Darmstädter Tagblatt 1931


18. April 1931

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Einzelnummer 10 Pfennige
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Nummer 107
Samstag, den 18. April 1931.
194. Jahrgang

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ſede Verpſliſchtung auf Erfüllung der Anzeigen=
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Konkurs oder gerſchtlicher Beiſtreibung fällt jeder
Rabatt weg. Banſionto Deutſche Bank und Darm=
ſtädter
und Nationalbank.

Der Quai dOrſag am Werk.
Briand will der pangermaniſchen Konkurrenz zuvorkommen. Borzugszölle für Off-Gekreide angeboken.
Schwierigkeiken für den Abſaß der Induſtrieprodukke. Abwarkende Halkung in Berlin und Wien.

Vorgefechke für Genſ.
Der deulſche Ankrag für die Guropa=Kommiſſion.
Berlin, 17. April.
Reichsminiſter Dr. Curtius hat an den Generalſekretär des
Völkerbundes, Sir Eric Drummond, folgendes Schreiben ge=
richtet
:
Im Hinblick auf die von dem Organiſationskomitee vorge=
ſehenen
Beſtimmungen über die Feſtſtellung der Tagesordnung des
Studienausſchuſſes für die Europäiſche Union beehre ich mich
namens der deutſchen Regierung zu beantragen, daß auf die Tages=
ordnung
der am 15. Mai beginnenden Sitzung des erwähnten
Studienausſchuſſes unter Ziffer 3 (Wirtſchaftsfragen) die folgen=
den
beiden Punkte geſetzt werden:
1. Entwicklung der Zollverhältniſſe in Eu=
ropa
. Erläuterung: Die deutſche Regierung hält es für nützlich,
nochmals die Lage zu diskutieren, die durch die gegenwärtigen
Zollverhältniſſe in Europa und durch das Scheitern des Genfer
Handelsabkommens vom 24. März 1930 entſtanden iſt. Sie möchte
dabei ihrerſeits Mitteilung machen über die Abſichten, die ſie auf
dieſem Gebiete in Uebereinſtimmung mit der öſterreichiſchen Re=
gierung
verfolgt. Sie hält es weiterhin für erwünſcht, daß die
Möglichkeiten, die ſich aus der Einräumung von Präferenzzöllen
für die Verbeſſerung des europäiſchen Warenaustauſches ergeben,
bei dieſer Gelegenheit erneut erörtert werden.
2. Zollfreiheit von Betriebsſtoffen für Motorfahrzeuge
bei Grenzüberſchreitungen zu Lande, zu Waſſer und in der Luft.
Erläuterung: Die Verwendung von Motorfahrzeugen im euro=
päiſchen
Verkehr hat auf allen in Betracht kommenden Gebieten,
zu Lande, zu Waſſer und in der Luft in den letzten Jahren
in außerordentlichem Maße zugenommen, ohne daß die euro=
päiſchen
Staaten auf dem Gebiete ihrer Zollbeſtimmungen, insbe=
fondere
hinſichtlich der Gewährung von Zollfreiheit für die Motor=
betriebsſtoffe
im grenzüberſchreitenden Verkehr, dieſer Entwicklung
ſämtlich in vollem Maße Rechnung getragen hätten. Dieſer Um=
ſtand
hat auch diejenigen europäiſchen Staaten, die an ſich geneigt
wären, den ſich aus dieſer Verkehrsentwicklung ergebenden Be=
dürfniſſen
zu entſprechen, von einer Regelung dieſer Frage bisher
abgehalten. Eine einheitliche Regelung, die den europäiſchen Ver=
kehrsbedürfniſſen
und den fiskaliſchen Intereſſen der europäiſchen
Länder in gleichem Maße Rechnung zu tragen hätte, erſcheint da=
her
erwünſcht.
Die Note der deutſchen Regierung iſt heute vom Völkerbunds=
ſekretariat
veröffentlicht worden. Die Note wurde ſämtlichen
Mitgliedern des Völkerbundes und den Teilnehmern an der Ta=
gung
der Europakommiſſion zugeſtellt. Die deutſchen Anträge.
ſind bereits auf die Tagesordnung geſetzt worden.
Briands Gegenvorſchlag.
EP. Paris, 17. April.
Der Quai d’Orſay hat geſtern nacht in einer Note an die
Preſſe die Grundzüge ſeines Gegenprojekts gegen den deutſch=
öſterreichiſchen
Zoll=Einigungsplan bekannt gegeben. In den
außenpolitiſchen Kreiſen Frankreichs hält man
wie juriſtiſche und politiſche Seite des deutſch=
öſterreichiſchen
Zollabkommens als den Ver=
tragsbeſtimmungen
zuwiderlaufend. Ungbhän=
gig
von dieſen Fragen, die auf der Völkerbundstagung und auf
Der Europa=Konferenz Mitte Mai in Genf behandelt werden,
hat die franzöſiſche Regierung durch die kompetenten Stel=
len
der in Frage kommenden Miniſterien einen Plan aus=
arbeiten
laſſen, der bereits den intereſſierten Län=
dern
Numänien, Jugoſlawien, Polen, Ungarn,
Bulgarien und den Getreide einführenden In=
buſtrieländern
vorgelegt worden iſt. Der Quai
dOrſay glaubt, daß die vorläufigen Antworten dieſer Länder
z ü der Hoffnung berechtigen, daß auf der Tagung des europä=
iſchen
Studienkomitees am 15. Mai eine poſitive Arbeit geleiſtet
werden könne. Berlin und Wi en ſind über dieſen
Schritt auf dem Laufenden gehalten worden.
In erſter Linie handelt es ſich bei dem Projekt des
franzöſiſchen Außenminiſteriums um die Verteilung des
Getreide=Ueberſchuſſes der europäiſchen Ge=
treideausfuhrländer
. Ein Plan, wie dieſer Ueberſchuß
voſt den Induſtrieländern aufgenommen werden könnte, iſt aus=
gearbeitet
worden. Dieſer Plan ſoll derart abgefaßt ſein, daß
die Einfuhr überſeeiſchen Getreides nach Europa nicht verhindert
werden würde. Ueber die Verteilung der indu=
ſeriellen
Erzeugniſſe aller Art auf die Märkte
Euxopas ſind vom Quaid’ Orſayebenfalls Pläne,
enn auch noch unbeſtimmter Art, ausgearbeitet worden,
da man ſich, wie ausdrücklich bemerkt wird, der ungeheuren
Schwierigkeiten vollauf bewußt iſt. Es wird nicht verhehlt, daß
der Hintergedanke dieſes franzöſiſchen Pro=
ektes
die Vereitelung der praktiſchen Durch=
führung
der deutſch=öſterreichiſchen Zollunion
ſt. Indem man den Getreide=Ausfuhrländern
Oſtenropas die Märkte für den Abfluß ihres
Betreide=Ueberſchufſes öffnet, hofft man, daß
d iefe Länder keinerlei Jutereſſe mehr haben,
vil. der deutſch=öſterreichiſchen Zollunion bei=
dutreten
.
Das Pariſer Preſſe=Echo.
EP. Paris, 17. April.
Petit Pariſien Matin Oeuvre und Echo de Paris,
drücken ſich übereinſtimmend vorſichtig aus. Aus ihren Mit=
teilungen
gewinnt man den Eindruck, daß dieſer franzö=

ſiſche Plan erſt im Werden begriffen iſt, daß ledig=
lich
eine Fühlungnahme mit den Mächten der
Kleinen Entente ſtattgefunden hat, und daß Frank=
reich
den Getreide=Ausfuhr=Ländern Vorzugs=
zölle
angeboten hat, was bei dieſen Ländern eine grund=
ſätzliche
Zuſtimmung gefunden haben ſoll. Rom und London
hätten dieſe Verhandlungen gebilligt, will das Oeuvre aus
dritter Hand erfahren haben. Der Petit Pariſien drückt ſich
ſo aus, eine mächtige konſtruktive Bewegung habe ſich bereits
abgezeichnet, die erlaube vorauszuſagen, daß auf der Tagung des
Europäiſchen Studienkomitees ein Projekt vorgelegt werden
könnte, das die Intereſſen einer ziemlich großen Anzahl von
Ländern vereinige und vielleicht erlauben werde, den Grund=
ſtein
zu einer wirklichen europäiſchen Wirtſchafts=Föderation zu
legen. Deutſchland und Oeſterreich könnten, wenn ſie es wünſch=
ten
, dem Projekt beitreten.
Pertinax behauptet im Echo de Paris, daß ein beſtimmter
Plan überhaupt noch nicht ausgearbeitet worden ſei. Alles,
was Briand wolle, ſei, dem Beitritt der mittel= und oſteuropäiſchen
Getreideſtaaten zu dem deutſch=öſterreichiſchen Block zuvorzu=
kommen
, kurz die Ausdehnung eines pangermaniſchen Mittel=
europas
dadurch zu verhindern, daß Frankreich den Regierungen
von Warſchau, Prag, Belgrad, Bukareſt und Sofia Vorzugs=
zölle
gewähre.
Wien erklärt.
Zu einem halbamtlichen Bericht der Agence Havas über
eine öſterreichiſche Zuſicherung, daß die Verhandlungen über die
Zollunionsfragen mit Deutſchland bis zur Prüfung dieſer Fragen
durch den Völkerbundsrat und den Studienausſchuß der Euro=
päiſchen
Union aufgeſchoben werden, wird von öſterreichiſcher Seite
amtlich folgendes erklärt: Mit Rückſicht auf den Antrag des eng=
liſchen
Außenminiſters Henderſon, daß die zwiſchen Oeſterreich und
Deutſchland getroffenen Vereinbarungen zur Aufnahme von Ver=
handlungen
über die Angleichung von zoll= und handelspolitiſchen
Verhältniſſen vom Völkerbund nach der juriſtiſchen Seite über=
prüft
werden ſollen, hat die öſterreichiſche Regierung in Ueber=
einſtimmung
mit der deutſchen Regierung, entſprechend ihrer Zu=
ſage
, vorher kein kait accompli zu ſchaffen, eine ſeitens ausländi=
ſcher
Geſandter geſtellte Anfrage dahin beantwortet, daß Oeſter=
reich
die Beſchlüſſe des Völkerbundsrats abwar=
tenwird
, um ſo mehr, als es inzwiſchen mit internen
Arbeiten beſchäftigt iſt.
Berlin warkel ab.
* Berlin, 17. April. (Priv.=Tel.)
In Berlin wird die Interpretation, als ob es ſich bei der Wie=
ner
Erklärung um einen halben Rückzug handelt, abgelehnt mit
dem Hinweis, daß ja bereits vor Abſchluß der Zollunion eine
längere Pauſe angekündigt war, um Zeit zuhaben für in=
terne
Beratungen der Regierungen und der an=
ſchließenden
Verhandlungen über einzelne Son=
dergebiete
. Wenn Oeſterreich betont, vielleicht ſtärker als
notwendig, daß noch einige Zeit bis zu neuen Entſcheidungen ver=
ſtreichen
kann, ſo liegt das vielleicht darin, daß der Vorſtoß vor
dem Völkerbund ſich eigentlich gegen Oeſterreich in erſter Linie
richtet, da es an der Genfer Konvention beteiligt iſt. In Ber=
liner
zuſtändigen Kreiſen wird jedenfalls verſichert, daß ſich die
beiden Regierungen von ihren, im Intereſſe
Europas liegenden Plänen nicht abbringen laſſen, auch nicht
durch die neuen geheimnisvollen Andeutungen Briands. Die
Einzelheiten des Briandſchen Gegenprojektes ſind in Deutſchland
noch nicht bekannt. Briand hat im Gegenſatz zu den
Meldungen der franzöſiſchen Preſſe eine fort=
laufende
Unterrichtungder deutſchen Regierung
vermieden. Wir wiſſen alſo vorderhand nicht, wie ſein Plan
ausſieht, das hindert allerdings nicht, daß wir ihn ſpäter wohl=
wollend
prüfen, hindert aber ebenſo wenig, daß die deutſch= öſter=
reichiſchen
Verhandlungen fortgeführt und zum Abſchluß gebracht
werden. .

Die umkämpften Bukkerzölle.
BB. Berlin, 17. April. (Priv.=Tel.)
Wie uns in unterrichteten Kreiſen verſichert wird, ſieht das
Reichsernährungsminiſterium die Entwicklung des deutſchen
Butterpreiſes in der letzten Zeit für ſo ernſt an, daß jetzt die
ſeit langem ſchon erwogene Erhöhung des Butterzolles zur Durch=
führung
kommen ſoll. Ein entſprechender Zollvorſchlag ſoll dem
Kabinett in ſeiner nächſten Sitzung unterbreitet werden. Schon
vor einiger Zeit war um dieſe Zollerhöhung ein heftiger Kampf
entbrannt und auch aus Holland und Dänemark ſind Proteſte
gekommen, ſo daß auch diesmal mit erbittertem Widerſtand ge=
rechnet
wird. Der Miniſter will erreichen die Loslöſung des
innerdeutſchen Butterpreiſes vom Preisniveau des Weltmarktes.
Man ſpricht in unterrichteten Kreiſen von einer Zollerhö=
hung
auf 80100 RM., weil für die Zeit, in der die Grün=
fütterung
beginnt, mit einem weiteren kataſtrophalen Sinken des
Preiſes gerechnet werden müſſe. Gegenüber dem Butterzoll wer=
den
die übrigen Zollwünſche des Ernährungsminiſters weniger
umſtritten ſein. Es handelt ſich um Zollerhöhungen für Hafer,
Hülſenfrüchte, lebende Schweine und Gänſe,
geſchlachtetes Geflügel und Beſeitigung der Zollfrei=
heit
für Induſtrieſtroh und der Zwiſchenzölle für Speck
und Schmalz, ſowie um Aenderungen im Einfuhrſchein=
ſyſtem
. Beſonderen Wert legt man in landwirtſchaftlichen
Kreiſen auf die Einbeziehung des Hafers in Einfuhrſcheine, wo=
bei
es vor allem um die Wiedereroberung des engliſchen Marktes
geht.

Die junge Republik.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
(Telephoniſch übermittelt.)
v. Gss. Madrid, 16. April.
Die ſtolze rotegelb=rote Flagge iſt gefallen. Die rot=gelbe
Fahne der Republik flattert auffallend in den dunkelblauen
Frühling der ſpaniſchen Landſchaft. Das Volk treibe durch die
Straßen und fügt dieſen Farben das grelle Rot der Revolution
hinzu, das ſich vor allem in den Händen der Kinder befindet,
die in der allgemeinen Aufregung über die Plätze der Stadt
rennen, und mit ihren zierlichen Stimmen ebenfalls Es lebe
die Republik rufen; jenes Rot, das nicht paſſen will zu den
eleganten Figuren der jungen Damen, die ihr rotes Fähnlein
aus luxuriöſen Automobilen herausſtecken, um ihre revolutionäre
Geſinnung kundzutun. Das Volk ſteht Kopf. Man möchte
meinen, es ſei vor Freude berauſcht. Wie Bienenſchwärme
hängen ſie an den Laſtwagen, die die Stadt durchraſen; in den
Straßenbahnen, den Autotaxen ſchreien ſie ſich heiſer mit ihren
Vivas, fallen ſich glücktrunken in die Arme, lachen und weinen
vor Rührung. Heute, an dem erſten Nationalfeier=
tag
der zweiten ſpaniſchen Republik ruhten alle
Hände, alles lebte im Licht.
Zu Tauſenden und Abertauſenden wälzen ſich die Maſſen
durch die Straßen, friedlich und ausgelaſſen fröhlich wie Kin=
der
, die mit beſonderer Freigebigkeit beſchenkt worden ſind. Nie
hätte man es für möglich gehalten, daß die
Monarchie ſo ſchnell vergeſſen würde, nie hätte
man geglaubt, daß ihr Verſchwinden dieſe Freudenexploſionen
erzeugen könnte. Vergebens fragt man ſich, wo denn alle die=
jenigen
ſind, die ihrem König Treue geſchworen hatten, wo jene
ſind, die im Glanz der Krone groß wurden und die ſie um=
ſchmeichelten
, die ihr vor wenigen Tagen noch berichteten, die
Maſſe des Volkes gehe mit ihr durch dick und dünn? Nichts,
aber auch nichts rührt ſich. Jene Kreiſe, die ſich in
ihrer Mehrheit aus Ariſtokraten zuſammen=
ſetzen
, haben als erſte die republikaniſche Flagge gehißt.
Nirgends ſieht man die geringſten Anzeichen eines Proteſtes.
Wenn man noch etwas von der ſpaniſchen Ritterlichkeit
ſehen will, muß man zu der neuen Regierung gehen, die ſich
ohne Zweifel großzügig, menſchlich und vornehm gezeigt hat,
beſonders hinſichtlich des geſtürzten Königshaufes. Ohne jede
Begleitung, unter Mitgabe einer Wache von
ſieben auserwählten Soldaten ließ man den
König im Auto nach Cartagena fahren, damit er
dort auf einem ihm extra zur Verfügung geſtellten Kriegsſchiff
das Land verlaſſen konnte. Der übrigen königlichen Familie
wurde ein Salonwagen zur Verfügung geſtellt zur Fahrt an die
Grenze. Das alles geſchieht, obwohl noch kaum ein Viertel=
jahr
vergangen iſt ſeit der blutigen Unterdrückung des letzten
revolutionären Aufſtandes, ſeit der Füſilierung zweier junger
Offiziere, die für das heutige Regime ihr Leben laſſen mußten.
Nichts kann beſſer als dieſe Haltung der neuen Regierung und
des einfachen Volkes den wahren ſpaniſchen, großzügigen und
menſchlichen Charakter beleuchten. Nirgends iſt auch nur eine
Andeutung von Rachſucht zu vernehmen, abgeſehen von den
Lausbübereien, die überall vorkommen und ſich in der Umſtür=
zung
von Denkmälern, Abreißen von Straßenſchildern uſw.
erſchöpfen.
Trotz allem erſcheint dem Unbeteiligten das Ganze wie ein
Traum. Wie kam es dazu? Kurz geſagt, durch die zahl=
loſen
Fehler, die die Regierung Berenguer
während des Jahres ihrer Wirkſamkeit in poli=
tiſcher
wie ſozialer Hinſicht begangen hat. Wenn
auch das Volk der Diktatur Primo de Riveras müde geworden
war, ſo daß ſie der König ſchließlich fallen laſſen mußte, hätte
die ſofortige Wiederherſtellung der Freiheit, Einberufung von
Wahlen und unverzüglicher Beginn des Wiederaufbaues in poli=
tiſcher
Hinſicht unbedingt die Krone retten und befeſtigen können.
Statt deſſen lavierte Berenquer in diktatorialer Form, ohne die
Exiſtenz dieſer zweiten Diktatur zugeben zu wollen, in unver=
antwortlicher
Weiſe zwiſchen Zuckerbrot und Peitſche hin und
her, bis es ſchließlich zu dem Verſuch der Gewaltlöſungen kam,
die in aller Erinnerung ſind, und die um ein Haar den Bürger=
krieg
im ganzen Lande entfeſſelt hätten. Nach Berenquers Rück=
tritt
ging die Macht ſchließlich auf die nach altem, berühmten
Muſter arbeitende Regierung der Konzentration
über, die ſich in der Hauptſache aus den ſogenannten Kaziken
zuſammenſetzte und der im voraus der Boden dadurch entzogen
wurde, daß ſie mit kleinlichen Mittelchen arbeitete, wo Herois=
mus
notwendig ge beſen wäre. Das Volk ſchob in ſeiner Ge=
ſamtheit
die Schuld an dieſen Vorfällen dem König zu und
benutzte die erſte Gelegenheit, die ſich ihm bot, ſeiner Empörung
Luft zu machen. Dieſe Gelegenheit waren aber die ſonſt ſo
harmlofen Gemeindewahlen, die nun zum Sturz einer
1500 Jahre alten Dynaſtie führten. Als der König ſah, daß
ein derartig großer Teil des Volkes gegen ihn war, hörte er
nicht mehr auf die Einflüſterungen ſeiner Umgebung und faßte
den Entſchluß, der Republik den Weg freizumachen. Er dankte
nicht ab, er trat nur beiſeite. In vollſter Freiheit, nicht bedroht
durch Gewaltmaßnahmen der Gegner und immer noch Herr über
die Waffen der Nation, ließ er ſein ſpaniſches Herz ſprechen,
das es nicht über ſich bringen konnte, um des Thrones willen
das Blut ſeiner Untertanen darüber zu vergießen. Nach zwölf=
ſtündigem
, inneren Kampfe hatte er ſich zu dem außerordentlichen
Entſchluſſe durchgerungen. Zwei Stunden ſpäter teilte er ſeinen
Willen, das Land zu verlaſſen, den Miniſtern mit.
Mit Alfons XIII. ſteigt ein Monarch vom Thron, wie ihn
Spanien ſeit der Zeit Karl III. nicht mehr geſehen hatte. Per=
ſönlich
von zwingender Liebenswürdigkeit und Einfachheit, ver=
band
er mit außerordentlichem politiſchen und diplomatiſchen
Geſchick einen unbeugſamen Willen und viel perſönlichen Mut.
Unter ſeiner Regierung erwachte Spanien wieder aus ſeiner
Lethargie. Er führte es wieder aufwärts, ſo daß es ſich wieder
als gleichberechtigte Macht im europäiſchen Konzert ſehen laſſen
konnte. Aufgabe der Republik wird es ſein, dieſe
Aufwärtsbewegung weiterzuführen und zu
verhindern, daß die extremen Elemente die
neue Staatsform beuutzen, um Spanien ins
Chaos zu führen und das Land zu bolſche=
wiſieren
.

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Seite 21

Samstag, den 18. April 1931

Englands Sorge um ſeinen König.
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
London, Mitte April.
König Georg hatte die letzten ſechs, Herbſt= und Winter= aus Holzfaſer herſtellen ſollte, gebeten worden.
monate, die heuer in England ganz beſonders rauh und ungaſtlich
ausgefallen waren, erfreulicherweiſe ſehr gut überſtanden. Daher nächſter Woche vertagt.
hatte die Nachricht, daß er jetzt, da es zur wärmeren Jahreszeit
ſchlimm, wie damals vor 2½4 Jahren, als der König wochenlang rung zum Klafſenhaß zu 500 Mark.
zwiſchen Leben und Tod ſchwebte, als der Prinz von Wales eilig
aus Afrika zurückberufen wurde, und als, zur Stellvertretung des der thüringiſchen Regierung ſoweit geklärt, daß der Landtag bereits am
fort nach dem Bekanntwerden der Nachricht, eine ernſte und ſtändigung erzielt worden.
durchaus ehrlich empfundene Beſorgnis. Die beſcheidene und
ſympathiſche Perſon des Herrſchers iſt bei allen Schichten des Verſammlungen unter freiem Himmel im Stadtbezirk zu verbieten.
Volkes außerordentlich beliebt. Außerdem aber flößt der König
men in allen Fragen der Politik und des öffentlichen Lebens dem
Volke ein ſo großes Vertrauen ein, wie es in einem anderen Lande
kaum irgendein Präſident einer ultrademokratiſchen Republik tun wurden.
könnte.
Hiervon zeugt vielleicht am deutlichſten die Tatſache, daß
Fragen, die den König betreffen, nicht der geringſte Unterſchied, ein, ihm ſachverſtändige Vorſchläge zur Behe=
führlichkeit
das Alltagsleben des Herrſcherpaares. So erfährt ſeiner Entſcheidung, die Regierung zu unterſtützen, nur von
man auch jetzt gerade aus dieſer Quelle über das Handeln und parteipolitiſchen Geſichtspunkten habe leiten laſſen. Es habe
Königspaar lebt zurzeit im Schloſſe von Windſor; die Fenſter der daß die Liberalen in den letzten ſechs Nachwahlen Stimmen ver=
Gemächer, die der König bewohnt, gehen nach dem Süden und loren hätten. Chamberlein hielt der Regierung vor, daß ſie
nen bereits in zartem Grün prangenden Bäumen und Büſchen be= die Ausſprache im Namen der Regierung mit der Bemerkung,
Zaren, der Großfürſtin Xenia, zur Verfügung geſtellt hat; die zur Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit nochmals eingehend darzu=
König iſt nicht ans Bett gefeſſelt; er hat während all der letzten beweiſen.
Tage in gewohnter Weiſe an den Mahlzeiten teilgenommen, zu
denen, wie gewöhnlich, das Orcheſter der Iriſh Guards aufgeſpielt
hat; jeden Morgen und jeden Nachmittag erledigt der König,
trotz ſeiner Krankheit, die dringendſten Staatsgeſchäfte; die Pflege
des Königs wird von der Königin ſelbſt überwacht; der Gene=
es
beſteht aller Grund zur Annahme, daß der König in einigen empfangen. In einer Rede, die er vor Vertretern der Bombayer
tion geneſen ſein wird.
begreifliche Frage aufwerfen, weshalb denn der König ſich nicht, verband zu führen hoffe,
zwecks einer gründlicheren Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit, für
einige Zeit nach einer wärmern Gegend begebe, an denen das
bekannt geworden, daß der König ſelbſt ſich bisher aus ſtaats= liſchen Königs, der ihm Dank und Anerkennung für ſeine großen
Zeit zu verlaſſen, und daß gerade er darauf beſtanden habe, trotz. Amtstätigkeit in Indien angeſichts der außergewöhnlichen Schwie=
des
mörderiſchen engliſchen Klimas, ſeine Rekonvaleſzenzkuren rigkeiten erworben habe,
hierzulande durchzuführen. Erſt bei Anlaß dieſer neuerlichen Er=
krankung
, hört man, ſoll es gelungen ſein, den König davon zu
überzeugen, daß ein Klimawechſel zur Verhütung weiterer Rück=
fälle
unbedingt erforderlich wäre. Beſonders raten die Aerzte
dem König davon ab, noch einen weiteren Winter in England zu
verbringen. Daher wird nun als ziemlich ſicher angenommen, daß zer Freitag bekannt bleiben. Der Senat hat mit 21 zu 6
in Weſt=Indien, wahrſcheinlich nach den Bermudas oder nach Bar= lionen Pfund der Unterſtützung für die Landwirtſchaft und zwölf
bados, begeben werde.
Konſervakiver Mißkrauensankrag abgelehnk.
Macdonald wurde mit 305 gegen 251 Stimmen abgelehnt. Das rücktrat und ihn an Lyons übertrug. Fenton und Lyons waren
aufgenommen.
Sir Robert Horne verlangt, daß Rußland von England Waren dieſe drei Geſchehniſſe iſt das Kabinett Scullin in eine außer=
von
mindeſtens demſelben Wert kaufen ſolle, den England ordentlich ſchwierige Lage geraten.


* 49. Aongreß der geutſchen Geſelnncaft

für Innere Medizin.
Wiesbaden, 13.16. April 1931.
Reformation, nicht Kriſe der mediziniſchen Wiſſenſchaft. Um=
wälzung
in der Nervenlehre. Was iſt Krankheit? Das
Choleſterin als Störenfried. Herzangſt, eine Krankheit
unſerer Zeit.
Aka. Zwei Eigenſchaften zeichneten den diesjährigen Kon=
greß
der Deutſchen Geſellſchaft für Innere Medizin aus: Ein
feſtgefügtes Programm, gruppiert um drei wichtige Probleme der
modernen mediziniſchen Forſchung und eine wohltuende Be=
ſchränkung
in der Anzahl der Vorträge, durch die es ſogar mög=
lich
wurde, daß die Tagesordnung früher erſchöpft war als vor=
geſehen
. Auch dieſes Jahr hatten ſich wieder annähernd 1000
Aerzte in Wiesbaden eingefunden, ſo daß der Andrang zu den
Hauptreferaten teilweiſe außerordentlich war. In ſeiner Eröff=
nungsanſprache
wies der Vorſitzende Prof. v. Bergmann das
viel mißbrauchte Wort von der Kriſe in der Medizin mit
dem Bemerken zurück, daß man wohl von einer umwälzenden
Reformation, beſonders in der Krankheitserkennung, in den letz=
ten
Jahrzehnten ſprechen könne, daß dieſe aber jederzeit auf
ſtrenge wiſſenſchaftliche Methodik begründet worden ſei. Eine
große Anzahl früher verbreiteter Krankheitsbezeichnungen ſind
heute faſt verſchwunden, andere ſind an ihre Stelle getreten; zahl=
reiche
Fälle, z. B. die man früher unter die Herzkrankheiten
eingereiht hätte, werden heute zu den Kreislauferkrankungen ge=
rechnet
. Neben den gewaltigen Erfolgen der chemiſchen Heil=
mittel
, die ihren Höhepunkt wohl noch gar nicht erreicht haben,
ſteht eine neue Auffaſſung vom Verhältnis der Teile des Or=
ganismus
zueinander, die Virchowſche Zellular=Pathologie, der
alte Zellenſtaat hat abgewirtſchaftet, und nicht zuletzt ſind neue
Anſchauungen über das Verhältnis von den ſeeliſchen zu den
körperlichen Vorgängen im Kranken und vom Verhältnis des
Arztes zum Patienten im Werden. Während die Medizin
lange Zeit ihr Augenmerk in erſter Linie auf das kranke Organ
die ſchadhafte Stelle im Organismus richtete, hat ſie ſich
nunmehr entſchloſſen, von der Ganzheit des Einzelweſens als
dem Erſten und Urſprünglichen auszugehen.
Die Rolle des Nervenſyſtems im Organismns.
Ein weſentlicher Teil der Tagung beſchäftigte ſich mit dem
Problem der Neuroregulation ein kompliziertes Wort für eine
komplizierte Sache. Man kann darunter vielleicht die Tatſache

Vom Tage.

Der Herr Reichspräſident empfing geſtern den neuernannten deut=
ſchen
Geſandten in Wien, Dr. Rieth.
Profefſor Bergius weilte mehrere Tage in Moskau. Er war
von der Sowjetregierung um Pläne zum Bau eines Werkes, das Zucker
Die Brauns=Kommiſſion hat ſich am Freitag abend bis Mittwoch
Das Schöffengericht Schönebera verurteilte am Freitag Dr. Goeb=
geht
, abermals erkrankt ſei, bei allen eine nicht geringe Ueber= bels wegen öffentlicher Beleidigung des Polizeivizepräſidenten Dr. Weiß
raſchung hervorgerufen. Zum Glück iſt es diesmal lange nicht ſo zu einer Geldſtrafe von 2500 Mark und wegen Aufreizung der Bevölke=
Wie von zuverläſſiger Seite verlautet, iſt die Frage der Ergänzung
Monarchen, bereits ein außerordentlicher Kronrat eingeſetzt wor= nächſten Mittwoch die notwendigen Ergänzungswahlen vornehmen kann.
den war. Immerhin bekundete ganz England auch diesmal, ſo= Auch über die Verabſchiedung des Haushalts iſt im allgemeinen eine Ver=
Der Senat von Danzia hat beſchloſſen, bis auf weiteres Umzüge unb
In Tetuan in Marokko wurde eine republikaniſche Demonſtration
durch ſein ſtets politiſch kluges und ſtreng konſtitutionelles Beneh= verſehentlich durch die Wache beſchoſſen, wobei 5 Perſonen getötet und
90 verwundet wurden.
In Burma (Indien) kam es zu neuen Unruhen, wobei drei Polizei=
beamte
und eine Anzahl Dorfälteſter von den Aufſtändiſchen getötet

Blätter völlig entgegengeſetzter politiſcher Richtungen über die für ruſſiſche Waren bezahle. Macdonald erklärte darauf, daß
Perſon des Königs in ganz den gleichen verehrenden Ausdrücken eine Annahme des konſervativen Antrages gleichbedeutend mit
ſchreiben. Zwiſchen der erzkonſervativen Morning Poſt, und der Zollſchutzpolitik ſei. Die Zuſammenarbeit mit den Liberalen
dem ſonſt faſt bolſchewiſtiſch geſinnten Daily Herald beſteht in werde fortdauern. Er lade aber auch die Konſervativen
Die Labour=Miniſter, die den König allwöchentlich beſuchen, ſchil= bung der Arbeitsloſigkeit zu machen. Der konſervative
dern in ihrem Parteiblatt mit einer geradezu liebevollen Aus= Neville Chamberlain warf Lloyd George vor, daß er ſich bei
Tun des Königs die meiſten und intimſten Einzelyeiten: das anſcheinend auf Lloyd George einen ſtarken Eindruck gemacht,
gewähren einen wunderbaren Blick über den rieſenhaften Park, tatſächlich keine Arbeitspolitik treibe, ſondern einfach auf eine
der jetzt mit ſeinen weiten, blumenreichen Raſenflächen und ſei= Beſſerung der Weltlage warte. Der Transportminiſter ſchloß
ſonders ſchön iſt; etwas tiefer im Park liegt das liebliche Frog= daß die Ausſprache eigentlich kaum ein anderes Ergebnis ge=
more
Cottage, das der König der Schweſter des verſtorbenen habt habe, als der Regierung Gelegenheit zu geben, ihre Pläne
Großfürſtin und andere Verwandte beſuchen den König öfters; der legen und die Unfruchtbarkeit der konſervativen Politik zu
der neue Pizekönig in Indien.
EP. Bombay, 17. April.
Der neue Vizekönig für Indien, Lord Willingdon, iſt
ſungsprozeß nimmt einen normalen und günſtigen Verlauf, und heute hier eingetroffen. Er wurde von der Bevölkerung herzlich
Tagen, höchſtens in wenigen Wochen, von ſeiner neuen Indispoſi= Stadtverwaltung hielt, erklärte Lord Willingdon, er hoffe, die
gleiche Bereitwilligkeit zur Zuſammenarbeit beim indiſchen Volke
vorzufinden, wie er ſie als Gouverneur von Bombay während des
Soweit wäre das Schlimmſte diesmal glücklich abgewandt. Krieges kennen gelernt habe und auf Grund deren er Indien
Doch gerade dieſer unerwartete Rückfall gab vielen zu ernſten Be= zu dem erſtrebten Ziel der Selbſtverwaltung und gleichberechtig=
denken
Anlaß. Es mehren ſich in England die Stimmen, die die ten Stellung mit den übrigen Dominions im engliſchen Reichs=
Der bisherige Vizekönig, Lord Irwin, der ſich vor ſei=
Britiſche Reich doch wahrlich keinen Mangel leidet? Dieſe Unter= ner Abreiſe in die Heimat in Bombay aufhält, erhielt heute aus
laſſung wollte man bisher nur ſchwer verſtehen. Jetzt aber iſt es Anlaß ſeines fünfzigſten Geburtstages ein Telegramm des eng=
politiſchen
Gründen ſtets geweigert habe, England auf längere Verdienſte ausſpricht, die er ſich während der fünf Jahre ſeiner
Die auſfraliſche Regierung in Schwierigkeiten.
TU. London, 17. April.
Der 17. April wird in der Geſchichte Auſtraliens als ſchwar=
das
engliſche Königspaar ſich ſchon im Herbſt dieſes Jahres zu. Stimmen den Regierungsantrag auf Ausgabe von 18 Millionen
einem längeren Aufenthalt nach einer der britiſchen Beſitzungen / Pfund ungedeckten Papiergeldes abgelehnt, von denen ſechs Mil=
Millionen Pfund zur Behebung der Arbeitsloſigkeit dienen ſoll=
ten
, und außerdem hat die Auſtraliſche Staatsbank der Regie=
rung
den weiteren Kredit geſperrt. Weiter ſind die früheren
Kabinettsmitglieder Fenton und Lyons mit ihren Anhängern zur
TU. London, 17. April. Oppoſition übergegangen, was dadurch ermöglicht wurde, daß der
Der konſervative Mißtrauensantrag gegen die Regierung bisherige Führer der Oppoſition, Latham, von dieſem Poſten zu=
Ergebnis wurde mit lautem Beifall auf den Regierungsbänken vor einiger Zeit zum Proteſt gegen die Ernennung Theodorés
zum Finanzminiſter aus dem Kabinett ausgetreten, gehörten aber
In der vorangegangenen Ausſprache hatte der konſervative bisher dem gemäßigten Flügel der Regierungsparteien an. Durch

Nummer 107
Der Aufbau der ſpaniſchen Republik.
Spanien will lonal bleiben.
WTB. Madrid, 17. April.
Die franzöſiſche und die chileniſche Regierung
haben heute die ſpaniſche Republik anerkannt. Die ſpaniſchen
Botſchafter von Berlin und Liſſabon und die ſpaniſchen Ge=
ſandten
in Oslo und Warſchau haben ihre Demiſſion gegeben.
Die Verhandlungen zwiſchen Madrid und Barcelona ſind noch
nicht abgeſchloſſen. Der Juſtizminiſter, der Miniſter für öffent=
lichen
Unterricht und der Marineminiſter haben ſich zur Rege=
lung
der Frage im Flugzeug nach Barcelona begeben.
Major Franco, der oberſte Chef des Flugweſens, wurde heute
morgen in ſein Amt eingeführt.
Das offizielle Organ der Regierung veröffentlicht ein Dekret,
demzufolge die Offiziere des königlichen Hausregiments und die
der königlichen Hellebardenleibwache zur Dispoſition geſtellt wer=
den
. Beide Korps werden aufgelöſt werden.
Juſtizminiſter de Los Rios hat heute dem päpſtlichen Nun=
tius
einen Beſuch abgeſtattet und ihm mitgeteilt, daß die republi=
kaniſche
Regierung in Uebereinſtimmung mit ihren früher ver=
öffentlichten
Grundſätzen die Gewiſſensfreiheit und die
Rechtsgleichheit aller Glaubensbekenntniſſe
in Spanien herſtellen werde. Damit verliert die römiſch=
katholiſche
Kirche von jetzt an ihre privilegierte Stellung als
Staatsreligion. Sämtliche in Spanien verbliebenen Prieſter
müßten den Grundſatz der Trennung von Kirche und Staat aner=
kennen
und der Republik einen Treueid leiſten. Diejenigen, die
dieſen Eid verweigerten, würden ſofort zur Demiſſion gezwungen
werden.
Wie der Paris Midi zu berichten weiß, ſoll der neue ſpa=
niſche
Finanzminiſter einigen Journaliſten nach der Nachtſitzung
des Kabinetts erklärt haben, daß die Republik entſchloſſen ſei, bei
einem etwaigen Streitfall zwiſchen Frankreich und Italien, ſich
Frankreich gegenüber auch dann loyal zu verhalten, wenn ein Ge=
heimvertrag
zwiſchen Spanien und Italien beſtehen ſollte. In
der gleichen Sitzung ſei die Formel für die Proklamierung der
Republik ausgearbeitet worden. Ferner habe man den Rücktritt
des Oberkommiſſars in Marokko, Jordano, angenommen, und
ſchließlich ſei beſchloſſen worden, daß Katalonien in Zukunft nicht
mehr katalaniſche Republik, ſondern katalaniſcher Staat in der
ſpaniſchen Republik heißen ſolle. Miniſterpräſident Zamora habe
die Erklärung abgegeben, die neue Regierung beabſichtige keines=
wegs
, die Beziehungen Spaniens zur katholiſchen Kirche irgend=
wie
zu ändern.
Gandhi hatte eine längere Unterredung mit dem Gouver=
neur
von Bombay, Frederic Sykes, über die Frage des wegen
Nichtzahlung von Steuern konfiszierten bäuerlichen Eigentums im
Bezirk von Guyerat.
Der Sonderkorreſpondent des Evening Standard in Mad=
rid
meldet heute, daß die neue ſpaniſche Regierung beabſichtige,
in Kürze die zwiſchen dem verſtorbenen Diktator Primo de
Rivera und Muſſolini abgeſchloſſenen Geheim=
verträge
zu kündigen. Weiter wolle die ſpaniſche Regie=
rung
in Zukunft an den Arbeiten des Völkerbundes ſich lebhafter
beteiligen und mit den Vorbereitungen für die Welt=
abrüſtungskonferenz
ohne Verzug beginnen.
Alfons III. in Paris.
TU. Paris, 17. April.
Die Pariſer Bevölkerung hat dem ſpaniſchen König, dem
direkten Nachkommen Ludwigs XIV., einen Empfang bereitet,
der an ſtürmiſcher Begeiſterung alle früheren Sympathie= Kund=
gebungen
für ausländiſche Staatsoberhäupter in den Schatten,
ſtellt. Nach Schätzung der Preſſe ließen es ſich an die Hundert=
tauſende
Menſchen trotz der ſpäten Nachtſtunde nicht nehmen,
dem hier überaus populären Herrſcher vor dem Bahnhof und
auf dem Wege zum Hotel ihre Teilnahme zu beweiſen. Wenn
man auch ſolche Kundgebungen nicht überſchätzen darf, ſo iſt
dieſe ſpontane Huldigung doch gewiſſermaßen bezeichnend für die
Einſtellung weiter franzöſiſcher Kreiſe gegenüber den ſpaniſchen
Ereigniſſen. Man mißtraut einerſeits der wahren Volkstüm=
lichkeit
und Lebensfähigkeit der ſpaniſchen Republik und hat an=
dererſeits
das unbeſtimmte Gefühl, daß ein Regimewechſel jen=
ſeits
der Phrenäen den franzöſiſchen Intereſſen nicht dienlich.
ſein werde. Sehr bezeichnend iſt der Ausſpruch des linksſtehen=
den
Quotidien; daß man in Spanien dafür Sorge tragen
müſſe, daß es ſpäter nicht heiße: Wie ſchön war doch Spanien
unter Alfons XIII.* und Bainville erklärt in der Liberté‟
Wir ſind ein wenig abgeſtumpft in bezug auf Schweſterrepubli=
ken
und erwarten nicht viel Gutes von Revolutionen‟. Darum
ſei es ſehr verſtändlich, daß Frankreich dem Umſturz zur Ent=
täuſchung
der ſpaniſchen Republikaner nicht zujubele.

verſtehen, daß bei Störungen oder gar bei Schädigungen des
Organismus, die dieſen ſozuſagen aus dem Gleichgewicht brin=
gen
, das Nervenſyſtem zur Regulierung zur Wiederherſtellung
eines normalen Zuſtandes hilft allerdings verſteht man, wie
der erſte Vortragende, Prof. Goldſtein, Berlin, ausführte, unter
normalem Zuſtand heute etwas anderes als früher; der nor=
male
Zuſtand kann für jeden Menſchen ein anderer ſein und er
hängt lediglich ab von den ihm zukommenden Mittelwerten (der
Temperatur, des Herzſchlags uſw.), daraus läßt ſich folgern, daß
Krankheit durchaus nicht mit jeder Veränderung des urſprüng=
lichen
normalen Zuſtandes gegeben iſt. Eine ſolche Verände=
rung
kann ſehr wohl zu einem neuen konſtanten Zuſtand mit
neuen Mittelwerten führen und iſt dann nicht Krankheit, ſondern
einfach ein neuer Normalzuſtand. Erſt Regelloſigkeit muß als
Krankheit angeſehen werden. Aufgabe des Arztes iſt es nach
Prof. Goldſtein, dafür zu ſorgen, daß der Organismus, wenn
nach einer Schädigung (etwa Kriegsverletzung uſw.) eine völlige
Wiederherſtellung des urſprünglichen Zuſtandes nicht möglich iſt,
eine neue Ordnung mit neuen Mittelwerten erhält. Gelingt das,
dann iſt der Kranke wieder geſund. Prof. v. Weizſäcker
ſprach in dem 2. Referat zu dieſem Thema gleichfalls von der
neuen Funktionstherapie, die durch Um= und Neuordnung der
Lebensform das zuverläſſige Funktionieren des Organismus
wieder herzuſtellen ſuche.
Das Choleſterin als Störenfried.
Das Choleſterin iſt dem Mediziner wie dem Chemiker kein
Neuling. Seine Entdeckung liegt ſchon 150 Jahre zurück, aber
welche Rolle es im Haushalt des menſchlichen Körpers ſpielt,
das war bis heute noch nicht völlig geklärt. Sein Entdecker, Con=
radi
, hatte es zum erſten Male in den Gallenſteinen aufgefunden,
und man vermutete deshalb, daß es Störungen des Choleſterin=
Umſatzes ſeien, welche die Gallenleiden verurſachen. Jetzt hat
ſich jedoch herausgeſtellt, daß auch die größte Choleſterin= Anhäu=
fung
im Körper an ſich noch nicht Gallenſteine erzeugt. Eine
weitere wichtige Erkenntnis und ein Fortſchritt zur endgültigen
Löſung des Problems Prof. Bürger=Osnabrück und Prof.
Degwitz=Greifswald berichteten darüber iſt die Tatſache,
daß der Organismus Choleſterin zwar bilden, aber nicht wieder
zerſtören, d. h. in andere Stoffe umſetzen, kann. In alternden
Geweben werden deshalb häufig Choleſterindepots angeſammelt,
die zu den verſchiedenartigſten Erkrankungen führen können.
Störungen des Choleſterinſtoffwechſels können alſo niemals Stö=
rungen
des Choleſterin=Abbaues ſein; ſie ſind demnach meiſt ſekun=
därer
Natur. Außer dem Choleſterin, welches ſein Organismus
ſelbſt bildet, nimmt der Menſch dieſen Stoff in ſeiner Nahrung,
beſonders in den Eiern auf. Seiner chemiſchen Natur nach iſt
das Choleſterin ein fettartiger Stoff von ſehr komplizierter chemi=

ſcher Konſtitution, der eine Verwandtſchaft mit der Gallenſäure
hat, daher auch ſeine Mitwirkung bei der Bildung der Gallen=
ſteine
.
Starke Zunahme der Angina pektoris.
Neues über Urſache und Behandlung der ſogenannten Herzangſt.
Der bekannte Herzforſcher, Prof. Edens, Düſſeldorf, ſprach
in einem ſehr bedeutſamen Vortrag vor überfülltem Auditorium
über eine gefürchtete Krankheit, die gerade in den letzten Jahren
in außerordentlicher Zunahme begriffen iſt, die Angina pektoris
oder Herzangſt‟. Die bekannten Anzeichen dieſer Krankheit ſind
ſtarke krampfartige Schmerzen, die anfallartig auftreten. Zweifel=
haft
war bisher, worin eigentlich die Angina pektoris begrun=
det
iſt und wodurch die Anfälle ausgelöſt werden. Prof. Edens
iſt der Meinung, daß der ganze oder teilweiſe Verſchluß eines
der die Herzmuskeln mit Blut verſorgender ſog. Kranzgefäße
die Schmerzanfälle verurſacht. Ein ſolcher Verſchluß kann durch
Verſtopfung einer der Kranzarterien mit Blutgerinſel ( Throm=
boſe
) oder durch Verengerung der Arterien ſelbſt bzw. durch Ent=
zündung
oder Verkalkung der Wände wie auch durch vorüber=
gehenden
Krampf hervorgerufen werden.
Außerordentlich fördernd für Entſtehung der Herzangſt kön=
nen
Nikotinmißbrauch und Fettleibigkeit werden. Allerdings
bekommt nur der Menſch die Krankheit, der ſozuſagen dafür
disponiert iſt, wobei wiederum die Erregbarkeit des Nerven=
ſyſtems
eine große Rolle ſpielt. Hiermit hängt zweifellos zu=
ſammen
, daß das Leiden gerade in den wirtſchaftlich ſchwierigen
Nachkriegsjahren ſo zugenommen hat. Die ſchweren ſeeliſchen
Nöte, die dieſe Jahre für die meiſten Menſchen brachten, ſind
wohl, die wichtigſten Urſachen der großen Verbreitung der
Angina pektoris. Ueber die Heilungsausſichten ſagte Prof.
Edens; daß die
Angſt vor Anfällen ſchädlicher als dieſe ſelbſt
ſei. Im übrigen halte er die Krankheit für nicht ſo gefährlich
wie ihren Ruf. Das Wichtigſte ſei natürlich, ſeeliſcher Aus=
gleich
, Fernhaltung aller Erregungen und allgemeine innere Ent=
ſpannung
des Patienten. Hand in Hand mit einer ſolchen müſſe
natürlich entſprechende Behandlung für die Beſeitigung der
ſchmerzauslöſenden Reize ſorgen. Die ſinkende Herzkraft muß ge=
hoben
und die Neigung zu Gefäßkrämpfen durch entſprechende
beruhigende Medikamente bekämpft werden. Im ähnlichen Sinne
wie Prof. Edens äußerte ſich auch Prof. Morawitz=Leipzig
über die Urſachen und Behandlung der Angina pektoris. Eine
große Anzahl von Spezialvorträgen und eine lebhafte Ausſprache
ſchloſſen ſich den Hauptreferaten an.
In der Mitgliederverſammlung der Deutſchen Geſellſchaft für
Innere Medizin wurde Prof. Morawitz=Leipzig zum Vor=
ſitzenden
der nächſtjährigen Tagung gewählt.

7

[ ][  ][ ]

Nummer 107

Samstag, den 18. April 1931

Scharfe Worte im Landtag.
Generalausſprache zum Ekak 1931 abgeſchloſſen. Volksparkeiliche Kriik an den Skeuererhöhungen.
Gefahrenquellen für den Etak: Skeigende Verſchuldung des Landes und aukomaliſches
Anwachſen der Penſionen. Neue Miekerhöhung am 1. Januar 19322

Hihige Debakte um Ober=Olm.
* Die Freitagsſitzung des Landtages war nur verhältnis=
mäßig
kurz, aber zum Teil mit ſtarker Spannung geladen. Die
Generalausſprache über den Staatsvoranſchlag 1931 wurde be=
endet
. Der Staatsparteiler, Oberamtsrichter Schreiber, ritt eine
Attacke gegen nationalſozialiſtiſche Umtriebe in Rheinheſſen
und forderte ganz überraſchend ein allgemeines Uniform=
verbot
. Sollte man auch hier endlich zur Einſicht kommen? Daß
Herr Schreiber von Heſſen aus verſtärkte Arbeit an der Reichs=
reform
verlangte, gehört zu ſeiner Tradition und regt niemand
mehr auf. Nach ihm antwortete Abg. Niepoth (DVP.) auf die
geſtrigen Ausführungen des Finanzminiſters. Er erregte mit
ſeinen nüchtern ſachlichen Feſtſtellungen beſonders bei den Sozial=
demokraten
lebhaften Aerger. Scharf lehnte er die zum Etat=
ausgleich
von der Koalition beſchloſſenen Steuererhöhungen ab,
die ſich jetzt, wo die Steuerzettel vom Finanzamt herauskommen,
gerade bei den Sondergebäudeſteuerzuſchlägen kataſtrophal aus=
wirkten
. Nach ſeiner Anſicht werde der Etatanſatz von 500 000 RM.
bedeutend überſchritten, worin er ſtille Reſerven des Finanz=
miniſters
erblickt, was Herr Dr. Kirnberger allerdings beſtritt.
Beſondere Sorge erwecke außerdem die ſtarke Zunahme der Ver=
ſchuldung
Heſſens mit der hohen Zinsbelaſtung für kurzfriſtige
Anleihen, und das automatiſche Steigen der Penſionslaſten. Der
Nedner fragte, ob die Regierung Vorſorge getroffen habe, am
1. Januar 1932 eine Senkung der Sondergebäudeſteuer vorzu=
nehmen
infolge der Steigerung der Aufwertungszinſen. Aus
den auf der Tribüne meiſt verlorengehenden Ausführungen des
Miniſterialdirektors Dr. Schäfer war leider nichtklar zu ent=
nehmen
, ob eine Steuerfenkung oder eine neue Miet=
erhöhung
in Ausſicht genommen iſt. Hoffentlich erfolgt hier
alsbald eine Klarſtellung, damit nicht neue Unruhe im Lande
ausgelöſt wird.
Am Schluß der Ausſprache entſpann ſich eine offenſichtlich
agitatoriſch gefärbte Polemik zwiſchen dem Abg. Dr. Wolf ( frak=
tionslos
) und der Linken mit dem Zentrum wegen der Vorfälle
in Oberolm, wo am Montag ein Mann erſchoſſen wurde. Von
beiden Seiten ging es um die Feſtſtellung, ob der Täter Ober=
hahn
Mitglied des Stahlhelms ſei oder nicht. Die Linke und
auch Innenminiſter Leuſchner, der das Landeskriminalamt gegen
den Vorwurf Dr. Wolfs, gefärbte Nachrichten an die Preſſe ge=
geben
zu haben, energiſch in Schutz nahm, leiteten aus der Tat=
ſache
, daß jener Schütze auf einer Liſte von Perſonen ſteht, die
um Aufnahme in den Stahlhelm nachſuchen, den Schluß ab, der
Täter ſei Stahlhelmer, was Dr. Wolf ebenſo lebhaft beſtritt. Es
Ekam zu ſtürmiſchen Zwiſchenrufen, und Präſident Delp ſah ſich
gezwungen, einige Mitglieder des Hohen Hauſes wegen belei=
ſdigender
Zurufe oder Unterſtellungen zur Ordnung zu rufen.
Die Abſtimmungen über die zum allgemeinen Teil des
Staatsvoranſchlages eingebrachten Anträge ergaben die Beſtäti=
ggung
der Ausſchußbeſchlüſſe, die wir ſeinerzeit ausführlich mit=
ggeteilt
haben.

98. Sitzung.

Präſident Delp eröffnete die Sitzung um 10½ Uhr und gibt
lbekannt, daß die Generalausſprache mit den Abſtimmungen zum
allgemeinen Teil des Etats erledigt werden müſſe. Für Diens=
ſtag
ſei die Beratung der Kap. 53, Kultusminiſterium, und 6813,
Pädagogiſche Inſtitute, auf die Tagesordnung geſetzt.
Abg. Schreiber (Staatspartei)
polemiſiert gegen die nationaliſtiſchen Umtriebe‟.
in Rheinheſſen, die dem Geiſt widerſprächen, der das beſetzte Ge=
biet
trotz Separatiſten und Beſatzung dem Vaterland erhalten
habe. Wenn ein Führer des Mainzer Stahlhelms bei ſeiner Pro=
wagandafahrt
nach Oberolm als Ergebnis ſeiner Wirkſamkeit nur
Die Tatſache buchen darf, daß ein Stahlhelmanhänger einen
ahnungsloſen Familienvater hinterrücks erſchießt, dann ſoll er
ſeine Tätigkeit einſtellen. Trotz der Befreiung iſt im beſetzt ge=
weſenen
Gebiet die wirtſchaftliche Sorge geblieben. Unter Zurück=
ſtellung
von Wünſchen aus Oberheſſen und Starkenburg muß jetzt
Rheinheſſen betreut werden. Der 1½=Millionen=Betrag aus der
WWeſthilfe iſt reſtlos für die Verbreiterung der Mainzer
Straßenbrücke zu verwenden. Im RheinMain=Gebiet
ſollte die Regierung ihre Reichsreform=Tätigkeit intenſiver
Fortſetzen. Durch die Realſteuern wird der Mittelſtand zu ſchwer
bedrückt. Mit allen Mitteln iſt der Zunahme des geiſtigen Pro=

letariats entgegenzuwirken, vor allem durch Einengung des Zu=
ſtromes
nach den höheren Schulen und Aenderung des Berechti=
gungsweſens
. Die Notverordnung des Reichspräſidenten gegen
politiſches Rowdytum war durchaus notwendig. Wir wün=
ſchen
für Heſſen ein allgemeines Uniform=
Verbot.
Abg. Dr. Niepokh (deuſche Volksparkei)
erinnert daran, daß die D.V.P. ſchon im Jahre 1926 gefordert
habe, Einnahme=Minderungen auch durch Abſtriche an den Aus=
gaben
auszugleichen. Damals hat Herr Kaul (Soz.) von der Spar=
pſychoſe
der Volkspartei geſprochen, als ſie Angleichung der Lehr=
kräfte
an die zurückgehenden Schülerziffern forderte. Das Ver=
langen
, rechtzeitig und allmählich abzubremſen, wurde zu einem
Sturm auf die Volkspartei benutzt. Aber einige Tage ſpäter hat
derſelbe Herr Kaul mit ſeinen Koalitionsfreunden einen Antrag
eingebracht, 200 Stellen an der Volksſchule abzubauen. Unter
allen möglichen Tarnungen iſt inzwiſchen ein
Abbau an der Volksſchule
erfolgt, der über das hinausgeht, was die Volkspartei im Jahre
1926 gefordert hat. Die ehernen Geſetze der Not haben die da=
mals
Unbelehrbaren gezwungen, unſere wohlüberlegten Vor=
ſchläge
auf rechtzeitiges Sparen durchzuführen. Damals war es
Sparpſychoſe der Volkspartei, heute iſt es richtig, weil die
Not uns zwingt.
Der Etat 1931 ſchließt auf dem Papier ausgeglichen ab. Trotz
aller Maßnahmen, wie der vom Reich durchgedrückten Gehalts=
kürzung
der Beamten,
gelang es nicht, die Endzahlen des Etats weſentlich zu ſenken.
Das liegt zu einem großen Teil darin, daß die Verſchuldung
Heſſens ganz beträchtlich geſtiegen iſt. Sie iſt
vom Jahre 1928 mit 21,5 Millionen auf jetzt 68,5 Millionen ge=
ſtiegen
. wovon über 40 Millionen kurzfriſtige Schulden ſind. Die
hohe Verzinſung dieſer Schulden führt notwendig zu einer Er=
höhung
der Voranſchlagsziffern. Die kurzfriſtige Verſchuldung
birgt auch ſtaatspolitiſche Gefahren in ſich. Deshalb
haben wir beantragt, daß alle Bewilligungen auf das Vermögen
des Landes gelten nur unter der Vorausſetzung, daß die Kapita=
lien
langfriſtig beſchafft werden, daß alſo der Landtag in je=
dem
Einzelfall noch gehört werden muß, ob er Ausgaben be=
willigen
will, wenn die Gelder auf lange Friſt
nicht beſchafft werden können. Wir müſſen dahin
kommen, unſere kurzfriſtige Schuld zu konſolidieren. An eine
Konvertierung unſerer Schulden wird ſo raſch nicht zu denken
ſein.
Der zweite bedenkliche Poſten iſt das automatiſche
Anwachſen der Penſionen.
Dieſes Jahr iſt die Ausgabe wieder um 34 Million auf etwa
18 Millionen geſtiegen. Nach dem Gutachten des Sparkommiſſars
müſſen wir für das Jahr 1946 mit einem Anwachſen bis zu 22
oder gar 27 Millionen je nach dem Durchſchnittsalter der
Penſionäre rechnen. Dieſe Entwicklung erfüllt uns mit der aller=
größten
Sorge.
Außerdem hat man anſcheinend vergeſſen, daß im nächſten
Jahr eine Senkung der Sondergebäudeſteuer eintreten muß, in=
folge
der Erhöhung der Aufwertungszinſen. Ich kann mir
nicht denken, daß die Regierung eine neue all=
gemeine
Mieterhöhung am 1. Januar 1932 ein=
führen
will.
Wir haben bereits im Dezember ſehr ſcharfe Kritik geübt.
wie die Regierung durch die neuen Steuererhöhungen den Etat
ausgeglichen hat. Damals hat man uns erklärt, daß durch die
Erhöhung der Sondergebäudeſteuer, bei höherer Verzinſung als
5 Prozent, ein Betrag von etwa ½ Million eingehen werde. Nach
Mitteilungen, die uns heute von ſachkundiger Seite gemacht
wurden, iſt dieſer Betrag zu niedrig gegriffen, weil bei der
Ausführung des Geſetzes viel mehr hereinkom=
men
wird. Sind das vielleicht ſtille Reſerven, Herr Mi=
niſter
, von denen Sie geſprochen haben. (Finanzminiſter Kirnber=
ger
: Nein.)
Die Wirkung der Steuererhöhungen bedeutet eine Sabotage
der Tendenzen der Reichsregierung.
Als wir im Dezember warnten, wurde uns erklärt, daß eine hie=
ſige
Proteſtverſammlung nur ſchwach beſucht geweſen ſei, daß die
Bevölkerung Verſtändnis habe. Sie ſollten aber heute
einmal die Stimmen hören, nachdem inzwiſchen die Steuerzettel
zum Teil herausgekommen ſind. Wenn die Steuerzettel in Mainz
erſcheinen, wo die Friedensmieten etwas höher lagen, dann wird
auch das Zentrum ſpüren, was es mit ſeiner Zuſtimmung zu den
Steuererhöhungen angerichtet hat. Es iſt doch nicht ſo wie die
Regierung es darſtellt, wir haben ſoviel Steuern geſenkt und ſo=

Seite 3

viel Steuern erhöht, das gleicht ſich etwa aus. Das Bild iſt in
Wirklichkeit ſo, daß
die meiſten von den Steuerermäßigungen nichts haben,
ſondern nur die Steuererhöhungen ſpüren, die viel höher
ſind, als im Dezember angenommen wurde.
Und in dieſem Augenblick glaubt Abg. Hainſtadt (Zentrum), eine
Attacke gegen die Volkspartei reiten zu können. Wenn er geſagt
hat, die Sozialdemokratie im Reich gefalle ihm beſſer als die
Volkspartei in Heſſen, ſo müſſen wir ihm erwidern, das Zentrum
im Reich gefällt uns beſſer, als das Zentrum in Heſſen. Die Vor=
würfe
des Zentrumsredners waren genau ſo töricht wie un=
berechtigt
. Es wäre mehr als naiver Optimismus, anzunehmen,
daß die Volkspartei in Heſſen Steuererhöhungen zuſtimmt, wenn
man gleichzeitig ihre Grundauffaſſung nicht anerkennt und ihren
Ratſchlägen in der Praxis nur zögernd und meiſt zu ſpät nach=
kommt
. Das Zentrum hätte in Oppoſition zu einer Regierung
doch ebenſowenig die Verantwortung für neue Steuern auf ſich
genommen, nachdem alle Erſparungsanträge vorher mit Hohn ab=
gelehnt
worden waren.
Der Etat wurde nicht nur ausgeglichen durch Steuererhöhun=
gen
, die das Maß des Erträglichen weit überſteigen, ſondern
auch durch
Laſtenabwälzungen auf die Gemeinden.
Der Redner der Sozialdemokraten hat angeſichts der ſchwierigen
Finanzlage der Kommunen durch die Wohlfahrtslaſten das Reich
um Hilfe angerufen, aber gleichzeitig ſtimmt er immer neuen
Laſten der Gemeinden durch das Land zu. Das iſt doch ein
Widerſinn. Er ſollte doch die Macht in Heſſen, ausnutzen
und ſich einſetzen für unſeren Antrag zugunſten der Gemeinden,
denen man mindeſtens doch nicht das nehmen darf, was ihnen
gehört. Ich habe nachgewieſen, daß die Gemeinden, einen Betrag
von mindeſtens 200 000 RM. zu beanſpruchen haben aus dem Er=
lös
der Reichsbahnvorzugsaktien, die Heſſen erhalten hat, und
aus der Vorverlegung der Beamtengehaltskürzung. Warum
ſtimmt die Sozialdemokratie dieſem berechtigten Verlangen nicht
zu? Der Vorſchlag des Reichsſtädtetages, die Arbeitsloſen=
und Wohlfahrtslaſten zwiſchen Reich, Staat und
Gemeinde zu teilen, findet unſere Zuſtimmung. ( Zwi=
ſchenruf
: Auch im Reich?) Natürlich, das hat unſer Führer Din=
geldey
oft genug ausgeſprochen, wenn auch die Garantien ge=
geben
ſind, daß die Gemeinden, die Hilfe des Reiches in
Anſpruch nehmen, auch ihren Haushalt führen, wie das im
Intereſſe der Allgemeinheit gefordert werden
kann. (Sehr richtig!) Ich befürchte nach der letzten Konferenz
im Innenminiſterium, daß man den evtl. Anteil des Landes an
den Wohlfahrtslaſten wieder auf die Gemeinden abwälzen wird.
Ich warne auch, die ſtaatlichen Wohltaten zu ver=
teilen
nach der Höhe der kommunalen Ausgaben,
denn ſo müßte ein Wettrennen zwiſchen den Ge=
meinden
entſtehen, möglichſt viel auszugeben.
Wir haben im Finanzausgleich ſeinerzeit die heſſiſchen Ge=
meinden
ſehr gut geſtellt, und trotzdem iſt die kommu=
nale
Verſchuldung pro Kopf mit 216 RM. die
höchſte in Deutſchland, eben weil ſich die Gemeinden in
Zeiten des Wohlergehens mit Aufgaben übernommen haben, was
ſich jetzt bitter rächt.
Das Gutachten des Reichsſparkommiſſars ſtellt
feſt, daß die alte Innenverwaltung in Heſſen vorbildlich und
billig gearbeitet hat. Er beſtätigt auch in ſeinen Sparvorſchlägen
die Politik, die von der Deutſchen Volkspartei in den letzten Jah=
ren
ſtets, aber erfolglos gepredigt wurde. Wir fordern daher, wie
ſchon ſeit Jahren,
Abbau der Zahl der Miniſterien auch die Demokraten
ſcheinen ja für die nächſte Zeit dazu bereit Abbau der
Staatsaufgaben. Dezentraliſation der Verwaltung. Be=
ſchränkung
der Beamten auf ſolche Stellen, die Hoheits=
aufgaben
zu erfüllen haben.
Das ſind grundſätzliche Forderungen. Wenn wir aber kritiſieren
und zuweilen ſehr ſcharf kritiſieren, dann iſt das kein Kampf gegen
den Staat, ſondern Arbeit am Staat und im Staat zum Nutzen
und Wohl der Geſamtheit. (Beifall.)
Miniſterialdirektor Schäfer
(auf der Tribüne kaum verſtändlich), beſtreitet, daß die Verhält=
niſſe
in Preußen bei der Sondergebäudeſteuer günſtiger lägen als
in Heſſen. Tatſächlich ſind die Hausbeſitzer in Heſſen auch in der
Miete im Effekt gleichgeſtellt.
Um Ober=Olm.
Abg. Dr. Wolf (fraktionslos) polemiſiert gegen die Ausfüh=
rungen
des Abg. Schreiber (Staatsp.) wegen der Ober=Olmer Zu=
ſammenſtöße
. Das Landeskriminalamt hat, wie in anderen Fällen
politiſcher Zuſammenſtöße, auch hier falſche Meldungen in die
Welt geſetzt. Bis zur Stunde gibt es in Ober=Olm keinen Stahl=
helmer
, und es iſt kein Aufnahmegeſuch geſtellt. Vor jeder Auf=
nahme
in den Stahlhelm iſt eine 810wöchige Probezeit abzu=
legen
. Man verſucht hier von links her, dem Stahlhelm etwas
anzuhängen, um für ſich Kapital zu ſchlagen. (Lebhafter Wider=
ſpruch
links.) Ich bin bereit, auf meine Immunität zu verzich=
ten
auch durch Mandatsniederlegung. Der Stahlhelm hat mit
dieſem Meuchelmord nichts zu tun. Als der Redner die Vor=
gänge
im einzelnen ſchildert, kommt es zu lebhaften Zwiſchenrufen
von ſozialdemokratiſcher und Zentrumsſeite.
Innenminiſter Leuſchner weiſt die Angriffe des Vorred=
ners
auf das Landeskriminalamt als völlig unbegründet zurück.
Die amtliche Darſtellung treffe tatſächlich zu. Der Miniſter legt
die beſchlagnahmten Schriftſtücke aus dem Verfahren gegen Ober=
hahn
vor, wonach dieſer ebenfalls auf der Liſte der Perſonen

*
Die Enkdeckung des Radiums.
Zum 25. Todestag von Pierre Curie am 19. April.
Der koſtbarſte Schatz der Erde wurde geboren. Wie Pierre
Surie und ſeine Frau das Radium fanden. Ein neues Zeit=
alter
der Wiſſenſchaft nahm ſeinen Anfang.
1. Pierre Curie, der durch die Entdeckung des Radiums ein
neues Zeitalter der Wiſſenſchaft heraufführte, ſtarb am 19. April
7906 in Paris, da er von einem Laſtwagen überfahren wurde.
Er war vom Schickſal auserſehen, den koſtbarſten Schatz der Erde
zu entdecken, und zwar in Zuſammenarbeit mit ſeiner Frau, die
er in einem Laboratorium kennengelernt hatte, wo ſie als Studen=
tin
arbeitete. Pierre Curie hatte ein ſeltſames Schickſal. Er
wurde am 15. Mai 1859 in Paris geboren und widmete ſich dem
Studium der Phyſik. Im Laboratorium des hervorragenden
Gelehrten Henry Bequerel hatte er Gelegenheit, ſich mit den
Fragen der ſtrahlenden Materie zu befaſſen. Bequerel war von
dem Gedanken ausgegangen, daß phosphoreſzierende Stoffe viel=
leicht
auch die durchdringende Eigenſchaft der Röntgenſtrahlen
aufwieſen, und er machte mit zahlreichen derartigen Stoffen Ver=
ſuche
. Dabei fand er, daß manche phosphoreſzierende Stoffe
leinerlei Lichtwirkung auf eine photographiſche Platte hatten,
während das nichtphosphoreſzierende Uranoxyd die photo=
graphiſche
Platte ſchwärzte. Pierre Curie machte nun darauf
aufmerkſam, daß allem Anſchein nach dieſe Strahlung der Uran=
ſalze
etwas ganz Neues ſei, und er machte ſich mit ſeiner Gattin
daran, die Pechblende und andere verwandte Stoffe auf ihre
ſtrahlenden Eigenſchaften zu unterſuchen. Im Jahre 1898, ein
Jahr nach ihrer Verheiratung, gelang den beiden Forſchern die
Entdeckung des Radiums nach ungeheuren und langwierigen
chemiſchen Analyſen. Wie ſchwierig die erſte Eutdeckerarbeit war,
geht daraus hervor, daß eine Tonne Pechblende eine Nadium=
menge
von ungefähr ein Dezigramm enthält. Nun war die große
Entdeckung gemacht, aber in ihrer ungeheuren Tragweite noch
nicht erkannt. Ein Rätſel ſchien der Wiſſenſchaft aufgegeben wor=
den
zu ſein, denn es gab in der Natur einen Stoff, der unaus=
geſetzt
Strahlen von ſich ſchleuderte, ohne daß eine antreibende
Kraft zu merken war. Anſcheinend verlor es auch nicht an
Quantität. Man glaubte an ein Perpetuum mobile, andere kamen
auf den Gedanken, daß das Geſetz von der Erhaltung der Kraft
micht mehr zutreffend ſei. Kurz, die Ratloſigkeit der Wiſſenſchaft
war ungeheuer groß, bis Rutherford zu der Erkenntnis kam,
daß es ſich um einen natürlichen Zerfall der Atome handele. Nun
folgten Schlag auf Schlag die ſenſationellſten Enthüllungen. Die
Sehre von der Unwandelbarkeit der Elemente wurde als falſch
erkannt. Die bisherigen Anſchauungen vom Weſen der Materie

und ſomit der Atome erhielt eine ganz neue Grundlage. Man
ſtellte feſt, daß die bisherigen Theorien über die Atome ſich mit
der durch die Entdeckung des Radiums erkundeten Wirklichkeit
nicht deckten. Ein Einblick in die Geheimniſſe des Stoffes wurde

Prof. Pierre Curie,

der große franzöſiſche Phyſiker, der mit ſeiner Gattin Marie im
Jahre 1898 das Radium und Polonium entdeckte, ſtarb vor
25 Jahren, am 19. April 1906, in Paris. 1903 erhielten der
hervorragende Forſcher und ſeine Frau den Nobelpreis.
gewonnen, und ſtaunend ſah der Menſch die ungeheuren Ge=
walten
, die ſich in den Atomen konzentrierten. Man entdeckte,
daß die größte Energie der Welt durch Zertrümmerung der
Atome gewonnen werden könne. Ein neues Zeitalter der Wiſſen=
ſchaft
begann. Nicht nur das phyſikaliſche, ſondern auch das
philoſophiſche Weltbild erfuhr eine Umwälzung. In allen Labo=
ratorien
der Welt wurde daran gearbeitet, die veralteten und
falſchen Anſchauungen über das Weſen der Dinge wegzuräumen
und auf Grund der weittragenden Entdeckung des Radiums eine

neue Grundlage der Forſchung zu ſchaffen. Pierre Curie, der
zuſammen mit ſeiner Gattin die Vorausſetzungen für die Revo=
lution
der Wiſſenſchaften geſchaffen hatte, war mit einem
Schlage eine berühmter Mann. Unabläſſig arbeitete er weiter
in ſeinem Laboratorium in der Rue Lhomond zu Paris an
ſeinen Forſchungen. Er wurde zum Profeſſor der Sorbonne er=
nannt
. Er erhielt im Jahre 1903 den halben Nobelpreis für
Chemie, ferner den Oſirispreis in Höhe von 60 000 Franes und
zahlreiche andere Auszeichnungen. Im Alter von 46 Jahren
wurde er, wie oben bereits erwähnt, am 19. April bei einem Un=
glücksfall
getötet. Seine Gattin erhielt die Profeſſur ihres
Gatten und hat auch ſonſt bisher im Geiſte des Verſtorbenen
weitergearbeitet. Sie hat ſehr viel zur Kenntnis des koſtbarſten
Stoffes der Erde beigetragen und wurde dafür mit dem Nobel=
preis
ausgezeichnet.
Carl Anders.
Ap. Ralph Waldo Emerſon: Die Sonne ſegnet die Welt, Heraus=
gegeben
von Maria Kühn (Verlag von Naſcher u. Co. Zürich, Preis
3. RM.). Das Buch iſt eine Auswahl von Eſſays und Vorträgen aus
den 14 Bänden umfaſſenden Werken des berühmten amerikaniſchen Philo=
ſophen
, Schriftſtellers und Dichters Emerſon (18031882), des von Kants
Philoſophie beeinflußten Verkündigers deutſcher Philoſophie in ſeinem
Vaterlande, der ſich in einer ſehr großen Anzahl von Vorleſungen und
Schriften über alle Gebiete des Wiſſens verbreitet hat. Sie ſind für
das große Publikum ſchwer verſtändlich mit Ausnahme der Eſſahs, die
von ſeinen Werken die größte Verbreitung gefunden haben. In 12
Kapiteln philoſophiert Emerſon über geiſtige Geſetze, Natur, Denker
und Dichter. Charakter, Ehe, Liebe, häusliches Leben uſw. Es iſt ein
Buch für philoſophiſchen Betrachtungen zugängliche Leſer, das ſtudiert
ſein will und in dem die individugliſtiſche Geiſtesrichtung des erſtaun=
lich
beleſenen, gelehrten Philoſophen zu Tage tritt, der man wohl nicht
immer folgen kann, die aber zu tiefem Nachdenken über alle Fragen des
menſchlichen Lebens zwingt.
Weſtermanns Monatshefte, illuſtrierte Zeitſchrift der Gebildeten,
auf die wir unſere Leſer regelmäßig aufmerkſam machen, bringen in
dem eben erſchienenen Aprilheft verſchiedene Beiträge, die insbeſondere
jede Frau intereſſieren werden. In der Abhandlung Dilettantismus
und Planmäßigkeit im modernen Haushalt bricht die Verfaſſerin. Vera
Bern, eine Lanze für die Moderniſierung und Rationaliſierung des
Haushaltes und ſeiner Gebrauchsgeräte. Sie gibt einen Ueberblick über
die neueſten Abbarate für die Küche und den übrigen Haushalt und
wertvolle Hinweiſe für die Vereinfachung der Arbeit. Welche Hausfrau
wird nicht gern hören, daß die Möglichkeit beſteht, daß ihr ein Teil
ihrer Mühe und Arbeit abgenommen werden kann. Aber auch der Ar=
tikel
über Garten und Blumen ſteht in engem Zuſammenhang mit der
Frau und ſicher hat die Verfaſſerin Hertha Fricke mit ihrem Aufſatz
Garten und Parkkunſt unſerer Zeit ein Thema angeſchnitten, das mie
beſonderem Intereſſe geleſen werden wird. F. H. Ehmcke, Profeſſor an
der Staatsſchule für angewandte Kunſt in München, illuſtriert mit eige=
nen
Zeichnungen ſeinen Artikel Beſuch in der Goetheſtadt Wetzlar,
Bei der Fülle des in jedem Heft vorhandenen Materials iſt es gar nicht
möglich, auch nur ein annäherndes Bild eines einzelnen Heftes zu geben=

[ ][  ][ ]

Seite 4

Nummer 107

ſteht, die um Aufnahme in den Stahlhelm erſuchen. Es iſt eigen=
artig
, daß der Abg. Wolf das Vorliegen des Aufnahmegeſuchs be=
ſtreitet
. Auch bei der Vernehmung hat Oberhahn erklärt, daß en
Mitglied des Stahlhelms ſei. Es wäre beſſer geweſen, wenn Abg.
Wolf ſeine Ausflüchte nicht gebraucht hätte. (Abg. Sturmfels:
Er kneift, der Feigling! Lebhafte Unruhe. Zwiſchenrufe:
Und das iſt ein Staatsanwalt!)
In perſönlichen Bemerkungen halten dann die Abg. Schreiber
(Staatsp.), Dr. Wolf (fraktionslos) und Miniſter Leuſchner an
ihren Darſtellungen feſt, wobei es zu beleidigenden Zwiſchenrufen
kommt, wofür die Abgg. Sturmfels (Soz.), Dr. Wolf und Galm
(Komm. Opp.) zur Ordnung gerufen werden.
In den anſchließenden Abſtimmungen werden die Ausſchuß=
beſchlüſſe
zum allgemeinen Teil beſtätigt, d. h. die oppoſitionellen
Anträge verfallen faſt ausnahmslos der Ablehnung. Fortſetzung

der Beratung am Dienstag. Ende gegen ½1 Uhr.

Landkagsabg. Steffan zu zwei Monaken Gefängnis
verurkeilt.
* Mainz, 17. April. (Priv.=Tel.)
Der ſozialdemokratiſche Landtagsabg. Steffan=Oppenheim hat
am 11. Mai 1930 den 18jährigen Metzger Jakob Göth von Op=
penheim
, der dort allgemein als ein unehelicher Sohn Steffans
bezeichnet wird, mit einem Stock mißhandelt, ſo daß Göth wegen
Verdachts eines Schädelbruchs 6 Wochen im Krankenhaus zu=
bringen
mußte. Der Anlaß zu der Tat liegt darin, daß Göth
eine im Garten Steffans aufgezogene rote Fahne entwendet
hatte. Nach längerer Beweisaufnahme verurteilte heute abend
das hieſige Schöffengericht den Abg. Steffan, deſſen Immunität
vom Landtag aufgehoben iſt, unter Verneinung mildernder Um=
ſtände
zu 2 Monaten Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte einen
Monat Gefängnis beantragt. Wie verlautet, wird der Ver=
urteilte
gegen den Gerichtsſpruch Berufung einlegen.
Achlung, Grenze!
Berlin, 17. April.
Heute vormittag hat in der Nähe von Schneidemühl eine
deutſche Schutzpolizeiabteilung bei einer Geländeübung ver=
ſehentlich
die polniſche Grenze überſchritten und iſt einige hundert
Meter auf polniſchem Gebiet vorgedrungen. Erſt als die Ab=
teilung
auf polniſche Grenzbeamte ſtieß, erkannte ſie ihren Irr=
tum
und kehrte unverzüglich auf deutſches Gebiet zurück. Der
Oberpräſident in Schneidemühl hat dem polniſchen Konſul gegen=
über
ſein Bedauern über den Vorfall ausgeſprochen, das Vor=
kommnis
gemißbilligt und Beſtrafung der Schuldigen zugeſagt.
Der deutſche Geſandte in Warſchau iſt beauftragt worden, auch
ſeinerſeits der polniſchen Regierung ſein Bedauern zum Aus=
druck
zu bringen.
Slahlhelm-Zeikungsverbof
dem Reichsgerichk unkerbreikef.
Berlin, 17. April.
In der Angelegenheit der Stahlhelmbeſchwerde über das Zei=
tungsverbot
hat der Reichsinnenminiſter an den vierten Straf=
ſenat
des Reichsgerichts folgendes Schreiben gerichtet:
Das beigefügte, mir heute zugegangene Schreiben des preußi=
ſchen
Miniſters des Innern vom 15. April ds. Js. beehre ich mich,
nebſt Anlagen mit der Bitte vorzulegen, über die Beſchwerde
gegen die Verfügung des Polizeipräſidenten in Berlin vom
9. April zu entſcheiden. Ich trete dem preußiſchen Miniſter des
Innern und dem Polizeipräſidenten darin bei, daß der beanſtan=
dete
Artikel die Vorausſetzungen des 8 1 Abſ. 1 Nr. 2, 8 12 Abſ. 2

Samstag, den 18. April 1931
der Verordnung des Reichspräſidenten zur Bekämpfung politiſcher
Ausſchreitungen erfüllt, und daß angeſichts der außergewöhnlichen
Schwere der in dem Artikel ausgeſprochenen, in keiner Weiſe zu
rechtfertigenden Vorwürfe ein Verbot der Druckſchrift auf ange=
meſſene
Zeit am Platze iſt. Was die Dauer des Verbots anlangt,
ſo habe ich gegen die Auffaſſung des preußiſchen Miniſters des
Innern und des Polizeipräſidenten inſofern Bedenken, als ich an=
geſichts
der Tatſache, daß der Stahlhelm zurzeit im Kampfe für
das von ihm betriebene Volksbegehren ſteht, eine kürzere Ver=
botsdauer
für angemeſſen halte. Wenn ich davon ab=
ſehe
, der Beſchwerde in dieſer Richtung abzuhelfen, ſo geſchieht
dies deshalb, weil eine ſolche Maßnahme im gegenwärtigen Sta=
dium
des Verfahrens bedeutungslos ſein würde, denn das Ver=
bot
iſt nicht nur auf Grund der Verordnung des Reichspräſiden=
ten
, ſondern zugleich auf Grund des Geſetzes zum Schutze der Re=
publik
erlaſſen und hält ſich im Rahmen der im § 13 dieſes Geſetzes
zugelaſſenen Höchſtdauer. Soweit das Geſetz zum Schutze der Re=
publik
in Frage kommt, bin ich aber nicht befugt, der Beſchwerde
abzuhelfen. Angeſichts dieſer Rechtslage halte ich es für zweck=
mäßig
, den geſamten Fragenkomplex der Entſcheidung des Senats
des Reichsgerichts zu unterbreiten, wobei ich davon ausgehe, daß
das Reichsgericht bisher ſchon auf Grund der früheren und des
geltenden Republikſchutzgeſetzes das Recht über die Angemeſſenheit
der Verbotsdauer zu entſcheiden in Anſpruch genommen hat und
dieſe Praxis auch bei der Verordnung des Reichspräſidenten bei=
behalten
wird. J. V. gez. Zweigert.
Ein unerhörkes Verbof.
Das Bundesamt des Stahlhelm teilt folgenden Sachver=
halt
mit: In Düſſeldorf=Gerresheim wurde das nachſtehend wie=
dergegebene
Flugblatt zur Genehmigung vorgelegt:
Auf Dich kommt es an! Warum Volksbegehren des Stahl=
helm
auf Auflöſung des Landtages? Hierüber ſpricht am Mon=
tag
, dem 13. April, um 20,30 Uhr, im Gaſthof Roſenbaum
Kamerad Beckeratt=Elberfeld. gez. Stahlhelm uſw.
Das Polizeipräſidium Düſſeldorf verweigerte die Geneh=
migung
für das Flugblatt und ſtellte das Verlangen, daß die
Worte Auf Dich kommt es an fortzulaſſen ſeien.
Auch Chriftlicher Bolksdienſt gegen Mißbrauch
der Nolverordnung.
CNB. Berlin, 17. April.
Der erſte Vorſitzende des Chriſtlich=Sozialen Volksdienſtes,
Abg. Simpfendörfer hat der Tägl. Rundſchau zufolge in einem
Brief an den Reichskanzler Einſpruch gegen die
mißbräuchliche Anwendung der Notverordnung erhoben. Simp=
fendörfer
erinnert in dem Brief daran, daß der Volksdienſt die
Notverordnung zunächſt begrüßt habe als ein Mittel zur Ein=
dämmung
der Gottloſenpropaganda und des politiſchen Radi=
kalismus
. Heute müſſe er dem Reichskanzler erklären, daß die
Anwendung der Notverordnung in Preußen auch keineswegs den
Zuſicherungen entſpreche, die Miniſter Severing gegenüber jeder
anſtändigen Werbung für das Volksbegehren abgegebn habe.
Wenn nicht alsbald ein Wandel in der Anwendung der Not=
verordnung
eintrete, ſehe ſich der Chriſtlich=Soziale Volksdienſt
vor die Notwendigkeit geſtellt, ſeine bisherige Haltung zu der
Notverordnung einer Nachprüfung zu unterziehen.
60 000 polniſche Saiſonarbeiker für Deutſchland.
WTB. Warſchau, 17. April.
Das ſtaatliche Arbeitsamt hat die Regiſtrierung der land=
wirtſchaftlichen
Saiſonarbeiter für Deutſchland beendet. In
dieſem Jahre werden nur 60 000 Saiſonarbeiter nach Deutſch=
land
gehen, da Deutſchland mit Rückſicht auf die große Arbeits=
loſigkeit
im Reiche das Kontingent herabgeſetzt hat.

Herbſtwahlen in Preußen?
* Berlin, 17. April. (Prio.=Tel.)
Seit einigen Tagen ſchon gehen hier Gerüchte, daß die preu=
ßiſche
Regierung, auch wenn der Vorſtoß des Stahlhelms ſcheitern
ſollte, vielleicht bereit wäre, die Landtagswahlen vom kommenden
Frühjahr auf den Herbſt dieſes Jahres vorzuverlegen. Wir haben
zunächſt geglaubt, daß es ſich um eine Art Gegengift gegen die
Aktion des Stahlhelms handele, um die Eintragung in die Liſten
des Volksbegehrens als überflüſſig bezeichnen zu können. Tatſäch=
lich
ſcheint aber mehr dahinter zu ſtecken. Es iſt ſeinerzeit ſchon
aufgefallen, daß der Aufruf des Zentrums gegen das Volksbegeh=
ren
ſich in ſeinem Ton ganz erheblich von dem der Sozialdemo=
kraten
unterſchied. Man munkelt immer mehr davon, daß der
agrariſche Teil des Zentrums ſich in der engen Verbrüderung mit
den Sozialdemokraten nicht ſonderlich wohl fühlt und unter Um=
ſtänden
bei der Abſtimmung im Landtag über den Antrag des
Stahlhelms ſtreiken könnte. Wenn aber nur 10 Zentrumsabge=
ordnete
nicht mitſpielen, dann iſt der Ausgang der Abſtimmung
im Landtag höchſt zweifelhaft. Es wäre alſo theoretiſch ſchon
denkbar, daß das Zentrum einen Ausweg in ſich ſelbſt findet und
die Diſziplin in der Fraktion herſtellt durch die Zuſage, daß die
Neuwahlen im Herbſt erfolgen ſollen. Dann müſſen auch die
Sozialdemokraten gute Miene zum böſen Spiel machen und ſich
mit dieſer Löſung abfinden.
Das Urkeil im Charloktenburger Baffenſchieber-
prozeß
.
Berlin, 17. April.
Das Schöffengericht Charlottenburg verurteilte den Gaſt=
wirt
Hoppe wegen Vergehens gegen das Schußwaffen=Geſetz in
Tateinheit mit Vergehen gegen die Verordnung aus dem Jahre
1918, die den Beſitz von Waffen aus Heeresgut verbietet, zu
ſechs Monaten Gefängnis, den Schloſſer beim Zeugamt Span=
dau
, Paet, wegen fortgeſetzten Diebſtahls zu ſechs Monaten
und den Polizeiſekretär Reimers wegen gewerbsmäßiger
Hehlerei in Tateinheit mit Vergehen gegen die Verordnung aus
dem Jahre 1918 zu einem Jahr Zuchthaus. Die übrigen An=
geklagten
, die Polizeiſekretäre Mazanke und Wilke Unter=
waffenmeiſter
beim Reiterregiment 4 Heinrich und der Kauf=
mann
Hochhaus wurden freigeſprochen.
Kommuniſtiſche Sprengſtoffzenkrale in Berlin.
In der letzten Zeit tauchten in Verbindung mit Meldungen
über Sprengſtoffdiebſtähle in Sprengſtoffabriken und Berg=
werken
im Weſten des Reiches Nachrichten auf, daß Mitglieder
der Kommuniſtiſchen Partei Vorbereitungen zur Begehung von
Sprengſtoffanſchlägen träfen. Die von den einzelnen Polizei=
verwaltungen
daraufhin eingeleiteten Ermittlung führten zur
Aufklärung dieſer Diebſtähle. Im Zuſammenhang damit konnten
mehrere Perſonen feſtgenommen werden, die Mitglieder der
Kommuniſtiſchen Partei Deutſchlands ſind. Die weiteren Er=
mittlungen
ergaben, daß der geſtohlene Sprengſtoff von Mit=
gliedern
der KVD. nach Berlin geleitet und hier von Partei=
gängern
in Empfang genommen war. Die in Berlin veranlaßten
Ermittlungen führten zur Feſtſtellung eines beſtimmten Perſonen=
kreiſes
, der ebenfalls ſich aus Mitgliedern der KPD. zuſammen=
ſetzt
und ſich neben dem Weitertransport des geſtohlenen Spreng=
ſtoffes
mit der Herſtellung von Sprengkörpern befaßt hat. Außer=
dem
konnte in Breslau ein größeres Sprengſtofflager ermittelt
werden, das aus einem Diebſtahl herrührte. Verwalter dieſes
Lagers iſt ebenfalls ein Mitglied der KPD. In den erwähnten
Fällen iſt das Verfahren beim Unterſuchungsrichter des Reichs=
gerichtes
anhängig. Verſchiedene Hauptbeteiligte haben bereits
Geſtändniſſe abgelegt.

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[ ][  ][ ]

Nummer 107

Samstag, den 18. April 1931

Seite 5

Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, den 18. April 1931.
Tagung der Reichsſteuerbeamken.
F Heute und morgen findet in Darmſtadt eine große Tagung
des Bezirksverbandes Heſſen im Bunde deutſcher Reichsſteuer=
beamten
ſtatt. Die Tagung wird heute nachmittag um 2.30 Uhr
eingeleitet durch eine im Saalbau ſtattfindende öffentliche Voll=
verſammlung
. In dieſer Verſammlung wird der Schriftleiter der
Steuerwarte, Oberſteuerinſpektor Bornmann=Berlin, über:
Wirtſchaftskriſe Finonznot und Reichsſteuer=
beamtenſchaft
ſprechen. Ein Klein=Kunſtabend,
den die Darmſtädter Ortsgruppe des Bezirksverbandes zu Ehren
der zahlreich eintreffenden auswärtigen Gäſte heute abend im
Konkordiaſaal, Waldſtraße 33, veranſtaltet und bei dem namhafte
Künſtler mitwirken werden, vereinigt die Verbandsmitglieder mit
ihren Damen zu einer geſelligen Zuſammenkunft. Morgen Sonn=
tag
, nachmittags 1.30 Uhr, findet im Fürſtenſaal, Grafenſtr. 18/20,
eine zweite Vollverſammlung ſtatt, an der indeſſen nur Bundes=
mitglieder
teilnehmen dürfen.

Im Schloßmuſeum ſind am Sonntag um 11 und 11,30 Uhr
vormittags und an allen Wochentagen um 11 und 11.30 Uhr
vormittags und um 3 und 3,30 Uhr nachmittags Führungen. Die
Madonna des Bürgermeiſters Meyer von H. Holbein d. J. kann
ſtets geſondert von den Führungen beſichtigt werden.
Freunde der Darmſtädter Realanſtalten‟. Die auf den
19. April feſtgeſetzte Beſichtigung der Herdfabrik Konzelmann
kann wegen der noch im Gang befindlichen Umbauten erſt Ende
Mai oder anfangs Juni erfolgen: Näheres wird noch bekannt
gegeben. Am Donnerstag, dem 23. d. M., findet eine Monats=
verſammlung
in dem kleinen Kneipzimmer bei Heß in der Kirch=
ſtraße
ſtatt.
Wohltätigkeitskonzert in der Johanneskirche am Sonntag,
dem 19. April, abends. Der Zuſpruch zu dem Konzert und der
Kartenverkauf iſt rege. Viele freuen ſich einmal wieder den
Etzoldſchen Chor zu hören, der einfache, allen zugängliche Lieder
ſingt. Frau Horn=Stoll mit ihrer ſchönen Sopranſtimme iſt
ja weithin bekannt. Die leichte Verſtändlichkeit des Konzerts und
der gute Zweck der dringlichen Nothilfe werden wohl, das ihre
dazu tun, viele Glieder der Johannesgemeinde, aber auch darüber
hinaus viele aus der übrigen Stadt, die ſich eine ſchöne Sonntag=
abendfeierſtunde
verſchaffen wollen, zur Johanneskirche zu füh=
ren
. Es ſind auch abends am Eingang Karten zu haben.
Jubiläumskonzerte in der Aula des Realgymnaſiums,
Kirchſtraße. Herr Profeſſor Dr. Fr. Noack blickt in dieſen Tagen
auf eine zehnjährige Tätigkeit als Chorleiter im Volkschor Darm=
ſtadt
e. V. zurück. Was Herr Profeſſor Noack in dieſen zehn Jah=
ren
, welche angefüllt waren mit Wirtſchaftsnöten und Sorgen um
das tägliche Brot für den einzelnen, in dem Chor leiſtete davon
gaben die bisher ſtattgefundenen 7 größeren Konzerte beredtes
Zeugnis. Dieſer erſprießlichen Tätigkeit ſollen zwei Konzerte ge=
widmet
ſein, welche am Samstag, dem 18. und 25. April, abends
8 Uhr, in der Aula ſtattfinden. Ein ausgewähltes reichhaltiges
Programm älteſter und neuerer Geſangsliteratur ſowie die Mit=
wirkung
der Soliſtinnen Frl. Gudrun Steurer und Frl. Lina Cra=
mer
ſichern einen genußreichen Abend.

Heſſiſches Landestheaker.

Heſſiſches Landestheater. Gaſtſpiel Hermine Körner,
Ferdinand Bruckners Schauſpiel Eliſabeth von England
wird heute, Samstag, im Großen Haus in der Inſzenierung von
Carl Ebert, mit Hermine Körner als Gaſt in der Titelrolle, zur
Aufführung kommen. In den übrigen Hauptrollen: Hinz, Keim,
Nürnberger, Pfaudler, Conradi, Gothe, Schmitz, Baumeiſter, Ma=
letzki
, Gallinger, Leitner, Kutſchera, Weſtermann, Schindler, Rich=
ter
, Keßler. Lohengrin von Richard Wager, wird
morgen, Sonntag, im Großen Haus, unter muſikaliſcher Leitung
von Karl Maria Zwißler in Szene gehen. Die Titelpartie ſingt
Joachim Sattler. Die übrigen Hauptrollen ſind mit v. Stoſch,
Herrmann, Lohmann, Jacobs, Stralendorf beſetzt.

Heimatfeſt und heimatfroh ſei unſere Jugend.

Von Schulrat Heinrich Haſſinger=Darmſtadt.

Großes Haus Kleines Haus Samstag.
18. April Mfe
Gaſtſviel Hermine Körner
Eliſabeth von England
K /4, Bühnenvolksbund
Zuſatzmiete Xi und XkI
Preiſe 110 Mr. 15, 17.30, 20.15 Uhr
Ufa=Tonfilm=Operette
Die Drei von der Tankſtelle
Preiſe 12,60 Mk. Sonntag,
19. April 1822 Uhr
Lohengrin
D22
Preiſe 110 M1
Gutſcheine beſchränkt gültig 118, 17.30. 20,05 Uhr
Ufa=Tonfilm=Operette
Die Drei von der Tankſtelle
Preie 12,60 Mk. Montag,
20. April Keine Vorſtellung 15, 17.30, 20.15 Uhr
Ufa=Tonfilm=Operette
Die Drei von der Tankſtelle
Preiſe 12.60 Mk. Dienstag
21. April 19.3022.30 Uhr
Gaſtſpiel Hermine Körner
Eliſabeth von England
Außer Miete
Vorſtellung zu halb. Preiſen
Preiſe 0 50 bis 5 Mk. 15, 17.30, 20.15 Uhr
Ufg=Tonfilm=Operette
Die Drei von der Tankſtelle
Preiſe 1260 Mk. 22. April 19.30 Ende gegen 22.30 Uhr
Mittwoch, Der Hauptmann von Köpenick
B20
Preiſe 110 Mk. Keine Vorſtellung Donnerstag,
23, April 19.,30, Ende gegen 22 Uhr
Tnrandot

Preiſe 110 Mr Keine Vorſtellung Freitag,
24. April /. 19.30, Ende geget 23 Uhr
Viktoria und ihr Huſar
Außer Miete
Vorſtellung zu halb. Preiſen
Preite 0 505 Mr. 19 3022 15 Uhr
Der Graue
T, Gr. 1, 4, 5, 6, 7 u. 8
Preiſe 15 Mk. Samstag
25. April 19.3022 30 Uhr
Königskinder
K15 Bühnenvolksbund
Preiſe 0.808 Mk. 2022.30 Uhr
Zum letzten Male:
Zum letzten Male: Meine Schweſter und ich
Außer Micte.
Vorſtellung zu klein. Preiſen
Preiſe 13 Mk. Sonntag,
26 April 18.30, Ende nach 22 Uhr
Hamlet
H11 Bühnenvolksbund
Preiſe 0.808 Mk. 2022. 15 Uhr
Blaubart
Zuſatzmiete 1V 10
T. Gr. 2 u. 3 1.206 Mk.

Es iſt eine alte Binſenweisheit: Das Leben iſt unſer beſter
Lehrmeiſter. Warum aber, wenn es eine ſolch billige Weisheit
iſt, vergeſſen wir das ſo oft wieder? Die neuzeitliche Entwick=
lung
hat gezeigt, daß für unſere heutige Jugend der Begriff
Heimat, ja ſogar das Gefühl für den Begriff Heimat gar nichts
mehr ſo Selbſtverſtändliches iſt. Zugleich aber ſind ſich Erziehung
und Pädagogik unſerer Tage darüber im klaren, daß die rechte
Einfügung des Menſchen in das Leben gerade von den ihm
nächſten Bezirken auszugehen hat, und zu dieſen nächſten Be=
zirken
gehört doch unſtreitig die Heimat. Auf der einen Seite
alſo ein um ſich greifendes Gefühl der Heimatloſigkeit, auf der
andern Seite die Erkenntnis, daß wir, um zu einer rechten
Lebensgeſtaltung und zu einer rechten Sinngebung des Lebens zu
kommen, irgendwo mit unſerem Gefühl und unſerer Liebe auf
feſtem Grund ſtehen müſſen, mit anderen Worten alſo, daß wir
irgendwo das Gefühl von Heimat haben müſſen.
Nun tun Schule und Elternhaus ſicherlich ihr Aeußerſtes,
um die ihnen anvertraute Jugend die Kenntnis von und die
Liebe zu der Heimat zu lehren. Und doch muß das unzureichend
bleiben, wenn wir nicht auch hier das Leben zum Lehrmeiſter
nehmen, denn wie ſollten wir lieben, wenn wir das Objekt
unſerer Liebe nur undeutlich aus der Ferne kennen gelernt
haben? Darum alſo: Heran an das Objekt, heran an die
Heimat.
Und das Wie dürfte nicht ſchwer ſein. Wir müſſen unſere
Jugend die Liebe zum Wandern lehren. Die Natur, die Men=
ſchen
, die Tiere, draußen geſchaut und draußen erlebt, werden
ganz anders mit dem Gefühl der jungen Menſchen verwachſen,
als wenn ſie ihnen nur aus dem Unterricht und ſei er noch
ſo gut bekannt iſt.
Begriffe für Entfernung, Zeit, Höhe und Tiefe und noch
ſo manche andere, mit deren Erklärung man ſich in der Schule

Ausflug=Sonderzug nach Baden=Baden.
Baden=Baden, das ſeit Römerzeiten bekannte Heilbad des
Schwarzwaldes iſt infolge ſeiner unvergleichlich ſchönen Lage
mitten in der Welt= und Bergromantik des Schwarzwaldes, ſeiner
einzigartigen Promenaden, ſeines internationalen Badelebens, an
und für ſich ſchon eine Sehenswürdigkeit. Das ſchönſte aller
Schwarzwaldbäder iſt umrahmt von ſanften Hängen, die in ihrer
maleriſchen Lieblichkeit an Italien erinnern. Dieſer große Gar=
ten
wird umſchloſſen von einem rieſigen Bollwerk endloſer Laub=
und Nadelwälder, die bis zu einer Höhe von 1000 Metern anſtei=
gen
und auf den begnadeten Erdenfleck herübergrüßen. Baden=
Baden bietet eine Fülle von kulturellen hiſtoriſchen und land=
ſchaftlichen
Sehenswürdigkeiten. In erſter Linie gehört hierzu
das Kurhaus, deſſen Geſellſchafts=, Leſe=, Konzert=, Bühnen= und
Reſtaurationsſäle mit außergewöhnlichem Luxus ausgeſtattet ſind.
Weiter wäre zu erwähnen die in den Jahren 1839 bis 1842 er=
baute
Trinkhalle, deren Säulenhallen mit Fresken geziert ſind,
die Sagenſtoffe aus dem Schwarzwald darſtellen. Von Bädern
wären insbeſondere das nach dem Muſter eines Römerbades an=
gelegte
, mit Zuhilfenahme der modernſten Mittel ausgeſtattete
Friedrichsbad und das in italieniſchem Renaiſſanceſtil erbaute
Auguſtabad zu erwähnen. Neben dieſen Sehenswürdigkeiten aus
alter und neuer Zeit gibt es noch viele ſchöne öffentliche und pri=
vate
Bauwerke, wie das neue Schloß, das Rathaus, mehrere Kir=
chen
uſw., eingebettet in herrliche, von Natur und Menſchenhand
geſchaffene Anlagen. Schon die allernächſte Umgebung bietet
Augenweiden und Genüſſe ſeltener Art. Beliebte Ausflugsziele
ſind der durch eine kühne Bergfahrt leicht zu erreichende Merkur
(700 Meter) die impoſante Ruine Hohenbaden und die Battert=
felſen
mit keltiſchem Ringwall.
Nach dem ſchönen Schwarzwaldweltbad wird am Sonntag,
dem 3. Mai 1931, ein Sonderzug 3. Klaſſe mit Sitzplätzen für alle
Teilnehmer fahren. Die um 40 Prozent ermäßigten Fahrkarten
zu dieſem mit Schnellzugfahrzeiten verkehrenden Sonderzug liegen
bei den Fahrkartenausgaben auf. Auch können ſie bei den Mittel=
europäiſchen
Reiſe= und Verkehrsbüros bezogen werden.

as geht am Samstag, den 25.
in der Dieburgerstraße vor A S

Orpheum.
und ſie betrügt dich doch! ein
liebenswürdig=pikantes Operetten=Luſtſpiel, iſt von Publikum
und Preſſe begeiſtert aufgenommen worden. Die Erſtaufführung
bot dem zahlreich erſchienenen Publikum eine ausgezeichnete
Unterhaltung. Ganz beſonderen Beifall errang ſich Ferry
Sikla, der ſich als ſehr guter Tänzer entpuppte. Nicht zu ver=
geſſen
die weiteren Hauptdarſteller C. v. Moellendorf, ein
liebenswürdiger Darſteller, der eine ganz hervorragende Leiſtung
bietet, daneben Lori Leux, eine temperamentvolle Frau, die
mit ihren feſchen Koſtümen den Zuſchauer bezaubert. Die anderen
Mitglieder des Enſembles Mara Leslie, Lucie Manen,
Vera Gonia, Max Roſen, Guſtav Wilfan, tragen
dazu bei, eine fein ausgefeilte, abgerundete Vorſtellung zu bieten.
die auch heute und die folgenden Tage für die Zuſchauer eine aus=
gezeichnete
Unterhaltung ſein wird. Es ſei nochmals betont, daß
die Eintrittspreiſe nicht erhöht ſind. Karten zu 13 Mark im
Verkehrsbüro und bei Hugo de Waal, Rheinſtraße 14. (Siehe
Anzeige.)
Hiſtoriſcher Verein. Montag, den 20. April, ſpricht im
Realgymnaſium Archivrat Dr. Clemm über, Krieg im Frieden an
der Petersau bei Mainz 1841. Im Anſchluß an den Vortrag
findet die Hauptverſammlung ſtatt. (Vergleiche Anzeige.)
Achtung. Briefmarkenſammler! Der Herr Reichspoſt=
miniſter
hat mit Rückſicht auf den guten Zweck des Vereins für
das Deutſchtum im Ausland genehmigt, daß ausnahmsweiſe die
Wohltätigkeitsmarken von 1930, deren Verkauf bei
Oer Poſt am 15. Januar, bei allen anderen Verkaufsſtellen am
15. Februar 1931 eingeſtellt worden iſt, während der V. D. A.=
Tagung in Aachen verkauft werden. Da die Marken heute ſchon
einen höheren Sammelwert haben, iſt in Aachen beſte Gelegen=
heit
, ſich die Marken noch zum vorteilhaften urſprünglichen Preis
zu beſorgen oder durch Tagungsteilnehmer beſorgen zu laſſen. Die
8=Pfg.=Marke (Poſtkartengebühr) zeigt gerade eine Anſicht der
Stadt Aachen. Darum: Von Aachen jede Karte mit Aachener
Wohltätigkeitsmarke!

oft reichlich plagen muß, werden von den Kindern in ihr Wiſſen
ſpielend eingeordnet werden. Aber dieſes Reale ſcheint mir
nicht einmal das Weſentliche. Viel ſtärker wird bei aufgeſchloſſenen
jungen Menſchen die Wirkung auf Herz und Gemüt fein, wenn
ſie erſt einmal Freude am Wandern bekommen haben.
Für dieſe jungen Menſchen erhält der Begriff Heimat, erhält
der Begriff Volk einen andern Sinn, einen Sinn, der die Kennt=
niſſe
von Schule und Hörſaal in den Schatten ſtellt, weil ſeine
Kenntniſſe von der Erfahrung herkommen, von dem Erleben am
Objekt. Können die noch dieſelben bleiben, die heute in der
Fabrik, hinter dem Verkaufstiſch, an der Werkbauk ſtehen, die
heute noch auf den Schulbänken oder hinter den Schreibpulten
ſitzen, und morgen frei dahinſtreifen durch Wald und Wieſe,
die mit den Bauern ſprechen und Kameraden begegnen, die ſie
daheim nie geſehen, mit denen ſie ſich nie hätten austauſchen
können. Können die noch dieſelben bleiben, die heute in aller
Haſt über die Fahrdämme der Großſtadt huſchen und morgen in
aller Beſchaulichkeit die Wunder einer kleinen Stadt ſchauen, die
Anmut einer Dorfkirche, die Schönheit eines Hausgiebels, die
Beſinnlichkeit und urwüchſige Feſtigkeit eines baumumſtandenen
Gehöftes und nicht zuletzt die klare, ſachlich ſchöne Geſtaltung
der neueren deutſchen Jugendherbergen? Jedes Zögern des
Fußes, jeder bewußte Blick auf eines dieſer Dinge trägt einen
kleinen Stein zu dem bei, was wir Gefühl für Heimat nennen
und was Liebe zur Heimat ſchafft.
Wie es im Gegenſatz zum Vergnügen das Weſen der
Kunſt iſt, daß ſie den Menſchen nachwirkend bildet und formt,
ſo wird auch dieſes Schauen und Erleben von Arbeit und Natur
und Kultur dieſe jungen Menſchen bilden und formen. Es
wird ihnen tiefer als alle Worte und Lehren die Liebe zu
Volk und Heimat in die Herzen ſenken.
Schrittweiſe wird es geſchehen, nicht von heute auf morgen,
aber es wird geſchehen.

Rakurwiſſenſchaftlicher Bereig
M Barmftadr.
362. Sitzung am 14. April 1931.
Oberſtudienrat Prof. Dr. Spilger ſprach über die Ge=
ſchichte
der heimiſchen Floriſtik. Die Floriſtik befaßt
ſich damit, den Pflanzenbeſtand einer beſtimmten Gegend feſtzu=
ſtellen
. Sie iſt aus der Syſtematik hervorgegangen und wurde ur=
ſprünglich
lediglich von Syſtematikern gepflegt. Heute wird ſie im
weſentlichen von pflanzengeographiſchen Geſichtspunkten aus be=
trieben
. Sie liefert nicht nur die Grundlage für pflanzengeogra=
phiſche
Unterſuchungen, ſondern führt auch zu beſtimmten realen
Geſetzmäßigkeiten. Das Studium der Geſchichte der Floriſtik macht
uns einmal möglich, die Veränderungen, die in unſerer heimiſchen
Pflanzenwelt in hiſtoriſcher Zeit vor ſich gegangen ſind, feſtzuſtel=
len
und auf ihre Urſachen zu ergründen. Es zeigt ſich hierbei, daß
durch Kulturmaßnahmen und durch den Handel mit Pflanzen eine
Reihe bemerkenswerter Gewächſe bei uns in ihrer Verbreitung
ſtark zurückgegangen ſind, einige wie der Frauenſchuh und der
wohlriechende Seidelbaſt, ſind bereits vollkommen aus=
gerottet
, andere wie doldiges Wintergrün, Federgras
uſw. ſind aufs ſtärkſte bedroht. Hoffentlich bekommen wir in
Heſſen bald das unbedingt nötige Naturſchutzgeſetz, das die Er=
haltung
dieſer Pflanzen gewährleiſtet. Auf Grund alter Floren,
botaniſcher Manuſkriyte und alter Herbare, die als hiſtoriſch bo=
taniſche
Urkunden von herworragender Bedeutung ſind und deren
Sammlung und Erhaltung dringend geboten iſt, kann man die
Einwanderung vieler Gewächſe wie der Nachtkerze, des ka=
nadiſchen
Berufskrautes u. a. genau verfolgen. Hiſto=
riſch
floriſtiſche Studien erlauben ſchließlich auch die Forſchertätig=
keit
der einzelnen heſſiſchen Botaniker richtig zu würdigen. Die
älteſten ſchriftlichen Nachrichten über unſere Pflanzenwelt finden
wir in hiſtoriſchen Urkunden. So wird u. a. das urſprüngliche
Vorkommen der Kiefer in der oberrheiniſchen Tiefebene durch No=
tizen
im Codex Laureshamenſis ſowie das Fehlen der
Nadelbäume im Odenwald durch andere Urkunden ſichergeſtellt.
Eine ſyſtematiſche Sammlung aller botaniſchen Notizen durch die
Hiſtoriker wird ohne Zweifel wichtige Ergebniſſe vor allem für
die Geſchichte unſerer Wälder und der Kulturpflanzen liefern.
Die erſte (mediziniſche) Periode der Floriſtik wird durch die Ver=
faſſer
der alten Kräuterbücher charakteriſiert. Bock, Taber=
naemontanus
und Cluſius geben von einer Reihe von
Gewächſen genaue Fundorte aus unſerer Heimat an. Wir erfahren
aus ihren Werken auch, daß damals bereits ein Handel mit ſchön
blühenden, wild wachſenden Pflanzen beſtand, der den Grund zur
Ausrottung der ſeltenen Daphne cneorum legte. Der Fliegenpilz
war im 16. Jahrhundert Marktpilz und wurde als gutes Fliegen=
bekämpfungsmittel
gerne gekauft. Die rein floriſtiſche Periode be=
ginnt
mit Jungermann, deſſen Flora von Gießen leider ver=
loren
gegangen iſt. Der aus Gießen ſtammende Botaniker Rupp
erwähnt in ſeiner Flora von Jena die heſſiſche Pflanzenwelt öfter.
Im Jahre 1718 ſchreibt der aus Darmſtadt ſtammende Dil=
leniusl
ſeine Flora von Gießen, in der er auch Oberheſſen
(Salzpflanzen Nauheims) und Starkenburg berückſichtigt. Sein
in Oxford befindliches Herbar ermöglicht eine Reihe von ihm neu
aufgeſtellter, aber in ſeiner Flora nur ungenügend beſchriebener
Arten genau feſtzulegen. In einem in Oxford im Manuſkript er=
haltenen
Nachtrag zu ſeiner Flora bringt er die erſte botaniſche
Beſchreibung des Vogelsbergs. Wichtig für die Geſchichte der hei=
miſchen
Floriſtik iſt ein altes Herbar, das von Prälat D. Dr.
Diehl in der Bibliothek des Darmſtädter Gymnaſiums gefunden
wurde und ſich jetzt als Leihgabe im Botaniſchen Inſtitut der Tech=
niſchen
Hochſchule befindet. Auch das botaniſche Inſtitut Frank=
furt
beſitzt ein wertvolles altes, aus dem Jahre 1700 ſtammendes
Herbar, das von dem Friedberger Arzt Huth angelegt wurde.
Huth hat aus der Wetterau, dem Taunus und dem Gebiete der
damaligen Pfalz mehrere hundert heute meiſt ſeltener Arten in
ſeinem Herbar zuſammengetragen und bei den meiſten Pflanzen
genau Fundort und Fundzeit angegeben. Es iſt bis jetzt ebenſo=
wenig
wie ein in Frankfurt liegendes botaniſches Manuſkript
Senkenbergs ausgenutzt worden. Aus dem 18. Jahrhundert
ſtammen noch die Lokalfloren von Fabritius (Butzbach) Rit=
ter
(Lauterbach) ſowie die Flora der Pfalz von Pollich, die
eine Lokalflora Rheinheſſens darſtellt. Das 19. Jahrhundert
bringt dann die allgemein bekannten Landesfloren, die in den
pflanzengeographiſchen Studien Hoffmanns und anderer Bo=
taniker
eine wertvolle Ergänzung und Erweiterung finden.

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2

[ ][  ][ ]

Seite 6

Samstag, den 18. April 1931

Rummer 107

Verzke=Honorar und Wirkſchaftslage.

Die Heſſiſche Aerztekammer hat zu der Frage der Arzt=
gebühren
in der Privatpraxis Stellung genommen, nachdem
vorher darüber eine Beſprechung des Kammervorſtandes mit der
Miniſterialabteilung für öffentliche Gefundheitspflege ſtattge=
funden
hat. Bei der Ausſprache über die Sache in der Kammer=
ſitzung
ergab ſich, daß vielfach bereits in den Honorarſätzen der
Privatpraxis den heutigen wirtſchaftlichen Verhältniſſen Rech=
nung
getragen wird und daß die von Aerztevereinen aufgeſtellten
Richtſätze es auch erlauben, jeder Wirtſchaftslage Rechnung zu
tragen. Die Kammer nahm dann einſtimmig folgende Stel=
lungnahme
ein:
Die Heſſiſche Aerztekammer verurteilt jede Ueber=
ſpannung
des ärztlichen Honorars in der Pri=
vatpraxis
. Sie erſucht die ärztlichen Kreisvereine bei Feſt=
ſetzung
von Honorarrichtſätzen der heutigen wirtſchaft=
lichen
Notlage gerecht zu werden. Zugleich bittet die
Kammer die geſamte heſſiſche Aerzteſchaft in der Privatpraxis
die wirtſchaftliche Leiſtungsfähigkeit ihrer Klientel
tunlichſt zu berückſichtigen.
Dieſe Entſchließung der Kammer iſt allen heſſiſchen Aerzten
durch Bekanntgabe in dem heſſiſchen Aerzteblatt vom 15. April
1931 zur Kenntnis gebracht worden.

Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Vor dem Bezirksſchöffengericht ging am Frei=
tag
vormittag die Verhandlung wegen Beleidigung des
Miniſters Korell zu Ende. Es ergriff zunächſt der Ver=
teidiger
nochmals das Wort zu einer Gegenreplik auf das am
Mittwoch vorangegangene Plädoyer Rechtsanwalts Neuſchäffer.
Er betonte ausdrücklich, daß man mit dem Staatsanwalt, der die
Preſſe und die Redakteure in gute und ſchlechte einteile, keineswegs
einig gehen könne. Er gibt weiter der Meinung Ausdruck, daß
die Angelegenheit mit den Bäckern keineswegs ſo harmlos geweſen
ſei wie der Staatsanwalt es in ſeinem Plädoyer hingeſtellt habe
daß auch die Bäcker es keinesfalls ſo harmlos aufgefaßt hätten.
Miniſter Korell habe es ja doch ſelber für nötig gehalten, ſich zu
entſchuldigen. Er behauptet, daß der Angeklagte als Stadtrats=
und Fraktionsmitglied die Wahrung berechtigter Intereſſen für
ſich in Anſpruch nehmen könne und demgemäß freizuſprechen ſei.
Staatsanwalt Dr. Meuſezahl ſagt in kurzer Antwort, daß er
kein Wort von dem geſtern Geſagten zurücknehmen könne. Man
könne eben nicht den Ehrennamen Redakteur
einem jeden zubilligen.
Als der Angeklagte in ſeinem Schlußwort von den ſcham=
loſen
Angriffen des Staatsanwalts und des Nebenklägers ſpricht,
weiſt der Vorſitzende dieſe Redewendung mit dem Hinweis zurück,
daß ein Angeklagter noch lange nicht das ſagen dürfe, was der
Staatsanwalt ſage.
Um 11½ Uhr verkündet der Vorſitzende das Urteil:
Der Angeklagte wird wegen Beleidigung nach 8 186 St. G.B.
in drei Fällen zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Dem Mi=
niſter
Korell wird die Publikationsbefugnis in den hieſigen
Tageszeitungen zuerkannt. Von einer Wahrung berechtigter In=
tereſſen
könne keine Rede ſein, denn insbeſondere die Dienſtmäd=
chenangelegenheit
habe für die Oeffentlichkeit keinerlei Intereſſe.
Dieſe drei Artikel offenbarten die reinſte Senſationsluſt,
geſchrieben, um beſſeren Abſatz des Blattes zu
erlangen. Es ſei nicht anzunehmen, daß der Angeklagte
wiſſentlich die Unwahrheit geſagt habe, aber er hätte die Pflicht
gehabt, ſich genauer zu informieren. Bei der Angelegenheit mit
den Bäckern ſei die Situation wohl etwas ſchief geweſen, das gebe
dem Angeklagten aber noch lange nicht das Recht, von dauernden
allerſchiefſten Situationen zu ſprechen. Bei den ungeheuer ſchwe=
ren
Vorwürfen, die der Angeklagte dem Miniſter gemacht habe.
genüge eine Geldſtrafe nicht mehr, das Gericht könne hier nur noch
eine Freiheitsſtrafe als ausreichende Sühne anſehen.

v. Der Prozeß Guthmann. Dem Vernehmen nach wurden die
beiderſeits erhobenen Berufungen zurückgezogen, ſo daß vorausſicht=
lich
nur die Anklage gegen den Prokuriſten die Strafkammer be=
ſchäftigen
dürfte.

* Deutſcher Staat und deutſche Kultur. Mit dieſem zweiten
Vortrag ſetzte Profeſſor Horneffer geſtern abend ſeinen Vor=
tragszyklus
über das Thema: Der Sozialismus und der Todes=
kampf
des deutſchen Volkes fort. Wir bedauern erneut, daß auch
dieſer Vortrag, der die brennenden Fragen der ſtaatlich= politi=
ſchen
Organiſation und vor allem der politiſchen Erziehung des
deutſchen Volkes vom Standpunkt des Philoſophen und Hiſtorikers,
aber dennoch keineswegs in gelehrter Diktion, ſondern in einem
gepflegten und flüſſigen Stil behandelte, nicht diejenige Zahl von
Intereſſierten erreichte, für die er berechnet war und der er ſei=
nerſeits
nur von größtem Werte hätte ſein können. Wir kommen
auf die Ausführungen morgen zurück.
Blumen und Kunſt Inhaber: Erich Schulenburg, Wil=
helminenſtraße
33, zeigt neue Paſtell=Porträts von Bialla!
Noch überraſchender als in der Ausſtellung des Vorjahres er=
ſcheint
in den Bildern die feine Charakteriſierung und die über=
aus
prächtige ſchimmernde Nuancierung der Farben. Der in
ſeinem Notizbüchlein ſchreibende Knabe, das kleine Mädelchen in
ganzer Figur im großen Lehnſtuhl, der blonde Lockenkopf mit der
Hand auf ſeinem Hundepüppchen und andere ſind vortreffliche
Kinderbildniſſe. Man wird nicht ſo oft gut gemalten Fleiſchtönen
begegnen, wie dieſe Arbeiten zeigen. Dieſe Qualitäten laſſen
Bialla auch beſonders prädeſtiniert erſcheinen für das große Por=
trät
der Dame von heute, wovon leider nur ein Beiſpiel (Dame
in Seegrün) vorhanden iſt.
Volkshochſchule. Auch in dieſem Jahre wollen wir wieder
einige Wanderungen zur Beobachtung der Vogel=
ſtimmen
unter Leitung des Herrn Vonderheit durchführen.
Die erſte Wanderung findet am Sonntag, dem 19. April, ſtatt.
Wir treffen uns am Eingang zum Orangeriegarten, Jahnſtraße,
um 7.30 Uhr. Schluß etwa 11 Uhr. Karten ſind in der Geſchäfts=
ſtelle
der Volkshochſchule, Mathildenplatz 17, zu haben.

*Razzia auf der Landſtraße.
Verbrecherjagd der Ueberland=Schupos. Der Schupo als Lehrmeiſter in der Dorfſchale.

Von Hans
Nicht einmal das Tippeln macht heute mehr Vergnügen. Man
walzt auf der endloſen Landſtraße, trägt ſeine Sieben Sachen am
Knotenſtock über der Schulter, flüchtet aus dem Häuſermeer der
Städte und aus der Geſellſchaft und will weder mit dem Steuer=
amt
und dem Gerichtsvollzieher noch mit der Polizei etwas zu
tun haben. Und ſiehe da! es nähert ſich ein Wagen und hält an.
Die drinnen ſitzen fragen nicht nach dem Weg und nicht nach
dieſem oder jenem Ort ſondern nach den Papieren. Auch auf
der Landſtraße haben ſich die Zeiten geändert. Das Heer der
Tippelbrüder, die ſich bisher ſo frei und allein fühlten, muß ſich
damit abfinden, daß jetzt auch dieſe Freiheit ein Ende hat. Ge=
wiß
, nicht jedes Auto hält den Wanderer an; aber da es doch
manchmal vorkommt, daß eins vor ſeiner Naſe Halt macht und
ſtrenge Beamte nach dem Woher und Wohin fragen, ſo wird ihm
bei jedem Hupen ungemütlich, und alles, was auf der Chauſſee
herangerollt kommt, iſt verdächtig. Ein einfacher Landſtreicher,
ein harmloſer Vagabund, ein Fanatiker der endloſen Wege, ein
Mann, der aus reinem Idealismus auf die Walze geht, der hat
ja nichts zu fürchten. So eine Razzia auf der Landſtraße, durch=
geführt
von der Ueberlandſtreife der Polizei, kann ihm nichts
anhaben, wenn er ſich genügend ausweiſen kann. Denn die Ar=
beitsſcheuen
werden ja heutzutage nicht geſucht. Hunderte von
Beſchäftigungsloſen melden ſich täglich bei den Behörden; ſie
geben an, notoriſche Landſtreicher zu ſein, ſie möchten nur zur
Arbeit verurteilt werden, Umſonſt! Die Arbeitshäuſer ſind alle
überfüllt, kein einziges Bett und kein einziger Arbeitstiſch iſt
mehr frei. Nicht einmal das Polizeigefängnis will einen haben.
ſeitdem die Gelder ſo ſpärlich einlaufen, und wer ſich hier auf
einige Tage verpflegen und Quartier verſchaffen will, dem zeigt
man mit abweiſender Strenge die Mahnung, die am Eingang
angebracht iſt: Unbefugten iſt der Eintritt ſtrengſtens unterſagt!
Es iſt nicht leicht, in dieſer Zeit ein amtlich beglaubigtes Dach
über dem Kopf zu haben und behördliche Nahrung zu genießen.
Aber auf der Landſtraße iſt es doch unbehaglicher geworden,
ſeitdem die neue Ordnung auch hier eingeführt worden iſt. Denn
wir haben heute nicht nur eine politiſche Polizei, eine Kriminal=
polizei
, eine Verkehrspolizei, auch den Landſtraßen=Schupo hat
man erfunden. Und dieſer Schupo raſt mit dem größten erlaubten
Tempo und hier und da ſogar mit unerlaubter Geſchwindigkeit.
Denn erlaubt und nicht erlaubt: das gilt ja nur für den unbe=
amtlichen
Sterblichen; der Schupo der Landſtraße kann es ſich
erlauben, das Erlaubte auch einmal zu überſchreiten.
Bisweilen hat man einen gefährlichen Verbrecher oder ſogar
eine ganze Bande zu verfolgen, und in einem ſolchen Fall hängt
dann alles von der Schnelligkeit ab. Eine Verbrecherjagd auf der
Landſtraße wickelt ſich manchmal faſt ſo aufregend und unter den=
ſelben
dramatiſchen Umſtänden ab, wie im Film. Die Ueberland=
ſtreife
erhält ununterbrochen Berichte durch Telegraph. Telephon
und Radio, alle Kennzeichen werden angegeben, auch der mut=
maßlich
eingeſchlagene Weg. Meiſtens aber haben die Verbrecher
ſchon vorher Wind bekommen, daß ihnen die Polizei auf den
Ferſen iſt, und ſie richten ſich auch danach ein. Zuerſt wird das
Ausſehen des Wagens verändert, beſonders die Kennummer.

Der D. H. V., Ortsgruppe Darmſtadt, hielt im Heim ſeine
Monatshauptverſammlung ab, die wiederum ſehr gut
beſucht war. Nach Erledigung der Tagesordnung, auf der u. a.
die Wahl der Stimmführer zum Gautag am 9. und 10. Mai in
Bad Hersfeld ſtand, hielt Kollege Köhler einen intereſſanten
Vortrag über das Thema: Das Schaufenſter. Sein Wert für
den Einzelhändler, Schaufenſterdekoration und Kundenwerbung
ſtehen heute im Mittelpunkt des Intereſſes. An Hand einer
großen Zahl guter und neuzeitlicher Lichtbilder wies der Redner
auf die überragende Bedeutung des Schaufenſters als Mittel zur
Kundenwerbung für den Einzelhandel hin. Heute ſeien die Zei=
ten
vorbei, wo man wahllos ſeine Waren ins Fenſter packte‟.
Nur geſchmackvolle Zuſammenſtellung Farbenharmonie, Sauber=
keit
, gute Beleuchtung könnten das Schaufenſter zu dem machen,
was es ſein ſoll, zum ſicherſten Kundenwerber des Einzelhändlers.
Jeder Zuhörer dürfte eine ganze Menge Anregungen zur ge=
ſchmackvollen
Ausſtattung der Schaufenſter mit nach Hauſe genom=
men
haben. Man muß dem D.H.V. dankbar ſein, daß er durch
ſeine lehrreichen Vorträge jedes ſeiner Mitglieder zu einem wert=
vollen
Helfer der Wirtſchaft machen will. Dieſem Gefühl des
Dankes für die vortrefflichen Ausführungen über ein derart aktu=
elles
Thema gaben die Zuhörer durch lebhaften Beifall Ausdruck.
Im Union=Theater läuft noch bis auf weiteres der neue
Charlie=Chaplin=Film Lichter der Großſtadt, Jugend=
liche
haben Zutritt. Beginn 2.45, 4.30, 6.15 und 8.20 Uhr.
Die Palaſt=Lichtſpiele bringen ab heute den Greta=Garbo=
Film Unſichtbare Feſſeln Außer Greta Garbo wirken
in Hauptrollen mit: Nils Aſther. Doroty Sebaſtian und John
Mack Brown. Regie: John S. Robertſon. Beginn: 3.45. 6.00
und 8.20 Uhr.
Das Helia=Theater zeigt bis auf weiteres die heitere Tonfilm=
Operette. Der Tanzhuſar. Oskar Karlweis, Friedl Haer=
lin
, Gretel Theimer, Ernſt Verebes, Albert Paulig, Jul. Falken=
ſtein
u. a. ſind die Hauptdarſteller. Regie: Fred. Sauer. Dazu
das gute Beiprogramm. Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr. Im
Rahmen einer der beliebten Film=Morgenfeiern im
Helia=Theater wird am Sonntag vormittag 11½ Uhr der mit
großem Beifall aufgenommene Kulturfilm Emden III fährt um
die Welt letzmalig wiederholt. Der Film ſchildert in unerhört
lebendigen Bildern die erſte Weltreiſe eines deutſchen Kreuzers
nach dem Kriege. Jugendliche haben Zutritt. Nachtvor=
ſtellung
im Helia=Theater am Samstag abend 10 45 Uhr. Hier
wird das große Filmwerk Die Ehe gezeigt. Vorverkauf an
der Tageskaſſe.

Brückner.
Nur das geübte Auge merkt, daß hier etwas nicht in Ordnung
iſt. Anfangs wird der Wagen in demſelben Tempo verfolgt, das
er ſelbſt einhält. Bald wird er aber nervös und fährt ſchneller.
Für den Landſtraßenſchupo iſt jetzt die Zeit des Handelns ge=
kommen
. Die Höchſtgeſchwindigkeit wird eingeſchaltet, und die
tolle Jagd beginnt. Unaufhörlich wird gehupt. Allmählich merkt
man, daß der Fliehende kein reines Gewiſſen hat, denn er re=
agiert
nicht im geringſten darauf und nicht einmal an der Kurve,
gefährlichen Kreuzungen und Bahnübergängen wird das Tempo
verlangſamt. Mit der Höchſtgeſchwindigkeit gelingt es ſchließlich
doch, den Flüchtenden zu überholen und durch das Fenſter des
Polizeiwagens erſcheint ein Schild mit der Mahnung: Polizei!
Die Tafel mit den wuchtigen Buchſtaben hat eine ſuggeſtive
Kraft: Beide Wagen ſtehen. Natürlich kommt es auch vor, daß
das Schild trotz allem ſeine Wirkung verfehlt, dann bleibt eben
nichts anderes übrig, als daß der Beamte ſeinen Revolver zieht
und ſchießt. Im Tonfilm würde die Kugel in einem ſolchen Fall
durch das Wagenfenſter einſchlagen. Das iſt effektvoller. Aber
hier kommt es auf den Effekt nicht an, ſondern auf den Zweck.
Die Kugel dringt durch den Reifen. Der Pneumatik platzt. Der
Wagen kann nicht mehr weiter. Mit vorgehaltenem Revolver
ſpringen die Beamten heraus, und in der nächſten Minute ſind
die Verbrecher gefaßt.
Das iſt die gefährliche Seite in der Tätigkeit der neuen
Polizeitruppe. Es gibt auch andere Aufgaben, die in ihr Gebiet
fallen. In erſter Linie iſt die Verkehrsregelung zu nennen. Man
kontrolliert die Verkehrszeichen und belehrt die Bauernfuhrwerke:
man hilft ſteckengebliebenen Fahrzeugen weiter man unterſucht
die Bereifung der Laſtfuhrwerke und betätigt ſich letzten Endes
als Lehrmeiſter in den Dorfſchulen. Ja, auch hier muß der Hauch
der Zeit zu verſpüren ſein, und wenn vom Verkehr die Rede iſt,
dann hat nicht der Laie das Wort, ſondern der Fachmann. In
hunderten von Dorfſchulen erwartet man zu beſtimmten Zeiten
die Beamten von der Ueberlandſtreife, und im Laufe eines Schul=
jahres
beſuchen ſie jede einzelne Dorfſchule ſogar mehrmals. Auch
der Lehrer ſetzt ſich auf die Schulbank und hört zu, was der Poli=
zeioffizier
vorträgt. Große Karten und Mappen werden auf=
gehängt
, und der Beamte erklärt, was die Zeichen zu bedeuten
haben. Auch Plakate werden gezeigt. Zum Beiſpiel ein Motorrad
rutſcht über eine weggeworfene Obſtſchale achtlos weg! Oder:
ſpielende Kinder werden auf der Chauſſee von einem Wagen
überfahren. Unterſchrift: Der Fahrdamm iſt kein Spielplatz. Ein
anderes: Ein Junge ſitzt auf einem Bauernwagen, ein Kraft=
fahrer
kommt ſchnell angefahren, der Wagen ſchleudert, der Junge
fällt herunter: Beim Fahren halte dich feſt! Mit großen Augen
hören die Kinder die Worte, die Botſchaft aus dem Zeitalter
des Verkehrs. Damit man ihnen den Vortrag noch recht ſchmack=
haft
macht, bereitet man ſie auf eine große Reiſe vor, auf die
Reiſe nach der Stadt, und erzählt ihnen von Verkehrsampeln,
Straßenbahnen und Omnibuſſen. Die kleinen Dorfiungen merken
ſich die Theorie wohl und ſind ſtolz darauf, daß ſie dann, wenn
ſie wirklich einmal in die Stadt kommen, ſich nicht wie die Pro=
vinzler
benehmen werden, ſondern wie richtige Städter.

Aus den Parkeien.
Deutſche Volkspartei, Jugendgruppe. Am
Sonntag, dem 19. April, Nachmittagsſpaziergang über Franken=
ſtein
nach Nieder=Beerbach. Treffpunkt 2.15 Uhr Straßenbahn
Luiſenplatz nach Eberſtadt.
Deutſche Volkspartei, Angeſtelltengruppe.
Die Angeſtellten innerhalb der Deutſchen Volkspartei haben ſich
am vergangenen Mittwoch nach einem Referat des Herrn Heinz
Heuſohn zu einer Darmſtädter Gruppe zuſammengeſchloſſen.
Ein vorläufiger Ausſchuß von 4 Herren führt die Geſchäfte bis zu
der am Sonntag, dem 26. April, in Frankfurt a. M. ſtattfinden=
den
großen ſüdweſtdeutſchen Angeſtelltentagung, auf welcher, die
Reichstagsabgeordneten Thiel und Frank Glatzel ( Gewerk=
ſchaftsführer
im DHV.) referieren werden und deren Ergebnis
dem Ausbau der Darmſtädter Gruppe dienen ſoll. Wir werden an
dieſer Stelle weitere Mitteilungen bringen.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchlleßlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu beirachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kril?
Reſtaurant Poſt. Heute, Samstag, und morgen, Sonn=
tag
, finden im Hotel und Reſtaurant Poſt (Hauptbahnhof) die
beliebten Geſellſchaftsabende mit Tanz ſtatt. Die gute Haus=
kapelle
ſpielt. Wünſche erbeten.
Vereinsveranſtaltungen.
Turngemeinde Beſſungen 1865 E. V., Darm=
ſtadt
. Wiederum ruft die Wanderabteilung ihre Anhänger und
Freunde zu einer Wanderung. Am Sonntag, dem 19 April, fin=
det
die diesjährige 4. Wanderung ſtatt. Die beiden Führer, Tur=
nerin
Ph. Menges und der noch jugendliche R. Weidmann, wollen
die Teilnehmer über Eberſtadt, Jugenheim, nach dem Melibokus
mit Endziel Balkhauſen führen. Ziemlich frühzeitig iſt Abmarſch
von Ecke Weinberg= und Heidelberger Straße; es ſoll nämlich der
Zug nach Eberſtadt um 7.35 Uhr vormittags benutzt werden. Die
Führer haben Ruckſackverpflegung vorgeſehen, und es kann nichts
ſchaden, wenn man ſich für eine Ganztagestour einrichtet. Hoffent=
lich
haben wir gutes Wanderwetter und eine recht zahlreiche Be=
teiligung
. In Balkhauſen wird bei P. Baltz Einkehr gehalten.
Der Wanderausſchuß macht noch darauf aufmerkſam, daß die
Linderbücher mitzubringen ſind.

Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. Freitag, 17. April 1931.
Der Haupkmann von Köpenick.
Ein deutſches Märchen von Carl Zuckmayer.
Nach vierſtündiger, ermüdender Vorſtellung fiel um ½12 Uhr
der Vorhang über dem letzten der 19 Bilder, in denen Carl Zuck=
mayer
die Geſchichte des Hauptmanns von Köpenick ſich
abrollen läßt.
Zuckmayer hat einen gewiſſen Sinn für die Theater= Kon=
junktur
. Der Fröhliche Weinberg und Katharina Knie ent=
ſprachen
der damaligen Neigung für Erdgeruch und buntes Thea=
ter
. In den Rivalen gab der Krieg den Vorwurf für eine
Miſchung von Poſſe und Rührſeligkeit. In dem Hauptmann von
Köpenick verbindet Zuckmayer die jetzt beliebte Neigung zur Schil=
derung
tatſächlicher Vorgänge mit einer übertreibenden und ver=
ſpottenden
Kritik an Vorkriegs=Erſcheinungen.
Zuckmayer beweiſt auch hier wiederum ſein Geſchick als wir=
kungsvoller
Bühnen=Techniker. Er verſteht es, einzelne Szenen
ſchlagkräftig zu geſtalten und die verſchiedenſten Regiſter der
Theatralik vom Schwank bis zur limonaden=ſüßen Rührſelig=
keit
zu ziehen. Hierbei verſchmäht er die primitivſten und
billigſten Mittel nicht. Die älteſten Scherze und Kalauer tauchen
auf. Manche Szenen, wie die Rauferei im Kaffee National und
der Auftritt in der Zuchthaus=Kapelle ſinken auf ein Niveau, das
für ein Kultur=Theater und den guten Geſchmack überhaupt ſchon
kaum mehr erträglich iſt. Der zweite Aufzug bringt ermüdende
Längen. Erſt die Maskerade und der Ueberfall im Köpenicker
Rathaus läßt das Intereſſe wieder aufleben.
Die von Carl Ebert geleitete Aufführung hatte großen
Fleiß und Sorgfalt auf die Inſzenierung verwandt. Sie war im
Stile der damaligen Zeit gehalten und in den einzelnen Szenen
wirkungsvoll ausgeſtaltet. Nur werden manche Striche und oft
ein flotteres Tempo erforderlich ſein, um die allzu lange Dauer
zu kürzen. Die Benützung der Drehbühne, auf der Elli Bütt=
ner
die einzelnen Räume in hübſcher, naturgetreuer Faſſung
aufgebaut hatte, begünſtigte den Szenenwechſel.

Günter Haenel ſpielte den falſchen Hauptmann. Wohl gab
er ihm nicht den Schuß von Tragik, durch den in Berlin Werner
Kraus dieſer Geſtalt augenſcheinlich ſtarke Teilnahme gewonnen
hat. Er zeichnete ihn vielmehr als den paſſiven, von allen Seiten
getriebenen und gehetzten Menſchen, der ſich ſchließlich mit einer
gewiſſen Bonhomie in ſein Schickſal findet. Er konnte zwar
nicht erſchüttern, aber doch bis zuletzt intereſſieren.
Wilhelm Voigts Schweſter, die den entlaſſenen Sträfling
freundlich bei ſich aufnimmt, wurde von Käthe Gothe ſehr
menſchlich und ſympathiſch gegeben.
In ſicheren Umriſſen zeichnete Siegfried Nürnberger
einen preußiſchen Garde=Hauptmann, amüſant Hugo Keßler ſei=
nen
Schneider.
Mehrere Darſteller bewährten ſich als Verwandlungskünſtler,
ſo Hans Baumeiſter, als Gefängnis=Geiſtlicher. Oberwacht=
meiſter
, bayeriſcher Jodler und Bollefahrer. Joſef Keim als
Fabrik=Prokuriſt, Arbeitsloſer und Stadtſchutzmann, Kurt
Weſtermann als Herbergsvater und Voigts Schwager, nicht
minder Franz Pfaudler und Hans Neys nicht verkennbare
Geſtalt.
Ausgezeichnete Berliner Typen gaben Kurt Schindler
als Kleiderhändler aus der Grenadierſtraße, Elſe Knott als
Plöröſenmieze des Kaffee National, Sonja Karzau als lungen=
kranke
Näherin.
In die fatale Geſtalt des verhafteten Köpenicker Bürgermei=
ſters
fand ſich Paul Maletzki mit Geſchick.
Die Zuſchauer dankten am Schluſſe den Darſtellern herzlich
für ihre intenſive Arbeit. Wenn der Beifall in Berlin offenbar
ſtärker war als in Darmſtadt, ſo beſtätigt dies den Unter=
ſchied
in den geiſtigen und kulturellen Anſprüchen, die Berlin und
Darmſtadt an ihr Theater ſtellen wie wir in aller Beſcheiden=
heit
uns zu bemerken erlauben.
Z.

Von denſchlands Hohen Schulen.
Gießen: Der Profeſſor an der philoſophiſchen Fakultät, Dr. Fried=
rich
Engel, iſt am 1. April in den Ruheſtand getreten.
Berlin: An der Techniſchen Hochſchule habilitierte ſich für das Fach
der Auſbereitungskunde Dr.=Ing. Friedrich Brockart.

Karlsruhe: Herrn Herrmann A. L. Degener=Berlin haben in
Anerkennung ſeiner beſonderen Verdienſte um die chemiſche Fachliteratur
und gelegentlich des zehnjährigen Beſtehens des von ihm geleiteten
Verlag Chemie und Techniſche Hochſchule zu Karlsruhe die Würde
eines Ehrenſenators und die Deutſche Chemie=Geſellſchaft die A. W.
v. Hofmann=Plakette verliehen.
München: Der Leipziger außerordentliche Profeſſor für Pſychiatrie
und Neurologie Dr. med. Willibald Scholz, Oberarzt der Pfhchiatri=
ſchen
und Nervenklinik, überſiedelt Anfang April an die hiſtopatholo=
giſche
Abteilung der Deutſchen Forſchungsgeſellſchaft für Pſychiatrie,
Kaiſer=Wilhelm=Inſtitut, in München.
Köln: An der hieſigen Univerſität ſind von der Stadt Köln ein
deutſch=franzöſiſches, ein deutſch=italieniſches und ein deutſch=ſpaniſches
Forſchungsinſtitut gegründet worden, mit deren Leitung der Ordinaruus
der romaniſchen Philologie an der Univerſität Köln, Prof. D. phil.
Leo Spitzer, beauftragt wurde.
Düfſeldorf: Paul Klee, der bisher am Bauhaus in Deſſau als
Profeſſor tätig war, hat die Berufung an die Düſſeldorfer Akademie
angenommen und wird dorthin im Anfang des nächſten Semeſters über=
ſiedeln
.
Leipzig: Zum Rektor der Handels=Hochſchule für die Zeit vom 1. 4=
1931 bis 31. 3 1933 iſt Profeſſor Dr. Synckers gewählt worden.
Das Wirtſchaftsminiſterium in Dresden hat die Wahl beſtätigt. Er=
nannt
wurde Profeſſor Lie. Dr. Hans Leube zum ordentlichen
Honorarprofeſſor der Kirchengeſchichte in der evangeliſch=theologiſchen
Fakultät der Univerſität Breslau als Nachfolger von Prof. Kohlmeyer.
Dem Direktor des Geophyſikaliſchen Inſtituts an der Univerſital,
Profeſſor Dr. phil. Ludwig Weickmann, iſt vom Volksbildungsmin
ſterium für Monat April Urlaub zur Teilnahme an einer Tagung der
ſeismographiſchen Kommiſſion der ruſſiſchen Akademie der Wiſſenſchaften
erteilt worden.
Dresden: Mit Genehmigung des ſächſiſchen Volksbildungsmin
ſteriums iſt das bisher dem Inſtitut für Erziehung, Unterricht und
Jugendkunde angegliederte Praktiſch=pädagogiſche Seminar unter dem
Namen Juſtitut für praktiſche Pädagogik der höheren Schule als ſelb=
ſtändiges
Inſtitut der Univerſität Leipzig erklärt worden.
Halle (Saale): Prof. D. Dr. Paul Tillich in Frankfurt a. M.
hat den an ihn ergangenen Ruf an die Univerſität Halle abgelehnt. Er
ſollte dort den Lehrſtuhl der ſyſtematiſchen Theologie als Nachfolger von
Prof. Wehrung übernehmen.
Charlottenburg: Profeſſor Dr. ing. Kock, der in dem Inſtitut für
Radiotelegraphie und Hochfrequenz=Technik an der Techniſchen Hoch=
ſchule
vorſtand, hat ſich in ſeiner Wohnung in Charlottenburg erſchoſ=
fen
. Das Motiv zur Tat iſt in einen ſchweren Leiden zn fuchen.

[ ][  ][ ]

Nummer 107

Samstag, den 18. April 1931

Seite 7

Ein Strickſtuben=Abend im Odenwald.

Ein kleiner volkskundlicher Beikrag
von Wilhelm Glenz.
Hu! ein kalter Nordoſt pfeift heute über das Feld! Ohren und
Naſe ſpüren beſonders ſeine Schärfe, und das Auge wird von der weißen
Fläche ſchier geblendet; denn ſoweit man ſehen kann nichts als Schnee!
Ich ſchließe wieder das Fenſter und ſetze mich an die Seite meines
wärmenden Ofens. Wohltuende, ländliche Stille umgibt mich. Kein
Laut von der Straße dringt zu mir herauf. Tiefe Nuhe liegt über dem
ganzen Dörfchen. Alles ſcheint wie ausgeſtorben.
Doch wer ſtört da auf einmal die nächtliche Nuhe? Wer ruft:
Lisbeth Lisbeth!"
Gleich darauf hört man, wie ſich ein Fenſter am Nachbarhauſe öffnet.
Ah du biſchts, Bawwet anwortet die Gerufene mit heiſerer
Stimme, watt noch in Aageblick, ich kumm glei nunne, will mich blouß
noch e bißie eibuzzele, 8 is heit ſou kaold! Knarrend ſchließt ſich wieder
das Fenſter. Minuten verſtreichen. Und ſchon höre ich den Gleich=
ſchritt
ſingender Mädchen. Sie kommen die Dorfſtraße herunter, Flott
marſchieren ſie, ein friſch=fröhliches Volksliedchen ſingend: Friſch auf!
Friſch auf! Der Bergmann kommt! ſo ertönt’s aus den jugendlichen
Kehlen. Was iſt denn heut wieder los, denke ich Ab fährt
mir’s auf einmal durch den Sinn, heut abend iſt ja Strickſtuwwe‟.
Im Herbſt wenn die Winterausſaat beendet und die Arbeit in
Haus und Hof fertiggeſtellt iſt, dann iſt die Zeit gekommen, den Strick=
ſtrumpf
wieder hervorzuholen und die Strickſtubenabende beginnen zu
laſſen.
Ende November, anfangs Dezember nehmen ſie in den meiſten
Dörfern des hinteren Odenwaldes ihren Anfang.
Ob es dann draußen ſtürmt oder ſchneit oder friert, nichts kann die
Burſchen und Mädchen vom Beſuch einer Strickſtube abhalten.
Dieſe finden in der Regel in den verſchiedenen Privathäuſern ſtatt,
ſeltener in einunddemſelben Hauſe, dem ſogenannten feſten Spinnheim.
Gewöhnlich kommt man zweimal in der Woche zuſammen: Dienstags
und Donnerstags.
Schon meiſt um 7 Uhr ſind die fleißigen Strickerinnen im Strick=
hauſe
vollzählig beiſammen. Anfangs geht es recht ſtill zu die
Arbeit ſteht noch im Vordergrund.
Endlich ergreift die Lisbeth, die als ſehr couragiert im ganzen
Dorfe gilt, das Wort und bringt die verſchiedenſten Dorfneuigkeiten zur
Sprache. Sie erzählt, was am Sonntag beim Hirſch= und Sternwirt
vorgegangen iſt oder wie de Säppels Päire und de Hanjörgs Schorſch
bei dem Beſuch einer auswärtigen Strickſtube von den eiferſüchtigen Bur=
ſchen
des Nachbardorfes verprügelt worden ſind und dergleichen mehr.
Auch s Hannegräits Liesche reckt ſich und ſtreckt ſich jetzt und
erzählt vum Härleſſe Hannes ſoim Schorſch un waos m in Darmſtadt
baſſiert is oder vum Parre un vum neie Schullehre un ſoine Fraa,
die a n Buwekobb hot uſw. uſw.
Aber auch die Nachrichten, die alle Woch viermal unſe houchg’ſchätzt
un gäan geleſenes Kreisblätche aus im Kreisſtädtche un ſoim ganze
Imkras bringt, werden beſprochen und lebhaft durchdebattiert.
Um 8 Uhr dann, wenn die Mädchen eine Stunde lang geſtrickt
haben, gehen ſie ſämtlich ihrer oft 12 bis 14 in den Hof hinaus
und ſtimmen gemeinſam ein Lied an.
Oft klingt dann durch die ſtille, verſchneite Winternacht hinaus ein
Lied vom Scheiden und Meiden, vom Wiederſehen nach langem Tren=
nungsſchmerz
, ein Lied von Treu und Untreue:
Einen ſchwarzbraunen Jüngling, den hab ich geliebet,
Er war ja wie Milch und wie Blut.
Er war ja mein Alles, mein Glück auf der Welt;
Er war ja mir immer ſo gut!
Vieltauſendmal hat er im Leben geſchworen:
Dir bleib ich auf ewig getreu!
Auf einmal, da iſt er mir untreu geworden,
Auf einmal war alles vorbei! uſw.
Oder: Wo iſt dann ſchäi Schätzel, das mich ſo lieb hat? oder: Lang
genug hab’ ich geſtritten, dieweil du biſt ſo hoch geſtiegen uſw.
Aber auch die ergreifenden einfachen Abſchiedslieder mit ihrem Weh
und Bangen, mit ihren Verſicherungen der größten Liebestreue und Sehn=
ſucht
, mit ihren innigen Melodien waren ſehr beliebt, wie z. B.: Wie
wird mir ſo bang, daß ich ſcheiden ſoll oder Lebe wohl!. Ich vergeſſe
dich nimmer= oder Heut muß geſchieden ſein, Liebchen, ade! uſw.
Wenn das Lied nun geſungen und verklungen iſt, gehen die Sänge=
rinnen
in die Stube zurück, wo ſie ſich wieder auf den einfachen Holz=
ſtuhl
oder auf die Schreng= und Quwebenk niederſetzen.
Einige Minuten verſtreichen und ſchon kommen die Burſchen.
Nachdem ſie draußen im Hof erſt allerlei geheimnisvollen Schabernack
geſpielt, betreten ſie nach und nach, wie im Gänſemarſch und in der an=
geborenen
ländlichen Schüchternheit das Spinnhaus. Auf den Bänken
hinterm Tiſch iſt ihr üblicher Platz.
Die Hausfrau, die Spinnfrau oder Spinnmutter, wie ſie auch
in einzelnen Gegenden Deutſchlands genannt iſt, reicht nun einen Laid
Brot herum, von dem ſich jedes der Anweſenden ein Stückchen herunter=
ſchneiden
darf.
Es iſt wohl jedem Leſer ganz begreiflich, daß da manches ſchüchterne
Bauernmädchen zumal in einem fremden Hauſe noch nur zag=
haft
und ängſtlich zugreift und mit einem kleinen Biſſen es begnügen
laſſen will.
Dem ſcharfſpähenden Auge aber der redſprechiſchen Lisbeth ent=
geht
das natürlich nicht. Du hoſcht de do äwwer e Mimmbelche Brout
gobg’ſchniere, fährt ſie barſch ihre Nachbarin, 3 Schneires Liesche, horre noch im Gleckner die Henn ausgſtreckt un hot geruffe: Atſchee,
an, das ſchon im Begriffe iſt, das Brot wieder weiter zu reichen. Nis
draus, nis draus, fährt ſie im herriſchen Ton fort, jaſcht wäad noch e
Stickelche runneg’ſchniere, dann konſcht de’s weiregewwve!
Nachdem nun jedes ſein Stückchen Bauernbrot trocken weg, ver=
zehrt
hat, kommt allmählich mehr Leben in die junge Geſellſchaft
Während die Mädchen nach der kurzen Eßpauſe ihre Strickarbeit
wieder aufnehmen und emſig weiter ſtricken, fangen nun die übermütigen
Burſchen zu foppen und necken an.
Als die Lisbeth gerade draußen im Stall ſich etwas zu ſchaffen
macht, benutzt man den Augenblick, um ihr den Strickſtrumpf wegzuneh=
men
. Alles Bitten und Flehen hilft ihr aber nichts ſie kann den
Strumpf nur wieder einlöſen durch einen Kuß!
Ihrer Nachbarin, im Schitze Bawwettche, zog ein Tollpatſch ſogar
die Strickeiſen aus dem Strumpf. So ging es mit den Foppereien
weiter und weiter. Oft war es nur der Anweſenheit älterer Leute zu
danken, daß gröbere Ausſchreitungen jugendlichen Uebermuts verhindert
wurden.
Zur angenehmen Abwechſlung wurden auch dann und wann Volks=
rätſel
aufgegeben und geraten, von denen manche recht harmlos, manche
wieder auch recht zweideutigen Inhalts ſein konnten. Beliebt ſind die
Aufgaben= und Zahlenrätſel Meiſtens liegt deren Löfung ſo
fünf Eier aufgetragen, jeder ſollte 1 Ei haben und doch noch eins in der
Schüſſel bleiben. Wie machten ſie das? Oder: Der Müller ſteht in
der Mühle; in jeder Ecke liegt ein Mehlſack, auf jedem Sack ſitzt eine
große Katze, jede Katze hat vier Junge und jede junge Katze hat wieder
vier Junge. Wieviel Füße ſind in der Mühle?. Zuweilen werden auch Ein Quadratmeter Balatuſ koſtet nur 1,89 M. Es iſt gegen Schritt=
Namenrätſel aufgegeben, bei denen der Name ſchon im Rätſel mit abnutzung beſonders widerſtandsfähig gemacht. Praktiſch iſt auch das
vorkommt, wenn auch in anderer Bedeutung. Mit dieſen Namenrätſeln
nahe verwandt ſind wieder die Buchſtabenrätſel, die den Hörer

auf falſche Fährte zu locken ſuchen, indem ſie mit der Schreibung und
mit der Bedeutung des Wortes ſpielen. Gerade bei dieſer Rätſel=
gattung
ſind Zweideutigkeiten nicht ſelten. 3. B.: Ganz Frankreich
hat es nicht, doch haben’s die Franzoſen, die Frauen tragen’s im Rock,
die Männer in den Hoſen. (Der Buchſtabe o‟.)
Aber auch Rätſel aus der Tier= und Pflanzenwelt
wurden mitunter aufgegeben. So haben wir geſehen, daß auch heute
noch das Volksrätſel zu den Lieblingen des Landvolkes gehört.
Weder Dampf noch Elektrizität, weder Sozialpolitik noch Weltpolitik
vermochten die harmloſe Freude am Rätſel zu zerſtören. Es trat nur
eine neuzeitliche Verſchiebung ein. An die Stelle des Volksrätſels trat
die kunſtgemäße Rätſeldichtung, und heute darf faſt kein Familienblatt,
keine Sonntagsbeilage ohne beſondere Rätſelrubrik erſcheinen.
Nicht aber der modernen Nätſeldichtung von heute, ſondern den
alten Volksrätſeln wollen wir den Vorzug geben. Sie ſind
noch heute ein wertvolles Beſitztum unſerer bäuer=
lichen
Kreiſe im Odenwald. Was unſer Altmeiſter Goethe
dem Rätſel nachrühmte, gilt auch heute noch:
Jeden freuet die ſeltne, der zierlichen Bilder Verknüpfung,
Aber noch fehlet das Wort, das die Bedeutung verwahrt,
Iſt es endlich gefunden, da heitert ſich jedes Gemüt auf
Und erblickt im Gedicht doppelt erfreulichen Sinn.
Neben den eigentlichen Rätſeln waren auch die ſogenannten Scherzwort=
rätſelfragen
beliebt. Z. B.: Was liegt zwiſchen hell und dunkel?
oder: Wo hat Adam den erſten Löffel genommen? oder: Wieviel
Nadeln gehören zu einer aufgeputzten Braut? oder: Wieviel gehen
auf einen Scheffel? uſw.
Trat dann in der Strickſtube wieder etwas Stille ein, dann ſtimmte
de Aimegräit ihr Gretche, das war nämlich eine der gewandteſten
Sängerinnen, ganz leiſe ein Lied an: Drunten im Tale, wo der Oſt=
wind
wehet, da ſtand Luischen am Blumenbeet uſw. Die anderen ſum=
men
erſt leiſe und zaghaft mit, ſingen aber dann laut und kräftig her=
aus
, ſobald ſie merken, daß das Lied vom vollen Strickſtubenchor auf=
genommen
iſt.
Nicht unerwähnt dürfen in dieſem Zuſammenhang bleiben die ſog.
Schnörkel oder Schleifer, die oft an mehrſtrophige Lieder
angehängt wurden, z. B.:
Ich konn nit mäih ſinge,
S kratzt mich im Hals.
Ich muß emol trinke,
s beſſert ſich als.
Ein anderer Schnörkel lautet:
Gäih me nit iwwe moi Aeggeſche,
Gäih me nit iwwe moi Wies!!
Sunſcht krieſcht de moi ſchäine Tochte nit,
Sunſcht krieſcht de im Bellmann ſoi Lies. uſw.
Oft ſprang auch die Strickſtuben=Unterhaltung auf alte Geiſter=
und Geſpenſtergeſchichten, auf ſogen. Gruſelgeſchichten über. Da wur=
den
dann auf einmal die alten Dorfſagen wieder lebendig:
Vor viele Juhrn, ſo fängt auf einmal der Großvater an, der
ſein Pfeifchen rauchend behäbig in ſeinem Ohrenſtuhl ſitzt, jaa, vor
viele Juhrn, wiederholt er ſchwerfällig, als unſe Urgroußeldern noch
Kinne wuan, graod ſellemols hot a m Kimboche Mann gedramt, er
ſellt noch Frankfuat uff die Maobrigge gäihn, do dere ſoi Glick finne.
No iwwel orre wouhl er is uffgepackt un noch Frankfuat gedibbelt.
Do iſſe graodmool uff de Brigge hie un hergelagfe und hot gſucht,
awwe nis vun ſoim Glick gfunne. Die Briggewach, en Landsknecht,
wie ſe domols Frankfuat noch kadde hot, kimmt uff de Baue zu un
freegt, waos er do ſuche ded.
De Baue horrem do ſoin Dram mitgedaalt. Do ſäigt de Lands=
knecht
: Ao, du dumme Baue, wie konn me uff in Dram hie ſou ebbs
glaawe. Do hot mir vor ne Wuches drei a gedramt, ich ſellt noch
Kimboch gäihn, hinnerm Härleſſe Hannes ſoim Haus, do ded ſen Holler=
buſch
ſtäihn, do wär Gold un Silwe begraowe; awwe, ſou horre noch
dazu gſaot, De Daiwel waaß; wou Kimboch leiht!
De Baue iſt haom, hot Hagge ud Schibbe genumme un gegraowe
do horre ſoi Glick gfunne!
Außer dem Großvater dem überm eifrigen Erzählen ſein Pfeif=
chen
ausgegangen iſt und es jetzt wieder mit einem Fidibus anzündet
weiß auch noch de Hanpäire, der ſchon jahrelang als Knecht im Dorfe
dient, ſolche und ähnliche Stückchen zu erzählen.
Aber noch beſſer als das, was von Frau Sage im Dorfe erhalten
geblieben iſt, kann er die alten Schnurren und Schwänke mit einem ge=
ſunden
Humor zum beſten geben:
Es wur emol in m Duaf, do is de Kirchediene owends in die
Firche hange un hot z‟ Naocht laire welle.
Wieje die Kirchedier uffgemacht hot, mechts drin als hoppeldi=
wopp
hoppeldiwopp, un hot a in de Kirche drinn bawariſch
gerabbelt. Do hot ſich de Kirchediene doch e bißie gfiaſcht, un is uff
de Stell haom un hot ſoi Fraa ghoult.
Wie ſe wirre uffgemaocht hewwe, iſſes drin wirre lousgange:
hoppeldiwopp, hoppeldiwopp‟. Do hewwe ſe ſich jetzt zu
zwat gfiaſcht und ſie fuat un hewwe de Parre gehoult, der graod beim
Abendbrot geſotze hot. Wie ſe jetzt heekumme ſoin, do iſſes wirre
lousgange. Jetzt hewwe ſe ſich Mut g’faßt und hewwe die Dier zum
Kircheſchiff uffgemacht. De Parre wua vorne drou gſtanne. Do iſſes
Güpenſt raus un m Parre graod zwiſche de Bao gſprunge. Do horre
hinneſich druff gſotze un is mirrem die Treppe nunne. De Parre hot
gemaont, 3 wir de Daiwel, un er wellt mirrem in die Hell raire. Do
Herr Gleckner!
Wie die G’ſchichte hinne firdiſch wua, wuas en Gaasbock, der is
am Daog durchgange geweſt un 8 debei in die Kirche gelagfe. Wieje
drinn wua, horre mit de Hianne die Dier zugſtouße!
Jetzt konnte das Lachen ſchier kein Ende finden, Ja, de Han=
päire
, hieß es bald da, bald dort, deß is in Kerl!
Nachdem man ſo bei aller Fröhlichkeit und jugendlicher Ausgelaſſen=
heit
viel gelacht, viel geneckt, viel geſchwatzt und auch viel geſungen
hatte, wurden auch noch einige der beliebten Geſellſchaftsſpiele geſpielt.
Auch die Mädchen, nachdem ſie ihren Strickſtrumpf nun beiſeite ge=
legt
, beteiligten ſich je nach Luſt und Neigung an dieſem oder
jenem Spiel.
Einige dieſer Spiele heißen: Kalenderreißen Gfellt de doin
Gſell?. De Schabbes hot ſoi Kabbe veluan, Biaſchde ſuche, Brief=
bottches
u. v. a. m.
Es wäre zu viel, um an dieſer Stelle reſtlos auf alle dieſe Geſell=
ſchaftsſpiele
näher einzugehen.
Manchesmal hatten die Burſchen auch ein Fäßchen Bier mitgebracht,
das dann gemeinſchaftlich verſoffen wurde.
Die Unkoſten beſtritten zum größten Teil die Burſchen, aber auch
die Mädchen gaben manchesmal ihr kleines Scherflein dazu.
Verſtand dann dieſer oder jener der Burſchen noch das Mund nahe, daß ſie überſehen wird. 3. B.: Fünf Gäſten wurden oder Ziehharmonikaſpiel, dann wurden zuletzt noch einige
Suchen Sie einen hreiswerten Bodenbelag?
Verlegen: Balatum wird weder genagelt noch geklebt. Achten Sie
(I.K5 3747
auf die Marke Balatum auf der Rückſeite.

Tanzweiſen aufgeſpielt, und die durch den Genuß des Alkohols etwas
angeheiterten Paare drehten ſich luſtig und übermütig im Tanz.
Sehr beliebt war ſtets der Dreher, unſer alter Odenwälder
Nationaltanz, der aber leider immer mehr durch die Tänze der moder=
nen
Zeit in den Hintergrund gedrängt wird.
Da auf einmal hebt die alte Kaſtenuhr, die ſchon der Urhärle
vom Uhrmacher Braun aus Eberbach a. N. für einige Batzen gekauft
hatte, zum Schlage aus. Waos, ruft da die etwas vorlaute Lisbeth,
ſchun halwe elfe‟. Do iſſes äwwe wairlich Zeit, daß me haomgäiht!
Ich bin do a debeil ruft’s aus dieſer und jener Stubenecke noch.
Mir welle haomgäihn, mir welle haomgäihn! bitten die
Mädchen.
Aber alle ihre Bitten verhallen ungehört. Die Burſchen beſtehen
darauf: Noch goner wäad gedanzt!
Siehſt de nit, do kimmt de.
Erſt, wenn die letzten Takte verklungen, bricht die luſtige Strick=
ſtuwwe
=Geſellſchaft auf und geht gemeinſam nach Haus.
Aewwe ſchöi wuas! hört man noch die johlenden Burſchen und
Mädchen ſagen.
Mit Recht hat Otto Böckel einmal die Spinnſtube als die
eigentliche Wohnſtube des deutſchen Volksliedes bezeichnet. Was Böckel
von der früheren Spinnſtube behaupten konnte, können wir auch noch
heute mit einem gewiſſen und berechtigten Stolz von manchen Oden=
wälder
Strickſtuben ſagen.
In ihnen finden aber nicht allein das Volkslied, ſondern auch
die Volksſage, das Volksmärchen, das Volksrätſel, der
Volksſpruch, aber auch Witziges und Stritziges, Sinniges und Inni=
ges
aus alter und neuer Zeit eine wahrhafte Pflegeſtätte.
Möchten auch alle unſere Odenwälder Strickſtuben das ſein und blei=
ben
, wahrhafte Pflegeſtätten, altüberlieferten deutſchen
Volksgutes, der neuen Zeit zum Trotz, unſerem Volk und Vaterland
aber in Gegenwart und Zukunft zum Nutz und Segen.

Die zählebige Mücke.

Es wird nicht mehr lange dauern, bis die alten Feinde
aller ſommerlichen Freuden, die Schnaken, wieder auf dem Plan
erſcheinen werden, und man neuerdings mit großzügigen Ver=
nichtsplänen
aufwarten wird. Dabei iſt es leider gar nicht ſo ein=
fach
, den Schnaken wirkungsvoll zu Leibe zu gehen. Wie der
ruſſiſche Gelehrte Szerbakow insbeſondere über die Lebensweiſe der
Malariaſchnaken, die ja nur wenig größer ſind als unſere gewöhn=
lichen
Schnaken, berichtet, erfreuen ſich dieſe Tiere einer Zäh=
lebigkeit
, die zu ihrem gebrechlichen Organismus in merk=
würdigſtem
Gegenſatz ſteht. So beſitzen ſie vor allen Dingen außer=
ordentliche
Widerſtandsfähigkeit gegen die Kälte.
Verſuche haben ergeben, daß ſie 10 Stunden lang Temperaturen
bis 31 Grad aushalten können, um wenige Stunden nach einem
ſolchen Verſuch aus der Kälteſtarre wieder zum gewohnten Leben
zu erwachen. Ebenſo widerſtandsfähig ſind ſie gegen Hunger.
Selbſt Weibchen können bis zu einem halben Jahre hungern und
ſich nach kurzer Blutſaugerei alsbald wieder an das anſtrengende
Geſchäft des Eierlegens begeben. Selbſt eine Kombination von
Kälteeinwirkungen bis zu 28 Grad und Hunger vermag den
feſſor
Tieren nicht zu ſchaden. Bei ſeinen Verſuchen ſtellte
Szerbakow außerdem noch feſt, daß das Verhalten der Schnaken
im Winter außerordentlich zweckmäßig iſt, indem ſie ſich nach Be=
endigung
des ſommerlichen Freiluftlebens niemals mehr. als
500 Meter von ihren Brutplätzen entfernen, bei weniger als
45 Grad Wärme überhaupt nicht mehr ausfliegen, bei 2,5 Grad
Kälte in die bereits geſchilderte Kälteſtarre verfallen, in ihr
aber den Winter ausgezeichnet durchhalten. Dieſe Forſchungen
widerlegen auch die Meinung, daß Malariaſchnaken ſich nur in
wärmeren Gegenden halten können, und ſollten zu doppelt ener=
giſcher
und ſorgfältiger Schnakenbekämpfung
Veranlaſſung geben, da ja nicht nur die Malariaſchnaken Infek=
tionsträger
ſind, und da bei einer Entwicklungsdauer des Schna=
keneies
von 56 Tagen ein Weibchen nach einmaliger ausreichen=
der
Blutnahrung imſtande iſt, hundert und mehr Eier zu legen.

Briefkaſten.

Jedes Anſtroge iſt die lotzte Bezugéaulttung belzufügen. Knorhe Kufto
A
nicht beamtwortei. Die Deantwortung erfolgt ohne Rechteverbindlſchtett
Auswärtiger Arzt. Nach der Gewerbeordnung ſind Aerzte, die
die Approbation (Nachweis der Befähigung) erlangt haben, innerhalb
des Neiches in der Wahl des Ortes, wo ſie ihr Gewerbe betreiben wollen,
nicht beſchränkt. Daraus iſt die Berechtigung derſelben herzuleiten, auch
Perſonen benachbarter Orte zu behandeln. Ein Verbot von irgendeiner
Seite in dieſer Richtung wäre rechtsunwirkſam. Deshalb iſt Ihre An=
ſicht
völlig richtig.
1931. Dieſe Gebühren ſind durch Geſetz vom 9. Juli 192 ( Reichs=
geſetzblatt
Teil II S. 2) und Verordnung vom 29. November 1923
(Reichsgeſetzblatt Teil II S. 432) geregelt, die Sie bei der Landesbiblio=
thek
einſehen können.
N. 99 H. 1. Darüber wird Ihnen ein Antiquitätenhändler hier
oder an einem größeren benachbarten Platz, ſowie eine Briefmarken=
handlung
Aufſchluß geben können. 2. Verſorgungsamt, Hauptverſor=
gungsamt
in Kaſſel, Reichsarbeitsminiſterium in Berlin.
S., hier. 1. Sie hatten geſetzlich ein Pfandrecht für die Mietzins=
forderung
an den vom Mieter in die Mietwohnung eingebrachten
Sachen mit Ausſchluß der der Pfändung nicht unterworfenen Sachen.
Dieſes Pfandrecht hätte Sie berechtigt, die Wegbringung durch Ver=
ſchließen
des Hoftores zu verhindern. Nachdem aber die Sachen aus
der Wohnung verbracht ſind, ohne daß Sie der Entfernung derſelben
widerſprachen, wird wohl nur der Weg gegeben ſein, Zahlungsbefehl
wvegen der aufgelaufenen Mietbeträge bei Gericht zu erwirken, wenn
anzunehmen iſt, daß mit einer Pfändung etwas auszurichten iſt.
2. Dieſe nächtlichen Beſuche werden ja wohl eine erhebliche Beläſtigung
des Vermieters darſtellen oder als unangemeſſener Gebrauch des Miet=
raumes
zu bewerten ſein, Umſtände, die Sie berechtigen, beim Amts=
gericht
Klage auf Aufhebung des Mietverhältniſſes gegen den Mieter
zu erheben. Nur dürfen Sie mit Erhebung der Klage nicht zuwarten.
Gegen das Halten von Hunden ohne Ihre Erlaubnis in der Mietwoh=
nung
wäre es Ihnen unbenommen, in einer anzuſchlagenden Hausord=
nung
den Mietern kundzumachen, daß Halten von Hunden ohne Ihre
Erlaubnis nicht ſtatthaft iſt. Der Mieter iſt nicht berechtigt, wenn er
ausziehen ſollte, die Wohnung anderweit zu vermieten.

Tageskalender für Samstag, den 18. April 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 19.3022,30 Uhr,
Gaſtſpiel Hermine Körner: Eliſabeth von England, K 14,
Bühnenvolksbund. Zuſatzmiete Xl und XII. Kleines Haus:
15. 17.30 20.15 Uhr; Ufa=Tonfilm=Operette: Die Drei von
der Tankſtelle Orpheum 20.15 Uhr? Und ſie betrügt
dich doch! Konzerte: Zur Oper, Rheingauer Weinſtube,
Sportplatz=Reſtaurant am Böllenfalltor Schloßkeller. Datterich,
Theater=Reſtaurant. Zum Tropfſtein, Alter Ratskeller, Hotl u.
Reſt. Poſt. Volkschor Darmſtadt, abends 20 Uhr, in
der Aula des Realgymnaſiums: Jubiläums=Konzert.
Sängerchor der Beſſunger Turngemeinde im
großen Saal des Vereinshauſes, Heidelberger Straße: Chor=
Konzert Kinovorſtellungen: Union= Helia= und
Palaſt=Lichtſpiele: Helia, abds. 22 45 Uhr: Nachtvorſtellung
Die Ehe‟. Ausſtellung Der Menſch, in der Ver=
einigten
Geſellſchaft (jetzt bis 25. 4. verlängert).

MACEDONIA Pockuns 50 P. ORIENT 60 P. SAVO/A 80 P.
GlUBER 50 p. EMA 50 p. ( mit und ohne Mundstück.)
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Selbst Kenner staunen, wenn sie die eigenartigen italienischen
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daß men ihrer nie überdrüssig wird.
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Immer wieder interessant prüfen Sie, warum!

MI E SEL,

M A N N HE

K.ELEFON 20765
3

[ ][  ][ ]

Scite 8

Samstag, den 18. April 1931

Nummer 107

für die Woche vom 19. bis 25. April 1931.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen:
DarmſtadtAſchaffenburg (Ortsdurchfahrt Dieburg von der Steinſtraße
bis zur Kattlerſtraße) vom 13. 4. bis 7. 5. geſperrt Umleitung in
Dieburg: Steinſtraße, Kloſterſtraße, Marienſtraße oder Steinſtraße,
Minnefeld, Frankfurter Straße.
GrünbergHungen (Ortsdurchfahrt Hungen) vom 10. 11. bis auf wei=
teres
geſperrt. Umleitung für den Schwerverkehr (über 2,5 To.)
Nichtung Nidda über Trais=Horloff, Steinheim, Rodheim; in Nich=
tung
Grünberg u. Laubach über Langsdorf, Villingen, Nonnenroth.
HeldenbergenWindecken wegen Brückenbauarbeiten an der Nidder bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eichen, Oſtheim.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Neuſtadt i. Odw.Seckmauern zwiſchen dem Straßenkreuz unterhalb
Lützelbach bis zum Weſtende der Ortsdurchfahrt Wiebelsbach vom
8. 1. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lützelbach.
DarmſtadtRoßdorf (Roßdörfer Straße zwiſchen Botaniſchem Garten
und Halteſtelle Glasberg) vom 28. 1. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: Beck= und Erbacherſtraße in Darmſtadt.
KelſterbachSchwanheimFrankfurt a. M. (Ortsdurchfahrt Kelſterbach)
vom 23. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Goldſtein Nieder=
rad
Schwanheim oder rechtsmainiſch über Flörsheim, Höchſt.
OberurſelOberhöchſtadt im Heſſiſchen Wald (Haide) vom 31. 3. bis
25. 4. geſperrt. Umleitung: Weißkirchen, Steinbach i. T.
Ober=IngelheimGroß=Winternheim vom 13. 4. für 8 Wochen geſperrt.
Umleitung nach Groß=Winternheim von Mainz über Eſſenheim,
Elsheim, von Bingen über Ober=Hilbersheim, Nieder=Hilbesheim,
Engelſtadt, Schwabenheim.
Klein=Linden Lützellinden (Ortsdurchfahrt Klein=Linden) vom 29. 12.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Großen=Linden.
Trais=MünzenbergWohnbach (Ortsdurchfahrt Münzenberg) vom 11 3.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Ober=Hörgern, Griedel, Op=
pershofen
, Södel, Bellersheim, Trais=Münzenberg.
MünzenbergRockenberg (Ortsdurchfahrt Münzenberg) vom 9. 4. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Ober=Hörgern, Griedel, Oppers=
hofen
, Södel und Eberſtadt, Trais=Münzenberg, Bellersheim.
WeckesheimDornafſenheim vom 13. bis 27. 4. geſperrt. Umleitung:
Reichelsheim.
Dg. Arheilgen, 17. April. Ortsgewerbevercin und Hand=
werkervereinigung
. In der Turnhalle fand am Donnerstag
abend eine Verſammlung ſtatt. Der Vorſitzende, Herr Maurermeiſter
Philipp Rühl, eröffnet die Verſammlung und begrüßt die Erſchienenen.
Er bedauert die große Intereſſeloſigkeit, die innerhalb der Mitglieder
gegenüber ihrer Organiſation Platz gegriffen hat. Jede andere Wirt=
ſchaftsgruppe
bringe für ihre Organiſation mehr Intereſſe auf, nur das
Handwerk und Gewerbe könne ſich nicht zuſammenfinden, wie es am
Platze ſei. Die große Not und der unerträgliche Steuerdruck, der auf
dem Handwerk laſte, ſeien doch Grund genug für die Mitglieder, ſich der
Arbeit, die innerhalb der Vereinigung geleiſtet wird, zu widmen. Nach
der Verleſung des Protokolls der Generalverſammlung ſtreift der Vor=
ſi
ende die allgemeinen Veranſtaltungen während der Reichs=Handwerks=
Woche. Auch hier muß konſtatiert werden, daß die Teilnahme ſeitens
der Mitglieder ſehr zu wünſchen übrig ließ. Mitglied Heinrich Anthes 13.
ſpricht ſodann dem Vorſitzenden den Dank der Vereinigung für die um=
fangreiche
Tätigkeit während der Reichs=Handwerks=Woche aus. Als
weiterer Beratungsgegenſtand ſtand die Errichtung einer Buch= und
Steuerſtelle am hieſigen Platze auf der Tagesordnung. Nach angeregter
Ausſprache wurde man ſich dahin einig, daß in einer demnächſt ſtatt=
findenden
Verſammlung hierüber Beſchluß gefaßt werden ſoll. Auch
wurde gewüinſcht, daß in dieſer Verſammlung verſchiedene Steuerberater
referieren ſollen, welchem Wunſche ſich der Vorſtand anſchließt. Nach
Erledigung verſchiedener interner Vereinsangelegenheiten ſchließt der
Vorſitzende die Verſammlung.

Geſtorbene. Am 10. April: Rupp, Johann, Inſtitutsvorſteher, 56
Jahre, Grüner Weg 19. Am 11. April: Bender, Jakob, Maurer,
67 J., Schleiermacherſtr. 22. Am 4. April: Schleinig. Eva Adriane
Chriſtina Cornelia, geb. Siſtermans, 37 J., Reiſevertreterin, Landwehr=
ſtraße
12. Am 11. April: Schmittbauer. Anna Maria, geb. Liſt,
77 J., Witwe des Polſterers, Mauerſtr. 12; Reimund, Hilde Eliſa=
beth
. 1 Monat, in Hahn bei Pfungſtadt, hier Heinheimerſtr. 21. Am 12.
April: Wetz, Mina Helene, geb. Wagner, 60 J., Witwe des Geh.
Oberbaurats, Roßdörferſtr. 77: Specht. Mathilde, geb. Gerhard. Anna=
ſtraße
14; Huthmann Wilhelm, Güterbodenarbeiter, 47 J., Karlſtr.
31; Klöpper, Georg, Förſter i. R., 78 J., Eberſtadt, Kr. Darmſtadt,
hier Grafenſtr. 9; Voegele, Friedrich Karl, Kaufmann, 51 J., Bis=
marckſtr
. 17: Fleiſchhacker, Valentin, Spengler, 28 J., Kaupſtr. 5;
Wettig, Marie Eliſabeth, geb. Dach, 24 J. Ehefrau des Ingenieurs,
Pareusſtr. 6. Am 13. April: Wagner, Friedrich, Gaſtwirt, 63 J.,
Erbacherſtr. 48; Rapp, Marianne Karoline, 4 J., Luiſenſtr. 18. Am
14. April: Röder, Anna Maria, geb. Jung, 66 J., Ehefrau des Kauf=
manns
, Kleine Kaplaneigaſſe 9: Wolf, Margarethe, ohne Beruf, ledig.
63 J., Jahnſtr. 72; Sepp, Mathilde, 15 Min., Liebfrauenſtr. 39. Am
15. April; Hartmann, Anna Chriſtiane, geb. Schlegel, 73 J., Witwe
des Uhrmachers, Heidenreichſtr. 19: Haber, Anna Dorothea Eliſabetha,
geb. Geider, 39 J., Ehefrau des Bürogehilfen, Eliſabethenſtr. 50; Hal=
kenhäußer
, Karoline, geb. Ulrich, 59 J.. Ehefrau des Schneider=
meiſters
, Kaupſtr. 29; Horich, Ernſt Paul, 3 J., Waldſtr. 32: Seip.
Johann, Tobias. Lokomotivführer i. R., 66 J., Weiterſtädterſtr. 1:
Maurer, Eliſabeth, geb. Treuſch, 65 J., Ehefrau des Landwirts, Jahn=
ſtraße
7. Am 16. April: Roth, Peter, Schuhmachermeiſter, 67 J.,
Pallaswieſenſtr. 4; Weidner, Paul, Hilfsarbeiter, 18 T. Magdalenen=
ſtraße
3; Garbs, Martin Johann Wilhelm, Buchdruckereibeſitzer,
63 J., Lindenhofſtraße 33.

Kirchliche Nachrichfen.

O Erzhauſen, 17. April. Aus dem Gemeinderat. In dem
Gemeindehaus ſowie in der Ebertſchule ſind verſchiedene Reparatur=
arbeiten
nötig; der Gemeinderat gibt ſeine Zuſtimmung. Die Gemeinde=
räte
Becker und Gerbig ſollen die vorzunehmenden Arbeiten erſt einſehen.
Beratung des Gemeindevoranſchlags, für das Rechnungsjahr 1931:
Gemeinderat Thomas ſtellt den Antrag, dieſen Punkt zurückzuſtellen
bis das neue Gemeinderatsmitglied Döbling eingeführt iſt; dem Antrag
wird ſtattgegeben. Inſtandſetzung der Kirche im Innern: Am 27.
März fand hier eine Sitzung des Kirchenvorſtandes und Gemeinderates
in Anweſenheit der Vertreter der Staats= und Kirchenbehörde ſtatt. Die
Wiederherſtellung der Kirche im Innern iſt veranſchlagt zu 11600 RM.
Da zurzeit die Beſchaffung der Mittel ſchwvierig iſt, wurde beſchloſſen,
die Vornahme der Renovierung vorläufig bis Auguſt zurückzuſtellen.
J. Griesheim, 17. April. Harmonie=Orcheſter= Muſik=
verein
. Am Sonntag, 19. d. M., vormittags von 11 bis 12 Uhr, ver=
anſtaltet
das vereinigte Orcheſter unter Leitung ſeines Dirigenten, Herrn
Karl Müller, im alten Schulhofe ein Platzkonzert. Das Konzert findet
nur bei günſtiger Witterung ſtatt. Die Sängervereinigung
Germania bringt am Sonntag. 19. April, abends, im Gaſthaus
Zum grünen Laub den Schwank Gurra ein Junge von Arnold
und Bach zur Aufführung. Der Verein verfügt bekanntlich über ganz
vorzügliche ſchauſpieleriſche Kräfte. Die Arbeiter= Samari=
ter
=Kolonne veranſtaltet in der Zeit vom 19. April bis 16. Mai
d. J. wieder einen Blumentag. Der Erlös dient zur Ausbildung ihrer
Funktionäre ſowie zur Anſchaffung von Verbandsmaterial und Lehr=
mitteln
.
Aa. Eberſtadt, 17. April. Muttertag der Kinderreichen. Der
Vorſtand der hieſigen Ortsgruppe desGundes derKinderreichen hat beſchloſ=
ſen
, den alljährlich wiederkehrenden Muttertag am 10. Mai abzuhalten. Am
Samstag vorher (9. Mai) ſoll abends im Schwanenſaal zugunſten kinder=
reicher
Familien ein Theaterabend abgehalten werden. Diebſtahl.
Die neue Sportplatzeinzäunung des Fußballvereins Germania auf dem
Sportplatz im Griesheimer Wald wurde in der Nacht zum Mittwoch
durch das Entfernen von elf ſchweren Brettern beſchädigt. Die Bretter
ſind offenbar auf einem kleinen Wagen abgefahren worden. Dem Täter
iſt man auf der Spur. Zum neuen Schuliahr verlautet, daß
am kommenden Montag rund 135 Kinder aufgenommen werden, während
bekanntlich nur 71 Kinder vor Oſtern aus der Schule entlaſſen wurden.
Die zur Aufnahme gelangenden ABC=Schützen werden auf drei Klaſſen
verteilt. Die Volksſchule umfaßt im neuen Schuljahre 21 Normalklaſſen
und eine von der Gemeinde unterhaltene Lehrklaſſe. Die Berufsſchule
umfaßt im neuen Schuljahre ſechs Klaſſen für Fortbildungsſchüler und
ſechs Klaſſen für Fortbildungsſchülerinnen.
P Eberſtadt 17. April. Arbeits= und Lieferungsver=
gebung
. Die Arbeiten und Lieferungen anläßlich der Verlegung eines
175 Meter langen Steinzeugrohrkanals in der Alten Darmſtädter Straße,
oberhalb der Wilhelmſtraße, iſt auf dem Submiſſionswege zu vergeben.
Angebote ſind bis ſpäteſtens 24. April 1931, nachnittags 3 Uhr, bei der
Bürgermeiſterei einzureichen. Aerztlicher Sonntagsdienſt.
Am Sonntag, den 19. April, verſieht Dr. med. Zutz den Sonntagsdienſt.
An ihn wende man ſich, wenn der Hausarzt nicht erreichbar iſt.
Cp. Pfungſtadt, 17. April. Die Kommunale Bürgerliche
Wählervereinigung hielt im Rheiniſchen Hof eine gut be=
ſuchte
öffentliche Proteſtverſammlung ab, die ſich mit der auch im Ge=
meinderat
ſchon mehrfach erörterten Beſoldung der hieſigen
Gemeindebeamten befaßte. Nach längerer Ausſprache, in der
viele Einzelheiten zu den einzelnen Beſoldungsſätzen vorgebracht worden
waren, ſprach die Verſammlung der bürgerlichen Gemeinderatsfraktion
einmütig ihr Vertrauen aus, dankte den bürgerlichen Gemeinderäten für
ihr zielbewußtes Verhalten und brachte die Forderung zum Ausdruck,
mit allem Nachdruck auch weiterhin für eine gerechte und zeitgemäße
Neueingruppierung der hieſigen Gemeindebeamten einzutreten. Den
Gemeindebeamten perfönlich ſolle damit kein Vorwurf gemacht werden.
Liederabend. Am Sonntag (19. April) findet im Evangelifchen
Gemeindehaus ein Liederabend ſtatt, der vom Evangeliſchen Bläſerchor
unter Mitwirkung von Frl. M. Lahn (Sopran) aus Worms und Gerrn
Karl Schäfer (am Flügel) veranſtaltet wird.
Nieder=Beerbach, 17. April. Die Verkehrsgeſellſchaft
Nieder=Beerbach fährt ab Montag, den 20. ds. Mts., ihre Wagen nach
dem neu in Kraft tretenden Sommerfahrplan. Die Fahrpreiſe ſind der
ſchlechten Wirtſchaftslage entſprechend ermäßigt worden, hauptſächlich für
Hin= und Rückfahrten.

Samstag, den 18. April.
Stadtkirche. Abends 8.30 Uhr: Andacht.
Sonntag Miſericordias Domini, den 19. Aprit.
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Lauten=
ſchläger
. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger. Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſunger Straße 80. Herr Bring=
Nachmittags 5 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Wagner.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 96 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8.30 Uhr: Morgenandacht. Dekan Zimmer=
mann
. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. Vorm. 11,15
Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger.
Schloßkirche. Vorm 9.15 Uhr: Chriſtenlehre für die Schloßgemeinde.
Dekan Zimmermann. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan Zimmer=
mann
. Vorm, 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Dekan Zimmermann.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 21. April, abends 8 Uhr:
Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. Mittwoch 22. April. und
Samstag, B. April, nachm 24 Uhr: Handarbeitsſchule der Stadt=
gemeinde
Donnerstag, 23. April, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung
der Stadtgemeinde Samstag, 25., April, abends 8 Uhr: Jugendver=
einigung
der Stadtgemeinde, Poſaunenchor.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, abends 8 Uhr: Jugend=
vereinigung
der Stadtgemeinde (gemeinſamer Abend). Montag, um
8 Uhr abends: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. Jugendbund
der Lukasgemeinde. Dienstag, abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadt=
kirche
. Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (ältere Abteilung). Mäd=
chenvereinigung
der Neformationsgemeinde (jüngere Abteilg.). Mitt=
woch
, nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde. Frauenverein der
Lukasgemeinde (Guſtav=Adolf=Kreis). Abends 8 Uhr: Kirchenchor der
Stadtkapelle und Schloßkirche. Jugendbund der Markusgemeinde. Mäd=
chenvereinigung
der Reformationsgemeinde (ältere Abteilung). Don=
nerstag
, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. Frei=
tag
, 24, April, abends 8 Uhr: Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Beringer.
Martinskirche. Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienſt, zugleich Chriſten=
lehre
für beide Abteilungen der Martinsgemeinde Oſt. Pfr. Köhler,
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Beringer. Vorm. 11 Uhr:
Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Weſt. Landeskirchenrat
D. Waitz.
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Köhler.
Martinsgemeinde (Kirchliche Veranſtaltungen). Dienstag, abends
8 Uhr, im Martinsſtift: Kirchenchor; im Gemeindehaus: Jugendver=
einigung
. Donnerstag, abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Mädchenver=
einigung
Oſt; im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt; Mauer=
ſtraße
5: Poſaunenchor. Freitag 24. April, abends 8 Uhr, im Mar=
tinsſtift
: Mütterabend (Oſt); im Gemeindehaus: Mütterabend (Weſt);
Jugendvereinigung (ältere Abteilung).

Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends 8 Uhr: Wohltätigkeits=
konzert
zum Beſten unſerer Nothilfe, unter Mitwirkung von Frau Horn=
Stoll; veranſtaltet von dem Männergeſangverein Liederzweig.
Veranſtaltungen: Montag, abends 8 Uhr: Kirchenchor ( Ge=
neralverſammlung
) und Mütterabend Dienstag, nachm. 5 Uhr: Hel=
ferſitzung
des Nordbezirks. Pfarrer Marz.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10
Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker. Vorm. 11.15 Uhr: Kin=
dergottesdienſt
. Pfarraſſiſtent Becker.
Veranſtaltungen: Mittwoch, abends 8 Uhr: Konfirmanden=
werbeabend
der Jugendvereinigung. Donnerstag, abends 8 Uhr:
Mütterabend.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8.30 Uhr: Chriſtenlehre
(Weſtbezirk). Pfarrer Irle. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Irle. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt (Weſtbezirk). Pfarrer Irle.
Veranſtaltungen: Sonntag, abends 8.15 Uhr: Jugendver=
einigung
: Elternabend der Konfirmierten (Knaben). Montag, 8.15
abends: Mädchenvereinigung: Elternabend der Konfiumierten ( Mäd=
chen
). Donnerstag, abends 8.15 Uhr: Mädchenvereinigung: Heim=
abend
(Gruppe 3). Freitag, 24. April, abends 8 Uhr: Mädchenchor.
8.15 Uhr: Kirchenchor. Samstag, 25. April, abends 7.30 Uhr: Singe=
kreis
.
Pauluskirche Vorm. 8.30 Uhr: Chriſtenlehre. Pfarrer Müller.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Müller. Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Müller.
Veranſtaltungen: Sonntag, abends 8 Uhr: Jugendvereini=
gung
. Montag, 20. April, abends 8 Uhr: Jugendbund. Dienstag,
21. April, abends 8 Uhr: Kirchenchor. Donnerstag, 23. April, abends
8 Uhr: Mütterabend. Jugendbund. Samstag, B. April, abends
8 Uhr: Jugendvereinigung.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Evangel Sonntagsverein.
Nachm. 47 Uhr: Vereinsſtunden. Donnerstag, abends 8 Uhr: Bet=
ſtunde
.
Stadtmifſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebets=
ſtunde
. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 3.30 Uhr: Bibel=
ſtunde
. Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. Dienstag,
nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz= Bibel=
ſtunde
. Prediger Neuber. Mittwoch, abends 8,30 Uhr: Gemiſchter
Chor. Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Vortrag des Herrn Prof. D.
Weimar: Was wiſſen wir vom Jenſeits?. Freitag, abends 8.30 Uhr,
mann. Samstag, abends 8 15 Uhr: Poſaunenchor,
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag nachm. 2.30 Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. Nachm. 4.45 Uhr: Bibelbeſprech=
ſtunde
für junge Mädchen. Abends 8.30 Uhr: Allgemeine Gebetsver=
ſammlung
Dienstag, abends 8.30 Uhr: Mädchenkreis. Mittwoch,
nachm. 3 Uhr: Kinderbund. Abends 8.30 Uhr: Freundeskreis für junge
Männer. Vortrag von Herrn Studienrat Knöpp: Der junge Mann
und die Politik. Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge
Männer.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen im Freundinnenheim,
Sandſtraße 24. Mittwoch, abends 8.309.30 Uhr: Abwechſelnd Nähen
mit Zuſchneiden, Leſeabend. Donnerstag, abends 8.1510 Uhr: Zu=
ſammenkunft
.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22, Inf.=
Kaſerne, Hof links). Sonntag, abends 8 Uhr: Mitgliederzuſammenkunft
der Hauptabteilung mit Referat: Wo ſteht der Feind? Jungvolk
nachmittags von 36 Uhr. Dienstag, abends 8.30 Uhr: Jungvolk=
ſtunde
. Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde mit Herrn Stadt=
miſſionsinſp
. Bringmann. Thema: Die letzte Not Donnerstag,
Heimabend der Hauptabteilung. Freitag: Beide Abteilungen auf dem

Sportplatz. Mittwoch nachm 46 Uhr: Jungſcharſtunde (Buben von
1014 Jahren): Singen, Geſchichte, Ausklang. Sonntag, 26. April,
abends 8. Uhr: Muſikabend (für Damen und Herren).
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße). Sonntag, 10 Uhr: Menſchenweihehandlung mit
Predigt.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, 20. April, abends 8 Uhr, im
Feierabend (Stifſtr. 51): Bibelſtunde.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm. 11.15
Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 4.30 Uhr: Verkündigung des Wortes
Gottes. Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Gebetsſtunde. Freitag, abends
8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Epangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Predigt (P. Schanz); 11 Uhr: Sonntagsſchule; 8 Uhr: Predigt.
Montag, abends 8.15 Uhr: Jugendverein. Dienstag, nachm. 3 Uhr:
Frauenmiſſionsverein; abends 8.15 Uhr: Singſtunde. Donnerstag,
abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Chriſtlich=wißenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science Society)
jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr und jeden erſten und dritten Mittwoch im Gottesdienſt.

Ak. Nieder=Ramſtadt, 17. April. Gemeinderatsbericht. Zu
den Kanaliſationsarbeiten, in der Hoch= und Bahnhofſtraße lagen die
durchgeprüften Angebote vor. Die Submiſſionspreiſe weichen zum Teil
ſehr weit voneinander ab. Der Zuſchlag wird erteilt hinſichtlich der
Maurer= und Erdarbeit dem Maurermeiſter Blum, hier, hinſichtlich der
Zementrohrlieferung der Fa. Sack u. Jugardt, Gießen, und hinſichtlich
der Eiſenteillieferung der Fa. Gebr. Trier, Darmſtadt. Die Beſchluß=
faſſung
über die Ausführung der Arbeiten in der Bahnhofſtraße wird
vorerſt ausgeſetzt, da wegen der beabſichtigten Erweiterung der Straße
noch Verhandlungen gepflogen werden müſſen. Die Einſprüche Der=
ſchiedener
Intereſſenten gegen die Fluchtlinienänderung in dem Quartier
zwiſchen Odenwaldbahn und Provinzialſtraße werden zurückgewiefen.
Der Gemeinderat verbleibt bei ſeinem früheren Beſchluß. Das Ein=
friedigungsgeſuch
des Fr. Luckhaupt 2. für ſein Bauplatzgelände an der
Kilianſtraße wird genehmigt unter dem Vorbehalt, daß der Gemeinde
der jederzeitige, ungehinderte Zutritt zum Bachufer gewährleiſtet wird.
Auf Anregung des Gemeinderats wird die Einführung der Bürger=
ſtener
vom Ri. 1931 ab beſchloſſen. Dem Projekt der Nieder= Ram=
ſtädter
Anſtalten auf Errichtung eines eigenen Friedhofs in unmittel=
barer
Nähe der Anſtaltsgebäude ſteht der Gemeinderat ablehnend gegen=
über
, um ſo mehr, als bei der Erweiterung des Gemeindefriedhofs dem
Wunſche der Anſtaltsleitung entſprechend eine beſondere Abteilung für
Anſtaltsgräber geſchaffen wurde. Auch in geſundheitlicher Beziehung
beſtehen Bedenken gegen das Projekt, um ſo mehr, als in nicht allzu
großer Entfernung die neuen Quellenfaſſungen der Gemeindewaſſerlei=
tung
errichtet wurden. Die Amtszeit des derzeitigen Bürgermeiſters
iſt zu Anfang Juli d. J. abgelaufen. Es hat daher Neuwahl ſtattzufin=
den
. Der Termin für die Hauptwahl wird auf den 21. Juni und der=
jenige
für die eventuelle Stichwahl auf den 28. Juni I. J. feſtgeſetzt.
Das Geſuch des Gg. Drauth um Erteilung der Genehmigung zum Ver=
kauf
von Erfriſchungswaren auf dem Sportplatz wird für dieſes Jahr
abſchlägig beſchieden, da die Genehmigung bereits anderweitig gegen
Zahlung einer Gebühr erteilt iſt. Nach Erledigung kleinerer Anträge
wird die öffentliche Sitzung geſchloſſen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 17. April. Obſt= und Gartenbauver=
ein
. Als Abſchluß der Winterveranſtaltungen findet am kommenden
Sonntag, nachmittags 3 Uhr, ein Gemarkungsrundgang ſtatt.
Die Leitung liegt in Händen von Herrn Obſtbauinſpektor Behne aus
Darmſtadt. Bei dieſer Gelegenheit werden Wünſche und Fragen, die
Obſtbaumbehandlung betreffend, koſtenlos von ſachverſtändiger Seite be=
handelt
. Es läßt ſich dies an Ort und Stelle weit beſſer beurteilen, wie
bei einem Vortragsabend, wo der Baum ſelbſt nicht zur Anſicht ſteht und
auch Grund und Boden auf ihre Beſchaffenheit nicht geprüft werden kön=
nen
. Die Obſtbaumbeſitzer haben ja faſt immer die eine oder die andere
Frage zu ſtellen und ſollten jetzt die ſich bietende Gelegenheit nicht vor=
übergehen
laſſen. Die Zuſammenkunft zum Gemarkungsrundgang iſt um
3 Uhr nachmittags am Rathaus zu Nieder=Ramſtadt. Anſchließend an
den Rundgang findet alsdann noch eine Beſprechung im Vereinslokal,
Gaſthaus Zum Löwen, ſtatt. Dieſe wird ſo gegen 5 Uhr nachmittags
ſtattfinden. Geſangverein EintrachtFreundſchaft.
Auf die am kommenden Sonntag abend im Saale des Gaſthauſes Zum
Darmſtädter Hof (Knapp) ſtattfindende Wiederholung des Volksſtückes
mit Geſang in 5 Aufzügen Die Lieder des Muſikanten, wird nochmals
hingewieſen. Die erſte Aufführung war von einem ſolchen Erfolge be=
gleitet
, daß die vielſeits gewünſchte Wiederholung durchaus berechtigt
erſcheint, um ſo mehr, als das Eintrittsgeld ſehr niedrig gehalten iſt.
( Ober=Namſtadt, 17. April. Invalidenkartenkontrolle.
Am Mittwoch, den 22. April, vormittags von 912 und nachmittags von
24 Uhr nimmt ein Kontrollbeamter der Landesverſicherungsanſtalt
Heſſen im Rathaus in Ober=Ramſtadt, Zimmer 17, eine Nachprüfung der
Quittungskarten der invalidenverſicherten Perſonen inbezug auf ord=
nungsmäßige
Beitragsentrichtung vor. Die im Gemeindebezirk Ober=
Ramſtadt wohnenden Arbeitgeber ſind verpflichtet, die
Quittungskarten der von ihnen beſchäftigten Arbeiter, Geſel=
len
, Gehilfen, Lehrlinge und Dienſtboten pp. in dieſem Termin
vorzulegen bzwv, durch eine über die Höhe des Lohnes unterrichtete
Perſon vorlegen zu laſſen. Die Vorlage der Karten kann unterbleiben,
ſofern dieſe bei der Beſonderen Ortskrankenkaſſe Ober=Ramſtadt lagern.
Zu der angegebenen Zeit haben auch Hausgewerbetreibende ſowie un=
ſtändige
Arbeiter und die freiwillig Verſicherten ihre Quittungskarten
vorzulegen.
Gernsheim, 17. April. Wafſerſtand des Rheins am
16. April 1,38 Meter, am 17. April 1,37 Meter, morgens 5.30 Uhr.
Monat abends 8.15 Uhr. Thema am 19. April: Die Verſöhnungslehre;
Predigt: 2. Kor, 5: D.
Advent=Gemeinde. Waldſtraße 18. Sonntag, abends 8 Uhr: öffent=
licher
Vortrag. Dienstag: Lektionsvorbereitung (i. W.) Mittwoch,
Bibelſtunde. Donnerstag: Tabeaabend. Freitag: Männerverſamm=
lung
(Film). Samstag, 25. April: 8.45 Uhr ab: Lehrerverſammlung,
Sabbatſchule und Predigt. 3 Uhr: Jugendſtunde.
Methodiſten=Gemeinde (Evangeliſche Freikirche), Wendelſtadtſtr. 38,
Sonntag, den 19. April, vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends kein
Gottesdienſt. Beteiligung an dem Bezirksfeſt in Frankfurt a. M., nach=
mittags
3 Uhr ſtattfindend, im Gemeindehaus Frankfurt a. M., Lud=
wigſtraße
29. Mittwoch, den 22. April, abends 8 Uhr: Bibel= und
Gebetſtunde. Prediger E. Bültge. Freitag, den 24. April, abends
8 Uhr: Frauen=Miſſions=Verein.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3. Sonntag, vorm. 10 Uhr: Heili=
gungsverſammlung
; 11.30 Uhr: Kinderverſammlung; 3 Uhr: Weg=
weiſerunterricht
; 5 Uhr: Kinderverſammlung; 8 Uhr: Oeffentliche
Heilsverſammlung. Montag, abends 8 Uhr: Jugendliga. Dienstag,
abends 8 Uhr: Mitgliederverſammlung. Mittwoch abends 8 Uhr:
Heilsverſammlung. Donnerstag, abends 8 Uhr: Heimbund. Frei=
tag
, abends 8 Uhr: Heiligungsverſammlung.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Nach=
mittags
4 Uhr: Predigt, abends 8.15 Uhr: Jugendſtunde. Mittwoch,
abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde. Freitag, abends 8.30 Uhr: Gebets=
verſammlung
.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt, Mollerſtraße 40. Sonntag, vor=
mittags
9.30 Uhr: Andacht. 11.15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 3.30
Uhr: Jugendbundſtunde. Abends 8.00 Uhr: Evangeliumsverkündigung.
Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I, Hindenburgſtraße (ehem.
Kaſino). Sonntag, vorm. 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den
22. April, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II, Bismarckſtraße Nr. 54.
Sonntag, vorm. 9.30 Uhr nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 22. April,
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Auswärtige Gemeinden.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, 8.45 Uhr: Chriſtenlehre.
9.30 Uhr: Gottesdienſt. 10.30 Uhr: Kindergottesdienſt der Gr. 13 Uhr:
Kindergottesdienſt der Kl. Mittwoch: gemeinſamer Abend der E. J. G.
Evangel. Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, vorm. 9.30 Uhr:
Hauptgottesdienſt. 11 Uhr: Chriſtenlehre Montag: Jugendvereini=
gung
. Mittwoch: Kirchenchor und Jungmädchenverein. Leitung:
Verbandsſekretärin Frl. Ecker von der Orbishöhe. Donnerstag:
Frauenverein.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, vorm. 9.30 Uhr:
Gottesdienſt. 10.30 Uhr: Chriſtenlehre. Montag: Jugendverein.
Dienstag, 67 Uhr: Bücherausgabe. 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Mitt=
woch
: Kirchenchor. Donnerstag: Mütterabend. Poſaunenchor im
Schulſaal. Helferbeſprechung im Pfarrhaus. Freitag: Mädchenverein.
Samstag: Jugendverein.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. 9.30 Uhr: Haupt=
gottesdienſt
. Gottesdienſt zur Eröffnung des Schulunterrichts. 10.30 Uhr:
Kindergottesdienſt. Nachm. 2 Uhr: Mitgliederverſammlung des Evgl.
Bundes. Montag, abends 8.30 Uhr: Frauenverein. Jahresverſamm=
lung
Saal Kaffenberger. Dienstag, Kirchengeſangverein und Poſau=
nenchor
. Mittwoch: Jugendbund Wartburg. Donnerstag; Kirchen=
geſangverein
. Freitag: Jungmädchenverein.
Evangeliſche Gemeinde Erzhauſen Sonntag vorm. 10 Uhr: Gottes=
dienſt
; 11 Uhr: Chriſtenlehre. Mittwoch: Jungmannſchaft. Don=
nerstag
: Kirchenchor. Freitag: Mädchengruppe. Samstag: Jung=
mannſchaft
.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen. Alte Darmſtädter Straße 14.
Sonntag, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, 23. April, abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt, Weingartenſtraße Nr. 35.
Sonntag, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, B. April, abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtraße Nr. B.
Sonntag, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, B. April, abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim, Groß=Gerauer Straße Nr. 3.
Sonntag, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 22. April, abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf, Dieburger Straße Nr. 22. Sonn=
tag
nachmittags 4 Uhr, und Mittwoch, den 2. April, abends 8 Uhr:
Gottesdienſt
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt, Bahnhofſtraße Nr. 22,
Sonntag, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, 23. April, abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Rüffelsheim, Mainzer Straße Nr. A.
in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule, Neckarſtraße 3: Gottesdienſte Sönntag, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, B. April, abends 8 Uhr

[ ][  ][ ]

Nummer 107

Samstag, den 18. April 1931

Seite 9

LHHE

Für die uns anläßlich unſerer Silbernen Hochzeit erwieſenen
Aufmerkſamkeiten und zahlreichen Gratulationen, ſowie Ge=
ſchenke
iſt es uns nicht möglich, einem jeden perſönlich zu
danken. Wir bitten deshalb unſeren herzlichſten Dank auf
dieſem Wege entgegen zu nehmen.

Jakob Göbel und Frau
Darmſitadt, Moosbergſtr. 13.

Dankſagung.
Für die innige Teilnahme an dem ſchmerzlichen Ver=
luſte
, der uns durch den frühen Heimgang unſeres
lieben Entſchlafenen
Heren Heinrich Breitwieſer
Kaufmann
betroffen hat, ſagen wir auf dieſem Wege herzlichen
Dank. Beſonders danken wir Herrn Pfarrer Nürn=
berger
für die troſtreichen Worte am Grabe, dem
Geſangverein Sängerluſt für den erhebenden Giab=
geſang
und Kranzniederlegung, den Schulkameraden
und Schulkameradinnen, der Turngeſellſchaft und der
Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, für den
ehrenden Nachruf und Kranzniederlegung, ferner für
die vielen Kranz= und Blumenſpenden und allen
denen, die ihm in ſo großer Zahl, das letzte Geleit
gaben.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Hch. Breitwieſer u. Frau, geb. Müller.
Ober=Ramſtadt, den 16. April 1931.

Todes=Anzeige.
(Statt Karten.)
Im Glauben an Gott entſchlief am 17. April mein
innigſtgeliebter Mann, mein herzensguter Vater, Bruder,
Schwager und Onkel
Herr Georg Wagner
Oberrechnungsrat beim heſſiſchen Landtagsamt
nach langem, ſchweren, mit unendlicher Geduld ertragenen
Teiden.
In tiefem Schmerz:
Katharina Wagner, geb. Rauth
Dipl.=Ing. Hans Wagner, Poſidirektor.
Darmſiadt, Berlin, den 17. April 1931.
Die Beerdigung findet Montag, den 20. April, nachmittags ½3 Uhr,
von der Kapelle des Friedhofs an der Nieder=Ramſtädterſiraße aus
ſiatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abſehen zu wollen.

Kriegerverein
Darmſtadt
1874

Statt Karten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtigſter Teilnahme
und die reichen Kranzſpenden bei dem Heim=
gange
unſeres lieben Entſchlafenen, jagen wir
auf dieſem Wege herzlichſien Dank. Beſonders
danken wir den Brüdern des Herz=Jeſu= Hoſ=
pitals
für die aufopfernde Pfiege und allen
denjenigen, die dem EEntſchlafenen das letzte
Geleit gaben.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Johanna Rupp Wwe., geb. Haun
und Kinder.
Darmſiadt, den 17. April 1934.
(6101

(Statt Karten.)
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzl. Teilnahme wäh.
rend der langen Krankheit und bei dem Heim=
gang
unſerer lieben

Am 16. ds. Mis. verſchied unſer
lieber Kamerad und langjähriges
treues Mitglied
Herr Peter Roth
Schubmachermeiſter.
Die Beerdigung findet am Sams=
tag
, den 18. ds. Mis., vormittags
11 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Wir bitten um zahlreiche Be=
teiligung
.
Der Vorſiand.
6088)

Dankſagung.

Helene

ſagen wir hiermit herzlichen Dank. Beſonders
danken wir auch Herrn Pfarrer Kleeberger für
ſeine troſtreichen Worte und der Muſikanden=
Gilde für den ergreifenden Grabgeſang ſowie für
die zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden.
Für die tieftrauernden Hinterbliebenen:
A. Schäfer.
Darmſtadt, 17. April 1931.
Grüner Weg 10.

Für die uns bewieſene Teilnahme
beim Heimgange unſeres lieben Ent=
ſchlafenen
ſagen wir Allen auf
dieſem Wege innigen Dank.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Familie K. Fleiſchhacker
Elſe Hofferbert.

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SAM SEBASTIAN

MAbRiS

DuBROVNik

Vacet

A

Seite 10

Samstag, den 18. April 1931

Nummer 107

Opfer der Revolverſpielerei.

Frankfurt a. M. In den frühen Mor=
genſtunden
des Freitag ereignete ſich auf der
Frankfurter Landſtraße, in der Nähe von Fechen=
heim
-Mainkur, ein tragiſcher Unglücksfall. Ein
23jähriger Wanderburſche wurde von einem
Laſtwagen nach Hanau mitgenommen. Während
der Fahrt hantierte der im hinteren Wagen
ſitzende junge Mann mit einem Revolver. Da=
bei
entlud ſich die Waffe und der Schuß riß ihm
die linke Wade auf. Der Chauffeur, der auf den
Schuß hin den Wagen ſofort zum Stehen brachte,
fand, ſeinen Fahrgaſt ſchwer verwundet im
Wagen vor. Der Verletzte wurde in das Kran=
kenhaus
gebracht.

Werkel (Kreis Fritzlar). Der 19jährige
landwirtſchaftliche Arbeiter Erich Dießner be=
ſuchte
nach Feierabend ſeine bei einem andern
Landwirt bedienſteten Freunde, den Melker
Althen und den Geſpannführer Oſchmann. Wäh=
rend
Althen, im Bett ſitzend, auf der Zither
ſpielte, zog Dießner einen Revolver und zielte
zuerſt im Scherz mehrmals auf Oſchmann. Er
lud wiederholt die Waffe, um ſie nach erfolgtem
Entladen abzudrücken. Anſcheinend vergaß er
einmal das Entladen, denn als er auf Althen
mit den Worten Ich ſchieße, du brauchſt aber
keine Angſt zu haben, die Waffe iſt geſichert,
anlegte, ging ein Schuß los. Althen fiel, in die
Schläfe getroffen, ſofort tot zurück, die Hände
noch auf der Zither haltend. Als Dießner das
Unheil ſah, daß er angerichtet hatte, lief er nach
Hauſe, packte ſeine Habſeligkeiten zuſammen und
verſchwand. Bis jetzt fehlt von ihm jede Spur.

Tätlichkeiten bei einem Doppelbrand.
Unna (Weſterwald). Am Mittwoch nach=
mittag
brach hier in der Gaſtwirtſchaft Leukel
Feuer aus, dem das umfangreiche Anweſen faſt
reſtlos zum Opfer fiel. Kaum hatten die Löſch=
arbeiten
eingeſetzt, ſo ſchlugen auch aus dem
zirka 100 Meter entfernt liegenden Oekonomie=
gebäude
der Brennerei Häbel Flammen empor.
Scheune, Stallung und Brennereigebäude wur=
den
vollſtändig, das Wohnhaus bis auf die Um=
faſſungsmauern
vernichtet. Die Ortswehr und
die herbeigeeilten Nachbarwehren mußten ſich
auf den Schutz der weiter gefährdeten Anweſen
beſchränken. Die gerichts= und polizeibehörd=
lichen
Ermittlungen über die Urſache beider
Brände blieben erfolglos. Feſt ſteht nur, daß
zwiſchen beiden Bränden ein urſächlicher Zuſam=
menhang
nicht beſtehen kann. Während der
Löſcharbeiten kam es zu tätlichen Auseinander=
ſetzungen
zwiſchen dem Publikum und den Land=
jägern
, welche die Brandſtätte abſperrten. Da=
bei
wurde ein Polizeihauptmann verletzt;
einige Verhaftungen mußten vorgenommen
werden.
Selbſtmord eines Königsberger Chorſängers.
Düſſeldorf. Der anläßlich des 25. Ver=
bandstages
des Deutſchen Chorſänger=Verbandes
und Genfer Bundes in Düſſeldorf weilende
Königsberger Vertreter, Chorſänger Denechaud,
wurde in ſeinem Hotel tot aufgefunden. Die
Kriminalpolizei ſtellte feſt, daß er ſeinem Leben
durch Selbſtmord ein Ende gemacht hat. Er
hinterläßt Frau und drei Kinder. Denechaud,
der über 30 Jahre an der Königsberger Oper
tätig war, teilt in einem hinterlaſſenen Schrei=
den
mit, ſeine Nerven ſeien durch ſeinen Kampf
um die Weiterführung des Königsberger Opern=
hauſes
vollſtändig zerrüttet worden.

Mord im Gerichtsgefängnis.
Prenzlau. Geſtern nacht wurde im hie=
ſigen
Gerichtsgefängnis der Juſtizwachtmeiſter
Neubauer ermordet. Die Täter, der Schnitter
Potocki und der Schlächter Pilgram, hatten den
Juſtizwachtmeiſter an Armen und Beinen ge=
feſſelt
und ihn in eine Kellerniſche getragen, wo
er dann tot aufgefunden wurde. Nach der Tat
drangen die Täter in den Bekleidungsraum ein
und verſahen ſich allem Anſchein nach mit Zivil=
kleidung
. Dann ſind ſie in den Büroraum ein=
gedrungen
, haben dort alles durchwühlt und ver=
ſucht
, den Geldſchrank aufzubrechen, was ihnen
jedoch nicht geglückt iſt. Aus einem Behältnis
erbeuteten ſie etwa 20 RM. Kleingeld. Alsdann
befreiten ſie noch zwei Gefangene und ergriffen
zuſammen mit dieſen die Flucht. Sie ſind in den
Hinterhof des Gerichtsgefängniſſes gegangen,
wo ſie mit Hilfe einer Leiter die Gefängnis=
mauer
überſtiegen. Die beiden von ihnen be=
freiten
Gefangenen flohen nicht mit, ſondern
weckten den Gefängnisinſpektor und gingen mit
dieſem in das Gefängnis zurück. Die Verfolgung
der Täter wurde ſofort aufgenommen. Der Pole
hatte 6 Monate wegen ſchwerer Urkundenfäl=
ſchung
, Pilgram eine ebenſo lange Strafe wegen
ſchwerer Körperverletzung und unerlaubten Waf=
fenbeſitzes
zu verbüßen. Beide wären demnächſt
enlaſſen worden. Pilgrim drohte allerdings eine
neue Haft in einer anderen Sache, ſo daß der
Plan, auszubrechen, vermutlich von ihm aus=
gegangen
iſt.
Schwerer Unfall des Herrenreiters
von Eckertsberg.
Berlin. Der ehemalige Herrenreiter
Joachim von Eckertsberg verunglückte am Don=
nerstag
auf der Reitbahn in Hoppegarten. Von
Eckertsberg ritt ein junges Pferd ein, das ſich
beſonders ſchwierig zeigte. Im Galopp brach es
plötzlich aus, und der Reiter ſtürzte aus dem
Sattel. Er blieb mit dem rechten Fuß im Steig=
bügel
hängen und wurde noch eine große Strecke
mitgeſchleift, ehe es gelang, das nervöſe Tier
zum Stehen zu bringen. Der Verunglückte
wurde nach dem Krankenhaus gebracht, wo man
einen ſchweren Unterſchenkelbruch, eine Ausren=
kung
des rechten Fußes und Hautabſchürfungen
feſtſtellte. Ungefähr um dieſelbe Zeit ſtürzte auf
der Hoppegartener Trainingbahn die Ehefrau
des Verunglückten ebenfalls vom Pferde. Sie
kam jedoch ohne bedeutende Verletzungen davon.

Rieſiges Radium=Vorkommen in Kanada?
Ottawa. Ein umfangreiches Radiumvor=
kommen
iſt von dem Leiter der Geologiſchen Ab=
teilung
der Univerſität von Alberta, Allan, an
den Ufern des Großen Bärenſees, im Norden Ka=
nadas
, entdeckt worden. Die in dieſem Gebiet
gefundene Pechblende ſoll einen größeren Ra=
dium
=Gehalt haben, als die bisher in Belgiſch=
Kongo gewonnene Pechblende.

Deutſcher Kreuzerbeſuch in Siam.

Der Kommandeur der Emden, Kapitän Witthoeft, wird von Prinz Spaſti, dem Vater der
ſiameſiſchen Königin, begrüßt.
Auf ſeiner Weltreiſe traf der deutſche Kreuzer Emden in Siam ein. Die Offiziere und die
Beſatzung des Kreuzers wurden von den ſiameſiſchen Behörden mit beſonderen Ehrungen empfangen.

Das nördlichſte Parlamenk der Welk aufgelöft.

Oben links: Das Gebäude des isländiſchen Althings in der Hauptſtadt Reykjavik. Oben rechts;
Islands Miniſterpräſident Tryggvi Thorhallſſon. Unten: Blick auf die Hauptſtadt Reykjavik.

Auf Befehl des däniſchen Königs iſt das isländiſche Parlament, der Althing, aufgelöſt worden.
Dieſer Schritt hat bei der isländiſchen Bevölkerung, die die Unabhängigkeit von Dänemark anſtrebt.
große Erregung hervorgerufen.

Vor der 10000=Kilomeker-Tourenwagenfahrk durch Europa.

Internationale
10000 km. FAHRT

das A.u.D
21. M41F. 1UM14

BERLIN

Streckenkarte der internationalen 10 000=Kilometer=Fahrt durch Europa,
die vom 21. Mai bis 7. Juni ſtattfindet. 70 Meldungen, teilweiſe aus der erſten Klaſſe der inter=
nationalen
Tourenwagenfahrer, ſind bereits bei dem Veranſtalter, dem Automobilklub von Deutſch=
land
, eingegangen.

Nicht Mord, ſondern Unglücksfall.
Mölln. Die 78jährige Rentnerin Reimers,
die am Montag in ihrer Wohnung in Rankau
(Schleswig=Holſtein) erſtickt aufgefunden wurde,
iſt, wie einwandfrei feſtgeſtellt, einem Unglücks=
fall
zum Opfer gefallen. Anſcheinend iſt die alte
Frau beim Feueranzünden durch ſtarken Qualm
bewußtlos geworden und ſpäter erſtickt.

Das ParisSaigon=Flugzeug abgeſtürzt.
London. Prinz Bibescu und ſeine drei Be=
gleiter
ſind mit ihrem Flugzeug in der Nähe
von Gaja (Bengalen) abgeſtürzt, wobei ſämt=
liche
Inſaſſen ſchwer verletzt wurden. Das Flug=
zeug
verbrannte. Der Prinz hatte die Abſicht,
von Paris, wo er am 8. April aufgeſtiegen war,
nach Saigon zu fliegen.

Der V. 9. A. geht an den Rhein.

Auf Einladung der rheinländiſchen Landes=
verbände
des Vereins für das Deutſchtum im
Ausland findet in dieſem Jahre die Pfingſt=
tagung
in Aachen ſtatt. Trotz der Erſchwerniſſe
der Zeit hat ſich auch in dieſem Jahre die große
deutſche Volkstumstagung als notwendig er=
wieſen
, um den auslanddeutſchen Führern Ge=
legenheit
zu geben, mit den leitenden Perſön=
lichkeiten
der Schutzvereinsarbeit zuſammenzu=
kommen
und die reichsdeutſche Jugend aus allen
Gebieten Deutſchlands mit den Abordnungen der
auslanddeutſchen Jugend zum gemeinſamen Er=
leben
der deutſchen Volkstumszugehörigkeit zu=
ſammenzuführen
. Die bisher vorliegenden An=
meldungen
laſſen erkennen, daß auch in dieſem
Jahre mit einer Beteiligung von 15 000 bis
20 000 Menſchen zu rechnen iſt.
Die vom 22. bis 26. Mai dauernde Tagung
wird neben den üblichen Arbeitsſitzungen wie=
der
eine Heerſchau geſamtdeutſcher Jugend aller
Stämme in Form eines Feſtzuges bringen. In
einer Erinnerungsfeier auf dem Ehrenfriedhof
wird die Jugend in dieſem Jahre der Märtyrer
des deutſchen Volkstumskampfes gedenken. Die
Weiheworte wird der ſudetendeutſche Dichter
Ernſt Leibl ſprechen. Feldgottesdienſte ein Feſt=
ſpiel
, eine Rheinlandkundgebung, ein Sport= und
Singwettſtreit, ſowie eine gewaltige Abendfeier
im Aachener Waldſtadion, mit Maſſenchören,
Aufführungen und Fackelzug ſind vorgeſehen.
Eine ganze Reihe berufsſtändiſcher Tagungen
der Arbeiterſchaft, der Landwirtſchaft und der
Angeſtelltenſchaft werden ſich anſchließen. An=
meldungen
und Anfragen an den Verein für das
Deutſchtum im Ausland, Berlin W. 30, Martin=
Luther=Straße 97.

Schweres Bauunglück.

Die Engländer wollen den deutſchen Ozean=
Dampfern Konkurrenz machen.

Hinrichtung chineſiſcher Seeräuber.

Schanghai. Der berüchtigte Seeräuber
Taipachſu und zwei ſeiner Unterführer wurden
enthauptet. Sie hatten ſeit 18 Monaten bei
Wuſung Frachtboote überfallen und ausgeplün=
dert
und viele Räubereien an Ausländern und
Chineſen verübt. Am 5. d. M. waren ſie in der
internationalen Niederlaſſung von Schanghai
verhaftet und den chineſiſchen Behörden aus=
geliefert
worden.

Düſſeldorfs Schlageker=Denkmal
vor der Vollendung.

Ein 23 Meker hohes Eiſenkreuz
zeichnet für immer die Stelle, an der Leo Schla=
geter
(Porträt im Kreis) 1923 von den Frane
zoſen erſchoſſen wurde. Am 23. Mai wird das
Düſſeldorfer Denkmal eingeweiht.

Warſchau. In Lodz ereignete ſich durch
Fahrläſſigkeit ein ſchweres Bauunglück. In der
Nähe eines kleinen Häuschens, in dem ſich ein
Laden befand, wurde ein mehrſtöckiges Haus
abgetragen. Eine Mauer, die in der Höhe des
erſten Stockwerkes ungeſichert ſtehen gelaſſen
wurde, ſtürzte zuſammen und fiel mit ganzer
Wucht auf den danebenſtehenden Laden, der
vollſtändig zertrümmert wurde. Zwei Perſonen,
die ſich darin befanden, erlitten den Tod auf
der Stelle. Einige Perſonen, die ſich in der
Nähe der Unglücksſtätte aufhielten, trugen Ver=
letzungen
davon.

London. Daily Expreß und Daily
Herald melden heute, daß ſich die Cunard=
Schiffahrts=Geſellſchaft die größte Mühe gibt,
den Bau des neuen 73 000 Tonnen großen
Ozeanrieſen der Geſellſchaft nach Möglichkeit zu
beſchleunigen. Es ſoll beabſichtigt ſein, den
neuen Dampfer bereits im Februar nächſten
Jahres vom Stapel zu laſſen. Obwohl der Bau
des Schiffes mit dem größten Geheimnis um=
geben
wird, heißt es doch, daß die Bauarbeiten
ſchon ziemlich weit fortgeſchritten ſeien. Daiſly
Herald berichtet ferner, daß der weiter im Bau
befindliche neue 42 500=Tonnen=Dampfer der
Pazifiſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft Empreß. of
Britain in Kürze als gefährlicher Konkurrent
für die Bremen und Europa auf dem Plan
erſcheinen werde. Die Geſellſchaft hofft nämlich,
unter Zuhilfenahme von Flugzeugen die Beför=
derungszeit
von Poſtſachen von England via
Kanada nach Amerika um 5 bis 6 Stunden ge=
genüber
der direkten Strecke EnglandAmerika
abkürzen zu können.

[ ][  ][ ]

Nummer 107

Samstag, den 18. April 1931

Seite 11.

*
APuſſcher ſag iin dei urele.
Der Siand des Rakekenproblems nach den jüngſten Verſuchen in Berlin=Brik und Osnabrück.
Von Dr. Johannes Rotter.

Am Dümmerſee bei Osnabrück iſt in dieſen Tagen das Modell
eines bemannten Raketenflugzeugs geſtartet. Allerdings war die
Paſſagierlaſt nur durch ein Paket von Anſichtskarten markiert.
Wie der Verlauf dieſes erſten Flugs aber gezeigt hat, hätte in
dem koniſchen Kopf des hohlzylinderiſchen
Rumpfes ein Paſſagier ſich aufhalten können,
ohne daß er Schaden erlitten hätte. Er wäre mit
immer ſteigender und zuletzt mit raſender Geſchwindigkeit in eine
Höhe von über 2000 Metern hinauf getrieben worden. Die
Startbeſchleunigung von nur 40 Metern in der Sekunde hätte
ihm kein ſonderliches Unbehagen verurſacht, obgleich ſie vollkom=
men
ausreichend iſt, um die Geſchwindigkeit der Rakete erheblich
über 1000 Stundenkilometer zu ſteigern. Nach Erſchöpfung der
beſchleunigten Raketenkraft wäre der Paſſagier in der in ein
Flugzeug verwandelten Rakete ohne trudelnde Bewegungen wie=
der
zur Erde hinabgeglitten, und er wäre wohlbehalten gelandet.
So iſt tatſächlich das Modell der bemannten Flugrakete
mit der markierten Paſſagierlaſt in die Höhe geſtiegen und wie=
der
herab gekommen, und zwar ſo einmandfrei, daß das Modell
anſchließend zu einem zweiten Start benutzt werden konnte.
Dieſer Programmpunkt ſtellte natürlich den Höhepunkt der Ver=
ſuche
am Dümmerſee dar, die gleichzeitig mit den Vorführungen
in Berlin=Britz ſtattfanden, bei denen Dr. Haylandt und ſein
Oberingenieur Pietſch die Fortſchritte auf den von Max Va=
lier
angegebenen Wegen zeigten. Die beiden Verſuchsreihen geben
einen Ueberblick über den derzeitigen Stand der Raketenforſchung
und über die wiſſenſchaftlichen und techniſchen Probleme, die bis
zu dem Zeitpunkt noch bewältigt werden müſſen, in dem wirklich
der erſte Menſch ſich einigermaßen gefahrlos mit der Rakete in
die Höhe ſchleudern laſſen kann. Der Ingenieur Reinhold
Tiling, der die Verſuche am Dümmerſee unternommen hat,
hofft in etwa einem Jahr ſoweit zu ſein, mit einem Raketenflug=
zeug
, das eine Flügelſpannweite von 12 Metern haben ſoll, den
erſten Verſuch zu unternehmen. Von einer vollen Zuverläſſigkeit
ſeiner Modelle kann man aber ſchon darum nicht reden, weil
eine ſeiner Raketen bald nach dem Start in der Luft explodierte.
Tiling hat in einem Vortrag, mit dem er ſeine Verſuche ein=
leitete
, die Probleme aufgezeigt, mit denen der Raketenbau in
der jüngſten Zeit zu kämpfen hatte und an deren Bezwingung er
weiterhin arbeiten muß. Bei den erſten Verſuchen ſtellte ſich ein
praktiſch unbrauchbares Verhältnis zwiſchen
Brenndauer und Energieleiſtung der Raketen
heraus. Die Raketen mit genügend langer Brenndauer hatten
nicht die Antriebskraft, die ihnen eine Verwendungsmöglichkeit
gegeben hätte. Raketen mit wirklicher Hochleiſtung waren aber
bis vor kurzem an eine ſo kurze Brenndauer geknüpft, daß die
großen Geſchwindigkeiten in allzu ſchneller, ſchußartiger Beſchleu=
nigung
herbeigeführt wurden. Die hohen Geſchwindig=
keiten
über 1000 Kilometer und ſelbſt von vielen
1000 Kilometern in der Stunde ſind zwar ein anzu=
ſtrebendes
Ziel. Aber ſie kommen praktiſch nur in Frage, wenn
ſie mit einer Beſchleunigung erreicht werden können, die der
menſchliche Körper zu ertragen vermag. Das bedeutet, daß die
Geſchwindigkeit in der Sekunde um höchſtens fünfzig Meter ver=
mehrt
werden darf. Der Ingenieur Tiling hat geglaubt, das
Problem der Vereinigung von langer Brenndauer und zu ſtarker
Energieentfaltung zunächſt nur in der Pulverrakete löſen zu
können. Er beſtreitet aber gar nicht, daß die Rakete der Zukunft
wahrſcheinlich mit flüſſigem Brennſtoff arbeiten werde. Er hält
es nur für praktiſcher, zunächſt einmal die eine Seite der Auf=
gabe
zu löſen, um anſchließend die konſtruktiven Schwierigkeiten
zu überwinden, die ſich dem ſpäteren Uebergang von der Pulver=
rakete
zur flüſſigen Rakete entgegen ſtellen. Die glänzend gelun=
genen
Verſuche am Dümmerſee haben ebenfalls den Beweis dafür
erbracht, daß es ſkeptiſch nicht ganz berechtigt iſt, wie man
ſeit den weniger erfolgreichen Starts Opels und Valiers die
Pulverrakete behandelt hat. Mit der Pulverrakete hat Reinhold
Tiling eine Anzahl von Raketen in der Zeit weniger Sekunden
bis zu 2000 Meter in die Höhe getrieben und damit hat er die
andere Seite des Problems gelöſt im Gleitflug wieder zu
Boden gelangen laſſen.
Solange die beſchleunigte Kraft der Rakete wirkt, kann
dieſe ſelbſt wegen des ungeheuren Luftwiderſtandes nicht die
übliche Form eines Flugzeugs haben. Sie muß etwa
wie eine Grante geſtaltet ſein. Tiling arbeitet nun aber nicht
mit Fallſchirm= oder Bremsrakete, ſondern mit Tragflächen, die

an den Körper der Rakete ſich in Richtung der Schwanzfloſſen
anſchmiegen und ſich in dem Augenblick entfalten, wo die be=
ſchleunigte
Kraft des entzündeten Pulvers ausſetzt. Das ein=
wandfreie
Funktionieren der Vorrichtung wurde in den zahl=
reichen
Verſuchen unter Beweis geſtellt.
Die Ingenieure in Berlin=Britz wollen den Umweg über die
Pulverrakete nicht gehen, ſondern ſuchen von vornherein die kon=
ſtruktiven
Schwierigkeiten zu überwinden, die ſich der Verwen=

Der Konſtruktur der Raketenflugzeug=Modelle
Ingenieur Reinhold Tiling.

dung der flüſſigen Rakete entgegenſtellen. Das Problem iſt hier
vor allem durch die ungeheuer hohen Hitzegrade gegeben, die
durch die Verbrennungsgaſe des flüſſigen Sauerſtoffs von Spiri=
tus
, Benzin oder anderen Treibmitteln erreicht werden. Dr. Hey=
landt
hat zwar eine Metallzuſammenſetzung gefunden, der die
Hitze von 2000 Grad nichts ausmacht. Aber mit dieſem Metall,
deſſen Zuſammenſetzung Heylandt als ein Geheimnis bewahrt,
iſt es noch nicht getan. Es ſollen ja ſchließlich einmal Menſchen
mit der Rakete befördert werden. Dr. Heylandt und Oberinge=
nieur
Pietſch verzichten vorläufig darauf, eine Luftrakete zu bauen.
Sie haben ihren Raketenmotor zunächſt nur in ein Autoſkelett
eingebaut, um ihn hier zu erproben. Der Motor, der nur 7,5
Kilo wiegt, entwickelt Rückſtoßkräfte von 160 bis 200 Kilo und
gibt dem Autoſkelett eine Stundengeſchwindigkeit von 200 Kilo=
metern
.
Die Verſuche auf den Wegen des Dr. Heylandt werden na=
türlich
nach einiger Zeit mit den Verſuchen Tilings zuſammen=
ſtoßen
müſſen, ſobald es den Britzern nämlich gelungen iſt, das
Problem des Raketenmotors mit flüſſigem Betriebsſtoff konſtruk=
tiv
ſoweit zu klären, daß er in ein Flugzeug eingebaut werden
kann, wie es Tiling jetzt verwendet, und das er in der Zwiſchen=
zeit
nach den gewonnenen Erfahrungen wohl auch noch vervoll=
kommnet
haben dürfte. Jedenfalls hat man bei dem heutigen
Stand der Dinge den Eindruck, daß wir nicht mehr durch
unabſehbare Jahrzehnte von dem Zeitpunkt
entfernt ſind, wo die Menſchen mit dem Rake=
tenflugzeug
der Zukunft in Stunden die Kon=
tinente
und die Weltmeere überwinden werden.

Der Kürken=Prozeß.
Der Maſſenmörder geſtehl weitere Morde ein.
Der Forkgang der Zeugenvernehmungen.
Düſſeldorf, 17. April.
Der 5. Verhandlungstag im Kürten=Prozeß brachte gleich eine
neue Senſation. Nachdem Staatsanwaltſchaftsrat Janſen mit=
geteilt
hatte, die Nachprüfung der Angaben Kürtens, er habe im
Alter von acht Jahren zwei Kinder unter ein Floß geſtoßen, habe
die Richtigkeit auch dieſes Geſtändniſſes ergeben, machte der Ver=
teidiger
Kürtens von einem weiteren Geſtändnis des Angeklagten
Mitteilung. Danach hat Kürten außer den oben genannten bei=
den
Kindern einige Tage ſpäter nochmals einen Jungen von der
Kaimauer ins Waſſer geſtoßen und einen weiteren Jungen von
einem Floß heruntergeſtoßen. Der Letztgenannte iſt ertrunken,
der andere konnte gerettet werden.
Darauf wurde der Doppelmord vom 24. Auguſt 1929 an Luiſe
Lenzen und Gertrud Hamacher behandelt. Die beiden Kin=
der
, die 14 bzw. 6 Jahre alt waren, waren von Kürten am Abend
ins Feld gelockt worden, wo er ſie durch Stiletſtiche getötet hatte.
Anſchließend machte Aſſiſtenzarzt Dr. Randerath nähere Angaben
über die Obduktion der beiden Leichen.
Vor der Beſprechung des Mordüberfalles auf Gertrud
Schulte beantragte der Oberſtaatsanwalt Ausſchluß der Oef=
fentlichkeit
, da ſie ſtundenlang mit dem Angeklagten zuſammen=
geweſen
ſei und ſehr ausführliche Auskünfte geben könnte. Das
Gericht beſchloß daraufhin den Ausſchluß der Oeffentlichkeit, doch
durften eine beſtimmte Anzahl von Preſſevertretern im Verhand=
lungsſaal
bleiben. Die 28jährige Zeugin Schulte begann zunächſt
vor dem Zeugenſtand heftig zu weinen, gab aber in der Folge
eine ausführliche Schilderung des Mordüberfalles. Nachdem er
ſie ſchwer verletzt hatte, ſei er durch hinzukommende Perſonen
verſcheucht worden. Nach den Ausſagen von Gertrud Schulte
wurde die Oeffentlichkeit wiederhergeſtellt.
Der Vorſitzende hielt der Gertrud Schulte die Uhr vor und
ließ ſich von ihr beſtätigen, daß Kürten ihr die Uhr abgenommen
hat. Oberarzt Dr. Groß erklärte, daß er zunächſt mit dem Tode
der Schulte gerechnet habe, da ihre Verletzungen zum Teil ſehr
ſchwer geweſen ſeien.
Bei der Behandlung des Mordes an Ida Reuter machte der
Zeuge Hch. Ertel, der die Leiche der Ermordeten als erſter ge=
funden
hatte, Angaben über den erſten Befund. Kriminalrat
Prätorius und Kriminalſekretär Irrgann ſchilderten anſchließend
den Zuſtand der Leiche. Nachdem noch einige Zeugen vernommen
wurden, trat die Mittagspauſe ein.
Nach Wiederaufnahme der Verhandlung wurde der Gerichts=
arzt
Profeſſor Bergen, als Sachverſtändiger über
die Art der Verletzungen der verſchiedenen
Opfer vernommen. Er erklärte, Kürten ſei ſo genau in
ſeinen Angaben geweſen, daß man vielfach die Schläge mit dem
Hammer habe nachprüfen können.
Darauf wurde die Verhandlung auf Samstag, 9 Uhr, vertagt.

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[ ][  ][ ]

Seite 12

Samstag, den 18. April 1931

Nummer 107

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Nummer 107

Samstag, den 18. April 1931

Seite 13

Spolt Spiet
Morgen Hachnntrag 3.30 Ahr.
Borrunde um die Deutſche Meiſterſchaft.
Sb. Darmſtadt 1898 Sporkfreunde Siegen.
Zu dem am morgigen Sonntag auf dem Platz am Böllenfalltor zum
Austrag gelangenden bedeutungsvollen Vorrundenſpiel um die Deutſche
Meiſterſchaft ſtellen die Gäſte eine äußerſt ſpielſtarke Mannſchaft. Sport=
freunde
Siegen wird vorausſichtlich durch folgende Spieler vertreten:

Sarx Diehl Plefſow Heinz Nöf
Kleinmann Hubert Brettauer Petry Klein Zimmermann.

Der bekannteſte Spieler der Gäſte iſt Hubert, der ausgezeichnete
Rechtsaußen, deſſen hohes Können ſchon durch Aufſtellung in der Deut=
ſchen
Ländermannſchaft gewürdigt wurde. Von den übrigen Spielern
haben mit Ausnahme von Sarx und Kleinmann ſämtliche in der Ver=
bandself
des Weſtdeutſchen Verbandes Berückſichtigung gefunden. Die
Stärke der Gäſtemannſchaft liegt ähnlich wie in der Sportvereinself
in der Durchſchlagskraft und Wurfkunſt ihres Angriffsquintetts begrün=
det
, in dem neben Hubert beſonders die beiden Halbſtürmer Brettauer
und Klein gefürchtete Torſchützen ſind.
Die Darmſtädter ſind für das bevorſtehende Treffen inſofern etwas
im Nachteil, als ſie auf ihren gewohnten Mittelſtürmer verzichten müſſen.
Trotzdem iſt die Elf der 98er ſo ſpielſtark, daß ſie der Gäſteelf gegenüber
als gleichwertiger Gegner zu betrachten iſt. Wenn die Lilienträger be=
ſtrebt
ſind, durch erhöhte Aufopferung die Schwächung, die durch das
Fehlen von Fuchs bedingt iſt, auszugleichen, wird das Spiel wohl auch
zu einem neuen Erfolg unſerer einheimiſchen Handballhochburg ſich aus=
geſtalten
können. Unter allen Umſtänden wird das Treffen, das in
Schultze (Kiel) einen guten Leiter gefunden haben dürfte, bei dem Kön=
nen
der beiden beteiligten Mannſchaften guten Sport bringen, ſo daß
auch der Platz am Böllenfalltor wieder einmal Maſſenbeſuch aufweiſen
ſollte.
Wir weiſen nochmals darauf hin, daß vor dem Hauptſpiel die ſpiel=
ſtarken
Reſerven der 98er gegen die gute Mannſchaft des Turnvereins
Groß=Umſtadt antreten, ſo daß es ſich aus dieſem Grunde emp=
fiehlt
, ſich ſchon vor dem Hauptſpiel am Böllenfalltor einzufinden.
Ty. Arheilgen 19. T.) Polizei Darmſtadt (2.5. 5.).
Morgen nachmittag um 2.30 Uhr hat TV. Arheilgen die Pol.=Liga
zum Freundſchaftsſpiel verpflichtet. TV. Arheilgen hat in einer Reihe
von Spielen ſeine derzeitige Spielſtärke bewieſen. Aeußerſt hartnäckig
und von guter Ausdauer iſt der Sturm, der der Pol.=Verteidigung viel
zu ſchaffen machen wird. Die Hintermannſchaft iſt ſehr hart und zugleich
flink. Die Elf der Arheilger zeigt ein techniſch gutes Handballſpiel und
wird den Poliziſten ein nicht zu unterſchätzender Gegner ſein. Um
3.15 Uhr ſpielt die Liggerſatz in Darmſtadt gegen Union Wixhauſen. Die
2. Jugend hat die Jugend des TV. Wolfskehlen zum Gegner. Spiel=
beginn
2 Uhr. Die Damen der Pol. ſpielen um 2 Uhr in Arheilgen.

Nachſtehend die Aufſtellung:

Polizei: Walter Weber Link Unmacht Pfeiffer Brack Bohl Huber Schmidt Koch
Rößler. Repp Braun Anthes Götz
Schlagberger. Spengler
n Rrn Stein
Jakobi Arheilgen: Schmitz

Merck Darmſtadt Not=Weiß Darmſtadt, Reſ.
Am Sonntag, nachm. 3 Uhr, erwartet die Sportabteilung Merck auf
ihrem Platz die Liga=Reſerve von Rot=Weiß. Beide Mannſchaften haben
ſich ſchon wiederholt mit wechſelndem Erfolge gegenübergeſtanden, und
man darf daher mit Spannung den Ausgang des neuen Treffens er=
warten
, zumal Merck in neuer Aufſtellung zur Stelle iſt.
TV. Nieder=Ramſtadt TV. Crumſtadt.
Beide Mannſchaften treffen ſich am Sonntag nachmittag 3 Uhr auf
dem Sportplatz zu Nieder=Ramſtadt. Da ſich beide Mannſchaften in
Hochform befinden, iſt mit einem ſpannenden Spiel zu rechnen, und kann
der Beſuch nur empfohlen werden.
Zwei Handball=Städteſpiele: Darmſtadt München und Nürnberg.
Der Gau München hat die Darmſtädter Handball=Städtemannſchaft
eingeladen, am 9. Mai im Rahmen eines Münchener Leichtathletikfeſtes
gegen die Münchener Städtemannſchaft zu ſpielen. Auf der Heimfahrt
ſollen die Darmſtädter dann am 10. Mai in Nürnberg gegen Nürnberg=
Fürth antreten. Im Prinzip haben die Darmſtädter ihre Zuſage bereits
gegeben.
Olympia Biebesheim.
Am Sonntag treffen ſich auf dem Olympia=Platze Haſſia Bingen, der
Meiſter des Kreiſes Süd=Rhein, und Olympia Biebesheim, der Meiſter
des Kreiſes Südheſſen. Haſſia Bingen bringt eine erprobte Elf, die
einen Handball ſpielt, der ſehenswert iſt. Der Heſſenmeiſter, als weſent=
lich
füngere Mannſchaft, wird alles hergeben müſſen, um einigermaßen
*ehrenvöll beſtehen zu können.
Alympiſches Allerlei.
Das Olympiſche Dorf.
Einige Meilen weſtlich von Los Angeles mit Ausblick auf den
Pacific, und nur wenige Minuten vom Olympiſchen Stadion entfernt,
wird eine internationale Siedlung errichtet, die die große Mehrzahl der
Teilnehmer beherbergen ſoll. Die Siedlung, die etwa eine halbe
Quadratmeile einnimmt, ſoll 3000 Perſonen aufnehmen können. Sie be=
ſteht
aus kleinen Häuschen, die aber groß genug ſind, um vier Perſonen
unterzubringen. Die Häuschen ſollen im Bauſtil der Heimatländer der
Teilnehmer errichtet werden, ſo daß alſo, ein buntes Stilgemiſch von
deutſcher, ſpaniſcher, franzöſiſcher, ſchweizeriſcher, engliſcher und orien=
taliſcher
Architektur entſtehen wird. In der Mitte des Dorfes werden
Telephongebäude, Poſt und Bank errichtet. Die verſchiedenen nationalen
Expeditionen haben ihre eigenen Speiſeſäle und die Möglichkeit, außer=
dem
Tonfilme in ihrer Landesſprache und heimatliche Muſik zu hören.
Die Teilnehmerinnen werden nicht in dieſer Siedlung, ſondern in den
Wohngebäuden der Studentinnen der Univerſity of Southern California
untergebracht.
Das Schwimmſtadion im Bau.
Wie der Organiſationsausſchuß der 10. Olympiſchen Spiele in Los
Angeles mitteilt, iſt mit dem Bau des Olympiſchen Schwimmſtadions ſo=
eben
begonnen worden. Es wird im Olympiſchen Park erſtehen, wo ſich
bereits Stadion, Fechtpavillon und Muſeum für die Schönen Künſte be=
finden
. Das Baſſin erhält eine Länge von 50 Metern, wird 2 Meter
breit und von 1,50 bis 5 Meter tief ſein. Die Sprunganlagen werden
gemäß den internationalen Beſtimmungen erſtellt werden. Moderne
Filtrier= und Reinigungs=Apparate werden, für klares Waſſer ſorgen.
Auf den Zuſchauertribünen werden 10 000 Perſonen Sitzgelegenheit
finden.

und Turnen.

Jugendkag.
Der Süddeutſche Fußball= und Leichtathletik=Verband ſchreibt uns:
Der Jugendtag im Gau Bergſtraße findet auf dem Polizeiplatz Darm=
ſtadt
, im Gau Dreieich in Meſſel ſtatt.)
Der Deutſche Fußballbund und die Deutſche Sportbehörde für
Leichtathletik veranſtalten ſeit einigen Jahren einen Jugendtag‟. Im
ganzen Reiche ruht an dieſem Tage der Sport der Aktiven, und wenn
er trotzdem ausgeübt wird, ſo nur, um im Rahmen des Jugendtages
an einer Werbung irgend welcher Art teilzunehmen. Welchen Zweck ſoll
nun die Abhaltung dieſes Tages erfüllen? In erſter Linie dient er der
Werbung um die Jugend. Allen Erziehungsberechtigten ſoll die Aus=
geſtaltung
dieſes Tages einen Einblick in die Reichhaltigkeit des ſport=
lichen
Uebungsbetriebes geben. Im Mittelpunkt dieſes Tages ſteht auch
eine Werberede, in welcher die Tiefe des Sportes, d. h. die Seele des
Sportes, allen Zuhörenden klargelegt wird. Ferner ſoll in dieſem Zu=
ſammenhang
der volkswirtſchaftlichen und nationalen Bedeutung dieſer
Bewegung im Rahmen unſeres Volksganzen gedacht werden. Für jeden
im Sport Tätigen und Lebenden muß es ein erhebendes Gefühl ſein,
daß an dieſem Tage von dem oberſten Führer des Sportes bis hinunter
zum kleinſten Jugendlichen die Idee der gemeinſamen Arbeit zum Wohle
unſeres Volkes zur Tat wird. Wir richten alſo an alle, die im Sport
eine Kraftquelle für unſer ſchwer darniederliegendes Volk ſehen, den
dringenden Appell, uns an dieſem Tage mit allen Kräften zu unter=
ſtützen
. Nur ſo wird der Jugendtag zu dem, was er ſeinen Führern
vorſchwebt:
Durch gemeinſchaftliche Arbeit zum großen Ziele!
Fußball.
Das Spiel Jung=Deutſchland SV. 98 komb. findet bei gutem
Wetter heute Samstag nachmittag, nicht Sonntaa, auf dem 98er
Stadion ſtatt.
Freie Turngemeinde Darmſtadt.
Im Reigen der Freundſchaftsſpiele begeben ſich die 1. und 2. Mann=
ſchaft
am Sonntag nach Wiesbaden, um mit dem dortigen V. f. L.
in friedlichem Kampf die Kräfte zu meſſen. Wiesbaden, das in den letz=
ten
Serienſpielen Bezirksmeiſter wurde, hat in den Spielen um die
Kreismeiſterſchaft beachtliche Reſultate erzielt. Die Hieſigen werden da=
her
alles daranſetzen müſſen, um einen Sieg herauszuholen. Abfahrt ab
Gewerkſchaftshaus per Auto.
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1. Jgd. 1. Jgd. Weiterſtadt, dort, Abfahrt mit Auto 12.15 Uhr
(Marſtall): 2. Jgd. 1. Jgd. Münſter, dort, Abfahrt mit Auto 8.20
Uhr (Marſtall); 3. Jgd. 1. Jgd. Groß=Zimmern, dort, Abfahrt 10.20
Uhr (Oſtbahnhof); 4. Jgd. 1. Jad. Eſchollbrücken, Stadion, 9.45 Uhr;
1. Schüler 1. Schüler Polizei, dort, 10.45 Uhr: 2. Schüler 1. Schü=
ler
Union, Stadion. 10.45 Uhr.
Viktoria Griesheim b. D.
Die Spiele am Sonntag ſind: Ligam. Germania Pfungſtadt,
dort, 3 Uhr: 2. Mſcht. Rot=Weiß Darmſtadt, hier, 1.30 Uhr: 1. Hand=
ballm
. F. Sp.V. Frankfurt, hier, 3 Uhr; Alte Herren Rot=Weiß
Darmſtadt, hier, 4 Uhr; 1. Jugend Germania Pfungſtadt, hier, 10
Uhr; 2. Jugend Germania Eberſtadt, hier, 11 Uhr; Schüler Po=
lizei
Darmſtadt, hier, 12.30 Uhr.
Ein reichhaltiges Programm, bei dem nur die Damen fehlen, hat
der Verein zu verzeichnen. Das Spiel der Ligamannſchaft iſt eine alte
Rückſpielverpflichtung. Die Mannſchaft ſpielt in neuer Aufſtellung und
hat Morlock das Erbe von Korb als Mittelläufer übernommen. Für
Friedmann iſt wieder Mahr zur Stelle, ebenfalls wirkt Klippel, der ſich
in den Verbandsſpielen verletzt hatte, wieder mit. Die Mannſchaft wird
beſtimmt eine gute Figur abgeben und dem Gaſtgeber ein ſchönes Spiel
liefern.
Hollands Fußball=Elf gegen Deutſchland.
Deutſchlands nächſter Länderſpielgegner, der Niederländiſche
Fußballbund, hat ſchon jetzt für den am 26. April in Amſter=
dam
ſtattfindenden Kampf Deutſchland-Holland ſeine Mann=
ſchaft
wie folgt aufgeſtellt: van der Meulen (Haag); van
Run (Eindhoven), Wanders (Wagningen); Pauwe ( Fei=
jenord
), Anderieſen (Amſterdam), van Heel (Feijenord);
Wels (Amſterdam), Tap (Dortrecht), Laagendaal (Rotter=
Run (Eindhoven), Wanders (Wageningen); Pauwe ( Fei=
recht
). Neu ſind in dieſer Aufſtellung nach dem von Holland
über Belgien gewonnenen Spiel der linke Verteidiger, der
Rechtsaußen und der Halblinke. Zur Vorbereitung wird dieſe
Mannſchaft am 8. und 15. April noch zwei Uebungsſpiele austra=
gen
. Von holländiſcher Seite wird ein ſchwediſcher Schieds=
richter
gewünſcht; als deutſcher Linienrichter iſt wieder Dr.
Bauwens tätig.
Dem Länderkampf wird wieder ein ſo großes Intereſſe ent=
gegengebracht
, daß ſchon heute damit zu rechnen iſt, daß vor Er=
öffnung
des Kartenverkauf alle Karten vergriffen ſind.
Für die deutſchen Beſucher ſtehen nur 5000 Karten zur Verfügung,
da die übrigen 30 000 Karten bereits in Holland vorbeſtellt ſind.
Schwerathlekik.
Am letzten Sonntag kamen in Roßdorf die diesjährigen Gaumeiſter=
ſchafts
=Entſcheidungen im Federgewicht der A.= und B.=Klaſſe des Oden=
waldgaues
zum Austrag. Es ſtarteten Schanz=Darmſtadt, Rodenhäuſer=
Nieder=Ramſtadt. Rühl=Pfungſtadt, Grün=Bensheim. Fröhlich Roßdorf,
die ſich äußerſt intereſſante Kämpfe lieferten und ſich wie foglt placier=
ten
: 1. Sieger: Rühl=Pfungſtadt, 2. Sieger: Fröhlich=Roßdorf, 3. Sie=
ger
: Schanz=Darmſtadt, 4. Sieger: Grün=Bensheim. Rodenhäuſer= Nie=
der
=Ramſtadt wurde wegen verbotenen Griffes disqualifiziert, wobei ſich
Grün=B. eine leichte Verletzung zuzog, die ihn zur Aufgabe zwang.
Leichkakhlekik.
Rot=Weiß Darmſtadt.
Die auf Sonntag, den 19. April, feſtgeſetzte Schnitzeliagd der Leicht=
atbleten
muß infolge der regneriſchen Tage ausfallen.

Neur Weltrekorde über 300 und 400 Meter Crawl.
Der franzöſiſche Meiſterſchwimmer im Freiſtil, Jean Taris,
ſetzte ſeinen Start nach neuen Weltrekorden am Donnerstag im Pariſer
Molitorbad erfolgreich fort. Er ſchwamm 300 Meter in 3:33,4 und 400
Meter in 4:47,4 und verbeſſerte damit die ſeit 1926 bzw. 1925 beſtehen=
den
Weltbeſtleiſtungen des jetzigen Berufsſportlers Arne Borg. Die alte
Weltrekordmarke ſtand auf 3:33,5 bzw. 4:50,3.
Ein Fußballkampf Mitteldeutſchland gegen Frankfurt a. M. findet
am 3. Mai in Leipzig anläßlich der Weihe des neuen mitteldeutſchen
Verbandsheimes ſtatt.
In der ſüddeutſchen Mannſchaft für das DFB.=Pokalendſpiel gegen
Mitteldeutſchland wurde der Mittelſtürmer Huber=München, der beruf=
lich
unabkömmlich iſt, durch den Frankfurter Rutz erſetzt.
Der Holländer Pifnenburg, der mit dem Wiesbadener Schön die
Sechstagerennen in Dortmund und Berlin gewann, wurde für die
amerikaniſchen Sechstagerennen der nächſten Saiſon verpflichtet.
Im Davispokalſpiel Griechenland Oeſterreich ſchlug am erſten
Tage der Grieche Zerlendi den Wiener Artens in fünf Sätzen.
Eine Taunus=Bäderfahrt veranſtaltet der Gau 3a des ADAC. am 2.
und 26. April.

Neue Sportliteratur.

Fritz Eckardt: Friedrich Ludwig Jahn. Eine Würdigung ſeines Lebens
und Wirkens. 2. vollſtändig neubearbeitete Auflage, 348 Seiten mit
23 Illuſtrationen, in Ganzleinen 5., kartoniert 4. RM. Wilhelm
Limpert=Verlag, Dresden=A. 1.
Jede Zeit muß ihre Vorbilder nach ihren Bedürfniſſen ſuchen. In
der Not unſerer Tage müſſen wir uns aufrichten an Männern des un=
beſorgten
Zugreifens, der Tat, der Selbſtloſigkeit, der Aufopferung für
Volk und Vaterland. Mit an erſter Stelle unter ihnen ſteht Fr. L.
Jahn, den man in weiten Kreiſen den Turnvater nennt, vielfach ohne
zu ahnen, welche Fülle von Beſtrebungen ſich unter dieſer Bezeichnung
verbirgt. Jahngeiſt heißt tugendhaft und tüchtig, keuſch und kühn, wahr=
haft
und wegrhaft! Das vor ſechs Jahren erſchienene, ſeit längerem
vergriffene Buch Fr. L. Jahn, eine Würdigung ſeines Lebens und Wir=
kens
, hat den Mann in der ganzen Vollkraft ſeines Weſens und Stre=
bens
zuerſt gezeigt. Nunmehr liegt das Werk in neuer, völlig umgear=
heiteter
und ergänzter Auflage vor. Drei Mängel der erſten Ausgabe,
die ſich allmählich herausgeſtellt haben, ſind behoben. Die erſten Ka=
pitel
bringen eine geſchloſſene Ueberſicht über Jahns Leben, die auch
diejenigen einführen, die ſich mit Jahn noch nicht beſchäftigt haben. Die
Neubearbeitung iſt nicht mehr Kampfſchrift, wie es die erſte Auflage
ſein mußte, denn damals war zufolge der Schmähungen Guſtav Frey=
tags
, v. Treitſchkes, Corvins u. a. Jahns Anſehen, beſonders in den
gebildeten und gelehrten Kreiſen, ſehr gering. Das iſt heute anders
geworden. Bald nach Erſcheinen des Werkes erklärte der Rektor der
Berliner Hochſchule, Dr. Roede: Die Wiſſenſchaft hat dem tüchtigen
Manne bitter Unrecht getan! Mit dem Einzug in die Walhalla wurde
Jahn voll in ſein Ehrenrecht geſetzt. Das Buch darf ſich rühmen, dazu
nicht unweſentlich beigetragen zu haben. Es war mit dem betr. Antrag
der DT. dem baheriſchen Miniſterium eingeſandt worden. Anmerkun=
gen
und Literaturnachweiſe, die ſeither fehlten, ſind nunmehr in einem
beſonderen Anhange beigegeben. Er ſtellt gleichzeitig den erſten Verſuch
einer Bibliographie zu Jahns Leben und Wirken dar und damit die
Unterlage für die weitere Jahnforſchung. Endlich iſt das Bildermaterial
noch weiter vermehrt worden, ſo daß das Werk mit 33 Illuſtrationen
nun auch als Jahnbilderbuch an erſter Stelle ſteht.
Wenn der Geſchäftsführer der DT., Breithaupt, erklärt, das Buch
ſollte in den Händen eines jeden Turners ſein und zu den Büchern ge=
hören
, die er liebt, ſo kann man dem nur zuſtimmen.

Die deutſchen Leichtathletik=Meiſterſchaften für Männer, die gemein=
ſam
von der DSB. und DT. ausgetragen werden, wurden für den 1.
und 2. Auguſt ins Deutſche Stadion zu Berlin angeſetzt.
Auch Gerharb Boetzelen, der deutſche Skullermeiſter, wird ſich an
der anfangs Juli ſtattfindenden engliſchen Henley=Regatta beteiligen.
Der engliſche Schwimmverband hat jetzt beſchloſſen, nicht an den
diesjährigen Europameiſterſchaften in Paris teilzunehmen.

Geſchäfliches.
Die Bauſparkaſſenbewegung, die in England und Amerika ſchon ca.
75100 Jahre beſteht und viel Gutes geleiſtet hat, hat in den letzten
Jahren auch in Deutſchland einen ungeahnten Aufſchwung genommen.
Es liegt im Intereſſe eines jeden, der ſich ein Eigenheim ſchaffen oder
Hypotheken ablöſen will, ſich ein Angebot einer Bauſparkaſſe unter=
breiten
zu laſſen. Wir verweiſen auf die heutige Anzeige der Deut=
ſchen
Bauſpargenoſſenſchaft e. G. m. b. H., Bochum, die
es ſich zur Aufgabe gemacht hat, ihren Mitgliedern zinsloſes Bau= und
Entſchuldungskapital zur Verfügung zu ſtellen.

5000 Mark können in der Darmſtädter Pferdelotterie
gewonnen werden. Die Ziehung findet am Mittwoch in Darmſtadt ſtatt.
Alle Gewinne werden in Bargeld ausbezahlt. Die beliebten Loſe zu je
1 Mark ſind in allen Lotteriegeſchäften zu haben.

Rundfunk=Programme.

Frankfurt a. M.
Samstag, 18. April.
10.20: Schulfunk: Leben im Zirkus.
15.20: Stunde der Jugend.
16.30: Konzert. 1. Werke von C. M. v. Weber, Franz Liſzt. Ausf.:
Alice Roſenbaum (Klavier). 7 2. Blasmyſif der Stabskapelle
der Heilsarmee.
18.10: Dr. Köbner: Wohnungsmarkt, Zwangswirtſchaft und Haus=
zinsſteuer
.
18.45: Eine Handvoll gereimter und ungereimter Dreiminutenge=
ſchichten
von Eberhard Beckmann.
19.10: Spaniſch.
19.45: Bunter Abend. Das Rundfunkorcheſter.
22.00: Das unbekannte Kino. Hörſpiel von Leo Weiß, Paul La=
ven
und Ernſt Nebhut.
23.00: Tanzmuſik.

Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend, 18. April.
12.00: Schulfunk: Der Stimmenmacher. Hörſpiel v. Würzburger.
15.00: Kinderbaſtelſtunde: Urſula Scherz: Raubtiere.
15.45: Paula Steiner: Frau und Gegenwartsnot.
16.00: Direktorin Renger: Die verheiratete Lehrerin.
16.30: Nachmittagskonzert aus Hamburg.
17.30: Prof. Dr. Dietrich: Bedeutung der Kurorte für die Volks=
geſundheit
.
18.00: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene.
18.30: Dr. Hahn: Zauberei Magie und Heilkunde.
19.00: Dr. Ziegenfuß: Kultur und Erziehung in der Gegenwart,
19.30: H. Teſſmer: Anton Wildgans zum 50. Geburtstag.
20.00: Hamburg: Kavallerie=Konzert des Trompeterkorps des Hu=
ſaren
=Regiments Nr. 16.
21.00: Luſtiger Abend aus Köln.
22.15: Berlin: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Gerhard Hoffmann.

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Fachmännische Ludwigsplatz Nr. 3
Tel. 2140. (210a
PHOTOBedienuns

Wellerbericht.
Die Störung über Jsland hat einen ſüdöſtlichen Weg eingeſchlagen
und wird dadurch über Deutſchland wetterwirkſam. Der Kern lag in
den heutigen Morgenſtunden über der Nordſee, und durch die Südſeite
des Tiefs breitet ſich ein ausgedehntes Niederſchlagsfeld, welches bereits
unſeren Bezirk erreicht hat, über Frankreich nach England hin aus. So=
mit
treten weitere Regenfälle auf, und durch die ozeaniſche Luft ſteigen
die Temperaturen vorerſt etwas an, die aber mit dem ſpäteren Drehen
der Winde auf Weſten und Nordweſten zu wieder zurückgehen. Die küh=
lere
Luft wird dann gleichzeitig unbeſtändiges Wetter hervorrufen und
mehr ſchauerartige Niederſchläge verurſachen.
Ausſichten für Samstag, den 18. April: Weitere Niederſchläge und be=
deckt
, leichte Temperaturzunahme, dann wechſelnd wolkig mit
Schauern und kühler, um Weſt drehende Winde.
Ausſichten für Sonntag, den 19. April: Wechſelnd wolkig mit Aufbeite=
rung
. einzelne Schauer, Abkühlung.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortiſch für Polltik und Wirtſchaft: Radolf Mauve: für Fenilleton, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willv Kuhle:
Druck und Verſag: L. C. Wittſch ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten

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[ ][  ][ ]

Der deutſche Außenhandel im März 1931.
218 Millionen RM. deuiſcher Außenhandelsüberſchuß.

Die tatſächliche Einfuhr im März beträgt 604 Mill. RM. (zu
der ausgewieſenen Zahl in Höhe von 584 Mill. RM. ſind 20 Mill. RM.
als Ausgleich für noch nicht erfaßten Lagerverkehr zuzuſetzen). Gegen=
über
dem Vormonat in dem tatſächlich für 605 Mill. RM. Waren ein=
geführt
wurden, hat ſich die Einfuhr demnach kaum verändert, jedoch um=
faßt
der März zwei Werktage mehr als der Februar. Als Werktags=
durchſchnitt
ergibt ſich für März ein Einfuhrbetrag von B3,2 Mill. RM.
gegen 25,2 Mill. RM. im Februar. Werktäglich bleibt demnach die Ein=
fuhr
im März hinter ihrem Februarſtand zurück.
Die Ausfuhr beträgt im März 822 Mill. RM. (Vormonat 733
Mill. RM.); dazu kommen Reparations=Sachlieferungen im Wert von
45 (Vormonat ebenfalls 45) Mill. RM. Die Ausfuhr hat demnach vom
Februar auf März erheblich zugenommen. Dabei iſt die Steigerung
größer, als ſowohl durch die höhere Zahl von Werktagen im März als
auch ſaiſonmäßig zu erwarten war. Im Werktagsdurchſchnitt betrug
die Ausfuhr ohne Reparations=Sachlieferungen im Februar 30,5 Mill.
RM., im März 31,6 Mill. RM.
Die Handelsbilanz für März ergibt einen tatſächlichen Aus=
fuhrüberſchuß
von rund 218 Mill. RM. gegen 1B8 Mill. RM. im Fe=
bruar
; einſchließlich der Reparations=Sachlieferungen überſteigt der Wert
der ins Ausland abgeſetzten Waren die Einfuhr um rund 263 Mill. RM.
In der Einfuhr von Lebensmitteln und Getränken ergibt ſich
nach den ausgewieſenen Zahlen eine geringe Abnahme gegenüber dem
Vormonat. Tatſächlich, d. h. nach Ausgleich der Lagerabrechnungen, hat
die Einfuhr von Lebensmitteln und Getränken jedoch etwas zugenommen.
und zwar iſt eine Steigerung insbeſondere bei Südfrüchten (+ 7,8 Mill.

MM.), Küchengewächſen ( 3 Mill. RM.) und Obſt (++ 2,6 Mill. RM.)
feſtzuſtellen. In der Einfuhr von Rohſtoffen und halbfertigen Waren
ergibt ſich nach der Statiſtik eine Abnahme um 34 Mill. RM. Tatſächlich
iſt der Rückgang der Rohſtoffeinfuhr jedoch etwas geringer, wenn man
die Zollabrechnungen ausgleicht. Im einzelnen iſt die Sinfuhr hier vor
allem zurückgegangen bei Wolle ( 20 Mill. RM.), Tierfett und Tran
( 5,8 Mill. RM.). Die Einfuhr von Fertigwaren zeigt gegenüber dem
Vormonat keine weſentlichen Veränderungen
An der Steigerung der Ausfuhr (Reparations=Sachlieferungen
eingerechnet) ſind ſämtliche Warengruppen beteiligt. Am bedeutendſten
iſt die Zunahme bei Fertigwaren (+ 71 Mill. MM.) und bei Rohſtoffen
und halbfertigen Waren (+ 12 Mill. RM.) Die Zunahme der Fertig=
warenausfuhr
verteilt ſich auf die Mehrzahl der Fertigwarengruppen.
Beſonders ins Gewicht fällt die Steigerung der Ausuhr von Textil=
fertigwaren
(+ 19 Mill. RM.), von Walzwerkserzeugniſſen und ſonſtigen
Eiſenwaren (+ 12 Mill. RM.), von chemiſchen und pharmazeutiſchen
Erzeugniſſen (+ 7 Mill. RM.) und von Maſchinen (+ 7 Mill. RM.).
Auch die Erhöhung der Nohſtoffausfuhr verteilt ſich ſehr ſtark auf die
einzelnen Rohſtoffgruppen. Eine Ausnahme ergibt ſich hier im weſent=
lichen
nur bei ſchwefelſaurem Ammoniak, deſſen Ausfuhr nach einer
größeren Zunahme im Vormonat um faſt 4 Mill. RM. zurückgegan=
gen
iſt.
Von den wichtigſten Reparations=Sachlieferungen im
März entfallen auf die Gruppe Rohſtoffe: Steinkohlen mit 9 Mill.
RM.; auf die Gruppe Fertigwaren: Eiſenwaren mit 11 Mill. RM.,
nichtelektriſche Maſchinen mit 10 Mill. RM. und Waren aus Kupfer
mit 2,2 Mill. RM.

Frankfurker und Berliner Efſektenbörſe.

Frankfurt a. M., 17. April.

Die heutige Börſe eröffnete nach den Abſchwächungen der letzten
Tage in etwas beruhigter Haltung. Die Grundſtimmung war indeſſen
noch ziemlich unſicher, was auch in den recht ſchwankenden Kurſen zum
Ausdruck kam. Bereits vorbörslich konnte mau eine beſſere Beurteilung
der Lage erkennen, da der bevorſtehende Abſchluß der Kunſtſeidenkon=
vention
mit einem 2prozentigen Kontingent für Auslandsfirmen an=
regte
. Stimulierend wirkte außerdem, daß die Beteiligung der Ges=
fürel
=Gruppe am Bewag=Geſchäft geſichert iſt. Die erneut ſchwache Hal=
tung
der Auslandsbörſen blieb demgegenüber zwar faſt ohne Eindruck,
bewirkte jedoch noch eine ſtärkere Zurückhaltung der Kuliſſe am Geſchäft.
Die Umſatztätigkeit hielt ſich in recht engen Grenzen. Vereinzelt kam
noch etwas Material an die Märkte, dem andererſeits einige Rückkäufe
der Spekulation, die in den letzten Tagen ſtärkere Blancoverkäufe vor=
genommen
hatte, gegenüber ſtanden, ſo daß die Kursgeſtaltung zunächſt
nicht einheitlich, jedoch überwiegend etwas feſter war. Mehr Intereſſe
wandte ſich aus dem oben erwähnten Grunde den Kunſtſeideaktien zu,
von denen Aku 13 Prozent und Bemberg 1 Prozent gewannen, nachdem
ſchon an der Abendbörſe lprozentige Erholungen eingetreten waren.
Auch der Elektromarkt verzeichnete durchweg Kursbeſſerungen bis zu
1½ Prozent. Am Anleihemarkt blieben deutſche und ausländiſche Ren=
ten
behauptet. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig und eher etwas ſchwä=
cher
. Reichsſchuldbuchforderungen behauptet.
Im Verlaufe herrſchte wieder große Geſchäftsſtille, und infolgedeſſen
bröckelten die Kurſe eher etwas ab. Die Aktivität der Außenhandels=
bilanz
fand zwar günſtige Aufnahme, konnte jedoch keine Belebung des
Geſchäftes herbeiführen, da die Orderloſigkeit überwog. Am Geldmarkt
blieb Tagesgeld mit 5 Prozent unverändert. Am Deviſenmarkt war
Madrid recht ſchwach und ſchwankend. Man nannte Mark gegen Dollar
4.20, gegen Pfunde 20,40 g. London New York 4,8584, Paris 124,26,
Mailand 92,80, Madrid 48,25, Schweiz 25,22tſg, Holland 12,104/.
An der Abendbörſe gaben die Kurſe im Anſchluß an den
ſchwachen Berliner Schluß zunächſt weiter nach, da die ſchwache Haltung
der Kunſtſeideaktien, beſonders Bemberg (minus 4½ Prozent), verſtimm=
ten
. Die Spekulation ſchritt im Zuſammenhang mit einigen noch an
den Markt kommenden Verkaufsorders zu Blancoabgaben, ſo daß Ver=
luſte
bis zu 1 Prozent überwogen. Nur J. G. Farben und A. E. G. konn=
ten
um Bruchteile eines Prozentes höher eröffnen. Später zeigte die
Kuliſſe auf dem niedrigen Niveau vereinzelt eher einige Kaufneigung.
Im ganzen war die Stimmung jedoch recht unſicher. Anleihen ohne
Umſatz. Die Börſe ſchloß in überwiegend ſchwächerer Haltung.

Generalverſammlung der Deutſchen Bank
und Disconko=Geſellſchaft, Berlin.

Direktor Waffermann zur Wirtſchaftskriſe.

In der Generalverſammlung der Deutſchen Bank= und Disconto=
Geſellſchaft, Berlin, nahm Direktor Oskar Waſſermann das Wort zu
längeren grundſätzlichen Ausführungen über die Wirtſchaftskriſe und den
Weg zu ihrer Behebung. Als wirklichen Grund der Weltwirtſchafts=
kriſis
bezeichnete Waſſermann den Umſtand, daß man in Europa heute
den Frieden noch nicht erlangt habe. Die Wirtſchaft brauche aber den
Frieden. Der Redner ging dann auf die große Inveſtionstätigkeit in
der Nachkriegszeit ein. Die relative Billigkeit und Erhältlichkeit des
Bankkredits trage die Schuld, daß die Ueberproduktion an Rohſtoffen ſo
lange unerkannt bleiben konnte. Auch die ſtarke kurzfriſtige Verſchul=
dung
Deutſchlands an das Ausland entſpringe dem Mangel an Ver=
trauen
zur politiſchen Stabilität. Der Redner kam ſodann auf die wirt=
ſchaftliche
Lage Deutſchlands zu ſprechen und wandte ſich gegen den
doktrinären Sozialismus, der es verhindere, durch entſprechend vermin=
derten
Lohn ein größeres Arbeitsquantum zu ſchaffen. Die geringe
Bildung von Neukapital bezeichnete er als die Folge der außergewöhn=
lichen
Steuerhöhe, desgleichen den viel zu hohen Landeszinsfuß. Zerfall
der Börſe, Aktienflucht, mangelnde Kurspflege fallen nicht den Banken
zur Laſt, ſondern ſeien in den herrſchenden Wirtſchaftsverhältniſſen be=
gründet
. Schließlich behandelte Direktor Waſſermann die Frage, wie
Deutſchland aus den Schwierigkeiten herauskommen könnte. Da die
Kriſe letzten Endes aus dem unbefriedigenden Verhältnis zwiſchen Frank=
reich
und Deutſchland hervorgegangen ſei, ſo würde ſie am raſcheſten
behoben werden, wenn eine politiſche Verſtändigung mit Frankreich er=
zielt
werden könnte. Zu folcher Verſtändigung bringe Deutfchland den
guten Willen mit. Ferner ſetzte er ſich für eine ſtabile Regierung, aber
auch für eine einſichtige Mehrheit im Volke als ihre Stütze ein. Für
Deutſchland bleibe als Weg der Kapitalbildung die Konſumbeſchränkung,
die Sparſamkeit, eine Forderung, die Waſſermann beſonders ausdrück=
lich
gegenüber Auslandsware erhob, wobei er jedoch nicht einer gewalt=
ſamen
Abdroſſelung jeder Einfuhr das Wort redete. Wir ſtänden vor der
nicht leichten Aufgabe, uns die durch unſere Notlage gebotenen Beſchrän=
kungen
aufzuerlegen, ohne dabei das Ausland durch falſch gewählte

Maßnahmen in eine Abwehrſtellung zu bringen.

Berlin, 17. April.
Im Laufe des heutigen Vormittagsverkehrs glaubte man, mit einer
etwas freundlicheren Börſe rechnen zu können, ſo daß die vorbörslichen
Taxen etwas günſtiger lauteten. Man nahm den geſtrigen Abſtim=
mungserfolg
der engliſchen Regierung mit Befriedigung zur Kenntnis,
und die Meldung, daß die Kunſtſeideverhandlungen am Montag wieder
aufgenommen werden, verſtärkte die Hoffnungen auf eine Verſtändigung
in dieſer Induſtrie. Einen guten Eindruck machten ferner die Befeſtigung
des Younganleihekurſes im Auslande und die gegen Mittag bekannt wer=
denden
Aeußerungen Direktor Waſſermanns auf der heutigen General=
verſammlung
der Dedibank. Die erſten Notierungen brachten dann aber
eine Enttäuſchung, wofür zum Teil die weiteren Rückgänge in New York
mitgeſprochen haben dürften. Im Verlaufe wurde es auf die ſchon
lange erwarteten Außenhandelsziffern für März allgemein bis zu 1 Pro=
zent
freundlicher. Spezialwerte gewannen bis zu 2½ Prozent. Der
Reichsbankausweis für die 2. Aprilwoche fand ziemlich geteilte Auf=
nahme
. Später wurde die Tendenz wieder ziemlich unſicher, eine Aus=
wirkung
des herrſchenden Ordermangels. Unter kleinen Schwankungen
vermochten ſich jedoch die Beſſerungen zu behaupten. Salzdetfurth lagen
zeitweilig 3½ Prozent höher. Anleihen etwa behauptet.

Wirkſchaftliche Rundſchau.

Die deutſche Rohſtahlgewinnung im März 1931. Die deutſchen Roh=
ſtahlwerke
(ohne Saargebiet) ſtellten im März 1931 811 146 Tonnen
Rohſtahl her (Februar 1931: 764 208 Tonnen). Das durchſchnittliche
arbeitstägliche Aufbringen (26 Arbeitstage) war mit 31 198 Tonnen um
644 Tonnen oder um 2,0 Prozent niedriger als das des Monats Februar
1931 (24 Arbeitstage). Es entſpricht 54, Prozent des durchſchnittlichen
arbeitstäglichen Aufbringens des Jahres 1913 im Deutſchen Reich da=
maligen
Umfanges.
Banca Commerciale Trieſtina, Trieſt. Die aus Trieſt ſtammende
Meldung, daß ſich die Banca Commereiale Trieſtina in ſchwieriger
Lage befinde, obwohl ſie von einer Finanzgruppe unterſtützt werde, iſt
nicht zutreffend. Faſt das geſamte Aktienkapital der Bank iſt im De=
zember
1929 auf die Banca Commerciale Italiana in Mailand über=
gegangen
. Schon in der Ankündigung dieſes Ueberganges durch die
offizielle italieniſche Telegraphenagentur Stefani am 17. Dezember 1929
wurde mitgeteilt, daß die Selbſtändigkeit des Trieſter Inſtitutes für
Venetien und den Trieſter Bezirk gewahrt bleiben ſollte, die Filialen in
ſolchen Provinzen, wo auch Filialen der Banca Commerciale Italiana
beſtehen, aber nach und nach aufgelöſt würden. Die in der Meldung er=
wähnte
Auflöſung der Filialen in Mailand, Turin, Rom, Abbazia und
Fiume iſt nicht etwa jetzt, ſondern bereits am 1. Juli 1930, erfolgt unter
Ueberleitung ihres Geſchäftsverkehrs auf die Filialen der Banca Com=
merciale
Italicna.

Amerikaniſche Kabelnachrichken.

Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 17. April:
Getreide. Weizen: Mai 84. Juli 64½, Sept. 63.75, Dez. 67.25,
Mais: Mai 61.50, Juli 62½, Sept. 61½, Dez. 54½; Hafer: Mai
30½, Juli und Sept. 31½, Dez. 33; Roggen: Mai 37½, Juli 39½,
Sept. 41½, Dez. 44.25.
Schweine, leichte 7.807.95, ſchwere 6.657.25; Schweine=
zufuhren
: Chicago 20 000, im Weſten 85 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 17. April:
Schmalz: Prima Weſtern 9.40; Talg, extra, loſe 4½.
Getreide. Weizen: Rotwinter 94½; Mais, loko New York
74½; Mehl, ſpring wheat clears 3.904.35; Fracht: nech Eng=
land
1,62,3 Schilling, nach dem Kontinent 88.50 Cents.
Kakao. Tendenz: willig; Umſätze: 49; Lokonotiz 5.50; Mai
5.30, Juli 5.49, Sept. 5.63, Okt. 5.71, Dez. 5.84, Januar 1932:
5.90, März 6.03.

Ber Ausloeis der Heicsount.
Geſamkenklaſtung 479 Mill. RM. Beſſerung der
Deckung um Cd. 7 Prozenk. Deviſen=
abnahme
um 51,4 Mill. RM.

Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. April 1931 hat ſich in
der zweiten Aprilwoche die geſamte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln
und Schecks, Lombards und Effekten um 478,8 auf 1801,9 Mill. RM.
verringert. Im einzelnen haben die Beſtände an Handelswechſeln und
Schecks um 424,5 Mill. auf 1550,9 Mill. und die Lombardbeſtände um
6,8 Mill. auf 148,5 Mill. RM. abgenommen. Beſtände an Reichsſchatz=
wechſeln
, die am Ende der Vorwoche 48,5 Mill. RM. betragen hatten,
ſind nicht mehr vorhanden.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 514,9
Mill. RM. in die Kaſſen der Reichsbank zurückgefloſſen, und zwar hat
ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 505,2 Mill RM. auf 3872,6
Mill. RM., derjenige an Rentenbankſcheinen um 9,7 Mill. auf 402,3
Mill. RM. verringert. Dementſprechend haben ſich die Beſtände der
Reichsbank an Rentenbankſcheinen auf 43,6 Mill. RM. erhöht. Die
feemden Gelder zeigen mit 312,9 Mill., eine Abnahme um 19,9 Mill.
RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich um
50,2 Mill auf 2459,0 Mill. RM. vermindert. Im einzelnen haben die
Goldbeſtände um 12 Mill. auf 2344,8 Mill. RM. zugenommen und die
Beſtände an deckungsfähigen Deviſen um 51.4 Mill. auf 114,2 Mill. RM.
abgenommen.
Die Deckung der Noten durch Gold allein erhöhte ſich von 53,5 Pro=
zent
in der Vorwoche auf 60,5 Prozent. Diejenige durch Gold und
deckungsfähige Deviſen von 57,3 Prozent auf 63,5 Prozent.

Melallnokierungen.

Die Berliner Metallnotierungen vom 17. April ſtellten ſich
für je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt cif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 95 25 RM. Die Notierungen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte Lieferung
und Bezahlung ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium 98 99proz., in Blöcken. Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM.,
desgleichen in Walz= oder Drahtbarren, 99proz. 174 RM. Rein=
nickel
98= bis 99proz. 350 RM.. Antimon=Regulus 5153 RM.,
Feinſilber (1 Kilogramm fein) 39.7541.75 RM.

Kleine Wirtſchaftsnachrichten.

Die Reichsbank hat in dieſen Tagen einen neuen ruſſiſchen Gold=
transport
erhalten im Werte von rund 10 Millionen Rubeln. Es darf
angenommen werden, daß auch dieſe neunte ruſſiſche Goldſendung mit
Deviſen bezahlt werden muß.
Am 1. April waren von der deutſchen Handelsflotte 239 Schiffe mit
0,65 Mill. Brt. aufgelegt, was einem Verhältnis von ungefähr 16 Pro=
zent
entſpricht. Gegenüber 1. Februar, an dem 0,76 Mill. Brt. auflagen,
haben ſich die Auflegungen um mehr als 100 000 Brt. ermäßigt. Gegen=
über
den Auflegungen vom 1 März, die rund 0,63 Mill. Brt. betrugen,
iſt ſie allerdings etwas angeſtiegen.
Die in Frankfurt a. M. ſtattgehabte Mitgliederverſammlung des
Aluminium=Walzwerksverbandes beſchloß die Auflöſung des Verbandes
und gründete gleichzeitig einen neuen Verband mit dem gleichen Namen
in Form eines Kartells mit feſten Verkaufsquoten. Der Verkauf wird
nicht zentraliſiert, ſondern bleibt den einzelnen Werken überlaſſen.
Die Badiſche Nyco American Cv. A.=G., Kandern, erzielte für 1930
einen Reingewinn von 16 135 RM. gegenüber 22 969 MM. im Vorjahre.
Bekanntlich gehört die Lederdeckfarben herſtellende Firma zum Konzern
New York Color Chemical Co. (Aktienkapital 200 000 RM.)
Die Spareinlagen bei den rheiniſchen Sparkaſſen erfuhren im März
eine Zunahme von 8,4 Mill. RM. und betragen nunmehr 1692,1 Mill.
RM. Die Giroeinlagen verminderten ſich um 2,5 Mill. RM. von R713
auf 268,8 Mill RM., ſo daß die Geſamteinlagen am Monatsende
1960,9 Mill. RM. betrugen. Die Durchſchnittshöhe der Sparkonten be=
trägt
800,94 RM.

Berliner Kursbericht
vom 17. April 1931

Oeviſenmarlt
vom 17. April 1931

Me
Danatbank. ....
Deutſche Bank u. /
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A.E. 6.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg.
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi.
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl

Ve
146.50
113.25
107.
51.
88.25
73.25
111.25
77.50
96.
95.
47.75
121.
134.75
75. 625

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Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Unin.
Nordd. Wolle
Oberſchlei. Kolsw.
Orenſtein & Koppell

82.25
125.75
73.
S6.375
98.50
160.50
69.125
75.625
76.25
44.
61.25
79.875
52.375

Polyphonwerie.
Rütgerswerke
Salzdetfurth Ko
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind
Hirſch Aupfei
Hohenlohe=Werie
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drah
Wanderer=Werke

166.375
56.125
252.50
120.
115.50
F6.75
166.
68.
25.
47.

43.
167.875
45.
54.75

Helſingfors
Wien
Prag
Budap
Sofig
Hollant
Cslo
Kopenhagen.
Strdholm.
Löndon
Buenos=Aires
New Yorl.
Belgien
Italien
Paris

Dährung Rrit Re D GeId 100 finn.Mi.) 10.557 10.577
Schweiz 100 Franken 80.82 100 Schilling 58.995 159.1 15 Spanien 100 Peſetas 42.12 100 Tſch. Nr. 12.427 12.447 Tanzig 100 Gulden gi.51 00 Pengö 73.12 73.26 Japan 1 Men 2.071 100 Leva 3.042 3.049 Rio de Janerrolt Milre 0.302 100 Gulden 168.441 168.78 Zugoſlawien 100 Dinar 7.377 100 Kronen 112.17 112 29 Portugal. 100 Esendos 18.37 18. 100 Kronen 112.18/ 112.40 Athen. 100 Drachm. 5.44 100 Kronen 112.34 112.56 Iſtam 1 1 türk. s 12.Sta. 20.384 20. 424 Kairo. 1 äghpt. 4 120.s1 1 Pap. Pe o 1.2911 1.395 Kanad leanad, Soll. 4. 192 .: Dollar 4.186 4.204 Uruguah 1 Goldpeſo 2.525 100 Belge 158.315 58.435 Jsland. 100 isl. Kr. 92.62 100 Lire 21.97 22.01 Tallinn (Eſtl. 100 eſtl. Kr. 118 11 100 Franc? 16 401 16.4411
Riga 100 Lats C0.74

42
0is
(.Fc4
81 .592

5.as

1i.

r0s

Maatsant, Kommanoitgefrafchaft
Frankfurter Kursbericht vom 17. April 1931.

7 Dtſch. Reichsan!
6%,

5½%Intern.,
69 Baden ......."
8% Bahern ......"
69
.....
8% Heſſen v. 28
8%
v. 29
6%0 Preuß. Staat.
82 Sachſen ......
6% ...
72 Thüringen. .

D
91.5
76.75
80.25
100.25
812,
925).
94.75
96.25
100
80
87.25

Otſche. Anl. Auslo=
ſunsſch
. 41t Ab=
löſungsanl
.
Dtſche. Anl. Ablö=
ungsſch
. (Neub.)

Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
..

8% Aachen o. 29
82 Baden=Baden
6% Berlin ......."
8% Darmſtadt v. 26
.29
79 Dresden.. ..
8% Frankfurt a.M
v. 26
S8
g. 26
8% Mainz ......."!
8%Mannheim b. 26
699
v. 27
886 München
895 Nürmberg.
82 Wiesbaden.

Ma!
Bk. Girozentr. für
Heſſen.Goldobl.
8% Kaſſeler Land=
kredit
Goldpfbr.
7% Kaſſeler Land. Goldpfbr.
82 Naſſ. Lamdesbr.
3
4½% Liau. Bbl

97.25
100

95
86
106.25
95
86.75

58.4
6.35

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
AuslSer. I
.. Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl.(Neubeſitz).

22I.

8% Berl. Hyp.Bk.

92
92.5

8½ Heſſ. Landesbl.
8% Goldoblig.)
4½% Heſſ. 2ds.=
Hhp.=Bk.=Liquid.
4½%0 Kom.-Obl.
8% Preuß. Ld8..=Anſt. G. Pf
22 Sobobnigl

91.5
91
86
99
s9
79.75

94.5
78
6.75

92),

100.5
95.5
89

91
85.8

4½%Liqu.=Pfbr
8% Frkf. Hyp.=Bk. 1101.75
4½2% Lig. Pfbr.
Pfbr.=Bk.
14½% Liau.
1835 Mein.Hhp.=Bl./,
720
4½% Lig. Pfbr.
18% Pfälz. Hyp.=Bi.
4½% Lig. Pfbr.
8%0 Preuß. Boden=
ereb
.=Ban!
4½% Lig. Pfbr.
8% Preuß.Centrl.
Bodener.=Banl
4½% Lig. Pfbr
18% Rhein. Syp. Bk.
4½% Lig. Blbr.,
80 Rhein.=Weſtf.=
.=Credit ....."
8% Südd. Bod.
Cred.=Banl ....
14½x Lig. Pfbr.

57.5
75

11

100.25
F
91.5
97.5
917),
101,

Wee

%0 Daimler=Benz
18% Dt. Linol. Berke
825 Klöckner=Werie
2 Mainkrw. v. 26
7% Mitteld. Stahl.
18% Salzmannu.Co
790 Ver. Stahlwerke
82 Voigt EHäffner

F. G. Farben Bonds

102

93.75
102.5
27
22el=

5% Bosn. L.E.B.
L.Inveſt
5% Bulg. Tah. v. 02
4½% Oſt. Schätze
425 Oſt. Goldrentel
5% vereinh. Rumän
4½%
425
420 Türl. Admin.
4% 1. Bagdod
Zollanl.
225 Ungarn 1913
4½
1914
Goldr.!
1910

93.5

101.75
94I,

101
91.25

97.25
42.5

1o1

Aktien

Ala.Kunſtzide Unie
A. E. G.
AndregeNoris Zahn
Aſchaffba. Brauereil
Zellſtoff
Bemberg, 7. P....
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie
Buders Eiſen.
Cement Heidelbergl
Karlſtad:
J. G. Chemie, Baſell;
Chem.Werke Abert
Chade
Contin. Gummiw.
Linoleum
Daimter=Benz ....

Re

75
98
90
965
88.25
87),

86
95.5

281,
38.5

15.15
6.9

18
16.25

86eI.
112

81.5
95
94.75
68

80

182
38

OMfieh
Erdöl ..."
Gold=u. Silber=
ſcheide
=Anſtalt
Linoleumwerlel
Eiſenhandel.
Ohckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerl. /205
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnereil
Faber & Schleicher
J.0. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaume
Franrf. Gas :. Lig. =
Sof.....
Belſent. Bergwer!
Geſ.feleltr. Untern.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger. I
Hafenmühle Frift.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. ...!
Hochtief Eſſen.
Holzmann, Phil
Flie Bergb. Stamm
Eenüſſe
Zunghans
Kali Chemie
Aſchersleben.
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R.....
Klein, Schanzlin
Klöcknerwerke.
Anorr C. H...
Lahme Co.
Laurahütte
Lech. Augsbur:

104.75
76

96.7

Un

39

100
150.1
48
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114

49.5
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115
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117
162.25

Minei Mie
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr Darmſt
Maintr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt. Br. ..
Mannesm.= Röhren
Mansfeld Berg.
Metallge: Franri.
Migg, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Sberurſe
Eberbedar)
Phönix Bergbau ..
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen..
Elektr. Stamm
Metallwaren ..
Stahlwerke ..
Riebeck Montan..
Roeder Gebr.
Rütgerswerte
Sachtleben A. C...!"
Salzdetſurth Kali
Salzw. Heilbronn /.
Schöfferhof=Bind..
Schramm, Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Eleftr.
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemen & Halske.
Südd. Immobilien
. Bucker=A. G.
Svensko Tändſtics

175
40
13.75
68.5
123.5
76

61.75
uo0

Tellus Bergbau...
Thür. Lieſer.=Geſ.
Tietz Leonhard ...
Tucher=Brauerei.

unterfranken

131

Beithwerke
Ber. f. Chem. Ind.
Stahlwerke ..
Strohſtoffabr.
Ultramgrin ..

Re

61.25
80

121

8t.75

66
56.75
145
251
183
190
53

139.5
uf

180
25
123

40

uos

Vogtländ. Maſchin.)
Boigt & Haeffner.
Wahß & Frehtag.
Wegelin Rußfabri!
Weſteregeln Kali.
Zellſtoff=Verein .."
Waldhof......
Memel

33

39
104.,5

Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bant.. ..
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBankverein
Baher, Khp. 1. W.
Ber). Handelsgeſ.
Chpothelbi.
Comm. u. Privatb.=
Darmſt. u. Nal.=Bk
Dt. Banl und Dise.
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Ban).
Frankf. Ban!
Syp.=Ban .
Pfdbr.=Bl. .11
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Pfälz=Hyp.=Ban 1
Reichsbank=Ant.
Nhein. Hyp.=Bank.
Südd. Bod.=Cr.Bk.
Wiener Banlverein
Bürttk Notenbon!

gr.75
141

131.5

A.G. .Beriehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftw
780 Dt. Reichsb. Bzo
Hapag ......
Nordd. Llotzd..
Südd Eiſenb.=Gei.

Allianz. u. Stuttg,
Verſicherung ...
. Verein.Verſ.
FrankonaRück=u. M
Mannh. Verſich.

OtaviMinen
Schantung Handekl 77

215
119.75
146
1113.5
94.5
105.5
94
159
159

26.75
134.5
1170
138.25
138
9.5
129

68.5
127.5
Sal,
71.9
74

196.5
216

30

[ ][  ][ ]

Gmatannessalsstien,

40)

Ein Roman von Walter Bloem.
Copyright by Noviſſima Verlag G. m. b. H., Berlin SW 61, Belle Alliance Straße 92.

(Nachdruck berboten.)

Sie haben den Betreffenden erkannt, Herr Staats=
anwalt
? Ich habe ihn erkannt. Ahnen Sie, wer’s war? Herr
Schiewelbein! platzt Valentin Klamfoth heraus, alle Diplo=
matie
vergeſſend. Nein ganz jemand anders! triumphiert
der Staatsanwalt. Der junge japaniſche Attaché!
Valentin Klamfoths Kinnbacke klappt herunter. Mechaniſch
reibt er ſich den immer noch ſchmerzenden Arm. Jiu=Jitſu
ſtammelt ſein Gehirn ebenſo automatiſch Jiu Jitſu
Auch heute abend iſt der Kapitänstiſch ſehr zuſammenge=
ſchmolzen
. Jens Mertens präſidiert in eigener Perſon. Seine
Silberbräutigamsſeele ſtrahlt, als wäre er noch ein Zögling der
Deutſchen Seemannsſchule und nicht der Erſte im Rennen als
Anwärter auf die Führung des jüngſt vom Stapel gelaufenen
neuen deutſchen Ozeanrieſen. Seine Nachbarin zur Rechten hat
ihn den ganzen Tag über in alle Ehren und Rechte des Cavaliere
servente eingeſetzt. Auch heut abend zeichnet ſie ihn mit höch=
ſten
Gnaden aus. Aber auch der Baron braucht ſich nicht zu be=
klagen
. Vernachläſſigt wird er keinesfalls. Ellen iſt ſo über=
ſtrömend
gebefreudig, daß ihre frohe Laune den ganzen Kreis
mitreißt.
Ach, Cappy, Cappy! flüſtert ſie in einem beſonders ver=
traulichen
Augenblick, mir iſt als wartete da vorn in der
Ferne ein ganz, ganz großes Glück auf mich .. ."
Das tut’s gewiß, ſagt Jens Mertens in entſagender
Mitfreude. Sie werden Lorbeer und Gold ſcheffeln. Jeden
Tag werden ſpaltenlange Interviews über Sie alle Blätter
füllen
Nein, nein, das meine ich nicht das verſteht ſich ja von
ſelbſt ſeit dem Konzert iſt ſie ſchon ſehr zuverſichtlich ge=
worden
, ich meine was anderes was ganz Perſönliches..
Etwas, das nicht in die Zeitungen kommt . .
Eine neue Liebe ergänzt der Kapitän melancholiſch=
anteilvoll
. Man braucht kein Prophet zu ſein, um ihr auch das
vorauszuſagen.
Der Kapitänstiſch iſt in ſeine weſensfremden Beſtandteile
auseinandergefallen. Toni Frömmel iſt ausgewandert. Hat
ſich lange genug zwiſchen den feinen Leuten als Außenſeiterin
gefühlt. Iſt nun ſelber Präſidentin eines Tiſches von lauter
wahlverwandten Seelen. Zu ihrer Rechten hockt zufrieden
ſchmunzelnd Herr Schiewelbein. Neben ihm ſein Zechgenoſſe
aus der Bar. Ihr eigentlicher Kavalier iſt der ſchöne Attaché
aus dem Lande der aufgehenden Sonne.
Auch drüben iſt man vergnügt in einer etwas anderen
Tonart. Mögen ſie die wahlverwandten Seelen. Wir, wir

vom Kapitänstiſch wir brauchen heute niemandes Frohſinn zu
neiden.
Gegenüber ſchließt ſich an den Baron Emerentias Freundin
an. Die ſtrahlt vielleicht noch zufriedener. Auch ſie hat für ihre
Hände in den Eßpauſen allerhand Beſchäftigung. Detroit iſt
kein Boſton. Aber die G. M. Company iſt die G. M. Company.
Die Eltern werden mit dem Reiſeergebnis zufrieden ſein.
Zum Geflügel werden Sektkühler angeſchleift. Pommery.. .
Der Tſchennerell füllt die Spitzkelche: Ladies and Gentlemen,
Miß Edith Vaughan und James Hutchinſon geben ſich die
Ehre, Sie zu bitten, mit ihnen auf ihre Verlobung anzuſtoßen.
Es gibt ein ſolches Halloh, daß der ganze heute kaum zu
etnem Drittel beſetzte Speiſeſaal aufmerkſam wird. Emerentia
fliegt um den Tiſch herum der Freundin entgegen, die zwei um=
armen
und küſſen ſich ohne Scheu.
Dann klingen die Kelche zuſammen. Als Ellen den ihren
gegen Bernd Wilezek hebt, ſagt ſie leiſe: Auf unſer großes
Erlebnis Leiſe antwortet er: Ich danke Ihnen für alles.
Was machen wir nun? fragt Emerentia, als die Finger=
ſchalen
gebracht werden. Im Geſellſchaftsſaal iſt Kino, ſagt
der Kapitän. Hat jemand Luſt?
Allgemeiner ſtürmiſcher Proteſt. Unſinn wir feiern
weiter! Auf, in den Rauchſalon!
Morgen früh um zehn Uhr iſt Geſundheits= und Paß=
reviſion
und dann werden Sie alle die Einfahrt ſehen wollen.
Haben die Damen denn auch ſchon gepackt?
Sie Proſaiker! ſchilt Ellen. Lieber ſtehen wir morgen
zwei Stunden früher auf. Solch eine Stimmung muß man aus=
koſten
bis aufs letzte, hab’ ich recht, Cappy?
Im Rauchſalon, in der gemütlichſten Ecke, wird weiter=
gefeiert
.
Einer nur muß ſich mit letzter Anſpannung zwingen, inmitten
dieſer augenblickstrunkenen Vergnügtheit nicht aus dem Rahmen
zu fallen. Endlich verläßt ihn die Kraft. Als wieder einmal die
drei Pärchen ganz ineinander verſunken ſind, ſchleicht er ſich ſtill
hinaus. Man wird ihn ja kaum vermiſſen.
Er ſchlendert das leere, nur durch wenige Birnen noch matt
erhellte Promenadendeck entlang. Was ſoll er unter den Glück=
lichen
, den Starken, den Hoffenden? Er, der Geſcheiterte, der
Bankerotteur, das Opfer ſeiner Epoche, das lebende Trümmer=
ſtück
einer unrettbar verſunkenen Welt?
Er ſteht ganz vorn, wo ſich der Umgang des Promenadendecks
in flachem Bogen um den Geſellſchaftsſaal herumzieht. Drinnen
iſt’s dunkel, nur über die Flimmerwand zucken wechſelnde Lich=
ter
, zeichnen in jäh verflackernden Bildern das Widerſpiel eines
vorgetäuſchten Lebens. Aeh . . . iſt nicht alles Leben eine Täu=

ſchung, ein flüchtiges Lichterflirren auf weißer Wand, die ſich früh
genug völlig verdunkeln wird ein endloſer, ſinnloſer Film?
Eine warme Frauenhand legt ſich auf ſeine Schulter. Nicht
traurig ſein, Bernd Wilczek. Sie haben viel, viel erlebt, viel ver=
loren
. Eines nicht ſich ſelbſt."
Er ſteht unbeweglich. Nur ein leiſes Zittern läuft durch ſeine
ſtraffe, doch müde Geſtalt. Iſt was recht’s
Sie haben mehr: Sie ſind frei. Frei wie nie zuvor im
Leben. Wie der Vogel in der Luft. Vogelfrei. Ein Ausgeſtoße=
ner
der Alten Welt ein Einſamer in der Neuen.
Ich weiß, lieber Freund. Mit Troſtphraſen will ich Sie ver=
ſchonen
. Sie brauchen keine. Ich habe in dieſen Tagen ein wenig
in Sie hineinſchauen dürfen. Sie ſind ein armer Teufel, zugege=
ben
. Sie ſind ein reicher Menſch. Da liegen Ihre Lebensquellen.
Sie kommen durch, ich weiß es. Geben Sie mir Ihre Hand. Ich
bin Ihnen gut ſehr, ſehr gut."
Iſt’s wahr, daß die wundervollen Arme ſich um ſeinen Nacken
legen? Daß er, einen Augenblick nur, doch feſt, ganz feſt ihre Lip=
pen
auf ſeinem Mund fühlt?
Ein Schluchzen reißt ſich aus ſeinen Tiefen los. Er ſteht
regungslos, bis in den letzten Nerv durchrüttelt.
Er iſt allein.
18.
Herr Kapitän, fragt Valentin Klamfoth, was machen wir
nun?
Jens Mertens ſteht neben dem Steuermann, brummt ihm ab
und zu auf Waterkant=Deutſch einen leiſen Befehl zu. Sein Blick
ſtreift zwiſchen den waldigen, häuſerumſtarrten Höhen von Staten
Island und dem bunten Gewimmel des Strandes von Coney Is=
land
hin und wieder. Irrt auch nicht ab, als er die Gegenfrage
tut: Was ſchlagen Sie vor?
Ich nehme an, die New Yorker Hafenpolizei wird von Ber=
lin
aus um Verhaftung des von uns etwa ermittelten Verdäch=
tigen
erſucht worden ſein. Sie dürfte alſo auf der Pinaſſe der
Zoll= und Geſundheitsbehörden an Bord kommen. Dann machen
wir ſie auf alle vier bewußten Herren aufmerkſam und überlaſſen
ihr das weitere.
Wer ſind die bewußten Herren?
Natürlich in erſter Linie Schiewelbein ferner Doktor
Müller Twardowſki, obwohl ich für den meine Hand ins Feuer
lege und ſchließlich der Baron. Hm alſo wirklich, den wollen
Sie auch ? Der Oberſteward zuckt die Achſeln. Sie müſſen’s
wiſſen, Herr Kapitän.
Auf jeden Fall hat’s damit Zeit bis zum letzten Augenblick.
Bei Clifton kommt die Zollpinaſſe. Sie bringt auch Telegramme,
Poſt . . . Da gibt’s doch möglicherweiſe noch genauere Anweiſun=
gen
. Das Polizeipräſidium wird inzwiſchen allerlei ermittelt
haben. Vielleicht ſieht man dann klarer. Einverſtanden? Ein=
verſtanden
, Herr Kapitän.
Den ganzen Rieſenleib des Schiffes durchflutet Aufbruchsſtim=
mung
. In vielen Kabinen wird noch fieberhaft gepackt, aus den
meiſten ſchleppen die Stewards bereits die meſſingbeſchlagenen
Schrankkoffer, die rindledernen und wachstuchüberzogenen Hand=
taſchen
, ganze Berge von Hutſchachteln.
(Fortſetzung folgt.)

Gewerbetreibende, Handwerker,
Beamte, Landwirte
treten der
Mittelstandsversicherung
derkrankenkafle des Haufmännilchen Vereins zu Magdeburg
bei. Günſtige Verſicherungsbedingun en.
Zeitgemäße Beiträge.
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Montag, den 20. April, abends 6 Uhr
pänktlich, im Realgymnaſium
Portrag
des Archiprats D. Clemm:
Krieg im Frieden auf der
Peierzäue Pe Mauf 141
Gish
Darauf=
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Baden ab 19.03 Uhr und Darmſtadt Hbf
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Das lacht und singt, das liebt. scherzt und überschlägt sich
in dieser übermütigen Tonfilm-Operette. Man möchte die
zündenden Schlager mitsummen und bedauert nur das
eine stillsitzen zu müssen.

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Großes Haus 19.3022.30 Uhr .
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Schauspiel von Bruckner
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18. April 1931 Ufa-Tonülm-Operette
Die Drei von der Tankstelle
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