Gnzelmummer 10 Pfennige
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Franfurt a. M. 1304.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 106
Freitag, den 17. April 1931.
194. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspig.
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breit)/2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
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Gewalt, wie Krieg. Aufruhr, Streilkl uſw., erliſcht
ſede Verpſlſchtung auf Erfüllung der
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auſträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichticher Beſtreibung ſäll ſeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Märmruſe der bürgerlichen Parkeien. — Der Kanzler ruft die Preußenregierung zur Ordnung. — Dringende
Vorarbeifen zur nächſten Kabinettsſikung. — Arbeits=Rolverordnungen gegen Mikke Mai zu erwarken.
Arbeit im Urlaub.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Am nächſten Donnerstag will der Reichskanzler wieder in
Berlin eintreffen. Seinen eigentlichen Erholungsurlaub in
Badenweiler brach er ſchon vorher ab. Tatſächlich hat die Arbeit
für ihn ſchon vor einigen Tagen begonnen. Die preußiſche
Re=
gierung hat durch ihre Auslegung der Notverordnung dafür
ge=
ſorgt, daß der Kanzler in den letzten Tagen nicht
zur Ruhe kam, und man wird vielleicht annehmen dürfen,
daß der Draht mit Berlin ſehr eifrig benutzt wurde, ehe man
ſich in Preußen zum Einlenken entſchloß. Der Kanzler iſt
aber durch ein Telegramm des volksparteilichen
Führers Dingeldey nachdrücklich darauf
auf=
merkſam gemacht worden, welche Folgen für den
Beſtand ſeines Kabinetts es haben müſſe, wenn
der Sinn der Notverordnung ſo in ſein Gegenteil verkehrt würde.
Er mußte alſo, da auch Landvolk= und
Wirtſchafts=
partei ſich meldeten, raſch Ordnung ſchaffen, wenn er
ſich nicht den Boden unter den Füßen wegziehen laſſen wollte.
Die Gefahr, die von Preußen her drohte, kann jetzt im
weſent=
lichen wohl als beſeitigt angeſehen werden, da die
Preußen=
regierung den unteren Verwaltungs= und
Poli=
zeibehörden eingehende Richtlinien für
Ver=
ſammlungs= und Plakat=Eingriffe erteilt hat.
ſich richtig von den Anſtrengungen des letzten Vierteljahres zu
erholen, ſich aber auch gleichzeitig klar darüber zu werden, wie wiedergegeben worden ſei. Im übrigen müſſe in dieſem
Zuſam=
er weiterkommen will. Die nächſte Kabinettsſitzung iſt
für den 23. April in Ausſicht genommen. Sie ſoll in der
terarbeit der Regierung feſtzulegen. Ob die Arbeiten
des Brauns=Ausſchuſſes dann ſchon ſoweit vorangeſchritten ſind,
um einen Ueberblick zu haben über die Möglichkeiten, die zur
Reform der Arbeitsloſen= und
Wohlfahrtsfür=
ſorge dienen können, iſt noch ungewiß. Entgegen der
bis=
herigen Annahme rechnet man in unterrichteten Kreiſen nicht
marktes und zur Reform der Sozialverſicherungen bereits Ende
April oder Anfang Mai erlaſſen wird. Vielmehr iſt die Reform lich erklärt hat, die deutſchen Frontſoldaten ſeien „beſoffen wie
nicht vor Mitte Mai zu erwarten.
wohl bei der Erwerbsloſenverſicherung, wie bei den anderen heit zweifelte. Der Stahlhelm hat dreißig eidesſtattliche Ver=
Sozialverſicherungszweigen notwendig und dringlich ſind. Die
Arbeitsloſenverſicherung iſt ſeit dem 1. April vom
Reichshaus=
ſein, ſich mehr als bisher zu entlaſten, zumal es auf die Dauer und den Fall für erledigt erklärte. Das iſt ihr indes nicht
gelun=
unmöglich wäre, daß ſie Kredite der Reichsbank in Anſpruch
nimmt. Dagegen iſt zweifellos, daß der Reichsernährungsminiſter
Schiele die von ihm auf Grund des Ermächtigunggeſetzes
und mit aller Kraft durchzuſetzen ſuchen wird. Dazu kommt
die Notwendigkeit baldiger Reformen bei der
Knappſchaftsverſicherung, zu der die Reichskaſſe ſchon
ſeit Monaten einen Ultimozuſchuß in Höhe von 6 bis 8 Millionen, haben eine gemeinſame Entſchließung angenommen, worin ſie zu=
Mark leiſtet, vielleicht auch ſchon der Zwang, aus den ſin= nächſt die Schuldfrage offen laſſen, aber bis zur Klärung eine
Zu=
kenden Einnahmen neue Abſtriche an den
Aus=
gaben zu machen.
Monate iſt ein Programm in großen Zügen ſchon aufgeſtellt.
Es wird jetzt genauer ſkizziert werden. Fraglich bleibt
aller=
dings, ob die Regierung in ihrem perſonellen Beſtand ſtark genug
iſt, um der Schwierigkeiten Herr zu werden. Daß für den
zurück=
getretenen Juſtizminiſter Bredt noch kein Nachfolger beſtellt iſt,
läßt ſich vielleicht noch ertragen. Weſentlich bedenklicher aber iſt,
daß auch das Wirtſchaftsminiſterium nun ſchon ſeit
Jahr und Tag verwaiſt iſt, gerade in einem Zeitpunkt, wo hier
der Hauptantrieb für Reformen liegen müßte. Der Kanzler ſelbſt
iſt ſich auch klar darüber, daß dieſes Proviſorium nicht
durch=
gehalten werden kann. Er hat, ſoweit wir wiſſen, für Mai
eine Neubeſetzung in Ausſicht genommen, ſcheut ſich aber,
an der Perſonenreform heranzugehen, weil dadurch weitere
Wünfche rege werden könnten, die eine Neubeſetzung auch in
anderen Reſſorts fordern und ſehr leicht zur Aushöhlung des
Kabinetts von innen heraus führen könnten.
Vor einer Unkerredung
des amerikaniſchen Bolſchafters mit denkeichskanzler
Berlin, 16. April. (Priv.=Tel.)
Der amerikaniſche Botſchafter Sackett will in der nächſten
geäußert, vorher noch einmal mit dem Kanzler zu ſprechen. Er
hatte urſprünglich die Abſicht, den Kanzler in Badenweiler
auf=
zuſuchen, weil er mit einem früheren Abgang ſeines Schiffes nach
U. S. A. rechnete. Davon iſt man abgekommen. Da der Kanzler
am 23. April wieder in Berlin iſt, wird die Ausſprache in
Ber=
lin ſtattfinden. Natürlich fehlt es nicht an allerlei
Kombina=
tionen, da an amtlicher Stelle über den Zweck des Beſuches nichts
verlautet. Man ſpricht ſogar von einer amerikaniſchen
Vermitt=
lung. Naheliegend iſt aber doch die Annahme, daß der Bot= ihres Planes einer europäiſchen Zollvereinigung auf die
größ=
ſchafter, bevor er ſeiner Regierung perſönlich berichtet, ſich ten Schwierigkeiten geſtoßen ſeien. Der Plan ſollte
noch einmal beim Reichskanzler Informationen holen will
über die wirtſchaftliche und politiſche Lage
Deutſchlands, woraus ſich dann auch allerlei andere The= von der franzöſiſchen Induſtrie, die dem Plane
mata von ſelbſt ergeben: Abrüſtung, Weltwirtſchafts=
kriſe, Reparationen uſw.
Der Fall Hansmann.
Sämkliche bürgerlichen Kreiskagsmikglieder des
Kreiſes Schwelm fordern die Abberufung Hansmanns
Hagen, 15. April.
Sämtliche bürgerlichen Kreistagsmitglieder des Kreiſes
Schwelm, von der Staatspartei und dem Zentrum bis zu den
Deutſchnationalen ſowie den Nationalſozialiſten, haben
tele=
graphiſch das Preußiſche Staatsminiſterium um ſofortige
Ab=
berufung des Landrates Hansmann erſucht.
In der gleichen Angelegenheit gibt der Landesverband
Weſt=
mark des Stahlhelm folgende Mitteilung heraus: Da der
Preu=
ßiſche Innenminiſter die Beſchuldigungen gegen Hansmann
de=
mentiert und den Eid der 30 Soldaten beiſeitegeſchoben hat, hat
der Landesführer des Stahlhelm Weſtmark heute 76
eidesſtatt=
liche Erklärungen vorgelegt. Der Stahlhelm erwartet
aller=
dings, daß nunmehr Herr Hansmann gegen dieſe 76 Zeugen
wegen Eidesverletzung vorgeht.
Die preußiſche Regierung zum Fall Hausmann.
Der Schwelmer Landrat Hansmann iſt von der preußiſchen
Regierung zum Bericht aufgefordert worden. An zuſtändiger
preußiſcher Stelle beſteht man angeſichts der angebotenen 76 eides=
Dr. Brüning ſelbſt hat ſeinen Urlaub dazu benutzen wollen, ſtattlichen Verſicherungen auf der bereits zum Ausdruck
gebrach=
ten Auffaſſung, daß die Rede des Schwelmer Landrats verfälſcht
menhang auf die Berichte der Landjäger hingewieſen werden,
wonach in nationalſozialiſtiſchen Verſammlungen ſchon vorher da=
Hauptſache dazu dienen, daß Programm, für die Wei= von die Rede geweſen ſei, Hansmann auf irgendeine Weiſe einen
Strick zu drehen. Wie vorſichtig eidesſtattliche Verſicherungen,
auch wenn ſie in großer Zahl aufträten, bewertet werden
müß=
ten, beweiſe der Verlauf des Münchmeyer=Prozeſſes.
* Der Fall des Landrats Hansmann in Schwelm wächſt ſich
mehr damit, daß die Notverordnung zur Regelung des Arbeits= langſam zu einem Skandal aus. Es wird ihm bekanntlich
nach=
geſagt, daß er in einer ſozialdemokratiſchen Verſammlung
öffent=
die Schweine” auf die franzöſiſchen Gräben getorkelt und hätten
nur unter der Wirkung von Alkohol Heldenmut bewieſen. Das
Man verhehlt auch nicht, daß durchgreifende Reformen ſo= klang anfangs ſo ungeheuerlich, daß man zunächſt an der
Wahr=
ſicherungen zur Verfügung geſtellt. Die preußiſche Regierung hat
mit einer leichten Handbewegung darüber hinweggehen wollen,
halt getrennt und muß ſchon aus dieſem Grunde darauf bedacht indem ſie ſich auf die dienſtliche Aeußerung des Landrats berief
gen. Der Reichspräſident hat dem Generaloberſt v. Eynem
an=
heimgegeben, Material aus Schwelm zur Verfügung zu ſtellen.
ſchon vor Oſtern geforderte Verordnung erneut vorlegen Daraufhin hat der Landesverband Weſtmark des Stahlhelms
ſo=
fort 76 eidesſtattliche Verſicherungen übermittelt, und im Kreiſe
Schwelm hat ſich eine Einheitsfront von rechts bis zur
Wirtſchafts=
partei und Zentrum gebildet. Die Fraktionen des Reichstages
ſammenarbeit zwiſchen dem Kreistag und dem Landrat für
un=
möglich erklären und deshalb ſeine ſofortige Abberufung
verlan=
gen. Zentrum und Staatspartei würden eine ſolche Aktion ſicher
Es wird alſo genug zu tun geben. Für die kommenden nicht mitgemacht haben, wenn ſie nicht mindeſten ſubjektiv davon
überzeugt wären, daß der Landrat ſich tatſächlich dieſe unerhörten
Entgleiſungen hat zuſchulden kommen laſſen. Für die preußiſche
Regierung dürfte es zum eigenen Beſten kaum etwas anderes
geben, als den unglücklichen Landrat in der Verſenkung
verſchwin=
den zu laſſen — ſelbſt wenn es ſich um einen Sozialdemokraten
handelt —, wenn es auch bitter iſt, nach dem erſten Rückzug im
Kampf gegen den Stahlhelm auch dieſe neue Niederlage
einzu=
ſtecken.
Friedensverhandlungen
zwiſchen Preußen und dem Sfahlhelm.
Wie wir hören, iſt wahrſcheinlich auf Eingreifen des
Reichs=
präſidenten durch Mittelsmänner eine Fühlungnahme zwiſchen deutſchen Sozialdemokraten parteioffiziell bedauern, daß der
dem preußiſchen Staatsminiſterium und dem Stahlhelm
aufge=
nommen worden, um auch hier zu einer Verſtändigung zu kommen
und eine Aufhebung des Verbotes der Stahlhelm=Zeitung zu er= geweſen, daß der Zollunionplan in Wirklichkeit auf jenen Ideen
reichen. Die preußiſche Regierung hat dem Stahlhelm bereits eine
langt, über deren Möglichkeit zurzeit verhandelt werden ſollte.
Sollte eine Verſtändigung zuſtande kommen, dann könnte das
Verbot der Zeitung ſofort aufgehoben werden. Man würde zu=
Woche kurz in ſeine Heimat fahren. Er hat daher den Wunſch dem um einen Prozeßweg herumkommen, der juriſtiſch beſonders
kompliziert liegt, weil das Verbot auf Grund der Notverordnung
und des Republikſchutzgeſetzes erfolgt iſt.
Die franzöſiſche Induſtrie
gegen Briands „Europäiſche Zollvereinigung”.
Der diplomatiſche Korreſpondent des „Daily Telegraph”
er=
fährt, daß Briand und der Quai d’Orſay bei der Ausarbeitung
auf der nächſten Sitzung des Europaausſchuſſes im Mai vorgelegt
werden und ſei als ein Gegenzug gegen das deutſch=öſterreichiſche
ablehnend gegenüberſtehe, weil ſie hohe Zölle
als ihren beſten Schutz betrachte.
Die Tſchechoſlowakei
auf dem koken Punkk.
Eine „Kleine Wirtſchaftsentente” unmöglich — aber trotzdem
gegen die Zollunion. — Völlige Zielloſigkeit der Prager
Handels=
politik. — Die ſudetendeutſche Induſtrie für den Zollpakt mit
Deutſchland.
Von unſerem L=Korreſpondenten.
Prag, Mitte April.
In den Kreiſen der Sudetendeutſchen iſt man
ſich darüber einig, daß die Notwendigkeit eines
Beitrittes der Tſchechoſlowakei zur deutſch=
öſter=
reichiſchen Zollunion unbedingt zu bejahen iſt,
und daß die wirtſchaftlichen Erforderniſſe des
Staates gebieteriſch das Aufgeben des bisher
gegenüber dem Zollunionprojekt geübten
intran=
ſigenten tſchechiſchen Standpunktes erheiſchen.
Dieſe Stellungnahme hat den Deutſchen der
Mol=
kaurepublik von tſchechiſcher Seite ironiſche
Vor=
würfe eingetragen, weil ſie „Gefühl vor
Ver=
nunft” ſtellen . . . ohne daß freilich der Beweis
dafür erbracht werden konnte, daß die Tſchechen
um einen anderen Weg aus der allgemeinen
euro=
päiſchen Kriſe wüßten. Ueber die nunmehr
ge=
ſchaffene Lage unterrichten die nachſtehenden
Ausführungen unſeres Mitarbeiters, aus denen
hervorgeht, daß man in Prag augenblicklich
über=
haupt auf dem toten Punkt angelangt zu ſein
ſcheint.
Heute iſt ja nun wohl ein Ueberblick über die Stellungnahme
der wirtſchaftlichen Körperſchaften in der Tſchechoſlowakei zur
Frage der Zollunion ſchon ermöglicht, aber es iſt ſchwer, daraus
eine klare Antwort auf die Frage nach dem Beitritt der
Tſchecho=
ſlowakei zu dem mitteleuropäiſchen Wirtſchaftsbündnis
abzu=
leiten. Eindeutig für den Anfchluß an die Union hat ſich bisher
lediglich der deutſche Textilverband in Reichenberg ausgeſprochen.
Er verſchließt ſich nicht der Befürchtung, daß insbeſondere die
Textilinduſtrie der Tſchechoſlowakei durch die von der
reichs=
deutſchen Konkurrenz zu erwartende Verdrängung vom
öſter=
reichiſchen Markt empfindlich getroffen werden würde, ebenſo,
wie auch einzelne andere Induſtriezweige der Tſchechoflowakei
mit Verluſten zu rechnen haben würden, aber da in der von
Prag angeregten Handelsgemeinſchaft mit den Ländern der
Klei=
nen Entente eine Gewähr für eine günſtige Entwicklung der
tſchechoſlowakiſchen Wirtſchaft nicht erblickt werden kann, hat der
Reichenberger Verband die Zollunion nicht nur „Der Stimme
des Blutes” wegen mit warmer Sympathie begrüßt. Uebrigens
mehren ſich auch im Lager der tſchechiſchen Wirtſchaft die
Stim=
men, die das deutſch=öſterreichiſche Zollbündnis als den erſten
ernſthaften Verſuch einer Rettung aus dem allgemeinen
Wirt=
ſchaftschaos in Europa bezeichnen, aber die Zuſtimmung gefchieht
vorderhand in einer außerordentlich vorſichtigen Form; man
hebt hervor, daß eine Zollunion Berlin=Wien die
handelspoli=
tiſchen Beziehungen der europäiſchen Länder erſchweren müßte,
wenn ſie ſich auf dieſe beiden Vertragsſtaaten
beſchrän=
ken würde, aber man hütet ſich zugleich, dem Beitritt der
Tſchechoſlowakei direkt das Wort zu reden.
Man wünſcht wohl eine Initiative im Sinne jener Pläne,
die einen wirtſchaftlichen Zuſammenſchluß der Staaten der
Klei=
nen Entente mit Einſchluß Polens anſtreben, will aber nicht
alle Möglichkeiten zerſtören, im Falle des (ſehr wahrſcheinlichen)
Mißlingens dieſes Planes noch Anſchluß an die Zollunion zu
finden. Daher überlaſſen es die tſchechiſchen
Wirtſchaftskorpora=
tionen den Politikern, in dieſer Hinſicht eine geeignete Baſis für
die Wahrung der tſchechoflowakiſchen Intereſſen zu ſchaffen.
Die hierbei bisher zu verzeichnenden Ergebniſſe
dahin=
zielender Beratungen der politiſchen Parteien laſſen erkennen,
daß zwiſchen der Auffaſſung der Sudetendeutſchen und der
Tſchechen in der Frage des Zollbündniſſes ein gewaltiger
Ab=
grund klafft; noch immer verſucht man in Prag wirtſchaftliche
Vernunft mit üblen nationalen Phraſen zu erſchlagen, um jeden
Preis den „Erbfeind” zur ewigen Erſcheinung zu machen —
auch dann, wenn dieſe Einſtellung für die Wirtſchaft mit
emp=
findlichſten Schädigungen verbunden iſt. Daß die
National=
demokraten, die ſonſt in erbitterter Gegnerſchaft zu Dr. Beneſch,
dem eifrigſten Verkünder der Notwendigkeit einer „Kleinen
Wirtſchaftsentente” verharren, mit einem Male mit ihrem Feinde
ſich auf gemeinſchaftlicher Linie befinden, iſt ebenſo charakteriſtiſch,
wie es pikant iſt, daß auch die tſchechiſchen Sozaldemokraten ent=
* Berlin, 16. April. (Priv.=Tel.) gegen der Auffaſſung ihrer deutſchen Genoſſen in der
Zollunions=
frage ſich nunmehr hinter Beneſch geſtellt haben. Während die
Zollvertrag ſchon aus formalen Gründen auf ſo großes
Miß=
trauen geſtoßen iſt (nur dadurch ſei die Tatſache zu verſchleiern
aufgebaut iſt, die den Ausgangspunkt und das Fundament der
goldene Brücke gebaut und von ihm eine Loyalitätserklärung ver= im Rahmen des Völkerbundes abgeführten großen
wirtſchaft=
lichen Beratungen bilden) und von der Tſchechoſlowakei fordern,
daß mit der bisherigen Politik der wirtſchaftlichen und
handels=
politiſchen Planloſigkeit ernſtlich aufgeräumt werde, bezeichnen
die tſchechiſchen Nationalſozialiſten und Sozialdemokraten die
Zollunion als „das Ergebnis des Druckes der oſtpreußiſchen
Großgrundbeſitzer, die in Deutſchland Hochſchutzzölle für ihre
landwirtſchaftlichen Produkte erzwungen haben und jetzt durch
die Zollunion ihr einheimiſches Abfatzgebiet zu erſeitern
trach=
ten”. Bedauerlicherweiſe vermißt man dem gegenüber eine
deut=
liche Meinungsäußerung des deutſchen Bundes der Landwirte,
der neben den Sozialdemokraten in der Prager Regierungslaube
ſitzenden größten deutſchbürgerlichen Partei. Obwohl kein
Zwei=
fel darüber beſteht, daß die bisherige Einſtellung der tſchechiſchen
Außenpolitik zur Frage der Zollunion für den ſudetendeutſchen
Bauern ebenſowenig tragbar iſt wie für den Arbeiter, vermeidet
man von dieſer Seite befremdlicherweiſe eine eindeutige
Stel=
lungnahme und wartet Gewehr bei Fuß das — Kommando der
Zollabkommen gedacht. Die ſtärkſten Einwände kämen tſchechiſchen Agrarier ab. Dieſe Politik des Schweigens und des
Zuwartens beweiſt wieder einmal, wie gewaltig der Einfluß
der tſchechiſchen Parteien auf die deutſchen Negierungsparteiler
iſt; es iſt ſehr bedauerlich, daß die Vertreter der ſudetendeutſchen
Freſtag, den T7. April 1931
Nummer 106
Seite 3
Bauernſchaft im Prager Parlament nicht den Mut aufbringen,
dem Willen ihrer Wähler unzweideutig Ausdruck zu geben und
zu erklären, daß der ſudetendeutſche Landwirt ebenſo wie der
Gewerbetreibende, Kaufmann und Arbeiter ein eminentes
Inter=
eſſe an der kommenden Neugeſtaltung Mitteleuropas hat und
eine Politik verurteilt, die ſein Land außerhalb des lebendigen
wirtſchaftlichen Kreislaufes zu bringen geeignet erſcheint.
Jedenfalls iſt von einem poſitiven Programm vorderhand
in der Tſchechoflowakei nichts zu bemerken. Es trifft durchaus
zu, wenn ein Prager deutſches Blatt in der Beſprechung der in
Prag herrſchenden Rat= und Zielloſigkeit ſagt, daß man nicht
er=
fahre, was die Tſchechoſlowakei zu tun hätte, wenn der
Zoll=
unionplan nicht durchdringen ſollte, daß man aber auch nichts für
den gegenteiligen Fall erfahre, nämlich, ob dann die
Tſchecho=
ſlowakei Partner des Zollvereines werden oder außerhalb
blei=
ben ſolle. Einerſeits werde der Beitritt der Tſchechoſlowakei
zur deutſch=öſterreichiſchen Zollunion als ausgeſchloſſen
bezeich=
net, anderſeits aber auch die Ausgeſtaltung der Kleinen Entente
zu einer Zollunion für unannehmbar. Soweit iſt man nun nach
langen Beratungen, Konferenzen und nach intenſiver
Beſchäfti=
gung der diplomatiſchen Kuriere in Prag: daß man weiß, was
nicht zu tun ſei, daß man aber auch den zur Genfer
Rats=
tagung fahrenden Politikern Richtlinien mitzugeben nicht in der
Lage iſt. Eine Einſtellung, die das deutſch=öſterreichiſche
Zoll=
bündnis als unzulänglich und ſchädlich ablehnt, ohne an ſeine
Stelle etwas Beſſeres ſetzen zu können, iſt kein Programm, und
darum bleibt zu hoffen, es mögen die Wirtſchaftskreiſe der
Tſchechoſlowakei endlich einmal den belfernden Politikern Prags
zu verſtehen geben, daß mit chauviniſtiſchen Phraſen
wirtſchaft=
liche Nöte nicht abgewürgt werden können!
über die Enkwicklang auf dem Arbeitsmarkk.
* Berlin, 16. April. (Priv.=Tel.)
Die Braunskommiſſion hat ihre Beratungen über
die Arbeitsdienſtpflicht noch nicht beendet. Sie wird
wahr=
ſcheinlich zu dem Ergebnis kommen, daß ſie die
Arbeits=
dienſtpflicht ſelbſt ablehnt, dagegen den Verſuch
mit einem freiwilligen Arbeitsdienſt
befür=
wortet. In dieſer Richtung trifft gegenwärtig auch die
Reichs=
regierung ihre erſten Vorbereitungen. Die Reichskanzlei hat zu
Anfang Mai eine Reihe von Verbänden — unter ihnen
Stahl=
helm, Kyffhäuſerbund, Reichsbanner — zu einer gemeinſamen
Beſprechung eingeladen, in der nachgeprüft werden ſoll, ob aus
dem Heer der Arbeitsloſen evtl. Freiwillige auf zwei Jahre in
genügendem Maße zur Verfügung ſtehen, und ob für ſie
aus=
reichende Arbeit auf dem Gebiete der Aufforſtung, des
Straßen=
baues und der Siedlung vorhanden iſt. Dabei iſt an eine
Finanzierung durch das Reich gedacht. Es ſoll aber auch in
Erwägung gezogen werden, inwieweit unter Umſtänden eine
Kaſernierung durch Unterbringung in Baracken möglich oder
notwendig iſt.
Die Brauns=Kommiſſion hat noch vor dem Abſchluß ihres
zweiten Teilgutachtens neues Material über die
Ent=
wicklung auf dem Arbeitsmarkt erhalten. Die
Be=
rechnungen der Arbeitsloſenverſicherung und des Deutſchen
Städtetages ſind ungewöhnlich intereſſant. Sie ergeben zwar ein
neues Abſinken der Erwerbsloſigkeit, wenn auch ein rapides
Fal=
len noch nicht zu verzeichnen iſt. Wir ſtehen heute bei etwa
4,5 Millionen Erwerbsloſen. Es hat ſich aber auch ergeben, daß
die Zahl der Wohlfahrtserwerbsloſen noch weiter im Steigen
begriffen iſt, weil die Arbeitgeber nach Möglichkeit Arbeitskräfte
abrufen, die noch nicht allzulange erwerbslos ſind. Infolgedeſſen
wird die Umſchichtung bei der Kriſenfürſorge und
Wohlfahrts=
fürſorge durch die rückläufige Erwerbsloſigkeit nicht
beeinträch=
tigt. Ende Februar zählte der Städtetag in allen Gemeinden
über 25 000 Einwohner 688 000 Wohlfahrtsempfänger und am
31. März 709 000. Die Zunahme betrug ziffernmäßig 20 000, war
aber tatſächlich weſentlich höher, weil etwa 30 000
Kriſenfürſorge=
unterſtützte, die im letzten Monat in der Wohlfahrtsfürſorge
ab=
gewandert ſind, ſtatiſtiſch noch nicht feſtgeſtellt werden konnten.
Günſtiger liegen die Verhältniſſe bei der Arbeitsloſenverſicherung.
Gegenüber dem 15. März iſt am 31. März eine Abnahme von
210 000 Unterſtützungsberechtigten zu verzeichnen. Weſentlich
langſamer geht die Schrumpfung des Heeres der
Kriſenunterſtütz=
ten. Hier iſt nur eine Abnahme von 26 000 feſtzuſtellen. Die
Brauns=Kommiſſion kann alſo dieſe neuen Ziffern noch in ihrem
zweiten Teil=Gutachten verwerten.
Wie die Wirtſchaftspartei mitteilt, iſt durch Beſchluß des
er=
weiterten Ortsgruppenvorſtandes Charlottenburg jetzt auch der
Landtagsabgeordnete Dannenberg aus der Wirtſchaftspartei
aus=
geſchloſſen worden. Dannenberg ſtand dem Abg. Coloſſer nahe.
Der General der Infanterie a. D. v. Hülſen, der von 1920
bis 1921 Oberbefehlshaber des Truppenkommandos II in Kaſſel
war, feierte am 16. April ſein 50jähriges Militärjubiläum.
Der öſterreichiſche Bundespräſident hat das Rücktrittsgeſuch
des Miniſters für ſoziale Verwaltung Dr. Joſef Beſch genehmigt.
Mit der vorläufigen Führung der Geſchäfte wurde Bundeskanzler
Dr. Enders betraut.
Der neue deutſche Geſandte Graf von Lerchenfeld iſt in
Brüſ=
ſel eingetroffen.
Bei einer Nachwahl zum engliſchen Unterhaus in Eaſt
Wool=
wich wurde der Arbeiterparteiler Georges Hicks gewählt. Er
er=
hielt 3843 Stimmen mehr als der konſervative Kandidat. Bei den
letzten allgemeinen Wahlen hatte die Mehrheit für den
Kandida=
ten der Arbeiterpartei 8541 Stimmen betragen.
Im engliſchen Unterhaus wurde der konſervative
Mißtrauens=
antrag mit 305 gegen 251 Stimmen abgelehnt. Die
Regierungs=
mehrheit betrug ſomit 54 Stimmen.
Zum neuen Bürgermeiſter von Kalkutta iſt der Kandidat der
indiſchen Kongreßartei, Chandra Roy, gewählt worden. Roy iſt
einer der fähigſten Kongreßführer in Bengaken und war erſt vor
kurzem aus dem Gefängnis entlaſſen worden.
Zu größeren Arbeitsloſendemonſtrationen, die von
Kommuni=
ſten organiſiert wurden, kam es in verſchiedenen Städten
Kana=
das. Die Demonſtrationen ſtellten einen Proteſt gegen die
Wei=
gerung des Miniſterpräſidenten Bennett dar, eine ſtaatliche
Ar=
beitsloſenunterſtützung einzuführen.
Uruguay und Mexiko haben durch ihre diplomatiſchen
Ver=
treter die ſpaniſche Republik anerkennen laſſen.
Die argentiniſche Regierung iſt zurückgetreten, nachdem zwei
ihrer Mitglieder bereits in den letzten Tagen ihre Demiſſion
überreicht hatten.
Nach Meldungen aus Nicaragug machen die von General
Sandino geführten Aufſtändiſchen im öſtlichen Teil des Landes
ſtarke Fortſchritte. Mehrere Abteilungen amerikaniſcher
Marine=
ſoldaten, die in dieſem Gebiet zerſtreut kämpfen, befinden ſich in
größter Gefahr.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
* Paris, 16. April.
Die Verhandlungen über das Navalabkommen wurden
offi=
ziell wieder aufgenommen, vorerſt aber nur der Form nach. Nur
einer der franzöſiſchen Experten ging noch London, und es
ver=
lautet, daß erſt, wenn es ſich erweiſt, daß die Baſis für eine
Eini=
gung vorhanden iſt, Maſſigli und die anderen franzöſiſchen
Exper=
ten nach London zurückkehren. Der Gegenſatz zwiſchen
Frank=
reich einerſeits und England und Italien andererſeits beſteht
hauptſächlich in zwei Punkten. Erſtens will Frankreich das
Ka=
liber der Geſchütze auf ſeinen neuen Panzerſchiffen nur in
dem Falle begrenzen, wenn Amerika, England und Japan ſich
die gleiche Beſchränkung auferlegen. Ueber dieſen Punkt wäre
eigentlich leicht eine Einigung zu erzielen, da die ganze Frage
nach Anſicht der Fachleute nicht prinzipiell wichtig iſt. Der zweite
ſtrittige Punkt iſt dagegen viel ernſter. Frankreich hat das
Recht, nach der Einigung 1 36000 Tonnen Kriegsſchiffe
zu konſtruieren. Nach franzöſiſcher Auffaſſung bezieht ſich
aber dieſe Feſtſtellung der Tonnage nur auf Schiffe, die
vor 1936 fertiggeſtellt werden. Ueber dieſe Auslegung
wird der Streit recht hitzig geführt. Denn die Frage iſt
ent=
ſcheidend dafür, inwieweit die Paritätsträume Italiens
verwirk=
licht werden können.
Daß Meinungsverſchiedenheiten entſtanden, daran ſoll vor
allem die allzugroße Haſt Henderſons, die Vermittlung zwiſchen
Frankreich und Italien erfolgreich zu beenden, ſchuld ſein.
Aller=
dings, wäre das Verhältnis zwiſchen Paris, London und Rom
gleich herzlich geblieben, ſo hätte man dieſe
Meinungsverſchieden=
heiten leicht ausmerzen können. Der Satz läßt ſich auch umkehren:
wird über das Navalabkommen volle Einigkeit erzielt, ſo wird
das auch für die ſonſtigen Beziehungen zwiſchen England,
Frank=
reich und Italien ſeine Bedeutung haben.
Die Kriſe in den Arbeiten des Ausſchuſſes zur Redaktion des
franzöſiſch=italieniſchen Flottenabkommens dauert in
unvermin=
derter Schärfe fort. Der Ausſchuß hat ſich nach einer kurzen
Sitzung am Mittwoch auf Freitag vertagt, und es beſtehen zurzeit
nur geringe Ausſichten für das baldige Zuſtandekommen einer
Einigung.
Meine Begegnungen
mit dem ſpaniſchen Ex=König.
Von Hans von Tresckow.
(Nachdruck, auch auszugsweiſe, verboten.)
Zur Abdankung des ſpaniſchen Königs dürften
die Erinnerungen Hans von Tresckows an die
lie=
benswürdige menſchliche Perſönlichkeit beſonders
intereſſieren.
Auf einer Dienſtreiſe in Spanien hatte ich Gelegenheit, den
König perſönlich kennenzulernen, dem ich von unſerem
Botſchaf=
ter in Madrid vorgeſtellt wurde. Es war noch vor dem Kriege,
und Alfons war erſt ſeit einigen Jahren verheiratet mit der
Prinzeſſin Ena von Battenberg, Tochter der Prinzeſſin
Beatrix von England, die einen Prinzen von Battenberg
ge=
heiratet hatte.
Als ich eines Morgens das Königsſchloß in Madrid
beſich=
tigte, erzählte mir der mich führende Hofbeamte, als wir eine
hohe Marmortreppe emporgeſtiegen, die mit einem dicken roten
Läufer belegt war, der König habe ſich vor ein paar Wochen den
Spaß gemacht, als er von ſeinem Morgenritt heimkehrte, die
Treppe hinaufzureiten und ſeine noch ſchlafende Gemahlin zu
Pferde in ihrem Schlafzimmer zu beſuchen. Der Spaß war
ge=
glückt, und die junge Frau, als Engländerin ſportgemäß erzogen
und ſelbſt eine paſſionierte Reiterin, hatte nicht wenig gelacht,
als das Pferd ſeinen Kopf in ihr Bett ſtreckte.
Nun entſtand aber eine große Schwierigkeit, das Pferd
wie=
der herunterzubringen. Als es oben an der Treppe ſtand, — den
Korridor entlang war es ruhig gefolgt — weigerte es ſich, die
Stufen hinabzuſteigen, da es ſich vor der Tiefe fürchtete. Nun
war ein guter Rat teuer. Der König, der ſich ſelbſt eifrig
be=
müht hatte, das allmählich unruhig gewordene Tier die Treppe
hinunterzuführen, ſchickte nach dem Marſtall und ließ einen
Stall=
meiſter holen. Dieſer in Behandlung der Pferde erfahrene Mann
berband dem Gaul die Augen und er folgte auf gutes Zureden.
Dieſer kleine Scherz des Königs war bekannt geworden;
er wurde in den Zeitungen beſprochen, und die Madrider
amü=
ſierten ſich darüber.
Die Königin war in Spanien nicht ſehr beliebt, obwohl ſie
eine reizende, blonde Frau war. Sie konnte dem
Nationalver=
gnügen der Spanier, dem Stierkampf, keinen Geſchmack
ab=
gewinnen. Ihr taten vor allem die armen Pferde, ausrangierte
alte Klepper, leid, die hierbei einen grauenvollen Tod fanden.
Einmal im Jahr mußte ſie aber aus politiſchen Rückſichten einer
„Corrida” beiwohnen. Sie ſaß dann mit von der Arena ab=
gewandtem Geſicht ſo lange, bis die Pferde hinausgeführt
wur=
den und dann der Espada allein dem durch den Kampf mit den
Lanzenreitern, Pikadores, bereits etwas ermüdeten Stier
ent=
gegentrat und ihm, wenn er auf ihn losſtürmte, die
Toledaner=
klinge bis zum Heft ins Schulterblatt ſtieß, was, wenn er ſeine
Sache gut machte, ſtets ein tobendes Beifallsgeſchrei der
Zu=
ſchauer auslöſte. Ich ſelbſt habe mir aus den Stierkämpfen nie
viel gemacht, weil ich das Hinmetzeln der wehrloſen Tiere
ver=
abſcheue; die letzte Phaſe des Stierkampfes, in der ein kühner,
gewandter Mann allein dem wütenden Tier entgegentritt, hat mir
aber ſtets gut gefallen.
Während meines Aufenthaltes in Madrid wurde ich auch
zu einem großen
Abendempfang im Schloß
eingeladen. Dieſes Hoffeſt in den prächtigen Sälen, in denen ſich
die goldſtrotzenden Uniformen der Offiziere mit den Gewändern
der Biſchöfe in Lila und der Kardinäle in Purpur miſchten, lebt
heute noch in meiner Erinnerung. Auch habe ich ſelten ſo viele
ſchöne Frauen an einem Ort verſammelt geſehen. Ein reich
aus=
geſtattetes Büfett ſorgte für die leiblichen Genüſſe und eine
Schar von Lakaien ſchenkte Champagner ein.
Der König und ſeine Gemahlin waren reizende Wirte, die
unter den Gäſten umhergingen und eifrig Konverſation machten.
Von der viel geläfterten ſteifen ſpaniſchen Etikette war nichts zu
merken. Der König ſprach mich an und unterhielt ſich mit mir
einige Minuten. Er ſprach zuerſt franzöſiſch mit mir; ich freute
mich aber, als er die Unterhaltung dann in deutſcher Sprache
fortſetzte, die er völlig beherrſchte. Er fragte mich nach meinen
Eindrücken, die ich auf meiner Reiſe durch Spanien erhalten,
und als ich aufrichtig zu loben anfing, unterbrach er mich und
meinte:
„Es iſt vieles noch nicht ſo, wie es ſein ſollte in meinem
Lande, aber wir arbeiten ernſtlich, das Volk iſt gut und wird auch
vorwärts kommen.”
Ich hatte von dem König einen ſehr guten Eindruck
gew=
nen; er iſt kein ſchöner Mann, da er eine große Naſe hat u
infolge ſeiner Verwandtſchaft mit dem öſterreichiſchen Kaif
haus die charakteriſtiſche Habsburger Unterlippe, die ſtark herv
tritt. Er machte aber einen recht männlichen Eindruck und h
nichts Weichliches an ſich. Als er das erſte Mal in Paris w
erklärten die franzöſiſchen Damen: „II nest pas beau, mais t.
sympathique.” („Er iſt nicht ſchön, aber ſehr ſympathiſch.”)
Bei meinem damaligen Aufenthalt in Madrid erhielt ich au
eine Einladung zu einem Abendeſſen bei der Infantin Eulali
zu dem auch der bayeriſche Profeſſor von Mayr, bekan
unter dem Namen Kongreßmahr, da er alle international
Kongreſſe zu beſuchen pflegte, eingeladen war.
Dieſem zu Ehren hatte unſere freundliche Wirtin für B
geſorgt und ſie nötigte ihn dazu, indem ſie ſagte: „Das iſt d.
Madrid, 16. April.
In der vergangenen Nacht kam es in Madrid, Sepilla,
Bar=
celona, Valencia und Bilbao zu Unruhen. Während einer
Schießerei wurden in Barcelona drei Leute getötet und fünf
verwundet. In Sevilla haben im Laufe der Nacht Kommuniſten
die Polizei angegriffen, wobei es zu einer mehrere Stunden
dau=
ernden Schießerei kam. Die Kommuniſten plünderten
Waffen=
läden und verübten einen Ueberfall auf eine Kaſerne, der jedoch
von der Truppe abgewieſen wurde. Im Verlauf der Schießerei
blieben ein Toter und 15 Verwundete auf dem Platz. Um
wei=
tere Störungen durch kommuniſtiſche Elemente zu verhindern, iſt
ber Sevilla der Belagerungszuſtand verhängt worden.
Dem Beiſpiel von Katalonien folgend, haben ſich die
baski=
ſchen Provinzen zur ſelbſtändigen Republik erklärt, mit einer
eigenen Verfaſſung, die ſich auf ihre hiſtoriſchen Privilegien ſtützt.
Zwiſchen der Madrider Regierung und den katalaniſchen
Füh=
rern beſtehen ſtarke Meinungsverſchiedenheiten, da die erſtere den
katalaniſchen Forderungen Widerſtand entgegenſetzt. Die
Kata=
lanier betonen die Tatſache, daß in Barcelona zuerſt die Revublik
ausgerufen worden ſei, zu einer Zeit, als man in Madrid noc
die Monarchie hatte. Die meiſten Forderungen der Katalanier
werden wohl ſchließlich erfüllt werden.
Der ſpaniſche Miniſterrat beſchäftigte ſich mit einer Reihe
von verwaltungstechniſchen Fragen und beſchloß, eine
Unter=
ſuchung über die großen nationalen Kataſtrophen unter
Al=
fons XIII. vorzunehmen. Die Unterſuchung ſoll ſich auf
fol=
gende drei Angelegenheiten erſtrecken: 1. die kataſtrophale
Nieder=
lage der Spanier bei Melilla im Jahr 1921, wo ein ganzes
ſpaniſches Armeekorps von den marokkaniſchen Aufſtändiſchen
aufgerieben und 10 000 Soldaten getötet wurden: 2. die Diktatur
und ihre Begleitumſtände; 3. die Reviſion des erſten
Militär=
prozeſſes von Jaca.
Berlin, 16. April.
Von Seiten der ſpaniſchen Botſchaft in Berlin iſt im
Aus=
wärtigen Amt eine Verbalnote übergehen worden, welche
mit=
teilt, daß die Republik in Spanien unter dem freudigen Beifall
der Bevölkerung ausgerufen wurde, und daß eine proviſoriſche
Regierung in der bereits bekannten Zuſammenſetzung gebildet
iſt. Die Note weiſt dann daraufhin, daß in Spanien Ruhe
herrſcht.
Das ſpaniſche Königspagr in Frankreich.
Der Kreuzer Prinzipe Alfonſo”, auf dem ſich König Alfons
eingeſchifft hatte, iſt am Donnerstag vormittag in Marſeille
ein=
getroffen. Die Weiterreiſe nach Paris erfolgte mittags. Die
Königin iſt am Donnerstag vormittag in Paris eingetroffen.
König Alfons von Spanien iſt am Mittag nach Paris
ab=
gereiſt, wo er am Donnerstag ſpät abends eintraf.
Revolukionäre Bewegung auch in Porkugal.
EP. Liſſabon, 16. April.
Die rebolutionäre Bewegung in Spanien droht auch auf
Portugal überzugreifen. Die portugieſiſche Regierung hat
zahl=
reiche öffentliche Verſammlungen, die von den Republikanern
einberufen worden waren, verboten. Im ganzen Lande ſind
die Eiſenbahnlinien und die ſtrategiſchen Punkte militäriſch
be=
ſetzt worden. — Da ſich unter den Studenten eine ſtarke
Er=
regung bemerkbar macht, wurden die Univerſität und die
Hoch=
ſchulen vorläufig geſchloſſen. Zur Bekämpfung der Aufſtändiſchen
auf den Azoren ſind zwei weitere Kriegsſchiffe entſandt
wor=
den. Außerdem wurde ein Dampfer gechartert, um
Truppen=
verſtärkungen nach Angola zu transportieren.
Die Pariſer „Volonté” macht davon Mitteilung, daß eine
Reihe portugieſiſcher politiſcher Flüchtlinge mit bekannten
Na=
men, die ſich in Paris aufhalten, dort ein Komitee gebildet
haben.
Ihr Nationalgetränk, Herr Profeſſor, und Sie trinken es gewiß
recht gern.”
„Oh ja”, erwiderte Herr von Mayr, mit bajuvariſcher
Ge=
mütlichkeit, zu Hauſe wohl; wenn ich aber bei hohen
Perfönlich=
keiten eingeladen bin, dann trinke ich lieber Schampus.”
Die Infantin, ſichtlich amüſiert über dieſe Offenherzigkeit,
lachte und erwiderte: „Den können Sie auch haben.”
Ich habe den König ein Jahr darauf in Berlin
wieder=
geſehen, als er dem früheren Kaiſer ſeinen Beſuch machte. Die
Straßen waren durch Militär, das Spalier bildete, hermetiſch
für das Publikum abgeſperrt, aber ich konnte überall paſſieren,
wenn ich meine Legitimation zeigte. Als ich mich der
Schloß=
brücke näherte, wo ich mich aufſtellen wollte, rief mir der Prinz
Joachim Albrecht, der mit ſeinem Bataillon vom
Alexander=
regiment dort Dienſt hatte, in ſeiner burſchikoſen Weiſe zu:
„Morjen, Tresckow, was machen Sie denn hier? Wollen Sie
den König von Spanien ſehen?”
Ich erwiderte: „Jawohl, Kgl. Hoheit, wenn Sie nichts
da=
gegen haben."
„Kommen Sie nur her und ſtellen Sie ſich hinter mich, da
können wir das Vergnügen gemeinſchaftlich genießen.”
Prinz Joachim Albrecht, Joho genannt, das „Enfant terrible‟,
des Berliner Hofes, war mit mir gut befreundet, da er wegen
zarter Beziehungen ſtändig in Verlegenheit war und meine Hilfe
gern in Anſpruch nahm, wenn er ſich aus unangenehmen
Situa=
tionen befreien wollte.
Ich ſtellte mich alſo zu ihm, und wir ſahen den König in
nächſter Nähe vorüberfahren. Er war älter und ernſter
gewor=
den, denn auch er hatte erfahren, daß es, wie es in einer Operette
heißt: „Ja in Spanien, ja in Spanien, da iſt es ſchwer, Miniſter
ſein, auch König.”
Der Beſuch in Berlin verlief programmäßig wie alle
Fürſten=
beſuche damaliger Zeit: Galadiner, Parade und ein Pirſchgang
in Wildpark, wo ein ganz zahmer Hirſch erſt künſtlich
wild=
gemacht werden mußte und auch glücklich vom König erlegt
wurde. Der Kaiſer ließ den Kopf des Hirſches ausſtopfen und
ſchenkte ihn dem König zur Erinnerung an die Berliner Tage,
in denen der König allerdings von Berlin ſelbſt wenig oder
nichts geſehen hatte. —
Zum drittenmal ſah ich den König vor fünf Jahren in
Sevilla, wo er eine Ausſtellung eröffnete. Er war noch ernſter
geworden und ſah ſorgenvoll aus. Am Abend ſaß ich in ſeiner
Nähe in der Loge des großen Zirkus, um einem Stierkampf
zu=
zuſehen. Viele Deutſche verließen den Zirkus vorzeitig, da ſie
die Qual der armen Tiere nicht mehr mitanſehen konnten.
Der König bemerkte es und ſagte zu einem Adjutanten: „Die
Deutſchen ſind wenigſtens ſo nett, ſtill hinauszugehen, ohne
ihre Entrüſtung laut werden zu laſſen.”
Nummer 106
Freitag, den 17. April 1931
Seite 3
Hampiiiiittter Mndeiger umworter.
Erhebliche Einſparungen bei der Beamtenſchaft. — Günſtiger innerer Finanzausgleich,
Aenderung nokwendig. — Die Leiſtungsfähigkeit der Skeuerzahler aufs höchſte angeſpannk.
Die Ekakanſähe nichk opkimiſtiſcher
als in anderen Ländern.
Skille Reſerven noch vorhanden.
* Der heſſiſche Finanzminiſter hat diesmal davon abgeſehen,
die Etatberatungen des Landtags mit einer größeren Rede
einzu=
leiten, ſondern er hat ſich darauf beſchränkt, in verhältnismäßig
kurzen Ausführungen auf die Kritik einzugehen, die von den
Red=
nern der verſchiedenen Parteien während der erſten beiden
Ver=
handlungstage geübt worden war. Mit Recht ſtellte Miniſter
Kirnberger feſt, daß ein ausgeglichener Staatshaushalt
unerläß=
liche Vorausſetzung für das Gedeihen der Wirtſchaft ſei. Ausgleich
des Etats durch möglichſte Herabſetzung der Ausgaben. Ein
ſym=
pathiſches Bekenntnis zum Sparwillen, um ſo erfreulicher, als ja
der derzeitige Finanzminiſter während ſeiner Amtszeit bewieſen
hat, daß es ihm mit ſeinen Worten ernſt iſt. Auch die
Notwendig=
keit einer Aenderung des inneren Finanzausgleichs wurde,
aller=
dings nur zart, angedeutet. Es iſt ja kein Geheimnis, daß die
Fi=
nanznöte des heſſiſchen Staates zum großen Teil darauf
zurück=
zuführen ſind, daß das Land bei der Neuregelung der Verhältniſſe
ſehr weitgehende Laſten übernahm, die bis dahin auf den
Gemein=
den ruhten. Daß der heſſiſche Staat ſich bei der Regelung des
Volksſchulweſens bis zum Erliegen ſeiner Kräfte überlaſtet hat,
zeigt ſchon ein Vergleich des prozentualen Anteils des Staates
und der Gemeinden am Zuſchußbedarf für Volks= und
Fortbil=
dungsſchulen. Von dem Zuſchußbedarf entfallen auf den heſſiſchen
Staat 87.1 Prozent, auf die heſſiſchen Gemeinden 12,9 Prozent,
das Verhältnis für Preußen lautet 48,6 Prozent zu 51,4 Prozent,
für Bayern 77.3 Prozent zu 227 Prozent, für Sachſen 46,3
Pro=
zent zu 53,7 Prozent, für Thüringen 61,8 zu 38,2 Prozent. Es iſt
die ſchwierige Aufgabe des derzeitigen Finanzminiſters, die
ver=
hängnisvollen Fehler, die man in der Vergangenheit auf
finanz=
politiſchem Gebiete gemacht, nach Möglichkeit wieder auszugleichen.
Der ausgeglichene Etat dieſes Jahres ſtellt einen weiteren Schritt
auf dieſem Wege dar. Trotzdem ſind die Bedenken, die von den
Rednern der Oppoſition geltend gemacht wurden, leider durchaus
berechtigt. Wie weit die Entwicklung der Dinge die Erwartungen
des Voranſchlages erfüllt, muß ſich erſt noch erweiſen. Der
Staats=
voranſchlag ohne Fehlbetrag, den der heſſiſche Finanzminiſter dieſes
Jahr vorgelegt, enthebt ihn nicht der unbedingten Notwendigkeit,
die Ausgaben des Staates noch weiterhin erheblich zu ſenken, da
nur auf dieſe Weiſe die unerträgliche Steuerlaſt allmählich
abge=
baut werden kann. Was der Finanzminiſter in dieſem
Zuſammen=
hange erklärte, wird weitgehende Zuſtimmung finden. Es war
ein Verſprechen, von dem das Heſſenland erwartet, daß es
gehal=
ten wird.
Zinanzminiſter Kirnberger
inahm am Donnerstag in der Etatberatung ſofort das Wort. Er wies
darauf hin, daß er bereits in der Herbſttagung des Landtags
ein=
gehende Ausführungen gemacht habe über die finanzielle und
wirtſchaftliche Situation und über die Gedanken, nach denen die
Regierung den Etat aufſtellen wolle, ſo daß er jetzt eingehende
=programmatiſche Ausführungen ſich erſparen könne. Der Miniſter
erklärte dann u a.:
In der Preſſe und in der Oeffentlichkeit ſind häufig Vergleiche
gezogen worden aus den Budgetabſchlüſſen der letzten 30 bis 40
Jahre, um daraus den Nachweis zu führen,
wie verſchwenderiſch heute gearbeitet
würde. Demgegenüber iſt daran zu erinnern, daß das Jahr 1899
mit 37 Millionen abgeſchloſſen hat, das Budget 1909 mit 60
Mil=
lionen 1917 mit 81 Millionen, und dieſes Jahr mit 138
Millio=
nen. Wenn man dieſe Zahlen in die richtigen Beziehungen ſetzt,
kommt man zu anderen Schlüſſen, als ſie in der Oeffentlichkeit ge=
Sogen wurden. Zunächſt iſt auffallend, daß die Budgetabſchlüſſe
1899 und 1909 ſich um faſt 40 Prozent geſteigert haben in
immer=
chin recht ruhigen Zeiten. Man kann daraus erſehen, daß der
Staat damals mehr Aufgaben an ſich gezogen hat, und daß
außer=
dem ſchon in der Vorkriegszeit der Geldwert dauernd ſinkend war.
DDementſprechend haben ſich die Abſchlußziffern immer erhöht. Die
Vergleichsziffern von 1917 und 1931, zwiſchen denen allerdings 14
Jahre liegen, ſind nicht ganz korrekt. Man muß von dem 1931er
Betrag von 138 Millionen doch jedenfalls die Summe abziehen,
Ddie dadurch entſtanden iſt, daß nach der Revolution der Staat
eine ganze Reihe von Aufgaben den Gemeinden
abgenommen hat. Ich erinnere nur an die Volksſchule und
Ddie Polizeil und beziffere den Betrag mit mindeſtens 30
Millionen, was leicht nachweisbar iſt. Dann wird die Ziffer
von 1917 und 1931 vergleichbar, und es ergibt ſich, daß ſich die
Staatsausgaben um rund 30 Prozent geſteigert haben, eine
Stei=
gerung, die durchaus im Rahmen der Entwicklung des Geldwertes
und des Lebenshaltungsindex liegt.
Es iſt in der Debatte bedauert worden, daß
die Sparmaßnahmen an den Kulturaufgaben nicht Halt
gemacht
haben. Ich kann das nicht als richtig anerkennen und glaube, daß
die gemachten Eingriffe, die notwendig waren, insbeſondere auf
dem Gebiete der Volksſchule, die kulturellen Leiſtungen in keiner
Weiſe herabſetzen werden. Es darf nicht vergeſſen
wer=
den, daß alle Ausgaben des Staates eine Grenze
finden in der Leiſtungsfähigkeit der
Steuerzah=
ler, und ich gebe zu, daß dieſe Leiſtungsfähigkeit
auf das äußerſte angeſpannt iſt. Ich glaube, daß wir
der Kultur und dem kulturellen Leben dienen, wenn wir über
ein ausgeglichenes Budget zu einer Steuerſenkung kommen, die
kulturfördernd wirkt.
Es wurde von den ſozialen Laſten der Gemeinden
geſprochen, die ein Höchſtmaß erreicht hätten. Ich erkenne das ohne
weiteres an, muß aber hinzufügen, daß der heſſiſche Staat
jeden=
falls daran nicht ſchuld iſt.
Wir haben den Gemeinden einen inneren Finanzausgleich
gegeben und ihnen Geldmittel verſchafft, wie kein anderes
Land.
Wenn die Gemeinden dennoch am Erliegen ſind, was ich zum Teil
zugebe, dann kann nur abgeholfen werden durch einen
inter=
kommunalen Finanzausgleich unter
Hilfelei=
ſtung des Reiches.
Es iſt kritiſiert worden, daß ſich
der Staat zu ſehr um die Wirtſchaft kümmere.
Ich perſönlich bin Anhänger der freien Wirtſchaft, muß aber
zu=
geſtehen daß in unſerer heutigen, ſchweren
wirt=
ſchaftlichen Lage der Staat die Wirtſchaft ſich
nicht ſelbſt überlaſſen kann und Eingriffe nötig
werden, die in normalen Zeiten nicht notwendig
ſein würden.
Der Abgeordnete Leuchtgens hat kritiſiert, daß das Budget
zwar ausgeglichen ſei, aber nicht durch heſſiſche Sparmaßnahmen,
ſondern durch die Maßnahmen des Reiches. Ich glaube, er braucht
nur einmal in die heſſiſchen Beamtenkreiſe zu hören und wird
dort einen anderen Widerhall finden. Dort wird ihm geſagt, daß
Heſſen weitere Einſparungen bei den Beamten nicht verantworten
könne und weiter gegangen ſei, wie alle anderen Länder. (Sehr
richtig!) Heſſen hat neben dem 6prozentigen
Ge=
haltsabzug noch weiter etwa 2, 4 Millionen
ein=
geſpart, mehr wie die meiſten anderen Länder.
Bei der Grundſteuererhöhung
darf nicht vergeſſen werden, daß ſie jetzt in Heſſen nicht ſtärker
an=
geſpannt iſt wie in anderen Ländern. Die ſtaatliche Grundſteuer
beträgt zum Beiſpiel in Preußen 48 Pf. bei uns nach der
beſchloſ=
ſenen Senkung 33,8 Pf. Im Gemeindedurchſchnitt der Städte
be=
trägt ſie in Preußen 70 Pf., in Heſſen nach der Senkung 39,5 Pf.
Die Sondergebäudeſteuer beträgt in Preußen nach der 5
prozenti=
gen Senkung 273,6 Pf., in Heſſen nach der Senkung 237,6 Pf. Man
ſoll aber auch nicht vergeſſen, zu erwähnen, daß in dem gleichen
Maße, wie die Grundſteuer erhöht wurde die
Gewerbe=
ſteuer geſenkt wurde. Wir haben daher in der Staatskaſſe
nicht mehr Steuereingänge wie vorher wir haben nur die
Steuer=
ſchuld verſchoben. Durch die Gewerbeſteuerſenkung wurde vor
allem auch der Wirtſchaft und dem Mittelſtand
ge=
dient.
Selbſtverſtändlich beruhen die Steuer=Sollziffern auf
Schätzun=
gen. Wir rechnen mit Wahrſcheinlichkeit auf den Eingang der
Ziffern, zumals wir inſofern eine kleine „ſtille Reſerve” haben,
als der
Einkommensſteuerſchlüſſel für Heſſen etwas geſtiegen
iſt, wodurch wir den urſprünglichen Werten näherkommen. Abg.
Leuchtgens beanſtandet, daß wir keine ſtillen Reſerven im Etat
haben. Wenn er die aber wüßte, wären es keine ſtillen Reſerven
mehr (Heiterkeit); er würde ſie dann ebenſo beanſtanden und
Steuerermäßigungen fordern. Er ſollte auch anerkennen, daß ein
allgemeiner 10prozentiger Abbau eine weſentliche Einſparung
dar=
ſtellt. Das Finanzminiſterium und die anderen Miniſterien haben
jedenfalls alle Forderungen des Sparkommiſſars durchgeführt.
Allein aus den Inhaberbewilligungen erzielen wir 1931 eine
Ein=
ſparung von 350 000 RM., was ſich in den folgenden Jahren noch
erhöhen wird.
Bezüglich des Landestheaters
betone ich, der ich mich zur föderaliſtiſchen Staatsauffaſſung
be=
kenne, daß es unſere Aufgabe iſt, das zu erhalten, was zum
Bei=
ſpiel Frankreich mit ſeinem Zentralismus nicht mehr hat,
näm=
lich, daß auch außerhalb der Hauptſtadt des Lan=
des noch Kulturzentren beſtehen bleiben. Zu dieſen
Kulturzentren gehört zweifellos das Landestheater als die
Kul=
turform, die der Allgemeinheit am allermeiſten entgegenkommt
und am allerleichteſten aufgenommen wird, wenn auch der
Staats=
zuſchuß eine Begrenzung erfahren muß.
Es iſt im übrigen meine Abſicht, den inneren
Finanz=
ausgleich zu ändern. In dieſer Seſſion wird dem Hohen
Hauſe auch noch eine Vorlage über die automatiſche
An=
ſtellung von Beamten zugehen.
Ob die Preſſemitteilungen der Ausführungen des
württem=
bergiſchen Staatspräſidenten über eine
neue Kürzung der Beamtengehälter
zutreffen, weiß ich nicht. Jedenfalls ſind ſeine Ausführungen
da=
hin zu verſtehen, daß er geſagt hat, wenn die Steuereingänge
weſentlich zurückbleiben, wenn der Wirtſchaftsaufſchwung
aus=
bleibt und die Konjunktur ſich weiter nach abwärts, entwickelt,
müſſen wir ſachliche Ausgaben ſtreichen und vielleicht auch zu
einem weiteren Gehaltsabbau kommen, nicht für Württemberg
allein, ſondern für das ganze Reich. In dieſem Sinne wird kaum
etwas einzuwenden ſein, denn wenn alle Sparmaßnahmen
er=
ſchöpft ſind, wenn das Wirtſchaftsleben dem Abgrund zuſteuert,
dann müſſen wir ſelbſtverſtändlich radikale Sparmaßnahmen
er=
greifen.
Abg. Keller hat anerkannt, daß auch in den Miniſterien
ge=
ſpart wurde, und hat die zweijährige Budgetperiode angeregt.
Das iſt auch mein Prinzip, in normalen Zeiten zur zweijährigen
Budgetperiode zurückzukehren, weil dann auch das
Finanzminiſte=
rium Sparmaßnahmen leichter durchführen kann, da die
lang=
wierigen Arbeiten für den alljährlichen Etat wegfallen. Er hat
kritiſiert, daß die Sparmaßnahmen eine Entlaſtung
des Staates, aber nicht des Staatsbürgers
ge=
bracht haben. Das iſt voll und ganz richtig. Ich
er=
innere aber daran, was ſelbſt der Induſtrielle Silverberg geſagt
hat, erſt muß das Budget des Staates ausgeglichen ſein, ſelbſt
wenn Steuererhöhungen notwendig würden, dann erſt kann eine
Entlaſtung der Bevölkerung nachkommen. Vor dem Einzelnen
kommt der Staat als das Größere.
Abg. Reiber hat anerkannt, daß
die Regierung ſich vor die Beamten geſtellt
hat, und ich danke den Beamten, die heute Eingriffe zu erleiden
haben wie nie zu früheren Zeiten, daß ſie trotz Schwierigkeiten ſo
voll und ganz ihre Pflicht getan haben und weiter tun werden.
(Beifall.) Es iſt leider Gottes das Anſehen der Beamten
geſun=
ken. Das mag zum Teil daran liegen, daß wir zuviel Beamte
haben, und ich bin mit dem Finanzausſchuß der Meinung, daß
unſer Beamtenheer, insbeſondere auf den Gebieten, wo keine
Hoheitsaufgaben zu erfüllen ſind, zurückgeſchraubt werden muß.
Es wird Ihnen noch in dieſer Seſſion eine Aufſtellung zugehen,
welche Beamtenſtellen in Angeſtelltenſtellen umgewandelt werden
ſollen. Der Staat iſt von der Entwicklung der Wirtſchaft nicht
loszulöſen. Er kann ſeine Aufgaben nur erfüllen, wenn die
Wirt=
ſchaft in Ordnung iſt, er kann kulturellen Aufgaben nur dienen,
wenn auch der Staat von den Sorgen des Zuſammenbruches
be=
wahrt bleibt, und dazu gehört auch ausgeglichenes Budget.
Der Reichsſparkommiſſar hat vor den Augen des
Abg. Reiber nicht allzuviel Gnade gefunden. Ich bin der
Mei=
nung, daß der Sparbericht ſehr weſentliche, gute und ſehr
brauch=
bare Vorſchläge enthält, daß allerdings einzelne Vorſchläge zu
beanſtanden ſind, glaube aber, daß wir dem Sparkommiſſar für
dieſe Arbeit dankbar ſein können.
Abg. Galm hat ſich von einer
Aufgabe der Eigenſtaatlichkeit Heſſens
eine Erſparnis von 40 bis 50 Millionen errechnet.
Das muß ich auf das entſchiedenſte beſtreiten. Selbſt
die überſpitzteſten Unitarier behaupten nicht mehr, daß eine
Reichsreform irgendwelche ins Gewicht fallenden finanziellen
Er=
folge hätte.
Was die Ziffern des Abg. Böhm über die
höchſten und niedrigſten Gehälter in Heſſen
angeht, ſo muß ich richtigſtellen, daß das Staatspräſidentengehalt
vor dem Abzug 3,7 Prozent geringer war, als das eines
Staats=
miniſters der Vorkriegszeit, und nach dem Abzug jetzt 14 Prozent
geringer iſt. Bei den angeſtellten Kanzliſten iſt es genau
um=
gekehrt. Er hat ſich bei den Kanzliſten geirrt, als er nur dieſe
herangezogen hat, und nicht auch die Aſſeſſoren und Sekretäre.
Die Gehälter der Kanzliſten ſind vor der Kürzung um 30 Proz.,
nach der Kürzung um 28 Proz. geſtiegen, die der Aſſeſſoren
vor=
her um 49 Proz, jetzt um 40 Proz., die der Sekretäre vorher um
84 Proz., jetzt um 83 Proz. geſtiegen. Ich ſage nicht, daß dieſe
Beträge zu hoch ſind, ich halte ſie für berechtigt, aber es iſt richtig,
daß keine andere Beamtengruppe eine ſolche Steigerung erfahren
hat.
Dann hat Abg. Böhm finanzpolitiſche Vorſchläge gemacht.
Ich will auf ſie nicht eingehen, weil ſie zu wirklichkeitsfremd ſind.
Wenn er einmal das Unglück haben ſollte, Finanzminiſter zu
werden, dann wünſche ich ihm, daß er keine
Anleihever=
handlungen führen muß, weil er dann mit ſeinen Mitteln
kläglich Schiffbruch erleiden wird. (Sehr richtig.)
Bezüglich der Eiſenbahnſchuld war in dieſem Jahre
bereits eine Verzinſung vorgeſehen, die infolge der ſchlechten
Finanzlage des Reiches geſtrichen wurde. Grundſätzlich wird die
Schuld vom Reich anerkannt, und ich hoffe, im nächſten Jahre
eine Verzinſung einſtellen zu können.
Ich behaupte nach wie vor, daß unſer Budget nicht
optimi=
ſtiſcher aufgeſtellt iſt als das anderer Länder, nicht nur „
Ge=
fühl”, ſondern auch Erfahrung ſteht dahinter.
Ein ausgeglichenes Budget iſt der Anfang einer
Wirt=
ſchaftsgeſundung des ganzen Volkes, es hat auch ſeine
Orpheum.
„Und ſie betrügt dich doch!”
fiſt ein liebenswürdig=pikantes, aber harmloſes und nicht einmal
geiſtloſes Luſtſpiel, in dem eine entzückende Frau, von der man
micht reſtlos erfährt, ob ſie ihren Mann nur zum Schein — wie
ſie ſagt — oder wirklich betrügt, reuevoll zu ihm zurückkehrt; eine
ebenſo entzückende Braut ihrem Bräutigam noch vor dem
Ver=
lobungsdiner untreu wird und ſich zu einem andern bekennt, und
eine noch reizendere Kleine, ebenfalls einem anderen zur Braut
beſtimmt, zu dem betrogenen Bräutigam in Liebe entbrennt!
Eine etwas verwickelte Angelegenheit, wie man ſieht, die
noch verwickelter wird durch die Tatſache, daß all der Braut=,
Frau= und Freundinnen=Wechſel ſich im Kreiſe von drei Freun=
Den abſpielt, die ſich dadurch gegenſeitig betrügen, am Ende aber
ſich wider Willen alle drei glücklich machen. Das iſt in drei
Akten von Möhany zu einem, wie geſagt, nicht geiſtlos
geſchrie=
benen Luſtſpiel geſtaltet, mit dem Berliner „Prominente‟
auf Gaſtſpiel=Tournee die Provinz beglücken. Wir danken ihnen
herzlich für einen mehr als intereſſanten Abend! Eine ſehr
lau=
nige, temperamentvolle, routinierte Aufführung, glänzendes
Zu=
fammenſpiel und ſicherer Bühneninſtinkt für wirkſame
Auf=
machung der Szenen.
Vor allem aber ausgezeichnete Darſtellung. Lori Leux,
Lucie Manén und Mara Léslie verſuchen ſtändig mit Er=
Folg einander zu übertreffen in Verführungskünſten, im Spiel und
=Liebesſpiel und im Präſentieren fabelhafter, mit Chic getragener
Toiletten. Lori Leux ſtrahlend in Laune und Eleganz, Lucie
Manén auch im Geſang, und die kleine, bildhübſche Mara Léslie
Surch liebenswürdige, mit Raffinement gemiſchte Naivität.
So auch die Herren des Enſembles: flott und ſchlank, ſtets
verliebt Guſtav Wilfan, liebenswürdig als eleganter
Unſchulds=
engel Curt von Möllendorf, und ruhige energiſche
Männ=
lichkeit Max Roſen! Vierter im Bunde der vielſeitige
be=
gabte Diener Ferry Sikla, Schauſpieler, Sänger, Tänzer,
Filmſtar in einer — gewichtigen — Perſon! Dazu noch Vera
Gonia, ſehr gut in einer kleineren Rolle. Die Muſik Curt
Zorligs — etwas ſchwer in den „Schlagern” — leitet Franz
Zubal mit Geſchick und Sicherheit. — Das Ganze eine
aus=
gezeichnete Unterhaltung!
* Münchener Brief.
Die Unruhe, die Münchener Kunſtkreiſe durch die Affäre „A. L.
Maher” bewegte, hat ſich erfreulicherweiſe gelegt, denn ſchließlich er=
Eannte man, daß es ſich im weſentlichen um einen perſönlichen Angriff
Des Geh. Rat Zimmermann=Nürnberg gegen Dörnhöffer=
München handelte. Dörnhöffer hatte dabei die Sympathien faſt
allge=
mein auf ſeiner Seite, zumal man wußte, daß Z. den Bemühungen D.8
ſeiner Zeit ſeine Anſtellung in Wien, ſpäter die Direktorſtelle in
Nürn=
berg in erſter Linie verdankte! — In dieſer Kampfperiode erzielte das
Münchener Ausſtellungsweſen einige Volltreffer. Vor allem rückte eine
Schau bei Heinemann den viel verſprechenden Adolf Jutz in
die vorderſte Reihe der Künſtler neuerer Richtung In ſeinen
Land=
ſchaften noch ſtark an Hofer erinnernd, erreicht Jutz in ſeinen
Por=
träts, beſonders den ſchönen Selbſtbildniſſen, Höchſtleiſtungen eines
ge=
mäßigten Expreſſionismus. Im Gegenſatz zu dieſer Richtung ſehen wir
im Münchener Kunſtverein Bilder des in Rothenburg o. T.
wirkenden Rheinländers F. Philippi (geb. 1866), eines
hervorragen=
den Vertreters der ſchon faſt vergeſſenen Genremalerei. Der Künſtler,
bekannt durch ſeine „Beſuchsſtunde” in der Berliner Nationalgalerie,
ſucht ſeine Modelle in den Altersheimen der Kleinſtädte.
Stimmungs=
volle Biedermeierinterieurs geben den Akkord zu minutiös ausgeführten
Szenen, die an die Vorbilder des großen Dänen Hammershoy
gemahnen. Leider iſt das Kolorit Philippis in ſeinen letzten Werken
etwas dunkler und trockener geworden. — Von der im Juni
ſtattfinden=
den Auktion M. v. Nemes erhofft ſich der ſehr daniederliegende
Mün=
chener Kunſtmarkt eine weſentliche Anregung.. Beſonders die Textilien,
die prachtvollen Brüſſeler Wandteppiche nach Entwürfen von Teniers,
die einzigartige Sammlung von kirchlichen Meßgewändern dürften eine
Hauptattraktion für Muſeen und Händler bilden. Dazu wertvolle
Bil=
der von Rembrandt, F. Hals und beſonders Greeos geiſtvoller „
Engel=
reigen”, der längere Zeit als Leihgabe die Ae. Pinakothek zierte —
Trotz der Abſtriche am Kunſtetat glückte es der Leitung unſerer Bayer.
Staatsgalerien, für die Neue Pinakothek eines der ſeltenen Hauptwerke
von C. D. Friedrich zu erwerben, eine große Landſchaft, die eine
Ruine in winterlich=dunſtiger Umgebung mit emaille=artig
blauſtrah=
lendem Himmel darſtellt. Ferner ſind die wiſſenſchaftlichen Beamten
der Pingkotheken damit beſchäftigt, im kommenden Sommer in
Augs=
burg eine umfaſſende Ausſtellung der Werke H. Burgkmaiers
vorzubereiten, zu der bereits erfreulicherweiſe die Galerieleitungen in
Wien, Berlin, Nürnberg u.ſ.f. ihre Mitwirkung zugeſagt haben. Auch
geht man jetzt endlich energiſch an die Löſung der Galeriefrage des lange
vernachläſſigten Aſchaffenburg heran. Die Schloßräume werden
nach den Entwürfen des Architekten Birkenholz für
Ausſtellungs=
zwecke moderniſiert und ſollen alsdann die neugeordneten Gemälde= und
Kupferſtichſammlungen in würdiger Weiſe beherbergen. Ferner iſt
Direktor F. Hoffmann vom Münchener Reſidenzmuſeum damit
be=
auftragt, die zerſtreuten wertvollen Möbel des Aſchaffenburger Schloſſes
zu ſammeln und in den renovierten Näumen zu erneuter Geltung zu
bringen. —
Die kalten und verregneten Oſterfeiertage haben wenigſtens den
Münchener Theatern volle Häuſer beſchert. Hier lockten Ibſens
neu=
einſtudierte „Nora” in den Kammerſpielen mit einer Prachtleiſtung
E. Beſſels in der Titelrolle. — Auch das Staatsſchauſpiel ſtand
da=
gegen mit Hebbels „Kriemhilds Rache”, von E. Weichert meiſterhaft
inſzeniert und von A. Straub (Kriemhikd) monumental geſtaltet,
nicht zurück. Die anderen Münchener Bühnen ſuchten mit dem „Der
Fratz” im Volkstheater und mit dem „Walzer aus Wien‟. Deutſche
Ur=
aufführung am Gärtnerplatztheater, nach Motiven von Joh. Strauß,
dem Unterhaltungsbedürfnis einer breiten Maſſe entgegenzukommen.
A. G.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Köln: Nachdem Profeſſor Wilhelm Pinder in München den Ruf
an die Berliner Univerſität abgelehnt hat, iſt vom Kultusminiſter an
den Kölner Kunſthiſtoriker Profeſſor Albert Erich Brinckmann ein
Ruf ergangen.
Leipzig: Profeſſor Dr. med. Paul Morawitz. Direktor der
Mediziniſchen Klinik an der Univerſität Leipzig, erhielt einen Ruf als
. 5. Profeſſor der inneren Medizin und Direktor der 1. Mediziniſchen
Klinik an die Univerſität Wien, als Nachfolger von Prof. Wenckebach.
Mathilde. Ein Leben im Heinrich Heine. Von Walter Vietor. Mit
12 Bildern, 12 Vignetten und 2 Fakſimiles. (Verlag von E. P. Tal,
u. Co., Wien VII. Preis geh. 2,80 RM.)
Ap. Ein Roman der Liebe Heinrich Heines zu ſeiner Freundin und
ſpäteren Frau Eugenie Mirat, von ihm Mathilde genannt, die hier
eine Rechtfertigung erfährt. Der Lebensgang dieſer Frau, die anfangs
Kuhmagd in Vinol war, ſpäter nach Paris als Ladnerin kam, wo der
35jährige Heine ſie kennen lernte, wird ausführlich geſchildert und ein
Charakterbild, zum großen Teil nach Heines eigenen Aeußerungen von
ihr entworfen. Sie war und blieb ein Naturkind, heiter, lebensluſtig
und herzensgut, aber ohne höheres Intereſſe und nicht bildungsfähig.
„Die Welt des Geiſtes war ihr eine feindliche Welt”. An Heines
Gei=
ſtesprozeſſen hat ſie nie teilgenommen, von ſeinen Kämpfen hat ſie nie
etwas gewußt. Deutſch konnte ſie nie lernen. Heine pflegte zu ſagen,
daß ſie nie eine Zeile von ihm geleſen habe. Sie feſſelte Heine, dem ſie
treu ergeben war, durch ihre perſönlichen Vorzüge und ihre treue
Hin=
gabe. Er liebte ſie, aber ſtets von Eiferſucht geplagt, leidenſchaftlich,
und pries wiederholt das Glück des Zuſammenlebens mit ihr. „Ich
habe”, ſchreibt er, „eine ſeltene Frau geliebt ohne einen Moment des
Wenigerliebens, in unwandelbarem Verſtändnis und in vollſter
Frei=
heit. Ich erſchrecke noch jetzt oft in meinen ſchlafloſen Nächten über die
Seligkeit meines Lebens”. Zeitgenoſſen rühmen ihre Schönheit. Ihre
Geſtalt war von der vollkommenſten plaſtiſchen Schönheit; ſie war wie
in Marmor gemeißelt, von hoher Statur, etwas üppigen Formen, ein
ovales, liebliches Geſicht, umrahmt von kaſtanienbraunem Haar, volle
rote Lippen, ſchöne weiße Zähne zeigend, und große, ausdrucksvolle
Augen, die in der Erregung freundlich blitzten.” Sie beſaß eine
Lei=
denſchaft für Papageien und Kanarienvögel; als ſie ſtarb, hinterließ ſie
an 60 Papageien und 3 Hunde. Im Jahre 1841 heiratete Heine ſie und
„verwandelte die wilde Ehe in eine zahme‟. Zur Hochzeit lud er alle
Freunde ein, die in wilder Ehe lebten. Während ſeiner faſt
zehnjähri=
gen Leidenszeit in der „Matratzengruft” hat ſie ihn mit
aufopferungs=
voller Hingabe gepflegt. Ihre Liebe und Treue waren die einzige
Ur=
ſache, daß er „das hundsföttiſche Leben noch in Geduld ertrug”. Als
während ſeiner Leidenszeit eine junge Verehrerin, Camilla Senden,
die Mouche genannt, ſich ihm näherte und es verſtand, ſeinen Geiſt zu
feſſeln und die letzten ſchwachen Flammen ſeiner Sinne zu locken, ließ
Mathilde ſie gewähren in der Erkenntnis, daß dem ſchwerkranken Mann
dieſe Freude nicht zu verſagen ſei. Am Todestage Heines im Jahre
1888 ſtarb Eugenie Mirat, genannt Mathilde. Heine hatte
teſtamenta=
riſch für ſie geſorgt. In einem Landhaus zu Paſſy lebte ſie ganz ihm
und ihren Tieren. Mehr als 21 Jahre hat ſie mit iym, genau 27. Jahre
ohne ihn und doch in ihm gelebt.
Seite 4
Freitag, den 17. April 1931
Nummer T06
pſychologiſchen Wirkungen, weil es das
Ver=
trauen zum Staat erhöht. Dazu trägt der Beſchluß des
Landtages bei: „Keine Ausgabe ohne Deckung”.
Dieſer Beſchluß wäre ſinnlos geweſen, wenn wir ein Defizit
ge=
habt hätten. Ich glaube, daß unſer Weg der richtige iſt. Die
Situation der Wirtſchaft und der Weltpolitik iſt ſo ſchwierig, daß
man in dem finanziell kleinen Heſſen ein wenig Geduld haben
ſollte, um ihm Zeit zu laſſen, ſich wieder langſam in die Höhe zu
arbeiten. Ich lehne alles Experimentieren ab, auch alle
rieſen=
großen Sparmaßnahmen, die mehr ſchaden als nützen können.
Sollten allerdings weſentliche wirtſchaftliche Verſchlechterungen
kommen, dann müſſen wir auch zu weiteren Kreditkürzungen
grei=
fen, da wir auch im Rechnungsabſchluß ein ausgeglichenes Budget
haben müſſen. Letztes Ziel unſerer Finanzpolitik iſt nicht allein
der Ausgleich des Budgets, das iſt der Anfang; folgen muß eine
Steuerſenkung und Mitarbeit an der Geſundung des öffentlichen
und privaten wirtſchaftlichen Lebens. (Beifall.)
Abg. Widmann (Soz.)
dankt zunächſt den Mitgliedern des Finanzausſchuſſes für ihre
wöchenlange, ausdauernde Arbeit. Das Reichsdefizit hat ſich auf
Heſſen ausgewirkt und wir mußten Einſparungen vornehmen. Die
Sozialdemokraten haben auch der Mieterhöhung für ein Jahr
zu=
geſtimmt, werden aber ein wachſames Auge auf alle Vorgänge
haben. Die Sozialdemokratie fordert im Reich eine neue
Beſol=
dungsordnung. Die in Heſſen eingeführte Beſteuerung der freien
Berufe haben die übrigen Länder übernommen.
Abg. Heinſtadt (Zentr.)
betont erneut, daß bezüglich der Pädagogiſchen Inſtitute für das
Zentrum keine religiöſen Gründe vorliegen. Die Haltung des
Zentrums in Heſſen war klug und weiſe. Die Partei beruht feſt
und ſicher auf einer geſunden Weltanſchauung, die alle Stände zu
umfaſſen vermag. Die Reſolutionen des Hausbeſitzervereins und
des Mietervereins zeigten, daß der Mittelweg in der
Miet=
erhöhung richtig war.
Abg. Glaſer (Landbd.)
bedauert, daß ſich die Regierung bei Sparmaßnahmen immer hinter
die Reichsregierung verſtecke. Leider hat ein Teil unſeres Volkes
trotz aller Not nur noch Sinn für Sport und Vergnügen. (
Wider=
ſpruch.) Durch die Maßnahmen der Reichsregierung hat die
Landwirtſchaft wieder Hoffnung gefaßt, wenn aber die der
Land=
wirtſchaft angeblich naheſtehenden Parteien im Reichstag weiter
die Flucht ergreifen, dann muß dieſe Hoffnung wieder zuſchanden
werden. Die jetzige Hilfe kommt in erſter Linie dem Oſten zugute.
Die Landwirtſchaft des Weſtens fordert, daß endlich die Pläne
des Miniſters Schiele zum Schutze der Veredelungsprodukte
durchgeführt werden. Die radikalen Parteien der Rechten
arbei=
ten in höheren Regionen und ſollten endlich in die nüchterne
Wirklichkeit zurückkehren. Unſere Fraktion ſteht unbedingt und
voll Vertrauen hinter dem Reichsernährungsminiſter Dr. Schiele.
Wie in der Preſſe und in Verſammlungen gegen den Landbund
gehetzt wird, iſt das ſchamloſeſte was mir in meinem Leben
paſ=
ſiert iſt. Berichtigungen von Unwahrheiten und Entſtellungen
werden nicht veröffentlicht. Auch die Hetze des Abg. Dr. Werner=
Natſoz. müſſen wir uns auf das entſchiedenſte verbitten, denn
das hat mit deutſcher Art nichts mehr zu tun, und wir verachten
dieſe unehrliche Kampfesweiſe. (Hört hört!)
Abg. Dr. Beſt (Volksrechtspartei)
vergleicht die Steigerung der wichtigſten Etatpoſitionen von 1899,
1909. 1917 und 1931, auf die wir in unſerem Leitartikel am
Diens=
tag bereits ausführlich eingegangen ſind.
Die Regierung hat beim Budgetausgleich, wofür ihr
Aner=
kennung gezollt werden muß, anſcheinend wieder nach dem
Prin=
zip des geringſten Widerſtandes gearbeitet. Wir fordern erneut
Abbau der fünf Miniſterien und der höheren und mittleren
Be=
amten, ebenſo eine Neuregelung der Beamtenbefugniſſe.
In einer perſönlichen Erklärung ſagt Abg. Dr. Werner (Nat.=
Soz.), daß die von dem Abg. Glaſer kritiſierte Ueberſchrift im
Heſſenhammer” ohne ſeinen Willen und ohne ſein Wiſſen
ent=
ſtanden ſei.
Das Haus vertagt ſich gegen 2 Uhr auf Freitag. 10 Uhr.
Tagesordnung: Fortſetzung der Generalausſprache.
Zur Beſchlagnahme von Zuckerrübengeldern
erklärt die Regierung auf eine Kleine Anfrage Hammann
(Komm.) u. a. . „Nach den Berichten der Finanzämter ſind
insge=
ſamt in 67 Gemeinden Beſchlagnahmungen von
Zuckerrübengeldern vorgenommen worden, und zwar wegen
rück=
ſtändiger Reichsſteuern in Höhe von 12 152,74 RM. und wegen
rückſtändiger Landesgefälle in Höhe von 30 555,55 RM. Dieſe
Summen verteilen ſich auf 219 Schuldner. Bei den
Landes=
gefällen handelt es ſich nur zum Teil um Steuern, der größere
Teil dürfte auf Domanialgefälle entfallen. Rückſicht auf
beſon=
dere Notſtände wird immer genommen. Fühlt ſich ein Schuldner
durch eine Maßnahme des Finanzamts bedrückt, ſo ſteht ihm frei,
ſich beſchwerdeführend an den Präſidenten des Landesfinanzamts
zu wenden. Die Finanzämter berichten, daß zum Teil die
Pfän=
dung der Zuckerrübengelder im Einvernehmen mit den
Schuld=
nern, ſogar auf ihren Vorſchlag erfolgte; dieſe Form der
Beitrei=
bung erſchien in manchen Fällen als die mildeſte Eine
Nieder=
ſchlagung iſt nach den Vorſchriften der Reichsabgabenordnung nur
zuläſſig, wenn feſtſteht, daß die Beitreibung keinen Erfolg haben
wird, oder wenn die Koſten der Beitreibung außer Verhältnis zu
dem Betrage des Rückſtandes ſtehen. Ein Erlaß rechtmäßig
ge=
ſchuldeter Gefälle aus Billigkeitsgründen kann nur auf Antrag im
Einzelfalle in Erwägung gezogen werden, nachdem die beſonderen
Umſtände des Einzelfalles geprüft wurden. Was insbeſondere die
Domanialgefälle anlangt, ſo iſt keine Frage, daß gelieferte
Pro=
dukte auch bezahlt werden müſſen.
Neue Verhandlungen um Wölfersheim.
* Wie wir hören, ſollen erneut Verhandlungen wegen
Ver=
kaufs des Ueberlandwerkes Oberheſſen ſtattfinden. Wenn auch
die Schwere der Entſcheidung für Oberheſſen nicht geleugnet
wer=
den kann, ſo muß doch erwartet werden, daß der
Provinzialaus=
ſchuß ein evtl. Angebot der Preußenelektra, die Stillegung der
Wölfersheimer Werke hinauszuſchieben, eingehend darauf prüft,
welche Garantien für Dauer und Umfang des
Weiterbetriebs gegeben werden. Genau ſo wenig,
wie bei der Stillegung von Bamag=Meguin in Butzbach, durch die
über 2000 Arbeiter und Angeſtellte arbeitslos wurden,
öffent=
liche Mittel erbeten und gegeben wurden, genau ſo wenig
könnte es im Geſamtintereſſe der Provinz verantwortet werden,
im Falle Preag anders zu handeln. Der Provinzialausſchuß
würde ſonſt einen Präzedenzfall ſchaffen, der für die Zukunft die
bedenklichſten Folgen haben könnte.
Engliſches Kriegsſchulden=Morakorium an Auſtralien
Die engliſche Regierung hat der Bundesregierung von
Auſtra=
lien in Anbetracht der ſchwierigen Lage der auſtraliſchen
Finan=
zen ein zweijähriges Moratorium für ihre
Kriegsſchuldbezah=
lungen an England gewährt. Wie Dominionminiſter Thomas
im Unterhaus ankündigte, hat die auſtraliſche Regierung dieſes
Angebot mit Dank angenommen und erklärt, daß es eine
erheb=
liche vorübergehende Erleichterung für Auſtralien darſtelle. — Es
handelt ſich um die Aufſchiebung von vier Halbjahreszahlungen
in Höhe von je 814 000 Pfund Sterling.
Zweierlei Maß.
Nachprüfung der preußiſchen Perſonalpolitik
im Stakiſtiſchen Landesamk.
Der Unterſuchungsausſchuß des Preußiſchen Landtages zur
Nachprüfung der Perſonalpolitik im Preußiſchen Statiſtiſchen
Lan=
desamt, nahm am Donnerstag nach längerer Pauſe ſeine
Ver=
handlungen wieder auf. Es wurden zunächſt der
Regierungs=
direktor Dr. Caſſau und Regierungsrat Simon vom Statiſtiſchen
Landesamt gegenübergeſtellt. Dr. Caſſau beſtritt die frühere
Ausſage des Regierungsrates Simon, eine leichtfertige Streichung
der Mittel des Statiſtiſchen Landesamtes vorgenommen zu haben,
die die Tätigkeit des Amtes geſchädigt hätte. Als Regierungsrat
Simon und Oberregierungsrat Dr. Warnack die Amtsführung des
Regierungsdirektors Caſſau ſcharf kritiſierten, kam es wiederholt
zu Zwiſchenfällen.
Der Berichterſtatter, Abg. Heidenreich, richtete an den
Re=
ferenten des Statiſtiſchen Landesamtes, Regierungsrat Quante,
die Frage, ob ihm Regierungsdirektor Dr. Caſſau geſagt habe, er
werde der zukünftige Präſident des Statiſtiſchen Landesamtes ſein
und ihn, den Zeugen, zum Regierungsdirektor machen. Quante
erwiderte, daß Direktor Caſſau ihm das nicht perſönlich geſagt
habe. Caſſau habe ihm lediglich die Zulage als
Oberregierungs=
rat in Ausſicht geſtellt. Der Zeuge bekundete weiter, er habe
ein=
mal gehört, wie Regierungsdirektor Caſſau zu einem, dem
Zen=
trum naheſtehenden Angeſtellten des Amtes ſagte: „Wiſſen Sie,
mit dem Landtagsausſchuß iſt das eine komiſche Sache, da hat der
Abgeordnete Metzinger die Abſicht, etwas ſchärfer aufzutreten.
Sprechen Sie doch mal mit Ihren Leuten, daß das abgeſtellt wird.
Das iſt doch wohl auch für Sie von Intereſſe.”
Der Zeuge Oberregierungsrat Dr. Keller bekundete, Dr.
Caſſau habe einmal geſagt, er ſei von allen Oberbeamten der
einzig tüchtige. Dr. Caſſau habe ſich über die Sachreferenten
hinweggeſetzt, ohne deren Wiſſen dieſen untergebene Angeſtellte
ausgefragt und ſich dabei vor allem an Sozialdemokraten
ge=
wandt. Bei jeder Gelegenheit habe Dr. Caſſau ſeiner
Freund=
ſchaft mit dem damaligen Innenminiſter Grzeſinſki betont, und
den Anſchein erweckt, als bedeute ein Widerſtand gegen ſeine
Anordnung einen ſolchen gegen den Miniſter. Hierbei kam es
zu einem erneuten Zwiſchenfall. Sozialdemokratiſche
Abgeord=
nete hatten den Zeugen bei ſeinen Darlegungen verſchiedentlich
unterbrochen und durch Zurufe zu verſtehen gegeben, daß die
Be=
kundungen des Zeugen nach ihrer Anſicht nicht vor den Ausſchuß
gehörten. Abg. Metzinger (Ztr.) rief ſchließlich in erregtem
Ton: „Wenn der Zeuge fortwährend unterbrochen wird, verzichte
ich auf die Mitarbeit in dieſem Ausſchuß” und verließ den
Sitzungsſaal.
Die weiteren Zeugen, die Regierungsräte Dr.
Kupper=
berg und Neefe, ſagten aus, daß bis zum Eintritt Dr.
Caſſaus politiſche Momente bei der
Perſonal=
politik im Statiſtiſchen Landesamt keine Rolle
geſpielt hätten. Regierungsrat Neefe bekundete weiter,
Regierungsdirektor Caſſau habe bald nach ſeinem Eintritt in das
Landesamt erklärt, die Perſonalpolitik müſſe vollſtändig geändert
verden. Caſſau habe ſelbſt zugegeben, daß für ihn
bei der Entlaſſung oder Nichtentlaſſung von
Angeſtellten politiſche Gründe maßgebend ſeien.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 106
Freitag, den 17. April 1931
Seite 5
Aus der Lanvesgaupiſtavt.
Darmſtadt, den 12. April 1931.
Die deutſche Handball=Meiſterſchaft
beginnt am kommenden Sonntag mit der Vorrunde, an der
ſich die 14 beſten deutſchen Mannſchaften beteiligen. Eine
Begeg=
nung geht in Darmſtadt auf dem Stadion vor ſich zwiſchen dem
ſüddeutſchen Erſten, Sportverein 1898, und dem
vorjähri=
gen Endſpielteilnehmer, Sportfreunde Siegen. Zwei
gleich gute Kämpfer, die wiſſen, um was es geht — wer in den
„Knock out”=Runden um die Deutſche Meiſterſchaft beſiegt wird,
ſcheidet aus dem Rennen, um die höchſte Ehre im
Handball=
ſport —, werden ſich daher in einem erbitterten Ringen
gegen=
überſtehen, das kein Freund der Leibesübungen verſäumen ſollte,
ſich anzuſehen. Wir verweiſen auf die Spezialhinweiſe und
An=
zeigen im Sportteil.
Erledigt iſt die Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an
der Volksſchule in Münſter, Kreis Friedberg; Dienſtwohnung iſt
vorhanden.
Ernannt wurden am 13. April: der Studienrat an der
Ober=
realſchule in Grünberg Heinrich Adam Schott zum Studienrat
an der Oberrealſchule in Heppenheim, der Studienrat an der
Realſchule in Oppenheim Karl Bezold zum Studienrat an der
Oberralſchule am Stadthaus in Offenbach a. M., der Studienrat
an der Oberrealſchule in Mainz Anton Diehl zum Studienrat
an dem Gymnaſium in Bensheim, der Studienrat an der
Schiller=
ſchule (Lyzeum und Frauenſchule) in Friedberg Friedrich
Kreutzer zum Studienrat an der Auguſtinerſchule (Gymnaſium
und Oberrealſchule) in Friedberg, der Studienrat an der
Augu=
ſtinerſchule (Gymnaſium und Oberrealſchule) in Friedberg Wilh.
Krieb zum Studienrat an der Oberrealſchule am
Friedrichs=
platz in Offenbach a. M., der Studienrat an der Realſchule in
Babenhauſen Chriſtian Heinrich Ullmann zum Studienrat
an der Oberrealſchule in Worms, der Reallehrer an der
Real=
ſchule in Oppenheim Wilhelm Fritſch zum Reallehrer an der
Oberrealſchule in Worms, ſämtlich mit Wirkung vom 20. April
1931 an; am 26 März: der techniſche Gehilfe Philipp
Hart=
mannn zum Werkmeiſter beim Waſſerbaulaboratorium der
Techniſchen Hochſchule vom 1. April 1931 an.
— Bürgermeiſter Buxbaum 1. Vorſitzender des Darmſtädter
Hausbeſitzervereins e. V. An Stelle des verſtorbenen
Abgeordne=
ten K. Haury wurde in der geſtrigen Vorſtandsſitzung der
ſeit=
herige Bürgermeiſter der Stadt Darmſtadt, A. Buxbaum, zum
1. Vorſitzenden des Darmſtädter Hausbeſitzervereins gewählt.
— Kunſthalle am Rheintor. Die derzeitige Ausſtellung des
Drei=Städte=Bundes begegnet dem beſonders lebhaften Intereſſe
des kunſtliebenden Publikums und erfreut ſich eines ſehr guten
Beſuchs. Es ſind auch bereits eine Anzahl von Verkäufen
zu=
ſtande gekommen. Liebhaber fanden „Farnkräuter”, von Elſe
Heiß, „Mädchen mit Blume”, Kleinplaſtik von Frau Federn=
Staudinger, „Frauenporträt in blau”, Oelgemälde von G.
Ulmann, und Landungsplatz am Luganer See” von M.
Stegmayer. Da mehrere Anfragen wegen der im unteren
Treppenhaus ausgeſtellten Arbeiten von L. Kumpa an den
Kunſt=
verein ergangen ſind, ſoll hier mitgeteilt werden, daß ſie die
Ent=
würfe für die Ausmalung und Renovierung der Kirche in
Herrn=
haag bei Büdingen darſtellen, die unter Leitung der Künſtlerin
auch tatſächlich zur Ausführung gekommen ſind. Es war
eigent=
lich beabſichtigt, die Ausſtellung nur noch bis zum 19. d. M.
offen=
zuhalten; mit Rückſicht auf ihren ſchönen Erfolg iſt aber jetzt
be=
ſchloſſen worden, ſie um eine Woche, bis Sonntag, den 26.
ds. Mts. einſchließlich, zu verlängern.
— Deutſcher Sprachverein. Wer als Fremder nach Darmſtadt
kommt, dem wird es nicht entgehen, daß im Stadtbild bei
Firmen=
bezeichnungen, Straßenſchildern, Bahnaufſchriften uſw. die „
Frak=
tur” — oft beherrſchend — hervortritt. Darmſtadt kann in dieſer
Beziehung mit Recht zu den deutſcheſten Städten gezählt werden.
Sie hat wohl als erſte Stadt die kernigen Buchſtaben des
Schrift=
künſtlers Rudolf Koch voll zu Ehren gebracht. Warum ſie damit
im Recht iſt, wird der Vortrag des Oberſtudienrats Pickert
am Donnerstag, den 23. April zeigen. Der Eintritt iſt frei.
Näheres ſie in der Anzeige!
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus Kleines Haus Freitag,17. April 19.30 Ende gegen 22.30 Uhr
Zum erſten Male:
Der Hauptmann von Köpenich
B22
Preiſe 1—10 Mr. 15. 17.30, 20.15 Uhr
Uf.=Tonfilm=Operette
Die Drei von der Tankſtelle
Preiſe 1—2 60 Mk. Samstag.
18. April 19.30—22.30 Uhr
Gaſtſpiel Hermine Körner
Eliſabeth von England
K 14, Bülnenvolksbund
Zuſatzmiete Xl und XII
Preiſe 1—10 Mk. 15, 17.30, 20.15 Uhr
Ufa=Tonfilm=Operette
Die Drei von der Tankſtelle
Preiſe 1—2.60 Mk. Sonntag,
19. April 18—22 Uhr
Lohengrin
Preiſe 1—10 M.
D22
Gutſcheine beſchränkt gültig 15, 17.30, 20,15 Uhr
Ufa=Tonfilm=Operette
Die Dr i von der Tankſtelle
Preiſe 1——2.60 Mk. Montag,
20. April Keine Vorſtellung 15, 17.30, 20.15 Uhr
Ufa=Tonfilm Operette
Die Drei von der Tankftelle
Preiſe 1—2.60 Mk.
— Heſſiſches Landestheater. Erſtaufführung „Der
Hauptmann von Köpenick”. Carl Zuckmayers Schauſpiel
„Der Hauptmann von Köpenick”, das den Untertitel
Ein deutſches Märchen” führt, wird heute Freitag im Großen
Haus zum erſten Male zur Darſtellung kommen. Die
Inſzenie=
rung hat Carl Ebert beſorgt; die Bühnenbilder wurden nach
Entwürfen von Elli Büttner angefertigt. In der Titelrolle:
Günter Haenel. Der Dichter Carl Zuckmayer wird bei der
heu=
tigen Erſtaufführung vorausſichtlich anweſend ſein. —
Gaſt=
ſpiel Hermine Körner. Frau Hermine Körner, deren
Wiederauftreten am Heſſiſchen Landestheater vom Publikum aufs
herzlichſte begrüßt wurde, wird morgen Samstag in Ferdinand
Bruckners hiſtoriſchem Schauſpiel „Eliſabeth von
Eng=
land”, deſſen Darmſtädter Uraufführung eine beſonders lebhafte
Reſonanz auch in der auswärtigen Preſſe finden konnte, die
Titelrolle ſpielen. Es wird nochmals darauf hingewieſen, daß die
morgige Vorſtellung den Zuſatzmieten XI und XII des
Bühnen=
volksbundes zugeteilt iſt. — Gaſtſpiel Leo Slezak.
Kam=
merſänger Leo Slezak=Berlin wird auf Einladung der
General=
direktion des Heſſiſchen Landestheaters Freitag, den 24. April,
einmalig als „Othello” in der gleichnamigen Oper von Verdi
gaſtieren.
Die heitere Oper Valerio des verſchiedentlich erfolgreichſt
her=
vorgetretenen Darmſtädter Komponiſten Hans Simon, die
General=Intendant Profeſſor Ebert am Heſſiſchen Landestheater
Hans Simon.
zu Darmſtadt zur Uraufführung angenommen hat, wird unter der
muſikaliſchen Leitung von General=Muſikdirektor Dr. Böhm mit
Renato Mordo als Regiſſeur und Schenck von Trapp als
Bühnen=
bildner Ende April zur Aufführung gelangen.
Heute abend 2. Kortrag Professor Hornerfer:
„Deutſcher Staat und deutſche Kultur”
Fürſtenſaal, abends 8 Uhr.
(6056
Vortrag im Heaghaus. Durch die Einführung des
elektri=
ſchen Kochens iſt die Hausfrau in ihrer Zeiteinteilung unabhängig
von der Küche geworden. Sie hat es nicht mehr nötig,
fortwäh=
rend umzurühren, damit die Speiſen nicht anſetzen, fortwährend
nachzugießen, fortwährend danach zu ſehen, daß die Flamme nicht
zu groß oder zu klein iſt, ſondern ſie ſetzt die Speiſen an und kann
nunmehr ihrer Beſchäftigung in oder außer dem Hauſe nachgehen.
Infolge der niedrigen und genau regelbaren Temperaturen kann
man auf Fett= und Waſſerzuſätze faſt ganz verzichten, denn die
Aufgaben dieſer Zuſatzmittel als Temperaturbegrenzer fallen weg.
Die hierdurch bedingte höhere Bekömmlichkeit und
Schmackhaftig=
keit der elektriſch zubereiteten Speiſen iſt zwangsläufig und von
unſchätzbarer Bedeutung. Was die Betriebskoſten anbetrifft, ſo
kann man ſagen, daß dieſelben keineswegs höher liegen als bei
jeder anderen Energieart auch, was von jedem Herdbeſitzer
jeder=
zeit beſtätigt werden kann. Wer noch Zweifel an dieſen Tatſachen
hegt, dem iſt Gelegenheit geboten, den heute abend 8 Uhr
im Heaghaus ſtattfindenden Vortrag zu
be=
ſuchen, um ſich von den obengenannten Vorzügen ſelbſt zu
über=
zeugen. Nach dem Vortrag wird jede gewünſchte Auskunft gerne
und unverbindlich erteilt.
Auch heute
Ar
zu Serien-Preisen
Daimstadt, Markt und Ernst-Ludwigsplatz
Franz Völker im Mozart=Verein. Das Konzert des Mozart=
Vereins, das am Montag, den 27. April, im Saalbau, ſtattfindet,
hat für viele eine beſondere Anziehungskraft durch die
Mitwir=
kung des unvergleichlichen Tenors Franz Völker vom Frankfurter
Opernhaus. Bei Ungezählten iſt er zu Hauſe durch Platte und
Radio. Die Gelegenheit, dieſen Sänger noch einmal im
Konzert=
ſaal zu hören, ehe er nach Wien überſiedelt, wird vielen
will=
kommen ſein. Der Künſtler wird Brahms, H. Wolf und R.
Strauß ſingen. Karten für Nichtmitglieder in den
Muſikalien=
handlungen, für Mitglieder bei O. Titze, Eliſabethenſtraße 4.
— Frühjahrs=Modenſchau. Am Montag, den 20. April, abends
8 Uhr veranſtaltet das Dürerhaus im Fürſtenſaal, Grafenſtr. 18,
eine Frühjahrs=Modenſchau. Die beiden hieſigen Vertreterinnen
der Laban=Schule, Fraul. Vilma Hoffmann und Fräul. Elsbeth
Müller, werden einige Tänze zeigen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Prassel-Kaffee
Mee
Grſſ ſſa
Sohnlstr. 10
— Orpheum. „ .. und ſie betrügt dich doch!”, die
charmante und überaus luſtige muſikaliſche Luſtſpielneuheit in
drei Akten (Muſik von Kurt Zorlig), fand bei der geſtrigen
Erſt=
aufführung den ungeteilten Beifall der Zuſchauer. Die ganz
her=
vorragenden Kräfte des Berliner Prominenten=Enſembles, wie
Lori Leux, die Meiſterin geſanglicher Vortragskunſt, ſowie
Curt v. Moellendorf, Ferry Sikla, der beliebte
Film=
komiker, weiter Lucie Manen, Mara Leslie, Guſtav
Wilfan und Max Roſen ſorgen für eine ganz erſtklaſſige
Aufführung. Das amüſante Werk wird ſicher auch bei den
Wieder=
holungen freudige Aufnahme finden, zumal die Eintrittspreiſe zu
dieſem Gaſtſpiel nicht erhöht wurden. Karten zu 1—3 Mark im
Verkehrsbüro und bei Hugo de Waal, Rheinſtraße 14. (Siehe
Anzeige.)
Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird die
Oran=
gerieſtraße zwiſchen Moosbergſtraße und Landskronſtraße bis auf
weiteres für Fahrzeuge aller Art geſperrt.
Ueber das Thema „Unſer die Zukunft” ſprachen geſtern abend
in der Feſthalle Prinz Auguſt Wilhelm von Preußen und
Reichs=
tagsabgeordneter Joſeph Wagner=Bochum. Es war wohl weniger
das auch in ſeiner Formulierung nicht mehr ganz neue Thema,
ſondern die Ausſicht, einen Sohn des ehemaligen Kaiſers, einen
Hohenzollernprinzen, in einer Maſſenverſammlung der
National=
ſozialiſtiſchen Arbeiterpartei ſprechen zu hören, die weſentlich
zum äußeren Erfolg des Abends beitrug. Erwartungsgemäß war
die Feſthalle bis auf den letzten Platz beſetzt. Reicher
Fahnen=
ſchmuck und viel Militärmuſik gaben dem Abend den gewohnten
außeren Rahmen. Unter der einmarſchierenden S.A. befanden
ſich zahlreiche auwärtige Abteilungen, wie auch die Verſammlung
ſelbſt von auswärts viel beſucht war. Nach kurzen
Einführungs=
worten des Ortsparteileiters Abt ergriff Reichstagsabgeordneter
Wagner das Wort. Er führte u. a. aus:
Die nationalſozialiſtiſche Bewegung, die im Kampfe um die
öffentliche Meinung Deutſchlands ſtehe werde dieſen Kampf
immer im Rahmen der geſetzlichen Möglichkeiten führen. Wir
verlangen keine beſondere Nachſicht. Wir wollen nichts auf dem
Wege der Gewalt und des Bürgerkrieges erreichen. Wir können
verſtehen, daß die Gegenſeite ſich wehrt, aber ſie wird deshalb doch
den Gang der Geſchichte nicht aufhalten können. Wenn der
Na=
tionalſozialismus nur die Zuſammenflickung marxiſtiſch=
ſozialiſti=
ſcher mit liberalen Ideen iſt, ſo wird er an ſeiner eigenen inneren
Unfruchtbarkeit ſterben.
Auf die gegenwärtige Lage eingehend, führte der Redner
dann aus, daß das heutige Regime nun zwölf Jahre an der
Herr=
ſchaft ſei, und daß dieſe zwölf Jahre gezeigt hätten, daß man nichts
erreicht habe. Wenn Streſemann das Bismarckwort gebraucht
habe, daß die Politik die Kunſt des Möglichen ſei, ſo habe er
ver=
geſſen, daß nur das Volk, das zu allen Opfern und ſchließlich zum
Kriege bereit ſei, überhaupt Politik betreiben könne, ſonſt werde
das Volk, das die größere Macht beſitze, immer das andere an den
Boden drücken. Heute haben wir keine Macht, wie ſie früher im
deutſchen Heere verkörpert geweſen iſt. Dieſes Heer habe man
ſyſtematiſch zerſetzt, und deshalb ſei heute keine Politik mehr
möglich.
Auf die Zollunion eingehend, nahm der Redner für die
Na=
tionalſozialiſten in Anſpruch, daß ſie dieſe Union ſchon vor
Jah=
ren durch Anträge gefordert hätten. Aber weil Deutſchland keine
Macht habe, ſo ſeien auch Staaten, die an ſich für Deutſchland
ſeien, wie England (!), nicht geneigt, aus Furcht vor Frankreich
für Deutſchland einzutreten. Zwölf Jahre liegt nun, ſo fuhr der
Redner, auf die Wirtſchaftslage übergehend, fort, Deutſchland im
Sterben. Auch die nun einjährige Brüning=Regierung habe nicht
vermocht, die Lage, die nur durch die freiwillige Tributleiſtung
herbeigeführt ſei, zu beſſern. Bei weiterem Fortgang der Dinge
werde in Deutſchland in zwei Jahren überhaupt kein Schornſtein
mehr rauchen. Der Rückgang der Arbeitsloſigkeit ſei kaum
ſpür=
bar. Der Arbeiter könne nur dann Beſſerung für ſeine Klaſſe
er=
warten, wenn die Nation wieder aufblühe.
Die Abſpaltungen innerhalb der Partei dürften nicht
beunruhi=
gen. Seit Jahr und Tag haben wir erklärt — ſo ſagte der Redner
wörtlich —, daß wir über den Weg der Legalität eines Tages in
Deutſchland an die Macht kommen werden. Auch der letzte
Schritt zur Macht werde 100prozentig legal ſein. Es ſei falſch,
deshalb der Partei vorzuwerfen, ſie treibe opportuniſtiſche
Poli=
tik, ſie verbonze. Wer ſo rede, müſſe eben aus der Partei
aus=
treten. Deshalb ſeien die Ereigniſſe in Berlin
Selbſtverſtändlich=
keiten geweſen. Eins müſſe vor allem feſtſtehen: die Diſziplin.
Das Vorbild dieſer Diſziplin gebe die S.A. Es wäre
verbreche=
riſch, dieſe S.A.=Leute zu opfern, indem man einen Bürgerkrieg
provoziere. „Wer will es — ſo fragte der Redner, und dieſe
Frage ſcheint auch im Hinblick auf die geſamtdeutſche Situation
bedeutſam — verantworten, daß 200 000 junge Menſchen ins
Ma=
ſchinengewehrfeuer getrieben werden?‟ Durch zwei Dinge werde
der Kampf entſchieden werden: durch die Zeit und die Nerven.
Die Zeit ſpreche für die Nationalſozialiſten, und niemand werde
die Nationalſozialiſten nervös machen. Das Endziel ſei aber die
„Zerreißung von Verſailles.
Die außerordentlich geſchickt und bemerkenswert ruhig
vorge=
tragenen Ausführungen wurden mit ſtarkem Beifall
aufgenom=
men. Mit großer Spannung erwartet und von der Menge mit
lebhaften Ovationen begrüßt, betrat Prinz Auguſt Wilhelm den
Platz vor dem Mikrophon. Er führte, ebenfalls ſehr ruhig und
mit nur ſparſamen Geſten arbeitend, etwa folgendes aus:
Den Beifall für mich lehne ich ab. Ich beziehe ihn auf die
Be=
wegung, der ich angehöre, und auf ihren Führer. Dieſer Bewegung
können Verfolgungen nichts anhaben, denn wo Kampf iſt, da iſt
Leben. Der Führer blickt unbeirrbar und unverrückbar gerade
aus. Wir kämpfen nicht gegen die anderen, weil wir mit ihnen
kämpfen wollen, ſondern weil wir der Ueberzeugung ſind, daß
wir die Dinge ändern können. Es iſt kein Kinderſpiel, ein Nazi
zu ſein. Warum ich in dieſen Reihen ſtehe? Weil ich erkannt
habe, daß dieſe Idee die einzige iſt, die jedem Möglichkeit zur
Be=
tätigung gibt. Das Vertrauen, das mir von den Führern der
Be=
wegung und aus der Bewegung entgegengebracht wird, iſt für
mich beglückend. Die Bewegung iſt nicht mehr zu hemmen. Das
Neue an ihr iſt, daß ſie bewußt auf chriſtlich=ſittlicher Grundlage
beſteht. Vor zwölf Jahren hat man dem Volk verkündigt, es habe
auf der ganzen Linie geſiegt. Wo man heute hinblickt in die
deutſche Wirtſchaft, ob auf die Induſtrie oder die Landwirtſchaft,
überall bietet ſich ein Bild grauenhafter Zerſtörung. Wir wollen
gerne Laſten tragen, aber das Maß iſt erreicht und überſchritten.
Man rede auch nicht von weltwirtſchaftlichen Verflechtungen.
Wirtſchaft muß ſein, aber mit Wirtſchaft allein werden wir es
nie ſchaffen. Das Wichtigere iſt der ſittliche Wiederaufbau. Haben
wir erſt den Widerſtandswillen des Volkes, dann wird es
beſſer. So wie einſt Napoleon 1813 ausrief: „Das ſind nicht mehr
die Preußen von Jena”, ſo muß die Welt ausrufen, „das ſind nicht
mehr die Deutſchen von 1918‟. Es muß wieder die
Volksgemein=
ſchaft entſtehen, wie ſie 1914 im Auguſt vorhanden war. Um den
Bürgerkrieg zu vermeiden, hat mein Vater ſich nach Holland
be=
geben. Dann iſt der Bürgerkrieg doch gekommen. — Es gibt in
unſeren Reihen eine Kameradſchaft zwiſchen dem einfachen
Ar=
beiter und dem Prinzen. Durch den Ausgang des Krieges hat der
Arbeiter wie der Prinz vieles oder alles verloren. Und heute
trifft der Gummiknüppel der Polizei wiederum den Prinzen wie
den Arbeiter. Wir ſind nicht die Angreifer, wir ſetzen uns nur
zur Wehr. Kommen Sie und helfen Sie uns! Auch die
Ausfüh=
rungen des Prinzen wurden mit ſtarkem Beifall aufgenommen.
Die Verſammlung verlief ohne Störung.
Den unbeſtreitbar ſtarken Eindruck der geſtrigen
Verſamm=
lung, deren Niveau ſich nicht unweſentlich von der hetzeriſchen
Demagogie mancher anderen Verſammlung unterſchied, allein
auf die Tatſache, daß hier ein Angehöriger des ehemaligen
Kai=
ſerhauſes geſprochen hat, zurückführen zu wollen: das ſcheint uns
ein verfehltes Beginnen. Der „Mancheſter Guardian” ſchrieb im
Riskieren Sie nichts, wenn Ihre Schönheit
Kokos-
auf dem Spiele stcht.
palme
Afrik
Paln
ir haben Millionen Frauen davon überzeugt, daß
WW schöner Teint dadurch zu gewinnen ist, daß die Haut
zweimal täglich mit PALMOLIVE. Seife gepfegt wird.
PALMOLIVE.-Seife ist hergestellt aus reinen Palmen-,Oliven-
und Kokosaußölen. Sie sind nach einem einzigartigen Rezept
mit einander vermischt, zu dessen Erforschung ein jahrelanges
Seifenstudinm erforderlich war. So ist PALMOLIVE-Seife ein
Meisterstück — dafür bestimmt, auch die zartesten
Haut-
gewebe zu schützen.
Um so mehr müssen Sie sich davor hüten, das Opfer einer
bewußten Irreführung zu werden. Es gibt Seifen, die
absicht-
lich in Form, Farbe, Namen oder Packung PALMOLIVE ähnlich
gehalten sind. Wir können für PALMOL/VE-
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Achten Sie stets auf ihre grüne Packung mit
schwarzem Band u. Goldaufschrift PALMOLIVE.
Palmolive G. m. b. H., Berlin-Wilmersdorf.
Seite 6
Freitag, den 17. April 1931
Nummer 106
September vorigen Jahres einmal: the rise of the National
Socia-
its is amolg tiie tru ts oi Polncarés poll v of precautions —
„das Anwachſen des Nationalſozialismus gehört zu den Früchten
Poincaréſcher Sicherheitspolitik”. In dieſem Satz liegt
unbeſtreit=
bar viel Wahrheit: den Betrachter der politiſchen Entwicklung der
letzten Jahre mußte es faſt wundernehmen, daß das deutſche Volk
in ſo ruhiger Weiſe ſein überhartes Schickſal auf ſich nahm und
zu tragen verſuchte. Und wenn nun der Nationalſozialismus auch
zweifelsohne der wirtſchaftlichen Depreſſion einen Großteil ſeiner
Mitläufer zu verdanken hat, ſo wäre es wiederum verfehlt, in der
wirtſchaftlichen Notlage allein die Urſachen ſeines Anwachſens
zu erblicken. Das nationale Wollen dieſer Bewegung entſpricht ja
durchaus dem, was die große Mehrzahl des deutſchen Volkes ganz
unabhängig von der ſonſtigen parteipolitiſchen Einſtellung
emp=
findet. Wer wollte ſich auch der ſuggeſtiven Kraft dieſes
Zukunfts=
zieles: ein ſtarkes, mächtiges und unabhängiges großdeutſches
Reich — wer wollte ſich dieſem Gedanken entziehen? Der Eindruck
auch der geſtrigen Verſammlung kommt nicht zuletzt daher, daß
hier — wie auch ſonſt von den Nationalſozialiſten — ein „Drittes
Reich” in glühenden Farben gemalt wird: ein Reich, das nach
„außen ſtark und ſchwertgewaltig, nach innen frei und
vielgeſtal=
tig”, Soziales und Nationales auf höherer Ebene vereinigt:
ſagen wir ruhig — das tauſendjährige Reich.
Nun wollen wir keineswegs darauf ſo ſehr Gewicht legen,
daß eben dieſes Hoffen auf ein zukünftiges Reich der nationalen
Macht und des ſozialen Friedens eine im eigentlichen Sinne des
Wortes „meſſianiſche” iſt. Der ruhige Beurteiler wird bei aller
Würdigung der Zielſetzung ſich doch immer wieder die
entſchei=
dende Frage vorzulegen haben: Auf welchen Wegen kann
dieſes Zielerreicht werden? Denn nicht um das Ziel,
ſondern um die Wege zu dieſem Ziel geht der Streit, der unſer
Volk zerklüftet. Welchen Weg aber will der Nationalſozialismus
gehen? Er hat ſich bisher ausſchließlich auf eine zerſetzende Kritik
alles Beſtehenden beſchränkt. Mit der bloßen Verneinung aber
iſt es nicht getan. Man kann über dieſe Dinge auch nicht einfach
mit einer ſchönen und großartigen Geſte hinweggehen. Dazu ſind
ſie doch viel zu ernſt. Die Tagespolitik erledigt ſich nicht mit
ſchö=
nen Poſen. Gewiß, ein Napoleon konnte bei den
Friedensver=
handlungen zu Campo Formio den Oeſterreichern eine koſtbare
Vaſe vor die Füße werfen, um ſie einzuſchüchtern. Aber hinter
ihm lagen die ſiegreichen Schlachten von Mondovi, Lodi und
Ca=
ſtiglione, und hinter ihm ſtand die kriegsgewohnte Armee. Wie
aber wurde dieſe Poſe gewirkt haben, wenn einer der
öſterrei=
chiſchen Unterhändler ſie angewandt hätte? — Man braucht nur
eine ſolche hiſtoriſche und dem Tageskampf ganz fernliegende
Be=
gebenheit zu betrachten, um die Unerſprießlichkeit des
Theatrali=
ſchen in der Politik darzutun.
Nicht darauf allein kommt es an, Hochziele aufzuſtellen. Gewiß,
auch das tut not. Aber man darf über der Zukunft nicht die
Gegen=
wart vergeſſen, und man darf vor allem nicht unterlaſſen, einen
Weg in die Zukunft zu zeigen Und ſo drängt ſich immer wieder
die Frage auf: Führt eine „Politik” der Agitation zu irgendwelchen
greifbaren Ergebniſſen? Iſt mit einer Radikaliſierung der Maſſen
etwas zu erreichen im Sinne einer wirklichen Realpolitik?
Wir ſehen einmal ganz davon ab, daß eine Ueberfütterung
des Volkes mit einer „Politik” die nur auf das zugkräftige
Schlagwort abgeſtellt iſt, über kurz oder lang zu einer Reaktion
fuhren muß, die dann ein Erlahmen jeden politiſchen Intereſſes
mit ſich bringen muß. Wer das an ſich geringe politiſche
Inter=
eſſe des deutſchen Volkes kennt und bedauert, kann einer ſolchen
Entwicklung nur mit großer Sorge entgegenſehen. Wir wollen
übrigens auch gar nicht ſo ſehr auf die eigenartige Tatſache
hin=
weiſen, daß eine ſo auf den „ſtarken Mann”, auf die diktatoriſche
Führung hinſtrebende Bewegung wie der Nationalſozialismus
in praxi ſich äußerſter Demokratie, eben jener Maſſen,
politiſie=
rung” bedient.
Wir müſſen vor allem das eine betonen, und berufen uns
hierbei auf den Mann, der wohl noch immer als der größte deutſche
Staatsmann zu gelten hat, auf Fürſt Bismarck: „Ein großer Staat
regiert ſich nicht nach Parteianſichten, man muß die Geſamtheit
der Parteien, die im Lande ſind, in Abwägung bringen, und aus
dem Reſultat dieſer ſich eine Linie ziehen, der eine Regierung
als ſolche folgen kann.‟ Dieſe mittlere Linie kann nur da
gefun=
den werden, wo auf beiden Seiten die Bereitwilligkeit vorhanden
iſt, ab= und zuzugeben, denn — wiederum zitieren wir Bismarck —
„wenn keiner etwas konzedieren will, und jeder ſagt, wenn es
nicht nach meinem Kopfe geht, dann ſpiele ich nicht mehr mit, da
iſt keine ſtaatliche Organiſation mehr möglich, ſondern da herrſcht
perſönliche Willkür‟. Der Weg, der gefunden werden kann, iſt nur
ein enger Pfad: „Der Weg — ſo ſagt Bismarck — den ein
Mini=
ſterium gehen kann, iſt ſo ſehr breit nicht. Derjenige, der weit
links ſteht, wenn er Miniſter wird, wird er nach rechts rücken
müſſen, derjenige, der weit rechts ſteht, wenn er Miniſter wird,
wird nach links rücken müſſen, und man hat für die weitere
Ab=
ſchweifung der Doktrin, wie man ſie als Redner, als
Abgeord=
neter entwickeln kann, auf dieſem ſchmalen Pfad, auf dem die
Re=
gierung eines großen Landes wandeln kann, keinen Raum.
Auch dem Fürſten Bismarck, dem „realvolitiſchen
Opportu=
niſten”, hat man im Reichstag mit allerlei Anträgen das Leben
ſauer zu machen verſucht. Er aber wehrte dieſe demagogiſche
Politik ab mit den Worten: „Wenn es ſich darum handelt, Anträge
zu ſtellen, ſo könnte ich ſelbſt deren 50 einbringen. Sie haben nur
den Fehler, daß ſie früher bereits abgelehnt worden ſind und auch
jetzt keine Ausſicht zur Annahme haben. Deshalb behalte ich ſie
für mich, weil mir mehr am Zuſtandekommen des Ganzen als am
Durchſetzen meiner perſönlichen Meinung liegt.”
Man beruft ſich gern auf den großen Staatsmann, der das
Deutſche Reich geſchmiedet. Man ſollte ſich gelegentlich in die
Fülle der Weisheit verſenken, die ſeine literariſche
Hinterlaſſen=
ſchaft uns bietet.
Nehring=Gedächtnispreis für den beſten Segelflieger.
Staats=
präſident Dr. Adelung hat anläßlich der Wiederkehr des
Todes=
tages des Darmſtädter Segelflugpiloten Johannes Nehring, der
im vorigen Jahr bei einem Wetterflug am Altrhein tödlich
ab=
ſtürzte, zur Förderung des deutſchen Segelfluges einen
künſt=
leriſch ausgeſtatteten Wander=Preis als Johannes=Nehring=
Gedächtnispreis geſtiftet und der Rhön=Roſſitten=Geſellſchaft zur
Verfügung geſtellt. Der Preis ſoll alljährlich am Todestage
Nehrings für die beſte Segelflugleiſtung des Jahres vergeben
werden.
— Zum Liederabend der Darmſtädter Sängerſchaft am
Sams=
tag, den 2. Mai, ſind nunmehr die Karten an die
Mitgliedsver=
eine ausgegeben, die auch den Kartenvertrieb übernommen haben.
Der Eintrittspreis für alle Plätze wurde der Not der Zeit
ent=
ſprechend, auf 50 Pfg. feſtgeſetzt. Hierdurch iſt der geſamten
Be=
völkerung, die noch Freude am Lied empfindet, Gelegenheit
ge=
boten, Gruppen=, Knaben= und Mädchenchöre zu hören. Die
Gruppen beſtehen aus 175—300 Sängern, der Knabenchor der
Ballonſchule, der ebenfalls mitwirkt aus 100 Knaben. Die
Maſſenchöre vereinen 1200 Sänger. Wer wollte nun dieſe ernſte
Arbeit der Darmſtädter Sängerſchaft nicht unterſtützen? Wir
hoffen auf einen recht großen Beſuch. Näheres in der kommenden
Anzeige.
Konzert des Sängerchors der Turngemeinde Beſſungen 1865
am 18. April (Leitung: Kapellmeiſter Friedel Fiſcher). mit
Wer=
ken zeitgenöſſiſcher Tonſetzer. Den erſten Teil nimmt die
groß=
angelegte, Serenade” von Hans Sachße für dreiſtimmigen Chor,
Sopran, Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und zwei Gitarren ein.
Einer der erfolgreichſten Komponiſten moderner Chormuſik iſt
Paul Graener. Von ihm gelangen „Frühlingszeit” und „Die
Geſellenwoche” zur Aufführung. Drei fremde Volkslieder —
„Hatten mich ſchon aufgegeben” (Slawiſch), „Tambourin” (
Roma=
niſch) und „Tanzlied (Skandinaviſch) im Satz unſeres
Alt=
meiſters Mendelsſohn bilden den Schluß. Ein Quartett für
Holzblasinſtrumente von Karl Goepfert iſt in den zweiten Teil
eingeflochten.
— Handgewebe=Ausſtellung im Gemeindehaus Kahlertſtraße.
Die Handweberei Schloß Weſterburg des Bundes Deutſcher
Ju=
gendvereine veranſtaltet vom Sonntag, den 19. April, bis
ein=
ſchließlich Sonntag, den 26. April. im Gemeindehaus
Kahlert=
ſtraße 26, eine Handgewebeausſtellung, die auf ihrer
Wande=
rung bisher überall das beſondere Intereſſe der Damenwelt fand.
Die Ausſtellung bietet einen intereſſanten Einblick in die
kunſt=
handwerkliche Tätigkeit der Werkſtätten auf der Jugendburg
Weſterburg im Weſterwald, und zeigt in reizvollen
Farbenzuſam=
menſtellungen handgewebte Erzeugniſſe für Kleidung und
Raum=
ſchmuck in ihrer vielſeitigen Verwendungsmöglichkeit, die unter
künſtleriſchen Geſichtspunkten auf alten Handwebſtühlen hergeſtellt
werden.
p. Kriegereltern und Bürgerſteuer. Auf Anfrage hat der
Reichsfinanzminiſter erklärt: „Die Empfänger einer
Elternbeihilfe erhalten zwar nicht in jedem Falle die volle
Zuſatzrente nach § 88 des Reichsverſorgungsgeſetzes ſondern nach
8 46 Abſ. 3 gegebenenfalls nur einen Teil dieſer Rente. Da die
Elternbeihilfe aber auch nur im Falle der Bedürftigkeit gewährt
wird und dieſer Fall in dem maßgebenden § 88 mitzitiert iſt, halte
ich die Empfänger einer Elternbeihilfe für
bürgerſteuerfrei.”
Enkſchließung des Hefſiſchen Induſtrie= und Handelskammerkags
und des Heiſtſchen Beriehrsberbandes vom 15. Aprn 1334.
Zur Auflockerung des Perſonenkarifs der Reichsbahn
1. Der noch immer ſtändig ſteigende Wettbewerb des
Kraft=
verkehrs macht es dringend notwendig, daß die Reichsbahn
ent=
ſprechend ihrer Tarifpolitik im Güterverkehr auch im
Perſonen=
verkehr baldigſt grundlegende tarifariſche Maßnahmen trifft, die
das bisherige allzuſtarre Tarifſyſtem ſtark auflockern.
Während die bisherigen Tarifermäßigungen ſich ausnahmslos auf
feſte Relationen beſchränken, derart, daß dem Vielfahrer über
ver=
ſchiedene Strecken keine Preißermäßigungen zur Verfügung ſtehen,
muß für die Folge angeſichts des in Raum und Zeit nahezu
un=
beſchränkt freizügigen Kraftfahrzeugs dem Geſichtspunkt der
Freizügigkeit bei den Tarifermäßigungen für regelmäßige
Benützer des Schienenwegs in beſonderem Umfang Rechnung
ge=
tragen werden.
2. Die von der Reichsbahn geplante Einführung von
Be=
zirkszeitkarten iſt durchaus zweckmäßig, wofern bei der
Preisgeſtaltung für dieſe Zeitkarten ein ausreichendes
Entgegen=
kommen gewährt wird. Jedenfalls erſcheint es aber geboten, daß
die zuſtändigen Reichsbahnſtellen vor endgültiger Feſtlegung der
Abgrenzung der einzelnen Bezirke den zur Mitarbeit in
Verkehrs=
fragen berufenen Stellen rechtzeitig Gelegenheit zur gutachtlichen
Stellungnahme geben, damit die neue Einrichtung von
vorn=
herein der tatkräftigen Förderung durch dieſe Stellen gewiß ſein
kann. Auch bei einer noch ſo großzügigen Handhabung der
Einrich=
tung der Bezirkszeitkarte wird indeſſen durch dieſe Maßnahme
allein dem Erfordernis der Freizügigkeit nicht genügend
entſpro=
chen, die Einrichtung der Bezirkszeitkarte bedarf vielmehr von
vornherein einer zweckentſprechenden Ergänzung durch andere
Tarifmaßnahmen.
3. Die techniſchen Bedenken, die nach der Auffaſſung der
Reichs=
bahn der Einführung des Kilometerheftes nach dem Muſter der
gleichen Einrichtung der früheren Badiſchen Staatseiſenbahnen
entgegenſtehen, können nicht ohne weiteres von der Hand
gewie=
ſen werden. Dieſe Bedenken laſſen ſich aber dadurch zerſtreuen,
daß an Stelle der Bemeſſung des Vergünſtigungstarifs nach
Kilo=
metern der Wertmaßſtab des Fahrpreiſes gewählt wird. Unter
Wahrung des Grundgedankens des Kilometerheftes wird daher die
Einführung eines „Wertſcheinheftes” vorgeſchlagen, das
den Reiſenden ermächtigt, während einer beſtimmten Zeitdauer
Straßenfreuden, Skraßenleiden.
Auf Einladung des Starkenburger Automobil=Clubs
(A. D. A. C.), Sitz Darmſtadt, ſprach über das Thema „Straßenfreuden,
Straßenleiden” Herr Wa. Oſtwald. Herr Oſtwald zeigte an Hand
zahlreicher und ausgezeichneter Lichtbilder, wie die Wege beſchaffen ſind
und wie ſie beſchaffen ſein ſollten. Der Redner betonte, daß es ihm
nicht darauf ankomme, nur über die ſchlechten deutſchen Straßen zu
ſchel=
ten; ſeine Bilder ſtammten daher zu einem ſehr großen Teil aus dem
Ausland, das uns im Wegebau durchaus nicht immer überlegen iſt. So
erhält ſich bei uns die Meinung, Amerika ſei das Land der guten
Stra=
ßen. Der Redner trat dem entgegen und hob hervor, daß etwa nur ein
Viertel des amerikaniſchen Wegenetzes gut ſei; dafür ſei es auch als
hervorragend gut anzuſehen. Beweiskräftige Lichtbilder zeigten, daß
manche amerikaniſche Landſtraßen ſich in geradezu kataſtrophaler
Ver=
faſſung befinden. Der Redner beſchäftigte ſich im einzelnen mit den
Straßenfreuden und =leiden und betonte zunächſt das Recht der
Kraft=
fahrer zur Kritik am Wegebau, da der Kraftfahrer erhebliche
Sonder=
ſteuer zahlt, die angeblich zum Wegebau benutzt wird, über deren
wirk=
liche Verwendung aber nirgends Auskunft zu erhalten ſei. Er wies
weiter darauf hin, daß die Abnutzung der Landſtraße durch die
Kraft=
fahrzeuge keineswegs ſo groß iſt, wie man oft annimmt.
Eine Gefahrenquelle, die man heute ſchon hier und da bei
Durch=
gangsſtraßen zu vermeiden ſucht, ſieht der Redner in der
Niveaukreu=
zung, dort alſo, wo zwei Landſtraßen einander auf gleicher Höhe
kreu=
zen. Ein Lichtbild zeigt eine moderne Straßenkreuzung in der Nähe
von Penig (Sa.), wo man dazu überging, ähnlich wie bei der Eiſenbahn
eine regelrechte Ueberführung zu erbauen. Die Hafraba hat bekanntlich
gleiche Pläne.
Den Verkehr der Landſtraße ſtöre zweifellos am häufigſten die falſche
Anlage der Straße, die zahlreiche gefährliche Nebenerſcheinungen zeitigt.
Die ſtarke Wölbung der Straßendecke iſt heute bei der Verwendung
waſſerfeſten Baumaterials überflüſſig und zwingt geradezu alle
Wege=
benutzer, die Mitte der Fahrbahn einzunehmen. Es entſteht ſo das
ſchönſte Durcheinander der Wegebenutzer, Radfahrer, Kraftfahrer und
Fuhrwerke, denen allen man es nicht einmal übel nehmen kann, daß ſie
die ſchwer benutzbaren Seitenteile der Straße meiden. Dazu kommen
dann noch die Fußgänger, denen durch die ſtändig wiederkehrenden
Waſſergräben und Randſteine auf den Banketten der eigentlich für ſie
gedachte Teil erheblich verleidet wird. Entwäſſerungsrohre und
Rand=
ſteine auf den Banketten bilden eine beſonders ſchwere Gefahr für den
Kraftfahrer, der aus irgendeinem Grunde an den Straßenraben
ge=
drückt wird. Eine gewiſſe Glätte wird man von der Straßendecke
er=
warten, jedoch darf ſie nicht ſo ausgeprägt ſein, daß die Straße ſchlüpfrig
wird, wie es bei übermäßiger Teerung unvermeidlich iſt.
Viel umſtritten iſt die Frage, ſollen die Chauſſeen von Bäumen
um=
ſäumt ſein oder nicht. Der Kraftfahrer weiß die Bäume überall dort
zu ſchätzen, wo ſie in genügender Entfernung von der Straße angepflanzt
ſind.
Umleitungen ſind wenig beliebt; in Sachſen iſt man bereits dazu
übergegangen, ſie nur in ganz ſeltenen Fällen zu genehmigen. Amerika
kennt überhaupt keine Umleitungen.
Ein beſonderes Kapitel iſt das der Schienenfahrzeuge auf den
Land=
ſtraßen. Auf der ſüdlichen Bergſtraße verkehrt ſolch „feuriger Elias”
und macht den übrigen Wegebenutzern den dort an ſich ſchon nicht allzu
großen Platz ſtreitig. Nichts oder nicht viel wird gegen das
Schienen=
fahrzeug auf der Landſtraße einzuwenden ſein, wenn wenigſtens der
Gleiskörper nicht höher liegt als die Straße.
In einem ſind uns die amerikaniſchen Landſtraßen überlegen: überall
ſind großzügige Serviceſtationen angelegt, die der Reſtaurierung von
Wagen und Fahrern mit größter Sorgfalt dienen.
Der Rerner ſchloß ſeinen Vortrag, dem Vertreter intereſſierter
Behörden und Organiſationen beiwohnten, mit einem Proteſt gegen die
Sonderbeſteuerung der Kraftfahrer, die durch nichts gerechtfertigt
wer=
den kann.
Ue BarichL ader welße lTeärabu
Umm dockdgetg,
dam hazt Uufuh
Von der „Debewag‟, Darmſtädter Bewachungs=Geſellſchaft
m. b. H., ſind im verfloſſenen Vierteljahr 323 offene Turen
ge=
ſchloſſen, 191 offene Türen vorgefunden worden, die nicht
ge=
ſchloſſen werden konnten. Es wurden 86 Lampen ausgeſchaltet,
1 Feuer gelöſcht, 10 offene Geſchäftslokale, 2 defekte Türen. 8
zer=
ſchlagene Fenſter und Rolläden gemeldet. 2 Einbrecher verjagt,
2 defekte Zäune, 15 offene Fenſter und Rolläden feſtgeſtellt, ferner
9 ſteckengebliebene Schlüſſel abgeliefert und ein Fahrrad
gefun=
den; eine erſchoſſene männliche Perſon wurde der Polizei
ge=
meldet. (Siehe Anzeige.)
Volkshochſchule. Dr. Max Wauer wiederholt am Dienstag,
den 21. April, 20.15 Uhr, im Saal 138 der Techniſchen Hochſchule,
ſeinen mit ſtarkem Beifall ausgenommenen Wilhelm=Buſch=
Abend, an dem er über den Dichter einleitende Worte ſprechen
und anſchließend aus deſſen Werken leſen wird. Karten in der
Geſchäftsſtelle der Volkshochſchule und am Saaleingang.
Profeſſor Horneffer=Vortrag. Heute abend findet der zweite
Vortrag des Herrn Prof. Dr. E Horneffer Gießen: Deutſcher
Staat und deutſche Kultur” im Fürſtenſaal ſtatt. Es ſei darauf
aufmerkſam gemacht, daß jeder Vortrag ein in ſich abgeſchloſſenes
Ganzes bildet.
Chriſtlicher Verein junger Männer, Darmſtadt, e. V.,
Alexan=
derſtraße 22 (Inf.=Kaſerne). Am kommenden Sonntag, abends
8 Uhr, findet die monatliche Mitgliederzuſammenkunft mit einem
Referat: „Wo ſteht der Feind?” (Organiſierte Gottloſigkeit) ſtatt.
Freunde und Gäſte haben auch zu dieſem Abend Zutritt.
— Promenadenkonzert. Freitag, den 17. April, nachmittags
von 5—6 Uhr. ſpielt das Stadtorcheſter unter Leitung ſeines
Kapellmeiſters W. Schlupp am Platanenhain nach folgendem
Pro=
gramm: „An die Gewehre‟. Marſch von Lenhardt: Ounertüre
zur Oper „Precioſa” von Weber; „Die Hydropathen”, Walzer
von Gungl; „Zigeunerſtändchen” von Nehl; Fantaſie aus der
Oper „Carmen” von Bizet; „Treu deutſch”, Marſch von Teike.
Reiſen auf ſämtlichen Strecken der Reichsbahn in allen
Zuggattun=
gen und in beliebiger Wagenklaſſe unter Entrichtung des
Fahr=
preiſes durch Abtrennung von Wertſcheinen aus dem von dem
Rei=
ſenden zu erwerbenden Wertſcheinheft auszufuhren. Die
Fahr=
preisermäßigung gegenüber dem Normaltarif wird bei den
Wert=
ſcheinheften zweckmäßig von etwa 10 bis 20 Prozent zu ſtaffeln
ſein.
4. Als weitere Maßnahme in der gleichen Richtung wird die
Einführung der „Halbkarte” in Vorſchlag gebracht, die gegen
Zahlung eines beſtimmten, je nach der Gültigkeitsdauer zu
ſtaffeln=
den Grundpreiſes den Inhaber berechtigt, ſämtliche
Reichsbahn=
ſtrecken in allen Zuggattungen und in beliebiger Wagenklaſſe zum
halben Fahrpreis zu benützen. Selbſt bei einer ſtarken Benützung
der Halbkarte wird bei entſprechenden Anſätzen für den
Grund=
preis im allgemeinen der den Reiſenden durch dieſe Einrichtung
zugute kommende Preisnachlaß gegenüber den Normaltarifen ſich
nicht höher als etwa auf 30—35 Prozent belaufen.
5. Ob es zweckmäßig iſt, gleichzeitig mit den genannten
Maß=
nahmen ein Generalabonnement einzuführen, mag dahingeſtellt
bleiben. Es dürfte ſich empfehlen, zunächſt einige Erfahrungen
mit der Bezirkszeitkarte, dem Wertſcheinheft und der Halbkarte
zu ſammeln, um im gegebenen Zeitpunkt das Werk des Ausbaues
der Eiſenbahn=Perſonentarife durch die „Vollkarte” zu krönen,
einen auf eine beſtimmte Wagenklaſſe lautenden Fahrtausweis,
der während ſeiner Gültigkeitsdauer zur unbeſchränkt freizügigen
Benützung im geſamten Reichsbahngebiet berechtigt.
6. Angeſichts der Verkehrsentwicklung der Nachkriegszeit wird
es nicht genügen, dem Wettbewerb des freizügigen Kraftfahrzeugs
durch einzelne Tarifmaßnahmen zu begegnen, die nach ihrer
Ge=
ſtaltung und nach ihren Auswirkungen ungerechterweiſe jeweils
nur einem beſchränkten Teil von Reiſenden zugute kommen
könn=
ten. Die Schiene wird den Wettſtreit mit der Landſtraße
viel=
mehr nur dann erfolgreich beſtehen können, wenn ſie ſich — je
eher, deſto beſſer — entſchließt, durch ein großzügig
aufge=
bautes Syſtemſich gegenſeitig
ergänzenderTarif=
vergünſtigungen, insbeſondere, auch für einzelne reiſende
Vielfahrer, den von den Verkehrstreibenden im Zeitalter des
Kraftwagens zu ſtellnden vielfältigen und verſchiedenen
Anforde=
rungen in möglichſt lückenloſer Weiſe zu entſprechen.
Aus dem Gerichksſaal.
Aw. Das Bezirksſchöffengericht verhandelte am Mittwoch
vormittag gegen vier junge Groß=Gerauer wegen
gefähr=
licher Körperverletzung. Die Burſchen hatten in der
Neu=
jahrsnacht die Freude über das ſcheidende Jahr gründlich mit Alkohol
begoſſen. Als ſie gegen 3 Uhr nachts die Wirtſchaft verließen, ſaß ihnen
der Teufel im Blut, und ſie fingen ohne jeden erſichtlichen Anlaß Streit
mit Paſſanten an. Der erſte und jüngſte Angeklagte, der in Groß=Gerau
ſchon den Ruf eines Rowdies genießt, gebärdete ſich dabei wie ein
Raub=
tier, indem er die auserſehenen Opfer plötzlich anſprang und ſie in
Backe oder Kehle biß. Davon will er natürlich heute nichts mehr wiſſen.
Nachdem er den einen auf ſolche Weiſe angeſprungen hatte, rief er die
anderen her, und zu 15—20 ſchlugen ſie auf den Mann ein, ſo daß er
bewußtlos zuſammenbrach. Als er wieder zu ſich kam, fehlten ihm zwei
Zähne. Auch die übrigen Angeklagten beſtreiten teilweiſe oder wollen
nichts mehr wiſſen. Durch die Beweisaufnahme werden ſie aber
über=
führt, und ſie werden ſämtlich wegen gemeinſchaftlicher
Kör=
perverletzung beſtraft, und zwar erhält der erſte
Ange=
klagte wegen zwei gefährlichen und einer einfachen Körperverletzung
neun Monate und eine Woche Gefängnis, der zweite,
der ſich ebenfalls ſehr rege beteiligte, wegen derſelben Delikte ſechs
Monate und zwei Wochen Gefängnis; der dritte wegen zwei
gefährlichen Körperverletzungen drei Monate und zwei Wochen
Gefängnis. Nach einem Monat Strafverbüßung ſoll ihm ein bedingter
Strafaufſchub von drei Jahren zugebilligt werden. Der vierte
An=
geklagte erhält wegen einer einfachen Körperverletzung drei Wochen
Gefängnis, für die ihm drei Jahre Bewährungsfriſt zugebilligt?
werden. Die beiden letzten erkennen das Urteil an. Da gegen den erſten
Angeklagten noch zwei Verfahren ſchweben, wird Haftbefehl gegen ihn
erlaſſen.
Am Donnerstag ſteht zunächſt ein 50jähriger Kaufmann
wegen Betrugs und Urkundenfälſchung vor dem
Be=
zirksſchöffengericht. Der Mann, der ſich im Beſitze einer wertvollen
Er=
findung glaubt, hatte verſchiedenen Geſchäftsleuten falſche Wechſel
aus=
geſtellt. Vor Gericht ſcheint er erheblich zu ſimulieren. Die Tränen
verhindern ihn am Sprechen, dabei weiſt er eine ganz beträchtliche
Vor=
ſtrafenliſte auf, und die Zeugen bekunden, daß er recht raffiniert vorging.
Er erhält wegen drei ſchweren Urkundenfälſchungen, eine in Tateinheit
mit Betrug, und wegen eines Betrugs insgeſamt fünf Monate
Gefängnis. Die Unterſuchungshaft wird mit ſechs Wochen
an=
gerechnet.
Es erſcheint dann ein Kaufmann, Geſchäftsführer der
Volks=
bank in Heppenheim, und ein Metzger aus Heppenheim
auf der Anklagebank wegen Urkundenfälſchung und
Be=
trugs zugunſten der Volksbank und zu Laſten des Vaters des
Metz=
gers. Der Metzger hatte nämlich ſein Konto auf der Volksbank
erheb=
lich überzogen und behauptet nun, der Geſchäftsführer und erſte
An=
geklagte habe ihn bewogen, auf einen Acker ſeines Vaters eine
weſent=
lich höhere Hypothek zu nehmen, als der Vater wußte und wollte. Der
Geſchäftsführer beſtreitet das. In Anweſenheit des 77jährigen Vaters
ſei nie von der Höhe der Hypothek die Rede geweſen, und er habe feſt
geglaubt, der alte Mann wiſſe genau Beſcheid. Der Geſchäftsführer
wird freigeſprochen, und der Metzger wird nicht wegen Beihilfe, wie
die Anklage lautete, ſondern wegen ſchwerer Urkundenfälſchung und
Urkundenunterdrückung — er hatte die Eintragungsurkunde des
Amts=
gerichts Lorſch an ſich genommen und beiſeite geſchafft — zu einem
Monat und einer Woche Gefängnis verurteilt.
Auf Wunſch des „rabiaten Ehemannes” aus unſerem Bericht am
Mittwoch, den 15. April, teilen wir mit, daß der Ehemann ſeine Frau
deshalb ſo „liebkoſte”, weil ſie ihm angeblich Wertſachen und wichtige
Papiere entwendet und ihn auf der Straße beſchimpft hatte.
— Charlie Chaplins „Lichter der Großſtadt” übt im Union=
Theater unveränderte Anziehungskraft aus. Um dem großen
An=
drang gerecht zu werden, ſind täglich vier Vorſtellungen
einge=
legt. Beginn: 2.45, 4.30. 6.15 und 8.20 Uhr. Jugendliche haben
Zutritt.
— Das Heliatheater wartet mit einer heiteren Tonfilm=
Operette „Der Tanzhuſar” auf. Oskar Karlweis, Friedl
Haer=
lin, Gretel Theimer, Ernſt Verebes, Albert Paulig, Jul.
Falken=
ſtein u. a ſind die Hauptdarſteller. Regie: Fred Sauer. Dazu
das gute Beiprogramm. Beginn: 3.45, 6 und 8.20 Uhr.
— Die Palaſt=Lichtſpiele, Grafenſtraße, zeigen zum letzten
Male im Doppelprogramm den Flieger=Senſationsfilm. „Die Jagd
nach der Erbſchaft‟. Dina Gralla in „Kehre zurück! Alles
ver=
geben!” beſtreitet den 2. Teil. Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
— Im Rahmen der Film=Morgenfeiern im Helia=Theater
wird am Sonntag vormittag 11.15 Uhr der Kulturfilm
„Emden III fährt um die Welt” letztmalig wiederholt.
— Nachtvorſtellung im Helia=Theater am Freitag und
Sams=
tag abend 10.45 Uhr. Hier wird das große Filmwerk „Die Ehe‟
gezeigt. Vorverkauf an der Tageskaſſe.
— Bildſpiele im Kleinen Haus. Die Ufa=Tonfilm=Operette
Die Drei von der Tankſtelle” wird noch bis
ein=
ſchließlich Dienstag, den 21. April, im Kleinen Haus zur
Vor=
führung kommen. Es finden täglich drei Aufführungen, um
15 Uhr, 17.30 Uhr und 20.15 Uhr ſtatt.
Gokkesdienſt der Ifrgelikiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge.
Freitag, den 17. April: Vorabendgottesdienſt 7 Uhr — Min,
Samstag, den 18 Anril: Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min,
Sabbatausgang 8 Uhr 15 Min.
Eottesdienſt an den Wochentagen.
Morgens 7 Uhr — Min. Abends 8 Uhr 15 Min.
Gebekzeiken in der Synagoge der Iſrgelikiſchen
Reſigionsgeſellſchaft.
Samstag, den 18. April: 2. Tag Rausch Chaudesch ljar.
Vorabend 6 UUhr 55 Mn. Morgens: 8 Uhr — Min. Nachmittags:
4 Uhr 30 Min. Sabbatausgang: 8 Uhr 15 Min
Wochentags: Morgens: 8 Uhr 45 Min. Nachmittags: 7 Uhr,
Nummer 106
Enkſchließung der Heſſiſchen Evangel. Bereinigung
zur Frage des Pädagogiſchen Inſtikukes.
EPH. Die Heſſiſche Evangeliſche Vereinigung
(Friedberger Konferenz) zu ihrer, aus allen Kreiſen des Landes zahlreich
beſchickten Hauptverſammlung in Frankfurt verſammelt, nimmt mit
Be=
fremden und Bedauern Kenntnis davon, daß trotz der mannigfachen
und verſchiedenſeitigen wohlbegründeten und ernſtlich vorgebrachten
Einſprüche gegen die Aufhebung des Pädagogiſchen Inſtituts zu
Darm=
ſtadt und deſſen Zuſammenlegung mit dem Inſtitut in Mainz die
Durch=
führung dieſer Maßnahme nunmehr durch Verfügung des Miniſteriums
für Kultus und Bildungsweſen auf dem Verwaltungswege angebahnt iſt.
Indem die Heſſiſche Evangeliſche Vereinigung ſich demgegenüber
die von verſchiedenen Seiten an zuſtändiger Stelle und in der
Oeffent=
lichkeit erhobenen Einwände zu eigen macht, ſpricht ſie gegen die
Auf=
hebung des Darmſtädter Inſtituts ſchärfſten Proteſt aus, und fordert
ihre Mitglieder und alle Evangeliſchen wie andere Kreiſe des Landes
auf, für die Belaſſung des Pädagogiſchen Inſtituts in Darmſtadt in
Verbindung mit der Techniſchen Hochſchule auf das tatkräftigſte
einzu=
treten.
Aus den Parkeien.
Deutſche Staatspartei — Kreisverein
Darm=
ſtadt. Am Samstag, den 18. April, nachmittags, findet in
Darm=
ſtadt in der Geſchäftsſtelle der Partei eine Sitzung der
Vertrau=
ensleute und Ortsgruppenvorſtände des Kreisvereins Darmſtadt
der Deutſchen Volkspartei ſtatt. Auf der Tagesordnung ſtehen
politiſche Referate ſowie die Erörterung von Organiſationsfragen.
Freitag, den 17. April 1931
Seite 7
Ans Heſſen.
— Johannesgemeinde. Wie aus der Anzeige im
geſtrigen Blatt erſichtlich, veranſtaltet der Männergeſangverein
Liederzweig unter der Leitung des bewährten Chormeiſters
Wilhelm Etzold in der Johanneskirche am Sonntag, dem 19.
April abends 8 Uhr, zum Beſten der Nothilfe in der Gemeinde
ein Wohltätigkeitskonzert. Die allgemein geſchätzte Künſtlerin
Frau Suſanne Horn=Stoll hat ihre Mitwirkung zugeſagt. Es
werden Männerchöre, Lieder und Orgelſtücke von Bruckner, Reger,
Mendelsſohn=Bartholdy, Schubert, Grell, Knab und Rheinberger
zu Gehör kommen. Die Preiſe ſind 1 Mk. und 50 Pf. Karten
ſind zu haben bei Lina Paul und beim Kirchendiener,
Kahlert=
ſtraße 26.
— Schloßkeller Alexanderſtraße. Das zurzeit täglich
ſpielende Orcheſter (Kapelle Weber) hat bereits einen
Freundes=
kreis gefunden, und ſind die Konzerte ſehr gut beſucht. Bei guter
Muſik, mit bekannt reichlich viel Abwechſlungen im Programm,
läßt ſich’s im Schloßkeller gut ſein. Dieſe Konzerte bieten dem
Beſucher nach Art der Münchener großen Bierlokale Genuß und
Ablenkung. Gediegne Muſik bis zur Steigerung ins Gemütliche
werſteht ja auch bekanntermaßen der Leiter dieſer Konzerte,
Matthias Weber, ausgezeichnet wiederzugeben. Für heute
(reitag, iſt ein Rheinländer=Abend vorgeſehen. wozu
auch alle ſonſtigen Landsleute herzlich willkommen ſind. Schöne
Stunden ſtehen in Ausſicht.
Vereinskalender.
— Bürgergeſangverein 1863, Beſſungen. Zweite
Wanderung am Sonntag, den 19. April. nach Jugenheim: 1.30 Uhr
Abfahren. Von Jugenheim durch das Stettbacher Tal zurück über
Den Frankenſtein. Eberſtadt nach Darmſtadt.
Bezirk Darmſtadt der
Kriegerkamerad=
chaft Haſſia. Sonntag, den 19 d. M., nachm. 2.30 Uhr,
Reſtaurant „Stadt Coburg” 1. Bezirkstag.
Tageskalender für Freitag, den 17. April 1931.
Seſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19.30 Uhr
Ende gegen 22.30 Uhr, E 22: „Der Hauptmann von Köpenick”.
— Kleines Haus. 15, 17.30, 20.15 Uhr: Ufa=Tonflim=Operette:
„Die Drei von der Tankſtelle”. — Orpheum, 20.15 Uhr:
Konzerte: Zur Oper,
„Und ſie betrügt dich doch!"
Schloßkeller, Tropfſtein, Theater=Reſtaurant. —
Kinovor=
ſtellungen; Union= Helia= und Palaſt=Lichtſpiele; Helia,
22.45 Uhr: Nachtvorſtellung „Die Ehe‟ Heag=Haus,
Luiſenſtraße 12. 20 Uhr: „Die elektriſche Küche‟,
Dd. Arheilgen, 16. April. Gemeinderatsſitzung. Zu 1.
liegt ein Geſuch des für den ausgeſchiedenen Peter Rühl nachgerückten
Gemeinderats Herrn Bernhard Schneider vor, worin Schneider
er=
ſucht, ſein ſofortiges Ausſcheiden aus familiären Gründen genehmigen
zu wollen. Der Gemeinderat entſchied in dieſem Sinne. — Zu 2.
Ver=
ſicherungs= und Beitragspflicht der Gemeindebeamten zur
Arbeitsloſen=
verſicherung, ſtimmt der Gemeinderat einem Vergleich mit dem
Landes=
arbeitsamt zu, wonach die Gemeinde eine endgültige Abfindung von
1377,89 RM. zu zahlen hat. — Zu 3. wird dem Konzeſſionsgeſuch des
Peter Hahn 7., Gaſthaus „Zur Sonne” betr. Erweiterung ſeiner
Wirt=
ſchaftsräume ſtattgegeben. — Punkt 4: Waſſerverſorgung am
Bahn=
hof Kranichſtein, wird zur nochmaligen Bearbeitung zurückgeſtellt.
Zu Punkt 5 wird vom Gemeinderat eine Vorrangseinräumng genehmigt.
Zu 6. Feſtſetzung von Ausnahmetagen, ſollen 20 Ausnahmetage vom
geſetzlichen Ladenſchluß befürwortet werden. — In der anſchließend
ſtattfindenden geheimen Sitzung wurde beraten über die Anlage von
Gemeindegeldern, Geländetauſch, Pachtermäßigung, Steuerſtundungen,
Mieterläſſe, Uebernahme von Kurkoſten uſw. Auch ein Antrag der
hie=
ſigen Freidenkergemeinde um Gewährung eines jährlichen
voranſchlags=
mäßigen Zuſchuſſes von 400 RM. für ihre Kulturpropaganda ſtand zur
Beratung. Nach einer kurzen Erklärung des Sprechers der bürgerlichen
Gemeinderatsfraktion verließen die bürgerlichen Gemeinderäte den
Sit=
zungsſaal und ſtellten damit für dieſen Beratungsgegenſtand die
Be=
ſchlußunfähigkeit des Gemeinderats her. — Der evangeliſche
Frauenverein eröffnet am Montag, 20. April, einen
Nähkur=
ſus. Anmeldungen hierzu ſind im Pfarrhaus oder bei den Helferinnen
des Frauenvereins abzugeben. — Freitag, 17. April, vormittags 8.15
Uhr, findet die diesjährige Herdbuchkörung des
Rinderzuchtver=
eins Arheilgen ſtatt. Die anzukörenden Tiere ſind um dieſe Zeit an der
Viehtrift der Körkommiſſion vorzuführen.
J. Griesheim, 16. April. Gemeinderatsbericht. 1. Die
nachſtehenden Arbeiten und Lieferungen wurden wie folgt vergeben:
Die Errichtung des Bahndurchlaſſes und der Stauſchleuſe am
Küchlers=
graben dem Bauunternehmer Peter Ritter 5., hier, zum Angebotspreis
von 2820 Mk.; die Lieferung und Anbringung von Vorhängen für das
dritte Schulhaus dem Ludwig Feldmann 1., hier, zum Angebotspreis,
und zwar 17,80 Mk. für einen großen Vorhang und 13 Mk. für einen
kleinen Vorhang. 2. Die Firma Gebrüder Müller, hier, hat mehrere
Anſchlüſſe an die Waſſerleitung, von denen einer nicht benutzt wird.
Auf ihren Antrag wurde ſie von der Zahlung der Anſchlußgebühr für
dieſen Anſchluß befreit. 3. Die Angelegenheit, betreffend Anſtellung
eines neuen Hausmeiſters, wurde nach kurzer Ausſprache in die
ge=
heime Sitzung verwieſen. 4. Hausmeiſter Leber hat an den Gemeinderat
das Erſuchen gerichtet, ihn in das fünfte Schulhaus zu verſetzen. Dem
Erſuchen wurde entſprochen. 5. Die Gemeinde trägt zurzeit die
Kranken=
verſicherungsbeiträge für die Ausgeſteuerten, die einen monatlichen
Auf=
wand von 1000 Mk. erfordern. Die Entſcheidung darüber, ob dieſe
Ein=
richtung auch für die Folge beſtehen bleiben oder an deren Stelle eine
andere Einrichtung treten ſoll, wurde auf eine der nächſten Sitzungen
zurückgeſtellt. 6. Die Gemeinde war mangels vorhandener Mittel
ge=
zwungen, die Wohlfahrtsunterſtützungen ſowie die Klein= und
Sozial=
rentner=Unterſtützungen in letzter Zeit wiederholt in verkürzter Form
zur Auszahlung zu bringen. Ein Antrag der K.P.D. verlangt nun die
alsbaldige Nachzahlung der einbehaltenen Beträge. Der Vorſitzende,
Herr Bürgermeiſter Feldmann, bemerkte hierzu, daß ihm trotz der
an=
geſtrengteſten Bemühungen die Beſchaffung der erforderlichen Gelder
bisher nicht gelungen ſei, daß aber, ſobald die Geldmittel hierfür
ſicher=
geſtellt ſeien, die Nachzahlung erfolgen ſolle. Eine Beſchlußfaſſung
er=
übrigte ſich, da ja die Ausgaben bereits bewilligt ſind. Bei der
Er=
örterung dieſer Angelegenheit wurde verſchiedentlich nachdrücklichſt
be=
tont, daß die überaus hohen Wohlfahrtslaſten auf die Dauer für die
Gemeinde untragbar ſeien, und daß von ſeiten des Reiches, des Staates
deshalb benutze man das weltberühmte Exlepäng”. Gibt ergrautem
Haare die Jugendfarbe auf natürlichem Wege wieder. Wirkt nach und
nach. Vollſtändig unſchädlich. Seit 33 Jahren Weltruf. Von tauſenden
Aerzten, Profeſſoren uſw. gebraucht und empofhlen. Preis 6,30 RM.
Für ſchwarze Haare „Extra ſtark” 10,80 RM. Erhältlich in
Parfü=
merien, Friſeurgeſchäften, Drogerien uſw., wo nicht, direkt zu haben
Parfümeriefabrik „Exlepäng”, Berlin SO. 131, Muskauer Straße 9.
(TV.3954)
Maif Das Goldmundstick ist wie ein
MEUERBURG
Wächter vor das Aroma zarter
Hr
Zigaretten gesetzt. Es bewahrt den
notwendigen Querschnitt, es isoliert
teuchte Lippen vor trockenem Papier
und umgekehrt; es stört weder durch
Geschmack noch durch Geruch. Bitte
sehen Sie im Goldmundstück keine
Außerlichkeit und besonders nicht bei
feinaromatischen Zigaretten.
Gerade Ravenklau mit ihrem
außer-
ordentlich zarten Aroma muß ein
Goldmundstück haben. Es wacht
dar-
über, daß Ihr Genuß in keiner Weise
beeinträchtigt wird.
und des Kreiſes unbedingt Hilfe gebracht werden müſſe. 7. Der
Sport=
klub „Viktoria” hat anläßlich ſeines demnächſtigen 25jahrigen Jubilaums
eine Reihe ſportlicher Veranſtaltungen geplant und hat aus dieſem
An=
laß um Gewährung eines Zuſchuſſes zum Ankauf von Wertgegenſtänden
nachgeſucht. Das Erſuchen wurde mangels vorhandener Mittel
ab=
ſchlägig beſchieden. 8. Aus Anlaß des Ausbaues des Küchlersgrabens iſt
der Ankauf weiterer dreier Grundſtücke mit einem Flächeninhalt von
zirka 5000 Quadratmetern erforderlich geworden, während eine Anzahl
von Grundſtücksreſten mit einem Flächeninhalt von zirka 3000
Quadrat=
metern entbehrlich geworden iſt. Der An= bzw. Verkauf wurde
geneh=
migt. 9. Der Tariflohn des Unternehmers Vetter für die Ausbauarbeiten
am Küchlersgraben, der pro Stunde 1,10 Mk. betrug, iſt am 1. April
d. J. abgelaufen. Der Gemeinderat erklärte ſein Einverſtändnis zur
Weiterzahlung dieſes Tariflohnes.
F. Eberſtadt, 15. April. Schulbeginn. Der Schulbeginn iſt auf
den 2. April feſtgeſetzt. An dieſem Tage werden auch in der
Eleonoren=
ſchule um 8.30 Uhr die Schulneulinge aufgenommen. Schulpflichtig ſind
alle Kinder, die bis zum 1. Mai 1931 das ſechſte Lebensjahr vollendet
haben werden. Es können jedoch auch ſolche Kinder aufgenommen
wer=
den, die erſt in der Zeit vom 1. Mai bis 30. September 1931 6 Jahre
alt werden. Der Impfſchein iſt vorzulegen. —
Straßenſper=
rung. Die Alte Darmſtädter Straße von der Wilhelm= bis zur
Schil=
lerſtraße iſt wegen Herſtellungs= und Befeſtigungsarbeiten für jeglichen
Kraftfahrzeug= und Fuhrwerksverkehr bis auf weiteres geſperrt.
Vergebung einer Lieferung. Die Lieferung von 51 Zentner
Saatkartoffeln für den Waldfeldbau iſt auf dem Submiſſionswege zu
vergeben. Angebote für weißfleiſchige Kartoffeln ſind bis 20. ds. Mts.
bei der Bürgermeiſterei einzureichen.
F. Eberſtadt, 15. April. Aus dem evgl. Frauenverein.
Der evgl. Frauenverein verſammelte ſich geſtern abend im Saal „Zum
Bergſträßer Hof” (Peter) zu einem Kaffeekränzchen, das den
erwüinſchten guten Verlauf nahm. An den mit Kaffee und Kuchen
ge=
deckten Tiſchen hatten mehr als 200 Frauen Platz genommen und einige
Stunden der geſelligen Unterhaltung gewidmet. Unter der Leitung
ihres Führers, Pfarrer Weißgerber, führten die Jugendgruppen
Geſänge, Reigen und Spiele auf und ſchufen damit ein Programm, wie
man es ſich für den Zweck dieſes Abends beſſer nicht hätte wünſchen
können. Dafür ernteten ſie den Beifall der Frauen, die den einzelnen
Darbietungen mit ſpannender Aufmerkſamkeit folgten. —
Kirchen=
chor. Der Kirchengeſangverein, der an den hinter uns liegenden
Feiertagen den Gottesdienſt durch ſeine geſangliche Mitwirkung
mehr=
fach ſo ſchön ausgeſtaltete, benötigt noch einige gute Männerſtimmen.
Anmeldungen nimmt Pfarrer Weißgerber entgegen.
Aa. Eberſtadt, 15. April. Turnen und Wandern. Der
Turnverein 1876 E. V. unternimmt am kommenden Sonntag, den
19. April ſeine 5. Wanderung. Sie führt durch das Modautal über
Groß=Bieberau nach Reinheim. — Der hieſige Zweigverein des
Fecht=
vereins Waiſenſchutz hält am Samstag abend (18, April) im
Gaſt=
haus „Zum Mühltal” eine Mitgliederverſammlung ab.
f. Roßdorf, 16. April. Miſſionsvortrag. Am Freitag, den
17. April, abends 8.30 Uhr, findet in der Kirche ein Miſſionsvortrag
von Miſſionar Richter=Heidelberg über: „Die Miſſion unter den
Kanni=
balen” mit Lichtbildern ſtatt. — ABC=Schützen. Am Montag, den
20. April, vormittags 9 Uhr, findet die Aufnahme der ABC.=Schützen
im Schulhaus (Schulgaſſe) ſtatt; Impfſcheine ſind bei der Aufnahme
vorzulegen. — Arbeitsmarkt. Die Kleiderfabrik Adler hat ihren
Betrieb wieder voll aufgenommen. Zurzeit werden 130 Perſonen
be=
ſchäftigt, was ſehr zum Rückgang der Arbeitsloſigkeit beigetragen hat.
Weitere Arbeitskräfte können noch zur Einſtellung gelangen.
* Traiſa, 15. April. Liederkonzert. Hiermit wird nochmals
auf das am Sonntag, 19. April, ſtattfindende Konzert des
Arbeiter=
geſangvereins „Eintracht” hingewieſen. Die „Eintracht” unter Leitung
des Dirigenten Herrn M. Herfurth aus Darmſtadt wird mit dieſem
Kon=
zeit wiederum den Beweis erbringen, daß ſie es mit der Pflege des
deutſchen Liedes und des Männergeſanges ſowie der Volksbildung ernſt
nimmt.
T. Dieburg, 15. April. In den Ruheſtand tritt mit Wirkung
vom 1. Juni d. J. Herr Oberamtsrichter Pullmann vom
hie=
ſigen Amtsgericht. Da derſelbe am 15. April auf einige Wochen
in Urlaub geht, wird während dieſer Zeit Herr Gerichtsaſſeſſor
Hans Steffan ſeine Stelle vertreten.
Bz. Reinheim, 16. April. Am Samstag, 25. d. M., findet der
alt=
bekannte Faſel= und Zuchtviehmarkt in Reinheim ſtatt. Es
iſt hierbei die beſte Gelegenheit für Gemeinden und deren Kommiſſionen,
Zuchtfaſel, Zuchteber uſw. anzukaufen. Bei dem Markt findet
unentgelt=
liche Körung ſtatt. Weibliche Zuchttiere werden prämiiert und ſind
an=
ſehnliche Preiſe hierfür ausgeſetzt.
Die Sigarette mit Sem Golsmungſtück
Packung 60 Pfennig
HAUS NEUERBURG G-M-BH
Freitag, den 17. April 1931
Nummer 106
Seite 8
Zur Bekämpfung der Schnakenplage am Rhein
und im kied.
Man ſchreibt uns: Die übliche Winterbekämpfung der
Schna=
ken durch Ausſpritzen der Keller mit Flit oder ähnlichen Mitteln,
von der die Preſſe aus vielen Orten zu berichten wußte, dürfte
jetzt überall beendet ſein. Wer ſich einbildet, mit dieſer Methode
allein der Schnaken Herr zu werden, irrt gewaltig. Die
Vernich=
tung der überwinternden Weibchen der Hausſchnaken in den
Kel=
lern kann nur als ein Glied in der Kette der
Bekämpfungsmaß=
nahmen betrachtet werden. Viel wichtiger und
erfolgverſprechen=
der ſcheint uns für unſere Gegend die Sommerbekämpfung in den
Großbrutſtätten zu ſein, wie ſie nach einem Artikel im „
Darm=
ſtädter Tagblatt” eben an der mittleren und ſüdlichen Bergſtraße
in großem Stile organiſiert wird. Dort hat man hauptſächlich
unter den „Wieſenſchnaken” zu leiden. Die Stadt Heppenheim
hat im letzten Sommer einen großangelegten Bekämpfungsverſuch
auf biologiſcher Grundlage mit überraſchendem Erfolg
durchge=
führt. Milliarden — nicht Millionen! — von Larven wurden mit
ganz geringen Mitteln durch die Saprolbehandlung im Verlauf
von wenigen Tagen in den Großbrutſtätten im Bereich des alten
Neckarbettes erfaßt und vernichtet. Durch wiſſenſchaftliche
Kon=
trolle wurde das Ergebnis einwandfrei feſtgeſtellt. Dankbar
er=
kannte die eingeſeſſene Bevölkerung die Linderung der Plage an,
und Sommergäſte fühlten ſich wieder in ihrer altgewohnten
Som=
merfriſche wohl. Nach dem Heppenheimer Muſter hat man jetzt
auch in den benachbarten badiſchen Gemeinden unter Führung der
Stadt Weinheim Ortsausſchüſſe zur Bekämpfung der
Schnaken=
plage organiſiert. Auch auf die Waldſchnaken” deren Brutſtätten
hauptſächlich in hohlen Baumſtümpfen zu ſuchen ſind, hatte man
ſchon im letzten Sommer ein Augenmerk. Daneben wurde die
Be=
kämpfung der „Hausſchnaken” in Waſſeranſammlungen bei den
Gehöften eifrig fortgeſetzt.
Wenn papiernerne Verfügungen der Behörde die Schnaken aus
der Welt ſchaffen könnten, wären wir die Quälgeiſter, unter denen
Menſchen und Tiere in gleicher Weiſe zu leiden haben, ſchon längſt
los. Mit den bisherigen Bekämpfungsmaßnahmen geht es nicht.
Es müſſen andere Wege eingeſchlagen werden. Und die
Wiſſen=
iſchaft verfügt über andere, wirkſame Methoden. Demnächſt
wer=
den die zuſtändigen Stellen an alle Gemeinden am Rhein und im
Ried herantreten, um von Ort zu Ort Ausſchüſſe zur Bekämpfung
der Schnakenplage auf die Beine zu ſtellen. Keine Gemeinde des
Gebietes darf ſich ausſchließen! Bis zum Beginn der
Frühjahrs=
bekämpfung Ende April wird ein Stab von wiſſenſchaftlich
ge=
ſchulten Herren zur Verfügung ſtehen, der die Bekämpfung in den
einzelnen Zentren leitet. Es darf damit gerechnet werden, daß
die Städte und größeren Gemeinden des Gebietes führend und
mit gutem Beiſpiel vorangehen. Die ganze Bevölkerung muß für
die brennende Frage intereſſiert und in die Abwehrfront
einbe=
zogen werden.
Wenn ein lückenloſes Netz über die ganze Gegend geſpannt
wird, dann darf die Bevölkerung hoffen, von der Plage befreit
zu werden. Die Myriaden von Schnaken müſſen in den
Brut=
ſtätten aufgeſtöbert und vernichtet werden. Wir vertrauen auf
die zahlreichen Biologen. Sie dürfen ſich der Mitarbeit nicht
ent=
ziehen, wenn es gilt, den Mitmenſchen einen Dienſt zu erweiſen.
Drum mit Frühjahrsbeginn auf in den Kampf gegen das läſtige
Ungeziefer im Intereſſe der geplagten Menſchheit und der von
den Blutſaugern gepeinigten Tierwelt!
DM. Wolfskehlen, 16. April. Generalverſammlung der
Spar= und Darlehenskaſſe Wolfskehlen. Dieſer Tage hielt die Spar=
und Darlehenskaſſe ihre Generalverſammlung für 1980 auf dem
Nat=
hauſe ab. Es waren 56 Mitglieder erſchienen. Die Aktiva wurde je zur
Hälfte der Reſerve und Betriebsrücklagen überwieſen.
Bh. Dudenhofen, 13. April. Hohes Alter. Am Montag konnte
der weit über die Grenzen unſerer engeren Heimat bekannte und
ge=
achtete „Poſtwirt”, der Beſitzer des Gaſthauſes „Zur alten Poſt”, Joh.
Phil. Kratz V., bei voller körperlicher und geiſtiger Friſche ſeinen 75.
Geburtstag feiern. Vor vier Jahren konnten die Eheleute Kratz bereits
die Goldene Hochzeit feiern. Viele Jahre lang bekleidete J.. Ph. Kratz
unter ſchwierigen Verhältniſſen das Amt eines Poſtagenten. Daneben
war er als tüchtiger und geſchickter Wagner geſchätzt. Durch ſein
laute=
res Weſen und ſeine ſtete Hilfsbereitſchaft erwarb er ſich in unſerer
Ge=
meinde und darüber hinaus die Achtung und Wertſchätzung aller, die
ihn kennen.
Aa. Offenbach, 14. April. Baumfrevel. In der Gemarkung
Bieber wurden auf einem Grundſtück, das einem Lederwarenfabrikanten
gehört, an über fünfzig Obſtbäumen die Kronen abgebrochen. Es
han=
delt ſich offenbar um einen Racheakt. — Leichenländung. In
der Nähe des Hafens wurde die Leiche eines ungefähr 60 Jahre alten
Mannes aus der Domſtraße geländet, der ſich bereits Mitte März in
ſelbſtmörderiſcher Abſicht in den Main geſtürzt hatte.
p. Offenbach, 14. April. Ein früher bei der hieſigen
Stadtverwal=
tung beſchäftigter Baurat war wegen fahrläſſigen Falſcheides von
der Darmſtädter Strafkammer zu Gefängnisſtrafe verurteilt worden,
worüber in dieſem Blatte berichtet wurde. Auf Reviſion des
Angeklag=
ten hatte das Reichsgericht dieſes Urteil aufgehoben und die Sache zur
nochmaligen Verhandlung an die Mainzer, Strafkammer
zurückver=
wieſen. Dieſe hat nun den Angeklagten freigeſprochen.
P. Rüſſelsheim, 13. April. Kleinkaliberſchießen. Der
Militärverein Rüſſelsheim eröffnete am Sonntag ſeinen im Gelände des
alten Schützenhauſes an der Darmſtädter Straße neu errichteten
Schei=
benſtand für das Uebungsſchießen ſeiner Kleinkaliberſchützenabteilung
bei guter Beteiligung. — Weißer Sonntag. In der hieſigen
katholiſchen Kirche gingen am Sonntag 36 Kinder (17 Knaben und 19
Mädchen) zur erſten Kommunion, eine Zahl, die bisher in der rapid
wachſenden katholiſchen Kirchengemeinde unſerer Stadt noch nicht
er=
reicht wurde.
P Rüſſelsheim 15. April. Unfälle. Während eines
Sonntags=
ausflugs in den Rheingau verunglückte der Schloſſer Albert Dertel von
Rüſſelsheim durch Sturz vom Motorrade ſo unglücklich, daß er einen
Schädelbruch erlitt. Auf der Landſtraße Rüſſelsheim—Groß=Gerau wurde
ein Radfahrer, der eine Straßenkreuzung paſſieren wollte, von einem
Perſonenauto erfaßt, zum Sturz gebracht und erheblich verletzt.
*Beſuche in ſüddeutſchen Vollblutgeſtüten.
u. 1. 0. v. Weinbergs Waldfried.
Ein Beſuch in Waldfried wirkt immer wieder wie eine Senſation;
iſt doch das Geſtüt, in dem Feſta ſtand, von dem aus ihre Kinder
Feſtino, Fels, Fauſt, Fabula und Fervor ihre
Sieges=
laufbahn antraten, für Deutſchland klaſſiſchſter Boden der
Vollblut=
zucht. Es iſt nicht zu viel behauptet, daß die geſamte deutſche
Vollblut=
zucht von Waldfried aus eine Befruchtung in ideeller und durch das
Wunderblut der Feſta in tatſächlicher Beziehung erfahren hat, ohne die
ſie kaum auf der heutigen Höhe ſtehen würde. Die Herren von
Wein=
berg haben in Deutſchland züchteriſch mit ſeltenem Mut neue Wege
be=
ſchritten, die nach den ſenſationellen Erfolgen Allgemeingut wurden.
Heute führt ein anſehnlicher Prozentſatz der deutſchen Vollblüter dank
der Beſchälertätigkeit von Feſtino, Fels und Fervor und deren Söhnen
Feſtablut.
Das Geſtüt umfaßt etwa 350 Morgen und liegt — ein Fall, der in
Deutſchland, vielleicht ſogar in der ganzen Welt, einzig daſteht — in
ſeinem ganzen Umfang innerhalb der Bannmeile einer Großſtadt,
näm=
lich Frankfurt a. M.
An Beſchälern ſtehen in Waldfried, nachdem der unvergeßliche
Pergoleſe im Auguſt vorigen Jahres eingegangen iſt, der Senior
der Waldfrieder Deckhengſte, der jetzt 25jährige Fervor, der letzte
noch lebende Sohn der großen Feſta, ſein würdigſter Sohn Graf
Ferry, ſowie der Pergoleſeſohn Aurelius. Zu den Waldfrieder
Deckhengſten ſind 24 fremde Stuten angemeldet; bei der Ueberſetzung
der deutſchen Vollblutzucht mit guten Beſchälern, eine relativ ſtarke
In=
anſpruchnahme. Von den eigenen Mutterſtuten des Geſtüts gehen nur
vier zu fremden Hengſten; alle übrigen ſind, wie üblich, auf die eigenen
Hengſte, die damit die beſten Chancen erhalten, verteilt.
Die Mutterſtutenherde umfaßt zur Zeit 30 Köpfe; ſie hat in den
letzten Jahren durch den Abgang einer ganzen Anzahl älterer und die
Neueinſtellung junger Stuten eine erhebliche Verjüngung erfahren. Mit
Ausnahme der Amerikanerin Manila und den 1928 importierten
vier erſtklaſſigen Engländerinnen Chriſtol, Jane Pierney,
Lady Mabel und Veſta ſtammen ſämtliche Mutterſtuten aus der
eigenen Waldfrieder Zucht, zum größten Teil auch von bereits ſelbſt
gezogenen Hengſten. Waldfried hat damit eine Bodenſtändigkeit
er=
reicht, wie ſie kein anderes Geſtüt in Deutſchland aufweiſen kann. Einige
Stutenfamilien, deren Blut ſorgſam gepflegt und geſammelt wird,
geben der Zucht von Waldfried ihren typiſchen Charakter; ſo vor allem
die über Fabula erhaltene weibliche Linie der Feſta, die Familie der
Anmut, aus der ein Augias und ein Aurelius hervorgegangen iſt,
ſowie die der Grave und Gray, der Mutter Graf Ferrys, die ſich
alle zu blühenden Stämmen entwickelt haben.
Der Jahrgang von 1930 beſteht aus 22 Produkten, unter denen
allerdings nur fünf Hengſte ſind; eine Verteilung auf die Geſchlechter,
die man für den Rennſtall nicht allzu gern ſieht. An Faland von
Landgraf a. d. Fauſtina iſt allerdings ein ganz kapitaler Hengſt
vor=
handen, dem ganz beſondere Hoffnungen gelten. Vielleicht iſt er
be=
rufen, das Feſtablut zu neuen großen Ehren zu bringen!
M. J. Oppenheimers Erlenhof.
Mit berechtigter Erwartung betritt man die Scholle, der ein Graf
Iſolani, ein Libertas entſtammen. Um es vorweg zu nehmen: ſelbſt
hochgeſpannte Erwartungen werden durch das, was man zu ſehen
be=
kommt, übertroffen. Herr M. J. Oppenheimer, der ſportbegeiſterte
Frankfurter Rennmann, der erſt vor ſieben Jahren Erlenhof
begrün=
dete, hat eine Zuchtſtätte geſchaffen, die ſich den alten traditionsreichen
Geſtüten, die ſeit Jahrzehnten Weltruf haben, würdig an die Seite
ſtellt.
Eine halbe Autoſtunde von Frankfurt, am Südhange des Taunus,
eingebettet in einen nur nach Süden offenen Halbkreis von Wäldern,
liegt Erlenhof faſt auf 400 Meter Höhe. 300 Morgen ſind die Koppeln
groß; jede iſt geräumig und hat eine ſogenannte Remiſe, eine kleine
Einfriedigung mit Bäumen, in der die Pferde nach Verlangen Schutz
vor allzu ſengenden Sonnenſtrahlen oder vor Sturmwind finden
kön=
nen. Das große Hauptſtallgebäude iſt unter der Deviſe „Luft und Licht”
gebaut. Um die geräumige Deckhalle herum ſind die Boxen gruppiert.
Alle, außer denen der Deckhengſte, ſind nach vorn in anderthalb Meter
Höhe offen, damit die Pferde ſich nicht wie gefangen fühlen, ſondern
ihre Kameraden jederzeit ſehen können. Abwaſchbare flache Krippen,
Salzſtein und Waſſertrog ſorgen in jeder Box für den notwendigen
„Komfort”. Ueber jeder iſt ein aufklappbares Fenſter. Jedes Pferd
hat an ſeiner Box ſeine „Vſitenkarte” mit Stammbaum.
An Deckhengſten ſteht in Erlenhof neben dem eigenen Stallion
La=
land noch der Derbyſieger Ferro und Wallenſtein, der
Champion der Deckhengſte von 1930 und Vater von Alba. Die
kom=
mende Deckperiode wird nach Erlenhof reges Leben bringen. Laland,
der in ſeinen erſten Jahrgängen eine Libertas, einen Serapis, eine
Athanaſie gebracht hat und damit den Oppenheimerſchen Stall mit
einem Schlag in die vorderſte Reihe geſtellt hat, wird natürlich wieder
ſtark begehrt werden. Den Rekord hält aber Wallenſtein, zu dem nicht
weniger als 27 fremde Stuten angemeldet ſind.
Die Mutterſtutenherde umfaßt 26 Köpfe. Leider iſt Iſabella,
die Mutter von Graf Iſolani, nicht mehr unter ihnen; ſie ging
bekannt=
lich wenige Monate nach deſſen Geburt ein. Doch hat Erlenhof inſofern
verſucht, einen Erſatz zu ſchaffen, als es neuerdings die 1922 in
Schlen=
derhan von Prunus a. d. Jſolde gezogene Idol erworben hat, die
gleich Iſabella der berühmten Ibidem=Familie entſtammt.
Der Jahrgang von 1930 — die jetzigen Jährlinge — iſt zahlenmäßig
verhältnismäßig gering ausgefallen; er beſteht nur aus fünf Hengſten
und fünf Stuten. Indeſſen ſollten Hengſte wie Athos von
Flam=
bohant a. d. Athanaſie und Mascagni von Captain Cuttle a. d.
Maraviglia berufen ſein, ihrer heimatlichen Scholle neuen Ruhm
ein=
zutragen.
Frau Irmgard v. Opels Weſterberg.
Im Rheinheſſiſchen, wenige Kilometer ſeitab von Ingelheim, liegt
auf den Rheinhöhen Gut und Herrſchaft Weſterhaus, das Heinrich
von Opel, der vor zwei Jahren allzu früh verſtorbene Großinduſtrielle
und vorbildliche Sportsmann, mit glücklicher Hand in ſeinen Beſitz
ge=
bracht hatte. Die Geſchichte des Beſitztums wird bis auf Karl den
Gro=
ßen zurückgeführt, der gemäß aufgefundenen Urkunden dort ein
Muſter=
gut errichtet hat, und das ſcheint es auch jetzt noch zu ſein, wenn der
winterliche Beſucher und landwirtſchaftliche Laie ſich auf Grund des
Ge=
ſchauten ein Urteil anmaßen darf: Blitzblanke Stallungen, zwei
lang=
geſtreckte Bauten mit geräumigen Ausläufen für die Schweinezucht mit
grunzendem und quiekendem Inhalt; Geflügelfarm; geheimnisvolle
maſchinelle Anlagen für die Milchwirtſchaft u. dgl. mehr zeugen von
der Fortführung der Tradition. Das Schönſte aber iſt, wie ſollte es
am Rhein auch anders ſein, daß die Weinberge die Hänge hinaufklettern
und man im Herbſte beinahe von den Fenſtern des Herrenhauſes aus
die Trauben pflücken kann. — Ueber all dieſen Herrlichkeiten ſchweift
der Blick hinab ins Tal, wo der Rhein ſeine Bahn zieht.
In dieſem Rahmen liegt das Geſtüt „Weſterberg‟! Seit ſieben
Jahren ſteht ihm Geſtütmeiſter Lühr vor, den es von der Waſſerkante
an den Rhein verſchlagen hat. Die Geſtütskoppeln ſind 120 Morgen
groß; ſie haben vor kurzem eine Berieſelungsanlage erhalten, die auf
jeder der 12 Koppeln große ſonnengeſchützte Waſſertröge ſpeiſt. Um die
Koppeln herum läuft eine Galoppierbahn.
Die Stallungen, meiſt neueſten Datums ſind praktiſch eingeteilt,
Ein Stall für die Mutterſtuten, je einer für die Jährlinge und Fohlen
und einer für Hengſte. In einem der Ställe iſt eine Anlage für
Höhenſonnenbeſtrahlung, von der häufig mit beſtem Erfolg Gebrauch
gemacht wird.
Sechzehn Mutterſtuten werden in der kommenden Deckperiode
be=
nutzt. Die Hälfte nimmt die Dienſte des Stallions Kairos in Anſpruch,
während acht auf die Reiſe geſchickt werden. Kairos erhält mit acht
Stuten eine gute Chance; der 12jährige Dunkelbraune ſieht famos aus.
Er bekommt allmählich den ſchweren Beſchälerhals, in der Hinterhand
iſt er noch beinahe Rennpferd. Sein beſter Point iſt unzweifelhaft der
kapitale Widerriſt. 74 Rennen hat der Fervor=Sohn in ſeiner
Renn=
laufbahn beſtritten; genau die Hälfte, 37, hat er gewonnen, und 18mal
mehr war er im Geld! Eine grandioſe Leiſtung, die für die Zähigkeit
und Treue dieſes echten Fervorſproſſen ſpricht!
Geſtütsmeiſter Lühr verſichert voll Stolz, die jetzigen Zweijährigen
ſeien der beſte Jahrgang, den er je an den Rennſtall abgeliefert habe,
und das Lot der Jährlinge, das allerdings nur neun Köpfe ſtark iſt,
ſcheint nicht minder gut zu werden. Anlaſſer, ein bereits ſtark
entwickelter und blendend ausſehender Kairos=Sohn, verſpricht zur Zeit
am meiſten für die Zukunft.
H. v. N.
— Gernsheim, 16. April. Waſſerſtand des Rheins am
15. April 1.40 Meter, am 16. April 1.38 Meter, morgens 5.30 Uhr.
Rheinheſſen.
Ad. Oppenheim, 15. April. Politiſche Racheakte. Wie weit
es die politiſche Verhetzung im Kreiſe Oppenheim ſchon gebracht hat,
geht daraus hervor, daß in der Nacht zum Sonntag der Metzgergeſelle
Albert Eller aus Dolgesheim, als er von Schwabsburg hierher
zurückkehrte, von einer Gruppe auflauernder Rowdies überfallen und
durch Schläge auf den Kopf übel zugerichtet wurde. Der ſchwer Verletzte
hat niemand erkannt. Auf dieſelbe Weiſe erging es 24 Stunden ſpäter
dem Bauernführer Otto Stallmann aus Uelversheim. Er wurde
überfallen, geſchlagen und durch Meſſerſtiche verletzt, als er von
Dal=
heim nach Hauſe gehen wollte. Aus mehreren Wunden blutend ſchleppte
er ſich nach Dalheim zurück, wo er verbunden und dann ver Auto nach
Hauſe gebracht wurde.
* Oppenheim, 16. April. Vor längerer Zeit wurden bei dem
Kreis=
pfandmeiſter Krebs angeblich Unregelmäßigkeiten in Höhe von
mehreren tauſend Mark entdeckt. Es wurde eine Unterſuchung gegen
K. eingeleitet, worauf dieſer von hier verſchwand. Kürzlich kehrte Krebs
wieder zurück und ſtellte ſich freiwillig der Staatsanwaltſchaft, indem er
behauptete, keine Veruntreuungen begangen zu haben Krebs wurde in
Unterſuchungshaft genommen, aber nach einigen Tagen wieder auf
freien Fuß geſetzt.
Ah. Gimbsheim (Rheinh.), 15. April. Schwerer Unfall. Im
Spiel ſtürzte der 13jährige Junge des Landwirts Traub über ein
Eiſen=
geländer und ſtürzte aus 8 Meter Höhe ab. Er erlitt einen ſchweren
Schädelbruch und mußte ins Krankenhaus geſchafft werden, wo er in
bedenklichem Zuſtande darniederliegt.
Ah. Flonheim (Rheinh.), 16. April. Unfall an der
Motor=
ſäge. Beim Holzſchneiden geriet der 34jährige Schloſſer Wilhelm
Strauß von hier in die Motorſäge, wobei ihm 4 Finger der rechten Hand
abgeſchnitten wurden. Der Schwerverletzte wurde nach Anlegung eines
Notverbandes ins Kreiskrankenhaus Alzeh gebracht.
Ist der Kuchen nicht geraten
Und auch mangelhatt der Braten,
Wird es meistens daher kommen,
Dat man nicht dazu genommen,
Was der Kost, wie man sie liebt,
Erst die rechte Feinheit gibt,
„ : die
hervor-
ragende
Marga-
rine: „Sanella die
Feine” preiswert
wie keine.
nämlich
DIE FEINE—
PREISWERT
WIE KEINE
Nummer 106
Freitag, den 17. April 1931
Seite 9
Unatangsansstien.
Ein Roman von Walter Bloem.
Copyright by Noviſſima Verlag G. m. b. H., Berlin SW 61, Belle Alliance Straße 92.
(Rachdruck verboten.)
Da oben ſah’s noch immer wüſt aus. In den Strickleitern
der Flaggenmaſten hingen Matroſen, erneuerten das zerriſſene
Tauwerk. Die zwei wiedervereinigten Freunde fahndeten nach
einem windgeſchützten Plätzchen, ſteuerten der Sonnenſeite zu.
Als ſie um die Ecke bogen, ſuhr ein engumſchlungenes Paar
auseinander — langte die Racketts auf, entſtob nach einem
kur=
zen Good Morning!” verlegen lachend zum umgitterten
Tennis=
platz.
Edith Vaughan und James Hutchinſon. „Schau, ſchau!”
ſtrahlte Ellen „Der Bär von Detroit iſt angeſeilt!” Jens
Mer=
tens hatte pflichtſchuldigſt nichts geſehen. „So, Cappy — nun
erzählen Sie mir mal was recht Schönes!“
Als der letzte Frühſtücksgaſt den Speiſeſaal verlaſſen hatte,
trat Valentin Klamfoth ſeinen gewohnten Morgenrundgang
ums Promenadendeck an.
Zu ihm geſellt ſich, unſicheren Ganges, aſchgrauen Geſichts,
Doktor Heinrich Müller. „Sagen Sie, lieber Herr Klamfoth,”
hebt er unſicher an, „was ich Sie längſt fragen wollte: wird von
den amerikaniſchen Zollbehörden ſehr ſcharf revidiert?”
Klamfoth ſtutzt. Hat er dieſe Frage nicht vor kurzem ſchon
einmal — —? „Eklig, Herr Doktor — eklig.” „Auf was ſind
die Leute denn hauptſächlich aus?” „Nun, vor allem natürlich
euf alles Trinkbare — H:O, Sie wiſſen — der neue Präſident
iſt ertra dry!”
„Hm — werden einem denn auch die — Kleider revidiert?
Ich meine, was man ſo in Rock und Paletot und Hoſentaſchen
ſtecken hat?‟ Das kann mal paſſieren.”
Doktor Müller wird immer unruhiger. „Aber bei einem
harmloſen Reiſenden wie ich —?"
„Ihnen werden ſie ſchon nichts tun. Wer nicht ganz ſauber
im Kamiſol iſt, muß ſich auf alles gefaßt machen. Die Herren
Zollbeamten — bedenken Sie, die ſind Aufpaſſer von Beruf! —
die haben einen koloſſalen Scharfblick. Schauen einem mit
un=
bewaffnetem Auge bis in den Magen, hahaba!"
Der Doktor ſinnnt einen Augenblick — muſtert dabei den
Geſprächspartner mit abſchätzendem Blick. „Sagen Sie,
Ver=
ehrter — Sie für Ihre Perſon — Sie kommen doch natürlich
unangefochten durch die Sperre, wie?‟ „Das will ich meinen!“
grinſt Valentin — grinſt — äußerlich und innerlich. „Ich ſorge
für gute Stimmung bei den Herren. Man hat ſeine kleinen
Mittelchen.”
„Da könnten Sie mir einen Gefallen tun. Ich habe ein
Paketchen — eigentlich ſchon mehr ein Paket — eine
Akten=
mappe mit — Wertpapieren — die möchte ich nicht gern
ver=
zollen. Schließlich, die Amerikaner knöpfen uns ſo vieles ab,
warum ſoll ich ihnen unnötigerweiſe mein bißchen Armut —"
„Bringen Sie’s mir nur, das Paketchen. Ich moale es
Ihnen durch.” „Es ſoll Ihr Schaden nicht ſein, mein Lieber.
Wann trifft man Sie in Ihrem Office?" „In zehn Minuten
ſpäteſtens.”
Wenige Minuten ſpäter ſchließt Klamfoth ſchmunzelnd eine
ſtattliche, ziemlich ſchwere Ledermappe in den Treſor.
Kaum hat Doktor Müller, ſich verabſchiedet, da klopft’s
ſchüchtern. Herr Twardowſki. „Härr Oberſteward — ich kommä
mit einär großän Bittä.”
Es handelt ſich um das Paketchen, das er neulich zur
Auf=
bewahrung eingeliefert. Es enthalte ſeinen letzten und einzigen
Beſitz — die Juwelen ſeiner von den Bolſchewiſten ermordeten
Mutter .. . Er habe ſich bisher nicht von ihnen trennen
kön=
nen. Auf Edelſteine ſtehe ein hoher Zoll, und er beſitze, um ſich
in den Staaten bis zur Erlangung einer Anſtellung über Waſſer
zu halten, nichts weiter als das ſchmale Gehalt, das ihm beim
Ende der Fahrt auszuzahlen ſei. Darum möchte er dies
An=
denken an die arme Mutter gern — ſchmuggeln. Ob die
Zoll=
reviſion ſehr ſcharf ſei?
Natürlich — und grade auf Juwelen werde beſonders
ge=
fahndet. Die Damen dürften ihren Schmuck zollfrei einführen —
was ein Herr bei ſich trage, werde erbarmungslos und ſehr hoch
verzollt.
„Härr Oberſteward — ich denkä, Sie kommän doch durchs
Zoll — ohne Reviſion?” „Na, und ob —” „Mächten vielleicht
die großä Giettä habän me in kle —ines Pakättchän —
— durchzumogeln? Mit Vergnügen, lieber Twardowſki.”
Der Ruſſe wird ſehr berlegen. „Miſſän värze—ihän, Härr
Oberſteward — bin ich armärr Teifäll — kann ich Ihnen le—ider
gar ke—inä — odär nur ſärr kle—inä Aentſchädigung —
„Ihnen tu’ ich’s umſonſt, lieber Freund.
Valentin Klamfoth reibt ſich die Hände. Jetzt hätten wir
alſo glücklich die Korpuſſe delikti von allen vier Verdächtigen in
Verwaltung. Die Zwangzigtauſend ſind verdient.
Es klopft. Herr Grunelius aus Magdeburg . . . „Störe ich?”
„O, bitte, im Gegenteil, Herr Staatsanwalt — ſtets gern zu
Ihren Dienſten."
Grunelius iſt in erſichtlicher Aufregung. „Haben Sie ſchon
irgendwelche Anhaltspunkte für den Täter?” Eigentlich nichts
Beſtimmtes — nichts Greifbares, meint der Oberſteward, in
die=
ſem Augenblick wieder ganz Diplomat.
Dann könne er aushelfen, tröſtet der Staatsanwalt. Er
habe beim Ausbruch des Sturmes kaum eben noch mit Hilfe
zweier Stewards einen leidlich geordneten Rückzug bis in ſeine
Der Spiegel
jügt nicht..
rückhaltlos sast er, was an Körper- und Nervenpllege
vernachlässigt wurde. Schönheit und Nervosität
ver-
tragen sich nun mal nicht miteinander. Wer seinen!
Nerven Zumutungen stellt, die über ihre Leistungs-
(ähigkeit hinausgehen, dem zeichnen sie leicht die
Ouittung ins Gesicht. Zur Schönheitspllege gehört
Nervenplege. Meiden Sie das Genußgiſt Coſtein.
Schonen Sie Herz und Nerven durch Kaſfee Hag, den
vorzüglichen echten Bohnenkeſtee ohne Coſfein.
Schön-
heit, Genuß und Gesundheit durch Kaſtee Has.
Kafüte bewerkſtelligen können. Um Mitternacht ſei er erwacht,
habe das unabweisbare Bedürfnis nach friſcher Luft verſpürt,
ſich zu einem kurzen Nachtſpäziergang entſchloſſen. Beim
Paſſie=
ren des Treppenabfatzes des A=Decks habe er im Seitengang,
wo die Luxuskabinen lägen, ein Geräuſch gehört — ſich
heran=
pirſcht — und jetzt —
„— jetzt ſah ich, daß die Tür zu der vorderen Kabine leiſe
geöffnet wurde. Die Geſtalt eines Herrn ſchiebt ſich heraus, der
ſpäht einen Augenblick lauſchend in den Flur, ſchleicht ſich dem
erhellten Treppenhauſe zu, prallt zurück, als er meiner anſichtig
wird — huſcht wie ein Geiſt von dannen, raſt mit Windeseile
den Korridor entlang, verſchwindet im rückwärtigen
Treppen=
gang.”
(Fortſetzung folgt.)
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Nummer 106
Freitag, den 17. Aprfl 1931
Seite 11
Fröhlicher Start zum Langſtreckenlauf London-—Brighton vor dem Londoner Parlament.
Der Lordmayor (Oberbürgermeiſter) von London gibt das Zeichen, und dahin raſen die jungen
engliſchen Läufer, die ſich an dem großen Frühjahrsereignis, dem Langſtreckenlauf von London nach
Brighton, beteiligen.
Die Uſedomer Brücke geöffnet für Schiffsdurchfahrt.
Die neue Brücke nach der Inſel Uſedom iſt jetzt ſoweit fertiggeſtellt, daß zu Pfingſten die
Auto=
fahrer ohne Aufenthalt zu den Oſtſeebädern gelangen können. Das Mittelſtück der Brücke kann
hochgezogen werden, um die Schiffe paſſieren zu laſſen.
Reich und Ausland.
Ein Erdbeben regiſtriert.
Frankfurt a. M. Die Inſtrumente der
von Reinachſchen Erdbebenwarte auf dem
Tau=
nus=Obſervatorium verzeichneten am Mittwoch
ein kräftiges Erdbeben. Die Herdentfernung
beträgt zirka 3000 Kilometer. Der erſte Einſatz
erfolgte um 18 Uhr 4 Minuten 13 Sekunden
M. E.3. Das Maximum wurde um 18 Uhr 13
Minuten verzeichnet. Das Ende lag gegen
19 Uhr 30 Minuten.
Die Kaſſeler Bankräuber gefaßt.
Kaſſel. Den Ermittlungen der Kaſſeler
Kriminalpolizei iſt es gelungen, den am
Mon=
tag unternommenen Raubüberfall auf die
Depo=
ſitenkaſſe der Deutſchen Bank und
Diskonto=
geſellſchaft aufzuklären. Am Donnerstag
vor=
mittag wurden die beiden Täter, der 20jährige
Bernhard Schmidt und der 26jährige Klempner
Hans Krauß, beide aus Kaſſel, verhaftet. Die
Ermittlungen ergaben, daß die beiden am
7. September 1930, dem Tage der Landung des
Zeppelins, den Raubüberfall auf den
Kaſſen=
raum der Kaſſeler Omnibusgeſellſchaft verübt
haben. Durch bei Schmidt gefundene Briefe
konnte ſeine langjährige Freundin in Göttingen
ermittelt werden, die über die beiden Täter ſehr
viel Aufſchlüſſe geben konnte. Die Täter ſind
ſeit längerer Zeit erwerbslos und mehrfach
vorbeſtraft.
Gefaßte Wilderer.
Neuwied. In dem an die Raſſelſteiner
Eiſenwerksgeſellſchaft angrenzenden Wald am
rechten Wiedufer wurden zwei Wilderer auf
friſcher Tat ertappt. Die beiden Wilddiebe
ſcheuchten mit einem dreſſierten Schäferhund
Faſanenhennen, die augenblicklich am Brüten
ſind, auf und ſchoſſen ſie dann ab. Hinter den
Wilderern, die aus Irlich bei Neuwied
ſtam=
men, war man ſchon längere Zeit her. Die
Burſchen ſchoſſen rückſichtslos, und mehr als
ein=
mal verirrten ſich fehlgegangene Kugeln in das
Werksgelände der Raſſelſteiner
Eiſenwerks=
geſellſchaft und gefährdeten die Arbeiter.
Exploſion in einer Eiſengießerei.
Karlsruhe. Im Eiſenwerk Söllingen
Eei Durlach explodierte in der Nacht zum
Don=
merstag ein Schmelzofen. Dabei wurden zwei
Arbeiter ſehr ſchwer verletzt. Bei beiden
be=
ſteht Lebensgefahr. Der eine mußte in ein
Krankenhaus gebracht werden. Eine Wand der
Gießerei wurde durch die Gewalt der Exploſion
völlig eingedrückt.
Zwei Perſonen bei einem Bootsunglück
ertrunken.
Düſſeldorf. Auf dem Rhein, oberhalb
der Schnellenburg, ereignete ſich ein
folgen=
ſchweres Bootsunglück. Ein mit zwei Perſonen
beſetztes Kanu kenterte plötzlich, und die
In=
ſaſſen ertranken, obwohl ſie des Schwimmens
kundig waren. Die beiden Verunglückten, die
aus Düſſeldorf ſtammen, ſollen das Boot aus
einem Bootshaus entwendet und eine
Schwarz=
fahrt unternommen haben. Die Leichen ſind noch
nicht geborgen.
Wegen Mordes zum Tode verurteilt.
Rottweil. Das Schwurgericht
verur=
teilte den 48 Jahre alten Johannes Stieß aus
Rottweil, der am 17. Januar ſeine Frau auf
offener Straße erſchlagen hat, wegen Mordes
zum Tode.
Einweihung der Linden=Gedächtnishalle
am 17. Mai.
Berlin. Die Linden=Gedächtnishalle für
die im Weltkrieg Gefallenen wird am 17. Mai,
in Anweſenheit von Vertretern der Reichs= und
Staatsregierung, feierlich eingeweiht werden.
Ob Reichspräſident von Hindenburg an dieſer
Feier teilnehmen wird, ſteht zurzeit noch nicht
feſt.
12000 Mark Reichsbahngelder veruntreut.
Leipzig. Der auf dem Leipziger
Haupt=
beahnhof beſchäftigte Reichsbahnaſſiſtent Fritz
Holzweißig iſt mit 12000 Mark, die er
unter=
ſchlagen hat, flüchtig. Eine Hausſuchung in
ſei=
her Wohnung brachte eine Anzahl Rennwett=,
ſcheine zu Tage.
Oben: Das Lufthanſa=Flugzeug D 1928. — Rechts (Porträt): Flugkapitän Schirmer.
Unten: Die Trümmer von D 1928 bei Hähnichen (Lauſitz).
Das Flugzeug D 1928, das vom Berliner Flugplatz unter Führung des Flugkapitäns Schirmer
aufgeſtiegen war, um eine Gruppe von Reichswehroffizieren nach Görlitz zu bringen, ſtürzte bei
der Ortſchaft Hähnichen in der Lauſitz aus ungeklärter Urſache ab. Pilot Schirmer, ſowie der
Funker fanden den Tod, ſieben Inſaſſen wurden verletzt.
Erdölbrand auf dem Peiner Bahnhof.
Peine. Drei mit Erdöl gefüllte Waggons
entgleiſten hier aus noch unaufgeklärter Urſache.
Das Erdöl ergoß ſich über die Gleisanlagen und
geriet in Brand. Haushohe Flammen ſtiegen
empor. Ein Hauptgleis wurde beſchädigt. Durch
das brennende Oel geriet auch das
Stellwerks=
gebäude mit der elektriſch betriebenen
Stell=
werkseinrichtung in Brand. Das Gebäude iſt
vollkommen ausgebrannt, die
Stellwerksein=
richtung vernichtet; die Weichen müſſen mit
der Hand bedient werden. Die Freiwillige
Feuerwehr und die Feuerwehr des Peiner
Walz=
werks griffen mit ihren Motorſpritzen ein. Um
Mitternacht wurde die Feuerwehr aus
Han=
nover herbeigerufen, die mit
Schaumlöſchappa=
raten vorging und den Brand löſchte.
Ver=
brannt ſind vier Waggons mit etwa 100 000
Kilogramm Erdöl. Man vermutet, daß der
Brand durch Selbſtentzündung von Gaſen
ent=
ſtanden iſt. Der Zugverkehr nach Braunſchweig
wurde einige Stunden lang über Hildesheim
geleitet.
Aufdeckung einer großen Schmuggelaffäre.
Hamburg. In Apenrade iſt eine
däniſch=
deutſche Schmuggelaffäre beträchtlichen Umfangs
aufgedeckt worden. Zwei in Hamburg
woh=
nende däniſche Kaufleute wurden in Haft
ge=
nommen. Es ſind Hummern, die einen hohen
Einfuhrzoll haben, in Fäſſern mit Lebertran
verborgen über die Grenze geſchmuggelt und
friſche Schweinezungen, deren Einfuhr verboten
iſt, eingeführt worden. Die Zollhinterziehungen
werden auf 200 000 RM. geſchätzt. Verhaftet
wurden außer den beiden däniſchen Kaufleuten
einer ihrer Angeſtellten und zwei Chauffeure
aus Veile in Jütland, die die Transporte
be=
ſorgten.
Ein Hapagdampfer rettet einen amerikaniſchen
Flieger.
Hamburg. Der deutſche Dampfer „
Ce=
rigo”, ein an der Weſtküſte Südamerikas
ſtatio=
niertes Schiff der Hamburg—Amerika=Linie,
rettete kürzlich einen Flugzeugführer der
ameri=
kaniſchen Marine, der bei einem Uebungsflug
infolge eines Motorſchadens niedergehen, ſein
ſinkendes Flugzeug verlaſſen und ſeine Zuflucht
auf einem kleinen mitgeführten Gummifloß
ſuchen mußte. Sechs Tage trieb der Flieger
ohne Nahrung auf dem Meere und fing Regen
als Trinkwaſſer in ſeinem kleinen Floße auf.
Er war völlig erſchöpft, als ihn die „Cerigo‟
ſichtete und aus ſeiner verzweifelten Lage
rettete. An Bord wurde der Gerettete neu
ein=
gekleidet, vorſichtig verpflegt und dann, ſchon
etwas erholt, in Buenaventura an Land
gege=
ben, wo ſich der Hafenkapitän ſeiner annahm.
Die Unterſuchung des Revolveranſchlags
auf Regierungsrat Laſſally.
Hamburg. In der Vorunterſuchung
we=
gen des Attentats auf Regierungsrat Laſſally
hat die Strafkammer beſchloſſen, den
Angeſchul=
digten Pohl zur Beobachtung auf ſeinen
Gei=
ſteszuſtand drei Wochen in die
Staatskranken=
anſtalt Langenhorn zu legen.
Zwei Perſonen bei einem Autounglück ertrunken
Weſermünde. Auf der Landſtraße
zwiſchen Bremen und Schottenwald, bei
Hül=
ſing, fuhr am Donnerstag vormittag ein mit
ſieben Perſonen beſetzter Kraftwagen, der auf
der Fahrt von Cuxhaven nach Bremerhaven
be=
griffen war, in einer ſcharfen Rechtskurve in
einen mit Waſſer gefüllten Straßengraben.
Fünf der Inſaſſen gelang es, ſich aus dem
Wa=
gen zu befreien, während die beiden anderen
ertranken.
Das Problem des Rakekenflugs gelöft?
Geglückte Verſuche des Ingenieurs
Tilling.
Osnabrück. In jahrelanger Arbeit hat
ſich der Ingenieur und frühere Leiter des
Osna=
brücker Flugweſens Reinhold Tilling mit der
Löſung des Problems des Raketenfluges
be=
faßt. Ueber ſeine Forſchungen berichtete er vor
einem großen Kreis geladener Gäſte, darunter
zahlreicher Vertreter der Behörden und der
Preſſe, in einem Lichtbildervortrag über die von
ihm geſchaffenen Konſtruktionen von
Flugrake=
ten. Er bekannte ſich in ſeinen Ausführungen
zur Pulverrakete, von der ſich die Wiſſenſchaft
abgewandt habe. Der Weg zur
Flüſſigkeits=
rakete, mit der ſich die Wiſſenſchaft heute
be=
faſſe, könne nur über die
Hochleiſtungsdauer=
brandpulverrakete gehen.
Die am Mittwoch nachmittag veranſtalteten
Vorführungen auf dem Ochſenmoor hatten
Er=
gebniſſe, wie ſie bisher noch nicht erreicht
wor=
den ſind. Dem Abſchuß einer Stahlrakete folgte
die Vorführung der von Tilling konſtruierten
Flugrakete. Sie erreichte eine Höhe von etwa
1500 Metern, wo ſich die Tragfläche
vorſchrifts=
mäßig entfaltete und die Rakete in Geſtalt eines
Segelflugzeuges in kurvenreichem Segelflug
un=
verſehrt zur Erde zurückkehrte. Bei einem
zweiten Abſchuß kam die gleiche Rakete wieder
unverſehrt zur Erde zurück. Nach einem dritten
Verſuch landete ſie nach langem Segelflug in
etwa ein Kilometer Entfernung von der
Ab=
ſchußſtelle. Auch der Abſchuß einer ſogenannten
Perſonenflugrakete hatte ein günſtiges
Ergeb=
nis. Mit dem Ende der Auftriebskraft
ent=
faltete ſich in großer Höhe die breite Tragfläche
und ließ die Rakete fallſchirmartig unverſehrt
zur Erde zurückkehren.
Rieſige Sachſchäden in Kowno infolge der
Ueberſchwemmungskataſtrophe.
Kowno. Die durch den Eisgang in
Kowno eingetretene Ueberſchwemmung hat im
Laufe der Nacht zum Donnerstag weitere große
Sachſchäden angerichtet. Allein im Lager der
Sowjethandelsvertretung ſind 57 Waggons
Zucker und andere Waren im Werte von über
3 Millionen Lit durch das eindringende Waſſer
vernichtet worden. Der Schaden bei vielen
Pri=
vatfirmen und bei den Einwohnern wird ſchon
jetzt auf über 10 Millionen Lit geſchätzt.
Wäh=
rend der ganzen Nacht haben Abteilungen der
Artillerie und der Pioniere Eisſprengungen
vorgenommen, doch konnten die Eisſtauungen
nicht beſeitigt werden. Der Waſſerſtand der
Memel ſchwankt immer noch zwiſchen 6,60 und
6,70 Metern.
Unwetter=Kataſtrophe in der Türkei.
Stambul. Ganz Anatolien wird ſeit
24 Stunden von einem großen Unwetter
heim=
geſucht. Schwere Regen= und Schneefälle
wech=
ſeln ab. Der Oberlauf des Euphrat ſowie der
Dſchihan ſind über die Ufer getreten. 46
Dör=
fer ſtehen völlig unter Waſſer. Auch die Stadt
Adana iſt teilweiſe überflutet.
Zuſammenſtoß zweier Güterzüge.
Paris. Geſtern früh ſtießen in der Nähe der
elſäſſiſchen Ortſchaft Merxheim zwei Güterzüge
zuſammen, von denen der eine aus Mülhauſen,
der andere aus Colmar kam. Der
Lokomotip=
führer wurde getötet. Sieben Wagen entgleiſten.
Der Sachſchaden ſoll bedeutend ſein.
Flecktyphus=Epidemie
in einem engliſchen Truppenlager.
London. In dem Truppenlager von
Catte=
rick (Yorkſhire) iſt es erneut zum Ausbruch einer
Flecktyphus=Epidemie gekommen. Zwei Soldaten
ſind der Krankheit bereits erlegen. Ueber 8000
Soldaten wurden iſoliert, um ein Ausbreiten
der Krankheit zu verhüten. Die militäriſchen
Uebungen innerhalb des Lagers ſind auf ein
Mindeſtmaß herabgeſetzt worden.
Ein New Yorker Unterweltführer ermordet.
New York. Beim Kartenſpiel in einem
Brooklyner Reſtaurant iſt der Unterweltführer
Maſſeria ermordet worden. Maſſeria war nach
Al Capone der am meiſten gefürchtete und
be=
rüchtigte Verbrecher, der an der Spitze der New
Yorker Maſſila ſtand.
Der Marakhonlauf von England.
Auch der Zugkeil der Uſedomer Bäderbrücke ferkiggeſtellt.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 106
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Dankſagung.
Wir danken herzlich allen
den=
jenigen, die unſerem lieben
Ent=
ſchlatenen durch die Begleitung
zu ſeiner letzten Ruheſiätte,
durch Kranzipenden und durch
ehrende Nachrufe ihre Liebe
und Anhänglichkeit bezeugt
haben.
ImNamen der Hinterbliebenen:
H. Braun.
Ober=Ramſtadt, den 45. April 1931.
(60341
Dankſagung.
Für die aufrichtige, herzliche
An=
teilnahme bei dem Heimgang
un=
ſerer lieben Mutter ſagen wir auf
dieſem Wege innigſten Dank.
Be=
ſonders danken wir Herrn Pfarrer
Weiß für die troſtreichen Worte am
Grabe, ſowie den Barmherzigen
Schweſtern für die aufopfernde
Pflege, für die zahlreichen
Blumen=
u. Kranzſpenden und allen denen,
die der Entſchlafenen die letzte
(6047
Ehre erwieſen.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen;
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Nach einem arbeitsreichen Leben verſchied heute
nach kurzem, ſchweren, mit Geduld ertragenem
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großmutter, Schweſter, Schwägerin und Tante
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geb. Treuſch
im Alter von 65 Jahren.
In tiefem Schmerz:
Jakob Maurer und Kinder.
Darmſtadt, den 15. April 1931.
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Die Beerdigung ſindet am Samstag, den 18. April
1931, nachmittags 3½ Uhr, auf dem Beſſunger
Friedhof ſtatt.
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15. April meine herzensgute Frau, unſere liebe Mutter,
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Karoline Halkenhäußer
geb. Ulrich
in faſt vollendetem 60. Lebensjahr fanft entſchlafen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen;
Adam Halkenhäußer
Alex. Halkenhäußer und Frau
Heinrich Halkenhäußer und Frau.
Darmſtadt, den 16. April 1931.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 106
Freitag, den 17. April 1931
Seite 13
*Das „Palais Blücher”
De Geſchichke eines berühmken Palais. — Warum Fürſt Blücher Deutſchland verließ. — Die Kunſtſchähe
des „Palais Blücher”. — Wie das heutige Palais enkſtand.
Das „Palais Blücher”, das ſoeben durch ein gewaltiges Feuer
zerſtört wurde, gehört zu den geſchichtlich denkwürdigſten
Ber=
liner Gebäuden. In bevorzugter Lage, am Pariſer Platz, am
Ausgang der Triumphſtraße „Unter den Linden” hat es die
größ=
ten Tage der preußiſch=deutſchen Geſchichte geſehen. Es wurde
zu einer Zeit erbaut, als Berlin noch eine verhältnismäßig
kleine Reſidenzſtadt war. Damals
wohnte alles, was Stand und Namen
hatte, Unter den Linden, und ſo kam
es, daß ſich beſonders in der Nähe
des Brandenburger Tores die
Vertre=
ter der größten deutſchen
Adels=
geſchlechter anſiedelten. Wilhelmſtraße,
Voßſtraße und beſonders die
Tiergar=
tenſtraße wurden erſt ſpäter zu den
Mittelpunkten geſellſchaftlichen
Le=
bens. Eins der ſchönſten Palais des
Pariſer Platzes iſt das unter dem
Namen „Palais Blücher”, bekannte,
das allerdings jetzt nicht mehr der
fürſtlichen Familie gehört, ſondern
augenblicklich dem amerikaniſchen
Staat, der es von dem lettiſchen
Ban=
kier Zindin erſtanden hat. Fürſt
Geb=
hardt, Blücher von Wahlſtatt, ein
Nachkomme des „Marſchall Vorwärts”,
hatte keine Freude an dieſem
herr=
lichen Beſitz. Er war ein Sonderling,
der mit aller Welt in Streit lebte
und ſogar mit ſeinen eigenen
Kin=
dern Prozeſſe wegen verhältnismäßig
geringer Summen führte. Als das
Palais vor mehreren Jahrzehnten in
der Grundſteuerveranlagung mit 4,2
Millionen bewertet und
dementſpre=
chend beſteuert wurde, erhob der Fürſt
Einſpruch. Es gab einen großen
Pro=
zeß, der bis zum
Oberverwaltungs=
gericht ging, und in dem der Fürſt
mit ſeinen Anſprüchen abgewieſen
wurde. Noch eine andere Klage
er=
regte im Jahre 1888 beträchtliches
Aufſehen. Beim Tode Kaiſer
Wil=
helms I. wurden vom Berliner Magiſtrat Tribünen für
Ehrengäſte errichtet, durch die die Ausſicht von den Fenſtern
des Palais Blücher geſtört wurde. Fürſt Blücher hatte als
geſchäftstüchtiger Mann gleich vielen anderen Beſitzern von
Häuſern Unter den Linden und auf dem Wege des Trauerzugs
die Fenſter für Schauluſtige vermietet. Da aber durch die
Tri=
bünen die Ausſicht verbaut war, ſo mußte er die Mietegelder
für die Fenſter in Höhe von ungefähr 1600 Mark zurückerſtatten.
Er verklagte nun die Stadt auf Herausgabe dieſer Gelder bzw.
auf den Erſatz des Schadens, der ihm dadurch entſtanden war.
Hier im „Palais Blücher” befand ſich auch eine zeitlang der
be=
rühmte Reiſewagen Napoleons I., der nach der Schlacht bei
Belle=Alliance von den Preußen erbeutet und in den Beſitz des
ſiegreichen Feldherrn, des Marſchalls Vorwärts übergegangen
war. Es war die berühmteſte Trophäe, die dieſes berühmte Haus
eine Zeitlang barg. Auch ſie ſpielte in dem Prozeß des Fürſten
mit ſeinen Kindern eine Rolle, denn ſie wurde im Auftrage
ſei=
nes älteſten Sohnes vom Gerichtsvollzieher gepfändet, da der
Fürſt ſich weigerte, die berechtigten Anſprüche des Sohnes zu
erfüllen. Der Sohn erreichte auf dieſe Weiſe ſofort, daß er ſein
Geld vom Vater erhielt. Die Siegel wurden von dem Wagen
Napoleons abgenommen, und der Wagen ſelbſt wurde auf das
Geheiß des Fürſten aus dem Schloſſe entfernt. Angeblich ſoll
er nach England gebracht worden ſein, wo der Fürſt Blücher
inzwiſchen ſeinen Wohnſitz genommen hatte. Im Jahre 1916
ſtarb der alte Fürſt, und ſein älteſter Sohn, Fürſt Gebhardt
Blücher, wurde der Erbe des Palais, das ſchon ſeit vielen
Jah=
ren als Winterſitz des Fürſten Guido Henckel von Donnersmarck
teilweiſe diente. Viele Jahre war es auch von Oeſterreich=Ungarn
für die Berliner Botſchaft gemietet worden, bis für ſie ein
eige=
nes Haus, und zwar das Palais Ratibor, angekauft wurde. Das
Palais barg bis zu ſeiner jetzigen Zerſtörung ungewöhnlich
wertvolle Altertümer an Koſtbarkeiten aller Art. In erſter Reihe
iſt die große und unerſetzbare Bibliothek zu erwähnen, die von
den Flammen völlig vernichtet wurde. Der ſogenannte „
Mittel=
ſaal”, das „Rokokozimmer” und das „Jagdzimmer” waren nicht
nur mit den koſtbarſten Möbeln aus den Zeiten Ludwigs XV.
und Ludwigs XVI. ausgeſtattet, ſondern ſie bargen auch
herr=
liche Gobelins franzöſiſcher und Brüſſeler Herkunft und viele
Gemälde alter Meiſter, die zum Teil aus dem Beſitze des Fürſten
von Donnersmarck ſtammten. Zahlreiche Gegenſtände hatten
dadurch geſchichtlichen Wert, daß mit ihnen Erinnerungen an
den Marſchall Vorwärts verbunden waren. Das heutige „Palais
Blücher” iſt übrigens nicht mehr das Gebäude, das dem alten
Marſchall Vorwärts nach den Freiheitskriegen von Friedrich
Wilhelm III. geſchenkt wurde. Dieſes einfache und vornehme
kleine Palais wurde in den ſechziger Jahren durch den
Architek=
ten Karl Richter vollſtändig umgebaut und erhielt damals die
Die Feuerwehr vor dem brennenden Blücherpalais.
Form, die es heute beſitzt. Wenn auch der Architekt es nicht
ver=
ſtanden hat, ein architektoniſch wertvolles Baudenkmal zu
ſchaf=
fen, ſo war es doch einer der repräſentativſten Adelsſitze der
Der völlig ausgebrannte Hauptſaal der Botſchaft.
deutſchen Reichshauptſtadt. Durch das Wappen Blüchers, das im
Giebel des Hauſes angebracht worden war, wurde es zu einer
Art von Sehenswürdigkeit Berlins, da ſich an dieſes Haus viele
geſchichtliche Erinnerungen aus Preußens großer Zeit in den
Freiheitskriegen knüpfen. Man hofft, daß es möglich ſein wird,
das geſchichtlich denkwürdige Gebäude wieder herzuſtellen.
Der Kürken=Prozeß.
Forkgang der Zeugenvernehmungen vor der Oeffenk=
Melt.- De eiſen Sacerfindigen Ausſagen.
Düſſeldorf, 16. April.
Der Kürten=Prozeß wird vorausſichtlich ſchon Mitte nächſter
Woche beendet ſein.
Der vierte Verhandlungstag begann bei voller Oeffentlichkeit
mit der Vernehmung der Zeugen zu den Fällen Scheer, Hahn,
Goldhauſen, Mantel und Kornblum. Die Vernehmung der
Zeugen im Fall Scheer ergab die Richtigkeit der Angaben
Kür=
tens über die Vorgänge bei der Tat.
Zum Fall der Maria Hahn werden 20 Zeugen
auf=
gerufen. Die 21jährige Hausangeſtellte Koslowſki, die die
Er=
mordete näher kannte, beſtätigt, daß Maria Hahn eine
Armband=
uhr beſeſſen habe und erkennt die ihr vom Gericht vorgelegte
kleine braune Handtaſche als Eigentum der Ermordeten. Gericht,
Staatsanwaltſchaft und Verteidigung legen in der ganzen
bis=
herigen Beweisaufnahme Gewicht darauf, daß die Darſtellungen
Kürtens ſich ganz mit den Zeugenausſagen decken.
Nachdem weitere Zeugen Kürtens Angaben über den Mord
an der Maria Hahn beſtätigt hatten, wurde eine Zeugin K.
vorgerufen, die jedoch vor dem Zeugentiſch ohnmächtig zu Boden
fiel, ſo daß ſie aus dem Saale getragen werden mußte. Auf
ihre Vernehmung wurde verzichtet, nachdem Kürten zugegeben
hatte, daß er im Winter 1929/30, alſo nach der ganzen
Mord=
ſerie, ein Verhältnis mit ihr gehabt hatte. Er erklärte, daß er
ſie auf einem Spaziergang gewürgt habe, doch ſei es damals zu
keinerlei weiteren Tätlichkeiten gekommen, da auf die Hilferufe
der Zeugin Leute herbeigeeilt ſeien.
Aus der Verleſung der Ausſagen des Kriminalſekretärs
Schneider, der bei Kürtens Vernehmung zugegen war,
er=
gibt ſich, daß Kürten erklärt hat, er habe noch größere
Ver=
brechen vorgehabt, um ſich an der menſchlichen Geſellſchaft zu
rächen. Dabei habe ſich Kürten ſelbſt als Beſtie bezeichnet.
Im weiteren Verlauf der Verhandlung äußerte ſich der
Ber=
liner Kriminalrat Schneikert als Schriftſachverſtändiger
über die ſogenannten Mörderbriefe, von denen die meiſten ſich
als Fälſchungen herausſtellten. Nur drei Briefe rühren vom
Täter her. Die Briefe ſind mit verſtellter Schrift, der letzte iſt
linkshändig geſchrieben. Der Inhalt dieſes Briefes ſtimmt mit
dem der erſten Briefe nicht überein. Kürten hat bei ſeiner
Ver=
nehmung den Inhalt auch als unwahr bezeichnet, aber nicht
beſtritten, daß er auch dieſen Brief geſchrieben habe.
Oberpoſt=
ſekretär Hermenau hat Vergleichsproben der Tinte, die Kürten
benutzte, und der von den Schalterbeamten benutzten Tinte
vor=
genommen und eine gewiſſe Uebereinſtimmung der Tinten
feſt=
geſtellt, ſo daß es wahrſcheinlich iſt, daß Kürten die Briefe auf
dem Poſtamt geſchrieben hat. Gerichtsarzt Profeſſor Dr. Berg
hat die Leiche der Hahn unterſucht und gibt eine eingehende
Schilderung des Befundes. Alle Stiche hätten die gleiche
Rich=
tung und lagen dicht beieinander. Damit iſt die Frageſtellung
zum Falle Hahn beendet, und es tritt eine halbſtündige Pauſe
ein.
Nach Wiederaufnahme der Verhandlung wird in die
Be=
weisaufnahme über die Fälle Goldhauſen,
Mantel und Kornblum eingetreten. Zunächſt ſchilderte
die von Kürten überfallene Anna Goldhauſen, wie er ihr
den Stich verſetzte. Anſchließend gab die 33jährige Frau
Man=
tel eine eingehende Darſtellung des Mordverſuchs, den Kürten
an ihr begangen hat.
Der von Kürten durch einen Rückenſtich verletzte Kaufmann
Heinrich Kornblum aus Düſſeldorf gibt als Tatort eine
an=
dere Stelle an, als Kürten. Der Widerſpruch läßt ſich nicht
auf=
klären, doch bezeichnet die Staatsanwaltſchaft die Angaben des
Täters nach der Lage der Dinge als richtig. Anſchließend
er=
ſtattete der praktiſche Arzt, Dr. Zimmermann, ſeine Gutachten
über die Verletzungen der Goldhauſen und der Frau Mantel.
Darauf wurde die Verhandlung auf Freitag vertagt.
Geſchäftliches.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 14
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Konfektion von Schmeck muß doch
wohl eine Klaſſe für ſich ſein, ſonſt
hätte der kleine Laden in der großen
Ochſengaſſe gewiß nicht ſo großen
Zulauf.
Schmeck arbeitet eben als
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diger Meiſter, mit verſchwindend
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ringen Geſchäftsſpeſen. Seine Anzüge
ſind darum bei gleicher Qualität doch
ganz erheblich billiger.
und das iſt beſonders wicht g:
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fektion von Schmeck ſitzt immer
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Freitag, den 17. April 1931
Fahrk und Wanderung in den Sonnkag.
Nach Weſten ſoll es heute gehen. Dem Darmſraoter liegt dieſe
Richtung nicht. Der herkömmliche Familienbummel nach dem
Kühkopf bildet eine Ausnahme. Wer aber kam einmal nach
Op=
penheim, nach Worms, nach Alzey? Nicht nur die Vorliebe für
das Gebirge, ſondern auch die umſtändlichen
Verkehrsverbindun=
gen trugen Schuld an dieſer Vernachläſſigung des Weſtens. Das
Auto macht heute den läſtigen Bahnumweg über Mainz
entbehr=
lich. Die Zeit der Abſperrung durch die feindliche Beſatzung
brachte erſt recht keinen Zug nach dem Weſten. Es war begreiflich,
daß man dem Anblick ſchwarzer Analphabeten aus dem Wege
ging und Gegenden mied, in denen tauſend Ohren lauſchten und
das Singen eines deutſchen Liedes dem harmloſen Wanderer
ver=
hängnisvoll werden konnte. Aber mit heller Freude und wahrer
Begeiſterung haben den Weg nach dem Weſten aufgenommen die
Paddler. Ihnen hat ſich in dem Altrhein ein feuchtes Paradies
aufgetan, das allen Wünſchen gerecht wird. Dieſe geſunde
Be=
wegung des Paddelſports, der mit jedem Jahre die Zahl ſeiner
Jünger mehrt, hat eine neue Welt des Wanderns entdeckt und
eine neue Reiſeliteratur erzeugt, die vom Ebro bis zue Donau
alle Flüſſe für die Waſſerfahrt verbädekert. So hat der Altrhein
neues Leben bekommen. Aber auch die Altmodiſcheren mit
Wander=
bein und Gummireifen ſollten ſich mehr dem Rhein zuwenden.
Die Landſchaft am Altrhein hat für jeden Naturfreund
der Reize die Fülle. Viele erliegen völlig dem Zauber der Berge
und lernen es nie, die Schönheit der Ebene zu genießen. Der
Frühling iſt für Entdeckungsfahrten durch das Flachland
beſon=
ders geeignet. Noch iſt der Sonnenſtrahl Beglücker, nicht
Bedrük=
ker, und man macht noch keine Bekanntſchaft mit den Schnaken.
Wir laſſen in unſerem Rücken die ſchöngeſchwungenen,
burgge=
ſchmückten Höhen der Bergſtraße, wir durchbrechen den Gürtel des
ernſten und beſcheidenen Kiefernwaldes, mit dem ein Berliner
ſchon einiges Getöſe machen würde, der Blick gleitet über die weite
Fläche des fruchtbaren, nahrungſpendenden Rieds und taucht
ſchließlich in die blitzenden Gewäſſer des Altrheins. Noch fehlt
dem hohen Wald, der das Landſchaftsbild verſchönt, das grüne
Kleid, noch zögern die Obſtbäume, ihren Blütenſchmuck zu zeigen.
Der „Rheindurchſtich am Geyer” (1827—29), welcher den
Neu=
rhein zwiſchen der Bann=Aue und Ludwigshöhe ſchuf, nahm dem
heutigen „Altrhein” ſeine frühere Bedeutung. Das ruhige
Ge=
wäſſer gibt den Fiſchern erfreuliche Beute und dem Waſſer= und
Winterſport einen Uebungsplatz von Größe und Schönheit. In den
Frieden dieſer Gegend iſt eine Stunde unterhalb Erfelden die
Schwedenſäule geſtellt. Sie hält die Erinnerung feſt an den
Rheinübergang des Schwedenkönigs Guſtav Adolf, der 1631 in
kühner Tat den Strom bezwang und nach heftigem Kampf mit den
Spaniern Oppenheim und Schloß Landskron eroberte. Eichen und
Ulmen umrahmen einen ſieben Meter hohen Obelisken, den der
nordiſche, ſchwertbewehrte Löwe krönt. Der Sieger ließ dieſes
Denkmal ſeines Ruhmes durch ſeinen Feſtungsbaumeiſter
Mat=
thaeus Staud, den Erbauer der Feſtung Guſtavsburg, an den
wild=
ſchäumenden Strom ſtellen. Durch die oben erwähnte
Rheinver=
kürzung ſind Löwe und Fluß gleichſam in den Ruheſtand
getre=
ten. Der Kühkopf iſt eine infolge des Rheindurchſtichs
gebil=
dete Inſel, ſie trägt herrliche Wälder, ausgedehnte Wieſen,
frucht=
bare Felder und herrliche Obſtanlagen. Hier ſich am Blütenſegen
zu weiden, wenn Apfelbaum neben Apfelbaum prangt, dem Lied
der Nachtigall zu lauſchen, den Faſanen zuzuſchauen, die
Waſſer=
vögel zu beſchleichen, ſich dem ganzen Zauber einer unverfäſchten
Natur hinzugeben, iſt höchſter Genuß. Wenn allerdings ganze
Scharen von Ausflüglern Sonntags „in die Blüte fahren” und
aus Rheinheſſen, aus den nahen Riedorten und aus Darmſtadt
nach dem Forſthaus Kühkopf ſtürzen, dann iſt es um den ſtillen
Frieden dieſes weltentrückten Erdenwinkels geſchehen. Am
„Kornſand” warten wir unter alten Bäumen auf die Fähre,
die uns in gemächlichem Tempo über den Rhein ſetzen ſoll. Südlich
von der Ueberfahrtsſtelle mußte Graf Zeppelin im Auguſt 1908
bei ſeiner erſten großen Fernfahrt eine Landung vornehmen. Zur
Erinnerung an dieſes denkwürdige Ereignis ließ der heſſiſche
Staat unweit der Landeſtelle „den Zeppelinſtein” errichten.
Nach der Ueberfahrt treten wir in das rheinheſſiſche Garten= und
Rebenland. An den Bergeshang lehnt ſich das alte
Oppen=
heim, überragt von dem Steildach der Katharinenkirche und den
Trümmern der Reichsfeſte Landskron. Der koſtbarſte Beſitz
der an geſchichtlichen Erinnerungen überreichen ehemaligen freien
Reichsſtadt iſt die Katharinenkirche, eines der edelſten Werke
deut=
ſcher Gotik. Wir ſteigen zum Gotteshaus empor. Das Rot ſeines
ausgeſuchten Geſteins leuchtet uns entgegen. Wir bewundern an
der Südſeite die „Oppenheimer Roſe”, das berühmte
Wappen=
fenſter. An der Nordſeite ſteht die St. Michaelskapelle mit dem
Beinhaus. Der Wiener Dombaumeiſter Friedrich Schmidt hat die
Katharinenkirche, deren Grundſtein 1262 gelegt wurde, in
reſpekt=
voller, feinſinniger Arbeit die frühere Schönheit wiedergegeben.
Oppenheim, das heute ſeinen Ruhm in Flaſchen köſtlicher Labe
durch die Welt trägt, hatte einſt im Kreiſe der freien Städte ein
gewichtiges Wort mitzuſprechen. Im Rheiniſchen Städtebund
zeigte es ſeinen Stolz und ſeine Macht und legte gefürchteten
Wegelagerern ihr Handwerk. Die Barbarei derſelben Franzoſen,
die im Pfälzer Raubkrieg das Heidelberger Schloß ſprengten und
verbrannten und in Speyer die Kaiſergräber ſchändeten, legten
auch Oppenheim in Schutt und Aſche. Von der Bergfeſte ſtehen
ſeitdem nur wenige ragende Trümmer. Der Aufſtieg auf die
Landskron lohnt durch einen gewaltigen Rundblick. Man
über=
ſchaut das Rieſengelände eines einzigen, großen Gartens. Man
denkt an die ſchwere Arbeit, zu der die Weingärten und Wein=
Wanderung nach der Neunkircher Höhe.
Fahrt mit der Odenwaldbahn nach Ober=Ramſtadt. Zeichen I
rot, durch den Ort bis zum „Rondell”, die mittlere Straße
all=
mählich ſteigend nach 1 Stunde Rohrbach, durch den Ort, bei
ſtei=
nernem Wegweiſer rechts am Wald her mit Zeichen — rot
gemein=
ſam durch Wald und Feld, Asbach bleibt links, Ernſthofen rechts,
Straße Ernſthofen—Asbach kreuzend bis zum eiſernen Wegweiſer.
Zei — rot, erſt Fahr= dann Fußweg nach 2½ Stunden Webern,
ſcharf bergan am kleinen Felſenmeer vorbei (am Waldrande links
ohne Zeichen zur Granitfelsgruppe „Wildfrauhaus”), zuletzt auf
ſchmalem Pfad nach Lützelbach in 3 Stunden, hinter dem Dorf
AMOMSTABF
S HonnBRCR
ASBRCH
ERNSTHOFEN
wegERN
„LürzelBACw
Seite 15
NeUNKiNHEN
ReicHENBNH „GfjERUHEIN
Kt
Kanngn4
BENSHEiA
1: 450000
rechts auf Fußweg zu der von Brandau kommenden Straße, auf
dieſer nach 3½ Stunden Neunkirchen (517 Meter, Oly=Denkmal,
Kirche 1743 erbaut, lohnende Ausſicht vom Kirchturm). An der
Kirche vorbei in den Wald, mäßig bergan (links die
Gerſprenz=
quelle), am „Seibertgedenkſtein” vorbei nach 4 Stunden
Neun=
kircher Höhe (605 Meter, höchſter Punkt des heſſiſchen Odenwaldes,
Kaiſerturm mit prachtvoller Rundſicht), Zeichen gelb, Fußpfad
ab durch Wald, ſpäter Feld, nach 434 Stunden Gadernheim, am
Kriegerdenkmal ſcharf links über Unter=Reidelbach durch
Kaſta=
nienallee zur Felsgruppe „Hohenſtein”, teils Fuß= und Fahrweg
nach 5½ Stunden Reichenbach. Von hier mit dem Autobus über
Elmshauſen, Schönberg nach Bensheim. Heimfahrt.
berge den Beſitzer rufen, und erhofft von kommender
Frühlings=
macht, daß in dieſem geſegneten Gau die Mandeln, Pfirſiche und
Aprikoſen blühen. Es hat natürlich einen größeren Reiz, wenn
man von der Landskron auf der Höhe ſich Nierſtein zuwendet, als
wenn man den geraden Verkehrsweg im Tal nimmt. Der Gang
nach Norden führt uns in die weinberühmten, ſauberen Orte,
deren Namen uns häufiger auf der Weinflaſche als auf der
Land=
karte begegnet ſind: Nierſtein, Nackenheim,
Boden=
heim, Laubenheim, und mit berechtigtem Partikularismus
fügen wir unter das bekannte Reklamebild der einen gefüllten
Römer umfaſſenden Hand die Unterſchrift: „Heſſe, trink heſſiſchen
Wein!” Es iſt allerdings zu befürchten, daß die Beſchäftigung mit
dem „flüſſigen Sonnenſchein” für das goldene Mainz zu wenig
Zeit läßt. Man fühlt ſich wohl im Geſpräch mit lebhaften
ſchlag=
fertigen, lebensfrohen Menſchen in einer Gegend, auf die
Hölder=
lins Worte paſſen:
„Seliges Land! Kein Hügel in dir wächſt ohne den Weinſtock,
Nieder ins ſchwellende Gras regnet im Herbſte das Obſt.”
An den Schloten von Weiſenau vorbei nahen wir uns dem
er=
ſehnten Endziel: Mainz, die vieltürmige, tauſendjährige, von
Sagen umſponnene, durch ihre Standhaftigkeit und Treue jedem
Deutſchen werte Stadt, die Stadt Frauenlobs und Gutenbergs, die
Stadt, reich an Schätzen der Vergangenheit, ſtark an Kräften auf
allen Gebieten des Handels und Gewerbes, die Stadt des
Karne=
vals und des Weines, entzückt den Fremdling vor allem durch ihre
maleriſche Lage am Zuſammenfluß von Rhein und Main. Wir
ſchlendern am Rhein entlang, zu dem ſich der kleinere Bruder
drängt und noch eine Weile in dunklerer Farbe ſein Gebiet
ab=
ſteckt. Hinter uns liegt die Stadthalle, in der immer Ernſt
und Uebermut ihre Rollen tauſchen, in der das Treugelöbnis der
Befreiungsfeier erklang, in der von der „Bütt” ſoviel böſe
Vers=
lein über Darmſtadt und ſeine Regierung laut werden; vor uns
geht der Rieſe Rhein vorüber mit gleichmäßigen Atemzügen, mit
wuchtigem Schritt und ſtößt die ſtattlichen Schiffe weiter, unter
ihnen die großen neuzeitlichen Dampfer der Köln=Düſſeldorfer=
Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft, die ihre Fahrten wieder aufgenommen
hat. Brücken überſpannen in kühnem Bogen den mächtigen Strom.
Der Freund der Kunſt und Geſchichte braucht Tage, um die
Sehenswürdigkeiten der uralten Stadt zu muſtern. Wo ſoll man
bei flüchtigem Aufenthalte anfangen und aufhören? Das
Guten=
berg=Muſeum, und das Römiſch=germaniſche
Zen=
tralmuſeum verlangen von den Beſuchern Ruhe und
Samm=
lung. Das Studium ihrer Schätze verſchiebe man auf verregnete
Tage. Den ſtarken Eindruck von dem Getriebe am mächtigen
Strom im Herzen tragend, gehen wir nicht in die neuerbauten
Viertel, die nach Sprengung des Feſtungsrings aus der Erde
ſchoſſen, ſondern bummeln durch Gaſſen und Gäßchen der alten
Stadt, die uns mehr zu ſagen haben als die neuen, ſchön
angeleg=
ten breiten Straßen. Den Reichtum der Renaiſſance=Formen
zeigt der rote Sandſteinbau des Kurfürſtlichen Schloſſes,
das bis 1792 den Kurfürſten von Mainz als Reſidenz diente.
In andere Zeiten führen uns der Eiſerne Turm und der
Holzturm, an denen früher der Fluß ſeine Wogen vorbeirollte.
Auf dem Markt erregt unſere Aufmerkſamkeit der
Marktbrun=
nen, den Kurfürſt Albrecht 1526 zur Erinnerung an den Sieg
Karls V. bei Pavia und an die Beendigung des Bauernkrieges
hatte errichten laſſen. An den Dom, der zu den hervorragendſten
und intereſſanteſten aller rheiniſchen Kirchenbauten zählt, haben
ſich kleinere Privathäuſer angeklebt, ſo daß man den Haupteingang
nicht ſo ohne weiteres findet. Es wird immer ein Ruhmesblatt
für Reichs= und Landesregierung bleiben, daß ſie in eigener
finan=
zieller Bedrängnis ſchwerſter Art erhebliche Mittel aufgebracht
haben, um dieſes unvergleichliche Werk deutſcher Baukunſt zu
er=
halten. Dem Theater gegenüber ſteht das Gutenberg=
Denk=
mal, das den großen Erfinder in der Tracht eines Patriziers
darſtellt und den Beſchauern weniger Kopfzerbrechen macht als
die auf den Schillerplatz verpflanzte Frauengeſtalt, die in
eigen=
artiger Weiſe die Rheinbefreiung ſmboliſiert. Man könnte noch
den Denkmälern aus der Römerzeit nachgehen, man könnte noch
manche Kirche beſuchen, nicht zu vergeſſen die proteſtantiſche
Chri=
ſtuskirche. Aber der Tag ſinkt, heimwärts geht es über Groß=
Gerau. Sein Stolz ſind die herrlichen Wälder im Norden der
Stadt, in denen ſchon Landgraf Ernſt Ludwig, ein
leidenſchaft=
licher Jäger, mit Vorliebe jagte. Durch günſtige
Eiſenbahnver=
bindungen iſt das ehemalige Reichsdorf in die Höhe gekommen.
Bekannt iſt ſeine Zuckerfabrik, ſeine Konſervenfabrik verſendet die
reichen Erträgniſſe des Obſt= und Gartenbaus in alle Welt. Auch
ſpricht man ſo viel von dem „Mainzer Käſe” Groß=Geraus wie
von einem anderen Produkt, das Büttelborn berühmt
ge=
macht hat, und das die alte Rathausinſchrift ſelbſt empfiehlt:
Am Ried zu Büttelborn
Da gibt’s viel Weizen und auch Korn;
Jedoch das Beſte, was man baut,
Iſt’s Büttelborner Sauerkraut."
E. K
Empfehlenswerte Fahrk mit Auko und Mokorrad.
Mitgeteilt vom Starkenburger Automobil=Club, Sitz Darmſtadt.
A. D. A. C.
Nr. 5.
Halbtagsfahrt.
Darmſtadt—Griesheim, ganz durch den Ort, links, 60 Meter
rechts dann gerade aus nach Wolfskehlen, — im Orte rechts nach
Leeheim—Geinsheim (Deutſche Pappel=Allee!) (Achtung,
ſchlech=
terer Wegteil.) — Kornſand — Ueberfahrt nach dem alten
Oppen=
heim mit ſeinen Sehenswürdigkeiten und netten, guten
Weinwirt=
ſchaften. — Zurück nach Nierſtein (gute Straßen), den Rhein
ent=
lang. — Nackenheim-Bodenheim (Vorſicht, enge Durchfahrt) —
Laubenheim—Weiſenau (Zementfabrik) — Mainz . . 43,2 Km.
Nach der Beſchilderung „Rheinbrücke” durch Mainz—Mainz=
Kaſtel—Mainz=Koſtheim=Biſchofsheim—Schönauerhof (ſehr gute
Straßen!). — Groß=Gerau (hier kann wieder auf der Frankfurter
Straße ohne Strafzettel geparkt werden). — Büttelborn-
Darm=
ſtadt . . . 32,6 Km. Geſamtſtrecke 75,8 Km.
Moinz
Zur Mahnung an Kinder
ſcht ſpielen auf Straßen,
Wagen fahren. Nicht hinter Wagen auf den Fahrdamm lau=
Nicht an Wagen anhängen.
Weschnitz (Odw.) — „Erhacher Hof”
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Freitag, den 17. April 1931
Nummer 106
Seite 16
Sport, Spiel und Turnen.
Leichtathletik.
Als letzte der acht ſüddeutſchen Gruppen führt die Gruppe Würt=
Der Spork des Sonntags.
temberg in Vaihingen ihre Waldlaufmeiſterſchaften durch. An einem
Der bevorſtehende Sonntag bringt in ſeinem Sportprogramm
noch=
mals Hochbetrieb im Raſenſport. Daneben kommen auch die
ſogenann=
ten Sommerſports wie Tennis Bahn= und Straßen=Radſport und
Motor=
ſport bereits mit wichtigen Veranſtaltungen zur Geltung. Das
End=
ſpiel um den DFB.=Fußballpokal zwiſchen Süd= und Mitteldeutſchland in
Dresden, die Vorrunde um die Handballmeiſterſchaft der DSB. und das
Rugby=Länderſpiel zwiſchen Deutſchland und Frankreich ſind die
hervor=
ſiechendſten Ereigniſſe.
Fußball.
Im Vordergvunde ſteht das Bundespokalſpiel in
Dres=
den. Süddeutſchland iſt ſeit längerer Pauſe wieder einmal Finaliſt
und trifft auf die Vertretung der Mitteldeutſchen. Mit Rückſicht auf die
ſüddeutſchen Endſpiele, die zurzeit in ein entſcheidendes Stadium treten,
konnte der Süden für das Spiel nicht gerade allererſte Garnitur ſtellen;
immerhin erſcheint die ins Feld geführte Mannſchaft noch ſtark genug.
Sie ſpielt mit: Kreß=Frankfurt; Heidlauf, Burkardt (beide Brötzingen);
Knöpfle=Frankfurt, Leinberger=Fürth, Mantel=Frankfurt; Stiglbauer,
Lachner, Huber (alle München 1860), Frank=Fürth, Kund=Nürnberg. —
In den ſüddeutſchen Endſpielen gibt es entſcheidende Treffen.
In der Runde der Meiſter ſind die Spiele der Münchener Bayern und
der Frankfurter Eintracht von beſonderer Wichtigkeit, und in der
Troſt=
runde Nordweſt kommt den Spielen von Iſenburg und Ludwigshafen
entſcheidende Bedeutung zu. Das Programm hat folgendes Ausſehen:
Runde der Meiſter: Eintracht Frankfurt — SV. Waldhof, Bayern
Mün=
chen — Karlsruher FV., Wormatia Worms — Union Böckingen;
Troſt=
runde Nordweſt: FC. Idar — VfL. Neu=Iſenburg, Phönix
Ludwigs=
hafen — VfL. Neckarau, FV. Saarbrücken — Union Niederrod, Rot=
Weiß Frankfurt — SV. Wiesbaden; Troſtrunde Südoſt: Kickers
Stutt=
gart — FV. Raſtatt, Phönix Karlsruhe — Schwaben Augsburg, FC.
Pforzheim — VfR. Fürth. Zum vierten Male wird das
Entſcheidungs=
ſpiel um den letzten Platzin Südbayern zwiſchen DSV.
Mün=
chen und VfB. Ingolſtadt=Ringſee, diesmal in Augsburg, angeſetzt. Den
von der Gruppe Saar bereits am letzten Sonntag begonnenen
Auf=
ſtiegsſpielen reihen ſich die Gruppen Main und Heſſen an. Von
den Privatſpielen iſt das Blitzturnier in Nürnberg, ferner die
Spiele: FSV. Frankfurt — Mainz 05 (Samstag) Kurheſſen Kaſſel —
FSV. Frankfurt, Saar Saarbrücken — VfB. Stuttgart, Alemannia
Worms — Kickers Offenbach und München komb. — Ambroſiana
Mai=
land zu erwähnen.
Handball.
Die Handballer ſind den Fußballern ſchon weit voraus. Bei ihnen
ſind die Spiele ſchon bis zur Vorrunde um die deutſche
Mei=
ſterſchaft gediehen. Die beiden ſüddeutſchen Vertreter, SV. 98
Darmſtadt und Spvgg. Fürth, haben weſtdeutſche Gegner, und
die Damen der Frankfurter Eintracht müſſen in Mitteldeutſchland
an=
treten. Die Ausſichten für unſere ſüddeutſchen Vertreter ſind durchaus
offen. Im einzelnen hat das Programm der Vorrunde folgendes
Aus=
ſehen: Männer: SV. 98 Darmſtadt — Spfr. Siegen, Tura Barmen
— Spvgg. Fürth, VfB. 08 Aachen — Hannover 96, Boruſſia Carlowitz
— Polizei Gotha, VfL. 96 Halle — Polizei Berlin, 1. Spandauer Pol.=
HC. — St. Georg Hamburg, Pol. Weißenfels — Pol. Königsberg;
Frauen: Fortuna Leipzig — Eintracht Frankfurt, Preußen Glogau
— Asco Königsberg. In zwei nachzutragenden
Kreisgruppen=
ſpielen der D.T. treffen ſich: Eßlinger TSV. — TV. 1860 Füirth
und Polizei Kiel — Bremer Turngemeinde.
Rngby.
Nachdem Fußballer und Hockeyſpieler Deutſchlands die Waffen mit
Frankreich gekreuzt haben, kommt nun das bereits ſtark umſtrittene
Rugby=Länderſpiel Frankreich — Deutſchland, in
Paris zur Durchführung. Die deutſche Mannſchaft hat keine Ausſichten,
gegen Framkreich zu ſiegen. Von den bisherigen fünf Begegnungen
konnte Deutſchland nur eine gewinnen, und auch diesmal beſteht keine
Ausſicht, dieſes Verhältnis zu verbeſſern.
Hockey.
Die Hockehſaiſon geht langſam ihrem Ende entgegen Nur noch
wenige Freundſchaftsſpiele ſtehen auf der Tagesordnung. In Stuttgart
hält der Süddeutſche Hockey=Verband ſeinen Verbandstag ab.
Tennis.
Unter Teilnahme deutſcher Spielerinnen und Spieler gehen in Athen
die Meiſterſchaften Griechenlands vor ſich. Die ſüddeutſche „Freiluft”=
Saiſon wird im Wiesbadener Nerotal mit einem Klubkampf zwiſchen
dem THC. Wiesbaden und dem TC. 1914 Frankfurt eröffnet.
Schwimmen.
In Leipzig zieht der Deutſche Schwimm=Verband ſeine Beſten zu
einem „Olympia=Prüfungsſchwimmen” zuſammen. Süddeutſchland
mel=
det ein Jubiläums=Waſſerballturnier mit Staffelkämpfen des SV.
Augsburg.
Radſport.
Drei weitere Bahnen öffnen nach den großen Debuts der
Oſter=
feiertage ihre Pforten. Elberfeld, Chemnitz und Bocholt geben ihre
Eröffnungsvorſtellungen mit durchweg guten Programmen. In Speher=
Dudenhofen werden die an Oſtern ausgefallenen Rennen nachgeholt.
Zwei wichtige Straßenrennen gehen im Ausland mit „Paris—Cahen”
und „Haag—Brüſſel” vor ſich; bei letzterem nehmen 10 deutſche Amateure
teil. In Stettin tritt die deutſche Amateur=Nationalmannſchaft erſtmals
an die Oeffentlichkeit.
Motorſport.
Der Große Preis von Monaco” mit Caracciola, Burggaler und
anderen Deutſchen iſt das wichtigſte Ereignis im Motorſport. Henne=
München unternimmt Rekordverſuche in Wies; in Heilbronn ſteigt das
Wartbergrennen und auf dem Nürburgring wird eine
Zuverläſſigkeits=
fahrt für Motorräder mit dem „Preis der Romryker Berge”
ausge=
tragen.
Sieg des ſüddeutſchen Meiſters Helber I=Stuttgart wird auch hier nicht
zu zweifeln ſein.
Boxen.
Der 1. Wiesbadener Boxklub veranſtaltet anläßlich ſeines 10jährigen
Beſtehens einen Kampfabend, der ein vielverſprechendes Programm mit
zahlreichen Deutſchen= und Bezirksmeiſtern im Ring bringen wird.
Pferdeſport.
Die deutſche Galoppſaiſon wird am Sonntag mit den Rennen in
Hamburg=Horn, Köln und Frankfurt fortgeſetzt, wobei alle drei Bahnen
ihre Saiſon eröffnen. Aus dem Ausland iſt das Rennen in Paris zu
erwähnen.
Kegeln.
Bezirksmeiſterſchaften im Süddeutſchen Gau.
Die Rückkämpfe des 1. Bezirkes nehmen am kommenden Sonntag auf
den Bahnen im Bürgerverein in Darmſtadt ihren Anfang, und treten
vier Verbände von Groß=Frankfurt an. Es iſt guter Sport zu erwarten.
Darmſtadts Mannſchaft ſtartet am kommenden Sonntag in Wiesbaden.
— 100=Kugelkampf. Da nahezu 100 Meldungen hierzu
eingegan=
gen ſind, hat ſich die Notwendigkeit ergeben, noch weitere Starttage
ein=
zulegen. Der nächſte Sonntag iſt hierzu auserſehen.
Fußball im Kreis Starkenburg.
Die Aufſtiegskämpfe beginnen. — Der Spielbetrieb am 19. April.
Nach Beendigung der Punktkämpfe der Starkenburger Kreisliga
geht der Spielbetrieb ſozuſagen in einer anderen Tonart weiter. Im
Vordergrunde des Intereſſes ſtehen nunmehr vor allem die
Aufſtiegs=
kämpfe unſeres Kreismeiſters, die am Sonntag mit dem Treffen
Viktoria Walldorf — FVgg. 06 Kaſtel beginnen. Gemeſſen an den letzten
Ergebniſſen der beiden Kreismeiſter, ſollten die Walldörfer dieſes Spiel
zu einem Erfolg geſtalten können.
Der Privatſpielbetrieb der Kreisliga iſt ziemlich unterſchiedlich; gut
beſetzten Sonntagen ſtehen wieder ſolche, mit ſchwächerem Programm
gegenüber bzw. man erfährt nicht alles. So iſt vom letzten Sonntag der
7:2=Sieg der Sportvgg. 04 Arheilgen über den FV. Biblis nachzutragen.
Weiter errang der neue A=Meiſter Germania Eberſtadt über den A=
Meiſter des Gaues Ried, FV. Hofheim, einen 4:3=Sieg, nachdem
Hof=
heim bis zur Pauſe mit 2:0 geführt hatte. — Für kommenden
Sonn=
tag ſind folgende Spiele gemeldet: Germania 03 Pfungſtadt — Viktoria
Griesheim, Germania Eberſtadt — V.f.L. Lampertheim, Starkenburgia
Heppenheim — Haſſia Dieburg, V.f.L. Neu=Iſenbura Reſerve —
Sport=
verein Münſter.
Die Darmſtädter Vereine dürften ihre Abſchlüſſe an dieſer Stelle
ſelbſt melden.
Neben dieſen Privatſpielen intereſſieren auch die am Sonntag
be=
ginnenden Spiele um den Bezirkspokal von Main=Heſſen. Die
Mel=
dungen hierzu ſind im Kreis nur recht ſpärlich ausgefallen, ſo daß ſich
nur folgende Paarungen zuſammenſtellen ließen: Union Wixhauſen —
SV. 1911 Neu=Iſenburg, SV. Groß=Gerau — SV. Mörfelden, FSV.
Groß=Zimmern — SC. Dietzenbach, Sportgmd. Sprendlingen — FV.
Eppertshauſen. Boruſſia Dornheim hat das Freilos gezogen. Die Spiele
werden bis zur Entſcheidung durchgeführt, d. h. der Unterlegene ſcheidet
aus. Der Kreisſieger greift dann mit den anderen Kreisſiegern in die
Nunde ein, an welcher die Bezirksliaa mit teilnimmt. An dieſer nehmen
alle vier im Kreisgebiet beheimateten Bezirksligavereine teil.
Die unteren Klaſſen melden vom letzten Sonntag folgende
Ergeb=
niſſe: Verbandsſpiele: SV. Groß=Gerau — Chattia Wolfskehlen 6:0,
Germania Dieburg — SV. Höchſt 3:1 abgebr., SC. Ober=Ramſtadt —
SV. Lengfeld 2:0 (2:0), Spielvgg. Groß=Umſtadt — Viktoria Kleeſtadt
6:1 (2:1). Privatſpiele: Germania Pfungſtadt Reſerve — Germania
Auerbach 2:2. Viktoria Schaafheim — Sportvgg. Seligenſtadt Reſerve
1:7. Union Darmſtadt Reſerve — Meſſel 0:5.
Am kommenden Sonntag werden von der A=Klafſe folgende
Ver=
bandsſpiele durchgeführt: Bergſtraße=Ried: Eintracht Darmſtadt — SV.
Weiterſtadt (11 Uhr), Germania Leeheim — Chattia Wolfskehlen. SV.
Geinsheim — Germania Eſchollbrücken. Odenwald: Germania Dieburg
— SV. Roßdorf, V.f.L. Michelſtadt — SV. Höchſt, V.f.R. Beerfelden —
SV. Lengfeld, V.f.R. Erbach — SC. Ober=Ramſtadt. Von Bedeutung
iſt das Dieburger Spiel. Gewinnt Roßdorf hier, ſo iſt an ſeiner
Mei=
ſterſchaft nicht mehr zu rütteln.
Die Spiele der Alten Herren=Runde haben durch den Zutritt der
Darmſtädter Polizei und des SV. Weiterſtadt eine Belebung erfahren.
da jetzt acht Mannſchaften daran beteiligt ſind. Am vorigen Sonntag
hatte ſich noch eine Aenderung in den Terminen notwendig gemacht, es
ſpielten SV. 98 Darmſtadt — Union Wixhauſen. Die „
männermor=
dende Schlacht der alten Recken” endete 5:4 für den Sportverein 98.
Ein froher Umtrunk ſoll ſich angeſchloſſen haben. Wir glauben, daß bei
derartig ſtarkem Torkonſum die Spiele der „A.H.” eine ſtarke
Konkur=
renz für die Bezirksliga werden dürften, denn hier ſieht das Publikum
dann wenigſtens Tore. Am kommenden Sonntag ſpielen: Viktoria
Gries=
heim — Rot=Weiß Darmſtadt und Germania 03 Pfungſtadt — Polizei
Darmſtadt.
D. S. C. Jung=Deutſchland — SV. 98 komb.
Welcher Darmſtädter Sportenthuſiaſt erinnert ſich nicht des
vor=
jährigen hervorragenden Kampfes obiger Mannſchaften? Da die Lehren
dieſes Spiels nicht gerade befruchtend auf den Darmſtädter Fußballſport
im letzten Jahre gewirkt haben, ſind die beiden Mannſchaften
übereinge=
kommen, am Sonntag nachmittag 17.30 Uhr auf dem Sportplatz am
Böl=
lenfalltor ein weiteres Lehrſpiel auszutragen. In Anbetracht der
kom=
menden großen Ereigniſſe dürfte dieſem Kampf erhöhte Bedeutung
zu=
kommen. Beide Mannſchaften ſind ſtärker aufgeſtellt denn je. Es ſpielen
für Sportverein 98: Röhl; Kugel, Hergo; Stein, Lehr, Eiſenmenger;
Stolzenberger, Koob. Ruppel, Merkel, Lippert, für Jung=Deutſchland:
Jockel. Mayer, Getero. Göth 2. —2—; Göth 1. Borger, Leyzerzapf;
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SC. 1910 Mannheim=Käfertal — Polizei Darmſtadt.
Einer alten Rückſpielverpflichtung nachkommend, begibt ſich die
Liga=
mannſchaft des Polizei=Sportvereins Darmſtadt am Sonntag zum SC.
1910 Mannheim=Käfertal. Käfertal gehört zur Spitzengruppe der
unter=
badiſchen Kreisliga; daß die Mannſchaft über eine anſehnliche Spielſtärke
verfügt, beweiſt ihr 7:1=Sieg am letzten Sonntag über die gewiß nicht
ſchwache Olympia Lampertheim. So gibt das Spiel am Sonntag einen
intereſſanten Maßſtab für die Spielſtärke der beiden Kreiſe. Die
„Grünen”, die immer noch ohne Bönſel und Pfeiffer ſpielen, müſſen vor
allem in der Verteidigung eine beſſere Leiſtung aufbringen, wollen ſie
den Kreis Starkenburg würdig vertreten. — Die 2. Mannſchaft iſt um
11 Uhr Gaſt der Reichsbahn Darmſtadt.
Eintracht Darmſtadt — SV. Weiterſtadt 1910.
Zum Abſchluß der diesjährigen Verbandsſpiele empfängt Eintracht
am kommenden Sonntag, 11 Uhr vormittags, obigen Gegner.
Durch dieſes Zuſammentreffen beider Vereine wird es zweifellos zu
einem ſehr intereſſanten Kampfe kommen. SV. Weiterſtadt iſt beſtrebt,
zu zeigen, daß ſeine letzten Erfolge kein Zufall waren, und will die im
Vorſpiel erhaltene Niederlage wert machen. Für die Einheimiſchen
be=
deutete ein Sieg einen würdigen Abſchluß der Verbandsſpiele und einen
ehrenvollen Tabellenplatz; deſſen ſollte ſich Eintracht bewußt ſein. Aus
den letzten Spielen die Lehren ziehend, hat Eintracht im Sturm eine
Umſtellung vorgenommen. Es bleibt abzuwarten, wie ſich dieſe bewährt.
SV. 1910 Weiterſtadt — FC. Erzhauſen.
Für kommenden Sonntag hat der Sportverein 1910
Weiter=
ſtadt den FC. Erzhauſen mit ſeiner 1. und 2. Elf verpflichtet.
Erzhauſen konnte während der Verbandsſpiele im Dreieich=Gau
in der A=Klaſſe beachtenswerte Erfolge erzielen. Der Spielbeginn
iſt auf 2 Uhr nachmittags beginnend mit den 2. Mannſchaften
feſt=
gelegt. Es iſt mit einem ſpannenden Spiel zu rechnen, deſſen
Be=
ſuch ſich beſtimmt lohnt. — Für die Privatrunde wurde die neu
ins Leben gerufene Alte=Herrenmannſchaft nachgemeldet. Sonntag
nachmittag findet ein Trainingsſpiel der A.H. ſtatt.
Die 1. Handballelf iſt in Braunshardt bei dem A=Meiſter zu
Gaſt.
VfR. Bürſtadt — Union Darmſtadt.
Im weiteren Verlaufe der Pribatſpiele begibt ſich die
Ligamann=
ſchaft obigen Vereins am kommenden Sonntag nach Bürſtadt zum
dor=
tigen VfR., dem Tabellenzweiten der Kreisliga Südheſſen. Ueber die
Spielſtärke braucht man nicht viel zu ſagen, bewieſen doch die guten
Reſultate über einige Kreisligavereine Starkenburgs das Können dieſer
Mannſchaft Es iſt Ehrenſache der Beſſunger, die haushohen
Nieder=
lagen, die die Starkenburger Kreisligavereine einſtecken mußten, wett
zu machen. Union tritt mit folgender Mannſchaft an: Arnold: Rückert,
Sellbach; Schäfer, Fiſſel, Heilmann; Eberhardt, Beck, Dony, Mehring,
Frühwein. — Die 2. Mannſchaft tritt in Zwingenberg an. Die
Zwin=
genberger mit dem ehemaligen Unioniſten Göbel werden der
Mann=
ſchaft einige frohe Stunden bereiten.
Schwerakhlekik.
Bericht aus dem 2. Kreis D.A. S.V. 1891.
Sonntag, den 19. April, treffen ſich in Mainz die Sportwarte der
ſieben Gaue des 2. Kreiſes ſowie ſämtliche Kampfrichter der Ober= und
Kreisliga zur Entgegennahme des Berichts über die Ergebniſſe der
Ver=
bandsſporttechniſchen Tagung über Oſtern in Bergen bei Frankfurt. 25.
und 26. April findet in Darmſtadt in der Polizeiſporthalle ein
Sport=
lehrkurſus ſtatt, wozu jeder der Schwerathletik zugehörige heſſiſche Verein
einen Mann (Sportwart) entſenden kann. Die Liſtenführung, die bei
uns noch beſonders im argen liegt und über die man noch geteilter
Meinung iſt, wird, da wir nächſtes Jahr auf dem großen Verbandsfeſt
in Darmſtadt die Liſtenführer zu ſtellen haben, beſondere Behandlung
auf beiden Terminen erfahren.
Vorwärts Groß=Zimmern —Athl.=Cl. Treffurth Eiſenach.
Nachdem die Kämpfe der Kreiſe beendet ſind, ringen die
Tabellen=
führer der einzelnen Kreiſe gegeneinander zur Feſtſtellung des
Grup=
penmeiſters. In der Gruppe „Weſtdeutſchland” tritt der Tabellenführer
des 2. Kreiſes (Mittelrhein), Athletenverein Vorwärts Groß=Zimmern,
am Sonntag, nachmittags 3 Uhr, in Groß=Zimmern gegen den
Ta=
bellenführer des 7. Kreiſes (Thüringen), Athletenklub Treffurth Eiſenach,
an. — Treffurth Eiſenach beſitzt eine außerordentlich ſtarke Mannſchaft.
die ſich in überzeugender Form bis zur Spitze durchſetzen konnte. —
Groß=Zimmern, deſſen vielfach erprobte Mannſchaft allen Anhängern
des Ringſports bekannt iſt, wird alles daranſetzen müſſen, um gegen einen
ſolchen Gegner Sieger zu bleiben. — Bleibt Groß=Zimmern Sieger, ſo
erhält es als nächſten Gegner in Zwiſchenrunde ſehr wahrſcheinlich die
alte Deutſche Meiſtermannſchaft „Siegfried Koblenz‟. Dies dürfte für
Groß=Zimmern ein weiterer Grund ſein, alles aufzubieten, um Sieger
zu werden. Der Kampf findet in Groß=Zimmern auf dem Weiher an
der Waldſtraße ſtatt; bei ſchlechter Witterung im Kaiſerfaal am
Bahn=
hof. Da der Eintrittspreis äußerſt niedrig, iſt jedermann Gelegenheit
geboten, qualifizierte Ringer in ſicherlich techniſch ſehr hoch ſtehenden
Kämpfen zu ſehen. — Der Rückkampf findet anſchließend am gleichen
Tage ſtatt.
12. „Targa Florio” der Motorräder.
Bei prachtvollem Wetter und unter überaus ſtarker Anteilnahme
wurde auf der 35mal zu durchfahrenden 5,6 Kilometer langen Rundſtrecke
bei Palermo (Sizilien) die 12. Targa Florio der Motorräder
durchge=
führt. Der auch in Deutſchland bekannte Italiener Mario Gherſi
bewäl=
tigte die 196 Kilometer auf ſeiner 350=Kubikzentimeter=Rudge in der
neuen Rekordzeit von 2:20:51 Stunden mit dem Stundenmittel von
83,493 Kilometer und verbeſſerte den beſtehenden Streckenvekord des
vor=
jährigen Siegers Colombo (Sunbeam) von 2:29:42 Stunden ganz
be=
trächtlich. Auch die beiden nächſten der 350=cem.=Klaſſe, Roſetti auf
Velo=
cette und Cerati auf Rudge blieben über 5 Minuten unter der alten
Beſtleiſtung. Die deutſchen Farben waren durch eine neue, im Beſitze
des Italieners Sandri befindliche N. S.U.=Superſport=Maſchine
vertre=
ten, der in der Halbliterklaſſe in 2:34,20 Stunden einen ſchönen Sieg
vor Golvieri auf Rudge herausfuhr.
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(V.
Das Darmſkädker Sporkereignis
Sporkverein darmſtadk 1898 —Sportfreunde Siegen.
Die allgemeine Bedeutung des am kommenden Sonntag, nachmittags
7.30 Uhr, auf dem Platze am Böllenfalltor ſtattfindenden
Vorrunden=
ſpieles um die Deutſche Handballmeiſterſchaft ergibt ſich ohne weiteres
aus den für die Austragung der Deutſchen Meiſterſchaft geltenden
Be=
ſtimmungen. Da dieſe Meiſterſchaft nach dem ſogenannten Pokalſyſtem
durchgeführt wird, alſo ſämtliche in der Vorrunde nicht ſiegreichen
Mannſchaften ohne weiteres aus dem ferneren Wettbewerb ausſcheiden,
riskieren die beteiligten Mannſchaften, durch ein einziges Spiel den
Erfolg einer monatelangen Arbeit, die ihnen das Recht zur Teilnahme
verſchafft hat, einzubüßen. Liegt ſchon in dieſem allgemeinen Umſtand
das Intereſſe begründet, das allgemein den Vorrundenſpielen
entgegen=
gebracht wird, ſo iſt das Intereſſe der Darmſtädter Begegnung aus dem
Nörunde noch erhöht, weil im hieſigen Treffen zwei Mannſchaften gepaart
ſinrd, die ſich in ihrer Spielſtärke völlig gleichwertig ſein dürften. So
laufen auf der einen Seite die Gäſte, die im vergangenen Jahre bis
zum Endſpiel durchſtehen konnten, Gefahr, in dieſem Jahr gleich in der
Vorrunde alle Chancen einzubüßen, wie auch für die 98er die
Möglich=
keit gegeben iſt, auch bei ihrer 6. Beteiligung bei der Deutſchen
Meiſter=
ſchaft dem Endziel nicht weſentlich näher zu kommen. In der
Ungewiß=
heit des Spielausganges liegt alſo der Hauptreiz der bevorſtehenden
Begegnung.
Während die Aufſtellung der Gäſtemannſchaft bis jetzt noch nicht
be=
kannt iſt, hat man im Sportverein 1898 die Mannſchaft bereits
auf=
gſtellt. Leider iſt es zur Gewißheit geworden, daß Fuchs durch die am
Vorſonntag zugezogene Prellung noch nicht wieder mit von der Partie
ſein kann. Nach reiflicher Ueberlegung hat ſich der Spielausſchuß zur
Aufſtellung von Ploch entſchloſſen, wobei hauptſächlich ausſchlaggebend
war, daß Ploch ſchon öfter ſchwere Spiele mitgemacht hat und daß ſeine
Tätigkeit in der Darmſtädter Hochſchulmannſchaft ein gutes Verſtändnis
mit den übrigen Stürmern der 98er erwarten läßt. Die Sportvereinself
nitt alſo an mit:
Henß
Rothenburger
Förſter
Delp
Pabſt
Dittmar
Fiedler
Freund Feick
Ploch
Werner
Da der urſprünglich für das Spiel beſtimmte Schiedsrichter
Bver (Leipzig) abgeſagt hat, wurde Herr Schultz (Kiel) von
dem Spielausſchuß der Deutſchen Sportbehörde mit der Leitung des
Spieles beauftragt.
Vor dem Haupttreffen ſteigt ein Spiel der Ligareſerven der 98er
gigen Turnverein Groß=Umſtadt (1. Mannſchaft).
Reichsbahn Darmſtadt.
Kommenden Sonntag fährt die 1. Elf nach Wiesbaden, um dort das
Mickſpiel in der Bezirksrunde auszutragen. Im Vorſpiel konnten die
Grün=Weißen nach hartem, erbittertem Kampf überlegen 9:5 gewinnen.
Auf eigenem Platz und vor eigenem Publikum werden die Kurſtädter
al es aufbieten, um den Gäſten die Punkte abzunehmen. Da dieſes
Siel für die Grün=Weißen das ſchwerſte in der Bezirksrunde iſt,
wer=
der dieſelben gut tun, gleich von Anfang an alle Regiſter ihres Könnens
au fzuziehen und Tore zu ſchießen, damit der Sieg ſichergeſtellt wird.
1 2.e Mannſchaft fährt ab Hauptbahnhof 12.41 Uhr. Treffpunkt 12.30
a5r in der Vorhalle. — Die 2. Mannſchaft wird in Gundernhauſen
ur 15 Uhr gegen die dortige 1. Elf ein Freundſchaftsſpiel austragen.
Nachmittags um 2 Uhr hat die Jugend Weiterſtadt zu Gaſt.
Handball in der 9.T.
Endgültig auf dem Reichsbahnplatz um 3.30 Uhr: Groß=Zimmern
— Groß=Wallſtadt. Freundſchaftsſpiele: Egelsbach —
Preun=
gsheim, Walldorf — Polizei Frankfurt, Hahn — Lorſch, Bensheim —
Rot=Weiß Darmſtadt (DSB.), Nieder=Ramſtadt — Crumſtadt,
Waller=
tüdten — Erzhauſen, Erfelden — Alsheim, Schwanheim — Hüttenfeld,
Arheilgen — Polizei Darmſtadt (DSB.), Nauheim — Raunheim,
9roß=Gerau — Ober=Ramſtadt, Auerbach — Biebesheim, Groß=Hauſen
Bobſtadt, Seeheim — Eberſtadt, Tgde, 1846 Darmſtadt — Erbach,
Taſ. Darmſtadt — Roßdorf.
Die Bedeutung des Treffens der beiden Gaumeiſter Odenwald und
Main=Speſſart iſt genügend bekannt, da es bereits zweimal angeſetzt
war. Am letzten Sonntag fiel es wegen eines konfeſſionellen Feiertages
der Mainleute aus.
Im Main=Rhein=Gau hat ſich der Gruppenmeiſter Arheilgen an
die Darmſtädter Hochburg der DSB. herangewagt, und der Gegner iſt
die Polizei. Mit ſtärkſter Beſetzung dürften die Gäſte ein kleines
Plus haben. Trotzdem iſt Arheilgen durch ſeine nacheinander
erfoch=
tenen ſechs Meiſterſchaften durch eine gute Schule gegangen. Etwas
Kopfzerbrechen wird die Beſetzung des Mittelläuferpoſtens machen. Soll
man Braun wieder dort hinſtellen?
Als nächſtes Spiel von Bedeutung wäre die Begegnung der 1846er
mit dem Odenwälder Verein der Kreisklaſſe, dem TV. Erbach, zu
nen=
nen. Schade nur, daß gleichzeitig auf dem Stadion ein großes Spiel
um die DSB.=Meiſterſchaft ſtattfindet, denn der Beſuch dieſes Treffens
lohnt ſich wirklich. Die Tade, muß ſchon ſehr gut aufgelegt ſein, wenn
ſie eine Niederlage verhindern will. Käme als nächſtes das zweite
Gaſt=
ſpiel der Frankfurter Poliziſten und diesmal in Walldorf. „Geläutert
durch ſeine Niederlage in Bensheim, wird der Gaſt ſich diesmal nicht
überrumpeln laſſen. Obwohl man Walldorf nicht hinter Bensheim
ſtellt, mag uns ein Sieg der Walldörfer als fraglich erſcheinen.
Bens=
heim bringt ſeinen Zuſchauern abermals Spannendes. Die Darmſtädter
Not=Weißen werden ebenfalls erfahren müſſen, daß die Bergſträßer ſo
ſchußfreudig wie ſicher ſind. Wie allerdings verlautet wird man
Som=
mer demnächſt bei der Polizei ſehen. Nauheim. Egelsbach und Erfelden
treffen ſich mit Vereinen benachbarter Gaue und haben ſich recht ſtarke
Gegner erwählt. Die übrigen Begegnungen ſind Spiele bekannter
Gau=
vereine. Wollte man zwei noch herausgreifen, ſo müßte man Seeheim
gegen Eberſtadt und Groß=Gerau gegen Ober=Ramſtadt beſonders
nennen.
TV. Arheilgen — Polizei Darmſtadt.
Zu einem außerordentlich intereſſanten Treffen wird es am
kom=
menden Sonntag um 15 Uhr auf dem Platz des Turnvereins Arheilgen
an der Hammelstrift kommen. Nach der ſtattgefundenen Einigung ſtehen
ſich hier erſtmals zwei Vertreter gegenüber, die beide in ihren
Verbän=
den eine beachtenswerte Rolle ſpielen und zu der Reihe der beſten
Mannſchaften in dieſem Bezirk gerechnet werden dürfen. Die Erfolge
des Polizeiſportvereins Darmſtadt ſind ja ſo bekannt, daß ſie hier nicht
aufgezählt zu werden brauchen. Die Mannſchaft des TV. Arheilgen, die
im vorigen Jahre die Kreisgruppenmeiſterſchaft errang, befindet ſich
augenblicklich in ausgezeichneter Form, ſo daß man mit einem techniſch
hochſtehenden Spiel rechnen kann, deſſen Beſuch jedem Handballfreund
zu empfehlen iſt. — Vorher treffen ſich die Jugendmannſchaften.
Schwimmen.
Hallenſchwimmfeſt der Freien Tade. Darmſtadt.
Wie aus den Plakaten erſichtlich, findet am 18. und 19. April das
Hallenſchwimmfeſt der Freien Turngemeinde. Abt, Waſſerſport, im
Städtiſchen Hallenſchwimmbad ſtatt. Die in den letzten Jahren
abge=
haltenen Schwimmfeſte haben den Beweis erbracht, daß der Verein mit
ſeinen Leiſtungen weit über dem Durchſchnitt ſteht. Noch vor ganz kurzer
Zeit konnte der Verein ſeine Kräfte mit beſter ſüddeutſcher Klaſſe in
Stuttgart unter Beweis ſtellen, und mit den erreichten Reſultaten ſehr
zufrieden ſein. Als Auftakt zum Wettkampf werden, am kommenden
Samstagabend um 8 Uhr im Schwimmbad die Waſſerball=
Ausſcheidungs=
kämpfe ſtattfinden. Nicht weniger als 12 Waſſerballmannſchaften werden
um den Sieg kämpfen, und die beſte Mannſchaft wird am Sonntag.
nachmittags, gegen Darmſtadt antreten müſſen. Der Sonntag wird
mit einem 10Minuten=Riegenbetrieb der Kinderſchwimmſtunde
eingeleitet. Dann folgen in intereſſanter Reihenfolge die Starte zu den
einzelnen Schwimmkämpfen. Staffeln ſowie Einzelrennen ſind ſehr gut
beſetzt. Von den gemeldeten Vereinen läßt Saarbrücken ſehr viel
erwarten. In der Männerlagenſtaffel, die mit neun Vereinen beſetzt iſt,
wird es ſpannende Kämpfe geben. Auch die Frauen=Bruſtſtaffel, iſt gut
beſchickt; hier wird ſich Darmſtadt ſehr anſtrengen wüſſen, um gegen
Pfungſtadt beſtehen zu können. Das Rückenſchwimmen für Männer
wird wohl den Einheimiſchen nicht zu nehmen ſein. Alle anderen Kämpfe
ſind ziemlich offen. Eintrittspreiſe volkstümlich. Der Kartenvorverkauf
hat bereits begonnen. Es iſt ratſam, ſich mit einer ſolchen zu verſehen,
da dieſelben auch am Samstagabend Gültigkeit haben.
Neuer Mercedes=Benz=Sieg.
Bei einem Automobilrennen in Buenos Aires, das über eine
400 Kilometer lange Strecke führte, kam der Einheimiſche Carlos
Za=
touſzeck zu einem neuen Erfolg. Er hatte vor kurzem den Großen
Preis von Argentinien auf ſeinem Mercedes=Benz=Wagen gewonnen und
zeigte ſich damit auch diesmal ſeinen Konkurrenten überlegen. Zatouſzeck
benötigte für die 400 Kilometer nur 2:54:32,2, erzielte alſo den
aus=
gezeichneten Durchſchnitt von 130,5 Kilometern.
Schießſpork.
Schießſportklub „Windmühle” — Sportſchützen Heide (Holſtein).
Kommenden Sonntag beſtreitet der Schießſportklub „Windmühle‟
ſeinen erſten Poſt”=Wettkampf. Der Gegner, Sportſchützen Heide, iſt
ein äußerſt rühriger Kleinkaliber=Verein, der ſtets in ſeinem
Landes=
verband Schleswig=Holſtein dicht hinter dem Deutſchen Meiſter, Polizei
Hamburg, den 2. Platz einnimmt. Der Wettkampf wird nach folgenden
Bedingungen ausgetragen: Die Mannſchaft aus 8 Schützen ſchießt unter
Aufſicht auf den eigenen Ständen, jeder Schütze 30 Schuß in den 3
An=
ſchlagsarten auf 10er=Scheibe. Das Geſamtergebnis wird ſofort nach
Beendigung des Kampfes per Poſt zugeſandr. Das Schießen beginnt
um 10 Uhr vormittags auf den Ständen in der Pallaswieſenſtraße, und
ſind Intereſſenten herzlichſt eingeladen.
Rundfunk=-Programme.
Frankfurt a. M.
Freitag, 17. April.
15.20: Marta Oppenheimer: Wie ich es ſehe.
16.30: Nachmittagskonzert des Rundfunkorcheſters.
18.10: Stunde des Buches: Nachkriegsromane.
18.30: Dr. F. Wallner: Eine Viertelſtunde Deutſch.
18.45: Horace Mellon.
19.15: Aerztevortrag: Ueber Blutungen aus Blaſe und Niere.
19.45: Karlsruhe: Wiener Abend. (Schubert — Strauß.) Mitw.:
Orcheſter d. Badiſchen Landestheaters u. Lotte Fiſchbach (Sopran).
20.45: Ein Bombenmädel. Hörſpiel von Luiſe Herz.
21.45: Neue Muſik der Nationen. Das Philharmoniſche Orcheſter.
23.10: Tanzweiſen aus Amerika auf Schallplatten.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Freitag, 17. April.
9.00: Schulfunk: In der Wetterdienſtſtelle Lindenberg b. Berlin
10.10: Schulfunk: Wie halte ich mein Rundfunkgerät in Ordnung?
15.00: Jungmädchenſtunde: Grete M. Markſtein: Was wir leſen.
15.45: Jugendſtunde: Abenteuer im Sudan.
16.00: W. Kayſer: Arbeit eines deutſchen Lektors an der
holländi=
ſchen Univerſität Amſterdam.
16.30: Nachmittagskonzert aus Leipzig.
17.30: Dr. Priemel: Wiſent und Auerochs, zwei deutſche Wildrinder.
18.00: Dr. Weller: Bedeutung der deutſchen Treibſtofferzeugung.
18.30: Dr. Frh. v. Heide=Geldern: Kopfjäger im heutigen Aſien
und im alten Europa.
19.00: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Aerzte.
19.30: Frieda Gladoſch: Die Arbeiterfrau: Die Funktionärin.
20.00: A. d. Krolloper, Berlin: Der Barbier von Sevilla, Kom.
Oper von Roſſini.
Während der Pauſe: Tages= und Sportnachrichten.
anſchl. Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
22.50: Konzert d. Notſtandsorcheſters d. Arbeitsamtes Bln.=Mitte.
Weiterbericht.
Von den Britiſchen Inſeln dringt kühlere maritime Luft vor, welche
das Feſtland erreicht hat und unter zunehmender Luftbewegung
ver=
änderliches Wetter mit Niederſchlägen verurſacht. Auch ſie wird die
gegenwärtig noch über unſerem Gebiet lagernde mildere Luft
wegräu=
men und die Vorherrſchaft gewinnen. Infolgedeſſen kommt es zu
un=
beſtändigem Wetter, wobei mehr ſchauerartige Niederſchläge auftreten.
Ausſichten für Freitag, den 17. April: Unbeſtändiges, wechſelnd
wol=
kiges Wetter mit zeitweiſen Niederſchlägen, etwas auffriſchend,
weſtliche, dann nordweſtliche Winde.
Ausſichten für Samstag, den 18. April: Noch veränderliches und
wech=
ſelnd wolkiges Wetter mit Aufheiterung, aber nur vereinzelt leichte
Schauer.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve: für Feuilleton, Reich mnu
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport. Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Que iſch: ſür den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tageeſpiegel in Bild und Wort. Dr. Herbert Neite
für den Inſeratentel und geſchäftliche Mittellungen. Willy Kuble.
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[ ← ][ ][ → ] Franzöſiſcher Wirkſchaftsbrieſ.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 15. April.
Politiſche Erörterungen ſtehen jetzt, auch in Wirtſchaftskreiſen im
Vordergrunde. Die Frage der Zollunion intereſſiert die
Wirt=
ſchaftskreiſe weit mehr als die letzten Wirtſchaftskonferenzen. Während
aber in der Politik immer neue Ideen lanciert werden, kommen von der
Wirtſchaft, die ganz unter dem Druck des Exportrückganges ſteht, keine
neuen Ideen.
Die induſtrielle Aktivität nahm ſeit einigen Wochen
etwas zu, allerdings nicht in allen Zweigen der Induſtrie. So beſteht
zum Beiſpiel die Textilkriſe weiter. Auch die Lage der
chemi=
ſchen Induſtrie läßt viel zu wünſchen übrig.
Die Effektenbörſe war deprimiert. Die Schwierigkeiten der
Placierung von Obligationen in London, ſowie die Gerüchte über die
finanzielle Reorganiſierung einer der größten franzöſiſchen
Schiffahrts=
geſellſchaften verſtimmten den Markt. Trotz aller Mißerfolge hat man
aber die offiziellen Beſtrebungen, den Pariſer Platz zu dem größten
internationalen Anleihemarkt zu geſtalten, nicht aufgegeben. London
und New York ziehen ſich von den Anleiheemiſſionen immer mehr
zu=
rück. Das bedeutet aber noch nicht, daß der Pariſer Platz ihre Rolle
einfach übernehmen wird. Vielmehr ſcheint es wahrſcheinlich, daß die
gegenwärtige finanzpolitiſche Periode für Obligationsemiſſionen im
all=
gemeinen ungünſtig ſein wird.
Der Rohſtoffmarkt war etwas feſter; viele erblicken darin
das Zeichen der herannahenden allgemeinen Beſſerung.
Auf dem franzöſiſchen Kohlenmarkte iſt die Lage beinahe
unverändert. Der Winter war für den Kohlenmarkt ſehr ungünſtig,
jetzt hat aber ein leiſer Aufſchwung in der Schwerinduſtrie etwas
Beſſe=
rung gebracht.
Für den Eiſen= und Stahlmarkt iſt die Stagnation
charak=
teriſtiſch. Die Unternehmungen haben zwar etwas mehr Beſtellungen
als während des Winters, dieſe Erſcheinung wird aber nur den üblichen
Saiſonbeſtellungen zugeſchrieben. Die Preiſe ſind ſehr niedrig und
in=
folgedeſſen die meiſten Werke, vor allem die Stahlwerke, wenig
ertrag=
reich. Die Preiſe ſollen den Tiefſtand bereits erreicht haben, ſo daß
keine Preisſenkungen mehr zu befürchten ſind.
Die Kupferpreiſe zeigen nach einer ſtarken Baiſſe wieder
etwas feſtere Tendenz. Die aktuellen, von dem amerikaniſchen Kartell
feſtgeſetzten Preiſe haben aber nur eine theoretiſche Bedeutung, da
Kup=
fer auch unter dieſem Preiſe überall angeboten wird. Das Kartell
ver=
ſucht die Produktion weiter einzuſchränken; man erwartet jetzt in New
York die Vertreter der belgiſchen Kupferproduzenten, um mit ihnen
Ver=
einbarungen über weitere Einſchränkungsmaßnahmen zu treffen. Das
ſtändige Preismanövrieren des Kupferkartells wird von den
Wirtſchafts=
kreiſen viel kritiſiert. Es ſchädigt die Käufer und hält ſie vor größeren
Einkäufen zurück.
Der Zinnmarkt erfuhr ebenfalls eine Baiſſe, in den letzten
Tagen war er aber wieder etwas feſter. Im Mai wird das
internatio=
nale Zinnkomitee in Haag tagen und über die Annahme des
Einſchrän=
kungsplanes mehrerer oſtaſiatiſcher Produzenten verhandeln. Die
Zinn=
vorräte in England ſind noch immer im Wachſen begriffen, obwohl
während des Monats März Amerika um etwa 1000 Tonnen Zinn mehr
gekauft hat als im Februar.
Der Bleimarkt lag ſchwach. Der Bleiverbrauch bleibt niedrig
und die Produktion iſt nach wie vor hoch. Es werden jetzt in London
Verhandlungen geführt über eventuelle Einſchränkungsmaßnahmen,
Ueber die Einzelheiten dieſer Beſprechungen verlautet bisher noch nichts
Zuverläſſiges.
Die Zinkpreiſe änderten ſich wenig, es herrſcht eine leiſe
Ten=
denz zur Feſtigkeit. In den hieſigen Wirtſchaftskreiſen rechnet man auf
mäßige Preiserhöhungen und auf eine Einigung mit den amerikaniſchen
Produzenten, die bis jetzt ſich intranſigent gezeigt haben. Bei den
aktu=
ellen Preiſen ſind weder die Zinkminen noch die Zinkfabriken ertragreich.
Der Kalimarkt lag deprimiert. Der Export nach Amerika iſt
zurückgegangen. Der inländiſche Abſatz iſt ebenfalls ſehr wenig
befrie=
digend. Die kritiſche Lage der Kunſtdüngerinduſtrie wird immer mehr
fühlbar. — Die Phosphatenpreiſe wurden herabgeſetzt; ſie
ſind zur Zeit um etwa ein Fünftel niedriger als am 1. Januar 1931.
Die Lage des chileniſchen Nitratenmarktes iſt
wenig günſtig. Daß man in den Wirtſchaftskreiſen die Zukunft
peſſi=
miſtiſch betrachtet, beweiſt der eklatante Mißerfolg der Londoner
An=
leiheplacierung des Nitratentruſts.
Der amerikaniſche Petroleummarkt leidet unter den
gleichen Schwierigkeiten wie früher. Es gelang nicht, trotz halboffizieller
Einmiſchungen, der Ueberproduktion einen Damm zu ſetzen. Es ſind
Gerüchte im Umlauf, nach denen eine neue Geſetzgebung betreffs der
Petroleumkontingentierung in Vorbereitung ſei. Es geht nur um die
Beſchränkung der ruſſiſchen Konkurrenz, da das billige venezuelaniſche
Erdöl bereits verdrängt wurde. Man rechnet in Amerika feſt darauf,
daß durch offizielle Maßnahmen die jetzigen Oelpreiſe aufrecht zu
erhal=
ten möglich wäre. Nach der Auffaſſung der hieſigen Wirtſchaftskreiſe
erſcheint eine weitere Baiſſe der Oelpreiſe infolge der
Sowjetkonkur=
renz geradezu unvermeidlich.
Auf dem Kautſchukmarkte gab es wieder eine heftige Baiſſe,
die Preiſe erreichten einen Rekordtiefſtand. Die Urſachen des
Preisſtur=
zes ſollen teilweiſe ſpekulativer Natur ſein. Jedenfalls drückt die
Tat=
ſache, daß die engliſch=holländiſchen Einſchränkungsverhandlungen noch
zu keinem praktiſchen Ergebnis geführt haben, ſchwer auf dem Markte.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Franffurter und berliner Effettenborte.
Frankfurt a. M., 16. April.
Die Börſe eröffnete auch heute wieder in ſchwächerer Haltung und
zeigte allgemein ein luſtloſes Ausſehen. Die erneute Abſchwächung der
meiſten Auslandsbörſen wirkte verſtimmend, wie überhaupt die Börſe
für ungünſtige Nachrichten mehr empfänglich geworden iſt. So
betrach=
tete man die innerpolitiſche Situation hinſichtlich des Volksbegehrens
recht ungünſtig. Da auch bei den Banken wieder Verkaufsorders
vor=
gelegen haben ſollen, löſte auch die Spekulation z. T. in größerem
Um=
fange ihre Engagements, ſo daß die Kursverluſte auf einigen Märkten
größeres Ausmaß annahmen. Man verwies dabei auf den kommenden
Ultimo, der mit den Genfer Verhandlungen ſehr nahe liegt, auf denen
die internationalen Gegenſätze wegen der deutſch=öſterreichiſchen
Zoll=
union manche Komplikationen auslöſen können. Das Geſchäft war
außerordentlich gering. Beſonders unter Druck ſtand der Chemiemarkt,
an dem J. G. Farben zunächſt 1 Prozent und ſpäter weiter 1 Prozent
verloren. Auch Elektroaktien wurden in verſtärktem Umfange realiſiert;
die Kursrückgänge betrugen faſt durchweg bis zu 2¾ Prozent. Am
Mon=
tanmarkt ermäßigten ſich Rheinſtahl um 1½ Prozent und Mannesmann
1 Prozent. Kaliwerte ſanken allgemein im Kurſe, beſonders
Weſter=
egeln, die 3¾ Prozent einbüßten Auch Deutſche Linoleum ſchwächten
ſich von neuem ab (— 3 Prozent). Kunſtſeidenwerte ebenfalls weiter
rückgängig, doch in weſentlich mäßigeren Grenzen (Aku minus S/s
Pro=
zent, Bemberg knapp gehalten). Der Schiffahrtsmarkt lag im Hinblick
auf die heute ſtattfindenden General=Verſammlungen bei Hapag und
Nordd. Lloyd recht widerſtandsfähig. Bankaktien bei geringem Umſatz
behauptet. Etwas höher eröffneten nur Holzmann mit plus 1½
Pro=
zent. Von ſonſtigen Terminwerten gaben noch Zellſtoff Waldhof,
Deutſche Erdöl und Rütgerswerke bis 1 Prozent nach.
Im Verlaufe herrſchte anhaltende Geſchäftsſtille, und die Kurſe
bröckelten meiſt nochmals um Bruchteile eines Prozentes ab. Am
Geld=
markt hielt die Nachfrage nach Tagesgeld an, ſo daß der Satz erneut um
½ Prozent auf 5 Prozent erhöht werden mußte. Am Deviſenmarkt
nannte man Mark gegen Dollar 4,1993, gegen Pfunde 20,40½. London
— New York 4,8590, Paris 124,24, Mailand 92,80, Madrid 47,25,
Schweiz 25,22¾, Holland 12,10½.
Bei großer Zurückhaltung im Geſchäft waren die Kurſe an der
Abendbörſe weiter abgeſchwächt. Beſonders verſtimmten die
er=
neut ſchwachen Kursmeldungen aus New York. Die Spekulation ſchritt
zu weiteren Realiſationen, die bei der mangelnden Aufnahmeluſt auf den
Markt drückten. J. G. Farben verloren 1 Prozent. In gleichem
Aus=
maße waren Elektrowerte gedrückt. Sehr ſtark abgeſchwächt waren
Salz=
detfurth, die 2,5 Prozent verloren. Die übrigen Märkte hatten
eben=
falls meiſt ſchwächere Kurſe zu verzeichnen. Auch der Verlauf brachte
keine Erholung. Farben ſchloſſen 1502/s nach vorübergehend 150,25.
Berlin, 16. April.
Bereits im heutigen Vormittagsverkehr wirkte ſich die ſchwache
Hal=
tung der europäiſchen und amerikaniſchen Börſen in niedrigeren
Kurs=
taxen aus. Hinzu kam, daß der Ordereingang bei den Banken
außer=
ordentlich gering war, und daß die Kundſchaft zum Teil zu Abgaben
neigte. Die Spekulation ſchritt unter dieſen Umſtänden zu
Glattſtel=
lungen, ſo daß die Vorbörſentaxen zu Beginn des offiziellen Verkehrs
vielfach noch unterſchritten wurden. Da ſich der Medio doch etwas
ſchwieriger, als in Börſenkreiſen erwartet, überwinden ließ, glaubte man,
die Diskonthoffnungen vorläufig etwas zurückſtellen zu müſſen. Die
Rückgänge gegen den geſtrigen Schluß betrugen in der Regel 1 bis 2½
Prozent. Im Verlaufe vermochte ſich zunächſt eine kleine Erholung
durchzuſetzen, die man auf die Erwartung günſtiger Außenhandelsziffern
für März zurückführte. Die Deckungen hörten jedoch bald auf, und
ausgehend von Salzdetfurth, die 3 Prozent unter Anfang nachgaben,
wurde es allgemein wieder ſchwächer.
Metallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 16. April ſtellten ſich
für je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt cif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 95.50 RM. — Die Notierungen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte Lieferung
und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium 98 99proz, in Blöcken Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM.,
desgl. in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 174 RM., Reinnickel,
98= bis 99proz. 350 RM., Antimon Regulus 51—53 RM.,
Fein=
ſilber (1 Kilogramm fein) 39—41 RM.
Berliner Kursbericht
vom 16. April 1931
vie Spurraffen i Reiſewhagr.
Viebmärkke.
Die Einlagen bei den Sparkaſſen haben die 11. Milliarde
über=
ſchritten. Selbſtverſtändlich wird das uns feindliche Ausland dieſe
Tat=
ſache zum Anlaß nehmen, unter Hinweis auf unſere
Reviſionsbeſtre=
bungen hinſichtlich der Reparationen gehäſſige Bemerkungen zu machen.
Allerdings ſind 11 Milliarden eine recht erfreuliche Sache, aber wir ſind
noch weit von den früheren Verhältniſſen entfernt. Die Summe
ent=
ſpricht ungefähr dem Beſtande von 1895 Es wird noch erheblicher
An=
ſtrengungen bedürfen, ehe der Stand vom Jahre 1913 wieder erreicht
iſt. Angeſichts des Kriſenjahres 1930/31 iſt aber kaum damit zu rechnen,
daß der bisherige Einlagenſtrom weiter anhalten wird. Die durch die
Arbeitsloſigkeit und Konjunkturkriſe betroffenen Volksſchichten haben
ihre Spartätigkeit unterbrochen, oft Sparguthaben angegriffen, und die
noch erfolgenden Einlagen werden die Rückzahlungen wohl nicht
wett=
machen können.
Brodukkenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 16. April. Gegenüber dem feſteren
Vormittagsverkehr, in deſſen Verlauf namentlich Roggen ſeinen
Preis=
ſtand erneut hatte beſſern können, geſtaltete ſich die Börſeneröffnung
ziemlich enttäuſchend, und am handelsrechtlichen Lieferungsmarkte
er=
gaben ſich gegen den geſtrigen Börſenſchluß zumeiſt nur unbedeutende
Preisveränderungen; lediglich in Juliroggen kam es auf ſtärkeres
An=
gebot zu einem Abſchlag um 1,25 Mark. Im Promptgeſchäft hat ſich das
erſthändige Offertenmaterial keineswegs verſtärkt, dagegen bekundet die
zweite Hand bei den gegenwärtigen Preiſen vereinzelt etwas mehr
Ver=
kaufsluſt; das Preisniveau war etwas behauptet. Weizenmehl hat nach
wie vor ſtilles Geſchäft während Roggenmehl, insbeſondere 70proz.
Ausmahlung, gefragt bleibt. Erhöhte Mühlenofferten waren kaum
durchzuholen. Am Hafer= und Gerſtenmarkte iſt nach den
Preisſteige=
rungen der letzten Zeit eine leichte Beruhigung eingetreten; eine
Zu=
nahme des Angebots iſt zwar nicht zu verzeichnen.
Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Im März 1931 ſtellten die deutſchen Hochofenwerke „ohne
Saargebiet) 560 000 To. Roheiſen her. Arbeitstäglich (31 Tage
im März) waren es im Durchſchnitt 18 065 To., wahrend es im
Februar (28 Arbeitstage) 18 578 To. geweſen waren. Dies
bedeu=
tet ein Rückgang um 2,8 Prozent.
Der Reichsverband der Orient= und Perſerteppichhändler
Deutſchlands e. V. in Köln hat zuſammen mit dem Verband der
Groß=Berliner Kunſt= und Antiquitätenhändler e. V. und dem
Verband der Kölner Kunſt= und Antiquitätenhändler e. V. in
einer Eingabe, an das preußiſche Handelsminiſterium ſtärkeren
Schutz des regulären Handels gegen unlautere Konkurrenz durch
Hauſierer und Auktionäre gefordert.
Im Berliner Holzgewerbe beſtehen ſeit längerer Zeit zwiſchen
Arbeitgebern und Arbeitnehmern Differenzen. Der
Schlichtungs=
ausſchuß hat jetzt einen Schiedsſpruch gefällt, der die Tariflöhne
um 8—9 Prozent herabſetzt. Weiter wird der Manteltarif der
Holzarbeiter weſentlich abgeändert.
Die Umlage für den Monat März beim Rheiniſch=
Weſtfäli=
ſchen Kohlenſyndikat wird mit 2,35 RM. auf Verkaufsbeteiligung
und mit 1,50 RM. auf Verbrauchsbeteiligung erhoben. (2,35 RM.
bzw. 1,47 RM. in den beiden Vormonaten.)
Der Provinzialausſchuß der Provinz Oberheſſen beſchäftigte
ſich in einer Sitzung mit der Frage der Stillegung des Betriebes
der Hefrag in Wölfersheim und den damit in Zuſammenhang
ge=
brachten Vorſchlägen über eine Regelung der oberheſſiſchen
Elektri=
zitätswirtſchaft. Der Provinzialausſchuß faßte den Beſchluß,
dar=
über mit der Preußen=Elektra in Verhandlungen einzutreten.
Das Vergleichsverfahren im Aſchaffenburger Bankverein e. G
m. b. H. iſt eröffnet worden. Der abgeänderte Vergleichsvorſchlag
ſieht vor, daß die Gläubiger innerhalb dreier Jahre befriedigt,
und daß ihre Forderungen mit 2 Prozent jährlich verzinſt werden.
Dazu iſt vorgeſehen, daß der Geſchäftsanteial um 200 RM. auf
500 RM. erhöht wird.
Die Mannheimer Milchzentrale A.=G. in Mannheim erzielte
im Geſchäftsjahre 1930 einen Reingewinn von 74 060 RM., der
laut Beſchluß der G.V folgendermaßen verteilt werden ſoll:
Zu=
weiſung an den Reſervefonds 47 000 RM., 8 Prozent Dividende
auf ſämtliche Aktien und 1 Prozent Superdividende auf die
Ak=
tien 4, 3310 RM. Vortrag auf neue Rechnung.
Oeviſenmarkt
vom 16. April 1931
Zur Roggenpolitik. In Kreiſen der Berliner Produktenbörſe wurde
die Tatſache, daß die Deutſche Getreidehandelsgeſellſchaft geſtern keine
Verkäufe von Eoſinroggen in der bekannten Verbindung mit
Kartoffel=
flocken und Gerſtebezugsſcheinen vornahm, dahin kommentiert, der
Ver=
kauf ſei endgültig eingeſtellt. Wie WTB.=Handelsdienſt hierzu erfährt,
iſt ein Beſchluß der maßgeblichen Stellen in dieſer Richtung bisher nicht
ergangen. Wie verlautet, iſt angeſichts der gegenwärtig herrſchenden
ſchwierigen Verſorgungslage für Roggenmehle, die in der Hauptſache
durch die noch im Zuge befindlichen Beſtellarbeiten in der
Landwirt=
ſchaft bedingt ſind, damit zu rechnen, daß zur Ueberwindung der
vor=
übergehenden Verknappung Abgaben aus der Mahlroggen=Reſerve der
Deutſchen Getreidehandelsgeſellſchaft direkt an die in Frage kommenden
Mühlen vorgenommen werden.
Von der Frankfurter Börſe. Ab 1. Mai 1931 wird die Notierung
für die 5prozentigen Schatzanweiſungen von 1928 der Stadt Augsburg
und der Stadt Dortmund, beide rückzahlbar am 1. Mai 1931, an der
hieſigen Börſe eingeſtellt.
Berl. Handels=Geſ.
Danatbank . . . . . ."
Deutſche Bank u
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban
Hapag
Hanſa Dampfſch
Nordd. Llohyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Heutſche Erdö
126.50
147.—
114.12:
107.5e
72.25
88.—
n3.n5
111.75
78.—
99.—
98.50
47.50
112.50
134.75
76.50
Elektr. Lieferung
J. G. Farben 150.625
Gelſ. Bergw
Geſ. f.elektr. Untern. 127.25
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klödnerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr. .
Maſch.=Bau=Unin
Nordd. Wolle
Sberſchleſ. Kofsw.
Orenſtein & Koppell 54.—
135.50
82.—
72.75
66.375
99.—
162.25
59.375
73.50
777.—
44.875
63.—
79.125
Polyphonwerte
Rütgerswerke
Salzdetfurth Ko
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali h164.50
Agsb.=Nrnb. Maſch
Baſalt Lin;
Berl. Karlsr. Ind. 46.50
Hirich Aupſer
Hobenlohe-Werte
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
68.50
56.50
252.—
119.50
114.50
E6.25
68.—
25.125
116.—
Helſingfors
Wien
Prag
Budap
Sofia
Hollan:
Lslo
Kopenhagen
Stodholm
London
Buenos=Aires
New Yorl
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch Kr.
00 Pengö
00 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
12.=Stg.
1 Pap. Peo
1 Dollar.
1100 Belge
100 Lire
1100 France
GeidBrief
10.55
58.99
12.425
73.12
3.C4
168.3
112.17
112.16
112.21
20.38.
1.449
.1955
10.57
59.11
12.44:
73. 26
3.048
168.74
12 3c
12.38
112.49
20.42.
1.45
4.2035
58.315, 58.43
21.965 22.00
16 40 16.44
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janeir=
Jugoſlawien 1100 Dinar
Portugal 1100 Escudo
Athen
Iſtam bu
Kairo
Kanade
Uruguah
Nsland
Tallinn (Eſtl.
Riga
Währung
100 Franken)
100 Peſetas
100 Gulden 181.51
Den
1 Milre
100 Drachm.
11 türk. 2
Lägypt. 4
U1canad. Doll.
11 Goldpeſo
100 is Kr.
100 eſtl. Kr.
100 Lats
Geld
10.82
43.11
0.303
1.378
18.35
5.44
Aun
4.192
92.02
111.68
s0.74 E0.30
Brie
C0.96
43.19
(1.67
2.073/ 2.07
(.305
.392
18.89
5.45
2C.945
4.200
2.697 2.:03
92.20
11491
Frankfurter Kursbericht vom 16 April 1931.
Darmſtädter Viehmarkt vom 16. April. Aufgetrieben wurden
5 Ochſen, 89 Kälber. Die Preiſe ſtellten ſich für Kälber a) 60—66, b) 55
bis 59, c) 50—54 Pfg. pro Pfund Marktverlauf: ſchleppend.
Frankfurter Viehmarkt vom 16. April. Auftrieb: Rinder vom
letz=
ten Markt 65, Kälber 797, Schafe 147 Schweine 489. Marktverlauf:
Bei allen Gattungen ruhig, ausverkauft „Preiſe: Kälber b) 64—68,
c) 59—63 d) 48—58, Schafe al) 45—49, b) 38—44.
Fleiſchgroß=
handelspreiſe: Ochſenfleiſch 1 70—80, dito 2 65—75
Bullen=
fleiſch 72—76, Kuhfleiſch 2 50—60, dito 3 40—50, Kalbfleiſch 80—105,
Schweinefleiſch 55—60. Geſchäftsgang: ſchleppend. Auftrieb aus
hieſi=
ger Schlachtung: 786 Viertel Rinder, 94 Kälber, 6 Hämmel, 450
Schweine
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 16. April.
Getreide. Weizen: Mai 84, Juli 63½, Sept. 63.25. Dez. 66.50;
Mais: Mai 62½, Juli 63.50, Sept. 61.75. Dez. 54½: Hafer: Mai
30½, Juli und Sept. 31.25, Dez. 33; Roggen: Mai 37½, Juli
39½, Sept. 42. Dez. 44.50.
Schmalz: Mai 8.70, Juli 8.85, Sept. und Okt. 9.—
Schweine: leichte 7.80—7.95, ſchwere 6.90—7.25;
Schweine=
zufuhren: Chicago 19 000, im Weſten 72 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 16. April:
Schmalz: Prima Weſtern 9.45; Talg, extra, loſe 4½.
Getreide. Weizen: Rotwinter 94½; Mais, loko New York
75½; Mehl, ſpring wheat clears 3.90—4.35; Fracht: nach
Eng=
land 1,6—2,3 Schilling, nach dem Kontinent 8—8.50 Cents.
Kakao. Tendenz: willig; Umſätze: 70; Lokonotiz: 5.50; Mai
5.36. Juli 5.53, Sept. 5.69, Okt. 5.77, Dez. 5.92, Januar 1932:
5.98.
Pa
6%
2.
½%Intern.,
6% Baden ...
8% Bahern.
6%
8% Heſſen v. 28
89
v. 2‟
6% Preuß. Staat
80 Sachſen ..
6%
...
720 Thüringen.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſunsſch. +4/.
Ab=
löſungsanl. .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe
—
3%0 Aachen o. 29
2 Baden=Baden
6% Berlin ....."
8% Darmſtadt v. 2
80
v. 28
7% Dresden..
8% Frankfurt a.M.
70
v. 26
62
. 2
8% Mainz....."
8% Mannheim v. 26
68
v. 2
8% München
8½ Nürnberg.
8% Wiesbaden
8% Heiſ. Landesbt
8% Goldoblig.
4½% Heſſ. Lds.
Hyp.=Bk.=Liquid.
4½% „Kum.=Obl.
8% Preuß Lds..=Anſt. G. Pf.)
s2 „Golbobnig
84.75
n7.7
80.25
100.5
81.75
92.5
95.5
96.5
100
80.25
87.5
58.3
6.5
93
91.5
90.5
86
99
29.5
80
90.75
24.5
78
6.75
100.5
95.5
96.5
85il.
3½ Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
2 Kaſſeler Land
kredit Goldpfbr..
7% Kaſſeler Land.
fredit Goldpfbr..
6O
82 Naſſ. Lamdesb
6S
4½% „ Liqu. Obl
—
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
*AuslSer.
„ Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
—
18% Berl. Hyp.Bk.
20
4½½Ligu.=Pfb
8% Frkf. Hyp.=Bt
720
4½% „ Lig. Pfbr
Pfbr=B
4½%
„ Liqu.
8% Mein.Hyp.=Bl.
700
4½% „ Lig. Pfbr.
18% Pfälz. Kyp.=B
4½% „ Lia. Pfbr.
182, Preuß. Boden
cred.=Ban!
14½% Lia. Pfbr..
18% Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bant
4½0 „ Lig. Pfbr
82 Rhein. Hyp. B!.
4½% Lia. Pſbr.
8% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit ... ..
Südd. Bod.-
Cred.=Bank ...."
8½ Württ. Hyp =B./ 99.7
97.25
100
95
86.5
1001,
95
86.75
92.5
57.5
74.5
1.
100
97
92
101.5
97.5
92.25
101
93
102.5
3.25
1015
93.5
97
23.25
1or
100.75
95.75
45x • Bia. Bfbr.! 93.5
6o Daimler=Benz
8% Dt. Linol. Werke
6 Klöckner=Werle
Maintrw. v. 2e
70 Mitteld. Stahl.
18% Salzmann u. Cc
7% Ver. Stahlwerie
8% Voigt &Häffner
—
J. G. Farben Bond
—
5% Bosn. L.E.B.
5% „ L.Inveſt
5O Bulg. Tab. v.02
4½% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän
4½%
42
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16.2
18.7
16.25
111
82
100.5
68
80
87
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die von der Genialität dieses überragenden, einzigartigen und
einmaligen Schauspielers getragen ist.
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Einige auswärtige Presse-Urteile:
„ es war ein ganz großer Abend — der Film übertrifft an
Wichtigkeit und Aufsehen manche Theaterpremiere.
Oberschles. Kurier, Beuthen, 31, 3. 31-
Man müßte zu Superlativen greifen, um die in Ernst und Scherz
gleich große Darstellungskunst zu würdigen.
Berliner Morgenzeitung, 28. 3. 31.
Der Film gehört zum Hinreißendsten, was Chaplin jemals gemacht
hat — ein genialer Film. Man lacht Tränen. Der Abend
erimert an die klassischen Zeiten des Filmes.
Hamburger Fremdenblatt, 27. 3. 31.
Chaplin bezwingt wieder durch seine wunderbare Komik, die der
Tragik so nahe ist. Chaplin hat seinen größten Sieg er-
Rhein.-Westfäl. Ztg. v. 28. 3. 31.
rungen.
. . „ ein großer und berechtigter Erfolg für den Film . . . die
reifste Arbeit Chaplins.
Nene Prenß. Krenzzeitung. 27, 3. 31.
„ „es ist der herrlichste Film, den wir je auf einer Leinwand
Berliner Herold 29. 3. 31.
sahen.
Wundervolle Einzelheiten; zum Bersten komisch — zu Tränen
rührend — der schönste Film der Weltproduktion — der
beste Film. Grandioseste Darstellungskunst— Tiefstes Erlebnis
Neue Berliner Zeitung, 27. 3. 31.
Dietrich Distelmann schreibt im Hess, Volksfreund v. 15. 4. 31.
„ . . bier erfüllt sich im Film ein geistiges Gesetz durch einen
künstlerischen Schöpfer, der abseits aller
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kussionen und Alltagsfragen steht.
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Die erste Weltreise eines deutschen Kreuzers nach dem Kriege
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Nummer 106
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„Die Jagd nach
der Erbschaft”
Regie: Spencer Bennet.
In den Hauptrollen George Duryea
und Virginia Bradford
Der Film ist voller atemraubender
Spannungsmomente und dramatischer
Höhepunkte. — Aufregender Kampf
im Flugzeng hoch in den Wolken.
Im II. Teil:
Dina Gralla m
Kehre zurück!
Alles vergeben!
Regie: Erich Schönfelder.
Die übermätigen Abenteuer einer
Jungen Durchgängerin.
Beginn: 3.45, 6.00 und 820 Uhr.
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„Der gläserne Molor”
Ein Kulturfilm für Krattfahrer
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vormittags 11 Uhr
im Uniontheater, Rheinstrasse 6.
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An der Orgel Herr Gottkrled Geis.
„Emden iM fährt um die Welt‟
Der Film schildert die Weltreise des Krenzers in unerhört lebendigen, bis zuletzt fesselnden Bildern.
Aus dem Inhalt: 1914 Der kleine Krenzer „Emden” und sein Kommandant. — Die Ausfahrt der dritten
„Emden” — Sportfest im indischen Ozean. — Emden-Gedächtnisfeier bei den Cocosinseln. — Emden
lotet die größte Meerestiefe. — Markt auf Bali. — Sansation in Tokio. — Der Mendenhall-Gletscher. —
Hindenburgfeier in Chile. — Das Echo der Welt. — Larawüsten, fruchtbare Pampas, phantast. Urwälder v. r.m.
Vollschor Darmſtadl:.
Dirigent Professor Dr. Fr. Noack
1921 /1931
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am Samstag, den 18. und 25. April,
abends 8 Uhr,
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gymnasiums Kirchstraße
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am Flügel Herr Prof. Dr. Fr. Noack
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