Darmstädter Tagblatt 1931


31. Mai 1931

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Einzelnummer 15 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Bel wöchentich 7maligem Erſcheinen vom 4. Mal
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Franffurt a. M. 4301.

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart?, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Nummer 149
Sonntag, den 31. Mai 1931.
194. Jahrgang

Amm breſite Zele im Kreiſe Darmſſadt 25 Reichspig.

FinanzAnzelgen 60 Reſchspfg. 92 mm breiſte Relame=
zelle
3.00 Reichsmark. Alle Preiſe in Reichsmart
(4 Doſlar 4.20 Markl. Im Falle höherer.
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strell uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
aufträge
und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konlurs oder gerichtlicher Beltreibung fällt jeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darm=
Kädter und Nationalbank.

Notverordnung vor dem Kabinett.
Enkſcheidung bis Miktwoch. Wegfall der Lohnſteuer=Rückerſtakkung. Beſprechung mit den Beamken=
verkrekern
und Länderminiſtern. 25 Geſehe in der Nokverordnung. Vor Verkeidigungsreden des Kabinekks

Zeue Inteigen
jehl gegen den Finanzminiſter.
* Berlin, 30. Mai. (Priv.=Tel.)
Das Reichskabinett ſteckt intenſiv in den Beratungen über die
Notverordnungen. Es iſt am Samstagabend erneut zuſammenge=
kreten
, nachdem am Samstag vormittag ſchon Chefbeſprechungen
zur Klärung einiger Mißverſtändniſſe ſtattgefunden hatten. Wahr=
ſcheinlich
wird es auch den Sonntag benutzen, um die Arbeiten an
der Notverordnung zu fördern, ſo daß dann anfangs nächſter
Woche der Geſetzentwurf, endgültig verabſchiedet werden kann.
Sobald die Beſchlüſſe des Kabinetts vorliegen, werden die Län=
dervertreter
empfangen. Am Montag wollen ſich die Be=
ſamtenvertreter
mit dem Kanzler in Verbindung ſetzen, um
zu hören, wie das Beamtennotopfer in ſeinen Einzelheiten aus=
ſehen
ſoll. Gerade die Länder haben auf einen Abbau der Beamten=
gehälter
Wert gelegt. Noch größer werden die Einſparungen bei
den Perſonalkoſten in den Gemeinden ins Gewicht fallen, beſon=
ders
, wenn die Gemeinden dazu übergehen, die Gehaltsſätze ihrer
Beamten und Angeſtellten denen der Reichsbeamten anzupaſſen.
Nachzutragen iſt aus der Notverordnung noch, daß die Abſicht
beſteht, die Rückerſtattung der Lohnſteuer, die bisher
20 Millionen jährlich betrug, aber etwa 40 Millionen Koſten ver=
urſachte
, fallen zu laſſen, ſo daß auch an dieſer Stelle noch
60 Millionen zugunſten des Reiches verbucht werden können.
Nachdem das Kabinett in der Freitagsſitzung die Brot=
preisfrage
berührt und ſich mit Zollſenkungsmaßnahmen be=
ſchäftigt
hat, wird es bei den weiteren Beratungen auch die Vor=
bereitung
des Wochenendbeſuches in Cheguers miter=
ledigen
. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß Richtlinien nicht ausgear=
beitet
werden, weil Kanzler und Außenminiſter zu dem Zweck nach
England fahren, um zu erfahren, wie die britiſche Regierung ſich
zu den verſchiedenen Problemen der Gegenwart ſtellt. Trotzdem
wverden Kanzler und Außenminiſter alle Möglichkeiten einer
finanziellen Entlaſtung Deutſchlands mit den Engländern durch=
ſprechen
. Wir haben wiederholt zum Ausdruck gebracht, daß uns
mit einem Zahlungsaufſchub oder einer Anleihe
nicht zu helfen iſt, ſondern, daß nur eine wirkliche Erleich=
terung
eintritt, wenn die Youngzahlungen ganz erheblich abge=
baut
werden.
Wie ſtark ſich namentlich an den internationalen Börſen die
Anſchauung befeſtigt hat, daß Deutſchland auf die Dauer nicht in
der Lage iſt, ſeinen Reparationsverpflichtungen nachzukommen,
geht am beſten aus der Bewertung der Younganleihe her=
vor
, die im Zeichen eines fortſchreitenden Kursver=
Falles ſteht. Gerade in den letzten Tagen hatte das Papier
empfindliche Kursverluſte zu verzeichnen, ſo daß die jetzigen Bör=
ſennotierungen
nur noch 3 des Emmiſſionswertes ausmachen. Faſt
31 Prozent hat die Anleihe, die in Paris zum Kurſe von 98,25
Prozent zur Zeichnung aufgelegt war, an ihrem Nominal=
wert
eingebüßt.
Bedauerlich iſt, daß unmittelbar vor der Abreiſe des Kanzlers
und des Außenminiſters beide Herren werden am Mittwoch
abend Berlin verlaſſen und erſt am nächſten Dienstag zurückkehren
neue Quertreibereien im Stil des Vorſtoßes gegen
Dr. Curtius während der Genfer Verhandlungen einſetzen. Dies=
mal
ſteht die Perſon des Reichsfinanzminiſters Dietrich
im Vordergrund, dem nachgeſagt wird, daß er im Begriffe ſei,
das Finanzminiſterium zu verlaſſen. Ohne auf das Drum und
Dran und auf die verſchiedenen Dementis, die mit dieſem Intri=
genſpiel
verbunden ſind, einzugehen, darf doch feſtgeſtellt werden,
daß es beſſer wäre, dieſe Attacken auf das Kabinett oder einzelne
ſeiner Miniſter zu unterlaſſen, weil dadurch nur das Anſehen
der Regierung im Ausland geſchädigt wird, gerade
in dem Augenblick, wo ſie ſich anſchickt, dem Plan zur Youngrevi=
ſion
Bundesgenoſſen zu werben.
In Regierungskreiſen wird erklärt:
Nach dem Verlauf der geſtrigen Sitzung läßt ſih jetzt feſt=
ſtellen
, daß die Beratungen keinesfalls vor Mittwoch abend zum
Abſchluß kommen. Dann wird der Kanzler, ehe er ach Che=
quers
reiſt, die Verordnung gegenzeichnen, und der Staats=
ſekretär
der Reichskanzlei wird ſie dem Reichspräſidenien vor=
legen
, der ſich zur Erholung auf ſeinem Gut aufhält und dem
die letzte Entſcheidung zuſteht. Schon daraus ergibt ſich, daß
mit der
Veröffenklichung vor Ende der nächſten Woche
unter keinen Umſtänden zu rechnen iſt.
Die Schwierigkeiten der Beratungen liegen einmal in der
Materie ſelbſt. Das zeigt ſich ſchon an dem Umfang der neuen
Notverordnung. Sie wird etwa zwei Dutzend Geſetzentwürfe
enthalten, alſo ein ebenſo ſtarker Band werden wie ihre Vor=
gängerin
vom letzten Dezember. Auch in Kreiſen der Reichs=
regierung
iſt man ſich darüber klar, daß es darauf ankommt,
die z. T. harten Maßnahmen, die die Situation erfordert, ſo
an die Oeffentlichkeit zu bringen, daß ſie pſychologiſch tragbar
ſind. Dies fordert eine ſehr ſorgfältige Behandlung. Die
Reichsregierung hat das Beſtreben, die Laſten und Opfer
möglichſt gerecht zu verteilen. Daxaus erklärt ſich
z. T. die Staffelung in der neuen Kürzung der Beamtengehälter
und der Kriſenſteuer. Wenn die Sätze auch im einzelnen noch
nicht feſtliegen, ſo läßt ſich doch mit Sicherheit ſagen, daß die
Kürzung der Beamtengehälter ſich praktiſch mit 45
Prozent auswirken wird, die Kriſenſteuer mit 13 Pro=
zent
. Aus dieſen Angaben geht hervor, daß die vielfachen Mut=
maßungen
, die in der Oeffentlichkeit angeſtellt werden, zum
großen Teil übertrieben ſind. Die höchſten Stufen der Kür=
zungsſtaffelung
, die bis 8 Prozent hinaufreichen, finden nur auf

die Beamten der oberſten Stellen Anwendung. Die Kriſen=
ſteuer
beginnt mit 1 Prozent bei wahrſcheinlich 3600 RM., wird
z. B. bei einem Einkommen von etwa 8000 RM. 1½ Prozent
betragen und bis zu 5 Prozent bei den großen Gehältern an=
ſteigen
. Sie wird deshalb verhältnismäßig niedrig gehalten,
weil auch das Reichskabinett ſich darüber klar iſt, daß die
Kriſenſteuer eine ſchwere Belaſtung bedeutet, und die Gehälter
der Privatangeſtellten bereits zum größten Teil empfindlich ab=
gebaut
worden ſind. Jedenfalls läßt ſich feſtſtellen, daß die Reichs=
regierung
ſo ausgleichend und ſchonend wie möglich vorgehen
will. Das erſcheint ihr um ſo notwendiger, als die erforder=
lichen
Einſparungen auch auf ſozialem Gebiete Härten mit ſich
bringen, die eben nur aus der Not der Zeit zu erklären ſind.
Es iſt anzunehmen, daß die Mitglieder des Kabinetts nach
dem Erſcheinen der Notverordnung der Oeffentlichkeit im Sinne
der Verordnung die Schwierigkeiten und den Ernſt der gegen=
wärtigen
Situation und den Zwang zu entſchiedenen Maß=
nahmen
vor Augen führen werden. Daran werden namentlich
Reichskanzler, Dr. Brüning, Reichsfinanzminiſter Dr. Dietrich
und Reichsarbeitsminiſter Dr. Stegerwald den Hauptanteil
haben. So wird z. B. Dr. Stegerwald in der übernächſten
Woche zwei große Reden im Rheinland und in Weſtfalen halten.
In Kreiſen, die der Reichsregierung naheſtehen, zweifelt man
nicht daran, daß die Oeffentlichkeit der Notverordnung das
notwendige Verſtändnis entgegenbringen wird.
Anbegründete Eiferſucht.
TU. Paris, 30. Mai.
Die Pariſer Preſſe läßt keinen Tag vorübergehen, ohne ſich
in höchſt mißtrauiſcher und übelwollender Weiſe über Chequers
auszuſprechen. Im Echo de Paris erklärt Pertinas u. a.,
die deutſche Abſicht, Henderſon und Macdonald für die deutſche
Theſe des Anſchluſſes, der Abrüſtung und des Minderheitsvertra=
ges
zu gewinnen, ſei bereits bekannt geweſen. Man habe jedoch
bisher nicht gewußt, daß ſich die deutſchen Staatsmänner bei der
gleichen Gelegenheit auch auf die Reparationsfrage ſtürzen wür=
den
. Die ſchlechte Wirtſchaftslage des Reiches, ſolle als Aus=
gangspunkt
aller Forderungen gemacht werden, wobei die Reichs=
miniſter
bemüht ſein würden, die Engländer davon zu überzeugen,
daß die beiden von der Arbeitsloſigkeit am ſchwerſten betroffenen
Länder gemeinſame Schritte machen müßten. Da Macdonald zu
raſchen Entſchlüſſen nicht ſehr geeignet erſcheine, ſei es wenig
wahrſcheinlich, daß aus den Verhandlungen, ein feſt umriſſener
Entwurf hervorgehen würde. Außerdem wiſſe der engliſche Mini=
ſterpräſident
, daß er die Pariſer Regierung nicht vor vollendete
Tatſachen ſtellen dürfe, ohne eine gefährliche Reaktion gegen die
britiſche Politik hervorzurufen. Bei dem ganzen Aben=
teuer
(!) ſeien alſo weniger Verſprechungen von ſeiten Eng=
lands
zu befürchten, als vielmehr eine Ermutigung der deutſchen
Politiker durch die Tatſache eines freien Meinungsaustauſches.
Das linksgerichtete Oeuvre will beruhigend wirken und
erklärt u. a., Paris ſolle London keine Eiferſuchtsſzenen vor=
machen
. Heute habe die Miniſterbegegnung weit geringere Be=
deutung
, als wenn ſie vor der Tagung des Völkerbundes ſtatt=
gefunden
hätte. Die franzöſiſchen Intereſſen müßten allerdings lei=
den
, wenn man in Chequers über die Reviſion des Youngplanes
ſprechen ſollte. Ohne Frankreich könne man jedoch gar nicht ernſt=
haft
verhandeln.
Amerika und die Morakoriumsgerüchke.
TU. New York, 30. Mai.
Der diplomatiſche Korreſpondent der Morningpoſt meldet
aus Waſhington, daß dort die Gerüchte über ein deutſches Mora=
toriumsgeſuch
für die ungeſchützten Youngplanzahlungen keine
große Ueberraſchung hervorgerufen haben, ebenſowenig wie
die Tatſache, daß ſich die Beſprechung in Chequers vorausſichtlich
um die Reviſion des Youngplanes drehen würde. Die Ausfüh=
rungen
auf der Waſhingtoner Konferenz der Internationalen
Handelskammer hätten bereits den Weg hierfür geebnet und die
Oeffentlichkeit auf eine ſolche Möglichkeit vorbereitet. Eine
ſolche Reviſion käme wegen des Fehlbetrages im
amerikaniſchen Haushalt und den dann unver=
meidbaren
Steuererhöhungen zu ungelegener
Zeit.

Geldſtrafen für fremde Milikärflieger.
Die am Mittwoch auf dem Flugplatz Euren gelandeten fran=
zöſiſchen
Militärflieger hatten ſich am Samstag vor dem Amts=
gericht
in Trier wegen Paßvergehens und Verſtoßes gegen das
Geſetz über den Luftverkehr zu verantworten. Sie wurden zu 150
bzw. 100 Mark Geldſtrafe, erſatzweiſe zu 15 Tagen bzw. 10 Tagen
Gefängnis verurteilt. Die beiden Angeklagten nahmen das Urteil
an, das damit rechtskräftig geworden iſt. Der franzſiſche Kon=
ſularagent
in Trier ſtellte ihnen die notwendigen Geldmittel zur
Verfügung. Die beiden Flieger werden am Sonntag nach Frank=
reich
zurückkehren.

Der am Pfingſtſamstag in Tirſchenreuth gelandete tſche=
chiſche
Flieger wurde vom Atmsgericht Tirſchenreuth wegen
Vergehens gegen die Paßvorſchriften in Tateinheit mit einem
Vergehen gegen die luftpolizeilichen Vorſchriften zu 100 Mk. Geld=
ſtrafe
oder erſatzweiſe zu zehn Tagen Gefängnis und zur Tragung
ſämtlicher Koſten einſchließlich der Schadenserſatzanſprüche ver=
urteilt
. Der Angeklagte nahm das Urteil an. Nach Zahlung
der Koſten? darf er die Rückreiſe, mit der Bahn antreten. Das
Flugzeug wird abmontiert.

*
Redefreiheik in Waſhingkon.
Ein Maulkorb für den Handelskammer=Kongreß. Leiſetreten
die Parole, was Reparationen, Schuldentilgung und Schutzzölle
anbelangt. Schlechte Zeiten und ſchlechte Ausſichten auf die
Präſidentenwahl 1932.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
4. G. 4. New York, Ende Mai 1931.
Die Japaner gelten als Meiſter der Kunſt, ihre Gedanken
hinter Worten zu verbergen. Als man Kenkichi Kagami, den
Präſidenten der japaniſchen Großreederei Nippon Yuſen Kaiſcha
und Führer der japaniſchen Abordnung zum Kongreß der Inter=
nationalen
Handelskammer, um ſeine Anſicht über das Ergeb=
nis
der Tagung in Waſhington fragte, ſagte er: Der Kongreß
hat ſich allerdings nicht auf eine beſtimmte Politik gegenüber
der Welt=Kriſe zu einigen vermocht, aber wenigſtens kennt und
verſteht jetzt jedermann die Bedeutung der Lage, in der wir
alle uns heute befinden.
Höflicher läßt ſich die Tatſache, daß man
einer poſitiven Stellungnahme gerade zu den
wichtigſten auf dem Handelskammer=Kongreß
zur Sprache gekommenen Fragen Reparati=
onen
und Alliierten=Kriegsſchulden auf
leiſen Sohlen aus dem Wege gegangen iſt, kaum
feſtſtellen. Es iſt nicht anzunehmen, daß die Handelsherren,
die Induſtriellen, Staatsmänner, Finanzleute und Wirtſchaftler
erſt nach Amerika kommen mußten, um zu der Erkenntnis zu
gelangen, daß alle Welt ihr Teil an der Wirtſchafts=Depreſſion
zu tragen hat. Aber vielleicht hatte mancher gehofft, etwas
Neues bezüglich der Haltung der amerikaniſchen Regierung zu
den Welt=Problemen zu erfahren. Wer damit rechnete, hat eine
herbe Enttäuſchung mit nach Hauſe genommen. Vielleicht hätte
die Entſchließung in die der Kongreß ſeine Erörterungen über
die Wiederaufrichtung des internationalen Handelsverkehrs
zuſammenfaßte, etwas anders gelautet, hätte die Zuſammen=
kunft
nicht gerade in der nordamerikaniſchen Bundeshauptſtadt
ſtattgefunden.
Die amerikaniſche Regierung ſteht unter
ſtarkem wirtfchaftlichen, unter noch ſtärkerem
politiſchen Druck. Sie ſieht ſich in ihrem Staatshaushalt
einem Defizit gegenüber, das bis Ende des Rechnungsjahres
(30. Juni) auf eine Dollarmilliarde angewachſen ſein mag. Die
Erwerbsloſigkeit, die nach einer Aeußerung Präſident Hoovers
vom März vorigen Jahres innerhalb ſechzig Tagen ihren Tief=
ſtand
überwunden haben ſollte, zeigt keine nennenswerte Beſ=
ſerung
. Die als Hilfe für die Landwirtſchaft gedächten, Maß=
nahmen
haben nur das eine erreicht, daß die einheimiſchen Ge=
treidepreiſe
künſtlich auf einer gewiſſen Höhe gehalten wurden,
während andererſeits die Farmbehörde nicht weiß, was ſie mit
den ungeheuren, zu hohen Preiſen erſtandenen und eingelagerten
Ueberſchuß=Vorräten anfangen ſoll. Induſtrieen, die ſich nach
dem Börſenkrach vom Spätjahr 1929 dem Präſidenten gegen=
über
zum Verzicht auf Verkürzung der Arbeitslöhne verpflichte=
ten
, fangen an, die Geduld zu verlieren. Die Führer der orga=
niſierten
Arbeiterſchaft, wie z. B. Präſident Green von der
American Federation of Labor, drohen mit allgemeiner
Arbeitseinſtellung, falls die Großinduſtrieen, die be=
reits
zum Teil ihre Leute nur einige Tage in der Woche arbeiten
laſſen, nun doch zu Lohnabſtrichen ſchreiten ſollten. Die ganze
oberflächliche Freundſchaft zwiſchen Kapital und Arbeit droht
in die Brüche zu gehen. Und dazu kommt im nächſten Jahre die
Präſidentenwahl.
Man kann es verſtehen, warum der verantwortliche Leiter
der Regierung in Waſhington ſchon vor Beginn der Handels=
kammer
=Tagung einen deutlichen Wink gab, daß jetzt der unge=
eignetſte
Augenblick zur Aufrollung der Frage, in welcher Be=
ziehung
Reparationen, Kriegsſchuldenzahlung, Schutzölle und
das Gold=Problem zur Wiederbelebung des Welthandels ſtehen
könnten, ſei, und warum er in ſeiner Eröffnungsanſprache dieſe
Dinge überging und die Rüſtungsfrage in den Vordergrund
ſchob.
Die Rede Herrn Hoovers hat, Kabelmeldungen nach zu ur=
teilen
, in Deutſchland deshalb beſonderen Eindruck gemacht, weil
man des Präſidenten Mahnung und Drängen auf Beſchränkung
auch des Rüſtens zu Lande im Intereſſe der Wirtſchaftsbelebung
als vornehmlich an die Adreſſe Frankreichs und ſeiner Vaſallen
gerichtet anſah. Man kann nicht ſagen, daß die amerikaniſchen
Wirtſchaftler der Auffaſſung Herrn Hoovers, die Rüſtungslaſt
ſei die wichtigſte Urſache der Depreſſion, einmütig beigetreten
wären. Es wird u. a. darauf hingewieſen, daß die Welt ſeit
zehn Jahren, in denen es gute wie ſchlechte Zeiten gab, an
dieſer Bürde getragen hat und daß gerade Frankreich und Ruß=
land
, die zurzeit die größten ſtehenden Heere haben, bis jetzt am
wenigſten vom Darniederliegen des Welthandels zu ſpüren be=
kommen
haben. Man wirft dem Präſidenten vor, daß er mit
ſeiner an ſich ſicherlich zur Sache gehörigen Erörterung der
Rüſtungslaſt die einzige internationale Frage auserſehen habe,
die er überhaupt hätte anſchneiden können, ohne ſelbſt in Ver=
legenheit
zu kommen, und der Leitartikler wenigſtens eines
großen Blattes erdreiſtet ſich ſogar, dies einen ſmarten Trick
zu nennen.
Obwohl vor Beginn des Kongreſſes die Parole ausgegeben
war, bezüglich der wichtigſten Weltwirtſchaftsfragen möglichſt
leiſe zu treten, ſchnitten deutſche und engliſche De=
legaten
das verpönte Thema Reparationen und
Kriegsſchulden an. Wenn man ſich noch immer mit der
möglichſt oft wiederholten, wenn auch vorläufig rein akademiſchen
Erörterung dieſer Themata zufrieden gibt, dann kann man ſich
auch damit einverſtanden erklären, daß die Deutſchen und die
Engländer, aus Rückſicht auf ihre Gaſtgeber, in die Endreſo=
lution
einſtimmten, obſchon man dieſe auch beim beſten Willen
nicht als einen Schritt vorwärts anſprechen könnte.
Dieſe Entſchließung man überließ ihre Formulierung
Amerikanern erkennt im Prinzip an, daß eine unparteiiſche
Prüfung der ſo heiklen Kriegsſchuldenfrage nicht unvereinbar
wäre mit vorhandenen internationalen Verpflichtungen, ſofern
dieſe Nachprüfung aus den veränderten Wirtſchaftsverhälniſſen
zu rechtfertigen wäre. Die Deutſchen und die Englän=
der
ließen ihre Anträge auf Einſetzung eines
Ausſchuſſes zur ſofortigen Aufnahme dieſer
Nachprüfung fallen, und der Kongreß war damit der

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Nummer 149

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peinlichen Notwendigkeit überhoben, dahingehende Vorkehrungen
zu treffen. Er beſtätigte zwar ſeine 1923 in Rom zu der Frage
eingenommene Haltung, ließ aber nichts darüber verlauten, ob
die jetzige Wirtſchaftslage die Nachprüfung geboten oder an=
gebracht
erſcheinen laſſe. Um etwaigen Entäuſchten die Pille
etwas zu verſüßen, erklärte Willis H. Booth, der Präſident der
New Yorker Guaranty Truſt Co., als Wortführer der amerika=
niſchen
Abordnung, dieſe ſei niemals der Auffaſſung entgegen=
getreten
, daß eine Nation nicht durchaus berechtigt ſei, eine
Nachprüfung der Kriegsſchulden auf der Grundlage der hin=
ſichtlich
ihrer Abtragung getroffenen Vereinbarungen zu bean=
tragen
. Und bezüglich der Zollpolitik im Zuſammenhang mit
dem Welthandel begnügte ſich der Kongreß, wiederum eingedenk
der Parole des Nichtanrührens, mit der Empfehlung, möglichſt
alle dem freien Handelsverkehr entgegenſtehenden Hinderniſſe
aus dem Wege zu räumen. Das ſind ſo ungefähr die
dickſten Brocken in der ſonſt ſo dünnen Suppe,
mit der man die Teilnehmer an der ſechſten Ta=
gung
der Internationalen Handelskammer ab=
peiſte
, ehe man ihnen gute Reiſe auf dem Heim=
weg
wünſchte.
Man darf nicht annehmen, daß die Geſchäftswelt der Ver=
einigten
Staaten ſich nicht längſt darüber klar geworden wäre,
daß die Eigenintereſſen des größten Staatenbundes der neuen
mit denen der übrigen Welt unlösbar verknüpft ſind. Das hat
ſelbſt Herr Hoover oft genug ausgeſprochen, wenn auch viel=
leicht
nicht in letzter Zeit, ſo doch damals, als er eben die Lei=
tung
des Handelsminiſteriums niedergelegt hatte und ſich um
das jetzt von ihm bekleidete Amt bewarb. Daß Herr Hoover
Mut hat, hat er mehrfach bewieſen, auch ſtärkſtem Druck gegen=
über
. Und wenn er ſich heute nicht zu dem Zugeſtändniſſe ver=
ſtehen
kann, daß die jetzige Kriſe anderen Charakters iſt als alle
früheren, daß ſie nur durch gemeinſames Vorgehen aller Nati=
onen
überwunden werden kann, ſo darf man dies nicht Mangel
an Einſicht zuſchreiben Herbert Hoover kennt ſich in der Welt=
wirtſchaft
aus , ſondern lediglich dem Umſtande, daß die
republikaniſche Partei, deren Führer er iſt, auch aus der nächſten
Präſidentenwahl als Sieger hervorgehen möchte. Sie hofft, daß
ſich bis 1932 die Lage ſoweit gebeſſert haben wird, daß ſie ſich
den Aufſchwung zugute ſchreiben kann.
Vorläufig ſind jedoch am Wirtſchafts=Horizont keinerlei An=
zeichen
zu erblicken, die auf gutes Wetter ſchließen ließen. Wenn
ſie ſich nicht bald einſtellen, könnte ſich die amerikaniſche Regie=
rung
plötzlich gezwungen ſehen, ſich ernſtlich gerade mit
den Fragen zu befaſſen, deren gründliche Beſprechung auf dem
Handelskammer=Kongreſſe man auszuſchalten verſtand. Wer den
Lauf der Dinge in Deutſchland aufmerkſam verfolgt, der braucht
nicht Hellſeher und nicht Prophet zu ſein, um ungefähr die Zeit
vorausſagen zu können, wann Deutſchland am Ende
ſeiner Kräfte angelangt iſt. Und dann wird man auch
in Waſhington trotz allen Sträubens zugeben müſſen, daß Re=
parationen
und Alliierten=Kriegsſchulden doch etwas miteinander
zu tun haben. Vielleicht wird man ſogar zugeben, daß der
neue Zollarif ſeinen ihm von ſeinem Mit=Urheber, dem Senator
Smoot, zugeſchriebenen Zweck, die abhanden gekommene Proſperi=
tät
preſto preſtiſſimo wieder herbeizuzaubern, nicht ganz erfüllt
hat, und daß auch die Wunder, die man den Farmern verſprach,
ausgeblieben ſind.

Begiun des Mailänder Verſchwörungs=Prozeſſes.
Vor dem Außerordentlichen Staatsſchutzgericht begann geſtern
der Prozeß gegen die Verſchwörung von Mailänder Intellektuellen
zum Sturze des Regimes. Hauptangeklagte ſind Rechtsanwalt
Riccardo Bauer und der Profeſſor für Volkswirtſchaft Erneſto
Roſſi, die an der Spitze der republikaniſchen Geheimorganiſa=
tion
Gerechtigkeit und Freiheit ſtanden. Sie werden beſchul=
digt
, einen bewaffneten Aufſtand und den Bürgerkrieg zur Be=
kämpfung
des Regimes angeſtrebt zu haben. Die Angeklagten
hätten in heimlichen Zuſammenkünften die Neubildung der Frei=
maurerlogen
in Italien verſucht, Flugſchriften verbreitet und
Geldmittel für den Kampf gegen den Fascismus geſammelt.
Außerdem wird ihnen auch die Herſtellung von Sprengkörpern
vorgeworfen. Von den urſprünglich verhafteten 19 Perſonen ſind
acht in der Vorunterſuchung freigeſprochen worden; einer der
Verhafteten beging im Gefängnis Selbſtmord, während drei an=
dere
flüchtig geworden ſind. Es ſind daher vor Gericht nur ſieben
Angeklagte erſchienen.
Im Prozeß gegen die Mailänder Intellektuellen des Ge=
heimbundes
Gerechtigkeit und Freiheit wurde am Samstag
nachmittag vom außerordentlichen Gericht zum Schutze des
Staates das Urteil gefällt. Die beiden Hauptangeklagten,
Rechtsanwalt Riccardo Bauer und Profeſſor Erneſto Roſſi,
wurden zu je zwanzig Jahren Zuchthaus verur=
teilt
, der Schriftſteller Dino Roberto, der früher Mitarbeiter
des Popolo d’Italia war, und der Ingenieur Vincenzo Calace
zu zehn Jahren, der ſardiniſche Flieger Viezzoli zu ſechs Jahren
Zuchthaus. Ingenieur Mario Damiani und Profeſſor Zari aus
Mailand wurden wegen ungenügender Beweiſe freigeſprochen.

*
Theologiſche Propädeukik.
das Weſen des evangeliſchen Chriſtentums in Glaube, Frömmig=
keit
und Lebensgeſtaltung.
Von D. Heinrich Matthes.
Göttingen. Vandenhoeck und Ruprecht. 1931. 170 Seiten.
Geheftet 6., gebunden 7. RM.
Die Lehrerausbildung in Heſſen hat einen doppelten Charak=
ter
: ſie ſoll wiſſenſchaftliche Gründlichkeit und Vertiefung
akademiſchen Art verbinden mit den praktiſchen Erforderniſſen
des Berufes in der Volksſchule. Hat dieſe Aufgabe ihre Span=
nungen
und Schwierigkeiten, die wir ja in Heſſen kennen, ſo gilt
dies ganz beſonders vom Religionsunterricht. Es wird
verlangt, daß die Ausbildung auf dem Pädagogiſchen Inſtitut
das Weſen des evangeliſchen Chriſtentums in Glauben, Fröm=
migkeit
und Sittlichkeit, die Auseinanderſetzung des Chriſten=
tums
mit den geiſtigen Strömungen der Gegenwart, die Grund=
fragen
der bibliſchen Wiſſenſchaften, Abriß der kirchengeſchicht=
lichen
Entwicklung mit beſonderer Beziehung auf die großen
Perſönlichkeiten und auf die Einwirkung des Chriſtentums auf
das deutſche Volkstum umfaſſe. Es ſoll alſo evangeliſches
Chriſtentum dargeſtellt werden in ſeiner Verknüpfung mit den
Geiſteswiſſenſchaften einerſeits und doch mit einer pädagogiſchen
Abzweckung andererſeits. Aus dieſer Notwendigkeit iſt das
Lehrfach der Theologiſchen Propädeutik entſtanden. Es unter=
ſcheidet
ſich ſowohl von der bei dem früheren Seminarbetrieb
geübten bloßen Einführung in den Stoff des Neligionsunter=
richtes
als auch einer bloßen Religionspädagogik. Es handelt
ſich auch nicht um einen Beitrag zur Frage evangeliſcher Päda=
gogik
, d. h. den etwa für preußiſche Verhältniſſe der kon= unterricht verſtändlich und notwendig.
feſſionellen Akademien notwendigen Ausbau der geſamten
Erziehung aus evangeliſcher Grundhaltung heraus, ſondern um
ein neues, ſeither kaum beſchrittenes Gebiet: den Einbau des
Es ergeben ſich dabei von der Theologie zur Pädagogik hinüber
und herüber wertvolle wiſſenſchaftliche Anregungen.
Der Dozent am Pädagogiſchen Inſtitut Darmſtadt und
Mainz, Profeſſor D. Matthes hat nunmehr ſeiner hier gehaltenen
Vorleſungen über Theologiſche Propädeutik uns gedruckt vor=
gelegt
. Es iſt uns damit eine Schrift geſchenkt, der großes
Intereſſe begegnen wird nicht nur bei den werdenden Religions=
lehrern
denjenigen an den höheren und denjenigen an den
Volksſchulen ſondern auch bei den im Amte Stehenden und
weit darüber hinaus bei jedem Gebildeten, der die wiſſenſchaft=

Sonntag, den 31. Mai 1931

Vom Tage.
Ein mit Stahlhelmern beſetztes Laſtauto ſtürzte beim Ueber=
holen
eines Pferdefuhrwerks auf der Straße NeumarktDeutſch=
Liſſau um, wobei ein Inſaſſe getötet, mehrere ſchwer verletzt
wurden.
Der Reichspräſident iſt geſtern nachmittag wieder in der Reichs=
hauptſtadt
eingetroffen.
Wie auf Anfrage vom Hagener Polizeipräſidium mitgeteilt
wird, hat ſich die Zahl der Toten der blutigen Zuſammenſtöße zwi=
ſchen
Kommuniſten und Nationalſozialiſten am Donnerstag in=
zwiſchen
auf drei erhöht. Am Samstag vormittag iſt auch der
ſchwerverwundete Nationalſozialiſt Hubert ſeinen Verletzungen er=
legen
.
Die Reichsregierung hat den deutſchen Botſchafter in Paris
beauftragt, bei der franzöſiſchen Regierung wegen der wiederhol=
ten
Ueberfliegung deutſchen Gebietes durch franzöſiſche Militär=
flugzeuge
ernſte Vorſtellungen zu erheben.
Die infolge der Spionage=Angelegenheit notwendig gewor=
denen
Betriebsratswahlen der J. G.=Farbwerke Höchſt hat=
ten
folgendes Ergebnis:
Soz. Gewerkſchaften 1648 Stimmen, 9 Sitze (9), 237 Stimmen,
688 Stimmen, 4 Sitze (3), 63 Stimmen,
Chriſtl.
Kommuniſtiſche RGO. 1030 Stimmen, 6 Sitze (7), 633 Stimmen,
276 Stimmen, 1 Sitz (1), 32 Stimmen.
Nat.=ſoz. Liſte
Wie aus Lille gemeldet wird, haben die Streikenden im nord=
franzöſiſchen
Textilgebiet in einer großen Verſammlung beſchloſſen,
den Kampf fortzuſetzen. Es fand eine Maſſenverſammlung ſtatt,
an der mehrere Tauſend Perſonen teilnahmen.
Der Steuerausſchuß des Völkerbundes iſt vorgeſtern zuſam=
mengetreten
und hat zum Vorſitzenden den Präſidenten des
Reichsfinanzhofes in München. Dr. Dorn, gewählt.
In ſpaniſchen Finanzkreiſen herrſcht über die letzten finanz=
politiſchen
Ereigniſſe und über die Baiſſe der Peſeta große Er=
regung
, die zu den wildeſten Gerüchten und dieſe wie=
derum
zu beruhigenden Erklärungen maßgebender Kreiſe und zu
Dementis Anlaß geben.
Der Bürgermeiſter von Bukareſt Dobrescu, der unter der
nationalzaraniſtiſchen Regierung gewählt worden war, iſt vor=
läufig
ſeines Amtes enthoben worden. Er wird beſchuldigt, ſich
gegen das Geſetz über die Aufſtellung von Gemeindebudgets ver=
gangen
zu haben.
Die Stadt Cawnpur in der Nordweſt=Provinz, in der die
Gegenſätze zwiſchen Hindus und Mohammedanern kürzlich zu tage=
langen
, blutigen Straßenkämpfen geführt hatten, war geſtern
abermals der Schauplatz ernſter Zuſammenſtöße. Die Polizei
machte von der Feuerwaffe Gebrauch. Soweit bisher bekannt
wurde, ſind dabei drei Perſonen getötet und etwa 20 ſchwer ver=
letzt
worden, doch wird angenommen, daß die Zahl der Opfer
erheblich größer iſt. Ueber die Stadt wurde der Belagerungs=
zuſtand
verhängt.

Admiral v. Schröder
begeht ſein 60jähriges Marine=Jubiläum.

Admiral A. L. von Schröder,
der bekannte Führer des deutſchen Marinekorps in Flandern, be=
geht
am 31. Mai ſein 60jähriges Dienſtjubiläum in der deutſchen
Reichsmarine. 1854 geboren, trat er 1871 als Kadett in die
Reichsmarine ein, wurde raſch befördert und wurde 1911 unter
Beförderung zum Admiral Chef der Oſtſee=Marineſtation, 1914
bis 1918 kommandierte v. Schröder die Marineſtreitkräfte in
Flandern.

Kraft zu haben, ſich in umfangreiche theologiſch=wiſſenſchaftliche
Abhandlungen einarbeiten zu können. Die Sprache iſt einem
ſolchen Leſerkreis angemeſſen. Auf 170 Seiten wird das weite
Gebiet der Dogmatik und Ethik behandelt, der erſte Teil der
vierſemeſtrigen Geſamtvorleſung, derjenige, der die weitere
Oeffentlichkeit beſonders intereſſiert. Es geſchieht naturgemäß
in gedrängter, aber doch möglichſt vollſtändiger Darſtellung. Wir
könnten das Buch ein Kompendiumder Fragen evan=
geliſchen
Glaubens und evangeliſche Sittlich=
keit
nennen, das vielen willkommenen Aufſchluß geben wird.
Wir greifen willkürlich einige Einzelfragen aus dem Zuſammen=
hang
heraus um anzudeuten, wie wertvoll der Inhalt des
Buches für jeden intereſſierten Gebildeten iſt: Die Chriſtus=
religion
als Erlöſungsreligion, evangeliſche Vorſtellung vom
Weſen der Kirche, das kultiſche Erlebnis im evangeliſchen Got=
tesdienſt
, Inſpiration, der religiöſe Gottesbeweis, das Wunder,
Religion und Moral, Gewiſſen und Pflicht, Autorität und Frei=
heit
, Staat und Kirche, Chriſtentum und Sozialismus, das Ge=
bet
, das Eigentum u. a. m. Man merkt der Darſtellung an,
daß ſie von den in der Ausſprache der Seminarübungen auf=
geworfenen
Fragen aus der Praxis des Lebens beeinflußt iſt,
und daher ihre Lebensnähe und praktiſche Verwertbarkeit er=
halten
hat."
In vier Teilen beſchäftigt ſich die Schrift 1. mit Chriſtus,
dem Erlöſer, 2. dem Heiligen Geiſt und der heiligen chriſtlichen
Kirche, 3. dem Gottesglauben, 4. der evangeliſchen Ethik, der aus
dem chriſtlichen Glaubenerlebnis hervorgehenden Lebensführung.
Sie knüpft alſo an an der hergebrachten Einteilung des Katechis=
mus
, der drei Artikel des 2. und dem 1. Hauptſtück. Auf den
Wortlaut des Katechismus wird immer wieder Bezug genom=
men
und das Ergebnis der Unterſuchung möglichſt in ihm zu=
ſammengefaßt
. Das iſt wegen der Beziehung auf den Religions=
Wenn wir nun zu einer kritiſchen Wertung des Buches
kommen wollen, ſo müſſen wir ſagen, daß die Stärke in der
Beherrſchung des religionskundlichen Stoffes durch den Verfaſſer
erforderlichen theologiſchen Wiſſens in die ſimultane Bildung, ebenſo wie in ſeinen früheren Veröffentlichungen liegt. Mit
wenigen Worten verſteht er es, in der Philoſophie des Alter=
tums
, des Mittelalters oder der Neuzeit, in den außerchriſt=
lichen
Religionen, der deutſchen profanen oder religiöſen Litera=
tur
(Kirchenlied), der Geſchichte oder Kirchengeſchichte den Ver=
gleichspunkt
zu der chriſtlichen Frageſtellung anzugeben und das
chriſtliche in ſtändiger Beziehung zum außerchriſtlichen Geiſtes=
leben
zu ſetzen gemäß der Aufgabe der Propädeutik und
auf dieſem Hintergrund die chriſtliche Welt beſonders deutlich
hervortreten zu laſſen. Beſonders gut iſt dies gelungen im Ab=
ſchnitt
über den chriſtlichen Gottesglauben, wo etwa in dem
lichen Frageſtellungen kennen lernen möchte, ohne Zeit und Paragraphen über die Gottesvorſtellungen in der philoſophiſchen

*
Die Fänzoftiche Ianenpoinn.
Laval, der Sieger des Tages.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 30. Mak.
Am 13. Juni muß das Kabinett Laval, der Verfaſſung gemäß,
dem neuen Präſidenten ſeine Demiſſion überreichen. Es ging alſo
in der letzten Schlacht vor der Kammer offiziell um eine Regie=
rungszeit
von zwei Wochen. In Wirklichkeit aber um die Mög=
lichkeit
der Mitarbeit zwiſchen den beiden Flügeln der Regie=
rungsmehrheit
. Briand ſtand ſelbſtverſtändlich im Mittelpunkt
des Kampfes; doch die Außenpolitik intereſſierte in dieſer ſonder=
baren
Debatte über die Genfer Ereigniſſe niemand. Die reine
Politik, um den franzöſiſchen Ausdruck zu benutzen, beherrſchte die
Debatte. Es ging nicht um Sachen, ſondern um Per=
ſonen
.
Einige Minuten lang während der Debatte hatte man den
Eindruck, daß die Regierung geſtürzt werden würde? Die Linke
ſtimmte für Briand, aber gegen die Regierung. Sie wollte näm=
lich
die Rechte herausfordern, entweder für die Regierung mit
Briand zu ſtimmen oder eine Miniſterkriſe heraufzubeſchwören.
Die Lage war gefährlich. Wenn der Angriff Franklin Bouillons
etwas diplomatiſcher formuliert geweſen wäre, dann wäre das
Schickſal der Regierung Laval beſiegelt geweſen. Schon hörte man
im Couloir Namen; die Miniſter des neuen Kabinetts Briand.
Aber Franklin Bouillon ging zu weit. Er wird von einem Pech
verfolgt, das noch größer iſt als ſeine Einſeitigkeit. Dadurch hat
er übrigens ſeinen Anhängern einen guten Dienſt geleiſtet. Denn,
wäre die Regierung durch eine heterogene Mehrheit, deren ſtäo=
kerer
Teil aus der Briand freundlichen Linken beſtand, geſtürzt,
ſo wäre dem Präſidenten keine andere Möglichkeit offen geblieben,
als Briand mit der Kabinettsbildung zu betrauen. Aus einer
falſch geführten Innenpolitik können ſich ſolche verzwickte Si=
tuationen
ergeben. Der Miniſterpräſident Laval blieb aber der
Sieger des Tages. Er rettete das Kabinett und bewies ſeine
eigene Stärke. Es iſt intereſſant, wie ſein Preſtige immer größer
wird. Als er zur Regierung kam, betrachtete man ſeine Wahl nur
als einen Ausdruck der Verlegenheit, in die eine ſchier unlösbare
Kriſe die franzöſiſche Politik brachte. Jetzt wird er für einen der
ausſichtsreichſten Politiker gehalten. Es iſt ſehr leicht möglich, daß
er auch in der nächſten Zukunft im Vordergrunde bleibt.
Einnahmen und Ausgaben Heſſens im Monak April
Nach den amtlichen Ziffern betrugen im Monat April des
Rechnungsjahres 1930, das vom Landtag bekanntlich bis zum
30. Juni 1931 verlängert worden iſt, im ordentlichen Etat die
Geſamteinnahmen 4,621 Mill. RM. Sie verteilen ſich auf Steuern
mit 2.447 Mill., auf Ueberſchüſſe der Betriebe und Unterneh=
mungen
mit 0,380, auf Einnahmen der Juſtizverwaltung mit 0,333
Mill. auf Volksbildung, Wiſſenſchaft, Kunſt und Kultus mit 0,097
und auf die übliche Landesverwaltung mit 1,364 Mill. RM. Die
Geſamtausgaben betragen 2,226 Mill. RM., und zwar für Juſtiz=
verwaltung
0,199 Mill., für Volksbildung, Wiſſenſchaft, Kunſt und
Kultus 0.354 Mill., für werteſchaffende Erwerbsloſenfürſorge
0,0 Mill., für Wohnungsweſen 0,319 Mills. für den Schuldendienſt
0,122 Mill., für Ruhegehälter 0,126 und für ſonſtige Staatsaus=
gaben
1.106 Mill. Im ordentlichen Haushalt, aus dem gleich=
zeitig
noch 0,962 Mill. Gemeindeſteueranteile abgezweigt wurden,
beträgt das Defizit 11,428 Mill. RM. Im außerordentlichen Etat
ſind im Monat April noch verzeichnet 0,141 Mill. Einnahmen und
0,232 Mill. RM. Ausgaben, ſo daß ſich hier das Defizit des Rech=
nungsjahres
auf 4,147 Mill. RM. erhöht. Allerdings ſind dieſe
Zahlen noch nicht die endgültigen Abſchlußziffern für das Rech=
nungsjahr
1930, weil die rechnungspflichtigen Kaſſen erſt gegen
Bücherſchluß am 30. September 1931 übernommen werden.
Der Umbau der Mainzer Skraßenbrücke beginnk.
Der Finanzminiſter unterbreitet ſoeben dem Landtag die
Vorlage, für den erſten Bauabſchnitt der Verbreiterung der Main=
zer
Straßenbrücke den Landesanteil von 160 000 RM. nachträg=
lich
in den Etat einzuſtellen. Nach den Berechnungen der Bau=
behörden
kann die Verbreitung zu einem Betrag von zuſammen
3,5 Millionen (1928 waren die Koſten auf 3,9 Millionen geſchätzt)
durchgeführt werden. Inzwiſchen hat ſich das Reich bereit erklärt,
auf dem Wege über den Weſthilfefonds für die erſte Baurate
Umbau der eigentlichen Brücke zwiſchen den Widerlagern fünf
Sechſtel, das ſind 1,6 Millionen, zu übernehmen. Das letzte
Sechſtel der Koſten wird geteilt zwiſchen dem Land einerſeits und
Provinz Rheinheſſen und Stadt Mainz andererſeits. Für den
zweiten Bauabſchnitt Rampenumbau iſt ein Betrag von
1.46 Millionen vorgeſehen, und es iſt zu hoffen, daß das Reich
auch hierfür fünf Sechſtel übernehmen wird. Zu gegebener Zeit
will der Finanzminiſter dem Landtag entſprechende Vorlage unter=
werden
.
Religion die Stufenfolge von der primitiven über die philo=
ſophiſche
zur chriſtlichen Religion gezogen wird.
Aber gerade um deswillen wäre zu wünſchen geweſen, daß
im Geſamtaufbau des Buches vom Gottesgedanken ausgegangen
worden wäre. Das Buch iſt jedoch chriſtozentriſch aufgebaut.
Es will über das Chriſtuserlebnis (2. Artikel) über die Gei=
ſteswirkung
in der Kirche (3. Artikel) zur Gotteserkenntnis
führen. Dieſer Aufbau widerſpricht nicht nur der wohl mit
guten Gründen aufgeſtellten überkommenen Reihenfolge des Be=
kenntniſſes
ſelbſt, ſondern muß aus hier nicht näher darzulegen=
den
pſychologiſchen Gründen als der zum mindeſten nicht ge=
wöhnliche
Weg religiöſer Entwicklung angeſehen werden, ſo
gut er ſich auch theoretiſch begründen läßt. Chriſtus iſt zudem
ganz pauliniſch geſehen, ſtatt daß der urſprüngliche, der ſynop=
tiſche
, für den Gott das Zentrum iſt, zu ſeinem Recht gekommen
wäre. Ueberdies iſt das Chriſtus,erlebnis ja wohl nach der
neueren Diskuſſion problematiſch. In dem Chriſtusbild befrie=
digen
zudem einige Einzelausführungen etwda diejenige über
die Auferſtehung nicht ganz. Es fehlt dem Chriſtusbild auch
zu ſehr das Eſchatologiſche man denke etwa an die Unter=
ſuchungen
von Albert Schweitzer ein Mangel, der auch ſonſt
fühlbar iſt.
Dieſer Mangel wird durch andere Vorzüge wieder voll aus=
geglichen
. Der Verfaſſer verſteht es methodiſch außerordent=
lich
wichtig und ſehr richtig mehr als durch intellektuellen
Nachweis durch das Aufzeigen der dynamiſchen Lebensäußerun=
gen
in der Geſchichte und in der lebendigen Gemeinde den Er=
weis
für die Richtigkeit der chriſtlichen Ueberzeugung zu geben.
In dem Abſchnitt über den dritten Artikel (Geiſt und Kirche)
kommt dies beſonders deutlich zum Ausdruck. Dabei dürfte frei=
lich
wenn ſchon kritiſiert werden ſoll mitunter beſſer zwi=
ſchen
der empiriſchen und der idealen Gemeinde und Kirche zu
unterſcheiden ſein, und der Gedanke der Volkskirche mehr
herausgeſtellt werden. Ein Satz wie der nachfolgende hat doch
wohl ſeine Bedenken: Da der Heilige Geiſt nicht allein in dem
Wort und den Sakramenten, ſondern auch in dem Gemeinſchafts=
und Gemeinde=Leben der Glieder der Kirche waltet, iſt er
auch lebendig in ihren geheiligten Sitten und Lebensordnungen
und in der ganzen Lebensſtruktur des evangeliſchen Volkstums,
(S. 41).
Ein Wort endlich noch über den vierten, den ethiſchen Haupt=
teil
. Wir haben ſchon erwähnt, wie dankbar dieſe Ueberſicht
über die Behandlung moderner ſittlicher Fragen begrüßt
werden muß. Wir möchten dem Wunſche Ausdruck geben, daß
noch viel mehr, als es geſchieht, im Religionsunterricht der Be=
handlung
ſittlicher Lebensfragen Aufmerkſamkeit geſchenkt wird.
Aus dieſem Grunde wäre es auch zu wünſchen geweſen, daß
manche Fragen noch ausführlicher hätten behandelt werden kön=

[ ][  ][ ]

ſie dies
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men
eſchätzt)
iklärt,

Nummer 149

Sonntag, den 31. Mai 1931

Seite 3

Sagung vei Dentſchen Koiomageſeaſcaft.
alle ihr zur Verfügung ſtehenden Mittel ergreift, um den Bruch
Gouverneur Schnee
des Mandatsſyſtems und die Verletzung deutſchen Rechts und

für Rückgabe der geraubken Kolonien.
Prokeſt gegen die engliſchen Oſtafrika=pläne.
Berlin, 30. Mai.
Die Hauptverſammlung der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft
fand am Samstag vormittag unter großer Beteiligung der Mit=
glieder
und Vertreter der Reichsregierung, der befreundeten
Verbände und der Traditionskompagnie ſtatt. Der Präſident
Gouverneur z. D. Dr. Schnee gab in ſeiner Anſprache ein
Bild von der gegenwärtigen Lage auf kolonialem Gebiete. In
der Zulaſſung der Deutſchen in den Mandatsgebieten ſei kürzlich
die letzte Beſchränkung aufgehoben worden. Neuerdings ſei auch
die Zulaſſung von deutſchen Aerzten im oſtafrikaniſchen Man=
datsgebiet
erfolgt. Aber unſere deutſchen Volksgenoſſen draußen
litten außerordentlich unter der Weltkriſe. Dadurch ſei auch
das deutſche Schulweſen betroffen und bedürfe mehr denn je
der Unterſtützung aus der Heimat, wie ſie die Deutſche Kolo=
nialgeſellſchaft
in Verbindung mit dem Frauenbund beſäße.
Das Hauptziel der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft ſei nach
wie vor die Rückerlangung eigenen Kolonialbeſitzes.
Trotz der verſchiedenſten Proteſte von deutſcher Seite finden
immer noch in London Verhandlungen des parlamentariſchen
Ausſchuſſes ſtatt über die Verſchmelzung Deutſch=Oſtafrikas mit
den angrenzenden engliſchen Kolonien. Die Vernehmung von
Sachverſtändigen habe ergeben, daß eigentlich alle gegen eine
ſolche Verſchmelzung ſeien. Am ſtärkſten ſei die Ablehnung durch
die Eingeborenen=Söldlinge aus Deutſch=Oſtafrika. Hieraus
gehe klar hervor, daß es ſich bei dem Plan nur um eine Maß=
nahme
zur Vergrößerung des britiſchen Reiches handele, nicht
um das Intereſſe der Bevölkerung der oſtafrikaniſchen Länder.
Unter lebhaftem Beifall der Verſammlung erhob der Redner
ſtärkſten Proteſt gegen die Verſchmelzung des Mandatsgebietes.
Dr. Schnee ging dann weiter auf die Organiſation der Deut=
ſchen
Kolonialgeſellſchaft ein.
Ein Schritt vorwärts auf dem Wege zur Vereinheitlichung
der kolonialen Bewegung ſei die Uebernahme des Bundes für
koloniale Erneuerung. Gegenüber einzelnen Zeitungsberichten
betonte er, daß weder eine Linksſchwenkung noch eine Rechts=
ſchwenkung
ſtattgefunden habe. Für die Kolonialgeſellſchaft ſei
einzig und allein die koloniale Sache maßgebend. Sie wolle
unter Ablehnung jeder Parteipolitik den Kolonialgedanken zum
Gemeingut des deutſchen Volkes machen. Das ſei eine For=
derung
der deutſchen Ehre, der deutſchen Gleichberechtigung, daß
Deutſchland nicht ausgeſchlöſſen bleibe aus dem Kreiſe der kolo=
niſierenden
Nationen.
Sodann hielt Rechtsanwalt Dr. Leonhard Adam einen Vor=
trag
über Erforſchung und Sammlung des Eingeborenenrechts.
Zur ſozialen Kultur gehöre in erſter Reihe das Rechtsleben.
Der Erforſchung der Rechtsentwicklung auf primitiver Kultur=
ſtufe
ſei ein beſonderer wiſſenſchaftlicher Zweig gewidmet, der
in Deutſchland ausgebildet worden ſei.
Einſtimmig wurden dann nachfolgende zwei Entſchließungen
angenommen:
1. Die Entwicklung des deutſchen Volkes iſt durch den Raub
der deutſchen Kolonien auf das Schwerſte geſchädigt. Die deutſche
Wirtſchaftskriſe iſt durch das Fehlen eigener überſeeiſcher Roh=
ſtoffgebiete
und der Betätigungsmäglichkeit deutſcher Volks=
genoſſen
in deutſchen Kolonialgebieten noch erheblich verſchärft.
Die aus allen Teilen Deutſchlands beſchickte Hauptverſammlung
der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft erhebt erneut mit Nachdruck
die
Forderung, daß Deutſchland den ihm gebührenden
Ankeil an überſeeiſchem Beſik erhäll
und fordert die Reichsregierung auf, in aktiver und ener=
giſcher
Weiſe dafür zu ſorgen, daß die berechtigten deut=
ſchen
Kolonialanſprüche bei jeder paſſenden Gelegenheit
geltend gemacht werden.
2. Die Hauptverſammlung der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft
erhebt angeſichts der in London ſtattfindenden Verhandlungen
einer parlamentariſchen Kommiſſion über die
geplante Zuſammenlegung oſtafrikaniſchen Mandatsge=
bietes
mit den angrenzenden engliſchen Kolonien erneut
Proteſt
gegen die engliſchen Beſtrebungen, den unabhängigen Charakter
des Großbritannien anvertrauten Mandatsgebietes zu ändern
und das zur Verwaltung zu treuen Händen als Mandats=
gebiet
anvertraute Deutſch=Oſtafrika dauernd dem britiſchen Land
einzuverleiben. Sie fordert von der Reichsregierung, daß ſie

jede den Mandatscharakter beeinträchtigende Vereinigung des
Mendatsgebietes mit angrenzenden britiſchen Kolonien zu ver=
hindern
.
Reichs=Fronkſoldakenkag in Breslau.
Am Freitag abend wurden die Veranſtaltungen des 12.
Reichs=Frontſoldatentages in Breslau mit einer großen öffent=
lichen
Kundgebung in der Jahrhunderthalle begonnen. Gleich zu
Beginn ergriff der Gründer und 1. Bundesführer des Stahlhelms,
Seldte, das Wort. Er führte u. a. aus: In der Feſtſchrift des
Stahlhelms für den ſchleſiſchen Stahlhelmaufmarſch habe ich in
einem Geleitwort geſagt: Das Lebensrecht Deutſchlands im
Oſten zu behaupten und vor aller Welt zu betonen, iſt der Wille
des Stahlhelms und der Sinn des 12. Reichs=Frontſoldatentages
in Breslau. Von hiſtoriſcher Bedeutung für uns iſt die Not des
Oſtens, des Oſtens Not iſt aber unſere eigene Not. Notgemein=
ſchaft
iſt der Staat, der jetzt für Volksgemeinſchaft kämpft. Die
Frontſoldatentage finden im Norden und Süden, im Weſten und
Oſten ſtatt, um die deutſchen Stämme aneinanderzuketten. Stark
und wertvoll ſind dieſe Stämme in ihrer Eigenart und Eigen=
tümlichkeit
. Der Weſten und der Norden leiden unter dem Frie=
densvertrag
von Verſailles. Der Oſten iſt noch mehr mit dem
Begriff Verſailles verknüpft. Niemals werden wir alte Front=
ſoldaten
eine Abtrennung zulaſſen. Aus der Geiſtesart des Front=
kämpfers
iſt der Begriff der Unparteilichkeit des Stahlhelms ent=
ſtanden
. Im November 1918 war das Volk in Not, war das Reich
in Not. Noch in dieſer Stunde iſt das Volk in Not, iſt das Reich
in Not. Ich habe bei der Reichsgründungsfeier am 18. Januar
den Beginn eines zweijährigen Befreiungs=
kampfes
verkündet. Mit der ganzen Energie des Front=
ſoldaten
wird dieſer Kampf, der den Volksentſcheid, die Landtags=
wahlen
, die Reichstagswahlen und die Reichspräſidentſchaftswah=
len
in ſich ſchließt, von uns durchgeführt werden. Daneben be=
reiten
wir den Aufbau des organiſchen Staates vor. Wir befin=
den
uns hier im unüberbrückbaren Gegenſatz zum Marxismus, der
uns mit ſeinem Syſtem an den Rand des Verderbens gebracht hat.
Preußen und Deutſchland müſſen aus ſich heraus, aus innerer
Kraft wieder geſund und ſtark werden. Wir werden es nicht län=

ger dulden, daß eines der befähigſten Völker der Erde durch die
Barbarei innerer und äußerer Feinde daran gehindert ſein ſoll,
ſeine Fähigkeiten im Volke zu entfalten, um ſie in den Dienſt der
Nation, in den Dienſt Europas und ſomit auch in den Dienſt der
ganzen Welt zu ſtellen. Verloren iſt nur der, der ſich ſelbſt auf=
gibt
. Wir vom Stahlhelm geben nichts auf, weder unſere Selb=
ſtändigkeit
, noch unſere Kolonien, noch unſere Wehrhaftigkeit.
Wir wollen keinen Krieg, wir wollen aber auch
keine Sklaven ſein. Ganz beſonders ſoll dies im Oſten aus=
geſprochen
werden, um zu zeigen, daß die Zeit vorbei iſt, wo man
das deutſche Volk von ſeinem ſchickſalsverbundenen Land ver=
treiben
kann. Wir wollen dem Oſten helfen, wir wollen dem
Weſten helfen, und wir wollen Deutſchland helfen; denn der
Stahlhelm tut ja nichts für ſich, ſondern nur für Deutſchland!
Sybillenort, der Wohnſitz des früheren Königs Friedrich
Auguſt von Sachſen, ſteht in ſchwarz=weiß=rotem Flaggen=
ſchmuck
. Auf dem Schloßhof verſammelten ſich am Samstag 5500
ſächſiſche Stahlhelmer zur Parade vor dem König. Der Landes=
führer
des ſächſiſchen Stahlhelms, Oberſt a. D. Brückner, richtete
dann an den König eine Anſprache, in der er ihn zum Schluß bat,
die Ehrenmitgliedſchaft des Landesverbandes Sachſen anzuneh=
men
. König Friedrich Auguſt nahm die Ehrenmitgliedſchaft mit
Dank an. Nach dem Geſang des Deutſchlandliedes fand ein Vor=
beimarſch
vor dem König ſtatt.
Kommuniſtenüberfall auf Stahlhelmleuke.
Berlin, 30. Mai.
Am Freitag in den ſpäten Abendſtunden wurden verſchiedene
Berliner Stahlhelmgruppen, die ſich auf dem Weg zum Görlitzer
Bahnhof befanden, von Kommuniſten überfallen. Dabei wurde
ein Stahlhelmmann und ein Poliziſt getötet, ein Stahlhelmmann,
drei Poliziſten und zwei unbeteiligte Perſonen zum Teil ſchwer
verletzt. Der erſte Ueberfall ereignete ſich gegen 23 Uhr am
Sennefelderplatz, wo eine Stahlhelmgruppe, die ſich zum Abmarſch
nach dem Bahnhof ſammelte, von Kommuniſten aus der Dunkel=
heit
heraus beſchoſſen wurde. Von den Polizeibeamten,
die die Abteilung begleiteten, wurden zwei ſchwer verletzt.
Außerdem erhielt ein Unbeteiligter, einen Armſchuß. Um die
gleiche Zeit fand in der Nähe des Görlitzer Bahnhofs ein Feuer=
überfall
auf nach dem Bahnhof marſchierende Stahlhelmer ſtatt.
Der 62jährige Maurer Auguſt Hahn aus Friedrichsfelde wurde
durch zwei Kopfſchüſſe getötet, während ein anderer Stahlhelmer
ſchwer verletzt wurde. Auch hier wurde ein Unbeteiligter durch
Schüſſe und Stiche ſchwer verletzt. Die Polizei nahm fünf Zwangs=
geſtellungen
vor. Bei der Zerſtreuung der kommuniſtiſchen An=
ſammlungen
in der Nähe des Bahnhofs wurde ein Polizeibeamter
von den Kommuniſten durch Meſſerſtiche am Kopf ſchwer verletzt.

Vor 15 Jahren war die Seeſchlacht beim Skagerrak.

Admiral Scheer,
der Führer der deutſchen Flotte.

Admiral Jellicoe,
der Führer der engliſchen Flotte.

Am 31. Mai jährt ſich zum 15. Male der Tag der Seeſchlacht beim Skagerrak,
in der die deutſche Flotte den an Tonnage und Geſchützen überlegenen Eng=
ländern
dreimal ſchwerere Verluſte zufügte und die engliſchen Verbände in
drei Teile auseinanderſprengte.

Ausfehrt und Rückweg der deutschen Flotte
-Die versprengte englische Flotte nech der Schlecht
O Ort der Seeschlecht.
Der Schauplatz der Seeſchlacht beim Skagerrak.

Aufzug der Skagerrak=Wache beim Reichspräſidenken
Berlin, 30. Mai.
Wie alljährlich am Tage der Skagerrak=Schlacht, ſo wurde
auch am Samstag vor dem Reichspräſidentenpalais die Wache des
Reichswehr=Wachtregiments von Marinetruppen abgelöſt. Der
Ehrendienſt iſt in dieſem Jahre der Beſatzung des Kreuzers
Königsberg übertragen worden. Unter den Klängen einer

Marinekapelle marſchierte die Marinetruppe in der Rathenower=
ſtraße
zum Reichspräſidentenpalais. Je mehr ſich die Wache dem
Reichspräſidentenpalais näherte, um ſo größer wurde auch die be=
gleitende
Menſchenmenge, deren Begeiſterung keine Grenzen fand.
Polizei zu Fuß und zu Pferde hatten Mühe, der Wache den Weg
freizuhalten. In der Wilhelmſtraße hatte ſich ſchon lange vor der
Ablöſung eine unüberſehbare Menſchenmenge eingefunden, die die
Blaue Wache mit nicht endenwollenden Hochrufen begrüßte.

nen. Das Verhältnis von Staat und Kirche in § 32 ſollte nicht
nur begrifflich, ſondern von der Grundfrage evangeliſcher Poli=
tik
aus behandelt werden, und ebenſo die Frage des Familien=
und Eheleben in § 37 für die praktiſchen Gegenwartsaufgaben
geklärt werden.
Alle dieſe kritiſchen Anmerkungen ſollen in keiner Weiſe den
Wert des Buches beeinträchtigen. Sie ſollen nur Anregungen
zur Weiterbehandlung des Stoffes geben. Als Ganzes iſt das
Buch eine Arbeit, für die viele dem Verfaſſer herzlich dank=
bar
ſein werden. Ein Literaturnachweis iſt jedem Abſchnitt
hinzugefügt und erleichtert die ſelbſtändige Weiterarbeit. Das
Buch iſt Herrn. Geheimerat D. Dr. A. E. Berger gewidmet. Wir
wünſchen, daß es für den evangeliſchen Religionsunterricht und
für die perſönliche Klärung Lehrender und Suchender den Dienſt
leiſte, den es zu leiſten berufen iſt. Dr. Bergér, Darmſtadt.

Die Goethe=Geſellſchaft in Frankfurk.
Frankfurt. Die Goethegeſellſchaft in Weimar hat einen
Teil ihrer bisherigen Tagung nach Frankfurt verlegt, gewiſſer=
maßen
als Auftakt zum Goethejahr 1932. Nachdem am Freitag
eine Erſtaufführung von Clavigo im Schauſpielhaus und ein
Begrüßungsakt im Kaiſerſaal des Römers durch die Stadt ſtatt=
gefunden
hatte, vereinte ſich am Samstag vormittag die Goethe=
geſellſchaft
zu einer Gedenkfeier am Grabe von Goethes Mutter.
Der Präſident der Geſellſchaft, Profeſſor Dr. Peters, hielt eine
kurze Anſprache. Um 11 Uhr hielt im Kaiſerſaal des Römers
Profeſſor Dr. Friedrich Gundolf, Heidelberg, ſeinen Feſtvortrag
über das Thema: Goethes Kindheit‟. Er ſchilderte die Ein=
flüſſe
, die aus der mütterlichen Frohnatur der Frau Aja und
aus der ſtrengen, faſt ſpießigen Art des Vaters in dem jungen
Goethe wirkſam geworden ſind und für das Leben des Olympiers
beſtimmend wurden. Den Vater habe Goethe ſtets geehrt als
den Mann, dem er die Erkenntnis der Gegebenheiten des täg=
lichen
Lebens verdanke. Die Mutter aber habe er mit ſtarkem
Herzen geliebt, nicht nur als Mutter, ſondern mit einer wahl=
verwandtſchaftlichen
Liebe. Goethe gehöre zu ſeiner Mutter, aber
dieſe nicht unbedingt zu dem Genie Goethe. Sie habe den
Sinn für das Zweckmäßige und Gegebene vermiſſen laſſen und
habe dem Genius Goethe innerlich ferngeſtanden, weil ſie eben
die einfache bürgerliche Frau geblieben ſei.
Die Teilnehmer der Tagung beſichtigten nach einem gemein=
ſamen
Mittageſſen die Frankfurter Goetheerinnerungsſtätten und
fuhren dann zu dem Lili=Park in Offenbach, wo eine Freilicht

Ehrenvolle Auszeichnung eines Chemiker=Ehepaares

Das Chemiker=Ehepaar Naddok

wurde anläßlich der 44. Hauptverſammlung des Vereins deutſcher
Chemiker mit der Verleihung der Liebig=Medaille ausgezeichnet.
Dem Ehepaar Noddak iſt es gelungen, die Elemente Maſurium
und Rhenium zu entdecken und iſoliert darzuſtellen.

aufführung der Laune des Verliebten ſtattfand. Abends fand
im Opernhaus eine Feſtaufführung von Fidelio ſtatt.
*
Der Goethe=Preis für Ricarda Huch. Das Kuratorium des
Frankfurter Goethe=Preiſes hat geſtern beſchloſſen, den dies=
jährigen
Goethe=Preis zu Ehren des Gedächtniſſes der Frau
Rat einer Frau, und zwar Frau Ricarda Huch zu verleihen.
Die Bekanntgabe erfolgt anläßlich der zurzeit in Frankfurt ſtatt=
findenden
Frau=Aja=Gedenkfahrt der Weimarer Goethe= Geſell=
ſchaft
. Die Preisverleihung findet in der üblichen Weiſe an
Goethes Geburtstag im Goethehaus ſtatt.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Carl Eſſer Ehrendoktor der Heidelberger Univerſität. Dem General=
direktor
des Neuen Stuttgarter Tagblattes Carl Eſſer, wurde von
der ſtaatswiſſenſchaftlichen Fakultät der Univerſität Heidelberg der Titel
eines Ehrendoktors verlieher

Volkslieder=Abend.

Die Geſangsabteilung des Vogelsberger Höhenklubs veran=
ſtaltete
geſtern abend im Mathildenhöhſaal einen Volkslieder=
abend
. Sie hatte ſich zu dieſem Zweck mit dem D. H. V.= Männer=
chor
, dem Männerquartett Eintracht und der Singmannſchaft
der Turngeſellſchaft Darmſtadt zuſammengetan, deren ſtändiger
Dirigent, Herr Georg Späth, auch geſtern abend die Geſamt=
leitung
inne hatte. Es mögen wohl 120 Männer geweſen ſein,
die geſtern ſangen, und lauter kräftige, jugendfriſche Stimmen,
ſo daß ein Zuſammenklang entſtand von Rundung und mäch=
tiger
Fülle. Die Vortragsfolge war ſehr glücklich auf den Volks=
ton
eingeſtellt, und Dank der feinabgetönten Wiedergabe, taten
die immer wieder jungen Volkslieder: Der Lindenbaum, Das
Heidenröslein, O wie herbe iſt das Scheiden und noch eine ganze
Reihe anderer Volkslieder in Ernſt und Scherz ihre volle Wir=
kung
. Das Innsbruck, ich muß dich laſſen wurde ganz pracht=
voll
wiedergegeben. Es mußte wiederholt werden, wie auch in
der zweiten Abteilung Horch, was kommt von draußen rein und
Einkehr von Zöllner. Intonationsſchwankungen ſind beim
a=capella=Geſang faſt unvermeidlich, ſie traten auch geſtern da
und dort, namentlich beim Tenor, in Erſcheinung. Der Geſamt=
eindruck
war aber dank der Hingabe von Dirigent und Sängern
ein hocherfreulicher, und die Zuhörer im vollbeſetzten Saale
freuten ſich mit Recht an den Darbietungen. Sehr glücklich
waren auch die beiden Soliſten: der Tenor Herr Schmidt und
der Bariton Herr Mitſchdörfer in der Wiedergabe ihrer Ge=
ſänge
, weniger glücklich allerdings in der Auswahl. Ein Lied
aus einer Operette und Lieder von ſchmalziger Sentimentalität
ſollten einer ſorgfältig ausgewählten Vortragsfolge fern bleiben.
O.
Eine Skagerrakgedenkſchrift iſt anläßlich der 15. Wiederkehr des
Tages der großen Seeſchlacht vom Verlag der Deutſchen Marine=Zeitung
herausgegeben. Dieſe in ſchönem Tiefdruck hergeſtellte Sondernummer
enthält neben zahlreichen Illuſtrationen ein Geleitwort vom Chef der
Marineleitung, Admiral Dr. h. e. Raeder, und viele wertvolle Beiträge
aus der Feder bekannter Autoren. Dieſe Feſtſchrift iſt in den Buch= und
Zeitſchriftenhandlungen für 20 Pfg. zu haben. Auch verſendet der Ver=
lag
der Deutſchen Marine=Zeitung, Berlin SW. 19, Beuthſtraße 7.
einzelne Nummern portofrei gegen Einſendung von 25 Pfg.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Sonntag, den 31. Maf 1931.

Nummer 149

Leibwäsche-Stoffe

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gute Gebrauchsqualität . . . Meter
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80 cm br., feinfäd. Wäschegual, Nitr.
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80 cm breit, waschecht in vielen
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Neter 0.75
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Kaonache.
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110/110 cm, solide Ripsqualität in
häbschen Patelſarben. . . . Stack 1.20
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130/160 em, indanthren, moderne
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4510d en reinlein, gaugesfr. Sck. 0.00
Waffel-Handtücher
4810 em, kräftige Gugl., Siack a5o, 0.36

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rein Mako, m. farbig, Rand, Stück 0.35,
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Nachthemd
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2.45
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Spitze, im weiſ u. hellen Farben. 2. 40
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Schlüpfer
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Frottier-Handtücher
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Frottier-Handtücher
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Fäta 0.85
danthren
Frottier-Handtücher
weiß mit Borde, besonders schwere
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130 cm br., gute Aussteuerqual., sehr
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Streifen-Damast
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Mt. 0.88
haltbare Ware..
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i6o em breit, Folide Oualität bit. 1.10
Rein Mako-Damast
I6o cm breit, seidenglänzende solide
1.75
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I40 cm breit, für Bettücher, solide
0.68
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Haustuch
150 em breit, g Quglitäten von gut.
18.0:98
Haltbarkeit .
Halbleinen
150 cm breit, vorzügl. Aussſeuer-
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150 em breit, schwere Köperquali-
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Kunstseide, gesictt . .. . Stck 0.40
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Kleiderweste
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tragen, weilt und ehamp. Sſtek 0.50
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Stſc 9.50
Nadeirabogen
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Servierschürze
mit Stickerei und Einsat Stagk 0.49
Servierschürze
mit Sickerei 1. Bisenganitur, Stack 0.90
Servierschürze
mit kohlaumg. 1. Stickereimotf, F. 1.20
Berufskittel
veitl aur autem Cretome Stick 1.95
Berufskittel
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Bopeine, m. Spitze, Kückenschlug st. 0.00
Büstenhalter
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Jacguard mit kunstseiden. Efekten
0.50
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Sportgürtel
aus sol. Jacquarddrell, Seitenschluß
mit Gummiteil 2 Baar klallern, Sinck 1.20
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aus gut. lacquarddrell, 2 Paar Halter.
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Sütck 045. 0.38

Beginn unserer Weißen Woche Montag, den 1. Junt, vormittägs 8½ Uhr!

[ ][  ][ ]

Nummer 149

Sonntag, den 31. Mai 1931

Seite 5

Aus der Landeshaupkftadk.
Darmſtadt, den 31. Mai 1931.
Zur Inkendankenfrage.
Wir haben geſtern mitgeteilt, daß der Verwaltungsausſchuß
ſich ſtundenlang mit der Frage der Wahl des neuen Intendanten
beſchäftigt hat, daß der Ausſchuß aber zu keinem Reſultat kommen
konnte und eine weitere Sitzung auf nächſte Woche anberaumt hat.
Ein amtlicher Bericht iſt bisher in keiner
Form veröffentlicht worden. Von keiner amtlichen Seite
iſt bisher der Name eines Kandidaten genannt worden. Der Ver=
waltungsausſchuß
hat es noch nicht für notwendig gehalten, die
Oeffentlichkeit in irgendeiner Form über ſeine Abſichten oder über
das, was bisher in der Frage der Wahl des neuen Intendanten
geſchehen iſt, zu unterrichten. Er hat es auch nicht für notwendig
erachtet, die Preſſe, die Kritik, zu unterrichten oder irgendwie zu
befragen. Die Preſſe hat aber als Organ der öffentlichen Mei=
nung
ein ganz erhebliches Intereſſe daran, rechtzeitig evtl. uner=
läßliche
Einwände zu erheben. Es handelt ſich ſchließlich um ein
Landestheater, das aus öffentlichen Mitteln erhalten wird, und
dieſe öffentlichen Mittel fließen aus den Taſchen der Steuerzahler!
Einzig der Herr Oberbürgermeiſter hat es für notwendig er=
achtet
, eine Beſprechung mit den Vertretern der Preſſe und mit
der berufenen Kritik abzuhalten. Wie notwendig dieſe Ausſprache
war, wird überzeugend durch die Tatſache bewieſen, daß wahr=
ſcheinlich
die Uebermittlung der Stellungnahme der Vertreter der
Oeffentlichkeit an den Verwaltungsausſchuß das ſchließliche Er=
gebnis
der Sitzung am Freitag gezeitigt hat, denn vorher ſchien,
wie wir zuverläſſig erfuhren, die Situation innerhalb des Ver=
waltungsrats
ſchon durchaus geklärt, allerdings auf einer Grund=
lage
, die für die Darmſtädter Theaterbeſucher in ihrer überwie=
genden
Mehrheit untragbar war und ſchärfſten Widerſtand hätte
herausfordern müſſen.
Wir nehmen an, daß dieſe Feſtſtellung genügt. Verſäumtes
noch rechtzeitig nachzuholen.
Ernannt wurde: Am 2. Mai; der Strafanſtaltsoberwacht=
meiſter
bei dem Landgerichtsgefängnis in Gießen Wilhelm Bal=
ſer
3. zum Strafanſtaltsoberwachtmeiſter bei dem Amtsgerichts=
gefängnis
in Worms, mit Wirkung vom 1. Juni 1931 an.
Heſiſches Landeskheaker.

Großes Haus Kleines Haus Sonntag,
31. Mai ſ Nife
Parſifal
K18 Bühnenvolksbund
Preiſe 1.2012 Mk. 2022.30 Uhr
Der Kaiſer von Amerika
Außer Miete
Halbe Preiſe 0.603 Mk., Montag,
1. Juni Keine Vorſtellung 2021.30 Uhr Außer Miete
Kammertänze
Hierauf zum erſten Male:
Baby in der Bar
Tanzpantomime von Groß
Preiſe 0.502,50 Mk. Dienstag
2. Juni 19.30. Ende vor 23 Uhr
Der Hauptmann von Köpenich
Außer Miete
Halbe Preiſe 0 505 Mk 2022 Uhr
Ariadne auf Naxos
Zuſatzmiete 1,12
Preiſe 1 206 Mk. Mittwoch,
3. Juni 19.3022.15 Uhr
Der fliegende Holländer
T, Grl 1 und 5
Preiſe 0.808 Mk Keine Vorſtellung Donnerstag,
4. Juni 20. Ende gegen 22.15 Uhr
Pentheſilea 1
C24
Preiſe 110 Mk. Keine Vorſtellung Freitag,
5. Juni 19.3022.30 Uhr
Valerio
D 25. T, Gr. 6, 7 u. 8
Preiſe 110 Mk. Keine Vorſtellung Samstag
6. Juni 19.30 Ende gegen 23 Uhr
Viktoria und ihr Huſar
Außer Miete
Preiſe 0 504 Mk. Keine Vorſtellung Sonntag,
7. Juni 1722 Uhr
Parſifal
Dſtdt. Volksb. Gruppe I-IV
G18 Preiſe 1.2012 Mk
.Gutſcheine nicht gültig Keine Vorſtellung

Gaſtſpiele des Heſſiſchen Landestheaters in Bad=Nauheim
Mittwoch, den 3. Juni 1931: Sturm im Waſſerglas
Sonntag, den 7. Juni 1931: Im weißen Rößl.
Heſſiſches Landestheater. Heute findet im Großen Haus
eine Aufführung der Oper Parſifal von Richard Wagner,
unter der muſikaliſchen Leitung von Dr. Karl Böhm ſtatt. An
Stelle des erkrankten Herrn Hermann ſingt die Partie des Gurne=
manz
Herr Niklaus vom Landestheater in Kaſſel. Die Kundry
ſingt Frau Schützendorf=Körner als Gaſt. Die übrige Beſetzung
iſt: Parſifal: Joachim Sattler, Amfortas: Albert Lohmann;
Klingſor; Heinrich Kuhn. Es ſei ausdrücklich auf die Anfangszeit
um 17 Uhr hingewieſen. In Vorbereitung befindet ſich die
Revue=Operette Die drei Musketiere, Text von Schan=
zer
und Welliſch. Muſik von Ralph Benatzky, die in Berlin über
ein Jahr lang den Spielplan beherrſchte. Morgen. Montag,
geht im Kleinen Haus die Tanzpantomime Baby in der
Bar von Wilhelm Groß, in der Inſzenierung von Ballett=
meiſter
Hans Macke in Szene. Die muſikaliſche Leitung hat Erwin
Palm. Die Hauptrollen tanzen Irene Scheinpflug und Hans
Macke. Vorher tanzt die Tanzgruppe des Landestheaters Kam=
mertänze
.

Evangeliſches Arbeikerkum im Ringen der Zei.
Man ſchreibt uns Unſere Zeit iſt voll von Gärungen, Be=
wegungen
, Löſungsverſuchen uſw. Die Geburtswehen einer neuen
Zeit ſcheinen für das deutſche Volk ganz beſonders ſchwer ſein zu
ſollen. Eines der brennendſten Probleme, wenn nicht das bren=
nendſte
, iſt immer noch, wie wir aus einem in Klaſſengegenſätzen
ſich bekämpfenden Intereſſentenhaufen ein organiſch gegliedertes,
einiges Volk werden. Welchen Beitrag hierzu insbeſondere die
Arbeiterſchaft, die heute auch immer noch eine mehr oder weniger
gut organiſierte Gruppe darſtellt, leiſten kann, darum bemühen
ſich die evangeliſchen Arbeitervereine ganz beſonders. Das, was
vor kurzem Winnig, der frühere ſozialdemokratiſche Oberpräſident,
in ſeinem Buche Vom Proletariat zum Arbeitertum ausge=
ſprochen
hat, das iſt eigentlich ſeit Jahren der Inhalt der Arbeit
und der Beſtrebungen der evangeliſchen Arbeitervereine.
Dies in innerlicher und äußerlicher Weiſe deutlich zum Aus=
druck
zu bringen, ſoll die Anfang Juni d. J. in Eſſen ſtattfindende
große Tagung aller evangeliſchen Arbeitervereine Deutſchlands be=
zwecken
. Das ſeit einem Jahre durchgearbeitete Programm das
Wollen der E.A.V., ſoll endgültig verabſchiedet werden. Einen
guten Rahmen dazu dürfte das Hauptreferat von Geheimrat
Prof. D. Werner Sombart über Beruf Stand Klaſſe‟,
bilden. Einen ſichtbaren Ausdruck des Bekenntniſſes der evange=
liſchen
Arbeiterſchaft zur Kirche ſollen die ſechs großen Feſtgottes=
dienſte
in den Hauptkirchen Eſſens darſtellen. Feſtprediger ſind:
Die Generalſuperintendenten D. Stoltenhoff=Koblenz und
D: Weirich=Münſter. Präſes D. Koch=Oeynhauſen. Pfarrer
Werbeck=Berlin. Pfarrer Hübner=Wuppertal Der an=
ſchließende
Feſtmarſch durch Eſſen mit nachfolgender Kundgebung
im Städtiſchen Saalbau ſoll ebenfalls in aller Oeffentlichkeit vom
Wollen der Bewegung zeugen. Bei der Kundgebung wird der
2. Vorſitzende des Geſamtverbandes. Wilhelm Koch, die Haupt=
anſprache
halten. Vertreter von Reichs=, Staats= und Kirchen=
behörden
werden ebenfalls kurz zu Worte kommen.
Dieſer großen Veranſtaltung, die in ihrem Verlauf und in
ihrer Wirkung ein Stück des Lebenswillens des deutſchen Volkes
zeigen ſoll, folgen im gleichen Geiſte und mit gleicher Zielſetzung
die Tagungen der Landesverbände, die mehr zu den Fragen der
praktiſchen Arbeit Stellung nehmen werden. Der Mittelrheiniſche
Verband evangeliſcher Arbeitervereine hält ſeine Hauptverſamm=
ung
am 20. und 21. Juni d. J. in Höchſt a. M. Samstag findet
die Delegiertenverſammlung ſtatt, die den geſchäftlichen Teil der
Tagung erledigen wird. In dem Feſtgottesdienſt am Sonntag
vormittag predigt Pfarrer Menzel=Kreuznach. Anſchließend
findet eine öffentliche Kundgebung auf dem Marktplatz ſtatt, bei
welcher Verbandsſekretär Laufer die Anſprache hält. Am Nach=
nittag
findet eine Nachfeier in den Sälen des evangeliſchen Ver=
einshauſes
ſtatt Pfarrer Berck=Roßdorf wird dabei über das
Thema reden: Was hat Luther unſerer Zeit zu ſagen. Zur Teil=
jahme
an dieſer Tagung werden alle evangeliſchen Glaubensge=
noſſen
herzlich eingeladen.

Mittag- u. Abendessen
B48c
reichlich und gut, von 1.30 an
Ratskeller=Gaſiſtätte / Markiplatz

* Matthias Weber in Mannheim. Man teilt uns mit: Der
Darmſtädter Obermuſikmeiſter Weber gaſtiert zur Zeit mit
ſeinem Orcheſter in Mannheim im Durlacher Hof. Das M. Tgbl.
ſchreibt darüber: Militärmuſik übt genau ſo wie früher immer
noch einen großen Zauber auf die Zuhörer aus. Das kann man
ſeit dem 1. Mai jeden Abend im Stammhaus Durlacher Hof P 5
merken. Das beliebte Lokal iſt Abend für Abend überfüllt, ſeitdem
Obermuſikmeiſter a. D. Matthias Weber vom ehemaligen Feld=
Artillerie=Regiment Nr. 61 Darmſtadt mit ſeinen acht Getreuen
dort Muſik macht. Iſt die Uniform auch nur imitiert, die Muſik
iſt echt, und Marſchklänge bringen die Beine mancher alten Sol=
daten
unwillkürlich ins Kribbeln. Und wie dieſer Kapellmeiſter,
der Mann mit den grauen Haaren und dem jungen Herzen, gleich
den Kontakt mit den Gäſten findet, das kann man kaum beſchrei=
ben
. Der Mai iſt gekommen, ertönt, und ſchon hat er die Herzen
und alles ſingt mit.

Die letzten Vorträge des Gaswerks, in denen das Einkochen
von Gemüſe und Obſt im Gasbackofen gezeigt und erklärt wurde,
fanden im überfüllten Bürgerhofſaal ſtatt. Auf vielſeitigen
Wunſch werden in den nächſten Tagen im Ausſtellungsraum Gra=
fenſtraße
30 Kurzvorträge ſtattfinden, die allen Hausfrauen die
Möglichkeit geben ſollen, ſich von den Vorzügen dieſer neuen Ein=
kochmethode
zu überzeugen. An dieſer Stelle wird darauf hinge=
wieſen
, daß ſämtliche Gasbacköfen, gleich welchen Syſtems, zum
Einkochen benutzt werden können. Um eine Ueberfüllung zu ver=
meiden
, werden für dieſe Vorträge ab Montag Eintrittskarten
im Ausſtellungsraum Grafenſtraße 30 koſtenlos abgegeben. Die
Veranſtaltungen finden am Mittwoch, dem 3. Juni, und Freitag,
dem 5. Juni, um 5, 6 und 8 Uhr ſtatt. (Siehe heutige Anzeige.)

Rauchverbok im Walde.

In Anbetracht der großen Trockenbeit, die eine
erhöhte Brandgefahr der Wälder zur Folge hat,
macht das Kreisamt Darmſtadt wiederholt auf den in ſeiner Be=
kanntmachung
über die Verhütung von Waldbränden bekannt ge=
gebenen
Artikel 36 des Forſtſtrafgeſetzes aufmerkſam. Danach iſt
verboten: Wer mit unverwahrtem Feuer oder Licht einen Wald
betritt, oder ſich ihm in gefahrbringender Weiſe nähert; wer im
Walde brennende oder glimmende Gegenſtände fallen läßt oder
unvorſichtig handhabt; wer im Walde oder in ſeiner Nähe ohne
Erlaubnis der Forſtpolizeibehörde Feuer anzündet. Wer Wald=
flächen
oder Grundſtücke ohne Erlaubnis der Forſtpolizeibehörde
abbrennt oder bei einem Waldbrand der Aufforderung eines zu=
ſtändigen
Forſtbeamten oder Ortspolizeibeamten zur Hilfeleiſtung
nicht nachkommt, obſchon er derſelben ohne erheblichen eigenen
Nachteile Folge zu leiſten vermag.

25jähriges Jubiläum. Fräulein Margarete Vierheller
aus Reichelsheim i. O. begeht am 1. Juni ihr 25jähriges Dienſt=
jubiläum
bei der Familie Guſtav Paul, Liebigſtraße 6.
Hohes Alter! Am 1. Juni feiert Frau Regine Leyer=
zapf
. Stiftsſtraße 20, in ſelten körperlicher und geiſtiger Friſche
ihren 85. Geburtstag.
Katholiſcher Kirchengeſangverein St. Ludwig. Darmſtadt.
Wegen des Feſtkonzertes anläßlich des 75jährigen Jubiläums, das
am Dienstag, den 2. Juni, im ſtädtiſchen Saalbau ſtattfindet, ver=
weiſen
wir auf die Anzeige in der heutigen Nummer. Dem Kon=
zert
, das kirchenmuſikaliſche Werke der älteren und neueren Kom=
poniſten
bringt, wird mit großem Intereſſe entgegengeſehen.
Verband heſſiſcher Regimentsvereine. Tiefe Kluften auf
politiſchem und wirtſchaftlichem Gebiet trennen das deutſche
Volk. Schwere Notzeit laſtet auf unſerem Vaterland. Gar man=
cher
kleine Anlaß wird mißbraucht, um durch großſprecheriſche
Worte das Volk gegen einander zu treiben. Ueber dieſem Gezänk
ſtehen die Regimentsvereine, die in ihren Satzungen religiöſe und
politiſche Neutralität und Duldung verankext haben. Sie haben
ſich zu einem Verband vor zehn Jahren zuſammengeſchloſſen, da es
alte Soldatenweiſe iſt: Getrennt marſchieren vereint ſchlagen.
Das zehnjährige Beſtehen dieſer kameradſchaftlichen Organiſation
legt Zeugnis davon ab, daß die alten Tugenden des deutſchen
Volkes, Kameradſchaft Freundſchaft, Treue und Vaterlandsliebe
in dem Verband heſſiſcher Regimentsvereine einen ſicheren Hort
und Schutz gefunden haben. Da die kameradſchaftliche Unterſtützung
von den Organiſationen manches Geldopfer fordert und die wirt=
ſchaftliche
Notzeit jedem Deutſchen größte Ausgabenbeſchränkung
auferlegt, iſt das Gedenken an das 10jährige Beſtehen des Ver=
bandes
heſſiſcher Regimentsvereine und einiger angeſchloſſenen
Vereinigungen in die einfachſte Form gekleidet. Am Samstag, den
6. Juni, 20 Uhr, treffen ſich Freunde und Gönner echter Kamerad=
ſchaft
im Saalbau, wo in ſchlichter Weiſe die Geburtstage gefeiert
und ihnen durch die Weihe der Fahne ehemaliger 118er ein be=
ſonderes
Gepräge verliehen werden ſoll.
Orpheum. Heute Sonntag, abends 8 Uhr, geht der über=
aus
luſtige Schwank Weekend im Paradies als ein=
zige
Sonntagsaufführung in Szene. Dieſer Situations=
ſchwank
, in der ausgezeichneten Wiedergabe der Nürnberger Gäſte
bietet an Draſtik und Verwandlungsmöglichkeit ſo viel, wie kaum
ein anderer Schlager der beliebten Autoren Arnold und Bach.
Wer alſo über zwei Stunden herzlich lachen will, der muß die=
ſen
tollen Schwank ſehen. Die kleinen Sommer=
preiſe
machen es jedem möglich, eine der wenigen Vorſtellungen
anzuſehen. Karten von 80 Pfg. an in den bekannten Verkaufs=
ſtellen
: Verkehrsbüro, 111 Uhr, Kioſk. Paradeplatz. 16 Uhr,
Orpheumskaſſe, ab 3 Uhr ununterbrochen. Kaſſaruf 389.
Der D.H.V., Ortsgruppe Darmſtadt, hielt im Heim ſeine
Monatshauptverſammlung ab, die ſehr zahlreich be=
ſucht
war. Nach Erledigung interner Verbandsangelegenheiten
folgte ein Vortrag des Schriftführers des Ortsausſchuſſes Darm=
ſtadt
der Vertrauensleute für die Reichsangeſtelltenverſicherung,
Kollegen Helmſtädter, über das uns alle zurzeit ſtark inter=
eſſierende
Thema: Die Angeſtelltenverſicherung im Zeitſpiegel
Der Redner ging in faſt zweiſtündigen Ausführungen zunächſt auf
die allgemeine Lage der deutſchen Sozialverſicherung ein, wobei
er insbeſondere die Notlage der Reichsknappſchaftsverſicherung, in
der der ſchwerſte Beruf, nämlich der der Bergbauarbeitnehmer, ver=
ſichert
iſt, zu ſchildern wußte. Dieſer Zweig der deutſchen Sozial=
verſicherung
bedürfe dringend der Sanierung. Aber auch den an=
deren
Zweigen der Sozialverſicherung ginge es keinesfalls roſig,
auch die Invalidenverſicherung müſſe fruher, als nach den Berech=
nungen
erwartet wurde, zur Deckung ihrer Leiſtungen auf ihr
Vermögen zurückgreifen. Nur die Angeſtelltenverſicherung würde
heute noch einigermaßen finanziell geſund daſtehen, wobei aber
zu berückſichtigen ſei, daß auch ſie unter der ungünſtigen Wirt=
ſchaftslage
ſchwer zu leiden habe, wofür Redner einige Beiſpiele
anführte. In dieſem Zuſammenhang kam der Redner auf die
Forderungen zu ſprechen, die die Invalidenverſicherung neuerdings
gegen die Angeſtelltenverſicherung geltend macht, und die ihren
Niederſchlag finden in der bekannten Eingabe des Reichsverbands
deutſcher Landesverſicherungsanſtalten, an den Herrn Reichs=
arbeitsminiſter
vom 7. März 1931. Der Redner befaßte ſich ein=
gehend
mit dieſen Forderungen und verſtand es in ſachkundiger
Weiſe unter Bezugnahme auf die Denkſchrift des Direktoriums der
Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte die Forderungen tref=
fend
zu widerlegen. Insbeſondere aber ſeien die ungeheuren
geldlichen Forderungen in keiner Weiſe ſachlich begründet. Sie
kämen lediglich einer Sanierung der Invalidenverſicherung auf
Koſten der Angeſtelltenverſicherung gleich. Dieſe Sanierung müſſe
aber auf andere Weiſe gefunden werden und nicht auf dem in den
gemeinſamen Abgrund führenden Ausweg, auf den die Eingabe
des Reichsverbands deutſcher Landesverſicherungsanſtalten ver=
weiſe
. Es ſei Aufgabe und Pflicht aller verſicherten Angeſtellten
und ihrer Arbeitgeber, daß ſie ſich mit aller Kraft und mit allen
zu Gebote ſtehenden Mitteln gegen die fortgeſetzten Angriffe auf
das Vermögen der RfA. wenden, damit derartige Verſuche end=
lich
und endgültig unterbunden werden. Der hochintereſſante
Vortrag fand ſtarken Beifall und löſte eine lebhafte Ausſprache
aus. Weitere Vortrage über dieſes aktuelle Tema ſind vorgeſehen.
Eine Verdunfahrt mit Beſichtigung der Schlachtfelder und
Forts wird von Mainz aus am 6. und 7. Juni unternommen zu
einem ganz billigen Preis von 40 Mark einſchließlich Unterkunft
und guter Verpflegung. Anmeldung im Lloydreiſebüro Lyſſenhop=
Frenz Mainz ſofort nötig. (Siehe Anzeige.)

es muß sein Maß haben
Cuftder ſeaelceeffer.

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richtig bereitet ist, ergibt eine
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Nehmen Sie auf je 3 Eimer
Wasser, die Ihr Waschkessel
enthält, I Paket Persil! Das

ist das richtige Verhältnis, und
so haben Sie jede Sicherheit,
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nis
zu erzielen. Die Persillauge
wird kalt bereitet und die
Wäsche nur einmal kurze Zeit
gekocht.

g. zm Weichmachen des Wassers:
Zum Ein

[ ][  ][ ]

Seite 6

Sonntag, den 31. Mai 1931

Nummer 149

67. Perbandstag des Verbands der heſſiſchen
landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften.

Auch in dieſem Jahre hatten ſich die heſſiſchen Bauern wiederum
zahlreich zum Verbandstag in Darmſtadt eingefunden, um in ern=
ſter
Beratung ihre Gedanken auszutauſchen und ſich Anregungen
für ihre praktiſche genoſſenſchaftliche Arbeit zu holen. Verbands=
präſident
Molkereidirektor Bill Oſtheim, eröffnete die Tagung
unter Hinweis auf die nach wie vor andauernden ſchwierigen Ver=
hältniſſe
der Landwirtſchaft, die nur unter größter Anſtrengung
durch zähe Selbſthilfemaßnahmen, unterſtützt durch entſprechenden
Staatsſchutz, überwunden werden könnten. Anſchließend begrüßte
er in herzlicher Weiſe die zahlreich erſchienenen Ehrengäſte unter
ihnen Miniſterialdirektor Profeſſor Dr. Rößler, die Miniſterial=
räte
Becker, Bauer und Regierungsrat Morneweg als Vertreter
der Regierung bzw. des Miniſteriums für Arbeit und Wirtſchaft,
Generaldirektor Dr. Hamann als Vertreter der Heſſiſchen Land=
wirtſchaftskammer
, den Hauptreferenten der Tagung. Präſident
Reichsminiſter a. D. Dr. Hermes als Vertreter des Reichsver=
bandes
, ferner u. a. Vertreter der Preußenkaſſe des Wirtſchafts=
inſtituts
der Univerſität Frankfurt. Präſident Freiherrn v. Löw
als Vertreter der Land= und forſtwirtſchaftlichen Berufsgenoſſen=
ſchaft
, Bürgermeiſter Abg Glaſer und Bürgermeiſter Diehl als
Vertreter des Heſſiſchen Landbundes. Präſident Bill gedachte
dann in warmen Worten der im Berichtsjahre verſtorbenen treuen
Genoſſenſchaftler, von denen er die Oekonomieräte Hammann= Bie=
besheim
und Ludw. Strecker=Darmſtadt würdigte. Die Verſamm=
lung
ehrte die Verſtorbenen durch Erheben von den Plätzen.
Miniſterialdirektor Dr. Rößler dankte namens der Regie=
rung
und des Miniſteriums für Arbeit und Wirtſchaft für die
Einladung und fügte beſte Wünſche für den Verlauf der Ver=
handlung
an. Aus dem Jahresbericht gewinne man die Ueber=
zeugung
, daß wertvolle Arbeit geleiſtet wurde. Es ſei ihm eine
beſondere Freude feſtzuſtellen, daß auf dem Gebiete des Abſatzes
von Milch, Obſt. Wein, Eiern uſw. gute Fortſchritte gemacht wor=
den
ſeien. Dieſer Weg, der allein eine Verringerung der Han=
delsſpanne
bringen könne, müſſe noch mehr wie ſeither beſchritten
werden. Der Warenabſatz müſſe reſtlos nach Beiſpielen, die uns
das Ausland gibt, genoſſenſchaftlich organiſiert werden, damit der
Auslandskonkurrenz ſtandgehalten, werden könne. Es bedürfe
dies natürlich noch vieler Mühe, aber er habe nach dieſer Richtung
hin zu der umſichtigen Leitung des Verbandes größtes Vertrauen.
Es folgten noch Begrüßungsanſprachen von Dr. Nickel= Preußen=
kaſſe
, Generalſekretär Huber=Stuttgart und Dr. Henzler= Univer=
ſität
Frankfurt. Präſident Bill dankte für die freundlichen Be=
grüßungsworte
und erteilte Verbandsdirektor Berg zu Punkt 2
der Tagesordnung
Jahresbericht für 1930
das Wort. Der Referent führte etwa folgendes aus: Die Lage
der Landwirtſchaft iſt ernſter wie je. Die entſchloſſenen Maß=
nahmen
der Reichsregierung haben uns wenigſtens vor Ueber=
ſchwemmung
mit Auslandsgetreide zu vernichtend geringen Prei=
ſen
bewahrt. Ein entſprechender Schutz iſt auch für die Ver=
edlungsproduktion
erforderlich. Die Zahl der Genoſſenſchaften
hat ſich in 1930, insbeſondere durch Zugänge von Verwertungs=
genoſſenſchaften
, von 1070 auf 1095 vermehrt. Bei den Kredit=
genoſſenſchaften
wurde, da der äußere Ausbau als abgeſchloſſen
gilt, dem inneren Ausbau Beachtung geſchenkt. Die Zahl der
Einzelmitglieder nahm erheblich zu. Der Frage der Liquidität
wurde von ſeiten des Verbandes eine ſehr ſtarke Bedeutung hei=
gemeſſen
und auf Sicherſtellung der Außenſtände gedrungen. Der
Wert der eigenen Mittel iſt mehr und mehr erkannt worden. Die
Geſchäftsguthaben haben annähernd dieſelbe Höhe wie in 1913 er=
reicht
. Reſervefonds und Betriebsrücklage haben den Betrag von
1913 bereits überſchritten. Die Entwicklung der Spareinlagen
und Einlagen in laufender Rechnung iſt unter Berückſichtigung der
rückläufigen Konjunktur befriedigend. Bei den Warengenoſſen=
ſchaften
hat ſich der Bezug landwirtſchaftlicher Bedarfsartikel trotz
ungünſtiger Wirtſchaftslage auf annähernd gleicher Höhe wie im
Vorjahre gehalten. Erhöhte Anforderungen ſtellte die Finanzie=
rung
des Warengeſchäftes. Deshalb wurde auch der Sicherſtellung
der Außenſtände, ebenſo der Eigenkavitalbildung beſondere Be=
achtung
geſchenkt. Neben dem genoſſenſchaftlichen Warenbezug
muß auch der Abſatz landwirtſchaftlicher Erzeugniſſe für die Zu=
kunft
in weiteſtgehendem Umfange aufgenommen werden, und hier
iſt Vorbedingung, daß auf dem Gebiete der Standardiſierung noch
ganz erhebliche Arbeit geleiſtet wird. Erzeugung einheitlicher,
marktgängiger Ware von gleichmäßiger Beſchaffenheit iſt das Ge=
bot
der Stunde. Jeder Einzelne und jede Genoſſenſchaft muß
an dieſem hohen Ziel, das allein die Sanierung der Landwirt=
ſchaft
und ihre Rentabilität verſpricht, mitarbeiten. Die Erfaſ=
ſung
der Milch durch unſere Molkereigenoſſenſchaften ſtieg gegen=
über
1925 bei gleichbleibender Zahl der Genoſſenſchaften von 46,3
Millionen auf 68,6 Millionen um 48 Prozent. Monatlich vorge=
nommene
Milch= und Butterprüfungen verbunden mit techniſchen
Betriebskontrollen, ſorgten für Qualitätsverbeſſerung. Der Aus=
bau
der Milchabſatzorganiſation zeigt im ganzen Verbandsbezirk
erfreuliche Weiterentwicklung. Grundlage der Organiſation ſind
in den drei Provinzen die Milchliefervereinigungen, denen die
Milchabſatzgenoſſenſchaften und Molkereien zum überwiegenden
Teil angeſchloſſen ſind.
Richtunggebend für Geſtaltung der Milchabſatzorganiſation
wird das am 1. Januar 1932 in Kraft tretende Milchgeſetz. Die
Winzergenoſſenſchaften hatten in bezug auf Güte und Menge eine
gute Ernte zu verzeichnen. Nach einer anfänglich ſtarken Abſatz=
ſtockung
folgte Ende des Berichtsjahres eine Belebung im Wein=
geſchäft
. Man wird in Zukunft gemeinſam mit dem Weinhandel
Mittel und Wege ſuchen müſſen, die breite Kreiſe des Volkes
wieder dem Weinkonſum zuführen und ſo die Vorbedingung für
einen geregelten Abſatz ſchaffen. Das im neuen Weingeſetz ver=
ankerte
Verſchnittverbot deutſcher mit ausländiſchen Weinen hat
bereits zu einem erheblichen Einfuhrrückgang ausländiſcher Weine
geführt. Bei der Gruppe der Obſt= und Gemüſeverwertungsgenoſ=
ſenſchaften
wurde das beſondere Augenmerk auf den inneren Aus=
bau
gerichtet. Wo eine örtliche Erfaſſung der Erzeugniſſe erfolgte
und eine zu ſtarke Kapitalinveſtierung vermieden wurde, war das
Ergebnis gut. Bei den Gurkenverwertungsgenoſſenſchaften zei=
tigte
der Abſatz über die Zentralgenoſſenſchaft anſehnliche Reſul=
tate
. Enge Bindung der Mitglieder an die Genoſſenſchaft, Sor=
tenauswahl
. Regelung der Anbaufläche ſcharfe Sortierung und
Durchführung der Lieferpflicht haben hier zum Erfolg geführt.
Die Entwicklung in der Gruppe der Eierverwertungsgenoſſen=

ſchaften hat guten Fortſchritt gemacht. Das deutſche Friſchei mit
Adlerſtempel iſt Standardware und hält jeden Vergleich mit der
Auslandsware aus. Auch hier werden nur ſtrenge Lieferpflicht,
pflegliche Behandlung des anfallenden Produktes, richtige Sor=
tenauswahl
und einwandfreie Fütterung und Wartung des Hüh=
nerbeſtandes
zum Ziele führen. Die Gründung von Viehverwer=
tungsgenoſſenſchaften
nach norddeutſchem Muſter wurde im Be=
richtsjahr
, beſonders in Oberheſſen, neu aufgegriffen. Die Garan=
tie
für beſtmöglichſte Verwertung iſt durch die genoſſenſchaftliche
Einrichtung am Frankfurter Viehmarkt gegeben. Die Entwicklung
der Dreſchgenoſſenſchaften, die dauernde Zunahmen aufzuweiſen
haben, kann durchweg als günſtig bezeichnet werden. Der Referent
verwies weiter auf die am 13. Februar 1930 erfolgte Gründung
des Einheitsverbandes für das geſamte Reichsgebiet und die Teil=
rationaliſierung
im Rhein-Main=Gebiet die zum Zuſammen=
ſchluß
des naſſauiſchen und Frankfurter Verbandes führte. Mit
einem ſtarken Appell zur tatkräftigen Mitarbeit an unſerer genoſ=
ſenſchaftlichen
Sache ſchloß der Referent unter ſtarkem Beifall der
Verſammlung ſeine Ausführungen.
Präſident Bill dankte dem Verbandsdirektor, den Beamten
und der Angeſtelltenſchaft für ihre treue Pflichterfüllung im abge=
laufenen
Jahr. In der anſchließenden Diskuſſion ſchnitt Bür=
germeiſter
Kämmerer=Heuſenſtamm das Gebiet der Bauſpar=
kaſſenbewegung
die Zinspolitik und die Mündelſicherheit an.
Abgeordneter Glaſer=Nordheim übte Kritik an der Zollpolitik
inſofern, als er verſtärkten Schutz für die Veredelungsproduktion
forderte. Verbandsſekretär Dr. Hillemann ging auf die an=
geſchnittenen
Punkte im einzelnen ein und verſicherte, daß der
Verband wie ſeither, auch für die Zukunft im gewünſchten Sinne
die Intereſſen der Genoſſenſchaften vertreten werde. Die Jahres=
rechnung
und Bilanz, von Verbandsdirektor Dr. Hillmann
vorgetragen, fand einſtimmig Annahme, ebenſo wurde unter
Punkt 4 dem Verbandsdirektor und dem engeren Ausſchuß ein=
ſtimmig
Entlaſtung erteilt.
Miniſter a. D. Dr. Hermes, von der Verſammlung lebhaft
begrüßt, referierte dann über
Staatshilfe und Selbſthilfe‟.
Redner dankte für die Einladung zur Tagung und übermittelte
die herzlichſten Grüße und Wünſche des Reichsverbandes.
Er zeichnete zunächſt die ſchwere wirtſchaftliche Kriſe in
Deutſchland, die alle Kreiſe gleichermaßen ergriffen habe, und
erklärte die Gründe dieſer wirtſchaftlichen Depreſſionen, die mit
darin zu ſuchen ſeien, daß wir große Zahlungen an das Ausländ
zu leiſten haben. Das Ausland wolle immer Geld, aber keine
Waren. Da wir keine Menſchen aus Deutſchland ausführen können
(auch Amerika habe eine kleine Einwandererquote für Deutſch=
land
geſetzt), ſo bleibe nichts anderes übrig, als Möglichkeiten
auszuſchöpfen, die Menſchen in dem verkleinerten und verengten
Deutſchland ſelbſt zu ernähern, und das ſei der Sinn der Agrar=
politik
. Das Ziel dieſer Politik müſſe darin liegen, die Einfuhr
herabzuſetzen. Gewiß beſtehe kein Zweifel über die Notwendigkeit
des Exports, aber man müſſe einen gerechten Ausgleich zwiſchen
Export und Binnenmarkt fordern. Wir müßten in der Lage ſein,
in ſteigendem Maße unſere Produktion durch eine Stärkung des
Innenmarktes los zu werden. Gerade die Vernachläſſigung der
Landwirtſchaft in den erſten Nachkriegsjahren und die zu ein=
ſeitige
Forderung des Exports habe zu der ungeheuren Arbeits=
loſenzahl
von über 5 Millionen Menſchen geführt. Auch die In=
duſtrie
könne den Arbeitsloſen der Landwirtſchaft keine Exiſtenz
bieten. Dies müſſe man ſich bei Betrachtung der Lage vor Augen
halten. Heute ſei nicht nur der Getreidemarkt, ſondern auch der
Viehmarkt unrentabel geworden. Die deutſche Landwirtſchaft
dürfe nicht zu weltwirtſchaftlich eingeſtellt ſein, denn Volkswirt=
ſchaft
gehe vor Weltwirtſchaft. Er vertrete keineswegs die Theſe,
daß Deutſchland ſich von der Weltwirtſchaft trennen müſſe, er be=
tone
aber immer wieder, daß eine Stärkung des Binnenmarktes,
der Landwirtſchaft und der Kaufkraft der Landwirtſchaft dringend
nötig ſei. Die Entwicklung der Dinge und der übermäßige Druck
auf den Weltmärkten habe dazu geführt, daß wir uns von dem
Syſtem der ſtarren Zölle freigemacht und zu dem Syſtem der la=
bilen
Zölle übergegangen ſind, die z. B. auch für die Veredlungs=
wirtſchaft
in erhöhtem Maße zu fordern ſind. Der deutſche Ge=
treidebau
wurde geſchützt und ſo vor dem Ruin bewahrt, aber auf
dem Gebiete der Veredlungswirtſchaft müſſe ein größerer Schutz
verlangt werden. Man ſehe ſich dabei einer wachſenden Front
von ſeiten der Induſtrie gegenüber. Man könne die Induſtrie von
ihrem Standpunkte aus verſtehen, und wolle ihre Gründe loyal
prüfen, denn eine loyale Prüfung verlange auch die Landwirt=
ſchaft
. Wenn geſagt werde, daß die Ausfuhrintereſſen mitſpielten,
und daß die Ausfuhr durch Zölle geſchädigt werde, ſo müſſe man
doch bei aller Bereitſchaft, beſonnen vorzugehen, angemeſſenen
Schutz für die Veredlungswirtſchaft verlangen, damit dieſer Be=
triebszweig
rentabel geſtaltet und in Deutſchland wieder
eigene Kapitalbildung ermöglicht werde. Habe die Landwirtſchaft
wieder eigenes Kapital, ſo könne ſie ihre genoſſenſchaftlichen Ein=
richtungen
ausbauen denn mit eigenem Kapital gehe es beſſer
als mit öffentlichen Krediten. Die öffentlichen Kredite hätten ſich
keineswegs immer ſegensreich ausgewirkt. Durch die genoſſen=
ſchaftlichen
Einrichtungen wolle die Landwirtſchaft in ſtärkerem
Maße unabhängig vom Auslande werden. Als ein Schlagwort
müſſe er es bezeichnen, wenn behauptet wird, daß die Vier=Mil=

Die Modeform der Salson

(lV 6423

lardenfiſe. die Vandwirt. fir des deuiſche Volr eine
ſchwere Belaſtung darſtelle. Dieſe Gelder würden doch zur Pro=
duktionsſteigerung
und Arbeitsvermittlung verwandt. Die Land=
wirtſchaft
habe höchſtes Mitgefühl mit den Arbeitsloſen der In=
duſtrie
, aber es gebe nicht nur eine Not in den Städten, es beſtehe
auch ſehr große Not auf dem Lande. Ja, es könnte kommen, daß
eine Fürſorgeaktion für die Landwirtſchaft notwendig werde, wie
für den deutſchen Oſten heute, wenn nicht bald eine Beſſerung
eintrete. Die landwirtſchaftliche Arbeit ſei viel zu gering be=
wertet
, und die landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe würden im Ver=
gleich
zu der Vorkriegszeit bedeutend geringer bezahlt. Die Kauf=
kraft
ſei heute um 6065 Prozent gegenüber der Vorkriegszeit ge=
ſunken
. Er habe ſich ſtark für eine Verſtändigung über die Welt=
weizenquote
eingeſetzt, und er hoffe, daß auch eine Verſtändigung
noch erzielt werden könne, ſo daß die Weizenproduktion und der
Weizenabſatz ähnlich geregelt werde wie die Zuckerproduktion.
Die Verſtändigung werde allerdings noch eine gewiſſe Zeit erfor=
dern
, und bis dahin müſſe der Getreideſchutz beſtehen bleiben.
Das Ueberangebot von Futtermitteln auf dem Weltmarkte führe
überall in ſteigendem Maße auch im Auslande zu einer Steige=
rung
der Vereselungsproduktion, ſo daß Gefahr beſtehe, daß auch
die Preisgeſtaltung auf dem Veredlungsmarkte ſich ungünſtig ge=
ſtalten
werde. Wenn von den Gegnern dieſer Agrarpolitik ein
Gegenſatz zwiſchen Oſten und Weſten konſtruiert werden ſoll, ſo
müſſe man das ſcharf ablehnen. Die deutſche Landwirtſchaft müſſe
eine geſchloſſene einheitliche Solidarfront von Oſten bis Weſten
bilden, um für die Intereſſen der Landwirtſchaft erfolgreich kämp=
fen
zu können. Es werde heute viel mit Vergleichszahlen in der
Preisgeſtaltung der landwirtſchaftlichen Produkte operiert, die
aber größtenteils ein ganz falſches Bild gäben. Man dürfe der
Landwirtſchaft nicht etwa zumuten: Bis hierher und nicht weiter.
Entſcheidend müſſe immer das praktiſche Ergebnis der Bemühun=
gen
der Reichsregierung bleiben. Bei aller obiektiven Würdigung
der Maßnahmen der Regierung müſſe man doch ſagen, daß die
Lage der Landwirtſchaft noch ſchlechter geworden iſt, ſo daß der
Ruf nach ſtarkem Schutz der bäuerlichen Veredlungsinduſtrie völlig
berechtigt ſei.
Er habe bereits bemerkt, daß die Landwirtſchaft die Ver=
ſchlechterung
der Löhne und Exiſtenzmöglichkeiten der Arbeiter be=
daure
und lebhaftes Verſtändnis für deren Nöte habe, aber auch
der Landwirtſchaft gehe es nicht gut, und es müſſe daher vor allem
vermieden werden. Differenzen zwiſchen Stadt und Land, In=
duſtrie
und Landwirtſchaft heraufzubeſchwören. Wir ſind alle eine
Volksgemeinſchaft, und nur mit einem gemeinſamen Aufbauwillen
werde es in Deutſchland beſſer werden können. Die Dinge müß=
ten
vo allen Seiten objektiv gewürdigt werden. Ein Unding ſei.
wenn die Induſtrie ein Agrarprogramm aufſtelle und fordere, daß
die Landwirtſchaft ein ſolches Agrarprogramm durchführe. Auch
die Landwirtſchaft könne ein Induſtrieprogramm aufſtellen, aber
ihr komme der Gedanke nicht, denn jeder Berufsſtand müſſe
ſchließlich ſelbſt wiſſen, welches Programm er am vorteilhafteſten
für ſich durchzuführen habe. Vom Ausland könne man gewiß viel
lernen, aber man könne nicht ſchematiſch ausländiſche Verhältniſſe
auf die deutſchen übertragen.
Miniſter Hermes kam dann auf die großen genoſſenſchaft=
lichen
Aufgaben zu ſprechen, die nie ſo groß geweſen ſeien wie
gerade heute. Die Landwirtſchaft laſſe es an eigener Anſpannung
der Kräfte nicht fehlen. Außerordentlich wichtig ſei die Frage
des Bildungsweſens. Die landwirtſchaftliche Jugend
müſſe geiſtig mobiliſiert werden, wie andere Berufszweige es
ſchon getan hätten. Die Anpaſſung der Dinge gehe bei der Land=
wirtſchaft
oft langſamer, aber das ſei kein Nachteil, wenn ſie nur
zielbewußt marſchiere. Man dürfe ſich den großen Forderungen
der heutigen Zeit nicht entziehen, die Jugend habe geradezu Hun=
ger
nach geiſtiger Nahrung, den man befriedigen müſſe. Wer die
Jugend habe, dem gehöre auch die Zukunft. Der Ausbildungs=
frage
müſſe alſo allergrößte Bedeutung beigemeſſen werden. Er
ſei überzeugt, daß auf der ganzen Linie die wiſſenſchaftlichen Ein=
richtungen
für die Landwirtſchaft noch vertieft werden können.
Er befaßte ſich dann mit Abſatzproblemen, mit der Produktions=
regelung
und der Zinspolitik der Genoſſenſchaften. Zu einer geſun=
den
Kreditpolitik könne man nur dann wieder kommen wenn die
Landwirtſchaft Eigenkapital habe, und wenn es gelinge, den
gegenſeitigen Wettbewerb mit den Sparkaſſen in geſunde Bahnen
zu lenken. Eine weitere neue Aufgabe der landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaften ſei die Vertiefung des Reviſionsweſens; in aller
Stille werde auf dieſem wichtigen Gebiet gearbeitet und man
hoffe, daß eine Verſtändigung mit der Preußenkaſſe zuſtande
komme. Zum Schluß wies der Miniſter auf die hohe ſittliche Idee
hin, die der Organiſation zugrunde lag. Dieſes Bewußtſein
höchſter Ethik müſſe das Fundament der Organiſation bleiben.
Der Genoſſenſchaftsgedanke müſſe ſtets wachgehalten werden, die
Landwirtſchaft müſſe ihre Zentrale jederzeit tatkräftigſt unter=
ſtützen
. Höchſte Aktivität müſſe entfaltet werden. Das deutſche
Volk habe ſchon ſehr ſchwere Zeiten durchgemacht, aber dank der in
ihm innewohnenden Kraft ſei es immer wieder erſtarkt. Es habe
keinen Zweck, ſich einem Radikalismus in die Arme zu werfen,
ſondern beſonnen müſſe man das Ziel verfolgen, durch das Deutſch=
lands
Wiederaufſtieg zu erreichen ſei. Wenn die Verbundenheit
mit der Scholle immer bleihe, dann dürften auch wir hoffen, durch
gemeinſame Arbeit ein großes und glückliches Deutſchland wieder
zu ſchaffen.
In der Diskuſſion ſprachen Tertor=Leihgeſtern. Dammel=
Biſchofsheim, Glaſer=Nordheim Frl. Bopp=Hanau, die in bered=
ten
Ausführungen die deutſche Landfrau als Mitarbeiterin, Haus=
frau
und Mutter würdigte. Zu Punkt 6 wurden auf Antrag
Becker=Keſſelbach die nach Ablauf der Wahlperiode aus dem Ver=
bandsausſchuß
ausſcheidenden Mitglieder Dammel=Biſchofsheim.
Volz=Bad Wimpfen, Benz=Arheilgen, Bill=Oſtheim, Fenchel=Ober=
Hörgern, Keipp=Wallenrod. Dettweiler=Pfeddersheim. Schütz=
Gonſenheim, Feldmann=Nierſtein einſtimmig wieder in den Ver=
bandsausſchuß
gewählt. Zu Punkt Anfragen und Mitteilungen
lag nichts vor, ſo daß der Präſident mit einem Glückauf! für
das kommende Jahr, das hoffentlich eine Beſſerung der Lage
bringe, die außerordentlich inhaltsreiche und eindrucksvoll verlau=
fene
Verſammlung ſchließen konnte.

Aus den Parkeien.

Deutſchn. Frauengruppe Darmſtadt. An unſre
Frauentagung in Auerbach, Dienstag, den 2. Juni, nach=
mittags
3,30 Uhr, werden unſre Frauen noch einmal erinnert und
herzlichſt eingeladen, vollzählig zu erſcheinen. Frau Dr. Eliſabeth
Spohr=Berlin wird einen Vortrag halten über: Bodenſtändig=
keit
als Kulturfaktor‟. Danach geſelliges Zuſammenſein mit muſi=
kaliſchen
und deklamatoriſchen Darbietungen. Vormittags
12 Uhr tagt der Landesfrauenausſchuß in einer beſonderen Sitzung.
in der Frau Dr. Reinhardt, Frau Abg. Heräus und Frau Dr.
Spohr ſprechen werden.

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Nummer 149

Sonntag, den 31. Mai 1931

Seite 7

2r, aumloerfammtang
des Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnen=Pereins

in Stuttgart 1931.
Alle zwei Jahre verſammeln ſich in den Pfingſttagen die im die Proportionen klar zu erkennen, in denen ſich heute das Leben
Allgemeinen Deutſchen Lehrerinnen=Verein zuſammengeſchloſſenen der Frau auf Familie und Beruf verteilt. An Hand der deut=
Lehrerinnen aller deutſchen Länder und Schulgattungen zu ge= ſchen Statiſtik wies Frau Dr. Bäumer nach, daß die vielfach ge=
meinſamer
Arbeit. Dieſe große Frauenorganiſation, eine Schöp= äußerte Auffaſſung von der Familienauflöſung zu Unrecht beſteht.
fung der einzigartigen Frau und genialen Führerin Dr. Helene
Lange, iſt von ihr vor 40 Jahren gegründet worden. 85 Frauen / Geſellſchaft und Staat heute mitgeſtalten wollen; der Apparat,
ſcharten ſich damals in Friedrichsroda um die Führerin und 40 000 auch wenn er der Frau nicht weſensgemäß iſt, muß beherrſcht
Mitglieder gehören ihm heute an. Helene Lange leitete dieſen werden. Dabei aber darf die innere Sicherheit der Frauen und

Verein 30 Jahre lang, bis ſie die Führung ſelbſt, in die Hände
der jetzigen 1. Vorſitzenden, Frau Oberſchulrat Emmy Beckmann,
Hamburg, legte. Am 13. Mai des vergangenen Jahres rief der
Tod ſie aus dem Leben ab.
So iſt die Stuttgarter Pfingſttagung die erſte Generalver=
ſammlung
ohne Helene Lange und doch eine Tagung mit ihr.
Die Mitglieder und zahlreiche Gäſte fanden ſich am Anfang der
Tagung zu einer eindrucksvollen Gedächtnisfeier in der Liederhalle
zuſammen.
Nachmittags 3 Uhr ſchloß ſich die
1. Mitgliederverſammlung
an. Wieder, wie vor zwei Jahren in Wien, konnte der A. D. L.V.
ſeinen Kreis erweitern. Nachdem in Wien der Anſchluß des öſter=
reichiſchen
Vereins Mädchenmittelſchule vollzogen war, folgte
auf der Stuttgarter Tagung der Anſchluß der Deutſchen Lehre=
rinnen
in Eſtland und des Verbandes öſterreichiſcher Volksſchul=
lehrerinnen
.
Aus dem Geſchäftsbericht den Frau Beckmann gab, iſt die
richtunggebende Arbeit des A.D.L.V. in der Frage des Berech=
tigungsweſens
beſonders hervorzuheben. Mit beſonderer
Aufmerkſamkeit verfolgt der A. D.L.V. alle Maßnahmen, die in=
folge
der Sparpolitik der Länder die Schulausbildung und Er=
ziehung
der Mädchen bedrohen. Ohne grundſätzlich die Koedukation
beanſtanden zu wollen, iſt doch die jetzige Form, in der Mädchen
in Knabenſchulen unterrichtet werden, und die Methode,
leiſtungsfähige Mädchenſchulen aufzuheben, um Knabenſchulen zu
ſtützen, im Intereſſe der Mädchenbildung abzulehnen.
Der zahlenmäßige Anteil der Lehrerinnen an der Erziehung
der Mädchen in den deutſchen Ländern, die Zuſammenarbeit von
Schule und Jugendfürſorge, über die in Verbindung mit dem Zen=
tralinſtitut
in Berlin in einer beſonderen Tagung im Januar
verhandelt wurde, die Ausbildung der Lehrerinnen
für die techniſch=künſtleriſchen Fächer, ſind weitere
beſondere Arbeitsgebiete der letzten Geſchäftsperiode.
Von den Standesfragen iſt die Stellungnahme des A. D.L.V.
zum Kampf gegen die verheiratete Beamtin hervor=
zuheben
: unbedingte Wahrung des Beamtenrechts für die Frau,
freie Entſcheidung der Frau über Beibehaltung und Aufgabe ihres
Berufs.
An den geſchäftlichen Teil der Verhandlung ſchloß ſich das
Hauptthema der 1. Mitgliederverſammlung
Völkerbund und Schule‟
an. Frau Oberſtudienrätin Toelpe, die der Einladung des
Generalſekretariats des Völkerbundes an den A.D.L V. gefolgt
war und drei Wochen an den Verhandlungen des Völkerbundes
teilnahm, entwickelte in ihrem Referat den Grundſatz, daß der
Völkerbundsſtoff unter zwei Geſichtspunkten zu behandeln ſei: Wie
iſt zum Völkerbunds gedanken zu erziehen? Wie iſt zum Ver=
ſtändnis
des beſtehenden Völkerbundes zu erziehen?
Frau Miniſterialrat Dr. Gertrud Bäumer, die an Stelle
der erkrankten zweiten Referentin, Frau Dr. Elſa Matz, M. d. R.,
ſprach, ergänzte wirkungsvoll die Ausführungen.
Der Tagung ging ein Jugendabend voraus, der dem
Thema: Inhalt und Formung des Lebens der berufstätigen
Frau gewidmet war. Trotz des herrlichen Maientages, der ins
Freie lockte, war der große Feſtſaal der Liederhalle am Pfingſt=
ſamstag
bis auf den letzten Platz gefüllt.
Am Pfingſtmontag fand die
1. öffentliche Verſammlung
ſtatt. Als Vorſitzende begrüßte Frau Emmy Beckmann die Ver=
ſammlung
und die in großer Anzahl erſchienenen Ehrengäſte Ver=
treter
von Regierungen und Unterrichtsverwaltungen, des Reichs,
der Länder und Gemeinden und befreundeter Organiſationen.
In den Begrüßungen kam immer wieder zum Ausdruck, daß
der Allgemeine Deutſche Lehrerinnen=Verein als eine Organiſa=
tion
, die durch die beſondere Form ihres Zuſammenſchluſſes und
durch den Geiſt der in ihr führenden Frauen vor allem dazu be=
rufen
ſei, hier mitzuarbeiten, mithelfen könnte, dieſe Notzeit zu
überwinden.
Mit beſonderer Genugtuung erfüllte die Verſammlung die
Begrüßung, die die deutſchen Lehrerinnen aus den zurzeit vom
Reich abgetrennten Gebieten, Danzig, Memelland und Saargebiet,
und die im Ausland zuſammengeſchloſſenen deutſchen Lehrerinnen
aus Eſtland, Lettland, Litauen, Rumänien, Tſchechoſlowakei der
Tagung widmeten.
Frau Beckmann dankte allen Rednern auf das herzlichſte und
gab Frau Dr. Bäumer das Wort zu ihrem Vortrag:
Erziehung der Mädchen zu ihren Aufgaben als Frau
und Staatsbürgerin.
Gegenüber den verworrenen Vorſtellungen der heutigen Zeit
von dem tatſächlichen Stand der Mitarbeit der Frau ſei es nötig,

Zweierlei iſt nötig, wenn die Frauen an der Ordnung von
die daraus entſpringende Art der Wertungen nicht verloren gehen.
Staatsbürgerliche Erziehung der Frauen iſt dabei nicht nur ein
Fach, ſondern Aufhellung der Welt um ſich herum unter der Wer=
tung
aus ihrer unverbildeten Natur heraus. Das ewig Gattungs=
mäßige
muß ſich verbinden mit der Kraft der ſich ſelbſt beſtimmen=
den
Perſönlichkeit und ſo in Geſellſchafts= und Staatsleben ein=
fließen
.
Die 2. Mitgliederverſammlung
brachte u. a. die Berichte der Ausſchüſſe für Berufsberatung, Sta=
tiſtik
, Jugendwohlfahrtsbeſtrebungen, für Junglehrerinnen. Be=
ſoldung
und die Frage der verheirateten Lehrerin. Die Ver=
ſammlung
beſchäftigte ſich weiter mit der Auswirkung der Spar=
maßnahmen
im Schulweſen.
Ein Begrüßungsabend, von dem Stuttgarter Ortsausſchuß
mit aller Sorgfalt und nach ſchwäbiſcher Stammeseigenart aus=
geſtaltet
, vereinigte am Pfingſtſonntag die Mitglieder noch zu
froher Geſelligkeit.
Der Dienstag war den Verſammlungen der einzelnen Reichs=
fachverbände
gewidmet. Unter dem Thema Elternhaus und
Schule fand am Dienstag abend die
2. öffentliche Verſammlung
ſtatt. Aus der Ueberzeugung heraus, daß ein bloßes Nebeneinan=
der
von Schule und Haus weder vor der Jugend noch vor der
Volksgemeinſchaft zu verantworten ſei, habe der A. D. L.V wie
Frau Beckmann, die Leiterin des Abends betonte es für ſeine
unabweisbare Pflicht gehalten, eine öffentliche Elternverſamm=
lung
in ſeine Tagung einzugliedern. Frau Direktorin Glinzer=
Hamburg erklärte in ihrem Vortrag die Erziehungsſchwierigkei=

Das

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7614b

ten, die heute für Eltern und Schule beſtehen. Feſt überzeugt
davon, daß die ſittlichen Kräfte, die in der Familie beſchloſſen ſind.
lebendig, unentbehrlich und durch keine andere Gemeinſchaft er=
ſetzbar
ſind, ſetzte die Rednerin ſich mit aller Wärme und Kraft
für die Zuſammenarbeit von Elternhaus und Schule ein.
Aus dem übrigen Verlauf der Tagung iſt die einſtimmige
Wiederwahl der 1. Vorſitzenden des Verbandes Frau Oberſchul=
rat
Beckmann=Hamburg, zu berichten. Mit dem Ausdruck
tiefſter Dankbarkeit und Verehrung bekundete die Mitgliederver=
ſammlung
zugleich ihr unbeſchränktes Vertrauen und ihre beglückte
Ueberzeugung davon, in Frau Emmy Beckmann die Vorſitzende zu
beſitzen, die berufen iſt, das Werk der verehrten Meiſterin Helene
Lange vollendet weiterzuführen.
Am Dienstag fand ein Empfang im Staatsminiſterium, Villa
Reitzenſtein, ſtatt, am Mittwoch ein Empfang durch die Stadt
Stuttgart, in der Villa Berg.
3. öffentliche Verſammlung.
Die drei Vorträge unter dem Thema;
Gegenwartsforderungen an Unterricht und Leben der Schule‟
führten mitten hinein in die innere Berufsarbeit. Vom Stand=
punkt
der höheren Schule, der Volksſchule und der Berufsſchule
aus wieſen die Rednerinnen Frau Studiendirektor Dr. Suſanne
Engelmann=Berlin Frau Hauptlehrerin Zehringer=
Furtwangen und Frau Berufsſchullehrerin Gerſtner=Nürnberg
nach, daß Stoffauswahl und Methode unter den Anforderungen
der Gegenwart geſehen werden müſſen. Aus reicher pädagogiſcher
Erfahrung geſchöpft, entſtand ein Bild der modernen Schule, d. h.
einer der Welt draußen aufgeſchloſſenen Schule, die ſich doch die
ihrer Eigennatur entſprechende Geſtaltung und Form bewahren
muß Mit dem Bekenntnis: Wir wollen unſere Arbeit leiſten
im Dienſte an der Jugend des deutſchen Volkes, ſchloß Frau Beck=
mann
die eindrucksvolle Tagung an deren Ende unter weihe=
vollem
Orgeklang nach alter Tradition das Deutſchlandlied
erklang.

Aus dem Gerichksſaal.
Aw. Vor dem Bezirksſchöffengericht wurde am Frei=
tag
die Verhandlung gegen die ſieben Klein=Gerauer An=
geklagten
(ſiehe unſeren Bericht in der Freitag=Nummer) zu
Ende geführt.
Nach Vernehmung von 9 von der Verteidigung geladenen Ent=
laſtungszeugen
, die der Beiſitzer teilweiſe als unglaubwürdig be=
zeichnete
plädierte der Staatsanwalt auf Verurteilung der ſämt=
lichen
Angeklagten. Nach der Beweisaufnahme könne gar kein
Zweifel herrſchen, daß die Kommuniſten die alleinigen Angreifer
waren, denn ſie waren wenigſtens in dreifacher Ueberzahl. und
den Nationalſozialiſten konnte, da ſie eine Werbeverſammlung
veranſtalten wollten, keineswegs an irgendeiner Schlägerei ge=
legen
ſein. Darum hätten ſie ja auch keine uniformierten Gegner
hineinlaſſen wollen. Dagegen ſei erwieſen, daß die Kommuniſten
von vornherein recht aggreſſiv waren, und ihnen konnte ja nur
daran gelegen ſein, dieſe Verſammlung zu verhindern und die
Nationalſozialiſten aus dem Ort zu vertreiben. Von dem erſten
Angeklagten, der eine Führerſtellung in ſeiner Partei inne habe,
ſei nicht erwieſen, daß er bei den Gewalttätigkeiten anweſend war,
aber das ſei ja auch zu ſeiner Verurteilung nicht notwendig. Ihm
könne man zur Laſt legen, daß er ſeinen Führerpoſten verlaſſen
habe. Die Entſcheidung ſtellt er in dieſem Fall in das Ermeſſen
des Gerichts. Gegen den Zweiten, der beim Einſtoßen der Türen
half, und der außerdem noch bei einer anderen Gelegenheit, die
aber heute mit verhandelt wird, einen Schlagring bei ſich führte,
beantragt er wegen Landfriedensbruchs mit Gewaltanwendung und
wegen Waffenmißbrauchs eine Geſamtſtrafe von elf Monaten Ge=
fängnis
. Gegen den Dritten der wegen Widerſtands uſw. bereits
ein= oder zweimal vorbeſtraft iſt, beantragt er wegen Landfrie=
densbruchs
mit Gewaltanwendung acht Monate Gefängnis. Ge=
gen
den Vierten wegen Beihilfe, zum Landfriedensbruch er
trug den Streitenden Knüppel herbei vier Monate Gefängnis
Gegen den Fünften, der einen nationalſozialiſtiſchen Lehrer mit
einem Meſſer bedroht haben ſoll die Drohung gibt er zu jedoch
nur mit der bloßen Fauſt wegen Bedrohung ebenfalls vier
Monate Gefängnis. Gegen die beiden letzten Angeklagten, die
feſtſtehende Meſſer bei ſich gefährt haben ſollten, je drei
Monate Gefängnis. Die Verteidigung beantragt teils weſentlich
niedrigere Strafen, teils Freiſprechung.
Das Gericht ſpricht den erſten und die beiden
letzten Angeklagten frei. Dem erſten ſei eine Beteiligung
nicht nachgewieſen. Auch dem letzten Angeklagten, an deſſen Fuß
das eine Meſſer gefunden wurde, ſei nicht nachgewieſen, daß ihm
das Meſſer tatſächlich gehörte, und der ſechſte habe glaubhaft ge=
macht
, daß er das Meſſer als Fuhrmann beruflich benötige. Der
zweite Angeklagte erhält wegen Landfriedens=
bruchs
und Waffenmißbrauchs zu insgeſamt 6 Mo=
nate
und zwei Wochen Gefängnis. Der Haftbefehl ge=
gen
ihn wird aufgehoben und zwei Monate der Unterſuchungshaft
werden angerechnet. Der dritte Angeklagte erhält
wegen Landfriedensbruchs 6 Monate Gefäng=
nis
. Für drei Monate wird ihm eine vierjährige Bewährungs=
friſt
zugebilligt. Der vierte Angeklagte erhält wegen
Beihilfe zwei Monate Gefängnis unter Anrechnung
von einem Monat Unterſuchungshaft. Der fünfte Ange=
klagte
erhält wegen Bedrohung zwei Monate
Gefängnis. Für einen Monat wird ihm eine vierjährige Be=
vährungsfriſt
zugebilligt.
Die Einheitskurzſchrift, von deren Kenntnis heute ſtaat=
liche
, ſtädtiſche und private Anſtellungen durchweg abhängig ſind,
wurde bereits im Jahre 1924 von dem hieſigen Gabelsbegerſchen
Stenographenverein, der jetzt auf ein 70jähriges Beſtehen zurück=
blicken
kann, im Unterrichtsplan aufgenommen. Im Kampf um
die wirtſchaftliche Exiſtenz iſt die Beherrſchung der Stenographie
und auch flottes Maſchinenſchreiben von größter Wichtigkeit, und
deshalb wird der Beſuch der im Anzeigenteil angekündigten neuen
Kurſe, die morgen abend 8 Uhr, in der Ballonſchule, unter der
Leitung geprüfter Lehrkräfte beginnen, empfohlen.
Auswüchſe des Reklameweſens. In letzter Zeit ſind wie=
derholt
Nachahmungen von Reichsbanknoten (ſogenannte Blüten)
zu Reklamezwecken verbreitet worden. Trotz der vorhandenen Ab=
weichungen
zeigen dieſe Blüten, beſonders, wenn ſie zuſammen=
gefaltet
ſind oder der Reklametext durch Ueberkleben abgedeckt wor=
den
iſt, eine Aehnlichkeit mit den echten Noten, ſo daß es in zahl=
reichen
Fällen Betrügern gelungen iſt, ſie zu Zahlungen zu ver=
wenden
. Es liegt im Intereſſe des Publikums, darauf hinzu=
weiſen
, daß nach 8 360. Ziffer 6 StGB. die Anfertigung und Ver=
breitung
von Warenempfehlungskarten, Ankündigungen oder an=
deren
Druckſachen oder Abbildungen, welche in der Form oder
Verzierung dem Papiergelde ähnlich ſind, ſtrafbar iſt.
Promenaden=Konzert. Sonntag, den 31. Mai von 11 bis
12 Uhr, ſpielt das Stadtorcheſter unter Leitung ſeines Kapell=
meiſters
W. Schlupp bei günſtiger Witterung im Herrngarten
(Pergola) nach folgendem Programm: 1. Krönungsmarſch aus
der Oper Der Prophet Meyerbeer; 2. Ouvertüre Pique
Dame‟, Suppé; 3. Wo die Zitronen blühen, Walzer, Strauß;
4. Am Lagerfeuer, Charakterſtück, Siede; 5. Fantaſie aus der
Oper Lohengrin, Wagner; 6. Unter dem Sternenbanner,
Marſch, Souſa.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkran=
kung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt zunächſt der Hausarzt zu
rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag,
dem 31. Mai 1931, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit:
Dr. med., Degen, Klappacherſtraße 1. Telephon 366. Dr. med.
Gallus. Bismarckſtraße 23, Telephon 3148.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich an=
ſchließenden
Woche den Nachtdienſt vom 30. Mai bis 6. Juni die
Merch’ſche Apotheke, Rheinſtraße 9, Beſſunger Apotheke,
Wittmannſtraße 1.

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[ ][  ][ ]

Seite 8

Sonntag, den 31. Mai 1931

Nummer 149

* Aus den Darmſtädker Lichtſpieltheakern.
* Union=Theater
bringt in der vorzüglichen Regie Richard Oswald’s einen be=
achtenswerten
Tonfilm Schuberts Frühlingstraum.
Die Maske des großen Meiſters der Töne iſt von Kammerſänger
Karl Jöken ſehr gut getroffen, ſein Spiel und ſein Geſang
ganz ausgezeichnet. Die alten guten Zeiten im alten Wien der
Biedermeierzeit, die ſchönen Trachten und die ſympathiſch geruh=
ſamen
Bürger und Bürgerinnen bilden einen hübſchen Rahmen
um das große Glück Schuberts, der die entzückende Maria Gräfin.
Eſterhazy liebt, die von Gretl Theimer feſch und lebendig ge=
ſpielt
wird. Eine gleich lebenswahre Figur ſtellt Lucie Eng=
liſch
als Wirtin der Höldrichsmühle. Auch die übrigen Rollen,
insbeſondere der leichtfertige, aber gutmütige Freund Schuberts,
ſind ſehr charakteriſtiſch beſetzt. Der feine Humor im Film, faſt
alle bekannten einſchmeichelnden Melodien Schuberts, und das
ganze Filmſpiel ſind ſo liebenswürdig geboten, daß das Zuſehen
in dem kühlen Raum, namentlich bei der großen Hitze, eine reine
Freude iſt. Ein ſehr gutes Beiprogramm u. a. ein origineller
Groteskſportfilm vervollſtändigt den Spielplan.
Im Heliatheater läuft nur noch heute und morgen die
Dreigroſchenoper. Frei nach Bert Brecht, Regie: G. W. Papſt.
Muſik von Kurt Weill. Eine weitere Verlängerung kann nicht
ſtattfinden. Beginn heute Sonntag 2,00, 4,05, 6.10 und 8,20 Uhr.
Im Union=Theater wird bis auf weiteres der Film aus
dem alten Wien Schuberts Frühlingstraum mit Kammerſän=
ger
Karl Jöken als Franz Schubert vorgeführt. Der Film iſt
eine romantiſche Epiſode aus dem Leben Schuberts. Dazu ein
gutes Beiprogramm. Jugendliche haben Zutritt, Beginn 2,00,
4,05, 6.10 und 8,20 Uhr.
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen nur noch heute und morgen
im ſtummen Doppelprogramm Emil Jannings in Das Geheim=
nis
ſeiner Frau, ſowie im zweiten Teil das tolle und ſenſatio=
nelle
Filmwerk, Riff und Raff als Revolverhelden mit Wal=
lace
Beery und William Powell in den Hauptrollen. Beginn 2,00,
letzte Vorſtellung 8,15 Uhr.
Orpheum.
Intimes Theater Nürnberg.
Das Gaſtſpiel des Intimen Theaters Nürnberg brachte geſtern
abend mit dem Spielplanwechſel. Weekend im Paradies
Dieſer tolle, ungemein luſtige und ausgelaſſene, mit erträglicher
Pikanterie ſtark gewürzte Schwank, in dem gut konſtruierte Ver=
wechſlungs
= und Situationskomik geradezu üppige Blüten treibt
Franz Arnold und Ernſt Bach ſind die Autoren , wurde
bereits früher an dieſer Stelle (gelegentlich eines anderen Gaſt=
ſpiels
) beſprochen. Es genügt darum wohl, zu konſtatieren, daß
der Schwank ſeine ſtarke Wirkung auch geſtern uneingeſchränkt aus=
übte
. Man amüſierte ſich köſtlich und lachte Tränen! Das be=
wirkte
die ausgezeichnete, flotte, animierte Darſtellung, die, ge=
tragen
von beſter Laune, jene Doſis von behaglicher, genießender
Fröhlichkeit verbreitete, die beſten Kontakt zwiſchen Bühne und
Zuſchauerraum herſtellt und den Erfolg garantiert.
Neben der Regie, die ein beſonderes Lob verdient, ſeien ver=
ſchiedene
darſtelleriſche Kräfte beſonders hervorgehoben. So Willi
Minaufs Dittchen, der alle Komik ſeiner dankbaren Rolle aus=
ſchöpfte
, ohne je der Gefahr der Uebertreibung zu erliegen. Seine
beiden Weekend= und Amts=Kollegen, Herbert Waſhington
und Hanns Merk, hatten neben ihm ſchweren Stand, blieben
aber ihren anders gearteten Rollen nichts ſchuldig. Entzückend
war das Trio der Weekend=Bräute, bzw. Frauen. Gretelotte
Braxis Tutti in erſter Linie. Eine Künſtlerin bis in die
Fingerſpitzen, deren ſchlanke Schönheit natürlichen Charme aus=
ſtrahlt
und deren gepflegtes Spiel auch in delikaten Situationen
ihrer Rolle, trotz ſprühenden Temperaments, vornehm, gediegen
bleibt. Dann Ferdinande Betke jugendfriſch natürlich= ſchüch=
tern
, aber ihre Aufgabe voll erfüllend und lieblich anzuſchauen,
gleichwie die Bade=Anzug=Schönen Anni Born und Liſa
Karrer. Traute Reimann und Giſa Land vervollſtändigen
den weiblichen Teil des Enſembles, letztere als Abgeordnete Hau=
benſchild
Trägerin des Derbkomiſchen, faſt das Groteske ſtreifend;
ungemein draſtiſch wirkſam Karl Morviliu, Heinz von
Cleve, Karl Schäfer (als Seidel etwas fehl am Ort), Martin
Roſen, Alfred Schnös, Walter Sprenger, Hans Rei=
mann
und Willi Droſt in kleineren Rollen gut.
Lokale Veranſtalkungen.
Die Herunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzelgen zu Vcrmuchten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kriſt.
Alt=Darmſtadt Verein für Ortsgeſchichte und Hei=
matkunde
. Nächſte Veranſtaltung Donnerstag abend im
Eintrachtſaal, Eliſabethenſtraße 12. Vortrag von Herrn Rudolf
Anton über: Was uns die Gräber berühmter Perſönlichkeiten
auf dem Darmſtädter Friedhof erzählen. Gäſte ſind nur durch
Mitglieder einzuführen.
Hausfrauenbund. Auf vielſeitigen Wunſch unſerer
Mitglieder iſt anſtelle der Monatsverſammlung am 16. Juni eine
Tagesautofahrt durch unſeren ſchönen Odenwald nach Hirſchhorn
Heidelberg geplant. Anmeldungen in der Geſchäftsſtelle bis
10. Juni erbeten.
Regimentstag der ehem. Angehörigen des
1. Oberrhein Inf.=Regts 97. In Rheydt findet am
27., 28. und 29. Juni d. J., aus Anlaß des 50jährigen Beſtehens
des Regiments eine große Wiederſehensfeier der ehem. Angehö=
rigen
des 1. Oberrhein. Inf.=Regts 97 ſtatt, verbunden mit einem
großen Regiments=Appell, unter Teilnahme der Traditionskom=
pagnie
und der Regimentsfahnen. Anmeldungen und Anfragen
an: Friedr. Weber, Wickrath (Rheinland), Roßweide.
Im Hotel=Prinz=Heinrich=Garten, Bleichſtr.,
findet heute, Sonntag, abend Konzert mit Tanz ſtatt. Der Beſuch
wird beſtens empfohlen.
Orangeriegarten (Beſſunger Herrngarten) Heute
Sonntag abend Konzert mit Tanzeinlagen bei, freiem Eintritt,
(Siehe Anzeige.)
Städt. Saalbaugarten. Heute Sonntag abend 1. gro=
ßes
Gartenkonzert (Militärmuſik, verſtärktes Orcheſter). Die Ka=
pelle
verſpricht ein flottes, auswahlreiches Programm, ſo dec
Sie bei niedrigem Eintrittspreiſe ein paar genußreiche Stunden
haben. (Siehe heutige Anzeige.)

Herrngartenkaffee. Heute vormittag 11 Uhr, ſo=
wie
nachmittags und abends findent Konzerte ſtatt.
Im Wiener Kronenbräukeller konzertiert heute
eine von Humor ſprühende Trachtenkapelle welche von Herrn
Kapellmeiſter Breitwieſer geleitet wird. Wer auf einige Stunden
ſeine Sorgen vergeſſen will, beſuche den Wiener Kronenbräukeller.
(Siehe heutige Anzeige.)

Vereinskalender.
Tat=Kreis, Darmſtadt. Donnerstag, den 4. Juni
Ernſt Niekiſch, Berlin: Politik des Widerſtandes.

Tageskalender für Sonntag, den 31. Mai 1931.
Heſſ Landestheater. Großes Haus 17 Uhr, K 18: Pe
ſifal. Kleines Haus, 20 Uhr: Der Kaiſer von Amerika.
Orpheum, 8.15 Uhr:
ſeekend, im Paradies,
Kor
zerte: Zur Oper, Schloßkeller Herrngartenkaffee, Z.
Tropfſtein, Hotel zur Poſt, Schuls Felſenkeller, Reſt. Datteri
Martinibar. Chauſſeehaus. Hotel Prinz Heinrich Ludwigshö
(4 Uhr), Wiener Kronenbräu=Keller, Orangeriehaus. Stät
Saallaugarten. Hotel Schmitz, Ratskeller, Roſengarten
Kinovorſtellungen: Union=, Helia= und Palaſt=Lick
ſpiele.

Aus Heſſen.
Skarkenburg.
Dg. Arheilgen, 30. Mai. Freiwillige Feuerwehr. In
dieſem Jahre kann unſere Freiwillige Feuerwehr auf ein 50jähriges Be=
ſtehen
zurückblicken. Die Feier findet in den Tagen vom 13. bis 15 Juni
ſtatt. Feſtplatz iſt das Gelände in der Viehtrift (Dreſchhalle der Dreſch=
genoſſenſchaft
). Aus dieſem Anlaß findet am kommenden Montag, den
1. Juni, abends 7 Uhr, eine Uebung der geſamten Wehr ſtatt, wozu
alle Mitglieder pflichtgemäß anzutreten haben. Nach der Uebung findet
im Vereinslokal zwecks Arbeits=Einteilung zum Jubelfeſte eine Verſamm=
lung
ſtatt. Als Auftakt des Feſtes veranſtaltet die Wehr am Samstag,
den 6. Juni, abends, im Saale der Turnhalle des Turnvereins eine
akademiſche Feier, verbunden mit der Ehrung langjähriger verdienter
Mitglieder. Zum Feſte ſelbſt haben ſämtliche hieſigen Vereine ihre
Mitwirkung zugeſagt und werden das Programm durch turneriſche gym=
naſtiſche
, geſangliche und ſonſtige Darbietungen, aller Art bereichern.
Außerdem werden etwa 30 Wehren von auswärts daran teilnehmen, ſo
daß mit einer Feſtlichkeit größeren Umfanges zu rechnen iſt. Beſonderes
Intereſſe dürfte den reitſportlichen Vorführungen der Reitergruppe des
hieſigen Junglandbundes entgegengebracht werden. Auch wurde eine
Jugendfeuerwehr gegründet, beſtehend aus 24 Knaben, die am Feſtzug
teilnehmen und auch auf dem Feſtplatze mit Exerzierübungen aufwarten
wird. Der Schulunterricht in den hieſigen Schulen beginnt
wieder am kommenden Montag, den 1. Juni. Die Badetage im
Schulbad ſind während der Sommermonate wie folgt feſtgeſetzt wor=
den
: Freitags für Frauen, Samstags ſowie Sonntags vormittags für
Männer. Die Beadezeiten bleiben die gleichen wie ſeither. Nach Bedarf
kann das Bad Samstags abends bis 9 Uhr geöffnet bleiben. Laden=
ſchluß
. Die Ortspolizeibehörde hat auf Grund des 8 246 der Gewerbe=
ordnung
ſowie des 8 9 (Abſ. 2) der Verordnung über die Regelung der
Arbeitszeit der Angeſtellten bezüglich des 7=Uhr=Ladenſchluſſes folgende
Ausnahmetage feſtgeſetzt: 30. Mai, 6. Juni, 13. Juni, 20. Juni,
27. Juni, 11. Juli, 18. Juli, 25. Juli, 1. Auguſt, 8. Auguft, 29. Auguſt,
12. September, 19. September, 17. Oktober (jeweils Samstags), ferner
Freitag, den 30., und Samstag, den 31. Oktober, Freitag, den 6. Novem=
ber
Samstag, den 14. November, und Mittwoch, den 23. Dezember. An
dieſen Tagen können die Ladengeſchäfte in unſerer Gemeinde bis 8 Uhr
abends offen gehalten werden, während für alle übrigen Tage der 7=Uhr=
Ladenſchluß einzuhalten iſt.
Dg. Arheilgen, 29. Mai. Ortsgewerbeverein und Hano=
werkervereinigung
. Der Verein hatte für Donnerstag abend
zu einer Mitgliederverſammlung eingeladen. Auf der Tagesordnung
ſtand als wichtigſter Punkt die Errichtung einer Buch= und Steuerſtelle
am hieſigen Platze. Der Vorſitzende bedauerte die große Intereſſeloſig=
keit
der Mitglieder gegenüber ihrer Organiſation und ging dann auf
Wunſch der Anweſenden in längeren Ausführungen auf Zweck und
Ziele der geplanten Buch= und Steuerſtelle ein. Seine intereſſanten
Ausführungen fanden die einmütige Zuſtimmung der anweſenden Mit=
glieder
. Ferner ſprach ein Vertreter der Südweſtdeutſchen Verſicherungs=
anſtalt
für ſelbſtändige Handwerker und Gewerbetreibende in Frank=
furt
a. M. über Handwerkerkrankenkaſſe und Altersverſorgung. Hier=
bei
wurde der Wunſch zum Ausdruck gebracht, daß in einer ſpäter ſtatt=
findenden
und beſſer beſuchten Verſammlung der Redner nochmals zum
gleichen Thema ſprechen ſoll. Die Verſammlung war nur von 14 Mit=
gliedern
beſucht, weshalb von einer Beſchlußfaſſung über die Errichtung
der Buch= und Steuerſtelle Abſtand genommen wurde. Da gerade die
älteren Mitglieder in der letzten Zeit die Vorſtandsſitzungen und Ver=
ſammlungen
aus unbekannten Gründen gemieden haben, machte der
Vorſitzende nachdrücklichſt darauf aufmerkſam, daß er ſich bei einer wei=
teren
derartigen Teilnahmsloſigkeit gezwungen ſieht, ſein Amt dem Ver=
ein
zur Verfügung zu ſtellen.

J. Griesheim, 30. Mai. Nachdem das Auftreten der Blutlaus
namentlich an den Apfelbäumen feſtgeſtellt worden iſt, richtet die hieſige
Bürgermeiſterei in einer Bekanntmachung an alle Beſitzer von Obſtbäu=
men
die dringende Mahnung, ihre Bäume auf das Vorhandenſein die=
ſes
gefährlichen Schädlings zu unterſuchen und etwa hiervon befallene
Bäume ſofort zu ſäubern. Im Intereſſe der Obſtkultur iſt ein ſchnelles
Eingreifen der Baumbeſitzer überaus notwendig, und es wäre bedauer=
lich
, wenn infolge Nachläſſigkeit der Baumbeſitzer die Ergreifung wei=
terer
Maßnahmen ſeitens der Ortspolizei erforderlich würde. Durch
die Regulierung des Küchlersgrabens, die vornehmlich der Entwäſſerung
des weſtlichen Gemarkungsteiles dienen ſoll, iſt nun auch eine angenehme
Badegelegenheit geſchaffen worden. Zu Badezwecken darf allerdings nur
der nördlich der Staatsbahn gelegene Teil des Küchlersgrabens benutzt
werden, während das An= und Auskleiden ſowie das Lagern innerhalb
dieſer erlaubten Zone nur auf der Weſtſeite des Küchlersgrabens ge=
ſtattet
iſt. Bei dieſer Gelegenheit iſt noch beſonders darauf hinzuweiſen,
daß der geſamte Lauf des Küchlersgrabens eine ſehr erhebliche Vertie=
fung
erfahren hat, und daß ſeitens der Gemeinde für etwa ſich ereig=
nende
Unfälle keinerlei Verantwortung bzw. Schadenserſatzpflicht über=
nommen
wird. Der ſüdlich der Staatsbahn gelegene Teil des Küch=
lersgrabens
iſt für Badezwecke geſperrt.
F. Eberſtadt, 30. Mai. Nachtrag zum Ortsbauſtatut.
Der geänderte Entwurf des 7. Nachtrags zum Ortsbauſtatut liegt vom
30. Mai ab eine Woche lang auf dem Gemeindebauamt zur Einſicht
offen. Schweinezwiſchenzählung. Am 1. Juni findet eine
Schweinezwiſchenzählung verbunden mit der Ermittelung der nicht be=
ſchaupflichtigen
Hausſchlachtungen in der Zeit vom 1. 4. bis 30, 6. 31
ſtatt. Wer den mit der Zählung beauftragten Perſonen vorſätzlich falſche
Angaben macht oder das Vorhandenſein von Vieh verſchweigt, hat die
geſetzlichen Strafen zu gewärtigen. Lieferungsvergebung.
Die Lieferung von Maſchendraht zur Einfriedigung von Waldgelände
hinter der Pflegeanſtalt iſt auf dem Submiſſionswege zu vergeben. An=
gebote
ſind bis ſpäteſtens Mittwoch, den 3. Juni, nachmittags 3 Uhr,
bei der Bürgermeiſterei einzureichen. Heuernte= Verſteige=
rung
. Die Heuernte auf den Gemeindewieſen (Gemeinde=Mühlwieſen,
den Wieſen im Woog und im Weinweg) werden am Freitag, den
5. Juni, öffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle verſteigert. Zuſam=
menkunft
der Steigerer am Melitabrunnen um 3 Uhr, an den Mühl=
wieſen
um 4.30 Uhr. Alle Metzger werden auf die Bekanntmachung
des Kreisamtes aufmerkſam gemacht, wonach Hackfleiſch während der
wärmeren Jahreszeit auf Vorrat nicht hergeſtellt werden darf, ſondern
bei Bedarf ſtets friſch zuzubereiten iſt. Aerztlicher Sonn=
tagsdienſt
. Am Sonntag, den 31. Mai, verſieht Dr. med. Aſcher
den ärztlichen Sonntagsdienſt. An ihn wende man ſich, wenn der Haus=
arzt
nicht erreichbar iſt.
Aa. Eberſtadt, 29. Mai. Gewerbeſchau. Bekanntlich plant der
hieſige Ortsgewerbeverein, im Laufe des Sommers eine Gewerbeaus=
ſtellung
abzuhalten. Aus dieſem Grunde fand am Donnerstag abend
eine Sitzung ſtatt, die ſich mit der Ausgeſtaltung der Ausſtellung be=
faßte
. Mit Rückſicht auf die Erforderniſſe der einzelnen Handwerker=
und Gewerbezweige ſoll die Ausſtellung, wenn irgend möglich, in einigen
Schulſälen untergebracht werden. Für größere Ausſtellungsgegenſtände
iſt der Schulhof vorgeſehen. Ein beſtimmter Termin für die Ausſtellung
ſteht noch nicht feſt. Ausflug des Frauenvereins. Der
Evang. Frauenverein hat beſchloſſen, am Sonntag, den 14. Juni, einen
Ausflug nach Lindenfels zu unternehmen. Der Ausflug ſoll in Omni=
buſſen
bewerkſtelligt werden. Anmeldungen haben bis zum 7. Juni zu
erfolgen. Heugrasverſteigerung. Die Heugrasernte von
den Gemeindewieſen am Woog und am Weinweg wird am Freitag, den
5. Juni, nachmittags, an Ort und Stelle verſteigert.
Cp. Pfungſtadt, 30. Mai. Bekämpfung der Spargel=
ſchädlinge
. Bei einer Beſichtigung der hieſigen Spargelkulturen in
Verbindung mit der Landwirtſchaftskammer, an der auch Inſpektor
Behne=Darmſtadt teilnahm, wurde feſtgeſtellt, daß in der hieſigen
Gemarkung die jüngeren Kulturen, die 1932 zum Stich kommen, ſtark
durch Spargelſchädlinge behaftet und daher in ihrem Wachstum beein=
trächtigt
ſind. Es werden daher unverzüglich mit Noſpraſit Bekämp=
fungsmaßnahmen
durchgeführt. Beſonders erwähnt ſoll werden, daß
der Beſichtigungsausſchuß mit Genugtuung feſtgeſtellt hat, daß ſich die
meiſten Spargelanlagen in einem guten Zuſtande und in guter Pflege
befinden.

* Wiederſehensfeier der 117er in Mainz.
Erſter Nachkriegsappell in der früheren Garniſonsſtadt.
Die große Wiederſehensfeier der Angehörigen des Infanterie= Leib=
regimentes
Großherzogin Nr. 117 ſowie ſeiner Erſatz= und Kriegsforma=
tionen
findet in den Tagen vom 30. Mai bis 1. Juni zum erſten Male
wieder in der ehemaligen Garniſonsſtadt ſtatt. Alle Vorbereitungen,
dieſe Tage ſo zu geſtalten, daß ſie für jeden teilnehmenden Kameraden
ein unvergeßliches Erlebnis bilden und der Bevölkerung von Mainz
einen mächtigen Eindruck von dem alten Geiſt treuer Kameradſchaft
übermitteln werden, ſind in monatelanger Arbeit getroffen worden.
Die Stadt iſt reich beflaggt. Ueberall grüßen wehende Fahnen, Blumen=
und Guirlandenſchmuck die eintreffenden Gäſte. Für den großen Feſtzug
am Sonntag vormittag ſind von auswärts allein etwa 6000 Perſonen ge=
meldet
. Die Mainzer Bevölkerung iſt bereit, den Ruf des gaſtlichen
goldenen Mainz aufs neue zu beſtätigen. Verbindet doch gerade die
Mainzer mit den 117ern ein ganz beſonders inniges Band. Man hat
nicht vergeſſen, daß das ruhmreiche Regiment, das auf eine über 200 ſtolze Regimentsgeſchichte zurückblickt, ſeit 1872 in Mainz in Gar=
niſon
gelegen hat. Mainz iſt alſo ſeit nahezu 60 Jahren mit dem Regi=
ment
Nr. 117 innig und eng verbunden. Die Feſtlichkeiten begannen am
Samstag nachmittag mit der Gedächtnisfeier an der Regiments=
Ehrentafel auf dem Ehrenfriedhof. Abends 20 Uhr trafen ſich die ehem.
117er mit ihren Damen im großen Saal der Stadthalle und den Neben=
ſälen
zum Begrüßungsabend, der ſeine beſondere Weihe durch die An=
weſenheit
der großherzöglichen Familie erhielt. Be=
kanntlich
iſt Großherzogin Eleonore Chefin des Regimentes. Der
Abend war verbunden mit einer Fahnenweihe des Mainzer Vereins und
nahm, getragen von echt vaterländiſchem Geiſt und kameradſchaftlicher
Verbundenheit, einen erhebenden, harmoniſchen Verlauf.

Cp. Hahn bei Pfungſtadt, 30. Mai. Neuer Pfarrer. Pfärr=
aſſiſtent
Friedrich Kempf aus Rüſſelsheim wurde zum Pfarraſſiſtenten
von Hahn und zum Pfarrverwalter von Eſchollbrücken ernannt. Damit
wird die hieſige Pfarrſtelle, die über drei Jahre verwaiſt war, wieder
beſetzt. Gleichzeitig hat Eſchollbrücken für den penſionierten Pfarrer
Dr. Dreſcher einen Nachfolger bekommen. Pfarraſſiſtent Kempf iſt ein
gebörener Darmſtädter. 1928 wurde er in Alzey ordiniert. Anfang 1929
kam er als Pfarraſſiſtent nach Nüſſelsheim. Er hat zunächſt in Hahn
Wohnung genommen. Am Sonntag (31. Mai) wird er ſich in Hahn und
nachmittags in Eſchollbrücken vorſtellen und Gottesdienſt halten.
Ak. Nieder=Ramſtadt 30. Mai. Bürgermeiſterwahl. Nach
einer Bekanntmachung der Gemeindewahlkommiſſion ſind Wahlvorſchläge
für die am 21. Juni d. J. ſtattfindende Bürgermeiſterwahl bis ſpäteſtens
zum 10. Juni d. J. einzureichen. Bei Einreichung nur eines Wahlvor=
ſchlages
findet eine Wahl überhaupt nicht ſtatt, es gilt alsdann der
Vorgeſchlagene k. H. als gewählt. Werden aber zwei oder mehrere Wahl=
vorſchläge
eingereicht, dann finder das Wahlverfahren ſtatt. Die Stimm=
berechtigten
ſind aber an die eingereichten Wahlvorſchläge nicht gebun=
den
, es können vielmehr in letzter Stunde noch beliebige Kandidaten auf
den Plan treten. Die Wählerliſte liegt in der Zeit vom 1. bis einſchl.
8. Juni d. J. zur Einſichtnahme auf dem Rathaus offen, und zwar
werktags während der Dienſtſtunden und Sonntags von 812 Uhr vor=
mittags
. Spar= und Darlehnskaſſenverein. e. G. m. u.
H. Die Tagesordnung für die am Montag, den 1. Juni d. J., abends
8.30 Uhr, im Gaſthaus Zum Römer (Schuhmacher), ſtattfindende
Hauptverſammlung umfaßt in dieſem Jahre ſehr wichtige Punkte.
Neben dem Geſchäfts= und Jahresbericht ſteht noch zur Beſchlußfaſſung
durch die Generalverfammlung die Verteilung des Reingewinns, die
des Aufwertungsprozentſatzes für Spareinlagen und die Entlaſtung des
Vorſtandes. Außerdem ſind die ſatzungsgemäß ausſcheidenden Mitglie=
der
des Vorſtandes und Aufſichtsrates neu zu wählen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 30. Mai. Freiwillige Feuerwehr.
Aus Anlaß des am 6. und 7. Juni I. J. ſtattfindenden 50jährigen Jubi=
läums
der Freiwilligen Feuerwehr fand heute abend eine General=
verſammlung
ſtatt, in der alles Nähere über den Feſtverlauf nochmals
beſprochen und endgültig feſtgelegt wurde. Die Einwohnerſchaft
wird gebeten, an den Feſttagen ihre Häuſer zu ſchmücken. Im Hinblick
darauf, daß die Feuerwehr eine gemeinnützige Einrichtung iſt, an der
ein jeder das größte Intereſſe haben ſollte, dürfte der Bitte in weit=
gehendſtem
Maße Rechnung getragen werden. Bei Beſchaffung von
Fahnenmaterial und ſonſtigen Gegenſtänden iſt die Feuerwehr behilflich
dadurch, daß ſie Beſtellungen zum verbilligten Preiſe entgegennimmt.
Meldungen bei Ludwig Reitz in der Kirchſtraße, Obſt= und
Gartenbauverein. Für die Mitglieder der dem Kreisobſtbau=
verband
Darmſtadt angeſchloſſenen Vereine und deren Angehörigen findet
am Sonntag, den 14. Juni I. J., ein Ausflug nach Heidelberg ſtatt. Un=
ter
ſachkundiger Führung finden dort Beſichtigungen des Botaniſchen
Gartens, des Botaniſchen Forſtgartens, des Schloſſes und anderer
Sehenswürdigkeiten ſtatt. Abfahrt in Darmſtadt=Hbhf. 8 Uhr vormittags,
Heimfahrt nach Belieben. Teilnahme iſt bis ſpäteſtens 10. Juni I. J.
dem Vorſitzenden zu melden.
G. Ober=Ramſtadt, 30. Mai. Gewitter. Heute ging in den Mor=
genſtunden
über hieſiger Gegend ein ſtarkes Gewitter nieder, deſſen
Regen Menſch, Tier und Pflanze die erquickende Abkühlung brachte.
Irgend welcher Schaden iſt nicht entſtanden. Vom Schwimmbad.
Die Uebungsſtunden der Schwimmabteilungen des Turnvereins und der
Turngeſellſchaft finden vom 1. Juni ab wieder jeden Montag, und zwar
für Kinder von 6.307.30, für Erwachſene von 7.308.30 Uhr ſtatt.
Auch der allgemeine Badebetrieb hat ſich inzwiſchen recht rege geſtaltet.
Cp Münſter bei Dieburg, 30. Mai. Schüler beim Badener=
trunken
. Beim Baden in der Gerſprenz ertrank der acht Jahre alte
Knabe des Gemeinderats Fr. Löbig. Das Kind konnte nur als Leiche
gehorgen werden.
Cd. Michelſtadt, 30. Mai. Wiederſehensfeiern. Nachdem
die 60=Jährigen des Kirchſpiels Michelſtadt an Pfingſten Wiederſehen
feierten, haben die 50=Jährigen ſich den nächſten Sonntag, den 7. Juni,
als Termin für ihre Geburtstagsfeier erkoren. Auch die 75=Jährigen
wollen die Kameraden aus der Jugendzeit wieder einmal um ſich haben
und haben vor, am 21. Juni eine gemeinſchaftliche Geburtstagsfeier
abzuhalten, wozu auch Perſonen älterer Jahrgänge eingeladen ſind.
Hohes Alter. Am Sonntag, den 31. Mai, feiert Frl. Anna Grüne=
wald
ihren 78. und Waſenmeiſter Wilh. Knuſt ſeinen 75. Geburtstag.
Beide erfreuen ſich trotz dem hohen Alter noch beſter Geſundheit, und
iſt es ihnen hoffentlich vergönnt, noch vielmals ihren Geburtstag feiern
zu können.
Rheinheſſen.
Ah. Budenheim (Rheinh.), 28. Mai. Im Bett erſtickt. Eine
hieſige Einwohnerin kam von Einkäufen nach Hauſe und mußte feſt=
ſtellen
, daß eines ihrer beiden 9 Monate alten Zwillingskinder im Bett
erſtickt war. Die Leiche wurde beſchlagnahmt. Der Erſtickungstod iſt
dadurch eingetreten, daß ſich das eine Kind auf ſein Brüderchen gewälzt
hatte
Ah. Bingen a. Rh., 30. Mai. Sturz aus 12 Meter Höhe.
Ein 5jähriges Kind von hier erkletterte beim Spielen die Umfaſſungs=
nauer
der Burggrabenbrücke auf der Burg Klopp und ſtürzte in den
12 Meter tiefen Burggraben. In ſchwerverletztem Zuſtand wurde das
Kind in die elterliche Wohnung gebracht.
Ah. Ober=Ingelheim, 30. Mai, Freitod. In einer der letzten
Nächte iſt ein 58 Jahre alter Landwirt von hier, der an einer unheil=
baren
Krankheit litt, freiwillig aus dem Leben geſchieden.
Ah. Heimersheim (Rh.), 30. Mai. Bürgermeiſter= Neu=
wahl
. Am 7. Juni findet hier die Neuwahl des Bürgermeiſters ſtatt,
Es wurden zwei Liſten eingereicht. An der Spitze des nationalſoziali=
ſtiſchen
Wahlvorſchlages ſteht Landwirt Ludwig Köhler. Die übrigen
Parteien einigten ſich auf einen Vorſchlag mit dem Kennwort Beige=
ordneter
Helbig.
Oberheſſen.

Schotten, 29. Mai. Großer Segelflugbetrieb in
Vogelsberg. Auf der Herchenhainer Höhe iſt der Segelflugbetrieb
ſeit einiger Zeit wieder im Gange. Aus Frankfurt a. M. weilt zurzeit
die Fliegergruppe der Berufsſchule I Frankfurt=Weſt mit ſechs Flugzeu=
gen
auf dem Uebungsgelände. Die Frankfurter Segelflieger führen auch
einen neuerbauten Zweiſitzer mit, der zur Zeit eingeflogen wird. Es
konnten bereits mehrere Segelfliegerprüfungen abgelegt werden. Da
Intereſſe der Bevölkerung an den Uebungen iſt ſtändig außerordentlich
groß.

Maifti macht unsere Brause Selbst

Es ist ja so einfach, eine wohlschmeckende Brause zu bereiten. 1 Teelöffel Bullrich-Salz wird in einem Glase
Zuckerwasser (Fruchtsaft nach Belieben) unter Zusatz von ein wenig Essig oder Zitronensaft aufgelöst. Dieses erfrischende,
durststillende Getränk wird in der ganzen Welt, speziell in heißen Ländern, wegen seiner Bekömmlichkeit geschätzt.

ergibt 30 Gläser Branze zu je 1 Pr.

Eine 100-Gramm-Packung zu 30 Pr.

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[ ][  ][ ]

Nummer 149

Sonntag, den 31. Mai 1931

Seite 9

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Groß=Skaffellauf
des Ausſchuſſes für Leibesübungen.
Der Ausſchuß für Leibesübungen Darmſtadt hat die nunmehr
endgültige Ausſchreibung über den am Sonntag, den 7. Juni 1931,
vormittags von 11 bis 12 Uhr, auf der Rheinſtraße ſtattfindenden
Groß=Staffellauf an die ihm angeſchloſſenen Vereine und
die in Frage kommenden Vereine der Deutſchen Turnerſchaft
überſandt. Der Staffellauf wird als Pendelſtaffel auf einer 2000
Meter geraden Strecke in der Rheinſtraße ausgetragen. Das Ziel
befindet ſich am Hauptpoſtgebäude, der Wendepunkt (2000 Meter)
hinter der Straßenüberführung am Hauptbalmhof, nächſt der
Stirnſchneiſe. Während der Dauer des Laufes in der Zeit von 11
bis 12 Uhr vormittags wird auf dieſer Strecke der Automobil=
und Wagenverkehr umgelenkt, um die einwandfreie Durchführung
des Laufes zu gewährleiſten. Auch iſt dadurch eine Gefahr für die
am Staffellauf, teilnehmenden Läuferinnen und Läufer ausge=
ſchloſſen
. Die Einteilung des Laufes ſieht 9 Leiſtungsklaſſen vor,
ſo daß es jedem an dem Lauf teilnehmenden Verein möglich iſt,
ſich mit Erfolg an dem Staffellauf zu beteiligen. In der Haupt=
klaſſe
(Klaſſe 1) kann jeder Verein, auch von auswärts, teilneh=
men
, während in den Klaſſen 2 bis 8 nur unter gewiſſen Be=
dingungen
teilgenommen werden kann. In der Klaſſe 9 ſtarten
nur Vereins=Damenmannſchaften. Die ſchon bei den vorausge=
gangenen
Staffelläufen von Staat, Stadt und Private geſtif=
teten
, äußerſt wertvollen Wanderpreiſe, die erſt nach dreimaligem
Siege hintereinander in den Beſitz der betreffenden Vereine über=
gehen
, ſind auch in dieſem Jahre mit zur Verteidigung ausgeſchrie=
ben
. Der Staffellauf wie er alljährlich an einem Sonntag in
vielen Städten Deutſchlands zur Durchführung gebracht wird, iſt
als eine großzügige Kundgebung für die Sache der Leibesübung
gedacht. Sie verſpricht auch in Darmſtadt in dieſem Jahre wie=
der
nach den vom Ausſchuß für Leibesübungen getroffenen Vor=
bereitungen
ſich zum Erfolg zu geſtalten.
Handball.
Deutſche Polizei=Handball=Meiſterſchaft.
Polizei Darmſtadt Polizei Frankfurt a. M.
Alle drei Jahre wiederholen ſich die Spiele um die Deutſche
Polizeimeiſterſchaft. Titelverteidiger iſt wiederum Polizei Ber=
Iin. Schon Jahre hindurch vermochten, die Berliner Poliziſten
ſtets erfolgreich die Meiſterſchaft an ſich zu reißen, und man kann
ſagen, daß ſie auch diesmal als eine der Endſpielteilnehmer be=
zeichnet
werden können. Die Beteiligung iſt in dieſem Jahre be=
ſonders
ſtark. Nicht weniger als 14 Vereine nehmen an der Runde
teil. Davon ſind acht preußiſche Mannſchaften (die bekannteſten:
Pol. Berlin, Pol. Spandau, Pol. Frankfurt, Weißenfels), dann
noch Hamburg, Gotha, Lübeck, Schwerin, Bremen und der Sieger
aus dem Spiel: KielAltona. Als Vertreter Süddeutſchlands iſt
Darmſtadt beauftragt, eine Mannſchaft zu ſtellen. Alle Mann=
ſchaften
haben ſich in den letzten Jahren zu Spitzenvereinen em=
vorgeſchwungen
, die in der Meiſterſchaftsrunde für Klaſſe= Hand=
ball
bürgen. Das erſte Spiel in dieſer Runde findet Sonntag
3 Uhr auf dem Pol.=Sportplatz ſtatt. Die Frankfurter Elf ſteht
bei den D.T.=Vereinen unter den Favoriten und ſie verſtand es
auch ſich ſtets für die Endſpiele um die D. T.=Meiſterſchaft zu
qualifizieren. Der ausgezeichnete Sturm hat ſchon oft durch ſein
ſchnelles und flaches Spiel der Mannſchaft zum Siege verholfen.
Nicht minder gut iſt die Läuferreihe und die Verteidigung. Iſt
doch eine gute Hintermannſchaft ſtets eine Pforte zum Sieg.
Die Darmſtädter Polizeielf ſpielt vorausſichtlich in folgen=
der
Aufſtellung;
Bordt
Walter
Brack
Unmacht
Schmidt
Otto
Koch.
Daſcher
Huber
Bohl
Sommer
Dieſer Aufſtellung kann man ſchon etwas zutrauen, und mit
etwas Glück wird auch ein Erfolg nicht ausbleiben.
Sportverein Wiesbaden Rotweiß Darmſtadt.
Am heutigen Sonntag begibt ſich die Handball=Ligamannſchaft nach
Wiesbaden. Sie folgt damit einer Einladung des dortigen Sportver=
eins
zu einem Freundſchaftsſpiel. Alle zwiſchen beiden Vereinen aus=
getragenen
Spiele nahmen einen wechſelvollen Ausgang und zeugten von
einer ungefähr gleichen Spielſtärke der beiden Mannſchaften. Wie das
Stärkeverhältnis heute iſt, wird das Spiel wohl zeigen. Jugend
Sportvereinigung 04 Arheilgen, dort, vorm. 9,15 Uhr.
Tgde. Beſſungen TV. Bickenbach.
Für die in letzter Minute abſagenden Pfungſtädter ſprang in
liebenswürdiger Weiſe der Turnverein Bickenbach in die Breſche.
Mit dieſer Mannſchaft empfangen die Beſſunger am Sonntag
um 16 Uhr auf der Rennbahn den Tabellenzweiten der Kreis=
klaſſe
. Die Gäſte gelten, und dies mit Recht, als nun die beſte
Mannſchaft des Gaues. Durch die Neueinſtellung verſchiedener
Spieler hat die Elf bedeutend an Spielſtärke gewonnen, was
zweifellos die in den letzten Freundſchaftsſpielen erzielten Erfolge
beſtätigen. So mußte u. a. die beſtbekannte Lampertheimer Elf
eine 6:4=Niederlage und Kickers Offenbach ſogar eine 10:2= Nieder=
lage
hinnehmen. Wie in früheren Jahren, ſo wird auch jetzt wie=
der
der Bickenbacher Sturm von dem zu ſeinem alten Verein zu=
rückgekehrten
Hennemann geführt. Ihm zur Seite ſtehen vier
wurfgewaltige, äußerſt wendige Stürmer. Die Läuferreihe iſt in
allen Teilen gleich gut beſetzt. Den Abſchluß bildet die ſehr gute
und zuverläſſige Hintermannſchaft; Koradill und Dingeldein, das
Verteidigerpaar, haben wiederholt in der Gaumannſchaft geſtan=
den
. Die Beſſunger ſtehen ſomit vor einer ſehr ſchweren Aufgabe.
Die Mannſchaft hat jedoch ebenfalls in letzter Zeit beachtenswerte
Erfolge erzielt, was unbedingt auf eine Formverbeſſerung ſchlie=
ßen
läßt. Leider iſt der Platzbeſitzer gezwungen, zu dieſem Spiel
mit Erſatz anzutreten. Die Beſſunger werden vorausſichtlich fol=
gende
Elf zur Stelle haben:
Aßmuth II; Eckers, Körner; Aßmuth I. Geyer, Jäger: Adam,
Delv, Holletſchek, Kaltenbach, Lotter. Anſchließend ſpielen die
2. Mannſchaften.
Tv. Wolfskehlen Tv. Arheilgen.
Am Sonntag empfängt Wolfskehlen den Tv. Arheilgen. Nach
den letzten Reſultaten der 1. Mannſchaft wird man geſpannt ſein,
wie ſie ſich gegen Arheilgen ſchlägt. Spielbeginn 2. Mſch. 2 Uhr,
1. Mſch. 3.15 Uhr, Schüler hier 1.20 Uhr Griesheim.
Freie Tade. Darmſtadt Freie Turner Mainz.
Mit einem weiteren intereſſanten Spiel wartet heute die
Handballabteilung der Freien Turngemeinde auf. Nach einer dreijähri=
gen
Pauſe ſtehen ſich wieder einmal beide Vereine gegenüber. Das letzte
Shiel konnte Darmſtadt überlegen gewinnen. Wie es dieſesmal endet,
iſt im voraus nicht gut zu beſtimmen, obwohl man Darmſtadt ein tech=
niſches
Plus zuſprechen kann. Spielbeginn 15,30 Uhr. Vorher ſpielen
Die unteren Garnituren beider Vereine.
Tennis.
Tgde. 46 TC. Kreuznach.
Am Sonntag findet die 3. Runde der Medenſpiele ( Bezirks=
meiſterſchaftsſpiele
innerhalb des Deutſchen Tennisbundes) auf
Oen neu hergerichteten roten Plätzen hinterm großen Woog zwi=
ſchen
dem Tennis=Club Kreuznach und der Tennis=Abteilung der
T.G.D 1846 ſtatt. Beide Vereine haben ſich in der 2. Runde mit
der Punktzahl 8:1 durchgekämpft. Es ſind deshalb und auch mit
Rückſicht darauf, daß bei den Bezirksmeiſterſchaftsſpielen aus=
chließlich
Herren=Einzel und Herren=Doppel zum Austrag kom=
Nen, beſtimmt intereſſante und ſpannende Kämpfe zu erwarten.
Ob aber die recht gut eingeſpielte Darmſtädter Mannſchaft, ver=
treten
durch die Herren; Kabel. Schildt I, Bert, Schwarz, Rup=
vert
und Opp, die Mindeſtpunktzahl von 5 Punkten erreicht und
Damit berechigt iſt, ſich an der weiteren Medenrunde zu beteiligen,
Hleibt abzuwarten, denn Kreuznach gilt ſeit Jahren als der ſtär=
Eere Gegner.

Darmſtädker Sporkkalender.
Handball.
11.00 Uhr, Pol.=Pl.: Polizei, Reſerve Tgſ. 75.
13.00 Uhr, Pol.=Pl.: Damen: Polizei Olympia Worms..
15.00 Uhr, Pol.=Pl.: Deutſche Polizei=Meiſterſchaft:
Polizei Polizei Frankfurt.
16.00 Uhr. Exerzierpl.: Eintracht T. S.V. Braunshardt.
16.00 Uhr, Rennbahn: Tgde. Beſſungen Tv. Bickenbach.
Fußball.
11.00 Uhr. Dornh. Weg: Reichsbahn S.V. Bad=Nauheim, Reſ.
16.00 Uhr, Stadion: S.=V. 98 Boruſſia Neunkirchen.
Tennis.
ab 9 Uhr, Böllenfalltor: T. E. C. Heimgarten Frankfurt und
T. C. Hanau.
Woog: Tgde. 46 T. C. Kreuznach.
Kraftſport.
11.00 Uhr, Pol.=Halle: Pol. II. Nieder=Ramſtadt.

Zußbau.
Polizei Darmſtadt 1. Pokalturnier Wixhauſen.
Am Sonntag beteiligt ſich die Ligamannſchaft an dem Pokal=
turnier
, das anläßlich des 25jährigen Beſtehens des FC. Union
Wixhauſen in Wixhauſen durchgeführt wird. Die Polizei muß auf
Pfeiffer verzichten, wird aber trotzdem alles daranſetzen, recht
günſtig abzuſchneiden.
Sportverein 1898 (Jugend).
1. Jugend 1. Jugend Phönix Mannheim, hier 14,45 Uhr.
2. Jugend 1. Jugend Dieburg, hier 9,45 Uhr. 3. Jugend
1. Jugend Union, dort 9,45 Uhr. 4. Jugend 2. Jugend Arheil=
gen
, hier 10,45 Uhr. 5. Jugend 2. Jugend Wixhauſen, hier
10,45 Uhr. 1. Schüler 2. Schüler Polizei, Stadion 9.45 Uhr.
2. Schüler 1. Schüler Roßdorf, Stadion 13.15 Uhr.
25 Jahre FC. Union le. V.), gegr. 1906, Wirhauſen
Am 16. Juni ſind es 25 Jahre, ſeit der FC. Union Wixhauſen
gegründet wurde. Wenn auch das Jahr 1906 als Gründungsjahr
bezeichnet wird, ſo liegt doch der Urſprung des Wixhäuſer Fuß=
balls
vor der Jahrhundertwende. Denn ſchon im Jahre 1900 be=
ſtand
ein Fußballverein unter dem Namen Starkenburgia, der im
Jahre 1902 zu dem Turnverein überging. Infolge Zwiſtigkeiten
mit den Führern des Turnvereins trat ein großer Teil der Fuß=
ballabteilung
aus dem Turnverein aus und gründete dann den
heutigen FC. Union. Der Verein hatte dann einen glänzenden
Aufſtieg, zumal er dann dem Südd. Fußballverband beitrat und
ſich bis zur höchſten Klaſſe durchzuringen verſtand. Beſonders in der
Nachkriegszeit errang die 1. Mannſchaft große ſportliche Erfolge. Aus
Anlaß des 25jährigen Wiederkehr der Gründung finden in der
Zeit vom 30. Mai bis 21. Junf zahlreiche ſportliche und geſell=
ſchaftliche
Veranſtaltungen ſtatt, zu denen wir dem alten Fußball=
pionier
Glück und Gelingen wünſchen.

Kreisliga Südheſſen.

Walldorfs letzte Chance.
Die Nückſpiele der Aufſtiegsſerie beginnen mit dem Treffen
Kaſtel 08 Viktoria Walldorf.
Man ſollte annehmen, nachdem das Vorſpiel in Walldocf zugunſten der
Kaſteler endete, daß der Rhein=Main=Meiſter ſich durch einen Sieg den
Aufſtieg in die Bezirksliga ſichern würde. Die Sache wird jedoch nicht
ſo einfach ſein; Walldorf iſt gerade auf auswärtigen Plätzen ein ſehr
beachtlicher Gegner; das hat die erſte Begegnung in Lorſch bewieſen.
Eine Niederlage würde den Meiſter Starkenburgs auf den letzten Platz
verweiſen; Lorſch und Kaſtel wären dann die Neuen der Bezirksliga.
Man wird mit einem typiſchen Punktekampf rechnen müſſen, der von
dem Glücklicheren wohl knapp gewonnen wird
Das letzte Verbandsſpiel des Südheſſenkreiſes, Starkenburgia Hep=
penheim
Spp. Horchheim endete 2:1, wodurch Heppenheim und Bür=
ſtadt
den ehemals ſo vielbegehrten zweiten Tabellenplatz punktgleich
beſetzen.
Recht zahlreich ſind über Sonntag wieder die Freundſchaftsſpiele.
Lorſch ſpielt in Worms gegen Alemannia, FV. Biblis in Wolfskehlen
und die Liga=Reſerve gegen Klein=Hauſen. Starkenburgia Heppenheim
wird am Vereinsfeſt in Wixhauſen teilnehmen. Horchheim und Pfifflig=
heim
werden je einer kombinierten Wormatia=Mannſchaft gegenüber=
ſtehen
. Groß=Rohrheim ſpielt in Worms gegen eine komb, Olympiaelf;
Bobſtadt hat Oſthofen zu Gaſt. Spp. Hochheim ſteht auf eigenem Platze
Roxheim gegenüber; Olympia Biebesheim ſpielt gegen die Pfungſtädter
Reſervemannſchaft. In Worms treffen ſich Turnverein 1910 und FV.
Hofheim.
Kraftſpork.
Polizei 2. Nieder=Ramſtadt 1.
Heute vormittag um 11 Uhr findet in der Polizeiſporthalle ( Eſcholl=
brücker
Straße 24) der ſchon längſt fällige Rückkampf gegen obigen Ver=
ein
ſtatt. Nieder=Ramſtadt hat in letzter Zeit von ſich hören gemacht
und Mannſchaften geſchlagen, die ſchon Jahre in der Liga ſtehen. Ein
intereſſanter Freundſchaftskampf ſteht deshalb bevor.

10 000=Kilometer=Fahrt des A. v. D.
Auf dem Wege nach Rom.
Am Freitag gingen von den Teilnehmern an der 10 000Kilometer=
Fahrt des Automobilelubs von Deutſchland nur ſpärliche Meldungen ein.
Auf dem 1455 Kilometer langen Weg von Barcelona nach Rom haben
faſt alle 35 Bewerber der Wertungsgruppe I die italieniſche
Grenze paſſiert. In Rom haben die Teilnehmer Gelegenheit, ſich 28
Stunden von den ausgeſtandenen Strapazen gründlich zu erholen. In=
zwiſchen
ſind die erſten Teilnehmer der großen Wagen in Bar=
celona
eingetroffen und am Freitag abend weiter nach Rom geſtartet,
wo die Ankunft am Sonntag vormittag erfolgen ſoll. Da für den bei
Bajadoz ſchwer verunglückten Fahrer Gräning keine Lebensgefahr mehr
beſteht, hat der zweite Brennaborwagen mit den Fahrern Bakaſch und
Girulat die Fahrt fortgeſetzt und Barcelona erreicht. Gemeldet wird
der Ausfall des von Frl. v. Edle von Scheidlein geſteuerten Pakkard=
Wagens.
Indianapolis=Rennen.
Schwerer Unfall bei den Vorrennen.
Amerikas größtes automobilſportliches Ereignis iſt der Große Preis
von Indianapolis. Die Zahl der Teilnehmer an dieſem 500=Meilen= Ren=
nen
iſt auf 33 beſchränkt, ſo daß Vorrennen ſtattfinden müſſen, bei denen
über eine Diſtanz von 100 Meilen eine Mindeſtgeſchwindigkeit von 160
Stundenkilometern verlangt wird. Hierbei war der vorjährige Indiana=
polis
=Sieger Billy Arnold auf Arnold=Speeial, mit 186,650
Stundenkilometer der ſchnellſte, auch der amerikaniſche Cham=
vion
Louis Meyer (Samſon Special), R. Snowberg (Ruſſel) und Paul
Boſt (Empire State Special) kamen über einen Durchſchnitt von 180
Stundenkilometern. Leider ereignete ſich bei den Vorrennen, die von
65 Konkurrenten beſtritten wurden, auch ein ſchwerer Unfall. Ein von
Joe Caccia geſteuerter Miller=Wagen ſtürzte in der Kurve um: das
auslaufende Benzin entzündete ſich, und der unglückliche Fahrer ſowie
ſein Mechaniker konnten nur noch als verkohlte Leichen geborgen werden.
Willi Guyenz geſtorben.
Im Alter von nur 36 Jahren iſt in der Nacht zum Freitag Willi
Guyenz (Schwarz=Weiß Eſſen), einer der beſten deutſchen Schiedsrichter,
in ſeiner Heimatſtadt geſtorben. Guhenz leitete noch am Pfingſtmontag
in Kopenhagen das Länderſpiel Norwegen Dänemark, er verließ am
Dienstag kerngeſund die däniſche Hauptſtadt und kam als todkranker
Mann in Eſſen an. Die Todesurſache iſt noch nicht ermittelt, wahr=
ſcheinlich
liegt eine Lebensmittel=Vergiftung vor. Guhenz war, das darf
man wohl ohne Uebertreibung behaupten, nicht nur einer unſerer beſten
Unparteiiſchen, er konnte auch als das Muſter eines Sportsmannes
gelten.

Europa=Meiſterſchaften im Fechten.
In den Abendſtunden wurden die Kämpfe der Herren und Damen
bis zur vierten Runde erledigt. In der Damen=Meiſterſchaft iſt neben
der deutſchen Olympia=Siegerin Helene Mayer noch Frl. Bogan
und Frl. Dany (beide Ungarn) ohne Niederlage. Die Engländerinnen
Guineß, Butler, Davis, Venables, Neligan und Arbuthnot ſowie Frl.
Elek=Ungarn haben je 2 Siege und 2 Niederlagen zu verzeichnen. Bei den
Herren kam unſer vielmaliger Meiſter Erwin Casmir ebenſo wie
der Italiener Marzi und Dr. Ettinger=Oeſterreich ohne Niederlage über
die Vorrunden.
Cilly Aufſem qualifizierte ſich bei den franzöſiſchen Tennismeiſter=
ſchaften
in Paris durch einen 8:6, 6:2=Sieg über die italieniſche Mei=
ſterin
Valerio für die Vorſchlußrunde des Damen=Einzel.
Im Davispokalkampf U. S.A. gegen Argentinien führt Nordamerika
nach dem erſten Tage mit 2:0.
Neue Sportlikerakur.
Die neueſten Spiele für Wochenend, Freizeit und Ferien. Von
A. Glucker, Stuttgart, Sportlehrer; mit 37 Bildern, auf Kunſt=
druckpapier
, Preis 1,25 Mark ſoeben erſchienen im Süddeutſchen
Verlagshaus G. m. b. H., Stuttgart, Birkenwaldſtr. 44. Das
Büchlein behandelt eine große Anzahl von Lauf= und Fangſpielen,
dann Spiele mit dem kleinen und dem großen Ball, vor allem dem
Medizinball. Beſonders letztere ſind ſehr luſtig und infolge der
Schwere des Balles ſehr wirkſam. Es folgen Spiele unter Ver=
wendung
des Springſeiles, des Sigfridſeiles und mit dem Uſa=
Ball. Ganz eingehend iſt der Schwingball behandelt, ein ganz ja=
moſes
Partnerſpiel, endlich das aus England ſtammende Ring=
tennis
. Glucker hat hier eine große Fülle der ſchönſten Spiele, die
auch für den Turn= Sport= und Gymnaſtik=Unterricht eine wert=
volle
Ergänzung darſtellen, zuſammengetragen. Das billige Büch=
lein
zeigt die Wege zu vergnügtem Zeitvertreib bei nützlicher Be=
wegung
im Freien.
Geſchäftliches.
Die Qualitäts=Schallplatte für 2 Mark iſt jetzt da!
Alſo wenn Sie ſchon eine billige Platte kaufen, dann wäh=
len
Sie das erprobte Markenfabrikat Grammophon Die
Stimme ſeines Herrn, die ſoeben auf dem Markt erſchienene Plat=
tenſerie
Braun=Etikett‟. Dieſe neue 25=Zentimeter=Platte Gram=
mophon
Braun=Etikett koſtet nur 2 Mark, iſt doppelſeitig be=
ſpielt
und elektriſch aufgenommen. Jede Platte ein Schla=
ger
, denn die Auswahl dieſes Plattenrepertoires iſt mit Um=
ſicht
und Sorgfalt geſchehen. Neueſte Tanz= und Tonfilmſchlager,
herrliche Geſangsplatten fein abgeſtimmte Orcheſter= und In=
ſtrumental
=Aufnahmen bringt bereits das erſte Platten= Ver=
zeichnis
.
Jeder Schallplatten=Freund wird es begrüßen, daß in der
Reihe der ſogenannten billigen Platten unbekannter Marken
jetzt ein wirkliches Markenfabrikat erſcheint, denn die altbewährte
Schutzmarke, Grammophon Die Stimme ſeines Herrn iſt
Gewähr für beſte Qualität.

Rundfunk=Programme.

Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werktags=Programm. 5.55: Wetter, Gymnaſtik.
6 6.30: Gynnaſtik. o 7.30: Konzert. o 8.30: Waſſerſtand.
0 11.40: Zeit, Wirtſchaftsmeld. Nachr. Programm. o 11.50: Kon=
zert
(Schallpl.). O 12.40: Nachr., Wetter Sport, Programm. o
12.55: Nauener Zeit. O 13.05: Konzert (Schallpl.; Fortſ. O 14.00:
Werbekonzert O 15.05: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen O 15.15: Gie=
ßener
Wetterbericht, 16.20, 18.00: Wirtſchaftsmeldungen o
ca. 19.05: Zeit. O ca. 22.00: Zeit, Wetter Nachrichten, Sport.
Sonntag, 31. Mai.
(.00: Hamburger Hafenkonzert; Glocken vom Großen Michel.
8.15: Katholiſche Morgenfeier.
9.15: Stunde des Chorgeſangs; Ausf.: Geſangver. Germania.
10.16: Aufführung der Opernſchule des Hoch’ſchen Konſervatoriums:
Lehrſtück von P. Hindemith.
11.06: F.C. Weiskopf lieſt a d. Roman: Die verwandelte Stadt.
11.30: Leipzigs Bachkantate Nr. 176: Es iſt ein trotzig und ver=
zagt
Ding: Ausf.: Das Städt= und Gewandhausorcheſter, der
Thomanerchor, Claire Gerhardt=Schultheß (Sopranſ, Marta Fuchs
(Alt, E Lindner (Baßr, G. Ramin (Orgel), F. Sammler ( Cem=
balo
), A. Gleißberg (Sboe 1), K. Biebl (Oboe 8ſ. J. Waaner
Engliſch Horn).
12.00: Schallplattenkonzert.
13.5.): Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
14.00: 1. Dir. Salzmann, Gewerkſchaftsſekretär Schaub, Freiherr
von Wangenheim: Kann man ſtädt. Arbeiter in der Landwirt=
ſchaft
verwenden? 2. Neuzeitliche Grünland= u. Tierzuchtfragen.
15.0: Karlsruhe: Mit Sang und Klang nach Lindenau: Ein
Ausflug aufs Dorf; Ausf.: Ada und K.=H. Kögele (Lieder u.
Duitte zur Laute), Lili Martini (Sprecherin).
16.,00: Nachmittagskonzert des Rundfunkorcheſters; Mitw.: Luiſe
Müller=Steuer (Sopran), A. Haagen (Flügel), G. Horman (Klav.).
18.00: Prof. Dr. Zaunert: Zur Seelenkunde deutſcher Stämme und
Landſchaften.
18.25: Robert Muſil lieſt aus eigenen Werken.
18.50: Hartung: Liebhabertheater
19.20: Sonderwetterdienſt für die Landwirtſchaft.
19.30: Bunter Abend: Quer durchs deutſche Land!
21.00: Gaſtſpiel der Stuttgarter Kammeroper: Das goldene Kreuz,
Oper von S. v. Moſenthal; Muſik von J. Brüll.
22.20: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.40: Tanzmuſik der Kapelle P. Godwin.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werktags=Programm. 5.40:
Zeit. Wetter für den Landwirt. 6.30: Gymnaſtik. O 10.35, 13.30:
Nachrichten. 0 12.00: Wetter für den Landwirt. 12.05: Schall=
platten
bzw. Schulfunk. O 12.55: Nauener Zeit. O 14.00: Schall=
platten
. O 15.30: Wetter, Börſe. 0 ca. 21.00: Wetter, Nachrichten.
Deutſche Welle: Sonntag, 31. Mai.
7.00: Hamburger Hafenkonzert. Glocken vom Großen Michel.
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.25: Oberreg.=Rat Dr. Schwarz: Zeitgemäße Schädlingsbekämpfung
8,55: Morgenfeier: Stundenglockenſpiel der Potsdamer Garniſon=
Kirche. Anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage.
11.00: Stadthalle, Koblenz: Ausſchnitt a. d. Eröffnungsfeier der
Kundgebung anl. d. 5. Verbandstages des Zentralverbandes
deutſcher Kriegsbeſchädigter und Kriegerhinterbliebener e. V.
11 30: Leipzig: Bachkantate Nr. 176: Es iſt ein trotzig und ver=
zagt
Ding; Ausf.: Das Städt.= und Gewandhausorcheſter der
Thomanerchor, Claire Gerhardt=Schultheß (Sopran), Marta Fuchs
(Alt,, E. Lindner (Baß;, G. Ramin (Orgel), F. Sammler ( Cem=
balo
) A. Gleißberg (Oboe 1), K. Biebl (Oboe 2), J. Wagner
Engliſch Horn).
12.00: A. d. Luſtgarten, Berlin: Ausſchnitt a. d. Kundgebung der
Vereinigten Poſaunenchöre des Oſtbundes Evangeliſcher Jung=
männervereine
anl. der 75 Jahrfeier; Mitw.: 600 Bläſer.
12.30: Konzert der Schleſiſchen Philharmonie.
14.30: Jugendſtunde (Märchen).
15.00: K. Figdor: Die unwahrſcheinlichſte Abenteuergeſchichte d. Welt.
15.30: Geſänge: Hilde Irming=Ruhm (Sopran), J. Bürger (Flügel).
16.0: Vizeadmiral a. D. von Trotha: Die Seeſchlacht vor dem
Skagerrak (831. Mai 1916).
16.30: Blasorcheſter=Konzert des neuen Blas=Sinfonie=Orcheſters.
18.00: E. Frank: Menſchen im Beruf: Der Tänzer.
18.30: Arthur Silbergleit lieſt aus eigenen Werken (Zum 50. Ge=
burtstage
des Dichters).
19.00: J. Bab: Vom Weſen der Kritik.
19.30: W. Saeffers: Ein Menſch mit Büchern und Schallplatten.
20.30: Wiederholung des Funk=Potpourris: Vertraute Klänge‟
von W. Goehr.
22.00: Wetter=, Tages und Sportnachrichten.
Anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Dajos Béla.

Sauptſchriftleſtung: Rudolf Maupe
Verantwortich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleion, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Que iſch; für den Schlußdſenſt: Andreat Bauer; für
Die Gegenwart Tagesſplegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftiche Miteiſungen: Willv Kuble.
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſchmtich in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſſripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

Die heutige Nummer hat 24 Seiten.

[ ][  ][ ]

Seite 10

Sonntag, den 31. Mai 1931

Nummer 149

K
OM

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme, ſowie
für die vielen Kranz= und Blumenſpenden bei dem
ſo unerwarteten Heimgang meiner lieben Tochter,
Schweſter und Schwägerin
Fräulein Anna Völger
ſagen wir auf dieſem Wege allen Verwandten,
Freunden und Bekannten unſeren herzlichen Dank.
Ganz beſonders danken wir Herrn Pfarrer Grein für
die troſtreichen Worte am Grabe, Herrn Dr. Fritz
Merck vom Direktorium, Herrn Napp, Herrn Seifert,
Herrn Beſt, den Betriebsbeamten, Arbeiterinnen, Ar=
beitern
der Firma E. Merck Abtlg. XII. D., den Schul=
kameraden
, ſowie dem Verband der weibl. Handels=
und Büroangeſtellten für die Anteilnahme.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Völger III. Wwe.
Familie Gg. Schmitt.

Die Beerdigung der
Frau Amalie Katter
findet Montag, 3 Uhr nachmittags
ſtatt. 18467

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teil=
nahme
und für die zahlreichen Blumen=
ſpenden
bei dem Heimgang unſeres
lieben Entſchlafenen
Georg Müller
ſagen wir Allen innigſten Dank. Ins=
beſondere
danken wir Herrn Dekan
Zimmermann für die troſtreichen Worte,
dem Militärverein Darmſtadt und dem
Odenwaldverein Darmſtadt für ihren
ehrenden Nachruf und Kranznieder=
legung
, ſowie für die liebevolle Pfiege
der Schweſtern im Städt. Krankenhaus.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Lenchen Müller Wwe.
geb. Salomon.
Darmſtadt, den 30. Mai 1931.
Ballonplatz 3,

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San.=Rat Dr. Langsdorf, Hügelſtraße 11,
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und Frau Eliſabeth, geb. Siephan.
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Kirchliche Trauung: Montag, den 1. Juni, nachm. 2½ Uhr,
in der Petruskirche.
(

Dankſagung.
Für die innige Anteilnahme bei dem
Heimgang meines lieben Mannes ſage
ich Allen meinen herzlichſten Dank.
Auguſte Freimuth
geb. Salzmann.
Darmſiadt, den 30. Mai 1931.

Stat Karten.

Die Verlobung meiner Tochter
Elſe mit Herrn Gerichtsreferendar
Otto Vierheller, gebe ich be=
kannt
.
Frau Elsbeth Beiling
geb. Sponagel
Darmſtadt
Mathildenplatz 17

31. Mai 1931.

Meine Verlobung mit Fräulein
Elſe Beiling, Tochter des ver=
ſtorbenen
Herrn Miniſterialrats
Dr. Karl Beiling und ſeiner
Frau Gemahlin Elsbeth, geb.
Sponagel, zeige ich an.
Otto Vierheller
Darmſiadt
Heidelbergerſtr. 132

(8435

Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unſere liebe, gute Mutter,
Großmutter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Fran Sabine Hartmann Wwe.
verw. gew. Schemel, geb. Sauer
im Alter von 56 Jahren heute plötzlich und unerwartet nach
kurzer Krankheit in die Ewigkeit abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Dora Schemel
Anna Antel, geb. Schemel
Dr. Philipp Schemel.

Darmſtadt, den 29. Mai 1931.
Friedrichſtraße 18.

18461

Die Beerdigung findet am Montag, den 1. Juni 1931, 15 Uhr, von
der Kapelle des Waldfriedhofes aus ſtatt.

Neine 2emen!
Nach Uebernahme unseres Geschäftes
durch einen der größten Konzerne in
der Branche, erweitern wir das Geschäft
und verlegen dasselbe am 1. Juni ds. Js.
von Ernst-Ludwigstraße 8 nach
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Am Dienstag, 2. Juni 1931 feiern die
Eheleute Berthold Anhalt und ſeine
Ehefrau Eliſabeth Anhalt, geb. Löber,
Darmſtadt, Heinheimerſtraße 82; das
Feſt der
Silbernen Hochzeit.
(8520
Glück auf zur Goldenen!

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Wie ich dieſem Leiden erfolgreich entgegen=
trat
, und wie auch Ihnen geholfen werden
kann (ohne Berufsſtörung), ſagt jedem gern
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unſeren guten Bruder, Schwager, Onkel, Neffen und Vetter
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heute morgen von ſeinem langen, ſchweren, mit großer Geduld ertragenen Leiden im
58. Lebensjahr zu erlöſen.
In tiefer-Trauer:
Im Namen der Hinterbliebenen:
Eliſabeth Brunner, geb. Rühl.
Darmſiadt, den 29. Mai 1931.
18431
Schuſiergaſſe 19 I.
Die Beerdigung findet am Montag, den 1. Juni, nachmittags 4 Uhr, auf dem Beſſunger
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Nummer 149

Sonntag, den 31. Mai 1931

Seite 13

Schwere Gewitter über Stuttgart und dem
Mittelrhein.
Stuttgart. Geſtern früh wurde faſt ganz
Stuttgart durch ein heftiges, wolkenbruchartiges
Unwetter, das ſtrichweiſe mit ſtarkem Hagel=
ſchlag
verbunden war, unter Waſſer geſetzt. Es
hat namentlich in den tiefer gelegenen Straßen
und im Zentrum der Stadt übel gehauſt. Auch
in der Umgebung von Stuttgart wurden ſchwere
Verheerungen angerichtet und die Obſtkulturen
zum Teil vernichtet. Das Waſſer iſt in viele
niedrig gelegene Wohnungen eingedrungen und
ſtieg in den Kellern teilweiſe meterhoch. Die
Feuerwehr iſt um die Mittagsſtunde noch eifrig
damit beſchäftigt, die Waſſermaſſen aus den Kel=
lern
herauszupumpen.
Neuwied. Am Freitag nachmittag und
Samstag früh gingen über dem Mittelrhein und
Weſterwald Gewitter mit wolkenbruchartigem
Regen und Hagelſchlag nieder. Der angerichtete
Schaden iſt außerordentlich groß. Die Rebſtöcke
wurden von den Hagelkörnern zerſchlagen. In
verſchiedenen Bezirken iſt die Saat vollſtändig
vernichtet. Stellenweiſe überflutete das Waſſer
die Straßen bis zu einem Meter hoch. In ein
an einem Bergabhang gelegenes Haus ſtürzten
die Waſſermaſſen durch die Dachluken. Das Haus
wurde vollſtändig überſchwemmt. In mehreren
Ortſchaften wurden durch Blitzſchläge Brände
verurſacht.

Eine Falſchmünzerwerkſtatt aufgedeckt.
Ba. Wiesbaden. Von Beamten der Lan=
deskriminalpolizeiſtelle
Wiesbaden wurde in
Braubach eine Falſchmünzerwerkſtatt ausgeho=
ben
. Ein Elektrotechniker hatte ſich in einer
Dachkammer eine komplette Werkſtatt zur Her=
ſtellung
von Falſchgeld eingerichtet und dort auch
in den letzten Monaten mehrere hundert Falſch=
geldſtücke
im Werte von je 5 RM. fabriziert.
Am Morgen des 28. Mai nahmen die Wiesba=
dener
Kriminalbeamten ganz überraſchend eine
Durchſuchung der Wohnung vor und ſtießen da=
bei
auf die Falſchgeldwerkſtatt, in der bereits
am frühen Morgen gearbeitet worden war. Im
Schmelzofen befanden ſich noch heiße Matrizen.
Angeſichts des Beweismaterials legte der Be=
ſchuldigte
ſofort ein Geſtändnis ab. Als Mit=
täter
und Hauptverbreiter des Falſchgeldes kam
ein Kaufmann aus Oberlahnſtein in Frage, der
ebenfalls feſtgenommen wurde und auch ein Ge=
ſtändnis
ablegte. Das geſamte Material der
Falſchgeldwerkſtatt wurde beſchlagnahmt und der
Raum polizeilich verſiegelt.

Mit 54 000 Mark Polizeigeldern geflüchtet.
Bonn. Der bei der Staatlichen Polizei=
ſchule
für die Rheinprovinz tätige Polizeiſekre=
tär
Leskow iſt Samstag vormittag unter Mit=
nahme
von 54 000 Mark Löhnungsgeldern, die
er bei der Reichsbank abhob, geflüchtet. Man
vermutet, daß er in Richtung Saarbrücken ge=
flohen
iſt.
Energiſche Selbſthilfe.
Cochem. Ein Paddler, der bei Senheim
übernachtet hatte, vermißte morgens ſein Falt=
boot
. In dem Boot befanden ſich Kleidungsſtücke
und Ausrüſtungsgegenſtände im Werte von 400
Mark. Der Paddler fuhr nach Feſtſtellung des
Verluſtes ſofort moſelabwärts und fand ſchließ=
lich
ſein Boot in der Nähe von Cochem; der In=
halt
des Bootes war verſchwunden. Sofort be=
gab
ſich der Beſtohlene zum Cochemer Bahnhof.
Dort fand er zwei Landſtreicher, die ſeine Anzüge
trugen. Als er die beiden Burſchen zur Rede
ſtellte, zog der eine plötzlich einen Revolver.
Dem Bedrohten gelang es aber, dem Land=
ſtreicher
die Waffe aus der Hand zu ſchlagen, die
beiden zu überwältigen und der Polizei zu über=
geben
.
Tragiſcher Unglücksfall beim Vogelſchießen.
Heiligenhafen. Beim Vogelſchießen
der Großen Gilde im Oſtſeebad Heiligenhafen
wurde der 32 Jahre alte Rentner Kerl beim
Aufſammeln der Kugeln und Splitter von einem
11½ Pfund ſchweren Holzſtück, das von dem
Vogel herunterfiel, getroffen und ihm der Schä=
del
eingeſchlagen. Der Unglückliche war auf der
Stelle tot. Die Feſtlichkeit wurde ſofort abge=
brochen
.
Großfeuer in einer Korkſteinfabrik.
Hamburg. In der Nacht zum Samstag
brach in der Korkſteinfabrik von Dr. Nafzger in
Bilgebrookdeich ein Großfeuer aus, das an einem
mit Korkplatten gefüllten Lagerſchuppen reiche
Nahrung fand. Die Feuerwehren rückten auf
den Alarm Großfeuer mit mehreren Zügen
aus und bekämpften den Brand mit insgeſamt
17 Rohren. Es gelang, den Rieſenbrand, der
den Nachthimmel weithin erleuchtete, auf ſeinen
Herd zu beſchränken.

Die Goethe=Geſellſchaft kagk in Weimar

Profeſſor Dr. Peterſen=Berlin,
der Präſident der Goethe=Geſellſchaft.
In Weimar begann die 46. Hauptverſammlung
der Goethe=Geſellſchaft, die diesmal in der
Hauptſache die Vorbereitungen für das Goethe=
jahr
1932 beriet.

Unſer Bild zeigt eine Flugzeugaufnahme von Piccards Ballon auf dem Großen Gurgler=Ferner.
Der Ballon ſelbſt iſt nur klein zu ſehen, da das Flugzeug ſich nicht tiefer herunterwagen durfte.
(Der Pfeil bezeichnet den Ballon.)

Einer der bekannteſten Holzſchnitte Burgkmairs,
Hans Burgkmair,
Adam und Eva.
geboren 1473, geſtorben 1531.
Im Juni wird in Augsburg des 400. Todestages Hans Burgkmairs, des großen Augsburger
Malers und Zeichners, feierlich gedacht werden. Burgkmair war einer der Bahnbrecher der
Renaiſſance in Deutſchland. Neben ſeinen zahlreichen religiöſen Gemälden iſt beſonders ſeine
Holzſchnittfolge Das Turnierbuch bekannt.
Flugzeugaufnahme von der Landung Prof. Piccards auf dem Gurgler=Ferner.
(Durch Bildtelegraphie nach Berlin übertragen.)

Die Abreiſe Prof. Piccards.
Es wird wieder ſtill in Gurgl.
Innsbruck, 30. Mai.
In dem Orte Gurgl, der durch zwei Tage
Weltberühmtheit erlangt hatte, beginnt es wie=
der
ſtill zu werden. Es dürfte wohl zum erſten
Male geweſen ſein, daß annähernd 100 Journa=
liſten
verſchiedener Nationalitäten in einer Höhe
von 2700 Metern auf einem Gletſcher beiſammen
waren. Prof. Piccard reiſt vorausſichtlich
heute nach Augsburg ab. Die Ballonhülle wurde
geſtern nach harter Arbeit nach Gurgl herunter=
gebracht
. Der Abtransport geht weiter. Die
Einwohner haben an Prof. Piccard die Bitte
gerichtet, die Gondel an Ort und Stelle
zu laſſen, da ſie ſich davon einen An=
ziehungspunkt
für den Fremdenverkehr ver=
ſprechen
. Prof. Piccard will ſich hierüber mit
den Eigentümern der Gondel ins Einvernehmen
ſetzen. Auf eine Anfrage von Journaliſten,
vann Prof. Piccard ſeine wiſſenſchaft=
lichen
Ergebniſſe bekannt geben
verde, erwiderte er, daß dies kaum vor
zwei bis drei Wochen möglich ſein werde,
da er Wert darauf lege, poſitive Angaben über
ſeine Forſchungsergebniſſe der Oeffentlichkeit zu
unterbreiten. Das Verſagen des Ventils beim
Abſtieg führte Piccard darauf zurück, daß ſich
das Gas in der Stratoſphäre noch ſtärker aus=
gedehnt
habe, als man vorher angenommen habe.
Bei kommenden Fahrten werde man dieſem Um=
tand
Rechnung tragen müſſen. Als der Ballon
dann tiefer geſunken ſei, habe die Reißleine an=
ſtandslos
funktioniert, und das habe weſentlich
dazu beigetragen, daß die Landung glatt er=
folgte
.
Piccards Gondel bleibt an der Landungsſtelle.
Innsbruck. Nachdem nunmehr feſtge=
ſtellt
iſt, daß eine Bergung der Gondel unver=
hältnismäßig
große Schwierigkeiten machen
würde, hat man ſich entſchloſſen, die Gondel
an der Landungsſtelle zu belaſſen.
Im Herbſt neuer Höhenflug Piccards?
Ein Vertreter der Innsbrucker Nachrich=
ten
hatte nochmals Gelegenheit, ſich mit Pic=
card
zu unterhalten. Die 16 000 Meter, die er
erreicht hat, ſtellten keinen abſoluten Höhen=
rekord
dar. Es wäre ihm möglich geweſen, auf
18 000 Meter hinaufzugehen, er habe das aber

nicht für notwendig gehalten. Vielleicht bleibe
das einem weiteren Flug vorbehalten. Ein Ter=
min
über einen neuen Höhenflug könne jetzt
noch nicht angegeben werden. Wahrſcheinlich
komme dafür der Herbſt in Betracht, der ſich
wegen der beſtändigen Witterung beſſer als jede
andere Jahreszeit für ſolche Pläne eigne.
Alle von Menſchen erreichken Höhen
haf Piccard überboken.

46 000 Meter erreichte Piccard auf ſeiner Rekord=
ffahrt
, das iſt faſt 4000 Meter höher als die Grenze
ßwiſchen Tropo= und Stratoſphäre, die zwiſchen
42= und 13000 Metern Höhe verläuft. Die bis=
her
höchſte Höhe erreichte der Amerikaner Gray,
deſſen Ballon jedoch platzte, ſo daß Gray
getötet wurde. Der offizielle Ballon=Weltrekord
verblieb darum bis zu Piccards Fahrt den deut=
ſchen
Profeſſoren Berſon und Süring. Die höchſte
Höhe, die ein Flugzeug erreichte (Lt. Soucek),
liegt noch immer faſt 3000 Meter unter der von
Piccard erzielten Höhe.

Gedächknisſeier
für die Jungfrau von Orleans.
Paris. An der 500=Jahrfeier anläßlich des
Feuertodes der Jungfrau von Orleans in Rouen
nahmen 78 Erzbiſchöfe, Biſchöfe, Kardinal Ver=
dier
und der päpſtliche Nuntius Kardinal
Bourne teil. Ebenſo wohnten der franzöſiſche
Juſtizminiſter Berard in ſeiner Eigenſchaft als
Vizeminiſterpräſident und der engliſche Botſchaf=
ter
Tyrrel, ſowie die Spitzen des militäriſchen
und zivilen Frankreichs den Feierlichkeiten bei.
Der Vertreter des Vatikans wurde von einer
großen Menſchenmenge lebhaft begrüßt, wobei
die Maſſen in Hochrufe auf den Papſt einſtimm=
ten
. Während die päpſtliche Hymne und die
Marſeillaiſe geſpielt wurden, ſchritt der Ver=
treter
des Vatikans die Ehrenkompagnie ab.
Auf dem hiſtoriſchen Hinrichtungsplatz iſt bereits
ein improviſierter Scheiterhaufen errichtet wor=
den
.
Selbſtmord des Direktors Chmielorz von der
Hanſa=Bank Oberſchleſien.
Gleiwitz.. Wie die Preſſeſtelle der Poli=
zei
in Gleiwitz mitteilt, wurde am Samstag
früh von Bahnbeamten auf der Strecke
BeuthenGleiwitz, zwiſchen Borſigwerk und
Lugwigsglück, die Leiche des Bankdirektors Max
Chmielorz aus Beuthen, von der Hanſabank
Oberſchleſien, die vor einigen Tagen ihre Zah=
lungen
eingeſtellt hat, gefunden. Chmielorz hat
ſich von dem um 3.15 Uhr von Borſigwerk ab=
gehenden
Perſonenzug überfahren laſſen.
Die Leiche Hofrats Schueller in der Donau
gefunden.
Budapeſt. Die Leiche des Hofrats Dr.
Ludwig Schueller, der im Zuſammenhang mit
dem Zuſammenbruch der Bankfirma Auſpitz, Lie=
ben
u. Co. Selbſtmord verübt hat und in die
Donau geſprungen iſt, wurde vorgeſtern nach=
mittag
beim ungariſchen Dorf Neſzmelly aufge=
fiſcht
. In ſeinen Taſchen fand man eine Frei=
karte
der ungariſchen Schiffahrts=Geſellſchaft, auf
ſeinen Namen lautend, wie auch die ſonſtige
Perſonenbeſchreibung ſowie das Monogramm
darauf ſchließen ließen, daß es ſich um Schueller
handelt. Aeußere Verletzungen an ſeinem Kör=
per
waren nicht zu bemerken.
Großfeuer in Bern.
20 Feuerwehrleute verletzt.
Bern. Das Großfeuer in der Chemiſchen
Fabrik Vander, A.=G., hat den ganzen Dachſtock
zerſtört, in dem ſich das Laboratorium, Packpa=
pier
, der Büchſenraum uſw. befinden. Die
eigentlichen Betriebsräume ſind vom Feuer
nicht zerſtört worden, haben aber durch das
Waſſer ſehr gelitten. Bei den Löſchverſuchen
wurden nicht weniger als 20 Feuerwehrleute
verletzt, davon der Feuerwehrhauptmann ſchwer.
Die Portierfrau, die ſpäter ums Leben gekom=
men
iſt, war bereits ins Freie gelangt, kehrte
aber nochmals in die Wohnung zurück, um ihre
Katzen zu retten. Sie konnte dann, da das Trep=
penhaus
ein einziges Flammenmeer bildete,
nicht mehr herunter.
Do. K auf den Kap Verdiſchen Inſeln
gelandet.
Praia. Das Flugboot Do. K iſt am
Samstag, um 15.25 Uhr, in Praia gelandet.
Ein berüchtigter amerikaniſcher Verbrecher
zum Tode verurteilt.
New York. Der vor kurzer Zeit unter
außerordentliches Aufſehen erregenden Umſtän=
den
verhaftete Verbrecher Francis Crowley
wurde wegen Mordes an einem Polizeibeamten
zum Tode verurteilt. Die Beratung des Gerichts
dauerte kaum eine halbe Stünde. Als der Ver=
urteilte
aus dem Gerichtsſaal geführt wurde,
verſuchte er, ſich der am Gurt eines Polizeioffi=
ziers
befeſtigten Piſtole zu bemächtigen. Crow=
ley
konnte aber noch rechtzeitig niedergeſchlagen
werden. Er wurde von den Wachtmannſchaften
gefeſſelt. Wie erinnerlich, mußten ſeinerzeit
mehrere hundert Polizeibeamte aufgeboten wer=
den
, um des Verbrechers habhaft zu werden.
Die Nordpolreiſe des Nautilus.
New London (Connecticut). Das Unter=
ſeboot
Nautilus, mit dem Sir Herbert Wil=
kins
den Nordpol erreichen will, wird demnächſt
den erſten Teil der Reiſe, die Durchquerung des
Atlantiſchen Ozeans, ausführen. Das Boot
machte geſtern Tauchverſuche mit den neuen Ma=
ſchinen
. Vor der endgültigen Abfahrt, die
wahrſcheinlich nächſte Nacht oder morgen mittag
erfolgen wird, werden 400 Hektoliter Brennſtoff
und 50 Hektoliter Schmieröl an Bord gebracht
werden.
Franzöſiſche Ehrung
für einen deutſchen Tierfreund.

Juſtizrat Viktor Fraenkel=Berlin,

der Vorſitzende der Geſellſchaft für Tierrecht,
erhielt von der franzöſiſchen Liga für Pferde=
ſchutz
die höchſte Auszeichnung der Liga, die
Medaille de Vermeil, in Anerkennung ſeiner
Verdienſte um die Förderung der Tierſchutz=
bewegung
.

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Seite 14

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Nummer 149

Sonntag, den 31. Mai

die Lage am Geldmarkt.

Am Geldmarkt machten ſich in der abgelaufenen Woche die Einwir=
kungen
des herannahenden Ultimo geltend, doch ging die Nachfrage im
allgemeinen nicht über das normale Maß hinaus. An einzelnen Tagen
waren ſogar reichliche Geldmittel angeboten, ſo daß ſich der Tagesgeld=
ſatz
vorübergehend auf 4 Prozent ermäßigte, um erſt gegen das Wochen=
ende
wieder auf 5½ Prozent anzuziehen. Monatsgeld blieb ſtärker ge=
ſucht
, vor allem beſtand Nachfrage von ſeiten der Kommunen, wodurch
bei dem knappen Angebot eine Verſteifung hervorgerufen wurde. Das
Intereſſe für Warenwechſel hielt ſich in ziemlich engen Grenzen, ſo daß
das Geſchäft keinen größeren Umfang annehmen konnte.
Der Deviſenmarkt wurde charakteriſiert durch die ſchwache Haltung
der Reichsmark, was auf Abziehungen von Auslandsgeldern und in
gewiſſem Maße auch auf Kapitalflucht zurückgeführt wurde, wobei die
Vorgänge in Oeſterreich ſchwerer ins Gewicht gefallen ſein dürften. Je=
doch
wird betont, daß die Abflüſſe keineswegs größeren Umfanges ge=
weſen
ſeien. Außerdem ſcheinen im Zuſammenhang mit der Bewag=
Transaktion voreilige Leerverkäufe erfolgt zu ſein, die ſich ſpäter als
zwecklos herausſtellten, ſo daß man ſich zu Deckungskäufen in Kaſſaware
gezwungen ſah. Durch auffallende Feſtigkeit zeichnet ſich die Deviſe
Schweiz aus, wobei die internationale Geldbewegung nach der Schweiz,
vielleicht auch die Entwicklung der Verhältniſſe in Oeſterreich, eine aus=
ſchlaggebende
Rolle geſpielt haben. Dagegen war die ſpaniſche Peſeta
ſehr ſchwach veranlagt; ſie erreichte in der letzten Woche ihren tiefſten
Stand, der ſeit Beginn des Jahrhunderts zu verzeichnen geweſen iſt.
Maßgebend hierfür waren Nachrichten über erneute Unruhen im Lande,
ferner die Anſicht, daß die Maßnahmen der Regierung völlig unzurei
chend geweſen ſeien, und daß ſich die finanzpolitiſche Lage Spaniens in=
folgedeſſen
in letzter Zeit außerordentlich verſchlechtert habe. Auch der
argentiniſche Peſo hatte neuerliche Kurseinbußen aufzuweiſen.

Die Indexziffer der Großhandelspreiſe. Die vom Statiſtiſchen
Reichsamt für den 27. Mai errechnete Indexziffer der Großhandelspreiſe
iſt mit 112,9 gegenüber der Vorwoche um 0,2 v. H. zurückgegangen. Die
Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarſtoffe 108,7 ( 0,3 v. H.),
Kolonialwaren 95,0 ( 0,2 v. H.), induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren
102,9 ( 0,4 v. H.) und induſtrielle Fertigwaren 136,9 ( 0,1 v. H.).
Die Richtzahl für die Lebenshaltungskoſten hat nach den Feſtſtellun=
gen
des Statiſtiſchen Reichsamtes mit 137,3 gegenüber 137,2 im Vormonar
leicht angezogen. Die Richtzahl für Ernährung iſt um 0,5 auf 129,9
geſtiegen, die Richtzahl für Wohnung iſt mit 131,6 unverändert ge=
lieben
.
Die Blei=Hüttenproduktion. Die Blei=Hüttenproduktion ſtellte ſich
im Monat April, wie die Statiſtiſche Abteilung der Metallgeſellſchaft
A.=G., Frankfurt a. M., berechnet, auf insgeſamt (in metr. To.) 120 957
gegenüber 132 680 im März ds. Js. Hiervon entfallen auf Amerika
65 215 bzw. 72 631, auf Europa 32 062 bzw. 35 400, auf Auſtralien 13 920
Bzw. 14 889, auf Aſien 7760 bzw. 7760 und auf Afrika (teilweiſe geſchätzt)
2000 bzw. 2000. Die Produktion im Tagesdurchſchnitt betrug im April
4032, im März 4280, im Februar 4486, im April des Vorjahres 4668 und
im April 1929 4836 metr. To.
Mainkraftwerke A.=G., Frankfurt a. M. Die Geſellſchaft ( Lahmeyer=
konzern
) verzeichnet 1930 einen Bruttogewinn von 5,02 (5,29) Mill.
RM. Hiervon erforderten die Unkoſten 0,77 (0,86) Mill., die Steuern
0,89 (0,93) Mill., Vertragsabgaben 0,14 (0,15) Mill., Darlehenszinſen
0,35 (0,53) Mill., Anleihezinſen 0,55 (unv.) Mill. RM. und Zuweiſung
auf die Erneuevungsrücklage wiederum 850 000 RM. neben 69 000
(34 000) RM. Abſchreibungen. Es verbleibt ein Reingewinn von 11,41
(faſt unverändert) Mill. RM., woraus wieder 6 Prozent Dividende auf
22,4 Mill. RM. Aktienkapital vorgeſchlagen werden. In der Bilanz
erſcheinen u. a. die Kreditoren 6,75 (7,73) Mill. RM., dagegen die Debi=
toren
mit 3,16 (4,37) Mill. RM. Hierunter zeigt der Poſten Guthaben
maheſtehender Geſellſchaften einen Rückgang von 102 Mill. RM. auf
nur noch 141 800 RM. Infolge des wirtſchaftlichen Niederganges iſt die
Stromabgabe von 105,26 Mill. Kilowattſtunden im Vorjahre auf 91,04
Mill. Kilowattſtunden geſunken. Die rückläufige Bewegung im Strom=
abſatz
ſei gegenwärtig zum Stillſtand gekommen. Man dürfe daher
hoffen,, daß bei einer Wiederbelebung der Wirtſchaft auch die Strom=
abgabe
allmählich ihren früheren Stand wieder erreiche. ( Generalver=
ſammlung
9. Juni.)
Lech Elektrizitätswerke A.G., Augsburg. Dieſes zur Lah=
meyer
=Gruppe gehörende Unternehmen berichtet für das Geſchäfts=
jahr
1930 über ein weiteres Anſteigen des Anſchlußwertes von
94490 Kilowatt im Vorjahre auf 95 938 Kilowatt; die Anzahl
der nutzbar abgegebenen Kilowattſtunden iſt von 169 009 733
Rilowattſtunden auf 164 561 626 Kilowattſtunden zurückgegangen.
Die Verminderung ſei vor allem auf den Ausfall von Induſtrie=
ſtrom
zurückzuführen, doch habe die vermehrte Verwendung von
Ueberſchußſtrom mengenmäßig einen Ausgleich geſchaffen. Die
Einnahmen ſeien durch den Rückgang der Stromabgabe an die
Induſtrie ungünſtig beeinflußt worden. Aus dem Reingewinn
von (in Mill. RM.) 2987 (3,446) gelangen 7 (8) Prozent Divi=
dende
auf die 40,500 Mill. RM. St.A. zur Ausſchüttung, wieder
6 Prozent Dividende auf die 32 400 RM. V.A. und 16 272 (24 307)
RM. werden auf neue Rechnung vorgetragen. Generalunkoſten
erforderten 1.15 (1.35), Teilſchuldverſchreibungszinſen 1,08 (0,91),
Gebühren und Abgaben 2,37 (2,27) Für Abſchreibungen wurden
47 590 (68 778) RM. verwandt, die Zuweiſung zur Anlagekapital=
Tilgung und Erneuerungsrücklage wurde von 0,69 auf 1,22 er=
höht
. In der Bilanz erſcheinen Grundſtücke und Gebäude mit
0,91 (0,93), Waſſerkraftwerke Gerſthofen, Langweid. Meitingen
mit 25,47 (26,62). Dampfkraftwerk Gerſthofen mit 5,35 (5.31).
Neu in der Bilanz ausgewieſen iſt die Schaltanlage Gerſthofen
mit 1.69. Fernleitungen, Ortsnetze uſw. ſind mit 35,37 (34,44)
bewertet. Wertpapiere und Beteiligungen (40 Prozent der Untere
Iller A.G.) mit 3,41 (3,61) Schuldner mit 3,39 (5.85) wovon ſich
Bankguthaben von 3,42 auf 1.08 verminderten. Vorräte ſind mit
0,55 (0,59) angegeben. Andererſeits ſtehen Teilſchuldverſchreibun=
gen
mit 15.38 (15,70), Reſerve mit unverändert 4,05, Anlagekapi=
tal
=Tilgung und Erneuerungsrücklage=Konto mit 11,52 (10.30)
und Gläubiger mit 3,36 (4,82). Die Ausſichten für das weitere
Geſchäftsergebnis ſeien in erſter Linie von der Wiederbelebung
der von der Geſellſchaft belieferten Induſtrie abhängig.
Rudolf Karſtadt A.=G. Die erſten drei Monate des neuen Geſchäfts=
jahres
brachten einen wertmäßigen Umſatzrückgang auf 60,55 Mill. gegen
70,21 Mill. im Vorjahre. Der Umſatz iſt allerdings mengenmäßig ebenſo
vie die Käuferzahl geſtiegen. Der Monat Mai brachte anläßlich des
Jubiläumsverkaufs infolge des Pfingſtfeſtes eine Erhöhung der Mai=
Umſätze des Vorjahres. Die Etatumſätze betrugen im 1. Quartal des
neuen Geſchäftsjahres 22,75 gegen 22,24 Millionen. Von der Verwal=
tung
wird noch mitgeteilt, daß Kommerzienrat Schoendorff aus dem
Vorſtand ausgeſchieden iſt. Seine Arbeitskraft wird er aber für Spe=
Zialaufgaben weiter zur Verfügung ſtellen.

* Mainzer Produktenbericht Großhandelspreiſe per 100 Kilo loco
Nainz am Freitag, den 29. Mai; Rheinheſſ. Roggen 20,5021 Hafer
121,50, Futtergerſte 2122,50, Malzkeime 11,2512,25, Südd. Weizen=
inehl
Spez. 0 40,4041,40, Roggenmehl (60 Prozent) 29,2530,50, Wei=
enkleie
fein 1313,25, Weizenkleie grob 13,2513,50, Roggenkleie 13,50
bis 14,50, Biertreber 10,7511,50, Erdnußkuchen 1313,75, Kokoskuchen
3,7517,75, Palmkuchen 11,5012, Rapsruchen 10,2510,75, Sohaſchrot
3,5013,75, Trockenſchnitzel 7,608,25. Tendenz ruhig.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Das Geſchäft am hieſigen Markt
aym in dieſer Woche einen ruhigen Verlauf. Die Zufuhren waren un=
er
dem Einfluß der ſchönen Witterung zunächſt noch ziemlich groß, und
örerſt haben ſich die Anzeichen eines bevorſtehenden Stillſtandes in der
roduktion noch nicht ſehr vermehrt. Der Abſatz konnte ſich indeſſen
was beſſern, da das heiße Wetter den Fleiſch= und Wurſtverzehr ſtark
ermindert und das Publikum ſich mehr dem Eierkonſum zuwendet.
die Preiſe haben gegen die Vorwoche erneut eine leichte Ermäßigung
fahren. Es notierten in Pfg. per Stück ab loco Frankfurt a. M.:
talieniſche 7,758,25, bulgariſche 6 757,00 jugoſlawiſche 6,506,75,
rumäniſche 6,506,75, ukrainiſche 6,256,50, holländiſche 7,009,50,
aniſche 7009,50, belgiſche 8,008,50, franzöſiſche nicht am Markt,
aheriſche 7,257,50. In= und ausländiſche Mittel= und Schmutzeier wur=
en
mit 6 Pfg. pro Stück bezahlt, deutſche Frifcheier je nach Größe mit
3,509,25.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Nachdem noch in der Vor=
Doche die Preiſe mehrmals erhöht worden waren, machte ſich in dieſer
Doche ein ſcharfer Preisrückgang, beſonders für deutſche Butter, bemerk=
ar
, der in der Hauptſache auf die ſtarken Zufuhren zurückzuführen iſt.
S notierte Auslandsbutter 1 Faß 50 Kilo 1,44, ½ Faß 1,46, in Halb=
undſtücken
1,48, deutſche Molkereibutter 1,35. Die Preiſe verſtehen ſich
Drdeie. fn 1-Pfd. im Großhundelsverkehr.

Berliner Produktenbericht vom 30. Mai. Das Geſchäft an der
Wochenſchlußbörſe geſtaltete ſich außerordentlich ſchleppend. Auf dem
handelsrechtlichen Lieferungsmarkt kamen nur unbedeutende Umſätze zu=
ſtande
; die Mai=Engagements ſcheinen glatt erledigt zu ſein, da Mai=
weizen
und =hafer anfangs gar nicht notiert wurden, während Mai=
roggen
auf geſtrigem Schlußniveau eröffnete. Auch für ſpätere Liefe=
rung
hielten ſich die Veränderungen in engen Grenzen, die Grundſtim=
mung
war aber ſtetig. Im Effektivgeſchäft iſt das Offertenmaterial von
Weizen alter und neuer Ernte keineswegs reichlich, die Nachfrage läßt
aber auch zu wünſchen übrig. In Roggen kommt etwas mehr Angebot
zur Kahnverladung heraus, ohne daß aber dadurch das Geſchäft eine
Belebung erfahren hat, da Abſchlüſſe auf Grund von Qualitätsbefürch=
tungen
erſchwert werden. Weizen= und Roggenmehle haben ſchleppendes
Geſchäft bei nominell unveränderten Preiſen. Hafer und Gerſte in un=
veränderter
Marktlage.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 30. Mai.
Die Wochenſchlußbörſe ſtand unter dem Eindruck der bekanntwer=
denden
generellen Einzelheiten der Notverordnung, die in Verbindung
mit dem flauen Schluß der New Yorker Börſe eine erneut ſchwächere
Tendenz zur Folge hatten. Auch die weitere Zunahme der Wohlfahrts=
erwerbsloſen
und der beſtehende Auftragsmangel wirkten ſtörend. Das
weitere Anwachſen der Spareinlagen und die gebeſſerte Lage bei der
Oeſterreichiſchen Creditanſtalt blieb andererſeits faſt unbeachtet. Die
Spekulation nahm nach den geſtrigen Deckungen heute wieder Abgaben
vor, die jedoch kein größeres Ausmaß annahmen, zumal die Banken
etwas Aufnahmeneigung bekundeten. Bei kleiner Umſatztätigkeit ergaben
ſich gegen die Abendbörſe meiſt Kursrückgänge bis zu 1 Prozent. Stär=
ker
rückläufig waren Salzdetfurth mit minus 6 Prozent. Der Nenten=
markt
war bei ſtillem Geſchäft nicht ganz einheitlich. Ausloſungsanleihen
blieben gut behauptet. Von Staatsanleihen 5½prozentige Younganleihe
½ Prozent niedriger. Von Stadtanleihen 8prozentige Schätze 98,30 nach
97½, ſonſt unverändert. Goldpfandbriefe zeigten kaum Veränderungen,
Liquidationspfandbriefe meiſt ¼½ Prozent höher, aber Gothaer
Liquid. (91½) plus 1 Prozent. Induſtrieobligationen uneinheitlich,
Klöckner minus ½ Prozent, Siemens 87 nach zuletzt 89½, dagegen Main=
kraft
erneut 1½ Prozent feſter. Von fremden Werten blieben Türken
und Mexikaner behauptet, während Rumänen vereinzelt noch etwas
nachgaben. Ungar. Goldrente plus ¼ Prozent. Reichsſchuldbuchforde=
rungen
nach der geſtrigen Steigerung 1 Prozent ſchwächer. Im Ver=
laufe
hielt das leichte Angebot an, und die Kurſe bröckelten weiter ab
Der inzwiſchen bekanntgewordene Verluſtabſchluß bei Karſtadt machte
einen ungünſtigen Eindruck und trug zu der ſchwächeren Stimmung bei.
Auch bis zum Schluß der Börſe blieb die Tendenz ſchwächer. Die Kurs=
rückgänge
hielten ſich im Nahmen von ½1 Prozent Mehr abgeinch=
waren
Rhein. Braunkohlen (minus 3½ Prozent) Aku (minus 3 Pro=
zent
), Schuckert (minus 3½ Prozent), Salzdetfurth und Karſtadt mit je
minus 2 Prozent. Von Anleihen gingen Altbeſitz ca. ½ Prozent zurück.
Für Tagesgeld beſtand noch etwas mehr Ultimonachfrage. Der Satz
wurde auf 5½ (5) Prozent erhöht. Monatsgeld unverändert geſucht bei
5½ bis 6½ Prozent. Am Deviſenmarkt machte ſich noch keine Erholung
der Mark bemerkbar und liegt immer nech an ihrem unterſten Gold=
punkt
. Feſter lag Paris, dagegen ſetzte ſih die ſcharfe Entwertung der
Peſeta weiter fort. Man nannte Dollar gegen Mark 4,21, Pfunde gegen
Mark 20,48 London New York 4,8648 Paris 124,15, Mailand 92,96,
Madrid 57,25, Schweiz 25,14½, Holland 12.09½.
Berlin, 30. Man.
Den teilweiſe überſtürzten Deckungen der geſtrigen Börſe folgte
heute eine Reaktion, zumal aus der Politik und der Wirtſchaft faſt nur
unglinſtige Nachrichten vorlagen, ſo daß es für das Publikum keinen
Anreiz zu neuen Effektenkäufen gab. Auch bei der Spekulation konnte
man ſchon im Vormittagsverkehr eine ſtarke Zurückhaltung bemerken, die
einmal auf die Kursabſchwächungen des New Yorker Platzes, zum ande=
ren
aber auf die ungewiſſen Folgen der neuen Notverordnung zuruck=
zuführen
war. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs verſtimmte noch ein
ſtärkerer Rückgang der Salzdetfurth=Aktien, da anſcheinend die geſtern
gemeldete notwendig gewordene Arbeitszeitverkürzung in der Kali=
indnſtrie
bei der Kundſchaft Abgabeneigung ausgelöſt hatte. Die Kurs=
geſtaltung
war ſonſt ziemlich uneinheitbich, neigte aber überwiegend zur
Schwäche. Im Verlauf gingen die Kurſe bei kleinem Geſchäft einheit=
lich
zurück. Die Diskuſſionen über die Notverordnung nahmen einen
breiten Raum ein, und Befürchtungen hinſichtlich der Haltung der
S. P.D. drückten auf die Stimmung. Spezialwerte wie Reichsbank, Aku,
Bemberg, Farben, Kaliaktien, Polyphon, Siemens und Schultheiß gingen
bis zu 3½ Prozent zurück.

Bom füddeukſchen Eiſenmarkt.
Am ſüddeutſchen Eiſenmarkt zeigte ſich in Form= und Stabeiſen
keine Belebung. Der Spezifikationseingang ließ ſehr zu wünſchen übrig.
Zu Neukäufen beſtand kaum Neigung, ſo daß ſich der Auftragsbeſtand
weiter vermindert hat. Grobbleche und Mittelbleche waren wenig ge=
fragt
. Nur einige wenige größere Objekte kamen an den Markt, die
ſtark umworben waren. Ganz ruhig iſt das Feinblechgeſchäft. Im All=
gemeinen
werden für Form= und Stabeiſen ſehr kurzfriſtige Termine
genannt, ſo daß der Lagerbezug meiſt keinen Vorteil mehr bietet. Für
Bleche beſteht ebenfalls ſchnellſte Lieferungsmöglichkeit, da die Leiſtungs=
fähigkeit
der Werke bei weitem nicht von dem herankommenden Bedarf
erreicht wird. Die Verbandspreiſe wie auch die Weiterverkaufspreiſe
des Süiddeutſchen Eiſengroßhandelsverbandes und der Süddeutſchen
Eiſenzentrale ſind unverändert geblieben.
Diehmärkke.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a d. B. am Samstag, den
30. ds. Mts., waren 355 Tiere zugeführt Verkauft wurden 273, und
zwar Milchſchweine das Strück von 7 bis 14 RM., Läufer das Stück von
15 bis 24 RM. Der Marktverlauf war mäßig.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Generalverſammlung der Schüle=Hohenlohe A.=G. zu Gerabron,
Plüdershauſen und Kaſſel erledigte die Regularien und genehmigte die
Verteilung einer Dividende von 5 (8) Prozent. Ueber die Geſchäftslage
wurden keine näheren Mitteilungen gemacht.
In der Aufſichtsrats=Sitzung der Kollmar u. Jourdan A.=G. in
Pforzheim wurde der Abſchluß 1930/31 vorgelegt, der einen Verluſt von
216 693 RM. zeigt, und der aus dem Reſervefonds gedeckt werden ſoll.
Die Weltwirtſchaftskriſe hat beſonders die Schmuckwareninduſtrie be=
troffen
; eine Beſſerung iſt in abſehbarer Zeit nicht zu erwarten.
Die Generalverſammlung der Badiſchen Treuhandgefellſchaft A.=G.
in Karlsruhe genehmigte die Bilanz für 1930 und beſchloß, den Verluſt
von 823 RM. auf neue Rechnung vorzutragen. Der Umſatz betrug
189 549 RM., das ſind 50 Prozent mehr als im Jahre 1929. Im lau=
fenden
Geſchäftsjahre konnte eine weitere Umſatzſteigerung erzielt wer=
den
. Die Ausſichten werden als gut bezeichnet.
Die Generalverſammlung der Gaswerk Langenſelbold, A.=G. in
Frankfurt a. M. beſchloß, von dem im Jahre 1930 erzielten Betriebs=
gewinn
in Höhe von 7335 RM. für Abſchreibungen 7000 RM. zu ver=
wenden
und den Reſt von 335 RM. auf neue Rechnung vorzutragen. An
Stelle der ausgeſchiedenen Auſſichtsratsmitglieder Dir. Weſtphal und
Aſſeſſor Gabler wurde Regierungs= und Landesbaurat Dr. Erich All=
ſtädt
(Leipzig) neu in den Aufſichtsrat gewählt.
In der Generalverſammlung der Glashütte Heilbronn A.=G wur=
den
der vorgelegte Bericht und der Abſchluß für das Geſchäftsjahr
1829/30 genehmigt. Der Verluſt von 70 432 RM. wird auf neue Rech=
nung
vorgetragen.
Der Verband der Textilinduſtrie hat in einer Eingabe an das
Miniſterium erſucht, zu verfügen, daß bei Erweiterungen und Umgeſtal=
tungen
von Textilunternehmungen nur neue, noch nicht gebrauchte
Textilmaſchinen verwendet werden dürfen.
Der Aufſichtsrat der Deutſchen Steinzeugwerke für Kanaliſation und
chemiſche Induſtrie, Friedrichsfeld (Baden), beſchloß, der Generalver=
ſammlung
am 26. Juni die Verteilung einer von 15 auf 9 Prozent er=
mäßigten
Dividende vorzuſchlagen.
Die Außenhandels=Statiſtik für April weiſt einen weiteren Rück=
gang
des jugoflawiſchen Außenhandels aus. In den erſten vier Mona=
ten
dieſes Jahres iſt die Einfuhr gegenüber der gleichen Zeit des Vor=
jahres
um 23 Prozent, die Ausfuhr um 31 Prozent zurückgegangen. Die
Einfuhr überſtieg die Ausfuhr um 220 Millionen Dinar.
Die Generalverſammlung der Allgemeinen Rentenanſtalt, Lebens=
und Rentenverſicherungs=A.=G. Stuttgart, genehmigte den bekannten
Abſchluß. Aus einem Ueberſchuß von 1748 988 RM. werden 1 559 618
RM., der Gewinnreſerve der Verſicherten zugeführt, 12 Prozent Stamm=
und 5 Prozent Vorzugsaktiendividende verteilt. Die Geſellſchaft hofft
auch im laufenden Geſchäftsjahr ein günſtiges Ergebnis erzielen zu
können.
Die mit 250 000 RM. Aktienkapital arbeitende Säge= und Ueberland=
werk
Hofheim A.=G., Hofheim, weiſt für 1930 169 214 RM. Betriebs=
einnahmen
aus. Für Abſchreibungen und Unkoſten wurden 149 717
RM. beanſprucht, ſo daß einſchließlich 2655 RM. Vortrag ein Gewinn
von 22 152 RM. erzielt wurde.

Berliner Kursbericht
vom 30. Mai 1931

Deviſenmarft
vom 30. Mai 1931

Berl. Handels=Geſ. 106. Nagte Polyphon 124.25 Währung Rei Brief Danatbank . . . . . . 118. G. Forben. 131. Rütgerswerke 46. Helſingfors 100 finn. Mk. 10.5e 10.60 Schweiz Deutſche Bank u. 1101. Gelſ. Bergw. 64. Salzdetfurth Kai 178. Wien
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Bayr. Motorenw. 87.75
44.50 Klöcknerwerke 48.50 Baſalt Linz 20.75 Kopenhagen
Stockholm 100 Kronen
00 Kronen 112.66
112.75 112.86
112.9 Athen
Fſtambu J. P. Bemberg 72.50 Köln=Neueſſ. Bgw. 53.50 Berl. Karlsr. Ind. 36.50 London 1 S=Stg. 20.46 20.501 Kairo Bergmann Elektr. S6.25 Mannesm. Röhr. 65.875 Hirſch Kupfer 108. Buenos=Aires 1 Pap. Peſo 1.27 1.282 Kanada
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Italien 00 Lire 22.015 22.055 Tallinn (Eſtl.) Deutſche Erdö 60.25 Orenſtein & Koppell 39.125 Wanderer=Werke 47. *7.
Paris 100 Franes 5.475 16.515 Riga

Währung
100 Franker
100 Peſetas
100 Gulden
1 Yen
Milreis
1100 Drachm
11 türk. 2
1 ägyvt. 2
1 canad. Doll.
Urugnan 1 Goldpeſo
100 isl. Kr.
100 eſtl. Kr.
100 Lats

Geld
81.39
3407
81.80
2.079
0.297
7.424
18.91
5.456
20.98
4.203
2.34
92.28
111.87
81.03

Btie
1.55
34.13
& I.96
2.083
0.299
428
7.25
E.466
21.02
4.211
2.252
82.46
7 2.09
C1.19

Frankfurter Kursbericht vom 30. Mai 1931.

72 Dtſch. Reichsa=
6%

5½%Intern.,
6%Baden ......
8%Baher .....
6%
8½ Heſſen v. 28
8%
v. 2
6% Preuß. Staat.
8% Sachſen ..

7% Thüringen. . ..
Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. 4:/= Ab=
löſungsanl
. . . . ..
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.)
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
....

25 Aachen v. 29
0 Baden=Baden.
2 Berlin..
% Darmſtadt v. 26
Sio
v. 28
%6 Dresden...
2o Frankfurt a. M.
v. 26
v. 2
3.
86 Mainz ......"
3½ Mannheim v. 2
v. 27
2München ....
2 Nürberg...
2 Wiesbaden

8% Heſſ. Landesbk.

Goldoblig
4½% Heſſ. Lds.=
Hyp.=Bk.=Liquid.
4½% Kom.=Obl
8% Preuß. Lds..=Anſt. G. P
B woboblig

7a
A.
70.5
751
99.6
80.75
91
93.5
94.9
99.75
76.5
84

53.5
4.9

90
88
84
K=
98
73.5
90.5
74.25
93

98.5
95
95
84.25
100.25
66.75

Ma
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
8½ Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr..
7½ Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr.
88 Naſſ. Landesbk.
4½% Liqu. Obl
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
FAuslSer.
Ser. II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz)..
Berl. Hyp.Bk
½ %Liqu.=Pfbr
8% Frkf. Hyp.=Bk..
½% Lig. Pfbr
Pfbr.=Bk
Liqu.
2 Mein.Hhp.=V1
4½% Lig. Pfbr.
Pfälz. Hyp.=Bk.
½%0 Lig. Pfbr
8% Preuß. Boden=
cred
.=Bank.."
2o Lig. Pfbr.
0 Preuß. Centrl.=
Bodener.=Bank.
4½% Lig.Pfbr
8% Rhein. Hyp. Bk.
4½% Lig. Pfbr.
Rhein.=Weſtf.,
Bd.=Credit. . .
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank ....
4½% Lig,Bfbr.

R.6
100
94.5
86
99.75
85.5
90.25

51.5
69.5
11
99.5
90
100.25
97.5
88.65
99.75
97.5
91.25
98.5
91.5
89.7
100
91.5
89.25
100.5
88
96.5
99.5
99.5
100.5
95.25
91.3

Mite

Daimler=Benz
8% Dt. Linol. Werke
38 Klöckner=Werke
% Mainkrw. v. 26
Mitteld. Stahl.
8% Salzmann u. Co
7% Ver. Stahlwerke
8% VoigtcHäffner
F. G. Farben Bond=
%0 Bosn. L.E.B
L. Inveſt.
59 Bulg. Tab. v. 02
4½% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½%0
S
4% Türk. Admin.
4% 1. Bagdad
4% Zollanl.
4½% Ungarn 1913
4½% 1914
Goldr.
191
Ae
Aktien
Alg. Kunſtziide Unie
A. E. G...
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bemberg, J. P...
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen. ..
Cement Heidelberg
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſel
Chem. Werke Albe=
Chade ......"
Contin. Gummiw./100
Linoleum
Daimter=Benz...

R

90.5
81.5
n7.25
76.75
93

91

15.5
15.5

137,

16.5
15.25
61.5
87.75
119
65
74
49
50.5
89
160
26
235.5
62
23.5

Rift e
Erdöl ..
Gold=u. Silber
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
Eiſenhandel. ..
Dyckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk.
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei
Faber & Schleiche
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter
Felt. & Gnilleaume
Frankf. Gas i. Lig.
Hof.
Gelſent. Bergwer!
Geſ. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf
HilpertArmaturfrb
Hindrichs=Aufferm.
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Hochtief Eſſen .."
Holzmann, Phil.
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans
Lali Chemie
Aſchersleben
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R. . . . .
Klein, Schanzlin ..
Klöckner
Knorr C. H...
Lahmeher & Co. ..
Laurahütte ....
Lech, Angsburg...1

W
116.25

82
100.75
200
30
78
130
130.6
32

35
64.5
38
29
156


54.75
69
108
DAk
50
93.5
23
92.5
32
41.25
100
162
104
8o

Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt
Mainz. Akt.=Br. . .
Mannesm.=Röhrer
Mansfeld Berg.
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbau
MontecatiniMaild
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſel

Oberbedar
Phönix Bergbau ..
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen
Elektr. Stamm
Metallwaren ..
Stahlwerke ..."
Riebeck Montan. .
Roeder Gebr.
Rütgerswerke

Sachtleben A. G.
Salzdetfurth Kali
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm, Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske
Südd. Immobilien
Zucker=A. G.
Svenska Tändſticks
Tellus Bergbau.
Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard.
Tucher=Brauerei
nnterfranken . .
Veithwerke
Ver. f. Chem. Ind.
Stahlwerke ...
Strohſtoffabr.
Mimmari.

Ja
13.25
62.5
110
As6
58.25
51
32
37

74
Co

45.25
125
178.75
175
152
39
110.75

141
26

61.5

88
18.75
45.5
103
123

Vogtländ. Maſchin.
Voigt & Haeffner.
Wahß & Freytag.
Wegelin Rußfabrik
Weſteregeln Kali..
Zellſtoff=Verein ...
Waldhof..
Memel ..

Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank.. . .
Bk. f. Brauinduſtr
BarmerBankverein
Bayer. Hyp. u. W.
Berl. Handelsgeſ.
Hypothekbk..
Comm. u. Privatb
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Dt. Bank und Dic.
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Bank ..
Frankf. Bank ...
Hyp.=Bank ..."
Pfdbr.=Bk.. ...
Mein. Hyp. Bank ..
Oſt. Creditanſtalt".
Pfälz. Hyp.=Bank
Reichsbank=Ant. .
Rhein. Hyp.=Bank.
Südd. Bod.=Cr.B.
Wiener Bankverein
Württb. Notenbank
A.G. f. Verkehrsw
Allg. Lokalb. Kraftw
7% Dt. Reichsb. Vzg/
Hapag ......."
Nordd. Lloyd.. . .
Südd. Eiſenb.=Geſ.

Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung .. . 195
Verein. Verſ. /200.5
FrankonaRück=u.M
Mannh. Verſich..

Otavi Minen

100
23
29

65
89
137.5
98
123.
210
101
118
100,76
92
100.25
86.5
131.5
43
10
126
133
127

129

47
86
49
50.3

[ ][  ][ ]

Seite 16

Sonntag, den 31. Mai 1931

Nummer 149

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[ ][  ][ ]

A
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z1. Mai 1931

Nummer 23

Ein Celephonauruf glarmiert das Ueberfallkommanda.

In der großen Stadt kaufen die Schick=
lalsfäden
von Milliönen von Menſchen
nebeneinander und übereinander her, ſo,
meint man. So groß iſt die Stadt, daß nie=
mand
von dem anderen etwas weiß, daß
keiner das Leben des Nächſten kennt. Das
Schickſal des Einzelnen iſt wie ein Stein,
der in einen See geworfen wird. Er verſinkt
und zieht ſeine begrenzten Kreiſe bis
nach wenigen Minuten der Waſſerſpiegel ſo
ruhig liegt wie zuvor. So meint man.
Aber es ſcheint nur ſo. In Wirklichkeit
ſind die Schickſalsfäden der Millionen von
Menſchen ſo miteinander verbunden, wie
die Fäden eines Webſtuhls, die in Unord=
nung
gerieten. Niemand wird die Ver=
ſchlingung
entwirren können, ſo glaubt das
Verbrechen und ſchlüpft durch die Maſchen
des Gewebes. Aber nichts iſt ſo verworren,
daß es keinen Anfang und kein Ende hätte.
Menſchen, die im Dienſte zum Schutz der
Allgemeinheit ſtehen, folgen den Fäden bis

m den Knoten, dle m den Ausgangspmtten, in welchem Stockwerk der alte Mann wohne.
die Polizei
mando eime aufgeregte Stime am bei dem Alten abgeben.
bitte? Straße und Nummer wird wieder= des Alten ein, um das Geld zu rauben. Der
holt zwei Minuten ſpäter ſchon raſſelt. Alte ſetzte ſich zur Wehr der Eindring=
das
Auto mit den Poliziſten aus dem Hof. limg ſchlug ihn ſo ſtark, daß er zuſammen=
Seine durchdringende Hupe reißt eine Bahn brach.
in den ununterbrochenen Strom des Ver=
kehrs
.
Ein Häuſerblock wind abgeſperrt Simmer, ohne den Geldbrief zu finden.
Durchgang zum Hof iſt verboten. Menſchen,
eilige, verhetzte, ſorgenvolle Menſchen blei=
ben
ſtehen und bilden einen aufgeregten
Ning um das Haus, das, grau und dunkel,
kaum mehr Geheimniſſe zu bergen verſpricht,
als jedes der benachbarten Häuſer. Stumm patrouilliert die
Polizei vor dem Cor was iſt geſchehen?? Ein Mann im
Hiterhaus iſt ermordet worden im dritten Stock, nein, im
Erdgeſchoß. Die Straße hält fünf Minuten den Atem an.
Die Mordkommiſſion trifft ein. Eine dunkle Creppe im
Hinterhaus. In einem winzigen Smmer mit ſchrägen Wänden
liegt auf dem Bett ein alter, ärmlich gekleideter Mann, ermor=
det
. Photographen arbeiten, Kommiſſare unterſuchen das Sim=
mer
Soll für Soll. Eine Unmenge von Papieren iſt auf den
Boden gewirbelt, aus den Schränken geriſſen, anſcheinend m
höchſter Eile durchſucht. Spuren? Die Fingerabdrücke an dem
Schrank müſſen nicht von dem Cäter ſtammen. Die erſten Sei=
tungen
melden: Vom Cäter keine Spur.
Die Kriminalpolizei forſcht weiter. Auf den paar Quadrat=
metern
Erde, die den Garten im dunkeln Hof ausmachen, finden

ſich ein paar kiefe, ausgeprägte Sußſpuren.
Sie führen geradeswegs von der Cüre des
Hinterhauſes zum Hofdurchgang. Als ob
ein Menſch in großer Eile den Weg abkür=
zen
wollte. Gipsabgüſſe von den Spuren
werden mit anderen Seichen zur Krimmal=
polizer
gebracht.
Die Hausdewohner flüſtern im Creppen-
fhur
. Vernehmung über Vernehmung. Der
alte Mann dort oben hatte keine Feinde.
Für einen Naudmord liegt auch weiß Gott
kein Grund vor, ſo arm wie der Alte war.
Ju der fraglichen Stunde hat keiner einen
Fremden über den Hof laufen ſehen. Vom
Mörder keine Spur.
In einer Abteilung der Krimmalpolizei
wird das Modell des Mordhauſes aufge=
baut
. Sämtliche Möglichkeiten der Flucht=
richtungen
wieder und wieder konſtruiert
und erwogen. Die Fußabdrücke werden ver=
glichen
zweihundert Spuren in Deutſch=
land
verfolgt.
Nach fünf Cagen wird ei Mann ver=
haftet
. Eine Gegenüberſtellung mit den
Hausbewohnern zeigt, daß zwei Leute ihn
vom Sehen kennen. Aber ſie hätten darauf
geſchworen, daß er einen grauen Hut anſtelle
des braunen getragen hätte . . . Der Ver=
haftete
geſteht die Cat ein. Was iſt ge=
ſchehen
?
Der Verhaftete iſt ſtellungslos. Er be=
ſuchte
zuweilen einen Freund, der im glei=
chen
Hauſe wie der Ermordete wohnte. Am
Vorabend des Verbrechens begegnete er im
Flur zwei Hausbewohnern. Als er die erſte
Creppe erreicht hatte, hörte er unten den
Geldbriefträger die Hausbeſorgerin frägen,

Er ſah ihn ſpäter durch das Gucktoch in der
Das Celephon ſchrillt Ueberfallkom- Wohnungstur des Freundes einen Geldbrief
anderen Ende der Leitung. Die Adreſſe Am Cage darauf drang er ins Simmer
Ich wollte ihn ader nicht töten
Der Mörder durchſuchte das ganze
Die Mordkommiſſion entdeckte den Um=

ſchlag ſpäter im Bett unter dem Kiſſen, auf
dem die Leiche des Alten lag.
Ein Mord iſt paſſiert. Fünf Cage lang
iſt die Weltſtadt alarmiert. Der Mörder
iſt verhaftet. Das Intereſſe erliſcht
bis zum nächſten Fall.
Die Kurve der Kriminaſſtik.
Die Entwicklung der Kriminalität im
Deutſchland iſt nicht ſo ungünſtig, wie man
häufig annimmt. Wemgleich die Be=
zeichnung
. Entwicklung, die gewiß ein
poſitives Vorzeichen trägt, für dieſes Gebiet
vielleicht nicht zutreffend erſcheint. Neh=
men
wir zum Vergleich den Stand des Ver=
brechens
um 1880 über die Jahrhundert=
wende
bis zum heutigen Cage, ſo zeigt es
ſich, daß auf vielen Spezialgebieten die be=
merkenswert
ſtarke Welle, die die Kriegs=
und Nachkriegszeit hervorbrachte, bereits
am Surückgehen iſt.
Wollen wir zu Vergleichszwecken die
Sahl der Verbrechen im Jahre 1880 mit
100 beziffern, ſo ſteht dem im Jahre 1890
eine Kriminaliſtik von 105 gegenüber, 1910
zählt man dementſprechend 119, 1921: 136,
1923: 170, 1927: 125 und 1929: 115 Ver=
brechen
. Die Kurve zeigt eine Steigung bis
zu den Kriegsjahren, dam einen geringen
Stillſtand, ſchließlich um 1925 ein An=
wachſen
um 70 Prozent, und dam
einen langſamen Nückgang.
Man beobachtet ja nun allerdings, daß
es auch in der Kriminaliſtik ſo etwas wie
Modeſtrömungen gibt. Nicht jede Seit
iſt für jedes Verbrechen günſtig. Daraus
erklärt ſich, daß der Nückgang der Verbre=
chen
in jüngſter Seit vorwiegend auf die
Verminderung der folgenden Vergehen zu=
rückzuführen
iſt: leichte Körperverletzung,
Sachbeſchädigung, vorſätzliche Brandſtiftung
und einfacher Diebſtahl.
Sugenommen hingegen haden
Naub und räuberiſche Erpreſ=
ſung
, ſchwerer Diebſtahl und Unterſchla-
gung
, Hehlerei und Sittlichkeitsverbrechen,
ſowie Betrug und Cotſchlag. In bezug auf
Morde iſt heute im Vergleich zu dem Stand
von 1880 eine kaum nennenswerte Steige=
rung
zu beobachten.

Von den Fußſpuren im Hof werden Abgüſſe
genommen.

An einem Modell des Mordhauſes wird der Fall
von allen Seiten beleuchtet.

Die Kette ſchließt ſich ein anſcheinend harmloſer Paſſant auf
der Straße wird verhaftet der Mörder.

[ ][  ][ ]

Die Zungfrau bon Orleans und ihre Dichter.

Die Jungfrau als Heerführerin
nach dem Gemälde von Ingres.

Was hat die Welt und die Weltliteratur an dieſem Bauern=
mädchen
aus Domremy ſo außerordentlich erregt, daß kaum von
einer anderen Frau ein größerer Eindruck ausgegangen iſt? Ihr
Erfolg zu ihrer Seit und in ihrem Lande war deshalb ſo gewal=
tig
, weil in dem zerriſſenen, verzweifelnden Frankreich plötzlich
ein ganz volksmäßiges und gläubiges Menſchenkind auftrat und
mit weiblicher Urſprunglichkeit die ratloſen Männer zur Einig-
keit
antrieb. Es war Krieg, und die Nettung kam von einer
Frau; es herrſchte Feudalität, und die Nettung kam von einer
armen Dörflerin. Auf jede mögliche Art war Frankreich zer=
ſpalten
: Das Volk hatte ſich gegen den Adel erhoben, im
Bauernkrieg, Jgcquerie genannt; zei Hofparteien und Duna=
ſtien
ſtritten um die Negierung, Burgund und Orleans; und die
Engländer führten den über hundertjährigen Krieg mm Lande.
Jeanne d’Arc ader erſcheint 1429, zieht mit ihrer Lilienfahne
dem Heere voran, trägt nicht nur eine Nüſtung, entwickelt auch
wirkliche Kriegskunſt, flößt den Franzoſen mehr als Mut, näm=
lich
ein einheitliches Volksgefühl ein, das ſich ſogar auf die
zahlreichen, franzöſiſchen Soldaten drüben im engliſchen Heere
überträgt, ermutigt den König Karl VII., den ſie ſelbſt darüber
beruhigen muß, daß er nicht von unehelicher Geburt ſei, wird
nach der geglückten Krönung zu Neims von den Engländern ge=
fangen
und am 30. Mai 1431 als Hexe verbrannt, während die
Ihren inzwiſchen kaum etwas für ſie tun. Denn dieſe Bäuerin,
die das bürgerliche Selbſtbewußtſein geweckt hatte, war den
ariſtokratiſchen Machthabern nach dem Erfolg bereits unbequem
geworden. Auf Betreiben ihrer alten Alutter nahm der Papſt
25 Jahre nach ihrem Code die Neviſion des Prozeſſes vor, und
1919 wurde ſie heilig geſprochen.
Die Merkwürdigkeit dieſer Erſcheinung iſt uns durch Dich=
tungen
in allen Sprachen nahe gebracht und erläutert worden. In
mehreren hundert Werken hat man Jeanne d’Arc zu geſtalten
verſucht, nicht nr als Heilige, ſondern in der Vielfalt ihres
bäueriſchen, reizvollen, kriegeriſchen, frommen Weſens. Vol=
tarre
benutzte dieſe Vielfalt, um der Pucelle ein zuniſch ſchil-
lerndes
Epos zu machen. Aber ſein Spott richtete ſich weniger
gegen die Jungfrau als gegen ihre Seitgenoſſen (zugleich gegen

Die Jungfrau als Hirtenmädchen
nach einer franzöſiſchen Plaſtik.

Anhimmelungen wie die des Hofpoeten Chapelain, der für ſein
ödes Werk eine jährliche Penſion von 2000 Pfund erhielt).
Immerhin wird ſie von Voltaire nicht angenehm behandelt Mit
der Phantaſie eines verdorbenen Gymnaſiaſten, ſagt der Hiſto=
riker
der Sorbonne, Faquet. Schiller aber gedachte ausdrücklich,
die Jungfrau aus ihrem üblen Nuf wieder herauszuziehen. In
ſeiner romantiſchen Cragödie mit ihrer faſt zu Arien gelangenden
Form iſt Johanna eine reine Schwärmerin, deren idealiſtiſches
Soldatentum in der Schlacht von der Liebe zu dem engliſchen
Gegner Lionel getroffen und in Verwirrung gebracht wird. Nicht
von dem engliſchen Gericht, ſondern von ihrem Vater wird ſie
verdammt, in einer romantiſch aus Gewitter und Seelenbedrän=
gung
gemiſchten Szene; ſie ſtirbt ſtatt auf dem Scheiterhaufen im
ſiegreichen Kampf, nachdem das Wunder ihrer inneren Kraft
die Ketten geſprengt hat. Denn den Hiſtoriker Schiller lenkt
noch mehr als die Geſchichte der Schwung der idealen Perſön=
lichkeit
.
Eine ſonderbare Kuppelung von Geſchichte und Erfindung
nimmt Georg Kaiſer in ſeinem Drama Galles und Jeanne‟
vor, wo die Keuſche und einer der finſterſten Wüſtlinge einander
gegenübergeſtellt werden. Catſache iſt, daß nach dem Code der
ſungfrau eine falſche Johanna auftrat, die behauptete, den
Flammen entronnen zu ſein, und die im Anſpruch auf Echtheit,
den ſie auch in Deutſchland, am Rhein, in politiſchen Affären
durchzuſetzen verſuchte, von Gilles de Nais unterſtützt wurde.
Bei Kaiſer überliefert der Mörder und Lüſtling die Jungfrau
durch falſche Ausſage dem Henker, während ihn zugleich die
Liebe zu ihr überfällt. Sie iſt die weiße Mondwelt der Unſchuld
und Unberührtheit; ihm unerreichbarer als die Goldmacher-
kunſt
.
Die wunderbare Gegnerin der Engländer wurde beſonders
häufig in engliſcher Sprache geſtaltet, und die Reihe der Dichter
geht hier von Shakeſpeare bis zu Mark Cwain. Das Werk
des amerikaniſchen Humoriſten iſt, weniger bekannt als ſeine
Allotriabücher; die Jungfrau hat er ſehr ernſthaft behandelt,
wobei freilich nach der Meinung eines Kritikers nur eine tadel=
loſe
amerikaniſche Schullehrerin in Waffen herausgekommen iſt.

Cödlicher Orrtum.
Drei Epiſoden aus dem ruſſiſchen Bürgerkriege.
Von Klaus He ide.
I.
Es war im Spätherbſt des Jahres 1917. Die Bolſchewiken
hatten ſich vor einigen Wochen in den Metropolen der Negie=
rungsgewalt
bemächtigt, das flache Land aber befand ſich in offe=
ner
Auflehmung und heilloſer Verwirrung. Parteigänger jeg-
licher
Färbung durchzogen die Gegend, die einen wühlend und
hetzend, die anderen ſengend und mordend. Im Gouvernement
Kaluga ging ein Gutshof nach dem anderen in Flammen auf, die
Bewohner flohen in die Städte und Wälder oder wurden ver=
ſchleppt
und erſchlagen.
Auf dem Gute Malinowka, das dem Rittmeiſter Platonow
gehörte, war alles auf einen Ueberfall rotgardiſtiſcher Banden
vorbereitet. Der Beſitzer und ſeine junge Frau hatten ihre Wert=
ſachen
verſteckt und ſich zur Abfahrt gerüſtet, für den Fall, daß
ſie plötzlich notwendig ſein ſollte. Die Pferde ſtanden Cag und
Nacht im Geſchirr, der Proviant war im Wagen verpackt und
zuverläſſige Späher umkreiſten in großem Bogen das Gut, die
Sugangsſtraßen überwachend.
Und doch brach das Unheil über Erwarten ſchnell herein. An
einem ſtockdunklen November=Abend der Negen rann in
ſtürmiſchen Schauern nieder ſaßen Platonows im Eßzimmer,
etwas ruhiger als ſonſt bei dieſem Wetter kröche auch der
Ceufel nicht aus der Höllel. Sie tranken ihren Cee und empfan=
den
nach langer Seit wieder etwas wie Gemütlichkeit. Da ſchellte
es mit einem Male laut und ungeduldig neben der Hallentür, die
Hunde ſchlugen raſend an. Der Junge des Inſpektors verlangte
atemlos Einlaß. Kaum war er drin, rief er: Die Noten ſind in
paar Sekunden hier und ſank ermattet in die Knie. Die Wirt=
ſchaftsräume
durcheilend, ſtürzte das Paar dem Hof zu. Schon
alarmiert, ſtand der Kutſcher mit ſeinem Gefährt bereit. Der
Rittmeiſter half ſeiner Frau in den Wagen und war im Begriff,
ſelbſt aufzuſpringen, als mehrere Schüſſe krachten. Klatſchend
ſauſte die Peitſche den Gäulen über den Nücken, ſie zogen an
und riſſen den Wagen in jagender Fahrt durch die Hofpforte,
dem bergenden Walde zu. Die faſſungsloſe Frau hatte ihren
Mann noch zuſammenbrechen ſehen und den Kutſcher angefleht,
die Pferde zum Halten zu bringen vergebens! Der Menſch
war vor Angſt halb wahnſinnig, ſchüttelte den Kopf und trieb
ſeine Ciere zu geſtrecktem Galopp.
In einer verſteckt gelegenen Buſchwächterei fanden die Flücht=
linge
Unterſchlupf. Die furchtbare Ungewißheit über das Schick=

ſal ihres Gatten raubte Frau Platonow jeden Schlaf. Als der
Cag anbrach, machte ſich ihr Wirt auf, um in der Umgebung des
Gutes etwas über die weiteren Ereigniſſe der Nacht zu erfahren.
Die Nachricht, die er ſpät und erſchöpft heimbrachte, war ent=
ſetzlich
: Der Rittmeiſter iſt tot! Er wurde von einigen Kugeln
durchbohrt, lebte aber noch etliche Stunden. Als ein Crupp der
Notgardiſten abzog die anderen ließen ſich auf dem Gute
häuslich nieder , wurde er auf einen kleinen Bauernwagen
geladen und fortgebracht. Auf dem Wege iſt er dann geſtorben.
Wo er begraben, wer mag das wiſſen .."
Eine Nacht und einen Cag bangten die Leute um Catjana
Andreſewnas Leben. Ihr Schmerz war von tierhafter Gewalt,
wütend, ohne Maß und Grenzen. Aber als der Abend kam, ver=
ließ
ſie ihr Lager und traf gefaßt, gebieteriſch ihre Anordnun=
gen
. Eines der Pferde ließ ſie, ſo gut es ging, ſatteln, dankte
für die Gaſtfreundſchaft und verabſchiedete ſich. Die Männer
drangen in ſie, abzuwarten, ihr Siel zu nennen, baten, ſie beglei=
ten
zu dürfen ſie lehnte alles ab und verbat ſich beinah dro=
hend
, daß ihr jemand folge. Dann ſchwang ſie ſich in den Sattel
und verſchwand in der Dämmerung des Waldes.
Ein halbes Jahr war ſeit den Ereigniſſen verſtrichen. Die
Sowjetverwaltung hatte ſich gefeſtigt und beherrſchte den ganzen
weſtlichen Gouvernementsteil, in dem auch Malinowka lag. Der
Cerror wütete zwar noch, aber in legaler Form. Die roten
Cruppen waren gebändigter und diſziplinierter als früher. Man
verſöhnte ſich mit den neuen Herren oder duckte ſich.
Anders im Oſten. Es verging kaum ein Cag, ohne daß nicht
Meldungen von verwegenen Ueberfällen auf Behörden, Militär=
poſten
und marſchierende Abteilungen eintrafen. Offenbar von
einem einheitlichen Willen gelenkt, bekämpften grüne Ban=
den
bewaffneter Bauern die Sowjetmacht erbittert und brutal.
Leitende rote Sunktionäre wurden, wo man ihrer habhaft wurde,
auf der Stelle grauſam gerichtet. Von der Bevölkerung wurden
die Partiſanen heimlich unterſtützt, und kaum einen von ihnen
gelang es, aufzuſpüren. Man munkelte davon, eme Frau führe
die Rebellen, aber lange war nichts Genaueres zu erfahren, bis
es einmal einem Nätekommiſſar gelang, der Gefangenſchaft und
dem Code zu entrinnen. Seine Berichte brachten die Gewißheit:
ein junges Weib, genannt Die ſchwarze Canſa, ſteht an der
Spitze der Freiſchärler, die für ſie durchs Feuer gehen und ihr
blind gehorchen. Schönheit, großer perſönlicher Mut und un=
bändiger
Haß der Führerin gegenüber dem Sowjetregime wirken
zuſammen und laſſen den Kleinkrieg auf immer größere Gebiete
übergreifen.
Endlich entſchloß ſich die militäriſche Leitung zu einer groß=
angelegten
Aktion. Eine aus mehreren Waffengattungen zu=

Widerſpruchsvoll iſt ihre Geſtalt bei Shakeſpeare, im Hein=
rich
VI. Sie ſetzt ganz geſchichtlich ein, aber wird phantaſtiſch
und beinahe gemein vom Augenblick der Niederlage an. Sie
ruft auf dem Felde die böſen Geiſter vom Nordpol herbei; ſie
hat eine Swieſprache mit ihnen wie Macbeth; ſie bietet ihren
Leib und ihre Seele an, damit Frankreich noch zum Siege ver=
holfen
werde. Bei der Gefangennahme überkommt ſie ein grim=
miger
Humor: Ich bitt euch, laßt mich eine Weile fluchen!
Vor der Hinrichtung läßt Shakeſpeare ſie ſo weit von der Wahr=
heit
abweichen, daß ſie zur Rettung ihres Lebens vorgibt, in
anderen Umſtänden zu ſein. Dagegen iſt ſie bei dem Syniker
Shaw eine ganz Unſchuldige in jedem Sinne, auch darin, daß ſie
in der Geradheit ihrer Worte und Caten niemals die Folgen
bedenkt, bei Freund oder Feind. Shaw ſieht in ihr einen zeitlos,
das heißt auch heute noch vorkommenden Menſchen, der die
verdorbene Welt mit der eigenen Unbefangenheit erlöſen will,
und zwar die Macht der anderen erneut, aber ſelbſt zugrunde
geht. Den weſentlichſten Naum in ſeinem Stück nimmt die
große Gerichtsverhandlung gegen die Kriegsgefangene und Ket=
zerin
ein, die vor dieſen Nichtern wie der perſonifizierte geſunde
Menſchenverſtand daſteht. Sie iſt heilig, weil ſie natürlich iſt.
Im Epilog erſcheint die Verbannnte noch einmal im Craum
ihrem König, ihren Nichtern und Henkern, ihren Freunden. Alls
beten ſie an, denn inzwiſchen iſt ſie zur ſchönen Legende geworden.
Als ſie aber ſagt, als Heilige könne ſie ja Wunder wirken und,
wenn ſie wollten, würde ſie auferſtehen, kehren ſich alle ent=
ſetzt
;von ihr!. Wenn ſie lebte, würde man ſie noch einmal ver=
brennen
, denn dieſe Erde iſt noch auf lange hinaus nicht geſchaf=
fen
für lebendige Heilige.
Ueber aller Verhimmelung und Verhöhnung hat Anatole
France in einer epiſch ruhigen, dokumentariſchen Lebensbeſchrei=
bung
dieſe merkwürdige und einfache Frau dargeſtellt, deren
begeiſterndes Wirken für die Einheit ihres Volkes eine Brücke
bis zur großen Nevolution hin ſchlägt. Alfr. Wolfenſtein.

Puthia ohne Dreifuß.
Wie eine moderne Wahrſagerin arbeitet. Die Kartothek der
Schickſalslinien. Chiromantie mit Schuſterkugel. Der enk=
zauberte
Sauber=Lehrling.
Von Senta Neckel.
Eine Karte liegt eines Morgens zwiſchen der anderen Poſt
auf dem Frühſtückstiſch. Es iſt eine gewöhnliche Geſchäftskarte
aus Büttenpapier. Man ſtutzt einen Moment . . . Es wird
einem da ja allerhand verſprochen auf der Büttenkarte: Glück
in der Liebe, Erfolg im Beruf, ſogar Geſundheit und Schutz
vor Unfällen, wenn man ſich bei Frau von N. nach ſtreng

wiſſenſchaftlichen Grundſätzen die Sukunft vorausſagen läßt.
Man lächelt ein bißchen mitleidig, aber damn iſt die Neugier
doch erwacht.
Bitte telephoniſche Anmeldung, ſteht auf der Karte. Aha,
die Puthia iſt nicht jederzeit zu ſprechen; ſie hat Sprechſtunden
wie ein Arzt oder ein Rechtsanwalt; das läßt auf einen aus=
gedehnten
Geſchäftsbetrieb ſchließen. Allo melde ich mich tele-
phoniſch
an.
Abends halb 6 Uhr in einer der vornehmſten Straßen des
Berliner Weſtens. Privatautos halten vor der Tür. Der Auf=

ſammengeſtellte Elitebrigade, von bewährten Frontoffizieren der
alten Armee befehligt, wurde in Moskau verladen und rollte
nach Kaluga ab. Die Ausräucherung der Aufſtandsneſter geſtal=
tete
ſich zwar ſehr ſchwierig, doch machten die ſyſtematiſch ein=
geleiteten
Kampfhandlungen ſichtlich Fortſchritte. Die ſchwarze
Canſa zu fangen ſchien aber nicht gelingen zu wollen, obgleich
ein hoher Preis auf ihren Kopf geſetzt war. Und ſchließlich war
es ein reiner Zufall, der ihrem Creiben ein jähes Ende bereitete:
Eines Cages hatten paar Kavalleriſten, mit ihrem Schwa=
dronschef
durch die Wälder vorſtoßend, ihre Kameraden hinter
ſich gelaſſen. Sie waren lange kreuz und quer geritten, ohne
eine Spur des Gegners zu finden. Im müden Schritt der ab=
getriebenen
Pferde ging es abends zurück. Der Offizier es
war Platonow, den man, nach ſeiner Verſchleppung und Wie=
derherſtellung
in der Hauptſtadt, zum Dienſt gepreßt hatte
bemerkte beim Paſſieren einer Lichtung in einiger Entfernung
einen einſamen Neiter, der ihm verdächtig vorkam. Er rief ihn
an. Der andere hielt nicht, ſondern gab ſeinem Cier die Sporen
und ſprengte fort. Da ſchoß der Nittmeiſter und traf den Vei=
ter
. Wenige Minuten darauf fanden die Soldaten Platonow
an der Leiche der ſchwarzen Canja, ſeines Weibes.
II.

Im Frühling 1919 brach die weiße Armee plötzlich aus den
Winterſtellungen, die ſie lange Monate innegehabt hatte, und
erzielte überraſchend große Anfangserfolge. Ganze Negimenter
und Stäbe des Feindes wurden durch tiefe Umgehungen vom
Gros getrennt und abgeſchnitten. Unter den gefangenen roten
Offizieren war auch der Diviſionskommandeur Kalkowſki, ein
früherer zariſtiſcher Gardeoberſt, der vielen ſeiner jetzigen Geg=
ner
als ausgezeichneter kaiſertreuer Soldat, vortrefflicher Vor=
geſetzter
und Kamerad bekannt war. Als die weißen Offiziere
ihn jetzt wiederſahen, begrüßten ſie ihn erfreut, nahmen ſie doch
als ſelbſtverſtändlich an, daß er nur unter äußerſtem Druck des
politiſchen Cerrors ſich zur Uebernahme einer Kommandoſtelle in
der Noten Armee entſchloſſen habe. Um ſo erſtaunter waren ſie,
als Kalkowſki alle Annäherungsverſuche brüsk ablehnte und
betonte, er hätte ſich völlig freiwillig dem Sowjetkriegskommiſ=
ſariat
zur Verfügung geſtellt. Seinen früheren Anſchauungen
habe er abgeſchworen; nunmehr ſei er ein gehorſamer Diener
des kommuniſtiſchen Staates. Alle Verſuche, ihn von dieſem
unglaublichen Bekenntnis abzubringen, und alle Ermahnungen,
er möge doch der ruhmreichen Vergangenheit ſeines alten Regi=
ments
, das er in hundert Gefechten geführt, eingedenk ſein, prall=
ten
an Kalkowſki ab: Laßt mich in Nuh’ und Ntut, was ihr
müßt!
Der Entſchluß zur Exekution wurde nicht ſchnell gefaßt.

[ ][  ][ ]

ſtieg zum Cempel der Pythia iſt mit roten Läufern ausgelegt.
Ein Emailleſchild, wie beim Zahnarzt, in zweiten Stock zeigt an:
Baronin v. V., Chiromantie; Sprechzeit von 5 bis 6 nach An=
meldung
.
Das Haus hat nur 10-Simmer=Wohnungen. Wahrſagen
ſcheint ein gutes Geſchäft zu ſein. Das Wartezimmer iſt leer,
aber Frau von N. hat noch Kundſchaft. Ich muß allo warten.

Nichts deutet auf den immerhin nicht alltäglichen Beruf der
Dame des Hauſes hin. Das Mädchen hat ein ſchwarzes Kleid
und ein weißes Häubchen; an der Wand hängt eine Kopie vom
Flötenkonzert von Menzel. Ich hatte mir das alles viel myſti=
ſcher
gedacht, ſo etwas mit Cheater und Klimbim. Ich hatte
gedacht, daß mir vielleicht anſtatt des Mädchens mit dem weißen
Häubchen ein chineſiſcher Diener im Kimono öffnen würde und
daß die Sitzung in einem Simmer mit ſchweren Derſerteppichen
und verſchleierten Ampeln ſtattfinden würde. Nichts von allem!
Die Pythia hat ihren Dreifuß dem Geſchmack von 1931 geopfert.
Das Mädchen läßt die Kundſchaft in Geſtalt eines gut aus=
ſehenden
älteren Herrn heraus. Die Cür öffnet ſich: Madame
erwartet mich.
Ich bin zunächſt wirklich erſchrocken, oder beſſer geſagt,
grenzenlos erſtaunt. Dieſes junge Mädchen im weißen Kittel ſoll
die Wahrſagerin ſein? Doch nein, es iſt nur die Aſſiſtentin, der
Sauber=Lehrling gewiſſermaßen. Ich blicke mich um, um die
Requiſiten einer jeden Wahrſagerin zu erſpähen: Spielkarten,
Kaffeegrund uſw. Nichts davon. Doch halt etwas entdecke
ich, und ich freue mich darüber, denn ein bißchen Myſtik, ein
Hauch von einem Wunder, muß doch dabei ſein. Da hängt alſo
eine große Glaskugel! Der alte Gaglioſtro wird wieder leben=
dig
, ſeine magiſche Kugel hat ſich bis heute erhalten!
Eine tiefe, wohlklingende Frauenſtimme wünſcht mir guten
Cag und fragt nach meinem Begehr. Ein paar höfliche Phraſen
werden gewechſelt, und ich habe Seit, mir Frau von N. genau
zu betrachten. Sie iſt nicht mehr ganz jung ſo gerade in den
Jahren, wo eine Frau es nicht gern hat, daß man über das Alter
ſpricht. Aber ſie hat micht das geringſte Myſtiſche an ſich, lie
ſieht beinahe aufreizend geſund aus mit roſigen Apfelbäckchen.
Sind Sie etwas nervös? fragt ſie und beugt ſich über
meine rechte Hand. Ich dachte immer, man ſage aus der Hand
wahr, aber ich werde aufgeklärt, daß die linke Hand die Hand
der Veranlagung ſei, die rechte dagegen die Hand der
Entwicklung.
Alſo Sie ſind nicht nervös? Dann kann ich Ihnen wohl
alles mitteilen, was ich feſtſtelle! Ich nicke erwartungsvoll.
Ich bemühe mich, angeſtrengt in die magiſche Glaskugel zu
ſchauen, weil ich meine, nun müſſe doch dort mein Sukünftiger
erſcheinen. Nichts von allem: die magiſche Glaskugel entpuppt
ſich als eine ganz gewöhnliche Schuſterkugel, die Frau von V.
dazu braucht, um die Handlinien beſſer ſehr zu können.
Ihr kritiſcher Cag iſt Donnerstag, beginnt ſie mit leiſer
Stimme, Sie dürfen Donnerstags keine ſchwierigen Entſchlüſſe
faſſen, es würde nicht gut ausgehen. Sie wendet ſich an den
Hauber=Lehrling: H. 3. XX.! Das junge Mädchen bringt
eine Cabelle.

Sie ſind im März geboren! Es ſtimmt. Ich wußte nicht,
daß man das aus der Hand leſen kann. Oder ſteht das vielleicht
auf der Cabelle? Es folgen ein paar Daten aus der Vergangen=
heit
, nicht ganz korrekt umriſſen, ſie können ſtimmen und
können auch nicht ſtimmen.
Aber mir war es ja eigentlich nicht darum zu tun, meine Su=
kunft
zu wiſſen, ſondern ich wollte lieber einen Blick in die
Werkſtatt einer modernen Pythia werfen. Ich ziehe reſolut
meine Hand zurück und erkläre, daß mir an meiner Vergangen=
heit
und Sukunft weniger läge. Sie möchte lieber ei wenig aus
ihrer Praxis plaudern.
Einen Moment ſtutzt Frau Pythia, aber die grande Dame
in ihr ſiegt, vielleicht iſt es auch ein klein wenig Eitelkeit.
Bitte, fragen Sie, ich habe nichts zu verheimlichen. Ich leſe
nach ſtreng wiſſenſchaftlicher Methode aus der Hand. Wer die
Sache nicht glaubt und meinen Natſchlägen nicht folgt, dem iſt
eben nicht zu helfen. Warum ſoll man nicht das Glück korrigie-
ren
, wenn man dazu die Gabe hatz warum ſoll man nicht ein
Unglück verhüten, das deutlich in der Hand verzeichnet ſteht. Es
verdanken mir ſchon manche Menſchen ihr Leben. Geben Sie
mir bitte mal das Journal P. 24 III her!
Der entzauberte Sauber=Lehrling nimmt aus einem Schrank,
der lauter gleich ausſehende Hefte enthält, eines heraus.
Meine Kartothek, erklärt Frau Pythia ſtolz, ich
führe über jeden meiner Beſucher Buch. In jedem dieſer Hefte
iſt die vergrößerte Abbildung der betreffenden Hand. Dieſes
Heft zum Beiſpiel gehört einem Oberregierungsrat. Er hat eine
ſehr intereſſante Hand. Der Mann ſteht in einem ganz beſon=
deren
Verhältnis zum Feuer. Er iſt abſolut abhängig da-
von
, ohne daß er es weiß, wie oft er ſich am Cage grundlos ein
Streichholz entzündet. Danach bilden ſich ſeine Entſchlüſſe, da-
nach
handelt er. Er kaufte ſich ein Lotterielos, und ich riet
ihm, am Cage der Siehung nicht in die Nähe eines offen bren=
nenden
Feuer zu kommen. Er hat meinen Nat befolgt.
Und?? fragte ich geſpannt.
Er kam mit einem Freilos heraus!, geht Frau von V.
etwas ſchnell über dieſe direkte Frage hinweg. Seit der Seit
lebt er nur nach meinen Natſchlägen!
Ich bin erſchüttert. Es gibt alſo gebildete Menſchen, die an
ſo ewas feſt glauben. Ich erinnere mich, daß bei einem Prozeß,
der in Berlin verhandelt wurde, herauskam, daß einer der Pro=
zeßbeteiligten
, ſonſt ein nüchterner und geriſſener Kaufmann, ſein
ganzes Leben nach den Befehlen einer Wahrſagerin führte.
Kommen mehr Herren oder mehr. Damen zu Ihnen?"
Ungefähr gleich. Frauen glauben leichter als Männer, zwei=
feln
aber auch ſofort, wenn etwas nicht ganz ſo eintrifft, wie ſie
es ſich gedacht haben.

Volle drei Cage dauerte es, bis das Korpskommando den Be=
fehl
gab, den roten Oberſt zu erſchießen. Steinern und ſchweig=
ſam
ſchritt Kalkowſki inmitten der ihn eskortierenden Soldaten
Vur einmal ſagte er, wie zu ſich ſelbſt: Was wiſſen die, wa=
rum
. . ." und als die Gewehre in Anſchlag waren, ſchrie er auf:
Es lebe die rote " Dann fiel er in der Salve. An der=
ſelben
Stelle ſcharrten ſie ihn ein. Ein roh bemalter Pflock
kündete: Hier liegt der Verräter Kalkowſkil
Nach einigen Wochen war das Gebiet wieder in den Händen
der Noten. Die Leiche wurde ausgegraben, eingeſargt und nach
Moskau übergeführt. Hier wurde Kalkowſki mit großem Ge=
pränge
beigeſetzt. Ein Wald roter Jahnen wuchs um die Gruft
empor und viele Neden prieſen den tapferen Kämpfer der Nevo=
lution
. Auch die Witwe und die Kinder des toten Kommandeurs
waren anweſend, umſorgt und bemitleidet . .
Die Mutter weiß alles, aber ſie ſchweigt. Vielleicht kommt
einmal der Cag, an dem ſie es den Kindern ſagen kann; noch lieht
ſie den Weg nicht. Sie allein kennt das Opfer ihres Mannes,
die tödliche Komödie: Wäre er dem Nufe der Noten nicht ge=
folgt
, ſo hätte der Hunger Frau und Kinder erwürgt! Und:
Ueberlaufend oder, gefangen, ſich für die Weißen bekennend,
hätte er die Familie den Cſcheka=Henkern ausgeliefert! Warum
hat Kalkowſki ſich niemandem, und ſei es in ſeiner letzten Stunde,
bekannt?! Nein! Er wußte: Ueberall, auch in den Reihen der
Weißen, hockten Spione und Kundſchafter der Noten. Ein
Freund nur bedeutete ihm Schonung, den Seinen Mord! So
ſtarb er in eiſiger Einſamkeit. Crauert und betet für ihn!
III.
Der Meldereiter Pjotr Chmara ſchaukelte halb träumend
im Sattel. Langſam nur kam der müde Gaul vorwärts, ſtockend
und ſtolpernd im tiefen Schnee der verwehten Straße. Eine fahle,
weißgraue Dämmerung, florkendicht, umrißlos und ſchlimmer
Is jegliche Dunkelheit breitete der Abend über das Land. Beim
Verlaſſen der Diviſion hatte man Chmara geſagt, der Stab des
zweiten roten Schützenregiments ſei bei flottem Crab in vierzig
Allinuten zu erreichen und nun ritt er Stunde um Stunde
durch dieſe verfluchte unbekannte Gegend. Schon tags war ſie
ihm nicht geheuer: fremde Wälder, fremde Häuſer und Menſchen
mit einer Sprache, die er nicht verſtand. Das Land müſſe von
den verfluchten Bourgeois befreit und dem Sowjetſtaat wieder
einverleibt werden, dem es im Breſter Frieden entriſſen worden
el )0 erzählten die politiſchen Armeekommiſſare und jubelnd
wurden die Bewohner die Sieger empfangen. Stürmiſches, faſ
kampfloſes Vordringen. Aber durch öde, verlaſſene Dörfer ging
die Jagd, einſame Gehöfte. Wenn einmal Menſchen da waren,
machten ſie verſtockt die Lippen ſchmal. Und wurde Chmara

dringender, Auskunft heiſchend, zuckten ſie mit der Achſel und
knurrten mühſam paar ruſſiſche Brocken. Dann feinten die
Bauern grob einander zu und ſprachen ins Herdfeuer, als ginge
der rote Reiter ſie nichts mehr an. Aber Beute hatte es ge-
geben
, langentbehrte Sachen das tröſtete etwas, und die
feindliche Hauptſtadt am Meer lockte, winkte. Ein unentrinn=
bares
Geſchick ſchien über ihr zu hängen, bis eines Nachts der
Vormarſch ſtockte. Auf eine beſondere Art, die der Soldat in
allen Knochen ſpürt. Das Geſchützfeuer, bisher nur ſpärlich und
taſtend, hämmerte nun ſtundenlang ohne Unterlaß, gelb= ſchwef=
lig
zuckte der Horizont der nördlichen Wälder unter den wüten=
den
Schlägen entfchloſſener Abwehr. Und dann geſchah das Un=
glaubliche
: die ruſſiſchen Negimenter wichen, als der Morgen
graute, erſt langſam, dann immer ſchneller, und Cage des Nück=
zuges
folgten. Am Südabſchnitt konnte die Cruppe nichts Ge=
naues
erfahren, nur wirre Gerüchte gingen lähmend um. Es gab
keine klare Front mehr, keine wohlige Etappe. Das Land war
widerwärtig aufgeklafft und grenzenlos geworden. Nervöſe Be=
fehle
ſtießen die Meldereiter auf die Pferde, fort in die lauernde

Weite ..
Chmara reckte den erſtarrenden Leib. Das Cier unter
ihm ging lebhafter, hob den Kopf ſpürte es die Nähe menſch=
licher
Behauſung? Leiſe klirrte das Saumzeug. Der Neiter
träumte fort: Die letzten Cage im Heimatdorf, fern im Cula=
ſchen
. Sonne, Ernte, und vor allem Maſcha, das lachende Mäd=
chen
. Harte Arbeit hatte es gegeben aber wie flogen die
Arme im Cakte munteren Surufs, und wie ſanft waren die
Abende mit ihrer lüßen Luſt! Was rißt ihr die Männer, die
kaum dem Weltkrieg entronnen, wieder von den kärglichen Fel=
dern
?! Freiheit, Friede, Brot ſang man zerſt unter knat=
ternden
Fahnen, und jetzt dröhnten die Crommeln im Namen des
blutroten Sterns zu neuem Kampf, zu alter Qual heulenden Ab=
ſchieds
der Weiber!." Maſcha, Maſcha, weine nicht der
Winter geht ſchnell, der Frühling bringt mich wieder dann
iſt unſer Junge geboren, ein großer, ganz frecher, und dann gehts
zum Popen trotz allem, was die da oben Heidniſches reden ."
Plötzlich ſtand, alles Sinnen auslöſchend, wieder der Auftrag
vor den Augen des Soldaten. Der Weg hatte ſeine Einförmig=
keit
verloren. Cannen ſäumten ihn in regelmäßigen Abſtänden
und wieſen zu einem Dark hin, hinter dem die Straße bei eini=
gen
größeren Gebäuden zu münden ſchien. Chmara machte Halt
und überlegte. Vor ihm mußte das Gut liegen, das ihm als
Standquartier des Negimentsſtabes bezeichnet worden war. End=
lich
am Ziel! Er trieb den Gaul ungeduldig an und näherte ſich,
den Park durchtrabend, ſchnell dem Gutshof. Vor der vereiſten
Freitreppe ſtapfte ein vermummter Poſten anf und ab. Halt

Die meiſten Menſchen kommen doch wohl zu Ihnen, um m
erfahren, ob ſie Glück in der Liebe oder im Beruf haben.
Ja, die Liebe, die ſpielt eine große Nolle. Auch da weiß
ich Vat. Ich kann ſofort erkennen, ob ein Menſch für blond
oder dunkel inkliniert, ob der Menſch, den er erwählen will, zu
ihm paßt oder nicht.
Ich lächle, aber Pythia bleibt ernſt. Sie fühlt ſich im Necht,

der Schrank mit den zweitauſend Heften beſtätigt das.
Und wenn nun mal ein Sehlſchlag kommt, wage ich m
widerſprechen.
Das Leben des Menſchen ſteht in ſeiner Hand. Die Linien
lügen nicht, nur der Menſch geht in ſeiner Unwiſſenheit falſche
Wege.
Sie greift nach meiner Hand: Soll ich Ihnen nicht . . .?"
Nein, erwidere ich lachend, ich bin gar nicht ſo neugierig .. ."
Pythia erhebt ſich verabſchiedend. Der Sauber=Lehrling
trägt meinen Beſuch in ein Journal ein. Ich bitte um die
Rechnung.
Sie beträgt zehn Mark. Ich finde es ſehr teuer, wo doch die
Pythia noch nicht einmal einen Dreifuß und eimen Sauberſtab
hat.

Wann kommen gute Sdeen?
Von Dr. F. 2.
Daß man nicht auf morgen aufſchieben ſoll, was man ſchon
heute beſorgen kann, ſcheint wenigſtens für Wiſſenſchaftler keine
ſichere Lebensregel. Die gute Sdee, der Genieblitz, die erſehnte
Löſung eines drängenden Problems ſtellen ſich oft trotz hart=
näckigen
Bemühens nicht ein; plötzlich aber, oft viele Stunden
ſpäter, taucht der rettende Gedanke dann unter den merkwürdig=
ſten
Umſtänden auf. Eine wiſſenſchaftliche Geſellſchaft von Che=
mikern
hat ſich dieſer Cage von 252 Gelehrten berichten laſſen,
wann ſie eigentlich die wichtigſten Probleme in ihrem Schaffen
löſen, und hat auf dieſe Weiſe wahrhaft kurioſe Catſachen zutage
gefördert.
Der plötzliche unerwartete Einfall ſtellt ſich nur bei 17 Pro=
zent
der gefragten Wiſſenſchaftler nicht ein. Weitaus die meiſten
der Gelehrten erklärten aber, daß ſich bei ihnen nur der Haupt=
gedanke
ſo überraſchend eingeſtellt habe, nicht aber die Details.
Bei ſpäterer Nachprüfung ergab ſich in den meiſten Fällen, daß
das plötzliche Reſultat doch noch mehr oder weniger der Korrek=
tur
bedurfte.
Das Phänomen, von dem hier die Nede ſein ſoll, läßt ſich
als eine erhellende Idee bezeichnen, die plötzlich ins Bewußtſein
tritt als die Löſung eines Problems, an dem wir das größte In=
tereſſe
haben. Meiſt geht eine lange Seit des Studiums voraus,
aber die plötzliche Idee ſtellt ſich dann in einem Moment ein, in
dem wir gerade nicht bewußt an der Löſung dieſes Problems
arbeiteten. Sie ſetzt reiche Kenntniſſe der Catſachen voraus,
aber ſie ſtellt eine Art Luftſprung der Einbildungskraft dar, ſie
wer da? Meldereiter von der erſten Sowjetdiviſion! Hier
liegt doch der Stab des zweiten Schützenregiments, Genoſſe?
Kurzes Schweigen, dam die Antwort: Kommſt recht, ſteig run=
ter
, ich führ dich rein! Mit glücklichem Lachen kletterte der
ſteifgefrorene Neiter aus dem Sattel, band das Pferd an und
folgte dem Kameraden ins Haus. Eine Wolke von Wärme um=
hüllte
ihn; wie froh war er, endlich geborgen zu ſein! In der
Halle ſtanden viele Soldaten herum, ſie wandten ſich den An=
kömmlingen
zu, doch was war denn das, was für Uniformen
trugen ſie?! Das ſind ja: Weiße? Gefangene? Schallendes
Gelächter knallte Chmara entgegen. Im nächſten Augenblick
wurde er von harten Fäuſten gepackt und durch eine halbgeöff=
nete
Cür geſtoßen.
Er ſtand vor Offizieren der weißen Armeel Der Poſten met=
dete
und wurde zufrieden für ſeine Schlauheit gelobt. Und end=
lich
begriff Chmara: zar hatte er nicht ſein Ortsziel verfehlt,
aber ſchon vor mehreren Stunden waren die Noten vom Guts=.
hof geflüchtet. Ahnungslos war er dem Feind ins Garn gegan=
gen
. Seinem Feind? Ach, was wußte er, der Unfreiwillige,
Ausgehobene, viel von Weiß und Not!. Aber für die da vor
ihm das ſpürte er war er ein Feind und nicht beſſer als
ein Wolf, den man nachts in der Grube fängt. Sie ſtellten ihm
viele Fragen, er konnte und wollte wohl auch nicht viel ſagen
Crotz, furchtbare Müdigkeit und immer mehr anwachſend
namenloſe, ſtumme Angſt bannten den abgehetzten Mann. Sein
Gefühl täuſchte ihn nicht. Damals in den erſten Monaten
des Feldzugs wurde kein Pardon gegeben und nicht, wie ſpä=
ter
, ein Unterſchied gemacht zwiſchen zwangsweiſe Mobiliſierten,
die man als Gefangene ſchonte, und Parteikommuniſten, Kom=
miſſaren
, die ſterben mußten, wie andererſeits ihre Cod=
feinde
, die gefangenen weißen Offiziere . . . Nein, damals, als
Pjotr Chmara ſeinen verhängnisvollen Nitt unternahm, war
noch die Hölle los auch für die Letzten und Kleinſten, die unter
den Gewehren ſtanden".
Mit dem Befehl Abführen! ſchloß der Nachrichtenoffizier
das Verhör. Pjotr wurde von zwei Bewaffneten in die Mitte
genommen und wieder ins Freie geführt. Wohl gab er ſich ver=
loren
, aber er dachte: Morgen früh, Maſchenika, werden mich
holen, vielleicht fliehen . . ſetzt ſchlafen . . . Das war
ſein letzter Gedanke. Im nämlichen Augenblick zerſchlug ihm die
Patrone, aus blitzſchnell bereitem Nevolver abgefeuert, den
Schädel. Es geſchah dicht am Wege der Anfahrt. Als am
nächſten Morgen die weißen Cruppen aufbrachen, lag der Cote
noch da. Die offenen Augen ſtarrten in den beſonnten Himmel,
der auch ſeiner Heimat leuchtet ein trügeriſcher Troſt den
Frauen, die i der Nacht geweint.

[ ][  ][ ]

löſt das, was bloßes logiſches Denken nicht löſen kann. Es han=
delt
lich alſo um eine Art ſchöpferiſches Denken.
Es gibt, Wiſenſchaftler, die eine ſolche plötzliche Idee gerade=
zu
einkalkeulieren und, wenn lie ſich intenſiv mit der Sache befaßt
haben, damit aufhören und zunächſt zu etwas anderem übergehen.
Manche ſchalten eine Periode der Faulheit und gänzlichen Un=
tätigkeit
ein und beſchäftigen ſich in dieſer Seit mit gar nichts.
Aufhören in einer Sache führt nach der Erfahrung dieſer Män=
ner
weiter, als hartnäckig fortfahren. Ein Chemiker erzählt,
wie er entmutigt und verzweifelt von fruchtloſen Verſuchen ab=
gelaſſen
und ſich bomüht habe, alles zu vergeſſen. Plötzlich, auf
dem Wege zum Eſſen, ſei es wie eine Erleuchtung über ihn ges
kommen. Er eilte in das Laboratorium zurück und hatte plötzlich
Erfolg. Ein anderer ging abends zu Bett, nachdem er ſich den
Kopf über eine Sache zermartert hatte. Beim Aufwachen ſah
er die Löſung geradezu an die Simmerdecke proiiziert. In einem
dritten Falle ſtellte ſich bei einem Gelehrten in der Nacht plötz=
lich
eine Neihe unerwarteter Gedanken traumhaft ein. Er ſkiz
zierte ſie ſofort in fliegender Haſt auf ein Blatt Papier, ſchlief
wieder ein, und war ſelbſt überraſcht, morgens die Löſung auf
ſeinem Nachttiſch zu finden. Einer hat die erlöſende Idee wäh=
rend
einer Predigt in der Kirche, viele haben ſie beim Auto=
fahren
. Oft bringt eine Diskuſſion mit anderen unerwartete
Einfälle. Selbſt beim Naſieren ſtellt ſich mitunter der Geiſtes=
blitz
ein. Auffallend aber iſt in vielen Antworten die Bemerkung,
daß nichts ſo hemmend auf die Löſung von Problemen, wirke
wie die Gurcht, ſtändig unterbrochen und geſtört zu werden.
Ritterlichkeit im Sport.
Was iſt fairneß‟?
Von Dr. Friedrich Boenicke.
Spielen wir ritterlich! Dieſe drei Worte bildeten die
Unterſchrift eines Bildes auf der Citelſeite einer kürzlich erſchie=
nenen
Jugend=Sportzeitſchrift. Swei jugendliche Spielführer, die
lich die Hand reichen, bekräftigen mit dieſem Händedruck, daß ſie

gewillt ſind, ihr Wettſpiel nach dieſer erſten ſportlichen Negel,
nach dieſem über alles ſtehenden Leitlatz in unſerer ſportlichen
Cätigkeit auszutragen.
Wir gehen nicht zu weit, wenn wir dieſe Worte an die Spitze
unſerer geſamten ſportlichen Betätigung, ja Lebensführung ſtel=
len
; lie ſind in der Cat das Grundgeſetz, das unſer ganzes ſport=
liches
Leben beherrſchen muß, der Leitſtern, der uns bei allem
unſern ſportlichen Handeln und Cun voranleuchten ſoll, der die
erſte Vorausſetzung für jeden wahren Sportsmann bilden muß.
Alle anderen Eigenſchaften, die den Sportsmann zieren ſollen,
ergeben ſich aus dieſem erſten Leitſatz notgedrungen und von
ſelbſt. Ein ritterlicher, anſtändiger Sportsmann wird auch immer
ein guter Kamerad und ein opferbereiter Freund ſein, der auch
außerhalb des Sportplatzes geſchätzt wird.
Das Mutterland des Sports, England, hat uns bereits das
Vorbild des ritterlichen Sportsmannes gegeben. Das fair plag

war und iſt dort die erſte Vorausſetzung jedes Sporttreſbens; es
iſt das, was dem jugendlichen Sportler als erſte Negel ſeiner
ſportlichen Betätigung eingeimpft wird, derart, daß ſein ganzes
ſpäteres ſportliches Leben dadurch ſein Gepräge erhält. So muß
es auch bei uns ſein! Unſerer Jugend vor allem muß dieſe
Weſenheit ihres Sporttreibens als der orſte Grundzug eingeprägt
werden; er muß gewiſſermaßen die goldene Sportlebensregel bil=
den
, die allem anderen, was der Sport ihm ſonſt noch mit auf den
Weg gibt, die Begleitung, den Grundakkord gibt. Vitterlichkeit
und Anſtändigkeit in unſeren Jungens feſt verwurzelt und ver=
ankert
, werden auch in ſpäteren Jahren nicht mehr ſo leicht her=
ausgeriſſen
werden können, ſie geben dem ganzen Charakter des
Jungen den entſcheidenden Weſenszug.
Dieſe ſportliche Ritterlichkeit tritt natürlich zunächſt und am
ſichtbarſten zutage im Wettſpiel, im Kampfe von Mann gegen
Mann. Hier iſt es vor allem die Begegnung mit körperlich
ſchwächeren, unterlegenen Gegnern, wobei ſie zur Geltung kommt
und ſich auswirken kann, die einfachſte und ſelbſtverſtändlichſte
Form. Höher wird die Anforderung, wenn der Gegner gleich
ſtark oder gar überlegen iſt und davon Gebrauch macht. Dann
trotzdem ruhig bleiben, etwas einſtecken, nicht wiedervergelten,
das iſt bereits eine ſchwierige Art der Nitterlichkeit. Noch ſtär=
ker
tritt ſie in Erſcheinung, wenn jemandem Unrecht geſchehen
iſt auf dem Sportplatz, er offenſichtlich benachteiligt wird. Auch
dann lich im Saume halten, auch dann anſtändig weiterſpielen, ſich
nichts merken laſſen, das iſt die wirklich erprobte Nitterlichkeit,
die den Sportsmann, wie wir ihn uns wünſchen, von anderen
unterſcheidet.
Aber nicht der Kampf von Mann gegen Mann allein iſt es,
der die Ritterlichkeit von uns verlangt, auch in anderer, in gei=
ſtiger
Weiſe kann ſie zutage troten. Hat da bei einem wichtigen
Jußball=Entſcheidungsſpiel um eine Meiſterſchaft bei gleichem
Corſtand ein Spieler im Strafraum Hand gemacht, welche der
Schiedsrichter nicht, ganz deutlich ſehen konnte. Auf ſeine Frage
danach gibt der Spieler den Fehler zu, der dem Vorein die Mei=
ſterſchaft
koſtet. Das iſt ein fairer Sportsmann, er nötigt uns
Achtung ab, und dadurch auch die Bewegung, der er dient. Auch
das iſt Ritterlichkeit, wenn auch auf andere Weiſe. Der ritter=
liche
Sportsmann wird es auch nicht verſäumen, dem Gegner, der
ihn beſiegt, die Hand zum Glückwunſch zu bieten, und mag er
vielleicht noch ſo ſehr überzeugt ſein, daß er unverdient geſchlagen
lei, daß der Sieg ihm eher zugeſtanden hätte, daß er beſſer lei.
Seine Nitterlichkeit trumphiert über dieſes bittexe Gefühl.
Dieſe innere Nitterlichkeit, wenn wir ſie ſo nennen dürfen,
iſt noch höher einzuſchätzen als jene, die ſich rein äußerlich, kör=
perlich
ausdrückt. Beide machen den wahren Sportsmann aus,
wie er unſerem Odeal entſpricht. Ihm nachzueifern, ſei das Siel,
das jeder Sportsmann nie aus den Augen verlieren darf
Bad Ems.
Von Margret Halm.
Nichts ſagen von Kitſch und ſo, wenn wir alliterierend mit
zliebliches Lahntal beginnen möchten. Das paßt daher. Denn

es iſt füß und weich, nein, eben lieblich dieſes Cal, durch das man
dahinfährt auf der ſich windenden Autoſtraße, die in jeder Bie=
gung
neu uns überraſchend zeigt, was immer Schöneres ſie dem
Auge zu bieten hat, und an Vielgeſtalt der Landſchaft ſich ſteigert,
je tiefer wir ins Lahntal dringen. Ja mit Selbſtverſtändlichkeit
ſetzen wir voraus, daß wir mit dem Auto kommen. So als Kur=
gaſt
mit der Bahn kam man in den letzten Jahren nicht mehr viel
nach Ems. Ein jedes Ding hat ſeine Blütezeit, und die von Ems
liegt fünfzig Jahre zurück. Wir wollen das Warum nicht er=
örtern
und nicht das Weil, ſondern unbeſchwert von ſolchen Ge=
danken
in Rückſchau den Eindruck genießen, der voll erfüllte, ja
übertraf, was in einer kleinen, geheimnisvollen Spannung einen.
ſeinmal nach Ems zieht. Man weiß, da liegt ein Bad zwiſchen
Caunls und Weſterwald, in dem einſt Könige ſich ſo wohlgefühlt,
daß lie Jahrzehnte wiederkehrten. Das ſoll für uns gewöhnliche
Bürgersleute nicht mehr ſchön genug ſein? Schon auf den erſten
Blick wehrt es lich ſehr gegen ſolchen Snobismus. Nicht durch
Eleganz und großartiges Gepräge glänzt es uns entgegen. Döch
wuchlen längs der Lahn ſtattliche Bauten, Kurhäuſer und Hotels,
von deren pompöſer Faſſade jene Könige und Fürſten nichts ge=
ahnt
. Sie kamen ohne das. Und ihnen genügte der alte Kur=
hausbau
, der von den Kupferſtichen uns bekannt iſt. Auf den
Promenaden rechts und links des Fluſſes iſt reger Sonntagsbe=
trieb
. Man paddelt und rudert, und buntbewimpelte Motorboot=
chen
fahren geſchäftig auf und ab. Es tut ſich was. Und tragen
die Wagen, die eng an eng die ganze Straße faſt zum Autopark
geſtalten, auch nicht die Luxusnamen, die das Weltbad ſuchen, ſo
zeigt doch ihr Polizeiſchild Kennzeichen aller Länder.
Emſer Salz und die daraus hergeſtellten Emſer Paſtillen,
Naturerzeugnis wie das Emſer Kränchen, haben dafür geſorgt,
den Namen Ems in aller Munde wachzuhalten. Nun hilft das
Auto nach, und von einem Sonntagsausflug iſts zur Ver=
lobung
hier einmal auszuruhen und den Motor außen und
innen abzuſtellen, ſich in den tiefen Wäldern zu ergehen, nur ein
kleiner Schritt.
Von Trümpelmann, dem Sonntagsjäger.
Crümpelmann: Hier an dieſem Denkſtein habe ich
vergangene Woche ein Kaninchen geſchoſſen.
Der Bekannte: Haben Sie deshalb den Stein er=
richten
laſſen?
Der Nachbar: Wohin?
Crümpelmann: Ich gehe auf die Haſenjagd.
Der Nachbar: Die Ausſichten ſind nicht gerade un=
günſtig
.
Crümpelmann: Wieſo?
Der Nachbar: Es zieht ein Gewitter herauf. Vielleicht
ſchlägt der Blitz einen Haſen tot.
Crümpelmann: In hieſiger Gegend werde ich zu
alen Jagden eingeladen.
Der Freund: Verſteht ſich, die Leute wollen ihren Spaß
haben.

Schach

Nummer 417.

Endſpielſtudie 45.
H. Rinck in Barcelona.
(150 Fins de Partie.)
A

Hiehe
Prüfſtellung: Weiß: Kd3 Dd1 Bf4 (3);
Schwarz: Ed5 Dh8 Be6 46 g5 h7 (6); Weiß zieht und gewinnt.
Löſung der Endſpielſtudie 44.
F. Köhnlein. Aad. Monatsheft 1914. (Ke1 De6 Td1 8d6 Be2 d2: Kc7
Dg2 To8 18 8a4 Ba7 b7e5 g6 g7h7. Weiß zieht und gewinnt.) 1. 8d6-b54
Kbs 2. Dd8t Ka8 3. Se7t Kb8 4. 5ad4 Ka8 5. Db8r T8 b8 8. 8e7P:
1.... Kd8 2. Dd6+ Ke8 8. Drabt Kf74. 5d6t Kg8 5. De8t Xhs 8. 8r74
Eg8 7. Sh6t Eh8 8. Dg84 T:g8 9. Sf7 . Das Echo des erſtickten Mattes.

a1
Rätſel

Zum Entziffern.

4 161616 12/ 2/ 3 12/10/11/ 4 5 16/9 /3.15 8 16/14 FIIUII3 2 3115 5l118 13 161911. 11/16/ 8 . 10 6. 15 6/7116 4 1611316

Schlüſſelwörter: 1 2 3 4 5 6 7 erheitert. 8 9 10 11 iſt im
Werden, 12 13 14 15 16 vereinigt.
Die Auflöſung nennt einen Spruch. Carl Deubel.

Silbenrätſel.
Aus den Silben: a a au bin burg buſ de dech e e
ei ei ein er eſ fa fant ga gat ge ge ge gen gie
hahn, jo ka le l i lob lopp luſ ma mi na naſ ne ne
ni no o o pel pho ral ran redſ rhom ri rif ro ſap
ſche ſe ſen fig ſo ſon ſter ta tal tan thor tog uſ
wald wei, ſind 25 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und End=
buchſtaben
, beide von oben nach unten geleſen, eine Bauernregel
ergeben.
Die Wörter bedeuten: 1 Geometriſche Figur, 2 Heidekraut,
3 hoher Offizier, 4 Stadt in Italien, 5 kleines Reptil, 6 ver=
dammter
Götterliebling der griechiſchen Mythologie, 7 altgriech.
Dichterin, 8 Waldvogel, 9 Gewürzpflanze. 10 Hifthorn Rolands,
11 Ruhelager, 12 unglücklich liebender Ritter, 13 Inneres der
Bauchhöhle, 14 deutſcher Reichskunſtwart. 15 mit dünnem Gold
überzogene Kupfermiſchung. 16 Frucht, 17 Pferdegangart, 18 arab.
Titel. 19 was der Oſterhafe bringt. 29 Held eines Volksbuches,
21 Speiſewürze, 22 Schutzgeiſt, 23 Mündungsarm der Weichſel,
24 Klagelied, 25 bedeutender nordiſcher Bildhauer.

Pyramidenrätſel.
Die Wörter entſtehen immer aus den Buchſtaben des vorher=
gegangenen
Wortes unter Hinzufügung eines neuen Buchſtabens.
Bei jeder neuen Wortbildung können die Buchſtaben beliebig
umgeſtellt werden.

Auflöſungen der Rätſel aus Nr.
Kreuzwort=Silbenrätſel.

KAmostan.

Druck, Verlag u. Kliſches: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei. Rbeinſtr. 23. Verantwortl, für die Redaktion: Dr.5 Nette. Darmſtadt. Fernſpr. 1. 23892392 Ille Rechte vorbehalten. Nachdr. uerdonzck

[ ][  ][ ]

So, alſo heit ham=mer de Aanundreißichſte, un der Mai is
ſo gut wie erum. Un wann merm diß Johr ſei Abgangszeichnis
gäwwe, dann kenne mer mit gudem Gewiſſe däß iebliche Sätzche
eneiſchreiwe: War treu, fleißich, ehrlich und winſche ich ihm
weiterhin alles Gute!"
Gewiß, der Wonnemonat Mai kann ſchun, wann er will; un
wann ſich jeder in unſerm liewe deitſche Vaderland an ihm e
Beiſpiel nemme dhet un wollt äwenfalls, ſoweit er kann, dann
mißt’s mit em Deiwel zugeh, wann mer net kennte wie mer
wollte
Jedenfalls hott mich mei Ahnung in Bezugnahm uff die
Feierdäg widder mol net bedroge. Un wann mir dodruffhie der
Verband naßkalter Sofiecher vun Darmſtadt un Umgäwung e
Owaddzion darbringe will, als druff, ich bin uff älles gefaßt.
Nemlich es is mer wääche däre naßkalde A’geläjenheit widder
en dißbeziechliche Schreiwebrief zugange, woraus ich ſchließ
Awwer läſe Sie ſälbſt:
Darmſtadt, un ſo.
Ehrenwertes Frl. Bimmbernello!
Tauſend Blicke ſind ſtecknadelſpitz auf Sie gerichtet: gut,
daß ſie nicht fernwirken, Sie wären durchlöchert wie en
Ameiſenbau. Von wegen Altjungfernmanieren und Drebbel=
nas
! Erſtens iſt es bekannt, daß auch Ihnen der Himmel
das frohe Glück der Lübee nicht gönnte, alſo keine Urſache
beſteht, auf edle Perlen, welche bekanntlich auf dem Grunde
liegen und deshalb von den kurzſichtigen Männern nicht ent=
deckt
werden, Klötze zu werfen.
Im übrigen lebt die Jungfer Sofie vergnügt wie en Spatz
im Kirſchbaum, alſo bitte kein Bedauern, es iſt nicht an=
gebracht
.
Was aber die Drebbelnas anbelangt, die verzeihe ich
Ihnen nicht. Sollte da vielleicht eigene Erfahrung uſw.?
Dann empfehle ich Ihnen wärmſtens den bekannten Tropfen=
fänger
, den alle geſtempelten Kaffeetanten kennen. Ich

warne! Sollten Sie unſerem hübſchen und berühmten Vor=
namen
wieder eine ſolche Auslegung geben, werde ich in
einer geheimen Kaffeeſitzung abſtimmen laſſen, ob. meine
Namensſchweſtern eine Senerade oder die Feuerſpritze als
Gegenangriff vorziehen.
In tiefem Schmerz
Auch Einee.

Alſo dem Brief nooch hab ich bei de Sofiecher widder mol
ins Fäddnäbbche gedräde, un bin alſo uff die Owatzion gefaßt,
die mer do per Senerade odder Feierſpritz in Ausſicht geſtellt
wärd.
Jetzt, was die Feierdäg bedrifft, ſo kann mer mit Beſtimmt=
heit
a’nemme, daß ſich valleicht aach einiche iwwer däß ausnahms=
weis
ſcheene=Wädder geärchert hawwe. Däß ſin halt die
Ewich=Mißginſtiche un Ewich=Mißvergniechte, die immer uff’s
Schlechte hoffe un die ſich dann erſt recht mobbſe, wann ſe net
recht behalte. Die hawwe alſo uff die windiche un verräjende
Däg korz vor Pfingſte hie freideſtrahlend Hohn gelächelt, wie ſe
geſähe hawwe, was all for Pingſtbleen ausgeheckt ſin worrn.
Dann ſie hawwe’s, wie gewehnlich, in alle Knobblöcher geſpiert,
daß des Pingſtfeſt nooch alle Regele der Kunſt verräjend. Awwer
uff dene ihr Knobblöcher war widdermol kaan Verlaß, gottlob;
un wie ſe am Pingſtſunndag däß ſcheene Wädder geſähe hawwe,
ſin ſe aus lauder Rooches erſt recht dehaam gebliwwe. Ich ſchlag
en vor, ſie ſolle jetzt unner ſich en Verein der Dehaamgebliwwene‟
grinde (dann ohne Verein geht däß heit net mehr!), un wann=en
die Wanderluſtiche valleicht den Spottname Verein der Pingſt=
ochſe
uffhenke, dann geſchieht’s en grad recht.
Freilich, diejeniche welche, die wo de Pingſte zulieb mit ihre
undrännierte Winderfieß ſtrimbich uff de Melliboguß laafe
mußte, weil ſe in ihre Sunndagsſulljee Blooſe an die Fieß krickt
hawwe, ſin aach net zu beneide gewäſe . .

Awwer um widder uff’s Wädder zu kumme, ſo kann mer
annerſeiz aach ſage, daß es der Monat Mai zuletzt noch recht gut
gemaant hott, ſo daß mer ſchließlich glaawe hott kenne, mer weer
aus Verſähe in en Backowe eneigerade. Un es is demgemeß
azunemme, daß einiche vun unſere verehrlichte Zeitgenoſſe, die
wo noch nett recht dorchgebacke ſin, bei däre Geläjenheit vun dem
bedriebliche Leibſchade befreit wärrn.
Awwer mir annern, die wo e bische fillich un rundlich ge=
rode
ſin un e Form hawwe wie en Laab Bauernbrod, mir ſeifze
dohärngäje bedrächtlich unner ſo eme Därmomederſtand un ſchmelze
langſam hie wie die Budder in de Sunn un leeſe uns uff in lau=
der
mehr odder wenicher große Fäddfläcke. Un doch därfe mir
gewehnliche Leit ohne Bankkondo un Abzahlungsſtinker uns net
beklage; dann ſchließlich, mir ſchwitze bloß, awwer was die
beſſere Leit ſin, die dransſchbieriern ſogar; un die kenne
aam erſt laad dhu .
Unner dene Umſtend find mer’s zwar als net grad ſchee,
awwer immerhie begreiflich, wann mer gäjewärdich die mehr
odder wenicher jugendliche weibliche Jugend widder mit Bäwie=
ſtrimb
un nackiche Baa erumlaafe ſieht. Awwer mer kann ruhich
ſage, daß däß bei däre Bullehitz recht brackdiſch is. Freilich, manch=
mol
kimmt’s aam doch ſo vor, als ſollt mer der aane odder annere
vun dene brackdiſche Jimbferncher en Raſſierabberad ſchenke,
mit dem ſe ihr Unnerbaa behannele kenne; s kennt immerhie
manchmol vun Vordaal ſei. Un ſchließlich maan ich, es ſollte ſich
iwwerhaubt bloß ganz junge Mädelcher däre brackdiſche Mode zu=
wenne
. Mit dem zunehmende Alter bleibt mer beſſer, wie aach
ich, bei de lange Strimb. Im Verdraue geſagt, un ganz unner uns
Parresdöchter, alſo ich, wann ich mit ſo korze Söckelcher erum=

laafe dhet, ich mißt mer die Baa alle Dag raſſiern; dann bei mir
haaßt’s halt aach: wer hott, der hott, nor kaan Neid.
Was dohärngäje unſer Stroßebahn bedrifft, die ſtellt jo du=
ſchur
neie Wage ei, awwer in Bezugnahm uff die gäjewärdiche
hitzliche Zeide do is ſe net ganz uff de Heeh un kimmt ihre
Abbonnende un Freifahrer net im Geringſte endgäje. Un däß
mißt ihr doch e Leichtes ſei, wo mer doch waaß, daß es wunner=
bare
elektriſche Eisſchrenk gibt, do muß es doch aach elektriſche
Kiehlwage gawwe. Warum ſtellt ſe die net im Summer in Be=
drieb
? Ich bin der Iwwerzeichung, e beſſer Geſchäft kennt ſe
gornet mache, dann do dhete die Leit net bloß zur Nod, ſundern
ſogar aus Vergnieche Elektriſch fahrn. Odder wann mer ſich ſeegt,
daß es elektriſche Heizkiſſe gibt, do mißt’s doch e Klaanichkeid ſei,
aach elektriſche Eisbeidel zu konſtruwiern, die wo die Heag ihre
Paſſaſchier zur Verfiechung ſtelle kennt, endwedder zum druffſetze
odder for um uff. de Kobb zu leeche. Um weil doch bei ſo=ere Hitz
der aane odder annnere leicht aus=em Haische kimmt un ſein
ſiedendhaaße Zorn an dene unſchuldiche un ſchun genuch geblogte
Straßebahnſchaffner ausloſſe dhut, do wer doch ſo e Eisbeidel, der
wo im Ernſtfall ſo=eme Krakehler uff de Kobb gelegt dhet wärrn,
e ganz ausgezeichendes Beruhichungsmiddel, wo abkiehlend wirke
dhet
No, ich glaab, es bedarf nor dieſes Winkes, un unſer Heag
dhut, was ich ihr do gerade hab; s weer net des erſtemal, daß ſe
mer for=en gudgemaande Rat dankbar gewäſe weer.
Eiswage hott’s dohärngäje in de Stadt genuch. Ja, ich hab
die Erfahrung gemacht, un es is mer aach vun Leit verſichert
worrn, die drauß erumkumme, daß mer närjends ſoviel Eis=
wäjelcher
odder ſogar Eisaudomobillcher ſieht wie in unſere
Stadt. An jedem Eck ſteht aaner, un manche Ecke ſogar zwaa un
drei. s is mer nor e Reedſel, wer däß all verkonnſumiert, wo doch
ſowieſo kaa Gäld do is for’s dägliche Brod? Ich glaab, do wärd
als mancher Fimfer odder Zehner de Mudder dehaam aus m
Portmanneh geſtribbt

Dohärngäje muß ich mit Stolz konnſtadiern, daß unſer ſtädtiſch
Seebad widder ſein alde Ruf bewährt hott. Freilich, for uns
äldere Semeſter is ſchlecht geſorgt, däß war im alde Damebad
beſſer, do konnt mer ſich in ſeine Kabbien ausziehe un diräkt im
Waſſer verſchwinne; mer hott ſich alſo net dem junge Gemieß
breisgäwwe miſſe. Jetzt muß mer ſchun morjends in aller Herr=
gottsfrieh
enausgeh, damit mer mit ſeine Dickte net ſo aſch uff=
fellt
. ."
Iwwrichens, die meiſte, die heit die Baderei bedreiwe, for
die is däß mehr e Modeſach. No, es hott ſchun ungeſindere Mode
gäwwe. Awwer drotzdem, die Sach hott wenicher was mit dem
Bade als mit=em Brauwärrn zu dhu; s is alſo noch lang
net geſagt, daß mer aach ſauwerer haamkimmt, als mer fortgange
is. Awwer brau wärd mer debei wie en Indianer; un zu dem
Zwäck ſchmiern ſe ſich aach noch allerhand Modeſalwe fingerdick
uff die Haut. Saaf zu benutze is nadierlich verbodde; vun wäje
de Fiſchzucht. Awwer vun däre Salb, do wärrn die Woogshecht
dick un fädd.
No, wann die Mode mit däre Salweſchmiererei noch ſo e
bische zunimmt, dann kenne ſe in Zukumft erſt morjends mit=eme
Schäumleffel uffm Woog erumfahrn un kenne die Fäddaage ab=
ſchäume
. Odder noch beſſer, unſer Stadtverwaldung geht her un

vermied de Woog an die Maggi=Geſellſchaft; däß weer immer
widder e nei Einnahmequell. Dann was unſer ſtädtiſche Finanze
bedrifft, alſo domit kann mer nu ſchlechterdings kaan Staat
mehr mache, un die kenne ſchun ſo e klaa Uffpullwerung verdrage.
No un wie weer’s, wann ſe do aach noch des Löffelkraut ernte
dhete un dhete’s als Medizinalhei odder als Geſundheits=
tee
in de Hannel bringe; nadierlich unner me auslendiſche
Nome; s gibt genug, die dodruff eneifalle ..
Alſo ich nemm a, daß mer aach unſer geſchätzte Stadtverwal=
dung
vor den gutgemaande Wink dankbar is; un ſie mag doraus
ſähe, daß ich net ſo bin, wie ich ausſäh, un daß ich ſe aus purer
Schadefraad net in ihrm eichene Fädd brozzele loß, was bei däre
Hitz ſicher kaa a genehm Gefiehl is, wie mer ſich leicht denke
kann; um ſo mehr, wann mer unſern Herr Owwerowwer bedracht,
bei dem die ſchlanke Linnje nu bereits langſam in däß Stadium
dräde dhut, wo mer de Bock zwiſche de Hörner kiſſe kann . ."
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Daß iwwrichens unſer verehrliche
Stadtverwaldung neierdings vun=eme gradezu iwwerrenziche
Spardrieb befalle is, däß wiſſe mer jo jetzt. Un daß ſe haubt=
ſächlich
emol im Klaane, beiſpielsmeßich an de Bierokallenner
un ſo, affengt zu ſparn, däß is verſtendlich, dann mer muß ſich
erſt dra gewehne, an’s Sparn, beſunners wann mer, wie die
Johrn doher, immer mit m große Leffel geſchebbt hott, do fellt
aam däß Eiſchrenke dobbelt ſchwer. Awwer was mer do die
Woch aaner uffgebunne hott, däß glaab ich nu doch net. Nemlich
es wollt mich aaner weiß mache, unſer Stadtverwaldung ließ jetzt
im Herrngadde de Ende die Eier ewäcknemme, damit ſe des Fud=
der
ſparn dhet for die etwaiche Junge
Alſo, alles was in Sack geht, awwer däß glaab ich dann doch
net, dann däß grenzt ja diräckt an de Parregraf 218. Odder
will mer ſich do aach uff die ſoziale Indikatzion beruffe?
s mißt grad ſei, daß die Stadt en Eierhannel affange wollt.
Awwer ich maan, dann dhet ſe doch liewer gleich en Ende=
hannel
affange; s weer net es erſtemal, daß ſe mit=ere End‟
hauſiern gange weer
Awwer wie geſagt, die ganz Sach ſcheint mir iwwerhaubt e
End zu ſei. Däß liggt wah’ſcheints an dem Hundsdagswädder,
do ſchwäzze die Leit viel, wann de Dag lang is. No es hott ſich
jo mittlererweil widder e bißche abgekiehlt, do kann mer a’nemme,
daß die Menſchheit widder ſo langſam zu ſich kimmt un fellt nei
uff jed Hundsdag=Ent enei

Der zeitgemäße Haushalt.
Küchenzettel für die Zeit vom 1. bis 7. Juni.
(Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.)
Die Koſten des Speiſezettels ſind für 6 Perſonen berechnet.
Montag, den 1. Juni:
0.40
Brotſuppe
1.85
Spinat mit Eier
0,55
und Kartoffeln Salat
7.0
Dienstag, den 2. Juni:
0.30
Sauerampferſuppe
1,25
Griesſchnitten mit
0.45
Rhabarberkompott
2,00
Mittwoch, den 3. Juni;
0,40
Spargelſuppe
1,75
Bratwurſt mit Kartoffeln . . . .
0.40
.....
und grünem Salat
2,55
Donnerstag, den 4. Juni:
0,30
Reisſuppe
2.40
Spargel mit Omeletten
0.45
Rhabarberkompott
3.15
Freitag, den 5. Juni:
0,30
Kartoffelſuppe
2.40
ged. Schellfiſch mit
0,65
grüner Tunke und Kartoffeln
Kompott (Vorrat)
3,35
Samstag, den 6. Juni:
1,60
Grünkernſuppe*)
0,65
..
Rhabarbergrütze
J
Sonntag, den 7. Juni:
0.40
Fleiſchbrühe*) mit Einlage
4,20
Kalbsbraten mit Kartoffeln . . . .
1.20
und Spargeln

0,82
Schokoladenflammerie
0.45
mit Vanilletunke
.
7M
*) Fleiſch wird Montag verwertet
Grünkernſuppe: ½ Pfund ganzen Grünkern waſchen und am
Abend einweichen. Am nächſten Tag mit dem Einweichwaſſer,

reichlich Suppengrün, 2 Eßlöffel Haferflocken und etwa 1 Pfund
fetten Suppenfleiſch oder ½ Pfund Dörrfleiſch aufgeſetzt und 3 bis
4 Stunden gekocht. Das Fleiſch muß vollſtändig mit der Suppe
verkochen. (Nicht durchſchlagen.)
N.B. Die jungen Gemüſe dämpft man in Butter und ganz
wenig Waſſer und fügt erſt kurz vor dem Anrichten wenig Salz
bei. Kartoffeln in jeglicher Form können nach Belieben zu
allen Gerichten gegeben werden, ebenſo ſollte grüner Salat zu
keiner Mahlzeit fehlen.
Kann man auch ohne Eisſchrank empfindliche
Lebensmittel vor dem Verderben ſchützen ? Es gibt
noch ſehr viele Haushaltungen, in denen aus den verſchiedenſten
Gründen auf die Anſchaffung eines Eisſchrankes Verzicht geleiſtet
werden muß. Doch auch in ſolchen Fällen kann man ſich vor dem
Verderben beſonders empfindlicher Lebensmittel wie: Milch, But=
ter
, Fleiſch= und Wurſtwaren u. ä. m., ſchützen, wenn man ſämt=
liche
in der Wohnung vorhandene Ofenröhren als
Kühlſchränke benutzt. Und zwar werden dieſe zu dem Zwecke
ſauber gereinigt, mit weißem Papier ausgelegt und darin die
Lebensmittel aufgeſtellt. Man kann auch noch die Feuerungs=
ſtellen
zu Hilfe nehmen, die man ebenfalls ringsum mit Pa=
pier
auskleidet. Durch Anlehnen der oberen Feuerungs= und un=
teren
Aſchentür, läßt ſich der notwendige, ſtändig abkühlende Luft=
zug
herſtellen, der an beſonders warmen Tagen zum Friſchhalten
der darin aufbewahrten Nahrungsmittel unerläßlich iſt.
Waffeln, ein Blitzgebäck für unerwarteten
Beſuch. So ſehr ſich auch die Hausfrau über lieben Beſuch freut,
ſo ärgert ſie ſich insgeheim doch darüber, wenn er ſich unangemel=
det
einſtellt und ſie völlig unvorbereitet überraſcht. Da ſie dann
in dieſem Falle nichts Selbſtgebackenes im Hauſe hat, das ſie ſo
gern der Fertigware vorzieht, ſo bieten ihr die heute wieder be=
liebten
und ſehr knuſprigen Waffeln Gelegenheit, dem Gaſt ohne
merklichen Zeitverluſt etwas Gutes vorzuſetzen, da ſie ſich ſozu=
fagen
im Handumdrehen backen laſſen. Man kann ſie alſo neben
dem Kaffeekochen fertigſtellen. Ein gutes Gelingen wird verbürgt,
wenn der Teig recht dickflüſſig eingequirlt wird, ganz gleichgültig,
ob es ſich um Hefe= oder Backpulverteig handelt. Ferner muß das
Waffeleiſen ſehr heiß ſein. Zum Einfetten genügt das Ein=
reiben
mit einer Speckſchwarte oder Einpinſeln mit einer Fett=
bürſte
. Damit das Gebäck nicht zu ſchnell bräunt, erſetze man den
Zucker zur Hälfte durch Süßſtofflöſung. Beim Eingießen des Tei=
ges
in das Eiſen ſei man vorſichtig, laſſe alſo nichts überlaufen,
wie man auch die obere Hälfte nur langſam zudrücken ſollte. Die
Waffeln ſelbſt dürfen nur goldbraun werden, alſo fleißiges Um=
wenden
und Nachſehen nicht vergeſſen. Sie dürfen nach dem
Fertigſtellen nicht übereinander gelegt werden, um ihre Knuſprig=
keit
nicht einzubüßen und müſſen ſofort ſerviert werden. Vor dem
Auftragen werden ſie noch mit Puderzucker überſtäubt.

Humor /I

Befürchtung.
Um Gotteswillen fort, die denkt ich bin ihr Mann.
Der Schüchterne. Hm.. . hm. . . Fräulein Hilde ..., was
meinen Sie, ob wohl Ihre Mutter bereit wäre, meine Schwie=
germutter
zu werden?
(Humoriſt.)
Erſtaunlich. Meine Großmutter hat bei ihrer Geburt nur
drei Pfund gewogen! Das iſt ja intereſſant! Blieb ſie denn
(Herold.)
am Leben,
Erziehung. Wie alt biſt du, Kleine? Fünf Jahre
aber Mutter ſagt, wenn ich jeden Morgen ſchön meine Hafergrütze
eſſe, werde ich an meinem nächſten Geburtstag ſechs!
Pünktlich. Gnädige Frau, wollten Sie den Tee um fünf oder
um ſechs Uhr haben? Wie ſpät iſt es denn jetzt? In
(Herold.)
fünf Minuten ſieben!
Meinen neuen Mantel habe ich auf ganz merkwürdige Art
Ich habe ihn gegen Bar=
erworben
! So, na, wie denn?"
(Berlingſke Tidende.)
zahlung gekauft!

[ ][  ][ ]

Strandmoden
ſind ein Kapitel, das zweifellos alle Kreiſe inter=
eſſiert
; natürlich gibt es viele, die ſich hier jed=
weden
Luxus leiſten können, während andere wie=
der
der Frage der neuen Strandausrüſtung mit
einiger Vorſicht nähertreten müſſen, um nicht in
materieller Hinſicht zu weit zu gehen; unter allen
Umſtänden aber verſucht man, die perſönliche Note
zu unterſtreichen und ſeine Eigenart zu betonen,
was ja inſofern auf keinerlei Schwierigkeiten ſtößt,
als gerade am Strande jede Farbwirkung, jede
Form, kurzum jede Auslegung der Mode geſtat=
tet
iſt, während man ſich ſonſt doch einem gewiſſen
modiſchen Diktat unterwirft und ſich den von den
großen Salons gegebenen Richtlinien fügt.
Schon infolge der Buntheit der Strandmode iſt
es möglich, wirklich originelle Effekte zu ſchaffen,
die denn auch nicht nur in den Badeanzügen, ſon=
dern
auch in den verſchiedenen Pyjamas, beſonders
aber in den zahlloſen Details zum Ausdruck kom=
men
, die vielleicht ſogar für die Wirkung der
Stranddreß letzten Endes entſcheidend ſind.
Da gibt es reizvolle Sommer=Strandſchirme aus
lichtechter Seide, aus Oelpapier oder aus farb=
echtem
Kreton, dann große, markant ornamentierte
Badetaſchen, (die dazu beſtimmt ſind, alles, was
man während des Halbtages am Strande braucht:
alſo ein Buch, kosmetiſche Dinge, Badetuch, Häub=
chen
, Strandſchuhe, Spiegel uſw. aufzunehmen).
Ausnehmend intereſſant ſind die breiten Bade=
gürtel
aus Gummi in aparten Kontraſtfarben; ſie
vermögen dank ihrer Originalität ſelbſt dem ein=
fachſten
Schwimmtrikot eine ganz entzückende Wir=
kung
zu geben, wie überhaupt die verſchiedenen
Strandneuheiten aus Kautſchuk ſehr gut gefallen:
ſo zum Beiſpiel die Gummi=Anſteckſträußchen, die
man auch während des Bades nicht ablegen muß
(da das Waſſer dieſen Blumen nichts anhaben
kann), ferner die zahlloſen Gummi=Ketten, die in
ihrem Farbreichtum und den originellen Formen
der einzelnen Kugeln, aus denen ſich die Kolliers
zuſammenſetzen, vielfach Beachtung finden.
Flott und eigenartig ſind auch die neueſten
Strandhüte, die eine Vielfalt der Formen auf=
weiſen
, wie ſie eigentlich bisher vollkommen unbe=
kannt
war. Da gibt es kleine, enganliegende Bas=
kenmützen
aus Gummi, die auch während des Schwimmens nicht
abgenommen werden müſſen und als leuchtende Farbflecken am
Waſſer ganz entzückend ausſehen; daneben aber ſchätzt man auch
die kleinen Leinenhüte, die vielfach vorn aufgeſchlagen werden
und das Geſicht in entzückender Art umrahmen; aber auch grell=
farbige
Kopftücher, die natürlich richtig gebunden werden müſſen,
ſind von ausgezeichnetem Effekt. Schließlich gibt es noch breit=

randige Strandhüte aus Stroh, die ſehr maleriſch ſind und darum
außerordentlich gefallen.
Anſtatt des Bademantels verwendet man gerne ein Vierecktuck
aus Frottierſtoff, das ebenſo gute Dienſte leiſtet, ſich beſſer ver=
packen
läßt und wenn es gut getragen wird auch ſehr ſchick
ausſieht. Wir zeigen im Hintergrunde ein lebhaft kariertes
Badetuch mit einfarbigem Rande, das ſicherlich außerordentlich

flott erſcheint. Eine wichtige Frage iſt natürlich
die des Badepyjamas; hier bringt die Strand=
mode
zwei vorherrſchende Typen, und zwar einer=
ſeits
Modelle mit langen, andererſeits ſolche mit
kurzen Beinkleidern; die letztere Art iſt natürlich
noch nicht ganz populär, wird aber in Amerika ſchon
ganz allgemein getragen und dürfte in abſehbarer
Zeit auch bei uns immer mehr Anklang finden, da
dieſe Mode es möglich macht, den Körper der Sonne
auch am Wege zum und vom Badeplatz auszuſetzen,
was natürlich viel vorteilhafter iſt, als wenn man
durch die langen Beinkleider lediglich einer Mode=
ſache
zuliebe in der Sommerhitze zu ſehr von der
Luft abgeſchloſſen iſt.
Beide Pyjama=Arten haben wir in unſerer
Gruppe feſtgehalten, und zwar links die lange, weito
Hoſe und dazu einen Paletot aus dem gleichen
Materiale (wobei ein Oberteil unnötig iſt, da vor
dem Bade der Schwimmanzug der Ergänzung die=
ſes
Pyjamas dient, während nach dem Bade, wenn
das feuchte Trikot abgelegt wird, der Paletot mit
einem Gürtel verſchloſſen werden kann, ſo daß der
Strandanzug neuerlich einen vollſtändigen Eindruck
ergibt).
In der Bildmitte aber zeigen wir den früher
erwähnten neuen Strandanzug mit kurzer Hoſe und
flotten Halbärmeln; für den Weg zum Badeplatze
ſieht über einem ſolchen Pyjama ein einfarbiger,
gegürteter Strick=Pullover apart aus und erweiſt
ſich wenn man nach dem Bade abgekühlt iſt
auch als ſehr vorteilhaft, ſo daß dieſe neueſte An=
regung
der Strickmodelle aller Vorausſicht nach
großen Anklang finden wird.
Die moderne Badedreß ſteht natürlich ganz im
Zeichen des Trikots, da man ſich längſt darüber
einig iſt, daß dieſes Material in jeder Hinſicht die
Erfüllung bedeutet und aus der Badegarderobe
der eleganten Frau überhaupt nicht mehr auszu=
ſchalten
iſt. Natürlich darf man ſich unter keinen
Umſtänden lediglich auf das Trikot beſchränken (das
ja nur zum Schwimmen beſtimmt iſt), ſondern er=
gänzt
es für den Strand durch ein Röckchen, womit
auch ſofort eine neue Wirkung geſchaffen iſt; ver=
vollſtändigt
man dann dieſen Schößel=Badeanzug
noch durch ein Jäckchen oder ein Cape in gleicher
Ausführung, ſo entſteht das Trikot=Bade=Enſemble‟,
das ſich in ſeinem beſonderen Schick an jedem
Strande ſehen laſſen darf!
Vielfach holt man hier aus Applikationen, die gerade in Trikot
immer von flotter Wirkung ſind, vortreffliche Effekte, doch kann
däneben auch die Intarſien=Technik noch immer als ſehr modern
bezeichnet werden und ſteht nach wie vor im Brennpunkte des In=
tereſſes
. Ein in der eben beſprochenen Art kombiniertes Jerſey=
Strandenſemble haben wir in unſerer letzten Skizze feſtgehalten
und zeigen damit die typiſche und richtunggebende Stranddreß.

Was man zum Cennis
tragt.
Wenn man an einem Tennisplatze vorbeigeht
und die vielen Sportlerinnen nur mit einem flüch=
tigen
Blick ſtreift, merkt man natürlich nicht ſofort,
daß es auch auf dieſem Gebiete eine ganz ausge=
ſprochene
Mode gäbe, und zwar eine Mode, die
keineswegs ſo leicht zu erfaſſen iſt, wie man ver=
mutet
. Mit dem herkömmlichen Faltenkleide allein
iſt es heute nicht getan, denn gerade beim Tennis
erweiſt ſich durch dieſes und jenes Detail der ſport=
liche
Schick der Frau, den ſie wo immer es nur
angeht gerne betont.
Die traditionelle Farbe der Tennisaufmachung
iſt (trotz aller Bemühungen mancher Salons, auch
Paſtellſchattierungen in Mode zu bringen) nach wie
vor weiß, denn nur in dieſem Falle begegnet die
Reinigung keinerlei Schwierigkeiten, was letzten
Endes gerade hier ausſchlaggebend iſt.
Allerdings würde eine ganz weiße Aufmachung
einigermaßen monoton wirken, und darin iſt eine
Gefahr zu ſuchen, der jede elegante Frau aus dem
Wege zu gehen wünſcht.
Sie verſucht darum, dem Tenniskleide auf irgend
eine Art markante, farbige Akzente zu geben, ſei
es nun durch eine Krawatte, ein Bändchen, durch
ein flott geknotetes Tuch, durch einen ſchicken
Schal uſw.
Aus demſelben Grunde zieht man vielfach zum
Tennis die ſogenannten Herrenhemdmaterialien,
heran, die in ſich gemuſtert (geſtreift oder gepunk=
tet
) ſind, wodurch der monotone Eindruck der weißen
Farbe ſofort beſeitigt wird.
Auch durch aparte Gürtel, die heuer noch moder=
ner
ſind als im Vorjahre, entſtehen ſchicke Effekte,
die beifällig beurteilt werden.
Mit dem Tenniskleide allein, iſt es natürlich
noch nicht getan, denn gelegentlich braucht man
auch eine kleine Umhülle für den Weg zum und
vom Sportplatze, um ſo mehr, als viele neue Ten=
nis
=Modelle im Rücken in Form des ſogenannten
Sonnenbrand=Dekolletés tief ausgeſchnitten ſind
und dadurch die Notwendigkeit eines Jäckchens oder
dergleichen gegeben iſt.
Am allerwichtigſten iſt für den Tennisſport eine be=
gueme
Kleidung, denn jedes Garderobeſtück, das im gering=
ſten
hemmend wirkt, wäre ein abſoluter Fehlgriff und entſpringt
offenſichtlich der Wahl einer durchaus unſportlichen Frau. Un=
ſportlichkeit
aber iſt das Schlimmſte, das einem ſolchen Kleide
nachgeſagt werden kann. Darum wird vor allen Dingen darauf
geſehen, die Rockpartien bequem und genügend weit zu ſchneiden.
Man verwendet auch hier ausſchließlich glockige oder faltige For=
men
. Die Oberteile dieſer Modelle müſſen ganz ſchlicht ſein,
wenn man ein ſolches Sportkleid wirklich gut auszunützen wünſcht.
Einige Anregungen für eine richtige und unbedingt vorteil=
hafte
Tennisgarderobe geben wir in unſerer Bildgruppe:

Faſſen wir vorerſt die zweite Figur ins Auge. Es handelt
ſich hier um ein ſehr flottes Tenniskleid, das aus weißer, in ſich
deſſinierter Waſchſeide gearbeitet iſt, wobei ſich inſofern ſchicke
Kontraſtwirkungen ergeben können, als der Oberteil das Material
in Querſtreifenrichtung verwertet, während bei der bogenförmig
anſetzenden faltigen Rockpartie die Längsſtreifung betont wird.
Die mantelkleidartig gekreuzte Linie des Oberteils iſt heuer
wieder ſehr beliebt, und macht ganz entſchieden ſchlank. Kurze
Aermel gehören ebenfalls der letzten Mode an und wurden binnen
kürzeſter Zeit außerordentlich populär. Ein farbiger Ledergürtel
gibt einem ſolchen Kleide den notwendigen dekorativen Effekt,
ohne dabei die ſportliche Note zu verwiſchen.

Sehr viele Tenniskleider werden aus Shan=
tung
verfertigt, der in ſeiner Naturfarbe un=
gemein
elegant iſt und ſich auch als beſonders
praktiſch erweiſt. Ein in ſeiner Einfachheit ſehr
ſympathiſch wirkendes Modell bringt unſer drittes
Bild, deſſen Oberteil den tiefausgeſchnittenen
Bubenkragen vor Augen führt, der an warmen
Sommertagen zum Sport viel empfehlenswerter iſt
als die Kragenpartien, die eng zum Halſe ſchließen.
Farbige Knöpfe und ein buntes Bändchen als Gar=
nierung
des angedeuteten Weſteneffektes ſind immer
anmutig und flott. Die Rockpartie, die abgeſtufte,
ſchmale Hohlfalten ſehen läßt, gibt dem Kleide die
notwendige Weite, ohne aber dabei den Eindruck
der modernen, ſchmalen Silhouette zu beeinträch=
tigen
. Zu ſolch einem ärmelloſen Sportkleide trägt
man gerne ein kurzes Cape aus gleichem Material,
das dieſes Modell, in richtiger Art zu ergänzen
vermag, ſo daß es nicht nur für den Tennis=
platz
, ſondern auch für die vormittägliche Pro=
menade
in der Stadt, beſonders aber als ſchicke
hochſommerliche Aufmachung für die Ferienzeit
in Frage kommt.
Das größte Intereſſe aber gilt den entzückenden
ſportlichen Jerſeykleidern, die ſich für den Tennis=
platz
als hervorragend geeignet erweiſen.
Schon ihre poröſe Struktur iſt vom hygieniſchen
Standpunkte aus betrachtet eine ideale Löſung
der . lerörterten Frage der richtigen ſportlichen
Kleidung; ferner ſichern ſie angeſichts ihres leicht
glockigen Schnittes abſolute Bewegungsfreiheit,
wie ja auch die Elaſtizität der Jerſeys gerade für
den Tennisplatz als ſehr vorteilhaft gilt.
Die Strickmode bringt dieſe Kleider (wir zeigen
ein ſchickes Modell im erſten Bild) vielfach mit
ſchlichten, geraden Jerſey=Jacken in greller Farbe
in Verbindung.
Für ſolche kleine Umhüllen, die als Yach=
tings
bekannt geworden ſind, hat die Dame
natürlich immer beſte Verwendung, gleichviel, ob
ſie nun für den Tennisplatz, für die Urlaubsfahrt
oder für einen kurzen Wochenendaufenthalt heran=
gezogen
werden ſollen.
Eine Neuheit der Saiſon iſt auch der drei=
viertellange
Tennispaletot, der in ſeinen leb=
haften
Farbtönen ſicherlich ausgezeichnet wirkt.
(Letzte Skizze.)
Geſunde, fröhliche Kinder ſind immer ein herzerquickender
Anblick. Wir ſollten ſie nicht wie Puppen oder wie ein Abbild der
Frau Mama herausputzen. Kindlich=ſchlichte formſchöne Kleidung
kommt ihrem natürlichen Reiz und ihrer Bewegungsfreude am
beſten entgegen, fördert zudem die geſunde Entwicklung und be=
wahrt
vor Eitelkeit. Dieſe Geſichtspunkte beſtimmten die Aus=
wahl
der 200 Modelle in dem neuerſchienenen Band 231 Das
deutſche Kinderkleid (Verlag Otto Beyer, Leipzig,
Herausgeber Verband Deutſche Frauenkultur e. V., Preis des
Bandes Mk. 2.). Es iſt für Buben und Mädels in jedem Alter
und für jede Jahreszeit geſorgt. 28 Schnitte und etwa 60 Arbeits=
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und Stickmuſter liegen auf großem, doppeltem Beilage=
bogen
koſtenlos bei. Eine Fülle Anregung und Hilfe für prak=
tiſche
Mütter!

[ ][  ][ ]

Nummer 149

Sonntag, den 31. Mai 1931

Seite 23

38)

Samia waind anstilet.
Roman von Alexandra von Boſſe.

Copyright 1930 by Karl Köhler u. Co., Berlin=Zehlendorf.
Roccaferri hatte weitergeſprochen. Tocellis Großmut lobend Roms fahren werde, bis du dort das findeſt, in dem er Auf=
and
es als ein Glück preiſend, das Flavia nicht hoch genug ſchätzen nahme fand. Mehr kann ich nicht verſprechen.
lönne, wenn ſie nach allem, was geſchehen, doch noch der Ehre
teilhaftig werden würde, Tocellis Gattin zu werden. Und er haupt keines war, da in keinem der Hoſpitäler Roms der Ver=
endete
befehlend:
Du wirſt dich jetzt ſofort bereit machen, mit mir zu fahren. zu, ſie derart zu betrügen, eine ſolche Möglichkeit kam ihr nicht
Geh, kleide dich zur Fahrt an ſofort! Gepäck brauchſt du in den Sinn. Sie wollte die Hoffnung nicht aufgeben, daß
nicht. Wir können auch nicht warten, bis Gräfin Amadea ihre Richard noch am Leben war und wieder geneſen würde. Der
Morgengebete beendet haben wird. Geh!
Vater, ich verlaſſe Raſano nur, um nach Rom zu gehen! daß ſie gar nicht mehr zu überlegen fähig war, ſonſt hätte ihres
erklärte Flavia ſehr beſtimmt. Niemand wird mich daran hin=

(Nachdruck verboten.)

dern können. Ich werde nicht ruhen, bis ich ihn, den ich als
meinen Gatten anſehe, geſunden haben werde! An ſeinem
Krankenbett iſt jetzt mein Platz!"
Zornrot wurde Roccaferri.
Biſt du wahnſinnig? fuhr er auf. Aber dann durchzuckte
ihn der Gedanke, ſcheinbar auf Flavias Wunſch einzugehen, ſie
auf dieſe Weiſe zu bewegen, mit ihm zu fahren. Gewaltſam
ſie dazu zu zwingen, war nicht möglich, weil Gewaltmittel ihm
hier nicht zur Verfügung ſtanden. Er brauchte ſich kein Ge=
wiſſen
daraus zu machen, ſie zu überliſten und zu betrügen,
nachdem ſie ihn in ſo unkindlicher Weiſe hintergangen hatte.
Den zornigen Ton beibehaltend, ſprach er weiter: Wahnſinnig iſt
es, was du willſt, denn dann würde deine Schande offenbar
werden. Aber als ich Oreſte im Gefängnis ſprach, war der
Deutſche ein Sterbender, er iſt gewiß ſchon geſtorben, zur Hölle
gefahren, wie er es verdient hat. Gut, du ſollſt dich ſelbſt
überzeugen, daß er tot iſt, darum willige ich ein, dir in Rom
Gelegenheit zu geben, dich von der inzwiſchen ſicherlich einge=
tretenen
Tatſache ſeines Todes zu überzeugen, wenn du mir
verſprichſt, mir dann willig nach Valcena zu folgen.
Flavia hatte ſich wieder geſetzt, ſaß mit verſchränkten Hän=
den
. Sie überlegte ihre Vaters Vorſchlag, und ſie dachte nicht
an Betrug.
War wirklich eingetreten, was ihr Vater als ſo gewiß an=
nahm
, war Richard ſeinen Verletzungen erlegen, dann war
gleichgültig, was mit ihr geſchah. Für dieſen Fall wollte ſie
verſprechen, dem Vater nach Valcena zu folgen. Hauptſache
war, daß ſie ſo ſchnell wie möglich nach Rom gelangte. Und
das gramvolle bleiche Geſicht zu ihrem Vater erhebend, ſagte ſie:
Für dieſen Fall verſpreche ich, mit dir nach Valcena zu
gehen. Dagegen aber gib du mir dein Ehrenwort, daß du mich,
ſobald wir in Rom ſind, heute noch zu dem Hoſpital führen
wirſt, in dem der verletzte Deutſche Aufnahme gefunden hat.
Ich weiß nicht erwiderte Roccaferri, in welchem Hoſpital
er liegt, aber ich gebe dir mein Ehrenwort, daß ich dich, ſobald
wir in Rom ſind, wenn du es ſo willſt, zu allen Hoſpitälern

Dies Verſprechen genügte ihr, die nicht ahnte, daß es über=
letzte
zu finden ſein würde. Sie traute es ihrem Vater nicht
Wunſch, ihn zu ſehen, bei ihm zu ſein, beherrſchte ſie ſo völlig,
Vaters Bereitwilligkeit, in Rom mit ihr von Hoſpital zu
Hoſpital zu fahren, ihren Verdacht erregen müſſen.
Sie eilte, ſich für die Fahrt zurechtzumachen. Währenddem
ſprach Roccaferri mit Giacomo, erklärte ihm, daß Familienange=
legenheiten
es nötig machten, daß Marcheſina Flavia ſchnell=
ſtens
nach Frascati zurückkehre. Um vor Nacht dort anzukom=
men
, könne er leider nicht abwarten, bis Gräfin Bronchi zu
ſprechen ſein würde. Dann teilte er dem alten Diener das
Notwendigſte über den Vorfall in Forli mit, worüber dieſer
ja bald aus der Zeitung unterrichtet werden würde, und empfahl
ihm, der Gräfin ſchonend davon Mitteilung zu machen, die Zei=
tungen
aber, die davon berichten würden, ihr zu unterſchlagen.
Giacomo ſagte, Gräfin Amadea rühre niemals eine Zeitung
an, ſie läſe nur religiöſe Schriften.
Vor dem Portikus pochte ſchon der Motor des Autos. Fla=
via
erſchien, in dunklen Mantel gehüllt, eine kleine Reiſetaſche
in der Hand. Nachdem ſie Giacomo gebeten, die alte Gräfin zu
grüßen, ihr zu erklären, daß die ſchnelle Abreiſe notwendig ge=
weſen
, ſie deshalb zu entſchuldigen, ſtieg ſie ein, ihr nach Rocca=
ferri
, und das Auto fuhr davon.
Es war ſchon faſt dunkel, als über einer Wolke von Dunſt
die mächtige Kugel des Sankt Peter ſichtbar wurde. Fieberhaft
erregt beugte Flavia ſich aus dem Fenſter. Roccaferri lächelte
höhniſch, ihre Erregung und Ungeduld betrachtend, die ſich immer
mehr ſteigerte, je mehr ſie ſich Rom näherten. Als ſie ſchon die
äußere Via Flaminia hinabfuhren, an dem einſamen, im Dun=
kel
ihrer Parks verſunkenen Villen vorüber, ſagte er: Wir
werden uns in Rom nicht aufhalten, ſondern direkt bis Frascati
durchfahren.
Flavia fuhr auf. Du verſprachſt mir
Gewiß, ich werde mein Verſprechen halten, wenn du dar=
auf
beſtehſt, in allen Hoſpitälern Roms nach dem Verletzten zu
fragen. Ich gab mein Ehrenwort."
Ich beſtehe darauf.
Ich denke nicht, erklärte ganz ruhig Roccaferri, wenn ich
dir ſage, daß du vergebens fragen würdeſt, denn der Verletzte
befindet ſich überhaupt nicht in Rom.

D
Ich hatte dir vorher nicht die Wahrheit geſagt, meine Liebe,
da ich es für beſſer hielt, dich darüber in Unkenntnis zu laſſen,
wo ſich die Begegnung zwiſchen Oreſte und dem Deutſchen zu=
getragen
hatte.
Du belogſt mich?"
Es war das zu deinem eigenen Beſten notwendig.
Flavia machte eine Bewegung, als wollte ſie die Tür des
Wagens aufreißen, um in voller Fahrt hinauszuſpringen, doch
mit eiſernem Griff packte Roccaferri ihren Arm.
Ich muß ich muß! ſtöhnte Flavia, ſich zu befreien
ſuchend.
Nichts mußt du, als gehorchen! ziſchte Roccaferri, indem
er ſie an beiden Armen packte und gewaltſam in die Polſter
zurückdrückte. Unbedingte Unterwerfung unter meinen Willen
verlange ich nunmehr von dir, ungeratenes Kind. Fügſt du
dich nicht freiwillig, wirſt du gezwungen werden.
Zuviel war auf Flavia eingeſtürmt an dieſem Tage. Nun
ſah ſie ſich hilflos in der Gewalt ihres Vaters, der ſie auf ſo
ſchnöde Weiſe überliſtet hatte. Nur kurz rang ſie gegen ſeine
überlegene Kraft an, dann erſchlafften plötzlich ihre Glieder und
Ohnmacht umfing ihre Sinne.
Fünfzehntes Kapitel.
Der alte Lanzi muß helfen.
Eine Nonne in weitem ſchwarzen Gewande, mit großer,
ſchwarzer Haube, weißen Binden um Stirn, Wangen und Kinn;
eine kleine Nonne mit rundem Bauerngeſicht und roten Wan=
gen
. Nichard Droſten beobachtete ſie voll Verwunderung, wäh=
rend
ſie an einem kleinen Tiſchchen irgend etwas anrichtete.
Und er ſah ſich in dem Raum um, der ihm ganz fremd war,
kahl, mit gewölbter Decke und einem Fenſter, das auf einen
Garten hinauszugehen ſchien, denn er ſah die belaubten Zweige
eines Baumes ſich leiſe im Winde wiegen.
Zunächſt konnte Richard ſich auf nichts beſinnen von dem,
was vorgefallen war. Er merkte, daß ſein linker Arm in einem
Verbande ruhte, und auch ſein Kopf war verbunden. Was
bedeutete denn das? War denn wieder Krieg? So benommen
war ihm im Kopf, daß er nicht nachzudenken vermochte, und ſo
ſchwach war er, daß er nur mühſam die rechte Hand erheben
konnte, als er den Kopfverband befühlen wollte. Aber ganz
plötzlich tauchte dann die Erinnnerung an ſein Zuſammen=
treffen
mit Flavia in Raſano in ihm auf, dann beſann er ſich
auch allmählich auf die überraſchende Begegnung mit dem Gra=
fen
Bronchi im Hotel San Marco in Forli. JJa, das war es
alſo: Der Wahnſinnige hatte auf ihn geſchoſſen, ihn verwundet,
nun lag er in einem Hoſpital. Wie lange ſchon?
Als er eine Bewegung machte, trat die kleine Nonne an
ſein Bett und fragte mit ihrer hellen Bauernmädchenſtimme in
deutſcher Sprache:
Wünſchen Sie was Herr Droſchte?"
Weil das ſtädtiſche Hoſpital überfüllt geweſen war, hatte
man Richard in ein kleines Krankenhaus gebracht, das von
Schweizer Nonnen vom Orden des Heiligen Kreuzes geleitet
wurde. Die kleine Schweſter Paſſithea ſtammte aus einer
Bauernfamilie von der ſchwäbiſchen Grenze, was ihre Aus=
(Fortſetzung folgt.)
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ſEne Aufdruck dch. für gemeinſ. Tages=
Verlag Bereiter, Paddel= u. Autotour.
Eln.=Zehlendorf 161 geſ.; ſpät. Heirat n.
Düppelſtraße 3a. ausg. Bildoff. erb. u.
(V.5634) T. 11 an die Gſchſt.*

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treuenKameradenundKollegen von meinem
Freund F. C., der am 5. Nov. 1914 als Kriegs=
freiwilliger
ſtarb aufeineAuseinanderſetzung
über das Geſchick zurückzukommen. Der=
jenige
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auf d m Friedhof an einem Samstag Abend
im Mai 1916 kennen lernte. Nur mit ge=
nauer
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ſchäſtsſtelle
.

Sohn von ehem.
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Konsul gibt in vorn.
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Unterr. Anfr. unter
T 9 Geschäftsst

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Neigungsehe. Bin 39 Jahre, 1.71, ſchlank,
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Seite 24

Sonntag, den 31. Mai 1931

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Bender
Georgenstraße 1½

Ueberall bekannt die wirklich
gute Küche!
Frühstück von 0.50 an
Mittagessen v. 0.90 an
Abendessen v. 0.80 an
Weine
7yo Ltr. . von 0.23 an
½ Ltr. . . von 0.55 an
Biere
Eder-Bräu
das bayerische
Oualitätsbier
Im 1. Stock Dachnarlen!

kurort Ludwigshohe

Luſte
Teleph. 591
Heute nachmittag 4 Uhr
Konzerk
ausgeführt vom Stadtorcheſter
unter perſönlicher Leitung von
Kapellmeiſter Willy Schlupp.
Eintritt frei. (8459) Eintritt frei.

Mafft
Inſtrumente
und Saiten
im beſten und
billigſten
nur
b. Kunſtgeigenbauer
Max Gerberk
nur Eing. Grafenſtr.
Reparaturen
billigſt.

Trinkt d. erfriſch.
Heil= u. Geſund=
heitsgetränk
der
Odenwälder
Edelquelle.
Aerztl. empf. geg.
Magen= u. Darm=
leiden
. Rheuma=
tismus
. Nieren=
u
. Zuckerkrankh.,
auch harnſäure=
treibde
. Wirkung.
Viele Dankſchrb.
beweiſ. d. Erfolg.
Vertrieb f. Darm=
ſtadt
u. Umgebg.:
Gg. Helmſtädter,
Viktoriaſtr. 54.
(8159a)

Schreib=
Rechen=
u
. alle anderen
Bürd=
maſchinen

liefert neu und ge=
braucht
, repariert
und reinigt
Heinrich Lautz
Darmſt., Ecke Rhein=
u
Grafenſtr. (307a

Hessisches
Landestheater
Sonntag
31. Mai 1931

ece
K 18
Bühn.- Volksb.

Außer Miete

Kleines Haus 2022.15 Uhr

Parsifal
von Richard Wagner
Preise 1.2012 Mk.

Der Kaiser von Amerika
Komödie in drei Akten von Shaw.
Preise 0.603 Mk.

Heute einzige Sonntags-Anfführung
Jeder einmal bei dem größten Arnold und Bach’schen Schlager

Weekend im
der dlpfel der Helterkelt!

Paradies
Dexentl Humorvoll!

in der glänzenden Nürnberger Gastbesetzung
W. MInauf als Regierungsrat Dittchen

Ke R
111, Kiosk, Paradeplatz 16, Orpheumskasse ab
(8512
3 Uhr ununterbrochen. Kassaruf 389

SAALSAUTUAR TET!
Heute Sonntag, den 31. Mai
(848
Großes
Militär-Konzert
1
G
Leitung: Kapellmeister W. Schlupp
Eintritt 25 Pfg.
Anfang 8 Uhr.
2, Rummel Spezialbier 35 Pfg. Eis, div. Erfrischungen.

e
Reslaurant Bürgerhof- mit Bürgerschenke strage 2
Inhaber K. Behrens jun., fr. Behrens-Hufnagel, Traisa
deden Sonntag Konzert
Mittagstisch mit Nachtisch von 1. Mk. an, im Abonnement 10 Prozent
Ermäßigung Reichhaltige Speisenkarte Schöner schattiger Garten"
Große und kleine Säle ohne Mietberechnung bei Restauration

Herrngarten-Café
von 11-12
sowie Nachm.
Uhr =FFühkonzert und Abend Aonzert

Im Cafe
Kunsier-Ronzer!
Jöst

Sonntags ab 4 Uhr nachm.
am Haupibahnhof
194a

Chauſſeehaus
Inh.: Pet. Heim Heldelbergerſtr. 39.
Empfehle meinen prima Mittagstiſch,
Heute Konzert.
Neues Billard. (8428a

Die schönste
Hartenwirtschaft
in mitten der Stadt
findet man im
Hestaurant Sitte
Karlstraße 15

Kath. Kirchengeſangberein

Gegr: 1856

St. Ludwig

Gegr. 1856

Anläßlich des 25jährigen Jubiläums:
Dienstag, 2. Juni 1931abends 20 Uhr im ſtädt. Saalbau
eftNonhert
Leitung: Herr Rektor Fr. Blumöhr, Darmſiadt.
Mitwirkende: Herr Opernſänger Joh. Biſchoff,
Darmſtadt. Herr Muſikdirektor M. Klaſſert, Kirchen=
chöre
St. Ludwig und Liebfrauen. Orcheſter des
Reichsbundes ehemaliger Militärmuſiker.
1. Abteilung: Werke von Paleſirina, Victoria, Orlando=
Laſſo, Haller, Bruckner und Wöß.
2. Abteilung: Werke mit Orcheſterbegleitung von Wöß
und Händel.
Preiſe der Plätze: RM. 2. 1.50 und 0.75.
Vorverkaufsſtellen: W. Griesheimer, Wilhelminenplatz
K. Berg, Pallaswieſenſir. 44, G. Grünewald, Herdweg21.
Karten auch an der Abendkaſſe.
(8458
Einkochen
im Gasbackofen
Kurzvorträge am Mittwoch, den 3. Juni und
Freitag, den 5. Juni, nachmittags 5 und
6 Uhr und abends 8 Uhr, im Ausstellungs-
Raum, Grafenstraße 30 (Laden).
Für diese Vorträge werden ab Montag im Ansstellungs-
Ranm, Grafenstr. 30, Eintrittskarten kostenlos abgegeben.
Direktion der städt. Betrlebe.
st. 8498)

Alkalische
Mineralguelle
Vilbel

Hassia-Sprude
Diätetisches Tafel-Getrank mit eigener nafürllcher Luellenkohlensäure.

Wegen seines hohen Gehaltes an Natron, Kalk,, Magnesia-
und Lithionsalzen von heil wirkendem Einfuß
bei Harn- und Verdauungsbeschwerden, Erkrankungen der
Leber- und Gallenwege sowie Kartarrhen aller Art Hügelstraße 27 Telephon 2468
Zu haben in allen Stadtteilen.

Generalvertretung
Heinrich Ostertag
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Wiener Kronenbräukeller
Telef 4348 Inh. Hans Tod Dieburgerſtr. 97
Heute Sonntag
von 4 Uhr nachmittags bis 11 Uhr abds,
Großes Gartenkonzert
der baheriſchen Trachten=Kapelle
Leitung Kapellmeiſter Breitwieſer
Eintritt frei!
8483)
Mittag= und Abendtiſch in groß. Answahl
ImAusſchank: Wiener Dopp.=Kronenbräu
Bei ungünſtiger Witterung findet das
Konzert in dem großen Bier=Zelt ſtatt

Holel Prinz Heinrich
Garten Konzert
Tanz E

Zum Roſengarten
Frankfurterſtraße 79
Heute
Großes Gartenkonzert

Peter Roßmann.

Pension Riedmaun,
Spessart Steinbach bei Lohr,
Tel. 150, die billigſte, herrl. geleg. Sommer=
friſche
zwiſchen Speſſartbg. und Maintal
(Beſte Schwimmgelegenh. Mod eingericht.
Vorzügl. Küche. Penſ.=Pr. (4 reichl. Mahlz.)
4 ℳK einſchl. Bed. Verlangen Sie ſofort
Proſp. Beſ. Georg Riedmann, 1V. 8450

K

Heute und folgende Tage

At

Nur noch heute und morgen

Ein ganz besonderes Ereignis.
Ein Lied von Lenz und Liebe aus
dem alten Wien.
DIE
Benaderis
Prändagstaan
Regie: Richard Oswald.
Kammerzänger Karl döken
Tauf!
als Franz Schubert.
In weiteren Hauptrollen:
Eretel Theimer, Lucie Englisch,
Siegfried Arno, Oscar Sima, Willi
Stettner, Gustl Stark-Gstettenbauer
AiP
u. v. a.
Der Film ist eine romantische
Episode aus dem Leben des großen / Regie G. W. Pabst. Freinach BertBrecht.
Musik von Kurt Weill.
Musikus von Wien.
In den Hauptrollen: Rudolf Forster,
Dazu
Carola Neher, Reinh. Schünzel, Frilz Rasp.
das gute Beiproxramm.
Dazu
Jugendliche haben Zutritt.
das tönende Beiprogramm.

Beginn: 2, 4.05, 6.10, 8.20 Uhr.

Beginn : 2, 4.05, 6.10, 8.20 Uhr.

Nur noch heute und morgen
Wiederum ein erstklassiges
stummes Doppelprogramm
Emil Jannings
in dem spannenden Filmwerk
Das Geheimnis
seiner Frau
Nach einer Novelle von Victor
Scherzinger u. Nicholas Sonssanin.
Regie: Lewis Milestone.
In weiteren Hauptrollen:
Esther Ralston und Gary Gooper.
Im II. Teil
Wallace Beery und
Raymond Hatton in
Rift u. Raft als Rerolverhelden
mit Mary Brian, William Powell
und Jack Luden. (V.8470
Regie: Frank Strayer.
Eine tolle und sensationelle
Angelegenheit.

Beginn:
Ab 2 Uhr, letzte Vorstellung 8. 15 Uhr.

Bei der Hitze fnden Sie in unseren Theatern angenehmen, kühlen Aufenthalt
mit ständiger Zufuhr abgelühlter Frischluft.

Heute
Unmnänntanleß Sonntar Kofäunt ir fiinA

8484 Tapezierarbeiten
w. gut u. bill. erled
Ankang 8 Uhr Angebote unt. S. 202
an die Geſchſtelle. (*
Eintrit frei

Mittagstiſch 209
(einſchl. Tagesſuppe)
Zehnerkarte 7.50 .
Sonntag, 31. Mai:
Saftſchinken
Stangenſpargel
Sce holl., Salzkart.
Montag, 1. Juni:
Kalbsragout
oder
Dtſch. Beefſteak m.EilJuni, vorm. 10 Uhr.
Dienstag, 2. Juni:
Wiener Schnitzel
Spargelgemüſe
oder
Salzkart., Kopfſalat.
Mittwoch, 3. Juni: Darmſtadt.
oder
Hausm. Bratwurſt
Croquett.Kopfſalat.
Donnerstag,4. Juni:
Sauerbraten
Kartoffelklöße
Friſches Kompott
oder
Salzkart.,Kopfſalat.
Freitag, 5. Juni: felder und Forts.
Fiſchfilet gebacken
Sce rem., gem. Salat
oder
Rippchen gem Salat
Samstag, 6. Juni: / Sof. Anmeldung
Ochſenfl. m. Beilage
Gr. Tunke, Salzkart.
Frühlingsſuppe Lyſſenhop=Frenz
m. Fleiſcheinl. 35,3. Mainz. (IV.8446
Metzg. u. Speiſehaus
Fauldrath Eisſchrank zu verkf.
Schulſtraße 9. * Fiedlerweg 1 pt. r. 6

Geſellſchaft
für Freie
Philsſophie
Darmſtadt,
Paradeplatz 2.

Einladung
zur ordentl. Haupt=
Reis od. Kartoffeln verſammlung 1931
auf Donnerstag, 18.
Salzkart.,Kopfſalat, im Geſchäftszimmer
der Geſellſchaft,
Paradeplatz 2.
Tagesordnung:
1 Geſchäfts= und
Salzkartoffeln Rechenſchaftsbericht,
2. Entlaſtung des
Rührei m. Schinken Vorſtandes, 3. Wahl
des Vorſtandes,
4. Verſchiedenes.
Gebackene Leber den 30. Mai 1931.
Rahmkartoffeln Graf v. Hardenberg,
Vorſitzender.
(8432)

6. und 7. Juni.
2tägige billige
Aukofahrt
nach
Schweinskotelette /Herdun
Beſicht. d. Schlacht=
Preis ab Mainz
einſchl. voll. Ver=
pfleg
., Unterkunft
40. Mark.
und Auskunft
Lloyd=Reiſebüro

Gut erhalt. 2türiger