Einzelnummer 15 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landesbauptſtadt
Wöchentliche iAuſkrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämticher mit * verſehenen Original=Aluffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 108
Sonntag, den 19. April 1931.
194. Jahrgang
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(4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw erliſcht
ſede Verpſiſchtung auf Erfüllung der
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aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung ſälli ſeder
Nabatt weg. Bankionto Deutſche Bank und Darm=
(ädter und Natſonalbani.
verſteift ſich Briand auf ſein Gegenproiekt mit dem Hinkergedanken, die praktiſche Durchführung
der Zollunion zu vereikeln. — Wirtſchaffliche Unvernunft in Frankreich.
Eine bemerkenswerke Feſtſtellung
der engliſchen Kronjuriſten.
London, 18. April.
Wie verlautet, haben die engliſchen Kronjuriſten, die von
Henderſon am 30. März angekündigte Unterſuchung über die
Be=
ziehungen zwiſchen dem deutſch=öſterreichiſchen Zollabkommen
und den beſtehenden Verträgen im Genfer Protokoll vom Jahre
1922, zum Abſchluß gebracht.
In einer Denkſchrift ſollen die Kronjuriſten feſtgeſtellt haben,
daß der Vertrag nicht gegen die beſtehenden anderweitigen
inter=
nationalen Abmachungen verſtößt.
Deutſchland hälk an der Zollunion ſeſt.
Berlin, 18. April.
Wie von zuſtändiger Stelle mitgeteilt wird, hat die deutſche
Megierung bislang von franzöſiſcher Seite keinerlei Andeutungen
füber den Inhalt des Briandſchen Gegenplanes erhalten. Die in
werſchiedenen Blättern verbreiteten Behauptungen, der Briandſche
PPlan habe in Deutſchland, und insbeſondere bei Außenminiſter
Nurtius ſtarke Beſorgniſſe aufkommen laſſen, werden als völlig
werfehlt bezeichnet. Deutſchland begrüße jede von der anderen
Seite entfaltete Aktivität, die zu poſitiven Ergebniſſen führen
ſkönne. Jeder Gegenplan werde ſelbſtverſtändlich auf ſeine
DDurchführbarkeit hin von deutſcher Seite geprüft werden.
Trotz=
wem laſſe ſich Deutſchland in keiner Weiſe von dem Plan einer
weutſch=öſterreichiſchen Zollunion abbringen.
Briands Pläne
gegen die Zollunion.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 18. April.
Die Auseinderſetzung über die Zollunion —
ſſo wird hier behauptet — wird in der Hauptſache
n der Studienkommiſſion des
paneuropä=
ſchen Comités vor ſich gehen. In Paris
verbreitet man jetzt eine optimiſtiſchere Auffaſſung über die
Ausſichten einer Einigung. Briand wird dieſem Comité, das
um 15. Mai ſeine Arbeit beginnt, ſein vielbeſprochenes und doch
ſo geheimnisvollen Gegenprojekt unterbreiten.
Das paneuropäiſche Comité eignet ſich durch ſeinen elaſtiſchen
lund unſicheren Charakter eher zu den Verhandlungen als der
Völkerbund ſelbſt. Das franzöſiſche Projekt ſoll, wie aus den
Rreiſen, die dem franzöſiſchen Außenminiſter naheſtehen,
ver=
autet, eine ſehr geeignete Verhandlungsbaſis darſtellen. Und
wie franzöſiſche Preſſe behauptet, daß es als Gegenprojekt gegen
Die Zellunion ſehr ernſthaft in Frage kommen kann.
Eine Reihe von europäiſchen Mächten, darunter England und
IItalien, billigten, wie die franzöſiſche Preſſe behauptet, die
fran=
zröſiſchen Vorſchläge und würden an ihnen ernſthaft mitarbeiten.
Man erblickt hier darin bereits ein ſehr günſtiges Zeichen.
Das andere günſtige Zeichen, das man für das Projekt
Briands aufführt, ſoll die Haltung Oeſterreichs ſein.
Angeblich iſt Wien unter dem Druck der
fran=
öſiſchen Diplomatie eher zu Konzeſſionen
be=
reit als Berlin. Ueber die Pläne Briands ſelbſt ſind
vorläufig nur Mutmaßungen erlaubt. Es iſt aber ſehr
wahr=
ſcheinlich, daß die finanzielle Aktion Frankreichs
und die Reviſion der franzöſiſchen Zollpolitik
läe Hauptrolle in ihnen ſpielen wird.
In dieſer Beziehung iſt es intereſſant zu erwähnen, daß die
Feiſe Montagu Normans, des Gouverneurs der Bank von
Eng=
land, hier ziemlich hämiſche Kommentare erhielt. Die
fran=
jSſiſche Preſſe hebt hervor, daß die finanzielle
Neuorga=
tiſierung Europas nicht unter engliſcher
Füh=
tung erfolgen kann, wenn Frankreich und Amerika
die Geldgeber ſein ſollen. Uebrigens ſoll Montagu
Norman enttäuſcht von ſeinen Verhandlungen in den Vereinigten
Staaten ſein.
Die Reviſion der franzöſiſchen Zollpolitik
lann von prinzipiellem Standpunkt nur den Verzicht auf
das Prinzip der Meiſtbegünſtigung ſein. In der
Praxis ſollte Frankreich als Käufer für
Agrarpro=
dukte im europäiſchen Südoſten und in Polen
auf=
teten. Die praktiſchen Ausmaße einer ſolchen franzöſiſchen
Aktion wären aber ſehr ſchwer abzuſchätzen. Denn
Frank=
keich braucht erſtens überhaupt keine großen
Mengen fremder Agrarprodukte, zweitens muß jede
anzöſiſche Regierung auf die franzöſiſchen Agrarier Rückſicht
nehmen. An ſolchen Rückſichten leiſtete man bis jetzt ſehr viel,
ſegar die Kolonien bekamen es zu fühlen.
Frankreich läßt es ſich was koſten.
Paris, 18. April.
Unter dem Vorſitz von Miniſterpräſident Laval fand heute
eine Beſprechung über das öſterreichiſch=deutſche
Vollproblem und über entſprechende Gegenmaß=
Fahmen ſtatt, an der neben dem Außenminiſter Briand
zahl=
feiche Miniſter, Senatoren und Reſſortchefs teilnahmen.
Dem „Matin” zufolge ſoll der Briandſche Plan zur
Verhin=
derung des deutſch=öſterreichiſchen Zollabkommens unter anderem
een Ankauf von etwa 5—6 Millionen Zentnern Getreide, durch
Frankreich vorſehen, eine Menge, für die Frankreich beſtimmt nicht
den geringſten Bedarf hat. Ferner ſoll ihnen ſofort eine gewiſſe
finanzielle Unterſtützung gewährt werden, um die notwendigen
Kredite für den Verkauf des Getreideüberſchuſſes zu ſchaffen.
* In ſeiner Verblendung gegenüber allem, was nur
irgend=
wie mit Deutſchland zuſammenhängt, geht Frankreich einen
fal=
ſchen Weg, den Weg wirtſchaftlicher Unvernunft. Die franzöſiſche
Regierung wird niemals in der Lage ſein, auch nur eine Tonne
oſteuropäiſches Getreide für franzöſiſche Rechnung zu kaufen, ohne
Störung des wirtſchaftlichen Gleichgewichts Europas. Frankreich,
deſſen Landwirtſchaft ſelbſt mit Abſatzſchwierigkeiten zu kämpfen
hat, hat für dieſes Getreide keinerlei Verwendung, Als Abnehmer
kommt nur Deutſchland in Frage, das man zur Abnahme des
oſt=
europäiſchen Getreideüberſchuſſes nicht zwingen kann. Es bleibt
nur der Weg der Verſtändigung, wie ihn Deutſchland und
Oeſter=
reich mit der Zollunion beſchritten haben. Das Dazwiſchenfunken
Frankreichs, das ſeinen tieferen Grund in den Beſorgniſſen der
Franzoſen um ihre Hegemonieſtellung und in der Angſtpſychoſe vor
einem Wiedererſtarken Deutſchlands hat, kann dieſe Entwicklung
wohl zeitweilig ſtören, aber nicht auf die Dauer aufhalten. Europa
muß einmal zur Vernunft kommen, wenn nicht mit, dann eben
ohne Frankreich. Frankreich iſt auf dem beſten Wege dazu.
Briands Projekt nur eine Drohung?
Zu den Veröffentlichungen des „Matin” über den Briandſchen
Zollplan ſagt der „Daily Herald”, daß man in engliſchen
Kreiſen nichts von derartigen Abſichten wiſſe.
Der engliſchen Regierung ſeien auch keinerlei Andeutungen
ge=
macht worden. Sollte der Plan zuſtande kommen, ſo würden ſich
zwei große Zollverbände in Mitteleuropa gegenüberſtehen.
Un=
garn zwiſchen ihnen eingepreßt, müſſe ſich unweigerlich für den
einen oder anderen entſcheiden. Dann entſtehe die Frage, ob die
weitere Entwicklung zu einem Zuſammenſchluß der
bei=
den Gruppen oder zu einem Kampf zwiſchen ihnen
oder zu weiteren Schritten in der Richtung auf einen europäiſchen
Zollverein führen werde. Es gebe mehrere Möglichkeiten. Es ſei
aber auch möglich, daß Briand Plan gar nicht ernſt
ge=
meint, ſondern nur eine Drohung ſei, um
Oeſter=
reich einzuſchüchtern und es in letzter Minute von
der Unterzeichnung des Zollabkommens mit
Deutſchland abzuhalten.
In Prag iſt man ſkepliſch.
Der von der Preſſe wiedergegebene Plan Briands eines
ge=
ſamteuropäiſchen Abkommens, über den Bezug europäiſcher
land=
wirtſchaftlicher Produkte wird von der „Narodny Politika”
ſkep=
tiſch beurteilt. In Genf werde nur darüber verhandelt werden,
welcher der beiden Pläne, das deutſch=öſterreichiſche
Zollanglei=
chungsabkommen oder der Briandſche Plan, leichter durchführbar
ſei. Das Ergebnis der Zollkonferenz gebe zu der Verwirklichung
des Briand=Planes wenig Hoffnung, auch wenn man zugeben
müſſe, daß ſich ſeither unter dem Druck des deutſch=öſterreichiſchen
Zollprojektes die Verhältniſſe, ſehr geändert haben. Das
wahr=
ſcheinliche Ergebnis werde ſein, daß zu der Spaltung Europas in
politiſche, auch eine ſolche in wirtſchaftliche Staatenblocks
hinzu=
kommen werde.
Zurückhalkung Ungarns
gegenüber den franzöſiſchen Oſteuropa=Plänen.
Zu der franzöſiſchen Meldung, als ob Ungarn ſeinen Beitritt
zu der von der franzöſiſchen Regierung geplanten oſteuropäiſchen
Agrarunion angekündigt hätte, wird von zuſtändiger ungariſcher
Seite feſtgeſtellt, daß dieſes Gerücht der Wahrheit nicht entſpricht.
Ungarn habe ſich noch nicht geäußert, ob und unter welchen
Be=
dingungen es ſich irgendeiner Zollunion anſchließen würde.
Tat=
ſache iſt, daß die ungariſche Regierung auf eine Anfrage der
franzöſiſchen Regierung die Antwort erteilte, ſie nehme
gegen=
über der deutſch=öſterreichiſchen Zollunion vorläufig einen
abwar=
tenden Standpunkt ein. Auf eine weitere Anfrage der
franzö=
ſiſchen Regierung, wie eine von franzöſiſcher Seite herrührende
wirtſchaftliche Kombination von Ungarn aufgenommen würde,
erklärte die ungariſche Regierung, ſie werde dabei in erſter Reihe
die wirtſchaftlichen Intereſſen des Landes im Auge haben und
ihre Stellungnahme von dieſen beſtimmen laſſen.
Der öſterreichiſche Innenminiſter
über die Nolwendigkeit der Zollunion.
Der öſterreichiſche Innenminiſter Winkler hat in einer
Ver=
ſammlung des Niederöſterreichiſchen Gewerbevereins über die
Handelsverträge und die Zollunion geſprochen. Er ſagte u. a.
die Vorbereitungen zur Zollunion mit Deutſchlaud hätten zwar
in der öſterreichiſchen Oeffentlichkeit freudigen Widerhall
gefun=
den, aber einzelne Wirtſchaftszweige hätten in ſichtbarem
Egois=
mus Widerſtand gezeigt. Man müſſe jedoch nachdrücklichſt
be=
tonen, daß die Feſſeln der öſterreichiſchen Wirtſchaft geſprengt
werden müſſen, weil der Völkerbund keinerlei Ausweg aus der
Wirtſchaftsnot gezeigt habe, der praktiſch zum Ziele führe und
weil das Gerede von Paneuropa lediglich auf dem Papier lebe.
Die Mauern zwiſchen den beiden deutſchen Staaten müßten
nie=
dergeriſſen werden. Kleinliche Rückſichten müßten zurücktreten,
und Oeſterreich müſſe durch aktives Eingreifen die Hinderniſſe
beſeitigen, weil es ſonſt weder leben noch ſterben könne. Der
wirtſchaftliche Zuſammenſchluß von 70 Millionen Menſchen werde
für alle Völker befruchtend wirken und die größte Tat der
Nach=
kriegszeit ſein. Beſorgniſſe einzelner öſterreichiſcher
Induſtrie=
zweige ſeien unbegründet, da Deutſchland einſeitig zu ihrem
Schutz Zwiſchenzölle bewilligt habe.
*Die Woche.
Eine der älteſten europäiſchen Dynaſtien iſt gleichſam über
Nacht gefallen. Die ſpaniſchen Gemeinderatswahlen haben eine
ſo ſtarke republikaniſche Mehrheit ergeben, daß der König glaubte,
der Volkesſtimmung weichen zu ſollen. Ob er recht damit
ge=
tan, dafür trägt er allein, vor ſich ſelbſt und vor der Geſchichte
die Verantwortung. Volksgunſt iſt wandelbar, auch in Spanien.
Und ſo wäre es wohl immerhin denkbar geweſen, daß ein
Aus=
harren des ritterlichen Königs alsbald eine andere Wendung
gebracht hätte. Verſtändlich, daß die ſpaniſche Revolution in
ganz Europa ungeheueres Aufſehen erregte. Aber man ſollte in
Deutſchland trotzdem nicht vergeſſen, daß die jetzt erfolgte
Aen=
derung der Staatsform in Spanien lediglich eine Angelegenheit
des ſpaniſchen Volkes iſt, zu dem wir ſeit vielen Jahrzehnten
in den freundſchaftlichſten Beziehungen ſtehen. Höchſt
unan=
gebracht ſind gute Ratſchläge; höchſt unangebracht auch eine
Parteinahme für Monarchie oder Republik, und es iſt höchſtlich
bedauerlich, daß unſere doktrinären Republikaner wieder
ein=
mal glaubten die Gelegenheit benutzen zu müſſen, um über den
„Siegeszug des republikaniſchen Gedankens” zu triumphieren.
Man hat offenbar ganz vergeſſen, daß König Alfons es war, der
den Eintritt Spaniens in den Weltkrieg auf Seiten unſerer
Gegner verhinderte — aus Freude darüber, daß wieder einmal
die „beſte” aller Staatsformen, die „Staatsform der mündigen
Völker” geſiegt hat. Dabei ſollte man doch eigentlich aus der
Geſchichte gelernt haben, daß es eine abſolut gute oder abſolut
ſchlechte Staatsform nicht gibt, ſondern daß jede Staatsform
gut oder ſchlecht ſein kann, je nachdem, ob ſie den
jewei=
ligen Verhältniſſen eines Volkes entſpricht.
In innerpolitiſche Verhältniſſe eines befteundeten Volkes
haben wir nicht hineinzureden. Wohl aber haben wir das
Recht, uns mit den außenpolitiſchen Rückwirkungen dieſer
Ent=
wicklung zu befaſſen, und wenn wir die jetzige ſpaniſche
Revo=
lution von dieſem Geſichtspunkt aus betrachten, ſo haben wir
Deutſche keinerlei Veranlaſſung zu beſonderer Freude. Es iſt
bekannt, daß die ſozialiſtiſchen Kreiſe Spaniens von jeher recht:
gute Beziehungen zu ihren Pariſer Geſinnungsfreunden
unter=
halten haben. Aber auch ganz abgeſehen davon bedeutet die
ſpaniſche Staatsumwälzung unzweifelhaft eine erhebliche
Schwä=
chung der Stellung Spaniens auf geraume Zeit hinaus. Eine
Schwächung Spaniens aber bedeutet logiſcher Weiſe eine
Stär=
kung der franzöſiſchen Stellung im Mittelmeer und damit eine
nicht unerhebliche Stärkung der außenpolitiſchen Poſition
Frank=
reichs überhaupt. Daran aber haben wir Deutſche ganz gewiß
kein Intereſſe. Nicht aus irgendwelchen Gefühlsgründen, nicht
etwa weil wir in Frankreich den Erbfeind ſähen, mit dem wir
uns über kurz oder lang auseinander zu ſetzen haben. Vorläufig.
liegen eben die Dinge immer noch ſo, daß jede Stärkung der
franzöſiſchen Stellung gleichzeitig eine Hemmung für den
Ge=
danken einer deutſch=franzöſiſchen Verſtändigung bedeutet. Ein
großer Teil des franzöſiſchen Volkes träumt auch heute noch von
einer Hegemonie Frankreichs in Europa, und nur durch den
Zwang der Verhältniſſe werden dieſe Kreiſe zu belehren ſein.
Gerade wenn man eine weitgehende deutſch=franzöſiſche
Verſtän=
digung auf der Grundlage völliger
Gleichberech=
tigung für unerläßlich im Intereſſe beider Völker hält, ſollte
man ſich in dieſer Beziehung keinerlei Illuſionen hingeben. Im
übrigen ſpricht ja auch der Widerſtand der Franzoſen gegen die
geplante deutſch=öſterreichiſche Zollunion eine nur allzu deutliche
Sprache. Der Gedanke, daß das deutſche Reich ſich allmählich aus
der Umklammerung befreien könnte, in der es ſeit 1919 faſt
er=
ſtickt, iſt für gewiſſe franzöſiſche Kreiſe, deren Bedeutung wir
gewiß nicht unterſchätzen wollen, auch heute noch faſt
unerträg=
lich, und ſo hat Herr Briand, der paneuropäiſche Friedensengel,
die Hände nicht in den Schoß gelegt, und alles daran geſetzt,
den Verſuch, friedlich=wirtſchaftlicher Annäherung der Völker,
wieder anzubahnen, wenn möglich bereits im Keim zu erſticken.
Man glaubt am Quai d’Orſay offenbar ſelbſt nicht mehr recht
daran, daß die geplante deutſch=öſterreichiſche Zollunion im
Widerſpruch zu den beſtehenden Verträgen ſteht, und ſo hat man
einen Plan ausarbeiten laſſen, der angeblich die wirtſchaftlichen
Sorgen, der ſüdoſt=europäiſchen Getreideausfuhrländer beheben
ſoll, in der Hoffnung, daß dieſe Länder kein Intereſſe mehr
daran haben werden, der deutſch=öſterreichiſchen Zollunion
bei=
zutreten, ſobald man ihnen die Märkte für den Abfluß ihres
Getreideüberſchuſſes öffnet. Ob allerdings der franzöſiſche
Außen=
miniſter ſehr viel Glück mit dieſen neuen Plänen haben wird,
muß abgewartet werden, denn auch in den ſüdoſt=europäiſchen
Ländern weiß man ja, daß für eine Aufnahme des vorhandenen
Getreideüberſchuſſes in erſter Linie das Deutſche Reich in Frage
kommt.
Trotzdem wird natürlich die deutſche Regierung auf der
kommenden Tagung des Völkerbundsrates eine recht ſchwierige
Stellung haben. Jedenfalls war es ein geſchickter Schachzug,
daß Dr. Curtius ſich durch ſeinen Antrag, die „Entwicklung der
Zollverhältniſſe in Europa” auf die Tagesordnung des Europa=
Komitees zu ſetzen, die Möglichkeit geſichert hat, das Scheitern
der Genfer Zollkonferenz, die deutſch=öſterreichiſchen Pläne und
das Problem der Präferenzzölle zur Sprache zu bringen. Es
wäre verfrüht, wenn man jetzt ſchon die Taktik erörtern wollte,
welche die deutſche Regierung in Genf zu verfolgen haben wird.
An der Zeit aber wäre es, daß ſich das deutſche Volk allmählich
auf ſeine Pflichten gegen ſich ſelbſt beſänne. In einer großen
nationalſozialiſtiſchen Verſammlung dieſer Tage wurde von dem
Redner durchaus mit Recht darauf hingewieſen, daß die deutſche
Diplomatie der Vorkriegszeit ganz anders habe auftreken können,
weil hinter ihr die ungebrochene Kraft eines 60=Millionen=
Vol=
kes ſtand. Iſt man nicht überzeugt davon, daß unſere
außen=
politiſche Führung, auch heute, trotz unſerer militäriſchen
Ohn=
macht, erfolgreicher arbeiten könnte, wenn ſich in großen
ent=
ſcheidenden Fragen das geſamte deutſche Volk, ohne Rückſicht auf
Parteizugehörigkeit, geſchloſſen hinter ſie ſtellen würde? Iſt es
nicht heute vielfach ſo, daß man im Stillen beinahe einen
Miß=
erfolg erhofft, nur um damit die eigne Kritik nach Möglichkeit
zu rechtfertigen? Müßten ſich nicht alle, die jenem eben
erwähn=
ten Satz des nationalſozialiſtiſchen Redners ſtürmiſch Beifall
zollten, mitſchuldig fühlen daran, daß das Ausland glaubt, über
deutſche Lebensintereſſen zur Tagesordnung übergehen zu können,
ſo lange ſich das deutſche Volk durch inneren Hader ſelbſt
zer=
fleiſcht? Man ſollte endlich damit aufhören, ſich gegenſeitig zu
beſchimpfen und zu beſchuldigen und ſich anſtatt deſſen ſachlicher
Seite 2
Sonntag, den 19. April 1931
Nummer 108
Auseinanderſetzung befleißigen. Wenn wir wirklich national
geſinnt ſind, müſſen wir im innerpolitiſchen Gegner nicht den
Feind, ſondern in erſter Linie den Volksgenoſſen ſehen.
Unter=
ſchätzen wir doch nicht leichtfertig den Ernſt unſerer Lage. Die
Geſchichte lehrt uns, daß auch große, reich begabte Völker
hoff=
nungslos zu Grunde gegangen ſind, weil ſie ſich als lebensunfähig
erwieſen. Geben wir uns keinen Illuſionen hin. Es iſt die
M.
allerhöchſte Zeit.
Das deutſch-rufüiſche Induſtriellen=
Abkommen
über zuſähzliche deutſche Lieferungen
nach Sowietrußland.
Berlin, 18. April.
Der Wortlaut des zwiſchen den deutſchen Induſtriellen und
dem Oberſten Volkswirtſchaftsrat der Sowjetunion getroffenen
Abkommens vom 14. April über zuſätzliche deutſche Lieferungen
nach der U.d. S.S.R. wird nunmehr vom Rußlandausſchuß der
deutſchen Wirtſchaft bekannt gegeben. Das Abkommen beſtimmt
unter anderem:
1. Zum Zwecke der Erweiterung des deutſch=ſowjetiſtiſchen
Handels erteilt der Oberſte Volkswirtſchaftsrat der U. d. S. S. R. an
deutſche Firmen im Zeitraum vom 15. April bis 31. Auguſt 1931
über den Rahmen des bisherigen Geſchäftsumfanges
hinaus=
gehende Lieferungsaufträge im Geſamtwerte von ungefähr 300
Mill. RM. Dieſe Aufträge werden unter den Bedingungen der
vorliegenden Vereinbarung erteilt.
2. Die auf Grund dieſer Vereinbarung erteilten Beſtellungen
ſollen in ſpezifizierter Form an die Lieferfirmen bis 31. Aug. 1931
übergeben werden.
3. Die Handelsvertretung der U. d. S. S. R. in Deutſchland
über=
nimmt dabei für die abgeſchloſſenen Lieferverträge die
Mithaf=
tung bzw. Garantie.
4. Für die Beſtellungen, die auf Grund der vorliegenden
Ver=
einbarung bis zum 31. Auguſt erteilt werden, gelten folgende
Be=
dingungen:
1. Kredik- und Zahlungsbedingungen.
a) Für Beſtellungen, für welche im bisherigen Geſchäft 12
Mo=
nate Kredit eingeräumt wurden:
20 Prozent Anzahlung bei Beſtellung in Wechſeln mit einer
Laufzeit von: Lieferzeit plus 13 Monate;
55 Prozent bei Ablieferung in Wechſeln mit einer Laufzeit
von 13 Monaten;
25 Prozent bei Ablieferung in Wechſeln mit einer Laufzeit
von 17 Monaten,
Durchſchnittskredit alſo 14 Monate.
h) Für Beſtellungen, für welche im bisherigen Geſchäft 18
Monate Kredit eingeräumt werden:
20 Prozent Anzahlung bei Beſtellung in Wechſeln mit einer
Laufzeit von: Lieferzeit plus 20 Monate;
55 Prozent bei Ablieferung in Wechſeln mit einer Laufzeit
von 20 Monaten;
25 Prozent bei Ablieferung in Wechſeln mit einer Laufzeit
von 24 Monaten.
Durchſchnittskredit alſo 21 Monate.
c) Für Beſtellungen, für welche im bisherigen Geſchäft 24
Mo=
nate Kredit eingeräumt wurden:
20 Prozent Anzahlung bei Beſtellung in Wechſeln mit einer
Laufzeit von: Lieferzeit plus 27 Monate;
50 Prozent bei Ablieferung in Wechſeln mit einer Laufzeit
von 27 Monaten;
30 Prozent bei Ablieferung in Wechſeln mit einer Laufzeit
von 33 Monaten.
Durchſchnittskredit alſo 28,8 Monate.
2. Zinſen.
Die Zinſen ſind vierteljährlich abzurechnen und zu bezahlen
in bar oder in einem Sechs=Monatsakzept nach Wahl des
Be=
ſtellers.
Für ſämtliche in Zahlung gegebenen Akzepte vergütet der
Be=
ſteller Zinſen in Höhe von 2 Prozent über den deutſchen
Reichs=
bankdiskont; Anzahlungsakzepte bleiben für die erſten drei
Mo=
nate der Laufzeit zinsfrei.
5. Die Abrechnungen ſind zu den vertraglich feſtgeſetzten
Fri=
ſten vorzunehmen und die Akzepte auszuhändigen.
6. Falls bei Inkrafttreten dieſes Abkommens noch laufende
Rahmenverträge Verpflichtungen auf Beſtellungen in einer
be=
ſtimmten Höhe und zu beſtimmten Bedingungen enthalten, ſo
wer=
den dieſe Verpflichtungen und Bedingungen durch die vorliegende
Vereinbarung nicht berührt.
Vom Tage.
Reichsbankpräſident Dr. Luther iſt in Badenweiler
eingetrof=
fen. Er wird mit Reichskanzler Dr. Brüning und
Reichsaußen=
miniſter Dr. Curtius, die ſich beide zurzeit ebenfalls in
Baden=
weiler aufhalten, eine Beſprechung haben und dann nach Baſel
weiterfahren.
Ein Erlaß des öſterreichiſchen Landwirtſchaftsminiſters
Doll=
fus, der unter Berufung auf veterinäre Vorſchriften die Einfuhr
von Eiern aus Rußland verhindern will, hat in öſterreichiſchen
Induſtriekreiſen lebhafte Beunruhigung hervorgerufen, da man
Gegenmaßnahmen der ruſſiſchen Regierung gegen die Einfuhr
öſterrreichiſcher Erzeugniſſe nach Rußland befürchtet.
Noch vor der Tagung des Völkerbunds wird in Bukareſt eine
Konferenz der Staaten der kleinen Entente ſtattfinden, in der die
Außenminiſter der drei Staaten Richtlinien für das Vorgehen
der Kleinen Entente hinſichtlich des öſterreichiſch=deutſchen
Zoll=
planes aufſtellen werden.
Der Quai d’Orſay gibt amtlich bekannt, daß Frankreich die
neue ſpaniſche Regierung de jour anerkannt habe.
Zum Nachfolger des Botſchafters Quinones de Leon als
Ver=
treter Spaniens im Völkerbund iſt Außenminiſter Lerroux
aus=
erſehen worden.
Die portugieſiſche Regierung hat den Aufſtändiſchen auf den
Azoren ein Ultimatum geſtellt. Wenn ſie ſich nicht ſofort ergeben
würden, würden ſie mit Gewalt dazu gezwungen werden. Die
Regierungstruppen haben bereits Vorbereitungen zum Angriff
genommen.
Der bisherige Vizekönig von Indien, Lord Irwin. hat geſtern
im Begleitung ſeiner Gattin und Tochter die Heimreiſe nach
Eng=
land angetreten. Zwei Stunden nach der Abfahrt Lord Irwins
wurde der neue Vizekönig, Lord Willingdon, in der großen Halle
der Bombayer Univerſität vereidigt. Den Eid nahm der
Prä=
ſident des Oberſten Gerichtshofes von Bombay entgegen. Ein
Salut von 31 Schüſſen verkündete darauf der Bevölkerung, daß
der neue Vizekönig ſein Amt angetreten hatte.
. Alle Verträge, die von der Handelsvertretung der
U. d. S. S. R. in Deutſchland bereits unterzeichnet worden ſind,
er=
fahren keine Veränderung im Zuſammenang mit der vorliegenden
Vereinbarung. Alle Verträge, die nach dem Inkrafttreten dieſer
Vereinbarung abgeſchloſſen werden, unterliegen der Wirkſamkeit
dieſer Vereinbarung.
8. und 9. Der Oberſte Volkswirtſchaftsrat der U. d. S. S. R.
be=
hält ſich volle Freiheit in der Firmenauswahl bei der Erteilung
der Beſtellungen vor.
10. Die Handelsvertretung der U.d. S.S.R. wird alsbald mit
den zuſtändigen deutſchen Wirtſchaftsorganiſationen in
Verhand=
lungen über eine Neuregelung der allgemeinen
Lieferungsbedin=
gungen vom 9. Februar 1927, insbeſondere auch der Abnahme= und
Montagebedingungen, eintreten.
Schaffung einer inkernakionalen Agrarkreditbank.
EP. Genf, 18. April.
Die Agrarkreditfrage wird einen Sonderausſchuß des
Völ=
kerbundes beſchäftigen, der am Montag in Genf zuſammentritt.
In dieſem Ausſchuß ſind ſämtliche europäiſchen Großmächte, Polen,
Schweden und die Donauländer, vertreten. Er hat die Aufgabe,
einen endgültigen Plan für die Schaffung eines
inter=
nationalen Agrar=Kreditinſtitutes aufzuſtellen.
Dieſes Inſtitut iſt als Hypothekenbank unter Garantie der
Teil=
nehmer=Regierungen gedacht. Es ſoll mit einem Anfangskapital
von 5 Millionen Dollar, das ſpäter auf 50 Millionen erhöht
werden kann, ins Leben gerufen werden. Das Inſtitut ſoll nur
mit den nationalen Bodenkreditbanken Geſchäftsbeziehungen
un=
terhalten und berechtigt ſein, in der Höhe der bei dieſen Banken
ausgeliehenen Gelder auf internationalen Märkten Obligationen
und Pfandbriefe unterzubringen. Zur Bildung von Reſervefonds
ſollen die Teilnehmer=Regierungen zur Leiſtung von
Sonder=
einlagen aufgefordert werden. Man hofft, auf dieſe Weiſe in
den Agrarländern Kredite abgeben zu können, mit einem
Zins=
fuß, der niedriger iſt, als der bisher übliche.
Der Verwaltungsrat des Inſtituts ſoll zum Teil vom
Völ=
kerbund, zum Teil vom internationalen Agrarinſtitut in Rom
ernannt und zum anderen Teil von den Aktionären gewählt
werden. Die Pläne ſind theoretiſch und juriſtiſch ſchon ziemlich
weit gediehen. Die praktiſche Ingangſetzung liegt jedoch noch in
weiter Ferne, da zur Shaffung der hypothekariſchen
Sicher=
heiten für die ausgeliehenen Gelder erſt noch in wahrſcheinlich
jahrelanger Arbeit ein Grundbuchſyſtem und eine Hypotheken=
Geſetzgebung geſchaffen werden muß, die zwar in Deutſchland
Oeſterreich und Ungarn ſchon beſteht, in den übrigen in Frage
kommenden Ländern aber über einen gewiſſen Anfang noch nicht
hinausgediehen iſt. Die Beſchleunigung, die dieſer Agrar=
Kreditplan in der letzten Zeit beim Völkerbund erfahren hat,
wird in unterrichteten Kreiſen als eine Hilfeſtellung für
die neuen franzöſiſchen Pläne der
Organiſie=
rung der Oſtgetreidemärkte aufgefaßt, mit der ſich
der Europa=Ausſchuß in ſeiner Maitagung befaſſen ſoll.
Srunzoſtiche Mennge W Aonigsberg.
Auf friſcher Tak erkappl.
* Königsberg, 18. April. (Priv.=Tel.)
In Königsberg hat ſich am Samstag vormittag ein
Vor=
fall ereignet, der noch viel Staub aufwirbeln wird, weil in
ſei=
nem Mittelpunkt einige franzöſiſche Offiziere ſtehen, die dabei
gefaßt wurden, wie ſie übende Artillerie photographierten. Die
Angelegenheit hat ſich ſo abgeſpielt, daß plötzlich auf dem
Kaſer=
nengebiet einige Herren mit Photoapparaten erſchienen, die ſich
auffällig benahmen, ſo daß die Kaſernenwache ſich mit dieſen
Perſonen etwas eingehender befaßte. Dabei ſtellte es ſich
her=
aus, daß man es mit drei franzöſiſchen Offizieren zu tun hatte,
die durch den franzöſiſchen Konſul in Königsberg geführt
wur=
den. Unter den Offizieren befand ſich auch der Militärattaché
der franzöſiſchen Botſchaft in Berlin. Alle Heren hatten ſich
vor=
her ordnungsmäßig bei den deutſchen Behörden angemeldet. Sie
hatten als Zweck ihrer Oſtpreußenreiſe einen Beſuch der
Schlacht=
felder von Tannenberg angegeben. Ihr Verhalten riecht aber
doch ſtark nach Spionage. Wenn ſich dieſer Vermutung auch
entgegnhalten läßt, daß ſich Spione nicht vorher bei den
deut=
ſchen Stellen anzumelden pflegen. Verdächtig iſt aber doch, daß
die Offiziere, obwohl ſie wußten, daß ſie ſich im Feſtungsgebiet
befanden, photographiſche Aufnahmen machten. Ihre Appärate
ſind beſchlagnahmt worden. Die Reichswehrbehörden werden
die Aufnahmen prüfen. Die Offiziere dürfen ſich auch zunächſt
von Königsberg nicht wieder fortbegeben, obwohl ihre
Verhaf=
tung inzwiſchen wieder aufgehoben worden iſt. Das Auswärtige
Amt wird aber das Verhalten der Offiziere, das gelinde geſagt,
eine grobe Taktloſigkeit darſtellt, zum Anlaß nehmen, um ſich
beſchwerdeführend an den franzöſiſchen Botſchafter in Berlin zu
wenden.
die J.6.-Farben ſchütt ſich vor weiterer
Induſtrie=
ſpionage durch Enklaſſungen.
Frankfurt a. M., 18. April.
Die Meldungen über die Aufdeckung eines weitverzweigten
Spionagenetzes über große deutſche Induſtriebetriebe, insbeſondere
ſolcher der chemiſchen Induſtrie, wurden durch die amtlichen
Mit=
teilungen in vollem Umfange beſtätigt. Die Verbindung zwiſchen
den der Kommuniſtiſchen Internationale und der R. G.O. (
Revo=
lutionäre Gewerkſchafts=Opoſition) angehörenden Spitzeln mit
aus=
ländiſchen Auftraggebern kann ſomit nicht länger bezweifelt
wer=
den. Neben genauen Angaben über die Herſtellung von
beſtimm=
ten Produkten wurden u. a. in Fragebogen Angaben über ein
be=
ſtimmtes Produkt verlangt, bei dem Verſuche im Gange ſind, die
enormen Transportſpeſen durch Auffinden eines neuen chemiſchen
Verfahrens auf ein Minimum zu beſchränken. Außerdem ſollten
Beobachtungen über die Feuerungsarten, Rohmaterialien,
Beſchaf=
fenheit der Oefen, Höhe der Temperaturen, Angaben über Teile
der techniſchen Apparaturen, Einzelheiten über die Behandlung
des Materials und über die Nebenprodukte mitgeteilt werden. Die
Arbeiter, die ſich mit dieſen Dingen beſchäftigten, waren zumeiſt
zuverläſſige und gute Arbeiter. Die Leute verhielten ſich
plan=
mäßig in der Weiſe, daß ſie Betriebsführer in jeder Hinſicht
zu=
friedenſtellten. Dadurch wurden ſie an wichtige Plätze geſtellt, die
ihnen die Möglichkeit gaben, ſich in den Beſitz der wertvollen
Kenntniſſe zu ſetzen. Die Hintermänner dieſer Agenten vollſtändig
zu ermitteln, eine ſchwierige und zeitraubende Aufgabe, wird
Sache der hierfür zuſtändigen Stellen ſein. Hierzu wäre zu
bemer=
ken, daß leider die Erfahrungen vergangener Jahre gezeigt haben,
daß die heute gültigen ſtrafgeſetzlichen Beſtimmungen — das
deutſche Geſetz ſieht für Induſtrieſpionage nur Geldſtrafen oder
eine Gefängnisſtrafe bis zu einem Jahre vor — zu einer
wirk=
ſamen Bekämpfung des Verrats von Betriebsgeheimniſſen nicht
ausreichen. Dieſe zu ergänzen, insbeſondere auch den ;Verſuch
unter Strafe zu ſtellen, iſt eine dringende Notwendigkeit, die
nun=
mehr nicht länger aufgeſchoben werden darf. Inzwiſchen gilt es
aber weiter, ſchweren Schädigungen der Wirtſchaft vorzubeugen.
Es ſteht feſt, daß wichtige deutſche Lebensintereſſen ſchwer bedroht
ſind, daß Gefahr im Verzuge iſt. Die Belegſchaften der beſpitzelten
Werke, die Arbeit und Brot gefährdet ſehen, befinden ſich in
be=
greiflicher Erregung. Sofortige Selbſthilfe ſcheint dringend
ge=
boten. Von den Werksleitungen darf erwartet werden, daß ſie
un=
verzüglich die erforderlichen Schritte tun, nicht zuletzt auch zur
Be=
ruhigung der Belegſchaften. Entſcheidend für dieſe Erwägungen
können nicht die Belange Einzelner ſein, ſondern nur das
Geſamt=
intereſſe der bedrohten Werke und ihrer Belegſchaften.
Zu dieſer Angelegenheit wird uns von der J. G.
Farben=
induſtrie A. G., Werk Höchſt, mitgeteilt, daß es ſich zur Verhütung
ſchwerer wirtſchaftlicher Schädigungen des Werkes und ſeiner
ge=
ſamten Belegſchaft genötigt geſehen hat, bisher ſieben Arbeiter=
und Betriebsratsmitgliedr und 16 Arbeiter zu entlaſſen, und daß
im Laufe der nächſten Zeit noch mit weiteren Entlaſſungen zu
rech=
nen ſein wird.
Zormentdr.
Von Graf Hermann Keyſerling.
Als mich die Dichter Cataloniens einluden, eine
Darm=
ſtädter Weisheitswoche in Formentor auf Mallorca zu
ver=
anſtalten und zu leiten, da konnte ich nicht ahnen, was mir
bevor=
ſtand. Der Name Formentor tat es mir freilich gleich,
geheim=
nisvoll=kabbaliſtiſch, an. Auch wußte ich, daß Mallorca den Ruf
eines Paradieſes genießt. Doch wie mich eine ſaumpfadähnlich
verzäckte Automobilſtraße durch menſchenleere Gegend, über
Fel=
ſen und durch Wälder, mit immer neuen überraſchenden
Aus=
blicken auf das Meer, zum ſchönſten modernen Bau trug, den ich
je ſah, an abgeſchiedener Bucht völlig einſam inmitten von
Pinienwäldern gelegen, da wußte ich, daß künſtleriſches
Ahnungs=
vermögen meine Freunde bewogen hatte, für eine Weile
Darm=
ſtadt nach Formentor zu verſetzen: ich kann mir nicht vorſtellen,
daß Philoſophieren ſelbſt in Hellas je ſo idealen Lebensraum
fand.
Zweimal täglich verſammelten wir uns unter ſchattigen
Kiefern in einer Schlucht am Meer. Wie es werden würde, hatte
ich unmöglich vorausbeſtimmen können: ein unbekannter
Rah=
men, zum großen Teil unbekannte Menſchen, dazu als
Verhand=
lungsſprache das Spaniſche. Aber ſiehe! es rundete ſich jeder
Tag, ganz von ſelbſtz zu beſſerer künſtleriſcher Einheit, als ich
ſie je in Darmſtadt prämeditiert. Jeden Morgen ſchlug ich ein
Grundthema an. Mit vollendetem muſikaliſchen Takt fielen
dann alſobald, in kontrapunktiſcher Folge, andere Stimmen ein.
Klar=beſtimmte Faſſungen und Zuſammenfaſſungen fand
jedes=
mal der künftige Staatsmann und heutige Redner und Publiziſt
Joan Eſtelrich. Mit Zwiſchen=Einfällen glänzte Carles Soldevila,
Cataloniens beſter Aphoriſtiker. Der erſte Komödien= und
Liederdichter des Landes, Joſep Maria de Sagarra, ſetzte
alle=
mal glücklich ein, wo eine künſtleriſche Abwandlung geboten war.
Den vollendeten Kontrapunkt zu mir ſelbſt aber bot Roman
Gomez de la Serna, Impreſſioniſt und Expreſſioniſt zugleich
lieberſteigerer und Begrenzer, ein Vorbild geiſtigen Farbenſinns
und ſonnigen Humors. So vollendet rundete ſich jeder Tag,
daß wir jeden Spätnachmittag, nachdem die Sonne geſunken,
nach Behandlung eines weltweiten Themas lachend einander
zuraunten: dieſer Gegenſtand wäre erſchöpft.
Abends aber widmete ſich Catalonien dem Geſang. Noch
immer lebt dort der alte muſiſche Geiſt der Provence. Noch
im=
mer iſt dort die Gaya Szienza, die fröhliche Wiſſenſchaft, das
letzte Wort. Schloß Formentor iſt unter anderem das idealſte
und beſtgeleitete Hotel des Mittelmeers. So fand auch der
Gaumen willkommenſte Anregung. Nicht minder vollendet ge=
rundet, wie der philoſophiſch=konzentrierte Tag, verſtrich de
heiter=ausgelaſſene Abend. Zugereiſte ſchöne Frauen aus allen
Breiten befanden ſich wieder und wieder urplötzlich und doe
wie ſelbſtverſtändlich dem fremden geſchloſſenen Kreiſe eingereiht
Nachts aber empfingen alt=mallorquiner Himmelbetten glücklich
Schläfer.
Wir waren ein Stamm für uns dieſe ſelige Woche entlang
Doch unaufhörlich kamen und gingen Wallfahrer aus gan
Spanien und hörten in weitem Umkreis zu. Am zahlreichſter
waren natürlich die Mallorquiner. Das iſt ein merkwürdige
Volk. Obſchon Catalonier dem Blut und der Sprache nach, be
häbig wie Skandinaven, jeder Neuerung feind, ewiger Daue
gewiß. Noch leben unter ihnen antike Mythen lebendig for=
Jeder Einzelne iſt Grundbeſitzer, der Scholle verhaftet, keiner
wüinſcht Aenderung. Und wandert einer, wie aus Mißverſtänd
nis, einmal aus, ſo kehren die Kinder unweigerlich zum mütter
lichen Eiland und ſeiner Zeitloſigkeit zurück.
Volkschor Darmſtadk.
Als vor wenigen Jahren Friedrich Noack mit dem von ihr
gegründeten „Volkschor” in einem großen Konzert an die Oe
fentlichkeit trat, ſtaunte alle Welt darüber, was doch alles e
reicht werden kann, wenn zielbewußter Wille ſich paart mit Eh
geiz und Begeiſterung. Dieſer zielbewußte Wille, das ſelte
kunſterzieheriſche Talent Noacks und ſeine Arbeitsfreude hat
nunmehr zehnjähriger, ſtetiger Arbeit Früchte getragen, wie ſie e
freulicher nicht gedacht werden können; ſie ſind nur möglich geweſe
weil vollſte Hingabe an die Sache und Vertrauen zu ihrem Le
ter bei den Ausführenden herrſcht, weil neben der Freude a
Singen auch Verantwortungsgefühl vorhanden iſt, weil me
ſich am ſchon Erreichten nicht genug ſein läßt, ſondern unentwe=
und ruhig immer größeren Zielen zuſtrebt. Solchem Strebe
ſcheint uns eine ſchöne Zukunft zu winken, und daß der Volksch
Darmſtadt dieſe Ziele erreichen möge, das ſoll unſer Wunſch
ſeinem zehnjährigen Jubiläum ſein, das geſtern abend mit eine
ſehr ſchön verlaufenen Konzert in der Aula des Realgymnaſiun
feſtlich begangen wurde.
Welche AArbeit — Kleinarbeit und Feinarbeit — geleiſ
werden muß, um die verſchiedenen, zum Teil ſehr anſpruchsvoll
Chöre, Madrigale und Volkslieder ſo zu bringen, wie es geſte
geſchah, das ahnt der Hörer kaum. Die reiche Vortragsfolge,
Noacks mächtig ſich ſteigernder „Prometheus” eröffnete und d
nur Wertvolles aus alter und neuerer Zeit enthielt, zeigte, w
der Chor alles gelernt hat, ſtimmliche Kultur und Schönheit d
Klanges, und rhythmiſche Präziſion und ungekünſtelte Friſche ur
Natürlichkeit des Vortrags. Beſonders gelangen und gefielen d
friſchen, beſchwingten Geſänge, und ein Stück, wie „Das Hen
lein” von Scandellus ſchlug zündend ein. Zwiſchen den Chören
boten die ſtimmbegabten Damen Gudrun Steuer und Lina
Cramer willkommene Abwechſlung mit Liedern von Hugo
Wolf, Noack, und Duetten von Schumann und Brahms.
Das ſo eindrucksvoll verlaufene Konzert wird, wie wir hören,
am nächſten Samstag wiederholt werden.
O.
„Dus Opfetlamm”.
Uraufführung von Hans Dengels ländlichem Schwank in 3 Akten
im Wiener Raimundtheater.
Einmal ein Stück, das nicht darauf ausgeht, mit theaterfremden
Mitteln zu blenden und dem Kino Konkurrenz zu machen. Eine
ein=
ache, unkomplizierte Handlung, die zu ihrer Wirkſamkeit keiner
ſzeni=
ſchen und dekorativen Tricks dedarf. Eine Bauernſtube iſt alle drei
Akte hindurch der Schauplatz des Geſchehens. Das Opferlamm iſt der
prabe Waſtl, deſſen Gutmütigkeit von ſeinem Schwager Toni auf eine
harte Probe geſtellt wird. Dieſer Toni, der eine Schweſter Waſtls zum
Weibe hat, nimmt es mit der ehelichen Treue nicht ſehr genau und iſt
in eine recht verzwickte Lage geraten, aus der ihm ſein gutherziger
Schwager helfen ſoll. Ein bißchen viel verlangt von dem biederen
Waſtl, daß er, der ſtets für das Muſter eines braven Mannes galt, nun
als Ehebrecher daſtehen ſoll. Doch er fügt ſich ſchließlich drein, weil er
fürchtet, der Toni werde ſeine Drohung, ſich das Leben zu nehmen,
verwirklichen. Auf vierzehn Tage, hat er dem Schwager verſprochen,
nimmt er deſſen Schuld auf ſich. Saure Stunden nun muß der Arme
verleben, während ſich der mutwillige Toni ins Fäuſtchen lacht. Aber
Waſtls Frau erfährt durch eine glückliche Verkettung von Umſtänden
den wahren Sachverhalt. Sie träyt aber trotzdem zur Aufhellung des
Falles nicht bei, beſtimmt vielmehr den guten Mann, ſein Spiel
weiter=
zuſpielen und das Kind das mittlerweile angefommen iſt, als ſein
eigenes ins Haus zu nehmen, damit ſie, die Kinderloſe, nun auch ihre
Freude hat. So fällt in all dieſe heitere Drolligkeit zuletzt noch ein
Strahl warmer Liebe.
Das von den Exl=Leuten glänzend gegebene Stück erhob nicht 211
ſpruch auf beſondere literariſche Wertigkeit, ſondern hatte keinen al
deren Ehrgeiz, als gut zu unterhalten und herzlich lachen zu machel
Beides hat es denn auch redlich erfüllt.
Dr. Adalbert Schmidt, Wien.
Bon Deutſchlands Hohen Schulen.
— Die Mediziniſche Fakultät der Univerſität Gießen veranſtaltet
vom 11. Oktober bis einſchließlich 17. Oktober 1931 für praktiſche Aerzie
einen allgemeinen Fortbildungskurs mit kliniſchen Beſprechungen und
praktiſchen Demonſtrationen. Vortragende ſind die kliniſchen
Fachver=
treter, ſowie die Fachvertreter für Phyſiologie und phyſiologiſche Chemie.
Ein Ausflug findet nach Bad=Nauheim ſtatt mit Demonſtrationen im
dortigen Balneologiſchen Univerſitätsinſtitut. Anfragen nach Proſpekten
und Anmeldungen ſind an Herrn Profeſſor Georg Herzog, Gießen,
Pa=
thologiſches Inſtitut, Klinikſtraße 32g, zu richten.
Nummer 108
Sonntag, den 19. April 1931
Seite 3
Aldelt ſar die Relasiegerang.
Landwiriſchafkliche Forderungen des Reichsernährungsminiſters. — Die deutſche Außenpolikik vor wichkigen
Enkſcheidungen. — Die Reform der Knappſchaftsverſicherung ungufſchiebbar.
SoZialreform und Enklaſlung der Gemeinden.
Brünings Zrühjahrsprogramm.
Erſte Kabinekksſihung nach den Oſterferien
am kommenden Donnerskag.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Die erſte Kabinettsſitzung nach den Oſterferien iſt nun
end=
gültig auf den kommenden Donnerstag anberaumt worden, und
zwar hat der Kanzler mit Rückſicht auf die Wichtigkeit und
Reich=
haltigkeit der Tagesordnung die Miniſter gebeten, möglichſt
voll=
zählig zu erſcheinen, da, wie wir ſchon ſagten, die Abſicht beſteht,
das Frühjahrsprogramm des Kabinetts jetzt möglichſt raſch
fertig=
zuſtellen. Die Forderungen, die vom Reichsernährungsminiſter
auf dieſem Gebiete zugunſten des Veredelungsverkehrs geſtellt
wer=
den, waren ſchon vor Oſtern fällig, ſind aber inzwiſchen liegen
ge=
blieben und werden jetzt wohl in Form einiger Verordnungen auf
Grund des Ermächtigungsgeſetzes in Wirkſamkeit treten. Dabei iſt
es aber wahrſcheinlich, daß Herr Schiele noch mit weitergehenden
Wünſchen hervortritt, deren Erfüllung ihm früher ebenfalls ſchon
vom Kabinett zugeſagt war. Auch auf außenpolitiſchem Gebiet
ſtehen eine Reihe von wichtigen Entſcheidungen bevor. Die
deutſche Politik im Paneuropäiſchen Ausſchuß, im
Völkerbunds=
rat, im Zuſammenhang damit auch in der Frage der Zollunion und
in ihrer Grundeinſtellung zur Forderung der Reviſion der
Kriegs=
entſchädigung verlangt nach einer Klärung. Auch Herr
Steger=
wald hat einen umfangreichen Wunſchzettel. Die Reform der
Knappſchaftsverſicherung läßt ſich nicht weiter aufſchieben. Die
Sozialreform auf Grund der Vorſchläge des Beratungsausſchuſſes
iſt dringend, kann aber nur gelöſt werden, wenn gleichzeitig die
Entlaſtung der Gemeinden geregelt wird und Möglichkeiten zur
Arbeitsbeſchaffung gefunden werden. Endlich ſind die Dinge
viel=
leicht ſchon jetzt ſo weit gediehen, daß der Finanzminiſter
gezwun=
gen iſt, infolge des Sinkens der Steuereingänge auch weitere
Ab=
ſtriche am Ausgabenetat vorzunehmen.
Reichsfinanzminiſter Dr. Diekrich
über die kommende Enkwicklung.
Karlsruhe, 18. April.
Reichsfinanzminiſter Dietrich ſprach geſtern abend in einer
Verſammlung der Staatspartei über die kommende Entwicklung
im Deutſchland. Dabei beſchäftigte er ſich zunächſt mit der
Ent=
wicklung der Verhältniſſe, wie ſie ſich aus der Wahl vom
4. September ergab, und wies darauf hin, daß durch dieſe
Bahl ſich ungewöhnliche Schwierigkeiten auf dem
ſ eutſchen Geldmarkt hauptſächlich dadurch ergeben
ha=
hen, daß eine Unmenge kurzfriſtiger Kredite teils vom Ausland
und teils vom Inlande von den Inhabern den Banken und der
„Fnduſtrie weggenommen wurden. Ganz ſeien dieſe
Schwierigkeiten noch nicht überwunden, und man
habe befürchtet, daß jetzt neue Schwierigkeiten entſtehen würden.
Es ſei aber gelungen, den Reichstag dahin zu bringen, daß er
das Etatgeſetz erledigte, und es ſei kein Zweifel, daß der
Reichstag damit einen Teil ſeiner verlorenen Poſition
wie=
der gewonnen und eine hiſtoriſche Tat vollbracht
habe zur Wiederherſtellung des Vertrauens und zum
Wiederauf=
lau unſerer Wirtſchaft.
Was die kommende Entwicklung angehe, ſo ſei
eine der dringendſten Fragen die, wie ſich die
Finanzen des Reiches geſtalten werden. Entgegen
anderslautenden Meldungen denke das Reichnichtdaran,
eine neue Anleihe aufzunehmen, obgleich die Lage
der Neichskaſſe inſofern nicht leicht ſei, als viele
Zah=
lingen zu Beginn des Jahres liegen. Die Regierung
hoffe aber, ihre Verpflichtungen abdecken zu
können, zumal die Verpflichtungen für den Monat April
be=
reits ſichergeſtellt ſeien. Die Abdeckung der
ſchweben=
den Schuld könne gewährleiſtet werden, um ſo mehr,
alls es gelungen ſei, im vergangenen Jahre den Etat um 1400
Millionen Mark zu ſenken. — Die Steuervereinfachung,
die eine der dringendſten Aufgaben ſei, ſei ſeit dem
1. April in vollem Gange. Noch nicht entſchieden ſei die Frage,
ob die mittleren und kleinen landwirtſchaftlichen Betriebe
über=
haupt von der Einkommenſteuer befreit werden ſollen, um ſie
nur noch mit der Realſteuer zu belaſten. Wenn die Regierung
dieſe Abſicht durchführe, dann würden die kleineren Landwirte
nur noch eine Steuer, die Grund= und Gebäudeſteuer, zu
ent=
richten haben, wodurch Millionen von Veranlagungen im
Inter=
eſſe der Vereinfachung der Verwaltung vermieden würden. Was
im übrigen die weitere Zukunft anbelange, ſo hänge
alles davon ab, wieweit es gelingen werde, die
Arbeitsloſigkeit zu bekämpfen, was die Hauptaufgabe
des bevorſtehenden Sommers und des Herbſtes für die
Regie=
rung wäre.
Kampfziele der deutſchen Volksparkei.
Berlin, 18. April.
Der Reichsausſchuß der D.V.P. trat am Samstag zu einer
aus dem ganzen Lande vollzählig beſuchten Sitzung zuſammen.
Der Parteiführer, Abg. Dingeldey, erſtattete einen Bericht über
die politiſche Lage, an den ſich eine lebhafte Ausſprache anſchloß.
Sie ergab die Uebereinſtimmung der Vertreter aus dem ganzen
Lande mit den Auffaſſungen des Parteiführers und bekundete den
Willen der Partei, gegen die Erſcheinungen des
Kulturbolſche=
wismus zu kämpfen. Sodann legte der Parteiführer dem
Reichs=
ausſchuß den von ihm ausgearbeiteten Entwurf zu den
Kampf=
zielen der D.V.P. vor. Die Kampfziele wurden angenommen.
Sie werden der morgigen Sitzung des Zentralvorſtandes
vor=
gelegt werden.
Das Schulden- und Reparakionsproblem
im Mitkelpunkk der Tagung
der inkernakionalen Handelskammer.
Waſhington, 18. April.
Bei der Tagung der Internationalen Handelskammer, die
am 4. Mai in Waſhington beginnt, wird, wie die amerikaniſche
Delegation heute mitteilt, die Frage der
internatio=
nalen Schulden eingehend erörtert werden, und zwar
auf=
grund zweier vom früheren deutſchen Reichsminiſter Dernburg
und von Profeſſor Wagemann ausgearbeiteter Referate über
Preisniveaus und über den internationalen
Güteraus=
tauſch. Die ſich anſchließende, vom Direktor der B. J. Z. und
vom Chicagoer Bankier Traylor geleitete Ausſprache über
die Reparationen, die von beiden Referenten als
wich=
tige Urſache für die gegenwärtige
Weltwirt=
ſchaftskriſe bezeichnet werden, ſoll ſich unter Vermeidung
moraliſcher Argumente auf wirtſchaftliche Geſichtspunkte
beſchrän=
ken. Unter dem Programmpunkt „Internationale Handelspolitik”
wird ſowohl Amerikas Zolltarif wie die Frage der deutſch=
öſter=
reichiſchen Zollunion erörtert werden. Beim Thema „Die
Ver=
hältniſſe in der Landwirtſchaft” wird die Gefahr des ruſſiſchen
Getreide=Dumpings, beim Programmpunkt „Internationaler
Zahlungsausgleich” u. a. das Silber=Problem beſprochen
wer=
den. Die amerikaniſche Delegation, für die Owen D. Young
die Eröffnungsrede halten wird, verſpricht ſich von dieſer
Ta=
gung hauptſächlich wachſendes Verſtändnis des amerikaniſchen
Publikums dafür, daß die amerikaniſche Kriſe nur
im Zuſammenhang mit der Weltkriſe gelöſt
wer=
den kann.
Amerika verzichkek auf die Wahrnehmung
ſeiner Inkereſſen in Ricaragua.
EP. Waſhington, 18. April.
Das Staatsdepartement gibt bekannt, daß die Vereinigten
Staaten Leben und Eigentum der amerikaniſchen Staatsbürger
in Nicaragua, nicht mehr ſchützen werden. Den amerikaniſchen
Bürgern empfiehlt die Regierung, entweder das Land zu
ver=
laſſen, wenn ſie glauben, daß der Schutz der nationalen Garde
un=
genügend ſei, oder ſich an den Küſten anzuſiedeln, von wo ſie bei
Gefahr ſich ſchnell in Sicherheit bringen könnten.
Zahlen.
Zu dem in der Dienstags=Ausgabe veröffentlichten Artikel.
„Zahlen” des Landtagsabgeordneten Dr. Beſt ſind uns mehrere
Zuſchriften zugegangen.
Vom Verband der heſſiſchen oberen Finanzbeamten wird uns
u. a. geſchrieben: „Beim Vergleich von Zahlen aus der
Vorkriegs=
zeit mit heute muß berückſichtigt werden, daß „Mark nicht gleich
Mark” iſt, vielmehr die Kaufkraft des Geldes allbekannt heute eine
geringere iſt wie vor dem Kriege. Dies wirkt ſich auch in den
Ziffern der Haushaltspläne des Staates aus. Weiter muß
feſt=
geſtellt werden, daß der Uebergang zum parlamentariſchen Staat
mit parlamentariſchen Miniſtern es zwangsläufig mit ſich gebracht
hat, daß den leitenden Staatsbeamten, jetzigen
Miniſterialdirek=
toren und Staatsräten, die von den früheren Miniſtern ausgeübte
rein fachliche Tätigkeit übertragen werden mußte, eine
Erſchei=
nung, die nicht nur in Heſſen, ſondern in jedem parlamentariſchen
Staatsweſen zu beobachten iſt und gegen die ohne Abſicht einer
Syſtemänderung anzukämpfen müßig iſt. Die „Aufblähung”, iſt
teils ebenfalls in der Staatsumwälzung, größerenteils aber in
rein ſachlichen Gründen zu ſuchen. Wir finden in allen
parla=
mentariſchen Staaten eine größere Teilung des
Verwaltungs=
apparats. Nicht nur Heſſen, auch ſämtliche deutſchen Länder und
das Reich ſind unter dem Zwang der neuen Verhältniſſe zu einer
Vermehrung der Miniſterien geſchritten. Dieſe Erſcheinung kann
aber nicht allein auf Urſachen zurückgeführt werden, die im
par=
lamentariſchen Syſtem liegen, ſie iſt überall und auch in Heſſen
in der ſachlichen Notwendigkeit durch die in der Nachkriegszeit
ſtark gewachſenen Staatsaufgaben und Uebernahme ganzer
Ver=
waltungsgebiete auf den Staat (Polizei, niederes Schulweſen mit
Berufs= und Fachſchulen, Vermeſſungsweſen, Gemeindeförſter uſw.)
begründet. Alle dieſe neuen Aufgaben mit dem Vorkriegsapparat
zu bewältigen, müßte die Miniſter vor Schwierigkeiten ſtellen,
denen auch ein Fachminiſter alter Prägung nicht gewachſen wäre.
Die Aufgabenſteigerung hat in dem Anwachſen der Ausgaben an
Poſtgebühren und Kanzleikoſten ihren bezeichnenden Niederſchlag
gefunden. Es betrugen zum Beiſpiel die Poſtgebühren im
Juſtiz=
miniſterium 1899 lt. Staatsvoranſchlag 60 000 Mk. 1931 jedoch
450 000 RM., die Kanzleikoſten in 1899 insgeſamt 1275 Mk., und
in 1931 dagegen 8500 RM. Im Finanzminiſterium ſind die
Poſt=
gebühren trotz Uebergangs der geſamten Steuerverwaltung an das
Reich von 65 000 Mk. im Jahre 1899 auf 175 000 RM. im Jahre
1931 und die Kanzleikoſten von 19 000 Mk. auf 37 600 RM. in
den gleichen Jahren geſtiegen.
Daß von dieſer bedeutenden Aufgabenſteigerung des Staates
auch die Zahl der Beamten beeinflußt wurde, iſt natürlich. Wenn
aber an dieſer Vermehrung die „mittleren Beamtenſchichten” einen
größeren Anteil haben, ſo iſt das nicht eine „Aufblähung” ſondern
hat ſeine berechtigten realen Gründe. Um zu ſparen, iſt man in
der Nachkriegszeit mehr und mehr dazu übergegangen, die höheren
Beamten durch Uebertragung von Arbeiten auf die Beamten des
gehobenen mittleren Dienſtes zu entlaſten, um eine ſonſt
not=
wendig geweſene ſtarke Vermehrung der weſentlich
höher bezahlten akademiſchen Kräfte zu vermeiden. Eine
Beſtre=
bung, die auch heute noch im Fluß iſt und u. a. beſonders in der
Juſtizverwaltung (Rechtspfleger) augenſcheinlich geworden iſt. Die
von Herrn Oberlandesgerichtspräſidenten i. R. Dr. Beſt ſelbſt
an=
gegebenen Zahlen beſtätigen ganz eindringlich den hohen Wert
ſolcher Erſparnis, wenn man die durch Vermehrung der
Miniſte=
rialräte von 1899 bis 1931 hervorgerufene Ausgabenſteigerung
mit der durch die Vermehrung der Buchhalter” und Regiſtratoren
bei den Miniſterien entſtandenen Ausgabenvermehrung vergleicht.
Hierbei ſei berichtigend bemerkt, daß es in den Miniſterien keine
Buchhalter, weder der Bezeichnung noch dem Sinne nach, gibt.
Nur aus der Aufgabenübertragung und der allgemeinen
Auf=
gabenſteigerung erklärt ſich die Beamtenvermehrung. Eine „
Auf=
blähung” liegt nicht vor. Hiergegen ſpricht ſchon allein die
Tat=
ſache, daß gerade die Beamten des gehobenen mittleren Dienſtes
bekanntlich die üblichen Bürozeiten vollſtändig ausnützen müſſen,
um ihren Aufgaben überhaupt gerecht werden zu können. „
Rech=
nungsdirektoren” und „Oberrechnungsräte”, ſowie „Direktoren der
Regiſtraturen” wurden nicht „geſchaffen”, ſondern waren vorher,
aber unter anderer Bezeichnung, ſchon da, ja ihre Tätigkeit wurde
früher zum Teil von akademiſchen Beamten verſehen. Die
Ober=
rechnungsräte ſind mit geringen Ausnahmen in Gruppe 30
einge=
ſtuft, in der ſich keine akademiſchen Beamten befinden. Die
Ein=
ſtufung der Beamten des gehobenen mittleren Dienſtes in den
Miniſterien hat nach dem Gutachten des Reichsſparkommiſſars
(S. 170) keinen Grund zur Beanſtandung gegeben, weil „an die
Beamten im Buchhaltungs= wie auch im Sekretariatsdienſt hohe.
Anforderungen geſtellt werden‟. Bei den Regiſtraturen der
Zen=
tralbehörden, deren Bedeutung für den Dienſtbetrieb vielfach
ver=
kannt wird und die mit Regiſtraturen der Lokalſtellen nicht
ver=
glichen werden können, hat man unter dem Spardruck Wege
ein=
geſchritten, deren ſchädliche Auswirkungen in ſpäteren Jahren
zu=
tage treten werden.
Nicht richtig iſt in den Ausführungen des Herrn
Oberlandes=
gerichtspräſidenten Dr. Beſt, daß die Volksſchullaſten ſeit 1928 um
rund 4 Millionen zurückgegangen ſeien. Die in den
Geſamtvolks=
ſchullaſten für 1928 mit 30 651 000 RM. enthaltenen Penſionslaſten
fehlen in den für 1931 mit 26 669 287 RM. angegebenen
Geſamt=
laſten. Da dieſe mit 5 500 000 RM. zu veranſchlagen ſind, ſo hat
nicht ein Rückgang, ſondern eine Vermehrung der Volksſchullaſten
von 1928 auf 1931 um etwa 1 500 000 RM. ſtattgefunden Die
wahren Urſachen der ſchlechten Finanzlage Heſſens ſind nicht in
einer „Aufblähung” des Beamtenkörpers zu ſuchen, ſondern in der
entſchädigungsloſen Uebernahme der Volksſchullaſten auf
den Staat, der ungenügenden Entſchädigung des Staates durch
die Gemeinden für Uebernahme der Polizeikoſten und ähnlicher
Maßnahmen der Nachkriegszeit, die zu einem für den heſſiſchen
Staat außerordentlich ungünſtigen inneren Finanzausgleich ge=
* Carl Spikkeler
ber Konrad Ferdinand Meyer und Goktfried Keller.
Perſönliche Erinnerung von Alfred Bock.
In der „Geſellſchaft für äſtethiſche Kultur” zu Frankfurt
a. M. hatte Spitteler aus ſeinen Balladen, ſeinen „
Schmetter=
lingen”, den „Glockenliedern” vorgeleſen, und zwar hatte er mit
ſeinem langſamen, ſcharf akzentuierten, ein wenig mundartlich
gefärbten und eben dadurch noch beſonders eindringlich
wirken=
den Vortrag einen entſchiedenen Erfolg errungen. Am Abend
darauf traf ich den Dichter in einer größeren Geſellſchaft.
Spitte=
ler war mit 62 Jahren noch von einer außerordentlichen
Spann=
kraft und Friſche. Von Altersbeſchwerden ſpürte er nichts, er
reiſte gern. Bis zu ſeinem 52. Lebensjahr, erzählte er mir, habe
ei als Schriftſteller kein Honorar erhalten. Er ſei erſt ſpät zur
Geltung gekommen. In ſeiner diſtinguierten Erſcheinung machte
er den Eindruck eines penſionierten Offiziers oder
Landedel=
mannes. Lange Zeit iſt er in Rußland als Lehrer tätig geweſen.
Beiläufig erzählte er, wie widerlich in Rußland die Sitte des
Küſſens unter Männern berühre. Bei ſeiner erſten
Erzieher=
ſtelle im Hauſe eines Generals, eines abſcheulichen Kerls, küßte
ihn dieſer auf beide Wangen. Ueber ſeinen Entwicklungsgang als
Lichter äußerte er, nichts ſei bei ihm eruptiv entſtanden, ſondern
alles gleichſam experimentierend. Als der Naturalismus in
Teutſchland blühte, vermeinte auch er, etwas darin leiſten zu
kömnen, und ſchrieb ſeinen Roman „Konrad der Leutnant”. Seine
Tichtungen ſind zuerſt alle reimlos geweſen. Als ihm ſein
Bruder ſpäter einmal ein Buch über die Reimkunſt ſchenkte,
ver=
ſuehte er es mit gereimten Verſen. Er trug ſeinen Stoff oft
lahrzehntelang mit ſich herum. Kam es einmal zum
Nieder=
ſcreiben, war alles Schwanken und Zaudern verbannt. Viele
Verſe wurden in einer Stunde hingeworfen. Dann erſt wurde
gefeilt. Seinen Worten nach war er der Ruhmbegier, Lob und
Cadel weit entrückt. Seine literariſchen Einkünfte ſagte er,
be=
lie fen ſich das ganze Jahr über auf 800 bis 1000 Franken. Im
Verlauf des Abends trug Spitteler mit der ganzen Tiefe ſeines
Empfindens Dichtungen vor. Die Ballade „Nur ein König”
wrd mir in der eindrucksvollen Art, wie er ſie zu Gehör brachte,
ibergeßlich bleiben. Spitteler ſcherzte, er habe für eine Million
Jahre Stoffe in petto. Während er ſchreibe, leſe er höchſtens
ein paar franzöſiſche Zeitungen. Andere Lektüre würde ihn in
ſeiner Produktion hindern. In eine Brunnenröhre, aus der
ſehendiges Waſſer ſprudle, dürfe man nichts hineinſtopfen.
intereſſant war, was er von ſeinem Verkehr mit Gottfried Keller
uud Konrad Ferdinand Meher zum Beſten gab. Obgleich Meyer
frei geſinnt war, wollte er es nie mit der Kirche verderben,
wollte ſich wenigſtens nicht mit ihr in Widerſpruch ſetzen. Meyer
war ſehr wohltätig. So unterhielt er ein Aſyl für
erwerbs=
unfähige Frauen aus eigenen Mitteln. Als das Züricher „Neue
Theater” eingeweiht wurde, hatte Meher den Prolog gedichtet.
Danach erhielt er einen anonymen Brief: Es ſei doch beſſer.
daß ſein Gehirn an irgend einem Felſen verſpritzt werde, als
daß er es dazu brauche, Verſe für dieſes neue Teufelshaus zu
ſchreiben. Meyer äußerte gegen Spitteler, der Brief käme
höchſt=
wahrſcheinlich von einem der alten Weiber, deren Unterhalt er
ſelbſt übernommen hatte. Meher liebte ſeine Schweſter Bety
über alle Maßen.
Als er ſich ſpät verheiratete, war ſeine Ehe durchaus
glück=
lich. Für ſein zartes Empfinden und für ſeine
Unbeholfen=
heit war es charakteriſtiſch, daß er, wenn er mit ſeiner Frau in
ein Café ging, ſich ſcheute, nach der Bedürfnisanſtalt zu fragen.
Seiner Frau lag ob, danach Umſchau zu halten. Sein harmlos
kindliches Weſen ſtand in ſchroffem Gegenſatz zu ſeinem
mar=
kigen, wuchtvollen und fortreißenden Schaffen. Seine Novellen
ſind eigentlich Dramen, ſind für die Bühne gedacht. Alle ſeine
Briefe ſchrieb Meher ſo, daß man ſie ſofort in Druck geben
konnte. Meher ſah aus wie ein Biſchof. Er lief ſpazieren, weil
er bei ſeiner Korpulenz befürchtete, einen Schlagfluß zu
be=
kommen, und er bekam ihn auch. Am Schluß ſeines Lebens
ver=
fiel er dem Wahn, daß er mit dem Seinen nicht mehr auskäme,
obgleich er in ausgezeichneten Verhältniſſen lebte. Als ihm ein
Pfarrer ſagte, er, der geiſtliche Herr, gehe auf den Rigi zur
Er=
holung, antwortete Meher wehmütig lächelnd, das könne der
Herr Pfarrer ſich erlauben, er ſelbſt habe kein Geld dazu. Meher
beſuchte Keller, als dieſer auf dem Sterbebett lag. Nachdem
er weggegangen war, tobte Keller, der Menſch ſtrotze von
Geſund=
heit und wage es, ſich eine volle Stunde an ſein Bett zu ſetzen.
Keller mochte Meher nie recht leiden. Ihre Naturen waren
Polaritäten. Ein großer Teil von Kellers Leben ſpielte ſich im
Wirtshaus ab. Keller und Böcklin ſind nach Spittelers Meinung
an zu reichlichem Alkoholgenuß vor der Zeit zu Grunde gegangen.
Nach ein Uhr nachts war Keller in der Kneipe mit ſeinen
hef=
tigen Ausbrüchen wie ein Vulkan. Daß Spitteler Schokolade
trank, ließ ſein Blut in den Adern kochen. Im Uebrigen dachte
Keller von ſeinem Schaffen ſehr beſcheiden, verſtand garnicht,
daß man ſoviel Weſens von ihm machte und ihn als König auf
den Literaturthron ſetzen wollte. Als er geſtorben war, ſchrieb
Böcklin an Spitteler, man ſolle doch nun öfter
zuſammen=
kommen. Spitteler möge die Brauerei oder Kneipe bezeichnen,
wo man ſich treffe. Da Spitteler weder die eine noch die andere
beſuchte, konnte aus den Zuſammenkünften nichts werden.
Reichs=Gerbergsverzeichnis 1931. 19. Ausgabe. Herausgegeben vom
Reichsverband für Deutſche Jugendherbergen, Verlags=Abteilung,
Hilchenbach in Weſtfalen. Preis 1.— RM.
Das Verzeichnis iſt in dieſem Jahre früher als je herausgekommen.
Mit der vorliegenden 19. Ausgabe hat dieſes einfache und doch für jeden
Wandersmann außerordentlich wichtige Büchlein eine Geſamtauflage von
½ Million überſchritten. Seit ſeinem Erſcheinen durfte es eine Fülle
von Freude, von frohen Stunden und unvergeßlichen Eindrücken
ver=
mitteln. Es war dem jungen wie dem alten Wanderer ein trefflicher
Berater. Erſt wenn man ſich einmal die Mühe macht, das mit einem
anſprechenden Titelbild verſehene Bändchen durchzublättern, erkennt
man, welches umfangreiche Werk hier für unſere Jugend aufgebaut
wurde, 25 Gaue und 1000 Ortsgruppen betreuen ein Netz von 2200
Jugendherbergen im ganzen Reich, von denen jede hier mit allen
Einzel=
heiten genannt iſt.
Horacio Quiroga: Auswanderer. Broſchiert 3.— RM., Ganzleinen
4,50 RM. W8 Seiten.
Horacio Quiroga iſt einer der fähigſten Köpfe der argentiniſchen
Dichtung. Sehr zu begrüßen iſt es daher, daß jetzt eines ſeiner
charak=
teriſtiſchen Werke, „Auswanderer”, in der Ueberſetzung vorliegt und
ſoeben in Buchform im Safari=Verlag, Berlin W. 57, erſchienen iſt.
Kurzgeſchichten ſind in dieſem Band vereinigt, die unabhängig
von=
einander ſind, aber doch im Stoff, Kolorit und Problematik
zuſammen=
gehören. Stofflich behandeln ſie das Leben von Anſiedlern Farmern,
Holzfällern und ſolchen Exiſtenzen, die außerhalb ſozialer Bindungen
ihr Daſein friſten. Immer ſind es eigenartige Perſönlichkeiten, die das
Schickſal in oft außergewvöhnliche Situationen bringt. Hineingeſtellt
werden ſie in eine Landſchaft, die ſich ſeltſam erregend und
geheimnis=
voll ofſenbart. Die ganze farbentrunkene Atmoſphäre des Urwaldes,
ſeine üppige Vegetation und die in ihr lauernden Gefahren ſind hier
eingefangen.
„Ein Ghetto im Oſten. Wilna”, 65 Bilder von M. Vorobeichie
ein=
geleitet von S. Chneour. Deutſch=hebräiſche Ausgabe. Schaubücher
Band 27. Herausgeber Dr. Emil Schaeffer. „Gebunden 3.— Fr.,
2,40 RM. Orell Füßli Verlag, Zürich und Leipzig.
Das Mittelalter ſteht beim Durchblättern dieſes Schaubuches vor
unſeren Augen, aber nicht das Mittelalter dräuender Burgen und
feſt=
froher Minnehöfe, prunkender Kathedralen und blinkender Panzer —
ach nein, das Mittelalter eines Ghettos im Oſten iſt anders, ſehr anders!
Die Laſt der Jahrhunderte drückt auf lichtloſe Tore und Gaſſen, auf
uralte Gewölbe, vergitterte Fenſter und Synagogen, auf durchfurchte alte
Geſichter und auf Kinder, die wie Greiſe wirken. Denn die
tauſend=
jährige Angſt vor den Söhnen Edoms, die unzählige Male mit
Ver=
wüſtung und Tod die Gaſſen der Ghettos durchzogen haben prägte ſelbſt
auf Kinderſtirnen das Ahasver=Stigma verſorgter Unraſt und ewiger
Friedloſigkeit.
— Die Arbeitsgemeinſchaft „Rund um den Hermann” hat in
dieſem Jahre ein allſeitig anerkanntes muſtergültiges Faltblatt
in Zweifarbendruck herausgebracht, das von dem Städt.
Verkehrs=
amt Detmold und dem Verkehrsverein Paderborn bezogen werden
kann. Das Faltblatt iſt in einer Auflage von 100 000 Exemplaren
gedruckt, davon 33 000 in holländiſcher Sprache. Es ſtellt die
Vor=
züge des Erholungsgebietes „Rund um den Hermann” in
durch=
aus ſachlicher Weiſe heraus.
Seite 4
Sonntag, den 19. April 1931
Nummer 108
führt haben. Hierauf iſt von dritter Seite vor einigen Wochen
in einem unter „Kritiſches zum heſſiſchen Haushaltsplan 1931”
er=
ſchienenen Artikel ſehr zutreffend hingewieſen worden.
Nur ein Abbau der Staatsaufgaben wird automatiſch eine
Minderung der Zahl der Beamten herbeiführen. Der andere,
ſchon ſo oft verſuchte Weg. Beamte ohne Rückſicht auf die zu
be=
wältigende Arbeit aufzubauen, hat in der Praxis nur dazu geführt,
die Zahl der in Beamtenſtellen tätigen Staatsdienſtanwärter und
Angeſtellten zu erhöhen. Die Beamten haben ſelbſt an einem
ſpar=
ſamen Finanzgebaren des Staates das größte Intereſſe und ſind
jeder Sparmaßnahme zugänglich, die von allen
Bevölkerungsſchich=
ten gleichmäßig verlangt wird. Wir müſſen aber alle
Beſtrebun=
gen ablehnen, die, getragen von der zurzeit herrſchenden
beamten=
feindlichen Pſychoſe, Unzuträglichkeiten der eigenen Lebenslage auf
Koſten der Staatsbeamten zu korrigieren ſuchen.”
Der Verband heſſiſcher akademiſcher Staatsbeamten ſchreibt
uns u. a.:
In der Ueberſicht ſind die Lokalbaubeamten angeführt, und
zwar für 1899 mit 16 Stellen, 1909 mit 18 Stellen, 1917 mit 17
Stellen, 1931 mit 30 Stellen. Die Zahlen für 1899. 1909 und 1917
enthalten nur die bei den Hoch= und Waſſerbauämtern
beſchäf=
tigten akademiſchen Baubeamten. Nicht aufgeführt ſind die
ehe=
maligen Kreisbauinſpektoren, die neben dem Straßenbau die hoch=
und tiefbaulichen Arbeiten der Gemeinden und öffentlichen
Körper=
ſchaften zu überwachen hatten und als Staatsbaubeamten ebenfalls
im Staatsvoranſchlag aufgeführt ſind. Danach ergeben ſich für
1899 35 Stellen, 1909 37 Stellen, 1917 34 Stellen, 1931 27 Stellen.
In der Ueberſicht ſind zwar für 1931 30 Stellen angegeben,
doch ſind hier anſcheinend 3 Vermeſſungsräte den akademiſchen
Baubeamten zugezählt, was an ſich völlig unverſtändlich und
un=
angebracht iſt, auch für die Jahre 1899, 1909 und 1917 nicht
ge=
ſchehen iſt.
Die Zahl der akademiſchen Baubeamten hat ſich in den
letz=
ten Jahren vermindert, da der Straßenbau vom Staat auf die
Provinzen im Jahre 1927 übertragen wurde und gleichzeitig 8
aka=
demiſche Staatsbaubeamte an die Provinzen abgegeben wurden.
Selbſt wenn man dieſe 8 Provinzialbauräte den Staatsbeamten
zurechnet, ergibt ſich trotz der erhöhten Tätigkeit im Straßenbau
und des hierdurch bedingten Mehrbedarfs an Straßenbaubeamten
nur eine Geſamtzahl von 35 Stellen.
Der in dem Artikel gezogene Schluß: „Stärker iſt die Zahl der
akademiſchen Lokalbaubeamten gewachſen”, iſt ſomit irrig und
hin=
fällig. Es ſteht feſt, daß trotz der ſeit 1909 fortgeſchrittenen
Tech=
niſierung und der erhöhten Aufgaben der Baubeamten die Zahl
der akademiſchen Baubeamten ſich im Gegenſatz zu ſämtlichen in
der Statiſtik aufgeführten Berufsbeamten nicht erhöht hat. Das
war nur möglich durch den von den akadem Staatsbaubeamten
ſeit 3 Jahrzehnten betriebene, von etwa 1917 ab begonnene und
1927 durchgeführte Neuordnung der öffentlichen Bauverwaltung.
Staatspartei und Verwaltungsreform.
Der ſtaatsparteiliche Abgeordnete Schreiber beantragt im
Landtag u. a.: Die Regierung wird erſucht, unverzüglich
organiſa=
toriſche Vorbereitungen zu treffen, die eine Verminderung der 5
Miniſterien auf 2. höchſtens 3 ermöglichen; in allen Miniſterien
gemiſchte Kommiſſionen aus Beamten der Zentral= und
Lokal=
behörden und aus allen Beamtengruppen zu bilden, deren
Auf=
gabe es iſt, geeignete Vorſchläge zu machen, die eine
Uebertra=
gung von Arbeiten der Zentralbehörden auf Lokalbehörden und
eine Vereinfachung des Dienſtbetriebes zum Ziele haben ſollen;
dem Landtag iſt auf Grund des ſo gewonnenen Ergebniſſes Vor=
Als Baugeld oder zur
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lage zu machen; die in Ausſicht genommene Verwaltungsreform
durch Zuſammenlegung und Neuabgrenzung von Lokalbehörden,
ſowie durch Abbau der Provinzialdirektionen als ſtaatlicher
Be=
hörden unverzüglich durchzuführen; beim Reich erneut die
Weiter=
führung der Arbeiten zur Reichsreform zu betreiben, und, falls
dieſe Arbeiten in abſehbarer Zeit zu keinem Erfolg führen,
Ver=
handlungen mit Nachbarländern zwecks Zuſammenſchluß auf der
Grundlage des bereits beſtehenden rhein=mainiſchen
Wirtſchafts=
gebietes aufzunehmen.
Preußiſche Perſonalpolikik.
Aus dem Unkerſachungsausſcheß des Breußiſchen
Landtags.
Vdz. Berlin, 18. April.
Der Unterſuchungsausſchuß des Preußiſchen Landtags zur
Unterſuchung der Perſonalpolitik im
Preußi=
ſchen Statiſtiſchen Landesamt ſetzte am Freitag ſeine
Verhandlungen fort. Büroinſpektor Kreuſch bekundete, daß der
notwendige Abbau des Perſonals in der erſten Zeit ſtets
ent=
ſprechend den geſetzlichen Vorſchriften erfolgte. Seit dem
Amts=
antritt des Regierungsdirektors Caſſau ſei das anders
gewor=
den. Bei einer Erkundigung bei ſozialdemokratiſchen
Abgeordneten im Landtag ſei dem Zeugen geſagt worden,
man möge auf keinen Fall etwas gegen Herrn
Caſſau unternehmen; er ſei als alter Parteiangehöriger
der Sozialdemokratie bekannt. Es ſei dann auch nichts weiter
unternommen worden. Noch ſchlimmer ſei es geworden, als
Poſner in das Amte eintrat. Auf Befragen durch den
Bericht=
erſtatter erklärte der Zeuge, daß Poſner den „Vorwärts”=
Artikel „Das Hakenkreuzneſt im Statiſtiſchen Landesamt”
verfaßt, bzw. das Material dazu geliefert habe. Präſident
Saenger erklärte dazu, daß Poſner auf ſeine, des Präſidenten,
Frage, die ſchriftliche Antwort erteilt habe, daß er mit dem
Ar=
tikel nicht das geringſte zu tun habe. (Lebhaftes hört! hört!
rechts.) Zeuge Kreuſch bezeichnete den „Vorwärts”=Artikel als
Unfug. Dieſer Artikel ſollte Caſſau angreifen, um ihn indirekt zu
noch ſchärferem Vorgehen zu veranlaſſen.
Auf Fragen des Berichterſtatters erwiderte der Zeuge, daß
die Zuſammenarbeit im Betriebsrat, dem er lange Zeit
ange=
hörte, reibungslos geweſen ſei. Poſner habe aber bald nach ſeinem
Eintreten von den ſozialdemokratiſchen Mitgliedern des
Betriebs=
rats direkt verlangt, gegen den
Betriebsratsvorſitzen=
den zu intrigiern und unter allen Umſtänden
gegen ihn Stellung zu nehmen, ſelbſt wenn es
zum Schaden der Angeſtellten ausſchlagen
ſollte. Auf Vorſtellungen habe Poſner erklärt, ſachliche
Gründe ſpielten keine Rolle; hier handele es ſich nur um politiſche
Momente. Ein derartiges Verfahren habe er abgelehnt.
Ein weiterer Zeuge, der frühere Angeſtellte Krämer, erklärte,
Regierungsdirektor Caſſau, und noch mehr der Regierungsrat
Poſ=
ner, hätten ſich bemüht, alle rechtsgerichteten Beamten und
Ange=
ſtellten aus dem Amt zu entfernen und durch linksgerichtete zu
erſetzen. Seit Caſſaus und Poſners Eintritt in das Amt ſei dort
unter den Angeſtellten die Parole ausgegeben worden, wer ſeine
Stellung halten oder verbeſſern wolle, müſſe der Sozialdemokraitie
als Mitglied beitreten. Krämer ſelbſt iſt tatſächlich, wie er ſagt,
um ſeine Exiſtenz zu halten, damals der S.P.D. beigetreten, aber
nach 1½ Jahren aus der Partei ausgeſchloſſen worden, weil man
ihm vorwarf, er habe als nationalſozialiſtiſcher Spitzel in der
Partei gewirkt. Dieſe Behauptung beſtreitet Krämer, und er
glaubt, daß er aus dem Amtnur entlaſſen worden ſei,
weil er Poſners Intrigen nicht mitgemacht habe.
Caſſau gibt dagegen als Grund für Krämers Entlaſſung an, daß
Krämers moraliſche Qualitäten bei der Verwaltung Bedeuken
erregt hätten. Nach dem Bombenattentat auf den Reichstag habe
nämlich Krämer ſeinen Freund Timm zu Unrecht der politiſchen
Polizei als Täter denunziert, obwohl er ihn vorher ingeborgt
hatte. Krämer habe ſich nur die Belohnung verdienen wollen.
Krämer behauptet dagegen, er habe unvorſichtigerweiſe in
Gegen=
wart von Poſner den Verdacht gegen Timm geäußert und ſei
daraufhin von Poſner genötigt worden, die Anzeige bei der
Po=
lizei zu machen, um ſich nicht ſelbſt als Begünſtiger ſtrafbar zu
machen.
2as Arkeil im Hochzertals=Prozeß
gegen die Straußberger Aomnuniſten.
Leipzig, 18. April.
Wegen Verteilung kommuniſtiſcher Flugblätter an die
Straußberger Polizeibeamten waren, wie gemeldet, ſechs
Arbei=
ter unter die Anklage der Vorbereitung zum Hochverrat geſtellt
worden. Der vierte Strafſenat des Reichsgerichts hat am 17.
und 18. April unter dem Vorſitz des Reichsgerichtsrates
Baum=
garten verhandelt und folgendes Urteil verkündet: Der Arbeiter
Alfred Götze wird freigeſprochen. Der Staatsanwalt hatte ein
Jahr und drei Monate Feſtung beantragt. Es werden
ver=
urteilt je wegen eines Verbrechens des verſuchten Hochverrats
der Arbeiter Albert Karow aus Straußberg zu einem Jahr drei
Monaten Feſtung (beantragt waren 1 Jahr 6 Monate Feſtung),
ſieben Monate gehen für Unterſuchungshaft ab; der Arbeiter
Guſtav Schulz aus Straußberg zu neun Monaten Feſtung (1 Jahr
Feſtung), zwei Monate werden für Unterſuchungshaſt abgezogen;
der Maurer Hans Schneider aus Herrenhorſt bei Rehfelde zu
neun Monaten Feſtung (ſechs Monate Feſtung); der Maurer
Hch. Stark aus Berlin zu einem Jahr ſechs Monaten Feſtung
(zwei Jahre Feſtung), ſechs Monate ſind durch
Unterſuchungs=
haft verbüßt; der Ofenſetzer Ernſt Koppe aus Berkin zu einem
Jahr ſechs Monaten Feſtung (zwei Jahre Feſtung), fünf
Mo=
nate ſind urch die Unterſuchungshaft verbüßt. Im übrigen iſt
das Flugblatt „Schutzpolizeibeamte”, das von den Angeklagten
gemeinſam zur Verteilung an Polizeibeamte gelangt iſt,
einzu=
ziehen, die Platten ſind unbrauchbar zu machen.
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F. E. H. 893 d. Rudolf Mosse, Darmstadf-
Nummer 108
Sonntag, den 19. April 1931
Seite 5
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 19. April 1931.
— Ernannt wurden: Am 13. April: der Studienrat an der
Studienanſtalt in Offenbach a. M. Friedrich Buri zum
Studien=
rat an der Oberreglſchule am Friedrichsplatz in Offenbach a. M.;
am 16., April: der Studienrat an dem Gymnaſium in Mainz Franz
Anton Como, zurzeit kommiſſariſch an dem Gymnaſium in
Bin=
gen zum Studienrat an dem Gymnaſium und der Oberrealſchule
in Dieburg, beide mit Wirkung vom 20. April 1931 ab.
EPH. Stadtpfarrer Kleberger penſioniert. Durch die
heſ=
ſiſche Kirchenregierung wurde der erſte Stadtpfarrer Karl
Kle=
berger zu Darmſtadt auf ſein Nachſuchen und unter
Anerken=
nung ſeine langjährigen treuen Dienſte mit Wirkung vom 1.
Ok=
tober 1931 in den Ruheſtand verſetzt. Pfarrer Kleberger, der im
69. Lebensjahr ſteht, iſt ſeit dem 1. Juli 1899 Stadtpfarrer der
Lukasgemeinde in Darmſtadt. Seit dem 18. März 1919 iſt er
erſter Stadtpfarrer.
* Staatsdienſt=Jubiläum. Am 19. bzw. 25. April begehen die
Herren Vermeſſungsſekretäre Otto Biſſinger und Hans
Reu=
ter im heſſiſchen Vermeſſungsdienſt, ihr 25
jährigesStaatsdienſtjubi=
läum. Ihre Berufskollegen beglückwünſchen die Jubilare aufs
herzlichſte und hoffen, daß es ihnen vergönnt ſein möge, noch recht
viele Jahre hindurch zum Wohle des Volkes tätig zu ſein.
— Hohes Alter. Heute begeht Fräulein Anna Ehrhardt,
Hofmannſtr 22, Tochter des Geh. Rats Dr. Chriſtian Ehrhardt,
des Begründers des Kataſterweſens in Heſſen, in körperlicher und
geiſtiger Friſche ihren 94. Geburtstag.
Die Dienſtſtunden des Polizeiamts ſind ab 20. April 1931
von 7.30 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 17.30 Uhr, Samstags von
7.30 bis 13 Uhr; die Dienſtſtunden des
Landeskriminalpolizei=
amts von 7 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 17 Uhr Samstags von
bis 12.30 Uhr feſtgeſetzt. Sonntags bleiben die Büros des
Polizeiamts und des Landeskriminalpolizeiamts für das
Publi=
kum geſchloſſen.
Tagesordnung zur Sitzung des Stadtrats am
Donners=
tag, den 23. April um 17 Uhr, im Rathaus: 1 Verlegung der
Wandererherberge Herdweg 28 nach dem alten Verſorgungshaus,
Pallgswieſenſtraße 54; 2. Betriebsſtörung im Hauptpumpwerk
des Städtiſchen Waſſerwerks im Sommer 1930; hier: die Koſten
für die Errichtung eines Notpumpwerks: 3. Aenderung der
Gas=
lieferungsbeſtimmungen und der Waſſerlieferungsbedingungen;
4. Abänderung der Bedingungen für die Lieferung von Waſſer
aus dem Städtiſchen Waſſerwerk; 5. Abſchluß der Stadtkaſſe und
der ſtädtiſchen Nebenkaſſen für 1929: 6. Die endgültigen Umlagen
und die endgültige Sondergebäudeſteuer für 1930; 7. Ausbau des
ehemaligen Truppenübungsplatzes Griesheim als
Verkehrslande=
platz; 8. Einrichtung einer Konten=Kartei und Beſchaffung einer
Regiſtrierkaſſe für die Stadtkaſſe; 9. Anſchluß des Wohlfahrts=
und Jugendamts an die Polizeirufanlage; 10. Erlaß einer
Poli=
zeiverordnung über das öffentliche Kraftdroſchkenweſen; 11.
Er=
laß einer Polizeiverordnung über die Verkehrsregelung in der
Stadt Damſtadt: 12. Schließung des Schollwegs und Abgabe des
Geländes an den Alice=Frauenverein; hier: Einſprüche gegen den
Bebauungsplan; 13. Antrag der Gewerbe= und
Handwerkerver=
einigung Darmſtadt auf Aufhebung der Ziffer 4 des 8 50 der
Ortsbauſatzung für das Baugebiet öſtlich des Heinrich=Rinck=Wegs
und des Weberwegs; 14. Mitteilungen.
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Ausſtellung Ruth
Meier, Dresden. Die Dresdenerin Ruth Meier, die in den
Räumen der Bücherſtube Aquarelle, Holzſchnitte und Graphik
zeigt, arbeitete in Karlsruhe bei Prof. Behr und Prof. Konz,
ſpäter in Düſſeldorf und in Paris bei Maurice Denis Ruth
Meier ſtellt gleichzeitig im Mannheimer Kunſtverein im Rahmen
einer Ausſtellung von Dresdener Künſtlern aus. Die
Vorberei=
tungen für die Bauhausausſtellung im Mai ſind in vollem Gang.
Es werden Oelbilder gezeigt, Gobelins aus der Bauhausweberei,
Photomontagen Photomalerei, Klebebilder und Aquarelle. Ueber
die Eröffnung dieſer Ausſtellung Anfang Mai wird noch näheres
bekannt gegeben.
— Frühjahrs=Modenſchau. Wir weiſen nochmals auf die
am Montag, den 20 d. M., abends, im Fürſtenſaal,
Grafen=
ſtraße 18, ſtattfindende Frühjahrs=Modenſchau des Dürerhauſes,
Eliſabethenſtraße 25, hin.
Heſiſches Landeskheaker.
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20. April Keine Vorſtellung 15, 17.30, 20.15 Uhr
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21. April 19.30—22.,30 Uhr
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22. April 19.30 Ende gegen 22.30 Uhr
Der Hauptmann von Köpenich
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23, April 19.30, Ende gegen 22 Uhr
Tnrandot
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24. April 19.30, Ende gegen 23 Uhr
Biktoria und ihr Huſar
Außer Miete
Vorſtellung zu halb. Preiſen
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Der Grane
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25. April 19.30—22 30 Uhr
Zum letzten Male:
Königskinder
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Preiſe 0.80—8 Mr. 20—22.30 Uhr
Zum letzten Male:
Meine Schweſter und ich
Außer Miete
Vorſtellung zu klein. Preiſen
Preiſe 1—3 Mk. Sonntag,
26. April 18.30. Ende nach 22 Uhr
Hamlet
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Blanbart
Zuſatzmiete 1V 10
T, Gr. 2 u. 3 1.20—6 Mk.
— Heſſiſches Landestheater. „Lohengrin” von Richard
Wagner wird heute, Sonntag, im Großen Haus, in der
Inſzenie=
rung von Renato Mordo (Bühnenbild: Lothar Schenck v. Trapp),
unter muſikaliſcher Leitung von Karl Maria Zwißler zur
Dar=
ſtellung kommen. In den Hauptrollen:; Sattler (Lohengrin),
von Stoſch (Elſa), Herrmann (König Heinrich), Lohmann (
Tel=
ramund), Jacobs (Ortrud) und Stralendorf (Heerrufer). —
Volksvorſtellung „Eliſabeth von England”.
Die letzte Aufführung des ungewöhnlich erfolgreichen Schauſpiels
„Eliſabeth von England” von Ferdinand Bruckner wird
Diens=
tag, den 21. April, im Großen Haus, außer Miete, als
Volksvor=
ſtellung zu halben Preiſen ſtattfinden. Auch für dieſe letzte
Auf=
führung des Werkes konnte Frau Hermine Körner für die
Dar=
ſtellung der Titelrolle gewonnen werden. Für dieſe Vorſtellung
findet der Vorverkauf beim Verkehrsbüro, bei C. L. Külp und an
der Tageskaſſe des Großen Hauſes ſtatt. — Letzte
Auffüh=
rung „Meine Schweſter und ich‟ Der ſeit Jahren
ſtärkſte Publikumserfolg des Heſſiſchen Landestheaters. Meine
Schweſter und ich” muſikaliſches Luſtſpiel nach Berr und Verneuil
von Robert Blum, mit Geſangstexten und Muſik von Ralph
Benatzky, wird Samstag, den 25. April, außer Miete letztmalig
bei kleinen Preiſen in Szene gehen. Es iſt dies die 29.
Auffüh=
rung des ungewöhnlich erfolgreichen Werkes.
Zer Borſiand ver HanowderrKammer Ha den Keuergeſehen.
Der Vorſtand der Heſſiſchen Handwerkskammer nahm in
ſeiner geſtrigen Sitzung in Anweſenheit von Vertretern der
heſſi=
ſchen Finanzbehörden eingehend Stellung zu den durch die
Not=
verordnung geregelten bzw. in Ausſicht geſtellten Steuergeſetzen
und den letzten ſteuerlichen Maßnahmen im Lande Heſſen.
Aus=
gehend von dem Grundſatz einer gerechten Laſtenverteilung, kam
er zu folgenden Ergebniſſen:
1. Grundſteuerrahmengeſetz.
Durch die vorgeſehene Heranziehung des Einheitswerts als
Beſteuerungsgrundlage iſt eine ungerechte Verſchiebung des
ſeit=
herigen Belaſtungsverhältniſſes unter den verſchiedenen Gruppen
von Grundeigentümern in den Bereich der Möglichkeit gerückt. Um
dies zu vermeiden, muß die Neubewertung des Grundvermögens
derart erfolgen, daß weſentliche Verſchiebungen auch der
Grund=
ſteuerlaſten nicht eintreten.
2. Gewerbeſteuerrahmengeſetz.
Die Heranziehung des Gewerbeertrags als einzige oder
vor=
wiegende Beſteuerungsgrundlage führt — wie an praktiſchen
Bei=
ſpielen überzeugend nachgewieſen wurde — zu einer unerhörten
Höherbelaſtung der Klein= und Mittelbetriebe. Nach Anſicht des
Kammervorſtandes ſoll bei der Gewerbeſteuer vorwiegende
Be=
ſteuerungsgrundlage das Gewerbekapital ſein, da die
Gewerbe=
ſteuer, wenn überhaupt, nur den einen Sinn haben kann, daß ſie
eine Erſatzleiſtung für die den Gemeinden und Ländern durch die
Betriebe erwachſenden Koſten darſtellt. Regierung und
Abgeord=
nete ſind deshalb zu bitten, ſich für möglichſt obligatoriſch zu
ge=
ſtaltende Heranziehung des jeweiligen Betriebsvermögens und
der Lohnſumme als Beſteuerungsgrundlagen neben dem
Gewerbe=
ertrag einzuſetzen, wie es auch in dem Entwurf eines
Steuerver=
einheitlichungsgeſetzes aus dem Jahre 1928 vorgeſehen war.
Ferner iſt hinzuwirken auf eine ſtärkere Degreſſion des
Ta=
rifs, auf die Abzugsfähigkeit des perſönlichen Arbeitsverdienſtes
vom ſteuerpflichtigen Ertrag und auf die Einführung eines
An=
hörungsrechts der Berufsvertretungen, wie ſie in Preußen ſeit
langem beſteht.
3. Realſteuerſenkung.
Sie iſt in ihrer Höhe, Sicherung, Finanzierung und Dauer
unbefriedigend im Geſetz gelöſt. Eine dauerhafte Senkung iſt nur
möglich mittels Aufgabenentlaſtung und richtigen Finanz= und
Laſtenausgleichs zwiſchen Gemeinden. Ländern und Reich. Die
Finanzierung der Senkung vermittels der Sonderſteuereingänge
lähmt die Bauwirtſchaft weiterhin und bringt die Gefahr einer
Verewigung der ruinöſen Sondergebäudeſteuer mit ſich. Eine
Entlaſtung des Grundbeſitzes und der Gewerbetreibenden wird
in Heſſen effektiv durch die Senkung deshalb nicht eintreten, weil
die Grundſteuer zuvor um ein Mehrfaches erhöht, die
Sonder=
gebäudeſteuer in vielen Fällen hinaufgeſchraubt und die
Gewerbe=
ſteuer nach Einführung des Rahmengeſetzes insbeſondere für die
ſehr große Zahl der Klein= und Mittelbetriebe ſich ebenfalls über
den Betrag der Senkung hinaus erhöhen wird. Vielmehr wird
für die Handwerksbetriebe durch die vorgeſehene Art der
Steuer=
vereinheitlichung eine effektive Erhöhung der Realſteuern zum
mindeſten vom Jahre 1932 ab per Saldo zu verzeichnen ſein, der
mit allen Mitteln entgegenzutreten iſt.
4. Steuervereinfachung.
Unter den Vereinfachungsmaßnahmen befinden ſich ſolche, die
eine echte Vereinfachung für die Steuerpflichtigen nicht nach ſich
führen werden. Zu begrüßen ſind die Erhöhung der
Vermögens=
ſteuerfreigrenze und die Einführung einer Umſatzſteuerfreigrenze
als echte Vereinfachungsmaßnahmen. Die Offenlegung der
Ein=
heitswerte an Stelle der Zuſtellung von Beſcheiden belaſtet
un=
verhältnismäßig die zur Einſichtnahme gezwungenen Pflichtigen.
Vollkommen abzulehnen iſt die in Ausſicht geſtellte
gewerb=
liche Einheitsſteuer und die Gemeindezuſchläge hierzu, durch
welche die Einkommenſteuerkraft des gewerblichen Mittelſtandes
übermäßig angeſpannt wird, im Gegenſatz zu den Leiſtungen der
großwirtſchaftlichen Kreiſe. Regierung und Abgeordnete ſind zu
bitten, ſich der Einführung der gewerblichen Einheitsſteuer in der
vorhergeſehenen Form zu widerſetzen und dafür Sorge zu tragen,
daß ihr die Zuſtimmung im Reichsrat verſagt bleibt.
5. Sondergebäudeſteuer.
Die Erhöhung der heſſiſchen Sondergebäudeſteuer für
Ob=
jekte, bei denen die Friedensmiete höher als 5 v. H. iſt, hat ſich
weit ſtärker als erwartet ausgewirkt. Betroffen iſt insbeſondere
der Geſchäftshausbeſitz in guter Lage. Ungewöhnliche Härten
entſtehen durch die Einziehung inſofern, als die ungenügenden
Geſchäftserträgniſſe in der heutigen wirtſchaftlichen Kriſenzeit die
Deckung erhöhter Sonderſteuern nicht zulaſſen und eine
Abwäl=
zung auf die Mieten meiſtenteils unmöglich iſt. Die
Geſchäfts=
mieten müſſen im Gegenteil heutzutage faſt überall geſenkt
wer=
den. Zu verlangen iſt eine ſofortige Feſtſtellung der
Geſamt=
ſumme der Mehrveranlagungen in Heſſen, Streichung des über
den voranſchlagsmäßigen Betrag in Höhe von 500 000 RM.
hin=
ausgehenden Teils und Unterverteilung des Reſtbetrages auf die
tatſächlich tragfähigen Objekte.
Der in der letzten Zeit häufig propagierte Vorſchlag auf
Freilaſſung desjenigen Teils von der Sondergebäudeſteuer für
den Reparaturen im Hauſe ausgeführt worden ſind, verdient
größtes Intereſſe im Hinblick auf die Ankurbelung des
Wirt=
ſchaftslebens. Es iſt zu verſuchen, die finanzpolitiſchen
Hinder=
niſſe zu überwinden.
Ferner muß Vorſorge dagegen getroffen werden, daß die
enorme Steuerverſchuldung der Geſchäftshauseigentümer
aus=
geglichen wird, die mangels genügender Geſchäftserträgniſſe in
den letzten Jahren nicht in der Lage waren, die überaus hohen
Sonderſteuern zu entrichten.
Der endgültigen Beſeitigung der Sondergebäudeſteuer muß
größte Aufmerkſamkeit gewidmet werden.
6. Die neue Bewertung des zwangsbewirtſchafteten
Grundbeſitzes
muß ſich möglichſt anlehnen an die heutigen Werte. Ob dies
allein durch ein Vielfaches der Rohmieten bzw. Friedensmieten
möglich iſt, iſt nicht ſichergeſtellt. Eine Kombination der
Roh=
miete mit dem früheren Wehrbeitragswert beide in ein
Verhält=
nis geſetzt zu den tatſächlich in der letzten Zeit erzielten
Verkaufs=
preiſen, iſt im Sinne der Vorſchläge der Hausbeſitzerorganiſation
zu erwägen. Die Wertſeſtſetzung muß durch
Sachverſtändigen=
kommiſſionen erfolgen.
Am die Deutſche Handball=Meiſterſchaft
kämpfen heute nachmittag 3.30 Uhr auf dem Stadion am
Böllen=
falltor als Vertreter des Weſtens Sportfreunde Siegen
gegen den Süddeutſchen Meiſter Sportverein 98
Darm=
ſtadt. Wir verweiſen auf den Sportteil, der auch die
Mann=
ſchaften nennt.
— Der Richard=Wagner=Verband deutſcher Frauen veranſtaltet
am Samstag, den 25. April, abends 8 Uhr, im Hauſe ſeiner
zwei=
ten Vorſitzenden, Frau Geheimrat Merck, Annaſtraße 15, einen
muſikaliſchen Abend zum Beſten der Richard=Wagner=Stipendien=
Stiftung, bei dem die Damen Hilde Groß, Ingeborg von
Sel=
zam und Herr Otto Bley — ſämtlich Schüler des Herrn
Oberſt=
leutnant von Selzam — mitwirken. Zum Vortrag gelangen
Lie=
der Duette und Arien von Schubert, H. Wolff, Rubinſtein,
Puc=
cini, R. Wagner u. a. Die Begleitung am Flügel hat
liebens=
würdigerweiſe Herr Kapellmeiſter Karl Hauf übernommen. (S.
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— Orpheum. Einzige Sonntagsaufführung:
und ſie betrügt dich doch!" Die geiſtreiche
Luſt=
ſpielneuheit von Möhany, mit der Muſik von Kurt Zorlig, geht
heute abend als einzige Sonntagsaufführung in Szene. Die
hervorragenden Leiſtungen von Lori Leux, C. v. Möllendorf,
Ferry Sikla, Lucie Manen und Mara Leslie machen jede
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rung zu einem erleſenen Genuß, den ſich niemand entgehen laſſen
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— 10. Akademie=Konzert. Im 10., letzten dieswinterlichen
Akademie=Konzert am Donnerstag, den 23. d. M., um 17 und 20
Uhr im Großen Saal des Städt. Saalbaus wirkt mit als Soliſt
der hervorragende Geiger Prof. Georg Kulenkampff, der
heute zu den erſten Geigern zählt und weit über die deutſche
Grenze hinaus bekannt iſt. Der Künſtler wird das Violinkonzert
von Beethoven, das zu ſeinen Glanznummern zählt, zum Vortrag
bringen. Das Konzert iſt ganz auf klaſſiſche Muſik geſtellt. Der
Inſtrumental=Verein (Orcheſter der Städt. Akademie für
Ton=
kunſt) bringt unter Leitung ſeines Dirigenten, Städt.
Muſikdirek=
tors Profeſſor Wilhelm Schmitt, neben der Begleitung zu
dem Konzert zu Anfang die Quvertüre zu „Don Juan” von
Mozart und zum Schluß die Mozart=Es=Dur=Symphonie, Köch.=
Verz. 543, zu Gehör. — Karten im Sekretaxiat der Städt.
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mie für Tonkunſt. Eliſabethenſtraße 36. Fernruf 3500 (
Stadt=
verwaltung).
Neue Einſchränkungen in der Kriegsopfer=
Verſorgung.
Der Verband der Kb. und Kh. der Kriegerkameradſchaft
Haſ=
ſia, Darmſtadt, bittet uns. Nachſtehendes bekannt zu geben: Die
Kriesbeſchädigten und Hinterbliebenen, die ſchon ſeit zwei Jahren
eine erhebliche Anzahl von Einſchränkungen ihrer bisherigen
Ver=
ſorgungsrechte hinnehmen mußten, ſind durch einen neuen, ſehr
einſchneidenden Sparerlaß des Reichsarbeitsminiſters ſowie durch
Gerüchte über weitere weſentliche Abſtriche an den
Verſorgungs=
gebührniſſen in ſtarke Unruhe verſetzt. Ueber den Inhalt des
Er=
laſſes teilt der Verband der Kriegsbeſchädigten und
Kriegerhinter=
bliebenen des Deutſchen Reichskriegerbundes „Kyffhäuſer”
folgen=
des mit Alle Zahlungen, zu deren Leiſtungeine
ge=
ſ etzliche Verpflichtung nicht beſteht, dürfen weder
erhöhtnoch neu bewilligtwerden, während bereits
be=
willigte Kannbezüge, Beihilfen uſw., weitergewährt werden
dür=
fen. Dieſe von der Reichsregierung auf Grund der ihr vom
Reichstage erteilten Ermächtigung getroffene Maßnahme, wird ſich
deshalb beſonders fühlbar auswirken, weil von jeher ein großer
Teil der Verſorgungsgebührniſſe aus Kannbezügen beſtand und
weil darüber hinaus durch die Notverordnung vom 26. 7. 30
zahl=
reiche weitere bisherige Rechtsanſprüche in Kannanſprüche
umge=
wandelt wurden. — Weitere, die Verſorgung einſchränkende
Maß=
nahmen der Reichsregierung ſollen noch bevorſtehen. Der
Kyff=
häuſerbund wird alle Schritte unternehmen, um weiteren
Ver=
ſchlechterungen in energiſcher Weiſe entgegenzutreten. — Der
Ver=
band der Kb. und Kh. der Kriegerkameradſchaft Haſſia hat
ſämt=
liche Bezirks= und Ortsgruppen angewieſen, daß die in den
näch=
ſten Wochen ſtattfindenden Verſammlungen als
Proteſtkundgebun=
gen auszubauen ſind, gegen das neue Unrecht an den Kriegsopfern.
— Von der heſſiſchen Photographen=Innung wird uns ge=
ſchrieben: Das Beſtreben der Handel= und Gewerbetreibenden,
ſich angeſichts der gegenwärtigen ſchlechten Wirtſchaftslage zu
be=
haupten, hat vielfach zu Erſcheinungen auf dem Gebiet des
Wett=
bewerbs geführt, die als unlauter bezeichnet werden müſſen. So
ſtehen zurzeit in den Schaufenſtern hieſiger Geſchäfte Lichtbilder
mit Begleittext: „Jedem Kunden ſein Bild gratis‟. Es kann gar
keinem Zweifel unterliegen, daß ein ſolches Vorgehen als
un=
lauterer Wettbewerb bezeichnet werden muß und im Widerſpruch
ſteht zum eigentlichen Zweck der Reklame. Aufgabe der Reklame
kann es nur ſein, die Aufmerkſamkeit des kaufenden Publikums
auf die angebotenen Waren zu lenken, aber nicht davon
abzulen=
ken. Die Zuſicherung Jedem Kunden umſonſt ſein Bild”, hat
mit dem eigentlichen Betrieb nichts zu tun. Man wird auch
ſehr häufig feſtſtellen müſſen, daß ein ſolches Vorgehen auf Täu=
ſchung hinausläuft, denn mit der Aufnahme, welche der
Photo=
graph umſonſt machen ſoll, iſt es ihm nicht gedient, er rechnet
mit Nachbeſtellungen auf Poſtkarten, Vergrößerungen uſw., und
der Kunde wird zu Ausgaben veranlaßt, welche er bei Empfang
des Photoſchecks nicht beabſichtigt hatte. Dieſe Methode iſt ohne
Zweifel eine Täuſchung des Publikums, und mit einem reellen
Geſchäftsgebaren nicht in Einklang zu bringen, abgeſehen von der
Tatſache, daß mit ſolchen Methoden eine Schädigung nicht nur
des Photographen=Handwerks, ſondern auch aller
Geſchäftsinha=
ber, welche ſolche Reklame ablehnen, verbunden iſt.
— Volkshochſchule. Dr. Max Wauer lieſt bei ſeinem
Wil=
helm=Buſch=Abend am Dienstag, den 21. April, im Saal
138 der Techniſchen Hochſchule, unter anderem auch aus dem
Schmetterling”, einer ſelten gehörten Erzählung des Dichters.
Karten ſind auch am Saaleingang zu haben.
( Sonntagsrückfahrkarten nach Mannheim am Maimarkt=
Dienstag, den 5. Mai. Auf Antrag des Verkehrsvereins
Mann=
heim gibt die Reichsbahn am Maimarkt=Dienstag, den 5. Mai,
Sonntagsrückfahrkarten zum Beſuch der Mannheimer
Veranſtal=
tungen (Pferderennen, Maimarkt, Ausſtellung „Hausfrau und
Handwerk” uſw.) aus. Ausgabeberechtigt ſind insgeſamt -274
Stationen, die ſich auf die Reichsbahndirektionen Karlsruhe,
Mainz, Frankfurt, Stuttgart und Ludwigshafen a. Rh. verteilen.
Von den Stationen innerhalb der Reichsbahndirektion
Ludwigs=
hafen werden die Karten nach Ludwigshafen a. Rh. ausgegeben.
Die Rückfahrt muß am 5. Mai ſpäteſtens bis 24 Uhr angetreten
ſein und iſt nach 24 Uhr ohne Fahrtunterbrechung, bei Zugwechſel
mit dem nächſten anſchließenden Perſonenzug, fortzuſetzen; ſie kann
auch mit einem dem Perſonenzug folgenden Eil= oder Schnellzug
fortgeſetzt werden, wenn dieſer den Abgangsbahnhof der
Sonn=
tagsrückfahrkarte eher als der Perſonenzug erreicht.
Seite 6
Sonntag, den 19.Hpril, 1931
Nummer T08
Deutſcher Staat und deutſche Kultur.
Wie bereits geſtern kurz mitgeteilt, ſprach Profeſſor
Hor=
neffer=Gießen, am Freitag abend über das obenerwähnte
Thema, das er ſeinem zweiten Vortrag in dem drei Vorträge
um=
faſſenden Zyklus über: „Sozialismus und Todeskampf des deutſchen
Volkes” zugrunde gelegt hatte.
Der erſte Vortrag hat ſich — ſo führte der Redner etwa aus
— vorwiegend mit wirtſchaftlichen Fragen befaßt. Es ſind aber
Politik und Wirtſchaft nicht zu trennen. Die Wirtſchaft iſt immer
mit dem Staat verbunden und nur im Staate denkbar. Nun
müſſen wir heute leider feſtſtellen, daß die Menſchen nur ein ſehr
loſes Verhältnis zum Staat haben. Man liebt den Staat nicht,
wie das ja auch keineswegs verwunderlich iſt bei einem Staat,
der einen ſchweren und gewaltigen Krieg verloren hat. Gerade
das deutſche Volk bedarf, aber eines neuen Verhältniſſes zum
Staat; ein Verhältnis, das aus dem Letzten und Tiefſten, aus der
Liebe zum Staat erwachſen muß. Dazu aber iſt notwendig eine
neue Idee des deutſchen Staates. Denn nur auf dem ſicheren
Grund einer Idee ſind Verfaſſung und Aufbau des Staates
mög=
lich. Wir müſſen heute einen Mangel an ſolch tragender Idee
feſt=
ſtellen und daher kommt denn auch die betrübliche Erſcheinung,
daß man glaubt, die Leidenſchaft der einen Seite durch
Leiden=
ſchaft der anderen Seite bekämpfen zu müſſen. Ein verfehltes
Beginnen!
Die Idee eines deutſchen Staates muß aus ſeiner Geſchichte,
muß aus dem ſchickſalsformenden Charakter des deutſchen Volkes
neugewonnen werden. Dazu aber iſt nötig, die überhaupt
grund=
legenden Bedingungen des Staatslebens zu kennen: den
Sozial=
trieb und den Willen zur Iſolierung. Den Sozialtrieb, den Kant
erarbeitet und dem er den Individualtrieb entgegengeſtellt hat,
jenen Individualismus, den dann Nietzſche zur Sittlichkeit erhoben
hat. Die Gemeinſchaft der Gleichen iſt leicht. Beim deutſchen
Volk herrſcht der Wille zur Eigenart. Es iſt der deutſche
Par=
tikularismus es iſt der Reichtum an Formen, der das Entſtehen
eines einheitlichen Geiſtes in Deutſchland verhindert hat. Um der
Gefahr der inneren — geiſtigen und politiſchen — Zerſetzung zu
entgehen, hat das deutſche Volk ſich jene Diſziplin und
Organi=
ſation geſchaffen, die wir mit dem Namen „Preußentum”
bezeich=
nen. Dieſe preußiſche Diſziplin iſt etwas — es mag paradox
klingen — von Haus aus durchaus Undeutſches. Sie bedeutet die
Erziehung eines ganzen Volkes und damit die Ueberwindung
ſeiner Erbfehler. Eben um dieſer großen Erbfehler willen, die
im Nationalcharakter des deutſchen Volkes liegen, kann uns
der reine Nationalismus nicht weiter bringen:
würde er uns doch gerade immer tiefer in unſere Fehler
hinein=
treiben. Die Raſſe allein tut es nicht. Und darum müſſen wir
von anderen Völkern lernen.
Wir müſſen lernen aus der Geſchichte des griechiſchen Volkes,
das als erſtes die geiſtige Freiheit, die freie Kunſt und
Wiſſen=
ſchaft, die letzte Verantwortung des Einzelnen vor dem eigenen
Selbſt uns gebracht hat. Aber die Griechen ſind dem Uebermaß
des Individualismus zum Opfer gefallen, das freieſte Volk der
alten Geſchichte wird zum Knechtsvolk. Das Chriſtentum und
Rom haben dann den Gedanken der Gemeinſchaft gebracht. Jenes
den Gedanken der Nächſtenliebe und damit den ſozialen Gedanken,
dieſes die Diſziplin und Organiſation; den ſtraffen Staat. Aus der
Vereinigung beider wuchs die Weltkirche (wie ja kat=holiſch
be=
deutet: die Welt umſpannend). Als dieſe großartigſte
Einheitsbil=
dung der Geſchichte aber drohte, die europäiſchen Völker der
gei=
ſtiſchen Freiheit zu berauben, da entſtanden in Renaiſſance und
Reformation die beiden gewaltigen Gegenbewegungen des
In=
dividualismus, jene in Italien, dieſe in Deutſchland. England
und Frankreich haben dann, auf dieſen Ideen aufbauend, als erſte
Länder der neuen Geſchichte wieder den freien, den demokratiſchen
Bürgerſtaat geſchaffen. Die innere ſtaatliche Einheit der
Weſt=
ſtaaten wurde aber nicht erſchüttert, weil eine innere Einheit des
Geiſtes vorhanden war und iſt Die Deutſchen aber gehen — ſo ſagt
Goethe — Jeder ſeinem Kopf nach. — Deshalb iſt die Freiheit
allein nicht das Evangelium der Deutſchen.
Das Verſtändnis des deutſchen Geiſtes notwendig zur
Er=
kenntnis deſſen, was nun eigentlich dem Deutſchen fromme,
er=
ſchließt ſich nur demienigen, der die Gedankenwelt; Immanuel
Kants erfaßt hat. In ſeinen Schriften Kritik der reinen
Ver=
nunft”, „Kritik der praktiſchen Vernunft” und „Kritik der
Ur=
teilskraft” hat der große Denker die allgemeingültige, die
zwin=
gende Notwendigkeit der Erkenntnis, des Handelns und des
Ge=
fühls erarbeitet. Es kann nicht jeder denken, was er will. Und
dem Ruf der Freiheit, der aus dem Weſten erſchallte, hat der
Billige Urlaubsfahrken für die weibliche Berufsjugend
In ſeinen Urlaubstagen iſt jeder darauf bedacht, die
not=
wendige körperliche und geiſtige Erholung zu finden und für die
Berufsarbeit wieder neue Kraft zu ſammeln. Gerade in der
heu=
tigen Zeit iſt eine rechte Urlaubsverbringung dringend nötig —
und das vor allem für unſere Jugend, damit ihr friſcher Mut
und Jugendfriſche erhalten bleiben. Die Geldmittel geſtatten ihr
nur leider vielfach nicht, die — wenn auch nur kurze Urlaubszeit
— in dieſem Sinne voll zu nutzen.
Der Verband der weiblichen Handels= und Büroangeſtellten
e. V. bietet den jungen weiblichen Angeſtellten hier eine
wert=
volle Hilfe durch die auch in dieſem Jahre wieder durchgeführten
Ferienwanderungen und Ferienfreizeiten. Schon zum Preiſe von
12 bis 20 RM. können die jugendlichen Mitglieder des
Ver=
bandes an einer Ferienwoche teilnehmen. Die VWA.=
Ferien=
fahrten erfreuen ſich großer Beliebtheit und werden in jedem
Jahr zahlreicher durchgefuhrt.
60 Urlaubsveranſtaltungen werden für dieſen Sommer in
einem Freizeitheft bekanntgegeben. Sie führen jeweils eine frohe
Jungmädelgemeinſchaft von 10—20 mit einer erfahrenen
Füh=
rerin in die ſchönſten Gegenden Deutſchlands. Eigene
Jugend=
heime. Jugendherbergen uſw. ſtehen zum 8—14tägigen Erholungs=
und Ruheaufenthalt zur Verfügung. Wer lieber wandert, der
findet auch Gelegenheit, mit einer Schar durch die Lande zu
ſtreifen. Die Verpflegung iſt einfach, doch reichlich und durchaus
geſundheitsmäßig.
Berichte von Freizeitteilnehmerinnen zeigen immer wieder,
welche große Ferienfreude ihnen die Freizeit brachte, und wie
neben einer glänzenden körperlichen Erholung vor allem auch die
vielen geiſtigen Anregungen, die das Gemeinſchaftsleben brachte,
dankbar begrüßt wurden. Friſch erholt und voll frohen Erinnerns
kehren alle zurück an den Arbeitsplatz, bereit und fähig zur
freu=
digen Arbeitsleiſtung.
große Denker das Wort „Geſetz” entgegenſtellt. Nicht aber das
äußerliche Geſetz der Gewalt und des Zwangs, ſondern das „
Sit=
tengeſetz in mir”. Und mit Kant finden ſich zuſammen die
größ=
ten deutſchen Dichter Goethe und Schiller, deren Entwicklung man
zuſammenfaſſen kann in dem Satz: durch Sturm und Drang zum
Geſetz.
Das alte Preußen hat ſich keineswegs im Gegenſatz zu dieſem
Geiſt befunden Preußen war eine Parallelerſcheinung zur
Gei=
ſtesgeſchichte. Friedrich der Große hat als erſter Fürſt die
allge=
meine Toleranz geübt. Auf preußiſchem Boden lehrten Leibniz,
Wolf, Kant, Fichte und Hegel. Der Freiherr vom Stein hat die
freie Selbſtregierung, die Selbſtverwaltung in Preußen zuerſt
ein=
geführt. — Eines allerdings muß man ſagen: in den Jahrzehnten,
ja in dem Jahrhundert, das der Klaſſik in Philoſophie und
Lite=
ratur wie in der Staatsgeſtaltung folgte, hat man dieſen Geiſt
veräußerlicht, hat die äußere Diſziplin, den reinen Drill an die
Stelle der inneren Diſziplin geſetzt.
Die Rückkehr zu einer ſolchen geiſtigen Diſziplin aber iſt die
Vorausſetzung des politiſchen Wiederaufbaus, iſt die Vorausſetzung
dafür, daß das Volk auch in ein richtiges Verhältnis zu ſeinen
Führern kommt. Alle begabten Völker haben es ihren Führern
bitter ſchwer gemacht. Das jüdiſche Volk — ein Volk, das die
per=
ſönliche Religion der Welt gegeben hat, und das zu verachten
bös=
willig oder dumm iſt — wie ſchwer hat es ſeinen Propheten ihre
volkserzieheriſche Aufgabe gemacht! Und die Griechen? Auch ſie
haben — man kann es ſagen — jeden bedeutenden Führer über
die Klinge ſpringen laſſen: Themiſtokles oder Sokrates, um nur
die bedeutendſten zu nennen. Und mit welch bitteren
Anfeindun=
gen hatten Stein und Bismarck im deutſchen Volk zu kämpfen.
Um eine neue geiſtige Diſziplin, zu bekommen,
tut eine deutſche Volkserziehung not. Dieſe
Er=
ziehung wird nicht eine militäriſche, ſondern eine
wahr=
haft politiſche Erziehung ſein müſſen. Eine
Er=
ziehung, die das Geſetz anerkennen lehrt „Auf die Dauer
kann ein begabtes Volk nämlich nicht, mit der
Autorität allein beherrſcht werden. (Darin beſteht, wie
wir hinzufügen möchten, der Irrtum all derer, die das deutſche Volk
mit den Mitteln fasciſtiſcher Diktatur wieder aufrichten wollen.)
Sondern allein helfen kann uns eine ſittliche Diſziplin. „Freiheit
im Geſetz” und „das Geſetz in der Freiheit” ſind die Grundpfeiler,
auf denen wir unſere politiſche Volkserziehung aufbauen wollen.
Denn nur eine neue Geſinnung kann auch einen neuen Staat
ſchaffen. So ſchließe ich mit den Worten aus Goethes Fauſt:
Weh. weh.
Du haſt ſie zerſtört.
Die ſchöne Welt,
Mit mächtiger Fauſt,
Sie ſtürzt, ſie zerfällt.
Ein Halbgott hat ſie zerſchlagen.
Wir tragen
Die Trümmer ins Nichts hinüber
Und klagen
Ueber die verlorene Schöne
Mächtiger der Erdenſöhne,
Prächtiger,
Baue ſie wieder,
In deinem Buſen baue ſie auf.
Reichſter Beifall dankte dem Redner für ſeine tiefdurchdachten
und ausgezeichnet vorgetragenen Ausführungen, deren hohes
gei=
ſtiges Niveau in einem nur zu wohltuenden Gegenſatz zu all dem
ſtanden, was man hier in den letzten Wochen an „politiſchen”
Reden gehört hat. Nun mag man auch zu dieſem Vortrag im
einzelnen manches zu ſagen haben. Nicht darauf ſcheint es uns
anzukommen, das Geſagte kritiklos hinzunehmen — und zu
ver=
geſſen. Sondern darauf es zu verarbeiten. Nur ſo kann es
wirk=
lich fruchtbar werden. Denn die politiſche Erziehung des deutſchen
Volkes, die auch von uns immer als das Entſcheidende angeſehen
wird, ſoll ja gerade nicht die Kritikloſigkeit fördern (dazu ſind
Maſſenkundgebungen da), ſondern ſie will erreichen, daß die
be=
ſonnene Urteilskraft geſtärkt werde. Freiheit im Geſetz und
Ge=
ſetz in der Freiheit. Wenn der Vortrag nur das erreicht hätte, ſo
wäre ſchon das Größte gelungen. Er hat mehr erreicht: denn er
war getragen von einer tiefen und warmen Liebe zu Deutſchland.
Und das ſcheint uns das Bedeutſamſte zu ſein.
— Die Beratungsſtelle für Volks= und Jugendmuſikpflege
beim Heſſiſchen Kultusminiſterium veranſtaltet am Donnerstag,
den 23. April, abends 8 Uhr, im Saale des Heſſiſchen
Gewerbe=
muſeums Neckarſtraße 3, ihre vierte offene Singſtunde. Der
Ein=
tritt iſt frei; eingeladen iſt jedermann, der Freude am Singen
hat. Muſikaliſche Vorausſetzungen werden nicht gemacht. Es
wer=
den ſchöne alte Jägerlieder geſungen. Wer ein Inſtrument ſpielt,
wird gebeten, dieſes ſowie einen Notenſtänder mitzubringen.
Liederblätter ſind am Eingang koſtenlos zu haben. Es wird auf
den unterm Strich abgedruckten Aufſatz von Prof. Jöde über
„Offenes und geſchloſſenes Singen” verwieſen.
Handgewebe=Ausſtellung. Wie ſchon bekannt, findet vom
Sonntag, den 19 bis einſchließlich Sonntag, den 21. April, eine
Ausſtellung handgewerblicher Erzeugniſſe aus den Werkſtätten
der Jugendburg Weſterburg im Gemeindehaus, Kahlertſtraße 26,
ſtatt, auf die wir die Damenwelt Darmſtadts nochmals
aufmerk=
ſam machen. (Siehe Anzeige in der heutigen Ausgabe.)
— Konzert in der Johanneskirche. Wir weiſen nochmals auf
das heute abend in der Johanneskirche ſtattfindende
Wohltätigkeits=
konzert hin, das der Männergeſangverein Liederzweig, unter der
be=
währten Leitung des Chormeiſters W. Etzold, veranſtaltet.
Er=
wähnt ſei auch nochmals, daß die in ſo weiten Kreiſen bekannte
und beliebte Sopraniſtin Frau Suſanne Horn=Stoll ihre
gütige Mitwirkung zugeſagt hat. Der ganze Ertrag des Konzerts
iſt für die Nothilfe in unſerer Gemeinde beſtimmt.
Eintritts=
karten zu 1.— RM. (numeriert) auf der Empore und 50 Pfg. im
Schiff ſind auch heute abend am Eingang zu haben.
Verbandskag der Reichsfteverbeamken
in Heſſen.
*t. Am Samstag mittag begann im großen Saale des Städt.
Saalbaues der Verbandstag 1931 des Bezirksverbandes
„Heſſen” im Bunde deutſcher Reichsſteuerbeamten mit einer
öffentlichen Vollverſammlung.
Der Verbandsvorſitzende, Herr Stromberger, konnte
außer den zahlreichen Delegierten und Zuhörern eine recht
ſtatt=
liche Anzahl von Vertretern von Behörden und Organiſationen,
hierunter auch einen Vertreter der ſaarländiſchen
Finanz=
beamten, begrüßen, an ihrer Spitze den Herrn Präſidenten des
Landesfinanzamts, Gläſſing, ſowie eine Reihe von leitenden
Beamten und Referenten der in Darmſtadt befindlichen
Reichs=
finanzbehörden. Herr Präſident Gläſſing trat in warmen Worten
ein für das alte, gute Berufsbeamtentum, das treu und
ohne Vorbehalt dem Staat dient ohne Rückſicht auf Politik und
Konfeſſion. Der Redner kam im Verlauf ſeiner eingehenden
Aus=
führungen auch auf die bekannte Denkſchrift des
Reichsrechnungs=
hofes zu ſprechen, welche auch Beanſtandungen gegenüber der
Reichsfinanzverwaltung enthält, und ſtellte hierbei feſt, daß
ge=
genüber der Reichsfinanzverwaltung im Bezirk des
Landes=
finanzamts Darmſtadt ſolche Beanſtandungen
nicht erhoben worden ſeien. Der Redner warnte im
übrigen vor der Gefährlichkeit einer Verallgemeinerung ſolcher
vom Reichsrechnungshof feſtgeſtellten Tatſachen.
Nach Erledigung verſchiedener organiſatoriſcher
Angelegenhei=
ten und dem Geſchäftsbericht des Verbandsvorſitzenden, der
ſich unter dem Motto „Zwei Jahre Not und Kampf” über die
Ge=
ſchäftsjahre 1929 und 1930 erſtreckte, hielt Herr Oberſteuerinſpektor
Bornmann=Berlin, der Schriftleiter der Fachzeitſchrift „Die
Steuerwarte”, ein Referat über „Wirtſchaftskriſe,
Fi=
nanznot und Reichsſteuerbeamtenſchaft”.
Der Redner ging davon aus, daß das Jahr 1930 in jeder
Be=
ziehung ein Kataſtrophenjahr geweſen ſei, und daß jeder je nach
ſeiner Einſtellung die Gründe hierfür in verſchiedenen Urſachen
ſehe. Die Beamtenſchaft bemühe ſich, die Urſachen der
Kriſe zu erkennen. Sechs ſolche Urſachen ſeien
hier feſtzuſtellen: Die Steigerung der Bevölkerung, die
Aenderun=
gen im Altersaufbau der Bevölkerung, die Folgen von Krieg und
Inflation, der Umſtand, daß jetzt nur noch ein Bruchteil der
frü=
heren Stärke von Heer und Marine da ſei, der mit dem Weltkrieg
verbundene Produktionsrückgang und ſchließlich die
Rationaliſie=
rung. Der Redner ſprach dann vom Kampf gegen die Maſchine,
der nun eingeſetzt habe, da in Deutſchland das Tempo der
Ratio=
naliſierung überſtürzt worden ſei. Das Büro wurde zur
maſchi=
nellen Betriebswerkſtätte. Vor dem Erſatz menſchlicher Arbeit
durch Maſchinen muß der ſoziale Gedanke ſtehen! Die Maſchine
hat in Betriebe Einzug gehalten, bei denen man dies nie für
mög=
lich gehalten hat, wie z. B. in die Landwirtſchaft. Die Maſchine
wirft Gütermaſſen heraus, für die der Markt gar keine
Aufnahme=
fähigkeit hat. Wir leiden heute unter der Inflation der
Ma=
ſchine, der die Inflation der Arbeitsloſigkeit folgte, die Inflation
der Schulden zu folgen droht! Der Young=Plan iſt nun, ſeitdem
wir die feſte Summe wiſſen, die wir zahlen müſſen, zu einer
inner=
politiſchen Frage geworden, denn jetzt handelt es ſich darum, wer
die Reparationen zahlen ſoll. Nicht die Beamtengehälter ſind an
der Finanzkriſe ſchuld, ſondern viele andere Urſachen, ſo die
Stei=
gerung der ſozialen Laſten, die 1926 vorgenommene Senkung der
Umſatzſteuer, das bekannte Arbeitsbeſchaffungsprogramm, die
Subventionen fur die Induſtrie uſw. Der Redner befaßte ſich noch
des näheren mit dem Etat für 1931 und den beamtenpolitiſchen
Forderungen der Reichsſteuerverwaltung.
Am Spätnachmittag tagten Ausſchußſitzungen, und am Abend
fand im Konkordiaſaal in der Waldſtraße eine geſellige
Zu=
ſammenkunft ſtatt, die von der Ortsgruppe Darmſtadt den
Ver=
bandstagsteilnehmern gegeben wurde und die bei einer vorzüglichen
Vortragsfolge einen ſehr harmoniſchen Verlauf nahm. Die
Vor=
tragsfolge wurde zum großen Teil aus den Reihen der
Bundes=
mitglieder der Ortsgruppe beſtritten, ſo, um nur einige zu nennen.
die ausgezeichnete Kapelle. Deklamationen, Geſangs= und
Inſtru=
mentalvorträge mannigfaltigſter Art. Der obligate Tanz
be=
ſchloß den Abend, der die Bezeichnung „Kleinkunſtabend” vollauf
verdiente.
Am heutigen Sonntag finden noch Ausſchußſitzungen ſtatt,
und eine
geſchloſſene Verſammlung
am Nachmittag hat zur Aufgabe, die internen geſchäftlichen
Ver=
handlungen abzuwickeln. — Der ganze Verbandstag nahm einen
harmoniſchen Verlauf, der zeitgemäß ſich in einfachem und
ſchlich=
tem Rahmen bewegte.
* Skeuer= und Wirkſchaftskalender
für die Zeit vom 16. bis 30. April 1931.
Ausſchneiden!
Aufbewahren!
15. April: Ueber die an dieſem Tage ablaufende Schonfriſt für
die Umſatzſteuer=Voranmeldung und =
Voraus=
zahlung für das 1. Vierteljahr 1931 iſt bereits im
Steuerkalender für die 1. Aprilhälfte das Erforderliche
geſagt worden.
20. April: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom
1. bis 15. April 1931 erfolgten Lohnzahlungen im
Markenverfahren und im Ueberweiſungsverfahren; im
letzteren jedoch nur dann, wenn die in der erſten Hälfte
des Kalendermonats einbehaltenen Lohnſteuerbeträge
für ſämtliche in einem Betriebe beſchäftigten
Arbeit=
nehmer den Betrag von 200 RM. überſtiegen haben.
Keine Schonfriſt. Ferner Abführung der im
Steuer=
abzugsverfahren einbehaltenen Ledigenſteuer.
25. April: Erſte Vorauszahlung (ſtaatliches Ziel) laut gelbem
Steuerbeſcheid über ſtaatliche Grundſteuer,
Sondergebäudeſteuer und
Gewerbe=
ſteuer für das Rechnungsjahr 1931/32. Die
Steuer=
beſcheide ſind in dieſen Tagen zugeſtellt worden. Ob
und in welcher Höhe eine Abſchlußzahlung für das
Rech=
nungsjahr 1930/31 zu entrichten iſt. iſt aus dem
Steuer=
beſcheid unter „B” zu entnehmen. Schonfriſt bis 5. Mai
1931
H. W. Wohmann.
Warten Sie nicht,
bis es zu spat ist!
Jedes Jahr müssen zahlreiche Familienväter von der Lebensversicherung
abgelehnt werden, oder sie können nur zu erschwerten Bedingungen
abschließen, weil sie nicht mehr ganz gesund sind. Auch Ihnen könnte
eine plötzliche Krankheit diese Vorsorge für alle Zukunft unmöglich
machen. Verschaffen Sie also sich und Ihrer Familie die Vorteile
einer Lebensversicherung rechtzeitig — jetzt — solange Sie gesund sind.
Schieben Sie es nicht länger auf —
Jragen Sie einen Versicherungs-Fachmann!
4. Tagung der groß=heſſiſchen Arbeitsgemeinſchaft
der Strafanſtalts=Pfarrer.
EPH. Die von den haupt= und nebenamtlichen
Gefängnisgeiſt=
lichen, von Vertretern der heſſiſchen Landeskirche und den
Innen=
ren Miſſions=Verbänden gut beſuchte Tagung fand in der
Straf=
anſtalt Freiendiez ſtatt. Nach der Andacht von Herrn Pfarrer
Dörmer=Rockenberg, dem Begrüßungswort des
Vorſitzen=
den der Arbeitsgemeinſchaft, Herrn Pfarrer Wahl=Butzbach,
und dem Vertreter des Anſtaltsdirektors, referierte der
Berufs=
arbeiter der Arbeitsgemeinſchaft zur Ausbreitung des
Evan=
geliums unter Gefangenen und Einſamen, Herr Rupprecht=Kaſtel,
über die Entſtehung und Tätigkeit der vor Jahresfriſt begonnenen
Arbeit. 1926 nahm die Arbeitsgemeinſchaft die Arbeit auf. Heute
ſtehen 1600 Freunde hinter dem Werk, die 1930 8000 RM. für die
Arbeit aufbrachten. Zurzeit beſchäftigt ſich die Arbeitsgemeinſchaft
mit der Schaffung eines Strafentlaſſenenen=Uebergangsheimes, für
welches die Mittel bereits zur Verfügung ſtehen. Unterbrochen
wurden die Verhandlungen durch Darbietungen des Anſtaltschors
und des Anſtaltsorcheſters und Beſichtigung der Anſtalt. In den
Nachmittagsſtunden beſchäftigten ſich die Teilnehmer mit Fragen
des Strafvollzugs in Stufen. Die nächſte Tagung ſoll in Kaſſel
ſtattfinden.
Kochvorträge. Daß die Verwendung des Gaſes zu
Koch=
zwecken den Hausfrauen ſehr viel Zeit= und Gelderſparnis bringt,
das leuchtet jeder Hausfrau ein, die unſere Kochvorträge, die
jeden Donnerstag, im Bürgerhof, Eliſabethenſtraße 2,
ſtattfin=
den, beſucht hat. Denn dort werden an Hand von praktiſchen
Vorführungen die vielen Verwendungsmöglichkeiten eines
mo=
dernen Gasherdes gezeigt und erläutert. In einem neuzeitlichen
Gasbackofen kann nicht nur gebraten und gebacken, ſondern auch
gegrillt und ſteriliſiert werden. Die heutigen Gasherde zeichnen
ſich aus durch Billigkeit ſowohl im Anſchaffungspreis, als auch
im Betrieb, durch ſchnelles Arbeiten, ſtete Bereitſchaft und durch
feinſte Regulierungsmöglichkeit der Hitze. Gerade die letztere
Eigenſchaft wird zur Bereitung der Speiſen gefordert, da nach
us Bachſen entſorſcht den Fohderungen des neugeftlichen
Kochens: Erhaltung und beſtmögliche Ausnutzung der in den
Nahrungsmitteln enthaltenen Nährwerte. Beſonderes Intereſſe
wird den Kleinwarmwaſſerbereitern von der Hausfrau
entgegen=
gebracht. Denn mit Beginn der warmen Jahreszeit wird der in
manchen Wohnungen noch befindliche Kohlenherd außer Betrieb
geſetzt, die Speiſen werden auf dem Gasherd zubereitet. Alsdann
beliefert ein kleiner, gasbeheizter Warmwaſſerapparat den
Haus=
halt mit warmem Waſſer, Anſchaffungs= und Betriebskoſten ſind
ſehr gering, ſo daß der Apparat in letzter Zeit eine ſtarke
Aus=
breitung gefunden hat. Der nächſte Vortrag, in dem ausſchließ=
ſpielt in einem ausgezeichneten ſtummen Film, der zurzeit in den
„Palaſt=Lichtſpielen läuft. „Unſichtbare Feſſeln”, ein
ſc. Wddäid durs Wu Aſeſcher Suer Dueehand
hart die Kitſchgrenze ſtreifen) und vor allem durch Greta
Gar=
bos wiederum künſtleriſch gemeiſtertes ſtummes Spiel. — Alice
Stuart, die ſie zu verkörpern hat, läßt ſich in (keineswegs
un=
ſichtbare, man ſieht ſie ſehr deutlich!) Feſſeln der Liebe ſchlagen
von einem Mann, der ſie, nach kurzem Liebesrauſch, wegwirft —
allerdings, um ſie ſpäter wieder zu umwerben. Sie erträgt
geſell=
ſchaftliche Aechtung und heiratet ſchließlich. Nach Jahren kommt
der einſt Geliebte zurück, ſie zu holen, aber ſie zerreißt nach
an=
fänglichem Schwanken die ſichtbar=unſichtbaren Feſſeln, weil ſie —
ein Kind hat, nicht etwa, weil ſie ihren Mann nicht betrügen will.
Das iſt der Inhalt der Fabel, die mit ein paar dramatiſchen
Sze=
nen ausgeſchmückt wird.
Greta Garbos Spiel reißt mit. Alle widerſtrebenden
Empfin=
dungen: Schwanken, Zaudern, ſtarre Entſchlußkraft, Sinnlichkeit,
Liebe, Enttäuſchung, Verzweiflung, Entſagung und ſchließlich
ſtol=
zes Siegen in Mütterlichkeit, alles ſpiegelt ihr wundervolles Auge,
der ausdrucksvoll zuckende, vibrierende Mund, wider. Mit Nils
Aſther, ihrem Partner, bietet ſie ein Spiel ſchöner Menſchen,
das ſo tief und ſtark iſt, daß, wie bemerkt, das hin und wieder
Kitſchige vergeſſen wird. —
Ein ausgezeichnetes amerikaniſches Senſationsluſtſpiel der
be=
kannten Jungenhorde, weitere Luſtſpiele und ein intereſſanter
Film aus dem Leben der Adler bereichern gut das Programm. **
— Auf die Filmmorgenfeier im Helia=Theater, heute
vormit=
tag 11.15 Uhr, ſei an dieſer Stelle nochmals hingewieſen. Hier
wird der hervorragende Kultur=Reiſefilm Emden III fährt um
die Welt” zum letzten Male vorgeführt. Jugendliche haben
Zu=
tritt. Volkstümliche Preiſe.
— Im Union=Theater läuft mit unvermindertem Erfolg
Charlie Chaplins „Lichter der Großſtadt”. Jugendliche haben
Zutritt. Heute, Sonntag, Beginn: 2, 3.40, 5.15. 6.55 und 8.30
Uhr.
— Das Helia=Theater zeigt nur noch bis Dienstag die neue,
heitere Tonfilm=Operette „Der Tanzhuſar”, mit Oskar Karlweis,
Friedl. Haerlin, Gretel Theimer, Ernſt Verebes. Albert Paulig,
Julius Falkenſtein u. a. Regie; Fred Sauer. Beginn: 2., 4.05,
6.10 und 8.20 Uhr.
— In den Palaſt=Lichtſpielen läuft ebenfalls nur noch bis
Dienstag der Greta Garbo=Film „Unſichtbare Feſſeln”, mit Greta
Garbo und Nils Aſther in den Hauptrollen. Regie; John S.
Robertſon. Beginn: 2, 4.05, 6.10 und 8.20 Uhr.
Ans den Parkeien.
Eliſabethenſtraße 2 bei freiem Eintritt ſtat. Nach dem Vortrag
wird jede gewünſchte Auskunft erteilt.
— Inſtitut St. Mariä. Da die Herſtellungsarbeiten in dem
neuerworbenen Anweſen Wilhelminenſtraße 53 noch nicht beendet
ſind, muß vorerſt der volle Unterrichtsbetrieb in der Waldſtraße
weitergeführt werden. Der Unterricht beginnt am Dienstag, den
21. Apil. um 8 Uhr. Das 2 und 3. Schuljahr brauchen erſt um
9 Uhr zu erſcheinen. Die Aufnahme der Schulneulinge erfolgt
um 10 Uhr. — Von einer Beſichtigung des neuen Anweſens vor
der Fertigſtellung wird gebeten, Abſtand nehmen zu wollen.
Chriſtlicher Verein junger Männer, Darmſtadt, e. V.,
Alexan=
derſtraße 22 (Inf.=Kaſerne). Heute, Sonntag, abends 8 Uhr
fin=
det die monatliche Mitgliederzuſammenkunft mit einem Referat:
„Wo ſteht der Feind?” ſtatt. Außerhalb oder innerhalb unſerer
Reihen? Organiſierte Gottloſigkeit? Zu dieſem Abend ſind
Freunde und Gäſte herzlich eingeladen. Gleichzeitig wird auch
ſchon heute zu dem Muſikabend am Sonntag, den 26. April,
abends 8 Uhr, eingeladen. Dieſer Muſikabend iſt für Damen und
Herren. Eintritt frei.
— Promenaden=Konzert. Am Sonntag, den 19. April, von 11
bis 12 Uhr, ſpielt das Stadt=Orcheſter unter Leitung ſeines
Kapell=
meiſters W. Schlupp im Herrngarten (Pergola) nach folgendem
Programm: 1. „In Treue feſt” Marſch, von Teike; 2. Ouvertüre
z. Op. „Die luſtigen Weiber von Windſor”, von Nikolai; 3. „Neu
Wien”, Walzer, von Strauß; 4. Spinnerlied a. d. Op. „Der
flie=
gende Holländer” von Wagner; 5. Fantaſie a. d. Op. „Der
Trou=
badour” von Verdi; 6. „Stadion=Marſch” von Schlupp.
— Stenographie und Maſchinenſchreiben. Bereits heute macht
die Stenographenvereinigung „Gabelsberger‟ Ludwig=
Georgs=Gymnaſium, Karlſtraße 2 (Eingang
gegen=
über der Hügelſtraße) darauf aufmerkſam, daß neue Kurſe in
Reichskurzſchrift am Dienstag, den 21. d. M., abends, beginnen.
Der Maſchinenſchreibunterricht Karlsſtraße 23, Erdgeſchoß, iſt
täg=
lich nachmittags geöffnet. Wir bitten die morgige Anzeige zu
be=
achten.
CAerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu
rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag,
den 19. April 1931, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit:
Dr. med. Jockel=Oſannſtr. 50, Telephon 4784; Dr. med.
Nau=
heim=Landwehrſtr. 14, Telephon 4200; Dr. med. Stern I.,
Wendelſtadtſtr. 5, Telephon 1260.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
an=
ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom 18. April bis 25. April die
Löwenapotheke, Ballonplatz 11, Adlerapotheße,
Wilhel=
minenplatz 17. Hirſchapotheke, Nieder=Ramſtädterſtraße 21.
— Stahlhelm, B. d. F. Am Montag beginnt das neue
Turnhallen=Training der Wehrſport=Abteilung.
Lokale Veranſtalkungen.
Die diernnter erſcheinenden Notizen find ausſchlietlich als Hinweife auf Ameligen m Dcthred
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kril!
— Guſtav=Adolf=Frauenverein. Wir machen noch
einmal aufmerkſam auf den Teeabend des Guſtav=Adolf=
Frauen=
vereins im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, am Montag, den 20.
April abends 8 Uhr. Vortrag von Herrn Pfarrer Erich Meyer
aus Frankfurt a. M. über: „Deutſch=evangeliſches Gemeindeleben
in Aegypten und Paläſtina vor und nach dem Kriege‟. Nach dem
Vortrag muſikaliſche Darbietungen.
— Die heſſiſche familiengeſchichtliche
Ver=
einigung hält Dienstag abend (21. April) ihre letzte
Mitglie=
derverſammlung in dieſem Winter ab, wobei neben neuerer
Lite=
ratur einige Forſchungsarbeiten von Mitgliedern vorgelegt
wer=
den; Gäſte können eingeführt werden. Auf den Ausflug nach
Eppſtein am 3. Mai I. J. wird noch beſonders hingewieſen und um
rege Beteiligung gebeten. Während der Sommermonate finden
die üblichen Stammtiſchabende ſtatt.
— In der Sektion Starkenburg des Deutſchen
und Oeſterr. Alpenvereins hält am Donnerstag, den
23. April, im Hörſaal 326 der Techniſchen Hochſchule (Eingang
Weſtportal), Herr Studienreferendar L. Borngäſſer einen
Licht=
bildervortrag über „Bergfahrten in den Tauern. Die
Mitglie=
der der Sektion Starkenburg, ſowie der Sektion Darmſtadt ſind
freundlichſt eingeladen. Gäſte ſind willkommen.
Ehrungen durch den Heſſiſchen Sängerbund.
Für 50jährige aktive Sangestätigkeit wurden vom Heſſiſchen
Sän=
gerbund mit der goldenen Ehrennadel und vom Deutſchen
Sängen=
bund mit dem Sänger=Ehrenbrief ausgezeichnet: Georg Walter,
Gerh. Raſch, Bernh. Haas (Eintracht) Friedberg=Fauerbach, Joſ.
Rathgeber (MGV.) Heidesheim. Für 40jährige aktive
Sanges=
tätigkeit wurden vom Heſſiſchen Sängerbund, mit der ſilbernen
Ehrennadel ausgezeichnet: Karg Böcher (Lorelei) Utphe, Jak.
Steil (Sängerbund) Spiesheim. Bürgerm. Mink (Liederkranz)
Reichenbach i. O., Karl Diehl 10. (Liederkranz) Gedern. Für 25 Vorſtandstätigkeit wurden mit der Nadel „Für Verdienſt”
vom Heſſ. Sängerbund ausgezeichnet: Nik. Mayer (MGV.) Nieder=
Olm. Martin Markloff ſen. und Nik. Mattes (Geſangs= und
Ar=
beiter=Bildungsverein) Laubenheim b. Mainz, Joh. Hofmann (
Cä=
cilia) Nieder=Mörlen, Jak. Steil und Jak. Jung (Sängerbund)
Spiesheim, Bürgermeiſter Mink (Liederkranz) Reichenbach i. O.,
Wilh. Emmert (Sängerbund) Mainz, Ludw. Kramer 10. und Ad.
Bötticher 7. (Harmonie) Pfungſtadt, Wilh. Emich Phil. Hofmann.
Georg Vogel, Karl Groß. Georg Burger, Franz Fiſcher und Karl
Haas (Germania) Ober=Ramſtadt.
Liederbuch für das 11. Deutſche
Sängerbun=
desfeſt in Frankfurt a. M. Die gelegentlich des 11
Deut=
ſchen Sängerbundesfeſtes in Frankfurt a. M. zur Aufführung
gelangenden Chöre für jede der 3 Hauptaufführungen ſind in
be=
ſonderen Liederbüchern zuſammengefaßt. Dieſe Liederbücher ſind
als Stimmhefte für die einzelnen Stimmen getrennt und auch
äußerlich erkennbar (rot=grün=blau=braun) im Umſchlag verſchie=
Berſic Weäie eitaft eier Mt. die Secſetieſf aunſch.
ſofort bezogen werden. Die Beſtellung erfolgt auf einfacher
Poſt=
karte bei der Geſchäftsſtelle des Heſſiſchen Sängerbundes in
Darm=
ſtadt. Beſtellungen unmittelbar bei der Auslieferungsſtelle ſind
zwecklos, da ſie nur mit dem Bundesſtempel des HSB. Gültigkeit
haben. Die Beſtellkarte muß enthalten: Bundeszugehörigkeit des
Vereins, Name des Vereins, Anſchrift für Zuſendung der Noten,
Bezeichnung der Hauptaufführung (II), Zahl der gewünſchten
Lie=
derhefte, getrennt nach Stimmen, Angabe der Zahl der Partituren,
genaue Unterſchrift des Vereins. Die Lieferung erfolgt alsdann
nur gegen Nachnahme an die bezeichnete Adreſſe. Jeder Sendung
liegt ein Bezugsnachweis bei, worauf beim Auspacken geachtet
werden muß. Der angegebene Preis gilt hinſichtlich der künftigen
Feſtteilnehmer als Vorauszahlung auf den Feſtbeitrag, der dann
nur noch in Höhe von 7 Mk. (ſtatt 7,50 Mk.) erhoben wird von
jedem, der den Bezug des Liederheftes nachweiſt. Der Bezugsſchein
iſt alſo ein Gutſchein, der ſorgfältig aufbewahrt werden muß. Die
alsbaldige Beſtellung der Liederhefte wird dringend empfohlen.
Die frankierte Beſtellpoſtkarte iſt im Umſchlag an die
Geſchäfts=
ſtelle Darmſtadt einzuſenden. Die Beſtellung der Stimmhefte (die
ſich wegen der Billigkeit der Chöre empfiehlt) kann in
unbeſchränk=
ter Zahl erfolgen und gibt keine Verpflichtung zur Teilnahme am
Bundesfeſt.
Gauwertungsſingen 1931 des Heſſ.
Sänger=
bundes. Nachdem der Maintal=Sängerbund am 19. April in
Kaſſel den Reigen der Gauwertungsſingen des HSB. in Kaſſel
(Kreis Gelnhauſen) eröffnet hat, folgen am 26. April der Gau 5
in Mömbris und Gau Bingen in Gaulsheim, am 2. Mai Gau
Darmſtadt in Darmſtadt 3. Mai Neckartal in Langenthal. Gau
Offenbach in Offenbach. Gau Ried in Crumſtadt und Gau Solms=
Wetzlar in Wetzlar. Am 10. Mai Gau Mainz=Stadt in Mainz.
Vogelsberg=Süd in Büdingen, Weſchnitz in Viernheim, am 17. Mai
Chattia=Wettertal in Nonnenroth. Maintalſängerbund (Gau 2)
in Klingenberg. Vogelsberg=Süd (Bezirk mittleres Niddatal)
Blo=
feld, am 31. Mai Gau Dieburg in Münſter b. D., Gerſprenz in
Brensbach i. O.. Gau Gießen in Gießen, Maintalſängerbund
(Gau 1) in Aſchaffenburg, Mainz=Land in Laubenheim und Gau
Oppenheim in Selzen. Am 7. Juni Gau Mümling in Erbach i. O.,
am 14. Juni Gau Darmſtadt=Land in Griesheim b. D. Gau
Vo=
gelsberg=Nord in Maar, Gau Wetterau in Friedberg=Fauerbach,
am 28. Juni Gau Alzey in Sprendlingen (Rhnh.), Ohm=Lumdatal
in Stockhauſen, am 5. Juli Gau Bergſtraße in Bensheim, Lahntal
in Homberg und Mainſpitze in Biſchofsheim. Der Gau Worms
hält dieſes Jahr 4 Bezirksſingen ab.
Biologiſch=kosmeliſcher Fragekaſten.
Bearbeitet von Dr. P. Born.
Anfrage P. H.: Was verſteht man unter Hormonen zur
Beſeiti=
gung von Runzeln, Falten oder ſchlaffer Haut? Wo ſind ſolche
Hormonpräparate erhältlich?
(TV5585
Antwort: Für den genannten Zweck werden Hautpflegemittel
empfohlen, die das ſogenannte Verjüngungshormon aus den
Keimdrüſen enthalten. Hormone ſind Anregungsſtoffe die von
verſchiedenen Drüſen im Organismus produziert werden. In
einer dermatologiſchen Univerſitätsklinik wurde ermittelt, daß
auch bei äußerlicher Anwendung dieſes Keimdrüſenhormon zu
geſteigerter Zellneubildung führt, wodurch ſchlaff gewordene,
ge=
ſchrumpfte Geſichtshaut wieder prall, elaſtiſch und ſtraff wurde.
Die Patienten machten einen um mehrere Jahre verjüngten
Eindruck. Eine ſolche hormonhaltige Hautcreme iſt das
Eukutol 3, das ich Ihnen empfehle, weil es von einem
durch=
aus zuverläſſigen und vertrauenswürdigen Werk hergeſtellt
wird. Wenden Sie ſich an eine Apotheke oder Drogerie.
— „Alt=Darmſtadt”. Verein für Ortsgeſchichte und
Heimat=
kunde. Nächſte Veranſtaltung: Donnerstag abend Eintrachtſaal,
Eliſabethenſtraße 12. Herr Amtsgerichtsrat HansOttoBecker=
Dieburg hält einen volkskundlichen Vortrag über: „Der
Frühling in Kultur, Kunſt und Literatur.” Gäſte
ſind durch Mitglieder einzuführen.
Neue Kurſe in Reichskurzſchrift beginnen am Dienstag, den
21. April, und Freitag, den 24. April, im Ludwig=Georgs=
Gym=
naſium, Karlsſtraße 2. Maſchinenſchreibkurſe täglich nachmittags,
Karlsſtraße 23. Erdgeſchoß. Für gründliche Ausbildung durch
gute Lehrkräfte iſt Gewähr geboten. Die
Stenographenvereini=
gung „Gabelsberger” macht unter Hinweis auf die heutige
An=
zeige darauf aufmerkſam.
He
Tageskalender für Sonntag, den 19. April 1931.
fMcrefz 6e D MNd dchlüele. —Dicdelll
Oper, Rheingauer Weinſtube, Sportplatz=Reſt., am
Böllenfall=
tor, Schloßkeller. Datterich, Theater=Reſtaurant, Tropfſtein,
Alter Ratskeller, Hotel=Reſt. Poſt. Reichshof. Rummelbräu,
Reſt. Bürgerhof. Café Jöſt. Wiener Kronenbräukeller.
Kinovorſtellungen: Union=, Helia= und Palaſt=
Licht=
ſpiele; Union=Theater, vorm. 11 Uhr: „Der gläſerne Motor”;
Helia, vorm. 11.15 Uhr: „Emden III. fährt um die Welt”,
Ausſtellung „Der Menſch” in der Vereinigten
Geſell=
ſchaft. — Johanneskirche, abends 20 Uhr:
Wohltätig=
keits=Konzert.
V 127
Dawont
caar aist sissiesalg
AinnmRn
10 Lidrau
Torowolohnk Bamtassstatatig!
So außerordentlich ergiebig, so billig, so sparsam ist (!Nur I Eßlöffel auf 10 Liter
—Eimer heißes Wasser — schon haben Sie eine leistungsstarke Arbeitshilfe, die
Ihnen das Aufwaschen, Spülen und Reinigen ungemein erleichtert
und beschleunigt. Und wie vielseitig ist 6 Da gibt es nichts in
Küche und Haus, was ( nicht mühelos, schnell und gründlich
säubert. Unaufhaltsam weicht Schmutz und Fett dieser kraftvollen
Reinigungshilfe. In hellstem Schein blitzen und blinken Schüsseln,
Teller und Tassen — klar und rein strahlt Marmor und Glas. Alles
atmet gepflegte Sauberkeit — in kürzester Zeit — mit wenig Mühe!
Bei allen Reinigungsarbeiten stets
0 Henkel’s Autwasch-, Spül- und Reinigungsmittel
für Haus- und Küchengerät.
Hergestellt in den Persil-Werken
Seite 8
Sonntag, den 19. April 1931
Nummer 108
Aus Heſſen.
Dg. Arheilgen, 17. April. Schulunterricht. Am Montag,
den 20. April, vormittags 8 Uhr, beginnt der Unterricht in der
Volks=
ſchule wieder. Für die neuaufgenommenen Kinder iſt der Beginn auf
10.15 Uhr feſtgeſetzt. In der Knabenberufsſchule erſcheinen die Klaſſen
4u und Am ebenfalls am Montag vormittag 8 Uhr, während die
übri=
gen Klaſſen noch beſonders benachrichtigt werden. Sämtliche
Schülerin=
nen der Mädchenberufsſchule melden ſich am gleichen Tage, nachmittags
5.30 Uhr, zwecks Klaſſeneinteilung und Entgegennahme der
Stunden=
pläne. — Arbeiter=Samariter=Kolonne. Die Arbeiter=
Samariter=Kolonne ſieht ſich auch in dieſem Jahre veranlaßt, die
Be=
völkerung um eine kleine Unterſtützung zu ihrem edlen Werke zu bitten.
Es findet deshalb eine Sammlung in Form eines Blumentages ſtatt,
und zwar am Sonntag, den 19. April. Des weiteren iſt in den Tagen
vom 2.—4. Mai eine Hausſammlung geplant. Gerade die
Wohlfahrts=
organiſationen, die heute ganz beſonders dazu berufen ſind, den
lei=
denden Mitmenſchen in ihrer großen Bedrängnis zu helfen, befinden
ſich in großer Not. Die Gelder dieſer Organiſationen reichen nicht
mehr aus, um die Fülle der Aufgaben zu bewältigen, die außer den
uneigennützigen Taten der Mitglieder auch ausreichende Geldmittel
er=
fordern. Die Kolonne wendet ſich daher an die Allgemeinheit mit der
herzlichen Bitte, ein jeder möge entſprechend ſeiner Leiſtungsfähigkeit
einen Beitrag zu dem guten Zwecke beiſteuern, damit die Kolonne in
die Lage verſetzt wird, den an ſie herantretenden Anforderungen gerecht
zu werden. — Die evangeliſche Gemeindevertretung
tritt am Sonntag, den 19. ds. Mts., nachmittags 2 Uhr, zu einer
Sitzung zuſammen. Zur Tagesordnung ſtehen die Beratung des
Vor=
anſchlages 1931 und die Beſprechung des Jahresberichtes 1930. —
Jugendabend. Am kommenden Montag, abends, findet im
evan=
geliſchen Gemeindehaus ein Jugendabend ſtatt, wozu der hieſige
Jüng=
lingsverein die geſamte evangeliſche Jugend einlädt. — Rotes
Kreuz. Der Zweigverein Arheilgen vom Roten Kreuz veranſtaltet
am Donnerstag, den 23. April, einen Lichtbilder=Vortrag. Der Abend
iſt als Werbeabend gedacht, bei welchem der Vorſitzende des Heſſiſchen
Roten Kreuzes, Herr von Hahn, einen Vortrag halten wird —
Ledigen=Steuer. Das Finanzamt Darmſtadt=Land weiſt auf eine
Verfügung des Reichsfinanzminiſteriums hin. Hiernach ſind die
Arbeit=
geber auf Grund der Notverordnung vom 30. Dezember 1930
verpflich=
tet, den Zuſchlag zur Lohnſteuer (Ledigenſteuer) der Arbeitnehmer der
mit dem 31. März 1931 außer Kraft treten ſollte, bis zum 31. März
1939 — mithin für das ganze Rechnungsjahr 1931 — weiter zu erheben.
Der Zuſchlag beträgt bei Tantiemen, Gratifikationen und anderen
ein=
maligen Einnahmen 1 Prozent, die geſamte Lohnſteuer alſo 11 Prozent.
Bei laufenden Bezügen iſt der Ledigenſteuer=Zuſchlag, wie ſeither zu
berechnen.
Cp. Gräfenhauſen, 18. April. Im Dienſt vom Tode
er=
eilt. Ein hieſiger Eiſenbahner wurde während ſeines Dienſtes in
Buch=
ſchlag von einem Schlaganfall betroffen und war ſofort tot. Er
hinter=
läßt eine Witwe mit drei Kindern.
J. Griesheim, 18. April. Die Oſterferien der hieſigen Schule
gingen mit dem heutigen Tage zu Ende. Das neue Schuljahr beginnt
am Montag vormittag 7.30 Uhr. In die Schule aufgenommen werden
135 ABE=Schützen. Unſere Volksſchule umfaßt mit Beginn des neuen
Schuljahres 20 Klaſſen mit insgeſamt 913 Schülern. Die einzelnen
Klaſſen haben durchſchnittlich 33 bis 59 Kinder, und der Unterricht wird
von 13 Lehrern und 7 Lehrerinnen erteilt. Nach einer Statiſtik aus
dem Schuljahre 1886/87 wurde damals die hieſige Volksſchule von 794
Kindern beſucht. Im Jahre 1886 hatte unſere Gemeinde 4000
Ein=
wohner, während die Einwohnerzahl heute über 8000 beträgt. Wenn
man nun die Einwohnerzahl und die Schüilerzahl der damaligen Zeit
mit der heutigen vergleicht, ſo ſieht man, daß die Kriegsjahre und der
Geburtenrückgang der letzten Jahre ſich ganz erheblich bemerkbar
ge=
macht hat. Die gewaltige Zunahme unſerer Einwohnerzahl in den
letzten Jahren iſt größtenteils auf den Zuzug Auswärtiger
zurück=
zuführen. — Der Unterricht in der Berufsſchule findet im neuen
Schuljahre wie folgt ſtatt: 1 Knaben: Montags ab 7 Uhr: Klaſſe 2,
ſämtliche Berufe des 1. Schuljahres. Dienstags ab 7 Uhr: Klaſſe 1a:
Bauſchloſſer, Spengler und Inſtallateure, Heizungsmonteure und
Schuhmacher des 2. Schuljahres. Mittwochs ab 7 Uhr: Klaſſe 1b:
Weißbinder und Formſtecher des 2. und 3. Jahres, Donnerstags ab
7 Uhr: Klaſſe 1c: Maurer, Schreiner, Zimmerleute des 2. und 3.
Jah=
res. Freitags ab 7.30 Uhr: Allgemeine Klaſſe: Landwirte, Bäcker,
Metz=
ger und ungelernte Arbeiter. 2. Mädchen: Der Unterricht beginnt um
7.30 Uhr. Montags: Klaſſe 1e, Herr Schott, Klaſſe Za, Frl. Schiffelz
Dienstags Klaſſe 1b, Frl. Sehbold, Klaſſe 3b, Frl. Schiffel; Mittwochs:
Klaſſe 2a, Herr Schott; Donnerstags: Klaſſe 2b, Herr Schott; Freitags:
Klaſſe 1a, Frl. Sehzbold.
Aa. Eberſtadt, 17. April. Kirchliches. Im eval. Gemeindehaus
ſpricht am Sonntagabend Karl Wilhelm über die Dichtung der
Gegen=
wart. — Die evgl. Jugendgemeinde hielt dieſer Tage ihren erſten Abend
mit den Neukonfirmierten ab, zu dem ſich annähernd hundert
Jugend=
liche eingefunden hatten. — Die Nähſchule des eval. Frauenvereins
wird am Montagnachmittag (20. April) eröffnet. —
Lieferungs=
vergebung. Die Gemeinde hat die Arbeiten und Lieferungen zur
Herſtellung eines Steinzeug=Rohrkanals für die Alte Darmſtädter Straße
zu vergeben. Angebote haben bis Freitag, den 24. April, zu erfolgen.
Cp. Pfungſtadt, 18. April. Anlieferung von
Saatkar=
toffeln. Die Anlieferung von 70 Zentner Edeltraut=Kartoffeln und
50 Zentner weißfleiſchigen Saatkartoffeln für den Waldfeldbau der
Ge=
meinde ſoll öffentlich vergeben werden. Angebote haben bis Montag, den
20. April, bei der Bürgermeiſterei zu erfolgen. — Waſſerzins=
Er=
hebung. Die Stadtkaſſe Pfungſtadt weiſt darauf hin, daß die Beträge
für Waſſerzins und Waſſermeſſermiete vom letzten Vierteljahr 1930 bis
Ende des Monats April zu begleichen ſind. — Orgelkünſtler v. d. Au
aus Mainz hält am Sonntag in Eſchollbrücken und Hahn religiöſe
Orgel=
andachten ab.
Nieder=Ramſtadt=Traiſa, 17. April. Der ſiebente Abend des
Erwerbsloſen=Fortbildungkurſus brachte einen Vortrag
von Dr. Georgi über „Schäden des Alkohols‟. Es wurde zunächſt
feſtgeſtellt, daß Erkenntnis und Stellungnahme zu den Schäden des
Alkohols keine Bekämpfung des Gaſtwirteſtandes bedeutet, daß aber die
aus den Alkoholwirkungen erwachſenden Volksſchäden und Belaſtungen
der geſamten öffentlichen und privaten Fürſorge es jedem
verantwor=
tungsbewußten Volksgenoſſen zur Pflicht machen, ſich über die
Zuſam=
menhänge eine unabhängige Meinung zu bilden. Als Wirkung des
Alkohols — in jeder Form und Menge — iſt einerſeits die
Zellgiftwir=
kung mit Lähmung aller Lebensvorgänge in den Körperzellen,
anderer=
ſeits die Suchtgiftwirkung zu nennen, die vor allem den Willen und die
Seelenkräfte lähmt und zerſtört. Zugegeben wurde, daß gelegentlicher
Alkoholgenuß dem Einzelnen nicht zu ſchaden braucht. Wohnungsnot,
Geſchlechtsnot, Familien= und Arbeitsloſennot, Tuberkuloſe und
Ge=
ſchlechtskrankheiten, Proſtitution, Vergehen und Verbrechen, Betriebs=
und Verkehrsunfälle, Not der Geiſteskranken, Idioten und Epileptiker
offenbaren den unabſehbaren Schaden des als „Freudenſpender” und
Die Kohlhernie und ihre Bekämpfung.
ſondern auch Raps, Rettich und Unkräuter aus der Familie der
Kreuzblütler, wie Hederich, Hirtentäſchel, und ſelbſt der nicht zu
den Kreuzblütlern gehörende Goldlack wird nicht verſchont. Sie
äußert ſich in Anſchwellungen an den Haupt= und Nebenwurzeln
dieſer Pflanzen. Die Verdickungen zeigen beim Durchſchneiden
ein weißes hartes Fleiſch, das erſt im Herbſt oder Winter ſich
bräunt und in Zerſetzung übergeht. Der Erreger iſt ein
Schleim=
pilz (Plasmodiophora brassicae), der im Innern der Zellen der
Wurzelgeſchwülſte lebt und ſie ausfüllt. Die Schleimmaſſe des
Pilzgewebes zerfällt zuletzt in zahlreiche, kleine, kugelförmige
Spo=
ren, die beim Verfaulen der Wurzeln in den Boden gelangen und
hier als Dauerſporen bis zu 5 Jahren lebensfähig bleiben
kön=
nen. Aehnliche Mißbildungen werden auch durch einen Käfer,
den Kohlgallenrüßler (Centorrhynchus suleicollis) hervorgerufen.
Zum Unterſchied zu den Geſchwülſten, die der Kohlerniepilz
ver=
urſacht, bemerkt man hier beim Aufſchneiden Fraßgänge und
Höh=
lungen, in denen ſich etwa 5 Millimeter lange, geblich=weiße,
madenartige Larven befinden.
Der alljährlich durch die Kohlhernie entſtehende wirtſchaftliche
Schaden iſt nicht hoch genug einzuſchätzen, und ſo liegt es im
eigen=
ſten Intereſſe der Gemüſeanbauer, durch geeignete Maßnahmen
die Ausfälle durch die Erkrankung möglichſt herabzudrücken.
Worauf iſt nun bei der Bekämpfung zu achten?
Es iſt eine bekannte Tatſache, daß die Hernie ſich beſonders
häufig und ſtark dort einſtellt, wo Kohlarten ſehr häufig auf
dem=
ſelben Schlage angebaut werden. Ein regelmäßiger
Fruchtwechſel muß unbedingt eingehalten werden. Eine
Radikalmaßnahme wäre es, den Kohlbau auf mindeſtens fünf
Jahre auszuſetzen, da die Lebensdauer der Sporen, wie wir oben
geſehen haben, im Boden bis zu funf Jahren betragen kann. Eine
derartige Umſtellung im Wirtſchaftsplan wird ſich allerdings in
den ſeltenſten Fällen durchführen laſſen, beſonders nicht im
Klein=
betrieb und in den Schrebergärten, wo ſo wie ſo meiſtens
Platz=
mangel herrſcht.
Bei der Bearbeitung des Feldes oder Gartens iſt auf eine
gründliche Lockerung und Durchlüftung des Bodens zu achten.
Man hat nun gefunden, daß Kalkmangel und ſaure Reaktion die
Krankheit weſentlich begünſtigen, ja vielleicht ſogar erſt die
Vor=
bedingung für das Zuſtandekommen ihres Auftretens ſind. Als
Gegenmaßnahme wird nun darum Zufuhr von Aetzkalk bzw.
von alkaliſchen Düngemitteln empfohlen, will, man
doch hierdurch den im Boden vorhandenen Säureüberſchuß
beſeiti=
gen und ſo die Entwicklung des Hernieerregers nach Möglichkeit
unterbinden. Zu dieſem Zwecke ſcheint Aetzkalk ſich beſonders zu
eignen, beſonders dann, wenn größere Mengen (1 Kilogramm je
Quadratmeter) zur Anwendung gelangen. Neuere Unterſuchungen
haben nun ergeben, daß die Hernie auch durch Aetzkalkgaben nicht
vollſtändig unterdrückt werden kann, daß es vielmehr
mehrjähri=
ger Zufuhr bedarf, um die Krankheit wieder zum Verſchwinden
zu bringen. Der Grund hierfür liegt darin, daß die Sporen des
Pilzes durch Aetzkalk gar nicht abgetötet werden, ſondern
ledig=
lich an der Keimung verhindert werden. Es ſcheint alſo nicht die
Aetzwirkung das Ausſchlüpfen der Sporen und infolgedeſſen ein
ſtärkeres Auftreten der Krankheit zu verhindern, ſondern die durch
(Mitteilung aus der Heſſiſchen Hauptſtelle für Pflanzenſchutz.)
Die Kohlhernie, eine der bekannteſten und ſchädlichſten Krank= die Kohlgabe bedingte Beeinfluſſung der Bodenreaktion nach
alka=
heiten unſerer Gemüſekulturen, befällt nicht nur alle Kohlarten, liſcher Richtung hin.
Eine einſeitige Ueberdüngung mit friſchem
Stallmiſt, wie es häufig in Gartenbetrieben der Fall iſt,
muß unbedingt vermieden werden; haben doch
Ver=
ſuche gezeigt, daß ſtark mit Stallmiſt gedüngte Parzellen ein
intenſives Schwefelwaſſerſtoff=Ausſcheidungsvermögen beſaßen,
und bei der Ernte waren die Pflanzen ſtark von Hernie befallen.
Dahingegen ergaben die mit einer Mineraldüngung verſehenen
Parzellen eine weſentlich geringere Schwefelwaſſerſtoffentwicklung
und einen nur mäßigen Befall der Pflanzen. Einer Zugabe von
Kali muß hierbei beſondere Aufmerkſamkeit geſchenkt werden, da
es die Pflanzen gegen pilzliche Krankheiten widerſtandsfähiger
macht. Vorbedingung im Kampfe gegen die Kohlhernie iſt es,
nur geſunde Setzlinge zu verwenden. Pflänzchen mit
kleinen Verdickungen an den Wurzeln ſind vom Anbau
auszu=
ſchließen. Allerdings können ſolche Verdickungen auch von einem
Befall durch den Kohlgallenrüßler herrühren. In dieſem Falle
findet man jedoch beim Oeffnen der Geſchwülſte im Innern eine
Larve; nach deren Entfernung können die Pflanzen ohne
Beden=
ken zum Setzen verwandt werden. Alle Pflänzchen eines
Saat=
beetes, in dem herniekranke Pflanzen gefunden werden, ſind vom
Anbau auszuſchließen, da ſie bereits erkrankt ſein können, ohne daß
es äußerlich erkennbar iſt.
Wer ſeine Pflanzen ſelbſt heranzieht, tut gut daran, die Erde
des Miſtbeetes zu desinfizieren, und zwar eignet ſich
hierzu recht gut „Uſpulun‟. Die Erde des Anzuchtbeetes wird 8
bis 10 Tage vor der Ausſaat mit „Uſpulun”=Pulver oder mit einer
Miſchung von Torfmull und „Uſpulun”=Pulver gut
durchgearbei=
tet. Auf 1 Kilogramm Erde ſind 0,5 Gramm oder auf 1
Quadrat=
meter Fläche 120 Gramm „Uſpulun” erforderlich. Hat man ſo
ge=
ſunde Setzlinge herangezogen, ſo muß man dafür ſorgen, daß
dieſe nach dem Verpflanzen nicht wieder erneut durch die im
Boden befindlichen Infektionskeime angeſteckt werden. Der Schütz
erfolgt durch Eintauchen der Wurzeln bis zum Wurzelhals in
einen Brei aus Waſſer und Lehm, dem je Liter 2,5 Gramm „
Uſpu=
lun” zugeſetzt iſt. Auch kann man in die Pflanzenlöcher eine
0,25=prozentige „Uſpulun”=Löſung vor dem Auspflanzen eingießen,
und zwar genügt je Pflanzloch etwa 1 Liter Flüſſigkeit.
Während der Vegetationszeit wird man die Beete ſtets
rein halten müſſen von Unkräutern, beſonders ſolchen aus der
Familie der Kreuzblütler, da dieſe ja auch den Pilz beherbergen
können. Alle kümmernden und verdächtig erſcheinenden Pflanzen
ſind, bevor ſie zu faulen beginnen, vollſtändig auszureißen und
zu verbrennen. Im Herbſte nach der Ernte des Kohles
ent=
fernt und verbrennt man die ſtehengebliebenen
Strünke, ehe etwa an den Wurzeln entſtandene Hernieknollen,
welche den Erreger der Krankheit in Maſſen enthalten, zerfallen
ſind. Vielfach unterbleibt dies jedoch, und man kann auf den
Ge=
müſebeeten den ganzen Winter über die Strünke im Boden ſtecken
ſehen; die Folge davon iſt dann eine erneute ſtarke Verſeuchung
des Bodens.
Zuſammenfaſſend ſind ſonach für die Bekämpfung der
Kohl=
hernie folgende Maßnahmen zu empfehlen: Entſeuchung der
Aus=
ſaatbeete, Mineralvolldüngung auf dem Felde. Eintauchen der
Setzlinge in die desinfizierende „Uſpulun”=Löſung. Reinhalten der
Beete während der Vegetation und Entfernen jeglicher
Ernteüber=
reſte im Herbſt.
Dr. Becker.
„Sorgenbrecher” ſich empfehlenden Volksfeindes. Ueberraſchend war es,
noch zu hören, daß, entgegen dem ungeheuren Lärm über die
Bier=
ſteuererhöhung, bisher England pro Hektoliter, das 8—gfache und bei
einem etwa gleichgroßen Bierverbrauch etwa das 8—gfache an
Bier=
ſteuern aufbrachte. Die geſamte in der letzten Zeit verordnete
Er=
höhung wird bei einer doppelt ſo hohen deutſchen Bierſteuer doch nur
ein Viertel der engliſchen Bierſteuererträge ergeben. Bei der
Bier=
erzeugung wird nur ein ſehr geringer Prozentſatz von den
Geſtehungs=
koſten als Arbeitslohn verdient, etwa 10—15 Prozent, während z. B.
beim Baugewerbe durchſchnittlich 60 Prozent als Arbeitslohn ausgezahlt
werden. Die Bautätigkeit wirft alſo bei der gleichen Kapitalanlage
etwa die vierfache Summe an Arbeitslohn ab. Weiterhin wurde noch
über Möglichkeiten berichtet, wie ohne Schädigung berechtigter
Inter=
eſſen durch geſetzliche Maßnahmen eine Eindämmung der Alkoholgefahren
erreichbar iſt. Und ſchließlich wurde die Erzeugung und der Ausſchank
und Vertrieb von ungegorenen Wein= und Obſtſäften als eine noch
unausgenützte Evwerbsquelle für Wein= und Obſtbauern und Gaſtwirte
erwähnt.
G. Ober=Ramſtadt, 17. April. Das neue Schuljahr 1931/32
beginnt am Montag, den 2. ds. Mts. An dieſem Tage findet die
Auf=
nahme der Kinder im Schulhauſe auf dem Schießberg ſtatt. Vorzuſtellen
ſind alle in der Zeit vom 1. Oktober 1994 bis 30. September 1925
ge=
borenen Kinder. Zugezogene ſind, ſoweit nicht ſchon Meldung erfolgte,
am Aufnahmetag zu melden. Die Aufnahme der Knaben findet um
9 Uhr, die der Mädchen um 9.30 Uhr ſtatt: Hierbei iſt der rote
Impf=
ſchein vorzulegen. Für die Fortbildungsſchulen findet die Aufnahme
der Pflichtigen ebenfalls am 20. April, vormittags 11 Uhr, im alten
Rat=
hauſe ſtatt.
C Ober=Ramſtadt, 17. April. Odenwaldklub. Am
kommen=
den Sonntag findet die 5. diesjährige Wanderung der Ortsgruppe Ober=
Ramſtadt des Odenwaldklubs ſtatt, die über Nieder=Ramſtadt durch das
Mühltal nach Eberſtadt, über das Griesheimer Haus und den „Sand”
nach Griesheim führt. Abmarſch pünktlich mittags 12 Uhr am
Gaſt=
haus „Zur Starkenburg”. Rege Beteiligung erwünſcht.
Dieburg, 18. April. Am 28. April findet in Brandau ein
Amtstag des Kreisamts Dieburg ſtatt. Geſuche, Anträge und Anfragen
werden dort im Rathaus zwiſchen 15 und 17 Uhr entgegengenommen.
Im Anſchluß daran findet gegen 18 Uhr vorausſichtlich in Ernſthofen
eine Verkehrskonferenz ſtatt.
Entfettungs=Kuren im Frühling
ſind ſehr empfehlenswert, weil der Körper gerade jetzt, eine
beſon=
dere Neigung zur Stoffausſcheidung beſitzt. Nehmen Sie früh,
mit=
tags und abends 2—3 Toluba=Kerne, die Sie in
Apo=
theken erhalten.
(I Bln 379
T. Groß=Umſtadt, 17. April. Betriebsſtillegung der
Zuckerfabrik. Die Zuckerfabrik Groß=Umſtadt hat ihre Angeſtellten
und Arbeiter entlaſſen.
j. Von der Bergſtraße, 16. April. Betriebseinſchränkung.
Von den 150 Arbeitern, die bei der Lederfabrik Carl
Freuden=
berg, wegen Arbeitsmangels zur Entlaſſung kommen, ſind 60 Prozent
in heſſiſchen und 90 Prozent in badiſchen Ortſchaften wohnhaft.
Cp. Hochſtädten bei Bensheim, 17. April. Bürgermeiſter
Jährling geſtorben. Nach längerem Krankenlager iſt im Alter
von nahezu 65 Jahren der langjährige Bürgermeiſter unſeres Ortes
Peter Jährling 2., geſtorben.
— Gernsheim, 18. April. Waſſerſtand des Rheins an
Pegel am 17. April 1,37 Meter, am 18. April 1,34 Meter.
— Hirſchhorn, 18. Abril. Waſſerſtand des Neckars am
Pegel am 17. April 1,82 Meter, am 18. April 178 Meter.
Rheinheſſen.
Ah. Worms a. Rh., 18. April. In den Rhein geſprungen
und ertrunken. Abends gegen 10 Uhr ſprang eine unbekannte
Frau von der Straßenbrücke in den Rhein. Sie ließ ihr Fahrrad auf
der Brücke zurück. Beim Abſprung von der Brücke rief ſie
hinzueilen=
den Paſſanten zu: „Gebt meine Sachen in der Andreasſtraße ab!”
Schwerer Unfall beim Kalklöſchen. In den Heylſchen
Lederwerken ſtürzte beim Abbrennen von Kalk der Arbeiter Otto Wieſe
aus Roxheim (Pfalz) in die friſch gefüllte Kalkgrube. Mit ſchweren
Brandwunden am ganzen Körper und im Geſicht wurde der
Verun=
glückte geborgen und ins Städt. Krankenhaus geſchafft, wo er in
bedenk=
lichem Zuſtande darniederliegt.
Oberheſſen.
v. Bad=Nauheim, 18. April. Die Praxis moderner
Er=
nährungswiſſenſchaft. Am Kerckhoff=Inſtitut wurde heute der
von der hieſigen Aerzteſchaft und dem Hotelgewerbe veranſtaltete
mehr=
tägige praktiſche Diätkurſus eröffnet, an dem 260 Damen und Herren
teilnehmen, in größerer Zahl auch auswärtige Aerzte. Als Gäſte
wohn=
ten der Eröffnung u. a. bei Bürgermeiſter Dr. Ahl und ein Vertreter
der Bad= und Kurverwaltung. Nach kurzer Begrüßung der Teilnehmer
referierte zunächſt in Vertretung von Prof. Volhard der Oberarzt Dr.
Koch=Frankfurt a. M. über „Allgemeine Geſichtspunkte für die
Ernäh=
rung von Kreislaufkranken‟. Er beſprach beſonders die praktiſche
Durch=
führung der kochſalzfreien Diät, wie ſie in der Frankfurter
Univerſitäts=
klinik gehandhabt wird, und zeigte im einzelnen die Heilerfolge bei
Nieren= Gefäß= und Herzkranken. Prof. Groh=Frankfurt a. M., als
zweiter Redner, behandelte die theoretiſche Grundlegung der
Ernährungs=
theravie. Am Nachmittag begannen die küchentechniſchen Vorträge und
Demonſtrationen, die heute ihre Fortſetzung finden.
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Die Lage am Geldmarkl.
Der Geldmarkt ſtand in der abgelaufenen Woche ganz unter
den Einwirkungen des Medio, deſſen Ueberwindung nach der
glatten Ultimoabwicklung ſich auffallend ſchwierig geſtaltete.
Alierdings iſt hierbei zu berückſichtigen, daß die Fälligkeit der
Einkommenſteuerzahlungen zuſammenfiel mit der Vorſorge für
den Reparationstransfer und mit größeren Deviſenkäufen zur
Nückzahlung kurzfriſtiger Kommunalkredite. Hieraus erklärt ſich
die ſtarke Anſpannung, die für Tagesgeld bei recht lebhafter
Nach=
frage eine Erhöhung des offiziellen Satzes bis auf 5 Prozent
mit ſich brachte. Erſt am Wochenſchluß ſetzte ſich eine merkliche
Erleichterung durch. Auch Monatsgeld, das während der erſten
Tage der Woche ziemlich unverändert geblieben war, zeigte
ſpäter gleichfalls feſtere Tendenz
Im Mittelpunkt der Diskuſſion ſtand weiter die Frage des
Reichsbankdiskonts. Nach der ſtarken Entlaſtung, die der letzte
Reichsbankausweis brachte, ſcheinen ſich die Ausſichten auf eine
baldige Herabſetzung zu beſſern, zumal auch die übrigen
Hemm=
niſſe einer baldigen Diskontentſcheidung nicht mehr ſo ſtark ſind
wie in der Vortpoche.
Wie im politiſchen Leben dieſer Woche die Augen Aller auf
Spanien gerichtet waren, ſo beanſpruchte am Deviſenmarkt die
ſpaniſche Peſeta das Hauptintereſſe. Zunächſt wirkte ſich der
Wahlausgang in einer ſcharfen Abwärtsbewegung des Kurſes
aus; ſpäter trat eine Erholung ein, die Lage blieb aber
außer=
ordentlich unſicher, und gegen Wochenende erfolgte ein
neuer=
liches Abgleiten, da man ſich über die weitere Entwicklung der
innerpolitiſchen Lage kein klares Bild machen kann. Vor allem
iſt die Frage noch nicht geklärt, ob der von internationalen
Ban=
ken zur Verfügung geftellte Kredit in Anſpruch genommen
wer=
den wird. Im Zuſammenhang mit der Bewegung der Peſeta
zeigten auch die ſüdamerikaniſchen Deviſen ziemlich lebhafte
Schwankungen. Die Reichsmark tendierte vorübergehend etwas
feſter in der Erwartung, daß die Käufe für Reparationsrechnung
unterbochen werden könnten. Als jedoch die Deviſenkäufe der
Reichsbank wieder einſetzten, reagierte der Dollar gegenüber der
Reichsmark ſofort wieder in einer Befeſtigung. Der franzöſiſche
Franken lag international etwas ſchwächer.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 15. April. Die vom
Statiſtiſchen Reichsamt für den 15. April berechnete Indexziffer der
Großhandelspreiſe hat ſich mit 113,8 gegenüber der Vorwoche (113,5)
um 0,3 v. H. erhöht. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten:
Agrarſtoffe 108,4 (plus 1,4 v. H.), Koloniabvaren 96,8 (minus 0,4 v. H.),
induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren 105,0 (minus 0,4 v. H.) und
induſtrielle Fertigwaren 137,7 (minus 0,1 v. H.).
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Neue Verfahren, Mainz: Anna Jungkind Wwe., geb. Schaffner.
Anmeldefriſt 20. 4., Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 30. 4.
Seligenſtadt (Heſſen): Peter Joſef Diſſer 3. in Zellhauſen.
Anmelde=
friſt 23. 4., Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 6. 5. Worms:
Fa. Philipp Weickel A.=G., Aſphalt=, Dachpappe= und Teerprodukte=
Fabriken. Anmeldefriſt 1. 5., Gläubigerverſammlung 37. 4.,
Prüfungs=
termin 1. 6. Beendete Konkurſe. Darmſtadt: Frau Leopold
Schutter Wwe., Louiſe, geb. Forſtmann; Tabakgroßhandlung Wilhelm
Schäfer 6. in Eberſtadt. Worms: Kaufmann Siegfried Adler. Neue
Vergleichsperfahren. Offenbach a. M.; Fa. Guſtav Herrſcher,
Lederfabrik. Vergleichstermin 30, 4. Gießen: Jſaak Stern. Inh. der
Firma Joſeph Stern Söhne. Vergleichstermin 30. 4. Bad Nauheim:
Fa. Max Nill aus Tirol, Inh. Geſchwiſter Wiener in Bad Nauheim.
Vergleichstermin 6. 5. Worms: Fa. Hermann Wolff, Lackfabrik.
Ver=
gleichstermin 25 4. Offenbach a M.: Fa. Karl Sans, feine
Leder=
waren. Vergleichstermin 25. 4. Beendete
Vergleichsverfah=
ren. Offenbach a. M.: Franz E. Schönhals, Glaſerei in Groß=
Stein=
heim. Oppenheim: Fa. Mittelrheiniſches Möbelwerk A.=G. Worms:
Fa. Naumann u. Benz, Wollwaren.
Große Kaſſeler Straßenbahn A.=G., Kafſel. Die
Generalverſamm=
lung der Großen Kaſſeler Straßenbahn A.=G. erledigte die Regularien
und ſetzte die ſofort zahlbare Dividende auf wieder 4 Prozent für die
Stammaktien im Betrage von 3,534 Mill. RM. und auf wieder 7
Pro=
zent für die 3 Mill. RM. Vorzugsaktien feſt. Im abgeſchloſſenen
Ge=
ſchäftsjahre wurden 2,772 Mill. (24,483) Perſonen befördert. Die
Ge=
ſamteinnahmen ſtiegen von 3,995 Mill. RM. auf 4,154 Mill. RM.,
was auf die inzwiſchen durchgeführte Tariferhöhung zurückzuführen iſt.
Die Kaſſeler Autobus G. m. b. H., an der die Stadt Kaſſel mit 60
Prozent und die Große Kaſſeler Straßenbahn A.=G. mit 40 Prozent
be=
teiligt ſind, brachte weitere Verluſte. Durch Vertrag vom 15. 1. 1931
haben die Geſellſchafter rückwirkend ab 1. 10. 1930 die Verzinſung und
Tilgung eines Betriebsverluſtes dieſer Kaſſeler Autobus=Geſellſchaft
m. b. H. in Höhe von 1,8 Mill. RM. entſprechend ihrem
Beteiligungs=
verhältnis übernommen. Der auf die Große Kaſſeler Straßenbahn
A.=G. entfallende Anteil betrug insgeſamt 880000 RM. und iſt in
10 Jahren zu tilgen. Auch die Herkulesbahn A.=G deren
Aktien=
kapital ſich im Beſitze der Großen Kaſſeler Straßenbahn befinden, hat
1329/30 wieder mit Verluſt gearbeitet. Trotzdem ſind von der Großen
Kaſſeler Straßenbahn A.=G. für Erneuerungsarbeiten die erforderlichen
Mittel zur Verfügung geſtellt worden.
Holzgroßhandlung Gebr. Weibler, Kaſſel. Bei ungefähr ¼ Mill.
Paſſiven bemüht ſich die Geſellſchaft um einen gerichtlichen Vergleich.
Der Status ſteht noch nicht feſt.
Lederwarenfirma L. Löwenherz, Frankfurt a. M. Die Geſellſchaft
bemüht ſich bei 120 0 RM. Paſſiven um Herbeiführung eines
außer=
gerichtlichen Vergleiches auf der Baſis von 30 Prozent,
Intereſſengemeinſchaft der freien deutſchen Oel= und Margarine=
Induſtrie (Margöl). Zu Blättermeldungen über eine anſcheinende
An=
näherung der Intereſſengemeinſchaft der freien deutſchen Oel= und
Margarine=Induſtrie (Margöl) an den Margarinetruſt erfahren wir
von maßgeblicher Stelle, daß eine ſolche Annäherung zwiſchen den
bei=
den Gruppen nicht erfolgt iſt. Die Margöl, die im Laufe des letzten
Jahres, wie ſchon auf der Jahresverſammlung vom 12. Januar 1931
in Berlin feſtgeſtellt wurde, die ihre bei der Gründung geſtellte
Auf=
gabe voll und ganz erfüllt und inzwiſchen ihre Poſition noch wefentlich
verſtärkt hat, betrachtet nach wie vor ihre Verpflichtung, die
wirtſchaft=
liche Selbſtändigkeit und Unabhängigkeit aller ihrer Geſellſchafter zu
erhalten, als ihre erſte Aufgabe. In der in Hamburg unter dem
Vor=
ſitz von Konſul Auguſt Brinckmann (in Firma Harburger Oelwerke
Brinckmann u. Mergell, Harburg) abgehältenen Quartalsſitzung der
Margöl ſtanden allgemeine Fragen über die augenblickliche Lage der
Margarine=Induſtrie zur Debatte.
Produktenberichte.
Mainzer Produktenbericht. Großhandelseinſtandspreiſe per 100 Kilo
loco Mainz am Freitag, den 17. April: Weizen 30,25—30,50, rheinheſſ.
Noggen 21—21,50 Hafer 21—21,50, Futtergerſte 20—21,50, Malzkeime
11—11,50, ſüdd. Weizenmehl Spez. 0 43,50—44,40, Roggenmehl 60proz.
30,50—31,50, Weizenkleie fein 12,75—13, grob 13,75—14, Roggenkleie
13,50 Weizenfuttermehl 14,50, Biertreber 10,50—11, Erdnußkuchen 14
bis 14,50, Kokostuchen 14—17,75, Pälmkuchen 12—12,75, Napskuchen
9,85—10,50, Kleeheu loſe 6, geb. 6,20, Wieſenheu loſe 5,70, geb. 6,20,
Maſchinenſtroh 3,50, Drahtpreßſtroh 3,80, Sohaſchrot 14,25—14,75,
Trockenſchnitzel 7,25—7,75. Tendenz: feſt,
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe vom 18. April. Bei vollkommen
unveränderten Preiſen war das Geſchäft weiterhin ſehr ruhig. Die
wenigen Abſchlüſſe, die zuſtande kamen, beſchränkten ſich nur auf den
notwendigſten Bedarf und auf die billigſten Sorten. Es notierten in
Pfg. ber Stück ab Frankfurt: italieniſche 8,50—9, bulgariſche 7,50—7,75,
jügoflawiſche 7.75—8, rumäniſche 7,25—7,50 holländiſche 7,50—10,50,
däniſche 7,50—11, belg.=flandr 8,50—8,75, ſchleſiſche 7,50—8, baheriſche
7,75—8, norddeutſche 7,50—10,25.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe vom 18. April. Tendenz
ruhig, Geſchäft klein. Auslandsbutter holl, 1 Faß — 50 Kilo 1,54 RM.,
½ Faß 1,56 RM., in Halbpfundſtücken 1,60 RM. Deutſche
Molkerei=
butter 1,45 RM. per Pfund im Großhandelsverkehr.
Biebmärkte.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am Samstag, den
18. April, waren 451 Tiere zugeführt. Verkauft wurden 351 Stück,
und zwar Milchſchweine das Stück 10 bis 17 Mark, Läufer das Stück
von 18 bis 27 Mark. Der Marktverlauf war gut.
Frankfarier and Berliner Effektenbörſe
Frankfurt a. M., 18. April.
Bei ſehr kleinem Geſchäft eröffnete auch die Wochenſchlußbörſe
er=
neut in ſchwächerer Haltung, zumal es an Anregungen vollkommen
fehlte und aus dem Publikum weitere Verkaufsorders vorlagen. In
Nachwirkung des geſtern erſchienenen Reichsbankausweiſes wurde die
ſtarke Deviſenabnahme ſehr ungünſtig kommentiert, da die ſtarke
Ab=
nahme mit der aktiven Außenhandelsbilanz ſchwer in Einklang zu
brin=
gen ſei. Da auch die Auslandsbörſen durchweg in ſchwacher Haltung
verkehrten, nahm die Spekulation weitere Blancoabgaben vor, ſo daß
gegenüber, der ſchon ſchwachen Abendbörſe neue Kursabſchläge bis zu
2 Prozent eintraten. Das Angebot hielt ſich hierbei in mäßigen
Gren=
zen. J. G. Farben, Elektro=, Montan= und Kunſtſeideaktien verloren
bis 2 Prozent. Stärker abgeſchwächt waren Deutſche Linoleum, die
3½ Prozent nachgaben. Von Kaliaktien Aſchersleben 1½ Prozent
ſchwächer, dagegen Weſteregeln behauptet. Auch am Bankenmarkt
über=
wogen die Rückgänge bis zu 1 Prozent. Schiffahrtswerte lagen unter
Berückſichtigung des Dividendenabganges relativ behauptet. Bis zu
1 Prozent niedriger ſetzten noch ein: Zellſtoff Aſchaffenburg, Holzmann,
Daimler, Rürgerswerke und Süddeutſche Zucker. Feſter tendierten nur
Conti Gummi mit plus 1½ Prozent und Wayß u. Fretztag mit plus
1 Prozent. Auch nach den erſten Kurſen hielt die Abgabeneigung an,
und die Kurſe bröckelten erneut bis zu : Prozent ab Anleihen bei
kleinem Geſchäft bis ¼ Prozent niedriger. Auslandsrenten
geſchäfts=
los. Pfandbriefe ruhig, aber eher etwas ſchwächer.
Reichsſchuldbuch=
forderungen flau und bis 1½ Prozent niedriger.
Im weiteren Verlaufe konnten ſich die Kurſe auf leichte
Inter=
ventionstätigkeit der Großbanken um etwa 1 Prozent erholen, doch
überwog bei der Spekulation weiterhin eher Abgabebedürfnis. Die
Stimmung war reichlich unſicher! Am Geldmarkte machte ſich heute
erſt=
mals eine Erleichterung nach dem Medio bemerkbar, ſo daß der Satz für
Tagesgeld auf 4 Prozent ermäßigt wurde. Am Deviſenmarkt nannte
man Mark gegen Dollar 4,2002, gegen Pfunde 20,40½. Von Uſancen
waren Madrid feſt, aber ſchwankend London — New York 4,8592,
Paris 124,26, Mailand 92,77, Madrid 47,60, Schweiz 25,23, Holland
12,10.
Berlin, 18. April.
Die letzte Börſe dieſer Woche brachte keine Erholung. Wieder lag
auf faſt allen Marktgebieten etwas Angebot vor, das die Börſe nur zu
1—3 Prozent ſchwächeren Kurſen aufzunehmen geneigt war. Vielfach
wurden die Notierungen bei Umſätzen von nur 12 Mille feſtgeſtellt, es
ſteht jedoch feſt, daß die Rückgänge der letzten Tage im Publikum eine
recht verärgerte Stimmung geſchaffen haben, die in einer gewiſſen
Ner=
voſität und Abgabeneigung ihren Ausdruck findet. Ungünſtige
Nach=
richten von Bedeutung lagen kaum vor. Man ſprach vielfach von
Blancoabgaben und internationalen Baiſſiers, die ſeit geſtern auch hier
am Werke ſeien und auf deren groß angelegte Manöver auch der Druck
auf die ausländiſchen Märkte zurückzuführen ſei. Im Verlaufe wurde
e3 nach einer Spanne unſicherer Schwankungen ausgeſprochen ſchwach.
Die Hauptpapiere gingen erneut bis zu 3 Prozent zurück; Salzdetfurth
bußten vorübergehend ſogar 8½ Prozent ein. Chade=Aktien waren
auch im Verlaufe gut behauptet. Gegen 12 Uhr wurden einige
Deckun=
gen vorgenommen, und die Kurſe vermochten ſich gegen ihren niedrigſten
Stand etwas zu beſſern. Anleihen nachgebend.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 18. April:
Getreide. Weizen: Mai 83½, Juli 65½, Sept. 65½. Dez. 68½
Mais: Mai 61½, Juli 62.75, Sept. 61½, Dez. 54½; Hafer: Mai
31, Juli und Sept. 31½, Dez. 33; Roggen:: Mai 38, Juli 40.25,
Sept. 417.
Schmalz: Mai 8.62½, Juli 8.77½, Sept. und Okt. 8.95.
Schweine: leichte 7.65—7.80, ſchwere 6.85—7.15;
Schweine=
zufuhren: Chicago 11 000, im Weſten 34 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 18. April:
Schmalz: Prima Weſtern 9.35; Talg, extra, loſe 4½.
Getreide. Weizen: Rotwinter 94; Mais, loko New York
74.50; Mehl, ſpring wheat clears 4.05—4.50; Getreidefracht: nach
England 1,6—2,3 Schilling, nach dem Kontinent 8—8.50 Cents.
Kakao. Tendenz: kaum ſtetig; Umſätze: 35; Lokonotiz: 5.50;
Mai 5.28, Juli 5.46, Sept. 5.61, Okt. 5.69, Dez. 5.82, Januar 1932:
5.88, März 6.00.
Berliner Kursbericht
vom 18. April 1931
Suddeutſcher Eiſenmartt.
Berl. Handels=Geſ.
Danatbank. . . . . ."
Deutſche Ban! u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban
Hapag
Hanſa Dampfſdi.
Norbd. Llohd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
123.25
145.—
112.625
107.—
64.375e
88.25
65-375ex
107.25
n3.—
92.—
95.—
45.75
123.—
132.25
74.50
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neuefſ. Bgw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Un in.
Nordd. Wolle
Oberſchlef. Koksw.
Orenſtein & Koppel
131.50
145.375
81.25
124.25
72.50
66.50
97.—
156.50
67.125
73.50
74.25
42.—
59.25
78.75
51.50
Polyphonwerie
Rütgerswerfe
Salzdetfurt! Ka
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff !=
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch
Baſalt Lin;
Berl. Karler. Ind.
Hirſch Kupfei
Hohenlohe=Werle
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drah=
Wanderer=Werle E3.—
163.—
54.n5
248.—
117.—
115.—
E5.875
162.—
E8.-
25.125
46.50
64.—
44.5o
Die Lage am ſüddeutſchen Eiſenmarkt iſt in der vergangenen Woche
unverändert geblieben. Bis jetzt iſt alſo eine ausgeſprochene
Frühjahrs=
belebung, die man erhoffte, noch nicht eingetroffen In Stabeiſen
war es hauptſächlich der mittlere Handel, der dem Markte zu einigem
Leben verhalf, während der Verbraucherbedarf ſich in den bisherigen
engen Grenzen hielt. Die Bantätigkeit hat trotz der wärmeren
Witte=
rung nicht weſentlich zugenommen, ſo daß der Bedarf in Baueiſen
hinter demjenigen des Vorjahres zurückbleibt. Auch in Formeiſen
be=
ſtand wenig Nachfrage, da die Konſtruktionswerke nur ungenügend
be=
ſchäftigt ſind. Für Bandeiſen und Bleche bot der Markt nur geringe
Aufnahmetätigkeit.
In den Preiſen des Verbandes ſind keinerlei Aenderungen
ein=
getreten, noch zu erwarten. Ab 15. April ſind Spezifikationen auf
Vorverbandsabſchlüſſe zu den Winterverkaufspreiſen des Süddeutſchen
Eiſengroßhandelsverbandes, alſo für Formeiſen zu 127,70 RM. (Baſis
Mannheim), für Stabeiſen zu 130,80 RM. (Baſis Neunkirchen) zu
be=
rechnen. Die Ausſichten über die Endwicklung des Geſchäfts am
Süd=
deutſchen Eiſenmarkt lauten im allgemeinen nicht gerade günſtig. Zwar
dürfte das ruſſiſche 300=Millionen=Objekt insbeſondere der
eiſenber=
arbeitenden Induſtrie eine willkommene Belebung bringen, die jedoch
nicht überſchätzt werden darf. Im übrigen aber glaubt man, beſonders
im Hinblick auf die noch immer übergroßen Schwierigkeiten in der
Geldbeſchaffung, nicht an eine umfaſſende und durchgreifende
Markt=
belebung.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Auf Grund eines Proſpektes ſind 1. 6 Mill. RM. 8prozentige
Goldkommunalſchuldverſchreibungen Reihe 4, früheſtens zum 1. 12. 1935
kündbar; 2. 10 Mill. GM. Goldpfandbriefe Reihe 11, früheſtens zum
1. 3. 1935 kündbar; 3. 5 Mill. GM. 8prozentige Goldpfandbriefe Reihe
12, früheſtens zum 1. 3. 1936 kündbar, der Landeskreditkaſſe in Kaſſel
zum Handel und zur Notierung an den Börſen in Berlin und
Frank=
furt a. M. zugelaſſen worden.
Die Generalverſammlung der Dürrwerke A. G., Düſſeldorf=
Rathin=
gen, genehmigte den bekannten Abſchluß mit 6 Prozent Dividende ſowie
die Satzungsänderungen.
Der Reichsarbeitsminiſter hat im Lohnſtreit in der Rheinſchiffahrt
nach dem Scheitern der Berliner Nachverhandlungen ein neues
Schlich=
tungsverfahren eingeleitet Zum Schlichter iſt Profeſſor Dr. Brahn,
Dortmund, beſtellt. Die Verhandlungen finden am 23. April in
Düſ=
ſeldorf ſtatt.
Die Generalverſammlung der Vereinigte Moſaik= und Wandplatten=
Werke A.=G. Sinzig a. Rh., genehmigte den Abſchluß für das
Ge=
ſchäftsjahr 1930 und beſchloß die Ausſchüttung einer Dividende von 7
(11) Prozent
Der Zechenverband des Ruhrbergbaus hat die tarifbeteiligten
Bergarbeiterverbände zur Verhandlung über den von ihm gekündigten
Rahmentarif für Donnerstag, den 23. April, nach Eſſen eingeladen.
Infolge des Beſchluſſes des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Oberheſſen, mit der Preag erneut in Verhandlungen einzutreten, hat
die Verwaltung der Hefrag beſchloſſen, die Stillegung des Tagebaues in
Wölfersheim um 14 Tage hinauszuſchieben. Nach den Plänen der
Ver=
waltung hätte die Stillegung des Tagebaues am Samstag erfolgen
ſollen.
Die Chemiſche Induſtrie A.=G. Erlangen, konnte im abgelaufenen
Geſchäftsjahr den Geſamtumſatz bei ermäßigten Preiſen ſteigern. Bei
erhöhten Abſchreibungen vermindert ſich der Verluſtvortrag auf 0,178
(0,185) Mill. RM. bei 0,250 Mill. RM. Aktienkapital.
Die Brauerei Beckh A.=G., Pforzheim, erzielte per 1929/30 nach
139 839 (143 873) RM. Abſchreibungen einen Reingewinn von 157 337
(201 681) RM., über deſſen Verwendung nähere Angaben nicht gemacht
werden. (Im Vorjahre 10 Prozent Dividende; Aktienkapital 1,0 Mill.
NM.)
Die Fahr A.=G., Pirmaſens ſchließt per 1930 bei 2,2 Mill. RM.
Aktienkapital mit einem ziemlich kleinen Gewinn von ungefähr 20000
(38 000) RM. Eine Dividende wird nicht verteilt. Mit dem Verlauf
des Geſchäftsjahres ſei man angeſichts der ſchwierigen Verhältniſſe
zu=
frieden geweſen.
Die amtlichen Ziffern über den franzöſiſchen Außenhandel in den
erſten drei Monaten dieſes Jahres ſpiegeln die ungünſtige
Wirtſchafts=
entwicklung wider. Die Einfuhr iſt gegenüber der gleichen Zeit des
Vorjahres um 2,20 auf 11,81 Milliarden Franken, die Ausfuhr um 3,28
auf 8,41 Milliarden Franken geſunken, ſo daß ſich ein
Einfuhrüber=
ſchuß von 3,40 Milliarden Franken gegenüber dem Vorjahre von 2,32
Milliarden Franken ergibt.
Oeviſenmarlt
vom 18. April 1931
Schwen
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janeiro
Jugoſlawien 1100 Dinar
Athen
Iſtam k:
Kairo
Kanade
*
Uruguay
Jsland
Tallinn (Eſtl. //100 eſtl. Kr.
Riga
Helſingfors
Wien
Prag
Buda x
Sofig
Hollan!
Lslo
Kopenhagen
Stodholm
London
Buenos=Aire”
New Yor!
Belgien
Italien
Paris
Währung
00 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Pengö
100 Leva
100 Gulden
00 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
L=Sta.
Pap. Pelv
Dollar
100 Beige
100 Lire
100 Franc?
Ge iBrief
10.559/ 10.57‟
59.005
12.43
73.14
3.042
168.511
112.21
112.19
1.382
.1965
58.325
21.975
16 404
59.12:
2.45
73.28
3.047
168.85
1124
12.41
112.36/ 112.58
20.387 20. 427
1.39
4. 204:
58.445
22.015
16.4441
Frankfurter Kursbericht vom 18. April 1931.
720 Dtſch Reichsan!
6%0
5½%Intern.,
6% Baden
8% Bahern
82 Oeſſen v. 2
v. 2‟
60 Preuß. Staat
82 Sachſen ......"
72 Thüringen.
Dtſche. Anl. Auslo
ſunsſch. +/.
Ab=
löſungsanl. . ..
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe.
80 Nachen v. 29
8‟ Baden=Baden.
..
6%Berlin
8½ Darmſtadt v. 26
v. 28
80
7½ Dresden.
8% Frankfurt a.M.
v. 26
6%
o. 26
8% Mainz ....
8½ Mannheim v. 2
6%
v. 27
80 München.
8% Nürnberg.
8% Wiesbaden
Me
84.75
76.75
80.25
100.25
81.75
922/.
K e
100
80
86.25
572I,
6.25
2.7
82 Heſſ. Landesb.
80 Golboblig
4½% Geſſ. 2b8.
Hyp.=B:.=Liauid.
4¾% Kum.=Obl
8% Preuß. Ld8.
pfbr.=Anſt. G. Pf.
8X „Solboblig
92
91.5
91
86
99
C9
19
94.25
77.75
26
Me
D Manu
Bk. Girozentr. für
Heſſen Golvobl.
8½ Kaſſeler
Land=
kredit Goldpfbr..
7% Kaſſeler Land. Goldpfbr..
6 %
82 Naſſ. Lamdesbi.
4½F. Liqu. Ok
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
*AuslSer.
„ Ser, II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
—
Berl. Hyp. Br. 1100
½% Liqu.=Pfbr
8% Frkf. Hyp.=Bk.. 1101.5
4½% Lig. Pfbr.
Pfbr.=Bk.
„ Liau
Mein. Syp.=Bi./102.5
„ Lia. Pibr.
Pfälz. Hyp.=B
Lia. Pfbr
825 Preußt.
Boden=
creb.=Ban!
„ Lig. Pfbr.. / 94
Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bant ./107
4½
Lig. Pfbr
8% Rhein. öhp. Bk.
4½% „ Lig. Pſhr
82 Rhein.=Weſtf.
Vd.=Credit .....
8½ Süidb. Bod.
Creb.=Bank .. . . 100.7.
14½7 Lia. Pfbr.
Württ. Hyp.=B./100
96.75
100
9
86
101
95
86.75
92.8
60 Daimler=Benz
8% Dt. Linol. Werke
½ Klöckner=Werke
Mainkrw. v. 26
% Mitteld. Stahl
Salzmann u. Co
%Ver. Stahlwerke
% Voigt &Häffner
75
96.25
88*
K7.25
—
86*
R6
J. G. Farben Bonds/10o
55
11
90
91.5
97.5
4.35
101:
97.5
93.25
47
2.5
100
93.9
101.75
100.25
97.25
21.75
101
95.75
93‟I.
% Bosn. L. E.B
L. Inveſt.
Bulg. Tab. v. 02
4½‟ Oſt. Schätze
2 Oſt. Goldrentel
5% vereinh. Rumän
4½%0
49
420 Türk. Admin.
40
1. Bagdad
Zollanl.
4½0 Ungarn 191:
4½
1914
4
Gloldr.
1910
Aktien
Rig. Kunſtzitde Un
..
9. E. G.
AndregeNoris Zahn
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1775
37
123.5
83.5
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Lech, Augsbur:
N
121.5
208
39
100
145
46
87.5
119
35
109
59.7
100
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Frankf. Bant
Hyp.=Ban1 ..."
Pfdbr.=Bt. ...
Mein. Hyp. Ban ...
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Reichsbank=Ant. ..
Rhein. Hyp.=Bank. 137
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Wiener Bankverein
Württb. Notenbant/129
Me
39
100
96.25
126
215
118
144
1127½
94.5
106.5
95
157.
157.5
165
134.6
164.5
137.5
9.5
A.-G. j. Verlehrsw. 65.6
Allg. Lokalb. Kraftw
7% Dt. Reichsb. Vzg/ 93.23
64.5
Hapag .......
Nordd. Lloyd.
66
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Allianz. u. Sturtg.
Verſicherung .. . /195
„ „ Verein. Verſ./214
FrankonaRück-u.M
Mannh. Verſich
Otav iMinen
Schantung Handelsl 25
Seite 10
Sonntag, den 19. April 1931
Nummer 108
Ihre Verlobung beehren ſich
anzuzeigen
Emmy Rippich
Eduard Thiel
Diplom=Ingenieur
Frankfurt a. M.
Arheilgen
Zimmerweg 6!
(Bahnhof)
Für die mir anläßlich meines 40jährigen
Dienſt=Jubiläums überſandten
Glück=
wünſche, Blumenſpenden und Geſchenke
ſage ich Allen meinen herzlichſten Dank.
Michgel Riedel
Karlſtr. 39. (6212
Für die vielen Aufmerkſamkeiten
an=
läßlich unſerer goldenen Hochzeit
danken herzlichſt
Wilhelm Göbel u. Frau
Barkhausſtr. 18.
Die Eheleute Johann Reſtle u. Frau,
Marie geb. Ruckelshaußen,
Kahlert=
ſtraße 51, begehen am 22. April das
Feſt der Silbernen Hochzeit. (6152
Glück auf zur Goldenen!
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es
ge=
fallen, am 17. April, abends 9 Uhr,
unſere liebe Mutter und
Groß=
mutter
Frau Katharine Bender
geb. Merz
nach einem ſegensreichen Leben
im Alter von 87 Jahren zu ſich in
die Ewigkeit abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Neff
Familie Wolf
Familie Bender.
Die Beerdigung, findet am
Diens=
tag, den 21. April, nachmittags
3 Uhr, auf dem Friedhof zu
Waſchenbach ſtatt.
Vereinigung
früherer
Leibgardiffen
Darmſtadt.
Am Freitag, den 17. April
ver=
ſchied unſer langjähriges, treues
Mitglied, Kamerad
Georg Wagner
Ober=Rechnungsrat.
Die Beerdigung findet am
Mon=
tag, den 20. April 1931, nachm.
2½ Uhr auf dem alten
Fried=
hof, (Nd.=Ramſtädterſtr.) ſtatt.
Wir bitten unſere Mitglieder,
dem verſtorbenen Kameraden
recht zahlreich die letzte Ehre
zu erweiſen. 6159
Der Vorſtand
Reichsbund d. Zibildienſtberechtigten
Verein Darmſtadt.
Am 17. ds. Mts. verſchied unſer
lieber Kamerad und langjähriges
Mitglied
Herr Georg Bagner
Oberrechnunggrat.
Die Beerdigung findet am Montag,
den 20. April, 14.30 Uhr, auf dem
alten Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße ſiatt.
Wir bitten um zahlreiche Be=
2 baitgng.
Der Vorſtand.
6tsay
Für die liebevolle Anteilnahme
an unſerem ſchweren Verluſie
danken herzlichſt
Stadtamtmann Dorn u. Kind
Taubſi., Oberlehrer i. R Schmitt
und Frau.
Darmſtadt, Camberg, April 1931.
(6184
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben
Mann, meinen Vater, Sohn, Schwiegerſohn, Bruder
und Schwager
Herrn Wilhelm Hauck
nach langen ſchweren Leiden, jedoch plötzlich und
un=
erwartet, zu ſich in die Ewigkeit zu rufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Eliſe Hauck Wwe., geb. Kroh
Philipp Hauck.
(6186
Traiſa, den 17. April 1931.
Die Beerdigung findet Montag, den 20, April,
nach=
mittags 4 Uhr ſtatt.
Heute früh 9 Uhr verſchied plötzlich und unerwartet
unſer einziges Kind, unſer Glück und Sonnenſchein
Ilſe Helga
im Alter von 2 Jahren und 1 Tag.
In tiefer Trauer:
Familie Balthaſar Dörr.
Darmſtadt, den 18. April 1931,
Sandbergſtr. 65.
Die Beerdigung findet am Montag, den 20. April,
nachmittags 3 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten machen
wir hiermit die ſchmerzliche Mitteilung, daß mein
lieber, herzensguter Gatte, unſer treuſorgender
Vater, Bruder, Schwager und Onkel
Herr
Karl Eugen Keller
Metzgermeiſter
heute nachmittag 5½ Uhr ſeinem heimtückiſchen
im Kriege zugezogenen Leiden im Alter von
51 Jahren ſanft entſchlafen iſt.
Wir bitten um ſtille Teilnahme.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Fran Karl Eugen Keller Ww.
und Kinder
Griesheim, den 18. April 1931.
(6218
Die Beerdigung ſindet am Montag nachm. 4 Uhr,
vom Sterbehauſe, Ludwigſtraße 18 aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Am 13. ds. Mis. entſchlief unſere liebe
Schweſter, Schwägerin und Tante
Johanna
friedlich und gottergeben im 61. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Emil Sulzmann.
Frankfurt a. M., Darmſtadt, im April 1931.
Die Beerdigung fand auf beſonderen Wunſch in der
Stille ſiatt.
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem uns ſo ſchwer betroftenen
Verluſie unſeres lieben Entſchlafenen ſagen wir
Allen herzlichen Dank. Insbeſondere danken
wir Herrn Pfarrer Weißgerber für die
troſi=
reichen Worte bei der Einäſcherung, ſowie den
evangeliſchen Gemeindeſchweſtern und der
Sani=
tätskolonne von Eberſtadt für die liebevolle
Pfiege.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Helene Klöpper, Witwe.
6145)
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem uns betroffenen unerſetzlichen Verluſi,
ſo=
wie für die zahlreichen Blumenſpenden ſagen
wir herzlichen Dank. Beſonders danken wir
den Herren Aerzten und den Schweſtern des
Städt Krankenhauſes für die aufopfernde
liebe=
volle Pfiege während der ſchweren Tage, ſowie
Herrn Pfarrer Lautenſchläger für die troſireichen
Worte am Grabe.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Georg Haber. (6190
Für die warme Teilnahme bei dem Heimgang unſerer
lieben Entſchlafenen
Frau Helene Wetz
geb. Wagner
für die vielen Blumenſpenden und die Teilnahme
an der Einſegnung ſei Allen aufs herzlichſte gedankt.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Gertrud Runge, geb. Wetz
Anna Wagner.
Darmſtadt, Frankfurt a. M., am 18. April 1931. (6175
Keſſelſtein=
Verhüfersehr
praktiſch.
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werd, nach neueſten
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Gra=
fen= u. Bismarckſtr.*
Dankſagung.
Allen denen, die unſerem lieben
Ent=
ſchlafenen
Herrn Tobias Geip
die letzte Ehre erwieſen, ſei hiermit
herz=
lichſi gedankt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Katharina Seip Wwe.
Von der Reise zurück
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unserem Verein gefragt wird, das sei ein und dasselbe.
Wir machen daranf anfmerksam, daß es sich hier nur
um prirate Unternehmungen handelt, die wohl Blinde
beschäftigen, diesen aber den Reingewinn des
Unter=
nehmens nicht zugute kommen lassen, sondern dieser
Hießt in die Taschen von sehenden Unternehmern.
Unser Blinden-Beschäftigungs-Vereinist ein gemeinnätziges
Unternehmen; wir beschäftigen nicht allein Blinde,
sondern wir stehen ihnen und auch den nicht
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und nir bitten beim Angebot von Blindennare sieh
genau danach zu erkundigen, woher die Ware kommt
und zu beachten, daß unsere Erzengnisse unseren vollen
Namen tragen missen. In Darmstadt kommt nach wie
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die behördlich beglanbigten Ausweise und sehe sich
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 108
Sonntag, den 19. April 1931
Seite 13
Reich und Ausland.
Wildweſt=Ueberfall in Frankfurk a. M.
Räuber überfallen und knebeln drei Frauen
und entkommen im Auto.
Frankfurt a. M.. Geſtern vormittag
gegen 10 Uhr drangen drei junge Burſchen, von
denen einer maskiert war, mit vorgehaltenen
Revolvern in die Wohnung des Direktors
Rief=
ſtahl, von der Gold= und Silberſcheideanſtalt
Frankfurt a. M., in der Böcklinſtraße 12, ein.
Die Räuber fielen über die Hausangeſtellte her,
banden ſie an einen Stuhl und knebelten ſie.
Dann drangen ſie in die Räume des erſten
Stock=
werks ein, wo ſie die Frau des Direktors ſowie
eine zufällig anweſende Maſſeuſe feſſelten und
knebelten. Zwei der Räuber ſtanden dann
Wache, während der dritte die Wohnung
durch=
ſuchte. Ihm fiel, ſoweit bisher feſtgeſtellt
wer=
den konnte, nur eine Vorſtecknadel und kleine
Schmuckſtücke ſowie ein Reiſepaß auf den Namen
Karf Riefſtahl, aber kein Bargeld in die Hände.
Nachdem die Räuber ſich etwa 45 Minuten in
dem Hauſe aufgehalten hatten, ſuchten ſie in
einem bereitſtehenden Auto das Weite. Die
Frankfurter Kriminalpolizei hat mit einem
großen Beamtenapparat die Verfolgung der
Täter, von denen eine ziemlich genaue
Beſchrei=
bung vorliegt, aufgenommen.
Eröffnung einer Bildergalerie prähiſtoriſcher
Höhlenkunſt und afrikaniſcher Kultur.
Frankfurt a. M. Hier wurde am
Sams=
tag vormittag im „Haus der Moden” eine
Aus=
ſtellung der Forſchungsergebniſſe der
verſchie=
denen Afrikaexpeditionen von Geheimrat Leo
Frobenius eröffnet, der eine weitere kleine
Aus=
ſtellung des Archäologiſchen Reichsinſtituts in
Frankfurt angegliedert iſt, die eine große
An=
zahl von Bildern der afrikaniſchen Kultur
auf=
weiſt.
Der Raubüberfall bei Schlüchtern.
Schlüchtern. Vorgeſtern wurde ein Vieh=
Händler namens Nußbaum aus Ulmbach bei
Steinau von drei Burſchen überfallen. Der Raub
ſcheiterte im letzten Augenblick durch das Hinzu=
Eommen eines Motorradfahrers. Die
Staats=
anwaltſchaft in Hanau hat die Sache
aufgegrif=
ſten und glaubt, daß zwiſchen dem Raubverſuch
und der ſeinerzeitigen Beraubung eines
Poſt=
wagens bei Schlüchtern gewiſſe Zuſammenhänge
peſtehen könnten. Sie hat deshalb um
Entſen=
pung eines Frankfurter Spezialbeamten
gebe=
den, der nach Steinau abreiſte. Anſcheinend iſt
der Raub gut vorbereitet worden. Die Täter
waben Nußbaum wahrſcheinlich auf dem
Ful=
waer Viehmarkt beobachtet und geſehen, daß
M. mehrere Stück Vieh verkaufte und den Erlös
von einigen Hundert oder gar Tauſend Mark bei
ſäch trug. Möglicherweiſe ſind ſie im gleichen
Bug mit Nußbaum nach Steinau gefahren, und
(als N. den Weg nach Ulmbach einſchlug, eilten
ſäe voraus und lauerten ihm auf der Straße auf,
mm die Beraubung in Szene zu ſetzen, die
glück=
ſiicherweiſe durch einen Zufall vereitelt werden
vonnte.
Die hartnäckigen Bankräuber.
Aachen. Die beiden feſtgenommenen
Bank=
näuber leugnen nach wie vor ihre Tat, als auch
aine Beteiligung an dem Ueberfall auf die Kaſſe
der Kaſſeler Omnibusgeſellſchaft. Der eine
Burſche lehnt eine weitere Ausſage überhaupt
ab, nachdem er gehört hat, daß ſein Komplize
vernommen worden iſt. Infolgedeſſen hat
nun=
niehr die Kriminalpolizei die Angelegenheit an
den Unterſuchungsrichter abgegeben.
Großer Sprengſtoffdiebſtahl.
Bad Ems. Ein ſchwerer
Sprengſtoffdieb=
ſtrahl wurde auf dem Tonwerk Friedrichsſegen
verübt. Insgeſamt wurden 45 Kilo Dynamit,
zahlreiche Sprengkapſeln und
Sprengleitungs=
material entwendet. Die politiſche Polizei
Kob=
lgenz weilte am Freitag am Tatort, um genaue
Anterſuchungen durchzuführen.
Feſtnahme einer Kaviar=Kolonne.
Berlin. Vor einigen Tagen wurde in
efine Kaviar= und Feinkoſtgroßhandlung in der
Mittelſtraße ein Einbruch verübt, bei dem die
Täter für etwa 12 000 Mark Delikateſſen,
beſon=
ders Kaviar, erbeuteten. Vier von den Dieben
konnten feſtgenommen werden, der fünfte iſt
noch flüchtig. Als Anführer des großen
Ein=
bruchs wurde ein gewiſſer Puſchkewitz ermittelt,
deer wegen ſchweren Einbruchs zuletzt zu einer
lingeren Strafe verurteilt wurde, die er in
Sonnenburg verübte. Von dort entwiſchte er im
Fuli v. J., kam ſofort nach Berlin und
ſam=
melte hier eine neue Bande um ſich. Die
Kaviarbüchſen, die etwa 5 Pfund faſſen,
wur=
den zum Teil bei Gaſtwirten im Zentrum und
im Weſten für 10, 15 und 20 RM. verkauft.
Einen Teil der Doſen, die nicht gleich abgeſetzt
werden konnten, brachte Puſchkewitz zu ſeiner
Braut. Das Aeußere der Büchſen ſchien ihm
ſär den Verkauf nicht ſauber genug.
Puſchke=
witz wußte Rat: Die Büchſen wurden in
kochen=
es Waſſer geſtellt, und natürlich der Kaviar
dadurch ſo verdorben, daß er nicht mehr zu
ge=
brrauchen iſt. Bei der Siegesfeier in einem
Lo=
ial wurden Hoſtenhamp, Schimanſky und
Springer feſtgenommen. Puſchkewitz, der nicht
zugegen war, wurde in einem Schlafquartier am
Stettiner Bahnhof aus dem Bett geholt. Er
brrachte ſich, um ins Lazarett gebracht zu
wer=
den, eine gefährliche Schnittverletzung bei. Er
hat dieſen Schritt ſchon öfter angewendet, weil
er damit rechnet, aus dem Lazarett entweichen
z—1 können.
Gnadengeſuch für Tetzner.
München. Der Verteidiger des zum Tode
verurteilten Kaufmanns Tetzner hat nunmehr,
hachdem er infolge des nach der Verhandlung
von Tetzner abgelegten Geſtändniſſes ſeine beim
Teichsgericht eingelegte Reviſion zurückgezogen
hat, beim Bayeriſchen Staatsminiſterium ein
Gnadengeſuch eingereicht.
Es zeigen ihre Vermählung an:
Werner Kraus,
der hervorragende Schauſpieler.
Maria Bard,
die ausgezeichnete Berliner Darſtellerin.
Deutſchlands modernſter Flughafen vor der Eröffnung.
Blick auf den Flugbahnhof München=Oberwieſenfeld.
Am 3. Mai werden die großartigen neuen Anlagen des Flugplatzes München=Oberwieſenfeld ihrer
Beſtimmung übergeben. Am gleichen Tage werden drei neue deutſche Fernfluglinien der Strecken
Barcelona—Genf-Zürich-München—Wien-Budapeſt, Berlin—München—Mailand und München
—Venedig—Brindiſi eröffnet.
Gedächknis-Ausſkellung „Die deutſche Fronk” in Poksdam.
Der ſchwer umkämpfte Hartmannsweilerkopf in den Vogeſen als Reliefnachbildung.
In Potsdam wurde eine Ausſtellung „Die deutſche Front” eröffnet, in der rieſige Gelände=
Reliefnachbildungen von der Weſtfront im Jahre 1914 gezeigt werden. Die Reliefs ſtammen von
Profeſſor Seyferle (München).
Auf der Straße niedergeſchoſſen.
Berlin. Im Norden Berlins, an der
Ecke der Gropius= und der Badſtraße, kam es
nach einem Wirtshausſtreit zu einem wüſten
Kampf zwiſchen Mitgliedern mehrerer
Ringver=
eine. Wie berichtet wird, wurde im Verlauf
der Schlägerei der 24 Jahre alte Arbeiter
Meck=
ler von dem Kaufmann Moosdorf erſchoſſen. Der
Begleiter Mecklers, der Arbeiter Jetznik, wurde
ſo ſchwer am Kopf verletzt, daß er bewußtlos
liegen blieb. Moosdorf, der behauptet, in
Not=
wehr gehandelt zu haben, hat ſich der Polizei
geſtellt.
Zugunfall des Warſchauer Schnellzuges.
Warſchau. Der Warſchauer Schnellzug
fuhr geſtern früh in einer Station unweit
Kowel auf einen Güterzug auf. Die
Lokomo=
tive und der Dienſtwagen des Schnellzugs ſowie
fünf Güterwagen entgleiſten. Der Heizer des
Schnellzugs wurde ſchwer verletzt. Eine Anzahl
Paſſagiere erlitt Verletzungen geringfügiger
Art.
Bergwerksunglück.
Bisher vier Tote.
Budapeſt. Im Kohlenbergwerk von
Pilis=Szent=Iwan ereignete ſich ein ſchweres
Grubenunglück, das bisher vier Todesopfer
ge=
fordert hat. Ein Schacht ſtürzte ein und
be=
grub ſieben Arbeiter, von denen bisher vier
Leichen geborgen werden konnten. Nähere
Ein=
zelheiten über den Hergang des Unglücks fehlen
noch.
Kältewelle und Schneefälle in Frankreich.
Paris. Aus verſchiedenen Gegenden
Frank=
reichs werden Schneefälle gemeldet. Im
Berg=
land von Aurillac herrſcht ſeit Freitag ein
dich=
tes Schneegeſtöber. Geſtern ſank das
Thermo=
meter dort auf minus 6 Grad. Auch in
Lothrin=
gen herrſcht nach Berichten aus Belfort und
Remiremont ſcharfe Kälte. Eine mehrere
Zenti=
meter dicke Schneeſchicht bedeckt die Höhenzüge
der Vogeſen und des Jura.
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Auffindung eines verſchwundenen
Kirchengemäldes.
Berlin. Großes Aufſehen erregte vor
einiger Zeit die Verhaftung des Kunſthändlers
Adolf Bauer in Wien, der beſchuldigt wurde,
aus Klöſtern und Kirchen Kunſtſchätze
entwen=
det zu haben. Von der Feſtnahme war auch das
Berliner Polizeipräſidium in Kenntnis geſetzt
worden, ebenſo von der Tatſache, daß zwiſchen
dem 4. Dezember 1930 und dem 12. Januar 1931
aus der Kirche St. Magdalena in Weitensfeld
in Kärnten eines der wertvollſten Glasgemälde,
ein Werk aus dem 12. Jahrhundert, plötzlich
ver=
ſchwunden war. Der Wert des Gemäldes, das
die heilige Magdalena darſtellt, wurde von den
Kennern auf 33 000 Schilling geſchätzt. In der
letzten Zeit verſtärkte ſich der Verdacht, daß das
Gemälde über die Grenze nach Berlin geſchafft
worden ſei. Der Berliner Kriminalpolizei iſt
es jetzt gelungen, das Kunſtwerk in einer
Anti=
quitätenhandlung in der Wilhelmſtraße zu
be=
ſchlagnahmen. Als man dort eine Kiſte öffnete,
zeigte es ſich, daß ſie, vorſichtig in Watte
ver=
packt, die einzelnen Teile des in Weitensfeld
geſtohlenen Gemäldes enthielt. Die Stücke
waren aus der Bleifaſſung herausgelöſt. Das
Gemälde wurde nach dem Polizeipräſidium
ge=
bracht und wird den öſterreichiſchen Behörden
zur Verfügung geſtellt werden. Ob der
ver=
haftete Kunſthändler Bauer den Diebſtahl
ver=
übt hat, wird die in Wien geführte
Unter=
ſuchung ergeben.
Der Mord an dem Strafanſtaltsoberwachtmeiſter
Neubauer.
Prenzlau. Im Gerichtsgefängnis in
Prenzlau fanden geſtern umfangreiche
Unter=
ſuchungen über den Mord an dem
Strafanſtalts=
oberwachtmeiſter Neubauer ſtatt. Vor allen
Dingen richtete ſich die Unterſuchung darauf, ob
die beiden Flüchtigen noch Mitwiſſer oder
Hel=
fershelfer gehabt haben. Soweit ſich bisher hat
feſtſtellen laſſen, haben Patocki und Pilgram
ſchon vor einigen Wochen Mitgefangenen
gegen=
über geäußert, daß ſie aus Prenzlau entſpringen
wollten. Beſonders Pilgram hat ſich bei allen
in Frage kommenden Häftlingen danach
erkun=
digt, ob im Büro des Gefängniſſes größere
Geld=
ſummen aufbewahrt würden. Dabei hatte er
angedeutet, daß noch ein zweites Verfahren
ge=
gen ihn laufe, das ihm außerordentlich
gefähr=
lich werden könnte und in dem er eine ſehr hohe
Strafe zu befürchten habe. In der Tat ſchwebte
eine neue Unterſuchung gegen ihn, die jedoch in
den erſten Anfängen ſteckt. Pilgram und
Pa=
tocki, die als Kalfaktoren eine ziemlich große
Bewegungsfreiheit hatten, haben, wie jetzt
feſt=
geſtellt wurde, ſchon am Mittwoch mit den
Vor=
bereitungen zur Flucht begonnen. Sie
entwen=
deten aus der Waſchküche eine feſte Leine, die
ſie hinter der Wand eines Schuppens verſteckten,
und ſtellten auch eine Leiter zurecht, mit deren
Hilfe ſie über die Mauer gekommen ſind.
Wei=
ter wußten ſie ſich eine Säge, einen
ſogenann=
ten Fuchsſchwanz, zu verſchaffen, mit dem die
Türfüllung aus dem Büro des Gefängniſſes
her=
ausgeſägt wurde, nachdem das Schloß den
An=
griffen der beiden Verbrecher Widerſtand
lei=
ſtete. Auch über die Möglichkeiten, von
Prenz=
lau fortzukommen, haben die beiden genaue
Auskünfte einzuziehen verſucht, wie die
Ge=
fangenen ausſagen. Es iſt nicht ausgeſchloſſen,
daß die beiden Flüchtigen verſuchen werden, ein
Auto zu ſtehlen, um damit zu entkommen, zumal
Pilgram mit Motoren und Krafträdern
umzu=
gehen verſteht.
Am Samstag wurde einer der beiden Mörder
des Strafanſtaltsoberwachtmeiſters Neubauer,
der Schlächter Heinrich Pilgram, in der Nähe
von Lychen, ohne Widerſtand zu leiſten,
feſtge=
nommen.
Der erſte Prozeß im Vatikanſtaat.
Rom. Vor dem Gericht der Vatikanſtadt
hat der erſte Prozeß gegen einen Sizilianer
ſtattgefunden, der auf vatikaniſchem Gebiet
an=
geblich Spenden für eine Ferienkolonie
ſam=
melte und ſo kirchliche Perſönlichkeiten
be=
ſchwindeln konnte. Da der Angeklagte nicht
vor=
beſtraft iſt, wurde er bedingt zu 70 Tagen Haft
verurteilt und ſofort freigelaſſen.
Die Beſorgniſſe um das Schickſal der Wegener=
Expedition.
Kopenhagen. Ueber die Abſicht, zur
Auffindung der Grönland=Expedition von Prof.
Wegener eine Fliegerexpedition zu entſenden,
erklärt in der geſtrigen Moygennummer der
„Politiken” der bekannte Grönlandforſcher Dr.
Lauge Koch: Wenn wir innerhalb von drei
Wochen nichts von der Expedition hören, dann
muß man für das Schickſal der
Expeditionsmit=
glieder ernſteſte Beſorgniſſe hegen. Es dürfte
außerordentlich ſchwierig ſein, die Expedition
durch Flieger oder Hundeſchlitten aufzufinden.
Neuer Ozeanflug von Gronaus?
Kopenhagen. Der bekannte deutſche
Ozeanflieger v. Gronau, der am Freitag hier
angekommen iſt, verhandelt mit der Direktion
der hieſigen Grönland=Verwaltung wegen
Fort=
ſetzung ſeines Atlantikfluges mit
Zwiſchenlan=
dung auf Grönland. „Extrabladet” ſchreibt,
man vermutet, daß Gronau vielleicht in aller
Stille und Plötzlichkeit von Deutſchland aus
einen neuen Ozeanflug via Grönland
unterneh=
men werde, um dann gleichzeitig nach Prof.
Wegener zu ſuchen.
Flugunfall des Prinzen Bibescu.
London. Prinz Bibescu iſt in der Nähe
von Gaya (Indien) mit dem Flugzeug
abge=
ſtürzt. Nach Anſicht des Prinzen iſt das Unglück
dadurch entſtanden, daß ein Geier in den
Pro=
peller flog. Bei dem Aufprallen der Maſchine
auf den Boden explodierte ein Benzintank,
wo=
durch das Flugzeug in Brand geſetzt wurde.
Seite 14
Sonntag, den 19. April 1931
Nummer 108
Der Kürten=Prozeß.
Beitere Einzelheiten über die Mordkaken. — Die Ausſagen der Frau Kürken.
Die Zeugenvernehmung geht weiter.
Düſſeldorf, 18. April.
Nach Eröffnung der Sitzung des ſechſten Verhandlungstages
wurde in die Prüfung des Falles Doerrier
eingetre=
ten. Der Zeuge Ems, der an der etwa 500 Meter von einem
Bahnübergang gelegenen Stelle vorbeikam, wo die Doerrier lag,
und ſofort die Polizei holte, erklärt, die Doerrier habe noch
Lebenszeichen von ſich gegeben.
Der Kriminalſekretär Opfer erklärt, als er mit dem
Ueber=
fallkommando zum Tatort kam, habe die Doerrier noch gelebt und
ſehr geſtöhnt. Als die Mordkommiſſion eintraf, war die Doerrier
bereits ins Krankenhaus gebracht worden.
Nachdem zwei weitere Kriminalbeamte über die Ergebniſſe
der Unterſuchung dieſes Mordes Ausſagen gemacht hatten, wurde
Kriminalaſſiſtent Müller über
Kürtens Feſtnahme
vernommen. Er erklärte, Kürten habe bei ſeiner Feſtnahme kein
Wort geäußert, und auf die Aufforderung, die Hände zu erheben,
dieſes ſofort getan. Anſchließend machte der Sachverſtändige,
Ober=
arzt Dr. Kraft=Düſſeldorf, nähere Angaben über die Art der
Ver=
letzungen der Eliſabeth Doerrier.
Die Prüfung des Falles Meurer begann mit der
Vernehmung der Ueberfallenen, Frau Hubertine Meurer. Dieſe
ging am 25. Oktober über den Hellweg nach Hauſe. Ein Mann
ging an ihr vorüber, der ihr dadurch auffiel, daß er über einen
Stein ſtolperte. Er begann ein Geſpräch über die Unſicherheit des
Hellweges und die ſchlechten Beleuchtungsverhältniſſe und fragte
die Zeugin, ob ſie keine Angſt habe. Sie möge doch daran denken,
wie es dem ermordeten Scheer ergangen ſei. Kürten erſuchte ſie,
neben ihm zu gehen. Um ihn los zu werden, ſagte ſie, daß ſie in
wenigen Minuten abgeholt werde und gleich zu Hauſe ſei. Als
ſie ſich dann umdrehte, bekam ſie einen heftigen Schlag, ſo daß ſie
zuſammenſank. Als ſie wieder zu ſich kam, waren ſchon Leute bei
ihr. Kürten habe, ſo ſagt ſie weiter aus, auf ſie einen guten
Ein=
druck gemacht, ſo daß ſie ſich ſagte: Das iſt ein netter Menſch —
mit dem kannſt du ein Stück gehen.
Frau Meurer trug am Kopf und am rechten Ohr
Verletzun=
gen davon, die von einem Hammer herrührten. Sie wurde
ſo=
ſort operiert, konnte erſt am Nachmittag des nächſten Tages
aus=
ſagen und wurde nach drei Wochen aus dem Krankenhaus
ent=
laſſen. Nach Angabe der Zeugin ſelbſt iſt ſie noch in ärztlicher
Be=
handlung und war inzwiſchen wieder im Krankenhaus. Der Arzt
berichtet u. a., nach Ausſage der Krankenſchweſter ſei ein Mann im
Krankenhaus geweſen, der eine gewiſſe Aehnlichkeit mit Kürten
hatte und die Verletzte beſuchen wollte. Er gab den Namen
Heck=
hauſen an, verwickelte ſich in Widerſprüche und verzichtete
ſchließ=
lich auf den Beſuch, als die Stationsſchweſter ihn zu Frau
Meu=
rer führen wollte. Der Angeklagte beſtreitet, jener Beſucher
ge=
weſen zu ſein.
Darauf wird der Ueberfall auf Frau Wanders am
25. Oktober 1929, der gegen 24 Uhr erfolgte, verhandelt. Die
Ueberfallene will ſich nur erinnern, daß ſie bei ihrem Spaziergang
plötzlich Schläge auf den Kopf erhalten habe. Alles, was vorher
geſchehen ſei, ſei ihrem Gedächtnis entſchwunden. Aus den
Aus=
ſagen von Kriminalbeamten ergibt ſich, daß ſie Kürten bei der
Gegenüberſtellung nicht erkannt habe, während Kürten ſie ſofort
als ſein Opfer aus dem Hofgarten bezeichnet habe.
Anſchließend kommt der Mord an der 5½jährigen
Gertrud Albermann am Abend, des 7. November zur
Sprache. Zwei Kriminalbeamte erklären dazu, daß der Körper
des Kindes 36 Stichverletzungen aufgewieſen habe, wobei
ſämt=
liche wichtigen Organe durchſtochen waren. Mehrere Zeugen, die
das Kind vor dem Morde beobachtet haben, erklärten, daß es in
Begleitung eines Mannes geweſen ſei. Der Sachverſtändige,
Pro=
feſſor Berg, weiſt darauf hin, daß die Angaben des Angeklagten
über die Tatausführung mit dem Leichenbefund übereinſtimmen.
Darauf tritt die Mittagspauſe ein.
Nach der Mittagspauſe machte Staatsanwaltſchaftsrat
Jan=
ſen zu der letzten neuen Selbſtbezichtigung Kürtens, wonach
er als achtjähriger Knabe zwei weitere Jungen ins Waſſer
ge=
ſtoßen habe, die Mitteilung, es habe ſich ein Mann gemeldet,
der damals im Alter von vier Jahren von einem größeren
Knaben von der Kaimauer hinuntergeſtoßen worden ſei, wie
Kürten es geſchildert habe. Somit werde auch dieſe Angabe des
Angeklagten beſtätigt.
Im weiteren Verlauf der Verhandlung werden
die Ausſagen der inzwiſchen von dem Angeklagten
geſchie=
denen Frau Kürten
verleſen, die ihren Mädchennamen angenomen hat. Danach ſei
ſie mit Kürten immer ganz gut fertig geworden. Er ſei leicht
erregbar, ſexuell jedoch normal veranlagt geweſen. Daß er mit
anderen Frauen Verkehr gehabt habe, ſei ihr bekannt geweſen.
Ueber ſeine Verbrechen habe er mit ihr nie geſprochen.
Bei ihren verſchiedenen Vernehmungen hat Frau Kürten,
die jetzige Frau Scharf, wie aus der Protokollverleſung weiter
hervorgeht, angegeben, daß ihr Mann ihr erſt kurz vor ſeiner
Verhaftung auf einem Spaziergang ſeine Verbrechen
eingeſtan=
den habe. Sie habe jedoch ſeinen Angaben garnicht glauben
wollen und ihm verſprechen müſſen, darüber nichts zu ſagen.
Im übrigen iſt Frau Kürten ſelbſt in Berlin als Hausmädchen
in Lokalen uſw. verſchiedentlich wegen Verſtoßes gegen
Polizei=
vorſchriften beſtraft worden.
Aus der Verleſung der Ausſagen der Frau Kürten geht
her=
vor, daß Kürten nicht mit einer ſo ſchnellen Verhaftung gerechnet
habe . . . Ein Trinker ſei Kürten niemals geweſen, doch ſtecke
in ſeiner Familie etwas Größenwahn. Er habe immer mehr
erſcheinen wollen, als er in Wirklichkeit war. Die zu den Taten
benutzten Scheren habe Frau Kürten im Hauſe benutzt. Seine
Kleider habe Kürten immer ſelbſt gereinigt. Frau Kürten hat,
wie erſt jetzt bekannt wird, wegen Totſchlags ihres Bräutigams,
den ſie erſchoſſen hat, fünf Jahre Gefängnis erhalten.
Die Verhandlung wurde alsdann auf Montag vertagt.
U. a. ſoll am Montag die M. Butlieck vernommen werden,
die die Polizei auf Kürtens Spur geführt hat.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Mauve
Verantwortſich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve: für Feuilleton, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Kari Böhmann
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort; Dr. Herbert Nette:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteiſungen: Willy Kuble:
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
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O 6.45: Gymnaſtik. 7.15: Konzert (Schallpl.). 8.30: Waſſerſtd.
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ca. 19.05: Zeit. O ca. 22: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
Sonntag, 19. April.
7.00: Hamburger Hafenionzert; Glocken vom Großen Michel.
8.15: Katholiſche Morgenfeier.
10.00: Konzert des Horn=Quartetts Kalbhenn.
11.00: Stunde des Chorgeſangs: Mitw.: M.=G.=V. Frohſinn=Kaſſel
E. V..
12.00: Konzert auf Schallplatten; u. a. Szenen aus „Lohengrin”
von R. Wagner.
13.50: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
14.00: Dr. C. Buſemann: Was geht in der Welt vor und was geht
es mich an? — Landwirtſchaftsrat Dr. Leber: Die
Eleitrizitätsver=
ſorgung auf dem Lande.
15.00: Zwei Jugendhörſpiele: Fidewau Wau Wau; Kampf um Bello
16.00: Konzert des Kurorcheſters Wiesbaden.
18.00: Dr. G. Schmitt: Die internat. Hochſchule in Davos.
18.20: Stunde der Frankfurter Zeitung.
18.50: Die Stadt des Bonifaziusgrabes: Mikrophonbericht a. Fulda.
12.20: Wetter für die Landwirtſchaft, Sport.
19.30: Handharmonika=Konzert; Ausf.: Elite=Truppe d. 1. Freiburger
Handharmonika=Klubs.
20.15: Die heimliche Ehe: Komiſche Oper in 2 Akten; Muſit von
Domenico Cimaroſa.
21.30: Aeltere Tänze (Rundfunkorcheſter).
22.15: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.45: Tanzmuſik der Kapelle Mario Schuberth.
Königswuſterhauſen.
Gleichbleibendes Werktags=Programm. 5.45: Zeit, Wetter f d.
Landw. O 6.30: Gymnaſtik. O 10.35, 13.30: Nachr. O 12: Schallpl.
bezw. Schulfunk. 12.25: Wetter für Landwirte So. 12.50 O
12.55: Nauener Zeit. O 14: Schallpl. O 15.30: Wetter. Börſe. o
19.,55: Wetter f. Landwirte. O ca. 21: Wetter, Tages= u. Sportn.
Deutſche Welle: Sonntag, 19. April.
7.00: Hamburger Hafenkonzert. Glocken vom Gr. Michel.
8.00: Mitteilungen u. praki. Winke f. d. Landwirt.
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.25: Reg.=Rat Dr. Pape: Die Saatgutprüfung.
9.00: Morgenfeier. Glockenſpiel d. Potsdamer Garniſonkirche.
anſchl. Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage.
11.00: Min.=Rat Dr. Stoltze: Die Mittelſchulen.
1.30: Leipzig: „Du Hirte Iſraels höre.” Kantate Nr. 104 von
Joh. Seb. Bach. Mitw.: Städt. u. Gewandhaus=Orcheſter,
Thomaner=Chor, M. Feſt (Orgel), F. Sammler (Cembalo).
12.00: Die Hinrichtung. Von B. Traven.
12.30: A. d. Staatl. Kkad. Hochſchule f. Muſik, Charlottenburg:
Konzert des Orcheſters arbeitsloſer Muſiker, Berlin.
14.00: Jugendſtunde: Märchen.
14.30: Mandolinenkonzert des Britzer Mandolinen=Clubs 1920.
15.20: Hellſeherei. Ein Geſellſchaftsſpiel von Georg Kaiſer.
16.45: Programm der Aktuellen Abteilung.
7.45: Unterhaltungsmuſik. H. H. Dransmann und ſein Orcheſter.
18.30: Dr. H. v. Müller: Zufalk?
19.00: Dr. Knaus: Zwei=Tage=Flug in das Land von 1001 Nacht.
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Nummer 108
Von Otto Nerz.
Bundesſportlehrer des Deutſchen Fußball=Bundes.
Am 26. April ſtellt ſich die deutſche Fußball=Nationalelf den
Holländern in Amſterdam. Das iſt keine beſondere Neuigkeit für
alle, die Intereſſe am Fußballſport haben, und das ſind heute in
Deutſchland überraſchend viele; denn es iſt ein Ereignis, dem wir
ſchon lange ungeduldig und erwartungsvoll entgegenſehen. Seit
unſerem letzten Kampf gegen Holland in Köln — Reſultat 2:2 —
ſind immerhin mehrere Jahre verſtrichen, und die holländiſche
Na=
tionalmannſchaft hat ſich ſeit Olympia grundlegend umgeſtaltet,
es werden uns nur zwei Bekannte aus der damaligen Elf
gegen=
übertreten, ſo daß wir immerhin mit Ueberraſchungen rechnen
müſſen. Aber was wäre Fußball ohne Ueberraſchungen!
Es ſei mir hier geſtattet, einmal grundſätzlich zu dem
wirk=
lich ſchweren Problem der Mannſchaftsgruppierung Stellung zu
nehmen. Vor jedem Länderſpiel tauchen in der Preſſe eines jeden
Teils des Deutſchen Reiches, in jeder Provinz, in jeder Stadt und
jedem Städtchen Namen von Fußballſpielern auf, die als einzig
geeignet und würdig zur Vertretung Deutſchlands präſentiert
wer=
den. Etwa 100 Kandidaten werden uns vorgeſchlagen — und elf
können nur ausgewählt werden, obwohl ſicher manch
Abgewie=
ſener — das will ich ruhig zugeben — ebenſo wertvoll iſt,
ebenſo=
gut als Repräſentativer hätte ſpielen können wie ein
Auserwähl=
ter. Nach jedem Länderſpiel, hat man, die eine oder andere
ReK Nche uneie gde DS cheden Sens danf ſeniſft
aller Groll, alle Unzufriedenheit auf das Haupt der armen
Sün=
der, welche die Mannſchaft ausgeſucht haben. Beſcheiden und klein
möchte ich bitten; ein wenig mehr Nachſicht und Gerechtigkeit auch
für die „Bonzen”!
Ganz kurz möchte ich hier auch noch auf unſeren letzten
Miß=
erfolg, auf das Pariſer Länderſpiel eingehen — Fehler ſind
ſchließ=
lich dazu da, daß wir für die Zukunft, alſo auch für Amſterdam,
aus ihnen lernen können. Das Spiel litt unter der ſchlechten
Vor=
bereitung unſerer Mannſchaft, das Wetter war miſerabel vorher,
ſo daß faſt die einzige Art, wie ſich die Spieler miteinander
be=
kanntmachen konnten, im gemeinſamen — Spaziergehen beſtand.
Es iſt jammerſchade, daß uns ſo die letzte Trainingsmöglichkeit für
lange Zeit verloren ging; für die kommenden ſechs Länderſpiele
dieſes Jahres werden wir kaum noch Gelegenheit zu ſyſtematiſchem
Training finden. Sicherlich war unſere Mannſchaft nicht ſo gut
wie ſonſt. Die Urſache? Sie iſt ſo unkontrollierbar wie leider faſt
mmer in unſerem Sport. Ein Spieler ſpielt am Samstag
glän=
end und am Sonntag elend ſchlecht; ein anderer iſt bei
Vereins=
ſwielen fair und doch hart — im entſcheidenden Kampf iſt er zu
weich, oder er „holzt”. Meiſt weiß der Spieler ſelbſt nicht einmal,
woher ſein Verſagen kommt — woher ſoll der Deutſche Fußball=
Bund es im voraus wiſſen?
Die Spielſtärke jedes Vereins und jedes einzelnen Spielers
Hat ihre Höhepunkte und ihren Tiefſtand; es iſt ſchwer und heute
in Deutſchland faſt unmöglich, aus dem vorliegenden Material
eine einheitliche Linie für ganze elf Spieler und für einen
be=
ſtimmten Tag herauszuarbeiten. In anderen Ländern. beſonders
ſn England, iſt das immerhin eher möglich — weshalb?
Es fehlt den deutſchen Spielern überall am einheitlichen
Training. Ich habe mich bei meinem letzten Aufenthalt in
Eng=
and erſt kürzlich davon überzeugen können, daß dort das Training
wei allen Vereinen nach feſtgelegten Grundſätzen vor ſich geht, die
es ermöglichen, daß jeder Spieler zu jeder Zeit an einen anderen
Werein, verkauft” werden und dort von vornherein in der
Elite=
mannſchaft mitſpielen kann; hier bei uns macht dagegen die
Um=
gewöhnung eines Spielers und gar das Zuſammenſpiel einer aus
elf Vereinen rekrutierten Nationalelf immer neue Schwierigkeiten.
Einige Anſätze zu einer Syſtematiſierung, haben wir in unſeren
Sommerkurſen, wo ſich Spieler aus ganz Deutſchland
zuſammen=
finden und es lernen ſich binnen kurzer Zeit aufeinander
einzu=
wielen; aber von dieſem kurzen Sommertraining müſſen wir das
ganze Jahr zehren, und wir leiden dabei Hunger nach
ausgiebige=
mer Vorbereitung.
Bei dem unvermeidlichen häufigen Wechſel der repräſentativen
Spieler und dem weniger unvermeidlichen Wechſel der Trainer
hrer jeweiligen Vereine iſt es immerhin erfreulich, daß ſich die
deutſche Ländermannſchaft in ihren letzten Spielen als Einheit
gehalten hat. Bei aller Kritik wollen wir nicht vergeſſen, daß
Seutſchland in letzter Zeit beachtliche Fußballerfolge erringen
konnte. Gegen Schottland, mit die beſte Fußballnation, konnten
wir uns ſiegreich behaupten; gegen England — eine Profi=
Mann=
ſchaft! — brachten wir ein gutes Unentſchieden heraus; Ungarn
waben wir geſchlagen; die Schweiz haben wir viermal
nacheinan=
der mit haushohen Scores beſiegt; auch die Schweden mußten uns
gegenüber eine Niederlage buchen.
Nun iſt der Erfolg nicht immer eine Quittung der guten
Vor=
bereitung, ebenſowenig wie der Mißerfolg immer auf das Konto
der ſchlechten Leitung geſchrieben werden darf. Ich. glaube
be=
ſtimmt, daß unſere Chancen noch beträchtlich ſteigen können, wenn
wir die Parole „Einheitliches Training im ganzen Reiche” durch=
Führen; etwa in der Weiſe, daß in dieſem Jahr wieder wie im
worigen Sommer 50 gute Spieler in Berlin zum Training
zuſam=
rnentreffen, aber für längere Zeit. — Ich glaube ferner, daß ſich
Hann auf natürliche Weiſe die unentbehrliche Härte der
National=
rnannſchaft einfinden wird. Es iſt ein Naturgeſetz im Fußball=
Eport, daß der weiche, tändelnde, wenn auch techniſch gute Spieler
Em Ernſtfall ausſcheiden muß. Jahrzehntelange Tradition, meine
eigene dreißigjährige Erfahrung beſtätigen das. Wir haben eine
Sanze Reihe beſter repräſentativer Spieler, die hart und techniſch
und taktiſch gut ſpielen — auf dieſe Linie muß unſere ganze Fuß=
Hallgeneration gebracht werden, dann werden wir bald noch
ſchö=
mere Siege zu verzeichnen haben.
Und nun Glückauf für Amſterdam!
Die 2. Internationale Polizei=Sternfahrt wird in dieſem
Jahre von dem Polizeiſportverein der Danziger Schutzpolizei
aus=
geſchrieben werden. Der große Anklang, den die 1. Internationale
Polizei=Sternfahrt nach Hamburg, imn vergangenen. Jahre
allge=
mein gefunden hat, ließ es erwünſcht erſcheinen, die
Internatio=
nale Polizei=Sternfahrt zu einer bleibenden, ſich jedes Jahr
wie=
derholenden motorſportlichen Veranſtaltung, die die Polizei=Motor=
Fportler aller Länder Europas alljährlich einmal vereinen ſoll.
wer=
den zu laſſen. Die Fahrt ſoll in der Zeit vom 26. bis 31. Auguſt
durch=
geführt werden.
Mit 11:5 Punkten gewann Bahyern den Länderkampf im
Amateur=
woxen in München gegen Italien.
Im Davispokalkampf in Athen führte Griechenland am zweiten
Tag gegen Oeſterreich mit 2:1 Punkten.
Sonntag, den 19. April 1931
Seite 15
und Turnen.
Handball.
Um die deutſche Meiſterſchaft.
15.30 Uhr, Stadion: S.=V. 98 — Sportfreunde Siegen.
15.00 Uhr, Rennbahn, Tgde, 46 — T.=V. Erbach.
15.00 Uhr, Maulbeerallee: Merck. 1. — Rot=Weiß Darmſt., 2.
15.30 Uhr, Dornh. Weg: Tv. Groß=Zimmern — Tv. Groß=
Wallſtadt.
Schwimmen.
Schwimmbad: Schwimmfeſt der Fr. Tgde. Darmſtadt.
Schießen.
10.00 Uhr, Pallaswieſenſtr. Windmühle (Sportſchützen Heide).
Schwerathletik.
10.00 Uhr, Realgymnaſium: Darmſtadt 91 — Sulzbach.
Vorrunde un die deutſche Handball=Meiſterſchaft:
Sb. 98 — Sporifreunde Siegen.
Durch eine glückliche Ausloſung haben die Darmſtädter
Sport=
anhänger das Vergnügen, in der Vorrunde um die Deutſche
Hand=
ballmeiſterſchaft heute den ſüddeutſchen Meiſter, SV. 98, gegen den
Vertreter des Weſtens. Sportfreunde Siegen, kämpfen zu ſehen.
In den Vorſchauen der letzten Tage haben wir bereits die beiden
Gegner gewürdigt und ihre Ausſichten auf Sieg oder Niederlage
angeſchnitten. Wenn die Darmſtädter Mannſchaft im eigenen Platz
einen kleinen Vorteil genießt, ſo iſt ſie doch durch den Ausfall
ihres etatsmäßigen Sturmführers Fuchs ſtark gehandicapt, wenn
wir auch erwarten, daß ſein Vertreter Ploch bemüht ſein wird,
das Beſte zu geben.
Die Tatſache, daß der Gegner einer der ſpielſtärkſten unter
den 14 Bewerbern um die Deutſche Meiſterſchaft iſt, ſollte der
Mei=
ſtermannſchaft des Sportvereins 98 ernſteſte Veranlaſſung ſein,
ohne die geringſten perſönlichen Ambitionen, in den Kampf zu
gehen, mit verſtärkter Aufopferung vom Anpfiff an bis zum Ende
der 60 Minuten ſich einzuſetzen, um nicht über die erſte Schwelle
zu ſtolvern, wie das ſchon einige Male der Fall war. Kein Gegner
iſt unbeſiegbar, die beſſeren Nerven und der kühle Kopf pflegen
meiſt neben dem rein ſportlichen Können für den Sieg
ausſchlag=
gebend zu ſein. Der Sieg vom letzten Sonntag gegen Fürth kann
nicht darüber wegtäuſchen, daß dabei einige Eigenſinnigkeiten
ſtörend zutage traten. Wir hoffen, daß die Lilienträger ſich heute
nicht aus dem Konzept bringen laſſen und dem Ruf ihrer
Vater=
ſtadt Ehre machen.
Wir geben nachſtehend noch einmal die
Mannſchaftsaufſtel=
lungen:
Siegen:
Sarx
Pleſſow
Diehl
Nöf
Heinz
Kleinmann
Hubert Brettauer Petry Klein Zimmermann.
Feick
Freund
Ploch
Fiedler
Werner
Dittmar
Delp
Pabſt
Förſter
Rothenburger
SV. 98:
Henß.
Schiedsrichter: Schultz=Kiel.
Vorher ſpielen Turnverein Groß=Umſtadt gegen Ligareſerve 98.
Tgde. 46 Darmſtadt — TV. Erbach (Kreisklaſſe).
Heute nachmittag 3 Uhr empfängt die Tgde. 1846 den TV.
Erbach auf dem Platze der Turngemeinde Beſſungen (
Renn=
bahn). Die Erbacher Mannſchaft, keine unbekannte mehr in
un=
ſerem Gau, gehört bereits ſchon längere Jahre der Kreisklaſſe an
und verſtand es immer, ſich einen guten Mittelplatz in der
Ver=
bandsſpielrunde des dortigen Gaues zu ſichern. Beſonders in
letz=
ter Zeit befindet ſich die Erbacher Mannſchaft in einer ſehr guten
Verfaſſung, die darauf ſchließen läßt, daß ſie es verſtehen wird,
der Darmſtädter Mannſchaft das Siegen ſchwer zu machen. Die
46er, welche noch immer mit Erſatz antreten müſſen, werden alles
hergeben müſſen, um den Gau würdig zu vertreten.
TV. Bensheim — Rot=Weiß Darmſtadt.
Heute Sonntag begibt ſich die Ligamannſchaft von Rot=Weiß
nach Bensheim, um dem dortigen Turnverein 1862 in einem
Freundſchaftsſpiele gegenüberzutreten. Bensheim, diesjähriger
Meiſter ſeiner Klaſſe, muß einen ſehr guten und ſtarken Gegner
abgeben. Dies beweiſt das am letzten Sonntag ausgetragene Spiel
gegen den mehrfachen Meiſter der DT. Polizeiſportverein
Frank=
furt, der ſich eine Niederlage in Bensheim gefallen laſſen mußte.
Rot=Weiß muß auf der Hut ſein und ſein ganzes Können
aufbie=
ten, um ein ehrenvolles Reſultat zu erzielen.
Die 2. Mannſchaft trifft nachmittags 3 Uhr mit der 1
Mann=
ſchaft der Sportabteilung Merck, an der Maulbeerallee, zuſammen.
* Kreisliga Südheſſen.
Endlich hat die Behörde über ſämtliche „Fälle” unſeres
Krei=
ſes ihr Urteil gefällt. Danach bekommt Gernsheim 4 Punkte
zu=
geſprochen, zwei von Biblis und zwei von Neuhauſen, das im Spiel
gegen Gernsheim einen nichtberechtigten Spieler mitwirken ließ.
Trotz dieſer Zugabe langt es Gernsheim nicht, vom zweitletzten
Tabellenplatz wegzukommen. Im Falle Hochheim-Heppenheim
wurde von einer Strafe abgeſehen und das Spiel nochmals
ange=
ſetzt. Dadurch können die Bergſträßer mit den Bürſtädtern noch
punktgleich auf dem zweiten Tabellenplatz landen. Die
Platzſchwie=
rigkeiten in Heppenheim bedingen noch ein Verbandsſpiel gegen
Horchheim; danach ſtehen alſo noch zwei Punkteſpiele aus, und
dann iſt endlich die langatmige Verbandsſaiſon 1930/31 beendet.
Der heutige Sonntag iſt frei von Verbandsſpielen, aber auch
an Freundſchaftsſpielen iſt wenig zu melden. Gernsheim
ſpielt gegen die Reſervemannſchaft von Phönix Ludwigshafen;
man rechnet mit einem netten Freundſchaftsſpiel und einem knap=
ven Sieg der Einheimiſten, die trot der wirtſchaftlichen Nolage
mit eiſerner Energie und durch die Zuſammenarbeit ſämtlicher
Mitglieder ihren Platz neu eingezäunt haben. Die Bihliſer ſtehen
in Verhandlung mit Rot=Weiß Darmſtadt. Weitere Vereine
un=
ſeres Kreiſes werden in der Mannheimer Gegend gaſtieren, jedoch
ſind auch hier noch keine endgültigen Termine feſtgelegt.
Eintracht Darmſtadt — SV. Weiterſtadt 1910.
Das auf Sonntag feſtgeſetzte Spiel obiger Vereine wurde
be=
ſonderer Umſtände halber von der Kreisbehörde abgeſetzt.
Rennen in Karlshorſt.
1. Eventail=Hürdenrennen, 3000 Mark, 3000 Meter; 1 v. Borkes
Finn=
land (Dr. Liebſch) und Fleßners Lichtſtrahl (Müſchen), tot; 3.
Boruſ=
ſia. Ferner: Askari, Pellegrino, Held, Dogmatiker, Viei,
Schmeich=
lerin. Toto; 9 und 53: Platz: 12, 19. 22. Tot—2 Lg.
2. Preis von Bindow, Jagdrennen, Herrenreiten, 2300 Mark, 3500
Meter: 1. Liebrechts Feldberg (v. Both), 2. Gva, 3. Corrida. Fer:
ner: Franzia, Marlitta, Kurzſchluß, Prachtkerl, Achmed, Lohland,
Leierſchwanz. Toto: 56; Platz: 14, 13, 12. Kobf—3 Lg.
3. Kühlte=Hürdenrennen, Ausgleich III. 3000 Mark. 3000 Meter: 1.
Ro=
ſenthals Geſelle (Schäfer), 2. Schlagbaum, 3. Spala. Ferner:
Prü=
nas. Vineta Grafenliebe, Daria, Gafrile. Toto: 34; Platz: 14, 13,
1. ½—8 Lg.
4. Goßler=Jadrennen, 5000 Mark. 3500 Meter: 1. Stahls Grimouchou
(Oertel), 2. Kif Kif, 3. Menelaos. Ferner: Credulite, Felſen, Zig
Zag. Toto: 25: Platz: 94. 44. 2—2½ Lg.
5. Hürdenrennen der Vierjährigen, 5000 Mark, 3000 Meter: 1. Stan
Sauerlands Mißgriff (Müſchen), 2. Gulbrand, 3. Immerzu. Ferner:
Jſabell Böckerſchuß. Toto: 31: Platz: 19. D. 2½—3½ Lg.
6. Preis der Flora, Jagdrennen, Ausgleich III, für Vierjährige 3000
Mark, 3000 Meter: 1. Stahls Simplars (Dertel), 2. Mahadöh,
3. Märchenland 4. Minneklang. Ferner: Marburg, Mola,
Groß=
fürſt, Letzter Verſuch, Wildlocke, Friedericke, Matrone, Moslem,
Tauperle. Toto: 80; Platz: 19, 25, 20, 17 1—2 Lg.
7. Preis von Friedrichsfelde, Herrenreiten, 2800 Mark, 2000 Mcter:
1. Abteilung: 1. v. Eller=Eberſtein Novillero (v. Götz),
2. 4 priori, 3 Irrwiſch. Ferner: Wilhelmine Turmali,
Geſchäfts=
freund, Neuplatin, Seelchen. Toto: 116; Platz: 28. 47, 14. 1 Lg.
bis Hals. 2. Abteilung: 1 Röders Sonne (Röder), 2.
Immor=
telle, 3. Pſtfranke. Ferner: Hohenfels, Drachenſchlucht, Lavaletta,
Futuriſt, Schloßuhr, Ratisbona. Toto: 268; Platz: 41, 16, 24.
1½ Lg. bis Hals.
Die großen Erfolge unſerer hieſigen Akadem. Fliegergruppe
in dieſer Woche haben erneut allgemeine Aufmerkſamkeit weit
über den Kreis der Flugſporttreibenden hinaus erweckt. Gelang
es ihnen doch, ohne Motorenkraft von hier aus durch geſchickte
Ausnutzung des Windes, des „himmlichen Kindes” bis zum
Schwarwald zu ſegeln oder von hier die Bergſtraße entlang bis
Heidelberg und wieder zur Startſtelle zurückzufliegen. Ganz
her=
vorragende Leiſtungen im motorloſen Flug, zu denen ſich die
jüngſten Erfolge im deutſchen Motorflug ebenſo glücklich geſellen.
Gerade zur richtigen Zeit kommt im bekannten Dieck=Verlag,
Stuttgart, in vierter Auflage, das „Flugſportbuch” von Dr=
Ing. v. Langsdorff heraus. Der Verfaſſer ſelbſt anerkannter
Flug=
ſportler und viel geleſener Flugſportſchriftſteller, plaudert in
ſei=
ner angenehmen Art über alle Arten des Segelfluges und des
Fluges mit Motor. Der Feſſeldrachen, der Freiballon, die übrigen
Flugſportarten und der Rettungsring des Fliegers, der Fallſchirm,
ſind nicht vergeſſen. Ein Kapitel iſt außerdem dem Selbſtbau
ge=
widmet. Dazu iſt die Bebilderung des Buches ausgezeichnet, viele
Aufnahmen der Darmſtädter Fliegergruppe ſind darunter und
be=
weiſen die gute Schule, die hier gelehrt wird; 16 Kunſtdrucktafeln
vervollſtändigen die Inſtruktion. Wer näheres über das Fliegen
wiſſen will — und man muß es wiſſen, angeſichts der ſteigenden
Bedeutung des Flugzeuges für Verkehr, Sport und weitere Zwecke
— ſollte zu Langsdorffs Buch greifen. Er zeigt, was mit
Aus=
dauer und Mut und menſchlicher Erfindungsgabe im Flugſport
zu erreichen iſt. („Das Flugſportbuch” Von Dr.=Ing. W. v.
Langs=
dorff. 70 Abbildungen 16 Kunſtdrucktafeln. Preis geh. 3.— RM.,
5-
Halbl. 4— RM. Verlag Dieck u. Co., Stuttgart.)
Geſchäftiches.
Lieben Sie Tannen=Duft!
Sie können dieſen herrlichen Duft ſtändig in ihrer Wohnung haben,
wenn Sie zur Pflege des Fußbodens Perwachs, die ideale Boden=
Cveme, verwenden, denn Perwachs verbreitet wirklich angenehmen
Tannen=Duft, der die Nerven anregt und wohltuend und erfriſchend iſt.
Dieſe Eigenſchaft iſt ſicherlich ein ganz beſonderer Vorzug eines
Fuß=
boden=Pflegemittels, das überdies auf jedem Fußboden herrlichſten
Hoch=
glanz, aber niemals Glätte erzeugt. Wir glauben, unſern Hausfrauen
gedient zu haben, wenn wir auf Perwachs, die ideale Boden=Creme,
an dieſer Stelle hingewieſen haben.
Rechnen Sie mit dem Bleiſtift in der Hand
einmal aus, wieviel Sie im Laufe von 10 Jahren an Miete
zahlen, ohne einen Pfennig wiederzubekommen. Hierfür könnten
Sie ſich ein eigenes Heim ſchaffen. Heimſtättendarlehn werden
gewährt: 1. zum Bau oder Erwerb eines Eigenheims 2. zum
Erwerb von Grundſtücken, die für den Betrieb einer
Landwirt=
ſchaft oder Gärtnerei beſtimmt ſind, 3. zum Um= oder Anbau
eines Hauſes, 4. zum Bau von Vereinshäuſern, Gemeindehäuſern
oder ſonſtigen gemeinnützigen Zwecken dienenden Anſtalten,
5. zur Ablöſung von Hypotheken und Grundſchulden, 6. zur
Gründung einer Exiſtenz. Die Bedingungen hierfür ſind die
denkbar günſtigſten. Man wende ſich daher zwecks genauer
In=
formation an die Heimſtättenfürſorge, Siedlungs= und
Bauſpar=
kaſſe für Wohn= und Wirtſchaftsheimſtätten, G. m. b. H., Berlin=
Tegel. Hauptſtraße 32.
Weleberiſchl.
Das umfangreiche Nordſeetief hat ſich mit ſeinem Kern ſüdlich
über Deutſchland ausgebreitet und dabei im Laufe des geſtrigen
Tages und der letzten Nacht verbreitete und anhaltende
Nieder=
ſchläge gebracht. An der Rückſeite werden infolge des hohen
Druckes über Island und des dadurch entſtandenen ſtärkeren
Luft=
druckunterſchiedes unter lebhaften Winden, maritime Luftmaſſen
aus höheren Breiten nach dem Feſtland befördert, die das Wetter
veränderlich und für die Jahreszeit kühl geſtalten. Bei raſch
wech=
ſelnder Bewölkung treten weiterhin vereinzelte ſchauerartige
Nie=
derſchläge auf.
Ausſichten für Sonntag, den 19. April: Unbeſtändiges Wetter,
wechſelnde Bewölkung mit vorübergehender Aufheiterung,
zeitweiſe Regenſchauer, kühl, ſtärkere weſtliche bis
nordweſt=
liche Winde.
Ausſichten für Montag, den 20. April: Immer noch wechſelhaftes
Wetter mit vereinzelten Schauern.
Der Wählerische wählt Opel. Der neue 1,8 Ltr. Wagen ist der wirtschaftlichste
Sechszylinder auf dem Markt, kostet weniger als mancher Vierzylinder,
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[ ← ][ ][ → ]Seite 16
Sonntag, den 19. April 1931
Nummer 108
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Kosmetik hinter Sittern. —
Erlauſchtes aus der Cierkinderſtube. — Knigge auf vier Füßen.
Von D. Hübner.
Daß die Spatzen noch frecher als ſonſt
ſind, daran iſt natürlich die Sonne ſchuld.
Eine noch ein wenig bleichſüchtige Sonne,
die ſich zuweilen ſchüchtern hinter
Wolken=
vorhängen verkriecht. Aber immerhin —
Sonne. Endlich wieder Sonne.
Es wird unzweifelhaft Frühling. Wenn
auch das Piepſen der Spatzen noch nicht
nach Jubel klingt — das liegt ihrem
Cem=
perament ja ſowieſo nicht ſehr — ſo wiſſen
die kleinen frechen Burſchen doch ganz
genau, warum ſie ſich ſchon auf den
Sit=
tern und Drähten des Soo ſchaukeln. Die
Cüren zu den Winterhäuſern werden doch
wohl endlich einmal aufgemacht werden??
Wie? Wo es doch eigentlich ſchon richtig
Frühling iſt? Denn eines ſteht ja wohl
feſt — für die Spatzen iſt ſo ein Sob das
reine Paradies. Einesteils der Futtertröge
wegen, aber auch um anderer Leckerbiſſen
willen.
Inzwiſchen iſt man ja wirklich ſchon ſtark
bei den Vorbereitungen. Ganz abgeſehen
davon, daß die Auflaufplätze gerichtet, daß
in den Volieren neue Baumſtämme
auf=
geſtellt werden, und daß man die Baſſins
mit Waſſer auffüllt — die Ciere ſelbſt
be=
kommen auch etwas vom Frühling zu
ſpüren. Es iſt nicht jeder Elefant ſo
gut=
artig wie Ali, der ſich von ſeinem Wärter
zweimal im Jahr, im Herbſt und Frühling,
pediküren läßt. Die Inſtrumente ſind dem
gewichtigen Suß angepaßt. Aber, wie
ge=
ſagt, bei anderen braucht man oft
Flaſchen=
züge, um mit Meißel und Hammer Sohlen
und Sußnägel behandeln zu können. Und
wie iſt das mit der Haut? Fett iſt das
einzig Wahre, ſie geſchmeidig zu erhalten.
Der kleine Swergelefant läuft ſeinen
Pfle=
gern davon, als ſie ihn nach dem reichlichen
Einreiben mit Fett mit kräftigen Bürſten
maſſieren wollen. Ob das kitzelt, trotz des
dicken Felles??
Mit den Nilpferden iſt ja nichts zu
wollen. Die lehnen aus Ueberzeugung jede
Kosmetik ab — vom Sahnarzt ganz zu
ſchweigen — und die Ponus und Sebras
ſehen nicht ſo aus, als ob ſie nur einmal
im Frühling geſtriegelt würden. Aber die
Jetzt aber raſch in die Badeſtube..
Giraffe verrenkt ihren Hals und galoppiert
mit ſteifen Sprüngen in ihrem Auslau)
herum, als der Wärter mit einem Beſen
— man braucht einen langen, einen ſehr
langen dazu — den Käfig betritt. Sie kennt
ihn ja — will er vielleicht bloßb ſpielen?
Wozu denn eigentlich abbürſten, wenn man
doch gleich wieder im Sande liegt und ſich
viel praktiſcher abſchütteln kam, daß eine
Staubwolke auffliegt?
Die Seelöwen ſind mächtig vergnügt,
daß ſie wieder unter freiem Himmel
herum=
plantſchen können. Kein ſchöneres Ver=
Kosmetik im Soo
— Haut ſorgfältig
reinigen, einfetten,
maſſieren,
blauk=
bürſten.
Sweier=
lei Cremes nicht
erforderlich. Bitte
nach Behandlung
unicht im Sande
wälzen.
gnügen, als auf dem glatten Ufer
herunter=
zurutſchen und kreiſchend ins Waſſer zu
gleiten. Bis alles ringsherum eine Näſſe
und Glätte iſt. Was alles natürlich nichts
iſt gegen die Glätte ihrer glänzend
ſchwar=
zen, beweglichen Leiber. Der See=Elefant
liegt aufgetürmt am Nand ſeines Baſſins
und blinzelt über die dicke Naſe hinweg.
Man weiß nicht recht, meint er die Sonne
oder die Pinguine, die daneben höchſt
offi=
zielle Konferenz abhalten.
Für die Naubtiere wäre es ja draußen
noch zu friſch. Höchſtens einen ganz
tem=
peramentvollen Ciger läßt man einmal ein
paar Stunden Luft ſchnappen. Aber drin,
in der Wärme, in dem feuchtheißen Dunſt,
da gibt es auch einen Frühling.
Kinder=
ſtuben nämlich. Kleine, braune Wollbälle
mit Augenſchlitzen und langen Nägeln an
den Catzen. Wären die nicht, man würde
auf neugeborene Hunde ſchließen. So aber
weiß man — kleine Bären. Nein, brummen
können ſie noch nicht. Quietſchen iſt das
Aeußerſte.
Daneben werden Löwenbabus gewaſchen.
Nicht ganz und gar, nur Augen und
Schnäuzchen. Nach dem Gemauze zu
ſchließen, geht es ihnen ans Leben. Der
Meinung iſt wohl auch die Hundeamme, die
ſtellvertretende Mutter, die höchſt
miß-
trauiſch die Gruppe nebſt Waſchſchüſſel
um=
kreiſt. Solange, bis die Schüſſel kippt, und
alles über und untereinander herumkugelt.
Kätzchen — mit roſigen Mäulern miauend.
In ein paar Monaten ſchon iſt es nicht
mehr ratſam, ſie auf den Arm zu nehmen ..
für ſo kleine Braunbären.
Die Sonne iſt ja noch viel
Einmal pediküren, bitte . (Es lohnt ſich ..)
zuwarten habe, bis ſein Hunger geſtillt ſei.
Und die Löwin iſt daran gewöhnt, im
Ge=
meinſchaftskäfig die beſten Biſſen an den
Herrn und Gebieter abzutreten. Ja, der
Hunger beſiegt eben zumeiſt die Liebe.
Aber abgeſehen von den Futterzeiten —
und auch das iſt keine Negel — finden ſich
auch hinterm Gitter die entzückendſten
Ja=
milienidullen. Im Soologiſchen Garten zu
O. wurde vor einigen Jahren ein kleines
Nilpferd geboren. Beide Eltern, ängſtlich
und eiferſüchtig um das Kind beſorgt,
hüteten es eifrig. Als man es ſpäter
ge-
meinſam mit den beiden Alten in das große
Schwimmbaſſin ließ, bot ſich häufig
folgen-
des reizende Bild: zwei rieſige, fette Nücken,
dicht nebeneinander ruhend, nur wenige
Soll über dem Waſſer, bildeten eine kleine
Mulde in ihrer Mitte. Und in dieſer Mulde,
auf den Nücken der Eltern, lag das
Nil=
pferdkind und ſchnaufte behaglich in der
Some. Creulich gewiegt.
Das Lebensalter der Ciere.
Vieles wird phantaſiert vom Lebensalter
der Ciere, die Naturwiſſenſchaft iſt oft
an=
derer Meinung. Da ſollen Schildkröten
bei=
ſpielsweiſe 500 bis 700 Jahre alt werden,
während der Forſchung keine Ciere über
200 Jahre alt bekannt ſind. Immerhin iſt
dieſes Alter, das das der Menſchen weit
übertrifft, auch recht reſpektabel, ſowie das
des Haifiſches, der zwar nicht, wie häufig
angenommen, 500 Jahre alt werden kam,
Die Altersgrenze vieler Vögel iſt
aller-
dings hoch geſetzt. Bei Papageien
bei=
ſpielsweiſe iſt der hundertſte Geburtstag
keine große Seltenheit. Auch Geiern und
Naben, ſowie der Eidergans ſchreibt man
ein hohes Alter zu.
Der Elefant, den wir uns gern als
Neſtor der Cierwelt vorſtellen, übertrifft an
Jahren nicht einmal den Menſchen. Sein
Durchſchnittsalter iſt 70 Jahre. Ein
ſon=
derbares Phänomen der Cierwelt ſtellt der
Aal dar. Er erreicht in der Gefangenſchaft
ein Alter bis zu 60 Jahren.
Flaſchenkinder gibt es eine ganze Menge.
Sei es nun, daß die Mutter nicht am Leben
blieb, oder daß es nicht möglich iſt, ihr die
Kleinen zu laſſen. Kurz — eine ganze Neihe
kleiner Vierbeiner jammert nach der Flaſche,
ganz wie die Menſchenkinder. Es iſt ja
ſchon ein großer Erfolg, wenn Cierkinder
überhaupt in der Gefangenſchaft geboren
werden. Gefangenſchaft für die Ciere der
Wildnis, fremdes Klima, fremde Umgebung
— man kann ſich kaum vorſtellen, was das
bedeutet. Es verändert den Charakter —
ſicherlich. Manche Ciere werden bösartig
und bleiben es, viele gewöhnen ſich an die
neuen Lebensumſtände und vor allem an
die Pfleger. Und wenn ſie gar „Samilie‟
haben, dann gewinnt man trotz allem einen
kleinen Einblick in ihre
Lebensgewohn=
heiten. Kinderſtube — haben Ciere in dem
überragenden Sinne, die die Menſchen
dieſem Wort beilegten, „Kinderſtube‟?
Am höflichſten von allen ſind zweifellos
die kleinen Bären. Wenngleich dieſe
Höf=
lichkeit nicht frei von Berechnung iſt. — Sie
ſtehen ſchon frühzeitig, gleich ihren Eltern,
auf den Hinterpranken und legen die kleinen
Catzen bittend zuſammen — Sucker,
Mohr=
rüben, einerlei! Die Frau Mama iſt
nach=
ſichtig und läßt ſich einmal etwas von ihrem
Nachwuchs vor der Naſe wegſchnappen.
Beim Vater Bär iſt das nicht ratſam. Man
läuft Gefahr, ſich emem wohlgezielten
Catzenhieb auszuſetzen.
Die Höflichkeit unter Elefanten iſt ja
ſprichwörtlich, was man von den Straußen
ja nun nicht gerade behaupten kann.
Go=
fräßigkeit und rückſichtsloſe Sier, verbunden
mit einem beneidenswert
widerſtands-
fähigen Magen, drücken ſich auch im
äuße=
ren Benehmen aus.
Die abſolute Vorherrſchaft des
Männ=
chens an der Futterkrippe iſt allerdings faſt
allgemein. Der Hirſch nimmt keinen
An=
ſtand, der Hirſchkuh durch Senken des
Kopfes zu verſtehen zu geben, daß ſie ab=
Schon bei der Ankunft in der Haupt= und Hafenſtadt der
iſt, ſtellt man erſtaunt den angewandten Kommunismus bei den
Gepäckträgern feſt: jede Einnahme inkluſive Crinkgeld wird
in eine Büchſe geworfen und ſodann gleichmäßig verteilt. Und
auf der Fahrt zum Hotel präſentiert ſich eine Neihe breiter,
blitz-
durchaus angenehm enttäuſchen. Die Via della Libertä z. B. iſt
ein Boulevard, in der Mitte von einer ſchattigen Platanenallee
flankiert und von Villen begrenzt, die jeder Stadt im nördlichen allerdings nicht allein in den Bergen umherwandern.
Europa gleichfalls Ehre machten. An den
Straßenüberſchnei=
dungen ordnen „Schupos” mit weißen Stäben den dichten
Ver=
unter Androhung von Geldſtrafen, nur auf der linken
Straßen=
ſeite zu halten.
Ebenſo hat der Verkehr im Geſchäftsleben neue Formen
angenommen. In allen Läden befinden ſich Schilder mit der
Ankündigung: „Prezzi kissi”, „feſte Preiſe”, und wenn man ſich
auch, etwa in Kleidermagazinen, noch immer nicht zu ſcheuen
braucht, dem aufgedruckten Warenpreis beträchtliche Prozente
abzuhandeln, ſo herrſcht doch in der Lebensmittelbranche die
allerhöchſte Kontrolle. Wenn Sie beim=Bäcker ein Brot kaufen,
an deſſen Gewicht eine Kleinigkeit fehlt, und Sie haben etwa
die Abſicht, auf das beigelegte Scheibchen großmütig zu
ver=
zichten, ſo wird Ihnen der Paneficio damit entſetzt auf die
Straße nachrennen, weil er nicht Luſt hat, deswegen ins
Ge=
fängnis zu wandern, ja, der Käufer ſelbſt macht ſich dem Geſetze
nach ſchuldig, wenn er ohne das runde Gewicht ſeiner Ware den
„Laden verläßt.
Neben einem ausgedehnten Straßenbahnnetz gibt es auf
Sizilien eine Anzahl von Autobuslinien, federnde, neuzeitliche
Wagen, die die Städte nach allen Nichtungen durchkreuzen und
ebenſo nach den entfernteren Vororten fahren. Man kann darin
während der Saiſon bis auf den Gipfel des Monte Pellegrino
ge=
langen, um in der Kirche der heiligen Noſalia auf zwei
Marmor=
tafeln — in deutſcher und italieniſcher Sprache — zu leſen, daß
im Jahre 1787 Goethe dort oben weilte. Monreale, das alte
Felſenneſt, und ſeinen prächtigen Dom in normanniſchem Stil
erreicht man mit einer Drahtſeilbahn und genießt den
unver=
gleichlichen Blick auf die Ebene der Conca d’oro, der „
Gold=
muſchel”, und die in flirrendem Lichte an den Golf gebreitete
Stadt. Ein Autobus fährt durch den ausgedehnten
Favorita=
park mit ſeinen Orangen= und Opuntien=Plantagen, bis an die
blaue Palmenbucht von Mondello, den ſizilianiſchen Lido, im
Sommer von dreihundert bunten Capannen, Badehütten, flan=
kiert. Sie können ferner die Feſſenbucht von Sferracavallo, die
Inſel, Palermo, die in weitem Bogen von Bergen eingeſchloſſen ! Nuinen von Solunt, den Cempel von Segeſta beſuchen, ohne
ge=
zwungen zu ſein, mit der Bahn oder dem teuren Automobil zu
fahren. Der Autobus trägt Sie zu allen Sehenswürdigkeiten hin.
Der Sicherheitsdienſt im Lande iſt muſterhaft. Ich habe
Berge und Cäler ſtets unbeläſtigt durchſtreift, an vielen
ver=
ſauberer Straßen, die alle Erwartungen von „ſüdlichem Schmutz”, ſteckten Punkten bin ich dabei polkzeilichen Patrouillen begegnet.
Man kann ſich heute auf Sizilien furchtloſer bewegen als in den
Außenbezirken nordeuropäiſcher Großſtädte. Frauen ſollten
Vor kurzem noch machte ſich in Palermo und Umgegend der
Mangel an Crinkwaſſer, namentlich in den Sommermonaten,
kehr der Autos und Karoſſen, und die Paſſanten haben ſich, unangenehm fühlbar. Seitdem ſind neue Leitungen gebaut, die,
wie es ſcheint, nicht nur die Stadt, ſondern auch die Dörfer
Der Haſe des Herrn Leutnant.
Von Fritz Droop.
Unſere Landſturm=Kompagnie war im Dezember 1914 zur
von Sennheim eingeſchoben worden. Das Gelände iſt dort ſehr
wellig und zum Ceil mit Veben bepflanzt. Dazwiſchen dehnen
ſich Wieſen und Aecker, die durch kleine Waldbeſtände
unter=
brochen werden. Das Wild hatte ſich beim Donner der Geſchütze
größtenteils aus dem Staube gemacht; eine ſolche Creibjagd
war ihm etwas völlig Neues. Der Krieg hatte ja einen General=
Jagdſchein ausgeſtellt, wenn auch das General=Kommando nichts
von dieſer Auslegung wiſſen wollte.
Immerhin gab es anfangs manchen Haſenbraten. Bald aber
wurde Meiſter Lampe immer ſeltener, und ſo mußten auch die
Katzen manchmal dran glauben, wenn ſie wildernd in die Nähe
der Schützengräben kamen. Das gab dann Anlaß zu allerlei
Scherzen. So prangte eines Cages auf dem Acker wiſchen den
deutſchen und franzöſiſchen Gräben das Schild: „Katzen ſind an
der Leine zu führen! Der Ortskommandant.”
Um ſo liebevoller wurde die ſchwarze Mieze behandelt, die
der benachbarten Kompagnie eines bayeriſchen Infanterie=
Ne=
giments gehörte. Wenn die Geſchütze ein paar Stunden
ſchwie=
gen, machte Mieze ihre Beſuche bei den anſchließenden
Truppen=
teilen. So war ſie denn oft beim Landſturm zu Gaſt, wo ſie ſich
beſonderer Beliebtheit erfreute. Als ſie einmal zu lange blieb,
kam der Schorſchl Gießhuber von den Bayern mit Silzpautoffeln
in unſeren Graben geſprungen, um ſie zu holen. Die Mieze war
zwar Eigentum der ganzen Kompagnie, aber der Schorſchl
be=
trachtete ſie als ſeinen beſonderen Schützling, weil ſie ihm zuerſt
auf den Schoß geklettert war. Er hatte auf ein kleines Schild
die Worte geſchrieben: „Katzen ſind heilige Ciere‟. Dieſes
Schild heftete er der Katze an den ſtruppigen Schwanz. Es
wollte der Mieze anfangs nicht behagen; dann aber trug ſie die
Dokoration ſo ſtolz wie Michel Gießhuber ſein „Eiſernes‟. Den
Schwanz ſenkrecht wie eine Fahnenſtange gerichtet, trottete ſie
hinter dem Bayern her.
Seit jenem Cage gab es noch eine dicke Freundſchaft,
näm-
lich zwiſchen Schorſchl und unſerem kleinen dicken Studienrat,
der ſonſt die Primaner in der Mathematik und den
Natur=
fächern unterrichtete. Die Katzen waren ſein Spezialgebiet; ich
glaube, er hatte ſogar ſeinen „Doktor” mit einer Diſſertation
über „Die Katzen im Aberglauben der Völker” erworben.
Jedenfalls hielt er den Landſtürmern während des erſten Win=
ters in den Vogeſen ſo viele Vorträge über ſein Spezialthema,
daß ein Odenwälder Bauer ſentimental wurde und abends zu
dem Gott der Cürken flehte, er möge ihm eine Katze zum Schutze
gegen die feindlichen Sliegerbomben ſchicken.
Den Schorſchl erfüllten die Neden des Studienrats mit be=
Verſtärkung der Streitkräfte in die Verteidigungslinie weſtlich ſonderer Genugtuung. Wenn er mit ſeiner Mieze von einem
Unterſtand zum anderen ſpazierte, kam er ſich wie der Prophet
Mohammed vor, der bekanntlich immer von einer Katze begleitet
war und ihr im Koran einen Extraplatz im Paradies verſprochen
hat. Die Landſtürmer nannten den gemütlichen Bayern deshalb
bald nur noch Mohammed. Dieſe Landſtürmer konnten überhaupt
ſehr gelehrte „Sprüche kloppen”. Sie wußten nicht nur, daß der
ſchweigſame Kardinal Nichelieu ſeine ſchöne Angora=Katze ins
Simmer rief, wenn er ſeine politiſchen Aufſätze ſchrieb; ſie
kannten auch das Sonett, in dem Caſſo die Katze bittet, ihm ihre
funkelnden Augen zu leihen, da er zu arm ſei, ein Licht für ſeinen
Schreibtiſch kaufen zu können. Sie wußten von Scheffels Kater
Hiddigeigei und dem philoſophiſchen Kater Murr, dem der
Dichter Ernſt Cheodor Amadeus Hoffmann die elektriſchen
Sunken aus dem Fell ſtreichelte.
Aber nicht in allen Schützengräben war ein Profeſſor, der
privatiſſime und gratis Vorleſungen zum Heile der Katzen hielt;
dagegen gab es überall Kunſtſchützen, die eine Natte im Laufen
erlegten und um eine Flaſche Kirſchwaſſer wetteten, daß ſie
einer Katze auf hundert Meter mit einer Kugel den Schwanz
amputieren würden. Eines Cages hatte ein Alpenjäger auf
Mieze angelegt und ihr, ſo unglaublich es klingt, ein Ohr
durch=
löchert. Ein paar Wochen blieb Mieze ſchön artig im
Unter=
ſtand; dann ſiegte ihr Freiheitsdrang, und die Beſuche der Katze
begannen von neuem. Bald war Mieze ſo rund und fett, daß
ſie eine Fabrikmarke von höchſtem Propagandawert für jedes
Nährmittel abgegeben hätte
Jeder freute ſich über das prächtige Ausſehen des Tierer
nicht zuletzt die Offiziere. Für die meiſten ſchien ſie ein Stü
Heimat zu verkörpern. Nur der junge Leutnant Chielmar
rümpfte die Naſe über Miezens Daſein; und die Katze fühl
ſeine Antipathie. Für dieſen blutdurſtigen Nimrod war ſie ei
läſtiges Stück Vieh, das er am liebſten mit einer Kugel weg
geputzt hätte. Sein Jagdgewehr war tadellos in Ordnung un
reizte ihn ſtändig zur Betätigung. In den Gefechtspauſen ſtell
er Meiſter Lampe nach, obgleich er das geſchoſſene Wild ſelt
hereinbekam, weil die militäriſchen Vorſichtsmaßregeln beok
achtet werden mußten. Aber es ging dem Leutnant weniger u
das Wildbret als um den Nuhm, ein guter Schütze zu ſei
Vergeblich hatte der Studienrat an die alten Aegypter erinner
ringsumher in genügendem Maße mit Waſſer verſehen. Daß
man während der heißen Seit damit ſparſom umgehen muß,
verſteht ſich von ſelbſt; ebenſo, daß für eine 600 Meter hoch
gelegene Stadt wie Caltaniſetta die Schwierigkeiten genügender
Waſſerbeſchaffung nicht leicht zu beheben ſind. Dort fließt das
koſtbare Naß nur alle paar Cage je zehn Minuten, ſämtliche
Gefäße ſtehen zu dieſer Stunde bereit, und wenn der Nuf
er=
tönt: „Das Waſſer kommt!”, ſo wird die ganze Bevölkerung von
heftiger Eregung erfaßt.
Vielleicht läßt ſich auch in ſolchen Gegenden nach
abſeh=
barer Seit eine Wandlung ſchaffen, wie man überall im Lande
den Sug zu einer großzügigen Moderniſierung erkennt. Es wird,
wie in Berlin und anderen Großſtädten des Nordens,
dauer=
haft gebuddelt und gebaut. Man verſieht Straßen und Plätze
mit neuem Pflaſter und Aſphalt, Wege, die vor Jahresfriſt m
der Negenzeit noch unpaſſierbar waren, liegen jetzt auch im
Winter blank und ſauber da. Leider entdeckt man ſogar ſchon die
erſten langgeſtreckten Mietskaſernen in nordeuropäiſchem Stil.
Geblieben ſind die alten, hochrädrigen Sizilianerkarren, auf
deren Wänden religiöſe und muthologiſche Szenen in farbiger
Draſtik prangen, während die Mauleſel, mit roten Croddeln und
Schellen behängt, geduldig wie ſeit altersher ihre Laſten ziehen.
Geblieben ſind auch Landesgebräuche wie dieſer: den Cod von
Freunden und Verwandten auf weißen, ſchwarz unterlogten
Leinwandſtreifen anzukündigen, woran ſich oft die ganze
Nach=
barſchaft beteiligt, ſo daß man über viele Haustüren und
Schau=
fenſter hinweg die traurige Botſchaft lieſt: „Per mia moglis”,
„Per nostra cara amica Gaßtana. . ." („Für meine Frau”
„für unſere teure Freundin Ggstana., ."). Und da man in
Si=
zilien für Verwandte noch immer drei bis fünf Jähre Craun
trägt, geht hier ein beträchtlicher Prozentſatz der Bevölkerung
auch bei glühender Sommerhitze, in ſchwarzer Kleidung herum.
Ebenſo ſitzen, heute wie ehedem, die jungen Mädchen und
Frauen vor ihren Stickrahmen, um jene in der ganzen Welt
be=
kannten Werke zu ſchaffen, für die eine generationenlange
Ein=
gerübung als ataviſtiſches Erbteil notwendig iſt.
Langſamer als im äußeren Stadtbilde vollzieht ſich eine
Wandlung und Moderniſierung im Familienleben. Noch heute
iſt die ſizilianiſche Frau, auch wenn ſie ſich auf den Straßen
un=
gehindert bewegt, in ihrer perſönlichen Freiheit beſchränkt. Zum
Ceil iſt das auf die Eiferſucht der Männer, zum Ceil auf die
kirchlichen Feſſeln zurückzuführen. Es gibt noch immer in der
Mehrzahl gute Familienväter, die, mit großen Caſchen bewaffnet,
ihre Einkäufe ſelber beſorgen, damit die brave Hausfrau im
Getriebe der Märkte nicht gefährdet werde.
die den Haſen für ein glückbringendes Cier hielten und nach
ſeinem Bilde Amulette formten. Der Leutnant zitierte lieber den
alten Schulreim: „Lepus — der Haſe, sedebat — er ſaß, in via
— auf der Straße, edebat — er aß”, oder er ſummte das
Haſenlied:
„Zwiſchen Berg und tiefem tiefem Cal
ſaßen einſt zwei Haſen,
fraßen ab das grüne grüne Gras,
bis auf den Naſen..."
Als ſie ſich nun ſatt gefreſſen
ſetzten ſie ſich nieder,
kam der Jägers=Jägersmann,
ſchoß ſie beide nieder ..
Warum alſo ſollte Leutnant Chielemann die Haſen nicht
ſchießen? Beſonders da das Paket mit Wurſt und Specke aus
der Heimat ſchon ſeit zwei Wochen auf ſich warten ließ! Ende
Januar war die Haſenjagd zu Ende; da hörte die ganze
Herr=
lichkeit von ſelber auf.
Die Göttin der Jagd war dem Leutnant hold; ſo kam er
dieſesmal mit einem fetten Satzhaſen heim. Seine Stimme klang
heller denn je: „Heh, Piepenbrink; hier iſt ein prima Haſe.
Drei Cage im Fell laſſen; dann abziehen und in die Bratpfannel
Wird ein Götterfraß!” Klaus Piepenbrink, der Küchenchef, nickte
dienſtbefliſſen: „Jawoll!”
Dann lud der Leutnant die beiden älteren Offiziere zum
Haſeneſſen ein; es ſei ein Prachtexemplar und müſſe gebührend
begoſſen werden; er habe ſich deshalb erlaubt, einige Flaſchen
Notſpon für den Feſtakt zu ſtiften. Die drei Cage wollten gar
nicht herumgehen. So verſeſſen war Leutnant Chielmann au
ſeinen Haſen. Es war nur gut, daß die Alpenjäger, die unſerer
Linie gegenüberlagen, keinen Befehl zu irgendeiner aktiven
Handlung erhielten. Dafür nahmen ſie alles aufs Siel, was ſich
zwiſchen den Gräben ſehen ließ.
Eines Cages ſtolzierte Mieze wieder über die Sandſäcke vor
dem Schützengraben. Sie hatte etwa dreißig Meter zurückgelegt,
da knallte es drüben, und Mieze fiel kopfüder in den Graben
der Landſturmabteilung, wo Klaus Piepenbrink eben dabei war,
dem Haſen des Herrn Leutnant das Fell über die Ohren m
ziehen. Denn am andern Cage ſollte der Braten begoſſen werden.
Als es dunkler wurde, ſchickte Schorſchl ſeinen Kameraden
Peter zu den Landſtürmern hinüber, um die tote Mieze zu holen,
damit ſie in Ehren begraben werde. Im Graben herrſchte große
Stille. Leutnant Chielmann hatte ſich aufs Ohr gelegt, die alten
Leute hockten vor dem Feuer im Unterſtand, und der Koch, der
die Vorräte zu hüten hatte, war nach dem nahen Dorje miter=
Briefe an ein junges Ehepaar.
Von Oscar A. H. Schmitz.
An ſie.
Man muß es Dir zugeben, Frau, Du haſt es ſchwer, denn alle
Männer leiden an einer fixen Idee. Sie nennen das ihre
Ueber=
zeugung oder ihre Einſicht oder auch ſchlechthin die Wahrheit,
und die allerſchlimmſten ſprechen gar vom Logos. Viel
Hoff=
nung kann ich Dir nicht machen, denn heilbar iſt dieſe
Geiſtes=
krankheit nicht, indeſſen iſt es möglich, bei richtiger Behandlung
den Kranken leidlich ruhig zu halten, ja ſogar wie zu manchen
on Altersblödſim Erkrankten ein ganz freundliches
Gemütsver=
hältnis zu entwickeln. Ich kann Dir darüber einiges ſagen, denn
ich leide ſelbſt an dieſer Krankheit, habe aber ziemlich viel
darüber nachgedacht. Bisweilen weiß ja ein ſich gut
beobachten=
der Kranker mehr von ſeinem Leiden als der beſte Arzt.
Nehmen wir gleich einen praktiſchen, möglichſt alltäglichen
Fall. Vielleicht haſt Du in der ſchönen Unbefangenheit, die
Deinen Reiz ausmacht, die Gewohnheit, in der Wohnung alle
Cüren offen ſtehen zu laſſen. Dein Mann hat nun z. B. die fire
Idee, es gäbe Naturgeſetze, nach denen ein geheizter Naum durch
einſtrömende Kälte ſchnell abgekühlt wird. Er ſpricht gelehrt
vom Wärmeausgleich zwiſchen der Luft draußen und der drinnen.
Natürlich biſt Du klug genug, ſolch ein Geſetz zu verſtehen, unter
der Bedingung, daß es Dir erklärt wird ohne jede Beziehung
zu einem Dich perſönlich betreffenden Fall. Der Wahn Deines
Mannes beſteht nun darin, zu glauben, daß die große Allmutter
Natur, der Du ſo nahe biſt, wirklich die Wärme Eurer
Woh=
nung nach dem Geſetz des Wärmeausgleichs regelt. Da hätte
ſie viel zu tun. Vielmehr haſt Du das ſchöne Gottvertrauen, daß
alles van ſelber geht, beſonders wenn es Deine ſo nette Perſon
betrifft. Das Naturgeſetz über Kälte und Wärme mag richtig
ſein — Du beſtreiteſt es nicht, ſchon weil es Dir viel zu
un=
intereſſant iſt —, aber für die Wärme in Deiner Wohnung ſorgt
der liebe Gott perſönlich, in dem Du gewiſſermaßen den
Ehe=
mam der Allmutter Natur erblickſt. Swar verlangt auch er,
wenn es warm werden ſoll, die Erfüllung eines Nituals, nämlich,
daß jeden Morgen geheizt wird — das weiß jeder —, aber mit
dem Cürenaufſtehenlaſſen hat die Wärme nichts zu tun. Na=
Dieſe Irren ſind harmlos, und ſo iſt es auch dein Mann.
türlich kann es geſchehen, daß es dann auf einmal kalt iſt, und
das haſt Du ſelbſt ſehr ungern, aber das hat ſeinen Grund darin,
daß der liebe Gott einmal nicht lieb zu Dir war. Das kommt
vor, ſchließlich hat er ja ſo viel zu tun. So etwas nimmſt Du im
Grund nicht ſehr übel, denn Du weißt, daß er dann vielleicht
doch bald wieder ſehr lieb iſt, z. B. wenn er ſchönes Wetter
macht, weil Du gerade zum erſten Male ein neues Kleid anziehen
wülſt. Dergleichen tut er ja recht oft für Dich, weil Du
ſchließ=
lich wirklich ein ſo liebes Weſen biſt. Iſt er dann aber einmal
nicht nett und läßt es kalt i der Wohnung werden, ſo haſt Du
die anerkennenswerte Aufrichtigkeit, zuzgeben, daß auch Du
manchmal nicht nett biſt, und ſo iſt es gerecht, daß auch Dir
ge=
legentlich etwas ſchief geht. Schließlich wird ja alles von ſeldſt
wieder gut. Da ſoll einer ſagen, daß Du keine vernünftige Frau
biſt. Dazu haſt Du noch eine ſchöne Leidensfähigkeit, die lieber
ein Uebel hinmimmt, als es durch rechtzeitiges Eingehen auf die
fixe Idee Deines Mames abzuwenden.
Du biſt alſo in jeder Hinſicht eie entzückende Frau. Auch
mit Deinem Mann könnteſt Du ganz zufrieden ſei, wenn er
nicht an dieſer verhängnisvollen Geiſteskrankheit litte, die glaubt,
man köme nach irgendeiner gewonnenen Einſicht richtig oder
falſch handeln. Ich will Dir nun einen Nat geben, was Du tun
ſollſt. Du haſt gewiß ſchon gehört, daß es in Irrenanſtalten
Leute gibt, die glauben, ſie wären der Kaiſer von China oder
hätten eine weltbewegende Erfindung gemacht. Dieſe Irren
ſind harmlos, und ſo iſt es auch Dein Mann. Wollte man ihnen
freilich beweiſen, daß ihr Wahn aller Vernunft widerſpricht, ſo
bekämen ſie Anfälle und müßten in die Swangsjacke geſteckt
werden. Sagt man aber zu dem erſten Majeſtät und fragt nach
ſeinen neueſten Befehlen oder läßt man ſich von den andern ſeine
Erfindung erklären und hört aufmerkſam zu, ſo entpuppen ſie ſich
als die beſten Menſchen der Welt. So mußt Du es mit dem
Mann machen. Heilen von ſeinem Wahn kannſt Du ihn, wie
geſagt, nicht, aber behandeln kannſt Du ihn, ud zwar ſo, daß er
ungefährlich bleibt. Wenn es Dir zu ſchwer iſt, dann bemühe
Dich nicht allzuſehr, ſeine Einſichten oder Ueberzeugungen zu
verſtehen, aber nim ſie hin. Handle auch ruhig danach, dem
es iſt ſo leicht, wie zu einem Narren Majeſtät zu ſagen oder ihn
als Erfinder zu verehren. Du wirſt ſehen, wie vortrefflich das
geht. Alſo gewöhne Dir z. B. an, die Cüren geheizter Simmer
zu ſchließen, wenn das gerade die Streitfrage bildet, und ſiehe:
der liebe Gott wird Dich für dieſe Nachgiebigkeit dadurch
be=
lohnen, daß nun Eure Wohnung immer recht warm und Dem
Mann zufrieden iſt.
An ihn.
Man muß es Dir zugeben, Mann, es iſt nicht leicht, mit einer
Frau zu leben, auch die beſten können ſchwierig ſein, und Deine
gehört entſchieden zu den beſten. So ein Mann plagt ſich ein
halbes Leben lang ab, etwas Einſicht in dieſes verworrene Leben
zu gewinnen, und wenn er einen geſunden Menſchenverſtand hat,
ſo pflegt er immerhin in den Jahren des Neifens das eine oder
andere zu verſtehen. Das meint er wenigſtens. Gewiß, unſer
Wiſſen bleibt Stückwerk; immerhin, findeſt Du, gibt es
zahl=
loſe Fälle im Leben, wo man mit Sicherheit ſagen kann, daß von
zwei Möglichkeiten des Verhaltens die eine die richtigere iſt.
Du glaubſt nun entdeckt zu haben, daß die Frauen das nicht
be=
greifen können, daß ſie der Wahrheit unzugänglich ſind. Laſſe
Dir von einem, der das auch lange geglaubt hat, ſagen, daß das
nicht ſo iſt. Die Frauen ſind, wenn ſie ein bißchen ihren
Ver=
ſtand anſtrengen, ganz gut dazu zu bringen, eme Wahrheit oder
wenigſtens das, was wir Mäner ſo nennen, zu verſtehen, aber
dann geſchieht etwas höchſt Merkwürdiges, dem Mann zunächſt
gänzlich Unverſtändliches: Die Wahrheit iſt für die Frau, auch
wenn ſie ſie vollſtändig verſteht, durchaus nicht ohne weiteres
für ihr Handeln verbindlich. Wenn ſchon”, denkt ſie.
So könnteſt Du z. B. Deine liebe Frau ſchließlich in einem
klug gewählten Augenblick, wenn ſie Dir gerade ſehr geöffnet iſt,
dazu bringen, zu verſtehen, daß geheizte Näume bei offen
ſtehen-
der Cür ſchnell erkalten, aber darum wird ſie ſich noch lange
nicht entſchließen, die Cüren zuzumachen. Wem ſie gewiſſenhaft
iſt, wird ſie ſogar das von Dir Gelernte die Dienſtboten oder
die Kinder lehren, aber ihr perſönliches Leben hat damit zuächſt
nicht das geringſte zu tun. Wahrheit gehört in eine Predigt, in
ein Buch, und vor allem in die Seitung, überhaupt alles
Ge=
druckte muß wahr ſein, aber ihr perſönliches Leben richtet ſich
nach anderen Geſichtspunkten, es geht von ſelbſt, entweder auf
natürliche Art oder durch perſönlichen Eingriff des lieben
Gottes. Nicht daß die Frau von ſich aus etwas gegen die
Wahrheit hätte. Im Gegenteil: Sie verehrt ſie als ein Ideal,
genau wie die Schönheit, aber ſo wenig ſie ſich etwa in ihrer
Kleidung nach den Geſetzen der Schönheit richtet, nicht einmal
nach dem, was ihr wirklich gut ſteht, ſondern nach dem Eindruck,
den ſie perſönlich auf andere, beſonders auf andere Frauen zu
machen gedenkt, ſo wenig läßt ſie ihr perſönſiches Leben durch
eine Wahrheit ſtören.
Wie gerne hört ſie zu, wenn er von ſeinen Erkenntniſſen
ſpricht, wie aufrichtig bewundert ſie ihn, wenn er mutig dafür
eintritt, aber die Narrheit, daß ſie nun deshalb ihre lieben
Ge=
wohnheiten ändern ſoll — neuerdings nemt man das ihre Der=
Lache mit deiner Fran über die gute Alte, die dir dieſen Schwur
abgenötigt hat.
ſönlichkeit — das geht ihr über die Hutſchmur. Das nimmt
ſie übel.
Was kannſt Du nun dagegen tun? Du kannſt alles von
Deiner Frau verlangen, nur nicht als Befolgung einer
verbind=
lichen Wahrheit. Sage ihr meinetwegen, um bei unſerem
Bei=
ſpiel zu bleiben, Du hatteſt Deiner ſeligen Urgroßmutter auf dem
Sterbebett verſprochen, niemals eine Frau zu heiraten, die in einem
geheizten Simmer die Cür offen ſtehen läßt. Lache mit Deiner
Frau über die gute Alte, die Dir dieſen Schwur abgenötigt hat,
aber ſie wird begreifen, daß man halten muß, was man einem
Sterbenden verſprochen hat, und wäre es, niemals im Leben
mehr ein N. auszuſprechen, und ſie wird Dir, falls ſie Dich
liebt, gerne helfen, eine ſolche Pflicht der Pietät zu erfüllen.
Kurzum, mache alles, was Dir verbindlich erſcheint, für ſie zur
perſönlichen Angelegenheit, und ſie wird ſich Dir zuliebe ſogar
ihr Haar wieder wachſen laſſen und im Winter gegen allen
Brauch warme Strümpfe und Schuhe tragen. Fängſt Du es aber
falſch an, dann kannſt Du ſie dahin bringen, daß ihr die
Wahr=
heit nicht nur, wie bei ihr normal, gleichgültig oder langweilig
iſt, ſondern daß ſie ihr verhaßt wird. Dam kannſt Du etwas
erleben. Dam wird ſie nämlich alles, was ſie tut, aus Crotz nur
darum tun, weil ſie weiß, daß es verkehrt iſt.
Menſchliche oder weibliche
Bildungsziele für die Frau?
Von Dr. Alice Salomon.
Können wir uns wieder beſondere weibliche Bildungsziele
geſtatten, nachdem die Frauen gleiches wie die Männer in Bildung
und Beruf erſtreben mußten, um als ebenbürtig und
gleichberech-
tigt anerkannt zu werden?
Die Bildung, die man früher den Mädchen geboten hat, die
über das Volksſchulziel hinausſtrebten, war zwar im beſonderen
auf die Aufgaben der Frau ausgerichtet, aber nicht in dem Sinne,
daß man ihr anderes als dem Knaben, aber Gleichwertiges bot;
wegs, um ſich nach dem Schlachtvieh für die kommende Woche
umzuſehen.
Als Peter den fetten Haſen am Nande des Grabens hängen
ſah, packte ihn der Uebermut. Er holte ſein Meſſer aus der
Caſche, zog der Katze das ſchwarze Sell ab, ſchob den
hartge=
frorenen Haſen ſamt dem Fell unter ſeinen Mantel und hing die
abgezogene Katze an den leeren Haken. Das alles dauerte kaum
zehn Minuten. Dann ging es zu den Bayern zurück, und bald
ſchmorte der Haſe in ſeinem Fette. Beim feſtlichen Mahle
ver=
gaß ſogar Schorſchl die Mieze. Die Knocheareſte des Hafen
wanderten ins Feuer, und bald war jede Spur getilgt.
Als Piepenbrink heimkam, ſchaute er ſchon von weitem nach
dem Haſen. Da hing er ja — ſo ſchien es wenigſtens. Aber was
war das? Hingen aus dem umgekehrten Balg nicht ſchwarze
Pfoten? Schon ſprang er hin, das Fell zu unterſuchen, und
ſiehe da: es war ein Katzenbalg. Er unterdrückte eien Fluch.
Dann nahm er das Fell und warf es in einen leeren
Patronen=
kaſten. Was blieb ihm anderes übrig, als den Offizieren am
andern Cag die Katze vorzuſetzen. Es wäre auch ſicher alles gut
gegangen, wenn der Gaſtgeber infolge plötzlicher Beurlaubung
des Oberleutnants nicht den dicken Studienrat eingeladen hätte.
Ein Stück des kunſtvoll geſpickten Nückens hatte bereits die
kritiſche Kontrolle paſſiert, und der Gaumen des Geſehrten hätte
wohl auch das übrige Wildbret als delikaten Haſenbraten gelten
laſſen, zumal der kräftige Notſpon das ſeinige tat und die
Sug=
geſtion bekanntlich eine große Nolle ſpielt. Aber plötzlich hatte
das ſcharf bebrillte Auge die Nückenwirbel und das
Schlüſſel=
bein des Cieres betrachtet und feſtgeſtellt, daß beides der
Ja=
milie Katze gehörte. Das war ein äußerſt intereſſanter Fall und
durfte nicht verſchwiegen werden. Der Leutnant ſchwor, und
Diepenbrink war Zeuge, daß er einen richtigen Haſen abgezogen
hatte. Der Studienrat verpfändete ſeine Ehre, daß der Braten
von einer Katze ſtamme. Die Köpfe dampften.
Der Streit dauerte bis in die ſpäte Nacht. Der Hauptmann,
als Oritter, hatte alles zu tun, um die Parteien zu beruhigen;
ihm ſelber blieb die Sache rätſelhaft.
Dann ſaß der Leutnant beim ſpärlichen Kerzenlicht und
ſchrieb einen Brief. Er hatte das Fell, das er im
Patronen=
kaſten liegen ſah, ohne es näher zu betrachten, in dickes
Pack=
papier gewickelt und an ſeine Braut adreſſiert. In dem
Be=
gleitbrief bat er, das ſchöne Haſenfell zum Gerder zu ſchicken;
es ſolle ein Andenken an die Vogelen ſein.
Acht Cags ſpäter kam die Antwort der Braut. Sehr herzig
und lieb — bis auf einen Satz. Ja, zum Henker nochmal; war
er denn verrückt? Da ſtand (er las es zehnmal, las es zwanzig=
mal): Du ſchreibſt von einem ſchönen Haſenfell, haſt aber ein
Katzenfell geſchickt. . ."
Chielmam war nahe daran, den Verſtand zu verlieren.
Eiſt ſpäter, als ſie wieder einmal beim Notſpon ſaßen, hat
der Hauptmann, dem der Peter gebeichtet hatte, ſeinem
Leut=
nant das Braten=Nätſel erklärt.
Die Macht des Wortes.
Von Soſtſchenko.
Man konnte nicht behaupten, daß der Prozeß verwickelt
war, im Gegenteil, alles war eindeutig und langweilig. Der
Verbrecher hatte ſeine Schuld geſtanden. Ja, es ſtimmte, er war
in eine fremde Wohnung eingedrungen, hatte in der Eile
bei=
nahe die betagte Wohnungsinhaberin erwürgt, und zwei Anzüge,
eine Kupferpfanne und noch em paar unweſentliche Klemigkeiten
mitgenommen. Wie geſagt, die Sache war nicht der Nede wert
und langweilig. Ich hätte gern den Gerichtsſaal verlaſſen, aber
es war ſchwer durchzukommen, der Saal war voller Menſchen,
außerdem brummte mein Nachbar, ein ältlicher Bürger,
jedes-
mal ſehr unfreundlich, ſobald ich mich bewegte. Ich blieb, und
guckte mir den Verbrecher an. Der ſaß ganz unbeweglich da
und blickte teilnahmslos zur Seite.
„— Intereſſant, wieviel man ihm aufbrummen wird. . ."
ſagte ich.
„Intereſſantes iſt nichts dabei”, ſagte der Alte, mein
Nach=
bar. — „Vier Jahre, bei ſtrengſter Iſolation.”
„Warum denken Sie das?"
„Ich denke nicht,” ſagte der Alte ſtreng, „— der Kodex
denkt.‟ Der Staatsanwalt erhob ſich. Er ſprach mit großem
ſeeliſchen Schwung. Viel unverfälſchter Sorn und große
Ver=
achtung waren in ſeiner Nede. Er zertrat den Berbrecher
buch=
ſtäblich. Er verglich ihn mit niedrigſtem Abfall, den aan ohne
Mitleid fortwerfen ſollte. Eine ſo ausgezeichnete Nede habe ich
lange nicht gehört. Das Publikum ſaß ſehr ſtill da, die
Ge=
ſchworenen lauſchten aufmerkſam. Ich blickte den Verbrecher
an. Niedrige Stirn, ſtumpfer Unterkiefer, tieriſcher Blick,
frag=
los, ein ausgemachter Bandit. Mit welcher Furcht er den
Sprechenden anblickte. „Der legt ſich aber ins Seug,” ſagte ich.
„der Burſche wird ſicher verſchickt werden, man wird ihm die
Höchſtſtrafe geben.” — „Unſinn!” ſagte der Alte, „vier Jahre
bei ſtrengſter Iſolation.‟ Der Staatsanwalt hatte ſeine Nede
beendet. Nach einer kurzen Pauſe begann der Verteidiger zu
ſprechen. Es war noch ein ziemlich junger Mann, aber wieviel
echtes Calent ſteckte in ihm. Was für eine Kraft des
Aus=
druckes! Wie klar und aufrichtig war ſeme Nede‟ Die Kraft
des Ausdruckes iſt eie große Gabe, es iſt ein großes Glück,
wenn man die Menſchen mit ſeinen Worten zu beſiegen verſteht
und ihnen die eignen Wünſche diktieren kann. Beinahe
andert=
halb Stunden ſprach der Verteidiger. Das Publikum rutſchte
auf den Stühlen herum, die Damen puderten ihre vor
Er=
regung erhitzten Naſen, einige Zartbeſaiteten ſchluchzten und
ſchneuzten ſich, der Staatsawwalt ſelbſt trommelte nervös mit
den Fingern auf den Papieren herum. Vollſtändig betäubt, mit
aufgeriſſenem Mund blickte der Delinquent ſeinen Wohltäter an.
Nein, der eVrteidiger beſtritt gar nicht die Schuld des
Ver=
brechers, nein! Es ſtimmt alles, aber wäre es nicht endlich an
der Seit, tiefer zu blicken .. . Wäre es nicht der Mühe wert,
den Vorhang, der die Geheimniſſe des Lebens verbirgt, zu lüften
. . . ja, der Mann iſt ſchuldig aber wäre es nicht angebracht
mit gütigen Augen dieſes einfache, naive Geſicht zu betrachten?,
. . . Ich ſchaute mir noch einmal den Verbrecher an. Catſächlich,
das Geſicht iſt naiv, die Stirn iſt wie Stirnen meiſt ſind, weder
zu hoch noch zu niedrig, auch der Unterkiefer ha tnichts
Außer=
gewöhnliches, paßt gut zu dem Geſicht, es iſt einfach nicht zu
glauben, daß man mit ſolch einem Unterkiefer eine Alte würgen
kann.
„Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß man den Burſchen
frei=
ſpricht,” ſagte ich — „oder ihm eine ganz gerige Strafe gibt.”
Unſinn,” ſagte der Alte, „vier Jahre bei ſtrengſter
Iſolation.”
Das Gericht zog ſich zurück.
Das Publikum ging in den Gängen auf und ab und
be=
ſprach die Nede des Verteidigers. Viele nahmen an, daß der
Verbrecher nicht mehr als ein Jahr bekommen würde. Mem
Alter zog wütend an ſeiner Pfeife und ſagte böſe zu den
Um=
ſtehenden.
— Unſinn, vier Jahre bei ſtrengſter Iſolation *
Endlich betraten die Geſchworenen den Saal.
Das Urteil lautete: Vier Jahre bei ſtrengſter Iſolation.
Der Verbrecher wurde ſofort fortgeführt.
Das Publikum verließ langſam den Saal.
Im Gewühl erblickte ich meinen Nachbarn wieder. Er hatte
die Augen zugekniffen und murmelte.
„Nun, was habe ich geſagt?
Dieſer Menſch verhielt ſich voller Skepſis gegen alle ſchönen
Worte. Ich bin mit ihm nicht einverſtanden. Ich liebe es, wenn
viel und ausführlich über den Menſchen geſprochen wird.
Man hat weniger Chancen, ſich m irren.
ſondern indem man ſie an allen ſchönen Künſten und
Wiſſen=
ſchaften nippen ließ, ohne ihr die Mothoden geiſtiger Arbeit im
derſelben Weiſe wie dem Knaben nahezubringen. Die höhere
Mädchenſchule war oben im Grunde genommen keine höhere
Schule. Sie hatte weder in bezug auf die wiſſenſchaftliche
Durch=
bildung, noch auf handwerkliches oder hauswirtſchaftliches
Können irgendeine Höhenlage.
Seit zwanzig Jahren iſt das anders, aber die Frau hat lich
zu ſehr den männlichen Bildungsbedürfniſſen unterworfen.
Aus dieſem Gedanken heraus hat ein moderner Pädagoge
(Cheodor Friedrich) die Gorderung erhoben, daß in dem Ziel der
Schule, in ihrer Arbeitsweiſe und ihrem Unterrichtsſtoff neben
dem Gemeinſamen, das in Mann und Frau enthalten iſt, das
Beſondere zu ſeinem Nocht kommen ſoll. Das Allgemeine iſt
kör=
perlich betrachtet das Suſtem der Knochen, der Nerven und
Mus=
keln, die Geſetze der Atmung, des Blutkreislaufs, des
Stoff=
wechſels, die Entwicklung von Geburt zu Cod über Kindheit und
Jugend, Neife und Welken. Gemeinſam iſt die Welt, die von
außen auf Auge und Ohr, auf Verſtand und Gefühl wirkt.
Gemeinſam auch der Einfluß der Umgebung, der Natur, der
ſozialen Inſtitutionen, die das geiſtige Sein und Leben beſtimmen.
Durch dieſe Einflüſſe wird ein Gleiches erzeugt in Mann und
Frau, das ſie zu einem von allen andern Lebeweſen unterſchiedenen
leiblich=ſeeliſchen Geſchöpf entwickelt. Das hat man in der
Ver=
gangenheit überſehen. Man hat den Körper der Frau unter das
Geſetz der Behütung geſtellt und iſt dadurch zu einer Verzärtelung
und Schwächung des Körpers gelangt. Erſt die Subilligung der
„Menſchenrechte an die Frauen hat ſie aus den Feſſeln einer
ver=
ſchnürten Kleidung befreit” Geſundheit und ebenmäßige Kräfte
gelten heute auch bei der Frau als Schönheit. Mann und Frau
werden alle Kräfte aufbieten müſſen, daß nicht ein Wechſel der
Mode ihnen das ſchwer errungene gemeinſame Necht auf
Geſund=
heit der Körpers wieder nimmt.
Vergangene Seiten haben nicht nur den Körper, ſondern auch
den Geiſt der Frau oingeſchnürt und überſehen, daß die
Denſt=
geſetze geſchlechtslos ſind. Und auf dem Gebiet des Sittlichen hat
man die Frau zu einer beſonderen Art von „Cugend” erzogen.
Noch in einer nicht lange vergangenen Seit galt für die Frau das
Aufwachſen im ongumzirkelten Familienkreis. In weiten Kreiſen
folgte Verlobtwerden, Verheiratet werden, und dann
Wirken als Frau und Mutter unter der Leitung des Mannes:
kurzum, alle Cugenden liefen in das Gefühl der Abhängigkeit
zulammen.
Friedrich will ſtatt deſſen ein Frauengeſchlecht
heran=
bülden, das ſich des Menſchenrechts der Freiheit bedienen kann,
ohne an ihm zugrunde zu gehen. Letzter Sinn der Schulbildung
muß ſein, auch die weibliche Jugend von Jahr zu Jahr von dem
ſie gewöhnenden Willen anderer immer freier werden zu laſſen,
bis ſie zuletzt aus klarer Erkenntnis ihres Eigenweſens ihre
Stel=
lung in der Umwelt, ihre Aufgaben gegenüber den übrigen
Men=
ſchen ſelbſt zu beſtimmen und die Führung ihres Lebens in eigene
Hand zu nehmen vermag. Das Ideal der Frauenbildung für ihn
iſt der in leiner äußeren Erſcheinung wie in ſeinem inneren Weſen
gleich geſunde, gleich ebonmäßig geformte, in Anlagen und
Fähig=
keiten geſteigerte Menſch, der mit offenem Simn, mit feinem
Emp=
finden und klarem Verſtand die Umwelt aufnimmt: der ſowohl
ſein eigenes Weſen, wie auch das der menſchlichen Gemeinſchaft
erfaßt, ſeine Nechte und Pflichten gegen ſich und die Gemeinſchaft
ſelbſt abgrenzt, und der in ſeinem Wirken nach ſelbſterkannten und
ſelbſtgeſteckten Sielen ſtrebt.
Alfo kein Surück zu den alten weiblichen Bildungsinhalten.
Aber Neuerarbeitung von Bildungszielen, die ausgerichtet ſein
müſſen auf Staatsgeſinnung und Berufsgeſinnung. Dennoch eine
Bildung, die Nückſicht nimmt auf die Urform menſchlichen Seins
ud Handelns, auf die Naturverwobenheit und Naturgegebenheit.
Die Natur hat jedes der beiden Geſchlechter zum
Suſammen=
wirken verſchiedenartig geſtaltet. Dieſe Verſchiedenheit der
Ge=
ſchlechter will Friedrich auch in Erziehung und Bildung
be=
rückſichtigen. Der weibliche Organismus iſt unvergleichlich länger,
ſtärker und imnnerlicher in ſeiner Geſamtheit vom Dienſt an der
Arterhaltung erfaßt. Dieſer Untergrund weiblichen Weſens muß
auch im höheren leelſchen Leben ſeine Auswirkung haben.
Wem Friedrich die Betonung des Muttertums in
Er=
ziehung und Unterricht fordert, wenn er das Verhältnis der Frau
zum Kind, zur Ehe, zum Haus der weiblichen Jugend nahebringen
will, wird man ihm in der Sache ganz zuſtimmen können. Wer mit
fungen Mädchen zu tun hat, weiß, daß ihre Intereſſen im Grunde
genommen heute wie ehemals, und heute noch viel bewußter und
ausgeſprochener, um dieſe Intereſſen kreiſen. Wer das aber
berückſichtigen will, muß zu der Forderung gelangen, der Frau,
der Lehrerin einen ſtärſteren Einfluß auf die Schule zu geben. Die
Betonug der ſpezifiſch weiblichen Lebensaufgabe durch männliche
Lehrer iſt ſchlechthin abzulehnen. Für den Mann müſſen andere
Aufgaben in der Schule vorbehalten werden.
Intereſſant iſt in dieſem Suſammenhang die Stellung, die
Friedrich zu der gemeinſamen Erziehung der Geſchlechter findet.
Er lehnt ſie durchaus nicht ab. Er will nicht unter allen Umſtän-.
den getrennte Schulen für Knaben und Mädchen. Er hält es für
möglich, auch bei gemeinſamer Erziehung die Naturgebundenheit
der Frau zu berückſichtigen und ihre natürlichen Gaben voll zu
entwickeln. Aber er hält es für eine unerhört ſchwierige Aufgabe,
über die man ſich hinwegtäuſcht, wenn man ſich mit
allgemein=
menſchlichen Bildungszielen begnügt.
Wie groß der Wandel iſt, der ſich im Laufe der letzten
Jahr=
zehnte in der Auffaſſung vollzogen hat, geht aber daraus hervor
daß er eine Cypenbildung der Schulen, etwa in ſolche, die auf
Muttertum als Bildungsziel hinarbeiten, und auf andere, die
geiſtigen Bildungszielen nachgehen, entſchieden ablehnt. Keine
Schule loll für ſich das Necht in Anſpruch nehmen, die
ausſchließ=
liche Vorbildungsſtätte der künftigen Mutter zu ſein, einfach
ſchon deswegen, weil ſie die tatſächliche Mutter= und
Haus=
frauenſchaft den von ihr Reifgeſprochenen weder zuzuerkennen
noch zu gewährleiſten vermag. Ebenſowenig darf oine Schule
unter dom ausgeſprochenen oder nicht ausgeſprochenen Gedanken
geleitet werden, daß die ſie durchlaufenden Mädchen ihren
Le=
bensweg unabhängig von Ehe und Mutterſchaft zu gehen hätten.
Eine Frage der Gleichberechtigung der Frau und die Frage
der weiblichen Berufstätigkeit braucht nicht mehr umſtritten zu
werden. Deshalb kann das Frauengeſchlecht von heute, das nicht
mehr leine wertvollſten Kräfte im Kampf abnutzen oder
weſent=
liche Seiten ſeines Seins verleugnen muß, auch in Bildung und
Berufsausübung die innere Einheit bewahren, um die
urweib=
liche Weſenheit auszuwirken.
Wenn junge Mädchen durch
die Welt liegen.
Der Streit Beinhorn — Mittelholzer.
Von Hans Klötz.
Das dreiundzwanzigjährige Fräulein Elli Beinhorn iſt im
Leichtflugzeug nach und durch Afrika geflogen. Die Leiſtung
bleibt erſtaunlich, trotz der Notlandung, die den Rückflug
unter=
brach und ſeine Fortſetzung zweifelhaft macht.
Auf dem Hinflug traf ſie in Cap Jubu den Schweizer
Flie=
ger Walter Mittelholzer, den Afrika=Spezialiſten unter den
Oeldruckmeſſer, weil der alte kaputt war, auch Kartenmaterial
berühmten Piloten des Erdballs. Mittelholzer ſchenkte ihr einen
für den Weiterflug, er ſparte auch nicht mit guten Natſchlägen,
Später ſetzte ſich Mittelholzer hin und ſchrieb einen Bericht
über ſeine Erlebniſſe, und er tat auch Erwähnung des
Su=
ſammentreffens mit der jungen Fliegerin, diesmal, von der hohen
Warte des Fachmanns aus, nicht ohne die Stirne zu runzeln:
Als Elli Beinhorn in Cap Juby landete, ſei die Maſchine
ſchon lange nicht mehr m Ordmmg geweſen. Der
Oeldruck=
meſſer war zerbrochen, der Courenzähler funktionierte nicht.
Der Benzintanke reichte zwar für zehn, der Oeltank jedoch nur
für ſieben Flugſtunden. Neparaturen konnte Fräulein Beinhorn
nicht durchführen, ſie beſaß auch keinerlei Erſatzmaterial. Dabei
flog ſie über 700=Kilometer=Etappen, auf denen man
Swiſchen=
landungen nicht vornehmen kann. Mittelholzer ſagt, die ſpaniſchen
und franzöſiſchen Flieger ſeien ſich darin einig geweſen, daß es
bodenloler Leichtſinn ſei, wonn eine unerfahrene Sportfliegerin
mit einer ſchwachen und ſchlecht gepflegten Maſchine die von
Näuberbanden bewohnte und von gefährlichen Stürmen
heim=
geſuchte Wüſte am „Nio de Oro befliege („ſich zum Cummelplatz
erwählt”).
„... dem Fluggedanken wird nicht gedient, wenn aus
Un=
kenntnis und Senſationsluſt junges Leben aufs Spiel geſetzt wird,
wo es ſich ja nicht um die Löſung einer neuen Aufgabe handelt.”
Bewunderung für die Kühnheit der jungen Fliegerin auszudrücken.
Soweit Mittelholzer. Er vergaß freilich auch nicht, ſeine
Als der Bericht in Deutſchland geleſen wurde, erhoß ein
väterlicher Freund junger Fliegerinnen in der Seitſchrift „
Flug=
ſport” geharniſchten Proteſt. Mittelholzer habe ſich
unkamerad=
ſchaftlich aufgeführt, er habe die Beinhorn mit gehäfſigen
An=
griffen bedacht.
Der Sekretär der Schweizeriſchen Luftverkehrs=Union, Herr
Dr. Nollfus, antworte im Berner „Bund”. Er nimmt ſeinen
Freund Mittelholzer in Schutz, er führt an, wie ſehr ſich
Mittel=
holzer um das deutſche Flugweſen verdient gemacht hat. So
wird aus der Sache ein deutſch=ſchweizeriſcher Streitfall, eine
europäiſche Angelegenheit, und dies ohne das Wiſſen und Sutun
der eigentlichen Beteiligten Beinhorn—Mittelholzer.
Die deutſche Oeffentlichkeit wird beiden Ceilen mit einer
Ehrenerklärung zur Verfügung ſtehen. Wir achten und ſchätzen
eine junge Dame, die mit einem Leichtflugzeug den Luftſpuren
älterer männlicher Kollegen mit ſtärkeren Maſchinen folgt. Wir
ſind immer geneigt jede ſportliche Leiſtung einer Frau
anzuer=
kennen, gleichgültig, ob ſie einen Sweck hat oder nicht.
Wir ſchätzen und verehren auch den Flieger Walter
Mittel=
holzer. Weil er ein Mann der Cat, ein vorzüglicher, Pilot und
guter Kamerad iſt, weil er der deutſchen Luftfahrt die Wege
ins Ausland eröffnet hat, weil er immer mit Maſchinen deutſcher
Herkunft geflogen iſt, als erſter nach Perſien, als erſter nach
Afriſka.
Wir verſtehen beide Standpunkte: den der jungen Dame, die,
den Flugſchein in der Caſche, die Maſchine auf dem Flugplatz,
von brennendem Ehrgeiz erfüllt, etwas „Großes” unternehmen
will und nach Afrika fliegt, obwohl die Maſchine ſchwach, ihre
Erfahrung gering, ihre Ausrüſtung mangelhaft iſt. Wir
ver=
ſtehen den Pionier des Luftverkehrs, den Direktor einer
Luft=
verkehrsgeſelſchaft, Mittelholzer, der um das Anſehen der
Sliegerei beſorgt iſt und gegen Auswüchſe wettert.
Wir glauben ſogar, daß ſie beide einander verſtehen:
Mittel=
holzer das tapfere Sportmädel mit dem Draufgängerherzen, das
Sportmädel den erfahrenen Flieger, der drohend den Finger hebt.
Man möge die Streitaxt ruhig begraben. Wir glauben nicht,
daß die fliegeriſchen Unternehmungen unſerer Sportmädel, die
heute nach Ceneriffa, morgen nach Afrika losgehen, die, wie
Amu Johnſon, nach Auſtralien fliegen, oder, wie Chea Naſche,
unter der New Yorker Brooklun=Brücke ins Waſſer plumpſen,
damit weltbewegende Pionierleiſtungen für die gute Sache
voll=
bringen, und wir werden uns gegen ſolche Unterſtellungen zu
wehren wiſſen. Wir wollen ihnen andererſeits ihre Freude laſſen:
der eine klettert auf einen Kirchturm, der andere ſchwimmt über
den Kanal — warum ſoll Eli Beinhorn nicht nach Afrika fliegen!
Schach
Veh
Nummer 411.
Endſpielſtudie 44.
F. Köhnlein.
(Akad. Monatsheft, 1914.)
a
Wche
Aus den Teilen der vorſtehenden Figur ſoll der Name des Dichters
Hölty gebildet werden.
Carl Deubel.
Weiß zieht und gewinnt.
Brüfſtellung: Beiß: Kel De6 Td1 8d6 Ba2 42 (6);
Schwanz: Ko7 Dg2 To8 f8 Sa4 Ba7 b7 e5 g6 g7h7 (1); Weiß zieht und
ge=
winnt.
In obigem Stück iſt eine wohl jedem Schachfreund bekannte ſchöne
Kombination in einfacher Form verdoppelt.
Anfragen, Beiträge, Löſungen uſw. nur an die Schriftleitung des
„Dermſtädter Tagblatts” mit der Aufſchrift „S
Rie
Nöfſlſiprung.
B. Hlagt wort heil der ver im blei lich ſam menn te kort bet ſehmer ſei bu und ein hoff drück lagt mer fort Freund noch nung Silbenrätſel.
Aus den Silben: a a a ach ar
ganz hou i ka ko land le me
no no nun on ot pel ra re re rei ri ſe ſel ſig ſil
che de de di e eng
mer mie ni nie nik
ſom ſter ſul tat te tel ti ti uſ uſ wach wim ſind 19
Wörter zu bilden, deren erſte und dritte Buchſtaben, beide von
oben nach unten geleſen, ein Zitat aus Shakeſpeares „Julius
Cäſar” ergeben.
Die Wörter bedeuten: 1 Ausſchmückung, 2 Teil der Batterie,
3 Jahreszeit, 4 kleine Flagge, 5 Herbſtblume, 6 Gleichwort für
Ergebnis, 7 Feinheit in der Kleidung, 8 Schwachſinniger, 9
päpſt=
licher Geſandter, 10 Naturwiſſenſchaft. 11 Rattengift, 12
euro=
päiſcher Staat, 13 Schattenriß, 14 Erdteil, 15 dürres Aſtholz,
16 Vogel, 17 Teil des Oberkörpers, 18 inneres Organ, 19
Meß=
werkzeug.
Kreuzworträtſel.
Waagerecht: 1 ein ſchöner Zeitabſchnitt, 6 Schweizer Kanton, 7
eng=
liſche Anrede, 9 Pöbel, 11 zu Cateiniſch), 12 Abkürzung für einen
gkade=
miſchen Titel. 13 Nebenfluß der Donau, 15 fremdländiſches Geldſtück,
16 engliſches Getränk. 18 Blume.
Senkrecht: 1 Frauenname, 2 Umſtandswort, 3 Abkürzung für
Num=
mer, 4 Nebenfluß des Soſna, 5 Erzengel, 8 Frauenname. 10
Dichtungs=
art, 14 Vergnügungslokal, 15 Hauptarm des untenen Rheinlaufs, 17
chineſiſches Wegemaß.
Carl Deubel.
Auflöſungen der Rätſel aus Nummer:1s.
Der verwandelte Tale
Dreierlei: Winter, Wetter, Werther.
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaition: Dr. H Nette. Darmſtadt. Fernſpr. 1,. 2389—2392. — Alle Rechty vorbshalten Nachdr. verbast
Nemlich es geheert ſozuſage zu de Bildung in alle
Läwens=
lage, daß mer net bloß uff ſei Zeidung abbonniert is, ſundern
mer muß ſe aach beziehe, un womeechlich aach läſe, um damit daß
mer was waaß, un was erfehrt, un was hott for ſei Geld. Un
was e richdich reduſchiert Zeidung is, die hellt ſich an däß Wort:
„wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen . Un däßhalb
muß e Zeidung vielſeidich ſei, un net bloß de Seide, ſundern
haubtſächlich dem Inhalt nooch. Dann die Geſchmäcker vun
ſo=
ere weidverzweichte un aſſpruchsvolle Läſerſchaft, die ſin ſo
ver=
ſchiede, wie’s Abrillwädder, un der aane wills geſodde, der anner
gekocht, der Dridde gebrode, der Vierde geſchmelzt, der Fimfte
roh — no un ſo fort un ſo weider ätzädderapepe.
Un mer kann beiſpielsmeßich aach ſofort ſähe, wäß Geiſtes
Kind ſo e Zeidungsläſerich is, wann mer beowacht, wo er deerſt
dieguckt. Guckt aaner beiſpielsmeßich de erſt uff die vorderſt
Seid, noochher waaß mer ſofort, daß däß e großer Bolledicker is
vor dem Härrn. Un der ſtudiert alſo in erſter Linnje de bollidiſche
Daal, damit er erfahrn dhut, wie mir reſchiert wärrn. Un wann
er beim Läſe uffmuckt, un ſchlegt uff de Diſch un ſeegt: „Groß=
ordich! — Ausgezeichend!” — dann kann mer a’nemme, daß mer,
ſeiner Maanung nooch, dorchaus net dementſprechend reſchiert
wärrn, ſundern ganz im Gäjedaal, un daß es do in=eme Addickel
die Reſchierung widdermol geſagt krickt, daß ſe vum Reſchiern kaa
blaß Ahnung hott. Un damit is unſer „Bolledicker” befriedricht,
ſein erſte Zorn hott e Venndill gefunne, er ſchimbft noch e Weil
uff Dod un Deiwel, un geht dann beruhicht an ſei Dagewärk,
ſoweit er aans hott. —
Der anner dohärngäje, der iwwerſchlegt des „Bollidiſche”; er
gibt nix uff’s Schimbfe un ſeegt, dovo dhets doch net annerſter
wärrn, un verliert ſich in de lokahle Daal. Dann do is er
de=
haam, do waaß er um was ſichs dreht. Un wanns aach bloß
Nach=
richte ſin aus em Stadtballament un de ſunſtiche Vereine, odder
Vorſchleg zur Hewung des Verkehrs, odder Kridick an de „Heag",
odder Dienſt= un Geſchäftsjuwiläume, odder des dägliche un
ords=
iebliche Verkehrsunglick — ganz aanerlaa, wann=er ’s „Lokahle‟
geläſe hott, is er im Bild —
Der Dridde is „ärſchendwie” un „ärſchendwo” mit de Kunſt
verwandt un verſchwäjert, odder er hott ſunſt en Stich ins
Gei=
ſtiche, un demgemeß indräſſiert en nor däß, was unnerm Strich
ſteht. Un wann mer den beiſpielsmeßich freegt: „No, wie hott’s
Ihne dann gäſtern Awend im Therjader gefalle?” — dann ſeegt
er aam in aller Unſchuld: „Ich waaß net, ich hab die Kridick noch
net geläſe!“
E groß Azahl weiblicher Läſer jeglichen Geſchlächts indräſſiert
ſich bloß for die Dodesazeiche, damit ſe erfahrn, wer ſich als
ge=
legendlich begrawe loſſe dhut. Sie brauche halt was, for’s Gemied,
un wann ſe jemand Bekanntes bei dene Drauernoochrichte finne,
do freie ſe ſich orndlich, ſo lagd dhuts=en.
Annern, die wo uffs Gemied nix gäwwe, ſundern ſage, mir
braichte e haddes, widderſtandsfehiches Geſchlächt, die ſtudiern
eif=
rich de „Sportdaak”, um damit, daß ſe ſtack un kräfdich wärrn, un
Bulljong in die Knoche, un Mack in die Mußgeladur krieje.
Schließlich ſin däß mindeſtens äwe ſo große „Schborzler”, wie die,
wo Sunndags uffm Stadion ſteh un — zugucke; odder lieje
de=
haam de lange Wähk uff de Schäßlong un loſſe ſich de
Schborts=
bericht, odder die Räbordaaſch vun=eme große Schbordsereichnis in
die Ohrn fliſtern ..
Annern widder, die wo gärn es Gruſele lärne wolle, die
ſtu=
diern ei gehend de „Handelsdaal”, vun wäje ihre Ackazie un ſo.
Die meiſte awwer vun de Zeidungsläſer, die ſtudiern ganz
be=
ſunners genaa die Annohſe. Un ich muß ſage, die hawwe de
Finger uff de richdiche Effnung, dann im Annohſedaal, do lärnt
mer des Läwe kenne, un do erfehrt mer, was geſpielt wärd, un
wo Baddel de Moſt holt.
Der Inſeradedaal vun de Zeidung der is alſo meines
Erach=
tens nooch, s Indräſſandſte, wo mer hott. Beiſpielsmeßich, do
annohſiert aaner, er dhet kimfdich net mehr for die Schulde
uff=
kumme, die wo ſei Fraa Kathinka, geborene Bumb, mache dhut,
indem er for nix hafte dhet; un do kann mer ſich ſofort e Bild
devo mache, was die for e glickliches un friedliches Eheläwe fiehrn,
un daß der genug an ſeine eigene Schulde hott. — Dann lieſt mer:
„Die Dame, wo gäſtern Awend im Union, im Dunkele dem Herr
uff de Fuß gedräde hott, wird um ein weideres Läwenszeichen ge=
beten, zwecks ehrbarer Anneherung, ſpätere Heirat nicht
ausge=
ſchloſſen.” —
Unner uns geſagt, ich hab an ſellwichem Awend, wo däß am
annern Dag in de Zeidung geſtanne hott, zufellich widder mol aam
uff de Fuß gedräde, was allerdings bei mir efters vorkimmt.
Wann ich denk, wem ich net all ſchun uff de Fuß gedräde hab! —
Awwer noch nie hott däßwäje aaner um ein weideres
Läwens=
zeichen gebäde. No un däßhalb hab ich mir geſagt, a Ehr is die
anner wert, un hab demſellwiche, äwensfalls per Annohs, e
wei=
deres Läwenszeiche gäwwe. Un do hott der mich ans „Faixe Eck”,
beſtellt, un ich ſollt als Erkennungszeiche e Blumeſtraißche in de
Hand halte. No un weil ich grad kaa Blumeſtraißche verwiſche
konnt, hab ich afach aan vun meine Kackduß mitgenumme, der wo
zufellich geblieht hott. Un ich hab ganze zwaa Stund am „Faixe=
Eck” gewort, awwer ich hab nix vun=ere ehrbare Aneherung
ge=
märkt; bloß daß e junger Mann, kaa fimf Schritt vun mir, e
Oh=
macht krickt hott, un mit dem Sanidädsaudo ins Spidahl kumme
is, während mich ſpeder der Verkehrsſchutzmann uffgeſchriwwe
hott, wäje effendlicher Verkehrsſteerung ſamt Aerchernis, bedräffs
meim Kackduß —
No un dann de Heiratsmack in de Zeidung. Alſo was ſich do
net alles dhut. Jedes Alter, jeder Stand, jed Hoorfabb is do
verdräde; nix wie lauder verdrägliche, bildſcheene, ſauwere
Ge=
mieder, unner Dißkrezion, mit un ohne Ausſteier, Kinner odder
Vermeeche; un ich hab mer ſchun manchmal ausgemolt, wie däß
wärd, wann zum Beiſpiel die haisliche Blondine den junge Mann
in geſicherter Läwensſtellung un Nadurfreund zwecks Einheirat
dadſächlich krickt. Un manchmol ſucht in a un deſällwe Zeidungs=
Nummer e „Er” un e „Sie” wäje Mangel an Umgang, uff dem
net mehr ungewehnliche Wähk zum Standesamt, de Aſchluß,
un mer hott des Gefiehl, alſo die zwaa baſſe zuſamme, un mer
mecht drum zu gärn wiſſe, ob ſe ſich aach krickt hawwe, ob ſe
glick=
lich mitnanner ſin worrn, un ob mer bereits zu=eme frohe
Ereich=
nis graddeliern kann".
Awwer leider, in däre Beziehung wärd aam ſei Neigierd net
befriedicht, un mer muß ſich ſchun an de Roman halte, der wo
in=
ere richdiche Zeidung gleichfalls net fehle dhut.
No alſo, ſo wärd in de Zeidung for jeden Geſchmack geſorgt,
un wer die Zeidung richdich zu läſe verſteht, kimmt jedenfalls uff
ſei Koſte. —
Allerdings, jetzt gibts noch e Azahl Läſer, die ſin vun=ere
a=
ſtendich gefiehrte Zeidung ſchwer zu befriediche. Dann warum? —
Sie hawwe nor ihr Fraad am Klattſch un Drattſch, am Schkandahl,
an gaſchdiche Brozäßberichte, un mechlichſt ſchauerlich ausgemolte
Verbräche un ſo. Freilich, un es gibt leider Zeidunge genug, die
dem ſchlechte Geſchmack vun de Läſer in däre Beziehung
weit=
gehenſt endgäje kumme. Wo nor e Schkandählche zu widdern is,
do ſin ſe bei de Hand. Brozäſſe un Verbräche wärrn eigehend
ge=
ſchildert, un des Schauerliche un Gemeine mit beſunnere
Schlagzeile
beſunners dick un fädd erausgehowwe, damits jo in die Aage ſticht,
wann de erſte Blick druff fellt. Un merkwärdicherweis ſin däß als
grad die Zeidunge, die bei alle baſſende un unbaſſende
Geläjen=
heide däß Wort „Kulldur” im Maul fiehrn, un vorgäwe, for
Rein=
heit un Ordnung eizudräde.
Gewiß ſoll aach iwwer derordiche Ageläjenheide, wie
beiſpiels=
meßich den Maſſemörderprozäß, e Zeidung berichte, awwer nor des
Allernodwenichſte, dann däß is ſchun zuviel. Un warum?
— Mer waaß: Verbräche ſin wie die Maſern, ſie ſtecke a”; un wann
mer aach bei de Maſern ſage kann: der wo ſie mol gehatt hott, der
krickt ſe net mehr, ſo is däß bei de Verbräche meiſtens des
Gäje=
daal der Fall, nemlich, wer aamol verbroche hott, verbricht immer
widder. Un dodegäje hilft kaa Imbfe, kaa Beſtrahle, un kaa
Spritze, kaa Biomals un kaa Pille, Dabblädde un Zäbbcher.
Un wie geſagt, was des Schlimmſte is, die Verbräche ſtecke a,
beſunners wann ſe ſo ausfiehrlich beſchriwwe un geſchildert
wärrn. Dann wer awwer lieſt däß am gernſte? — Vor allem die,
die ſchun vun Haus aus mit=ere krankhafte Fanndaſie begabt ſin.
Un zweidens nadierlich — die Jugend! — Grad die Jugend,
for die mer ſich doch äwe mit Recht ſo ſehr ins Werk legt, damit
ſe geſund und kräfdich wärd an Leib un Seel —
Awwer mer brauch äwe bloß emol ſo in Famillie, wo Kinner
ſin, erum zu heern, die ſteije als äxdra e Värdelſtund frieher uff.
damit ſe noch ſchnell for de Schul die Zeidung läſe kenne. Mer
wärd ſchun wiſſe warum .. ."
Alſo do kann mitunner mehr Schade geſtift wärrn, als wie
alle idealiſtiſche Jugendbewegung widder gud mache kann.
Nadierlich is der Maſſemörderprozäß aach widder ſo e Fräſſe
for ſo Art Menſche, wie mei Freundin, die Endebärzelſen. Wann’s
däre nooch gingt, braicht iwwerhaubt nix annerſter in de Zeidung
zu ſteh, als ſo Zaick. Un ſie kaaft ſich ſogar äwe äxdra ſo
Zei=
dunge, die wo ihrm verdorwene Geſchmack do endgäjekumme.
Aw=
wer es ſchennſte is, ſie draut ſich jetzt widder awends kaum noch
allaans iwwer die Gaß, un am helle Dag noch net emol allaans
in de Keller, iwwerall ſieht ſe Geſpenſter —
Alſo mer mag iwwer die Sach denke, wie mer will, awwer
ich ſag mir, Zeidunge, die wo in ihre Berichterſtattung do
weider=
geh, als ihres Amtes is, die dreiwe weider nix, als en ganz
ver=
wärfliche un nixnutziche Abbonnentefang.
Mer geht doch aach em Dräck uff de Gaß ausm Wähk, warum
ſoll merm do net aach in de Zeidung ausm Wähk geh! —
Un gibts net aach Scheenes un Gudes uff de Wäld?! — Is ſe
wärklich ſo ſchlecht, wie ſe e gewiß Sord vun Zeidungsſchreiwer, un
e gewiß Sord vun Konnjungdurdichter ſieht? — Odder hawwe die
bloß de Blick for des Scheene verlorn? — Jano, do muß ich ſage:
„Gleiches bringt Gleiches hervor!” däß is e ald, awwer e wahr
Regel. Wer alſo nor all des Gemeine un Gewöhnlich ſieht, lieſt,
heert un denkt, der brauch ſich net zu wunnern, wanns dann in ſeim
Härz aach net beſſer ausſieht. Wer awwer des Gude ſucht, der
finds aach, drotzalldem, nemlich er brauch bloß dem Schlechte
aus=
em Wähk zu geh. — Un wie haaßt’s in de Schrift? — Es waxe
kaa Feige uff de Diſtel, ſundern ein guder Baum drägt gude
Frichte, aber ein fauler Baum wird abgehauen un ins Feuer
ge=
worfen
Wie geſagt, vun mir aus braicht all däß gruſeliche Zaick
iwwerhaubt net in de Zeidung zu ſteh. Awwer es gibt leider aach
Läſer, die dodriwwer informiert ſei wolle, wann aach noch ſo
knabb. No un do kann mer halt nix mache, däß is ſo, wie’s is, un
wer e ſchäbb Maul hott, hott e ſchäbb Gebiß —
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. — „Was de Menſch wert is, fehrt
wäddern!” — hab ich die Woch zu mer ſällwer geſagt, wie ich in
de Zeidung geläſe hab, daß ſe unſern verfloſſene Bauborjemaaſter
zum Vorſitzende vum Hausbeſitzerverein gemacht hawwe. En
tem=
bramendvollere hedde ſe ſich gornet winſche kenne, dann es is
min=
denſtens ſo e großer Druffgenger, wie ſei Vorgenger. — Ja un wie
ich erſt den Bericht vun de Hausbeſitzer ihre Haubtverſammlung
geläſe hab, die wo ſich ſcheinbar ganz aus Verſähe, un ohne Abſicht
zu=ere imboſande Brodäſtverſammlung ausgewaxe hott, alſo wie
ich den Bericht geläſe hab, do hab ich an e Verſammlung in de
Tornhall denke miſſe, ausgangs 1924 odder ofangs 1925. s war es
ſällwe Bild. Domols hott noch mei liewer Freund un Speezel,
de Kunnrad Hauri bräſſidiert. Un domols hott’s aach gehaaße:
„Alſo ſo kanns net mehr weidergeh!” — Freilich, domals hab ich
uff däre Verſammlung die „Brominende” vun Stadt un Staat
vermißt; ich kennt mich wenichſtens net erinnern, daß ich aach nor
aan geſähe hett. Däß war allerdings noch die Zeit, wo die
Mehr=
heit uff unſerm Rodhaus vun=ere akebbiche Minderheit
re=
ſchiert worrn is .
No, unſer verfloſſener Bauborjemaaſter un die Hausbeſitzer,
die hawwe jo jetzt die beſte „Beziehunge” zu enanner. Hoffe mer
alſo des Beſte!
Allerdings ich muß ſage, die Beziehunge dhun’s aach net
im=
mer. So ſchreibt mir die Woch äwenfalls ſo e guder Freund un
Speezel, ich ſollt emol die Bolledick — Bolledick ſei loſſe, un ſollt
liewer, bei meine gude Beziehunge zum Himmel, for=e a’ſtendich
Friehjohrswedder ſorge. — Alſo was däß bedrifft, ſo mecht ich dem
bedräffende Speezel en klaane Vers ins Stammbuch ſchreiwe:
Macht dir aach noch des Wädder Schmärz,
Verlier nor net de Mud; —
Un hoſt dein Friehling du im Härz.
Dann wärd ſchun alles gud! ..
Der zeitgemäße Haushalt.
(Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.)
Die Koſten des Speiſezettels ſind für 6 Perſonen berechnet.
Küchenzettel für die Zeit vom 20. bis 26. April.
(Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.)
Montag, den 20. April:
Gebr. Mehlſuppe
0.30
Haferbrühlinge mit Rotkohl"."
1,50
1,80
Dienstag, den 21. April:
Sauerampferſuppe
0.30
Grießklöße mit Salat".
1,70
200
Mittwoch den 22. April:
Rumfordſuppe
0,36
Kalbsfrikaſſee mit Reis
3,00
3,36
Donnerstag, den 23. April:
Spargelſuppe
0,50
Schinken=Makkaroni ."
1,60
0,60
mit Salat".
2,70
Freitag, den 24. April:
0,30
Grünkernſuppe.
1,75
Fiſchhackbraten mit Kartoffeln
2,05
Samstag, den 25. April:
1,60
Linſenſuppe mit Würſtchen
Sonntag den 26. April:
1.10
Klare Brühe mit Einlauf
3,50
Schweinelendchen m.
2.20
Spargel und Kartoffeln
1,75 Mk.
Makei mit Preißelbeeren
8,55 Mk.
Fiſchhackbraten: 2 Pfund Fiſchfleiſch, 3 trockene Semmeln,
2 Eier, 40 Gr. Speck, 20 Gr. geriebene Semmel, 60 Gr. Fett, Salz,
Zwiebel. — Das gehäutete, entgrätete Fiſchfleiſch wird mit Speck,
Zwiebeln und den eingeweichten Semmeln durch die Hackmaſchine
gedreht, mit Salz, Ei und geriebener Semmel durchgearbeitet und
zu einem, beſſer zu zwei Broten geformt, in heißem Fett unter
öfterem Begießen, evtl. Zugießen von Waſſer, im Bratofen
ge=
braten. Die Tunke wird mit Mehl und ſaurer Sahne gebunden.
Makei. Anderthalb Pfund Quark, dreimal durchs Haarſieb
ſtreichen, mit Milch oder Sahne ſchaumig ſchlagen und leicht
rüh=
ren, mit Zucker und Vanillin abſchmecken, Preißelbeerkompott
da=
zu reichen.
Allerlei Frühlingsſuppen.
Roſenſuppe. 1 Pfd. Möhren werden geputzt, geſchnitten
und mit 2 Kartoffeln weichgekocht, durch ein Sieb getrieben, mit
einer hellen Mehlſchwitze aus Fett, Mehl und Zwiebel und dem
Kochwaſſer ſämig gekocht, mit friſcher Butter abgeſchmeckt und
mit reichlich Peterſilie verrührt, aufgetragen.
Würzige Kräuterſuppe. 100 Gramm feiner Grieß
wird mit eigroß Butter hellgelb geröſtet, dann mit
Knochen=
oder Fleiſchbrühe aufgefüllt, langſam ausgequollen. 1 Obertaſſe
gemiſchte Kräuter, wie Schafgarbe. Sauerampfer, Löwenzahn,
Kreſſe, Rapünzchen und Peterſilie, grob gewiegt, darin noch
½ Stunde ziehen gelaſſen, mit Eigelb abgezogen und mit Salz
und Tiſchbutter abgeſchmeckt.
Kerbelſuppe. In leichter Fleiſch= oder Knochenbrühe
ſaſſe man Eiergräupchen ausquellen, füge feingewiegten Kerbel
nach Belieben bei, ſtäube wenig Muskatnuß daran und gebe 1—2
Eßlöffel konſervierte, grüne Erbſen und eigroß Tiſchbutter an
die Suppe.
Würzige Kartoffelſuppe. Die geſchälten und
ge=
kochten, mehligen Kartoffeln, rühre man zu Mus, fülle ſie mit
kochendem Waſſer auf, füge 1 Taſſe Milch, 1 Meſſerſpitze Peffer,
1 Eßlöffel feingewiegtes Selleriegrün und eine in dünne
Scheib=
chen geſchnittene Frankfurter= oder Kochwurſt bei, laſſe aufkochen
und reiche ſie mit geröſteten Schwarzbrotbröckchen ohne Rinde.
T. L.
Apfelſinenſoße für Flammeries. ½—½ Liter
Milch ſetze man mit ½ Teelöffel Salz zum Kochen auf, verquirle
ſie dann mit 1 geſtrichenem Teelöffel Kartoffelmehl und füge nach
ein paar Minuten die abgeriebene Schale von 1—2 Apfelſinen
bei. Mit 1 Eßlöffel Süßſtofflöſung und reichlich 1 Teelöffel
Butter abgeſchmeckt, kann man dieſe aromatiſche Soße ſowohl
warm wie kalt für verſchiedene Flammeries und Süßſpeiſen
geben.
Humor
Unglück.
„Herr Wachtmeiſter, ſchnell, von dieſer Hoſe ſind noch fünf Raten
zu bezahlen!“
Beim Ausverkauf. „Iſt denn die Seide zu dem Kleid auch
wirklich haltbar?” — „Gnädige Frau, das (Kleid können Sie bis
zu Ihrem Tode tragen, und dann können Sie ſich immer noch
einen Unterrock daraus machen laſſen!“
(Herold.)
1931. „Sieh mal, wie vorſichtig der Mann das Auto ſteuert.
Sicher hat er eben erſt fahren gelernt!“ — „Oder er hat den
Wagen gegen Barzahlung gekauft!“
(Michigan Gargoyle.)
„Vater, was iſt eine Verlobung?” — „Wenn ein Herr und
eine Dame ſich verheiraten wollen!“ — „Und was iſt ein Korb?”
„Wenn er Glück hat!“
(Herold.)
Der Vegetarier. „Sie ſagten doch neulich, Sie ſeien
über=
zeugter Vegetarier.” — „Stimmt, die vegetariſche Lebensweiſe
allein verbürgt Geſundheit und langes Leben!“ — „Und trotzdem
eſſen Sie hier ein Schweinekotelette?” — „Ja, ich bin des Lebens
überdrüſſig.”
(Götz.)
Beim Kaufmann. „Sehen Sie mal, Herr Meier, ich habe mein
ganzes Kleid an Ihrem Ladentiſch ruiniert!“ — „Aber ſahen Sie
denn nicht das Schild: Friſch geſtrichen!?
Darauf gab ich
natürlich nichts! Hier haben Sie ja auch ein Schild „Friſche Eier”
(Mouſtique.)
und es ſtimmt nicht!“
Am Kreuzweg. „An dieſer Stelle verunglückte Herr
Gold=
wurm mit ſeinem Auto. — „Wie paſſierte denn das?‟ — „Sehen
Sie den großen Eckſtein dort?‟ — „Ja!” — „Nun, Herr Gold=
(Paſſing Show.)
wurm hat ihn nicht geſehen."
Schmeichelhaft. Gaſt: „Sie haben wirklich eine entzückende
Frau, Herr Prechtl, aber ſagen Sie, ſind Sie denn nie ein bißchen
„Oh, das bin ich ſchon, aber, im Vertrauen
ge=
eiferſüchtig?
ſagt, ich lade nur Leute ein, in die ſich eine Frau nie verlieben
(Tit=Bits.)
könnte!"
Man wundert ſich immer wieder, wenn man
hört, daß die weiße Brautaufmachung von
neuem in Mode gekommen und ſehr beliebt ſei,
denn viele Jahre hindurch war ſie eigentlich ganz
ungebräuchlich geworden, weil ſich die jungen
Mäd=
chen offenbar (und nicht ganz zu Unrecht!) ſagten,
daß hier eine große Ausgabe notwendig ſei, die
letz=
ten Endes doch nur Augenblickswert habe, und daß
andererſeits bei einer „Trauung im
Promenade=
kleide” großen materiellen Opfern aus dem Wege
gegangen werden könne, ganz abgeſehen davon, daß
das betreffende Stück auch ſpäterhin noch ſehr gut
auszunützen ſei.
Demgegenüber wird vielfach der Einwand
er=
hoben, daß ja auch ein weißes Brautkleid, auf eine
Modeſchattierung eingefärbt —, in der Folge noch
gute Dienſte zu leiſten vermöge.
Seltſamerweiſe aber ſind die jungen Mädchen
von heute (und dies ſcheint ja der eigentliche Grund
des Wiederkommens des „weißen Brautſtaates” zu
ſein) trotz ihrer ſo oft betonten „Sachlichkeit” und
trotz nüchternſter Einſtellung zum Leben der
Ro=
mantik des Brautkleides derart zugänglich, daß
ſie Wert darauf legen, den großen Tag auch in
würdigem „äußerem Rahmen” zu feiern.
Wie auf allen Gebieten iſt es auch in dieſem
Falle modiſch gut Orientierten möglich, mit
ver=
hältnismäßig geringen materiellen Opfern eine
wundervolle Brauttoilette herzuſtellen.
Vor allen Dingen wäre feſtzuſtellen, daß man
heuer Brautkleid und Schleier aus dem gleichen,
fließenden Material arbeitet, und zwar vornehmlich
aus elfenbeinfarbenem Gaze=Chiffon, da ſich auf
dieſe Weiſe ein vorzüglicher Geſamteindruck ergibt.
Hingegen kann die Form des Brautkleides ſchlicht
und anſpruchslos ſein, weil ja die Art des
Mate=
rials und die Länge des Kleides jene maleriſche
Wirkung ſichern, die man immer zu erreichen
wünſcht.
Ein ganz ausgezeichnetes Modell zeigen wir in
unſerer Gruppe: mit ſeinen ſeitlichen Flügeln, die
— unterhalb des Gürtels anſetzend — einen
kaſak=
ähnlichen Eindruck machen, deutet dieſes Brautkleid
ſeine Zugehörigkeit zur allerletzten Modeſilhouette
an. — Die Ergänzung jedes eleganten Brautſtaates
iſt ein ſchön=geſteckter Schleier; als Allerneueſtes
gilt der ſogen. „Nonnenſchleier”, der vorne bis zur
Bruſt reicht, rückwärts aber eine lange Schleppe
bildet, ſo daß man auf dieſe Weiſe ohne jede Garnierung einen
vortrefflichen Effekt erreicht.
Das Häubchen, über das der Schleier gezogen wird, iſt nichts
Der geflochtene Hut, iſt eine Neuſchaffung der Saiſon und
findet den größten Beifall, da einerſeits die Kombination der
geflochtenen Strohborten (für den Hutkopf) mit dem Filzmaterial
(für den Rand) ausnehmend gut gefällt und andererſeits die ele=
anderes als ein kleines Käppchen, das mitunter mit Perlen beſtickt
wird, die durch das Gaze=Material fein hindurchſchimmert. — Als
Brautblumen kommen jeweils die Blüten der Saiſon in Frage.
gante Frau ſchon lange nach einem Modell ſuchte, das ihr die
Möglichkeit zu bieten vermochte, das Haar durchſchimmern zu
laſſen. Es liegt auf der Hand, daß eine ſolche Mode für
Blon=
dinen beſonders günſtig iſt! Die neueſten Formen dieſer Art brin=
Kinderkleidung
für warme Cage.
Nichts kann einer Mutter mehr Freude machen
als die Beſchäftigung mit der Garderobe ihrer
Kleinen, denn hier wird nicht allein die
ſchneider=
techniſche Geſchicklichkeit ins Treffen geführt — hier
ſpricht das Herz.
Und wie ſollte unter ſolchen Umſtänden nicht
etwas wirklich Reizendes zuſtande kommen? —
Schließlich iſt es ja auch eine ſehr dankbare
Auf=
gabe, die kleinen Leutchen anzuziehen, denn ſie
ſehen immer gut aus, gleichviel, welche Farbe ſie
tragen und wie das betreffende Kleid
geſchnit=
ten ſei.
Da aber jede Mutter ihren beſonderen Ehrgeiz
dareinſetzt, ihr Kind nicht nur zweckentſprechend zu
kleiden, ſondern auch eine reizende, flotte
Auf=
machung zu finden, ergeben ſich hier mannigfaltige
Möglichkeiten, die ſogar im Laufe der Jahre
der=
art ausgebaut wurden, daß nach und nach auch auf
dieſem Gebiete die Schwankungen und Schwebungen
zu verzeichnen ſind, die nichts anderes ergeben als:
„eine Mode im Kleinen”!
Der wichtigſte Grundſatz iſt und bleibt die
un=
geſuchte Einfachheit, denn jedes Kinderkleid, das
auch nur im geringſten kompliziert oder „
übergar=
niert” iſt, macht bei der Reinigung Schwierigkeiten,
widerſpricht alſo den Geboten der Hygiene und iſt
darum abſolut zu verwerfen.
Deshalb iſt neben der Schlichtheit des
Kleid=
chens auch ſeine Reinigungsmöglichkeit eine der
weſentlichſten Richtlinien der Kindergarderobe.
Es darf hier nicht unerwähnt bleiben, daß dies
Jahr gerne farbenfreudige Stücke hergeſtellt
werden, da es ja längſt bekannt iſt, daß alle Kinder
lebhafte Töne lieben und an Kleidchen in
unaus=
geſprochenen Farben niemals dauernd Gefallen
finden.
Nichtsdeſtoweniger erſcheint mitunter eine
Neu=
tralfarbe abſolut notwendig, wie dies beiſpielsweiſe
bei der Schulkleidung der Fall iſt, da hier
jede einheitliche Farbe viel zu empfindlich wäre und demzufolge
auf das Kind nur „hemmend” einwirken müßte.
Und Hemmnis durch ein Kleidungsſtück iſt wohl einer der
ſchlimmſten Vorwürfe, die man der Kindergarderobe machen
könnte, da hier natürlich ganz beſonderer Wert darauf gelegt wird,
das Kind in ſeiner Bewegungsfreiheit nicht zu behindern.
Erwieſenermaßen fühlen ſich die Kleinen nur dann frei und
glücklich, wenn ſie weder in der Schule, noch bei Sport und Spiel
auf ihre Kleider achthaben müſſen, alſo die volle Unbefangenheit
wahren können.
Durch empfindliche Kleidungsſtücke den „Sinn für Nettigkeit
zu erproben” iſt entſchieden ein ganz falſches Syſtem, iſt — alte
Schule!
Die Garderobe des Kindes unterliegt natürlich keinem ſtarren
Schema, ſondern richtet ſich ganz nach dem Verwendungszweck, für
den die einzelnen Stücke beſtimmt ſind.
Im allgemeinen trachtet man, die Garderobe ſo beſcheiden als
möglich zu halten, da ein Kind ſehr gut mit ganz wenigen Stücken
ſein Auslangen finden kann und es viel beſſer iſt, immer nur das
Nötigſte nachzuſchaffen, als einen Vorrat an Kleidchen
aufzu=
häufen, denen das Kind e—— dies entwächſt und die es ſomit kaum
auszunützen vermag.
Weiße Anemonen, aber auch ſchlichte Margueriten
ſind ſehr gebräuchlich, wobei die gelben Mitten
und die grünen Stiele durchaus nicht vermieden
werden, weil gerade dieſe farbigen Akzente für
die Geſamtwirkung des Brautſtaates beſonders
weſentlich ſind.
Die ſchönſte Folie einer eleganten Braut ſind
ihre „Schleppenträger” — ein Ehrenamt für die
Kleinſten der Familie!
Mädi wird ſicherlich in einem roſafarbenen
Mouſ=
ſelinkleidchen mit Heckenroſen als Kantung des
unteren Randes und des Ausſchnitts allerliebſt
aus=
ſehen, um ſo mehr, als der Heckenroſenkranz im
Haar die Wirkung des Kleidchens noch unterſtreicht.
Ihr „Kavalier” aber trägt einen weißen Anzug
aus Seidenleinen, natürlich mit langer Hoſe, „denn
man iſt doch ſchon ſehr groß”! Reizend die Kaſak=
Schlüpfbluſe mit hellblauen Aufſchlägen und einer
kleinen Seidenbinde in der gleichen Farbe, ſowie
damit übereinſtimmenden Manſchetten.
Für die Brautjungfern ſetzt ſich in letzter
Zeit die Gleichheit der Aufmachung als
vornehmſte Note durch, wobei an eine Gleichheit der
Form, aber Verſchiedenheit der Farbe
gedacht iſt.
Unſere beiden letzten Bilder zeigen ein ſehr
an=
mutiges Modell aus Seidenorgandy, deſſen
Rock=
partie aus unten verbreiterten Keilen
zuſammen=
geſetzt erſcheint, während der Oberteil ganz ſchlicht
iſt und nur durch einen intereſſanten Bertenkragen
zur Geltung kommt. Der breite Atlasbandgürtel
mit ſeitlicher Schlupfe iſt ganz entſchieden apart
und neuartig. Das erſte dieſer Kleider hat man
ſich etwa in Paſtellblau mit altroſafarbenem
Gür=
tel und ebenſolchen Anſteckblumen zu denken. Das
nächſte aber in zartem Gelb mit hellblauen
Blü=
ten und damit übereinſtimmendem Bandgürtel.
Die langen Handſchuhe haben jeweils die Farbe
der Garnierung, ſind alſo in dieſem Falle lichtblau,
während der aus Seidenorgandy verfertigte
breit=
randige Hut ebenſo gut die Schattierung des
Klei=
des haben als auch mit der Garnierung in
Ueber=
einſtimmung gebracht werden kann.
Die Schuhe; immer nur einfache, ungarnierte
Pumps in „Naturfarbe”, ſo daß ſie ſich von den
hautfarbenen Strümpfen kaum abheben.
Ob man ſich nun für die große Aufmachung
ent=
ſcheidet oder der eleganten Promenadekleidung für
die Trauung den Vorzug gibt, muß man wohl oder übel geſtehen,
daß ein elegantes Hochzeitskleid in ſeiner feierlichen Vornehmheit
ganz wundervoll iſt . . . ."
Willy Ungar.
gen auch noch inſofern eine ſehr originelle Note, als die
Filz=
krempe nur einſeitig gearbeitet wird, während der Hut an jeder
Seite, wo er aus dem Geſicht gerückt erſcheint, völlig randlos
W. U
bleibt.
Beginnen wir mit den Schulkleidern; ſie
dürfen unter keinen Umſtänden empfindlich ſein,
da=
mit das Kind — wenn da oder dort doch ein
Fleck=
chen entſteht — nicht wegen Unachtſamkeit zur
Ver=
antwortung gezogen wird.
Als Ideal=Aufmachung iſt in erſter Linie jene
Kleidung zu bezeichnen, die immer ordentlich
aus=
ſieht und vor allen Dingen niemals zerknüllt iſt.
Dieſe Forderungen erfüllen die verſchiedenen
Strickſachen wirklich voll und ganz und haben
überdies auch noch den Vorteil, ſich tadellos reinigen
zu laſſen.
Selbſt „mittelfarbige” Jerſeykleidchen in dem
früher erwähnten „Neutralton” wirken vielfach
durch farbige Streifenmuſter (vorletzte Skizze). Für
Knaben gibt es eine große Zahl ausgezeichneter
Schulanzüge aus Jerſey, die mit ihrer kurzen Hoſe
und der gegürteten Bluſe inen ſehr niedlichen
Ein=
druck machen (letztes Bild).
Der Pull=over (Bild 1) in porös=ſommerlicher
Strickart iſt die beſte Aufmachung für Sport und
Ausflüge; das farbige Trikotkleidchen (Modell 2)
ein Stück, das von den kleinen Mädchen gerne
ge=
tragen wird und ſich als ganz außerordentlich
prak=
tiſch und dauerhaft erweiſt.
Außer dieſen Stücken, die den Grundſtock der
Garderobe der Kleinen darſtellen, wird man
viel=
leicht noch einen Anzug (bzw. ein Kleidchen) aus
Leinen anſchaffen, das „über Nacht” gewaſchen
wer=
den kann, für ſehr warme Tage zu empfehlen und
„ein Retter aus allen Nöten” iſt.
Für Beſuche und für alle Gelegenheiten, bei
denen man mit den Kindern „Staat machen will”,
kommen natürlich ganz beſondere Garderobeſtücke in
Frage.
Das kleine Mädchen ſieht in einem hell=
paſtell=
farbenen Batiſtkleidchen ganz allerliebſt aus; es
wird hier (wie dies unſere erſte Figur der
Mittel=
gruppe deutlich vor Augen führt) ein kurzes
glok=
kiges Röckchen mit einem glatten Oberteil vereinigt,
Die einzige Garnierung beſteht aus einem Berten=
Cape, deſſen Anſatz durch eine Girlande zarter
Blü=
ten markiert wird.
Für Knaben aber iſt ein „Bootsmann=Anzug” immer reizend,
der ſich aus weiten Beinkleidern und einem mit einem Gürtel
zu=
ſammengehaltenen geraden Sakko zuſammenſetzt. Anſtelle der
Weſte kommt einzig und allein ein geſtrickter, heller Sommer=
Sweater in Frage, der auch ohne Sakko zu langen und kurzen
Hös=
chen entſchieden das richtige iſt.
Man ſieht ſomit, daß die Garderobe der Kleinen keineswegs
eine übergroße Auswahl bieten muß, um als gut=
zuſammen=
geſtellt gelten zu dürfen, ſondern daß drei verſchiedene, ganz
ſchlichte Aufmachungen durchaus genügen, um allen
Anforderun=
gen gerecht zu werden.
Willy Ungar.
Nummer 108
Sonntag, den 19. April 1931
Seite 23
Umatannesssdsslien.
41)
Ein Roman von Walter Bloem.
Copyright by Noviſſima Verlag G. m. b. H., Berlin SW 61, Belle Alliance Straße 92.
(Nachdruck verboten.)
Die Mehrzahl der Paſſagiere iſt längſt reiſefertig, ſäumt die
Reling aller drei Decks in mehr oder weniger feſtlicher Spannung,
doch alle aufgeregt, ſchauensluſtig, alltagentrückt. Immer
charak=
teriſtiſcher, amerikaniſcher wird das Bild. Die Narrows ſchließen
ſich, das einſtige Fort Lafayette ſchiebt ſich keck in die Fluten vor,
drüben ragen, ſchon dutzendſtöckig, die Häuſermaſſen von New
Utrecht, backbord dräuen aus den Schießſcharten des Forts
Wads=
worth die langgereckten Kanonenmäuler.
Das luſtige Kaleidoſkop des Kapitänstiſches hat ſich wieder
einmal gedreht. Die alten Muſter? Nur teilweiſe.
Der große Jgnaz ſteht einſtweilen noch einſam auf dem
Pro=
menadendeck und gebraucht ſein Opernglas. Er iſt in einer
Hoch=
ſtimmung, die durch all ſeine Nerven tobt wie das Brauſen einer
hellaufſchäumenden, Ungeheures kündenden Ouvertüre. An
ſei=
nem Triumphwagen flattert der erſte Frauenſkalp. Himmliſch
war die Kleine. Und ſo vernünftig. Abſchied hat man ſchon —
heute früh genommen. Ohne Tränen, ohne Sentimentalität.
USA. haben gut angefangen. Mit Lächeln ſieht Ignaz von ferne
zu, wie die bezaubernde Freundin jetzt wieder, wenn auch ſehr
von oben herab, den etwas zerknautſchten Schauſpieler
be=
gönnert.
Jetzt ſchwebt Jſolde heran. Zwei Kampfgeſellen begrüßen ſich
— am Morgen, nicht gerade vor der Schlacht, aber vor den erſten
Patrouillengefechten. Mit der Geſundheitskommiſſion kommen die
Interviewer, die Photographen. Dann geht’s los — das
mäch=
tige Erlebnis, das herrliche Ringen um Lorbeer und Palme.
„Ihnen ſteht der Sieg auf der Stirne, Frau Ellen.”
„Das kann ich Ihnen zurückgeben, Meiſter. Schade, daß Sie
nicht auch Sänger ſind. Sie gäben einen Wotan ab, zu dem man
Brünhilde ſein möchte.” Er lachte geſchmeichelt. „Schön, daß ich
Sie nicht meiden muß, Sie tapfere, famoſe Frau".
Sie ſchauen ſich in die Augen — ſtrahlen ſich an mit dem
ſtol=
zen Mute der Starken, der Wollenden, der Könnenden.
Da rauſcht Miſſis Rahel heran — noch immer etwas blaß
unter der Schminke — und außer ſich vor Aufregung. „Ah, meine
Verehrten — ich bin ja überglücklich — aber zugleich ein bißchen
in Verlegenheit — denken Sie — ich habe meinen Solitär
wie=
der!” Wundervoll — — aber wie das denn nur zugegangen ſei?
Sie habe heute früh beim Packen den Inhalt des Wäſcheſacks
in ihren Koffer ausgeleert — und plötzlich ſei zwiſchen purzelnden
Kombinations, Strümpfen und noch viel unausſprechlicheren Ge=
heimniſſen — der Stein ſamt Kette aufgeblinkt . . . „Sie erinnern
ſich, Frau Ellen, daß ich in Ihrer Gegenwart haſtig allerlei ſolcher
Dinge verſtaute . . . zwiſchen die muß er ſich verkrochen haben —
wahrſcheinlich hatt’ ich ihn ſelber vom Nachttiſchchen
herunterge=
ſtreift ." Ach, das ſei ja nun einerlei . . . Hauptſache: „er” iſt
wieder da . . . den Verluſt hätte der Gatte ihr nie verziehen .
Ellen meinte, ſie ſolle dem Kapitän ſofort einen Zettel
herauf=
ſenden. Jgnaz Richter wurde ins Schreibzimmer geſchickt, das
Weitere zu veranlaſſen.
„Sagen Sie, Teuerſte — Sie werden’s mir doch nicht antun
und ins Hotel ziehen? Sie ſind natürlich unſer Gaſt, der Meiſter
ebenſo, ich hätt’ es Ihnen längſt ſagen ſollen . . . aber die letzten
zwei Tage waren ein Martyrium für mich, ich konnte nicht
den=
ken, ſonſt hätt’ ich Ihren Beſuch natürlich angenommen —
ſchön=
ſten Dank übrigens für Ihre Teilnahme, für die prachtvollen
Blu=
men . . . Gott, bin ich glücklich . . . Aber natürlich auch
ſchreck=
lich nervös . . . Hoffentlich bekomm’ ich den Kapitän gar nicht
mehr zu ſehen, ich ſchäme mich ja ſo entſetzlich. Ob Herr Leviſohn
am Pier iſt? Natürlich . .. ich wette, er ſchickt mir ein
Begrü=
ßungstelegramm entgegen . . . Schon zwölf Jahre verheiratet, den
ken Sie, und noch immer ſo verliebt
Ein — Telegramm erwarten Sie?” fragt Ellen, von
auf=
zuckender Unruhe überrumpelt. „Bekommen wir denn noch vor
dem Anlegen — „Natürlich, Teuerſte. Die Pinaſſe mit den
Zöll=
nern und der Geſundheitskommiſſion bringt ſie mit.”
Für — die andern, trauerte Ellen. Wer ſollte mir einen
Gruß ſchicken? Und doch iſt ihr, als müſſe ſie einen bekommen
irgendwoher — aus der verſunkenen Welt des Einſt. Sie lacht ſich
ſelber aus — und zittert doch bis in die feinſte Nervenſpitze vor
ſehnſüchtiger Spannung.
So zittert noch manch anderer unter den vielen Hunderten, die
längs den Decks die Reling ſäumen und das immer majeſtätiſcher
ſich türmende Bild des nahen Zentrums der Neuen Welt
beſtau=
nen. Theodor Stephany, bleich und ſchön wie Prometheus unter
den Fäuſten der Giganten, die ihn an den kaukaſiſchen Felſen
ſchmieden ſollen, zählt an den Knöpfen ab: Er weiß — er weiß
nicht — er weiß — er weiß nicht — — nämlich Reinhardt, daß
ſein Protagoniſt kontraktbrüchig übers Waſſer ausgeriſſen iſt. Er
— weiß — — Ja, wenn nun nicht Daddy hilft.
Emerentia lächelt Theodor ermutigend, patronieſierend an.
Sie hat für das zappelnde Jüngelchen nur ein mütterliches
Schwunzeln. „Daddy iſt da, mein kleiner Theodor — Daddy hat
mein Radio ſeit drei Tagen. Daddy hat den Scheck in der
Brief=
taſche — ſicher, my ooy!"
Noch ein anderes Geſicht iſt gelb vor Erwartung. Doktor
Hein=
rich Müller . ." . obwohl er ſich heute früh dauernd unter Kognak
hält. Er trippelt von einem Fuß auf den andern. Soweit aus
dem Gewimmel der ein= und auslaufenden Schiffe ein kleinerer
Dampfer ſich heraushebt, fragt er verkniffenen Mundes: „Iſt das
die Pinaſſe?” „Nee, noch immer nicht”, antwortet Herr
Schiewel=
bein. Dem ſcheint’s in ſeiner Haut ganz wohl zu ſein. Sieht aus
wie das verkörperte gute Gewiſſen.
Seine braun glacöbelederte Rechte hat er in den Arm der
ſchönen Toni geſchoben. Das gute Kind ſteht da, wie aus dem
farbigen Umſchlag eines illuſtrierten Magazins herausgeſchnitten.
Sie wird, ſie muß Furore machen, denkt Schiewelbein befriedigt.
Ihm iſt heut nacht ein Tip für die Interviewer eingefallen. Er
wird ſie lancieren laſſen als „Ueber=Girl‟ . . . Dabei muß ja auch
für ihren Manager allerhand abfallen . . . ganz abgeſehen von
dem Nebenverdienſt, deſſen Grundlage der brave Oberſteward
durch die Zollſchranken hindurchſchleuſen will ..
Immer langſamer die Fahrt, immer feſſelnder die Schau. Der
ſchmale Paß der Narows weitet ſich, die Upper Bay tut ſich auf.
Im Nordoſten taucht ein ſeltſam zackiges, klippenartig ſtarrendes
Gebild empor: das muß die Südſpitze von Manhattan ſein — auf
der wie rieſige ſteinerne Spargel die Wolkenkratzer ſprießen
James Hutchinſon ſchnuppert behaglich die Heimatluft. Der
Dunſt des Brackwaſſers, die Qualmmaſſen der zahlloſen Steamer,
die hudſonauf= und =abwärts ſtreben, der Auspuff der
wimmeln=
den Motorbötchen, der Rauch aus den unabſehbar ſich
aufrecken=
den Fabrikſchlöten — das iſt der Atem New Yorks, der glühende
Lebenshauch der arbeitfiebernden USA. .
Mit einem Ausweis des Oberſtewards verſehen, ſteigt der
Tſchennerell zum Vorderdeck herunter, dem Auslauf der zweiten
Klaſſe. Er legt ja keinen beſonderen Wert auf ein Wiederſehen
mit Fräulein Aemändä Schölze. Aber bedanken muß er ſich doch
geſchwind bei ihr. Dies war immerhin die amüſanteſte und
fol=
genſchwerſte Ozeanreiſe, die er bisher erlebt hatte. Allein das
dumme Geſicht des Oberſtewards, wie man ihn am Kragen packte!
Man hat ja ſelber jedenfalls ein genau ſo dummes gemacht — das
hat man nicht zu ſehen brauchen. James fühlt ſeinen Bauch
wackelt, wenn er nur daran denkt. Den Nelkenſtrauß da, den hat
Aemändä ſich um ihren längſt verfloſſenen Freund redlich verdient.
Als James Hutchinſon fünf Minuten ſpäter an die Seite
ſei=
ner Verlobten zurückkehrt, iſt er ſo zärtlich und ritterlich, daß
Edith ihn fragen muß: „Hallo, James — was haben Sie
Ange=
nehmes erlebt?
„Etwas Schändliches, mein Liebling. Das Wiederſehen mit
einer ehemaligen Freundin. So was ſollte man niemals machen.”
Er ſchüttelte ſich in lachendem Grauſen.
(Schluß folgt.)
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[ ← ][ ]Seite 24
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