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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Origmal=Aufſätze ud eigenen Nochrichten mr mit Quellenangabe „Darmſ. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 154
Freitag, den 5. Juni 1931.
194. Jahrgang
Anzeigenpreis:
Amm brritr Deihe im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichwfs.
FinennEmngeigen 40 Reiſchepfg. Rellamezelle (92 mm
breih 2 Reichemart. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz-Anzeigen 60 Reichspfg. 92 mm breite
Rellame=
zelle 300 Reichsmarf. Alle Preiſe in Reichsmart
(4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
ſede Derpſichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
auſträge und Lefſtung von Schadenerſatz. Bei
Kondars oder gerichticher Beitreibmg fällt ſeder
Rabat weg. Banſkonto Deutſche Bank und Darme
ſtädter und Nationalbank.
Großes Inkereſſe der Vereinigken Skaaken an der Abrüſtungsfrage und der Erhalkung des Londoner
Flokkenpakkes. — Zuſammenhänge zwiſchen Abrüſtung, Kriegsſchulden und Reparakionen.
Amerika kommt um eine Ausſprache über das Reparakionsproblem nicht herum.
Ein überraſchender Enkſchluß Skimſons.
„Erholungsurlaub” in Enropa
mit diplomakiſchem Hinkergrund.
New York, 6. Juni.
Staatsſekretär Stimſon tritt nach einer Meldung der
Zei=
tung „American” aus Waſhington Ende Juni eine bis gegen Ende
Auguſt dauernde Europareiſe an. Stimſon reiſt zuerſt nach
Ita=
lien, dann nach Frankreich, Deutſchland und nach England.
Ueber=
all ſind offizielle Beſprechungen vorgeſehen, die ſich auf Fragen der
Abrüſtung und der Tarife ſowie auf andere brennende Probleme
beziehen werden.
* Stimſon hat der Preſſe gegenüber erklärt, daß er lediglich
ſeinen Urlaub in Europa verbringen will, hat aber angekündigt,
daß er ſeine Kollegen in den europäiſchen Hauptſtädten beſuchen
will. In Berlin iſt er bisher nicht angemeldet worden.
Vermut=
ich wird er aber von Rom aus ſeine Viſitenkarte ſchon abſchicken.
Herr Stimſon ſcheint die Abſicht zu haben, ſich hauptſächlich für
eine Förderung der Abrüſtung einzuſetzen und hat den Gedanken,
daß er auch in eine Diskuſſion über die Kriegsſchulden verwickelt
werden könnte, der amerikaniſchen Preſſe gegenüber abgelehnt.
Das konnte er bei der Einſtellung der amtlichen amerikaniſchen
Politik wohl auch gar nicht anders. Er wird ſich aber wohl klar
darüber ſein, daß bei dem engen Zuſammenhang zwiſchen
Kriegs=
ſchulden und Abrüſtung eine ſo ſcharfe Trennung ſich nicht
durch=
ühren läßt. Vor allem wird nach Chequers die Reparationsfrage
Das Tagesgeſpräch in ganz Europa ſein, ſo daß auch Herr
Stim=
ſon einer Erörterung dieſes brennendſten europäiſchen Problems
nicht wird ausweichen können.
Slimſons Europa-Beſuch erregk großes Aufſehen
in New York.
New York, 5. Juni.
Die Ankündigung Stimſons, daß er während ſeines „
Er=
dolungs=Urlaubs” in Europa mit den Außenminiſtern
Deutſch=
lands, Englands, Frankreichs, Italiens und Belgiens Fühlung
rehmen werde, erregt hier größtes Aufſehen, obwohl der
Staats=
ſekretär ſelbſt die politiſche Bedeutung ſeiner Reiſe
herabzumin=
dern verſucht. Angeſichts des ungeheuren Intereſſes der Hoover=
Regierung an der Abrüſtung und der allgemeinen Erhaltung des
Londoner Flottenpaktes im beſonderen, wird Stimſon das
Schwer=
gewicht ſeiner Beſprechungen mit den europäiſchen Kollegen
zwei=
fellos auf das Abrüſtungsproblem legen, und er wird ſich
beſon=
ders bemühen, die von einzelnen Mächten angeſtrebte Vertagung
der Abrüſtungskonferenz zu verhindern. Der Staatsſekretär
be=
gibt ſich zuerſt nach Rom, um ſich mit Muſſolini und Grandi zu
beſprechen. Die Annahme ſei daher gerechtfertigt, daß er
ver=
ſuchen wird, die Beilegung des franzöſiſch=italieniſchen
Flotten=
konfliktes zu fördern, natürlich ohne eine offizielle Vermittlerrolle
zuu übernehmen. New Yorker Finanzkreiſe ſehen die entſcheidende
Bedeutung der Miniſterreiſe in der Tatſache, daß Stimſon
Ge=
legenheit bekommt, das Problem der internationalen
Kriegsver=
ſchuldung mit den beteiligten Regierungen zu erörtern. Die
Waſhingtoner Berichte der hieſigen Blätter unterſtreichen, daß
Hoover dem Staatsſekretär keine Vollmacht geben werde, über die
Reparationen und die interalliierten Schulden zu verhandeln.
9 Senakor Borah über die Bedenkung der Europareiſe
des amerikaniſchen Skaaksſekrekärs.
Nach einer Meldung aus Waſhington wird Staatsſekretär
Stimſon auf ſeiner Europa=Reiſe am 21. Juli in Berlin
ein=
treffen, wo er eine Woche bleiben wird, um Beſprechungen mit
deutſchen Staatsmännern zu pflegen. Botſchafter Sackett, der
ſich mit der „Europa” auf der Rückreiſe auf ſeinen Berliner
Poſten befindet, erhielt Weiſung, Stimſons Berliner Aufenthalt
vorzubereiten.
Senator Borah, mit dem der Staatsſekretär den Plan ſeiner
Europareiſe eingehend beſprochen hat, erklärte heute, er
be=
grüße dieſen Entſchluß als einen äußerſt weiſen Schritt. Genau
wie Kelloggs Reiſe nach Paris zur Unterzeichnung des Kelloggs=
Paktes dieſem großen Friedensinſtrument erſt die gebührende
Bedeutung verliehen und den für die Befriedung Europas
tapfer kämpfenden deutſchen Außenminiſter, Dr. Streſemann,
veranlaßt habe, trotz erheblicher politiſcher Widerſtände und trotz
ſeines ſehr geſchwächten Geſundheitszuſtandes zum erſten Male
den Boden der franzöſiſchen Hauptſtadt zu betreten, ſo werde
S timſons perſönliches Erſcheinen in den Hauptſtädten der vier
enropäiſchen Großmächte außerordentlich zur Verbeſſerung der
außenpolitiſchen Weltlage beitragen. Die von Botſchafter Gibſon
auf der letzten Tagung der Vorbereitenden Abrüſtungskonferenz
9e forderte Mobilmachung der öffentlichen Meinung für Rüſtungs=
9 ſchränkungen in allen Waffengattungen ſei hier in Waſhington
ben Präſident Hoover anläßlich der Tagung der Internationalen
Phandelskammer in einer energiſchen Rede eingeleitet worden.
unmehr werde Stimſon dieſen Appell nach Frankreich tragen,
UId, wenn er ſelbſt nicht aktiv an den einzelnen Beratungen teil=
Vehme, doch ſtarken Einfluß auf ein friedliches Zuſammenarbeiten
ansüben. Sein Beſuch in Berlin, das Stimſon nicht kenne,
verde gleichfalls für die Klärung der internationalen Probleme
vun erheblichem Werte ſein=
Die inkernakionale Arbeikslofigkeik.
Schwere polikiſche Gefahren für die ganze Welk.
Genf, 4. Juni.
Die Vollverſammlung der Internationalen Arbeitskonferenz
hat am Donnerstag die öffentliche Ausſprache über die Frage der
Arbeitsloſigkeit fortgeſetzt. Die Diskuſſionsgrundlage bildeten die
Vorſchläge, die der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes
in ſeinem Bericht der Konferenz vorgelegt hat.
Den Standpunkt der deutſchen Arbeitnehmergruppe legte der
Reichstagsabgeordnete Hermann Müller dar. Der Bericht des
Direktors über die Arbeitsloſigkeit, führte Müller aus, laſſe den
Schwung vermiſſen, mit dem das Problem angepackt werden müſſe.
Man ſehe keine Löſungen. Die 40ſtündige Arbeitswoche müſſe
ein=
geführt werden. Nur durch die Erhöhung der Kaufkraft könne
das Problem dauernd gelöſt werden. Preisſenkungen ſeien die
wirkungsvollſte Maßnahme. Zu ſeinem Bedauern müſſe er hier
er=
klären, daß die deutſchen Arbeitgeber ihre ganze Kraft auf eine
Senkung der Löhne konzentrierten, ſtatt die deutſche Regierung in
ihren Bemühungen, die Preiſe herabzuſetzen, zu unterſtützen. Die
Produktion müſſe unter die Kontrolle des Staates geſtellt werden.
Müller ſchloß, daß
im Hinkergrund der jehigen Kriſe Chaos,
Bürgerkrieg und namenloſes Elend
lauerten. Bemerkenswert waren noch die Ausführungen des
Ver=
treters der engliſchen Arbeitnehmergruppe Hayday, der Kritik an
der Haltung Englands in der Frage der Ratifizierung des
Waſ=
hingtoner Achtſtundenabkommens übte. Die Arbeitsloſigkeit müſſe
durch eine Herabſetzung der Arbeitszeit, die aber nicht eine
Ver=
kürzung der Löhne im Gefolge haben dürfe, bekämpft werden.
Wenn man als einzige Richtſchnur für ſeine ſozialpolitiſche
Ein=
ſtellung die Rückſicht auf die internationale Konkurrenz gelten
laſſe, ſo bedeute das die Ausſchaltung aller menſchlichen
Geſichts=
punkte. Ein Sofortmittel, um die Arbeitsloſigkeit zu bekämpfen,
ſei die Heraufſetzung des ſchulpflichtigen Alters, wie es im
eng=
liſchen Parlament vorgeſchlagen worden ſei, und die ſofortige
Verſorgung der Arbeiter über 60 Jahre. Der Generalſekretär des
Internationalen Verbandes der chriſtlichen Gewerkſchaften
Serrae=
rens (Holland) erklärte, man dürfe ſich nicht verhehlen, daß
die Wirtſchaftskriſe immer nnerkräglicher
werde. Das treffe insbeſondere für Deutſchland zu, wo trotz der
Anſtrengungen des Kanzlers Brüning und des Arbeitsminiſters
Stegerwald, zweier Exponenten der chriſtlichen
Gewerkſchafts=
bewegung, es von Tag zu Tag ſchwieriger, ja beinahe unmöglich
werde, ein annehmbares Lebensniveau für die Arbeitsloſen
auf=
recht zu erhalten. Von den extremen Elementen von rechts und
links ſei Deutſchland in dieſer entſetzlichen Kriſe bedroht, die, wenn
ſie auch wirtſchaftlichen Charakter habe, doch ſchwere
poli=
tiſche Gefahren für die ganze Welt darſtelle. Die
internationale Wirtſchaft ſei ſoſchwer erkrankt,
daß ein ungeheurer Optimismus dazu gehöre,
zuglauben, daß eine ſchnelle Heilung möglich ſei.
Nur durch den einheitlichen Willen der Regierungen, Parlamente
und Völker könne die Löſung gefunden werden. Die Völker
müß=
ten begreifen, daß die Zeit der Ueberlegungen vorüber ſei und daß
jetzt gehandelt werden müſſe. Wenn es nicht möglich ſei, jetzt
ſchon zu einer allgemeinen Herabſetzung der Arbeitszeit zu
gelan=
gen, ſo beſtände doch die Möglichkeit, von internationalen
Verein=
barungen über die Senkung der Arbeitszeit in beſtimmten
In=
duſtriezweigen.
Der Ankeil der Reparakionen
an der inkernakionalen Gleichgewichtsſtörung.
Der holländiſche Arbeitgebervertreter van der Bom ſtellte
die Frage der Reparationen und internationalen Schulden in
den Vordergrund ſeiner Ausführungen. Er nahm auf die auch
im Bericht des Internationalen Arbeitsamtes feſtgeſtellte
Gleichgewichtsſtörung im internationalen
Han=
del durch die einſeitigen Belaſtungen, der
ver=
ſchiedene Staaten durch Reparationen und
Schulden ausgeſetzt ſind, Bezug und erwähnte eine
auch im Bericht des Internationalen Arbeitsamtes ſkizzierte
Aeußerung des früheren italieniſchen Finanzminiſters de Stefani,
der geſagt habe, die Frage der Schulden und
Repa=
rationen müſſe wieder aufgeworfen werden
nicht aus Wohlwollen für das eine oder andere
Land, ſondern aus allgemeinen
Nützlichkeits=
erwägungen, die auch den Gläubigerſtaaten
zu=
gute kämen. Dieſe Frage, führte der holländiſche Vertreter
aus, gehöre gewiß nicht zur formellen Zuſtändigkeit der
Inter=
nationalen Arbeitskonferenz, aber man könne an ihr nicht
vor=
übergehen, denn ſie habe einen gewiſſen Einfluß auf die Frage,
mit der ſich die Konferenz hauptſächlich zu beſchäftigen habe,
nämlich die Frage der Arbeitsloſigkeit. Auch die Frage der
Schulden und Reparationen müſſe in wahrhaft
internationalem Geiſt behandelt werden. Man
dürfe nicht ſagen, das ſei eine politiſche oder wirtſchaftliche
Frage, die das Internationale Arbeitsamt nichts angehe. Es
ſei unmöglich, die beiden Geſichtspunkte von einander zu
trennen.
Die krikiſche Lage der Reichsfinanzen.
— Die Sanierung der Reichsfinanzen ſteht nun ſchon ſeit
Wochenfriſt in dem Mittelpunkt der Regierungstätigkeit, und die
Ergebniſſe der Verhandlungen des Reichskabinetts werden
dem=
nächſt in Geſtalt einer neuen Notverordnung vorliegen. Daß ſich
die Lage der Reichsfinanzen kritiſch zuſpitzen würde, daß ſie ſich
mit Notwendigkeit verſchärfen mußte, iſt für denjenigen, der die
Entwicklung der Reichsfinanzen in dem abgelaufenen
Rechnungs=
jahre 1930/31 und in den erſten Monaten des laufenden
Rech=
nungsjahres 1931/32 beobachten konnte, nicht zweifelhaft
gewe=
ſen. Eine genaue Kenntnis des Verlaufes der Steuereinnahmen
des Reiches in dem mit April abgelaufenen Rechnungsjahr
1930/31 gibt zugleich Anhaltspunkte für die Gründe in der
Ver=
ſchärfung, um nicht zu ſagen, Kriſe der Reichsfinanzen, aber
auch für die Auswirkungen, die die bevorſtehende neue
Notver=
ordnung für die weitere Geſtaltung der Reichsfinanzen haben
muß.
Der Rechnungsabſchluß 1929/30 hatte noch im allgemeinen
bei den Steuereinnahmen nur geringe Unterſchiede zwiſchen
Haushaltsanſatz und Iſt=Aufkommen aufzuweiſen gehabt. Dies
erklärte ſich daraus, daß noch kurz vor dem Ende des
Rech=
nungsjahres die Verabſchiedung eines Nachtragshaushaltes für
1929/30 erfolgte, der im weſentlichen auf eine Angleichung des
Steuer=Solls an die zu erwartenden Steuereingänge
hinaus=
lief. Für das Rechnungsjahr 1930/31 erfolgte die Inkraftſetzung
des endgültigen Reichshaushaltsplanes unter dem 26. Juli 1930
durch die Verordnung des Reichspräſidenten zur Behebung
finanzieller, wirtſchaftlicher und ſozialer Notſtände. Obwohl in
dieſem Haushaltsplan in Rückſicht auf die allgemeine
Wirt=
ſchaftslage das Soll der Zölle und einiger wichtiger Steuern
dem urſprünglichen Entwurf gegenüber herabgeſetzt wurde, iſt
das Geſamtſoll nicht erreicht worden. Alle großen Steuern ſind
zum Teil recht erheblich hinter den Anſätzen zurückgeblieben.
Nur die Zuckerſteuer und vier kleinere Steuern, nämlich die
Verſicherungsſteuer, die Zündwarenſteuer die Spielkartenſteuer
und die Statiſtiſche Abgabe haben die Sollbeträge nahezu
er=
reicht und nur drei weitere kleine Steuern: die
Obligations=
ſteuer, die Eſſigſäureſteuer und die Lotterieſteuer haben die
An=
ſätze überſchritten. Bei der Aufſtellung des Haushaltplanes für
das Rechnungsjahr 1930/31 ſind bei der Körperſchaftsſteuer, der
Vermögensſteuer, der Beförderungsſteuer und einigen anderen
Steuern Minderveranſchlagungen, bei allen übrigen Steuern
dagegen Erhöhungen gegenüber den Etatanſätzen für
1929/30 vorgenommen worden. Aber weder
Minderveranſchla=
gungen noch Erhöhungen wurden erreicht; zumeiſt blieben die
Eingänge ſogar noch hinter den Anſätzen für 1929/30 zurück.
Auch auf die auf Grund von Tariferhöhungen mit 200 Mill.
RM. bei der Tabakſteuer und 150 Mill. RM. bei der
Bier=
ſteuer veranſchlagten Mehreingänge ſind tatſächlich nur 143,1 und
73,3 Mill. RM. Mehreinnahmen erzielt worden. Die geſamten
Steuer= und Zolleinnahmen wurden für das Rechnungsjahr
1930/31 auf 10 265,6 Mill. RM. veranſchlagt. Es kamen aber
bis zum Ende des Rechnungsjahres nur 9025,6 Mill. RM. auf,
ſo daß ſich eine Mindereinnahme von 1 240 Mill. RM. ergibt.
Von dieſer Mindereinnahme entfallen 810,1 auf Beſitz= und
Ver=
kehrsſteuern und 429,9 Mill. RM. auf Zölle und
Verbrauchs=
ſteuern. Am ſtärkſten ins Gewicht fällt der Unterſchied zwiſchen
Aufkommen und Voranſchlag bei der Einkommenſteuer,
die mit 365,3 Mill. RM. oder mit mehr als einem Viertel des
geſamten Fehlbetrages im Rückſtand bleibt. Einkommenſteuer,
Umſatzſteuer (minus 168,8) und Körperſchaftsſteuer (minus 50)
zuſammen ſind mit 584,1 Mill. RM. die Zölle (minus 183) und
die großen Verbrauchsſteuern (Tabakſteuer Bierſteuer,
Spiritus=
monopol) mit zuſammen 400,1 Mill. RM. an den
Minderein=
nahmen beteiligt. Ungefähr vier Fünftel des
Geſamtminder=
aufkommens entfallen alſo auf dieſe großen Steuern. Die
Geſamtſteuereinnahmen erreichten nur 88 Prozent des
Haus=
haltsanſatzes. Dieſer Durchſchnittsſatz ergibt ſich ferner ſowohl
für die Gruppe der Beſitz= und Verkehrsſteuern als auch für die
der Zölle und Verbrauchsſteuern. Auch das Aufkommen der
Einkommenſteuer insgeſamt beläuft ſich auf dieſen
Durchſchnitts=
ſatz; während die veranlagte Einkommenſteuer mit 90,3 Prozent
und der Steuerabzug vom Kapitalertrag mit 97,1 Prozent über
dem Durchſchnitt liegen, erreicht die Steuer aus=
Lohnab=
zügen mit 85,3 Prozent den Durſchnittsſatz der Geſamtſteuer
nicht ganz. Ebenſo wie die Einkommenſteuer haben auch faſt
alle übrigen großen Steuern in ihren Iſt=Eingängen den
Durch=
ſchnittsſatz von 88 Prozent erreicht, zum Teil haben ſie ihn
ſo=
gar beträchtlich überſchritten. Die prozentual großen
Fehl=
beträge zeigen ſich in der Hauptſache bei den kleinen Steuern.
Von den wichtigeren Einnahmequellen ſind es lediglich die
Ein=
nahmen aus dem Spiritus=Monopol, die mit 71,7 Prozent weit
hinter dem Haushaltsſoll zurückgeblieben ſind. Bei der
Schaum=
weinſteuer und bei den Vermögenverkehrsſteuern zeigen ſich die
Auswirkungen der Wirtſchaftskriſe in vollem Umfang; die
Schaumweinſteuer erreichte nur 71,1, die Grunderwerbsſteuer
nur 72,5, die Geſellſchaftsſteuer 61,4, die Wertpapierſteuer 59,8
Prozent des Jahresſolls, und die Börſenumſatzſteuer mit nur
46,2 Prozent erreichte nicht einmal die Hälfte des Jahresſolls.
Neben der Mineralwaſſerſteuer (nur 43 Prozent) ſind auch einige
andere im Jahre 1930 eingeführte Verbrauchsſteuern erheblich
hinter den erwarteten Eingängen zurückgeblieben. Vergleicht
man die Einnahmen des Reiches aus Stenern und Zöllen in
dem abgelaufenen Rechnungsjahr mit dem vorhergehenden nach
Vierteljahren, ſo zeigt ſich, daß die Einnahmeverminderungen
bei den Beſitz= und Verkehrsſteuern von Vierteljahr zur
Viertel=
jahr zunehmen. Aehnlich verhält es ſich mit der Entwicklung
der Mindereinnahmen aus der Körperſchaftsſteuer, der
Ver=
mögensſteuer, der veranlagten Einkommenſteuer und aus der
Lohnſteuer, in denen immer ſtärker die Verſchärfung der
Wirt=
ſchaftskriſe zum Ausdruck kommt. Vor allem müſſen wegen ihrer
ſymptomatiſchen Bedeutung die Feſtſtellungen über den Ertrag
der Lohnſteuer ernſte Beſorgnis erregen. Im März 1930
be=
trug das Bruttoaufkommen an Lohnſteuer (einſchließlich der
Er=
ſtattungen) noch rund 112,6 Mill. RM., im März 1931 dagegen
nur noch 99 Mill. RM., in welchem Betrage noch die
Ein=
nahmen aus der Ledigenſteuer in Höhe von mindeſtens 9 Mill.
RM. enthalten ſind. Danach iſt alſo ein Rückgang der
Lohn=
ſteuereinnahmen um rund 20 Prozent eingetreten, während ſich
im Durchſchnitt des Rechnungsjahres 1930 gegenüber 1929 ein
Nückgang von nur 14 Prozeut ergibt. Im Boranſchlag des
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Haushaltsplanes für 1931 iſt für die Lohnſteuer ein Betrag von
1425 Mill. RM. eingeſetzt, legt man dieſer Vorſchätzung das
verminderte Bruttoaufkommen für März zugrunde, d. h. 1225
Mill. RM. Geſamteinnahme aus der Lohnſteuer, ſo würde ſich
eine Mindereinnahme von nicht weniger als 200 Mill. RM.
er=
geben, die mit rund 135 Mill. RM. den mit ebenfalls großen
finanziellen Schwierigkeiten kämpfenden Ländern und
Gemein=
den zur Laſt fällt. Für die Entwicklung des Maſſeneinkommens
iſt ferner die Umſatzſteuer von ausſchlaggebender Bedeutung
Das Aufkommen an Umſatzſteuer im Deutſchen Reiche für das
Kalenderjahr 1930 betrug 998,9 Mill. RM. gegenüber 1006
Mill. RM. für das Vorjahr. Der Rückgang iſt zwar an ſich
nicht ſehr erheblich; deutlich aber zeigt ſich die Schrumpfung der
ſteuerpflichtigen Binnenhandelsumſätze, wenn man berückſichtigt,
daß vom 1. April 1930 ab die Umſatzſteuer allgemein von 0,75
Prozent auf 0,85 Prozent erhöht und außerdem eine „erhöhte
Umſatzſteuer” von 1,35 Prozent für die ſteuerpflichtigen Umſätze
der Unternehmen des Einzelhandels mit mehr als 1 Mill. RM.
Geſamtumſatz eingeführt worden iſt. Die Erhöhung der
Um=
ſatzſteuer hat ſicherlich einen gewiſſen Ausgleich für die
be=
trächtliche Mindereinnahme mit ſich gebracht, die bei Beſtehen
des alten Steuerſatzes infolge der das ganze Jahr hindurch
anhaltenden ungünſtigen Geſchäftslage und der umfangreichen
Preisrückgänge eingetreten wäre. Zieht man die
Sonderumſatz=
ſteuer ab, ſo vermindert ſich die Einnahme aus der Umfatzſteuer
für 1930 auf rund 972,9 Mill. RM. und unter Berückſichtigung
der Erhöhung der Umſatzſteuer würde ſich wie bei der
Lohn=
ſteuer auch hier ein Rückgang des Ertrages um etwa 15
Pro=
zent ergeben. Der Umſatz des vierten Vierteljahres 1930 blieb
ſogar um faſt ein Fünftel hinter dem des Jahres 1929 zurück
und war nicht größer als in dem entſprechenden Abſchnitt des
Kriſenjahres 1925. Die Umſatzſteuer iſt für 1931 mit 1040 Mill.
RM. veranſchlagt; ſie dürfte aber vorausſichtlich 60 bis 70 Mill.
RM. weniger aufbringen, da die Umſätze inzwiſchen auch
wert=
mäßig ſtark zurückgegangen ſind.
Wenn der vorausſichtliche Fehlbetrag für 1931 auf 340 Mill.
RM. gegenüber dem Voranſchlag geſchätzt worden iſt, ſo muß
dieſe Schätzung als zu vorſichtig angeſehen werden, da mit
einem wahrſcheinlich erheblich höheren Einnahmeausweis zu
rechnen iſt. Die daraus folgenden ungünſtigen Auswirkungen
auf die Kaſſenlage des Reiches ſind bekannt; wenn es auch
bis=
her gelungen iſt, die Kaſſenſchwierigkeiten durch Emiſſionen von
Reichsſchatzanweiſungen zu beheben, ſo kann ſelbſtverſtändlich
dieſer Weg auf die Dauer nicht beſchritten werden. Die Zukunft
der Reichsfinanzen iſt ſomit recht dunkel, zumal die Hoffnungen
auf eine ſchnelle Beſſerung der Konjunktur bisher nicht in
Er=
füllung gegangen ſind. Selbſt für den Fall, daß ein
Konjunk=
turumſchwung eintreten würde, könnte eine ſofortige
Auswir=
kung in Richtung vermehrter Steuereingänge in dieſem Jahr
nicht eintreten. Es wird unter dieſen Umſtänden klar, wie
fol=
genſchwer die Entſcheidungen ſein müſſen, die die
Reichsregie=
rung getroffen hat und die ſich in der ſoeben fertiggeſtellten
Notverordnung befinden. Den genauen Inhalt und die
Einzel=
heiten dieſer Notverordnung wird die deutſche Oeffentlichkeit
erſt Ende der Woche erfahren. Ohne einer Beurteilung der
Notverordnung vorgreifen zu wollen, muß betont werden, daß
das Mißverhältnis zwiſchen Steuerdruck und Wirtſchaftskraft,
welches mit zu den entſcheidenden Urſachen der ſozialen Nöte
des deutſchen Volkes gehört, es verbietet, die Steuerbelaſtung
auf den bereits ſehr ſchmal gewordenen Grundlagen der noch
vorhandenen Steuerkraft zu erhöhen. Denn dann muß an Stelle
der erſtrebten ſteuerlichen Mehrerträge die progreſſive Steigerung
der Einnahmeausfälle treten. Es darf nicht überſehen werden,
daß der Rückgang der Einnahmen in erſter Linie zu der Kriſe
der Reichsfinanzen geführt hat. Die Steuerquellen ſind eben
am Verſiegen. Es bleibt alſo nichts anderes übrig als ein
radikaler Eingriff in die öffentliche Ausgabenſeite, durch den
die Geſamtſumme des durch Steuern zu deckenden
Zuſchuß=
bedarfs von Reich, Ländern und Gemeinden erheblich geſenkt wird.
„Reparakionskouferenz” auf der „Eucopa”
* Reichskanzler und Außenminiſter benutzen auf der Rückfahrt
von Chequers nach Berlin die „Europa”, auf der ſich auch der
amerikaniſche Botſchafter in Berlin, Sackett, auf ſeinen Poſten
zurückbegibt. Sackett hat Berlin vor einigen Wochen zu einem
längeren Urlaub verlaſſen. Seine Ferien waren aber mit
wich=
tigen Verhandlungen im Weißen Haus in Waſhington ausgefüllt.
Vor ſeiner Abreiſe nach Waſhington hatte Mr. Sackett eine längere
Unterredung mit dem Kanzler, der große politiſche Bedeutung
zu=
gemeſſen wurde. Da Kanzler, Außenminiſter und Botſchafter
ge=
meinſam die Reiſe nach Berlin antreten, iſt es ſelbſtverſtändlich,
daß ſchon bei dieſem Zuſammenſein ein Meinungsaustauſch erfolgt
und der Botſchafter vor allem über die Einſtellung der
Waſhing=
toner Regierung zum Reparationsproblem und allen ſonſtigen
wichtigen europäiſchen Fragen berichtet.
Von Dr. Hellmut Thomaſius.
Eine ganze Anzahl der „Zeitalter”, in die man die
Entwick=
lungs= und Kulturgeſchichte der Menſchheit einzuteilen pflegt, wird
durch den techniſchen Fortſchritt gekennzeichnet. Die graue, über
Jahrtauſende ſich erſtreckende Vorzeit kennt zwar nur vier derartige
Zeitalter, das goldene, das ſilberne, das bronzene, das eiſerne.
Dafür folgen ſie in der Gegenwart um ſo raſcher aufeinander.
In den letzten hundert Jahren ſprach man von einem Zeitalter des
Dampfes, von einem der Elektrizität. Dazu kam eines des
Ver=
kehrs, und, wenn man will, findet man noch eine ganze Reihe
weiterer. Welche Arten uns die Zukunft bringen wird, läßt ſich
nur ſchwer ſagen. Daß ſich aber eine Entwicklung vorbereitet,
die man mit Recht unter der Bezeichnung
„Zeitalter des Oels”
zuſammenfaſſen kann, ſcheint kaum mehr einem Zweifel zu
unter=
liegen. Unter „Oel” ſind dabei alle die ſchweren Oele zu verſtehen,
die die Dieſelmaſchine verarbeitet. Dazu gehören gewiſſe
Beſtand=
teile des natürlichen Erdöls, ferner Oele, die man bei der
Deſtil=
lation der Steinkohle gewinnt und die man vielfach unter dem
Namen „Teeröle” zuſammenfaßt. Es gehören dazu das aus der
Braunkohle gewonnene Paraffinöl, ferner Oele, die bei der
Her=
ſtellung des Urteers oder Tieftemperaturteers erhalten werden.
Der Dieſelmotor bietet den Vorteil, daß er derartige Oele gut
ausnutzt, daß er nur geringe Betriebskoſten erfordert, und daß
ſein Bau verhältnismäßig einfach iſt, daß insbeſondere Vergaſer
und Zündung, wie man ſie bei den Leichtölmotoren verwendet,
wegfallen. Während man zuerſt etwas zögernd und vorſichtig an
die Verwendung der Dieſelmaſchine heranging, ſehen wir in
neuerer Zeit eine ganze Anzahl von beachtenswerten Erfolgen,
die wohl geeignet ſcheinen, ein „Zeitalter des Oels” einzuleiten.
Bei dieſer Verwertung des Dieſelmotors ging Deutſchland führend
voran, das ja auch das Geburtsland dieſer ſo leiſtungsfähigen
Maſchine iſt. In immer größerer Zahl entſtehen Dieſelſchiffe. Die
Dieſellokomotive iſt in den Wettbewerb mit anderen Arten von
Lokomotiven eingetreten. Das Dieſel=Auto hat ſich bereits bis zum
Rennwagen entwickelt. Zur Erzeugung von elektriſchem Strom
hat man Dieſelkraftwerke gebaut. Nunmehr iſt auch das mit
Dieſelmotor ausgeſtattete Flugzeug zur Tatſache geworden.
Deut=
lich läßt ſich erkennen, daß eine Entwicklung in die Breite
ein=
geſetzt hat, die noch lange nicht als abgeſchloſſen angeſehen werden
kann. Sie hat ſchon einen beachtenswerten Umfang erreicht, der
wohl raſch zunehmen dürfte. Daß man tatſächlich mit einer
ſchnel=
len Ausbreitung der Dieſelmaſchine rechnet, wird durch den Eifer
bewieſen, mit dem man nach
Freitag, den 5. Juni 1931
Vom Tage.
Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenminiſter Dr.
Cur=
tius werden am Freitag nachmittag gegen 3 Uhr auf dem
Water=
loo=Bahnhof in London erwartet.
Die bei den politiſchen Ausſchreitungen in Mainz
feſtgenom=
menen beiden Nationalſozialiſten, die im Beſitze eines
feſtſtehen=
den Meſſers und einer Schuſterahle waren, ſtanden bereits am
nächſten Tage vor dem Schnellrichter. Beide wurden zu je 3
Mo=
naten Gefängnis verurteilt und ſofort in Haft genommen.
Die Reichstagsfraktion der Staatspartei tritt am Dienstag,
dem 9. Juni, zu einer Sitzung zuſammen, in der zu der
Notver=
ordnung Stellung genommen werden ſoll. Abgeordneter Fiſcher=
Köln wird über die ſteuerpolitiſchen Folgen und Abgeordneter
Schneider über die ſozialpolitiſchen Folgen der Notverordnung
referieren.
In Paris iſt eine ſowjetruſſiſche Sachverſtändigen=Delegation
zur Aufnahme von Verhandlungen über einen handelspolitiſchen
Modus vivendi mit Frankreich eingetroffen. Sie ſteht unter der
Leitung des Mitglieds des Londoner ſowjetruſſiſchen
Außenhan=
delsrats Dwolaiſky.
In der Finanzkommiſſion der franzöſiſchen Kammer gab
Ma=
rineminiſter Dinant über das franzöſiſche Marine=Bauprogramm
für die Jahre 1931/35. Auskunft. Danach wird dieſes Programm
eine Summe von 1293 Millionen Franken verſchlingen.
Das Organiſationskomitee zur Ausarbeitung der Statuten
der Internationalen Hypotheken=Agrar=Kreditbank hielt geſtern
in Paris ſeine erſte Sitzung ab. in der verſchiedene Fragen
be=
ſprochen wurden, die vornehmlich die Zeichnungen des
Aktienkapi=
tals der Bank (5 Millionen Dollar) betrafen.
Die Handelskammer des Staates New York hat mit 207 gegen
3 Stimmen eine Entſchließung angenommen, in der für ein
Ein=
fuhrverbot ruſſiſcher Waren und gegen die Ausfuhr amerikaniſcher
Induſtriemaſchinen nach Rußland eingetreten wird.
Das verbieken weder die Friedensverkräge, noch
bedroht dieſer Rechtsanſpruch den Frieden Europas.
Wien, 4. Juni.
Die Hauptverſammlung des Vereins Deutſcher
Zeitungsver=
leger ſchloß am Mitwoch abend mit einer Veranſtaltung, zu der
der Vorſtand des Vereins Deutſcher Zeitungsverleger eingeladen
hatte. Kommerzienrat Dr. Krumbhaar begrüßte die Ehrengäſte
und dankte für die Unterſtützung der Wiener Tagung durch die
öſterreichiſche Bundesregierung, durch die Stadt Wien und durch
den Verband der Herausgeber der Oeſterreichiſchen
Tageszeitun=
gen. Der Redner wandte ſich dann an Außenminiſter Schober, den
er als den Vorkämpfer und Wegbereiter des Wirtſchaftsbündniſſes
zwiſchen beiden deutſchen Staaten begrüßte. Der Redner ſchloß
mit einem Hoch auf den öſterreichiſchen Bundespräſidenten Miklas
Hierauf begann Bundesvizekanzler und Außenminiſter
Scho=
ber ſeine Ausführungen mit einem Hoch auf den Reichspräſidenten
v. Hindenburg. Er betonte dann, daß die Erhaltung der deutſchen
Preſſe und die Steigerung ihrer Leiſtungsfähigkeit eine Arbeit
der geſamten deutſchen Nation ſei. Weiter hob er hervor, die
Haupturſache der Weltwirtſchaftskriſe ſei die wirtſchaftliche
Des=
organiſation Europas nach dem Kriege, unter der die
mittel=
europäiſchen Länder am meiſten litten. Deshalb hätte es die
öſterreichiſche Regierung für ihre Pflicht gehalten, nicht nur
gegenüber dem öſterreichiſchen Volke, ſondern gegenüber ganz
Europa die Initiative zu ergreifen. In dem Augenblicke, in dem
der Gedanke eines regionalen Aufbaues der europäiſchen
Wirt=
ſchaft greifbare Formen anzunehmen begonnen habe, und die
deutſche Reichsregierung und die öſterreichiſche Bundesregierung
ſich bereit erklärt hätten, die Grundlage für eine zoll= und
han=
delspolitiſche Angleichung aller Staaten zu ſchaffen, hätten ſich
Widerſtände über Widerſtände erhoben. Sogar von einer
Be=
drohung des Friedens in Europa ſei geſprochen worden. „Uns
lagen und liegen”, ſo fuhr Schober fort, „derartige Gedanken
voll=
ſtändig fern. Wir wollen leben, das verbieten weder die
Frie=
densverträge, noch liegt in dem Bedürfnis zum Leben etwas
Im=
perialiſtiſches, und der europäiſche Friede kann beruhigt der Hut
des deutſchen Volkes anvertraut werden. Von ihm kommt keine
Störung und keine Bedrohung.
Der deutſche Geſandte in Wien, Dr. Rieth, dankte Dr. Schober
für ſeine Darlegungen. In außenpolitiſcher Beziehung ſei, ſo
er=
klärte er, es notwendig, daß die Zeitungen in dieſer ſchweren
Zeit unter Wahrung der berechtigten Kritik in allen Fragen
nationalen Intereſſes ein Bild der
Geſchloſſen=
heit und des einheitlichen Willens geben ſollten,
das nicht durch Parteiſtreitigkeiten getrübt werden dürfe. Namens
der Reichsregierung dankte der Geſandte dann der öſterreichiſchen
Regierung, der Stadt Wien und dem öſterreichiſchen
Verleger=
bund für die gewährte Unterſtützung und brachte ein Hoch auf die
beiden großen Verlegerverbände aus.
neuen Quellen für den Brennſtoff
ſucht. Einen Teil davon wird man aus Steinkohle und Braunkohle
gewinnen, ein Teil wird aus dem Erdöl gedeckt werden.
All=
überall hat die Suche nach Erdölvorkommniſſen begonnen und
zahlreiche neue Quellen ſind in jüngſter Zeit erſchloſſen worden.
Aus ihnen will man nicht nur das Leichtöl für die Benzinmotoren,
ſondern auch Schweröle für den Dieſelbetrieb gewinnen. Wie
lange die Erdölvorräte der Erde vorhalten werden, läßt ſich ſchwer
ſagen. Sollten ſie ſich gerade dann erſchöpfen, wenn das Zeitalter
des Oels ſeine höchſte Blüte erreicht hat, ſo wird man den nötigen
Triebſtoff für den Dieſelmotor eben aus Kohlen gewinnen müſſen
Es konnte nicht ausbleiben, daß die lebhaften Bemühungen, Erdöl
zu erbohren, zu neuartigen techniſchen Verfahren führen mußten.
Schon aus dem Grunde, weil eine Anzahl ſcheinbar ſehr ergiebiger
Quellen unter dem Meere liegt. Die Tatſache, daß man
gegen=
wärtig auch ſie nutzbar zu machen ſucht, zeigt am deutlichſten.
welches Oelfieber die Menſchheit ergriffen hat. Die Frage, wie
man das Oel vom Meeresgrunde heraufholen ſoll, war nicht leicht
zu löſen. Die Quellen befinden ſich an der Küſte des Stillen
Ozeans. Eine neue Technik mußte gefunden werden, um ſie zu
erſchließen. Vorerſt geht man auf zweierlei Art vor. Iſt die
Quelle nicht allzuweit von der Küſte entfernt, ſo baut man einen
langen, auf einer Unmenge von hohen eingerammten Eiſenpfählen
ruhenden Steg ins Meer hinaus. Am Lande wird begonnen,
Pfahl um Pfahl wird eingerammt. Die Ramme wird in dem
Maße vorgeſchoben, wie ſich der Steg verlängert. Je weiter es
aufs Meer hinausgeht, deſto länger müſſen die Pfähle werden.
Sie reichen infolge der zunehmenden Tiefe weiter herab und
müſ=
ſen doch ſo hoch über der Waſſeroberfläche ſtehen, daß das Oel auch
bei höchſter Flut unbehindert gefördert werden kann. Deshalb
treten zu den Rammarbeiten noch Niet= und Schweißarbeiten
hinzu, bis ſchließlich die allzu große Tiefe dem weiteren Einſetzen
der unwahrſcheinlich hohen Pfähle ein Ende bereitet. An den
Steg ſchließt ſich vorne eine Plattform an, auf die der Bohrturm
aufgeſetzt wird. Von beſonderer Wichtigkeit iſt es, daß man von
ihm aus auch ſicher auf Oel ſtößt. War doch ſonſt alle Arbeit
um=
ſonſt. Deshalb wird, ehe man ſich an das große Werk macht,
vor=
her durch unterſeeiſche, unter Mitarbeit von Tauchern ausgeführte
Probebohrungen genau ermittelt, wohin der Bohrturm kommen
muß.
Die erſchloſſene Oelquelle muß unterſeeiſch abgefangen und das
Oel muß durch Pumpen gefördert werden, alles Arbeiten, die
voll=
kommen neuartig ſind, und die an die Ueberlegung der leitenden
Techniker die höchſten Anforderungen ſtellt. — Befindet ſich das
Oel weiter draußen, wohin die Führung eines Stegs unmöglich
iſt, ſo will man von Schiffen aus bohren. Bis jetzt iſt allerdings
erſt ein einziges derartiges Bohrſchiff ausgerüſtet worden. Es wird
im Meer verankert und enthält einen Schacht, durch den hindurck
die Bohrarbeiten vorgenommen werden ſollen. Nachrichten über
Nummer 154
Franzöſiſcher Fliegervorſtoß nach Borkum
und der Pfalz.
Wieder haben franzöſiſche Militärflugzeuge deutſches Gebiet
überflogen. Diesmal handelt es ſich um einen eigenartigen
Vor=
ſtoß franzöſiſcher Flugboote nach Borkum, Juiſt und Norderney,
der ganz beſondere Beachtung verdient. Borkum und Norderney
ſind Befeſtigungen, die den Franzoſen allerdings durch den
Ver=
ſailler Vertrag auf das genaueſte bekannt ſind, da ſie ja
inzwi=
ſchen nicht verändert werden durften. Ob die Franzoſen von der
franzöſiſchen Küſte, etwa von Calais, gekommen ſind, oder ob ein
franzöſiſches Flugzeugmutterſchiff in die Nordſee fuhr und die
Flugzeuge von dieſem Schiffe aus ſtarteten, iſt noch nicht geklärt.
Auf jeden Fall aber liegt die franzöſiſche Küſte ſoweit entfernt,
daß von einem Irrtum der Piloten keine Rede ſein kann.
Zwi=
ſchen Deutſchland und Frankreich liegen ja noch Belgien und
Holland, eine Strecke von mehreren hundert Kilometern. Es kann
ſich alſo nur um eine Demonſtration handeln, um uns zu zeigen,
daß die Franzoſen auch in der Lage ſind, von ihrer eigenen Küſte
oder Flugzeugmutterſchiffen aus unſere Küſtenſtädte im Falle
einer Verwickelung in Trümmer zu legen. — Am gleichen Tage
ging bei Enkenbach in der Pfalz ein franzöſiſches Militärflugzeug,
beſetzt mit zwei Unteroffizieren, nieder. Die Gendarmerie
Enken=
bach nahm beide Inſaſſen feſt, die dann ſpäter von der
Schutz=
polizei Kaiſerslautern nach dort überführt wurden. Die Flieger
wollen auf dem Wege nach Weißenburg geweſen ſein und die
Orientierung verloren haben. Da gleichzeitig zwei andere
Flug=
zeuge die Gegend überflogen, nimmt man an, daß es ſich auch bei
dieſen um franzöſiſche Maſchinen gehandelt hat.
Nach Eingang der genauen Unterlagen iſt mit einem neuen
ſcharfen Proteſt in Paris zu rechnen, da in den letzten franzöſiſchen
Grenzverletzungen Syſtem liegt.
Zu der Ueberfliegung des deutſchen Nordſee=Küſtengebietes
durch fremde Flieger wird von zuſtändiger Stelle mitgeteilt, es
beſtehe kaum ein Zweifel darüber, daß es ſich um franzöſiſche
Flie=
ger gehandelt habe; trotzdem werde der Fall noch weiter
unter=
ſucht, weil es ſich, falls die Nachrichten zutreffen ſollten, um eine
ſo ungeheure Grenzverletzung handeln würde, daß in Paris
ſchärf=
ſter Proteſt erhoben werden müßte. In Berlin will man unter
allen Umſtänden vermeiden, daß durch irgendein mögliches kleines
Verſehen die Wirkung des zu erwartenden Proteſtes abgeſchwächt
werden könnte. Es verdient in dieſem Zuſammenhang übrigens
darauf hingewieſen zu werden, daß die überflogenen Küſtengebiete
ja in unmittelbarer Nähe von Holland liegen und daß auch die
holländiſchen Farben blau=weiß=rot ſind, allerdings in anderer
Anordnung. Trotzdem ſcheint eine Verwechſelung ausgeſchloſſen zu
ſein, wenn man bedenkt, daß die franzöſiſchen Farben in einer
Ko=
karde und die holländiſchen Farben in drei ſenkrechten Sektoren
angeordnet ſind.
Ob die Möglichkeit beſtehe, angeſichts der ſich in letzter Zeit
ſtark häufenden Grenzüberfliegungen durch fremde Flieger mit
ſchärferen Mitteln vorzugehen, iſt eine Frage, die noch dringend der
Unterſuchung bedarf.
Deukſcher Prokeſt in Paris.
Berlin, 4. Juni.
Wie wir erfahren, iſt nunmehr feſtgeſtellt, daß es ſich bei den
Flugzeugen, die geſtern um 9,45 Uhr über der Reede von
Borkum geſichtet waren, um zwei franzöſiſche Militärflugzeuge
gehandelt hat. Die Flugzeuge, die aus Kopenhagen kamen,
hatten Einflugerlaubnis für die Niederlande, aber keine
Ge=
nehmigung für die Ueberfliegung deutſchen Gebietes. Die deutſche
Botſchaft in Paris iſt angewieſen worden, auch in dieſem Falle
der Verletzung der deutſchen Lufthoheit Proteſt zu erheben.
Ausnahme=Beſtimmungen in der Nokverordnung.
die Erfolge, die man dabei erzielte, liegen noch nicht vor. — Das
geförderte Erdöl, ganz gleich, ob es aus Quellen ſtammt, die ſich
auf dem Lande befinden, oder ob es vom Grund des Meeres
ge=
wonnen wurde, muß raffiniert, d. h. einer Behandlung
unter=
worfen werden, durch die ſeine einzelnen techniſch verwertbaren
Beſtandteile durch die insbeſondere Leichtöle und Schweröle
von=
einander getrennt werden. Die Raffinerien laſſen ſich nur auf
feſtem Boden anlegen, rieſige Behälter nehmen das Rohöl auf.
Andere die bei der Raffination erhaltenen Oele. Um den Umlauf
des Oels, alſo ſeine Beförderung zur Raffinerie, ſeine
Verarbei=
tung und die Weitergabe der Leicht= und Schweröle möglichſt
be=
ſchleunigen zu können, hat eine Geſellſchaft ihre Raffinerie hoch
an der Steilküſte des Atlantiſchen Ozeans errichtet. Sie verzichtete
auf die Anlage eines beſonderen Hafens für die Oelſchiffe, und
ſchuf ſtatt deſſen eine billigere und einfachere Einrichtung, die eine
ſehr ſchnelle Entleerung und Füllung der Schiffe ermöglicht. In
einer Entfernung von etwa einem Kilometer von der Küſte wurde
auf dem Meeresboden ein Betonpfeiler errichtet, der in Form
einer dicken Säule über die Meeroberfläche emporgeht. Hoch oben
über den Felſen der Küſte ſtehen die rieſigen, zur Aufnahme des
Oels beſtimmten Behälter. Von ihnen führt eine etwa
dreiein=
halb Kilometer lange Rohrleitung nach dem an der Küſte
befind=
lichen Pumpwerk herab. Vom Pumpwerk aus geht die Leitung
unter der Meeresoberfläche weiter bis zum Pfeiler. Hjer ſteigt
ſie, mit ihm durch Klammern verbunden und dadurch feſtgehalten,
ſenkrecht empor. Ihre obere Oeffnung befindet ſich über der
Meeresoberfläche und endigt in ein drehbares Mundſtück. Soll
nun ein Schiff ſeine Oelladung an die Raffinerie abgeben, ſo fährt
es an den Pfeiler heran, das bewegliche Mundſtück wird mit dem
im Schiffsraum befindlichen Oelbehälter verbunden, das
Pump=
werk beginnt zu arbeiten und pumpt das Oel in die Behälter
hin=
auf. In ähnlicher Weiſe wird verfahren, wenn ein Schiff Oel
auf=
nehmen ſoll. Nur fließt dann das Oel unter natürlichem Druck in
den Schiffsbehälter. Iſt dies erfolgt, ſo lichtet das Schiff die Anker
und fährt weiter. Wie groß die Sucht nach Oel bereits iſt, läßt ſich
auch daraus erkennen, daß man alte, ſchon längſt verlaſſene
Oel=
quellen wieder in Betrieb ſetzt. Sie geben ſchon ſeit Jahrzehnten
keine Ausbeute mehr. Das Oel, das einſt durch den natürlichen
Druck emporſtieg, unter dem es im Innern der Erde ſtand, iſt
längſt verſiegt. Durch Proben überzeugt man ſich, ob noch Oel
vor=
handen iſt. Fällt die Probe günſtig aus, ſo wird durch das alte
Bohrloch ein dünnes Stahlrohr bis auf den Grund hinabverſenkt.
Durch dieſes Stahlrohr hindurch wird das in den Oelfeldern faſt
überall vorkommende Naturgas unter ſtarkem Druck in die Tiefe
geſandt. Es füllt die Hohlräume, in denen ſich noch Oel befindet,
und preßt dieſes durch ſeinen Druck empor. Die Oelmengen, die
man auf dieſe Weiſe bereits fördert und noch zu fördern hofft, ſind
ſehr beträchtlich. Ueberblickt man alle dieſe Bemühungen, ſo
er=
kennt man deutlich, daß die Technik tatſächlich mit dem Anbruch
eines Zeitalters des Oels rechnet.
Wie der „Börſen=Courier” von unterrichteter Seite erfährt,
iſt in dem Notverordnungsabſchnitt, der ſich mit der
Arbeits=
loſenverſicherung beſchäftigt, eine Ermächtigung für die
Reichs=
regierung enthalten, einzelne Gewerbezweige von
der Beitragspflicht zur
Arbeitsloſenverſiche=
rung unter gewiſſen Bedingungen zu befreien,
bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der
Ver=
ſicherungsleiſtungen an die betreffenden
Ar=
beiter und Angeſtellten. Dieſe Maßnahme dürfte
zu=
nächſt für den Steinkohlenbergbau zur Anwendung kommen, um
eine Kohlenpreisherabſetzung um 6 bis 7 Prozent und damit
eine Produktionsbelebung herbeizuführen.
feier
der wer
Ae
[ ← ][ ][ → ]Nummer 154
Freitag, den 5. Juni 1931
Seite 3
1
Mifernt
Rakionalſozialiſtiſcher Prokeſt gegen den Terror von links und die neue Nolverordnung. — Ernſte Bedenken
auch bei den Parkeien der bürgerlichen Mikke gegen die neue Nolverordnung.
eilt, es
he Flie=
bei den
de von
Bazeuge
kamen
Ge
deutſche
ährt,
Sommerkagung des Reichskags?
Regierungskriſe nicht ausgeſchloſſen.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
* Die nationalſozialiſtiſche Fraktion des Reichstags hat nun
ebenſo wie vor einigen Tagen ſchon die Kommuniſten die
Ein=
derufung des Reichstags gefordert unter Berufung hauptſächlich
auf die politiſchen Ausſchreitungen der letzten Wochen, aber auch
unter Hinweis auf die neue Notverordnung. In der
Entſchlie=
ßung heißt es:
1. Der Terror marxiſtiſchen Mörderbanden gegen Angehörige
rechtsſtehender Organiſationen, insbeſondere gegen
National=
ſozialiſten, hat in den letzten Wochen unter der Herrſchaft der
Notverordnung des Reichspräſidenten von Hindenburg vom 28.
März „zur Bekämpfung politiſcher Ausſchreitungen”, jedes Maß
überſchritten. Unter dieſen Umſtänden iſt es kein Wunder, daß
ſich in der deutſchen Bevölkerung immer mehr die Ueberzeugung
verbreitet, daß die für die Sicherheit verantwortlichen
Polizei=
behörden weder den Willen noch die Kraft haben, die marxiſtiſche
Mordpeſt, insbeſondere durch Verfolgung der geiſtigen Urheber
und Anſtifter der Verbrechen (vgl. deren Parole: „Schlagt, die
Fasciſten, wo ihr ſie trefft”) wirkſam zu bekämpfen. Die
national=
ſozialiſtiſche Reichstagsfraktion erachtet es für ihre Pflicht, den
Reichspräſidenten von Hindenburg und die Reichsregierung auf
die hierüber von Tag zu Tag wachſende ungeheure Erbitterung
nationaler Kreiſe aufmerkſam zu machen, die ſich ſchutzlos dieſen
Verbrechern ausgeliefert fühlen, und macht ſie für alle daraus mit
Notwendigkeit entſtehenden Folgen ſchon heute verantwortlich.
2. Die Reichsregierung hat in der Gewißheit, abermals die
Zuſtimmung des Reichspräſidenten zu erlangen, eine neue
volks=
ſeindliche und verfaſſungswidrige Notverordnung vorbereitet, die
neue Laſten auf das gequälte deutſche Volk häuft und ſogar vor
einer Verſchlechterung der Lage der Aermſten der Armen, der
Er=
werbsloſen und der Kriegsverletzten, nicht zurückſchreckt, nur um
weiter dem Tributmoloch Milliarden über Milliarden in den
un=
erſättlichen Rachen werfen zu können.
3. Die Reichstagsfraktion der Nationalſozialiſtiſchen Deutſchen
Arbeiterpartei legt gegen dieſe neuen, angeblich der Sanierung
der Reichsfinanzen dienenden Maßnahmen der Reichsregierung
feierlich Verwahrung ein, weil ſie nur zur weiteren Verelendung
der werktätigen Maſſen des deutſchen Volkes und zur völligen
Vernichtung der deutſchen Wirtſchaft führen, und verlangt zum
Zwecke ihrer Aufhebung die ſofortige Einberufung des Reichstags.
Es iſt unverkennbar, daß die Möglichkeiten für die
Einberu=
fung des Reichstags ſehr ſtark gewachſen ſind. Bisher waren nur
Nationalſozialiſten, Deutſchnationale und Kommuniſten mit
zuſam=
men 225 Stimmen für den Wiederzuſammentritt des Parlaments,
während alle anderen Parteien eine Sondertagung des
Reichs=
tags vor ſeiner Sommerpauſe nicht für notwendig erklärten. Die
Sozialdemokraten, haben ſich auf ihrem Parteitag in
Leipzig ſtarke Zurückhaltung auferlegt und die
letzte Entſcheidung in die Fraktion verſchoben.
Inzwiſchen ſind aber auch die Bedenken im bürgerlichen
Lager gegen die Notverordnung ſo ſtark geworden, daß
ernſthaft mit der Wahrſcheinlichkeit einer parlamentariſchen
Oppo=
ſition gerechnet werden muß. Das Landvolk hat ſich bereits
zremlich deutlich ausgedrückt. Auch bei der
Wirtſchaftspar=
tei und der Deutſchen Volkspartei mehren ſich die
Widerſtände. Das letzte Wort liegt allerdings bei den
Fraktio=
nen. Aber es kann eigentlich ſchon heute kaum ein Zweifel mehr
darüber herrſchen, daß die Mittelparteien die
Ver=
antwortung für die Notverordnung ablehnen,
weil ſie darin einen Bruch der bisherigen Linie des Kabinetts
ſehen und an eine Löſung der finanziellen Schwierigkeiten durch
veiteres Anziehen der Steuerſchraube nicht glauben. Unter dieſen
Umſtänden iſt es nicht ausgeſchloſſen, daß Volkspartei und
Wirt=
ſchaftspartei einem Antrag auf Einberufung des Reichstags
zu=
ſtimmen. Wir würden alſo damit zu rechnen haben, daß der
Reichstag zwiſchen dem 15. und 20. Juni zuſammentritt; man wird
ſich aber auch dann auf eine Regierungskriſe einſtellen müſſen.
Wenn erſt der Reichstag einmal beiſammen iſt, wird ein Antrag
auf Aufhebung der Notverordnung wahrſcheinlich eine Mehrheit
ſinden, weil das Kabinett dann auch bei den Mittelparteien keine
Unterſtützung mehr finden wird.
Zurückhalkung der S.P.2. — Die Entſcheidung
in die Frakkion verſchoben.
Auf dem Sozialdemokratiſchen Parteitag in Leipzig wurde am
Mittwoch nachmittag der Antrag des Parteivorſtandes, der das
Verhalten der neun Neinſager bei der Panzerkreuzerabſtimmung
mißbilligt und die Fraktion ermächtigt, Franktionszwang zu
be=
ſchließen, und zugleich feſtſtellt, daß Zuwiderhandlungen als
partei=
ſchädigendes Verhalten gelten, mit 324 gegen 62 Stimmen
ange=
nommen. Zu irgendwelchen Kundgebungen kam es nicht. Mit
großer Mehrheit wurde auch die vom Parteivorſtand unterſtützte
politiſche Entſchließung Aufhäuſer=Künſtler angenommen, in der
am Schluſſe feſtgeſtellt wird, daß die Sozialdemokratiſche Partei in
ihrer künftigen Haltung zur Reichsregierung ſich davon
beſtim=
men laſſen werde, daß es gelinge, die lebenswichtigen
Arbeiter=
intereſſen zu ſichern. Ebenſo wurde ein Antrag angenommen,
wonach der Parteitag anerkennt, daß die Fraktion unter den
ſchwierigen Umſtänden die Idee des Sozialismus und der
Demo=
kratie wirkſam vertreten hat, endlich der Antrag des
Parteivor=
ſtandes, wonach der Parteitag Kenntnis davon nimmt, daß die
Reichstagsfraktion alsbald nach dem Erlaß der neuen
Notverord=
nung zuſammentreten und unter Berückſichtigung der geſamten
politiſchen Situation über die Frage der Einberufung des
Reichs=
tages entſcheiden werde.
Auf dem ſozialdemokratiſchen Parteitag ſind nach den
politi=
ſchen Auseinanderſetzungen der letzten Tage Entſcheidungen von
Bedeutung nun nicht mehr zu erwarten. Ein großer Teil der
Reichstagsfraktion hat ſich bereits wieder nach Berlin begeben.
Der Parteitag dürfte Freitag nachmittag ſeinen Abſchluß finden.
Die Kriſenſteuer.
Trotzdem an amtlichen Stellen ſtrengſtes Stillſchweigen
beob=
achtet wird, iſt es unvermeidlich, daß in den nächſten Tagen
wei=
tere Einzelheiten durchſickern und dadurch ein Zuſtand der
Be=
unruhigung geſchaffen wird. Im Laufe der Kabinettsberatung
ſind ja auch zahlreiche Einzelheiten wiederholt umgeſtaltet
wor=
den. Bis zuletzt ſtrittig war die Ermächtigung für die
geſetz=
liche Arbeitszeitverkürzung in einzelnen Induſtriezweigen, die der
Arbeitsminiſter verlangte, während Finanzminiſter und
Wirt=
ſchaftsminiſterium ſie bekämpften. Es ſcheint ſchließlich eine
Ver=
ſtändigung auf der Grundlage erfolgt zu ſein, daß die
Ermächti=
gung an ſich dem Arbeitsminiſter gegeben wird, aber jedesmal
von der Zuſtimmung des Kabinetts abhängig bleibt. Bei den
Be=
amten iſt die Kürzung der Kinderzulage für das
erſte Kind bis zur Hälfte geſtrichen worden. Es
ſcheint auch, daß ſie aus dem neuen Zuſchlag zur
Ein=
kommenſteuer herausbleiben. Gerade hier aber iſt
die Ueberſicht am ſchwierigſten. Die allgemeine Kriſenſteuer, aus
der ſich der Finanzminiſter einen Gewinn von 440 Millionen
herausrechnet, zerfällt in zwei Teile: in eine Kriſen=
Lohn=
ſteuer und eine Kriſenſteuer der Veranlagten. Die Lohnſteuer
wird vom Arbeitgeber vom geſamten Arbeitseinkommen
abge=
zogen. Sie hält ſich zunächſt in einer Höhe von 1 Prozent bei
Einkommen bis zu 300 RM. monatlich und ſteigt auf 1½ Prozent
bei 700 RM. Einkommen, da ſie hier ja neben den Beiträgen zur
Arbeitsloſenverſicherung herläuft. Dann ſteigt ſie ſofort auf 3½
Prozent, kommt bei einem Monatseinkommen von 1000 RM. auf
4 Prozent und erreicht ihren Höchſtſatz bei 3000 RM. mit 5
Pro=
zent. Die Freien Berufe, alſo Aerzte, Rechtsanwälte uſw.,
wer=
den hier nicht erfaßt, denn für ſie gilt die Kriſenſteuer der
Ver=
anlagten, zu denen aber gleichzeitig die Lohnempfänger mit
einem Einkommen von über 8400 RM. jährlich herangezogen
wer=
den. Die Kriſenſteuer beträgt bei einem Einkommen bis 8000
Reichsmark 1 Prozent, ſteigt bei 20 000 RM. auf11½ Prozent,
und erſt bei 100 000 RM. auf 2 Prozent, um dann geſtaffelt zu
werden bis 4 Prozent, die bei einem Einkommen von 1 Million
erreicht werden. Ob es zutreffend iſt, daß die Feſtbeſoldeten in
der Einkommensgrenze von 300—700 RM., die bisher 3½
Pro=
zent von 300 RM. bezahlten, künftighin den vollen
Arbeitsloſen=
verſicherungsſatz für ihr tatſächliches Einkommen zahlen müſſen,
ohne daß ihr Leiſtungsanſpruch ſich dadurch irgendwie erhöht,
haben wir nicht feſtſtellen können. Im übrigen ſcheint die
Zucker=
ſteuer und die Umgeſtaltung der Arbeitsloſenverſicherung nach den
Beſchlüſſen des Engeren Kabinettsausſchuſſes angenommen
wor=
den zu ſein.
Ram
Hoint gegen Hoin.
Von unſerem =Korreſpondenten.
Rom, 2. Juni.
Der Kampf des muſſoliniſchen Roms und des vatikaniſchen
Roms um den Einfluß auf die Gemüter der italieniſchen Jugend
iſt mit den kraſſen Demonſtrationen der fasciſtiſchen ſogenannent
Studenten gegen vatikaniſche Einrichtungen plötzlich zu einem
über das innenpolitiſche Maß hinausgehenden Ereignis geworden,
das in der ganzen Welt ſein Echo gefunden hat. Man ſcheint ſich
diesmal in den leitenden Kreiſen des Fascismus nicht ganz klar
darüber geweſen zu ſein, daß das vatikaniſche Rom mit ſeinem
de facto ſouveränen Teil der vatikaniſchen Stadt und den
ver=
ſchiedenen exterritorial dem Vatikan gehörigen, aber in der
könig=
lich=italieniſchen Stadt Rom liegenden Gebäuden ein Staatsgebiet
iſt, deſſen Beläſtigung ganz anderen Eindruck im geſamten
Aus=
lande finden mußte, als die Ungezogenheiten demonſtrierender
Studenten und Schüler gegen Belgien oder Jugoſlawien. Der
Vatikan iſt eben trotz ſeines ſeit dem Lateranfrieden vorhandenen.
tatſächlichen, umſchreitbaren Landgebiets immer noch eine geiſtige
Macht, die ungerüſtet viel ſtärker iſt als irgendein bewaffnetes
Reich mit Flugzeugen und Bomben.
Offenbar hat man ſich bei der Leitung der
Demonſtrations=
politik gedacht, daß es bei den Maßnahmen gegen den Vatikan
ſchließlich ähnlich ausgehen werde, wie bei den letzten
Anrempe=
lungen gegen Belgien oder Jugoſlawien. Das römiſche „Volk”,
wird mit Genugtuung lärmen, und die Angepöbelten werden die
Sache mit Verachtung ſtrafen, wenn nur ihre diplomatiſchen
Miſ=
ſionen gegen Beläſtigungen rechtzeitig rein formal geſchützt
wer=
den. Nun haben ſich aber die Demonſtrationen gegen den
Vati=
kan nicht nur auf das Geſchrei und die Straßenproteſte gegen den
Papſt beſchränkt, ſondern polizeilicher Uebereifer hat vatikaniſchen
exterritorialen Beſitz in Rom ſelbſt unter ſeine gewalttätigen
Pranken genommen und dabei in Rechte des Vatikans
eingegrif=
fen, die durch die Exterritorialität der Gebäude hätten geſchützt
bleiben müſſen. Das muſſoliniſche Rom hätte derartige Paläſte
oder Häuſer, die den gleichen Charakter wie eine belgiſche oder
ſerbiſche Geſandtſchaft tragen, bei einiger Ueberlegung genau ſo
gut behüten müſſen, wie die Polizei es bei den früheren
Straßen=
angriffen gegen andere Staaten getan hat. Hier liegt von
vorn=
herein ein diplomatiſcher und taktiſcher Fehler vor, der rein
ſtaatspolitiſch die Drahtzieher der Machenſchaften gegen den
Vati=
kan ins Unrecht und in den Nachteil ſetzt.
Es wird nun ſehr viel darauf ankommen, wie weit es der
in=
zwiſchen bereits in Aktion getretenen Diplomatie der beiden Rom
gelingen wird, die verfahrene Lage einigermaßen wieder zu
regeln, ſo daß ohne allzu großen Preſtigeverluſt von ſeiten des
muſſoliniſchen Roms dem vatikaniſchen Rom Genugtuung und
Be=
wegungsfreiheit gegeben wird. Die erſten Anſätze ſind jedenfalls
ja ſchon gemacht, indem die Polizei des Fascismus gewiſſe „
be=
ſetzte” Räumlichkeiten und Sportplätze wieder der Benutzung durch
die vatikaniſchen Vereine der „Azione cattolica” freigibt. Denn
man hat offenbar raſch in den fasciſtiſchen Kreiſen eingeſehen, daß
der Vatikan eine ſehr weittragende Stimme hat, die vor allem in
dem ſeit einiger Zeit für Muſſolini wohlwollenden Gebiet der
Dollars laut gehört wird.
Wie weit Muſſolini nun aus dieſem Verſuch an einem wenig
tauglichen Objekt, wie es der Vatikan iſt, ſeine Folgerungen
gegen=
über den Hauptleitern der ganzen Unternehmung ziehen wird,
muß abgewartet werden. Die verſchiedenen Demonſtrationen der
fasciſtiſchen Studentenſchaft waren aus der Notwendigkeit geboren,
dieſe Jugend etwas aufzurütteln. Denn der Eifer für den
Fas=
cismus innerhalb der Jugend war nicht mehr ſo feurig, wie ihn
die Leitung der „fasciſtiſchen Jugend” wünſchte. Seit man den
Oberbefehl über die heranwachſende Jugend des Fascismus an
den jungen Abgeordneten Scorza, ein getreues Ebenbild in
Hal=
tung und Weſen, nicht aber in Figur und Geiſt ſeines Duce,
über=
tragen hat, iſt reichlich Dampf auf die Maſchine gekommen. Scorza
reiſt im ganzen Lande herum und hält Paraden und Reden. Man
verſucht Bewegung in den langſam ſtagnierenden Brei der
Jugenderziehung zu bringen. Denn es iſt bei weitem nicht alles
ſo im Lande des Fascismus, wie es ſein ſollte. Weder
wirtſchaft=
lich noch fasciſtiſch. — (Doch über dieſes wichtige Kapitel ſoll noch
geſondert geſprochen werden.) —
Man braucht ſehr viel Bewegung in Italien, damit der
fasci=
ſtiſche Gedanke nicht langſam zu einer bürgerlichen Faulheit
ein=
ſchläft. Denn die heranwachſende Jugend iſt nur noch zum Teil
mit ihren Sympathien bei der Sache. Das Soldatenſpielen in
Uniform und mit beſetzten Sonntagen iſt doch nicht gerade das,
was ſich der italieniſche Geiſt der Jugend als die allein
ſelig=
machende Ausfüllung ſeiner Tage denkt. Soweit dabei der Sport
mitſpielt, macht man gern mit. Aber dabei iſt es gleichgültig, ob
man dazu das ſchwarze Fasciſtenhemd an hat oder unter der
Auf=
ſicht vatikaniſcher Meiſter ſpielt.
Der Fascismus an ſich, ſoweit er rein geſinnungsmäßig
auf=
tritt, zieht nicht mehr in alter Kraft bei der Jugend. Der Nach=
G
G
New Yorks neueſte Sehenswürdigkeik
Auf dem höchſten Gebäude der Welt.
Das größte Gebäude der Welt, das State Empire Building
in New York, iſt erſt vor wenigen Wochen eröffnet worden und
ſchon haben viele Tauſende ihren Dollar erlegt, um dieſes
Wun=
derwerk der Technik zu beſichtigen und die 381 Meter im Lift
emporzuſauſen und ſich die Rieſenſtadt aus ſolcher Höhe
anzu=
ſchauen. Da liegt ſie nun wie eine ungeheure Spielzeugſchachtel
mit ihrem Gewimmel von winzigen Kraftwagen und unzähligen
Punkten, die die Menſchen darſtellen. Der weite Zentral=Park
macht den Eindruck eines kleinen Fußballfeldes, und die
benach=
barten Gebäude, die von unten als Ungeheuer aus Stahl und
Stein wirken, nehmen ſich wie Zwerge aus. Selbſt die
Rieſen=
dampfer ſchrumpfen zuſammen, und der gewaltige Hudſon
leuch=
tet wie ein dünnes, ſilbernes Band. Aber der größte Eindruck
iſt der Schatten, den der Wolkenkratzer über den Eaſt=River und
weiterhin über Brooklyn wirft. Des Nachts funkeln Millionen
von Lichtern auf, die das bunte Treiben auf dem Broadway
an=
zeigen, und die ganze Umwelt ſcheint in die dunkelglühende
Stimmung eines Märchens getaucht. Dieſe neueſte
Sehens=
würdigkeit zeigt alle Merkmale einer blühenden
Fremdenindu=
ſtrie. In den Läden, die ganz unten allerlei Andenken
feilhal=
ten, geht es ſehr lebhaft zu; man kauft Meſſer, hölzerne
Elefan=
ten, Poſtkarten uſw., die alle die Zauberworte „Empire State
Building” tragen. Hoch oben auf dem Dachgarten ſitzen die
Be=
ſücher und ſchreiben eifrig Briefe, und wenn ſie fertig ſind,
ſtecken ſie die Poſtſachen durch einen Schlitz in der Wand, durch
den ſie ſofort direkt in die Poſtanſtalt im unterſten Stockwerk
gelangen. Eine beſondere Senſation, vor allem für Kinder, iſt
der Aufſtieg und die Herunterfahrt im Lift, und es iſt nicht
ge=
rade jedermanns Sache, mit einer Schnelligkeit von 250 Metern
in der Minute abzuſtürzen. Die Liftanlagen koſten 4 Millionen
Dollar und ſind die größten in der Welt. Immer wieder fragt
ein Aengſtlicher, dem die Knie zittern und das Herz bis zum
Halſe ſchlägt, den Liftmann, ob nicht doch etwas paſſieren
könnte, und erhält die beruhigende Antwort: „Ganz
ausge=
ſchloſſen. Wenn etwas an dem Lift bricht, dann fällt er noch
drei Meter und hält dann automatiſch ſtill.‟ Das iſt durch
Tau=
ſende von Verſuchen erprobt. Wie wohnt es ſich nun in einem
S ſolchen Rieſenbau, von dem New York bereits mehr als 200
Mit über 20 Stockwerken beſitzt? Die Angeſtellten, die hier
ar=
beiten, ſind entzückt: „Wir haben ſoviel Sonnenlicht und ſtets
einen angenehmen Luftzug”, ſagte einer, der im 56. Stockwerk
ſeinen Arbeitstiſch hat. „und was man alles ſieht. Wir
beobachten die Einfahrt und Ausfahrt der Rieſendampfer,
füh=
len uns näher den über uns ſurrenden Flugzeugen und
Luft=
ſchiffen, und ſo manchen beſchleicht die Sehnſucht, nuch einmal in
die Ferne zu kommen. Freilich fehlt es auch nicht an tragiſchen
Eindrücken. Erſt kürzlich ſahen wir ein Mädchen, das vom 25.
Stockwerk herunterſprang.‟ Eine Sekretärin aus dem 35.,
Stock=
werk meint, daß ſich die New Yorkerin im Wolkenkratzer ſo
hei=
miſch fühlt wie die Ente im Waſſer. „Wir arbeiten im 30.
Stockwerk lieber als im 3. und im 50. lieber als im 30.”
er=
zählte ſie. „Es iſt ein beſonders anregendes Gefühl, jeden Tag
ſo hoch über den anderen Menſchen zu leben, und das
Pano=
rama, das ſich jedem Blick aus dem Fenſter erſchließt, iſt von
über=
wältigender Schönheit. Der Wolkenkratzer hat auch praktiſche
Vorteile. Im Sommer haben wir es kühl, und dann kann man
alles in dieſer kleinen Stadt haben, Reſtaurant und
Schönheits=
ſalon, Badegelegenheit uſw.‟ Der New Yorker hat ſich an ſeine
Wolkenkratzer gewöhnt, und es muß ſchon etwas beſonderes
ſein, das ſeine Aufmerkſamkeit erregt. Das war beim „
Wett=
lauf” des Chrzsler Building und der Manhattan=Bank der Fall,
die einander in der Vollendung zu übertreffen ſuchten, wobei
Chrysler den Sieg gewann. Im Chrysler=Gebäude tagt im 66.
Stockwerk der „Wolkenklub” in dem die Geſchäftsleute
täg=
lich ihren Lunch nehmen. Der Name iſt etwas kühn, aber
durch=
aus berechtigt, denn an trüben Tagen können die Räume des
Klubs tatſächlich in Wolken gehüllt ſein. Der Stolz der Stadt
iſt gegenwärtig das Empire State=Gebäude, aber bald wird noch
ein größeres, gebaut werden, und dänn wird es mit dieſer
neueſten Sehenswürdigkeit endgültig vorbei ſein.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
— Gießen: Stärkere Frequenz der Heſſiſchen
Landesuniverſität. Die Zahl der Studierenden an der
Heſſiſchen Landesuniverſität Gießen beträgt im Sommerſemeſter 1931
2131 gegen 1941 im Sommerſemeſter 1930 und 1925 im Winterſemeſter
1930/31. Die Zahl der Studirenden verteilt ſich auf die einzelnen Fächer
wie folgt: Theologie 224 (146 im Sommerſemeſter 1930),
Rechtswiſſen=
ſchaft 328 (351), Medizin 419 (371), Veterinärmedizin 199 (140),
Mathe=
matik 147 (150) Naturwiſſenſchaften 150 (137), Chemie 50 (51)
Pharma=
zie 2 (0). Forſtwiſſenſchaft 66 (66), Landwirtſchaft 51 (55), Philoſophie
57 (64). Neuere Philologie 274 (268), Klaſſiſche Philologie 54 (48),
Ge=
ſchichte 3 (2), Staatswiſſenſchaften 107 (92). Unter den 2131
Studieren=
den befinden ſich 179 Frauen; von ihnen ſtudieren 4 (2) Theologie, 9
(11) Rechtswiſſenſchaft, 41 (34) Medizin, 12 (8) Mathematik. 22 (18)
Naturwiſſenſchaften 1 (1) Chemie, 10 (8) Philoſophie, 73 (56) Neuere
Philologie, 2 (1) Klaſſiſche Philologie, 2 (1) Geſchichte, 3 (3)
Staats=
wiſſenſchaften.
Köln: Der Chefarzt der Hautklinik der Städtiſchen
Kranken=
anſtalten in Eſſen, Prof. Dr. Bering, iſt auf den o. Lehrſtuhl
für Dermatologie an der hieſigen Univerſität berufen worden.
Auf den Lehrſtuhl der Kinderheilkunde, der durch die
Emeritie=
rung von Geheimrat Siegert unbeſetzt iſt, iſt der Ordinarius für
Kinderheilkunde Prof. Dr. med. Hans Kleinſchmidt an der
Univerſitét Hamburg berufen worden.
Berlin: Auf den an der Univerſität neu errichteten
Lehr=
ſtuhl für römiſches und bürgerliches Recht iſt der Ordinarius an
der Univerſität Frankfurt, Prof. Dr. jur. Hans Lewald,
be=
rufen worden.
Greifswald: Der Inhaber des Lehrſtuhls für Staatsrecht an
der Univerſität Greifswald Prof. Dr. jur. Dr. phil. Gerhart
Leibholz hat einen Ruf auf den neu errichteten Lehrſtuhl für
öffentliches Recht an der Univerſität Göttingen erhalten.
* Upton Sinelair: „So macht man Dollars”. (Mountain City). Malik=
Verlag, Berlin. RM. 4,80.
Sinclair benutzt ſeinen neuen Roman, um ſeine Theorie von der
Rückſichtsloſigkeit des Finanzkapitals und der Verderbtheit der
herr=
ſchenden Geſellſchaft erneut vorzutragen. Er glaubt, nur durch
gründ=
liche Uebertreibung auf die beſtehenden Mängel der amerikaniſchen
Ge=
ſellſchaft aufmerkſam machen zu können. — Ein amerikaniſcher
Bauern=
junge arbeitet ſich zum Multimillionär empor. Selbſtbewußtſein und
„twillen eines Naturmenſchen ſind die Triebfedern dieſes Aufſtiegs;
ſoweit dieſe nicht ausreichen, müſſen negative Eigenſchaften und die
un=
wahrſcheinlichſten Zufälle den vorgezeichneten Weg ebnen. Viele gute
Beobachtungen und flüſſiger Stil vermögen den Leſer in Spannung
Dr. W.
zu halten.
* „Bergbauern” von Paul Berglar=Schröer. Ein
Berg=
bauernroman „Gewitter im Bärgründle” und eine
Novelle „Der Tod am hohen Licht” in einem ſtattlichen
Bande vereint. (Verlag „Das Bergland=Buch”, Deutſche
Ver=
einsdruckerei A.=G. Graz.)
Ein Buch, das in der Reihe der Bauernromane an allererſter
Stelle rangiert. Schwer, ernſt, erdgebunden beſonnen und
be=
ſinnlich im Stil und knapp, wortkarg im Satzbau, wie die harten
Bergbauern wohl ſind, wenn auch in ihrem Herzen Liebe und
Haß miteinander ringen und Leidenſchaft aufflammt. Aber in
der Geſtaltung wundervoll. Menſchen von Fleiſch und Blut
treten einem entgegen, nein, reißen mit in ihr Erleben, das
räumlich vielleicht klein iſt, von dem ſie nicht viel Aufhebens
machen, das aber im Letzten doch Kampf aller gegen alle, das
ein Stück Menſchheitsgeſchichte iſt. Dieſes Gewitter im
Bär=
gründle tobt nicht nur aus den Wolken mit Donner und Blitz,
es iſt ein vielgeſtaltetes, das immer ein anderes auslöſt. Es tobt
und toſt in den menſchlichen Leidenſchaften, es kämpft mit Recht
und Unrecht gegen ſoziale Nöte, und es verdämmert ſchließlich,
wenn auch mit vielen Opfern am Wege, im lichten Sonnenglanz
beginnenden Morgens einer ſchönen ſchlichten, feuererprobten
Liebe. Alle die Phaſen aber ſind ſtark empfunden, lebendig=
über=
zeugend geſtaltet, dynamiſch, packend geſchildert. — Und auch „Der
Tod am hohen Licht” iſt Kampf. Ein Kampf, den das Leben ja
täglich neu gebiert, der oft ganz im Stillen ausgekämpft wird,
bis Tod oder Sieg grell die Stille zerreißen. Hier iſt es ein
Kampf des Unguten gegen das Gute. Man könnte auch ſagen
des Alten gegen das Neue, das den Bauern ja immer harte Nüſſe
zu knacken gibt und gegen das ſie ſich wehren. Wenn das heute
auch anders ſein mag in Zeitalter des Siegeszuges der Technik.
Im Grunde aber iſt es auch hier Menſchlich=Allzumenſchliches.
Iſt Haß und Liebe und heiße Leidenſchaft.
Scite 4
Freitag, den 5. Juni 1931
Nummer 154
wüch; ſieht zu ſehr daheim und im täglichen Leben, wieviel
Ge=
ſi uungsmache und praktiſche Vernunft die
Er=
zdachſenen bei der äußeren Ausübung des Fascismus dazu
beſtimmt, Fasciſt zu ſein, als daß er — und jeder
Italie=
ner iſt von vornherein Skeptiker und Spötter — allzu ſehr mit
dem Herzen bei der Sache ſein könnte. Nach dieſer Richtung hin
iſt natürlich der Vatikan mit ſeiner von der zwangsweiſen Form
freien Methode, — ganz abgeſehen von der am häuslichen Herd
wirkenden Propaganda —, ſtärker als die an Muſſolinis Ferſen
hängende, reichlich ruhmredige fasciſtiſche Erziehungsart.
Jeden=
falls entwickelt ſich zurzeit in Rom der Kampf der Geiſter um die
Macht über die Gemüter in einer Form, die weittragende
Ueber=
raſchungen bringen kann. Denn Papſt Pius iſt ein energiſcher
Kämpfer.
Enkſpannung zwiſchen Quirinal und Bakikan.
EP. Vatikanſtadt, 4. Juni.
Die Verhandlungen zwiſchen dem Heiligen Stuhl und der
italieniſchen Regierung werden durch beſondere Vermittler ohne
Beteiligung der gegenſeitigen diplomatiſchen Vertreter
fortge=
führt. Wie verlautet, hat der Vatikan der italieniſchen
Regie=
rung vorgeſchlagen, die Katholiſche Aktion auf ſtreng religiöſer
Grundlage unter perſönlicher Leitung der Biſchöfe neu zu bilden.
Von der Leitung und Organiſation ſollen jene Perſonen
ausge=
ſchloſſen werden, die in der ehemaligen italieniſchen
Zentrums=
partei (Popolari) leitende Poſten bekleidet haben. Der Vatikan
wird die neuen Statuten der Katholiſchen Aktion veröffentlichen,
indem er den Grundſatz beſtätigt, daß es ſich um die einzige vom
Heiligen Stuhl anerkannte Organiſation handelt. Die italieniſche
Regierung wird durch den in dieſem Falle zuſtändigen Großen
Fasciſtenrat die Anerkennung der Katholiſchen Aktion beſtätigen
und die Bewilligung erneuern, daß die Mitglieder der
Fasciſti=
ſchen Partei der Katholiſchen Aktion angehören können und
um=
gekehrt.
Eine gemäß Artikel 44 des Konkordats zuſammengeſetzte
ge=
miſchte Kommiſſion wird eine Unterſuchung durchführen über die
Verantwortung der katholiſchen Organiſationen bei den jüngſten
Vorkommniſſen. Der Vatikan wird jene Sektionen auflöſen, die
ſich als kompromittiert erweiſen und ſie auf neuer Grundlage mit
neuen Leitern wieder bilden. Jene Sektionen, die für die
jüng=
ſten Vorkommniſſe keine Verantwortung trifft, werden wieder
ge=
öffnet und erhalten zudem für die angerichteten Schäden
Schaden=
erſatz. Als Leiter der Chriſtenheit wird der Papſt großmütig auf
die Wiedergutmachung für die Beleidigung ſeiner Perſon
ver=
zichten, aber als Staatsoberhaupt Genugtuung gemäß dem
inter=
nationalen Recht erhalten. Die Verhandlungen werden
raſch=
möglichſt durchgeführt, damit zu der Jahrhundertfeier des
Hei=
ligen Antonius von Padua doch ein Kardinal=Legat entſandt
wer=
den kann, deſſen Teilnahme der Papſt abgeſagt hatte. Die
Feier=
lichkeiten beginnen bekanntlich ſchon am 11. Juni.
Jalen ſordert Gieicherrechttgung.
Gerechkigkeitsſinn für alle und Sicherung des
Mächke=
gleichgewichts auf der Abrüſtungskonferenz.
EP. Rom, 4. Juni.
In einem ausführlichen Expoſé über die Außenpolitik erklärte
der Miniſter des Aeußern, Grandi, über die
Abrüſtungs=
konferenz, ſie müſſe Europa die moriliſche
Stabili=
tät verleihen, die ihr die Friedenskonferenz nicht habe
geben können. Sie habe auch die Beziehungen der Mächte nicht
auf eine Grundlage des Vertrauens gebracht, ſondern die
Staa=
ten in Sieger und Beſiegte geteilt. Die
Abrü=
ſtungskonferenz müſſe eine Sicherung des
Mächtegleichgewichtsbringen, ohne das wir alle
fühl=
ten, daß Europa nicht ſeine wahre Stabilität finde und ſein
gegen=
wärtiges unſicheres Geſchick nicht überwinden werde. Zur Wahl
Henderſons als Präſident der Weltabrüſtungskonferenz könnten
ſich alle Staaten beglückwünſchen. Italien werde der Konferenz
weitgehendſtes Verſtändnis entgegenbringen, entſchloſſen, die
In=
tereſſen der Landesverteidigung zu wahren und zugleich wie
bis=
her ſeine volle Mitwirkung einem Werke zu leihen, das von
Ge=
rechtigkeitsſinn für alle getragen ſein müſſe. — Die
Auffaſſung vieler Beobachter, daß die auswärtige Politik Italiens
ſich der einen oder anderen Macht anſchließen müſſe, ſei irrig.
Italien verfolge beſonnen und zähe ſeinen Weg, und wenn dieſer
zuweilen mit dem einen oder anderen übereinſtimme, ſo ſei man
nicht auf Abwege gekommen, ſondern Italien finde auf dem
glei=
chen Wege andere. „Wir ſind froh über dieſe Uebereinſtimmung,
aber ſie läßt uns volle Handlungsfreiheit. Wir wollen
eiferſüch=
tige Hüter dieſer Freiheit bleiben, die der Fascismus Italien
ver=
liehen hat.”
Im übrigen wiederholte Grandi die ſchon in Genf gemachten
Mitteilungen über das europäiſche Wirtſchaftskomitee, die
ableh=
nende Haltung zur Anſchlußfrage und zum Plan einer
öſterrei=
chiſch=deutſchen Zollunion. — Bezüglich der italieniſch=
franzöſi=
ſchen Flottenverhandlungen betonte Grandi die rechtliche
Gültig=
keit des Flottenabkommens von Rom. Er weigere ſich, zu glauben,
daß die wohltätigen Wirkungen dieſes Abkommens durch die
jüngſten Mißverſtändniſſe verloren gehen ſollen. Die
Beziehun=
gen zwiſchen den Regierungen von Rom, Paris und London ſeien
nicht endgültig abgebrochen. Er hoffe aufrichtig, daß die Antwort
der Regierung von Paris auf die italieniſche und britiſche Note
ſo ausfallen werde, daß die Schwierigkeiten überwunden werden
könnten.
Frankreichs Innenpolikik.
Vor dem Amtsankrikk Douners. — Borausſichklich
wird das Kabineit Laval beffäligk. — Fortſchreikende
Zerſplikkerung der franzöſiſchen Linken.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 4. Juni.
Der am 13. Juni erfolgende Amtsantritt Doumers, des neuen
Präſidenten der franzöſiſchen Republik, rief viele politiſche
Kom=
binetionen auf den Plan. Man zerbricht ſich in der Kammer den
Kopf darüber, wenn Doumer mit der Bildung des neuen
Ka=
binetts betrauen wird. Die Demiſſion Lavals wird als eine
politiſche Realität erörtert; in Wirklichkeit meint man damit
aber nur die eventuelle Demiſſion Briands. Es gibt nämlich viele,
die ſich noch immer nicht damit abfinden können, daß Briand am
Quai d’Orſay bleibt. Aus ſonſt gutinformierten Kreiſen
ver=
lautet aber, daß Paul Doumer das Kabinett Laval für jeden Fall
beibehalten wird. Das überraſcht weiter nicht, denn es entſpricht
der Tradition, daß der neue Präſident das alte Kabinett, wenn
dieſes über die Mehrheit in der Kammer verfügt, beibehält. Die
Demiſſion der Miniſter bedeutet alſo mehr eine Formalität. Und
was die Demiſſion Briands betrifft, ſo könnte dieſe trotz aller
Anfeindung der Rechtspreſſe — ein beſonders temperamentvolles
Organ der extremen Rechten ſchlug vor, Briand den Hals
durch=
zuſchneiden — nur die Folge eines perſönlichen Entſchluſſes ſein.
Es beſteht nämlich z. Zt. keinerlei politiſche Urſache für einen
Rücktritt des franzöſiſchen Außenminiſters; es ſei denn, er hätte
Luſt mit Rückſicht auf die Wahlen im nächſten Frühjahr ſeine
Handlungsfreiheit zurückzugewinnen und ſich an die Spitze der
Linken zu ſtellen. Die Linke zeigt ſich aber ſo zerſplittert, daß es
keine beſonders anziehende Aufgabe für einen Politiker von dem
Schlage Briands ſein mag, ihre Führerſchaft zu übernehmen.
Der mißglückte Sturm auf das Elyſée verſchärfte anſcheinend
noch die Differenzen, welche zwiſchen den beiden wichtigſten
Links=
parteien, zwiſchen den Sozialiſten und den Radikalen beſtanden.
Und der ſozialiſtiſche Kongreß in Tours tat noch ein übriges. Das
theoretiſche Feſthalten der franzöſiſchen Sozialiſten an ihren
mar=
xiſtiſchen Grundſätzen — auch in der Außenpolitik — macht den
Radikalen die Zuſammenarbeit mit ihnen ſehr ſchwer. Beſonders,
weil ſie eine Partei darſtellen, welche weniger auf einer
Welt=
anſchauung als auf praktiſcher Politik baſiert. Ueberhaupt fragt
es ſich, ob die Sozialiſten durch ihre große Intranſigenz der Linken
einen Dienſt erweiſen. Man hat eher den Eindruck, daß ſie nur
auf eine Flucht vor der Verantwortung hinſteuern. Und das iſt
um ſo bedauerlicher, da die Rechte in Frankreich ſich immer
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Nummer 154
Freitag, den 5. Juni 1931
Seite 5
Aus eer UnndesgdasMädt.
Darmſtadt, den 5. Tuni 1931.
Eine neue Polizeiverordnung bezüglich des Woogs
iſt am 30. Mai in Kraft getreten. Wie früher übt das
Polizei=
amt die Aufſicht durch in Uniform, Drillich= oder Badeanzug
ge=
kleidete Beamte aus. In den Anlagen am Woog ſind Hunde an
der Leine zu führen. Mitnahme von Hunden in Badehäuſer, an
öffentliche Badeplätze ſowie die unmittelbar am Ufer herführenden
Wege an Weſt= und Südſeite, Baden und Waſchen von Hunden
und anderen Tieren im Waſſer ſind verboten. Fahren und Reiten
auf den über den weſtlichen und ſüdlichen Woogsdamm führenden
Wegen iſt verboten. (Ausgenommen ſind leichte, durch menſchliche
Kraft bewegte Fahrzeuge wie Krankenbeförderungswagen,
Kin=
derwagen, nicht jedoch Fahrräder.) Während der Badezeit dürfen
männliche Perſonen (Knaben bis zu 5 Jahren ausgenommen) nicht
das Frauenbad, und weibliche Perſonen nicht das Männerbad
betreten.
Das Baden im offenen Woog iſt nur ſchwimmkundigen
Per=
ſonen geſtattet. Nichtſchwimmer ſind an die durch Einfriedigungen
und Anſchlag beſonders kenntlich gemachten Stellen (Inſel und
ſüdliches Ufer) verwieſen. Männlichen Perſonen iſt es verboten,
über die durch Fäſſer bezeichnete Grenze in Richtung Frauenbad
hinauszuſchwimmen. (Auch mit Nachen darf über dieſe Grenze
ſowie über die Grenze um das Licht=Luft=Bad nicht hinausgefahren
werden.
Das Baden im offenen Waſſer und der Aufenthalt im Licht=
Luft=Bad iſt nur im Schwimmanzug oder Badehofe geſtattet. Beide
müſſen derart beſchaffen ſein und getragen werden, daß die
Er=
regung öffentlichen Aergerniſſes ausgeſchloſſen iſt. Beſucher des
Freibades dürfen ſich nur am ſüdlichen Ufer, nicht an oder auf den
Dämmen an= und auskleiden. Betreten des 100=Meter=Steges in
anderer Kleidung als Schwimmanzug oder Badehoſe iſt nur den
Schwimmlehrern, Kampf= und Zielrichtern geſtattet.
Der polizeiliche Rettungsdienſt darf weder in ſeiner Tätigkeit
geſtört und behindert, noch auch in der Aufmerkſamkeit abgelenkt
werden.
Von Einbruch der Dunkelheit bis 5 Uhr früh iſt das Baden
unterſagt. Der Schluß der Badezeit wird durch Sirenen
bekannt=
gegeben.
Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften werden mit
Geld=
ſtrafe bis zu 150 Mark, die, wenn uneinbringlich, in Haft
umwan=
delbar iſt, geahndet.
p.
— Erſannt wurde: Am 28. Mai: der Privatdozent Dr. Hans
Lorentz Stoltenberg in Gießen zum außerplanmäßigen
außer=
ordentlichen Profeſſor an der Landesuniverſität Gießen vom
1. Mai 1931 an.
— Kunſtausſtellung Darmſtadt 1931 Mathildenhöhe. Die von
der neuen Heſſiſchen Arbeitsgemeinſchaft für bildende Kunſt zu
Ehren der Jahrestagung des Reichsverbandes bildender Künſtler
Deutſchlands veranſtaltete Ausſtellung wird am Sonntag, dem
7. Juni, 11.30 Uhr, eröffnet werden. Es ſind an ihr beteiligt alle
heſſiſchen Künſrlerverbände in Darmſtadt. Mainz. Offenbach,
Worms, auch mit einem Teil ihrer auswärtigen Mitglieder,
ſo=
wie die oberheſſiſchen und die verbandsloſen Künſtler. . HI.
— Jubiläum. Heute kann der Schuhmachermeiſter Herr
Hein=
rich Krauskopf. Mauerſtraße 3, auf eine langjährige
Tätig=
keit im eigenen Geſchäft zurückblicken. Vor 40 Jahren machte er
ſich als Schuhmachermeiſter ſelbſtändig. Im Laufe der Jahre
wurde er namentlich als Herſteller von orthopädiſchen Schuhwaren
bekannt. Mögen ihm noch viele erfolgreiche Jahre beſchieden ſein!
— Volkshochſchule. Am Sonntag. dem 7. Juni, findet unſere
nächſte heimatgeologiſche Wanderung ſtatt, geleitet von Dr. Diehl.
Sie führt von Jugenheim nach dem Felſenmeer, Borſtein und
Auerbach. Die Teilnehmer treffen ſich 8 Uhr Hauptbahnhof. Siehe
Wochenzettel der Volkshochſchule.
— Hiſtoriſcher Verein. Kommenden Samstag, den 6. Juni,
werden unter ſachkundiger Führung das Kekulézimmer der
Techniſchen Hochſchule und das Liebighaus beſichtigt. Den
ein=
leitenden Vortrag hält Herr Profeſſor Dr. Berl. Zuſammenkunft
um 3 Uhx an der Techniſchen Hochſchule.
Heſſiſches Landesthealer.”
5. Juni 19.30—22.30 Uhr
Valerio
D 25. T. Gr. 6, 7 u. 8
Preiſe 1—10 Mr. Keine Vorſtellung Samstag
6. Juni 19.30 Ende gegen 23 Uhr
Biktoria und ihr Huſar
Außer Miete
Preiſe 0 50—4 Mk. Keine Vorſtellung Sonntag,
7 Juni 17.30—22.30 Uhr
Parſifal
Dſtdt. Volksb. Gruppe 1-1V
G 18 Preiſe 1.20—12 Mk
Gutſcheine nicht gültig Keine Vorſtellung Montag,
8. Juni 20, Ende gegen 22.30 Uhr
„Alt=Heidelberg”
Außer Miete
Preiſe 1— 6 M: Keine Vorſtellung
— Heſſiſches Landestheater. Morgen Samstag, den 6. Juni,
geht im Großen Haus die außerordentlich erfolgreiche Operette
„Viktoria und ihr Huſar” zum letzten Male als
Volks=
vorſtellung (Preiſe 0,50—4,00 Mark) in Szene. — „Parſifal”,
Bühnenweihfeſtſpiel von Richard Wagner, gelangt Sonntag, den
Juni im Großen Haus unter muſikaliſcher Leitung von Dr.
Karl Böhm zur Aufführung. Beginn 17.30 Uhr. — Das
Schau=
ſpiel von Meyer=Förſter Alt=Heidelberg wird am
Mon=
tag, dem 8 Juni, im Großen Haus als Volksvorſtellung zugunſten
der Wohlfahrtseinrichtungen der Genoſſenſchaft Deutſcher
Büh=
nenangehöriger zur Darſtellung kommen. Regie: Renato Mordo,
Bühnenbild: Elli Büttner. In den Häuptrollen ſind beſchäftigt:
Elſe Knott als Käthi. Werner Hinz als Karl Heinz. — In
Vor=
bereitung befindet ſich zurzeit die an den meiſten deutſchen
Büh=
nen mit außerordentlichem Erfolg gegebene Operette „Die drei
Musketiere” nach Motiven von Alexander Dumas. Ferner
wird das Schauſpiel von S. Howard „Die Silberſchnur”
vorbereitet.
Zer Sonverzag
des „Bhriftädeer Lagolatis
zu dem Entſcheidungsſpiel um die Deutſche Handballmeiſterſchaft
zwiſchen dem Süddeutſchen Meiſter, Sportverein 98, und
Polizei=
ſportverein Berlin, dem achtfachen Deutſchen Meiſter, in
Hagen am 14. Juni
hat einen überraſchend großen Anklang gefunden. Infolge des
geſtrigen Feiertages ſind wir noch nicht in der Lage, den genauen
Fahrpreis ſagen zu können. Sicher iſt aber eine je nach
Beteili=
gung eintretende Verbilligung des normalen Schnellzugspreiſes
um 40—50 Prozent. Der Zug fährt morgens hier ab und iſt
nachts 24 Uhr wieder zurück, ſo daß alſo unbedingte
Ge=
währ für rechtzeitige Rückkehr am gleichen Tage
noch gegeben iſt. Neben dem Spiel ſind noch 4½ Stunden Zeit
zur Beſichtigung des landſchaftlich ſchönen Hagen und ſeiner
Um=
gebung frei. Die Einzeichnungsliſte liegt auf unſerer
Geſchäfts=
ſtelle offen. Meldungen von auswärts ſind ebenfalls mit der
Angabe erbeten, ob in Hagen Sitz= oder Stehplatz zu dem
Hand=
ballſpiel gewünſcht wird.
Ausflugfonderzug nach Rokhenbuig ob der Tauber.
Am Samstag, dem 20. Juni d. J., wird die
Reichsbahndirek=
tion Mainz einen Ausflugſonderzug nach Rothenburg ob der
Tau=
ber fahren, der am 21. Juni abends zurückkehren wird. Dieſer
Zug wird für alle Beteiligten ein wirkliches Erlebnis ſein. Die
Vorzüge dieſes Kleinods aus deutſcher Vergangenheit ſind oft
ge=
rühmt, keine Schilderung kann ſie erſchöpfen; in jedem Beſucher
klingen nicht einzelne Noten, ſondern wuchtige Akkorde an, wenn
er in die Bannmeile der alten Tauberfeſte gerät. Wird es ſchon
bei der Hinfahrt für viele Teilnehmer die angenehmſten
Erinne=
rungen wecken, nach einer Fahrt durch den Speſſart im Maintal
Würzburg liegen zu ſehen, einen Gruß von der Mainbrücke
hinüberwinken zu können zu dem „Florenz am deutſchen Main”,
ſo werden alle Erwartungen mit dem Eintreffen in Rothenburg
ihre Erfüllung finden. U. a. wird auch der Sonderzugteilnehmer
am Sonntag vormittag Gelegenheit haben, das Feſtſpiel „Der
Meiſtertrunk” zu ſehen. Wer ſich dieſes eindrucksvolle Feſtſpiel
an=
ſehen will, verſäume nicht, ſich beim Löſen der Sonderzugkarte
eine Feſtſpielkarte zum Preiſe von 1,20. 2.00 oder 3.00 RM. an den
Fahrkartenſchaltern zu ſichern. Ohne Zweifel werden alle
Reiſe=
teilnehmer tiefe Eindrücke von der alten Reichsſtadt mit ihrer
ſchönen Umgebung mitnehmen; Zwingt ſie doch alle raſch genug
der Zauber der mittelalterlichen Stadt in ſeinen Bann. Eine
weitere Ueberraſchung wird allen Teilnehmern nachmittags die
Aufführung des von Schäfern und Schäferinnen aufgeführten
hiſto=
riſchen Schäfertanzes auf dem Marktplatz bringen. Für wenig
Geld ſchafft ſich der Teilnehmer die natürlichen Vorausſetzungen
für einen unvergeßlich ſchönen Tag. Näheres über die Fahr
aus den auf den Bahnhöfen, Reiſe= und Verkehrsbüros
angeſchla=
genen Aushängen zu erſehen.
Für dieſe Fahrt iſt eine Uebernachtung in Rothenburg ob der
Tauber vorgeſehen, um hierdurch den Teilnehmern Gelegenheit zu
geben, ausgeruht und in aller Friſche die Sehenswürdigkeiten
be=
ſichtigen zu können, die Rothenburg bietet.
Prassel-Kaffee
Nee
frisch geröstet
Sohnlstr. 10
Vortrag im Heaghaus über „Elektrizitätsverwendung im
Haushalt”. Heute abend 8 Uhr findet wiederum im Heaghaus,
Luiſenſtraße 16, ein Vortrag ſtatt, der ſich insbeſondere mit den
Vorzügen der elektriſchen Küche befaſſen wird. Die abſolute
Rein=
lichkeit derſelben iſt vor allem dadurch gewährleiſtet, daß alle
Brennſtoffe vermieden werden. Die elektriſche Küche kennt ferner
kein Streichholz, kein Feueranmachen, keine verrußten Kochgeſchirre,
keine übelriechenden und ſchädlichen Verbrennungsproadukte, und
damit auch keine verräucherten Wände, Gardinen uſw. Die
Be=
dienung iſt denkbar leicht. Genau wie das elektriſche Licht wird
ein elektriſcher Herd in Betrieb genommen, jede Kochplatte, als
auch Ober= und Unterhitze des Brat= und Backofens iſt dreifach
regulierbar. Die dadurch bedingte gleichmäßige genau in Grad
einſtellbare Erwärmung vermeidet das ewige Nachſehen. Rühren
und Probierenmüſſen, und das ergibt den größten Vorteil für die
Hausfrau; ſie gewinnt Zeit und Arbeitskraft für andere wichtige
häusliche Arbeiten. Unter richtiger Berückſichtigung des vorſtehend
Geſagten geſtaltet ſich der hauswirtſchaftliche elektriſche
Küchen=
betrieb unter allen Umſtänden billiger als bei Anwendung einer
anderen Energieart. Jede Hausfrau, die ſich ſelbſt von den
ge=
nannten Vorzügen überzeugen will, beſuche den heute abend
ſtatt=
findenden Vortrag. Nach dem Vortrag wird jede gewünſchte
Aus=
kunft gerne und unverbindlich erteilt.
— Verein ehemaliger 117er Darmſtadt. Wir machen unſere
Mitglieder auf das Stiftungsfeſt des Verbandes heſſiſcher
Regi=
mentsvereine am 6. Juni und auf unſere Mitgliederverſammlung
heute abend aufmerkſam.
— Im Großkraftwagen und Schiff zur Schloßbeleuchtung
Heidelberg. Am kommenden Sonntag, den 7 Juni findet eine
Heidelberger Schloßbeleuchtung ſtatt. Eine weitere Sonntag, den
21. Juni. Um jedermann die Möglichkeit zur Beſichtigung einer
Schloßbeleuchtung zu geben, veranſtaltet das Reiſe=Büro. W.
Köhler. G. m. b. H. Luiſenplatz 1, Tel. 2418, am 7. Juni eine
kombinierte Tagesfahrt im Großkraftwagen und Schiff nach
Hei=
delberg. Wie aus dem Inſerat in geſtriger Nummer erſichtlich,
führt der Weg über Michelſtadt, Erbach. Beerfelden, Hirſchhorn,
über Neckarſteinach nach Neckargemünd. Punkt 18.30 Uhr ſammeln
ſch die geſamten Teilnehmer am Landungsſteg des Kaffee
Kur=
garten, um auf dem vom Reiſebüro W. Köhler, G. m. b. H.
ge=
mieteten Schiff das mit Lampions und allen erdenklichen
Erfri=
ſchungen ausgeſtattet iſt, nach Heidelberg zur Schloßbeleuchtung zu
kommen.
Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie. Die beiden
Haupt=
gewinne von je 100 000 Reichsmark fielen in der am 18 und
19. Mai ſtattgefundenen Ziehung, 2. Klaſſe, 37. (263.) Lotterie,
auf Nr. 334853 in den beiden Abteilungen I und II. — Die
3. Klaſſe — Ziehung am 15. und 16. Juni — bringt neben vielen
anderen großen Treffern wieder 2 Hauptgewinne von je 100 000
Reichsmark. Die Erneuerung der Loſe zur 3. Klaſſe muß
planmäßig ſpäteſtens bis zum 8. Juni, 18 Uhr, bei
Verluſt des Anrechts in der zuſtändigen Lotterie=Einnahme
ge=
ſchehen. Die Beachtung dieſer Friſt wird beſonders in der jetzt
beginnenden Reiſezeit empfohlen.
Gegen die erhöhte Benzinſtener.
Der Gau IIIa des A. D. A. C. ſchreibt uns: Seit dem 1. Januar
1931 haben die deutſchen Kraftſtoffpreiſe eine durch nichts
gerecht=
fertigte Erhöhung erfahren, die für keinen Kraftfahrer mehr
trag=
bar iſt. In der neuen Finanzregulierung hat das Kabinett einen
Steuervorſchlag herausgebracht, der eine weitere ungeheuerliche
Belaſtung der Kraftſtoffpreiſe vorſieht, welche zur Folge haben
wird, daß das geſamte deutſche Kraftfahrweſen zum Erliegen
kommt. Es iſt weiter zu befürchten, daß die deutſche Automobil=
Induſtrie weiteren Abſatzrückgang erleidet, deſſen Folge erhöhte
Arbeitsloſigkeit ſein wird.
Die Ungeheuerlichkeit der in Deutſchland beſtehenden
Kraft=
ſtoffpreiſe, die ſich nach Inkrafttreten der vorgeſehenen
Steuer=
erhöhung auf 38 bis 44 Pfg. pro Liter ſtellen werden, erhellt am
beſten aus der Tatſache, daß im benachbarten Ausland pro Liter
nicht mehr als 17 Pfg. bezahlt werden muß.
Die drohende Mehrbelaſtung, die untragbaren und höchſt
un=
gerechtfertigten Steuern, das noch immer beſtehende mangelnde
Verſtändnis von öffentlichen Behörden für das Kraftfahrweſen
überhaupt, veranlaßt den Allgemeinen Deutſchen Automobil=Club,
Gau IIIa. in äußerſter Notwehr die nachſtehenden Maßnahmen
zur Abwehr ſchwerſter Gefahr zu treffen:
1. Der Allgemeine Deutſche Automobil=Club. Gau IIIg. fordert
ſeine Mitglieder auf, als Zeichen des Proteſtes die Benutzung
ihrer Fahrzeuge mit ſofortiger Wirkung zu unterlaſſen, zum
mindeſten aber auf das allernotwendigſte zu beſchränken.
2. Die gleiche Forderung richtet der Allgemeine Deutſche
Auto=
mobil=Club. Gau IIIa, weiter an alle Kraftfahrer, da
die neuen Maßnahmen der Regierung ja alle ohne Unterſchied
treffen.
3. Der Allgemeine Deutſche Automobil=Club, Gau IIIa. ſelbſt
hat als weitere Maßnahme der Abwehr vorläufig alle für
dieſes Jahr noch vorgeſehenen Veranſtaltungen mit ſofortiger
Wirkung abgeſagt.
Kraftfahrer, wahret eure berechtigten Intereſſen und wehrt
euch mit allen Kräften in dem ſchweren Kampf gegen
Steuer=
willkür und Vernichtungswillen.
* Sleuer- und Wirkſchafiskalender
für die Zeit vom 1. bis 15. Juni 1931.
Ausſchneiden!
Aufbewahren!
1. Juni: Letzter Tag für die Entrichtung des Schulgeldes
für die Darmſtädter höheren Schulen und die
gewerb=
lichen Fortbildungsſchulen für Mai 1931 an die
Stadt=
kaſſe. (Schonfriſt bis 10 Juni 1931.)
5. Juni: Abgabe der Beſcheinigung an die
Finanz=
kaſſe daß die Summe der im Mai 1931 abgeführten
Steuerabzugsbeträge mit der Summe der im Mai 1931
einbehaltenen Steuerbeträge übereinſtimmt. (Keine
Schonfriſt.)
5. Juni: Abführung der Lohnſteuerffür die in der Zeit vom
16. bis 31. Mai 1931 erfolgten Lohnzahlungen. Falls
die bis zum 15. Mai 1931 einbehaltenen Beträge
200 — RM. nicht erreicht haben. im
Ueberweiſungs=
verfahren Abführung der Lohnſteuer für die in der
Zeit vom 1. bis 31. Mai 1931 erfolgten Lohnzahlungen.
(Keine Schonfriſt.) Ferner Abführung der
Ledigen=
ſteuer, ſoweit ſie im Steuerabzugsverfahren entrichtet
wird.
10. Juni: Zahlung der Börſenumſatzſteuer ſoweit
dieſe im Abrechnungsverfahren entrichtet
wird.
10. Juni: Ablauf der Schonfriſt für die Entrichtung des
Schulgeldes für die Darmſtädter höheren Schulen
und gewerblichen Fortbildungsſchulen für den Monat
Mai 1931.
Gemeinde= uſw. Abgaben in Darmſtadt.
Es iſt damit zu rechnen, daß in etwa 10 Tagen die Beſcheide
über die Gemeindeabgaben, die Gebühren und die Filialſteuer
her=
ausgehen werden. Im Steuerkalender für die 2. Juni=Hälfte
wer=
den Mitteilungen über den Zahlungstermin gemacht wer=
H. W. Wohmann.
den können.
— Der Damenchor der Liedertafel weilte am Samstag und
Sonntag in Wetzlar, um dem Damenchor des Union=Clubs
Wetz=
lar ſeinen Gegenbeſuch abzuſtatten. Zwei bequeme Omnibuſſe des
Reiſebüros Köhler brachten die Darmſtädter Damen am Samstag
nachmittag nach recht ſchöner Fahrt durch die Wetterau mit Bad=
Nauheim und Oberheſſen nach Wetzlar, woſelbſt ſie auf dem
alt=
ehrwürdigen Domplatz von dem Herren= u. Damenchor des Union=
Clubs mit dem Sängergruß willkommen geheißen wurden. Am
Abend vereinigten ſich die Chöre zu einem Kommers im Saalbau
Schützengarten. Das Programm wurde von den beiden
Damen=
chören und dem Herrenchor des Union=Clubs abwechſelnd
beſtrit=
ten. Dazwiſchen tanzten Damen der Liedertafel zwei
Koſtüm=
tänze, die großen Beifall fanden. Das Hausorcheſter des Union=
Clubs beſtritt den inſtrumentalen Teil. Reden und Gegenreden
wurden gehalten, Freundſchaften angeknüpft und vertieft. Am
Sonntag vormittag wurden die Sehenswürdigkeiten des
hiſtori=
ſchen Städtchens beſichtigt. Der Nachmittag war dem
Abſchieds=
trunk im Schützengarten vorbehalten. Nur allzu früh mußte
wie=
der Abſchied genommen werden, und mit dem Wunſche auf recht
baldiges Wiederſehen wurde am Sonntag nachmittag um 6 Uhr
die Heimreiſe mit den beiden Omnibuſſen wieder angetreten.
Schwer war der Abſchied, denn die gebotene Gaſtfreundſchaft war
über alles Lob erhaben. Mit Geſang wurde bei ſtrömendem Regen
Darmſtadt wieder erreicht. Die Darmſtädter Damen ließen ihren
Wetzlaer Sangesſchweſtern den von dem Dirigenten der beiden
Liedertafelchöre. Karl Grim, komponierten Chor „Hab Sonne im
Herzen, ob’s ſtürmt oder ſchneit” überreichen. Ein beſonderes
Lob muß dem Reiſebüro Köhler geſpendet werden, denn die
Hin=
wie Rückreiſe ging reibungslos vonſtatten, und jeder Teilnehmer
fühlte ſich in den Omnibuſſen trotz der heute üblichen Autounfälle
unter der Obhut der zuverläſſigen Fahrer abſolut ſicher.
— Promenaden=Konzert. Freitag, den 5. Juni, nachmittags
von 5 bis 6 Uhr. ſpielt das Stadtorcheſter unter Leitung ſeines
Kapellmeiſters W. Schlupp, bei günſtiger Witterung. im
Orangerie=Garten nach folgendem Programm: 1 Ordre
de bataille. Marſch. Lehnardt: 2. Ouvertüre zur Oper „Martha”.
Flotow: 3. Alt=Wien. Walzer, Lanner=Kremſer: 4. Ein
Album=
blatt, Wagner; 5. Phantaſie aus der Oper „Rigoletto, Verdi;
6. An die Gewehre, Marſch, Lehnardt.
Höchste Guglität
Beste Dassform.
Gpösste
Onelswurdigkeit
Ladwigstraße 13
DARMSTABT
Ladwiastraße 1:
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Freitag, den 5. Juni 1931
Nummer 154
Aus den Dargſtädfer eichfpielthegkern.
U.=T.
„Liebeslied”.
Bierſteuererhöhungen-Brauinduſtrie-Landwirtſchaft.
Regie Conſtantin J. Davids und eine ſehr gute Darſtellung,
vor allet: aber meiſterhafte Bildtechnik und die Fülle märchenhaft
ſchöner Bilder aus der „ewigen Stadt”, aus dem Sonne
über=
purpurten Rom, die den Hintergrund und Rahmen der Handlung
geben, ſchufen einen ausgezeichneten Film, der dieſes Prädikats,
teilhaft bleibt trotz der ſehr ſenſationellen Handlung, oder
viel=
mehr der ſentimental wirkenden Handlung. Denn im Grunde
iſt es ein ganz neues Problem, das hier filmdramatiſch bearbeitet
wurde, unter Zugrundelegung der bekannten Novelle von
Pi=
randelli. —
Fröyliches Feiern in einer maleriſchen Oſteria, in der zwei
Deutſche, ein preisgekrönter Muſiker und eine Studentin ſich
fin=
den, leitet über zur tragiſchen Handlung, die von der Mutter
der genannten Studentin erzählt, die ſterbend einen Säugling,
das Produkt einer Liebe hinterläßt, deren Partner ohne ſeine
Schuld die Witwe nicht ehelichen konnte. Maria, die Tochter,
er=
zieht das Stiefſchweſterchen, ſie muß aber — ſo glaubt ſie
wenig=
ſtens — dafür ihrer Liebe entſagen. Das Erſcheinen des Vaters,
ſchwerer Herzenskonflikt zwiſchen Mutter=, Geſchwiſter= und
Gat=
kenliebe. Schließlich aber — happy end!
In dem italieniſchen Film ſpielen für die deutſche
Bearbei=
tung Guſtav Fröhlich und Renate Müller — beide ganz
ausgezeichnet — die Hauptrollen. Fritz Alberti, Kitty
Ber=
ger, Frigga Braut und Karl Walter Mayer ſind — gut
im Enſemble — ſprechend, ſingend und — badend mit tätig. —
Himatſchal
Der Thron der Götter.
Mit dem Kurbelkaſten nach dem Himalaya.
Als die Internationale Himalaya=Expedition
1930 unter deutſcher Leitung im vergangenen Winter ausgerüſtet
wurde, da war von vornherein klar, daß dieſe große Fahrt in die
gewaltigſte Hochgebirgslandſchaft der Erde für Film und
Photo=
graph wahrhaft einzigartige Gelegenheiten bieten würde. Dieſen
Erwartungen entſprachen die Vorbereitungen: Eine große Debrie
(Parvo), 3 Univerſal=Kinamos und 14 Kameras der
verſchieden=
ſten Formate dazu etwa 16 000 Meter Kinefilm (Agfa) und 6000
Films und Platten (Agfa).
Und dann ging es durch Indien mit ſeinen geheimnisvollen
Höhlentempeln und den marmorſchimmernden Paläſten der
Mo=
ghul=Kaiſer, durch die Urwaldſchluchten von Sikkim mit tropiſcher
Vegetation über vergletſcherte Hochpäſſe von 5000 Meter hinein
nach dem unvergleichlichen Nepal. Dieſe „Schweiz des Himalaya”,
bisher für europäiſche Expeditionen ſtreng verſchloſſen, öffnete der
J. H. E. zum erſten Male gaſtlich ihre Pforten.
Als der Angriff auf die Rieſenberge des Oſthimalaya
be=
gann, da mußten Hochlager bis 6500 Meter Meereshöhe
vorge=
trieben werden, und das filmiſche Arbeiten vollzog ſich in vielfach
geradezu polarer Kälte, auf ſturmumtobten Graten und in ſteilen
Eiswänden, bedroht von ungeheuren Lawinen, mit denen
ver=
glichen auch die größten alpinen Lawinen faſt ein Kinderſpiel ſind.
Daß einmal eine ganze Bergſteigerkolonne teilweiſe verſchüttet
wurde, ging durch alle Zeitungen, und es war noch ein beſonderer
Glücksfall, daß die Expedition hierbei nur einen Mann verlor.
Wenn die Sturmabteilung, der ſich Duvanel mit ſeinen Trägern
angeſchloſſen hatte, nur wenige Minuten früher vom Hochlager II.
aufgebrochen wäre, ſo wären 17 Mann den weißen Tod geſtorben.
Trotz alledem wurde unbeirrt gedreht! Und jetzt iſt es ſo
weit — der Film, der dieſen wahrhaft dramatiſchen Kampf zur
Anſchauung bringt, iſt fertig und wird ab heute im Heliatheater
vorgeführt.
Im Union=Theater läuft heute und folgende Tage der
Ton=
film nach einer Novelle von Luigi Pirandello „Das Liebeslied”.
Regie: Conſtantin J. David. In den Hauptrollen ſind
beſchäf=
tigt: Rengte Müller, bekannt aus „Die Privatſekretärin”, Guſtav
Fröhlich, Fritz Alberti, Kitty Berger, Frigga Braut u. a. Dazu
ein reichhaltiges Beiprogramm. Jugendliche haben Zutritt.
Be=
ginn 3,45, 6,00 und 8,20 Uhr.
— Die Palaſtſpiele zeigen des großen Erfolges wegen heute
noch einmal, aber unwiderruflich zum letzten Male, das
ſenſatio=
nelle Stummfilm=Doppelprogramm „Sein letzter Gang”, mit
George Bancroft und das abenteuerliche, myſteriöſe Filmwerk
„Der ſchwarze Saphir”. Beginn 3,45, 6.00 und 8,20 Uhr.
Orpheum. Deutſche Märchenſpiele. Die bei den
Kindern ſo ſehr beliebten Märchenaufführungen werden durch das
Intime Theater Nürnberg wieder aufgenommen. Sonn
tag, 7. Juni, nachmittags 3,30 Uhr, gelangt erſtmalig „Di
Prinzeſſin auf der Erbſe” von R. Bürkner zur
Auffüh=
rung. Es iſt dies ein Kindermärchen=Luſtſpiel. Erſtes Bild
Beim Hüttchen im Walde. Zweites Bild: Im
Königs=
ſchloß. Drittes Bild: Prinzeßchens Kämmerlein. Da=
Märchen ſteht unter der Regie von Willi Minauf. Karten von
30 Pf. an in den bekannten Verkaufsſtellen. Gegen Vorlage der
heutigen Anzeige zahlt man für Eſtrade 25 Pf. numerierter Saal
40 Pf., Sperrſitz 50 Pf. 2. Balkon 50 Pf., 1. Balkon 60 Pf., Sei
tenparkett 60 Pf., 2. Parkett 70 Pf. 1. Parkett 1 Mk., Mittelloge
1 Mk. Aber nur an der Kaſſe des Orpheums täglich von 2—5 Uhr
nachmittags. Als Prämiengabe erhält jede 10. gelöſte
Eintritts=
karte einen Waſſerball.
— Schlußfeier der Volksbühne. Am Samstag dem 13. Junf
20 Uhr, findet im Saalbau die Schlußfeier der Volksbühne ſtatt.
Ihre Mitwirkung haben zugeſagt, die Damen Grete Berthold
Maria Kienzl. Geſchwiſter Reiß und die Herren Heinrich Kuhn,
Franz Pfaudler und Erwin Palm, ſämtlich vom Heſſiſchen
Lan=
destheater. Das von den Künſtlern zuſammengeſtellte Programm
wird den Beſuchern der Schlußfeier einige frohe Stunden bereiten
Wie üblich, ſoll durch Tanz die Feier ihren Abſchluß finden. Da
mit einem ſtarken Beſuch zu rechnen iſt, empfiehlt es ſich, ſich
Ei=
trittskarten (Mitglieder und ihre Angehörige pro Perſon 0,60
Reichsmark für ſonſtige Beſucher 1 RM.) im Vorverkauf in de
Geſchäftsſtelle der Volksbühne, Eliſabethenſtraße 34, und bei den
Zahlſtellenleitern zu beſchaffen.
Petrusgemeinde (Männer=Vereinigung). Wer die Monats=
Verſammlung am Dienstag, den 9. Juni, abends 8.30 Uhr, beſucht,
wird neben einer Vorfreude eine wirkſame Vorbereitung auf den
für den 21. Juni geplanten Familienausflug nach dem Otz= und
Breuberg haben. Der erſte Vorſitzende Herr Oberreallehre
Frank, wird einen von Lichtbildern belebten Vortrag halten, in
dem Geſchichtliches, Landſchaftliches und dergleichen geboten wird
Die Mitglieder mit ihren Angehörigen und Freunden ſeien
des=
halb zu der Monatsverſammlung herzlich eingeladen. Beſondere
Einladung ſei hiermit auch an den Kirchenchor zur geſchloſſener
Beteiligung an Vortrag und Spaziergang gerichtet.
— Verband Heſſiſcher Regimentsvereine. Freunde. Gönner
und die Kameraden aller Regimentsvereine und deren
Ange=
hörige ſeien nochmals zu dem Stiftungsfeſt am Samstag, dem
6. Juni, im Saale des Städtiſchen Saalbaues herzlich eingeladen.
Die Veranſtaltung beginnt pünktlich um 20 Uhr.
v. Kriegsbeſchädigte und Bürgerſteuer. Lücken in der Notver
ordnung haben eine Aeußerung des Reichsfinanzminiſters
ver=
anlaßt, der wir nachſtehendes entnehmen: Nicht allein Eltern, die
nach dem Reichsverſorgungsgeſetz wegen Bedürftigkeit ein
Elternrente beziehen, ſind von der Steuer befreit, ſondern aue
die Empfänger von Elternbeihilfe, auch wenn ſie nicht die
volle Zuſatzrente beziehen. — Kriegsbeſchädigte ſind von der Bür
gerſteuer befreit, die eine Zuſatzrente empfangen, ſelbſt wenn ſie
noch ein Einkommen aus Arbeitslohn oder andere Einkünfte be
ziehen.
Vierzehn weſtdeutſche Berufsvertretungen der
Landwirt=
ſchaft, Brau= und Malzinduſtrie und des
Gaſt=
ſtätten= und Hotelgewerbes richten an die
Oeffentlich=
keit eine
gemeinſchaftliche Kundgebung
gegen die Ueberſteigerung der Bierſteuer im
letzten Jahr. Die verhänngisvollen Auswirkungen dieſer
ver=
fehlten Steuermaßnahme, welche die ſchlimmſten Befürchtungen
übertroffen haben, zwingen zur Umkehr von einem für Staat und
Wirtſchaft gefährlichen Wege.
Das Bier iſt an ſich ſehr wenig konjunkturempfindlich, wie die
außerordentliche Widerſtandskraft des Bierverbrauchs gegen die
wirtſchaftlichen Kriſen der Vergangenheit gezeigt hat. Selbſt im
Winter und Frühjahr 1930 ſtieg der Bierabſatz an, obſchon die
Wirtſchaftskriſe bereits faſt alle Gewerbezweige erſchüttert hatte.
Um ſo größer iſt aber die Preisempfindlichkeit des Bieres. Die
durch die 46prozentige Reichsbierſteuererhöhung vom 1. Mai 1930
erzwungene Preiserhöhung hat dem ununterbrochenen Anſtieg der
Abſatzkurve ſeit der Inflation ein plötzliches Ende bereitet und
eine rückläufige Bewegung eingeleitet, deren Ausmaß und Ende
vorerſt noch nicht abzuſehen ſind.
Der Abſatzrückgang betrug bis zum Ende vorigen
Jah=
res im Durchſchnitt 20 Prozent. (Für Heſſen für die Zeit vom
1. Januar bis 31. März d. J. 32,1 Prozent!) Die in der
Notver=
ordnung vom 26. Juli bzw. 1. Dezember 1930 vorgeſehene
Mög=
lichkeit der Steigerung der Gemeindebierſteuer, bis auf 10 RM.
je Hektoliter (d. i. der 4= bis 5fache Betrag gegenüber der früheren
Gemeindebierſteuer), von der viele Kommunen inzwiſchen
Ge=
brauch gemacht haben, hat die Abſatzkriſe ſeit Beginn dieſes
Jah=
res bedenklich verſchärft. Der Abſatz liegt ſeitdem im Durchſchnitt
um 30—40 Prozent in denjenigen Städten, welche die
Gemeinde=
bierſteuer auf den höchſten Satz geſteigert haben, aber um 40 und
mehr Prozent unter den Vergleichszahlen des Vorjahres.
Dieſer Rückſchlag hat nicht nur die wirtſchaftliche Lage des
Braugewerbes erheblich beeinträchtigt und den Gaſtwirteſtand
zum großen Teil in eine ausgeſprochene Kriſe getrieben, ſondern
in ſeinen Auswirkungen zahlreiche Wirtſchaftszweige die mit
Brau= und Gaſtwirtsgewerbe als Lieferanten oder Hilfsgewerbe
verbunden ſind, und letzten Endes die geſamte deutſche Wirtſchaft
getroffen. Vor allem iſt die Landwirtſchaft geſchädigt
wor=
den „Gerſten= und Hopfenbau ſind mit der Brauinduſtrie zu einer
Schickſalsgemeinſchaft verbunden, denn der Hopfenbau iſt
aus=
ſchließlich, der Sommergerſtenanbau überwiegend auf die
Auf=
nahmefähigkeit der Brauinduſtrie angewieſen, die deren Produkte
mit heimiſchem Kapital und mit heimiſcher Arbeitskraft einem
Veredlungsprozeß unterzieht. Brau= und Mälzereigewerbe
be=
zogen vor der Steuererhöhung von der deutſchen Landwirtſchaft
Werte in Höhe von rund einer halben Milliarde Mark jährlich,
nämlich 250 000 Zentner Hopfen und 25 Millionen Zentner Gerſte.
Eine Verminderung der Produktion des Braugewerbes bringt
dem Gerſten= und Hopfenbau nicht nur eine entſprechende Ver=
minderung des Abſatzes an die Brauinduſtrie (bei einem 25proz.
Rückgang 8,75 Millionen Zentner Gerſte und 87 500 Zentner
Hopfen), ſondern vor allem auch die Gefahr einer Erſchütterung
der Preiſe, die infolge reicher inländiſcher Ernten und der
nied=
rigen Marktlage des Auslandes bereits ſtark gedrückt, beim Hopfen
ſogar geradezu kataſtrophal ſind. Alle Hilfsmaßnahmen für die
ſchwer um ihr Daſein ringende Landwirtſchaft ſind von vornherein
zur Wirkungsloſigkeit verurteilt, wenn der Staat durch andere
Experimente die Grundlagen jeder Wiedergeſundung, nämlich die
Aufnahmefähigkeit des innerdeutſchen Marktes, in Frage ſtellt.
Die Reichsregierung hat in letzter Zeit wiederholt zum
Aus=
druck gebracht, daß Steuererhöhungen für die Wirtſchaft
untrag=
bar ſind und deshalb nicht verantwortet werden können. Die ſeit
der Bierſteuererhöhung vom 1. Mai 1930 einſetzende rückläufige
Bewegung im Bierkonſum, die bei weiterem Fortſchreiten den
Gerſtenmarkt noch weiter zu erſchüttern droht, beweiſt, daß die
ſteuerliche Höchſtbelaſtung des Bieres bereits durch die Erhöhung
vom 1. Mai überſchritten iſt. Die Steigerung der Bierſteuer in
vielen Gemeinden, beſonders in den Städten, wird die Kriſe in=
Braugewerbe und damit auf dem Gerſtenmarkt bedenklich
ver=
ſchärfen. Dazu kommt, daß durch den in der Landwirtſchaft
not=
wendig gewordenen Umſtellungsprozeß mit einem größeren
Ger=
ſtenangebot zu rechnen iſt, das einen weiteren Preisdruck bei der
Braugerſte zur Folge haben muß.
Daß der Abſatzrückgang im Gaſtſtättengewerbe, der zum
Teil über die genannten Zahlen noch hinausgeht, eine
ausgeſpro=
chene Kriſe dieſes in der deutſchen Wirtſchaft hochbedeutſamen
Ge=
werbezweiges hervorgerufen hat, iſt bekannt. Ueber das Ausmaß
und die Gefahr dieſes Kriſenzuſtandes vermögen die Gerichte, die
Hausbeſitzer und die Finanzverwaltungen, die die Folgen der
zu=
nehmenden Zahlungsunfähigkeit vieler Gaſtwirte verſpüren,
beſtens Auskunft zu geben.
Der Geſetzgeber ſollte um ſo eher den Rückzug aus einem
ver=
fehlten Steuerexperiment antreten, als dieſes Experiment ſich auch
vom Standyunkt des Fiskus ſelbſt als ein Fehlſchlag
er=
wieſen hat. Das vergangene Rechnungsjahr hat bei der
Bier=
ſteuer einen Ausfall von 76,8 Mill. RM. gegenüber dem
Voran=
ſchlag und nur 61.45 Mill. RM. — 14,8 Prozent mehr als das
vorangegangene Rechnungsjahr erbracht, trotz der Erhöhung der
Steuerſätze um 46 Prozent. Im Monat März ſank der
Mehr=
ertrag ſogar auf 6.3 Prozent und im Monat April auf 5,75
Pro=
zent herab. (In Heſſen wurde im 1. Vierteljahr d. J. ſchon
gar kein Mehrertrag mehr erzielt, ſondern die
Bierſteuer=
einnahme ſank unter die Beträge der gleichen Zeit des vorigen
Jahres!)
Wenn mit dem Fehlſchlag der Bierſteuererhöhung eine der
letzten Hoffnungen, aus der überlaſteten deutſchen Wirtſchaft neue
Steuern herauspreſſen zu können, geſcheitert iſt, ſo weiſt dieſe
Er=
fahrung um ſo zwingender auf den einzig möglichen Weg einer
Sanierung der Finanzen, d. i. der Weg gründlicher
Spar=
ſamkeit und Reform.
Orpheum. Nur noch wenige Aufführungen Amneſtie‟
Das Schauſpiel von K. M. Finkelnburg, ehem preuß.
Juſtizmini=
ſter, hinterläßt tiefen Eindruck „Darmſt Tagblatt” ſchreibt: Das
Nürnberger Enſemble nahm ſich des ſicher intereſſanten Werkes
mit künſtleriſchem Eifer an, ſo daß die Aufführung ſehr ſtarken
Heſſiſche Landeszeitung”;
und nachhaltigen Beifall errang
Was will nun „Amneſtie‟? Es will davor warnen, mit den
Buchſtaben des Geſetzes Menſchen von Fleiſch und Blut zu
erſchla=
gen .. ." Es gelten Sommerpreiſe von 80 Pf. bis 2,50 Mk.
Kar=
ten an den bekannten Vorverkaufsſtellen ſowie telephoniſch
unter 3389.
— Die Rheindampferfahrt findet am kommenden Sonntag
wiederum ſtatt, und zwar hat das Rhein=Reiſebüro Siegfried
Halm in Mainz den ſchon ohnehin ermäßigten Fahrpreis noch
ein=
mal ermäßigt. Der Kartenverkauf hat bereits begonnen und ſind
ſolche erhältlich bei J. P. Leuthner. Darmſtadt. Ernſt=
Ludwigs=
platz. (Näheres ſiehe Anzeige in geſtriger Nummer.)
Sonderzug aus Anlaß der Schloßbeleuchtung in Heidelberg.
Sonntag. den 7. Juni, verkehrt aus Anlaß der Schloßbeleuchtung
in Heidelberg ein Sonderzug 2. und 3. Klaſſe von Heidelberg nach
Frankfurt a. M., der wie folgt durchgeführt wird: Heidelberg,
Hbf., ab 22,50, mit Halt auf allen Unterwegsbahnhöfen,
Darm=
ſtadt, Hbf., an 0.30 Uhr, Frankfurt a. M., Hbf. an 1,24 Uhr.
Fahr=
karten des allgemeinen Verkehrs haben Gültigkeit.
— Dampferexpeditionen des Norddeutſchen Lloyd. Bremen.
(Aenderungen ohne vorherige Anzeige vorbehalten.) Nach New
York, ab Bremen=Bremerhaven: D. Dresden 4 6., D. Bremen
6. 6. D. Berlin 11. 6., D. Europa 12. 6., D. Columbus 14. 6.,
D. Stuttgart 18. 6., D. Bremen 12. 6., D. General von Steuben
25. 6., D. Europa 28 6. D. Columbus 2. 7. D. Dresden 2. 7.,
D. Bremen 9. 7. — Nach New York via Halifax, ab
Bre=
men=Bremerhaven: D. Dresden 4. 6.. D. General v. Steuben
25. 6. — Nach Kanada: D. Augsburg ab Bremen: 10. 6., ab
Hamburg 12. 6. — Nach Boſton—Philadelphia—
Bal=
timore—Norfolk (Frachtdampfer), ab. Bremen—Hamburg:
D. Hamm ab Br. 30. 5., ab Hbg. 3. 6., D. Weſtfalen ab Br. 10.6.,
ab Hbg. 13. 6. (Nicht nach Boſton.) — Nach Nord=Amerika=
Weſtküſte, ab Bremen—Hamburg: D. Tacoma ab Hbg. 3. 6.,
ab Br. 6. 6., D. Donau ab Hbg. 13. 6., ab Br. 16. 6. — Nach
Havanna—Galveſton ab Bremen=Bremerhaven: D. Yorck
ab Bremerhaven 9 6. und 12. 8. — Nach Cuba—New
Or=
leans, ab Br.=Hbg.: D. Raimund ab Br. 11. 6. ab Hbg. 13. 6.,
D. Ingram ab Br. 13. 7. ab Hbg. 11. 7. — Nach Cuba
Mexiko—Texas, ab Br.=Hbg.: D. Yorck ab Bremerhaven 9 6.
— Nach Weſtküſte Zentral=Amerika und Mexiko,
ab Br.=Hbg.: D. Syra ab Hbg. 23. 6., ab Br. 24. 6. — Nach
Weſt=
indien: D. * * ab Hbg. 20. 6., ab Br. 22. 6. — Nach
Nord=
braſilien: D. Aegina ab Br. 1. 6. ab Hbg. 3. 6. — Nach
Mittelbraſilien (Paſſagier= u. Frachtd.): D. Madrid ab
Bremerhaven 15. 6., D. Porta ab Bremen 17. 6. ab Hbg. 20. 6.,
D. Sierra Ventana ab Bremerhaven 1. 7., D. Attika ab Bremen
1. 7., ab Hbg. 4. 7., D. Gelria ab Bremerhaven 13. 7 — Nach
dem La Plata (Paſſagier= und Frachtdampfer): D. Madrid ab
Bremerhaven 15. 6., D. Nürnberg ab Br. 13. 6., ab Hbg. 17. 6.,
D. Montferland ab Br. 20. 6., D. Sierra Ventana ab
Bremer=
haven 1. 7., D. *
ab Br. 4. 7., ab Hbg. 8. 7. D. Gelria ab
Bremerhaven 13. 7. — Nach Südbraſilien: D. Münſter ab
Hbg. 4. 6., ab Br. 5. 6. — Nach Südamerika (Weſtküſte)
via Panamakanal: D. Wido ab Hbg. 4. 6., ab Bremen
6. 6., D. Iſis ab Hbg. 11. 6., ab Br. 13. 6. D. Rhein ab Hbg.
18. 6. ab Br. 20. 6 via Magelhaensſtraße: D. Ammon
ab Br. 9. 6., ab Hbg. 13. 6., D. Sachſen ab Bremen 23. 6., ab
Hbg 27 6 — Fruchtfahrt Canar Inſeln: D. Arucas
ab Br. 6. 6., D Orotava ab Br. 20. 6. MS. Rio Panuco ab Br.
„7. — Nach Oſtaſien: D. Hindenburg ab Br. 2. 6., ab Hbg.
6. 6., D. Coblenz ab Br. 6. 6., ab Hbg. 10. 6., D. Deſſau ab Br.
9 6. ab Hbg. 13. 6.. D. Oldenburg ab Br. 13. 6., ab Hbg. 17. 6.,
D. Scheer ab Br. 16. 6. ab Hbg. 20 6., MS. Saale ab Bremen
20. 6., ab Hbg. 24. 6., D. Pfalz ab Bremen 23. 6.. ab Hbg. 27. 6.
Nach Auſtralien: D. Aller ab Hbg. 2. 6., ab Br. 4. 6
D. Magdeburg ab Hamburg 17. E., ab Bremen 20. 6. — Nach
der Levante: ab Bremen zirka 8 Abfahrten im Monat. —
Nach Finnland: ab Bremen 8täg. Dienſt nach allen
Haupt=
häfen. — Nach Reval: ab Bremen: Abfahrten alle 8—10 Tage.
— Nach Leningrad, ab Bremen; je nach Bedarf — Nach
England ab Bremen—London 4—5 Abfahrten in der Woche.
Bremen —Hull: 2 Abfahrten in der Woche. Bremen—
Middles=
borough—Newcaſtle: 10täg. — Bremen-Hamburg—
Frank=
reich: Abfahrten: Dienstags von Bremen, Freitags von
Ham=
burg. — Afrika=Linien: Oeſtliche Rundfahrt um Afrika: D.
Wangoni ab Hamburg 13. 6. Weſtliche Rundfahrt um Afrika:
D. Ubena ab Hamburg 13. 6. — Geſellſchaftsreiſen:
Nordkapfahrt: D. Lützow ab Bremerhaven 4. 7. Polarfahrt:
Sierra Cordoba ab Bremerhaven 10. 7 — 2. Nordlandfahrt: D.
Lützow ab Bremerhaven 21. 7. — 3. Nordkapfahrt: D. Sierra
Cordoba ab Bremerhaven 6. 8.
Aus den Parkeien.
Hauptverſammlung der Ortsgruppe
Darm=
ſtadt der Deutſchen Staatspartei. Dieſe
Hauptver=
ſammlung fand am Dienstag, den 2. Juni, abends im großen Saal
der „Krone” ſtatt. Die nach Erſtattung des Geſchäfts= und
Kaſſen=
berichts erfolgte Neuwahl des Vorſtandes ergab einſtimmig ſowohl
die Wiederwahl des ſeitherigen 1. Vorſitzenden — Direktor Schrauth
— als auch der übrigen Mitglieder des Vorſtandes. Zum zweiten
Teil der Tagesordnung erſtattete Stadtratsmitglied Amtmann
Goſenheimer ein aufmerkſam entgegengenommenes Referat, über
Kommunalpolitik, insbeſondere über die Darmſtädter
Voran=
ſchlagsberatungen. Redner vermittelte den Zuhörern ein
eindrucks=
volles Bild der gegenwärtigen Finanznöte der Stadt Darmſtadt
und fand mit ſeinen Ausführungen lebhaften Beifall.
Lokgle Veranffaliangen.
Die hlerunfer erſchelnenden Nolizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu ksrrachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Krliſt.
— Im Wiener Kronenbräukeller konzertiert heute
Freitag die berühmte Kurkapelle Oberharzer Schützenkapelle, die
ſich auf einer Konzertreiſe befindet. (Siehe geſtrige Anzeige.)
Vereinskalender.
Kriegerverein Darmſtadt. Der Verband
heſſi=
ſcher Regimentsvereine lädt die Kameraden nebſt werten
Ange=
hörigen zu dem am Samstag, den 6. Juni d. J. abends 8 Uhr. im
Städtiſchen Saalbau ſtatfindenden 10jährigen Stiftungsfeſt ein.
Brieffaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsgulitung beizufügen. Anenyme Kniragen werden
nicht beantwortet. Die Deaniwortung erfolgt ohne Rechteverbindlichlet.
R. C. 99. 1. Eine wiſſenſchaftliche Frage. 2. Schwierigkeit der
Auf=
gabe. 3. Das iſt bei den Verwandtſchaftsgraden hinſichtlich der Höhe
der Steuer und der Steuerfreiheit verſchieden. Sie müſſen die Frage
auf den Einzelfall gerichtet genauer ſtellen. 4. Sie müßten bei der
Ge=
ſchäftsſtelle des Amtsgerichts I hier ſich über die Einträge im
Genoſſen=
ſchaftsregiſter erkundigen. Daraus würden Sie auch die Namen des oder
der Liquidatoren erſehen.
W. S. Nach der neuerlich getroffenen Regelung des Waſſergeldes
iſt der Vermieter berechtigt, das Waſſergeld auf die Mieter im
Ver=
hältnis der Friedensmieten gegen Nachweis umzulegen.
Macht er von dieſer Befugnis Gebrauch, ſo ermäßigt ſich die geſetzliche
Miete um 3 Prozent der Friedensmiete. Der Vermieter muß alſo, wenn
er das Waſſergeld umlegen will, den Mietern ein Verzeichnis darüber
vorlegen, wie er das Waſſergeld auf die einzelnen Mieter (und, wenn
er ſelbſt im Hauſe wohnt, unter Berückſichtigung ſeines Anteils daran)
verteilt. Entſteht Streit über die Art der Verteilung und die Größe
der Anteile, ſo muß das Mieteinigungsamt entſcheiden.
Vaterſchaft‟ Selbſt auf die Gefahr hin, mit einigen Einſendern
in Widerſtreit zu ſein, müſſen wir unſere Auffaſſung, die ſich auf die
neue Auflage des Staudingerſchen Kommentars
ſtützt, aufrecht erhalten. 8 1717 BGB. ſagt: „Als Vater „gilt”,
nicht als wirklicher Vater, ſondern als unterhaltspflichtig, wer ...
Gokkesdienſt der Iſrgelikiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge.
Freitag, 5. Juni. Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, 6. Juni: „Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Schrifterklärung. Sabbatausgang 9 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen.
Morgens 7 Uhr — Min. Abends 7 Uhr 15 Min.
Gebeizeiken in der Synagoge der Iſrgelitiſchen
Religionsgeſellſchaft.
Samstag, 6. Juni. Vorabend 7 Uhr 45 Min. Morgens
8 Uhr. Nachmittags 5 Uhr — Min. Sabbatausgang 9 Uhr 30 Min.
Wochentags: Morgens 6 Uhr — Min. Abends 8 Uhr — Min
Tageskalender für Freitag, den 5. Juni 1931.
Heſſ. Landestheater. Großes Haus, Anfang 19,30 Uhr,
Ende 22,30 Uhr: „Valerio‟. D 25, N. Gruppe 6, 7 und
Kleines Haus: Keine Vorſtellung. — Orpheum 20,15 Uhr:
Amneſtie‟ — Konzerte: Zur Oper, Schloßkeller, Zum
Tropfſtein, Herrngarten=Café, Wiener Kronenbräukeller.
Dat=
terich. — Kinovorſtellungen: Union= Helia= u. Palaſt=
Lichtſpiele — Vortrag im Heaghaus 20 Uhr: „Die Vorzüge
der elektriſchen Küche im Sommer!”
Nummer 154
Freitag, den 5. Juni 1931
Seite 7
Sanderzug des Darmstädter Jagblatt zum
Gaaggagagletaddiier Dar ageit
Sonntag, den 14. Juni.
Anmeldungen in der Geschäftsstelle, Rheinstraße 23.
Aus Heſſen.
DC,Arheilgen, 4. Juni. Oeffentliche
Gemeinderats=
ſi* ung. Zu Punkt 1 der Tagesordnung wird das neue
Gemeinde=
alsmitglied. Herr Hatzberger, verpflichtet und eingeführt. Zu 2. wird
(ein Schreiben des Kreisamts über die Viſitation der Gemeindekaſſe und
die Buckführung des Gemeinderechners zur Kenntnis genommen, das
die muſtergültige Buch= und Geſchäftsführung der
Gemeindekaſſenver=
waltung anerkennt. Zu 3. gibt die Verwaltung ein Schreiben des
Kreis=
amts über die Nichtgenehmigung des Voranſchlags bekannt, da in Rubrik
49 mit einer weiteren Kürzung der Reichsſteuerüberweiſungen in
Höhe von 12 471 RM. zu rechnen ſei, wofür Erſatz auf der
Einnahmen=
ſeite zu ſchaffen iſt. Der Gemeinderat beſchließt, den Fehlbetrag aus
Ueberweiſungen der Reichsbahn zu decken, welche der Gemeinde
zuflie=
ßen, als pflichtige Leiſtung der Reichsbahn für die Jahre 1925—1930 als
Zuſchuß für Arbeiterwohngemeinden. Die Genehmigung der
Verwal=
tungsbehörden hierfür iſt bereits erteilt. Zu 4. wird die Ortsſatzung.
betr. die Bierſteuer, gemäß den Beſtimmungen der Notverordnung
ab=
geändert. Zu Punkt 5 wird die Uebernahme der Zinsgarantie für die
Gas= und Waſſerverſorgung von Kranichſtein und der Frankfurter Straße
beſchloſſen. Zu 6. wird das Geſuch des Hellbach, betr. Errichtung einer
Schankſtätte für alkoholfreie Getränke in der Parkſtraße in Kranickſtein,
in die geheime Sitzung verwieſen. Zu 7. wird einem Geſuch der
Frei=
willigen Feuerwehr und des Junglandbundes um Ueberlaſſung eines
Geländeſtreifens neben ihrem Feſtblatz an der Dreſchhalle ſtattgegeben.
Punkt 8, Beſteuerung der Wanderlager, iſt gegenſtandslos, da ſolche nicht
am Platze ſind. Zu 9, wird beſchloſſen, den Ankauf von Straßengelände
zurückzu en und zur nochmaligen Bearbeitung der Finanzkommiſſion
zu überweiſen. Zu Punkt 10 wird das Geſuch des Peter Waldhaus um
Baugenehmigung außerhalb des Ortsbauplanes an der Frankfurter
Straße genehmigt.
* Weiterſtadt 4. Juni. Guſtav Bertram und Marga
Peter im Feſtſaal zum Eigenheim. Am Sonntag, den 7.
Juni, abends 9 Uhr, im „Eigenheim”, verſpricht das Berliner Stau=
Gaſtſpiel mit dem bekannten Heldentenor Guſtad Bertram und der
ent=
zückenden Operettendiva Marga Peter, beide von der komiſchen Oper in
Berlin, auch für Weiterſtadt eine Senſation zu werden. Guſtav Bertram
iſt bekannt. Als Heldentenor der Oper ging er wie Rickard Tauber aus
der Schule des berühmten Geſangsmeiſters Profeſſors Karl Beines
her=
tor und erlebte in Berlin ſtarke Erfolge. Marga Peter zählt heute zu
den bekannteſten Oberetten= und Revueſtars der Metropole. Sie löſt
überall größten Beifallsjubel aus.
F Eberſtadt, 4. Juni. Naturpfad. Der Verſchönerungs= und
Verkehrsverein teilt allen Leſern mit, daß durch eine Verzögerung, die
bei den übrigens recht umfangreichen Vorarbeiten eingetreten iſt, die
Einrichtung des Naturpfades ſich bisher noch nicht bewerkſtelligen ließ.
Die Vorarbeiten ſind nunmehr aber ſoweit gediehen, daß der Pfad in
etwa dier Wocken der Oeffentlichkeit übergeben werden kann. Außer den
naturkundlichen Belehrungen, die dem Beſucher des Naturbfades geboten
werden, werden die noch anzubringenden Tafeln und Schilder auch auf
die reichhaltigen geologiſchen Merkwürdigkeiten, die das Mühltal in
ſei=
nen Steinbrücken hietet, ſowie auch auf manche geſclichtlich intereſſante
Tatſache unſerer Umgebung aufmerkſam machen. — Geländet. Die
Leiche des am 26. Mai 1931 in Gernsheim beim Baden ertrunkenen
Schloſſers Hermann Mange wurde bei Nierſtein geländet. Die
Bei=
ſetzung erfolgte heute auf dem hieſigen Friedhofe. Wenn Turner
wandern. Der Larnberein 1816 e V. unternimmt am Sonntag
(7. Juni) ſeine diesjährige 7. Wanderung, die ihre Teilnehmer nach
Heppenheimt. Kirſchhauſen, Kreiswald, Rimbach und Hammelbach führt.
Abfahrt 6.25 Uhr mit Sonntagsfahrkarte nach Heppenheim 120 RM.
Jugendliche 0.80 Mk. — Geburtstagsfeier der 50=
Jähri=
gen. Zu einer Beſprechung wegen Veranſtaltung einer gemeinſamen
Geburtstagsfeier verſammeln ſich alle im Jahre 1881 Geborenen am
Samstag, den 6. Juni 1931. abends 8.30 Uhr, im Gaſthaus „Zum
griſ=
nen Laub” Walther). — Stenographiſches. Der
Stenogradhen=
verein „Gabelsberger” hält am Samstag, den 6. Juni 1931. im
Kur=
hotel „Schweizerhaus” einen Sommernachtsball ab. wobei die
bei der Handelskammer=Prüfung vom 15. März 1931 beſtandenen neun
Prüflinge und die 25 Preisträger vom Bezirkswettſchreiben in Langen
in einer beſonderen Weiſe geehrt werden.
4a. Eberſtadt, 4 Juni. Fronleichnamsprozeſſion.
An=
läßlich des heutigen Fronleichnamstages fand im Anſchluß an das
Hoch=
amt in der kath. Kirche eine feierliche und ſtark beſuchte ſakramentaliſche
Prozeſſion um die Kirche ſtatt. Die Prozeſſion nahm ihren Weg durch
die Jahnſtraße, Neue Darmſtädter Straße und Gabelsbergerſtraße. —
Turnverein 1876. Die 7. Wanderung des hieſigen Turnvereins
fndet am kommenden Sonntag ſtatt. Sie führt von Heppenheim aus
über Rimbach nach Hammelbach i. D. — Die diesjährigen
Fünf=
zigjährigen beabſichtigen, eine gemeinſame Geburtstagsfeier
ab=
zuhalten. Aus dieſem Anlaß findet am Samstag abend im Gaſthaus
„Zum grünen Laub” bei Walther eine Vorbeſprechung ſtatt.
Cp. Pfungſtadt, 4. Juni. Zunahme des
Schweinebeſtan=
des. Bei der zu Beginn des Monats erfolgten
Schweinezwiſchenzäh=
lung wurden hier 1730 Schweine gezählt. Dies bedeutet gegenüber der
„letzten Zählung eine Zunahme von rund 100 Tieren. Außerdem wurde
feſtgeſtellt, daß vom März bis Ende Mai hier 35 Hausſchlachtungen
vor=
genommen wurden.
* Pfungſtadt, 4. Juni. Schafft Radfahrwege in Stadt
und Land! In einer vom Ausſchuß für Nadfahrwege einberufenen
Sitzung waren die in unſerem Orte beſtehenden drei Nadfahrervereine
durch ihre Vorſtandsmitglieder vertreten. Der Vorſitzende des
Aus=
ſchuſſes, Herr Schuchmann=Darmſtadt, legte in klaren Worten die
For=
derungen der Nadfahrer auseinander. Wir als Nadfahrer Pfungſtadts
begrüßen dieſe Tätigkeit, welche der Ausſchuß für Nadfahrwege mit Hilfe
der Zentralſtelle Berlin unternommen hat. Weit über 300 Radfahrer
unſeres Ortes benutzen das Fahrrad als Verkehrsmittel von und zur
Arbeitsſtelle ins Wirtſchaftsgebiet Darmſtadt. Durch die erhebliche
Ueberlaſtunn der Verkehrsſtraßen, betr. die Motoriſierung der Fahrzeuge,
wird der Fußgänger und ganz beſondes der Radfahrer in eine
Gefahr=
zone gedrängt; dadurch iſt die Dringlichkeit geſchaffen. Radfahrwege zu
hauen, die gleichzeitig die kürzeſte Verbindung zwiſchen Wohn= und
Ar=
beitsſtelle herſtellen. Neben der von Pfungſtadt nach Darmſtadt
führen=
den Sandſchollenſchneiſe läßt ſich mit geringen Unkoſten bis zum
Dorn=
heimer Weg (Induſtrieviertel) ein Nadfahrweg von 2 Meter
Mindeſt=
breite herſtellen. Zwecks Mitarbeit wurde eine dreigliedrige Kommiſſion
gewählt in der Hoffnung, daß die Gemeinden ſowie Forſtbehörden den
Wünſchen der Nadfahrer entſprechen.
G. Ober=Ramſtadt, 4. Juni. Gemeinderatsſitzung. Aus
den Beſchlüſſen der geſtern ſtattgefundenen Gemeinderatsſitzung iſt
fol=
gendes erwähnenswert: Zum Punkt 1: Vergebung der Arbeiten für
Errichtung von drei Flachbauten, werden die Angebote und die
Schrei=
ben einzelner Intereſſenten bekannt gegeben. Nach Ablehnung eines
Antrags des Gemeinderats Gunkel, die Maurerarbeiten an die drei
wenigſtfordernden Unternehmer zu vergeben, wird, ein
Kommiſſionsbe=
ſchluß angenommen. Danach wird die Maurerarbeit von je einem Bau
an die Firmen Chriſtian Herdt. Georg Peter Schröbel und Heinr.
Wen=
del Dittmann zu den Preiſen des Angebots Herdt vergeben. Die
Zim=
merarbeiten für je einen Bau werden an die Firmen Chr. Gunkel u.
Sohn und L Kehr 3. vergeben. In die Zimmerarbeiten für den dritten
Bau ſollen ſich dieſe beiden Unternehmer teilen derart, daß die Firma
Kehr den Dachſtuhl, die Firma Gunkel die Verſchal= und ſonſtigen
Ar=
beiten erhält. Die Dachdeckerarbeiten von zwei Bauten erhält Peter
Müller 10., von einem Bau Adam Würtenberger 1. zum Angebotspreis
von Müller. Die Spenglerarbeiten werden an K. Suppes, Gg.
Breit=
wieſer 9. und Wilhelm Ehrhardt zum Angebotspreis Suppes vergeben.
Die Schloſſerarbeiten erhalten für je einen Bau die Unternehmer Vogel,
Rickert und Emich zum Angebotspreis Rückert. — An verſchiedenen
Straßen ſollen die Aſphaltdecken ausgebeſſert werden. Franz Kögel
bittet um Erlaubnis zur Errichtung eines Holzſchuppens auf dem
Ge=
meindegelände vor dem Anwefen Langbeuneweg 10. Unter der
Voraus=
ſetzung, daß dadurch der Verkehr nicht behindert und die Eiſenbahn keine
Einwendungen erhebt, wird die Genehmigung auf jederzeitigen
Wider=
ruf erteilt. — Friedrich Neuroth bittet um Herſtellung des Fußſteiges
vor ſeinem Anweſen Hammergaſſe 17 und will die hierzu erforderlichen
Materialien ſtellen. Da der Fußſteig teilweiſe auf Gelände des
Antrag=
ſtellers zu liegen komme und auch kein öffentliches Intereſſe an dem
Fußſteig beſteht, wird der Antrag abgelebnt. — Im Prinzip wird
be=
ſchloſſen, auf Grund einer zu erlaſſenden Ortsſatzung
Kanalbenutzungs=
gebühren zu erhehen und der vorliegende Satzungsentwurf genehmigt.
Gemeinderat Gunkel ſtimmt gegen dieſen Beſchluß. Ueber die
Gebüh=
renordnung ſollen noch Kommiſſionsberatungen ſtattfinden. — Im
An=
ſchluß daran werden in nichtöffentlicher Sitzung Stundungs= und
Wohl=
fahrtsſachen beraten.
k. Roßdorf, 4. Juni, Konkurs. Ueber das Vermögen des Albert
Marx. Alleininhaber der Firma Hermann Marx, wurde am 28. Mai
d. Js. das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen ſind bis 1. Juli
beim Amtsgericht II Darmſtadt anzumelden.
n. Reichelsheim i. D., 4. Juni, Verkehrsunfall. Ein Unfall,
der leicht ſchlimmere Folgen hätte haben können, ereignete ſich geſtern
auf der Landſtraße Reichelsheim-Lindenfels. Ein großes Laſtauto mit
Anhänger wollte den in Richtung Gumpener Kreuz mit ſeinem
Pferde=
fuhrwerk fahrenden Landwirt Keil (Groß=Gumpen) überholen. Dieſer
ſah das Auto ſchon von weitem kommen und führte, vorſichtshalber
ſeine Pferde am Kopfe. Das Auto fuhr jedoch ſo nahe an dem
Fuhr=
wverk vorbei, daß der Fuhrmann geſtreiſt und zu Boden geſchleudert
wurde. Die Pferde ſcheuten und raſten mit dem Wagen davon. Der
Fuhrmann ſoll jedoch mit geringeren Verletzungen am Kopf und am
Fuße davongekommen ſei. — Am Sonntag, den 7. Juni, findet
Bür=
germeiſter=Stichwahl. ſtatt. zwiſchen Bürgermeiſter Philipt
Heiſt und Schreinermeiſter Philipp Volk.
— Hirſchhorn, 4. Juni. Waſſerſtand des Neckars am
3. Juni: 2,03 Meter; am 4. Juni: 1.96 Meter.
— Gernsheim, 4. Juni. Waſſerſtand des Rheins am
3. Juni: 2,60 Meter; am 4. Juni: 2,67 Meter.
Dy. Sprendlingen, 2. Juni. Die hieſige israelitiſche Gemeinde
be=
geht im Herbſt 2. J. ihr 100jähriges Beſtehen. Die
Vor=
arbeiten zu den Feierlichkeiten ſind im Gange, ebenſo die Erweiterung
der in der Hauptſtraße Nr. 31 gelegenen Shnagoge. Die Feierlichkeiten
werden den Zeitverhältniſſen entſprechend in einfacher, ſchlichter Weiſe
vor ſich gehen.
Oberheſſen.
Bg. Vilbel, 4. Juni. Nach langer Unterbrechung fand im Gaſthaus
Zur Erholung” wieder ein Ausſpracheabend der Deutſchen Volkspartei
ſtatt. Herr Dickleu=Friedberg leitete die Verſammlung. Einleitend
legte Herr Landtagsabgeordneter Dr. Keller=Büdingen der Ausſprache
einige Stichworte zugrunde, indem er die Lage im Reich und in Heſſen
kurz lennzeichnete und die Stellung der D.V.P. als Partei der
prak=
tiſchen Arbeit und der Mitte, die ſich der hohen Verantwortung vor dem
Volke ſtets bewußt ſei, begründete. Dabei ging er beſonders auf die
Bedenken der D.V.P. gegen einzelne Teile der neueſten Notverordnung
ein. Herr Welkow aus Darmſtadt beleuchtete das Verhältnis der Partei
zu anderen Parteien und ſtreifte die Frage des Vilbeler Volkshauſes.
In der ſehr ergiebigen Ausſprache wurde ein ſtärkeres Auftreten der
Partei innerhalb des Kabinetts Brüning gewünſcht, Beamtenſorgen
vor=
getragen und ausführlich die Stellungnahme zu dem Vorhaben der
Ge=
meinde, das Volkshaus anzukaufen, ausführlich erörtert. Die Vertreter
lehnten unter Zuſtimmung der Parteiführer die Uebernahme des
Volks=
hauſes durch die Gemeinde nach wie vor ab und bevieten die zu
er=
greifenden Maßnahmen.
Straßenbericht
für die Woche vom 7. bis 13. Juni 1931.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen:
Heppenheim—Ebersberg (von Wegſcheide nach Hüttental) vom 11. 5. bis
20. 6. geſberrt. Umleitung: Unter=Oſtern Rohrbach Unter=Moſſau.
GernsheimMannheim (zwiſchen Lampertheim und Kirſchgartshaufen)
Km. 410—41.4 vom 1. bis 15. 6. geſperrt. Umleitung: Neuſchloß,
Hüttenfeld Viernheim.
Offenbach-Vieber—Seligenſtadt (Ortsdurchfahrt Froſchhauſen) vom
4. 6. bis 4. 7. geſperrt. Umleitung: Tannenmühle, Hainſtadt a. M.
oder Tannenmühle, Weiskirchen.
Alzey—Nieder=Flörsheim bis Km. 8,5 (Flomborn) vom 8. 5. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung nach Worms über Dautenheim,
Blödesheim und nach Flomborn, Nieder=Flörsheim über
Dauten=
heim, Hangen—Weisheim, Eppelsheim.
Worms-Pfeddersheim (zwiſchen Pfiffligheim und Pfeddersheim), Km.
3554—6,252, vom 15. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Lei=
ſelheim.
Nieder=Olm—Wörrſtadt (Pariſer Straße) wegen Umbauarbeiten an der
Eulenmühle bei Nieder=Olm, Km. 13,0—14,6, vom 27. 5. bis auf
wei=
teres geſperrt. Umleitung: Sörgenloch, Wahlheimer=Hof,
Hahn=
heim, Undenheim.
Ober=Hilbersheim—Wörrſtadt vom Abzweig der Straße nach Jugenheim
bis zur Straßenkreuzung Partenheim—Wolfsheim vom 26. 5. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Jugenheim, Partenheim.
Heldenbergen—Windecken wegen Brückenbauarbeiten an der Nidder bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eichen, Oſtheim.
Berſtadt—Friedberg (zwiſchen Dorheim und Friedberg) vom 4. 6. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Schwalheim oder Fauerbach bei
Friedberg.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Neuſtadt i. Odw.—Seckmauern, zwiſchen dem Straßenkreuz unterhalb
Lützelbach bis zum Weſtende der Ortsdurchfahrt Wiebelsbach vom
8. 1. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lützelbach.
Darmſtadt—Roßdorf (Roßdörfer Straße zwiſchen Botaniſchem Garten
und Halteſtelle Glasherg) vom 28. 1. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Beck= und Erbacherſtraße in Darmſtadt.
Kelſterbach—Schwanheim—Frankfurt a. M. (Ortsdurchfahrt Kelſterbach)
vom 23. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Goldſtein,
Nieder=
rad. Schwanheim oder rechtsmainiſch über Flörsheim, Höchſt.
Nauheim—Trebur, Km. 18084—20,741, vom 12. 5. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Hof Schönau.
Hainſtadt i. Odw. nach der Landesgrenze. Km. 41,4—43,22 vom 8. bis
D. 6. geſberrt. Umleitung: Lützelbach, Seckmauern, Wörth a. M.
Tannenmühle—Groß=Steinheim, Km. 11,278—15,605 vom 3. 6. bis 8. 7.
geſperrt. Umleitung: Hainſtadt.
Chaufſeehaus-Nieder=Namſtadt (Ortsdurchfahrt Nieder=Ramſtadt,
Bahn=
hofſtraße) vom 1. bis 22. 6 geſperrt. Dertliche Umleitung.
Sber=Zngelheim—Groß=Winternheim vom 13. 4. für 8 Wochen geſpertt.
Umleitung nach Groß=Winternheim vor Mainz über Eſſenheim,
Elsheim, von Bingen über Ober=Hilbersheim, Nieder=Hilbersheim,
Engelſtadt. Schwvabenheim.
Wolfsheim—Sprendlingen, Km. 26,0—29,4, vom 11. 5. bis auf weiteres
geſherrt. Umleitung: Gau=Weinheim, Wallertheim. Gau=Bickelheim.
Wendelsheim—Wonsheim bis Abzweigung nach Eckelsheim, Km. 9,0 bis
10.0, vom 26. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Wörsfeld,
Steinhockenheim.
Klein=Linden — Lützellinden (Ortsdurchfahrt Klein=Linden) vom 29. 12.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Großen=Linden.
Trafs=Münzenberg—Wohnbach (Ortsdurchfahrt Münzenbera) vom 11 3.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Ober=Hörgern, Griedel,
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vershofen, Södel, Bellersheim Trais=Mürzenberg.
Münzenberg-Rockenberg (Ortsdurchfahrt Münzenberg) vom 9. 4. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Ober=Hörgern, Griedel,
Oppers=
hofen, Södel und Eberſtadt, Trais=Münzenberg, Bellersheim.
Rheinheſſen.
Ad. Oſthofen, 4. Juni. Vermißt wird ſeit einigen Tagen der
Vorſteher des Finanzamtes dahier, Regierungsrat Feick.
Nachforſchun=
gen nach dem Vermißten, beſonders in Nervenheilanſtalten, waren bis
jetzt erfolglos. Das Finanzminiſterium hat bereits Vertretung
ange=
ordnet.
4d. Nackenheim, 4. Junf Unwetterſchäden. Durch einen
wolkenbruchartigen Regen, der mit Hagelſchlag verbunden war, wurde
der ſüdweſtliche Teil der Weingemarkung ſchwer geſchädigt. Von den
Hagelkörnern wurden viele Blätter und Geſcheine abgeſchlagen, und die
Ausſicht auf einen guten Traubenherbſt dadurch ſehr in Frage geſtellt.
Man iſt nur ſo alk, wie man ausſiehl.
deshalb benutze man das weltberühmte „Exlepäng”. Giht ergrautem
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Freitag, den 5. Juni 1931
Nummer 154
Heimatſonne.
Von Norbert Bruchhäuſer.
In meine Heimat kam ich wieder;
Es war die alte Heimat noch,
Dieſelbe Luft, dieſelben Lieder,
Und alles war ein andres doch . .
Jahr und Tage ſind darüber hingegangen, ſeit ich Abſchied
nahm von daheim. Aber ſoweit auch mein Weg mich geführt:
über die höchſten Berggipfel hat der Turm des Dorfkirchleins mir
nachgeſchaut all die Zeit. Und in alle Freuden und in alle
Lei=
den hinein haben die Glocken der Heimat ihren gütigen Segen
geſprochen.
Nur nachſchauen wollte ich, ob’s noch die alte Heimat iſt. Die
alten Wege wollte ich gehen, auf denen ich als Kind geſpielt. Die
alten Freunde wollte ich grüßen, die mit mir jung und dumm und
wunſchlos geweſen.
Die Wege fand ich noch alle. Baum und Fels und Wieſental
— jeder Schritt erinnerungsverklärt. — Die Menſchen ſchienen
mir verändert. Oder ſah ich ſie nur mit anderen Augen? Es wird
wohl ſo ſein: die Bilder, die ich von ihnen in mir hatte aus
ſon=
nigeren Tagen, waren unverändert geblieben, aber ſie ſelbſt
hat=
ten ſich gewandelt unter dem Hammer der Zeit, unter mancherlei
Sorgen und Not — genau wie ich ſelbſt.
Und noch eins fiel mir auf, als ich mit den alten
Schulfreun=
den ſprach: wie ſehr doch ein jeder mit ſich ſelbſt beſchäftigt iſt,
und wie bald auch der beſte Freund vergeſſen wird, wenn nur eine
Mauer, nur ein Tag oder Jahr uns von ihm trennt. —
Aber dann ſtand ich unter der Tür des Vaterhauſes und
ſchaute in die kleine große Welt, die einmal meinen Kinderhimmel
umſchloſſen hat. Meines Bruders Kinder ſpielten im Garten
unter blühenden Bäumen. Und weiter ging der Blick hinaus in
die Felder und hinüber zu den waldbekränzten Hügeln, darüber
der Himmel in ſanfter Klarheit ſtand. Und mir war, als ob Wald
und Feld ſich aufmachten und zu mir herkämen, um mir zu ſagen:
ſieh, da biſt du; wir haben lange nach dir ausgeſchaut!
Meine Hand glitt über den rauhen Türpfoſten. Er trug noch
die Runen und Kerben aus jener Zeit, wo ich mein erſtes
Taſchenmeſſer ausprobierte. Und das Scheunentor drüben zeigt
heute noch die Schrammen, die wir Indianer ihm mit Pfeil und
Speer beigebracht haben.
Was der Großſtadt=Onkel nur hat, daß er in allen Winkeln
herumſtöbert, im Schuppen, auf dem Dachboden, in Scheune und
Stall, ſtatt ſich’s in der guten Stube bequem, zu machen! Der
kleine Neffe rückt ihm einfach aus: er klettert doch nicht mit über
die heckenverwachſenen Hänge in’s Wieſental hinunter, wenn man
hintenherum die friſch gewalzte neue Straße gehen kann! — Selbſt
der Bruder meint am Abend, es müſſe doch ein eigenartiges
Ver=
gnügen ſein, ſtundenlang allein durch Feld und Wald zu ſtreifen,
auf jeden Hügel zu klettern, über jeden Bach zu ſpringen, vor
jedem Echo Halt zu machen. — Nur die Mutter, die liebe alte
Frau, ſitzt dabei und ſchaut ihren großen bebrillten Jungen innig
verſtehend an und ſagt endlich:
„Er iſt noch ſo wie als Bub. Ich kann mir zwar den Reim
nicht machen, wie einer ſein Bubenherz mag durch drei, vier
Jahrzehnte mit ſich tragen, aber es wird wohl ſo ſein, daß einer
ſo lange jung bleibt, als er den Schatz ſeiner Jugend zu hüten
verſteht.”
„Recht ſo, altes Mutterchen; und der Schatz meiner Jugend,
das Wunder der ewigen Jugend iſt mir dieſes Fleckchen Erde,
auf dem wir als auf Eigenem ſtehen. Das haltet feſt — allen
Nöten zum Trotz! Denn ſeht: erſt draußen, im Lärm und Haſten
der großen Städte, in der entſetzlichen Heimatloſigkeit dieſer
Friedhöfe eines Volkes, da habe ich erfahren, wie not uns dieſes
Fleckchen Heimaterde iſt und was alles wir Heimatloſen da
drau=
ßen nicht haben. — Ihr ſagt: ich habe Geld und eine Stellung
und Theater und Muſik; ich kann mir den Himmel auf die Erde
holen, wann und wie oft ich will . . . Ach, der Himmel, den man
mit Geld kauft, iſt ein zerbrechlicher Himmel! Aber als freier
Menſch auf freier Scholle hauſen, König ſein auf eigenem Grund,
in das Keimen, Wachſen, Blühen und Vergehen mitten
hinein=
geſtellt zu ſein — Gottes Mitarbeiter bei Saat und Ernte — das
heiße ich Glück. — Seht: Mutter ſagen und der Mutter die Hand
noch geben können — wieviel Glück! Und ſo! Heimat ſagen und
ſeinen Kindern eine Heimat hinterlaſſen können, daß ſie wurzeln
und wachſen und einmal den Himmel auf ihren Schultern tragen
— wieviel Seligkeit!”
Lange ſaßen wir ſchweigend in der Runde um den
weiß=
geſcheuerten Eichentiſch. Heimatgefühl, ſüßeſte, ſchönſte Erfüllung
ſchloß uns den Mund.
Und als die Abendglocke herüberſchwang mit vertrautem Hall,
da war mir, ich müßte die Hände falten".
Die „Orbishöhe‟!
EPH. Es gibt eine große Schar von jungen Mädchen, die in
allen ſchönen Gegenden Deutſchlands, an der See, am Harz, in
Thüringen, an der Bergſtraße, im Rheinland und im
Württember=
ger Ländle, ihre „Heime” haben. Dieſe beneidenswerten
Mäd=
chen gehören dem „Evang. Reichsverband weiblicher Jugend
Deutſchlands” an, denen in 21 Erholungsheimen — die teils dem
Reichsverband, teils den Landes= und Provinzialverbänden
ge=
hören — Gelegenheit geboten iſt, unter gleichdenkenden jungen
Menſchenkindern Erholung, Anregung. Austauſch und Vertiefung
zu finden. Eine geregelte Hausordnung ſorgt für ſinnvolle
Zeitein=
teilung, eine Hausandacht läßt die Seele aus dem Alltäglichen
aufhorchen, Singen, Wanderung und gemeinſam verlebte Abende
geben die nötige Abwechſelung.
Auch der Verband der evangeliſchen weiblichen Jugend in
Heſſen beſitzt ein ſolches Heim, und zwar in Zwingenberg a. d. B.,
die „Orbishöhe‟. Das Heim bietet ſeinen Gäſten volle
Ausſpan=
nungsmöglichkeit. Es iſt von ſchönen Gartenanlagen umgeben,
die Zimmer ſind hell und freundlich, einige mit fließendem
Waſſer. Von der Frontſeite des Hauſes hat man einen weiten
Blick in die Rheinebene, bis zu den Pfalzbergen, dem
Hardt=
gebirge und dem Taunus. Aus den Fenſtern der Rückſeite ſchaut
man im Frühjahr in blühende Obſtbäume und kann ſich freuen
an den fein geſchwungenen Linien der bewaldeten Berge. Die
Preiſe im Heim ſind mäßig gehalten, um recht vielen Mädchen
(auch Frauen, und ſolchen, die nicht dem Verbande angehören)
eine Zeit der Ruhe und Ausſpannung zu ermöglichen. Bei guter
und reichlicher Verpflegung ſind die Tagespreiſe zwiſchen 2,50 und
4 RM., je nach Lage und Art der Zimmer. Durch die günſtige
Lage des Heimes iſt Gelegenheit gegeben, ſich viele ſchöne Plätze
des Odenwaldes zu erwandern. Auch Sonntagsbeſucher ſind
will=
kommen.
In dieſem Jahre iſt der 21. Juni für Heim und Verband ein
beſonderer Feſttag, ſind es doch 5 Jahre her, daß die Orbishöhe
dem Verbande übergeben wurde. An dieſem Tage werden aus
ganz Heſſen die Verbandsmitglieder nach Zwingenberg kommen,
um ihn gemeinſam zu begehen. Der Tag beginnt mit
Kurrende=
ſingen in Zwingenberg, um 9.30 Uhr findet der Feſtgottesdienſt
(im Freien) ſtatt, bei dem Paſtor, Rietmüller aus Berlin
die Predigt hält. Der Tag iſt frohem Zuſammenſein gewidmet,
bei Spielen, Singen, Tanzen. Am Nachmittag kommt ein Spiel
unſerer heſſiſchen Dichterin Marie Möll durch eine Mainzer
Spiel=
ſchar zur Aufführung. Möchte dieſer Tag dem Erholungsheime
„Orbishöhe” neue Freunde gewinnen!
Neues vom Segelflug.
Auf den Segelflugſchulen der Rhön=Roſſitten=Geſellſchaft auf
der Waſſerkuppe und in Roſſitten und der Segelflugſchule des
Deutſchen Luftfahrtverbandes in Grunau im Rieſengebirge
konn=
ten in den letzten Monaten anläßlich der Schulungskurſe
hervor=
ragende Erfolge gezeigt werden.
An dem Kurſus auf der Waſſerkuppe von Oſtern bis zum
1. Mai, beteiligten ſich 18 Schüler, die alle die C=Prüfung
ab=
legen konnten. Ein daran anſchließender Kurſus, der bis 31. Mai
gedauert hat und der aus Anfängern zuſammengeſetzt war,
er=
brachte als Endreſultat 14 B=Prüfungen.
In Roſſitten wurden von 18 Schülern, die jedoch zum Teil
nicht den ganzen Kurſus beſuchten, 5 A=, 6 B= und 7 C=Prüfungen
abgelegt. An dieſem Kurſus beteiligten ſich zwei Damen, von
denen eine ebenfalls ihre C=Prüfung beſtand
In Grunau merkt man bereits ſehr ſtark die Tätigkeit von
Wolf Hirth, der jetzt wieder aus Amerika zurückgekehrt iſt und
das Amt eines Flugleiters der Schule in Grunau übernommen
hat. Grunau hat in den vergangenen Wochen das ausgezeichnete
Reſultat von 25 abgelegten C=Prufungen zu verzeichnen. Das
In=
tereſſe der jungen Leute an der Segelflugſchatung iſt allenthalben
derartig groß, daß die einzelnen Kurſe bei den Segelflugſchulen
regelmäßig überfüllt ſind.
Nachdem nunmehr in faſt allen Gegenden Deutſchlands
Ge=
biete dem Segelflug erſchloſſen worden ſind, hat nun auch der
Aeroklub von Hannover in der dortigen Gegend ein
ausgezeich=
netes Schulgelände entdeckt, in dem bereits Probeflüge mit einer
Höhe von 300 bis 400 Meter über Start durchgeführt werden
konnten.
Aber auch das Ausland iſt beſonders rührig. Aus Rußland
wird gemeldet, daß die Oſſoariachim, der das geſamte ruſſiſche
Flugweſen unterſteht, eine große Segelflugabteilung einrichten
wird, die jedes Jahr über 1000 Gleit= und Segelflugzeuge
her=
ſtellen ſoll. Gerade in Rußland wird der Segelflug beſonders
eifrig betrieben und hat zu hervorragenden Erfolgen geführt, die
den Leiſtungen Deutſchlands während der vergangenen Jahre
ebenbürtig zur Seite ſtehen.
Amerika hat neuerdings wieder eine neue Startmethode für
Segelflugzeuge entwickelt, nachdem dort der Start mit
Automo=
bilen und ſonſtigen kräfteſparenden Einrichtungen ſich feſt
einge=
bürgert hat. Es handelt ſich neuerdings um Starts mit
Motor=
booten. Man ging dabei von dem Gedanken aus, daß für den
Segel= und Gleitflug im allgemeinen günſtiges Aufwindgelände
vorhanden ſein muß, daß der Schleppſegelflug wenigſtens eines
Flugplatzes zum Start bedarf, daß aber ſolche Gelände nicht
überall vorhanden ſind, während andererſeits die Möglichkeit des
Startens vom Waſſer beſteht. So haben ſich einige junge Leute
einen Gleiter gebaut, der mit Schwimmern verſehen war und
mittels eines Motorbootes geſchleppt wurde. Im allgemeinen
handelte es ſich hier ſogar um Leute denen lediglich die
Bedeu=
tung der Steuerung einigermaßen bekannt war, während das
praktiſche Fliegen noch von keinem ausgeübt worden war. Nur
mit dem nötigen Mut bewaffnet, beſtieg einer nach dem andern
das Flugzeug, hielt nach Möglichkeit ſeinen Steuerknüppel ruhig
und ließ ſich in die Luft ſchleppen. Nach anfänglichem Wackeln
und Schaukeln wurde der Flug ruhiger, wenn auch das „Waſſern”
noch gewiſſe Schwierigkeiten aufwies. Die mit den erſten
Ver=
ſuchen gemachten Erfahrungen ſetzten die Amerikaner dadurch in
Geld um, daß ſie ſofort eine Gleitflugſchule gründeten, in der
10 Minuten Schulen 2 Dollar und 1 Stunde 10 Dollar koſten.
Dieſe primitive Methode verurſachte große Begeiſterung, und ihre
Erfinder erzielten große Einnahmen. Daß aber auch die
Zu=
ſchauer bei dieſen Anfängerübungen auf ihre Koſten kommen
können, beweiſt die Tatſache, daß bei einem Start einer der das
Flugzeug haltenden Leute nicht rechtzeitig losließ und mit in die
Luft gezogen wurde. Allerdings fiel er dann ins Waſſer. Von
da bis zu Trapez= uſw. Kunſtſtückchen am Segelflugzeug iſt kein
großer Weg, und die unternehmungsluſtigen Geſchäftsleute ſind
dazu übergegangen, dieſe neue Attraktion ſyſtematiſch
auszu=
bauen.
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Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
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tag, den 19. Juni 1931, vorm. 10 Uhr,
bei uns einzureichen, woſelbſt die
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nung der Angebote in Gegenwart der
etwa erſchienenen Bieter erfolgt.
Darmſtadt, den 2. Juni 1931.
Provinzialdirektion Starkenburg
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Darmſtadt, den 4. Juni 1931.
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5728
[ ← ][ ][ → ]Nummer 154
O
A.
A
Freitag, den 5. Juni 1931
Statt Karten.
Ihre Vermählung geben bekannt
Fritz Zimmermann
und Frau Else, geb. Büchler
Darmstadt, im Juni 1931
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Kirchliche Trauung: Samstag, den 6. Juni 1931,
nach-
mittags 3½ Uhr, in der Stadtkapelle.
Anläßlich unſerer Silbernen Hochzeit
ſagen wir Allen für die vielen Geſchenke
und Blumen, Gratulationen, ſowie
dem Geſangverein Sängerluſt unſeren
herzlichſten Dank.
Georg Dauber u. Frau, geb. Alberth.
Seite 9
Der billige Inels
Dr. Thilde Wenz
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Ihre Vermählung beehren ſich anzuzeigen
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und Frau Gretel, geb. Lämmerhirt
Darmſtadt, im Juni 1931.
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Kirchliche Trauung: Sonntag, den 2. Junſ, 2½ Uhr in der
Martinskirche.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nacht
nach kurzem ſchweren, mit Geduld ertragenen Leiden
unſere liebe Großmutter und Tante
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geb. Röder Wwe.
im Alter von 82 Jahren zu ſich, in die Ewigkeit
zu rufen.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Adam Schmidt Wwe., geb. Knöll
und Sohn.
Neunkirchen i. Odw., den 4. Juni 1931. (8700
Die Beerdigung findet am Samstag, den 6. Juni
1931, nachmittags 2 Uhr, von dem Trauerhauſe
aus ſtatt.
Kaufen Sie keinen
lockt. — Die Oualität muß den
Kunden erhalten. Dieser Vorsatz
ist bei uns trotz der schweren
Zeit erhalten geblieben.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme und für
die zahlreichen Kranzſpenden bei dem Hinſcheiden
unſerer lieben Entſchlafenen
Frau Amalie Katter
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ſagen wir Allen unſeren herzlichſten Dank. Beſonders
danken wir Herrn Pfarrer Berger für die troſtreichen
Worte am Grabe, Herrn Dr. Goge und den
Ge=
meindeſchweſtern von Arheilgen, insbeſondere
Schwe=
ſter Elsbeth für ihre Aufopferung.
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der Branche, erweitern wir das Geschäft
und verlegen dasselbe am 1. Juni ds. Js.
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Krankheiten verbreiten ist: Das
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werk der Fliege. Die Gefährlichkeit der
Fliege kann nicht bestritten werden, denn es
ist nachgewiesen, daß Typhus sich überall da
ausbreitet, wo die Fliegen gedeihen. Die
Tpphusgefahr verschwindet beim Eintritt
kalter Witterung, wenn auch die Fliegen
ab-
sterben. Fliegen übertragen aber noch andere
gefährliche Krankheiten, deshalb —
vernich-
tet die Fliegen durch Zerstäuben von Flit.
Flit vernichtet Fliegen, Mücken, Schnaken,
Flöhe, Ameisen, Motten, Bettwanzen,
Scha-
ben und deren Eier. Flit-Zerstäubung ist für
Insekten tödlich, für Menschen jedoch
un-
schädlich. Bequem anzuwenden, fleckt nicht.
Verwechseln Sie Flit nicht mit anderen
Insektenvertilgungsmitteln.
Zerstäubt
Mebung mit Schwarzem Ban
Nur echt in der gelben
Freitag, den 5. Juni 1931
Nummer 154
Seite 10
Zum Beginn der inkernakionalen Mokorbook=Regakka auf dem Templiner See
Ehrenmal für deukſche Gefallene in Frankreich.
Neic anfd Ausland.
Bundeskagung des Bolksbundes
Deutſche Kriegsgräberfürſorge.
Die diesjährige Bundestagung des
Volks=
bundes Deutſche Kriegsgräberfürſorge findet am
12. und 13. Juni in Oſtpreußen ſtatt. Da die
Veranſtaltung vor allen Dingen der Aufklärung
und Werbung für die Arbeit des Volksbundes
dienen ſoll, werden die geſchäftlichen
Verhand=
lungen auf einen Tag, den 12. Juni, beſchränkt.
Sie finden in der Stadthalle in Königsberg/Pr.
ſtatt. Nach der Begrüßung wird der ordentliche
Profeſſor der Landwirtſchaftlichen Hochſchule
Berlin, Erwin Barth, einen Vortrag über die
Bautätigkeit des Volksbundes halten. Für 8 Uhr
abends des gleichen Tages iſt in der Schloßkirche
in Königsberg eine Weiheſtunde zum Andenken
an unſere Gefallenen vorgeſehen, die durch
Rundfunk übertragen wird. Dabei wird nach
einer kurzen Anſprache des Präſidenten des
Volksbundes, Reichsminiſter a. D. Dr. Geßler,
der 1. ſtellvertretende Präſident des
Volksbun=
des, Feldpropſt D. Schlegel, die Gedenkrede
hal=
ten. Samstag, den 13. Juni, vereinigt die
Ta=
gungsteilnehmer eine gemeinſame Kundgebung
am Tannenbergdenkmal, wo der 1. Schriftführer
des Volksbundes, Dr. Eulen, ſprechen wird. Im
Anſchluß an die Tagung werden Sonntag, den 14.
Juni, in den größeren Städten Ortspreußens
Werbeveranſtaltungen des Volksbundes
abge=
halten. Die Ausſprachen dabei ſind von
Mit=
gliedern des Bundesvorſtandes übernommen
worden, u. a. von den Herren Reichsminiſter
a. D. Dr. Geßler, Feldpropſt D. Schlegel, Mſgr.
Wienken und Dr. Eulen.
Das Eiſenbahnunglück bei Eſſen: mehr als 30 Perſonen verlehl.
Reichsbahnſtreifdienſt mit Waffen.
Frankfurt a. M. Die zunehmenden
nächt=
lichen Diebſtähle auf dem Gelände der
Reichs=
bahn und die nicht ſelten gefährlichen
Zuſam=
menſtöße mit lichtſcheuen Elementen haben die
Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. veranlaßt,
den Reichsbahnſtreifdienſt mit Waffen
auszu=
rüſten. Die Bewaffnung beſteht aus
Gummi=
knüppel und Revolver. Während bisher den
Streifbedienſteten der Reichsbahn gegenüber der
Landespolizei bewiſſe Beſchränkungen auferlegt
waren, werden die Bahnpolizeibedienſteten
künftig in der Befugnis zum Waffengebrauch der
Landespolizei gleichgeſtellt.
Die zweitgrößte Kirche der Welt.
Rom. Im Salon der apoſtoliſchen Kanzlei
wurde in Anweſenheit der Kurienkardinäle,
hoher Prälaten und anderer Perſönlichkeiten der
Entwurf der neuen katholiſchen Kathedrale in
Liverpool vorgeführt. Dieſe Kathedrale wird
das zweitgrößte Gotteshaus der Chriſtenheit in
der Welt ſein und nur von der Peterskirche an
Dimenſionen übertroffen werden. Der
Koſten=
voranſchlag beläuft ſich auf 270 Millionen Lire.
Amerikas Erminiſter Fall
muß ins Gefängnis.
Der frühere amerikaniſche Innenminiſter
Albert Fall
war wegen paſſiver Beſtechung zu einem Jahr
Gefängnis und 100 000 Dollar Geldſtrafe
ver=
urteilt worden. Nachdem ſeine Berufung
ver=
worfen wurde, muß der Exminiſter nun ſeine
Gefängnisſtrafe ſofort antreten.
Wie eine Papierwand iſt die Seite des Perſonenwagens weggeriſſen.
An einer Schienenkreuzung des Bahnhofs Eſſen=Kupferdreh fuhr eine Lokomotive mit großer
Ge=
ſchwindigkeit in einen Perſonenzug und riß einen der Wagen vollkommen auf. 9 Perſonen wurden
ſchwer, 25 leicht verletzt.
Amerikaniſcher Kommiſſar ſtudierk
das deutſche Arbeitsloſenproblem.
Arthur Woods,
der von Präſident Hoover eingeſetzte
Notſtands=
kommiſſar, iſt in Berlin eingetroffen, um das
deutſche Arbeitsloſenproblem zu ſtudieren und
die Mittel kennenzulernen, mit denen die
deutſche Regierung die Not der Erwerbsloſen zu
lindern ſucht.
Mord an einem zehnjährigen Knaben.
Berlin. Der zehnjährige Sohn des
Wei=
chenſtellers Poßke in der Bahnhofsſtraße in
Lich=
tenberg wurde in der vergangenen Nacht von
dem Vater, als dieſer vom Dienſt nach Hauſe
zurückkehrte, ermordet aufgefunden. Der Knabe
war mit einer Zuckerſchnur erdroſſelt worden,
außerdem waren ihm die Pulsadern
aufgeſchnit=
ten. Die Frau des Poßke, die Stiefmutter des
ermordeten Knaben, iſt ſeit der letzten Nacht
verſchwunden. Die Polizei fahndet in erſter
Linie nach ihr.
„Do. K” ſetzt ſeine Aufſtiegsverſuche fort.
London. Aus Praia auf den Kap
Verdi=
ſchen Inſeln wird gemeldet, daß das Flugboot
„Do. K” vorgeſtern mehrere Verſuche machte,
aufzuſteigen, die jedoch nicht gelangen. Weitere
Aufſtiegsverſuche werden heute unternommen
werden.
„Nautilus” ausgelaufen.
Berlin. Wie die „B.3.” meldet, iſt die
„Nautilus” mit Hubert Wilking an Bord aus
New London ausgelaufen. Es begibt ſich
zu=
nächſt nach Provincerown, von wo es
voraus=
ſichtlich am Sonntag weiterfahren wird.
Oelvorkommen bei Wien.
Wien. In Kierling bei Wien wurde beim
Bohren nach Trinkwaſſer Erdöl entdeckt. Bei
dem erſten Pumpverſuch konnten 20 Liter reines
Erdöl in einer Tiefe von etwa 60 Metern
ge=
wonen werden. Aus dem Benzingeruch wird
gefolgert, daß es ſich um Leichtöl handelt, das
für die Induſtrie wertvoller iſt als Schweröl.
Petroleum=Raffinerie durch Blitzſchlag
in Brand geraten.
Bukareſt. Auf der Station Moineſti
ſchlug der Blitz in einen 80 Waggon Petroleum
faſſenden Tank der Geſellſchaft Steama Romana.
Der Tank geriet in Brand und zerſchmolz
in=
folge der Hitze. Das auslaufende Feuermeer
brachte drei weitere Tanks mit einem Inhalt
von 500 Waggon Petroleum zur Exploſion. Das
Feuer griff dann auf die ganze Raffinerie über.
Alle Löſchverſuche waren bisher vergeblich. Der
Schaden beträgt etwa 50 Millionen Ley. Ob
auch=Menſchenverluſte zu beklagen ſind, wurde
noch nicht feſtgeſtellt, iſt aber anzunehmen.
Erdbeben an der ruſſiſch=perſiſchen Grenze.
Moskau. An der ruſſiſch=perſiſchen Grenze:
kam es vorgeſtern zu ſtarken Erdſtößen in der
Nähe von Aſhabat. Durch die Erdſtöße iſt ein
altes Haus eingeſtürzt. Weitere Erdſtöße
wer=
den auch aus den perſiſchen Grenzgebieten
ge=
meldet.
15 Tote bei dem Brückeneinſturz=Unglück.
Paris. Wie aus Bordeaux gemeldet wird,
hat der Brückeneinſturz bei St. Denis de Pile
im ganzen 15 Todesopfer gefordert. 19 Perſonen
wurden zum Teil ſchwer verletzt. Dardie Brücke
während der Belaſtungsproben gefilmt wurde,
hofft man aus den Filmſtreifen wichtiges
Ma=
terial über die Urſache des Unglücks und die
Schuldfrage zu gewinnen.
Ghandi verletzt ſich an glühender Kohle.
Bardoli. Ghandi hat ſich eine
Fußver=
letzung zugezogen, die jedoch nicht allzu ſchwerer
Natur ſein dürfte. Auf einen Spaziergang führte
ihn der Weg über einen Eiſenbahndamm. Dabei
trat Ghandi verſehentlich auf ein noch glühendes
Kohlenſtück. Er konnte aber den Heimweg noch
zu Fuß zurücklegen.
Die große Fronleichnams=Prozeſſion
in München.
München. Unter gewaltiger Anteilnahme
der geſamten Bevölkerung ging geſtern in
Mün=
chen mit dem übrigen großartigen Gepräge die
große Fronleichnams=Prozeſſion vor ſich. Schon
von früheſter Morgenſtunde an ſtand die ganze
Stadt im Zeichen der Prozeſſion. Nachdem um
7. Uhr in der Frauenkirche das Hochamt
begon=
nen hatte, erfolgte dreiviertel Stunden ſpäter
der feierliche Aufzug der Prozeſſion in die
präch=
tig geſchmückten Straßen. Das Allerheiligſte
wurde vom Kardinal Faulhaber ſelbſt unter dem
Thronhimmel getragen. Unmittelbar hinter dem
Allerheiligſten ſchritten Miniſterpräſident Dr.
Held und Landtagspräſident Stang, dann die
übrigen Miniſter und Staatsſekretäre, die
Spitzen der Reichs= und Landesbehörden,
Mit=
glieder des Reichs= und Landtags, die hohen
Offiizere der Reichswehr und Landespolizei, der
Stadtrat uſw. Die ganze Prozeſſion mit ihrer
Prachtentfaltung, ihren farbenprächtigen
Fah=
nen uſw. war ein überwältigendes Bekenntnis
des katholiſchen Glaubens. Zum erſten Male
wurden die vier Evangelien durch in den
Stra=
ßen angebrachten Lautſprecher übertragen.
Ge=
gen 11 Uhr traf die Spitze der Prozeſſion
wie=
der in der Frauenkirche ein. Reichswehr und
Landespolizei hatten zu Ehren der Prozeſſion
die Spalierbildung übernommen.
Die Mülheimer Gottespracht.
Die Mülheimer Gottespracht, die
Jahrhun=
derte alte Rheinprozeſſion, konnte auch in
die=
ſem Jahre mit althergebrachtem feſtlichen
Ge=
präge begangen werden. Tauſende nahmen ae
der Prozeſſion teil, Zehntauſende umſäumtak!
die Ufer des Rheins. Böllerſchüſſe verkündeten
den Anfang der Feier. Als das
Sakraments=
ſchiff von der Werft an der Clemenskirche
ab=
ſtieß, ſetzten ſich viele Begleitboote mit wehenden
Fahnen in Bewegung. Unzählige kleine Kähne
umſäumten das Hauptſchiff, während die
Schützen von der San Sebaſtian Schützen=
Brü=
derſchaft Salut ſchoſſen. Das ganze Bild auf
dem Rhein wurde noch belebt durch eine große
Zahl Ruder=, Paddel= und Segelboote. Als die
Schiffe wieder zurückkehrten, und die
Kirchen=
glocken mit ihrem Geläut einſetzten, wurde auf
der Höhe der Clemens=Kirche vom Feſtſchiff aus
der Segen über den Rhein geſpendet. Hierauf
ging die Proxeſſion wieder an Land.
Vor 150 Jahren wurde der Begründer
der Eiſenbahn geboren.
George Stephenſon,
deſſen Konſtruktionen zum Vorbild für den
inter=
nationalen, Lokomotivenbau wurden, der auch
ſelbſt mehrere der erſten Eiſenbahnlinien in
Eng=
land und auf dem Kontinent erbaute, wurde
vor 150 Jahren, am 8. Juni 1781, geboren.
Das neue Ehrenmal auf dem deutſchen Friedhof von Roye=St. Gilles an der Somme,
das von naſſauiſchen Verbänden zum Gedenken, an die in den ſchweren Schlachten an der Somme
gefallenen Deutſchen errichtet wurde.
Das Weltrekord=Außenbordboot des Spaniers de Jvanrey während der Probefahrt auf dem
Templiner See, wo es durch ſeine neuartige Formgebung Aufſehen erregte.
Am 4. Juni begann auf dem Templiner See bei Potsdam die von der internationalen Fahrer=
Elite reich beſchickte Motorboot=Regatta, die in allen Klaſſen intereſſante Rennen verſpricht.
Kummer 154
Freitag, den 5. Jui 1931
Die phankaſtiſchen Abenkeuer
eines deulſchen Zreinveniegronarg.
Klems aus Guyana entflohen!
Fremdenlegionär — Fürſt — Generalſtabschef — Organiſator
des Krieges — Sträfling.
Nach einer Zeitungsmeldung iſt es dem
deut=
ſchen „Sträfling” Klems gelungen, aus Guyana
zu entfliehen.
Joſef Klems, dem es jetzt gelungen iſt, von der franzöſiſchen
Strafkolonie zu entfliehen, hat ein abenteuerreiches und
phan=
taſtiſch anmutendes Leben hinter ſich. Er hat in
verhältnis=
mäßig kurzer Zeit den Weg vom Fremdenlegionär zum
Kabylen=
fürſten und Sträfling zurückgelegt. Vor kurzer Zeit hat die
„Liga für Menſchenrechte” dem Auswärtigen Amt nahegelegt,
für Klems ein Gnadengeſuch bei dem Präſidenten der
franzöſi=
ſchen Republik einzureichen, dem jetzt Joſef Klems durch ſeine
Flucht zuvorgekommen iſt.
Klems ſtammt aus Düſſeldorf und ſteht heut im Alter von
40 Jahren. Als junger Menſch deſertierte er von dem
Infan=
terieregiment, bei dem er diente. Da ſein Regiment in Metz
ſtand, ſo wurde er eine leichte Beute der franzöſiſchen Werber
für die Fremdenlegion, die ſich immer in der Nähe der deutſchen
Grenze aufhielten, um leichtſinnige und unerfahrene deutſche
Jünglinge für die Fremdenlegion einzufangen. Die
Verſpre=
chungen, die die Werber dieſen abenteuerluſtigen jungen
Men=
ſchen machten, waren ſo glänzend, daß die jungen Leute ſich
gerne den Werbern anſchloſſen. In ſehr vielen Fällen wurden
ſie allerdings vorher betrunken gemacht. Wenn ſie dann in
dieſem Zuſtand das Werbegeld genommen hatten, dann waren
ſie der Legion verfallen und hatten ein furchtbares Schickſal zu
erwarten. So erging es auch dem jungen Joſef Klems.
Trotz=
dem er es bereits zum Korporal gebracht hatte, da er ein
tüch=
tiger Soldat war, war die Behandlung, die er in der
Fremden=
legion zu erdulden hatte, ſo furchtbar, daß er deſertierte. Er
wurde aber von einem Kabylenſtamm gefangen genommen, bei
dem man nicht gerade roſige Zeiten verlebt. Trotzdem ſollte dieſe
Gefangennahme der erſte Schritt zu einer unerhörten Laufbahn
werden, wie ſie nur in Romanen und Filmen vorkommt. Das
Leben erwies ſich als noch phantaſiereicher. Der Kabylenſtamm,
deſſen Gefangener Klems war, ſtand nämlich in enger
Verbin=
dung mit Abd el Krim, dem Herrſcher der Rifkabylen, der
da=
mals bereits in ſchwerem Kampf mit Spanien und Frankreich
ſtand. Abd el Krim war ein hervorragender Menſchenkenner.
Als er zufällig von dem Aufenthalt Klems in ſeiner Nähe hörte,
und von ſeinen bisherigen Abenteuern berichtet wurde, ließ er
ſich den jungen Deutſchen kommen, da er glaubte, in ihm einen
tüchtigen Gehilfen zu erhalten. Zwiſchen dem Führer der
Rif=
kabylen und dem ehemaligen deutſchen Fremdenlegionär entſtand
nun ein inniges Freundſchaftsverhältnis, und Klems ftieg ſehr
hoch auf der Stufenleiter der Ehren im Reiche Abd el Krims.
Er wurde zuerſt der Adjutant und militäriſcher Berater, um
ſpäter der Generalſtabschef der Rebellentruppe zu werden. In
dieſer Rolle leiſtete er Hervorragendes. Er organiſierte
ſämt=
liche Maßnahmen gegen die Feinde, ſorgte für die
Herbeiſchaf=
fung von Waffen und bewährte ſich als ein vorzüglicher
Stra=
tege, der trotz ſeiner geringen militäriſchen Vorbildung den
Spaniern und Franzoſen ſehr viel zu ſchaffen machte. Seiner
Energie und Charakterfeſtigkeit war es zuzuſchreiben, daß die
wankelmütigen Kabylenſtämme ſo lange bei Abd el Krim
aus=
harrten. Er war ein wahrhafter Rufer im Streite, und die
Franzoſen und Spanier waren aufs eifrigſte bemüht, dieſen
ge=
fährlichen Mann in ihre Hände zu bekommen, da ſie überzeugt
waren, daß dadurch dem Aufſtand die ſtärkſte Stütze genommen
werden würde. Zum Dank für ſeine hervorragenden
Leiſtun=
gen hatte Abd el Krim ſeinen Helfer und Oberbefehlshaber mit
großen Geſchenken und Ehrungen überhäuft. Er verlieh ihm den
Fürſtentitel, ſo daß Klems von jetzt ab den Rang eines Cid
inne hatte, ſchenkte ihm Güter, und als Klems Mohammedaner
wurde und eine Ehe einging, war er völlig mit dem Stamme
der Kabylen verbunden. Solange Abd=el=Krim ſich ſiegreich
behauptete, war auch das Schickſal Klems ungewöhnlich
glän=
zend. Es kam aber die Zeit, wo der Führer des Rifs einſah,
daß er nicht mehr Widerſtand leiſten konnte und ſich ergab. Nun
war auch die Ruhmeslaufbahn Klems zu Ende. Aber er war
zu ſtolz, um ſich in die Hände ſeiner Feinde zu begeben, und
er floh in die Berge, von wo er den Kampf ſelbſtändig
fort=
ſetzen wollte. Er wurde aber von den Stämmen im Stich
ge=
laſſen und fiel endlich ſchwer krank in die Hände der
Fran=
zoſen. Er hatte die Zuſicherung freien Geleits erhalten, wurde
aber trotzdem zum Tode verurteilt. Auf Intervention der
deut=
ſchen Regierung wurde dies Urteil abgeändert und in
lebens=
längliche Zwangsarbeit in den Strafkolonien der Teufelsinſeln
umgewandelt. Damit war vorläufig das Schickſal dieſes
aben=
teuerlichen Mannes beſiegelt. Ein glänzender Lebensroman war
abgeſchloſſen. Von der Höhe einer ungewöhnlichen Stellung,
eines großen Ranges und aus dem Luxus eines großen
Reich=
tums war Joſef Klems in die tiefſten Niederungen und
Schreck=
niſſe der Verbrecherinſel hinabgeſtoßen worden. Auf dem
Schiffe „La Martiniere” das die lebenslänglich Verbannten nach
den Teufelsinſeln zu bringen hat, mußte er die ſchwere Fahrt
antreten. Aber er ſann auch dort nur auf Freiheit und Flucht.
Wir wollen darum hoffen, daß ſich die Nachricht von ſeiner ge=
1.
glückten Entweichung aus Guyana bewahrheitet.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Freitag, 5. Juni.
10.00: Prag: Eröffnung des 15. internationalen
Landwirtſchafts=
kongreſſes in Prag.
15.20: Regierungsdirektor Gildemeiſter: Arbeits= und
Hörgemein=
ſchaften.
16.30: Schlangenbad im Taunus: Konzert des Kurorcheſters.
18.00; Wirtſchaftsmeldungen.
18.10: Prof. Dr. Wichert: Alte und neue Photographie.
18.35: Dr. Wallner: Eine Viertelſtunde Deutſch.
18.50: Freiburg: Geh. Rat Prof. Dr. v. Calker: Von Recht auf
Krieg zum Recht auf Frieden.
19.25: Zeit. Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
19.30: Staatstheater Wiesbaden: Euryanthe. Romantiſche Oper
von Carl Maria von Weber. Anläßlich des Geburtstages des
Komponiſten.
22.40: Zeit Wetter, Nachrichten. Sport.
23.00: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Freitag. 5. Juni.
9.00: Bremerhaven: Schiffe und Oel. Reportage.
10.10: Schulfunk: Mit dem Mikrophon in einem
Rundfunkemp=
fangslaboratorium.
15.00: Jungmädchenſtunde: Wofür haſt Du Zeit?
15.45: Kinderſtunde: Moderne Märchen.
16.00: Schulrat Wolff — Dr. Neels: Mitwirkung der Lehrerſchaft
bei der Bildung von Rundfunkhörgemeinſchaften.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: K. Scheffler: Das Stadtſchickſal Berlins.
18.00: Dr. Dr. Schacher: Kautſchuk und Gummi in der
Weltwirt=
ſchaft.
18.30: Dr. C. D. Marcus: Skandinavien in der Weltliteratur des
19. und 20. Jahrhunderts.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Aerzte.
19.30: M. Barthel: Bücher für Arbeiterkinder und Arbeiterjugend.
19.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Elsbeth Weichmann: Bilder aus dem heutigen Rußland. —
Frau und Familie.
20.30: Hotel Kaiſerhof: Unterhaltungsmuſik. Kgpelle Geza Komor.
21.10: Zum Todestag des Dichters Hölderlin (geſt. 7. 6. 1242).
Drei Szenen aus ſeinem Leben.
22.00: Nachrichtendienſt.
22.15: Muſik der Zeit. Soliſten: K. Herrmann (Viola), H.
Ber=
linski (Klavier). Leipziger Sinfonie=Orcheſter.
Danach: Tanz=Muſik. Sam Baskini und ſein Orcheſter.
Wetkerbericht.
Ausſichten für Freitag, den 5. Juni: Stellenweiſe dunſtig, ſonſt vielfach
aufheiternd, weitere Erwärmung, trocken.
Ausſichten für Samstag, den 6. Juni: Abgeſehen von vorübergehend
auf=
kommender Gewitterneigung Fortdauer des warmen Wetters.
Wr
Die „Jungfrau von Orleans” an der Skäfte ihrer Verbrennung.
Die „Jeanne d’Arc” von 1931 an der Stätte, wo die Jungfrau von Orleans einſt vor
500 Jahren verbrannt wurde.
Die prunkvollen Feiern in Rouen, die zum Gedächtnis an den Verbrennungstod Jeanne d’Arcs
veranſtaltet werden, nahmen mit einem rieſigen hiſtoriſchen Feſtzug ihren Fortgang. Den
Mittel=
punkt bildete die Jungfrau ſelbſt, hoch zu Roß, dargeſtellt von einer franzöſiſchen Schauſpielerin.
Seite 11
Anfkakk für das engliſche Derby: „Renngokkesdienſt” auf der Bahn von Epſom.
Unter Führung eines Biſchofs bewegt ſich der Zug nach dem Gottesdienſt am Ziel vorbei.
Den Auftakt zu dem „Rennen aller Rennen” bildete der Gottesdienſt, der zu Beginn der
Derby=
woche unter rieſiger Beteiligung auf der Rennbahn von Epſom abgehalten wurde.
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O
setzt dder Korpulent Snd. Wir haben für Jeden die Dessende [ ← ][ ][ → ]Nummer 154
Freitag, den 5. Juni 1931
Seite 13
Süü.Sabdesattt
A
Der Spork des Sonnkags.
Im Gegenſatz zu dem verfloſſenen Sport=Großkampftag bringt
der bevorſtehende Sonntag ein weſentlich geringeres Programm.
Im Fußball und Handball herrſcht „Ruhe vor dem Sturm” und
Hockey und Rugby haben ihre Saiſon größtenteils ſchon beendet.
In der Leichtathletik iſt der Tag der Großſtaffelläufe. Die
übri=
gen Sportarten ſchließen ſich mit weniger bedeutenden
Veran=
ſtaltungen an.
Fußball.
Nach den ſchweren Kämpfen der letzten Wochen herrſcht an
dieſem Sonntag ziemlich Ruhe. Im Vordergrund des
ſüddeut=
ſchen Programms ſtehen die Aufſtiegsſpiele der acht
Grup=
pen, die ſich alle jetzt ihren entſcheidenden Stadien nähern. In
einigen Gruppen ſtehen die Aufſtiegsberechtigten bereits feſt. Eine
große Zahl von Privatſpielen ſieht die ſüddeutſchen
Groß=
vereine faſt ausnahmslos auf Reiſen. Innerhalb
Süddeutſch=
lands ſind nur wenige Privatſpiele zu verzeichnen, ſo u. a.:
Fuß=
ballſportverein Frankfurt — SpVg. Fürth, Kickers Offenbach —
Germania Bieber, FSV. Mainz 05 — Wormatia Worms, V. f. R.
Mannheim — SV. Waldhof, SC. Freiburg — Freiburger FC.
und ein Blitzturnier des V. f. B. Stuttgart. Auf Reiſen
befin=
den ſich zahlreiche ſüddeutſche Teams. Rot=Weiß Frankfurt ſpielt
gegen Fortung Düſſeldorf und Schalke 04. der 1. FC. Nürnberg
weilt in Fulda und Kaſſel. V. f. R. Fürth ſpielt in Gießen und
Siegen, während der ASV. Nürnberg in Erfurt und Koburg zu
Gaſt iſt und die Stuttgarter Kickers zwei Spiele in der Schweiz
austragen. Aus dem Reich iſt das erſte Repräſentatinſpiel
Mitteldeutſchland gegen eine ungariſche Auswahl=Elf in
Bitter=
feld zu erwähnen, dem am Dienstag und Mittwoch Spiele in
Leipzig und Chemnitz folgen. In Paris nimmt am Samstag
das nach Genfer Muſter von Racing Paris aufgezogene
inter=
nationale Fußballturnier ſeinen Anfang.
Handball.
Hier herrſcht auch acht Tage vor der Wiederholung der DSB.=
Meiſterſchaft und den Endſpielen der DT., im großen und ganzen
Ruhe. In Aachen ſteigt jedoch ein Treffen von Bedeutung, das
die Auswahlmannſchaften von Weſt= und Süddeutſchland
zuſammenführt. Während der Süden durch die Abſagen von
Darmſtadt 98 ſeine umgeſtellte Mannſchaft noch nicht ermittelt
hat, ſteht die Vertretung des Weſtens bereits feſt. Sie lautet:
Körfer (V. f. B. Aachen); Görres (V. f. B. Aachen). Biel (Spfr.
Siegen); Korte (Schwarz=Weiß Barmen), Klein (Viktoria
Düſ=
ſeldorf). Heinz (Spfr. Siegen); Geilenberg (Tura Barmen),
Auffermann (V. f. B. Aachen), Ortmann, Voſſenkaul (Alemannia
Aachen), Rheinberg (V. f. B. Aachen). Süddeutſchkand hat hier
eine im letzten Jahre in Trier erlittene Niederlage von 3:0
wett=
zumachen, was auch gelingen ſollte.
Hockey.
Die Saiſon iſt in den meiſten deutſchen Gauen erledigt. Nur
in München wickeln die dortigen Vereine noch bis Ende Juni
ein umfangreiches, meiſt internes Privatſpielprogramm ab.
Radſport.
Der Sonntag bringt wieder zahlreiche Bahnrennen.
Rudern.
Im Ruderſport ſteigen die erſten größeren Regatten. 27
Ver=
eine mit 108 Booten und 502 Ruderern, darunter der belgiſche
Meiſter=Vierer C. d. R. Brüſſel, gehen bei der Trierer
Früh=
jahrsregatta am Samstag und Sonntag an den Start. In
Heidelberg liegt ebenfalls ein ausgezeichnetes
Meldeergeb=
nis mit vorwiegend ſüddeutſcher Beteiligung vor.
Schwimme n.4”
In Budapeſt geht ein Städtekampf zwiſchen
Buda=
peſt und Magdeburg in Szene, der ſich auf vier Staffeln
und zwei Waſſerballſpiele erſtreckt und einen faſt vollwertigen
Erſatz für den in dieſem Jahre abgeſagten Schwimmländerkampf
zwiſchen Deutſchland und Ungarn bildet.
Leichtathletik.
Der 7. Juni iſt im Lager der deutſchen Leichtathleten der
Tag der Großſtaffelläufe. Im Vordergrunde ſteht wieder
Pots=
dam — Berlin” mit wiederum über 5000 Nennungen. Weitere
Großſtaffelläufe gehen in faſt allen Städten des Reiches und auch
in Süddeutſchland vor ſich. Aus dem Süden nennen wir die
Staffeln „Rund um Frankfurt” „Grünwald — München”, ferner
die Straßenſtaffeln in Darmſtadt, Nürnberg=Fürth. Ulm,
Stutt=
gart, Mannheim. „Außerdem gibt es zahlreiche kleinere
Sport=
feſte. Aus dem Auslande intereſſiert der Länderkampf Italien—
Frankreich in Bologna.
Tennis.
In der dritten Runde um den Davispokal kämpfen in
Eaſt=
bourne England gegen Südafrika, in Warſchau Polen gegen
Dänemark und in Prag die Tſchechoſlowakei gegen Italien. In
Wien ſteigt ein Länderkampf zwiſchen Oeſterreich und Amerika.
In Berlin geht das „Rot=Weiß”=Turnier zu Ende.
Motorſport.
Die 10 000=Kilometer=Fahrt des A. v. D. findet nach
zwei=
einhalbwöchiger Dauer ihren Abſchluß. In Bad Kreuznach geht
ein Automobilturnier in Szene. Auf dem Templiner See bei
Potsdam ſteigt eine internationale Motorboot=Regatta. Auf dem
Nürburgring kommt mit dem Eifelrennen der zweite Lauf zur
deutſchen Meiſterſchaft der Seitenwagenmaſchinen zum Austrag,
und aus dem Ausland intereſſieren der Große Preis von Irland
und der Autopreis von Genf.
Pferdeſport.
Der Rennkalender bringt Galopprennen in Hoppegarten,
Halle, Breslau, Düſſeldorf, München=Riem, Gelſenkirchen und
Chantilly.
Meiſterſchaftskämpfe im Süddeutſchen Keglergau.
Am Sonntag findet im Kegelſporthaus Frankfurt a. M.
Fort=
ſetzung und Beendigung der Meiſterſchaften um die Verbands= und
Einzelmeiſterſchaften ſtatt. Die Kegler=Vereinigung Darmſtadt
ſteht im Wettſtreit um die Gauverbandsmeiſterſchaft. Außerdem
nimmt ſie mit zwei 10er=Mannſchaften an dem Start um den
„Preis vom Rhein” und den Hartmann=Langnikel=Pokal teil.
Seniorenmeiſter Schinnerl und
Verbandsmeiſte=
rin Frl. Bangert bewerben ſich um die Gaueinzelmeiſterſchaft.
In der Hochſchul=Fußball=Zwiſchenrunde erlitt
Braun=
ſchweig in Köln eine 4:2= (2:0) Niederlage dank der beſſeren
Stürmer=
leiſtungen von Köln.
Handball.
Um die deutſche Hochſchulmeiſterſcheft.
Heute Techniſche Hochſchule Darmſtadt — Univerſität Erlangen.
Um dem Teil des Darmſtädter Sportpublikums, der
nachmit=
tags noch beruflich tätig iſt, ebenfalls den Beſuch des
bedeutungs=
vollen Spieles zu ermöglichen, hat das Amt für Leibesübungen
der Darmſtädter Studentenſchaft die Erlanger Mannſchaft dazu
veranlaßt, noch eine Nacht in Darmſtadt zu verweilen, und das
Spiel auf 18,15 Uhr auf dem Hochſchulſtadion
feſtgeſetzt. Fünf Spieler der Hochſchulelf gehören dem
Süddeut=
ſchen Meiſter, Sportverein 1898, an. Bemerkenswert iſt, daß der
linke Verteidiger der Hochſchule. Feil (Eintracht Frankfurt), am
kommenden Sonntag in der ſüddeutſchen Mannſchaft bei dem
Re=
präſentativſpiel gegen Weſtdeutſchland in Aachen mitſpielen wird.
Die Darmſtädter Sportgemeinde wird durch dieſes Spiel nicht
ent=
täuſcht werden.
Handball in der 2. T. 1Odenwaldgau).
Der 31 Mai brachte folgende Ergebniſſe:
Groß=Umſtadt—SpV. 98 Darmſtadt I b 5: 6, Groß=Umſtadt II.—Kirch=
Brombach 2: 11; König—Büttelborn 3: 4; Groß=Zimmern-
Jüges=
heim (fiel aus wegen Regen!); Gr.=Zimmern Jgd.—Reinheim Jgd. 7:1;
Erbach-Momart 5:2; Klein=Zimmern-Reinheim (fiel aus wegen
Regen!); „Klein=Zimmern—Reinheim 2. Mſch. 1:3; Semd—Altheim
2: 6: Habitzheim—Nd.=Klingen 2: 9; Gundernhaufen—Götzenhain 4:3;
Gundernhauſen—Götzenhain 2. Mſch. 10:2; Schlierbach—Heubach 2: 1;
Langſtadt—Steinbach 2:6;, Langſtadt—Steinbach 2. Mſch. 3 : 3;
Stein=
buch-Kirch=Brombach 8:5.
Groß=Umſtadt war in der erſten Halbzeit leicht überlegen; in der
zweiten zog ſich ſein Sturm zu ſehr in der Mitte zuſammen, was jegliche
Schußgelegenheit unterband. Darmſtadt ſtellte ſeinen Sieg durch zwei
prächtige Durchbrüche; ſicher. Groß=Umſtadt II bot Kirch=Brombach
faſt kaum Widerſtand. Königs I. ging mit 2:0 in Führung. Die
Mann=
ſchaft machte ſich jedoch ſelbſt durch gegenſeitige Zurufe nervös und die
Hintermannſchaft verlor ihre Sicherheit, ſo daß die Gäſte im Endſpurt
den Sieg an ſich brachten auf Grund ihres genaueren Zuſpiels und ihrer
größeren Schnelligkeit. Manche unnötige Härte ließ der Kampf ſehen.
Erbach trat nach langer Zeit auch einmal wieder auf den Plan. Beſſere
Ballabgabe und größere Schußfreudigkeit gaben Nieder=Klingen
jeder=
zeit eine Ueberlegenheit über Habitzheim, bei dem die ſchwache
Vertei=
digung auffiel, deren hervorſtechendſtes Merkmal das Feſthalten des
Gegners war, ſo daß es reichlich Strafwürfe regnete, die viermal zum
Tor führten. In Gundernhauſen ſah man bei den erſten Mannſchaften
ausgeglichenen Kampf. Die Platzelf ging ſofort in Führung, doch
er=
zielte Götzenhain bald den Ausgleich und riß zeitweiſe die Führung an
ſich. Bei Halbzeitſtand mußte wegen ſtarken Regens abgebrochen werden.
Schlierbach führte ein gutes, durchſchlagkräftiges Spiel vor, was die
Heubacher anſcheinend nicht erwartet hatten. Das Treffen in Langſtadt
erinnerte an ein Punktſpiel und zeigte eine Härte, die man vermeiden
ſollte. Steinbach kam durch ſeinen zweckmäßig arbeitenden Sturm zum
Sieg.
Am 7. Juni ſpielen: Erbach—Groß=Umſtadt um 4.00 Uhr,
desgl. 2. Mſch. um 3.00 Uhr; Groß=Zimmern—Tgd Sprendlingen um
3.30 Uhr, desgl 2. Mſch. um 2.30 Uhr; König—Tgſ Obernburg um
2.30 Uhr, König 3.—Steinbach 2. um 1.30 Uhr; Richen 1.—König 2.
um 3.00 Uhr; Steinbuch-Michelſtadt um 10.00 Uhr; Spachbrücken—
Hainſtadt um 2.30 Uhr; Reinheim—M.=Grumbach um 1.45 Uhr, desgl.
2. Mſch. um 12.45 Uhr; Klein=Zimmern—Schaafheim um 3.00 Uhr;
Hergershauſen—Tv. Vorwärts Nieder=Noden um 3.30 Uhr, desgl.
2. Mſch. um 2.30 Uhr.
Fauſtball D.T., Odenwaldgau.
Die Meiſterfchaftsſpiele in Erbach brachten folgendes
Ergebnis: Den Titel, Gaumeiſter 1931” erwarb ſich ungeſchlagen der
Tv. Hetzbach; Ernſthofen, Groß=Bieberau, Beerfelden nahmen die
nächſten Ränge ein. Beſter der A=Klaſſe wurde die 2. Mannſchaft des
Tv. Hetzbach.
Fußball.
Reichsbahn Darmſtadt—Union Darmſtadt.
Im weiteren Verlaufe der Privatſpiele haben die
Reichs=
bahnſportler am Samstag, nachmittags 6. 30 Uhr, am
Dornheimer Weg die Ligamannſchaft des FC. Union Darmſtadt
als Gaſt. Union iſt gezwungen, zu dieſem Spiele mit Erſatz
an=
zutreten. Geſpannt darf man ſein, wie ſich die Reichsbahnſportler,
die ſich bei ihren letzten Spielen gegen beachtliche Gegner äußerſt
tapfer gehalten haben, gegen eine Kreisligamannſchaft behaupten
werden. Griesheimer, der erſtmalig wieder ſpielt, iſt für die
Reichsbahnſportler eine erhebliche Verſtärkung. Da mit einem
ſpannenden, ruhigen Spielverlauf zu rechnen iſt, dürfte ſich der
Weg nach dem Reichsbahnplatze lohnen.
V.f. L. Michelſtadt—S.V. Groß=Zimmern 4:2.
Am vergangenen Sonntag fand im Stadion hier ein für die
A=Klaſſe des Gaues Bergſtraße inſofern wichtiges Fußballſpiel
ſtatt, als der Sportverein Groß=Zimmern gegen den V.f. L.
Michel=
ſtadt hätte ſiegen müſſen, um 4=Meiſter zu werden. Michelſtadt,
ſicherlich die derzeit beſte Elf des Gaues, ſiegte überlegen 4:2 und
hätte bei etwas mehr Glück noch höher gewinnen können.
Olympia Lorſch—SVgg. Arheilgen 1:1 (0:0).
In einem ſpannenden und ſehr ſchnellen Spiel konnte
Arheil=
gen 04 am Donnerstag abend in Lorſch gegen Olympia ein
über=
raſchendes Remis 1:1 erzielen. (Bericht folgt.)
Waſſerball.
Rot=Weiß—1. Frankfurter S.C.
Heute abendes Uhr findet das zweite
Verbandswaſſer=
ballſpiel der Sommerrunde zwiſchen Rot=Weiß, V.f.R. Darmſtadt
und dem 1. Frankfurter Schwimmklub ſtatt. Das Spiel iſt für
Rot=Weiß außerordentlich wichtig, da die Frankfurter die
ſchärf=
ſten Konkurrenten um den zweiten Platz ſind. Die Darmſtädter
treten in folgender Aufſtellung an: Müller: Gimbel, Vogel: A.
Dahmer; Trinkaus, Fr. Hanſt (als Erſatz für E. Hanſt),
Rott=
mann.
Die neue Hintermannſchaft der Rot=Weißen, erwies ſich im
Spiel gegen Jung=Deutſchland als der beſte Mannſchaftsteil.
Ge=
ſchwächt iſt der Sturm durch Erkrankung von E. Hanſt. Hoffen
wir, daß die Darmſtädter Mannſchaft nicht über dieſen Nachteil
ſtolpert und die beiden erſten Plätze im Gau durch Jung=
Deutſch=
land und Rot=Weiß in Darmſtadt bleiben.
Das Spiel leitet Leyerzapf=Jung=Deutſchland Darmſtadt. Die
Eintrittspreiſe ſind der Zeit angepaßt.
Aus dem Main=Rhein=Gau der 2.T.
Die turneriſchen Veranſtaltungen im Monat Juni.
Mit einer reich ausgeſtätteten Turnfolge, die neben der
Lehrarbeit eine Anzahl von Wettkämpfen bringt, wartet die
Main=Rheingau=Turnerſchaft für den Monat Juni auf. Zunächſt
iſt es der Turnverein Hahn, der auf ein 30jähriges Beſtehen
zurückblicken kann und dieſen Tag am 6. Juni feſtlich zu begehen
gedenkt. Ober=Ramſtadt ſteht vom 6. bis 13. Juni im
Zei=
chen einer Werbewoche für deutſches Turnen, die, vom dortigen
Turnverein veranſtaltet, am 6. Juni, abends, mit einem großen
Schauturnen eingeleitet wird. In der Woche folgen Turnabende
der verſchiedenen Abteilungen. Den Abſchluß der Werbewoche
bildet ein Filmabend am 13. Juni. Nicht weniger als drei
Ver=
anſtaltungen verzeichnet das Arbeitsprogramm für Sonntag, den
7 Juni. An dieſem Tage finden ſich die Turner in Darmſtadt
(Tamde.) zur dritten diesjährigen Gauübungsſtunde zuſammen,
die in erſter Linie den letzten Vorbereitungen für das
Gauturn=
feſt gilt. In Beſſungen hält die Gau=Spielleitung zur
Ausbil=
dung von Schiedsrichtern einen Lehrtag ab, und in
Hammel=
bach trifft man ſich zu einem gauoffenen Wettkampf aus Anlaß
der Bannerweihe des dortigen Turnvereins. Einen noch
erheb=
lich geſteigerten Betrieb bringt der 14. Juni. Hier iſt zunachſt das
Kindertreffen in Nieder=Ramſtadt, das eine erfreulich
hohe Beteiligungsziffer erfahren, zu nennen. Der Turnverein
Groß.=Rohrheim iſt für 1931 der dritte Gauverein im
Bunde der aus Anlaß ſeines 25jährigen Beſtehens an dieſem Tage
die Weihe einer Turnhalle vornehmen kann und die
vereinseige=
nen Turnſtätten im Main=Rheingau hierdurch vermehrt. Das
große Feldbergturnen wird auch dieſes Jahr auf die
Volks=
turner ſeine Anziehungskraft ausüben. Der Lehrarbeit ſind die
Gauübungsſtunden für Turnerinnen in Beſſungen und für
Spiel=
leute und Zugführer in Darmſtadt auf dem Feſthallengelände am
14. Juni vorbehalten. In Sprendlingen findet am 21. Juni
die Vorrunde der Sommerſpiele ſtatt. Den Beſchluß des
Arbeits=
programms für dieſen Monat macht die Großturnveranſtaltung
des 50 Gauturnfeſtes, verbunden mit dem 12 Gau=
Frauenturnen, in Griesheim am 28. Juni. Obwohl die
Meldeliſte hierzu noch nicht abgeſchloſſen, läßt ſich bis jetzt
über=
ſehen, daß die Teilnehmerzahl diejenige der Vorjahre bereits
überſchritten hat. Ein Zeichen, daß das Geräteturnen immer
wieder neu belebt wird. Neben altbewährte Kämpfer, die hier
um den Eichenkranz ringen, tritt neuer Nach= und Zuwachs, der
ebenfalls den Siegeskranz erkämpfen will.
Tennis.
T. E. C. Darmſtadt—Tgde. 1846 Darmſtadt.
Der T.E.C. ſpielt am Samstag, dem 6. Juni, mit einer
Mannſchaft von 4 Damen und 6 Herren gegen die Turngemeinde.
und zwar auf den Plätzen am Böllenfalltor. Es iſt dies ſeit drei
Jahren die erſte Begegnung der beiden Vereine. Obwohl in den
früher ausgetragenen Wettſpielen der TE.C. immer überlegen
ſiegte, entbehrt alſo dieſes Zuſammentreffen der beiden
Lokal=
gegner nicht eines gewiſſen Reizes, da ſich beide
Mannſchaftsauf=
ſtellungen ſtark verändert haben. Die beiden Vereine ſtellen
fol=
gende Mannſchaften: Tennis= und Eisklub: Frl. Fiſcher, Frl. Loy.
Frl. Pfotenhauer, Frl. A. Ringer und Claß. Endriß, Werner, Dr.
Ivers, Steffan, Müller; Turngemeinde 1846: Frl. Herrmanns,
Frau Dill, Frl. Kliffmüller, Frl. Trinkaus und Kabel. Schildt,
Bert Schwarz, Ruppert, Opp. Spielbeginn: pünktlich 5 Uhr.
Am Sonntag ſpielt die Juniorenmannſchaft des T.E.C. das
Rückſpiel gegen den T.= und H.C. Wiesbaden. Das Vorſpiel
en=
dete 5:5. Man darf hoffen, daß die Darmſtädter Jugend in
Wiesbaden erfolgreicher iſt und einen Sieg aus der Bäderſtadt
mit heimbringt.
Vor 10 000 Zuſchauern ſiegte am Mittwochabend Nurmi in Hannover
über 5000 Meter in 14:58.2 Min. bei verhaltenem Laufen. Dr. Peltzer
kam zu einem ſchönen, aber hart erkämpften Erfolg über 400 und 800
Meter vor Danz und Dahlmann=Hamburg. Der Sprinter=Dreikampf
Jonath-Lammers-Borchmeher gehörte Jonath: (5,7 Sekunden über 50
Meter, 10,5 Sek. über 100 Meter).
Im Handball=Wettkampf Süd gegen Weſt in Aachen
am Sonntag ſpielen: Bender (Schwanheim);. Denzer (Fürth), Feil (
Ein=
tracht Frankfurt); Klein (Poſt Frankfurt), Gebhardt (Fürth), Weber
(Weſtmark Trier); Pabsdorf (Schwanheim). Zacherl (Fürth),
Weiden=
lehner (Polizei Stuttgart), Spengler (WZaldhof), Huber (Polizei
Darm=
ſtadt) für den Süden. Der Süden iſt dadurch gehandieapt, daß er auf
die Spieler des ShV. 98 Darmſtadt verzichten muß. Immerhin iſt die
Mannſchaft ſo ſtark, daß ihr ein Sieg gegen die ſtarke und einheitlichere
Elf des Weſtens gelingen ſollte.
Von den 88 geſtarteten Wagen der 10 000 Klm=Fahrt des
A. v. D. ſind noch 68 im Wettbewerb und geſtern von Raguſa über
Za=
greb nach Budapeſt geſtartet.
Vor nur 3000 Zuſchauern ſchlug Wacker München geſtern die
erſtklaſſigen ungariſchen Profeffionals Sabatia Szegedin 5:1 (1:0).
In Eſſen trennten ſich geſtern Weſtdeutſchland und Brandenburg
vor 15 000 Zuſchauern 5:5 (0:2).
Schalke 04 ſiegte am Mittwoch abend in Duisburg vor 10 000
Zuſchauern gegen Duisburg 08 glatt 3:1 (1:1).
Um den Davis=Pokal ſiegten in Paris die Japaner gegen
Aegypten am Mittwoch 3:0, während die Tſchechen in Prag 2:0 an dem
erſten Tage gegen Italien in Führung gingen. (Hecht—de Stephani
6:4 7:5, 3:6 8:6.)
Der bekannte engliſche Trainer Joe Bache trainiert ab 1. Juli
Rot=Weiß Frankfurt.
Geſchäftliches.
Der Bauverein „Daheim”, beſteht in Darmſtadt ſeit 1896 und hat
nunmehr ſeinen Aufgabenkreis weſentlich erweitert. Er befaßt ſich mit
jeglicher Art von Wohnungsbau und übernimmt die Geſamtbetreuung
bis zur bezugsfertigen Uebergabe. Die Bauleitung und Abrechnung
geſchieht auf das ſorgfältigſte und gewiſſenhafteſte. Er übernimmt
wei=
terhin alle anderen mit dem Bau zuſammenhängenden Arbeiten, wie
Grundſtücksbeſchaffung in Eigenbeſitz oder Erbpacht. Seine
Verbindun=
gen geſtatten ihm die Beſchaffung lengfriſtiger Baugelder und der
nötigen Zwiſchenkredite zu günſtigſten Bedingungen. Die Geſchäftsſtelle,
Landwehrſtraße 33, ſteht jedem Intereſſenten zur unverbindlichen
Bau=
beratung zur Verfügung. (Siehe heutige Anzeige.)
Haushalten — eine moderne Kunſt.
Vielſeitig iſt dieſe moderne Kunſt und mit Mühe und Arbeit
verbunden. Aber die rechte Haushalt=Künſtlerin, die moderne
Hausfrau, weiß, wie ſie ſich die Arbeit erleichtert, Drum nimmt
ſie zum Waſchen aller guten Sachen ſtets die von der Sunlicht
Ge=
ſellſchaft hergeſtellten Lux Seifenflocken — die machen das Waſchen
leicht. Raſch löſen ſie ſich im heißen Waſſer auf, und der lauwarme
Schaum reinigt auch das feinſte Gewebe, ohne den Stoff
anzu=
greifen.
Lur Seifenflocken ſind niemals loſe zu haben, ſondern nur in
der weltbekannten blauen Packung.
Die heutige Nummer hat 20 Geiten
den ersten zehn Jahren nur
die milde, reine, nach ärztlicher Vor-
Wschrift für die zarte, empfindliche Haut
F der Keinen besonders hergestellte
NIVEA
AmeckSen
Schonend dringt ihr seidenweicher
Schaum in die Haunporen ein und
macht sie frei für eine gesunde
und kräftge Hautamung. Und was
das bedeutet, merken wir
Erwech-
senen an uns selbst: Wohlbefinden
und Gesundheit hängen von ihr ab.
U
„Aulbtt
d. h., reiben Sie sich vor dem Sonnenbade kräftig mit
1AVAEIA
Hautfmktions-
IAWAAOLuMassageOl)
ein. Beide enthalten das hautpflegende Euzerit. Beide vermindem die Gefahr
schmerzhaften Sonnenbrandes, beide bräunen Ihre Haut, auch bei
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decktem Himmel. Nivea-Creme wirkt bei Flitze angenehm kühlend.
Nivea-Ol schützt Sie bei unfreundlicher Wittermg vorm „Frösteln” und
damit vor Erkältungen. Nie mit nassem Körper sonnenbadenl Und stets
vorher einreibenl — Nivca-Creme: RM0.20 bis 1.20, Nivca-Ol: 1.10 u. 1.80
Nummer 154
Freitag, den 5. Junf
die wietſchäfniche Suge des Hanolvert!
im Mondt aar 1951.
Vom Reichsverband des deutſchen Handwerks wird
uns geſchrieben:
Entſprechend der allgemeinen ſchwierigen Lage der deutſchen
Wirt=
ſchaft liegt auch im Handwerk für den Monat Mai die Geſchäftstätigkeit
außerordentlich darnieder. Die ſeit langem erhoffte Beſſerung der
Wirtſchaftslage iſt bislang ſo gut wie gar nicht eingetreten. Selbſt die
an der üblichen jahreszeitlichen Belebung des Geſchäfts beteiligten
Handwerksberufe ſind von der Geſchäftstätigkeit ſehr enttäuſcht. Vor
allem fehlte es nahezu völlig an lohnenden Aufträgen. Selbſt das
Schneider=, ſowie das Putzmacherinnenhandwerk, die unter dem Einfluß
der Jahreszeit und der ſchönen warmen Witterung vermehrte Aufträge
zu verzeichnen hatten, berichten übereinſtimmend, daß der
wirtſchaft=
liche Ertrag ſehr gering iſt, da nur bei ſtark gedrückten Preiſen ein
Abſatz möglich iſt. Auch bei den Aufträgen für das Tapezierhandwerk
ſowie für das Klempner= und Inſtallationshandwerk, die eine leichte
Belebung gegenüber den früheren Monaten melden, handelt es ſich
vor=
wiegend um kleinere Inſtandſetzungsarbeiten, die nur geringe
Verdienſt=
möglichkeit geben. Allenthalben macht ſich das Fehlen größerer
Auf=
träge unangenehm bemerkbar. Die Urſachen hierfür ſind noch die
glei=
chen wie in den Vormonaten. Die Betriebe in ländlichen Gegenden
klagen über die Zurückhaltung der Landwirtſchaft bei der Erteilung von
Aufträgen, und in den Städten bleibt das Darniederliegen der
Bau=
wirtſchaft und die ſchlechte Lage der Induſtrie für den Geſchäftsgang
zahlreicher Handwerksbetriebe beſtimmend. Mit einer wirkſamen
Be=
lebung der Bautätigkeit iſt in dieſem Jahre auch kaum noch zu rechnen.
Die ſtaatlichen Wohnungsbauprogramme blieben erheblich hinter dem
Ausmaß früherer Jahre zurück; gemeindliche Zuſatzprogramme kommen
infolge des Mangels der hierfür erforderlichen Mittel auch kaum in
Frage, und die private Bautätigkeit ruht aus den gleichen Gründen
ebenfalls nahezu völlig. Beſonders nachteilig wirkt unter dieſen
Um=
ſtänden für das private Baugewerbe noch, daß, wie namentlich die
Handwerkskammer Nürnberg berichtet, bei Veregebung von
Wohnungs=
bauten im Rahmen des ſtaatlichen Wohnungsbauprogramms ein großer
Teil der hierbei berückſichtigten Baugenoſſenſchaften die Bauarbeiten
vorzugsweiſe an Arbeiterproduktivgenoſſenſchaften vergibt. Die
Haupt=
arbeiten des privaten Bauhauptgewerbes beſtehen daher in kleineren
Inſtandſetzungs= oder Umbauten. Das gleiche gilt auch für die
Bau=
nebengewerebe, die ebenfalls, ſoweit ſie Aufträge zu verzeichnen habn,
faſt ausſchließlich mit Reparaturarbeiten beſchäftig: ſind. Selbſt die
Nahrungsmittelhandwerke werden von der gegenwärtigen
Wirtſchafts=
kriſe immer ſtärker betroffen. Uebereinſtimmend meldet das Bäcker=
Konditoren= und Fleiſcherhandwerk einen ſtändigen Rückgang der
Um=
ſätze.
Der Arbeitsmarkt der Handwerksgeſellen hat unter dieſen
Umſtän=
den noch keine weſentliche Entlaſtung erfahren. Die Einſtellung von
Arbeitskräften erfolgte, wenn überhaupt, meiſt nur vorübergehend, da
das Fehlen größerer Aufträge eine Dauerbeſchäftigung der
Arbeits=
kräfte unmöglich machte. Erhebliche Lohnänderungen ſind nicht mehr
erfolgt. — Die Beſchaffung der Materialien bereitete keine
Schwierig=
keiten. Preisſchwankungen erſchwerten verſchiedentlich die Kalkulation
im Handwerk. Namentlich im Nahrungsmittelgewerbe geſtalteten ſich
die Preisverhältniſſe ſchwierig.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Cornelius Hehl A.=G., Worms. In der Bilanz per Ende Oktober
1930 erſcheinen bei wieder 15 Mill. RM. A.=K. und 1,5 Mill. RM.
Ne=
ſerven (in 1000 RM.): Fabrikanlagen 8532 (i. V. 9451), Waren 11575
(16 979), Kaſſe, Wechſel, Effekten 411 (401), Prov.=Konto 30 (35) und auf
der Paſſivſeite: Kreditoren und Verrechnungskoſten 15 662 (25 371),
Grunderwerbſteuer=Rücklagen 141 (141), Prov.=Konto 742 (526). Laut
Ge=
ſchäftsbericht iſt das relativ günſtige Ergebnis die Folge einer nicht
un=
erheblichen Selbſtkoſtenſenkung. Die erſte Hälfte des neuen
Geſchäfts=
jahres hat bisher keinen günſtigeren Verlauf genommen. Unter den
Ein=
wirkungen der allgemeinen Wirtſchaftskriſis macht ſich in Deutſchland
wie im Ausland ſtarke Abſatzſtockung bemerkbar. Die Preisbewegung
auf dem Rohfellmarkt ſteht infolgedeſſen unter dem Zeichen weiterer
Abſchwvächung, mit der für die Leder=Induſtrie entſprechende
Lagerver=
luſte verbunden ſind. Die weitere Entwickelung iſt noch nicht zu
über=
ſehen. Die Verwaltung bleibt bemüht, den Betrieb und die
Produktions=
koſten den Verhältniſſen anzupaſſen.
Frankfurter Kreditanſtalt A.=G., Frankfurt a. M. Die Geſellſchaft
ſchließt per 1930 infolge des Rückganges der Effektenkurſe, die
Ab=
ſchreibungen von 374 928 RM. notwendig machten, bei faſt
unveränder=
tem Ueberſchuß aus Zinſen und Proviſionen von 349 673 RM., mit
einem Verluſt von 296 057 RM., der ſich durch den Gewinnvortrag auf
267 395 RM. vermindert. Im Vorjahre konnte der Verluſt von 13 914
RM. aus dem Vortrag gedeckt werden. Die Unkoſten ſtiegen auf 185 142
(160 741) RM. Für Rückſtellungen und Abſchreibungen auf ¼-bitoren
wurden 85 659 (23 000) RM. verwandt. Der Buchwert der Effekten
ermäßigte ſich ſtark auf 1.19 (3.43) Mill. Kreditoren werden mit 0.97
(3,55) Mill. ausgewieſen, gegenüber 1,77 (2,63) Mill. Debitoren. Neu in
den Vorſtand eingetreten iſt Hugo May an Stelle des geſtorbenen
Direk=
tors Dr. Weill. (A.=K. 2 Mill., G.=V. 11. Juni.)
Raiffeiſen=Verſicherung=Fuſion mit Regeno. Wie mitgeteilt wurde,
ſchweben Fuſionsverhandlungen mit den Regeno=
Verſicherungsgeſellſchaf=
ten, und zwar ſoll bei dem Lebensgeſchäft die Raiffeiſen=
Lebensverſiche=
rungsbank die aufnehmende Geſellſchaft, dagegen bei der
Sachverſiche=
rung die Regeno die aufnehmende Geſellſchaft ſein. Die Durchführung
der Fuſion iſt im Spätſommer zu erwarten, und zwar ſoll ſie mit
Rück=
wirkung vom 1. Januar 1931 erfolgen.
Die New Yorker Börſe wieder befeſtigt. Die Börſe war am
Mitt=
woch zum erſten Male wieder ſeit ihrer langanhaltenden Schwäche
be=
feſtigt. Die Kursgewinne gingen bis zu 25 Punkten. Dagegen war auf
den Getreide=Märkten von Chicago und Minneapolis eine ſcharfe Baiſſe
zu verzeichnen, die zum Teil auf den Entſchluß der Regierung, dieſes
Jahv das überſchüſſige Getreide nicht mehr aufzukaufen, zurückzuführen
iſt, zum Teil aber auch auf Nachrichten aus Texas, wo eine reiche Ernte
erwartet wird. — Dieſes weitere Sinken der Getreidepreiſe dürfte nach
Anſicht der Sachverſtändigen die Ankurbelung der Weltwirtſchaft nicht
erleichtern.
Produkkenberichte.
Kataſtrophale Lage auf dem Häutemarkt. Der allgemeine
Häute=
berwertungsverband Frankfurt a. M. hält dieſer Tage eine Sitzung ab,
um zu der Lage auf dem Häutemarkt Stellung zu nehmen und
entſpue=
chende Beſchlüſſe zu faſſen. Namentlich zeigt ſich für Kalbfelle auf den
Auktionen kaum noch Intereſſe. Die Preiſe gingen etwa 25 Prozent
zurück, und in Berlin mußte die Kalbfellauktion reſultatlos geſchloſſen
werden, da keine Gebote erfolgten. Man wird ſich auf der Konferenz
auch mit der Frage des freihändigen Verkaufs befaſſen. Es beſteht die
Abſicht, den freihändigen Verkauf ganz zu unterbinden, da dabei das
Gefälle zu Schleuderpreiſen abgegeben wird.
Berliner Produktenbericht vom 4. Juni. Das Geſchäft am heutigen
Produktenverkehr bleibt mangels Anregungen vom Mehlabſatz her
wei=
ter außerordentlich ſchleppend, und die Umſatztätigkeit beſchränkte ſich
in der Hauptſache auf den handelsrechtlichen Lieferungsmarkt. Die
An=
fangsnotierungen lagen zumeiſt unter geſtrigem Börſenſchluß. Weizen
ſetzte 2—3,5 Mk. niedriger ein, während Roggen demgegenüber ziem ich
gehalten blieb; bei Hafer betrugen die Preisabſchläge 1—2,5 Mark. Das
Inlandsangebot von Getreide alter und neuer Ernte war dabei
keines=
wegs reichlich, und die Forderungen lauteten im allgemeinen kaum
ver=
ändert. Bei Weizen machte ſich allerdings ein gewiſſer Druck auf Grund
der hier lagernden Beſtände von qualitativ unbefriedigendem
Auslands=
weizen bemerkbar, und die Gebote lauteten etwa 3 Mk. niedriger. Die
befriedigenden Saatenſtandsberichte trugen gleichfalls zu der ſchwächeren
Allgemeintendenz bei. Das Geſchäft in Weizen= und Roggenmehl bleibt
ruhig. Hafer im Promptgeſchäft ziemlich ſtetig. Gerſte abwartend,
in=
folge der Erörterungen über evtl. Zollockerungen.
Viehmärkke.
Darmſtädter Schlachtviehmarkt vom 4. Juni. Zum heutigen
Schlacht=
viehmarkt wurden aufgetrieben: 6 Ochſen, 126 Kälber, 1 Schaf. Bezahlt
wurden für das Pfund Lebendgewicht: Kälber: a) 54—60; b) 47—53;
c) 40—46. — Marktverlauf: geräumt.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 4. Juni. Der Auftrieb des
heutigen Nebenmarktes beſtand aus 81 (gegen 52 in der Vorwoche)
Rin=
dern, 963 (467) Kälbern, 44 (54) Schafen und 629 (628) Schweinen. Der
Marktverlauf: Kälber und Schafe ruhig, geräumt; „Schweine ruhig,
nahezu ausverkauft. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in
RM.:g)—: b)i58—8, 5).52—57, 91 40—51. Werglichen mit den Prei=
ſen des letzten Hauptmarktes konnten Kälber in den unteren Klaſſen
3 RM. anziehen. Schafe und Schweine nicht notiert. — Fleiſchgroß
markt. Beſchickung: 627 Viertel Rindfleiſch, 162 ganze Kälber, 3 ganze
Schafe und 459 halbe Schweine. Preis für 1 Zentner friſches Fleiſch in
RM.: Ochſen= und Rindfleiſch 1. 70—78, 2. 60—70; Bullenfleiſch 65
bis 72; Kuhfleiſch 1. 60—70, 2. 40—50, 3. 30—40; Kalbfleiſch 2. 80
bis 85; Schweinefleiſch 1. 58—63. Geſchäftsgang des Fleiſchgroßmarktes
war lebhaft.
Metaunonerungen.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 4. Juni,
Die heutige Börſe eröffnete in feſter Haltung, wobei beſonders der
feſte Schluß der geſtrigen New Yorker Börſe maßgebend war, nachdem
ſeit Wochen dort eine wahre Baiſſe=Pſychoſe geherrſcht hatte. Schon im
Vorbörſenverkehr taxierte man zirka 1—2 Proz, höhere Kurſe, die ſich
auch zum Beginn des amtlichen Verkehrs meiſt einſtellten. Die
Speku=
lation ſchritt nach den ſtarken Leerabgaben in den vorhergegangenen
Tagen zu verſtärkten Deckungen, zumal die Ausſichten der
Verhandlun=
gen in Chequers durchaus etwas beſſer beurteilt werden. Andererſeits
blieben aber die bevorſtehenden Notverordnungen immer noch ein
Un=
ſicherheitsmoment, ſo daß das Geſchäft nicht ſehr umfangreich war,
wo=
bei auch der heutige hohe katholiſche Feiertag etwas einwirkte, da aus
dem Rheinlande und Bayern keine Aufträge eingetroffen waren. Die
weitere Kupferbaiſſe und ein unvermindert ſchwacher Abſatzbericht des
Stahlwerksverbandes blieben faſt ohne Eindruck. Recht lebhaft war die
Nachfrage nach einigen Spezialwerten, für die ſich durchweg ſtärkere
Kursbeſſerungen einſtellten. Im Verlaufe erfolgten weitere Deckungen
der Kuliſſe, die meiſten Papiere zogen erneut leicht an. Später
bröckel=
ten die Kurſe verſchiedentlich leicht ab, da man Aufträge von außenher
vermißte. Die Tendenz blieb aber durchaus freundlich. Die Erhöhung
ds Privatdiskonts um ½⁄s Proz. auf 47/s Prozent für beide Sichten löſte
Verſtimmung aus, zumal man ſie auf wieder zunehmende
Auslandsgeld=
kündigungen zurückführte und mit den anhaltenden
Deviſenanforderun=
ſen in Zuſammenhang brachte. Die Spekulation ſchritt wieder zu
Ab=
gaben, in deren Auswirkung ſich gegenüber den hohen Anfangskurſen
faſt durchweg Abſchwächungen um 1—1,5 Prozent ergaben. Am
Geld=
markt beſtand ſtarkes Angebot, ſo daß der Satz erneut um 0,5 Prozent
auf 3,5 Prozent ermäßigt wurde. Am Deviſenmarkt ergaben ſich gegen
geſtern keine nennenswerten Veränderungen. Man nannte Mark gegen
Dollar 4.2110, gegen Pfunde 20.491 London — New York 4.8665,
—Paris 124.22, —Mciland 92.97, —Madrid 51.30, —Schweiz 25.08½,
—Holland 12.09¼.
An der Abendbörſe machte ſich nach dem wieder abgeſchwächten
Kursniveau im Nachbörſenverkehr auf Meldungen von einem feſteren
Verlauf der New Yorker Börſe, die uneinheitlich eröffnete, und der feſten
Haltung Amſterdams, eine leichte Beſſerung bemerkbar. Die Spekulation
nahm allerdings nur kleinſte Deckungen vor, die jedoch genügten, um
das Kursniveau gegen die ſchwache Nachbörſe etwas zu heben. Gegen den
Berliner Schluß blieben die Kurſe indeſſen nur knapp behauptet. Im
ganzen war die Stimmung luſtlos, da das Publikum immer noch fehlte.
Im Verlauf ergaben ſich dennoch weitere Beſſerungen, da die Kuliſſe
weiter etwas deckte.
Berlin, 4. Juni.
Den Erwartungen des Vormittagsverkehrs entſprechend, hatte die
geſtrige kräftige Erholung in New York zu Beginn des heutigen
Ver=
kehrs größere Kursſteigerungen zur Folge, nachdem ſich ſchon geſtern
Anſätze einer Beſſerung gezeigt hatten. Scheinbar bereitet ſich eine
internationale Beruhigung vor, die aus dem Nachlaſſen der
Kündigun=
gen kurzfriſtiger Auslandskredite hervorgeht. Eine kleinere Provinz=
Bankinſolvenz und die neue Ermäßigung des amerikaniſchen Export=
Kupferpreiſes auf 8.52½ Dollarcents mußten etwas zurücktreten, da der
S.P. D.=Parteitag eine weitere Unterſtützung der Regierung Brüning
durch die Sozialdemokratie beſchloſſen hat und man daher die
innen=
politiſche Lage als gefeſtigt anſieht. Auch in der Außenpolitik werden
die Ausſichten recht zuverſichtlich beurteilt, beſonders die
Auslandspreſſe=
meldungen hinſichtlich der Konferenz von Chequers befriedigten, und
eine Reiſe des amerikaniſchen Staatsſekretärs des Auswärtigen nach
Europa wurde als ein bevorſtehendes Eingreifen Amerikas in die
Re=
parationsverhandlungen gedeutet. Obwohl der Ordereingang infolge
des hohen katholiſchen Feiertags aus einigen Gegenden recht gering war,
genügte das teilweiſe ſehr geringe Deckungsbedürfnis der Spekulation,
um bei der Enge der Märkte Beſſerungen von 2—5 Prozent, bei
Spe=
zialwerten bis zu 8,5 Prozent auszulöſen. Deviſen noch immer ziemlich
feſt, Brüſſel und Buenos international anziehend. Tagesgeld war
ver=
einzelt unter dem Satz von 4,5—6,5 Prozent zu haben. Die übrigen
Sätze blieben unverändert.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 4. Juni:
Getreide. Weizen: Juli 58,75, September 59½, Dezember
32¾: Mais: Juli 57,25, September 53,75, Dezember 47,50; Hafer:
Juli 26,50, September 26½, Dezember 29,50; Roggen: Juli 37½,
September 39½, Dezember 43,25.
Schmalz: Juli 7,825, September 7,925, Oktober 7.,90.
Schweine: Leichte 6,10—6,30, ſchwere 5,75—6.10;
Schweine=
zufuhren in Chicago 21 000, im Weſten 71000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 4. Juni:
Schmalz: Prima Weſtern 8,55; Talg, extra loſe 33.
Getreide. Weizen: Rotwinter 89,50; Mais: loco New York
71,25: Mehl: ſpring wheat clears 4,00—4,10; Getreidefracht nach
England 1,6—2,3 su, nach dem Kontinent 8—8½.
Kakao: Tendenz feſt, Umſätze 56, Loconotiz 5?; Juli 4,67,
September 4,83, Oktober 4,90, Dezember 5,01, Januar 1932 5,08,
Närz 5,18, Mai 5,27.
Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Der Satz für Privatdiskont wurde an der Berliner Börſe am
Donnerstag um 1/s Proz. auf 42½s Proz. für bebide Sichten erhöht.
In der Generalverſammlung der Sektkellerei Schultz=Grünlack A. G.,
Rüdesheim, wurde der dividendenloſe Abſchluß für das abgelaufene
Ge=
ſchäftsjahr genehmigt.
Die Stuttgarter Bäckermühle. A. G. legt ihren Geſchäftsbericht für
das abgelaufene Geſchäftsjahr 1929/30 vor, in dem erklärt wird, daß ſich
der Bruttgewinn der Geſellſchaft trotz der ſchwierigen Wirtſchaftslage
um 105 000 RM. erhöht hat. Von dem bilanzmäßigen Reingewinn in
Höhe von 135 133 RM. ſoll eine Dividende von 8 Prozent
vorgeſchla=
gen werden.
Die Nachfrage nach Stickſtoffdüngemitteln war auch im Monat Mai
im Inland lebhafter als die im Mai vergangenen Jahres, ſo daß der
Minderabſatz ſeit Beginn des Düngejahres weiter verringert wurde:
Erzeugung und Verſand verliefen planmäßig. Im Ausland war der
Abſatz befriedigend.
Die Bulgariſche Nationalbank hat den Diskontſatz von 9 auf 8,5
Prozent und den Lombardſatz von 10,5 auf 9,5 Prozent herabgeſetzt.
Eine aus neun Mitgliedern beſtehende Kommiſſion, deren
Schaf=
fung auf der letzten Genfer Tagung des Völkerbundsrates beſchloſſen
worden iſt, trat geſtern in Paris zuſammen, um die Statuten für die
Internationale landwirtſchaftliche Hypothekenbank, die der
landwirt=
ſchaftlichen Bevölkerung Mittel= und Oſteuropas zu Hilfe kommen ſoll,
uszuarbeiten.
Berliner Kursbericht
vom 4. Juni 1931
r
Oeviſenmarkt
vom 4. Juni 1931
Berl. Handels=Geſ.
Danatbank. . . . . .
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
apag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
F. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Tonti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdö!
49.625
87.625
43.75 Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke 70.—
125.—
48.875 Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz 128.50
45.—
35.50 Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm 00 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen 169.29
112,67
112.68
112.74 169.63
112 89
112.90
113.00 Jugoſlawien /100 Dinar
Portugal
Athen
Fſtambu 100 Escudos
100 Drachm
1 türk. 2 7.440
18.58
5.46 77.50 Köln=Neueſſ. Bow. 51.50 Berl. Karlsr. Ind. London 1 S=Sta. 20.47 20.511 Kairo 11 äghpt. 2 20.99 69.— Mannesm. Röhr. 59.75e) Hirſch Kupfer Buenos=Aires Pap. Peſo 1.270 1.274 Kanada 1 canad. Doll 4.203 42.125 Maſch.=Bau=Untn. 33.25 Hohenlohe=Werke 33.— New Yorl Dollar 4.207 4.215 Uruguay 1 Goldpeſo 2.448 101.— Nordd. Wolle 33.50 Lindes Eismaſch. 118.50 Belgien 100 Belga 58.58: 58.705
Fsland 100 isl. Kr. 92.31 112.75 Oberſchleſ. Koksw 65.— VogelTelegr. Draht 37.— Italien 100 Lire 22.015 2.05 Callinn (Eſtl.) 00 eſtl. Kr. 111.931 61.50 Orenſtein & Koppe 38.— Wanderer=Werke 46.50
Paris 100 Francs 16.475 16.515
Riga 00 Lats 81.04
Nie
81.785
39.74
7.98
2.086
0.305
7.454
8.62
5.47
21.03
4.211
2.452
82.49
7:2.15
51.20
Frankfurter Kursbericht vom 4. Juni 1931.
% Dtſch Reichsan
5%
½%Intern., „
62Baden ......
8% Bayern ....."
6%
8% Heſſen v. 28
8% „
v. 29
% Preuß. Staat.
8% Sachſen .....
..
7%0 Thüringen. ..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungeſch. +:I.
Ab=
löſungsanl. .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe
38 Aachen v. 29
8½ Baden=Baden
6% Berlin
8% Darmſtadt v. 26
89
v. 28
7% Dresden...
8% Frankfurt a.M.
v. 26
5. 2(
82 Mainz
8% Mannheim v. 2
O
v. 27
8% München ....
8% Nürnberg..
8% Wiesbaden
8% Heſſ. Landesbk
½ „ Goldoblie
4½% Heſſ. Lds.
Hyp.=Bk.=Liquid
4¾% „Kom.=Obl
8% Preuß. Lds
pfbr.=Anſt. G. Pf
82 Boboblie
97.8
84.25
69
75.75
99.6
88.75
80.5
93
94.75
99.75
74.5
51.75
A
33.5
7.25
96.5
81.75
72.5
87
14
91.5
99.3
95
95
88.3
88.5
Landeskomm.
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl
8½ Kaſſeler Land. Goldpfbr.
7½ Kaſſeler Land. Goldpfbr.
100
% Naſſ. Landesbk.
4½% „Liqu.Ob
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
FAuslSer. I
„ „ Ser, II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
Berl. Hyp.B
100.5
gi
93—
„Liqu.=Pfbr
Frkf. Hyp.=Bk.. /100
2%0 „ Lig. Pfbr. 88.5
Pfbr.=Bk. /100.25
„ Liqu
Mein. Hhp.=Vk. /101.5
„ Lia. Pfbr.
Pfälz. Hyp.=Bk.
2 „ Lig. Pfbr.
Preuß.
Boden=
cred.=Bank . ...
%0 „Lig. Pfbr.. / 89.75
Preuß. Centrl
Bodencr.=Bank .1100.25
4½% „ Lia. Pfhr
8% Rhein.Hyp. Bk.
„Lig. Pfbr.
Rhein.=Weſtf
Bo.=Credit.
Süd”. Bod.
Cred.=Bank.
o „
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97
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501,
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Württ. Hhp.=T
Daimler=Benz
% Dt. Linol. Werke
6 Klöckner=Werke
D Mainkrw. v. 26
Mitteld. Stahl.
8½ Salzmannu. Co
7% Ver. Stahlwerkel
8% Voigtck Häffner
J. G. Farben Bond
99.5
97
89
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97.5
898/,
97
90.5
102
90.7
5% Bosn. L.E.B
L. Inveſt.
5% Bulg. Tab. v. 03
4½% Oſt. Schätze
4½ Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
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48 Türk. Admin.
1. Bagdad
4½ „ Zollanl.
4½%6 Ungarn 1913
4½
1914
Goldr.
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Nktien
100.5
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Alg. Kunſtziide UIn
A. E. G.
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Aſchaffbg. Brauere
Zellſtof
Bemberg, J. P..
Bexgm. Cl.=Werke
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen...
Cement Heidelber/
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſe
Chem. Werke Albert
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Contin. Gummiw.
„ Linoleum
Daimſer=Benz...
98.5
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90.5
79.6
75.5
76.1
89.5
27
12.7
5.05
—
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15.5
16
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15
60
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119
50
a7
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89
152.75
99
56
21
Dt. Atl. Telegr.
„ Erdöl ......"
„ Gold=u. Silber
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
Eiſenhandel. . .
Dyckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.-Ge‟
Licht u. Kraf
Eſchw. Bergwerk..
EßlingenMaſchiner
Ettlingen Spinnere
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter
Felt. & Gnilleaume
Frankf. Gas i. Lig.
Hof.
Gelſen:. Bergwer!
Geſ. f.eleftr. Untern.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
96.75
94.5
200
30
75
70
128
31.5
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbraul
Harpener Bergbau
Henninger, Kemp=
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufſerm.
Hirſch Kupfer. . . . .
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil.
Zlſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans.
Nali Chemie
Aſchersleben
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R.. . . . .
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke" .
Knorr C. H...
Lahmeher & Co. ..
Laurahütte .. . . .."
Lech, Augsburg...
58.5
114.75
51.25
35
R
36.75
150
132
48
108
71.5
66
39.5
30
31.9
100
46
63
103
29.5
80
Münch.
Lüdenſcheid Metal
Lutz Gebr. Darmſt
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. . .
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Berg.
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſel
Oberbedarf
Phönix Bergbau
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen".
„ Elektr. Stamm
„ Metallwaren ..
„ Stahlwerke ...
Riebeck Montan. . .
Roeder Gebr. . . .."
Rütgerswerke.
Sachtleben A. G.
Salzdetfurth Kali
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm. Lackfbr.
Schriftg. Stempel
Schuckert Eleftr.
Schwarz=Storchen
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halsfe
Südd. Immobilien
„ Zucker=A. G
Svenska Tändſticks
Tellus Bergbau ..
Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard ..
Tucher=Brauerei.
Ninterfranken ..
Beithwerke
Ber. f. Chem. Ind.
„ Stahlwerke ..
„ Strohſtoffabr. .
„ Ultzamarin ..-
Ne
43
13.25
60.25
110
56.75
Vogtländ. Maſchin.
Voigt & Haeffner.
Wahß & Frehtag.
Wegelin Rußfabrik
Weſteregeln Kali.
Zellſtoff=Verein ...
„ Waldhof. . . . ."
Memel .. . .
99
37
8
63
46
120
170
165
153
39
n8
106.25
78
135.5
26
104
34
85
18.5
45
43.5
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank.. ."
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBankverein
Bayer. Hyp. u. W
Berl. Handelsgeſ.
„ Hhpothekbk..
Comm. u. Privat
Darmſt. u. Nat.=Bk
Dt. Bank und Die
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Bank ...
Frankf. Bank ....
„ Hhp.=Bank ...
Pfdbr.=Bk. ... .
Mein. Hyp. Bank ..
Oſt. Creditanſtalt.
Pfälz. Hhp.=Bank
Reichsbank=Ant. .
Rhein. Hyp.=Bank.
Südd. Bod.=Cr. Bf.
Wiener Bankverein
Württb. Notenban
26
65
57.75
g7.75
137.5
97.75
117.5
A.-G. . Verkehrsw
Allg. Lokalb. Kraftw
7% Dt. Reichsb. Bzg
Hapag ...... .
Nordd. Lloyd. . . .
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Die Berliner Metalltermine vom 4. Juni ſtellten ſich für
Kupfer: Juni 63,50 (65,25), Juli 67 (67,25), Auguſt 67 (67,50),
September 67,75 (68), Oktober 68 (68,50), November 68,25 (68,50),
Dezember 68,50 (68,75) Januar, Februar 68,75 (69), März 69
(69,25) April, Mai 71.25 (69,50). Tendenz: ſtetig. Für Blei;
Juni 20,50 (21,25), Juli, Auguſt 20,50 (21) September 20.50
(21,25) Oktober, November. Dezember 20,75 (21,50), Januar,
Fe=
bruar 21 (21,50) März 21 (21,75) April, Mai 21.25 (21,75).
Ten=
denz: ſtetig. Für Zink: Juni 19 (21), Juli 19 (20,50), Auguſt
19,75 (20,75), September 20 (21), Oktober 21,50 (21) November
21,50 (21,25) Dezember 21 (21,75), Januar 21,75 (21,75) Februar
21,50 (22), März 21,75 (22,50) April 22 (22,75), Mai 22,25 (22,75),
Tendenz: ſtetig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
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Nummer 154
Freitag, den 5. Juni 1931
Seite 17
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Jugenheim und der Malchen.
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Wollen wir wieder einmal wandern im Heimatgebirge, ſo lädt uns
Freundlich das herrliche Stück der Bergſtraße, das da zwiſchen Seeheim
und Auerbach ausgebreitet liegt, mit der hochgetürmten Berggruppe des
Malchen ein.
Seeheim — ein anmutiger Luftkurort am Eingang des ſtillen Ober=
Beerbacher Tales dort, wo die ſüdliche Fortſetzung des Magnetberges
mit dem Tannenberg zuſammenſtößt, von einem Kranze hübſcher
Land=
häuſer umgeben, überragt von dem ehemalig großherzoglich=heſſiſchen
Hoflager. Ein freundlicher Flecken mit einem ſchlichten, grauen
Kirch=
lein mitten unter den Kreuzlein des ſtillen Gottesackers. Und das
heimelige Rauſchen der Buchenwälder droben an den Bergeshängen, in
denen es ſich ſo wunderſam luſtwandeln läßt! Die vielen Ruhebänke
an ſchattigen Plätzchen laden zur Raſt und ſchenken uns ſtets neue
Aus=
blicke auf das Dorf und die weite Ebene da unten. Wie fein iſt ein
ſtiller Gang das wieſengeſchmückte Tal hinauf nach dem ſonnigen
Oden=
walddörfchen Ober=Beerbach!. Wird dir da das Herz nicht weit, wenn
du in all die leuchtende Pracht und Schönheit des Landes hineinſchauſt?
Oder wir ſteigen auf leiſen Pfaden zum Tannenberg hinauf. Still
iſts im dämmerigen Buchendom, und etwas wie vom Zauberhauche der
Romantik weht uns entgegen. Und dann ſtehen wir auf einmal vor
den letzten Trümmern der alten Ritterburg, ein paar wenige
Mauer=
reſte mitten im Grün des Waldes, grasbewachſen die Fläche: eine
ver=
ſunkene Zeit taucht von neuem vor uns auf mit Sporenklirren und
Roſſeſchnauben, im Nu iſt die einſame Stätte bevölkert mit Geſtalten
der Phantaſie, mit kühnen Recken, anmutigen Burgfräulein und dem
Sänger, der in milder Mainacht am Brunnen ſitzt und ein Lied von
ſeiner Minne ſingt; — aber es iſt ja nur das leiſe Blätterrauſchen,
was wir hören, und die Geſtalten, die wir umherſchweben ſehen, es ſind
ja nur die Wipfel der Bäume, vergoldet vom blendenden Sonnenſtrahl.
Und wir reißen uns aus dem Zauber melancholiſcher Träumerei,
neh=
men Abſchied von der Ruinenſtätte, über der doch das Leben webt, und
ſchicken uns an, nach Jugenheim hinabzuſchreiten. Tief eingeſchnitten
liegt unter uns das Sjettbacher Tal. drüben leuchten aus dunklem
Wal=
desgrün die weißen Türme des Schloſſes Heiligenberg auf, und dann
ſind wir unten im Dorfe angelangt. Eine lange Reihe brächtiger Villen
zieht ſich von Seeheim an am Waldrand hin und ſetzt ſich über
Jugen=
heim fort nach Alsbach, ja darüber hinaus bis nach Bensheim, ſo daß
ſich ſchwer ſagen läßt, wo nun eigentlich der eine Ort zu Ende iſt und
der andere beginnt.
Jugenheim. „Ein guter Klang iſt in dieſem Namen. Ich wüßte
Eeinen Ort der Bergſtraße, den ich meinem lieben Heimatdorfe an die
Seite ſtellen könnte. Ob man nun von Norden kommt oder von Süden,
von Weſten oder von Oſten, immer bietet es ſich dem Auge als ein an=
Inutiges Fleckchen Erde dar. Zwei liebliche Gebirgstäler münden in es
ein, das Stettbacher und das Balthäuſer, beide gleich ſchön, beide mit
raulichen alten Mühlen, wo das ſchwere Mühlrad ſich ſo bedächtig
uk
Wanderung nach Wald=Michelbach.
Sonntagskarte Weinheim. Fahrt mit der Main=Neckarbahn
bis Weinheim, umſteigen, einfache Karte bis Mörlenbach löſen.
Fahrt bis Mörlenbach. Beginn der Wanderung. Zeichen —
gelb=blau=gelb, ein kurzes Stück die Straße, ſpäter rechts ab,
nach ½ Stunde Zotzenbach, durch den Ort, am Oſtausgang ſcharf
links, durch Wieſen, dann im Wald, teilweiſe ſteil auf Fuß= und
Fahrweg nach 2 Stunden „Ireneturm” auf der Tromm (577 m,
Rundſicht, Gaſthaus Keil. Naturfreundehaus). Zeichen weiß,
auf Höhenweg in ſüdlicher Richtung über den Schimmelberg
ORin BACN
(494 m) nach 4 Stunden Waldmichelbach (360 m, Geburtsort des
Odenwalddichters Dr. Ad. Karrillon, Gedenktafel am ehemaligen
Schulhaus; Badegelegenheit im Freibad Forellenteich). Zeichen
T weiß, durch die Bahnüberführung, über Wieſengrund durch
Wald zur Straße, nach 5 Stunden Siedelsbrunn, Hartberg
(593 m) bleibt links, nach 5½ Stunden Ober=Abtſteinach, auf der
Straße weiter nach 6. Stunden Unter=Abtſteinach. Mit dem
Poſt=
auto (Abfahrt Sonntags 18.22 Uhr) über Tröſel, Unter=
Flocken=
bach, Gorxheim nach Weinheim. Rückfahrt mit der Main=
Neckarbahn.
dreht, und von rauſchendem Buchwald umgeben. Und dann auf dem
Heiligenberg das Schloß mit ſeiner herrlichen Terraſſe und dem
wun=
dervollen Blick hinab auf das geſegnete Gottesland, die Schloßanlagen
mit dem plätſchernden Springbrunnen und dem lauſchigen Laubengang,
die alte Kloſterruine mitten unter dem Blättergrün, düſter und ſtreng
wie der Geiſt, der einſt in dieſen Mauern gewohnt hat, die aber in
eini=
gen Grabmälern und einem ſteinernen Taufbecken noch intereſſante
geſchichtliche Denkmäler birgt, die uralte Zentlinde dabei, wo
weiß=
bärtige Schöffen in längſt entſchwundenen Zeiten über mancherlei
Sün=
der zu Gericht geſeſſen haben, dann das weithin leuchtende prunkvolle
Goldene Kreuz, das jetzt im Beſitze der evangeliſchen Landeskirche
Heſ=
ſens iſt, weiter unten am Bergeshang die alte Kirche, ein gar liebes
und ſchönes Dorfkirchlein — das iſt Jugenheim, das iſt meine herrliche
Heimat. Die Perle der Bergſtraße! Mit Fug und Recht darf ſie ſo
heißen, ſoll ſie ſo heißen, ſo wie Lindenfels unbeſtritten die Perle des
Odenwaldes iſt.
Freundliche Villen umgeben Jugenheim von allen Seiten,
an=
mutiges Grün lugt aus allen Gärten hervor und der Blumen bunte
Pracht: kein Wunder, wenn alljährlich eine Menge Großſtädter und
Fremder hier Erholung ſucht. Auf wen könnte auch die Schönheit des
lieblichen Beroſtraßeortes ohne Gindruck bleiben, der einmal in ſeinen
wundervollen Wäldern gewandert iſt, den einmal der linde Frieden
die=
ſes Erdenfleckchens umfangen hat? Und jedesmal, wenn ich die alte
Hei=
mat wieder beſuche, fühle ich mich wie verwandelt, ſpüre ich es in mir
wie Sehnen nach der Kindheit, da ich ſo glücklich ſein durfte, dort in
der raunenden Waldeinſamkeit, wo in tauſend und abertauſend Stimmen
Gottes ewige Natur das Lob ihres Schöpfers ſingt. Auf ſtillem Wege,
an verträumten Villen vorbei, und dann einen heckenumſäumten Pfad
hinan wandle ich träumend wie durch ein Märchenland nach dem ſtillen
Haus am Berge in dem meine Wiege ſtand. Die alten, mir ſo
ver=
trauten Räume flüſtern von vergangenen Zeiten, und die
efeuumſpon=
nenen Mauern ſingen mir ſo manches Lied von Heimat und glückſeliger
Kindheit.
Aber ich will ja nicht träumen, will ja wandern und ſchauen, was
mir das Heimatland beut! Reiße dich los von dem wonneſamen
An=
blick, den dir das liebe Jugenheim mit ſeinen grünen Bergen ſchenkt!
Weiter, weiter! Und auch das Leben ſchreitet weiter, immer weiter,
läßt die Heimt hinter ſich, um immer neuen, immer höheren Zielen
zu=
zuſtreben; und doch, am Ende kehrt es wieder dahin zurück, wovon es
ausgegangen war, in die Heimat, und in der Wiedervereinigung mit
ihr findet es den ewigen Frieden.
Eine kleine Weile gehen wir am Waldesſaum entlang. Ueber uns
das dichte Laubdach der Buchen, zur Linken ſteilanſteigende Berge, rechts
unten die Ebene, in der bald ein neues Dorf auftaucht: Alsbach. Aber
wir gehen nun tiefer in den Wald hinein, wunderſames Schweigen liegt
auf den Zweigen, und ehe wir’s uns verſehen, ſind wir oben bei der
Ruine Joſſa angelangt. Zwar finden wir nur ganz kärgliche
Trümmer=
reſte von der ehemaligen Burg Dagsberg, wie ſie eigentlich hieß, viel
weniger noch als drüben auf dem Tannenherg; aber es iſt trotzdem ein
feines Plätzchen, wo der Frülingswind ſo wild durch die Baumkronen
brauſt, wo die Stimmen der Vorzeit in den Zweigen raunen und im
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Seite 18
Freitag, den 5. Juni 1931
Nummer 154
Graſe liſpeln. Und dann wandern wir weiter durch den ſchweigenden
Wald, treten nach einer Weile ins Freie hinaus und gelangen durch
Feld nach dem etwas oberhalb des eigentlichen Dorfes gelegenen
Villen=
biertel Alsbachs mit ſeinen üppig grünenden Vorgärten.
Ueber uns ragt nun auf ſteiler Bergeshöhe die alte Burg
Bicken=
bach, heute Alsbacher Schloß genannt empor. Es iſt nur ein kurzer,
ſteiler Anſtieg bis dorthin. Droben auf der Burg hat einſt in den
ſturm=
bewegten Zeiten des Reformationszeitalters der aus ſeinem Lande
Württemberg vertriebene Herzog Ulrich jahrelang das bittere Brot der
Verbannung eſſen müſſen. Das graue Gemäuer der immerhin noch
leidlich gut erhaltenen Ruine vermag unſer geſchichtliches Intereſſe zu
wecken, und vom Turme aus können wir auf den gigantiſchen Rieſen
Malchenberg über uns und Alsbach und Zwingenberg unter uns
ſchauen. Von hier aus iſt es nicht mehr allzu weit zum turmgekrönten
Gipfel der Bergſtraße
Aber vielleicht ziehen wir es vor, ihm von Jugenheim aus auf den
Leib zu rücken. Es iſt ein ſchöner, ſtiller Gang und üppig grünenden
Buchenwipfeln entlang, höher und höher empor, über den Leſerberg,
auf dem einſtmals eine Kapelle geſtanden hat, weswegen ſein. Name
eigentlich „Erlöſerberg” lautet, in mancherlei Windungen zur Höhe
hinauf. Kurz vor dem Gipfel führt ein Weg hinüber nach dem
Fels=
berg — wie manchesmal ſind wir ihn gewandert und haben uns beim
Austritt aus dem Walde immer aufs neue an dem wundervollen Blick
auf das freundliche Tal drunten und auf all die lieben Höhen des
Oden=
waldes vor uns erfreut. Spitz iſt der Gipfel des Malchen, deſſen „
ge=
lehrter‟ Name Melibokus gar nicht mehr auszurotten iſt, leider. Ein
alter grauer Turm lädt zum Ausguck ein; über der Türe leſen wir zum
ſoundſovielten Male wieder die bekannte Inſchrift in dem klapprigen
Alexandriner=Versmaß, droben aber haben wir bei günſtigem Wetter
eine prächtige Fernſicht, vor allem auf die Rheinebene mit des Stromes
Silberband und ihren Städten und Dörfern, nach Oſten über die
grü=
nen Berggipfel des nordweſtlichen Odenwaldes.
Dicht am Fuße des Berges liegt das Städtchen Zwingenberg. Der
Abſtieg dahin iſt ſehr ſteil. Es iſt ein intereſſanter Ort. Mannigfache
Zeugen aus längſt vergangener Zeit grüßen auf Schritt und Tritt.
Durch ein ſchmales Gäßchen gelangen wir an dem hübſchen Turm
vor=
über, einem Ueberreſt der ehemaligen Stadtbefeſtigung. Von dem Platz
vor der ehrwürdigen evangeliſchen Kirche können wir auf das maleriſche
Städtchen zu unſeren Füßen hinabblicken, das in der Vermiſchung
mit=
telalterlicher mit modernen und modernſten Bauweiſen doppelt
reiz=
voll iſt.
Auf Feldwegen ſtreben wir dann dem nahen Bergvorſprung zu.
Steil geht es bergan, und ebenſo ſteil nachher wieder hinab.
Wunder=
volle Bilder wechſeln einander ab, und während wir ſo im Schauen
wandern, gelangen wir zur Not Gottes, einer in tiefſtem Waldesfrieden
gelegenen Kapellenruine, von der nur noch die Grundmauern erhalten
ſind.
Und nun befinden wir uns unterhalb des Auerbacher Schloſſes: von
ſteiler Höhe grüßen bald ſeine beiden Türme hernieder. Den Hochwald
haben wir hinter uns gelaſſen, und jetzt wird uns ein ſchöner Blick auf
das an den Fuß des Auerberges ſich hinſchmiegende Auerbach geſchenkt.
Der Weg macht viele Windungen, wendet ſich bald der Rheinebene, bald
wieder dem Gebirge zu, das mit ſeinen waldreichen Höhen vor uns
aus=
gebreitet liegt.
Aber die alte Burg droben lockt uns; wir klettern zu ihr hinauf.
Fein iſt auch der Abſtieg zu ihr vom Malchen durch den traumgrünen
Wald. Stattlich iſt die Burganlange und verhältnismäßig wenig
ver=
fallen. Zwinger, Pallas, Burgverlies, die prächtigen Burgtürme hoch
über den Baumwipfeln: das Zeitalter des Rittertums wird wieder
lebendig, wo man hier oben zwar ſtolz und frei, aber doch recht
un=
bequem gehauſt haben mag. Die Burg Auerberg weiß von manchen
Schickſalsſchlägen zu erzählen; franzöſiſche Mordbrenner haben auch
hier ihr Zerſtörungswerk im „geſegneten” Zeitalter Ludwigs XIV.
getan.
Ehe wir ſcheiden, ſchauen wir noch einmal von einer nahen
Wald=
lichtung aus hinüber nach dem Schloſſe Schönberg im Süden, das ſo
anmutig daliegt und das wir ein andermal beſuchen wollen. Uns bleibt
noch ein kurzer, ſteiler Abſtieg, und als wir nach dem hübſchen
Villen=
viertel Auerbachs kommen, koſt der letzte Abendſonnenſtrahl gerade
noch einmal das ſchöne Land, ehe die Sonne verſinkt.
Aus Bädern und Kurorken.
Malbun.
Ueber die Schönheit der Liechtenſteiner Alpen (Dreiſchweſternſtock
und Rhätikon) iſt ſchon viel geſchrieben worden. Vor dem Kriege ſetzte
langſam der Fremdenverkehr im Fürſtentum ein; derſelbe hat ſich in
den letzten Jahren in erfreulicher Weiſe geſteigert. Das Alpenkurhaus
Malbun am Fuße des Sareiſerjochs bietet in der Höhe von 1650 Meter
im Schluſſe des kleinen reizvollen, vom Malbunbach durchſtrömten Tals
einen prachtvollen Ruhepunkt fernab vom Getriebe der
nervenzermürben=
den Großſtadt.
Im nördlichen Schwarzwald liegt in einem mit ſeltener Schönheit
ausgeſtatteten Tale, das von der wildſchäumenden Nench durchfloſſen
wird, maleriſch zwiſchen hohen Bergen eingebettet das durch ſeine
Heil=
quellen ſchon im Mittelalter weithin, bekannte Bad=Peterstal.
Schöne Wege führen durch die meilenweit den Ort umgebenden
Tannen=
wälder und viele herrliche Ruheplätzchen bieten immer wieder andere
bezaubernde Bilder dem Auge dar. Milde ozonreiche Luft bewirkt bei
den Erholungsſuchenden beſtimmt eine Weckung der Lebensgeiſter.
Moor=und Stahlbäder mit ihrem überaus heilkräftigen Waſſer
wirken ſehr belebend auf den Organismus der Patienten. Für den
Wander= und Naturfreund iſt die Lage des Ortes beſonders ideal. Von
hier aus können Wanderungen nach allen Himmelsrichtungen des
Schwarzwaldes unternommen werden. Durch Rundfahrten mit Poſt=
und Privatautos iſt Gelegenheit geboten, die Schönheiten des mächtigen
Schwarzwaldgebirges kennen zu lernen. Schöne Kurhäuſer., Hotels und
Gaſthäuſer mit anerkannt guter Verpflegung und mäßigen Preiſen
machen ebenfalls Bad=Peterstal zu einem beliebten und gern beſuchten
Sammelort der Kurgäſte. Bad=Peterstal iſt Endſtation der
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Freitag, den 5. Juni 1931
Seite 19
Sawia weind anttitt.
Roman von Alexandra von Boſſe.
(Nachdruck verboten.)
Cophright 1930 by Karl Köhler u. Co., Berlin=Zehlendorf.
Richard konnte ſich nun nicht, wie der alte Lanzi es wünſchte,
ſchonen; noch war er nicht bei vollen Kräften, und noch mußte er
den Arm in der Binde tragen, da fuhr er ſchon nach Frascati
hinaus. Der Wirt im Albergo del Sole erkannte ihn gleich, als
er bei ihm einkehrte, und begrüßte ihn freudig. Während er
Mak=
karoni mit Pomidoriſoße ſich ſchmecken ließ und dazu ſüßen,
ſtar=
ken, faſt ſchwarzen Maraschino trank, erzählte ihm der geſprächige
Signor Puccini dies und das, was ſich inzwiſchen in der Umgegend
zugetragen, kam dann auch auf die Villa Valcena zu ſprechen,
wo=
hin die Marcheſina Flavia von ihrem Vater wieder zurückgeholt
werden ſei.
„Die Heiligen haben ſie behütet”, erzählte Signor Puccini,
„aber nun wird ſie in Villa Valcena gleich einer Gefangenen
be=
handelt, und nur zu den Mahlzeiten darf ſie ihr Zimmer verlaſſen.
Dann ſitzt Cavalliere Tocelli neben ihr und verſchlingt ſie mit
ſei=
nen Haifiſchaugen. Nun wird es nicht mehr lange dauern, bis
die Hochzeit iſt”, ſetzte Signor Puccini hinzu, „denn mehr als je
iſt der Herr Marcheſe darauf erpicht, den Tocelli zum
Schwieger=
ſohn zu bekommen.”
„Warum mehr als je?” fragte Richard.
„Weil der Tocelli ein Freund Muſſolinis iſt, wenn auch nur
ſeines Reichtums wegen. Muſſolini braucht reiche Freunde, denn
ohne Soldi kann keiner lange mächtig ſein.”
Richard ſagte ſich, daß Eile geboten war, Flavia aus der
Ge=
fangenſchaft im väterlichen Hauſe zu befreien. Natürlich würde ſie
ſich auch durch die ausgeſuchteſten Quälereien nicht zwingen laſſen,
Tocelli zu heiraten, aber dieſen Quälereien ſie ſo bald wie
mög=
lich zu entziehen, war geboten. Außerdem hatte Lanzi erfahren,
daß Roccaferri bei der Regierung beantragt hatte, Richard als
läſtigen Fremden auszuweiſen. Dieſem Anſuchen war zwar bisher
nicht ſtattgegeben worden, weil Roccaferri einen beſtimmten Grund
für ſeinen Antrag nicht anzugeben vermochte, während man die
Tatſache, daß der Deutſche von einem momentan wahnſinnigen
Italiener augeſchoſſen worden war, nicht als Motivierung der
Ausweiſung benutzen konnte. Immerhin war es doch möglich, daß
Roccaferri bei den herrſchenden ſchiefen Rechtszuſtänden mit
ſei=
nem Antrag durchdrang.
Richard verfolgte den Plan, den kleinen Gino für ſich zu
ge=
winnen, und durch den ſchlauen Jungen, der ja in Valcena in
Dienſt ſtand, einen Brief an Flavia gelangen zu laſſen und ſo
eine Verbindung mit ihr herzuſtellen. Vielleicht hatte ſie ſelbſt
ſchon einen Plan zur Flucht erdacht. Aber er wagte es nicht, in
die Nähe der Villa zu gehen, aus Furcht, bemerkt zu werden. Daß
er den Arm in der Schlinge trug, machte ihn auffällig. Wenn
dem Marcheſe gemeldet wurde, daß ein Fremder, der einen Arm
in der Schlinge trug, ſich um die Villa herumtrieb, konnte
ſtren=
gere Ueberwachung Flavias die Folge ſein, wenn man ſie nicht
gar ganz von Valcena entfernte. Er fuhr nach Tusculani mit der
Abſicht, durch Frau Antonietta Favello Gino, dahin kommen zu
laſſen, ein Vorwand dazu würde ſich finden laſſen. Der Junge
war, wie er ſelbſt verſichert hatte, Flavia ſo ergeben, daß er ſich
wohl bereitfinden würde, wenn man ibn überzeugte, daß er der
angebeteten jungen Herrin damit einen Dienſt erwies.
Als Richard in die große Küche der Trattoria degli
Caccia=
tori eintrat, erkannte ihn Signora Favella ſofort und erhob ein
Freudengeſchrei. Die kleine Albina, deren Bein er geheilt hatte,
ſtürzte auf ihn und küßte ihm die Hände, dann lief ſie eiligſt
davon, um friſche Trauben, die er ſo gern aß, für den geliebten
Herrn Dottore zu holen. Durch ſie verbreitete ſich die Kunde, daß
der deutſche Wunderdoktor wieder da ſei, durch den Ort, und bald
füllte ſich die Schenke mit Verehrern und Neugierigen an, was
Richard gar nicht lieb war.
Er erklärte gleich, daß er nicht gekommen ſei, um zu heilen,
dazu fehle ihm die Zeit, er wollte nur ſeinen lieben Tusculanern
einen Abſchiedsbeſuch machen, ehe er nach Deutſchland zurückkehren
müſſe. Aber nun mußte er es ſich gefallen laſſen, daß ihm Früchte
aller Art in mit Laub hübſch geſchmückten Körbchen gebracht
wur=
den. Frau Favella ſetzte ihm eine ihrer unübertrefflichen
Frit=
taten vor, in der ſchmelzendweiche Artiſchockenböden und zarte
Artiſchockenblättchen eingebacken waren, übergoſſen von dicker,
blut=
roter Pomidoriſoße.
Erſt als die Verehrer des „Uomo ſanto” ſich wieder verzogen
hatten, konnte er gemütlich mit Frau Antonietta plaudern. Sie
jammerte, weil ihm ein Unglück zugeſtoßen ſein mußte, da er
ſei=
nen Arm in der Schlinge trug. Er ſagte, es ſei die Folge eines,
kleinen Unfalls. Dann wollte ſie wiſſen, ob er ſein Ziel erreicht
und durch den Grafen Bronchi den Aufenthaltsort der Marcheſina
Flavia in Erfahrung gebracht habe.
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„Aber”, unterbrach ſie ſich ſelbſt, ehe noch Richard antworten
konnte, „die Marcheſina, mein Herzblatt, iſt ja ſeitdem mit ihrem
Vater nach der Villa Valcena zurückgekehrt. Gott im Himmel
allein weiß, ob ſie es freiwillig getan hat.”
„Wenn ſie wieder daheim zurückgekehrt iſt”, ſagte Richard,
„dann wird Euer kleines Gino ſich freuen, weil er ſie nun wieder
auf ihren Ausritten begleiten kann.”
Da ſchlug Frau Favella jammernd die Hände zuſammen.
„Mein kleiner Gino? Fortgejagt hat er ihn, meinen kleinen
Gino, der Herr Marcheſe, als er kaum mit der Marcheſina nach
Valcena zurückgekehrt war. Wie einen Hund hat er ihn
fortge=
jagt, meinen kleinen Ginuccio, und gedroht, ihn eigenhändig
tot=
prügeln zu wollen, wenn er ſich wieder da ſehen laſſen würde.
Nicht einmal angegeben hat er, warum er ihn fortgejagt!” empörte
ſich Frau Favella.
Vieleicht mutmaßte er, daß Gino der Marcheſina damals
zur Flucht behilflich war”, meinte Richard, und Frau Favella
ſtimmte zu.
„So wird es ſein. Aber wer kann ihm das verraten haben?
Marcheſina Flavia ſelbſt doch ganz gewiß nicht. Und es war doch
kein Unrecht, ſtand er doch im Dienſt der Marcheſina, mußte tun,
was ſie ihm befahl, Herr. Iſt das nicht ſo?‟
„Selbſtverſtändlich” bekräftigte Richard. „Und gewiß würde
Gino nicht zögern, das gleiche noch einmal zu tun, wenn die
Mar=
cheſina es wollte.”
(Fortſetzung folgt.)
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