Enzehummer 10 Pfennige
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Wöchentliche iluſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 138
Dienstag, den 19. Mai 1931.
194. Jahrgang
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(1 Dollar — 4.20 Markl. — Im Falle höberer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerſchtlicher Beltreibung ſäal jeder
Nabatt weg. Banſkonto Deutſche Banl und Darm=
Kädter und Natſonalbanl.
Die Bounniont vor vein Bolteroanograf.
Rechkliche Prüfung des Zollabkommens durch den Haager Gerichtshof.
Deukſchland und Oeſterreich haben eine Prüfung der Rechksfrage nicht zu ſcheuen.
Reichsaußenminiſter Dr. Curkius verwahrt ſich gegen das Aufrollen polikiſcher Fragen.
Wie Frankreich die Berkräge auslegt.
Henderſons Vorſchlag.
Genf, 18. Mai.
Die Tagung des Völkerbundsrates iſt am Montag vormittag
unter dem Vorſitz des Reichsaußenminiſters Dr. Curtius zunächſt
mit einer Geheimſitzung eröffnet worden, in der nach Erledigung
einiger Verwaltungs= und Budgetfragen der Vertrag mit
dem deutſchen Untergeneralſekretär Dufour=
Feronce und mit dem italieniſchen Untergeneralſekretär
Mar=
cheſe Paclucci auf ein Jahr verlängert worden iſt.
Curtius eröffnete ſodann die Verhandlungen über Punkt 3
der Tagesordnung: Das deutſch=öſterreichiſche Protokoll über den
Abſchluß einer Zollunion.
Das Wort ergriff der engliſche Außenminiſter Henderſon als
Antragſteller, der dem Völkerbundsrat folgenden
Entſchließungs=
entwurf vorlegte:
„Der Völkerbundsrat hat die Ehre, den Internationalen
Haager Gerichtshof zu erſuchen, auf Grund des Artikels 14 des
Völkerbundspaktes ein Gutachten zu erſtatten, ob die Zollunion
nach dem deutſch=öſterreichiſchen Protokoll vom 19. März 1931
ver=
einbar iſt mit dem Artikel 88 des Vertrages von St. Germain
und dem erſten Genfer Protokoll von 1922. Der Völkerbundsrat
erſucht den Haager Gerichtshof, dieſe Frage in dringendem
Ver=
fahren zu verhandeln. Der Generalſekretär wird beauftragt, ſich
dem Haager Gerichtshof zur Verfügung zu ſtellen und ſich bei den
Verhandlungen vertreten zu laſſen.”
Henderſon ſtellte feſt, daß die Frage der deutſch=öſterreichiſchen
Zollunion auf ſeinen Antrag auf die Tagesordnung des
Völker=
bundsrates geſetzt worden ſei. Er beabſichtige nicht, die
Inten=
ſionen der deutſchen und öſterreichiſchen Regierung in dieſer
An=
gelegenheit in Zweifel zu ziehen. Sie ſeien durch zwingende
wirtſchaftliche Gründe zu ihrem Schritt veranlaßt worden.
Leſterreichs Rechtsſtandpunkk.
Im Anſchluß an die Ausführungen Henderſons ergriff der
öſterreichiſche Vizekanzler Schober das Wort zu einer längeren, in
engliſcher Sprache vorgetragenen Rede. Dr. Schober erklärte, er
ſtimme dem Antrag Henderſons zu. Da aber Oeſterreich der
Ver=
letzung des erſten Genfer Protokolls beſchuldigt werde und dies
auch in dem franzöſiſchen Memorandum feſtgelegt ſei, müſſe er
jetzt ſeinen Rechtsſtandpunkt darlegen. Die in dem franzöſiſchen
Memorandum aufgeworfene Frage, ob die geplante deutſch=
öſter=
reichiſche Zollunion Oeſterreich wirtſchaftliche Vorteile bringen
werde, müſſe Oeſterreich ſelbſt überlaſſen werden, die gleichfalls
in dem franzöſiſchen Memorandum angeſchnittene Frage der
Meiſt=
begünſtigung wolle er jedoch hier nicht behandeln.
Er müſſe aber ſtrengſtens den Vorwurf der
Heimlichkeit bei den Verhandlungen
zu=
rückweiſen. Im einzelnen handele es ſich bei der
Rechts=
frage um das Genfer Protokoll von 1922. Oeſterreich habe
ſich dabei verpflichtet, ſich ſeiner Unabhängigkeit nicht zu
begeben, dieſe Verpflichtung jedoch nur darum eingegangen,
weil ſie identiſch ſei mit dem Artikel 88 des Vertrages von
St. Germain. Er müſſe ſich gegen jede extenſive Auslegung,
die zu einer Beeinträchtigung führe, verwahren.
Im weiteren Verlauf ſeiner Ausführungen unterſuchte
Scho=
ber die Frage, ob Oeſterreich ſich tatſächlich ſeiner
Unabhängig=
keit durch den Abſchluß der geplanten Zollunion begeben würde.
Daß dies nicht der Fall ſei, ergebe ſich aus einer ganzen Reihe
von Grundſätzen, die durch beſtimmte Richtlinien niedergelegt
ſeien. Jede der beiden Regierungen und jedes der beiden
Parla=
mente ſei unabhängig voneinander zur Feſtſtellung der Zolltarife
zuſtändig. Aenderungen bedürften der Zuſtimmung beider
Par=
lamente. Auch die Annahme, daß ein kleiner Staat von dem ihm
eingeräumten Recht einer Zollunion gegenüber ſeinem
mäch=
tigeren Partner nicht Gebrauch machen könne, widerſpreche jeden
von Oeſterreich bei Zollunionen gemachten Erfahrungen. Die
öſtetreichiſche Regierung verhandele jetzt mit mehreren
Nachbar=
ſtaaten über neue Verträge, die am 1. Juli in Kraft treten ſbllen.
Oeſterreich und Deutſchland ſeien bereit, jeder für ſich mit dritten
Staaten über die Angleichung von handelspolitiſchen Verträgen
und über die Herſtellung eines freien Handelsverkehrs zu
ver=
handeln. Alles dies beweiſe, daß Oeſterreich ſeine
handelspoli=
tiſche Unabhängigkeit nicht aufgebe.
Am Schluſſe ſeiner Ausführungen betonte Schober nochmals,
daß man die von Deutſchland und Oeſterreich
unternom=
mene Aktion durchaus ernſt zu nehmen habe. Es
könn=
ten auf Grund des Genfer Protokolls gegen
den geplanten Vertrag keine
Einwendun=
gen erhoben werden. Auf keinen Fall ſei es
zuläſſig, daß Schobers Beſprechungen mit
Dk. Curtius als eine Verletzung des Genfer
Protokolls bezeichnet würden. Einer der
wichtigſten Teile der Souveränität ſei ſein
Necht, mit anderen Staaten zu verhandeln.
Eine extenſive Auslegung des Genfer Protokolls würde die
Sorge des Auslandes um unſere Unabhängigkeit zu weit
treiben.
Das Genfer Protokoll verpflichte Oeſterreich nicht nur zur
Wah=
rung der Unabhängigkeit, ſondern auch zur Reſpektierung der
Verträge. Am Schluß erklärte ſich Dr. Schober nochmals
vor=
dehaltlos mit den Ausführungen Henderſons einverſtanden.
Briand gab in der heutigen großen Ausſprache des
Völker=
bundsrates über das deutſch=öſterreichiſche Zollprotokoll eine
ſchriftlich feſtgelegte Erklärung ab, in der er auf Grund des
geſtern bekanntgewordenen Memorandums der franzöſiſchen
Regierung noch einmal kurz den Standpunkt Frankreichs zu dem
Protokoll darlegte.
Eine Unterſcheidung zwiſchen der politiſchen und
wirt=
ſchaftlichen Unabhängigkeit Oeſterreichs ſei nicht möglich,
da die Unabhängigkeit Oeſterreichs gleichmäßig im
Ver=
trag von Verſailles, von St. Germain umd im Genfer
Protokoll von 1922 garantiert ſei und dieſe Beſtimmungen
untrennbar wären, und eine Verletzung einer dieſer
Be=
ſtimmungen gleichzeitig die Verletzung ſämtlicher
Beſtim=
mungen der Verträge auslöſe.
Briand erkannte ſchließlich uneingeſchränkt den
Vor=
ſchlag Henderſons an, nunmehr ein
Rechtsgut=
achten des Haager Gerichtshofes einzuholen. Zunächſt
handele es ſich lediglich um den rechtlichen Charakter
dieſes Problems, aber das Problem trage auch eine politiſche
Seite, die nunmehr aufgerollt ſei und die der Völkerbundsrat
prüfen müſſe.
Jtalieniſche Anſpielung auf die Reparakionsfrage.
Der italieniſche Außenminiſter Grandi gab hierauf eine
Er=
klärung zum Zollabkommen ab, in der er darauf hinwies, daß
dieſes Abkommen bisher als ein weſentliches Element der
ge=
ſamten europäiſchen Wirtſchaftskriſe behandelt worden ſei. Grandi
ſpielte ſodann unmittelbar auf die Reparationsfrage an und
er=
klärte, ohne Zweifel leiden Deutſchland und Oeſterreich nicht nur
an den allgemeinen Kriſenerſcheinungen, ſondern auch an den
Regelungen beſtimmter Art. Die italieniſche Regierung erkläre
ſich von neuem bereit, im Geiſte freundſchaftlicher
Zuſammen=
arbeit insbeſondere die Deutſchland und Oeſterreich in dieſem
Zuſammenhang berührenden Fragen zu prüfen. Grandi erklärte
ſich dann mit der rechtlichen Prüfung durch den Haager
Gerichts=
hof einverſtanden. Eine endgültige Stellungnahme würde erſt
möglich ſein, wenn die Frage von allen Seiten eingehend geprüft
ſei und ihre wahre Tragweite endgültig feſtſtehe. Zweifellos ſei
die Lage außerordentlich ernſt. Die Notwendigkeit einer Löſung
ſei zwingend.
Curkius ſehzt ſich mit den Gegnern
des Zollabkommens auseinander.
Nach dem italieniſchen Außenminiſter nahm Dr. Curtius in
eindrucksvollen, längeren Ausführungen zu den verſchiedenen, von
ſeinen Vorrednern aufgeworfenen Fragen Stellung. Er betonte,
daß die Auslegung der hier in Frage kommenden vertraglichen
Beſtimmungen in erſter Linie Sache der öſterreichiſchen
Regie=
rung ſei, aber auch die deutſche Regierung habe bei ihren
Ver=
handlungen darauf Wert gelegt, daß der geplante Vertrag nicht
im Gegenſatz zu geltenden Verträgen ſtehe.
Dr. Curtius wies ſchließlich mit Entſchiedenheit den Verſuch
zurück, neben der Rechtsfrage auch politiſche Fragen in die
De=
batte zu werfen. Es erſcheint mir nötig, ſo erklärte er, eines
mit aller Klarheit zu betonen: Wir ſind damit einverſtanden,
daß der Haager Gerichtshof die Rechtsfrage klärt. Es iſt aber
nicht zuläſſig, daneben den Völkerbund anzurufen, um den Vertrag
hier unter dem Geſichtspunkt einer Störung des europäiſchen
Ein=
vernehmens oder gar des europäiſchen Friedens zur Debatte zu
ſtellen. Jede Regierung müſſe ſelbſt darüber entſcheiden, was
unter Unabhängigkeit zu verſtehen ſei. Nur diejenigen Verträge
könnten als verboten erklärt werden, die über den Rahmen der
Wirkung geltender Verträge hinausgingen. Dies ſei jedoch bei
dem deutſch=öſterreichiſchen Zollabkommen keineswegs der Fall.
Die deutſche Regierung beſtreite entſchieden,
daß der Vertrag von St. Germain auch die
wirt=
ſchaftliche Unabhängigkeit Oeſterreichs
ein=
ſchränke. Dieſer Vertrag garantiere ſicherlich
die politiſche Unabhängigkeit Oeſterreichs, ſollte
er jedoch auch die wirtſchaftliche Unabhängigkeit Oeſterreichs
ein=
ſchränken, wie behauptet werde, ſo würde die deutſche
Re=
gierung keinerlei Bedenken haben, daß dieſe
Frage vor dem Haager Gerichtshof geklärt würde.
Die im Zuſammenhang mit dem Zollabkommen aufgeworfenen
wirtſchaftlichen Fragen müßten in dem Europaausſchuß erörtert
werden. Auch die Frage der Meiſtbegünſtigungsklauſel ſei im
Europaausſchuß zu behandeln. Wenn durch den Haager
Gerichts=
hof die Rechtsfragen geklärt ſeien, kämen übrigens ſämtliche
an=
deren aufgeworfenen Fragen damit endgültig in Wegfall. Denn
wohin würde man gelangen, wenn man im Völkerbundsrat
in Zukunft internationale wirtſchaftliche Verträge nur unter
dem Geſichtspunkt behandelte, ob ſie dem einen oder anderen
Staat genehm und günſtig ſeien?
Die Beſonderheit des deutſch=öſterreichiſchen Falles liegt nur
in den geltenden vertraglichen Beſtimmungen. Iſt dieſe Frage
geklärt, ſo würde eine darüber hinausgreifende Befaſſung des
Völkerbundes mit der Angelegenheit nichts anderes bedeuten, als
unſere beiden Staaten als Staaten minderen Rechtes zu
behandeln. Die deutſche Regierung und die öſterreichiſche haben
übereinſtimmend erklärt, daß ſie mit dieſem Plan keinerlei
poli=
tiſche Abſicht verfolgen. Sie können verlangen, daß man dieſer
Erklärung Glauben ſchenkt.
* Das Prinzip des geringſten
Widerſtandes.
Von
Oberlandesgerichtspräſident i. R. Dr. Beft, Darmſtadt, M. d. L.
Obwohl auf Grund der Notverordnung vom 1. Dezember
1930 die Beamten in Reich, Ländern und Gemeinden 477
Milli=
onen jährlich zur Heilung der öffentlichen Finanzen beitragen,
obwohl der verſprochene Ausgleich durch Senkung der
Lebens=
haltung ausgeblieben iſt und neue Preisſteigerungen drohen,
tauchen mit der Nachricht über neue Fehlbeträge neue Gerüchte
über geplante Gehaltskürzungen auf. Und Reichskanzler und
Reichsfinanzminiſter ſchweigen. Obwohl Erſterer beim Empfang
der Spitzenorganiſationen im Dezember 1930 erklärt hat, daß
die Beamtengehalte nur bei ſparſamſter Lebenshaltung zureichten
und weitere Kürzungen weder begründet noch geplant ſeien.
Wiederholt habe ich in Reichs= und Landtag dargelegt, daß
die Gehaltskürzung weder ſachlich begründet noch rechtlich
zu=
läſſig iſt. Meine damaligen Ausführungen gingen in ihren
Grundzügen dahin:
Die Gehalte der deutſchen Beamten ſtanden in der
Vor=
kriegszeit hinter denen der benachbarten Länder zurück. Ihre
Kaufkraft wurde durch die Inflation gemindert, und die beiden
Beſoldungsordnungen der Jahre 1924 und 1927 haben das
Realgehalt der Beamten nur zum Teil wiederhergeſtellt. Nur
die drei unterſten Gehaltsgruppen erreichen ein Realgehalt von
98, die mittleren Beamten ein ſolches von 76 bis 84 und die
oberen Beamten ein ſolches von 60 bis 70 Prozent. Das
be=
deutet im Gegenſatz zu den Arbeiterlöhnen ein ſtarkes Sinken
des Realgehalts gegenüber der Vorkriegszeit. Die deutſchen
Arbeitslöhne ſtanden vor dem Kriege denen der beſſer geſtellten
Nachbarländer gleich. Sie haben ſeit dem Jahre 1929 bei den
gelernten Arbeitern eine Realhöhe von 100, bei den ungelernten
Arbeitern eine ſolche von 116 Prozent erreicht. Das ſind aber
nur die Tariflöhne, die Mindeſtſätze darſtellen und durch die
ver=
tragsmäßigen Löhne bis zu 26 v. H. überſtiegen werden. Die
Entwicklung der Arbeitslöhne bietet ſomit ein weſentlich
an=
deres Bild als die der Gehälter, namentlich der obern und
mitt=
leren Beamten.
Die Beamtengehälter ſtehen auch hinter den Bezügen der
freien Berufe mit gleicher Vorbildung weſentlich zurück. Ein
Nichter beiſpielsweiſe ſteht in ſeinen Bezügen weſentlich
ſchlech=
ter als etwa ein beſchäftigter Anwalt, ein beſchäftigter Notar,
Arzt, Techniker oder gar ein oberer Beamter der Induſtrie, die
oft ſehr erhebliche Bezüge aufweiſen. Das iſt in gewiſſem
Um=
fange deshalb berechtigt, weil der Beamte penſionsberechtigt iſt,
während der Angehörige der freien Berufe für ſein Alter ſorgen
muß. Wenn ſich gleichwohl tüchtige Männer der
Beamtenlauf=
bahn gewiomet haben, ſo iſt das einmal auf die ſozialen
Vor=
teile zurückzuführen, die die Beamtenſtellung früher bot. Und
zum anderen auf die Sicherung, die den Beamten in der Penſion
und Hinterbliebenenverſorgung zuteil wird. Penſion und
Hin=
terbliebenenverſorgung bilden rechtlich lediglich einen
hinaus=
geſchobenen Teil des Gehalts, das der Beamte bezieht. Ihre
bisherige Sicherheit war durch die weſentlich niedrigeren Bezüge
während der aktiven Dienſtzeit teuer erkauft.
Die Sonderbelaſtung der Beamten iſt hiernach ſachlich
unbe=
gründet. Sie iſt aber auch verfaſſungswidrig. Daß die
Reichs=
regierung ſelbſt erhebliche Rechtsbedenken hatte, beweiſt die Art
und Weiſe, wie ſie die Sonderbelaſtung bald als Steuer, bald
als Gehaltskürzung aufgezogen hat. Als Steuer aber verſtößt
die Sonderbelaſtung der Beamten gegen die Artikel 109 und 134
der Reichsverfaſſung. Namentlich gegen den Artikel 134, der
fordert, daß zu allen öffentlichen Laſten alle Staatsbürger im
Verhältnis ihrer Leiſtungsfähigkeit heranzuziehen ſind. Dieſer
Grunoſatz gilt nicht nur für laufende, ſondern auch für einmalige
Steuern und nach ihm hat man ſowohl beim Wehrbeitrag wie
beim Reichsnotopfer, das in die Zeit der jetzigen Verfaſſung
fällt, verfahren. Als Gehaltskürzung dagegen, wie ſie die
Not=
verordnung behandelt, verſtößt die Sonderbelaſtung gegen den
Artikel 129 der Verfaſſung und wird, wie der Berliner
Staats=
rechtler Profeſſor Tringel dargelegt hat, durch den § 34 des
Reichsbeſoldungsgeſetzes nicht gerechtfertigt. Bedarf hiernach ein
gehaltskürzendes Geſetz der im Art. 76 RV. vorgeſehenen
Mehr=
heit, ſo durfte die Gehaltskürzung mittels Notverordnung
des=
halb nicht erfolgen, weil der Art. 129 RV. im Art. 48 nicht
unter denjenigen Verfaſſungsartikeln aufgeführt iſt, die dem
Zu=
griff des Reichspräſidenten unterliegen. Da aber der
Reichspräſi=
dent hiernach in den Art. 129 RV. nicht eingreifen kann, iſt er
auch nicht in der Lage, den Ländern eine Gehaltskürzung
vor=
zuſchreiben oder ſie dazu zu ermächtigen, weil nach Art. 13 RV.
Reichsrecht Landrecht bricht und die Länder deshalb zur
Ge=
haltskürzung erſt auf Grund einer Aenderung des Art. 129
be=
rechtigt wären.
Von einer Ergänzung dieſer Rechtsausführungen ſehe ich
ab. Denn das politiſche Geſchehen der Gegenwart beweiſt
immer deutlicher, daß die Forderungen der Gerechtigkeit, die nach
dem Grundſatze „justitia fundamentum regnorum” den
Obrig=
keitsſtaat beherrſchten, dem Syſteme des geringſten Widerſtandes
gewichen ſind. Das liegt nicht etwa an einer grundſätzlich
ver=
ſchiedenen Einſtellung der Staatsformen. Auch wenn man bei
beiden gleichermaßen das Gefechte und Verſtändige will,
unterliegt der parlamentariſch regierte Staat bei der
Durch=
führung des Gewollten Hemmungen, die im Obrigkeitsſtaate
nicht beſtehen. Da im parlamentariſchen Staat die Gewalt
grundſätzlich vom Volke ausgeht, ſind Machthaber und Parteien
in weitem Umfange von der Maſſe abhängig. Von ihr gilt aber
inmal das Schillerwort: „Jeder, ſieht man ihn einzeln, iſt
leid=
lich klug und verſtändig; ſind ſie zur Maſſe vereint, gleich wird
ein Dummkopf daraus.” Und dann werden die Forderungen
der Maſſe vorwiegend durch die Sonderintereſſen der
Macht=
gruppen, in die ſie zerfällt, beſtimmt. Daraus folgt
zwangs=
läufig, daß im parlamentariſchen Staate das geſchieht, was den
Jutereſſen der Maſſen= und Geldmacht, als der ſtärkſten und
deshalb ausſchlaggebenden Machtgruppen entſpricht. Gleichviel,
ob es dem Gemeinwohl dient und ob es gerecht und gut und
verſtändig iſt. Und je ſtärker auf einem Gebiete die
Iutereſſen=
gegenſätze ſind, deſto rückſichtsloſer und brutaler macht ſich der
Machtſtandpunkt geltend. Das erſchütterndſte Beiſpiel dafür ſind
Nummer 138
Seite 2
die Juligeſetze von 1925, die vieltauſendjähriges Kulturrecht
auf den Kopf geſtellt und die Erſparniſſe des Mittelſtandes der
Geldmacht und dem Grundbeſitz ausgeantwortet haben.
Im Hinblick auf die vorſtehende Feſtſtellung ergibt die
heu=
tige Lage in Kürze folgendes Bild. Abgeſehen von den
un=
tragbaren Reparationslaſten und dem wachſenden Beſtreben
wei=
ter Kreiſe, alle Sorge für ſich und ihre Angehörigen auf die
All=
gemeinheit abzuwälzen, iſt die Kriſe der Wirtſchaft und der
öffentlichen Finanzen weſentlich durch die Ueberſpannung der
ſozialen Laſten verurſacht. Insbeſondere auf dem Gebiete der
Arbeitsloſenverſicherung, die jeden Haushaltsplan über den
Hau=
fen wirft und zahlloſe Gemeinden zugrunde richtet. Auch die
Beſtimmung des Arbeitslohns nach machtpolitiſchen anſtatt nach
wirtſchaftlichen Grundſätzen wirkt verhängnisvoll. Denn ſie
läßt die weltwirtſchaftliche Gebundenheit der deutſchen
Wirt=
ſchaft unberückſichtigt und iſt in Verbindung mit überhohen
Steuern und Soziallaſten für die Rationaliſierungen
mitbeſtim=
mend, die ihrerſeits in verhängnisvollem Kreislauf wieder die
Arbeitsloſigkeit vornehmen. Auch die Aufblähung des
Beam=
tenkörpers hat ruinös gewirkt. Sie hat allein in Heſſen ſeit
dem Jahre 1914 eine Vermehrung der Zahl der Staatsbeamten
von 3541 auf 12383 zur Folge gehabt und iſt, abgeſehen von
der Uebernahme der gemeindlichen Volksſchul= und
Polizei=
laſten weſentlich dadurch verurſacht, daß man die
Beamteneigen=
ſchaft einerſeits auf zahlreiche Bedienſtete erſtreckte, die mit der
Wahrnehmung ſtaatlicher Hoheitsrechte nichts zu tun haben und
ſie anderſeits mit zehnjähriger Wahrnehmung eines ſtaatlichen
Dienſtverhältniſſes automatiſch verknüpfte. Nicht minder
ſchäd=
lich und den Finanzen nachteilig hat ſich die Einmengung der
öffentlichen Hand in privatwirtſchaftliche Betriebe aller Art
be=
ſonders auch inſofern ausgewirkt, als ſie einander
widerſtre=
bende privatwirtſchaftliche und ſozialiſtiſche Wirtſchaftsgrundſätze
unheilvoll vermengte. Nur wenn dieſe weſentlichen Urſachen
der finanziellen Not beſeitigt und die auch dann noch
verblei=
benden ſchweren Laſten nach den gerechten Vorſchriften der
Reichsverfaſſung auf alle Schultern im Verhältnis ihrer
Trag=
fähigkeit verteilt werden, iſt eine Geſundung des kranken
Volks=
körpers möglich. Beiden Forderungen aber ſtellt der Einfluß
der Maſſen= und Geldmacht ſchwerſte Hinderniſſe entgegen.
Ebenſo wie in dem aufgeblähten Beamtenkörper hat die erſte
zahlreiche Parteigänger in den Privatbetrieben der öffentlichen
Hand untergebracht und widerſtrebt deshalb mit den
unmittel=
baren Nutznießern der Mißſtände der gebotenen Aenderung.
Be=
züglich der machtpolitiſch überhöhten Löhne verkennen die
Ge=
werkſchaften nicht, daß die Wirtſchaftslage ſie nicht tragen kann.
Sie folgen aber nicht dem Beiſpiel Amerikas, das die Lehre
von der automatiſchen Belebung der Wirtſchaft durch hohe Löhne
aufgegeben hat, ſondern mindern die Wirkung der unerläßlichen
Lohnſenkung durch deren Verkoppelung mit der Verkürzung der
Arbeitszeit. Daß den Opfern der Arbeitsloſigkeit geholfen
wer=
den muß, ſteht außer Frage. Streitig iſt nur, auf welchem Wege
dies zu geſchehen hat. Die angebliche „Verſicherung” iſt
begriff=
lich keine ſolche. Denn die wirkliche Verſicherung erfordert, daß
die Verſicherten, — bei der Sozialverſicherung wenigſtens
Ar=
beitnehmer und Arbeitgeber gemeinſchaftlich —, die Mittel zur
Deckung der Verſicherungsleiſtungen aufbringen. Da das bei
der Arbeitsloſenverſicherung nur zum kleineren Teile der Fall
iſt, ſtellt ſie ſich in weitem Umfang nicht als Verſicherung,
ſon=
dern als „Fürſorge” dar. Die Beſeitigung dieſer begrifflichen
Unwahrhaftigkeit aber begegnet dem Widerſtande aller derer, die
daraus Vorteile ziehen, daß auch die Pſeudoverſicherung
weiter=
gehendere Anſprüche als die bloße Fürſorge gewährt. Stehen
ſo die Jutereſſen der Maſſenmacht der Beſeitigung weſentlicher
Urfachen der Finanznot entgegen, ſo widerſetzt ſich die
Geld=
macht anderſeits der gerechten Forderung der Reichsverfaſſung,
daß die durch ſie bedingten Laſten nach dem Verhältnis ihrer
Leiſtungsfähigkeit durch alle Staatsbürger gleichmäßig zu tragen
ſind. Wie ſie im Jahre 1925 durch ihren Exponenten Dr. Luther
die Vernichtung ihrer Schulden durchgeſetzt hat, ſo ſtellt ſie jetzt, bei
der gewaltigen ſteuerlichen Ueberlaſtung diesmal mit vollem Recht,
den Grundſatz auf, daß die „Wirtſchaft” neue Steuern nicht
ver=
trage, und der Ausgleich darum allein durch Senkung der
Aus=
gaben erfolgen müſſe. Dem ſteht aber, wie dargelegt, gerade
bezüglich derjenigen Ausgaben, die den Zuſammenbruch ver
urſacht haben, der Widerſtand der Maſſenmacht entgegen. Und
deshalb weiſt der Reichsarbeitsminiſter, der als Vertreter der
Maſſenmacht in der Reichsregierung auch einen ſachlich gebotenen
Abbau ihrer „Errungenſchaften” tunlichſt verhindern will,
aber=
mals auf das Mittel der Gehaltskürzung hin. Die Parallele,
die er zwiſchen Beamten und Arbeitern mit der Folgerung
zieht, daß eine Lohnſenkung notwendig eine Gehaltskürzung
bedinge, liegt ihm nach ſeinem Werdegange nahe, iſt aber ſachlich
nicht berechtigt. Einmal, weil verſchiedene Vorbildungen auch
verſchiedene Arbeitswerte bedingen und dann, weil der Beamte
nicht wie der Arbeiter die wechſelnde Konjunktur ausnützen
kann. Das hat, wie bereits erwähnt, zur Folge gehabt, daß die
durchſchnittliche Lohnhöhe einem Index von 170 entſpricht und
ſomit annähernd ebenſoviel über dem Index der Lebenshaltung
liegt, als der Gehaltsindex dahinter zurückgeblieben iſt. Not=
Von Dr. Hellmut Thomaſius.
Künſtleriſche Auffaſſung in Verbindung mit alter
handwerk=
licher Ueberlieferung waren jahrhundertelang richtunggebend für
jegliche Art baulicher Betätigung. Der Bauſtil änderte ſich im
Laufe der Zeiten. Die bewährten Grundſätze des Handwerks
wurden getreulich weitergepflegt. Nur langſam drang Neues ein,
nur zögernd wurde es aufgenommen. Das ging, ſolange es keine
Technik gab. Mit ihr begann der Einfluß des Ingenieurs, durch
den ſich mancherlei änderte. Noch immer aber war für den
Außen=
ſtehenden nicht viel von dem zu merken, was durch die
Entwick=
lung der Technik geſchaffen wurde. Bis vor nicht allzu langer
Zeit ein Umſchwung von ſo gewaltigem Ausmaße einſetzte, wie
man ihn vorher noch nie erlebt hatte. Umſtellungen auf allen
Ge=
bieten. Von ihnen konnte das Bauen nicht unberührt bleiben.
Wirtſchaftliche Verhältniſſe machten ſich geltend. Die Bevölkerung,
insbeſondere in den Großſtädten, wuchs mit unheimlicher
Ge=
ſchwindigkeit an, ſchnellere und leiſtungsfähigere Verkehrsmittel
ſtanden zur Verfügung. Der Wert des geſunden Wohnens wurde
erkannt. In der
Mitte der Städte entſtand Raumnot.
Gleichzeitig trat das Verlangen nach mehr Bewegungsraum für
den Einzelnen, nach Siedlungen, nach Grünflächen, nach Turn=
und Spielplätzen auf. An die Stelle der Mietswohnung ſollte
das Eigenhaus treten. — Alles dieſes ſtellte das Bauweſen vor
große, neue und manchmal recht ſchwer zu löſende Aufgaben. Die
Forderungen der Zeit führten hier rückwirkend zu neuen Anſichten
über die Verteilung und Verwendung des Baugrundes, über die
Entwicklung des Städtebaues, ſie wurden Anlaß zur Durchbildung
neuer Bauverfahren und zur Schaffung zahlreicher neuer
Bau=
ſtoffe. Noch iſt dieſe Umwälzung nicht zum endgültigen Abſchluß
gekommen, noch ſtehen wir mitten in einer Sturm= und
Drang=
periode. Aber gerade deshalb iſt es von hohem Wert, einmal
Umſchau zu halten, und das mit kritiſchem Blicke und in
zweck=
mäßiger Zuſammenfaſſung zu prüfen, was bisher geleiſtet wurde.
Dieſe Prüfung ſoll ſich auch auf das Werdende, auf das
Kom=
mende erſtrecken. Sie ſoll ſich auf das Viele beziehen, das noch
ſeiner dereinſtigen Verwertung harrt. Aus dieſen Gründen muß
der Zeitpunkt für die Veranſtaltung der Deutſchen Bauausſtellung
als ein ſehr günſtig gewählter bezeichnet werden. Er hätte gar
nicht günſtiger liegen können. Trotz ihres großen Umfanges
ent=
hält ſie nur das Weſentliche, zeigt ſie an klaren, eindeutigen, bis
ins Letzte ſorgfältig durchgearbeiteten Beiſpielen, was bisher auf
jedem der zahlreichen Gebiete des Bauweſens erreicht wurde, läßt
ſie erkennen, was werden wird. In
Dienstag, den 19. Mai 1931
Vom Tage.
Die Darſtellung eines Berliner Morgenblattes über eine neue
Not=
verordnung, in der weitere Herabſetzung der Beamtengehälter und
Kür=
zung der Sozialleiſtungen vorgeſehen ſein ſollen, wird an zuſtändiger
Stelle als reine Kombination bezeichnet.
Durch die im Oſthilfegeſetz beſchlofſene Verlängerung der
Geltungs=
dauer des Geſetzes über die Gewährung von Darlehen zur Hebung der
landwirtſchaftlichen Erzeugung vom 22. Juni 1926 wird es dem Reichs
miniſterium für Ernährung und Landwirtſchaft möglich, den aus
land=
wirtſchaftlichen Kreiſen allſeitig geäußerten Wunſch auf Fortſetzung der
Silokreditaktion zu entſprechen.
Das neue Preußiſche Polizeiverwaltungsgeſetz, das am 12. Mai
vom Landtag verabſchiedet wurde, wird am 1. Oktober d. Js. in Kraft
treten. Zurzeit wirb im Miniſterium des Innern an den
Ausführungs=
beſtimmungen gearbeitet, die kaum vor dem Auguſt herauskommen
dürften.
In Danzig fanden am Sonntag Kreistagswahlen ſtatt, wobei es zu
zahlreichen blutigen Zuſammenſtößen kam. Sechs Nationalſozialiſten
ſind zum Teil ſchwer verletzt worden. Bei der Wahl iſt eine Zunahme
der Sozialdemokraten und Nationalſozialiſten und eine Abnahme der
kommuniſtiſchen und der bürgerlichen Stimmen zu verzeichnen.
In einer amtlichen Mitteilung gibt die Danziger Regierung bekannt,
daß eine Teilnahme Danzigs an den Verhandlungen des Europa=
Aus=
ſchufſes nicht möglich iſt, da ihr die polniſche Regierung die Einladung
zur Teilnahme an der Tagung erſt am 18. Mai, alſo drei Tage nach dem
Beginn der Verhandlungen des Europa=Ausſchufſes, übermittelt habe.
Die Internationale Weizen=Konferenz, an der Delegierte aus el
Weizen exportierenden Ländern teilnehmen, wurde am Montag im
Lon=
doner Canada=Haus eröffnet. Der Oberkommiffar für Kanada,
Fergu=
ſon, übernahm das Präſidium.
Der für Montag angekündigte Generalſtreik in Roubaix=Toureoing
wurde von der Arbeiterſchaft faſt vollſtändig befolgt. Um 12 Uhr
mit=
tags befanden ſich von etwa 125 000 in der Textilindnſtrie beſchäftigten
Arbeitern 100 000 im Ausſtand.
Der ſpaniſche Miniſter des Innern hat dem Biſchof von Vitoria
den Rat gegeben, Spanien zu verlafſen, da er durch ſeine politiſche
Tätigkeit den öffentlichen Frieden gefährdet. Daraufhin hat der Prälat
Spanien verlaffen.
Die Unruhen bei den Wahlen in Aegypten haben zahlreiche
Men=
ſchenopfer und noch mehr Verletzte gefordert. Im ganzen ſollen vierzig
Perſonen getötet und über 1000 verletzt worden ſein.
wendige Aenderungen am Lohnindex würden deshalb
Rückwir=
kungen auf die Beamtenbeſoldung nur dann rechtfertigen, wenn
ein volkswirtſchaftlich unrichtiges Verhältnis zwiſchen
Arbeits=
lohn und der Beſoldung vergleichbarer Beamtengruppen
nach=
gewieſen würde. Obwohl ein ſolcher Nachweis nicht einmal
vei=
ſucht wurde, hat die Notverordnung der Forderung des
Reichs=
arbeitsminiſters ſtattgegeben. Und der Reichsfinanzminiſter hat
im Reichstage wiederholt beſtätigt, daß das Ergebnis nicht auf
den Forderungen der Gerechtigkeit, ſondern auf dem
Grund=
ſatz des geringſten Widerſtands beruhe. Das geſchah mit den
Worten, daß der Beſitz ſich weiterer Belaſtung durch die Flucht
ins Ausland entziehe, daß die Beamten dazu nicht in der Lage
ſeien und daß man’s deshalb nehmen müſſe, wo man’s kriegen
könne. Auch der Umſtand, daß man die Erfaſſung der Beamten
zunächſt als Notopfer oder Reichshilfe aufzog, beweiſt, daß ſie
nicht ſachliche, ſondern machtpolitiſche Urſachen hat. Man hat
die „Rechtsform” der Gehaltskürzung wohl ſchließlich deshalb
gewählt, weil ein Notopfer, das am Beſitze vorbeiging, den
plutokratiſchen Charakter der Maßnahme allzu augenfällig
ge=
macht hätte. Und weil auch eine ſachlich unberechtigte
Gehalts=
kürzung als „Ausgabenſenkung” den Forderungen der „
Wirt=
ſchaft” mehr als eine Sonderſteuer entſpricht. Die Wiederholung
der Vorgänge beweiſt, daß der Ausweg aus dem Widerſtreir
der Intereſſen abermals nach dem Grundſatze des geringſten
Widerſtands geſucht wird. Da ſachliche und rechtliche
Dar=
legungen an der Hornhaut des Parlamentarismus abprallen,
können die Beamten einer allmähligen Zerreibung zwiſchen
Maſſen= und Geldmacht nur entgehen, wenn es ihnen gelingt,
die Anwendung jenes Grundſatzes auf ſich ausſchalten. Dazu
ſind ſie bei zielbewußtem Zuſammenhalt in der Lage. Sie
bilden das Knochengerüſt jeden öffentlichen Verbandes und ſind
als ſolche eine Macht. Dieſe Macht hat der deutſche Beamte
allezeit ſelbſtlos und nur im Intereſſe des Ganzen geübt.
Ver=
antwortungsbewußt hat er ſich auch dem neuen Staate zur
Ver=
fügung geſtellt und damit deſſen Zuſammenbruch verhütet.
Nach=
dem aber der neue Staat die verfaſſungsmäßigen Rechte ſeiner
Beamten mißachtet hat, müſſen dieſe ſich ihrer Macht bewußt
werden. Wie die Arbeiter nach Abſchüttelung des früher
patriarchaliſchen Verhältniſſes dem Arbeitgeber als geſchloſſene
Macht entgegentreten, ſind die Beamten jetzt gezwungen, mit
vereinter Kraft ihre Rechte zu wahren. Ehrenhaftigkeit und
Verantwortungsbewußtſein werden ſie davor ſchützen, ihre ſtarken
Machtmittel zu mißbrauchen.
acht großen Hallen und auf einem Freigelände,
die zuſammen 130000 Quadratmeter bedecken, iſt ſie aufgebaut.
Ihren hohen Wert erkannte auch das Ausland an, das in der in
der erſten Halle befindlichen „Internationalen Ausſtellung für
Städtebau und Wohnungsweſen” vertreten iſt.Hier haben
Auſtra=
lien, China, Dänemark, England, Eſtland, Finnland, Italien,
Jugoſlawien, Paläſtina, Polen, die Schweiz, Spanien, die Tſchecho=
Slowakei, Ungarn und die Vereinigten Staaten von Nordamerika
ausgeſtellt. Hinzu kommen einzelne Städte, darunter Neudelhi
in Indien, Paris und Stockholm. In vortrefflicher Weiſe hat es
Wien verſtanden, den Unterſchied zwiſchen altem und neuem
Woh=
nen klar vor Augen zu führen. Das geſchieht durch Modelle eines
alten Baublockes und einer Siedlung als Gegenbeiſpiel, die je 400
Wohnungen aufzunehmen vermögen. Kein Wort der
Erläute=
rung iſt dazu nötig. Ein Blick auf die beiden Modelle genügt,
Ebenfalls von Wien iſt eine Gemeinſchaftswaſchküche im Modell
aufgeſtellt, die mit den modernſten Maſchinen verſehen iſt. Rom
bringt ein großes Modell des Forums und ſeiner Umgebung, das
bereits die neuen Straßen enthält, während ungegliederte
gerad=
wandige Gipsblöcke die noch in Ausſicht genommenen
Verände=
rungen kennzeichnen. — Unmittelbar an dieſe internationale
Aus=
ſtellung ſchließt ſich eine Rundhalle an, die im Zuſammenhang
mit den nebenliegenden Räumen von der Stadt Berlin
ausge=
ſtattet wurde. Die Wände der Mittelhalle ſtehen unter dem
Zei=
chen „So oder So?” Wandgemälde ſtellen an uns die Frage, ob
es ſo beſſer iſt oder ſo. Das eine „So” bezieht ſich auf die
Ver=
gangenheit, das andere auf Gegenwart und Zukunft. Alſo
wie=
derum Beiſpiel und Gegenbeiſpiel, wobei in den Bildern in oft
ſehr draſtiſcher Weiſe Wohnung, Verkehrsregelung, Küche, Bad,
Wege zur Arbeit und eine Reihe ſonſtiger Angelegenheiten
ge=
ſchildert ſind, die mit dem täglichen Leben des Großſtädters aufs
engſte zuſammenhängen. Im übrigen bringt Berlin Modelle von
Schulbauten, ſeiner Freibäder, ſeiner Siedlungen und ſeiner
Ver=
kehrsknotenpunkte, vor allem des Alexanderplatzes. Treppen und
Rolltreppen vermitteln den Uebergang nach der nächſten Halle.
Vom Städtebau und den öffentlichen Bauten gelangen wir zur
Wohnung unſerer Zeit.
In eigenartiger Weiſe tritt ſie uns entgegen. Die ganze Halle
ſtellt einen Stadtteil dar. Wir ſchreiten an einer Straße
ent=
lang, von der aus Türen in die Häuſer führen und in der wir
Schaufenſter betrachten können. Ein Platz enthält gleichfalls
ein=
zelne Häuſer, zwiſchen denen ſich Gartenanlagen dahinziehen.
So=
gar eine Polizeiwache mit Gefängniszelle iſt vorhanden. Alles,
ebenſo wie die Wohnungen, vollſtändig eingerichtet. Natürlich
durchweg das Neueſte vom Neuen, das Modernſte vom Modernen.
Würfel, Rechteck, Normung feiern Triumphe. Aber auch Beauem=
Zer europadasſchar zar wieiſchaftsteife
Genf, 18. Mai.
Im Europa=Ausſchuß wurde am Montag nachmittag die
all=
gemeine Ausſprache über die Wirtſchaftskriſe durch eine
einſtün=
dige Rede des Volkskommiſſars Litwinow fortgeſetzt. Litwinow
erklärte, die Sowjetunion nehme an den Arbeiten dieſes
Aus=
ſchuſſes teil, obwohl ſie gegenwärtig einen ungeahnten Aufſchwung
ihrer eigenen Wirtſchaft erlebe. Es wäre in erſter Linie Aufgabe
des Ausſchuſſes, die ſpezifiſchen Urſachen der gegenwärtigen Kriſe
zu bekämpfen. Dieſe Urſachen beſtänden vor allem in der
Er=
höhung der Steuerlaſten infolge eines unnachgiebigen
Militaris=
mus, gegen den auch die Arbeiten der Vorbereitenden
Abrüſtungs=
konferenz nichts hätten ausrichten können, ferner in der Bildung
militäriſcher Gruppen, die Europa in mehrere Lager ſpalteten, in
der Zunahme des Protektionismus, in den Reparationszahlungen
und in der interalliierten Verſchuldung und der ſich daraus
er=
gebenden ungleichmäßigen Verteilung der Goldreſerven. Alle
dieſe Umſtände hätten in Europa eine Atmoſphäre der politiſchen
Ungewißheit geſchaffen, die die Kreditpolitik der Banken
ungün=
ſtig beeinfluſſe. Die Sowjetunion halte nicht hohe, ſondern
nied=
rige Preiſe im Welthandel für notwendig; denn das einzige
Mit=
tel zur Milderung der Kriſe beſtehe in Maßnahmen zur Hebung
der Kaufkraft der Maſſen. Die am Samstag von den franzöſiſchen
Regierung vertretenen Vorſchläge ſchienen aber im Gegenteil
dar=
auf hinauszulaufen, das Syſtem der internationalen
Organiſa=
tionen zur Sicherung monopoliſtiſcher Uebergewinne auf neue
Ge=
biete auszudehnen. Litwinow bezeichnete es als erwünſcht, daß
ein internationales Abkommen geſchloſſen werde, wonach ſich die
Staaten verpflichten, ihre Erzeugniſſe auf dem Inlandsmarkt nicht
zu höheren Preiſen als auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Er
kritiſierte ferner das Präferenzſyſtem, deſſen wahre Bedeutung
nur in einer Diskriminierung gewiſſer Staaten beſtehen könne,
und ſchlug vor, daß ſich alle Staaten verpflichten ſollen, einander
in wirtſchaftlicher Hinſicht gleichmäßig zu behandeln. Damit ſolle
aber das ſouveräne Recht von hiſtoriſch und wirtſchaftlich
zuſam=
mengehörenden Staaten, irgendwelche Unionen einzugehen, nicht
beeinträchtigt werden.,
Zum Schluß ſeiner Rede bezeichnete Litwinow das von ihm
vorgeſchlagene Abkommen über den Verzicht auf Diskriminierung
im internationalen Handelsverkehr als eine Art wirtſchaftlichen
Nichtangriffsvertrages. Er ſprach die Hoffnung aus, daß man
aus ſeinem Vorſchlage wenigſtens die Ueberzeugung gewinne, daß
die Sowjetunion gegen niemand feindſelige Abſichten hege.
Der Konkrollausſchuß genehmigt die öſterreichiſche
150-Millionen=Anleihe.
Der Kontrollausſchuß für die öſterreichiſche Völkerbundsanleihe
hat am Montag nunmehr auch förmlich ſeine Zuſtimmung zu der
Ausgabe von 150 Millionen Schatzanweiſungen durch die
öſter=
reichiſche Regierung erteilt. Ueber die Unterbringung der
Schatz=
anweiſungen werden die Verhandlungen noch mit der B. J.3.
weitergeführt.
Das Geheinnis der franzöſiſchen Blieger.
Die Geſchichte der drei franzöſiſchen bei Schweinfurt
gelan=
deten franzöſiſchen Flieger klingt ſo phantaſtiſch, daß ſie zunächſt
nirgends Glauben finden dürfte. Es will nicht einleuchten, daß
rei Flieger über den Vogeſen vollkommen die Orientierung
ver=
lieren und dann wie wild auf der europäiſchen Landkarte
herumfliegen, den Main mit dem Rhein verwechſeln, um
ſchließ=
lich bei Schweinfurt, immerhin 250 Km. Luftlinie von Straß
burg entfernt, wegen Benzinmangels landen zu müſſen. Auf der
anderen Seite fehlt aber jeder erkennbare Grund. Photo
graphiſche Apparate waren nicht an Bord. Man wird ſich alſo
vohl tätſächlich damit begnügen müſſen, daß die franzöſiſchen
Piloten mehr als notdürftig für ihren Beruf vorgebildet ſind,
und im übrigen ſelbſtverſtändlich die Pariſer Entſchuldigung
abwarten in der Hoffnung, daß die franzöſiſche Regierung
künf=
tighin Irrtümer, die ihre Flieger bis in das Herz Deutſchlands
führen, zu verhindern wiſſen wird.
Bei der Einfahrt des Fuldaer Perſonenzuges in den
Frank=
furter Hauptbahnhof geriet am Montag abend um 22,28 Uhr der
heſſiſche Landtagsabgeordnete und Altbürgermeiſter, Landwirt
Friedrich Joſt, geboren am 22. 11. 1862 zu Bermutsheim, Kreis
Lauterbach, infolge vorzeitigen Abſpringens unter die Räder des
infahrenden Zuges. Joſt, der dem Landbund angehört und ſeit
dem 15. Dezember 1921 Mitglied des Heſſiſchen Landtages iſt,
wurde hierbei tödlich verletzt und verſchied innerhalb weniger
Minuten.
lichkeit, praktiſche Anordnung der Räume und techniſcher
Fort=
ſchritt. Dieſer tritt vor allem in den dünnen Wänden der Häuſer
beſonders auffällig hervor. Aber dieſe Wände wiegen leicht,
ſchützen trotzdem in höhem Maße gegen Hitze und Kälte und ſind
dabei billig. Auch der Konzertſaal fehlt nicht, der in neuartiger
Raumgeſtaltung ausgeführt wurde. Konzerte ſollen zeigen, ob die
Annahmen richtig waren, von denen man bei ſeinem Bau
aus=
ging. Von ihm aus kommen wir durch einen Gang unter den
Straßen hinweg in das große, um den Funkturm herumgelagerte
Hallenviereck, in dem die früher für die Funkausſtellung errichtete
und deshalb ganz in Holzkonſtruktion gehaltene Halle die Gruppe
des Holzes beherbergt. Vor allem fällt auf, welche große Rolle
das Sperrholz
ſpielt und welche vielleicht noch größere es in Zukunft zu ſpielen
berufen ſein wird. Die Ueberzeugung drängt ſich auf, daß in ihm
ein Stoff von äußerſt vielſeitiger Verwendungsfähigkeit vorliegt,
aus dem ſich noch viel wird herausholen laſſen. In einer
erſtaun=
lichen Zahl von Beiſpielen ſind die Verwendungsmöglichkeiten
deutſcher Hölzer aufgebaut. Möbel und Holzhäuſer, Funkmaſte,
Gerüſte aus Holz. Modelle aller Art laſſen, den Gedanken
auf=
tauchen, daß das Holz bisher vielleicht zu ſtiefmütterlich
behan=
delt wurde und daß es zu mehr berufen iſt, als man ahnte. Die
Mikte des Raumes iſt als große Tiſchlerwerkſtatt eingerichtet, in
der fleißig gearbeitet wird. Auch Bildhauer und Drechſler ſind
in Tätigkeit. Nach dem Vorbild der Holzverarbeitung ſind auch
die anderen Abteilungen gehalten, die ſich auf Ziegel= und
ſon=
ſtige Steine, auf Stoffe zur Herſtellung und Bekleidung der
Wände, auf das Dach und auf andere Teile der Bauten beziehen.
Hier iſt unendlich viel Neues, das natürlich vom bloßen Anſehen
nicht beurteilt werden kann. Darum war es ein vorzüglicher
Ge=
danke, draußen auf dem Freigelände ganze Häuſer, und in der
ländlichen Siedlung Ställe, Scheunen, Bauernhöfe und anderes
aufzuführen, wobei alle dieſe Stoffe Verwendung fanden. Dieſe
Bauten werden nach dem Schluß der Ausſtellung nicht abgeriſſen,
ſondern noch eine Reihe von Jahren noch weiter erhalten,
be=
wohnt, benutzt, es wird ſogar Vieh darin gehalten, Obſt darin
gelagert, im einzelnen, wie im Haus der Wiſſenſchaften, werden
Vorträge gehalten, ebenſo wie im Haus „Ring der Frau”, in dem
auch getanzt werden ſoll. Auf dieſe Weiſe wird man Erfahrungen
ſammeln, was von dem vielen Neuen dieſer Ausſtellung ſich
be=
währt. Aus dieſem Grunde wird die Ausſtellung auch dann noch
weiterleben, wenn ſich ihre Pforten ſchon längſt geſchloſſen haben.
Das, was übrig bleibt, wird Zeugnis davon ablegen, daß hier
der Wille herrſchte, nicht nur den Erforderniſſen unſerer Zeit,
ſondern auch denen der Zukunft nach beſten Kräften Rechnung zu
kragen.
Nummer 138
Dienstag, den 19. Mai 1931
Seite 3
dee deurſch franzentſce Hemoranden Krieg in Genf!
Scharfe deutſche Gegenerklärung gegen die Verſchiebung der Erörkerung vom juriſtiſchen ins polikiſche
Gebiet. — Wirkſchaftliche Widerlegung der franzöſiſchen Beweisführung. — Die franzöſiſche Halkung in
ſchroffem Gegenſak zur Skellungnahme der mitkel= und oſtenropäiſchen Verbündeken Frankreichs.
Die deutſche Skellungnahme
zur franzöſiſchen Denkſchrift über die
deutſch=
öſterreichiſche Zollunion.
Genf, 18. Mai.
Ein neuer franzöſiſcher Vorſtoß gegen das deutſch=öſterreichiſche
Zollabkommen iſt, wie bereits kurz von uns gemeldet, am Sonntag
vormittag erfolgt. Der franzöſiſche Außenminiſter hat durch den
Generalſekretär des Völkerbundes am Sonntag vormittag
ſämt=
lichen Mitgliedern des Völkerbundes eine umfangreiche Denkſchrift
übermittelt, in der gefordert wird, das deutſch=öſterreichiſche
Zoll=
abkommen ſolle im Völkerbundsrat — und gegen den engliſchen
Antrag — nicht nur nach rechtlichen, ſondern auch nach politiſchen
und wirtſchaftspolitiſchen Geſichtspunkten behandelt werden. In
der Denkſchrift wird die Unabhängigkeit Oeſterreichs nach den
Beſtimmungen der Friedensverträge und des Genfer Protokolls
unterſucht und im Gegenſatz zu den Beſtimmungen des Protokolls
über die deutſch=öſterreichiſche Zollunion geſtellt. Ferner
unter=
ſucht die franzöſiſche Denkſchrift, dieſes Protokoll vom Standpunkt
des internationalen Rechtes, ferner die Folgen einer
Wirtſchafts=
union zwiſchen Deutſchland und Oeſterreich für Oeſterreich und für
die geſamte europäiſche Wirtſchaft ſowie die politiſchen Vorgänge,
die zu dem Abſchluß des Abkommens geführt haben, und kommt
ſchließlich zu der Feſtſtellung, daß die durch das deutſch=öſterreichiſche
Zollabkommen beſchloſſene Tatſache eine Verneinung der
entſchei=
denden Grundſätze ſei, auf denen gegenwärtig der Friede und die
Anerkennung der internationalen Verträge beruht.
Die Denkſchrift Briands wird an maßgebenden Kreiſen der
deutſchen Delegation auf das Entſchiedenſte abgelehnt. Die
deutſche Abordnung veröffentlicht eine Stellungnahme dazu, in der
ſie ſich ſcharf gegen die Verſchiebung auf das politiſche Gebiet
aus=
ſpricht und im einzelnen die Denkſchrift wirtſchaftlich widerlegt.
Die Argumente der franzöſiſchen Denkſchrift, heißt es in der
amt=
lichen deutſchen Mitteilung, können den Standpunkt der deutſchen
und der öſterreichiſchen Regierung in keiner Weiſe erſchüttern.
Das franzöſiſche Memorandum verſchiebt die
Erörterung der Fragen aus der juriſtiſchen in
die politiſche und wirtſchaftliche Sphäre, deren
Erörterung der engliſche Antrag dem Völkerbundsrat erſparen
wollte.
Die deutſche und öſterreichiſche Regierung haben bei
Ab=
faſſung des Wiener Protokolls am 19. März 1931 ſich
ge=
wiſſenhaft alle Beſtimmungen der geltenden Verträge vor
Augen gehalten und ſie in jeder Hinſicht reſpektiert. Es iſt
unverſtändlich, wie daraus Angriffe gegen die beiden
Re=
gierungen abgeleitet werden können.
Au die juriſtiſchen Argumente im einzelnen einzugehen, wird
die Ratsſitzung am Montag Gelegenheit bieten. Die
Rechts=
lage iſt völlig klar. Die Unabhängigkeit Oeſterreichs wird
weder durch das Wiener Protokoll in ſeiner Geſamtheit, noch in
ſeinen Einzelheiten beeinträchtigt. Was die wirtſchaftlichen
Ar=
gumente betrifft, ſo iſt es bisher allgemein durchaus unbeſtritten,
daß die Zollunion eine anerkannte Ausnahme
von der Meiſtbegünſtigung bildet, alſo mit den
geltenden Meiſtbegünſtigungsklauſeln
verein=
bariſt, gleichviel, ob daraus in einem ſpeziellen Handelsvertrag
ausdrücklich Bezug genommen iſt oder nicht.
Die hiſtoriſchen Gegenbeiſpiele, die das franzöſiſche
Memo=
randum anführt, bekräftigen in Wahrheit dieſe Theſe, ſtatt
ſie zu widerlegen.
Die mechaniſche Art, in der das Problem der Annäherung
zweier Wirtſchaftsgebiete behandelt wird, vernachläſſigt
vollkom=
men, daß ſich durch die Zollunion die Arbeitsbedingungen der
öſter=
reichiſchen und der deutſchen Wirtſchaft einander anpaſſen müſſen.
Der entſcheidende wirtſchaftliche Vorteil für Oeſterreich liegt doch
gerade darin, daß die öſterreichiſche Induſtrie, die entſtanden iſt
aus der Grundlage des Binnenmarktes einer Großmacht, nun
von neuem einen breiten Binnenmarkt, der ihr gerade geſtattet,
ihre eigenen Exiſtenzbedingungen zu erfüllen, erhebt. Durch dieſe
Verbreiterung des öſterreichiſchen
Binnen=
marktes auf das Vielfache ſeines bisherigen
Umfanges gewinnt die öſterreichiſche Induſtrie die
Konkurrenz=
fähigkeit des Exports, welche ſie ſeit Jahren in wachſendem Maße
einbüßt. Darin aber erblicken die beiden
Regie=
rungen auch den entſcheidenden Gewinnder
Zoll=
union vom europäiſchen Stndpunkt, denn offenbar
werden auch die Abſatzintereſſen der anderen Märkte in dem Maße
gewahrt, als die öſterreichiſche Bevölkerung an
Kauf=
kraft gewinnt. Unter dieſem Geſichtspunkt bekommt der
Hin=
weis auf eine drohende Verteuerung der öſterreichiſchen
Lebens=
koſten den gerade entgegengeſetzten Sinn, dem dieſer möglichen
Entwicklung das franzöſiſche Memorandum unterſtellt. Die
Zollunion würde auch die öſterreichiſchen Lohn=
und Einkommensverhältniſſe den deutſchen
näherbringen.
Auf dieſe Stärkung des inneren Marktes iſt aber Oeſterreich
umſo mehr angewieſen, als ſein Handel nach den Donauſtaaten
nicht nur, wie das franzöſiſche Memorandum annimmt, wegen der
ſinkenden Kaufkraft dieſer Länder, ſondern vor allem wegen ihrer
fortſchreitenden Induſtrialiſierung und der damit begründeten
Zollpolitik ſeit Jahren zurückgeht. Wie der künftige gemeinſame
Zolltarif der Zollunion ausſehen wird, und ob und in welcher
Form das zu ſchließende Abkommen Zwiſchenzölle vorſieht, bliebe
erſt abzuwarten. Wenn das franzöſiſche Memorandum ſich jetzt
gegen Regionalverträge ausſpricht, ſo ſteht das in ſchroffem
Ge=
genſatz zu den Ideen, die gerade die mittel= und oſteuropäiſchen
Verbündeten Frankreichs in den letzten Monaten nachdrücklich
propagiert und zu verwirklichen verſucht haben.
Deutſchland und Oeſterreich haben dieſe Ideen von Anfang an
mit Sympathien aufgenommen. Ob ſchließlich die deutſch=
öſter=
reichiſche Zollunion zu Störungen im europäiſchen
Handelsver=
tragsſyſtem führt, hängt lediglich davon ab, ob ihre
Vertrags=
partner die Handelspolitik allein von politiſchen Motiven
be=
ſtimmen laſſen wollen.
Skepkiſche Beurkeilung der franzöſiſchen Vorſchläge.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 18. Mai.
Man folgt in Paris den Genfer Ereigniſſen mit einer großen
inneren Unſicherheit. Die Auseinanderſetzung iſt im Gange, jeder
der Teilnehmer in Genf hat Stellung genommen. Aber,
wenig=
ſtens in Paris, kann man die Weiterentwicklung noch nicht
vor=
ausſehen, wenn man auch eine gefährliche Zuſpitzung der Lage
irgendwie zu vermeiden hofft. Man kennt aber auch noch nicht
einmal die Folgen der Wahlniederlage Briands. Trotzdem dieſe
im Verhältnis zu der Wichtigkeit der Probleme, die in Genf
ver=
handelt werden, weniger in die Wagſchale fallen, ſind die
poli=
tiſchen Kreiſe mit tiefer Unruhe erfüllt. Die Worte Briands in
Genf, daß er als wandernder Pilgrim dem Frieden dienen will,
haben den Rechtsparteien einen gewaltigen Schrecken eingejagt.
Die Linke ſpricht geheimnisvolle Drohungen aus. Die Wahlen
im Jahre 1932 werden mehr gefürchtet, als man es zugibt, um ſo
mehr, da man damit rechnet, daß Briand ſich in den
innerpoli=
tiſchen Kampf ſtürzen wird. Viele fragen ſich ſchon, ob die Wahl
Doumers zum Präſidenten nicht ein gewaltiger Fehler war . . .
Das franzöſiſche Programm für die Sanierung Europas —
es iſt wirklich höchſte Zeit, daß man dank der deutſch=
öſterreichi=
ſchen Initiative über die Fragen ernſtlich ſpricht, denn die
Welt=
wirtſchaftskriſe wird jeden Tag bedrohlicher — iſt endlich auch in
ſeinen Einzelheiten bekannt geworden. Die vier Punkte, in die
ſich die franzöſiſche Theſe zuſammenfaſſen läßt, halten aber einer
ernſten Kritik kaum ſtand, trotzdem gewiſſe Einzelheiten
bemer=
kenswert ſind. Die Vorzugsbehandlung für das Donaugetreide
von ſeiten der Induſtrieſtaaten, ſo wie es ſich Frankreich denkt,
iſt eine kleinliche Notmaßnahme, weiter nichts. Die Hoffnungen
auf die Schaffung neuer internationaler induſtrieller Kartelle
muß man recht ſkeptiſch beurteilen, und vor allem hat man recht,
an der überragenden Bedeutung dieſes Kartellweſens zu zweifeln.
In dieſem Punkte entſcheiden nämlich nicht die theoretiſchen
Ueber=
legungen, ſondern die praktiſchen Erfahrungen; und dieſe ſind
hin=
reichend ſchlecht. Die Privilegien, die man Oeſterreich geben
möchte, ſtellen wieder nur Aushilfsmaßnahmen dar, Maßnahmen,
deren Wirkſamkeit im voraus niemand zu beurteilen vermag. Und
endlich die langfriſtigen franzöſiſchen Kredite für Europa, ein
Punkt, über den man ſich ſchon zu oft Täuſchungen hingab. Auch
in Paris liegt das Gold nicht auf der Straße.
Das Reichskabinekk
vor ſchweren Enkſcheidungen.
Tagung der Frakfionen.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Nach der Rückkehr des Kanzlers aus Kiel wird auch die
Innenpolitik wieder mehr in den Vordergrund gerückt werden.
Die volksparteiliche Reichstagsfraktion hat am Sonntag bereits
in Saarbrücken ein Lebenszeichen von ſich gegeben. Der
Frak=
tionsvorſtand des Zentrums iſt zum Mittwoch einberufen. Am
Donnerstag will der ſozialdemokratiſche Vorſtand
zuſammen=
treten, um ſich mit dem Brotpreis zu beſchäftigen und, falls es
nötig ſein ſollte, noch vor dem Parteitag einen neuen Vorſtoß
gegen die Regierung zu unternehmen. Der Kanzler ärgert ſich
mit den Bayern herum, die auf eine Aenderung des
Steuerverein=
heitlichungsgeſetzes hinarbeiten und zu dieſem Zweck ihren
Partei=
vorſitzenden Schaeffer wiederholt nach Berlin geſchickt haben, ohne
inzwiſchen weiter zu kommen. Am Donnerstag ſoll dann auch
das Kabinett über die ſozialen und finanziellen Notmaßnahmen
wieder tagen. In Berliner politiſchen Kreiſen wird bereits
aller=
lei über Einzelheiten der kommenden Entſchlüſſe gemunkelt. Es
hat aber keinen Sinn, darauf bereits jetzt ſchon einzugehen, weil
vorläufig unter den Miniſtern ſelbſt noch keine Einigkeit beſteht
und auch noch nicht zu überſehen iſt, nach welcher Richtung die
Entſcheidung fällt.. Nur das eine kann man heute ſchon ſagen,
daß Abſtriche am Sozialetat unvermeidlich ſind. Auch darüber
gibt es wohl keinen Streit, daß die ganze Art der
Arbeitsloſen=
unterſtützung umgebaut werden muß durch Zuſammenlegung
min=
deſtens der Wohlfahrtsfürſorge und der Kriſenfürſorge ſchon zur
Entlaſtung der Gemeinden. Die Form dafür aber iſt noch nicht
endgültig gefunden, und bei der Arbeitsloſenverſicherung ſelbſt
ſteht das Gutachten der Brauns=Kommiſſion noch aus, die
eben=
falls in dieſen Tagen ihre Arbeit wieder aufgenommen hat, um
ſie möglichſt raſch zum Schluß zu bringen.
Die Warnung von Oldenburg.
* Das Ergebnis der Oldenburger Landtagswahlen hat die
überhoch geſpannten Erwartungen der Nationalſozialiſten nicht
erfüllt. Sie hatten auf die Mehrheit im kommenden Landtag,
mindeſtens zuſammen mit den Deutſchnationalen, gerechnet.
Da=
ran fehlen aber noch einige Stimmen. Trotzdem iſt der Erfolg
aber noch groß genug. Sie haben zu der Stimmenzahl von der
letzten Reichstagswahl noch ein volles Drittel hinzugewonnen.
Ein erneuter Beweis dafür, daß die nationalſozialiſtiſche Welle
immer noch nicht am Abebben iſt. Die DAZ.” hat recht, wenn
ſie die Auffaſſung vertritt, daß dieſe Wahl ein neues ernſtes
Warnungszeichen, auch für Genf, ſein ſollte. Innen= wie
außen=
politiſch iſt bei uns der Keſſel überheizt, und wenn die
Sieger=
mächte nichts anderes zu tun wiſſen, als das Feuer noch weiter
zu ſchüren, dann dürfen ſie ſich nicht wundern, wenn dadurch
eines Tages eine Exploſion entſteht, die in ihren Folgen für
ſie mindeſtens ebenſo gefährlich wird wie für uns. Zum erſten
Mal iſt es den Nationalſozialiſten auch ſichtbar gelungen, den
Sozialdemokraten einigen Abbruch zu tun. Die Verluſte der
Sozialdemokraten ſind größer als die Gewinne der
Kommu=
niſten. Ein Teil der ſozialdemokratiſchen Wähler iſt alſo nach
rechts abgewandert, und zwar gleich über die Mittelparteien
hin=
weg, deren Zerſetzung weiter fortſchreitet. Wirtſchaftspartei,
Volkspartei und Staatspartei haben faſt die Hälfte von dem
verloren, was ihnen bei den letzten Reichstagswahlen noch
ge=
blieben war. Bei der Volkspartei tritt das nicht ganz klar in
die Erſcheinung, weil ihr wahltechniſch die Stimmen aus dem
Landesteil Birkenfeld zugerechnet werden, wo ſie mit den
ande=
ren Mittelgruppen zuſammenging. Von dieſen über 5000
Stim=
men gehören ihr ſelbſt aber höchſtens 1600, ſo daß auch ihre
Verluſte recht ſtark ſind, erklärlich vielleicht aus einer wenig
glücklichen Löſung der Kandidatenfrage. Nur der
Zentrums=
turm iſt auch im Sturm dieſes Wahlkampfes unerſchüttert
ge=
blieben. Das Zentrum hat nur knapp 1000 Stimmen verloren
und kehrt in der alten Mandatsſtärke in den Landtag zurück,
während die Deutſchnationalen erneut die Erfahrung machen
mußten, daß die Welle nach rechts über ſie hinweggeht. Auch
ſie haben gegen den September verloren, wenn auch ihre
Ver=
luſte nicht ſo groß ſind wie die der bürgerlichen Mitte. Starke
Einbuße hat auch das Landvolk erlitten, was auf die
Unzufrie=
denheit der bäuerlichen Wähler mit der Agrarpolitik
zurück=
zuführen ſein dürfte. Wie in Oldenburg künftig zu regieren
ſein wird, iſt eine Frage, die mit dem Rechenſtift überhaupt
nicht zu löſen iſt. Es gibt eigentlich nur eine einzige
Mehr=
heit, das Zuſammengehen des Zentrums mit der geſamten
Rechten. Aber dazu hat das Zentrum bisher wenig Neigung
gezeigt. Keine andere Kombination bringt eine Mehrheit auf,
ſo daß man wohl auch in Oldenburg ähnlich wie im Reich es
mit einer Minderheitsregierung verſuchen muß.
*
Das Garde-Dragoner=Regimenk
11. Großyerssht. Heiſsne. 2s 1931415
iſt der Titel eines Geſchichtswerkes, das ſoeben erſchien.
Ver=
faſſer iſt Generalmajor a. D. Otto Freiherr von
Branden=
ſtein, ehedem Kommandeur des ſtolzen heſſiſchen Dragoner=
Regiments auch in ſchwerer Kriegszeit. Nach dem
Kriegstage=
buch des Regiments, ſowie nach Tagebüchern, Aufzeichnungen
und Angaben ehemaliger Regimentsangehöriger hat Freiherr
von Brandenſtein das Buch textlich gefügt, mit Karten, Skizzen
und an 200 Abbildungen nach photographiſchen Aufnahmen
ver=
ſehen. Der Verfaſſer gibt alſo eine ungewöhnlich reichhaltige
und gewiſſenhafte Ergänzung der Geſchichte des Regimentes
überhaupt.
Oberſtleutnant Karl von Zimmermann, der einſt die erſte
Geſchichte des Regiments ſchrieb, ſchildert die Zeit von der
Er=
richtung des Regiments am 6. April 1790 als Cheveauleger=
Regiment bis zur Vollendung des erſten Jahrhunderts, alſo bis
1890. In dieſer erſten Regimentsgeſchichte wird ſelbſtverſtändlich in
erſterLinie berichtetüber die kriegeriſchenUnternehmungen,an denen
das Gardedragoner=Regt, ruhmreich beteiligt war und aus denen
vor allem die Felozüge und Gefechte aus den Jahren 1792—95,
1806, 1807/09/12, 1813/14/15, dann 1848/49, 1866 und endlich den
großen Krieg 1870/71 gegen Frankreich.
Der Autor ſchließt ſein Werk mit den Worten: „Was die
Zukunft aber auch bringen mag, Glück oder Unglück, das
Regi=
ment wird beſtrebt ſein, auch dem ſpäteren Geſchichtsſchreiber
nur Gelegenheit zu geben, Rühmliches von ſeinen Taten zu
be=
richten, und beweiſen, daß es ſtets und immerdar beſeelt iſt
und ſein wird von dem Geiſte der Ehre und Pflicht”.
Oberſtleutnant Freiherr von Brandenſtein beendet ſeine
Be=
trachtungen und Aufzeichnungen über die letzten geſchichtlichen
Ereigniſſe des Regiments mit der Wiedergabe des letzten
Tages=
befehls, den der letzte Regimentskommandeur Oberſt Freiherr
Schäffer von Bernſtein am 30. April 1919, einen Tag vor der
Auflöſung des Regiments in Lauterbach erließ. Der
Tages=
befehl lautet: „Morgen treten noch die vorhandenen Esks. zur
Reichswehr; damit hört das Regiment als ſolches auf zu
be=
ſtehen. 129 Jahre ſind ſeit ſeiner Gründung vergangen; in
die=
ſer langen Zeit hat es faſt an allen Kriegen, in denen deutſche
Truppen kämpften, ruhmvoll Anteil genommen, und viele
Hun=
derte ſeiner Angehörigen, haben ihr Leben für’s Vaterland
gelaſſen. Die berufenen Träger der Tradition, der heſſiſchen
Garde=Dragoner ſind nunmehr, die zur Reichswehr tretenden
Teile, ſie werden den alten Geiſt der Treue, Pflicht und
Tapferkeit, der ſich zuletzt im Weltkrieg wieder ſo glänzend
be=
währt hat, weiter zu pflegen und den Namen des Regiments
in Ehren zu halten haben, bis dieſes, ſo Gott will, dereinſt
wie=
der neu erſtehen wird.”
Der letzte Regimentskommandeur konnte alſo mit beſtem
Gewiſſen beſtätigen, was der erſte Geſchichtsſchreiber von den
heſſiſchen Gardedragonern ſchrieb, daß ihnen auch im letzten
gro=
ßen Ringen Ehre und Pflicht über alles ging.
Zwiſchen beidem aber, zwiſchen der prophetiſchen
Voraus=
ſage am Ende des erſten Jahrhunderts des Beſtehens bis zur
letzten dienſtlichen Tätigkeit liegt ein Stück Geſchichte, ſo groß
und bewegt, daß ſich heute noch auch die rein ſachlichen
Aufzeich=
nungen leſen wie Akte aus dem großen Drama, das die 4½
Jahre Weltkrieg aufrollten und das die Jahre nach dem Krieg
zu ſo bitterem Ende brachten. Es liegt in dieſer Zwiſchenzeit
eine ernſte, auf modernſte Kriegsbildung gerichtete zielbewußte
Vorbereitung der Dragoner, deren ausgezeichnete Qualität in
den gigantiſchen Leiſtungen des Weltkrieges, die in der
Ge=
ſchichte nicht nur des deutſchen Volkes einzig daſtehen, erwieſen
wurde. Und es liegt am Ende der tief tragiſche, unverdiente
Abſchluß, die Auflöſung des Regiments auf Gebot der „
Sieger=
ſtaaten”, die niemals ſiegten. Ein Ende ſo tragiſch, daß das
Geſchick nur tragbar ſcheint im Feſthalten an die Hoffnung, daß
es dereinſt anders wird und daß eine Zeit kommen möge, in der
die Erinnerung an gemeinſam durchlebte Not und Gefahr an
Kampf und Sieg die Hoffnung ſtärkt auf Deutſchlands Aufer=
hen.
Freiherr von Brandenſtein beginnt ſeine Schilderung der
Freigniſſe in den Jahren des Weltkrieges mit ſchlichter
Erzäh=
ung, plötzlichen Abbruches einer kriegsmäßigen Friedensübung,
je das Regiment an den Main beorderte, bis der Ernſt der
reigniſſe es zunächſt in die Garniſon Darmſtadt zurückrief, um
dann in unaufhaltbarem Siegesmarſch über den Rhein in
eindesland zu werfen. Am 3. und 4. Auguſt Abbeförderung
ach dem Weſten, Marſch durch Luxemburg. Einmarſch in
Frankreich, die erſten Gefechte, die erſten Verluſte, die
Aufklä=
ungsgefechte in den Ardennen, Verfolgung zur Mags, zur
(arne, die große Schlacht am Rhein=Marne=Kanal, Rückmarſch
ſw., alles, was das Regiment die 4½ Jahre hindurch im
Jeſten und Oſten, faſt auf allen Kriegsſchauplätzen erlebt und
erfochten, was es gekämpft, gelitten und geſiegt. Was es
roßes geleiſtet im ſtürmenden Vormarſch, wie im
zermürben=
n Stellungskrieg findet ſchlichte, ſachliche, aber um ſo
ein=
ringlichere Schilderung auf Grund von perſönlichen
Erleb=
iſſen, Aufzeichnungen der Eskadrons und des Regiments.
ffiziere wie Dragoner, wie ſie im Krieg gemeinſam geſtritten
nd gelitten, trugen gemeinſam durch Beiträge von
Kriegs=
rlebniſſen bei zur Geſtaltung des Geſamtwerkes. So ſind mit
reichen Erlebniſſen ausgefüllt die Jahre 1915, 16, 17 und 18.
Einzelne Namen kehren immer wieder, viele verſchwinden, weil
hinter ihnen ein Kreuz geſetzt werden mußte, ihre Taten aber
blieben und bleiben unvergeſſen. 1917 ſieht das Regiment
wie=
derum im Weſten, das Ende des Jahres aber wieder im Oſten,
am Stochod, wo das Regiment bis zum Dezember 1918 und
bis Anfang 1919 hinein ſtändig in ſchwerſte Kämpfe verwickelt
war, bis unter den ſchwierigſten Verhältniſſen der
Rücktrans=
port aus der Ukraine erfolgte. Am 16. Januar 1919 wurden
die letzten Reſte des Regiments in Mücke in Oberheſſen
ausge=
laden. —
Den Schilderungen der Weltkriegserlebniſſe iſt ein Anhang
beigegeben, der zuerſt den Kriegs= und Gefechtskalender des
Regiments von ſeinem Beſtehen bis zum Ausbruch des
Welt=
kriegs enthält. Ein Blick in dieſen Gefechtskalender iſt
inter=
eſſant, weil er die ſo oft von tiefer Tragik durchtobte Geſchichte
des deutſchen Volkes widerſpiegelt. Wenn man lieſt: 1792
Er=
ſtürmung von Frankfurt und Sachſenhauſen, oder Teilnahme
an der Zernierung von Landau und Mainz, Gefechte bei Kaſtel
und Gefechte in den Niederlanden, Krieg gegen Preußen und
Rußland, Krieg gegen Oeſterreich und Krieg gegen Sachſen,
1866 noch Krieg gegen Preußen, bis dann endlich der
deutſch=
franzöſiſche Krieg 1870/71 die Einigung aller deutſchen Stämme
brachte, wird man ſich der Tage der deutſchen Geſchichte voll
bewußt.
Weiter bringt der Anhang die Kriegsgliederung der
Kaval=
lerie=Diviſionen, denen das Regiment angehörte, die
Offiziers=
rangliſten, die Ehrentafel, der vor dem Feind gebliebenen
Regi=
mentsangehörigen, ein umfangreiches Perſonenverzeichnis und
eine Fülle von Bildern aus dem Weltkrieg, die bei Vielen
Er=
innerungen an ſchwere, aber große Tage wachrufen dürften. Das
letzte Bild iſt eine Gruppenaufnahme der Traditionseskaoron:
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Dienstag, den 19. Mai 1931
Seite 5
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 19. Mai 1931.
— Jubiläum. Herr Oberpoſtſekretär Fritz Schulz, wohnhaft
Darmſtadt. Aliceſtraße 24, beging am 18. Mai ſein 40jähriges
Dienſtjubiläum bei der Deutſchen Reichspoſt und iſt ſeit dem
1. April 1914 in Darmſtadt, im Poſtamt 2 am Hauptbahnhof, tätig.
— Mozart=Verein. In ſchlichter, würdiger Weiſe feierte der
Mozart=Chor in Lindenfels das 88 Stiftungsfeſt des
Ver=
eins. Prächtige Wagen des Reiſebüros Köhler brachten die
Teil=
nehmer nach Lützelbach. Ein ſchöner Gang führte durch die
Maien=
pracht über Neunkirchen. Neunkircher Höhe und Winterkaſten nach
dem Ziel der Wanderung. Die Feier fand im Saal des
bekann=
ten Gaſthauſes „Odenwald” ſtatt. In ſeiner Feſtrede gedachte der
Vorſitzende Profeſſor Dr. Köſer, mit Worten des Dankes des
Ehrenpräſidenten W. Pfeil, der 35 Jahre lang den Mozart=
Verein geführt, des Dirigenten Fr. Rehbock, der ſeit 27 Jahren
mit ganzer Hingabe ſein großes Können der Ausbildung des
Chores widmet, des Ehrenmitgliedes W. Pöllot, des Mannes,
der ſeit 55 Jahren mit vorbildlicher Treue im Mozart=Chor ſingt,
und ließ ſeine Ausführungen über „Sang und Sachlichkeit” mit
dem Bekenntnis enden, daß auch heute noch die Pflege des
deut=
ſchen Liedes ihre Berechtigung habe und eine manneswürdige
Aufgabe darſtelle. Er übergab die Zeichen für 10jährige
Mit=
gliedſchaft F Zachmann, F. Weber, E. L. Stay für
20jährige Mitgliedſchaft P. Reiner, für 25jährige
Mitglied=
ſchaft J. May und L. Wolff. 30 Jahre ſingen im Mozart=Chor
J. Köhler, A. Schaller, Ph. Schmidt, M. Schnitzler,
J. Schreiber. Auf die goldene Tafel im Mozart=Haus
kom=
men die Namen derer, die im vergangenen Jahre alle Proben
(56) beſucht haben; K Boeckh. A. Gruß, F. Zachmann,
C. A. Möſer, W. Pöllot, O. Titze K Hahn.
Darbie=
tungen des Chors und ſeiner berühmten Soliſten, Sonnenſchein
und die Leiſtungen des Hoteliers beſcherten einen ſchönen Tag.
Köhler=Autos ſorgten für die Heimkehr der Fröhlichen.
Heſſiſche Verwaltungsakademie in Darmſtadt Der in
Darm=
ſtadt durch ſeine früheren Vorträge wohlbekannte Sektionschef im
Internationalen Arbeitsamt in Genf, Miniſterialrat Dr. Dr.
Berger, wird im Rahmen der Akademie=Vorleſungen Dienstag, den
19. Mai, Mittwoch, den 20. Mai. und Donnerstag, den 21. Mai,
eine Vortragsreihe über. Die Weltkriſe der Wirtſchaft und des
Arbeitsmarktes” halten. Die Vorträge finden jeweils um 8 Uhr
abends im Hörſaal 330 der Techniſchen Hochſchule ſtatt. Mit
Rück=
ſicht auf die Bedeutung des von dem Redner behandelten Themas
hat die Verwaltungsakademie die Vorträge für jedermann
zugäng=
lich gemacht; der Eintritt iſt frei.
— Im Helia=Theater läuft ab heute das ſpannende Tonfilm=
Drama nach der Novelle, Sieg” von Joſef Conrad. Regie: Leo
Mittler. In den Hauptrollen: Dita Parlo Robert Thoeren, Fritz
Raſp. Fritz Greiner, Manfred Fürſt und Werner Hollmann.
Da=
zu ein gutes Beivrogramm.
— In den Palaſt=Lichtſpielen läuft heute zum letzten Male
die ſenſationelle Kriminal=Tragödie, Schachmatt‟. Die Regie
führt Georg Aſagaroff, und eine Reihe erſter Darſteller ſind in
dem Film beſchäftigt, wie Gerda Maurus. Trude Berliner, Walter
Rilla, Hans Rehmann, Hans Brauſewetter, Siegfried Arno.
Her=
mann Speelmann. Hugo Werner=Kahle, Victor Schwannecke,
Bernh. Goetzke u. a. Dazu ein umfangreiches Beiprogramm.
— Im Union=Theater läuft ab heute das reizende Tonfilm=
Luſtſpiel „Der Hampelmann” nach der gleichnamigen
Ope=
rette von Guſtav Beer und Fritz Lunzer. Regie: E. W. Emo.
Muſik von Robert Stolz. In den Hauptrollen wirken mit: Lien
Deyers Max Hanſen, Paul Heidemann. Otto Wallburg, Szöke
Szakall Lotte Werkmeiſter und Oskar Sabo. Dazu ein
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Der Kreis
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22. Mai Keine Vorſtellung 19.30— 22.15 Uhr
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Der Waffenſchmied
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Sonntag,
24. Mai 18.30—22 15 Uhr
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Preiſe 1— 10 Mr 19.30—22.15 Uhr
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Preiſe 0.60—3 Mk.
— Heſſiſches Landestheater. „Turandot” von Puccini
wird heute. Dienstag, im Großen Haus unter muſikaliſcher
Lei=
tung von Karl Maria Zwißler mit Anita Mitrovic in der
Titel=
partie und Sattler, Kienzl. Lohmann, Heyer Spira, Vogt. Kuhn.
Schocke in den übrigen Hauptrollen wiederholt. — Im Kleinen
Haus findet morgen, Mittwoch, die letzte Aufführung der „
Wild=
ente” von Ibſen in der Neuinſzenierung von Günter Haenel
ſtatt. — „Ein Walzertraum” die beliebte Operette von
Oscar Straus. wird morgen, Mittwoch im Großen Haus bei
hal=
ben Preiſen in Szene gehen. In dieſer Vorſtellung tritt Hans
Sylveſter Bunſel letztmalig in einer Operettenpartie auf. Der
Vorverkauf findet an der Tageskaſſe ſowie beim Verkehrsbüro
und C. L. Külp ſtatt. — Der anhaltend große Erfolg des
Schau=
ſpiels „Der Graue” von Friedrich Forſter, der im ſtarken
Be=
ſuch der letzten Sonntags=Aufführung wiederum zum Ausdruck
kam, veranlaßt die Generaldirektion, das Werk für
Pfingſtſonn=
tag, den 24. Mai, nochmals im Spielplan des Kleinen Hauſes
an=
zuſetzen, und zwar gelten für dieſe Vorſtellung, die außer Miete
ſtattfindet, die halben Preiſe; der Vorverkauf beginnt
Donners=
tag, den 21. Mai. — Außerordentliches
Volks=
konzert. Das letzte diesjährige Sinfonie=Konzert wird
auf Grund des ſtarken Erfolges übermorgen, Donnerstag, den 21.
Mai, als außerordentliches Volkskonzert zu kleinen Preiſen von
80 Pfg. bis 2 Mk wiederholt. Unter Leitung von Dr. Karl Böhm
werden Haydns Sinfonie Nr. 101 D=Moll. Mozarts kleine
Nacht=
muſik und Beethovens Sinfonie Nr. 5 C=Moll zur Aufführung
kommen.
Erziehung zur Genußſucht oder zur Anſpruchsloſigkeit?
Von Schulrat Heinrich Haſſinger=Darmſtadt.
Für den guten Erzieher wird es dieſe Frage nicht geben. Wer
wollte ſein eigenes oder das ihm anvertraute Kind zur
Genuß=
ſucht erziehen? Mit Abſicht wohl niemand; das verbietet zum
Teil ſchon die Schwere der Zeit. Aber unabſichtlich, ſozuſagen aus
übertriebener Liebe zum Kinde oder aus Bequemlichkeit?
Ge=
ſchieht das nicht immer noch allzu häufig? Dieſe Fälle von
Unter=
ſchlagungen, Fälſchungen, Veruntreuungen, wie ſie gerade heute
ſo oft an der Tagesordnung ſind, ſind ſie nicht vorwiegend die
Folge einer Erziehung, die im beſten Glauben alle Schwierigkeiten
für das Kind aus dem Wege räumen wollte, und die deshalb zur
falſchen Einſchätzung vom Wert der Dinge und ſo zur Genußſucht
erzog? Wie kann man glauben, ein Kind könne ſpäter als
er=
wachſener Menſch den ſchweren Lebenskampf beſtehen, wenn man
ihm von vornherein alle Waffen dazu aus der Hand nimmt. wenn
man es nicht rechtzeitig lehrt, ſich in ſeinen Grenzen zu beſcheiden,
ſeine eigene Kraft zu erproben, ſich ſelbſtändig zu betätigen und
aus eigenem Willen auf das eine und andere an Genuß zu
ver=
zichten?
Aber nun iſt wohl bei allen guten Erziehern auch darüber
kein Streit, daß wir bei jungen Menſchen durch Verbieten nie das
erreichen werden, was wir vielleicht durch Erlauben auf anderem
Gebiete zuſtande bringen werden. Das Verbot iſt immer ein
nega=
tives Mittel der Erziehung, es reizt erfahrungsgemäß zum
Wider=
ſtand und zur Uebertretung. Poſitiv wirkt nur das Erlauben,
wenn man dadurch gleichzeitig an die Selbſtverantwortung
appel=
liert. Um ein Beiſpiel zu geben: Ein Vater gibt ſeinem Sohn ein
Taſchengeld oder überläßt ihm vom ſelbſtverdienten Geld einen
kleinen Teil zu freier Verfügung. Bald merkt er aber, daß der
Sohn das Geld ſinnlos verzettelt. für Dinge ausgibt, die nur dem
reinen Genuß dienen, daß alſo ſeine Maßnahme nicht den
erzie=
heriſchen Erfolg hat, den er erwartete. Wie ſoll er dem ſteuern.
wie ſoll er dieſem Hang zum Verſchleudern und zur Genußſucht
entgegentreten? Durch Verbot, durch Entziehung? Durch
Ver=
bot würde er die Widerſtände bei ſeinem Sohne ſtärken, durch
Entziehung würde er die Entſcheidung über recht oder unrecht
lediglich auf einen ſpäteren Zeitpunkt verſchieben. Hier gilt es,
die freie Verfügung nicht zu unterbinden, ſondern ſie auf andere
Wege zu lenken. Dieſes andere ſoll und muß ſelbſtverſtändlich
dem Sohne ebenfalls Freude bringen, größere Freude noch als
das ſinnloſe Verzetteln und die mit Gewiſſensbiſſen erkauften
kleineren Genüſſe. — Gut, welcher junge Menſch möchte nicht gern
einmal eine größere Wanderung machen? So hinauszuziehen mit
einigen Freunden und ſchauen und erleben, in fremdem Bett
über=
nachten. Das iſt eine Sehnſucht, aber wie ſo die meiſten
Sehn=
ſüchte koſtet ſie vor der Erfüllung mancherlei Opfer und Verzichte.
Und nun gilt es, dem Sohne zu zeigen, daß dieſe Sehnſucht
er=
füllbar iſt wenn er nur ſelbſt es will. Das kleine Taſchengeld
wird mit der Zeit eine Summe geben, die dazu ausreicht. Aber
es ſoll keine Reiſe ſein, ſondern eine Wanderung, eine Fahrt mit
aller dazugehörigen Romantik, mit Ruckſackſchleppen, mit Abkochen,
mit billiger Uebernachtung, mit vernünftigem Haushalten bei
nicht allzu großen Mitteln. Wie wäre es, wenn du Mitglied
beim Jugendherbergsverband würdeſt und dich dort einer Gruppe
junger Menſchen anſchlöſſeſt, die darin Erfahrung haben, wie du
gerade zu der Freude kommſt, die aus den geringſten Anſprüchen
erwächſt. Dort wirſt du natürlich den größten Teil der
Verant=
wortung für dich allein zu tragen haben. Wirſt du dein Bett
ſelbſt machen, deine Schuhe ſelbſt reinigen, deine Kleider ſelbſt
ausbürſten können? Ja. Nun, dann mal los!
Iſt das nicht ein Erlauben, das in ſeiner Wirkung weit über
jedem Verbot und jeder Entziehung ſtehen wird? Das Wandern
in dieſem Sinne iſt Genuß ohne Genußſucht, iſt erhöhter Anſpruch
auf Lebensfreude bei größter Anſpruchsloſigkeit im materiellen
Genießen. Denn all unſer Erziehen kann ja nicht mehr ſein, als
der Verſuch, einen Menſchen an den Anfang eines Weges zu
ſtel=
len und ihn die erſten ſelbſtändigen Schritte zu lehren. Das
Weſentliche zu ſeiner Geſtaltung muß ieder Menſch ſelbſt tun, und
er wird es gut tun, wenn man ihn beherzt unter die anderen ſtellt
und ihm Verantwortung gibt.
Vom Spargelmarkk.
Auf dem Schwetzinger Spargelmarkt iſt ein rapider
Preisſturz eingetreten. Bei einer Anfuhr von 60 Zentnern ſetzte
das Geſchäft zunächſt mit 50 Pfg. für erſte Sorte ein, dann ſanken
die Preiſe ſchnell auf 40 Pfg., 30 und ſogar 25 Pfg. Im
Durch=
ſchnitt wurden 30 bis 35 Pfg. für erſte Sorte bezahlt. Zweite
Sorte notierte mit 20 bis 25, dritte Sorte mit 10 Pfg. Der
Ver=
ſand nach auswärts läßt ſich gut an. Als modernſtes
Beförde=
rungsmittel dient auch diesmal wieder das Flugzeug. Eine
grö=
ßere Spargelſendung, die in der Frühe geſtochen worden war,
wurde vormittags im Mannheimer Flughafen angeliefert, mittags
12,05 Uhr mit dem Flugzeug aufgegeben und bei deſſen Landung
um 18,05 Uhr im Flughafen von Kiel alsbald ausgeladen und
ſo=
fort dem Empfänger zugeſtellt, ſo daß der in der Frühe am
Er=
zeugungsort geſtochene Spargel noch am gleichen Abend in Kiel
auf der Tafel ſerviert werden konnte — Seit einiger Zeit werden
hier erfolgreiche Verſuche mit elektriſcher Spargeldüngung
unter=
nommen. Elektriſche Ströme werden in das Erdreich geführt, um
durch Erwärmung das Wachstum der Pflanzen zu beſchleunigen
und anzuregen. Auch zur Schädlingsbekämpfung ſoll der
elek=
triſche Strom für die Spargelzucht bereits erfolgreich angewendet
worden ſein.
Das
Darmstädter Pahrylan-Buch
Sommer-Ausgaße
ist erschienen und an allen bekannten
Verkaufs-
stellen zum Preise von 80 Pfennig erhältlich,
2614b
— Volkshochſchule. Zur Vorſtellung „Ein
Walzer=
traum” am Mittwoch und zum Konzert am Donnerstag im
Großen Haus des Landestheaters erhalten unſere Mitglieder
er=
mäßigte Karten in unſerer Geſchäftsſtelle. Ebenſo zum
Son=
dergaſtſpiel Weintraubs=Sykopators gegen Vorzeigen
des Ausweiſes an der Orpheums=Kaſſe.
— Promenaden=Konzert. Heute, Dienstag, den 19. Mai von
12 bis 1 Uhr ſpielt das Stadt=Orcheſter unter Leitung ſeines
Kapellmeiſters W. Schlupp bei günſtiger Witterung auf dem
Woogsdamm nach folgendem Programm: 1. „Graf von Spee‟
Marſch von Kramer; 2. Ouvertüre zur Oper „Das goldene Kalb”
von Brüll; 3. „Schatzwalzer” aus der Operette „Zigeunerbaron”
von Strauß; 4. „Fanfare militaire” von Aſcher; 5. Erinnerung
an Richard Wagners Tannhäuſer” von Wagner; 6. „Wien bleibt
Wien”, Marſch von Schrammel.
Ne
Prassel-Kaffee risch geröstet Schulstr. 10
Lokale Veranſtalkungen.
— Hoffmänniſches Inſtitut. Einladung zu einer
Zu=
ſammenkunft ſämtlicher ehemaliger Schülerinnen und
Penſions=
ſchweſtern am 27. Mai, pünktlich um 4 Uhr nachmittags, im großen
Saal des Heiligen Kreuzes. Schriftliche Antwort wird erbeten bis
zum 23. an Frl. Joh. Plagge, Hoffmannſtr. 32. und Frl. E.
Namen=
dorf. Viktoriaſtraße 43. (Siehe Anzeige.)
— Evangeliſche Stadtmiſſion Darmſtadt.
Mühl=
ſtraße 24. Am Dienstag, den 19. Mai, findet nachmittags um
4 Uhr wieder eine Frauenbibelſtunde durch Frau Miſſionar
Hof=
mann=Lindenfels ſtatt. Hierzu ergeht freundliche Einladung.
— Sportplatz=Reſtaurant und Café am
Böllen=
falltor, deſſen prächtiger Garten bekannt iſt, täglich Konzert.
(Siehe Anzeige.)
Tageskalender für Dienstag, den 19. Mai 1931.
deſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19.30 Uhr,
Ende 22 Uhr: „Turandot‟ Darmſtädter Volksbühne, Gruppe
I—TV. G 17. — Kleines Haus: Keine Vorſtellung. —
Or=
pheum, 20.15 Uhr: Weintraubs Synkopators. —
Kon=
zerte: Zur Oper, Schloßkeller, Hotel=Reſtaurant Poſt,
Herrngarten=Cafs, Zum Tropfſtein —
Kinovorſtellun=
gen: Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.
Aus dem Gerichksſaal.
Aw. Das Bezirksſchöffengericht verurteilte in der
Montags=Sitzung zunächſt den Führer der Langener
Antifasciſten wegen Vergehens gegen 8. 1 der
neuen Notverordnung zu drei Monaten
Gefäng=
nis. Er war am 1. Mai mit ſeiner Gruppe zu einer
Verſamm=
lung der Dreieichenhainer Kommuniſten eingeladen worden und
teils in geſchloſſenem Zuge, teils aufgelöſt dorthin marſchiert, ohne
eine Genehmigung dafür zu haben. Er behauptet heute, er habe
geglaubt, dieſe Erlaubnis hätten die Dreieichenhainer bereits
ein=
geholt. Doch da Nichtwiſſen nicht vor Strafe ſchützt, muß das
Ge=
richt ihn zu der Mindeſtſtrafe verurteilen. Es erkennt ihm aber
eine Bewährungsfriſt von vier Jahren zu.
In ſechsſtündiger Verhandlung wird dann gegen zwei
Nationalſozialiſten und zwei Kommuniſten
we=
gen Körperverletzung und Aufforderung dazu
verhandelt. In Langen fand am 10. Januar dieſes Jahres die
zweite Verſammlung der Nationalſozialiſten ſtatt, zu dem der
Darmſtädter S A. unter Führung eines Darmſtädter Studenten
beordert war. Die Verſammlung verlief ruhig. An der Diskuſſion
beteiligte ſich ein Kommuniſt, dem, da er weit über die ihm
zu=
gebilligte Zeit hinaus ſprach, das Wort entzogen wurde. Darauf
gingen ſämtliche Kommuniſten unter Abſingen der Internationale
aus dem Saal. In dieſem Augenblick ertönte die Trillerpfeife
des Darmſtädter S.A.=Führers, und die S.A.=Leute begannen die
Kommuniſten hinauszudrängen, wobei es zu einer kleineren
Kei=
lerei kam, bei der einige leicht verletzt wurden. Der Führer der
Langener Nationalſozialiſten ſoll nun mit einem Stuhl auf den
einen Kommuniſten eingeſchlagen haben, und der ſoll wiederum
mit einem Stuhl geworfen haben. Der Diskuſſionsredner der
Kommuniſten wird beſchuldigt, zum Totſchlag eines
National=
ſozialiſten aufgefordert zu haben. Die lange Beweisaufnahme
er=
gibt ein allgemein recht unklares Bild. Der S.A.=Führer
be=
hauptet, ſein Pfiff habe als Ordnungspfiff gelten ſollen. Der
Staatsanwalt faßt das jedoch nicht ſo auf und beantragt für ihn
wegen Aufforderung zu den Körperverletzungen vier Monate und
zwei Wochen Gefängnis. Für den zweiten Nationalſozialiſten
und den erſten Kommuniſten beantragt er Freiſpruch mangels
Be=
weiſes, und für den Diskuſſionsredner ſtellt er die Entſcheidung
in das Ermeſſen des Gerichts. Das Gericht ſpricht
ſämt=
liche vier Angeklagten frei, da ihnen durch die
Ver=
handlung keinerlei ſtrafbare Handlungen einwandfrei
nachgewie=
ſen ſeien.
— Orpheum. Außerordentliche Gaſtſpiele
an=
läßlich der Pfingſtwerbewoche. Das Gaſtſpiel der
„Weintraubs” währt nur noch zwei Tage. Die
ausgezeich=
neten Symphoniker ernten allabendlich ſtürmiſchen Beifall
der begeiſterten Hörer. „Darmſtädter Tagblatt” ſchreibt: „Dieſe
Weintraubs ſind tatſächlich einmalig!“ „Heſſiſche
Landeszeitung”; und daß ſich die braven
deut=
ſchen Jungens mit dem fremden Namen nicht vor
den Ausländern zu verſtecken brauchen.‟ Die
Co=
median Harmoniſts ſingen nochmals Donnerstag und
Freitag, 21. und 22. Mai, und dürfte damit den vielen
An=
fragen und Wünſchen entſprochen ſein. In der am
Pfingſt=
ſamstag, 23. Mai, ſtattfindenden Eröffnungsvorſtellung des
kurzfriſtigen Gaſtſpiels des geſamten Enſembles des Nürnberger
Intimen Theaters ſpielen dieſelben Darſteller, welche den
tollen Schwank über 60mal in Nürnberg zur Aufführung
brach=
ten. Die Preſſe urteilt über Stück und Darſtellung: Der Schwank
Hulla di Bulla” läßt jeden Geſchmack auf ſeine Rechnung
kommen und wurde ſtürmiſcher Heiterkeitserfolg gebucht. Die
Auf=
führung, für die Hans Reimann verantwortlich zeichnet, iſt die
beſte und abgerundetſte, welche die Direktion in dieſem Spieljahr
zu verzeichnen hat. Den Vogel ſchoß diesmal Direktor Hanns
Merk ſelbſt in der Rolle eines Filmſtatiſten ab. Er erinnerte
in der melancholiſchen Reſignation, mit der er alles über ſich
er=
gehen läßt, zuweilen an Karl Valentin. Die zweite
Bomben=
rolle hat Karl Ludwig Lindt, ſo richtig ein viver
mo=
derner Junge, der als kleiner Handlungsgehilfe zum
General=
konſul avanciert. Mit ſeiner Liebenswürdigkeit und keſſen
Frech=
heit hat er dabei alle Chancen des Erfolgs für ſich. Willi
Minauf ſtellte als Bankier Kahn eine wundervoll echte Type
aus der Börſenwelt auf luſtige Schwankbeine, während
Grete=
lotte Braxis vom Luſtſpielhaus Berlin mit ihrem Charme,
der ſie allen Situationen gewachſen ſein ließ, ein Hauptanteil an
dem überaus ſtürmiſchen und wohlverdienten Heiterkeitserfolg
hatte. Wir ſind überzeugt, daß die Kritik in den nächſten vier
Wochen das Intime Theater nicht aufzuſuchen braucht. . . Die
Direktion des Orpheums macht nochmals darauf aufmerkſam,
daß die Preiſe für dieſe Gaſtſpiele nicht erhöht ſind und
gel=
ten Preiſe von 1 Mark an in den bekannten Verkaufsſtellen
Ver=
kehrsbüro, Hugo de Waal und telephoniſch unter 389. (Siehe
Anzeige.)
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L. 4632
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Dienstag, den 19. Mai 1931
Nummer 138
Aus Heſſen.
Die heſſiſchen und naſſauiſchen Friſeure
in Groß=Gerau.
Au Groß=Gerau, 18. Mai. Der Landesverband der Friſeure
für Heſſen und Naſſau, der am 13. Auguſt dieſes Jahres 20 Jahre
beſteht, hält vom 31. Mai bis zum 2. Juni in Groß=Gerau ſeine
Jubiläumsverbandstagung ab. Der Verband wurde ſeinerzeit
auch in Groß=Gerau im Gaſthauſe „Zum weißen Roß”
gegründet Aus dieſem Anlaß hat auch im Jahre 1921 die
10. Jubiläumstagung des Verbandes in Groß=Gerau
ſtattgefun=
den. Mit dem 20. Verbandstag in Groß=Gerau wird auch eine
Fachausſtellung und ein Jubiläums=
Preisfri=
ſieren verbunden ſein. Außerdem hält die Fachlehrer=
Vereinigung der Friſeure in Groß=Gerau eine Tagung ab.
Der Vorſtand des Landesverbandes wird kurz vor der Tagung
hier zu einer Sitzung zuſammentreten. Das Protektorat der
Ver=
anſtaltungen hat Kreisdirektor Dr. Merck=Groß=Gerau
über=
nommen, dem Ehren=Ausſchuß gehören folgende Herren an:
Bür=
germeiſter Dr. Lüdecke=Groß=Gerau. Handwerkskammerdirektor
Schüttler=Darmſtadt Landtagsabgeordneter W. Donat=Goddelau,
Bankdirektor Raiß=Groß=Gerau Buchdruckereibeſitzer Ph. L. Fink=
Groß=Gerau, Gemeinderat H. Wirthwein=Groß=Gerau
Bäckerober=
meiſter Moor=Groß=Gerau, Schuhmacherehrenobermeiſter Hübner=
Mainz=Ginsheim Handwerkskammermitglied Rauch=Groß=Gerau,
Hannemann=Trebur, Storck=Büttelborn, Kraft=Bauſchheim.
Treu=
tel=Kelſterbach a M., Brauereibeſitzer Marxſohn=Groß=Gerau,
Oberpoſtmeiſter Schäfer=Groß=Gerau, Dr. med. Lohr=Groß=Gerau,
Sattlermeiſter Hummel=Rüſſelsheim, Fabrikant Heinr. Hirſch=
Groß=Gerau, Lehrer Weinheimer=Mainz=Biſchofsheim,
Altbürger=
meiſter Urban=Gr.=Gerau Bürgerm. Müller=Rüſſelsheim. Rektor
Helfenſtein=Rüſſelsheim Dir, Prinz, Bez.=Spark. Gr.=Gerau, Dr.
med. Schad=Gr.=Gerau, Reg.=Rat Merz=Gr.=Gerau, Metzgerobermſtr.
Schad=Mainz=Biſchofsheim. Tapezierermeiſter Dasbach=Gr.=Gerau.
An dem Jubiläumsfeſtabend am Sonntag, den 31. Mai, werden
der Geſangverein. Einigkeit”=Groß=Gerau, der Sportverein 1916
Groß=Gerau, die Opelkapelle Rüſſelsheim der Radfahrerverein
1897 Mainz=Biſchofsheim und Willi Reitz=Rüſſelsheim (Xylophon)
mitwirken. Mit der Jubiläumsfeſtveranſtaltung wird auch die
Ueberreichung der Geſellenbriefe an die Junggeſellen und die
Ehrung verdienſtvoller Mitglieder durch den Landesverbands=
Vorſitzenden Kiefer=Darmſtadt verbunden ſein.
n. Reichelsheim i. Obw., 18. Mai. Fahrplanänderungen
bei der Poſt. Für die Strecke Erbach-Michelſtadt—Reichelsheim—
Lindenfels ſind die neuen Fahrpläne erſchienen. Die Wagen verkehren
während des Sommerhalbjahres wieder Sonntags, Mittwochs und
Samstags und haben direkten Anſchluß nach bzw. von Lindenfels. Sie
treffen von Erbach aus bier ein: 7.59 (Lindenfels 8,24), und 16,46 (
Lin=
denfels 17.12). Abfahrt in Reichelsheim Richtung Erbach 9.15,
Sonn=
tags erſt 9,28 und 18,47. — Sehr große Veränderungen brachte der
neue Fahrplan der „Süddeutſchen” auf der Strecke
Rein=
heim—Reichelsheim. Schon ſeit längerer Zeit werden daſelbſt Uebungs=
und Probefahrten mit einem neuen Triebwagen ausgeführt. Dieſer
Wagen wurde nun in den Betrieb eingeſtellt. Sieben Züge vermitteln
nun den Verkehr von bzw. nach Darmſtadt. Eine beſonders
begrüßens=
werte Neuerung iſt der neueingelegte Zug 10,15 Uhr; iſt man doch mit
dieſem Zug bereits 11.50 Uhr in Darmſtadt. Außerdem bringt dieſer
Zug die hieſigen Schüler der höheren Bürgerſchule Groß=Bieberau
ſchon um halb 1 Uhr, während ſie ſeither erſt um halb 4 Uhr kamen.
— Gemeinde=Steuerausſchlagſätze 1930. Unter den 16
größten Kreisgemeinden erhebt Reichelsheim, wie aus einer uns
vor=
liegenden Statiſtik hervorgeht, die zweitniedrigſten Steuern. Es
er=
hebt nämlich für Gebäude und Bauplätze auf je 100 RM. Steuerwert
nur 27 Pfg., für land= und forſtwirtſchaftlichen Grundbeſitz auf je 100
RM. nur 54 Pfg. Uebertroffen wird es nur noch von Beerfelden, deſſen
Steuerſätze um fe 1 Pfg. geringer ſind. Andere Gemeinden erheben den
zwei= bis zweieinhalbfachen Betrag. — Ein bieſiger Autobeſitzer
verun=
glückte mit ſeinem Wagen, indem dieſer in einer Kurve das
Gleichge=
wicht verlor und umſtürzte. Der Fahrer trug einen doppelten
Arm=
bruch davon
Dd. Arheilgen, 18. Mai. Evangeliſcher
Jungmädchen=
verein. Unter großer Anteilnahme der hieſigen Gemeinde beging am
Samstag und Sonntag der Jungmädchenverein die Feier ſeines 60
jäh=
rigen Beſtehens. Aus dieſem Anlaß fand am Samstag abend die
Auf=
führung des Spieles „Die heilige Eliſabeth” im Gemeindehaus ſtatt, die
außerordentlich gut beſucht war. Das Spiel, das das Leben und Wirken
dieſer bedeutſamen Frau des Mittelalters darſtellt und einſt für ein
großes Mädchentreffen in Marburg gedichtet war, wurde von den
Mäd=
chen des feſtgebenden Vereins gut aufgeführt und machte einen tiefen
Eindruck auf die Zuſchauer. Reicher Beifall belohnte am Schluſſe die
Spielerinnen für ihre guten Leiſtungen. Der eigentliche Feſtſonntag
wurde eingeleitet durch ein Choralblaſen des hieſigen Poſaunenchors,
der in liebenswürdiger Weiſe alle Veranſtaltungen durch ſeine
Mitwir=
kung verſchönern half. Um 8 Uhr traf ſich dann die evangeliſche Jugend
in der feſtlich geſchmückten Kirche, woran anſchließend um 10 Uhr der
Feſtgottesdienſt im Freien vor der Kirche ſtattfand. Feſtprediger war
Herr Pfarrer Hickel vom Eliſabethenſtift. Am Nachmittag zogen dann
die hieſigen evangeliſchen Jugendvereine gemeinſam mit den von
aus=
wärts erſchienenen Jugendgruppen unter den Klängen des Poſaunenchors
durch das im Flaggenſchmuck prangende Dorf nach dem Feſtplatz in der
Täubcheshöhle. Dort enzwickelte ſich nach dem Verleſen einiger
Glück=
wunſchſchreiben durch Herrn Pfarrer Grein und einigen Worten der
Verbandsvorfitzenden, Frau Pfarrer Irle bald ein frohes Treiben. Bei
Volkstänzen, Liedern und Darbietungen des Poſaunenchors verſtrich die
Zeit wie im Fluge. Ein Märchenſpiel, aufgeführt von den Mädchen des
gaſtgebenden Vereins, fand allgemeinen Beifall. Nach einer
Schluß=
anſprache des Kreisverbandsvorſitzenden, Herrn Pfarrers Werner,
be=
gaben ſich die Feſtteilnehmer wieder ins Dorf. Mit dieſem harmoniſch
verlaufenen, ſchlichten Jubelfeſt kann der Jungmädchenverein ſehr
zu=
frieden ſein, und man kann nur dem Wunſch Ausdruck geben, daß ſich
der Verein noch recht lange und erfolgreich betätigen möge zum Wohle
der weiblichen evangeliſchen Jugend der Gemeinde. Hoffentlich wird
auch den von auswärts ſo zahlreich erſchienenen Teilnehmern das
Jubel=
feſt in ſteter freundlicher Erinnerung bleiben als ein Markſtein in der
evangeliſchen Jugendbewegung.
J. Griesheim, 19. Mai. Am heutigen Tage beging die
Schuh=
machermeiſter Peter Fing Wwe., hier, ihren 81jährigen Geburtstag.
Wir gratulieren der Greifin zu ihrem Wiegenfeſte mit dem Wunſche,
daß ihr auch weiterhin ein ungetrübter Lebensabend im Kreiſe ihrer
Kinder und Enkelkinder beſchieden ſein möge — In letzter Zeit
wur=
den am Staatsbahnhof auf einem Lagerplatz verſchiedenemal an den
von Frankfurt a. M. zurückkommenden Packkörben die befeſtigten Säcke
und Tücher geſtohlen. Ein Täter iſt bereits durch die Polizei ermittelt
worden und die geſtohlenen Säcke und Tücher konnten den Eigentümern
zurückgegeben werden. Es ſtehen noch verſchiedene Körbe, Säcke und
Tücher aus. Es beſteht die Vermutung, daß dieſe Gegenſtände
ver=
ſchenkt oder auch zum Verkauf angeboten werden. Um den zweiten
Täter feſtſtellen zu können, erſcheint eine Mitwirkung der
Einwohner=
ſchaft bei den Ermittlungen zweckmäßig. Entſprechende Meldungen
wer=
den bei der Ortspolizei, Zimmer 1, entgegen genommen. — Die Täter,
die vorige Woche im Wirtſchaftsviertel des hieſigen
Truppenübungs=
platzes mehrere Einfriedigungen beſchädigten und auch ſonſtigen Unfug
trieben, ſind durch die hieſige Gendarmerie ermittelt worden. Um
künf=
tighin die Ermittlung der Täter zu erleichtern, iſt es dringend
notwen=
dig, daß bei vorkommenden Einbrüchen, Diebſtählen und ſonſtigen
Vor=
fällen der Polizei ſofort Mitteilung gemacht wird und nicht, wie dies
Sahresfent ver Mircen-erfangvereie
des Berunais Sverſiaot i Boer kamſtadt.
P. Die Kirchengeſangvereine von Biebesheim, Crumſtadt, Eberſtadt,
Gernsheim, Goddelau, Nieder=Ramſtadt, Ober=Beerbach, Ober=Ramſtadt,
Pfungſtadt und Seeheim mit zuſammen über 400 Sängern, denen aus
ihren Gemeinden mindeſtens ebenſoviel Freunde des Kirchengeſangs
ge=
folgt waren, feierten am Sonntag in Ober=Ramſtadt das 18.
Jahres=
feſt der Kirchengeſangvereine des Dekanats
Eber=
ſtadt. Das Feſt nahm, begünſtigt von herrlichem Frühlingswetter,
das ſich am Abend allerdings in leichte Niederſchläge verwandelte, einen
recht guten Verlauf. Wie jeder einzelne Kirchengeſangverein ſeine
Auf=
gabe darin ſieht, an dem Orte ſeiner Wirkſamkeit der Pflege des evang.
Kirchengeſangs zu dienen und damit die Aufgabe mit zu erfüllen helfen,
durch Darbietung der vorhandenen kirchenmuſikaliſchen Schätze die
An=
dacht beim Gottesdienſt zu fördern und den muſikaliſchen Geſchmack der
Gemeinden zu bilden, ſo iſt es Zweck der regelmäßig wiederkehrenden
Kirchengeſangvereinsfeſte, befruchtend auf die Vereine zu wirken ſowie
den evang Kirchengeſang zu fördern und auszubreiten. Das Feſt in
Ober=Ramſtadt hat dieſen Zweck — das darf ohne Uebertreibung geſagt
werden — erfüllt.
Um 1.30 Uhr hatten ſich die obengenannten Kirchen=Geſangvereine
im „Eliſenbad” verſammelt, von wo aus ſie nach einer Hauptprobe unter
Vorantritt des Poſaunenchors Ober=Ramſtadt nach dem Garten des
Turnvereins 1877 in der Wehrſtraße geleitet wurden. Hier fand um
2 Uhr ein Feſtgottesdienſt ſtatt, dem ſchätzungsweiſe 1500
Men=
ſchen beiwohnten. Eingeleitet wurde dieſe Feierſtunde im Freien durch
einen Choral des Poſaunenchors unter der Leitung ſeines Dirigenten
Ludwig Buß. Eine erhebende Weihe wurde dem Gottesdienſt durch
den prächtigen, tiefen Eindruck hinterlaſſenden Geſang von vier Chören
verliehen, die als Geſamtchöre vorgetragen wurden. Geleitet wurden
dieſe unter der ruhigen und ſicheren Stabführung des Dirigenten des
Kirchengeſangvereins Ober=Ramſtadt, Hauptlehrer i R.
Würtenber=
ger. Der erſte Chor war das Lied: „Die beſte Zeit im Jahr iſt mein”
deſſen Text von Martin Luther ſtammt vertont von D. Arnold
Men=
delsſohn. Dann gelangte der Chor: „Lob Gotr getroſt mit Singen”.
eine alte Volksweiſe aus dem 15. Jahrhundert, ebenfalls von D. Arnold
Mendelsſohn vertont, zu Gehör. Nach der Predigt erklangen noch die
beiden Chöre: „Brunn alles Heils” (Text von G. Terſtegen, Tonſatz nach
J. S. Bach) und „Komm, o komm du Geiſt des Lebens” (Text von H.
Held, Tonſatz von D. Arnold Mendelsſohn). Im Mittelpunkt des
Gottesdienſtes ſtand die ſchwungvolle Predigt von Pfarrer Wagner=
Darmſtadt. Er feierte in preiſenden Worten den Kirchengeſang und die
Kirchengeſangvereine, deren Ziel es ſei, Lob zu ſingen dem Höchſten, was
es auf Erden gibt. Die Loblieder, deren die evang. Kirche im Ueberfluß
habe, ſeien entſtanden, wie der Brunnen aus der Tiefe erſtehe. Sie
ſtreuen Roſen auf den Weg und verheißen die kommende Löſung aller
nwärtigen Weltverworrenheit. Trotz der Frende, die ſich mit dem
Feſt verbinde, trete zu ihm der hohe Ernſt denn es bedeute eine heilige
Pflicht, die Lieder unſerer evang. Kirche als köſtlichen Beſitz zu wahren.
Dieſe Verantwortung verlange, daß die Lieder nicht mit den Lippen,
ſondern aus dem Herzen geſungen werden. In dieſem Zuſammenhang
wolle er eine Erinnerung auffriſchen und eine Aufforderung an die
Kirchen=Geſangvereine richten. Erinnern will ich euch: daß die im
gemeinſamen Chriſtenglauben geſungenen Lieder den eigenen Glauben,
in dem keiner ſtark genug iſt, geſtrafft und geſtärkt wird; auffordern will
ich euch: Widerpart zu halten denen, die ihre Freude nicht mehr an dem
evang. Kirchenlied haben können, weil ſie ſich verkauft haben an Lieder
der Falſchheit und Lüge.
Die Liturgie des Gottesdienſtes wurde von Pfarver
Nürnber=
ger=Ober=Ramſtadt wahrgenommen.
Nachdem die einzelnen Vereine in den verſchiedenen Lokalen, auf
die ſie verteilt waren, ihren Nachmittags=Kaffee eingenommen hatten,
verſammelten ſie ſich von neuem im „Eliſenbad”, wo um 4.30 Uhr die
übliche Nachverſammlung abgehalten wurde.
Pfarrer Nürnberger hieß hier die Verſammelten im Namen
des Kirchenvorſtandes und der Geſamt=Kirchengemeinde Ober=Ramſtadt
herzlich willkommen. Er führte aus, daß es für ihn und ſeinen
Kir=
chenchor ein Wagnis geweſen ſei, das Feſt zu übernehmen. Nunmehr
bereue er es nicht, „ja” geſagt zu haben, denn es habe im Geiſte wahrer
Gemeinſchaft und Verbundenheit einen verheißenden Anfang genommen,
und er hoffe, daß es auch einen in dieſem Geiſte verlaufenden Ausgang
nehmen werde. Wenn dies der Fall ſei, werde von ihm der in unſerer
Zeit doppelt notwendige Mut und neue Kraft für die kommende Zeit
ausſtrömen.
Dekan Vogel=Gernsheim grüßte die Verſammlung namens des
Dekanats Eberſtadt, gab ſeiner Freude Ausdruck, daß ſo viele dem Ruſe
Ober=Ramſtadts gefolgt ſind, ſagte dem Kirchenvorſtand Ober=Ramſtadtt
und den Vereinen, die das Feſt ſo ſchön vorbereitet hatten, herzlichen
Dank. Er erinnerte an das letzte Dekanatsfeſt in Ober=Ramſtadt, das
am 9. Juli 1912 gefeiert worden ſei, in einer Zeit des glücklichen
Frie=
dens. Damals habe man noch nichts gewußt von Krieg, Nachkrieg,
In=
flation und Notſtänden, die unſer Volk in der Folgezeit ſo hart bedrückt
hätten und noch bedrückten. Daß die Kirchengeſangvereine dieſe
ſchwe=
ren Zeiten bis jetzt überſtanden hätten, ſei ein Beweis dafür, daß
Lebens=
kraft, Mut und Freudigkeit unſeren geiſtlichen Liedern innewohnten, die
die Herzen immer wieder emporzutragen in der Lage wären. Damals
habe Pfarrer Stotz=Babenhauſen, jener vortreffliche Mann, hier die
Rede gehalten. Wenn man ihn (den Dekan) heute frage: Wo iſt er
nur?, dann müſſe er ſagen, daß er ſeinen Liedern nachgegangen ſei, wie
auch wir alle einmal unſeren Liedern nachziehen würden. Aber, fuhr
der Dekan fort, wir wollen nicht weiter klagen. Fürwahr! Wir dürfen
hoffen! Das Kirchengeſangvereinsfeſt iſt im Leben der
Kirchengeſang=
vereine immer ein Höhepunkt geweſen. Es ſolle ſo auch dieſesmal ſein.
Singt dem Herrn ein neues Lied. Dann ſeht ihr nicht nur den
Früh=
ling in der Natur, dann ſpürt ihr ihn auch. Wenn heute die Herzen
höher ſchlagen, dann wird das Bewußtſein von neuem wach werden, daß
unſere Kirchen=Geſangvereine einen koſtbaren Schatz hüten. So wünſche
er, daß die Tagung gut verlaufe und der evang. Kirche zum Segen
gereiche.
Der Vorſitzende des Kirchen=Geſangvereins=Verbandes im Dekanat
Eberſtadt, Pfarrer Schlapp=Biebesheim, ſprach den Wunſch aus, daß
ſich die Vereine immer bewußt bleiben möchten, deſſen, warum ſie da ſind
und welcher Sache ſie zu dienen beſtimmt ſind.
Bürgermeiſter Rückert ſagte der Verſammlung unter warmen
Worten der Begrüßung herzlichen Dank für die Ehre, die man der
Ge=
meinde Ober=Ramſtadt mit der Uebertragung des Feſtes bewieſen habe.
Er wünſchte, daß die Stunden, die man in Ober=Ramſtadt heute
ver=
lebe, allen Teilnehmern in beſter Erinnerung bleiben möchten.
Im übrigen wurde die Nachverſammlung ausgefüllt durch
Einzel=
geſänge ver vertretenen Chöre, die ſich hier aber auf ſolche weltlichen
Inhalts erſtreckten. Es ſangen: Gernsheim (Dirigent Lehrer
Bopp): „Maidle laß dir was verzähle von Silcher; Biebesheim
(Dirigent: Lehrer Bayer): „Im Wald” von Karl Maria von Weber;
Goddelan (Dirigent: Lehrer Reinhardt): „Jauchze mein Herz” von
Tietze; Crumſtadt (Dirigent: Ludwig Krug): „Das iſt der Tag des
Herrn” von Kreutzer; Pfungſtadt (Dirigent: Lehrer Hofmann):
„Morgenlied” von Sonnet; Seeheim (Dirigent: Lehrer Beltz): „
Mai=
lied” von Mendelsſohn=Bartholdy; Eberſtadt (Dirigent: Wilhelm
Pfeiffer): „Mailuſt” von Prinners; Ober=Beerbach (Dirigent:
Frau Pfarrer Gundermann): „Im Mai” von Silcher; Nieder=
Ram=
ſtadt (Dirigent: Lehrer Ott): „Hab oft im Kreiſe der Lieben”
Volks=
weiſe; Ober=Ramſtadt (Dirigent: Hauptlehrer i. R.
Würtenber=
ger): „Ihr lieben Vöglein” von Hegar. Der Poſaunenchor Ober=
Ram=
ſtadt wirkte auch hier mit und gab der Nachverſammlung einen hübſchen
Rahmen.
gewöhnlich der Fall it, wenn bereits mehrer Tage vergangen ſind.
Am Himmelfahrtstag, abends gegen 9 Uhr, verſuchten zwei junge
Bur=
ſchen, auf der Provinzialſtraße Darmſtadt—Griesheim oberhalb der
Einmündung der Groß=Gerauer Chauſſee ein 15 Meter langes
Draht=
ſeil, welches bereits an einer Telegraphenſtange befeſtigt war, über die
Straße zu ſpannen; jedenfalls in der Abſicht, einen Autounfall
herbei=
zuführen. Als ſich die Gauner durch Paſſanden bemerkt ſahen, flüchteten
ſie in den Wald. Das ſofort herbeigerufene Ueberfallkommando ſtreifte
den Wald ab, jedoch ohne Erfolg. Hoffentlich gelingt der Polizei die
Ermittlung der beiden Unholde.
Schutz vor
Ansteckin-
bosondersber Erkäfungagefahg
Grippe u. sw.
Ak. Rieder=Ramſtadt, 18. Mai. Am Samstag abend, gegen 9.30
Uhr, ereignete ſich hier ein bedauerlicher Unfall. Der Landwirt Wilh.
Roß ließ in ſo ſpäter Stunde auf der bieſigen Brückhenwaage einen
Wagen Heu wiegen und ſtellte nach dem Verwiegen den mit zwei
Pfer=
den beſpannten Wagen auf der rechten Seite der Ortsſtraße unter den
brennenden Straßenlaternen ab, um ſich bei dem Wiegemeiſter ſeinen
Wiegeſchein zu holen. Währenddeſſen kam in der Fahrtrichtung des
Wagens ein Laſtauto mit Anhänger in ziemlich raſchem Tempo an dem
Fuhrwerk vorbei, erfaßte hierbei offenbar Zaum und Zügel des einen
Pferdes am Kopfe und riß dem bedauernswerten Tiere die linke
Kopf=
hälfte buchſtäblich ab, ſo daß es auf der Stelle abgeſchlachtet werden
mußte. Inwieweit ein Verſchulden des Autoführers, der von der
gan=
zen Sache gar nichts gemerkt haben will, ſondern erſt an Hand der am
Auto ſichtbar geweſenen Blutſpuren und Pferdehaare von dem Unfall
überzeugt werden mußte, vorliegt, wird die weitere Unterſuchung
er=
geben.
T. Groß=Zimmern, 18 Mai. Zu der am 7. Juni hier
ſtattfinden=
den Neuwahl eines Beigeordneten wurden vier
Wahlvor=
ſchläge eingereicht. Die Kandidaten ſind folgende: Herr Beigeordneter
Martin Kraus (S.P.D.), die Herren Gemeinderäte Franz Hi= (Z.),
Heinr. Angermeier 5., Landtagsabgeordneter (K.P D.), Martin
Reinhard (KP.D.). Die darauf folgende Stichwahl iſt auf
Sonn=
tag, den 14. Juni, feſtgelegt.
T: Gundernhauſen, 18 Mai. Der hieſige evangel.
Franen=
verein unternahm am Sonntag unter der Leitung ſeines erſten
Vor=
ſitzenden, Herrn Pfarrer Schulz, einen hübſchen Ausflug in die
Berg=
ſtraße. Man fuhr mit der Bahn bis Bensheim, von da aus ging es zu
Fuß nach Auerbach. Dort beſichtigte man das Fürſtenlager und das
Schloß Heiligenberg. Die Beteiligung an dieſem Ausflug war ſehr
zahlreich und bot viel Sehenswertes. Abends 8.30 Uhr traf man
wie=
der hier ein.
— Gernsheim, 18. Mai. Waſferſtand des Rheins am
17. Mai: 1,35 Meter; am 18. Mai: 1.38 Meter.
— Hirſchhorn, 18. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
16. Mai: 1.88 Meter; am 17. Mai: 2.10 Meter.
* Das Heimafſef des Germer Landes.
Der Groß=Gerquer Frühjahrsmarkt.
Au. Groß=Geran, 18. Mai.
Vom 14. bis 17. Mai fand der traditionelle Groß=Gerauer
Früh=
jahrsmarkt, das Heimatfeſt des Gerauer Landes, ſtatt. Den Auftakt
bildete am Himmelfahrtstage ein Konzert auf dem Marktplatz und
ein Waldfeſt im Groß=Gerauer Wald, an dem viele Hunderte
teil=
nahmen. Am Freitag wurde im Rahmen des Frühjahrsmarktes amf
dem Hindenburgturm ein Kaffee= und Reſtaurationsbetrieb
ein=
geweiht. Am Samstag folgte die Eröffnung der Georg=Büchner=
Ausſtellung im Heimatmuſeum des Gerauer Landes im alten
Rathaus zu Groß=Gerau. Samstag abend veranſtaltete der
Schützen=
verein „Tell” Groß=Gerau in ſeiner neuen Schießhalle ein Konzerr.
Auf dem Marktplatz herrſchte ein großer Rummelbetrieb.
Sonn=
tag vormittag fand in der „Krone” der 10. Obermeiſtertag des
Bäcker=Innungsverbandes für Rhein, Main und
Nahe ſtatt auf der L. A. Filtzinger=Mainz übr die Sitzung des
Germania=Geſamtvorſtandes berichtete und Obermeiſter Steyer=Mainz
über das Brotgeſetz und ſeine Auswirkungen referierte. Im Anſchluß
an die Tagung beſichtigten die Teilnehmer das alte Rathaus.
Gleich=
zeitig fand im Stadt=Kaffee Menne eine Sitzung der
Gauver=
treter des Gaues Main=Nied vom Heſſ.=Naſſauiſchen
Kurzſchriftverband ſtatt. Auch die Stenographen beſichtigten
Heimatmuſeum, Rathaus und den Hindenburgturm. Sonntag mittag
trafen in Groß=Gerau über 400 Teilnehmer der Gauwanderfahrr
des Gaues Frankfurt des Bundes Deutſcher Radfahrer ein,
die ebenfalls Beſichtigungen vornahmen und zum Teil nachmittags an
dem im Adlerſaal ſtattgefundenen Saalſportfeſt des
Radfah=
rervereins Groß=Gerau teilnahmen. Das Saalſportfeſt brachte
unter anderem erſtklaſſigen ſportlichen Darbietungen einen 2er
Radball=
kampf zwiſchen der Deutſchmeiſter=Mannſchaft des R. C. 1895
Frank=
furt=Oberrad und der Mannſchaft des Europameiſters R,V.
Wanderluſt Frankfurt a. M., die ſich einen hochintereſſanten
Kampf lieferten, der von dem Europameiſter mit 9:0 gewonnen wurde.
Gleichzeitig wurde die Vereinsmeiſterſchaft des
Radfahrer=
vereins Groß=Geran im Jugendradball ausgetragen,
die von der Mannſchaft Junghans=Weber überlegen gewonnen
wurde. Der Schützenverein „Tell”, Groß=Gerau vollzog am
Nachmittag die Weihe ſeines neuen Schießſtandes und der
Schießhalle. Der Vorſitzende des Mitteldeutſchen Kleinkaliber=
Schützenverbandes, Jäger= Frankfurt a. M., nahm die Weihe des
Standes und die Taufe der Halle vor, während der Vorſitzende des
Gaues Starkenburg, Schneider=Offenbach, das große Preisſchießen
des Schützenvereins „Tell”, an dem zahlreiche Vereine des Gaues
teil=
nahmen, mit der Preisverteilung zum Abſchluß brachte. Die
Ehren=
ſcheibe errang der Schütze Eduard Fuch3 vom Flobertſchützenverein
Offenbach, die Feſtſcheibe Groß=Gerau der Schütze Grimm=
Enken=
heim. — Der diesjährige Frühjahrsmarkt, um deſſen Zuſtandekommen
ſich Bürgermeiſter Dr. Lüdecke große Verdienſte erworben hat,
brachte auch in dieſem Jahre viele Hunderte auswärtiger Beſucher in die
freundliche Kreisſtadt Groß=Gerau. Die Stadt zeigte reichen
Flaggen=
ſchmuck und hat ihren Gäſten eine Reihe von gutorganiſierten
Einzel=
veranſtaltungen geboten, an die man ſich noch lange und gern erinnern
wird.
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Nummer 138
Dienstag, den 19. Mai 1931
Seite 7
* Jubiläumskagung
des Bundes deutſcher Gebrauchsgraphiker
in Bad=Nauheim.
v. Bad=Nauheim, 16. Mai. Der Bund deutſcher
Gebrauchs=
graphiker (B.D.G.), der ſeinen Sitz in Berlin hat und zurzeit
etwa 800 Mitglieder zählt, darunter klangvollſte Namen der
Lehrerſchaft ſtaatlicher und ſtädtiſcher Akademien, hielt geſtern
und heute hier ſeinen 10. Bundestag als Jubiläumstagung ab.
Der Bund iſt die anerkannte Berufs= und Standesvereinigung
der auf dem geſamten Gebiet der Gebrauchsgraphik tätigen
deut=
ſchen Künſtler. Der reinen Zweckforderung der Wirtſchaft ſtellt
der BD.G. als kulturelles Ziel zur Seite die Durchdringung
der Wirtſchaft mit künſtleriſchen Energien. Das
große Intereſſe, das die heſſiſche Staatsregierung an
der Tagung nimmt, geht daraus hervor, daß
Staatspräſi=
dent Dr Adelung anläßlich des Tagungsjubiläums ein
be=
ſonderes Schreiben an den Bund gerichtet und außerdem einen
Vertreter nach Bad=Nauheim entſandt hat.
Nach einer Begrüßungsfeier am Donnerstag abend im
Teich=
haus, erfolgte geſtern früh im Speiſeſaal des Kurhauſes die
Er=
öffnung der Tagung, zu der etwa 80 Bundesmitglieder aus allen
Teilen des Reiches erſchienen ſind. Dem Vorſitzenden der
Bun=
desgruppe Rhein—Main, A. Windiſch=Frakfurt a. M., war
es eine beſondere Freude die Vertreter der Behörden und
be=
freundeter Verbände begrüßen und ihnen für das Intereſſe an der
Tagung danken zu können. Die beſten Wünſche des heſſiſchen
Staatspräſidenten und Kultusminiſters Dr. Adelung ſowie der
heſſiſchen Staatsregierung überbrachte Miniſterialrat Henrich=
Darmſtadt. Er würdigte in inhaltreichen Ausführungen die
wirt=
ſchaftliche Bedeutung und die kulturellen Aufgaben der
Ge=
brauchsgraphik und ſprach dem Bund Dank und Anerkennung des
heſſiſchen Kultusminiſteriums für die bisher geleiſtete Arbeit aus.
Bürgermeiſter Dr. Ahl, der namens der Stadt willkommen hieß
und für die Einkehr des Bundes in Bad=Nauheim herzlichſt
dankte, ſprach ſehr ſinnreich über die Berührungspunkte, die in
beſonderem Maße zwiſchen der Gebrauchsgraphik und einer
Bade=
ſtadt beſtehen. Weiter übermittelten der Tagung Grüße: Prof.
Frenzel=Berlin für die Sektion Deutſchland des Continentalen
Reklamebundes, Dr. Kretz=Berlin, für den Reichsverband
deut=
ſcher Reklamemeſſen, Otto Ernſt Sutter=Frankfurt a. M. als
Vorſitzender des Deutſchen Reklameverbandes. Letzterer ſprach
ſehr überzeugend von der Notwendigkeit der Reklame
im Wirtſchaftsleben und bezeichnete als eine der großen
Aufgaben, die der geſtaltenden Reklame harren, die
Aufklärungs=
arbeit für deutſches Gemeinſchaftsempfinden und europäiſchen
Gemeinſchaftsſinn. Prof. Hadank=Berlin, der verdiente
Vor=
ſitzende des B.D.G., dankte allen Rednern herzlichſt und
unter=
ſtrich in ſeinen weiteren Ausführungen vor allem den Gedanken
der kulturellen Grundlage der Gebrauchsgraphik. Leider führe
die Verſtändnisloſigkeit mancher Behörden gegenüber der
Ge=
brauchsgraphik des öfteren zu Geſchmackloſigkeiten, was
beiſpiels=
weiſe bei der Herausgabe einiger Briefmarken in Erſcheinung
ge=
treten ſei. Ziel müſſe daher ſein wieder zu einer wirklichen
deutſchen graphiſchen Kultur in der amtlichen
Druckſache zu kommen. Der ſich anſchließende geſchäftliche
Teil der Tagung brachte dann den Jahresbericht der
Bundes=
leitung, die umfangreiche Arbeit für die
Intereſſenvertre=
tung der Berufsgraphiker getan hat, ferner die einmütige
Wie=
derwahl des Bundesvorſitzenden Prof. Hadank.
Der heutige zweite Verhandlungstag war ausgezeichnet durch
ein hochaktuelles Referat des Verbandsſyndikus Dr. Jakobſohn,
Berlin, der als Kapazität auf dem Gebiet der künſtleriſchen
Rechtsfragen ſehr aufklärungsreich über „Rechtsfragen der
Ge=
brauchsgraphik” ſprach. Geſellſchaftliche Veranſtaltungen gaben
den beruflich=ſachlichen Beratungen einen würdigen Rahmen und
Abſchluß.
Mit der Tagung iſt eine Wettbewerbs=Ausſtellung
zur Erlangung von Umſchlagsentwürfen für die in deutſcher und
engliſcher Sprache erſcheinende Zeitſchrift „Gebrauchsgraphik”
(Bundesorgan) verbunden.
Die Teilnehmer aus dem Reich, die bisher immer in
Groß=
ſtädten getagt haben, ſind hochbefriedigt über die glänzende
Auf=
nahme, die ſie in der heſſiſchen Badeſtadt gefunden haben, deren
Vorzüge und Annehmlichkeiten uneingeſchränktes Lob fanden.
b. Erbach, 18. Mai. Kreistagſitzung des Kreistages
Exbach. Kreisdirektor von Wermer ſtellt zunächſt die
Beſchlußfähig=
keit des Haufes feſt. Entſchuldigt fehlt Kreistagsmitglied Klein=Lützel=
Wiebelsbach. Für den freiwillig aus dem Kreistag ausgeſchiedenen Herrn
Kurz=Hainſtadt tritt Herr Dequis=Reichelsheim (D.V.P.) in den
Kreis=
tag ein. Er wird verpflichtet. Zu Urkundsperſonen werden durch
ein=
ſtimmigen Beſchluß die Kreistagsmitglieder Krämer=Reichelsheim und
Kunkelmann=König ernannt. Kreisdirektor von Werner betont, daß die
Aufſtellung des diesjährigen Voranſchlages durch die unüberſichtlichen
wirtſchaftlicken Verhältniſſe größte Schwierigkeiten bereitet habe. So
habe er z B. Winterbeihilfen uſw. nicht aufgenommen. Hier müſſe eine
ſpätere Kreistagſitzung noch Beſchluß faſſen. Soweit man die Lage
bis jetzt beurteilen könne, ſeien die Wohlfahrtsunterſtützungen bereits
höher als die zu erwartenden Anteile aus den Ueberweiſungsſteuern.
Ueber die Verhandlungen, die zurzeit im Miniſterium des Innern über
die Hilfe an Gemeinden geführt werden, könne man noch keine poſitive
Mitteilung geben. So könnten auch die Steueranteile, entgegen den
üblichen Gepflogenheiten, für das abgelaufene Jahr noch nicht für
end=
gültige erklärt werden. Auch hier ſei der Beſchluß einer ſpäteren
Ta=
gung erforderlich. Dann werde auch Klarheit über die Beträge zu
er=
warten ſein, die dem Kreis aus dem Ausgleichsſtock zufließen müſſen.
Kreistagsmitglied Meiſinger (Landbund) bittet um Senkung der zu
hohen Grundſteuer, Kreistagsausſchußmitglied Kurz (D.V.P.) um eine
ſolche der Gewerbeſtener. Der Kreisdirektor macht darauf aufmerkſam,
ſo verſtändlich die Anregungen auch ſeien, daß das Geſetz eine
Möglich=
keit nicht zulaſſe, da die Vorſchriften über die Steuerſenkung Beachtung
findem müßten. Kreistagsmitglied Weber (K.P.D.) beantragt zum
Kapitel Autohaltung die ſachlichen Koſten von 6000 RM. auf 4000 RM.
herabzuſetzen. Dieſer Antrag findet einſtimmige Annahme. Ein
weiter=
gehender Antrag der Nationalſozialiſten, der Abſchaffung der
kreiseige=
nen Autohaltung und Vergebung der erforderlichen Fahrten an einen
Privatmann verlangt, findet gegen die Stimmen der Antragſteller
Ab=
lehnung. Die Tatſache, daß der Kreis nunmehr für die Benützung der
Räume in dem ſtaatlichen Kreisamtsgebäude eine Miete von zirka 2400
RM. jährlich bezahlen muß, findet allgemeine Mißbilligung. Ein
An=
trag des Kreistagsmitgliedes Weber (K.P.D.), den Zuſchuß zur
Ge=
werbeſchule Michelſtadt um 1000 RM. auf 2000 RM. zu erhöhen, findet
gegen die Stimmen des Landbundes Annahme. Einſtimmig
angenom=
men wird der Antrag des Kreistagsmitgliedes Bär (Landbund), der
verlangt, die Zuſchüſſe zu den landwirtſchaftlichen Schulen Michelſtadt
und Reichelsheim zu verdoppeln. Dieſer Beſchluß bringt ebenfalls eine
Mebrausgabe von 1000 RM. Der Antrag Dengler (S.P.D.), 2000 RM.
dem Reſervefonds zuzuführen, wird zurückgezogen. Zum Kapitel
Winter=
beihilfe liegen Anträge der S.P.D. und der K.P.D. vor. Der
Kreis=
direktor macht jedoch wiederholt darauf aufmerkſam, daß über dieſe
Frage Beſchluß nicht gefaßt werden kann. Er beantragt, die Anträge
auf die Tagesordnung der nächſten Kreistagsſitzung, die vorausſichtlich
im Monat Auguſt ſtattfindet, zu ſetzen. Dieſer Antrag wird gegen die
Stimme des Kommuniſten Weber angenommen. Ein Antrag Weber
(K.P. D.), der verlangt, den Betrag von 18 000 RM., der für
Pflege=
gelder für Kinder, die von beiden Eltern getrennt untergebracht ſind,
eingeſetzt iſt, auf 20000 RM. zu erhöhen, wird abgelehnt. Hier ergibt
eine eingehende Klarlegung der Verhältniſſe durch Regierungsrat Dr.
Eibach die Tatſache, daß für einen erhöhten Betrag kein Bedürfnis
vorliege. Kreistagsmitglied Franz=Erbach (Staatspartei) macht davon
Mitteilung, daß die beiden Bezirksſparkaſſen des Kreiſes wohl kaum in
der nächſſten Zeit an den Kreis oder an die Gemeinden irgendwelche
Darlehensiummen geben könnten. Der Voranſchlag des Kreiſes, wie
durchgeſprochen, wird mit Mehrheit angenommen. Der Voranſchlag
ſchließt in Einnahme und Ausgabe mit einem Betrag von 554 090,07
MM. ab. Zum Mitglied der Körkommiſſion wird Kreistagsmitglied
Bär=Langenbrombach (Landbund) gewählt. Nach Schluß der
Tages=
bidnung kommen noch verſchiedene Anträge der ſozialdemokratiſchen
Frak=
tion zur Debatte.
William G. Kerckhoff-Skiftung.
Inſtikuk für wiſſenſchaftliche Forſchung
und Forkbildung in Bad=Nauheim.
Im Sommer des Jahres 1929 wurde durch
die bekannte hochherzige Spende von 4½
Mil=
lionen Mark einer Amerikanerin, Frau Louiſe
E. Kerckhoff, Ehrenbürgerin der Stadt Bad=
Nauheim, die „William G. Kerckhoff=Stiftung,
Inſtitut für wiſſenſchaftliche Forſchung und
Fortbildung” ins Leben gerufen. Die
Stif=
tung zerfällt in zwei Teile und dient durch den
„Kerckhoff=Erinnerungsfonds” der
wiſſenſchaft=
lichen Forſchung und Fortbildung durch
Ge=
währung von Stipendien und durch das „
Kerck=
hoff=Herzforſchungsinſtitut” der Erforſchung und
Bekämpfung der Herz= und Gefäßkrankheiten.
m. Beerfelden, 18 Mai. Verkehr. Der Himmelfahrtstag ſtand
auch für unſer Städtchen im Zeichen des Verkehrs und des Wanderns.
Der Verkehr iſt eben vielfach Durchgangsverkehr per Auto und
Motor=
rad, und doch nimmt manche Reiſegeſellſchaft Aufenthalt in unſerem
gaſtlichen Städtchen, wo mit einem guten Tropfen jeglicher Art der von
Staub und Hitze ausgetrocknete Gaumen gelabt und dabei der Magen
mit ſchmackhaften Speiſen widerſtandsfähig gemacht werden kann gegen
etwaige Beſchwerniſſe des Schnellreiſens. — Unſere im Frühjahr
wie=
der ſehr einladend inſtand geſetzte Jugendherberge erfreut ſich
dauernd beſter Frequenz. Kein Wunder! Nun iſt auch unſer hoher
Odenwald zum Paradies geworden: der Wald im Grün jeglicher
Nuancen, die Obſtbäume, jeder Baum ein Blütenſtrauß und in der
Ge=
ſamtwirkung ein großer Blütenteppich, die Wieſen und Hänge in
ſat=
teſter Pracht — wer wollte da nicht zum Wanderſtab greifen und aus den
Häuſern der Städte hinausfliehen in das Frühlingswunder der jetzigen
Zeit! Die kommenden Pfingſttage werden beſonders die Jugend
hinaus=
treiben in ungezählten Wandergruppen, und wie hübſch iſt es da, nach
vollbrachtem Wandertag ein ſicheres Nachtquartier in Ausſicht zu haben,
inſonderheit ein ſolches, das gemeinſame Unterkunft bietet. Wer alſo in
den kommenden Wochen den Odenwald durchwandert, der vergeſſe nicht,
ſich in den Jugendherbergen zeitig anzumelden.
— Bensheim, 18. Mai. Vortrag. Im Rahmen der
Veranſtal=
tungen des Dürerbundes Bensheim fand der 5. Vortrag des Herrn Dr.
Ottokar Schambach=Darmſtadt über „Den Ausklang der Nomantik
in der modernen Operette” ſtatt. Der Redner ging von der
Frageſtel=
lung aus, ob das auf der Bühne heute allgemein bedrohte „erhöhte und
erhöhende Bild des Menſchen” vielleicht durch die Operette noch zu
ret=
ten ſei. Die Publikumskriſe, die wir heute erleben, iſt weniger beim
Publikum ſelbſt zu ſuchen, als vielmehr in der Bedrohung des Menſchen
auf der Bühne. Heute herrſcht hier das Dogma, das die
Eigengeſetzlich=
keit des Künſtlers vollkommen verneint. Der Künſtler iſt die unfreie
Marionette der Dirigenten und Regiſſeure geworden (Dekorative
Büh=
nenbewegung). Die Erfüllung der eigentlichen Aufgabe der
Künſtler=
perſönlichkeit — ſeeliſche Wandlung und Weckung im anderen Menſchen
— iſt unmöglich. Den Retter des Sängers aus ſeiner Not ſieht Dr.
Schambach in dem Verſuch der romantiſchen Operette, die den
romanti=
ſchen Sänger in den Mittelpunkt des Geſchehens rückt. In ihrer
Auf=
gabe unterſcheidet ſie ſich damit von der Tanz= und parodiſtiſchen
Ope=
rette. An Lehars Operette „Das Land des Lächelns” demonſtrierte der
Referent Herkunft und Aufgabe der romantiſchen Operette in ſehr
inter=
eſſanter Weiſe. Dr. Schambach wurde von dem gutbeſetzten Hauſe
reicher Beifall für ſeine Ausführungen zuteil.
W. Heppenheim, 18. Mai. Einbruch. Im benachbarten
Ham=
bach wurde dieſer Tage von einem bis jetzt noch unbekannten Täter auf
die frechſte Art und Weiſe ein Einbruch verübt. Von den Bewohnern
eines Bauernhofes verließ die in der Mittagszeit allein Anweſende das
Haus, um ſich in den an das Haus angrenzenden Garten zu begeben.
Dieſen Moment mußte der Täter abgewartet haben, denn er benützte
ihn, um über das verſchloſſene Hoftor zu ſetzen und in das offenſtehende
Haus einzudringen. Eine Geldſumme von 30.— RM. und eine goldene
Uhr fielen dem Täter in die Hände. Während er mit dem weiteren
Durchſuchen des Hauſes beſchäftigt war, ſah er ſich plötzlich von einer
Perſon überraſcht, die ſofort um Hilfe rief. Um ſie zum Stillſchweigen
zu bringen, riß der Eindringling ein an der Wand hängendes Gewehr
herunter und drohte der Hilferufenden mit dem Erſchießen. Gleichzeitig
hielt er ihr entgegen, daß Anzeige wegen unerlaubten Waffentragens
erfolge, wenn nicht augenblicklich Ruhe eintrete. Nur dieſem Umſtand
iſt es zu verdanken, daß der Täter unerkannt entkam, der mit den Orts=
und Wohnverhältniſſen nach Art des Einbruches ſehr gut vertraut
ge=
weſen ſein muß. — Bezirksfeſt der evangeliſchen
Ge=
meinde. Bei herrlichem Wetter fand ſich geſtern eine ſtattliche Anzahl
von Vereinen aus der Umgebung ein, um an dem Bezirksfeſt der
evan=
geliſchen Kirchengeſangvereine des Dekanats Zwingenberg teilzunehmen.
In feierlicher Weiſe wurden die auswärtigen Vereine durch den
Orts=
verein bereits am Bahnhof empfangen. Die endgültige Aufſtellung des
Feſtzuges erfolgte an der Turnhalle, der ſich von hier aus über den
Graben hinauf zur Starkenburg begab. Unter freiem Himmel fand um
2.30 Uhr der Feſtgottesdienſt ſtatt. Anſchließend folgte die übliche
Nach=
feier, die in den wohlgelungenen und erhebenden Kirchen= und
Poſau=
nenchören ihren Höhepunkt fand. — Freiwillige Feuerwehr.
In der Generalverſammlung der Freiwilligen Feuerwehr ſtellte der erſte
Kommandant in ſeinem Bericht über das verfloſſene Geſchäftsjahr
fol=
gendes feſt: Die Mitgliederzahl der Wehr beträgt zurzeit 111 akrive und
27 Ehrenmitglieder Ein Brandlöſchen war im Jahre 1931 nicht nötig.
Für die Motorſpritze wurde, ein neuer, praktiſcher Raum geſchaffen,
ebenfalls wurden weſentliche Verbeſſerungen in den Geräten dadurch
erreicht, daß ein neuer Schlauchwagen mit 300 Meter Schlauch
ange=
ſchafft wurde. Somit verfügt die Wehr über eine komplette Löſchung.
Alle Mitglieder der Wehr ſind auf 10 Jahre für Schadenfälle im Dienſt
bei der Haftpflicht verſichert. In der Verſammlung wurden einem
Mit=
glied für langjährige treue Dienſtleiſtungen das Ehrenzeichen des
Deut=
ſchen Feuerwehrverbandes ſowie das ſilberne Ehrenzeichen der Heſſiſchen
Freiwilligen Feuerwehr verliehen; ein weiteres Mitglied für 40jährige
Mitgliedſchaft und 3 Mitglieder für B5jährige Mitgliedſchaft
aus=
gezeichnet.
m. Aus dem Lande, 18. Mai. Landwirtſchaftliches. Mit
dem fortſchreitenden Früßjahr ſtellen ſich die Landwirtſchaftsämter in
ihrer Tätigkeit um. und an Stelle der Vorträge treten nun die
Ge=
markungsrundgänge, doch dürften noch mehrere Tage ins Land ziehen,
bis dieſe Art der Belehrung für die Landwirte einen größeren Umfang
annehmen kann. Das Landwirtſchaftsamt Büdingen hat zunächſt
Rund=
gänge feſtgelegt für 8 Orte, das Landwirtſchaftsamt Mainz für einen
Ort. — Hauswirtſchaftliche Lehrlingsprüfung. An
der Ende März an der Haushaltungsſchule in Michelſtadt abgehaltenen
Prüfung hauswirtſchaftlicher Lehrlinge beteiligten ſich 9 Prüflinge, und
zwar alle mit Erfolg. Ab 1. April d. J. können ſich an dieſen
Prü=
fungen nur noch Mädchen beteiligen, die eine Haushaltungsſchule beſucht
und in anerkannten Lehrbetrieben ihre Ausbildung erlangt haben. Der
Prüfungstag ſtellte gar mancherlei Anforderungen an die Mädchen in
bezug auf Theorie und Praxis, auf raſche Entſchlußkraft, flinkes und
zielbewußtes Arbeiten. In allen Zweigen der hauswirtſchaftlichen
Tätigkeit beim Landwirt mußten ſie zuhauſe ſein. Erfreulicherweiſe
wird in den in Betrachr kommenden Kreiſen dieſem Prüfungen erhöhte
Aufmerkſamkeit geſchenkt, das geht hervor aus ſteigernder Beteiligung.
weiter kann feſtgeſtellt werden, daß die Zahl der ihren Zweck erfüllenden
hauswirtſchaftlichen Lehrbetriebe in erfreulicher Zunahme begriffen iſt.
e. Bad=Wimpfen, 18. Mai. Der Verkehrsausſchuß hatte
dieſer Tage zu einer Sitzung einberufen, in der zunächſt die Ankunft des
Stuttgarter Sonderzuges und die damit zuſammenhängenden
Maßnah=
men, wie Abholung, Begrüßungen uſw. beſprochen und feſtgelegt
wur=
den. Hierauf erſtattete Bürgermeiſter Sailer den Rechenſchaftsbericht,
der als Geſamteinnahme die Summe von 58 598,20 RM., als Ausgade
58 4700,22 RM. aufweiſt, ſo daß ein Ueberſchuß von 127,98 RM.
ver=
bleibt. Beſonderes Intereſſe erweckte die Mitteilung von der durch die
Reichsbahn vorgeſehene Führung eines neuen Schnellzugspaares, das
vom 1. Juli bis 15. September zwiſchen Wiesbaden—Heidelberg—
Nürn=
berg verkehren ſoll, und wovon der eine Wimpfen, aber
bedauerlicher=
weiſe ohne Halt, berührt. Alle Schritte in dieſer Hinſicht waren bis jetzt
ergebnislos. — Angeſichts zahlreicher Ausſtände bei der
Kurförderungs=
abgabe wurde der Beſchluß gefaßt, für einen Mindeſtbeitrag von 6 RM.
eine freie Familien=Kurkarte zu gewähren. Bei weniger als 6 RM.
Beitrag kann gegen Entrichtung der Differenz bis 6 RM. die Freikarte
ebenfalls erworben werden. Eine Neuveranlagung ſoll in einer
wei=
teren Sitzung erfolgen. Schließlich wurde, einer Anregung aus der
Mitte des Ausſchuſſes folgend, beſchloſſen, den Verſuch zu machen,
durch eine Sammlung die Mittel zu einer Beleuchtung an Pfingſten
zu=
ſammenzubringen, da dieſelbe ſich ſtets als außerordentliches
Werbemit=
tel und einen Hauptanziehungspunkt für den Fremdenverkehr erwieſen
hat. — Ernannt wurde Herr Oberförſter Fritz Köhler zu Bad=
Wimpfen zum Forſtmeiſter des Forſtamtes Raunheim vom 1. Mai Ifd.
Jahres an. — Fahrplanänderung. Seit 15. Mai iſt der neue
Fahrplan in Kraft getreten. Auf dem hieſigen Bahnhof verkehren
fol=
gende Züge: Richtung Jagſtfeld: Wimpfen ab 5.531, 7.43, 10.40, 14.10,
15.18, 16.49, 18.24, 21.18; Richtung Heidelberg: Wimpfen ab 6.26,
8.43, 12.01, 12.52, 13.22, 16.00, 17.49‟, 18.412, 19.36. (*:
Werk=
tags, 2: Sonntag, 2: Samstags bis Sinsheim, : Werktags bis
Sins=
heim, ausgenommen Samstags. — Zuchtvieh= und
Prämi=
ierungsmarkt. Bei dem am letzten Mittwoch ſtattgefundenen
Zuchtvieh= und Prämiierungsmarkt waren 98 Stück Rindvieh, 140
Schweine und 35 Ziegen aufgetrieben. Der Abſatz von Schweinen war
ſehr gut, während der übrige Verkauf ſchleppend war.
Aa. Goddelau, 18. Mai. Kriegsbeſchädigtenfahrt. Die
„Kraftfahrervereinigung Ried” im A.D.A. C. beteiligte ſich am Sonntag
ebenfalls an der Kriegsbeſchädigtenfahrt des Clubs. Ziel der Fahrt,
an der 14 Fahrer und 25 Kriegsbeſchädigte teilnahmen, war
Allerts=
hofen i. O.
Aus den Parkeien.
a. Offenbach, 18 Mai. In der Mai=Verſammlung der
Deut=
ſchen (liberalen) Volkspartei berichtete Stadtratsmitglied
Heyne über die Verabſchiedung des ſtädtiſchen
Haushalts=
planes für 1931. Es iſt nach den Darlegungen des Redners
gelungen, die Abſchlußziffer des Voranſchlags von 35,598 Mill.
des Entwurfs auf 34,944 im verabſchiedeten Plane
herabzu=
drücken. Den Fehlbetrag, der jetzt noch 4 910 000 Mark beträgt,
ganz zu beſeitigen, war von vornherein ausſichtslos. Welche Rolle
die Wohlfahrtslaſten heute im Haushalte der Stadt ſpielen, kann
man daraus ermeſſen, daß von 35,598 Mill. des Entwurfs für das
Wohlfahrtsamt 13.336 Mill. vorgeſehen waren. Es iſt
vernich=
tend, wenn ein Viertel der geſamten Bevölkerung der Stadt auf
irgend eine Weiſe in öffentlicher Unterſtützung ſteht. Die Stadt
iſt nicht mehr in der Lage, die Ausgaben einſchließlich der
Wohl=
fahrtsausgaben aus Eigenem zu beſtreiten, und die Hilfe des
Reiches und des Landes Heſſen ſtehen ihr nur in Ausſicht, wenn
ſie die Wohlfahrtsunterſtützungsſätze nicht mehr über denjenigen
anderer Städte hält. Dazu wird verlangt, daß ſie ſämtliche
Steuerquellen ausſchöpft, die den heſſiſchen Städten zur Verfügung
ſtehen. Die Politik der Fraktion hat erreicht, daß die Bevölkerung
von der ſo unbeliebten Getränkeſteuer verſchont bleibt. Die
Sen=
kung der Unterſtützungsſätze iſt inzwiſchen durchgeführt, und man
rechnet daraus auf eine Erſparnis von 660 000 Mark. Es koſtete
uns ſchwere Ueberwindung, dem Haushalte zuzuſtimmen. Es
wird nun in der Bürgerſchaft eifrig erörtert, ob es richtig war,
auch den Steuern die Zuſtimmung zu geben. Die Vertreter des
Hausbeſitzes, des Einzelhandels und des Handwerkerkartells haben
geglaubt, den Voranſchlag ablehnen zu müſſen. Ihr Standpunkt
iſt ſehr anfechtbar. Zunächſt mußte ein verabſchiedeter
Haushalts=
plan vorliegen, wenn die Stadt auf Hilfe, von außen rechnen
wollte. Die Steuern, auf deren Höhe die Stadt Einfluß nehmen
kann, ſind aber auch in ihrem Ausſchlagsſatz nicht erhöht worden.
Die Grundlage, auf der ſie ruhen, iſt allerdings verſchoben
wor=
den. Das Reich und das Land Heſſen haben zwingende
Aende=
rungen getroffen. Die Deutſche Volkspartei hat — im Dezember
1930 — im Landtage ſofort Kampfſtellung bezogen, als ſie noch
während der Beratung die verheerenden Auswirkungen der
Vor=
lagen über die Grund= und die Sondergebaudeſteuer feſtſtellte.
Der Hausbeſitz hat ſich erſt zu Maſſenverſammlungen des
Wider=
ſpruchs aufgerafft, als die längeren Steuerzettel erſchienen.
Be=
kanntlich iſt es dann meiſt zu ſpät. Der Mittelſtand hat auf dieſe
Weiſe viel verſäumt und kann uns heute keinen Vorwurf machen,
wenn wir auf jene Geſetze aufbauen müſſen, zumal die
Real=
ſteuern pflichtgemäß und vorſchriftsmäßig geſenkt ſind. Hausbeſitz
und Handwerk und der geſamten Geſchäftswelt kann es auch nicht
gleichgültig ſein, wie der Haushalt der Stadt abgeſchloſſen wird.
Erſcheint in Heſſen der Staatskommiſſar, ſo erhöht er nach den
bisherigen Erfahrungen in erſter Linie die Einnahmen und die
Steuern. Man bedenke auch, daß die Stadt dem Hausbeſitz bis
zu einem gewiſſen Grade auch die Mieten ſichert. Der
Miet=
zuſchuß, der im April von der Stadt an Unterſtützte ausbezahlt
wurde, betrug ja 64 000 Mark! Dem Schuhmacherhandwerk fließen
für Schuhreparaturen, die die Stadt bezahlen muß, allein 111000
Mark zu. Unſere Fraktion hat aus den dargelegten Gründen das
kleinere Uebel gewählt, und nicht leichtherzig zugeſtimmt. Sie
glaubt auch, vor dem Urteil der beſonnenen Wähler, das mehr
auf gediegene Arbeit als auf „zündende” Reden ſieht, durchaus
beſtehen zu können. An den mehr als einſtündigen Vortrag
ſchloß ſich eine ausgiebige Beſprechung, die in eine Rechtfertigung
der Fraktion ausmündete.
Brleſkaſten.
Mit Rückſicht auf die Beurlaubung des Briefkaſten=Onkels
können Antworten erſt Ende dieſer Woche erfolgen.
HcettElttid iiigerdldlLiet!
Handegssi iner
Wufren
Seite 8
Dienstag, den 19. Mai 1931
Nummer 138
Die glückliche Geburt eines
T.
gesunden Jungen zeigen
hoch-
erfreut an
Dr.-Ing. Lüder Segelken u. Frau
Herta, geb. Schulte.
Darmstadt, Heinrich Fuhrstraße 17 18. Mai 1931
z. Zt. Privatklinik Dr. Hoffmann & Dr. Wolft
7841
Roßdorf b. d.
Statt Karten.
Eilli Mau
Emil Hirſch
Berlobte
Mai 1951
Kirchheim-Ceck
Berwangen
Statt Karten.
Ihre Vermählung beehren ſich anzuzeigen:
Oipl.=Ing. Georg Markwort u. Frau
Annemarie, geb. Karnatz
Grünerweg 5
Darmſtadt
Kirchl. Trauung: Donnerstag, den 21. Maſ, nachmittags 3 Uhr
(7840
in der Stadikapelle.
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute früh wurde unſer guter, treuſorgender
Vater, Bruder, Großvater, Schwiegerfohn
und Schwiegervater
Rechnung srat i. R.
Giieorii Scharmann
von ſeinem ſchweren Teiden erlöſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Dipl. Ing. Fritz Scharmann
Margarethe Glatzel, geb. Scharmann
Hans Scharmann.
Zell, Tengede, Darmſtadt, den 17. Mai 1931.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 19. Mai.
nachmittags 3 Uhr, vom Portal des Friedhofes an der
Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
Todes=Anzeige.
Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung,
daß unſere liebe Mutter, Schwiegermutter,
Groß=
mutter und Tante
Frau Luiſe Oecher
Wwe. des Förſiers Gg. Decher
in der Frühe des Himmelfahrttages, im 86.
Lebens=
jahr, nach längerem, ſchweren Leiden ſanft
ent=
ſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Dortmund und Kaſſel, den 18. 5. 31.
Die Beerdigung fand in aller Stille ſtatt. (*
Dem allmächtigen Gott hat es gefallen, am
Sonntag früh meine liebe, gute Frau, unſere
treubeſorgte, unvergeßliche Mutter
Maria Tuch, geb. Ziſcher
unerwartet zu ſich zu rufen.
In tiefer Trauer: Adolf Tuch
Emmi Tuch
Reg.=Baumeiſier Hermann Tuch
Hilde Lürenbaum, geb. Tuch
Dr. Ing. Karl Lürenbaum.
Darmſiadt, Berlin=Adlershof, Berlin=Wilmersdorf,
Marrinſtr. 47
den 19. Mai 1931.
Die Beerdigung findet am Mittwoch vormittag 11 Uhr
auf dem alten Friedhof ſtatt.
T7850
Freiwillige Feuerwehr Darmſtadt.
Zur Beerdigung des Kameraden
Philipp Keil
wollen ſich die Mitglieder heute
Dienstag, nachmittags 4 Uhr, am
Portale des Waldfriedhofes
ein=
finden.
Das Kommando.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger und
herzlicher Anteilnahme an dem ſchweren
Verluſi, der uns betroffen, ſagen wir
herzlichen Dank.
Heinrich Benz
Familien Reinheimer
und Benz.
Arheilgen, 18. Mai 1931.
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Matroſen bringen die Aſchenurnen
von Bord des Dampfers „General San Martin” an Land.
In Hamburg traf der Dampfer General San Martin” mit den Aſchenurnen der über Argentinien
ebgeſtürzten Flieger Gunther Plüſchow und Emil Dreblow ein. Nach einer Trauerfeier in Hamburg
wurden die Urnen nach Berlin übergeführt.
Die Ankunft der däniſchen Poliziſten in Berlin.
Im Vordergrund der Berliner Polizei=Vizepräſident Dr. Weiß.
In Erwiderung des Beſuches, den im vorigen Jahre Berliner Schutzpoliziſten der däniſchen
Hauptſtadt Kopenbagen abſtatteten, ſind in Berlin däniſche Poliziſten eingetroffen, die von ihren
deutſchen Kollegen überaus herzlich empfangen wurden.
Der „Zlleger vont derdun .
13 um 40. Geburtstag des Hauptmanns Oswald Boelke am 19. Mai.
Von einem militäriſchen Mitarbeiter.
Wie Boelcke Flieger wurde. — Der Held der 40 Luftfiege.
Wie Boelcke ſtarb. — Boelcke als Offizier und Fluglehrer.
Sein großer Schüler Immelmann.
Oswald Boelcke, Deutſchlands berühmteſter
Fliegerhaupt=
mann, der die ungeheuerliche Anzahl von 40 feindlichen
Flug=
zeugen im Kampf beſiegte, hätte am 19. Mai ſeinen 40.
Ge=
kuurtstag feiern können, wenn er nicht im jugendlichen Alter von
25 Jahren durch einen Unglücksfall ums Leben gekommen wäre.
Er iſt am 19. Mai 1891. in Giebichenſtein bei Halle als Sohn
eines Oberlehrers an der dortigen Realſchule geboren. Nach der
Ueberſiedlung ſeines Vaters nach Deſſau beſuchte der junge
Oswald das Friedrichs=Gymnaſium. Er wollte aber gerne
Offi=
iier werden und ſchrieb darum an den Kaiſer, ihm dabei behilf=
Ich zu ſein. Der ehemalige Kaiſer entſprach dem Wunſche des
tungen Schülers und gab Anordnungen, für ihn einen Platz in
der Kadettenanſtalt bereitzuſtellen. Zugleich wurde der Vater
Boelckes von dieſer Maßnahme unterrichtet. Da aber Profeſſor
Boelcke den Wunſch hatte, daß ſein Sohn das Gymnaſium zu
Deſſau bis zur Reifeprüfung beſuchen ſollte, ſo war der Kaiſer
mit dieſer Anordnung zufrieden. Nach dem Abiturium trat
Os=
wald Boelcke als Fahnenjunker in das 3. Telegraphen=Bataillon
m Koblenz ein, wo er nach dem Beſuch der Kriegsſchule zu
Metz zum Leutnant befördert wurde. Schon vor dem Ausbruch
des Krieges war er auf feinen Wunſch im Frühjahr 1914 nach
walberſtadt kommandiert worden, um an der dortigen
Flieger=
ſthule ſeine Ausbildung als Fliegeroffizier zu erlangen. Wenige
Tage vor Ausbruch des Krieges beſtand Boelcke die Prüfung als
Flugzeugführer, ohne daß man damals ahnte, welche
ungewöhn=
lichen Erfolge er als Flieger erringen würde. Am 1. September
W14 kam er, nachdem er zunächſt im Etappendienſt in
Darm=
ſ=adt und Trier beſchäftigt geweſen war, ins Feld, und zwar
zrr 5. Armee, die bei Verdun ſtand.
Davon hat er den Namen, der „Flieger von Verdun”
ob=
wohl er ſpäterhin an den verſchiedenſten Stellen der Weſtfront
En Schrecken der feindlichen Flieger wurde. Bis zum April
w15 war er zuſammen mit ſeinem Bruder Wilhelm, der in
ſei=
mem Flugzeug Beobachterdienſte verſah, im Aufklärungsdienſt
tig. Ende April wurde Oswald Boelcke zu den Kampffliegern
verſetzt, und am 6. Juli 1915 gelang es ihm, das erſte feindliche
Flugzeug zum Abſturz zu bringen. Von nun an begann er auf
ſeeinem Fokker=Einſitzer einen Triumphzug ohnegleichen. Bei
Metz, in der Champagne und in Nord=Frankreich war er
zuſam=
men mit Immelmann und ſpäter mit dem Freiherrn von
Richt=
hofen, der gefürchtetſte Jagdflieger an der ganzen Weſtfront.
Nach ſeinem 8. Siege erhielt Oswald Boelcke am 11. Januar
1916 den Orden Pour le merite. Nun eilte er von Sieg zu Sieg,
und immer wieder wußte unſer Heeresbericht mitzuteilen, daß
Boelcke einen oder mehrere feindliche Flugzeuge erledigt hatte.
Schon nach verhältnismäßig kurzer Offizierslaufbahn wurde er
vom Kaiſer zum Hauptmann befördert. Nach dem Tode ſeines
Freundes und Schülers Immelmann wurde er auf einige
Monate beurlaubt, aber im September 1916 traf er wieder an
der Weſtfront ein, und am 2. Oktober 1916 teilte der
Heeres=
bericht mit: „Hauptmann Boelcke bezwang ſeinen 37. und 38.
Gegner im Luftkampf.‟ Noch zwei Feinde mußten die
Ueber=
legenheit des großen deutſchen Fliegers anerkennen, bis er
ſelbſt am B. Oktober 1916 den Tod fand. Er ſtarb unbeſiegt,
denn er wurde nicht das Opfer eines feindlichen Flugzeuges,
ſondern nur ein furchtbares Flugzeugunglück, ein Zuſammenſtoß
mit einem anderen deutſchen Flugzeug, war die Urſache des
Heldentodes dieſes gewaltigſten Kampffliegers. Damit ſtarb
einer der größten Helden aus dem großen Kriege. Seine
vor=
bildliche Mannesart, ſein kühner Sinn und ſeine meiſterhafte
Beherrſchung des Flugzeuges haben ihn nicht nur zum Schrecken
ſeiner Feinde, ſondern auch zum vorbildlichen Lehrer gemacht.
Er hinterließ Schüler wie Richthofen und andere hervorragende
Kampfflieger, die ſein Erbe würoig antraten und den Ruhm
Boelckes auch nach ſeinem Tode noch weiter verbreiteten, und
dem deutſchen Heere Ehre und Nutzen brachten. So war Boelcke
noch nach ſeinem Tode eine Stütze ſeiner Kameraden nicht nur
in moraliſcher, ſondern auch in materieller Beziehung.
Ein engliſcher Flieger hat einmal Boelckes Kampfmethode
beſchrieben: „Boelcke kommt mit völliger Ruhe an den Feind
heran. Jede Aufregung ſcheint ihm fremo zu ſein. Man fühlt
die Sicherheit, mit der er jeden Angriff unternimmt. Iſt er
am Feinde, dann dringt er verwegen und furchtlos auf ihn ein,
läßt ſich auf ihn herabfallen oder greift ihn von der Flanke an,
kommt ihm mit ungeheurer Schnelligkeit in den Rücken und
weiß ſo jede Schwäche des Feindes auszunutzen und zu ſeinem
eigenen Vorteil zu geſtalten. Wenn der Feind ſtark iſt, dann
ermüdet er ihn durch eine ungewöhnliche und furchtloſe
Geſchick=
lichkeit ſolange, bis die Nerven des Feindes verſagen und
Boelcke trotzdem den Sieg erringt. Wenn mehrere Feinde ihn
angreifen, dann weiß er allen geſchickt auszuweichen, greift
zu=
nächſt den ſchwächſten an, oder den, der zu ihm am günſtigſten
ſteht und erringt auch ſo über mehrere Feinde den Sieg.” So
arbeitete der Kampfflieger Boelcke und konnte damit ſeine
un=
gewöhnlichen Erfolge erzielen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Dienstag, 19. Mai.
15.20: Hausfrauen=Nachmittag.
16.20: Wirtſchaftsmeldungen.
16.3: Nachmittagskonzert des Rundfunkorcheſterz.
18.00: Wirtſchaftsmeldungen.
18.15: Amtsgerichtsrat Levi: Aus der Praxis des
Vormundſchafts=
gerichtes.
18.40: Zeit evtl. Programmänderungen.
18.45: G. Geiſt: Der Dom zu St. Marien m Riga.
1910: Zeit Wetter Wirtſchaftsmeldungen.
19.15: Karlsruhe: H. Hagen: Geiſtige Grundlagen unſerer
Wirt=
ſchaft.
19.45: Nacht im Obdachloſenaſyl. Hörbericht.
20.00: Frankfurter Opernhaus: Salome. Drama von Hedwig
Lach=
mann. Muſik von Richard Strauß.
21.40: Genf: Bericht von der Genfer Ratstagung.
21.50: Klavierkonzert. Werke böhmiſcher Meiſter aus dem 18. Jahn
hundert. Ausf.: Erwin Schulhoff.
22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Dienstag. 19. Mak.
10.10: Schulfunk: Die Orgel.
11.30: Kiel: Stapellauf des Panzerkreuzers A.
15.00: A. Goeggl: Der Blinde und das Publikmm.
15.45: Kinderſtunde: Jetzt kommen wir dran!
16.00: Frauenſtunde: Künſtleriſche Handarbeiten. Die Mößel.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Viekonſul a. D. Aſper: Venezuela und Deutſchland.
18.00: Dr. Ing. Petri: Die Eiſenbetonbauweiſe im Hochbau.
18.30: Prof. Dr. Wegener: Eine Wanderung durch Deutſchlands
Gaue.
19.00: Franzöſiſch für Anfänger.
19.30: Dr. Caſpary: Weltwirtſchaftskriſe — Reparationskriſe.
20.00: Brandenburg. Querſchnitt durch eine Stadt.
21.10: Unterhaltungskonzert (Blasmuſik) der Gemeinſchaft
Münche=
ner Berufsmuſiker. — In der Pauſe: DRatſchkathl (Münchener
Humoriſtin).
22.25: Dr. J. Räuſcher: Politiſche Zeitungsſchau.
Danach: Konzert des kI. Voraa=Orcheſters
Hauptſchrifteitung: Rudolf Maupe
Veranwwortlich für Pollikt und Wirtſchaſt: Rudelf Maupe: für Feuilleten, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Karl Böhmann
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch: für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſwiegel in Bild und Wort. Dr. Herbert Reite:
für, den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittellungen: Wllls Kuble.
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernemmen.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten
Däniſche Schnpos beſuchen Berlin.
Sefte
Die lekken Ehren für die Zeuerlandflleger Plüſchow und dreblow.
Nummer 138
Dienstag, den 19. Mut IDI
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D PAA.
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Seite 10
Dienstag, den 19. Mak 1931
Nummer 138
Reich und Ausland.
Bund Königin-Luiſe=Bundeskag.
In der zweiten Maiwoche vereinigte der
Bund Königin Luiſe über 6000 Kameradinnen
zum Bundestag in Leipzig und Burg Wettin.
Eine Motette der Thomaner in der
Thomas=
kirche leitete die Bundestagung ein. Am
Spät=
nachmittag fand ein Begrüßungsabend in einem
Vorort von Leipzig ſtatt. Die Führerin des
Gaues Weſtſachſen ſprach herzliche
Begrüßungs=
worte, ein Feſtſpiel von Körner, Trachtenzug
und Lichtbilder erfreuten die Kameradinnen.
Sonntag früh war nach einem gemeinſamen
Kirchgang eine Kundgebung und
Gefallenen=
ehrung am Völkerſchlachtdenkmal. Die zweite
Bundesführerin Frau Sennewald (Halle) legte
zum Andenken an die Gefallenen einen Kranz
nieder. Die Hauptfeier wurde wieder in dem
Vorort von Leipzig abgehalten. Beethovens „Die
Himmel rühmen” leitete die Feier ein. Hierauf
ſchloß ſich der Einmarſch der Bundeswimpeln,
an der Spitze das Bundesbanner, an. Die
Lan=
desverbandsführerin von Sachſen ſprach
begrü=
ßende Worte, ſie klangen in der Hoffnung aus,
daß die Bundestagung mit dazu dienen möge,
zur Geſundung unſeres ſchwergeprüften
Vater=
landes beizutragen. Die Feſtrede hielt Graf
Eulenburg=Wicken, Landesverbandsführer des
Stahlhelm Oſtpreußen. Der Redner brachte zum
Ausdruck, daß es das gemeinſame aller
natio=
nalen Verbände ſei, die innere und äußere
Be=
freiung Deutſchlands herbeizuführen. Auf
die=
ſem Wege zu Ehr und Wehr ſei das Mitwirken
der deutſchen Frau eine unbedingte
Notwendig=
keit. Die Bundesführerin Frau Netz (Halle)
widmete den Frauen aus dem Rheinland und
aus Oſtpreußen, die in bewährter Treue zum
Bunde ſtehen, beſonders herzliche Worte.
Vor=
träge und Geſänge umrahmten die
ſtimmungs=
volle Feier, die auf alle einen tiefen Eindruck
nicht verfehlte. Die Tagung ſchloß mit einer
Feier auf Burg Wettin bei Halle. Alle
Kame=
radinnen verſammelten" ſich im Burghof zum
Empfang der Schirmherrin, der Kronprinzeſſin
Cecelie. Eine kurze Anſprache der
Kronprin=
zeſſin folgte. Nach dem Vorbeimarſch aller
Ka=
meradinnen fand ein Gottesdienſt im Burghof
ſtatt.
Keine Ausſicht für Zulaſſung von Glücksſpielen
in deutſchen Bädern.
Frankfurt a. M. Die beiden größten
deutſchen Badeorte, Wiesbaden und Baden=
Baden, haben bekanntlich verſucht, zur
Aufbeſſe=
rung ihrer Finanzlage, die Erlaubnis zu
be=
kommen, Glücksſpiele zu veranſtalten. Die
Ober=
bürgermeiſter der beiden Städte hatten
bekannt=
lich brieflich im „Reichsminiſterium um eine
Unterredung nachgeſucht, um dem Miniſter ihren
Standpunkt eingehend darlegen zu können. Wie
wir aus Berlin erfahren, beſteht keine
Möglich=
keit, den diesbezüglichen Wünſchen ſtattzugeben,
zumal die Abhaltung von Glücksſpielen
inner=
halb Deutſchlands durch Reichsgeſetz verboten iſt,
und dieſes Verbot nur durch ein neues
Reichs=
geſetz aufgehoben werden kann. Ein Zeitpunkt
für die Ausſprache iſt noch nicht feſtgeſetzt.
Polarforſcher Lerner geſtorben.
Frankfurt. Am Montag wurde der um
die Jahrhundertwende als Führer verſchiedener
arktiſcher Expeditionen bekannt gewordene
frühere Polarberichterſtatter Theodor Lerner
be=
erdigt. Lerner war geborener Rheinländer und
erlag 65jährig einem Herzſchlag. Bekannt wurde
er durch ſeine Rettung des franzöſiſchen
Damp=
fers „Isle de France”, der im Sommer 1906 bei
Spitzbergen auf ein Riff gelaufen war, durch
ſeine Berichterſtattung über die Andree=
Ballon=
expedition und die Beſchlagnahme der jetzt ſo
wertvollen Kohlenflöze auf der Bäreninſel. Sein
Lebensbuch „Im Banne der Arktis” hat er kurz
vor ſeinem Tode vollendet.
Vor 125 Jahren wurde der engliſche
Philoſoph J. St. Mill geboren.
John Stuart Mill,
der bedeutendſte engliſche Philoſoph des 19.
Jahr=
hunderts und Vollender der klaſſiſchen
national=
ökonomiſchen Theorie, wurde am 20. Mai 1806,
alſo vor 125 Jahren, geboren. Seine
Erkennt=
nistheorie ſtellt die konſequenteſte Vollendung
des Empirismus dar, ſeine Ethik iſt auf den
Nützlichkeitsſtandpunkt gegründet. In ſeinem
nationalökonomiſchen Syſtem verſuchte Mill einen
Ausgleich zwiſchen dem Recht des Einzelnen und
dem Recht der Allgemeinheit. Er gehörte ſelbſt
eine Zeitlang dem engliſchen Parlament als
libe=
raler Abgeordneter an und ſtarb 1873 in Avignon.
Das ſchwere Eiſenbahnunglück auf dem Bahnhof Eſſen=Nord.
Die vom Brückengeleiſe auf die Straße herabgeſtürzte Lokomotive.
Auf dem Bahnhof Eſſen=Nord ſtürzte eine Rangierlokomotive von einer Ueberführung auf die Straße
hinab, wobei der Lokomotivführer und der Heizer getötet wurden. Wie durch ein Wunder wurde
auf der belebten Straße nur ein Kind verletzt.
Wird ſo das Verkehrsflugzeug der Zukunfk ausſehen?
Windmühlenflugzeug auf dem Tempelhofer Feld bei Berlin.
Zum erſten Male ſoll das Windmühlenflugzeug des ſpaniſchen Erfinders de la Cierva von einem
deutſchen Piloten nach Dresden geführt werden. Angeblich beabſichtigt die Lufthanſa, bei
Be=
währung mehrere Windmühlenflugzeuge in den Verkehrsdienſt einzuſtellen.
Empfang des Siegers im „Hindenburg=Pokal
1930* durch den Reichspräſidenten.
Berlin. Der Herr Reichspräſident empfing
geſtern den Sieger im Wettbewerb mit
Sport=
flugzeugen 1930, den Fabrikanten Heinrich
Mar=
tin Schlerf aus Mannheim, den das
Preis=
gericht unter der Geſamtheit der flugſportlichen
Leiſtungen des abgelaufenen Jahres an die
erſte Stelle geſtellt hat, und überreichte ihm
den „Hindenburg=Pokal 1930‟
Schweres Automobilunglück fordert zwei Tote.
Kaſſel. Auf der großen Serpentinſtraße,
die zum Herkules hinaufführt, kam am Sonntag
ein Bremer Automobil, als es vom Herkules
zum Wilhelmshöher Schloß fahren wollte, in
einer Haarnadelkurve aus der Fahrbahn. Der
Wagen ſauſte den Abhang hinunter, überſchlug
ſich dabei mehrmals und blieb vollſtändig
zer=
trümmert auf der unten weiterführenden Straße
liegen. Der Fahrer Hans Schmidt und Herr
Heiter, beide aus Bremen, ſtarben im
Kranken=
haus an ihren ſchweren Verletzungen, während
ein Herr Otto aus Kaſſel mit leichteren
Ver=
letzungen davonkam.
Wiſſenſchaftlicher Flug von Gronaus
über Grönland.
Berlin. Der Flugzeugführer W. v.
Gro=
nau, der im vergangenen Jahre einen
erfolg=
reichen Erkundungsflug über Island und
Grön=
land nach Nordamerika ausführte, beabſichtigt
Unterſuchungen über die flugmeteorologiſchen
Verhältniſſe ſowie die Luftverkehrsmöglichkeiten
zwiſchen Europa und Nordamerika über
Grön=
land vorzunehmen. Der Abflug ſoll wie im
ver=
gangenen Jahre von Reykjavik aus erfolgen und
iſt für Ende Auguſt geplant. Der Flug ſoll mit
einem Dornierwal neueſten Typs und der
glei=
chen Beſatzung wie im vergangenen Jahre
aus=
geführt werden. Der Reichsverkehrsminiſter hat
zu der Unternehmung des Herrn von Gronau
ſein Einverſtändnis gegeben und ihm ſeine
Un=
terſtützung zugeſagt.
Zum 20. Todeskage Guſtav Mahlers:
Rodins Mahler=Büſte wird der Wiener
Staatsoper uberreicht.
Die Guſtav=Mahler=Büſte von Auguſte Rodin.
Die Witwe des berühmten Komponiſten und
Dirigenten Guſtav Mahler hat der Wiener
Staatsoper eine Porträtbüſte des Künſtlers
zum Geſchenk gemacht, die der große franzöſiſche
Bildhauer Rodin modellierte. Die Büſte wurdeg
am 20. Todestage Mahlers, am 18. Mai, in der
Wiener Oper feierlich aufgeſtellt.
Fallſchirmabſprung einer Fliegerin
aus 4400 Meter Höhe.
Leipzig. Die Kunſtfliegerin Lola Röter=
Gorescou hat beim Großflugtag in Leipzig=
Mockau durch einen Fallſchirmabſprung aus 4400
Meter Höhe ihre eigene Höchſtleiſtung für
Frauen von 2600 Meter, die ſie im Jahre 1929
aufgeſtellt hat, bedeutend überboten. Der
Ab=
ſprung gelang planmäßig. Sie legte dabei in
der Luft eine Strecke von 20 Kilometern zurück.
Acht Militärgebäude in den franzöſiſchen
Hochalpen weggeſpült.
Paris. In der Nähe der Ortſchaft
Cha=
pieux in den franzöſiſchen Hochalpen iſt infolge
der Hitze der letzten Tage ein Gletſcher ſtark
ab=
geſchmolzen. Rund 1000 Kubikmeter
Schmelz=
waſſer gingen zu Tal, riſſen acht Gebäude, die
militäriſchen Zwecken dienten, fort und
beſchä=
digten vier weitere.
Schwere Bluttat in einem Waſhingtoner
Nachtklub.
New York. In einem feudalen Nachtklub
Waſhingtons ereignete ſich in den frühen
Mor=
genſtunden in Anweſenheit prominenter
Geſell=
ſchaftskreiſe eine ſchwere Bluttat. Der Sohn
eines reichen New Yorker Geſchäftsmannes,
Ro=
bert Shaw Montgomeri, erſchoß einen
Polizei=
beamten, verletzte den Klubbeſitzer
lebensgefähr=
lich und beging dann vor den Augen der
Lokal=
beſucher Selbſtmord, Montgomeri, der in der
New Yorker Geſellſchaft der „Millionär=
Lebe=
mann” genannt wird, hat die furchtbare Tat
an=
ſcheinend aus Aerger darüber begangen, weil
er in dem überfüllten Nachtlokal keinen Platz
mehr erhalten konnte! Die Schreckensſzene in
dem Waſhingtoner Nachtklub hat in New York
einen dramatiſchen Abſchluß gefunden. Als die
Geliebte Montgomeris, Konſtanze Coleman, die
Nachricht von der furchtbaren Tat erhielt,
ver=
übte ſie ebenfalls Selbſtmord, indem ſie ſich aus
ihrer Wohnung auf die Straße hinabſtürzte. Sie
war ſofort tot.
Die delegierkenverſammlung des
Reichsverbandes der Deutſchen Preſſe.
Wien. In ſeinen ſonntäglichen
Verhand=
lungen befaßte ſich der Reichsverband der
Deut=
ſchen Preſſe eingehend mit der Lage der freien
Mitarbeiter, die durch die Wirtſchaftskriſe
be=
ſonders heftig betroffen ſind. Es wurde
beſchloſ=
ſen, insbeſondere der gefährlichen Mitarbeit von
Außenſeitern entgegenzutreten und im einzelnen
durch arbeitsgemeinſchaftliche Abmachungen den
ſreien Mitaxbeitern ihre Exiſtenzgrundlage
wie=
der zu verbreitern. Der Geſchäftsführende
Ver=
ſitzende. Direktor Richter, berichtete über die
wirtſchaftliche Lage der Preſſe und ihre
Aus=
wirkung auf den journaliſtiſchen Berufsſtand.
Dr. Frankenfeld=Hamburg ſprach zu dem Thema
„Redakteur oder journaliſtiſcher Angeſtellter”. Er
wies dabei auf die ſchweren Gefahren hin, die
für das Zeitungsweſen insgeſamt aus dem
Ab=
ſinken der journaliſtiſchen Qualitätsleiſtung und
der Degradierung der journaliſtiſchen
Perſön=
lichkeitswerte erwachſen müſſen. Die Auffaſſung
der Verſammlung wurde in enſprechenden
Ent=
ſchließungen niedergelegt. Des weiteren wurde
die Tätigkeit der Reichsarbeitsgemeinſchaft der
Deutſchen Preſſe eingehend behandelt. Eine
längere Ausſprache war den Ergebniſſen der
Verſorgungsanſtalt gewidmet. Nach einer
ein=
gehenden Ausſprache wurde beſchloſſen, zum
Thema „Preſſekammern” einen Entwurf
auszu=
arbeiten. Die Wahlen ergaben die einſtimmige
Wiederwahl des bisherigen Präſidiums. Die
Delegiertentagu ig beſchloß, an den
Reichspräſi=
denten von Hindenburg und Bundespräſidenten
Miklas Telegramme zu ſenden. Zu Ehren des
Reichsverbandes der Deutſchen Preſſe fand
abends ein Empfang bei der deutſchen Botſchaft
ſtatt.
Toscanini
will nichk länger in Ikalien bleiben.
Arturo Toscanini,
der berühmte Dirigent, der in Zukunft auch die
Bayreuther Feſtſpiele dirigieren wird, ſcheint
nach dem Zwiſchenfall in Bologna nicht mehr
in Italien bleiben zu wollen. Toscanini war
von einigen Fasciſten in Bologna geohrfeigt
worden, da er vor einem ernſten
Gedächtnis=
konzert nicht die Fasciſtenhymne ſpielen laſſen
wollte. Italien verliert in Toscanini ſeinen
bedeutendſten lebenden Muſiker.
Nummer 138
Dienstag, den 19. Mai 1931
Seite 11
Darmſtädter Groß=Skaffellauf
des Ausſchuſſes für Leibesübungen.
Am 7. Juni, dem Tag, den die Deutſche Sportbehörde für die
Austragung der Stadt=Staffeln im ganzen Deutſchen Reich beſtimmt hat,
findet wieder der Groß=Staffellauf des Ausſchuſſes für Leibesübungen
in Darmſtadt ſtat. Die Darmſtädter Groß=Staffel; die
heuer zum fünften Male wiederholt wird, hat ſich als eine
Veranſtal=
tung eingebürgert, für die eine Teilnahme der hieſigen Turn= und
Sporr=
vereine mit der Zeit eine Selbſtverſtändlichkeit geworden iſt. Nicht nur
die Darmſtädter Sportvereine, die bisher die Träger der Veranſtaltung
geweſen ſind, ſondern auch die Darmſtädter Turnerſchaft hat ſich in den
beiden letzten Jahren für verpflichtet gehalten, aktiv an dem Lauf ſich
zu beteiligen. Dieſe Tatſache iſt ein beſonders erfreuliches Zeichen, um
ſo mehr, als die Turnerſchaft damit nach den Nichtlinien ihres
Spitzen=
berbandes gemeinſame Arbeit mit den übrigen Verbänden im Intereſſe
der Leibesübungen auch in Darmſtadt zu leiſten bereit iſt. Dieſer Schritt
gab dann auch dem Ausſchuß für Leibesübungen Darmſtadt
Veranlaſ=
ſung, die Berechtigung zur Teilnahme am Staffellauf in den einzelnen
Klaſſen auf anderer Grundlage als bisher feſtlegen zu laſſen. In einem
vorbereitenden Ausſchuß, in dem auch die Darmſtädter Turnerſchaft
ver=
treten iſt, hat man für die ſes Jahr bezüglich der Durchführung
des Staffellaufes weſentlich andere Beſtimmungen
getroffen. Wurden bisher zwiſchen Turnern und Sportlern getrennte
Wertungen in den einzelnen Klaſſen vorgenommen, ſo hat man mit
die=
ſer Ueberlieferung ab dieſes Jahr gebrochen. Auch die Beſtimmungen
über die Teilnahme von Vereinen aus Darmſtadts Vororten.
als die bisher nur Arheilgen, Eberſtadt. Griesheim und Pfungſtadt
gal=
ten, hat man erweitert und auf alle Turn= und Sportvereine, die in
einem Umkreis von 15 Kilometern um Darmſtadt
be=
ſtehen, ausgedehnt. Um den Landvereinen Gelegenheit zu geben, ſich
mit noch mehr Ausſicht auf Erfolg am Staffellauf beteiligen zu können,
iſt ein Lauf (Klaſſe 3) nur für Turn= und Sportvereine aus den
Vor=
orten Darmſtadts vorgeſehen. Mit dieſer Maßnahme glaubte man
frühe=
ren Wünſchen Rechnung getragen zu haben, insbeſondere aber auch, daß
ſich dadurch die Teilnehmerzahl am Staffellauf ſelbſt erheblich ſteigern
wird. Weitere Veränderungen gegen früher wollen die beteiligten
Ver=
eine aus der Ausſchreibung ſelbſt erſehen. Beſonders ſei jedoch darauf
hingewieſen, daß der Meldeſchluß einige Tage früher als bisher,
und zwar auf den 2. Juni 1931, feſtgeſetzt wurde, um die noch in
Ausſicht genommenen Maßnahmen für die Durchführung der
Veranſtal=
tung gründlicher als bisher vorbereiten zu können. Auf weitere
Einzel=
heiten werden wir noch zurückommen.
Kegler=Vereinigung Darmſtadk und Umgebung.
Süddeutſche Gaumeiſterſchaften in Frankfurt a. M.
Die Ausrichtung der diesjährigen Gaumeiſterſchaften vom 31. Mai
bis 7. Juni 1931 hat der Verband Frankfurt a. M. übernommen. Eifrig
wird an den Vorbereitungen gearbeitet. Das ſportliche Programm
um=
faßt die Austragung der Verbands=Gaumeiſterſchaften ſowie der
Einzel=
meiſterſchaften, ferner die Gau=Klub=Meiſterſchaft. Außerdem werden
Städtekämpfe — U0er Mannſchaften — um geſtiftete Ehrenpreiſe
ausgetragen, daneben noch glubwettkämpfe — Her Mannſchaften
für Männer und Frauen.
Um das Deutſche Bundes=Sportabzeichen auf Aſphalt
können Mäner, Frauen und Senioren ſich bewerben. Meldungen
kön=
nen beim Sportwart des hieſigen Verbandes abgegeben werden.
Kraffſporl.
Das Gaumannſchaftsſtemmen des Odenwaldgaues
fand vor der Polizeifporthalle in der Eſchollbrückerſtraße 24 ſtatt. Es
beteiligten ſich je eine Mannſchaft der Tade. Dieburg, 1895
Darm=
ſtadt und des Pol.=SV. Darmſtadt. Gezeigt wurden drei
Ueb=
ungen, und zwar einarmig Reißen, beidarmig Stoßen und beidarmig
Drücken. Die Leiſtungen ſind durchweg als gut zu bezeichnen. Leider
war bei einer Mannſchaft ein Mann zu leicht, währenddeſſen bei der
an=
deren Mannſchaft einer zu ſchwer war. Die Regeln der W.O. des
DA.SV. 1891 wurden eingehalten. Schiedsrichter war der
Gauſport=
wart.
Die Gaumeiſterſchaft im Mannſchaftsſtemmen holte ſich der Pol.=SV.
2490 Kg.). 2. 1895 Darmſtadt (1980 Kg.), 3. Tade. Dieburg (1950 Kg.)
Die Poliziſten brachten durchweg beſſere Leiſtungen zuſtande wie in der
Uebungsſtunde.
Im Länderkampf Rheinland=Weſtfalen — Hefſen=
Naſſau ſtanden von Polizei Darmſtadt im Leichtmittelgewicht Krauß
dem ungariſchen Meiſter, jetzt in Koblenz ſtartenden ſtarken Bela=Bücki,
und im Schwergewicht Siebert dem 3. Kampfſpielſieger und
mehr=
fachken Kreismeiſter Buchner=Koblenz gegenüber, Krauß, kaum von ſeiner
Krankheit geneſen, mußte eine Punktniederlage hinnehmen. Siebert
konnte ſeinen Gegner in der 12. Minute durch Schulterniederlage
be=
ſiegen, der einzige Schulterſieg, der in dieſem Kampfe zuſtande kam.
Durch Siebert wurde der Länderkampf für den 2. Kreis mit 10:7
ge=
wonnen.
Geſchäftliches.
Die Frau als Rechenmeiſter!
Tagtäglich zeigt ſie ſich in dieſer ſchwierigen Kunſt: als
Be=
rufstätige, als Hausfrau und als Mutter! Billig kaufen allein
tut es ja nicht beſonders in der Küche ſpielen Güte und
Er=
giebigkeit der Zutaten größte Rolle. Eine Margarine wie die
feine und nahrhafte Sanella hilft den Speiſezettel
abwechſlungs=
reicher geſtalten, denn ſie iſt gleich gut für die Küche und als
Brotaufſtrich. Und weil ſie ſo erſtaunlich preiswert iſt, wird das
Wirtſchaftskonto entlaſtet . .. die Rechnung ſtimmt!
Für manchen iſt das Wörtchen „Flechten” ein Begriff
qual=
voller Unannehmlichkeiten, zumal auch dann, wenn er ſchon dies
und jenes Mittelchen vergeblich probiert und ſein Geld dafür
umſonſt ausgegeben hat. Es wird auf das heutige Inſerat der Firma
Sanitas, Zirndorf (Bayern) verwieſen. Die Firma gibt jedem
Leidenden gerne koſtenloſe Auskunft über die Beſeitigung von
Flechten, auch in veralteten hartnäckigen Fällen.
Weiterberichl.
Die kühle Luft der Kanalſtörung, welche mittlerweile ihren Kern
nach Dänemark verſchoben hat, brachte über ganz Deutſchland ſchon
Tejavergturrückgang. Von den britiſchen Inſeln dringt noch Luft aus
höheren Breiten vor, in deren Begleitung ſchauerartige Niederſchläge
auftreten, die vorerſt auch bei uns zu erwarten ſind und dabei zu etwas
wechſelhaftem Wetter führen. Ueber der Biskaha iſt eine neue Störung
im Anmarſch, deren Warmluft unter Umſtänden nördlich zum Vordrin= kommt und Anlaß zu Gewitterſtörungen geben kann.
Ausſichten für Dienstag, den 19. Mai: Wechſelnd wolkig, mit einzelnen
ſchauerartigen Niederſchlägen, auch aufheiternd, noch kühl.
Ausſichten für Mittwoch, den 20. Mai: Wieder Temperaturanſtieg und
mehr aufheiterndes Wetter wahrſcheinlich.
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Fußball.
Reichsbahn Darmſtadt — Sp.V. Erzhaufen 4:3 (2:1).
Nach dem Samstagabend=Spiel gegen den Akademiſchen Sportklub,
das mit 3:3 Tonen unentſchieden endigte, waren die Reichsbahnſportler
am Sonntag Gaſt des Sp.V. Erzhauſen. Auf dem kleinen ſandigen
Platze konnten ſie ihr Spiel nicht entwickeln. Dennoch verließen die
Reichsbahnſportler als verdienter Sieger den Platz. Die 2.
Mannſchaf=
ten trenntem ſich mit 3:2 Toren für Reichsbahn.
Kreisliga Südheſſen.”
Lorſch erfüllt die Erwartungen.
Die zweite Begegnung in Lorſch bezüglich der Aufſtiegſpiele mit dem
Meiſter des Kreiſes Starkenburg brachte nach hartem aufreibenden
Kampf einen klaren Sieg unſeres Vertreters; das Neſultat der
Be=
gegnung.
Olympia Lorſch — Viktoria Walldorf 3:1
entſpricht in jeder Beziehung dem Spielverlauf. Die zahlreichen
Zu=
ſchauer aus beiden Lagern, ebenſo wie die Stvieler beider Parteien.
waren zeitweiſe ziemlich aufgeregt, zumal der Schiedsrichter
Weingärt=
ner nicht ganz befriedigte. Bereits in der 5. Minute ging Lorſch durch
Herd in Führung. Derſelbe Svieler erhöhte kurz nach Halbzeit auf
2:0; ein verwandelter Elfmeter ſtellte kurz darauf den Lorſcher Sieg
ſicher. Wenige Minuten vor Schluß erzielte Ponz für Walldorf den
Ehrentreffer. Walldorf ließ diesmal vieles vermiſſen. Vor allem wurde
zu hart geſpielt; es hätte nicht viel gefehlt und die ganze Geſchichte
hätte zur Kataſtrophe geführt. Lorſch überraſchte durch eine gute
Ge=
ſamtleiſtung. Es beſteht nun ziemlich ſicher die Ausſicht, daß Lorſch zur
Bezirksliga aufrücken wird, evtl., ſogar dieſe Serie der Aufſtiegsſviele
als Beſter beendigt. Die Tabelle:
Spiele gew. un. verl. Tore Punkte
4:1
Olympia Lorſch .
.. 9
06 Kaſtel.
Viktoria Walldorf. . . . 2 0 4:
Um die Entſcheidung der Kreismeiſterſchaften: Gau Ried
und Weſt=Rhein trafen ſich in Abenheim.
Spv. Abenheim — FV. Hofheim 3:1.
Danach ſind alſo beide Parteien punktgleich und müſſen nun auf
neutralem Platze ein Entſcheidungsſpiel austragen. Das Spiel war
git beſucht; die Leiſtungen waren zufriedenſtellend.
Trotz des herrlichen Ausflugswetters fanden wieder etliche
Freund=
ſchaftsſpiele ſtatt, die verſchiedentlich recht nette Leiſtungen
brach=
ten. In Lampertheim trafen ſich Olympia und VfR. Bürſtadt zu einem
Samstag=Abendſpiel, das 2:2 endete. Am Sonntag verlor allerdings
Olympia gegen die ſpielſtarke Polizei Darmſtadt 2:4. Biblis beteiligte
ſich an dem Sportfeſt in Heddesheim, konnte jedoch trotz aufopfernder
Leiſtung nicht den Pokal gewinnen. Die Partie gegen ihren ſpielſtarken
Rivalen Wallſtatt ging 0:2 verloren. Die Pfiffligheimer Normannen
mußten ſich mit einem Remis (3:3) gegen den 4=Klaſſenvertreter
Herrns=
heim zufrieden geben. In Fehlheim konnte Zwingenbera durch einen
5:4 Sieg imponieren. Bobſtadt verlor gegen die Lorſcher
Reſervemann=
ſchaft 4:5. Die Pokalelf von Alemannia Worms ſiegte in Hochheim
5:4. Es gab alſo drei Spiele mit recht ſeltſamen Reſultaten. Alem.
Groß=Rohrheim blieb über ſeine Gundersheimer Gäſte 3:1 ſiegreich.
— Eine Schiedsrichter=Pflichtverſammlung des Riedgaues in Bürſtadt
verlief programgemäß.
Die Vorſchlußrunde der DFB.=Meiſterſchaft am 31. Mai bringt
fol=
gende Begegnungen; in Leibzig Hertha=BSC. — Hamburger SV. in
Düſſeldorf Tennis=Boruſſia Berlin oder München 60 gegen Holſtein Kiel.
Einen neuen deutſchen Nekord ſtellte Sparta Prag in Duisburg in
der 4mal 100 Meter Rückenſtaffel mit 5:08,4 Minuten auf.
Tennis.
T. E.C. Darmſtadt Jumoren — Tenmisklub Mainz 10:8.
Zu dem Wettſpiel mußten die Darmſtädter mit Erſatz für Frl.
v. Weber und Colin antreten, alſo erneut ohne ihre Sbitzenſpieler.
Da=
für iſt ihr Abſchneiden nicht ſchlecht.
Im Herren=Einzel ſiegte Voigt an erſter Stelle, den abweſenden Colin
gut vertretend, über den Mainzer Erſten 6:2, 2:6, 7:5. Ebenſo ſiegten
mit einer Ausnahme alle übrigen Junioren, wobei beſonders die
glat=
ten Siege von Külp (6:0, 6:3) und von Münſter (6:0, 6:0) zu erwähnen
ſind. — Bei den Juniorinnen zeigte ſich Mainz in den 3 Damen=
Einzeln und 3 außer Konkurrenz ausgetragenen Spielen jeweils glatt
überlegen, obwohl ſich die Darmſtädterinnen tapfer zur Wehr ſetzten.
Ebenſo ging das Damendoppel glatt an die Mainzerinnen. — Im
Herven=Doppel ſiegten außer dem Paar Langenbach=b. Harnier, das im
3. Satz 6:4 verlor, alle übrigen Kombinationen. Ebenſo ging das erſte
gemiſchte Doppel infolge des luſtloſen Spieles von Langenbach, das zu
rügen iſt, knapp verloren; denn Frl. Reuling allein konnte es nicht
ſchaffen. Auch das zweite Mixed ging an Mainz, während im letzten
Frl. L. Ringer=Münſter glänzend zuſammen harmonierten und
über=
raſchend den einzigen Punkt im gemiſchten Dopbel für Darmſtadt
er=
rangen.
Kleinkaliber=Sportſchießen.
Die wachſende Bedeutung dieſes erſt 1921 in Deutſchland
ein=
geführten und an Ausdehnung immer zunehmenden Volksſportes
wird dadurch erneut unterſtrichen, daß der Reichsausſchuß für
Leibesübungen das Kleinkaliber=Sportſchießen in die Reihe der
Uebungen zur Erlangung des Deutſchen Turn= und
Sportab=
zeichens aufgenommen hat. Auch in unſerer engeren Heimat wird
der Kleinkaliber=Schießſport mit modernen Präziſions=
Sportbüch=
ſen mit jagdlicher Schäftung (im Gegenſatz zu den viel ſchwereren,
mit beſonderen künſtlichen Backen verſehenen und deshalb auch
entſprechend teueren „Scheibenbüchſen”) gepflegt.
Der Landesverband Heſſen und Heſſen=Naſſau des Deutſchen
Kartells für Jagd= und Sportſchießen. Abteilung Kleinkaliber=
Schießſport, veranſtaltet ſeit dieſem Jahr, neben den üblichen
Konkurrenzen, Gau= und Landesſchießen, ein monatliches
Lan=
des=Mannſchafts=Wertungsſchießen.
Die Ergebniſſe für Mai liegen bereits vor; Klaſſe 4:
1. „Kleeblatt‟ Darmſtadt 517 Ringe; „Klaſſe B: 1. „
Weid=
mannsheil” Darmſtadt 450 Ringe, 2. „Wildſchütz‟ Darmſtadt
429,45 Ringe, 3. Schützen=Geſ. Buchſchlag 420,65, 4. „Kleeblatt”
Darmſtadt 406 Ringe; Klaſſe C: 1. „Scharfſchütz” Niederrad 419
Ringe; Klaſſe D: 1. J. G. Sportverein Frankfurt a. M. 390,4
Ringe, 2. „Weidmannsheil‟ Darmſtadt 384 Ringe, 3.
Poſtſport=
verein Frankfurt a. M. 372 Ringe, 4. Schützen=Geſ. Buchſchlag
309,05 Ringe.
Bei den Daviskämpfen gewann in Athen Tſchechoſlowakei mit 4:1
gegen Griechenland, während in Turin Holland gegen Italien beim
Stande von 3:0 für die Italiener auf die reſtlichen Einzelſpiele
ver=
zicktete.
William Tilden errang mit einem dritten Sieg gegen Vincent
Richards die Weltmeiſterſchaft der Berufsſpieler.
Süddeutſchlands Schwimmer=Meiſterſchaften 1931 gelangen am 11.
und 12. Juli in Ulm zur Durchführung.
„Um den Hockey=Silberſchild ſpielen in der Vorrunde am 8.
Novem=
ber Weſt= und Süddeutſchland in einer rheiniſchen Stadt, während
Mittel= gegen Norddeutſchland in Leipzig zuſammentreffen.
Die fünfte Etappe der Italien=Nundfahrt von Pescara nach Neadel
gewann Mara vor Guerra, Binda und Piemonteſi.
Eine vortetlhafte Kapitalganlage
Sport, Sptel und Jucnen
Die Sieger.
Die Handball=Elf des Sportvereins 1898 Darmſtadt, die jetzt vor der großen Aufgabe ſteht, im Endſpiel um die Deutſche Meiſterſchaft
den ſüddeutſchen Handball gegen Polizei Berlin zu repräſentieren.
Stehend von links nach rechts: Feick, Delp, Fiedler, Fuchs, Henß, Dittmar, Förſter, Pabſt.
Sitzend: Freund, Werner, Rothenburger.
(Photo Weißgärber, Dſtdt.)
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lungsplan der Allgemeinen Finanzierungs Gesellschaft.
Der Ausweis der Reichsbank.
Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Vom Holzmarkt
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Mai 1931 hat ſich in der
Zweiten Maiwoche die geſamte Anlage der Bank in Wechſeln und
Schecks, Lombards und Effekten um 255,7 Mill. auf 1700,9 Mill. RM.
verringert. Im einzelnen haben die Beſtände an Wechſeln und Schecks
um 268,9 Mill. auf 1417,4 Mill. RM. abgenommen und die
Lombard=
beſtände um 34,3 Mill. auf 180,8 Mill. RM. zugenommen. Beſtände
an Reichsſchatzwechſeln, die am Ende der Vorwoche 21.1 Mill. betragen
hatten, ſind nicht mehr vorhanden. An Reichsbanknoten und
Renten=
baukſcheinen zuſammen ſind 165,3 Mill. in die Kaſſen der Reichsbank
zurückgefloſſen, und zwar hat ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um
166,8 Mill. auf 3909,9 Mill. verringert, derfenige an Rentenbankſcheinen
um 1.5 Mill. auf 403,5 Mill. RM. erhöht. Unter Berückſichtigung.
daß in er Berichtswoche Rentenbankſcheine in Höhe von 3,6 Mill. RM.
getilgt worden ſind, haben ſich die Beſtände der Reichsbank an
Renten=
bankſcheinen auf 34,8 Mill. RM. ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen
mit 279,4 Mill. RM. eine Abnahme um 53,3 Mill. RM. Die Beſtände
an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich um 1.9 Mill. auf
2541.1 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen haben die Goldbeſtände um
0,4 Mill. auf 2370,3 RM. und die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen
um 1,5 Mill. auf 170,8 Mill. RM. zugenommen. Die Deckung der
Noten durch Gold allein erhöhte ſich von 58,1 Prozent in der Vorwoche
auf 60,6 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Deviſen von
62,3 auf 65,0 Prozent.
Wirkſchaftliche Rundſchan.
Zahlungseinſtellung einer Getreide=Großhandlung. Die Getreide=
Großhandlung J. Tannenbaum in Warburg (Weſtfalen) hat am 18. 5.
mit 487000 RM. Verpflichtungen ihre Zahlungen eingeſtellt. Die
in=
ſolvent gewordene Firma beſitzt eine modern ausgebaute Großmühle mit
Waſſerkraft und Gleisanſchluß in der Nähe des Bahnhofes, ſowie
um=
fangreichen Grundbeſitz. Die Zahlungseinſtellung iſt auf ſchwere
Ver=
lu” bei verſchiedenen Zahlungseinſtellungen und Vergleichsverfahren
befreundeter Firmen in Rheinland=Weſtfalen zurückzuführen. Der
Sta=
tus ſteht noch nicht feſt. Es ſoll verſucht werden, einen gerichtlichen
Ver=
gleich herbeizuführen.
Knoll A. G., Chem. Fabriken, Ludwigshafen. Die Geſellſchaft
be=
ruft zum 21. d. M. eine G.iV. ein, die wieder 15 Proz Dividende auf
das im Vorjahr auf 6 Millionen RM. erhöhte Kapital beſchließen ſoll.
Im Geſchäftsbericht wird ausgeführt, daß es gelungen ſei, durch ſchon
frühzeitig getroffene Maßnahmen den ungünſtigen
Konjunkturverhält=
niſſen entgegenzuwirken. Die durchgeführte Kapitalerhöhung diente in
der Hauptſache der inneren Stärkung der Geſellſchaft, da die derzeitigen
Wirtſchaftsverhältniſſe die Inangriffnahme größerer Projekte nicht
rar=
ſam erſcheinen laſſen. Die erſten Monate des laufenden Geſchäftsjahres
laſſen hoffen, daß ſich dieſes zufriedenſtellend entwickeln wird.
Internationale Geſellſchaft Chemiſcher Unternehmungen A. G. Baſel.
Der Verwaltungsrat der der J.G. Farbeninduſtrie naheſtehenden
Ge=
ſellſchaft hat beſchloſſen, der am 8. Juni ſtattfindenden G.V. aus dem
im Geſchäftsjahr 1930 erzielten Reingewinn von 16 912000 (im Vorj.
16 062 000) Schw. Fr. die Verteilung der im Bericht der J.G. Farben
bereits angekündigten Dividende von 12 (im Vorj. 12 Proz. Dividende
und 2 Proz. Bonus aus den Titeln der Freigabe deutſchen Eigentums
in U. S.A.) vorzuſchlagen. Außerdem ſollen dem
Dividendenergänzungs=
fonds 840 000 Schw. Fr. zugewieſen werden.
Mannheimer Produktenbericht vom 18. Mai Es notierten: Weizen
inländiſcher 30,50—31,50; desgl. ausländiſcher 32—34, Roggen
inländi=
ſcher 21,25—22,50; Hafer inl. 21,50—22,50; Futtergerſte 22—23;
Soya=
ſchrot, Mannh. Fabr, prompt 13,50; Biertreber mit Sack 11—11,50;
Trockenſchnitzel 8,25; Wieſenheu (loſes) 5,40—5,90; Rotkleeheu 5,40—6;
Luzernekleeheu 5,80—6,2, Stroh, Preßſtroh Roggen=Weizen 3,40—3,60,
desgl. Gerſte=Hafer 3—3,20; desgl. geb. Stroh, Roggen=Weizen 3—3,40,
desgl. Hafer=Gerſte 2,60—3,00; Weizenmehl Spezial Null prompt bis
Juli 42,50—42,75; Weizenbrotmehl ſüdd. mit Sack Sept.—Oktober 39,75:
Roggenmehl mit Sack 30—31; Weizenkleie (feine) mit Sack 14. Tendenz
ſtetig. Auf ſchwächere Auslandsberichte und günſtige Wettermeldungen
verkehrte die Börſe in ruhiger Haltung.
Frankfurter Produktenbericht vom 18. Mai. Der Frankfurter
Pro=
duktenmarkt verkehrte zu Beginn der neuen Woche in ſehr ruhiger
Hal=
tung. Das Angebot war klein, die Nachfrage gering. Die Preiſe
blie=
ben unverändert, doch war ein ſchwächerer Grundton nicht zu verkennen.
Die Mehlpreiſe erfuhren eine ſtarke Ermäßigung. Das Geſchäft war
aber auch hier nicht von Bedeutung. Die Käufer deckten nur den
not=
wendigſten Bedarf. Futtermittel lagen ſtetig, nur Roggenkleie gab leicht
nach. Hafer und Gerſte ſtill. Es notierten: Weizen 305, Roggen 217,50,
Hafer 215—217,50, Weizenmehl ſüdd. Spezial Null 42—42,75, desgl.
nie=
derrhein. Spezial Null 41,75—42,50 Roggenmehl 30—32, Weizenkleie
13,25—13,50, Roggenkleie 13,75, Induſtriekartoffeln hieſiger Gegend pro
Zentner bei Waggonbezug 4,50 RM., Erbſen 30—36, Linſen 25—68,
Heu ſüdd. 6,25, Weizen= und Roggenſtroh drahtgepreßt 4,00 desgl. geb.
3,90, Treber getrocknet 11,25—11,50. Die Preiſe verſtehen ſich für
Ge=
treide je Tonne, für die übrigen Waren je 100 Kilo in RM.
Viehmärkke.
Mannheimer Viehmarkt vom 18. Mai. Auftrieb: 175 Ochſen, 115
Bullen, 218 Kühe, 324 Färſen, 1052 Kälber, 6 Schafe, 3113 Schweine,
6 Ziegen. Preiſe für 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochſen a) 46—48,
b) 37—41, c) 38—42; Bullen a) 38—41, b) 34—36, c) 32—34; Kühe
a) 35—38, b) 30—34, c) 24—26, d) 15—18; Färſen a) 47—50, b) 42—45,
c) 38—40; Kälber b) 66—70, c) 60—64, d) 55—58, e) 46—52: Schafe
b) 32—34: Schweine b) 49—50, c) 50—51, d) 51—52, e) 48—50, f). 45
bis 48. Ziegen das Stück 12—22 RM. Marktverlauf: Großvieh: gute
Ware mittel, ſonſt langſam; Kälber und Schweine mittel, geräumt. Der
auf Pfingſtmontag, 2. Mai, fällige Markt findet am Dienstag, den
26. Mai, ſtatt.
Frankfurter Viehmarkt vom 18 Mai. Der Auftrieb des heutigen
Hauptmarktes beſtand aus 1554 (1187) Rindern, darunter befanden ſich
334 Ochſen, 132 Bullen, 524 Kühen und 460 Färſen; ferner 1212 (669)
Kälbern, 22 (90) Schafen und 6575 (6050) Schweinen. Marktverlauf:
Rinder langſam, Ueberſtand; Schweine ruhig, geringer Ueberſtand;
Fettſchweine faſt unverkäuflich. Kälber und Schafe ruhig, geräumt
Be=
zahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochſen a) 1. 45—48,
2. 40—44, b) 1. 35—39; Bullen a) 40—43, b) 35—39; Kühe a) 35—38,
b) 29—34, c) 22—3; Färſen a) 45—48, b) 40—44, c) 36—39;
Käl=
ber a) —, b) 64—69, c) 60—63 d) 53—59; Schafe infolge des
gerin=
gen Auftriebes nicht notiert. Schweine a) —, b) 42—45, c) 43—46,
d) 43—46, e) 40—43, f) und g) —. Verglichen mit den Preiſen des
letzten Hauptmarktes vom 11 Mai waren Ochſen, Bullen, Kühe und
Färſen 1—3 Mk. niedriger notiert: Schweine behaupteten ihren
Preis=
ſtand; Kälber gegen den Nebenmarkt vom 15. Mai 1—2 Mk. ſchwächer.
Fleiſchgroßmarkt. Beſchickung: 495 Viertel Rindfleiſch, 66 ganze Kälber,
2 ganze Schafe und 385 halbe Schweine. Preis für 1 Zentner friſches
Fleiſch in Mk.: Ochſen= und Rindfleiſch 1. 70—78, 2 60—70,
Bullen=
fleiſch 68—72; Kuhfleiſch 2. 45—60, 3. 35—45; Kalbfleiſch 2. 75—90;
Schweinefleiſch 1. 54—62. Geſchäftsgang des Fleiſchgroßmarktes: ruhig.
Frankfurter Pferdemarkt. Der geſtrige Frankfurter Pferdemarkt
war nur gering beſchickt; es ſtanden 350 Tiere zum Verkauf. Der Hande!
in ſchweren und mittleren Arbeitspferden war ſchleppend. Auch
Schlacht=
tiere fanden infolge der geringen Viehpreiſe nur zu herabgeſetzten
Prei=
ſen Käufer. — Der nächſte Pferdemarkt findet am 15. Juni ſtatt.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 18. Mai:
Getreide. Weizen: Mai 84,50, Juli 59,25, September 59%8,
Dezember 63,25; Mais: Mai 55½, Juli 56,75, September 56,
De=
zember 49; Hafer: Mai 26,50, Juli 27. September 27, Dezember
292: Roggen: Juli 38, September 38½, Dezember 4178.
Schweine: Leichte 6,85—7,00, ſchwere 6,00—6,40;
Schweine=
zufuhren in Chicago 43 000, im Weſten 115 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 18. Mai:
Getreide. Weizen: Rotwinter 94,75: Mais loco New York
69,75; Mehl: ſpring wheat clears 4,00—4,40; Getreidefracht nach
England 1,6—2,5 sh, nach dem Kontinent 8—8½ C.
Kakao: Tendenz feſt, Umſätze 32, Loconotiz 4½; Mai 4,72,
Juli 4,86, September 5,00, Oktober 5,07, Dezember 5,17, Januar
1932 5,23, März 5,36.
Frankfurt a. M., 18. Mal.
Die Börſe eröffnete zu Beginn der neuen Woche in ſchwacher
Hal=
tung. Verſtimmend wirkten der ſcharfe Ton Briands auf der Genfer
Ratstagung wegen des deutſch=öſterreichiſchen Zollplanes, die ſchwache
New Yorker Börſe vom Samstag und vor allem das Anwachſen der
Radikalen bei den geſtrigen Landtagswahlen in Oldenburg. Auch die
nur ſchwache Arbeitsloſenentlaſtung im April nach den Ziffern des
All=
gemeinen Deutſchen Gewerkſchaftsbundes fanden ſtarke Beachtung. Da
von außen her keine Orders vorgelegen haben und man wieder
Aus=
landsabgaben beobachtet haben wollte, ſchritt auch die Kuliſſe zu
Glatt=
ſtellungen und Blankoverkäufen, ſo daß gegen die Schlußkurſe vom
Samstag wieder recht anſehnliche Kursverluſte eintraten. Die
Umſatz=
tätigkeit war dabei nicht beſonders groß, doch genügten bei der
Unſicher=
heit ſchon kleinſte Abgaben, um das Kursniveau mehrprozentig zu
drücken. Beſonders ſchwach eröffneten Salzdetfurth mit minus 6 Proz.
Am Chemiemarkt lagen J.G. Farben 2,5 Proz., Metallgeſellſchaft 2
und Scheideanſtalt 1,0 Proz. ſchwächer. Von Elektroaktien waren
Sie=
mens mit minus 4 Proz. mehr gedrückt; auch die übrigen Papiere
die=
ſes Marktes lagen recht ſchwach. Am Anleihemarkt blieben deutſche
Fonds behauptet, während von fremden Werten Mexikaner ſtark
ange=
boten und bis 0,75 Prozent niedriger waren. Der Pfandbriefmarkt
lag bei ruhigem Geſchäft im ganzen etwa gehalten.
Reichsſchuldbuchfor=
derungen 1 Proz, ſchwächer. Im Verlaufe blieb die Börſe bei
anhal=
tender Geſchäftsſtille matt und vereſtimmt. Die Mehrzahl der Kurſe
lagen erneut 1 Proz., Siemens und Salzdetfurth bis 1,5 Proz.
niedri=
ger. Im weiteren Verlaufe erfolgte ein Baiſſeangriff auf Deutſche
Linoleum, die ſchließlich einen Tagesverluſt von 8,5 Proz. zu
verzeich=
nen hatten. Auch Aku lagen mit minus 7 Proz. ſehr ſchwach. Die Börſe
ſchloß trotz leichter Interventionen in ſehr ſchwacher Haltung. An dem
Geldmarkt war Tagesgeld zum Satz von 5 Proz. etwas geſucht. Am
Deviſenmarkt lag das Pfund und der Dollar feſt. Man nannte Mark
gegen Dollar 4.1998, gegen Pfunde 2.429, London—New York 4.8642,
—Paris 124.31. —Mailand 92.91, —Madrid 47.50 feſter, —Schweiz
25.23. —Holland 12.11½.
Zu Beginn war die Abendbörſe weiter ſchwach. Die Genfer
Verhandlungen wurden ungünſtig aufgenommen; daneben verſtimmten
die ſchwachen europäiſchen Börſen. Im Verlauf ſetzte ſich jedoch eine
kräftige Erholung durch, wodurch die Anfangsverluſte wieder
ausgegli=
chen wurden. Die Spekulation nahm wieder Deckungen vor, zumal
auch Amerika freundlicher kam. Von Kurſen ſind zu nennen: Deutſche
102, Danat 122,5, Gelſenkirchen 69,5 Rheinbraun 147, Rheinſtahl 64,
Hapag 51,25, Nordd, Lloyd 52, A. E.G 88,25, Schuckert 124,25, Siemens
146,5, Schuckert 115,36, Farben 132,75, Aku 65, Bemberg 83.
Berlin, 18. Mai.
Die erſte Börſe dieſer Woche lag bei ſtärkerem Angebot aus
Publi=
kumskreiſen ausgeſprochen ſchwach. Der Wahlausgang in Oldenburg.
der Kampf um die Zollunion, die neue Ermäßigung der Kupfer= und
Schrottpreiſe, eine leichte Abſchwächung der Reichsmark, ſchwache
Aus=
landsbörſen, Gerüchte, daß die neue Notverordnung einen weiteren
6prozentigen Gehaltsabbau für die Beamten bringen könnte und die
weitere Droſſelung der Kohlenproduktion in Oberſchleſien wirkten
ver=
ſtimmend. Demgegenüber blieben Meldungen wie die
Wiedereinſtel=
lung im Siegerländer Bergbau, die Möglichkeit eines franzöſiſchen
Ter=
tilarbeiterſtreiks und der um zirka eine viertel Milliarde entlaſtete
Status der Reichsbank am Ende der zweiten Maiwoche faſt völlig
ein=
druckslos. Eine größere Anzahl von Werten erſchien mit Minus=Minus=
Zeichen, und die Verluſte betrugen ganz allgemein 1—3 Prozent. Einige
Werte gaben bis zu 6 Prozent nach. Im Verlaufe gaben die Kurſe
weiter nach. Von Anleihen lagen Neubeſitz ſchwächer.
Mekallnokierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 18. Mai ſtellten ſich für
je 100 Kg. für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen
oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die Dt.
Elek=
trolytkupfernotiz) auf 86.50 RM. — Die Notierungen der
Kom=
miſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
ver=
ſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und
Bezahlung) ſtellten ſich für Original=Hüttenaluminium 98 bis 99
Prozet, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 170 RM., desgleichen
in Walz= oder Drahtbarren 99 Prozent, 174 RM. Reinnickel,
98 bis 99 Prozent, 350 RM.. Antimon=Regulus 51—53 RM.,
Fein=
ſilber (1 Kg. fein) 38,50—40,50 RM.
ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die Geſchäftslage iſt ſehr
unüberſicht=
lich. Die Kaufluſt hat in den Kreiſen des Handels und Verbrauchs ſich
vermindert; der geringen Nachfrage ſteht ein immerhin beträchtliches
Angebot in Schnitthölzern aller Arten gegenüber. Einſtweilen will ſich
die Bautätigkeit nicht entwickeln, was auch zu verſtehen iſt, nachdem der
Hausbeſitz unter der ſchweren Vermietbarkeit der Wohnungen ſtark leidet
und die Rentabilität des Bauunternehmertums in Zweifel zu ziehen iſt.
Für die ſogen. Kleinſtwohnungen wird wenig Bauholz und nicht viel
Tiſchlerholz gebraucht, ſo daß die Ausſichten des Abſatzes von
Schnitt=
holz, ſelbſt wenn die Bautätigkeit ſich gerade auf dieſem Gebiet in den
nächſten Monaten etwas heben ſollte, nicht roſig ſind. Etwas beſſer iſt
dagegen der Beſchäftigungsgrad in der Möbelinduſtrie geworden. Die
Monate hindurch vom Möbehandel betriebene Zurückhaltung von allen
Einkäufen hat einer etwas größeren Beweglichkeit im Einkauf billigerer
Möbel — nur mit ihnen iſt im Augenblick etwas anzufangen — Platz
gemacht. Infolgedeſſen ſind Möbeltiſchlereihölzer in den letzten Tagen
beſſer von den Plätzen heruntergegangen; freilich ſind die Preiſe, die
erzielt wurden, nicht ſonderlich befriedigend geweſen. An den
Laubholz=
märkten iſt nur wenig Bewegung erkennbar, was darauf zurückzuführen
iſt, daß die Möbelinduſtrie Luxuszimmer nur ſelten verkaufen kann.
Insbeſondere iſt der Abſatz in der Speiſezimmerinduſtrie ſtark
einge=
ſchränkt. Eiche wird ſelbſt bei billigen Notierungen nur ungern gekauft,
Erträglich lagen die Verhältniſſe am Erlenmarkt. Neuerdings konnten
auch wieder ſchwächere Erlenbretter, in Abmeſſungen von 20 und 23
Millimeter abgeſetzt werden. Der Preis ſchwankt zwiſchen 75 und 85
Mark frei Neubentſchen. Modellerlenbohlen von 50 Millimeter
auf=
wärts brachten 90—95 Mark, recht breite Ware zur Herſtellung von
Treppengeländern auch 100 Mk. Allerdings waren die Angebote hiermn
ſehr unbedeutend.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Auf die Mai=Umfrage der Internationalen Vereinigung für
Zucker=
ſtatiſtik gingen 589 Antworten gegen 613 i. V. ein. Die Anbaufläche
für Rübenbau wird mit 1,09 Mill. Hektar gegen 1.35 Mill. Hektar i. V.
eingeſchätzt. In Deutſchland werden vorausſichtlich 5 Fabriken weniger
als i. V. in Betrieb kommen. Die Rübenanbaufläche wird mit 0.35
gegen 0.47 Mill. Hektar im Jahre 1930 veranſchlagt.
Der Verband deutſcher Treuhand= und Reviſionsgeſellſchaften e. V.
hielt am Freitag und Samstag in Frankfurt ſeine diesjährige Tagung
ab, die ſich mit Berufs= und Wirtſchaftsfragen beſchäftigte.
Wie die Konſortialleitung mitteilt, hat die Emiſſion der Berliner
Kraft= und Licht A.G.=Aktien eine Ueberzeichnung von mehreren
Mil=
lionen ergeben, ſo daß auf die freien Stücke nur 60 Prozent zugeteilt
werden können.
Im Herdorfer Grubenbezirk machen ſich erfreuliche Anzeichen einer
Beſſerung bemerkbar. Ein Teil der Belegſchaft der Fiedrichshütte
er=
hielt dieſer Tage Beſcheid von der Wiederaufnahme des Betriebs. Zum
1. Juli ſoll auch die Grube San Fernando mit 20 bis 250 Mann
Be=
legſchaft wieder angefahren werden. Die Alte Herdorfer Hütte hat
eben=
falls die Oefen wieder angeblaſen. Man hofft innerhalb der nächſten
Woche wieder bis zu 400 Leute in Arbeit zu bringen.
Der am 11. Mai gefällte Schiedsſpruch im Lohn= und Gehaltsſtreit
der Rheinſchiffahrt iſt von den beteiligten Arbeitgeberverbänden abgelehnt
worden mit der Begründung, daß bei der täglich ſchlechter werdenden
Lage in der Rheinſchiffahrt eine ſtärkere Senkung der Unkoſten
unbe=
dingt notwendig ſei.
Die Grund= und Boden=A.G. in Frankfurt a. M. weiſt für das
Geſchäftsjahr 1930 Einnahmen aus den Häuſern in Höhe von 66 243 Mk.
aus, ſo daß nach Abzug der Unkoſten und Steuern ein Ueberſchuß von
6845 RM. verbleibt. Der Immobilienbeſitz wird mit 287 000 RM.
be=
wertet, Hypotheken ſtehen mit 70 260 RM. und Schulden mit 19 565
RM. zu Buch.
Die Keramiſchen Werke Offſtein und Worms A.=G. in Offſtein
blei=
ben für 1930 wieder dividendenlos. Nach Vornahme unveränderter
Ab=
ſchreibungen ergibt ſich nur ein kleiner Reingewinn.
Die Leitung der Opelwerke teilt mit, daß beabſichtigt ſei, wegen
Rückgang des Abſatzes von Kraftwagen Mitte Mai 1169 Arbeiter zu
entlaſſen. Man will jetzt durch eine wöchentliche Kurzarbeit von fünf
Tagen die Zahl der zu entlaſſenden Arbeiter auf 500 beſchränken.
Die G.=V. der Sandox A.=G. in Nürnberg ſetzte nach Erledigung
der üblichen Regularien die Dividende für das Jahr 1930 auf 4 Prozent
(6 Prozent) feſt. Der Geſchäftsgang war durch die allgemeine
Wirt=
ſchaftsdepreſſion und die Krankenkaſſen=Notverordnung, die die
chemiſch=
pharmazeutiſche Induſtrie beſonders hart traf, ſtark beeinträchtigt.
Berliner Kursbericht
vom 18. Mai 1931
Oeviſenmarkt
vom 18. Mai 1931
Me
Danatbank . . . . . . .
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
123.—
102.—
101.50
51.625
n0.—
52.675
89.50
52.—
83.875
64.25
42.—
108.—
113.75
62.375
Elektr. Lieferung
J. G. Farben 134.—
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Baw
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppe
100.50
68.75
100.25
54.—
52.—
75.50
121.—
51.—
57.—
65.—
35.125
44.50
66.—
A—
Wien 100 Schilling/ 58.955 59.07 Spanien 100 Peſetas 42 73 42.81 Leonh. Tietz 96.—
Prag 100 Tſch. Kr. 12.42‟ 12.448 Danzig 100 Gulden 81.58 81.74 Verein. Cilanzſtoff 90.— Budapeſt 100 Pengö 73.13 73.21 Japan 1 Yen 2.075 2.079 Terein. Stahlwerke 45.625 Sofia 100 Leva 3.038 3.04 Rio de Janeir= 1 Milreis 0.278 C.280 Weſteregeln Alkal= 126.—
Holland 100 Gulden 168.42 168.70 Jugoſlawien 100 Dinar 7.388 02 Agsb.=Nrnb. Maſch. 56.25
Oslo 100 Kronen 112.34 112 54 Portugal 100 Escudos 18.e3 19.32 Baſalt Linz 20.50 Kopenhagen 100 Kronen 112.3 112.54
Athen 100 Drachm. 5.442/ 5.452 Berl. Karlsr. Ind. 40.— Stockholm 00 Kronen 112.47 112.6‟ Fſtambul 1 türk. London S=Stg. 20.40 20.445 Kairo
ägyvt. 2 Ni 20.26 Hirſch Kupfer 110.25 Buenos=Aires Pap. Peſo 1.316 1.32 Kanada canad. Doll. 4.192 4.200 Hohenlohe=Werke 34.— New York 1 Dollar 4.1925/4.2031 Uruguah 1 Goldpeſo 2.787 2.503 Lindes Eismaſch. 127.—
Belgien 100 Belga 58.355 58.48! fsland 00 isl. Kr. 92.0 22.22 VogelTelegr. Drah 38.50 Italien 100 Lire 21.96 22.00 Tallinn (Eſtl.) 100 eſtl. Kr. 111.5 171.33 Wanderer=Werke 46.—
Paris 100 Franes 16.411 16.4511 Riga 100 Lats e0.80/ *0.96
Hälsanr, Kommanongefeafchaft
Frankfurter Kursbericht vom 18. Mai 1931.
Ma
5½%Intern.,, „
6% Baden ..."
8% Bahern.
6‟
33 Heſſen v.28
v. 29
6% Preuß. Staat
8% Sachſen ...."
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72 Thüringen.
Dtſche. Anl.
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löſungsanl. . . .
Dtſche. Anl.
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ſungsſch. (Neub.
Deutſche
Schutzge-
bietsanleihe ..
8% Aachen v. 29
8% Baden=Baden
6% Berlin".
3% Darmſtadt v. 26
v. 28
720 Dresden..
8% Frankfurt a.M
v. 20
b. 2
8% Mainz
8% Mannheim v. 26
6%
v. 27
8½ München.
8% Nürnberg.
8% Wiesbaden
100.5
84.75
72.75
78
100.3
81.5
91.5
94.5
95.5
99.75
55.1
4.55
2.1
92
91
89.5
89.5
83.5
98‟,
87.25
77.25
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35.25
8½ Heſſ. Landesbl
80
„ Goldoblie
0 Heſſ. Lds.=
Hyp.=Bk.=Liquid
2% „Kom.=Obl
8½ Preuß. Lds.
pfbr.=Anſt. G. P
85 Goldobli
An.
95.25
96.5
89
84.75
100.5
97
97
H Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
8½ Kaſſeler Land. Goldpfbr.
7½ Kaſſeler Land. Goldpfbr..
8% Naſſ. Lamdesbk.,
14½½ „ Liqu. Ob
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
+AuslSer.
„ „ Ser. I.
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
Berl. Hyp. Bk.
½%nLigu.=Pfbr
3% Frkf. Hyp.=Bk.
4½%o r Lig. Pfbr
Pfbr.=Bk
18%
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Liqu
18% Mein. Hhp.=Bk.
7% „
„ Lig. Pfbr.
8% Pfälz. Hyp.=Bk.
14½% Lig. Pfbr.
/⁄ Preuß.
Boden=
cred.=Bank . .."
4½% „ Lig. Pfbr.
Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bank".
4½% „ Lig. Pfbr
8‟ Rhein. Hyp.B
„ Lig. Pfbr.
Rhein.=Weſtf
Bo.=Credit.
8½ Südd. Bob.
Cred.=Bank .."
4½% Lig=Pfbr
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100
95
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97
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S7.5
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1011,
97
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101
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90
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95.5
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3% Württ. Hyp.=B.,100.25
0. Daimler=Benz
3% Dt. Linol. Werke
z Klöckner=Werke
Mainkrw. v. 26
% Mitteld. Stahl
3½ Salzmannu. Co
7% Ver. Stahlwerkel
8% VoigtcHäffner
—
J. G. Farben Bonds
—
O Bosn. L.E.B.
L. Inveſt.
V Bulg. Tab. v. 02
4½% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
1½vereinh. Rumän
½% „
„
% Türk. Admin.
14% „ 1. Bagdad
4½ „ Zollanl.
4½” ungarn 1913
4½% „ 1914
„ Goldr.
4%
4%
„ 1910
Aktien
Alg. Kunſtziide Unie
A. E. G.
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauere
Zellſtoff
Bemberg, J. P....
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen. ...
Cement Heidelberg
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſe
Chem. Werke Albert
Chade .
..."
Contin. Gummiw.
„ Linolenm
Daimler=Benz....
68.75
Rrde
95.75
82.5
81
94.25
98
18
—
28.5
36
7.5
14.2
17.5
68
89.75
124
71.75
53
—
—
169
108
Dt. Atl. Telegr. .
„ Erdöl .......
„ Gold=u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt
„ Linoleumwerke
„Eiſenhandel. . .
Dyckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk.
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnere
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Gnilleaume
Frankf. Gas i. Lig.
„ Hof.."
Gelſenk. Bergwerl
Geſ. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger .
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. . . ."
Hochtief Eiſen ..
Holzmann, Phil.
Ilſe Bergb. Stamm
„ Genüſſe
Junghans ...
Kali Chemie .....
„ Aſchersleben
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R.
Klein, Schanzlin".
Klöcknerwerke .. .
Knorr C. H......."
Lahmeher & Co. ..
Laurahütte ..
Lech, Augsburg ...
121:
68.25
0
83
102.5
203
29
83.25
87
134.25
Z.
76
36
70.25
101.5
40
31
158
132
5.
77
110
74
100
39
37.5
100
33
77.5
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metal
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt
Mainz. Akt.=Br. . .
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Berg. .
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild
Motoren Darmſtadt
„ Deutz
„ Oberurſel
Oberbedarf
Phönix Bergbau".
Reiniger, Gebbert
Rh. Braunkohlen
„ Elektr. Stamm
„ Metallwaren.
„ Stahlwerke .. .
Riebeck Montan. .
Roeder Gebr. ...
Rütgerswerke ..."
Sachtleben A. G.
Salzdetfurth Kali
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm, Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske.
Südd. Immobilien
„ Zucker=A. G.
Soenska Tändſticks
Tellus Bergbau ..
Thür, Liefer.=Geſ.
Tietz Leonharb ..
Tucher=Brauerei
Nnterfranken .. . ."
Beithwerke .
Ber. f. Chem. Ind.
Stahlwerke ..
Strohſtoffabr. .
Ve
39.5
131/,
63
Kr6
37
47.25
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101.5
75
64.5
47.1
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163
42
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3
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63
18.5
57
112
Min Mi
Voigt & Haeffner".
Waß & Frettag. 24.5
Wegelin Rußfabrik/ 35
Weſteregeln Kali.. 127
Zellſtoff=Verein.
„ Waldhof.. . .
„ Memel .. . . .
38
63
Allg. Dt. Crebitanſt. 90:
Badiſche Bank.. . . 140.5
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBanwerein 100
Baher. Hyp. u. W. 122.75
Berl. Handelsgeſ..
„ Hypothefbk.. 212
Comm. u. Privatb/102.75
Darmſt. u. Nat.=Bk. 122.5
Dt. Bank und Dic./101.75
Dt. Eff. u. Wechſell 95
Dresdner Bank .. . / 101.75
Frankf. Bank.."
„ Hyp.=Bank .. . 1139
Pfdbr.=Bk. . . . . 149
Mein. Hyp. Tank . . 145
Oſt. Creditanſtalt ./ 13.5
Pfälz. Hyp.=Bank 128
Reichsbank=Ant. . ./140-),
Rhein. Hyp.=Bank. / 730
Südd. Bod.-Cr. Bf. 137
Wiener Bankverein)
Württb. Notenbank 129
87.5
A.=G. f. Verkehrsw./ 48
Allg. Lokalb. Kraftw 110
7% Dt. Reichsb. Vzg: 86/,
Hapag ......
52
Nordd. Lloyd. .
52.8
Südd. Eiſenb.=Geſ./ 82.5
Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung .. . 218
„ „ Verein. Verſ. 209
FrankonaRück= u. M
—
Mannh. Verſich. .
Otavi Minen
Schantung Handell
64
[ ← ][ ][ → ]Nummer 138
Dienstag, den 19. Mai 1931
Seite 13
Copyright 1930 by Karl Köhler u. Co., Berlin=Zehlendorf.
Seine Berühmtheit koſtete Richard ziemlich viel, da er keine
Bezahlung annahm, dagegen Medikamente und Verbandmittel
kaufen mußte, aber die Leute beſtanden darauf, ſich auf andere
Weiſe dankbar zu erzeigen. Sie brachten ihm die erleſenſten
Früchte, ſelbſtdeſtillierten Likör, kleine antike Gegenſtände, die.
ſie auf ihren Feldern und ihren Vignen ausgegraben hatten. Die
Frauen brachten hübſche Stickereien, die ſie ſelbſt angefertigt.
Was aber Richard für alle Koſten und Mühen am beſten
ent=
ſchädigte, war, daß er Frau Antoniettas unbegrenztes
Ver=
trauen gewann.
Die Schenke wurde gar nicht mehr leer, ſeit es bekannt
ge=
worden war, daß der Wunderdoktor, der vomo santo, in der
Trattoria degli Cacciatori wohnte. Um ſich bei ihm Zugang zu
verſchaffen, wurde Antonietta heimlich allerlei zugeſteckt. Viele
kamen nur in die Schenke, um den Dottore zu ſehen. Noch nie
hatte Antonietta ſo glänzende Einnahmen gehabt. Und ſie ſonnte
ſich im Glanze des Ruhmes ihres Gaſtes.
Als nun zwiſchen Richard und ihr wieder einmal die Rede
auf die Familie der Roccaferri kam, dann auch Marcheſina
Fla=
via erwähnt wurde, verſuchte Richard nochmals ſein Glück. Er
erkannte, daß Antonietta nicht mehr ſo unzugänglich war, und
nun vertraute er ihr an, daß er ſelbſt an Flavia eine für ſie ſehr
wichtige Nachricht zu übermitteln wünſche, die aber mit dem
Marcheſe Roccaferri nichts zu tun habe. Er kenne weder den
Marcheſe noch den Herrn, den Flavia heiraten ſollte, das könnte
er bei allen Heiligen beſchwören.
Da bat ihn die gute Antonietta um Verzeihung, daß ſie ihm
nicht gleich ſeinen Wunſch erfüllt habe, denn nun ſehe ſie ein, daß
ihr Mißtrauen unberechtigt war. Sie ſelbſt wiſſe ja nicht, wo
Marcheſina Flavia ſich befinde, aber ſie könnte ihm doch einen
guten Freund der Marcheſina nennen, der ihm, wenn er es wolle,
die gewünſchte Auskunft geben könnte. Nur müßte Signor
Ric=
cardo gegen jedermann den Namen dieſes Freundes verſchweigen.
„Bei allen Heiligen gelobe ich es!” ſagte Richard feierlich.
Dann nannte ihm Antonietta den Grafen Oreſte Bronchi als
den Freund Flavias. Sie ſagte, der Graf wohne in Rom, ſeine
Anſchrift kannte ſie nicht, meinte aber, das würde Richard in Rom
leicht erfahren können.
Bronchi? Wo hatte er den Namen ſchon gehört? Für den
Augenblick konnte Richard ſich nicht darauf beſinnen.
Elftes Kapitel.
Nicht alle Italiener ſind Briganten.
Richard verließ nun Tusculano, die Stätte ſeines Ruhmes,
und fuhr nach Rom, hier den Grafen Bronchi aufzuſuchen. War
dieſer ein ſo guter Freund Flavias, ſo war er vielleicht über ihre
heimliche Ehe unterrichtet, oder er ſelbſt konnte ſich ihm
anver=
trauen, durch ihn Flavia wiſſen laſſen, daß er noch am Leben ſei.
Jetzt erinnerte er ſich, wo er den Namen Bronchi ſchon gehört
hatte. Das war in Kufſtein geweſen, wo er dem jungen Italiener
geholfen hatte, ſich mit dem öſterreichiſchen Beamten zu
verſtän=
digen. Aber das mochte wohl ein ganz anderer Conte ;Bronchi
geweſen ſein. Ohne recht zu wiſſen warum, ſtellte ſich Richard
den Conte Bronchi, der Flavias Freund war, als einen alten
Herrn vor.
Richard erkundete nach einiger Mühe die Anſchrift eines
Conte Oreſte Bronchi, der in der Via Salluſtiano wohnte. Aber
als er die zwei Treppen zu der Wohnung des Grafen erſtiegen,
ſagte ihm der öffnende junge Diener, daß ſein Herr ſchon ſeit
län=
gerer Zeit verreiſt ſei und er nicht wiſſe, wann er zurückkommen
würde. Richard ſagte, er habe ſehr Wichtiges dem Grafen
mit=
zuteilen, bat um deſſen derzeitige Anſchrift, drückte dabei dem
Diener einen größeren Geldſchein in die Hand, und dieſer meinte
nun, am ſicherſten würde ein Brief den Grafen in Raſano
errei=
chen, wo ſeine Mutter ſtändig wohne: Caſtello Raſano bei Forli
in der Romagna.
Mit dieſer Auskunft mußte Richard ſich zufrieden geben, und
beſchloß, nicht zu ſchreiben, ſondern nach Forli zu reiſen und von
da aus Graf Bronchi in ſeinem Caſtello Raſano aufzuſuchen.
Je=
denfalls konnte er dort erfahren, wo ſich der Graf zurzeit
auf=
hielt.
Er begab ſich zu Fuß in ſein Hotel zurück. Langſam bummelte
er durch den Korſo. Es war nachmittags zwiſchen fünf und ſechs
Uhr, die Zeit des lebhafteſten Verkehrs. In ununterbrochener
Kette fluteten Autos und Wagen in langſamer, oft ſtockender
Fahrt auf dem ſchmalen Straßendamm aneinander vorüber. Zu
beiden Seiten auf den ebenfalls ſehr ſchmalen Bürgerſteigen
drängten ſich die Fußgänger. Alle gingen langſam, niemand hatte
Eile. Man durfte nicht eilig ſein, ging man oder fuhr man um
dieſe Zeit durch den Korſo. Richard wußte das von früher her,
er ging mit dem Strom. Er hatte keine Eile, heute konnte er
nicht mehr abreiſen, ſondern erſt am folgenden Morgen einen
Schnellzug benutzen, der Anſchluß nach Forli hatte.
Er unterhielt ſich damit, die Damen in den Autos und
Wa=
gen zu betrachten. Mancher Blick aus ſchönen, brennend dunklen
Augen trafen ihn. Sie waren ſchön, dieſe Römerinnen. Ja, hier
in Rom gab es ſchöne Mädchen und ſchöne Frauen in Hülle und
Fülle. Blonde, Braune und Schwarze. Aber die
Schwarzhaari=
gen, mit dunklen, feurigen Augen, waren vorherrſchend hier im
Süden. Manche mochte darunter ſein, die ſich bereitfinden würde,
ihn zu lieben, wenn er es darauf anlegte. —
Er dachte an die Frauen, die bisher in ſein Leben getreten
waren. Flavia, nun, ſie wollte er hier nicht mitzählen. Viele
waren es nicht. Ein wehmütiges Lächeln umſpielte ſeinen Mund,
als er an Marja dachte, das plattnaſige, rotwangige, ſibiriſche
Mädchen, das Brot und heimlich auch Tabak an die Sträflinge
verkaufte und das ihn geliebt hatte, wie ſo ein Mädchen liebt.
Er dachte an Ilonka, die junge Bäuerin am Fuße des Ural, die
ihn unter einem Haufen Stroh verſteckt hatte, darauf ſie ſich ſetzte,
als blutlechzende rote Gardiſten, Abgeſandte der Tſcheka, nach ihm
tſuchten. Auf ihre Weiſe hatte auch ſie ihn geliebt. Sie hatte ihn
an die Soldaten nicht verraten, obgleich dieſe ſie mit dem Tode
bedrohten. Sie hatte ihnen Schnaps gegeben, und als ſie ſich
ſinnlos daran betrunken, war er entkommen.
Es kam ihm plötzlich in den Sinn, daß er ſein Leben noch gar
nichr genoſſen hatte, wie andere junge Leute es zwiſchen dem
zwanzigſten und dreißigſten Jahr genießen. Wenn ich Geld hätte,
könnte ich es wohl noch nachholen, dachte er. So recht aus dem
vollen und ganz rückſichtslos das Leben genießen, und ſei es auch
nur in einem kurzen Rauſch, das muß ſchön ſein. Hier in Rom,
mit luſtigen Freunden, mit ſchönen Frauen —
„Riccardo!”
Richard fuhr aus ſeinen Träumen auf. Ein kleiner, alter
Herr ſtand vor ihm, vertrat ihm den Weg. Er war weißhaarig
und trug einen gewaltigen, weißen Humbertſchnurrbart im
bräun=
lichen, von zahlloſen Falten und Fältchen durchfurchten Geſicht.
Dicke, buſchige, weiße Brauen beſchatteten ſeine kleinen, ſchwarzen
Augen, die ihn darunter hervor durchdringend anſtarrten. Und
ein Name trat Richard unwillkürlich über die Lippen:
„Onkel Checco!”
Ja, der kleine Herr in dem tadelloſen, ſchwarzen Gehrock, mit
hellen Gamaſchen über ſehr blanken Stiefeln, das war Riccardo
Lanzi, der alte Freund von Richards Vater, der ſich deſſen
Eigen=
tum angeeignet hatte.
Richards Geſtalt ſtraffte ſich, er trat zur Seite, wollte an
dem Alten vorübergehen, als kenne er ihn nicht, aber Lanzi
er=
griff ihn am Arm, hielt ihn zurück:
„Riccardo! Figlio mio! Figlio mio!"
Der kleine Alte zitterte plötzlich am ganzen Körper, und
Ri=
chards Arm loslaſſend, ſtreckte er ihm beide Hände wie flehend
entgegen, während Tränen ihm über das graubleich gewordene
Geſicht ſtürzten. Seine Knie knickten ein, er wankte. Richard
mußte zugreifen, ihn ſtützen, und die zitternden Hände des Greiſes
klammerten ſich an ihn:
„Figlio mio! Biſt du es wirklich? Du lebſt? Iſt es denn
möglich?"
Er ſtammelte es heiſer, und ſchüttelte dabei wie außer ſich
Richards Arm.
„Ja, ich bin es, Onkel Checco, ich lebe noch”, ſagte Richard,
den dieſe ungeſuchte Begegnung nun auch erſchütterte und
be=
wegte.
„Figlio mio! Figlio mio!” wiederholte Lanzi nur immer
wieder, während dicke Tränen ihm über die welken Wangen in
einen dicken Schnurrbart liefen. Richard konnte ihn nicht
abſchüt=
teln und einfach davongehen. Es war unverkennbar, daß Lanzi
ſich freute, ihn lebend zu ſehen. Aber wie konnte das ſein,
nach=
dem er das Vertrauen, das der Freund, Richards Vater, in ihn
geſetzt, ſo ſchnöde mißbraucht hatte?
Vorübergehende wurden aufmerkſam, blieben ſtehen, ſchnell
bildete ſich eine dichte Gruppe von Neugierigen um Lanzi und
Richard, der den Alten umfaßt hielt, während dieſer den Kopf
an ſeine Bruſt lehnte und wie ein Kind ſchluchzte. Endlich aber
bemerkte Lanzi das Aufſehen, das ſein Wiederſehen mit dem
Totgeglaubten erregte, er richtete ſich auf, machte mit der Rechten
eine theatraliſche Gebärde und rief:
„Ja, Leute, ſeht! Seht! Mein Sohn war tot, aber die
Hei=
ligen haben meine Gebete erhört: Er lebt! Er iſt mir
wieder=
gegeben!"
(Fortſetzung folgt.)
„Ich war am gangen Leibe mit
Hechten
b haftet, welche mich durch das ewige Jucken Tag und
Nacht peinigten. Nach dem Leſen Ihrer Druckſache
uar mein erſter Weg zur Apotheke, natürlich nur in
d m Gedanken, eine Mark zu verſchenken; aber es kam
anders. Nach einer Einreibung von kaum 14 Tagen
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(Techten vollſtändig verſchwunden. Deshalb laſſe ich
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Regie: E. W. Emo.
Musik von Robert Stolz.
In weit. Hauptrollen: Szöke Szakall,
Paul Heidemann, Otto Wallburg, Lotte
Werkmeister und Oskar Sabo
Der beliebte Komiker Max Hangen,
die junge hübsche Lien Deyers und die
schmissige Musik des bek. Operetten-
Komponisten Robert Stolz machen
dieses pointenreicheLustspiel zu einem
Unterhaltungsstück, wie es in dieser
Leichtigkeit nicht alle Tage gelingt.
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Beginn: 3 45, 6.00 und 8.20 Uhr.
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Beginn: 3.45, 6.00 u. 8.20 Uhr.
Die abenteuerliche und
pannungsreiche Geschichte
dreier Freunde, die zum / Hollmann, sind die Gegenspieler
Dita Parlos.
Schein eine riesige
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atfäre konstruierten aus der V Eine Frau, die sich in der Welt
durch-
schlägt, kämptt gegen das Begehren
der Männer, die sie als Freiwild
betrachten. (V.7838
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Südsee ergibt den landschaftlichen
Dazu das
Rahmen für die ungewöhnl. packende
zute Beiprogramm.
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hinſicht=
lich der Firmen: 1. Mitteldeutſche
Drahtſtiftenfabrik Schuff &.
Kregge=
meier, Darmſtadt: Die offene
Handels=
geſellſchaft iſt infolge Ablebens des
Ernſt Schuff aufgelöſt. Das Geſchäft ſamt
Firma iſt auf den bisherigen
Geſell=
ſchafter Kaufmann Johann Kreggemeier
in Worms als Einzelkaufmann
über=
gegangen. — Die Firma iſt geändert
in: Mitteldeutſche Drahtſtiftenfabrik
Johann Kreggemeier. — 2. Max Ranis,
Darmſtadt: Alfred Hanauer, Kaufmann
in Darmſtadt, iſt in das Geſchäft als
perſönlich haftender Geſellſchafter
ein=
getreten. Die offene Handelsgeſellſchaft
hat am 1. Januar 1931 begonnen. —
Abteilung B: Am 15. Mai 1931
hin=
ſichtlich der Firmen: 1 Darmſtädter
Gaskoks=Vertrieb Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung, Darmſtadt: Karl
Groh und Franz Jelkmann ſind als
Ge=
ſchäftsführer ausgeſchieden. Leopold
Hachenburger und Philipp Baumann,
beide Kohlenhändler in Darmſtadt, ſind
zu Geſchäftsführern beſtellt. — Ehape
Aktiengeſellſchaft für Einheitspreis,
Hauptniederlaſſung Köln.
Zweignie=
derlaſſung Darmſtadt: Das
Vorſtands=
mitglied. Erich Eliel iſt infolge
Ab=
lebens aus dem Vorſtand ausgeſchieden.
An ſeiner Stelle iſt Kaufmann Richard
Brandt in Köln zum Vorſtandsmitglied
eſtellt.
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Darmſtadt, den 16. Mai 1931.
Amtsgericht I.
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Wir beabſichtigen vorbehaltlich der
Genehmigung der Aufſichtsbehörde, den
Turm unſerer Kirche einer Reparatur
zu unterziehen. An der Turmhaube iſt
ſtellenweiſe der Zinkgrat zu erneuern u.
mit Dachpappe zu unterlegen, fehlende
Schiefer ſind zu erſetzen und etwa ſonſt
notwendige Reparaturen (Blitzableiter
mitauszuführen. Zuſchlag bleibt
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halten, Detaill. Ang., die die
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Grundſtück: Gemarkung Darmſtadt, Bezirk 6, Band 2
Bl. 88
Flur 33, Nr. 78, Acker an der Täubcheshöhle,
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Eigentämerin: Firma Heinrich Arnold in Darmſtadt,
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Darmſtadt, den 23. März 1931,
Heſſiſches Amtsgericht I.
Zwangsverſteigerung.
Dienstag, den 2. Juni 1931, nachmittags
Termin=
½4 Uhr im Sitzungsſaale 219 des Neuen
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Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bezirk 3, Blatt 434,
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Eigentümer: Gheleute Kaufmann Johann Philipp Roth
und Anna geb. Becker in Darmſtadt, als
Geſamtgut der Errungenſchaftsgemeinſchaft.
Darmſtadt, den 7. Januar 1931.
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Heſſiſches Amtsgericht I.