Einzelnummer 15 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Franfurt a. M. 1304.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 122
Sonntag, den 3. Mai 1931.
194. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichepfg. Rellamezelle (92 mm
breit/2 Reichsmarl Anzeigen von auswärte 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reichspfg. 92 mm breite Rellames
zelie 300 Reiſchemart. Alle preiſe in Reichsmart
(4 Dollar — 420 Marfl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung aut Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt jeder
Rabatt weg. Banſionto Deutſche Bank und Darm=
Kädter und Nationalbant.
Dr. Sulhtr uuer Benwdielſcäft und Hepuratiohen.
* Die Woche.
die Repatakionen ſtören das Funkkionieren der Geld= und Wirkſchaftsordnung. — Skaft „Aufbau einer
neuen Well” Rückſchrikke in Europa auf der ganzen Linie. — Durch die Zerſtückelung
Deutſchlands ungeheure wirlſchaftliche Werke vernichkel.
Eine Rede vor den Rokariern.
„Mißkrauen verhindert die Enkwicklung
der Menſchheil”.
Luxemburg, 2. Mai.
Auf dem Internationalen Rotarier=Treffen (einer
internatio=
alen Vereinigung von Geſchäftsleuten zur Hebung der
Geſchäfts=
trral) in Luxemburg ergriff Reichsbankpräſident Dr. Luther das
Cort zu längeren Ausführungen über die wirtſchaftlichen,
ſozial=
olitiſchen und kulturellen Probleme der Gegenwart.
In dem Sinken des Anteils des Volkseinkommens aus
Kapi=
talvermögen am geſamten Volkseinkommen, im Rückgang der
Zahl der Millionäre und im Vergleich der Ergebniſſe der
Erb=
ſchaftsſteuer in Deutſchland und in Großbritannien drücke ſich der
Unterſchied eines verarmten Volkes, wie des deutſchen, von
an=
deren Völkern aus, die große Kapitalreſerven haben, mit deren
Hilfe ſie die Zeit der Not überſtehen können. Im Lichte
die=
ſer Betrachtung gewännen auch die zwei
Milliar=
den Reparationszahlungen Deutſchlands ein
anderes Geſicht. Zunächſt dürfe man nicht vergeſſen, daß
ein großer Teil der Geſamtbelaſtung Deutſchlands für öffentliche
und ſoziale Zwecke — 1929 z. B. 28 Milliarden — nicht ein
Er=
gebnis deutſcher Verſchwendungsſucht, ſondern deutſcher Armut ſei.
Zehnker Jahreskag des Polenaufſtandes in Oberſchleſien.
O ben: Eine von den Polen geſprengte Brücke. — Rechts Truppen des deutſchen Selbſtſchutzes. — Oben rechts:
Mitte: Korfanty, der Führer der polniſchen Inſurgenten. General Hülſen, der Führer der ſiegreichen deutſchen Truppen
bei der Einnahme des Annabergs bei Leſchnitz.
Unten: Engliſcher Panzerzug, der in das umkämpfte Gebiet
geſchickt wurde.
Ann 3. Mai 1921 begann in Oberſchleſien der dritte polniſche Aufſtand, durch den die Polen verſuchten, große Teile Oberſchleſiens
von Deutſchland loszureißen und damit dem Entſcheid der Botſchafterkonferenz zuvorzukommen.
In Ausführung dieſes Gedankens kam Dr. Luther auf das
Leyarationsproblem zu ſprechen. Daß die Reparationen,
cklärte er, weil ſie keine wirtſchaftlich
begrün=
tten, ſondern politiſche Zahlungen ſeien, das
ſunktionieren der Geld= und
Wirtſchaftsord=
ung ſtörten, dieſe Ueberzeugung gewinne immer mehr an
zoden. Aber nur allzu oft ſuche man dieſer Folgerung
auszuwei=
en und werde die Beſchäftigung mit den deutſchen Reparationen
it dem Empfinden abgeſchloſſen, daß man da angekommen ſei,
vman politiſch=gefühlsmäßig gern ſein möchte. Dr. Luther wies
dieſem Zuſammenhang auf die Fehlerhaftigkeit der Berechnung
ur Steuerlaſt nach der Kopfquote hin. Es liege nahe, für eine
irgleichende Betrachtung mit Deutſchland zum Beiſpiel
Groß=
kitannien heranzuziehen, weil beide Länder gewiſſe äußere
Aehn=
lhkeiten aufweiſen. Eine vergleichende Zuſammenſtellung er=
Gbe aber mit Deutlichkeit, daß
die Aufbringung der Reparationsleiſtungen beſonders
des=
halb für das deutſche Volk ſo ſchwer ſei, weil in Deutſchland
die Schicht der großen Einkommen und großen Vermögen
erheblich dünner ſei als in Großbritannien und z. B. auch
in Amerika.
(oßbritannien und Amerika ſeien infolge des Vorhandenſeins
ger breiten Schicht mittlerer und hoher Einkommen in der Lage,
e nteren Einkommenſchichten völlig von der Einkommenſteuer
ſiz ulaſſen. Deutſchland hingegen könne auf Beſteuerung dieſer
ſhichten nicht verzichten. Dazu komme, daß in Großbrikannien
nd. Amerika in beträchtlichem Umfange Einkommen vorhanden
ſen, die von der Einkommenſteuer nicht erfaßt werden.
Um die dem deutſchen Volke durch die Reparationen
erwach=
ſende Belaſtung zutreffend beurteilen zu können, müſſe man
ſich vergegenwärtigen, in welchem Umfange das deutſche
Bolksvermögen vernichtet worden iſt und welchen hohen
An=
teeil infolgedeſſen die Reparationsleiſtungen von der
Er=
werbskraft der Nation beanſpruchen. Die Leiſtungen
Deutſchlands an die Siegerländer und die ſonſtigen
Kapi=
taalvernichtungen würden — ohne Gebietsverluſte — ſchon
jetzt auf mehr als die Hälfte des deutſchen Volksvermögens
berechnet.
Ein entſcheidender Unterſchied zwiſchen den ſonſtigen
deut=
ſchen öffentlichen Ausgaben und den Reparationen liege
auch in der Tatſache, daß die Reparationszahlungen
trans=
feriert werden müſſen, alſo an andere Volkswirtſchaften
ohne Gegenleiſtungen zu bewirken ſind. Endlich dürfe nicht
vergeſſen werden, daß jede neue Laſt, welche ſchon
vorhan=
denen Laſten hinzugefügt wird, für den Belaſteten relativ
ſchwerer wird als die vorhergehenden.
Deutſchland habe gewiß einige Jahre hindurch mehr Geld für
öffentliche Zwecke ausgegeben, als notwendig war. Die große
Um=
kehr habe aber längſt begonnen. Der Druck der Armut habe ſich
mit voller Schwere erneut auf das deutſche Volk gelegt. Es ſeien
erhebliche, für die Bevölkerung ſehr ſchmerzhafte Eingriffe
ge=
ſchehen, um Einnahmen und Ausgaben ins Gleichgewicht zu
brin=
gen. Das große Hindernis, ſchloß Dr. Luther ſeine Rede,
die Entwicklung des menſchlichen Geiſtes nach den Grundſätzen,
wie Rotary ſie vertritt, zu fördern, ſei das Jahrtauſende
alte Mißtrauen der Menſchen gegeneinander.
Was ſeien unter der Loſung „Aufbau einer neuen Welt”
nach dem Kriege für Rückſchritte gemacht worden. Statt
13 verſchiedener Währungen vor dem Kriege gäbe es in
Europa jetzt deren 27. Die Zollgrenzen haben ſich von
8000 Kilometer auf mehr als 20 000 Kilometer erhöht.
Er, Dr. Luther, möchte ſeine Mit=Rotarier auch einladen, die
Zuſtände im deutſchen Oſten zu ſtudieren, was dort
durch Abſchneidung Oſtpreußens und durch die
Grenzziehung in Oberſchleſien an
wirtſchaft=
lichen Werten vernichtet oder verkümmert worden ſei.
Die heutigen Zuſtände in Europa ſeien keine
Wege zu neuem Leben. So könne Europa
ſchließlich nur müde zuſammenſinken.
Stoff=
wechſelerkrankungen der Weltwirtſchaft.
Stoff=
wechſelſtörung im Geld= und Kreditverkehr ſeien die
Wirkungen der Reparationszahlungen, die
jährlich den durchſchnittlichen Gewinn neuen
Goldes auf der Erde nicht unerbeblich
über=
treffen.
In der Generalverſammlung der Anteilseigner der
Reichs=
bank, die dieſer Tage ſtattfand, hat der Reichsbankpräſident Dr.
Luther ſehr eindringlich auf die eigentlichen Urſachen der
Wirt=
ſchaftskriſis und die Haupthinderniſſe für ihre Ueberwindung
hingewieſen. Nicht von der Währungsſeite her könne man den
Dingen beikommen, ſondern die Verteilung des Goldes über
die Erde hin ſei falſch. Dadurch aber ſei der Weltgoldbeſtand
ſeiner monetären natürlichen Funktion entkleidet und
ſteri=
liſiert. Die Haupturſache dieſer Goldverſchiebungen aber ſeien
die Reparationszahlungen Deutſchlands und die
internatio=
nalen Kriegsſchuldenzahlungen. Der Ausgleich müßte ſeitens
der Empfängerländer durch Einfuhr ausländiſcher Wertpapiere
oder durch Kapitalexport herbeigeführt werden. Das geſchehe
aber nicht, beſonders nicht ſeitens Frankreichs ſondern der
Ausgleich werde zum größten Teil durch Goldeinfuhr
voll=
zogen, in einer Zeit, in der die ganze Welt und insbeſondere
Deutſchland langfriſtiges Kapital dringend benötige. Ein ſehr
ernſter Appell an die „Siegerſtaaten”, der um ſo bedeutſamer
iſt, als ja auch das von dem Gouverneur der Bank von
Eng=
land, Montague Norman, neuerdings propagierte Projekt
eines neuen großen internationalen Kreditinſtituts beweiſt,
wie ſehr allmählich auch die angelſächſiſchen Länder unter der
von Dr. Luther gekennzeichneten Entwicklung zu leiden
be=
ginnen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß z. B. Auſtralien
zur Zeit dem wirtſchaftlichen Zuſammenbruch ſehr viel näher
ſteht als Deutſchland. Trotz allem ſind wir aber von einer
allgemeinen weltwirtſchaftlichen Sanierung noch recht weit
entfernt, und man wird überhaupt äußerſt ſkeptiſch ſein müſſen,
ſo lange die gegenwärtigen politiſchen Zuſtände insbeſondere
in Europa anhalten. Das überſpannte franzöſiſche
Macht=
ſtreben, in deſſen Dienſt ſich bisher noch jede franzöſiſche
Re=
gierung geſtellt hat, wirkt ſich auch wirtſchaftlich ſo
verhängnis=
voll aus, daß man wohl ohne Uebertreibung von Frankreich
als dem derzeitigen Weltſtörenfried ſprechen kann.
Aber eine ſolche Feſtſtellung, sine jra et studio getroffen,
ändert an den Tatſachen nichts, mit denen wir nüchtern zu
rechnen haben. Das gilt insbeſondere hinſichtlich unſerer
Einſtellung zur Reparationsfrage. Daß die uns durch den
Young=Plan aufgebürdeten Laſten auf die Dauer untragbar
ſind, hat noch kein halbwegs vernünftiger Menſch in
Deutſch=
land jemals beſtritten. Der Streit ging ſeiner Zeit ja nur
darum, ob der Young=Plan gegenüber dem bis dahin in
Gel=
tung befindlichen Dawes=Plan eine Erleichterung darſtelle, und
ob wir damals im Jahre 1929 in der Lage geweſen wären,
eine günſtigere Löſung zu erzwingen. Dieſen Streit jetzt
noch=
mals aufzurühren, liegt gewiß nicht im allgemeinen deutſchen
Intereſſe. Die öffentlichen Auseinanderſetzungen über das
da=
malige Volksbegehren haben ſchon genügend Schaden
ange=
richtet. Man muß aber doch daran erinnern, damit jetzt
un=
bedingt eine Wiederholung vermieden wird. Die
Reparations=
frage iſt ein außenpolitiſches Problem allererſten
Ran=
ges, das mit Volksverſammlungsentſchließungen ganz gewiß
nicht gelöſt werden kann. Nicht nur daß der Young=Plan für
uns auf die Dauer untragbar, daß es überhaupt eine
Ungeheuer=
lichkeit darſtellt, wenn man von uns auf mehr wie ein
Men=
ſchenalter hinaus alljährlich Milliardenbeträge erpreſſen will —
darüber dürfte es im ganzen deutſchen Volk keinerlei
Mei=
nungsverſchiedenheit geben. Keine Meinungsverſchiedenheit
auch darüber, daß es das unverrückbare Ziel jeder deutſchen
Außenpolitik ſein muß, dieſem unmöglichen Zuſtand durch eine
grundſätzliche Aufrollung des Geſamtproblems ſobald wie nur
irgend möglich ein Ende zu bereiten. Aber gerade wenn man
ſich darüber völlig einig iſt, ſollte doch die Ueberlegung
nahe=
liegen, daß die Aufrollung dieſes außenpolitiſchen Problems
nur dann erfolgen darf, wenn die Ausſichten für einen Erfolg
möglichſt günſtig ſind. Daß wir ſeiner Zeit die Reviſion des
Dawes=Plans zu frühzeitig in Angriff nehmen mußten, weil
es für uns eine außenpolitiſche Lebensnotwendigkeit war, die
alsbaldige Rheinland=Räumung durchzuſetzen, haben wir
mit dem Young=Plan bezahlt. Man ſollte ſich jetzt nicht mehr
über Einzelheiten ſtreiten. Wie das Verhältnis zwiſchen der
Reichsregierung und Herrn Schacht damals war, iſt wirklich
nicht von entſcheidender Bedeutung. Feſtſteht das eine, daß
wir bei der Pariſer Sachverſtändigenkonferenz im Jahre 1929
trotz der heroiſchen Anſtrengungen des deutſchen
Delegations=
führers ſchließlich dem auf uns ausgeübten finanziellen Druck
erlegen ſind. Aus Erfahrungen ſollte man lernen. Es wäre
wahrhaft verhängnisvoll, wenn die Reviſionsfrage abermals
angeſchnitten werden würde in einem Augenblick, in dem nicht
genügend Ausſichten auf Erfolg beſtehen.
Die außenpolitiſche Zwangslage der Jahre 1928 und 1929
beſteht nicht mehr. Trotzdem droht die ſehr ernſte Gefahr, daß
wir — diesmals aus anderen Gründen — gezwungen werden,
die Reviſionsfrage aufzurollen, trotzdem die allgemeine
außen=
politiſche Lage für die Durchſetzung aller berechtigten deutſchen
Forderungen im Augenblick keineswegs günſtig iſt. Und zwar
droht dieſe Gefahr von der finanziellen Seite her. Die wenig
er=
freuliche Entwicklung der Dinge iſt allgemein bekannt. Ebenſo
die gewaltigen Schwierigkeiten, vor denen die Reichsregierung
ſteht. In weiteſten Kreiſen anerkannt wird auch die zähe
Ener=
gie, mit der der Reichskanzler Dr. Brüning dieſer
Schwierig=
keiten Herr zu werden verſucht. Um ſo eigenartiger und um ſo
bedauerlicher iſt es, daß er gerade bei der Behandlung der
großen Lebensfragen keineswegs überall die Unterſtützung
fin=
det, die er im Intereſſe des deutſchen Volkes bitter notwendig
hätte. Das Parteidogma ſpielt wieder einmal eine
verhängnis=
volle Rolle. Ein leitender Staatsmann, der die Verantwortung
für die Geſamtpolitik eines Volkes trägt, ſollte, beſonders wenn
es ſich um Fragen handelt, bei denen eine grundſätzliche
Mei=
nungsverſchiedenheit nicht beſteht, der verſtändnisvollen
Unter=
ſtützung auch der Oppoſition ſicher ſein — auch wenn dieſe
Un=
terſtützung in der Form der Kritik geleiſtet wird. Aber eine
ſolche Kritik muß ſtets das richtige Maß zu halten verſtehen!
Davon aber iſt man bei uns leider weit entfernt. Wenn man
die offiziellen Organe der Oppoſitionsparteien lieſt, hat man
manchmal faſt das Gefühl, als ob man dort über die
Schwie=
rigkeiten der Regierung, die ſich aus der ernſten Geſamtlage
er=
geben, beinahe eine gewiſſe Genugtuung empfände. Und das iſt
um ſo peinlicher, wenn gleichzeitig die nationale Geſinnung als
Seite 2
Sonntag, den 3. Mai 1931
Nummer 122
Grundlage alles Handelns mit Emphaſe betont wird, und wenn
darüber hinaus jedem, der da nicht mittun will, kurzerhand die
nationale Geſinnung abgeſprochen wird. In einer dieſer Tage
gefaßten Entſchließung hat die Reichstagsfraktion der
National=
ſozialiſtiſchen Partei auch vor der ehrwürdigen Perſon
Hinden=
burgs nicht Halt gemacht, ſondern ihn „ermahnt”, wenn er der
Regierung nicht entgegentreten könne oder wolle „zurückzutreten
und den Schutz ſeiner ehemaligen Wähler einem neu zu
beſtim=
menden nationalen Reichspräſidenten zu überlaſſen” Alſo
auch Hindenburg, der ein langes Menſchenleben hindurch ſeinem
Vaterland und ſeinem Volk in unerſchütterlicher Treue gedient
und Unendliches für es geleiſtet, iſt nicht mehr national genug,
ſondern er ſoll einem nationalen Reichspräſidenten Platz
machen. Iſt das wirklich die Meinung der 6½ Millionen, die
dieſe 107 Abgeordneten am 14. September 1930 als ihre
poli=
tiſche Vertretung gewählt haben? Wenn dem ſo wäre, müßte
man allerdings verzweifeln am deutſchen Volk, müßte man alle
Hoffnung auf einen Wiederaufſtieg begraben, denn ein Volk,
das in breiten Kreiſen ſo wenig Verſtändnis für die
Inkar=
nation ſeiner beſten Eigenſchaften beſitzt, muß zugrunde gehen
wie einſt die Griechen, die ihre großen Männer verbannten oder
hingerichtet haben.
In Berlin berät man über die notwendig gewordenen
wirt=
ſchafts= und ſozialpolitiſchen Entſcheidungen, über deren
Bedeu=
tung wir kein Wort mehr zu verlieren brauchen. Aber wichtiger
faſt noch iſt es, daß wir uns ſelbſt wieder finden, daß wir uns
endlich abwenden von dem gehäfſigen Parteihader, der uns in
M.
den Abgrund zu ſtürzen droht.
Heſſiſche Polikik.
Der Finanzausſchuß
zur Aenderung des Finanzausgleichs
und zur Anfhebung des Forſtamts Lindenfels.
Darmſtadt, 2. Mai.
Der Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags beſchäftigte ſich
am Samstag mit der inhaltlich von uns bereits wiedergegebenen
Novelle zum Heſſiſchen Finanzausgleichgeſetz. Der Ausgleichſtock
1931 ſoll ſich, da die 710 000 RM. des vorjährigen
Ausgleichs=
ſtocks nicht ausreichen, aus folgenden Eingängen zuſammenſetzen:
1. Das dem Land zufallende Aufkommen an Mineralwaſſerſteuer
700 000 RM.; 2. Fünf Prozent der zu bildenden
Kommunal=
maſſen der Einkommen=, Körperſchafts= und Umſatzſteuer 900 000
RM.; 3. Beträge um die die Kreismaſſen=, Kreis= und
Provin=
zialanteile noch beſonders gekürzt werden 1 300 000 RM. Mit
dieſen rund 3 Millionen hofft die Regierung vorübergehend den
Gemeinden die ſonſt einer Kataſtrophe entgegen gingen, helfen
zu können.
Die Ausſprache im Finanzausſchuß über dieſe Frage hatte
nur vorläufigen Charakter, da die Fraktionen noch keine Stellung
genommen haben. Vom Landbund wurde ſofort ſchärfſte
Oppoſition angemeldet. Die Lage aller Gemeinden ſei ſo
ſchlecht, daß keine der anderen helfen könne. Auch vermißte der
Landbundſprecher die Einſetzung von Staatsmitteln. Der
Ver=
treter der D. V. P. hielt ſich mit einem Urteil zurück. Von
demokratiſcher Seite wurde anerkannt, daß ſich die
Re=
gierung in der Regelung des Punktes 3 auf dem richtigen Weg
befinde. Von Zentrumsſeite wurden Bedenken
ge=
gen den Punkt 3 erhoben und zu ſeiner Vermeidung
folgen=
der Antrag eingebracht: „Die Regierung wird erſucht, zu prüfen,
ob den durch beſonders hohe Wohlfahrtslaſten bedrückten
Ge=
meinden ein Betrag bis zu 3 Millionen RM. zur Verfügung
ge=
ſtellt werden kann, der auf dem Kreditweg zu beſchaffen und mit
dem entſprechenden Teil der Mineralwaſſerſteuer zu verzinſen
und zu tilgen wäre.” Gegen den Zentrumsantrag wurde vom
Regierungstifch allgemein auf die Schwierigkeit der
Geldbeſchaf=
fung hingewieſen. Von ſozialdemokratiſcher Seite wurden die
Abſichten der Regierung unterſtützt. Von Rednern ſämtlicher
Parteien wurden Garantien dafür verlangt, daß Gemeinden,
denen durch den Ausgleichsſtock geholfen werden ſoll, keine
über=
höhte Beamtenzahl, keine über die Landesſätze hinausgehenden
Beſoldungsſätze haben dürften und gewiſſe Höchſtrichtſätze in der
Fürſorge einhalten müßten.
Eine Eingabe des heſſiſchen Oberförſterverbandes über die
Organiſation der Staatsforſtverwaltung war verbunden mit
einem volksparteilichen und einem Zentrumsantrag, die beide
die Erhaltung des Forſtamts Lindenfels zum Gegenſtand haben.
Dieſes Forſtamt iſt als das letzte von ſieben abzubauenden
Aem=
kern noch nicht aufgehoben, da ſonſt ſehr unzweckmäßige Grenzen
für die benachbarten Aemter entſtehen. Die Regierung erklärt
ſich bereit, die Frage der Aufhebung des Forſtamts Lindenfels
erneut zu prüfen. Sofern ſich die Möglichkeit ergibt, die gleiche
Einſparung durch Aufhebung weiterer Förſterbezirke zu prüfen
könne das Forſtamt Lindenfels beſtehen bleiben. Sollte die
Nach=
prüfung der Erhaltung von Lindenfels auch ohne dieſe Voraus=
Weverlag
des Ganes Darmſtadt-Stadt des Heſſ. Sängerbnndes
Feſthalle. — Samstag, den 2. Mai 1931.
Der diesjährige Liedertag hatte ein weſentlich anderes
Ge=
präge als die entſprechenden Veranſtaltungen der Vorjahre. Zum
erſten Male war man von dem Herkommen abgewichen, daß jeder
einzelne Verein als ſolcher auftrat und ſich der Kritik unterſtellte.
Für viele Vereine wird dieſer Verzicht ſchmerzlich geweſen ſein,
daß es aber möglich war, dieſes Zurücktreten der Einzelintereſſen
zu erreichen, zeigt, daß die Organiſation des Bundes und ſeiner
Gaue im Erſtarken iſt. Konnte darum kein Einzelverein
beſon=
dere Lorbeeren ernten, ſo blieben auch Enttäuſchungen und
Fehl=
leiſtungen der Vereinsehre erſpart. In erſter Linie haben wohl
die räumlichen Verhältniſſe der Feſthalle dieſe Neuerung bedingt,
denn in einem derart großen Raum haben Einzeldarbietungen
kleiner Vereine keinen Sinn. Dann aber fühlen wir, wie
all=
mählich die Verlagerung des Schwerpunkts von dem früher
vor=
zugsweiſe geſelligen Zweck der Männerchöre zu einer ſtärker
künſt=
leriſch und volkserzieheriſch eingeſtellten Arbeitsweiſe
gebiete=
riſch Vervollkommnung der Leiſtungen wie der
Programmgeſtal=
tung verlangt. So war erſtmalig bei einem Liedertag des Gaues
Darmſtadt ein verhältnismäßig einheitliches, wirklich gute Kunſt
umfaſſendes Konzertprogramm aufgeſtellt worden, an Stelle des
gewohnten Sammelſuriums zufällig ſich aneinanderreihender
all=
zuvieler Einzeldarbietungen. Und dann gab es eine willkommene
Abwechſlung, der Knabenchor der Ballonſchule ſang drei Chöre,
und dadurch wurde auch äußerlich einmal die überaus wichtige
Wechſelbeziehung zwiſchen dem Männerchorweſen und der
Schul=
muſik der Oeffentlichkeit zum Bewußtſein gebracht. Iſt
Chor=
geſang der Erwachſenen kulturell wichtig, hat Muſik mit dem
Seelenleben des ganzen Volkes etwas zu tun, dann muß die
Grundlage für die Liebe zu Geſang und Kunſt, zur
Stimmbil=
dung, zu dem Gemeinſchaftsgeiſt, dem der Chorgeſang ſein
Da=
ſein verdankt, in der Schule gelegt werden.
Der Abend wurde umrahmt von wuchtigen, klangſchönen und
prachtvoll tonrein geſungenen Maſſenchören, die unter der
aus=
gezeichneten Leitung des Gauchormeiſters Wilhelm Etzold
ſtan=
den. Zuerſt erklang der herrliche deutſche Sängerſpruch von
Methfeſſel, ihm ſchloß ſich die „Hymne an die Kunſt” unſeres
alten Darmſtädter Meiſters Carl Amand. Mangold an. Zum
Schluß ſang der Maſſenchor Silchers „Friſch geſungen” und
be=
wies damit, daß auch das leichtbeſchwingte Bolkslied ſich ſolchen
Maſſenbeſetzungen durchaus nicht zu entziehen braucht. Die
ruhige, großzügige Stabführung von Etzoid ließ alles ausgezeich=
Vom Tage.
Das umfangreiche zweite Teilgutachten der Braunskommiſſion wirb
vorausſichtlich Ende nächſter Woche veröffentlicht werden.
Der Vertrag zwiſchen der preußiſchen Staatsregierung und den
evangeliſchen Kirchen ſoll Mitte Mai durch die Vertreter der Regierung
und die Vertreter der preußiſchen Kirchen offiziell unterzeichnet werden
Der Vertrag wird alsdann ſofort dem Staatsrat zugeleitet werden und
ſoll nach Pfingſten im Preußiſchen Landtag die endgültige Beſtätigung
finden.
Die kommuniſtiſche „Neue Zeitung” und ihre Ausgabe A wurden
durch Beſchluß der Polizeidirektion München vom 1. Mai 1931 wegen
Aufforderung zum Ungehorſam gegen behördliche Anordnungen und zum
Hochverrat auf Grund der Notverordnung bis 31. Mai einſchſießlich
ver=
boten.
Die engliſche Admiralität gibt bekannt, daß die Kreuzer „Dorſetſhire‟
und „Norfolk” Kiel in der Zeit vom 4. bis 11. Juni einen offiziellen
Be=
ſuch abſtatten werden. Dieſer Beſuch findet im Anſchluß an eine Oſtſee
kreuzerfahrt des Kreuzergeſchwaders ſtatt.
Dem aus Indien heimkehrenden ſeitherigen Bizekönig von Indien,
Lord Irwin, wurde bei ſeiner Ankunft auf dem Victoria=Bahnhof in
London ein eindrucksvoller offizieller Empfang bereftet.
Der Madrider Generalſtaatsanwalt hat gegen die Generäle Frederico
Berenguer und Alfredo Coronel Anklage erhoben. Gleichzeitig lehnte
der Generalſtaatsanwalt eine Niederſchlagung des Prozeſſes gegen den
früheren Miniſterpräſidenten General Berenguer ab, der bekanntlich die
Zurücknahme der gegen ihn erhobenen Anklage und ſeine proviſoriſche
Freilaſſung gewünſcht hatte.
Nach einer der portugieſiſchen Regierung zugegangenen Nachricht
ſollen die Aufſtändifchen auf Madeira ſich ergeben haben.
88 Kommuniſten ſind im Zuſammenhang mit den Kundgebungen
vom 1. Mai in Swatau hingerichtet worden.
ſetzung nötig erſcheinen, ſo wäre die Forſtabteilung bereit, die
Mehrbelaſtung durch Einſparungen in den Betriebsausgaben zu
decken. Der Ausſchuß ermächtigt die Regierung, hiernach zu
ver=
fahren. Die Anträge und die Eingabe ſind hierdurch für erledigt
erklärt.
Auf einen Antrag Wolf, Effolterbach (Lbd.), die durch die
Privatiſierung des Landgeſtüts auf Wartegeld geſetzten
Geſtüts=
oberaufſeher baldigſt anderweitig zu verwenden, wird von
Regie=
rungsſeite geantwortet, es beſtehe der feſte Wille, ſie baldigſt
unterzubringen, was mit dreien bereits geſchehen ſei. Durch dieſe
entgegenkommende Antwort wird der Antrag für erledigt erklärt.
Die heſſiſche Skaaksparkei fordert Steuerſenkung.
Frankfurt a. M., 2. Mai.
Der erweiterte Landesvorſtand der Deutſchen Staatspartei
in Heſſen befaßte ſich in ſeiner Samstagsſitzung u. a. auch mit
den Auswirkungen der Realſteuererhöhungen in Heſſen und faßte
einſtimmig nachfolgende Entſchließung: „Der Landesvorſtand
ſieht mit ernſteſter Sorge die Auswirkungen, die die vom
Heſſi=
ſchen Landtag beſchloſſene Erhöhung der Landesgrundſteuer und
der Sondergebäudeſteuer für ſolche Grundſtücke, deren
Friedens=
miete 5 Prozent des Wertes überſteigt, auf die Betroffenen hat.
Die von dem Parteivorſitzenden im Landtag eingebrachten
An=
träge zur Verwaltungsreform verfolgen den Zweck, noch im
lau=
fenden Etatsjahre erhebliche Erſparniſſe zu erzielen, die in erſter
Linie zu einer Senkung der Grund= und Sondergebäudeſteuer
führen ſollen. Der Landesvorſtand hebt die große Bedeutung
dieſer Anträge beſonders hervor und erwartet von dem
Pcriei=
vorſitzenden, daß er für die Annahme und die Durchführung dieſer
Anträge ſtärkſtens eintritt.
Bergleichsverhandlungen zwiſchen Reich u. Bayern
in der Skeuervereinheitlichungsfrage ergebnislos.
Berlin, 2. Mai.
Bekanntlich ſchwebt vor dem Staatsgerichtshof eine Klage
Bayerns gegen das Deutſche Reich in der Angelegenheit des
Steuervereinheitlichungsgeſetzes, das in der Notverordnung vom
1. Dezember v. J. Aufnahme gefunden hat. Im Rahmen dieſes
Verfahrens vor dem Staatsgerichtshof fanden am Samstag unter
Vorſitz des Reichsgerichtspräſidenten Dr. Bumke
Vergleichsver=
handlungen zwiſchen Vertretern der Reichsregierung und der
baye=
riſchen Staatsregierung ſtatt. Wie wir hören, haben dieſe
Ver=
gleichsverhandlungen zu keinem Ergebnis geführt. Dem
ordent=
lichen Verfahren vor dem Staatsgerichtshof dürfte danach wohl
Fortgang gegeben werden.
* Der Zweck der Verhandlungen iſt alſo nicht erreicht worden.
Die Verhandlungen wurden ergebnislos abgebrochen. In dem
amtlichen Communiqué wird zwar nicht von einem Scheitern
ge=
ſprochen. Da aber gleichzeitig angekündigt wird, daß das
ordent=
liche Verfahren vor dem Staatsgerichtshof nunmehr ſeinen
Fort=
gang nehmen wird, iſt darin wohl das Zugeſtändnis enthalten,
daß keinerlei Möglichkeit eines Ausgleichs mehr beſteht und daß
deshalb der Staatsgerichtshof ſprechen muß.
net gelingen, beſonders die dynamiſche Schattierung war ſehr
fein.
Nun ſchloſſen ſich Gruppenchöre an. Unter Phil.
Sturm=
fels ſangen die Vereine „Fröhlichkeit, Liederhalle, Loreley,
Quartettverein, Olympia, Arion, Männerquartett Harmoniekranz
und Lyra” ein anſprechendes, ſehr gut gearbeitetes „
Morgen=
ſtändchen” von B. Zeh und Silchers „In der Ferne‟. Zuweilen
glaubten hier im Gruppenchor die Sänger, zuviel Stimme beim
Forte geben zu müſſen, was auch bei anderen Gruppen zum Teil
auffiel, dadurch gab es ſtellenweiſe harten Klang. Der ſchwierige
Chor „Geiſtesfluten” von Heinrichs, der von der Gruppe „
Con=
cordia, Singmannſchaft Turngemeinde Darmſtadt, Einigkeit,
Harmonie, Rheingold” unter A. Simmermacher vorgetragen
wurde, litt auch etwas darunter, mehrfach, ſo noch im
Schluß=
akkord, wurde die Terz zu hoch, faſt als Quarte intoniert, was
nur durch das Forcieren bewirkt wurde. Vielleicht war auch nicht
in allen Vereinen gleich genau ſtudiert worden. Das leichtere,
ſeltener geſungene Silcherſche Lied „Bin i net e Bürſchle” unter
W. Herbert wirkte locker und freundlich. In der nächſten
Gruppe „Liederzweig, Bürgergeſangverein Beſſungen, Frohſinn,
Teutonia, Melomannen, Vogelsberger Höhenclub” dirigierte W.
Etzold den ſchwierigen Kunſtchor „Winternacht” von W. Doſt,
der zuweilen polyphon geſetzt iſt und bis auf einige Kleinigkeiten
ſehr tonſchön und tonrein geſungen wurde. Den Silcher „Hoffe
das beſt”” dirigierte G. Adam mit gutem Humor.
Lebhaft begrüßt trat nun der Knabenchor der Ballonſchule
unter Lehrer Born auf, deſſen Leiſtungen gut neben den
an=
deren Chören beſtehen konnten. Sie ſangen, meiſt dreiſtimmig,
den Satz, der ſich für Frauenchor, Kinderchor, aber auch für
Män=
nerchor vorzüglich eignet, der andererſeits aber auch im
Zuſam=
menklang recht gefährlich iſt, weil bei der Durchſichtigkeit der
Stimmen jede Abweichung zu hören iſt. Sehr ſympathiſch, ja
vorbildlich war die Stimmbildung, die ein Schreien, wie es ſonſt
die Buben ſo ſehr lieben, grundſätzlich unterbunden hatte, und
ſowohl die Sopranſtimmen die Höhe ſehr leicht, als auch die
Alt=
ſtimmen die tiefe Lage nicht gewaltſam und dick nahmen.
Pracht=
voll klang „Der deutſche Rhein” von Rob. Schumann,
ausgezeich=
net gelang das ſchwierige polyphone „Ich muß von hinnen fahren”
von W. Rein, ja hiermit gab der Knabenchor den Männern
ge=
radezu ein gutes Beiſpiel, dem polyphonen Stil doch auch ein
Heimatsrecht zu gewähren. Silchers „Maienzeit” erklang im
vierſtimmigen Satz, ſehr tonrein, ſehr gut in Ausſprache, Vortrag
und Rhythmus. Der Wert der Darbietungen wurde durch
be=
ſonders herzlichen Beifall anerkannt.
Nun wurden die Gruppen immer ſtattlicher. „Liedertafel,
Sängerluſt, Polizeibeamten, Männergeſangverein und Orthſcher
Männerchor” brachten zuerſt unter K. Diether ſehr markant und
wuchtig das „Lied der Schmiedegeſellen” von Joſ. Rheinberger
der Hampf um der Brorgtels.
Die Berliner Bäcker
gegen den Reichsernährungsminiſter.
* Berlin, 2. Mai. (Priv.=Tel.)
Die Reichsregierung führt ſeit einigen Tagen einen
erbitter=
ten Kampf gegen die Berliner Bäcker, die durch eine
Brotpreis=
erhöhung um 2 Pf. die ganze Preisſenkungsaktion der
Reichs=
regierung über den Haufen zu werfen drohen. Die Regierung
richtet ihr ganzes Augenmerk darauf, eine Brotpreiserhöhung
unter allen Umſtänden zu vermeiden. Daher der Beſchluß des
Kabinetts auf Zuweiſung eines Weizenkontingents zu
verbillig=
ten Zollſätzen. Um ſo überraſchender iſt es, daß die Berliner
Bäcker bei den jetzt begonnenen Verhandlungen mit dem
Reichs=
ernährungsminiſterium zur Senkung des Brotpreiſes plötzlich
mit der Erklärung hervorgetreten ſind, ſie würden vom Montag
ab eine weitere Erhöhung des Brotpreiſes um 2 Pf. eintreten
laſſen. An dieſer Erklärung hielten ſie trotz aller
Verſtändi=
gungsverſuche des Reichsernährungsminiſters feſt. Da dieſes
ſchlechte Beiſpiel der Berliner Bäcker geeignet iſt, auf das ganze
Reich ſich auszuwirken, hat die Reichsregierung daraufhin
fol=
gendes ſehr ſcharfe Communiqué veröffentlicht:
„In Verfolg der letzten Ankündigungen der Reichsregierung
hat am Samstag der Reichsminiſter für Ernährung
und Landwirtſchaft erneut mit dem
Bäckerge=
werbe die Verhandlungen aufgenommen, um
die preisſenkende Auswirkung der von der
Re=
gierung beabſichtigten Maßnahmen
ſicherzu=
ſtellen. Im Laufe dieſer Beſprechung erklärten
Vertreter des Berliner Zweckverbandes
über=
raſchenderweiſe, daß von Montag ab eine
er=
neute Erhöhung des Brotpreiſes um weitere
2 Npfg. eintreten werde: die Mitglieder des
Zweckver=
bandes ſeien bereits durch Rundſchreiben unterrichtet, überdies
ſei auch der Fachpreſſe eine entſprechende Mitteilung übergeben
worden. Ein Aufhalten dieſer Maßnahme wurde für
unmög=
lich erklärt.
Der Reichsminiſter für Ernährung und
Landwirtſchaft gab ſeinem lebhaften
Befrem=
den über dieſes Vorgehen Ausdruck. Dieſes
Vor=
gehen erfolgt zu einem Zeitpunkt, in welchem dem Bäckergewerbe
bereits bekannt geweſen iſt, daß die Reichsregierung eine Reihe
von Maßnahmen eingeleitet hat, die es geſtatten werden, auf
den Mehlpreis ſo einzuwirken, daß nicht nur eine weitere
Brot=
preiserhöhung vermieden, ſondern auch ſogar eine
Rückgängig=
machung der letzten Preiserhöhung ermöglicht wird. Hierzu
ge=
hören namentlich die unmittelbar bevörſtehende weſentliche
Lok=
kerung des Brotgeſetzes, die Senkung der Roggenmehlpreiſe
durch Abgabe von Roggen aus den Beſtänden der Deutſchen
Ge=
treidehandelsgeſellſchaft unmittelbar an Mühlen und die
Sen=
kung der Beizenmehlpreiſe durch die bereits angekündigten
Zollmaßnahmen. Das Verhalten der Berliner
Bäk=
ker iſt um ſo unverſtändlicher als ſeit der
letz=
ten Brotpreiserhöhung die Preiſe für
Roggen=
mehl nicht geſtiegen ſind; das Verhalten läßt
auch die gebotene Rückſicht auf die ſoziale Lage
der Bevölkerung vermiſſen. Der
Reichsmini=
ſter für Ernährung und Landwirtſchaft hat den
Vertretern des Berliner Bäckergewerbes keinen Zweifel
darüber gelaſſen, daß die Regierung dieſes
Vorgehen nicht ruhig hinnehmen wird. Der
Reichs=
miniſter hat ſich unmittelbar nach der Beſprechung auch
mit dem preußiſchen Handelsminiſterium in
Verbindung gefetzt. Dabei hat ſich ſchon jetzt eine
Ueberein=
ſtimmung der Auffaſſungen der beiden
Mini=
ſterien ergeben.”
Die Reichsregierung weiſt mit gewiſſem Recht daraufhin,
daß die Preiſe für Roggenmehl in den letzten Tagen nicht
ge=
ſtiegen ſind. Außerdem iſt den Berliner Bäckern auch bekannt,
welche Maßnahmen die Reichsregierung ergriffen hatte, um
ihnen billigeres Mehl zur Verfügung zu ſtellen. Der
Ernäh=
rungsminiſter betrachtet daher dieſes Vorgehen der Berliner
Bäcker als einen Affront gegen ſich. Man wird es verſtehen
können, wenn er nicht gewillt iſt, dieſes Vorgehen ruhig
hin=
zunehmen. Er hat ſich bereits mit ſeinem preußiſchen
Miniſter=
kollegen in Verbindung geſetzt und ſich deſſen Unterſtützung
ge=
ſichert. Man nimmt an, daß ſich beide Miniſter mit der
Ab=
ſicht tragen, die Wuchergeſetzgebung mobil zu
machen und die Preisgebarung der Bäcker auf
dieſem Wege genau nachzuprüfen. Der
Ernährungs=
miniſter wird vermutlich auch dieſen Anlaß dazu benutzen, um
im Kabinett die offizielle Zuſtimmung zur Beſeitigung
des Nachtbackverbotes zu beantragen, wodurch gerade für
die Großbetriebe eine beſſere Ausnutzung der
Arbeitsmöglich=
keit geſchaffen werden ſoll.
zum Vortrag und dann mit beſonders ſchöner Tongebung Silchers
„So viel Stern am Himmel ſtehen” unter K. Grim, klanglich
eine der ſchönſten Leiſtungen des Abends. Die letzte Gruppe
„Mozartverein, Liederkranz, Singmannſchaft der Turngemeinde
Beſſungen” leitete zuerſt Friedrich Rehbock. Er geſtaltete den
herrlichen „Säerſpruch” von E. Lendvai hervorragend, gab ihm
die Erdenſchwere, aber auch zugleich den großzügigen Schwung,
den dieſe Kompoſition verlangt. Der ſtattliche Chor ſang dann
unter Fr. Fiſcher „Das Lieben bringt groß” Freud”” überaus
tonſchön und ausdrucksvoll. — In etwas über 1½ Stunden war.
die Vortragsfolge abgewickelt, eine Zeit, die ein aufmerkſames
und genußreiches Hören ermöglicht und bei den Zuhörern nicht
den Ueberdruß des „zu viel” entſtehen läßt. Der ſtarke Beſuch
des Liedertages und der lebhafte Beifall bewieſen, daß die
Neue=
rung vom Publikum dankbar begrüßt wurde. Hoffentlich ſind
auch viel unter den Sängern, die bisher dieſem Gedanken fremd
gegenüberſtanden, nun durch den künſtleriſchen Erfolg zu der
Ueberzeugung gelangt, daß ſo echte muſikaliſche Volkserziehung
in ſtarkem Maße vorbildlich gepflegt werden kann, und daß
ſolche Liedertage machtvolle Kundgebungen für den Chorgeſang,
das deutſche Lied und die veranſtaltenden Organiſationen ſind,
F. N.
Die Handſchrift guter und ſchlechter Lebensgefährten
untes=
ſucht Bernhard Schultze=Naumburg auf Grund eines ſehr
umfang=
reichen Materials im Maiheft von Weſtermanns Monatsheften.
Den vielen Beiſpielen und Schriftproben kann auch der Laie
ent=
nehmen, welche Eigenſchaften und Veranlagungen dem ehelichen
Glück hinderlich oder förderlich ſind. Der Artikel iſt ſo lebendig
geſchrieben, daß ſicher jeder unſerer Leſer wertvolle Anregungen
aus ihm ſchöpfen wird. Die Handſchriftdeutung erfaßt immer
weitere Kreiſe, ihnen ſoll die Abhandlung wertvolle Fingerzeige
geben. Die Mainummer von Weſtermanns Monatsheften iſt
wie=
der ſo inhaltsreich, daß ſie Anſpruch erheben darf, in die Hand
jedes literariſch und künſtleriſch intereſſierten Menſchen zu
ge=
langen. Nicht weniger als 85 Abbildungen, darunter viele
far=
bige Kunſtbilder, bereichern das Heft. Auf Grund eines
Abkom=
mens mit dem Verlag haben unſere Leſer das Recht, gegen
Ein=
ſendung von 30 Pf. ein früher erſchienenes Probeheft zu
ver=
langen.
— Der Reichstag tritt zuſammen. 73 Bilder eingeleitet von
Dr. Paul Kirſchner, Oberbibliothekar des Reichstages.
Schau=
bücher 43. Herausgeber Dr. Emil Schaeffer. Geb. 3.— Fr.;
2.40 Mk. Orell Füßli Verlag, Zürich und Leipzig. Millionen
deutſcher Menſchen gibt es, die noch niemals im Hauſe der
deut=
ſchen Volksvertretung, im Reichstagsgebäude geweſen ſind und
doch gern wiſſen möchten, und als Wähler und Staatsbürger auch
wiſſen ſollten, wie es dort ausſieht und zugeht. Das jüngſte
Schaubuch erfüllt als ſchlechthin idealer Bilder=Kommentar zur
täglichen Zeitungslektüre dieſen Wunſch bis aufs Letzte.
Unüber=
treffliche Momentaufnahmen machen uns zu Teilnehmern der
Sitzungen.
Nummer 122
Sonntag, den 3. Mai 1931
Seite 3
Flokkenverhandlungen ein polikiſches Tauſchgeſchäft. — Frankreic
Zngeſkändniſſe für die Welk=Abrüſtungskonferenz zu erpreſſen. — Deul
gegen eine Verſchleppung der allgemeinen Abrüſtungskonferenz
verſucht engliſche
Die Sachverſtändigen geſcheikert. — Die Diplomakie
bemüht ſich um ein Tauſchgeſchäft.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Die Diplomaten bemühen ſich jetzt dort, wo die
Sachverſtän=
igen kein Ergebnis herbeizuführen vermochten. Lord Tyrrel, der
angliſche Botſchafter in Paris, verſucht jetzt mit Hilfe der neuen
Enſtruktionen, die er aus London mitbrachte, die Verhandlungen
Dieder in Gang zu bringen. Denn es kann nicht mehr
verheim=
ſicht werden: die Arbeit der Sachverſtändigen iſt ſtecken geblieben.
Auffaſſung ſteht gegen Auffaſſung, und ſelbſt die Verſuche, die
rinzipiell wichtigſten Fragen zu vertagen und ſo den Schein einer
Sinigung zu retten — übrigens die bequemſte Möglichkeit, den
affenen Mißerfolg zu verbergen — ſind mißlungen. Die
franzö=
ſche und die engliſch=italieniſche Auffaſſung ſtehen einander
hori=
wntal gegenüber. Die italieniſche Diplomatie bleibt dabei etwas
beiſeite. Der eigentliche Streit wird zwiſchen Paris und London
geführt. Denn Italien braucht nur darauf zu beharren, was es
uon England verſprochen bekam.
Das iſt übrigens die ſonderbarſte Seite der ganzen
Angele=
genheit. Als die engliſche Diplomatie mit großer Emphaſe den
Erfolg ihrer Vermittlungstätigkeit zwiſchen Frankreich und
Ita=
lcen verkündete, war ſie das Opfer einer ſonderbaren
Selbſttäu=
ſchung. Eine Einigung in der Seeabrüſtungsfrage iſt ohne
Zwei=
ſel möglich. Aber dieſe Einigung muß erſt jetzt erzielt werden.
benderſon hat die Lorbeeren zu früh gepflückt. Er beklagt
jetzt — und, wenn man „1‟ Echo de Paris” glauben kann, in
ziem=
lich unhöflichen Ausdrücken — die Doppelzüngigkeit
Briands. Es iſt wahr, daß die franzöſiſche Außenpolitik jetzt
peniger anglophil iſt als früher. Das hat ſeine Gründe. Aber,
pas die Doppelzüngigkeit betrifft: Henderſon hat den Italienern
täicht dasſelbe verſprochen, was Craigie den Franzoſen. Wäre von
franzöſiſcher Seite der gute Wille grenzenlos, ſo könnte man
nach=
träglich über dieſe Zwieſpältigkeit hinwegkommen. Aber dies iſt
fficht der Fall, und deshalb muß der gute Wille Frankreichs mit
etſprechenden Konzeſſionen erkauft werden. Und das iſt das
Eochlimmſte. Denn mit wenig Phantaſie kann man erraten, wo der
Kaufpreis zu finden iſt. Die allgemeine
Abrüſtungs=
kronferenz kann leicht die Auswirkungen der voreiligen
engli=
ſchen Vermittlung zwiſchen Paris und Rom zu fühlen bekommen.
Unter ſolchen Umſtänden wäre es vielleicht beinahe beſſer, wenn
entſprechend dem Wunſche der franzöſiſchen Nationaliſten das
ſowieſo von allen Seiten ſtark überſchätzte Naval=Abkommen ins
Waſſer fiele. Es iſt aber wahrſcheinlicher, daß die franzöſiſche
DOiplomatie, die gerne die Poſe der Intranſigenz vermeidet, auf
ern diplomatiſch=politiſches Tauſchgeſchäft eingehen wird.
Paris, 2. Mai.
Der Präſident des Auswärtigen Ausſchuſſes der Kammer,
18aul Boncour, hielt anläßlich des 1. Mai vor dem
Grubenarbei=
terſyndikat ſeines Wahlkreiſes eine Rede über die Frage der
na=
nronalen Verteidigung, die einer der Hauptpunkte der
Tagesord=
mung der kommenden ſozialiſtiſchen Parteitagung iſt.
Paul Boncour betonte, es ſei nicht möglich, daß Phraſen, wie
Feine Landesverteidigung, keinen Mann und keinen Pfennig” in
der Partei Jaures' ausgeſprochen würden. Paul Boncour
er=
iinerte an verſtorbene Führer der Sozialiſtiſchen Partei, die trotz
ihrer ſozialiſtiſchen Ideen die Landesverteidigung als
d as Höchſte darſtellten, was ſie an das Vaterland
hinde. Es ſei eine Beleidigung der Würde der Arbeiterklaſſen,
woenn man die Bande beſtreiten wolle, die ſie an das Vaterland
ſtelbſt im gegenwärtigen Zuſtand knüpften.
Paul Boncour ſchloß ſeine Ausführungen, indem er an die
Arbeiter die Frage richtete, ob Europa ſchon ſo friedliebend
ge=
worden ſei, daß man den Augenblick für gekommen erachtet ſehen
müſſe, alle dieſe alteingeſeſſenen Auffaſſungen zu ändern.
Amerika und die Flokkenverhandlungen.
EP. New York, 2. Mai,
Die letzten franzöſiſchen Vorſchläge und die engliſche
Antwort=
note in der Frage der franzöſiſch=italieniſchen Flottendifferenzen
ſind von dem amerikaniſchen Staatsdepartement eingehend
ge=
prüft worden. Der Waſhingtoner Korreſpondent der „New York
Times” will wiſſen, daß Staatsſekretär Stimſon nach Prüfung
dieſer Noten zu der Anſicht gekommen ſei, daß die techniſchen
Schwierigkeiten, die bisher den Abſchluß eines franzöſiſch=
italie=
niſchen Flottenabkommens unmöglich machten, keineswegs
unüber=
windlich ſind, wie bisher in amerikaniſchen offiziellen Kreiſen
an=
genommen wurde.
Frankreich ſabokiert die Abrüſlungskonferenz.
* Es ſcheint den Franzoſen wirklich zu gelingen, die
Verhand=
lungen über die Abrüſtung zur See zu zerſchlagen, oder jedenfalls
endlos zu verlängern. Sie haben ſchon jetzt erreicht, daß die
Be=
ſprechungen in London abgebrochen worden ſind und erſt in
eini=
gen Wochen wieder aufgenommen werden. Der Zweck der Uebung
wird deutlicher, wenn man in der franzöſiſchen Preſſe lieſt, daß
nunmehr der Anlaß gegeben ſei für eine große Propaganda zur
Vertagung der allgemeinen Abrüſtungskonferenz, wofür auch ſonſt
noch einige fadenſcheinige Gründe ins Feld geführt werden. Die
Franzoſen werden nicht erwarten können, daß ſie für dieſes Spiel
in Deutſchland irgendwelche Unterſtützung finden werden. Die
Abrüſtungskonferenz iſt durch Ratsbeſchluß für den 2. Februar
1932 angeſetzt, und wir haben nicht die geringſte Veranlaſſung,
einer weiteren Verſchiebung zuzuſtimmen. Im Gegenteil:
Deutſch=
land hat alles Intereſſe daran, endlich einmal Klarheit zu
ſchaf=
fen und entweder die Erfüllung der Zuſagen aus der Verſailler
Verträgen zu erzwingen, oder ſelbſt ſeine Handlungsfreiheit
zurückzugewinnen. Wir begrüßen es deshalb, wenn ausdrücklich
von amtlicher Stelle erklärt wird, daß die deutſche Regierung ſich
allen Plänen nach Vertagung der Abrüſtungskonferenz mit
Ent=
ſchiedenheit widerſetzen würde.
Die Reichsregierung demenkierk das „Journal
de Gensve‟.
Genf. 2. Mai.
Das Journal de Gensve” das häufig als
Vertrau=
ensorgan des Völkerbundsſekretariats gilt, hat vor einigen
Ta=
gen in einem Artikel dem deutſch=öſterreichiſchen
Re=
gional=Zollabkommen, die unſinnige
Ausle=
gung gegeben, Deutſchland beabſichtige damit
nur, ein Aushandelsobjekt Frankreich
gegen=
über zuſchaffen, und ſich bei dieſer Auslegung auf angeblich
zuverläſſige Informationen berufen. Nunmehr hat der Preſſechef
der deutſchen Reichsregierung ſich in einer ſchriftlichen Erklärung
an das „Journal de Genéve” gewandt und die Darſtellung dieſes
Blattes ſcharf dementiert. Der Reichspreſſechef ſagt in ſeiner
Erklärung: „Ich bin in der Lage, in abſolut authentiſcher Form
zu verſichern, daß die Informationen, die Sie in Ihrem Artikel
erwähnen und nach denen die deutſche Regierung beim Abſchluß
des Zollvertrages mit Oeſterreich andere Abſichten verfolgt habe,
als ſie ſich aus dem Vertrag ſelbſt ergeben, ohne jede Grundlage
ſind. Die deutſche Regierung hält ſich entſchloſſen an dieſes
Ab=
kommen und wird ſich durch nichts davon abbringen laſſen.”
Beim Sekretariat erklärt man, daß die Darſtellung des
„Journal del Genéve” ſo unwahrſcheinlich ſei angeſichts der
bis=
herigen Haltung der deutſchen Regierung und der Oeffentlichkeit,
daß man ſie von vornherein nicht habe ernſt nehmen können. Die
Informationen, auf die ſich die Zeitung berufe, könnten
unmög=
lich aus wirklich unterrichteten Kreiſen des Genfer Sekretariats
ſtammen, ſondern höchſtens auf böswillige oder andere Quellen
zurückzuführen ſein, die in letzter Zeit auf Einflüſterung
franzö=
ſiſcher Kreiſe eine derartig abſeitige Lesart des deutſch=
öſter=
reichiſchen Zollabkommens auch im Sekretariat ſchon mehrfach
verbreitet hätten. Mit dieſer Darſtellung habe jedoch das
Sekre=
tariat in ſeiner offiziellen Eigenſchaft nicht das geringſte zu tun.
auf Offenlegung der Rüſtungen wird vom
Völker=
bundsrak beraken.
Die Vorſchläge der deutſchen Regierung zu dem Antrag auf
Offenlegung der Rüſtungen unter Benutzung der vom Völkerbund
im Jahre 1923 beſchloſſenen Tabellen ſind in Genf eingetroffen,
Es handelt ſich, wie verlautet, um ausführliche Liſtenvorſchläge,
in denen Veröffentlichungen für alle Waffengattungen vorgeſehen
ſind. Sie werden Anfang der nächſten Woche bekannt gegeben und
zuſammen mit dem deutſchen Antrag vom Völkerbundsrat im Mai
beraten werden.
Die deutſche Delegalion für Genf.
Die deutſche Delegation, die ſich Mitte des Monats zur
Teil=
nahme an der diesmal beſonders bedeutſamen Tagung des Europa=
Ausſchuſſes und des Völkerbundsrats nach Genf begibt, wird.
wiederum von Reichsaußenminiſter Dr. Curtius geführt werden.
Der Delegation gehören ferner an Staatsſekretär v. Bülow,
die Miniſterialdirektoren Dr. Gaus (Rechtsabteilung), Dr. Ritter
(Wirtſchaftsfragen) und Dr. Zechlin (Preſſeabteilung), Geſandter
Meyer von der Oſtabteilung und eine Anzahl weiterer
Sachver=
ſtändiger.
Die deutſche Ankworknoke auf die likaniſchen
Der deutſche Geſandte in Kowno hat am Samstag vormittag
dem litauiſchen Außenminiſter die Antwortnote der deutſchen
Re=
gierung über die ſtrittigen Ausweiſungen überreicht. In der
Note wird die litauiſche Regierung darauf aufmerkſam gemacht,
daß nach Artikel 33 des Handelsvertrags das darin vorgeſehene
Schiedsgericht auch für die Vorfrage, ob ſich die betreffende
Streitfrage auf die Auslegung oder Anwendung des Vertrages
bezieht, zuſtändig iſt. Die Note ſchließt mit der Bitte um
um=
gehende Mitteilung, ob die litauiſche Regierung bereit iſt, bei der
Bildung des Schiedsgerichts mitzuwirken.
Kein ausländiſches Zigarekken=Monopol.
* Berlin, 2. Mai. (Priv.=Tel.)
Seit einigen Tagen gehen an der Berliner Börſe Gerüchte,
die von einem Staatsmonopol auf Zigaretten wiſſen wollen,
daß in ähnlicher Form wie das Streichholzmonopol aufgezogen
ſein ſoll, daß alſo Deutſchland gegen eine große Anleihe das
Zigarettenmonopol vergeben will, vielleicht ſogar in der Form,
daß dieſes Monopol den Franzoſen als Garantie für die
Tri=
butzahlungen dienen ſoll. An amtlicher Stelle wird uns aber
auf das entſchiedenſte erklärt, daß es ſich hierbei nur um
Ge=
rüchte handelt, und daß niemals daran gedacht werde, an dem
Aufbau unſerer Tabakſteuer grundſätzliche Aenderungen
vorzu=
nehmen.
Berlins Sanierung.
Der neue Berliner Oberbürgermeiſter, Dr. Sahm, hat
in=
folge der ſozialdemokratiſchen Mißwirtſchaft ein böſes Erbe
vor=
gefunden. Der Etat der Stadt Berlin weiſt ein Defizit von
120 Millionen auf. Die Stadt hat außerdem eine kurzfriſtige
Verſchuldung von über 650 Millionen, von denen mindeſtens
350 Millionen innerhalb des nächſten Vierteljahres fällig ſind.
Die Stadt muß alſo dazu übergehen, ihr Vermögen zu verkaufen
und — bei der allgemeinen ſchlechten Konjunktur die beſten
Stücke zuerſt. So iſt ſie jetzt gezwungen, ihr Elektriz’tatswerk
an ein internationales Konſortium (die Beweag) abzuſtoßen
und dazu unter dem Druck der Not zu einem verhältnismäßig
ungünſtigen Angebot. Mit Hilfe dieſer Bankiergrupp=, an der
neben deutſchen auch amerikaniſche, italieniſche, holländiſche,
ſchweizeriſche, engliſche und ſkandinaviſche Intereſſenten
be=
teiligt ſind, wird eine Berliner Licht= und Kraft=A.=G.
gegrün=
det mit einem Kapital von 240 Millionen Mark, von denen die
Stadt Berlin 30 Millionen erhält. Sie bekommt aſßerdem
210 Millionen bar und für die langfriſtigen Schulden der Stadr
rund 320 Millionen, ſo daß ſie alſo im ganzen etwa 539 Mill
erhält. Den erſten Vorſchlag haben die ſtädtiſchen Kollegien
abgelehnt, und es iſt ihnen jetzt ein neuer vorgelegt worden,
über den ſie ſich innerhalb einer Woche entſcheiden müſſen. Er
iſt inſofern etwas günſtiger, als die Stadt eine jährliche
Kon=
zeſſionsabgabe vor reichlich 22 Millionen erhält — urſprünglich
ſollte ſie nur 16 Mill. bekommen — und an den
Spitzen=
gewinnen beteiligt wird. Die Stadt hat außerdem ein
Vor=
zugsſtimmrecht und erhält Sicherungen dafür, daß ſie Einfluß
auf die Gebührenfeſtſetzung bekommt. Trotzdem bleibt das
Ganze ein ſchlechtes Geſchäft und läuft in Wahrheit auf einen
Bankerott der Sozialiſierungsverſuche Berlins hinaus.
Großes Haus — Samstag, 2. Mai.
* „Palerio”
Heitere Oper von Hans Simon, Text von Th. Ginſter.
Eine Uraufführung ohne Widerſpruch, mit ehrlichem,
ſtar=
hem Erfolg vor ausverkauftem Haus. Ein Stoff, der
inter=
ſiert, ein Text, der leicht faßlich, eine Muſik, die Ohr und
herz gefangen nimmt. Das Publikum ging, von Szene zu
Szene mehr gefeſſelt, bis zum bejubelten Schluß begeiſtert mit.
Ungezählte Vorhänge für die Mitwirkenden, aufrichtige
Huldi=
gungen für den Komponiſten ſind das äußere Bild.
Wenn jemals, ſo wurde es heute eindeutig klar, daß unſer
Prublikum, einerlei ob alt oder neu eingeſtellt, wenn es ehrlich
uno unbefangen iſt, das rechte Urteil gefühlsmäßig trifft. Es
geht an Werke experimenteller Art nicht heran, es lehnt
Pro=
beme, Einſeitigkeiten, Fachgelehrtentum auf der Bühne ab, es
ſucht Erhebung, Erfriſchung, unbeſchwerten Genuß. Mit
in=
ſtänktiver Sicherheit erkennt es in dem heutigen Werk die
Er=
füllung eines im Stillen längſt gehegten Wunſches, den offen
zm bekennen es aus Gleichgültigkeit oder aus Furcht, rückſtändig
im gelten, nicht gewagt hatte. Wenn es auch noch nicht alle
WBünſche erfüllt bekommt, ſo hört und ſieht es doch wieder
ein=
mal eine echte Oper, mit all ihren packenden Reizen im
Zuſam=
menfluß von Dichtung, Muſik und Drama und gibt ſich willig
wid freudig ihrem Genuſſe hin.
Das Opernbuch von Theodor Ginſter iſt vorbildlich;
es: hat ſtarken Anteil am Erfolg. Es gibt wenige ſeiner Art,
die ſo bewußt den Haupterforderniſſen gerecht werden:
Drama=
üiſſche Schürzung und Breite der anſchaulich gemachten
Hand=
lung, ausgeprägte Charakterfiguren, gute Aſchlüſſe, zugkräftiger
eifſter, aufſchwingender letzter Akt, wenig Szenenwechſel.
Die Regie Renato Mordos hat wie immer geſchickt
ge arbeitet. Die Umwandlung des Melodrams am zweiten
Akt=
ſiwluß in Pantomime, die leibhaftige Erſcheinung Roſettas am
Enhluß des Ganzen ſind weſentliche Verbeſſerungen, die
Büh=
nenbilder und Koſtüme Schenck v. Trapps glänzende
Lei=
ſtuungen. Für richtige Löſungen freilich kann ich ſie nicht halten.
Deer Romantik des Stückes iſt mit äußerlichen Stiliſierungen
hcht gedient, ſie bedarf realiſtiſcher Vorgänge und Naturbilder.
Amm meiſten leidet hierunter der zweite Akt, den das
Feſt=
ge bränge überfüllt, anſtatt der Stimmung eines Abends auf dem
Lrinde Ausdruck zu geben.
Die Muſik Hans Simons, die ſchon ausführlich
charak=
riſiert wurde, hat jenen jugendfriſchen Schwung, der mit=
reißt. Sie hat thematiſche Erfindung, gut gearbeitete Formen
Klangreichtum und virtuoſe Inſtrumentation. Alles iſt geſund
an ihr. Auch die übrigens kaum auffallende Anlehnung an
Strauß und Puccini. Auf irgend eines Schultern muß ein jeder
ſtehen, der weiterbauen will, und beſſere Zeugen für die Oper
ragen nicht in die Gegenwart hinein. Ja, der Vergleich, wenn
man ihn einmal will, ſpricht zu ſeinen Gunſten. Bleiben Strauß
und auch Puccini überall die Sinfoniker und Epiker, deren
Mu=
ſik im Orcheſter ihren Schwerpunkt findet, ſo regt ſich in Simons
Muſik, auf der Bühne wurzelnd und von ihr ausſtrömend, in
jedem Takt ein faſt nervöſes dramatiſches Leben. Erſtaunlich
iſt der Inſtinkt für Bühnenwirkung. Kein Zug verrät das
Erſt=
lingswerk, alles hat unglaubliche Routine. Das Flüſſige,
Be=
ſchwingte der komiſchen Oper — eine tragiſche iſt viel leichter zu
ſchreiben — iſt vortrefflich gelungen. Nirgends Stubenluft,
nichts von Kapellmeiſtermuſik, alles wirkliches Theatet und
Nollen, Rollen!
Vielleicht ſetzt der Valerioſtoff ſchon zuviel äſthetiſches
Ver=
ſtändnis voraus, vielleicht iſt die Muſik zu kultiviert, die
Par=
titur thematiſch überladen, und zu dick inſtrumeniert, ſind die
Singſtimmen zu ſchwer geſchrieben, ſteckt in der Lyrik zuviel
Schmalz und Zucker. Alle Vorwürfe ſchweigen vor der
tempe=
ramentvollen Großzügigkeit des Ganzen: es klingt, es blüht, es
packt.
Mit welcher Freude wurde im Orcheſter muſiziert, das
unter Dr. Böhms begeiſternder Leitung herrlich klang, mit
welcher Hingabe und Laune auf der Bühne geſpielt und
ge=
ſungen!
Die Aufführung war flott, nur dauert ſie trotz einiger
Striche noch zu lang. Beſonders im erſten Akt ſind Kürzungen
nötig.
Das Liebespaar Leonce und Lena wurde von Johannes
Schocke und Anny v. Stoſch ſympatiſch verkörpert. Ich
wünſchte mir den Prinzen durchgeiſtigter, überlegener erfaßt.
Die Prinzeſſin kam in weiblicher Anmut und Süßigkeit der
Stimme zu holdeſter Erſcheinung. Valerio iſt eine Spiel= und
Singrolle großen Formates. Karl Stralendorf fehlen
hierfür die großen ſtimmlichen Mittel, doch erfreute er mit
einer darſtelleriſch ſehr fein ausgearbeiteten Leiſtung, die ſich
durch bildhafte Erſcheinung, Intelligenz und Flüſſigkeit der
Be=
handlungen auszeichnete. Die elegante Kokette Roſetta iſt Käte
Walter auf den Leib geſchrieben. Ihr flottes Ausſehen, die
erotiſche Pikanterie ihrer Darſtellung, die gefangliche
Beherr=
ſchung ſchufen in idealer Vereinigung das packende
Charakter=
bild. Die Gouvernante, etwas grotesk geſtaltet, iſt bei Anna
Jacobs in beſter Hand. Den Hofrat ſang Johannes
Biſchoff, den Amtmann Heinrich Kuhn, den König
ſprach Hans Baumeiſter; alle gut auf ihren Plätzen. In
kleineren Rollen taten Eugen,Vogt, Hans Ney, Franz
Scherkamp lobenswert mit. Die Chöre hatte Emil
Kaſelitz einſtudiert.
Das ſchöne Werk hat heute ſeine Lebenskraft bewieſen und
v. H.
wird ſeinen Weg machen.
— Kunſt und Technik. Aufſätze. Herausgegeben von Profeſſor L.
Keſtenberg, Miniſterialrat im Preußiſchen Miniſterium für
Wiſ=
ſenſchaft, Kunſt und Volksbildung. Reich illuſtriert. In Halbleder
gebunden 6,50 RM. (Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiſer=
Verlag G. m. b. H., Berlin=Charlottenburg 2.)
Unter Führung Profeſſor Keſtenbergs, deſſen Verdienſte um die
Kunſtpflege allſeitig anerkannt ſind, haben ſich hervorragende
Sach=
kenner vereinigt, um ein wichtiges Kulturproblem unter verſchiedenen
Geſichtspunkten zu klären. Die techniſchen Errungenſchaften der
jüng=
ſten Zeit, Radio, Film uſw., haben neue Möglichkeiten für die
Reproduk=
tion und Verbreitung der Kunſtwerke ergeben, ſie ſtellen aber auch die
künſtleriſche Geſtaltung vor neue Aufgaben. Schaffende Künſtler und
Männer der Wiſſenſchaft ſetzen in dieſem inhaltsvollen Buche
auseinan=
der, wie weit durch die Entwicklung die Technik, Kunſt und Bildung
gefördert werden können, welche Schwierigkeiten und Gefahren entſtehen.
Um einen Begriff von der Vielſeitigkeit dieſes Werkes zu geben, ſeien
hier die Autoren und die von ihnen behandelten Themata genannt:
Caſſirer, Form und Technik; Honigsheim, Muſik und Geſellſchaft; Meyer,
Techniſche Grundlagen und Bedingungen in der mechaniſchen Muſik;
Preußner, Muſik und Technik in der Geſchichte der Muſik; Krenek, Der
ſchaffende Muſiker und die Technik der Gegenwart; Gerſtberger,
Tech=
nik und Recht im Bereiche der Muſik; Hardt, Wort und Rundfunk;
Mönckeberg, Sprache und Technik; Erbprinz Reuß, Theater und
Tech=
nik; Boeckmann, Organiſation des deutſchen Rundfunks; Mersmann,
Muſikpädagogik im Rundfunk; Butting, Das Verhältnis des ſchaffenden
Muſikers zum Rundfunk; Waltershauſen, Allgemeine muſikaliſche
Pro=
bleme des Rundfunks; Ruttmann, Technik und Film: Pringsheim,
Film=
muſik; Küchenmeiſter Tonfilm als Faktor in Technik, Wirtſchaft und
Kultur; Beher, Muſik und Tonfilm; Gronoſtay, Die Schallplatte im
kul=
turellen Leben unſerer Zeit; Warſchauer, die Zukunft der Techniſierung.
Marie Grengg: „Die Flucht zum grünen Herrgott”, Roman. 432
Sei=
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führt uns hinauf in ihr „Häusl am Berg”, inmitten von Wald und
Wieſen, wo in der Ferne die Karniſchen Alpen blauen, und läßt uns
ein Jahr dort oben mit ihr erleben. Wir hören die Melodie dieſer
ſteiriſchen Landſchaft in ihrer Fülle und Ueppigkeit, in ihrer Herbheit
und Gewalttätigkeit Und wir hören die Melodie ihres Herzens, das
in wahrhaft franziskaniſcher Liebe jeder Kreatur verſchwiſtert iſt den
Pflanzen, dem Getier, den Menſchen — auch den Menſchen die Schuld
und Schickſal ſchallend über ihren Weg werfen. Eine Künſtlerin, aber
vor allem ein liebreicher Menſch mit weit aufgetaner Seele. Und wir
hören kluge, aber nie dozierende Worte über brennende Fragen unſerer
Zeit, und manchmal wieder iſt es, als ſchütte ſie lächelnd und gebefrob
einen Korb voll Blüten oder Früchte uns in den Schoß.
Seite 4
Sonntag, den 3. Mai 1931
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Nummer 122
Sonntag, den 3. Mai 1931
Seite 5
Aus ver Lundeshaupiftadt.
Darmſtadt, den 3. Mai 1931.
Neuerwerbungen der Stadkbücherei.
(Außer Romanen.)
S. A. Andrée. Dem Pol entgegen. Mit Abb. 1930. 5 Cp.
1. Richard Halliburton, Der neue Robinſon. Eine
Ent=
ſeeckungsfahrt. Mit Abb. 1930. 30 Cm 98. Häuptling
Stand=
hafter Bär, mein Volk, die Sioux. 1930. 10 Cm 510 Walter
Mittelholzer, Kilimandjaro=Flug. Mit Abb. 1930 30 Cf 355.
Uvolf Fiſcher, Menſchen und Tiere in Südweſtafrika. 50 Cf.
40. K.,3. Klötzel. Indien im Schmelztiegel. Mit Abb.=1930.
0 Bf: 158. Willy Seidel. Die Himmel der Farbigen
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Sinheit. 1928. 135 Cz 220. E. F. Löhndorff. Afrika weint.
agebuch eines Legionärs. 1930. 80 Bk 20. Fedor Stepun.
Wie war es möglich. Briefe eines ruſſiſchen Offiziers 1929 5 L
028. Leo N. Tolſtoi, Vater und Tochter. Briefwechſel mit
geiner, Tochter Maria. 5 L 7416. Herbert Eulenberg.
Glück=
ſtiche Frauen. Lebensbilder. 1 L 152. Elſa Reger, Mein Leben
mit und für Max Reger, Erinnerungen. 1930. 5 L 5975. H. A.
Korff. Geiſt der Goethezeit. 2. Band: Klaſſik. 1930 25 Kl 182.
Mudolf Unger, Hamann und die Aufklärung. 2 Bände. 25 Kl
—40/241. Lenka von Koerber, Menſchen im Zuchthaus. 1930.
50 Fs 35. Ernſt Kahn, Der internationale Geburtenſtreik.
Um=
tang, Urſachen, Wirkungen, Maßnahmen. 1930. 40 Fn 16. Eduard
Weitſch. Technik der geiſtigen Arbeit. 14 Pa. 557. Friedrich=
Karl Roedemeyer. Vom künſtleriſchen Sprechen 80 S 195.
Karl Hahn, Der Kinderſprechchor. 15 Pa 167. Eduard
Sie=
wers, Ziele und Wege der Schallanalyſe. 1 S 225.
Polizeilandpoſten in der Waldkolonie am Dornheimerweg.
Das Polizeiamt hat mit Wirkung vom 1. Mai 1931 ffür die
Be=
wohner der Waldkolonie im Hauſe Rabenſtraße 31 einen
Polizei=
ſaandpoſten ſtationiert. Zu dem Dienſtbereich des Landpoſtens
ge=
ört außer dem bewohnten Teil der Waldkolonie das Gebiet
weſt=
äich der Eiſenbahnlinie zwiſchen der Griesheimer Chauſſee und
Veiterſtädterſtraße bis zur weſtlichen Gemarkungsgrenze. Dem
Publikum ſind zur Stellung von Anträgen und Abgabe von
An=
feeigen Büroſtunden des Landpoſtens von 11—12 und 15—17 Uhr
ngeſetzt. Polizeiliche An= und Abmeldungen müſſen vorerſt noch
uf dem 3. Polizeibezirk in der Lagerhausſtraße vorgenommen
werden.
Die Amtsräume des Kreisgeſundheitsamtes Darmſtadt
be=
ſänden ſich vom 25. d. M. ab im Dienſtgebäude der
Landesverſiche=
rungsanſtalt Heſſen, Wilhelminenſtraße 34. Die Sprechſtunden des
Treisarztes ſind, wie ſeither, Montags Mittwochs und Freitags
on 15—17 Uhr, die des Amtsarztes Montags. Dienstags,
Don=
ſrerstags und Freitags von 15—16 Uhr. Der Kreisarzt iſt fern=
Fnründlich unter 802, der Amtsarzt unter 2621 zu erreichen.
Eine öffentliche Sitzung des Stadtrats findet am
Diens=
ag, den 5. Mai 1931, um 17 Uhr, im Rathaus ſtatt. Auf der
Tagesordnung ſteht der Voranſchlag für 1931.
Ueber Kunſtgewerbe im Altertum hält Profeſſor Haupt
m dieſem Sommer eine Vorleſung an der Techniſchen Hochſchule.
Sie findet an jedem Dienstag von 5.15 bis 7 Uhr, im Hörſaal 137,
ſratt und beginnt am 5. Mai. Für Nichtſtudierende iſt die
Be=
geiligung nach Maßgabe der Beſtimmungen geſtattet.
— Dienſtjubiläum. Rgm. Gg. Schmidt, Darmſtadt, Moller=
Eraße 45, feiert am 7. Mai ſein 40jähriges
Eiſenbahndienſt=
rubiläum.
Heſſiſches Landestheaker.
Sonntag,
3. Mai
Montag,
4. Mai
Sienstag
5. Mai
Mittwoch,
6. Mai
Donnerstag,
7. Mai
Freitag,
2Agaa
Samstag
9. Mai
Großes Haus
Kddef ee
Im weißen Röß!
Geſchloſiene Borſtellung
(22
30—22.30 Uhr
Turandot.
Preiſe 1—10 Mk.
20—21 45 Uhr
3. Volkskonzert:
Brahms=Zyklus
Außer Miete
Preiſe 0 80—2.00 Mk.
19,30., Ende gegen 22.30 Uhr
Valerio
E24
Preiſe 1—10 Mk.
20—22 Uhr
Der Tartuffe
B 22, T. G. 1 u. 2
Preiſe 080 bis 8 Mk.
19.30, Ende gegen 22 Uhr
Turandot
K 16, Bühnenvolksbund
1, Gr. 7 u. 8
Preiſe 1—10 Mk
19.30 Ende gegen 23 Uhr
Der Hauptmann von Köpenich
D 23
Preiſe 1—10 Mr.
19.30, Ende gegen 23 Uhr
Viktoria und ihr Huſar
Vorſtellung zu halb. Preiſen
Außer Miete
Preite /50—5 Mk
Mns
19.30—29 15 Uhr
Der Graue
Außer Mißte
Preiſe 1—4 Mk.
Keine Vorſtellung
19.30, Ende gegen 22 Uhr
In neuer Einſtudierung:
Die Wildente.
Zuſatzmiete 1,10
Preiſe 1.20—6 Mk
Ab Mittwoch, den 6 Mai
bis Sonntag, den 10. Mai
Ufa=Bildſpiele
Borunterſuchung
19, Ende gegen 22.30
Sonntag,
Der Hauptmann von Köpenich
10. Mai Daumſt. Volksb. Gr. iI u, 10
ſG 16 Preiſe 1—10 Mk
Heſſiſches Landestheater. Puccinis Oper „Turandot”
wird heute, Sonntag, im Großen Haus, mit Julie
Schützen=
worf=Körner als Gaſt in der Titelpartie, unter muſikaliſcher
Leitung von Karl Maria Zwißler in Szene gehen. Frau
Schützendorf=Körner hat mit ihren bisherigen Gaſtſpielen als
Jſolde, Ortrud, Aida und Senta beim Darmſtädter Opern=Publi=
Eum ſtarkes Intereſſe finden können. Albert Lohmann ſingt zum
erſten Male die Partie des Timur. — Friedrich Forſters
vielbe=
prochenes Schauſpiel „Der Graue” wird vorausſichtlich zum
Letzten Male heute, Sonntag, im Kleinen Haus, außer Miete, bei
Herbilligten Preiſen, zur Aufführung kommen. Curt Max Richter
pielt erſtmalig die Titelrolle; die übrige Beſetzung iſt die der
erfolgreichen Erſtaufführung. — Ibſens Schauſpiel „Die Wild=
Snte” wird in neuer Inſzenierung von Günter Haenel (Bühnen=
Sild: Elli Büttner) Dienstag, den 5. Mai, im Kleinen Haus mit
Baumeiſter, Nürnberger Pfaudler, Hinz. Schmitz, Wiener, Gothe,
SHallinger, Maletzki, Keßler und Weſtermann in den Hauptrollen
En Szene gehen.
Die Burzagstene ſür beoueinge Snnaoer von
Auuiofangsrecien des keiches une dei Landel.
Das Anrechk auf die Vorzugsrenke. — Eine Aufklärung über die Berechtigung des Renkenbezuges.
Auf Grund des Geſetzes über die Ablöſung öffentlicher An=
zuteis firl. 30n A Fendersf Derifs. ud Pech=.
anleihen 25 RM. gewährt. Soweit die Anleihegläubiger die
be=
treffenden Wertpapiere vor dem 1. Juli 1920 erworben und
ſeit=
dem ununterbrochen behalten hatten, galten ſie als „Anleihe=
Alt=
beſitzer” und erhielten als ſolche Ausloſungsrechte, d. h.
das Recht, an der Tilgung der Anleiheablöſungsſchuld
teilzuneh=
men. Das gleiche kam in Betracht für Gläubiger, die ſolche
Wert=
papiere nach dieſem Tage durch Erbgang uſw. von einem
Anleihe=
gläubiger empfangen hatten, der ſie bereits vor dem 1. Juli 1920
beſaß. Die über das Ausloſungsrecht ausgeſtellten
Ausloſungs=
ſcheine lauten im allgemeinen über den gleichen Reichsmarkbetrag,
wie die zugehörige Anleiheablöſungsſchuld.
Die Tilgung (Ziehung) der Ausloſungsrechte hat im Jahre
1926 begonnen und wird in 30 Jahren durchgeführt. Ein
gezoge=
nes Ausloſungsrecht wird durch Barzahlung des Fünffachen ſeines
Nennbetrags (zuzüglich der vom 1. Januar 1926 an zu
berechnen=
den jährlichen Zinſen von 4½ Prozent des Einlöſungsbetrags
ein=
gelöſt. Die Zinſen werden alſo nicht fortlaufend, ſondern erſt bei
der Einlöſung eines ausgeloſten Ausloſungsrechts gezahlt.
Daneben aber beſteht für bedürftige
Anleihegläubi=
ger, ſoweit ſie im Inland wohnen und deutſche Reichsangehörige
ſind, ohne Rückſicht auf ihr Alter, das Recht der
Vorzugs=
rente. Der Betrag dieſer Rente iſt im allgemeinen ſoviel, wie
2. bzw. 2½, bzw. 3 Prozent des Nennwertes des alten Papiers
(Kriegsanleihe uſw.). Das Recht auf die Vorzugsrente ſetzt
zu=
nächſt voraus, daß dem Anleihegläubiger ein Ausloſungsrecht —
Mindeſtbetrag 12,50 RM. — zuſteht, und zwar muß er dies
ent=
weder ſelbſt als Altbeſitzer oder als Rechtsnachfolger ſeines
ver=
ſtorbenen Ehegatten oder eines verſtorbenen Verwandten erſten
Grades (Eltern, Kinder), dem das Ausloſungsrecht als Altbeſitzer
gewährt worden iſt, erlangt haben. Wer das Ausloſungsrecht
von ſeinem Vater oder von ſeiner Mutter erlangt hat, erhält
jedoch die Vorzugsrente nur, ſolange er nicht volljährig iſt, es ſei
denn, daß er wegen geiſtiger oder körperlicher Gebrechen dauernd
erwerbsunfähig iſt. Der Reichsminiſter der Finanzen iſt
ermäch=
tigt, in beſonders begründeten Fällen eine Rente auch dann zu
gewähren, wenn einzelne dieſer Vorausſetzungen nicht gegeben
ſind.,
Ausnahmsweiſe können zum Beiſpile bedürftige Perſonen
eine (außerordentliche) Vorzugsrente beziehen, die nur
Nieß=
brauch an Markanleihen hatten, der nun auf die
Ausloſungs=
rechte übergegangen iſt. Erforderlich iſt hierbei insbeſondere, daß
der gegenwärtige Eigentümer das Ausloſungsrecht als
Anleihe=
altbeſitzer oder als Rechtsnachfolger ſeines verſtorbenen Ehegatten
oder eines Verwandten erſten Grades erlangt hat, dem dieſes als
Anleihealtbeſitzer gewährt worden iſt. Der Nießbrauch muß von
Todes wegen vor dem 1. Juli 1925 oder in der Abſicht, den
Nieß=
braucher auf Lebzeiten zu verſorgen, unter Lebenden vor dem
1. Juli 1920 begründet worden ſein. Ferner muß der Eigentümer
der Ausloſungsrechte dann für ſeine Perſon auf eine
Verſorgungs=
rente verzichten für die Zeit, in der der Nießbraucher die Rente
bezieht.
Für das Vorzugsrentenverfahren iſt ein beſonderer
Bedürf=
tigkeitsbegriff maßgebend. Als bedürftig gilt eine
Per=
ſon, deren Jahreseinkommen nach Abzug etwaiger
Werbungs=
koſten den Betrag von 1000 RM. nicht überſteigt. Maßgebend iſt
im allgemeinen nicht das Einkommen im laufenden Jahr, ſondern
das Einkommen aus dem der Antragſtellung vorhergehenden
Ka=
lenderjahre. Bei der Berechnung des Einkommens bleiben außer
Anſatz: Bezüge aus öffentlichen Mitteln, die wegen
Hilfsbedürf=
tigkeit gewährt worden ſind (auch Arbeitsloſenunterſtützung),
Vetexagenbeihilfe, Verſorgungsbezüge der Kriegsbeſchädigten und
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4. M AI BIS 16. MAI
Kriegshinterbliebenen, Bezüge der Altrentner, Renten der
Reichs=
verſicherung ſowie unter gewiſſen Vorausſetzungen die
Zuwendun=
gen Dritter. Auch Vorzugsrenten, die bereits gewährt werden,
werden dem Einkommen nicht zugerechnet.
Für Ehefrauen, die mit ihrem Mann den Haushalt
tei=
len und die auf Grund der ihnen perſönlich gehörenden
Aus=
loſungsrechte die Rente beantragen, gilt als Einkommen,
abge=
ſehen von ihren eigenen Bareinkünften, das, was ſie von ihrem
Ehemann als Unterhaltsleiſtungen in Form von Wohnung,
Ver=
pflegung, Kleidung, Taſchengeld uſw erhalten. Hat ein Ehemann
z. B. ein Jahreseinkommen von nicht mehr als 1900 RM., ſo wird
in der Regel dieſes Einkommen der Ehefrau den Betrag von 1000
Reichsmark nicht erreichen. In dieſem Falle gilt die Frau — aber
nicht ihr Ehemann — im allgemeinen als bedürftig.
Wenn der Eigentümer eines Ausloſungsrechts lediglich aus
dem Grunde keinen Anſpruch auf Vorzugsrente hat, weil ſein
Ein=
kommen im vergangenen Kalenderjahr den Betrag von 1000 RM.
überſchritt, ſo kann ihm doch eine (außerordentliche) Vorzugsrente
gewährt werden, wenn eine Verſchlechterung ſeiner
Ein=
kommensverhältniſſe vorliegt. Bedingung hierfür iſt,
daß ſein Einkommen im Jahre der Antragſtellung infolge
Fort=
falls der Einkommensquelle, insbeſondere einer
Arbeitsgelegen=
heit, den Betrag von 1000 RM. aller Vorausſicht nach nicht erreichen
wird, und daß den Umſtänden nach insbeſondere wegen Verluſtes
der Arbeitsfähigkeit des Anleihegläubigers, anzunehmen iſt, daß
dieſer ein 1000 RM. überſteigendes Jahreseinkommen nicht mehr
haben wird.
Den Gläubigern von Schuldbuchforderungen
wird die Vorzugsrente unter den gleichen Bedingungen, wie
vor=
ſtehend ausgeführt. zuerkannt.
Die Höhe der Rente iſt im Normalfalle (einfache Rente)
80 Prozent des Nennbetrages des Ausloſungsrechtes für einen
Anleihegläubiger jedoch höchſtens 800 RM. jährlich. Dieſer
Höchſt=
betrag wird bei einem Ausloſungsrecht von 1000 RM. (
entſpre=
chend 40000 Mark Kriegs= oder Vorkriegsanleihen) erreicht. Der
Anleihegläubiger kann aber auch, anſtatt dieſer einfachen, eine
er=
höhte Vorzugsrente erhalten, wenn er bei Antragſtellung auf die
Ausloſungsrechte verzichtet und die entſprechende
Anleiheablö=
ſungsſchuld an das Reich abtritt. Dieſer Verzicht wirkt endgültig.
Der Rentenberechtigte erhält in dieſem Falle alſo die Papiere
auch dann nicht zurück, wenn die ihm gewährte Vorzugsrente
ein=
mal in Wegfall kommt. Die erhöhte Rente beträgt 25 Prozent
mehr als die einfache, höchſtens aber 1000 RM. jährlich. Hat der
Gläubiger zur Zeit des Verzichts bereits das 60. Lebensjahr
vollendet, ſo beträgt ſie 50 Prozent mehr als die einfache, höchſtens
jedoch 1200 RM. jährlich.
Ein Anleihegläubiger kann für einen Teil ſeiner
Ausloſungs=
rechte die einfache und für den anderen Teil die erhöhte Rente
be=
antragen, ſofern die den beiden Renten zugrunde liegenden
Aus=
loſungsrechte in ihrer Geſammtſumme 1000 RM. nicht überſteigen.
Uebrigens beſteht auch die Möglichkeit, daß zunächſt die einfache
und ſpäter die erhöhte Rente bezogen wird.
Die Auszahlung der Rente geſchieht durch die
Reichs=
ſchuldenkaſſe Berlin, und zwar im voraus. Wenn der
Jahres=
betrag 100 RM überſteigt, erfolgt die Zahlung in zwei gleichen
Teilen halbjährlich, im übrigen einmal im Jahre.
Ausloſungsrechte, auf Grund deren die einfache Rente
ge=
währt wid, nehmen für die Dauer des Rentenbezugs an der
ein=
gangs erwähnten Ziehung nicht teil. Der Kapitalanſpruch bleibt
aber erhalten. Die Empfänger einer erhöhten Rente ſind infolge
ihres Verzichts auf das Ausloſungsrecht von der Teilnahme an
der Ziehung endgültig ausgeſchloſſen.
Die Rente erliſcht, wenn der Anleihegläubiger die
deutſche Reichsangehörigkeit verliert, wenn er nicht mehr im
In=
land wohnt, bzw. wenn bei einer Prüfung feſtgeſtellt wird, daß
der Gläubiger nicht mehr bedürftig iſt. Die Bedürftigkeit wird
zum erſten Male fünf Jahre nach Beginn der Rente, ſpäter nach
3 Jahren nachgeprüft. Sobald ein Rentenbezieher das 60
Lebens=
jahr vollendek hat, findet eine Nachprüfung der Bedürftigkeit nicht
mehr ſtatt, ſo daß die einmal bewilligte Rente dann regelmäßig
auf Lebenszeit gewährt iſt. Vererblich iſt die Rente nicht,
da=
gegen beſteht — ſ. oben — die Möglichkeit, daß der Ehegatte oder
Verwandte erſten Grades eines verſtorbenen Empfängers von
ein=
facher Vorzugsrente auf Grund der von dieſem erlangten
Aus=
loſungsrechte für eine Vorzugsrente beantragen kann.
Wer ein Ausloſungsrecht hat, auf Grund deſſen ihm eine
Vor=
zugsrente im Falle ſeiner Bedürftigkeit zu gewähren iſt, kann auf
die Teilnahme an der Ausloſung verzichten, um ſich
das Recht auf eine Vorzugsrente zu wahren. Wer
von dieſer Möglichkeit Gebrauch machen will, ſollte dies alsbald
tun; denn mit der Ziehung eines Ausloſungsrechts iſt das Recht
auf die Vorzugsrente auf Grund des gezogenen Rechtes verwirkt.
Der Verzicht — der übrigens jederzeit widerruflich iſt — iſt der
Reichsſchuldenverwaltung. Berlin SW 68. Oranienſtr. 106/109,
unter Ueberſendung der Ausloſungsſcheine vom Anleihegläubiger
ſchriftlich zu erklären.
Die Vorzugsrente wird auf Antrag gewährt. Anträge
können bei der Bezirksfürſorgeſtelle (für Darmſtadt: Städtiſches
Wohlfahrts= und Jugendamt, Landgraf=Philipp=Anlage 11.
1. Stock, Zimmer 58) geſtellt werden, wo die vorgeſchriebenen
An=
tragsformulare unentgeltlich zu haben ſind. Es empfiehlt ſich, die
Beſcheinigung der Bank (oder Sparkaſſe) über die Zuerkennung
der Ausloſungsrechte bzw. über die Schuldbuchforderung hierbei
vorzulegen. Daſelbſt wird auch jede weitere Auskunft in der Sache
erteilt. (Sprechſtunden Dienstags und Freitags von 8—12 Uhr.)
— Rundfunkvortrag über die Lehr= und Verſuchsanſtalt für
Schweinezucht und =haltung, Weſchnitzmühle. Am Sonntag
nach=
mittag, den 3. Mai, findet eine Rundfunkübertragung des
Süd=
weſtdeutſchen Rundfunks Frankfurt a. M. von der neu errichteten
Lehr= und Verſuchsanſtalt für Schweinezucht und =haltung.
Weſch=
nitzmühle, welche bekanntlich kürzlich von der heſſiſchen
Landwirt=
ſchaftskammer in Betrieb genommen wurde, ſtatt. Unter Leitung
von Herrn Abteilungsvorſteher Dr. Dencker, Darmſtadt, findet ein
Rundgang durch die Anſtalt ſtatt und werden die intereſſanten
Einrichtungen des näheren an Ort und Stelle erklärt. Die
Ueber=
tragung beginnt um 2 Uhr nachmittags.
Die Ausführung des Lebensmittelgeſetzes bei öffentlicher
Aufſtellung von Lebensmitteln iſt zu beachten. Seit längerer Zeit
werden von Inhabern von Lebensmittelgeſchäften häufig Lebens=
und Genußmittel an Stellen, die dem Publikum allgemein
zu=
gänglich ſind (Verkaufsräumen, Platz vor dem Laden auf der
Straße, Ständen auf der Straße, uſw.) derart aufgeſtellt, daß die
Verunreinigungen durch Straßenſtaub und Ausſcheidungen von
Menſchen und Tieren ausgeſetzt ſind. Eine derartige
Aufbewah=
rung von Lebensmitteln, hauptſächlich ſolchen, die ungekocht oder
auch ungewaſchen genoſſen werden und nicht mit Glas oder mit
einer ſonſtigen durchſichtigen aber undurchläſſigen Maſſe ſo bedeckt
ſind, daß eine Verunreinigung ausgeſchloſſen iſt, fällt unter das
Verbot des 8 3 Abſ. 1 des Lebensmittelgeſetzes vom 5. Juli 1927
und iſt nach 8 12 desſelben Geſetzes ſtrafbar.
— Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen Gymnaſiums.
Am nächſten Freitag hält Herr Dr. Guſtav Barthel (Köln) einen
Lichtbilderportrag über „Deutſche barocke und klaſſiziſtiſche
Archi=
tektur in ihrem Verhältnis zur Antike‟. Gäſte ſind willkommen.
Ein. Fad, wie er jeden Cag vorksnnt!
Beider Fa. S. B. wurde eingebrochen. Schon am folgenden Cage meldeten üich die unruhig gewordenen
Gläubi=
ger. 10 Cage nach dem Einbruch wurde der Geſamtſchaden von uns mit 20300 Mark bezahlt. Der Inhaber
der Firma erklärte: „Wenn Sie nicht das Geld lo lchnell überwieſen hätten, ſo wäre ich ruiniert gewelen!“
STÜTTGARIER VEREIN
ALLIANT
V E RSVCHERUNGS-ARTIEN-GESELLSCHAFT
Jeden Tag auhlen witr
in unsere Versichenen
300 000 Reictuwart.
ledt Minrin • Tur und
Nichre melder mig nas
einen Schuden.
fede dritis Famtilit in
bei uas vertichen
lasfen für sber drei Milliarder
Reicbimart Letentperticberunser
Seite 6
Sonntag, den 3. Mai 1931
Nummer 122
Ausländiſcher Journaliſtenbeſuch in Heſſen.
II.
Nach dem angenehm verlebten erſten heſſiſchen Tag der
aus=
ländiſchen Journaliſten in Darmſtadt, die mit einer an fabelhaft
ſchönen Natureindrücken überreichen Fahrt in die Blütenwunder
der Bergſtraße bei herrlichſtem Sonnenſchein ihren Abſchluß fand,
führte der zweite Tag nach kurzem Frühbeſuch in Jugenheim und
auf dem Heiligenberg über Bensheim in hiſtoriſch intereſſante
Stätten und in das Eldorado des heſiſchen Weinbaues!
Mitglie=
der des A.D.A.C. Worms hatten Autos zur Verfügung geſtellt.
und dieſes immer noch idealſte Beförderungsmittel geſtattete
reich=
liche, faſt überreiche Ausfüllung der leider nur knappen Stunden,
die zur Verfügung ſtanden. Es wurde ein an Eindrücken und
Ge=
nüſſen überreicher Tag!
Von Bensheim ging die Fahrt ohne Aufenthalt nach Lorſch,
wo den ausländiſchen Kollegen Gelegenheit gegeben war,
Inter=
eſſantes über die
Ausgrabungen am Kloſter Lorſch
von berufenem Munde zu hören. Herr Profeſſor Dr. Behn
ſelbſt, der die intereſſanten und an Studienergebniſſen reichen
Aus=
grabungen bekanntlich leitete, begrüßte am Ehrentor zum Kloſter
die Gäſte und führte, ſo gut das in der knappen Zeit ging, in die
Geſchichte des Kloſters und der Kirche nach den neueſten
For=
ſchungsergebniſſen ein. Aus ſeinen Ausführungen über die
karo=
lingiſche Kloſterkirche zu Lorſch folgendes: Im Jahre 763 ſtiftete
der Rheingaugraf Cancor eine von ihm erbaute Kirche des
Apo=
ſtels Petrus zum Kloſter. Dieſes wurde ſchnell zu klein, und ein
größerer Neubau erſtand von 767—774 auf der Höhe der Düne,
der in Gegenwart Karls des Großen eingeweiht wurde. Lorſch
wurde durch die Gunſt des Kaiſers Reichsabtei und erhielt
unge=
heuren Landbeſitz geſchenkt. Im Gebiete des Kloſters ſind früher
bereits viele Ausgrabungen vorgenommen worden, am wichtigſten
die von Profeſſor Adamy 1859. Die wahre Form und Größe der
berühmten Anlage wurde erſt durch die 10 Monate währenden
Ausgrabungen erkannt, die Profeſſor Dr. Behn als
Denkmal=
pfleger für die Bodenaltertümer ausführte. Die Kirche iſt eine
dreiſchiffige Baſilika ohne Querſchiff mit Oſt= und Weſtchor, die
beide rechteckige Form haben. Weſtlich davor ſtand urſpünglich
frei ein mächtiges zweitürmiges Weſtwerk, von dem noch die
öſt=
liche Wand erhalten iſt. Der zwiſchen Kirche und Turmwerk
lie=
gende Bezirk wurde ſchon früh mit der Kirche verbunden, die
da=
durch eine Vorkirche (Paradies) erhielt. Ein großer Brand am
21. März 1090 vernichtete nur den weſtlichen Teil der Kirche wo
die Reliquien des heiligen Nazarius lagen, denen das Kloſter
ſeine Bedeutung zu verdanken hatte. Erſt 1130 wurde die Kirche
neu eingeweiht. Die endgültige Zerſtörung fand im
Dreißigjähri=
gen Kriege ſtatt, als 1621 der ſpaniſche General Cordoba dort
lagerte. Die Kirche wurde dann ohne die vollkommen zerſtörten
Seitenſchiffe noch eine Zeitlang wieder benutzt. Als in den
Revo=
lutionskriegen die Franzoſen 1789 die Stadt Worms völlig
ver=
nichteten, haben auch an der Lorſcher Kirche Kämpfe ſtattgefunden.
Schließlich diente der Reſt der ehemals hochberühmten
Kloſter=
kirche als Tabaksſcheune. An den Oſtchor ſchloß ſich eine Krypta
an, in der ſeit 882 die Herrſcher des oſtkarolingiſchen
Königshau=
ſes ihre Grabſtätten gefunden hatten, und die ſo reich ausgemalt
war, daß ſie den Namen „Ecoleſia veria”, die bunte Kirche
er=
hielt. Von der Wandbemalung, fanden ſich mehr als 8000
Bruch=
ſtücke mit leuchtend erhaltenen Farben. Weſtlich von der
Kloſter=
kirche ſteht die Torhalle, ein zierlicher Bau mit buntem
Stein=
moſaik an den beiden Fronten. Er wird als Königshalle und
Ge=
richtsſtätte gedient haben. Im Obergeſchoß wurden mehrere
Schichten herrlicher Wandmalereien aufgedeckt, vor allem eine
ge=
malte Scheinarchitektur karolingiſchen Stils (eine Säulenhalle),
und darüber eine figurenreiche Kompoſition gotiſchen Stils mit
muſizierenden Engeln. Die Kloſtermauer iſt faſt noch im ganzen
Umfange erhalten, die Kloſtergebäude ſind noch nicht ausgegraben.
Außer dem Vortrag gab Herr Profeſſor Dr. Behn in
lie=
benswürdigſter Weiſe Auskunft über alle Fragen — die
Auslän=
der waren ſehr wißbegierig — und führte ſelbſt durch die
Rui=
nen, deren Grundriſſe und einſtige Geſtalt an Hand von Plänen
erörternd. — Mit herzlichen Dankesworten verabſchiedeten ſich die
Gäſte und fuhren dann
nach Worms.
Hier empfing der Oberbürgermeiſter im Ratsſaal des
Corne=
lianums die Gäſte und hielt eine längere Anſprache, in der er
beſonders intereſſante Ausführungen über die vieltauſendjährige
Geſchichte dieſer älteſten Stadt. bzw. Siedlung, Deutſchlands
machte. Eine Geſchichte, die reich iſt an Nöten und an Jahren des
Blühens und Glanzes. Viele Zeugen aus der 5—7000jährigen
Vergangenheit ſind nicht mehr vorhanden, und aus der einſt
blü=
henden, reichen, glanzvollen Kaiſerſtadt und Freien Reichsſtadt iſt
heute eine deutſche Mittelſtadt geworden, die mit der Not der
Zeit, wie viele deutſche Städte einen ſchweren Exiſtenzkampf
kämpft. In mehrfachen Zerſtörungen iſt die Stadt dem Erdboden
gleich gemacht worden, und aus der letzten Zerſtörung durch
Lud=
wig III. iſt wenig mehr als der Dom übrig geblieben. Dennoch
hat ſich die Stadt Worms immerhin beſſer erholt, wie etwa
Speyer, das in der Einwohnerzahl heute noch um etwa die Hälfte
hinter Worms zurückblieb. Worms dankt das im weſentlichen der
Leder=Groß=Induſtrie, die nach der größten Not ſeit etwa hundert
Jahren wieder Wohlſtand nach Worms brachte, und die bis heute
ſehr viel für die Vaterſtadt tat. Der Oberbürgermeiſter bat die
Gäſte nicht nur an der Oberfläche zu ſtudieren, ſondern einen
Einblick in die wirkliche Lage der Bevölkerung zu nehmen, die auch
unter der letzten Beſatzung wieder viel und ſchwer zu leiden hatte.
Heute haben die Erwerbsloſenfürſorge und die ſonſtigen ſchweren
Laſten die Finanzlage der Stadt in äußerſte Gefahr gebracht. Die
Laſten, die das deutſche Volk zu tragen hat, ſind zu ſchwer. Dieſe
Erkenntnis mögen die Herren in ihrer Preſſe verbreiten, nachdem
ſie ſich ſelbſt davon überzeugt haben.
Danach richtete auch Herr Dr. Illert herzliche
Begrüßungs=
worte an die Gäſte, die dann unter ſeiner ſachkundigen Führung
und durch von glühender Liebe getragenen Erläuterungen aus
Geſchichte und Kunſt belehrt, die wichtigſten Bau= und
geſchicht=
lichen Denkmäler beſichtigten. Wo man in Worms auch grabe,
überall ſtoße man auf Zeugen einet 5—7000jährigen
Vergangen=
heit. Keine Stadt der Welt hat ähnliches aufzuweiſen, als was
ſeit etwa 50 Jahren nur durch gelegentliche
Aus=
grabungen zuſammengetragen wurde, was jetzt im
Stadt=
muſeum wohlgeordnet aus den Jahrtauſenden der Vergangenheit
erzählt. Und aus den Zeiten des Kaiſerglanzes geben noch erhal=
tene und wieder in den Beſitz der Stadt gelangte Urkunden,
Goldene Bullen von Barbaroſſa, Heinrich II. u. v. a. m.
Zeug=
nis. Dieſe Urkunden — unerſetzliche Schätze gleichwie eine Bibel
mit handſchriftlichen Eintragungen Luthers — wurden den Gäſten
bereitwilligſt gezeigt. — Von den vielfachen Zerſtörungen
er=
zählte Dr. Illert (von ehemals 50 Kirchen hat Worms heute nur
mehr 6)) und führte dann mit faſt dramatiſcher Geſtaltungskraft
der Rede durch den Dom und das Muſeum, blitzartig die
Jahr=
tauſende aufleuchten laſſend in dem, was ſie bedeutſames für
Worms brachten. Der Heylshof wurde noch beſichtigt, dieſe
Familienſtiftung der Freiherren von Heyl, auf dem Boden der
früheren Kaiſerpfalz erbaut, deren Grundmauern noch vorhanden
ſind, das Lutherdenkmal u. v. a.
Das gemeinſame Mittageſſen in den „Zwölf Apoſteln” gab
Gelegenheit, zu Begrüßungs= und Dankreden. Herr
Verkehrs=
direktor Schott entbot namens des Verkehrsvereins Worms den
Gäſten herzlichſt Willkomm, und Herr Th. Stemmer dankte
dem VV. für die Durchführung des Beſuches und beſonders Herrn
Dr. Illert für die ſo ausgezeichnete Führung, für die die
aus=
ländiſchen Gäſte vollen Lobes und Dankes waren. Redakteur Dr.
Goebbels begrüßte namens der Wormſer Kollegen und Red.
Mayer ſprach wieder den Dank der Gäſte aus.
Dann ging die Fahrt.
nach Oppenheim.
Hier wurden die Gäſte am Marktplatz durch Altbürgermeiſter
Schmidt empfangen und begrüßt. Als Vertreter des Miniſters
des Innern und des für Arbeit und Wirtſchaft war hier auch
Herr Miniſterialrat Hechler erſchienen, ferner Herr
Kreisdirek=
tor Herberg, der Leiter der Weinbauſchule und ſonſtige
be=
hördliche Vertreter. Nach Erklärungen über das Lutherhaus die
alte Apotheke, (wo das erſte Chinin in Deutſchland hergeſtellt
wurde) ging man hinauf zur altehrwürdigen
Katharinen=
kirche, wo Herr Dekan Schäfer nach herzlichſter Begrüßung
Ausführungen über die Geſchichte dieſes ſtolzen Bauwerkes
machte. (Wir verzichten hier auf Wiedergabe der feſſelnden
Aus=
führungen, weil wir in den nächſten Tagen einen Aufſatz von Dr.
Zeh über die Katharinenkirche veröffentlichen.) Auch das
Bein=
haus mit den 15 000 Schädeln und Skeletten wurde beſucht,
dann folgte man einer Einladung der ſtaatlichen
Weinbau=
ſchule zur — Weinprobe. Herr Miniſterialrat Hechler
begrüßte hier namens des heſſiſchen Miniſteriums die Gäſte und
gab der Hoffnung Ausdruck, daß dieſer erſte Beſuch ihnen Anlaß
geben möge, bald wieder zu kommen, und daß man ſich in den
kurzen Stunden kennen lernen und verſtehen möge. An dieſem
Kennenlernen und Verſtehen mit anderen Völkern hängt ja
unſer aller Schickſal!
Herr Weingutsbeſitzer Jungkenn begrüßte im Namen des
Oppenheimer Weinbergsbeſitzer=Vereins, der
die Weinprobe der Spitzenweine, alſo der beſten Oppenheims, bot.
und ſang dann ein begeiſtertes und überzeugendes Loblied auf
den Oppenheimer Wein. Er ſchloß mit dem Wunſche, daß nach
der Probe die Gäſte verſtehen mögen, daß Mathias
Clau=
dius nach dem Genuß von Oppenheimer Wein, das ſchönſte
Rhein= und Weinlied dichten mußte.
Bürgermeiſter Dr. Rhumbler begrüßte namens der Stadt
und führte etwa aus: Oppenheim am, hoffentlich für immer,
wie=
der freien deutſchen Rhein hat dafür zu ſorgen gewußt, daß man
ſeinen Namen nie vergaß, ſondern gelegentlich immer wieder an
ſeine Exiſtenz erinnert wurde. Jeder Quadratmeter ſeines
Bo=
dens könnte eine lange Mär erzählen von wechſelvoller deutſcher
Vergangenheit. So manche Epiſode völkiſchen Ringens,
Unter=
liegens und Wiederaufſtehens geſtaltete ſich auf Oppenheimer
Boden zum Gleichnis der wirtſchaftlichen oder kulturellen
Ge=
ſamtlage überhaupt. Hier in unſeren Archiven ſchlummert die
Kunde von ſo vielen Einzelſchickſalen einer zähen,
arbeitsfreu=
digen, mit der braunen Erde ihrer Rebhügel verwachſenen
Bür=
gerſchaft. Ich habe die Ehre, Ihnen als Bürgermeiſter dieſer
Stadt zu danken, daß Sie auf Ihrer Informations= und
Studien=
reiſe gerade Oppenheim die Ehre Ihres Beſuches geſchenkt haben!
Ich gehe wohl nicht fehl, in der Annahme, daß die
Reben=
hügel unſerer Stadt mit eine Veranlaſſung zu Ihrem Beſuche
gegeben haben. Das iſt für die Oppenheimer allemal eine
be=
ſondere Genugtuung! Denn es iſt nicht etwa eine Art
Größen=
wahn, wenn die Oppenheimer ſo ſtolz auf ihren Wein ſind — es
iſt weiter nichts, als eine ganz ſchlichte Tatſache, daß unter allen
deutſchen Weinbaugebieten keines einen ſo raſſigen, feurigen,
ſtahligen, blumigen Wein hervorbringt, als die Rebenhügel von
Oppenheim. — Ja, meine Herren, nehmen Sie es als
Infor=
mation über dieſes Fleckchen deutſcher Erde mit hinüber in Ihr
Vaterland! Nirgendswo in der weiten Welt und auch in keinem
ſonſt noch ſo berühmten deutſchen Weinbaugebiet wachſen Weine
von der Qualität, Raſſe und Eigenart der Oppenheimer
Edel=
weine! — Ich ſage Ihnen das nicht: „ut aliguid vulchri pro
domo dicam!”, ſondern um Sie meine Herren, mit einer
Tat=
ſache vertraut zu machen, die Sie bitte der geſchätzten Preſſe
übermitteln wollen, die Sie zu vertreten die Ehre haben.
Viel=
leicht trägt dieſe Reiſe des Herrn Vertreters der Union mit dazu
bei, die ſchon lange vorhandenen Zweifel an der inneren
Berech=
tigung der Prohibitionsgeſetze zu verſtärken, (Bravol) Erzählen
Sie bitte Ihren Landsleuten, daß zum Begriff der Freiheit auch
das ſittliche Recht auf eine gewiſſe Lebensfreude gehört, wie ſie
ohne Zweifel auch im Weingenuß zum Ausdruck kommt, die ſich
aber Ihre Landsleute durch die Prohibitionsgeſetze ſelbſt entzogen
haben. Dafür haben natürlich unſere Oppenheimer Winzer kein
Verſtändnis, dagegen haben ſie ihre helle Freude an jenem
Rund=
funkvortrag gehabt, den kürzlich in der Union eine 10Jjährige
Dame namens Eliza Lawrence aus Jerſey=City gehalten hat.
„Die Prohibition iſt ein Skandal! Jeder Menich hat das Recht,
zu trinken, was er will. 103 Jahre bin ich alt, habe immer
ge=
trunken, bin geſund geweſen und habe ſtets meine Pflicht getan!
Amerikaner! ſchafft die Prohibition ab!” — Und ich darf
viel=
leicht heute hinzufügen: Amerikaner, lernt deutſchen Wein lernt
Oppenheimer Wein kennen, jene köſtlichſte Gabe deutſcher
Reben=
hügel. (Beifall!)
Und dann folgte die Probe! Zwanzig verſchiedene
Spitzenweine wurden gereicht, darunter neun des vorzüglichen
29er, fünf 2ler und die übrigen ältere Jahrgänge! Ein Tropfen
köſtlicher wie der andere! — Nach Ausſage der Ausländer!
Gegen 6 Uhr ging die Reiſe weiter nach Mainz, wo die
Teilnehmer abends Gäſte der Stadt waren.
M. St.
— Eine beſondere Ehrung wurde anläßlich ihres 75.
Geburts=
tages Frau Oberſt Betzhold Witwe hier, Beſſungerſtr. 3.
zuteil. Der 1. Vorſitzende des Vereins der Pioniere und
Ver=
kehrstruppen Darmſtadt und Umgegend überbrachte gleichzeitig
im Namen des Landesverbands Mittelrhein des Waffenrings
Deutſcher Pioniere ein Blumenarrangement und überreichte
gleich=
zeitig in Erinnerung an die hervorragenden Verdienſte des
damaligen Hauptmanns Betzhold gelegentlich der
Hochwaſſerkata=
ſtrophe in Mainz im Jahre 1882/83 eine Urkunde als
Ehrenmit=
glied auf Lebenszeit.
Ein Bildnis Hans Simons. In dem Schaufenſter der
Buch=
handlung Bergſtraeßer iſt eine Zeichnung des Malers Erich C.
Bialla ausgeſtellt die den Komponiſten der Oper „Valerio”,
Hans Simon, darſtellt. Das lebenswahre und durchgeiſtigte
Por=
trät wird, anläßlich der Uraufführung der mit Spannung
erwar=
teten Over, allgemeinem Intereſſe begegnen.
— Chriſtlicher Verein junger Männer E. V., Darmſtadt,
Alexanderſtraße 22 (Infanteriekaſerne). Zu unſerer
Mitglieder=
zuſammenkunft heute Sonntag, abends 8 Uhr. werden die
Mit=
glieder hierdurch nochmals eingeladen. Der Abend iſt aber, wie
alle Veranſtaltungen, für jedermann offen und ſind deshalb auch
Freunde und Gäſte herzlich willkommen. Beſonders den fremden
und alleinſtehenden jungen Männern unſerer Stadt möchte der
Verein in ſeinen Heimſtunden am Sonntag ſowie auch in der
Woche durch Vorträge, Geſelligkeit und Freundſchaft helfen und
dienen, ihnen mit Rat und Tat zur Seite ſtehen. — Am
kom=
menden Mittwoch ſpricht Herr Studienrat Knöpp in der
Familien=
bibelſtunde.
Ausstattungs-Woche
10% Rabatt auf alle Waren
mit Ausnahme einiger Merken-Artikel
Ernst-
Pillpp SGrtddr Ludwigstr. 20
Fachgeschäft für erprobten Hausrat.
Zubereitung von Fiſchen im Gasherd. Anläßlich der
Reichs=
ſeefiſchwoche wird im nächſten Vortrag des Städt. Gaswerks
noch=
mals die Zubereitung von Fiſchen im Gasherd an Hand von
prak=
tiſchen Vorführungen behandelt. Die letzte Veranſtaltung bewies,
daß für die neuzeitlichen Koch= und Backverfahren von
Fiſch=
gerichten großes Intereſſe vorliegt. Die nächſte Veranſtaltung,
die am Donnerstag, den 7. Mai, abends 8 Uhr, im Bürgerhof,
Eliſabethenſtraße 2. ſtattfindet, behandelt ausſchließlich die
Zu=
bereitung von Fiſchſpeiſen im Gasherd. Jeder Beſucher erhält
koſtenlos die neueſten Fiſchkochrezepte. Nach dem Vortrag wird
jede gewünſchte Auskunft erteilt. (Vgl. Anzeige.)
* Bezirksſchöffengericht.
Café Holderſtrauch in Unterflockenbach.
Aw. Unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit wird am Freitag vor
dem Bezirksſchöffengericht gegen die Eheleute Böhm aus
Unterflockenbach verhandelt, die dort im vergangenen
Jahre kurze Zeit ein Café betrieben, daß im Volksmund als
gelindeſtes mit dem Namen „Cafs Knutſch” bezeichnet wurde. Der
39jährige Angeklagte, der im Hauptberuf Abteilungsleiter einer
Betriebskrankenkaſſe war — er genießt den Ruf eines
Hypnoti=
ſeurs und „Hexenmeiſters” — wird beſchuldigt, der Kuppelei
und der Notzucht ſeiner beiden Pflegekinder und
noch drei weiterer Mädchen, der Zuhälterei ſeiner
Ehe=
frau, der Verführung, der Bedrohung, der
Miß=
handlung ſeiner Pflegetochter, der Abtreibung
und des Vergehens gegen das Gaſtſtättengeſetz. Die
Frau iſt ebenfalls wegen Kuppelei ihrer beiden Pflegekinder,
we=
gen Bedrohung und Vergehens gegen das Gaſtſtättengeſetz
an=
geklagt. Die Verhandlung entwickelte ein troſtloſes Bild von der
ſittlichen Verrohung der Angeklagten. Die beiden Eheleute wiſſen
ſich in einen Schleier der Scheinheiligkeit zu hüllen, der indeſſen
von den Zeugenausſagen bald zerriſſen wird — Am Samstag
vormittag wurde die Verhandlung zu Ende geführt. Der
Staatsanwalt hielt den Ehemann für überführt: der
Kup=
pelei, der Notzucht und der Abtreibung. Der Fall einer bei ihm in
Dienſt geweſenen Chineſin ſei durch die Beweisaufnahme nicht
ge=
nügend geklärt, und auch die Bedrohung und Nötigung der
Mäd=
chen ſei nicht genügend erwieſen. Für Böhm könne man keine
mildernden Umſtände zuerkennen, nach der Art, wie er ſich den
ſämtlichen Mädchen gegenüber benommen habe. Er habe aus
reinſter Gewinnſucht die Mädchen verkuppelt. Für die Frau könne
man mildernde Umſtände annehmen, denn es ſei augenſcheinlich,
daß ſie unter dem Einfluß des Mannes geſtanden habe und
ſchließ=
lich vollſtändig gleichgültig gegen alles wurde. Er beantragt
gegen den Ehemann insgeſamt zwei Jahre und neun Monate
Zuchthaus und wegen der Vergehen gegen das Gaſtſtättengeſetz
Geldſtrafen von 100, 100 und 200 Mk. Gegen die Frau beantragt
er ein Jahr und drei Monate Gefängnis und dreimal 50 Mark
Geldſtrafe. Der Verteidiger hält außer der Kuppelei nichts
für erwieſen. Die Mädchen ſeien durchaus unglaubwürdig. Von
Notzucht könne keine Rede ſein, denn die beiden Kinder ſeien nicht
ſeine Pflegekinder geweſen. Die beiden Angeklagten beteuern
im Schlußwort ihre Unſchuld. Die Anklagen ſeien aus
Konkur=
renzneid entſtanden. Nach zweiſtündiger Beratung wird der
Ehe=
mann wegen Notzucht der Pflegetochter, wegen
Ver=
gewaltigung des einen Mädchens, wegen ſchwerer
Kuppelei und tätlicher Beleidigung und wegen einer
verſuchten Abtreibung zu insgeſamt, zwei Jahren
und ſechs Monaten Zuchthaus verurteilt, wegen
eines Vergehens gegen die Gewerbeordnung
(Benutzung nicht konzeſſionierter Räume) zu einer Geldſtrafe
von 100 Mark. Die Frau erhielt wegen ſchwerer
Kup=
pelei und wegen verſuchter Abtreibung, ein Jahr
und drei Monate Gefängnis, wegen eines
Ver=
gehens gegen die Gewerbeordnung eine
Geld=
ſtrafe von 50 Mark. Die Unterſuchungshaft wird mit je
ſechs Monaten angerechnet. Das Gericht ſieht als zweifellos
er=
wieſen an, daß das Ehepaar der Unzucht in weiteſtem Umfange
Vorſchub leiſtete, denn es ſei vollſtändig ausgeſchloſſen, daß ſie von
den ganzen Vorgängen nichts gewußt haben ſollten. Es ſei auch
gegen die Glaubwürdigkeit der Mädchen nichts einzuwenden. Die
Beweisaufnahme habe weiter einwandfrei erwieſen, daß die
bei=
den Ausländerinnen als Pflegekinder bei den Eheleuten waren.
Verſchiedene Punkte der Anklage: Notzucht der Chineſin,
Mißhand=
lung der Italienerin, Bedrohung und Nötigung, und ein Erfolg
der Abtreibungsverſuche konnten durch die Hauptverhandlung
nicht genügend geklärt werden, ſo daß hier trotz ſtarken Verdachts
Freiſpruch erfolgen mußte. Dem Manne konnte das Gericht keine
mildernden Umſtände zuerkennen, da er das Vertrauen, das man
in ihn ſetzte, als man ihm die beiden Kinder übergab, ſo ſchändlich
mißbrauchte. Der Frau werden mildernde Umſtände zugebilligt,
da ſie zweifellos unter dem Einfluß des Mannes ſtand. Die
Ver=
gehen gegen das Gaſtſtättengeſetz ſind bereits verjährt und es bleibt
lediglich eine Ueberſchreitung der Gewerbeordnung (Benutzung der
Privaträume zum Wirtſchaftsbetrieb) zu beſtrafen.
Die Eheleute wollen beide Berufung verfolgen.
Das Amtsgericht verhandelte gegen den im
Sommer vergangenen Jahres allgemeine Unruhe erregenden
Kleiderſpritzer, der während etlicher Monate Frauen und
Mädchen mit durch Güte oder Farbe auffallenden Kleidern, mit
einer dunklen Flüſſigkeit die Kleider beſpritzte. Der junge Mann
will heute nichts von der ganzen Sache wiſſen, er könne ſich auf
nichts mehr beſinnen. Doch iſt es ihm augenſcheinlich ſelber
pein=
lich, ſo daß er mit der Ausſage zurückhält. Da er aber im großen
und ganzen alles zugibt, iſt es nicht nötig, den Flor hübſcher
jun=
ger Damen, die als Zeugen geladen ſind, zu vernehmen. Das
Ge=
richt verurteilt ihn wegen Sachbeſchädigung zu vier
Mo=
naten Gefängnis, da er nach ärztlichem Gutachten
gemin=
dert zurechnungsfähig und zweifellos durch einen krankhaften
Trieb zu dieſen Taten kam. Es wird ihm eine Bewährungsfriſt
von fünf Jahren zugeſprochen unter der Bedingung, daß er den
Schaden von insgeſamt etwa 1000 Mark nach beſten Kräften zu
erſetzen verſucht.
— Maiſingen am 4. Mai, abends 8.30 Uhr, am Alicedenkmal
(Wilhelminenplatz). Die beiden Geſangvereine Liedertafel und
Sängerluſt ſingen als Geſamtchöre unter der Leitung ihres
Diri=
genten Karl Grim: 1. a) „Der Mai iſt gekommen”. Chorſatz von
Karl Grim, b) „Wandern” von Philipp Orth. 2 z) „Der frohe
Wandersmann” von Mendelsſohn=Bartholdy, 0) Das ſtille Tal”,
bearbeitet von F. M. Pöhme, 3. 2) „Die drei Röſelein”, b) Treue
Liebe” von Silcher 4. 2) „Jugend im Frühling”, 5) „Mit Ränzel
und Fiedel” von Karl Grim. 5. 2) „Freiheit, die ich meine” von
K. Gros, b) „Frühling am Rhein” von Karl Grim. Das
Po=
lizeiamt hat in liebenswürdiger Weiſe die Umleitung des
Kraft=
verkehrs während des Singens zugeſagt.
— Deutſcher und öſterreichiſcher Alpenverein, Sektion
Darm=
ſtadt. Zu der geſtrigen Beſprechung über den Vortrag im
Alpen=
verein iſt zu bemerken, daß der Name des Vortragenden
Regie=
rungsrat Dr. Emil Gretſchmar (nicht Kretzſchmar) iſt.
Tagung der Lokomotivführer. Die Gewerkſchaft Deutſcher
Lokomotivführer, Bezirk Mainz, hält heute in Darmſtadt ihre
Tagung ab. Bereits geſtern fanden Vorſtandsſitzungen ſtatt,
ebenſo traten die ſehr zahlreich aus dem ganzen Bezirk hier
er=
ſchienenen Delegierten zu ernſten Beratungen zuſammen. Aus
Anlaß der Tagung wurde geſtern abend im Saalbau ein
Be=
grüßungsabend mit ſehr reichem und ausgewähltem Programm
veranſtaltet. Wir kommen auf die Veranſtaltung zurück.
— Vorübergehende Schließung der Leſeſäle der
Landesbiblio=
thek. Wegen der techniſchen und bibliothekariſchen Arbeiten, die
zur Fertigſtellung des neuen Zeitſchriften=Leſeſaales und zur
Neu=
aufſtellung der Handbibliothek im großen Leſeſaal nötig ſind,
blei=
ben die Leſeſäle der Landesbibliothek vom 4. bis 23. Mai
dieſes Jahres geſchloſſen. Die Ausleihe bleibt geöffnet.
— Kohlenpreisermäßigung. Auf die heutige Anzeige des
Kohlenhändlerverbandes, betr. Ermäßigung der
Kohlenverkaufs=
preiſe in den Sommermonaten, wird verwieſen.
— Staatliche, ſtädtiſche und private Anſtellungen ſind heute
kaum noch ohne ausreichende Kenntniſſe in der Einheitskurzſchrift
und im Maſchinenſchreiben zu erhalten. Hierauf weiſt der
Gabels=
berger Stenographenverein von 1861, der in der Ballonſchule ſeine
Unterrichtsräume hat, erneut hin. Da eine gründliche Ausbildung
in wenigen Wochen nicht mögl iſt, empfiehlt der Verein jedem
In=
tereſſenten den Beſuch der im Anzeigenteil angekündigten Kurſe,
Entfettungs=Kuren im Frühling
ſind ſehr empfehlenswert, weil der Körper gerade jetzt eine
beſon=
dere Neigung zur Stoffausſcheidung beſitzt. Nehmen Sie früh,
mittags und abends 2—3 Toluba=Kerne, die Sie in
Apo=
theken erhalten.
(IBln379
SÜCHE IMMERFROH. GEHE ETZT GLEICH ZU DEINEM APOTHEKER ODER DROGISTEN. FÜR DICH HAT ER EINE VERSUCHSPACKUNG KOSTENLOS BEREII GELEGI.
ElN TRUMPH DER WISSEASCHAFI. DE BELEBLNGSIABLETIE ALS FBLSSHEN KOLAALSSEN.
MALLREROELKI MRMUIEN NEL BELEEI
[ ← ][ ][ → ]Nummer 122
Sonntag, den 3. Mai 1931
Seite 7
* Aus den Darmſtädker Lichkſpieltheakern.
Heli a.
„Sonntag des Lebens” — ein Film, deſſen Hauptrolle
Camilla Horn ſpielt und deſſen Dialoge (von Béla Balacg)
beſſer ſind als der Durchſchnitt. Ellen Hobart, ein hübſches
Mani=
kürefräulein, hat in dem Hotel, in dem ſie tätig iſt, Gelegenheit
die reichen Gutsbeſitzer, die in die Stadt kommen zum Ankauf
landwirtſchaftlicher Maſchinen zu bewegen, und bekommt dafür
von den Vertretern der Firmen Proviſion. Dieſen Erwerb übt
ſie mit großer Raffiniertheit, ohne ſih indeſſen in einen der
Män=
ner, denen ſie nahekommt, zu verlieben. Um ſo leidenſchaftlicher
verliebt ſich in ſie der unerfahrene Sohn eines reichen Landwirts,
den ſie heiratet, aber nur, um ſich an ſeiner Familie zu rächen, die
ihr ihren Lebenswandel hochmütig in ſcharfen Worten
vorgewor=
fen hat. Natürlich paßt ſie nicht in den Rahmen der
ſtrenggläu=
bigen Familie, und nach neuen, ſie beleidigenden Auftritten läßt
ſie ſich eine Abfindung von 50 000 Dollar zahlen, um ihren Mann
nie wieder zu ſehen. Der bricht darüber verzweifelt ſeeliſch
zuſam=
men. Aber auch in ihr beginnt eine Wandlung, an deren Ende
ſie, die bisher nur für Luxus und Geld gelebt hat, wirkliche Liebe
fühlt und reuig zu ihm zurückkehrt.
Film=Morgenfeier. Auf die Film=Morgenfeier, die heute
vormittag 11.15 Uhr im Heliatheater ſtattfindet und in welcher
der intereſſante Kulturfilm „Deutſchlands Flotte im Mittelmeer”
zum letztenmal wiederholt wird, ſei an dieſer Stelle nochmals
hin=
gewieſen. Jugendliche haben Zutritt.
— In den Palaſt=Lichtſpielen läuft ab heute ein
Farbenton=
film „Banditenlied” mit Lawrence Fibett in der Hauptrolle. Der
Film iſt nach der weltbekannten Operette „Zigeunerliebe” von
Franz Lehar gedreht. Dazu ein gutes Beiprogramm. Beginn
2. 4,05, 6 und 8,20 Uhr.
Das Uniontheater zeigt nur noch heute und morgen den
ſenſationellſten aller Senſationsfilme Schatten der Unterwelt”
mit Harry Piel dem König der Senſationen, in der Hauptrolle.
Dazu das gute Beiprogramm. Beginn 2. 4,05. 6.10 und 8,20 Uhr.
— Im Helia=Theater ſieht man nur noch heute und morgen
Camilla Horn in dem deutſchſprachigen Tonfilm „Sonntag des
Lebens”, ein Film mit ſtark dramatiſchen Spannungsreizen. Dazu
ein reichhaltiges Beiprogramm. Beginn 2, 4,05, 6,10 und 8,20 Uhr.
Das „Kleine Haus” des Landestheaters zeigt ab Mittwoch,
den 6. Mai, den neuen Ufa=Tonfilm „Vorunterſuchung”, nach dem
bekannten Bühnenwerk von Max Alsberg und Otto E. Heſſe. Die
Hauptrollen werden von Albert Baſſermann und Guſtav Fröhlich
verkörpert. Regie führt Robert Siodmak.
Beethoven=Abend. Elly Ney, die bekannte Pianiſtin, die
ſoeben von einer erfolgreichen Amerika=Tournee nach Deutſchland
zurückgekehrt iſt, gibt am Dienstag, den 12. Mai 1931, im Großen
Saal des Städt. Saalbaues, einen Beethoven=Abend. Die
Künſt=
lerin ſpielt drei der ſchönſten Werke des Meiſters, die
Mond=
ſcheinſonate, Sonate C=Moll, Werk 111, Sonate F=Moll, Werk 57
(Appaſionate), zudem ſechs Variationen über ein Orgelthema
E=Dur. Werk 34, und Andante favori F=Dur. Karten im
Vor=
werkauf bei A. Bergſtraeßers Buchhandlung, Wilhelminenſtr 29
(Tel. 121), und bei Klavier=Arnold. Ecke Erbacher Straße (Tel.
2457), und an der Abendkaſſe. (Vgl. heutige Anzeige.)
Drittes Volkskonzert im Landestheater (3. Brahms=Abend).
Die im Jahre 1886 entſtandene 4. Sinfonie von Johannes
Brahms hat als Ganzes den elegiſchen, bis zur Schwermut ſich
auspragenden Stimmungsuntergrund der Brahmsſchen Muſe im
reifſten Alter, Gefühlszuſtände, wie ſie aus den meiſten ſeiner
bedeutendſten Werke größeren Stiles ſich zu erkennen geben.
Allerdings treten ihnen hier kontraſtierend durchaus
romantiſch=
ritterliche Elemente gegenüber, Klänge, die innerhalb der
Brahmsſchen Sinfonik ganz neu erſcheinen. Der 3. Brahmsabend,
der als letztes Volkskonzert Montag, den 4. Mai, unter Leitung
von Generalmuſikdirektor Dr. Karl Böhm ſtattfindet bringt
ſaußer der 4. auch die 3. Sinfonie von Brahms zu Gehör.
Geiſtliche Abendmuſik in der Johanneskirche. Die geiſtliche
EAbendmuſik in der Johanneskirche muß von Montag auf
Mitt=
woch, den 6. Mai, verſchoben werden. Herr Organiſt Niebergall
hat wieder ein feines Programm aus Werken alter Meiſter
zu=
ſammengeſtellt. Außer ihm wirken dabei mit: Frl. Vera Wagner
und Annemarie Ottenheimer (Sopran), Herr Hannewald und
Paluczak (Violine) Herr Pfaff (Cello): Neben Bach kommt
Bux=
ehude mit zwei Kantaten für Sopran, mit Orgel und
Streich=
muſik, ferner Johann Roſenmüller (1619—1681) und Johann
Wei=
land (1654) zur Aufführung. Der Eintritt iſt frei.
„Alt=Darmſtadt” Verein für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Am Donnerstag, den 7. Mai, feiern die beiden „Altmeiſter” der
Kunſt, die Herren Prof. Hermann Müller und Heinrich
Rein=
hard Kröh, in ſeltener Rüſtigkeit ihren 90. Geburtstag. „Alt=
DDarmſtadt” wird dieſen Tag feſtlich begehen und der Meiſter in
beſonderer Weiſe gedenken. Aus dieſem Anlaß ſpricht am
Don=
merstag abend 8½ Uhr im Eintrachtſaal, Eliſabethenſtr. 12, Herr
Philipp Weber über das Leben und Schaffen der beiden Künſt=
Ter und wird anſchließend im Lichtbild eine größere Anzahl
Bil=
der der Meiſter zeigen, die einen Blick in deren reichgeſegnetes
Schaffen geben. Gäſte ſind nur durch Mitglieder einzuführen.
— Promenaden=Konzert. Am Sonntag, den 3. Mai, vorm.
won 11—12 Uhr. ſpielt das Stadt=Orcheſter unter Leitung ſeines
Kapellmeiſters W. Schlupp bei günſtiger Witterung im
Herrn=
garten (Pergola) nach folgendem Programm: König Karl,
Marſch von Unrath; Ouvertüre zur Oper Oberon von Weber;
Weaner Madln, Walzer von Ziehrer; Polonaiſe A=Dur von
Chopin; Ein Immortellenkranz auf das Grab Alb. Lortzings von
Roſenkranz; Unter Waffengefährten, Marſch von Teike.
— Jahreshauptverſammlung des Evangeliſchen Bundes.
Zweig=
verein Darmſtadt. Am Donnerstag abend hielt der Zweigverein
Darmſtadt des Evangeliſchen Bundes ſeine
Jahreshauptverſamm=
lung ab. Der große und der kleine Saal des Gemeindehauſes in
der Kiesſtraße waren übervoll. Erfreulicherweiſe waren aus allen
Gemeinden und, was mehr ſagen will, aus allen
Geſellſchafts=
ſchichten zahlreiche Mitglieder erſchienen. Es hatte den Anſchein,
als ob in dieſer Zeit die Mitglieder des Bundes ein beſonderes
Bedürfnis empfunden hätten, zu ihrem Bunde zu ſtehen. Der
Vorſitzende, Pfarrer Dr Berger, eröffnete die
Jahreshauptver=
ſammlung mit einem Jahresbericht. Er konnte nochmals die
er=
freuliche Tatſache würdigen, daß der Bund in Darmſtadt in den
letzten drei Jahren ſeinen Beſtand verdoppelt hat. Allein im
letz=
ten Jahre traten über eintauſend neue Mitglieder bei.
Außerordentlich rege war die Vortrags= und
Verſammlungstätig=
keit. Erinnert ſei nur an das „Chriſtus=Myſterium” Hildebrands
in der Stadtkirche, die Auguſtanafeier in der Feſthalle u. a. m.
Bedauerlicherweiſe waren die rein wiſſenſchaftlichen
Vorträge die für die Gebildeten unſerer Stadt berechnet
waren und die in der Zeit der weltanſchaulichen Kriſe beſonders
notwendig ſind, trotzdem erſte Wiſſenſchaftler gewonnen werden
konnten, recht ſchlecht beſucht. Wir werden darauf im kommenden
Winter beſonderen Wert legen müſſen, daß hierin eine Beſſerung
eintritt. Der große Zuſtrom zum Evangeliſchen Bund hat freilich
in der großen Not ſeine Urſache. Viele Evangeliſchen fühlen ihre
heiligſten Güter bedroht, gleichermaßen von der Gottloſigkeit als
auch vom römiſchen Ultramontanismus. An einzelnen
Vorkomm=
niſſen wurden dieſe Gefahren beleuchtet. — Den Kaſſenbericht
er=
ſtattete der Schriftführer und Rechner, Lehrer Weiß, dem der
beſondere Dank ausgeſprochen wurde. Die Vorſtandswahl ergab
die Wiederwahl der ausſcheidenden Vorſtandsmitglieder Zahnarzt
Dr. Repp. Dekan Zimmermann, Betriebsinſpektor Kleinert.
Büro=
direktor Langsdorf. Inſpektor Roth. Studienrat Krämer, Frau
Oberin Walter, Pfarrer Dr. Bergér, Rechtsanwalt Dr.
Dingel=
dey, und die Neuwahl von Oberregierungsrat Kadel, Oberſekretär
Feuerbach, Lehrer Eckert, Kaufmann Boller. — Ein wirklich „
ge=
mütlicher” Teil folgte dieſem geſchäftlichen. Muſikvorträge, in
denen Dr. Dingeldey ſich wieder als Meiſter zeigte, wechſelten mit
Deklamationen in feinſter Sprache von Frl. Ausfelder, Lichtbildern
über die „Lutherſtätten”, der Teepauſe und dem Schlußwort des
Vorſitzenden, der zur Vertiefung der religiöſen Gemeinſchaft am
Evangelium aufforderre.
„Golf jr.”, die Modeform der Saison!
— Evangeliſche Stadtmiſſion E. V., Darmſtadt, Mühlſtr. 24.
Am Sonntag, dem 3. Mai, nachmittags 3 Uhr, findet im großen
Saale der Stadtmiſſion die alljährliche Frühjahrskonferenz des
Starkenburger Gemeinſchaftsverbandes ſtatt. Das Thema dieſer
Konferenz lautet: „Das vierfache Amt des Heiligen Geiſtes”,
Red=
ner: Herr Prediger Kreyſcher aus Michelſtadt. Herr
Stadtmiſ=
ſionsinſpektor Bringmann=Darmſtadt, Herr Prediger Menne=
Ar=
heilgen, Herr Prediger Neuber=Eberſtadt. Im Anſchluß an die
Konferenz findet eine Gemeinſchaftsabendmahlsfeier ſtatt die Herr
Studienrat Knöpp=Darmſtadt halten wird. Zu dieſer Konferenz
ſind alle eingeladen, die mit Ernſt Chriſten ſein wollen. Der
Ein=
trit iſt frei.
Lokale Veranſtallungen.
Die bſerunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu brinadhten.
—in keinem Fallie irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Vortrag. Die unſerer Geſittung drohenden ſchweren
Gefahren beſchäftigen heute mit ernſteſter Beſorgnis alle
einge=
weihten Volkskreiſe. Die Ortsgruppe Darmſtadt des Kampfbundes
für Deutſche Kultur hat daher den bekannten Vererbungsforſcher
Dr. Werner Kulz zu einem Vortrag über „
Kulturum=
ſturz?” gewonnen. Der Vortrag findet am Donnerstag, den
7. Mai, abends 8,15 Uhr, im Städtiſchen Saalbau zu Darmſtadt
ſtatt. Eintrittskarten zu 2. 150 und 1 Mark (genummert), ſowie
0,50 Mark (ungenummert) ſind im Vorverkauf bei den
Buchhand=
lungen Carius, Schulſtraße 10, und Waitz. Eliſabethenſtraße 16,
ſowie an der Abendkaſſe zu haben. — Mitglieder des
Kampf=
bundes Studenten, Schüler und Erwerhsloſe erhalten gegen
Aus=
weis Preisermäßigung. (Siehe auch Anzeige in der heutigen
Ausgabe.)
— Brauerei Schul, Schloßgaſſe Sonntag, den
Mai, abends, findet in der Brauerei Schul Konzert,
ausge=
führt von einem Enſemble des Stadt=Orcheſters, ſtatt.
Vereinskalender.
— Bayer. Inf=Reg. Nr. 18. Kameraden, die im
ehe=
maligen kgl. bayeriſchen Inf.=Regt. Nr. 18 in Landau gedient
haben, werden gebeten, ſich zu einer Beſprechung über die 50jähr.
Regiments=Gründungsfeier in Landau (Pfalz) am Dienstag abend
bei Gaſtwirt W. Nagel, Mauerſtraße 24, einzufinden.
Die großen Landes= und Provinzial=Turniere
der ländlichen Reiter=Bereine.
die Markſteine dieſer Bewegung bedeuten und einen großen Ueberblick
über Pferdezucht, Verwendung des Pferdes und reiterliche Leiſtungen
in den betreffenden Landesteilen bedeuten, finden 1931 an den folgenden
Orten ſtatt: für Württemberg am 29. Mai in Biberach=Riß; für
Han=
nover vom 2. bis 7. Juni in der Stadt Hannover; für Rheinheſſen am
13. und 14. Juni in Alzey; für Oldenburg vorausſichtlich am 14. Juni
in der Stadt Oldenburg; für Oberſchleſien am 28. und 29. Juni in
Neu=
ſtadt i. O.; für Braunſchweig am 4. und 5. Juli in der Stadt
Wolfen=
büttel; für die Provinz Pommern am 19. Juli in Stettin; für den
Ver=
band der Reitervereine des Hamburger Stadt= und Landgebietes in
Farmſen vom 29. bis 30. Auguſt; für die Grenzmark am 13. September
in Schneidemühl; für Oſtpreußen an einigen Tagen zwiſchen dem 13.
und 20. September in Inſterburg; für Mecklenburg=Schwerin am 19. und
20. September in Güſtrow; für Oſtfriesland an einem Tage im
Sep=
tember in Aurich; für Thüringen am 18. und 19. September in Eiſenach;
für Niederſchleſien am 26. und 27. September in Breslau; für
Schles=
wig=Holſtein am 26. bis 28. September in Neumünſter; für Bayern am
28. September bis 4. Oktober in München. Es finden 1931 keine
Landes=
turniere ſtatt in Baden, Brandenburg, der Provinz Sachſen und in
Weſtfalen. Unbeſtimmt ſind noch die Termine der Landes= bzw.
Provin=
zial=Turniere füe Heſſen=Naſſau, Lippe. Mecklenburg=Strelitz, Rheinland
und den Freiſtaat Sachſen
Orpheum. Gaſtſpiel der „Truppe im Weſten”, mit
Friedrich Wolfs Schauſpiel in 6 Bildern „Die Matroſen
von Cattaro‟. Der geſtrigen Erſtaufführung des Wolfſchen
Schauſpiels wurde eine ſehr beifällige Aufnahme zuteil. Nicht
zuletzt dank der packenden, aufopfernden Wiedergabe des
En=
ſembles. Das Werk bleibt auch noch die nächſten Tage, bis
ein=
ſchließlich Mittwoch, den 6. Mai, auf dem Spielplan. Es ſei
wie=
derholt darauf hingewieſen, daß die Eintrittspreiſe nicht
er=
höht ſind. Mitglieder der Volksbühne der
Volkshoch=
ſchule und gewerkſchaftlicher Organiſationen
haben etwa 50 Prozent Ermäßigung, worauf
ausdrück=
lich aufmerkſam gemacht wird. Vorverkauf im Verkehrsbüro von
11 bis 1 Uhr, ab 11—6 Uhr im Kiosk Paradeplatz ſowie an der
Orpheumskaſſe, ab 2 Uhr, ununterbrochen. Auswartigen
Be=
ſuchern Rechnung tragend, iſt der Beginn der heutigen
Vor=
ſtellung auf 8 Uhr angeſetzt. (Siehe Anzeige.)
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
Erkran=
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag,
den 3. Mai 1931, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit:
Dr. med. Bernet, Wittmannſtr. 7. Telephon 2175; Dr. med.
Sachs, Hügelſtraße 41, Telephon 726; Dr. med Wißmann,
Stiftsſtraße 7, Telephon 1978.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
an=
ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom 2. Mai bis 9. Mai die
Apothke am Juſtizpalaſt, Bismarckſtraße 9, Einhorn=
Apo=
theke, Kirchſtraße 10"..
Aus den Parkeien.
— Die Deutſche Volkspartei macht ihre Mitglieder
darauf aufmerkſam, daß am kommenden Montag, dem 4. Mai,
abends 8.15 Uhr, im großen Saale der Krone, Darmſtadt,
Schuſter=
gaſſe, eine Mitgliederverſammlung ſtattfindet, in der Herr
Rechts=
anwalt Dr. Mattern in einem Vortrag über „
Gegenwartsfra=
gen der Außenpolitik” zu den überaus wichtigen Fragen der
Re=
parationspolitik, der Handelsverträge, der Abrüſtung uſw. uſw.
ſprechen wird. Herr Dr. Mattern hat in verſchiedenen Artikeln
bereits erwieſen, daß er ein beſonderer Sachkenner auf dieſem
Ge=
biete iſt. Auf der Tagesordnung der Sitzung ſteht außerdem die
Wahl eines 2. Vorſitzenden an Stelle des verſtorbenen Konrad
Haury. Die Mitglieder werden um zahlreiches Erſcheinen
gebe=
ten. Die Einführung von Gäſten iſt erwünſcht.
Gleichzeitig wird darauf hingewieſen, daß am 12. Mai in des
Woogsturnhalle abends 8 Uhr eine große Kundgebung der
Par=
tei ſtattfindet, in der der volksparteiliche Reichstagsabg.
General=
oberſt von Seeckt, der Schöpfer der Reichswehr, und der
Partei=
führer Dingeldey ſprechen werden, und zwar erſterer über
„Deutſche Wehrfragen” und letzterer über „Deutſche
Schickſalsfra=
gen . Die Mitglieder erhalten hierzu Eintrittskarten zu 30 Pf.
im Vorverkauf auf der Geſchäftsſtelle, Darmſtadt, Zimmerſtr. 1,
Telephon 3540. Nichtmitglieder zahlen 60 „Pf. Da anzunehmen
iſt, daß die Turnhalle ausverkauft ſein wird, empfiehlt es ſich die
Karten im Vorverkauf zu löſen. Gegebenenfalls können am Abend
nur diejenigen Perſonen eingelaſſen werden, die im Beſitze einer
Eintrittskarte ſind. Ab 7 Uhr konzertiert eine Kapelle ehemaliger
Militärmuſiker unter Leitung von Obermuſikmeiſter Mickley.
Tageskalender für Sonntag, den 3. Mai 1931.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, 14.30—16.45 Uhr
Geſchloſſene Vorſtellung: „Im weißen Röß’l”. — 20—22.30 Uhr,
C 22: „Turandot” — Kleines Haus, 19.30—22.15 Uhr, außer
Miete: „Der Graue”. — Orpheum. 20.15 Uhr: „Matroſen
von Cattaro”, — Konzerte: Zur Oper. Rheingauer
Wein=
ſtube, Schloßkeller, Datterich. Sportplatz=Reſt. am
Böllenfall=
tor, Hotel=Reſt. Poſt, Sport=Café=Reſt. am Meßplatz, Monopol,
Brauerei Schul, Rummelbräu= Café=Bar Martini, Zum
Tropf=
ſtein. Zum Haferkaſten, Alter Ratskeller, Reichshof, Reſtaur,
Bürgerhof, Wiener Kronenbräukeller, Café Jöſt, Zum
Chauſſee=
haus; Ludwigshöhe, nachmittags 4 Uhr. —
Kinovorſtel=
lungen= Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele; Helia, vor
mittags 11½ Uhr: Deutſchlands Flotte im Mittelmeer.
Die Reichs-Statistik zeigt, dass bisher mehr als
die Hälfte aller Raucher für 10 Zigaretten 50 Pf.
bezahlte. Heute aber kaufen Millionen
ein-
sichtiger Raucher 9 Stück zu 40 Pf. und zwar
Greiling Schwarz Weiss. Diese alles
überra=
gende Zigarette gewinnt noch täglich
neue Anhänger, denn wer sie auch nur
ein einziges Mal probiert, ist begeistert.
Wohlgemerkt: Schwarz Weiss ist (trotz
des niedrigen Preises!) echt
macedo-
nisch! Sie ist in Aroma und Bekömmlichkeit
nicht zu überbieten. Wer nicht
voreingenom-
men nach dem Preis urteilt, sondern den Ge-
Schmack streng aber gerecht prüft, muss
zu-
geben: Man kann jetzt. sparen, ohne sich ein-
Zuschränken -ohne den Genuss zu schmälern.
Packungen: RM-,40 u. 1,20
Gold und Dick-rund o. M.
IV zre5
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Nummer 122
Sonntag, den 3. Mai 1931
Dg. Arheilgen, 1. Mai. Der hieſige evangeliſche
Jungmäd=
ſchenverein kann in dieſem Jahre auf ein 60jähriges Beſtehen
zurück=
blicken und dürfte ſomit einer der älteſten Jungmädchenvereine in ganz
Heſſen ſein. Aus dieſem Anlaß ſind verſchiedene Veranſtaltungen in
ſchlichtem Rahmen geplant. So ſoll am Samstag, den 9. Mai, eine
kleine Feſtfeier ſtattfinden. Am Samstag, den 16. Mai, folgt die
Auf=
führung des Spiels von der heiligen Eliſaheth. Der eigentliche Feſttag
iſt der Sonntag, 17. Mai, zu dem eine größere Anzahl benachbarter
Vereine erwartet wird. — Hunde=Prüfung. Die
Dreſſurverei=
nigung 1913 hielt ihre erſte Prüfung ab, die in allen Teilen ſehr gut
verlief. Die gezeigten Leiſtungen der Hunde und Führer waren ſehr
gut, was auch von dem Richter voll und ganz anerkannt wurde. Des
weiteren plant der Verein, demnächſt eine Werbevorführung zu
ver=
anſtalten, worauf Intereſſenten jetzt ſchon hingewieſen ſeien —
Kon=
firmationsfeier. Bei einer tor einiger Zeit ſtattgefundenen
Be=
ſprechung haben die im Jahre 1881 in unſerem Orte Konfiumierten
be=
ſchloſſen, einer auch in dieſem Jahre ergangenen Einladung des
evan=
geliſchen Kirchenvorſtandes Folge zu leiſten und eine kleine Feier der
goldenen Konfirmation zu veranſtalten. Von den 68 damals
konfir=
mierten Schulkameraden ſind noch 35 am Leben. Zu der Feier, die am
zweiten Pfingſtfeiertag ſtattfindet, ſollen auch diejenigen Altersgenoſſen
eingeladen werden, die nicht hier konfirmiert wurden, aber im Laufe der
Jahre nach Arheilgen gekommen ſind. Sollte es hierbei vorkommen, daß
einzelne Perſonen unbeabſichtigt vergeſſen werden, ſo werden dieſe
ge=
beten, ſich im Pfarrhauſe zu melden. — Volkstanzabend des
Turnvereins (D. T.). Der vor 14 Tagen durchgeführte
Volks=
tanzabend, der ein guter Erfolg für den Verein war, wird auf
allgemei=
nen Wunſch am Samstag, den 9. Mai, in der Turnhalle wiederholt,
Das Programm erhält durch Einlegen verſchiedener neuer Darbietungen
und ſonſtige Aenderungen eine ganz beſondere Note. — Eine
Feier=
ſtunde der Jugend veranſtaltet der hieſige Arbeiter=Turn= und
Sportverein am kommenden Montag abend in ſeinem Vereinshaus auf
dem Sportplatz. Turngenoſſe Bepperling wird u. a. einen intereſſanten
Vortrag halten. — In der Schulturnhalle findet am Sonntag
vor=
mittag (3. Mai) ein Ausſcheidungsturnen der Jugend ſtatt.
Die Jugendriege des Arbeiter=Turn= und Sportvereins wird zur
Er=
mittlung der Bezirksmeiſterſchaft im Geräteturnen ihre Kräfte mit der
Eberſtädter Jugend meſſen.
J. Griesheim, 2. Mai. Jubiläums=Gauturnen des
Main=Rhein=Gaues. Die Vorarbeiten für das 50.
Gauturn=
feſt vom 27. bis 29. Juni in Griesheim haben bereits gute Fortſchritte
gemacht. In den Ausſchüſſen, die für die einzelnen Fachgebiete gebildet
wurden, wird eifrige Arbeit geleiſtet. Rüſtig ſchreitet der Ausbau der
Turnplatzanlage, die gerade zur Abhaltung größerer Feſte als ideal
be=
zeichnet werden muß, vorwärts und bietet Gewähr, daß eine glatte
Ab=
wicklung der Wettkämpfe gewährleiſtet iſt. — Die Heag läßt ihre
Wagen ab 1. Mai d. J. fünf Minuten früher gehen. Die ſtändig
fah=
renden Gäſte wurden, durch die Heag nicht in Kenntnis geſetzt, ſondern
ſie merkten geſtern bei der früheren Abfahrt, daß eine Aenderung der
Fahrzeiten eingetreten iſt. — Am morgigen Sonntag findet im Feſtſaal
„Zum grünen Laub”, hier, eine einmalige Wiederholung des mit
gro=
ßem Erfolg aufgeführten Schwanks „Gurra — ein Junge!” durch die
Sängervereinigung „Germania” ſtatt.
F Eberſtadt, 2. Mai. Gemeinderatsſitzung. In der
letz=
ten Gemeinderatsſitzung erſtattete der Bürgermeiſter Dr. Uecker den
Rechenſchaftsbericht für das Rechnungsjahr 1929, der debattelos zur
Kenntnis genommen wurde. Die Prüfung der Gemeinderechnung, der
Rechnung des Gemeinde=Waſſerwerks und des Gemeinde=
Elektrizitäts=
werks für das genannte Rechnungsjahr wurde der Finanzkommiſſion
überwieſen. Hierauf trat der Gemeinderat in die Beratung des
Ge=
meinde=Voränſchlages für das Rechnungsjahr 1931
ein. Durch die Annahme einer Reihe von Anträgen, denen der
Finanz=
ausſchuß bei der Vorberatung bereits zugeſtimmt hatte, gelang es, die
Ausgaben, die nach dem Entwurf der Verwaltung eine Geſamtſumme
von 577 966,09 RM. ergaben, um 8920 RM. zu drücken, ſo daß das
Ge=
meinde=Budget unter Zugrundlegung der gleichen Steuerausſchlagsſätze,
wie ſie für das Rechnungsjahr 1930 beſchloſſen waren, ſich in Einnahme
und Ausgabe mit 569 046,09 RM. ausgleicht. Die in der Notverordnung
des Herrn Reichspräſidenten vorgeſchriebene Realſteuerſenkung für das
Rechnungsjahr 1931 wird allerdings einen Minderertrag ergeben, der
beſtimmungsgeuäß ſeinen Ausgleich jedoch durch einen entſprechenden
Zu=
ſchuß aus Staatsmitteln erfahren wird. In Abteilung 2 (Für das
Vermögen) ſchließt der Voranſchlag in Einnahme und Ausgabe mit
168 303,07 RM. Mit 18 gegen 2 Stimmen wurde der Voranſchlag unter
Ablehnung aller Anträge der Kommuniſtiſchen Partei bei der Schluß=
Tabſtimmung angenommen. Die im Rechnungsjahr 1930 erhobenen
„vorläufigen” Gemeindeſteuern werden durch Beſchluß des Gemeinderats
als „endgültige” erklärt. Die Einführung der erhöhten
Bier=
ſteuer lehnte der Gemeinderat einſtimmig ab, obwohl
der Bürgermeiſter erklärte, daß ſie die Gemeinde beſtimmungsgemäß
einführen müſſe, und ihr auf 6000 RM. geſchätzter Mehrertrag unter
Rubrik 48 (Sonderſteuern) bereits in Einnahme geſtellt iſt. Die
An=
lieferung von 51 Zentnern Saatkartoffeln wird dem Andreas Rohr zum
Preiſe von 4,75 RM. pro Zentner übertragen. Das Plenum wünſchte.
daß die durch Penſionierung des Förſters Thomas Kirſchner
freigewor=
dene Förſterſtelle der Gemeinde alsbald definitiv beſetzt wird. Die
Ver=
waltung wurde erſucht, die erforderlichen Schritte zu unternehmen.
Wei=
ter beſchließt der Gemeinderat, für die Kulturarbeiten künftig weibliche
Arbeitskräfte nur dann zuzulaſſen, wenn kein Dovpelverdienſt vorliegt.
Die Koſten der Baulandumlegung an der Darmſtädterſtraße werden auf
die Gemeindekaſſe übernommen. Zu dem 7. Nachtrag des Ortsbauſtatuts
hat das Miniſterium Erinnerungen erhoben. Den gemachten
Abände=
rungsvorſchlägen ſtimmte der Gemeinderat zu. Folgende Baugeſuche
werden genehmigt: 1. F. Schulz für einen Wohnhausneubau in der
Frankenſteinerſtraße: 2. Miſſions=Seminar „Marienhöhe” für einen
Werkſtätten=Neubau; 3. Johannes Meyer 2. für einen Wohnhausneuban
in der Paliſadenſtraße: 4. Raab für Errichtung einer Tankſtelle auf dem
Anweſen „Holkar”.
Aa. Ebrſtadt, 2. Mai. Der Gemeindevoranſchlag für
das Rechnungsjahr 1931 liegt vom Montag, den 4. Mai, während der
Dienſtſtunden auf der Bürgermeiſterei auf, und zwar auf die Dauer von
einer Woche, Einwendungen ſind innerhalb der Offenlegungsfriſt
ſchrift=
lich oder zu Protokoll gegeben.
Aa. Eberſtadt, 2. Mai. Himmelfahrtstag=Gottesdienſt
auf dem Frankenſtein. Auch in dieſem Jahre findet am
Him=
melfahrtstag ein Frühgottesdienſt auf dem Frankenſtein ſtatt. Der
Got=
tesdienſt beginnt vormittags um halb 8 Uhr. Er wird von der
Evan=
geliſchen Jugendgemeinde Eberſtadt veranſtaltet. Als Prediger iſt der
Landesjugendpfarrer Lie, von der Au=Darmſtadt gewonnen. — Die
Turngeſellſchaft E. V. unternimmt am Himmelfahrtstag eine
Wande=
rung nach dem Felſenmeer.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 2. Mai. Gute Obſtausſichten. Die
ſich jetzt immer mehr entfaltende Baumblüte läßt darauf ſchließen, daß
in dieſem Jahre mit einer guten, wenn nicht ſogar Vollernte zu rechnen
iſt. Durch das bisherige kühle Wetter wurden die Bäume möglichſt
zu=
rückgehalten und waren daher den Nachtfröſten nicht ausgeſetzt. Mit
der vorgerückten Jahreszeit iſt kaum mehr damit zu rechmen, daß noch
irgend welche Witterungseinflüſſe die Baumblüte irgendwie
beeinträch=
tigen. — Steuerliches. Nachdem die Steuerbeſcheide für die
Lan=
desſteuern nunmehr zugeſtellt ſind, erhebt ſich überall die Klage, daß
die Steuerbeſcheide gegenüber dem Vorjahre geſtiegen ſind. Vielfach
wird angenommen, daß dies auf eine Erhöhung des Vermögens
zu=
rückzuführen ſei. Dies trifft nicht zu; die Erhöhung gründet ſich einzig
und allein auf die zum Teil verdreifachten Grundſteuerſätze. Die
Son=
dergebäudeſteuer iſt die gleiche geblieben. Die Bürgermeiſterei, die
viel=
fach um Ermäßigung der Steuer angegangen wird, iſt in dieſer Sache
unzuſtändig. Lediglich was die Mietunterſtützungen anbelangt, iſt Sache
der Bürgermeiſterei. Aber auch hier können für das Jahr 1931 zurzeit
noch keine Anträge entgegengenommen werden, weil die näheren
Aus=
führungsbeſtimmungen noch fehlen. Zu gegebener Zeit ergeht ortsübliche
Bekanntmachung.
G. Ober=Ramſtadt, 2. Mai. Gemeinderatsſitzung. Zum
erſten Punkt der Tagesordnung wird ein Schreiben des
Vermeſſungs=
amtes Darmſtadt=Land vom 14. April zur Kenntnis genommen und,
nachdem die im Verhandlungstermin mit den Beteiligten erhobenen
Be=
anſtandungen rechtskräftig erledigt ſind, die Durchführung der Umlegung
beſchloſſen. Als Vertreter der Gemeinde in dem zu bildenden
Umlegungs=
ausſchuß wird Bürgermeiſter Rückert, als Stellvertreter Beigeordneter
Braband beſtimmt. Der Gemeinderat genehmigt, die aufſichtsbehördliche
Zuſtimmung vorbehaltend, die Ueberbauung der Modau beim Anweſen
Nieder=Ramſtädterſtraße 26, ſoweit dies für die Erweiterung der
Werk=
ſtätte des Gefuchsſtellers nötig. Den geſetzlichen Beſtimmungen iſt
ſelbſt=
verſtändlich voll und ganz zu entſprechen. Arthur Heinz jr. bittet um
Erlaubnis zum Betrieb eines Kaffees mit Wein= und Likör=Ausſchank
im Hauſe Darmſtädterſtraße 9. Die Gaſtwirte=Innung, Sitz Darmſtadt,
hat mit Schreiben vom 27. v. M. gegen den Antrag Stellung genommen.
Nach Bekanntgabe der Beſtimmungen des Gaſtſtättengeſetzes wird ſodann
bei ſchriftlicher Abſtimmung mit 10 gegen 6 Stimmen die
Bedürfnis=
frage verneint. Nach Bekanntgabe eines Kommiſſionsbeſchluſſes vom 28.
April wird bei ſchriftlicher Abſtimmung mit 10 gegen 5 Stimmen, bei
einem unbeſchrieben abgegebenen Stimmzettel, beſchloſſen, für drittſtellige
Hypotheken im Geſamtbetrage von 17500 RM. vorbehaltlich
kreisamt=
licher Genehmigung, die Gemeindebürgſchaft zu übernehmen. Dieſer
Be=
trag verteilt ſich auf 12 Wohnhäuſer. Die Baugenoſſenſchaft wird
be=
ſtrebt ſein, alsbald nach Genehmigung dieſer Bürgſchaftsübernahme
durch das Kreisamt, die fraglichen Häuſer an die Kaufliebhaber
abzu=
treten und erforderlichenfalls die Hausmieten entſpreckend zu erhöhen.
Die Mehrverloſung von 40,35 Fm. Losholz an die Ortsbürger im Jahre
1928, die ſich aus dem ungüſtigen Anfall einzelner Holzarten ergab,
wird nachträglich genehmigt. Peter Mink 8. ſoll von der Gemeinde
einen Bauplatz in der Lichtenbergſtraße (früher Knösſches Grundſtück)
nach noch näherer Beſtimmung der Lage und Feſtſetzung des
Abgabe=
preiſes, erhalten. Zu dem am 3. Mai ſtattfindenden
Gemarkungsgrenz=
gang in den Forſtort „Hainböhl” wird der Gemeinderat eingelgden.
T. Groß=Zimmern, 2. Mai. Zu dem von uns berichteten
rätſelhaf=
ten Tod einer hieſigen jungen Frau wird uns heute mitgeteilt: Bei der
Sektion der Leiche wurde feſtgeſtellt, daß der Tod infolge Herzfchlags
eingetreten war.
i. Von der Bergſtraße, 2. Mai. Die diesjährige Pfingſttagung
des W. S. C. findet vom 17. bis 19. Mai auf der Wachenburg ſtatt.
— Gernsheim, 2. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
1. Mai 1.81 Meter, am 2. Mai 1.94 Meter, morgens 5.30 Uhr.
Aus Mainz.
* Ein Kind von einem Auto totgefahren. Im Stadtteil Amöneburg
fuhr ein ſchwerer Perſonenwagen mit etwa 80 Kilometer Geſchwindigkeit
auf der Wiesbadener Straße. Plötzlſch lief das fünfjährige Söhnchen des
Arbeiters Hildebrand über die Straße. Wegen des ſchnellen Tempos
konnte der Fahrer den Wagen nicht mehr zum Stehen bringen und
über=
rannte das Kind, das etwa 20 Meter mitgeſchleift wurde und ſo
ſchreck=
liche Verletzungen erlitt, daß es gleich darauf ſtarb. Die Fahrer wollten
die Flucht ergreifen und reizten durch ihr Verhalten die herbeigeeilten
Leute dermaßen, daß es, wenn die Polizei nicht zur Stelle geweſen wäre,
zur Lynchjuſtiz gekommen wäre. Die Fahrer wollten ſich mit Gewalr
die Straße frei machen und drohten mit Schießen. Der hinzugekommene
Polizeiwachtmeiſter verhaftete die beiden und führte ſie zur Woche. Beim
Durchſuchen des Wagens fand man einen unter dem Sitz verſteckten
Re=
volver.
* Erfolgreiche Jagd nach einem geſtohlenen Auto. Einem
Architek=
ten iſt nachts ein Vierſitzer=Opelwagen, den er am Triton=Platz abgeſtellt
hatte, geſtohlen worden. Eine Polizei=Fahrradſtreife bemerkte gegen
1.45 Uhr einen Opel=Wagen, der in großer Geſchwindigkeit durch das
Villenviertel fuhr. Der Führer einer in kurzem Abſtande folgenden
Kraftdroſchke wurde von der Streife angehalten und gebeten, die
Ver=
folgung mit den Beamten aufzunehmen. Der Wagen des Architekten
wurde in der Freiligrathſtraße in unmittelbarer Nähe des Wanderheims
aufgefunden und ſichergeſtellt.
* Raubüberfall in einer Laubenheimer Billa.
Fabrikant Torbecke und ſeine Frau, die im benachbarten
Lauben=
heim in einer Villa wohnen, wurden in der Nacht von Donnerstag auf
Freitag von einem Einbrecher aus dem Schlafe aufgeſchreckt, der
mit=
vorgehaltenem Nevolver „Geld her oder das Leben!” forderte. Der
Näuber war an der Dachrinne ſieben Meter hoch geklettert und durch
das geöffnete Fenſter in das Schlafzimmer des Fabrikanten
eingedrun=
gen. Torbecke händigte dem Einbrecher einen Geldbetrag aus, mit dem
dieſer jedoch nicht zufrieden war. Während nun der Fabrikant neues
Geld aus dem Nebenzimmer holte, gelang es der Frau, unbemerkt einer
Schublade einen Revolver zu entnehmen und dieſen gegen den
Ein=
brecher zu richten. Schließlich gelang es Torbecke, den Strolch zu faſſen
und nach kurzem Kampf durch das Fenſter in den Garten zu werfen,
von wo dieſer die Flucht ergriff. Auf der Flucht verlor der Einbrecher
ſeine Papiere. Danach handelt es ſich um den 22jährigen Erdarbeiter
Joſef Gehring aus Pechtal, Amt Waldkirch.
Wir erfahren hierzu noch folgende Einzelheiten: Der Ehemann rief
während des Kampfes ſeiner Frau zu, raſch das Notrufkommando zu
verſtändigen. Nach einer ziemlich langweiligen Telephonverbindung
teilte die Frau dem Beamten des Notrufkommandos mit, daß ſich ihr
Mann in einem lebensgefährlichen Kampfe mit einem mit einem
Revol=
der bewaffneten Einbrecher befinde und raſche Hilfe notwendig ſei. Der
am Telephon befindliche Beamte erklärte der Frau, daß das
Notruf=
kommando nicht zuſtändig wäre und ſie ſich an die
Orts=
polizei wenden ſolle. Mit dieſem Beſcheid mußte ſich die in großer
Auf=
regung befindliche Frau zufrieden geben und eilte wieder ihrem Manne
zu Hilfe.
Dieſem war es in der Zwiſchenzeit gelungen, den Räuber, der ihm
mit einer Schere mehrere Stiche in den Schenkel des einen Beines
bei=
gebracht hatte, zu überwältigen und durch das Erkerfenſter in den
Gar=
ten zu werfen. Der Räuber fiel laut aufſtöhnend auf ein weiches
Blumenbeet, war aber, als der Villeninhaber in den Garten eilte, wieder
aufgeſprungen, zog ſich über einen 2,20 Meter hohen Gartenzaun und
verſchwand in der Dunkelheit. Die am frühen Morgen durch den
über=
fallenen Villeninhaber herbeigerufene Gendarmerie unternahm unter
Leitung des Gendarmerie=Inſpektors Jöſt unter Zuhilfenahme eines
Polizeihundes ſofort die Verfolgung der Spur des Täters. Es wurde
feſtgeſtellt, daß der Einbrecher eine Schreckpiſtole bei ſich geführt hatte.
Die Spur führte durch einen Feldweg und mehrere Weinberge zur
Hauptſtraße nach Mainz und ging in der Nähe der Portland=
Zement=
fabrik verloren. Auf der Flucht hatte der Verbrecher ſeine Brieftaſche
verloren, und dieſelbe wurde von einem Laubenheimer Einwohner
ge=
funden und der Gendarmerie übergeben. Daraus iſt zu erſehen, daß
der Einbrecher der 22jährige Erdarbeiter Joſef Gehring aus Pechtal,
Amt Waldkirch, iſt. Aus den Papieren ging weiter hervor, daß G. erſt
vor einigen Wochen nach Verbüßung einer Strafe aus einem
auswär=
tigen Gefängnis entlaſſen worden war und in der Nacht vom 29. auf
30. April in der hieſigen Heilsarmee in der Welchnonnengaſſe
über=
nachtet hatte. Bis jetzt iſt es noch nicht gelungen, den Räuber zu
ver=
haften.
Muttertag
iſt am Sonntag, den 10. Mai. Da gilt es, der immer ſorgenden,
nimmermüden, raſtlos tätigen Mutter, eine Freude zu bereiten.
Neben vielen praktiſchen Gaben, macht wohl eine gute
Photo=
graphie vom erſten Schulgang „Für die liebe Mutter”
oder eine ſchöne Vergrößerung „Der lieben Oma” am meiſten
Freude. Wir verweiſen auf die Anzeige der Intereſſen=
Gemeinſchaft Darmſtädter Photographen in der
heutigen Ausgabe.
Die Süddeutſche Möbelinduſtrie Gebr. Trefzger,
G. m. b. H., in Raſtatt, verweiſt auf ihre heutige Anzeige und
bittet Intereſſenten, ausführlichen Katalog anzufordern.
Preisabbau in WAſ=Patent=Beſtecken!
Wie wir hören, hat die Württembergiſche Metallwarenfabrik
Geislingen=Steige die Preiſe für ihre weltbekannten WMF=
Patent=Beſtecke herabgeſetzt und ſomit in erfreulicher Weiſe den
Zeitverhältniſſen Rechnung getragen.
Zwei Fehler bei der Fütterung des Hundes.
Trotz emſiger Vereinsarbeit, trotz Aufklärungsarbeit der ind
tereſſierten Induſtrie wird bei der Fütterung des Hundes noch
viel geſündigt. Uebertriebene Breikoſt und ubertriebene
Fleiſch=
fütterung ſind vom Uebel. Die breiige, ſuppige Koſt macht den
Hund plump, maſſig, fett und faul. Auch Durchfall wurde
be=
obachtet. Fleiſch dagegen hat wieder ekzemartige Ausſchläge und
läſtige Ausdünſtungen — man ſpricht vom Hundegeruch — zur
Folge. Aus reicher Zwinger=Erfahrung empfiehlt man heute:
trocken und hart füttern! Spratt’s Hundekuchen füttern! Dieſe
trockene, harte Spratt’s=Koſt ſtärkt Zähne und Kaumuskeln und
verhindert ſinnloſes Schlingen. Spratt’s verlangt viel
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abſonderung, die wieder eine wohltuende, ſchleimige Wirkung in
Magen und Darm ausübt. So trocken und hart die keksartigen
Spratt’s=Kuchen ſind, ſo ſehnig und raſſig wird Ihr Hund ſein.
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Seite 10
konntag, den 3. Mai 1931
Nummer 122
Die glückliche Geburt eines geſunden Töchterchens Mario
zeigen in Freude und Dankbarkeit an
Dr. med. Ernſt Georgi und Frau
Käthe, geb. Tbiele.
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Nieder=Ramſtadt, den 2. Mai 1931
z. Zt. Wöchnerinnenheim des Alicehoſpitals Darmſtadt.
Statt Karten.
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Die Verlobung unſerer Tochter Meine Verlobung mit Fräulein
Annelieſe mit Herrn Dipl.=Ing. Annelieſe Fabricius zeige ich
Ernſi Metzkes geben wir
be=
kannt.
Reglerunggrat Heinrich Fabricius
u. Frau Luiſe, geb. Sandmann.
Darmſtadt, Wittmannsſtraße 47.
3. Mai 1931
hiermit an
Dipl.=Ing. Ernſt Metzkes
Regierungsbauführer.
Darmstadt
Schütsenstr. 5
Niederramstädterstr. 14
Todes=Anzeige
Am 29. April 1931 ſtarb nach langem, ſchweren
Leiden meiu lieber, guter Mann, unſer guter Vater,
Schwiegervater und Großvater
Kammermuſiker i. R.
Mu Terntätel.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Katharina Bernhardt, geb. Zinko.
Darmſtadt, den 3. Mai 1931.
Auf Wunſch des Verſtorbenen hat die Beerdigung in
aller Stille ſtattgefunden.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die
ſchmerzerfüllte Nachricht, daß es Gott dem
All=
mächtigen gefallen hat, heute früh 7.30 Uhr unſere
innigſtgeliebte Tante, Schweſter und Schwägerin
Fräulein
Margarethe Ruths
im Alter von 64 Jahren nach längerem, mit
Ge=
duld ertragenem Leiden zu ſich zu abzurufen.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Peter Ruths und Frau.
Darmſtadt, den 2. Mai 1931.
Magdalenenſtr. 23.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. Mai,
nach=
mittags 3 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Reichsbund d. Zivildlenſtberechtigten
Verein Darmſtadt.
Dr. med.
Wilhelm Jockel
verreiſt!
Vertretung haben
gütigſt übernomm.:
S.=Rat Dr. Quetſch,
Bleichſtraße 7.
Dr. med. H. Weyell,
Hölgesſtraße 16.
Dr. med. Nauheim,
Landwehrſtr. 14.
(6723b)
Am 1. Mai verſchied, unſer
lang=
jähriges, treues Mitglied
Kamerad
Clemens Zimmermann
8ollbetrlebsafſiſtent i. R.
Die Veerdigung findet am
Mon=
tag, den 4. Mai, um 15 Uhr, auf
dem alten Friedhof ſtatt.
Wir bitten um zahlreiche
Be=
teiligung.
Der Vorſtand.
70231
Dankſagung.
Für die uns bewieſene
Anteil=
nahme bei dem uns betroffenen
ſchweren Verluſie ſprechen wir
hierdurch Allen unſeren
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infolge Unglücksfalles plötzlich und unerwariet
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ſchieden iſt.
In tiefer Trauer:
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Winfried Klink.
Darmſiadt, den 30. April 1931.
Die Beerdigung findet in aller Stille ſiatt.
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geliebte Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
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über das eheliche Güterrecht
und das Erbrecht der Ehegatken
nach dem Bürgerlichen Geſetzbuch für
das Gebiet der hieſigen Stadt werden
kofkenfrei
bei dem hieſigen Standesamt in
Darm=
ſtadt (Marktplatz — Rathaus) während
der Dienſtſtunden abgegeben. (7005
Darmſtadt, den 1. Mai 1931.
Heſſiſches Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekannkmachung.
Die Gewerbeſcheine (Gewerbe=
Patente) für 1931 ſind von den
Ge=
werbetreibenden der Stadt Darmſtadt
gegen Entrichtung der Stempelgebühr
von 2.— RM. bei Meidung von
Mah=
nung und Beitreibung bis längſtens
15. Mai 1931 bei der Finanzkaſſe in der
Kaſerne, Alexanderſtraße 22, auf
Zim=
mer 45 während der bekannten
Kaſſen=
ſtunden einzulöſen.
(6967
Darmſtadt, den 1. Mai 1931.
Finanzamt Darmſtadt=Stadt.
Vergebung von Fuhrleiſtungen.
Die Abfuhr von ca. 1300 rm
Brenn=
holz aus den ſtädtiſchen Waldungen, und
zwar aus den Bezirken Eichelacker 15,
Maitanne 31a. Saufang 13 pp. nach
dem ſtädtiſchen Holzhof
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ſtraße 54 ſoll vergeben werden. Alles
Nähere iſt in dem Dienſtgebäude,
Zim=
mer 39, des unterzeichneten Amtes zu
erfahren. Angebote ſind bis 11. Mai
ds. Js., vormittags 10 Uhr, in
ver=
ſchloſſenem Briefumſchlag in Zimmer 39
des Amtsgebäudes einzureichen. Nach
dieſem Zeitpunkt einlaufende Angebote
können keine Berückſichtigung mehr finden,
Die Genehmigung der Vergebung,
ſowie die Auswahl unter den
An=
bietenden bleibt dem Herrn
Oberbürger=
meiſter vorbehalten.
(st. 6989
Darmſtadt, den 2. Mai 1931.
Städtiſches Wohlfahrts= und Jugendamt faſt neu, bill. abzug.
Bauarbeiten.
Die Schreiner= und Schloſſerarbeiten
bei der Errichtung einer
Schweineſchlacht=
halle im ſtädt: Schlachthof ſollen auf
Grund der Reichsverdingungsordnung
vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unter=
zeichneten Amte Grafenſtraße Nr. 30, I.
Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis Mittwoch, den
13. Mai 1931, 10 Uhr, bei dem ſtädt.
Hochbauamt, Grafenſtraße 30, I.,
Zim=
mer 9, einzureichen.
(st. 6987
Darmſtadt, den 2. Mai 1931.
Städt. Hochbauamt.
Friſeurtätigkeit im
Stadt=
krankenhaus.
Die Erlaubnis, zum Raſieren, Haar=
und Bartſchneiden der Patienten im
Stadtkrankenhaus ſoll alsbald infolge
Ausſcheidens des ſeitherigen Friſeurs
neu erteilt werden:
Die näheren Bedingungen ſind während
der Dienſtſtunden bei der Verwaltung ein=
(7032
zuſehen.
Die Angebote ſind bis zum 10. Mai
bei der Direktion des Stadtkrankenhauſes
in geſchloſſenem Briefumſchlag mit der
Aufſchrift „Friſeurtätigkeit; einzureichen.
Krankenhausdirektion.
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halb gibt es eine Grenze der Oualität, unter die wir nicht gehen.
Zu einer Zeit, in der alles „billigl billig!!!” schreit, wollen wir
dem Oualitätsgedanken wieder Geltung verschaffen und verkaufen ein-
Jach unsere gute Ware einmal wahrhaft billig — damit sich
jeder-
mann überzeugen mag, wie sehr sich unsere altbewährten Qualitäten
von billiger Massenware unterscheiden
im Aussehen, im Tragen, im Waschen,
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im Spezialgeschäft auch zu normalen Preisen im wahrsten Sinn des
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[ ← ][ ][ → ]Seite 12
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Seite 13
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der Berufsfahrer.
Sechs Berufsfahrer=Ländermannſchaften nehmen am Sonntag
auf der Opelhahn bei Rüſſelsheim den großen Kampf auf der in
16 Etappen über 4000 Kilometer deutſche Landſtraßen führt und
der am 24. Mai wiederum auf der Rüſſelsheimer Bahn ſeinen
Abſchluß findet. Dieſe Fahrt, von der ſich — wie ſchon an
an=
derer Stelle einmal geſagt — die Fachleute eine „Ankurbelung
des deutſchen Radſportes” verſprechen, darf man getroſt, ohne zu
Mdede Wuerfandie eiehrnd in die reſche eir ee
lionen von Menſchen in den nächſten Wochen dieſer Fahrt ihre
Anteilnahme zuwenden werden, das alles ſind Dinge, die deutlich
genug für die Bedeutung der Veranſtaltung ſprechen.
Die 16 Etappen.
Das Rennen beginnt am 3. Mai mit einem Bahnwettbewerb
aller Teilnehmer auf der Opelbahn, der aber bereits für das
Klaſſement der Rundfahrt gewertet wird. Die erſte Etappe folgt
dann am Montag. Im einzelnen werden die 16 Etappen an den
folgenden Tagen und über die nachſtehenden Strecken ausgetragen:
1. Etappe, 4. Mcki: Rüſſelsheim Darmſtadt (etwa 8.30
Uhr), Karlsruhe, Freiburg; 284,7 Kilometer
2. Etappe, 5. Mai: Freiburg, Triberg, Sigmaringen, Ulm=
Donau: 269,0 Kilometer.
3. Etappe, 6. Mai: Ulm. Memmingen, Buchloe, Augsburg,
München; 217,6 Kilometer
4. Etappe, 7. Mai: München. Ingolſtadt, Nürnberg,
Schwein=
furt: 296.,3 Kilometer.
5. Etappe, 9. Mai: Schweinfurt, Fulda. Eiſenach, Gotha,
Erfurt; 221,1 Kilometer.
6. Etappe, 10 Mai: Erfurt, Weimar, Zwickau, Chemnitz,
Dresden: 231,2 Kilometer.
7. Etappe, 11. Mai: Dresden, Bautzen. Görlitz, Liegnitz,
Breslau 261,0 Kilometer.
8. Etappe, 12. Mai: Breslau, Neiſſe, Reichenbach, Liegnitz;
228,1 Kilometer.
9. Etappe, 14. Mai: Liegnitz, Sagan, Forſt, Berlin=Wanſee;
313,2 Kilometer.
10. Etappe, 16. Mai: Berlin, Leipzig, Halle, Magdeburg;
268,6 Kilometer.
11. Etappe, 17. Mai: Magdeburg, Braunſchweig, Lüneburg,
Hamburg, 269,2 Kilometer.
12. Etappe, 18 Mai: Hamburg, Rothenburg, Bremen, Celle,
Hannover, 269,2 Kilometer.
13. Etappe. 20. Mai: Hannover, Hameln, Paderborn. Soeſt,
Dortmund, 215,3 Kilometer
14. Etappe. 21. Mai: Dortmund, Hagen, Düſſeldorf, Aachen,
Köln, 238,4 Kilometer.
15. Etappe, 23. Mai: Köln. Euskirchen, Bonn, Adenau. Trier,
230,4 Kilometer.
16. Etappe. 24. Mai: Trier, Oberſtein, Bingen, Mainz,
Rüſ=
ſelsheim, 182,3 Kilometer.
Insgeſamt werden alſo 3971,8 Kilometer gefahren, jedoch iſt
damit zu rechnen, daß ſich infolge von Umleitungen uſw. die
Kilo=
meterzahl auf über 4000 Kilometer erhöhen wird. Ein ſchweres
Rennen. Seine Schwierigkeiten werden durch die zu
bewältigen=
den Geländeunterſchiede, die außerordentliche Länge der einzelnen
Etappen und die geringe Anzahl der Ruhetage (8 13., 15., 19. und
22. Mai) noch vermehrt. An Fahrer und Material werden wie
noch bei keinem deutſchen Straßenrennen der Vergangenheit die
größten Anforderungen geſtellt.
Die ſechs, Ländermannſchaften.
An der Deutſchland=Rundfahrt nehmen ſechs
Ländermann=
ſchaften zu je ſechs Fahrern, insgeſamt alſo 36 Rennfahrer teil.
Die einzelnen Länderteams ſind ſorgfältig ausgewählt. Sie
be=
finden ſich bereits ſeit dem letzten Montag in Rüſſelsheim, wo ſie
ſich noch eine Woche lang auf das große Ereignis vorbereiten.
Die Starterliſte verzeichnet im einzelnen die folgenden
Namen:
Belgien (grüne Trikots): de Graeve, van Brugene, Dewaele,
Joſ. Wauters, Hector Martin, Raymond Decorte.
Deutſchland (gelbe Trikots): Stöpel=Berlin. Siegel=Breslau,
Buſe=Berlin, Thierbach=Dresden, Metze=Dortmund und Ludwig
Geyer=Schweinfurt.
Frankreich (ſchwarze Trikots): Barthélemy, Pierre Magne,
Erneſt Neuhard, Jean Bidot, J. Mauclair, Julien Moineau
Italien (dunkelblaues Trikot): Carlo Moretti, Alfredo
Dinale, Marco Giuntelli, Guiſeppe Pancera, Piccin, Frascarelli.
Schweiz (dunkelrotes Trikot); Rufener, Antenen, Walther
Blattman. Alfred Bula, Albert Büchli. Ernſt Hofer.
Gemiſchte Ländermannſchaft (ſilbergraues Trikot): Max Bulla
(Oeſterreich), Franſſen und Valentyn (Holland), Nicolas Frantz,
Müller und Krier (alle Luxemburg).
Man hat an dieſer Beſetzung bemängelt, daß ſechs deutſchen
Fahrern nicht weniger als 30 Ausländer entgegenſtehen würden.
Dem iſt entgegenzuhalten, daß erſt durch die ſtarke internationale
Beſetzung und durch die Einteilung in Ländermannſchaften der
eigentliche große ſportliche Reiz des Rennens geſchaffen worden i!.
Zudem liegt der Induſtrie, die dieſes Rennen veranſtaltet und
finanziert (Adam Opel, A.=G., Fichtel u Sachs, Continental)
natürlich auch daran, das Ausland an der Veranſtaltung zu inter=
eſſieren und auf dieſem Wege für das deutſche Fabrikat zu
wer=
ben und ihm neue Abſatzmärkte zu ſchaffen. Davon wird dann
auch wieder der deutſche Arbeiter Nutzen haben. Im übrigen
be=
ſchäftigt die Veranſtaltung ja nicht nur die 36 Fahrer, zu ihnen
geſellen ſich die zahlreichen Pfleger, Manager und ſonſtigen
Be=
gleiter. Zum „Troß” kommen ferner noch verſchiedene Tonfilm=
Firmen mit ihrem Stab, über 30 Preſſevertreter, Aerzte und
Sanitäter.
die brelle Fronk der 50 909.
Zum Jugendtag des Südddeutſchen Fußball= und Leichtathletik=
Verbandes am 3. Mai 1931.
Weſſen Sportsmannes und weſſen echten Deutſchen Herz muß
nicht höher ſchlagen, wenn er am 3. Mai unſere Sportjugend in
geſchloſſenem Zuge, voran das herrliche Symbol des Jugendſports,
den Wimpel, durch die Straßen ziehen ſieht! Und dazu noch der
Gedanke: 50 000 ſind es, die in unſerem ſüddeutſchen
Verbands=
gebiet die breite Front unſerer Jugendarbeit darſtellen. Darin
liegt ja gerade unſere Größe und Aufgabe — nicht Einzelne,
Be=
vorzugte ſind es, die dem Sport Gefolgſchaft geſchworen haben,
ſondern es iſt die Maſſe unſerer Jugend. Aber die Jugendführer
unſeres Verbandes ſind ſich der Gefahren, die die Maſſe bringen
kann. bewußt, und gerade die Worte, welche am Jugendtag
inſe=
rer Jugend gewidmet werden, ſollen vor dieſer Gefahr der Maſſe;
Verflachung, eindringlich warnen. Unſere Jugend wird an
die=
ſem Tage hören und erleben, daß Sportjugend bedeutet: Hingabe
an eine hohe Idee, Mitarbeit an einem großen Werk. der Hebung
unſerer Volksgeſundheit und Pflege echten jungfriſchen deutſchen
Geiſtes Und weil unſere 50 000 Jugendlichen in 50 000 Familien
nach dieſem Tage zurückkehren und in Tauſenden von Schulen zu
Tauſenden von Kameraden ſprechen, iſt uns der Jugendtag ſo
wichtig und bedarf unſerer größten Sorgfalt und Pflege!
50 000 Jugendliche werben für den Sport!
Der Jugendtag findet im Gau Bergſtraße ſtatt:
in Darmſtadt: Polizei=Sportplatz;
im Gau Drejeich in Meſſel;
im Gau Ried in Lampertheim, VfL.=Platz.
Zum Jugendtag am 3. Mai 1931 in Mefſel.
Programm: 1 Uhr: Anſprache an die Jugend am
Kriegerdenk=
mal (Herr Lehrer Speckhard. Neu=Iſenburg). — Umzug der Jugend.
2 Uhr: Jugend=Fußballſpiel Grupbe 1 — Gruppe 2. — Jugend=
Pendel=
ſtaffel 8X100 Meter. 3 Uhr: Jugend=Handballſpiel Dreieichenhain=
Götzenhain komb. — Dietzenbach=Eppertshauſen. — Gymnaſtik. 4.10
Uhr: Auswahlſpiel A=Klaſſe — V. f. L. Neu=Iſenburg (Reſerve). Die
geſamte Einwohnerſchaft iſt zu dem Feſt der Jugend herzlich eingeladen.
Die Jugend bis 18 Jahre iſt frei. Die Einwohner von Meſſel werden
gebeten, ſoweit möglich, durch Beflaggen der Häuſer dem Tag ein
wür=
diges Gepräge zu geben.
Handbell.
Tade. Befſungen — TV. Groß=Zimmern.
Wir verweiſen auf das heute nachmittag 3.30 Uhr auf dem
Sport=
platz an der Hridelberger Straße ſtattfindende Treffen. Beide Parteien
befinden ſich zurzeit in einer ſehr guten Form, und haben ihre ſtärkſte
Vertretung zur Stelle. Die Einheimiſchen beſtreiten das Spiel in
fol=
gender Aufſtellung:
Aßmuth II; Eckers, Körner; Aßmuth I. Geher. Jäger; Adam,
Delp, Holletſchek, Kaltenbach, Bauer. — Nach dem Spiel der 1. ſtehen
ſich die 2. Mannſchaften beider Vereine gegenüber.
Das Bereins=Sporkfeſt der Fr. Tgde. Darmſtadt
wird ſich zum größten Teil ſchon am Sonntag vormittag abwickeln. Die
Wettkämpfe ſollen ſchon vormittags 8 Uhr beginnen, damit ſie bis zur
Mittagszeit fertig ſind. Der Eintritt zur Vormittagsveranſtaltung iſt
frei. Den Nachmittag wird ein Aufmarſch ſämtlicher Teilnehmer
ein=
leiten. Sofort anſchließend ſteigt das Handballſpiel gegen Offenbach
um die Kreismeiſterſchaft (3 Uhr). Ueber die Spielſtärke beider Teams
wurde ſchon berichtet. Hoffen wir auf ein günſtiges Abſchneiden unſeres
Meiſters. Um 4.15 Uhr iſt das Fußballſpiel Darmſtadt — Heidelbera
feſtgeſetzt. Trotz vielen Erſatzes hat gerade die Darmſtädter Mannſchaft
in ihren letzten Spielen gezeigt, daß ſie gegen beſte Klaſſe beſtehen kann.
Es ſei übrigens hierbei miterwähnt, daß der am letzten Sonntag in
Frankfurt ſtattgefundene außerordentliche Kreisfußballtag der Freien
Spielvereinigung Heſſen=Naſſau (9. Kreis des A. T.u. S.B.) mit ſtarker
Mehrheit wieder die Einführung des Klaſſenſyſtems beſchloſſen hat.
Darmſtadt ſpielt 1. Bezirksklaſſe, muß ſich alſo noch den Weg zur
höch=
ſten Klaſſe, Kreisklaſſe erſpielen. — Das Spiel gegen Heidelberg
ver=
ſpricht intereſſanten Sport. Der Gaſt tritt in ſtärkſter Beſetzung an,
Darmſtadt muß immer noch auf einige Kräfte verzichten. Während der
Pauſen werden der Spielmannszug und verſchiedene leichtathletiſche
Kämpfe keine Langeweile aufkommen laſſen.
Tennis.
Am Sonntag, den 3. Mai, ſtehen ſich in der zweiten Runde der
Tennis= und Hocketzklub Worms und die Tennis=Abteilung der
Turn=
gemeinde 1846 Darmſtadt um die Bezirksmeiſterſchaft des 9. Bezirks des
Deutſchen Tennis=Bundes gegenüber. Die intereſſanten Kämpfe finden,
um 10 Uhr beginnend, auf den Plätzen hinter dem großen Woog ſtatt.
Es beteiligen ſich hierbei die Herren Schildt, Kabel. Bert. Schwarz,
Ruppert und Opp. Gleichzeitig wird hiermit ein Klubwettkampf
ver=
bunden, an dem ſich weitere vier Damen beteiligen.
Rundfunk Programme.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werttags=Programm. 6.15: Wetter, Gymnaſtik.
O 6.45: Gymnaſtik. 7.15: Konzert (Schallpl.). O 8.30: Waſſerſtd.
11.50: Zeit, Wirtſchaftsmeld., Nachr. Programm. O 12: Konzert
(Schallpl.). O 12.40: Nachr., Wetter, Sport, Programm. O 12.55:
Nauener Zeit. O 13.05: Konzert (Schallpl.) Fortſ. 14:
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konzert O 14.55: Nauener Zeit. o 15.05: Zeit, Wirtſchaftsmeld.
15.15: Gießener Wetterber. 6 16.20, 18.00: Wirtſchaftsmeld. o
ca. 19.05: Zeit. ca. 22: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
Sonntag, 3. Mai.
7.00: Hamburger Hafenkonzert: Glocken vom Großen Michel.
8.15: Seminarkirche Mainz: Katholiſche Morgenfeier.
10.20: Stunde des Chorgeſangs. Ausf.: Kaſſeler Typographia
Mitw; Frl. Rudolph (Spran).
11.00: Aus dem unveröffentlichten 3. Band der „Kulturgeſchichte” v.
Egon Friedell.
11.30: Leipzig: Kantate 108: „Es iſt euch gut, daß ich hingehe‟.
von Joh. Seb. Bach; Mitw.: Das Städt. und Gewandhausorch.,
der Thomanerchor; Soliſten: Emmi Neiendorf (Alt), Prof. A.
Fiſcher (Baß), G. Ramin (Orgel), F. Sammler (Cembalo).
12.00: Schallplattenkonzert.
13.50: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
14.00: Dr. Dencker: Schweinezucht und Schweinehaltung im
bäuer=
lichen Betrieb. — Bürgermeiſter O. Falkenbach u. Rektor Ullius:
Innere Wandlungen in der Dorfgemeinſchaft.
15.00: Stunde der Jugend: Der Talismann; Märchenoper f. Kinder
von A. Klages.
16.00: Konzert
18.00; Frauen=Friedenskirche: Frauenkundgebung für d.
Friedens=
gedanken.
18.40: Stunde der Frankfurter Zeitung.
19.05: Sonderwetterdienſt für die Landwirtſchaft; Anſchl.:
Sportnach=
richten.
19.15: Karlsruhe: Blasmuſik; Ausf.: Badiſche Polizeikapelle
Karls=
ruhe
20.30: Kleine Stücke für Klavier u. Violine: Ausf.: J. Schwarz
(Klavier) B. Schwarz (Viokne).
21.15: Karlsruhe: Der Mann, den ſein Gewiſſen trieb; Ein
Schau=
ſpier von Maurice Roſtand.
23.00: Tanzmuſik der Kapelle Paul Godwin.
Königswuſterhauſen.
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Deutſche Welle: Sonntag, 3. Mai.
7.00: Hamburger Hafen=Konzert. Glocken vom Großen Michel,
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.25: Dr. G. A. Röſch: Der Bienenſtand im Frühjahr.
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12.00: Hans Natonek lieſt eigene Geſchichten.
12.30: Mittagskonzert. Funk=Orcheſter.
14.00: Dr. med. G. Zehden: Der Arzt als Erzieher der Eltern.
14.30: Studio: Das Lied von Wild=Weſt. Eine Cowboy=Kantate,
Songs von Karl Schück, Muſik von Herbert Trantow.
15.00: G. Meſeberg: Rundfunk und Landbewohner.
15.30: Mandolinenorcheſter=Konzert. Ausf.: Freie Mandoliniſten=
Vereinigung Neukölln 1908.
16.45: A. d. Deutſchen Stadion: 2. Entſcheidungsſpiel um die
Ber=
liner Fußballmeiſterſchaft: Hertha=BSC. — Tennis=Boruſſia.
17.40: Hotel Briſtol: Tee=Muſik. Kapelle Ilia Livſchakoff.
18.00: Frankfurt a. M; Frauenkundgebung zum Friedensgedanken.
18.50: Prof. Dr. Mildbraed: Die Bäume ſchlagen aus!
19.20: Elizabeth Barett=Browning. „Sonette aus dem
Portugie=
ſiſchen” Einführung und Rezitation: Gerda von Bremen.
20,00: Rückblick auf Platten. (April)
20.30: Nußknacker=Suite op. 61 von Tſchaikowſky. — Der faule
Hans. Eine Ballettpantomime von Oskar Nedbal.
22.00: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
anſchl. Tanzmuſik. Fred. Bird=Tanzorcheſter.
Wekterbericht.
Der Einfluß hohen Druckes, der uns im Laufe des geſtrigen Tages
heiteres Wetter brachte, iſt durch den Druckfall von Weſten her bereits
wieder unterbrochen worden. Durch die Zufuhr der Warmluft an der
Vorderſeite des franzöſifchen Tiefs erreichten die heutigen
Morgentem=
veraturen in faſt ganz Deutſchland Werte von 10 Grad und noch
dar=
über. Dabei hat ſich auch wieder eine Wolkenſchicht gebildet. Durch die
über dem Kontinent lagernde Warmluft bleibt zunächſt das Wetter mild.
aber meiſt wolkig, und vereinzelt kommt es zu Niederſchlägen. Bei der
Oſtwärtsverlagerung des Kerngebietes werden allerdings vom Ozean
her wieder kühlere Luftmaſſen nach dem Feſtland gelangen, was zu
Gewitterſtörungen mit nachfolgendem Temperaturrückgang führen dürfte.
Ausſichten für Sonntag, den 3. Mai: Vorwiegend wolkig, vorerſt noch
warm, ſpäter wieder kühler, vereinzelt auch Regenfälle, teils
ge=
witterhafter Art.
Ausſichten für Montag, den 4.=Mai: Kühleres, mehr wechſelnd wolkiges
Wetter, vereinzelte gewitterartige Niederſchläge.
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Sonntag, den 3. Mai
Die Lage am Geldmarkt.
Die abgelaufene Woche brachte dem Geldmarkt infolge der
Ultimo=
nachfrage naturgemäß eine ſtärkere Anſpannung, doch wurde das
Mo=
natsende, wie zu erwarten ſtand, ohne Schwierigkeit überwunden. Am
Wochenſchluß ſtand Tagesgeld bereits wieder in genügender Menge zur
Verfügung, doch wurde der Satz unverändert auf 6 Prozent belaſſen.
Am Markt für Monatsgeld ergaben ſich nur geringfügige
Veränderun=
gen. Einiges Intereſſe fanden Warenwechſel, deren Notiz mit 5
Pro=
zent jedoch keine Abweichung erfuhr.
Zu Beginn der Woche war die bemerkenswerteſte Erſcheinung am
Deviſenmarkte die internationale Feſtigkeit des Pfund Sterling; vor
allem gegenüber dem Dollar ergab ſich ein beträchtlicher Kursgewinn,
deſſen Urſache in der erneuten Herabſetzung des New Yorker
Privat=
diskontſatzes zu ſuchen war. Die Annahme, daß in dieſer Woche auch
eine Ermäßigung des Diskonts der New Yorker Bundesreſervebank
er=
folgen werde, bildete ein weiteres Motiv für Abſchwächung des Dollars
gegenüber dem engliſchen Pfund. Als dann die unveränderte
Beibehal=
tung der New Yorker Diskontrate gemeldet wurde, übte dies auf den
Diviſenmarkt im allgemeinen keine merkliche Wirkung aus; lediglich der
Dollar konnte aus dieſer Tatſache international profitieren. Die Deviſe
Paris blieb weiter ſchwach veranlagt. Das tatkräftige Eingreifen der
ſpaniſchen Regierung zur Verhütung der Kapitalflucht gab der Peſeta
einen guten Rückhalt, ſo daß ſie ſich im Laufe der Woche kräftig erholen
konnte, zumal die Konſolidierung der politiſchen Verhältniſſe weitere
Fortſchritte gemacht hat. Gegen Ende der Woche machte ſich allerdings
wieder eine Abſchwächung geltend. Buenos Aires, das am
Wochen=
beginn einen Rückſchlag erlitten hatte, da man von den Maßnahmen des
amerikaniſchen Farmboards eine drohende Konkurrenz für das
argen=
tiniſche Getreide befürchtete, konnte ſpäter wieder an Boden gewinnen,
um ſchließlich aber erneut nachzugeben. Braſilien notierte gleichfalls
unter Schwankungen etwas ſchwächer.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 29. April 1931. Die
vom Statiſtiſchen Reichsamt für den 29. April berechnete Inderziffer
der Großhandelspreiſe iſt mit 113,5 gegenüber der Vorwoche (113,7) um
0,2 v. H. zurückgegangen. Die Inderziffern der Hauptgruppen lauten:
Agrarſtoffe 108,2 (minus 0,3 v. H.), Kolonialwaren 96,7 (plus 0,5 v. H.),
induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren 104,5 (minus 0,4 v. H.) und
in=
duſtrielle Fertigwaren 137,5 (minus 0,1 v. H.).
Die landwirtſchaftlichen Genoffenſchaften im Monat April 1931. Nach
der Statiſtik des Reichsverbands der deutſchen landwirtſchaftlichen
Ge=
noſſenſchaften — Raiffeiſen — e. V. waren am 1. Mai 1931 vorhanden:
120 Zentralgenoſſenſchaften. 2 107 Spar= und Darlehnskaſſen, 4386
Be=
zugs= und Abſatzgenoſſenſchaften, 4804 Molkereigenoſſenſchaften, 495
Viehverwertungsgenoſſenſchaften, 512 Eierverwertungsgenoſſenſchaften,
311 Obſt= und Gemüſeverwertungsgenoſſenſchaften, 374
Winzergenoſſen=
ſchaften, 5923 Elektrizitätsgenoſſenſchaften. 878 Dreſchgenoſſenſchaften,
167 Maſchinengenoſſenſchaften, 823 Viehzuchtgenoſſenſchaften, 267
Weidege=
noſſenſchaften, 1575 ſonſtige Genoſſenſchaften, zuſ. 40 742 landw.
Genoſſen=
ſchaften. Die während der vorhergehenden Monate zu
beobachtendeVermin=
derung im Geſamtbeſtand des landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens
hat im April erſtmalig wieder einer Aufwärtsbewegung Platz gemacht.
Es iſt ein Zugang von insgeſamt 21 Genoſſenſchaften zu verzeichnen.
Zwar hat ſich die Zahl der Spar= und Darlehnskaſſen (— 15) und der
Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften (—9), die infolge der
Vereinbeit=
lichungsmaßnahmen im Genoſſenſchaftsweſen in den Vormonaten
haupt=
ſächlich rückgängig waren, auch diesmal weiter vermindert. Auf der
an=
deren Seite weiſen aber die Gruppen der Spezialabſatzgenoſſenſchaften
erhöhten Zugang auf, ſo die Molkereigenoſſenſchaften mit 23, die
Eier=
verwertungsgenoſſenſchaften mit 14, die Viehverwertungsgenoſſenſchaften
mit 5 und die Obſt= und Gemüſeverwertungsgenoſſenſchaften mit 2
effek=
tiven Zugängen. Auch die Zahl der Winzergenoſſenſchaften iſt um
vier geſtiegen, während die Elektrizitätsgenoſſenſchaften (— 14) und
die Viehzuchtgenoſſenſchaften (—3) rückgängig ſind. Bei der Gruppe der
Sonſtigen Genoſſenſchaften ſind 13 Zugänge und 5 Auflöfungen zu
ver=
zeichnen. Die Zugänge verteilen ſich auf: 4
Waſſerleitungsgenoſſenſchaf=
ten und je eine Tandwirtſchaftliche Entſchuldungs=, Brennerei=,
Frühkar=
toffelerzeuger= Flachs=, Honigverwertungs=, Kartoffeldämpf=,
Saatgut=
reinigungs= Pacht= und Walzgenoſſenſchaft.
Odenwälder Hartſteininduſtrie A.=G., Darmſtadt. Die für das Jahr
1930 vorgelegte Bilanz und Gewinn= und Verluſtrechnung weiſt nach
186 882 (200 473) RM. Abſchreibungen einen Reingewinn von 75 493
(163 450) RM. aus. Der Generalverſammlung am 3. Juni wird die
Verteilung einer Dividende von 6 (6) Prozent auf die 12000 RM.
Vor=
zungsaktien und von 5 (8) Prozent auf die 1,32 Mill. RM.
Stamm=
aktien vorgeſchlagen.
Aa. Die Volksbank Langen, G. m. b. H., konnte im abgelaufenen
Geſchäftsjahr einen Reingewinn von 3015,50 RM. erzielen. Die
Bilanz=
ſumme ſtieg von 229 000 RM. auf 276 000 RM. Der Geſamtumſatz im
Geſchäftsjahr 1930 beläuft ſich, von einer Seite des Hauptbuches
berech=
net, auf rund 4.9 Millionen RM. Die Generalverſammlung genehmigte
die Verteilung einer Dividende. Die Bilanz wurde einſtimmig
geneh=
migt. Bei der Vorſtandswahl wurden Jakob Eberhardt und Johannes
Werner 5. einſtimmig wiedergewählt. In den Aufſichtsrat wurden
Lud=
wig Kettwig und Ludwig Werner 5. einſtimmig wiedergewählt. Zu
er=
wähnen iſt noch, daß die Spareinlagen ſich mehr als verdoppelt und eine
Summe von 120 000 RM. erreicht haben. Nach Erledigung der
geſchäft=
lichen Beratungen hielt der der Verſammlung beiwohnende
Bankdirek=
tor Ginnow von der Landesgenoſſenſchaftsbank Darmſtadt einen
inter=
eſſanten Vortrag über Wirtſchaftsfragen.
J. G. Farbeninduſtrie A.=G., Frankfurt a. M. In der am 2. Mai
1931 in Frankfurt a. M. abgehaltenen Aufſichtsrats=Sitzung wurde der
Abſchluß für das Jahr 1930 vorgelegt. Darnach ſoll der auf den 3.
Juni ds. Js., vormittags 11 Uhr, nach Frankfurt a. M. einzuberufenden
Generalverſammlung eine Dividende von 12 Prozent (wie in den drei
Vorjahren) vorgeſchlagen werden. Das dividendenberechtigte
Aktien=
kapital der Geſellſchaft hat ſich gegenüber dem Vorjahre um 85 630000
RM. auf 713 717 000 RM. vermindert. Die Verminderung iſt dadurch
hervorgerufen, daß die Verwaltung im Intereſſe ihrer Aktionäre die
Bemühungen der Banken, den Kurseinbrüchen an der Börſe
entgegen=
zutreten, durch Uebernahme von Aktien unterſtützt hat. Außerdem hat
ſie größere Aktienbeträge von ſolchen Beſitzern erworben, die den Wunſch
hatten, den Gegenwert in Aktien der Internationalen Geſellſchaft für
chemiſche Unternehmungen A.=G. (J. G. Chemie), Baſel, anzulegen.
Da=
zu wurden im neuen Jahre nom. 24 714 000 RM. Aktien der J. G. von
den Rheiniſchen Stahlwerken, Eſſen/Ruhr, übernommen und dieſen
da=
gegen 41 190 000 RM. Aktien der A. Riebeckſchen Montanwerte A.=G.,
Halle (Saale), überlaſſen, womit zugleich die Zuſammenfaſſung der
berg=
baulichen Intereſſen der J. G. gefördert wird. Infolge dieſer
Verände=
rungen ſind zur Dividendenausſchüttung rund 10 300 000 RM. weniger
als im Vorjahre erforderlich. Rechnungsabſchluß und Geſchäftsbericht
werden der Preſſe in den nächſten Tagen zugehen.
Produkkenberichte.
* Mainzer Produktenbericht. Großhandelseinſtandspreiſe per 100
Kilo loco Mainz am Freitag, den 1. Mai: Weizen 30,25—30,50,
rhein=
heſſ. Roggen 21—21,50, Hafer 21—22, Malzkeime 11—11,50, ſüdd.
Wei=
zenmehl Spez. 0 43,9—44,40, Roggenmehl 60proz. 30,50—31,50,
Weizen=
kleie fein 13—13,50, grob 13,75—14, Roggenkleie 13,50—14,
Weizenfutter=
mehl 14,50, Biertreber 10,50—11, Erdnußkuchen 13,50—14,25,
Kokos=
kuchen 13,75—17,50, Palmkuchen 12—12,75, Rapskuchen 10,25—10,75,
Soyaſchrot 13,75—14, Trockenſchnitzel 7,75—8,25. Tendenz unſicher.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe vom 2. Mai. Eine Belebung des
Geſchäftes trat nicht ein, doch erhält ſich beim Handel die Hoffnung auf
einen beſſeren Abſatz, zumal ſich geringe Anzeichen zu
Konſervierungs=
zwecken bemerkbar machten. Die Preiſe haben indeſſen erneut kleine
Rückgänge erfahren. Die Allgemeintendenz iſt zwar ruhig, aber ſtetig.
Es notierten in Pfg. per Stück: italieniſche 8,5—9, bulgariſche 7,25—7,50,
jugoſlawiſche 6,75—7.25, rumäniſche 6,75—7,25, ruſſiſche 6,5—7
hollän=
diſche 7,25—10, däniſche 7,25—10,5, belgiſche 8,25—8,75, ſchleſiſche 7—7,5,
bayeriſche 7,50—7,75, deutſche Friſcheier 6,50—9.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe vom 2. Mai. Bei
unverän=
dert geringem Geſchäft gaben die Preiſe auch in dieſer Woche erneut um
etwa 6 Mark per Zentner nach. Es notierte 1 Pfd im
Großhandelsver=
kehr: Auslandsbutter 1 Faß — 50 Kilo 1,46 RMM., ½ Faß 1,48 RM., in
Halbpfundſtücken 1,50 RM. Deutſche Molkereibutter 1,38—1,40 RM.
Diebmärkke.
Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 2. Mai.
Die Vorbörſe und der amtliche Beginn ſtanden wieder einmal unter
dem Eindruck des geſtrigen Kurseinbruches an der New Yorker Börſe.
Außerdem herrſchte im Zuſammenhang mir der heute ſtattfindenden
Bilanzſitzung der J. G. Farbeninduſtrie und der herrſchenden
Order=
loſigkeit zum Wochenſchluß ſtärkſte Zurückhaltung. Bei kleiner
Umſatz=
tätigkeit ergaben ſich zu den Anfangsnorierungen faſt durchweg
Kurs=
rückgänge bis zu 1 Prozent. Einige Papiere ſtanden mehr unter
Kurs=
druck, da wieder amerikaniſche Abgaben vorgenommen wurden. So
büßten A. E. G. 2½ Prozent, Licht u. Kraft 3½ Prozent und die
Mehr=
zahl der Bankaktien bis zu 1 Prozent ein. Am Kunſtſeidemarkt verloren
Aku und Bemberg je 2 Prozent. Von Kaliwerten ſetzten Salzdetfurth
3½ Prozent ſchwächer ein. J. G. Farben blieben relativ gehalten,
im=
merhin ergab ſich doch ein Abſchlag von ¼ Prozent. Niedriger lagen
ferner: Gesfürel, Schuckert, Zellſtoff Aſchaffenburg, Rheinſtahl, Daimler
und Wayß u. Freytag. Die Rückgänge betrugen bei den genannten
Werten 1—2 Prozent. Nach den erſten Notierungen konnten ſich die
Kurſe meiſt leicht beſſern, da das herauskommende Material ziemlich
glatt aufgenommen wurde. Eine Geſchäftsbelebung trat allerdings
zu=
nächſt nicht ein. Deutſche Anleihen bei kleinem Geſchäft behauptet. Von
Auslandsrenten zogen Türken bis 0,20 Prozent an. Pfandbriefe
neig=
ten infolge der Geſchäftsſtille zur Schwäche.
Im Verlaufe neigte die Tendenz weiter nach unten, da der ſchwache
Schluß in New York immer noch ſtark verſtimmte und man weitere
Exekutionen für deutſche Werte befürchtet. Die inzwiſchen bekannt
ge=
wordene unveränderte 12prozentige J. G. Farben=Dividende machte ſelbſt
für dieſes Papier keinen Eindruck. Da auch noch ein ziemlich
ange=
ſpannter Reichsbankausweis zur Veröffentlichung kam, ſchritt die Kuliſſe
zu Blancoabgaben, ſo daß ſich gegen die Anfangskurſe erneut
Rück=
gänge bis zu 2½ Prozent ergaben, wobei eine Belebung des Geſchäftes
nicht zu verzeichnen war. Deutſche Linoleum kamen mit unverändert
83½ Prozent zur Notiz, da der erwartete 5prozentige
Dividendenvor=
ſchlag keinen Einfluß hatte. Am Geldmarkt beſtand zum Satz von 6
Prozent immer noch ziemlich Nachfrage . Am Deviſenmarkt nannte man
Mark gegen Dollar 4,1991, gegen Pfunde 20,427/s. London gegen New
York 4,8636, Paris 124,42½, Mailand 92,89, Madrid 47,00, Schweiz
25,25½, Holland 12,0865. Nachbörslich hörte man J. G. Farben mit
144½ nach 147¼.
Berlin, 2. Mai.
Die letzte Börſe dieſer Woche eröffnete in ſchwächerer Haltung
Verſtimmend wirkte die neue Abſchwächung in New York, insbeſondere
das Abgleiten, der U. S. Steels auf 114 Dollar. Man taxierte
vor=
mittags 1—2 Prozent niedrigere Kurſe, und der offizielle Beginn zeigte
dann auch Verluſte, die ſich in dieſem Rahmen bewegten, teilweiſe ſogar
noch darüber hinausgingen und bis zu 4½ Prozent betrugen. Bei der
Spekulation herrſchte vielfach Abgabeneigung, und man ſtellte ſich
einer=
ſeits im Hinblick auf das verſchiedentlich vorliegende Auslandsmaterial
und andererſeits wegen des Wochenſchluſſes glatt. Im Verlaufe
ver=
ſtimmten ein ſtärkerer Rückgang der Reichsbankanteile und der
Reichs=
bahnvorzugsaktien ſowie Gerüchte von einer größeren Londoner
Bank=
inſolvenz. Danatbank gingen auf 1324/s zurück. Der
Reichsbankaus=
weis per Ultimo April brachte eine Anſpannung um 554,7 Mill. Zu
erwähnen ſind die ſtarken Geldabflüſſe von zirka 703 Millionen, wobei
allerdings auch fremde Gelder eine Abnahme um 97 Mill. zeigten und
Gold= und Deviſenbeſtände um 46,1 Mill. zugenommen haben, und die
nicht unerhebliche Verminderung der Deckung um zirka 9 Prozent.
An=
leihen abbröckelnd.
Die Deutſche Reichsbahn im März 1931.
In dem Bericht über Verkehr und Betrieb der Deutſchen
Reichs=
bahn im März 1931 wird feſtgeſtellt, daß im Güterverkehr der März eine
ſaiſonmäßige Belebung gegenüber bem Vormonat gezeigt habe. Der
Ver=
kehr ſei jedoch, an der Wagenſtellung gemeſſen, gegen den März des
Vorjahres um 16,3 v. H. und gegen März 1929 ſpgar um 24,8 b. H.
zurückgeblieben. Der Perſonenverkehr habe ſich im März allmählich
aufwärts endwickelt. Er habe jedoch nicht die Höhe des vorjährigen
Märzverkehrs erreichen können.
Die Betriebseinnahmen im Monat März ſtellten ſich insgeſamt auf
329 426 000 RM. Die Ausgaben betrugen insgeſamt 348 366 000 RM.
Die Monatsrechnung ſchließt trotz der geſunkenen Einnahmen infolge
der verſchärften Maßnahmen zur Einſchränkung aller Aufwendungen nur
mit einer Mehrausgabe von 18,9 Mill. RM. ab.
Der Perſonalbeſtand betrug im März 1931 zuſammen 623 146 Köpfe.
Der Ausweis der Reichsbank.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 30. April 1931 hat ſich in
der Ultimowoche die geſamte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und
Schecks, Lombards und Effekten um 554,7 Mill. auf 2250,4 Mill. RM.
erhöht. Im einzelnen haben die Beſtände an Handelswechſeln und
Schecks um 359,4 Mill. auf 1815,6 Mill. RM., die Lombardbeſtände um
150,5 Mill. auf 287,3 Mill. RM. zugenommen. Die Reichsſchatzwechſel,
von denen am Ende der Vorwoche keine Beſtände vorhanden waren,
werden mit 44,8 Mill. RM. ausgewieſen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 702,9
Mill. RM. in den Verkehr abgefloſſen, und zwar hat ſich der Umlauf
an Reichsbanknoten um 655,3 Mill. auf 4340,2 Mill. RM., derfenige an
Rentenbankſcheinen um 47,6 Mill. RM. auf 433,0 Mill. RM. erhöht.
Unter der Berückſichtigung, daß in der Berichtswoche
Rentenbank=
ſcheine in Höhe von 4,0 Mill. RM. getilgt worden ſind, haben ſich die
Beſtände der Reichsbank an Rentenbankſcheinen auf 8.,9 Mill. RM.
er=
mäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 355,5 Mill. RM. eine Abnahme
um 97,6 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich um
46,1 Mill. auf 2525.7 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen haben die
Gold=
beſtände um 20,9 Mill. RM. auf 23684 Mill. RM. zugenommen.
Die Deckung der Noten durch Gold allein verminderte ſich auf 54,6
Prozent gegen 63,7 Prozent in der Vorwoche, diefenige durch Gold und
deckungsfähige Deviſen auf 58,2 Prozent gegen 67.3 Prozent.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am z. —ai:
Getreide. Weizen: Mai 84.25, Juli 63.75, Sept. 63.25. Dez.
66.50; Mais: Mai 55½, Juli 57½, Sept. 57.50, Dez. 50.50; Hafer:
Mai 26½, Juli 26½, Sept. 275, Dez. 29.75; Roggen: Mai 32.50,
Juli 35.25, Sept. 37, Dez. 40.75.
Schmalz: Mai 8.10, Juli 8.30, Sept. 8.45, Okt. 8.42½.
Schweine: leichte 7.40—7.60, ſchwere 6.35—6.80;
Schweine=
zufuhren: Chicago 9000, im Weſten 35 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 2. Mai;
Schmalz: Prima Weſtern 8.85; Talg, extra, loſe 4½.
Getreide. Weizen: Rotwinter 93.75; Mais, loko New York
19.75: Mehl, ſpring wheat clears 4.20—4,65; Fracht: nach
Eng=
land 1,6—2,3 Schilling, nach dem Kontinent 8—8.50 Cents.
Kakao. Tendenz: willig; Umſätze: 48; Lokonotiz 5.25; Mai
5.00, Juli 5.15, Sept. 132, Okt. 5.41, Dez. 5.52, Januar 1932:
5.60, März 5.72.
Kleine Wirtſchaftlsnachrichken.
Der Verein der Induſtriellen des Regierungsbezirks Köln beging
geſtern die Feier ſeines 50jährigen Beſtehens.
Der auf den 28. Mai einzuberufenden Generalberſammlung der
Bronzefarbenwerke A.=G. vorm. Carl Schlenk, Barnsdorf bei Nürnberg,
ſoll vorgeſchlagen werden, eine Dividende von 5 (7) Prozent zur
Vertei=
lung zu bringen.
Bei der Dürener Metallwerke A.=G. in Düren brachten die erſten
drei Viertel des abgelaufenen Geſchäftsjahres ein ſehr befriedigendes
Ergebnis, doch dürfte infolge der enttäuſchenden Ergebniſſe des letzten
Vierteljahres die Dividende nicht aufrecht zu erhalten ſein.
Die Univerſitätsdruckerei H. Stürtz A.=G. in Würzburg ſchließt das
Geſchäftsjahr 1930 mit einem Reingewinn von 247 312 RM. Es wurde
ein Fabrikationsgewinn von 997 946 RM. erzielt, wovon 627 08 RM.
Handlungsunkoſten und 219 138 RM. Abſchreibungen in Abzug kommen.
Die Generalverſammlung der Fränkiſchen Licht= und
Kraftverſor=
gungs A.=G. in Bamberg beſchloß die Verteilung einer Dividende von
wieder 12. Prozent aus einem Reingewinn von 132 806 (132 366) RM.
In der Generalverſammlung der Baſalt Union, Bonn, wurde
mit=
geteilt, daß die Werke derzeit nur mit ekwa 3,7 Prozent ihrer Kapazität
beſchäftigt ſeien. Man hoffe jedoch mit den getroffenen Maßnahmen
über die gegenwärtige Kriſe hinwegzukommen.
Dr.=Ing. e. h. Willi Grotrian, der Mitinhaber und Senjorchef der
Hofpianofortefabrik Grotrian=Steinweg, ſtarb in der vergangenen Nacht
nach längerem Leiden im 63. Lebensjahre.
Die argentiniſchen Einfuhrzölle für Zement, der für öffentliche
Bau=
ten beſtimmt iſt, wurden auf den früheren Satz von 5,632 Goldpeſos je
Tonne ermäßigt.
Berliner Kursbericht
vom 2. Mai 1931
Danatbanf. . . . . . . 122.-
132.—
104.— Deutſche Ban: u
Disconto=Geſ. Dresdner Bank 103.625 Hapag 58.25 Hanſa Dampfſch. 80.50 Nordd. Liohd 57.— A. E. G. 103.— Bahr. Motorenw 75.50 J. P. Bemberg 95.— Bergmann Elektr. 86.875 Berl. Maſch.=Bau 44.—* Conti=Gummi 119.50 Deutſche Cont. Gas 129.— Deutſche Erdöl 71.
Oeviſenmarkt
vom 2. Mai 1931
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Vhil. Holzmann 1101.—
Kali Aſchersleben 1146.50
Klöcknerwerle
Köln=Neueſſ. Bom
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Un /1
Nordd. Wolle
Sberichleſ. Kelsw.
Orenſtein & Koppe
Ne
46.25
77.—
122.25
66.—
63.375
63.25
69.50
74.—
42.—
51.50
75.75
50.—
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am 2. b. M. waren
k29 Tiere zugeführt. Verkauft wurden 338 Stück, und zwar
Milch=
ſchweine das Stück von 8—14 Mk., Läufer das Stück von 12—28 Mk.
Der Marktverlauf war mäßig.
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzbetfurth Ka
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerk
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch=
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind
Hir ch Kupfer
Hobenlohe-Werie
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drak
Wanderer=Werke
149.50
52.—
222.—
110.75
117.—
E3.75
149.50
61.—
22.—
45.—
Helſingfor
Wien
Prag
Budapei
Sofia.
Holland
Lslo
Kopenhagen
Stodholm
London
Buenns=Aire:
New Yorl
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mi
100 Schilling
1100 Tſch. Kr.
100 Pengö
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1X.Stg.
1 Pax.Peſo
1 Dolla:
100 Beige
100 Lire
100 Francs
10.5:7
59.09
12.42
73.1!5
3.040
10.577
59.14
12.446
73.295
3.046
16e.65 168.9‟
12.29/ 112 51
112.28
112.:8
20.401
1.341
1.195
58.345
21.965
12.5
112.6
20.441
1.34
1.203
58.465
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janerro
Jugoſlawien
Atben
Iſtambu
Kairo
Kanada
Pruguatz
(Sland
Tallinn /Eſtl.
Rigo
Frankfurter Kursbericht vom 2. Mai 1931.
7% Dtſch. Reichsanl/400
6% „ „
5½%Intern.,
6% Baden ......"
8% Bayern ..."
..
8% Heſſen v. 28
v. 29
6% Preuß. Staat . / 95.25
80 Sachſen ... . . . /1004),
.
72 Thüringen. 87
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſunsſch. 41/.
Ab=
löſungsanl..
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche Schutzge
bietsanleihe
5% Aachen v. 29
8½ Baden=Baden.
6‟ Berlin ....."
8% Darmſtadt v. 26
v. 28
8½
7% Dresden.. ..
8% Frankfurt a.M.
79
v. 26
6%
v. 26
8% Mainz .......
8% Mannheim v. 26
6% „ v. 27
82 München ..
8½ Nürnberg. .
8% Wiesbaden
8½ Heſſ. Landesbl.
82 „ Golboblig.
4½% Heſſ. Lds.
Hyp.=Bk.=Liquid
4¾% Kum.=Obl
8% Preuß. 268.
pfbr.=Anſt. G. Pf.
x „Gelbsbsel
84.75
76
792
100.25
82
91.4
96
79.25
56.4
5.6
2.6
92.5
91.5
91.5
90.5
90.25
93.75
90
79
78.75
96.5
S0.5
96.5
89.75
85.5
100.5
9n
o7
₈ Landeskomm.
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
8%Kaſſeler Land
kredit Goldofbr..
7% Kaſſeler Land. Goldpfbr..
82 Naſſ. Lamdesbt. 101.25
4½% „Liqu. Ob
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
FAuslSer.
„ „ Ser. 1.
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
—
38 Berl. Hyp.B1
4½%„Ligu=Pfbr
8% Frkf. Hhp.=Bt .1401.5
4½% — Lig. Pfbr.
Pfbr=Bk.
„ Liqu.
83 Mein=bhp.=Bl
„ Lia. Pfbr.
8% Pfälz. Kyp.=Bi.
„ Lia. Pfbr
825 Preuß.
Boden=
cred.=Bank
4½% „Lig. Pfbr.
2 Preuß.Centrl.
Bodencr.=Ban!
4½ „ Lig. Pfbr
18% Rhein.Hyp. B!
7 „Lig. Pſbr.
Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit
0 Südd. Bot
Cred.=Bank
485 Aa. Bihbr.
100
100
E5
86
95
86.75
91.25
E
74.5
11
100
97
20.75
27.5
92.75
99
89
101.5
91
100.25
s3.75
96.75
92.2
100.75
91
99.5
97.25
1.5
101
100.75
95.5
92.75
Württ. Hyp.=B.)
8e Daimler=Benz
8% Dt. Linol. Werke
88 glöcner=Werte
% Maintrw. v. 26
7% Mittelb. Stahl.
8% Salzmann u. Co
7% Ver. Stahlwer!e
8% Voigt EHäffner
—
J. G. Farben Bonds
—
5% Bosn. L.E.B.
L. Inveſt.
9 Bulg. Tah. v.02
4½% Oſt. Schätze
4% Sſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän
4½%
48 Türk. Admin.
1. Bagdad
4%
4%0
Zollanl.
4½% Ungarn 1913
4½%
1914
Goldr.
191c
Aktien
A1a. Kunſtziide Unie/ 81.5
N. E. G
AndregeNoris Zahn/100.5
Aſchaffbo. Brauerei/128.5
Zellſtof
Bemberg. J. P... ./ 95.5
Bergm. El.=Werle
BrownBoverickC‟"
Buderns Eiſe
Cement Heide
Karlſied:
J. G. Chemie, Baſel/175
Chem. Werke Alber
Chade.
Contin. Gummiw
Linoleum
Saimier-Bent ...! —
100.25
73
95.25
87
86
Z
Rre
37.5
15
6.72
2.9
4
3.9
185
16
102.5
80.5
66.5
78
86.5
38.5
280
120
80
Dt. Atl. Telegr
Erdöl
Gold= u.
Silber=
cheide=Anſtalt
Linoleumwerie
Eiſenhandel.
Dhckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwert.
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei
Faber & Schleicher
F. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter
Felt. & Guilleaume
Frankf Gas: Lia.
Hof...."
elſenk. Bergwerk
Geſ. f.ele tr. Untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Halenmühle Fr:/
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninge: Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. ...
Hochtief Eſſen.
Holzmann. Phil
Flie Bergb. Stamm
„ Genüſſe
Junghans
Kali Chemte
Aſchersleben.
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R... .
Klein, Schanzlin.
Klöcknerwerke
Knorr C. H...
Lahme Co.
Laurahütte
Lech. Augsburs
101
71
1315
83.75
79.5
116.5
203
96
100
146.5
41.5
83.75
119
36
123
46
176.5
66
112
80.5
103.5
12
56
100
64
163
124.75
35
Löwenbr. Muna).
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr Darmſt.
Mainkr. -W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br.
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Berg.
Metallgeſ, Frankt..
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſel
Cberbedar
Phönix Bergbau
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen.
Elektr. Stamm
M etallwaren . .
Stahlwerle ..
Riebeck Montan..
Roeder Gebr.
Rütgerswerie
Zachtleben 9. C
Salzdetfurtl Kal;
Salzw. Seilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm, Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Eleftr. . .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemen & & Salsfe.
Südd. Immobilien
Zucker=A. G.
Svensto Tändſtic?
Tellu=Bergbau ..
Thür. Liefer.=Gei.
Tietz Leonhard .."
Tucher=Brauere:",
Unterfran ler
Veithwerſe
Ver. f. Chem. Inb.
Stahlwerke ..
Strohſtoffabr.
„Uitramarm ..."
39.5
131/
68.5
124
741.
40
36
TG
62.5
116.75
82
63.775
52
137
221
140
178
48
79.5
138
166.5
27
71.s
16.5
54.5
120
1125
Vogtländ. Ma cin. 32
Voigt & Haeffne:
Wayß & Freytag. 30.5
Wegelin Rußfabrifl 38
Weſteregein Kali. 1148.25
Zellſtoff=Verem . ./ 40
95
Waldhof.
Meme!
67.5
Allg. Dt. Creditanſt./ 90.5
Badiſche Bant,
140.75
Bk. ſ. Brauinduſtr. 119.5
BarmerBankverein 100.25
Bayer. Typ. 1. W. 126
Berl Sandelsgeſ.
Eypothelbt. 213
Comm. u. Privatb. 109
Darmſt. u. Nat.=B1. 131
Di. Ban1 und Disc. 104.5
Dt. Eff. u. Wechiell 94.5
Dresdner Bank . 104
Frankf. Ban1
28.5
146.5
Shp.=Ban
Pfdbr.=B1.
156.25
Mein. Hyp. Ban1 1152
Oſt. Creditanſtolt
26.5
Pfälz. Syp.=Ban 133
Reichsbank=An
145.5
Rhem. Hyp.=Bant. 136
Südd. Bod.-Cr. B1. 137
Wiener Bankverei
Württk Nolenban//129
A.-G. ſ. Vertehrew.
Allg. Lofalb. Kraftm
7% Dt. Reichsb. Vz
Hapag ....."
Nordd. Lloyd.
Südd Eiſenb.=Ge
63.25
881l,
59
89.25
Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung
„ Verein. Verſ. 218
FrankonaRück=u.M
Mannh. Verlich
—
Otav iMinen
Schanmng Hanbeßl 23
[ ← ][ ][ → ]Nummer 122
Sonntag, den 3. Mai 1931
Seite 15
AaSgäde
von 159 Millionen Reichsmark
Gliger Schatzanweisungen der
Deutschen Reichspost
rückzahlbar zum Nennwert am 1. Oktober 1933
Zinslauf ab 1. April 1931
Durch das unterzeichnete Konsortium werden hiermit
RM150000000.- 6% Schatzanweisungen
der Deutschen Reichspost
rückzahlbar zum Nennwert am 1. Oktober 1933
zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Der Erlös soll zur Einlösung der am 15. Juni und
am 15. Juli d. J. fällig werdenden unverzinslichen Postschatzanweisungen sowie zur
Beschaffung weiterer Mittel für die Ausgestaltung des Betriebes der Reichrpost dienen.
Die Deutsche Reichspost ist nach dem Reichspostfinanrgesetz vom 18. März 1924
(Beichsgesetzblatt Teil I. Seite 287) eine Reichsavstalt, Ihr Sondervermögen igt ein Teil
des Vermögens des Beichs, der von dem übrigen Reichsvermögen getrennt verwaltet
wird. Das Sondervermögen beträgt rund R.ℳ 2,5 Milliarden und ist nur mit rund
Rℳ 450 Millionen belastet. Es haftet für die obige Schuld, nicht aber für die sonstigen
Verbindlichkeiten des Reichs.
Die Schatzanweisungen werden in Stücken von R.ℳ 500, 1000, 5000, 10000
aus-
gefertigt. Der Zinslauf beginnt am 1. April 1931. Den Schatzanweisungen sind halbjährige
Zinsscheine beigegeben, fällig am 1. April und 1. Oktober, erstmalig am 1. Oktober 1931.
Der Zeichnungspreis beträgt
96%
zuzüglich Stückzinsen vom 1. April d. J. einschließlich bis zum Einzablupgstage,
Börsen-
umsatzsteuer wird gemäß § 42c K. V.G. nicht erhoben.
Zeichnungen werden in der Zeit
vom 4. bis einschließlich 11. Mai d. I.
bei den im Anbang zu dieser Zeichnungsaufforderung genannten Bankm, Bapkitrmen
und deren dentschen Zweigniederlassungen während der üblichen Geschäftsstunden
ent-
gegengenommen. Vorzeitiger Schluß der Zeichnung bleibt vorbehalten.
Die Zuteilung der Stücke auf Grund der Zeichnung erfolgt baldmöglichst nach
Ablauf der Zeichnungsfrist und bleibt dem Ermessen der Zeichnungsstellen überlassen.
Anmeldungen auf bestimmte Stücke können nur insoweit berücksichtigt werden, als
dies mit dem Interesse der anderen Zeichner verträglich erscheint. Ein Anspruch auf
Zuteilung kann aus etwa vorzeitig eingezahlten Beträgen nicht hergeleitet werden.
Die Bezahlung der zugeteilten Stücke hat
am 20. Mai d. J.
bei derjenigen Stelle, welche die Zeichnung entgegengenommen hat, z erfolgen. Anf
Zahlungen vor dem 20. Mai d. J. werden Zinsen nicht vergätet.
Die Zeichner erhalten zunächst Kassenguittungen, gegen deren Rüokgabe später
die Stücke durch die Zeichnungsstellen ausgegeben werden.
Die Lieferung der Stücke wird baldmöglichst erfolgen.
Die 6‟ Beichspost-Schatzanweisungen sollen an den dentschen
Hauptbörsen-
plätzen alsbald nach ihrem Erscheinen eingeführt werden.
Die Schatzanweisungen sind als verbriefte Schnldverbindlichkeiten des Reichs
gemäß 8 1807 BGB mündelsicher.
Sie können im Lombardverkehr der Reichsbank beliehen werden und sind auch im
Lombardverkehr bei der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) als Deckung zugelassen.
Berlin, im Mai 1931.
Berlin, Braunschweig, Breslau, Dresden, Dässeldorf, Essen (Ruhr), Frankfurt (Main),
Hamburg, Karlsruhe (Baden), Köln (Bhein), Leipzig, Mänchen, Nürnberg, Weimar.
Reichsbank.
Preußische Staatsbank (Seebandlung).
Berliner Handels-Gesellschaft.
Bank der Arbeiter, Angestellten
und Beamten, A.-G.
S. Bleichröder.
Commerz- und Privat-Bank
Aktiengesellschaft
Delbrück Scbickler & Co.
Deutsche Girozentrale
— Deutsche Kommunalbank -
Dresdner Bank.
Darmstädter und Nationalbank
Kommanditgesollschaft auf Aktien
Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft.
Dentsche Landesbankzentrale
A.-G.
J. Dreyfuß & Co.
Mendelssohn & Co.
Preußische Zentralgenossenschaftskasse. Reichs-Kredit-Gesellschaft Aktiengesellschaft.
Braunschweigische Staatsbank
(Leihhausanstalt).
Sächsische Staatsbank.
Simon Hirschland.
Hardy & Co.
Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
Lazard Spever-Ellissen
Kommanditgesellschaft auf Aktien.
Eichborn & Co. E. Heimann. Gebr. Arnhold.
Barmer Bank-Verein Hinsberg, Fischer & Comp.
Kommanditgesellschaft auf Aktien.
Deutsche Effecten- und Wechselbank.
Gebrüder Bethmann.
Jacob S. H. Stern.
Lincoln Menny Oppenheimer.
Vereinsbank in Hamburg.
L. Behrens & Söhne.
Straus & Co. A. Lery.
M. M. Warburg & Co. Veit L., Homburger.
J. H. Stein.
Sal. Oppenheim jr. & Cie.
H. Aufhäuser.
Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt.
Bayerische Hypotbeken- und Wechselbank. Bayerische Staatsbank.
Bayerische Vereinsbank. Merck, Finck & Co. Anton Kohn. Thäringische Staatsbank.
Offizielle Zeichnungsstellen in Darmstadt sind:
Reichsbank — Darmstädter und Nationalbank, Kommanditgesellschaft auf Aktien. —
Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft Filiale Darmstadt — Hessische Landesbank
(TV. 6898
(Staatsbank) — Landeskommunalbank — Girozentrale für Hessen.
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Reiches, der Länder und
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meinden, Parteipolitik,
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Frauenbewegung, Handel,
Industrie, Handwerk und
Gewerbe, Bodenpolitik,
Finanzwesen, Verkehrswes.,
Zollwesen, Sozialpolitik,
Ver-
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Seite 16
Sonntag, den 3. Mai 1931
Nummer 122
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Nummer 122
Sonntag, den 3. Mai 1931
Seite 17
Größte Talſperre des Konkinenks wirs an der Saale gebauk.
kmal für einen Südkiroler Helden
beihl.
Der jetzige Bauzuſtand der großen Saale=Talſperre.
Mit Rieſenſchritten geht die ungeheure Bleiloch=Talſperre an der Saale ihrer Vollendung
ent=
gegen. An der Stelle, wo die gigantiſche Sperrmauer emporwachſen wird, befindet ſich jetzt eine
auf 9 Pfeilern ruhende, über 65 Meter hohe Werkbrücke, die ſich über die ganze Breite des Tales.
ſpannt. Sie wird zur Erbauung der Sperrmauer gebraucht.
Das Franz=Innerhofer=Denkmal in Innsbruck,
das kürzlich zum Gedächtnis dieſes Südtiroler Helden eingeweiht wurde. Der Oberlehrer
Inner=
hofer wurde vor 10 Jahren von den Fasciſten erſchoſſen.
Aeiug and Ausand.
Mord auf der Landſtraße.
Berlin. Ein ſchweres Verbrechen iſt
in der Gegend von Trebbin am ſpäten abend
des 1. Mai entdeckt worden. Eine Gruppe von
Wandervögeln fand zwiſchen den Ortſchaften
Kerzendorf und Ludwigsfelde einen großen
Perſonenkraftwagen, der mit den
Vorder=
rädern im Chauſſegraben ſtand. Am Steuer
ſaß ein jüngerer Mann, der eine tödliche
Kopfverletzung aufwies. Die Polizei glaubte
zunächſt an einen Unfall infolge unvorſichtigen
oder zu ſchnellen Fahrens. Der Führer des
Autos ſchien mit dem Kopf gegen die Decke
geſchlagen zu ſein. Bei näherer Beſichtigung
aber erkannte man, daß es ſich wahrſcheinlich
um ein Verbrechen handelt. Der Tote iſt der
24 Jahre alte Sohn Walter des
Fuhrunter=
nehmers Neumann aus Kerzendorf. Nach dem
vorläufigen Gutachten der Aerzte ſcheint die
Wunde am Kopf des jungen Mannes von
einem Schuß herzurühren. Im Wagen wurde
noch eine Piſtole gefunden. Näheres über
die Schuld an der Bluttat muß die
Unter=
ſuchung ergeben.
Raubmord in Jüterbog.
Berlin. Von einem bisher unbekannten
Täter wurde am Freitag abend Frau
Bur=
meiſter, die mit ihrem Ehemann eine Filiale in
Jüterbog leitet, beim Abrechnen der Tageskaſſe
ermordet. Die Angeſtellten hatten das Geſchäft
bereits verlaſſen. Der Täter, der mit der
Oertlichkeit genau vertraut geweſen ſein muß,
hatte ſich durch eine Hintertür eingeſchlichen und
die Frau nach dem bisherigen Befund zuerſt
mit einem Eiſengewicht niedergeſchlagen; dann
hat er mit einem Meſſer die Frau ermordet.
Die Berliner Mordkommiſſion iſt mit der
Auf=
klärung des Falles betraut.
Schwerer Betriebsunfall.
Harburg. Ein ſchwerer Betriebsunfall,
der bisher drei Todesopfer forderte, hat ſich
bei den Zinnwerken Wilhelmsburg ereignet.
Beim Transport von Zinnrückſtänden ſtellten
ſich bei den damit beſchäftigten Arbeitern
plötzlich ſtarke Kopfſchmerzen und Brechreiz
ein. Der herbeigerufene Arzt veranlaßte die
ſofortige Ueberführung der neun betroffenen
Arbeiter ins Krankenhaus. Hier angeſtellte
Unterſuchungen ergaben, daß es ſich um eine
Arſen=Waſſerſtoffvergiftung handelt, wie ſie
bisher im Betrieb der Zinnwerke noch nicht
feſtgeſtellt wurde. Zwei Perſonen befinden
ſich noch in Lebensgefahr.
Tetzner hingerichtet.
Regensburg. Kurt Erich Tetzner wurde
geſtern früh 7 Uhr im Hofe des
Landgerichts=
gefängniſſes Regensburg durch das Fallbeil
hingerichtet. Der Mörder war auf ſeinem
letz=
ten Gang ſehr ruhig und gefaßt. Die
Hinrich=
tung erfolgte in Gegenwart der 12 Zeugen und
einigen anderen Perſonen ohne jeglichen
Zwi=
ſchenfall.
Kampf um eine Wüſtenquelle.
Jeruſalem. Zu einem erbitterten Kampf
zwiſchen Beduinen iſt es nach hier
eingetrof=
fenen Meldungen in der Nähe von Damaskus
gekommen. Zwei von verſchiedenen
Eingebo=
renenſtämmen zur Suche nach Waſſer
ausge=
ſandte Gruppen trafen zur gleichen Zeit an
einer größeren Quelle ein. Es entſpann ſich ein
heftiger Kampf um den Beſitz der Quelle, wobei
80 Perſonen getötet oder verwundet wurden.
Start zu einem Rekordflug England—Auſtralien
London. Die Flieger Hauptmann Stack
und Chaplin ſind geſtern bei Tagesanbruch zu
einem Rekordflug England — Auſtralien vom
Flugplatz Lympne aufgeſtiegen. Die erſte
Zwi=
ſchenlandung ſoll in Wien erfolgen.
Hundert Jahre Techniſche Hochſchule in Hannover.
Die Techniſche Hochſchule in Hannover
konnte am 2. Mai die Hundert=Jahr=Feier ihres Beſtehens begehen, 1831 als Höhere
Gewerbe=
ſchule begründet, wurde ſie 1879 zur Techniſchen Hochſchule umgewandelt und in das 1857 erbaute
Welfenſchloß verlegt.
Der Schiffsfriedhof der Reichsmarine.
Kreuzer, die von der Liſte der Reichsmarine geſtrichen ſind und zum Verkauf ſtehen,
im Schiffsfriedhof zu Kiel.
Die Reichsmarine nimmt eine Generalreinigung unter den Schiffsbeſtänden vor und bietet ein
ganzes Geſchwader, das auf den Schiffsfriedhöfen in Kiel und Wilhelmshaven liegt, zum
Ver=
kauf an. 22 deutſche Kriegsſchiffe, darunter Linienſchiffe, Kreuzer, Torpedo= und Minenſuchboote,
warten auf die Verſchrottung.
Chicagos Bürgermeiſter am Werk.
Chicago. Chicagos neuer Bürgermeiſter,
Anton J. Cermak, hat nach ſeiner Rückkehr aus
Florida, wo er ſich von den Strapazen des
Wahlkampfes erholt hat, mit verdoppeltem Eifer
ſeine Arbeit zur Wiederherſtellung des guten
Rufes der Stadt Chicago aufgenommen.
Cer=
mak hat ſich u. a. vorgenommen, alle Theater
und Lichtſpielvorführungen zu verbieten, in
denen Chicago als Sitz des Laſters und Heimat
der Verbrecherwelt geſchildert wird. Sogar das
bekannte Kriminal=Theaterſtück von Edgar
Wallace „On the Spot”, das mit rieſigem
Er=
folg in New York aufgeführt worden war, und
deſſen Aufführung in Chicago vorgeſehen iſt,
ſoll dem Verbot anheimfallen, wenn Cermak den
Eindruck gewinnt, daß das Anſehen Chicagos
durch die Aufführung dieſes Stückes geſchädigt
werden könnte. Bürgermeiſter Cermak iſt
in=
zwiſchen offiziell in ſein Amt eingeführt worden.
Der Reinigungsfeldzug in der Verwaltung von
Chicago iſt ein Teilſtück aus dem großen Werk,
das der Vorbereitung der Weltausſtellung
dient, die im Jahre 1933 in Chicago abgehalten
wird und für die man Hunderttauſende, von
Beſuchern aus allen Ländern der Welt erwartet.
Bodenſeefahrt d78 „Graf Zeppelin”,
Friedrichshafen. Unter Führung
von Kapitän Lehmann ſtieg geſtern früh 4,36
Uhr das Luftſchiff „Graf Zeppelin” zu ſeiner
angekündigten Fahrt über den Bodenſee auf.
In der Lindauer Bucht wurden vom Luftſchiff
aus Filmaufnahmen des dort kreuzenden
Mo=
torſchiffes „Kempten” gedreht, die im
Auf=
trage der Reichsbahndirektion Nürnberg
aus=
geführt wurden. An der Fahrt nahm u. a.
Staatsſekretär Dr. Franck teil. Die Landung
erfolgte um 8,15 Uhr.
„Graf Zeppelin”=Flug nach Stettin.
Friedrichshafen. Das Luftſchiff „Graf
Zeppelin” wird am Sonntag früh 9 Uhr zur
Fahrt nach Stettin aufſteigen. Bis jetzt haben
ſich 35 Paſſagiere gemeldet. Die Landung in
Stettin dürfte zwiſchen 5 und 6 Uhr nachmittags
erfolgen. Dr. Eckener iſt am Freitag abend
aus Paris zurückgekehrt.
„Do. X” nach Rio de Oro aufgeſtiegen.
Madrid. Wie aus Las Palmas (
Kana=
riſche Inſeln) berichtet wird, iſt das Dornier=
Flugſchiff „Do. K” am Samstag früh nach Rio
de Oro aufgeſtiegen, um ſeinen Flug nach
Bra=
ſilien fortzuſetzen.
Die ſchwediſche Grönland=Flugexpedition.
Stockholm. Nach hier eingegangenen
Meldungen iſt die ſchwediſche Flugexpedition,
die unterwegs nach Grönland iſt, um 15.30 Uhr
von Thorshavn auf den Färöern geſtartet und
hat um 16.48 Uhr Island geſichtet.
Die ſchwediſche Flugexpedition in Island
eingetroffen.
Kopenhagen. Die ſchwediſche
Flug=
expedition iſt um 20,05 Uhr in Island
ein=
getroffen.
Der ſchwediſche Ozeanflieger in Reykjavik.
Kopenhagen. Der ſchwediſche Flieger
Ahrenberg iſt in Reykjavik angekommen. Das
isländiſche Fiſchereiexpeditionsſchiff „Odin”
er=
reichte am Freitag die Eiskante. Riiſer=Larſen
hat auf Wunſch der engliſchen Expedition den
norwegiſchen Dampfer „Caſtor” gechartert. Das
Schiff liegt fahrtbereit in Bergen und wird am
Samstag nach England abgehen, um zwei große
Flugmaſchinen zu holen, die das engliſche
Luft=
fahrtminiſterium zur Suche nach den
verſchol=
lenen Engländern zur Verfügung geſtellt hat.
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Nummer 19
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Das verhängnisvolle Billardſpiel.
Einmal in der Woche frönt Pechvogei ſeiner
Spiel=
leidenſchaft, der einzigen Leidenſchaft, die ihm das Leben
übriggelaſſen hat. Auch heute wandert er wieder zu ſeinem
geliebten Skat. Da an dieſem Abend die Gaſtſtube überfüllt
iſt, hat der Wirt, um weiteren Platz zu ſchaffen, den
Stammtiſch etwas verſchoben. Der Ciſch ſteht nun näher
an einem Bilard, als an anderen Cagen. Die übrigen Mit=
ſpieler haben ihre Plätze eingenommen, Pechvogel muß ſich
auf den letzten freien Platz, mit dem Nücken gegen das
Bil=
lard ſetzen. Aber da auf dem Billard nicht geſpielt wird,
hat er von dort keine Störung zu befürchten. Der Skat
beginnt. Gerade hat Pechvogel ein großes Spiel in der
Hand. Erbittert ringen die Männer um die Palme des
Siegs. Schließlich iſt Pechvogel in der Lage, dem Spiel die
entſcheidende Wendung zu geben. Mit kräftiger Fauſt
ſchmettert er die ſiegbringende Karte derart auf die
Ciſch=
platte, daß Gläſer, Mitſpieler und ſelbſt einige Gäſte an den
Nachbartiſchen in die Höhe fahren. Aber „zwiſchen Lipp”
und Kelchesrand, ſchwebt der finſtern Mächte Hand‟. Nur
eine Sekunde läßt er, der Sieger in der Schlacht, den Blick
triumphierend umhergleiten. Dann ſpringt er ſelbſt mit
einem Wehſchrei in die Höhe. Ein Billardſpieler hat ihn
bei einem wuchtig geführten Stoße mit dem dicken Ende des
Stockes nicht unerheblich am Hinterkopf getroffen. Das
war nicht ſchön von dem Billardſpieler. Er ſtammelt
Eut=
ſchuldigungen und redet ſchließlich in ſeiner Verlegenheit
von der Möglichkeit übernatürlicher Anziehungskräfte, die
den Stock auf den mit einer ſchimmernden Vollglatze
ge=
ſchmückten rundlichen und daher einer Billardkugel ähnlichen
Kopf Pechvogels gelenkt hätten. Damit reizt er zwar
er=
neut Pechvogel, den er zum zweiten Male an einer höchſt
einpfindlichen Stelle trifft; aber er kann ſich nicht davon
be=
freien, daß er höchſt fahrläſſig gehandelt hat. Denn er hat
weder, wie es ſelbſtverſtändlich geweſen wäre, Pechvogel bei
Beginn des Billardſpiels gewarnt, noch hat er auch nur die
geringſte Vorſicht beim Spiel walten laſſen. Aber er iſt
notoriſch zahlungsunfähig. Deshalb hält ſich Pechvogel an
den Wirt und verlangt demnächſt von ihm neben Erſatz der
Heilungskoſten noch Schmerzensgeld, entgangenen Verdienſt
für die Dauer der durch die Heilung bedingten
Arbeitsun=
fähigkeit und ſchließlich noch eine lebenslängliche Nente, da
ſeine Arbeitsfähigkeit durch die Verletzung dauernd
gemin=
dert ſei. Vergeblich beruft ſich der Wirt darauf, daß
Pech=
vogel ſelbſt an dem Unfall ſchuld ſei, weil er bei einiger
Auf=
merleſamkeit den Beginn des Billardſpiels hätte bemerken
und die ihm daraus drohenden Gefahren erkennen können.
Daß Pechvogel ſich ſo nahe an dem Billird niedergelaſſen
hat, kann ihm nicht zum Vorwurf gemacht werden, da der
Wirt ja dieſen Platz für ſeine Gäſte beſtimmt hatte. Dazu
kommt, daß das Billard noch frei war, als er ſich ſetzte.
Und es konnte ihm auch nicht zugemutet werden, ſich
wäh=
rend ſeines eigenen Spieles dauernd nach dem Billard
um=
zudrehen, um rechtzeitig eine von dort kommende Gefahr
wahrzunehmen. Der Wirt aber hat für die Gefahrloſigkeit
und Verkehrsſicherheit der Näume und Einrichtungen, die
er zur allgemeinen Benutzung zur Verfügung ſtellt, zu
ſor=
gen. Seine Verpflichtung geht aber noch weiter. Er hat
auch einzuſtehen für rechtswidrige Einwirkungen anderer
Gäſte, wenn er dieſe Einwirkungen ſchuldhaft nicht hindert.
Er ſelbſt hat aber veranlaßt, daß der Stuhl ſo nahe an das
Billard geſtellt wurde, daß bei Benutzung des Billards für
den Stuhlinhaber Gefahren entſtanden; er hat die Bonutzung
des Billards trotzdem nicht verhindert, und hat, ſchließlich
unterlaſſen, echvogel und den Billardſpieler auf die
Ge=
fahr aufmerkſam zu machen. So muß er alles bezahlen —
nur nicht die Neute. Denn nach eingehender Unterſuchung
ſtellt ſich heraus, daß die Verletzung ohne jede Folge geheilt
iſt, und daß. wie ſo oft in dieſen Fällen, die verminderte
Arbeitsfähigkeit nicht durch die Verletzung bedingt, ſondern
lediglich auf die Ausſicht auf eine hübſche Nente zurückzu=
führen iſt. Aber das ſollte man Pechvogel nicht nachtragen.
Denn das Streben nach einer Nente in irgendeiner Form iſt
ja bekanntlich bei uns zur Seit eine allgemein verbreitete
Krankheit.
Das zerbrochene Speiſegeſchirr.
Krauſes müſſen zum Abendeſſen einladen. Frau Krauſe
iſt der Meinung, daß das alte Speiſegeſchirr nicht mehr
feſt=
lich genug iſt. Ihr Mann will das zwar nicht einſehen, aber
ſchließlich gibt er nach, da er eheliche Swiſtigkeiten
be=
fürchtet. Glückſtrahlend geht am nächſten Cag Frau Krauſe
in das Porzellangeſchäft Müller. Sie wählt endlich ein ſchön
geblümtes Muſter, bezahlt es gleich und läßt es ſich
ver=
packen. In ihrer Freude über den neuen Kauf will ſie es
gleich mitnehmen; aber ſie merkt bald, daß ihr dies nicht
möglich iſt. Sie bittet daher den Ladeninhaber, ihr das
Porzellan zuzuſenden. Auf dem Heimweg trifft ſie Frau
Lehmann, die auch zu den geladenen Gäſten gehört. Im
Ver=
trauen teilt ſie ihr mit, daß ſie ſoeben für den Feſtabend ein
neues Speiſegeſchirr gekauft habe. Der Feſtabend iſt
end=
lich da. Beim Eintritt in das Speiſezimmer ſehen alle
Gäſte erwartungsvoll nach dem neuen Geſchirr. Sie ſehen
aber nur alte, ihnen ſchon bekannte Celler. Darauf erzählt
Frau Krauſe, daß das Geſchirr auf dem Cransport völlig
zerbrochen ſei, und Müller ſich geweigert habe, Erſatz zu
leiſten. Criumphierend bemerkt darauf eine andere Dame,
ſie habe neulich bei Müller ein kleines Ceegeſchirr für zwei
Derſonen gekauft, das auch auf dem Cransport zerbrochen
ſei, für das aber Müller ſofort Erſatz geleiſtet habe. Alle
ſind ſich darüber einig, daß Müller in dieſem Falle
entgegen=
kommend geweſen ſei, da es ſich um einen geringeren Wert
gehandelt habe. Frau Krauſe aber wurmt dieſe
unterſchied=
liche Behandlung. Schon frühzeitig am nächſten
Mor=
gen iſt ſie bei Müller, um ihn zur Rechenſchaft zu
ziehen. Sie verlangt unter Hinweis auf das erſetzte
Cee-
geſchirr ein anderes Speiſegeſchirr. Aber Herr Müller
wei=
gert mit höflichem Bedauern den Erſatz. Er habe ſich genau
erkundigt. Mit der Uebergabe der gekauften Sache gehe
die Gefahr des Verluſtes auf den Käufer über. Er habe
ihr das Geſchirr verpackt übergeben, und ſich nur auf ihr
nachträgliches Verlangen bereit erklärt, ihr es zuzuſenden.
Die Verpackung für den Cransport ſei durchaus
einwand=
frei und ſicher geweſen. Auch ſeinen mit dem Cransport
beauftragten Boten troffe keine Schuld. Denn dieſer könne
nichts dafür, daß ein auf der Straße mit einem Sußball
ſpielender Junge ſtatt ins Cor gerade auf den Korb des
Boten geſchoſſen habe, und daß der Korb dadurch zur Erde
gefallen ſei. Bei dem Ceegeſchirr ſei es ganz anders
ge=
weſen. Er habe ſich nachträglich überzeugt, daß das
Ge=
ſchirr in nur mangelhaft verpacktem Zuſtand ſein Geſchäft
verlaſſen habe. Für dieſe mangelhafte Verpackung müiſſe
er auſkommen. Auch habe der Bote das leicht
zerbrech=
liche Ceegeſchirr trotz ſihlüpfriger Straße auf dem Nade
befördert. Bei ſeinem Sturz mit dem Nad ſei das Geſchirr
zerbrochen. Auch für dieſen Leichtſinn ſeines Boten miiſſe
er aufkommen. Frau Krauſe will dieſe ihr ſo nachteilige
Belehrung nicht anerkennen. Schneidend erklärt ſie, daß
ſich das weitere finden werde. Aber es findet ſich nichts
weiteres. Denn die Auffaſſung Herrn Müllers wird ihr
auch von anderer Seite als richtig beſtätigt. Ueberreizt
kommt ſie nach Hauſe und klagt ihrem Gatten ihr
Mißge=
ſchick, was dieſen zu der Bemerkung veranlaßt, es ſei doch
zwerkmäßig. in Zukunft mit dem Verkäufer ausdrücklich zu
vereinbaren, daß die Gefahr des Verluſtes auf dem
Crans=
port unter allen Umſtänden zu ſeinen Laſten gehe. Aber
dieſer autgemeinte Nat verletzt Frau Krauſe. Sie wirft
ihrem Gatten vor, er komme mit ſeinen Natzſchlägen immer
uinterher. Nach der Bemerkung wird os auch dem Gatten
zu bunt und es kommt zu erreaten Auseinanderlatzungen
Woraus man ſieht, daß Scherben nicht immer Glück
be=
deuten.
Beſtimmungsmenſur und Boxkampf.
Student: Mir iſt mitgeteilt worden, daß die
Beſtim=
nungsmenluren mit Schlägern als Sweikampf von den
Ge=
richten beſtraft werden.
Jch: Das trifft zu. Erſt neuerdings haben die
ver=
einigten Strafſonate des Neichsgerichts wieder entſchieden,
daß es ſich um einen Sweikampf mit tödlichen Waffen
handele.
Student: Mit tödlichen Waffen? Der Schläger iſt
zwar eine ſcharf geſchliffene Maffe, mit der man tödliche
Verletzungen zufügen kann. Aber bei der
Beſtimmungs-
menſur iſt doch der Körper des Beteiligten durch eine Reihe
von Maßnahmen geſchützt, die eine tödliche Verletzung nach
menſchlichem Ermeſſen faſt ausſchließen. Es ſteht feſt, daß
unter hunderttauſenden von Beſtimmungsmenſuren kaum
je-
mals eine tödliche Verletzung erfolgt iſt. Und wenn wirklich
einmal eine Verletzung tödlich war, dann hat es ſich nur um
einen unglücklichen Sufall handelt, wie er bei jedem Sport
vorkommt. Catſächlich iſt ja auch die Beſtimmungsmenſur
nichts anderes als ein Sport.
Och: Ich will zugeben, daß es ſich um einen Sport
han=
delt, obwohl der Begriff des Sports viel jünger iſt als die
Beſtimmungsmenſur. Im übrigen hat ſich das höchſte
Ge=
richt auf den Standpunkt geſtellt, daß trotz der
Schutzmaß=
nahmen der Schläger eine tödliche Waffe bleibt.
Student: Wie kommt es aber dann, daß der
Box=
kampf ſtraflos bleibt? Auch er iſt doch ein Sweikampf, der
nach beſtimmten Regeln vor ſich geht, und ein ſchwerer
Boxhandſchuh iſt eine Waffe, die durchaus geeignet iſt,
auch tödliche Verletzungen zuzufügen. Die Verletzungen bei
dem Boxkampf ſtehen den bei Beſtimmungsmenſuren
mög=
lichen gewiß nicht nach. Sedenfalls kann ſich das „
Blumen=
kohlohr” des Boxers durchaus neben dem ſchönſten
Durch=
zieher ſehen laſſen.
Ich: Ganz recht. Aber Sie überſehen, daß der
Box=
ſport ſich der Gunſt der Maſſe erfreut. Iſt Schmeling nicht
zur Seit der Nationalheros der Deuiſchen? Er iſt der
popu=
lärſte Mann in Deutſchland ſeit Bismarck. Er iſt
Welt=
meiſter; auch Bismarck war es, wenn auch nur inoffiziell.
Er beſitzt eine ungeheure Schlagkraft. Die hatte auch
Bis=
marck, allerdings nur auf geiſtigem Gebiet. Die
Anſchau=
ung der Maſſe über den Boxſport iſt auch die der Behörden
geworden. Er wird von den Behörden nicht nur geduldet,
ſondern vielfach auch gefördert, weil Geiſtesgegenwart,
Ge=
wandtheit, Mut und Körperkraft durch ihn gehoben werden.
Dagegen gilt die Beſtimmungsmenſur als Privileg einer
be=
ſtimmten Kaſte und damit als unſittlich.Iſt Ihnen bekannt, daß
der Reichstagsausſchuß, der den Entwurf eines neuen
Straf=
geſetzbuches berät, ſogar beſchloſſen hat, daß bei jeder
Be=
ſtrafung wegen Sweikampfes, auch wenn es ſich um eine
Beſtimmungsmenſur handelt, die Fähigkeit zur Bekleidung
eines Amtes abgeſprochen werden muß?
Student.: „Dann hätte alſo Bismarck niemals zu
Amt und Würden kommen können, da er ja manche Menſur
gefochten hat. Und mancher hohe Staatsbeamte mag ſich
heute im Innerſten über ſeine unſittliche Lebensführung in
der Jugend grämen. In Sukunft muß dann wohl jeder, der
Staatsbeamter werden will, ſich von einem beamteten Arzt
darauf unterſuchen laſſen, ob ſeine Verletzungen von einer
Beſtimmungsmenſur herrühren oder ob er ſie auf dem
Suß=
ballplatz oder beim Boxſport davongetragen hat. Wer im
„Ning” mit Kinnhaken und Schwingern den Gegner
bear=
beitet, bis er bewußtlos am Boden liegt und ausgezählt
wird, erſcheint zum Beamten geeigneter als der frühere
Student, der eine Beſtimmungsmenſur ausgefochten hat.
Und läßt ſich auch nicht für die Menſur ins Feld führen, daß
ſie unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit ſtattfindet, während
der Borſport nur in der breiten Oeffentlichkeit gedeiht? Iſt
der Borſport überhaupt noch ein Sport, iſt er nicht vielfach
n erſter Linie ein Geſchäft, bei dem aus den niederſten
In=
ſtinkten der breiten Maſſe, aus Senſationsluſt und Blutgier
Gewinn gezogen, ja dieſe Inſtinkte geradezu geweckt
wer=
den? Haben wir noch ein Necht, Stier= und Hahnenkämpfe
zu verdammen?
Och: Sie müſſen ſich auf den Boden der Catſachen
ſtel=
en, junger Freund . . . . Ja, was ich ſagen wollte:
Machen Sie es doch einmal dem Boxſport nach. Fechten Sie
hre Beſtimmungsmenſuren in der Oeffentlichkeit aus und
erheben Sie ein Eintrittcgeld; richten Sie vielleicht auch
noch einen Cotaliſator ein. Sie werden ſehen. die Gunſt der
Maſſe wird ſich Ihnen zuwenden, und je blutiger es zugeht,
eſto beſſer.
Student (macht eine Verbeugung): Ich darf mich
empfehlen
BIAAAIHAngATAnnangn
unnannnnnnnnnn
[ ← ][ ][ → ] Kork.
Wie er von der Korkeiche geſchält wird.
Von Adolf Siegler.
In den Nummern 345 von 1924, 45 und 79 von 1925 dieſes
Blattes veröffentlichte der Geh. Schulrat Dr. Buchhold unter
dem Citel: „Ein vielfach unterſchätzter Schatz des
Landes=
muſeums” eine Aufſatzſerie, die das Intereſſe der
Muſeums=
beſucher auf die phelloplaſtiſchen Arbeiten des römiſchen
Archi=
tekten Antonio Chichi, die ſich in den Untergeſchoſſen des
Lan=
desmuſeums befinden, zu lenken beſtrebt war. Es handelt ſich
dabei um die Korkmodelle antiker Bauwerke, die Chichi gegen
Ende des 18. Jahrhunderts in geradezu bewunderungswürdiger
Vollendung gefertigt hat. Man iſt ſich nicht darüber einig, ob
Chichi der Erfinder dieſer Modellierkunſt iſt, oder ob er fremde
Gedanken und Arbeitsprozeſſe übernommen und weiter
entwik=
kelt hat. Wie dem aber auch ſei, Chichi hat auf die Ausführung
ſeiner Modelle eine ſo große Sorgfalt und Sachkenntnis
ver=
wendet, daß ſeine Arbeiten auch heute noch als wirkliche
Kunſt=
werke angeſprochen werden können, wenn ihnen gegenüber unſere
Seit auch weſentlich gleichgültiger geworden iſt. Das
Landes=
muſeum, das von Chichi 35 vorzügliche Korkmodelle beſitzt, vom
Amphitheater der Flavier (Koloſſeum) bis zu den Waſſerbauten,
dürfte auf dieſem Gebiete eine der ſchönſten Sammlungen
be=
litzen, die noch vorhanden ſind. Mit welcher Liebe Chichi bei
der Nachbildung der römiſchen Bauten zu Werke ging,
veran=
ſchaulicht beſonders überzeugend der ſchöne Criumphbogen des
Konſtantinus und der Criumphbogen des Citus, der zur
Erinne-
rung an die Eroberung Jeruſalems, 70 n. Chr., erbaut worden
iſt, und bei dem ſelbſt die winzigen Geſichtchen der Neliefs im
Innern des Bogens ausdrucksvolle Züge aufweiſen und von der
vorbildlichen, erſtaunlichen Gewiſſenhaftigkeit des nachbildenden
Künſtlers ein beredtes Seugnis ablegen. Die Korkmodelle des
Landesmuſeums haben außer ihrem Kunſtwert an und für ſich
noch eine hohe kulturell-dokumentariſche Bedeutung, weil ſie die
antiken Bauwerke in ihrem genauen Zuſtande von vor 150
Jah-
ren mit der Patina und den pflanzlichen Ueberwucherungen uſw.
darſtellen und einen Vergleich mit dem gegenwärtigen Befund,
den Verwitterung, Verfall, eventuelle Nenovierung uſw. ſtändig
ändern, jederzeit zwecks verſchiedener Kontrollen und Schlüſſe
möglich machen.
Neben dieſer künſtleriſchen Verwendung, die der Kork hier
gefunden hat, darf dieſes Naturprodukt aber als eine der
un=
entbehrlichſten Kulturerrungenſchaften angeſprochen werden.
Seine Verwendungsmöglichkeiten von der Schuhſohle, dem
Lino=
leum, den Schwimmern für Fiſchnetze uſw. bis zum Korkſchwarz,
dem ſpaniſchen Schwarz der Drucker, das aus der feinen Kohle
des gebrannten Korks hergeſtellt wird, ſind faſt unbegrenzte.
Kork iſt ein elaſtiſches Pflanzengewebe an Korkeichen und
verwandten Baumarten, welches die urſprünglichen, dünnen
Außenſchichten des Holzes durch ein neues Hautgewebe erſetzt.
Dem Zellengewebe des Korks iſt ein in ſeinen Wandungen ſich
bildender fettartiger Körper, das Suberin, eingelagert, das ihn
hierdurch und durch ſeinen äußerſt geſchloſſenen ſonſtigen Aufbau
für Gaſe und die meiſten Flüſſigkeiten undurchläſſig macht.
Für die Induſtrie findet ausſchließlich die Korkrinde der
Korkeiche Verwendung, weil ſie ſich nur in deren Arten zu der
nötigen Dcke (bis zu 30 c) in deutlich ſichtbaren Jahresringen
auswächſt.
Die Korkeiche iſt in Spanien, Portugal, Algerien und
Ma=
rokko heimiſch, auch in Südweſtfrankreich, in der Gegend von
Bordeaux, Dat, den Landes uſw., wo ſie vielfach mit der
Cer=
pentin liefernden Strand= oder Büſchelkiefer angepflanzt iſt.
Der in Frankreich geſchälte Kork wird meiſt in der Nähe der
ihn produzierenden Landſtriche für die nationale, Kork
verwen=
dende Induſtrie verarbeitet. Dagegen haben Portugal und
be=
ſonders Spanien eine ganz bedeutende Ausfuhr von
Korkpfrop=
fen und Korkrinden=Platten.
Die Korklage bildet ſich am Holz der Korkeiche im 4. Jahr.
Dieſer erſte Kork iſt von ſpröder, brüchiger und riſſiger
Beſchaf=
fenheit und heißt „männlicher Kork”. Im 10. bis 12. Jahr wird
dieſe Korkrindenſchicht von dem Stamm gelöſt. Sie findet nur
zu dekorativen Swecken, z. B. Anlagen künſtlicher Grotten,
Verkleidung von Blumentöpfen, Gartenhäuſern uſw.
Verwen=
dung, da ſie die wertvollen Eigenſchaften des ſpäteren Korks
(Dicke, Weichheit, geſchloſſenen Aufbau der Sellengewebe,
Elaſti=
zität, wenig zerriſſene Oberfläche uſw.) noch nicht beſitzt.
Nach=
dem die Korkrinde erſtmalig von dem Stamm geſchält worden
iſt, bildet ſich langſam eine neuere, beſſere, glättere, elaſtiſchere
Korkauflage, der „weibliche Kork”, der in etwa zehn Jahren die
gewünſchte Dicke erreicht. Die Ninde wird dann durch einige,
in entſprechender Entfernung übereinander liegende, ringförmige
Einſchnitte um den Stamm und einen oder zwei ſenkrecht
gegen-
über bewirkte Einſchnitte mit Hilfe des abgeplatteten Beilſtils
gelöſt. Man nimmt dieſe Arbeit etwa vom 15. Juni bis 15. Juli
vor und behandelt jeden Stamm mehrmals, um ſeine Nacktheit
nicht allzu plötzlich der Sonne und Luft auszuſetzen. Manche
Unternehmer ſchützen den geſchälten Stamm im erſten Jahre auch
durch Leinentücher oder Hüllen aus dem wertloſen „männlichen”
Kork und erzielen auf dieſe Weiſe feineren Kork mit beſſerer
Oberfläche. Die gelöſten, gewölbten Platten oder Nöhren
wer=
den von etwa anhaftenden Schmarotzerpflanzen (Moos und
Slech=
ten) gereinigt, in einem heißen Waſſerbad ſchmiegſamer gemacht,
übereinander geſchichtet, flach gepreßt, auf heißer Erde oder
im Walde von
llung
Greta Garbo hat mich geküßt!
Ein Stockholmer erzählt die Geſchichte ſeiner erſten Liebe.
Von Dirks Paulun.
Ich bin Stockholmer, aus der Südſtadt, von Langholmen.
Greta Garbo iſt aus Stockholm, auch ſie kommt von Langholmen.
Früher hieß ſie Greta Guſtafsſon.
Greta Guſtafsſon war meine erſte Sreundin — meine erſte
„Liebe”, ſagt man wohl in Deutſchland. Habt ihr das alle
ebenſo erlebt — die erſte Liebe? Die Gedichte aller Dichter,
die Bilder aller Maler, die Wiſſenſchaft aller Pſychologen
haben mir nicht ſagen können, ob meine erſte Liebe genau ſo
war wie bei anderen Menſchen. Aber doch: die Muſik"
manche Muſiken . . .! Die Melodien klangen genau, als kämen
ſie aus mir ſelber, als hätte der Komponiſt meine Liebe erlebt,
oder als ob die Muſiker mitſamt dem Dirigenten auf
irgend=
einem geheimen Wege von mir dirigiert würden. Wenn wir
tanzten, ſpielten ſie nur für uns; aber auch wenn ich einſam im
Café ſaß, im dunkelſten Winkel, und wenn ich mir dann Greta
vorſtellte und ihre letzten Worte und den letzten Kuß, dann
er=
füllte die Muſik mit zauberiſcher Gewalt meine Erinnerungen,
gab ihnen Bewegung und den Nhythmus ihres Schwunges, ja
mich ſelber nahm ſie auf ihrer Dünung mit, hob mich auf und
trug mich fort. Schwindelnd fand ich mich am einſamen Strand
des Klangmeeres wieder, wenn die Kapelle ſchwieg — fühlte
mich verlaſſen und ſtellte feſt, daß der Kaffee kalt und die
Siga=
rette erloſchen war.
Manchmal, ſelten, ausnohmsweiſe fand ich auch emen Vers,
ein Gedicht, in das ich meine Wünſche, meine Luſt hineinlegen
konnte. Aber ich wußte nur zu gut, daß ich damit ein wenig
lächerlich war. Schließlich bin ich ein moderner Stockholmer
und kein ſentimentaler Jüngling, und ich weiß, daß man gewiſſe
Worte wie „Sturm und Drang” oder „Weltſchmerz” in unſerer
Sprache nicht hat, weil uns die Gefühle dazu fehlen.
Nun will ich aber ſachlich erzählen. Ich werde einfach
an=
nehmen, daß die „erſte Liebe” bei allen Menſchen dieſelbe iſt
und daß ich daher meine eigene nicht eingehender zu ſchildern
brauche. — Noch einmal: meine erſte Liebe hieß Greta
Guſtafs=
ſon. Wir haben uns anderthalb Jahre lang geliebt. Dann haben
wir uns verzankt. Das Verzanken war natürlich nicht die
Ur=
ſache, ſondern die Wirkung der Abkühlung. Der eine war am
andern gewachſen, wie das wohl in dieſen Jahren ſo ſein muß.
Und dabei waren wir auseinandergewachſen. Da ſuchten wir
Vorwände für die Crennung und fanden ſie. Greta war damals
in einem Konfektionsgeſchäft angeſtellt und erfreute ſich wegen
ihrer Geſchicklichkeit und Liebenswürdigkeit allgemeiner
Beliebt=
heit. Sehr bald machte ich ihr Szenen wegen eines
Verkaufs=
chefs, der ſie „zu ſehr protegierte”, wie ich behauptete — als ob
ſie überhaupt zu ſehr protegiert werden könnte! Es gab Szenen,
und von einer zur andern warfen wir uns gegenſeitig immer
heftiger vor, wir liebten uns nicht mehr. Nun, das war zur
Hälfte die Wahrheit, aber ein wenig Liebe bleibt von jeder
Liebe zurück, und beſonders von der erſten. Das iſt ja mein
ganzes Unglück.
Während ſich alſo meine Freundſchaft mit Greta immer
mehr auflöſte, kam ich in neue Umgangskreiſe. Ich hatte eine
angenehme Stellung im Verkaufsbüro einer elektriſchen Sabrik,
und meine Kontorkollegen waren lebensluſtige junge Leute, die
mit Außenbordern oder auch im Dampfboot die angenehmſten
Lagerplätze im Schärgarten oder im Mälarſee zu erreichen wuß=
heißen Mckallplatten getrocknet und mit Draht zu viereckigen
Ballen für den Verſand geſchnürt.
Der Kork wird bis etwa ins 100. Johr des Baumes nach
jeder Schälung feiner und beſſer und kann etwa alle 10 Jahre
von den Stämmen und Aeſten geſchält werden. Iſt die
Kork=
eiche ungefähr 150 Jahre alt, dann muß ſie jungem Holz Platz
machen, da ihr Ertrag dann qualitativ nicht mehr lohnt. Der
Kork wird „altersſchwach”, ſpröde und brüchig.
Der leicht rötliche kataloniſche Kork, der ſich durch beſondere
Feinheit und Elaſtizität auszeichnet, iſt als „Champagnerkork‟
ſehr geſucht. Ein Hauptſtapelplatz für Kork iſt Algeciras, wo
häufig auf den Molen und Kais lange, mächtige Mauern der
großen Korkplatten=Ballen aufgeſchichtet ſind und dieſem
ſpani=
uiſchen Hafen vor Gibraltar ſein typiſches Gepräge geben. Von
Algeciras aus werden die Ballen nach der ganzen Welt
ver=
frachtet und verſchifft. Ein Baum liefert je nach ſeinem Alter
1—200 Kilogramm Korkrinde bei einer Schälung, d. h. etwa
alle zehn Jahre.
Während die gewöhnlichen, quer aus der Korkrindenplatte
geſchnittenen Flaſchenſtopfen für Saſe und Slüſſigkeiten
undurch=
läſſig ſind, ſind die großen flachen Pfropfen nicht unbedingt dicht,
weil bei dieſen die ſenkrecht verlaufenden braunen Kanälchen, die
ſogenannten Lentizellen, die der Su= und Ausfuhr von Luft und
Wärme des Baumes gedient haben, nur locker gefügt ſind. Zum
Verkorken von Säure oder ätheriſche Oele enthaltenden
Fla=
ſchen bedient man ſich in Paraffin getränkter Korke.
Deutſch=
land führt jährlich etwa 1000 Connen Kork ein. Spanien ſteht
hierfür an erſter Stelle. Dann kommt Portugal. In Spanien
ſah ich auch (in Sevilla) bei einem „fliegenden Buchhändler” eine
ſehr ſchöne Arbeit aus Kork. Es war eine ſehr kunſtvollo
Lieb=
haber=Ausgabe von Cervantes: Don Quifote, die vollſtändig
auf blattdünne Korkfolien tadellos farbig gedruckt und in einem
Korkdeckel gebunden war.
Der Unfall.
Von Kilian Koll, G.D.S.
Schmerzen ſind nicht ſchön. Sterben iſt bitter, jeder hofft
drum herum zu kommen. Es iſt eine Hoffnung, und wenn man
fahren kann, ſo iſt es eine gewiſſe Wahrſcheinlichkeit, aber nie
ganz ſicher. Ein Reifen kann im unpaſſenden Augenblick platzen;
in der Achſe des gerühmteſten Fahrzeugs kann ein verborgener
Sußfehler Bruch machen; niemand kann bürgen für die Corheit
des Nächſten, und das Unwahrſcheinliche ward über oder unter
dem Motor ſchon manchmal Ereignis. Dies iſt die prickelnde
Luſt, ein Schatten am ſtrahlenden Himmel der Fahrt — weil
die=
ſer Schatten da iſt, ſtrahlt dieſer Himmel doppelt hell.
Bis ſechzig Kilometerchen im Freien kann man wohl
über=
haupt nicht von einem Riſiko reden, von da ab wächſt die Gefahr
und der Bremsweg im Quadrat mit der Schnelligkeit und im
Kubik mit dem Leichtſinn. Bei ſechzig kann ich gemütlich den
Suß auf die Bremſe legen, bei hundert fliege ich mit der Wucht
eines Kanonenſchlags in das unerwartete Hindernis hinein.
Die Uhr in unſrer Caſche tickt uns Fahrenden eilig die
furcht=
bare Schreckſekunde. Dies Wort allein, für uns geprägt,
um=
ſchreibt in einem einzigen Begriff alles, was uns zuſtoßen kann.
Der Anfänger ſitzt mit „bohrender Aufmerkſamkeit” in
ſei=
nem Jahrzeug, die Nerven flattern, angeſpannte Muskeln wollen
ſtändig zur Bremſe zucken, und wenn dann plötzlich etwas über
den Weg läuft, ſo klappt die Sache trotzdem nicht. Man
be=
obachte die Geſichter der alten Jahrer, welche mehr=
und vieljährige Verkehrserfahrung in Augen, in Händen,
in Füßen haben, wo iſt da etwas von Aufregung, wo iſt da
etwas von bohrender Aufmerkſamkeit zu erkennen? Sie ſehen
nicht nur ſo aus, ſie ſind ruhig im dicken Verkehr, im dicken
Cempo. Viel hunderttauſendmal haben ſie den Griff des
Aus=
weichens und Bremſens getan; für ſie mag die Schreckſekunde
normalerweiſe eine halbe, eine Fünftel-Sekunde ſein; ein
beſon-
derer Nervenſtrang ſcheint ſich gleich von den Augen zur Hand
und zum Suß gebildet zu haben, ſo genau und ohne Aufregung
wirken Hand und Suß im gefährdeten Augenblick.
Der Meiſter am Steuer beſitzt vor allem eine ſehr große
Witterung für die in den nächſten Sekunden
nach allen wahrſcheinlichen und unwahrſcheinlichen Richtungen
hin mögliche Verkehrsſituation. Er kennt aus
tauſendfacher Beobachtung und Erfahrung ſeine eigenen
Fähig=
keiten, er wird ſie nicht mehr ſo ſehr überſchätzen; er kennt die
normalen, weil immer wieder vorkommenden Sehler und
Ueber=
raſchungen, die ihm die übrigen Mitbemtzer der Straße (Hunde,
Kinder, Sußgänger, Nadfahrer, Handwagen, Pferdefuhrwerke,
Motorräder, Lieferwagen, Laſtautos. Omnibuſſe) plötzlich
berei=
ten; er überdenkt auf dreihundert Meter ſchon ziemlich genau,
mit welcher Häufigkeit aus einem Querweg dieſer oder jener
Art unvorbereitet ein Hindernis kommen wird; er weiß auch,
daß dieſe Wahrſcheinlichkeit zuweilen ſehr gründlich nicht
ſtimmt. Dies Idealweſen ſieht ſich zuweilen jäh vor einer
Ver=
kehrslage, die jede Hoffnung auf ein Entrinnen auszuſchließen
ſcheint, und es entwiſcht zuweilen ſogar einer ſolchen Lage noch
haarbreit; da ſcheint wirklich von den Augen zu Füßen und
Händen dieſer Nervenſtrang zu führen, der den Umweg über das
Gehirn vermeidet; da wird plötzlich eine Vielzahl der verſchie=
ten. Greta beteiligte ſich an dieſen Ausflügen nie, ſo daß ich
mir in dieſem Kreis eine zweite Welt einrichten konnte — oder
mußte? Davon brauche ich aber jetzt nicht zu ſprechen.
Mein letztes Zuſammenſein mit Greta Guſtafsſon — zugleich
meine erſte Bekanntſchaft mit Greta Garbo — war an einem
Samstag. Greta hatte mich ſchon lange vorher gebeten, dieſen
Nachmittag für ſie freizuhalten, und ich hatte mit ſchwerem
Her=
zen den Lockungen des Waſſerſports widerſtanden — es war
Nachſommer oder eigentlich ſchon früher Herbſt, und nicht nur
die Abfeier des Sommers zog mich in den Schärgarten hinaus:
ich hatte auch eine Art von gclantem Wettbewerb in unſerm
Wochenendkreis — aber ſchweigen wir davon!
Ich traf Greta in einem Café; ich kam zu ſpät und erwartete
einen Vorwurf, aber ſie machte ſich nichts daraus. Das mag
mich ſchon ein wenig verbittert haben. Jedenfalls aber wurde
ich bleich vor Wut, als ſie mir nun ſagte, was heute
Beſonde=
res” geſchehen ſollte: wir wollten in einen Neklamefilm ihres
Konfektionshauſes gehen. Ausgerechnet für dieſe erhebende
Unternehmung hatte ich die Waſſerfahrt geopfert! — Nun, wer
Greta Garbos Geſchichte kennt, weiß hier ja nu ſchon beſſer
Beſcheid, als ich damals Beſcheid wußte. Sie hatte mir eine
Ueberraſchung bereiten wollen, aber weil ich nun ſo wütete,
mußte ſie mir vorher verraten, was es mit dem Film auf ſich
hatte: ſie ſpielte darin auch eine Nolle — eine ganz anſehnliche
Nolle. Ich war nun einmal aufgebracht, machte mir die
uner=
quicklichſten Vorſtellungen von der Sache und mäkelte den Film
in Grund und Boden, ehe ich ihn geſehen hatte. Dann ging
ich mit.
Greta ſah im Film entzückend auc. Im dunkeln
Zuſchauer=
raum ſaß ich neben ihr und ſpürte ganz intenſiv: zum letztenmd
iſt ſie deine Greta! Ich faßte nach ihrer Hand. Ich drückte
denſten und planvollſten Bewegungen ausgeführt — und wenn
das arme Gehirn erſt ſeine eniſetzten Befehle erteilt, ſo iſt
Fahrzeug, Führer und Gaſt ſchon um drei Handbreiten jenſeits
der Gefahr. Ja, ſpäter überlegt dieſer Meiſter ſich, wie haſt du
Ceufelskerl das eigentlich fertiggebracht, da noch herauszukon..
men — warſt du es oder dein Schutzengel, der mit
maihemati=
ſcher Exaktheit zugleich auskuppelte, bremſte, den Lenker ab=
drehte; warſt du es oder dein Schugengel, der dann einen
Vier=
telherzſchlag ſpäter die Bremſe freigab, die Kuppelung fallen
ließ, eine genaue Doſis Gas in die Sulinder ſchickte? Warſt etwa
du es, der unter zwölf gleichzeitigen oder blitzſchnell folgenden
Bewegungen nicht einmal ſehlgriff?!
Die Fähigkeiten des Anfängers nehmen im Augenblick der
Gefahr ab, die des Meiſters nehmen dann oft in einer kaum
vorſtellbaren Weiſe zu. Oft ſage ich, es iſt leider nicht ſicher;
Geiſtesgegenwart kann nicht kommandiert werden, ſie
funktio=
niert oder ſie bleibt aus.
Keinem Meiſter am Lenker kann etwas Bedrohlicheres
ge=
ſchehen, als wenn ſeine Geiſtesgegenwart ihm allzuoft geholfen
hat. Er verläßt ſich dann auf etwas, auf das man ſich nicht
verlaſſen kann, und wenn er dieſe launiſche Fähigkeit einmal
recht nötig braucht, ſo läßt ſie ihn im Stich, und es gibt ein
Scherbengericht.
Gezählt wird nicht der Privatunfall, das Umſchmeißen, der
Vierteljahresſturz des Motorradfahrers. Es intereſſiert die
Oeffentlichkeit nicht, ob man ſelber das Genick bricht, oder ſein
Fahrzeug zu einem Haufen Alteiſen macht. Die Oeffentlichkeit
intereſſiert ſich für das unheimliche, dem Kriege ähnliche
Ge=
ſchehnis, daß Fremde, voneinander bis dahin nichts Wiſſende, ſich
urplötzlich verwunden oder töten; ſie kannten ſich nicht, keine
noch ſo loſe Verbindung führte vom einen zum andern; mit eins
geht es zwiſchen ihnen auf Cod und Leben!
Immer wieder hieß es ſchon: plötzlich — unvermittelt —
ohne Vorbereitung — dlitzhaft. Es iſt das Kennzeichen des
Un=
falls, daß er keine noch ſo knappe Ankündigung vor ſich
her=
ſchickt, er kommt wie die Verwundung zum Soldaten. Die Uhr
in deiner Caſche tickt zahlloſe Sekunden, du haſt ſogar Stunden !
Seit, aber da fehlt ein Viertelſtündchen, und alles
wäre vermieden worden.
Die normale Fahrt bringt einen Suſtand des
guten Gewiſſens mit ſich, niemand erwartet etwas
Böſes, in vollem Gleichmut rollen Herzſchlag,
Nä=
der und Kurdelwelle, urplötzlich, von dieſer zur
nächſten Sekunde kracht Eiſen auf Eiſen, Glas
ſplittert, vielleicht fließt Blut. Das iſt immer ein
Schock, das haut in die Nerven; ſo iſt es zu
erklä=
ren, daß ruhige Männer ſich hyſteriſch anbrüllen,
obwohl vielleicht nur ein Kotflügel eingedrückt
wurde — ſtatt daß ſie ſich vergnügt die Hände
ſchütteln, weil nichts Ernſtliches geſchah. So iſt
zu erklären, daß die Nerven höchſt erfahrener
und im Augenblick des Unglücks erzruhiger
Füh=
rerinnen nach dem Unfall vollkommen verſagen;
ſie weinen und zittern und ſchreien gröbliche
Schimpfworte.
Dieſer Suſtand des guten Gewiſſens, des
Nicht=
ahnens bis in die Sekunde dse Unfalles hat noch
eine ſehr komiſche Folge: Niemand will es geweſen
ſein, immer iſt der andere ſchuld! Und dann wird
gehadert auf der Straße, und dann wird
prozeſ=
ſiert, und dann gibt es einen unglaublichen Haufen
von Scherereien, und dann verliert man ſechsmal
ſoviel Seit und Geld, als die Geſchichte wert iſt,
und dann kommt ſchließlich der große
Katzenjam-
mer — und wenn die Geſchichte etwas Gutes
hatte, ſo fährt man ab dato die entſcheidenden zehn
Kacm langſamer. Aber gewöhnlich tut man das
nur während der nächſten drei Cage, und dann
geht es wieder los haſtewaskannſte, und dann . . ."
Schuldl Alleinige Schuldi Was heißt das, gibt es das
über=
haupt, kommt es vor? Das ſicherſte Seichen, daß man richtig
fuhr, iſt der im letzten Augenblick vermiedene Unfall! Die
Mitſchuld beginnt, daß man da iſt, daß man exiſtiert; ſie nähert
ſich langſam der juriſtiſchen Mitſchuld, je weniger wach man
ge=
weſen iſt, je mehr man trödelte, je weniger Geiſtesgegenwart und
Beherrſchung man trotz formalem Im=Necht=Sein gerade in
dieſem Augenblick zeigte.
Dieſer Zuſtand des Normalen bis unmittelbar in den
Su=
ſammenkrach oder den Schrei hat noch eine ſehr tragiſche Folge,
die jeder Jahrer ſich beizeiten vielfach überlegen möge: Gott
allein mag vielleicht wiſſen, wer wirklich ſchuld iſt. Die
Fahrer wiſſen es in hundert Prozent aller Fälle nicht, denn da
handelt es ſich um Verſchwundenes, das Gedächtnis aber iſt vom
Schreck verwiſcht und verzerrt. Es handelt ſich um einen
be=
haupteten halben Meter Vorſprung; es handelt ſich um eine nicht
gemeſſene, längſt zum Stillſtand gekommene Geſchwindigkeit; es
handelt ſich um einen Bremsweg, der faſt nie genau feſtgeſtellt
werden kann.
Und die Seugen wiſſen es erſt recht nicht. Die Seugen —
Menſchen des Alltags, müde und einflußlos zumeiſt im Leben —
ſind plötzlich ſehr wichtige Perſonen geworden, es hängt von
ihnen ab, ob ein Menſch für drei Jahre ins Gefängnis kommt
und fürs Leben ruiniert wird. Dieſe Seugen, auf deren
Mei=
nung ſonſt nur der Stammtiſch achtet, haben nun Gelegenheit,
die Schärfe ihrer Beobachtung und die Wachheit ihrer Sinne
unter Beweis, zu ſtellen, vor der Oeffentlichkeit dazu! Das geht
zuerſt vor einer zuſammengeſtrömten Menge, dann vor einem
Schutzmann, dann vor einem Gerichtshof; ihre Bedeutung wird
immer offizieller, immer wichtiger! Und ſo haben ſie denn
be=
obachtet und gehört und geſehen, ob und an welcher Stelle der
eine Fahrer Seichen gab und wann der andere bremſte, und wie
ſchnell jeder von beiden fuhr, und ſie können genau angeben, aus
welcher haargenauen Nichtung jeder gekommen iſt, und ſie zögern
nicht zu ſagen, was dieſer richtig machte, was jener falſch — und
ſie ſchwören ſogar . . . Hört man ſie vor Gericht, ſo möchte
man glauben, ſie hätten ſich fünf Minuten vorher an dieſem Ort
aufgeſtellt, eigens und zu dieſem Sweck, um dieſen Unfall mit der
Wachſamkeit von fünf Kinoapparaten zu regiſtrieren.
Dazu kommt, daß es unter Menſchen nichts Unbeſtechliches
gibt, da jeder, ob er will oder nicht, den perſönlichen Einflüſſen
unterliegt. Für das junge Mädchen, das Seuge eines Unfalls
wurde, iſt es ſelbſtverſtändlich, daß dieſer hübſche junge Mann
unſchuldig iſt; die ältere Frau wird aus der Notwendigkeit ihres
mütterlichen Herzens jeden Jahrer beſchuldigen, der das ihr
fremdeſte Kind zu Schaden fuhr, ganz gleich, wie das geſchah.
ihren Arm. Aber ſie war ſehr ſachlich und kritiſch mit dem
Flimmerbild beſchäftigt. Und als die Film=Greta dort oben
wie=
der einmal ſo unſagbar reizend und wehmütig lächelte, ſo
kind=
lich und ſo klug, da fühlte ich wieder: ſie lächelt nicht für dich!
Sie kann ſo lächeln, auch ohne dich anzuſehen! Aber ich hielt
ihre Hand, ihren Arm feſt, wie ſehr mich auch Ekel und Wut
erfüllten. Hätte ich jedenfalls die Greta dort oben von der
Greta hier unten trennen können! Aber ſie, die neben mir ſaß,
war ja mit allen Faſern oben bei der gefilmten Konfektioneuſe.
Es wurde hell im Saal. Wir klemmten uns ſtumm aus der
Bankreihe heraus. Greta ſah mich fragend an. Ich wußte, wie
ungerecht ich war, aber ich ſchwieg. Ich wußte auch, daß ich
nicht anders konnte. — Dann kam eine ſchnatternde Horde von
Kolleginnen und Kollegen und nahm Greta in ihre Mitte.
Warte unten!” rief ſie mir noch zu. Ich hade nicht gewartet.
Ich habe die leibhaftige Greta nicht wiedergeſehen.
Aber damit iſt die Geſchichte nicht zu Ende. Bis hierher war
es eine Geſchichte, die man ſehr gut bei ſich behalten kann, ja
es wäre nicht ſehr taktvoll, ſie zu erzählen, wenn ſie nicht
weiter=
ginge. Aber ſie muß ja ſo weitergehen, wie ich jetzt gleich
er-
zählen werde, und da frage ich den Ceufel, ob es taktvoll iſt oder
nicht: ich muß es einfach erzählen.
Durch dieſen Neklamefilm wurde Greta Guſtafsſon von dem
Filmregiſſeur Mauritz Stiller entdeckt und zur Greta Garbo
ge=
macht. Meine Greta wurde die Greta der ganzen Welt. Und
mit dieſer Greta habe ich einen furchtbaren Handel. Anfangs
war es noch nicht ſo ſchlimm. Es trieb mich noch einige Male
in den Konfektionsfilm, ich wollte zu meiner eigenen Qual immer
wieder ſehen, wie ſie ſo unſagbar reizend und wehmütig lächelte,
ſo kindlich und ſo klug — und nicht für mich —, ohne mich zu
ſehen. Ich wollte zu meinem Grauen immer wieder erleben, wie
von dieſem Lächeln ein Vibrieren durch die Seelen — ich kann
es nicht anders nennen als „Seelen” — der Zuſchauer ging und
wie ſie alle einen letzten feinen Widerſchein von dieſem Lächeln
mit nach Hauſe trugen. Aber dann verſchwand der Film
end=
gültig, und ich hatte Nuhe — eine unheimliche Nuhe —, bis der
Göſta=Berling=Film kam.
Laßt mich nun über die Einzelheiten hinweggehen. Es ſind
noch zu viele Einzelheiten, die mich bewegen, ſo daß ich da kaum
zuverläſſig berichten kann. — Der Alp wuchs. In den Jahren
ihres Aufſtiegs bin ich. Greta in die finſterſten Kinoſpelunken
nachgelaufen. Es war ein ſtändiger Nauſch. Der Nauſch war
aus Criumph und Erniedrigung, aus Liebe und Haß, aus
Be=
wunderung und Verachtung gemiſcht. Ich triumphierte über das
gewöhnliche Publikum, weil ich mich als ſtillen Ceilhaber, als
eigentlichen Herrn von Gretas Schönheit betrachtete — ich fühlte
mich erniedrigt dadurch, daß ſie aller Welt ſchenkte, was mir
gehörte — ich ließ mich von ihr zu wilder Liebe und Anbetung
hinreißen — ich freute mich grimmig, daß ſie ihre Schönheit auf
die Gaſſe trug, denn das war in meinen Augen die Strafe dafür,
daß wir uns nicht mehr liebten, und eigentlich war ich es, der ſie
durch die Goſſe ſchleifte. — Nun gab es für mich keine
Nuhe=
pauſen mehr. Wenn ich im Café ſaß — das tat ich meiſtens —
ſpielte ich mir Szenen vor, die mich im Silm beſonders aufgeregt
hatten. Ich lief faſt täglich ins Kino. Sch ſah mir auch andere
Filme an, ſtellte mir vor, wie ſie hier ſpielen würde, wie ihr dieſe
Geſte und jene Miene ſtehen würde, ob dies ein Partner für ſie
ſei — und dieſe letzte Frage kam beſonders peinigend und auch
ſehr häufig.
Dann beginnt die ſchreckliche Zeit, wo ich im Café Zeitungen
und Zeitſchriften durchwühle. Unſere Stockholmer Zeitungen
ſind voll von Notizen und Berichten aus Hollywood, ud kamm
Der Caxichauffeur wird gegen den Herrenfahrer eingenommen
ſein, Frauen gegen eine Frau, Männer für eine hübſche Sahrerin,
Sußgänger gegen Kraftfahrer, Arme gegen ſichtlich oder auch
nur anſcheinend Wohlhabende. Ich mochte behaupten, für den
Seugen iſt weit wichtiger die Art und das Verhalten der beiden
Führer nach dem Unfall ſelbſt. Der eine hat die Nerven
ſchnell wieder, iſt freundlich, lächelt in höflicher Berechnung, weiß
die Seugen in ihrem plötzlich wichtigen Selbſtgefühl richtig zu
behandeln — jawohl, ſie ſtimmen ihm eifrig zu. Der andere,
viel=
leicht iſt er der Schuldloſe, aber er hat die Nerven noch nicht
zurück, er ſkandaliert, ſchreit Seugen an, die gegen ihn Partei
nehmen, ſtatt daß er ſich ruhig auch ihre Anſchrift notierte.
Gericht muß ſein, es iſt das geringſte von zwei Uebeln. Aber
die Rechtſprechung des Unfalls iſt ein trübes Kapitel, mit einer
ſchlecht geleiteten Lotterie zu vergleichen. Die meiſten übrigen
Nechtsfälle beziehen ſich auf Dinge, die ſich in geraumer Seit
abſpielten — beim Unfall handelt es ſich um den Blitz einer
Sekunde; noch niemand hat aufgepaßt, und durch den Schrecſe
trübt ſich noch dazu das Gedächtnis aller, auch das der Seugen.
So obſiegt heute vor dem Unfallrichter oft die eindeutige Lüge,
die zielbewußte Unwahrheit; ſie tritt frech die Wahrheit nieder,
die in dieſem Sonderfall faſt immer zögernd und voller Bedenken
ausſagen wird.
Mutter, komm mit mir auf’s Schwurgericht,
Da ſchwör’n wir alle beide
Dem Nichter treu ins Angeſicht
Die allerſchwerſten Eide!”
Dies alles ſind bittere Möglichkeiten, denen man ſich
viel=
leicht früher oder ſpäter hinſtellen muß.
Die großen Verkehrsgefährder ſind zugleich die Leute mit
der ganz großen Verkehrserfahrung. Caxichauffeure und
Auto=
busführer haben es eilig, ſie ſind abgeſtumpft gegen die ſtändige
Gefahr; ſie rechnen mit Handbreite, wenn andere mit Metern
rechnen, nun, und da verrechnet man ſich eben manchmal, zumal ihre
Sicherheit ſie zu Nückſichtsloſigkeit verleitet. Der Autobus
be=
ſonders iſt der faſt unverwundbare Kampfwagen auf dem
moder=
nen Schlachtfeld der Straße; er ſchiebt einen Perſonenwagen
klirrend beiſeite, er zermalmt ein Motorrad, das weiß jeder,
jeder weicht ihm ſchleunig aus; damit rechnet der Fahrer.
Es iſt ſehr ungünſtig, wenn man mutterſeelenallein für ſein
Necht in ſo vieldeutigen Dingen wie Verkehrsunfällen kämpfen
muß. Gut iſt es, wen im gegebenen Augenblick ſolch ein
zah=
lungsfähiger Anonymus (Verſicherung, Krankenkaſſe. Werk)
hinter einem ſteht, der energiſch auftritt und vielleicht einen
Pro=
zeß durchbiegen will; ſein Anwalt wird die Gegenzeugen zu
ver=
wirren ſuchen.
So ſieht das Spiel aus.
Ueberſchrift: Necht.."
Der vernünftige Fahrer beobachtet aufmerkſam und mit
ſcharfem Selbſttadel ſeine eigenen, glücklich abgelaufenen Fehler,
aus denen ſich die Laufbahn des Kraftfahrers zuſammenſetzt. Es
gibt eine Menge Möglichkeiten, um mit nahezu völliger
Sicher=
heit Unglück zu verhüten. Wirhtiger als die richtige Forderung,
langſam zu kreuzen, wäre das Gebot: In all und jedem Fall,
wenn man nicht genug ſehen kann (Kreuzung. Kurve, Ueberholen
leicht anſchlagen! Das iſt keine Mühe, man verliert
haltender Jahrzeuge), beizeiten Gas weg und Bremſe
dann kaum Cempo, das Fahrzeug iſt in jedem Augenblick bereit
für Voran oder Halt — und vor allem geht im Gefahrfall kein
Sekundenbruchteil verloren, bis der Suß auf der Bremſe und
das Gas aus den Sylindern iſt.
Jeder vernünftige Fahrer fährt ſo. Und Sie?
Vorfahrtrecht iſt gut, gute Bremſen ſind beſſer, ein
geſicher=
ter Bremsweg iſt das Beſte!
Die Frau in der Angeſtellten=
Verſicherung.
Von Dr. Marga Job.
Es beſteht für uns ein beſonderer Anlaß, uns mit der an und
für ſich bedeutſamen Frage zu beſchäftigen, welche Stellung die
Frau in der Angeſtelltenverſicherung einnimmt: dem Reichstag
liegt nämlich der Entwurf einer Novelle zum
Angeſtellten=
verſicherungsgeſetz vor, und dieſer Entwurf enthält
Beſtim=
mungen, die von beſonderem Intereſſe für die Frauen ſind.
Bevor wir uns mit der Frage beſchäftigen, ob und inwieweit
es notwendig iſt, mit Frauenwünſchen an die
Angeſtelltenwerſiche-
rung heranzutreten, wollen wir uns ein Bild darüber machen,
welche Aufgaben die Angeſtelltenverſicherung überhaupt zu
er=
füllen hat.
Das am 1. Januar 1915 in Kraft getretene
Angeſtellten=
verſicherungsgeſetz erfaßt bekanntlich alle Angeſtellten im
Deut=
ſchen Neich mit einem Einkommen bis 8400 NM. jährlich, mit
Ausnahme der dem Neichsknappſchaftsgeſetz unterworfenen
Perſonen. Die Angeſtelltenverſicherung bezweckt, die Angeſtellten
für ihr Alter und bei Berufsunfähigkeit, ſowie nach ihrem
Code ihre Hinterbliebenen zu verſorgen. Nuhegeld, alſo eine lau=
ein Cag vergeht, ohne daß irgendeine Notiz über Greta Garbo
erſcheint, die natürlich völlig belanglos iſt. Aber mir ſpringt ſie
ſofort in die Augen, mich düinkt ſie ſofort unheimlich wichtig und
ein Schlüſſelloch, durch das ich in ihre Seele ſchauen kann. —
Ich leſe die Kritiken über Greta und lache, weil ich alles viel
beſſer weiß, ich prüfe die neueſten Photos mit Kennerblick, ich
lache ein unirdiſches Lachen über jede Karikatur, und ich nehme
mit gnädigen Paſchagefühlen die Lobeshymnen auf m eine
Greta zur Kenntnis.
Greta, ich bin dir dankbar, ich bin dir innig dankbar, wenn
du ein böſes, hartes, kaltes, verſchlagenes Weib ſpielſtl Greta,
ich liege geſchunden, aber hingeriſſen zu deinen Füßen, wenn du
dein reizendes und wehmütiges, kindliches und kluges Lächeln
lächelſt! Greta — meine Greta —, mein einziges Glück! —
— Man ſollte dieſes ſchamloſe Weib umbringen. Man ſollte ſie
ſchlagen".
Ich bin natürlich längſt nicht mehr bei der Elektrizitätsfirma
angeſtellt. Wovon ich lebe, kann ich kaum ſagen. Wenn ich aus
dem Kino komme, ſchreibe ich manchmal meine kritiſchen
Gedan=
en auf. Und dann habe ich gleich eine Beſchäftigung für die
langen Vormittage: ich ſchicke meine Notizzettel an verſchiedene
Zeitungen, und manchmal ſteht dann ſo eine Gloſſe zwiſchen den
Kritiken von Garbofilmen und den Berichten aus Hollywood.
Dafür bekomme ich Geld. Aber über Greta habe ich noch nie
ein Wort geſchrieben. Und wenn ich nun heute einmal verſucht
habe, die ganze Geſchichte anſchaulich zu ſchildern, dann darf ich
euch jedenfalls meinen Namen nicht ſagen. Und ihr dürft
übri=
gens auch nicht alles wörtlich nehmen, was ich erzähle. Wie ſoll
ich die eine Liebesgeſchichte, die ich mit Greta Guſtafeſon erlebt
habe, von all den Erlebniſſen unterſcheiden, die ich mit Gretg
Garbo gehabt habe?!
fende Nente erhält, wer berufsunfähig iſt, und wer das 65.
Le=
bensjahr vollendet hat."
Um die infolge einer Erkrankung drohende
Berufsunfähig=
keit eines Verſicherten abzuwenden, kann die
Neichsverſiche-
rungsanſtalt für Angeſtellte ein Heilverfahren einleiten.
Außer dem Nuhegehalt bei Arbeitsunfähigkeit und Alter
ſo=
wie dem Heilverfahren bietet die Angeſtelltenverſicherung auch
noch Hinterbliebenenrente. Die Hinterbliebenenrente
zerfällt in Witwen= oder Witwen= und Waiſenrente. Während
aber beim Ruhegeld im Falle von Arbeitsunfähigkeit und Alter
und beim Heilverfahren kein Unterſchied zwiſchen männlichen
und weiblichen Verſicherten vom Geſetz gemacht wird, iſt dies der
Fall bei der Hinterbliebenenrente. Die Witwe eines Verſicherten
erhält nämlich — und zwar im Gegenſatz zur
Invalidenverſiche=
rung — Witwenrente, auch wenn ſie das Alter von 65 Jahren
noch nicht vollendet hat oder nicht Invalide iſt. Im Gegenſatz
hierzu bezieht der Witwer einer Verſicherten nur dann
Witwer=
rente für die Dauer ſeiner Bedürftigkeit, wenn er
erwerbs=
unfähiger Witwer einer Verſicherten iſt, die den Lebensunterhalt
ihrer Samilie ganz oder überwiegend aus ihrem Arbeitsverdienſt
beſtritten hat. Waiſenrente erhalten nach dem Code des
Ver=
ſicherten ſeine Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahre,
dar=
über hinaus in Fällen der Berufsausbildung und bei Gebrechen.
Als Kinder gelten außer den ehelichen und adoptierten Kindern
auch die unehelichen Kinder einer Verſicherten und eines
männ=
lichen Verſicherten, wenn ſeine Vaterſchaft feſtgeſtellt iſt. Kinder
einer verſicherten, Ehefrau, die eheliche Kinder des
hinterblie=
benen Ehemannes ſin, erhalten dagogen die Waiſenrente nicht,
wenn die verſtorbene Ehefrau aus ihrem Arbeitsverdienſt zum
Unterhalt der Kinder nicht beigetragen hat. Die Witwen= und
die Witwerrenten fallen mit dem Ablauf des Monats weg, in
dem der Berechtigte wieder heiratet. Die Witwe wird mit dem
Betrage ihrer Jahresrente abgefunden.
Mit Rückſicht darauf, daß die Hinterbliebenenrente von den
Hinterbliebenen der weiblichen Verſicherten verhältnismäßig
ſelten in Anſpruch genommen wird, die Höhe der Beiträge aber
bei männlichen und weiblichen Verſicherten die gleiche iſt, werden
den weiblichen Verſicherten gewiſſe Vergünſtigungen gewährt:
ſo wird bei Verheiratung oder Cod ein Ceil der Beiträge auf
Antrag zurückgezahlt. Die heute noch geltende Beſtimmung
be=
ſagt: Heiratet eine Verſicherte nach Ablauf der Wartezeit für
das Nuhegeld und ſcheidet ſie binnen drei Jahren nach der
Ver=
heiratung aus der verſicherungspflichtigen Beſchäftigung aus, ſo
ſteht ihr ein Anſpruch auf Erſtattung der Hälfte der für die Seit
vom 1. Januar 1924 geleiſteten Beiträge zu. Sur eben erwähnten
Wartezeit iſt zu ſagen, daß ſie 60 Beitragsmonate dauert und
bei der Heirat zurückgelegt ſein muß, auch wenn das Ausſcheiden
erſt ſpäter erfolgt. Für die Frauen hat im Falle der Verheiratung
die freiwillige Weiterverſicherung an Stelle der Erſtattung der
Hälfte der Beiträge große Bedeutung: Durch dieſe freiwillige
Weiterverſicherung erhalten ſie die Anwartſchaft aus den bisher
geleiſteten Beiträgen auf die Leiſtungen der
Angeſtelltenver=
ſicherung aufrecht. Dieſe freiwillige Weiterverſicherung iſt wegen
des Erlöſchens aller Anſprüche aus den erſtatteten Beiträgen
namentlich dann zu empfehlen, wenn nach der Heirat, mit der
Möglichkeit einer verſicherungspflichtigen Beſchäftigung zu
rechnen iſt. Das Geldopfer wird im allgemeinen tragbar ſein,
denn für das 2. bis 11. Verſicherungsjahr ſind mindeſtens je
8 Beitragsmarken, ſpäter je 4 Beitragsmarken i jedem
Kalen=
derjahr zu verwenden. Wer alſo 11 Verſicherungsjahre
nach=
weiſen kann und als verheiratete Frau kein eigenes Einkommen
beſitzt, braucht nur imerhalb eines Jahres 4 Beitragsmarken
zum Monatsbeitrage von 4. RM. zu entrichten. Allerdings ſoll
nach dem vorliegnden Abänderungsentwurf die Mindeſtzahl der
4 Beitragsmarken auf.6 erhöht werden. Die Frau, die dädurch
ihre Anſprüche an die Angeſtelltenverſicherung gewahrt hat,
er=
hält im gegebenen Falle für ihre Perſon als Nente den
Grund=
betrag von 480.— NM. im Jahr und die Steigerungsbeträge, die
im weſentlichen 15 Prozent der ſeit 1924 entrichteten gültigen
Beiträge ausmachen.
Cod und Heirat löſen nach dem Geſetze hinſichtlich der
Er=
ſtattung der Hälfte der Beiträge bei weiblichen Verſicherten
die=
ſelbe Wirkung aus, heißt es doch: Stirbt eine Verſicherte nach
Ablauf der Wartezeit für das Nuhegeld vor Eintritt in den
Genuß eines Nuhegeldes, und beſteht kein Anſpruch auf
Hinter=
bliebenenrente, ſo iſt auf Verlangen die Hälfte der für die Seit
vom 1. Januar 1924 bis zum Code der Verſicherten entrichteten
Beiträge zu erſtatten. Anſpruchsberechtigt ſind nacheinander der
Ehegatte, die Kinder, der Vater, die Mutter, die Geſchwiſter,
wenn ſie mit der Verſicherten zur Seit ihres Codes in häuslicher
Gemeinſchaft gelebt haben oder von der Verſicherten weſentlich
aus ihrem Arbeitsverdienſt unterhalten worden ſind. Der
An=
ſpruch verfällt, wenn er nicht innerhalb eines Jahres nach dem
Code der Verſicherten geltend gemacht wird.
Die Sahl der weiblichen Angeſtellten iſt im Steigen
be=
griffen, infolgedeſſen ſind die weiblichen Verſicherten ſtärker an
der Vermehrung der Geſamtzahl der Verſicherten beteiligt als die
Männer. Gleichzeitig zeigt ſich eine anhaltende Verſchlechterung
der Heiratsausſichten des weiblichen Geſchlechts. Bekannt iſt der
ſtarke Frauenüberſchuß in Deutſchland im heiratsfähigen Alter.
Die Angeſtelltewerſicherung iſt eine Swangsverſicherung; die
unverheiratete Angeſtellte muß ihr angehören, auch wenn ein
großer Ceil des Aufgabenkreiſes der Angeſtelltenverſicherung, die
Hinterbliebenenfürſorge, von keinem Intereſſe für ſte iſt. Für die
ſchwer um ihre Exiſtenz kämpfende Angeſtellte würde es eine
Berwirklichung ausgleichender Gerechtigkeit bedeuten, wem ſie
in den Genuß einer ausreichenden Altersrente mit 60 Jahren, an
Stelle der noch geltenden Altersgrenze von 65 Jahren geriete.
Haben aber ſolche Frauenwünſche Ausſicht auf Erfüllung?
Der dem Neichstag vorliegende Entwurf einer Novelle zum
Angeſtelltenverſicherungsgeſetz ſieht die Einführung einer
Elternrente vor. Die Elternrente ſoll auch für Großeltern
gelten, wenn Vater oder Mutter nicht mehr leben. Sie ſoll nur
gewährt werden, wenn kein Anſpruch auf Witwen= oder
Wit=
werrente beſteht, nur bei Bedürftigkeit und nur dann, wenn der
verſtorbene Verſicherte den Unterhalt der Eltern überwiegend
be=
ſtritten hatte. Die Elternrente in der vorgeſchlagenen Faſſung
mit der Vorbedingung der Bedürftigkeit ſoll die für weibliche
Verſicherte geltende Beſtimmung zum Fortfall bringen, nach der
beim Code weiblicher Verſicherter, ſofern kein Anſpruch auf
Hinterbliebenenrente beſteht, die Hälfte der Beiträge an Eltern
oder Geſchwiſter zurückzuerſtatten iſt. Dieſe Beſtimmung ſollte
in ſinngemäße Beziehung zur Elternrente geſetzt werden.
Erſter Mord.
Eine Jungensgeſchichte.
Von Adolf Obée.
Das Leben mit dem Cag der Geburt beginnen zu laſſen, mag
nützlich ſein für die juriſtiſche Begriffsbeſtimmung, für Negiſter,
Cabellen und Scheie, in Wahrheit aber hat noch nie ein
Men=
ſchenleben anders begonnen, als mit der erſten Erinnerung. Die
mag klein und unbedeutend ſein — ein blinkendes Feuer an
un=
gewohntem Ort, ein über das kleine Beit nahe herabgebeugtes
ſchreckhaftes Geſicht, ein buntes Spielzeug — oder aufwühlend
und nachwirkend durch viele Jahre. Eine der tief verborgenen
Sprachweisheiten iſt es, daß man nicht ſagt: Seit ich geboren bin
— ſondern: Seit ich denken, ſolange ich mich erinnern kann ..
Heinrich ſaß allein am gedeckten Mittagstiſch und wärtete
auf Eltern und Geſchwiſter, das dicke Lederkiſſen auf ſeinem
Stuhl reichte gerade hin, ſein Kinn mit dem Cellerrand in eine
Höhe zu bringen; ſo klein war er noch. Das Warten verſchlug
ihm nichts, er drang ſogar ſelbſt darauf, daß er immer frühzeitig
gewaſchen und, ſoweit ſich das bei ihm tun ließ, gekämmt, auf
ſenen Stuhl geſetzt werde, ehe ſich noch die anderen verſammelt
hatten, denn inzwiſchen ließ ſich ja mancherlei tun; das ſtille
Sim=
mer aufmerkſam betrachten, nach der Küche hinaushorchen, wo
die alte Magd am noch aus roten Backſteinen gemauerten Herd
klapperte, das Sifferblatt der Wanduhr ſo lange ſtarr anſehen,
bis es zum Geſicht wurde und man ſchnell wegblicken mußte, oder
das geſchliffene Salzfaß in einen Sonnenſtrahl vom blauen
Frühlingstag vor den Fenſtern rücken, daß es ganz verſchwand
in bunt ſprühenden Lichtern.
Vielleicht war es dies Farbenſpiel, das unvermittelt einen
Gedanken in ihm weckte, der, kqum geboren, in einem einzigen
Augenblick zum brennenden, unwiderſtehlich zwingenden Wunſch
aufwuchs. Er glitt von dem Kiſſen herab, einfach dadurch, daß
er den kleinen Körper mit einem Nuck gerade ſtreckte, öffnete
leiſe die Tür, huſchte über den Gang, ließ die Flurtür hinter ſich
offen, flog, halb am Geländer hängend, die doppelt geeckten
breiten Creppen hinunter und ſah diesmal nichts von dem, was
er ſonſt nicht oft genug betrachten konnte: die bunte Verglaſung
der ganz hochgelegenen, kreisrunden Nadfenſter, die glitzernden
Facettenſpiegel hinter den Petroleumlampen an den Wänden;
er war ſchon durch die Pendeltür, die den Hausflur teilte, und
ehe ihre Flügel, von zwei auf= und niedergleitenden Gewichten
gezogen, ſich wieder in die Nuhelage geſchaukelt hatten, lief er
ſchon auf der anderen Straßenſeite durch ein ſtilles Haus und
über einen kühlen Hof auf ein ſchweres eiſernes Gartentor zu,
mit dem er wohl vertraut zu ſein ſchien: ohne im Lauf
abzu=
ſetzen, warf er ſich mit einem Sprung dagegen, indem er ſich
gleichzeitig an die Klinke hing. Schwerfällig und widerwillig
teilte ſich die eherne Maſſe zu einem ſchmalen Spalt, und als ſte
ſich mit leiſem Klirren wieder ſchloß, ſtand er ſchon ein ganzes
Stück weiter auf einem ſonnigen, großen Naſenplatz, der ſchneeig
überſchimmert war von unzähligen kugeligen und noch ganz un=
verſehrten Laternchen des Löwenzahns. Dicht vor ihm ſtand auf
fußhohem Stengel noch eine vereinzelte gelbe Blüte, und als er
ſuchend über das flaumige Geflimmer hin und in die Luft
hin=
aufſah, kam taumelnden Flugs, wie eben erſt vom begehrenden
Blick aus Sonnenſchein und weicher Luft erzengt, ein
Schmetter=
ling herabgeſchaukelt auf den gol enen Blütenkopf.
Atemlos fiel das Bübchen auf die Knie und kroch ſo näher
heran, die Hände ſchon erhoben, denn das war es geweſen, was
ihn plötzlich von ſeinem Stuhl auf= und hinausgetrieben hatte;
jetzt augenblicklich zu verrichten und zu vollbringen, was noch
nie geglückt war — einen Schmetterling zu fangen, ehe noch die
Suppe auf dem Ciſch ſtand, und gelte es gleich Leben und
Selig=
keit. —
Es war wohl nur ein armer Kohlweißling, um den die hohlen
Hände plötzlich zuſammenſchlugen; es half ihm nichts, es war
ſo=
gar ſein Verhängnis, daß er mit den Flügeln wild an die
Mau=
ern des Verließes pochte, denn es waren Wände voller
Empfin=
dung — in die herzklopfende Freude des Fängers miſchte ſich
alsbald der Schauder über die verzweifelte Gegenwehr des
ge=
quälten Lebens, die nicht mehr fühlen zu müſſen, er die Hände
zuſammenpreßte, und als er ſie vorſichtig öffnete und dazwiſchen
ſpähte, krümmte ſich nur noch ein ſchlanker Hinterleib mit einer
Gebärde unſäglich bitteren Vorwurfs, und ein geſtrecktes feines
Bein bog ſich, leiſe zitternd, zu einem Haken. Unverweilt füllten
ſich die zuſchauenden Augen mit Cränen, bebend verſuchten die
Mörderhände die kleine Leiche wieder auf den Blütenkopf zu
ſetzen. Es gelang; die verkrampften Beinchen hakten lich feſt
im fiedrig feinen Gold; leiſe richtete ſich der Cotſchläger auf und
ging langſam rückwärts, die Augen unverwandt auf den weißen
Fleck gerichtet, dem ein unfühlbarer Windhauch, den einen Flügel
faſſend, leiſe auf= und niederklappend, einen Augenblick lang den
täuſchenden Schein des Lebens lieh.
Erſt dicht an der ehernen Pforte wandte er ſich um und
arbeitete verzweifelt, ſie zu öffnen — denn jetzt, nach innen,
war es faſt eine Unmöglichkeit für ihn — mit dem Gefühl. ein
ganzes Heer lautlos heranſtürmender haßerfüllter Dämonen ſchon
dicht im Rücken zu haben, und kam glühend, atemlos und
ver=
weint wieder an, von wo es ihn widerſtandslos fortgetrieben
hatte. Die Flurtür ſtand noch offen, er konnte ſich gerade noch
neben der Magd, die die Suppenterrine auftrug, ins Zimmer
drängen und auf ſein Kiſſen klettern, als die anderen
herein=
kamen. Auf ihr Fragen, was ihm fehle, wie er ausſehe und
warum er nichts eſſe, wußte er nichts zu ſagen und betrachtete
nur verſtohlen und mit unterdrücktem Schluchzen ſeine Finger,
an denen ein weißgrauer, perlmuttriger Staub zu haften ſchien.
Noch ein ganzer Sommer ging ihm wie ungelebt dahin, ohne
den leiſeſten Nachhall zu hinterlaſſen, die wenigen hellen Minuten
dieſes Frühliugstages aber erhielten ſich unverſehrt, in dem
er=
innerngsloſen Dunkel ſo erbarmungslos ſcharf und klar ſtehend
wie der helle Kreis eines Scheinwerfers in mondlos finſterer
Nacht.
Viel ſpäter wußte er zwar eine entlegene ſtille Wieſe, über
der es an warmen Sommertagen tauſendfältig flügelte, und wo
die Schwalbenſchwänze ſo häufig flogen, daß ſie zu den Mindern
ihrer Ordnung zu rechnen waren; aber was ihn anging, ſo blieb
auch, was koſtbarſte Beute geweſen wäre, unbedroht von Netz
und Aethertod, ſo daß es ging, wie es der Lauf der Welt iſt,
und der Arme, Verachtete geſtorben war, um einer endloſen
Generationenkette edlerer Genoſſen ein Leben im Licht zu
er=
möglichen.
Nummer 413.
Aufgabe 596.
C. S. Kisping in Wednesbury.
(1. Preis, Dutſch Eaſt Ind. Ch. Aſſn., 1928.)
z b d e
Prüfſtellung: Weiß: Ke7 D11 Tb7 e3 La7 c6 Sa4 g5 Bd5 g3 g6 h7 (12);
Schwarz: Ka6 De2 Tb2 h5 Lt2 Se6 Bd7 f7 (8); 3+.
Unſere Leſer werden mit uns einig gehen, daß obige Aufgabe eine
der ſchönſten iſt.
Aufgabe 597.
G. Heatheote und J. Scheel.
(Hampſhire Poſt, 1915.)
Beiß: Ket Dd1 Tet h2 Lh8 Se5 g2 Bb4 d3 g6 (10)-
Schwarz: Kb2 Dg3 Ta2 b8 La3 Bh3 (6).
Matt in zwei Zügen.
Anfragen, Beiträge, Löſungen uſw. nur an die Schriftleitung des
„Darmſtädter Tagblatts” mit der Aufſchrift „Schach”.
D
Kätſel
ID
Wer?
Viele wollen alles gern neu haben. Wie heißt der, der alles neu
macht? Man erfährt dies durch Umlegen von 4 Hölzchen.
Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Druck. Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckeret
Carl Deubel.
Silbenrätſel.
Aus den Silben: a a ard be bir cher dak del du e
en er eu fa fer ge ge gon got grup gung haus hen
i irr kel laſ len lu men mi ne neh nei ni nietz pe
re re ri rie rung ſche ſchen ſit ſo teur tich treib tum
u um werb zi ſind 21 Wörter zu bilden, deren 1. und 3.
Buch=
ſtaben beide von oben nach unten geleſen einen Spruch ergeben.
Die Wörter bedeuten: 1 Verdienſt, 2 Oper von Rich. Wagner,
3 hölzernes Blasinſtrument, 4 Weißmetall 5 Teil des Kruges,
6 Beruf im Zeitungsweſen, 7 Land am Fluß, 8 Gleichwort für
Sympathie, 9 venezianiſches Ruderboot. 10 Göttin des Friedens,
11 Papagei, 12 Gebäude zur Pflanzenkultur, 13 Name engliſcher
Könige, 14 Fehler, 15 Philoſoph. 16 Wurfſchlinge. 17
Gebrauchs=
gegenſtand für Raucher, 18 ſchmale ſandige Landzunge, 19 kleine
Abteilung, 20 Teil des Glatzer Berglandes, 21 Lederſtreifen.
Auflöſungen der Rätſel ans Nummer 18.
Zum Zuſammenſetzen.
Was iſt bass
„koſten”.
Rheinſtr. 23. — Verantwortl für die Redaktion: Dr. H Nette. Darmſtadt. Fernſpr. 1. 2389.—3392. — Alle Rechte vorbebalten Nachdr. verdoter
[ ← ][ ][ → ] Dier ins Haus enei zu falle; odder jedem de Brei mitm
Subbe=
leffel ums hochverehrliche Mailche zu ſchmiern, ſo mecht ich heit
emol widder nooch liewer Gewohnheit de Gaul am Schwanz
uff=
ſchärrn, und gewiſſermaße geiſtweis, un ſozuſage gleichnißmeßich
ſage, was ich dezu zu ſage hab.
Nemlich Darmſtadt war net immer bloß e bedeidende
Kull=
dur= und Theaderſtadt, ſundern es war aach lange Johrn e
beriehmte Ganniſohnſtadt, indem hier en Haufe Milideer
aller Waffegaddunge gelege, exerziert, geſchoſſe, un Schildwacht
geſtanne hott. Un es äldſte Räjemend im ganze deitſche Heer,
däß warn bekanntlich unſer „Hunnerdfuffzehner”; do wärd
kaa=
ner was dro mache wolle. Darmſtadt war alſo, wie in vielem,
ſo aach im Milledeeriſche de annern um e Naſeleng voraus.
Was mich bedrifft, ſo hab ich nie en Hehl draus gemacht,
daß ich in meine junge Johrn, ſo in meiner Sinden Maienbliede,
zimmlich indieme Beziehunge zu unſere verſchiedene
Waffe=
gaddunge unnerhalte hab; un ich hab in’s „Enslings” odder
in de „Ebbelweikaſärn” odder uff em „Schoſſeehaus” un uff’s
„Breidenk chs Felſekeller” mit Gott for Keenig un Vaderland
manch paa= Stiwwelſohle dorchgedanzt. Un heit noch ſumm ich
als emol in=ere ſtille Stund ſo for mich hie:
Mußgedier ſein’s luſt’ge Brieda
Und den Mädchen gut,
Singe lauda luſtſche Lieda
Haben’s frohen Mu=a=u=ut —
odder aach däß annere:
Zweierlei Du=uch, Schnorrbart auch un Stärne,
Habens die Mädchen alle ja ſo gärne,
Wähe warum, wieſo, un ätzädderadada . .
Alſo korz un gud, infolche vun meine indieme Beziehunge
zu unſere verſchiedene Waffegaddunge — mei letzter war
bekannt=
lich mei Schorſch, Kabbedendarm bei de Fäddſtiwwel — alſo
in=
folchedäſſe waaß ich Beſcheid in de „Stradeſchie” un in de
mille=
deriſche „Dickdack” odder „Dackdick”, was ſo zimmlich uff gans
erauskimmt, un ich kenn mich beſſer aus, wie mancher
Scheune=
ral, der wo unnerm alde Neſchiem gewiſſermaße nor ſo als
Zimmerſchmuck dehaam erum geſtanne hott.
No alſo zu de domoliche Zeide is es als vorkumme, daß ſo
e bludjunger Spritzer bun Leidnand als emol uff e Johr nooch
Preißiſch=Berlin kummandiert is worrn, ſei’s uff die
Kriegs=
fchul, odder uff die Schießſchul, was nemlich aach ſo e Art
mille=
deeriſches Pädagog geweſe is. No un wann dann däß Jährche
erum war, un mei Leiduendche hott de erſte Morjend widder for
„ſeine Leit” geſtanne, ach, do hett=er emol heern ſolle, wie der
losgelegt hott — —! Am liebſte hett=er die ganz Ganniſohn uff
de Kobb geſtellt ..
18 is awwer aach vorkumme, daß emol ſo e „Heecherer” nooch
Darmſtadt verſetzt is worrn. No un wann der do owwe in ſeim
Berlien eines ſcheenes Dags ſei Order krickt hott, er ſollt in
Darmſtadt als Räjemends=, Brigade=, odder
Diviſionskumman=
deer e Gaſtroll abſolviern, do hott der ſich mitunner im erſte
Momend gefrogt: „Darmſtadt?! — Ach däß is doch däß
Bodo=
kudendorf, do unne ärchendwo, drei Dag hinner Fui Deiwel!”
— — No un do hott=er ſich zimmlich ſälbſtbewußt in die Bruſt
geiporfe, un hott zu ſich ſällwer geſagt: „Na, denen werden wir
mal zeigen was ne Harke is!”
No un wann dann däß hohe Dier in Darmſtadt a gerickt is
kumme, do hott=er meiſtens in de erſte paar Dag feſtſtelle kenne,
daß mer in Darmſtadt bereits lengſt gewißt hott, „was ine
Harke is.” — War’s nu e netter, ei’ ſichdicher Menſch, dann hott
er ſich ſein Errdumm eigeſtanne, un es hott ſich im Laaf der
Zeit zwiſche ihm un „Darmſtadt” e recht a genehm Verhältnis
endwiggelt. S hott ſogar große Schenneräl gäwwe, die hawwe’s
gornet annerſter gedho, ſie hawwe ſich ſogar hier begrawe
Alſo indem daß es net mei Gewohnheit is, gleich mit de loſſe; was immerhie was haaße will, weil mer doch öfter heert:
alſo an dem odder dem Ort mecht ich noch net emol begrawe
ſei..."
Nu hott’s awwer aach welche gäwwe, die hatte ſich vun
vornerei emol vorgenumme, Darmſtadt unner alle Umſtend zu
zeiche, „was ine Harke is‟. — No un es End vum Lied war, daß
ſich mit de Zeit alles annere erausgebild hott, als e „agenehmes
Verhältnis”. Un ſchließlich war der froh wie er Darmſtadt de
Nicke zeiche konnt; un Darmſtadt war froh, wie’s=en vun hinne
geſähe hott . . .."
Jetzt freecht ſich valleicht e Mancher mit Recht: wie kimmt
däß zu dem. Un do mecht ich bemärke, daß däß mit dem
„Haubtmann vun Köbbenick” net es geringſte was zu dhu hott,
ſundern ganz mit was annerm. Wer awwer e bische Gribbs
hott, un iwwerdreegt däß Gleichnis: „Darmſtadt als
Ganni=
ſohnſtadt” uff: „Darmſtadt als Theaderſtadt, der wärd
ſo=
fort märke, wo ich enaus will —
Offe eraus geſagt: aach bei unſere Landestheader=Stradege
vum Leidnand uffwärts bis zum Höchſtkommandierende, macht
mer’s mitunner de Eidruck, als hedde die ſich vun vornerei unner
alle ſiwwenunzwanzich Umſtend vorgenumme, uns Darmſtädter zu
zeiche „was ine Harke is”; alſo in dem Fall e „Kulldur=Harke‟.
Un weil mir däß äwe, bei aller uns a geborene Beſcheidenheid,
lengſt wiſſe, un weil mir uns do kaa Jcks for=e U
vor=
mache loſſe, däßhalb hott ſich, meim Gefiehl nooch, äwe mit de
Zeit e Verhältnis endwiggelt, däß wo alles annere als „
age=
nehm” is. Un wer Ohren hat zu heeren, der wärd däß aach
deit=
lich aus unſerm Herr Staatsbräſendend ſeine Theaterredd
eraus=
geläſe hawwe, wo uns „Darmſtädter” unverblimmt de Vorworf
gemacht wärd, als weern mir däß „Kulldurtheater”, däß wo mir
äwe hawwe, gornet wärt, indem daß mer’s „anderwärts”
beſſer un höher ei’ſchätze dhet, als in Heſſe un in Darmſtadt.
Ja, däß is jo grad däß was ich immer geſagt hab, nemlich
mer hott des Gefiehl, als dhet unſer Indendanz allzuſehr, um
Anerkennung un Aſähe ringend, ihr Blicke nooch „
ander=
wärts” richte, als weer’s ihr mehr um däß zu dhu, was in
zwag, odder drei Berliener Zeidunge ſteht, als wie, was mer
in Darmſtadt driwwer denkt. Un wann mer weider ſeecht, daß
mir in Darmſtadt des „modärnſte” Theader hawwe, ſo mecht ich
bemärke, daß mir in däre Beziehung gornet ſo ehrgeizig ſin.
Jedenfalls ſteht aans feſt, daß mir unſerm „modärne
Kulldur=
theader” zu lieb net iwwer unſer Verhältniſſe läwe därfe. Un
es kann, un muß uns in dem Fall ganz egal ſei, was mer
do „anderwärts” driwwer denkt. —
Un was nu die „Kulldur” bedrifft, ſo beſtehe aach do, zwiſche
unſere Indendanz un ihrm Bubbligumm einiche Gäjeſätz, un die
A’ſichte gehn zimmlich ausenanner. Solang mer am Theader
der Aſicht is, daß de größte Dichter der is, der wo die
ver=
rickteſte Eifäll un die krankhafdeſte Ausgeburte vun ſeine
ver=
dorwene Fandaſie am allergreeßte un recht handgreiflich,
ſtiwwelsdick und ungehowwelt zum Ausdruck bringe kann — un
ſolang mer Reſchiſſeer hott, die wo ſich e beſunner Ehr drauß
mache, do noch ihrerſeits e Iwwriches dezu zu dhu — korzum,
ſolang mer mit ſeine „Kulldur” zum Bubbligumm enunner
mer in däre Beziehung gewiß net noochſage, daß ich aſch
zimm=
berlich veralagt weer —
Im iwwriche, mit de „Kulldur” is es, wie mit=ere Azzenei:
wann ſe e Kranker mit Widderwille nimmt, hilft ſe net! un Zeit gäwwe, do konnt mer net vornehm genug dhu. Hett mer
däß ſollt mer nu endlich emol eiſſähe. Un wie mer mitunnner
ere Azzenei en Drobbe Roſeeel beimiſcht, damit ſe net ſo ſtinkt, damols die „Drauwe”, mit ſamt dem läwende und dode
Inven=
e bische abaſſe, dann däß is letzten Ends doch allaa
maß=
gäwend for des Fortbeſteh des „Kulldurtheaters”. Un
do=
ſei: es kimmt net druff a, wer des Gäld bewillicht,
ſun=
dern — wer’s uffbringt —
Aans awwer ſolle die Herrn im Landdag net; nemlich ſie
ſolle ſich ner immer hieſtelle, un ſolle ſo dhu, als dhete ſe uns
was unſer „Vergnieche” bedrifft, ſällwer deſor uffkumme,
wann’s ſei muß. In dem Fall loſſe mer uns dann aach vun
niemand eneiredde. For’s erſte gilt jedenfalls emol die „
Ab=
machung”. Un wann in dem Fall unſer Herr Owwerowwer
widder mehr dhu, als ausgemacht is, dann hoff ich beſtimmt, Heinrich Kröh und de Brofäſſer Hermann Müller.
daß wenichſtens unſer Stadtrat ſtack bleibt, un beſteht, wie
Scheilock uff ſeim Schei. — Schließlich alles brauche mer uns
doch aach net gefalle zu geloſſe. Mir ſin noch lang kaa „Köbb=
nicker”, un ſin aach net vun „Köbbnick” — — Un uns brauch
mer alſo kaan Spiechel vorzuhalte; unſer Erkenntnis reicht
ſchun ohne dem zu=eme „Unmeechlich!”
Un wann unſere Landestheaterſtradege un
Kulldurpionier=
ſchenneräl däß net paßt, no do mißt mer ſe halt ziehe loſſe, ich
bin iwwerzeicht „anderwärts” wärd mer die zehe Finger
nooch en lecke ..."
No un wann mer halt kaa „Kullturtheater” mehr hawwe,
dann miſſe mer uns bloß, noch an unſer „Zeittheater”
halde, däß wo uns im Landdag un im Stadtrat gebodde wärd.
Freilich „Klaſſicker=Ufffiehrunge” krieje mer do aach net zu ſähe,
un „Die Raiwer” vun Schiller wärrn ſe uns do net ufffiehrn;
awwer zu=ere „Reiwerei”, die wo mer diräckt „klaſſiſch” nenne
kann, reicht’s doch, nemlich wann aaner mit=eme iwwerrenziche
Mennerſtolz in de Bruſt, in die erſtbeſt Verſenkung verſchwinde
dhut, um im nechſte Aageblick widder als „Hollermennche” vum
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Iwwrichens hott’s de Zufall
ge=
wollt, daß ſe ſich aach grad die Woch uffm Rodhaus iwwer’n
ſtädtiſche Edad unnerhalde hawwe. Un obwohl ſein unſer
Owwerowwer noch aldem Brauch widder ſchee vorgekaut hatt, ſo
is es doch net ſo glatt geritſcht, ſundern ſie hawwe bees gedrickſt
dra und geworxt. Was ſe allerdings zu ſage hadde, alſo ich
muß offe geſteh, däß hott mer an manchem Stammdiſch ſchun
beſſer geheert. — Un do wunnerd mer ſich aach noch iwwer den
ſchlechte Beſuch uff de Zuheerergallerie. Awwer die, wo ſe do
vermißt hawwe — am Dunnersdag owend in de Tornhall hedde
ſe ſe ſähe kenne. — Awwer do hawwe widder die gefehlt, wo’s
heern hedde miſſe.
Allerdings, in de Tornhall hawwe ſe ſchließlich aach bloß
geſchimbft. Schun ſeit ſiwwe Johr babbel ich mer Franze an’s
Maul, un redd mer Hiehneraage an die Libbe von wäje dem
Steierdruck. — Vor jeder Wahl ſag ich=en: wehlt! — Awwer ’s
ſteicht, ſolang halt ich for mei Daal net viel devo. Un mir kann hott alles nix gebadd, no un wer net heern will, muß fiehle, däß is
e ald Subb, un die ſchmäckt aach dadorch net beſſer, wann ſe in jeder
Brodeſtverſammlung immer widder nei uffgewärmt wärd.
Jetzt dhut mer uff aamol ſo arm, und es hott doch emol e
domols net ſo drufflos gewärtſchaft, ſundern aach an e Nodzeid
gedenkt, dann braicht mer heit net ſo zu lammediern. Hett mer
ſo ſollt mer aach die „Kulldur” dem Geſchmack des Bubbligumms dar verſchenkt, e beſſer Geſchäft hett mer gornet mache kenne.
Hett mer domols — —
Awwer was ſoll ich all die alde Geſchichte uffwärme — mir
driwwer ſolle ſich die Herrn im Landdag, wie im Stadtrad klar hawwe’s jo net annerſt hawwe wolle! — Un däßhalb muß ich
widder an däß klaane Biebche denke, wo geſagt hott: „So, däß
geſchieht meim Vadder ganz recht, daß mich’s an die Hend friehrt,
er hett mer jo e paar Handſchuh kaafe kenne!"
Dem deitſche Bircherdumm wärd’s vermudlich, wann ſich’s
Darmſtädter die „Theader=Unnerhaldung” bezahle. Mir kenne, net zuletzt noch ſchnell ſelbſt e paar Handſchuh kaaft, noch recht
lang an die Hend friehrn. . .
Däß ſoll uns awwer net abhalte, am Dunnersdag de ſibbte
Mai dra zu denke, daß zwaa gude Darmſtädter, zwaa
ausgezei=
chende Kinſtler, zwaa liewe un beſcheidene Menſche mitnanner
(un noch einige annern!) ſchwach wärrn ſolle, un wolle als ihrn neunzichſte Geburtstag feiern, nemlich de Brofäſſer
Ganz Darmſtadt wärd Adeil nemme, un do mecht aach ich net
fehle un bring en heit ſchun mein härzlichſte Glickwunſch entgäje.
—Glickuffzude Hunnerd!
Der zeitgemäße Haushalt.
Küchenzettel für die Zeit vom 4. bis 10. Mai.
(Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.)
Die Koſten des Speiſezettels ſind für 6 Perſonen berechnet.
Montag, den 4. Mai;
Gebrannte Grießſuppe
0.30
Bechamelkartoffeln mit Frikandellen (Sonntag)
½ Pfund friſches Fleiſch . .. . ...
1.40
Dienstag, den 5. Mai;
Reisſuppe mit Tomaten (Würfel)
Spinatauflauf mit Kartoffeln",
Mittwoch, den 6. Mai:
Gerſtenſuppe . .. ..
Leberklöße . ."
Sauerkraut und Kartoffelbrei
Donnerstag, den 7. Mai;
Zwiebelſuppe
Makkaronie, Käſe und Tomatentunke
Freitag, den 8. Mai:
Brotſuppe
Gedämpften Fiſch
Buttertunke und Kartoffeln
Schokoladenpudding m. kalter Milch
Samstag, den 9. Mai:
Linſenſuppe mit geröſteten Weckbrötchen
Arme Ritter mit Dörrobſt,
Sonntag, den 10. Mai:
Gemüſebrühe mit Einlage",
Kalbsbraten
Spargelgemüſe
Kartoffeln
Zitronencreme
1,70
0.30
1,55
185
0.30
2.30
0.,80
3.40
0,30
1.25
155
0.30
2.10
0.30
0.95
3,65
0,60
2.20
2,80
0,70
3,60
1.70
0.15
0,65
6,80
Anmerkung: Friſcher Seefiſch hat Seegeruch; es iſt
rat=
ſam, dem Kochwaſſer einen Guß Eſſig zuzugeben. Jeder Fiſch ſollte
½ Stunde vor dem Kochen, Dämpfen oder Braten mit Salz
be=
ſtreut und mit Zitronenſaft beträufelt werden.
Spinatauflauf. Der fertig zubereitete Spinat wird in
eine gebutterte Auflaufform gefüllt, mit Käſe überſtreut, die rohen
Eier im Kranz draufſchlagen, gut abgeſchmeckte Buttertunke
darüber, mit Käſe beſtreut, im heißen Ofen 10 Minuten überbacken.
Zitronencreme. 1 Taſſe Zucker, Saft von 2 und Schale
von 1 Zitrone, 4 Eigelb, 2 knappe Eßlöffel Maizena mit etwas
Waſſer verrührt, alles zuſammen mit 3 Taſſen heißem Waſſer, mit
dem Schneebeſen auf dem Feuer ſchlagen, bis die Maſſe dick wird.
Vor dem Anrichten den Schnee der 4 Eier ſchlagen und darunter
mengen.
Erprobte Reinigungsmittel für Plüſchmöbel.
Wenn beim Frühjahrs=Reinemachen auch die verſchiedenen
Polſter=
möbel mit Plüſchbezug geſäubert werden ſollen, dann ſcheut
namentlich die noch junge, unerfahrene Hausfrau vielfach die
Aus=
führung dieſer Aufgabe. Doch ſei ihr verraten, daß dieſe Arbeit
von Erfolg gekrönt wird, wenn ſie wie folgt dabei verfährt: Als
Handwerkszeug benötigt ſie dazu eine weiche Bürſte, ſowie
verſchiedene ſaubere weiche Lappen (ausgediente Servietten,
Wiſchtücher, Reſte von Leibwäſche uſw.). Als
Reinigungs=
mittel leiſtet ſowohl laues Salmiakwaſſer (auf 3 Liter
Waſſer 1 Eßlöffel Salmiakgeiſt gerechnet) wie eine Abkochung von
Quillajarinde ſehr gute Dienſte. Und zwar laſſe man 2 bis
3 Eßlöffel Quillajarinde mit 3 Liter kaltem Waſſer langſam zum
Kochen kommen und dann noch ½ Stunde langſam ziehen, um ſie
durch ein Haarſieb gegoſſen, handwarm zu verwenden. Bei der
Ausführung der Arbeit tauche ſie die Bürſte in die Flüſſigkeit und
bürſte nach dem Ausſpritzen die Möbel ſtrichweiſe damit ab, worauf
dann mit den Tüchern der gelöſte Schmutz abgerieben und die
evtl. niedergedrückten Stellen gegen den „Strich”, mit ſauberer
Bürſte wieder aufgebürſtet werden.
Feine gefüllte Sandtorte. Zutaten: ½ Pfd.
Marga=
rine oder Fett, ½ Pfd. Zucker, ½ Pfd. Kartoffelmehl, 4 Eier, Saft
und Schale 1 Zitrone, 1 Päckchen Vanillezucker. Himbeer=,
Erd=
beer=, Johannisbeermarmelade oder =gelee. Schokoladenglaſur.
Zubereitung: Fett, Zucker und Eier rühre man ſchaumig,
füge das Kartoffelmehl ſowie die übrigen Zutaten bei, backe in
der Springform 3 Teigböden, von denen man nach dem Erkalten
2 dick mit irgendeiner Marmelade beſtreicht, um ſie dann,
überein=
andergelegt, mit einer Schokoladenglaſur zu überziehen. Dieſe
bereitet man von Tafelſchokolade, die man im Waſſerbad zergehen
.
ließ, um ſie dann ſofort zu verwenden.
Humor
Doppelte Kritik.
„Nun, mein Herr, findet das Beefſteak Ihren Beifall?‟
„Kann ich nicht behaupten: ich finde, daß es für ſein Alter ſehe
klein iſt.”
Logiſch. „Klaus, ich habe dir ſchon „hundertmal geſagt, du
ſollſt nicht immer das letzte Wort haben!“ — „Aber Mama, ich
wußte doch nicht, daß du nichts mehr ſagen wollteſt!”
Das ging ſchnell. „Lotte ſagt ja, daß ſie mit ihrem Mann bis zu
dem erſten Streit in vollſter Harmonie gelebt hat.” „Und wann war
(Gutierrez.)
der?‟ „Als ſie aus der Kirche kamen.”
„Mein Mann bewundert alles an mir, meine Haare, meine Kleider.
meine Stimme, meine Figur.” „Und was bewunderſt du an ihm?”
(Söndagsniſſe.)
„Seinen guten Geſchmack!”
Stndenten. „Alles, was ich erreicht habe, ſchulde ich meiner Mut=
(Kaſter.)
ter!” „Alles, was ich ſchulde, bezahlt mein Vater!"
Beim Uhrmacher. „Kann ich eine Uhr bekommen, die das
Dienſt=
mädchen weckt, ohne daß das ganze Haus davon aufwacht?” „Nein, mein
Herr, ſo etwas, gibt es nicht! Aber ich kann Ihnen eine Uhr verkaufen.
von der das ganze Haus erwacht, ohne daß das Mädchen geſtört wird.”
Schottiſch aufallen Linten
Es iſt und bleibt ein Rätſel, welchem Umſtande
eine Mode ihre Entſtehung verdankt; mit einem
Male iſt ſie da, und immer wieder hat man den
Eindruck, als ob ſie „gerade zur rechten Zeit”
ge=
kommen wäre, zu einer Zeit nämlich, da alle ſie
er=
wartet hatten, ſo daß es faſt den Anſchein hat, als
ob zwiſchen den Modewünſchen der Dame und den
Schaffungen der großen Ateliers doch ein
beſtimm=
ter Zuſammenhang beſtünde.
Dieſe Auffaſſung drängt ſich einem angeſichts
der neueſten Schottenmodelle förmlich auf. Schon
einige Zeit hindurch wurde nämlich in den
führen=
den Werkſtätten die Karomode vielfach erörtert,
und wie auf gemeinſame Verabredung brachten die
großen Salons als kommende Frühſommer=
Rich=
tung die karierten Effekte als vielbeobachtete
Neu=
heit.. Gewiß wäre es manchmal ganz verfehlt,
einer Mode ohne weiteres beizupflichten; hier aber
iſt der große Erfolg, den die Schottenmodelle ſchon
bei ihrem erſten Erſcheinen hatten, zweifellos
ge=
rechtfertigt.
Unſere Mode leidet nämlich — man muß dies
wohl oder übel geſtehen — an einer gewiſſen „
Süß=
lichkeit”, an einer Tendenz, die ſich in ſpieleriſchen
Nichtigkeiten zu verlieren droht, ſo daß ein
mar=
kanter Effekt, wie der der Karomode, ſicherlich
not=
tut, um endlich wieder eine einigermaßen „
prä=
gnante” Richtung zu finden.
Abgeſehen davon, ſind ja Schottenzeichnungen
feit jeher beliebt, weil ſie ebenſo effektvoll wie
ele=
gant ſind.
Im übrigen haben ſie den ganz beſonderen
Vor=
teil, außerordentlich jugendlich zu wirken, womit ſie
den Beifall der modernen Frau natürlich im
vor=
aus für ſich gewonnen hatten.
Unſtreitig iſt auch die Tatſache, daß man heuer
grellen Schottenmotiven aus dem Wege zu gehen
trachtet, für den großen Erfolg dieſer Mode
mit=
beſtimmend geweſen, da nur auf dieſe Weiſe
er=
leſene Eleganz gewahrt wird.
Welch’ großer Beliebtheit ſich die karierten
Effekte erfreuen, beweiſt überzeugend wohl der Umſtand, daß
man ſie in allen erdenklichen Materialien zum Ausdruck zu
brin=
gen verſucht, alſo nicht etwa nur in Stoff, wie das vor Jahren
der Fall war, ſondern auch in allerlei Seidengeweben.
Ganz beſonders intereſſant ſind die verſchiedenen karierten
Krawattenſeiden, die jetzt in einer leichten, ſommerlichen Webart
zu ſehen ſind und für die nachmittägliche Garderobe unbedingt
er=
folgverſprechend erſcheinen. Man hat hier inſoferne eine flotte
Note gefunden, als man auch in der Linie ein wenig das „
Origi=
nal=Schottenkoſtüm” anzudeuten verſucht, dabei aber in der
phantaſievollen Auslegung auch nicht zu weit geht, alſo durchaus
in den Grenzen des abſolut Modernen bleibt.
Eines dieſer eigenartigen Modelle zeigen wir
in unſerem Mittelbilde; es kann — wie ſchon
frü=
her erwähnt wurde — aus Krawattenſeide
herge=
ſtellt werden, ſieht aber auch in kariertem
China=
oder Marokkokrepp ſehr gut aus.
Die Rockpartie hat die nach wie vor beliebte
Kaſakform, wobei die Tunika durch eingeſetzte
Glockenteile unten erweitert erſcheint. Der
Ober=
teil ſtellt ſich als kleiner, immer wieder gerne
geſehener Bolero mit kurzen Aermeln dar, die mit
Spitzenſtulpen abgeſchloſſen ſind, wobei mit dem
Plaſtron eine ſchicke Uebereinſtimmung
geſchaf=
fen wird. Zu Kleidern dieſer Art trägt man gerne
einen halbbreiten Hut; als aparte
Vervollſtändi=
gung verrät ein Allwetterſchirm aus dem gleichen
Material (das man unſchwer imprägnieren laſſen
kann) ſicherlich kultivierteſten Geſchmack.
Selbſtverſtändlich hat die Strickmode nicht
ge=
zögert, dieſe flotte Note für ihre neueſten
Schaffun=
gen zu verwerten, und beſonders die ſommerliche
Jerſey=Aufmachung für Weekend und Reiſe holt
ihre ſchönſten Wirkungen aus ſchicken
Schotteneffek=
ten, die gerade in den originellen Fresko= und
Pa=
nama=Jerſeys unvergleichlich origineller zur
Gel=
tung kommen als in jedem Stoff, der übrigens für
warme Tage auch viel zu undurchläſſig und zu
kompakt wäre, während die poröſen Jerſeys als
geradezu ideale Dreß” außerordentlich geſchätzt
wer=
den. Faltenrock und Paletot bringen meiſt eine
ziemlich groß=ornamentierte Schottenzeichnung,
während der nach innen zu tragende Pullover nur
dank ſeiner intereſſanten Stricktechnik ein „in=
ſich=
gemuſtertes” Karo haben ſoll, um der ganzen
Auf=
machung jenen ruhigen Akzent zu geben, der immer
vornehm iſt. (Bild 1.)
Es wird ſicherlich intereſſieren, zu hören, daß
man nicht nur bei der Promenade= und ſportlichen
Aufmachung Karomuſter verwendet, ſondern ſie
ſo=
gar für elegante Kleider aus Georgette oder
Chif=
fon heranzieht.
Hier wird das Deſſin mit Vorliebe durch kleine
Blüten vervollſtändigt, ſo daß die Geſamtwirkung
der eines geblumten Imprimes ſehr ähnlich iſt,
der in dieſem Falle durch ein ſogenanntes „Ueber=
Karo” ſeine charakteriſtiſche Note erhält. Die mit einem breiten
Bandgürtel garnierten Kleider mit kurzen Aermeln ſind ſicherlich
außerordentlich geſchmackvoll (letzte Skizze) und zeigen ganz
deut=
lich die Rückkehr zum Biedermeierſtil, der ſich in der Mode der
kommenden Saiſon immer wieder Geltung verſchafft.
Willy Ungar.
„Drei Fliegen mit einem Schlage‟
ſo etwas hört man in der Mode immer gerne, denn die
ſchwie=
rigen wirtſchaftlichen Verhältniſſe bringen es mit ſich, daß ſelbſt
jene, die auf Eleganz großen Wert legen, mit ihren Mitteln
haushälteriſch umgehen müſſen und darum trachten, ein und
das=
ſelbe Garderobeſtück ſo viel ausnützen zu können, als es nur irgend
möglich iſt.
Dieſem Umſtand iſt es zuzuſchreiben, daß
Verwandlungs=
modelle aller Art ſchon ſeit einigen Saiſons außerordentlich
er=
folgreich ſind.
Zu den intereſſanteſten Entwürfen aber zählt unſtreitig der
„Fregoli=Sommerpullover”. Sein Name iſt zwar lang, aber wert,
gemerkt zu werden, denn dieſes Garderobeſtück wird zweifellos
über kurz oder lang für die modeorientierte Frau zur
Selbſtver=
ſtändlichkeit geworden ſein. Es handelt ſich hier um eine
Schaf=
fung der Strickmode, und zwar um einen Pullover, der
zwei=
ſeitig, (in zwei ganz verſchiedenen Schattierungen) geſtrickt wird
und zum Halſe, zum Abſchluß der Armlöcher, ſowie in Form der
unteren Kante in „Patenttechnik” abgeſchloſſen erſcheint, die — wie
man weiß — die tadelloſe Paßform begünſtigt.
Dieſes Fregolie=Stück kann man, wenn es auf der hellen
Seite getragen wird, mit einem Tenniskleide in ſchicker Art in
Verbindung bringen, kann es aber auch wieder (jetzt auf
der dunklen Seite) zum ſportlich karierten Jerſey=Kleide
verwenden, wobei man eine ausgezeichnete Aufmachung für
das Wochenende und den Sport gewinnt. Natürlich muß dieſe
originelle Schaffung der Strickmode keineswegs nur in Kaſakform
getragen werden, ſondern kommt auch in ihrer aparten Variante
als kleines Bluſenmodell in Frage, in welchem Falle der
„Sommerpullover” nach innen getragen wird als Ergänzung
W. U.
eines außerordentlich flotten Freskojerſeykoſtüms.
Wendbare Modelle
ſind eine wahre Zaubermode, die ſicherlich imſtande
iſt, ſelbſt modiſch genau Informierte zu verblüffen,
da hier ein origineller Gedanke mit Sicherheit,
er=
ſtaunlichem Geſchick und, abgeſehen davon, auch ſolch
außerordentlicher Raſchheit in die Wirklichkeit
um=
geſetzt wurde, daß ſicherlich weite Kreiſe ſich mit
dieſem Thema ſchon in allernächſter Zukunft
befaſ=
ſen und ſich dieſer neuen Mode mit Begeiſterung
anſchließen werden.
Da es ſich hier um Garderobeſtücke handelt, die
— wenn ſie einfach umgewendet werden — einen
ganz neuen, völlig veränderten Eindruck ſichern und
überdies dann auch noch für einen ganz anderen
Zweck verwendbar ſind, muß man ſagen, daß mit
dieſem Modegedanken ein Kapitel behandelt wird,
das ganz zu Unrecht lange Zeit hindurch
vernach=
läſſigt oder beſſer geſagt, überſehen worden war,
denn in dieſer neuen Richtung liegt ſo viel
prakti=
ſcher Sinn, ein ſo vollendetes Wiſſen um die
Be=
dürfniſſe unſerer Zeit, daß man gut daran tut, ſich
mit dieſem Thema eingehend zu befaſſen.
Die vielfache Verwendbarkeit ein= und desſelben
Kleidungsſtückes iſt ja letzten Endes geradezu die
Erfüllung eines oft gehegten Wunſches in unſerer
wirtſchaftlich ſo ſchwierigen Zeit.
Jede Frau trachtet bekanntlich, ekegant zu
wir=
ken, und immer wieder ſind es die knappen Mittel,
die ſie daran behindern, ihren Abſichten Rechnung
tragen zu können.
Die „Fregoli=Schaffungen”, die im Vorjahr die
Mode beherrſchten, waren ſicherlich der erſte
bedeu=
tende Schritt in dieſer Richtung, nämlich in der
Erhöhung der Verwendbarkeit der einzelnen
Gar=
derobeſtücke; die neuen „wendbaren Modelle” aber
ſind, faſt als modiſcher Höhepunkt zu bezeichnen.
Natürlich kann, man ſich über die zahlreichen
Varianten dieſer neueſten Idee nur auf Grund
von Bildern klar werden, weshalb wir als
Richt=
linie eine Standard=Schaffung in ihren
Metamor=
phoſen in unſerer Gruppe feſtgehalten haben.
Man denke ſich alſo etwa ein Complet, das aus
einem kaſakartigen Oberteil, einem leicht=glockigen Rocke und
einem geraden Jäckchen kombiniert wird.
Die Kaſak iſt aus hellem, buntem Seidenimprimé verfertigt,
Rock und Jacke aber aus einfarbigem, dunklem Mongol, wbei
dieſe beiden Teile aber mit dem bunten Material der Kaſak
ein=
gefüttert werden.
Die einzige Garnierung des Rockes beſteht aus Knopfleiſten
zu beiden Seiten, die dazu dienen, den Rock zuſammenzuhalten,
der bis auf eine Spannbreite oberhalb des Randes geknöpft wird,
unten aber geſchlitzt erſcheint.
Die erſte Skizze zeigt die urſprüngliche Tragart, und zwar —
wie ſchon früher beſprochen wurde — Rock und Jäckchen auf der
einfärbig=dunklen Seite, die Kaſaks in bunt. Natürlich entſteht
hier durch die Uebereinſtimmung des Jackenfutters mit der Bluſe
eine ausgezeichnete Geſamtwirkung, die immer wieder
außer=
ordentlich gefällt.
Eine faſzinierende Verwandlung geht mit dieſem
man zum bunten Kleid die Jacke mit der
Futter=
ſeite nach außen kehrt und auch den Rock
gewen=
det trägt; es entſteht dann im Nu ein buntes
Complet, dem das dunkle Jackenfutter, ein dunkler
Hut und damit übereinſtimmende Handſchuhe flotte
Akzente geben. (Bild 2.)
Nicht weniger originell iſt der Eindruck, wenn
man zum bunten Kleied die Jacke mit der dunklen
Seite nach außen trägt. (Figur 3.)
Aber auch die konträre Wirkung iſt
außerordent=
lich ſchick, nämlich dunkler Rock mit farbiger Kaſak
(vorletzte Skizze).
Wenn man überdies noch ſeparat anzulegende,
mit einem Gummizug gehaltene „Trompeten=
Ueber=
ärmel” vorſieht, die auf einer Seite dunkel
ein=
farbig, auf der anderen aber bunt ſind, vermag
man einer ſolchen Aufmachung ganz neue
Effekt=
möglichkeiten zu geben.
In der früher beſprochenen Tragart (Bild 4)
motivieren die dunklen Kelche die gleiche Farbe des
Rockes, wobei der Hut die vorherrſchenden
Kon=
traſtfarben wiederholen ſoll.
Aber auch auf der farbigen Seite ſehen die
„Kelch=Ueberärmel” ſehr ſchick aus; es ergibt ſich
hier mit dem ganz auf der bunten Seite getragenen
Kleide ein „geſchloſſener” Eindruck, der auf
modi=
ſches Verſtändnis und ſichere Eleganz ſchließen läßt
(letzte Figur).
Natürlich macht die Idee der „wendbaren
Schaffungen” keineswegs bei Kleidern und
Com=
plets Halt, ſondern wird für alle Zweige der Mode
in Anwendung gebracht.
Beſonders die aktuelle Mantelfrage findet hier
ganz vortreffliche Löſungen; ſo zum Beiſpiel iſt die
ſportliche Umhülle und der Regenmantel ganz
aus=
gezeichnet zu einem Stück zu vereinigen, wenn
nämlich eine Seite aus einem modernen, ſchicken
Schottenſtoff, die andere aber aus waſſerdichtem
Material gearbeitet wird (Figuren links oben).
Aber auch die Verbindung eines ſommerlichen
Regenmantels (für einen plötzlichen Wetter=
Um=
ſturz) mit der nachmittäglichen Umhülle entſpringt
einem richtigen Gedanken und iſt auf dieſer Baſis
keineswegs ſchwierig. Man denke etwa an einen
dunklen Seitenmantel mit breitem Revers und verbreitertem,
alſo glockig=fallendem Vorderteil.
Ein ſolches Stück kann mit einer waſſerdichten Schirmſeide
in moderner heller Farbe eingefüttert ſein, und ſieht dann, mit
ſeiner urſprünglichen Innenſeite nach außen getragen, als
hoch=
verſchließbarer, gegürteter nachmittäglicher Mantel für warme
Regentage vorzüglich aus (Skizzen rechts unten).
Willy Ungar.
Nummer 122
Sonntag, den 3. Mai 1931
Seite 25
13)
Sawia weind asttätt.
Roman von Alexandra von Boſſe.
Copyright 1930 by Karl Köhler u. Co., Berlin=Zehlendorf.
(Nachdruck verboten.)
Allerdings war ihm eine ſolche bisher noch nicht gewährt
worden, weil man auf ihn nicht gerechnet und er aus den
Liſten der Lebenden geſtrichen war. Wie erſtaunte er aber,
als er den Brief, deſſen Anſchrift mit einer krakeligen, ſchwer
leſerlichen Handſchrift geſchrieben war, öffnete und nun las.
Der Brief begann ohne Anrede und lautete:
In der Zeitung las ich, dann wurde es mir behördlich
beſtätigt, daß mein Neffe Richard Droſten, Sohn meines
ver=
ſtorbenen Vetters Ernſt Droſten und ſeiner Ehefrau Hanna,
geb. von Riedel, der faſt ſechs Jahre lang für tot galt, doch
noch am Leben ſein ſoll. Nachdem er an der Oſtfront gefallen
ſein ſollte, war er amtlich für tot erklärt worden, aber nun
heißt es, daß er lebend aus ruſſiſcher Gefangenſchaft
zurück=
gekehrt wäre. Bei mir hat ſich der Neffe nicht gemeldet. Kann
alles Schwindel ſein. Wer kennt ihn denn noch? Seine Eltern,
die allein ſagen können, ob er es wirklich iſt, die ſind tot, und
Geſchwiſter hat er nie gehabt. Da kann jeder kommen und
ſagen: Ich bin der Richard Droſten. Iſt er es aber
tatſäch=
lich, dann ſoll er ſich bei mir melden und mir beweiſen, daß
er wirklich mein Neffe Richard iſt. Auf Dokumente gebe ich
nichts, die kann ſich ein Schwindler beſchaffen, er muß es mir
anders beweiſen, ehe ich es ihm glaube, und ich laſſe mir nichts
vormachen. Dann kann noch etwas für ihn herausſpringen,
denn von dem, was ſeine Mutter hinterließ, iſt ein kleiner
Teil in meinem Beſitz, wie ich es als Vetter ſeines Vaters
erbte, nachdem deſſen Sohn und Erbe tot erklärt war. Viel
iſt es nicht, aber es iſt ſein, wenn er mir beweiſt, daß er
wirk=
lich der Richard Droſten iſt, den ich als kleinen Buben
ge=
kannt habe.
Luitpold Droſten=Walſerhof.
Richard Droſten, den ſie an der mittleren Jſar den
Ruſſen nannten, war zunächſt ganz verblüfft über den Brief,
weil er gerade von Luitpold Droſten, dem menſchenfeindlichen
alten Sonderling, es am wenigſten erwartet hatte, daß er ihm
das Seinige zurückgeben würde. So wenig hatte er an ſolche
Möglichkeit geglaubt, daß er ſich gar nicht erſt an ihn gewendet
hatte, nachdem die anderen Verwandten, meiſt Vettern und
Baſen ſeiner Mutter, ihn mit bedauerndem Achſelzucken
abge=
wieſen hatten.
Erſt als er in Deutſchland war, hatte er erfahren, daß er
längſt für tot galt und irgendwo in Polen begraben liegen
ſollte. Die Briefe, die er aus der Gefangenſchaft geſchrieben,
hatten alſo die Heimat nicht erreicht. Es war ein langer Weg
von Sibirien bis München. In München erſt erfuhr er, daß
ſeine Mutter aus Gram über den frühen Tod des Sohnes
nach längerem Kränkeln geſtorben war. Nach Ablauf einer
gewiſſen Friſt hatten ſich dann die Verwandten in die
Hinter=
laſſenſchaft geteilt. Das Landhaus in Reichenhall, wo Richards
Eltern im Sommer gewohnt, während ſie den Winter ſeit
vielen Jahren in Rom verlebten, dieſes hübſche Landhaus war
erbteilungshalber verkauft worden. Von dem Erlös war nichts
mehr da. Die Verwandten, an die er ſich gewandt, hatten ſich
ganz erſchrocken gezeigt, als er, der Tote, ſich als Lebender
meldete, und als ſie es glauben mußten, bedauernd die Achſeln
gezuckt. Die Steuern ſeien ja ſo hoch geweſen, daß ihnen ſonſt
nichts geblieben wäre, und außerdem der Sturz der deutſchen
Valuta, und bei beſtem Willen könnten ſie nichts herausgeben,
denn das habe ja alles ſeinen Wert verloren, und ſie ſelbſt
wären in bedrängter Lage.
Nach den erſten Verſuchen hatte er es aufgegeben, gemeint,
daß einer, der ſechs Jahre tot war, keine Rechte mehr geltend
machen kann. Er hatte es nicht allzu ſchwer genommen, denn
zu froh war er, wieder in Deutſchland zu ſein, wieder frei.
Geſund war er, arbeiten konnte er, und an die ſchwerſte Arbeit,
die es gibt, an die in Ketten, hatte er ſich während ſeiner
Sträflingszeit gewöhnen müſſen. Da dünkte ihm jetzt jede
leicht, und er meldete ſich zu den Arbeiten an der mittleren
Jſar, wo die Waſſerkraftwerke geſchaffen wurden und wo es
guten Verdienſt gab. Das war nützliche Arbeit, und ſeine
Studien an der Univerſität konnte er doch nicht wieder
auf=
nehmen, da er ganz mittelos war.
Jeden Samstag bekam er einen Haufen Scheine
ausge=
zahlt, jedesmal waren es mehr und ſtanden höhere Ziffern
darauf. Und er ſparte. Wenn er was erſpart hatte, tauſchte
er die Scheine, die ſchnell ihren Wert verloren, in italieniſche
Lire um, denn ſobald er eine genügende Menge davon
zu=
ſammengebracht haben würde, wollte er nach Italien reiſen.
Seine Eltern hatten, wie geſagt, in Rom gelebt, dort war
auch, als der Krieg ausbrach, der Hauptteil ihres Vermögens
zurückgeblieben, das, wie auch die wertvolle Einrichtung ihrer
Wohnung in Rom, von der italieniſchen Regierung nach
Kriegs=
ende beſchlagnahmt worden, auf Grund des Verſailler
Ver=
trags. Danach hatte Richard ſich auch ſchon erkundigt, und
ob es nicht möglich wäre, wenigſtens die Wohnungseinrichtung
zurückzuerhalten und ganz perſönliches Eigentum. Doch war
ihm von kompetenter Seite erklärt worden, gerade in ſeinem
Fall müßte jeder Verſuch dazu ganz vergebens bleiben, weil
ſowohl auf das Vermögen wie auf alles weitere Eigentum von
privater italieniſcher Seite Eigentumsrechte geltend gemacht
und anerkannt worden wären.
Es gelang ihm, zu erfahren, daß ein gewiſſer Cavaliere
Riccardo Lanzi es war, der Eigentumsrechte geltend gemacht
und zugeſtanden erhalten hatte. Das war das Schmerzlichſte
für ihn geweſen, denn Riccardo Lanzi war vor dem Kriege
der beſte Freund ſeines Vaters ſchon viele Jahre lang
ge=
weſen, und unter ſeinen Schutz hatte der Vater, bei drohendem
Kriegsausbruch auch zwiſchen Italien und Deutſchland, ſein
Eigentum geſtellt. Wie darüber die Abmachungen geweſen,
wußte Richard nicht, da er damals ſchon im Felde war. Dieſer
Lanzi war ſein, Richards, Pate, er hatte ihn von klein auf
Zio Checco genannt und war mit ihm viel vertrauter
ge=
weſen als mit dem eigenen Vater, der weder Zeit für, noch
Geduld mit dem lebhaften kleinen Jungen gehabt. Onkel
Checco hatte mit ihm geſpielt, hatte ihn mit ſpazieren
genom=
men, und mit allen ſeinen kleinen, kindlichen Leiden war er
immer zu Onkel Checco gegangen, der immer Verſtändnis und
Abhilfe dafür gehabt. Und dieſer Onkel Checco hatte ſich des
Vermögens ſeines Freundes bemächtigt, das dieſer ihm zu
treuen Händen übergeben hatte! War das möglich? Was war
nach dieſem Kriege nicht alles möglich geworden! Richard
war ſo erbittert und angeekelt, daß er nicht für einen
Augen=
blick daran gedacht, etwa nach Italien zu reiſen, um von Lanzi
das Seine zurückzuverlangen; auch wenn er die Mittel gehabt
hätte, es zu tun, würde er es nicht getan haben. Der alte Lanzi
war, nach dem Verſailler Vertrag, formell ja im Recht. Nicht
deshalb wollte er nach Italien und ſparte dafür ſeinen
Arbeits=
verdienſt mühſelig zuſammen, ganz etwas anderes war es, das
ihn zu der Reiſe nach Italien drängte:
Flavia!
Seit er wieder in Deutſchland war, brannte in ihm die
Ungeduld, zu erfahren, was in den Jahren ſeit ihrer Trennung
aus Flavia geworden war. War auch zu ihr die irrige
Mel=
dung über ſeinen Tod gedrungen? Hatte ſie ſich wieder
ver=
heiratet? Oder wußte ſie nichts davon, daß er gefallen ſein
ſollte? War ſie ihm treu geblieben durch all die acht Jahre
hindurch, ſeit der Krieg ſie auseinandergeriſſen hatte, ihn und
das junge Weib, das ihm heimlich angetraut worden war?
Liebte ſie ihn noch mit der gleichen heißen Leidenſchaft wie
einſt?
Heiß durchſtrömte es ihn, dachte er ihrer, ſah er ſie im
Geiſte vor ſich, dieſes ſchöne, ſchlanke, ſtolze Kind, denn ein
Kind war ſie damals faſt noch geweſen, das er mit allen Fibern
ſeines Seins geliebt hatte.
Und ſein erſter Gedanke, nachdem er des alten Luitpold
Droſtens Brief geleſen, war, wenn ich von ihm Geld kriege,
kann ich nach Italien!
Er konnte ihr nicht ſchreiben, weil er nicht wußte, ob ſie
noch in Rom bei ihrer Tante war oder wieder in Turin. Zu
leicht konnte ſein Brief in unrechte Hände geraten. Niemand
als er und ſie und der junge Prieſter, der ſie getraut, wußten
um das Geheimnis. Er wollte ihr auch nicht ſchreiben, ihr
melden, daß er noch lebte, ehe er nicht die Gewißheit erlangt
hatte, daß ſie ſich nicht inzwiſchen wieder verheiratet hatte
und ein neues Glück gefunden, in das er nicht ſtörend
einzu=
greifen beabſichtigte. Aber wenn ſie ihm treu geblieben war,
wenn ſie ihn noch liebte? Er wollte, er mußte Gewißheit
haben!
Der Gedanke, daß er nun nach Italien würde reiſen können,
hatte ihn für den Augenblick von dem Brief ſelbſt abgelenkt,
jetzt nahm er ihn wieder auf und las ihn noch einmal. Und
es ſprach ihn etwas aus dieſem kurzen, beinahe unwirſchen
Schreiben an, was ihm wohltat, obgleich es nur eigentlich
in=
direkt an ihn gerichtet war. Er wollte ſich einbilden, der Alte
auf dem Walſerhof würde ſich freuen, wenn er ſich ihm als
der wirkliche Richard vorſtellte; ihm beweiſen, daß er es
tat=
fächlich war, wollte er ſchon, das würde er ihm glauben müſſen,
der Onkel Poldi.
(Fortſetzung folgt.)
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Holiday” von Edm. Gonlding
Regie: Leo Mittler.
In weiteren Hauptrollen: Willy
Clever, Oskar Marion und Leopold
von Ledebour
Dieserstark dramatische Film zeigt
das Schicksal eines illusionslosen
jungen Mädchens, für das die Liebe
A nichts und das Geld alles bedeutet
Szenen von stärkstem
Spannungs-
reiz schildern die Wandlung einer
Frau, die zum erstenmal erfährt,
was wirkliche Liebe ist.
Dazu ein reichhaltiges
Beiprogramm.
Nar noch heute und morgen
ARRV PIEL
Ab heute
Aef 50ſſſt 5.0, 30000
As. 5.00,53.5,,0, 00a
im Zeinem veuesten
Hroßß — Tonfilm
Ein romantischer Farbentonflm
nach Franz Lehärs Operette
„Zigennerliebe‟
Banditen-
Lied
In den Hauptrollen
Lawrence Tikbett
Katerine Dale Owen, Stan Laurel,
und Oliver Haray.
Musik von Franz Lehär.
Regie: Lionel Barrymore.
Lawrence Tibbet, der große Bariton
der Metropolitan-Oper in NewVork,
singt Lehärs weltberühmte
Melo-
dien aus der Operette „
Zigeuner-
liebe”, im Rahmen einer
spannen-
den und farbenprächtigen
Handlung.
Dazu
das zute Beiprogramm.
Beginn: 2, 4.05, 6.10 u. 8.20 Uhr
M Großer Saal Städt. Saafbau itMif
Dienstag, den 12. Mai 1931, abends 8 Uhr
Voltstümlicher Beethoven=Abend
ELLVNEV
ſechs Variationen über ein Orgelthema F=dur Wk. 34,
Sonate e-moll Wk. 111, Sonate eis moll Wk. 27
Mond=
ſheinſonate, Andante favori B=dur, Sonate f-moll
Wk. 57 (Appaſſionata)
(7012
Konzertflügel Steinwah & Sons, von
Konzert=Arnold & Sohn, Ecke Erbacherſtraße.
Karten zu Mk. 3.30, 2.20 u. 1.10 (einſchl. Steuer bei
A. Bergſtraeßer’s Buchhdlg., Wilhelminenſtr. 29 (Telef.
121) u. bei Klavier=Arnold, Ecke Erbacherſtraße (Telefon
2457) und an der Abendkaſſe.
Regie: HARRT PIEI.
Weitere Hauptdarsteller: Dary Holm, Elisabeth
Pinaſeff, Hans Junkermann u. a.
Vor dem gigantischen Hintergrund der majestätischen
Bergwelt des Engadins rollen in rasendem Tempo die
tollsten Geschehnisse und verwegensten Abenteuer ab.
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Beginn: 2, 4.05, 6.10 und 820 Uhr. V 6944
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Nudelſuppe
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1.— Sauerbraten — Kartoffelklöße.
1.30 Kaſſ. Rippenſpeer, Spinat, Kart.
1.50 Kalbsfricandeau, Salat, Bratkart.
Jeden Sonntag
Konzert
Heute Operetten=Abend.
Im Ausſchank das bekömmliche
Spezialbier. — Naturreine Weine.
Inh.: Karl Heidenreich.
Sonntag
3. Mai 1931
Im weißen Röß!!
Lustspiel von Blumenthal u. Kadelburg
20—22.30 Uhr
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Turandot.
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Kleines Haus 1930—22.15 Uhr
Der Graue
Preise 1—4 Mk.
Beginn: 2, 4.05, 6.10u. 8.20 Uhr.
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Täglich Konzerte
von 16— 18 und 20—24½ Uhr
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Sonntag, den 3.Mai, ab 4 Uhr
Konzert
Beſitzer: Schneider
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AUSSTELLUNG
9.MAl-2.AUGUST
ZEIGT:
Internationale Ausstellung für
Städtebau u. Wohnungswesen
Das Bauwerk unserer Zeit
Die Wohnung unserer Zeit
Bildende und Baukunst
Der ländliche Siedlungsbau
Garagen-Ausstellung
Auskünfte, Prospekte, rowie
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hefte für den verbilligten Berlin-Aufenthalt
durch die Geschäftsstelle Berlin-
Charlottenburg 9, Königin Elisabeth-
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Nur noch 4 Tage
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Sonder-Gastspiel „Truppe im Westen”
Die Matrosen von Cattaro
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kurort Ludwigshöhe
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Heute nachmittag 4 Uhr
Konzert
ausgeführt vom Stadtorcheſter
perſönliche Leitung:
Kapellmeiſter Willy Schlupp
Eintritt frei (6994
Marienhöhe Baumblüte
Heute ab 5 Uhr
Großes Konzert
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Iöst Künstler-Honzert Sonntags ab 4 Uhr nachm.
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1. 1. I. R. 118
Die Angehörigen des 1. Bataillons des
früher. Landw =Inf.=Regts. Nr. 116 begehen
am Sonntag, 10. Mai von vorm. 11 Uhr ab in
Walldorf im Gaſth. von Kamerad Hermann
Fourdan III, Langſtr. 68
eine Wiederſehensfeier
zu der alle Kameraden herzl.eingeladen ſind.
Abfahrtsz.: ab Darmſtadtper Autobus Hpt.=
Bhf. ab 10.30 Uhr, Goddelau ab 11 Uhr
u. Frankfurt a. M. ab 10.50 Uhr vormittags.
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Sonntag, 3. Mai
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Große und kleine Säle ohne Mietberechnung bei Restauration
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„Eischspeisen im Gasherd‟”
am Donnerstag, den 7. Mai 1951, abends 8 Uhr
im „Bürgerhof‟, Elisabethenstraße 2
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Uhristlich-wissenschaftlicge Vereinigung in Darmstadt
(Christian Seience Society)
Eintrittfreier Vortrag in
Die Caristliche Wissenschaft
deutscher Sprache über
(Christian Science)
Thema: „Die Wirkung der göttlichen Kraft
auf menschliche Angelegenheiten‟
von Hiss Lucia C. Goulson, C. 8. aus London, England,
Mitglied des Vortragsausschusses Der Mutterkirche.
Der Ersten Kirche Christi, Wissenschafter, in Boston,
Mass., U. S. A.
Montag, den 4. Mal 1931, abends 8 Uhr
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im Großen Saal des Städt. Saalbaus in Darmstadt
Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen.
Eintritt ohne Karte.
Das Lesesimmer Uählstraße 22, 1, ist an dem Vortragstage von 2—6 Uhr geöcnet.
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