Einzelnummer 10 Mfennige
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Franffurt a. M. 1304.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iAluftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſit. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 121
Samstag, den 2. Mai 1931.
194. Jahrgang
27 mm breiie Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichepfg.
zeſe 20 Reſchemar. Alle Preſe in Reſchemarck
(4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer,
Gewalt wie Krieg, Aufruhr, Streil uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
aufträge und Teiſung von Schadenerſatz. Bei
Konkrs oder gerſchtiſcher Beſtreibung fänl ſeder
Nabatt weg. Banſkonto Deutſche Bank und
Darm=
lädter und Natlonalbank.
Reichshilfe für die Knat
Pccft.
Weltfinanz und Weltwirtſchaft.
Das Schickſal des Norman=Projekts.
Die fozialpolikiſchen Probleme drängen zur Enkſcheidung. — Neue finanzielle Schwierigkeiken.
Weikerer Rückgang der Zoll= und Skeuereingänge.
Berakungspauſe.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Das Reich wird in dieſer Woche keine weiteren
Verhand=
lungen mehr abhalten. Es ſoll eine Beratungspauſe eingeſchaltet
werden, weil die ſozialpolitiſchen Fragen angeblich
roch nicht zur Entſcheidung reif ſind. Aus taktiſchen
und politiſchen Gründen ſoll offenbar das vollſtändige Ergebnis
der Beratungen der Brauns=Kommiſſion abgewartet werden. Der
Arbeitsminiſter will wohl auch erſt einen Ueberblick gewinnen
End ſehen, wie ſich der Abbau der Arbeitsloſigkeit weiter
voll=
meht. Allzu optimiſtiſch iſt man in der Beziehung nicht. Wir
wer=
den in dieſem Jahre wahrſcheinlich noch mit ganz anderen Ziffern
zu rechnen haben als im vergangenen Jahr, und die
durchſchnitt=
läiche Zahl der Arbeitsloſen iſt vermutlich um 34 Million höher
zu ſetzen, was für die Arbeitsloſenverſicherung eine Mehrbelaſtung
non mindeſtens, ½ Milliarden bedeutet. Der Gedanke einer
euen Beitragserhöhung ſchwebt deshalb auch in der
Euft, wenn auch der Verſuch gemacht werden ſoll, eine entſpre=
Gende Senkung der Beiträge, bei den anderen
Sozialverſicherungen als Erſatz dafür zu ſchaffen. Am
ringendſten iſt die Hilfe für die
Knappſchafts=
terſicherung, die vor einem Defizit von 100 Millionen ſteht
und an jedem Ultimo Schwierigkeiten hat. Das Reich wird ſich
wohl bereit erklären, hier 40 Millionen zur Verfügung zu ſtellen,
während der Reſt durch Kompenſation gegenüber der
Invaliden=
verſicherung durch Rentenausgleich und durch Verwertung
vor=
handener Vermögensteile flüſſig gemacht werden ſoll.
Wir haben ſchon, darauf hingewieſen, daß auch der
Fi=
anzminiſter vor der Schwierigkeit ſteht, infolge
er=
teblicher Mindereinnahmen, die für das Reich ſchon auf 3—400
Millionen geſchätzt werden, Ausgleichsmaßnahmen zu
treffen. Einſparungen bei den Sachausgaben ſind bereits
ge=
troffen, werden aber nicht ausreichen, ebenſowenig wie die
er=
warteten Mehreinnahmen aus der Erhöhung der Agrarzölle. Da
auich die Länder unter dem Abſinken der
Einkommen=
ſteuer und Zölle ſehr ſtark zu leiden haben, werden weitere
Eingriffe unvermeidlich ſein. Die Gerüchte von einer
ueuen Kürzung der Beamtengehälter wollen
da=
her nicht verſtummen, trotz aller Dementis der
Reichsregierung. Uns wird hier nachdrücklichſt verſichert,
das Reichsfinanzminiſterium denke im Rahmen des zurzeit
vor=
lregenden Defizits nicht daran, ſich an die Beamtengehälter zu
halten.
Verireier der Landsollparkei beim Reichskanzler.
Berlin, 1. Mai.
Als Vertreter der Landvolkpartei wurden am Freitag mittag
dre Reichstagsabgeordneten Hepp, Gereke. Döbrich und Bauer,
ſowie der Führer der Landtagsfraktion, Abgeordneter Vollmer,
vom Reichskanzler empfangen. Wie die „Landvolknachrichten”
mitteilen, beſprachen die Vertreter der Landvolkpartei mit dem
Reichskanzler die politiſche Lage und insbeſondere die
Maß=
nahmen, die auf Grund des Zollermächtigungsgeſetzes ergriffen
wurden und noch weiter ergriffen werden ſollen. Sie wieſen
da=
bei beſonders auf die Notwendigkeit hin, ſobald wie möglich noch
weitere Maßnahmen auf dem Gebiet der bäuerlichen
Ver=
ſedelungswirtſchaft zu treffen, damit ſich die
Selbſthilfe=
maßnahmen der Landwirtſchaft insbeſondere auf
genoſſenſchaft=
lichem Gebiet voll auswirken könnten.
Reichskanzler Dr. Brüning betonte die Notwendigkeit
einer Selbſthilfe, beſonders auf genoſſenſchaftlichem
Ge=
bret, und hob hervor, daß die Reichsregierung nach wie vor bereit
ſei, auch durch weitere zweckentſprechende Maßnahmen der
bäuer=
lichen Veredelungswirtſchaft zu helfen. Weiter wurden von den
Landvolkvertretern, Beſchwerden über die zu
langſame Durchführung der Oſthilfe
vorge=
bracht. Der Kanzler ſagte zu, daß er ſich für möglichſte
Be=
ſchleunigung der Hilfe für den Oſten einſetzen werde.
Die Weizeneinſuhrerleichterung.
Berlin, 1. Mai.
Amtlich wird mitgeteilt: Infolge der im Intereſſe der
deut=
ſchen Getreideverwertung notwendigen ſtarken Anſpannung des
Weizenzolles iſt die Weizeneinfuhr im Vergleich zur gleichen Zeit
des Vorjahres weſentlich zurückgegangen. Es hat demgegenüber
ein Verbrauch von Inlandsweizen ſtattgefunden, der über das
darch den Vermahlungszwang bedingte Maß hinausgeht, ſo daß
die Vorräte von Inlandsweizen, wie aus den laufenden
Erhebun=
gen des Deutſchen Landwirtſchaftsrates erſichtlich iſt, im Vergleich
zum Vorjahre nicht unerheblich geſunken ſind. Zur Sicherſtellung
der Verſorgung iſt daher eine ſtärkere Heranziehung von
Aus=
landsweizen" für den Reſt des Getreidewirtſchaftsjahres
erfor=
derlich.
Um eine Voreindeckung und damit auch eine Erſchütterung
der notwendigen Stabilität in der inländiſchen
Getreidepreisent=
wicklung zu vermeiden, iſt von einer generellen Zollſenkung
Ab=
ſtand genommen. Auch wird eine Zentraliſierung der
notwen=
dgen Einfuhren aus Gründen der Aufrechterhaltung des freien
Marktverkehrs vermieden. Die Reichsregierung hat deshalb
be=
ſchloſſen, den ernährungspolitiſchen Erforderniſſen unter voller
Wahrung der Intereſſen der Landwirtſchaft im Wege einer
in=
d rekten Einfuhrkontingentierung über die Mühlen mit
Zollver=
gütungen Rechnung zu tragen.
Berechtigt ſind hierbei nur ſolche Mühlen, die in der in Frage
kommenden Zeit ſchon bisher auf Auslandsweizen angewieſen —
uamentlich diejenigen, die bisher der Mühlenkontrolle
unterwor=
ſem — waren.
Für die Bemeſſung der Einfuhr wird von dem
Mahlgutver=
brauch in dem entſprechenden Zeitraum des Vorjahres ausgegan=
ſowie der zu vergütende Anteil des Zolls werden jeweils für
be=
ſtimmte Zeitabſchnitte, zunächſt für etwa einen Monat, feſtgeſetzt.
Die hierüber bereits in einzelnen Zeitungen veröffentlichten
Zahlenangaben ſind unrichtig. Die amtlichen Bekanntmachungen
ſind erſt in einigen Tagen nach Abſchluß der notwendigen
Vor=
bereitungen zu erwarten.
Durch bereits eingeleitete Verhandlungen mit den Mühlen
und dem Bäckergewerbe wird ſicherzuſtellen ſein, daß der Konſum
in den Genuß der Zollvergütung kommt.
Außerhalb des Rahmens dieſer Regelung verbleibt es bei den
bisherigen Zöllen für Weizen und Weizenmehl, ſo daß auf der
einen Seite eine Verbilligung für das aus dem Auslande
einge=
führte Mahlgut eintritt, auf der anderen Seite aber eine für die
Landwirtſchaft nachteilige Wirkung auf den deutſchen Markt
aus=
geſchloſſen und eine geſunde Ueberleitung in das neue Erntejahr
ſichergeſtellt iſt.
Die Termine für das Inkrafkkreken der neuen Zölle.
Wie wir erfahren, wird die Verordnung zur Ausführung des
Kabinettsbeſchluſſes über die neuen Zollſätze am Samstag
ver=
öffentlicht werden. Die Zollſätze für Hafer und Speiſeerbſen
tre=
ten am 3. Mai, die übrigen Zollſätze am 10. Mai in Kraft. Der
Termin für die Aufhebung der Zwiſchenzölle für Speck und
Schmalz iſt noch nicht feſtgeſetzt worden.
Die Zollmaßnahmen der Reichsregierung
im Spiegel der Berliner Preſſe.
Eine Anzahl Morgenblätter beſchäftigt ſich in Kommentaren
mit den zollpolitiſchen Maßnahmen der Reichsregierung. Das
„B. T.” ſpricht von „gefährlichen Zollerhöhungen”,
die in der Bevölkerung um ſo mehr Beunruhigung
hervorrufen würden, als es in der amtlichen Mitteilung von der
Senkung des Weizenzolles völlig ſtill geworden ſei. Es wäre ſchon
um der pſychologiſchen Wirkung willen vorzuziehen geweſen, wenn
die Weizenſollſenkung gleichzeitig mit den Zollerhöhungen
ange=
kündigt worden wäre. — Der „Börſen=Courier” weiſt
ebenfalls darauf hin, daß die erwartete Verbilligung
der Weizeneinfuhr in dem Communiqué nicht direkt
angekündigt wird. — Der „Vorwärts” bezeichnet die
Zollerhöhungen als zum Teil reine Demonſtrationen, von denen
eine günſtige Wirkung für die Landwirtſchaft nicht erwartet
werden könne und von denen auch kaum preisverteuernde
Wir=
kungen ausgehen werden. Ein vollſtändig
überflüſ=
ſiges Zugeſtändnis an die Schutzzollpſychoſe der
Agrarier ſeien die Zollerhöhungen für Hül=
Sozialdemokratie habe der Reichsregierung immer wieder die
ein=
fachen und klaren Wege, die zur Brotpreisſenkung jetzt gegangen
werden müſſen, vor Augen geführt. Die Regierung habe offenbar
keine dieſer einfachen Maßnahmen wirklich beſchloſſen. Die
Sozialdemokratie werde infolgedeſſen mit verſchärfter Wachſamkeit
darauf achten, was die Reichsregierung tue, um die in Deutſch= die entſcheidende Stelle, Morgan, hat zweifellos ihre
Zuſtim=
gierung habe es ſich ſelbſt zuzuſchreiben, daß dieſe Wachſamkeit
zu=
nächſt auch noch mit Mißtrauen gepaart ſein muß. — Die
des Kabinetts eine Abſchlagszahlung‟. Das
Blatt glaubt, die Schweigſamkeit in der Angelegenheit des
But=
terzolls dahin interpretieren zu können, daß über den
But=
terzoll eine Entſcheidung nicht gefallen ſei,
we=
der im poſitiven, noch im negativen Sinne, ſo daß alſo für den
Reichsernährungsminiſter und die Landwirt= das Genie engliſcher Finanzſtrategen maßgebend.
ſchaft die Notwendigkeit beſtehe, den Kampf um
dieſe Entſcheidung ſofort wieder aufzunehmen und
wei=
terzuführen. Sollte dieſem Bemühen gegenüber das
Kabi=
nett verſagen, ſo würde die daraus folgende ſchwere Enttäuſchung
zu einer Erbitterung führen müſſen, die ganz ohne Zweifel auch
nicht ohne folgenſchwere politiſche Konſequenzen
Deutſche Zeitung” bemängeln das Fehlen der
Butterzollerhöhung und ſprechen von einem Nachgeben
Schieles in dieſer Frage. Die Formulierung der Beſchlüſſe ſei,
wie der „Tag” es ausdrückt, für beide Teile, die Landwirtſchaft
und die Sozialdemokratie, höchſt unbefriedigend, ſchon weil ſie
keine Klarheit über den wirklichen Inhalt und ihre Tragweite
gebe.
Die Reiſe nach Chequers.
* Berlin, 1. Mai. (Priv.=Tel.)
Der Reichskanzler und der Reichsaußenminiſter fahren zum
Beſuch des engliſchen Miniſterpräſidenten in Chequers am
4. Juni von Hamburg aus mit der Hamburg” nach London. Ländern. Nicht Deutſchland, ſondern Auſtralien droht am
Richtung nach außen hin zu vermeiden, auf die Begleitung von
Sachbearbeitern verzichtet. Den Reichskanzler begleitet lediglich
miniſter der Bearbeiter des engliſchen Reſſorts, Baron v. Pleſſen.
Die Rückfahrt wird von Southampton aus mit der „Europa”, das Gewicht jedes Pfundes, das es dem Mutterlande ſchuldete,
angetreten.
Langſamer Rückgang der Arbeitslofigkeit.
Nach den bisher vorliegenden Ueberſichten der
Arbeits=
ämter iſt die Zahl der Arbeitsloſen in der Zeit vom 31. März
bis 15. April wieder um reichlich 200 000 zurückgegangen. Die
Entlaſtung geht alſo recht langſam vor ſich, zumal da die Zahl
der Ausgeſteuerten, die der gemeindlichen Fürſorge anheim= noch eine Erſcheinung wie der Sturz des Silbers, der die
fallen, gleichzeilig wieder um 50 000 geſtiegen ſein dürfte.
Von
Otto Corbach.
Die Macht des Geldes iſt groß, heute größer als je, aber
ſie iſt doch nicht ſo groß, daß die Verfügungsgewalt über rieſige
Geldmengen den Fürſten im Reiche des Finanzkapitals jene
gen. Die Quoten, für die eine Zollvergütung in Frage kommt, wundertätige Kraft verliehe, die der Mann auf der Straße
ihnen zuzuſchreiben pflegt. Geld „regiert” die „Welt” nicht
allein, und jedes Gemeinweſen, das vor allem durch Geld
Geltung zu erlangen ſucht, iſt dem ſicheren Untergange geweiht.
Nur der weitverbreitete Aberglaube an einer Art Allgewalt
des Geldes im Wirtſchaftsleben konnte dazu verführen, den
Gouverneur der Bank von England, Montague Norman, für
einen Zauberer zu halten, der durch die Gründung eines neuen
großen internationalen Kreditinſtituts die kranke
Weltwirt=
ſchaft im Handumdrehen wieder geſund finanzieren könne. Die
erſten Andeutungen über einen ſolchen Plan gab Herr
Mon=
tague Norman ſchon auf der vorletzten Sitzung des
Verwal=
tungsrats der Bank für internationale Zahlungen zum Beſten.
Auf franzöſiſcher Seite fand er wenig Gegenliebe und eine
plaſtiſche Vorſtellung von ſeinem gewaltigen Vorhaben konnte
man aus ſeinen knappen Aeußerungen noch nicht gewinnen.
Im März reiſte er nach den Vereinigten Staaten, um in der
Wallſtreet Bundesgenoſſen zu werben. Auf der letzten Sitzung
des Verwaltungsrats der Bank für internationale Zahlungen
am 20. April erwartete man ihn, um von ihm Näheres über
die Ergebniſſe ſeiner amerikaniſchen Reiſe zu erfahren. Er
erſchien nicht. Nebel, ſo hieß es, habe ſein Schiff aufgehalten.
Dafür ſickerte nunmehr in der engliſchen Preſſe Näheres über
ſein Projekt durch. Danach ſoll das zu gründende Inſtitut
mit einem Kapital von zunächſt 100, ſpäter 400 Millionen Mark
ausgeſtattet werden, das teils von den internationalen großen
Banken, teils von den größten Induſtrieunternehmungen
auf=
zubringen wäre. Auf dieſe Weiſe ſollen in großem Stile
Geld=
mittel für kreditbedürftige Länder auf dem Wege der Ausgabe
langfriſtiger Obligationen, angeblich bis zum Betrage von zwei
Milliarden Mark, beſchafft werden. Es handelt ſich im Ganzen
um nichts Geringeres als die Vorbereitung einer Welt=
Plan=
wirtſchaft, die durch Belebung des Wirtſchaftslebens in
kapital=
ſchwachen Ländern und durch Erſchließung der natürlichen
Hilfsquellen von Gegenden mit wenig entfalteten ökonomiſchen
Kräften dem umfangreichen Leerlauf der Weltwirtſchaft raſch
überwinden könnte.
Zwiſchen dem Auftreten des Herrn Montague Norman auf
der vorletzten Sitzung des Verwaltungsrats der Bank für
inter=
nationale Zahlungen im Februar und ſeiner Rückkehr aus
Amerika lagen die vergeblichen Anſtrengungen der Londoner
Regierung, den Anſchluß Frankreichs und Italiens an den
See=
mächtepakt zu ſichern ſowie die deutſch=öſterreichiſche Initiative
für eine regionale Zollverſtändigung in Mitteleuropa. Die
Ausführungen der genialſten Projekte der mächtigſten
Vertre=
ter der Weltfinanz ſind nach wie vor abhängig von politiſchen
Vorausſetzungen, die ſich durch finanzielle Operationen allein
nicht aus dem Boden ſtampfen laſſen. Zweifellos iſt das
Normanſche Projekt an und für ſich viel großzügiger und
ge=
ſünder als alles, was die Träger des franzöſiſchen
Finanz=
ſenfrüchte. Dieſe werden ſich aber verteuernd auswirken. Die kapitals bisher an internationaler Kreditbeſchaffung ausgeheckt
haben. Die franzöſiſche Finanz iſt die Magd eines
Macht=
ſyſtems, daß alle vorwärtsdrängenden Kräfte des
kontinental=
europäiſchen Wirtſchaftslebens zu ſprengen droht. Man darf
annehmen, daß Montague Norman an einigen Stellen in der
Wallſtreet Unterſtützung für ſein Projekt gefunden hat, aber
land längſt überhöhten Brotpreiſe wirklich zu ſenken. Die Re= mung von der Flottenverſtändigung und der Herſtellung einer
Einheitsfront der großen Seemächte für die allgemeine
Ab=
rüſtungskonferenz abhängig gemacht. Gewiß entſpricht der Plan
„Deutſche Tageszeitung” nennt die Beſchlüſſe des Gouverneurs der Bank von England der Mentalität
Mor=
gans wie aller maßgebenden Dollar=Fürſten viel mehr als
der=
jenigen franzöſiſchen Bankleiter, die von dem
Sicherheits=
komplex engſtirniger franzöſiſcher Sparer abhängen, aber für
die Sicherheit amerikaniſcher Kapitalanlagen in Europa iſt
vor=
läufig noch mehr die Gewogenheit franzöſiſcher Machthaber als
Viel wichtiger als die vorläufig noch geringe
Wahrſchein=
lichkeit einer Durchführung des Normannſchen Projekts iſt
in=
des ihre politiſch=ſymptomatiſche Bedeutung. Daß an derjenigen
Stelle, die vor dem großen Kriege den finanziellen Mittelpunkt
der Welt bedeutete, und wo noch immer der reichſte
Erfahrungs=
ſchatz für internationale Unternehmungen angehäuft iſt, ein ſo
bleiben könnte. — Auch Lokalanzeiger”, Tag” und großzügiger und weitherziger weltwirtſchaftlicher
Finanzierungs=
plan wie das Normanſche Projekt ausgearbeitet werden konnte,
beweiſt, in welchem Maße der Beſtand des britiſchen
Im=
periums bereits durch die Entartung des Finanzweſens der
Nachkriegszeit bedroht iſt. Natürlich kann ſich eine Kapazität
wie Montague Norman keinen Illuſionen darüber hingeben,
daß für die Durchführung ſeines Projekts eine Löſung der
Weltverſchuldung die wichtigſte Vorausſetzung bildet. Die
Weltwirtſchaftskriſe hat neue Schuldenlawinen ausgelöſt, die
bereits größere Verheerungen anzurichten vermochten als die
Reparationen und Kriegsſchulden, diesmal aber weniger in
den Ländern der Beſiegten, ſondern in denen der Sieger, vor
allem den britiſchen Dominions und den latein=amerikaniſchen
Sie haben, um die Feſtlegung der Ausſprache auf eine beſtimmte eheſten unter der Laſt ſeiner Verſchuldung zuſammenzubrechen,
trotzdem ſeine während des Krieges aufgenommenen Anleihen
gegenüber den Gewinnen, die e3 als Lieferant daraus ziehen
der Oberregierungsrat Planck aus der Reichskanzlei, den Außen= konnte, gar keine Rolle ſpielten. Nichts als der mangelhaſte
Automatismus der Weltfinanz hat es mit ſich gebracht, daß ſich
binnen weniger Jahre mehr als verdoppelte. Gold, der
Maß=
ſtab für geſchuldete Summen, wird immer knapper, Wolle und
Weizen und andere Rohſtoffe, womit Länder wie Auſtralien
ihre auswärtigen Gläubiger nur befriedigen können, werden
in immer gewaltigeren Maſſen über die wirkſame Nachfrage
hinaus erzeugt. Das beſchwört nachgerade den Ruin der
bri=
tiſchen Dominions herauf und zerrüttet die beſten Abſatzmärkte
ſowohl Englands als der Vereinigten Staaten. Dazu kommt
Kaufkraft aller Länder, deren Zahlungskraft vorwiegend von
Samstag, den 2. Mai 1931
Nummer 121
Seite 2
Uhreit Zlberſchd heit abhäugt, vor alleit dielenlſe CMluas,
binnen „fahreafriſt halbtert hat. Muf vieſe Wüeiſe iſt das
Me=
paratlonsprobteit zu einem Ausſthnitt eines Wbeltproblems
ge=
worben, beſſen Gefamittfnng maſſtebenven Nreiſen in Englaud
benſo ſehr auf veit Mägein zu brennen beqlnnt als folchen
Deutſchlauns. „fu pieſent Zuſammenhauge toilt auch das Prolert
des Gonverneurs der Wank von Enclaup beurteltt ſein; es
zlelt weniger auf eine raſche prartiſche Werwoirriichung, als au
eine Mablimachung der WBeltmeinang zugmnſten elner
Hinwen=
räumung der Sinverniſſe, die einer finanzlellen Saulerung der
Weltwwirtſchaft im Abege ſtehen, uunh eines der ſtärkſten dieſer
Hinverniſſe, wvend niiht vas ftärrſte, bildet ver Machttwahn
rauzöſtſther Ztaatsmänner ver die in ven Gewölben der Wank
von Fraukreich aufceſpeicherten (olbitengten wvie einen
Mibelun=
genſchat hütet uuh ſever wirkiich ſchöpferiſchen wirtſchaftlichen
Wetätigung vorenihätt.
gegen dle Erhöhung der Grund= und
Sonder=
gebdudeſlenter.
Die heſſtſchen Induſtrie= und Hanbelskaiiern haben in einer
Wertreternerſamiiung, die am 20. Mpril d. J. ſtattſand, eingehend
zu der letten Erhühung ber Grund= und Sondergehdubeſtener in
Heſſen Stellung genamien und nachfolgende Eutſchliehung an
die heſſtſche Neaterung gerlchtet:
Wereits bei der Ginurinauna ber letzten hefftſchen
Steuervor=
lagen zur Verdreiſachung der Grundſteuer und zur teilmelſen
Meuveranlagung der Sondergebäubeſteuer haben ſich die heiſtſchen
Inbuſtrie= und Hanbelskammern veranlaßt aeſchen, degen bie
er=
neute Erhühung der Zteuerbelaſtung die eruſteſten Webeuken
gel=
tend zu machen. Die ſchon damals zum Ausdruck gebrachten
Be=
fürchtungen ſtud durch die tatfüchliche Entwicklung noch
Übertrof=
ſen worden. Die Zuſtellung der neuen heſſtſchen
Landesſteuer=
beſcheibe mit ihren ganz ungeidhntich Aberhühten Auforberungen
hat in den Kreiſen der betroffenen Steuerpftichtigen grüßte
We=
ſtürzung hernargerufen. Die Entwickiung der Dinge brinat den
klaren Weiels bafülr, daß in der Tat die in ihrer endallltigen
Miswirkung erst jekt nuft zu Üverſehenve Erhübung der heſſtſchen
Landesſteuern gerabenu bie von der Nelihsreaterung nur Senkung
der Wreiſe und Geſtehnnnskoſten eingelelteten Maßnahmfen
durch=
kreugt bat. Für den heſſtiſchen Steuerzahler iſt an Stelle der in
der Motverordnung hes Herrn Neichsurüſthenten zugeſtiherten
Laſtenſenkung in usahrbeit eine ungeheuerlſiche Erhöhung der
Mealſteuern eingetreten und dies zu einer Zelt, in der die
Ein=
komiten der uon den Steuererhühungen betrolſenen Kreiſe zu
ſahens meiter ſtarr einſchrumpfen. Da die Steuererhähungen
zubeit vorilegenb die rleinteren und mittleren Stenerobierte
be=
ſonders emuflublich bekaſten — bhekanntlich war das GGegentell
angewomiter morben —, mlrken ſte ſtch mittelſtandsfeinblich und
unſonlak aus.
Es darf heute ſchon als feſtſtehend augenamien werden, daß
der Ertrag dieſer Steuererhühungen, insbeſondere hei der
San=
dergebſtubeſtener, weit iher das bei ihrer ſeinerzeitigen Worlage
GGeſchätte hinausaeht. So war die Auswirkung der teilwelſen
Weuveranlaguna der Sanberaebäudeſtener für Heſſen mit Huu aud
Mat, auigewaintier morden, während der tatſüchtliche Ertrag ein
Wielfaihes bieſer Gumite ausitachen ſall. Die beſſtſihen Iuduſtrie=
und Haubelskamiern milſſen nach mie vor betonen, daß
irnenb=
welihe Sienererhühungen uuter bei letigen werhäituiſſen Iber=
Hanpt nicht zu vrrantworten ſind. Angeſtchts bieſer Scchlago
er=
atbt ſiih die zwinnenbe Forderung, die uitertrügliche (rhöhnng
der Sondernebändeſtener riickadugia zu iachen- (hlelchseltia müſſen
non der Nealerung wtittel und auene geſucht werden, um bie in
ihrer Verdreiſachnna mit arüſtten Hürten ſich auswirkenbe
Er=
höhung der Grunbſtener auf ein ertritaliches Maß berabanſehen.
Dem Landtag ſind geſtern einige neue Vorlagen der
Neale=
rung zugegangen, init denen ſiih der Lanbtag zum Teil ſichon in
der konienben Wuche befaſſen wird. Der Innenminiſter
bean=
tragt Wenderung deg Ausführunasgeſeker zum
Finanzausalelcho-
geſex Im vergangenen Jahre war für dia burih beſonders hohe
Aufcendungen auf dei Ghebiete der fotlalen Fürſorae belnſteten
(bemeinben ein Ausalelihsſtatk geſchaffen worhen, dem die
Mine=
ralwaſſerſtener in valler Hühe und 114 Pratent von hen
aebtlbe=
ten Kammunalmaſſen der Uinromien=, Hürverſchafts und der
Umſakzſtener aufloſfen. Jusaelamt warei jebach nur 710 0u0 MM.
eindenangen. Da bieſer Aietrag niiht ausreiichte und weit ſich in=
Hutſihen hie Hahl der ausdeſtenerten W0ohlfahrtserierüsloſen auf
ettnr 124 und erhöhte, verlanat der Miniſter eine Menderung, dia-
Vom Tage.
Jur Preußtſchen Landtag hat die Stuatshartei beantragt,
Wolks=
beuebvensuorſchriften dahin zu Andern daß in Zurunft die Liſten von
deu Miegierung ringeſatielt turrden ſollen, um „iutritſchaftllchrn oder
uefellfchefttichen Terror” ummüalich zu mgihen.
Das Schiffengerlcht Weriln-älitte verurtrilte au Freltag Dr.
Gorb=
beis turgen bffeutticher Ptelribigung von ziuter Woffzeibramten zu riner
Gridſtrafe in Bühe von 1uuü Mark oder 10 Tagen Wbrfängufs.
Der vierlcht des Wülterbundskoimlſſars in Danzia, Graf Gravina,
Mber bie iüuaſten Zmlfchenfülle iu Danzic iſt auf deu ABuwſch Gradlnns
auf bie Tuuesorbnung der Matstugung arſeut wuorben.
Die Iiſterrelchlſche Wealerung it drem (Heneralſekretür des
Wülker=
bundes unttsrtelit daſt Außeuminiſter Ziholer Oeſterrelc im
Wülker=
bunddrat bri der Piryatung ber Iuriſttſchrn Fragen über die beutſch-
üſter=
veichtſche Fullnugleichung drrterten tuieb. Man uiimt nu daſt Sihober
nuch un dei Veratuugen dru Ztubienkummiſſlen für die euroutlſche
Hinſan teilwehien tulen,
Micht nur beit uatlonatfoslatiftiſichen Fühver Dr. (urbbele, ſonberi
guch den auderei Fülvern dru Hitterbetrnuug fur Mrich, iuie Dr. Frauk,
deirt Mustalt Mbnif Aitters, ferieu (ühriug uud Eſſer, wurde die
Ein=
veiſe nach Deſterrriih uuterſagt, ſo daß un ber (autngung ber
Matloual=
fonlatiſten in Hülen keiner deu prominenten Sitterfübrer aus dei Weich
triImrbiten muleb,
Die beiglſche Kautiten hat das Megierungspresert, das elne
Gerab=
ſetzung der Aunearbnrtenbläten van 42uuc auf z5 uu Frauken vorſau,
init un geien 75 Etimiten bei uiev Etimmenthaltungen abwelehut,
Deu finngüſtfche uniniſterrnt hat aus Grſlnben „der allgeiueinen
Polltir” brfchloſfen, bie junofiawiſihe Muleibe zu geuehilgen. Die U7
u=
terzeichnnng des Mbkumiens ſtelt bruvr.
Suowden hat dei enaliſchen Uuterhaus eine Eutſchliehunn
iber die von Ihm geplante Weſteuernng des Grundleſites
einge=
bracht, die vom Huterhaus formell angenomien urbe und durch
die er dus Oberhaus übergehen wil,
In Warcelona kam ex zu ſchweren Mueſchreitungen von
Ar=
beitsloſen, die in beträchtlicher Mnzahl in die Markthalle von St.
Autonie im Zentrum der Stadt eindrangen und ſümtliche Lüden
plünderten. Als die Wollhei erſchlen waren die Wlünderer
be=
reite verſchwunden, nachdem ſie betrüchtliche Mengen von
Lebeno=
mitteln in Sicherheit gebracht hatten.
Die amerlkanlſche Neaierung hat die Einladung, an der in
dieſem Monat in London ſtattfindenden Wseigenkonſerens
teilnu=
wehmen, angenomiten. Die amerikaniſihe Mealerung wird
vorauo=
ſtchttich nwel Delenlerte nach London entſenben.
Die Nankiugreglerunn hat die Gerlichte über eine neue füd.
chlneſtſche Unabhängiateitsbewenung dementiert.
hingehend, daß im Rechnungsjahre 1931 in den Ausglelchsſtock
fliehen: 1. das dem Land zufallende Aufkommen an
Mineral=
waſſerſteuern, 2. 5 Prozent der zu bildenden Kommunalmaſſen der
Einkommen=, Kürperſchafts= und Umſatzſteuer, und 3. der Betrag,
um welchen die Kreismaſſen, Kreis= und Provinzialantelle noch
beſonders gerülrgt werden. Aus dieſen Maßnahien erreihnet ſich
der Miniſter einen Betrag von zuſammen 2,0 Millionen NM.
Auherdem erſucht die Neglerung um die Ermächtigung, mit
Zu=
ſtlmmung des Flnanzausſchuſſeo des Landtaas für die Beſchaffung
von Mitteln zum Ausaleichoſtouk auch andere Maßnahmen treifen
zu dülrfen.
In einer Vorlage des Juſtlzminiſters werden gemäß den
Be=
ſtimmungen der Arbeitsgerichtsgeſetzes die Vorſigenden der
Arbeitsgertchte Malnz, Offenbach und
Darm=
ſtadt mit der Wabrnehmung der Geſchäfte au
Lobenszeit betraut. Fülr Gieſſen wird die Wahruebmung
einem Amtsgerichtsrat Übertragen,
Auberdem erſucht die Nealerung um den Erlaß elnes Geſehes,
das die Mogelung des Werkehro mit brennbaren Flllſſiakeiten
ent=
ſprochend den modernen Uinrichtungen und Trausportmöglichrei
ten geſtattet. Dag jetzt allltiad (heſetz datlert noch vom 17.
Orto=
ber 1904. Innwiſchen haben ſämtliche Länderreaterungen
einheit=
lſche Vorſchriften über den Transport brennbarer Flüſſiakeiten
getrofſen, die auch für Heſſen Anwendung finden ſollen. —3
Reichsbahn erſucht Relchsreglerung nachlräglich
unt Genebmnlgung.
Die Deutſche Reichsbahn=Geſellſchaft hat beim
Reichoverkebro=
miniſter die Genehmigung zum Sihenker-Abkomien nachaeſucht.
Die Verhandlungen zwiſchen der Neichsbahn und der Geſellſchaft
werden nunmehr unter Weteiliaung von Vertretern des
Reicho=
verkehrsminiſteriumg wieder aufaenommen ierden. Nach den
in=
zulſchen weiter aepflonenen Beſprechungen glaubt die Reichsbahn
auf dieſe Weiſe zu einer aulſeitig befriedigenden Löſung dieſer
Frage zu gelangen.
chiſe Floreutiner Ausſtekung.
Hur Malazzo Weeihlo, heit ſtolzen Stabtbaus von Florenn
iſt jett eine große Musſtenang erdfftet worhen, vie bie Guefehtihte
des ftatfeniſihen Gartens folofe ſeinen Einftuß auf die andern
Pänher int einer eamminng von iiehr als M0a Genenſtänden
der verſthiebenſten Art varſtent. 10 Eäte, die von den kürzinig
wvieverherneſteilten Mäuiten init vei uillbern des Waſari zu ven
Sülen bes Finnterento unb Ditecento nnd zu dei früberen
Ge=
müchern der Herzocii Glenarn und der Prlort fübren, eithalten
Miniaturaärteit, bie in Mohellen bis in alte Gingerheiten waftiſch
ausseführt ſinn, fonann Mubikbunnen in tlchen, Mintatnren,
Zeichnnnnen, Gemälben unn (Bohelins, fofoie eine Dihan
mover=
der Nunſtolniten. „fi 10 Mobelen ſind bie taptfehſten Forien
des ftatteniſthen (artens von ven auttren Anlagen in Pompelt
his zu ben neutinſſtaiſtiſchen der Lomäarhel unn den
roilian=
tſchen Meapels suieverſtentehen; bier fehlen swever Wrunnen noch
Sihtodne, uud ſonar lievenve Naare ſinn in dei Gärten auge-, nie baran zit erinneri, daß „das Minh des Lebens mit
einem Licheshaar in dei (arten beninut”. Zioei Hängende
(ürten ſtnn auf zivet Terraſſen aufnebaut, uud ſo swanbeit mian
fole burth Traumlanpſthaften, bie von heit zurten Duft der
Wer=
nangenheit erfaut ſind. geine audere Stabt Itaklenx hätte fhn
für dieſe Ausſtenlung ſo nut geeinttet iuie bie junnvervolle „
Pilu-
wenſtaht” am Mrno, berei (artenaniagten naich heut von dem
(Manz uund der rmdt des ttafieniſihen Naturaefüuls erjählen.
Hier finnet man anſter deit verriſchen Stadtgarten der Uaseine
in beir Wobalf-Garten hinter heit Mttl-Palaft eins der iwenigen
Beiſpiele eines tosraniſchen Nenaiſſanee-(Vartens, und in ber
NImgehenb erueben ſhin nan ſo maittbe Wilten uns ver Biitteheit
der italieniſihen Nuuft uun Nultnr, veren cärten einen
leven-
biger Ginbrink dieſes Stils vermitteln. Solaune bie
Rusſtel-
lung geöffuer iſt, werben befonbere Autotanren verauſtaktet, ui
die Aiefücher in bieſe wärten der Himnegenb zu führen.
Der geiſtine Leiter des Hinterwebmens, der berannte
Sihrift-
ſtelter und Kunſtgelenrte IIno Oiettt, hat bie weitnefthrhtrtehe
Wie=
beutung ber italfeniſthen (artenrünſt in der Ausſtellung ſrüarf
verausgenrbeitet. Er uimmt bie Suüpfung ves fommetriſehen
uud auiditertoniſihen (artens für fein Waterland in uufprmch
und raunt fhu banet ſihan auf das Vorbilo ver alten Mümer
be=
rifen, derent Gartenanianen von Plinins ſo einnevenv geſthlldert
fiup. Ginine bieſer antiken Daushärten ſinn ja hei den neieſten
Ausaradunneit in Wompeit ſo unverſehrt freinelent wworden, daß
an fonar noid die Würtein der Panmftäiite in verkohltein
Zuſtaube vorfaud. „fur frilven Mittelalter uuterſtheibet (ſh der
talteniſche Garten nicht von beit allgemeinsenromtiſchen,
beſon=
peis, folanne er in die eiinen Manern der Wurgen eingenännt
Nonr. In dei Schllvernngeit Petrarfas und Worcnceios rrot iu0
daun mit deit (rſonchen eines neuen Naturgefühls die erſte Zpur
einer eigenartigen (artengeſtaltung, aber die bildlichen
Dar=
ſtellungen, die ſtich in der Kunſt des Quattrocento finden, ſind
boch nur die Vorkäufer lener Hochblilte des italleniſihen
Garten=
ſtils, den die Hochrenaiſſanee heraufführte. Da zeint ſich ſchon
das Weſtreben, den Garten iit dem Dans unp der umgebenden
Landſchaft zu einer großen Einheit zuſammenzuſchtießen, und
bies geſchleht bann in genlaler WBeiſe in den beveutendſten
Ent=
voüirfen, die Pramiante für den Patikan und Maſfacl für die Villa
Mavama ſchufen. Dieſe Aulagen lonrden maßgebend nicht nur
für die itafientſche, fonveri für die nanze europäiſche
Garten=
kunſt. Die Ausſteht vonr Warten mnßte eine ſchöne Landſ haft
darbieten; ſo biiert man von der Willa Tivolt in Frascatt weit
iber die rümtfche Gbene und erfreut ſich vam Woboligarten des
prüchtigen Panoramas von Florenz, ſchaut von der Villn Dorin
auf Genna. Die Verbindunn zu ſchen Villa unp (arten wird
nun ganz eng und harmoniſeh geſtaltet. Der Garten iſt nur eine
Fortſegung ber Waurunſt in der Natur mit ſelnen Terraſſen,
Baluſtraden, Pfeilern unp glatt geſthnittenen Heiken. Die Licbe
der Nenaiſſanee für das Aitertnm offenbart ſſch in den Statuen,
Narhativen und Srommrvaſen. Die Wlumen, die die Danptzierde
des mittelalterlſihen Gartens bilveten, werden zurickgedräugt,
weik ſie die ſtrenge Architertonik der Formen ſtören; ſie ſind in
abgeleſene Teile verbannt, die ſog. Sckrete” die von Mauern
oder dichten Heiken umgeben ſind. „m (Harten der itakieniſchen
Hochrenaiſſance iſt rein Naum für ein ſihwärmeriſches
Natur=
gefühl, denn die Natur iſt nur der Stoff, mit dem der Menſch
frei ſchaltet. „Die Waualieder” ſchrieb damals Waccio
Wandi=
neilt, „müſſen Führer und Herrſcher der Dinge ſein, die
ge=
pflanzt wverben.‟ Der italieniſche Renaiſſance-Warten wurde ſo
das Vorblld des franzöſtſchen Gartens. „talleniſihe Künſtler
tunren es, die in Fontalneblean für Kathariug und Maria von
Mebiel arbeiteten, und Lenätre, der groſſe (artenarihltert
Ludſolgs XLV., der in den Anlagen von Verſallles das Muſter
für bie damallwte Weit ſchuf, iſt ein Srhüller der Italtener, da
er in Nom ſtübtert hat. Aber dann erlangte im 13. Jahrhundert
der franzöſtſche (arten die Herrſchaft, und es iſt intereſſant, in
der Ausſtenlnng zu ſehen, ioie nunmehr die Itallener mit einigen
Neudernnhen und Beinabei tore eigene (artenſchöpfung als
„franzöſtſchen (Jarten” überwaditen und zu Nachabiern derer
twurden, die erſt von ihnen gelernt hatten. Mit der Herrſhaſt
der enntiſchen Mode kam der Laudſchaftsgarten nath Italien,
der niiht mehr einte renelmäßige (kiederung, ſonbern eine
„nattlrrſihe Mflbnis” erſtrebte. „Ja, die Itallener lvollten ſonar
bieſen Naturpark auf bie Anrenungen ihrer Dichtung, breſonders
anf bie Sinttberung des Wartens der Armiba in Taſſos „
Befrei=
tem „eruſalem” zuriterführen. Dieſe Parkanlagen, die wie
über=
all durch dus ganze 19. JJahrhundert herrſchten, ſind aber dann
in „talien befonders beftin berämpft worden, wweil ihre recel-
Iaſe lieppigkeit den klaren dinten der italieniſchen Natur und dei
Hafſtſihen Foriengefünt ſeiner Weivopnter widerſeray, und ſo iſt
Die Brauns=Kommiſſion
Eine Milliarde zur Ankurbelung der Wirtſchaft.
Berlin, 1. Mai.
Die unter dem Vorſit des früheren Reichsarbeitsminiſters
Dr. Brauns arbeitende Gutachterkommiſſion wird am Donnerstag
oder Freitag der kommenden Woche ihr zweites Teilgutachten
ver=
öfſentlichen. Es erſtreat ſich auf das außerordentlich wichtige
GGe=
blet der Arbeitsbeſchaffung. In politiſchen Kreiſen ſieht man der
Veröſfentlichung mit großem Intereſſe entgegen, da das Gutachten
dem Problem einen ſehr weiten Nahmen ſteckt und zu Vorſchlägen
gelangt, die wahrſcheinlich nicht nur in Deutſchland, ſondern auch
in anderen Ländern ſtarke Beachtung verdienen.
Der erſte Teil des Gutachtens iſt eine wirtſchaftstheoretiſche
Darlegung der Urſachen und Zuſammenhänge der Kriſe, der
zweite Teil ſtellt die Frage, ob es möglich iſt, das
Wirtſchafts=
leben aus ſeiner gegenwärtigen Erſtarrung zu erwecken. Die
Kommiſſion kommt zu einer durchaus bejahenden Antwort unter
der Vorausſetzung, daß ein planmäßiges und großzülgiges
Zuſam=
menarbeiten zwiſchen den verſchiedenen Ländern einſetzt. Dieſer
Teil enthält das Kernſtülck des ganzen Gutachtens, nämlich den
Vorſchlag, einen größeren Kanitalbetrag — man ſpricht von etwa
einer Milliarde — zur Ankurbelung der Wirtſchaft aufzubringen,
In ſeinem dritten Teil zählt das Gutgchten die einzelnen
Maßnahmen auf, die der Ausſchuß vorſchlägt, und zwar ſowohl für
den Fall, daß der im zweiten Teil angeregte größere Nahmen
möglich iſt, als auch für den anderen, daß nur beſchränkte Mittel
zur Verfülgung ſtehen. Das große Projekt würde u. a. die
Elektri=
fizierung der Eiſenbahnen, das Problem der Ferngasverſorgung,
Meliorationen, ſoweit ſie der Landwirtſchaft nicht zum Nachteil
gereichen, groſſallgige Straßenbauten und ähnliche Dinge umfaſſen,
In dieſem Abſchnitt behandelt das Gutachten auch das Problem
der Arbeitsdienſtpflicht, des freiwilligen Arbeitsdienſtes uſw.
Im vierten Teil endlich werden gewiſſe rechtliche Fragen
er=
örtert. Im ganzen wird damit die ſtarke Verbundenheit der
Wirt=
ſchaft der verſchiedenen Länder erörtert. Nicht nur bei uns,
ſon=
dern auch im Ausland dürfte das Gutachten ein lebhaftes Echo
finden.
Klage gegen das neue baveriſche Landeswahlgeſen
beim Staatsgerichtshof.
Die D.V.P., die Staatspartei und die
Wirtſchafts=
partei haben endgllltig beſchloſſen, gegen das neue
baue=
riſche Landeswablgeſet Klage beim
Staatoge=
richtshof zu erhehen. Die Klage ſoll ſofort eingereicht
wer=
den. In parlamentariſchen Kreiſen hofft man, daß der
Staatsge=
richtohof ſein Urteil möglichſt bald ſällen werde. Nach der „
Mün=
chener Zeitung” iſt man in allen maßgebenden parlamentariſchen
Kreiſen zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Landtag
ſpäteſtens im Herbſt neugewählt werden ſoll.
Nachwahlen in England.
Aſton iſt der vierte Wahlkreis, den die Konſervativen ſeit
den allgemeinen Parlamentswahlen der Arbeiter=Partei abge=
Nommen haben. Die Arbeiter=Partei hat in der gleſchen Zeit
zwvei Site gelvonnen, nämkieh in Preſton, wo der
Generalſtaats=
anwalt ſeinen Parkamenisftt, auſ den er nach ſeinem Austritt
aus der Liberalen Partei verzichtet hatte, zurückeroberte und
einen Siy in Liverpool, tob ver Arbelter=Haudibat ohne
Gegen=
kandidat geſvählt ſourbe. Bei Bekanntgabe des Wahlergebniſſes
vom Walkon des Nathauſes in Aſton kam es geſtern abend zu
aufregenden Zzenen. Auf dem Nathausplau hatte ſich eine
Menige von etion 20000 Menſchen eingefunden. Als nach der
üblſchen Anſprache der Führer der neuen Partei, Sir. Oswald
Mosley, und ſeine Gattin das Nathaus verkaſſen wollten,
er=
hoben ſſch Nuſe voie: „Verräter. Du haſt den Torrles; zum
Slege verholfen!” ſvährend ſich zahlloſe geballte Fäuſte über
dem Meer von aufgeregten Geſichtern erhoben. Mosly ſchickte
hierauf ſelne Gattin wieder ins Nathaus zuritck und trat allein
vor die Menge, indem er zum Zelchen, daß er ſprechen wolle,
ſeinen Hut in die Höhe hob. Als er ſah, daß man ihn nicht
zu Wort kommen laſſen wolle, ſtieg er lächelnd die
Nathaus=
treppen hinab und ſchritt ruhig geraden Wegs in die
Menſchen=
menge hinein. Einen Augenblick ſchien es, als ſollte es zu
Tätlichkeiten kommen. Dann aber legte ſlch die (rrequng. Wenn
auch die Schmähruſe andnuerten, ſo konnte Mosley doch
unbe=
helligt ſein Hotel errelchen. In einem Juterview ſagte Mosley:
ſch bin mit dem Wahlergebnis ſehr zufrieben. Wir wverden
ben Kampf fortſeven und ſind überzeugt, daß das Land im
Lauſe der Zeit die Vortelle unſeres Programmes erkennen wird.
mant in Itallen mit zuerſt zu vem architektoniſchen Garten
zuriick=
gekehrt, der beute wieder herrſcht.
25 Jahre Kankaken im Haupkaolkesdienſt
der Sladlkirche.
Am 6. Mai d. J. werden 25 Jahke verfloſſen ſein ſeit dem
Tag, an dem zum erſten Male wieder, nach jahrzehutelanger
Unterbrechung, eine Kantate im Rahwen des Hauptgottesdienſtes
der Stadtkirche, und zuar durch den Stadtkirchenchor, zur
Auffüh=
rung gebracht worden iſt. Es war J. S. Bachs „Bleib ber
ung, denn es will Abend werden‟ Der damalige
Wirchenvor=
ſtand an der Spitze der 1 Stadtufarrer und ſpätere Direktor des
Predlgerſemlnars, Prof. D. Velte, der auch die Predigt Mielt.
haben ſich mit der Genehmigung dieſer Aufführung ein
bleiben-
der Verdienſt um die Kirchenmuſik unſerer Stadt erworben, dad
auch weit über unſere Grengen von führenden Männern aner
kannt worden iſt. Der Eindruck des Gotteodienſtes war ſo ſtark.
daß ſeitdem der Stadtrirchenchor — damals ſtand er noch unter
der Leitung von Arnold Mendelsſohw, Prüſident Ewald
und (bebeimrat 17 Dr. Flürina — mindeſteng einmal in jebem
Jabre eine Bachſche Kantate in dem Nahmen zur Aufführung
bringen konnte, für den dieſe Werke geſchrieben ſind, im
Daupt=
notteodienſt.
Zur Erinnerung an den bedeutungsvollen Tag vor 25
Jah=
ren wird am kommenden Sonutag =antgte dem 3 Mat.
im Hauntgottesdienſt der Stadtkircha lenes prächtige Werk wieder
geſungen werden. Die Predigt hält dieomal Herr Pfarrer Vogel.
Die Soli werden ausſchließlich von Mitaliedern des Chorg
ge=
ſungen, wie auch das Orcheſter nur aus Freunden der
Kirchen=
muſik beſteht, die wieder gerne der ſchönen Sache zu dienen bereit
waren.
Bach hat die Kantate 1735 geſchrieben, als er kurz vor der
Vollendung ſeines 50. Lebensjahres ſtand, die Paſſionen und auch
die Hauptteile ſeiner II-Moll=Meſſe ſchon geſchaffen hatte. Die
Worte Bleib bei uns” ſtammen aus der Emmausgeſtbichte, jener
ucbeimntenollen Erzählung von den zwei Jüngern, denen
Jeſu=
auf tbrei Wege nach Emmaus erſcheint. Die ſchweren Zeiten
der Kriegejahre 1734/96 gaben dem Meiſter Veranlaſſung, dieſe
Worte als aus dieſer Not beraus gerufen zu empfinden. Die
ver=
ſchiedenſten muſikaliſchen Geſtalten wählt er für den rechten
muſi=
kaliſchen Ausdruck dafür. Beſonders eindringlich iſt der erreute
Mittelſatz des Eingangschoro mit den durch das Stimmengelpinſt
hindurch und über dasſelbe hinklingenden langgezogenen Ruſen
Pileib — bei — uns. Auch an verſchiedenen Stellen der nun
ſolgenden Altarie (mit Begleitung von Engliſch Horn) iſt die
Not das Hereinbrechen der „Finſteruis” ſeltſam ſchaurig
darge=
ſtellt. Ju dem folgenden Stülck läſt Bach, wie bei einem Orgel=
(horal. vom Chorſopran die Worte „Ach bleib bei uns”
Geſang=
buch Nr. 151, wo auch im zueiten Very von der „letztbetrübten
Zeit” die Nede iſt. ſingen während Orgel und Violoncello piccolo
dazu kontranunktieren. Nach einem Rezitativ für Vaßt folat als
Schluſthoral der Vern 2 des Liedes 119.
E=wird gebeten, dar Geſanabuch zum Gotteodienſt
mitzu=
bringen, weil der Wortlaut der (bemeindegeſänge aus Erſparkie
Borngäſſer.
aründen nicht gedruckt werden konnte.
Nummer 121
Samstag, den 2. Mai 1931
Seite 3
Hionenderhanplängen und Bounnion.
„Ealien lehnk die franzöſiſchen Borſchläge gleichfalls ab. — Der franzöſiſche delegierke verläßt London.
Enkſcheidung in der Flokkenfrage nichk vor der Ralskagung. — Briand läßt in den Haupkſtädken
Mikkel- und Oſtenropas wegen ſeines Planes gegen die Zollunion ſondieren.
beſchluſſes der Abrüſtungskonferenz zum 2. Februar 1932 würde
Blolkenkompromiß ?
neue Verhandlungen im Vöpbundsrat und eine neue, den alten
Beſchluß umwerfende Entſchließung notwendig machen, die kaum
die Zuſtimmung Englands, Deutſchlands und Italiens finden
Genzeenfamer Slandpunkk Ikaliens und Englands dürfte. Es liegt auch offenſichtlich nicht der geringſte Anlaß vor,
die Abrüſtungskonferenz zu verſchieben. Ein derartiger Beſchluß
in der Flokkenfrage.
würde in der geſamten Oeffentlichkeit den allerſchlechteſten Ein=
London, 1. Mai.
Das Foreign Office hat, wie „Times” ſchreibt, von der
italie=
ni ſchen Regierung eine Mitteilung erhalten, daß die
italie=
niſche Antwort auf die letzten franzöſiſchen Flottenvorſchläge
denſelben Richtlinien folgen werde, wie die
bri=
tiſchen Gegenvorſchläge, die am letzten Samstag in
Pa=
ris überreicht wurden. Eine ähnliche Mitteilung iſt von der
ſtalieniſchen Regierung dem Quai d’Orſay gemacht worden, aber
die ausführliche italieniſche Antwort wird erſt in einem oder
wei Tagen in Paris und London übergeben werden. Wegen der
Nähe des Termins der franzöſiſchen Präſidentenwahl gilt es als
wahrſcheinlich, daß die Entſcheidung nicht mehr vor dem
Zuſam=
nentreffen der Außenminiſter Großbritanniens, Frankreichs und
Fraliens in Genf Mitte Mai zur Völkerbundsratstagung fallen
wird. Der franzöſiſche Sachverſtändige fährt heute nach Paris
urück. Der Vertreter des italieniſchen Außenminiſteriums wird
vahrſcheinlich noch einige Tage in England bleiben.
Ein engliſcher Kompromißvorſchlag.
Die engliſche Regierung hat in ihrer Denkſchrift ein
Kompromiß vorgeſchlagen, nachdem Frankreich
Neubau=
enn ſchon nach der im Jahre 1935 ſtattfindenden Flottenkonferenz
anſtatt wie bisher gefordert, erſt nach Ablauf des Londoner
Ver=
ſtages, alſo im Jahre 1936 auf Stapel legen darf. Die
Einzelhei=
er über die Tonnage ſollen aber r.
auf der kommenden
Kottenkonferenz feſtgelegt werden.
auch hier keine
Eini=
zung erzielt werden, ſo ſoll Frankreich v.rpflichtet ſein, nur ſoviel
E=ſatzbautonnage in Angriff zu nehmen, wie im Artikel 19 des
Lendoner Flottenabkommens vorgeſehen iſt. Hiermit hat ſich
1Kalien einverſtanden erklärt.
Maſſigli wieder in Patis.
Paris, 1. Mai.
Der franzöſiſche Unterhändler bei den franzöſiſch=
italieniſch=
gliſchen Flottenverhandlungen, Maſſigli, iſt heute nachmittag
y Flugzeug, aus London kommend, hier eingetroffen. Er wird
Monn der franzöſiſchen Regierung neue Inſtruktionen einholen und
ovald als möglich wieder nach London zurückfliegen. — Es ſcheint,
deßß die Verhandlungen bis zur Tagung des Völkerbundsrates
oeſchoben werden ſollen; engliſchen Meldungen zufolge ſoll zum
mndeſten vor der Ratstagung keine Entſcheidung fallen.
Franzöſiſche Propgganda
für Berſchiebung der Abrüſtungskonſerenz.
Genf, 1. Mai.
Nach einer zweifellos von leitenden franzöſiſchen Kreiſen
es Völkerbundsſekretariats beeinflußten Meldung des „
Jour=
nack de Geneve” foll gegenwärtig in diplomatiſchen Kreiſen eine
8arſchiebung der Abrüſtungskonferenz erwogen werden. Man
ei in diplomatiſchen Kreiſen der Auffaſſung, daß ſich die allge=
Un ine politiſche Lage ſeit der Einberufung der
Abrüſtungs=
louferenz auf der Januar=Tagung des Völkerbundsrates infolge
e— letzten Flottenverhandlungen und des deutſch=öſterreichiſchen
34 Uabkommens grundſätzlich verändert habe, ſo daß eine
Ver=
ſhiebung der zum 2. Februar 1932 einberufenen
Abrüſtungs=
ſonferenz ins Auge gefaßt werden müſſe. Die Meldung des
Kournal de Genéve”, das bereits öfters zur Propaganda
be=
immter Wünſche gedient hat, bezweckt offenbar den Gedanken
iner Verſchiebung der Abrüſtungsonferenz zur öffentlichen
Enörterung zu ſtellen und im Sinne der franzöſiſchen Wünſche
u beeinfluſſen. Es muß demgegenüber darauf hingewieſen
wer=
ſen, daß eine Verſchiebung der Abrüſtungskonferenz in der
egenwärtigen Lage völlig ausgeſchloſſen iſt. Eine Abänderung
es auf der Januar=Tagung einſtimmig erfolgten Einberufungs=
druck hervorrufen und als eine beabſichtigte Verſchleppung der
geſamten im Völkerbundsrat feſtgelegten
Abrüſtungsverpflich=
tungen durch die Großmächte aufgefaßt werden. Die Methode
der Propaganda beſtimmter Ziele durch das „Journal de
Geneve” muß jetzt ausdrücklich feſtgeſtellt werden.
Der franzöſiſche Gegenplan
gegen den deutſch-öſterreichiſchen Zollunions=Plan.
Paris, 1. Mai.
Wie der „Petit Pariſien” mitteilt, iſt der franzöſiſche Plan
zur wirtſchaftlichen Organiſierung Europas jetzt fertiggeſtellt
wor=
den. Die diplomatiſchen Vertreter Frankreichs haben bereits
An=
weiſung erhalten, mit den intereſſierten Regierungen Rückſprache
zu nehmen und das Ergebnis dieſer Rückſprachen unverzüglich
dem Quai dOrſay mitzuteilen. Aus den franzöſiſchen
Preſſeſtim=
men geht jedoch immer noch nicht hervor, ob ſich unter dieſen
in=
tereſſierten Staaten auch Deutſchland und Oeſterreich befinden.
Der Inſtanzenweg des dentſch=öſterreichiſchen
Zollgbkommens in Genſ.
Das öſterreichiſch=deutſche Zollabkommen wird, wie der
di=
plomatiſche Korreſpondent des „Daily Telegraph” beſtimmt
glaubt, in Genf drei Inſtanzen nacheinander zu durchlaufen
haben, und zwar das Komitee für die europäiſche
Wirtſchafts=
vereinigung, das Finanzkomitee des Völkerbundes, das auf
Grund des Genfer Protokolls von 1922 über die Anleihe an
Oeſterreich eingeſetzt wurde und ſchließlich den Völkerbundsrat.
Die Deutſchen allein glaubten zuverſichtlich eine ausgiebige
Er=
örterung der Angelegenheit im europäiſchen Komitee durchſetzen
zu können, während Frankreich und England gegen dieſes
Ver=
fahren ſeien. Der Korreſpondent glaubt, daß das Finanzkomitee
den Rat darüber zu unterrichten habe, ob das
öſterreichiſch=
deutſche Abkommen das Genfer Protokoll verletze. Ueber vieſen
Punkt würden ſicherlich Unſtimmigkeiten entſtehen.
Beſuch deutſcher Induſtrieller in Südilawien.
Belgrad, 1. Mai.
Am Mittwoch nachmittag trafen in Laibach 16 deutſche
In=
duſtrielle ein, die eine dreiwöchige Rundreiſe durch Südſlawien
unternehmen wollen. Die Reiſe wird von der Düſſeldorfer
In=
duſtrie= und Handelskammer im Einvernehmen mit dem
Bel=
grader Miniſterium für Handel und Induſtrie, ſowie mit dem
ſüdſlawiſchen Generalkonſulat in Düſſeldorf veranſtaltet. Die
Handels= und Induſtriekammer in Laibach berief zu Ehren der
deutſchen Gäſte am Mittwoch abend eine Sitzung ein, in der
eine Reihe von Vorträgen über die verſchiedenen
Wirtſchafts=
zweige Südſlawiens gehalten wurden. Im Namen der
deut=
ſchen Induſtriellen bedankte ſich der frühere Oberbürgermeiſter
von Duisburg=Hamborn, Dr. Roſendahl, für den Empfang. In
ſeiner Rede wies der Oberbürgermeiſter insbeſondere auf die
Wichtigkeit einer möglichſt engen Ausgeſtaltung der
wirtſchaft=
lichen Beziehungen zwiſehen Deutſchkand und Südſlawien hin.
Die deutſchen Induſtriellen reiſen am Samstag nach Agram
und von dort über Bosnien und Südſerbien nach Belgrad,
wo ſie am 15. Mai eintreffen werden.
In der ſüdſlawiſchen Preſſe hat dieſer Beſuch ſtarke
Be=
achtung gefunden. So begrüßt das „Zagreber Morgenblatt” die
Vertreter der deutſchen Wirtſchaft und drückt die
Ueberzeu=
gung aus, daß ſowohl Südſlawien wie
Deutſch=
land durch neue und enge gegenſeitige
wirt=
ſchaftliche Beziehungen ideell und materiell
nur gewinnen können.”
Der 1. Mai
in Berlin ruhig verlaufen.
* Berlin, 1. Mai. (Priv.=Tel.)
Der 1. Mai iſt in der Reichshauptſtadt bis in die ſpäten
Frei=
tagabendſtunden glimpflich verlaufen, wenn man von dem
fei=
gen Ueberfall in der Nacht zum Freitag abſieht, wo eine
Schupopatrouille von kommuniſtiſchen
Klebe=
kolonnen beſchoſſen wurde und ein Beamter einen
lebensgefährlichen Bruſtſchuß erhielt. Die Täter
ſind entkommen, die Piſtole, aus der der Schuß abgegeben wurde,
iſt gefunden worden. Die angeſetzten Demonſtrationen der
Sozial=
demokraten und Kommuniſten konnten von der Polizei jederzeit
in Schach gehalten werden, ſo daß es nur zu geringen Reibereien
kam. An der Univerſität kam es zu einem
Zuſammen=
ſtoß zwiſchen nationalſozialiſtiſchen und
ſozial=
demokratiſchen Studenten, wobei letztere zum Sturm
auf den Vorgarten anſetzten, doch war die Polizei auch hier
recht=
zeitig zur Stelle und beruhigte die Hitzköpfe. Kurz darauf wurde
auf dem Mittelmaſt der Univerſität eine rote Sowjetfahne
auf=
gezogen, die jedoch von Univerſitätsbeamten entfernt wurde. Die
Täter hatten ſich auch hier aus dem Staube gemacht.
Die groß angekündigten Aufmärſche der Sozialdemokraten
waren eigentlich nur mäßig beſucht. Auch die Kommuniſten, die
ſchon tagelang durch Plakate an Mauern und Zäunen zu
Demon=
ſtrationen aufgefordert hatten, erlebten einen Reinfall. Auch bei
ihnen waren nur verhältnismäßig geringe Teilnehmerzahlen
feſt=
zuſtellen. Auch der Flaggenſchmuck ließ dieſes Jahr ſtark zu
wün=
ſchen übrig. Vereinzelt ſah man in den Arbeitervierteln kleine
rote Fähnchen aus den Fenſtern hängen. — Nach den bisherigen
Meldungen iſt es auch
im Reich
nicht zu nennenswerten Zuſammenſtößen gekommen. In
Königs=
berg wurde die Beſpannung eines Bauernfuhrwerks beim
Vorüberziehen der Muſik wild und raſte in die Zuſchauermenge,
wobei es 6 Schwerverletzte gab. In München kam es zu
Rei=
bereien zwiſchen Sozialdemokraten und
Kommu=
niſten, ſo daß die Polizei eingreifen mußte. Auch im
Ruyr=
revier verlief der Tag im weſentlichen ruhig. Dort
waren auch die Verſammlungen der S.P.D. beſſer beſucht, wenn
auch in vielen Betrieben gearbeitet wurde.
Ruhiger Berlauf des 1. Mai auch in Paris.
Der 1. Mai iſt bis in die ſpäten Nachmittagsſtunden hinein
ſowohl in Paris als auch in der Provinz völlig ruhig verlaufen.
In Paris wickelte ſich der öffentliche Verkehr völlig normal ab.
Die Beamten ſind faſt vollzählig zur Arbeit erſchienen. Zahlreiche
Fabriken haben die Schließung ihrer Werkſtätten für den heutigen
Tag beſchloſſen, teils, weil es ſowieſo an Arbeit mangelt, teils, um
Beſtandsaufnahmen zu machen."
Wie jedes Jahr, ſo traf auch diesmal wieder der Pariſer
Po=
lizeipräfekt Chiappe umfangreiche Vorkehrungsmaßnahmen gegen
etwaige Ruheſtörer oder kommuniſtiſche Manifeſtanten. Die großen
Verkehrszentren der Innenſtadt, insbeſondere die großen
Boule=
vards, die Hauptplätze der bevölkerungsreichen Arbeiterviertel der
Außenſtadt, waren von republikaniſcher Garde und der
Verkehrs=
polizei ſtark beſetzt worden. Die Garniſon von Paris ſtand in
Alarmbereitſchaft. Ein Flugzeug der Polizeipräfektur überflog
ſeit den frühen Morgenſtunden die Hauptſtadt und die
Arbeiter=
vorſtädte und ſtand funkentelegraphiſch mit der Polizeipräfektur in
dauernder Verbindung. Mit Empfangsapparaten und Sendern
ausgerüſtete Kraftwagen durchfuhren die Straßen der Stadt.
Ueberall war es jedoch ruhiger als an einem Sonntag. Viele
Menſchen hatten dieſen erſten ſchönen Tag des Jahres benutzt, um
einen Ausflug in die Umgebung zu machen. Von Anſammlungen
war nichts zu bemerken. Was dem Straßenbild ſein Gepräge
ver=
lieh, waren die unzähligen Perkäuferinnen von Maiglöckchen und
die Anſammlungen der Polizei. Es wurden im Verlaufe des Vor=
und Nachmittags einige Verhaftungen vorgenommen.
Die Maiſeier in Moskau.
Die Maifeierlichkeiten wurden heute durch eine
Truppen=
parade auf dem Roten Platz eingeleitet. Der Volkskommiſſar für
Heer und Marine, Woroſchilow, nahm die Parade ab. Auf die
Parade folgte eine Demonſtration, in deren Verlauf über eine
Million Werktätige auf dem Roten Platz aufmarſchierten. Man
ſah viele Banner mit Loſungen, wie „Durchführung des
Fünf=
jahresplanes in vier Jahren!” „Weiter Stärkung der
Wehr=
fähigkeit des Landes!” uſw. Plakate veranſchaulichten die
Er=
gebniſſe der Durchführung der Produktionsprogramme auf der
Grundlage des ſozialiſtiſchen Wettbewerbes und der
Stoßbriga=
denbewegung. Die Feierlichkeiten erſtrecken ſich über zwei Tage.
„Der Weg zurück”.
Das neue Buch von Erich Marig Remarque.
Frontkameraden, der Heimat wiedergegeben, ſuchen den neuen
Veg ins Leben. Dieſen Untertitel hat Erich Maria Remarque
einem neuen Werk gegeben, das eine Fortſetzung bilden ſoll von
In Weſten nichts Neues”, dem umſtrittenſten Buch und dem
rößten Bucherfolg der letzten Jahrzehnte.
Wer einigermaßen Einblick in die Dinge des Schrifttums
at, wird ſich von vornherein geſagt haben, daß ein zweimaliger
Zucherfolg von auch nur annähernd dem Ausmaß des
Remarque=
hen Kriegsbuches ſo gut wie unmöglich iſt. Man tritt dem
zwei=
en Werk, eines bis dahin unbekannten Dichters, der ſo
unerhör=
en Erfolg hatte, mit einem gewiſſen Mißtrauen entgegen. So
erechtigt dieſes Mißtrauen ſein mag, ſollte es doch nicht dazu
ihren, ein ungerechtes Urteil zu fällen. „Im Weſten nichts
ſeues” iſt viel bekämpft und viel verteidigt worden. Jedenfalls
ſußte das Buch in einer Auflage von 3½ Millionen gedruckt
wer=
en. Man kann annehmen, daß es von der doppelten Anzahl
Nenſchen geleſen wurde.
Sicher. „Der Weg zurück” wird dieſe Auflage nicht annähernd
rreichen. Dieſes Buch erſcheint um 6—8 Jahre zu ſpät. Anders
ſar es mit dem Kriegsbuch, mit einer reinen ſachlich
geſchilder=
en menſchlichen Auffaſſung des Krieges überhaupt. Es bedurfte
iner gewiſſen Zeitdiſtanz, zu einer derartigen Kriegsſchilderung
as Verhältnis zu finden, das notwendig war, dieſes unerhörte
ſeſchehen in einer rein menſchlichen Sachſchilderung verſtehen und
rfaſſen zu können. Ein anderes iſt es mit der Aufgabe, die
Re=
ſarque ſich in ſeinem neuen Buch geſtellt hat. „Der Weg zurück”,
rfaßt einen kleinen Kreis der Kriegskameraden, deren
Kamerad=
haft in furchtbarſten Nöten und erſchütterndem Erleben
ge=
hweiſt wurde und die das Glück (oder das Unglück) hatten, auch
ſe kurzen Jahre nach dem Krieg in einer gewiſſen Gemeinſchaft
uſammen zu bleiben. Und umfaßt die kurze Zeitſpanne, der
Be=
ſmnt der Revolution bis zur großen Inflation= und
Schieber=
errode. Dieſe Periode in dem Erleben des deutſchen Volkes iſt
ſne erheblich andere als die des Krieges. Sie war eine
vorüber=
ehende Krankheit, die wohl in einigem heute noch nachwirkt, die
bex nie das die tiefſten Tiefen aufrüttelnde, erſchütternde und
ſenſchliche Erlebnis des Krieges erreichen wird. Sie iſt heute
eigeſſen. Wir wiſſen alle und empfinden es täglich aufs neue,
aß die wirtſchaftlichen Auswirkungen des Krieges noch lange
ſicht überwunden ſind. Dieſe aber ſind in dem neuen Remarque
keiner Weiſe berührt. Das Erlebnis der kleinen
Kameraden=
emeinſchaft junger Menſchen, die am Kriege zerbrachen, iſt
s in die kleinlichen Dinge, die, ſo ſchwerwiegend ſie in
er Inflation und Schieberzeit empfunden wurden, heute in
Ver=
eſſenheit geraten ſind, oder an die man mit einem gewiſſen
Hu=
os ſich zurückerinnert, geſchildert.
Der großzügige und literariſch künſtleriſche, wie rein
menſch=
lich wertvolle Anſatz, den Remarque nimmt, wenn er zu ſchildern
verſucht, wie meiſt und in erſter Linie die Jungen, die von der
Schulbank in das Getriebe des Landsknechtslebens, in das
Sol=
datenleben desSchützengrabens geworfen wurden; auch ältere
Kame=
raden, die von Weib und Kind und von der ſelbſt bebauten Scholle
in den Krieg mußten, daran ſeeliſch und körperlich zerbrachen, daß ſie
den Weg zurück ins bürgerliche Leben, in ein Leben des
Ein=
fügens in ein eingeordnetes Staatsgetriebe nicht mehr fanden, —
das kann heute nicht mehr ſo aufwühlen und ſo packen, wie es
vielleicht vor 6—7 Jahren der Fall geweſen wäre. So findet
Re=
marque heute wohl nicht mehr den Boden für Hauptinhalt und
Hauptabſicht ſeines Buches, und da er das wohl inſtinktiv fühlt,
verläßt er auch in ſeiner Schickſalsgeſtaltung den Boden, der
ſei=
nem Kriegsbuch den Rieſenerfolg geſichert. Auch wenn man, was
für die Beurteilung des Buches durchaus nicht maßgebend iſt,
weiß, daß der Autor heute zum mindeſten wirtſchaftlich den Weg
ins Leben zurück beſſer gefunden hat, wie irgend einer, muß doch
auch geſagt werden, daß heute alle, mit ganz wenigen Ausnahmen,
gelernt haben und wiſſen, wo ihre Stellung im Leben des Heute
iſt. Sie haben den Weg zurückgefunden.
Remarques Buch aber iſt, weil die genannten Tatſachen gegen ſeine
Berechtigung überhaupt ſprechen, eine Reſignation! Ein reſtloſes
Verzweifeln aller, deren Schickſal er in ſeinem Buch ſchildert. Nur
die, ſo die Wege des Schiebertums beſchritten, bleiben, von der
Verzweiflung frei. Andere ſterben freiwillig oder gewalttätig,
andere werden zu Verbrechern, keiner aber überwindet das
furcht=
bare Erlebnis des Krieges ſo, wie es heute Gott ſei Dank
Millio=
nien von Weltkriegskämpfern möglich wurde. Für alle dieſe
Mil=
lionen wäre das Leben nicht zu leben, wenn nicht ein
Vergeſſen=
können all des Furchtbaren ihnen gegeben wäre.
Es iſt dem Autor in der Hoffnungsloſigkeit der Reſignation,
die durch ſein Buch geht, nicht mehr möglich, ſo erſchütternd zu
ge=
ſtalten, wie in ſeinem Kriegsbuch. Er wird darum oft lyriſch,
findet ſelten zu der gerade in ſeiner kühlen Sachlichkeit ſo ſtarken
Stille zurück. Etwa in der Schilderung noch der allererſten Tage
des Heimkommens, der Fauſtkämpfe gegen Soldatenrat und zu
Kommuniſten gewordenen Matroſen. Die ſtillen Schilderungen im
Verhältnis zur Mutter und in dem der Kameraden untereinander,
von denen einer nach dem anderen abbröckelt, ſind gewiß noch
tief, packend, oft auch von grimmigem Humor. Vielfach aber
müſſen ſchon lyriſche Naturſchilderungen über den Mangel an
Ge=
ſtaltungskraft hinweghelfen. Köſtlich die Schilderung der „
Schü=
ler”, die als Leutnants und Oberleutnants, aber auch als
Mus=
koten nach 3= und 4jährigem Kriegserleben auf die Schulbank
zurückkehren. Aehnlich auch noch andere Teilſchilderungen von
zartem Liebeserleben bis zum Totſchlag und zur
Gerichtsverhand=
lung, in der noch einmal das Lied der Kameradſchaft in einer,
wenn auch derben, ſo doch eigenartigen und erhebenden
Schilde=
rung geſungen wird. Köſtlich und klug auch die Apoſtrophierung
des Schiebertums, überhaupt der Menſchen, für die der Krieg
ſcheinbar nicht da war, auch die der Revolution. Das alles aber
ſind Dinge, die heute überwunden ſind und die im höchſten Falle
hiſtoriſch ſind. — Ganz zum Schluß, in den letzten drei Seiten
erſt, läßt Remarque einen Hoffnungsſchimmer aufgehen. Die
Schatten, die zwiſchen den Bäumen fließen, erregen nicht mehr die
Furcht der Vergangenheit. Die Gedanken können zurückwandern
in Unterſtände und Trichter und bringen keine Angſt und kein
Entſetzen mehr mit, ſondern Kraft und Willen. Aus der
Erkennt=
nis, daß ein Teil ſeines Daſeins im Dienſte der Zerſtörung
ge=
ſtanden, dem Haß der Feindſchaft, dem Toten gehörte, erwächſt
ihm das Bewußtſein, das Leben iſt ihm geblieben. Das iſt
bei=
nahe eine Aufgabe und ein Weg. Es gibt keinen anderen. Der
Weg wird ſein ein Weg der Arbeit. Man wird allein ſein,
viel=
leicht auch manchmal für eine Strecke jemand finden. Nie aber
wird man ganz unglücklich ſein, denn etwas wird immer da ſein,
das Halt gibt, wären es auch nur die Hände, oder ein Baum, oder
die atmende Erde.
Max Streeſe.
Profeſſor Dr. phil. N. 2. Karl Berger.
Der bekannte Schillerbiograph und Forſcher, ſeit langen
Jahren literariſcher, beſonders literar=hiſtoriſcher Mitarbeiter
des „Darmſtädter Tagblatt” iſt zu ſeinem 70. Geburtstag, am
27. April, ungewöhnlich geehrt und gefeiert worden. Unter den
annähernd 200 Briefen und Telegrammen, die ihm aus allen
Teilen des Reiches zugingen, befand ſich auch ein Telegramm
aus Darmſtadt, folgenden Wortlautes:
„Den ausgezeichneten Forſcher und Gelehrten beglückwünſcht
die heſſiſche Landeshauptſtadt in ſtolzer Erinnerung an ſein
hieſiges Wirken herzlichſt zum 70. Geburtstag.
Oberbürgermeiſter Mueller.”
Gerade dieſe und ähnliche Kundgebungen freundlichen
Gedenkens, teilt uns der Gefeierte mit, aus der alten,
nie zu vergeſſenden, ewig geliebten Heimat, haben ihn
beſon=
ders überraſchend beglückt. — In Zeitungen aller
Parteirich=
tungen aus ganz Deutſchland iſt in größeren und kleineren
Artikeln Karl Bergers, als des berühmten Schiller=Biographen,
gedacht worden.
Von deuiſchlands Hohen Schulen.
Breslau: Den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrſtuhl für
Tierzucht an der Univerſität Jena hat Prof. Dr. Robert
Gart=
ner angenommen. Er begann ſeine Lehrtätigkeit am 15. April
1931.
Fürth. i. B.: Der Stadtrat hat beſchloſſen, als Chefarzt der
Abteilung für innere Krankheiten des neuen Krankenhauſes den
Univerſitätsprofeſſor Dr. Weigeldt, Leipzig, erſten Oberarz4
an der Univerſitätsklinik, zu Herufen.
Seite 4
Samstag, den 2. Mai 1931
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Nummer 121
Samstag, den 2. Mai 1931
Aus der Landeshaupkftadk.
Darmſtadt, den 2. Mai 1931.
Staakspräſidenk Adelung an Staaksraf Block.
Staatspräſident Dr. Adelung hat an den am 1. Mai in den
Ruheſtand tretenden Staatsrat Block folgendes Schreiben
ge=
richtet:
Sehr geehrter Herr Staatsrat!
Nach Ihrer zum 1. Januar d. J. auf Grund des
Altersgrenzen=
geſetzes erfolgten Ruheſtandsverſetzung ſcheiden Sie nunmehr zum
1. Mai endgültig aus dem heſſiſchen Staatsdienſte aus. Mehr als
42 Jahre haben Sie der Schule gedient, davon nahezu 24 Jahre
in dem bedeutungs= und verantwortungsvollen Amte eines
Refe=
renten für Schulangelegenheiten im Miniſterium.
In den für unſer Volk ſo wechſelvollen Abſchnitten dieſer Zeit
haben Sie führend und formgebend das heſſiſche Schulweſen zu
einer in ganz Deutſchland anerkannten Höhe entfalten helfen,
haben nach den Stürmen des Krieges mit kluger Beſonnenheit an
den Grundlagen der neuen Schule mitgearbeitet, haben in der
ſchweren Not der Gegenwart, durchdrungen von der Bedeutung
der Schule für unſer Kultur= und Wirtſchaftsleben, mit zäher
Be=
harrlichkeit um Beſtand und Höhe des heſſiſchen Schulweſens
ge=
rungen, ſind immer der verſtehende und warmherzige, von hohem
Berufsethos erfüllte Freund und Führer der Lehrerſchaft geweſen.
Inſonderheit iſt der Aufbau der Mädchenſchulen und deren
Ge=
ſtaltung im Rahmen des höheren Schulweſens Ihr Werk.
Neben Ihrer vorbildlichen Tätigkeit für die heſſiſche Schule
und ihre Lehrer haben Sie in hervorragendem Maße Einfluß auf
geſamtdeutſche Schul= und Bildungsfragen genommen und damit
auch der heſſiſchen Schule gedient. Ihre beſonders betreuende
Für=
ſorge aber hat dem Deutſchtum im Ausland und dem deutſchen
Auslandsſchulweſen mit ſeinen Lehrern gegolten, denen Sie in
frühzeitigem Erkennen der Kultur und Wirtſchaftsbedeutung einer
deutſchen Kulturpropaganda der Deutſchen in aller Welt
unbeirr=
bar Bahnbereiter geworden ſind. Auch auf dieſem Gebiete haben
Sie unſchätzbare Pionierarbeit geleiſtet.
Ihnen, ſehr geehrter Herr Staatsrat, heute bei Ihrem
Schei=
den aus dem Amte für dieſe langjährige treue, onfervolle und
er=
folgreiche Arbeit als Sachverwalter des heſſiſchen Schulweſens und
im Dienſte des ganzen deutſchen Volkes Anerkennung und
herz=
lichen Dank zu ſagen, iſt mir tiefempfundenes, aufrichtiges
Be=
dürfnis. „Mit beſonderer Freude und mit Dank erfüllt mich dabei
die Tatſache, daß Sie ſich bereit gefunden haben, die Fragen des
Auslandsſchulweſens und der Auslandslehrer auch weiterhin zu
bearbeiten, und daß ſo Ihre tätige Verbundenheit mit dem
Mini=
ſterium für Kultus und Bildungsweſen auch für die Folge
erhal=
ten bleibt.
Für den wohlverdienten Ruheſtand hoffe und wünſche ich, daß
Sie ſich noch viele Jahre der bisherigen körperlichen Rüſtigkeit und
der gewohnten geiſtigen Friſche erfreuen mögen.
Mit der Verſicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung
bin ich Ihr ſehr ergebener
gez. Adelung.
— Hohes Alter. Am Sonntag, dem 3. Mai, begeht Frau
Ka=
roline Ewald Witwe, Pankratiusſtraße 53, die alte beliebte
Re=
ſtaurationsköchin, ihren 85. Geburtstag in ſeltener körperlicher
und geiſtiger Friſche.
Ausflug=Sonderzug nach Baden=Baden. Der von der
Reichs=
bahndirektion Mainz für Sonntag, den 3. Mai, in Ausſicht
ge=
nommene Ausflugſonderzug nach Baden=Baden, bei dem den
Teil=
nehmern eine Fahrpreisermäßigung von 40 vom Hundert gewährt
wird, wird beſtimmt verkehren.
— Drittes Volkskonzert im Landestheater. Der Brahms=
Zyklus der diesjährigen Volkskonzerte wird Montag, den 4. Mai,
mit der dritten und vierten Sinfonie von Brahms zum Abſchluß
gebracht. Das ſtarke Publikumsintereſſe, das die bisherigen
Brahms=Abende finden konnten, ſollte auch den beiden ſeltener
geſpielten Sinfonien von Brahms zahlreiche neue Freunde
ge=
winnen.
Heſſiſches Landestheater.
Seite 5
Ausländiſcher Journaliſtenbeſuch in Darmſtadt.
Auf Veranlaſſung der Reichsbahnzentrale unternimmt
zur=
zeit eine Gruppe ausländiſcher Journaliſten vornehmlich aus
Holland und Norwegen und Dänemark, eine Reiſe durch
Deutſch=
land, die, ſoweit Heſſen in Frage kommt, unter Leitung des
Heſſi=
ſchen Verkehrsverbandes in Gemeinſchaft mit den Städten
Darm=
ſtadt, Worms und Mainz ſteht. Unter den ausländiſchen Gäſten
befinden ſich u. a. Karl A. Mayer, Korreſpondent von „Laatſte
Nieuws”, Brüſſel, und anderer belgiſcher Zeitungen und Berliner
Berichterſtatter von Nieuwe Rotterdamſche Courant”, Rotterdam,
Schriftführer des Vereins der ausländiſchen Preſſe in Berlin,
Frau Elna Steinthal, Korreſpondentin von „Politiken”,
Kopenhagen, Gunnar Th. Pihl, Korreſpondent von „Sydſvenska
Dagbladet”, Stockholm, Mr. A. E Buttle, Korreſpondent von
„Exchange Telegraph”, London, und „Iriſh Times”, Dublin, Mrs.
(Frau) Lilian T. Mowrer, Korreſpondentin von „Town an
Country”. New York, und „The Referee” London, Mr. Hector
Bolitho, Mitarbeiter großer Zeitſchriften in England,
Auſtra=
lien und Südafrika, A Mineur, Redakteur von „Magsbode‟
Rotterdam, A. van Leeuwen, Redakteur von „Telegraaf”,
Amſterdam
Reiſeführer iſt Dr. Erich Marcus, der Leiter der
Preſſe=
ſtelle der Reichsbahnzentrale für den deutſchen Reiſeverkehr.
Die ausländiſchen Gäſte trafen am Donnerstag, 12 Uhr
mit=
tags, im Bahnhof ein und wurden von dem Vorſitzenden des
Ver=
kehrsverbandes, Theodor Stemmer ſen., und Herrn Hanns
Fiſcher vom ſtädtiſchen Preſſeamt empfangen. Für den
eigent=
lichen Beſuchstag, den geſtrigen Freitag, war ein auf die Minute
eingeſtelltes, im amerikaniſchen Tempo gehaltenes Programm
feſtgelegt worden, um den Gäſten wenigſtens das Bedeutendſte von
Darmſtadt und nach Möglichkeit die ſchöne Bergſtraße zu zeigen.
Um 9.15 Uhr wurden die ausländiſchen Journaliſten vom Herrn
Staatspräſidenten Dr. Adelung empfangen und kurz darauf
von Herrn Hofrat Dr. Alexander Koch in ſeinem „Heim eines
Kunſtfreundes‟. Nach nur 20 Minuten Aufenthalt war Empfang
im Stadion und nach Beſichtigung desſelben auf dem Flugplatz.
Hier wurde den Gäſten, was ſie durchweg höchſt intereſſierte, ein
Segel=Schleppflug gezeigt, der, von der Akademiſchen
Flieger=
gruppe vorgeführt, ausgezeichnet gelang. Im Anſchluß daran
be=
ſichtigten die Journaliſten noch das Schloßmuſeum, woſelbſt Graf
Hardenberg die Führung übernommen hatte und fuhren
dann mit einem großen Poſtautobus ins Oberwaldhaus, wo
ge=
meinſames Mittageſſen eingenommen wurde.
Hier nahm Oberbürgermeiſter Mueller Gelegenheit, den
fremden Gäſten, durchweg Vertreter bedeutender Preſſeorgane,
herzlichſten Willkommensgruß im Namen der Stadt Darmſtadt zu
entbieten. Sie haben recht daran getan, ſagte der Herr
Ober=
bürgermeiſter u. a., daß Sie zu uns nach Darmſtadt kamen.
Un=
ſere Landeshauptſtadt hatte und hat immer der Welt etwas zu
ſagen. Wenn ich Ihnen nur einige Namen von großen Geiſtern,
die aus Darmſtadt ſtammen und Wiſſenſchaft. Technik und
Dicht=
kunſt in die Welt trugen, nenne, ſo werden Sie darin einen
Be=
weis für meine Behauptung ſicherlich finden. Ich erinnere nur
an die berühmten Chemiker Juſtus von Liebig und Auguſt
Ke=
kulé, den bedeutenden Eſſayiſten und Kritiker Lichtenberg, den
Dramatiker Geora Büchner, aus neuerer Zeit den großen
Bau=
meiſter. Alfred Meſſel, den Ehrenbürger der Reichshauptſtadt
Stadtbaumeiſter Hoffmann, aus dem Gebiete der Literatur und
Dichtkunſt Karl Wolfskehl. Profeſſor Gundolf, Kaſimir Edſchmid
uſw., die ſämtlich in Darmſtadt geboren ſind. Ich erinnere an
Graf Keyſerling, der, wenn auch nicht in Darmſtadt geboren, ſo
doch die Stadt zu ſeiner zweiten Heimat erkor, und der über
Darm=
ſtadt das eigenartige Urteil fällte: „Darmſtadt hat eine
Seele, Darmſtadt iſt eine der ganz wenigen
Städte, die den Willen zum Riſiko hat”. Wir können
auf alle dieſe Männer mit Recht ſtolz ſein. Darmſtadt hat nicht
den Ehrgeiz, Großſtadt zu werden, und ich glaube, es tut recht
daran. Es muß auch Städte in Deutſchland geben, die nicht den
Ehrgeiz haben, ſich unter allen Umſtänden breit auszudehnen.
Darmſtadt hat auch nicht den Ehrgeiz. Dinge zu pflegen, die
an=
dere Städte auch oder noch beſſer haben. Darmſtadt konzentriert
ſich darauf, das zu pflegen, was ſeiner Eigenart entſpricht, worin
es Tradition hat, und weil wir ein eigenes Stilgefühl haben.
Dieſe Dinge liegen auf kulturellem Gebiet, auf dem unſeres
Thea=
ters, das ſich des beſten Rufes in Deutſchland erfreut, und das u. a.
von Profeſſor Keſtenberg zu den allererſten Bühnen Deutſchlands
gezählt wird, auf dem Gebiete der bildenden Kunſt. der
verfeiner=
ten Wohnkultur, die einſt von Darmſtadt ihren Ausgang nahm.
Wir pflegen endlich auch das weitverzweigte Gebiet des Sports.
Wir ſind beſonders ſtolz auf das, was Ihnen heute gezeigt wurde,
denn Darmſtadt iſt die Geburtsſtätte des Segelflugs. Unſere
Techniſche Hochſchule genießt hervorragenden Ruf, was aber
be=
ſondere Freude bereitet, iſt die Schönheit, die die wundervolle
Natur uns verleiht. Wir ſind glücklich darüber, daß heute mit
dem 1. Mai auch der erſte ſchöne Sonnentag gekommen iſt, ſo daß
wir Ihnen Darmſtadts Umgebung und die Bergſtraße in ihrer
ganzen prangenden Schönheit zeigen können. Im Namen der Stadt
gebe ich dem Wunſche und der Hoffnung Ausdruck, daß Sie ſich in
Darmſtadt und Heſſen wohlfühlen und freundliche Erinnerungen
mit nach Hauſe nehmen mögen.
Herr Theodor Stemmer ſen, ſprach der Reichszentrale für
deutſchen Reiſeverkehr den herzlichſten Dank des
Verkehrsverban=
des dafür aus, daß ſie die Journaliſtenbeſuchsfahrt auch nach
Heſſen geleitet hat. Sein beſonderer Dank galt dem Reiſeführer
Dr. Marcus, der ſchon oft bewies, daß er für den Heſſiſchen
Verkehrsverband etwas übrig hat. In begeiſterten Worten
ſchil=
derte er dann die Schönheiten Darmſtadts und ſeiner Umgebung,
dankte auch Herrn Hanns Fiſcher für ſeine Mitarbeit bei der
Durchführung und richtete das Erſuchen an die Gäſte, wenn ſie
die Eindrücke über Deutſchland demnächſt in ihren Zeitungen
ſchil=
dern, Darmſtadt und die Bergſtraße — unſer Sonnenkind — nicht
zu vergeſſen. Mit herzlichen Worten des Dankes an Grafen
Hardenberg und die Akademiſche Fliegergruppe
ſchloß Redner.
Redakteur Max Streeſe begrüßte die Kollegen im Namen
und Auftrag des Landesverbandes Heſſen des Reichsverbandes
der Deutſchen Preſſe und bat u. a., da es ſich um eine
Studien=
reiſe handelt, über das Studium der äußeren Schönheiten
Deutſch=
lands nicht das der ernſten Lage und des ſchweren Exiſtenzkampfes
des deutſchen Volkes zu vergeſſen.
Im Namen der Gäſte, ſprach Redakteur Karl A Mayer
(Brüſſel und Rotterdam) den herzlichſten Dank der Teilnehmer,
auch für die freundlichen Worte der Begrüßung, aus. Es gehe
den Reiſenden in Deutſchland ſo, daß ſie überall, wo ſie
hinkom=
men, glauben, nunmehr das Schönſte erlebt zu haben, immer aber
wird jeder neue Beſuch zu einem neuen ſchönen Erlehnis. Das
war in Hamburg, Düſſeldorf im Harz, Thüringen, in Bayern ſo,
und das iſt beſonders der Fall in Heſſen, das die Teilnehmer ſicher
in beſtem Andenken behalten werden.
Der Herr Staatspräſident und der Herr Miniſter des Innern
ließen durch Herrn Stemmer ihre Abweſenheit entſchuldigen —
Nach einem kurzen Rundgang um den Oberwaldhausteich fuhren
die Reiſeteilnehmer in von Mitgliedern des
Starken=
burger Automobil=Cluhs freundlichſt zur Verfügung
geſtellten Wagen bei herrlichſtem Wetter durch den Odenwald nach
Lindenfels, von wo aus um 6 Uhr die Abfahrt über Bensheim
nach Jugenheim erfolgte. In Jugenheim blieb die Reiſegeſellſchaft
über Nacht. — Heute Samstag geht die Fahrt nach Worms, Lorſch,
Oppenheim und Mainz.
Samstag
2. Mai 9.30. Ende gegen 22.30 Uh
Uraufführung Valerio
Heitere Oper.
B21 Preiſe 1.20—12 Mk.
20—22.30 Uhr
Der Datterich
Preiſe 0.50—2,50 Mk.
Sonntag,
3. Mai 14.30—16.45 Uhr
Im weißen Nöß!
Geſchloſſene Vorſtellung
20—22.30 Uhr
C22 Turandot
Preiſe 1—10 Mk
19.30—22 15 Uhr
Der Graue.
Außer Miete
Preiſe 1—4 Mk.
Montag,
4. Mai 20—21 4) Uhr
3. Volkskonzert:
Brahms=Zhklus
Außer Miete
Preiſe 0 80—2.00 Mk. Keine Vorſtellung Dienstag
5. Mai 19,30. Ende gegen 22.30 Uhr
Valerio
E24
Preiſe 1—10 Mk. 19.30, Ende gegen 22 Uhr
In neuer Einſtudierung:
Die Wildente
Zuſatzmiete 1,10
Preiſe 1.20—6 Mk Mittwoch,
6 Mai 20— 22 Uhr
Der Tartuffe
B 22, T. G. 1u 2
Preiſe 0 80 bis 8 Mk. Ab Mittwoch:
Ufa=Bildſpiele
Vorunterſuchung Donnerstag,
7. Mai 19.,30, Ende gegett 22 Uhr
Turandot
K16, Bülnenvolksbund
1, Gr. 7 u. 8
Preiſe 1—10 Mk Freitag,
8. Mai 19.30 Ende gegen. 28 Uhr
Der Hauptmann von Köpenich
D 23
Preiſe 1—10 Mk Samstag
9. Mai 19.30, Ende gegen 23 Uhr
Biktoria und ihr Huſar
Vorſtellung u halb. Preiſen
Außer Miete
Preiſe /50—5 Mk Sonntag,
10 Mai 19. Ende gegen 22.30
Der Kauptmann von Köpenick
Daumſt. Volksb. Gr. II1 u, 19
G 16 Preiſe 1—10 Mk
— Heſſiſches Landestheater. Heute Samstag findet im
Gro=
ßen Haus die Uraufführung der heiteren Oper „Valerio” von Darmſtadt, veranſtaltet heute, Samstag, 8,30 Uhr, im „Konkordia=
Hans Simon (Text nach Motiven aus Georg Büchners „Leonce ſaale‟, Waldſtraße, einen Feſtabend, der von der erfolgreichen
v. Stoſch (Lena), Walter (Roſetta), Baumeiſter (König), Biſchoff Lehrlinge, ſind herzlichſt eingeladen. (Siehe Anzeige.)
(Hofrat), Jacobs (Gouvernante), Vogt (Schullehrer), Ney (
Bür=
germeiſter), Kuhn (Amtmann) und Scherkamp (Lakai) beſetzt. Die
erſte Wiederholung der Oper findet Dienstag, den 5. Mai, ſtatt.
Darmſtadt wie auch in verſchiedenen anderen Städten einen der
nachhaltigſten Erfolge der Spielzeit erzielen konnte, wird morgen
in Szene gehen. Die Titelrolle wird erſtmalig von Curt Max / Wolf, Stuttgart, dem Verfaſſer von „Cyankali”. Dargeſtellt von
Richter dargeſtellt. — Die Heſſiſche Spielgemeinſchaft dem Schauſpieler=Kollektiv „Truppe im Weſten”. In ſeinem
bringt heute Samstag im Kleinen Haus außer Miete bei kleinen letzten großen Werk, in den „Matroſen von Cattaro”,
Preiſen Niebergalls Lokalpoſſe „Der Datterich” mit den be= greift Dr. Wolf in die jüngſte hiſtoriſche Vergangenheit. Er
ge=
kannten Kräften in der Inſzenierung von Eduard Göbel zur Auf= ſtaltet die Meuterei in der öſterreichiſchen Marine im Frühjahr
führung.
Ratskeller-Gaststätte Marktplatz
Mittagessen v. Mk. 1.30 an. Warme Küche bis nach dem
Theater. Zivile Preise. Ia Ausschankweine, ff Spezialbiere. (6879
ſteller umfaſſendes Schauſpieler=Kollektiv, gibt im Orpheum vom Tendenzen ſtehen. Die meiſten waren nur der Schinderei müde,
Samstag, dem 2. Mai. bis Mittwoch, dem 6. Mai, ein Gaſtſpiel. möchten nun am liebſten heimkehren, ſehen mit der Beſeitigung
Friedrich Wolf. Die Mitglieder der Volksbühne zahlen an, der gelangt an. Dieſen gegenüber ſteht eine wirklich revolutionäre
Abendkaſſe gegen Vorzeigen ihrer Mitgliedskarte auf allen Plätzen Minderheit, die ſofort die Verbindung mit der Arbeiterſchaft an
gelaſſen.
— Der Bund der Kaufmannsjugend im D.H.V., Ortsgruppe
und Lena” von Theodor Ginſter) unter muſikaliſcher Leitung von Arbeit im Bd.K. während des vergangenen Jahres Zeugnis ab=
Dr. Karl Böhm ſtatt. Inſzenierung: Renato Mordo. Bühnen= legen wird. Die reichhaltige und abwechſlungsreiche Feſtfolge
ver=
bild: Lothar Schenck von Trapp. Die Titelpartie ſingt Carl Stra= ſpricht allen Beſuchern einen genußreichen Abend. Alle D.H.V.. Die übrigen Hauptrollen ſind mit: Schocke (Leonce) Kollegen, beſonders aber die Eltern unſerer Junggehilfen, und
Kunſinokizen.
— Friedrich Forſters Schülertragödie „Der Graue”, die in Ueber Werſe, Künfier oder künſiſerſche Veranſſaltungen, deren im Rachſtehenden Crwähnung
geſchieht, behält ſich die Redaltion ihr Urteil vor.
— Orpheum. Heute Samstag, 8.15 Uhr, Erſtaufführung
Sonntag im Kleinen Haus außer Miete bei verbilligten Preiſen / Die Matroſen von Cattaro” in 6 Bildern von Dr. Fr.
4918 auf Grund eines dokumentariſchen Berichts von Dr. Bruno
Frei und nach perſönlichen Erzählungen eines Artillerieoffiziers,
der am Lovzen und vor Cattaro ſtand. Ueber den Inhalt ſei kurz
folgendes geſagt: „Die Mannſchaften der in der Bucht von
Cat=
taro liegenden öſterreichiſchen Marine ergreifen, durch die
unwür=
digen Methoden der Offiziere und der Admiralität empört und
in Solidarität zum Kampf der Wiener Arbeiterſchaft um
Durch=
ſetzung der Friedensforderungen der Gewerkſchaften, die Gewalt.
Es zeigt ſich bald, daß hinter dieſer ſcheinbar gleichmäßigen revo=
— Volksbühne. Die „Truppe im Weſten” ein etwa 20. Dar= lutionären Bereitſchaft aller die verſchiedenſten Auffaſſungen und
Aufgeführt wird das Schauſpiel „Die Matroſen von Cattaro” von der alten Dienſtordnung die „Revolution” als an ihrem Ziel
an=
die Hälfte. Auf eine Mitgliedskarte werden zwei Perſonen zu= Land aufnehmen und die Revolution zur gänzlichen Beſeitigung
der alten Mächte weitertreiben will. Wolf demonſtriert, daß die
verfrühte Proklamation der Demokratie der revolutionären
Mann=
ſchaft die Macht wieder aus den Händen windet. Die Maſſen,
Safé MARFINI • Bar
ohne zielbewußte Führung, brökeln ab, die alten Befehlshaber ge=
Das vornehme Famlllen-Abend-Lokal brauchen die ihnen zuſtehenden demokratiſchen Freiheiten — Nie=
Streng reelle Bedienung. (6929) Mäßlge Prelse derſchlagung der ſo verſprechend einſetzenden Bewegung,
Erſchie=
ßung ihrer Führer iſt das Ende.” Auf die künſtleriſche Vollendung
dieſes Stückes, auf den Aufbau von letzter Klarheit, auf die zwin=
— Volkshochſchule. Wir machen nochmals aufmerkſam, daß gende Handlungsſteigerung, auf die ſo gar nicht in billig=
tenden=
am Sonntag, dem 3. Mai, die nächſte Wanderung zur Be= ziöſer Weiſe verzeichnende Geſtaltung der einzelnen Typen und
obachtung der Vogelſtimmen ſtattfindet. Wir fahren Menſchen (jeder für eine ganze ſoziale Charaktergruppe ſtehend!)
mit der elektriſchen Bahn 7.15 Uhr morgens ab Schloß nach dem ſei hier nicht eingegangen. Allein der Bericht über Sinn und
Wollen des Wolfſchen Stückes wird unſer Publikum erkennen
Waldfriedhof. Serienkarten haben Gültigkeit.
laſſen, welch ein weſentlicher Abend es hier erwartet. — Karten=
— Im Schloßmuſeum ſind am Sonntag vormittag um 11 und verkauf zu Preiſen von 1 bis 3 Mark im Verkehrsbüro. Hugo
11.30 Uhr und an den Wochentagen um 11 und 11,30 Uhr vor= de Waal und telephoniſch unter 389 Mitglieder der Volksbühne,
mittags ſowie um 3 und 3,30 Uhr nachmittags Führungen. Die der Volkshochſchule und des Beamtenbundes erhalten gegen Vor=
Madonna des Bürgersmeiſters Meyer von H. Holbein d. Jg. kann lage ihrer Ausweispapiere etwa 50 Prozent Ermäßigung auf obige
Preiſe, jedoch nur an der Abendkaſſe.
ſtets geſondert von den Führungen beſichtigt werden.
ENERAL
Eine geheimnisvolle Zigarette
Die Zisaretten der itslienischen Tabakresie bergen ein Geheinnis in sich.
Kenner sagen: „Endlich eine Zigarette, die stets aufs Neue anrest!“
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25
VERTRETERT FWIESEL,MANNHEIMu.3
Seite 6
Samstag, den 2. Mai 1931
Nummer 121
Abſchluß der evangeliſchen Kirchentagung.
Reform des Kitchengeſeßes. — Neue Beſtimmungen über kirchliche Taufe, Trauung und Beſtakkung.
Das Rirchengeſetz zur Erhallung und Pflege der kirchlichen Ordnung einſtimmig angenommen.
Berechkigke Forderungen
der evangeliſchen Kirche.
Mit dem Gebet des Oberpfarrers Lenz wurde die geſtrige
Sitzung des Landeskirchentags um 9.15 Uhr eröffnet. Man fuhr
in der Einzelberatung über das neue Kirchengeſetz
betref=
fend die Erhaltung der kirchlichen Ordnung und Sitte fort. Es ſei
hier auf die in der vorgeſtrigen Nachmittagsſitzung ſtattgehabte
Diskuſſion über 8 3 Abſ. 3 über die Vornahme der kirchlichen
Trauungen zwiſchen einem Angehörigen der evangeliſchen Kirche
und Perſonen, die einer nichtchriſtlichen oder keiner
Religionsge=
meinſchaft angehören, eingegangen.
Von der Gruppe 2 und 3 ſind folgende Gegenanträge
einge=
gangen: 1. Die Trauung iſt zu verſagen bei Ehen zwiſchen
Ange=
hörigen der evangeliſchen Kirche und Perſonen, die einer
nicht=
chriſtlichen oder keiner Religionsgemeinſchaft angehören, es ſei
denn, daß dem evangeliſchen Teil zugeſichert wird, daß die Kinder
evangeliſch getauft und erzogen werden und der nichtchriſtliche Teil
dem chriſtlichen Ehegatten zuſagt, ihm keine Hinderniſſe für ſeine
kirchliche Betätigung in den Weg legen zu wollen. Fälle anderer
Art kann das Landeskirchenamt nach Anhörung des zuſtändigen
Pfarramts. Kirchenvorſtands und Dekanats auf Antrag des
zu=
ſtändigen Superintendenten geſtatten. 2. Für den Fall, daß obiger
Antrag abgelehnt wird: Die Trauung kann gewährt werden bei
Ehen zwiſchen Angehörigen der evangeliſchen Kirche und ſolchen,
die einer nichtchriſtlichen oder keiner Religionsgemeinſchaft
ange=
hören, wenn dem evangeliſchen Teil zugeſichert iſt uſw. — Es
ent=
ſpinnt ſich eine lebhafte Ausſprache.
Oberkirchenrat D. Wagner als Referent der
Kirchenregie=
rung führte aus: Die Kirchenregierung empfiehlt die Annahme
der vorliegenden Faſſung, denn ſie ſei das Ergebnis langer
Be=
ratungen und unter Berückſichtigung der Gepflogenheiten in
an=
deren Landeskirchen, auch im Sinne des deutſchen evangeliſchen
Kirchenausſchuſſes und des Kirchenbundesrats abgefaßt. Die
Heſ=
ſiſche Landeskirche würde völlig allein ſtehen, wenn ſie den
Gegen=
anträgen ſtattgeben würde. Die Kirchenregierung ſei ſogar ſchon
weiter gegangen als die meiſten Landeskirchen, indem ſie
Aus=
nahmen zugelaſſen hat. Es beſtehe ein weſentlicher Unterſchied
zwiſchen dem Kannantrag der Gegenſeite und der Vorlage. Im
erſteren ſei die Entſcheidung in die Hand des Pfarrers in letzterer
in die des Landeskirchenamts gelegt. Würde der Gegenantrag
durchgehen, ſo ergäbe ſich eine Not für die Pfarrer und eine
Zwie=
ſpältigkeit in der Ausführung, die dem Anſehen der Landeskirche
ſchaden würde. Durch eine ſtrengere Handhabung würden viele
veranlaßt, in der Kirche zu bleiben.
Abg. Prof. D. Cordier=Gießen erklärt, die Gruppen 2 und
3 wollten ſich keinesfalls ein Ueberſtimmen der Gewiſſen einer
an=
deren Gruppe zu Schulden kommen laſſen. Es könne ſich nicht
da=
rum handeln, daß irgend etwas an dem chriſtlichen Eheideal
abge=
ſchnitten werden ſoll. Aber es müſſe ſich darum handeln, daß
durch eine liebevolle chriſtliche Ausübung des Dienſtes die Türen
zur Kirche offenbleiben. Deshalb könne der Blick auf die anderen
Landeskirchen nicht ausſchlaggebend ſein. Die Stellung des
Prole=
tariates zur Kirche ſei in Heſſen freundlicher als anderswo. Das
lege die Verpflichtung auf. hier einen erſten Schritt zu tun. Abg.
Bürſtlein=Offenbach möchte die Trauung zwiſchen Chriſten und
Ausgetretenen nicht unter Ausnahmen rechnen, weil ſie nicht
Aus=
nahmen, ſondern Regeln ſein werden. Dieſe Miſchehen wollten
den Pfarrer nicht als Schmuckperſon haben. Die meiſten wollten
eine Trauung in der Stille aus innerem Bedürfnis. Hingebende
Liebe werde hier nicht umſonſt gegeben. Erſt von der Trauung an
könne der Pfarrer in die Familie hineinkommen. Man nehme die
Möglichkeit, die Leute zu erreichen, wenn man verbiete, ſie zu
trauen. Selten ließen Ausgetretene, ihre Kinder aus dem
Reli=
gionsunterricht abmelden. Um dieſer Kinder willen bitten wir
um Entgegenkommen. Abg. D. Waitz führte aus: Wir wollen
die Trauung nicht einem Verächter der Chriſten und des
Chriſten=
tums gewähren. Wir denken nur an ſolche, die dem evangeliſchen
Teil zuſichern, daß ſie ihn nicht hindern wollen an der Betätigung
kirchlicher Geſinnung, ſondern bereit ſind, die Kinder evangeliſch
taufen und erziehen zu laſſen. Das Grundlegende in einer
chriſt=
lichen Ehe iſt die Geſinnung der Eheleute. Alle Pfarrer haben
ſchon Trauungen vollzogen bei ſolchen, von denen ſie wußten, daß
ſie dem chriſtlichen Eheideal nicht im entfernteſten nachkommen.
Wir bitten um Zuſtimmung für den Vermittelungsvorſchlag, um
ein Geſetz zu ermöglichen, das zwar nicht allen Wünſchen entſpricht,
das aber einen Fortſchritt in der kirchlichen Entwickelung bedeutet.
Abg. Lenz=Gießen unterſtrich: Als vor Jahren die Anregung zu
dem Geſetz gegeben wurde, war das Verlangen ausſchlaggebend,
in den Mannigfaltigkeiten des kirchlichen Lebens eine Norm zu
haben. Es komme nicht darauf an, daß der Einzelne nach ſeinem
Gewiſſen handele, ſondern daß wir uns deſſen bewußt ſind, daß
wir Kirche ſind und mehr und mehr werden wollen. Wenn der
einzelne Pfarrer entſcheide, gebe das einen Zwieſpalt, einen
An=
ſchauungsunterricht von Schwächen und Zerſplitterungen der
Kirche. Hier müſſe etwas Gemeinſames geſchaffen werden. Darum
ſei ein Geſetz notwendig, das jedem zeige, woran er ſich zu halten
habe. Sollte die Mehrheit gegen die Regierungsvorlage ſtimmen,
ſo wäre die Gruppe 1 gezwungen, das ganze Geſetz fallen zu
laſſen. — Abg. Dr. Walger=Gießen erklärte die
Regierungs=
vorlage für das Aeußerſte, was zugegeben werden könne. — Abg.
Prof. D. Cordier bringt einen zweiten Eventualantrag, der
die Trauung nur denen gewähren will, die einer chriſtlichen Reli=
aic ſief eaufchen Nerne. deDilck enfef di Faf fif
die Entſcheidung nicht in die Hand der Behörde ſtellen, ſondern
in die Hand des Pfarrers, der die Sachlage beſſer beurteilen
kann. — Abg. D. Fritſch=Ruppertsburg bittet um Annahme
der Regierungsvorlage. — Abg. Lenz=Gießen weiſt darauf hin,
daß von der chriſtlichen Ehe etwas anderes geſagt werden muß als
von einer außerchriſtlichen, die freilich auch als Ehe anzuerkennen
ſei. — Abg. Bürſtlein: Die Ausgetretenen ſeien nicht äuf eine
Linie mit den Heiden zu ſtellen, denn ſie ſeien immer noch
Chri=
ſten, weil ſie durch evangeliſche Kirchen und evangeliſchen
Unter=
richt hindurchgegangen ſind. — Oberkirchenrat D. Wagner führt
aus: Von Pfarrern verſchiedener Richtung ſind unbedingt klare
Richtlinien verlangt worden. Man kann der Zentralbehörde
zu=
trauen, daß ſie bei ihren Entſcheidungen die Berichte der Pfarrer
ſorgſam erwägen wird. Ein tatſächlicher Unterſchied in der Be=
handlung wird nicht ſtattfinden, ob die Vorlage oder die
Gegen=
anträge durchgehen; denn die vorgetragenen Fälle ſind
Ausnahme=
fälle. Die Vorlage bedeutet ſchon einen Schritt weiter, denn nach
dem gegenwärtig geltenden Geſetz ſind Trauungen zwiſchen
Chri=
ſten und Nichtchriſten überhaupt unmöglich. Nach der Vorlage iſt
eine gemeinſchaftliche Front der Kirche gegeben, nach den
Gegen=
anträgen ein Bild der Zwieſpältigkeit und der Zerriſſenheit. —
Prälat D. Dr. Dr. Diehl erklärt: Wenn keine Einigung erfolgt,
wird die Kirchenregierung genötigt ſein, den Entwurf
zurückzu=
ziehen, und dann bleibt das alte Geſetz in Kraft, nachdem es keine
Ausnahmefälle gibt. Es darf nicht jedem überlaſſen bleiben, zu
handeln, wie er will. Die Einheit darf nicht zertrümmert werden.
Nach der ſehr lebhaften öffentlichen Ausſprache wurden
Grup=
penſitzungen abgehalten und dann nach Wiederherſtellung des
Plenums der geſtern bereits veröffentlichte Antrag Cordier
an=
genommen. — Abg. Lambas=Friedberg gab daraufhin im
Namen der Gruppen 2 und 3 folgende Erklärung ab: Nachdem
unſer Eventualantrag mit 36 gegen 18 Stimmen angenommen iſt,
erklären wir, um der Minderheit nicht eine nach ihrer Erklärung
untragbare Laſten aufzuerlegen: Wir werden in der zweiten
Le=
ſung für die Geſetzesvorlage der Kirchenregierung ſtimmen. Wir
erwarten aber, daß der in dem Abſtimmungsergebnis ausgedrückte
Mehrheitswille der Kirchenregierung als Richtlinie bei der
An=
wendung des Geſetzes, insbeſondere bei der Entſcheidung der
Aus=
nahmefälle dienen wird.
Die Erledigung der weiteren Paragraphen dieſes
Geſetzent=
wurfes wurden geſtern ohne allzu große Debatte angenommen.
Es wurden lediglich verſchiedene Anträge behandelt und
redak=
tionelle Aenderungen gewünſcht und vorgenommen. So erhält
S 6 folgende Faſſung bezüglich der Taufe: Wird die Taufe eines
Kindes von Eltern nachgeſucht, die nicht der evangeliſchen Kirche
angehören, ſo iſt ſie zu gewähren, wenn die Eltern
verſpre=
chen, das Kind zu gegebener Zeit dem evangeliſchen
Religions=
unterricht zuzuführen und ſeiner Erziehung im Sinne der
evan=
geliſchen Kirche nichts in den Weg zu legen, und wenn
evan=
geliſche Angehörige, vor allem auch evangeliſche Paten, für die
evangeliſche Erziehung des Kindes Gewähr bieten.
Ein das hl. Abendmahl betreffender Antrag Cordier wurde
nach der Feſtſtellung, daß eine Teilnahme an dem hl. Abendmahl
einem Uebertritt zur evangeliſchen Kirche gleichkommt,
zurückge=
zogen, da der betreffende Antrag bei ſeiner Annahme gewiſſe
Differenzen in der Praxis ergeben würde.
Eine andere Formulierung wurde zu 8 9 bezüglich der
kirch=
lichen Beſtattung von der Gruppe 2 und 3 gefordert und
von Abg. Prof. Cordier begründet. — Oberkirchenrat D.
Wag=
ner trat für die Vorlage in der von der Kirchenregierung
gege=
benen Faſſung ein. Er wies beſonders auf etwaige
Schwierig=
keiten und Konſequenzen ſozialer Art hin, die ſich bei Aenderung
der Faſſung ergeben würden. — Abg. Prof. Dr. Cordier
knüpfte an die Ausführungen des Oberkirchenrats an und
er=
klärte, wenn man die Darbietung des Evangeliums in den
Mit=
telpunkt ſtelle, was er wünſche, dann müßten alle anderen
Ge=
ſichtspunkte zurücktreten.
Zu dem Antrag nahmen u. a. noch die Abg. Landeskirchenrat
Lampas und Pfarrer Bürſtlein Stellung. Unter Berückſichtigung
beſonderer Abänderungsanträge wurde 8 9 angenommen, durch
den ſomit die evangeliſche kirchliche Beſtattung geregelt wird.
Auch zu dem nächſten Paragraphen, das Patenrecht
be=
treffend, liegt ein Faſſungsänderungsantrag vor. Oberkirchenrat
Wagner bittet aber, die iſt’=Beſtimmung zu belaſſen.
Ober=
kirchenrat D. Waitz tritt für die „kann” Beſtimmung ein. Abg.
Lenz vertritt die „muß’ =Beſtimmung, ebenſo Abg Prof. Engel.
Abg. Dr. Freiherr v. Heyl tritt namens ſeiner Gruppe ebenfalls
für die „iſt =Beſtimmung ein, während. Abg. Pfarrer Berck
namentlich mit Rückſicht auf die Diaſporagemeinden für die
„kann”=Beſtimmungen eintritt. Ihm tritt Abg. Prof. Dr.
Cor=
dier in weiteſter Form bei allerdings wünſchte er, daß in den
nächſten Jahrzehnten die Einführung eines Patenſcheins vollzogen
werde dann könne man evtl. für die „iſt”=Beſtimmung eintreten.
Oberkirchenrat Wagner erklärte, auch der Wunſch der
Kirchen=
regierung ſei es, das Patenrecht wieder zu Ehren zu bringen. Je
ernſter und ſtrenger man es mit den Dingen nehme, deſto mehr
werde die Kirche an Achtung gewinnen. Er trete daher für die
ſtrengere Mußbeſtimmung der Vorlage ein. — Die
Kannbeſtim=
mung wurde dann mit 28 Stimmen angenommen. Der 8 10
er=
hält alſo in erſter Leſung folgende Faſſung: Wenn Mitglieder der
evangel Landeskirche die Erfüllung ihrer nach 8 1 ihnen
obliegen=
den Pflichten beharrlich verweigern und alle ſeelſorgerlichen
Maß=
nahmen nicht zum Ziele führen, kann (ſtatt iſt) ihnen das
Paten=
recht und das kirchliche Wahlrecht aberkannt werden. Die
Ent=
ſcheidung hierüber trifft der Kirchenvorſtand. Sie iſt unter
An=
gabe der Gründe den Beteiligten ſchriftlich mitzuteilen, die das
Recht haben, gegen ſie Beſchwerde bei dem Dekanatsausſchuß und
weitere Beſchwerde bei dem Dekanatsausſchuß und weitere
Be=
ſchwerde bei dem Landeskirchenamt zu erheben. Der 8 11:
Kom=
men die Beteiligten nachträglich ihren kirchlichen Verpflichtungen
nach, ſo treten ſie ohne weiteres in die genannten Rechte wieder
ein, worüber eine Niederſchrift zu den Akten zu nehmen iſt, findet
einſtimmig Annahme.
Es wurde dann über einen Antrag abgeſtimmt, der
den=
jenigen aller Rechte für verluſtig erklärt, der aus der Kirche
aus=
tritt, und die Wiederaufnahme von Ausgetretenen regelt. Auf
Grund der Erklärung des Herrn Prälaten, daß eine ſolche
Wie=
deraufnahmebeſtimmung in Bearbeitung ſei, wurde der Antrag
zurückgezogen. Das ganze Geſetz wurde ſchließlich einſtimmig
an=
genommen.
Man ſtimmte dann über die Ueberſchrift für dieſes
Kirchen=
geſetz ab. Abg. Pfarrer D. Fritſch plädierte für die Ueberſchrift:
Erhaltung und Pflege der kirchlichen Zucht und Ordnung. Abg.
Döllinger bittet, auch in der Ueberſchrift beſcheiden zu ſein.
Es wird dann die Ueberſchrift „Geſetz für Erhaltung und
Pflege der kirchlichen Ordnung” mit
Stimmenmehr=
heit angenommen.
Man trat dann ſofort anſchließend in die zweite Leſung der
tags zuvor in erſter Leſung angenommenen
Kirchenregierungs=
vorlagen ein. Mit den bereits vorgeſchlagenen Abänderungen
wird dann auch das Kirchengeſetz die Geſchäftsordnung für den
Evangeliſchen Landeskirchentag betreffend, in zweiter Leſung
einſtimmig angenommen. Zu 8 74 wünſcht Abg. Dr. Frhr. von
Heyl eine Erklärung, die Vizepräſident Dr. Dahlem
ab=
gibt. Es handelte ſich um die eventuelle Heranziehung von
Aus=
ſchüſſen durch die Kirchenregierung. Prälat D. Dr. Diehl
be=
tont im Anſchluß an die Erklärung des Vizepräſidenten, daß die
Kirchenregierung in allen den 8 110 betreffenden Punkten
ſou=
verän und nur dem Laneskirchentag verantwortlich ſei, aber ſeit=
Kirchengeſetz zur Erhaltung und Pflege der kirchlichen Ordnung
in der neu gewählten Form in zweiter Leſung
bei einer Stimmenthaltung angenommen. Zu
Woderen Filen von ſch aus Tanentich den Knaungaus.
ſchuß herangezogen habe und das auch in Zukunft tun werde. —
Der Präſident dankte nach der Abſtimmung nochmals beſonders
dem Abg. Geh. Rat Wahl für ſeine Mitarbeit bei dem
Geſetz=
entwurf. (Lebhafte Zuſtimmung.)
Hierauf wurde eine Pauſe eingelegt, in der Gruppenſitzungen
ſtattfanden. — Nach Wiedereröffnung der Sitzung wurde das
8 10 tritt die Abg. Frau Heräus nochmals für die von der
Kirchenregierung vorgeſchlagene urſprüngliche Faſſung ein. Bei
der Abſtimmung wird die urſprüngliche Faſſung (alſo
die Muß=Beſtimmung) mit einer Stimme Mehrheit (29 für die
Kirchenregierungsfaſſung und die Muß=Beſtimmung gegen 28
Stimmen) angenommen.
Es wurden dann noch Anträge und Anregungen erledigt.
Oberkirchenrat Dr. Müller betonte im Zuſammenhang mit
einem Antrag, der neue in Arbeit befindliche Katechismus ſolle
einheitlich durchgeführt werden, es werde ein neuer Anhang betr.
Kirchengeſchichte dem Katechismus beigefügt werden. Eine
Kirchen=
geſchichte müſſe gegeben werden, die beſonders die reformatoriſche
Zeit berückſichtige. Abg. Oberſtudienrat Werner gibt
verſchie=
dene Anregungen, die tunlichſt berückſichtigt werden ſollten. Abg.
Prof. Dr. Cordier als Mitglied der Katechismus=Kommiſſion
betont, daß auch die reformierten Gemeinden im Katechismus
be=
rückſichtigt werden. Abg. Dekan Vogel zieht ſeinen Antrag
zurück, bittet aber, daß die Katechismusangelegenheit beſchleunigt
werde. Abg. Dekan Vogel=Gernsheim bittet, daß auch die
Sektenfrage beſprochen werde. — Abg. Cordier fragte, wie die
durch Auflöſung des Gewerbemuſeums für die Kirche entſtandene
Lücke bzw. Schädigung durch Nichtunterbringung, der kirchlichen
Abteilung beſeitigt werden könne. Der Vertreter der
Kirchen=
regierung Präſident Dr. Dahlem antwortet, man werde ſich
für die würdige Unterbringung der kirchlichen Abteilung mit
Nachdruck einſetzen. Prof. Cordier wies nochmals auf die
be=
ſondere Zurückſetzung dieſer Abteilung hin, ohne Rückſicht auf
die Erlaſſe, die für das Gewerbemuſeum gegeben wurden. Das
Landeskirchenamt könnte ja Verwalter für dieſe Abteilung
werden. Jedenfalls dürfe der lebendige Charakter dieſer
Abtei=
lung nicht erſchlagen werden durch Magazinierung und
Ver=
packung. Abg. Prof Koch hält es für wünſchenswert, wenn dieſe
Abteilung der Kirche als Geſchenk übergeben werde. Abg. Dr.
Frhr. v. Heyl fragt an, ob dieſe Ausſtellung nicht in die
Luther=
ſtadt Worms kommen könne. — Dieſe Anregung ſei ſchon erfolgt,
wurde bemerkt. — Ein Antrag verlangt die Einſetzung
eines Verfaſſungsausſchuſſes. Dem widerſpricht Abg.
Laufer, da die eventuellen Arbeiten eines ſolchen Ausſchuſſes
der Geſetzgebungsausſchuß erfülle. Mit Stimmenmehrheit wird
die Einſetzung eines kleinen Verfaſſungsausſchuſſes beſchloſſen, zu
dem die Mitglieder ſofort gewählt wurden, und zwar die
Abge=
ordneten Laufer, Heräus, (1. Gruppe), Dr. Jungk. D. Waitz
(2. Gruppe) und Dr. Faber, Pfarrer Scriba (3. Gruppe).
Abg. Landeskirchenrat Lampas verbreitet, ſich über die
Marburger Kirchen=Einigungskonferenz der vier Landeskirchen
und wünſcht, daß außer den ſeitherigen Mitgliedern und dem
Herrn Präſidenten und dem Herrn Vizepräſidenten, ohne deren
Teilnahme die Verhandlungen ſelbſtverſtändlich gar nicht
geför=
dert werden könnten, das ſynodale Element durch Zuwahl dreier
weiterer Mitglieder geſtärkt werde. Anſtatt fünf möge man acht
Mitglieder entſenden. In längeren Ausführungen antwortet
hier=
auf Vizepräſident Dr. Dahlem ausführlich. Er hält aus
Grün=
den der Abſtimmung eine Mehrentſendung von Mitgliedern für
nicht ratſam. Abg. Landeskirchenrat Ausfeld erklärte, das
ſynodale Element überwiege jetzt ſchon in Marburg, er bittet von
einer Mehrentſendung abzuſehen. Abg. Prof. Cordier ſtellte
die Entwicklung der Marburger Konferenz nach ſeiner Auffaſſung
dar. Die Zahl der Vertreter auf der Konferenz müßte für alle
Länder die gleiche ſein. Er bitte, den Antrag der zweiten Gruppe,
acht Mitglieder zur Konferenz zu entſenden, anzunehmen. . Im
Falle der Zuwahl zur Marburger Konferenz wurde beſchloſſen,
daß das Stimmrecht und die Stellung des Prälaten und des
Vize=
präſidenten auf der Konferenz keinesfalls angetaſtet werde. —
Präſident D. Herrmann gibt als Abgeordneter ſeine
Auffaſ=
ſung zu dieſer Frage dahin kund, daß er nicht für die Zuwahl
von drei Parlamentariern ſei. Man möge jetzt die Sache laſſen,
wie ſie iſt. Wenn die Einigung erzielt ſei, die ſeines Erachtens
noch lange ausſtehe, würde man die Stärkung der Vertreker
vor=
nehmen können. Da der Charakter der zweiten Marburger
Kon=
ferenz als parlamentariſche Konferenz noch nicht einſtimmig
be=
ſtimmt ſei, ſo machte Abg. Cordier den Vermittlungsvorſchlag,
die Erſatzmänner zu wählen. Abg. Frhr. v. Heyl gab ſeiner
Verwunderung Ausdruck über den zutage getretenen ſynodalen
und konſiſtorialen Unterſchied. Im Hinblick auf die Spartendenz
und im Hinblick auf die Anſicht der Vertrauensmänner würde er
eine Erweiterung der Vertretung in Marburg heute ſehr
be=
dauern. Der Antrag Lampas wurde dann mit
Stimmenmehr=
heit abgelehnt. Es bleibt bei der ſeitherigen Zahl der entſandten
Mitglieder zur Marburger Konferenz. — Es wird beantragt, dem
Präſidenten des Landeskirchentags ſollen 500 Mark als
Dis=
poſitionsfonds zur Verteilung als milde Gaben im Bedarfsfalle
uſw. zur Extraverfügung geſtellt werden. Der Antrag wird von
dem Vizepräſidenten Dr. Dahlem begründet und unterſtützt. Die
Vorlage wird einſtimmig angenommen. Ueber
finanzielle Angelegenheiten
machte Vizepräſident Dr. Dahlem ausführliche orientierende
Mitteilungen. Er gab Bemerkungen und Aenderungen zu den
einzelnen Rubriken des derzeitigen Standes des Kirchenbudgeks
bekannt. Die finanzielle Lage der Kirche ſei außerordentlich ſchwer
und ſei geradezu kritiſch geworden durch, die Zurückhaltung des
Reſtguthabens, das der Kirche von dem Staat in Höhe von etwa
129 000 Mk. zuſtehe. Im Anſchluß an dieſen Bericht wurde
fol=
gende von dem Finanzausſchuß vorgeſchlagene
Entſchließung
zur Frage des rückſtändigen Staatsdarlehens einſtimmig
ange=
nommen:
Der Landeskirchentag hat mit Bedauern davon Kenntnis
ge=
nommen, daß von der heſſiſchen Staatsregierung das zur
teilwei=
ſen Ausgleichung, des an ſich noch mit einem erheblichen
Fehl=
betrag abſchließenden Voranſchlags der Landeskirche für 1930
er=
forderliche Staatsdarlehen bis heute noch nicht völlig (es fehlen
noch 129 300 RM.) ausgezahlt worden iſt, obwohl für die
Gewäh=
rung des Darlehens die Ermächtigung des Landtags vorliegt und
die oberſte Kirchenbehörde ſchriftlich und mündlich vielfach wegen
Auszahlung vorſtellig geworden iſt.
Das Darlehen wurde in den letzten Jahren ſtets zwecks
Aus=
gleichung des Voranſchlags der Landeskirche zur Ergänzung des
unzureichenden Staatszuſchuſſes gewährt. Der Kredit der
Landes=
kirche verträgt nach der Ueberzeugung des Landeskirchentags auf
Grund der bisherigen Erfahrungen es nicht, daß die Landeskirche
in ſtärkerem Maße, als dies bisher geſchehen iſt, an den
Geld=
markt herantritt. Der Landeskirchentag vertraut
deshalb darauf, daß die Staatsregierung in
die=
ſer Frage noch nicht das letzte Wort geſprochen
lede Fahrt ein Beweis!
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[ ← ][ ][ → ] Nummer 121
hat, und beauftragt die Kirchenregierung, die in letzter Zeit
ge=
führten Verhandlungen, mit den zuſtändigen Staatsſtellen mit
Nachdruck weiterzuführen.
Oberkirchenrat Dr. Büchler, referierte anſchließend über
den Schiedsvertrag mit dem Staat. — Vizepräſident Dr.
Dah=
lem macht darauf aufmerkſam, daß das Ergebnis des
Schieds=
ſpruches unbedingt bis Herbſt vorliegen müſſe, wenn man den
Voranſchlag, der im Frühjahr vorgelegt wird, ausarbeiten wolle.
Es wurde hierzu folgende Entſchließung angenommen:
Zum Schiedsverfahren mit dem Staat: Der
Landes=
kirchentag erſucht die Kirchenregierung, mit Rückſicht auf die Lage
der kirchlichen Finanzen und die Höhe der Kirchenſteuer mit allen
nach dem abgeſchloſſenen Schiedsvertrag möglichen Mitteln darauf
hinzuwirken, daß ſpäteſtens bis zur Aufſtellung des
nächſten Voranſchlags für die Landeskirche an den
Landeskirchentag der Schiedsſpruch des Schiedsgerichts zwiſchen
Staat und Kirche vorliegt, damit das Ergebnis des Schiedsſpruchs
bei Ausgleichung des nächſten Voranſchlags der Landeskirche
be=
rückſichtigt werden kann.
Abg. Landeskirchenrat Lampas berichtet über die
Marbur=
ger Konferenz und die Tätigkeit des
Verfaſſungsaus=
ſchuſſes.— Ueber die Tätigkeit des
Finanzausſchuſ=
ſes referierte Vizepräſident Dr. Dahlem. In den nächſten
Mo=
naten werde noch ſchwere Arbeit zu leiſten ſein. — Der Präſident
dankte den beiden Referenten für ihre Ausführungen. Eine
Ent=
ſchließung, die ſich ſcharf gegen die unparitätiſche Beſetzung der
Volksſchullehrerſtellen richtet, wurde einſtimmig angenommen —
Abg. Prof. Engel bittet auch Augenmerk auf die höheren
Schu=
len zu richten. Die Entſchließung ſoll an das
Kultusmini=
ſterium weitergeleitet werden. Sie hat folgenden Wortlaut:
Art. 4 des Heſſiſchen Volksſchulgeſetzes beſtimmt, daß bei
Be=
ſetzung von Lehrerſtellen die Lehrer aus der Konfeſſion zu
ent=
nehmen ſind, zu welcher ſich die Geſamtheit oder Mehrheit der
Einwohner der Gemeinde bekennt, und daß im übrigen auf die
Größe der einzelnen Konfeſſionsgemeinden weſentlich Rückſicht zu
nehmen iſt. Zu unſerem Bedauern iſt in der letzten Zeit dieſen
Beſtimmungen mehrfach nicht entſprochen worden. Der
Landes=
kirchentag iſt der Anſicht, daß dadurch die durch das Heſſiſche
Volks=
ſchulgeſetz (Artikel 1) gewährleiſtete Erziehung auf religiös=
ſitt=
licher Grundlage ernſtlich in Frage geſtellt wird. Solche Fälle
müßten um ſo verletzender wirken, wenn Lehrer, die an
Simultan=
ſchulen angeſtellt ſind, für den Austritt aus der Kirche werben.
Der Epangeliſche Landeskirchentag ſpricht die beſtimmte
Erwar=
tung aus, daß ſolche Mißſtände beſeitigt werden, und daß
ins=
künftige den Beſtimmungen des Art, 4 des Volksſchulgeſetzes
ge=
mäß verfahren wird.
Damit war die umfangreiche und ernſte Arbeit, die der
Lan=
deskirchentag in viertägigen angeſtrengten Sitzungen zum Segen
der evangeliſchen Landeskirche geleiſtet hatte beendet. Der
Prä=
ſident. Archivdirektor D. Herrmann, dankte allen Mitgliedern
des Hohen Hauſes für ihre Mitarbeit bei den ſchwierigen
Be=
ratungen. Er freue ſich beſonders, daß trotz allem der Geiſt der
Einigkeit ſtets zum Durchbruch gekommen ſei. Er habe die leiſe
Hoffnung, daß nach Erledigung des Schiedsverfahrens der
Lan=
deskirchentag noch vor dem nächſten Frühjahr, in dem bekanntlich
die Etatsheratungen ſtattfinden, zuſammentreten werde.
Abg. Dr. Freiherr von Heyl ſprach im Namen der
Mitglie=
der des Landeskirchentags dem Präſidenten für ſeine
hervor=
ragende Verhandlungsleitung herzlichſten Dank aus
Nachdem Abg. Dekan Schlöſſer das Schlußgebet geſprochen
hatte, wurde um 15 30 Uhr die Sitzung des II. Epangeliſchen Lan=
A
deskirchentages geſchloſſen.
— Heſſ. Spielgemeinſchaft. Um auch der Geſchäftswelt den
Be=
ſuch dieſer Vorſtellung zu ermöglichen, iſt der Anfang der
Datte=
richaufführung am Samstag, 2. Mai, auf 8 Uhr angeſetzt
worden. Es haben dadurch auch die Niebergallfreunde, die
Sams=
tag mittag nicht frei haben. Gelegenheit, ſich ihren Datterich
an=
zuſehen. Benutzung des Vorverkaufs — kleine Preiſe — iſt zu
empfehlen.
—„Blumen und Kunſt” Inhaber Erich Schulenburg.
Wilhel=
minenſtraße 33, zeigt für die Dauer einer Woche „Blumen=
Stilleben‟. Es ſtellen aus die Kunſtmaler Profeſſor Beyer,
Erich Bialla, Franz Huth, Karl Mons, Frau Pfiſter=Kaufmann
und H. Saenger=München.
— Das Helia=Theater bringt ab heute den deutſchſprachigen
Tonfilm „Sonntag des Lebens”, der Camilla Horn Gelegenheit
gibt, ihre ſchauſpieleriſche Begabung zu zeigen. Die Handlung
die=
ſes Films ſtellt eine junge, geſchäftstüchtige Manicure in den
Mittelpunkt, die ſich dagegen wehrt, von einem Mann abhängig
ſein zu müſſen, und die darum der Liebe in ihrem Leben keinen
Platz einräumt. Unter Leo Mittlers Regie verkörpern Willy
Clever, Oskar Marion und Leovold v. Ledebour die tragenden
männlichen Rollen. Dazu ein reichhaltiges Beiprogramm.
— Im Union=Theater ſieht man bis auf weiteres Harry Piel,
den König der Senſationsdarſteller, in ſeinem neueſten
Großton=
film „Schatten der Unterwelt”. Wer an tollkühnen
Begebenhei=
ren und verwegenen Senſationen Freude hat, muß dieſen Film
ſehen. Dazu das gute Beiprogramm.
— In den Palaſt=Lichtſpielen läuft noch heute der luſtige
Ton=
film „Der Liebesarzt” mit Harry Liedtke. Dina Gralla und Fritz
Schulz in den Hauptrollen.
— Film=Morgenfeier im Helia=Theater. Es wird der mit
großem Beifall aufgenommene intereſſante Kulturfilm.
Deutſch=
lands Flotte im Mittelmeer” am Sonntag, vorm. 11.15 Uhr.
wie=
derholt. Der Film zeigt in ungemein, feſſelnden Bildern die Reiſe
der Linienſchiffe „Schleſien”, „Heſſen”, „Hannover”. „Schleswig=
Holſtein” und anderer Flottenteile durch das Mittelmeer.
Jugend=
liche haben Zutritt. Volkstümliche Preiſe. Vorverkauf an der
Tageskaſſe.
Tageskalender für Samstag, den 2. Mai 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 19.30 Uhr, Ende geg.
22.30 Uhr: „Valerio” B 21. — Kleines Haus, 20—22.30 Uhr:
Der Datterich”. — Orpheum 20.15 Uhr: „Matroſen von
Cattaro” — Konzerte: Zur Oper, Rheingauer Weinſtube,
Schloßkeller, Datterich, Sportpl.=Reſt am Böllenfalltor, Hotel=
Reſt. Poſt, Sport=Cafs=Reſt. am Meßplatz, Monovol Brauerei
Schul, Rummelbräu, Café und Bar Martini, Zum Tropfſtein,
Kinovorſtel=
Alter, Ratskeller, Zum Haferkaſten.
lungen: Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele. — Lieder=
Abend, der Darmſtädter Sängerſchaft, Feſthalle,
abends 20 Uhr.
Samstag, den 2. Mai 1931
Seite 7
Ein Brühjahrsgang durch den Darmſtädter Bokaniſchen Garken.
Die erſten Boten des Frühlings, wie der Winterling
(Eranthis), die Schneeglöckchen u. a., ſind bereits vergangen, aber
der Frühling, den ſie melden ſollten, will nicht recht kommen.
Schon wochenlang ſind die Knoſpen bereit, ſich zu entfalten, doch
nur langſam dürfen ſie in dieſem Frühjahr ihre Blüten und
Blät=
ter hervorzaubern. Auch der mehr äußerliche Beobachter konnte
in dieſem Frühjahr, und kann es noch, die eigenartigen Gebilde
der ſich entfaltenden Knoſpen vieler Gehölze und Bäume
bewun=
dern, denn das Stadium der Entfaltung dauerte Tage, anſtatt
Stunden, wie in einem normalen Frühjahr. Wer zurzeit durch
den Botaniſchen Garten wandert, erblickt die reizvollſten Gebilde
der aufbrechenden Knoſpen zahlreicher Gehölze oder
empor=
ſchießender Triebe, z. B. der Farne. Mehr ins Auge fallend ſind
natürlich die jetzt in Blüte ſtehenden Pflanzen und Gehölze. Von
letzteren leuchtet die japaniſche Kirſche Prunus serrulatg
sacha=
linensis in zartroſa durch das noch lichte Baum= und
Strauch=
werk. Von Magnolien, die aus den Vorgärten der Stadt bekannt
ſind, blühen die weißen Arten Uagnolis Kobus und Ugspolia
stellata. Die Vorsnthien ſind im Verblühen. Ihre gelbe
Far=
benpracht iſt aus den öffentlichen Anlagen und Privatgärten noch
gut in Erinnerung. An der Hochſchule, gegenüher dem
Herrn=
garten, hat man leider dieſen ſchönblühenden Strauch vor der
Blüte derart zurückgeſchnitten, daß nur vereinzelte Blütchen ſich
zeigten. Hätte man das nicht nach der Blüte tun können, wenn
der Rückſchnitt aus Gründen der Schattenwirkung unbedingt
not=
wendig war?!
Von Gehölzen, die jetzt im Botaniſchen Garten blühen, wenn
auch nicht ſo in die Augen fallend wie die Vorgenannten, ſeien
noch genannt die Scheinhaſel Corplopsis paueiklorg, mit
zahl=
reichen gelben Blütchen, Andromeda kloribunda, Direa palustris,
Mrriea gale palustris, der Gagelſtrauch, der laubabwerfende
Rhododendron rhombieum aus Japan mit lila Blüten.
Von Stauden finden wir zwar mehr blühende Vertreter, aber
lange nicht in ſo reichem Maße, wie in normalen Jahren. In
der Felſengruppe ſehen wir viele kahle Stellen als Folge der
verheerenden Frühjahrsfröſte dieſes Jahres. Beſonders ſchmerz=
Die Hausfrauen=Verbände gegen die Gokkloſen=
Propaganda.
Die Internationale der Gottloſen
hat im Herbſt 1930 beſchloſſen, ihren Sitz von
Mos=
kau nach Berlin zu verlegen, um von hier aus ihre
Propaganda zunächſt nach Deutſchland und dann in
das übrige Europa tragen zu können. Wenn auch
die Proteſte der deutſchen Oeffentlichkeit, den Plan
eines offiziellen Büros in Berlin zum Scheitern
brachten, bleibt der Beſchluß, die Leitung der
Gott=
loſenbewegung von Berlin aus vorzunehmen
unver=
ändert beſtehen. Als Grundlage, für die Arbeiten
ſoll bereits ein Fünf=Jahresplan für die Zeit von
1931 bis 1936 ausgearbeitet ſein. Daß die Bewegung
in Deutſchland Boden zu gewinnen ſucht, zeigen
Um=
züge, Werbeplakate und Flugblätter, die für den
Austritt aus der Kirche werben und Beratungen bei
Abfaſſung der Austrittserklärungen zuſichern.
Ver=
ſammlungen werden veranſtaltet, bei denen Notare
mitwirken, die die Austrittserklärungen gleich
beſor=
gen. Gegen die Gefahren dieſer offenen und einer
nicht minder gefährlichen verkappten Werbung für
die Internationale der Gottloſen nehmen der
Reichs=
verband Deutſcher Hausfrauenvereine und der
Reichs=
verband Landwirtſchaftlicher Hausfrauenvereine mit
folgendem Aufruf Stellung:
Die Reichsverbände der ſtädtiſchen und landwirtſchaftlichen
Hausfrauenvereine wenden ſich an ihre Mitglieder und darüber
hinaus an die Oeffentlichkeit, um ſie aufzurufen zum
nachdrück=
lichen Kampf gegen die Gefahren des Freidenkertums, das in den
letzten Monaten immer ſtärker an Boden gewinnt und deſſen
Vordringen auch uns mit ſtärkſter Sorge erfüllt.
Die Frauen in Stadt und Land erwarten von der Regierung
und den zuſtändigen Ortsbehörden, daß ſie alle zur Verfügung
ſtehenden Mittel einſetzen, um dieſer Bewegung nachdrücklich
ent=
gegenzutreten und daß ſie dafür Sorge tragen, daß eine
Unter=
ſtützung, wie ſie noch in jüngſter Zeit, durch den weſtdeutſchen
Rundfunk erfolgt iſt, in Zukunft unmöglich gemacht wird. Dieſe
Pflicht ſollte die Regierung ſtärker als bisher und insbeſondere
der Jugend gegenüber umſo ernſter und ſchwerer empfinden, als
die Jugend in unſeren unruhevollen Tagen den Gefahren einer
ſolchen Propaganda leichter verfällt als in Zeiten ruhiger
Ent=
wicklung.
Die Frauen und Mütter in Stadt und Land ſchließen ſich zu
einheitlicher Gegenwehr zuſammen. Sie fühlen ſich zu dieſem
Kampf für den Schutz von Religion und Kirche verpflichtet, weil
ſie aus ihrem Glauben und aus tatkräftiger religiöſer
Ueber=
zeugung die beſten Kräfte gewinnen für ihre ſittlichen Aufgaben
bei der Geſtaltung des Heims und der Erziehung der Kinder.
Hausfrauen und Mütter in Stadt und Land! Seid euch klar über
die Gefahren, die dem innerſten Kern eures Lebens und Wirkens
drohen und nehmt bewußt den Kampf auf um die Erhaltung der
Grundlagen des deutſchen Heims und der deutſchen Familie.
lich ſind die Verluſte wertvoller Stauden, die der verdienſtvolle
Leiter, Herr Garteninſpektor Keſſelring, in den letzten Jahren
für den Botaniſchen Garten beſchafft hatte. Blühend finden wir
in der Felſengruppe das zierliche Soldanella hungarica mit
vio=
lettlila Blütchen, weiße und blaue Muscari, die ſpaniſche
Zwerg=
narziſſe. Naraissus Bulbocodium, INcentra (neullarig, und vor
allem die Primeln, ganz beſonders die herrlichen Tulige
Aybri=
den in den Farben rot und lila. Von weither leuchtet das
roſa=
rot blühende Primula rosee. Von Primeln iſt weiter zu nennen
Frimula denticulata, hellslila. Primula elatior, ſowie die
zahl=
reichen Hybriden in den bunteſten Farben, unter denen die
blauen am meiſten gefallen.
Das Adonisröschen ſei nicht vergeſſen, auch das gefüllt
blühende Adonis amurensis pleng erwähnt — dann noch
Pulsa-
tilla, die Küchen= oder Kuhſchelle, Omphalodes u. a.
In der flachen Steinanlage blühen gelb und weiß zahlreiche
Steinbrecharten (Sasikraga) der Kabſchiagruppe.
Intereſſant ſind die Blütenſtände von Kauisetum arvense
des Schachtelhalms, etwas fremd aus der Erde herausragend.
Eine beſondere Sehenswürdigkeit iſt eine gelbblühende 4
roi=
deas mit großen Blüten, die aus Kalifornien ſtammende
Lpgi=
chitum oamtschatenge, in der Nähe der Roßdörfer Straße. Eine
ausgeſprochene Sumpfpflanze. Ins Auge fällt noch die rote Decke
des kleinen Teiches, beſtehend aus einer Waſſerpflanze, 4zollg
Garoliniang.
In den Treibhäuſern blüht zurzeit auch manches, z. T. mit
unſcheinbaren, z. T. mit herrlichen Blüten. Zu letzteren gehören
vor allem die zahlreichen Phrllocacteen, Anthurium
Scherze-
rianum, Hybriden, ſowie verſchiedene Orchideen, Aristolochia
grandiklora. Wie immer iſt das Kakteenhaus beſonders
an=
ziehend. Hier finden wir blühend: Euphorbia splendens mit
den hübſchen zinnoberroten Blüten. Mesembrianthemum
oaules-
gens (lila), Bchinocactus Haselbergi (rot), B. violaciflorus
(lila), E. hexaedrophorus (weiß), ferner Boheverien, Casterien,
Pachyphrtum, Aloe grandidentata u. a. mehr.
D—r.
Die ruſſiſche Kirche auf der Mathildenhöhe iſt jeden Tag
zur Beſichtigung von 10—12.30 Uhr und von 3—7 Uhr geöffnet.
— Verbandstag der ehemaligen 118er und deren Formationen in
Worms. Alle Kameraden von nah und fern ſeinen erinnert, daß am
kommenden Sonntag, den 3. Mai 1931, im Städtiſchen
Spiel= und Feſthaus in Worms der Verbandstag ab 10 Uhr vormittags
ſtattfindet und ein recht zahlreiches Erſcheinen erwünſcht iſt, da ſehr
wichtige Punkte auf der Tagesovdnung ſtehen und die Denkmalsfrage
endgültig gelöſt werden ſoll. Es iſt deshalb Pflicht der Kameraden von
jedem Dorf und jeder Stadt, zu erſcheinen oder Abordnungen nach
Worms zu entſenden. Nachmittags ab 3 Uhr findet ein Militärkonzert
und abends Ball ſtatt.
Lokale Beranſtallungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinwelſe auf Anzeigen zu berachten,
in leinem Falſe irgendwie als Beſprechung oder Kritſe.
—Dr. Werner Kulz ſpricht am Donnerstag, 7. Mai,
abends 8.15 Uhr, im Städtiſchen Saalbau zu Darmſtadt auf
Ver=
anlaſſung der Ortsgruppe Darmſtadt des Kampfbundes für
Deutſche Kultur über das Thema „Kulturumſturz?‟ Da
Dr. Kulz zu den beſten Kennern der gegenwärtigen raſſiſchen
Zu=
ſammenſetzung unſerer kulturtragenden Schichten gehört, verſpricht
der Vortrag Aufklärung über eine brennende Zeitfrage. —
Kar=
ten ſind im Vorverkauf zu haben bei den Buchhandlungen Köhler
(Carius). Schulſtraße 10. und Waitz, Eliſabethenſtraße 16.
—Der Bund der Kaufmannsjugend im D. H. V.,
Ortsgruppe Darmſtadt. veranſtaltet heute. Samstag, abend 830
Uhr, im Konkordiaſaal, Waldſtraße, einen Feſtabend. Alle
Kollegen, beſonders aber die Eltern unſerer Junggehilfen und
Lehrlinge, ſind herzlichſt eingeladen.
—Schloßkeller. Der Ehren= und Abſchiedsabend für
Matthias Weber geſtaltete ſich zu einer Sympahiekundgebung
ſel=
tener Art. Bei vollbeſetztem Hauſe zeigte ſich das Orcheſter
wiederum von der beſten Seite und ſpielte ſich erneut in die
Her=
zen der faſt 800köpfigen Zuhörerſchaft hinein. Nach Ueberreichung
eines goldenen Lorbeerkranzes durch den Inhaber, Herrn
Pfoten=
hauer, an Herrn Weber dankte letzterer mit dem Piſtonſolo „Dein
iſt mein ganzes Herz”, und der Kontakt zwiſchen Orcheſter und
Publikum war gegeben. Matthias Weber und ſein Orcheſter
hat=
ten ihren Ehrenabend im wahrſten Sinne des Wortes.
—Geſellſchaftsabend im Hotel und
Reſtau=
rant Poſt heute Samstag und morgen Sonntag. (Siehe
heu=
tige Anzeige.)
Skimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentliſchungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaltion keinerlel
Ver=
anfwortung; für ſie bleſbt auf Grund des 9 21 Abſ.2 des Preſſegeſetzet in vollem Umſange
der Einſender verantwortſch.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, lönnen nicht
zurlckgeſandt,. die Abſehnung nicht begründet werden.
Klagen über die Darmſtädter Waſſerverſorgung.
Aus vielen Teilen der Stadt hört man über ſchlechte
Beſchaf=
fenheit des Waſſers in Darmſtadt klagen, beſonders nach den von
Zeit zu Zeit vorgenommenen Rohrſpülungen. Ganz beſonders
un=
angenehm ſind die Folgen dieſer Rohrſpülungen im Tintenviertel.
In den letzten 14 Tagen hatten wir nicht weniger als dreimal in
einer Woche und zweimal in einer anderen ſtatt ſauberes Waſſer
eine dicke braune Brühe. Es iſt uns bekannt, daß ein Teil der
ſtädtiſchen Waſſerrohrleitungen erneuerungsbedürftig ſind. Wenn
dieſe Erneuerung noch nicht ganz durchgeführt ſein ſollte, iſt doch
die Frage aufzuwerfen, ob dieſe Arbeiten nicht dringlicher
ge=
weſen wären als etwa die Verlegung des Flugplatzes, für die
Hunderttauſende bewilligt wurden. Wir ſind überzeugt, daß der
Flugplatz, wie er zurzeit iſt, den heutigen Anforderungen des
Luftverkehrs noch genügt. Unter den zu beanſtandenden
Waſſer=
verſorgungsverhältniſſen aber leidet ein großer Teil der
Bürger=
ſchaft, die für den gewiß nicht niedrigen Waſſerpreis in
Darm=
ſtadt Anſpruch darauf erheben darf, einwandfreies Waſſer zu er=
Mehrere Anwohner.
halten.
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Seite 8
Samstag, den 2. Mai 1931
Nummer 121
Aus Heſſen.
Verkehrskonferenz des Berkehrsausſchuſſes
Modaukal zu Ernſthofen.
Am Dienstag, den 28 April d. J., fand in Ernſthofen im
Gaſthaus „Zur Sonne” (Wilhelm Maul) eine Verkehrskonferenz
ſtatt. Eingeladen waren das Kreisamt Dieburg, die
Provinzial=
direktion Starkenburg, die Oberpoſtdirektion Darmſtadt, der Heſſ.
Verkehrsverband und die dem erweiterten Ausſchuß angehörigen
Mitglieder der Gemeinde Nieder=Modau, Ober=Modau,
Ernſt=
hofen, Herchenrode. Neutſch, Ober=Beerbach, Hoxhohl, Allertshofen,
Brandau, Lützelbach und Neunkirchen. Die eingeladenen
Behör=
den ſowie die Mitglieder des Ausſchuſſes waren erſchienen bis auf
die Oberpoſtdirektion, die ſcheinbar keinen Wert auf die
Kon=
ferenz legte.
Der Vorſitzende eröffnete die Verſammlung, begrüßte die
er=
ſchienenen Vertreter, Herrn Regierungsrat Walter vom Kreisamt
Dieburg, Herrn Provinzialdirektor Gebhard von der
Provinzial=
direktion Starkenburg, Herrn Schellhaas=Lichtenberg als
Vertre=
ter des Heſſ. Verkehrsverbandes, ſowie die anweſenden Mitglieder.
Nach Bekanntgabe der Tagesordnung „Die Verkehrsfrage des
Modautals und Beitritt zum Heſſ. Verkehrsverband”, gab der
Vorſitzende zunächſt Herrn Schriftführer Heyd das Wort. Derſelbe
gab den Jahresbericht durch Verleſung des Protokolls bekannt.
Herr Regierungsrat Walter vom Kreisamt Dieburg begrüßte
nochmals Herrn Provinzialdirektor Gebhard, Herrn Schellhaas=
Lichtenberg, als Vertreter des Heſſ. Verkehrsverbandes, die von
ihm hierzu eingeladenen Bürgermeiſter, ſowie die noch anweſer
den Mitglieder und entſchuldigte die Oberpoſtdirektion Darmſtebt.
Er hob hervor, daß er gerne bereit ſei, Wünſche
entgegenzuneh=
men und der Oberpoſtdirektion zu übermitteln. In ſeiner
wei=
teren Rede gab er die Zuſicherung, das Modautal in allen
Ver=
kehrsangelegenheiten zu unterſtützen. Der eingeführte Amtstag des
Kreisamts Dieburg könne als Beweis ſeines Entgegenkommens
angeſehen werden.
Herr Provinzialdirektor Gebhard dankte für die Worte der
Begrüßung. Er erklärte, daß die Provinzialdirektion ſchon ein
Intereſſe an der geplanten Verbindungsſtraße (Modautal-
Berg=
ſtraße) hätte, die ganze Frage aber wohl an der finanziellen Lage
ſcheitern müſſe, dagegen könne die Straße Ober=Ramſtadt-
Bran=
dau noch im Laufe des Sommers bis Ernſthofen zur
Fertigſtel=
lung gelangen, um dann im nächſten Jahr bis Brandau oder
Ga=
dernheim weitergeführt zu werden.
Der Vertreter des Heſſ. Verkehrsverbandes. Herr Schellhaas=
Lichtenberg, forderte ebenfalls die Durchgangsſtraße Modautal
mit der Bergſtraße und ſagte beſte Unterſtützung von ſeiten des
Verkehrsverbandes zu.
In der darauffolgenden Diskuſſion vertraten die Herren
Bei=
geordneten Schuchmann=Nieder=Modau und Reuning=Ober=Modau
die Anſicht, daß hier produktive Arbeitsfürſorge geleiſtet werden
könne, indem die ſchon ſeit vielen Jahren geforderte
Straßenver=
bindung Neutſch—Ober=Beerbach zur Ausführung gelangen ſoll.
Herr Beigeordneter Schuchmann=Nieder=Modau bemängelte
weiter die nicht ausreichenden Fahrgelegenheiten bei der
Reichs=
poſt an Feiertagen.
Die Herren Bürgermeiſter Mayer=Neunkirchen, Lehrer
Sauer=
wein, Böhm und Abel=Lützelbach führten Beſchwerde, daß ſie nur
einmal Poſt am Tag erhalten, gegenüber anderen Gemeinden,
die durch die Verkraftung zweimal Poſtbeſtellung haben. Sie
be=
dauern das Fehlen der Oberpoſtdirektion und geben dem Wunſch
Ausdruck, daß dem Uebelſtand der einmaligen Poſtbeſtellung bald
abgeholfen wird.
Herr Regierungsrat Walter, ſagte ſeine Unterſtützung für
Eintreten bei der Oberpoſtdirektion zu.
Punkt 2 der Tagesordnung: Es wurde beſchloſſen, dem
Ver=
kehrsverband beizutreten.
F. Eberſtadt, 1. Mai. Aerztlicher Sonntagsdienſt. Am
Sonntag, den 3. Mai, verſieht Dr. med. Aſcher den Sonntagsdienſt. An
ihn wende man ſich, wenn der Hausarzt nicht erreichbar iſt.
— Eberſtadt, 1. Mai. Berliner Stargaſtſpielim
Eber=
ſtädter Schwanenſaal. Am Sonntag, den 3. Mai, abends
8.30 Uhr, bringt der Darmſtädter Generaldirektor Willy Roemheld ein
ganz beſonders ſelten wertvolles Berliner Star=Gaſtfpiel im
Schwanen=
ſaal in Eberſtadt mit dem ſtimmgewaltigen, bekannten Heldentenor
Guſtav Bertram und der bekannten und beliebten Operetten Diva
Marga Peter von der Komiſchen Oper in Berlin. Dieſes intereſſante
Kunſtereignis wird ſicher das hieſige Tagesgeſpräch bilden.
Cp. Pfungſtadt, 1. Mai. Arbeitsjnbiläum. Schriftſetzer
Georg Greifenſtein konnte zu Beginn des Monats auf eine 25jährige
Arbeitszeit in der Buchdruckerei von Jakob Helene zurückblicken,
Todesfall. Im Alter von 70 Jahren iſt die Witwe Katharina
Sin=
ner, geb. Röhrig, geſtorben.
Cg. Pfungſtadt, 30. April. Stenographentagung und
Vereinsjubiläum. Verbunden mit dem diesjährigen Bezirkstag
des Kurzſchriftbezirks „Bergſtraße” feiert der hieſige Stenographenverein
„Gabelsberger” am Sonntag, 3. Mai, ſein 25jähriges Beſtehen. Mit der
Tagung iſt ein Wettſchreiben in Einheitskurzſchrift verbunden, das
vor=
mittags in den Schulen abgehalten wird. Die eigentliche
Gründungs=
feier wird nachmittags im Gaſthaus „Zur Krone” abgehalten. — Der
Gemeinderat hat bekanntlich beſchloſſen, daß die Straßen= und
Vaufluchtlinie an der Provinzialſtraße Eberſtadt—Gernsheim am
Ortsausgange nach Eberſtadt zu geändert wird. Der Ortsbauplan, in
dem die Aenderung von der Mühlſtraße bis zum Grundſtück Wacker
ein=
gezeichnet iſt, liegt ſeit dem letzten Donnerstag bis 13. Mai auf der
Bür=
germeiſterei zur Einſichtnahme auf.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 30. April. Wohnungsnot. Die
Woh=
nungsverhältniſſe in hieſiger Gegend liegen noch ſehr im Argen. Ganz
beſonders an kleinen Wohnungen (2 Zimmer und Küche) herrſcht ein
außerordentlicher Mangel. Die Zahl der Wohnüngsſuchenden iſt
der=
art groß, daß für abſehbare Zeit eine Abhilfe nicht geſchaffen werden
kann. Die einzige Möglichkeit, wenigſtens die allerdringendſten Fälle
berückſichtigen zu können, beſteht darin, daß ſich die Hausbeſitzer
bereit=
erklären, allen nur irgendwie verfügbaren Wohnraum der
Wohnungs=
kommiſſion zur Verfügung zu ſtellen. Eine ganze Reihe von Fällen ſind
bekannt, wo bei einigermaßen gutem Willen noch eine kleine Wohnung
bereitgeſtellt werden könnte. Die Einſchränkung, die ja heute jeder
Haus=
beſitzer mit in Kauf nehmen muß, beſteht ja nicht allein für
ein=
zelne. Ein jeder müßte notgedrungen den derzeitigen Verhältniſſen
Rechnung tragen. Mit den Neubauten allein iſt es nicht getan, denn
die Erfahrung hat gelehrt, daß die Mieten hierfür von der breiten
Maſſe nicht aufgebracht werden können und daß ſomit dieſe Wohnungen
zur Behebung der allgemeinen Wohnungsnos nicht beitragen können,
Die unausbleiblichen Folgen ſind die, daß die Gemeinde abermals bauen
müßte, was aber wiederum mit großen Koſten verknüpft wäre,
umſo=
mehr, als verbilligte Baudarlehen für dieſes Jahr nicht zur Verfügung
ſtehen. Die Mehrkoſten gingen infolgedeſſen zu Laſten der Steuerzahler.
Skraßenbericht
für die Woche vom 3. bis 9. Mai.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen:
Darmſtadt—Aſchaffenburg (Ortsdurchfahrt Dieburg von der Steinſtraße
bis zur Kattlerſtraße) vom 13. 4. bis 7. 5. geſperrt. Umleitung in
Dieburg: Steinſtraße, Kloſterſtraße, Marienſtraße oder Steinſtraße,
Minnefeld, Frankfurter Straße.
Alzey—Nieder=Flörsheim (von der Stadtgrenze Alzey bis Abzweigung
nach Bahnhof Kettenheim) vom 27. 4. bis 7. 5. geſperrt.
Umlei=
tung: Dautenheim.
Heldenbergen—Windecken wegen Brückenbauarbeiten an der Nidder bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eichen, Oſtheim.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Neuſtadt i. Odw.—Seckmauern zwiſchen dem Straßenkreuz unterhalb
Lützelbach bis zum Weſtende der Ortsdurchfahrt Wiebelsbach vom
8. 1. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lützelbach.
Darmſtadt—Roßdorf (Roßdörfer Straße zwiſchen Botaniſchem Garten
und Halteſtelle Glasberg) vom 28. 1. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Beck= und Erbacherſtraße in Darmſtadt.
Kelſterbach—Schwanheim—Frankfurt a. M. (Ortsdurchfahrt Kelſterbach)
vom 23. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Goldſtein,
Nieder=
rad. Schwanheim oder rechtsmainiſch über Flörsheim, Höchſt.
Ober=Ingelheim—Groß=Winternheim vom 13. 4. für 8 Wochen geſperrt.
Umleitung nach Groß=Winternheim von Mainz über Eſſenheim,
Elsheim, von Bingen über Ober=Hilbersheim, Nieder=Hilbersheim.
Engelſtadt, Schwabenheim.
Sprendlingen-Pfaffen=Schwabenheim (Km. 31,4—33,0) vom 27. 4. bis
18, 5. geſperrt. Umleitung: Hoheſtraße, Badenheim.
Klein=Linden — Lützellinden (Ortsdurchfahrt Klein=Linden) vom 29. 12.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Großen=Linden.
Trais=Münzenberg—Wohnbach (Ortsdurchfahrt Münzenberg) vom 11. 3.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Ober=Hörgern, Griedel,
Op=
pershofen, Södel, Bellersheim, Trais=Münzenberg.
Münzenberg—Rockenberg (Ortsdurchfahrt Münzenberg) vom 9. 4. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Ober=Hörgern, Griedel,
Oppers=
hofen, Södel und Eberſtadt, Trais=Münzenberg, Bellersheim.
Rodheim v. d. H.—Köppern am 4. 5. von 6.30 bis 16 Uhr geſperrt.
Um=
leitung: Nieder=Rosbach, Ober=Rosbach oder Holzhauſen v. d. H.,
Friedrichsdorf.
* Nieder=Ramſtadt, 30. April. Der hieſige Erwerbsloſen=
Fortbil=
dungskurs wurde mit den beiden nachſtehend berichteten Veranſtaltungen
beendet. Am 9. Abend hielt Herr Profeſſor Spilger=Darmſtadt einen
ebenſo lehrreichen wie anregenden Vortrag über „Naturſchutz‟. Seine
Ausführungen wurden durch prachtvolle Lichtbilder mit ausgezeichneten
Naturaufnahmen auf das Trefflichſte belebt. Er führte etwa das
Fol=
gende aus: Noch um das Jahr 800 war ganz Deutſchland von Urwald
bedeckr, dem der Menſch in zähem Kampf jeden Fußbreit Land abringen
mußte. Dieſer Jahrhunderte dauernde Kampf zeigte die Natur als
Feind des Menſchen, der ſie Schritt um Schritt in ſeinen Dienſt zwang.
Heute droht dem Menſchen keine Gefahr mehr von der Natur. Bären
und Wölfe, als ausgeſprochene Feinde, ſind ausgerottet. Endloſe
Strek=
ken Landes ſind durch Ackerbau waldlos geworden. Weite Striche
frühe=
ren Sumpflandes wurden durch kühne, weitſchauende Männer entwäſſert
und der Kultur gewonnen. Heute nun gilt es, ein weiteres
Zurückdrän=
gen der Natur zu verbüten, die Ausrottung ſchöner Pflanzen,
intereſ=
ſanter und dem Menſchen nützlicher Tiere zu verhindern. Die
Schön=
heiten der Wälder, wie überhaupt der weniger bewohnten Landſtriche,
bedeuten für den modernen Menſchen unentbehrliche Erholungs= und
Erquickungsgelegenheiten. Viele Vögel, beſonders die Eulen,
Mäuſe=
buſſarde, alle Meiſenarten, Spechte. Singvögel, ſind hilfreiche Vertilger
von Inſekten, deren Larben, von Mäufen und anderen Schädlingen. Es
wurde allen Bauern, Gemeindeverwaltungen und Behörden empfohlen,
nicht ohne Not Hecken zu beſeitigen, ſondern wo nur irgendmöglich ſolche
oder regelrechte Schutzgehölze anzulegen, um die nützlichen Sänger zu
hegen. — Der 10. Abend brachte noch eine braktiſch ſehr wertvolle
Ver=
anſtaltung. Herr Lehrer Amann aus Roßdorf, als Fachlehrer der
Fortbildungsſchule auch dem hieſigen Lehrerkollegium angehörig, hielt
einen ausgezeickneten Vortrag über Abfaſſung von Geſchäfts= und
Be=
werbungsſchreiben. In ausführlicher Weiſe wurde dargeſtellt, wie man
bei ſacklichſter Faſſung doch allen Formen der Verbindlichkeit gerecht
wird. Zahlreiche fehlerbafte Wendungen ſchlechten Schriftſtiles wurden
beſprochen. Zum Schluß wurde von jedem der Teilnehmer ein
Schrei=
ben entworfen und das Ergebnis gemeinſam beſprochen.” Mit dieſen
praktiſch belehrenden Ausführungen über das genannte Thema ſind die
Veranſtaltungen des Kurſes zu Ende. Allen Mitarbeitern ſei an dieſer
Stelle nochmals wärmſtens gedankt. Für die Teilnehmer winkt noch
eine kleine Ueberraſchung am Sonntag, den 17. Mai. Dann wird
an=
läßlich des Werbeſonntags für die Jugendherbergsarbeit nachmittags auf
dem Lohbergſpielplatz ein froher Jugendtag ſtattfinden. Alle
Jugend=
lichen und Freunde der Jugend aus unſeren Gemeinden ſeien herzlich
ſchon heute dazu eingeladen. Näheres wird noch mitgeteilt und durch
Plakate bekannt gegeben.
G. Ober=Namſtadt, 1. Mai. Odenwaldklub. Am Sonntag.
den 3 Mai, wandert die Ortsgruppe Ober=Namſtadt des Odenwaldklubs
zur Baumblüte an die ſchöne Bergſtraße. Die Fußwanderung beginnt
in Heppenheim, geht über die ſagenumwobene Burg Windeck, über die
Wachenburg zur idylliſch gelegenen Fuchſenmühle.
T Groß=Zimmern, 1. Mai. In einem Hauſe der Beineſtraße wurde
eine Frau tot aufgefunden. Eine Gerichtskommiſſion traf hier
ein, um ſich über den rätſelhaften Tod dieſer Frau zu informieren. Auch
wurde eine Sezierung der Leiche vorgenommen. Ueber die Todesurfache
iſt noch nichts Näheres bekannt. —Der Turnverein 1863 Groß=Zimmern
brachte ſeinem erſten Vorſitzenden, Herrn Eiſenbahnoberinſpektor Georg
Göbel und deſſen Ehefrau Irma geb. Kunz anläßlich der Feier des
Silbernen Ehejubiläums ein Muſikſtändchen, ausgeführt von
der Kapelle des Vereins. Eine Deputation überbrachte dem bewährten
Führer des Vereins die herzlichen Glückwünſche und ein Geſchenk. —
Bei der Hunde=Ausſtellung in Frankfurt erhielt die Deutſche Dogge des
Landwirts Herrn Heinrich Dreſſel hier den 2. Preis. Der 1. Preis
kam auf den Nottweiler des Herrn Hanſtein in Gundernhauſen.”
Bz. Reinheim, 30. April. Faſelmarkt. Der Auftrieb an
Zucht=
vieh war ausnahmsweiſe gegen die Vorjahre als ſehr gut zu bezeichnen.
Auch das Vieh war als ſehr gut zu beurteilen, und es war den
Kommiſ=
ſionen die Entſcheidung ſchwer gemacht. Für die aufgetriebenen Bullen
erhielten 1 u. 1a Preis: Wilhelm Kilp=Biebesheim. 1b Preis Franz
Philipp Ramge 1.=Ueberau. 1e Preis Gg. Wilhelm Kaiſer=Lengfeld. 1d
Preis Gg. Leonh. Lautz 2.=Groß=Umſtadt. Kühe: la und 1b Preis Adam
Mauß 2.=Habitzheim. Jüngere Kühe: 1a Preis Georg Wörner=
Dils=
hofen: 1b Preis Adam Mauß=Habitzheim; 1e Preis derſelbe. Ninder
1. Preis Georg Valentin Ehrhardt=Habitzheim; 1. Preis Philipp Renkel=
Ueberau; Eber: I. Preis Divl.=Ing. Kauth=Gernsheim: 1. Preis Hch.
Böhm=Kohlbacher Mühle; 1. Preis Heinrich Lehr Witwe=Klein=Umſtadt:
Sauen: 1. Preis Philipp Wilhelm Michel=Reinheim. 1. Preis Guſtav
Beſſerer=Reinheim, 1. Preis Dipl.=Ing. Kauth=Gernsheim; Ziegen: 1.
Preis, Friedrich Hildebeutel Groß=Bieberau, 1. Pr. Joh. Phil.
Weid=
mann=Reinheim, 1. Pr. Gg. Rathgeber=Nieder=Klingen. 1. Pr. Götz Gr.=
Bieberau. Junge Ziegen: 1. Preis Philipp Wilh. Weidmann=Reinheim.
Mannheimer Maimarkt 1931.
Die Vorbereitungen zum Maimarkt, welcher am 3., 4. und
5. Mai Ifd. Js. abgehalten wird, ſind getroffen. Es ſind bequeme, allen
Anforderungen genügende Unterkunfts= und Verladegelegenheiten
geſchaf=
fen worden, die den Handel mit Vieh und Pferden unterſtützen und
er=
leichtern.
Nach den Stallbeſtellungen und Anmeldungen zur Prämiierung darf
mit einer guten Zufuhr von erſtklaſſigem Pferdematerial und
Schlacht=
vieh aller Art gerechnet werden. Den Preisträgern winken in dieſem
Jahre neben den Geldpreiſen 24 Ehrenpreiſe.
Pferdeliebhaber und Viehzüchter, Käufer und ſonſtige Intereſſenten
aus Stadt und Land werden wieder in Maſſen erſcheinen, um auf dieſer
größten derartigen Marktveranſtaltung zu kaufen und zu ſehen.
Auf dem Ausſtellungsplatz im Schlachthof iſt neben der
landwirt=
ſchaftlichen Ausſtellung im Freien ein Ausſtellungszelt errichtet, wo die
neueſten Erzeugniſſe in Metzgereimaſchinen, ſowie Bedarfsartikel,
Ge=
räte und Maſchinen für die Landwirtſchaft Gartenbau und Haushalt
gezeigt werden. Der Mannheimer Maimarkt iſt nicht mehr nur
Haupt=
markt und Sammelplatz für den Verkauf von Pferden und Vieh,
ſon=
dern er iſt auch für den Verkauf von Maſchinen, Geräten und anderen
Bedarfsgegenſtänden für Landwirtſchaft, Metzgereigewerbe und Haushalt
bedeutend geworden.
Gleichzeitig findet auch eine allgemeine Ausſtellung und Markt für
Geflügel, Kaninchen und Zuchtprodukte, ſowie der einſchlägigen
Ge=
räte, Futtermittel und dergleichen in zwei großen Hallen auf dem
Vieh=
hof ſtatt; gegenüber dem Vorjahre hat dieſe Sonderſchau eine
bedeu=
tende Vergrößerung erfahren. Erſtmals ſollen in dieſer
Sonderausſtel=
lung unter anderem auch Tiere der Edelpelztierzucht gezeigt werden,
Die Kleintierausſtellung iſt den Maimarktbeſuchern ohne beſondere
Ge=
bühr zur Beſichtigung freigegeben.
Zur Belebung des Maimarktes werden am Montag nachmittag
be=
ſonders ſchöne Tiere den Beſuchern im Ring vorgeführt, und am
Mai=
markt=Dienstag vormittags werden vom Reiterverein Mannheim
zuſam=
men mit dem Reitinſtitut Reichert nach der Vorführung der prämiierten
Tiere im Ring reitſportliche Veranſtaltungen abgehalten.
So wird der Maimarkt wieder ſeine alte Anziehungskraft nicht
ver=
fehlen Für den Beſuch, der nur empfohlen werden kann, ſind noch die
folgenden Erleichterungen geſchaffen:
Es werden Sonntagsfahrkarten ausgegeben von der Oberrheiniſchen
Eiſenbahn=Geſellſchaft für alle drei Tage und von der Reichsbahn= und
der Rhein-Haardtbahn für Maimarkt=Dienstag; die O.E.G. läßt am
Montag und Dienstag Maimarkt=Sonderzüge von Heidelberg ſowie von
Edingen, Neckarhauſen und Seckenheim direkt zum Schlachthof fahren.
Die Eintrittspreiſe werden bei gemeinſamem Beſuch des Marmarktes
und der Ausſtellung „Hausfrau und Handwerk” verbilligt.
n. Groß=Bieberau, 1. Mai. Jubiläum. Der mit den Geſchicken
der hieſigen Bezirksſparkaſſe eng verbundene Rechner und nunmehrige
Direktor Herr Glenz konnte auf eine 25jährige Tätigkeit an dieſer
Kaſſe zurückblicken. Der Vorſtand und Aufſichtsrat hatten eine ſchlichte
Feier im Gaſthauſe Heinrich Reinheimer veranſtaltet, zu der man die
Bürgermeiſter und Vertreter der beteiligten Gemeinden eingeladen hatte.
Auch die Herren Direktoren des Kreisamts und des Sparkaſſenverbandes
waren anweſend. Den eigentlichen Feſtakt eröffnete der Vorſitzende des
Aufſichtsrates, Herr Bürgermeiſter Bonin in Wembach, mit einer
herz=
lichen Begrüßung der zahlreich Erſchienenen und ſeiner Feſtanſprache, in
der er ſchilderte, wie Herr Glenz es verſtanden habe, innerhalb kurzer
Zeit den Geſchäftsbetrieb zu einer beachtlichen Höhe zu bringen, was
be=
ſonders ſeiner zielbewußten Perſönlichkeit zu verdanken ſei. Als Zeichen
der Anerkennung überreichte er dem Jubilar ein von Prof. Lippmann
in Lichtenberg ſtammendes wunderbares Oelgemälde. Die Glückwünſche
des Herrn Miniſters des Innern ſowie des Kreisamtes Dieburg
über=
brachte Herr Kreisdirektor Hemmerde, der auch ſeine perſönlichen
Glück=
wünſche ausſprach und eine beſondere Ehrenurkunde für 25jähriges
treues Wirken überreichte. Herr Direktor Henkel aus Darmſtadt
über=
mittelte Glückwünſche der Landeskommunalbank und des
Sparkaſſenver=
bandes, deſſen Vertreter, Herr Juſtizrat Dr. Reh, leider durch
Krankheit am Erſcheinen verhindert war, und überreichte als Zeichen
treuer Mitarbeit einen Strauß Roſen in kunſtvoller Vaſe. Den Schluß
der Gratulationen bildete die Glückwunſchanſprache des Herrn
Schuh=
machermeiſters Reinig (Ober=Modau) im Namen der Gemeindevertreter.
Herr Direktor Glenz war gerührt ob der zahlreich erwieſenen
Aufmerk=
ſamkeiten und verſprach, auch fernerhin ſeine ganze Perfönkichkeit und
ſeine ganze Kraft in den Dienſt der Kaſſe zu ſtellen. Anfchließend fand
eine kleine Nachfeier mit gemeinſame Eſſen ſtatt. Das Haus
Rein=
heimer zeichnete ſich hierbei durch ſeine freundliche Gaſtlichkeit aus.
Ver=
chiedene Anſprachen wechſelten mit den Vorträgen des Dichters Löffler
aus Roßdorf, der beſonderen Beifall erntete.
Al. Höchſt i. Odw., 30. April. 100 Jahre Gaſthaus „Burg
Breuberg”. Höchſt i. Odw. Das weithin beſtbekannte Gaſthaus „Zur
Burg Breuberg” kann in dieſen Tagen auf ſein 100jähriges Beſtehen
zurüickblicken. Im Jahre 1831 ging der damalige Kloſtererbbeſtandskof
durch Kauf an den Gaſtwirt Hallſtein über, welcher in dieſem ſein
Gaſt=
haus „Burg Breuberg” einrichtete. Nachdem der ebengenannte Beſitzer
Hallſtein den Kloſterhof ein halbes Jahr in Beſitz hatte, erwarb der
dieſige Bäckermeiſter Adam Roth, bei einer Zwangsverſteigerung dieſes
Anwefen. Vor Uebernahme des Kloſterhofes betrieb der Orisbürger
Noth eine Bäckerei im jetzigen Hauſe des Buchdruckers Heinrich Probit,
das zu damaliger Zeit ſein Eigentum war. Seit dieſem Beſitzwechſel
befindet ſich das Gaſthaus „Zur Burg Breubera” mit den dazugehörigen
Gebäulichkeiten im Beſitz der Familie Noth, durch Einheirat jetzt
Ar=
nold. Zur Jubiläumsfeier gab die Kapelle Weiß=Ruppert, Neuſtadt
Odw., im geräumigen Saale des Gaſthauſes „Zur Burg Breuberg”
ein großes Konzert, das ſich eines guten Beſuches erfreute. Die Kapelle
Weiß=Ruppert konnte an dieſem Abend ebenfalls ihr 100jähriges
Spiel=
jubiläum begehen, denn dieſe lange Zeit ſpielt ſie ſchon bei feſtlichen
An=
läſſen im Gaſthaus „Zur Burg Breuberg” zum Tanze auf. Dem
heu=
tigen Beſitzer des Gaſthauſes „Zur Burg Breuberg”, Herrn Heinrich
Arnold und Familie, die als Nachkommen der Familie Roth deren
alt=
bekannte Tradition in Gaſtfreundlickkeit und Zuvorkommenheit
netreu=
lich weiterpflegen, zu ihrem 100jährigen Beſitzjubiläum herzliche
Glück=
wünſche.
b. Erbach 30. April. Eulbacher Marktlotterie. Nach
einer Bekanntmachung des Kreisamtes Erbach hat das Heſſiſche
Innen=
miniſterium nunmehr die Abhaltung der üblichen Eulbacher
Marktlot=
terie endgültig genehmigt. Ziehungstermin iſt der 4. Auguſt 1931. —
Kreistag Erbach. Das Kreistagsmitglied Kurz=Hainſtadt (D.=
V.) hat kürzlich ſein Mandat als Kreistagsmitglied des Kreiſes Erbach
niedergelegt. An ſeine Stelle tritt nach der Feſtſtellung der
Kreiswahl=
kommiſſion Georg Dequis, Schuhmachermeiſter in Reichelsheim.
Herr Kurz bleibt ſelbſtverſtändlich nach wie vor Mitglied des
Kreisaus=
ſchuſſes.
Ch. Breitenbrunn (Kreis Erbach), 1. Mai. Die Neuverpachtung
eines Teiles unſerer Gemeindejagd ſoll am 9. Mai vorgenommen
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Epperts=
hauſen, hier Landgraf=Georg=Straße 100; Geyer, Friedrich Guſtav,
Oberkellner, 46 J., Ludwigshöhſtr. 55. Am 26. April: Schmitz, Luiſe
Eliſabethe, geb. Ruland, 31 J.. Ehefrau des Straßenreinigers, Kolonie
Grohberg 176. Am 25. April: Steinius, Friedrich, Kaufmann, 59
J., ledig, Mühlſtr. 56. Am 26. April: Reeg. Anna Eliſabeth, 6 J.,
Schülerin, Kahlertſtr. 26; Geiſel, Ernſt, Sattlermeiſter, 56 J., ledig,
Pfungſtadt, hier Grafenſtr. 9; Baldner, Charlotte, ohne Beruf,
ledig, Grafenſtr. 9. Am 27. April: Schmitt, Sixtus, Former, 54 J.,
Riedeſelſtr. 68; Weißmantel, Jakob, Dienſtmann, 55 J., Schulſtr. 2.
Am 28. April: Wagner, Margarete, 7 Mon., Roßdörferſtraße 53.
Am 27. April: Habig. Anna Katharina, geb. Becker, 69 J., Witwe des
Weichenſtellers, Klein=Gerau, hier Grafenſtr. 9: Schäfer, Georg,
Landwirt, 31 J., in Wehen, Regb. Wiesbaden, hier Hermannſtr. 6. Am
B. April: Laut, Margarete, geb. Opper, 56 J., Ehefrau des
Schmiede=
meiſters, Arheilgerſtr. 35: Hilger, Johann Karl. Oberbahnaſſiſtent
i. R., 75 J., Viktoriaſtr. 68. Am 29. April: Bernhard, Otto Emil,
Kammermuſiker i. R., 67 J.. Gutenbergſtr. 29; Hauck. Katharina, geb.
Keil, 61 J.. Ehefrau des Poſtinſpektors i. R., Kranichſteinerſtraße 54.
Am 28. April: Schönhagen, Johanna Eliſabeth. geb. Hoffmann,
69 F., Witwe des Schreiners Nieder=Ramſtädterſtraße 51. Am 29. April:
Röth, Katharina, geb. Ditter, 81 J., Witwe des Oktroierhebers,
Rhönring 125. Am 30. April: Klöppinger, Heinrich, 5 Mon.,
Eſchollbrücker Straße 44. Am 29. April: Lorenz Heinrich,
Loko=
motivführer i. R., 70 J., Rhönring 39. Am 1. Mai: Hauck, Georg 5.,
Landwirt, 49 J., Schaafheim, hier, Grafenſtraße 9; Zimmermann,
Clemens, Zoll= und Betriebsaſſiſtent i. R., 75 J., Schulſtraße 16.
Kirchliche Nachrichken.
Samstag (2. Mai).
Stadtkirche. Abends 8.30 Uhr: Andacht.
Sonntag Kantate (3. Mai).
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. (Kantate von J. S.
Bach.) Pfarrer Vogel. — Vorm. 11.30 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Lautenſchläger.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—6 Uhr zu ſtiller Andacht
ge=
öffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß.
Vorm. 11.30 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Dekan Zimmermann.
Vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan Zimmermann. Vormittags
411.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Dekan Zimmermann. Nachmittags 5 Uhr:
Abendgottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 5. Mai, abends 8 Uhr:
Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch, 6. Mai, und
Samstag. 9. Mai, nachm. 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der
Stadt=
gmeinde. — Donnerstag, 7. Mai, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung
der Stadtgemeinde. — Samstag. 9. Mai, abends 8 Uhr:
Jugendvereini=
gung der Stadtgemeinde, Poſaunenchor.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 3. Mai, vorm. 9 Uhr:
Chriſtenlehre für die Reformationsgemeinde (Oſtbezirk). Pfarrer
Lautenſchläger. — Nachm. 2.30 Uhr: Taubſtummengottesdienſt. Pfarrer
Heß. — Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (
gemein=
ſamer Abend). — Montag, 4. Mai, abends 8 Uhr: Jugendbund der
Lirkasgemeinde. — Männervereinigung der Lukasgemeinde:
Hauptver=
ſemmlung (Jahresbericht, Rechnungsablage, Vorſtandswahl). —
Diens=
tag. 5. Mai, abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkirche. —
Jugendver=
beirigung der Stadtgemeinde (ältere Abteilung). — Mädchenvereinigung
der Reformationsgemeinde (jüngere Abteilung). — Mittwoch, 6. Mai.
nachmittags 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde. — Abends 8 Uhr:
Krrchenchor der Stadtkapelle und Schloßkirche. — Jugendbund der
Markusgemeinde. — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde
ältere Abteilung). — Donnerstag, 7. Mai, abends 8 Uhr:
Jugendver=
ei nigung der Stadtgemeinde. — Freitag, 8. Mai, abends 8 Uhr:
Jugend=
brnd der Kaplaneigemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Dr. Bergér.
Martinskirche. Vormittags 8 Uhr: Frühgottesdienſt, zugleich
Cyriſtenlehre für beide Abteilungen der Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer
Beringer. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen
ASendmahls. Pfarrer Dr. Bergér. Anmeldung von 9.30 Uhr an in der
Sakriſtei. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt für die
Martins=
gimeinde Weſt. Pfarrer Dr. Bergér.
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Kandidat Vögler.
Martiusgemeinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.) Dienstag, 5. Mai,
Tahends 8 Uhr, im Martinsſtift: Kirchenchor; im Gemeindehaus:
Jugend=
mreinigung. — Mittwoch, 6. Mai, nachm. 2 Uhr, im Gemeindehaus:
Krndarbeits= und Strickſchule. — Donnerstag, 7. Mai, abends 8 Uhr,
inx Martinsſtift: Mädchenvereinigung (Oſt); im Gemeindehaus:
Mäd=
chenvereinigung (Weſt); Mauerſtr. 5: Poſaunenchor. — Freitag. 8. Mai,
anends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ältere Abteilung.)
— Samstag. 9. Mai, nachm. 2 Uhr, im Gemeindehaus:
Handarbeits=
uurd Strickſchule.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Montag, 4. Mai, abends
Uhr: Kirchenmuſikaliſche Abendfeier (Alte Meiſter).
Die Johanneskirche iſt wochentags von 9—7 Uhr zu ſtiller Andacht
Auöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10
USr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kändergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker.
Veranſtaltungen. Sonntag, 3. Mai, nachm. 1 Uhr: Treffen
des „Mütterabends” im Hauptbahnhof zum Ausflug nach dem
Frauen=
erholungsheim bei Nieder=Ramſtadt.
Beffſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8,30 Uhr: Chriſtenlehre
(Weſtbezirk). Pfarrer Irle. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Irle. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindegottesdienſt (Weſtbezirk). Pfarrer Irle.
Veranſtaltungen: Sonntag, 3. Mai, abends 8,15 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, 4. Mai, nachm. 3 Uhr: Vorſtandsſitzung
des Frauenvereins. — Abends 8.15 Uhr: Mädchenvereinigung. —
Diens=
tag, 5. Mai: Monatsverſammlung der Männervereinigung auf 8 Tage
verſchoben. — Mittwoch, 6. Mai, nachm. 3 Uhr: Sitzung der
Frauen=
hilfe. — Donnerstag, 7. Mai, abends 8,15 Uhr: Frauenabend mit
Licht=
bildervortrag von Oberreallehrer Frank über: „Die deutſche Hausfran
und Mutter im Dienſte des Tierſchutzes in chriſtlicher Beleuchtung” —
Freitag. 8. Mai, abends 8 Uhr: Mädchenchor. — 8.15 Uhr: Kirchenchor.
— Samstag, 9. Mai, abends 7.30 Uhr: Singekreis.
Pauluskirche Vorm. 8.30 Uhr: Chriſtenlehre. Pfarrer Müller.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Müller. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Müller.
Veranſtaltungen: Sonntag, 3. Mai, abends 8 Uhr:
Jugend=
vereinigung. — Montag, 4. Mai, abends 8 Uhr: Jugendbund. —
Diens=
tag. 5. Mai. abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Mittwoch, 6. Mai, nachm.
3 Uhr: Ausflug des Frauenvereins zur Ludwigshöhe. — Donnerstag,
7. Mai, abends 8 Uhr: Jugendbund. — Samstag. 9. Mai, abends 7.30
Uhr: Jugendvereinigung: Schülervorſtellung: „Peter Johſts
Himmel=
ſahrt‟ Eintritt 20 Pfg.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Evang. Sonntagsverein:
Nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, 7. Mai, abends
8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag: Verbands=Konferenz. Vorm.
9 Uhr: Gebetsverſammlung mit anſchließender Vertreterverſammlung.
— Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3 Uhr: Thema: „Das
vierfache Amt des Heiligen Geiſtes”, Anſchließend: Gemeinſame
Abend=
mahlsfeier. — Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. —
Diens=
tag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. — Abends 8,30 Uhr: Blaukreuz=
Bibelſtunde. — Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gemiſchter Chor. —
Don=
nerstag, abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Bringmann. — Freitag,
abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſungerſtr. 80.
Pre=
diger Neuber. — Samstag, abends 8,15 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag: Teilnahme an der
Gemeinſchafts=Konferenz. — Abends 8.30 Uhr: Weißkreuzſtunde für
junge Mädchen und Spielkreis für junge Männer. — Dienstag, abends
8.30 Uhr: Mädchenkreis. — Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund. —
Abends 8,30 Uhr: Freundeskreis für junge Männer. — Donnerstag.
abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen im Freundinnenheim,
Sandſtr. 24. Jeden Mittwoch, abends 8,30—930 Uhr: Abwechſelnd
Nähen mit Zuſchneiden, Leſeabend. — Jeden Donnerstag, abends 8.15
bis 10 Uhr: Zuſammenkunft.
Chriftlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22. Infant.=
Kaſerne, Hof links). Hauptabteilung: Sonntag, abends 8 Uhr:
Mit=
gliederzuſammenkunft (Bunter Abend). — Mittwoch, abends 8,30 Uhr:
Familienbibelſtunde mit Studienrat Knöpp. — Donnerstag, abends 8,30
Uhr: Heimabend. — Jungvolk: Sonntag, nachm. 5 Uhr: Leſeſtunde
(Von einem, der auszog). Das Heim iſt von 3 Uhr an offen. —
Diens=
tag, abends 8,30 Uhr: Jungvolkabend. — Freitag, abends: Auf dem
Sportplatz. — Jungſchar: Mittwoch, nachm. 3.30—5.30 Uhr: Singen,
Geſchichte, Ausklang.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtr.). Sonntag, den 3. Mai, vorm. 10 Uhr:
Menſchenweihe=
handlung mit Predigt.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 4. Mai, abends 8,30 Uhr,
im Feierabend, Stiftſtr. 51: Bibelſtunde.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtliche Verſammlung. Zimmerſtraße 4. Sonntag, den 3. Mai,
vorm. 11.15 Uhr: Sonntagsſchule; nachm. 4,30 Uhr: Verkündigung des
Wortes Gottes. Mittwoch, den 6. Mai, abends 8,15 Uhr: Gebetſtunde.
Freitag, den 8. Mai, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag (Vierteljahrsfeſt),
vorm. 10 Uhr: Predigt: G. Killinger=Frankfurt 1. 11 Uhr:
Sonntags=
ſchule; nachm. 4 Uhr: Predigt und Feier des hl. Abendmahles: G.
Kil=
linger=Frankfurt 1. Montag, abends 8,15 Uhr: Allianzgebetsſtunde.
Dienstag, nachm. 3 Uhr: Frauenmiſſionsverein; abends 8,15 Uhr:
Sing=
ſtunde (Geſangbuch mitbringen). Donnerstag, abends 8.15 Uhr: Bibel=
und Gebetſtunde.
Methodiſten=Gemeinde (Evang. Freikirche), Wendelſtadtſtraße 38.
Sonntag, 3. Mai: Vormittags 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr:
Predigt. Thema: „Des Andern Laſt” Prediger E. Bültge.
Mitt=
woch, 6. Mai, abends 8 Uhr: Bibel= und Gebetſtunde. Prediger E.
Bültge. Freitag, 8. Mai, abends 8 Uhr: Frauen=Miſſionsverein.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten). Mauerſtraße 17.
Sonntag, den 3. Mai, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Um 11 Uhr:
Sonntagsſchule. Nachm. um 4 Uhr: Predigt. Abends 8.15 Uhr:
Jugend=
ſtunde. Mittwoch, den 6. Mai, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde. Freitag,
den 8. Mai, abends 8,15 Uhr: Gebetsverſammlung.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag, den
3. Mai, vorm. 9.30 Uhr: Andacht (Prediger Kruſt). 11.15 Uhr:
Sonn=
tagsſchule. Nachm. 3.30 Uhr: Jugendbundſtunde. Abends 8 Uhr:
Evan=
geliumsverkündigung. (Prediger Kruſt.) Mittwoch, abends 8,15 Uhr:
Bibelſtunde.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Seience Society)
in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule. Neckarſtraße 3. Gottesdienſte
jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und dritten Mittwoch
im Monat, abends 8.15 Uhr. Thema am 3. Mai: „Ewige Strafe‟;
Predigt: Matthäus 12: 37.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3. Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Heili=
gungs=Verſammlung; 11.30 Uhr: Kinder=Verſammlung; 3 Uhr:
Weg=
weiſer=Unterricht: „5 Uhr: Kinder=Verſammlung; 8 Uhr: Oeffentliche
Heilsverſammlung. Montag, abends 8 Uhr: Abſchieds=Verſammlung von
Majorin A. Schmidt und Leutnantin E. Ripple: Dienstag, abends
8 Uhr: Mitgliederverſammlung. Mittwoch, abends 8 Uhr:
Heilsver=
ſammlung. Donnerstag, abends 8 Uhr: Heimbund. Freitag, abends
8 Uhr: Heiligungsverſammlung.
Advent=Gemeinde, Waldſtraße 18. Samstag, den 2. Mai,
9.30—11.30 Uhr: Gottesdienſt. — Sonntag: Jugendwandern It.
Vereinbarung. — Mittwoch, 2.30 Uhr: Religions= und
Erſatz=
unterricht, abends 8 Uhr: Bibelſtunde i. H. — Donnerstag, abends
8 Uhr: Armennähabend. — Freitag, abends 8 Uhr: Gebets= und
Erbauungsſtunde. — Samstag, den 9. Mai, 8.45 Uhr: Lehrerv.=
Sab.=Schule und Predigt.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Darm=
ſtadt. Grafenſtraße 20 (Fürſtenſaal): Jeden Dienstag, abends
8 Uhr: Bibelſtudium mit Diskuſſion. — Sonntags, vorm. 10 Uhr:
Kinderverſammlung. — Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr: Oeffentl.
Vortrag im Saalbau. Redner: Dr. phil. Merk.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I, Hindenburgſtr. (ehemaliges
Kaſino), Sonntag, den 3., vorm. 9,30 Uhr und nachm. 4 Uhr, und
Mitt=
woch, den 6. abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt 2, Bismarckſtr. 54. Sonntag,
den 3., vorm. 9,30 Uhr, und nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 6., abends
8,30 Uhr: Gottesdienſt.
B.=K. im Bund deutſcher Bibelkreiſe, Darmſtadt, Alexanderſtr. 22.
gstag, 2. Mai, nachm. 3 Uhr: Geländeſpiele (Botaniſcher Garten).
Mittwoch, 6. Mai, nachm. 4 Uhr: Spielen am Tierbrunnen. —
Donnerstag, 7. Mai, abends 8,15 Uhr: Heimabend für Aeltere. —
Samstag, 9. Mai: B.=K. im Heim.
Bund der Mädchen=Bibelkreiſe. Samstag, 2. Mai, nachm. 3—4 Uhr:
Schiilerinnen (unter 14 Jahren), Stiftſtr. 16. — Dienstag, 5. Mai.
abends 8 Uhr: Arbeitsbeſprechung, Stiftsſtr. 9. — Mittwoch, 6. Mai,
nachm. 5—6 Uhr: Schülerinnen (über 14 Jahre), Stiftsſtr. 16.
Auswärtige Gemeinden.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 3. Mai, 8.45 Uhr:
Chriſtenlehre: 9.30 Uhr: Gottesdienſt: 10.30 Uhr: Kindergotresdienſt der
Großen; 13 Uhr: Kindergottesdienſt der Kleinen. Mittwoch:
gemein=
ſamer Abend der E. J. G.
Evangeliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 3. Mai:
Vorm. halb 10 Uhr: Hauptgottesdienſt; halb 11 Uhr: Chriſtenlehre:
nachm. 2 Uhr: Gottesdienſt in Waſchenbach. Montag:
Jugendver=
einigung. Dienstag: Jungmädchenverein. Mittwoch; Kirchenchor.
Donnerstag: Frauenverein.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, den 3. Mai. 9.30
Uhr: Gottesdienſt; 10,30 Uhr: Chriſtenlehre. Montag: Jugendverein.
Dienstag: 6—7 Uhr: Bücherausgabe, halb 9 Uhr: Bibelſtunde.
Mitt=
woch: Kirchenchor. Donnerstag: Mütterabend. Poſaunenchor im
Schul=
ſaal. Helferbeſprechung im Pfarrhaus. Freitag: Mädchenverein.
Sams=
tag: Jugendverein.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, 3. Mai., vorm. 9.30 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Vorm. 10.30 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm.
245 Uhr: Jahresfeſt der Kirchengeſangvereine des Dekanats.
Prediger Profeſſor Dr. Becker=Darmſtadt. — Montag:
Frauen=
verein. — Dienstag: Kirchengeſangverein und Poſaunenchor
Donnerstag: Jungmädchenverein. — Freitag: Jugendbund
Wart=
burg.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim, Groß=Gerauerſtraße 3.
Sonn=
tag, den 3., nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 6., abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt, Bahnhofsſtr. 22.
Sonn=
tag, den 3., nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 7., abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde, Rüffelsheim, Mainzerſtraße 82.
Sonn=
tag, den 3., nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 7., abends 8 Uhr:
Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf. Dieburgerſtraße 22.
Sonn=
tag, den 3., nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 6., abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt, Weingartenſtraße 35.
Sonn=
tag, den 3., vorm. 9,30 Uhr, und Donnerstag, den 7., abends 8.30 Uhr:
Gortesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Bahnhofſtr. 25.
Sonn=
tag, den 3., vorm. 9,30 Uhr. und Donnerstag, den 7., abends 8,30 Uhr:
Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte=Darmſtädterſtr. 14.
Sonn=
tag, den 3., vorm. 9,30 Uhr, und Donnerstag, den 7., abends 8,30 Uhr:
Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Eber=
ſtadt, Pfungſtädter Straße 7,I (Reſtaurant zur Harmonie): Jeden
Donnerstag, abends 8 Uhr: Bibelſtunde mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Rein=
heim i. Odw., Kirchſtraße 93. Jeden Samstag, abends 8 Uhr:
Bibelſtunde mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Auer=
bach, Darmſtädter Straße 28. Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr:
Bibelſtunde mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Bicken=
bach, Darmſtädter Straße 69. Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr:
Bibelſtunde mit Diskuſſion.
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im blühenden Alter von 26 Jahren.
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Familie Buchsbaum, Groß=Zimmern
Beineſtraße 39.
Darmſtadt, den 4. Mai 1931.
Dſe Beerdigung findet= Samstag, den 2. Mal 1931,
nachmittags 3½ Uhr auf dem alten Friedhof an der
Nieder=Ramſtädterſiraße ſtatt.
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Seeheim a. Bergſtr., 1. Mai 1931.
Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Mai,
12½ Uhr vom Trauerhaus aus, ſtatt.
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Samstag, den 2. Mai 1931
Nummer 121
Har Tnt ſiitt Aeſitt
Am die Deutſche Meiſterſchaft.
Polizei Gokha — Sb. Darmſtadk 1898.
Die 98er ſtehen vor einer ſchweren Aufgabe: Sie haben morgen
nachmittag 3½ Uhr auf vem Wackerplatz in Gotha gegen den
dor=
tigen Polizeiſportverein, den mitteldeutſchen Tabellenzweiten,
an=
zutreten. Ob die Darmſtädter dieſes Zwiſchenrundenſpiel um die
deutſche Meiſterſchaft erfolgreich beſtreiten werden, iſt ungewiß.
da ein Vergleich der beiderſeitigen Spielſtärke unmöglich iſt. Auf
jeden Fall wird es ein ſchweres Spiel geben, da Gotha, das in der
Vorrunde in Breslau gegen die ſpielſtarke Reichswehr Carlowitz
gewonnen hat, vor eigenem Publikum alles aufbieten wird, um
die Darmſtädter zu beſiegen. Die 98er werden in ſtärkſter
Auf=
ſtellung, alſo mit Fuchs nach Gotha fahren. Die Darmſtädter
Handballgemeinde hofft auf Sieg. Ob dieſe Hoffnung zu
verwirk=
lichen iſt, kann erſt das Spiel zeigen. Die Lilienträger werden
ſich der Bedeutung des Spieles entſprechend einzuſtellen wiſſen.
Ermahnungen dürften überflüſſig ſein, ſo daß nur feſtzuſtellen
wäre, daß die beſten Wünſche die Mannſchaft begleiten.
Die Darmſtädter Elf fährt heute mittag 12.30 Uhr. Die
Autobusfahrt für etwaige Schlachtenbummler iſt nicht zuſtande
ge=
kommen, da die Meldungen der Zahl nach nicht ausreichten. Wir
machen aber darauf aufmerkſam, daß bei Benutzung des
Vormit=
tags=Schnellzuges 6 Uhr die Möglichkeit beſteht, die Fahrt nach
Gotha und zurück in einem Tag zu beſtreiten. (Ankunft in
Darm=
ſtadt nachts 12 Uhr.)
Eintracht Darmſtadt.
Am Sonntag begibt ſich die 1. Handballmannſchaft nach
Frank=
furt, um gegen Rot=Weiß, Ligaerſatz, ein Freundſchaftsſpiel
aus=
zutragen. Das Spiel gilt als Eröffnung eines Handball=
Blitz=
turniers, das anſchließend ausgetragen wird.
Reichsbahn Darmſtadt.
In der Bezirksrunde gehen die Pflichtſpiele zu Ende. Am
kommenden Sonntag, den 3. Mai nachmittags 3 Uhr, findet auf
dem Sportplatz am Dornheimer Weg für die Grün=Weißen das
letzte Spiel auf eigenem Platze ſtatt. Der Gegner iſt die
ſpiel=
ſtarke Elf aus Mainz, eine für Darmſtadt nicht unbekannte
Mannſchaft. Die Gäſte werden der Platzelf den Sieg nicht leicht
machen, da dieſelben die Punkte zur Verteidigung des 2.
Tabellen=
platzes dringend benötigen. Dies dürfte für die Grün=Weißen
ge=
nügen, um vom Anſtoß weg auf Sieg zu ſpielen. Da das
Vor=
ſpiel in Mainz für Darmſtadt 3:6 lautete, werden die Platzherren
mit derſelben Hingebung und Eifer ſpielen, damit die Zuſchauer
ein ſchönes Handballſpiel zu ſehen bekommen. Die Mannſchaft
ſteht wie folgt: „Hahndorff; Metzler, Naumann; Wegeſchenkel,
Arnold, Fey; Weſp. Hartmann, Recke, Wolf, Schmidt. Vor
die=
ſem Spiel ſteigt ein Treffen der 2. Mannſchaften um 2 Uhr.
Freie Tade. Darmſtadt — Offenbach.
Im Rahmen des Vereinsſportfeſtes findet am
Sonn=
tag das zweite Spiel um die Kreismeiſterſchaft zwiſchen
vorge=
nannten Mannſchaften ſtatt. Nachdem Darmſtadt ſein erſtes Spiel
gegen Langen mit einer ziemlichen Doſis Pech verloren hat darf
die Mannſchaft, wenn ſie Wert auf die Erringung eines
ſport=
lichen Titels legt, kein Spiel verlieren. Langen konnte auch das
Spiel gegen Offenbach mit 3:1 gewinnen, und führt nun die
Ta=
belle mit 4 Punkten an. Der Verlierer des Spiels am
kommen=
den Sonntag dürfte endgültig aus dem engeren Bewerb
ausge=
ſchaltet ſein. Grund genug für beide Vereine, ihre beſten
Vertre=
tungen zu ſtellen. Darmſtadt geht ausgeruht in das Spiel, hat
doch die Mannſchaft die beiden letzten Sonntage pauſiert. Bei
kritiſcher Betrachtung der Leiſtungen beider Mannſchaften darf
man unſerem heimiſchen Vertreter ein gewiſſes Plus zuſprechen.
Insbeſondere der Sturm dürfte über eine größere
Durchſchlags=
kraft verfügen, während ſich die Hintermannſchaften ungefähr die
Wage halten. Anſchließend an das Handballſpiel tritt die erſte
Fußballmannſchaft gegen die beſtbekannte Elf der
Fr. Tgm. Heidelberg an. Es iſt ſomit Gelegenheit gegeben,
neben den leichtathletiſchen Wettkämpfen, an denen Heidelberg
ebenfalls teilnimmt, ein bedeutendes Handballſpiel und ein
inter=
eſſantes Fußballſpiel zu ſehen. Die Eintrittspreiſe für die
Ge=
ſamtveranſtaltung ſind mehr als volkstümlich gehalten.
24
in der 9.T.
Worfelden — Bickenbach, Arheilgen — Turn= und Fechtklub
Frankfurt Beſſungen — Groß=Zimmern „Vorwärts” Langen —
Turnv. Niederrad. Büttelborn — Egelsbach, Crumſtadt — Nied.=
Ramſtadt Roßdorf — Hahn, Buchſchlag — Urberach, Erfelden —
Worms=Pfiffligheim, Auerbach — Heppenheim und Zell —
Hüt=
tenfeld.
An der Einſchränkung der Handballſpiele iſt die allmähliche
Umſtellung zum Sommerbetrieb auf den Spielplätzen deutlich zu
verſpüren. Trotzdem ſind ein paar auserleſene Begegnungen
da=
bei.. So wird es ſich zeigen, ob Bickenbach glatt mit Worfelden
fertig wird, wie es den Anſchein hat. Langen muß eine ſorgfältig
aufgeſtellte Elf gegen Niederrad bringen, wenn die Frankfurter
nicht abermals ſiegen ſollen. Auch Arheilgen darf nicht allzuviel
probieren, da der Gegner zum mindeſten ebenbürtig iſt. Das
Beſ=
ſunger Spiel dürfte ſich eines lebhaften Zuſpruchs erfreuen da
man von Groß=Zimmern nur allerbeſtes in letzter Zeit hörte.
Uebrigens weilen die Odenwälder eben häufig im Main=Rhein=
Gau als Gaſt, weil es bei ihnen an ſpielſtarken Gegnern mangelt.
Man darf dieſen Umſtand bei der Klärung der immer noch
ſchwe=
benden Frage in der Kreisklaſſe ruhig in Erwägung ziehen, zumal
es ſich gezeigt hat, daß unſere Meiſterklaſſe nicht ſchlechter iſt, als
die Kreiself Groß=Zimmerns. Trotzdem wird ſich Beſſungen
ge=
waltig ſtrecken müſſen. Egelsbach ſollte zur Niederlage des
Vor=
ſpiels eine Wiederholung bekommen, da Büttelborn daheim kaum
zu ſchlagen iſt. Sonderbarerweiſe muß Büttelborn ab und zu eine
Zwangspauſe haben, die die Elf jedesmal ſchwer ſchädigt. Könnte
ſich die Elf zu einer ruhigen Entwicklung beſinnen, ſo müßte das
Ziel — die Kreisklaſſe — erreichbar ſein. In Crumſtadt iſt alt
und jung auf den Beinen, um die Mannſchaft zu ſehen, die der
ihrigen kürzlich eine zeitweiſe Niederlage von 1:5 beibrachte. Man
wird ſich hoffentlich erinnern, daß die Beſonnenheit beim Vorſpiel
gerade noch eine erhebliche Schädigung abgewendet hat. An dem
Hahner Sieg in Roßdorf zweifelt wohl niemand. Dagegen ſollte
Buchſchlag daheim gegen Urberach erfolgreich ſein. Erfelden ſteht
vor einer großen Aufgabe mit den Ueberrheinern. Die beiden
Spiele an der Bergſtraße ſtehen nicht nach, jedoch iſt ihr Ausgang
ungewiß. Vieleicht werden Zell und Heppenheim ſiegen.
Hockey.
T. H. Darmſtadt — S.=V. 98.
Nach langjährigen Bemühungen gelang es endlich, den
Hockeyſport in Darmſtadt wieder zupflegen, d. h.
eine Hockeyabteilung zu gründen. Nachdem der ſeinerzeit ſo
rüh=
rige Darmſtädter Hockeyklub leider eingegangen iſt, haben es ſich
einige begeiſterte Hockeyjünger im Spv. 98 zur Aufgabe gemacht,
allen Intereſſenten des ſchönen Sports eine Spielgelegenheit zu
ſchaffen. Die neugegründete Abteilung tritt
heute, Samstag, nachmittags 15.30 Uhr, am Hochſchulſtadion,
an, um gegen die Hockeymannſchaft der Techniſchen Hochſchule ihre
Feuertaufe zu beſtehen. Es iſt zu begrüßen, daß die T. H. D.,
deren Hockeymannſchaft in letzter Zeit gerade in ganz großer Form
war (Südweſtdeutſcher Hochſchulmeiſter), der neugegründeten
Mannſchaft des Spv. 98 eine ſo günſtige Trainings= und
Spiel=
gelegenheit bietet. Der Spielausgang dürfte ziemlich offen ſein.
Fechken.
Turngemeinde Darmſtadt 1846.
Nachdem die Bezirks= und Gau=Wettfechten für die Unter= und
Ober=Stufe ſoweit ſtattgefunden, konnte die Fechterſchaft der
T.G.D, 1846 die alljährlich ſtattfindenden Wanderpreisfechten bei
guter Beſetzung vornehmen. — Die Ergebniſſe: Unterſtufe Florett:
Sieger: Raidl; Unterſtufe Florett (Frauen): Siegerin: Frau
Burkhardt: Oberſtufe Florett: Sieger; Haun; Oberſtufe leichten
Säbel: Sieger Haun.
Hinaus aus dem Häuſermeer!
Zum Jugendtag!
Zum Jugendtag des Süddeutſchen Fußball= und Leichtathletik=Verbandes
am 3. Mai 1931.
Einer Woche Hammerſchlag,
Mitten zwiſchen Häuſerquadern,
Laſtet noch auf unſern Adern.
Aber keiner wagt zu hadern:
Herrlich lacht der Sonnentag!”
Wer hat ſich nicht ſchon Gedanken darüber gemacht, daß das
Körper=
gefühl und die Naturfreudigkeit unſerer Zeit ſich ſo ſehr unterſcheidet
von dem der früheren Jahre? Es wird wohl ſchon ſo ſein, daß wir es
hier mit einem Hervorbrechen der, rätſelhaften Geſetze der Natur zu
tun haben, die einfach da ſind und von niemand ergründet werden
kön=
nen. Das iſt es, was an jedem ſchönen Sonntage die Milliaonen
hinaus=
treibt auf die Sportplätze, in die Freibäder, in die Wälder unſeres
Landes. Das iſt es, das in dieſer Zeit, in der Moloch Maſchine jährlich
Zehntauſende blühender Menſchen zum Opfer fordert, ein Gegengewicht
durch Schaffung einer kräftigeren, widerſtandsfähigen und unfallſicheren
Menſchheit bildet. — Deshalb gilt es auch, alle diejenigen, die noch in
den Häuſermeeren ſchlummern, herauszuholen, und ſie durch
kräftigen=
den, freudeſpendenden Sport in die Maſſen derer einzureihen, welche
beſſer als die anderen befähigt ſind, die Schwere der Zeit zu meiſtern.
Die Jugend richtet am Jugendtage nicht nur für ihre jugendlichen
Brü=
der, ſondern auch an alle Erwachſene den Appell:
Heraus aus dem Häuſermeer!
Der Jugendtag findet im Gau Bergſtraße ſtatt:
in Darmſtadt: Polizei=Sportplatz;
im Gau Dreieich in Meſſel;
im Gau Ried in Lampertheim, VfL.=Platz.
Jugendtag des 25b.
S.=V. 98 — Haſſia Dieburg.
Im Rahmen des Jugendtreffens auf dem Platze des
Polizei=
ſportvereins ſtehen ſich am Sonntag auch zwei aktive Mannſchaften
gegenüber. Der Sportverein Darmſtadt mit ſeiner Ligamannſchaft
mißt ſeine Kräfte mit dem Vertreter der Kreisliga, dem
Sport=
klub Haſſia Dieburg. Beide Vereine ſind von der Behörde für
dieſen Tag verpflichtet worden, um nach langen Punktkämpfen
das Spiel als ſolches vor den Augen der Zuſchauer zu zeigen Es
ſoll ein Propagandaſpiel ſein, das alle wieder zurückführen ſoll in
die Gefilde des Spiels, das ja die Grundidee auch des
Punkte=
kampfes iſt. Es iſt alſo nicht an ein reines Kräftemeſſen gedacht,
ſondern an eine Begegnung zweier Mannſchaften, die zeigen ſollen
und wollen, daß man auch noch ritterlich zu ſpielen verſteht. In
dieſem Sinne wird ſich am Sonntag der „Kampf” abſpielen, der
zwei Gegner zuſammenführt, die von dem ehrlichen Willen zu
ſportlich einwandfreiem und techniſch hochſtehendem Spiele beſeelt
ſind. Möge ihnen gutes Wetter und ein zahlreiches ebenſo
ſport=
lich denkendes Publikum beſchieden ſein.
Sportverein 1898. Jugend.
Alle Jugendlichen und Schüler müſſen ſich an dem
Jugend=
tag beteiligen. Schwänzer erhalten Sperre. — 1. Jgd. tritt
be=
reits 12.45 Uhr auf Polizeiplatz an. Alle übrigen müſſen um
3 Uhr umgezogen ſein und an der Gymnaſtikvorführung
teil=
nehmen.
Rot=Weiß — Spielvgg. Arheilgen.
Heute abend wartet Rot=Weiß mit einer
Doppelveran=
ſtaltung auf. Um 5 Uhr findet das Hadballſpiel der Liga gegen
den hieſigen Akadem. Sportklub ſtatt. Um 6 Uhr empfangen die
Fußballer die Ligamannſchaft der Spielvgg. Arheilgen. Arheilgen
tritt wieder mit vollſtändiger Beſetzung an: Körber-
Barne=
wald 1., Barnewald 2—Schwert, Becker, Krug—Bohl, Rückerich,
Murmann Bauer, Hunsdorf. Rot=Weiß hat wohl in den letzten
Spielen ſehr gute Leiſtungen gezeigt, wird aber heute noch mehr
zeigen müſſen, um ehrenvoll abzuſchneiden.
Eintracht Darmſtadt—S. V. Roßdorf.
Heute Samstag, 6 Uhr, findet auf dem Sportplatz
Roßdorf am Schwimmbad obiges Treffen ſtatt. Man darf auf den
Ausgang dieſes Spiels geſpannt ſein, zumal ſich beide
Mannſchaf=
ten ſchon 2 Jahre nicht mehr gegenüberſtanden. Roßdorf tritt zu
ſeinem heutigen Spiel erſtmalig mit kompletter Elf an. Bei
Ein=
tracht ſind 3 Mann bezuflich am Spielen verhindert. Mannſchaft
und Anhänger fahren, um 5 Uhr ab Oſtbahnhof, anſchließend
gemütliches Beiſammenſein in Roßdorf.
Ganz wie erwarkel.
Kreisliga Südheſſen.
Tag der Jugend.
Eine Heerſchau der Jugend — Spielruhe bei den Aktiven,
ſo=
weit ſie nicht zu den Repräſentativſpielen hinzugezogen ſind.
das iſt das ſportliche Bild des erſten Sonntags im Mai. Die
bei=
den Gaue unſeres Kreiſes marſchieren dieſes Jahr getrennt; Gau
Ried hält in Lampertheim und Gau Weſtrhein hält
in Worms ſeine Veranſtaltung ab. Das Programm für dieſen
Tag iſt in beiden Lagern ſehr gut ausgearbeitet und ſieht für den
Gau Ried ſo aus:
Samstag, den 2. Mai, abends 8 30 Uhr, im „Kaiſerhofſaal”,
Lampertheim: Jugend= und Elternabend.
Sonntag, den 3. Mai, ab vormittags 9 Uhr. auf dem V.f.L.=
Platze: Leichtathletiſche Jugendwettkämpfe; vorm. 11.30 Uhr:
Fauſtballſpiel; nachm. 1.30 Uhr: Schüler=Fußballſpiel, Kreisliga
gegen Schüler der A=Klaſſe; nachm. 2.30 Uhr: Handballſpiel
Biebesheim—Groß=Rohrheim, 1. Mannſchaft; „nachm. 3.30 Uhr:
Jugend=Fußballſpiel Kreisliga gegen Jugend der A=Klaſſe; nachm.
4.45 Uhr: Fußballrepräſentativſpiel, Auswahlmannſchaft Ried
gegen Lampertheim; anſchließend Siegerehrung.
Die Mannſchaften für das Repräſentativſpiel lauten: Ried:
Weißbach, Hofheim: Ehrler und Kohr, Biblis: Landgraf,
Bob=
ſtadt; Müller, Biblis; Klingler, Hofheim; „Weyrich, Bensheim;
K. Seib, Biblis; Weyrich 2. Bensheim: Lindemeier und Köhl 3,
Gernsheim. Erſatz: Vowinkel, Gernsheim; Kleber und Gotha,
Bürſtadt. — Lampertheim komb.: Biedermann, V.f.L. (2.
Halbzeit Schollmeyer, Olympia); Kleber. V.f.L.; Klotz, Olympia;
Schön 2., Olympia; Trommershäuſer, V.f.L.; Koch Olympia;
Hoffmann, V.f.L.: Maroko und Weyand, Olympia; Rupp. V.f.L.;
Münzenberger, V.f.L. Erſatz: Steffan, V.f.L., und Eberhard,
Olympia. Beide Zuſammenſtellungen ſind gut gewählt; man
rechnet mit einem netten Spiel.
Gau Weſtrhein hat im weſentlichen ein gleiches
Pro=
gramm zuſammengeſtellt; auch hier findet ein Repräſentativſpiel
— Stadt gegen Land — ſtatt, wobei Spieler verſchiedener
Vereine der Kreisliga und A=Klaſſe herangezogen ſind. Dieſe
Veranſtaltung wickelt ſich auf dem Alemanniaplatz ab
Man hofft bei angenehmem Wetter auf zahlreiche Beteiligung
aller Schichten der Bevölkerung
Da am Sonntag für alle Aktiven Spielverbot herrſcht, haben
verſchiedene Vereine für Samstag abend Freundſchaftsſpiele
feſt=
gelegt. Es treffen ſich: F.=V. Hofheim — Worm. Worms, komb.
Alem. Worms 1. — V.f. R. Bürſtadt: Alem. Worms (
Pokal=
mannſch.) — Konk. Gernsheim; Alem. Worms, Reſ. — Vikt.
Neu=
hauſen.
Kegler=Bereinigung Darmſtadt und Umgebung.
Im Bürger=Verein nehmen am Sonntag die Kämpfe um die
Verbandsklubmeiſterſchaft 1931 ihren Anfang. Es wird zunächſt
die Ligameiſterſchaft ausgetragen. Der Meiſter dieſer Klaſſe iſt
zur Gau=Klubmeiſterſchaft zugelaſſen, die Ende Mai in Frankfurt
a. M. ausgetragen wird. Verteidiger iſt Klub Haſſia 1919.
Frau Annemarie Gaſtell, Darmſtadt (H.A. C.),
beteiligte ſich an der 36=Stundenfahrt des Bayeriſchen Automobil=
Clubs, Ortsgruppe Würzburg, und konnte hierbei den 2. Preis
erringen. Sportlich iſt dieſe Leiſtung beſonders hoch anzuerkennen,
da Frau Gaſtell 36 Stunden ununterbrochen am Steuer ſaß und
unterwegs mehrere Wolkenbrüche paſſieren mußte, bei teilweiſe
kataſtrophalen Straßenverhältniſſen. Der erſte Preisträger fuhr
dieſe Faht auf einem großen, ſchweren Wagen, während Frau
Gaſtell den Erfolg auf ihrem kleinen D. K.W.=Sportwagen erſtritt,
Südafrika führt 2:0 im Davispokalkampf.
Schon der erſte Tag des Davispokalkampfs Deutſchland—Süd=
Afrika hat gezeigt, daß die deutſche Mannſchaft ohne Prenn und
Dr. Landmann gegen die ſpielſtarken Südafrikaner tatſächlich
keine Chance hat. Wenn auch nach tapferer Gegenwehr unſerer
Vertreter, ſo konnte doch Südafrika die beiden erſten Einzelſpiele
ſicher gewinnen und damit 2:0 in Führung gehen. Dieſer
Vor=
ſprung iſt bereits ſo groß, daß uns keine Hoffnung mehr auf einen
Sieg bleibt.
Auf den Plätzen des Düſſeldorfer Rochusclubs waren 2000
Zuſchauer. Im erſten Einzel ſiegte Kirby über Dr. Buß=
Mann=
heim 1:6,6:1, 6:2, 6:3. Dr. Buß begann ſehr ſicher. Sein gutes
Placierungsvermögen ſicherte ihm nach 4:0 und 4:1 mit 6:1 den
erſten Satz, Im zweiten Satz wurde aber der Mannheim unſicher,
und nach 0:4 verlor er 1:6. Im dritten Satz gab es bis zu 2:2
einen erbitterten Kampf um jeden Ball, ſchließlich behielt der
jüngere und nervenſtärkere Kirby aber Oberhand. Kirby ſpielte
den vierten Satz in einer prächtigen Form. Dr. Buß bemühte ſich
um jeden Ball lebhaft, aber ſeine Schläge kamen zu weich. —
Weit ſpannender noch war das zweite Spiel zwiſchen Nourney=
Köln und Raymond=Südafrika. Raymond ſiegte nach einem
Fünf=
ſatzkampf mit 3:6, 6:3, 4:6, 6:4. 7:5. Nourney begann
ausge=
zeichnet. Er gewann den erſten Satz 6:3, gab den zweiten 3:6 ab
und holte ſich den dritten Satz durch gute Croßbälle mit 6:4. Im
vierten Satz zog jedoch der ſehr vorſichtig und mit
unerſchütter=
licher Ruhe ſpielende Südafrikaner gleich und erzwang damit
einen entſcheidenden fünften Satz, den er nach ſpannendem Gefecht
ebenfalls gewann.
Die übrigen Davispokalkämpfe des Tages lauten: In Prag:
Tſchechoſlowakei—Spanien 2:0 (Menzel—Mayer. Hecht—Alonzo).
— In Mentone: Schweiz—Irland 0:2 Ungarn—Italien 1:1 (de
Stefani—Takacs 6:3, 6:3, 6:3: v. Kehrling—de Morpurgo 6:3,
6:4 6:3). Mexiko—U.S.A., Sandro—Aliſſon 0:1; Frankreich—
Oeſterreich 1:1.
Tennis= und Eisklub Darmſtadt, Junioren.
Am 3. Mai ſpielt die Jugendmannſchaft des T. E. C. ihr
erſtes diesjähriges Wettſpiel gegen die Junioren des T. u. H. C.
Wiesbaden. Darmſtadt beſtreitet dieſes Spiel in einer gegen das
Vorjahr ſtark veränderten Aufſtellung. Zahlreiche neue Spieler
und Spielerinnen wirken zum 1. Male in der Mannſchaft mit.
Hoffentlich bewähren ſie ſich und ſetzen damit die vorjährige
Er=
folgsſerie der Junioren fort. Die T.E.C.=Junioren ſpielen
vor=
ausſichtlich mit: Colin, Voigt, Langenbach, Külp. Münſter. Rinn
und Frl. v. Weber, Frl. Reuling, Frl. Beuer, Frl. L. Ringer.
Amerikas Sprinterkönig Simpſon wurde in Tokio über 100 Meter
von dem Japaner Yoſhika in 10.7 Sekunden geſchlagen.
Nurmi und Yrjölä, die bekannten finniſchen Leichtathleten, werden
am 27. Mai in Köln und am 31. Mai in München an den Start gehen.
Italia=Zigaretten in Deutſchland.
Die italieniſche Tabakregie ſtellt jetzt ihre bekannten
Fabri=
kate auch in Deutſchland her. Die mit der Marke „Italia”
ge=
kennzeichneten Zigareten werden in einer großen, modernen
Fa=
rik in Mannheim von deutſchen Arbeitern nach den bewährten
Miſchungsrezepten der italieniſchen Regie unter Anwendung
deut=
ſcher Methoden und der deutſchen Geſchmacksrichtung entſprechend
fabriziert und in verſchiedenen Formaten, mit und ohne
Mund=
ſtück in Deutſchland vertrieben. Italia=Zigaretten zeichnen ſich
durch einen eigenartig anregenden Geſchmack aus, den ihnen ein
beſonderes Geheimnis der Tabakregie verleiht. Die Firma hat
dieſes erleſene Aroma in der raſch populär gewordenen
Schlag=
zeile „Italia=Zigaretten, immer wieder intereſſant — prüfen Sie
warum!” zum Ausdruck gebracht, und jeder Raucher wird dieſe
Zigaretten, deren man niemals überdrüſſig wird, mit Genuß
ver=
ſuchen.
Das Weinhaus Philipp Barth, am Mathildenplatz,
veranſtaltet vom 2. bis 8. Mai eine Werbewoche für Binger und
Bergſträßer Weine. Hierbei kommen beſonders zwei naturreine
1929er Sonderqualitäten zu Ausnahmepreiſen zum Ausſchank. Auf
die heutige Anzeige wird deshalb hingewieſen.
Rundfunk-Programme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 2. Mai.
15.00: Stunde der Jugend.
16.30: Nachmittagskonzert; Soliſten: Maria Birnbaum (Alt), F.
Künſtner (Violine) Albin Urlaß (Violine)
18.15: H. Ritzmann: Arten der Arbeitsloſigleit.
18.45: Stadtrat Dr. Michel: Zehn Jahre Akademie der Arbeit.
19.15: Spaniſch.
19.45: Mein Poeſie=Album: Eine ſatiriſche Revue von Gerd Fricke.
20.30: 100 Minuten . . . Heiterer Abend.
22.30: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend. 2. Mai.
15.00: Kinderbaſtelſtunde.
15.45: Dr. Edith Hegemann=Springer: Die Stellung der Frau
im Bürgerlichen Recht.
16.00: Dr. W. Günther: Der Schmalfilm in der Schularbeit.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Zehden, J. Delmont: Was können wir von den Tieren
für unſere Geſundheit lernen?
18.00: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene.
18.30: F. Stach: Der Volksbildner Joh. Tews.
19.00: P. Weſtheim: Leben und Schickſal großer Künſtler,
19.30: Stille Stunde: Aſphalt.
20,00: In Kino veritas! Eine heitere Film=Revue, v. H. Harbeck,
21.00: Bunter Abend mit Willy Hagen.
Danach: A. d. Eden=Hotel: Tanzmuſik. Kapelle Oscar Jooſt.
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Fachmännische Ludwissplatz Nr. 3
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Tel. 2140. (210a
Weiterbericht.
Ueber Zentraleuropa, erſtreckt ſich der hohe Druck, welcher
geſtern von Weſten her ſeinen Weg genommen hat, als
abgeſchloſ=
ſener Kern. Infolgedeſſen wird auch unſere Wetterlage durch ihn
beſtimmt, was zur Auflöſung der Wolkendecke und trockenem
Wetter geführt hat. Dabei wird namentlich tagsüber die
Ein=
ſtrahlung zu Temperaturanſtieg führen. Weiterhin lagert über
dem Nordmeer das geſtern ſchon erkennbare Tiefdruckgebiet. Es
beſteht die Möglichkeit, daß durch den Druckfall mit dem
Heran=
transport ozeaniſcher Luftmaſſen über dem nörlichen Deutſchland
ſowie unſerm Bezirk Störungsbildungen auftreten, die teilweiſe
einen gewitterhaften Charakter annehmen.
Ausſichten für Samstag, den 2. Mai: Anfangs ſtellenweiſe
dun=
ſtig, ſonſt vielfach aufheiternd, ſpäter mehr wolkig und
Nei=
gung zu gewitterartigen Niederſchlägen.
Ausſichten für Sonntag, den 3. Mai: Fortdauer der Neigung zu
Gewitterſtörungen und teils wolkig, teils aufheiternd.
Hauptſchriftleitung. Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polltlk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleion, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrſchten: Max Streeſe: für Sport: Karl Bähmann;
ſür den Handel: Dr. C. H. Que iſch; für den Schlußdſenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Blid und Wort: Dr. Herbert Neite:
fär den Inſeraienteil und geſchäftliche Mitteilungen: Wills Kuble
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 121
Züber die Enkwicklung des deukſchen Karkoffelmarkkes
Trotz Rekordernte und noch verhältnismäßig großen Vorräten
Konnte ſich auf den deutſchen Kartoffelmärkten mit dem Beginn des
SMonats April eine Hauſſe durchſetzen, die in dieſem Umfange und mit
Dieſen Ausmaßen wohl von niemand erwartet worden war. Die Ver=
Forgungsmöglichkeiten waren zwar durch eine ausgeſprochen und anhal=
Eend ſchlechtere Witterung keineswegs in den Monaten und Wochen
Sorher ausgeſchöpft worden. Trotzdem hat der Bedarf überraſcht.
Ge=
rviß iſt eine gute Nachfrage der Motor des Marktes, der die Gangart
Seſtimmt, dennoch aber liegt das hauſſetreibende Moment doch mehr auf
D Der Angebotsſeite, Dringende Feldarbeiten und andere Abhaltungen
Tießen das Angebot der Nachfrage nicht ſo folgen. Aus dieſer Tatſache
ergab ſich bald eine Preisſteigerung, die um ſo mehr Boden fand, je
eveniger man an Ware herankommen konnte. Einige Erzeugergebiete,
Harunter der ganze Oſten, fielen für die Verſorgung Mittel= und vor
Ellem Weſtdeutſchlands bis zur Aprilmitte und noch einige Tage darüber
völlig aus. Als dann die Lieferungen langſam in Gang kamen, begann
Die Belebung des Marktes allmählich wieder zurückzuſinken. Den beſten
Ausdruck fand natürlich die Hauſſe in den Preiſen. Durchweg ſind von
Anfang April bis gegen Monatsende die Preiſe um 1.— RM. für die
angbarſten Sorten geſtiegen. Wenn dieſe Preiſe mit einigen
Ausnah=
vnen, darunter das bekannte Erzeugegebiet des Weſtens (das Rheiniſche
*Oberland, das auch heute noch Spitzenpreiſe hält, weil dort die Be=
Itände faſt zu Ende ſind), in den Schlußtagen des April um 20—40 Pfg.
fje Zentner wieder heruntergegangen ſind, ſo iſt die Bilanz, gezogen vom
Anfang bis zum Ende des Monats, immerhin noch eine gute zu nennen,
Die unter Berückſichtigung aller vorhergegangenen Ereigniſſe immer noch
ſehr befriedigen kann, zumal der Markt ſelbſt nach dem Preisrückgang
wegen Monatsende wieder eine ſtetige Haltung angenommen hat, die
Durch ein wieder zurückgehaltenes Angebot und eine immer mehr
bemerk=
bar werdende Knappheit an gelbfleiſchigen Sorten lebhafte Stützen fin=
Det. Ueber die weitere Entwicklung läßt ſich nur wenig ſagen, da die
Werbrauchsſtärke zu wenig bekannt iſt. Da es ſich jedoch um einen lau=
Fenden Bedarf für das Ende dieſes Wirtſchaftsjahres handelt, wird der
MMarkt auch in den nächſten Wochen in Bewegung gehalten bleiben.
Einen Hauptanteil an den Umſätzen nahm ganz naturgemäß der
Saatkartoffelmarkt ein. Man darf ruhig ſagen, daß die lebhafte
Nach=
rage nach Speiſekartoffeln dieſem Markt noch in letzter Stunde Auftrieb
eweſen iſt. Beſonders bemerkenswert entwickelte ſich die Umſatztätig=
Seit in den frühen Sorten, die mit Ausnahme der Juli baldigen
Aus=
verkauf meldeten. Die Juli konnte dann ihre Beſtände in
Original=
aaten vor allem durch Auslandsverkäufe verhältnismäßig ſchnell
räu=
nen, während das Inland ſich mehr auf die anerkannten Nachbauten
ind Handelsſaaten verlegte. Aus der Nachfrage hoben ſich dann weiter=
Sin die krebsfeſten induſtrieähnlichen Sorten wie Erdgold, Ackerſegen,
Sie in Bayern auch als Markenkartoffeln zugelaſſen und angepflanzt
vurden, ganz beſonders heraus. Die Lebhaftigkeit des Geſchäftes ließ
erſt gegen Aprilende nach, als die Hauſſe ſich ihrem Ende zuneigte. Die
Preiſe für die Original= und anerkannten Saaten haben zwar
eben=
alls etwas von der Preisbeſſerung mitbekommen, zogen jedoch bei
wei=
em nicht ſo an, wie die Preife der Speiſekartoffeln, ausgenommen die
Handelsſaaten, die dadurch ihre enge Verwandtſchaft mit der
Speiſe=
vare erneut unter Beweis ſtellten. Man darf abſchließend ſagen, daß
Das Saatgeſchäft noch einigermaßen befriedigt hat.
Wenn auch das Saargeſchäft nach dem Auslande ſehr rege verlief, ſo
rgaben ſich doch unliebſame Schwierigkeiten, als es an die Ausführung
Der Kontrakte ging. Es erwies ſich, daß Lieferungen von frühen
Sor=
en (wie vor allem Böhms Allerfrüheſte Gelbe, Böhms Erfolg, Kaiſer=
Srone uſw.) nicht ausgeführt werden konnten. Deckungskäufe wurden
vorgenommen und dieſe Angelegenheiten zur endgültigen Ordnung vor
Die Schiedsgerichte gebracht. Dadurch, daß das Ausland, vornehmlich
Die Schweiz, nicht rechtzeitig kaufte, blieben Hunderte von
Saatkartof=
elwaggons unabgeſetzt, da dieſe Nachfrage, die zudem auch noch in die
Hauſſe fiel, nicht gedeckt werden konnte. Das Speiſekartoffelgeſchäft nach
vem Auslande wurde natürlich von der Hauſſe mit fertgeriſſen.
Bewun=
vernswert blieb, wie das Ausland den deutſchen Märkten folgte und
ohne Zögern, möchte man ſagen, die doch ſehr hohen Preiſe — man muß
Die hohe, Frachtbelaſtung und für Frankreich und Belgien die Valuta
nit in Betracht ziehen — bewilligte. Eine gewiſſe Ueberſättigung trat
Hann gegen Aprilende ein, als ſich die Beſtände auf den Grenzbahnhöfen,
Hornehmlich in Aachen, ſtauten. Aber auch hier wurde verhältnismäßig
chnell Ordnung geſchaffen, ſo daß die Regelmäßigkeit der Märkte leicht
und ſchnell wieder hergeſtellt war.
Fabrik=, Futter= und Feldkartoffeln zeigten eine teilweiſe ſehr
ſtür=
nniſche Nachfrage, die nicht gedeckt werden konnte. Fabrikkartoffeln waren
8eitweiſe überhaupt nicht am Markt, ſo daß der Stützungspreis ſogar
rim 2 Pfg. überſchritten werden konnte. Hier machte ſich das Ende der
Gauſſe in einem ſtarken Nachlaſſen der Nachfrage und einem ſehr ſchar=
Fen Nachgeben der Preiſe bemerkbar. Der Preisrückgang für
Futter=
ind Feldkartoffeln betrug in den letzten Apriltagen erneut 20—25 Pfg.
fe Zentner.
Das ausländiſche Frühkartoffelgeſchäft kommt immer mehr auf. Faſt
alle deutfchen Großſtädte haben nun ſchon faſt regelmäßige Zufuhren
aus Algier, Aegypten, in der Hauptſache jedoch aus Italien (Sizilien
uind neuerdings auch Neapel). Die Preiſe konnten ſich wegen der
Un=
gunſt des Wetters und der dadurch bedingten Einſchränkung der Ver=
Tadungen verhältnismäßig halten und gaben auch hier erſt in den letzten
Tagen nach.
Markenkartoffeln haben ihren eigenen Markt bewahrt, ihre
Um=
ſätze gehalten und ihre Preiſe nur wenig herunterzuſetzen brauchen.
Man bezahlte Ende April. Anfang Mai je Zentner loſe ab Station:
Im Oſten: Induſtrie 3,40 RM., Weiße und Rote 1,90—2,40 RM.: in
Mitteldeutſchland: Induſtrie 3,30—3,50 RM., Erdgold 3,30 RM. Weiße
2,60—2,70 RM.; im Weſten: Induſtrie 3,90—4,10 RM.;Oberländer In=
Suſtrie bis zu 5.— RM.; Exportinduſtrie frachtfrei Grenze 4,10 bis
4,50 RM.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
0,4 v. H. Rückgang der Lebenshaltungskoſten im April. Die
Reichs=
richtzahl für die Lebenshaltungskoſten beläuft ſich nach den Feſtſtellungen
Ses Statiſtiſchen Reichsamtes für den Durchſchnitt des Monats April
auf 137,2 gegenüber 137,7 im Vormonat. Der Rückgang beträgt ſomit
D,4 v. H
Blei=Hüttenproduktion. Nach Berechnung der ſtatiſtiſchen Abteilung
Ser Metallgeſellſchaft A.=G., Frankfurt a. M., ſtellte ſich die Blei=
Düttenproduktion im März 1931 auf insgeſamt (in metr. Tonnen)
132 095 gegenüber 125 610 im Februar ds. Js. Davon entfallen auf
Almerika 72 631 (66 116), auf Europa 35 886 (37 265), auf Auſtralien
13 818 (12 704), auf Aſien 7760 (7475) und auf Afrika (teilweiſe geſchätzt)
2000 (2050). Die Produktion im Tagesdurchſchnitt betrug im März
4261, im Februar 4486; in den entſprechenden Zeiten des Vorjahres
4785 bzw. 4832 metr. Tonnen.
Weißweinverſteigerung in Rheinhefſen. In Mainz fand die Wein=
Serſteigerung der Guntersblumer Weingüter (Gebr. Hedderich,
Bürger=
neiſter Schätzel, E. Schätzel, Chr. Schmitt, Fr. Schmitt, Guſt Schmitt)
tatt. Ausgeboten wurden 41 Nummern Gutersblumer Gewächſe. Die
*929er fanden über die Durchſchnittstaxe hinausgehende Bewertungen;
von den 1930ern gingen 12 Halbſtück zurück. Es erlöſten 5 Halbſtück
1929er (verbeſſert) 390—500, durchſchnittlich 450 Mark; 12 Halbſtück
T92Der (natur) 510—800, durchſchnittlich 640 Mark; 52 Halbſtück 1930er
verbeſſert) 320—480, durchſchnittlich 380 Mark.
Stahlwerk Mannheim A.=G., Mannheim=Rheinau. Die der Aquila
A.=G. für Handels= und Induſtrieunternehmungen, Frankfurt a. M.,
naheſtehende Stahlwerk Mannheim A.=G. in Mannheim=Rheinau wird
aut Beſchluß des Aufſichtsrates der am 21. Mai ſtattfindenden
General=
verſammlung vorſchlagen, eine Dieidende von 5 (7) Prozent
auszu=
chüitten.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 1. Mai:
Getreide. Weizen: Mai 82½, Juli 62¾, Sept. 31½, Okt.
E5.50 Mais: Mai 555, Jüli u. Sept 57½, De=. 50.50: Hafer:
Mai 26½, Juli 27. Sept. 27½8, Dez. 29½; Roggen: Mai 3158,
Juli 34½, Sept. 26½, Dez. 40½.
Schmalz: Mai 8.25, Juli 8.45, Sept. 8.60, Okt. 8.58½.
Schweine: leichte 7.40—7.60, ſchwere 6.35—6.75;
Schweine=
tufuhren: Chicago 13 000, im Weſten 67 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 1. Mai:
Schmalz: Prima Weſtern 9; Talg, extra, loſe 4½s
Getreide. Weizen: Rotwinter 93.75; Mais, loko New York
69½; Mehl, ſpring wheat clears 4.20—4,65; Fracht: nach
Eng=
and 1,6—2,3 Schilling, nach dem Kontinent 8—8.50 Cents.
Kakao. Tendenz: willig; Umſätze: 53; Lokonotiz: 5.25;
Mai 5.08, Juli 5.25, Sept. 5.42, Okt. 5.47, Dez. 5.55, Januar 1932:
F.62, März 5.72.
Frankfurter und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 1. Mai.
Nachdem ſchon an der Abendbörſe eine beſſere Beurteilung der Lage
Platz gegriffen hatte, machte ſich auch zu Beginn der heutigen Börſe
eine weitere Erholung und Beruhigung bemerkbar. Die Hauptanregung
ging von der kräftigen Erholung der geſtrigen New Yorker Börſe aus.
Daneben erhielt ſich die Hoffnung auf eine unveränderte 12prozentige
J. G. Farben=Dividende, die in der morgen ſtattfindenden
Aufſichtsrats=
ſitzung zum Vorſchlag kommen dürfte; das Rätſelraten um die
Farben=
dividende wird damit ſein Ende erreicht haben. Stimulierend wirkten
außerdem ein ziemlich optimiſtiſcher Wochenbericht der Commerzbank,
die Vermutung, daß die Arbeitsloſenziffern eine weitere Abnahme
zei=
gen würden, ſowie die Löſung der ſchwebenden Zollfragen. Die Speku
lation ſchritt in Verbindung mit eintreffenden Kundenorders zu
Rück=
deckungen. Das Geſchäft war zu den erſten Kurſen ziemlich lebhaft und
gegenüber der geſtrigen Abendbörſe ergaben ſich durchſchnittliche
Beſſe=
rungen von 1—2 Prozent. Darüber hinaus gewannen am Kalimarkt
Aſchersleben 3½ Prozent, Salzdetfurth 2½ Prozent, Kunſtſeideaktien
auf die Preiserhöhung bis zu 4 Prozent und von Elektrowerten A. E. G.
und Schuckert bis zu 3 Prozent. Am Anleihemarkt zogen Neubeſitz um
0,30 Prozent und Schutzgebiete um ¼ Prozent an.
Im Verlaufe wurde das Geſchäft mertlich ruhiger, doch blieben die
Kurſe bei kleinem Geſchäft gut gehalten. Vereinzelt ergaben ſich auch
noch kleine Beſſerungen, ſo für Deutſche Erdöl, die erneut 1 Prozent
an=
zogen. Später bröckelten die Kurſe auf Gewinnmitnahmen der
Speku=
lation teilweiſe bis zu 1½ Prozent unter Anfang ab. Am Geldmarkt
hielt die ſtarke Nachfrage nach Tagesgeld auch nach dem Zahltag an, ſo
daß der Satz auf 6 Prozent belaſſen wurde. Am Deviſenmarkt war die
Lage nur wenig verändert. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1995
gegen Pfunde 20,42½. London — New York 4,8634, Paris 124,42,
Mai=
land 92,88, Schweiz 25,25½, Madrid 46,40 Holland 12,09½.
An der Abendbörſe waren die Kurſe bei kleinem Geſchäft gut
behauptet. Etwas lebhafter waren J. G. Farben im Hinblick auf die
morgige Bilanzſitzung, wo unverändert 12 Prozent Dividende erwartet
werden. Der Kurs konnte um 58 Prozent anziehen. Elektroaktien
teil=
weiſe bis ¼ Prozent freundlicher, auch Deutſche Linol wieder ³
Pro=
zent über dem Mittagsſchlußkurs. „Im Verlauf blieb die Tendenz
be=
hauptet Irgendwelche beſonderen Anregungen lagen nicht vor.
Far=
ben ſchloſſen 148. Von Kurſen ſind ſonſt noch zu nennen: Deutſche 105,
Danat 135, Gelſenirchen 78, Rheinſtahl 80,5, Salzdetfurth 228,5, Hapag 59,
A. E G. 106, Schuckert 139,5, Siemens 168, Deutſche Linol 83,5,
Metall=
geſellſchaft 68. Aku 84,5, Bemberg 98,5.
Berlin, 1. Mai.
Nachdem die für geſtern erwartete Erholung in New York
eingetre=
ten war, rechnete man ſchon vormittags mit einer feſteren Eröffnung des
Berliner Effektenverkehrs. Der Nichtermäßigung der amerikaniſchen
Rediskontrate maß man keine ſtärkere Bedeutung bei, ſondern das
In=
tereſſe der Börſe richtete ſich auf die durch die Veröffentlichung der
Zoll=
maßnahmen etwas entſpannte innerpolitiſche Situation. Auch die
Mut=
maßungen von einer Einberufung einer Weltwirtſchaftskonferenz durch
den Präſidenten Hoover fanden Beachtung. Die Kurſe lagen bei etwas
verſtärktem Kaufintereſſe des In= und Auslandes und auf weitere
Deckungen der Spekulation allgemein bis zu 2½ Prozent, vereinzelt bis
zu 4‟ Prozent höher. Im Verlaufe bröckelten die Kurſe bei ruhigerem
Geſchäft auf kleine Gewinnmitnahmen leicht ab. Später bewirkten aber
feſtere Auslandskurſe wieder kleine Beſſerungen. Bayeriſche
Motoren=
werke, die ſchon ſeit einigen Tagen durch freundliche Haltung auffallen,
zogen auf Abſchlußerwartungen und in der Hoffnung auf eine
unver=
ändert 7prozentige Dividende erneut 1½ Prozent an. Später traten
einige Schwankungen auf, die ihren Ausgang von der ca. 2 Prozent
nachgebenden Haltung der Reichsbank= und Schultheiß=Aktien nahmen.
Anleihen ruhig und eher etwas freundlicher.
Mekallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 1. Mai ſtellten ſich für
je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt cif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 91.50 RM. Die
Notie=
rungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die
Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte
Liefe=
rung und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenlauminium,
98= bis 99proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM.,
desgl. in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 174 RM., Reinnickel,
98= bis 99proz. 350 RM., Antimon Regulus 51—53 RM., Fein=
ſilber (1 Kilogramm fein) 39—40 RM.
Weikere Einſchränkungen in der Saar=Eiſeninduſtrie?
In der Rohſtoffverſorgung iſt keinerlei Aenderung eingetreten. Auf
dem franzöſiſchen Markt ſind die Preiſe für nichtſyndizierte Erzeugniſſe
weiter gedrückt. Die Verbände waren durch die Verſchärfung der Lage
ſtarken Belaſtungsproben ausgeſetzt. Dies geht vor allem auch aus der
Art der Verhandlungen hervor, die ſchließlich doch zu einer Verlängerung
des Comtoir de töles bis zum 1. Oktober dieſes Jahres geführt haben.
Die Lage auf dem Saarmarkt hat gleichfalls keine Wendung zum
Beſſeren genommen. Es ſcheint, daß die Kriſe ſich nunmehr auch in
voller Schärfe auf Frankreich und das Saargebiet ausbreitet. Unter
dieſen Verhältniſſen ſind die Betriebe in ihrem bisherigen Umfange
nicht mehr aufrecht zu erhalten, man muß ſich auf weitere
Einſchrän=
kungen gefaßt machen. Auch für Gußröhren haben ſich die Erwartungen
nicht erfüllt. Die Etats der Gemeinden ſehen keine Mittel für größere
Arbeiten vor, ſo daß irgendwelche Ausſichten auf eine Beſſerung nicht
vorhanden ſind.
Produkkenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 1. Mai. Am Produktenmarkte
ſetz=
ten ſich heute die Preisſteigerungen fort. Obwohl die künftige
Geſtal=
tung des Weizenzolles noch unklar bleibt, zeigte ſich am Weizenmarkte
beſſere Nachfrage, während das Angebot ziemlich gering iſt. Auf dem
um 2—3 Mark erhöhten Preisniveau kamen Abſchlüſſe allerdings nur
ſchleppend zuſtande. Im handelsrechtlichen Lieferungsgeſchäft waren
die ſpäteren Sichten um 3 bis 3½ Mark befeſtigt, während Maiweizen
unter dem Eindruck der nicht unbeträchtlichen Kündigungen zu Beginn
des neuen Liefermonats lediglich gut behauptet liegt. Am
Roggen=
markte hat ſich die Situation wenig verändert; bei knappem Angebot
und guter Nachfrage der Provinzmühlen, insbeſondere für
Waggon=
material, zogen die Preiſe leicht an. Der Lieferungsmarkt folgte dieſer
Bewegung. Weizen= und Roggenmehle ſind zu unveränderten Preiſen
angeboten. Die Kaufluſt für billigere Provinzroggenmehle hat ſich
erhalten. Hafer war unter dem Eindruck der Zollerhöhung um 1½ bis
3¾ Mark befeſtigt, Gerſte in unveränderter Marktlage.
Kleine Wirtſchafisnachrichken.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft” ſtellte ſich am 29. April
1931 auf 70,3 gegen 71,8 am 22. April 1931 (Durchſchnitt 1909/13 — 100),
fiel alſo um 2,1 Prozent.
Nach Mitteilung des Statiſtiſchen Reichsamtes wurden im April 1931
durch den Reichsanzeiger 972 neue Konkurſe — ohne die wegen
Maſſe=
mangels abgelehnten Anträge — und 655 eröffnete Vergleichsverfahren
bekannt gegeben. Die entſprechenden Zahlen für März 1931 ſtellten ſich
auf 1240 bzw. 662.
Wie vor kurzem gemeldet, hat ſich die Baſaltlavainduſtrie in der
Mehrheit zu einem Syndikat zuſammengeſchloſſen. Am 30. 4. ds. Js.
haben die reſtlichen 30 Prozent der Grubenbeſitzer und Lieferanten der
Baſaltlavainduſtrie von Mayen und Umgebung ebenfalls den
Zuſam=
menſchluß unter der Bezeichnung „Baſaltlava=Union” vollzogen.
Die Generalverſammlung der Geſellſchaft für Lindes Eismaſchinen
A.=G., Wiesbaden, genehmigte den Abſchluß für das am 31. Dezember
1930 abgelaufene Geſchäftsjahr und ſetzte die Dividende auf wieder 15
Prozent für die 16,5 Mill. RM. Stammaktien feſt. Die ausſcheidenden
Aufſichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt
Der Verband pfälziſcher Induſtrieller, Neuſtadt a. d. H., hat das
Problem der Ferngasverſorgung der Pfalz aufgegriffen und an ſeine
Mitglieder eine Umfrage gerichtet.
Die Stahlwerke Röchling=Buderus A.=G., Wetzlar, erzielte 1930 nach
Abzug von 1,11 Mill. RM. Unkoſten, 445 798 RM. Abſchreibungen
ein=
ſchließlich 94 898 RM. Vortrag einen Reingewinn von 105 910 RM., der
zum Vortrag auf neue Rechnung gelangt. In den erſten Monaten des
neuen Jahres entſprach der Umſatz dem des Vorjahres. Die Bilanz
verzeichnet Debitoren mit 3,76 Vorräte mit 4,58, Anlagen mit 1,66 und
Kreditoren mit 5,35 Mill. RM.
Die Verwaltung der A.=G. für Zellſtoff= und Pavierfabrikation,
Aſchaffenburg, teilt uns mit, daß die in einigen Tageszeitungen
erſchie=
nene Notiz über die Höhe des Dividendenvorſchlages nicht von
Verwal=
tungsſeite ſtamme. Erſt in der auf den 19. Mai einberufenen
Aufſichts=
ratsſitzung werde ſich die Verwaltung über den der
Generalverſamm=
lung zu unterbreitenden Dividendenvorſchlag ſchlüſſig werden.
Die auf den 22. Mai einberufene Generalverſammlung der Bender
u. Co., A.=G., Kaiſerslautern, ſoll neben der Erledigung der Regularien
beſchließen, das Grundkapital von 600 000 RM. zur teilweiſen
Beſei=
tigung der Unterbilanz auf 50 000 RM. durch Zuſammenlegung der
Aktien im Verhältnis 12:1 herabzuſetzen.
Berliner Kursbericht
vom 1. Mai 1931
Oeviſenmarkt
vom 1. Mai 1931
Berl. Handels=Geſ.
Danatbank . . . . . . . .
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Llohd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Tonti=Gummi
Deutſche Cont. Gas 132.—
Deutſche Erdöl
104.—
103.625
59.—
80.—
60.—
106.375
9.375
100.—
85.50
45.625
119.75
n0.375
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern. 124.—
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Unin.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Kolsw.
Orenſtein & Koppel
AM.N5
148.50
78.25
67.—
64.50
101.75
146.—
66.—
70.50
75.25
43.50
54.—
76.25
51.50
Polyphonwerke 1156.—
Rütgerswerke
Salzbetfurth Kali l229.—
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerkel 54.125
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſd
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werle
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
53.75
111.—
151.—
61.—
22.—
45.50
112.75
153.75
43.125
58.50
Wien 100 Schillingl 59.025/59.14: Spanien 100 Peſetas 43.76 43.34 Prag 100 Tſch. Kr. 12.429 12.449
Danzig 00 Gulden 81.58 71.74 Budapeſt 100 Pengö 73.13 73.27 Japan 1 Yen 2.07: 2.077 Sofia 100 Leva 3.039 3.045 Rio de Janetrol= Milreis 0.300 0.302 Holland 100 Gulden 168.71 169.05 Jugoſlawien 100 Dinar 7.375 7.289 Lslo 100 Kronen /112.30 112 52 Portugal 1100 Escubos 18.85 18.899 Kopenhagen 100 Kronen 112.30/ 112.52 Athen 100 Drachm 5.439 5.44 Stodholm 100 Kronen 112.42/ 112.64 Iſtambu 1 türk. 2 — London 12.Stg. 20.404 20.4441 Kairo 1 ägypt. * 20.92 20.96 Buenos=Aires Pap. Peſo 1.34( 1. 344 Kanada 1canad. Doll. 4.193 4.201 New York 1 Dollar 4.1955 4. 2035 Uruguay 1 Goldpeſo
00 isl. Kr. 2.721 2.733 Belgien. 100 Belga 58.345 58.465 Jsland
92.04 92.22 Italien 100 Lire 21.965 22.005 Tallinn (Eſtl. 100 eſtl. Kr. 111.76 111.98 100 Franes
Paris 16.394 6.434
Riga 00 Lats 80.76 80.24
Haok.
Frankfurter Kursbericht vom 1. Mai 1931.
7% Dtſch. Reichsan!
6%
„ „
5½%Intern.,
6% Baden ..
8% Bayern ...
6%
8½ Heſſen v. 28
v. 22
8% „
6% Preuß. Staat.
8½ Sachſen ....."
.
7%0 Thüringen...
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſunsſch. */,
Ab=
löſungsanl. . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe.
8% Aachen v. 29
8½ Baden=Baden
6% Berlin",
8% Darmſtadt v. 26
v. 28
7½ Dresden...
8% Frankfurt a.M.
v. 26
c. 26
8% Mainz ......"
8% Mannheim v. 26
v. 27
83 München . ...
8% Nürnberg. . . . .
8% Wiesbaden
8% Heſſ. Landesbi.
8% „ Goldoblig.
4½% Heſf. Lds.
Hyp.=Bk.=Liqu.id.
4¾% „Kum.=Obl.
89 Preuß. Lds.
pfbr.=Anſt. G. Pf
s2 „Golbeblial
100.25
84.75
76.5
79
100.25
82
91.4
96.25
95.75
1001/
79.5
85.25
57.6
Ka
92.5
92
90.5
9u.25
84.5
99
90
79.25
89.65
93
76.75
96.5
100.25
95.25
96.5
89.5
85
100.5
9n
100
Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
8½ Kaſſeler
Land=
kredit Goldpfbr..
7½ Kaſſeler Land.
tredit Goldpfbr.
82 Naſſ. Lamdesbl
4½% „ Liqu.5b
Dt. Komm. Sam
mel=Ablöſ.=Anl.
*AuslSer.
„ Ser, II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
Berl. Hyp. B!
„Ligu.=Pfbr
25 Frkf. Hyp.=Bk.
4½20
72
41
Lig. Pfbr
Pfbr.=Bk.
Liau.
8% Mein.Hyp.=B!
Lia. Pfbr.
Pfälz. Gup.=B!
4½% „ Lig. Pfbr.
3% Preuß.
Boden=
cred.=Bank.
4½% „ Lig. Pfbr..
8% Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Ban!.
4½%0 „ Lig. Pfbr
80 Nhein.Hyp.B
v „ Lig. Pſbr.
8% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit ... ..
8% Südd. Bod.
Cred.=Bank ....
4X7 „ Lig. Pfbr
96.75
100
95
86
100.25
95
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91.75
56
74.5
11
100
97
80.6
101.25
977.5
91.1
101.5
97.5
92.75
101.5
97
91.5
100
93
101.5
22.5
101
90
100
97.25
1.75
101
100.75
95.5
925I,
18% Württ. Hyp.=B.
60 Daimler=Benz
18% Dt. Linol. Werk
Klöckner=Werke
Mainkrw. v. 26
Mitteld. Stahl.
8½ Salzmannu. Cr
7% Ver. Stahlwerke
18% Boigt &Häffne
J. G. Farben Bonds
% Bosn. L.E.B.
L. Inveſt.
50 Buig. Tab. v.02
4½% Sſt. Schätze
42 Sſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän
4½%0
AS
4%0 Türk. Admin.
4% „ 1. Bagdad
4% „ Bollanl.
4½½ Ungarn 1913
4½2
1914
Goldr.
4%
42 „ 1910
Aktien
Rig. Kunſtziide Unie
A. E. G. .........
Andrege Noris Zahn
Aſchaffba. Brauere
Zellſtof
Bemberg, 3. P...
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie.
Budems Eiſen.
Cement Heidelber/
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſel
Chem. Werke Albert
Chade
Contin. Gummiw
Linoleum
Daimier=Benz ....!
100.25
98.25
95
86
84.9
95.5
100.75
20
20
28
37.6
8.25
14.9
6.8
16
16.2
85.5
105.0
100.5
128.5
23
100.5
67
47.5
79.5
86.5
76.75
37
284
120.75
87
30.5
Dt. Atl. Telegr.
Erdöl .......
Gold=u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
Eiſenhandel. ..
Dyckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk.
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnereil
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaume
Franff. Gas :. Lia.
„ Hof....."
Welſenk. Bergwerk
Geſ. f.eleltr. Untern
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frift.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfrb.
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Holzmann, Phil.
F lie Bergb. Stamm
Genüſſ
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Kali Chemie
Aſchersleben
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R.
Klein, Schanzlin.
Klöcknerwerke
Knorr C. H.....
Lahme Co
Laurahütte
Lech. Augsburz
77
73
131
85
75.5
95
119
203
97
100
147.9
41.5
86.25
119
36
Rré
123.75
47.5
37.75
175
67
81
114
80.75
100.75
180
105.5
21.5
112
55
57.5
100
66
163
35
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metalll
Lutz Gebr Darmſt.
Mainkr.-W. Höchſt
Mainz. Akt.=Br. . .
Mannesm.= Röhren
Mansfeld Berg.
Metallge). Frankf.
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MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſel
Oberbedar;
Phönix Bergban
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen . .
„ Elektr. Stamm
„ Metallwaren.
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Riebeck Montan. . .
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Rütgerswerle ..
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Svenslo Tändſtias
Tellns Bergbqu ...
Thür. Lieſer.=Gef.
Tietz Leonhard
Tucher=Brauerei
Anterfran len
Beithwerſe
Ver. f. Chem. Ind.
Stahlwerke
Strohſtoffabr.
Ultramarin ...
39.5
13
68.25
124
37
60
79
115.5
87
79
64
52.75
137
227
180
180
48
80
Aa
26
169.75
27
125.5
40
72.5
60.75
55
120
128
Vogtländ. Maſchin.
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BarmerBanlverei
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Berl. Handelsgeſ.
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7% Dt. Reichsb. Vzo
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119
38‟
40
67.5
90I.
100.25
127
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103.75
94.5
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Me.
133
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137
129
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59
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Alllanz. u. Stuttg.
Verſicherung ..
„ „ Verein. Verſ. 220
FrankonaRück=u. M
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Otav iMinen
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Seite 14
Samstag, den 2. Mai 1931
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Nummer 121
Samstag, den 2. Mai 1931
FRANZ.
KONGO
8 ELGISCH
KONGO
K.
osr • AfR1k4
ANGOLA
Benguela
DEU
Jannag
von Kufſkein wird eingeweihl.
Seite 15
Zur ſurchkbaren Erdbebenkakaſtrophe im Kaukaſus.
Die Burg „Geroldseck” oberhalb Kufſteins an der bayeriſch=öſterreichiſchen Grenze,
wo zum Gedächtnis der Kriegsgefallenen am 2. Mai eine rieſige Orgel eingeweiht wird. Der
Klang dieſer Orgel wird weit nach Bayern und Oſterreich hinein zu hören ſein und die Bewohner
an die Gefallenen gemahnen.
Das Erdbeben im Südkaukaſus läßt ſich in ſeinem ganzen furchtbaren Umfang noch nicht überſehen,
doch muß man ſchon jetzt mit etwa 700 Todesopfern rechnen.
Reic und Aubland.
Die deu
IIi Beinhorn wieder daheim.
Die Werkſpionage bei der J.=G.
Die Klage der Entlaſſenen anf
Wiedereinſtellung abgewieſen.
Frankfurt a. M. Geſtern fand vor dem
Frankfurter Arbeitsgericht eine Verhandlung
über die Einſpruchsklage der ſieben Betrieb=
und Arbeiterratsmitglieder ſtatt, die am 18. 4.
von der J.=G. Farbeninduſtrie wegen des
Ver=
dachts von Werkſpionage entlaſſen wurden. Die
Kläger machten geltend, daß die
Betriebsrats=
ſitzung, in der die Zuſtimmung zur Entlaſſung
erfolgt iſt, nicht ordnungsgemäß einberufen
worden ſei. Das Arbeitsgericht kam nach
län=
gerer Beweisaufnahme zur Abweiſung der
Klage; der Antrag auf Weiterbeſchäftigung wird
abgelehnt. Außerdem läuft noch eine Klage der
weiteren 16 entlaſſenen Arbeiter. Nach der
geſt=
rigen Entſcheidung iſt anzunehmen, daß auch dieſe
Klage abgewieſen werden wird.
Schwere Zuchthausſtrafen für Eiſenbahnräuber.
Marburg. Im Jahre 1927 den
folgen=
den Jahren, und beſonders in den letzten
Mona=
ten des vorigen Jahres wurden auf der Strecke
der Main—Weſer=Bahn, zwiſchen Kirchhain,
Neuſtadt und Treyſa, Güterzugwagen erbrochen
und Stückgüter daraus entwendet, ohne daß es
den Bemühungen der Bahnpolizei gelungen
wäre, der Täter habhaft zu werden. Erſt
an=
fangs dieſes Jahres ſtieß man gelegentlich der
Nachforſchungen in einer anderen Diebſtahlsſache
zufällig auf die Spur der Diebe. Die
Ange=
klagten K. und H. Altenbrand und Demſke
hat=
ten nachts auf dem Bahnhof Neuſtadt den
Güter=
zügen aufgelauert, bei deren Weiterfahrt ſie
dann aufſprangen, im Fahren die Wagen
öff=
neten und außerhalb der Station das geraubte
Gut abwarfen, wo H. Altenbrand Schmiere
ſtand. Hauptſächlich hätten es die Diebe nach
ihrer Angabe auf Lebensmittel abgeſehen, doch
fielen ihnen auch Kiſten mit Wein,
Waſcharti=
keln, Stoffen, Motorteilen uſw. in die Hände.
Der Raub wurde dann geteilt, Sachen, mit denen
man nichts anfangen konnte, wurden in einen
Sumpf geworfen. Drei mitangeklagte Frauen
beſtritten, etwas von den Diebſtählen gewußt zu
haben. Das Urteil lautete wegen ſchweren
Dieb=
ſtahls für K. Altenbrand auf 5 Jahre, für B.
Demſke auf 4 Jahre und H. Altenbrand wegen
Begünſtigung auf 2 Jahre Zuchthaus und je
3 Jahre Ehrverluſt. Wegen Hehlerei erhielten
Frau Ort einen Monat, Frau Söhnke 2 Monate
und Frau Altenbrand wegen Begünſtigung
3 Monate Gefängnis. Die Mutter der
Alten=
brands und Frau Demſke wurden freigeſprochen.
Die verurteilten Frauen erhielten
Bewährungs=
friſt.
Ein Förderer des dentſchen Renn=und
Aukoſporis geſtorben.
Graf Muskau,
der langjährige Präſident des Automobilklubs
von Deutſchland, iſt im Alter von 57 Jahren an
den Folgen einer Operation verſtorben. Graf
Muskau war zuletzt Vorſitzender des Union=
Klubs. Er unterhielt ſelbſt einen bedeutenden
Rennſtall.
Elli Beinhorn in der Heimat!
Die Berliner Sportfliegerin Elli Beinhorn, die ohne jede Begleitung bis weit nach Afrika
hinein=
flog, im Innern Afrikas notlanden und einen langen Fußmarſch durch die Wüſte machen mußte,
iſt über Rom und Wien, wie geſtern mitgeteilt, jetzt in Berlin eingetroffen. Vertreter der
Behör=
den, der Luftfahrtverbände und des Sports begrüßten die junge Fliegerin bei ihrer Landung.
Ein Geſchenk des preußiſchen Handelsminiſters
für Elly Beinhorn.
Berlin. Der preußiſche Handelsminiſter
Dr. Schreiber hat am Freitag der
Afrikafliege=
rin Elly Beinhorn in Anerkennung ihrer
Lei=
ſtung ein Frühſtücksſervice der Staatlichen
Porzellanmanufaktur überſandt.
Ein Berliner Geldbriefträger ermordet.
Berlin. Im Hauſe Goßnowſtraße 10, in
Schöneberg, wurde am Freitag vormittag ein
Geldbriefträger ermordet aufgefunden. Er wies
verſchiedene Schlag= und Stichwunden am Kopfe
auf. Kriminalpolizei iſt am Tatort
eingetrof=
fen. Anſcheinend handelt es ſich um ein genau
vorbereitetes Vexbrechen. Das mitgeführte Geld
iſt geraubt worden. Von den Tätern fehlt
bis=
her jede Spur. — Zu dem Mord an dem
Geld=
briefträger Guſtav Schwan wird noch gemeldet,
daß der bisher unbekannte Täter den Beamten
durch eine an ſich adreſſierte Poſtanweiſung über
5 Mark in die Wohnung gelockt und ihn allem
Anſchein nach dort niedergeſchlagen hat,
nach=
dem er die Vermieterin unter einem Vorwande
aus dem Hauſe entfernt hatte.
Kokainſchleichhandel in München aufgedeckt.
München. Die Polizeidirektion München
hat einen Schleichhandel mit Kokain aufgedeckt.
Das Kokain ſtammt aus einem
Einbruchsdieb=
ſtahl, der bei einer Münchener Arzneimittel=
Großfirma verübt wurde. Dabei waren 1429
Gramm erbeutet worden. Hiervon ſollte nach
dem Plan der Täter in München nur etwa ein
Pfund verkauft werden. Der Reſt ſollte ins
Aus=
land verſchoben werden. Feſtgenommen und
be=
reits dem Gericht eingeliefert wurden drei
Per=
ſonen, die den Verkauf in München durchführen
wollien. Es wurden ihnen 410 Gramm Kokain
abgenommen. Ein Helfershelfer, der mit
ziem=
licher Sicherheit den Einbruchsdiebſtahl
be=
gangen hat, iſt ſeit der Feſtnahme der drei
Tä=
ter flüchtig. Die Polizei iſt ihm jedoch auf der
Spur.
Die Luftpoſtverbindung Stambul—Sofia—Berlin
eröffnet.
Sofia. Am Freitag vormittag wurde die
regelmäßige Luftpoſtverbindung der Lufthanſa
Stambul—Sofia-Berlin in Anweſenheit des
deutſchen Geſandten feierlichſt eröffnet.
Henke Start des Waſſerflugzenges
„90. T‟.
New York. Wie hier bekannt gegeben
wird, ſoll das deutſche Waſſerflugzeug „Do. K”,
das ſich ſeit Februar zur Ueberholung in Las
Palmas befindet, heute früh zu ſeinem ſeit
ge=
raumer Zeit geplanten Flug nach Südamerika
ſtarten.
*
Zu den Meldungen über den angeblich
be=
vorſtehenden Start des „Do. K” von Las
Pal=
mas zum Weiterflug nach Amerika erfahren wir
von der Vertretung des Dornier=
Metallflug=
zeugbaues, daß es wünſchenswert erſcheine, daß
das Flugboot vor dem endgültigen Start einige
größere Probeflüge abſolviert. Bei der
Ber=
liner Vertretung iſt bisher lediglich die
Mel=
dung der Schiffsleitung eingegangen, daß das
Flugboot nach Wiederherſtellung der Schäden,
die es im Februar d. J. in Las Palmas erlitten
hat, nunmehr wieder klar iſt und in nächſter
Zeit einen größeren Probeflug ausführen wird.
Ueber den Termin des Starts ſelbſt ſind der
hieſigen Vertretung keinerlei Meldungen
zuge=
gangen, wie dies ja auch bei der Abhängigkeit
von der Wetterlage erklärlich iſt. Die von
an=
derer Seite ausgegebenen Meldungen können
daher von der Berliner Vertretung des Dornier=
Metallflugzeugbaues nicht ausdrücklich beſtätigt
werden.
Drei franzöſiſche Militärflugzeuge abgeſtürzt.
Paris. Die franzöſiſche Militärfliegerei
wurde von drei, zum Teil ſehr ſchweren
Un=
glücksfällen heimgeſucht. Ein Bombenflugzeug,
das in der Nähe von Mont Elimar einen
Uebungsflug ausführte, ſtürzte aus einer Höhe
von etwa 200 Metern zu Boden und ging
voll=
kommen in Trümmer. Die beiden Inſaſſen
waren auf der Stelle tot. Ein zweites Unglück
ereignete ſich wenige Stunden ſpäter in
unmit=
telbarer Nähe von Pontoiſe. Bei der Landung
eines Jagdflugzeuges überſchlug ſich der Apparat
und ging in Trümmer. Die beiden Inſaſſen
wurden lebensgefährlich verletzt. Ein drittes
Unglück ereignete ſich in der Nähe des
Marine=
flughafens Hyeres. Ein Waſſerflugzeug, das
von einem Marineoffizier geſteuert wurde,
ſtürzte aus etwa 100 Metern Höhe ins Meer.
Eiligſt herbeigerufenen Fiſcherbooten gelang es,
den Führer mit einigen weniger ſchweren
Ver=
letzungen zu retten. Der Apparat ging in den
Wellen unter.
Feierliche Eröffnung der Ausſkellung
der Deutſchen Akademie in Rom.
Rom. Das italieniſche Königspaar wohnte
am Freitag vormittag der Eröffnung der
zwei=
ten Ausſtellung der Deutſchen Akademie in Rom
bei, die die Arbeiten der zurzeit in der
Aka=
demie tätigen Künſtler umfaßt. Direktor
Her=
bert Gericke entbot dem Königspaar den
Will=
kommensgruß. Er wies dabei auf den großen.
inneren Ertrag und Gewinn an Erfahrungen
hin, den die deutſchen Künſtler durch ihren
Aufenthalt in Rom und durch die Berührung
mit der ſüdlichen Welt gehabt hätten. Dazu
ge=
hörten auch die guten Beziehungen im Verkehr
mit den italieniſchen Künſtlern. Gericke gedachte
ferner der beiden verſtorbenen großen
italie=
niſchen Künſtler Manzi und Wild und erklärte
u. a. noch, daß gerade die deutſchen Künſtler
Ermutigung nötiger hätten als andere, da zu
den allgemeinen kunſtfeindlichen Tendenzen der
Zeit in ihrem Lande noch andere Nöte
hinzu=
kämen. — Der König ließ ſich alle Künſtler
vor=
ſtellen und äußerte ſeine Genugtuung über die
Entwicklung der Akademie. Der feierlichen
Er=
öffnung wohnten das deutſche Botſchafterpaar
v. Schubert, Vertreter des italieniſchen
Außen=
miniſters und des Gouverneurs von Rom, ſowie
Mitglieder italieniſcher, deutſcher und
auslän=
diſcher Inſtitute Roms bei.
Hunderte von Nomaden verdurſtet.
London. Nach Meldungen aus Basrab
ſind Hunderte von Nomaden in den
Steppen=
gebieten Süd=Syriens und Zentralarabiens
in=
folge der Trockenheit verdurſtet. Große
Viehher=
den ſollen eingegangen ſein. Infolge der
Trocken=
heit ſind viele Quellen vollſtändig verſiegt. Man
befürchtet, daß nur die Nomadenſtämme, die
be=
reits die tieferen Quellen oder die noch Waſſer
führenden Flüſſe erreicht haben, den Sommer
überſtehen werden. Die Regierung iſt
aufgefor=
dert worden, Waſſerfäſſer und Getreideſäcke auf
Laſtkraftwagen zu den Stämmen zu entſenden
oder aber in die weiter entfernt liegenden
Ge=
biete einen Flugzeugtransport einzurichten, um
der Not der Nomaden zu ſteuern.
Fünfzig Tote bei dem Eiſenbahnunglück
in Aegypten.
Kairo. Vier der 50 bei dem
Eiſenbahn=
unglück auf der Linie Kairo=Alexandrien
ver=
letzten Perſonen ſind geſtorben, ſo daß die Zahl
der Todesopfer der Kataſtrophe jetzt 50 beträgt.
Auer durch Afrika im Eiſenbahnzug.
Streckenkarte der neuen Eiſenbahnlinie.
Am 2. Mai wird die erſte Eiſenbahnlinie
er=
öffnet, die die afrikaniſche Weſt= und Oſtküſte
verbindet. Die Bahn, die eine Länge von faſt
3500 Kilometern hat, führt von Benguela in
der portugieſiſthen Kolonie Angola nach
Eliſa=
bethville (Südkongo) und von dort durch
Rho=
deſia nach Beira in Portugieſiſch=Oſtafrika. Ihr
Bau durch den afrikaniſchen Urwald und das
Stromgebiet bot ungeheure Schwierigkeiten.
Seite 16
Samstag, den 2. Mai 1931
Nummer 121
Mmmnant
Von Georg Güntſche, München.
Bekannte, denen ich von einer Sommerreiſe nach Aegypten
und dem Sudan ſprach, warnten mich, und einer prophezeite
ſogar: Entweder kommen Sie verrückt wieder oder gar nicht!“
— „Warum?” — „Warum? Weil man nicht im Juni nach
dem Sudän reiſt — man mindeſtens 10 000 und nicht nur 1500
Mark mitnimmt — man Arabiſch, Franzöſiſch und Engliſch ſpricht,
nicht nur Deutſch — man zu einer ſolchen Reiſe ein Jahr und
nicht 3 Monate benötigt!“ — Geſund, braun und ſchlank
gewor=
den wie ein Nubier erzählte ich ihnen 2 Monate ſpäter, daß ich
in 5 Wochen für mehr als 12500 Km. nur 1000 Mark
ausge=
geben, alſo 12½ Km. für 1 Mark gereiſt ſei. „Unmöglich!”
rie=
fen ſie und lachten, als ich den Rekord einem Talisman
zu=
ſchrieb: „Oho! Zeigen Sie ihn uns!” — Ich bedauerte, ein
„Wort” ſei nicht zu zeigen. — „Aber zu nennen?” — Gern.
Almäni!“ — Das hielten ſie für einen Scherz.
Es iſt aber keiner. Ich ſelbſt ahnte noch nichts davon, als
ich nach drei Tagen ſonnenblauer Adriafahrt gelbe Wüſte mit
Palmen und das gewaltige Häuſermeer Alexandrias erblickte,
doch kaum einen Tag in dieſer kosmopolitiſchen Stadt, wirkte
der Talisman ſchon aus dem Unterbewußten. Im türkiſchen
Viertel ſtand ein weißgekleideter dicker Muallim, ein Lehrer,
vor ſeiner Schule. Ich grüßte, bat, dem Unterricht beiwohnen zu
dürfen. Als Antwort drehte er mir den Rücken. Ich verſuchte
es noch einmal und flocht, unabſichtlich, in mein Kauderwelſch
von Deutſch und Engliſch das Wort „Almani” ein. Sofort
wurde der Muallim brav und ſtapfte mir voran eine ſteile
Stiege hinauf, wo in mehreren Räumen jedesmal 50 bis 60
kleine Koranbuben mit rotem Tarbäſch auf glänzend ſchwarzem
Haar ſaßen. Ihre kohlſchwarzen Aeuglein taſteten mir ein wenig
melancholiſch, ein wenig neugierig entgegen. Von der
An=
ſprache des Muallim verſtand ich immer nur „Almani”; die
Schüler ſchnellten mit aufleuchtenden Augen empor und grüßten
militäriſch. Man ſpielte mir auch Schule vor, Frage, Antwort,
Tafelſchreiben, und ich klopfte einem beſonders hellen
Bürſch=
chen auf die Schulter, was ihn ſtolz erröten machte. — Beim
Native Summary Tribunal ſtieß ich auf eine erregte Menge,
die ein vergittertes Transportauto, einen ägyptiſchen „Grünen
Heinrich” umdrängte. Man beachtete mich erſt, als ich mir
Notizen machte, und ein Aegypter fragte auf engliſch, in welcher
Sprache ich ſchreibe. — „Almani!” — Sie wiederholten das
Wort, leiſe, achtungsvoll; andere drängten herbei, erzählten, daß
Frauen wegen Kokainſchmuggels verurteilt und ins Gefängnis
gefahren würden; ſie wollten mich ins Gericht führen, ich ſollte
zuhören, ſehen . . ."
Auf dem Wege zur Stadt zurück blieb ich vor einer höheren,
der ſchönen Ras=el=Tin=Schule ſtehen, die mit modernen,
aus=
gedehnten Wohngebäuden um einen geräumigen Sporthof einem
engliſche College ähnelt, und fragte den Pförtner, ob der
Ein=
tritt erlaubt ſei. Er verneinte, doch kam in dieſem Augenblick
ein großer Herr mit rotem Tarbüſch heraus, der ſich als
kopti=
ſcher Profeſſor Banoub Abdou vorſtellte und ſich, kaum daß er
gehört hatte, ich ſei Deutſcher und ſoeben angekommen, erbot,
mir die Stadt zu zeigen. Wir tranken in Ramleh, im mondänen
Caſino San Stefano, am Badeſtrande unter Palmen und bei
erſtklaſſiger Orcheſtermuſik John Collins und Whisky=Soda; wir
ſtreiften durch das Armutsviertel am Machmudije=Kanal und
durch die Bazare, freuten uns über kunſtvoll aus buntem
Zucker=
guß gefertigte Autos, Moſcheen, Männer, Frauen, Palmen,
Tiere, mit denen man ſich, da gerade arabiſches Neujahr war,
gegenſeitig beſchenkte, und waren Gäſte der koptiſchen Prieſter
und ihres ehrwürdigen Patriarchen Amba Joannes, der den
„Almani” — eine hohe Auszeichnung — mit dem heiligen Brote
beſchenkte. Auch ſpäter, als ich den koptiſchen Freund in Kairo
wiedertraf und er mir ſeltene Einblicke in das kindlich=frohe,
bunte und phantaſtiſch=bewegte Eigenleben der Orientalen ver=
ſchaffte, wie ſie ein Europäer nie zu ſehen bekommt, hatte ich
meine liebe Not, ihn davon abzuhalten, daß er die Koſten
unſerer erlebnisreichen Streifen trug. Er lud mich zu ſich ein
und bewirtete mich mit ſeiner hübſchen Gattin aufs fürſtlichſte,
verſicherte mir beim Scheiden ein ums andere Mal, wie ſehr ihn
die Freundſchaft mit einem Deutſchen freue, wie ſehr jeder Kopte
die Deutſchen liebe
Mit iſlamiſchen Studenten fuhr ich nach Kairo. Sie grüßten
mit Hand auf Stirn und Herz, ſowie ich das Zauberwort
„Almani” nannte. Das gleiche Wort ſchützte mich vor der
Auf=
dringlichkeit der Dragomane und ähnlicher Tagediebe, nur waren
ſie es, die ſich gegenſeitig „Almani!” zuriefen, ſich abkehrten
und auf Engländer und Amerikaner ſtürzten, deren Nationalität
ſie gleich der meinigen mit untrüglicher Sicherheit erkannt
hat=
ten. „Almäni!” begeiſterte meinen Eſeltreiber Ali in Sakkära
zu der inbrünſtigen Verſicherung: „Ingliſch nix gutt, French nix
gutt, Duttſchland, Duttſchland über alles! Daß auch andere
Nationen ſich gern dieſes Zauberwortes bedienen, ſtellte ich feſt,
als ich unter fremdſprachigem Text auf engliſchen Bieretiketten
das ſchöne deutſche Wort „Lager=” las, auch bei den Giſeh=
Pyramiden ein Reklameſchild amerikaniſche Good=hear=Schuhe
anpreiſt, über denen ein Zeppelin mit ſchwarz=weiß=roter Flagge
kühn in die Lüfte ſtößt. Mit deutſchem Bier und deutſcher
Muſik locken in der Bierſtraße Rue de UAncienne Bourſe zu
Alexandria und im Barviertel Kairos jede Kneipe und jedes
Kino, auch wenn es nur engliſches oder Pilſener gibt und die
Melodien der Kinomuſik zwar deutſchen Urſprungs, aber ſo
greulich international verjazzt ſind, daß ſie nur noch ein
deut=
ſches Ohr heraushört.
Auf Franzoſen und Engländer in amtlichen Stellungen
wirkte mein Talisman negativ, ägyptſchen Beamten gegenüber
war ſein Erfolg ein durchſchlagender. Ibrahim Galal Bey, der
Chef der ägyptiſchen Preſſe, ließ türkiſchen Kaffee und die
duf=
tigſten ägyptiſchen Zigaretten reichen, klatſchte, ſobald er ſich über
Weſen und Ziel meiner Reiſe orientiert hatte und das
Stich=
wort „Almäni!” fiel, in die Hände, gab einem Sekretär einen
Auftrag und überreichte mir aus den Händen des
Wiedererſchei=
nenden, ſchenkenſ und bittend zugleich, Freifahrtſcheine 1. Klaſſe
für alle ägyptiſchen Bahnen. Desgleichen einen Ausweis des
Wakf=Miniſteriums, der zum bevorzugten Beſuche ſämtlicher
Moſcheen, auch ſonſt unzugänglicher, berechtigte.
Luxor. An der Nilpromenade beim Tempel ſteht ſchlank
und weiß ein Haus mit ſchwarz=weiß=roter Fahne. Sein Beſitzer
Moharreb Todrous iſt Kopte, der reichſte Mann Luxors, der
be=
deutendſte private Altertümerſammler Aegyptens, der
begei=
ſtertſte Freund und Verehrer alles Deutſchen. Das illuſtrieren
in 4 Sälen wertvolle Atertümer und im Empſangsraum
zahl=
reiche Bildniſſe deutſcher Fürſten mit Unterſchriften, weiter ein
„Deutſches Buch” mit den Namen von Moharreb Todrous”
deutſchen Beſuchern und ein „Goldenes Buch” mit den
Namens=
zügen jener Fürſtlichkeiten; zuletzt eine Einladung zum Diner
von 7 Gängen mit deutſchem Wein und deutſchem Bier. Meiſt
läßt er es dabei nicht bewenden. Mir als deutſchem Preſſe=
Korreſpondenten, dem Pierre Lacau, der franzöſiſche
General=
direktor der Altertümer in Kairo, ein Paſſepartout für die
ober=
ägyptiſchen Tempel und Gräber verweigert hatte, erwirkte er
es innerhalb zweier Stunden vom ortsanſäſſigen Oberinſpektor
der Altertümer.
In Aſſuan verſogte mein Talisma, vielmehr wirkte er
gleichpolig auf den braven Pfarrer Schönberg von der „Deutſchen
Sudan=Pionier=Miſſion”, weil das Stichwort eine Erzählung
von einem durchreiſenden Deutſchen auslöſte, der ihn angepumpt
habe, und ich ihn leider vergeblich zu einem Glaſe Löwenbräu
im St. James: Hotel erwartete. Dagegen ſtrahlte das
Zauber=
mittel während der folgendem zweitägigem Nilfahrt mit dem
Dampfer der „Sudzn Government Railwahs and Steamers”,
gegenüber einem Oeſterreicher, der ſeit Jahren als Chief
Ma=
nager zwiſchen Shelläl und Wädi Halfa mit dem Boot hin= und
herpaddelt, und gegenüber dem ſudäniſchen Commiſſioner und
dem ſchwarzen Perſonal wieder wagiſche Kraft aus. Ich hatte,
um zu ſparen, Eßvorräte mitgenommen und Deckbillett gelöſt.
Koum hatte der Kriegskamerad, der ehemalige k. u. k.
Oberleut=
nant Wolfbauer, meine Natonalität erfahren, ſo ſuchte er mich
auf und — wahrhaftig, er zankte, daß ich mich „ſo rar” mache!
Ich mußte mit ihm und dem Ingenieur im Speiſeraum der
1. Klaſſe eſſen, ich ſollte baden, ſo oft ich wollte, und ich erhielt
in der 2. Klaſſe, da die 1. überfüllt war, eine Kabine
ange=
wieſen. Das begegnete allerdings Schwierigkeiten, da der
ſchwarze Commiſſioner des angekoppelten Schiffes der 2. Klaſſe
keinen Eingriff in ſeine Machtbeſugniſſe dulden wollte und
unterſtützt wurde von dem ſchwarzen Steward, der alle Klaſſen
für beſetzt erklärte. Ich griff zur Zauberformel: „Almani!” und
ſiehe: die finſteren Geſichter glätteten ſich, lachten verlegen —
einladende Handbewegung: „Tafaddal! (Bitte ſehr!)“.
Khartoum=Omdurman, hochſintereſſante Doppelſtadt am
Zu=
ſammenfluß des weißen und blauen Nils, Hauptſtadt des
eng=
liſch=ägyptiſchen Sudäns; die eine Lord Kitcheners Werk,
über=
raſchend europäiſch anmutende Gartenſtadt inmitten der Wüſte
— die andere, durch den Nil getrennt, heilige Stadt des Mahdi,
Typ der Wüſtenſtadt mit heute noch wie zur Mahdizeit
religiös=
fanatiſchen Einwohnern. Als einziger Europäer unter 80 000,
wegen ihres Haſſes gegen den Fremden und ihrer Grauſamkeit
berüchtigten, Muhammedanern, ſchlenderte ich zur Mittagszeit
bei gefährlich brennender Sonne durch die öden, unheimlich
ſtillen Gaſſen, nur bezweifelte ich die Greuelmärchen, nachdem
in das Grab des Mahdi, des iſlämiſchen Meſſias”, geſehen
hatte, deſſen Gebeine die Engländer herausgeriſſen und in alle
Winde verſtreut hatten. Ich wollte die „Heiden und Mörder”
gern perſönlich kennen lernen, und wir geſchah nach Wunſch.
Ich photographierte ein Heiligengrab und ſtieß auf der Suche
nach ſeinem Zugang auf mehrere Muslimin, die eben noch unter
einem Strohſdache gebetet hatten, ſich mir aber eilends in den
Weg ſtellten und verdächtig an ihren Dolchen herumzufingern
begannen. Der Schech, der auf den lauten Redewechſel hin
er=
ſchien, hörte meine engliſch geſtolperte Bitte um Beſichtigung
des Grabwals, gar nicht an und zeigte nur immer zum
Hofein=
gang: Hinaus! Mich ſtachelte der Trotz: Her mit dem
Talis=
man! „Almani!” — „Almani? Ooh . . —‟ Die erhobene Hand
ſank, das böſe Gefunkel der Augen milderte ſich zu freundlichem
Glanz: ſie neigten ſich, als ob ſie Sand vom Boden aufnähmen,
und führten die Hand an Stirn, Mund und Herz. Es wich der
Riegel zum Grabmal — ich ſtehe ſtumm, den Tropenhelm in der
Hand, vor dem Sarkophag aus heiliger Nilerde, nicke verftehend,
als der Schech den Kopf auf die verſchſungenen Arme legt, zum
Zeichen, der Heilige im Sarkophage ſchlafe — und ſchäme mich
meines Eindringens, danke mit Hand auf Stirn und Herz und
will gehen. Man läßt mich nicht. Ich muß zwei Stunden Gaſt
des Schechs ſein, der mich — denkbar hohe Ehre — von ſeinen
bildhübſchen, unverſchleierten Töchtern bedienen läßt. Der
präch=
tige, 12jährige Sohn des Schöchs führt mich zur elektriſchen
Bahn. Zutraulich lächelnd ſtreichelt er mir beim Abſchied den
Arm: „Almani!”
Rückreiſend geriet ich in Kairo in die Unruhen. Das
Vier=
tel mit dem Hauſe, in dem die Wafdiſten unter Nahaz Paſcha
tagten, war von Polizei unter engliſchen Offizieren abgeriegelt.
Unter Schwierigkeiten drang ich bis zum engliſchen
Oberkom=
mandierenden durch. Torheit eigentlich, bei ihm auf Wirkung
meines Talismans zu rechnen, doch hatte der Mann Humor:
er ließ mich paſſieren, als ich behauptete, man nähme in
Deutſch=
land Anteil an derartigen, zweifellos intereſſanten Vorgängen.
Und die Aegypter? Das Wort „Deutſcher!” genügte, um ſie
mich informieren zu laſſen, als ſei ich ein Mitverſchworener. —
Bedauerlicherweiſe ſpricht man von ihnen in Eurova als „
Em=
pörern”, doch iſt das unrecht. Sie wollen wur ihre Freiheit,
und weil auch wir dieſe miſſen, ſo verbindet uns beide und
iſt magiſches Symbol für alle vergewaltigten Völker geworden
das Zauberwort: „Almani!”.
W Hatarrhe
Asthma, Herz
Aurskunft durch Kucverwaltung Bad Soden 7aunus
Verbilligte Pauſchalkuren wm 15.9-30.4
Römiſch=Germaniſches Zentral=
Muſeum Mainz und Mainzer
Altertums=Verein
Anläßlich der Jahresſitzung des
Ge=
ſamtvorſtandes des Römiſch=
Germa=
niſchen Zentral=Muſeums, findet am
Sonntag, den 3. Mai 1931, abends 8 Uhr, im
Weißen Saal des Kurfürſtlichen Schloſſes
(Eingang Rheinallee) ein
Lichtbildervortrag
des Herrn Univerſitäts=Profeſſor
Dr. Dragendorf=Freiburg i. B.
über das Thema
„Der Rhein als Kulturgrenze
Im Altertum‟
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Einladung
zur Mikglieder=Berſammlung
Die verehrl. Mitglieder der
Vereinig=
ten Geſellſchaft werden auf
Montag, den 18. Mai 1931, 20½ Uhr,
zu einer Mitgliederverſammlung im
Ge=
ſellſchaftshauſe eingeladen. Für den Fall,
daß ein gültiger Beſchluß in dieſer
Ver=
ſammlung nach 8 20 der Satzungen nicht
ſerbeigeführt werden kann, wird hiermit
ine neue Mitgliederverſammlung auf
Montag, den 18. Mai 1931, 21 Uhr,
berufen. — Die Belege und
Erläute=
rungen für die Tagesordnung liegen im
Leſezimmer des Geſellſchaftshauſes offen.
Tagesordnung:
1. Bericht des Rechnungsprüfers über die
Rechnungen für das abgelauf. Jahr.
Voranſchlag für das laufende Jahr.
3. Wahl der Rechnungsprüfer für das
laufende Jahr.
4. Aenderung des § 14 der
Geſellſchafts=
ordnung, und zwar Fortfall der
Ein=
trittsgelder u. Herabſetzung der
Bei=
träge der Kartenmitglieder und
ſtu=
dentiſchen Kartenmitglieder.
(6883
5. Verſchiedenes.
Darmſtadt, den 29. April 1931.
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T686
Nummer 121
Samstag, den 2. Mai 1931
Seite 17
12)
Saia neind anttatt.
Roman von Alexandra von Boſſe.
Cophright 1930 by Karl Köhler u. Co., Berlin=Zehlendorf.
Hall ſprach, wo des jungen Droſtens Mutter gelebt hatte, und ſcheinen ließen. An den Schläfen und über den Ohren zeigte
Gerichtete, daß man ihm geſagt, die Mutter habe an den Tod das dunkelblonde Haar auch bereits einen ſilbernen Schimmer.
ehres Sohnes nie glauben wollen und bis an ihren eigenen
Tod ſeine Rückkehr erwartet, verhüllte Flavia die Augen und wenn er einmal Hacke oder Grabſcheit ſinken ließ und nach den
tweinte wieder. Sie konnte es ſich ſo gut vorſtellen, daß Nichards Bergen hinüberſah, einen ſeltſam hartentſchloſſenen Ausdruck
Mutter an den Tod des einzigen, geliebten Sohnes nicht hatte annehmen, in dem auch Sehnſucht ſich ausprägte. Dann preßte
glauben wollen, denn ſie hatte ihn nicht tot geſehen, und nicht er die Lippen des wohl geformten Mundes ſo feſt aufeinander,
inmal der traurige Troſt, an ſeinem Grabe weinen und beten daß die Linien darum ſich noch tiefer eingruben. Man ſah dem
zu dürfen, war ihr gegeben worden. Im Geiſt ſah Flavia
Richard, wie ſie ihn zuletzt geſehen hatte, den langen, blonden
Jungen, mit den ſieghaften, fröhlichen blauen Augen, einem
jungen Siegfried vergleichbar. Es war ſchwer, ſich vorzuſtellen,
baß er tot war, Und ſie fragte ſich, ob ihre Leidenſchaft für ihr AAILE HAA
twohl in der gleichen Kraft in ihr wieder lebendig geworden
wäre, wäre er lebend zu ihr zurückgekehrt.
Oreſte weiter berichtete, was er über Droſtens Tod erfahren. Er
Fei in Polen während eines Rückzugsgefechtes gefallen, ſo daß IHbg. 3187)
eine Leiche in die Hände der Feinde fiel, die ihn mit anderen
begruben. Kameraden hatten ihn fallen ſehen, noch Zeit gehabt, Menſchen an, daß er viel durchgemacht hatte, und doch war ſein
Ge=
einen Tod feſtzuſtellen, weshalb an der Tatſache kein Zweifel ſicht nicht das eines Abenteurers. Wortkarg war er, von ſeinen
Heſtehen könne.
Er habe ſich eine beglaubigte Abſchrift der amtlichen Todes= in der Kantine Brotzeit machte und ſeine Halbe Bier dazu trauk.
erklärung ausfolgen laſſen.
Er ließ Flavia weinen, ohne zu verſuchen, ſie daran zu hiu= Er mochte wohl nicht gern daran zurückdenken. Stellte einer
Hern. Er wollte dem Toten dieſe Tränen nicht mißgönnen, er neugierige Fragen, wie es in Rußland jetzt ſei, wo doch jetzt die
wollte auf ihn nicht eiferſüchtig ſein. Seit Jahren ſchon lag dieſer Arbeiter die Herren wären, dann lachte er verächtlich auf und
Mann in ſeinem fernen Grabe, er ſelbſt aber lebte, und ihm ge= ſagte, die müßten da noch genau ſo arbeiten wie ſie hier, mehr
hörte nun Flavias Liebe. Flavia war ſein, der Tote hatte kein, noch, aber ein ſo gutes Bier tränken ſie nicht dazu.
Recht mehr an ihr!
5. Kapitel.
Wer kennt ihn noch?
Knter den Scharen von Arbeitern, die Ende Juli 1922 an Arbeit, die der Polier ihm anwies, war ihm recht; wie ſchwer ſie
der mittleren Iſar bei dem Bau der Waſſerkraftwerke beſchäftigt, auch ſein mochte, kräftig griff er zu. Gutwillig nahm er auch
waren, war einer, von dem ſagten ſie, er ſei ſechs Jahre in ruſſi= hier und da den Ruckſack auf den Buckel, um von der Kantine
ſcher Gefangenſchaft geweſen und erſt vor wenigen Wochen aus Bier zu holen für die Gruppe, der er zugeteilt war. Nach der Ar=
Rußland heimgekehrt. Er war ein hochgewachſener, hagerer beit aber, ehe er in der wackeligen, kleinen proviforiſchen Bahn
Menſch. So um die Dreißig herum mochte er ſein, man konnte nach München zurückfuhr, ſäuberte er ſich und ſeine Kleidung
es aber nicht genau ſagen; denn in dem ſchmalen Geſicht mit der ſorgfältig von Lehm und Staub.
kühn vorſpringenden Naſe und den eingeſunkenen Schläfen
waren um Mund und Augen tiefe Linien eingegraben, die von auf Loris wegfuhren oder heranſchafften oder Betonſäcke ſchlepp=
(Nachdruck verboten.)
Er erzählte. Als er von ſeinen Nachforſchungen in Reichen= Leiden und Entbehrungen aller Art erzählten und es älter er=
Er hatte freundliche, graublaue Augen, aber die konnten,
RM 0.81 das kleine Paket
Ihr Tuch an die Augen drückend, weinte ſie leiſe, während Stzf nur noch RM 1.62 das große Paket
E
RM 1.71 die Vakuumdose
Erlebniſſen erzählte er nichts, wenn er mit den Arbeitskameraden
Er trug grobes Zeug wie die anderen Arbeiter, unterſ hied
ſich darin nicht von ihnen, aber ſie ſahen es ihm doch an, daß er
nicht ihres Standes war, trotzdem ſeine ſchlankgebauten Hände
verarbeitet und riſſig waren wie ihre. Er ſchonte ſich nicht. Jede
Unter den Arbeitern, die Erde abgruben und karrten, Kies
ten, waren auch Münchener Studenten, die ſich hier während
der Univerſitätsferien das Geld für die Fortſetzung ihrer
Stu=
dien im nächſten Semeſter zu verdienen ſuchten. Mit einem
ſolchen blutjungen Burſchen fuhr der, den ſie den Ruſſen
nann=
ten, weil er ſo lange in Rußland geweſen war, eines Abends
gemeinſam nach München zurück. Sie bekamen dann beide in
der überfüllten, ſtadteinwärts fahrenden Elektriſchen keinen Platz
mehr, mußten warten und beſchloſſen, zu Fuß zu gehen, weil
der Abend ſo ſchön war. Dabei kamen ſie ins Geſpräch.
Der Student ſagte, es ſei eine gar ſchwere Arbeit dieſes
Erdegraben und =karren, wenn man es nicht gewohnt ſei, und
anfangs wären ihm abends alle Knochen wie zerbrochen
ge=
weſen. Der andere lächelte und erwiderte:
„Jede Arbeit iſt ſchön, wenn man dabei frei iſt und nicht
Ketten mit ſich herumſchleppen muß.”
„Man ſagte mir ſchon”, ſagte der Student, „daß Sie lange
in ruſſiſcher Gefangenſchaft waren. Das iſt alſo wahr?”
„Faſt ſechs Jahre lang.”
„Aber als Kriegsgefangener trägt man doch nicht Ketten.”
„Einigen, darunter war auch ich, dauerte es zu lange, und
wir wollten wieder mit dabei ſein. Der Fluchtverſuch
miß=
lang. Einige kamen dabei ums Leben, aber auch ein ruſſiſcher
Wachtſoldat wurde in der Abwehr getötet. Mir wurde die
Schuld daran zugeſchoben, und man verurteilte mich zur
Zwangsarbeit.”
„Hat denn die ruſſiſche Revolution Sie nicht befreit?”
„Nein viel ſpäter erſt konnte ich mir die Freiheit
er=
zwingen.”
„Und jetzt erſt kamen Sie zurück? Man ſagte mir —‟
„Faſt ebenſo ſchwer wie aus einem ruſſiſchen Gefängnis,
iſt es aus Rußland herauszukommen.”
An einer Tramhalteſtelle trennten die zwei ſich, fuhren in
verſchiedenen Richtungen in die Stadt hinein. Der ſogenannte
Ruſſe begab ſich gleich in ſeine Wohnung in der
Wieland=
ſtraße, ein kleines Zimmerchen das er einer verarmten
Ma=
jorswitwe abgemietet hatte. Die alte Dame, die ſich zuerſt
vor ihrem Mieter etwas gefürchtet hatte, ſorgte gut für ihn,
nachdem er ihr bruchſtückweiſe ſeine Geſchichte erzählt hatte.
Heute kam ſie ihm ſchon in dem engen, dunklen
Wohnungs=
flur entgegen:
„Es iſt ein Brief für Sie da, Herr Droſten. Gleich bringe
ich Ihnen auch Ihr Abendeſſen.”
Er hatte es mit ihr ausgemacht, daß ſie ihm abends etwad
richtete, denn das war billiger als im Gaſthaus.
Auf den Brief war er nicht neugierig, meinte, es würde
irgendwie behördliche Mitteilung ſein; denn da er ganz
mittel=
los geweſen, als er aus der Gefangenſchaft zurückkehrte, hatte
er ſich als Kriegsteilnehmer um eine ihm zukommende Rente
oder vorläufige Unterſtützung beworben. (Fortſetzung folgt.)
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[ ← ][ ]Seite 18
Samstag, den 2. Mai 1931
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— Schloß Achilleion — Manöver „alle Boote aus”— Palwa — Skagerakteier — Flottenparade — Cadix —
Bordtest — Kaliberschießen der Linienschiffe und Krenzer — Torpedobootsdurchbrüche u. v. a.
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