälfte des Monats Mai nicht ungünſtig. Seit dem
5. Mai hat die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten
Arbeitsloſen um rund 144 000 abgenommen. Am 31. Mai belief
ſie ſich auf rund 4 067 000.
Um die Liquidität der Reichskaſſe zu behalten, hat der
Reichs=
finanzminiſter mit den Banken um einen Zwiſchenkredit
Verhand=
lungen aufgenommen. Wie verlautet, ſoll es ſich um einen
Be=
trag von 250 Millionen handeln, der bis zum 1. Juli wieder
ab=
gedeckt werden muß.
Der Reichskanzler wird am 14. Juni. auf der Tagung der
Zentrumsfraktion in Hildesheim, die nächſte große
programma=
tiſche Rede halten.
Der Preußiſche Staatsrat wird bereits am 17. Juni zu ſeinem
nächſten Sitzungsabſchnitt zuſammentreten. Hauptgegenſtand der
Beratung werden die Ausführungsbeſtimmungen zu der
Notver=
ordnung des Reichspräſidenten bilden. Die Beſtimmungen
wer=
den dem Staatsrat einige Tage vorher zugehen.
Der am 17. Mai neugewählte Oldenburgiſche Landtag wählte
in ſeiner erſten Sitzung den nationalſozialiſtiſchen Kandidaten
Sichler mit 34 von 48 abgegebenen Stimmen zum Präſidenten.
Wie von zuſtändiger Seite mitgeteilt wird, ſoll das
deutſch=
ruſſiſche Freundſchaftsabkommen vom 24. April 1926, der
ſoge=
nannte Berliner Vertrag, der am 29. d. M. abläuft, im
weſent=
lichen in der gleichen Form verlängert werden.
Der amerikaniſche Schatzſekretär Mellon hat ſich am Mittwoch
auf der „Mauretania” nach Europa eingeſchifft.
es dem Premierminiſter bekannt, daß im engliſchen Parlament
keine einzige allgemeine Ausſprache zur Frage der interalliierten
Schulden oder Reparationen jemals ſtatgefunden hat, und iſt
dieſe Angelegenheit nicht ſo wichtig, daß ſie im Unterhaus zur
Beſprechung kommt?“
Hierauf antwortete Maedonald: „Ja, wenn es ſoweit iſt.”
Der Abgeordnete Peter Macdonald richtete an den
Pre=
mierminiſter die Frage, ob er die Einberufung einer Konferenz
unter Beteiligung aller Staaten, die an einer internationalen
Regelung ein Intereſſe haben, zwecks gegenſeitiger Annullierung
aller Verpflichtungen in denkbar größtem Maße in Erwägung
ziehen würde. Auf dieſe Frage erklärte Maedonald: „Englands
Haltung in der Schuldenfrage iſt allgemein bekannt, und ein
Schritt auf der vorgeſchlagenen Baſis würde unter den
gegen=
wärtigen Verhältniſſen wenig Zweck haben.”
Der Geſehgebungsausſchuß des Landtages
ſetzte geſtern die Beratungen über das Zweckverbandsgeſetz
fort. Dabei ſtellte ſich heraus, daß die Mehrheit des Ausſchuſſes
die Regierungsvorlage in den wichtigſten Punkten —
zwangs=
weiſe Bildung von Zweckverbänden, falls ein freiwilliger
Zu=
ſammenſchluß nicht zuſtande kommt; Aufſtellung der Satzung für
den Zweckverband; Auflöſung des Zweckverbands;
Zuſammen=
ſchluß heſſiſcher Gemeinden mit außerheſſiſchen Körperſchaften
geändert wünſcht. Die übrigen Artikel der Geſetzesvorlage
wur=
den mit geringen Abänderungen genehmigt. Für erledigt
er=
klärt wurde eine Eingabe des Heſſ. Landkreistages zum
Geſetz=
entwurf. Die Beratungen über das Zweckverbandsgeſetz werden
demnächſt fortgeſetzt. Inzwiſchen will der Ausſchuß die
ſtritti=
gen Punkte der Gemeindeordnung zu klren ſuchen.
Die neue Affäre Harkung
wird auch den heſſiſchen Landtag beſchäftigen. Das Zentrum
hat ſoeben folgenden Antrag eingebracht:
„Der Landtag wolle beſchließen, die Regierung zu erſuchen,
die Vereinbarung zwiſchen dem heſſiſchen Staat und der Stadt
Darmſtadt vom 27. November 1919 dahin abzuändern, daß die
Verwaltungskommiſſionsmitglieder des Heſſiſchen Landestheaters
die das Land Heſſen vertreten, durch den Landtag beftimmt
werden.”
Zur Orientierung ſei bemetkt, daß von den 7 Stimmen der
Verwaltungskommiſſion das Land 4 Stimmen, die Stadt
Darm=
ſtadt 3 Stimmen beſitzt. Das Land ſtellt die Stimme des
Staatspräſidenten, des Miniſteriums für Kultus und
Bildungs=
weſen, des Innenminiſteriums und des Finanzminiſteriums, die
Stadt Darmſtadt verteilt ihre Stimmen auf den
Oberbürger=
meiſter und zwei Vertreter der Stadtverordnetenverſammlung.
Bei dieſer Gelegenheit iſt notwendig zu ſagen, daß die
Ver=
einbarung vom November 1919 auch um deswegen abgeändert
werden muß, weil inzwiſchen die Laſtenverteilung geändert und
die Stadt Darmſtadt 55 Prozent, Heſſen aber nur 45 Prozent
trägt, während früher das Land die größere Laſt trug. Damals
wurde die Stimmenverteilung im Verwaltungsausſchuß mit
Rückſicht auf die Laſtenverteilung begründet, und aus dieſem
Grunde iſt der Anſpruch berechtigt, daß die Stadt jetzt in der
Verwaltungskommiſſion den Ausſchlag geben muß.
AoMinalftiſche Keoctanonsgehr.
Barrſkaden und polikiſcher Mord.
* Die blutigen. Zuſammenſtöße politiſcher Gegner mehren
in erſchreckender Weiſe. Es vergeht kaum ein Tag, ohne daß
nicht zu Zuſammenſtößen, die von den Kommuniſten inſzen;
werden, gekommen wäre. Nach den Barrikaden in Hamborn
jetzt gleichartige Ausſchreitungen gegen die Polizei in Hamb
zu verzeichnen. Selbſt ein ſehr weit links ſtehendes Berliner B
hat ſich dieſer Tage veranlaßt geſehen, eine Statiſtik der Zwiſch.
fälle zu veröffentlichen, aus der einwandfrei hervorgeht,
immer wieder die Kommuniſten die Urheber waren. Wir
heute wieder dort angelangt, wo wir vor dem Erlaß der Notzel
ordnung gegen das politiſche Rowdytum ſtanden. Es ſieht h.
nahe ſo aus, als ob dieſe Verordnung überhaupt nicht beſtünM, MM
Heute ſteht Deutſchland im Zeichen eines blutigen
Bürgerkrieg=
den niederzukämpfen die Polizei offenbar nicht in der Lage i (MlldeM
Sogar der ſozialdemokratiſche „Vorwärts” ſieht ſich veranlaßt, 10
den zyniſchen Mißbrauch der Arbeiter zu Parteizwecken und ü
die kommuniſtiſche Revolutionshetze zu klagen. 2e
will ſchon ſehr viel heißen, denn bisher verſuchte die ſozialdemon
tiſche Preſſe ſtets den Eindruck zu erwecken, als ob die Nationy// M deM
ſozialiſten ausſchließlich verantwortlich wären. Die Wochen
erilaniſe
Oſtern haben aber gezeigt, daß gerade die Rechtsradikalen eim nsſchuld
außergewöhnlich ſtarke Zurückhaltung an den Tag gelegt habe
und es wäre nicht verwunderlich, wenn ſie angeſichts der weſ eicl, Ae
fachen kommuniſtiſchen Ueberfälle zu entſprechenden Abwehrmuf Sch0
nahmen ſchritten. Es iſt aber auch unverſtändlich, warug ungder
der Reichsinnenminiſter ſich nicht ſchärfer
uaten
die Durchfürung der Notverordnung einſe
Wenn ſchon mit ſoviel Notverordnungen gearbeitet wird, don ryIan
kann auch die Notverordnung gegen politiſches Verbrechertum ve/ ein da
ſchärft werden, dann muß auch auf politiſchen Mord di uden 2
Todesſtrafe gelegt werden, vor allem aber müſſen die jetzig
Möglichkeiten aus der Notverordnung ſtrengſtens gehandh/ 0
Jährli
werden.
Ausſchreitungen in Mannheim ..."
Mannheim, 10. Juni
bürden,
„en.
Die 24
Im Anſchluß an eine kommuniſtiſche Proteſtkundgebuy) in de
gegen die neue Notverordnung kam es am Mittwoch abend
der Innenſtadt, zu ſchweren Ausſchreitungikeliigt
der Demonſtranten. Die Polizei mußte wiederholt vom Gummſt ſchen M
knüppel Gebrauch machen und nahm zahlreiche Verhaftunge nier der
vor. In verſchiedenen Straßen, der weſtlich
irden
Unterſtadt wurden aus Brettern, Eiſenſtangen, Mül
eimern, Steinen uſw. Barrikaden errichtet, das Pfly/ ſähe bei
ſter aufgeriſſen, die Laternen eingeſchlagen genäßig
ſo daß die Straßen völlig dunkel lagen. Als die Polizei gege hahlung
22 Uhr ſcharf durchgriff, wurden gegen ſie ſcharfe Schuſſergaten
abgegeben. Die Polizei erwiderte mit Schreckſchüſſen. Nach d
bisherigen Meldungen ſind Verwundete nicht bekannt gewordn)/Welt
Die Feuerwehr räumte die Hinderniſſe aus dem Weg.
mmenh
Polizei erhielt gegen 22.30 Uhr Verſtärkung.
Agenb
. und in Frankfurk a. M.
Wenn
reingetr
In Frankfurt a. M. kam es ebenfalls zu Ruheſtörungei s ſein,
nach einer kommuniſtiſchen Kundgebung. Die Polizei griff a)ſer Mö
fort und energiſch durch. Namentlich in den Stadtteile Meutſam=
Bornheim, Sachſenhauſen, Höchſt und in der Altſtad tü ge T.
mußte die Polizei eingreifen, wo ſie mit Steinen uNh-tniſſer
Pflaſterſteinen beworfen wurde und deshalb Schreyzu Ihnen
ſchüſſe abgab. Es wurden mehrere Verhaftungen po ſern. 9.
genommen.
wie angehören. Durch Feindſchaft helfen unſere Gegner uns
ſelbſt beſtimmen, erblicken, abgrenzen und erfüllen. Sie helfen
uns leben.
Das führt zu zwei Folgerungen.
Die erſte iſt die, daß ausnahmslos jede Feindſchaft, der wir
begegnen, der Beachtung wert iſt. Keineswegs darf das feige
Vorurteil aufkommen, daß jede Feindſchaft gegen uns „recht
habe‟. Aber ſie muß immer darauf unterſucht werden, ob ſie ſich
ſpeiſt aus Verſtößen und Unterlaſſungen, die wir in Untreue
gegen unſere wahre Berufung begangen haben, oder aus eine
grundſätzlichen Ablehnung unſeres Weſenskernes. Iſt ſie von der
letzteren Art, ſo geht ſie uns nichts an. Iſt ſie von der erſteren
Art, ſo müſſen wir die Mahnung, womöglich mit Dank,
entgegen=
nehmen, ſelbſt von der Spitze der Speere.
Die zweite Folgerung iſt die, daß Feindſchaft vorwiegend auf
dem inneren Schlachtfeld bekämpft und womöglich entwaffnet
werden muß. Die Waffe des Feindes iſt genau das, was wir zu
ſein unterlaſſen haben. Als ſeine Waffe erſcheint, was wir
an Ganzheit, Wahrheit und Verdichtung unſeres Weſens, an
Er=
füllung unſeres Menſchtums verſäumt haben. Die Entwaffnung
des Feindes geſchieht, indem wir leben, was er uns entgegenhaßt.
Sich innerlich verdichten und wahrmachen, das ſchlägt die Gegner
ohne Schwert. Selbſt das radikal Böſe weicht dem radikal
Wirk=
lichen. Warum ſetzt der Neuplatonismus dem Göttlichen als dem
„Seienden” das Böſe als das „Nichtſeiende” entgegen? —
Offen=
bar deshalb, weil gegenüber dem radikal Wirklichen, Seienden,
Vollſtändigen und Einen die Anfeindung des Böſen weder Ort
noch Sinn noch Weſen hat.
So hat auch jeder Einzelmenſch eine Möglichkeit, den Feind,
d. h. das Feindliche und Haſſende am Feind, ins Nichtſein zu
drängen, indem er ſein eigenes Sein mehrt und erhöht.
Gegner haben wir nur ſo lange, als wir ihrer bedürfen.
Freilich zahlt jeder Menſch den Preis für ſein Leben durch
eine einſeitige, beſchränkte und alſo mit einem letzten „Mangel”
behaftete Exiſtenz. Was das Gott gegenüber heißt, bleibt hier
aus dem Spiel. Aber von den Menſchen wird uns immer irgend
jemand höhnen oder haſſen, weil wir wagen, zu leben und ſo zu
ſein, wie wir ſind. Dieſer letzte Feind iſt unvermeidlich. Aber
alle übrigen können wir verwandeln, indem wir ihren Haß, d. h.
die Mahnung ihres Haſſes, als Leben in unſer eigenes Weſen
herübernehmen.
Die Algebra liefert dafür das Bild: Was von der einen
Seite einer Gleichung auf die andere herübergenommen wird,
wechſelt Vorzeichen und Wert. Minus wird Plus, Haß wird Leben.
Die Liebe beſtätigt uns in unſerem So=Sein, ſie bejaht uns
von Grund aus und läßt ſich ſelbſt Mängel als einen Schmuck
der geliebten Exiſtenz gefallen; denn ſie hört auch aus den
Män=
geln immer in erſter Linie heraus, daß das Geliebte lebt. Das
ſtiftet uns die Kraft, „Feindſchaft” iſt dasjenige Stück Umwelt,
renzed
drteil
In Eſſen wurde die Polizei gleichfalls von Kommuniſt fann
mit Steinen und Flaſchen beworfen. Die Polizei war genötr/ſſton den
Schreckſchüſſe abzugeben. — In Wuppertal und in Bar
men kam es ebenfalls zu großen Anſammlungen von Erſſoos her
werbsloſen, die durch die Polizei aufgelöſt wurden. Im Lauflſe noch a
des Tages wurden 12 Verhaftungen vorgenommen. — Bei Erſſen Erhol
werbsloſendemonſtrationen in Dortmund wurden ſogar Kiſſi0 hilfe i
der gegen die Polizei aufgehetzt. In Marten kam es wiedſthll wieder
holt zu Demonſtrationen. Aus den Fenſtern wurde mit BMſh allein
mentöpfen und Steinen auf die Beamten geworfen. Mehreg ſoll au
Demonſtranten flüchteten in die nahe gelegenen Häuſer. Beamſſaez
E=
die ihnen folgten, wurden mit dem Meſſer in der Hand empfe
gen. Einige Durchſuchungen nach Waffen wurden vorgenommch ols, wer
blieben jedoch erfolglos. Unter den Demonſtranten waren vice0 Je
ſei, de
Auswärtige zu beobachten, offenbar handelt es ſich um
planmäßiges Vorgehen, Verſchiedentlich wurde ſogar verſuche uſere 9
vor Beginn der Demonſtrationen das Ueberfallkommando tevl Püſtellen,
phoniſch nach einem anderen Stadtteil zu rufen, um die Beanß! ation
7Anl
ten durch dieſes Manöver abzulenken.
hren.
das nicht geneigt iſt, uns ohne weiteres zu beſtätigen. Sie
lauter Forderung im Kleid der Verneinung. Vor ihr gilt nil
das Sein, mit dem wir anfangen, ſondern das Sein, zu dem mit
gelangen, in Bewährung der Kraft, die die Liebe für uns
ſammengeſpart hat.
Großes Haus. — Mittwoch, den 10. Juni 1931.
Große Oper von G. Bizet.
Die Aufführung der Oper iſt eine unſerer beſten Leiſtunge
dieſer Spielzeit. Es war daher richtig, ſie anläßlich der Tagu
des Reichsverbandes bildender Künſtler in Darmſtadt den ad
allen Gauen Deutſchlands hier verſammelten Künſtlern zu zeige
Das hohe künſtleriſche Niveau der Inſzenierung und Beſetzund
heute beſonders ſtark dramatiſch beſchwingt und ſtimmlich geſtünl
wird ihnen ſicherlich einen Eindruck vermittelt haben, der geeigr
iſt, dem Ruf unſerer Bühne zu nützen.
Den Don Joſé ſang Joachim Sattler zum erſtenm!
Wenn deſſen künſtleriſche Beanlagung für die franzöſiſche Op
mit ihren großen Anforderungen an Kultur, Temperament u
mimiſche Darſtellung nicht günſtig ſcheint, ſo gelang es ihm der
noch, durch die ſpontane Art ſeines Weſens zu feſſeln. Auch 2
hohen Aufgaben, die im Belcanto, im Geſangsſtil und Technik 4
ſtellt werden, und für die Sattler weſentliche Eigenſchaften
allgemeinen fehlen, wurden heute zuweilen mit erſtaunliche
Gelingen erfüllt. So konnte im ganzen eine ſehr anſtändige L.
ſtung des vortrefflich disponierten Sängers zuſtande kommen, 1
v.H.
von verdientem Erfolg begleitet war.
Archiv für innere Koloniſation. (Verlag Deutſche Landbuchha
lung, Berlin SW.) Im jüngſt erſchienenen Heft 4/5 des Archivs
innere Koloniſation — der einzigen Fachzeitſchrift für das landwi
ſchaftliche Siedlungsweſen — behandelt im einführenden Aufſatz
M. Stolt (geſchäftsführendes Vorſtandsmitglied der Geſellſchaft
Förderung der inneren Koloniſation) eine der Grundfragen der pri
Nei
tiſchen Siedlung: Die zweckmäßige Betriebsgrößeng
ſtaltung bei der oſtdeutſchen landwirtſchaftlich
Siedlung. Der folgende Aufſatz des Doppelheftes bringt e
Denkſchrift der Direktoren des Deutſchen Forſchungsinſtitutes für Agra
und Siedlungsweſen: Geheimrat Sering=Berlin, Profeſſor Ser
phim=Roſtock, Profeſſor Lang=Königsberg und Proſſefor Dr.
Dietze=Jena berichten darin über „Die veränderten wir
chaftlichen Grundlagen der ländlichen Siedlun=
Im großen weltwirtſchaftlichen Rahmen betrachtet, wird hierin die N4
wendigkeit nachgewieſen, die Siedlung zu verbilligen, wenn lebensfäh
Betriebe entſtehen ſollen.
Nummer 160
Donnerstag, den 11. Juni 1931
Seite 3
en Vorkeil für die Welt von einem vollkommenen
Deukſchlands ein koſtſpieliges Experimenk.
Houghton forderk Hilfe
für Deutſchland.
Leutſchland kann unmöglich die
Reparakions=
hlungen mit Hilfe von ausländiſchen Anleihen
unbegrenzke Zeit hindurch forkführen ..."
EP. Ncw York, 10. Juni.
Vor dem Carnegie=Inſtitut in Pittsburg erklärte der ehemalige
Woche
gdikolen½ merikaniſche Botſchafter in Berlin und London, Houghton, das
gtᛋfzregsſchulden=Problem werde gegenwärtig von der Frage
be=
uis der F rrſcht, wie Deutſchland aus ſeinen finanziellen und wirtſchaft=
AowehrFᛋihen Schwierigkeiten herauskommen könne. Die
Annullie=
wa
ärfer ſung der Kriegsſchulden durch die Vereinigten
einſtlſtaaten könne auf die allgemeine
Wirtſchafts=
wird ſſüuge kaum einen weſentlichen Einfluß haben,
Echerun) enn da die Schuldnerſtaaten jährlich 12 Mil=
Mor)
die ſll arden Dollar ausgäben, könne man ſchwerlich
gehandſ ſtauben, daß die 200 Millionen Dollar, die
iljährlich an die Vereinigten Staaten bezahlt
jürden, den Wohlſtand dieſer Länder
vernich=
en.
10. 30
Die Lage Deutſchlands unterſcheide ſich von
ſtlundgel
er in der übrigen Welt in zwei Punkten: 1. weil
ſch abend
eitunſtſteutſchland ſeine Kolonien und ſeine
auslän=
om Gunk uſchen Märkte verloren habe; 2. weil Deutſchland
rhaftult üin ter der ihm zur Laſt gelegten Verantwortung
ſio fr den Krieg zu leiden habe. Falls die übrigen
en, A.
as Pflr lächte beſchließen würden, Deutſchland eine Hilfe durch
lag rmäßigung oder Aufſchub der Reparations=
Bolizel /Fkahlungen zu gewähren, müßten die Vereinigten
Schl
noh taaten daran teilnehmen. Man könne ſich für
nt gewoit.! Welt nichtsUnglücklicheres denken als einen Zu=
Veg Aſmmenbruch Deutſchlands im gegenwärtigen
uu genblick.
Wenn Deutſchland allmählich in eine unmögliche Situation
neingetrieben würde, ſo würde das ein ſo gewaltiges
Ereig=
ſtörunn!s ſein, daß Amerika ſchon jetzt gezwungen wäre, ſich mit
izei griſfedſer Möglichkeit zu beſchäftigen. Deutſchland ſpiele eine zu
ſadtteil hoeutſame Rolle in der alten Welt, als daß dieſe ohne ſeine
der AlnXwige Teilnahme imſtande wäre, ihr Leben in normalen
Ver=
kinenlſylmiſſen zu führen. Er ſagte wörtlich: Ich ſpreche ganz offen
abb 804z Ihnen; denn das ſcheint mir im Intereſſe Amerikas
ge=
ſigenNie. Deutſchländ iſt meiner Anſicht nach an der
renze des Möglichen angelangt. Ich kann keinen
ſorteil für die Welt von einem vollkommenen
ufammenbruch Deutſchlands ſehen. Ich will nicht
ran denken, was eintreten müßte, wenn in Mitteleuropa das
2Ahaos herrſchte. Jedenfalls würden ſolche Ereigniſſe weder
ts noch anderen Nationen helfen, auf den Weg der
wirtſchafi=
ſhen Erholung zu kommen. Wir dürfen nie vergeſſen, daß es
e Hilfe iſt, die wir gewähren, die den Wirtſchaftsbetrieb der
ſelt wieder ankurbeln kann. Gewiß, die Verantwortung liegt
icht allein an uns, aber wir tragen ſie mit. Das deutſche
olk auszupowern, könnte ſich als
koſtſpie=
ges Experiment herausſtellen, und darauf läuft es
Mhaus, wenn man es zu überzeugen ſucht, daß es für die näch
Uſn 60 Jahre an die Buchſtaben der Schuldverſchreibung gehal=
Mee /In ſei, deren Gerechtigkeit es verneint. Ich bin überzeugt, daß
W Ur unſere Pflicht wäre, uns auf eine Hilfsaktion für Deutſchland
DeAnzuſtellen. Deutſchland könne unmöglich die Re=
„99 ſrationszahlungen mit Hilfe von
ausländi=
hen Anleihen unbegrenzte Zeit hindurch
fort=
ſihren.
Zuſammenbruch Deutſchlands. — Die Auspoweruns
Houghkon für Reviſion des Young=Planes.
Skimſons Europareiſe
und eine neue Reparakionskonferenz.
New York, 10. Juni.
Die aus franzöſiſcher Quelle ſtammenden Berichte, daß im
Laufe des Juli in Paris oder Brüſſel eine
Kon=
ferenz der an der Reparationsfrage
intereſſier=
ten Mächte ſtattfinden werde, um eine gemeinſame Aktion
zur Bekämpfung der europäiſchen Finanz= und
Wirtſchaftskriſe in die Wege zu leiten, haben in
Waſhing=
ton erhebliches Aufſehen erregt. Das Staatsdepartement beeilt
ſich, zu verſichern, daß Stimſons Europareiſe, mit einer ſolchen
Konferenz nicht in Verbindung ſtehe, um ſo weniger, als die ame
rikaniſche Regierung bisher keine Kenntnis von derartigen
Ab=
ſichten europäiſcher Mächte habe. Es ſei daher zum mindeſten
ver=
früht, ſich über eine mögliche Beteiligung Amerikas an einer ſol
chen Konferenz zu äußern. Ueberhaupt haben die hochgeſpannten
Erwartungen, die man in Europa an Stimſons Reiſe knüpft, die
Waſhingtoner Regierung in eine derartige Verlegenheit gebracht,
daß ſie zu ſtark abſchwächenden Erklärungen gezwungen wurde.
„New York Herald Tribune” zufolge wird in Kreiſen des
amerika=
niſchen Staatsdepartements immer wieder darauf hingewieſen, daß
die amerikaniſche Regierung gegenwärtig keine
Veranlaſ=
ſung habe, ihre Haltung in der Schuldenfrage zu ändern.
Ebenſowenig habe die Regierung die Abſicht, die
Abrü=
ſtungsfrage als Tauſchobjekt zu benutzen. Stimſon ſei
ge=
zwungen geweſen, dem Botſchafter einer europäiſchen Macht
(vermutlich Frankreich) zu verſichern, daß ein derartiger
Vorſchlag keinen offiziellen Urſprung habe. Die bisherigen
Abrüſtungsmahnungen verſchiedener Regierungsmitglieder
bedeuteten keineswegs, daß etwaige Abrüſtungsverſprechen
europäiſcher Mächte einen Schuldennachlaß ſeitens der
Ver=
einigten Staaten zur Folge hätten. In dieſem
Zuſammen=
hang iſt eine Erklärung des ehemaligen Präſidenten
Coo=
lidge von Bedeutung, der den Gedanken, daß die
amerikani=
ſchen Steuerzahler die Abrüſtung Europas mit Milliarden
Dollar bezahlen ſollen, als unverſtändlich zurückweiſt.
Eu=
ropa habe ſich im Verſailler Vertrag Deutſchland gegenüber
verpflichtet, abzurüſten. Die Behauptung, daß Deutſchlands
Entwaffnung die allgemeine Abrüſtung lediglich vorbereiten
ſolle, ſei eine leere Ausflucht.
Bemerkenswert iſt, daß die republikaniſche „New York Heralt
Tribune” die Rede des ehemaligen Botſchafters Houghton mit
wenigen Worten abtut, daß dagegen die „New York Times”
ſei=
nen Ausführungen rückhaltlos zuſtimmt, mit dem Hinweis, daß es
für die ganze Welt ein Unglück wäre, wenn Deutſchland, durch
ſtarken Druck zur Verzweiflung getrieben, ſchließlich
zuſammen=
bräche.
Unveränderk ablehnende Haltung Amerikas.
EP. Waſhington, 10. Juni.
Wie hier verlautet, ſind die amerikaniſchen Behörden zurzeit
nicht geneigt. Diskuſſionen über das Kriegsſchulden= und
Repa=
rationsproblem wieder aufzunehmen. Dieſe Haltung wird damit
begründet, daß Deutſchland nach Anſicht der amerikaniſchen
Sach=
verſtändigen ſeine Laſten wenigſtens noch ſo lange werde tragen
können, bis es klar geworden ſei, ob die Schwierigkeiten lediglich
in der Weltwirtſchaftskriſe oder in beſonderen, tieferen Urſachen
begründet ſind.
Ein amerikaniſcher Hiſtoriker widerlegt die
Behaup=
kung der Alleinſchuld Deutſchlands am Kriege.
EP. Waſhington, 10. Juni.
Wie Senator Borah mitteilte, befindet ſich im Geheimarchiv
des Kongreſſes ein Gutachten des bekannten amerikaniſchen
Hiſto=
rikers Charles Tanſill, das die Behauptung von der Alleinſchuld
Deutſchlands am Weltkriege widerlege. Dieſes Gutachten ſei im
Jahre 1926 auf Veranlaſſung des amerikaniſchen Senats erſtattet
worden. Borah fügte hinzu, er wolle verſuchen, ein Exemplar
jenes Gutachtens zu erlangen.
* Nach Chequers.
Abrüſtung und Reparakionen Mikkelpunkk
der diplomakiſchen Beſprechungen. — Die Franzoſen
gezwungen, ſich mit beiden auseinanderzuſetzen.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 10. Juni.
Die franzöſiſche Preſſe erkennt beinahe einmütig an, daß
die Zuſammenkunft in Chequers einen Erfolg für die
deutſche Außenpolitik bedeutete. Ueber die Ausmaße
dieſes Erfolges gehen ſelbſtverſtändlich die Meinungen
auseinan=
der. Auch ſind ſie nicht immer objektiv, da man je nach der
perſönlichen Einſtellung zu Briand die Bedeutung der
Be=
ſprechungen in Chequers verkleinert oder vergrößert.
Mancherorts will man in Chequers nur einen moraliſchen
Erfolg für Deutſchland erblicken. Andere wieder erwarten ein
deutſch=engliſches Zuſammenwirken in den
wich=
tigſten Problemen der europäiſchen Politik: in der Frage
der Reparationen und der Abrüſtung.
Nach der Auffaſſung ſonſt wohlinformierter Kreiſe beſtätigt
ſich die Annahme, daß die Abrüſtungsfrage im
Mit=
telpunkt des deutſch=engliſchen
Meinungs=
austauſches ſtand. Ja, ſie ſoll auch weiter im
Mittel=
punkt der diplomatiſchen Beſprechungen über
die Reparationsfrage bleiben. Das geht ſchon aus der
Haltung Amerikas hervor. In Waſhington wäre man vor den
Präſidentenwahlen wenig geneigt, große finanzielle Opfer zu
bringen, trotzdem die amerikaniſchen
Induſtrie=
kreiſe angeblich für die Abſchaffung der
inter=
alliierten Schulden ſind. Nur, wenn für die
Abrüſtungs=
konferenz gewiſſe Verſprechungen von Frankreich zu erhalten
wären, ſoll Amerika zur Nachgiebigkeit bereit ſein. Wie dem
auch ſei, es iſt Tatſache, daß die Reparationsfrage
aktuell geworden iſt und die franzöſiſche Politik iſt
gezwungen, ſich mit ihr auseinanderzuſetzen.
Im übrigen ſoll die Zuſammenkunft in Chequers
trotzdem gewiſſe franzöſiſche Blätter über die „Grundlagen
einer deutſch=engliſchen Entente” ſprechen — die
Weiterent=
wicklung der deutſch=franzöſiſchenBeziehungen
nicht erſchweren. Vielmehr ſoll jetzt durch engliſche
Ver=
mittlung eine gewiſſe Entſpannung zwiſchen Berlin
und Paris hergeſtellt werden. Es wäre ſelbſtverſtändlich
beſſer geweſen, wenn dieſe engliſche Vermittlung ſich nicht als
unvermeidlich und als die einzige Möglichkeit weiter zu kommen
erwieſen hätte. Doch es iſt jetzt zu ſpät, ſich darüber Gedanken
zu machen. Das ſcheint man jetzt in Paris einzuſehen.
Jeden=
falls ſoll die engliſche Außenpolitik jetzt mit allen Kräften auck
für eine Verſtändigung mit Frankreich und Amerika arbeiten.
Kein ſranzöſiſcher Schrikt
in der Skahlhelm Angelegenheit in Berlin.
Berlin, 10. Juni.
Zu der geſtrigen Rede des franzöſiſchen Außenminiſters Briand
in der Kammer wird von unterrichteter Seite darauf hingewieſen,
daß ſie in erſter Linie innerpolitiſch als Abwehr
der gegen Briand gerichteten Angriffe zu
wer=
ten ſei. Wenn Briand im Zuſammenhang mit ſeinen
Ausfüh=
rungen über die Stahlhelmkundgebung in Breslau geſagt habe,
er glaube, dieſe Kundgebung ſtöre das Vertrauensverhältnis, und
er glaube, daß die Reichsregierung auf dem gleichen Standpunkt
ſtehe, ſo wird demgegenüber feſtgeſtellt, daß keine
franzö=
ſiſche Demarche in dieſer Angelegenheit
ſtatt=
gefunden hat. Briand hat lediglich bei einem
Diplomatenempfang zu dem deutſchen
Botſchaf=
ter v. Hoeſch ähnliche Aeußerungen gemacht, die
dieſer nach Berlin gemeldet hat. Den Aeußerungen
Briands über die Reparationsfrage, die den alten franzöſiſchen
Standpunkt darſtellen, daß die Verträge immer nurdann
ewig ſein ſollen, wenn es im Intereſſe
Frank=
reichs liegt, wird in politiſchen Kreiſen der Aufruf der
Reichsregierung anläßlich des Erlaſſes der Notverordnung
gegen=
übergehalten, in dem erklärt wird, daß die
Vorausſetzun=
gen des Youngplanes ſich als irrig erwieſen
hät=
ten und daß der Youngplan die erwarteten
Erleich=
terungen nicht gebracht habe. Um
Erleichterun=
gen innerhalb des Youngplanes zu erreichen,
habe Deutſchland volle Handlungsfreiheit. Für
eine geplante Reviſion außerhalb des
Young=
planes werden ſelbſtverſtändlich
Verhandlun=
gen mit den Vertragspartnern notwendig ſein.
Orbis Terrarum — Deutſchland, Text Ricarda Huch.
„Die Deutſchen unter ihrem grauen Himmel, mit ihrem
hart=
ſſickigen Winter, haben ſich ihr tägliches Brot in harter Arbei
ſirdienen müſſen, Ueberfluß hatten ſie nur an ſeeliſchen und
ſiſtigen Gütern. Dieſe ſind aber mit der Arbeit eng verbunden;
iſt ja der Lebensatem des Volkes, es lebt nicht nur von,
Undern in ihr, in ihr prägt es ſich auch aus wie in der Kunſt,
die ſie übergeht. Darum iſt es ein zwiefach vernichtendes
glück, wenn ein Land nicht Arbeit genug für ſein Volk hat.
ſelleicht iſt es ein Fluch, der die Menſchen trifft, wenn ſie die
ſtüt: rbeit, in der man ſich mühen, aber auch betätigen und genügen
zur Geißel und Ausbeutung machen und dem Zweck der
ereicherung unterordnen. Vielleicht muß eine Beſinnung
ein=
eten und die Maſchine aus einem Moloch, muß eine Kraft,
ſeel I he Entdeckung, eine unvorhergeſehene Wendung den Menſchen
o0 Hilfe kommen. Aus dem Elend, das dem Dreißigjährigen
ergeis rieg folgte, drang das Wunder der Muſik und eine neue
Kul=
rblüte hervor; ſo breitet ſich vielleicht auch unter uns, noch
ſcht beachtet, etwas vor, was die Not verſchmerzen laſſen wird,
W
1s der es erwuchs.” So ſchließt Ricarda Huch ihre textlich
che
usgezeichnete und von bewundernswerter Beherrſchung des
ſtoffes zeugende Einleitung zu dem neuen Orbis
Terra=
m Deutſchland, Lanoſchaft und Baukunſt, und die
M
ſaſchauenden, wie die prophetiſchen Worte Ricarda Huch’s
geben ſich in logiſchem Gedankengang aus dem, was
auf wenige Seiten zuſammendrängt, aber in dieſer
edrängtheit meiſterhaft vielſeitig über Deutſchland zu ſagen
eiß. Ueber das Deutſchland vergangener Jahrhunderte müſſen
ugen ſeine Architektur und Landſchaft, die auf uns
überkom=
ſen ſind, ebenſo über das Deutſchland von heute mit ſeinen
hantiſchen, techniſchen und baulichen Werken, die von einer
eie ſprechen und zeugen, wie ſie ein Volk kaum je durchlitt
nd durcharbeitete. — Und zu dieſem Text dann die Fülle —
der dreihundert — ganzſeitiger Bilder nach photographiſchen
nahmen techniſch vollendet, gedruckt und ausgewählt,
gleicher=
ſaßen mit den Augen des Künſtlers, des Architekten, wie des
eſchichtsſchreibers und Dichters. Wahrlich man muß dieſen
utſchlandbando, in der Reihe der Werke, die bisher vom
lantis=Verlag herausgebracht wurden, kennen. Man
8 ihn ſtudieren und muß damit vergleichen die Bände aus
ien Welten, zu denen es den Deutſchen immer wieder
hin=
er, um die ganze erhabene Schönheit der deutſchen Heimat,
e ſie Natur= und wie ſie Menſchenwerk geprägt, kennen, um
M3 in ſich aufnehmen zu lernen. Wir wiſſen es ja alle nicht,
Fchön, wie groß, wie heroiſch und wie lieblich, märchenhaft
idhlliſch gleichzeitig die Schönheit der deutſchen Heimat iſt.
Die=
ſes Werk in der Fülle ſo ausgezeichneter Bilder, das jedes wie
ein Kunſtwerk wirkt, offenbart uns das Deutſchland, das wir
alle zu kennen glauben, wunderbar neu.
Der Deutſchlandband der Orbis=Terrarum=Reihe, deſſen
frühere Ausgabe allerweiteſte Verbreitung gefunden hat, wurde
nicht mehr neu aufgelegt, ſondern durch den vorliegenden Bano
erſetzt.
Seit Herausgabe des erſten Bandes haben ſich nicht nur
Photo und Tiefdruck weiter entwickelt, ſondern auch das
Ver=
langen wurde immer reger, Deutſchland möge in der
repräſen=
tativſten Photobuch=Sammlung der Welt nicht nur als Land
liebenswert alter Winkel dargeſtellt werden, deren gewaltige
Leiſtungen ſich auch in der äußeren Erſcheinung der Städte und
Induſtriebauten dokumentieren. Das künſtleriſch aufgenommene
Flugbild mußte ebenfalls herangezogen werden. Schießlich galt
es noch durch einige typiſche Bilder, die deutſchen Volkstrachten
vor ihrem unaufhaltbaren Verſchwinden feſtzuhalten.
Wahrlich, der Atlantis=Verlag, deſſen mutiges Unternehmer=
und Bekennertum im In= und Ausland allgemeine
Bewunde=
rung erregt — er trägt aus ſchwerſter Zeit heraus den
deut=
wird ſich höchſte
Anerken=
ſchen Namen ſieghaft in die Welt —
nung, herzlichſten Dank erwerben.
Ap. Kurzgeſchichten. Unter dem Titel „Der Tod und die
Gra=
zien” hat Hermann Linden 19 Kurzgeſchichten (Verlag von Heitz
u. Co. in Straßburg; Preis 3 Mk.), teils ernſten, teils heiteren Inhalts,
herausgegeben, die auf geiſtreichen Einfällen beruhen und in denen
er mit bemerkenswertem Formtalent und Phantaſie tragiſche und tragi
komiſche Situationen und Lebensſchickſale ſchildert. Wird man die Ge
ſchichte von der Gläſerzofe, die zu den jungen Mädchen gehört, die früh
unglücklich und nicht alt werden, dem Inder, einem Zirkusartiſten, der
ſein ſeeliſches Gleichgewicht verliert, nachdem er im Film ſein
Heimat=
land wieder geſehen hat, oder der polniſchen Tänzerin, die ein Opfer
der Kreuzworträtſelkrankheit wird, nicht ohne Ergriffenheit leſen, ſo
erwecken die Erzählungen von dem Manne, der aus der Loge in das
Orcheſter ſteigt, dem Schreiber, dem ein gewonnenes Auto zum Unglüdk
wird, oder dem gefräßigen Kalifen und ſeinem Koch ungetrübte
Heiter=
keit. Es iſt eine amüſante Lektion, geeignet, Mußeſtunden angenehm
auszufüllen. — Im Verlag des Literariſchen Inſtituts Haas u.
Grab=
herr, Augsburg, erſchienen zwei Bücher von F. Schrönghamer=
Heimdal: „Urwuchs” heitere Geſchichten und „Alle guten
Geiſter” Spukgſchichten. (Preis broſch. 3 Mk.) Das erſtgenannte
Buch führt ſeinen Titel mit Recht; denn es iſt urwüchſig in Humor und
Sprache; es ſind köſtliche Geſchichten, die meiſtens in den von der Kultur
noch wenig beleckten bayeriſchen Dörfern ſpielen, deren urwüchſige
Be=
wohner gern den modernen Städtern gegenübergeſtellt werden, wie z. B.
in der Erzählung von der Bäuerin, die in einen Münchener
Gaſth=
einkehrt, wo „die Weibsbilder ihre Wadel ausſtellen bis über die Knie
ſeckſeiten von den Maſtſäuen und drei
hinauf, wie der Metzger die
Die Geſchichten löſen ein befreiendes
Portionen Moſtrich verzehrt
Lachen aus und eignen ſich beſonders für humoriſtiſche Vorträge. Mar=
cell Salzer würde daraus Kabinettsſtücke humoriſtiſcher Vortragskunſt
emacht haben. — Geiſtergeſchichten, ſo ſagt der Herausgeber in dem
Geleitwort zum zweiten Buche, paſſen nicht in das Zeitalter der Bubi
köpfe und Bembergſtrümpfe; aber die Alten, die von dem Aufkläricht
nichts wußten, glaubten baumfeſt an die Geſchehniſſe der Ueberwelt,
Der Herausgeber des Buches hat als junger Menſch in allen
Wirtſchafts=
ſtuben herumgehorcht, wo ſelbſterlebte Geiſtergeſchichten erzählt wurden,
und ſie ſpäter aufgeſchrieben, ahnend, daß ſolches Volksgut mit der
zu=
nehmenden Verflachung auch des Dorflebens unwiederbringlich verloren
ſei. Er iſt der Anſicht daß die zahlloſen Spukgeſchichten, die im Volke
umgehen, nicht immer Ausfluß von Hirngeſpinſten oder
Sinnestäuſchun=
gen ſind, ſondern daß viele auf Wahrheit beruhen und von
einwand=
freien Zeugen verbürgt ſind. Auch heute geſchähen noch Dinge, vor
denen die Wiſſenſchaft ratlos die Hände ringt. Man braucht nur an
Konnersreuth zu denken. Die geiſtige Welt des Spuks und der
Ge=
ſpenſter ſei wiſſenſchaftlich noch nicht durchforſcht und könne vielleicht
auch nicht durchforſcht werden. Den ſelbſterlebten unheimlichen Traum=
und Geiſtergeſchichten aus der Kriegs= und Nachkriegszeit, bei denen es
ſich um Täuſchungen nicht handeln kann, ſteht man allerdings ratlos
gegenüber. Mag man davon nun halten was man will, jedenfalls wird
man dieſe mit großem Fleiß zuſammengeſtellte Sammlung von Geiſter=
und Spukgeſchichten mit größtem Intereſſe leſen.
Ap. Die Phyſiognomie des Menſchen. Von Joh. Bapt. Porta.
Das Buch iſt der erſte Band der von Profeſſor Dr. med. et phil. Th
Leſſing und Dr. med. Wilh. Rink herausgegebenen Schriftenreihe
zur Geſtaltenkunde „Der Körper als Ausdruck‟. Der vollſtändige Titel
lautet: „Die Phyſiognomie des Menſchen. Vier Bücher von Johannes
Baptiſto Porta aus Neapel, zur Deutung von Art und Charakter der
Menſchen aus den äußerlich ſichtbaren Körperzeichen. Mit vorrefflichen.
nach der Natur gezeichneten Bildern. Für jedermann zu leſen nützlick
und dankbar”. Aus der lateiniſchen Ausgabe von 1593 ins Deutſche
übertragen und mit Anmerkungen verſehen von Dr. med. Wilh. Rink
Berlin. (Verlag Dr. Madans u. Co., Radebach.) Die genannte
Samm=
lung von Quellenſchriften zur Geſtaltenkunde (Wiſſenſchaft vom Leben)
ſtellt ſich, wie es in der wiſſenſchaftlichen Einführung heißt die Aufgabe
in einem Zeitalter wiſſenſchaftlicher Barbarei die zarten Keime zeitloſer
Naturanſchauung zu behüten. Porta, Gelehrter, Philoſoph und Dichter
lebte von 1545—1615 und war Verfaſſer vieler wiſſenſchaflicher Werke
und 24—25 Dramen und Komödien Während vor etwa 100 Jahren
Portas Name und Werke in der Literatur noch des öfteren angeführt
werden, ſind ſie heute ſo gut wie vergeſſen. Das Buch gehörte zu den
vielgeleſenen und hatte auf das ſpätere Schrifttum der Phyſiognomik
einen ſehr großen Einfluß. Seine Hauptaufgabe war, eine ſyſtematiſche
Zuſammenſtellung und kritiſche Ausleſe des geſamten phyſiognomiſchen
Wiſſens ſeiner Zeit zu liefern. Dabei entgeht nichts ſeiner Betrachtung,
und er iſt bemüht, in allem eine gewiſſe ſeeliſche Bedeutung
nachzu=
weiſen; von Kopf und Kopfhaaren anfangend, geht er alle Teile des
Antlitzes, des Stammes, der Glieder bis zu den Nägeln der Zehen und
Finger durch. Das Buch, das auf 350 Seiten eine Unmenge von
Klein=
arbeit enthält, und ein Dokument beiſpielloſen Sammelfleißes iſt, hat
nicht nur noch einen rein hiſtoriſchen Wert, ſondern läßt ſich, wenn man
von dem vielen Wunderlichen und Irrigen einer dunklen Zeit abſieht,
mit Erfolg für die Problematik auch der heutigen Charakterologie
frucht=
bar machen. Die beim Original im Text ſtehenden Bilder, die zum
großen Teil die Aehnlichkeit von Menſchen mit gewiſſen Tieren
dar=
ſtellen, ſind in einem Bildanhang an den Schluß des Buches geſtellt,
Seite 4
Ihre am 2. Juni vollzogene Bermählung geben hiermit
bekannt
S
Donnerstag, den 11. Juni 1931
Statt Karten.
Dr. med. dent. Emanuel Culmann
Dr. med. dent. Thilde Culmann=Wenz
Soderſtr. 112I.
Darmſtadt
(9003)
O
Todes=Anzeige.
Radiol 4=Röhren=
Fernempfäng., keine
Antenne nötig, bill.
zu verkauf.
Bruch=
wieſenſtr. 8, part.
Verwandten und Bekannten die ſchmerzliche Nachricht,
daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unſer
liebes Kind
Luiſe
nach kurzem, ſchwerem und mit großer Tapferkeit
ge=
tragenem Leiden, im Alter von 24 Jahren, zu ſich zu
rufen.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Heinrich Stier
und Ludwig Graulich.
Darmſtadt, Hannover, den 9. Junf 1931.
(8909
Die Beerdigung fſindet in aller Stille ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.
Heute morgen wurde mir mein heißgeliebter,
herzensguter Mann
Georg Becker
Stadtſekretär
nach kurzer, ſchwerer Krankheit im 39.
Lebens=
jahr durch den Tod entriſſen.
Barbara Becker, geb. Schwöbel.
Darmſtadt, Barkhausſtr. 43, Zotzenbach, Bensheim,
den 10. Juni 1931.
Oſe Beerdſgung ſindet Freſtag, den 12. Junſ, nach
mittags 3 Uhr, auf dem Waldfrledhof ſtatt.
Die Verlobung mit Fräulein Gretel
Hofferbert wurde meinerſelts am
2. Junl gelöſt.
Georg Keitel.
Trauer garderoben
werden in einigen Stunden
ſchwarz gefärbt
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Am Freitag, den 12. Juni 1931
verſteigere ich in meinem Verſteigerung8, hier, Hügelſtr. 27, verſchiedene
Gegenſtände öffentlich zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
(9031
Vorausſichtlich beſtimmt verſteigert
werden:
2 Bücherſchränke, 1 Schreibtiſch, eine
Bohrmaſchine, 1 Ladenregal, 1
Schreib=
pult, 1 Kommode, 1 Kappel=
Schreib=
maſchine, 1 Harmonium „Hofberg”,
1 Schreibtiſch (Diplomat).
Hieran verſteigere ich an Ort und
Stelle: 1 Rekord=Gasofen und Brauſe,
Noeder=Gasherd (neu), 1. Waſchtiſch
Feuerton).
Darmſtadt, den 11. Juni 1931.
Scharmann,
Stellv, des Gerichtsvollziehers Portner,
Darmſtadt, Oeinrichſtr. 93,
Am Freitag, den 12. Juni 1931,
vorm. 10 Uhr, ſollen in meinem
Verſteigerungslokale Luiſenſtraße 32/34
folgende Pfänder zwangsweiſe gegen
Bar=
zahlung verſteigert werden, insbeſondere
1 Warenſchrank, 1 Theke, 1 Standuhr
1 Schnellwaage, 1 Nuhebett mit Decke
150 Tabakpfeifchen, 1 Büfett, 1 Klavier
(Knake=Münſter), 1 Klavien
(Krumm), 1 Cello, 1 Diwan, 1
Tep=
pich, 1 Tiſch. 4 Stühle (gepolſtert),
1 Schreibtiſch. 1 Bücherſchrank, ein
Schreibtiſchſeſſel. 1 Ausziehtiſch, ein
Perſonenauto (Matthis), Möbel aller
(9039
Art u. a. m.
Darmſtadt, den 10. Juni 1931.
Jungermann
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.
Einträge in das Handelsregiſter Aſ
teilung 4: Am 1. Juni 1931 hinſichtE.
der Firmen: 1) Fr. Schubkegel, Dar
ſtadt: Geſchäft ſamt Firma iſt auf Frig
rich Schubkegel Witwe. Anna Mar a
geborene Hartmann in Darmſtadt u.n
ihre Kinder: 1. Lieſelotte Kathara
Schubkegel, geboren am 27. Mai 19.
el. gebl
ren am 22. Juni 1916, 3. Hugo Juſt
Schubkegel, geboren am 17. Auguſt 19
R
Gertrud Roſa Schubkegel, gebor
am 27. März 1923, während ihrer Mä.,/” Mdde
derjährigkeit vertreten durch ihre
vw=
genannte Mutter, als Erben des
Frie=
ich Schubtegel in Darmſtadt in Erbe= uch
gemeinſchaft übergegangen.
2) Mox
Landau, Darmſtadt: Die Firma iſt
loſchen. — Am 2. Juni 1931 hinſichtl in
der Firma; Jakob Hugenſchütz, Darr
ſtadt: Geſchäft ſamt Firma iſt auf Kau
mann Heinrich Völker in Darmſtaſt
und Kaufmann Ludwig Hugenſchüt
Darmſtadt als perſönlich haftende G
ſellſchafter übergegangen. Die offe
Handelsgeſellſchaft hat am 1. Janu ur
1931 begonnen. — Die Prokuren de
Kaufmanns Heinrich Völker in Darn=
ſtadt und des Kaufmanns Ludw
Hugenſchütz in Darmſtadt ſind erloſchei.
Abteilung B: Am 27. Mai 1931
ſichtlich der Firma: Max Roesler Feiu
ſteingutfabrik Aitiengeſellſchaft
Abte=
lung Darmſtadt, Hauptniederlaſſu=
Rodach (Coburg), Zweigniederlaſſur;
Darmſtadt: Ingenieur Otto Liebelt
Rodach iſt zum Geſamtprokuriſten b.
ſtellt, und zwar ſo, daß er gemeinſa
mit einem anderen Prokuriſten zeichns
ann. — Walter Puritz iſt aus dem !
ſtand ausgeſchieden. — Am 30. Mai 10
hinſichtlich der Firma: „Esma” Schu
geſellſchaft mit beſchrünkter
Haftun=
dautpniederlaſſung Offenbach a
Zweigniederlaſſung Darmſtadt: Dur
Beſchluß der Geſellſchafterverſammlu
vom 10. Februax 1930 iſt der Geſel
ſchaftsvertrag geändert: Die Geſchäftz
führer können nur gemeinſam
oder=
kann ein Geſchäftsführer zuſamms
mit einem Prokuriſten die
Geſellſcha=
vertreten. — Kathinka Bauer, geborem""
Schönmann, und Elſe Nordſchild geb.o leiſt
rene Marmorſtein, ſind als Geſchäft rorde
ührer abberufen. Kaufmann Fedm
Freier in München und Kaufmarm er zuſa
Karl Happ in Berlin ſind zu Geſchäfts ms mit
führern beſtellt.
Die Zweigniede
laſſung in Darmſtadt iſt als ſolche au
gehoben. — Am 5. Juni 1931 hinſichtli
der Firmen:
1) Dampfziegelei
Geſen=
chaft mit beſchränkter Haftung, Darm ſnde
ſtadt: Die Prokura des Bürovorſteher/, Zuſt
Laf1— Nei
Hermann Altmann iſt erloſchen.
ſabeth Meffert in Darmſtadt iſt zu
nG
Geſamtprokuriſtin beſtellt, derart de
ſeſſor Dr
ſie berechtigt iſt, in Gemeinſchaft m
nzam
einem anderen Prokuriſten die Geſel.
ſchaft zu vertreten und die Firma =
Erl
eichnen.
Willy Bickerle, Geſell
unts Gre
ſchaft mit beſchränkter Haftung, Darn ſäſt: 30.
ſtadt: Die Geſellſchaft iſt durch Beſchli
der Geſellſchafterverſammlung vom
ſcaft in
April 1931 aufgelöſt. Aenny, geborer
enen die
Glöckner, geſchiedene Ehefrau von Euge
darſch, verwitwete Bickerle in Darn=
An
ſtadt iſt zur Liquidatorin beſtellt.
1931 hinſichtlich der Firma
Ferd. Adolf Pertſch, Conventionsbureas 11k. 00
ue
Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung=
Darmſtadt: Durch Beſchluß der Geſeill
ſchafterverſammlung vom 10. Januc.
1931 iſt die Firma geändert in: Ferc
Adolf Pertſch. Conventionsbureau un
ſind. 2
Treuhandgeſellſchaft mit beſchränkte.
Nach dem Geſellſchaften
Haftung.
verſammlungsbeſchluß vom 4. Mai 1930
ſt jetzt Gegenſtand des Unternehmengt
Die Verwaltung aller auf die Organs
ſation des Wirtſchaftslebens abzielem
den Unternehmungen, insbeſondere vo
Conventionen, Syndikaten, Kartelle=
und verwandten Unternehmungen, di.
Beſorgung ſämtlicher Treuhandgeſchäf
die Uebernahme von Buch= und
triebsprüfungen jeder Art, Beratu
und Unterſtützung in Steuer=, Verwe
tungs=, Wirtſchafts= und Organiſatiol
Angelegenheiten, ſowie die Anlage u
Verwaltung fremder Vermögen 1.
nen Namen.
Durch Beſchlüſſe de
Geſellſchafterverſammlungen vom
Januar, 4. März 1931 und 4. Mai 198
iſt der Geſellſchaftsvertrag geände
Stellvertretende G
bzw. ergänzt.
ſchäftsführer ſind mit einem weitere
ſtellvertretenden Geſchäftsführer ol
mit einem Prokuriſten zur Vertretu
Volk
angeze
ton Be
* Oef
ge Aber
lirſte bei gl
ſein.
*.
un
der A.
ng d
en in
S=
Wilhelr.
der Geſellſchaft befugt.
Dietrich, Kaufmann in Darmſtadt iß
um ſtellvertretenden Geſchäftsführe
beſtellt. — Die Prokuren des Ludwe
Pflaum, des Wilhelm Dietrich und
Wilhelm Schölzel ſind erloſchen. —
Ne=
eintrag am 5. Juni 1931: Firma;
weſtdeutſche Fernleitungsgeſellſchaft mi
— Sitz:
Darm=
beſchränkter Haftung.
Gegenſtand des Unternehmens
ſtadt.
Der Bau und Betrieb einer Gasfer
leitung von Siegen in Weſtfalen durch
Oberheſſen bis zur Südgrenze des
Voll=
ſtaates Heſſen mit Abzweigungen nach
Gießen und Mainz zwecks Erfül
der durch die gleichzeitig abgeſchloſſene
Gasverſorgungsverträge bedingten Vek
pflichtungen. — Stammkapital: 2000
Reichsmark. — Geſchäftsführer: Dr. F.
Gummert in Eſſen und Dr. Lüder S.
Der Geſel
gelken in Darmſtadt
ſchaftsvertrag iſt am 15. April 1931 fe
Die Geſellſchaft wird du
geſtellt.
gemeinſchaftliches Handeln von zwe
Geſchäftsführern oder von einem
und einem Prokuriſte
ſchäftsführer
s nicht eingetragen wiri
vertreten.
veröffentlicht: Die öffentlichen Bekann
im
machungen der Geſellſchaft erfolge/oo/
Deutſchen Reichsanzeiger.
Darmſtadt, den 9. Juni 1931.
Amtsgericht I.
Serſteigerangs Ander
Am Freitag, den 12. Juni 1931
nachmittags 3 Uhr, verſteigere ich in
meinem Verſteigerungslokal.
Ludwigs=
platz 8, zwangéweiſe gegen Barzahlung
2 Bücherſchränke, 6 Schreibtiſche, eim
Radio=Apparat, 1 Oelgemälde, 4
Kla-
viere, 1 Schaumlöſcher, 4 Schreib.
maſchinen, 1 Kaſſenſchrank, 1 Miniatur—
denkmal, 1 Spiegelſchranr. 1 Matthic—
Limouſine, 3 Warenſchränke u. a. m.
Darmſtadt, den 10. Juni 1931.
Aff
Eißer
Nummer 160
Aus der Lanveshadprftadt.
Darmſtadt, den 11. Tuni 1931.
Donnerstag, den 11. Juni 1931
Seite 5
Die Deutſche Volksparkei zur Inkendankenwahl.
Von der Deutſchen Volkspartei wird uns geſchrieben:
Die Entſcheidung der Verwaltungskommiſſion des Heſſiſchen
Landestheaters, Herrn Hartung die Führung des Landestheaters
zu übertragen, hat in der geſamten heſſiſchen Bevölkerung ſtärkſte
Unruhe hervorgerufen. Der Beſchluß zeigt, wie falſch es war,
*M
etwa anzunehmen, daß trotz der Zurückhaltung des bisherigen
Ge=
neralintendanten eine Syſtemänderung beabſichtigt ſei. Er zeigt
auch, wie falſch die Behauptung des Herrn Staatspräſidenten von
dem maßgeblichen Einfluß der Parteien, vornehmlich auch der
Leutſchen Volkspartei, war, die er bei der Etatsberatung
aufge=
ſtellt hat. Er beweiſt ſchließlich auch ſchlagend, wie richtig die
Haltung der Fraktion der Deutſchen Volkspartei im Landtag war,
die trotz ihrer grundſätzlichen Theaterfreundlichkeit es abgelehnt
hat, dieſem Syſtem die notwendigen Mittel zu bewilligen.
Da der Abſchluß des Vertrages unabſehbare Folgen für die
Exiſtenz des Heſſiſchen Landestheaters haben müßte (ſchon heute iſt
ekennbar, daß infolge der Proteſtbewegung ein ſtarker Rückgang
ſer Einnahmen zu verzeichnen ſein wird) und der Landtag
zur=
zeit nicht verſammelt iſt, hat die Fraktion der Deutſchen
Volks=
aartei folgende kleine Anfrage an die heſſiſche Regierung
ge=
ichtet:
„Nach einer amtlichen Mitteilung hat die
Verwaltungskom=
miſſion des Heſſiſchen Landestheaters im Widerſpruch mit der
ein=
nütigen Auffaſſung des Theaterausſchuſſes des Landtags und der
aſt ebenſo einmütigen Auffaſſung des Theaterausſchuſſes der Stadt
Darmſtadt mit Mehrheit — wie man weiß: mit vier zu drei
Stimmen — Herrn Hartung zum Generalintendanten des
Heſ=
iſchen Landesheaters gewählt. Da die künſtleriſchen und beſonders
ie wirtſchaftlichen Leiſtungen des neugewählten Intendanten
us ſeiner früheren Darmſtädter Tätigkeit genau bekannt und
ſurch ſein ſpäteres Wirken vollauf beſtätigt worden ſind, erſcheint
ie Zukunft des Landestheaters durch den Abſchluß dieſes
An=
ſiellungsvertrages aufs ſtärkſte gefährdet, beſonders wenn ein
Vertrag mit jahrelanger Dauer abgeſchloſſen wurde. Wir fragen
eshalb an:
1. Iſt die Regierung bereit, den Vollzug des Vertrages mit
em neuen Generalintendanten bis zum Zuſammentritt des
Land=
ags zurückzuſtellen?
2. Wenn nein, iſt die Regierung bereit, mitzuteilen, welche
Fertragsdauer und welche Jahresbezüge in Ausſicht genommen
vorden ſind?
Da der Landtag vorausſichtlich erſt Ende dieſes Monats
wie=
er zuſammentritt, die Angelegenheit aber eilig iſt, begnügen wir
us mit einer ſchriftlichen Antwort.”
— Ernennung. Am 20. Mai 1931 wurde der
geſchäftsfüh=
ende Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht Gernsheim Karl Lang
im Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht Friedberg ernannt.
— Reichsfinanzverwaltung — Landesfinanzamt Darmſtadt.
egierungsaſſeſſor Dr. Reuning zu Mainz wurde zum
Regie=
ungsrat beim Finanzamt Mainz=Außenſtadt und
Regierungs=
eſſor Dr. Schönhals zu Offenbach zum Regierungsrat beim
ſinanzamt Offenbach=Stadt ernannt.
Erledigte Stelle. Die Förſterei Grebenhain des
Forſt=
mts Grebenhain kommt am 1. Juli l. J. zur Erledigung.
Melde=
it: 30. Juni 1931.
Einfuhr von Kirſchen nach England. Die Deutſche
Bot=
haft in London hat mitgeteilt, daß die Beſtimmungen, unter
enen die Einfuhr von Kirſchen nach England für das Jahr 1931
ugelaſſen worden iſt, auch für die Einfuhr nach Schottland
Gül=
gkeit haben."
Kunſtausſtellung Darmſtadt 1931, Mathildenhöhe, iſt
täg=
auch Sonntags, von 10 bis 18 Uhr, ohne Unterbrechung
ge=
ffnet. Eintrittskarten 50 Pfg., für Studenten und Schüler
Pfg. Katalog, in dem auch die Preiſe der Kunſtwerke
enthal=
n ſind, 20 Pfg.
Volkshochſchule. Infolge Erkrankung des Dozenten muß
angezeigte Vorleſung über „Dichtung und Bericht” von
nton Betzner ausfallen.
Oeffentliches Singen im Prinz=Emil=Garten. Das
letzt=
ihrige Abendſingen der Evang. Jugendbünde der Petrusgemeinde
üirfte bei allen Teilnehmern noch in beſter und ſchönſter
Erinne=
ung ſein. In dieſem Jahre findet der Singetag der
Jugend=
unde am kommenden Sonntag, dem 14. Juni, ſtatt, und zwar
jiederum unter Leitung des Landesjugendpfarrers Lic. Hans
un der Au. Dieſer Tag ſoll. wie ſeine Vorgänger, unter
Dar=
letung deſſen, was man den Tag über erarbeitet hat, ſein Ende
nden in einem öffentlichen Singen, das abends 8.30 Uhr im
hrinz=Emil=Garten beim ehemaligen Teich (bei regneriſchem
Wet=
ir im Gemeindehaus. Eichwieſenſtraße 8) ſeinen Anfang nimmt.
gu dieſer Abendfeier werden alle Freunde edler Volksmuſik recht
irzlich eingeladen. Auch ſoll diesmal wieder verſucht werden,
nit allen Teilnehmern gemeinſam zu ſingen, ſo daß die
Veranſtal=
ing den Charakter einer „offenen Singſtunde” bekommen wird.
Der Eintritt iſt natürlich frei; die Tore des Gartens bleiben
s nach Schluß des Singens geöffnet.
Die vom Städtiſchen Gaswerk eingeführten Sommerpreiſe
ſr Gaskoks ſehen z. B. fur Lieferungen im Juni einen
Preis=
ſchlaß bis zu 10 Prozent vor. Es empfiehlt ſich, die Preisvorteile
urch ſofortige Beſtellung beim Gaswerk oder bei den Darmſtädter
ohlenhändlern ſich zu ſichern. Bei Belieferung durch den
Koh=
mhandel entſtehen den Gaskokskunden keine Mehrkoſten. Das
hswerk hat ſeine neue Koksofenanlage, die nach dem neueſten
kand der Technik und den Erfahrungen der Zechenkokereien
er=
hut wurde, in Betrieb genommen. Nach langen Verſuchen iſt
ihm gelungen, die deutſche Kohle feſtzuſtellen, die ſich für eine
rzügliche Kokserzeugung beſonders gut eignet. Erhöhte
Kohlen=
ſten ſind dabei nicht geſcheut worden. Der in der neuen
Ofen=
tlage erzeugte Koks iſt auch im Ausſehen teuereren Koksarten
Uſtändig gleich. Helles, graues Ausſehen feſte Struktur und
ſeichmäßige Stückgröße gewährleiſten ein günſtiges Verhalten in
* Feuerung. Der qualitativ hochſtehende neue Darmſtädter
Gas=
s iſt im Verbrauch der billigſte. (Siehe heutige Anzeige.)
Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus
Donnerstag, 11. Juni
Freitag, 12. Juni
Samstag 13. Juni
Sonntag, 14. Juni
Preiſe 0.60—6 Mk
NffNf
Figaro3 Hochzeit
Keine Vorſtellung.
20, Ende nach 22.30 Uhr
Alt=Heidelberg
E 26
Pr. 0.80-8 Mk.
17.30—22.30 Uhr Gaſtſpiel Hans Grahl
P6, M6. Dariſt. Volksbühne Gr. I—1W
Abſchiedsvorſtellung Dr. Karl Böhm
Die Meiſterſiuger von Nürnberg
leirtes Haus: Geſchloſſen b 8 20. Juni (Tanzabend Eoith Bieleſeld)
Gaſtſplele des Heſſiſchen Landestheaters in Bad=Nauheim
Donnerstag, den 11. Juni 1931: „Wie werde ich reich und glückliche
Sonntag, den 14. Juni 1931: „Alt=Heidelberg”
Heſſiſches Landestheater. Gaſtſpiel Roſe Landwehr.
ſaula Kapper und Heinrich Hölzlin. In der heutigen
biſtellung „Figaros Hochzeit” ſingt Roſe Landwehr die
käfin, Paula Kapper die Suſanne und Heinrich Hölzlin den
9aro. Die muſikaliſche Leitung hat nicht, wie ſchon angekün=
Das
9t. Karl Maria Zwißler, ſondern Dr. Karl Böhm.
hauſpiel „Alt=Heidelberg” von „Meyer=Förſter wird
ſolge des ſtarken Publikumserfolges am Samstag, dem
Juni, im Großen Haus, wiederholt. Die urſprünglich
ange=
d igte Erſtaufführung der Operetten=Revue „Die drei
Mus=
iere” von Benatzky wird um einige Tage verſchoben. — Als
bie Schauſpielneuheit der laufenden Spielzeit wird „Die
Sil=
ſchnur” von Howard, in der Inſzenierung von Siegfried
mberger, vorbereitet. Die Erſtaufführung findet Dienstag,
7 16. Jani, im Großen Haus. ſtatt.
Segeiſtagerbeotien Haig dem Jangfraufoch in der Sclelg.
Die Erforſchung der Segelflugmöglichkeiten hat in den letzten
Jahren dank der Arbeiten des Forſchungsinſtitutes der Rhön=
Roſſitten=Geſellſchaft, das die Segelflugforſchung zur Aufgabe hat,
erhebliche Fortſchritte gemacht. Der Segelflug am Gebirge, im
Hangaufwind, führte lange die Vorherrſchaft, bis es gelang, den
Wolkenaufwind dem motorloſen Flug zu erſchließen und damit
den Segelflug vom Hang frei und ihm die Atmoſphäre zugänglich
zu machen. Das Segeln in thermiſchen Aufwinden, die durch die
Wärmeausſtrahlung des erhitzten Erdbodens bedingt ſind, iſt auch
verſchiedentlich, wenn bisher auch nur in vereinzelten Fällen. geübt
worden. Der Schleppſegelflug hat nunmehr auch für eine weitere
Verbreitung des Segelfluges geſorgt, indem er es möglich macht,
von jedem Flugplatz aus Segelflugzeuge hochzuſchleppen und
über=
all Segelflüge durchzuführen. Der Segelflug iſt heute nicht mehr
an den Gebirgshang gebunden, die freie Atmoſphäre iſt ihm
erſchloſſen.
Die dem Segelflug bisher zugänglich gemachten Gebirge ſind
Mittelgebirge, die ſich bis auf etwa 1000 Meter erſtrecken. Von
beſonderem Intereſſe wären Segelflüge im Hochgebirge, da hier
wieder ganz andere Aufwindverhältniſſe, als im Mittelgebirge
vorherrſchen. Bereits vor zwei Jahren, in dem ſtrengen Winter
1928/29, wurde der Verſuch gemacht, auch das Hochgebirge dem
Segelflug zugänglich zu machen. Robert Kronfeld führte damals
mit Unterſtützung des Forſchungsinſtituts der RRG. und
öſter=
reichiſcher Luftfahrtkreiſe eine Segelflugexpedition nach der Rax=
Alpe bei Wien durch, der aber infolge der großen Kälte von
teil=
weiſe — 30 Grad und der ſtarken Schneefälle keine großen
Er=
folge beſchieden waren. Kronfeld gelangen ſeinerzeit einige ſehr
ſchöne Segelflüge.
Auch Udet hat mit Unterſtützung der Münchener Illuſtrierten
Zeitung ein ähnliches Unternehmen vor einigen Jahren in die
Wege geleitet, wobei er ſich die Zugſpitze als Startgelände
ausge=
ſucht hatte. Der ſeinerzeit durchgeführte Flug iſt allerdings nicht
als Segelflug zu bezeichnen, da Udet lediglich einen längeren
Gleitflug durchführen konnte.
Das Forſchungsinſtitut der RRG. hat nunmehr eine
Segel=
flugexpedition nach der Schweiz entſandt, die die Aufgabe hat, die
Segelflugmöglichkeiten im hochalpinen Gelände zu erforſchen. Als
Ziel der Expedition iſt das Jungfraujoch auserſehen, das mit
ſei=
nen 3500 Metern Höhe außerordentlich kräftige Aufwinde zu
ver=
ſprechen ſcheint. Das für die Forſchungsflüge Verwendung
fin=
dende Flugzeug iſt der „Fafnir” mit Günter Groenhoff, als
Führer, die beide durch den Gewitterflug von München nach
Kaa=
den in der Tſchechoſlowakei rühmlichſt bekannt ſind. Um die
Flug=
ergebniſſe auch wiſſenſchaftlich einwandfrei zu erhalten wird Dipl.=
Ing. Peter Riedel mit einem Motorflugzeug Höhenaufſtiege
Sonderfahrk des „DarmſtädkerTagblakt
Zum Hanodaikeendſpiet in Hagen.
Wir machen noch einmal auf die Sonderfahrt des „
Darm=
ſtädter Tagblatts” zum Spiel um die Deutſche Meiſterſchaft
zwi=
ſchen dem heimiſchen Meiſter SV. 98 und Polizei Bexlin
am Sonntag, dem 14. Juni in Hagen aufmerkſam. Die Fahrt
wird in bequemen Allwetter=Großkraftwagen
durchgeführt. Sie beginnt am Sonntag morgen ½5 Uhr und
führt die Teilnehmer gegen 24 Uhr wieder nach Darmſtadt zurück,
Wir machen darauf aufmerkſam, daß die Karten nach
Mög=
lichkeit bis
heute abend 6 Uhr in unſerer
Ge=
ſchäftsſtelle, Rheinſtraße 23, abgeholt werden
müſſen. Einige Plätze ſind noch frei „Preis hin und zurück
3 RM. In Hagen ſind, genügend Platzkarten zu dem
Spiel reſerviert.
Café & MARTINI & BAR
Beachten Sie bitte unsere Samstags-Anzeige ! (5300a
Was mag ela wohl wiesler vorgehen 2 . . . . .
— Hohes Alter. Heute begeht Frau Jakob Becker Witwe,
Holzſtraße 10, ihren 85. Geburtstag.
Porza. Der Generalpräſident der Porza, Werneralvo
von Alvensleben, wird Samstag, den 13. Juni, 20 Uhr, im Hauſe
Alvensleben, Darmſtadt, Heinrich=Wingertsweg 1. über die Porza=
Bewegung im Jahre 1931 und deren Pläne für die nächſte Zeit
ſprechen. Anſchließend zeigt Robert S. Flaherty ſeinen neueſten
Südſeefilm „Moana”. Auskunft zwiſchen 9 und 11 Uhr durch die
Geſchäftsſtelle der Porza,; Gruppe Südweſt. Untermainka 19,
Telephon 32 280.
Wanderabteilung der Turngeſellſchaft 1875. Auf die am
kommenden Sonntag ſtattfindende Tageswanderung machen wir
unſere Mitglieder freundlichſt aufmerkſam. Der Abmarſch iſt um
7 Upr an der Kunſthalle, Rheinſtraße, und führt durch den
Beſſun=
ger Wald über den Prinzenberg—Lindenberg (Mittagsraſt), dann
hinunter nach Nieder=Ramſtadt zum Beſuche des Kinderturnens
des Main=Rhein=Gaues.
N. —
Saalpaun
sestäce
im Sommer auf der Terrasse. Mittagessen zu M. 1.—, 1.30 u. 1.60
m Abonnement 10% Ermäßigung. Portion Kaffee, St.
Erdbeer-
torte 0.90, ff. Ausschankweine. Bestgepflegte Sperialbiere. (9041b
— Schlußfeier der Volksbühne. Auf die Schlußfeier der
Volks=
bühne am kommenden Samstag im Städtiſchen Saalbau ſei
noch=
mals empfehlend aufmerkſam gemacht. Das Programm enthält
neben Liedern von Schubert und Strauß noch einige Duette die
die Damen Kienzl und Berthold ſingen werden. Herr
Hein=
rich Kuhn ſingt u. a. die Ballade „Archibald Douglas” und hei=
Den humoriſtiſchen Teil des
tere Landsknechtslieder von Lenz.
Programms hat Herr Pfaudler übernommen, der durch ſeinen
vornehmen Humor für heitere Stimmung ſorgen wird. Am
Kla=
vier waltet Herr Kavellmeiſter Palm ſeines Amtes. Zu der Feier
hat jedermann Zutritt, auch Nichtmitglieder ſind herzlich
willkom=
men. (Siehe heutige Anzeige.)
— Deutſcher Sprachverein. Was „Weck” ſind, weiß zurzeit
noch jeder Darmſtädter. Aber wie lange noch? Schon rücken die
Brötchen” heran und verdrängen die „Weck” aus dem
Darm=
ſtädter Gebiet. Solcher Wortverdrängungen gibt es eine Menge
bei uns. Der Vortrag im Sprachverein über Aenderungen im
Darmſtädter Wortſchatz wird über dieſe Erſcheinung berichten.
Anzeige im Montagsblatt.
SonderTahrt
des Darmstädter Tagblatt zum
Handball-Endspiel
am Sonntag, den 14. Juni, in
Haden
Fahrpreis Hin- u. Rückfahrt Mk. 13. bequemen Allwetter-Großkraftwagen.
Abfahrt //,5 Uhr ab Darmstadt. Rückankunft
in Darmstadt ca. 24 Uhr.
Einige Plätze sind noch frei!
Kartenverkauf am Tchalter der
Geschäfts-
stelle, Rheinstr. 23.
durchführen, die eine weſentliche Ergänzung der von Groenhoff
erbrachten Flugreſultate ergeben werden. Die erforderlichen
Flug=
vermeſſungen werden von cand. dipl.-ing. Wilhelm Harth
durch=
geführt. Die Expedition wird von Schweizer Luftfahrtkreiſen,
der Flugplatzgenoſſenſchaft Aviatik Beider Baſel in Baſel und dem
Aeroclub der Schweiz unterſtützt. Die Segelflüge in den Alpen
werden für die Segelflugbewegung in der Schweiz auch eine ſehr
erhebliche Propaganda bedeuten.
Es ſoll verſucht werden, vom Jungfraujoch aus Segelflüge und
kleinere Streckenflüge im Alpengelände durchzuführen um die
gänzlich unerſchloſſenen Aufwindverhältniſſe ſowie die Start= und
Landemöglichkeiten zunächſt einmal zu erforſchen. Gerade im
Alpengebiet ſcheinen ganz erhebliche Vertikalbewegungen
ſtattzu=
finden. Es iſt z. B. bei Verkehrsflugzeugen, die die Alvenſtrecke
befliegen wiederholt feſtgeſtellt worden, daß dieſe im Auf= bzw.
Abwind des Gebirges in ganz kurzer Zeit 500 Meter herauf= und
heruntergeriſſen wurden. Da über die zahlenmäßige Größe dieſer
Aufwinde noch keinerlei Unterlagen vorliegen, iſt es nicht nur für
den Segelflug, ſondern auch für die Wiſſenſchaft von großem Wert,
wenn derartige Flüge durchgeführt werden, die über alle dieſe
Verhältniſſe Aufſchluß bringen können. Dieſe noch fehlenden
Unterlagen ſollen durch die Flüge von Groenhoff erbracht werden.
Für den Fall. daß der Start vom Jungfraujoch aus ſelbſt nicht
möglich iſt, ſoll der Verſuch gemacht werden, von der Wenger Alp
aus im Hangaufwind bis zur Höhe der Jungfrau zu ſegeln.
Es muß unbedingt hervorgehoben werden, daß dieſe Flüge
lediglich Forſchungsflüge darſtellen, daß aber ſelbſt Streckenflüge
von beiſpielsweiſe „nur” 30 Kilometern ein Bravourſtück
bedeu=
ten, da ihre Durchführung in den Hochalpen, in den ſtark
wechſeln=
den Auf= und Abwinden, über Grate und Schluchten hinweg eine
meiſterhafte Technik des Segelfliegens unbedingt zur
Voraus=
ſetzung haben.
Wie inzwiſchen aus der Schweiz mitgeteilt worden iſt hat die
Expedition die Jungfrau erreicht und wird mit einſetzender
gün=
ſtiger Witterung mit den Segelflügen beginnen
Ueber die weiteren Ergebniſſe dieſer Segelflugexpedition in
die Region des ewigen Schnees werden wir unſere Leſer auf dem
Laufenden halten.
K.
Am Mittwoch iſt der erſte Flugverſuch Groenhoffs
geglückt. Der Pilot ſtartete kurz nach 2 Uhr auf „Fafnir”, auf
dem Jungfraujoch, bei ziemlich ſtarkem Wind. Ueber der Station
Jungfraujoch und Jungfrau (4167 Meter hoch) zog er mehrere
Schleifen und entſchwebte dann auf die Niederung zu. Er iſt in
Interlaken glatt gelandet. Die Verſuche werden fortgeſetzt.
Verbandsfeſt der Rhein=Main=Bereinigung
niederdeukſcher Heimalvereine.
Im Hotel Hufnagel in Seeheim a. d. B. fand das diesjährige
Verbandsfeſt der obengenannten Vereinigung ſtatt, deſſen Vor
bereitung im üblichen Wechſel in dieſem Jahre die „Plattdütſche
Vereenigung to Darmſtadt” durchgeführt hatte.
Nach Empfang der auswärtigen Landsleute aus Mainz,
Wiesbaden und Frankfurt wurden am Hauptbahnhof zwei
Wan=
dergruppen unter Darmſtädter Führung gebildet. Hiervon
wan=
derte die größere vom Böllenfalltor aus über Marienhöhe,
Wil=
brandshöhe, Prinzenberg, Mühltal und Himmelsleiter zum
Fran=
kenſtein, wo ſie mit der kleineren Gruppe zuſammentraf, die von
Eberſtadt aus direkt den Aufſtieg unternommen hatte. Nach
län=
gerer Frühſtücksraſt und kurzer Burgbeſichtigung wurde dann von
hier aus gemeinſam über den Herrnweg die Wanderung nach
See=
heim fortgeſetzt, wo Landsmann Suhrke ein vortreffliches
Mittags=
mahl für alle bereit hielt, die ſich nicht aus wirtſchaftlichen
Grün=
den zur Ruckſackverpflegung entſchloſſen hatten.
Bald nach Beendigung des Eſſens trafen auch, beſonders aus
Darmſtadt, noch zahlreiche Landsleute und Gäſte ein, ſo daß bei
Beginn des feſtlichen Programms um etwa 4.30 Uhr der Saal voll
beſetzt war. Dieſes brachte nun eine reiche Folge von Anſprachen,
Vorleſungen, Rezitationen, Geſangsvorträgen und heiteren
Dar=
bietungen, wobei beſonders die allerſeits beliebteKonzertſängerin
Fräulein Emmalotte Krauſe und Frau Hilde Schwend
De Hamborger Deern” begeiſterten Beifall ernteten. Da auch die
fröhliche Jugend zu ihrem Rechte kam war nur zu bald der
Zeit=
punkt herangekommen, wo mit Rückſicht auf die auswärtigen
Landsleute der allgemeine Aufbruch angetreten werden mußte.
Mit dem Deutſchlandlied wurde das Feſt beſchloſſen, und alle
ſchie=
den mit dem Bewußtſein voneinander, einen ſchönen Tag verlebt
zu haben. Die Zuſammenkünfte der Darmſtädter „Plattdeutſchen”
finden jeden 1. und 3. Freitag im Monat, abends 8.30 Uhr, im
Reſtaurant Chriſt, Grafenſtraße, ſtatt.
Aus dem Gerichksſaal.
Aw. Der Schrecken aller Michelſtädter Autler war ein älterer
Dienſtmann, der ein ganz obſtinater Autoverächter war. Schon
oft war ihm der Tod durch Ueberfahren prophezeit worden, bis ſich
am 11. März tatſächlich ſein Schickſal erfüllte. Wieder mal ging
er mit ſeinem Wägelchen, diesmal ausnahmsweiſe auf der
rich=
tigen Seite des Weges, als ſich auf der mit Glatteis überzogenen
Straße ein Auto nahte. Unſer Dienſtmann hatte nichts eiligeres
zu tun, als ſchnell noch die Straße zu überqueren. Das Auto,
deſſen Führer bremſen wollte, kam ins Rutſchen, ſtieß mit dem
hinteren Kotflügel gegen den luſtig weitergehenden Dienſtmann,
ſo daß er hinterrücks auf den Boden fiel und einen
Schädelbaſis=
bruch erlitt. Es trat eine Gehirnblutung ein, an deren Folgen
er alsbald ſtarb. Die Zeugen bekunden übereinſtimmend, daß der
Fahrer, ein junger Kaufmann aus Sandbach im
Hinblick auf die glatte Straße etwas zu ſchnell und wohl auch zu
weit links gefahren ſei, daß aber dem Dienſtmann nichts paſſiert
wäre, wenn er ſtehen geblieben ſei. Der Staatsanwalt kann in
der Mittwochverhandlung des Bezirksſchöffengerichts
in dieſem Verhalten des Getöteten nichts Inkorrektes finden,
ins=
beſondere keine mildernden Umſtände für den Angeklagten, und
beantragt wegen fahrläſſiger Tötung drei Monate
Ge=
fängnis. Der Verteidiger hält dafür, daß die Tatzeugen den
Un=
fall beſſer beurteilen könnten, als das Gericht, und beantragt
Freiſpruch. Das Gericht iſt der Anſicht, daß den Angeklagten
durch zu ſchnelles Fahren und durch zu weites Fahren auf der
linken Seite ein Verſchulden träfe und verurteilt ihn an Stelle
von einem Monat Gefängnis zu einer Geldſtrafe von
200 Mark, indem es ihm in dem Gehaben des Dienſtmannes
mildernde Umſtände zuerkennt.
Der geflüchtete Wixhauſener Täter gefaßt. Wie bereits
bekannt, wurde in der Nacht zum 10. Mai bei dem Metzgermeiſter
Mannheimer in Wixhauſen ein ſchwerer Laden= und
Wohnungs=
einbruch verübt. Zwei Unbekannte waren in das Haus
einge=
drungen und ſuchten Geld. Sie kamen dabei auch in ein Zimmer,
in dem der Sohn des Metzgermeiſters ſchlief, den ſie bedrohten
und mit einer Taſchenlampe blendeten. Als ſie ſich dann in ein
Zimmer zurückzogen, ſprang der Sohn aus dem Bette, worauf die
Täter flüchteten und mit einem Auto davonfuhren. Es gelang
recht bald, die Täter zu identifizieren. Bei ihrer Feſtnahme am
11. Mai konnte einer flüchten. Er wurde nunmehr in Neuen=
Gronau, Kreis Schlüchtern, wo er ſich verborgen hielt,
er=
mittelt und am 8. Juni feſtgenommen.
Verkehrsunfall. Am 9. Juni, in der Mittagszeit, ſind auf
der Straßenkreuzung Pallaswieſenſtraße—Blumenthalſtraße zwei
Kraftfahrzeuge zuſammengeſtoßen. Hierbei wurde ein 81 Jahre
alter Forſtrat aus Darmſtadt, der ſich gerade als Straßenpaſſant
an der Unfallſtelle befand und die Straße überqueren wollte,
er=
heblich verletzt. Der Verletzte wurde ſofort durch die Rettungs=”
wache in das Stadtkrankenhaus eingeliefert. Die Fahrzeuge
wur=
den erheblich beſchädigt. Es handelt ſich um einen Motor=
Milch=
wagen=Führer, Milchhändlex Karl Friedrich Poth aus Roßdorf,
und einen Perſonenwagen=Führer, Metzger Julius Reinheimer
aus Eberſtadt.
Diebſtahl aus einem Auto. Am 28. Mai wurde aus einem
Perſonenkraftwagen, der vor dem Hauſe Georgenſtraße 12
auf=
geſtellt war, die Zulaſſungsbeſcheinigung und Steuerkarte
geſtoh=
len. Die Zulaſſungsbeſcheinigung lautet auf den
Pexſonenkraft=
wagen mit dem Kennzeichen V S 1583, Motor=Nr. 452, Fahrgeſtell=
Nr. 1 B 428. Nummer der Zulaſſungsbeſcheinigung 11 169
aus=
geſtellt am 12. 12. 1930 vom Kreisamt Darmſtadt. Layt
Steuer=
karte iſt die Steuer bezahlt bis 17. 12. 1931.
Jede Zahl ein Menſchenſchickſal.
Wenn wir zum Notkreuztag am 1
ſpenden, um das Werk des Deutſchen
helfen, dann drängt ſich uns wohl auch die Frage auf, worin dieſes
Roten Kreuzes ſtützen zu
Werk im einzelnen beſtehen mag. Das Rote Kreuz liefert uns
zwar in ſeinen Tätigkeitsberichten das Material. Aber finden
wir dort nicht nur Zahlen, aus denen wir uns kein lebendiges
Bild von der wirklichen Tätigkeit dieſer großen Organiſation
machen können?
Auf den erſten Blick ſcheint es ſo. Fangen wir aber erſt
ein=
mal an, uns in dieſe Zahlen zu vertiefen, ſie in inneren
Zuſam=
menhang zu bringen mit dem, was uns täglich an Not und
Krank=
heit begegnet, dann gewinnen die toten Zahlen plötzlich Leben
und beginnen zu uns zu ſprechen
Wir leſen von 417 Krankenhäuſern, Säuglings= und
Mütter=
heimen. Erholungsheimen für Kinder und Erwachſene,
Alters=
heimen mit über 19 000 Betten. Jedes dieſer Betten iſt belegt mit
einem kranken oder erholungs= pflege= und erziehungsbedürftigen
Menſchen. Jeder von dieſen hat ſein eigenes Schickſal, mit dem
das Schickſal vieler anderer eng verbunden iſt. Sein Krankſein,
ſeine Bedürftigkeit irgendwelcher Art bedeutet ſicher eine Sorge,
vielleicht ein großes Unglück für die Seinen; von ſeiner Wieder=
herſtellung hängt nicht nur ſein eigenes Glück, oft auch das Wohl,
ja das Beſtehen ſeiner Familie ab
2341 Gemeindekrankenpflegeſtationen mit der mehrfachen
An=
zahl von Gemeindeſchweſtern unterhält das Note Kreuz: jede von
ihnen betreut, pflegt, berät, kleidet ſpeiſt einen großen Kreis
Kranker, Alter, Bedürftiger und bringt ihnen — und ſei es auch
nur eine halbe Stunde am Tag — ein wenig Sonnenſchein in ihr
trübes Leben.
In 124 Fürſorgeſtellen wird ein großer Kreis von Männern,
Frauen und Kindern, die von der Tuberkuloſe ergriffen oder durch
je gefährdet ſind, durch alle erdenklichen Maßnahmen und Metho=
den der Heilung zugeführt oder vor Anſteckung geſchützt.
775 Sauglingsfürſorge= und Mütterberatungsſtellen beobach=
ten das geſunde Aufwachſen von Tauſenden und Abertauſenden
von Säuglingen, ſorgen dafür, daß die Säuglingsſterblichkeit
immermehr abnimmt und ein geſundes Geſchlecht heranwächſt.
Gegen 700 Krippen. Kindergärten und Horte nehmen arbei
tenden Müttern und zerriſſenen Familien die Sorge und
Er=
iehung ihrer Kinder für viele Stunden des Tages ab und holen
die Kinder aus engen, ungeſunden Wohnungen in lichte, luftige
Räume, wo ſie unter anderen Kindern fröhlich ſein können und
richtige Ernährung, Kleidung und Pflege finden
Ueber 110 000 Mitglieder der Sanitätskolonnen haben, im
vergangenen Jahre in nahezu einer Million von Fällen erſte
Hilf=
geleiſtet. Für eine Million von Menſchen iſt bei einem plötzlich
eingetretenen Notſtand: Unfall, Krankheit, Todesgefahr ein
Hel=
ſer und Netter ſchnell zur Hand geweſen.
Nicht, daß durch die Mittel und Einrichtungen und die
arbei=
noch außerdem Hilfs= und Natbedürftige das Rote Kreuz, ſeine
Mitgliedovereine, Männer= und Frauenvereine, und deren
Ein=
richtungen in Anſpruch nehmen.
Nicht, daß durch die Mittel und Einrichtungen und die
arbei=
tenden Mitglieder des Roten Kreuzes das Schickſal jedes
Men=
ſchen, der ſich in irgendeiner Notlage an ſie wendet, immer
aus=
ſchlaggebend beeinflußt werden könnte: aber ein ſchnelles
Zugrei=
fen, ein guter Nat ein praktiſcher Fingerzeig, ein gewieſener Weg.
ine nützliche Augkunft, ein geduldiges Zuhören, ein freundliches
Augredenlaſſen, ein herzlich mitfühlendes Wort können neben der
materiellen Hilfe manchem Menſchenſchickſal einen neuen Antrieb
und eine Wendung zum Guten geben.
So gewinnen die Zahlen, die uns in der Tätigkeit des Roten
Kreuzes entgegentreten, Leben; denn jede von ihnen umfaßt ein
Menſchenſchickſal!
Vielleicht befanden unter den Menſchenſchickſalen, die von der
hilfodienenden Hand des Noten Kreuzes Linderung und glück=
liche Wendung erfuhren, wir ung ſelbſt; vielleicht werden wir uns
darunter befinden. Der Notkreuztag mahnt daher zum Dank.
E=
ſt nur ein geringer Dank, wenn wir ihn durch eine Spende in
die Sammlung zum Notkreuztag abſtatten.
Die Sammlung zum Rotkreuztage iſt amtlich genehmigt. Ver
möge der ausgebreiteten ehrenamtlichen Tätigkeit in den Not=
krenzvereinen wird der Ertrag der Sammlung reſtlos den Ein
richtungen des Noten Kreuzes und damit unmittelbar den
Hilfs=
bedürftigen zugute kommen.
— Neichobankſtelle. Infolge Umbaues ſind die
Schalterſtun=
den bis auf weiteres feſtgeſetzt: Montag bis Freitag: 8 Uhr
vor=
mittags bis 1.30 Uhr nachmittags, Samstag: 8 Uhr vormittags
bis 12.30 Uhr nachmittags.
Die Auozahlung der lauſenden Zuſatzrenten für nicht im
Erwerboleben ſtehende Schwerkriegsbeſchädigte,
Kriegohinterblie=
bene, Altrentner und Altrentnerinnen erfolgt am Montag
den 15. Juni, vormittags von 8—12 Uhr, durch die Stadtkaſſe.
Die Städtiſche Beruſoſeuerwehr wurde im Monat Ma
24mal alarmiert, und zwar zu einem Großfeuer (Landſeuer)
einem Mittelfeuer, vier Kleinſeuern. zwei Kaminbränden, einmal
zum Heben eines Großtieres, drei Autounfällen einem
Waſſer=
rohrbruch, ſechs Verkehroſtörungen und fünf ſonſtigen Fällen.
Der Kranken= und Unfalldienſt erſtreckte ſich auf 99 Transporte.
die zurückgelegte Fabrſtrecke betrug 1026 Kilometer. Auf der
Wache, Kirchſtraße 13 (Fernſprecher 600 und 3500), wurde in drei
Fallen erſte Hilſe geleiſtet.
Gutenbcrafeier in Mainz — Moſentage am Mhein. Nicht nur die
Jülnger der ſeharzen Kunſt, ſondern alle Bevölkerungsſchlchten rülſten
ſb, um am 2).—21. Junk an die Arbeitsſtätte des großen Meiſters der
Druekkunſt nach Malnx zu eilen. Im (utenbergmnſeum (Mheinallee)
erſoartet ſie eine Sonderausſtellung, insbeſondere die
Gutenberawerk=
ſtütte in Betrſeh, die bisher nur auf der „Preſſa” und der
Weltaus=
tellnng in Sevilla wzelgt wurde In einem Feſtſpiek im Stadtpar
ritt ihnen Gutenbera mit ſelnen Druckaeſellen, wie er ſchaffte und lebte,
gegenilber. „Inmitten der Moſen bmldigt ihm die Jugend. Die
welt=
verbreitete Gutenberageſellſehaft gedenkt in wiſſenſchaftlichem Mahmen
des Meiſters, wwübrend die Bevölkerung in einer Nundgebung am
Gutenberndenkmak ibm Ehre und Dank eriveiſt. An ausgezeichneter
Stelle des Kurfürſtlſihen Schloſſes, im Akadcmicſaal, ehrt die (
Geiſtes=
wvelt den Meiſter. Umrahmt wwird die Feler von Konzerten Splel,
Mei=
gen, Tauz= waſſerſportlichen Verauſtaltungen, Mbeinufer=, Wriſcken= und
Stndtbeleuchtung. Ein Volksfeſt zur Ehre eines der größten Meiſter
des Volkes ruft alle in dieſen Tagen nach Malnz am Rbein.
Geländet. Der Muſiker Ernſt Porth, geboren am 26 2
1902 in Neu=Iſenburg, iſt am 28. Mai 1931 beim Baden in der
früberen Grube „Prinz von Heſſen” ertrunken. Die Leiche wurde
geſtern geborgen und nach Biedenkopf überführt. Gleichzeitie
wird darauf bingewieſen, daß das Baden in den dortigen
Ge=
wäſſern verboten iſt. Ferner beſteht aber auch wegen ihrer
Eigen=
artigkeit die erhöbte Gefahr des Ertrinkens.
Feſtnahmen. Feſtgenommen wurde am 8. Juni wegen Vor,
nahme ungülchtiger Handlungen und Erregung öffentlichen
Aerger=
niſſes der 28 Jahre alte Hilſoarbeiter Auguſt Krichbaum aus
Darmſtadt. — Wegen verſchiedenen Diebſtählen, die er am 8 6
im Kauſhaus Ehape begangen hatte, wurde ein 28 Jahre alter
Dilfvarbeiter J. N. aus Dornberg feſtgenommen.
Einbruchodiebſtahl. In der Nacht vom 1 zum 2. Juni 1931
wurde in Darmſtadt eine Schaufenſterſcheibe mit einem Backſtein
einneworfen. Dieomal hatten es die Täter auf das Geſchäft deo
Herrn Kaufmann Karl Blaeß abgeſeben. Geſtohlen wurde nichts.
Motorraddiebſtahl. Trotz wiederbolter Warnungen werden
immer wieder Motor= und andere Fahrzeuge bis ſpat in die Nacht
hinein auf oſſener Straße unangeſchloſſen aufgeſtellt. Am 8.
1031. gegen 23 Uhr, wurde wieder ein Motorrad in der Georgen=
traße vor einem Hotel geſtohlen, Kennzeichen
S 9542. Motor=
Nr. 70 668, Marke B..20 — Ein am 21. Mai 1931 in
Darm=
ſtadt entwendeses Motorrad wurde in Mainz ermittelt und die
beiden Täter feſtgenomien
Vortrauliche Mitteilungen hinſicht,
lich der vorſtehenden Diebſtähle werden von der Kriminalpolige
Darmſtadt. Hülnelſtraße 31/33, Zimmer 3. entgegengenommen.
Entſprechende Belobnungen werden zugeſichert.
Brieſkaſten.
or M dr teite Deisn”gsillung beiyfüe
Hrendene Anftanss 2
Ide
nicht beantwortrt. Ole Deanttwortung erfolgt edne Mochteverbindtichertt
N. N. Wir wülrden doch empſeblen, die Licbtanlage erſt erſtellen zu
kaſſen, iuenn die Wobnunn vermietet iſt und bei Feſtſetzung des
Mietz=
giuſes einen Zuſihlan (eventnell nach Wiefragen brim Mieteinigunnsamt)
quzuſeten, der ſtih ſurſentlſch nach den (eſamtkoſten der Anlain richten
mitßte. (s bandelt ſich um eine Frage, die der Clektriker löſen muß.
N V. 500. 1. Es wird angenommen, daß eine Küche nach 7 Jahren,
ein Wounzlmmer nach 12 Jahren der vollſtändigen Derſtellung bedarf.
3. Die Juſtandſetungskommiſſion (StädtiſilrV Dochbauamt bier).
w. T., Mrichelsbcim. Es gibt eine Menge Wilcher über die
Sclbſt=
herſtellung von Nadiogerkt. Wenden Sie ſich an eine aute Bmbhand=
Jung, die Jonen ſicherlich aub Ausionblſendungen auſchickt-
Die Heſſiſche Bezirksgruppe
des Vereins Beralender Ingenienre
hielt ihre Jahresverſammlung im Kurhaus Bad=Nauheim ab.
Der V.B.J. umfaßt bekanntlich unabhängige, ſelbſtändige
Inge=
nieure, die durch eidesſtattliche Erklärung verpflichtet ſind, ihren
Beruf unter Ausſchluß von Vertretungen, Handels=, Unternehmer=
und Fabrikationsgewinnen auszuüben.
Naturgemäß ſtanden die wirtſchaftlichen Fragen im
Vorder=
grund der Beratung. Der Beruf des Beratenden Ingenieur
ſetzt ſich auch in Deutſchland allmählich durch, und die Möglichkeit
der Unterſtützung durch einen nur nach beſtem Wiſſen und
Ge=
wiſſen arbeitenden techniſchen Treuhänder wird in zunehmendem
Maße von Einzelperſonen und Betrieben gewürdigt. Beſchwerde
wurde dagegen darüber geführt, daß von ſeiten der Behörden die
Heranziehung der Beratenden Ingenieure in durchaus
unzuläng=
lichem Maße erfolgt. In vielen Fällen treten Feſtbeſoldete oder
ſogar Aemter in die Funktion des Beratenden Ingenieurs ein
und ſchädigen damit den freien Beruf in unverantwortlicher Weiſe.
Die Verſammlung beriet auch über die Fragen der
Gebühren=
höhe und war einſtimmig der Auffaſſung, daß nach Heranziehung
der freien Berufe zur Gewerbeſteuer die gegenwärtig gültigen
Sätze eine Ermäßigung einſchließen, die mit Rückſicht auf die
all=
gemeine Wirtſchaftslage in Kauf zu nehmen iſt, eine Erniedrigung
der Sätze jedoch fürs erſte ausſchließt. Wenn auf der anderen
Seite Behörden die Gebührenordnung als zu hoch bezeichnen und
Sachverſtändige mit nutzbringenden Nebenberufen heranziehen,
die unter den Sätzen arbeiten können, ſo liegt darin eine
Verken=
nung der dem Beratenden Jngenieur entſtehenden Mühen und
Koſten. Heute gelingt es nur einer geringen Anzahl, Ueberſchüſſe
zu erzielen, in keinem Falle wird hierbei eine Höhe erreicht, die
dem einzelnen eine Sicherung für das Alter bietet. Dieſe aber
muß ſich der Beratende Ingenieur ſelber ſchaffen, da für ſeine
Ver=
ſorgung nach Verluſt der Arbeitsfähigkeit niemand eintritt.
Die Verſammlung war getragen von dem Geiſte
hoffnungs=
voller Gemeinſchaft und wußte durch Betonung der wenn auch
ſpärlichen poſitiven Möglichkeiten für fruchtbare Arbeit das
Ver=
trauen zur Zukunft zu feſtigen.
.. . und Abertausende
gebrauchen und loben sie U
Nr44 m
ELIDA KONTGIN SEIEB
— „Der ledige Ehemann” iſt ein heiterer Schwank von
Rei=
mann und Schwarz, bei dem die Zuſchauer buchſtäblich nicht aus
dem Lachen herauskommen. Die geſtrige Erſtaufführung fand eine
begeiſterte Aufnahme. „Darmſtädter Tagblatt ſchreibt: „Das
Intime Theater von Nürnberg ſpielte den Schwank flott herun=
ter.‟ Eine erſtklaſſige Leiſtung bot der waſchechte Heinerbub K.
L. Lindt, der ſeinen Schauſpieler Emil Brückner” mit allen
Re=
giſtern ſeines großen Könnens ausſtattete Man muß ihn in dieſer
Nolle geſehen haben! Auch die übrigen Darſteller: Freia
Sturm=
ſels, Willi Minauf, Herbert Waſhington. Traute Reimann, Liſa
Karrer, Martin Roſen, Ferdinande Betke und Alfred Schnös ſind
mit großem Erfolg bemüht, dem Schwank zu einer Reihe von
Auf=
führungen zu verhelfen. Laſſen Sie ſich dieſen äußerſt genußreichen
Abend nicht entgehen! „Der ledige Ehemann” iſt der Lach=
Schlager. Die kleinen Preiſe von 60 Pfg. bis 2 Mark
machen es weiteſten Kreiſen möglich, einen der nächſten Abende
im Orpbeum zu verbringen. (Siebe Anzeige.)
— Im Union=Theater wird des ganz außergewöhnlichen Er=
ſolges wegen „Die Privatſekretärin” mit Nenate Müller, Herm.
Thiemig. Felix Breſſart und Ludw. Stößel heute nochmals auf
dem Spielplan belaſſen. Eine Weiterverlängerung iſt jedoch aus=
geſchloſſen.
Das Helia=Theater zeigt noch bis auf weiteres Felix
Breſ=
jart in dem großen Lachſchlager „Der Schrecken der Garniſon”
Jugendliche haben Zutritt.
In den Palaſt=Lichtſpielen wird das neue Senſations=
Doppelprogramm „Die Brücke von San Luis Rey” mit Lily
Da=
mita und der Senſationsfilm aus den kaliforniſchen Wäldern
„Herz in Not” nur noch heute und morgen vorgeführt.
Spendet nächſten Sonntag dem
Rotkreuztag
ur
Mittelſkandg= u. Studentenhilfe des Alice=Frauenvereins.
Aus den Parkeien.
Frauenortsgruppe der Deutſchen Volkspartef.
Im Nahmen einer Mitgliederverſammlung der Frauengruppe der
Deutſchen Volkspartei ſprach Frau Martha Schwarz=Verlin, die
Generalſekretärin des Reichofrauenausſchuſſes der Deutſchen Volks=
partei, über: „Politiſche Frauenpflichten in der Zeit der Gäb=
Der außerordentlich feſſelnde und anregende Vortrag war
rung”.
etwa in drei Teile gegliedert: „Wirtſchaftliche Kriſe, ſoziale
Kämpfe und kulturelles Moment”, und brachte eine Fülle von
neuen Geſichtspunkten, die gerade den Frauen zeigten, wie ſie mit
teilhaben können und haben ſollen, helfend und fördernd dem
Einzelnen und damit der Allgemeinheit zu dienen. Nach eine
Ausſprache ſchloß Frl. Pfnor, die auch die Verſammlung geleitet
hatte, mit dankenden Worten an die Rednerin den Abend.
Lokale Veranſtalkungen.
Vereinigungfrüberer Leibgardiſten
Darm=
ſtadt. Wir machen auf die heutige Anzeige im Inſeratentei
aufmerkſam und bitten unſere Mitglieder um zahlreichen
Beſuch=
am Sonntag, dem 14. Junt, anläßlich des Gegenbeſuches der
Ka=
meraden aus Worms. Wer ſich an der Beſichtigung des
Schloß=
muſeums in Kranichſtein, ſowie am Spaziergang über das
Ober=
waldhaus uſw. beteiligen will, iſt herzlich willkommen. Abfahrt
nach Kranichſtein um 9.20 Uhr vormittags ab Hauptbabnhof. Ab
3.30 Uhr dann im Bürgerbof gemütliches. Zuſammenſein. Für
Unterhaltung wird geſorgt. — Ferner machen wir gleichzeitig
bekannt, daß die Wanderung nach Groß=Gerau nicht am 21. Juni.
wie bei der letzten Wanderung bekannt gegeben worden,
ſtatt=
findet, ſondern doch am 28. Juni. Die Abfahrt erfolgt um 9.25 Uhr
ab Hauptbabnhof mit Sonntagskarte bis Groß=Gerau. In Klein=
Gerau wird ausgeſtiegen und die Wanderung über Mönchbruch
angetreten. Zahlreiche Beteiligung iſt erwünſcht.
Tageokalender für Donnerotag, den 11. Juni 1931.
Heſſ. Landegtheater Großes Haus, 19.30 Uhr: „Figaros
Kleines Haus: Geſchloſſen. — Orpheum. 20.30
Dase Der ledige Ehemann”
Uhr:
Konzerte: Zur Oper,
Schloßkeller, Herrngartenkaffee. Tropfſtein
Kinovorſtel=
lungen: Union= Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.
Stahlhelmarbeit in Rheinheſſen.
* Unermüdlich iſt der „Stahlhelm”, Bund der Frontſoldaten,
Rheinheſſen tätig. Zwei Stahlhelmkonzerte im Brauhauskeller
Nad waren wiederum ausgezeichnet beſucht und fanden den begeiſte=
Beifall der Bürgerſchaft. Am vergangenen Sonntag nahm der Süh
helm wiederum Gelegenheit, rheinheſſiſche Orte aufzuſuchen, um m
Freunde und Anhänger für den Stahlhelmgedanken zu gewinnen.
Moute war ſo feſtgeſetzt, daß Weiſenau, Laubenheim, Bodenheim, Nag
heim. Nierſtein, Schwabsburg, Dexheim und Oppenheim beſucht m
den. Die Teilnehmer, die auf etwa ein Dutzend Laſtwagen
ver=
ſuaren, wurden in der Nähe des Weiſenauer Bahnhofes vom Rhein
nit Steinen bombardiert. Als die Stahlhelmer von ihren Wagen
ſprangen, gaben die Wegelagerer Ferſengeld. Unterwegs ſchloſſen
N
aus den berührten Orten noch verſchiedene Stahlhelmabteilungen
In Nierſtein, wo eine größere Anzahl neuer Mitglieder der dortn
Ortsgruppe verpflichtet wurden, wurden die Stahlhelmer begeiß
empfaugen. Faſt kein Daus war ohne Flagge in den Farben des a
Reiches. Unter klingendem Spiel marſchierte die etwa 600 Mann ſt=
Stahlhelmkolonne durch die geſchmückten Ortsſtraßen, diesmal r
mit Steinen, ſondern mit Blumen beworfen, nach dem Marktplag, „
nach Abſingen des Deutſchlandliedes die Verpflichtung der einzen e/ü
teite
Kameraden, durch Dr. Wolf per Handſchlag vorgenommen wurde.
dem Einmärſch in Oppenheim kam es auf dem Marktplatz zu Zwiſd
anes
fällen, da Kommuniſten und Reichsbannerleute einige Stahlhelmer al ruten,
lich angriffen und niederſchlugen. Die Angreifer erhielten eine Tr=
Prügel und wurden dann der Polizei übergeben. Als das UeberFyy
kommando aus Mainz eintraf, war die Ordnung auf dem Marktsc/!.A
bereits wiederhergeſtellt. Der Stahlhelmführer Dr. Wolf konnte i/t Wct N
Oppenheimer Kameraden vor den im Quadrat auf dem Marktplatz —uf zuſuM
geſtellten Kolonnen auf den Stahlhelm verpflichten und wies dabei ſc (rmtälerd
ſonders darauf hin, daß ſich die Notwendigkeit des Vorhandenſeins
UAacen.
Stahlhelms allein ſchon mit Mückſicht auf die Unſicherheit der Str.
dei Bel
ergebe. Nach einer nationalen Feier auf der „Landskrone” fuhren // kaitzu gegel
Abend die Wagen unter dem Geleit des Ueberfallkommandos
-und
polizeiliches Geheiß auf großen Umwegen — nach Mainz zurück.
Dg. Arheilgen, 9. Juni. Feuerwehrfeſt. Nachdem die Aksſ
miſche Feier mit Ehrung der Gründer und Jubilare am letzten San
tag ſtattgefunden hat, findet die eigentliche Feier des 50jährigen Jn
läums unſerer Freiwilligen Feuerwehr am kommenden Samstag, So
tag und Montag ſtatt, und rührige Hände treffen die letzten Vorbe
tungen, um dem Feſte das richtige Gepräge zu geben. Für die 3 Zn
ſind folgende Veranſtaltungen vorgeſehen: Samstag, den
Juni, abends 8.30 Uhr: Fackelzug nach dem Feſtplatz mit anſchließ
nüt durch
Fi deunt
ien und
Alriegszeit
(I
dem Kommers ſowie Anſprachen und Darbietungen der hieſigen Z
eine. Sonntag, den 14. Juni, vormittags 6 Uhr: Weckr/
ab 7 Uhr: Empfang der auswärtigen Wehren und Vereine; 10 U
Schul= und Angriffsübung der Inbelwehr; ab 11.30 Uhr: Platzkons
der Feſtkapelle: 12 Uhr: Mittagspauſe. Nachmittags 2 Uhr:
Feſt=
durch die Ortsſtraßen nach dem Feſtplatz (Aufſtellung des Feſtzuges
der Dieburger Straße). Auf dem Feſtplatz: Muſikſtück, Begrüßung, F4
rede, geſangliche und ſportliche Darbietungen der hieſigen Vereine, 930
ſich übe
lint ein
Jazlö
ud war
Fäuen und
führungen der Reitergruppe des hieſigen Junglandbundes, Antreten
Jugendfeuerwehr, Konzert, Tanz und Beluſtigungen aller Art.
Mont=
den 15. Juni vormittags 10 Uhr: Frühſchoppen mit Konzert
dem Feſtplatz. Nachmittags 4 Uhr: Umzug durch die Ortsſtraßen n
dem Feſtplat. Daſelbſt: Großes Volksfeſt, Konzert und Kinderbelin
gungen. Abend8: Konzert, Tanz und turneriſche Vorführungen. T
Abſchluß der Feſtlichkeiten bildet am Montag abend ein großes B.
lantfeuerwerk, das ſicher ſeine Anziehungskraft nicht verfehlen wi)
Zahlreiche Wehren von auswärts haben ihr Erſcheinen zugeſagt, z
r
auch alle hieſigen Vereine haben ſich einmütig in den Dienſt der gu
Sache geſtellt, um durch geſangliche, turneriſche und ſonſtige Dark
tungen ihren Teil zum Gelingen des Feſtes beizutragen. Die Feſtmuf
wird von der ſchneidigen Kapelle der Jubelwehr geſtellt.
Aa. Eberſtadt, 10. Juni. Die Schweinezwiſchenzähluug
zu Beginn dieſes Monats ergab einen Schweinebeſtand von 618 Stü=
Handball in der Fr. Turnerſchaft. Die Freie Turn
ſchaft hat eine Handballabteilung ins Leben gerufen. Es ſind bere
zwei Mannſchaften gebildet worden. Auch werden zwei Schülermar,
ſchaften aufgeſtellt werden. Die Abteilung iſt der LeichtathletikgruxrMsllerel
angegliedert. — Landwirtſchaftlicher Taglohn. Wie
Ortsgruppe Eberſtadt des Heſſiſchen Landbundes mitteilt, beträgt 2
Eie
Taglohn für landwirtſchaftliche Arbeiter ab heute 2.— bis 2.50 RM.
Cp. Pfungſtadt, 10. Juni. Wieſeneröffnung. Die Wieſ
in der bieſigen Gemarkung ſind nach einer Mitteilung der Bürgern
ſterei vom Donnerstag, den 11. Juni, ab wieder geöffnet. Das u
breihen von Wieſen iſt nur mit Genehmigung des
Wieſenvorſtand=
geſtattet. — Die Lieferung und Herſtellung von 300 Mtr. Kunſtrann
ſteinen für den Ausbau der Ningſtraße ſoll durch die Gemeim
öffentlich vergeben werden. Angebote haben bis 12. Juni zu erfolg
Todesfall. Im Alter von 76 Jahren iſt Frau Katharina War/ Iufl
ner, geb. Gilbert, gaſtorben.
Ak. Nieder=Namſtadt, 10. Juni. Turnverein. Am nächſti/p.porto
Sonntag findet dahier das diesjährige Kinderturnen des Main=Rhen
Mie dieſt
gaues der Deutſchen Turnerſchaft ſtatt. Nabezu 300 Kinder werden hi
zum Wettkampf antreten. Das Turnen beginnt um 9 Uhr vormitta // Meu ſaben s
und füfdet ſtatt auf dem Feſtplatz des Feuerehrfeſtes am Ausgang ne) / Weint Udeme
Waſchenbach. — Mietunterſtützungen. Die für das Red/ kamell
nungsjahr 1930 ausgegebenen Gutſcheine ſind innerhalb 7 Tagen I
der Gemeindekaſſe einzulöſen, andernfalls ſie für verfalle klärt weF/
Hncht=
den. Für das Rechnungsjahr 1931 werden Gurſcheine ni
gegeben. An deren Stelle tritt das Liſtenſyſtem mit den
Idlo v/ Enuf
Zablungsverkehr. Barauszahlungen finden demnach nid
die bewilligten Mietunterſtützungen werden vielmehr dem
Gd
tigen Hausbeſitzer direkt an der Steuerſchuldigkeit abgebuch
für ſeden einzelnen Berechtigten wieder ein neuer Antrag aufzunehme:
Der Termin, wann dieſe auf der Bürgermeiſterei entgegengenommel
Heſſ. Sängerbun
werden, wird noch bekannt gemaht,
(Gau Darmſtadt Land). Am nächſten Sonntag findet in Griesheim E.
Darmſtadt das diesjährige Gauwertungsſingen ſtatt, das verbunden
mit dem 50jährigen Jubiläum der Sängervereinigung Germanie
Griesheim. An dem Singen beteiligen ſich 19 Gauvereine, die ſämtl5
al8 Pflichtchor den von ſeiten des Vundes als Maſſenchor für das gr
Bundesſängerfeſt in Frankfurt a. M. ausgewählten Chor „Das Mäg
lein und der Neuter” ſingen. Darüber binaus ſingt jeder Verein no
einen ſelbſtgewählten Chor nach freiem Ermeſſen. Das Singen ſell
findet in dem großen Feſtſaale des Gaſthauſes „Zum grünen Laub”.
und beginnt in Anbetracht deſſen, daß diesmal nur in einer Abteilur
geſungen wird, bereits um 8 Uhr vormittags. Als Wertungsrichter fu
giert eine auf dem (ſebiete des Männergeſanges durchaus ſachkundig
Perſönlichkeit. Der Nachmittag wird ausgefüllt durch eine Kundgebun
der Gauvereine auf dem Feſtplatz, wobei von ſämtlichen Sängern zu
Maſſemhöre zum Vortrag gelangen. Außſer dem Gauvorſitzenden we
den Anſprachen halten ein Vertreter des Heſſ. Sängerbundes ſowie de
Vertreter der Gemeinde.
— Ober.Namſtadt, 10. Junf. Die Turngeſellſchaft 1900 E.V. wir
wie ſchon bekannt, am Samstag, den 13. d. M., und am Sonntag, 9
14. d. M., in ihrer Turnhalle und dem dabeiliegenden Turnplatz an
Noßdörfer Straße ein Sport= und Werbefeſt veranſtalten. D
ſämtlichen Turn= und Sportabteilungen beteiligen ſich daran.
— Gernslefm. 10. Juni. Waſſerſtand des Rbeins ar
9. Juni 2.22 Meter, am 10. Juni 2.18 Meter.
Oberheſſen.
v. Schotten. 10. Juni. Oberbeſſiſcher Kolonnentag
In unſerer Kreisſtadt fand eine Aerzte= und Führertagung der ober
beſſiſchen Freiwilligen Sanitätskolonne vom Noten Kreuz ſtatt. Aie
16 Kolonnen ſaren über 80 Teilnehmer erſchienen. Provinzialinſpektenk
Sanitätsrat Dr. Habn=Bad=Naubeim konnte als Gäſte u. a. Kreie
direktor Dr. Jann und Bürgermeiſter Mengel begrüßen, ferner vor!
Oeſſiſchen Landesverein vom Noten Kreuz Gebeimrat v. Hahu=Darn?
ſtadt und Generaldirektor Heim=Offenbach a. M. Mit lebhaftem Inter
eſſe aufgenommen wurde ein Lichtbildervortrag von Fabrikant Frauf!
Offenbach a. M. über „Gas= und Waſſerrettungsdienſt”. An der ſehd
regen Ausſprache beteiligte ſich auch Gebeimrat v. Hahn, der die Griufs
des Landesvereins vom Roten Kreuz überbrachte und mitteilen konnte
daß äbnliche Vorträge in allen beſſiſchen Kolonnen in Ausſicht genon
men ſind. Die für die Sanitätsmannſchaften in Deſſen gültigen Be
ſtimmungen über Daftoflicht und Unfall behandelte Kolonnenführe.
Krau=Gießen. Einen Einblick in die vielſeitige Tätigkeit des Rote
Kreuzes in Heſſen gab ein von Gebeimrat v. Habn erſtatteter Ve=
richt, der mit intereſſantem Zablenmaterial belegt wurde. So iſt
Zahl der erſten Oilfeleiſtungen von 15 899 im Jahre 1928 auf 25 79
in 1930 geſtiegen. In noch hüberem Maßie wuchs die Zahl der Krankei
ransporte, die mit über 8u0 in 1930 faſt das Dreifache von 1928
be=
trug. Für die erfolgreiche Ablegung der in Deſſen ſeit zwei Jahren
eingeführten Führerprüfungen gab Gebeimrat v. Hahn beachtenswerte.
Anleitungen, ebenſo für die Durchführung des bevorſtehenden
Rot=
renztages, der nur dann zu einem vollen Gelingen führen könne
venn eine gute Vorbereitung und Werbung vorausgegangen ſei. Uind
Uebung der Molouns Schntten beſchlaß die auregend verlauſene Tagung.
Mummer 160
Domerstag, den 11. Juni 1931
Seite 7
Vom Muſikelown zum Jazzkönig.
z.u dem Senſationsprozeß Eric
am 12. Juni.
Borchardt
Au
ir die 31
deil
grron Morphium. — Der Aufſtieg zum Jazzkönig. — Vom
4seitsfiedler zum Kapellmeiſterſtar. — Der Gasſchlauch als
Magenpumpe. — Mordverdacht in Saarbrücken.
Wor dem Gericht in Saarbrücken findet am 12. Juni der
ſen=
zumelle „Fall Eric Borchardt” ſeine Aburteilung. Eric
Bor=
ſrot, der „Jazzkönig”, wurde bekanntlich am 13. April d. J.
gir dem Verdacht verhaftet, ſeine Freundin Margot
Gande=
getötet zu haben. Furchtbare Einzelheiten wirken
zuſam=
m um den berühmten Kapellmeiſter wegen Mordes
anzukla=
aber glücklicherweiſe konnten alle Verdachtsmomente ſo
ein=
uig widerlegt werden, daß nur noch eine Anklage auf
fahr=
ſige Tötung übrig blieb. Trotzdem entſchleierte dieſes
grauen=
ſte Ereignis, das ſich im Hotelzimmer Borchardts abſpielte,
Phantaſtik eines modernen Künſtlerlebens. Der Jazzkönig
w vom Dämon Morphium gepackt, der ihn nicht mehr aus
ſaen Krallen ließ. Aus Mitleid hatte er das junge Mädchen
ſeiner Wohnung ſchlafen laſſen, weil es obdachlos war. Als
tines Tages, kurz vor ſeinem Abſchiedskonzert in
Saar=
ſcken, nach Hauſe kam, fand er das junge Mädchen auf dem
efa bewußtlos liegen. Es hatte ſich mit Veronal vergiftet. In
ſaer Angſt vor Skandal verſuchte er mit Hilfe eines Gas=
(auchs der Bewußtloſen den Magen auszupumpen und glaubte
zu fähig zu ſein, da er während ſeiner Dienſtzeit als Matroſe
mitäterdienſte getan hatte. Er ging aber mit dieſer eigenarti=
„Magenpumpe” ſehr unvorſichtig um, und bei dieſer
unſach=
mißen Behandlung erſtickte das junge Mädchen. Alle Anzeichen
fachen gegen ihn, ſprachen für Mord. Eric Borchardt war
ver=
ſtt, und man nahm an, daß er ſich der Freundin in
Saar=
ſüicken durch Gift entledigen wollte. Die ganze Welt horchte
denn Eric Borchardt war einer der berühmteſten
euro=
ſhen und amerikaniſchen Kapellmeiſter, der beſonders in der
ſchkriegszeit einen wahren Triumphzug durch die ganze Welt
getreten hatte. Das Gericht forſchte nach ſeinem Vorleben,
ſich über die Motive ſeines Handelns klar zu werden, und
kam ein märchenhaft anmutendes Lebensſchickſal zu Tage.
„Jazzkönig”, der zwei Weltteile entzückte, ſtammte aus Ber=
und war in ſeiner Jugend Fiedler auf Hochzeiten in kleinen
Eädten und Dörfern. Während ſeiner Dienſtzeit als Marine=
mann wurde er in der Muſik weiter ausgebildet und nach ſeiner
Entlaſſung aus dem Heeresdienſt wurde er Muſikclown, der ſich
von den kleinſten Anfängen zu einer geachteten Stellung im
Artiſtenleben emporarbeitete. Nun ging er nach Amerika. Hier
kam er in den Kreis von Art Hickman, dem Erfinder der
Jazz=
muſik, die ſich ſchnell ganz Amerika eroberte. Jazzdirigenten
tauchten in Maſſen auf, aber nur die vier Freunde Art Hickman,
Ted Levis, Paul Whiteman und Eric Borchardt gelangten zu
großem Ruhme. Der einſtmals arme Muſiker wurde ein ſchwer
reicher Mann. Sein Freund Paul Whiteman blieb in Amerika,
Eric Borchardt.
um dort weiter die Lorbeeren zu ernten, Eric Borchardt aber
zog, als der Krieg zu Ende war, ſofort wieder in ſeine deutſche
Heimat, die er länger als 10 Jahre nicht geſehen hatte. Als
armer unbekannter Muſikclown war er von hier ausgezogen und
als reicher und berühmter König des Jazz kam er wieder zurück.
Der Ruhm blieb ihm auch in ſeiner Heimat und in ganz Europa
treu. Seine Konzerte werden vom Publikum geſtürmt. Die
erſten Häuſer bemühen ſich, den berühmten Kapellmeiſter für
ſich zu gewinnen, ein Leben der Hetzjagd und der Gaſtſpielreiſen
beginnt. Nun verfällt der Jazzkönig dem Kokain und Morphium.
Er braucht dieſe Rauſchgifte, um ſeine Energie und Tatkraft
aufrecht zu erhalten. Der künſtleriſche Ehrgeiz treibt ihn an,
aus ſeinem geſundheitlich geſchwächten Körper das Letzte
heraus=
zuholen, und immer größere Mengen Morphium werden dazu
erforderlich. Sein Körper führt einen verzweifelten Kampf
gegen das Gift, dem auch ſeine Freundinnen verfallen.
Selbſt=
mordverſuche des Verzweifelten unterbrechen hier und da ſeine
künſtleriſche Tätigkeit, die trotz alledem einen immer größeren
Umfang annimmt. Er iſt das gehetzte Wild ſeines eigenen
Ruh=
mes. Dabei wird ſeine Kunſt immer leidenſchaftlicher, immer
dämoniſcher. Seiner Muſik haftet etwas Wildbizarres an, das
die Menſchen lockt, ohne das ſie die Gründe für dieſe krankhafte
Intereſſantheit der Muſik des Jazzkönigs kennen. Dabei
klin=
gen aus den wilden Rhythmen der Kapelle bereits die düſteren
Töne eines Todesjazzes. Eric Borchardt wollte in einem
Sana=
torium in dieſem Sommer den Kampf gegen den Dämon
Mor=
phium führen. Da kam der furchtbare Zwiſchenfall von
Saar=
brücken, der ihn hinderte, an ſeiner Geneſung zu arbeiten.
Hof=
fentlich findet er noch die Kraft, ſich der Herrſchaft des
Rauſch=
giftes zu entziehen, um dann, wenn er die Folgen für ſein
leicht=
fertiges und fahrläſſiges Vorgehen dem jungen Mädchen
gegen=
über getragen hat, ein neues geſundes Leben zu beginnen. 1.
Aus Bädern und Kurorken.
Die Saiſon in Bad Orb im Spefſart.
Ein Beweis dafür, daß ſich das Intereſſe des Publikums immer
mehr auf die tatſächlichen Heilbäder konzentriert, iſt die ſteigende
Fre=
quenz des idylliſch gelegenen, wegen ſeines überaus geſunden Klimas
und ſeiner vortrefflichen Quellen bekannten Speſſartbades Orb. Die
Trinkkuren, die Kurkonzerte und die Badehäuſer zeigen regen Verkehr.
Bis zum 1. Juni 1931 ſind allein ſchon 2842 Kurgäſte gezählt worden.
Einen beſonderen Zuſtrom hat die erſte Juniwoche gebracht. Vom
Kur=
publikum wird beſonders dankenswert empfunden, daß die Kurverwaltung
keine Mittel ſcheut, gute Veranſtaltungen und Zerſtreuungen zu bieten.
Die Kurkonzerte werden vom Leipziger Philharmoniſchen Orcheſter
be=
ſtritten, und das Enſemble des eigenen Kurtheaters iſt glücklich zuſam=. Sinfoniekonzerte mit erſtklaſſiger Soliſtenbeſetzung und
Arien= und Liederabende von Kammerſänger Gläſer=Frankfurt a. M.
und Lohmann=Darmſtadt ſind für die nächſten Wochen vorgeſehen.
Beſonderer Beliebtheit erfreuen ſich die Kurparkbeleuchtungen, bei denen
der ganze Park in 9000 lebenden Lichtern erſtrahlt.
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Zur Richtigſtellung!
Die Kukirol=Fabrik Kurt Kriſp hat eine einſtweilige Verfügung veröffentlicht, die dieſe vor
dem Amtsgericht Schönebeck etwirkt hat.
Gegen dieſe Maßregel iſt das Nötige veranlaßt und zur Verbandlung vor das Landgericht
Frankfurt/Main geladen.
An dieſer Stelle ſei aber bekannt gemacht, daß wir ſofort nach Bekanntwerden der
einſi=
weiligen Verfügung des Amtsgerichts Schönebeck beim Landgericht Frankfurt/Main die nachfolgende
einſtweilige Verfügung gegen die
Kukirol=Fabrik Kurt Kriſp erwirkt haben.
34 O 41/81
Beschluß
in Sachen
der Deutschen Schollwerke G. m. b. H.,
in Frankfurt/Main-Sdd, Darmstädter Landstraße 220/224
vertreten durch ihren Geschäftsführer,
Antragstellerin
Prozelbevollmächtigte: Rechtsanwälte Dr. Rheinstein, Dr. Otto Eisner, Dr. Hermann
E. Simon, und Dr. Sellmar Spir, sämtlich in Frankfurt/Main —
Gegen
die Kukirol-Fabrik Kurt Krisp
in Bad Salzelmen bei Magdeburg.
Antragsgegnerin,
wird unter Annahme der Dringlichkeit durch einstweilige Verfügung auf Grund der K8 I, 14,
25 U. W.G., §§ 935 f. 890 9: 2.P.O. angeordnet:
I. Der Antragsgegnerin wird unter Androhung von Geldstrafen bis zu unbeschränkter
Höhe oder Haftstrafen bis zu 6 Monaten für jeden Fall der Zuwiderhandlung
untersagt dem Kunden und Abnehmern der Antragstellerin mitzuteilen, oder durch
öffentliche Mitteilungen bekannt zu machen, daß die Kunden und Abnehmer der
Antragstellerin nicht berechtigt seien, die Artikel der Firma Scholl zu
propa-
gieren oder zu verkaufen, wenn auf den Artikeln, Packungen, Prospekten usw.
der „Dr. Titel” angebracht sei.
a. Die Kosten des Verfügung-Verfahrens werden der Antragsgegnerin auferlegt.
3. Der Streitwert des Verfügung-Verfahrens wird auf 20,000.— Reichsmark festgesetzt.
Frankfurt / Main, den 3. Jnni 1931.
Landgericht, 4. Kammer für Handelssachen
gez. Deschauer, Kaufmann, Pohl.
Ausgefertigt: Schwarz, lustizangestellter als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle
Begl.: Dr. Spier, Rechtsanwalt.
Deutſche Schollwerke G. m. b. H.,
Frankfurt / Main Süd 10.
(V1.9036
[ ← ][ ][ → ]Donnerstag, den 11. Juni 1931
Seite 8
Nummer 160
Das erdbebenfeſte England hak ſein erſtes Erdbeben gehabt.
Die Aufräumungsarbeiten nach dem Rohrbruch in einer Londoner Straße,
der durch das Erdbeben verurſacht wurde.
England, das ſich bisher rühmte, durch das beſondere Wohlwollen der Natur von Erdbeben
ver=
ſchont zu ſein, hat nun ſein erſtes Beben gehabt, das zwar nur geringfügige Schäden anrichtete,
aber auf das ſtolze Inſelvolk einen außerordentlichen Eindruck machte.
Zurchkbarer Tod eines Toreadors.
Momentaufnahme: Der Stier hat den Toreador überrannt und ſpießt ihn auf.
Ein zweiter Stierkämpfer eilt ſeinem Kameraden vergebens zur Hilfe,
Trotz aller Proteſtkundgebungen der Tierfreunde haben die leidenſchaftlichen Spanier noch imme
nicht auf die blutrünſtigen Stierkämpfe verzichtet. Aber nicht allein unter den Tieren
forder=
dieſes Vergnügen an einer grauſamen Senſation ſeine Opfer, auch Menſchen müſſen es mit ihrer,
Leben bezahlen. — Unſer Bild zeigt das Ende eines der bekannteſten Toreadors, der ſeinen Ven
letzungen bald nach dem Kampfe erlag.
9
kan
M
„R
Ai
Reich und Ausland.
Pfingſttreffen des Sondershäuſer Verbandes
(nichtfarbentragender akademiſch=muſikaliſcher
Verbindungen).
Wie alljährlich, trafen ſich die im
Mittel=
rheiniſchen Gauverbande zuſammengeſchloſſenen
Ortsverbände des Sondershäuſer Verbandes
(Wiesbaden, Mainz, Darmſtadt, Frankfurt) am
zweiten Sonntage nach Pfingſten. Das
dies=
jährige Feſt fand auf den Rheinterraſſen in
Biebrich ſtatt, und war von rund 180
Angehö=
rigen des Verbandes mit ihren Damen beſucht;
an aktiven Verbindungen waren vertreten:
Aka=
dem. Chor Darmſtadt, Waltharia=Frankfurt und
Stauffia=Heidelberg. Der Vorſitzende des
Gau=
verbands, Prof. Dr. Behn=Mainz (Stauffia=
Hei=
delberg) wies in ſeiner Feſtanſprache darauf hin,
daß der S. V. gerade eben ſeinen Mitgliedern
überaus wertvolle Ideale zu geben imſtande ſei,
den aus der Beſchäftigung mit der Muſik
erwach=
ſenen lebensbejahenden Optimismus und echtes,
vom Parteigetriebe unberührtes
Nationalbe=
wußtſein. Die Damen feierte in launigen
Wor=
ten Dr. Fieſel=Frankfurt (Waltharia=Frankfurt),
über dem ungewöhnlich ſtark beſetzten
Fuchſen=
ſtall herrſchte Dipl.=Ing Pabſt=Wiesbaden (
Aka=
dem. Chor Darmſtadt). Das Feſt wurde
einge=
leitet durch eine zwangloſe Kaffeetafel und fand
ſeinen Höhepunkt in einem kurzen akademiſchen
Kommers. Nach dem Abendeſſen wurde bis zum
unwiderruflich letzten Zuge noch ausgiebig dem
Tanze gehuldigt. Im kommenden Jahre gedenkt
der S. V. ſich ofiziell und korporativ an dem
Bundes=Sängerfeſt in Frankfurt zu beteiligen.
Der neue Vorſtand des Bundes Deutſcher
Architekten.
Auf dem 28. Bundestag des Bundes
Deut=
ſcher Architekten (B.D.A.) wurde an Stelle des
bisherigen neungliedrigen Vorſtandes ein
Vor=
ſtand von drei Mitgliedern gewählt, und zwar
gehören ihm außer dem Ehrenpräſidenten Geh.=
Rat Gurlitt=Dresden, an die Architekten B.D.A.
Prof. Dr. Kreis=Dresden als Präſident, ferner
Prof. Poelzig=Berlin und Reg.=Baumeiſter a. D.
Kallmeyer=Halle.
Ueberreichung des Goldenen Sportabzeichens
des A. v. D. an Elli Beinhorn.
Im Rahmen eines für die Teilnehmer an
der 10 000=Kilometerfahrt in der Motor=Jacht=
und Landhaus=Vereinigung des Automobilklubs
von Deutſchland in Cladow gegebenen
Nachmit=
tagtees fand eine beſondere Ehrung der deutſchen
Afrika=Fliegerin Elli Beinhorn ſtatt. Der
Prä=
ſident des A. v. D., Adolf Friedrich Herzog zu
Mecklenburg, überreichte der tapferen Pilotin
mit anerkennenden Worten das Goldene
Sport=
abzeichen des A. v. D.
Thea Raſche hat Glück gehabt.
Die Pantglafen loohett Mannter Hartien.
ſtürmen)
OMkünſter
jef
Links: Der
kriegeriſchen Pankgrafen aus Berlin=Wedding, die auf ihrer
dies=
jährigen Ritterfah
im 13. und 14. Juni die alte Weſtfalenſtadt Münſter „erſtürmen” wollen.
Rechts: Das Rathaus von Münſter mit ſeinem herrlichen gotiſchen Giebel.
Die Kunſtfliegerin Thea Raſche mit dem
abge=
ſplitterten Flügel ihres Flugzeuges,
deſſen Abreißen bei Vorführungen über dem
Tempelhofer Flugfeld für ſie beinahe zur
Kata=
ſtrophe geführt hätte.
Ein Radfahrer verurſacht drei Verkehrsunfälle.
Frankfurt a. M. Dienstag vormittag
verſuchte auf der Mainzer Landſtraße bei
Gries=
heim ein Radfahrer, noch vor dem Herannahen
der Straßenbahn die Gleiſe zu überqueren.
Zu=
gleich wollte er aber auch einem Lieferwagen
ausweichen, der aus der entgegengeſetzten
Rich=
tung kam. Er wurde aber noch von dem
Wagen=
rad geſtreift und vom Rad geſchleudert. Der
Wagenführer, der das Unglück kommen ſah, hatte
verſucht, durch raſches Herumreißen des Steuers
den Zuſammenſtoß zu verhüten. Der Wagen
wurde dabei aber auch beſchädigt und rannte
ſchließlich noch mit einem aus gleicher Richtung
kommenden Lieferwagen zuſammen. Auch
die=
ſer Wagen wurde ſchwer beſchädigt. Der
Rad=
fahrer wurde ſchwer verletzt dem Krankenhaus
zugeführt.
Eine Ehefrau erſchießt ſich.
Ba. Wiesbaden. Am Montag abend,
gegen 19.30 Uhr, erſchoß ſich die etwa 56 Jahre
alte Ehefrau Minna Poths, Wiesbaden=
Schier=
ſtein, Wiesbadener Straße 40 wohnhaft, in
ihrem Schlafzimmer mit einem Revolver. Der
Schuß drang über der Naſenwurzel in den Kopf
und verurſachte den ſofortigen Tod der Frau.
Die Lebensmüde, deren Sohn im Kriege fiel,
litt ſeit dieſem Schickſalsſchlag an Schwermut, die
ſich in letzter Zeit beſonders ſteigerte. Deshalb
befand ſich die Frau ihres vor einem Jahr ver
ſtorbenen Bruders ſeit etwa vier Wochen im
Hauſe, um die Wirtſchaft zu führen. Der
Ehe=
mann, der Eiſenbahninſpektor a. D. Georg Poths,
weilte zur Zeit der Tat im Garten, während
die Schwägerin in der Küche beſchäftigt war
Gegen 6 Uhr war Frau Poths erſt von
Nachbars=
leuten nach Hauſe gekommen. Zu der Tat hatte
ſich Frau Poths den Revolver ihres Mannes
aus dem Schrank geholt.
Selbſtentzündung die Urſache des Brandes
des Münchener Glaspalaſts.
München. Wie die Blätter melden, ſind
die polizeilichen Erhebungen über die Urſache der
Kataſtrophe im Glaspalaſt nunmehr
abgeſchloſ=
ſen. Die Feſtſtellungen ſollen zu dem Ergebnis
kommen, daß der Brand tatſächlich auf
Selbſt=
entzündung, des von den Malern verwendeten
Materials zurückzuführen iſt.
Ein engliſches Unkerſeebook geſunken.
London, 10. Juni.
Wie die Admiralität mitteilt, iſt das Unter
ſeeboot „Poſeidon” in der Nähe von
Wei=
haiwei (China) nach einem Zuſammenſtoß mit
einem Handelsſchiff geſunken. Drei an der
Un=
fallſtelle eingetroffene Kriegsſchiffe haben fünf
Offiziere und 26 Matroſen gerettet. 18
Matro=
ſen werden noch vermißt. Das geſunkene
Unterſeeboot war im Jahre 1929 erbaut; es war
85 Meter lang und mit einem 10=Zentimeter=
Geſchütz und mit acht Torpedorohren ausgerüſtet.
Wie verlautet, ſoll ſich das britiſche
Unter=
ſeeboot „Modway” mit acht Mitgliedern der
Be=
ſatzung der „Poſeidon”, die ſich noch immer in
dieſem Boot befinden, in Verbindung geſetzt
haben und hofft, ſie zu retten. Andere
Mitglie=
der der Beſatzung ſollen noch in einem anderen
Abteil des geſunkenen U=Bootes eingeſchloſſen
ſein; es beſteht wenig Hoffnung, zu ihnen zu
ge=
langen. Nach den wenigen Einzelheiten, die
hier bekannt wurden, war das Unterſeeboot
un=
mittelbar in der Nähe des Dampfers „Yuta‟
aufgetaucht, deſſen japaniſcher Kapitän den Kop
verloren und ſchlecht geſteuert hätte, ſo daß der
Dampfer das Unterſeeboot rammte. Ein
japani=
ſcher Rettungsſchlepper wird verſuchen, die „
Po=
ſeidon” zu heben.
Einzelheiten von dem engliſchen U=Boots=
Unglück.
Nach zehnſtündigem Suchen mit Suchleinen
hat man in der Nacht zum Mittwoch das 21
See=
meilen nördlich von Weihaiwei geſunkene
Un=
terſeeboot „Poſeidon” gefunden. Es liegt auf
410 Meter Waſſertiefe. Zurzeit werden Verſuche
gemacht, es mit Preßluft wieder zum Auftauchen
zu bringen. Wie jetzt bekannt wird, fuhr das
Unterſeeboot aufgetaucht, als es in dichtem
Strichnebel von dem 1750 Tonnen großen
chine=
ſiſchen Dampfer „Duta” hinter dem
Kommando=
turm gerammt wurde. Die meiſten Leute
lonn=
ten von der „Yuta” gerettet werden. Sechs
Leuten gelang es — zum Teil erſt nach drei
Stunden — aus dem bereits geſunkenen Boof
mit Hilfe des Davis=Rettungsapparates zu
ent=
kommen, der einer Armeegasmaske nicht
unähn=
lich iſt. Es iſt zur Stunde noch völlig ungewiß,
ob es möglich ſein wird, die in dem Unterſeeboot
noch eingeſchloſſenen 18 Leute zu retten.
Schweres Grubenunglück
bei Neurode.
Sieben Tole
infolge Kohlenſäureausbruchs.
Breslau, 10. Juni.
Wie die Polizeiverwaltung in Neurode mit
teilt, ereignete ſich am Dienstag abend, gege=
10.30 Uhr, in den Kohlen= und Tonwerken i.
Kohlendorf bei Neurode zum Schichtwechſel ei=
Kohlenſäureausbruch. Das Unglück forderte ſie, ſiy in
ben Tote, von denen bereits ſechs geborgen ſind, dm
Außerdem ſind noch vier Verletzte zu beklagen
Zurzeit beſteht keine weitere Gefahr mehr. Di: mat
Rettungsmannſchaften ſind eifrig an der Arbeiu
um weitere Unglücksfälle zu verhüten. Es iſſ
nicht anzunehmen, daß noch weitere Verunglückte‟
in der Grube ſind. Die Urſache des
Kohle=
ſäureausbruchs iſt bisher noch nicht bekannt.
Der bereits gemeldete Kohlenſäureausbrick
in Neudorf bei Neurode hat auf der Rubens
grube ſtattgefunden. Der Ausbruchsherd lie
etwa 500 Meter unter der Erdoberfläche
einem im Abteufen begriffenen Geſenk.
Ausbruch erfolgte nach dem planmäßigen Er
ſchütterungsſchießen, und zwar gleich nachder
man nach Ablauf der vorgeſchriebenen Warteze
die Schießtüren wieder geöffnet hatte. Die um
Leben Gekommenen ſind die Arbeiter geweſen
die den Auftrag hatten, die Baue auf durch de
Schießen etwa ausgebreitete Kohlenſäure zu
terſuchen. Das Rettungswerk hat ſof.
ſetzt, ſo daß es noch möglich war, zwei
zu retten. Die Unterſuchung iſt im (
der Unfallſtelle traf in der Nacht auch
Berghauptmann Schlattmann ein. Er
es ſei eine große Seltenheit, daß ein
Kohlen=
ſäureausbruch erſt längere Zeit nach der
Schießen hervortritt. — Das Unglück hat, u
berichtet, ſieben Mann das Leben gekoſtet, vie
ſind ſchwer verletzt worden. Die getöteten Berg
leute ſind bis auf zwei verheiratet geweſen, di
Verheirateten waren faſt alle Väter mehrere
Kinder. In dem gefährdeten Gebiet
arbeite=
gewöhnlich 100 bis 140 Leute, die aber
wege=
des Schießens hinter die Schießtüren zurückge
zogen worden waren. Die Rettungs= und Ber
gungsarbeiten haben eigene Leute der Grub
durchgeführt, die mit Gasſchutzmasken
aus=
gerüſtet waren.
Der Kröpeliner Luſtmörder verhaftet.
Schwerin. Der Kröpeliner Luſtmörder
dem bekanntlich die 12jährige Schülerin Anne.
Möller aus Boldenshagen zum Opfer fiel,
nunmehr feſtgenommen worden. Es handelt ſich
um den 18jährigen Lehrling Heinz Bretzmann
aus Warin in Mecklenburg. Der Täter hatt
ſeine Lehrſtelle in Garden verlaſſen und wa
vom 27. Mai ab mehrere Tage in Mecklenbur
planlos umhergeſtrolcht. Auf ſein Konto entfal
len auch mehrere Einbruchsdiebſtähle und ſom
ſtige Untaten in der Brunshauptener GegenO
durch die die Polizei auf den Täter aufmerkſar?
wurde. In der Nacht zum Mittwoch gelang e
Fiſchern, in der Gegend von Sternberg den Mör
der aufzuſtöbern. Er wurde verhaftet und der
zuſtändigen Amtsgericht zugeführt.
Erdſtöße in Oſtfriesland.
Hamburg. Wie das „Hamburger Frem
denblatt” meldet, ſind in Weſterhauderfehn (K
Leer) in der vorletzten Nacht ſtarke Erdſtößs
verſpürt worden. Vorgeſtern abend hörten dr
Bewohner ein kurzes Rollen und bemerkten hinz
terher ein leichtes Beben der Erde. Als die Be
wohner ins Freie traten, ſahen ſie, daß ſich di
Stangen der Lichtleitungen bewegten. Geſter
morgen iſt wieder ein leichtes Beben bemerk
worden.
70 Stunden in der Luft.
Paris. Um 1.49 Uhr nachts befand ſich da
Flugzeug „Bindeſtrich” (de Brix und Doret) noc.
immer, und zwar ſeit 69 Stunden in der Luf-
Die im geſchloſſenen Rundflug bis dahin
zurück=
gelegte Strecke beträgt 10 300 Kilometer.
nge:d
hne
Der kommende Sonntag bringt das offizielle Ende des deutſchen
glenſportes mit den deutſchen Meiſterſchaftsendſpielen im Fußball
vi chen 1860 München und Hertha/BSC. in Köln, im Handball der
ſortler zwiſchen Sportverein 1898 Darmſtadt und Polizei Berlin in
agen, im Handball der Turner zwiſchen TV. Krefeld/Oppum und
ſrngemeinde Berlin in Krefeld und bei den Turnerinnen zwiſchen
m. Stadtſportverein Frankfurt und dem TV. Vorwärts Breslau in
islau. Daß die drei erſtgenannten Meiſterſchaften alle im Weſten
s Reiches ſtattfinden, beweiſt deutlich die praktiſche
Bedeutungsloſig=
ſt des Einigungsvertrages zwiſchen DFB., DSB. und D.T., die ſich
it; ihren Meiſterſchaftsendſpielen gegenſeitig Konkurrenz machen
udererſeits wird hiermit klar bewieſen, daß es allen dieſen
Verbän=
wewiger um das ſportliche Moment als um das finanzielle
Ergeb=
s zu tun iſt. Die Wahl der weſtdeutſchen Spielorte iſt doch ſicher in
ſtev Linie deshalb erfolgt, weil man ſich vom Weſten die grüßten
ichauerziffern verſpricht. Neben den erwähnten Schlußereigniſſen im
ſaienſport gibt es auch im Rudern, Radfahren, Tennis u. a. wichtige
rgniſſe
Das Kölner Stadion iſt der Schauplatz des
2. Endſpieles um die deutſche Fußballmeiſterſchaft.
nigegen allen Erwartungen hat ſich doch wieder ein ſüddeutſcher
Ver=
r die Teilnahme am Finale errungen und geht keineswegs mi
lechten Ausſichten in dieſen Kampf. Süddeutſchlands Dritter, der
WV. München 1860, hat Süddeutſchland bisher ſehr gut vertreten und
h über Meiderich, Tennisborufſia Berlin und Holſtein Kiel den Weg
die Schlußrunde gebahnt, wo die Süddeutſchen auf den
Titelvertei=
ger Hertha/BSC. Berlin treffen. Die Berliner ſicherten ſich die
Teil=
rhme am Finale durch ihre Siege über V.f.B. Bielefeld. Sp. Vg. Fürth
„d den H.S.V. Zum ſechſten Male ſtehen die Reichshauptſtädter in
m Endſpielen, aus denen ſie bisher einmal als Sieger hervorgingen.
gan iſt vielfach verſucht, die Münchener Außenſeiter abzutun und ihnen
Chance abzuſprechen. Allerdings können die Süddeutſchen in der
ärte und Routine nicht an die Berliner heran, techniſch ſtehen ſie ihnen
beſtimmt nichts nach. Wir ſind der Ueberzeugung, daß dieſe
ſchlußkampf mit den Nerven und dem auch im Fußball ſtets
maß=
ſbenden Glück entſchieden wird und hoffen, daß unſer ſüddeutſcher
ertreter ſich in Weſtdeutſchland ſo ſchlägt, wie es Tauſende von
ſüd=
rutſchen — und deutſchen — Fußballherzen von ihm erwarten. Der
adkampf wird von dem bekannten weſtdeutſchen Schiedsrichter
Fiſſene=
errh (M.=Gladbach) geleitet.
Die ſüddeutſchen Aufſtiegsſpiele, in denen ſchon eine Reihe von
Ent=
ſeidungen gefallen ſind, gehen auf der ganzen Linie in allen acht
kuppen weiter. — Groß iſt auch das Programm der Geſellſchaftsſpiele,
un denen wir die wichtigſten nennen: FSV. Frankfurt — Schalke 04
ſarnstag), 1. FC. Nürnberg — DFC. Prag, V.f.R. Mannheim —
Ha=
ru 93 (Sa.) Bayern München — Dresdener SC. (Sa.), Mainz 05
kormatia Worms (Sa.). Aus dem Ausland meldet der
Termin=
lender folgende Länderſpiele: Tſchechoſlowakei — Schweiz in Prag
arnstag). Dänemark — Holland in Kopenhagen. Ungarn — Schweden
Budapeſt und Polen — Tſchechoſlowakei (Amateure) in Warſchau
Paris wird das internationale Turnier beendet.
Handball.
Beide Verbände. D. S.B. und D.T. bringen mit den
Meiſterſchafts=
diwielen den Höhepunkt der Saiſon. — Im DSB.=Endſpiel treffen
in der Wiederholung in Hagen der ſüddeutſche Meiſter,
Sport=
ſerän 98 Darmſtadt, und der deutſche Meiſter, Polizei Berlin. Der
aid des vor zwei Wochen in Magdeburg abgebrochenen Endſpieles
8:7 für Darmſtadt hat bewieſen, daß der achtfache deutſche Meiſter
— mehr unverwundbar iſt, und läßt die Süddeutſchen mit beſſeren
ſichten in den Wiederholungskampf gehen.
Die Endſpiele der D.T. gehen in Krefeld und Breslau, jeweils am
loynorte eines Finaliſten, vor ſich. Bei den Männern treffen in
Kre=
der dortige Turnverein Oppum und die Turngemeinde in Berlin
einander, die beide erſtmals nach der deutſchen Meiſterkrone greifen,
rechnen mit einem knavpen, aber ſicheren Siege der Rheinländer
ſeit Jahren zur beſten DT.=Klaſſe gehören und immer in den
Vor=
ſcheidungen auf der Strecke blieben. Bei den Frauen ſteht der
jadtſportverein Frankfurt erſtmals im Finale. Sein bisheriges
Ab=
neiden läßt es keineswegs ausgeſchloſſen erſcheinen, daß er auch in
„Höhle des Löwen” gegen den zweimaligen Meiſter und
Titelver=
ſiger, Vorwärts Breslau, gewinnt. — Frankfurts Sportler tragen
tädtewettſpiele in Bamberg und Würzburg aus.
Leichtatbletik.
Im Vordergrunde des ſüddeutſchen Programms ſteht der Kampf
viſchen Bayern und Württemberg in München, der ſich über 12
Einzel=
inkurrenzen und 2 Staffeln erſtreckt. Bayern hat für die glatte
Nieder=
ge des Vorjahres Revanche zu nehmen. Ein weiterer Gruppenkamp
ihrt die Vertretungen von Rhein und Saar in Trier zuſammen. Das
Lationale” in Heidenheim wird angeſichts der Beſchäftigung der
hwäbiſchen Elite in München keine große Sache werden. Aus dem
ich verdienen ein Berliner Klubkampf. SCC. gegen BSC. und ein
gtionales in Bielefeld, aus dem Ausland der Länderkampf Schweden—
ſnnland in Stockholm Erwähnung.
Ruderſport.
Nach dem vorſichtigen Auftakt am letzten Sonntag ſtehen diesmal
ehr Regatten auf dem Programm. Südweſtdeutſchland wartet mit
ranſtaltungen in Koblenz, Kaſſel und Hanau auf, in
Weſtdeutſch=
md ſteigt die Mühlheimer Regatta; im Ausland Regatten in Luzern
d. Wien mit deutſcher Beteiligung.
Tennis.
Angeſichts der letzten guten deutſchen Leiſtungen gegen ausländiſche
laſfe beim Berliner Rotweiß=Turnier kann man mit Recht auf den
im Freitag bis Sonntag dauernden Länderkampf Deutſchland—Amerikn
Berlin geſpannt ſein. Es gibt ferner noch ein internationales
Tur=
in Krefeld und allgemeine Turniere in Heilbronn, Leipzig und
ſegensburg.
Durnen.
Unter Teilnahme von 1600 Wettkämpfern geht auf dem Feldbera
alinus) das 78. Feldberg=Turnfeſt am Samstag und Sonntag in
zene.
Schwimmen.
Mit einem verbandsoffenen Schwimmfeſt eröffnet der SV. Göppin=
R04 die ſüddeutſche Freiwaſſerſaiſon. Die Veranſtaltung hat ein ſehr
ſtes Meldeergebnis gefunden. Poſeidon Berlin zieht ein nationales
laſſerballturnier auf.
Motorſport.
Das Internationale Keſſelbergrennen bringt den zweiten Lauf zur
ropa=Bergmeiſterſchaft und deutſchen Meiſterſchaft. Sonſt gibt es
r im Ausland Veranſtaltungen von Belang.
Pferdeſport.
Der Rennkalender verzeichnet Galopprennen in Grunewald, Leipzig
oin, Frankfurt und Gelſenkirchen und das franzöſiſche Derby in Chan=
Iy.
Jung=deukſchland Gaumeiſter im Waſſerball.
Jung=Deutſchland — 1. Frankfurter S. C. 8:2 (3:1).
Trotz des ſehr ſchlechten Wetters hatten ſich am Dienstag abend
ſae Unentwegte am Woog eingefunden, die ein intereſſantes Spiel
ehen bekamen. Jung=Deutſchland beſtätigte von neuem ſeine
der=
ſhrje gute Form und ſchlug die ſchmellen Frankfurter unter der
Lei=
a von Hochhut (S.C. Frankfurt) verdient. Die Darmſtädter gingen
ſet durch Berges in Führung, doch als derſelbe Spieler kurz darauf
Sgen Abſeits herausgeſtellt wird, kann Frankfurt durch Cäſar
aus=
aen. Nach ausgeglichenem Kampf können Berges und Mayer noch
mal vor der Paufe erfolgreich ſein. In der zweiten Halbzeit ſind
Linheimiſchen ſtärker überlegen und können durch Berges (3) und
Wer (2) noch fünf weitere Tore erzielen, denen Frankfurt beim
ride von 5:1 noch ein Tor entgegenſetzen kann. Durch dieſen Siee
ſung=Deutſchland auch in dieſem Jahre wieder Gaumeiſter
gewor=
denn das noch ausſtehende Spiel Rot=Weiß — Jung=Deutſchlaud
luir die Meiſterſchaft keine Bedeutung mehr. Jung=Deutſchland
et in der Tabelle mit 6:0 Punkten und 18:6 Toren aus 3 Svielen
L=F. S. C. brachte es in 3 Spielen auf 2 Punkte mit 7:16 Toren,
reud Rot=Weiß mit 0 Punkten und 3;6 Toxen aus 2 Spielen den
Mchuß bildet.
Darmſtadk oder Berlin?
Wer gewinnk die Handball=Meiſterſchaft?
Der ſenſationelle Ausgang des am 31. Mai in Magdeburg wegen
des Gewitters abgebrochenen Meiſterſchaftsendkampfes zwiſchen den
Ber=
liner Poliziſten und den Darmſtädter „Lilien” iſt noch in beſter
Erin=
nerung. Während man faſt überall mit einer klaren Niederlage der
Siiddeutſchen gerechnet hatte, ſah ſich Berlin in der zweiten Halbzeit,
als es 7:4 für Darmſtadt ſtand, ſichtlich in die Abwehr gedrängt, und
beim Abbruch des Kampfes — 10 Minuten vor Schluß — führten die
Süiddeutſchen 8:7. Hätte der Dacmſtädter Pabſt nicht ſeinen
Platzver=
weis herbeigeführt, der die im Vorteil liegende Mannſchaft ſehr traf,
ſ=
hätte es vielleicht beim Abbruch 10:8 geſtanden. Berlin hatte jedenfalls
das Glück, in dem Wetter einen Bundesgenoſſen zu finden und
wenig=
ſtens eine verloren ſcheinende Schlacht wiederholen zu dürfen.
Wie wird es nun am Sonntag in Hagen? Zunächſt wird wohl das
weſtdeutſche Publikum genau ſo hinter dem ſüddeutſchen Meiſter ſtehen.
wie die Magdeburger Zuſchauer trotz ihrer Objekrivität zu den Ber
linern hielten. Da in Hagen trotz der Endſpiele der D.T. und des
D.F.B. eine große Zuſchauermenge zu erwarten iſt, kann man wohl auf
einen ſtarken Rückhalt der Süddeutſchen rechnen. Berlin hatte in
Magdeburg den Gegner zu ſtudieren hinreichend Gelegenheit und wird
in der Zwiſchenzeit die Schwächen ausgemerzt haben, die ſich
in Magdeburg ergaben. Bei dem Material, das ein Polizeiſportverein
zur Verfügung hat, iſt dies nicht ſchwer. Darmſtadt hat keine
Ver=
anlaſſung, etwas zu ändern oder umzuſtellen. Wenn die Mannſchaft
mit der gleichen Hingabe und dem gleichen Können ſpielt
wie in Magdeburg, und vor allen Dingen den gleichen Geiſt
auf=
bringt, dann erſcheint uns ein ſüddeutſcher Sieg und damit die erſte
Meiſterſchaft der D. S.B. für Süddeutſchland keinesfalls unmöglich oder
ausgeſchloſſen. Darmſtadt hat nichts, Berlin alles zu verlieren. Das
dürfte eine große Beruhigung für die ſüddeutſche Mannſchaft ſein, der
wir für ihren ſchweren Gang alles Glück wünſchen.
Handball in der 9. T. (Odenwaldgan).
Der 7. Juni brachte folgende Ergebniſſe: Erbach — Groß=Umſtadt
2:1, 2. Mannſchaften 1:1, Groß=Zimmern —
Tgde. Sprendlingen 3:6
König — Tgſ. Obernburg 6:4, König 3. — Steinbuch 2. 9:3, Steinbuck
— Michelſtadt 2:4, Reinheim — Mümling=Grumbach 5:3, Klein=Zim
mern — Schaafheim 7:1, Hergershauſen — TV „Vorwärts” Nieder
Roden 4:3, 2. Mannſchaften 5:2, Langſtadt — Heubach 5:0.
In der erſten Hälfte ſpielte Groß=Umſtadts 1. ſtark überlegen
allerdings war ſein einziger Schußgewaltiger immer gut abgedeckt, ſo daß
ſich ein Torerfolg nicht einſtellte. Nach der Pauſe erzielte die
um=
gruppierte Erbacher Mannſchaft verteiltes Feldſpiel, das zeitweiſe von
ſeiten Erbachs große Härte zeigte und aus dem die Platzelf als „
glück=
licher” Sieger hervorging. Bei den 2. Mannſchaften beider Vereine
war die Lage umgekehrt wie bei den erſten. Obwohl Groß=Zimmern
mehr im Angriff lag als Sprendlingen, konnte es ſich nicht durchſetzen,
weil ſein Sturm vor dem Tor nicht ſchnell und energiſch genug
han=
delte. Sprendlingens Linksaußen entpuppte ſich als beſter Mann de=
Platzes, den die Groß=Zimmerer Verteidigung nicht halten konnte, ſo
daß er allein 5 Tore ſchoß. Ein ſehr harter Kampf, beſonders in der
Halbzeit, wurde zwiſchen König und Tgſ. Obernburg ausgetragen.
Obernburg führte mit 3:1. Zu Beginn der 2. Halbzeit fiel der
Aus=
gleich. Dieſer Stand blieb bis kurz vor Schluß. Erſt im Endſpurt fie
die Entſcheidung zugunſten Königs. Daß die Gäſtemannſchaft ihr
Niederlage den Entſcheidungen des Schiri zuſchreiben will, iſt mehr als
ſonderbar. Man muß auch Niederlagen ertragen können! Steinbuch
ſpielte zunächſt mit dem Wind. Halbzeitſtand 2:1 für Steinbuch. Nach
dem Wechſel gewann Michelſtadt die Führung und ſiegte verdient. In
Reinheim gab es ein ritterliches Spiel zu ſehen das die Platzelf ohne
Schwierigkeiten für ſich entſchied. Es gelang Schaafheims Sturm
in=
folge ſeines kurzen Zuſpiels nicht, die gegneriſche Verteidigung zu
durchbrechen; das Torverhältnis iſt gerecht. Trotz leichter Ueberlegen
heit im Feldſpiel mußte Nieder=Roden in Hergershauſen ſich geſchlagen
bekennen. Langſtadt war jederzeit Herr der Lage.
Wegen des Feldbergfeſtes beſteht für Sonntag, den 14
Juni, im ganzen Gau Spielverbot.
Aus dem Main=Rhein=Gau der 9.T.
Turnerinnen treffen die letzten Vorbereitungen zum Gauturnen.
Feſte ſind Höhepunkte im turneriſchen Leben, die einmal die All
tagsſorgen und Alltagsgrau vergeſſen laſſen. Dennoch haftet ihnen nich
großer Pomp an, denn Turnfeſte ſind Feſte ernſter Arbeit in einer
Geſinnungsgemeinſchaft. Tage= ja monatelang bereitet ſich der Turner
oder die Turnerin zum Feſte vor, denn nicht allzu leicht fällt hier der
Sieg, den man erringen will, in den Schoß, er muß erſt erkämpft
wer=
den. Im Vordergrunde der Turnfeſte ſteht nicht die Einzelleiſtung der
Perſon, es ſind die Maſſenvorführungen der Turner oder Turnerinnen,
die den nachhaltigen Eindruck auf die Zuſchauer vermitteln. Dieſe Ge
meinſchaftsarbeit vorzubereiten und zur Durchführung zu bringen,
be=
darf es einer beſonderen Einrichtung in den Großverbänden, und die
ſind die Gauübungsſtunden. Um nun die letzten Vorbereitungen fü
das Gau=Frauenturnen in Griesheim, am 28. Juni, zu treffen, beruft
die Gaufachleitung eine ſolche Uebungsſtunde für Sonntag, den 14. Juni
vormittags 9 Uhr, nach Beſſungen ein. Sie ſoll zur Hauptprob
für das Feſt werden, woran ſich möglichſt alle Wettkämpferinnen und
Leiter von Turnerinnenabteilungen zu beteiligen haben. — Das erſt
Kinderturntreffen des Gaues findet am kommenden Sonntag in Nieder
Ramſtadt ſtatt. Die Beteiligung iſt eine ſehr gute. Auch im
Kinder=
turnen iſt der Wettkampfgedanke mehr zurückgedrängt und die Treffen
mehr auf Gemeinſchaftsarbeit eingeſtellt worden. Dieſe ſoll beſonders
am Sonntagnachmittag der Allgemeinheit vor Augen geführt werden
während der Vormittag die Abwicklung eines kleinen Wettkampfes
bringt. Wer nun einmal friſch=fröhliche Turnerjugend bei der „
frend=
vollen Arbeit” ſchauen und die hellen Kinderaugen im Spiel und Tanz
ſtrahlen ſehen will, der komme am Sonntag nach Nieder=Ramſtadt zun
erſten Kinderturntreffen des Main=Rhein=Gaues=Oſtbezirk. Für die
ein=
zelnen Bezirke des Gaues finden weitere Kindertreffen am 5. Juli in
Auerbach und am 30. Auguſt in Goddelau ſtatt.
Zußball
VfL. Michelſtadt — SV. Roßdorf 4:3.
Mit einer zahlreichen Begleitmannſchaft, wohl annähernd 100
Mann, war SV. Roßdorf am Sonntag nach Michelſtadt gefahren, um
ſich durch einen Punktgewinn in ſeinem letzten Verbandsſpiel nochmals
das Anrecht auf ein Entſcheidungsſpiel um die Meiſterſchaft gegen Groß
Zimmern zu erkämpfen. Aber die Gäſte wurden ſtark enttäuſcht, denn
die Einheimiſchen, die in letzter Zeit eine ſtarke Formverbeſſerung zeig
ten, erwieſen ſich als allzu ſchweres Hindernis. Nachdem Michelſtadt
am vorhergegangenen Sonntag ſchon Groß=Zimmern mit einem 4:2
Sieg beſiegt hatte, ſetzte es nun ſeinen Ehrgeiz darauf, dem
Tabellen=
zweiten das gleiche Schickſal zu bereiten, was ihm auch, freilich nicht ganz
leicht und mit etwas Glück, gelang, unter gütiger Mithilfe des „
Un=
parteiiſchen”
Roßdorf hat Anſtoß und ſpielt gegen Sonne und Wind. Nach
kur=
zem Hin und Her kommt Roßdorfs Stürmerreihe ſchön durch, der
Links=
außen knallt an den Torpfoſten, von wo der Ball dem Halbrechten vor
die Füße prallt, der mühelos einſendet. Aber der Schiedsrichter erkennt
auf Torabſtoß; warum, das weiß er ſicherlich nur ganz allein, denn
ſämtliche Spieler und Zuſchauer, auch von der Michelſtädter Seite
waren wohl von der Echtheit des Tores überzeugt. Bald ſtellt ſich eine
leichte Ueberlegenheit der Gaſtgeber heraus, die im Einzelkampf den
Gäſten durch beſſere Balltechnik immer das Nachſehen geben und im
Zuſammenſpiel beſſer ſind. Für die Gäſte macht ſich der ungewohnt
große Platz nachteilig bemerkbar, zwiſchen Läuferreihe und Sturm klafft
ſtets eine große Lücke. Aber wenn Roßdorfs Sturm durchkommt, wird
es immer brenzlich vor dem Michelſtädter Tor. Michelſtadt geht durch
ſeinen ganz hervorragenden Linksaußen in Führung, aber eine Minute
ſpäter hat Roßdorf durch ſeinen Halblinken ausgeglichen. Noch vor der
Pauſe geht Michelſtadt durch Strafſtoß erneut in Führung, und als
kurz nach Seitenwechſel die Gaſtgeber ein drittes Tor erzielen, ſcheint
Roßdorfs Schickſal beſiegelt. Aber wieder gelingt es den Gäſten binnen
weniger Minuten, durch die Gebrüder Kuhl den Ausgleich herzuſtellen,
und der Kampf um die Führung entbrennt von neuem. Michelſtadt hat
mehr Glück; aus einem Gedränge heraus erzielt es ein 4. Tor.
Roß=
dorf macht verzweifelte Anſtrengungen, um nochmals gleichzuziehen;
mehrmals wehrt Michelſtadts rechter Verteidiger im Strafraum mit der
Hand ab, doch der Schiedsrichter überſieht das Als der Schlußpfiff
ertönt, iſt Roßdorf mit 4:3 unverdient geſchlagen und muß dadurch auf
das erhoffte Entſcheidungsſviel gegen Groß=Zimmern verzichten, wozu
es ſchon bei einem unentſchiedenen Ausgang berechtigt geweſen wäre.
Das Spiel war jederzeit ſehr ſpannend und durchaus fair.
Bei ſchönem Wetter hatten ſich zahlreiche Zuſchauer eingefunden
und man kann ſagen, ſie ſind ziemlich auf ihre Koſten gekommen. An
der kompletten Aufſtellung der Bezirksligiſten merkte man, daß ſie ihren
Ortsrivalen nicht unterſchätzten, was ſich auch während des ganzen
Spieles beſtätigte. Die Rotweißen können ſich mit dieſer
Hintermann=
ſchaft ſehen laſſen, nur im Sturm will es bei allem Eifer nicht ganz
klappen, was wohl in der Hauptſache dem Fehlen des Mittelſtürmers
zuzuſchreiben iſt. Der Spielverlauf brachte ein ausgeglichenes
Feld=
ſpiel, wobei beide Hintermannſchaften gute Leiſtungen zeigen. Der
Sturm der 98er kombinierte gut und ging durch Ruppel II gegen Schlu
der 1. Halbzeit in Führung. Faſt mit dem Schlußpfiff gelingt den
Halbrechten der Rotweißen der Ausgleich. Nach der Pauſe dasſelbe
Bild, nur mit dem Unterſchied, daß jetzt Rotweiß durch ſeinen
Halb=
linken die Führung übernimmt. Schon in der nächſten Minute benutzt
Ruppel II einen Fehler Eiſingers zum Ausgleich. 5 Minuten ſpäter
jagt Hebeiſen einen Bombenſchuß in die Maſchen. Noch war das Spie
nicht entſchieden, den die lebendigen Angriffe der Gäſte waren immer
gefährlich, als wiederum Ruppel II mit wunderbarem Kopfball ein
wei=
teres Tor erzielt und damit den Sieg ſicherſtellt. Sportverein hat das
Spiel verdient gewonnen. Die Mannſchaft iſt auf dem beſten Wege
die alte Spielſtärke wieder zurückzuholen. Wohl ſind noch einige Mängel
in der Elf, die jedoch bis zu den Verbandsſpielen behoben ſein dürften.
Die Ueberraſchung bei dieſem Spiel war ohne Zweifel die junge
Rotweiß=Mannſchaft, welche ſich ſehr tapfer hielt. Herr Bärenz als ihr
Trainer kann mit ſeinen Schülern bald zufrieden ſein.
Als Schiedsrichter amtierte Herr Lautz=Pfungſtadt in korrekter
Weiſe.
MDurmnidor.
Der Süddeutſche Fußball= und Leichtathletik=Verband bringt am
kommenden Samstag und Sonntag im Stadion des Sportvereins 189
Darmſtadt die Leichtathletik=Meiſterſchaften des Gaues Bergſtraße zum
Austrag. Zu dieſen Wettkämpfen werden erſtmalig wieder die Frauen
antreten und ihre Meiſterinnen ermittlen, und bei den Aktiven werden
einige bekannte Leichtathleten für ſpannende Kämpfe in den einzelnen
Wettbewerben ſorgen. Auch die „Alten Herren” werden wieder in einem
Dreikampf ihre Kräfte meſſen. Ein Beſuch dieſer Wettkämpfe, die für
die Leichtatbleten eine erſte Probe für die Bezirks= und Süddeutſchen
Meiſterſchaften bedeuten, iſt zweifelsohne jedem Anhänger des Sportes
zu empfehlen. Wir kommen nochmals auf dieſe Veranſtaltung zu
ſprechen.
Tennis.
Junioren=Clubturnier des Z. E. C.D.
Begünſtigt durch ſchönes Wetter und durch tatkräftige
Turnier=
leitung gefördert, wurden am erſten Turniertag bereits bei den
Junio=
ren und Juniorinnen 29 Spiele ausgetragen und im Einzel die letzten
Acht erreicht. Während bei den Junioren durchweg die Favoriten glatt
ſiegreich blieben, gab es bei den Juniorinnen einige harte Kämpfe. Frl.
Beuer wäre beinahe an Frl. Klingelhöffer geſcheitert, die aber eine 3:1=
Führung im 3. Satz nicht auszunutzen verſtand und der erfahreneren
Gegnerin doch noch unterlag, ebenſo wie Frl. Wöhler, die Frl. Löhlein
einen ausgeglichenen Kampf geliefert hatte. Heute werden nun zuerſt
die Doppelſpiele begonnen, die Troſtrunden angefangen und auch die
Einzelſpiele weiter gefördert. Spielbeginn iſt wieder 3 Uhr. Die
Ergebniſſe der zwei erſten Runden der Junioren: W. Hauck — Balſer
6:1, 0:1; Bechſtein — Bickel 4:6, 7:9; v. Flotow — Schlippe 6:2, 8:6;
Scheele — Hauck o. Sp.; Langenbach — Gütting 6:1, 6:1; v. Harnier —
Knöß 6:0, 6:0; Schaberger — Maher 6:1, 6:0: Heuer — Eſſelborn 6:1,
z:3; Schenck — v. Hahn 6:4, 6:2; Müller — Berl 6:1, 6:4; Münſter —
Vömel 6:0, 6:0; Colin — Hauck 6:0, 6:0; v. Flotow — Bickel 6:4, 6:0.
Langenbach — Scheele o, Sp.; v. Harnier — Schaberger 6:1, 6:0
Schenck — Heuer 6:1, 6:2; Voigt. — Müller 6:1 6:0; Külp — Rinn
6:2, 6:1. Ergebniſſe der Juniorinnen: Frl. Hüffel — Frl. Bickel 6:1,
6:4; Frl. Bréden — Frl. Wälde 6:1, 6:3; Frl. Beuer — Frl.
Klingel=
höffer 6:4, 3:6, 6:3; Frl. Ringer — Frl. Müller 6:4, 6:2; Frl. Löhlein
— Frl. Wöhler 3:6, 6:1, 9:7; Frl. Bauer — Frl. Külp 7:5, 6:4.
Bei den Junioren erreichten alſo die letzten Acht: Münſter, Colin,
v. Flotow, Langenbach, v. Harnier, Schenck, Voigt und Külp, während
bei den Juniorinnen Frl. Reuling, Frl. Hüffel, Frl. Bréden, Frl.
Beuer, Frl. v. Weber, Frl. L. Ringer, Frl. Löhlein und Frl. Bauer um
den Eintritt in die Vorſchlußrunde kämpfen werden.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Donnerstag, 11. Junf.
15.20: Stunde der Jugend.
16.30: Schlangenbad: Konzert des Kurorcheſters
18.05: Dr. Köbner: Die finanzpolitiſchen Maßnahmen der neuen
Notverordnung.
18.35: Dr. H. P. Danielcik: Wege zur Ausfuhrſteigerung und
infuhrdroſſelung.
Zeit, Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
19.00:
19.05:
Dr. Schmitt: Mac=Donald.
19.4.
Anekdoten: Geleſen von C. Elwenſpoek.
20.00: Großes Haus der Württ, Landestheater Stuttgart: Martha=
Romantiſch=komiſche Oper von Flotow.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Donnerstag, 11. Junf.
10.10: Schulfunk: Unſere Elbe hat chineſiſchen Beſuch
15.00: Kinderſtunde: Kunterbunt: Ich war mal auf dem Dorfe,
15.45: Frauenſtunde: Selbſthilfe im Haushalt.
16.00: Oberſchulrätin Emmy Beckmann: Aus der Arbeit der
Volks=
ſchule
16.30: Berlin: Nachmittagskonzert.
11.30: Prof. Dr. Mersmann: Hausmuſik (Arbeitsgemeinſchaft).
18.00: Arbeitsgerichtsdirektor Dr. Kaufmann: Treiben Sie
Rechtshy=
giene?.
18.30: Prof. Dr. Mildbraed: Botaniſches für die Reiſezeit.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: Engliſch für Fortgeſchrittene.
19.30: Ob. Landw. Rat Schiefler: Wie führt der Kleinlandwirt
ſeine Bücher?
Wetter für die Landwirtſchaft.
19.50
20.00: Bunter Tanz=Abend der Kapelle Gerhard Hoffmann; Mitw,s
J. Maximilian.
: Tages= und Sportnachrichten
20,
20.3
Sinfonie=Konzert des Berliner Funk=Orcheſters.
21.50: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten
22.05: London: 3. und 4. Akt aus „Rigoletto” von Verdi.
Wetterbericht.
Im Südweſten hat der eingeſetzte Barometeranſtieg
ſch wei
weiter
gebracht. Auch die Temperaturen ſind allenthalben angeſtiegen
und lagen 3—4 Grad höher als am Vortage. Unter dem Zufluf
weiterer ozeaniſcher Luft, welche die Atlantikſtörung bei ihrem
Vorüberzug nach dem Feſtland bringt, treten ſtellenweiſe noch
Niederſchläge auf, die von Gewittererſcheinungen begleitet ſein
werden. Weiterhin bleibt es warm und neben Bewölkung ſetzt
auch Aufheiterung ein.
Ausſichten für Donnerstag, den 11. Juni: Dunſtiges und wolkige=
Wetter mit zeitweiſer Aufheiterung, ſtellenweiſe etwas Regen,
warm.
Ausſichten für Freitag, den 12. Juni: Leichter
Temperaturrück=
gang, teils wolkiges, teils aufheiterndes Wetter mit Neigung
zu einzelnen Gewitterſtörungen.
Hauptſchriftleltung: Rudelf Maupe
Verontwortlich für Polltk und Wirtſchaft:
doif Ma
für Feullleton, Reich
Sport: Karl Bohmann
re
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Ma
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdſenſt: Andreas Bauer;ſü*
Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
„Die Gegenwal
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Wills Kuble:
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie ber Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten.
Nummer 160
Donnerstag, den 11. Junf
Der Danziger Seeverkehr im Mai 1931.
dp. Im Mai ds. Js. ſind insgeſamt 543 Schiffe von zuſammen
358,865 Ntrgt, in den Danziger Hafen eingelaufen. In der
glei=
chen Zeit haben 551 Schiffe von zuſammen 357 596 Ntrgt. den Danziger
Hafen verlaſſen. Von den im Mai ds. Js. eingelaufenen Schiffen
waren nur 124 von zuſammen 79 088 Ntrgt, beladen, während von den
ausgelaufenen Schiffen 475 von zuſammen 314 458 Ntrgt. mit Ladung
waren.
Die deutſche Flagge nahm auch im Mai ds. Js. mit 158
Schif=
fen von zuſammen 77 606 Ntrgt, den erſten Platz im Danziger
Schiffs=
eingang ein. An zweiter Stelle folgte Schweden mit 126 Schiffen von
zuſammen 65 448 Ntrgt. vor Dänemark mit 89 Schiffen von zuſammen
62 239 Ntrgt.
In den erſten 5 Monaten 1931 ſind insgeſamt 2283 Schiffe
von zuſammen 1574 876 Ntrgt, in den Danziger Hafen
eingelau=
fen, während 2266 Schiffe von zuſammen 1555 621 Ntrgt.
aus=
gelaufen ſind. Obwohl im Mai ds. Js. eine merkliche Belebung des
Danziger Seeverkehrs zu verzeichnen war, hat der Danziger
Seever=
kehr in den erſten 5 Monaten ds. Js. nicht die Zahlen des
entſprechen=
den Zeitraumes des Vorjahres erreichen können. In den erſten 5
Mona=
ten 1930 umfaßt der Eingang 2304 Schiffe von zuſammen 1 606 003
Ntrgt., der Ausgang 2314 Schiffe von zuſammen 1634 418 Ntrgt.
Im Paſſagierverkehr war während des Monats Mai ds.
Js. ein Eingang von 157 und ein Ausgang von nur 67
Per=
ſonen zu verzeichnen. In den erſten 5 Monaten ds. Js. ſind
ſomit im Danziger Seeverkehr 556 Paſſagiere angekommen und 446
Paſſagiere abgefahren. Zum Vergleich ſei angeführt, daß im gleichen
Zeitraum des Vorjahres ein Eingang von 1932 und ein Ausgang von
17 716 Paſſagieren vorhanden war. Es kommt in dieſer Entwicklung des
Danziger Paſſagierverkehrs nicht nur der Rückgang der
Aus=
wanderung, ſondern auch die ſchwere Konkurrenz
Gdin=
gens gegen Danzig zum Ausdruck.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Die ſchweizeriſche Holdinggeſellſchaft für die Röhr Auto A.=G.
ge=
gründet. Die angekündigte Neugründung unter der Firma Schweizeriſche
Holdinggeſellſchaft für Automobilwerke A.=G. mit einem Aktienkapital
von 0,85 Mill, Schweizer Franken und einem Obligationskapital von
250 000 Schweizer Franken wurde nunmehr in das Handelsregiſter
Davos eingetragen. Die Geſellſchaft übernimmt von dem einen
Grün=
der, dem Garagenbeſitzer Joos Heintz in Davos, ſämtliche Rechte und
Pflichten aus ſeinen Verträgen mit dem Konkursverwalter der Röhr
Auto A.=G., der Naſſauiſchen Landesbank Wiesbaden und der Mag
Mühlenbau A.=G., Baſel, zu einem Preiſe für dieſe Rechte von 223 000
Schweizer Franken. Der erſte Verwaltungsrat beſteht aus Dr. Hans
Zoller, Zürich, Dr. Borckhardt. Davos, Kaufmann Joſeph Heintz,
Davos, Kaufmann Leo Betzen, Davos, und Siegmund Weil=
Heinz=
heimer in Zürich. Die Neugründung der übernommenen Röhr Auto
A.=G. im Konkurſe wird ſeitens der Holdinggeſellſchaft noch vorbereitet.
Wieder 12 Prozent Dividende Saline Ludwigshalle, Bad Wimpfen.
Das Roherträgnis ſtieg auf 1,38 (1,29) Mill. bei 1,23 (1,16) Mill. RM.
Unkoſten. Nach 85 602 (62816) RM. Abſchreibungen verbleibt
einſchließ=
lich Vortrag ein Reingewinn von 127 679 (131 599) RM., woraus wieder
12 Prozent Dividende auf 320000 RM. Stammaktien zur Verteilung
vorgeſchlagen werden. Die Geſellſchaft berichtet über ſteigende
Ein=
bußen im Kampf mit den franzöſiſchen Salinen. Der Export der
chemi=
ſchen Induſtrie habe unter dem Einfluß der Wirtſchaftsverhältniſſe in
den hauptſächlichſten Ausfuhrgebieten gelitten. Die Bilanz zeigt einer
ſeits in Mill. RM. Vorräte 0,428 (0,269), Außenſtände 0,390 (0,313), und
andererſeits Gläubiger 0,484 (0,253) bei 0,250 (0,232) Mill. RM.
Reſerven.
Die Hanomag=Sanierung 3:2. Der Abſchluß 1930 der
Hannover=
ſchen Maſchinenbau A.=G. vorm Georg Egeſtroff weiſt nach
Abſchrei=
bungen von 1,33 (1,43) Mill. RM. einen Verluſt von 3 735 234 RM
(im Vorjahre Verluſt 697 343 RM.) aus. Zur teilweiſen Tilgung
die=
ſes Verluſtes ſoll die offene Reſerve von 600 820 RM. herangezogen
werden, während der Reſt von 3064414 RM. vorzutragen iſt. Im
Hinblick hierauf ſowie infolge der im neuen Jahr durch das
Abkom=
men mit der Firma Henſchel, Kaſſel, erfolgten Stillegung des
Lokomo=
tivbaues ſoll der Generalverſammlung am 4. Juli die Herabſetzung des
Aktienkapitals von 14,46 auf 9 Mill. 9
vorgeſchlagen werden. Zu
dieſem Zwecke ſtellt die Geſellſchaft aus Eigenbeſitz 890 000 RM.
Stamm=
aktien und 76600 RM. Vorzugsaktien zur Verfügung. Die übrigen
ktien ſollen im Verhältnis 3:2 zuſammengelegt werden, ſo daß das
tienkapital in Zukunft aus 8,74 Mill. RM. Stammaktien und 0,26
ill. RM. Vorzugsaktien beſtehen ſoll, was annähernd der Höhe des
Vorkriegskapitals entſpricht. Der aus dieſer Transaktion entſtehende
Buchgewinn ſoll nach Tilgung des Verluſtoortrages in der Hauptſache
zu Abſchreibungen auf Anlagen und Beſtände ſowie zur Tilgung des
Anleihe=Disagio=Kontos, das in der Bilanz mit 580 000 RM.
ausgewie=
ſen war, verwendet werden.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 10. Juni ſtellten ſich für
je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolutkupfernctiz) auf 79.75 RM. — Die Notierungen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte Lieferung und
Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium 98= bis 99, in Blocken, Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM., desgl.
in Walz= oder Drahtbarren 99 prcz. 174 RM., Reinnickel. 98= bis
99proz. 350 RM., Antimon Regulus 48—51 RM., Feinſilber
(1 Kilogramm fein) 36.50—38.50 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 10. Juni ſtellten ſich für
Kupfer;
Juni 67 (6.), Juli 68.50 (69.50), Auguſt 69.25 (70.25),
zept. 70 (2
50), Okt. 70 (71), Nov. und Dez. 70.25 (71.25). Ja=
0.50 (71.25), Febr. 70.:5 (21.50), März 71 (71.50). Apri
71.2
71.50), Mai 71.50 (71.75). Tendenz: ſchwach.
Für Blei
22.50 (23.75) Sept.
uni 22.50 (23), Juli 22.50 (23.50), Auguſt
23.75), Okt. bis Jan.
3 (24), Febr. und März 23.25 (24), April
(23.75), Mai 23.50 (2:
). Tendenz: ſtill. — Für Zink
Juni 21.75 (22.75), Juli 22.25
„75), Auguſt 22.50 (23)
Sep=
tember 22.75 (23.25), Oktober 23 (23.50) November 23.50 (23.75),
ezember 23.75 (24), Januar 23.75 (24.25)
Febr. 24 (24.50),
März 24 (24.75), April 24.50 (25). Mai 25.25 (25.50). Tendenz
ſtill. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Produkkenberichke.
Frankfurter Produktenmarkt vom 10. Juni. Die Produktenbörſe
verkehrte in ruhiger Haltung, wobei man wegen der
Durchführungs=
beſtimmungen zur Notverordnung größte Zurückhaltung übte.
Da=
günſtige Wetter läßt das Angebot in neuer Ernte etwas ſtärker in
Er=
ſcheinung treten, während das Angebot in alter Ware weiterhin ſehr
zering bleibt. Die Preiſe lagen gegen die befeſtigte Montagsbörſe meiſt
vieder ſchwächer, nur Roggen konnte ſich um 5 Mark erhöhen. Am
Nehlmarkt erfolgten nur Umſätze zur Deckung des laufenden Bedarfs
die Preiſe zeigten für Weizenmehle eine Ermäßigung um eine
Viert=
er
Mark während Roggenmehl gehalten blieb. Futtermittel neigten weit
zur Schwäche. Es notierte Weizen 295—292,50 Roggen 222,50—2
Hafer 205—207,50, Weizenmehl ſüdd. Spezial 0 39,75—41, dito niederrh.
Spezial 0 39,75—40, Roggenmehl 30—31,75, Weizenkleie 11,75—11,50,
Roggenkleie 12.
Berliner Produktenbericht vom 10. Juni. Bei ſchleppendem Ge
ſchäft ſetzten ſich die Preisrückgänge am Produktenmarkt fort. Das
Inlandsangebot von Weizen und Roggen alter Ernte iſt zwar nur
mäßig, während aber für Roggen für Waggonverladung die
Provinz=
mühlen befriedigende Kaufluſt bekunden, iſt Weizen infolge des wieder
ſehr ſchleppenden Mehlabſatzes auch zu 2—3 Mark niedrigeren Preiſen
ſchwer unterzubringen. Für Weizen neuer Ernte zeigt ſich angeſichts
der nach wie vor befriedigenden Witterungsverhältniſſe vermehrte
Ab=
gabenneigung, und die Eigner ſind zu Preiskonzeſſionen im Rahmen
bis zu 2 Mark bereit, Roggen neuer Ernte wird dagegen wenig
um=
geſetzt, da anſcheinend im Zuſammenhang mit der
Produktionsumſtel=
lung die Landwirtſchaft nur vorſichtig Offertenmaterial herausgibt. Am
Lieferungsmarkte ſetzte Weizen bis 2,50 Mark niedriger ein, während
Roggen nur leicht abgeſchwächt war. Das Weizenmehlgeſchäft ſtagniert
trotz vereinzelt 25 Pfg. billigerer Offerten, Roggenmehl wird zu
un=
veränderten Preiſen für den laufenden Bedarf gekauft. Für Hafer
überſteigt am Prompt= und Lieferungsmarkte das Angebot die
Nach=
rage, ſo daß Preisrückgänge um etwa 2 Mark eintraten. Dgs Geſchäft
in weuer Wintergerſte iſt irregulär
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 10. Juni.
Die Effektenbörſe ſetzte heute in ſchwacher Haltung ein, da
die Ausführungen Briands ungünſtig aufgefaßt wurden und der
ſchwache Schluß der New Yorker Börſe Verſtimmung auslöſte.
Hinzu kam noch die dauernde Ungewißheit über die
Weiterentwick=
ung der innen= und außenpolitiſchen Situation. Demgegenüber
and der Rückgang der Arbeitsloſenziffer in der zweiten
Mai=
hälfte nur wenig Beachtung. Weitere ungünſtige Momente
bilde=
ten die unbefriedigenden Abſchlüſſe bei Rütgerswerke und
Nord=
deutſche Wolle. Nachdem ſich bereits im Vorbörſenverkehr, die
Kurſe um 1
2
Prozent niedriger ſtellten, traten zu Beginn der
offiziellen Börſe weitere Kursabſchläge ein, ſo daß ſich das
Ni=
veau gegenüber der Abendbörſe um durchſchnittlich 2—3 Prozent
ſenkte, obwohl das Angebot kein ſonderlich großes Ausmaß
an=
nahm. Die Aufnahmeluſt war jedoch außerordentlich gering. Am
ſtarkſten gedrückt lagen die Kurſe am Elektromarkt. Am
Anleihe=
markt ſtanden deutſche Anleihen weiter unter Druck.
(Altbeſitz 51,45 (51¾), Neubeſitz 4,40 (4½), 5proz. Younganleihe
ſcharf abgeſchwächt, 66,40 (67½). Auch Länderanleihen weiter an
geboten, 8proz. Heſſen von 28 — ½ Prozent, 7½proz.
Mecklenbur=
ger — 1 Prozent, 6proz. Sachſen — ½ Prozent. Stadtanleihen
Brief
überwiegend.
1 Prozent ſchwächer, 8proz. Pirmaſens
Induſtrieobligationen ſehr ſchwach, 7proz. Mittelſtahl
repariert.
3 (—:
ach 74.30, öproz.
Prozent), 7proz. Stahlverein 7234
Braubank (—
Prozent, Far=
Prozent). Gproz. Siemens —
benbonds — 1½ Prozent. Feſter nur 8proz. Heſſen. Herkules=
Brauerei 90 (89½). Das Angebot in Goldpfandbriefen hielt ſtark
an, und in den meiſten Fällen vollzogen ſich neue Abſchwächungen
von ½—½ Prozent. Liquidationspfandbriefe uneinheitlich,
Frank=
furter Hyp. 87,15 (86½), Gothaer 87½ (87½) dagegen Rhein.
Hyp. 88,05 (88½) und Frankfurter Pfandbriefbank 88¾ (89¾)
Reichsſchuldbuchforderungen verloren 1½ Prozent. Fremde Werte
ebenfalls bis ½ Prozent nachgebend
Im weiteren Verlaufe ſetzte ſich die nach unten gerichtete
Kursbewegung weiter fort. Unter dem Druck weiteren Angebots
frozent. Am
Geld=
ermäßigten ſich die Kurſe erneut um 1—1
markt wurde der Satz für Tagesgeld auf 3½ Prozent erhöht. Am
Deviſenmarkt erfuhr Madrid eine ſtärkere Befeſtigung, auch Zürich
lag weiter erhöht. Die Reichsmark zeigte trotz weiterer
Goid=
abgaben der Reichsbank noch keine Erholung. Man nannte Mark
gegen Dollar 4,2138 gegen Pfunde 20,50, London-New York
4,8652.
Paris 124,26. — Madrid 49,00. — Mailand 92.,93,
Schweiz — 25,07½, — Holland 12,09.
An der Abendbörſe war die Haltung zu Beginn bei kleinem
Umſatz noch ſehr unſicher Man verwies in erſter Linie auf die ſchwache
Veranlagung des Rentenmarktes, an dem man weitere Verkäufe des
Kleinpublikums befürchtet. Die Reede Hoovers wegen Reviſion der
Kriegsſchulden fand geteilte Aufnahme. J. G. Farben eröffneten
zu=
nächſt gegen den Berliner Schlußkurs ¾ Prozent höher, blieben aber
päter nicht mehr behauptet, da vereinzelt noch Material herauskam.
Kunſtſeideaktien konnten auf die Meldung, daß am Donnerstag in
Zürich die Endverhandlungen über die Konvention ſtattfinden ſollen,
leicht anziehen. Gut behauptet lag der Bankenmarkt.
Berlin, 10. Juni.
Nachdem ſich bereits vormittags und an der Vorbörſe erkennen ließ,
daß eine ſchwächere Eröffnung des offiziellen Verkehrs zu erwarten ſei,
lagen die Anfangsnotierungen teilweiſe noch erheblich niedriger als
erwartet. Die geſtrige Briand=Rede gegen eine Reviſion des
Young=
planes, der wachſende innerpolitiſche Widerſtand gegen die neue
Not=
verordnung und damit zuſammenhängend die Schwierigkeiten, die Dr.
Brüning bei ſeiner heutigen Rückkehr aus England vorfinden wird
mahnten zur Zurückhaltung und löſten Abgaben aus. Die geringe
Ab=
jahme der Arbeitsloſenziffern um 144000 konnte keine Anregung
bie=
ten. Bei kleinem Angebot waren Kursrückgänge bis zu 3 Prozent, für
Spezialwerte bis zu 5 Prozent und darüber feſtzuſtellen. Im Verlaufe
war die Tendenz zunächſt uneinheitlich, aber eher ſchwächer.
Mitbeſtim=
mend für die Abwärtsbewegung war auch das ſtarke Angebot am
Pfand=
briefmarkt, das geſtern teilweiſe nicht voll aufgenommen worden war
und heute auf dem Markte laſtete. Auch Reichsſchuldbuchforderungen
mit Verluſten bis zu 1½ Prozent auffallend ſchwach. Deutſche Anleihen
knapp gehalten. Ausländer abbröckelnd. Beide Bosnier 1¾ Prozent
rückgängig. Deviſen ziemlich unverändert, Madrid und Zürich weiter
anziehend. Am Geldmarkt war für Tagesgeld eine bleine Erleichterung
auf 4¾ bis 6¾ Prozent feſtzuſtellen, während die übrigen Sätze
unver=
ändert blieben.
Skand der Reben im Deutſchen Reich
Anfang Juni 1931.
Durch den langen Nachwinter hat die Entwicklung bei den
Wein=
ſtöcken erſt verſpätet eingeſetzt. Bei der feuchtwarmen Maiwitterun
onnte die Wachstumsverzögerung aber wieder ziemlich eingeholt wer
den. Der Austrieb der Reben iſt im allgemeinen raſch und gleichmäßt
verlaufen.
Meldungen über Froſtſchäden liegen bisher nicht vor. Für die wich
tigſten Gebiete des deutſchen Weinbaues lautet die Begutachtung de
Rebſtandes unter Zugrundelegung der Zahlennoten 1 iſt gleich ſehr
2 gleich gut, 3 gleich mittel, 4 gleich gering wie folgt: preußiſſ
Rheingau=Gebiet 2,1: Nahe=Gebiet 1,8; Moſel=, Saer= und Ruwe
Gebiet 1.8; Ahr=Gebiet 1,9; badiſche Weinbaugebiete 2,2; Rheinheſſe-,
2; Rheinpfalz 1,9; Unterfranken 1,8; Neckarkreis 1,9.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 10. Junii
Getreide. Weizen: Juli 57¾, Sept. 57.50, Dez. 60½; Mais=
Juli 56, Sept. 52.25, Dez. 45½: Hafer: Juli 26½, Sept. 26.5C.
Dez. 29; Roggen: Juli 36½, Sept. 38.25, Dez. 41.50.
Schmalz: Juli 7.97½, Sept. u. Okt. 8.05: Speck 8.75.
Schweine: leichte 6.35—6.50, ſchwere 5.90—6.35;
Schweine=
zufuhren: Chicago 18 000, im Weſten 72 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 10. Juni
Schmalz: Prima Weſtern 8,65; Talg, extra, loſe 3.25.
Getreide. Weizen: Rotwinter 86; Mais, loko New York 70
Mehl, ſpring wheat clears 4.00—4.35; Fracht: nach England 1S
bis 2,3 Schilling, nach dem Kontinent 8 bis 8.50 Cents.
Kakao. Tendenz: feſt; Umſätze: 48; Lokonotiz: 4½; Jul:
4.66, Sept. 4.81, Okt. 4.87, Dez. 5.00. Jan. 5.06, März 5.19, Ma=
5. 29.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Univerſalverſammlung der zum Lahmeyerkonzern gehörendem
Rheingau Elektrizitätswerke A.=G., Eltville a. Rh., ſetzte die Dividend
ür das Jahr 1930 auf 8 Prozent feſt. Einſchließlich des Vorjahresvor.
trages von 3904 RM. ergab ſich ein Geſamtüberſchuß von 527 741 RM
von dem nach Abzug der Handlungsunkoſten von 140 836 RM., de
Steuern und Abgaben von 92 612 RM., der Erneuerungsrücklage von
94 109 RM. und der Darlehenszinſen von 69 076 RM. ein Reingewinn
von 131 107 RM. verblieb. 4387 RM. werden auf neue Rechnung vor
getragen.
Der Reichsverband deutſcher Schuhwarenhändler faßte auf der Neu:
ſtädter Tagung eine Entſchließung, wonach der Verband die hinter ihm
ſtehenden 11000 Schuhhändler auffordert, von keinem deutſchen Groſſiſtem
oder von irgendeiner Fabrik Waren zu kaufen, die in irgendeiner Stad
eigene Filialen unterhält oder ſich in irgendeiner Form indirekt daram
beteiligt.
Der A.R. der Bleiſtiftfabrik vorm. Johann Faber A.=G.,
Nürn=
berg, beſchloß, nach faſt unv. Abſchreibungen (i. V. 144 506) RM. den
zum 29. Juni einberufenen G.V. eine Dividende von wieder 10
Pro=
zent zur Verteilung auf 4 Mill. RM. St.=A. vorzuſchlagen.
Der Sitz der Deutſchen Schuh A=G. Bata wird nach Schleſien
ver=
legt. In Ottmuth ſollen, wie im Groß=Strelitzer Landtag mitgeteilm
wurde, bereits in dieſem Jahre zwei Fabriken mit zuſammen 800 Ar= errichtet werden.
Nach den Erhebungen des Reichsverbandes der Handelsvertreter;
des Tabakgewerbes (R.H. T.), Fachverbandes des Zentralverbandes
Deut=
ſcher Handelsvertreter=Vereine, hat ſich im Monat Mai der Druck, d
bisher von der alten, aus der Vorverſorgung im Vorjahr ſtammendn
Zigarrenvorräten auf den Abſatz von Zigarren ausging, erheblich vee
ringert. Trotz beſtehender Vorräte iſt vom Handel wieder in größeren.!
Umfange gekauft worden, wobei die billigſten Preislagen auch für.
Zigaretten und andere Tabakwaren bevorzugt wurden.
Ihrem früheren Beſchluß gemäß, ein Inſtitut zur Förderung des
Gewerbes zu errichten, entſender die Belgrader Gewerbekammer im
Laufe des Monats Juni ihren Präſidenten Stofaovié und ihren
Sekre=
tär nach Deutſchland zum Beſuche derartiger Inſtitute in Berlin,
Han=
nover und Karlsruhe.
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Berliner Kursbericht
vom 10. Juni 1931
Deviſenmarkt
vom 10. Juni 1931
„D 114.50 G. Farbe
n 114.375 Rütgerswerke N.25 Helſingfors 100 finn. Mk. 10.59 10.61 Schweiz anken 61.68 eutſche Juo0.— Gelſ. Bergw. Ke Salzdetfurth Kali 164.50 100 Schillin panien 100 Peſetas 41. Disconto=Geſ. Geſ. f.elektr. Untern 85.— Leonh. Tietz 30.— Pr 100 Tſch.s 1.4 Danz 100 Gulden resdner Bank 00.— Harpener Bergbau A Verein. Glanzſtoff 81.— udapeſt zengd
100 P .43 13.55 van en Ag 2.* Hoeſch Eiſen 42. Verein. Stahlwerke 41.25 sofia 0 Leva Al o deJaneir= ilrei inſa Dampfſch. 68.125
15.— Phil. Holzmann Weſteregeln Alkali A
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10 Agsb.=Nrnb. Maſch. 250 0 Kroner 115 tugal 100 Escudo 18 A. E. G
Bayr. Motorenw. 0.8 Klöcknerwerke Baſalt Linz Kopenhagen
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00 Kronen 112 Ith.
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Ind. ond gypt. 2 Bergmann Elektr. 63.125 annesm. Röhr. Hirſch Kupfer 107.50 os-Aires Pap Beſo ada
Kar canad. Doll. 4.21 Berl. Maſch.=Bau Maſch.=Bau=Untn. . ſohenlohe=Werke 32.— olla Un ppeſo Tonti=Gummi 38— Nordd. Wolle 33.38 Lindes Eismaſch. 110.2 elgt 100 g 22 100 isl. Kr. Deutſche Cont. Gas G. Oberſchleſ. Koksw. 5!
7.50 VogelTelegr. Drak 34.125 Italien Vo
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lats” Deutſche Erdöl 55.375 Orenſtein & Koppel 37.— Wanderer=Werke 43.125 Paris 100 Francs 16.475 365 Riga 100 L 81.10 91.26
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Frankfurter Kursbericht vom 10. Juni 1931
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Mumuer 160
Donnerstag, den 11. Juni 1931
Seite 11
Oiag mat P
Es war alles ſo genau vorbereitet, daß für Richard gar nichts
ihr zu tun blieb bis zu dem Zeitpunkt zwiſchen ein und zwei
hr nachts, da er ſich in den Park der Villa Valcena begeben
„we.Bisher hatte er es vermieden, den Park zu betreten oder
ihm auch nur zu nähern, ſchon des Hundes wegen, der gelärmt
ſite; aus Vorſicht lieber eine mündliche Ausſprache mit Flavia
verſagend. Aber wenn Flavia ſich vom Fenſter im zweiten
oc des Hauſes herabließ, mußte er dabei ſein. Gino genügte
geint nicht, die Strickleiter ſtraff zu halten, während Flavia daran
unterkletterte, er ſelbſt mußte das tun. Und ſtürzte ſie, konnte
ſie in ſeinen Armen auffangen. Aber weil er dabei ſein mußte,
er es nötig, den Hund zu beſeitigen, deshalb mußte Gino ſich
ich nach Dunkelwerden in den Park einſchleichen, dem Zappo
Fleiſch gewickelte Veronalpillen verabreichen, die ihn für die
zuer der Nacht in betäubenden Schlaf verſenken ſollten. Zu
die=
ſa Zweck ſollte das Auto Gino bei Anbruch der Nacht bis an
Grenze Frascatis bringen, dann gleich zurückkehren. Vor dem
tel ſollten dann ganz offen Richards Koffer und Handgepäck,
ngeladen werden und er angeblich ſofort ſeine Reiſe nach
Nor=
dantreten. Daß er zu Beginn der Nacht abfahren wollte, hatte
hard damit erklärt, daß er bis zum Abend in Rom noch
ver=
jedenes erledigen müſſe, in Florenz aber am nächſten Tag
er=
grret werde. An einer einſamen Stelle der Campagna mußte
dann im Auto warten, bis der Zeitpunkt kam, ſich Frascati zu
ſern, wo an einer genau vorher beſtimmten Stelle zwiſchen
ſynen, die Toni Hofreiter ſchon kannte, Gino ſie erwartete, der
bis dahin im Park der Villa verborgen halten mußte. Gino
arde ihn dann auf nur ihm bekannten Pfaden durch Vignen
ſdurch bis zum Park führen, zu der Stelle, wo ſie ohne
Schwie=
keit eindringen konnten. Die Vignen waren zurzeit abgeerntet
w unbewacht. Gino hatte ſich vergewiſſert, daß ihnen lärmende
inde nicht in den Weg kommen würden.
Es war alles ſo gut vorbereitet, alle Möglichkeiten vorher
ſacht, und doch bohrte in Richard unausgeſetzt die bange Frage:
ſrd es gelingen? Und ſein erregter Geiſt erfand alle möglichen
mderniſſe, über die ihr Unternehmen noch zu Fall kommen
urde.
Er ſpeiſte zu Mittag bei Lanzi, der Richards nervöſe
Un=
we zu beſchwichtigen ſuchte, indem er ſelbſt ſich ſehr zuverſicht=
M zeigte. Sie durchſprachen alles noch einmal eingehend, damit
u9ts verſäumt, nichts überſehen wurde.
Als Richard dann am Spätnachmittag langſam die ſpaniſche
Teppe hinabging, blieb ihm noch immer vielzuviel Zeit, die er
uh untätig verbringen mußte. Auf jedem der breiten, terraſſen=
Roman von Alexandra von Boſſe.
Copyright 1930 by Karl Köhler u. Co., Berlin=Zehlendorf.
(Nachdruck verboten.)
artigen Abſätze der Treppe blieb er ſtehen, blickte über die untere
Stadt und auf die Piazza die Spagna hinab, über die in wirrem
Durcheinander lebhafter Verkehr quirlte. Wie in einem
Ameiſen=
haufen wimmelte es da. Er nahm Abſchied von Rom.
Ein Blumenmädchen, das ihn beobachtet hatte und ihn wohl
für einen ganz grünen Fremden anſah, trat an ihn heran, ſteckte
ihm geſchwind ein Sträußchen ins Knopfloch und trat zurück.
„Un ſoldo, Signore!”
Er warf das Sträußchen nicht fort, wie er wohl ſonſt getan,
er lächelte dem braungeſichtigen, ſchwarzäugigen Mädchen zu, griff
in die Taſche und gab ihm, was ihm gerade in die Hand kam.
Ein Zehnlireſchein war es, und das Mädel errötete vor freudiger
Ueberraſchung.
„Tauſend Dank, Herr!” rief es. „Mögen die Heiligen Euch
behüten! Eine ſchöne Frau wünſche ich Euch, die Euch viele
ge=
ſunde Söhne ſchenken ſoll!“
Sib Deinem Kinde
Du sparst dann Mühe. Sorge. Geld.,
„Danke für deinen guten Wunſch, ſchönes Kind”, ſagte er.
Ueber ihnen, vom Turm der Trinita d: Monti, kam weich
und klar das Avegeläut, über allem Lärm, der vom Platz
herauf=
drang, hinſchwebend: Bang — bangbang — bangbangbang
bangbangbangbang — bang —
Und Richard, darauf horchend, meinte, durch das Geläut
würde des Mädchens Wunſch geſegnet.
Er ging dann hinunter, durch die Via Condotti auf den
Korſo, mitten in den drangvollen abendlichen Verkehr hinein. Es
gab für den Augenblick ſo gar nichts für ihn zu tun. Aber dann
fiel ihm ein, noch einiges Eßbares für Flavia zu beſorgen. Alles,
was ſie für die Reiſe brauchte, war ſchon beſorgt und in einem
Koffer untergebracht, den Lanzi mit ſeinem Gepäck an die Bahn
würde bringen laſſen. Von Valcena ſelbſt konnte Flavia nichts
mitnehmen. Im Expreß nach der Schweiz würde gewiß ein
Speiſe=
wagen ſein, aber vielleicht war es beſſer, wenn Flavia vermied,
ſich im Speiſewagen zu zeigen, wo ſie von einem Mitxeiſenden
er=
kannt werden konnte. Es war wahrſcheinlich, daß ihre Aufregung
am heutigen Tage genau ſo groß war wie ſeine eigene, gewiß
hatte ſie heute ſo gut wie nichts gegeſſen. Man mußte ſorgen, daß
etwas zu eſſen da war, wenn ſie hungrig würde. Er war froh,
etwas zu tun zu bekommen, wobei er an Flavia denken konnte.
Und er kaufte allerlei Leckerbiſſen.
Die Beſchäftigung mit dieſen Einkäufen hatte ſeine Nerven
etwas beruhigt, und er fühlte ſich plötzlich guten Mutes werden.
Es mußte gelingen! Ach, es ſtand ihm noch viel bevor.
Plötzlich dachte er an den Walſerhof, an Onkel Poldi und an
Traudi. Die kleine Traudi. Er erinnerte ſich, daß einmal der
Gedanke ihn durchzuckt hatte, wie ſchög es ſein müßte, den
Walſer=
hof zu beſitzen und Traudi als ſeine Frau darin. Und er gedachte
des Abends, da er beinahe einen Kuß auf ihre Lippen gedrückt
hatte. Wie fern das lag. Wie war es nur möglich, daß er ſich
damals mit dem Gedanken abzufinden geſucht hatte, daß Flavia
ihm nicht treu geblieben, nicht mehr ſein war? So unfaßbar
er=
ſchien ihm das jetzt
Es war eine ſehr dunkle Nacht, ein ganz junger Mond, ſeine
Sichel nur ein feiner Strich, war am blaudunklen, ſternbeſäten
Himmel zu ſehen, er gab noch kein Licht. Um Mitternacht kam ein
dunkel lackiertes Auto von Rom her, und als es ſich Frascati
näherte, verlangſamte es immer mehr ſein Tempo. Dann
ver=
loſchen die Lichter daran, es bog von der Straße ab und fuhr auf
einem ſchmalen, holprigen Weg zwiſchen Vignen hindurch, bis an
eine Stelle, wo durch das Zuſammentreffen mehrerer ſolcher Wege
die Möglichkeit gegeben war, den Wagen zu wenden. Faſt ohne
Geräuſch vollführte das Toni Hofreiter. Und kaum war es
ge=
ſchehen, tauchte
ein ſchmächtiger Schatten zwiſchen den Reben auf.
„Signore!"
„Bſcht, leiſe, leiſe, Gino!”
„Alles in Ordnung, Signore” wiſperte der Bub. „Der Hund
ſchläft wie ein Toter, aber vor einer halben Stunde erſt wirkte
das Gift, und ich hatte ſchon Angſt; aber nun rührt er ſich nicht.”
„Und — ſonſt?"
„Die Marcheſina iſt bereit, und die Strickleiter ſchon gut an
den zwei Haken befeſtigt. Durch Anzünden eines Streichhölzchens
gab ſie mir das verabredete Zeichen, daß alles bereit ſei."
„Gut — komm!”
Die zwei ſtarken Haken hatte Flavia ſelbſt allmählich in das
ſteinharte Holz des Fenſterrahmens getrieben, die Hammerſchläge
durch ein mit feinem Sand gefülltes Nadelkiſſen dämpfend, denn
ein Fenſterkreuz, an dem ſie die Strickleiter hätte befeſtigen
kön=
nen, war nicht vorhanden.
Gino ſchlüpfte voran, Richard folgte. Gino war, wie immer,
wenn er ſich in den Park eingeſchlichen, in Strümpfen. Richard
hatte Schuhe mit Filzſohlen angezogen, damit der Kies auf den
Wegen des Parkes nicht knirſchte. So ſchlichen ſie lautlos
hinter=
einander her. An einer Stelle der hohen Parkmauer lehnte ein
verkrüppelter alter Olivenbaum, der ermöglichte ein leichtes
Hin=
aufklettern; drüben ſtanden zwei Zypreſſen dicht beieinander,
daran konnten ſie hinuntergelangen, wie auch ſpäter wieder
hin=
auf. Zwei Schatten glitten durch das faſt greifbare Dunkel im
Gebüſch unter den Rieſenbäumen des Parkes. Gino ſchien Augen
wie eine Katze zu haben, ſo ſicher führte er Richard, deſſen Hand
er hielt. Dann huſchten ſie über den helleren Weg, und vor ihnen
erhob ſich die dunkle Maſſe des Haufes.
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Seite 12
Donnerstag, den 11. Juni 1931
Nummer 160
Darmstädter Volksbühne
Schlußfeier
am Samstag, den 13. Juni
1931,20 Uhr im Städt. Saalbau
Bunter Abend — Tanz
Mitwirkende: Maria Kienzl, Grete
Berthold, Heinrich Kuhn,Franz
Pfaudler und Erwin Palm.
Eintritt: 1 RM. Für Mitglieder der
Volksbühne und ihre
An-
gehörigen 0.60 RM.
Vorver-
kaut Elisabethenstr. 34 (
Ge-
schättsstelle der Volksbühne.)
Zum Tropfſtein
Ecke Kaſino= u. Friedrichſtr.
Gemütliche Weinklauſe und
Bier=Lokal
(199 a
An
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Att!
Dieburgerstr. 97 Teleplon 4348
Inh. Hans Tod
Morgen Freitag, abends 8 Uhr
Großes volkstümliches
Konzert
Leitung:
Mätnntas Weher
Eintritt frei.
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Großer u. 11. Saal für Vereine. Eigene
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OU
O—4
9
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Des ganz außer gewöhn-
ichen Eriolges wegen
haben wir uns entschlossen, den
größten Lustspiel-Erfolg der Saison
Die
Priunt Selretärin
mit
Renate Müller
Herm. Thiemis
Fellx Bressart
und
Ludwig Stössel
noch heute
auf dem Spielplan zu belassen
Eine weitere Verlängerung ist
anderweitiger Verpflichtungen halber
nieht mehr möglich.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr
Heute und folgende Tage
Felix Bressart
in dem Lachschlager:
Der Schrecken
der Garnison
Regie: Carl Boese.
Weitere Mitwirkende:
Lucle Englisch, Adele
Sandrock, Albert Paulig,
Uurt Vespermann u. v. a.
Felix Vressart als Infanterist
und als Husar — das muß man
ge-
sehen haben.
Der Ausspruch Ben Akibas, daß alles
schon dagewesen sei, wird in diesem
Film auf den Kopf gestellt.
Im reichhaltigen Beiprogramm:
Felix der Kater auf dem
Ozean.
Jugendliehe haben Zutritt.
Beginn: 3 45, 600 und 8.20 Uhr
Mur noch heute ung morgen
Im neuen Sensations-Doppelprogramm
Liiy Damita und Ernest Torrence
in dem dramatischen Filmwerk
Die Brücke von
San Luis Rey
Vereinigung
früherer
Leibgardiſten
Darmſtadt
Am Sonntag, den
14. Juni 1931,
nach=
mittags v. 3½ Uhr ab
Nach dem Roman von
Thornton Wilder.
Regie: Charles Brabin.
Der Film schildert die seltsam
ver-
schlungenen Schicksale v. Menschen.
für die der Tod keine Strafe, sondern
die Erlösung war.
Im II. Teil:
mit den Wormſer Kameraden
im „Bürgerhof”, Eliſabethenſtraße 2
Der Sensationsfilm aus den
kalifornischen Wäldern
Herz in Not
Wir laden hierzu alle unſere
Mit=
glieder und deren Angehörige herzlichſt
ein und bitten um zahlreichen Beſuch,
9032)
Der Vorſtand.
Regie: Jack Gonway
mit Joan Crawford und Carmel
Myers in den Hauptrollen.
Aufregende Kämpfe und ein grandioser
Waldbrand sind die Höhepunkte
der Handlung. (V.8993
NB. Wir machen darauf aufmerkſam,
daß die Wanderung nach Groß=Gerau
am 28. Juni ſtattfindet, wie bereits im
„Leibgardiſten” bekanntgegeben.
Ab=
fahrt 9 Uhr 25 Min. ab Hbhf. mit
Sonn=
tagskarte bis Gr.=Gerau (RM 0.80). D.3.
Beginn: 3.30, 5.45 und 8.15 Uhr
Jugenheim a. d. Bergstr.
Hotel „Goldene Krone‟
Sonntag, den 14. Juni, Anfang 3½ Uhr
1a Anzugſtoffe
blau
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garn RM. 9.80,
grau (Pfeffer und
Salz) RM. 10.80
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ſtraße 30, I.
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Wieder-Eröffnuns
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NB: Aufmerkſame Bedien. Prompt. Berſand