Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Nummer 114
Samstag, den 25. April 1931.
194. Jahrgang
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(4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſchl
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſſung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung ſällt jeder
Nabatt weg. Banſtonio Deutſche Bani und Darm=
Kädter und Nationalbank.
Beſprechungen des Kanzlers.
Im Bordergrund die Ernährungspolikik. — Graf Weſtarp drängk auf Klärung der landwirtſchaft
lichen Fragen. — Bor neuen Zollerhöhungen.
* Schiele bei Brüning.
Die Zollpolikik vor dem Reichskabinekk.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Das Reichskabinett hat am Freitag einen Ruhetag
einge=
ſſchoben, um den Reſſorts Gelegenheit zu geben, ihre
Vorberei=
tungen für Samstag zu treffen. Nach dem Programm ſoll
zu=
mächſt die Frage der Ernährungspolitik, der
Lohn=
nind Preispolitik behandelt werden, von denen die Ernährungs=
Politik im Vordergrund ſteht. Herr Schiele hat zwei Vorlagen
musgearbeitet. Die eine ſtammt ſchon vom 26. März und ver=
Hangt Zollerhöhungen für Hafer, Erbſen, Bohnen, ſowie für
SSchweine, friſches und verarbeitetes Fleiſch. Die zweite ſtammt
wom 17. April. Sie befaßt ſich im weſentlichen mit der
Milch=
wirtſchaft und kuliminiert hier in der Form einer Erhöhung des
Butterzolls. Man darf annehmen, daß in der Beſprechung
Zwiſchen dem Kanzler und dem Handelsminiſter am Freitag
abend eine weitgehende Verſtändigung erzielt wird und daß es
Sielleicht ſchon am Samstag gelingt, über die meiſten Agrar=
Forderungen, vielleicht mit Ausnahme des Butterzolls zu einer
Einigung zu kommen.
Der Kanzler, der am Freitag abend beim engliſchen
Bot=
ſchafter mit dem Generalſekretär des Völkerbundes, Sir Erie
Drummond, zuſammen war, hat im Laufe des Tages eine große
EAnzahl von Unterredungen gehabt. Er hat u. a. auch den
Füh=
mer der Deutſchen Volkspartei und den Führer der
Wolkskonſervativen, Graf Weſtarp, empfangen. Der
BBeſuch des Grafen Weſtarp diente in erſter Linie auch der
Felärung der landwirtſchaftlichen Fragen. Graf
Weſtarp dürfte bei dieſer Gelegenheit zu erkennen gegeben haben,
waß für die mit dem Landvolk zuſammengehenden Fraktionen
dier der Schlüſſel für ihre weitere Stellung zum Kabinett
Brü=
ning liegt und daß ſie gezwungen ſein dürften, ihre Haltung
zu revidieren, falls es nicht gelingen ſollte, dem
Reichsernäh=
rungsminiſter Schiele eine weitere Arbeitsmöglichkeit im
Kabi=
mett zu geben. Wenn von neuen Rücktrittsdrohungen des
Er=
rjährungsminiſters Schiele geſprochen wird, ſo halten wir das
Für falſch. Sehr wahrſcheinlich wird Herr Schiele erſt dann die
Ronſequenzen ziehen, wenn er ſich im Kabinett nicht durchſetzen
Eann. Aber zurzeit liegen dafür noch keine hinreichenden An=
Haltspunkte vor.
Das Brogramm des Reichsernährungsminiſters.
Zu dem Programm des Reichsernährungsminiſters, das das
Rabinett am Samstag beſchäftigen wird, erfahren wir folgendes:
Die beiden weſentlichſten Punkte des Programms ſind die
Er=
ſgöhung des Schweine= Fleiſch= und vor allem des Butterzolls.
Won der erſten Maßnahme verſpricht man ſich auch in Kreiſen des
Beichsernährungsminiſteriums keine außergewöhnliche Aende=
Eung der Preislage auf dem Schweinemarkt, aber doch eine
ge=
tviſſe und in den Grenzgebieten auch ſehr fühlbare Entlaſtung.
Wasſelbe gilt für die hiermit in Zuſammenhang ſtehende
Er=
ſgöhung des Zweckszolls für Speck und Schmalz. — Im
Brenn=
wunkt der gauzen Zolldebatte ſteht jedoch der Butterzoll, deſſen
Erhöhung in agrariſchen Kreiſen als unter allen Umſtänden
er=
ſorderlich bezeichnet wird, weil die Butter= und Milchproduktion
ſetzt beſonderen Schutz erfordert. Der Berliner
Großhandels=
ſoreis für Butter, der für den größten Teil des Reichs
maß=
gebend iſt, ſteht mit 125 Reichsmark ungefähr auf der
Vorkriegs=
öhe, während er im Durchſchnitt des Jahres 172 beträgt. Die
Sedeutung des Butterpreiſes für die bäuerliche Wirtſchaft geht
hon daraus hervor, daß ſelbſt in der Provinz Brandenburg
leie Einnahmen aus Milch und Butter etwa 50 Prozent, in
Oldenburg, Schleswig=Holſtein, im Allgäu und in anderen
Ge=
ieten ſogar 70 bis 75 Prozent der geſamten Betriebseinnahmen
ausmachen. Aus ſaiſonmäßigen Grenzen ergibt ſich nun die
Wahrſcheinlichkeit eines weiteren Abgleitens des Butterpreiſes.
Der Reichsernährungsminiſter verlangt deshalb eine
Herauf=
ſetzung des Butterzolls von 50 auf 100 RM. für den
Doppel=
zntner. Das würde unter den bisherigen Saiſonverhältniſſen
hätzungsweiſe eine Erhöhung des Butterpreiſes auf 150 RM.
ſür den Doppelzentner bedeuten.
In den Kreiſen des Reichsernährungsminiſteriums verhehlt.
man ſich nicht, daß eine Erhöhung des Butterzolls gewiſſe
handels=
wolitiſche Schwierigkeiten ergeben würde, weil in erſter Linie für
Finnland ein Kontingent von 5 000 Tonnen für den Zoll von 50
RM. geſichert bleiben würde, und Dänemark und Holland und
leis zu einem gewiſſen Grade auch Schweden trotz etwaiger
Zoll=
rhöhung aufgrund der Meiſtbegünſtigungsklauſel ebenfalls
An=
wruch auf ein ſolches Kontingent erheben könnten. Es verlautet
nogar, daß ſie dieſe 5 000 Tonnen nicht als ein abſolutes, ſondern
aals ein relatives Kontingent betrachten und verlangen würden,
leaß ihnen eine Menge zugebilligt wird, die im gleichen Verhältnis
7u ihrer Produktion ſteht wie die 5 000 Tonnen zu der Erzeugung
Einnlands. Das würde das mehrfache jenes Quantums ſein. Ein
wicher Anſpruch ließ ſich nach deutſcher Auffaſſung aber ſchon rein
ſriſtiſch nicht durchhalten. Außerdem darf man von Holland und
Dänemark vielleicht doch erwarten, daß ſie ihren eigenen Vorteil in
iner Verſtändigung mit uns ſehen, zumal da Deutſchland als
UAbnehmer für Agrarprodukte bei beiden Ländern immer noch an
rweiter Stelle ſteht.
In der kommenden Kabinettsberatung wird zweifellos genau
eprüft werden, wie ſich der Nutzen und die Nachteile der in
Aus=
ſicht genommenen Zollerhöhung zueinander verhalten. In
unter=
iichteten Kreiſen glaubt man nicht, daß es in der Frage des
Butter=
wolls ſchon am Samstag zu einer Entſcheidung kommt. Vielmehr
wird zunächſt mit den intereſſierten Ländern Fühlung genommen,
ganz abgeſehen davon, daß auch noch innenpolitiſche
Schwierig=
heiten zu überwinden ſind.
Die Täkigkeit der Induſtriebank.
Ihre Bedeukung für die Oſthilfe
und die gewerbliche Kredithilfe.
Berlin, 24. April.
In der Generalverſammlung der Bank für deutſche
Induſtrie=
obligationen Berlin, ſprach am Freitag der Vorſitzende des
Auf=
ſichtsrates Dr. Krupp von Bohlen und Hallbach über die
Tätig=
keit des Inſtitutes. Er führte dabei u. a. aus: „Wenn es
der Bank gelungen ſei, ihre Aufgabe zu erfüllen, ſo habe das in
hohem Maße an dem guten Geiſte vertrauensvoller
Zuſammen=
arbeit zwiſchen dem ausländiſchen und deutſchen Teil des
Auf=
ſichtsrates gelegen. In dem Geſetz über die Oſthilfe habe die
Reichsregierung geglaubt, für eine kurze Zeit noch die
Aufbrin=
gung, d. h. eine beſondere Leiſtungspflicht von
In=
duſtrie, Handel und Gewerbe aufrechterhalten zu ſollen.
Etwa 12000 Betriebe mit einem Betriebsvermögen von mehr als
500 000 Reichsmark ſollen im Laufe von fünf Jahren 600
Millio=
nen zu den vorhandenen Vermögen der Bank beiſteuern, um ſie in
die Lage zu ſetzen, Kredite an die notleidende Landwirtſchaft in
den öſtlichen Gebieten ſowie an kleine und mittlere gewerbliche
ſeits müſſe alles aufgeboten werden, was der
Wiederherſtellung der Rentabilität der
Land=
wirtſchaft förderlich ſeinkönne, da ſonſt auch die
großen über die Bank der Landwirtſchaft
zuzu=
führenden Mittel nutzlos vertan, ſein würden.
Ueber die Bedeutung der gewerblichen
Kredit=
hilfe, die durch das Induſtriebankgeſetz über den engeren Kreis
der Oſtgebiete hinaus auf das geſamte Land ausgedehnt worden
ſei, erklärte der Redner, daß auch die mittlereundkleine
Induſtrie von höchſter Bedeutung für
dieGeſamt=
leiſtung der Volkswirtſchaft ſei. Deutſchlands
volks=
wirtſchaftliches Geſchick würde nicht ausſchließlich von wenigen
Großbetrieben beſtimmt. Am innerdeutſchen Produktionsprozeß
nehme eine Unzahl mittlerer und kleiner wirtſchaftlicher
Exiſten=
auf Sondergebieten der Erzeugung und des Warenaustauſches
ſo=
gar dominieren. Auch ihre Stärkungdiene den
Inter=
eſſen der Geſamtheit. Schließlich hob der Redner noch
hervor, daß die Wiederbelebung der Wirtſchaft im
Oſten der Ausgangspunkt zu einer Erſtarkung
des geſamten inneren Markteswerden könne.
Unbegründete Beforgniſſe der Landwirkſchaft.
Die Ruſſen haben wiederholt dem Wunſch Ausdruck
ver=
liehen, einen Teil ihrer landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe nach
Deutſchland verkaufen zu dürfen. In der Sowjetpreſſe iſt auch
im Zuſammenhang mit den Induſtriellenverhandlungen die
Drohung ausgeſtoßen worden, daß nur dann Aufträge vergeben
würden, wenn Deutſchland ſich bereit erkläre, ſowjetruſſiſches
Nohmaterial — gemeint ſind agrariſche Erzeugniſſe — in
grö=
ßerem Maße als bisher abzunehmen. In der deutſchen
Land=
wuirtſchaft haben dieſe Forderungen begreiflicherweiſe eine große
Uinruhe ausgelöſt. Es iſt hier die Vermutung aufgetaucht, daß
die deutſch=ruſſiſchen Induſtrieverträge auf dem Rücken der
deutſchen Landwirtſchaft zuſtande gekommen ſeien. Nach unſeren
Juformationen kann davon keine Rede ſein. Die Ruſſen haben
den Vertrag über die Induſtrielieferungen unterzeichnet, ohne
daß von der Abnahme landwirtſchaftlicher Produkte die Rede
war. Sie müſſen nunmehr unter den zuſtandegekommenen
Be=
dingungen ihre Aufträge vergeben. Für die deutſche
Land=
wirtſchaft beſteht jedenfalls kein Grund zu irgendwelcher
Be=
unruhigung.
Auch der Reichsbund der höheren Beamken
gegen weitere Kürzung der Beamkenbezüge.
Berlin, 24. April.
Der Geſamtvorſtand des Reichsbundes der höheren Beamten
beſchloß in einer Sitzung am Freitag folgendes Telegramm an
die Reichsregierung zu richten:
„Erneut auftauchende Gerüchte über beabſichtigte weitere
Kürzungen der Beamtenbezüge haben in der
Beamten=
ſchaft ſchwerſte Beſorgniſſe ausgelöſt. Der in Berlin
verſammelte Geſamtvorſtand des Reichsbundes bittet die
Reichs=
regierung, derartigen Abſichten mit aller Entſchiedenheit
ent=
gegenzutreten. Die bisher durchgeführten
Gehalts=
kürzungen haben bei ſteckengebliebener
Preis=
ſenkung zahlreiche Beamtenhaushaltungen in
ſchwere Bedrängnis und Sorgen verſetzt. Der
Reichsbund der höheren Beamten betont erneut, daß der
Vor=
rang politiſcher Zahlungen, an das Ausland
vor Innenverpflichtungen aufhören muß.
Stei=
gende Notlage und Radikaliſierung auch der
trauten Beamten zum Nachteile des Ganzen ſind
ſonſ unvermeidlich.”
Prager Brieſ.
Der teure Zollkrieg gegen Ungarn — ein Schlag ins Waſſer.
Beneſch trifft Vorbereitungen für die Konferenz der Kleinen
Entente im Sinne des Herrn Briand.
Von unſerem C=Korreſpondenten.
Prag, 23. April.
Vor einigen Monaten hat das vom tſchechiſchen Parlament
über Druck der ſtärkſten politiſchen Gruppe, der Agrarier,
be=
ſchloſſene ſogenannte „Mehlmiſchungsgeſetz” (nach welchem dem
aus dem Auslande eingeführten Mehl und Getreide 75 Prozent
inländiſcher Produkte beigemengt werden müſſen), zum
Aus=
bruche des Handelskrieges mit Ungarn, das dadurch in erſter
Linie betroffen wurde, geführt. Für die Koſten dieſes
Aben=
teuers hatte, wie ſich ſchon bald zeigte, die Induſtrie,
insbeſon=
dere die Textilinduſtrie, aufzukommen: der ungariſche Markt
verſchloß ſich nach der von Prag herbeigeführten Erſchwerung
ſeines Mehl= und Getreidetransportes in die Tſchechoflowakei
dem Import tſchechoflowakiſcher Erzeugniſſe faſt völlig — und
ſo begannen die Auswirkungen des neueſten Kapitels der
Pra=
ger Handelspolitik mit der Entlaſſung von mehr als
zwanzig=
tauſend Menſchen in der betroffenen Induſtrie. Alle gegen das
Mehlmiſchungsgeſetz vorgebrachten Einwände, alle Warnungen
aus Kreiſen der Induſtrie im Hinblick auf die zu erwartenden
kritiſchen Auswirkungen haben nicht vermocht, die unter dem
Diktat der allmächtigen tſchechiſchen Agrarier ſtehende
Handels=
politik Prag zu veranlaſſen, von einem Abenteuer abzulaſſen,
das unausbleiblich ſchwere wirtſchaftliche Nachteile würde
zeiti=
gen müſſen; man blieb dabei, daß der heimiſchen Landwirtſchaft
nur durch eine entſprechende Hebung des Konſums abzuhelfen
ſei, und dieſe Steigerung des Umſatzes landwirtſchaftlicher
Pro=
dukte ſollte das erwähnte Mehlmiſchungsgeſetz herbeiführen.
Seither ſind vier Monate vergangen. Heute ſteht feſt, daß
ſich die an das Geſetz geknüpften Hoffnungen nicht erfüllt haben,
daß jedenfalls die der Induſtrie zugunſten der Landwirtſchaft
Betriebe zu gewähren. Die Wirtſchaft habe dies ſchwere aufgelaſteten ſchweren Opfer vergeblich geweſen ſind: ein Prager
Blatt rechnet aus, daß die prohibitive Wirkung der erhöhten
Opfer auf ſich genommen, weil ſiedas große Ziel Weizenzölle nur zwei Monate gedauert hat. Schon im März
der Oſthilfe als richtigangeſehen habe. Anderer= war trotz Miſchungszwang und großer Vorräte an ausländiſchem
Weizen eine ſtarke Einfuhrerhöhung feſtzuſtellen. Im März iſt
die Einfuhr von Weizen aus Ueberſee und Rumänien gegen
den Februar um faſt 400 Waggons geſtiegen. Rechnet man, ſo
führt das Blatt aus, die früher gewohnten Mengen ungariſcher
Herkunft ab, ſo ergibt ſich, daß die Märzeinfuhr rumäniſcher und
überſeeiſcher Herkunft bereits durchaus wieder normal iſt. Seit
Erntebeginn iſt aber die Weizeneinfuhr mit über 21000 Waggons
noch immer doppelt ſo groß wie 1930, wo ſie etwas über 10000
Waggons betragen hatte. Da eine Verbrauchszunahme
zweifel=
los nicht erfolgt ſei, errechne ſich ein zuſätzlicher Weizenimport
von 11 000 Waggons, der in vermahlenem oder unermahlenem
Zuſtand im Inland lagern müſſe. Wenn das Gefetz über den
Beimahlungszwang auch nur andeutungsweiſe und vereinzelt
erfüllt würde, müßten dieſe Vorräte weit über die nächſte Ernte
hinausreichen. Die Tatſache, daß ſchon im März wieder ein
beträchtlicher Weizenimport zu verzeichnen geweſen ſei, beweiſe,
zen teil, die in ihrer Geſamtheit den Großen die Waage halten, daß ſich niemand an den Beimahlungszwang kehre, daß dieſer
alſo lediglich die Wirkung gehabt habe, den Zollkrieg mit
Ungarn heraufzubeſchwören und die handelspolitiſche Stellung
der Tſchechoflowakei zu erſchweren.
Den Nutzen aus dem Mehlmiſchungsgeſetz haben lediglich
die Großmühlen im Lande. Der Landwirt, dem das Geſetz Hilfe
bringen ſollte, ſteht wie vordem mit leeren Händen da;
über=
ſeeiſcher und rumäniſcher Weizen beherrſcht den tſchechiſchen
Markt gegenwärtig noch ſtärker als früher, da ſich ihm auch noch
das ungariſche Produkt zugeſellt hatte. Die Genugtuung frei=
* Berlin, 24. April. (Priv.=Tel.) lich, Ungarn den tſchechiſchen Markt verſchloſſen zu haben, iſt ſe
teuer erkauft worden, daß man an ihr inzwiſchen wieder die
Freude verloren hat. Gewiß, Rumänien kann Prag für die erhöhte
Abſatzmöglichkeit ſeiner landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe dankbar
ſein: dieſe Dankbarkeit aber iſt für die durch den Zollkrieg mit
dem ungariſchenNachbarn vernichteten Exiſtenzen in der
Tſchecho=
ſlowakei ein ſchlechter Troſt. Sie mußten für das aus
rumä=
niſchem und überſeeiſchem Getreide hergeſtellte Brot einen Preig
zahlen, der ihnen trotz Entbehrung und Hunger dieſes Nahrungs=
Das ficht indeſſen die Herren,
mittel nicht munden läßt
die in Prag „Handelspolitik” treiben, wenig an!
Der tſchechiſche Außenminiſter Beneſch, über deſſen
Stellung=
nahme zur Frage der Zollunion die Weltöffentlichkeit
unbeſcha=
det der Tatſache informiert iſt, daß er bisher einer offiziellen
Erklärung im Parlamente auszuweichen verſtanden hat,
end=
faltet ſeit dem Auftauchen des Briandſchen Gegenplanes zum
deutſch=öſterreichiſchen Zollbündnis, eine fieberhafte Tätigkeit;
die bevorſtehende Bukareſter Konferenz der Kleinen Entente, vie
ſich mit der Frage der Einſtellung Rumäniens, Südſlawiens und
der Tſchechoſlowakei zum Zollpakt bſchäftigen wird, läßt den
ree=
ſamen tſchechiſchen Außenminiſter umfaſſende Vorkehrungen für
die Herbeiführung eines im Sinne ſeiner frankophilen Polittk
gelegenen Ergebniſſe der Zuſammenkunft treffen. Zwiſchen dem
Prager Außenamt und den Außenminiſterien in Belgrad und
Budapeſt hat der Kurierdienſt in den letzten Tagen an
Lebhaf=
tigkeit außerordentlich zugenommen, und es bedarf keines
beſon=
deren politiſchen Scharfſinns, aus dieſem regen
Meinungsaus=
tauſch abzuleiten, daß er darauf hinausläuft, die drei Staaten
der Kleinen Entente in eine gemeinſame Front gegen die
deutſch=
öſterreichiſche Zollunion zu bringen. Beneſchs Bemühungen
gehen dahin, Belgrad und Bukareſt für ſeinen abſolut
ablehnen=
den Standpunkt gegenüber dem Zollpakt zu gewinnen, damit
auf der im Mai zuſammentretenden Tagung des
Völkerbund=
ausſchuſſes die Kleine Entente geſchloſſen Proteſt gegen das
Wien=Berliner Bündnis erhebe. Allerdings weiß Beneſch ſehr
gut, daß Südſlawien nur geringe Neigung zeigt, gegen den
Zoll=
pakt Sturm zu laufen; er weiß, daß er ſich die Zuſtimmung
Belgrads zu ſeiner Antizollpaktpolitik wird erkaufen müſſen,
und zwar durch weitgehende Zugeſtändniſſe an die ſüdflawiſche
Wirtſchaft. Um dieſe Zugeſtändniſſe geht der derzeitige rege
Meinungsaustauſch. Beneſch wird, um ſich die Gefolgſchaft der
mit der Durchführung der Staatsaufgaben be= beiden, verbündeten Staaten zu ſichern, nicht knickerig ſein
Irgendwie wird die in derlei Dingen ja ſchon oft ſich bewährt
habende Prager Handelspolitik ſchon wieder den „Ausgleich” fin=
Seite 2
Samstag, den 25. April 1931
Nummer 114
den, wenn der Ankauf der rumäniſchen und ſüdſlawiſchen
Sympathie von der inländiſchen Produktion Opfer erfordern
wird.
In der tſchechiſchen Oeffentlichkeit ſelbſt verſolgt man das
Liebeswerben Beneſchs mit geſpannter Aufmerkſamkeit. Man
iſt beſorgt um den Erfolg dieſer Bemühungen, denn die in der
letzten Zeit mehrfach zu verzeichnen geweſenen Kundgebungen
ſüdſlawiſcher amtlicher Kreiſe für eine Zuſammenarbeit mit
Deutſchland und Oeſterreich nicht nur auf wirtſchaftlichem,
ſon=
dern auch auf kulturellem Gebiete erſcheinen kaum als günſtige
Vorausſetzungen für den erfolgreichen Abſchluß der kommenden
Konferenz der Kleinen Entente. Die Bukareſter Tagung wird
Beneſch in einer Linie mit Briand, bzw. als Lobredner des
Briandſchen Gegenplanes zum Zollpakt zeigen, wenn auch dieſer
Plan noch ſehr verſchwommen iſt; er wird als neuer
Wirtſchafts=
plan, im Schoße der Kleinen Entente mit franzöſiſcher Hilfe
aus=
gebrütet, den Hauptpunkt des Progamms bilden, mit dem ſich
die Genfer Tagung des Völkerbundsausſchuſſes zu beſchäftigen
haben wird — vorausgeſetzt, daß Belgrad und Bukareft mit
Prag ſo konform gehen, wie Beneſch es anſtrebt.
Scharfe Krikik der Arbeitgeberverbände an der
Täligkeit der Brauns=Kommiſſion.
Berlin, 24. April.
Der Hauptausſchuß der Vereinigung der Deutſchen
Arbeitgeber=
verbände beſchäftigte ſich in ſeiner Sitzung am 24. April zunächſt
mit den Vorſchlägen des Brauns=Ausſchuſſes zur
Arbeitsloſen=
frage. Nach Anſicht des Hauptausſchuſſes läßt das Gutachten
„jede tiefgehende Unterſuchung der eigentlichen Gründe der
Arbeitsloſigkeit und demzufolge auch die Beantwortung der
ent=
ſcheidenden Frage, inwieweit bei ihrer Durchführung eine
Ver=
ſchlimmerung dieſer Gründe und damit eine Vergrößerung der
Arbeitsloſigkeit eintreten müſſe, vermiſſen.‟ Dieſe Behandlung
lebenswichtiger innerdeutſcher Probleme habe in allen Kreiſen
des Unternehmertums enttäuſcht und Beſorgniſſe ausgelöſt. Die
Vereinigung der Deutſchen Arbeitgeberverbände habe in einer
Eingabe an die Reichsregierung nachgewieſen, daß die
vorge=
ſchlagenen geſetzlichen Zwangseingriffe in die Geſtaltung der
Arbeitszeit zur Verieuerung der Produktionskoſten,
Verlänge=
rung der Sperrfriſten, Erſchwerung des Exports, Gefährdung
des Nationaliſierungserfolges, Verminderung der
Anpaſſungs=
fähigkeit an die Schwankungen des Auftragseinganges und der
Wirtſchaftslage, alſo zu einer Verminderung der
Wirtſchaft=
lichkeit und Konkurrenzfähigkeit der Betriebe führen und dadurch
eine Erhöhung der Arbeitsloſigkeit zur Folge haben müßten.
Der ungewöhnliche Ernſt der Lage mache ferner
einſchnei=
dende Reformmaßnahmen der Sozialverſicherung und der
Ar=
beitsloſenverſicherung unentbehrlich, wenn nicht binnen kurzem
der völlige Zuſammenbruch einzelner Verſicherungsträger
unver=
meidlich werden ſolle. Die in den einzelnen
Verſicherungs=
zweigen, insbeſondere in der Arbeitsloſenverſicherung, der
In=
validenverſicherung, der Unfallverſicherung und der
Knappſchafts=
verſicherung, bereits beſtehenden und beſtimmt zu erwartenden
weiteren Fehlbeträge könnten angeſichts der Finanzlage von
Reich, Ländern und Gemeinden und bei den ſchon jetzt nach
An=
ſicht des Hauptausſchuſſes weit überhöhten Beiträgen zur
Sozial=
verſicherung, ſowie bei der Kapital= und Selbſtkoſtenkriſe der
Wirtſchaft von der Einnahmeſeite unter keinen Umſtänden mehr
gedeckt werden. Daher zwinge dieſe Finanzlage dazu, daß
end=
lich auch hier die Ausgaben den Einnahmen durch entſprechend
beſchleunigte Reformen angepaßt würden. Zuſammenfaſſend
forderte der Hauptausſchuß erneut als allein zur Belebung der
Wirtſchaft und Behebung der Arbeitsloſigkeit geeignete Mittel:
Befreiung der Wirtſchaft von wirtſchaftswidrigen
Zwangsein=
griffen, entſchiedene weitere Senkung aller Selbſtkoſten,
insbeſon=
dere auch der öffentlichen und ſozialen Abgaben und Belebung
der Kreditlage durch eine Politik, die wieder im In= und
Aus=
lande das Vertrauen zu Wirtſchaft und Staat und damit die
Ausſicht auf Rentabilität herſtelle.
Die weikeren Berakungen des Gukachkerausſchuſſes
zur Arbeitsloſenftage.
Berlin, 24. April.
Amtlich wird mitgeteilt: Die Gutachterkommiſſion
zur Arbeitsloſenfrage hält gegenwärtig wieder
all=
ſöchentlich an je drei Tagen ihre Sitzungen ab. Sie
beſchäf=
tigte ſich am Freitag, den 24. April, mit einem zweiten
Refe=
rat zu den Fragen der unterſtützenden
Arbeits=
loſenhilfe, die für die nächſte Zeit den Hauptgegenſtand
der Beratungen bilden wird. Inzwiſchen wird die letzte
Redak=
tion des Gutachtens zur Frage der Arbeitsbeſchaffung vorge=
Vom Tage.
Wie vom Stahlhelm mitgeteilt wird, wird die Zuſammenſtellung
der Abſtimmungsergebniſſe des Volksbegehrens vorausſichtlich am
Sams=
tagvormittag bekanntgegeben werden können.
Der am 22. April vom Schlichter gefällte Schiedsſpruch für die
Nord=
weſtgruppe, der von ſämtlichen Angeſtelltenverbänden abgelehnt worden
iſt, wurde von den Arbeitgebern angenommen.
Der Brotpreis iſt für Magdeburg und Umgegend mit ſofortiger
Wirkung von 50 auf 55 Pfg. erhöht worden. Die Preiserhöhung wird
von der Bäckerinnung mit dem jetzigen Mehlpreis begründet, der ſeit der
Brotpreisermäßigung im Oktober v. Js. um etwa 15 Proz. geſtiegen ſei.
Der öſterreichiſche Bundespräſident Miklas hat an den Heeresminiſter
Vaugoin anläßlich des 10. Jahrestages ſeiner Berufung zum
Heeres=
miniſter ein anerkennendes Handſchreiben gerichtet und ihm gleichzeitig
das Große Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienſte um die
öſter=
reichiſche Republik verliehen.
Der Führer der bulgariſchen demokratiſchen Partei, Malinoff.
gab nach 24ſtündigen fruchtloſen Beratungen mit den Hauptparteien,
dem Sgovor, den Nationalliberalen und den Radikalen, ſein Mandat zur
Bildung einer neuen Regierung zurück und erklärte, daß die
Schwierig=
keiten nur auf die bisherige Mehrheitspartei den Sgovor zurückzuführen
ſeien.
Vom deutſchen Botſchafter in Paris ſind nunmehr diplomatiſche
Schritte beim franzöſiſchen Außenminiſierium eingeleitet worden, die in
Zuſammenhang mit den Königsberger Spionagefällen ſtehen.
Die Wahlen zur Verfaſſungsgebenden Verſammlum Spaniens ſollen
am 21. Juni abgehalten werden. Die Regierung hat das
Mindeſtwahk=
alter von 25 auf 23 Jahre herabgeſetzt.
nommen werden. Mit Rückſicht auf die kommenden Beratungen
über die Frage der unterſtützenden Arbeitsloſenhilfe hat die
Kommiſſion ein weiteres Mitglied hinzugewählt, nämlich
Ge=
heimrat Dr. Aurin=Freiburg (Breisgau). Geheimrat Aurin
ſat die Wahl angenommen. Er iſt ebenſo wie Prof. Dr. Berg,
der bereits der Kommiſſion angehört, auf Grund ſeiner
Lebens=
arbeit genauer Sachkenner der nunmehr zur Beratung
ſtehen=
den Fragen. Mit dem Abſchluß des Gutachtens zur Frage der
Arbeitsbeſchaffung iſt Prof. Dr. Heimann, der dieſe
Gut=
achten noch mitzeichnet, aus der Gutachterkommiſſion
ausge=
ſihieden.
Kündigung der verheirakeken Beamkinnen?
* Berlin, 24. April. (Priv.=Tel.)
Der Vorſitzende der Elfer=Kommiſſion, der frühere
Reichs=
arbeitsminiſter Dr. Brauns, hat in einem Interview erklärt, daß
die Reichsregie ung ſich wahrſcheinlich die Vorſchläge der
Kom=
miſſionsminderheit wegen der Außerdienſtſtellung der
verheirate=
ten Beamtinnen zu eigen machen werde. In dem Gutachten über
die Doppelverdiener hat ein Teil der Mitglieder der Kommiſſion
die Forderung aufgeſtellt, den verheirateten Beamtinnen durch
Bereitſtellung von Abfindungen einen Anreiz zum freiwilligen
Ausſcheiden zu geben. Die Minderheit der Kommiſſion forderte
aber die ſofortige Entlaſſung unter Gewährung einer Abfindung.
Man darf wohl annehmen, daß Herr Dr. Brauns ſehr gut über
die Abſichten ſeines Parteifreundes Stegerwald unterrichtet iſt,
dem im Kabinett die Aufgabe zufällt, Vorſchläge für die
Beſeiti=
gung der Arbeitsloſigkeit zu unterbreiten und zu vertreten. Da
jedes Mittel zur Anwendung gelangen ſoll, das geeignet iſt,
Ar=
beitsplätze frei zu machen, wird man ſich mit dem Gedanken
ver=
traut machen müſſen, daß die verheirateten Beamtinnen noch im
Laufe des Jahres ihre Stellung verlieren werden. Dabei wird es
ſich nicht nur um Beamtinnen der Reichsbehörden handeln. Auch
diejenigen der Länder und Gemeinden ſowie die der Reichspoſt
und der Reichsbahn werden ſich auf ihre Kündigung gefaßt machen
müſſen.
Konſumbrok.
* Berlin, 24. April. (Priv.=Tel.)
Die Berliner Bäckerinnung hat die Vorſchäge des
Reichs=
ernährungsminiſters aufgegriffen und wird jetzt ein
Konſum=
brot herſtellen, das zu dem alten Brotpreis gebacken wird. Die
Gefahr einer allgemeinen Brotpreiserhöhung iſt dadurch
beſei=
tigt und wird ſich hoffentlich auf der gleichen Grundlage auch in
anderen Städten beſeitigen laſſen. Das wäre aus dem Grunde
von Wichtigkeit, weil ja das neue Brotgeſetz immer nur als eine
vorübergehende Maßnahme gedacht war. Der
Reichsernährungs=
miniſter hatte ſchon im März in Ausſicht geſtellt, daß er hoffe,
das Geſetz nach der neuen Ernte aufheben zu können. Es wird
vielleicht möglich ſein, ſobald der Brotpreis ſtabiliſiert iſt, ſchon
erheblich früher zu einem allgemeinen Abbau des Geſetzes zu
koinmen.
Der Reichslandbund hat an den Reichskanzler und den
Reichsernährungsminiſter ein Telegramm gerichtet, indem er ſich
gegen jede Herabſetzung des Weizenzolls wendet.
Um die Zollunion.
Der Eindruck der Beneſch=Rede in Berlin.
Die Rede, die der tſchechoſlowakiſche Außenminiſter Beneſch zur
Frage der Zollunion gehalten hat, findet in Berliner politiſchen
Kreiſen lebhafte Beachtung. Man vermerkt mit
Ge=
nugtuung, daß die Rede durchaus ſachlich iſt. Das iſt
umſo erfeulicher, als man in der Tſchechoflowakei bei der
Behand=
lung des Problems der deutſch=öſterreichiſchen Zollunion bisher
nicht immer einen ſachlichen Ton angeſchlagen hat.
Die Befriedigung über dieſen Wandel, der
ſich in Prag vollzogen hat, wird allerdings dadurch
beein=
trächtigt, daß die Rede Beneſchs in ihrem
In=
halt viel zu wünſchen übrig ließ. Er behauptet
z. B., daß die Zollunion als ein politiſches und nicht als ein
juriſtiſches Problem angeſehen werden müſſe. Demgegenüber
darf man darauf hinweiſen, daß Beneſch damit in vollem
Gegenſatz nicht nur zur Auffaſſung Deutſchlands, ſondern auch
zu der des engliſchen Außenminiſters Henderſon ſteht. Aus
ſeiner Einſtellung kann man jedenfalls nur entnehmen, daß
Prag offenbar befürchtet, die juriſtiſche
Prü=
fung der Angelegenheit würde zur Anerkennung
der Zollunion führen.
Wenn Dr. Beneſch weiter der Beſorgnis Ausdruck gibt, die
Zollunion könne zur Bildung von zwei Blocks
innerhalb Europas führen, ſo wird in Berliner politiſchen
Kreiſen darauf hingewieſen, daß Deutſchland
nicht im geringſten das Bedürfnis einer
Block=
bildung empfindet. Dagegen muß bemerkt werden,
daß Dr. Beneſch ſich bisher recht ſtark im Sinne
einer Blockbildung betätigt hat. Man braucht nur
daran zu erinnern, wie ſehr er bei der Kleinen Entente
engagiert iſt. Die Reichsregierung ging noch vor
zwei Jahren ſoweit, nicht nur Oeſterreich, ſondern.
auchder Tſchechoſlowakei einen Vorſchlag zueiner
Angleichung der Wirtſchaftsſyſteme zu machen, die
von einer Zollunion, nicht weit entfernt ſein ſollte. Der
tſchechoſlowakiſche Außenminiſter hat dieſen
Vorſchlag aber abgelehnt. Ebenſo ſind Oeſterreich
durch die Tſchechoſlowakei verſchiedentlich Schwierigkeiten
ge=
macht worden, wenn ſich ihm günſtige Möglichkeiten auf
wirt=
ſchaftlichem Gebiete boten.
Schiele und Diekrich
vor dem Roggenſtükungs-Unkerſuchungsausſchuß.
Im Unterſuchungsausſchuß für die Roggenſtützung fragte Abg.
Freybe (W.P.) den Finanzminiſter nach den Gründen für
die Ernennung von Dr. Bade zum
Reichskommiſ=
ſar für die Roggenſtützung. Ferner erſuchte er um
Aus=
kunft, ob der Miniſter die Höhe der Bezüge Bades bei der
deutſch=
polniſchen Roggenkommiſſion billigte, die in der Oeffentlichkeit als
außerordentlich hoch empfunden worden ſeien. Reichsfinanzminiſter
Dietrich erwiderte, daß Bades Ernennung im Kabinett erörtert
worden ſei. Ohne Genehmigung der Regierung könne er auf
Ein=
zelheiten nicht eingehen. Er ſelbſt habe die Ernennung Bades
zum Reichskommiſſar ausgeſprochen. Er glaube ſagen zu können,
daß die Tätigkeit Bades für die Landwirtſchaft ein Vorteil
ge=
weſen ſei. Die Landwirtſchaftspolitik ſei mit Bades Hilfe und
ſeinem Einfluß auf die Sozialdemokratie umgeſtellt worden. Ohne
dieſe Umſtellung wäre die Landwirtſchaft zuſammengebrochen.
Daß die Getreidepolitik, die die Regierung betrieben habe, das
einzig Mögliche geweſen ſei, habe die Entwicklung gezeigt. Daß
Bade für ſeine Tätigkeit als Mitglied der deutſch=polniſchen
Rog=
genkommiſſion eine Entſchädigung erhalten habe, ſei ihm bekaunt
geweſen, nicht aber deren Höhe. Wie dieſe Bezüge
zuſtandegekom=
men ſeien, wiſſe er nicht. Er ſei um dieſe Zeit aus dem
Reichs=
ernährungsminiſterium ausgeſchieden.
Miniſter Schiele äußerte ſich über die Roggenausfuhr.
Er erklärte: Der Rückgang der deutſchen Roggenausfuhr
be=
ruht auf dem politiſchen Entſchluß der
Reichsregie=
rung angeſichts des Sinkens der
Weltmarkt=
preiſe ins Bodenloſe neue Wege zur Löſung des
Roggenproblems zu beſchreiten. Als Ergebnis dieſer
Politik ſtellte der Miniſter feſt, daß die Vorausſagen, die er in
ſeinem im Auguſt 1930 erſchienenen Artikel „Roggenlogik gegen
Roggenpeſſimismus” gemacht habe, in vollem Umfange
eingetrof=
fen ſei. Es ſei der Regierung gelungen, den Roggenüberſchuß auch
ohne Ausfuhr zu bändigen und der Landwirtſchaft heute einen
Roggenpreis von etwa 10 Mark zu verſchaffen. Der Tiefſtand der
Preiſe im Herbſt vorigen Jahres beruhe nicht zuletzt auf dem
Verſchulden derer, die bei der deutſchen Landwirtſchaft aus
poli=
tiſchen Gründen die Roggenpſychoſe künſtlich geſchürt und eine
pa=
nikartige Ueberſchwemmung des Marktes herbeigeführt hätten.
Der Schopfet des Aobinſon.
Zum 200. Todestage Daniel Defoes am 26. April.
Von Hans Sturm.
Wer kennte nicht die ſeltſamen Abenteuer Robinſon Cruſoes,
der in weltweiter Inſeleinſamkeit eine Welt aus ſich und durch
ſich ſchuf, der etwas verwirklichte, was das Leben nicht mehr
kannte: die Exiſtenz des vollkommenen Menſchen. Wer aber
weiß heute noch etwas von dem vielbewegten Lesen des
Ver=
faſſers dieſes in allen Ländern geleſenen Buches, von Daniel
Foe oder Defoe, wie er ſich ſpäter nannte, der 1661 als Sohn
eines Fleiſchers in London geboren wurde und vor zweihundert
Jahren, am 26. April 1731, in Islington ſtarb?
Defoe war bald Strumpfwarenhändler, bald Ziegelbrenner,
bald Schreiber, bald Rechnungsführer bei der Zollverwaltung,
aber neben all dieſer praktiſchen Tätigkeit war er in der
Haupt=
ſache bemüht, als politiſcher und ſozialer Kritiker und
Pamphle=
tiſt, als geiſtiger und ethiſcher Vorkämpfer ſeine Zeitgenoſſen zu
belehren und „Gottes Vorſehung zu rechtfertigen‟ Das erſte
Pamphlet des Einundzwanzigjährigen fiel in die Wirren der
engliſchen Revolution, der Vertreibung der Stuarts und der
Puritanerkämpfe: Defoe nahm als Puritaner vor allem an dem
Aufſtand Karl von Monmouths gegen Jakob II. teil, mußte
jedoch nach der Niederlage des Herzogs fliehen und hielt ſich
zwei Jahre in Spanien, Frankreich und längere Zeit in
Deutſch=
land auf. Nach der allgemeinen Amneſtie vom Jahre 1687
kehrte er nach England zurück, ſchrieb immer ſchärfere
Flug=
ſchriften, ſah ſich aber bald genötigt, wegen Verſchuldung aus
London zu fliehen. In Briſtol beendete er ſein berühmtes Werk
„Abhandlungen über Entwürfe”, in dem er, wohl al3 erſter, die
Errichtung von Militärſchulen und Mädchengymnaſien und die
Einrichtung von Kreditbanken und anderen gemeinnützigen
Un=
ternehmungen forderte. Dieſe ſozialen Beſtrebungen trugen
ihm die Zuneigung König Wilhelms III. von Oranien ein,
trotz=
dem blieb das Leben dieſes weitblickenden Mannes ein ruheloſes
Hin und Her zwiſchen Ehrungen und Verfolgungen. Seine
Schriften gegen die wieder mächtig gewordene Hochkirche, die wie
alle Anſichten Andersdenkender (Diſſenters) von der Kanzel
verfemt wurden, ſtürzten ihn in neue Schwierigkeiten. Wegen
eines falſch verſtandenen Pamphlets wurde er mit
abgeſchnitte=
nen Ohren an den Pranger geſtellt und darauf zwei Jahre in
Kerkerhaft genommen. Wieder auf freiem Fuße, gründete er
1704 das erſte Volksblatt, „Die Rundſchau” (Revietr) und wurde
daraufhin zu wichtigen politiſchen Arbeiten, unter anderem zur
Ausarbeitung eines Staats= und Handelsvertrages zwiſchen
Eng=
land und Schottland herangezogen, wäre aber in Edinburgh
bei=
nahe geſteinigt worden. Wieder einmal wegen „einer
aufrühre=
riſchen Schrift” von ſeinen Gegnern zum Kerker verurteilt, wurde
er von der Königin Anna im Hinblick auf ſeine Verdienſte
be=
gnadigt. In den Jahren 1712 und 1713 veröffeutlichte er in
Halifax ſeine aufſehenerregende Geſchichte des Handels” und
1715 als letzte politiſche Arbeit ſeinen „Aufruf an Ehre und
Gerechtigkeit”.
So merkwürdig es iſt, daß König Georg I. Daniel Defoe,
den von den Tories überaus heftig angefeindeten Vorkämpfer der
Whigpartei, nicht zu ehren wußte, ſo wunderſam erſcheint es,
daß dieſer außergewöhnlich regſame und vielgewandte Mann,
der ſeine ſcharſen Polemiken nach einem Schlaganfall noch vom
Krankenbette aus fortführte, und deſſen Kraft durch die
end=
loſen Verkennungen und Wirrſale verbraucht ſchien, aus bitterer
Sorge für ſeine zahlreiche Familie mit fünfundfünfzig Jahren
ſich dichteriſchen Arbeiten zuwandte und gleich mit dem erſten
Werk, dem „Robinſon” (1719), eines der bedeutendſten Bücher
der Weltliteratur ſchuf. Viel iſt darum geſtritten worden, ob
und wieweit Defoe die Berichte des Matroſen Alexander Selkirk
und die Notizen und Tagebücher anderer Seeleute benutzt hat;
dieſe müßigen Fragen ſagen nichts gegen das erſtaunlich phan=
taſievolle und feſſelnde Werk, deſſen ethiſche und künſtleriſche
Be=
deutung aus der Urausgabe, nicht aus den von engſtirnigen
Pädagogen für die Jugend und das Volk zurechtgezimmerten,
„gereinigten” Ausgaben hervorgeht. Nur ein vom Leben ähnlich
Umtriebener konnte dieſes Buch mit einer Jahrhunderte
über=
dauernden Wirkung ſchreiben. — Weniger bekannt, aber
eben=
falls menſchlich und pſychologiſch intereſſant und kulturell
bemer=
kenswert ſind die anderen, im Memoirenſtil gehaltenen Romane
Defoes. Ein Jahr nach dem „Robinſon Cruſoe” erſchien der
Abenteurerroman „Das Leben und die Abenteuer des
welt=
bekannten Seeräubers Bob Singleton”, der mit audern
meutern=
den Seeleuten auf einer einſamen Inſel an der afrikaniſchen
Küſte ausgeſetzt wird; ihm ſchließen ſich freiwillig mehrere
Ma=
troſen an, ſo daß ſie ein Fahrzeug bauen und nach Afrika
ge=
langen können. Dann durchqueren ſie den ungeheuren
ſchwar=
zen Erdteil, erreichen nach vielen mühe= und gefahrvollen
Aben=
teuern die holländiſchen Niederlaſſungen und kehren von dort mit
großen Schätzen wieder nach England zurück. Singleton aber
geht wieder zur See, wird Pirat, kehrt nach ſeltſamen
Erleb=
niſſen in die Heimat als ſteinreicher Mann zurück, bereut ſein
unſtetes Leben und widmet ſeine letzten Jahre und ſeinen
Reich=
tum im beſten ſozialen Sinne den Bedürftigen. Dieſer Roman
gilt als Vorläufer der ſpäteren engliſchen Seeromane, vor allem
der Erzählungen des Kapitän Marryat.
„Die glücklichen und unglücklichen Begebenheiten der
vielbe=
rufenen Moll Flanders” und das männliche Gegenſtück, der „Oberſt
Hannes”, ſind köſtliche Räubergeſchichten, zu denen Defoe im
Ge=
fängnis von einem der berühmteſten Straßenräuber Englands die
Unterlagen erhielt. Von dieſen beiden Schelmenromanen ſowie
von den „Denkwürdigkeiten eines Edelmannes aus dem großen
Kriege” ſagt Hermann Heſſe irgendwo einmal: „Viel von ſeinem
vollen, faſt überfüllten Leben iſt in ſeine Romane gefloſſen, aue
ſie ſind voll, reich, geſpickt mit Erlebnis, Bildern und Abenteuern.
Die letztgenannten vier Werke ſind, in guter Uebertragung von
Joſeph Grabiſch bei Georg Müller in München erſchienen. So dit
man dieſe in jeder Hinſicht intereſſanten Romane in die Hand
nimmt, iſt man überraſcht von der ſicheren Kunſt der Menſchene
darſtellung auf dem lebendigen Hintergrunde vielfältiger
kulturel=
ler und politiſcher Begebenheiten, und dazu immer in der
frap=
pierenden Art eines, der anſcheinend immer und überall dabei
ge=
weſen.
Am 26. April 1731 ſtarb Defoe „unter geheimnisvollen
Um=
ſtänden”, ſo lieſt man in einer zeitgenöſſiſchen Nachricht. Vielleicht
wollte man mit Willen die Tatſache verſchweigen, daß Defoe aus
Gram über ſeinen Sohn ſtarb, der als junger Menſch bereits
ſchlimmere Abenteuer ſuchte und fand, als der Vater in ſeinen
Büchern von ſeinen Helden und Räubern ſie geſchildert hat. Des
Vaters Erleuchtungen wurden dem Sohne Verdüſterungen: aus
beiden wuchſen Schickſale.
Nummer 114
Samstag, den 25. April 1931
Seite 3
D Thentel"eint mn Panbiag genehmngt.
Der geſante Haushalt des Kulkusminiſteriums verabſchiedel. — Redeſchlacht wegen der polikiſchen
Beläligung der Studenkenſchaft. — Weiterbeſtand der Univerſikät Gießen von allen Parkeien geforderk.
Am Bühne und Kakheder.
*In einem fabelhaft raſchen Tempo ſetzt der Landtag ſeine
Arbeiten fort. Nachdem die ſchwerſten und umſtrittenſten Fragen
eine, wenn auch vielfach vom Volke nicht gewünſchte Regelung
erfahren haben, wurde am Freitag der geſamte Haushalt des
Kultusminiſteriums genehmigt. Staatspräſident und
Kul=
tusminiſter Adelung wird darüber ſelbſt am meiſten erfreut ſein.
Nachdem über das unglückliche Projekt der Pädagogiſchen
Inſti=
tute einſtweilen entſchieden iſt, hatte er die Freude, daß am
Frei=
nag das Zentrum ſich erkenntlich zeigte und ihm und uns das
Landestheater erhielt — aus ſozialen, kulturellen und „anderen”
Gründen. Im Namen des Zentrums zupfte die ſtets
liebens=
würdige Frau Hattemer, die Theaterleitung am Ohr, weil in
dem Spielplan immer noch nicht ein kulturelles Programm
auf=
tauche, weil in manchen Aufführungen „das Gemeine und
Ero=
iſche über Gebühr betont” werde und weil Berliner „Geſchmack”
uind „Kultur” für das Landestheater nicht maßgebend zu ſein
habe. Die übrigen Parteiredner behandelten faſt ausſchließlich
die finanzielle Seite des Landestheaters, und die Stadt
Darm=
ftadt wurde nahezu einſtimmig verurteilt, einen erhöhten
Zu=
ſchuß leiſten zu müſſen. Die entſprechenden Verhandlungen
zwi=
ſchen Staat und Stadt gehen, wie der Kultusminiſter mitteilte,
zveiter. Die künſtleriſchen Leiſtungen der Landesbühne wurden
wön ihm warm verteidigt, und die Ausgaben des Staates als
aiach jeder Richtung hin berechtigt und gerechtfertigt vertreten.
Während im Ausſchuß der Theateretat bekanntlich keine
Mehr=
heit finden konnte, ſtimmte im Plenum mit Sozialdemokraten
ind Demokraten die überwiegende Mehrheit des Zentrums,
Fowie der Abg. Dr. Beſt=VRP. Mit Routine ließ der Präſident
Dann die angekurbelte Abſtimmungsmaſchine weiterlaufen und,
kaum gedacht, war dem grauſamen Kampf um Kulturausgaben
aind =aufgaben ein Ende gemacht.
Präſident Delp eröffnet die Freitag=Sitzung um 10.15 Uhr.
Auf der Tagesordnung ſteht der Reſt des Kultusetats und der
Etat des Landtages.
Abg. von der Schmitt (Kom.) erklärt zu
Kap. 67: Landesuniverſität,
Daß die Hochſchulen nach wie vor eine Bildungsſtätte für die
pri=
wilegierten Volksſchichten darſtellten. Zu einem Skandal wachſe
ſich die ſteigende Ernennung von Ehren=Doktoren aus, man
ſpreche mit Recht nicht von „Dr. honoris (ausa”, ſondern von
„,Dr. honoraris Causa‟. Die letzten politiſchen Kundgebungen an
Den Hochſchulen bewieſen deren reaktionäre Einſtellung zur
Re=
wublik und Maſſe.
Abg. Dr. Leuchtgens (Lbd.)
ſtellt für den Landbund die Grundauffaſſung feſt, daß die
Auf=
rechterhaltung der beiden Hochſchulen nicht angetaſtet werden
würfe und auch kein Abbau einzelner Inſtitute verantwortet
wer=
wen könne, um Anſehen und Beſuch nicht zu ſchädigen. Allerdings
ſei ein Staatszuſchuß von 5 Millionen zu hoch. Die Koſten
könn=
ſten vermindert werden durch Verringerung der Aſſiſtenten
Neu=
werteilung der Kollegiengelder zwiſchen Profeſſoren und Staats=
Taſſe, Beteiligung an Operationshonoraren der Klinik=Aerzte.
Staatspräſident Adelung
Begrüßt das Bekenntnis des Vorredners zur Erhaltung der
Hoch=
ſchulen. Die Sparanträge des Landbundes würden allerdings die
Subſtanz der Hochſchulen angreifen. Es ſei doch für jeden
Ein=
ichtigen klar, daß jede Hochſchule Konzeſſionen machen müſſe um
Srztliche Kapazitäten zum Wirken und Lehren an ſich zu feſſeln.
Abg. Frl. Birnbaum (D.V.P.)
weiſt die Vorwürfe energiſch zurück, daß Gießen für ſeine
Uni=
werſität nichts tue. Gießen ſtehe mit einem durchſchnittlichen
Jahreszuſchuß von 135 900 RM. hinter Heidelberg an 2. Stelle
uinter allen deutſchen Univerſitätsſtädten. Anerkennung gebühre
Dem Staatspräſidenten für ſein energiſches Eintreten zur
Er=
haltung der Hochſchulen.
Abg. Kaul (Soz.)
Sezeichnet die Einſparung an der Univerſität als bis zur Grenze
Des Erträglichen gehend. Wer nicht ſchon von der mittleren Schule
Her eine „univerſelle Bildung” mitbringe, könne dieſe auf der
Sochſchule von heute nicht mehr erlangen. Wir fordern die
Unter=
richtung der Studenten auch durch Profeſſuren, die die ſozialiſtiſche
Weltanſchauung vertreten. Das Verhalten der Gießener Stu=
Dentenſchaft gegenüber Republik und Regierung war in den letzten
Monaten geradezu ſkandalös. Wir hätten erwartet, daß der
Kul=
tusminiſter damals den Aſta aufgelöſt hätte. Wir fordern, daß
in Zukunft der Miniſter hier mit den ſchärfſten Maßnahmen
vorgeht.
Abg. Reiber (Dem.)
hält die Ausführungen des Staatspräſidenten bzgl. der Gießener
Vorgänge für nicht ausreichend und bedauert, daß ſeinerzeit der
Aſta nicht aufgelöſt wurde. Der Erhaltung der Univerſität
ſtim=
men wir zu, „ſolange Beſtrebungen beſtehen, im Falle der
Auf=
löſung von Gießen den Laden wo anders aufzumachen”. (Hört,
hört!)
Abg. Heinſtadt (3.)
iſt der Meinung, daß Gießen zu dem Betrieb der Kliniken einen
erhöhten Zuſchuß leiſten könne, weil der Betrieb eines
Kranken=
hauſes überflüſſig ſei.
Abg. Dr. Müller (Lbd.)
polemiſiert gegen Abg. Kaul, der weniger proletariſch als
aka=
demiſch geſprochen habe. Wir halten im Intereſſe der
Vorurteils=
loſigkeit der Wiſſenſchaft und der Lehre es für ſchädlich, die
Welt=
anſchauungsprofeſſuren zu vermehren.
Daß die heutige akademiſche Jugend den Staat und ſeinen
Inhalt ablehnt, ſollten die Verfechter des heutigen Staates
nicht zum Schimpfen und zum Polizeiknüppel, ſondern zum
Nachdenken führen. (Sehr richtig! — Widerſpruch links.)
Staatspräſident Adelung
erwidert dem Vorredner, daß doch der Landbund einen Profeſſor
des Freihandels durch einen Schutzzöllner erſetzt haben wollte. Ich
habe bereits betont, daß ein Ausſchuß zur Umfaſſung des
Stu=
dentenrechts eingeſetzt werden ſoll. Ich bedauere die Vorgänge in
Gießen auf das lebhafteſte bitte aber um Verſtändnis, wenn ich,
wie ſtets, in Heſſen von Verboten, den vorſichtigſten Gebrauch
mache und die Selbſtverwaltung der Studentenſchaft, ſoweit das
möglich iſt, erhalten will. Die Freiheit der Wiſſenſchaft halte ich
aufrecht. (Zwiſchenruf Dr. Keller, D.V.P. „die letzten Tage
haben das bewieſen”. —) Wollen Sie das etwa bezweifeln?
Abg. Dr. Werner (Nat.=Soz.)
verteidigt die Freiheit der Wiſſenſchaft (Zwiſchenruf: „und Prof.
Günther in Thüringen?). Das war ein Spezialfall. Prof. Schulte=
Naumburg iſt von allen Seiten als echter deutſcher Künſtler
an=
erkannt. Die Romantik des Sozialismus wird abgelöſt werden
von der Realität des völkiſch=ſozialen Staates.
Abg. Mann (Soz.) immt ebenfalls die Stadt Gießen in
Schutz.
Abg. Dr. Keller (D.V. P.)
bedauert, daß der Gießener Aſta ſich Uebergriffe erlaubt habe,
die von recht wenig Sachkenntnis zeugten. Angeſichts der eben
gehörten Forderungen, der Linken muß man ſich doch fragen, ob
man „mit Kanonen nach Spatzen ſchießen” ſoll. Man ſollte
dar=
über hinweggehen, wie es der Staatspräſident vor hat und es
auch der Innenminiſter bzgl. der Waffenübung der Studenten
beabſichtigt.
Zwiſchen den Abg. Reiber, Werner und Dr. Müller entſpinnt
ſich eine temperamentvolle Unterhaltung über die
Studenten=
ſchaft vor 100 Jahren und der von heute.
Es folgt Kap. 72
Landestheaker.
Abg. Dr. Leuchtgens (Lbd.) fordert Entſtaatlichung des
Thea=
ters. Darmſtadt bleibe es überlaſſen, dann den Betrieb in anderer
Form. etwa wie in Mainz oder Gießen, weiterzuführen. Die jetzige
Regelung iſt ein ſchreiendes Unrecht gegenüber dem Lande.
Skaakspräſidenk Adelung
verteidigt das Landestheater als Staatseinrichtung und
Kultur=
faktor. Zweckmäßig ſei ein mehrjähriger Theateretat. Er erklärt
dann u. a.
Das Heſſiſche Landestheater iſt im Jahre 1918 als ein
koſt=
bares und ſorgfältig gepflegtes Erbgut auf den Staat
überkommen, das eine über 100jährige ruhmvolle Tradition
mitbrachte.
Es war mit der Bevölkerung verwachſen. Damals beſtand kein
Zwei=
fel, daß den Staat und die Stadt. Darmſtadt die moraliſche
Ver=
pflichtung trifft, dieſes von je im weſentlichen aus Landesmitteln
verſorgte Kulturinſtitut zu erhalten. Ich darf feſtſtellen, daß
wäh=
rend der vergangenen 12 Jahre mit großem Eifer und Erfolg daran
gearbeitet worden iſt, den Stand der früheren Leiſtungen nicht nur
einzuhalten, ſondern noch zu verbeſſern.
Heute ſteht das Heſſiſche Landestheater unter den deutſchen
Kulturtheatern in vorderſter Reihe,
eine Tatſache, die man leider anderwärts beſſer weiß und höher
einſchätzt, als in Heſſen und in Darmſtadt, eine Tatſache, der noch
beſondere Bedeutung zukommt, wenn man die vergleichsweiſe
be=
ſcheidenen Mittel in Betracht zieht, mit denen unſere Bühne
aus=
kommen muß. Ich möchte an dieſer Feſtſtellung nicht vorbeigehen,
ohne in Dankbarkeit der Verdienſte der künſtleriſchen Führer des
Heſſiſchen Landestheaters zu gedenken.
In den Debatten um das Heſſiſche Landestheater erſcheint
im=
mer wieder der Einwand, daß die Darmſtädter Bühne im Grunde
eine lokale Einrichtung ſei, an der nur ein beſchränkter Teil
der Bevölkerung teilhabe, und daß ſich deshalb eine Beteiligung
des Landes an den Koſten nicht rechtfertigen laſſe. Es iſt
natür=
lich richtig, daß die Darmſtädter Bevölkerung in erſter Linie den
Genuß von dieſer Einrichtung hat; aber hier liegen die Dinge im
Grunde nicht anders wie bei anderen kulturellen Einrichtungen
des Landes. Es iſt kein Zufall, daß Deutſchland das theaterreichſte
und theaterbegeiſtertſte Land der Welt iſt. Die Zahl und der hohe
Stand ſeiner Theater iſt der lebendige Ausdruck für ein beſonders
geartetes Kulturbedürfnis des deutſchen Volkes.
Das Theater iſt ein weſentlicher Beſtandteil der deutſchen
Kultur und als ſolcher in gleichem Maße des Schutzes des
Staates würdig und bedürftig, wie die übrigen Künſte und
die Wiſſenſchaften.
Es gehört zu jenen Kulturgütern, die bisher für die Lebensweite
und Lebenstiefe unſeres Volkes und unſerer Jugend von
entſchei=
dender Bedeutung geweſen ſind. Auch der heſſiſche Staat kann ſich
den Aufgaben nicht entziehen, die ihm hieraus zuwachſen. Sein
Theater iſt nicht eine Darmſtädter, es iſt eine heſſiſche, ja eine
deutſche Angelegenheit.
In dieſem Zuſammenhang geſehen, gewinnt die Eigenart der
heſſiſchen Bühne eine beſondere Bedeutung. Wenn das Heſſiſche
Lan=
destheater auch unter dem früheren Regime nach künſtleriſch
fort=
ſchrittlichen Geſichtspunkten geleitet worden iſt, wenn man von je
bemüht war um einen zeitgemäßen, wie man zu ſagen pflegt
„modernen” Ausdruck der dramatiſchen Kunſt,
ſo entſprang dies nicht der Willkür ehrgeiziger Künſtler, ſondern
der beſonderen Atmoſphäre der Stadt, auf deren
Boden das Theater gewachſen iſt. Wenn das Landestheater auf
dem Gebiete der Regie und der Ausſtattung heute Pionierarbeit
leiſtet, die in der ganzen Theaterwelt beachtet wird und
beiſpiel=
ſtiftend wirkt, und wenn es für die Heranziehung des künſtleriſchen
Nachwuchſes ſo bedeutſam geworden iſt, ſo läßt ſich hierfür eine
Parallele in der Vergangenheit finden, d. i. die ehemalige
Künſt=
lerkolonie auf der Mathildenhöhe in Darmſtadt, die,
damals viel geläſtert und umſtritten, der Ausgangspunkt für eine
Erneuerung der Bau= und Werkgeſinnung geworden iſt.
Kürzlich ging durch die nationalſozialiſtiſche Preſſe das Wort
„Darmſtädterei”. Man wollte damit die modernen künſtleriſchen
Beſtrebungen der Bühne abtun und fand hierfür keinen anderen
Ausdruck als dieſen. Ich geſtehe, mir gehts hier wie den alten
Geuſen, ich akzeptiere dieſen Ehrentitel.
Es wird auch in dieſem Jahre
an kritiſchen Einwänden
nicht gegen das Landestheater als Inſtitution, ſondern gegen
ſeine künſtleriſchen Einzelleiſtungen — nicht fehlen. Es iſt auf
künſtleriſchem Gebiete genau ſo wie überall ſonſt, daß jede
Initia=
tive, ſo ſchöpferiſch ſie immer ſein mag, zu allererſt einmal
gründ=
lich anſtoßen wird bei allen denen, denen das, was bisher war, auch
weiterhin das liebſte iſt. Sie wiſſen daß auch in der Kunſt jeder
Stillſtand gleichbedeutend iſt mit Rückſchritt. Wer die Kunſt
leben=
dig erhalten will, muß aufrichtig wünſchen, daß die Kunſt ſich
ent=
wickelt, und es iſt ſelbſtverſtändlich, daß es keine Entwicklung ohne
Verſuche und Wagniſſe geben kann. Ueber jede Einzelleiſtung
unſeres Heſſiſchen Landestheaters wird jeder einzelne von uns,
in=
ſofern er eine künſtleriſch intereſſierte Perſönlichkeit iſt, ſich ſeine
eigene Meinung bilden, und es wird gewiß ſchwer, ja unmöglich
ſein, alle Meinungen unter einen Hut zu bringen. Wozu aber
jedermann fähig ſein ſollte, wäre das: das künſtleriſche
Geſamt=
niveau unſerer Bühne und die Lauterkeit der künſtleriſchen
Ab=
ſichten ihres Leiters anzuerkennen und über das eine oder andere
Stück, das ihm aus dem oder jenem Grunde mißfällt, die meiſt
überwiegende Anzahl der Aufführungen nicht zu vergeſſen, gegen
die er auch von ſeinem Standpunkte aus nichts einzuwenden hat.
Abg. Dr. Beſt (V.R.P.)
ſtellt feſt, daß Darmſtadt von allen Theaterſtädten den höchſten
Anteil pro Kopf der Bevölkerung für ſein Theater auswerfe. Der
Staatszuſchuß ſolle auf 350 000 RM. begrenzt werden und der
Betrieb auf ein Haus beſchränkt werden.
Abg. Frau Hattemer (3.)
begrüßt die Einſparung von 300 000 RM. im Theateretat, trotzdem
möge die Schlüſſelung zwiſchen Staat und Stadt auf 40 und 60
Prozent (jetzt 45 und 55 Prozent) verſucht werden. Wir wünſchen,
daß das Landestheater in der Auswahl der Stücke ein
Kultur=
programm zum Ausdruck bringt, in dieſer Beziehung ließe ſich
noch manches erreichen. Wir lehnen einen Berliner Kultur=
Zentralismus ab. Bei Aufhebung der Staatlichkeit hätte das Land
eine hohe Penſionslaſt und auch Unterhaltungskoſten zu tragen.
Bei aller Anerkennung für die Theaterleitung iſt zu bedauern, daß
in manchen Stücken das Gemeine und Erotiſche über Gebühr
un=
terſtrichen wurde. Wir ſtimmen aus kulturellen, wirtſchaftlichen
und „anderen Gründen” dem Theateretat zu.
Abg Sturmfels (Soz.) begrüßt es, daß in Zukunft das
Landestheater in den Sommermonaten in Bad=Nauheim ſpielen
werde. Darmſtadt könnte einen höheren Zuſchuß leiſten.
Abg. Donat (Dem.) ſtellt feſt, daß Darmſtadt wohl bis zum
Erträglichen beiſteure. Daß das Landestheater die Einführung
des Tonfilms übernahm, kann man nur bedauern, wenn auch evtl.
Diskuſſionsabend über Alban Bergs „Wozzeck”
Verein der Freunde des Heſſiſchen Landestheaters.
Der zweite Diskuſſionsabend des Vereins der Theater=
Ereunde hatte die vielumſtrittene Oper Alban Bergs zum
Gegenſtand. Zum Beginn gab (nach Einführungsworten von
Herin Dr. Georg Büchner) Herr Senfter von der Kölner
Alkademie eine kurze Analyſe des Werkes nach ſeiner Stellung
ſien der neueſten Muſikgeſchichte, nach ſeiner Struktur und ſeinen
Themen. Das Weſen der Berg’ſchen Polyphonie (die jede
Stimme ſelbſtändig einherkommen läßt und den
Zuſammen=
klängen keinen funktionalen Sinn gibt) wurde theoretiſch und
mit Klavierilluſtrationen erläutert (am Flügel Herr Schäfer
vom Landestheater). Die eigentliche Diskuſſion wurde von
Frau Oberregierungsrat Henrich, Herrn Staatsrat Balſer
und Herrn Renato Mordo in Gang gebracht mit der Frage,
wie ſich im Falle des „Wozzeck” die Muſik zur Dichtung ſtelle,
eb ſie ihr eine Förderung oder eine Minderung bringe. Herr
Balſer fand, daß die Vertonung (ſoweit man dieſen Begriff
wier anwenden kann) der tragiſch=erſchütternden Wirkung des
Stückes eine Art Milderung bringe, Herr Wilhelm Michel
prach der Oper eine ſtarke Wirkung zu, die das Büchner ſche
Wort keineswegs ſchwäche, ſondern es ſehr unmittelbar im
Be=
reich der Töne widerhallen laſſe; Herr Georg Büchner erhob
ven Einwand, daß die Oper für ſeinen Geſchmack, trotz ihrer
Bedeutung als Werk, zu grell, faſt quälend ſei. Dies blieb die
inzige Einwendung, die an dem Abend gegen das Werk geltend
gemacht wurde. Es zeigte ſich, daß Bergs Tondichtung ſich bei
allen Anweſenden, namentlich auch bei denen, die ſich
inten=
ſiver mit ihr beſchäftigt hatten, Liebe und Achtung, ja
Begei=
fterung errungen hatte. Herr Werckshagen unterſtrich die
Unmittelbarkeit, mit der bei Berg das Wort zum Ton greift,
vobei aber doch die Muſik zu einem Körper von geſchloſſenem
Weſen wird. Herr Mordo brachte feſſelnde Einzelheiten über
Sie Wirkung des Werkes gerade auf unverbildete Menſchen, auch
Kinder. Herr Generalintendant Ebert ergriff verſchiedentlich
Das Wort zu Ausführungen, die die Selbſtgeſetzlichkeit des
muſi=
aliſchen im Gegenſatz zum dichteriſchen Ausdruck betrafen und
m übrigen dem Berg’ſchen „Wozzeck” eine weit in die Zukunft
Hineinreichende Bedeutung zuſprachen. Feſſelnde Bemerkungen
ſeum Stil des Werkes, zum Begriff der Atonalität wurden von
ben Herren Bamberger, Schäfer, Senfter gegeben. Den
Schluß bildete eine längere Auseinanderſetzung zwiſchen den
Serren Ebert und Michel über Funktion und Weſen,
Tu=
gend und Untugend der Kritik in ihrem Verhältnis zur künſt=
Leriſchen Produktion. Die Rollenverteilung war dabei von
Hornherein gegeben: der Theaterfachmann verteidigte die
Poſi=
ion des ſchaffenden Künſtlers, der Schriftſteller nahm ſich des
Eritiſchen Wortes an. Herr Dr. Büchner teilte am Ende mit,
daß der nächſte Vereinsabend einen Vortrag des bekannten
Berliner Muſikkritikers Einſtein über die Situation der
Oper bringen werde.
M.
Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus. — Donnerstag, 23. April.
Der fliegende Holländer.
Romantiſche Oper von Richard Wagner.
Es iſt das vierte Mal in dieſer Spielzeit, daß uns Frau
Julie Schützendorf aushilft. Heute als Senta. Und
wieder mit einer großzügigen Leiſtung, wie ſie ſchen ihre
vor=
herigen als Aida, Ortrud, Jſolde gezeigt hatten. Es ſind immer
dieſelben Vorzüge, die ſich in jeder Rolle der vielſeitigen
Künſt=
lerin aufs neue bewähren. Ein ſchlackenloſes, ausgefeiltes
Mate=
rial, das, virtuos gehandhabt, jedes wenn auch nicht ſehr warmen
Ausdrucks fähig iſt, und getragen von einer ausgereiften
Dar=
ſtellungskunſt das große Format hervorbringt.
Freilich war es heute unvermeidbar, daß ihre Senta dem
einem Gaſt nicht ohne weiteres geläufigen Regiegedanken unſerer
neuen Inſzenierung nur teilweiſe entſprechen konnte, und ihre
eigenen Wege ging. Auch wirkte ſie in Erſcheinung und
Auf=
faſſung nicht genügend naiv und jugendlich. Sie ſand im
be=
rühmten Duett ihren gefanglichen, im Schluß ihren dramatiſch
v.II.
bedeutenden Höhepunkt.
* Berliner Premieren.
Die Volksbühne hat jetzt ihren ganz großen Erfolg:
Karl Heinz Martin inſzeniert. Die Ehe”, drei
Szenen und ein Vorſpiel von Alfred Döblin.
Im Vorſpiel weiſt der Verfaſſer darauf hin, daß ſich das
Theater von heute mit den großen Zeitfragen kaum beſchäftigt und
gar häufig verlogene Papiermärchen auftiſcht, die nichts mit dem
wirklichen Leben zu tun haben. Nach dieſem gewiß nicht
unberech=
tigten Vorwurf an die Bühnenautoren der Jetztzeit beginnt nun
Döblin mit ſeinen Beiſpielen, die den Beweis erbringen ſollen,
daß in der heutigen Zeit und unter den heutigen Verhältniſſen
die Ehe zugrunde gehen muß. Daß die Begriffe der Ehe in ihrer
traditionellen Form von innen und von außen her überaltert ſind.
Im Verlauf der Beweisführung anhand ſehr geſchickt
kon=
ſtruierter (aber doch nur konſtruierter!) Beiſpiele, richtet ſich
ſo=
dann die Schärfe des Werkes gegen den bürgerlichen Staat, deſſen
rückſichtsloſe Geſetze dafür ſorgen, daß Veraltetes und
Unzeitge=
mäßes weiter beſtehen bleibe. Schlußfolgerung: Berückſichtigung
der wirtſchaftlich=ſozialen Umwälzungen, Aufhebung
traditionell=
dogmatiſcher Begriffe, Aufhebung des vielumſtrittenen 8 218 u.
a. m. „Sehen und erkennen, wiſſen und verändern”, ſagt Döblin
und ſtellt feſt, daß die heutige Wirtſchaft zerſtörend und auflöſend
auf die alte Ehe und Familie wirkt, andererſeits jedoch die menſch=
lichen Beziehungen von ſich aus weder neu zu regeln, noch neu zu
ordnen vermag.
Dies iſt der Kernpunkt. Was die heutige Wirtſchaft (verſtehe:
Weltordnung) nicht vermag, vermag auch Döblin nicht. Er zeichnet
wohl mannigfache Sozialprobleme ſcharf umriſſen auf führt
ſtellenweiſe erſchütternd — die Leiden der großen Maſſe vor die
Augen, ſieht, erkennt und weiß die Ungerechtigkeiten, zeigt aber
keine neuen Wege zu ihrer grundſätzlichen Veränderung. So bleibt
denn ſein Werk, gewiß Zeittheater im beſten Sinne zuguterletzt
doch ein negatives Kampfſtück, das ſich poſitiv lediglich
gegen den § 218 richtet.
Immerhin: Die heutige Bühne iſt dazu da derartige Fragen
zu erörtern! Aus dieſem Geſichtspunkte iſt die Aufführung des
Werkes (das ſich mit dem Eheproblem leider nur in ſozialem
Sinne auseinanderſetzt) unbedingt zu begrüßen, um ſo mehr. als
die Inſzenierung eine ſehr bedeutende regietechniſche Tat
dar=
ſtellt. Eindringlich bewegte Chöre und eine zum Teil überaus
aus=
drucksvolle Muſik von Karol Rathaus unterſtreichen das
Geſprochene einer famos zuſammenarbeitenden Künſtlergarde. Ein
anregender Abend, bei dem der Volksbühnen=Leitung ſogar
ge=
lungen iſt, Parteipolitiſches faſt gänzlich auszuſchalten. Wie
ge=
ſagt: beſtes Zeittheater, wenngleich negativ.
In der Lindenoper hört man, Manon Lescaut” ein
Neben=
werk von Puccini, im Admiralspalaſt erklingen die ewigfriſchen
Melodien der moderniſierten Johann=Strauß=Operette „Der luſtige
Krieg”. In der Komödie hört man Turgenjews Drama „Natalie”,
ein an ſich zeitloſes, aber für heutige Begriffe reichlich
unproble=
matiſches Werk. Der erſte Sommerſchwank heißt „Huſarenfieber”,
die erſte Sommerrevue „Alles Schwindel”
Ja, alles iſt Schwindel. Döblin hat ſchon recht: Die heutige
Bühne geht eigene Wege und will mit dem heutigen Leben nicht
André von Kün.
viel zu tun haben.
* Juſtus Bier: „Tilmann Riemenſchneider: Ein Gedenkbuch”,
24 S. Text, 80 Bildtafeln. Verlag von Dr. Benno Filſer,
Augs=
burg. 7 RM.
Zum 400jährigen Todestag dieſes fränkiſchen Bildſchnitzers
er=
ſcheint dieſes Gedenkbuch. Es erzählt uns die Lebensgeſchichte des
Meiſters, von der nur wenige Daten bekannt ſind; ſein
Geburts=
jahr können wir nur von ungefähr errechnen, erſt das Jahr ſeiner
Zuwanderung nach Würzburg liegt feſt; dort verbrachte er ſein
ganzes Leben; er errang ſich bald eine geachtete Stellung, wurde
Ratsmitglied, und war zwei Jahre Bürgermeiſter; ſeine
Sym=
pathie mit den aufſtändigen Bauern brachte ihn in ſchwere
Be=
drängnis, Folter und den Kerker; wie er ihn verlaſſen hat, iſt
un=
gewiß; denn wir kennen kein Werk, das nachweislich nach ſeiner
Haft vollendet wurde. Das Buch beſchreibt die bedeutendſten Werke
des Bildhauers und gibt eine kurze Würdigung ſeiner Bedeutung
für die Kunſtgeſchichte; mir ſcheint da beſonders erwähnenswert,
daß Riemenſchneider als erſter der Farbe in der Plaſtik entbehren
zu können glaubt und nur das Licht auf dem natürlichen
Mate=
rial ſpielen läßt, um eine Bildwirkung zu erreichen. Die gut
reproduzierten Bildtafeln beſchränken ſich auf ſeine Hauptwerke,
die in zahlreichen Detailaufnahmen gezeigt werden und ſo erſt die
Tiefe und Ausdrucksfähigkeit Riemenſchneiders voll erkennen
laſſen und eingehendes Studium erlauben. Das Buch verdient
Dr. W.
ſchon wegen dieſes Bildteils weiteſte Verbreitung.
Samstag, den 25. April 1931
Nummer 114
Seite 4
Ueberſchüſſe aus der Einrichtung für den Theateretat angenehm
ſein mögen.
Abg. Dr. Keller (DVP.)
gibt folgende Erklärung ab:
„Die Deutſche Volkspartei ſieht die wichtigſte Aufgabe jeder
Regierung eines deutſchen Gliedſtaates in der Pflege und
Erhal=
tung der ihr anvertrauten Kulturgüter. Das deutſche Wort= und
Muſikdrama ſtellt wertvollſten geiſtigen und künſtleriſchen Beſitz
unſeres Volkes dar; ſolange daher nicht die äußerſte Not dazu
zwingt, wird keine Regierung, gleichviel welcher Zuſammenſetzung,
ſich der Verpflichtung entziehen können, ihr Landestheater zu
er=
halten. Genau ſo gut wie für Preußen, Bayern, Württemberg oder
Thüringen und Braunſchweig gilt das auch für Heſſen, und
zwar hier um ſo mehr, weil vertragliche Bindungen ſowohl mit
der Landeshauptſtadt wie mit zahlreichen Einzelperſonen die
Mög=
lichkeit ausſchließen, den Spielbetrieb kurzer Hand abzubrechen.
Andererſeits kann der Deutſchen Volkspartei, der nicht der
geringſte Einfluß auf die finanziellen Verhältniſſe wie auf die
Darbietungen des Theaters eingeräumt iſt, und deren wiederholte
Geltendmachung ernſter Bedenken man noch im vorigen Jahre in
brüsker Weiſe abgetan hat, trotzdem ſie viele Jahre lang die
treueſte Stütze der Landesbühne geweſen iſt, nicht zugemutet
wer=
den, daß ſie
in ſchwerſter Zeit Steuermittel der geſamten Bevölkerung
zur Verfügung ſtellt für eine Einrichtung, die ſie nur dem
Weſen nach billigt, nicht aber in der Geſtalt, die ihr die
augenblickliche Leitung und die Wünſche der ſie ſtützenden
Kreiſe gegeben haben.
Die Deutſche Volkspartei überläßt deshalb die Genehmigung des
Theateretats denjenigen Parteien, die für ſeine Höhe wie für die
Geſtaltung des Spielplanes und der Darſtellung verantwortlich ſind.
Staatspräſident Adelung erinnert an die Haltung des
frü=
heren Fraktionsführer Dingeldey, der ſtets einer der eifrigſten
Ver=
fechter des Theaters geweſen ſei.
Es folgen die Abſtimmungen.
Kap. 74 Denkmalpflege, Kap. 75 Hochbauweſen werden
geneh=
migt. Kap. 72 Landestheater wird mit den Stimmen der Soz.,
der Demokraten und der Mehrheit des Zentrums angenommen.
Das Haus genehmigt dann die Kap. Gewerbemuſeum,
Landes=
muſeum, Landesbibliothek, Volksſchule, Schul=Turn= und
Sport=
weſen, Taubſtummen= und Blinden=Anſtalt, ſämtliche höheren
Lehr=
anſtalten, Aufbauſchulen, nichtſtaatliche Realſchulen, gewerbliche
und kaufmänniſche Unterrichtsanſtalten, Lehrerfortbildung,
Jugendpflege, Volksbildung, Förderung der Kunſt und Landes=
Univerſität.
Die Anträge der Oppoſition werden faſt ſämtlich abgelehnt.
Damit iſt der geſamte Kultutsetat erledigt.
Das Haus vertagt ſich um 2 Uhr auf Dienstag kommender
Woche, 10 Uhr, Tagesordnung: Etat des Landtages.
Wichkiges Reichsgeſekz für die
Gemeinden.
Die Enkſchädigungspflicht bei Enkeignungen
auf dem Gebiet des Städkebaues.
* Berlin, 24. April. (Priv.=Tel.)
Die Reichsregierung hat dem Reichsrat einen Geſetzentwurf
zugehen laſſen, der für jede Gemeinde von außerordentlicher
Bedeutung iſt, weil er eine Ergänzung zu Art. 153 der
Reichs=
verfaſſung darſtellt und die Entſchädigungspflicht und den
Rechts=
weg bei Enteignungen auf dem Gebiet des Städtebaues regelt.
Den Anſtoß zu dieſer Frage haben die Reichsgerichtsurteile gegen
Berlin gegeben, ſo daß die Stadt Berlin jetzt gezwungen iſt,
ganz erhebliche Beträge als Entſchädigungen bei Enteignungen
auf Grund des preußiſchen Fluchtliniengeſetzes zu zahlen. Der
Geſetzentwurf ſoll nur eine vorläufige Regelung ſchaffen und
ſpäter in das große Reichsſtädtebaugeſetz übernommen werden,
das noch in der Ausarbeitung begriffen iſt. In der jetzt dem
Reichsrat zugegangenen Vorlage wird beſtimmt, daß bei der
Ausſveiſung von Grundſtücken aller öffentlichen Freiflächen die
Grundſtückseigentümer vom Zeitpunkt der Freiflächenausweiſung
an eine angemeſſene Entſchädigung für die Beſchränkung ihres
Eigentums verlangen können. Innerhalb von 5 Jahren muß
auf Verlangen des Grundſtückseigentümers das Grundſtück im
Wege verträglicher Vereinbarungen von der Gemeinde
über=
nommen werden. Geſchieht das nicht, ſo iſt die
Freiflächenaus=
weiſung aufzuheben. Der Anſpruch des Grundeigentümers auf
Entſchädigung beginnt mit Inkrafttreten des Geſetzes. Das
Geſetz ſoll aber nur bis 1. April 1933 befriſtet werden, weil
dann das neue Baulandgeſetz vermutlich ſchon durch die
geſetz=
gebenden Körperſchaften verabſchiedet worden iſt
Parkeitag der Wirkſchaftsparkei in Hannover.
Hannover, 24. April.
Der Parteitag der Reichspartei des Deutſchen Mittelſtandes
(Wirtſchaftspartei) begann mit einer Sitzung des
Parteivorſtan=
des. Die Vorſtandsſitzung beſchäftigte ſich u. a. mit der
Vorberei=
tung der für den 25. April angeſetzten Reichsausſchußſitzung ſowie
der übrigen Veranſtaltungen im Rahmen des Parteitages und
billigte die dem Reichskanzler in den nächſten Tagen zu
unter=
breitenden Forderungen zum Geſamtprogramm der
Reichsregie=
rung. Die Forderungen ſollen dem Reichsausſchuß zur
Kenntnis=
nahme und Zuſtimmung vorgelegt werden. Zur beſſeren
Durch=
führung der ſachlichen Arbeiten des Parteitages wurden ſodann
verſchiedene Kommiſſionen eingeſetzt. Entgegen Preſſemeldungen
ſtellte der Parteivorſtand feſt, daß irgendwelche Anträge auf
Aus=
ſchluß führender Perſönlichkeiten nicht vorliegen.
Eine deutſche Noke an Litauen.
Der litauiſchen Regierung wurde heute ſeitens der deutſchen
Geſandtſchaft im Ausweiſungsfalle des Studienrates Dr.
Har=
tung aus Memel eine Note überreicht, in der zum Ausdruck
ge=
bracht wird, daß, nachdem die litauiſche Regierung es abgelehnt
habe, die Ausweiſung von Hartung zurückzunehmen und damit
eine Beilegung auf diplomatiſchem Wege unmöglich gemacht
habe, ſich die deutſche Regierung gezwungen ſehe, dieſen Fall
gemäß Artikel 33 des deutſch=litauiſchen Handels= und
Schiff=
fahrtsvertrages vom 30. Oktober 1928 dem darin vorgeſehenen
Schiedsgericht zu unterbreiten.
v. Hgeſch bei Briand.
Der deutſche Botſchafter v. Hoeſch begab ſich heute zum Quai
dOrſay, wo er, wie uns von maßgebender Seite mitgeteilt
wird, einen Gedankenaustauſch mit dem franzöſiſchen
Außen=
miniſter Briand über den Königsberger Zwiſchenfall hatte.
Nähere Einzelheiten darüber waren weder bei den franzöſiſchen
noch bei den deutſchen zuſtändigen Stellen zu erfahren; man
zeigt ſich auf beiden Seiten ſehr zurückhaltend. Die Preſſe
ver=
zeichnet lediglich eine Berliner Meldung, wonach von deutſcher
Seite die Abberufung des franzöſiſchen Konſuls in Königsberg
und des Berliner Militärattachés gefordert werde.
Das Völkerbunds=Sachverſkändigen=Gukachken
in der Danziger Hafenfrage.
Das Gutachten der juriſtiſchen Sachverſtändigen des
Völker=
bundes in der Danziger Hafenfrage iſt heute vom
Völkerbunds=
ſekretariat dem Völkerbundskommiſſar in Danzig, Grafen Gravina,
übermittelt worden. Das Gutachten wird am Montag, nachdem es
bis dahin den Regierungen in Danzig und Warſchau zugeſtellt
worden iſt, gleichzeitig in Danzig und Genf veröffentlicht werden.
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Samstag, den 25. April 1931
Nummer 114
Aus der Landeshaupkftadk.
Darmſtadt, den 25. April 1931.
Erleichterungen bei der Sondergebäudeſteuer.
Der heſſiſche Finanzminiſter hat den Finanzämtern folgende
Anweiſung erteilt: „Auf Grund des Artikels 12 des
Sonderge=
bäudeſteuergeſetzes wird beſtimmt: 1 Die ſtaatliche
Sonderge=
bäudeſteuer iſt auf Antrag um zwei Drittel des Betrages zu
er=
mäßigen, den der Steuerpflichtige nachweisbar als jährliche
Ver=
zinſung und Tilgung ſolcher Hypotheken aufwendet, die für
not=
wendig gewordene laufende oder große Inſtandſetzung
aufge=
nommen ſind (Reparaturhypotheken). Die Ermäßigung erfolgt
erſtmals für das Rechnungsjahr 1931 und bis auf weiteres.
An=
träge ſind bis zum Ablauf der Einſpruchsfriſt gegen den
Steuer=
beſcheid für das betreffende Rechnungsjahr an das Finanzamt zu
richten. 2. Iſt die gegenwärtig tatſächlich vereinbarte Miete eines
bebauten Grundſtückes geringer als die auf der Grundlage der
Friedensmiete ſich errechnende geſetzliche Miete, ſo iſt auf Antrag
die ſtaatliche Sondergebäudeſteuer auf der Grundlage einer
fik=
tiven Friedensmiete zu berechnen, die aus der gegenwärtig
tat=
ſächlich vereinbarten Miete abzuleiten iſt; eine aus anderen,
auch geſetzlichen Gründen etwa zugebilligte Steuerermäßigung iſt
jedoch aufzurechnen. Antragsſtellung wie bei Ziffer 1.
3. Betragen die von einem Steuerpflichtigen für ein Gebäude
aufgewendeten und nicht ſchon nach Ziffer 1 zu berückſichtigenden
Koſten für laufende oder große Inſtandſetzungen in der Zeit
vom 1. April 1929 bis 31. März 1932 nachweisbar zuſammen
mehr als 75 v. H. der einjährigen Friedensmiete dieſes
Ge=
bäudes, ſo iſt die ſtaatliche Sondergebäudeſteuer für 1931 auf
Antrag zu ermäßigen: die Ermäßigung für 1931 beträgt zwei
Drittel des nachgewieſenen Mehraufwandes aus den genannten
drei Nechnungsjahren; jedoch nicht mehr als die aus Artikel 13a
des Sondergebäudeſteuergeſetzes ſich für 1931 ergebende Erhöhung
der Staatsſteuer. Dieſe Ermäßigung iſt zunächſt für das
Rech=
nungsjahr 1931 zu bewilligen, für 1932 bleibt weitere
Rege=
lung vorbehalten. Antragsſtellung wie bei Ziffer 1. — Es
be=
ſteht die Hoffnung, daß mit dieſen Anordnungen nicht nur den
Intereſſen der Hausbeſitzer, ſondern auch denen des Baugewerbes
gedient wird. Die Anordnung zu Ziffer 1 deckt ſich mit der
Regelung in Preußen und iſt als Dauerregelung gedacht. Auch
Ziffer, 2 ſoll dauernd gelten. Die Anordnung zu Ziffer 3 hat
noch kein Vorbild und iſt deshalb zeitlich und dem Umfange nach
etwas eingeſchränkt inſofern, als die Regelung zunächſt nur für
das Rechnungsjahr 1931 gelten ſoll und die Höhe des erlaſſenen
Betrages begrenzt iſt auf die Summe der für Häuſer mit einer
Friedensmiete von mehr als fünf Prozent neuerdings
einge=
tretenen Sondergebäudeſteuererhöhung. Wenn in Ziffer 1 und 3
nur eine Ermäßigung um zwei Drittel zugebilligt iſt, ſo liegt
der Grund dafür darin, daß der Staat nur mit etwa zwei Drittel
des Geſamtaufkommens an der Sondergebäudeſteuer beteiligt iſt.
— In den Ruheſtand verſetzt wurden: am 18. April: der
Poli=
zeimeiſter Jakob Thomas zu Worms auf ſein Nachſuchen mit
Wirkung vom 1. Mai 1931 ab; am 20. April; der Lehrer an der
Volksſchule zu Darmſtadt, Peter Röder, auf ſein Nachſuchen vom
11. Mai 1931 ab. Auf Grund des 8 1 des Geſetzes über die
Alters=
renze der Staatsbeamten tritt der Amtsobergehilfe. Daniel
Chriſt zu Darmſtadt, am 1. Juni 1931 in den Ruheſtand.
— Ernannt wurde: am 21. April: der Oberingenieur Dr.=Ing.
Walter Brecht in Augsburg zum ordentlichen Profeſſor für
Pavierfabrikation und deren Maſchinen an der Techniſchen
Hoch=
ſchule in Darmſtadt vom 1. April 1931 ab.
— In treuer Pflichterfüllung feiern heute bei der Deutſchen
Eeichshahn=Geſellſchaft ihr 25jähriges Dienſtjubiläum die Herren
Crnſt Flath, Richard Schönbein, Heinrich Hofmann, Karl Schulz
— Im Schloßmuſeum ſind am Sonntag vormittag um 11 und
11.30 Uhr und an den Wochentagen um 11 und 11.30 Uhr
vormit=
tags ſowie um 3 und 3.30 Uhr nachmittags Führungen. Die
Ma=
donna des Bürgermeiſters Meyer von H. Holbein dem Jüngeren
kann ſtets geſondert von den Führungen beſichtigt werden.
— Der Landesverband der Polizeibeamten Heſſens e. V.,
Darmſtadt, dem nahezu 100 Prozent der heſſiſchen Polizeibeamten
vom füngſten Polizeianwärter bis zum Polizeidirektor
angeſchloſ=
ſen ſind hält, wie wir erfahren, am 3. Mai 1931 in Offenbach a. M.
ſeinen 7 ordentlichen Verbandstag ab. Dieſer Tagung kommt
in=
ſofern beſondere Bedeutung zu, als der Verband vor 10 Jahren
in Offenbach gegründet wurde.
Heſſiſches Landestheater.
Eamstag
25 April
1eonntag,
26 April
Montag,
27. April
2renstag
28. April
Mättwoch,
29 April
Donnerstag,
30. April
Freitag,
1. Mai
Samstag.
2. Ma‟
Sonntag,
3. Mai
Großes Haus
19.30—22 30 Uhr
Carmen
K 15 Bülnenvolksbund.
Preiſe 0.80—8 Mk.
18.30, Ende nach 22 Uhr
Hamlet
H11 Bühn nvolksbund
Preiſe 0 80—8 Mk.
Keine Vorſteliung
19.30—23 Uhr
Der Hauptmann von Köpenick
A 28
Pr iſe 1—10 Mk.
20—22 Uhr.
E 23
Torquato Taſſo
Preiſe 080 bis 8 Mk.
19.30—23 Uhr
Der Hauptmann von Köpenich
Darmſt. Volksb. Gr 1 u. 1
G 16 Preiſe 1—10 M.
19.15—23 Uhr
Der Hauptmann von Köpenick
Geſchloſſene Vorſtellung
für das Gewerkſchaftskartel!
Kein Kartenverkauf
9.30. Ende gegen 22.30 Uhr
Uraufführung: Palerio
Heitere Oper
B21 Preiſe 1.20—12 M1
14.30—16.45 Uhr
Im weißen Röß!!
Geſchloſſene Vorſtellung
Kleines Haus
uffe
Zum letzten Male:
Meine Schweſter und ich
Außer Mitte
Vorſtellung zu klein. Preiſen
Preiſe 1—3 Mk.
20—22. 15 Uhr
Blaubart
Zuſatzmiete 1V 10
Gr. 2 u. 3 1 20—6 Mk.
Keine Vorſtellung
Keine Vorſtellung
Keine Vorſtellung
20—22.15 Uhr.
Blaubart.
Zuſatzmiete II1,10
Preiſe 1.20—6 Mk.
19.,30 Ende gegen 22.30 Uhr
Zar und Zimmermann
Geſchloſſene Vorſtellung
für das Bewerkſchaftskartell
Kein Kartenverkauf
Unbeſtimmt
19.30, Ende gegen 22 Uhr
In neuer Einſtudierung:
Die Wildente.
Zuſatzmiete 1,10
Preiſe 1.20—6 Mk.
20—22,15 Uhr
C 22 Turandot
Preiſe 1—10 M
Heſſiſches Landestheater. Heute, Samstag, geht ſtatt der
angekündigten Vorſtellung „Königskinder” Bizets Oper „Carmen”
in Szene. — Im Kleinen Haus gelangt zum letzten Male das
er=
ſiolgreiche Luſtſpiel der Spielzeit „Meine Schweſter und ich” zur
Darſtellung. — Im Großen Haus findet am Sonntag, dem 26.
April, eine Aufführung von Shakeſpeares Trauerſpiel „Hamlet”
un der Inſzenierung von Carl Ebert (Bühnenbild: Wilhelm
Rein=
ing) ſtatt. Die Titelrolle ſpielt Emil Lohkamp vom
Stadt=
heater Bochum. — Im Kleinen Haus findet eine Aufführung von
Offenbachs komiſcher Oper „Blaubart” in der Bearbeitung von
Renato Mordo ſtatt — Für das Schauſpiel wird zurzeit Ibſens
Trauerſpiel „Die Wildente” vorbereitet. Die Inſzenierung
be=
orgt Günter Haenel.
Studiengeſellſchaft
für elektro=gkuſtiſche Muſik e. V.
Aus dem Jahresbericht des Vorſitzenden Dr.=Ing. e. h. Schenck:
Jörg Magers
Erfindungen zur Wiedergeburk der Ruſik.
Vor einem Jahre konnten wir Ihnen zwei einſtimmige
In=
ſtrumente, je eines in hoher und tiefer Lage, vorführen. Die
bei=
den Inſtrumente waren urſprünglich nur als Studienobjekte
ge=
dacht, an denen lehrreiche Erfahrungen in muſikaliſcher, wie in
konſtruktiver Hinſicht für den Bau der vierſtimmigen Orgel
ge=
ſammelt werden ſollten. In der Tat hat der Bau dieſer
Inſtru=
mente außerordentlich fruchtbringend gewirkt, indem die Lehren,
die dem Schöpfer und ſeinen Mitarbeitern während der Fertigung
und bei der Erprobung erteilt wurden, unmittelbar der
vierſtim=
migen Orgel zugute kamen.
Aber noch einen anderen Gewinn brachten dieſe einſtimmigen
Inſtrumente: Das Spiel auf ihnen offenbarte uns, daß auch das
einſtimmige Sphärophon ſich vermutlich bald einen Platz erobern
wird, und zwar im Orcheſter und in der Kammermuſik. Die
Mög=
lichkeit, raſch und ſicher auf einen anderen Klangcharakter
umzu=
ſtellen, die erſtaunliche Veränderlichkeit der Klangſtärke bis zum
erſterhenden Pianiſſimo herab auch beim Bläſerton, die leichte
Spielbarkeit, die für die verſchiedenen Klangfarben nur ein und
dieſelbe Technik vorausſetzt, und der im Hinblick auf die vielſeitige
Verwendungsmöglichkeit ſehr mäßige Preis eröffnen dieſem
In=
ſtrument eine günſtige Perſpektive.
Das vierſtimmige Inſtrument wurde im vergangenen Sommer
fertiggeſtellt. Es hat vollauf das erfüllt, was man von ihm erhofft
hatte. Viele von Ihnen haben ſich ſchon bei einer Vorführung im
Auguſt von ſeiner herrlichen Klangſchönheit und ſeiner
weitreichen=
den Modulationsfähigkeit in Klangcharakter und =ſtärke
überzeu=
gen können. Von erſten Muſikſachverſtändigen, wie namhaften
Dirigenten, angeſehenen Muſikdirektoren und bewährten
Orgel=
reviſoren werden dem Inſtrumente Vorzüge nachgerühmt, die
bis=
her noch kein anderes beſitzt. Als Hausinſtrument wird es in einer
Zeit des Maſſengenuſſes techniſch aufgeſpeicherter und
fernüber=
tragener Muſik zur Selbſtübung klaſſiſcher Muſik anregen, indem
es dem Spieler und ſeinen Hörern die Illuſion einer orcheſtralen
Klangwirkung vorzuzaubern vermag. Wir ſind uns bewußt, daß
das Inſtrument techniſch nicht vollkommen iſt und daß es noch
konſtruktiver Verbeſſerungen bedarf. Allein das iſt nicht Aufgabe
des erfinderiſchen Schöpfers. Er hat das Problem gelöſt und die
Möglichkeit der Uebertragung ins Wirkliche bewieſen. Jetzt iſt es
Sache des Konſtrukteurs, des Phyſikers, des Elektrotechnikers, die
Form zu finden, die den Erforderniſſen des Spielers und des
Er=
zeugers am beſten Rechnung trägt.
Das erſterbaute vierſtimmige Inſtrument hat den Nachteil,
daß es ortsgebunden iſt und in alle Einzelteile zerlegt werden
muß, wenn man es verſenden will. Weil es aber erwünſcht und
erforderlich iſt, ein Inſtrument zu haben, das ohne große
Schwie=
rigkeiten und erhebliche Koſten für eine Vorführung an anderem
Orte verſandt werden kann, entſchloſſen wir uns zu dem Bau des
ſogenannten „Reiſe=Inſtrumentes‟. Es beſteht aus in ſich
ge=
ſchloſſenen Einheiten, die einesteils leicht zum Ganzen vereint und
andernteils zweckmäßig — ohne in weitere Einzelteile zerlegt zu
werden — in Sonderkiſten verpackt werden können. Zugleich
wurde die Mehrſtimmigkeit um einen Grad erhöht, indem eine
fünfte Taſtatur hinzugefügt wurde. Die techniſche Ausbildung des
Inſtruments iſt im Hinblick auf Betriebsſicherheit und bequeme
Spielbarkeit weſentlich verbeſſert worden.
Das fünfſtimmige Inſtrument ſtellt das Modell dar für die
Sphärophonorgel, die der Kirche und dem Konzertſaal dienen
wird. Die zukünftige Kirchen= und Konzertorgel wird der
Haus=
orgel an Klangſchönheit und Klangreichtum nicht nachſtehen; ſie
wird ihr aber überlegen ſein durch die wuchtige Steigerung der
Klangſtärke ins ſchier Unermeßliche, ohne daß dabei die Regiſter
zärteſter überirdiſcher Sphärenmuſik verloren gehen. Auch das
Problem einer ſolchen Orgel iſt gelöſt. Sie zu bauen, geht über
die finanzielle Kraft unſerer Geſellſchaft hinaus. Hier müßte die
Orgelbau=Induſtrie die Zeichen einer großen, hoffnungsvollen
Entwickelungsmöglichkeit erkennen und gemeinſam mit der auf
hoher Stufe ſtehenden, finanzſtarken Induſtrie, die das Gebiet des
elektriſchen Schwachſtroms betreibt, bedeutungsvolle Pionierarbeit
leiſten. Deutſchem Schöpfergeiſt. deutſchem Kunſtſtreben, deutſchem
Unternehmungsmut und deutſcher Ingenieurkunſt würde dadurch
in der Welt auch auf dieſem neuen Gebiet die Geltung verſchafft,
die wir alle ſehnlichſt wünſchen. Daß zugleich auch der geſamten
Volkswirtſchaft ein wertvoller Dienſt erwieſen würde, ſteht außer
allem Zweifel und iſt in dieſer Zeit der größten wirtſchaftlichen
Not von beſonderer Bedeutung.
Damit komme ich zu einer wichtigen Tätigkeit unſerer
Geſell=
ſchaft im abgelaufenen Jahr, die ſich damit befaßte, die
wirtſchaft=
liche Verwertung der Magerſchen Erfindungen herbeizuführen.
Vorausſetzung für einen günſtigen Lizenzvertrag iſt ein ſtarker
Patentſchutz. In dieſer Richtung iſt fleißig gearbeitet worden.
Etwa 30 Patente ſind im In= und Auslande während des letzten
Jahres neu angemeldet worden, und den zahlreichen Anmeldungen
aus früherer Zeit ſind wertvolle Patenterteilungen gefolgt. Das
Intereſſe der Induſtriefirmen des Inſtrumentenbaues und der
Schwachſtromtechnik an den Magerſchen Arbeiten und ſeinen
Er=
findungen iſt überaus groß. Inhaber und Vertreter faſt aller
Fir=
men Deutſchlands, die den Bau von Orgeln, Harmonien und
Klavieren betreiben, haben die Forſchungsſtätte Magers beſucht
und ihre ungeteilte Anerkennung des künſtleriſchen und techniſchen
Erfolges zum Ausdruck gebracht. In gleich günſtiger Weiſe haben
ſtich auch namhafte Vertreter der Schwachſtromtechnik geäußert.
Be=
kräftigt wurden dieſe Urteile durch die Bekundungen
hervorragen=
der Muſikkünſtler und Gelehrter der phyſikaliſchen und techniſchen
Wiſſenſchaften. Unter vielen ſei nur der Meiſter der Technik, Oskar
von Miller, genannt, der in mehrſtündigem Schauen und Lauſchen
das Neuartige der Tonerzeugung in ſich aufgenommen und mit
ſeinem weitſchauenden Geiſte die in die Zukunft weiſende
Bedeu=
tung der Sache erkannt hat.
Es wurden zahlreiche Verbindungen angeknüpft und
ausführ=
liche Verhandlungen — mündlich und ſchriftlich — geführt. Bisher
haben ſie noch nicht zum Ziele geführt. Bei der augenblicklich
ſchwierigen Wirtſchaftslage und der damit verbundenen
geſpann=
ten Finanzlage kann ſich ein wirtſchaftliches Unternehmen
Deutſch=
lands nicht entſchließen, ein bisher noch unbeackertes Neuland in
Bearbeitung zu nehmen.
Den bisherigen Ausführungen könnte entnommen werden, als
glaubten wir, das Ziel der Magerſchen Arbeit ſei lediglich auf die
Errichtung orgelgleicher oder doch orgelähnlicher Inſtrumente
ge=
richtet, die entgegen der bisherigen Uebung den Ton nicht direkt,
ſondern über den Weg des elektriſchen Schwingungskreiſes
erzeu=
gen und dadurch alle die vorerwähnten Schönheiten und
Möglich=
keiten erreichen. Dieſe Annahme trifft keineswegs zu.
4 daß
Wir waren uns vom er
Magers Ziel viel, viel höher geſteckt iſt, daß er tatſächlich eine
„Wiedergeburt der Muſik” erſtrebt, indem er die unendliche Reihe
der Klangfarbenmiſchungen und die unendliche Reihe der
Ton=
intervalle, die noch außerhalb der temperierten Halbtonſtimmung
verborgen liegen, zum Leben erwecken will.
Erſt das Inſtrument gibt die Möglichkeit neuer Muſik. Die
erſte Höhe iſt erklommen. Aus dieſem ideellen Erfolg einen
mate=
riellen zu gewinnen, muß die nächſte Aufgabe ſein, damit ein feſtes
Fundament geſchaffen werde für die Löſung der folgenden, ungleich
ſchwierigen Aufgaben. Auch die gradus ad barnassum können nur
in Stufen gemacht werden, die der Kraft des zum Gipfel
ſtreben=
den Steigers entſprechen.
Auf den weiter und höher liegenden Gebieten hat Jörg Mager
im abgelaufenen Jahre trotzdem emſig geforſcht und gewirkt. Seine
Erfolge in der Richtung der Mikrointervalle ſind bedeutend.
Die Beſtrebungen. Naturgeräuſche ſynthetiſch darzuſtellen,
be=
ſondere Gemütszuſtände, wie Freude, Trauer, Angſt, Langeweile,
Schmerz und ähnliches, muſikaliſch auszudrücken, haben zu
über=
raſchenden Ergebniſſen geführt und bieten verheißungsvolle
Aus=
ſichten für die Zukunft.
Es gehört, ſtreng genommen, nicht in den Rahmen des Berichts
über das abgelaufene Jahr, wenn ich zwei Aufgaben erwähne, die
in dieſem Jahre in Angriff genommen worden ſind. Die erſte
be=
faßt ſich mit der Mehrſtimmigkeit des Spiels auf ein und derſelben
Taſtatur und ſcheint eine glückliche Löſung zu finden. Die zweite
wurde von Frau Winifred Wagner geſtellt und fordert, daß das
Gralsglockengeläute im Weihefeſtſpiel „Parſival” von einer
zen=
tralen Stelle aus klangſchön und zuverläſſig bewirkt wird. Bei den
diesjährigen Feſtſpielen in Bayreuth ſollen, die Glocken bereits,
nach Magers Ideen in Schwingung geſetzt, ertönen.
So mancher große ſchöpferiſche Gedanke ſchlummert noch
traum=
haft im Kopfe Jörg Magers. Zu helfen dabei, ſie alle zum Leben
zu erwecken, iſt der Mithilfe der ganzen Volksgemeinſchaft wert.
Darum wird es die vornehmſte Aufgabe unſerer Geſellſchaft ſein
müſſen, dafür Sorge zu tragen, daß am 1. März 1932, wenn der
dreijährige Vertrag mit Jörg Mager abgelaufen iſt, für ſeine
Ar=
beiten eine ſichere Grundlage geſchaffen iſt, die vom Reich, den
Ländern und ſonſt geeigneten Körperſchaften getragen wird.
Fragen wir uns, was die Arbeiten Jörg Magers ſo wertvoll
erſcheinen läßt, ſo lautet die Antwort, daß Magers Streben
dar=
auf gerichtet iſt, die ſo hochentwickelte Technik unſeres
Jahrhun=
derts dienſtbar zu machen der hohen Kulturaufgabe, den Menſchen
neue Ausdrucksformen ihres ſeeliſchen Empfindens zu ſchaffen.
Eugen Dieſel zeigt in ſeinem Buche „Völkerſchickſal und Technik”
die Grenzen auf, die der Entwickelung der Technik, in deren
un=
widerſtehlichem Banne wir augenblicklich ſtehen, durch die Natur
der Dinge gezogen ſind.
Die Studiengeſellſchaft wird auch im dritten Jahre ihres
Be=
ſtehens unſerem Meiſter Jörg Mager nach Kräften helfen, die
überreichen Mittel der Technik zu meiſtern und ſie einzureihen in
den erhabenen Dienſt an der Veredelung des Menſchen durch die
Muſik!
Beleuchtang von Handkarren.
Zür die überzähligen Abikurienken.
Eine Mahnung an die Führer von Stoßkarren und
Leiterhandwagen.
In letzter Zeit iſt eine ganze Anzahl ſchwerer Verkehrsunfälle
bekannt geworden, die darauf zurückzuführen ſind, daß
Stoß=
karren und Leiterhandwagen nicht beleuchtet.
waren und von Kraftfahrzeugen, die durch entgegenkommende
andere Fahrzeuge geblendet waren, nicht rechtzeitig bemerkt
wur=
den. Wiederholt ſind in ſolchen Fällen die Führer der Handwagen
mehr oder weniger ſchwer verletzt worden. Wenn auch zurzeit die
Beleuchtung nichtbeſpannter Fuhrwerke nicht ausdrücklich
vorge=
ſchrieben iſt, ſo muß ſie doch dringend empfohlen werden. Bei
Darmadun geliuße mit ſarken Autoverkeßr. naclt
leuchteten Handkarren oder Leiterwagen zu führen.
einen unbe=
Bleis
Prasser-Kaheß fisch geröstet Sohülsfr. 10 5
Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Zu der Ausſtellung der
resdenerin Ruth Meier ſind noch eine Reihe beſonders
in=
reſſanter und maltechniſch ausgezeichneter Tierholzſchnitte
hin=
zugekommen. Eine norddeutſche Zeitung ſchreibt: Hier iſt das
ierbild durch das Gehirn und das Gefühl eines Menſchen
ge=
angen, der die Tiere wirklich liebt und deſſen Bilder das auch
verraten. . Das beſte ſind eben die Tiere dieſer nicht mehr
un=
ekannten Dresdenerin Ruth Meier.” — Aus techniſchen
Grün=
den wird die Bauhausausſtellung erſt am Sonntag, den
0. Mai, vormittags, eröffnet. In der Zeit vom 1. bis 10. Mai
wird eine Ausſtellung von Ernſt=Barlach=Zeichnungen
ezeigt. Für die Darmſtädter kunſtliebenden Kreiſe dürfte die
ltene Gelegenheit, Barlach=Originalzeichnungen zu ſehen, von
ſeſonderem Intereſſe ſein.
Die Induſtrie= und Handelskammer Darmſtadt ſchreibt uns:
Zu Oſtern dieſes Jahres haben rund 50 000 junge Leute nach
be=
ſtandenem Abiturientenexamen die höheren Schulen verlaſſen. Nach
den vorliegenden Erhebungen werden hiervon etwa 10 000
unmit=
telbar ins Erwerbsleben eintreten oder einen nichtakademiſchen
Beruf wählen; der Reſt von 40 000 beabſichtigt vorausſichtlich, ſich
den Hochſchulen zuzuwenden. Der hiernach zu erwartenden Zahl
von 40 000 Akademikern ſteht nach den vorliegenden Berechnungen
ein Höchſtbedarf von rund 25 000 gegenüber. Dies bedeutet, daß
ſich etwa 15 000 junge Leute mehr, als im Höchſtfalle erforderlich
ſind, für eine Laufbahn vorbereiten, die ein akademiſches Studium
vorausſetzt. Dieſe Tatſache muß mit ſchwerer Beſorgnis erfüllen,
da es unmöglich ſein wird, dieſe jungen Leute in einer ihrer
Vor=
bildung entſprechenden Weiſe zu beſchäftigen. An zuſtändiger Stelle
hat man Erwägungen angeſtellt, wie dieſem unerwünſchten
über=
mäßigen Zuwachs an Studierenden entgegengewirkt werden könne.
Hierbei wurde darauf hingewieſen, daß in einigen
Handwerks=
zweigen noch Bedarf an Lehrlingen beſtehe und daß man in
Hand=
werk, Induſtrie und Handel nach Möglichkeit Gelegenheit geben
ſolle, daß überzählige Abiturienten als Lehrlinge eintreten. Weiter
wird an die Möglichkeit gedacht, geeignete Abiturienten im
Sekre=
tariatsdienſt zu verwenden, ihnen Fertigkeiten in Kurzſchrift und
Maſchinenſchreiben, Anlegung von Akten, Kenntniſſe im
Regiſtra=
turdienſt uſw. zu vermitteln und ihnen ſo die Grundlage zu einer
individuellen perſönlichen Dienſtleiſtung zu geben. Auch manche
bisher zurückgeſtellte Arbeit könne den jungen Leuten anvertraut
werden. Es wird nicht verkannt, daß eine derartige Beſchäftigung
von Abiturienten an ſich einen unzureichenden Behelf darſtellt, der
den leider vorhandenen Notſtand keineswegs grundlegend zu
le=
ſeitigen in der Lage iſt. Gleichwohl wird es notwendig ſein, daß
weiteſte Kreiſe der Wirtſchaft dem zutage getretenen
ſchwerwiegen=
den Notſtand entſprechend Möglichkeiten dafür ſchaffen,
Abſolven=
ten der höheren Lehranſtalten den einen oder anderen Weg des
Berufslebens abſeits von den Hochſchulen zu eröffnen.
— Jungenſchaft der Johannesgemeinde. Wer einmal Freude
hat, in eine friſche Bubengruppe hineinzuſchauen, der komme am
Johannesgemeinde, Kahlertſtraße 26, und nehme teil an einem ſten Dienstag 3 Uhr in der Techn. Hochſchule über: „Die Heimat=
Unterhaltungsabend der Jungenſchaft. Er wird da bei fröhlichem natur, ihre Wirkung auf das deutſche Gemüt und die deutſche
Spiel. Erzählungen der Führer und luſtigem Lied aus aller Kultur”. Alle Natur= und Heimatfreunde ſind als Gäſte will=
Grillenhaftigkeit aufwachen.
— Univerſitätsprofeſſor Dr. Guenther, Freiburg, ein Führer
Sonntag, dem 26. April. abends 8 Uhr, in das Gemeindehaus der auf dem Gebiete des Natur= und Heimatſchutzes, ſpricht am
näch=
kommen. Näheres entnehme man bitte aus der heutigen Anzeige.
Seite 6
Samstag, den 25. April 1931
Nummer 714
* Liiergriſcher Abend.
Ft. Der 14. literariſche Abend des Darmſtädter
Journa=
liſten= und Schriftſtellervereins (E. V.), der am
Frei=
tag abend unter äußerſt reger Beteiligung im „Kaiſerſaal” bei
Chriſt ſtattfand, ſtand unter einem beſonderen Stern. Zwei Damen
waren es diesmal, zwei Schriftſtellerinnen aus Darmſtadt, die ſich
mit den aus der Dichterwerkſtatt geſpendeten Proben ausgezeichnet
und wirkſam ergänzten. Hinzu kam, daß beide Damen auch recht
gute und ſehr geſchickte Interpretinnen ihrer eigenen Werke waren.
Herr Geheimerat D. Dr. A. E. Berger, der erſte Vorſitzende
des Vereins, verſtand es in ſeinen begrüßenden Worten ganz
her=
vorragend, in Kern und Weſen der Vortragenden einzuführen und
mit knappen und ſicheren wie fein empfundenen Strichen ein Bild
von den literariſchen Miniaturen zu entwerfen, deren
Verfaſ=
ſerinnen der Abend gewidmet war, der einen als Vertreterin
literariſcher beſinnlicher Kleinkunſt, der anderen als auch der
wiſſenſchaftlichen Deuterin ihrer mundartlichen Dichtungen und
Arbeiten.
Zunächſt kam nun Frau Dr. Anna Belz zu Worte und las
kleine Skizzen aus einem noch unveröffentlichten Skizzenbuch wie
„Der neue Wein”. „Das ärgerliche Briefpapier”, „das Paradies
auf Erden” und andere, die zum Teil ſichtlich aus eigenem
Er=
leben ſchöpfend, doch über das perſönliche hinauswachſend ſo viel
Gemütvolles, ſo viel Beſinnliches und Nachdenkliches in
anſprechen=
der Form enthalten, daß es auch der kritiſche Hörer nur bedau rn
kann, daß dieſes Skizzenbuch bisher „unveröffentlicht” geblieben
iſt. Auch Fabeln und Märchen bot die liebenswürdige Dichterin,
die bei aller Fülle — manchmal Ueberfülle — der Geſtalten und
Geſichter, bei aller Mannigfaltigkeit der Form und bei aller
Bunt=
heit der Empfindung und der Geſtaltung doch immer einen tiefen
Kern und einen ſtillen Sinn umſchließen. Die reizende Geſchichte
z. B. von den Büchermännlein” iſt eine köſtliche Perle
Märchen=
erzählender Kleinkunſt.
Die Vorleſung des Abends beſchloß Frau Dr. Düſterbehn=
Reuting mit dem Vortrag von mundartlichen Erzählungen aus
ihrer Sammlung Höchſter Scherwe‟. Die Verfaſſerin
ent=
ſchuldigte ſich zunächſt, daß ſie als „Ausländerin” aus Heſſen=Naſſau
hier in Darmſtadt ſpreche, aber die Mundart, in der Frau Dr.
Düſterbehn ihre Erzählungen ebenſo temperamentvoll wie
humor=
voll unterſtrichen, zuweilen faſt dramatiſch vortrug, iſt unſerer
Darmſtädter ſo nah verwandt, daß die bald vergnüglich geſtimmten
Zuhörer allen Pointen und allen Kraftſtellen mit vollem Genuß
folgen konnten. „Bei de Kinner” und die anderen Geſchichten
ſuchen in ihrer Urwüchſigkeit und plaſtiſchen Formung
ihresglei=
chen. Friſch aus dem Leben gegriffen und friſch vorgetragen,
dilden dieſe Geſchichten für den Zuhörer und ſicherlich auch für den
Leſer eine Fundgrube köſtlichen Humors und mundartlicher
Er=
zählungskunſt.
Herr Geheimerat Berger faßte den lebhaften Beifall der
Zu=
hörer noch einmal in herzliche Worte des Dankes zuſammen und
würdigte den Abend auch von kritiſcher Warte aus. Dem
Jour=
naliſten= und Schriftſtellerverein gebührt Dank für die
Vermitt=
lung des intereſſanten und vielſeitigen Abends.
— Volkshochſchule. Am Montag, dem 27. April, ſetzt Fräulein
M. Frölich ihre kunſthiſtoriſchen Vorträge fort. Zur
Behand=
lung kommt das Ende der mittelalterlichen Plaſtik in
Deutſch=
land und der Beginn der Renaiſſanceplaſtik um 1500—1530. Es
wird dabei vor allem auch T. Riemenſchneider Berückſichtigung
finden deſſen Werke zur Zeit von der Stadt Würzburg in einer
Gedächtnis=Ausſtellung vereinigt ſind. Die Teilnahme an der
Vorleſung dürfte deshalb von beſonderem Intereſſe ſein.
Zum Vortrage des Tannenbergbundes Ueber das Thema:
„Der Proteſtantismus auf dem Wege nach Rom”, teilt uns die
evangeliſche Pfarrerſchaft Darmſtadts folgendes mit: Die
evange=
liſche Pfarrerſchaft iſt indirekt zu dieſem Vortrage eingeladen
wor=
den. Sie lehnt es ab, ſich mit der Anhängerſchaft eines Mannes
auseinanderzuſetzen, der das jedem Chriſten Heiligſte in
verletzend=
ſter Weiſe herabſetzt. Sie hat auch keine Veranlaſſung, den
Pro=
teſtantismus gegen den Vorwurf des Themas zu verteidigen.
Deſſen Sinnloſigkeit iſt jedem klar Urteilenden offenbar.
— Das Union=Theater zeigt ab heute den neuen luſtigen
Ton=
film „Der Liebesexpreß‟. Dina Gralla und Georg Alexander, die
beiden Luſtſpieldarſteller deutſcher Filmbühnen, ſpielen die
Haupt=
rollen in dieſem Film. Der bekannte Rundfunktenor Joſef Schmidt
ſingt die Schlager, und das herrliche Venedig gibt den paſſenden
Rahmen dazu. Der Kurztonfilm „Flock und Flickie in der Puſta”,
ein Kulturfilm und die neueſte Wochenſchau vervollſtändigen das
Programm. Jugendliche haben Zutritt. Beginn 3,45, 6,00 und
8.20 Uhr.
— In den Palaſt=Lichtſpielen läuft ab heute der neueſte
Ha=
rold=Lloydfilm „Harold der Drachentöter”, welcher ſeine
unzähli=
gen Freunde von neuem in Begeiſterung verſetzen wird. Dazu das
gute Beiprogramm. Beginn 3,45, 6,00 und 8.20 Uhr.
— Im Helia=Theater ſieht man nur noch heute und morgen
die Alt=Wiener Operette „Die luſtigen Weiber von Wien” mit
Lee Parry, Willi Forſt, Irene Eiſinger, Paul Hörbiger u. a. in
den Hauptrollen. Beginn 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
— Film=Morgenfeier im Helia=Theater am Sonntag vorm.
11.15 Uhr. Es läuft der intereſſante Kulturfilm „Deutſchlands
Flotte im Mittelmeer‟. Der Film zeigt in ungemein feſſelnden
Bildern die Reiſe der Linienſchiffe Schleſien‟. „Heſſen‟.
Hanno=
ver” und „Schleswig=Holſtein”, ſowie andere Flottenteile durch
das Mittelmeer, Jugendliche haben Zutritt. Volkstümliche Preiſe.
Abladen von Schutt auf öffentlichen Wegen und Plätzen,
ſo=
wie auf Privatgrundſtücken. Das Polizeiamt hat Veranlaſſung,
erneut darauf hinzuweiſen, daß das Abladen von Schutt und
Bau=
grund auf öffentlichen Straßen und Plätzen nur mit ſchriftlicher
Erlaubnis des Tiefbauamts und nur an den in dieſer Erlaubnis
bezeichneten Stellen zuläſſig iſt. Bei Zuwiderhandlungen wird
neben der Beſtrafung des Schuldigen der Schutt oder Baugrund
auf Koſten des Verbringers entfernt werden. Desgleichen iſt das
Abladen von Schutt oder Baugrund auf Privatgrundſtücken nur
mit Erlaubnis des Eigentümers oder deſſen Vertreters zuläſſig.
Inhaber von Bauplätzen, die eine Erlaubnis zum Abladen von
Schutt oder Baugrund zwecks Ausfüllung dieſer Plätze erteilen,
haben dafür Sorge zu tragen, daß keine in Fäulnis übergehende
Abfallſtoffe, die den Boden verunreinigen können, auf die Bauplätze
verbracht werden. Falls eine die Geſundheit gefährende
Verun=
reinigung des Bodens durch Verbringung derartiger Abfallſtoffe
auf einem Baugelände feſtgeſtellt wird, wird die Beſeitigung auf
Koſten des Eigentümers angeordnet werden.
Lokale Beranſtalkungen.
Die blerunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinwelſe auf Anzeigen zu Esrrachten
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritſ.
— Geſellſchaftsabende Heute Samstag, morger
Sonntag, finden im Hotel und Reſtaurant „Poſt” am Haupt
bahnhof, gegenüber der Bahnpoſt, in ſämtlichen Parterreräumer
die allſeits beliebten, ſchönen Geſellſchaftsabende mit Tanz ſtat
(Siehe auch heutige Anzeige.)
Die Amisbormanoſchäften noer unehenche Hder.
Aus einem Bericht des Innenminiſteriums.
Die Jugendämter arbeiten im ſtillen. Ueber ihre Tätigkeit
wird in der breiten Oeffentlichkeit wenig bekannt. Es iſt deshalb
intereſſant, über ein Teilgebiet ihres Wirkungskreiſes, die
Amts=
vormundſchaft, einiges zu hören.
Seit 1924, dem Jahre des Inkrafttretens des Reichsgeſetzes für
Jugendwohlfahrt, ſind bei den Jugendämtern in Heſſen 20 064
Amtsvormundſchaften geführt worden. Der weitaus größte Teil
dieſer Amtsvormundſchaften ſind ſogenannte geſetzliche, d. h. es
ſind Amtsvormundſchaften über uneheliche Kinder, bei denen das
Jugendamt des Geburtsortes nach dem Reichsgeſetz für
Jugend=
wohlfahrt mit der Geburt ohne weiteres Vormund wird.
Im einzelnen gibt die von dem Miniſterium des Innern
ver=
anlaßte Statiſtik folgende Aufſchlüſſe:
Nahezu die Hälfte der Geſamtzahl der ſeit 1924 geführten
Amtsvormundſchaften (9736) entfiel auf die fünf größeren Städte,
die übrigen (10 328) auf die Landkreiſe. Am 1. April 1930
ſtan=
den unter Amtsvormundſchaft 11 398 Mündel, davon 4282 in den
fünf größeren Städten, 7116 in den Landkreiſen. Die geſetzlichen
Amtsvormundſchaften (d. h. die Amtsvormundſchaſten
über uneheliche Kinder) verteilten ſich folgendermaßen: 3609 in
den fünf Städten, 7008 aus dem Lande.
Auf Grund ausdrücklicher Beſtellung durch das
Vormund=
ſchaftsgericht iſt das Jugendamt außerdem in 2072 Fällen (1229
in den Städten, 843 auf dem Lande) Vormund geworden. Bei
den beſtellten Amtsvormundſchaften handelt es ſich meiſt um
Kin=
der aus zerrütteten Ehen oder um verwaiſte oder halverwaiſte
Kinder in ſchwierigen Verhältniſſen.
Von den Amtsvormundſchaften über uneheliche
Kinder konnten im Laufe des vorausgegangenen Halbjahres
aufgehoben werden: durch nachfolgende Eheſchließung der Eltern
506, durch Adoption 23.
Ein Teil der Amtsvormundſchaften konnte nach Sicherſtellung
der finanziellen Verſorgung an Einzelvormünder abgegeben
werden.
Recht aufſchlußreich ſind die Ziffern, die die finanzielle
Bedeutung der Amtsvormundſchaft erkennen laſſen.
So ſind im Laufe eines halben Jahres an Unterhaltsgeldern von
den außerehelichen Vätern für uneheliche Amtsmündel 710948
RM. durch die Jugendämter eingezogen worden. Ein wohl noch
höherer Betrag wurde von den Vätern unmittelbar an die Mütter
oder die Pflegeeltern der Kinder bezahlt.
Der häufigſte monatliche Unterhaltsbeitrag für
Amtsmündel iſt 30 RM. In den Städten ſind die Sätze teil=
weiſe höher. In ganz einfachen ländlichen Verhältniſſen auch
ver=
einzelt niedriger.
In gewiſſen Fällen vereinbaren die Jugendämter mit
Genehmigung des Vormundſchaftsgerichts an Stelle der
monat=
lichen Geldrente eine einmalige Abfindung. Hier iſt in
ein=
facheren Verhältniſſen ein Satz von etwa 3000 RM. die Regel.
Unter ganz beſonderen Umſtänden, z. B. wenn ein nicht
verpflich=
teter Angehöriger des Kindesvaters die Abfindungsſumme zahlt
und von dieſem ſelbſt wegen Erwerbsloſigkeit aller Vorausſicht
nach in abſehbarer Zeit ohnehin nichts oder nur wenig zu
er=
langen wäre, werden auch Vergleiche über eine geringere
Abfin=
dungsſumme geſchloſſen, um dem Kinde wenigſtens einen gewiſſen
Betrag zu retten. In der Regel bleiben jedoch dieſe
Abfindungs=
beträge nicht unter 2000 bis 2500 RM. Sehr traurig iſt die Lage
der außerehelichen Kinder, deren Väter
ander=
weitig verheiratet ſind. In dieſen Fällen geſtaltet ſich die
Beitreibung der Unterhaltsbeiträge häufig recht ſchwierig, da der
pfändungsfreie Teil des Einkommens meiſt ſehr gering iſt oder
überhaupt keine Pfändungsmöglichkeit beſteht.
Ungefähr in der Hälfte aller Fälle kann durch energiſches
frühzei=
tiges Zugreifen der Jugendämter die ſofortige Anerkennung der
Va=
terſchaft ohne Durchführung einer Unterhaltsklage erreicht werden.
Nur in 10 Prozent aller Fälle war es nicht gelungen, die
Vater=
ſchaft feſtzuſtellen.
Der oben mitgeteilte Betrag von 711000 RM. durch die
Jugendämter eingezogener Unterhaltsgelder in einem halben
Jahre, d. h. von mindeſtens 8 bis 10 Millionen in Heſſen ſeit
Beſtehen des Jugendwohlfahrtsgeſetzes, läßt erkennen, daß die
Amtsvormundſchaft ſich als durchaus produktiv
erweiſt. Mindeſtens ein Teil der vor dem Jugendamt
erwirk=
ten freiwilligen Anerkennungen der Vaterſchaft würde ohne
Ein=
greifen der Jugendämter günſtigſtenfalls im Prozeßwege durch
An=
erkennung oder Verurteilung feſtgeſtellt worden ſein. In dem
weitaus größten Teil der Fälle, in denen
Zwangsbeitreibungs=
maßnahmen (auch nach vorausgegangener freiwilliger Anerkennung
der Vaterſchaft) notwendig werden, würde der Erfolg ſolcher
Maß=
nahmen zweifelhaft ſein, wenn ſie von dem weniger routinierten
Einzelvormund betrieben werden müßten. Da es ſich bei einem
hohen Prozentſatz der unehelichen Kinder um ſolche handelt, die
ohne Alimentation durch den Vater mindeſtens zum Teil der
öffentlichen Fürſorge anheimfallen würden, ſo kann angenommen
werden, daß die Amtsvormundſchaften der öffentlichen Fürſorge
alljährlich erhebliche Summen erſparen.
Der Seefiſch in der Volksernährung
und Volkswirtſchaft.
Mehrere Milliarden Reichsmark wandern jährlich für Lebensmittel
in das Ausland, wovon ein großer Teil für ſolche Nahrungsmittel
beſtimmt iſt, die unſere einheimiſche Produktion gut erſetzen könnte.
Tauſenden deutſcher Arbeiter würden dadurch neue Arbeits= und
Ver=
dienſtmöglichkeiten erſchloſſen und ungeheure Geldſummen blieben im
Inlande, mit denen am Aufbau und Ausbau der deutſchen Wirtſchaft
gearbeitet werden könnte. Im letzten Jahre ſind noch über drei
Mil=
liarden Reichsmark für die Einfuhr von Lebensmitteln ins Ausland
gegangen.
Ein Gewerbezweig, der noch lange nicht voll beſchäftigt iſt und der
noch weſentlich zur Deckung unſeres Bedarfes für die Volksernährung
beitragen könnte, iſt die deutſche Seefiſcherei. Sie verfügt über 356
DER DEUTSCHE ISST ZU WENIG SEEFISCHI
Verſchärfte Ueberwachung von Laſtkraftwagen.
Zum Schutz von Menſchen und Häuſern.
Durch die Ueberlaſtung von Laſtkraftfahrzeugen werden die
mit hohen Koſten hergeſtellten Landſtraßen unverhältnismäßig
ſtark beanſprucht und beſchädigt. Die zuläſſigen Höchſtgewichte für
zweiachſige Laſtkraftwagen betragen 10,8 Tonnen, für zweiachſige
Kippwagen mit Kippvorrichtung, die nicht durch Menſchenkraft
betrieben werden 118 Tonnen, für dreiachſige Kraftwagen 16
Tonnen. Zweiachſige Anhänger dürfen höchſtens 10 Tonnen, und
wenn ſie nicht luftbereift ſind, nur 7,5 Tonnen Geſamtgewicht
haben. Neben der Schädigung der Straßen iſt auch die
Schädi=
gung der Häuſer und die erhebliche Störung der Bewohner von
Häuſern an Durchgangsſtraßen eine Folge der Ueberſchreitung
der Gewichts= und Geſchwindigkeitsvorſchriften für den
Laſtkraft=
wagenverkehr.
Die Halter und Führer von Laſtkraftwagen
haben daher bei Nichtbeachtung der geſetzlichen
Vorſchriften folgende Maßnahmen zu
gewär=
tigen:
Nach § 35a der Kraftfahrzeugverordnung kann der
kontrol=
lierende Polizeibeamte bei Feſtſtellung der Ueberladung eine dem
Uebergewicht entſprechende Entladung fordern, für die der Halter
die Koſten trägt. Ferner kann die Beſtrafung des Halters und
des Führers erfolgen und endlich werden Ausnahmebewilligungen
hinſichtlich der Bereifung von Laſtkraftwagen ſofort widerrufen
werden, wenn eine Ueberſchreitung des zuläſſigen Höchſtgewichts
feſtgeſtellt wird.
Die Beſitzer von Laſtkraftwagen werden in ihrem eigenen
Intereſſe darauf aufmerkſam gemacht, daß mit einer verſchärften
Ueberwachung des Laſtkraftwagenverkehrs zu rechnen iſt.
1000 Fteisch
Meet
Berölkerung. für Fsch und Reisch in Deutschland und Eadlaad.
Dampfer, 128 Motorfahrzeuge für die kleine Hochſeefiſcherei, 134 Logger
für die Heringsfiſcherei und 12 128 andere Fahrzeuge für die
Küſten=
fiſcherei einſchließlich der Haffe. Die Hochſeefiſcherei beſchäftigt nach
der letzten Statiſtik rund 9000 Perſonen und die Küſtenfiſcherei 7625
Perſonen, wozu allerdings die Betriebsinhaber und ihre Angehörigen
kommen, die meiſt alle mitarbeiten, aber von der Statiſtik nicht erfaßt
werden. Fiſchhandel und Fiſchinduſtrie zählen an den
Fiſchereihafen=
plätzen mehr als 2000 Geſchäfte, die Zahl der Arbeitskräfte daſelbſt
und im Fiſchhandelt des Binnenlandes beträgt mehr als 200 000
Per=
ſonen.
Der Geſamtfang der deutſchen Fiſchereifahrzeuge betrug im
Jahre 1930: 600 Millionen Pfund Seefiſche, wovon leider nur etwa
vier Fünftel in Deutſchland umgeſetzt werden konnten. Wegen
Abſatz=
ſchwierigkeiten mußte der übrige Teil des Fanges im Ausland,
haupt=
ſächlich in England, gelandet werden. Der Produktionswert des
deut=
ſchen Seefiſchfanges beträgt 79,5 Millionen Mark, der Handelswert iſt
weſentlich höher.
Wenn man den engliſchen Seefiſchberbrauch mit 50 Pfund je Kopf
und Jahr dem deutſchen Seefiſchverbrauch mit 18,8 Pfund je Kepf und
Jahr gegenüberſtellt, ſieht man, daß der Seefiſchverbrauch in
Deutſch=
land noch ſehr zum Vorteil der deutſchen Volkswirtſchaft geſteigert
wer=
den kann.
Die genannten Zahlen mahnen uns nachdrücklich, möglichſt ſolche
Produkte für unſere Ernährung zu verwenden, die deutſchen Urſprungs
ſind und dazu rechnet vor allem der leider noch zu wenig beachtete
Seefiſch, der zu unſeren wertvollſten Nahrungsmitteln gehört und der
deshalb mehr als bisher in unſeren Küchenzettel aufgenommen werden
ſollte.
— Autoliſten. Soeben iſt die Autoliſte Nr. 61 erſchienen. Dieſe
verzeichnet alle Meldungen (Ab= u. Zugänge) von
Kraft=
fahrzeugen jeder Art in den 18 Kreiſen des
Volks=
ſtaates Heſſen (Kennzeichen VS. VR. VO) für die Zeit
vom 1. —15. April 1931. Die Autoliſten enthalten die
An=
gaben in derſelben Reihenfolge wie die Hauptausgabe: Name,
Beruf Wohnort des Kraftwagenbeſitzers, Type,
Motornum=
mer, Hubraum in ccm (und PS). Art des Fahrzeuges.
Fabrik=
neue Wagen ſind durch X kenntlich gemacht. Die Meldungen ſind
geordnet nach den drei Provinzen (V9, VR, VO) und Kreiſen,
und innerhalb dieſer nach Polizeierkennungsnummern.
Abge=
meldete Wagen werden beſonders geführt. — Die Autoliſten ſind
eine wichtige Ergänzung des Auto=Adreßbuches (
Adreß=
buch der Kraftfahrzeugbeſitzer im Volksſtaat Heſſen), Ausgabe
1929, und unentbehrlich, weil ſie laufend neueſtes
Adreſſenmaterial liefern. Sie erſcheinen alle 14 Tage.
alſo monatlich zwei Liſten. Die ſpäteſtens am 10. eines Monats
ausgegebene Liſte enthält die Meldungen vom 16. bis 30. (31.)
des voraufgegangenen Monats, und die ſpäteſtens am 25. eines
Monats ausgegebene Liſte die Meldungen vom 1. bis 15. des
gleichen Monats. Wegen des Bezugspreiſes vgl. Anzeige!
Anfragen richte man an den zuſtändigen Verlag L. C. Wittich
in Darmſtadt.
Tagesordnung zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes am
2. Mai 1931, vormittags 9 Uhr: 1. Klage des Franz Hermann
Hau zu Offenbach a M. gegen die Entſcheidung des Kreisamts
Offenbach vom 20. Februar 1931 wegen Nichterteilung der
Erlaub=
nis zum Betriebe einer Weinwirtſchaft ohne Branntweinausſchank
im Hauſe Offenbach a. M.=Bürgel, Kurfürſtenſtraße 16. 2 Klage
des Auguſt Heyl zu Klein=Krotzenburg gegen die Entſcheidung
des Kreisamts Offenbach vom 5. Februar 1931 wegen
Nichtertei=
lung der Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtſchaſt, mit
Branntweinausſchank in dem noch zu errichtenden Neubau auf dem
Grundſtück Provinzialſtraße 7 zu Klein=Krotzenburg. 3. Antrag des
Oberbürgermeiſters der Stadt Offenbach auf Eröffnung des
Diſzi=
plinarverfahrens mit dem Ziele der Dienſtentlaſſung gegen den
Verwaltungsoberſekretär Leopold Heiſter zu Offenbach a. M.=
Bürgel.
Mar RM 329B.— Miedrige Steuer, geringe
Unterhaltungskosten! Beweis für die
Wirt-
schaftlichkeit des Blitz Lastwagens.
Blitz Lastwagen, nach dem Wucht-Prinzip ge-
A Zyl. 2,6 Liter Chassis RM O29- baut, bringen den Erfolg im Kampf ums
Ge-
schäft. . . . Der Händler erklärt Ihnen den
Chassis Tragfähigkeit 4,4s Tonnen günstigen Zahlungsplan der Allgemeinen
RM 3745 Finanzierungs Gesellschaftt.
Chassis mit Führerhaus .."
Pritschenwagen ohne Plane . . . . RM 3995
Pritschenwagen mit Plane
RM 4175
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Preise ab Werk — fünffach bereitt Versonenvagen lastvagen Fahrräder
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DARMSTADT RHEINSTRASSE 19/2
im
in
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II.
Licht.
Nummer 114
Samstag, den 25. April 1931
Aus dem Gerichksſaal.
Aw. Das Bezirksſchöffengericht verhandelte am
Frei=
tag gegen zwei junge Hilfsarbeiter aus Groß=
Gerauwegen gemeinſchaftlicher Körperverletzung.
Die beiden, die verſchwägert ſind, prügelten eines Tages
gemein=
ſam einen jungen Bäcker durch. Allem Anſchein nach war der
Bäcker ein politiſcher Gegner, den ſie auf dieſe etwas rigoroſe
Weiſe auf das ihrer Meinung nach Fehlerhafte ſeiner Anſichten
aufmerkſam machen wollten. Das Gericht hatte aber für
der=
artige Diskuſſionen keinerlei Verſtändnis und verurteilte den
Erſten zu einer Geldſtrafe von 50 Mark den
Zwei=
ten, der ſchon wegen Körperverletzung vorbeſtraft iſt, zu einer
Geldſtrafe von 70 Mark.
Es ſitzt dann ein Wanderburſch wegen Betrugs auf
der Anklagebank. Er hatte auf ſeiner Wanderſchaft zur
Beglei=
chung ſeiner Schuld einer Wirtsfrau an einem Morgen einen zu
Reklamezwecken gedruckten Zehnmarkſchein als Zahlung übergeben,
und hatte auch tatſächlich das Glück, daß die Frau auf den
Schwin=
del hineinfiel, und ihm noch 9,10 Mk. wieder herausgab. Aber
kaum war er zur Tür hinaus, merkte es die Frau — man muß
ſich ja wundern, daß ſie überhaupt darauf reinfiel —, lief ihm
nach und erlangte auch glücklich ihr Geld wieder zurück. Der
Burſche, der ſich heute ganz dumm ſtellt, und behauptet, er wär
net ſo reich, er hätte noch nie ſo viel Geld gehabt, und hätt auch
net gewußt, wie ein Zehnmarkſchein ausſehen müßt”, muß ſeinen
Verſuch mit einer Geldſtrafe von 60 Mark, die durch die
Unterſuchungshaft als verbüßt gilt, bezahlen.
Es ſitzen dann eine 23jährige geſchiedene
Frauwe=
gen Abtreibung und ihre Mutter, Schweſter
ehe=
maliger Mann und eine Bekannte wegen Beihilfe
zur Abtreibung nebeneinander auf der Anklagebank. Die
junge Frau, die mit dem anſcheinend ſehr leichtſinnigen jungen
Mann in recht unglücklicher Ehe lebte, hatte einen
Abtreibungs=
verſuch gemacht. Beſonders die beiden jungen Eheleute verſuchen
es heute, ſich mit allen möglichen und unmöglichen Schwindeleien
gegenſeitig zu beſchuldigen und ſich ſelber herauszureden. Doch das
eine — der Verſuch einer Abtreibung — geht aus der Wirrnis
klar hervor. Man kann den Erfolg jedoch nicht einwandfrei
feſt=
ſtellen. Das Gericht verurteilte die junge Frau ſomit nur wegen
verſuchter Abtreibung anſtelle von ſechs Wochen
Gefäng=
nis zu einer Geldſtrafe von 175 Mark. Mutter und
Ehemann erhalten anſtelle von je 20 Tagen Gefängnis wegen
Beihilfe je 100 Mark und die Tochter ebenfalls wegen
Beihilfe anſtelle von 5 Tagen 30 Mark. Die mitangeklagte
Frau Nachbarin wird freigeſprochen. Mutter und zweite
Tochter wollen Berufung einlegen.
Heiratsbetrüger! (Wer iſt noch geſchädigt?) Der Arbeiter
Karl Geiß, geboren am 7. Februar 1906 zu Lauſchied, hatte ſich
in Darmſtadt einem Hausmädchen aus der Umgebung
Darm=
ſtadts gegenüber als Marſſenckro Salys aus Raab bei Budapeſt
vorgeſtellt, eine falſche Adreſſe angegeben und unter der
Vor=
ſpiegelung falſcher Tatſachen das Mädchen veranlaſſen wollen,
ihm Geld von ihrem Sparkonto zu übergeben. Es kam jedoch
nur zur Hergabe kleinerer Barbeträge, weil die Mutter die
Aushändigung des Sparbuches verweigerte. — Im Beſitze des
Geiß wurde auch ein Armband aus amerikaniſchem Doublé mit
Emailleverzierung, grün, rot, ſchwarz, im Wert von 7—8 RM. und
eine ſilberne Damenarmbanduhr mit Tulaverzierung auf der
Oberſeite, ſchwarzen Zeigern, ſchwarzen arabiſchen Ziffern und
ſchwarzem Ripsband mit Schnallenverſchluß im Wert von 12 RM.
vorgefunden. Ueber die Herkunft dieſer Gegenſtände hat. Geiß
zweifelhafte Angaben gemacht. Perſonen die Eigentumsrechte
geltend machen, werden gebeten, bei dem Polizeiamt, Hügelſtraße
11—33. Zimmer 29a, während der Dienſtſtunden vorzuſprechen.
Geiß kam in Untsrſuchungshaft.
Grober Unfug und vorſätzliche nächtliche Sachbeſchädigungen.
DDer Poſtbriefkaſten Ecke Martins= und Jahnſtraße iſt vor einiger
Zeit erheblich beſchädigt worden. Der blaue Anſtrich iſt
anſchei=
mend mit einem Sandſtein verkratzt worden. Außerdem iſt der
Emaillebezug an den beiden oberen Kanten ſtark beſchädigt wor=
Oen und infolgedeſſen abgeſprungen. Vor zirka 8 Tagen iſt auch
verſucht worden, zwei Leerungszeitblättchen mit einem ſcharfen
egenſtand herauszubrechen, wodurch dieſe beſchädigt, und
er=
ieuert werden mußten. — Am Briefkaſten Ecke Martinsſtraße und
Herdweg wurde in der Nacht zum 13. April 1931 die
Zelluloid=
ſchutzſcheibe angebrannt und der dahinter liegende
Leerungsan=
eiger ſtark beſchädigt. Die gleichen willkürlichen Beſchädigungen
wurden um dieſelbe Zeit am Briefkaſten in der
Wilhelminen=
ſtraße, gegenüber der katholiſchen Kirche. feſtgeſtellt. Es iſt eine
vedauerliche Tatſache, daß für ſolche und ähnliche nächtlichen
Sach=
beſchädigungen leider ſehr oft junge Männer beſtimmter Kreiſe
un Betracht kommen. Auf die Ermittlung der Täter, oder für
Ungaben, die zur Aufklärung führen, iſt eine ſehr gute
Be=
lohnung ausgeſetzt. Sachdienliche Angaben nimmt die
Kriminal=
molizei, Hügelſtraße 31—33. auf Zimmer 3 entgegen.
Diebſtähle. Aus dem Hofe einer Wirtſchaft wurde eine
Uktenmappe, die auf einen Gepäckträger eines Fahrrades
ge=
ſehnallt war, entwendet. In der Mappe befanden ſich 1 ſchwarze
Turnhoſe ein ſolches Hemd mit dem Zeichen D.T., ein Paar
braune Wildlederhandſchuhe, ein Sprungſeil, ein Paar kurze
ſchwarze Strümpfe und ein weißes Handtuch. Auf der Innenſeite
der Aktentaſche ſteht der Namen: Erich Lechler, Wismar a. d.
Oſtſee, Lübchesſtraße 65. — Geſtohlen aus einem Zimmer in der
Ohlyſtraße wurde eine Damenarmbanduhr mit ſchwarzem
Rips=
band. Die Uhr iſt aus Doublé Fabriknummer 6003. Weiter
wurden 5 Glübirnen, 15kerzig, in demſelben Hauſe entwendet.
Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei.
Hügel=
ſtraße 31—33. Zimmer 2. — Am 22. April 1931 gegen 17.30 Uhr
erſchien bei der Stellenvermittlerin Dingeldein eine
Hausange=
ſtellte, um ſich eine Stelle vermitteln zu laſſen. Während ſich die
Vermittlerin auf ganz kurze Zeit aus dem Zimmer entfernte,
ſtahl das Mädchen aus einer auf einem Schreibtiſche liegenden
Handtaſche ein Portemonnaie mit etwa 13 RM. Inhalt. Das
leere Portemonnaie wurde von der Diebin verbrannt, aber der
Metallbügel verbrannte nicht, und das war der wunde Punkt.
Der entwendete Betrag wurde zurückgegeben.
Die ruſſiſche Kirche auf der Mathildenhöhe iſt jeden Tag
zur Beſichtigung von 10—12.30 Uhr und von 3—7 Uhr geöffnet.
Tageskalender für Samstag, den 25. April 1931.
deſſ. Landestheater. Großes Haus, Anfang 19,30 Uhr,
Ende 22.30 Uhr: Zum letzten Male: „Königskinder”, K15,
Bühnenvolksbund. — Kleines Haus, Anfang 20 Uhr, Ende
22.30 Uhr: Zum letzten Male: „Meine Schweſter und ich”
außer Miete. — Konzerte: Zur Oper, Rheingauer
Wein=
ſtube, Schloßkeller, Datterich. Sportplatz=Reſt. Böllenfalltor,
Theater=Reſtaurant. Hotel=Reſt. Poſt, Zum Tropfſtein. Alter
Ratskeller. — Kinovorſtellungen: Union=, Helia= und
Palaſt=Lichtſviele. — Rich. Wagner=Verband dtſch.
Frauen. Annaſtraße 15, abends 20 Uhr: Lieder= und
Arien=
abend. — Aula d. Realgymnaſiums abends 20 Uhr:
„Jubiläums=Konzert 1921—1931” des Volkschors Darmſtadt.
Aus Heſſen.
Großfeuer in Schneppenhauſen.
In der Nacht zum Freitag gegen 2.30 Uhr wurde die
Kreis=
motorſpritze von Darmſtadt nach Schneppenhauſen gerufen, wo
die am Ausgang nach Gräfenhauſen gelegene Mühle (Beſitzer
Engel) in Flammen ſtand. Die Mühle wurde vernichtet, ebenſo
etwa 100 Zentner Frucht und 100 Zentner Mehl. Da es an einer
Waſſerleitung fehlte, hatte die freiwillige Feuerwehr von
Schnep=
penhauſen mit Saug und Druckpumpen ſchwere Arbeit zu leiſten,
um das Feuer auf ſeinen Herd zu lokaliſieren. Die
Kreismotor=
ſpritze griff mit 3 C=Leitungen ein. Das 1925 erbaute Wohnhaus
wurde vom Feuer verſchont dank dem tatkräftigen Eingreifen der
Wehren. An der Brandſtelle weilten noch in der Nacht neben dem
Bürgermeiſter von Schneppenhauſen der Vertreter des Kreisamtes,
Regierungsrat Dr. Eckſtein, und Kreisfeuerwehrinſpektor
Karpfin=
ger, Darmſtadt.
Dd. Arheilgen, 24. April. Vortrag. Der hieſige Zweigverein
vom Roten Kreuz und die Freiwillige Sanitätskolonne hatten für
Don=
nerstag abend in das Gemeindehaus zu einem Vortrag des
Landesvor=
ſitzenden des Roten Kreuzes, Herrn von Hahn, über: „Die
Friedens=
aufgaben des Roten Kreuzes” eingeladen. Er führte u. a. aus, daß,
ob=
vvohl das Rote Kreuz ſeine Entſtehung hauptſächlich dem Krieg
ver=
danke, es doch auch im Frieden ein großes Arbeitsgebiet habe
Beſon=
ders nach dem Weltkriege ſind eine Menge neuer Aufgaben auf dem
Ge=
biete der Wohlfahrtspflege und auf dem Gebiete der Krankenpflege
auf=
getaucht. Beſonders die Sanitätskolonnen ſind bereit in allen
Unglücks=
fällen ſofortige Hilfe zu leiſten. So hat der heſſiſche Landesverein außer
einigen ſtändigen Rettungswachen einen Straßenhilfsdienſt einen
Waſſer=
rettungsdienſt u. a. eingerichtet. Ein eigens zu dieſem Zweck
beſtimm=
ter Generalinſpektor prüft in gewiſſen Zeitabſchnitten nach, ob das
Material und die Ausbildung der über 80 Sanitätskolonnen in Heſſen
noch auf der Höhe iſt. Eine große Anzahl Lichtbilder aus den
Arbeits=
gebieten des Roten Kreuzes ergänzten die Ausführungen des Redners
und gaben einen Einblick in das ſegensreiche Wirken dieſer
weltumſpan=
nenden Organiſation. — Kommenden Sonntag hält Herr Miſſionar
Nichter einen Miſſionsvortrag im Gemeindehaus. — Die
Ge=
meindewahlkommiſſion beſtimmte Herrn Hatzenberger als
Nachfolger des auf ſein Mandat verzichtenden Gemeinderats Schneider.
Dg. Arheilgen, 24. April. Sperrung. Die Bürgermeiſterei
macht bekannt, daß der Verbindungsweg zwiſchen dem ſogen.
Mühlches=
weg und dem Woogweg (Zugangsweg zum Gemeindeſchwimmbad) bis
auf weiteres geſperrt iſt. Bekanntlich wird die Holzbrücke, die über den
Rutſenbach führt, abgeriſſen und durch eine ſtabile Betonbrücke erſetzt.
— Familienabend. Der Arbeitergeſangverein „Treue” veranſtaltet
am Samstagabend (25. April) im Gaſthaus „Zum goldenen Löwen”
einen Familienabend. — Kriegsgräberfürſorge. Im Auftrag
des Volksbundes Deutſche Kriegsgräberfürſorge E. V. Landesverband
Heſſen, wird in dieſen Tagen eine Hausſammlung ſtattfinden. Die
Be=
auftragten ſind mit Ausweiſen verſehen. In anbetracht des edlen Zwecks
iſt der Sammlung ein voller Erfolg zu wünſchen. —
Gründungs=
feier. Der Geſangverein „Sängerluſt” lädt zu ſeiner am Samstag,
25. d. M., im Gaſthaus „Zum weißen Schwanen” ſtattfindenden
Grün=
ungsfeier ein. Geſang, Muſikſtücke, Duette, Soli und Tanz werden
das Programm bilden. — Theaterabend. Der Geſangverein
„Liederzweig” veranſtaltet am kommenden Sonntag, 26. April, im
Gaſt=
haus „Zum weißen Schwanen” einen Theaterabend
Mechende seunschics
Kopf=, Nerven= und Erkältungs=
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ſchmerzen, Ermüdung u. Strapazen
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J. Griesheim, 24. April. Gemeinderatsbericht. Nachdem
ſämtliche Gemeindebeamten vor einiger Zeit den Verfaſſungseid geleiſtet
haben, ſoll nunmehr die Ausſtellung der Anſtellungsurkunden erfolgen.
In dieſem Zuſammenhange hat das Kreisamt Darmſtadt dem
Gemeinde=
rat die Entſcheidung darüber überlaſſen, ob auch dem Faſelwärter,
To=
tengräber, Friedhofswärter, Glöckner und Schuldienern die
Gemeinde=
beamten=Eigenſchaft verliehen werden ſoll. Der Gemeinderat, der ſich
mit dieſer Angelegenheit befaßte, hat dieſelbe bis zur nächſten Sitzung
zurückgeſtellt. — Das Kreisamt Darmſtadt hat eine Erhöhung der
Woh=
nungsmieten in den Gemeindehäuſern bis zur Höhe der geſetzlichen
Miete angeregt. Der Gemeinderat beſchloß, die Miete in der ſeitherigen
Höhe zu belaſſen, da dieſelben den Mietſätzen ähnlicher
Privatwohnun=
gen entſprechen, demzufolge der geſetzlichen Miete gleichkommen. Dem
Geſtattungsvertrag der Reichsbahn betr. Durchführung des vertieften
und verbreiterten Durchlaſſes des Küchlergrabens durch den Bahnkörper
wurde Genehmigung erteilt. — Der Nachtrag zur Waſſerbezugsordnung
ſoll ab 1. Oktober 1930 in Wirkſamkeit treten. — Die Gemeinde hat
ſeit=
her die Verſicherungsbeiträge für die Weiterverſicherung der
Ausgeſteuer=
ten bei der Krankenkaſſe auf Grund eines Gemeinderatsbeſchluſſes vom
17. Juli 1930 getragen. Der finanzielle Aufwand hierfür iſt jedoch ein
derart enormer, daß er auf die Dauer nicht tragbar iſt. Das ſeitherige
Verfahren ſoll deshalb durch eine anderweitige Regelung abgelöſt
wer=
den. Nach den aufgeſtellten Berechnungen der Verwaltung könnte durch
eine vertragliche Vereinbarung mit den hieſigen Aerzten wegen der
Be=
handlung der Wohlfahrtsempfänger der ſeitherige Aufwand ſehr
erheb=
lich vermindert werden. Die Angelegenheit wurde zwecks näherer
In=
formation zurückgeſtellt. — Der Gemeinderat ſtimmte der vorgeſehenen
Bildung eines neuen Fegeverbandes für den Landgraben gemäß Artikel
196 der Landgemeindeordnung unter der Bedingung zu, daß die
Ge=
meinde nicht über 15 Prozent der aufzubringenden Koſten herangezogen
wird. — Wie bekannt geworden iſt, geht die Errichtung eines Verkehrs=
Landeplatzes auf dem hieſigen Truppenübungsplatz ſeiner Verwirklichung
entgegen. Die Stadt Darmſtadt hat zu dieſem Zweck die erforderlichen
Planierungsarbeiten übernommen, durch die ungefähr 250 Arbeitsloſe
auf die Dauer von vier Monaten Arbeitsgelegenheit und Verdienſt
fin=
den. Zu den Koſten, die auf 310000 Mark veranſchlagt ſind, ſoll die
Bewilligung eines Zuſchuſſes aus dem Weſthilfefonds in Ausſicht ſtehen.
Da die Intereſſen der hieſigen Gemeinde mit dem Schickſal des
Truppen=
übungsplatzes eng verbunden ſind, iſt es nun unabweisbare
Notwen=
digkeit, daß zu deren Wahrung ebenfalls entſprechende Schritte
unter=
nommen werden. Zu dieſem Zweck wurde eine Kommiſſion, beſtehend
aus den Herren Bürgexmeiſter Feidmann, Beigeordneten Dickhardt und
den Gemeinderäten Schick und Nothnagel, gebildet. — Die Privilegierte
Schützengeſellſchaft Darmſtadt beabſichtigt die Einfriedigung von
Wald=
gelände in der Nähe ihrer Schießſtände beim Neuen Schießhaus. Dem
Geſuch wurde unter folgenden Bedingungen zugeſtimmt: 1 der der
Schützengeſellſchaft mitgeteilte Gemeinderatsbefchluß vom 18. April 1903
betr. Einfriedigung behält ſeine Gültigkeit; „2 die geplante
Einzäu=
nung iſt nach Anweiſung des Forſtamtes Dornberg herzuſtellen;
3, für die infolge Schrotverletzung oder durch Beſchädigung bei der
Herſtellung der Einzäunung eingehenden Bäume haftet die
Schützen=
geſellſchaft. Die eventuell zu leiſtende Entſchädigung unterliegt der
Feſt=
ſetzung des zuſtändigen Forſtamtes. — Hausmeiſter Leber hat um
mietweiſe Ueberlaſſung einer Dienſtwohnung im 5. Schulhaus
nachge=
ſucht. Der Gemeinderat iſt mit der Zuweiſung der Wohnung
einver=
ſtanden. Die Ausarbeitung eines Mietvertrages wurde der Verwaltung
aufgetragen.
Seite 7
Um die Skillegung von Wölfersheim.
Die Verwaltung der Hefrag ſchreibt uns:
Zu der Kundgebung des Vorſtandes des Provinzialverbands
Oberyeſſen des Heſſiſchen Landgemeindetags möchten wir
folgen=
des ſagen:
Ueber die darin zum Ausdruck kommende ſachliche
Stellung=
nahme und deren Bewertung wollen wir hier keine
Erörterun=
gen anſtellen. In den meiſten Zeitungen iſt auch mitgeteilt
wor=
den, daß in der Ausſprache, die dieſer Entſchließung des genannten
Vorſtandes vorausgegangen iſt, ſich die „bemerkenswerte
Feſt=
ſtellung”, ergeben habe, „daß von der geſamten Belegſchaft des
Wölfersheimer Werks ein großer Teil aus nichtheſſiſchen Arbeitern
und ſogar zum Teil aus Ausländern beſtehe‟. Wir legen Wert
darauf, hierzu ein Wort zu ſagen. Die ganze Belegſchaft wohnt
ſo gut wie ausnahmslos in Oberheſſen. Wer weiß, wie ſchwierig
es war, allmahlich den notwendigen feſten Stamm gelernter
Ar=
beiter hier anzuſiedeln, wird ohne weiteres verſtehen, daß es
geradezu notwendig war, in manchen Fällen über die heſſiſche
Grenze hinauszugehen. Das weſentliche iſt, daß auch die
nicht=
heſſiſchen Arbeiter — zu einem erheblichen Teil ſeit langer Zeit —
in der öberheſſiſchen Provinz beheimatet ſind.
Wir müſſen es auch im übrigen im Intereſſe des deutſchen
Gemeinſchaftsgedankens ſehr bedauern, daß man auf die
Oeffent=
lichkeit mit der künſtlichen Hervorkehrung eines Gegenſatzes
zwi=
ſchen heſſiſchen und nichtheſſiſchen Arbeitern Eindruck machen möchte.
Es iſt richtig, daß wir auch ein Anzahl ausländiſcher Arbeiter
beſchäftigen. Dieſe Leute ſtammen faſt ausſchließlich aus
Oeſter=
reich. Sie wurden ſ. Zt. mit Genehmigung des Landesarbeitsamts
zum größten Teil noch von der früheren ſtaatlichen
Bergwerks=
direktion eingeſtellt, nachdem alle Verſuche, gelernte
Spezialarbei=
ter für den vergrößerten Bergbaubetrieb aus Deutſchland zu
bekommen, damals nur zu einem Teilerfolg geführt hatten. Die
Arbeiter, die zu einem erheblichen Teil ſchon längere Zeit mit Frau
und Kindern hier wohnen, kann man nicht ſo behandeln, wie dies
anſcheinend ſeitens eines Teils des Vorſtandes des
Provinzial=
verbandes Oberheſſen für möglich gehalten wird. Die Leute haben
ſ. Zt. dem Betrieb aus einer dringenden Verlegenheit geholfen und
haben, nachdem ſie das Opfer einer völligen Umſtellung gebracht
haben, einen moraliſchen Anſpruch auf loyale Behandlung. Lägen
die Dinge nicht ſo, dann würde das Landesarbeitsamt in der
jetzigen Notzeit die von Zeit zu Zeit einzuholende
Verlängerungs=
genehmigung gewiß nicht erteilen. Es handelt ſich übrigens nur
um ganze 30 Mann, lauter friedliche, brave Menſchen, die mit der
großen, etwa 1300 Köpfe zählenden Geſamtbelegſchaft im beſten
Einvernehmen ſtehen.
Noch unverſtändlicher als der Hinweis auf die ausländiſchen
Arbeiter iſt die durch nichts begründete Unterſtellung, daß bei
einem Uebergang des Ueberlandwerks Oberheſſen an die
Preußen=
elektra dieſer Konzern im Laufe der Zeit die einheimiſchen
oberheſſiſchen Arbeitskräfte durch Arbeiter aus ſeinem Gebiet
er=
ſetzen werde.” Wir wiſſen nicht wie die Herren vom Vorſtand
des Provinzialverbandes Oberheſſen zu dieſer Befürchtung
gekom=
men ſind. Wir wiſſen nur, daß ihr in der Tat kein Schimmer von
Berechtigung innewohnt. Wir können nicht das Bedenken
unter=
drücken, daß durch die Benutzung ſolcher Motive eine Atmoſphäre
entſteht, in der die Neigung zur ſachlichen Denkungsweiſe nicht
gefördert wird.
* Weiterſtadt, 24. April. Ein Leichenzug, wie man ihn hier lange
nicht erlebte, bewegte ſich vorgeſtern zum neuen Friedhof an der
Darm=
ſtädter Landſtraße. Es galt, den ehrenwerten Bürger, Metzgermeiſter
Georg Linn ert, der einer ſchleichenden, heimtückiſchen Krankheit nach
langem ſchweren Leiden zum Opfer fiel, zur letzten Ruheſtätte zu
be=
gleiten. In hieſiger Gemeinde war er als äußerſt tüchtiger
Geſchäfts=
mann (Gaſtwirt und Metzger) allgemein beliebt und wegen ſeines
laute=
ren Charakters und ſeiner ſteten Hilfsbereitſchaft hochgeachtet. Welch
hoher Wertſchätzung er ſich erfreute, konnte man aus der großen Zahl
Leidtragender beim Begräbnis erſehen.
Cp. Weiterſtadt 24. April. Die erſten Spargel ſind dieſer
Tage geſtochen worden. — Beerdigung. Unter großer
Beteili=
gung wurde Metzgermeiſter Gg. Linnert zu Grabe getragen. Die
Grab=
rede hielt Pfarrer Uhrl. Mehrere Korporationen und Vereine ließen
Kränze niederlegen.
Aa. Eberſtadt, 24. April. Der erſte Spargelſtich. Dieſer
Tage konnten hier auf Spargelfeldern in der Nähe des Weinweges die
erſten Spargel geſtochen werden.
Cp. Pfungſtadt, 24. April, Familienabend. Der
Geſang=
verein „Sängerluſt” hält am Samstag abend (25. April) im Vereinslokal
Bethke einen Familienabend mit Sängerehrung ab. — Die Gemeinde
hat die Anlieferung von ca. 30 Zentner Roggenſtroh für das Faſelvieh
zu vergeben. Angebote haben umgehend zu erfolgen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 24. April. Altertumsfunde. Aus
An=
laß der zurzeit hier ſtattfindenden Ortsbering=Neuvermeſſung müſſen die
älteren Grenzſteine durch neue erſetzt werden. Bei den Ausgrabungen
dieſer alten Steine werden nun öfters die erſtaunlichſten Funde gemacht,
in Geſtalt von Schieferplatten, auf denen die damaligen Steinſetzer ihre
Namen verewigten. Aus aufgefundenen Platten um das Jahr 1650
geht ſogar hervor, daß das Steinſetzen um dieſe Zeit offenbar eine ſehr
feierliche Handlung geweſen ſein muß, denn es hat ſogar der Pfarrer
mitunterzeichnet. Eine weitere, dieſer Tage aufgefundene Schieferplatte,
die nebenbei bemerkt, ſehr gut erhalten und abſolut deutlich geſchrieben
iſt, hat folgenden Inhalt: „Anno 1768 Hat Andreas Kilian das Feld
gekauft wie es da liegt, öde und wüſt gelegen, aus gebutzt, mit Bäumen
beſetzt, iſt ausgeſteint. Hält 300 Ruthen.” Auf der Rückſeite der Platte
iſt ein Plan über das Grundſtück ſelbſt eingeritzt mit der Bezeichnung
„Langwieſe. Anno 1768‟
— Traiſa, 24. April. Spar= und Kohlenbezugsverein.
Generalverſammlung. Der erſte Vorſitzende eröffnete die Verſammlung.
Nach Begrüßung der erſchienenen Mitglieder erſtattete er den
Geſchäfts=
bericht für das abgelaufene Jahr. Er hob u a. hervor, daß die
Tätig=
keit des Vereins auch in dieſem Jahre ſehr rührig war und daß die
Be=
lieferung der Mitglieder mit Brennmaterial zur allſeitigen
Zufrieden=
heit erfolgen konnte. Er wies erneut darauf hin, daß es nur durch
ge=
meinſchaftlichen Kohlenbezug möglich iſt, erſtklaſſiges Brennmaterial zu
billigſten Preiſen zu beſchaffen. Der Geſamtbezug an Kohlen und
Bri=
ketts betrug im abgelaufenen Jahre 22 Waggon. Leider war es nicht
möglich, den Anfang Dezember eingetretenen Kohlenpreisabbau noch für
das verfloſſene Jahr zu berückſichtigen, da die Mitglieder bereits
belie=
fert waren. Jedoch konnte eine im Sommer eingetretene Erhöhung der
Brikettpreiſe in ihrer Auswirkung auf die Verbraucher vermieden
wer=
den. Die vom Schriftführer verleſenen Protokolle ſowie der Bericht
des Rechners wurden genehmigt. Der Vorſitzende gibt bekannt, daß
Verein im laufenden Jahre auf ein 10jähriges Beſtehen zurückblickt, und
glaubt darauf hinweiſen zu müſſen, daß der Verein allen Grund habe,
dieſen Tag nicht ſtillſchweigend vorübergehen zu laſſen. Eine aus den
Mitgliedern gewählte Kommiſſion wird in Verbindung mit dem
Vor=
ſtand über eine zweckentſprechende Feier beraten. Im Anſchluß hieran
berichtete der Vorſitzende über die dem Verein angegliederte
Sterbekaſſe=
abteilung. Im abgelaufenen Jahre hat der Verein nur einen
Sterbe=
fall zu verzeichnen; im neuen Jahre ſind es jedoch bereits zwei. Die
Anweſenden gedenken der Toten durch Erheben von den Sitzen. Seit
der Gründung der Sterbekaſſeabteilung im Jahre 1926 hat der Verein
in 19 Fällen die Sterberente ausbezahlt und dadurch bewieſen, daß er
in der Lage war, durch Zuſammenſchluß ſeiner Mitglieder ein
ſegens=
reiches Wirken zu entfalten. Ein Vorſchlag aus Mitgliederkreiſen, zum
Zwecke der Mitgliederwerbung eine eventuelle Umgeſtaltung der
Ein=
trittsgelder und Beiträge vorzunehmen, wurde einer Kommiſſion und
dem Vorſtand zu Beratung überwieſen.
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GENERAL-
Seite 8
Schulhauseinweihung in Neuſtadt i. 9dw.
Az. Neuſtadt i. Odw. mit Burg Breuberg, 23. April.
Am 20. April 1931 fand die Einweihung des Schulhausumbaues
ſtatt. Die damit verbundene Feier vollzog ſich, den Notzeit entſprechend,
in ſchlichter Weiſe. Um 9 Uhr morgens ordneten ſich die drei
Schul=
klaſſen zu einem kleinen Feſtzuge vor dem alten Schulhauſe. Nach einem
kurzen, aber freudigen Abſchiedsgruße ſeitens des Schulleiters Schmitt
zog die Jugend erwartungsvoll dem neuen Heime zu. Die kleine Feier
wurde durch einen zweiſtimmigen Chor der Oberklaſſe eingeleitet.
Zu=
nächſt begrüßte Herr Bürgermeiſter Koch die kleine Feſtgemeinde in
herzlichen Worten. Er führte aus, daß für unſere Schule ein
bedeu=
tungsvoller Abſchnitt angebrochen ſei. Mit der Erſtellung ſchöner,
ge=
räumiger Schulſäle ſeien die lange Jahre von den verantwortlichen
Stellen gehegten Wünſche in Erfüllung gegangen. Er dankte
insbeſon=
dere den Herren der Gemeindevertretung und des Schulvorſtandes, nicht
zuletzt der hohen Staatsregierung für die tatkräftige Unterſtützung
ver=
ſchiedener Art. Den Kindern wünſchte er, daß ſie durch Fleiß und
an=
ſtändiges Betragen die Achtung ihrer Lehrer erringen mögen. Lugleich
erinnerte er daran, daß in dieſen Tagen vor ſieben Jahrzehnten unter
dem letzten Kreisrate des Kreiſes Neuſtadt die zweite Schulſtelle errichtet
worden iſt. Als Lehrer derſelben wurde der noch heute lebende Neſtor
der heſſiſchen Lehrer, Herr Lehrer Pullmann, angeſtellt. Zum Schluſſe
empfahl er das ganze Haus dem Schutze unſeres gnädigen Gottes.
Danach nahm der Vorſitzende des Schulvorſtandes zu einer kleinen
Feſtanſprache das Wort. Er begrüßte in erſter Linie den Vertreter
des Kreisſchulamtes, Herrn Kreisſchulrat Gerbig, ebenſo die Mitglieder
des Gemeinderates, des Schulvorſtandes, der Kloſterfondsverwaltung
Höchſt, wie auch die kleine Feſtgemeinde. Hierauf wandte er ſich den
Kleinſten zu und gab ihrem Sehnen und ihrer Freude nach dem neuen
Schulhaus in beſonderer Weiſe Ausdruck. Er gedachte der tatkräftigen
Unterſtützung der Schulbehörde in der Schulhausumbaufrage. Sein
Dank galt in herzlicher Weiſe der Gemeindeverwaltung wie auch dem
Schulvorſtande für den weittragenden und einſtimmigen Beſchluß, die
hieſigen Schulverhältniſſe von Grund, aus zu beſſern. Danach zur
Jugend gewandt, erinnerte er an die großen Opfer der Gemeinde und
forderte ſie auf, ihrerſeits auch Opfer innerer und äußerer Art zu
brin=
gen. Zucht und Ordnung, Liebe und Freude bei der Arbeit, nicht zuletzt
Schonung und Achtung des neuen Heimes wurde zur Pflicht gemacht.
Alsdann ſprach Herr Schulrat Gerbig aufrichtige Worte des Dankes
an alle Körperſchaften, die in ſchwerer Notzeit es doch auf ſich genommen
hatten, ein würdiges Schulgebäude zu ſchaffen.
Anſchließend fand die Beſichtigung des neuen Heimes ſtatt. Was
das Schulhaus ſelbſt betrifft, ſei feſtgeſtellt, daß ſich darin drei große
Säle für Volks= und Fortbildungsſchule, ein kleiner Lehrſaal für die
Elementarklaſſe und eine geräumige Kochküche befinden. Oben befindet
ſich für den zukünftigen Schuldiener eine ausreichende und ſonnige
Woh=
nung. Was beſonders angenehm empfunden wird, iſt die neuzeitliche
Warmwaſſerheizung. Alles in allem, die Gemeinde hat nun ein ſchönes
Schulhaus, auf das ſie ſtolz ſein kann.
— Gernsheim, 24. April. Waſſerſtand des Rheins am
23. April: 1.16 Meter; am 24. April: 1.06 Meter. (Morgens 5.30 Uhr.)
Samstag, den 25. April 1931
Aa. Dieburg, 24. April. Geflügelzüchtertagung. Der
iesjährige zweite Bezirkstag des Bezirks Darmſtadt des Starkenburger
Zeflügelzüchterverbandes findet am kommenden Sonntag, den 26. April,
hier ſtatt. Nach der Tagung iſt eine Beſichtigung des Nutzgeflügelhofes
Dieburg vorgeſehen.
— Hirſchhorn, 24. April. Waſſerſtand des Neckars am
B3. April: 2,00 Meter; am 24. April: 1.90 Meter. (Morgens 5.30 Uhr.
v. Bad Nauheim, 24. April. Die Badeſtadt braucht ein
neues Krankenhaus. Um an der Beſchaffung der zum
Kranken=
haus=Neubau noch fehlenden Mittel mitzuhelfen, hat ſich vergangenes
Jahr hier eine Krankenhausneubau=Verein unter dem Vorſitz von
Sani=
tätsrat Dr. Hahn gebildet. Er wendet ſich an Einheimiſche und
Kur=
gäſte mit der Bitte um Stiftung von Betten, Bauſteinen, Stiftungstafeln
und Stiftungsblättern und hat ein Stiftungsbuich aufgelegt. Darüber
hinaus hat er die hieſigen Vereine zu Wohltätigkeitsveranſtaltungen
ge=
wonnen. Als erſte Veranſtaltung zugunſten des Baufonds für ein neues
Krankenhaus fand geſtern abend unter dem Protektorat von Bad= und
Kurdirektor v. Boehmer, Bürgermeiſter Dr. Ahl und Sanitätsrat Dr.
Hahn im ausverkauften Konzertſaal des Kurhauſes ein
Wohltätigkeits=
konzert der von Hermann Hanſtein (Friedberg) geleiteten Bad
Nau=
heimer „Liedertafel” ſtatt, die — unterſtützt von Frau Dr. Müller=
Gra=
ſenick (Sopran), Otto Franze (Klavier) und dem Kurhaus=Orcheſter
(Muſikdirektor Willy Naue) — ein auserleſenes Programm bieten
konnte, das in jeder Beziehung in den Nahmen des Hauſes paßte und
ungeteilten, ſtarken Beifall fand. — Unſer Staatsbad, das durch ſeine
vollendeten Badeanlagen und ſeine wiſſenſchaftlichen Forſchungsſtätten
Weltruf hat, braucht ein neues Krankenhaus. Bürgermeiſter Dr. Ahl
hat ſich ſeit ſeinem Amtsantritt unermüdlich um deſſen Errichtung
be=
müht. Auf dem baufertigen Gelände am Stadtwalde iſt als erſte Etappe
des Geſamtbaues bereits das neuzeitliche Iſolierhaus mit einem
Koſten=
aufwand von rund 400 000 Mark erſtanden und ſeit einem Jahre in
Be=
nutzung. Die Koſten für den noch zu errichtenden Hauptbau belaufen
ſich auf rund 1 Million RM. Davon hat die Stadt 200 000 RM. durch
Rücklagen in einem Baufonds bereitgeſtellt. An dem Aufbringen der
noch fehlenden Summe mitzuhelfen, iſt Aufgabe des Krankenhausbau=
Vereins.
Bad=Nauheim, 24. April. Diät=Kurſus. Am 17. 18. und
20. d. M. fand in Bad=Nauheim in der großen Vorleſungshalle des
Kerckhoff=Inſtituts ein praktiſcher Diät=Kurſus ſtatt, welcher,
wie Dr. Lehr=Bad=Nauheim in ſeiner Eröffnungsrede ausführte, eine
innigere Zuſammenarbeit zwiſchen Arzt und Küche bezweckte. Die
ein=
leitenden Vorträge hielten: Oberarzt Dr. Koch und Profeſſor Grote
aus Frankfurt a. M. Dr. Koch ſprach über die allgemeinen
Geſichts=
punkte für die Ernährung von Kreislaufkranken, wobei er zwiſchen dem
energetiſchen und dem Waſſerhaushalt unterſchied. In bezug auf den
energetiſchen Haushalt heißt es für den Kreislaufkranken: Reduktion
Nummer 114
der Quantität, der Qualität nur bei Komplikationen. Die ſtreng
ſalz=
freie Koſt nach Volhard iſt angezeigt bei Oedemen, beim Hochdruck und
bei der „Angina pectoris”. Profeſſor Grote gab einen umfaſſenden
Ueberblick über die Lehre vom Säurebaſengleichgewicht und ging dann
auf die vegetariſche und die Rohkoſt ein. Dieſe leiſtet nicht mehr als
jene und bedarf zu ihrer Durchführung dreierlei Vorausſetzungen: des
Verhaltens der Darmbakterienflora, der Volumentoleranz des Darms
und einer guten Küchentechnik. Eiweißunterernährung kann einem
Kranken nützlich ſein in Form 2 — 4 Obſt=Gemüſeſchalttagen. Die
Aus=
geſtaltung des praktiſchen Teiles hatte Frau Finni Pfannes,
Geſchäfts=
führerin des Bundes für Volksernährung, Frankfurt a. M., übernom
men. Sie erörterte die Grundlagen der modernen Diät=Küche und führte
die Zubereitung zahlreicher Gerichte vor, wobei entſprechend den
Indi=
kationen des Bades ein Tag der vegetariſchen und der Rohkoſt und ein
Tag der Entfettungs= und der Zucker=Djät gewidmet waren.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsgulttung beizufügen. Kuonyme Anftagen wer
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbimbſichteit
E. R. Wenden Sie ſich an den Bäder= und Verkehrs=Verlag
G. m. b. H., Berlin SW. 11, und an die Stadtverwaltung
Wil=
helmshaven.
R. G. 1. Das Verſorgungsrecht in ſeiner heutigen Geſtalt iſt
etwas vollkommen Neues. Fur alle durch den Weltkrieg
beſchädigten Militärperſonen, mit Ausnahme der
früheren aktiven Offiziere, gilt das Reichsverſorgungsgeſetz (RVG.),
Alle dieſe Perſonen haben einen Rechtsanſpruch auf die im
RVG. geregelten Leiſtungen. 2. Zur Beantwortung dieſer Frage
wäre eine Kenntnis der Perſonalordnung erforderlich, die die
Deutſche Reichsbahngeſellſchaft auf Grund des Reichsgeſetzes vom
30. Auguſt 1924 erlaſſen hat, die Sie ſich verſchaffen müßten.
Hinſichtlich der Verſorgungsanwärter beſtimmt § 25 des genannten
Geſetzes: „Bei künftig notwendiger Einſtellung von
Reichsbahn=
beamten und =angeſtellten hat die Geſellſchaft für fünfzehn v. H.
der freien Plätze Verſorgungsanwärter des Heeres. der Marine
und der Polizei den Vorrang einzuräumen”
Nach O.=N. Wir möchten empfehlen, dieſe Scheine vorerſt
ein=
mal aufzubewahren, umſomehr, als in dem Freiſtaat Deutſch=
Oeſterreich die geſetzliche Aufwertungsregelung nun in Angriff
genommen wird.
J. W. Ueber die zu 1. und 2 geſtellten Fragen kann wohl am
beſten die von Ihnen genannte Akademie Auskunft geben. Da bezüglick
der Berufswahl auch die Flüſſigmachung von Geldmitteln weſentlich in
Betracht kommen dürfte, empfiehlt ſich, daß Sie diesbezüglich zunächſt
mit dem zuſtändigen Vormundſchaftsgericht ins Benehmen treten.
B. 103. Ob aus den Verhandlungen am 2. April geſchloſſen werden
muß, daß eine monatliche Kündigung vereinbart worden ſei, ſcheint
uns doch ſehr zweifelhaft zu ſein. Zeugen werden ja bei dieſen
Verhand=
lungen nicht zugegen geweſen ſein, ſo daß Sie im Streitfalle den
Be=
weis für dieſe Vereinbarung erbringen müßten, nötigenfalls durch
Eides=
zuſchiebung an die andere Seite. Somit könnte man zu dem Ergebnis
kommen, daß die geſetzliche Kündigung rechtswirkſam iſt. Am 15.
Geſtorbene. Am 17. April: Georg Wagner, Ober=Rechnungsrat,
63 J., Gervinusſtraße 45; Anna Willems, geb. Saal, 44 J., Ehefrau
des Kaufmanns, Nieder=Klingen, hier Landgraf=Georg=Straße 100;
Hans Geiſt, Schuhmacher, 26 J., ledig, Michelſtadt i. Odw., hier,
Land=
graf=Georg=Straße 100; Elifabeth Keller, geb. Schuchmann, 77 J., Witwe
des Landwirts Johannes Keller 4., Karlsſtraße 21 Am 19. April:
Johanna Margareta Weber, geb. Hüber 70 J., Witwe des
Haupt=
ſtaatskaſſebuchhalters, Hoffmannſtraße 5. Am 18. April: Carl Schnabel,
Ingenieur, 74 J., ledig, Martinsſtraße 66½ Am 19. April: Hermine
Hofmann, geb. Seibert, Privatpflegerin ledig, Ernſt=Ludwig=Straße 13.
Am 18. April: Ilſe Helga Dörr, 2 J., Sandbergſtraße 65. Am 20. April:
Clothilde Ritſert, ohne Beruf, ledig, Martinsſtraße 31. Am 21. April
Frieda Scharrer, ohne Beeruf, ledig, Heinrichſtr. 148; Emma U.
Fran=
ziska Schwed, geb. Feger, 46 J., Witwe des Hotelbeſitzers,
Kiesberg=
ſtraße 42. — Am 23. April: Hilfsarbeiter Johann Heinrich Luckhardt,
31 J., von Gernsheim (Kreis Groß=Gerau), hier Grafenſtraße 9;
Eliſabetha Kraft geb. Axt, 73 J., Ehefrau des Milchhändlers.
Hein=
heimerſtraße 32.
Evangeliſche Gemeinden.
Samstag (25. April).
Stadtkirche. Abends 8.30 Uhr: Andacht.
Johanneskirche. Abends 8 Uhr: Chriſtenlehre der beiden
Be=
zirke (Nord und Süd) im Gemeindehaus.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie).
Abends 8.15 Uhr: Chriſtenlehre. Pfarraſſiſtent Becker.
Sonntag Jubilate (26. April).
Kollekte in allen Kirchen für evangeliſche Gemeinden im Ausland.
Stadtkirche. Vom. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Lukasgemeinde.
Pfarrer Kleberger. — Vorm. 10 Uhr; Hauptgottesdienſt, Pfarrer
Heß. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Heß. —
Nachm. 5 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—6 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die
Kaplanei=
gemeinde. Pfarrer Heß. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarrer Vogel. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Vogel.
Schloßkirche. Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher
Gottes=
dienſte: Vorm. 9,30 Uhr: Beichte und Anmeldung in der Sakriſtei
— Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen
Abend=
mahls. Pfarrer Lautenſchläger.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 28. April. abends
8 Uhr: Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch, 29.
April, und Samstag, 2. Mai, nachm. 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule
der Stadtgemeinde. — Donnerstag, 30. April, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. — Samstag, 2. Mai,
abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde.
Poſaunen=
chor.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 26. April, vorm.
11.30 Uhr: Chriſtenlehre des Weſtbezirks der
Reformations=
gemeinde, Pfarrer Wagner. — Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung
der Stadtgemeinde (gemeinſamer Abend). — Montag, 27. April,
abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. —
Jugend=
bund der Lukasgemeinde. — Dienstag, 28. April, abends 8 Uhr:
Kirchenchor der Stadtkirche — Jugendvereinigung der
Stadt=
gemeinde (ältere Abteilung). — Mädchenvereinigung der
Refor=
mationsgemeinde (jüngere Abteilung). — Mittwoch, 29. April,
nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde. — Abends 8 Uhr:
Kirchenchor der Stadtkapelle und Schloßkirche. — Jugendbund der
Markusgemeinde. — Mädchenvereinigung der
Reformations=
gemeinde (ältere Abteilung). — Donnerstag, 30. April, abends
8 Uhr: Frauenverein der Lukasgemeinde (Nothilfe=Kreis) fällt
aus. — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. — Freitag, 1. Mai,
abends 8 Uhr: Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Bis 30. April: Pfarrer
Beringer; vom 1. Mai ab: Pfarrer Köhler.
Evang. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
Vor=
derhaus. 1. Trepe. Sprechſtunden vorm. von 10—12 Uhr und
nachm. (außer Samstags) von 5—6 Uhr. Fernſprecher 4584.
Martinskirche. (Kollekte für deutſch=evangeliſche Gemeinden
im Ausland.) Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienſt. zugleich
Chriſten=
lehre für beide Abteilungen der Martinsgemeinde Weſt.
Landes=
kirchenrat D. Waitz. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Köhler. — Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt für die
Martins=
gemeinde Oſt. Pfarrer Köhler.
Martinsgemeinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.) Dienstag.
28. April, abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Kirchenchor: im
Ge=
meindehaus: Jugendvereinigung. — Donnerstag, 30. April, abends
8 Uhr, im Martinsſtift: Mädchenvereinigung (Oſt); im
Gemeinde=
haus: Mädchenvereinigung (Weſt); Mauerſtraße 5: Poſaunenchor.
— Freitag. 1. Mai, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus:
Jugendver=
einigung (ältere Abteilung).
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Marx. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Veranſtaltungen: Sonntag, 26. April. abends 8 Uhr:
Werbeabend für die Jugendbünde im Gemeindehaus. — Montag
27. April, abends 8 Uhr: Kirchenchor und Mütterabend.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Goethe.
Veranſtaltungen: Donnerstag, 30. April, abends 8 Uhr:
Mütterabend.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde), (Kollekte für
deutſch=
evang. Gemeinden im Ausland.) Vorm. 8,30 Uhr: Chriſtenlehre
(Oſtbezirk) Pfarrer Weiß. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt,
Pfarrer Weiß. — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt (Oſtbezirk),
Pfarrer Weiß.
Veranſtaltungen: Sonntag, 26. April, abends 8.15
Uhr: Jugendvereinigung. — Montag, 27 April, abends 8.15 Uhr:
Mädchenvereinigung. — Donnerstag, 30. April, abends 8 Uhr
Mädchenvereinigung: Heimabend (Gruppe III). — 8.15 Uhr:
Frauenabend der Hausfrauenabteilung mit Vortrag von Frau
Dr. Ohly=Erbach über: „Häusliche Feiern”, — Freitag, 1. Mai,
abends 8 Uhr: Mädchenchor. — 8.15 Uhr: Kirchenchor. —
Sams=
tag, 2. Mai. abends 7.30 Uhr: Singekreis.
Pauluskirche. (Kollekte für die Auslandsdiaſpora.) Vorm. 8.30
Uhr: Chriſtenlehre. Pfarrer Rückert. — Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarrer Rückert. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottes=
dienſt. Pfarrer Rückert.
Veranſtaltungen: Sonntag, 26. April, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, 27. April, abends 8 Uhr:
Jugend=
bund. — Dienstag, 28. April abends 8 Uhr: Kirchenchor. —
Don=
nerstag, 30 April, abends 8 Uhr: Jugendbund — Freitag, 1. Mai,
bends 8 Uhr: Kirchenchor. — Samstag, 2. Mai, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung.
Stiftskirche. Vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Hickel. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Ev.
Sonntags=
erein: Nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, 30.
April, abends 8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebets=
ſtunde. — Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3.30 Uhr:
Bibelſtunde; Jugendbund. Sekretär Nöll. — Abends 8 Uhr:
Lichtildervortrag von Sekretär Nöll. — Montag, nachm. 4 Uhr:
Miſſionsarbeitsſtunde. — Abends 8.30 Uhr: Mannerbibelſtunde.
Thema: „Was iſt das heilige Abendmahl, und was wirkt es in
denen, die es gebrauchen?” (Schluß.) — Dienstag, nachm. 4 Uhr:
Frauenbibelſtunde. — Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde.
Herr Bringmann. — Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gemiſchter Chor.
— Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Miſſionsſtunde. Miſſionar
Rich=
ter, Herrnhuter Brüdergemeinde. — Freitag, abends 8.30 Uhr:
Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſungerſtr. 80. — Samstag,
abends 6 Uhr: Eiſenbahner=Vereinigung. — Abends 8.15 Uhr:
Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Am Sonntag fallen
die Jugendbundſtunden aus. Beteiligung an der
Familienbibel=
ſtunde um 3.30 Uhr und an dem Lichtbildervortrag abends 8 Uhr
von Sekretär Nöll. — Nachm. 5.15 Uhr: Singen bei Kranken (für
junge Mädchen). — Montag, abends 8.30 Uhr: Geſchäftsſtunde.
Dienstag, abends 8.30 Uhr: Mädchenkreis. — Mittwoch, nachm.
3 Uhr: Kinderbund. — Abends 8.30 Uhr: Freundeskreis für junge
Männer. Vortrag von Herrn Bringmann: „Wir und das andere
Geſchlecht”. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge
Männer.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen im
Freundinnen=
heim. Sandſtraße 24. Jeden Mittwoch, abends 8.30—9.30 Uhr:
Abwechſelnd Nähen mit Zuſchneiden, Leſeabend. — Jeden
Don=
nerstag, abends 8.15—10 Uhr: Zuſammenkunft (Donnerstag, 23.
April: Hauswirtſchaftlicher Abend für die Hausangeſtellten).
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr 22,
Infanterie=Kaſ., Hof links). Sonntag, abends 8 Uhr: Muſikabend.
(Dargeboten u. a. von Konzertſängerin Frau Paula Engelter=
Löſch und Herrn Georg Maſſoth (Baß).) — Dienstag, abends 8.30
Uhr: Jungvolkabend. — Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde
der Hauptabteilung. — Donnerstag, abends: Heimabend der
Hauptabteilung. — Freitag, abends: Auf dem Sportplatz. —
Jung=
ſchar: Mittwoch, nachm. 4—6 Uhr:
B.=K. im Bund deutſcher Bibelkreiſe, Darmſtadt,
Alexander=
ſtraße 22. Samstag, 25. April, nachm. 4.30—5.30 Uhr: Singen und
Spielen im Heim. Pflichtverſammlung für alle Kreiſe;
anſchlie=
ßend: Bibelſtunde — Mittwoch, 29. April, nachm. 4 Uhr: Spielen
auf der Spielwieſe am Böllenfalltor. — Donnerstag, 30. April,
abends 8.15 Uhr: Heimabend für Aeltere.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonku
Eliſabethenſtraße). Sonniag, den 26. April, vormittags 10 Uhr: 2
ſchenweihehandlung mit Predigt. Vormittags 11.20 Uhr: Kinderſ
tagshandlung.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 27. April, abe
8.30 Uhr, im Feierabend, Stiftsſtraße 51: Bibelſtunde.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Methodiſten=Gemeinde (Evangeliſche Freikirche), Wendelſtadtſtr.
Sonntag, den 26. April, vormittags 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abe
8 Uhr: Predigt Prediger H. Mann, Frankfurt a. M. — Mittn
den 29. April, abends 8 Uhr: Bibel= und Gebetſtunde. Pred. E. Bü
Freitag, den 1. Mai, abends 8 Uhr: Frauen=Miſſionsverein.
Chriſtlich=wiffenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science So
in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule, Neckarſtraße 3: Gottesdie
jeden Sonntag; vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und dritten Mittwoch
Monat, abends 8.15 Uhr. Thema am 26. April: Die Probezeit nach
Tode: Predigt: Johannes 5, 25
Chriſtliche Gemeinſchaft, Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag
26. April, vormittags 9.30 Uhr: Andacht. Prediger Kruſt. Vormi
11.15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachmittags 4 Uhr: Familienfeier
Deklamatorium „Zur Heimat”. — Mittwvoch, abends 8.15 Uhr: B
ſtunde.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße
Sonntag, den 26. April, vormittags 10 Uhr: Gottesdienſt. Vormi
11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachmittags 4 Uhr: Predigt. Abends 8.15
Uhr: Jugendſtunde. — Mittwoch, den 29. April, abends 8.15 Uhr:
Bibelſtunde. — Freitag, den 1. Mai, abends 8.30 Uhr:
Gebetsverſamm=
lung.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I, Hindenburgſtraße (ehem.
Kaſino), Sonntag, den 26. April, vormittags 9.30 Uhr und nachmittags
4 Uhr, und Mittwoch, den 29. April, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II. Bismarckſtraße 54.
Sonn=
tag, den 26. April, vormittags 9.30 Uhr, und Mittwoch, den 29. April,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Predigt (P. Schanz); 11 Uhr: Sonntagsſchule; abends 8 Uhr:
Gottesdienſt (Einführung des neuen Geſangbuches). — Montag,
abends 8.15 Uhr: Jugendverein. — Dienstag, nachmittags 3 Uhr
Frauenmiſſionsverein; abends 8.15 Uhr: Singſtunde. — Donnerstag,
abends 8.15 Uhr: Bibel= und Gebetſtunde,
Chriſtliche Vereſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm. 10.15
Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 4.30 Uhr: Verkündigung des Wortes
Gottes. — Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Gebetsſtunde. — Freitag, abends
8.15 Uhr: Bibelſtunde
Advent=Gemeinde Waldſtraße 18. Samstag, abends 8 Uhr: Ernſte
Jugendfeier. (Lichtbilder.) — Sonntag, abends 8 Uhr:
Lichtbildervor=
trag (Abſchluß der Serie). — Mittwoch: Bibelſtunde und Kinderſchule.
— Freitg, 1. Mai: Gebetsverſammlung. — Samstag, den 2. Mai,
vorm. 8.45 Uhr: Lehr=Verſ., Sab.=Schule und Predigt.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Darmſtadt,
Grafenſtraße 20 (Fürſtenſaal): Jeden Dienstag, abends 8 Uhr:
Bibel=
ſtudium mit Diskuſſion. — Sonntags, vorm. 10 Uhr:
Kinderverſamm=
lung. — Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr: Oeffentl. Vortrag im Saalbau.
Redner: Dr. phil. Merk.
Auswärtige Gemeinden.
Schloßkapelle Kranichſtein Sonntag, den 26 April, vorm. 10 Uhr:
Gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Heldmann, Griesheim=Arheilgen.
Evangeliſche Gemeinde Eberſtadt. Samstag, den 25. April, abends
8.15 Uhr: Chriſtenlehre der Buben. — Sonntag, den 26. April, vorm.
9.30 Uhr: Hauptgottesdienſt. Anſchließend: Kindergottesdienſt. E. J. G.;
1.30—3 Uhr: Stille Freizeit, Leſeſtunde. 3 Uhr: Geländeſpiel der
Jun=
gengruppe. 8 Uhr: Singen — Montag, 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar 2
8 Uhr: Jungenabend. — Dienstag, 8 Uhr: Führerkreis. — Mittwoch,
5.30 Uhr: Bubenjungſchar 1 und 2. 8.30 Uhr: Kirchenchor. —
Donners=
tag, 2 Uhr: Nähſtube. 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar 3 . 8 Uhr:
Mäd=
chenabend. — Freitag, 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar 1. — Samstag,
5.30 Uhr: Bubenjungſchar 3. 8.15 Uhr: Chriſtenlehre der Mädchen.
Provinzial=Pflegeanſtalt. Sonntag, den 26. April, nachm. 1.30 Uhr:
Gottesdienſt
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 26. April, vormittags
8.45 Uhr: Chriſtenlehre. Vormittags 9.30 Uhr: Gottesdienſt. Vorm
10.30 Uhr: Kindergottesdienſt der Großen. Nachm. 1 Uhr: Kinder
gottesdienſt der Kleinen. — Dienstag: Mädchengruppe. — Mittwoch:
Bubengruppe. — Donnerstag: Frauenverein.
Evangeliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 26. April,
vormittags 9.30 Uhr: Hauptgottesdienſt. Prediger: Miſſionar Richter
von der Brüdermiſſion. Kollekte für die Miſſion. Vormittags 10.30
Uhr: Chriſtenlehre und Kindergottesdienſt, gehalten von Miſſionar
Richter. — Montag: Jugendvereinigung. — Dienstag:
Jungmädchen=
verein. — Mittwoch: Kirchenchor.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, den 26 April, vorm.
9.30 Uhr Gottesdienſt. Vorm. 10.30 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends
8 Uhr: Gemeindeabend im Löwen, Theaterabend. — Montag:
Jugend=
verein. — Dienstag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. — Mittwoch;
Kir=
chenchor. — Donnerstag: Poſaunenchor. — Freitag: Mädchenverein.
Samstag: Jugendverein.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. Sonntag, den 26. April, vorm.
9.30 Uhr: Hauptgottesdienſt. Kollekte für die Auslandsdiaſpora. Vorm.
10.30 Uhr: Chriſtenlehre. Abends 8 Uhr: Bibelſtunde. — Dienstag:
Kirchengeſangverein und Poſaunenchor. — Donnerstag:
Kirchengeſang=
verein und Poſaunenchor. — Freitag: Jungmädchenverein.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen. Alte Darmſtädter Straße 14.
Sonntag, den 26. April, vormittags 9.30 Uhr, und Donnerstag, den
30. April, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt, Weingartenſtraße Nr. 3.
Sonntag, den 26. April, vormittags 9.30 Uhr, und Donnerstag, den
30. April, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtraße Nr. 2.
Sonntag, den B. April, vormittags 9.30 Uhr, und Donnerstag, den
30. Aprik, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim, Groß=Gerauer Straße Nr. 3.
Sonntag, den 26. April, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 29. Apri,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf. Dieburger Straße Nr. 22.
Sonn=
tag, den 26. April, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 29. April, abends
8 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt, Bahnhofſtraße Nr. 22=
Sonntag, den 26. April, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 30.
Apriit=
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Rüfſelsheim, Mainzer Straße Nr. 92=
Sonntag, den 26. April, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 30.
Aprie=
abends 8 Uhr: Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Eberſtadl,
Pfungſtädter Straße 7.,I. (Reſtauration zur Harmonie): Jeden Donners”
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Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Reinheim
i. Odw., Kirchſtraße 93. Jeden Samstag, abends 8 Uhr: Bibelſtudinm
mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Auerbaſch,
Darmſtädter Straße 28. Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr: Bibelſtudium
mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Bereinigung, Ortsgruppe Bickenbach
Darmſtädter Straße 69. Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr: Bihel
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funden an den Hirſchköpfen), 1 goldener
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amt. 1 Taſchenmeſſer, 1 Ring mit einer
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Schlüſſel 1 goldene Broſche. —
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merkſam, daß auch noch
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ſtände vorhanden ſind, die in früheren
Bekanntmachungen verzeichnet ſind.
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Die ſeitherige Wohnung des heſſiſchen
Forſtamtes Meſſel, das Meſſeler
Forſt=
haus, an der Straße Meſſel—Darmſtadt
unmittelbar am Eingang des
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ſteiner Park gelegen, ſoll mit
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gebäuden (Scheune, Stallung pp.) und
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ab verpachtet werden. Acker= und
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gelände an und in der Nähe derſelben
ſteht, ſofern gewünſcht, ab Herbſt d Js.
zur Verfügung. Meſſel iſt Bahnſtation
der Bahnlinie Darmſtadt—Babenhauſen;
das Meſſeler Forſthaus ſelbſt Halteſtelle
des Eiſenbahnomnibus Meſſel—
Darm=
ſtadt. Gaſtwirtſchaftsbetrieb iſt
aus=
geſchloſſen,
Schriftliche Angebote unter der
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ſchrift „Meſſeler Forſthaus” ſind bis zum
16. Mai d. Js., vom. 10 Uhr, dem
Termin, an dem Oeffnung der Offerten
erfolgt, an die unterzeichnete Stelle, die
auch jede weitere Auskunft erteilt, ein=
(6480
zureichen.
Darmſtadt, den 22. April 1931.
Heſſiſches Forſtamt Kranichſtein.
Seite 10
Samstag, den 25. April 1931
Nummer 114
Ein Theakerſchiff für die Oftſeebäder.
Das Stettiner Stadttheater iſt auf eine originelle Idee gekommen. Es läßt den Paſſagierdampfer
„Rugard” mit einem Theaterraum ausſtatten und ſchickt ihn in der Badeſaiſon in die Oſtſeebäder
auf Reiſen. Auf dieſe Weiſe iſt dem Theater die Fortführung ſeines Programms auch in den
Sommermonaten ermöglicht.
Die ſchwere Noklage der deutſchen Schiffahrk.
Die lange Reihe ſtilliegender Schiffe im Hamburger Hafen.
Dieſes Bild zeigt beſſer als jeder Aufſatz die ſchwere wirtſchaftliche Notlage, in der ſich die deutſche
Schiffahrt infolge der Einſchränkung des geſamten Welthandelsverkehrs befindet.
Der neue Frankier=Automat
in einem Berliner Poſtamt.
Der Apparat ſtempelt, eingelegte Briefe,
Poſt=
karten und Druckſachen nach Einwurf des jeweils
erforderlichen Frankierbetrages frei und
beför=
dert ſie automatiſch in den Briefkaſten.
Reich und Ausland.
Die Errichkung eines Reichsehrenmals
bei Berka geſicherk.
Berlin. Amtlich wird mitgeteilt: In
Durch=
führung des Beſchluſſes der Reichsregierung
über die Errichtung des Reichsehrenmals bei
Berka fand am Freitag im Reichsminiſterium
des Innern unter Vorſitz des Reichsminiſters Dr.
Wirth eine Beſprechung mit den beteiligten
Frontkämpferverbänden ſtatt. Der Miniſter teilte
mit, daß der Reichspräſident, dem der Landkreis
Weimar das für die Errichtung des
Reichsehren=
mals beſtimmte Gelände und das Land
Thürin=
gen einen im Laufe der Jahre geſammelten
Geld=
betrag zur Verfügung geſtellt haben, die
Er=
richtung einer Stiftung beabſichtigt, die mit der
Schaffung und Erhaltung des Reichsehrenmals
in Form des Ehrenhaines bei Berka betraut
wird. Den Vorſitz im Vorſtande der Sitzung
wird Staatsſekretär Zweigert vom
Reichsminiſte=
rium des Innern führen. Die Vertreter der
Frontkämpferverbände nahmen mit Dank und
Befriedigung von der Abſicht des
Reichspräſiden=
ten Kenntnis und erklärten ihre Zuſtimmung zu
der vorgeſehenen Regelung.
Ausweiſung des Operettentenors Thunis.
Dresden. Nachdem in der vergangenen
Woche wiederholt Demonſtrationen gegen das
erneute Auftreten des aus Sachſen wegen
deutſchfeindlicher Aeußerungen ausgewieſenen
Operettentenors Thunis ſtattgefunden hatten,
wobei auch die Polizei einſchreiten mußte, iſt
auf Veranlaſſung des Miniſteriums des Innern
eine Nachprüfung der Angelegenheit und eine
nochmalige Vernehmung der Zeguen
vorgenom=
men worden. Da die Zeugen in vollem
Um=
fange auf ihren früheren belaſtenden Ausſagen
ſtehen geblieben ſind, hat das Miniſterium des
Innern nunmehr einen Antrag auf Aufhebung
der Ausweiſung des Sängers abgelehnt.
Vorgeſchichtlicher Fund.
Düſfeldorf. Einen wertvollen
vorgeſchicht=
lichen Fund machten Erdarbeiter bei Arbeiten
auf dem Gerresheimer Waldfriedhof. Sie
fan=
den einen über einen Meter langen
Mammut=
zahn an einer Stelle, an der etwa vor
Jahres=
friſt ebenfalls ein Mammutzahn von anderthalb
Meter Länge gefunden worden war. Wenn ſich
auch das Alter des Mammutzahnes nicht
beſtim=
men läßt, ſo kann man doch annehmen, daß er
20 000 bis 50 000 Jahre alt iſt.
„Do. K” vor dem Weiterflug nach Südamerika?
Friedrichshafen. Die
Ausbeſſerungsar=
beiten am Rieſenflugſchiff „Do. K” ſind
nun=
mehr beendet. Nach hier vorliegenden
Meldun=
gen aus Liſſabon beabſichtigt der Kapitän des
Flugbootes am 25. April nach Südamerika zu
ſtarten.
Frankiere aukomakiſch!
3,8 Milliarden Mark werden vernichkek.
Abtransport der Kiſten mit 3,8 Milliarden Mark von der belgiſchen Nationalbank.
Die ſeit dem Kriege bei der belgiſchen Nationalbank lagernden rieſigen Beſtände von deutſchem
Papiergeld ſind jetzt vernichtet worden. Es bedurfte langer Beratungen, bis man einen ſicheren
Weg fand, die Papiermaſſen ſo zu vernichten, daß beſtimmt niemand ſich unrechtmäßigerweiſe des
alten Geldes bedienen konnte: ſie ſollen jetzt zu Packpapier umgekocht werden.
Schwere Unwekker in Jkalien.
Mehrere Perſonen bei einer
Windhoſe verletzt.
Rom. Wie aus Venedig gemeldet wird, hat
ein heftiger Erdſtoß eine Kirche in Saone
erheb=
lich beſchädigt. Im Mauerberg hat ſich ein
brei=
ter Riß gebildet und Steine und Schutt ſind
her=
abgeſtürzt. Die Kirche muß gründlich reſtauriert
werden, um einen Einſturz zu vermeiden. — In
Friaul iſt ein ſchweres Gewitter niedergegangen.
In Daniele ſchlug ein Blitz in ein Bauernhaus
ein, tötete ein Kind, verwundete vier weitere
Perſonen und erſchlug zwei Kühe. Durch einen
weiteren Blitz wurden zwei Arbeiter verletzt und
ein Heuſchober entzündet. — Ancona und
Um=
gebung wurde von einem vernichtenden
Wolken=
bruch heimgeſucht. Auch eine Windhoſe richtete
ſchwere Schäden an. Sie deckte in Poſatora drei
erſt nach dem letzten Erdbeben neu erbaute
Häu=
ſer ab. Dachpfannen und Bretter wurden etwa
50 Meter weit umhergeſchleudert. Die Windhoſe
entwurzelte Bäume und knickte Maſten einer
Hochſpannungsleitung wie Rohr. Menſchenopfer
ſind nicht zu beklagen, doch wurden mehrere
Perſonen beim Einſturz der Dächer verletzt.
Hochwaſſer in Eſtland.
Reval. Durch die ſchnelle Schneeſchmelze iſt
beſonders der nördliche Teil Eſtlands
über=
ſchwemmt. In der Nähe des Peipusſees wurde
eine Eiſenbahnbrücke vom Hochwaſſer zerſtört
Zahlreiche Bauerngehöfte ſtehen unter Waſſer.
Die Zahl der durch das Hochwaſſer im ganzen
Land zerſtörten Ueberführungen iſt ſehr groß.
Auch in der Gegend von Dorpat hat das
Hoch=
waſſer großen Schaden angerichtet. Der Stadt
Dorpat droht Ueberſchwemmungsgefahr.
Die neue Lagunenbrücke in Venedig.
Venedig. In den Lagunen von Venedig
wurden in Gegenwart des Bürgermeiſters
feier=
lich der erſte der 20 000 Pfähle eingerammt, die
für den Bau der neuen Lagunenbrücke zur
Ver=
bindung Venedigs mit dem Feſtlande nötig ſind.
Alte Schuhe mit 1500 Mark verſchenkt.
Berlin. Die Frau eines Handwerksmeiſters
in Tempelhof hatte am Donnerstag einem
Bett=
ler ein Paar abgelegte Schuhe ihres Mannes
geſchenkt, ohne zu wiſſen, daß der Meiſter darin
ſeine Erſparniſſe von 1500 Mark verſteckt hatte.
Auch der Bettler ahnte nichts von dem
wert=
vollen Inhalt der Schuhe, ſondern verkaufte ſie
an die Mechaniſche Groß=Schuhmacherei A.
Ker=
pel in der Kinsſtraße 41, die alte Schuhe
an=
kauft. Beim Sortieren der Schuhe wurde das
Geld gefunden und vom Inhaber zum
Polizei=
revier gebracht, ſo daß es dem Eigentümer
zu=
rückgegeben werden konnte.
Zwei Dampfer von chineſiſchen Piraken
in die Luff geſprengk.
60 Tote.
London. In der Nähe von Kanton
über=
fielen chineſiſche Piraten zwei Dampfer und
for=
derten von den Beſatzungen und den Paſſagieren
die Herausgabe aller Wertſachen und eine hohe
Summe Geldes, was von dieſen verweigert
wurde. Die Piraten legten daraufhin
Zeit=
bomben, die die Dampfer in die Luft ſprengten.
Nach den bisherigen Meldungen ſollen 60
Per=
ſonen getötet worden ſein.
Schwere Unfälle auf einer oſtoberſchleſiſchen
Grube.
Zwei Tote, ein Schwerverletzter.
Kattowitz. Auf der Paris=Grube im
Dom=
browaer Revier ereigneten ſich am Freitag zwei
ſchwere Unglücksfälle. Durch Zubruchgehen einer
Strecke wurden drei Bergarbeiter verſchüttet.
Zwei konnten nur als Leichen geborgen werden,
der dritte erlitt lebensgefährliche Verletzungen.
Auf derſelben Grube wurde an einer Stelle ein
Bergarbeiter von einer Grubenlokomotive
über=
fahren. Er war ſofort tot.
Tödlicher Unfall des engliſchen
Vize=
luftmarſchalls.
London. Zu dem Flugzeugunglück in der
Nähe von Seahurſt Park in Suſſex, bei dem der
Chef der Luftſtreitkräfte Grobritanniens,
Vize=
luftmarſchall Holt, getötet wurde, ſind nunmehr
nähere Einzelheiten bekannt geworden. Das
Unglück ereignete ſich in einer Höhe von 450
Me=
tern, als eines der acht Begleitflugzeuge mit
der Maſchine Holts zuſammenſtieß. Holt
ver=
ſuchte durch Abſprung aus dem abſtürzenden
Flugzeug ſich zu retten. Da ſich aber der
Fall=
ſchirm nicht rechtzeitig öffnete, fiel er auf die
Erde und wurde von den Trümmern ſeines
Ap=
parates zugedeckt.
Ein Vogel verurſacht Flugzeugunglück.
London. Ein eigenartiger Flugzeugunfall
hat ſich geſtern im Südoſten Londons ereignet. Ein
einſitziges engliſches Militärflugzeug mußte
in=
folge Propellerbruchs in dem nicht ſehr großen
South Wark=Park, dem einzigen freien Platz
in großem Umkreis, notlanden. Obwohl die
Maſchine aus 1500 Meter Höhe niederging,
ge=
lang es dem Piloten inmitten des Parkes zu
landen. Der Apparat überſchlug ſich allerdings
und wurde ſtark beſchädigt; der Pilot kam
je=
doch unverletzt davon. Der Propellerbruch war
durch den Zuſammenſtoß mit einem Vogel
ver=
urſacht worden.
Lokomokive raſt in einen Aukobus.
9 Tote, 30 Verletzte.
Paris. Ein furchtbares Unglück ereignete
ſich in den Nachmittagsſtunden des Donnerstags
in der Gemeinde Vicres, etwa 20 Kilometer
von Lille entfernt. Ein Vorortzug raſte in voller
Fahrt an einem unbewachten Bahnübergang in
einen mit Arbeitern und Arbeiterinnen voll
be=
ſetzten Autobus, der vollkommen” zertrümmert
wurde. Nach den bisher vorliegenden Nachrichten
ſollen 9 Perſonen getötet und etwa 30 mehr oder
weniger ſchwer verletzt worden ſein. Die
Eiſen=
bahnſtrecke, an der ſich das Unglück ereignete,
wird heute nur noch ganz ſelten befahren, da die
Verbindung, die der Zug aufrecht erhalten ſollte,
ſeit einiger Zeit durch einen regelmäßigen Auto
busdienſt erſetzt worden iſt. Am Donnerstag
nachmittag hatte man aber dennoch einen Zug
auf die Strecke geſchickt. Der Autobus; der die
Arbeiter und Arbeiterinnen von der Arbeit nach
Hauſe bringen ſollte, kam zu gleicher Zeit am
Bahnübergang an, an dem weder eine Schranke,
noch ein Signal die Ankunft des Zuges anzeigt.
Der Zuſammenprall war nach Angaben von
Augenzeugen geradezu furchtbar. Der Autobus
wurde von der Lokomotive des Zuges in voller
Breitſeite erfaßt, einige Meter weit mitgeriſſen
und dann auf den Bahndamm geſchleudert.
Gen=
darmerie und Sanitätsmannſchaften wurden
ſo=
fort benachrichtigt und richteten einen
Rettungs=
dienſt ein. Aus dem Trümmerhaufen zog man
nach und nach 9 zum Teil bis zur
Unkenntlich=
keit verſtümmelte Leichen und etwa 30 Verletzte,
von denen eine große Anzahl in hoffnungskoſem;
Zuſtande in das Liller Krankenhaus überführt
wurde. Die Liller Gerichtsbehörden haben
be=
reits eine Unterſuchung zur Feſtſtellung der
Schuldfrage eingeleitet.
Zwei Güterzüge ſtoßen in Polen zuſammen.
Ein Toter, neun Schwerverletzte.
Warſchau. Auf der Strecke Warſchau—
Krakau ereignete ſich geſtern ein ſchweres
Eiſen=
bahnunglück. Unweit der Sation Rogow
ſtie=
ßen aus bisher noch unbekannter Urſache zwei
Güterzüge in voller Fahrt zuſammen. Ein
Be=
amter wurde getötet, neun andere ſchwer
ver=
letzt. 48 Güterwagen wurden zertrümmert. Die
Polizei hegt den Verdacht, daß es ſich um einen
verbrecheriſchen Anſchlag handelt.
Drei Studenten am Finſteraarhorn verunglückt.
Jungfraujoch. Am 21. April
verunglück=
ten an der Nordplanke des Finſteraarhorn drei
Münchener Studenten. Sie müſſen ſich in
Un=
kenntnis der Gegend verſtiegen haben und
ſtürz=
ten über eine 200 Meter hohe Eiswand ab.
Glücklicherweiſe fielen ſie in etwa 1,50 Meter
tiefen Neuſchnee, was ſie vor dem ſicheren Tode
bewahrte. Ein vierter Student, der in
Erman=
gelung der nötigen Bergausrüſtung
zurückgeblie=
ben war, eilte ſeinen Kameraden zu Hilfe und
brachte einen nach dem anderen in mühſeliger
und langer Arbeit in die Finſteraarhornhütte.
Der Papſt verläßt den Vatikan.
Rom. Der Papſt hat mit Gefolge geſtern
vormittag 10,45 Uhr im Automobil die Stadt
des Vatikans verlaſſen, um in ſtreng privater
Form an der Einweihung des neuen Heimes
des Collegiums de propaganda fide
teilzuneh=
men. Dieſes Gebäude liegt in der Nähe der
Vatikanſtadt und genießt
Exterritorialitäts=
rechte.
Heuſchreckenplage in Transjordanien.
Jeruſalem. Transjordanien wird von
einer großen Heuſchreckenplage heimgeſuchr. Ein
rieſiger Schwarm iſt in ein Gebiet, das etwa
900 Quadratkilometer umfaßt, eingefallen.
Ver=
einzelte Schwärme verurſachen auch in Sude
paläſtina großen Schaden.
Eine Stadt auf Borneo durch Feuer zerſtört.
London. Die Eingeborenen=Stadt
Sama=
rinda an der Oſtküſte von Borneo iſt durch ein
Großfeuer zerſtört worden. Der Schaden wird
auf etwa 5 Millionen Mark geſchätzt. In der
Nähe von Samarinda ſtrandete ein chineſiſcher
Dampfer. 31 Menſchen kamen dabei ums Leben.
44 geheimnisvolle Todesfälle in Cuba.
New York. Wie Aſſociated Preß aus
San=
tiago de Cuba meldet, iſt gegen Major Senio
Ortez, den bisherigen Militärkommandanten der
Provinz Santiago, und gegen 15 weitere
Per=
ſonen ein Haftbefehl erlaſſen worden, der, wie
verlautet, im Zuſammenhang mit 44 geheimnise
vollen Todesfällen ſteht, die in der letzten Zeik
in der Provinz feſtgeſtellt wurden. Der
Adzu=
tant von Ortez, Leutnant Filipe Valles, hat ſich
in der vorvergangenen NNacht erſchoſſen.
*Der „Wundermotor” von Junkers.
„Jumo 4”, der erſte Schweröl=Flugmokor der Welt, im Flugzeng.
die Betriebskoſten des Flugverkehrs beträchtlich herabmindern, ſo
Seitlätldnene Htügvorführung in Berlin. daß die Wirtſchaftlichkeit des Flugverkehrs geſichert ſein dürſte.
Die Koſten des Brennſtoffes ſind um ungefähr 65 Prozent geringer
Eine neue Epoche der Luftfahrt beginnt. — Die Bedeutung des
Schweröl=Flugmotors. — Das erſte Flugzeug mit Schweröl=Motor.
Aktionsradius von 5880 Kilometern.
Nach 20jähriger Arbeit hat Profeſſor Junkers in Deſſau ſeinen
erſten „Schweröl=Motor” der Welt fertiggeſtellt und auf dem
Berliner Flughafen Tempelhof in der Junkers F 24 „D 1051‟
einem Kreis geladener Gäſte vorgeführt. An dem Flug nahmen
u. a. der Miniſterialdirigent Brandenburg, Miniſterialrat
Knip=
fer und Direktor Milch von der Lufthanſa teil. Der „
Wunder=
motor Jumo 4” hat bereits am 3. Februar 1929 ſeinen erſten Flug
purchgeführt und wurde im Februar dieſes Jahres nach den
deut=
ſchen und internationalen Vorſchriften geprüft. Profeſſor
Jun=
kers hat mit Recht in ſeiner Einleitungsrede darauf hingewieſen,
daß mit dem heutigen Tage der erſten Vorführung eines Schweröl=
=Flugmotors eine neue Epoche der Luftfahrt beginnt, denn die
Be=
deutung dieſes Motors für die Luftfahrt in in jeder Hinſicht ganz
außergewöhnlich groß.
Die bisherigen Flugmotoren konnten den Anſprüchen auf
Sicherheit und Wirtſchaftlichkeit nicht entſprechen, da ſie in das
Flugzeug große Gefahren brachten und teuer arbeiteten. Nicht
weniger als 40 Prozent aller Unglücksfälle auf dem Gebiete der
Luftfahrt kommen direkt oder indirekt auf Koſten des Motors und
ſeines Betriebsſtoffes, das leicht brennbare Benzin. Es war
darum das Beſtreben von Profeſſor Junkers, für die Flugzeuge
einen Motor zu ſchaffen, der mit Schweröl betrieben werden kann
und dadurch die Brandgefahr ausſchaltet. Dieſes Ziel iſt
vorder=
hand mit der Konſtruktion des „Jumo 4” erreicht, denn erſtens ſind
die gefährlichen und zahlreichen Vergaſerbrände dabei
ausgeſchal=
tet. Auch die Auspuffbrände können fernerhin nicht mehr
auftre=
ten, und endlich ſind die bisher erforderlichen
Sicherheitsvorkeh=
rungen in Zukunft nicht mehr notwendig, ſobald alle Flugzeuge
mit Schwerölmotoren ausgerüſtet ſein werden. Infolge der
ge=
ringen Brandgefahren können auch die Verſicherungskoſten
herab=
geſetzt werden. Durch die günſtige Ausnutzung des Brennſtoffes,
die bei den Dieſelmotoren ungewöhnlich gut iſt, laſſen ſich auch
als bei den bisherigen Betriebsſtoffen, ſo daß die Koſten einer
Flugſtunde an Betriebsſtoff allein um mehr als die Hälfte
gerin=
ger werden. Dadurch iſt die bisher mangelnde Wirtſchaftlichkeit
des Flugbetriebes gewährleiſtet.
Von größter Bedeutung iſt aber die Tatſache, daß durch den
Schwerölmotor der Aktionsradius der bisherigen Flugzeuge
be=
trächtlich vergrößert wird. Der Brennſtoffverbrauch des Motors
„Jumo 4” iſt ſehr klein. Dadurch eröffnen ſich dem Luftverkehr für
die Befliegung großer Strecken und für Ozeanflüge ganz neue
Ausſichten. Die Flugſtrecke der Flugzeuge wird dadurch um
unge=
fähr 47 Prozent verlängert. Das bedeutet bei Transozean= und
Transkontinentalflügen ein ganz neues Stadium für die
Flug=
maſchinen. Der heutige Maximalradius der Flugzeuge dürfte
un=
gefähr bei 4000 Kilometern liegen. Er wird durch den
Schweröl=
motor auf 5880 Km. erhöht. Man weiß, daß die Ozeanflüge meiſt
an dem geringen Aktionsradius der Flugzeuge geſcheitert ſind.
Dieſe Flugzeuge waren überdies ſehr häufig fliegende
Benzin=
tanks, denn ſie mußten gewaltige Mengen Brennſtoff mit ſich
füh=
ren, um eine möglichſt große Strecke durchfliegen zu können. Auch
bei weiten Transkontinentalflügen waren ähnliche Geſichtspunkte
maßgebend. In Zukunft werden die Flugzeuge aber beträchtliche
Mengen von zahlender Nutzlaſt mit ſich führen können, wodurch
gleichfalls die Wirtſchaftlichkeit des Betriebes erhöht wird. Der
Ozeanverkehr wird vorausſichtlich in Zukunft ein anderes Geſicht
erhalten. Die Leiſtungsfähigkeit des „Jumo 4” beträgt 720 PS.
Sein Gewicht beträgt 14 Zentner. Der Motor arbeitet mit
Selbſt=
zündung. Der Probeflug über Berlin verlief ausgezeichnet. So
wurde in Deſſau ein bedeutſamer Fortſchritt auf dem Gebiete des
Verkehrsweſens der Zukunft geſchaffen, denn der neue
Schweröl=
motor entſpricht in allen in Betracht kommenden Beziehungen den
Bedürfniſſen, die an Sicherheit und Wirtſchaftlichkeit geſtellt
wer=
den müſſen. Es ſoll nun eine größere Anzahl derartiger Motoren
in Deſſau fertiggeſtellt werden, damit im ſtändigen Perſonen= und
Frachtluftverkehr die praktiſche Brauchbarkeit dieſes neuen
Motor=
typs erprobt wird.
*
Aus der Folterkammer der primitiven Mode.
Die Lippen=Negerinnen vom Tſchadſee zeigen jetzt einmal
den Berlinerinnen, was es wirklich heißt, für die Schönheit zu
leiden, denn es iſt wahrlich keine Kleinigkeit, die Unterlippe zur
Aufnahme einer Holzſcheibe von 20 bis 30 Zentimeter
Durch=
meſſer auszuweiten. Dieſe groteske Form der „Verzierung”
ſtellt gewiß eine Rekordleiſtung der Mode der Naturvölker dar,
und dieſe Sehenswürdigkeit hat zugleich den Vorzug der
Sel=
tenheit, denn der Lippenpflock verſchwindet in Afrika immer
mehr und wird nur noch von den Ureinwohnern mancher
Ge=
käete getragen, die meiſt von kriegeriſchen Erobererſtämmen
unter=
drückt ſind, ſo daß dieſe Zierde, auf die man einſt ſo ſtolz war,
fuſt ein Kennzeichen der Schwäche und Unterwerfung
gewor=
den iſt und daher von der Jugend verſchmäht wird. Da die
Mode des primitiven Menſchen nicht ſo ſchnell wechſelt wie bei
uns und er ſich überhaupt langſamer umbildet, ſo bevorzugt er
weniger die leicht veränderlichen Schmuckformen, wie Ringe,
Ketten uſw., ſondern die dauernden Verzierungen, die ſeinen
Leib ſelbſt umgeſtalten und ſo zu einem unzerſtörbaren Teil
ſei=
ner Perſon werden, und für dieſe Verſchönerungsarbeiten”
bie=
ten ſich die vorſpringenden Teile des Kopfes, wie Lippen, Ohren,
Aaſe als beſonders geeignet dar. Der Pelele oder Lippenpflock
gehört alſo in eine ganze Gruppe ſolcher Schmuckformen und
ic früher weit verbreitet geweſen. Bei den Eskimos tragen ihn
wurr die Männer, bei den Indianern Nordweſtamerikas und bei
velen afrikaniſchen Stämmen nur die Frauen, und zwar galt
dreſes Ornawent als Zeichen der Reife, war den jungen
Mäd=
gen verboten und zugleich als Zeichen der Vornehmheit: je
größer der Lippenpflock, deſto vornehmer die Trägerin. Eine
ſolche ſchwarze Dame, die etwas auf ſich hält, würde ebenſo
wenig ohne dieſen Vorbau des Mundes auftreten wollen wie
eine Europäerin ganz unbekleidet. In Afrika, wo die Mode
des Pelele beſonders heimiſch war, wird er bald nur an der
Oberlippe, bald nur an der Unterlippe, bald an beiden getragen.
„Der Lippenpflock”, ſo beſchreibt ihn der Reiſende Lieder, „
be=
ſieht aus einer runden, flachen, oft verzierten Scheibe als Holz
oder Ton, die in ein Loch der Lippe hineingezwängt wird.
Durch das Hineinpreſſen immer größerer Scheiben erreicht dies
Loch oft eine ganz außerordentliche Größe und entſtellt dann
das Geſicht in widerwärtigſter Weiſe. Bei alten Weibern, deren
Lippenmuskulatur nicht mehr ausreicht, die Scheibe horizontal
nach vorn zu halten, ſieht das Pelele wie ein großes Schloß
aus, das ihnen vor den Mund gelegt iſt.”
Außer den Lippen ſind es in erſter Linie die Ohren, an
deren Dehnbarkeit die ungeheuerlichſten Anſprüche geſtellt
wer=
den. „Die Ohrläppchen” berichtet z. B. Reichard, von den
Wanhamweſi, „werden ſchon in der Jugend mit einer Nadel
oder einem Dorn durchbohrt; zunächſt wird ein Faden
hindurch=
gezogen, dann am dritten Tage ein feiner Strohhalm; dieſem
fügt man an jedem zweiten oder dritten Tag bei regelmäßigem
Verlauf der Heilung einen weiteren Strohhalm hinzu, bis ein
fingerdickes Bündel dieſer Halme nach etwa 14 Tagen durch einen
ſpundartigen Holzpflock erſetzt wird, der täglich durch Baſt= oder
Baumwollſtoff verdickt wird, um die entſtandene Oeffuung immer
mehr zu erweitern. Ja, man ſteckt ſogar den Hals eines
Flaſchen=
kürbis durch das Loch und arbeitet ſo lange, bis man bequem
eine ſehr große Taſchenuhr in der Oeffnung des mißhandelten
Ohrläppchens unterbringen könnte. Der alſo Verzierte oder
Verunzierte kann dann bequem das Ohrläppchen über das Ohr
ziehen. Andere Stämme, wie die auf Neu=Guinea, bevorzugen
die Vergrößerung des Ohres, wobei die Ohröffnung durch
hineingepreßte Streifen elaſtiſchen Rohres kreisförmig immer
weiter ausgeſpannt wird. Bei anderen Naturvölkern durchbohrt
man den Ohrrand und verziert ihn mit herabhängenden
Per=
lenſchnüren. Beim Naſenſchmuck wird die
Naſenſcheide=
wand durchbohrt und allerlei Schmuck, wie ſilberne Ringe oder
rotes Wollgarn mit daran hängenden Haifiſchzähnen,
hindurch=
gezogen; die Durchbohrung der Naſenflügel, die dann zur
Auf=
nahme von Gehängen dienen, iſt bei den Hindufrauen die
Regel, in Afrika nicht ſelten. Die Zähne bleiben ebenfalls
von dieſem Schmucktrieb nicht verſchont. Entweder werden die
Vorderzähne ſpitz gefeilt, wodurch wohl ein raubtierartiges,
den Feind ſchreckendes Ausſehen hervorgerufen werden ſoll;
man feilt, wie im Malaiiſchen Archipel die Vorderzähne kürzer,
bringt in der mittleren Zahnreihe ein hohles Dreieck an oder
ſchlägt gar einige Zähne aus. In Afrika ſind dieſe
Zahnver=
ſtümmlungen ſo verbreitet, daß man nach ihrer verſchiedenen
Ge=
ſtaltung die Stämme in große Gruppen eingeteilt hat. Eine
eigentümliche Schmuckform der Bewohner des ſudaniſchen
Wadais ſcheint auf einen mediziniſchen Eindruck zurückzugehen.
„Die Hauptzierde des Mannes” erzählt Nachtigal, „iſt die ſog.
Dum=Frucht, d. h. eine durch fortwährende Anwendung von
trockenen Schröpfköpfen entſtandene Hauterhöhung
zwi=
ſchen Ohren und Nacken, die als Zeichen kriegeriſchen Sinnes
und der Furchtloſigkeit gilt.‟ Daß man ſogar aus
Schönheits=
gründen zur Umformung des Kopfes ſchritt, zeigt die
Schädel=
plaſtik, die ihre wunderlichſten Blüten bei den alten Peruanern
getrieben hat. Bei vielen Völkern, bei denen die Kinder in
Wiegen mit harter Unterlage zu liegen pflegen, hat man
be=
obachtet, daß ſich der Kopf dem äußeren Druck anpaßt, und ſo
benutzte man dieſe Erkenntnis dazu, um durch Feſtſchnallen oder
durch einengende Binden dem Schädel eine Form zu geben, die
man für beſonders anmutig hielt. Das Tätowieren, das
ja auch vielfach bei den weißen Völkern Mode geworden iſt,
wird von den Primitiven z. T. noch viel intenſiver betrieben;
da gibt es die Kopf=Tätowierung, bei der kleine
Haut=
lappen losgetrennt werden, die dann nach Heilung als Auswüchſe
in Form von Knöpfen oder kleinen Hahnenkämmen hervorragen,
und die Narben=Tätowierung, bei der Wunden entſtehen, die
dann bisweilen farbig verſchönte Erhöhungen hinterlaſſen. Die
Entfernung der Haare iſt ja in der Form des Raſierens
auch bei uns allgemein verbreitet, aber der Naturmenſch geht
manchmal darin viel weiter und unterwirft ſich richtigen
Fol=
terungen, um die Haut ganz glatt erſcheinen zu laſſen.
der Preisabbau der Rügen=Bäder.
Bis zu 30 Prozent ermäßigte Kurtaxen. — Herabſetzung der Logis=
und Verpflegungskoſten.
NIR. Die Oſtſeebäder haben in dieſem Jahre, in Erkennung der
enormen wirtſchaftlichen Schwierigkeiten, den Anfang eines radikalen
Preisabbaues gemacht. Und vor allem ſind es die Bäder der Inſel
Rügen, die große Opfer gebracht haben, um der geſchwächten Kaufkraft
der Badegäſte entgegen zu kommen.
Nicht nur Binz als luxuriöſes Bad auf Rügen hat ſeine
Kur=
taxe erheblich abgebaut, und zwar im Mai, in der erſten Junihälfte
und im September auf die halbe der im übrigen um 10 Proz.
ermäßig=
ten Taxe; auch die übrigen Rügen=Bäder ſind, ſowohl was Abgaben
als auch Penſions=Preiſe betrifft, beträchtlich in ihren Tarifen
zurück=
gegangen. — Saßnitz berechnet tägliche Kurtaxe und hat dieſe um
14 Prozent herabgeſetzt, trotz des vergrößerten Strandes und
Erweite=
rung ſeiner ſommerlichen Darbietungen. — Auch Oſtſeebad Sellin
hat durch Neueinführung der Berechnung nach einzelnen Tagen (bisher
nur volle Wochen) und Ermäßigung der Kurtaxe beträchtliche Vorteile
gegenüber dem Vorjahr zu bieten. — Oſtſeebad Göhren iſt um 10
Prozent mit der Taxe heruntergegangen und kann einen Preisabbau
ſeitens ſeiner Hotels und Penſionen um rund 15 v.H. melden. — Das
Oſtſeebad Baabe erhebt in der Zeit vom 1. Juli bis 2. Auguſt in
der erſten Zone 50 Pfg. Kurtaxe pro Tag, in der zweiten Zone 40 Pfg.
für je eine bis zu drei Perſonen; „weitere Familienmitglieder ſind
kur=
taxfrei. Bei längerem als dreiwöchigem Aufenthalt wird keine Taxe
mehr erhoben. In der Zeit vom 15 Mai bis 30. Juni und ab 21. Aug.
bis 15. September iſt nur die Hälfte der Kurtaxe zu zahlen. Alſo
be=
deutende Vorteile gegenüber dem Vorjahr. — Oſtſeebad Thieſſow
erhebt ſeine Kurtaxe vom 1. Juni bis 31. Auguſt und hat dieſe um
rund 40 Proz. in der erſten Woche des Aufenthalts ermäßigt; in der
zweiten Woche und darüber, für unbeſchränkte Aufenthaltsdauer, wird
eine herabgeſetzte Pauſchalſumme erhoben. — Im Oſtſeebad Lohme
iſt die Tages=Kurtaxe um 20 Proz. und im übrigen um etwa 15 Proz.
geſenkt. — Oſtſeebad Breege=Juliusruh beſchloß, ſeine
Kur=
taxe um 18 Proz. und Putbus mit ſeinen Seebadegelegenheiten bei
Lauterbach, Neuendorf und Wreechen, um 25 Proz. zu ermäßigen.
Beſonders betont muß noch werden, daß mit der Herabſetzung der
Kurtaxen und der Preiſe in Hotels und Penſionen der genannten
Rü=
gen=Bäder keine Minderung der Leiſtungen bei den einzelnen
Kurver=
waltungen bezüglich der Veranſtaltungen, Darbietungen und Pflege der
Bäder verbunden iſt, die etwa auf Koſten der Gäſte gehen könnte.
Viel=
mehr liegt die Sache ſo, daß man anläßlich des Oſtſeejahr 1931”
außer=
gewöhnliche Anſtrengungen unter den größten Opfern machte, um die
Anziehungskraft der Oſtſee, und vor allem der Rügenbäder, noch in
weitere Kreiſe zu tragen.
Hauptſchriftlettung: Rudolf Maupe
Veranwornich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feuilleton, Reich um
Ausland und Heſche Nachrichten: Max Streeſei für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch: für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; ſär
„Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herdert Neite:
für den Inſeraientel und geſchäftliche Mitteilungen: Willv Kuble=
Druck und Verlag: C.C. Wittich — ſcmtlich in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Geiten
Soeben erschienen!
AUToLTSTE WI.OT
Enthält die Meldungen (Ab- und Zugänge) von Kraftfahrzeugen jeder
Art der 18 Kreise des Volksstaats Hessen (Kennzeichen: VS, VR,VO)
für die Zeit vom 1.—15. April 1931.
Die Aufo-Listen enthalten die Angaben in derselben
Reihen-
folge wie die Hauptausgabe: Name, Beruf, Wohnort des
Kraft-
fahrzeugbesitzers, Type, Motornummer, Hubraum in ccm und
PS. Art des Fahrzeugs. Fabrikneue Wagen sind durch X
kenntlich gemacht. Die Meldungen sind geordnet nach den drei
Provinzen (VS, VR, VO) und Kreisen und innerhalb dieser nach
Polizeierkennungsnummern. Abgemeldete Wagen werden
geson-
dert aufgeführt. Die Auto-Listen sind eine wichtige
Ergän-
zung des Auto-Adreßbuches (Adreßbuch der
Kraftfahrzeug-
besitzer im Volksstaat Hessen), Ausgabe 1929, und
unentbehr-
lich, weil sie laufend
neuestes Adressenmaterial
lieſern. Sie erscheinen alle 14 Tage, also monatlich zwel Listen.
Die spätestens am 10. eines Monats ausgegebene Liste enthält die
Meldungen vom 16.— 30. (31.) des voraufgegangenen Monats und
die spätestens am 25. eines Monats ausgegebene Liste die
Mel-
dungen vom 1.— 15. des gleichen Monats.
Bezugsprels:
1. Bei Bezug aller Meldungen sämtlicher 18 Kreise für
12 Monate: zum monatlichen Pauschalprels von
RM. 16.50.
2. Bei Bezug der Meldungen nur für einzelne Krelse
und Städte, gleichob für einen oder mebrere Monate, zu
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preisen, die wir bei uns zu erfragen bitten.
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Seite 13
TOtPe dannt iinnt Airlitt
Handball.
Weſtmark Trier — Polizei Darmſtadt.
Morgen fährt die Liga der Polizei nach Trier zum letzten Spiel in
der Verbandsrunde. Obwohl der Ausgang des Spieles keinen
weſent=
lichen Einfluß auf die Tabelle ausübt, ſo hat das Treffen ſpielteckmiſch
doch ein erhöhtes Intereſſe. Die Weſtmarkmannſchaft, die auf eigenem
Platze nicht ſo leicht zu nehmen iſt, wird alles verſuchen, das Spiel zu
ihren Gunſten zu entſcheiden. Die Polizei tritt in ſtärkſter Aufſtellung
an. Abfahrt: 7 Uhr an der 24er Kaſerne (Omnibus).
Die 1. Jugend ſpielt um 11 Uhr im Stadion gegen Sportv. 98
3. Jugend. Die 2. Jugend hat auf eigenem Platze, um 3 Uhr, die
Jugend Arheilgen zum Gegner. Die Damen der Polizei ſpielen um
2 Uhr gegen die Damen Griesheim auf dem Poh=Sportplatz.
Reichsbahn Darmſtadt.
Am Sonntag begibt ſich die 1. Ekf nach Mannheim, um das
Rück=
ſpiel in der Bezirksrunde auszutragen. Das Vorſpiel endigte 7:2 für
Darmſtadt. Nach dem hohen Sieg über Wiesbaden müſſen die Gäſte
auch die Punkte von Mannheim mit nach Hauſe bringen. Die Grün=
Weißen werden trotzdem auf der Hut ſein, um Ueberraſchungen zu
ver=
meiden, zumal dieſelben mit zwei Mann Erſatz ſpielen müſſen.
Die 2. Mannſchaft ſpielt auf dem Sportplatz an der Maulbeerallee gegen
die 2. Elf von Merck ein Freundſchaftsſpiel. Beginn um 2 Uhr. Die
Jugendelf iſt ſpielfrei.
A. S. C. Darmſtadt — Merck Darmſtadt.
Zu Beginn des neuen Sommerſemeſters hat der A.S.C. für
Sonn=
tag, vorm. 11 Uhr, auf das Hochſchulſtadion die Sportabteilung Merck
verpflichtet. Da beide Mannſchaften in ſtärkſter Aufſtellung antreten,
ſo iſt auf ein ſchönes Spiel zu hoffen.
Handball in der 2.T.
Bickenbach — Lampertheim; „Vorwärts Langen — Tv. 85 Fechenheim;
Bensheim — Pfungſtadt; „Beſſungen — Eintracht Darmſtadt. D.S.B.
(Samstag); Tv. Ober=Ramſtadt — SV. 98 Darmſtadt Liga=Erlatz;
Roßdorf — Klein=Zimmern; Wallerſtädten — Crumſtadt; Erzhauſen —
Wolfskehlen 2: Groß=Haufen — Auerbach; Tade. Egelsbach — Seeheim;
Hüttenfeld — Groß=Rohrheim.
Bickenbach hat ſich die ſpielſtarken Lampertheimer verpflichtet, und
Pfungſtadt iſt beſonders ſtark an dem Spiele intereſſiert, da es bereits
gegen die Südheſſen zweimal geſpielt und verloren hat. Langen hat
ebenfalls einen guten Gegner, der im Main=Rhein=Gau nicht unbekannt
iſt. Beſſungen hat die Eintrachtler zu einem Lokaltreffen für heute
ein=
geladen, und die unternehmungsluſtigen Ober=Ramſtädter haben ſich an
die Ligaerſatz des Sportvereins 98 Darmſtadt herangewagt. Roßdorf
dürfte mit Klein=Zimmern nicht ſo glatt fertig werden. Dagegen ſollte
Wallerſtädten mit etwas mehr Kampfgeiſt die im Vorſpiel erlittene
Nie=
derlage gegen Crumſtadt wettmachen. Die übrigen Spiele haben mehr
lokale Bedeutung. Die Begegnung Egelsbach mit Seeheim kann man
noch herausgreifen. Der Platzverein wird ſich wundern, in welch guter
Verfaſſung die Bergſträßer zur Zeit ſind. Pfungſtadt verbindet mit den
Spielen beider Mannſchaften eine Wanderung nach Bensheim, ſo daß
die Elf den nötigen Rückhalt hat.
Tv. Lampertheim — Bickenbach 1.
Eben iſt der überzeugende 6:4 Sieg der Bickenbacher Handballer in
SHerrnsheim verklungen, ſo ſteht auch ſchon wieder am kommenden
Sonn=
ſtag um 15,30 Uhr ein großes Treffen bevor. Der Tv. Lampertheim iſt
AGaſt in Bickenbach. Lampertheim ſpielt Meiſterklaſſe und ſtand in den
Werbandsſpielen hinter Herrnsheim an zweiter Stelle. Hieraus geht
Gervor, daß die Gäſte über ganz großes Können verfügen. Die
Bicken=
bacher Mannfchaft befindet ſich zurzeit in allerbeſter Form, was die
letz=
cen Siege (gegen Worms 5:2, Kickers Offenbach 10:1. Herrnsheim 6:4)
Seſagen. Der Ausgang des Spieles iſt offen. Jedenfalls ſoll das
ſonn=
rägliche Propaganda=Werbeſpiel dazu beitragen, recht viele neue
An=
hänger für unſeren Handballſport in Bickenbach zu gewinnen. — Um
H Uhr vorher treffen ſich die Jugendmannſchaften von Griesheim —
BBickenbach, um 2.15 Uhr die 2. Mannſchaften Lampertheim — Bickenbach.
Turngemeinde Beſſungen — Eintracht Darmſtadt.
Für Samstag abend 18 Uhr auf der Rennbahn, hat ſich Tgde.
BBeſſungen zum erſten Male einen Gegner aus dem DSB.=Verband
ver=
wflichtet. Beſſungen iſt zurzeit in Form; der eingeſtellte junge
Nach=
wwuchs fügt ſich ſehr gut ein und iſt unbedingt eine Verſtärkung.
Ein=
tracht iſt ebenfalls nicht zu unterſchätzen.
* Fußball im Kreis Starkenburg.
2. Bezirkspokalrunde. — Reger Privatſpielbetrieb.
Die am letzten Sonntag ausgetragenen Bezirkspokalſpiele konnten
erſt Mitte der Woche, nach Eingang der Schiedsrichtermeldungen,
bei=
gebracht werden. Die Reſultate:
Union Wixhauſen — SV. 1911 Neu=Iſenburg
3:2.
SV. Groß=Gerau — SV. Mörfelden .
0:8 (0:3).
FSV. Groß=Zimmern — SC. Dietzenbach
2:0.
Sportgemeinde Sprendlingen — FV. Eppertshauſen . 3:2.
Eigentliche Ueberraſchungen finden wir nicht unter den Reſultaten,
nur der Mörfelder Sieg in Groß=Gerau ſcheint etvas „happig”
aus=
gefallen zu ſein. Die zweité Runde ſteigt am 26. April. Hierfür
Haben ſich folgende Ausloſungen ergeben:
Boruſſia Dornheim — SV. Mörfelden;
Sportgemeinde Sprendlingen — Union Wixhauſen;
Freilos: FSV. Groß=Zimmern.
Mörfelden ſollte ſicher ſiegen, dagegen wird Wixhauſen ſeine Not
Haben, auch dieſe Runde zu überſtehen.
Die Starkenburger Kreisliga
iſt am Sonntag wieder ſtark mit Privatſpielen beſchäftigt. Daneben
ſehen wir den Meiſter Viktoria,Walldorf in Lorſch im
Aufſtiegsſpiel gegen den Südheſſenmeiſter, Olympia Lorſch. Wie wirds
Diesmal ausgehen? Dieſe Frage dürfte alle Fußballanhänger im
Kreis=
gebiet bewegen. — Privatſpiele wurden folgende gemeldet: SVga.
04 Arheilgen — Starkenburgia Heppenheim; Haſſia Dieburg —
Ball=
pielklub Schweinheim; SV. Münſter — Eintracht Frankfurt (
Pokal=
elf); Germania Fulda — Viktoria Urberach; VfR. Bürſtadt —
Ger=
mania 03 Pfungſtadt; Konkordia Gernsheim — Germania Eberſtadt.
Geſpannt darf man ſein, wie die Pfungſtädter in Bürſtadt
ab=
ſchneiden, nachdem Arheilgen und Union Darmſtadt dort ſo empfindlich
geſchlagen wurden. Ueber die anderen Spiele braucht hier nichts weiter
geſagt zu werden.
Der Spielbetrieb im Gau Bergſtraße
ergab am letzten Sonntag folgende Reſultate: Germania Dieburg —
SV. Roßdorf 2:1; VfR. Erbach — SC. Ober=Ramſtadt 1:2: Germania
Leeheim — Chattia Wolfskehlen 1:4 (0:1); SV. Geinsheim — Germania
Eſchollbrücken 7:1. Roßdorf hatte im gewiſſen Sinne Pech, denn zwei
Tage ſpäter hatte Dieburg die Nachricht von ſeiner Platzſperre in den
Händen. Wäre das drei Tage früher gekommen, ſo wäre Noßdorf ſicher
Heute ſchon Gruppenmeiſter. Die anderen Ergebniſſe erſcheinen normal.
Für den 26. April wurden folgende Spiele angeſetzt: SV. Roßdorf
SC. Ober=Ramſtadt: SV. Höchſt — FSV. Groß=Zimmern: SV.
Seinsheim — SV. Groß=Gerau; Rotweiß Darmſtadt — Germania Lee=
Heim; Olympia Hahn — Germania Eſchollbrücken (in E.). Es handelt
ich hier durchweg um Nachtragsſpiele. Das Spiel in Eſchollbrücken
Oürfte die B=Meiſterſchaft entſcheiden.
Die Runde der Alten Herren im Gau Bergſtraße
ah am Sonntag zwei Spiele: Pfungſtadt — Polizei 0:2; Griesheim
— Rotweiß=VfR. 0:3. In beiden Spielen wirkten bei den Siegern
peſentlich jüngere Leute mit, was die klaren Siege verſtändlich macht.
Sfür den 26. April ſind drei Spiele angeſetzt: SVag. Arheilgen — SV.
O8 Darmſtadt; Rotweiß Darmſtadt — Germania Pfungſtadt; Union
Wixhauſen — Viktoria Griesheim.
Polizei Darmſtadt — F.B.V. Speyer.
Das am kommenden Sonntag nachmittag um 3 Uhr zwiſchen
obenbezeichneten Mannſchaften ſtattfindende Fußballſpiel
ver=
ſpricht ein recht ſpannendes zu werden. Der Gegner,
Fußball=
ſportverein Speyer, repräſentiert erſtklaſſige Kreisliga. Die
Mannſchaft konnte im letzten Verbandsjahr die Kreismciſterſchaft
im Kreis Vorderpfalz erringen. Mannſchaften wie Frankenrhal,
Pfalz Ludwigshafen, F. G. Ludwigshafen und andere mußten die
Spielſtärke der Speyerer Mannſchaft anerkennen. So verlor
Pfalz Ludwigshafen im Vorſpiel in Ludwigshafen 3:2 und in
Speyer 11:3 Toren. Die Mannſchaft ſteht unter der Leitung des
bekannten engliſchen Fußballtrainers Bache (früher bei V.f.R.
Mannheim, jetzt Phönix Ludwigshafen). Noch weiteres über die
Mannſchaft zu ſagen, erübrigt ſich hiermit. Die Polizeielf wird
bei dieſem Gegner alle Regiſter ihres Könnens ziehen müſſen. um
in Ehren zu beſtehen. Da bei dieſem Spiele der beſte Stürmer
der Mannſchaft, der durch Verletzung in den letzten Spielen
pau=
ſieren mußte, wieder mit von der Partie iſt, ſteht der
Polizei=
ſturm komplett, und ſo iſt die Gewähr für ein ſpannendes Spiel
geboten. Vor dieſem Spiele treffen ſich die 2. Mannſchaft mit der
1. Mannſchaft von F. C. Geinsheim.
Rotweiß Darmſtadt.
Am Sonntag trägt die 1. Mannſchaft das Rückſpiel gegen FC.
Union auf der Rennbahn aus. Die 2. Mannſchaft empfängt um 3 Uhr
die A=klaſſigen Zwingenberger zum Rückſpiel. Das Vorſpiel konnten die
Rotweißen überraſchend mit einem 4:2 Siege abſchließen. Die Alten
Herren tragen nachm, um 2 Uhr das zweite Treffen der A.=H.=
Privat=
runde gegen die Pfungſtädter Germanen aus. Die Jugend trifft ſich
um 12.30 Uhr bei Löffler mit Fahrrad und begibt ſich nach Weiterſtadt.
um dort das fällige Pflichtſpiel auszutragen.
Sportvereinigung 04 Arheilgen — Heppenheim.
Dieſes Freundſchaftsſpiel muß ausfallen, da Heppenheim in
letzter Stunde ſeitens der Behörde Anweiſung erhielt, ein noch
aus=
ſtehendes Verbandsſpiel auszutragen. Alle Bemühungen, einen anderen
Gegner zu bekommen, waren erfolglos. — Das Spiel der Alten Herren
gegen SV. 98 Darmſtadt findet um 3 Uhr ſtatt.
FV. Hofheim — Eintracht Darmſtadt.
Eintracht iſt am Sonntag mit der 1. und 2. Mſch. Gaſt in Hofheim.
In Hofheim ſteht Eintracht der diesjährige Meiſter vom Gau Nied
gegenüber; die Einheimiſchen ſind alſo vor eine ſchwere Aufgabe geſtellt.
Leider kann Eintracht das Spiel nicht mit kompletter Mannſchaft
aus=
tragen, doch rechnen wir mit einem ehrenvollen Reſultat.
Freie Turngemeinde Darmſtadt.
Spielplan für den 25. und 26. April: Die Ib=Mannſchaft begibt
ſich zu einem Samstagabendſpiel nach Ober=Ramſtadt. Die Jugend
ſo=
wie 3. Mſch. empfangen am Müllersteich die Jugend von Pfungſtadt
bzw. die 1. Mſch von Ober=Klingen. Die Sondermſch. ſpielt in
Pfung=
ſtadt gegen die A.H. der Turner. Anläßlich der Platzeinweihung der
Arbeiterſportler in Semd bei Dieburg iſt die 1. Mſch. dort zu einem
Propagandaſpiel gegen Sprendlingen verpflichtet worden. Auf den
Ausgang dieſes Treffens darf man allgemein geſpannt ſein, da ſich beide
Teams ſchon etliche Jahre nicht gegenüberſtanden. Abfahrt der 1. Mſch.
um 1 Uhr per Auto ab Gewerkſchaftshaus.
Viktoria 06 Griesheim.
Das Wettſpielprogramm für Sonntag, den 26. April, ſieht 8
Mann=
ſchaften auf dem Plan. Die Ligamannſchaft empfängt um 3.30 Uhr den
SV. Weiterſtadt zum Freundſchaftsſpiel. Leider kann Griesheim nicht in
kompletter Aufſtellung antreten und muß für Harz und Nold Erſatz
ein=
geſtellt werden. — Die 2. Mannſchaft hat Weiterſtadt zu Gaſt. — Die
Alten Herren müſſen nach Wixhauſen, zur dortigen Union, und wäre
ein Sieg eine große Ueberraſchung. Die Mannſchaft tritt in etwas
ver=
änderter Aufſtellung an. Hierbei ſei gleich bemerkt, daß das Spiel am
letzten Sonntag gegen Rotweiß Darmſtadt für Griesheim gewonnen iſt.
da Darmſtadt einige jüngere Spieler in der Mannſchaft hatte und
außer=
dem in der zweiten Halbzeit zwei Mann auswechſelte. Dadurch wird
auch ſchließlich die Niederlage von Griesheim eher verſtändlich. Das
Spiel am Sonntag beginnt ſchon vormittags um 10 Uhr. — Die erſte
Handballmannſchaft empfängt einen Gegner aus dem Turnerlager, den
Turnverein 1903 Wolfskehlen. Griesheim ſteht bis auf einen Spieler
endlich mal wieder komplett und wird dem Turnverein, der das
Vor=
ſpiel ziemlich hoch gewinnen konnte, das Siegen diesmal nicht ſo leicht
machen. — Die Damen müſſen zum Gruppenmeiſter, Polizei=
Sportver=
ein Darmſtadt, und haben dort einen ſchweren Stand. — Die
Jugend=
mannſchaften ſind ſämtlich in auswärtigen Pflichtſpielen beſchäftigt.
Kreisliga Südheſſen.
Lorſch greift in die Aufſtiegſpiele ein. — Jugendtag in Worms.
Der Meiſter unſeres Kreiſes abſolviert am Sonntag ſein erſtes
Spiel der Aufſtiegſerie. Nachdem mit großer Sicherheit feſtſteht, daß in
dieſem Jahre endlich der Bann gebrochen iſt und nicht wieder, wie
viermal hintereinander, der Meiſter des Kreiſes Starkenburg
dieſe Serie für ſich entſcheidet, wird natürlich Lorſch, ebenſo wie Kaſtel,
alles in Bewegung ſetzen, diesmal der „lachende Dritte” zu ſein. Die
mit großer Spannung erwartete Begegnung
Olympia Lorſch — Viktoria Walldorf
wird für den Meiſter des Starkenburg=Kreiſes ausſchlaggebend ſein.
Ge=
winnt Lorſch, was ſehr wahrſcheinlich iſt, dieſes Spiel, ſo iſt Walldorf
ſo gut wie ausgeſchaltet und die Sache ſpitzt ſich zwiſchen Lorſch und
Kaſtel zu. Nach den gezeigten Leiſtungen des letzten Sonntags hat
Wall=
dorf wenig Hoffnung auf nur einen Punktgewinn; es iſt anzunehmen,
daß Lorſch in ſeiner derzeitig guten Form einen glatten Sieg landet.
Bezüglich der Freundſchaftsſpiele wäre zu melden, daß etliche
Ver=
eine unſeres Kreiſes über die Frühjahrsſaiſon noch heute an ihrer
Ter=
minliſte laborieren und dementſprechend oft erſt im letzten Augenblick
noch Spielabſchlüſſe getätigt werden. Bis jetzt ſind folgende Treffen
bekannt:
Anläßlich des Gau=Jugendtages wird im Wormatia=Stadion Worms
ein Spiel zweier Auswahlmannſchaften ſtattfinden, an dem neben
ver=
ſchiedenen Spielern der ſüdheſſiſchen Kreisligavereine ſämtliche
promi=
nenten neuen Spieler der Wormſer Großvereine teilnehmen. Ein
Schii=
ler= und Jugendſpiel, aus Spielern der verſchiedenen Vereine des Gaues
zuſammengeſtellt, iſt in dem gut ausgearbeiteten Programm vorgeſehen.
In Lampertheim treffen ſich am Sonntag abend im „Starkenburger
Hof” verſchiedene Vertreter des Gaues zu einer intenſiven Beſprechung
bezüglich des am 10. Mai in Stuttgart ſtattfindenden Verbandstages.
Es handelt ſich in erſter Linie um Stellungnahme bei etwaiger
Abſchaf=
fung des jetzigen Spielſyſtems.
Kraftſpork.
Polizei=Sportverein Darmſtadt.
Der zweite Kreis des D.A. S.V. 18931 hält in der Polizeiſporthalle,
Eſchollbrücker Straße 24, am Samstag, 25., und Sonntag, 2. April,
einen Sportlehrer=Kurſus in allen Sportarten der
Schwer=
athletik ab. Der Beginn am Samstag iſt auf 14 Uhr und am Sonntag
auf 9 Uhr feſtgeſetzt. Bei dieſem Kurſus werden Kampfrichter geprüft
und auch Kampfrichterſcheine ausgeſtellt. Ringer Boxer und Stemmer
von den Darmſtädter Vereinen ſind zur Stelle. Nur durch ſolche
Lehr=
kurſe kann den Vereinstrainern das nötige Fundament einer
erfolg=
reichen Vereinsarbeit gegeben werden. Wir machen das ſportliebende
Publikum auf dieſen Lehrkurſus aufmerkſam. Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gymnaſtikvortrag: Sport und Leibesübung im menſchlichen Leben.
Tv. Nieder=Ramſtadt — Hellas Mainz (Liga).
Am Sonntag. 15.30 Uhr, ſtehen ſich obige Mannſchaften im Saale
von W. Fiſcher in einem Freundſchaftskampf gegenüber. Hellas=Mainz,
der Kreisliga angehörend, wird Nieder=Ramſtadt eine harte Nuß zu
knacken geben. Da Nieder=Ramſtadt mit ſeiner zur Zeit ſtärkſten
Auf=
ſtellung antritt, dürfte es zu ſpannenden und recht intereſſanten
Kämp=
fen kommen.
Der Deutſche Meiſter im Fliegengewichtsboxen. Willi Metzner=Köln,
wurde in Lyon von dem franzöſiſchen Titelträger Angelmann über zehn
Runden nach Punkten geſchlagen.
Jugendiag — eine Rolwendigkeik?
Der Jugendtag des Südd. Fußball= und Leichtathletik=Verbandes
findet am 3. Mai ſtatt Für den Gau Bergſtraße in Darmſtadt
(Polizeiplatz), für den Dreieichgau in Meſſel (SV.).
„Wir ſind das neue Volk im Schritt,
Das ſiegend ſeine Straße zieht.
Wir tragen tief im Herzen mit
Von neuer Zeit ein helles Lied."
Mit dem rätſelhaften, ungeheuren Anwachſen der Sportbewegung
der Nachkriegszeit ging parallel das Entſtehen einer ſportlichen
Jugend=
bewegung. Wo deutſche Jugend ſich in Verbänden oder Vereinen
politi=
ſcher, religiöſer oder freier Art zuſammenfand, wurde auf irgend eine
Art der Sport in das Erziehungsprogramm aufgenommen. Und ſo
wurde er mit der Zeit zu dem Mittel unſerer gegenwärtigen
Jugend=
pflege.
Mit dieſem Augenblick übernahmen die Sportjugend und ihre
Füh=
rer eine große und verantwortungsvolle Aufgabe; denn ſie iſt als die
Hauptträgerin des ſportlichen Gedankens anzuſehen. Sie ſoll ihn am
reinſten erhalten; ſie ſoll Vorbild ſein für all die anderen.
Und ſo erlebten wir in den letzten Jahren, daß der Sport, ſeine
Führer und ſeine jugendlichen Anhänger Bahnen einſchlugen, die nicht
mehr „nur ſportlich” verliefen, ſondern Formen annahmen, die wir von
der Jugendbewegung früherer Zeit her kennen.
Und dieſe „neuen Wege” dieſer „neuen Zeit” will die Sportjugend,
beſeelt von dem propagandiſtiſchen Geiſt, der jeder guten Idee
inne=
wohnt, der ihren Gedanken noch fernſtehenden Umwelt an ihrem Tage,
dem „Jugendtag”, zeigen. Für ihre Führer aber geht es noch um mehr!
Die ungeheueren, dem Sport anhängenden Maſſen ſollen hier einen
Einblick in das wahre Geſicht des Sportes erhalten, der verſucht, durch
Vertiefung und Durchgeiſtigung ſeiner Wege und Ziele der allgemeinen
Verflachung unſerer Zeit entgegenzuarbeiten. Und wer iſt als Träger
dieſer Ideen geeigneter als unſere Jugend, dieſe Jugend, die mit
rieſi=
ger Begeiſterung, ja mit Leidenſchaft an ihrem Sporte hängt? Und dies
will ſie an ihrem Tag, dem „Jugendtage”, tun. So ſieht deſſen tieferer
Sinn aus!
Die Tugend im Kampf um eine Veredelung unſeres Sportes voran!
Der Jugendtag findet im Gau Bergſtraße ſtatt:
in Darmſtadt: Polizei=Sportplatz;
im Gau Dreieich in Meſſel;
im Gau Ried in Lampertheim. V.f.L.=Platz.
Tennis.
TEC. Darmſtadt — Palmaarten Frankfurt.
Am kommenden Sonntag findet auf den Tennisplätzen am
Böllen=
falltor das erſte Clubwettſpiel des Tennis= und Eis=Clubs in dieſer
Saifon ſtatt. Gleich dieſes erſte Spiel iſt von beſonderem Intereſſe, denn
Gegner iſt der in Tenniskreiſen ſehr bekannte Frankfurter Tennis=Club
1914 „Palmgarten”. Noch mancher wird ſich an den ſpannenden Kampf
der letzten Saiſon erinnern, als es den Frankfurtern zum erſtenmal
ge=
lang, im Endſpiel um die Meden=Meiſterſchaft den TEC. knapp 6:3 zu
ſchlagen. Auch diesmal wird es erbitterte Kämpfe geben. Die junge
Darmſtädter Mannſchaft hat eifrig trainiert und wird den alten
erfah=
renen Kämpen Goſewich, Erwen, Schmidt=Knatz, Halberſtadt u. a. wohl
manchen Punkt ſtreitig machen. Auch die jungen Darmſtädter Damen
werden einen ſchweren Stand haben gegen die turniererfahrenen
Frank=
furterinnen. Die Herren ſpielen in der bekannten Aufſtellung — mit
Ausnahme Kleinlogels, der zurzeit in Berlin an einem
Jugendtennis=
kurſus teilnimmt. Von den Damen werden vorausſichtlich Frl. Fiſcher,
Frl. Loi und Frl. Ringer ſpielen.
A. v. D. ehrt Daimler=Benz und Caracciola. Der
Automobil=
klub von Deutſchland hat den Daimler=Benz=Werken aus Anlaß
des überwältigenden Sieges ihres Fabrikates in Brescia unter
der meiſterhaften Führung von Caracciola ſeine Glückwünſche
aus=
geſprochen und beſchloſſen, ihnen eine Erinnerungsgabe zu
über=
reichen. Caracciola hat als erſter das neugeſchaffene goldene
Sportabzeichen des Automobilklubs von Deutſchland für beſondere
Leiſtungen verliehen erhalten.
Die Offenbacher Kickers begehen am 16. und 17. Mai die Feier ihres
30jährigen Beſtehens.
Ein Hockey=Länderkampf Deutſchland — Spanien kommt
vorausſicht=
lich im Oktober dieſes Jahres in Madrid zum Austrag.
Im Davispokalkampf gegen Monaco ſiegte England mit 3:0. Die
Engländer treten nun in der nächſten Runde in Brüſſel gegen Belgien an.
Helen Madiſon ſtellte im 300=Yards=Freiſtilſchwimmen mit 3,40 Min.
einen neuen Weltrekord auf.
Robert Dahlem, der bekannte deutſche Meiſterſchwimmer, hat für den
1. FC. Nürnberg Starterlaubnis erhalten.
Die Sechstage=Alpenfahrt für Motorräder wurde von dem DMV.
abgeſagt, da bis heute noch die behördliche Genehmigung ausſteht.
Rundfunk=Brogramme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 25. April.
10.20: Schulfunk.
15.20: Dr. Landsberg: Etwas vom Erdbeben.
15.50: Die Sing= und Spielſchar berichtet von ihren Fahrten.
16.30: Nachmittagskonzert des Rundfunkorch.; Soliſt: R. Schaad
(Bariton).
18.10: Oberpoſtinſpektor Prageſer: Die Beförderungsmittel d.
Deut=
ſchen Reichspoſt
18.25: Schachgroßmeiſter Nimzowitſch: Die Bauernkette in der
ge=
ſchloſſenen Partie.
18.56: Dr. L. Schwering: Wie ſpielt ſich eine Parlamentsſitzung ab?
19.20: Spaniſch.
19.45: Karl Joho lieſt aus ſeinem Buch „Narrenzwetſchgen”
20,05: Volksliederabend der Liedertafel Pforzheim 1863; Ausf.: Dr.
H. Ebbecke (Lieder z. Laute), der Männerchor des Vereins.
21.00: Kompoſitionsabend: Viktor Hollgender; Ausf.: Das
Phil=
harm. Orcheſter Stuttgart — Der Komponiſt; Soliſten Käte
Mann, H. Hanus.
22,35: Tanzmuſik. Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend, 25. April.
15.00: Kinderbaſtelſtunde: Die Löweniagd.
15.45: Dr. H. Hajek: Unſer tägliches Brot.
16.00: Oberlehrer E. Krüger: Möglichkeiten der Ausnutzung einer
mehrtägigen Klaſſenwanderung.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Monheimer: Zahnärztliches aus aller Welt.
18.00: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene.
18.30: Dr. A. Hahn: Zauberei, Magie und Heilkunde.
19.00: Ing. R. Geitel: Rundfunkſtörungen und Fernempfang.
19.30: Stille Stunde: Stationen der Kindheit.
20.00: Leipzig: Feſtkonzert d. Männer=Chors aus Anlaß des 40
jäh=
rigen Dirigenten=Jubiläums von Prof. Guſtav Wohlgemuth.
So=
liſtin Lotte Mäder=Wohlgemuth (Sopran).
20.30: Kabarett: Es wird gefeiert und wir gratulieren.
Danach:A. d. Eden=Hotel: Tanzmuſik. Kapelle Oscar Jooſt,
RAPIO CIRe Aunahl
Macder amhf
Fachmännische Ludwigsplatz Nr. 3
DHOTO Bedienungs
Tel. 2140. (210a
Weiterbericht.
An der Vorderſeite des kräftigen Tiefdruckgebietes über den
Briti=
ſchen Inſeln dringt nunmehr bei meiſt ſüdlichen Winden warme Luft
nach dem Feſtlande vor, die zu Temperaturanſtieg führt, ſo daß das
ſeit=
herige kalte Wetter beendet ſein dürfte. Mit der Zufuhr von Warmluft
iſt allerdings auch Aufzug von Bewölkung verbunden, und das über
England liegende Regengebiet wird öſtlich weiterwandern, ſo daß auch
bei uns mit dem Auftreten von Niederſchlägen zu rechnen iſt.
Ausſichten für Samstag, den 25. April: Weitere Erwärmung, dabei
ſtärkere Bewölkung aufkommend und einzelne Niederſchläge.
Ausſichten für Sonntag, den 26. April: Teils wolkig, teils aufheiternd,
vereinzelte Regenſchauer.
Nummer 114
Samstag, den 25. April
Die Arbeitsmarkkenkwicklung.
Geringe Saiſonentlaſtung. — Konjunkturelle Stagnation.
Die Arbeitsmarktentwickelung der letzten Wochen ſteht im Zeichen
der jahreszeitlichen Entlaſtung, die in dieſem Jahr durch die Ungunſt
der Witterung mit erheblicher Verzögerung eingeſetzt hat. Gegenwärtig
dürften es noch gut rund viereinhalb Millionen Arbeitnehmer ſein, die
aus dem Produktionsprozeß ausgeſchloſſen ſind. Zum Vergleich ſei
da=
ran erinnert, daß im gleichen Zeitpunkt des Vorjahres die Geſamtzahl
er Arbeitsloſen nur 2,89 Millionen betragen hat. Zu betonen iſt, wie
im Wochenbericht des Inſtituts für Konfunkturforſchung ausgeführt
wird, daß es ſich bei der jüngſten Belebung des Arbeitsmarktes
aus=
ſchließlich um eine ſaiſonmäßige Entlaſtung handelt. Die konjunkturelle
Lage am Arbeitsmarkt hat ſich nur inſofern verändert, als offenbar nun
die erſchreckend raſche Zunahme der konjunkturellen Arbeitsloſigkeit, wie
ſie noch in den letzten Monaten des verfloſſenen Jahres zu beobachten
war, einer gewiſſen Stagnation gewichen iſt, die aller Vorausſicht nach
keine weitere konjunkturelle Verſchlechterung mehr erwarten läßt. Die
Beſchäftigungsmöglichkeiten in den großen und wichtigen
Konjunktur=
gewerben haben ſich im großen Durchſchnitt im Verlauf der letzten
Mo=
nate nicht mehr vermindert. In der Schuhinduſtrie, in der Lederwaren=
und in der Porzellaninduſtrie hat ſich ſogar die Beſchäftigung etwas
ge=
hoben. Allerdings ſind dieſe Beſſerungserſcheinungen noch
außerordent=
lich gering; teilweiſe mag es ſich bei den genannten Induſtrien auch um
Saiſonbewegungen handeln, denen auch dieſe Induſtrien mehr oder
weni=
ger unterworfen ſind. In den wichtigſten Branchen der
Produktions=
güterinduſtrien, ſo vor allem in der Metallinduſtrie, der chemiſchen und
der Leder=Induſtrie iſt dagegen der Beſchäftigungsrückgang noch nicht
zum Stillſtand gekommen. Die Ausſichten auf eine baldige und kräftige
konjunkturelle Entlaſtung des Arebitsmarktes darf man nicht zu hoch
veranſchlagen. Denn es liegen noch keinerlei Anzeichen dafür vor, daß
ſich die induſtrielle Produktion in den nächſten Monaten weſentlich
aus=
dehnen wird. Und das allein wäre die Vorausſetzung für eine
Vermin=
derung der Arbeitsloſigkeit in den konjunkturabhängigen
Induſtrie=
zweigen.
Beſonders erſchwerend auf die Lage des Arbeitsmarktes wirkt
gegen=
wärtig die außerordentlich Droſſelung der Bautätigkeit. Eine gewiſſe
Entlaſtung des Arbeitsmarktes die freilich nicht überſchätzt werden darf,
wäre durch eine planmäßige Verkürzung der Arbeitszeit zu erreichen.
Bisher ſind auf dieſem Gebiete nur wenige Verſuche gemacht worden.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Maſchinenbauanſtalt Venuleth u. Ellenberger A G., Darmſtadt. In
der geſtrigen Generalverſammlung der Maſchinenbauanſtalt Venuleth
u. Ellenberger, Aktiengeſellſchaft, wurden die Regularien genehmigt und
die vorgeſchlagene Dividende von 10 Proz. einſtimmig gutgeheißen. Der
Verlauf des Geſchäftsjahres war in anbetracht der allgemeinen
wirt=
ſchaftlichen Lage durchaus zufriedenſtellend. Auch für das neue
Geſchäfts=
jahr werden die Ausſichten günſtig beurteilt.
Landwirtſchafts= und Gewerbekaffe Büdingen. Die Bilanz ſchließt
mit einem Reingewinn von 6076.55 RM. ab. Die Mitglieder 236, Geſ.
Haftſumme 486 000, der Umſatz 10 258 017 RM., die Dividende 10
Pro=
zent, die Reſerven zirka 26 400, die Geſchäftsguthaben 30 116 RM., die
Spareinlagen 345 759 RM. Die Giroverbindlichkeiten aus
weitergeleite=
ten Wechſeln werden mit 64 965,77 RM. angegeben.
Süddeutſche Zündholz A.G. Bei 3,815 Mill., RM. Verkaufs= und
ſonſtigen Erträgniſſen beanſpruchten Herſtellungskoſten, Verkaufs= und
ſonſtige Speſen 3,326 Mill. RM., ſo daß der Verluſtvortrag von 204 585
RM. getilgt und darüber hinaus noch 284 116 RM. Gewinn erzielt
wur=
den. Bei 528 982 RM. Kreditoren und dem Aktienkapital von 5,0 Mill.
RM. ſind die Immobilien und Maſchinen mit 5,481 Mill.,
Rohmateri=
alien, Fertigwaren uſw. mit 197 346 RM. und Debitoren mit 129 45
RM. aktiviert. Die Geſellſchaft gehört bekanntlich als ſüddeutſche
Pro=
duktionsgeſellſchaft dem Zündholzkonzern an.
Broduktenberichke.
Ah. Binger Weinverſteigerungen. Am 4. Tage der Binger
Wein=
verſteigerungen handelte es ſich bei den 52 Nummern mit Ausnahme der
1930er, die verbeſſert ſind, um naturreine Gewächſe. Es erlöſte das K.=
Rat P. A. Ohlerſche Weingut (Hch. J. B. Ohler), Bingen, für 8
Halb=
ſtück 1928er Binger und Bingen=Büdesheimer 330—380 durchſchnittlich
360 Mark; 13 Halbſtück 1929er Binger, Bingen=Büdesheimer und
Ocken=
heimer 390—840, ein Viertelſtück 270, durchſchnittlich je Halbſtück 510
Mark; das Weingut J B. Schneider Erben, Bingen, für 13 Halbſtück
1929er Binger, Bingen=Büdesheimer und Kempter 480—930 Mk.
durch=
ſchnittlich 645 Mk.; das Weingur Emil Michel, Kempten b. B., für zwei
Halbſtück 1930er Kempter je 310 Mark, fünf Halbſtück 192der Kempter
und Binger 400—530, durchſchnittlich 475 Mark. — Geſamtergebnis des
vierten Verſteigerungstages 21 210 Mark.
Vom Rohhäutemarkt. Die Rohhäutemärkte brachten gegenüber der
Vorwoche keine Aenderung in der Tendenz. Die Frankfurter
Häute=
auktion war gut beſucht, doch blieben die Käufer in den Angeboten ſehr
vorſichtig. Kalbfelle bis zu 9 Pfund und drüber, ſowohl in rot, wie in
ſchwarz erzielten etwas höhere Preiſe als im Vormonat, auch leichte
Großviehhäute bis zu 29 Pfund waren ebenfalls etwas feſter, wogegen
Großviehhäute über 29 Pfund ſchwächer als im Vormonat lagen.
Berliner Produktenbericht vom 24. April. Bei der gegenwärtigen
Abhängigkeit der deutſchen Getreidewirtſchaft von der Politik, reagierte
der hieſige Produktenmarkt auf die Vertagung der
Reichskabinetts=
beratungen auf Samstag mit einer merklichen Beruhigung, zumal man
noch keineswegs klar ſieht, ob überhaupt einſchneidende Maßnahmen
be=
ſchloſſen werden. Im handelsrechtlichen Lieferungsgeſchäft machte ſich
nach den geſtrigen Rückgängen eine Erholung geltend, die
Preisbeſſerun=
gen im Ausmaße von etwa 1 Mark zur Folge hatten und von der
Brotgetreide und Hafer gleichmäßig profitierten. Am Promptmarkte
bleibt die Umſatztätigkeit gering, da einerſeits das Inlandsangebot ſich
kaum nennenswert verändert hat, andererſeits die Nachfrage auch keine
Belebung erfahren hat. Die Preiſe waren für beide Brotgetreidearter
gut behauptet, allerdings geſtaltet ſich der Abſatz von Weizen recht
ſchlep=
pend, während für Roggen die ſchwach verſorgten Provinzmühlen nach
wie vor Käufer ſind. Weizen= und Roggenmehle werden zu wenig
ver=
änderten Preiſen nur für den laufenden Bedarf gekauft, Hafer und
Gerſte liegen ruhig, aber ſtetig.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 24. April
Getreide. Weizen: Mai 8238, Juli 61,50, September 61,25
Dezember 658; Mais: Mai 58½, Juli 59½, September 59¾, D
zember 52,75; Hafer: Mai 28,50, Juli 29, September 29½, De
zember 31,75; Roggen: Mai 35½, Juli 37½, September 39½.
Schmalz: Mai 8,30, Juli 8,45, Sept. 8,62½, Okt. 8.57½.
Speck, loco 9,50.
Schweine: Leichte 7.15—7,35, ſchwere 6,35—6,65; Schwein
zufuhren in Chicago 18 000, im Weſten 69 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 24. Apri
Schmalz: Prima Weſtern 9,00; Talg, extra loſe 4½.
Getreide. Weizen: Rotwinter 93,25: Mais: loco New Yo
71½: Mehl: ſpring wheat clears 4,05—4,50; Getreidefracht ne
England 1,6—2,3 sh, nach dem Kontinent 8—8½ C.
Kakao: Tendenz ſtetig, Umſätze 5½, Loconotiz 80; Mai 5,1
Juli 5,33, September 5,49, Oktober 5,57, Dezember 5,69, Janu
1932 5,75, März 5,89.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metalltermine vom 24. April ſtellten ſich für
Kupfer: April 81 (82) Mai 81 (81.75), Juni 81,50 (82), Juli
83 50 (83,75), Auguſt, 83,50 (84,25). September 84 (84,50),
Ok=
tober 84,25 (84,75),, November, Dezember 84,50 (84,75). Januar
84,50 (85) Februar, März 84,75 (85). Tendenz: ſtetig. Für
Blei: Apkil 23,25 (24), Mai 23,50 (24), Juni 23,75 (24,25),
Juli 23,25 (24,25), Auguſt, September 24 (24,25), Oktober,
No=
vember, Dezember, Januar 24 (24,25), Februar 24,25 (24,50),
März 24 (24,50). Tendenz luſtlos. Für Zink: April 21 (23),
Mai 21,75 (22.50), Juni 22 (23), Juli 22,25 (22,75). Auguſt 22,50
(23) September 22,75 (23,50), Oktober 23 (23,75) November
23,25 (24), Dezember 23,50 (24), Januar 23,75 (24,50) Februar
24 (24,50), März 24.50 (24,50). Tendenz: luſtlos. — Die erſten
Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Die Metallnotierungen in Berlin am 24. April ſtellten ſich
für je 100 Kg. für Elektrolytkupfer prompt eif Hamburg Bremen
oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die Dt.
Elek=
trolytkupfernotiz) auf 93,50 RM. Die Notierungen der
Kom=
miſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
ver=
ſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und
Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium. 98 bis 99
Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 170 RM.,
des=
gleichen in Walz= oder Drahtbarren 99 Prozent, 174 RM.,
Rein=
nickel, 98 bis 99 Prozent, 350 RM., Antimon=Regulus 51—53
RM., Feinſilber (1 Kg. fein) 39,50—41,50 RM.
Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 24. April.
Unter dem Einfluß der gebeſſerten Auslandsbörſen und einigen
kleinen Käufen der Kundſchaft eröffnete die heutige Börſe in
freund=
licher Haltung. Da auch die Spekulation im Hinblick auf den
bevor=
ſtehenden Ultimo zu einigen Deckungen ſchritt, ergaben ſich gegenüber
der geſtrigen Abendbörſe überwiegend Kursbeſſerungen bis zu 1
Pro=
zent. Der neueſte Wochenbericht des Inſtituts für Konjunkturforſchung
vurde zwar etwas beachtet, machte jedoch nur geringen Eindruck. Etwas
mehr gebeſſert eröffneten Kunſtſeideaktien, von denen Aku 2,5 Prozent
und Bemberg 3 Prozent anzogen. Am Chemiemarkt lagen J. G. Farben
um 1 Prozent, Rütgerswerke und Goldſchmidt um je 1,25 Prozent
er=
höht. Am Elektromarkt war das Geſchäft gegenüber den anderen
Markt=
gebieten zwar etwas lebhafter, doch ergaben ſich kursmäßig mit
Aus=
nahme von Siemens, die 2 Prozent gewannen, kaum Veränderungen.
Am Anleihemarkt zogen Neubeſitz um 0,2 Prozent an. Schutzgebiete
gut gehalten. Von Ausländern Mexikaner behauptet. Pfandbriefe
ruhig und kaum verändert. Reichsſchuldbuchforderungen 0,5 Prozent
höher.
Im Verlaufe wurde das Geſchäft nach Erledigung der Kundenorders
merklich ruhiger und die Kurſe bröckelten verſchiedentlich leicht ab. Die
Stimmung blieb durchaus freundlich. Mehr Intereſſe wandte ſich den
anfangs vernachläſſigten Montanwerten zu, von denen Mannesmann
zu=
nächſt 2 Prozent und ſpäter erneut 1 Prozent gewannen. Auch die
üb=
rigen Aktien dieſes Marktes lagen um 1 Prozent gebeſſert. Am
Geld=
markt machte ſich leichte Nachfrage bemerkbar; der Satz wurde daher auf
3,75 Prozent erhöht, doch blieb die Geſchmtlage ziemlich leicht. Am
Deviſenmarkt lag das Pfund in Nachwirkung der ermäßigten New
Yor=
ker Bankakzepte weiter feſt. Auch die Befeſtigung der Reichsmark gegen
Dollar machte Fortſchritte. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1976,
gegen Pfunde 2,41½. Von Uſancen lag Paris ſchwächer, dagegen
konnte ſich Madrid wieder etwas befeſtigen. London-New York 4,8633,
Paris 124,36. Mailand 92,86, Madrid 48,25, Schweiz 25,23, Holland
1208 /8.
Die Abendbörſe verlief vollkommen ſtill, da Orders kaum
vor=
handen waren. Die wenigen genannten Kurſe waren meiſt behauptet,
teilweiſe etwas freundlicher. Deutſche Linol., die am Schluſſe der
Mit=
tagsbörſe bis 91,75 Prozent gedrückt waren, erholten ſich um 0,75 Proz.
Kunſtſeideaktien waren zu höheren Kurſen geſucht im Hinblick auf die
Quoteneinigung bei den Konventionsverhandlungen. Auch J. G.
Far=
ben 0,5 Prozent höher. Im Verlaufe blieb die Börſe gut behauptet.
Farben ſchloſſen 151. Von Kurſen ſind zu nennen: Deutſche 1371/8
Danat 137½, Dresdner 107½, Gelſenkirchen 80. Mannesmann 79,
Stahl=
verein 57½, Siemens 177½, AEG. 110. Geffürel 128, Nordlloyd 641/2,
Aku 893.
Berlin, 24. April.
Die heutige Börſe eröffnete in ausgeſprochen freundlicher
Stim=
mung. Die beginnende Beſſerung in New York löſte bereits im
Vormit=
tagsverkehr und an der Vorbörſe Befriedigung aus, ſo daß man ſchon
zu dieſer Zeit höhere Kurſe taxierte. Die Spekulation nahm teils aus
ſtimmungsmäßigen Gründen, teils im Hinblick auf den Ultimo
Deckun=
gen vor ,die bei dem faſt völlig fehlenden Angebot zu mehrprozentigen
Kursbeſſerungen führten. Die unveränderte New Yorker Diskontrate
wurde zur Kenntnis genommen, ohne daß ſich tendenzmäßige Folgen
er=
gaben, denn man hatte nur ganz vereinzelt ſchon für dieſe Woche mit
einer Ermäßigung gerechnet. Das Anfangsniveau lag vielfach noch über
den vorbörslichen Schätzungen. Als ſtärker gebeſſert waren Ilſe,
Rhei=
niſche Braunkohlen, Bemberg, Aku und Schultheiß zu erwähnen, die bis
zu 4,25 Prozent gewannen. Svenska zogen um weitere 10 Mark an
Im Verlaufe blieb die Stimmung bei allerdings ſehr ruhigem Geſchäft
freundlich, die Schwankungen betrugen nur Bruchteile eines Prozentes.
Lediglich Mannesmann und Muag waren ſtärker gefragt. Anleihen gut
gehalten.
Weikere Zunahme der Wohlfahriserwerbsloſen
in Preußen.
Nach der Erhebung des Preußiſchen Statiſtiſchen Landesamtes vom
31. März d. J., ſind in Preußen 687 678 vom Arbeitsamt anerkannte
Wohlfahrtserwerbsloſe bei den Bezirksfürſorgeverbänden gezählt
wor=
den gegenüber 665 108 am Ende des Vormonats. Die Zunahme im März
beläuft ſich demnach auf 22 570 Wohlfahrtserwerbsloſe und erreicht
ſo=
mit faſt wieder die Höhe des Februar=Zuwachſes (25 470). Die Urſache
des erneuten Anſteigens der Wohlfahrtserwerbsloſenziffer dürfte
über=
wiegend darin liegen, daß die Auslauffriſt für Kriſenunterſtützte mit
ſogenannter kurzer Anwartſchaft am 28. März abgelaufen iſt. Seit Ende
1930 ergibt ſich eine Zunahme von 240 475 Wohlfahrtserwerbsloſen oder
53,5 v.H. Durchſchnittlich entfallen im Staat nunmehr 18
Wohlfahrts=
erwerbsloſe auf 1000 Einwohner. Berückſichtigt man ferner die am
letzten Stichtag unterſtützten 20 067 vom Arbeitsamt nicht anerkannten
Wohlfahrtserwerbsloſen, bei denen zumeiſt die Anerkennung nur am
Stichtag noch nicht ausgeſprochen geweſen iſt, ſo beträgt die Geſamtzahl
der in Preußen Ende März von den Bezirksfürſorgeverbänden bzw.
Gemeinden laufend unterſtützten Wohlfahrtserwerbsloſen rd. 708 000.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft” ſtellte ſich am 22. April
auf 71,8 gegen 73,5 am 15. April d. Js. (Durchſchnitt 1909—13: 100),
fiel alſo um 2,3 Proz.
Auf Anordnung des Reichsminiſters für Ernährung und
Landwirt=
ſchaft findet am 1. Juni 1931 die nächſte Zählung der Schweine und der
nichtbeſchaupflichtigen Hausſchlachtungen an Schweinen für die Zeit vom
1. März 1931 bis 31. Mai 1931 ſtatt.
Im Einvernehmen mit dem Betriebsrat hat die Direktion der Eiſen=
und Stahlwerke Singen A.G. beſchloſſen, die Arbeitszeit auf drei Tage
in der Woche zu kürzen. Von der neuen Maßnahme werden etwa 1400
Arbeiter betroffen. Man hofft, dadurch die Entlaſſung von weiteren
300 Arbeitern verhindern zu können, nachdem ſeit Mitte letzten Jahres
ungefähr 900 Arbeiter entlaſſen worden ſind.
Die G.V. der Aktienziegelei Bayreuth beſchloß die Ausſchüttung
einer Dividende von 2 Proz. aus dem im Geſchäftsjahr 1930 erzielten
Reingewinn von 6785 RM. Auf neue Rechnung werden 3185 RM.
vorgetragen. Infolge der eingeſchränkten Bautätigkeit konnte das
vor=
jährige Ergebnis nicht erreicht werden.
Die der J. G. Farben=Induſtrie A. G., Frankfurt a. M. naheſtehende
Chemiſche Fabrik Durand u. Huguenin A. G. in Baſel wird für das
Ge=
ſchäftsjahr 1930 wieder eine 18proz. Dividende auf ein A.K. von zwei
Millionen Schweiz. Fr. verteilen.
Die Frankfurter Futterſtoffe= und Schneiderartikelfirma H. Encke iſt
in Zahlungsſchwierigkeiten geraten und ſtrebt einen Vergleich an. Nach
dem Status belaufen ſich die Aktiven auf 72300 RM., denen Paſſiven
in Höhe von 107 600 RM. gegenüberſtehen. Die freie Aktivmaſſe
be=
trägt 60 000 RM. Am 27. April findet eine Gläubigerverſammlung
ſtatt.
Ein der Gläubigerverfammlung der Louis Spier, Frankfurt a M.,
vorgelegter neuer Status beziffert die Paſſiven mit rund 550 000 RM.
gegenüber 280 000 RM. Aktiven. Das Grundſtück abzüglich Hypotheken
iſt mit 155000 RM., die Warenvorräte mit 112000 RM. beziffert.
Be=
vorrechtigte Forderungen ſind innerhalb der Verpflichtungen mit 139000
RM. angegeben. Ein Gläubigerausſchuß ſoll die Möglichkeit eines
außergerichtlichen Vergleichs prüfen.
Das Silinwerk von Baerle u. Co. hat ſeinen Sitz von Worms nach
Gernsheim verlegt, ſo daß in Worms nur eine Zweigniederlaſſung
ver=
bleibt. Gegenſtand des Unternehmens iſt in der Hauptſache die
Aus=
arbeitung und die Verwertung des Verfahrens zur Herſtellung
wetter=
feſter Farbenanſtriche.
Vor dem Schlichter für Südweſtdeutſchland kam im Lohnſtreit der
chemiſchen Induſtrie, Tarifgebiet Baden=Pfalz, zweiſchen den Parteien
eine Vereinbarung zuſtande, wonach die Löhne um 5 b.H. geſenkt werden.
Das neue Abkommen gilt bis zum 30. November 1932.
Am Samstag wird der Dampfer „Bremen” in Cherbourg eine
Gold=
ſendung im Werte von 6,5 Millionen Dollar für Rechnung der New=
Yorker Filiale der Bank Lazard Freres an Bord nehmen. Da am gleichen
Tage 6 Millionen Dollar Gold für die Guarantee Truſt Cy abgehen
und eine weitere Goldſendung von 3,5 Millionen Dollar für Lazard
Freres bereits unterwegs iſt, beläuft ſich die geſamte Goldausfuhr
Frank=
reichs nach den Vereinigten Staaten in den letzten Tagen auf 16
Millio=
nen Dollar.
Berliner Kursbericht
vom 24. April 1931
Deviſenmarkt
vom 24. April 1931
Me H ch
Danatbank . . . . . . . 138.—
Deutſche Bank u
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
J. P. Bemberg 104.50
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas 11.36.75
Deutſche Erdöl
107.—
106.50
63.75
88.50
64.75
111.50
80.375
90.375
49.—
121.—
76.25
Meee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali l245.— e.
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerk
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke / 44.—
Lindes Eismaſch. 160.—
VogelTelegr. Drah
Wanderer=Werle
Vee
T6.625
118.50
116.—
57.875
161.50ex
68.—
25.—
48.75
115.—
44.50
59.—
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofig.
Holland
Lslo
Kopenhagen
Stodholm
London.
Buenos=Aire
Belgien
Italien
Paris
Die
10.57
59.09
12.441
73.27
3.04
168.8
112 4
112.47
112.37/ 112.59
20.43
1.36
4.202*
16 393/ 16.433
100 Drachm 5. 437 E.447 Iſtambu 1 türk. 2 Kairo
ägypt. 4 20.91 2C.25
Kanada lcanad. Doll 4. 192 4.200 Uruguay Goldpeſo 2.767 2.773 Nsland 1100 isl. Kr. 92.0: 92.21 Tallinn (Eſtl.) 100 eſtl. K1. 111.6e 17i.c8
Riga 100 Lats 80.7 70.22
Frankfurter Kursbericht vom 24. April 1931.
70 Dtſch Reichsanl,
6%
—
5½%Intern.,
6% Baden ..."
8% Bahern..
5%
8½ Heſſen v. 281 92.5
88 „
v. 29
% Preuß. Staat
8½ Sachſen.
6%
„.
720 Thüringen.
dtſche. Anl.
Auslo=
ſunsſch. +1/,
Ab=
löſungsanl.
Otſche. Anl. Ablö
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe .
—
80 Aachen v. 29
8% Baden=Baden.
6% Berlin ......
8% Darmſtadt v. 26
v. 28
796 Dresden.
8% Frankfurt a.M
v. 2
60
o. 26
89 Mainz
8% Mannheim v. 26
6%
„ v. 27
8% München.
8% Nürnberg.
8% Wiesbaden
8% Heiſ. Landesbt.
8% Goldoblig,/ 96.5
4½% Heſſ. Lds.=
Hyp.=Bk.=Liquid.
4370 Kom.=Obl.
8% Preuß. Lbs.
pfbr.=Anſt. G. Pf. /100.5
88 „Solbobligl
100.1
84.75
76.5
80.25
100.2
81.75
96.25
96½=
99.75
80
87.25
58.1
6.25
92.5
911/g
84.9
99
90
79.25
24.25
96.5
100.5
95.25
91
85.25
B.
8% Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl./ 97.25
8% Kaſſeler Land
kredit Goldpfbr. . 1100
7% Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr.
83 Naſ. Lamdesbl.
4½% „ Liqu. Obl
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
FAuslSer. I
„ „ Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)..
—
8% Berl. Shp. BI.
5 „Liqu.=Pfbr
8% Frkf. Hyp.=B1
4½2 Lig. Pfbr
80,
Pfbr.=B
„ Liau
z Mein.bhp.=B.
„ Lig. Pfbr.
Pfälz. Hhp.=B!
„ Lig. Pfbr.
Preuß.
Boden=
cred.=Bank
„Lig. Pfbr.
Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bant
4½% — Lia. Pfbr
18% Rhein. Syp. B
½% „Lig. Pſbr.
% Rhein.=Weſtf.,
Bd.=Credit... ..
80 Südd. Bod.
Cred.=Banl ....
½% „ Lig. Bfbr.
95
86
100.25
95
86.75
92.25
57
75
11
100
37
91.5
101.25
87.5
92
101.25
97.5
93.4
102.25
92.75
935/,
101.5
93.25
101
91.25
101.25
97.25
C2/,
101
100.25
95.5
92.5
8% Würt. Hyp.=B.,
60 Daimler=Benz
96 Dt. Linol. Werk
6 Klöckner=Werle
Mainkrw. v. 26
Mitteld. Stahl.
O7 Salzmann u. Co
7% Ver. Stahlwerke
8% Voigt &Häffne=
—
J. G. Farben Bond=
5% Bosn. L.E.B
L. Inveſt.
V Bulg. Tah.v.02
½% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
1½vereinh. Rumün
4½%
6 Türk. Admin.
1. Bagdad
Zollanl.
26 Ungarn 1913
1924
Goldr
1910
Aktien
Rlg. Kunſtziide UInie
A. E. G. ........."
AndregeNoris Zahr
Aſchaffba. Brauere
Zellſtol
Bemberg, J. P....
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen.
Cement Heidelberg
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſel
Chem.Werke Albert
Chade
....
Contin. Gummiw
„ Linoleum
Daimler=Benz ...
100.25
75
98
90.75
96.5
881I
86.75
86.6
96
102.25
20.5
20
28.25
38.5
23.1
—
15.15
6.85
18.5
162/,
90.5
110
101
128.5
83.5
104.5
68
80
181.75
120
94.5
A.ß
Dt. Atl. Telegr
„Erdöl ......"
Gold=u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
Eiſenhandel..
Dhckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk.
EßlingenMaſchiner
Ettlingen Spinnerei
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter
Felt. & Guilleaume
Frankf Gas: Lia.
„ Hof....."
elſenk. Bergwerk
Geſ. f.eleltr. Untern.
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Haienmühle Frit
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger. Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufſerm.
Hirſch Kupfer.
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phi
Flſe Bergb. Stamn
Eenüſſel
Junghans
Kali Chemie
Aſchersleben",
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R... .
Klein, Schanzlin".
Klöcknerwerke
Knorr C. H.
Lahme Co.
Laurahütte
Lech, Augsburg ..
102.5
76.5
136
96.25
Nr
98
—
126.25
204.25
35
100.5
151.6
119
35
81.5
49.5
39.5
179.5
09
72
85
82
103.25
08
30
112
157
59.1
0
161.5
Löwenbr. Münch).
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. . .
Mannesm.= Röhren
Mansfeld Berg.
Metallge). Frankf.
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſel
Tberbedar;
Phönix Bergbau
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen ..
Elektr. Stamm
Metallwaren.
Stahlwerke . . .
Riebed Montan..
Roeder Gebr.
Rütgerswerie
Sachtleben 9. C...
Salzbetſurtk Kal
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm, Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Eleitr. ..
Schwarz=Storchen
Siem. Glasinduſtr
Siemen & & Halsfe.
Südd. Immobilien
Bucker=A. G.
Svenska Tändſtic.*
Tellu& Bergbau.
Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard
Tucher=Brauere.
Unterfran ler
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind
Stahlwerke
Strohſtoffabr.
„ Ultramarin ..."
174
39.25
13
124.5
3.25
71
40
41
63
80
120.5
89
145
242
180
189
48
143
26.5
ARZ
25
129
102
18
60.25
132
134
Vogtlünd. Maſchin.
Voigt & Haeffner
Wayß 4 Freytag. 38
Wegelin Rußfabrik! 39
Weſteregeln Kali. . 163
Zellſtoff=Verein
„ Waldhof...."
Memel"
163
65
Allg. Dt. Creditanſt. / 92
Badiſche Bant. . . . 141
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBanlverein
Baher. Cyp. u. W./ 130
Zerl. Handelsgeſ.
„ Shpothelbt. 213
Tomm. u. Privatb. 118.5
Darmſt. u. Nat.=Bk. 137.5
Dt. Banl und Disc. 106.5
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Bank
Frankf. Bank
„ Hhp.=Bant .
„ Pſdbr.=B1..
Mein. Hyp. Bank
Oſt. Creditanſtalt
Pfälz. Hhp.=Bank
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Hhp.=Bank.
Südd. Bod.=Cr. Bf.
Wiener Banlverein!
Württb Notenban.
94.5
107.25
95
160.5
160.5
26.55
134.5
168.5
137
137.25
Ja
A.-G. ſ. Verlehrsw. 68
Allg. Lokalb. Kraftw 127.5
79% Dt. Reichsb. Vzgl
Hapag ....
Nordd. Lloyd.
Südd. Eiſenb.=Ge
9325
65
66
89
Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung .. . 195
„ „ Verein. Verſ. 225
FrankonaRück=u. M
Mannh. Verlich ..! 34
Otavi Minen
Schanzung Handelsl 2
Nummer 114
Samstag, den 25. April 1931
Seite 15
Sauia woind anttitt.
2
Roman von Alexandra von Boſſe.
Copyright 1930 by Karl Köhler u. Co., Berlin=Zehlendorf.
Wie kühl es auch in dem großen Speiſeſaal war, die Stim= auf den weiten Kiesplatz hinab, den Raſenſtücke umſäumten und
mung darin war ſchwül. Gewitterluft. Die Unterhaltung, die der von alten Platanen und Steineichen überſchattet wurde.
ſich um Politik drehte, wurde von den Herren allein beſtritten.
Zuweilen warf Marcheſina Roſanna ein Wort mit ein, äußerte einer der Herren dazu, aber oft erſchienen Gäſte aus Rom oder
ihre Meinung, die aber ſtets mit der ihres Bruders überein= fanden ſich aus einer der benachbarten Villen in Frascati, aus
ſtimmte. Flavia, die an der Seite ihres Vaters und ihr gegen= Albano oder Genzano zum Tee ein. Heute blieben die Damen
überſaß, blieb ſtumm, Frau Gabriella war während der Mahl= Roccaferri unter ſich, es waren keine Gäſte gekommen. Soeben
zeiten ſtets ſchweigſam, wie auch ihre beiden Töchterchen, die kaum hatte Flavia ſich von Annina eine zweite Taſſe Tee einſchenken
wagten, ihre großen, dunklen Augen aufzuſchlagen.
Lautlos bedienten die beiden jungen Diener, Romeo und Lio= kam und in aufgeregtem Flüſterton meldete, der Herr Marcheſe
nardo, hörten dabei aufmerkſam dem Geſpräch zu; denn der ita= wünſche die Marcheſina Flavia ſogleich zu ſprechen und erwarte
lienſche Bediente iſt durchaus nicht die teilnamsloſe Maſchine, wie ſie in ſeinem Arbeitszimmer.
ſie etwa der engliſche iſt oder ſcheinen will.
Aber das Geſpräch ſchleppte ſich hin. Auch Oreſte Bronchi
blieb einſilbig. Er überlegte, wie er es anſtellen ſollte, Tocelli Unterredung handeln würde. Wie konnte ihm oder einem der
aus Valcena zu vertreiben, ohne ihn zu kränken, wie Flavia es anderen Bedienten entgangen ſein, daß Kavalier Tocelli ſich um
wünſchte. Was ſollte er ihm ſagen, das ihn veranlaſſen konnte, die Marcheſina bewarb? Ebenſowenig war es ihnen verborgen
von ſeiner Werbung um Flavia abzuſtehen? Sollte er ihm an= geblieben, daß ſie ihm nicht geneigt war, dafür aber der Marcheſe
vertrauen, daß Flavia geſchworen habe, einen ihr aufgezwungenen, ihn begünſtigte. Romeos Erregung ließ erkennen, daß die
kom=
ungeliebten Gatten zu töten, ehe ſie ſich ſeiner Umarmung über= menden Ereigniſſe ihn nicht teilnahmslos ließen, was er gar nicht
liefern mußte? Dickwänſte, überlegte er, ſind meiſtens feig und zu verbergen ſuchte.
um ihr Leben beſorgt. Vor allem mußte er Gelegenheit finden,
noch heute Tocelli allein zu ſprechen. In dieſem Augenblick ſagte tes die Terraſſe, um ſich zu ihrem Vater zu begeben. Beſorgt
Tocelli, daß er gleich nach der Mahlzeit nach Rom fahren müſſe, blickten Frau Gabriella, Annina und Jolanta ihr nach, doch
Mar=
wo er eine wichtige Beſprechung zu erledigen habe. Sein Auto cheſina Roſannas Bild ſprühte höhniſche Befriedigung, weil ſie
warte bereits, und vor Nacht werde er kaum zurückkommen. So= wußte, daß ihre Nichte einer nicht angenehmen Stunde
entgegen=
fort war Bronchis Entſchluß gefaßt, und freundlich fragte er, ob ging,
Tocelli ihn mitnehmen wolle, da er in Rom geſchäftlich zu tun
habe. In dem gleichen freundlichen Ton ſtimmte Tocelli zu. Es Renaiſſanceſeſſel vor ſeinem großen Schreibtiſch und rauchte eine
war ihm angenehm, daß Bronchi während ſeiner Abweſenheit nicht dicke Zigarre, als Flavia hereinkam. Leichte blaue Wölkchen
in Valcena bleiben würde.
Nach der Mittagsmahlzeit zogen die Damen ſich ſtets ſofort in heitlich aus ſchönſten echten Möbelſtücken aus der Zeit der
Re=
ihre Zimmer zurück, um während der heißeſten Zeit des Tages zu naiſſance beſtand. Allein der Schreibtiſch war modern, ein
nüch=
tuhen und erſt zur Teeſtunde ſich in dem großen Gartenſaal wieder terner, viereckiger, ſogenannter Diplomat, deſſen Platte mit
zuſammenzufinden. Dieſer lag zu ebener Erde, und man konnte dunkelrotem Tuch bezogen war.
von ihm aus direkt über eine niedere Terraſſe in den Garten
ge=
langen. Große Glastüren öffneten ſich auf die ſehr breite Ter= ſich auf einen neben dem Schreibtiſch ſtehenden Seſſel zu ſetzen.
raſſe, auf der Tiſche und bequeme Korbſeſſel ſtanden und wo im Marcheſe. Roccaferri war nicht ganz behaglich zumute, und er
Schatten orangegelber Markiſen des Nachmittags meiſt der Tee vermied es, ſeine Tochter anzuſehen, weil der ruhige und
ent=
eingenommen wurde. Einige Stufen führten von der Terraſſe ſchloſſene Ausdruck ihrer Augen ihn beunruhigte. Sie waren ſo
(Rachdruck verboten.)
Die Damen blieben zur Teeſtunde meiſt allein, ſelten kam
laſſen, als Romeo mit beſtürztem Geſicht auf die Terraſſe heraus=
Romeo wußte, um was allein es ſich bei dieſer bevorſtehenden
Flavia ſagte kein Wort, erhob ſich und verließ ruhigen Schrit=
Der Marcheſe Ruggiero Roccaferri ſaß in einem prachtvollen
ſchwebten in dem großen ſchönen Raum, deſſen Einrichtung ein=
Der Marcheſe machte eine Handbewegung, die Flavia einlud,
Miſchkaffee?
Ja — aber nur mit
AS
Cubcc.
Dann ſchmeckt en!
ſchön, dieſe graubraunen Augen. In ihrer Iris ſpiegelten ſich die
Farben der jeweiligen Umgebung, ſo daß ſie unter freiem
Him=
mel blau erſchienen, grünlich im Schatten der Bäume, und
dun=
kel, faſt ſchwarz, in geſchloſſenem Raum. Es waren Augen, die
ſanft und ſtolz zugleich blickten, genau wie die Augen von Flavias
ſeliger Mutter, die er ſo ſehr geliebt hatte.
Er unterdrückte einen Seufzer und räuſperte ſich dafür
ener=
giſch. Er wußte, heute würde es auf Biegen oder Brechen gehen.
Er war feſt entſchloſſen, ſeinen Willen durchzuſetzen und ein für
allemal Flavias Launen ein Ziel zu ſetzen. Aber er wußte auch,
daß Flavia nicht eine Natur war, deren Wille leicht zu biegen
ſein würde, alſo mußte er gebrochen werden.
Die Unterredung zwiſchen Vater und Tochter dauerte nicht
lange. Dem entſchiedenen und unbeugſamen Nein gegenüber
ver=
mochten des Marcheſe Argumente und Drohungen nichts
auszu=
richten. Im Vorzimmer ſtand Romeo und horchte. Er hatte
Be=
fehl, im Vorzimmer zu bleiben, wenn ſein Herr ſich im
Arbeits=
zimmer befand, um auf Ruf gleich zur Stelle zu ſein. Worte
konnte er nicht verſtehen, dazu war die eichene Tür zu dick und
noch ein Teppich davor, aber er hörte die Stimme des Marcheſe
ſich mehr und mehr heben, immer lauter wurde ſie, donnernd. Er
pflegte immer zu donnern, wenn er einſchüchtern wollte, um
ſei=
nen Willen durchzuſetzen. Aber es war fraglich, ob Marcheſina
Flavia ſich dadurch würde einſchüchtern laſſen.
Es folgte dann eine beängſtigende Stille, dann öffnete ſich
die Tür, und Marcheſina Flavia kam heraus. Ein wenig bleich
war ſie wohl, aber weder verweint, noch beſonders erregt. Ganz
gelaſſen durchſchritt ſie das Vorzimmer. Nein, ſie hatte ſich nicht
einſchüchtern laſſen, ſie hatte ſich dem Willen ihres Vaters nicht
gefügt.
(Fortſetzung folgt.)
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