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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 94
Mittwoch, den 1. April 1931.
194. Jahrgang
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Fonturs oder gerſchticher Beitreibung fäll „ſeder
Nebaſt wes. Baſtanig Zeſche Baſt umd Dam
Fdier und Jallenaibant.
Kuttas Tobrtan Brmtid.
Das Rechk auf Deutſchlands Seite. — Zurückweifung der franzöſiſchen Angriffe. — Gegen zweierlei Maß bei der Auslegung
der Verkräge. — Feſtigung des Briedens durch die Zollverſkändigung. — Feſthalken an der geſamkenropäiſchen Kooperakion.
Keine Einwendungen gegen eine Prüfung der Rechkslage.
* Abwehr
der Angriffe gegen die Zollunion.
De Vollſitzung des Reichsrates am Dienstag ſah man mit
lebhafte Spannung entgegen. Die Verhandlungen fanden nicht
in dem gewöhnlichen Reichsratsſaale ſtatr, ſondern im
Haus=
haltsauſchuß des Reichstages, der mehrere hundert Perſonen
faßt. der Reichsrat war nahezu vollzählig verſammelt. Den
Verhanlungen wohnten auch viele Reichstagsabgeordnete bei.
Zunäch wurden kleine Vorlagen erledigt, Reichsaußeuminiſter
Dr. Cutius nahm dann das Wort, um auf die Angriffe gegen
die deuſch=öſterreichiſche Zollunion zu autworten. Seine Taktik
ging dchin, ſich nicht aus der gut befeſtigten
Verteidigungs=
ſtellung herauslocken zu laſſen, die er bezogen hat. Er blieb
völlig i der Abwehr im Vertrauen auf die gute
Sache die er vertritt und begnügte ſich damit, ſeine
Beweg=
gründe neinanderzureihen, alſo mit Tatſachen zu arbeiten.
Sicherlio in der Abſicht, daß ſich durch dieſe Methode die
Auf=
regung enſeits des Rheins am eheſten verliert, weil man danu
ebenfalls fachlicher werden muß, und ſo am raſcheſten eine
wohl=
temperiene Atmoſphäre zurückkehrt. Die Worte von der
Herabbürdigung Beſterreichs zu einem
Staats=
weſen zweiter Ordnung werden hoffeutlich an der
Stelle, an die ſie gerichtet ſind, ihre Wirkung nicht verfehlen,
und wen der deutſche Außenminiſter es auch vermied, den
NamenBriand überhaupt zu nennen, wenn er mit
dem unbſtimmten „man” operiert, ſo weiß doch damit
jeder, ver gemeint iſt. Hier iſt auch die einzige Stelle,
wo eine gewiſſe diplomatiſche Schärfe herausklingt,
wenn Dr. Curtius die Loyalität Deutſchlands
und Oeſerreichs, mit der ſie vorgegangen ſind,
mit dem Verfahren anderer Länder vergleicht.
Es iſt doch ſo, daß ſich Frankreich ſeit Monaten
be=
müht, eine politiſche, wirtſchaftliche und
mili=
täriſche Einheitsfront gegen Deutſchland
zu=
ſtande zu bringen. Wenn wir richtig im Bilde ſind, hat
bisher leinerlei Neigung beſtanden, das Auswärtige Amt über
den Gang dieſer Verhandlungen auf dem Laufenden zu halten.
Der Verglich von dem Splitter und dem Balken iſt alſo
gerade in dieſem Falle ſehr naheliegend. Im übrigen bleibt
es dabei, daß Deutſchland eine juriſtiſche
Unter=
haltung im Rat nicht für notwendig hält, ſie
aber auch nicht ablehnt, daß wir dagegen jedes
Hinüberſpielen dieſer Diskuſſion ins
poli=
tiſche ablehnen.
Die Rede des Außenminiſters.
Ju ſeiner Nede vor dem Reichsrat führte Dr. Curtius aus:
Die internationale Diskuſſion des deutſch=öſterreichiſchen
Vertrages zur Angleichung der zoll= und handelspolitiſchen
Ver=
hältniſſe der beiden Länder iſt an einem gewiſſen Abſchnitt
an=
gelangt, insbeſondere, ſeitdem feſtſteht, daß ſich der
Völkerbunds=
rat demnächſt mit der Angelegenheit befaſſen wird. Nach der
erſten Aufklärung durch die Reichsregierung, nach der Nede des
Reichskanzlers vor dem Induſtrie= und Handelstag, ſcheint es
mir angebracht, noch einmal die weſentlichen
Geſichts=
punkte aufzuzeigen, von denen ſich die beiden Regierungen
haben leiten laſſen. Ich begrüße es, daß mir die letzte
Pleuar=
ſitzung des Reichsrates nach Verabſchiedung des großen
Sanie=
rungswerkes der Reichsregierung die Gelegenheit zu dieſer
öffentlichen Stellungnahme gibt.
Ich beabſichtige nicht, auf alle Einzelheiten einzugehen. Ich
brauche im gegenwärtigen Augenblick nicht die Richtlinien zu
erläutern, die die deutſche und öſterreichiſche Regierung in dem
veröffentlichten Protokoll feſtgelegt haben, noch die Ausfüllung
des Rahmenvertrages mit techniſch=wirtſchaftlichem Juhalt
dar=
zulegen. Ich kann auch uicht auf alle Einzelfragen der
öffent=
lichen Diskuſſion antworten. Ich ſehe meine Aufgabe darin,
einmal die wirtſchaftliche Bedeutung des Vertragswerkes klar
herauszuſtellen und ſeine Einfügung in die Pläne einer beſſeren
Organiſation der europäiſchen Geſamtwirtſchaft zu betonen,
ſo=
dann die hier und da aufgetauchten Zweifel an der Einhaltung
der Verträge und an der Lohalität unſeres Vorgehens zu
zer=
ſtreuen.
„Ich verfolge dabei das Ziel, die ſachliche und gerechte
Beur=
teilung des Planes zu erleichtern und die zum Teil erregte
öffentliche Meinung zu entſpannen.
Herr Briand hat in ſeiner Nede vor dem franzöſiſchen Senat
von den Wirtſchaftsproblemen geſprochen, die auf
Zeutral=
europa, vor allem auf Oeſterreich, drücken.
Wirtſchaftsſorgen ſind es, die die öſterreichiſche und
deutſche Regierung zuſammengeführt haben.
Deutſchland mit einer Arbeitsloſigkeit von fünf Millionen
Ar=
beitswilligen, mit drückenden politiſchen Verpflichtungen, mit
gänzlich unzureichender Kapitaldecke bei tiefer Notlage ſeiner
Landwirtſchaft iſt von ſchweren wirtſchaftlichen und ſozialen
Gefahren bedroht. Neben der Sanierung und Hebung des
Biunenmarktes ſtehen wir unter dem Zwauge der
Marktezwei=
terung, der Ausweitung unſeres Außenhandels. Oeſterreich, das
aus einer großen Wirtſchaftseinheit herausgeriſſen iſt, das eine
zu ſchmale Grundlage für ſeinen Wirtſchaftsapparat beſitzt und
deſſen Bevölkerung ſeit einem Jahrzehnt unter ihrem
Aultur=
nibeau lebt, muß die gleichen Ziele verfolgen.
Wir erwarten beide, durch Angleichung unſerer zoll= und
handelspolitiſchen Verhältniſſe, durch freien
Wirtſchafts=
verkehr, beide Volkswirtſchaften zu beleben, zu heben und
zu erweitern. Unſer Vorgehen bewegt ſich in den Bahnen
der geſamten europäiſchen Kooperation. Wir halten an
dieſer geſanteuropäiſchen Kooperation feſt.
Aber zu der Beeinfluſſung der europäiſchen Wirtſchaft durch
Geſamtpläne und Richtlinien ſowie Anſtrengungen, die von der
Zuſammenarbeit aller, gewiſſermaßen von oben, ausgehen, muß
ein Aufbau von unter her, eine Zuſammenfaſſung von
Teil=
kräften treten. Erſt aus dem Zufammenwirken dieſer beiden
Tendenzen kann wirklicher Foriſchritt entſpringen. Es iſt in den
internationalen Diskuſſionen der letzten Jahre oft dargelegt und
anerkannt worden, daß
die Wirtſchaftsnot Europas in erſter Linie auf ſeine
Zer=
ſtückelung zurückzuführen iſt. Was not tut, iſt die
Vereini=
gung zu größeren Wirtſchaftsgebieten, die Niederlegung
von Zollmauern, die Schaffung größerer und
widerſtands=
fähiger Binnenmärkte.
Das Ziel iſt nicht der Abſchluß ſolcher größeren
Binnen=
märkte nach außen. Ich bin vielmehr überzeugt, daß die
Ten=
denz nach Erweiterung und freierem Wirtſchaftsderkehr über
ſie hinaus naturgeſetzlich iſt.
Die Idee regionaler Verſtändigungen und
Zuſammen=
ſchlüſſe tritt immer mehr in den Vordergund.
Einer der erſten europäiſchen Staatsmänner,
der ſich zu dieſer Idee bekannt hat, war der
rumäniſche Miniſter des Auswärtigen, Herr
Mironeseu in ſeinem Buch „Die Politik des Friedens”, Ich
darf ferner daran erinnern, daß die tſchechoflowakiſche
Regierung in ihrer Antwort auf das Memorandum der
fran=
zöſiſchen Regierung über europäiſche Zuſammenarbeit
ausge=
führt hat, ſie ſei ſtets der Anſicht geweſen, „daß der natürlichſte
Ausgangspunkt für eine Organiſation der Zuſammenarbeit,
die alle Völker einbegreifen ſoll, die Zuſammenarbeit
zwiſchen den Staaten iſt, die in denſelben größeren
oder kleineren geographiſchen Bezirken liegen.‟ Der
öſter=
reichiſche Bundeskanzler Dr. Schober hat auf der
Völkerbundsverſammlung im September 1930 dieſe
Ge=
daukengänge aufgegriffen und deu Wegregionaler
Ver=
ſtändigung propagiert.
Der Gedanke regionaler Wirtſchaftsvereinbarungen
be=
herrſchte die Zuſammenkünfte der ſüdoſteuropiſchen
Agrar=
ſtaaten. Er führte zu grundſätzlichem Einverſtändnis über
gemeinſchaftliches Vorgehen zwiſchen den ſkandinaviſchen
Staaten, Holland und Belgien. Ihm entſpringt der Plan
einer Zollunion zwiſchen Jugoſlawien und Rumänien, wie
aus ihm heraus ſchon vor Jahren Eſtland und Lettland eine
Zollunion erwogen haben. In einer Linie liegen die
Vor=
arbeiten wirtſchaftspolitiſcher Organiſationen, die im
vori=
gen Herbſt in Lütich eine franzöſiſch=belgiſche Zollunion
an=
geregt haben. Alle dieſe Beſtrebungen und Pläne
erfor=
derten Einfügung in die geſamteuropäiſche Solidarität und
Gemeinſchaftsarbeit. Die deutſche und öſterreichiſche
Regie=
rung ſind ſich bewußt, mit ihrem Plan in der gleichen
Rich=
tung vorwärts zu ſtreben.
Ihre Erklärung der Bereitſchaft zu Verhandlungen
mit anderen Ländern über eine gleichartige
Re=
gelung entſpringt der Ueberzeugung, damit den europäiſchen
Wirtſchaftsgeſetzen zu folgen. Ihre Pläne ſind weniger
exklu=
ſiv als die des tſchechoſlowakiſchen
Außenmini=
ſters, der unſer Angebot im voraus ablehnte und
eine Zollunion der Kleinen Entente mit
Ein=
beziehung Oeſterreichs unter ausdrücklichem
Ausſchluß Deutſchlands anſtrebt.
Der rein wirtſchaftliche Charakter des deutſch=öſterreichiſchen
Planes ſteht nicht im Widerſpruch zu völkerechtlichen
Ver=
pflichtungen und Bindungen.
Wir haben gehört, daß Frankreich den Abſchluß des in Ausſicht
genommenen deutſch=öſterreichiſchen Vertrages als rechtswidrig
an=
ſehe, weil er insbeſondere mit den Abmachungen in
Wider=
ſpruch ſtehe, die England, Frankreich, Italien und die
Tſchecho=
ſlowakei im Jahre 1922 mit Oeſterreich getroffen haben.
Es verſteht ſich von ſelbſt, daß wir auch unſererſeits dieſen Pakt
nicht unberückſichtigt laſſen konnten und ihn gemeinſam
mit der öſterreichiſchen Regierung auf das gewiſſenhafteſte geprüft
haben. Wir waren uns darüber klar, daß
auch der bloße Anſchein einer Verletzung der
Unabhängigkeit Oeſterreichs vermieden
werden müſſe. Gerade das iſt für den ganzen Aufbau des Paktes,
wie er in den vereinbarten Richtlinien ſkizziert worden iſt,
maß=
gebend geweſen. Gewiß, der Plan geht auf eine Zollunion,
Frei=
heit des Warenverkehrs nach innen, Identität der Zoll= und
Han=
delspolitik nach außen, aber auf eine Zollunion sui geyeris,
ange=
paßt der beſonderen Lage Oeſterreichs. Es iſt angeſichts dieſer
Struktur der Vereinbarungen ſchwer, zu verſtehen, inwiefern
durch ſie die Unabhängigkeit Oeſterreichs angetaſtet werden
könnte.
Man behauptet zwar die Vertragswidrigkeit des Planes,
hat aber bisher noch niemals verſucht, ſie zu begründen.
Wenn Luxemburgs Zollunion mit Belgien, die doch eine ungleich
ſtärkere Bindung des kleinen Landes mit ſich bringt, keine
Schmä=
lerung ſeiner Souveränität und Unabhängigkeit zur Folge hat, ſo
kann dies unmöglich bei der deutſch=öſterreichiſchen Zollunion der
Fall ſein, deren innerer Aufbau die politiſche, adminiſtrative und
wirtſchaftliche Selbſtändigkeit beider Länder gleichermaßen
ge=
währleiſtet. Brückſichtigt man daneben, wie ſorgfältig wir auf
die Achtung der nun einmal auf Oeſterreich laſtenden beſonderen
Bindungen Bedacht genommen haben, ſo
kann man ſich kaum der Befürchtung erwehren, als ob hier
nicht mit dem gleichen Maße gemeſſen würde, als ob die
Konſtruktion der Vertragsverletzung auf, einer Auslegung
der Verträge und des Genfer Protokolls beruht, die nicht
mehr auf die Wahrung der Unabhängigkeit Oeſterreichs,
ſon=
dern im Gegenteil auf ſeine Herabwürdigung zu einem
Staatsweſen zweiter Klaſſe hinausläuft. Es geht überhaupt
nicht an, die Baſis der Gleichberechtigung zu verſchieben,
ohne die ein konſtruktiver Ausbau Europas undenkbar iſt.
Sie wiſſen, daß die engliſche Regierungmit dem
Vor=
ſchlage an uns herangetreten iſt, vor weiterer
Entſchließung die rechtliche Seite der Frage im
Völkerbundsrat zur Erörterung zu bringen.
Ebenſo bekannt iſt Ihnen die Antwort, die der Reichskanzler dem
engliſchen Botſchafter gab. Ich habe die gleiche Haltung
wie der Reichskanzler angenommen, als der
eng=
liſche Botſchafter mich am nächſten Tage aus Anlaß einer
Rück=
frage aufſuchte. Es iſt klar, daß
wir unſererſeits eine Erörterung der Rechtsfrage nicht für
erforderlich erklären können; es verſteht ſich aber von ſelbſt,
daß wir uns einer ſolchen Behandlung der Sache im
Völker=
bundsrat ſeitens der Signatarmächte des Genfer
Proto=
kolls von 1922 nicht entziehen. Wir brauchen ſie ja in
keiner Weiſe zu ſcheuen. Unſer politiſcher Einwand bezog.
ſich darauf, daß im Völkerbundsrat etwa unſere rein
wirt=
ſchaftliche Vereinbarung als eine Gefährdung des Friedens—
zur Diskuſſion geſtellt würde. Eine ſolche Argumentation
wäre unzuläſſig. Herr Henderſon hat angekündigt, daß er
beantragen werde, die Angelegenheit auf die Tagesordnung
der nächſten Ratsſitzung im Mai zu ſetzen. Wir können
nichts dagegen einwenden und rechnen überdies damit, daß
ſchon vorher in dem paneuropäiſchen Studienkomitee eine
Ausſprache über die ganze Frage ſtattfinden wird.
„Ich komme zu dem zweiten Hauptpunkt der gegen unſer
Vor=
gehen geübten Kritik, nämlich der Beanſtandung unſerer
diplomatiſchen Schritte. Die Bedeutung der Formen
des diplomatiſchen Verkehrs iſt nicht gering. Ich fühle auch
per=
ſönlich das Bedürfnis, daß die Außenminiſter ſich gegenſeitig ihr
außenpolitiſches Geſchäft möglichſt erleichtern. Aus dieſer
Ein=
ſtellung heraus habe ich die beteiligten Außenminiſter ſtets
recht=
zeitig, offen und weiteſtgehend unterrichtet. Ich habe mir
auch im vorliegenden Falle nichts vorzuwerfen. Erſt am
Donnerstag, den 19. März, war die übereinſtimmende Auffaſſung
des Berliner und des Wiener Kabinetts geſichert, und ſchon am
übernächſten Tage ſind die Demarchen der deutſchen und
öſter=
reichiſchen Miſſionschefs in London, Paris und Rom erfolgt.
Man kann vom internationalen Standpunkt nicht loyaler
handeln, als wenn man vor dem Abſchluß eines Vertrages
die Abſichten und Grundgedanken dieſes Vertrages vor
aller Welt ſozuſagen auf den Tiſch des Hauſes legt. Wir
wären froh, wenn man uns immer mit gleicher Loyalität
und Offenheit behandelte.
Wir wollen im Rahmen der geltenden Verträge mit
mög=
lichſter Beſchleunigung unſeren beiden in ſchwerer Nöt
befind=
lichen Ländern die Vorteile verſchaffen, die ſich aus der
Erwei=
terung des Wirtſchaftsgebietes ergeben. Wir wollen zugleich den
Bemühungen um eine Neuorganiſation der europäiſchen
Wirt=
ſchaft einen neuen Impuls geben. Es iſt mir eine Genugtuung,
feſtſtellen zu können, daß dieſe
unſere Ziele in der Welt weitgehendes Verſtändnis
gefun=
den haben. Wenn trotzdem der deutſch=öſterreichiſche Plan
Erregung verurſacht hat, ſo geben die wirklichen Abſichten
Deutſchlands und Oeſterreichs dazu keinen Anlaß. Daß das
deutſch=öſterreichiſche Vorgehen wirtſchaftliche Fragen dieſer
oder jener Art aufwirft, läßt ſich verſtehen. Nicht
verſtänd=
lich erſcheint es mir aber, dabei von einer Störung des
guten Einvernehmens unter den Nationen oder wohl gar
von einer Gefährdung des Friedens zu ſprechen. Ich kann
deshalb auch nicht zugeben, daß der deurſch=öſterreichiſche
Plan zu einem Hemmnis für die Abrüſtungskonferenz des
nächſten Jahres werden könnte. Kein Land in der Welt
iſt an dem Frieden Europas und ſeinem gemeinſamen
Wie=
deraufbau mehr intereſſiert als Deutſchland und Oeſterreich.
Wird der deutſch=öſterreichiſche Plan ſo verſtanden und
ge=
würdigt, wie er von den beiden Partnern gedacht iſt, ſo
wird ſich die Erkenntnis durchſetzen, daß er ſich in die
all=
gemeinen europäiſchen Beſtrebungen einordnet.
Seite 2
Im Anſchluß an die Rede Dr. Curtius gab Staatsſekretär
Dr. Weismann vom preußiſchen Staatsminiſterium folgende
Er=
klärung ab:
Was dieſer Winterſitzungsperiode des Reichsrates ein
beſon=
deres Gepräge gab, war die Art und das Maß harmoniſcher
Zu=
ſammenarbeit zwiſchen der Reichsregierung und dem Reichsrat,
als der Vertretung der Länderregierungen, was dazu führte, daß
der Reichsrat mehrfach dazu auserſehen wurde,
wichtige politiſche Erklärungen
entgegenzu=
nehmen.
Auch heute, in ſeiner letzten Sitzung vor Oſtern, hat der
Reichsrat wieder eine derartige Erklärung aus Ihrem Munde,
Herr Reichsminiſter, entgegengenommen. Es lag, Ihnen
daran, Mißverſtändniſſe, die außerhalb
unſe=
res Landes über Sinn und Zweck des Vorgehens
der Reichsregierung entſtanden waren,
richtig=
zuſtellen und die angezweifelte Vertragstreue
Deutſchlands erneut zu betonen.
Wir danken Ihnen dafür, und ich kann nur der Hoffnung
Ausdruck geben, daß auch außerhalb dieſes Kreiſes Ihre
Ausfüh=
rungen das Verſtändnis finden möchten, das ſie verdienen.
Feſie und freimütige Sprache. — Ueberleitung
zur Hachlichkeik.
Berlin, 31. März.
Die Rede des Reichsaußenminiſters hat in Berliner
poli=
tiſchen Kreiſen eine ausgezeichnete Aufnahme gefunden, da ſie
den deutſchen Standpunkt mit abſoluter Beſtimmtheit vertritt
uind dabei ſchon durch ihren ruhigen Ton weſentlich dazu
bei=
tragen wird, das ganze Problem in das Stadium der jachlichen
Behandlung hinüberzuleiten. In politiſchen Kreiſen
unter=
ſtreicht man, daß Dr. Curtius den wirtſchaftlichen Charakter und
die juriſtiſche Unanfechtbarkeit der deutſch=öſterreichiſ hen Zoll=
Union noch einmal mit aller Deutlichkeit herausgearbeitet hat.
Er hat an die Adreſſe Frankreichs die
Auffor=
derung gerichtet daß mannun doch endlich ſagen
möchte, aus welchen Gründen und in welchen
Punkten die Zoll=Union früheren
internatio=
nakem Abmachungen zuwiderläuft. Der
Außen=
miniſter hat eine offene und freimütige Sprache geführt, die in
Berliner politiſchen Kreiſen allgemein anerkannt wird.
Berliner Slimmen zut Curkius=Rede.
Berlin, 31. März.
Ein großer Teil der Berliner Abendblätter beſchäftigt ſich
be=
reits in ausführlichen Kommentaren mit der Rede des deutſchen
Reichsaußenminiſters Dr. Curtius im Reichsrat. Die „Voſſ.
Ztg.” bezeichnet als den ſtärkſten Eindruck der Rede, daß die
deutſche Regierung auch durchdie Attacke Briands
nicht in ihrer Ueberzeugung wankend geworden ſei, daß
ſie das Recht habe, das Abkommen mit Oeſterreich abzuſchließen.
Die „Germania” begrüßt es, daß Dr. Curtius ſich nicht auf
eine Polemik beſchränkt, ſondern in großem Aufriß den Sinn und
die letzten Ziele einer Zollunion gezeigt habe. Dr. Curtius weiſe
die Möglichkeit einer Einbringung der Zollunion vor dem
Völker=
bundsrat ausdrücklich dadurch zurück, daß er erkläre, die Frage
dürfe nur nach der juriſtiſchen Seite und nicht nach der politiſchen
Seite geprüft werden. Der „Börſencourier” iſt der Anſicht,
daß die Entſpannung der erregten Debatte ſehr wohl auch, durch
ſchlagende Widerlegung falfcher Argumente und durch eine auch
die Gegner überzeugende Aufdeckung der kraſſen Widerſprüche zu
erreichen geweſen wäre, in die ſie ſich verſtrickt haben. Auch die
„Börſenzeitung” bedauert, daß Dr. Curtius zu ſehr auf=
Polemik verzichtet habe. Das Blatt hätte lieber ſchärfere Töne
gegenüber der fränzöſiſchen Arroganz vernommen. Seine
Darſtel=
lung ſei allerdings logiſch ſo ſchlüſſig erfolgt, daß jenſeits der
Grenzen nur böſer Wille und ſchlechte Abſicht noch
gefährliche Umtriebe undpolitiſche
Machenſchaf=
ten hinter der Zollaktion wittern könnten. Die
„Deutſche Tageszeitung” wiederholt ihre Bedenken
hin=
ſichtlich der praktiſchen Folgen einer zunächſt nur juriſtiſchen
Prü=
fung durch den Völkerbundsrat, zumal Briands Abſichten bekannt
ſeien und auch Henderſons Haltung in dieſem Punkte keineswegs
eindeutig ſei. Es werde ſich im Mai zeigen, ob es der deutſchen
Delegation tatſächlich gelinge, die ſcharfe Trennung politiſcher und
juriſtiſcher Fragen praktiſch durchzuſetzen. Der „
Lokalanzei=
ger” nennt die Ausführungen des Miniſters unanfechtbar.
Eine alte Geſchichte.
Von Oscar A. H. Schmitz.
Gegen Ende der Regierung Wilhelms I. wurde der junge
Graf Veltheim der Deutſchen Botſchaft in Paris attachiert. Der
Traum ſeiner erſten Jünglingsjahre erfüllte ſich, Paris nicht nur
zu ſehen, ſondern in dieſem Mittelpunkt bunter Abenteuer auf
unbeſtimmte Zeit zu wohnen.
Er hatte mit dem Frühzug, voll Erwartung, Köln
ver=
laſſen. Während eines Aufenthaltes in Reims beſtieg ein Dame
das Abteil, das er bisher allein inne gehabt, und nahm den
Fenſterplatz ihm gegenüber ein. Sie feſſelte ſeine
Auf=
merkſamkeit in hohem Maß. Durch den dünnen Witwenſchleier
konnte er deutlich die feinen Züge eines noch jungen
Frauen=
anilitzes wahrnehmen. Ihre Kleidung war koſtbar, aber nicht
im ſchlechten Sinne auffällig, nur das erfahrene Auge Veltheims
erkannte, daß der langhaarige ſchwarze Pelz etwas ſehr Seltenes
ſein mußte, deſſen Herkunft er ſich nicht erklären konnte, denn in
jener Zeit wurden die Naturpelze noch nicht durch
Verarbei=
tung verändert. Die ebenfalls ſchwarze Kopfbedeckung hatte die
Form des bekannten Napoleonhutes, aber das entſprach in jenen
Jahren einer nicht gerade verbreiteten, aber doc, anerkannten
Mode. Eigenartig war nur die Verbindung dieſes etwas kecken
Kleidungsſtückes mit dem graziös darüber geſchlungenen Schleier.
Der Graf verſuchte, ſich bei dem Unterbringen einer kleinen
Handtaſche, des einzigen Gepäckſtückes der Dame, angenehm zu
machen und ein Geſpräch zu beginnen, was mit wenigen
unver=
bindlichen, in keiner Weiſe ermurigeniden Worten erwidert wurde.
Dann zog die Reiſende ein in dunkelgrünem Leder gebundenes
Büchlein hervor und vertiefte ſich ernſthaft hinein. Der Druck
war ſo klein, daß das ſcharfe Auge Veltheims nicht einmal
feſt=
ſtellen konnte, in welcher Sprache es geſchrieben war, als er ſich
ſtehend an ſeinem Gepäck zu ſchaffen machte, um einmal von
oben einen Blick auf die Seiten zu werfen. Es blieb ihm nichts
anderes übrig, als ebenfalls zu leſen oder wenigſtens ſo zu tun,
denn ſeine Gedanken waren dauernd mit ſeinem Gegenüber
be=
ſchäftigt, das ihm die Phantaſie in einer bei ihm nicht üblichen
Weiſe erregte. Daß ſie eine Dame wahrſcheinlich ſeiner
eigenen Geſellſchaftskreiſe war, ſchien ihm feſtzuſtehen, aber
außerdem war ſie noch etwas ganz Rätſelhaftes, etwas wie eine
Traumfigur, deren er ſich aus Kinderträumen von Feen jetzt zum
erſten Mal wieder zu erinnern vermochte, Koſte es, was es wolle,
er mußte mit ihr ſprechen, und wenn er auch die geltenden
Höf=
lichkeitsformen durchbrechen ſollte. Er wußte indeſſen, daß das
nur Erfolg haben konnte, wenn es auf eine beſondere, originelle
Art geſchah, die zugleich ſchnell für ihn einnahm. Auch ſonſt
niichternen Menſchen fallen bisweilen, wenn ſie vor ſich
hinträu=
mien, ſolche Möglichkeiten ein, aber wenn man eine derartige
An=
reve bewußt ſucht, dann verſagt auch eine ſonſt vache Phantaſie.
So beſchloß Veltheim nichts zu übereilen, fuhr man doch bis
Paris noch mehrere Stunden. Indeſſen verrann eine dieſer
Mittwoch, den 1. April 1931
Vom Tage.
Die Anträge der Rechtsoppoſition und der Kommuniſten auf
Ein=
berufung des Reichstages ſind nunmehr im Reichstag eingegangen. Der
Aelteſtenrat wird ſich erſt nach den Oſterferien mit dieſen Anträgen
be=
ſchäftigen.
Nach den Oſterfeiertagen wird die ruſſiſche Beſtell=Kommiſſion zu
den Verhandlungen mit der deutſchen Induſtrie in Berlin eintreffen.
Zwiſchen der Reichsbahn und den Eiſenbahngewerkſchaften iſt ein
Feierſchichtenabkommen auf die Dauer von drei Monaten für die Zeit
vom 1. April bis 30. Juni 1931 abgeſchloffen worden, das für die
Reichs=
hahnausbefſerungswerke und einige andere Arbeitsgebiete die Einlegung
von Feierſchichten regelt. Im Vierteljahr ſollen durchſchnittlich bis zu
zwölf Feierſchichten durchgeführt werden.
Im Lippiſchen Landtag teilte der Vorſitzende des Landespräſidiums,
Drake, mit, daß das Landespräſidium beſchlofſen habe, den Volksentſcheid
auf Auflöſung des Landtages am Sonntag, den 26. April,
durchzu=
führen.
Der Rahmentarif für die Nordweſtgruppe der Eiſen= und
Stahl=
induſtrie iſt vom Arbeitgeberverband friſtgemäß zum 31. Mai gekündigt
worden.
Die franzöſiſche Kammer hat den Budgetvoranſchlag für 1931/32
mit 460 gegen 120 Stimmen in zweiter Leſung verabſchiedet. Im Laufe
der Sitzung ſtellte die Regierung die Vertrauensfrage gegen einen
radi=
kalen Antrag. Die Regierung ſiegte mit 318 gegen 247 Stimmen.
London verzeichnet Enkſpaunung.
London, 31. März.
Die Rede des Reichsaußenminiſters Curtius im Reichsrat hat
in London im allgemeinen einen guten Eindruck gemacht. Die
Lage hat ſich nach Aufaſſung engliſcher Stellen ganz weſentlich
entſpannt, beſonders da Curtius keine Einwendungen mehr gegen
die Erörterung der Angelegenheit vor dem Völkerbundsrat
er=
hebe.
Der engliſche Handelsminiſter Graham äußerte ſich im
Unter=
haus über das deutſch=öſterreichiſche Abkommen dahingehend, daß
es unmöglich ſei, ein abſchließendes Urteil über die Auswirkung
des Abkommens auf den britiſchen Handel zu fällen, bevor nicht
ſeine Einzelheiten, hauptſächlich aber die Zolltarife für britiſche
Einfuhrwaren, bekannt ſeien. Sollten ſich die Zolltarife auch in
Zukunft ungefähr auf dem augenblicklichen Stand halten, ſo
würde der britiſche Handel ſeines Erachtens nur wenig von dem
Abkommen berührt. Der geſamte Fragenkomplex werde
jeden=
falls vom wirtſchaftlichen Standpunkt eingehend unterſucht
werden.
Genf erwartet ſchärfften deutſchen Kampf.
Genf, 31. März.
In Völkerbundskreiſen begegnet die Rede des deutſchen
Außen=
miniſters im Reichsrat großem Intereſſe. Mit einem endgültigen
Urteil halten dieſe Kreiſe unter Berufung darauf, daß der
Wort=
laut der Rede abgewartet werden müſſe, zurück. Man erklärt aber
im Völkerbundsſekretariat, daß die bis jetzt vorliegenden Auszüge
aus der Rede einen befriedigenden Eindruck hinterließen, und es
wird hervorgehoben, daß Deutſchland offenſichtlich bemüht ſei,
ſei=
nerſeits alles zu vermeiden, was zu einer Verſchärung der
Gegen=
ſätze im Völkerbund führen könnte. Die Ausführungen des
Außen=
miniſters haben auch bei den hieſigen maßgebenden Stellen den
Eindruck noch verſtärkt, daß Deutſchland unter keinen
Umſtänden auf der kommenden Tagung des
Völ=
kerbundsrats eine Erörterung der
deutſch=
öſterreichiſchen Vereinbarungen unter
politi=
ſchen Geſichtspunkten zulaſſen wird. Bisher iſt das
Völkerbundsſekretariat mit der Angelegenheit noch nicht befaßt
worden. Man erwartet aber hier auf Grund der Ankündigung
Henderſons, daß England in nächſter Zeit beim Generalſekretär
des Völkerbundes den Antrag ſtellen wird, die Frage auf die
Tagesordnung der Ratstagung, die am 18. Mai beginnt, zu ſetzen.
Man hält es auch für wahrſcheinlich, daß vor dieſem Schritt noch
einmal eine engliſch=franzöſiſche Fühlungnahme über die Art des
Vorgehens erfolgt. Für recht bedeutſam hält man hier die Stelle
der Curtius=Rede, wo angedeutet wird, daß die dem Rat
voraus=
gehende Tagung der Europakommiſſion Gelegenheit zu einer
Aus=
ſprache über das deutſch=öſterreichiſche Protokoll geben werde.
Man nimmt an, daß Dr. Curtius den hier verſammelten
euro=
päiſchen Außenminiſtern in ausführlicher Weiſe die
wirtſchafts=
politiſche Lage ſchildern wird, die für Deutſchland und Oeſterreich
entſtand, nachdem alle Bemühungen des Völkerbundes auf Abbau
der Zölle geſcheitert waren.
Von unſerem A=Korreſpondenten
Paris, 31. März.
Die deutſch=öſterreichiſche Zollunion wird jetzt vm der
Pariſer Preſſe weniger intenſiv beſprochen. Das bedeute aber
keineswegs, daß in den politiſchen Kreiſen eine
Ent=
ſpannung eingetreten ſei. Es erſcheint immer llarer,
daß die Bekanntgobe der geplanten Zollunion die franzſiſche
Außenpolitik in einem beſonders heiklen Augenblick traf. Die
innere Kriſe gewiſſer Konzeptionen, welche ſeit dem Friege
als unanzweifelbar galten, wurden offenbar. Die
Fikſion=
von der kleinen und großen Entente wurdg
er=
ſchüttert. Briand hat in ſeiner Rede vor dem Fenat
dafür die deutſch=öſterreichiſchen Vereinbaßun=,
gen verantwortlich gemacht. Uind Bérard, eing der
angeſehenſten franzöſiſchen Politiker ſprach von einem Koup
von Wien” In Wirklichkeit wird die Bedeutungder
ganzen Zollunion vonfranzöſiſcher Seite
über=
ſchätzt, indem man eine Reihe von Tatſachen mit ihr
identi=
fiziert oder als ihre unmittelbaren politiſchen Auswirkangen
darſtellt. Das politiſche Syſtem, das nach dem
Kriege geſchaffen wurde iſtin der Auflockejung
begriffen, und die deutſch=öſterreichiſchen
Ver=
handlungen waren nicht die Urſachen höchtens
die Folge dieſer Auflockerung. Die
Haltung/Eng=
lands oder Italiens in der Frage der Zollunion unterſcheidet
ſich im Grunde genommen nur wenig von der Haltung
der=
jenigen Staaten, denen man in Frankreich jetzt Verrat poyvirft.
All das vermag aber nichts daran zu ändern, daß der
„Coup de Vienne” für die franzöſiſche
Außen=
politik das Symbol des Umſturzes geworden iſt.
Paneuropa wurde von der franzöſiſchen
Außen=
politik allzu lau aufgegriffen und allzu
vor=
ſichtig weitergeführt. Die Folge iſt, daß
Frank=
reich die Führung nicht behalten konnte. Nicnand
vermag heute der franzöſiſchen Oeffentlichkeit auszureden, daß
bei der Auseinanderſetzung über die Zollunion ſich nichtnur
das alte Syſtem der franzöſiſchen Außenpolitik
als brüchig erwies, ſondern auch das neue, das der
europäiſchen Föderation, welches in einer nebel= Zukunft das alte Syſtem der Bündniſſe und
Siche=
rungen erſetzen ſollte und nun eine Scharte erlitt. Briand
fühlt ſich alſo auch perſönlich getroffen, wie er dies beil ſeiner
Rede im Senat offen zugab. Der Umſtand, daß die Zolunion
letzten Endes eine finanzielle und wirtſchaftliche Angelegenheit
iſt, welche ſich von der politiſchen und juriſtiſchen Seſte nur
ſehr ſchwer angreifen läßt, erſchwert noch die Situation für
Briand. In Frankreich ſieht man immer mehr ein,
daß eine Aktion gegen die Zollunion ein ſehr
ſchwieriges Unternehmen iſt. Die unmittelbare
Folge davon iſt vorläufig eine allgemeing
Ver=
ſtimmnng in Deutſchland.
Die Rede des Reichsaußenminiſters im Reichsratkiſt bis
zum Erſcheinen der Abendblätter in ihrem vollen Umfange
in Paris noch nicht bekannt geworden. Trotzdem hält ſich der
Temps” für verpflichtet, ſich ſchon mit den ihm bckannten
Terten in einem Leitartikel zu beſchäftigen. Er ſchrabt, Dr.
Curtius habe das leichte Thema gewählt, von der
Nolwendig=
keit zu ſprechen, unter dem Druck des wirtſchaftlichen Eſends zu
handeln. Kein Elend könne aber ein Vorgehen rechtfertigen,
wie ſie das Berliner und das Wiener Kabinett ge wählt hätten,
um unter Verletzung der Verträge die Zollunion zu
verlirk=
lichen. Die Argumente Dr. Curtius müßten
ſehr=
genau nachgeprüft werden; denn das Vertrauen
zur Loyalität Deutſchlands ſei allzu ſehr
er=
ſchüttert. Somit könne man ſagen, daß die
Beweis=
führung des deutſchen Miniſters, daß das
deutſch=
öſterreichiſche Zollabkommen tatſächlich die Zuſammenarbeit in
Europa anbahne, völlig irreführend ſei. Gerade die
Bedingungen, unter denen das Berliner und das Wiener
Ka=
binett über ihre grundſätzliche Verſtändigung verhandelten und
dieſe abſchaffen, hätten hinreichend bewieſen, daß ſie jeder
europäiſchen Zuſammenarbeit
uvorkommen=
wollten, um einen ausgeſprochen öſterreichiſch=deutſchen Plan
zu verwirklichen.
Stunden nach der anderen, und noch hatte ſich in der Lage der
beiden Reiſenden nichts geändert.
Da zog die Dame plötzlich ihr ſchwarz emailliertes
Taſchen=
ührchen hervor, ſchlug das Büchlein zu und griff nach ihrer
Taſche. Veltheim erſchrak. Der Zug nährte ſich bereits Saint=
Denis, die Dame ſchien dort ausſteigen zu wollen. Er konnte
ſeine Erregung darüber nicht verbergen, und rief wie erſchreckt:
„Wie, Madame, Sie wollen ſchon ausſteigen?”
„Ja.”
„Dann ſteige ich auch aus,” rief er lebhaft unüberlegt wie ein
Knabe.
„O bemühen Sie ſich nicht, ich werde abgeholt, aber ich will
Ihnen zum Abſchied einen Rat geben, denn Sie haben durch
Ihr diskretes Betragen gegenüber einer Witwe meine ganze
Sympathie gewonnen: Wenn Sie heute abend in Paris ſind,
dann hüten Sie ſich vor der Diligence de Bordeaux.”
In jener Zeit öffneten ſich die Abteile noch unmittelbar auf
den Bahnſteig; ſo kam es, daß Graf Veltheim ſich noh nicht
von ſeinem Staunen erholt hatte, als er die Dame im Gedränge
verſchwinden ſah. Der Zug ſetzte ſich wieder in Bewegung. Wie
verfluchte er ſein diskretes Betragen, das ihm ſo ſchmeichelhaftes
Lob eingetragen hatte, und ſeine Ankunft in dem
abenddämmeri=
gen Paris vollzog ſich ganz anders, als er es ſich vorgeſtellt hatte,
nämlich voll Enttäuſchung und Mißmut.
Er ließ ſein großes Gepäck vorläufig am Bahnhof und fuhr,
wie verabredet, zu ſeinem Oheim, dem Grafen Lavalle, einem
lebenskuſtigen alten Junggeſellen, bei dem er zu Gaſt geladen
war, bis er ſelbſt eine Wohnung gefunden haben würde. Ein
Diener empfing ihn am Portal, führte ihn auf ſein Zimmer
und erklärte, Graf Lavalle bitte ſeinen Reffen, um 7 Uhr zum
Diner bereit zu ſein. Es ſeien etwa 20 Gäſte geladen. Veltheim
hatte noch gerade Zeit, ſich umzuziehen, und begab ſich dann in
die Empfangsräume, wo ihn der weißbärtige Graf Lavalle mit
großer Herzlichkeit begrüßte. Er werde heute abend gleich die
beſten Freunde des Hauſes kennen lernen und ſich ſofort im
Mittelpunkte der Pariſer Geſellſchaft befinden.
Die Tiſchdame, die ihm ſein Oheim beſtimmt, hätte nicht
verfehlt, Veltheims lebhaftes Intereſſe zu erregen, wenn ſeine
Ge=
danken vermocht hätten, ſich von der rätſelhaften Unbekannten zu
löſen. Immerhin ließ er ſich don dem minter wißzigen
Geplau=
der mitreißen. Der Dame ſchien nichts mehr zu gefallen, als
einen Neuling auf die Wunder von Paris immer neugieriger
zu machen. Veltheim ging auf das Spiel gern ein, und gegen
das Ende der Mahlzeit, vom Wein etwas angeregt, getraute er
ſich, ſeiner Nachbarin, die gewiß keine Prüde war, von ſeiner,
ach ſo dezenten Begegnung zu erzählen. Mit fröhlicher
Teil=
nahme ging ſie darauf ein, beglückwünſchte Veltheim zu dieſer
„bonne fortune” wenige Stunden nach dem Ueberſchreiten der
franzöſiſchen Grenze, lobte ebenfalls ſehr ſein diskretes, den
rech=
ten Augenblick abwartendes Verhalten und Erriet bereits einen
enttäuſchenden, aber komiſchen Autsgana. Kaum hat
indeſſen das Wort. Dilligence von Bord
das er jetzt die Erklärung zu erhalten
noch vor Luſtigkeit ſprühende Nachkgri=
heim ſah, daß ſie ohnmächtig war. Sofort wurden die
Tiſch=
nachbarn darauf aufmerkſam. Die Dame war nicht gleich wieder
zur Beſinnung zu bringen. So brachte man ſie hinaus und
mehrere andere Damen begleiteten ſie. Alle Gäſte hatten ihre
Plätze verlaſſen. Graf Lavalle fragte nun ſeinen Neffen, was
denn eigentlich geſchehen ſei. Beide Männer ſtanden in der Ecke
des Saales, von einigen Herren umgeben. Veltheim erzählte
wahrheitsgetreu, wie alles zugegangen war. Niemand nahm
Anſtoß daran, daß er der luſtigen Dame von ſeiner harmloſen
Reiſebegeguung erzählt hatte, ſchließlich ſagte er:
„Und nun, meine Herren, erklären Sie mir, was es für eine
Bewandtnis hat mit einem rätſelhaften Wort, das die
Unbe=
kannte beim Abſchied warnend ausſprach, und bei deſſen
Mit=
teilung meine Tiſchnachbarin ohnmächtig wurde.”
„Welches Wort, welches Wort?” fragte man neugierig.
Kaum hatte Veltheim indeſſen das Wort ausgeſprochen, als
ſich die Herren in betretenem Schweigen auf ihre Plätze
zurück=
zogen, während Graf Lavalle kalt zu ſeinem Neffen ſagte:
„Mein Herr, ich erſuche Sie, ſofort dieſes Haus zu verlaſſen.”
„Aber Onkel, erklären Sie mir doch wenigſtens”, flehte
Velt=
heim.
Lavalle hatte indeſſen bereits einem Diener gewinkt, der den
unerwünſchten Gaſt auf ſein Zimmer begleitete, ihm ſchweigend
half, den Handkoffer zu packen und ihn bis zu dem Portal
ge=
leitete, das er lärmend hinter ihm ſchloß.
So ſtand Veltheim wenige Stunden nach ſeiner Ankunft in
dem Reich ſeiner Träume, einſam auf die Straße geſetzt und vor
ein unverſtändliches Rätſel geſtellt, auf dem feuchten Pflaſter von
Paris. Nachdem er vielleicht eine viertel Stunde ratlos in der
nicht ſehr belebten Straße verweilt war, rief er einen Kutſcher
an. Es trieb ihn, in helle belebte Straßen zu kommen. Dem
Kutſcher ſagte er, er wiſſe noch nicht wohin er fahren wolle,
zu=
nächſt einmal in die Gegend der Großen Bouleuards. Ueber
das verwitterte Geſicht des alten Kutſchers huſchte ein
verſtänd=
nisvolles Lächeln. Nachdem er ſeinen Gaſt durch einige Straßen
gefahren hatte, wendete er ſich zu ihm zurück und machte
Vor=
ſchläge über allerlei für Fremde ſchwer zu ſindende
Ver=
gnügungsmöglichkeiten im nächtlichen Paris.
„Nun gut” rief Veltheim wie in plötzlicher Erleuchtung, „ſo
fahren ſie mich nach der Diligence von Bordeaux.”
Kaum hatte er das Wort ausgeſprochen, als der Kutſcher den
Wagen anhielt, vom Bock ſtieg und erklärte:
„Mein Herr, ſteigen Sie bitte ſofort aus. Es iſt wahr, ich
habe Ihnen, weil Sie ein Fremder ſind, einige leichtfertige
Vor=
ſchläge gemacht, aber ich bin deshalb doch ein ehrlicher Mann,
ein Familienvater.”
Schon ſtand Veltheims Handkoffer wieder auf dem Pflaſter
und ſein Beſitzer daneben.
„Ihr Geld behalten Sie für ſich”, rief der beleidigte Kutſcher
um Abſchied, und fuhr davon, laut vor ſich hinmurmelnd, wie
einfacher, bratzer Menſch, dem ein höher Geſtellter
ungerech=
eire
attos. Mühſam ſchleppte er ſeinen
ſe und befand ſich nun auf dem Boule=
Nummer 91
Mittwoch, den 1. April 1931
Seite 3
Der Kampf um die Notverordnung.
Bayeriſche Bedenken. — Hiller ruft den Skaaksgerichtshof an.
Meinungsverſchiedenheiten
zwiſchen Bayern und dem Reich.
* Berlin, 31. März. (Priv.=Tel.)
Die Auseinanderſetzungen um die Notverordnung gehen
gleichzeitig auf zwei verſchiedenen Ebenen vor ſich. Zunächſt muß
ſich die Reichsregierung mit Bayern darüber unterhalten,
inwie=
weit Bayern vorher von dem Inhalt und dem Wortlaut der
Not=
verordnung unterrichtet geweſen ſei. Dazu wird amtlich eine
Er=
klärung veröffentlicht, aus der zum mindeſten hervorgeht, daß
Herr Dr. Wirth in der Vorbereitung ſeiner Verordnung keine
ſeh glückliche Hand gehabt hat. Es war ſchon ungeſchickt, daß man
Thüringen nicht einlud, und zum mindeſten unnötig, daß man den
Bayern wieder eine Handhabe zu einer Beſchwerde lieferte.
Gleichzeitig kündigt Herr Hitler an, daß er durch eine
Klage beim Staatsgerichtshof die rechtliche
Unhalt=
barkeit der Notverordnung anzweifeln werde. Die „Germania”
nennt dieſe Klage ausſichtslos. Wir glauben auch, daß damit der
Tatbeſtand richtig angegeben iſt, denn das Recht des
Reichspräſi=
denten, eine ſolche Notverordnung zu erlaſſen, kann nicht
bezwei=
felt werden und die Verſchärfung des innenpolitiſchen Kampfes,
der oft genug in einem allgemeinen Fauſtrecht au artete, läßt auch
die Vorausſetzung des Notſtandes vor dem Staatsgerichtshof als
gegeben erſcheinen. Gleichzeitig weiſt Herr Hitler — ein
geſchick=
ter Schachzug übrigens — ſeine Anhänger ſcharf an, ſich den
Vor=
ſchriften der Notverordnung anzupaſſen. Jeder Parteigenoſſe,
ohne Rückſicht auf ſeine Parteiſtellung, werde, wenn er gegen die
Notverordnung verſtoße oder Verſtöße dulde, ſofort aus der
Par=
tei ausgeſchloſſen. Auch ſo bleibt noch für den ſachlichen
politi=
ſchen Kampf genügend Bewegungsfreiheit, und wenn die Parteien
ſich dem Zwang zur Anſtändigkeit fügen wollten, dann wäre das
nur zu begrüßen und die Notverordnung könnte als Waffe an der
Wand hängen bleiben, was ſicherlich die beſte Löſung wäre.
Liberale Handhabung
der Nolverordnung in Heſſen.
Erklärungen des Innenminiſters Lenſchner.
* In einer Beſprechung zwiſchen dem heſſiſchen Innenminiſter
Leuſchner und der Preſſe über Fragen, die ſich aus der ſoeben
in Kraft getretenen Notverordnung zur Verhütung politiſcher
Ausſchreitungen und Bluttaten ergaben, ging Herr Leuſchner
zu=
nächſt auf die Verhältniſſe ein, die zu dem Erlaß der
Notverord=
nung zwangen. Aus außen= und innenpolitiſchen Gründen,
er=
klärte der Miniſter, trat die Notwendigkeit zutage, gegen die ſich
immer breiter machenden Balkan=Sitten der radikalen Elemente
einzuſchreiten. Wenn auch gerade in Heſſen die beſtehenden
Maß=
nahmen in den meiſten Fällen zur Sicherung der Ordnung und
Sicherheit von Leben und Eigentum ausreichten, ſo machte ſich doch
das Fehlen von geſetzlichen Unterlagen für manche Spezialfälle
unangenehm bemerkbar, weil hier die Radikalen ſofort verſtärkt
einſetzten. Dazu kam, daß die Polizeibeamten beinahe unentwegt
Samstags und Sonntags in Alarmbereitſchaft ſtanden und
viel=
fach noch wochentags zum Schutz von Verſammlungen und
Demon=
ſtrationen herangezogen wurden. Auf die Einſicht der
Partei=
führer zu rechnen, wäre ein hoffnungsloſes Beginnen geweſen.
Die Notverordnung habe ich begrüßt, denn ſie iſt
gerechtfer=
tigt und notwendig. Aber wir ſind uns in Heſſen auch der
gro=
ßen Verantwortung bewußt, die mit der
Durch=
führung der einſchneidenden
Geſetzesmöglich=
keiten verbunden iſt. Sehr wahrſcheinlich wird allein ſchon
durch das Beſtehen der Notverordnung die Arbeit der Polizei
er=
leichtert. Von einer Beeinträchtigung der verfaſſungsmäßigen
vard des Italiens. Das abendliche Treiben betäudte ihn faſt.
Dazu kam das ihm unbekannte donnerähnliche rollende Geräuſch
der vielen Wagen auf dem Holzpflaſter. Da gewahrte er
plötz=
lich zwiſchen den Mietdroſchken in der Richtung nach der
Made=
leine eine beſonders ſchöne Equipage mit zwei Rappen. Darin
ſaß eine Dame — Veltheim glaubte zu träumen — es war die
Unbekannte von Saint=Denis. Keine Täuſchung ſchien möglich:
der eigentümliche Pelz und das Napoleonhütchen waren
unver=
kennbar. Von Saint=Denis konnte ſie inzwiſchen leicht im Wagen
hierher gekommen ſein.
Veltheim rief den nächſten Kutſcher und ſagte: „Dieſer
Equipage fahren ſie nach, gleichgültig, wohin ſie fährt. Ich werde
Sie gut bezahlen, aber verlieren Sie ſie nicht aus dem Auge.”
„Keine Beſorgnis, mein Herr,” erwiderte der Kutſcher, „ich
bleibe ihr auf den Ferſen, und wenn ſie bis Bordeaux fährt.”
Veltheim erſchrak über die Erwähnung gerade dieſer Stadt,
aber von neuem erfüllte ihn die Hoffnung, auf irgendeine Art
hinter das Geheimnis zu kommen.
Die Equipage und der ihr folgende Fiaker waren bald über den
Arc de lEtoile hinaus gekommen und bewegten ſich beieits in
einer Seitenallee des Bois de Boulogne. Veltheims Kutſcher
wahrte auf Befehl eine angemeſſene Entfernung, damit man,
im Falle die Equipage ſtehen bliebe, ungeſehen beobachten konnte.
Vor einem weißen Pavillon unter Bäumen, der aus der Zeit
Ludwigs XV. ſtammen konnte, hielt die Equipage an. Dasſelbe
tat Veltheims Droſchke. Er beobachte, wie die Dame ausſtieg,
eine Tür des Pavillons ſich öffnete und die Ankommende darin
verſchwand. Die Equipage fuhr weiter. Veltheim ſtieg aus und
umſchlich den Pavillon von allen Seiten. Die hohen Fenſter
waren mit Läden verſchloſſen. Schließlich hielt es ihn nicht
länger. Ohne zu überlegen, was er tat, klopfte er mit dem
Bronzering an das Tor. Sofort wurde geöffnet. Ein Lakai
ver=
beugte ſich, und Veltbeim ſagte nur:
„Madame?”
Der Diener erwiderte:
„Ich werde nachſehen, ob Madame ſchon zurück iſt.”
„Sie iſt zurück” erwiderte Veltheim. „Ich habe ſie eben
ein=
treten ſehen.”
„Um ſo beſſer”, antwortete der Diener und verſchwand.
Veltheim hatte nun Muße, ſich in dem hell erleuchteten
Vor=
raum umzuſehen, an deſſen 8 Wänden hohe Spiegel befeſtigt
waren, die einen kleinen in der Mitte befindlichen
Springbrun=
nen unzählige Male zurückwarfen.
Veltheim wartete klopfenden Herzens 10 Minuten,
20 Minuten. Als eine halbe Stunde vergangen war, ſagte er
ſich, daß er ſich nun doch einmal über alle Formen hinweggeſetzt
habe, indem er bei Nacht in das fremde Haus eingedrungen
war, und darum um jeden Preis weiter gehen würde. Er
öffnete einfach ſelbſt die Flügeltür, durch die der Diener
ver=
ſchwunden war, und vor ihm erſtreckte ſich eine Flucht von 3
mit Kerzenlüſtern erleuchteten Zimmern. Im letzten erblickte er
einen Augenblick die Unbekannte, genau ſo gekleidet, wie vorhin
in der Equipage. Er beobachtete gerade noch, wie ſie ſich nach
einer verſchloſſenen Tür begab und hinter dieſer verſchwand.
Rechte kann keine Rede ſein. Eine Einſchränkung des politiſchen
Lebens tritt nicht ein, ſoweit es ſich ſachlich und anſtändig
voll=
zieht. Die Parteien müſſen ſich bewußt ſein, daß ſie im Intereſſe
des Staates, des Volkes und der Wirtſchaft gewiſſe
Verpflichtun=
gen haben und Zurückhaltung üben müſſen, dann haben ſie auch
keinerlei Maßnahmen aus der Notverordnung zu gewärtigen.
Jetzt etwa beſtehende Befürchtungen werden in Heſſen jedenfalls
ſehr bald als unbegründet erwieſen ſein.
dernnur gegen den Mißbrauch der Freiheit, Heſſen beit für den jetzigen Kongreß in Rom lag bei dem
internatio=
war ſtets ſo liberal und tolerant wie möglich, und es wird auch
in Zukunft ſotolerant wie möglich ſein. Ich werde
allen behördlichen Organen genaue Anweiſungen erteilen, um
von vornherein jede kleinliche und ſchikanöſe
Handhabung der Notverordnung zu
unterbin=
den. Ich bin allerdings feſt entſchloſſen, die Verordnung
überall da anzuwenden, wo es zur
Aufrecht=
erhaltung der öffentlichen Ordnung und
Sicher=
heit notwendig iſt, denn die Beruhigung unſeres
öffent=
lichen Lebens liegt gleicherweiſe im Intereſſe unſeres Volkes wie
unſerer Wirtſchaft.
Miniſterialrat Baßhuyſen gab noch Erläuterungen zu der
beabſichtigten Handhabung der Verordnung in Heſſen.
Wahr=
ſcheinlich gelten die Kreisämter und Polizejämter als die in der
Verordnung angegebenen Meldeſtellen. Neben der Notverord= lich geworden iſt.
nung bleibt das Verbot von Laſtwagenttansporten
aufrechterhal=
ten, ebenſo die Ankündigung von Verſammlungen durch
Sprech=
chöre von Laſtwagen herunter uſw. Das Verfahren vor dem landwirtſchaftliche Iuſtitut am beſten Vorarbeiten, Material und
Schnellrichter wird in verſtärktem Maße zur Anwendung
ge=
langen. Um den Zeitungen bei Annahme von Anzeigen Gewiß= kleine, vielleicht etwas paradox anmutende Nebenbedeutung: In
heit zu verſchaffen, wird ebenſo wie für Plakate ein beſonderer
Stempel über Verbot oder Zulaſſung einer Verſammlung erteilt, treideſchlacht Muſſolinis) ausgefochten, alſo in der Praxis ein
Auf Fragen erklärte Miniſter Leuſchner: Ich werde
ſelbſtver=
ſtändlich nicht den Buchſtaben verfolgen, ſondern ich will nur
er=
reichen, daß auch die radikale Preſſe den Ton der Verrohung und
Verächtlichmachung von Perſonen und Einrichtungen des Staates
endlich aufgibt und bei aller ſachlichen Schärfe anſtändig kämpft.
Zum Schluß verwies der Miniſter auf die Vorgänge in
Worms, wo er das Demonſtrationsverbot aufgehoben habe. Der
Erfolg ſei geweſen, daß die Kommuniſten dieſes Entgegenkommen
dazu benutzt hätten, um von morgens bis abends zu
demonſtrie=
ren und ihre Kapellen ſtundenlang muſizieren zu laſſen, ſo daß
jetzt die beunruhigte Bevölkerung und die Wirtſchaftsverbände um
Schutzmaßnahmen gebeten hätten. Anſcheinend hielten es gewiſſe
Parteien ohne Verbote nicht aus.
Man kann den Ausführungen des Herrn Innenminiſters in
Anbetracht unſerer augenblicklichen Verhältniſſe durchaus
zuſtim=
men, und wir möchten der Hoffnung Ausdruck geben, daß auch die
*
ſpricht.
Neues Zollgeſeh in Bearbeikung.
Vereinheitlichung aller Zollbefkimmungen
und Angleichung mit Oeſterreich geplank.
Berlin, 31. März.
Die zuſtändigen Reſſorts der Reichsregierung arbeiten an
einem neuen Zollgeſetz, da das alte Geſetz aus dem Jahre 1869 Rußlands auf dem Weltgetreidemarkt. Genau betrachtet handelt
ohnehin verbeſſerungsbedürftig iſt. Es wird eine
Verein=
heitlichung aller Zollbeſtimmungen geplant, von
denen ein Teil auch in die Reichsabgabenordnung aufgenommen
iſt. Schon vor den Verhandlungen über die Zollunion hatte
man mit Oeſterreich Fühlung genommen, um eine
An=
gleichung herbeizuführen. Dieſe Arbeiten müſſen jetzt wieder
aufgenommen werden, denn bei einer Zollunion
müſ=
ſenneben den Tarifen auch die materiellen
Zoll=
rechtsbeſtimmungen in Uebereinklang ſein.
Veltheim durcheilte die Gemächer mit haſtigen Schritten, öffnete
die Tür und befand ſich im Freien unter den Bäumen des Bois
de Boulogne. Die Unbekannte aber war nirgends zu erſpähen.
Diligence von Bordeaux für eine Bewandtnis hat, und auch der
Leſer wird es nicht erfahren, was er mir aber verzeihen wird in
Anbetracht der Tatjache, daß heute der 1. April iſt.
Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus.
Uraufführung:
„Wie Philipp von Spanien mit Miß Helby
und 24 anderen Frauen reich und gläcklich wird!"
Eine moderne Bühnen=Ueberſchau von Bruckner,
Joachimſohn, Ervine, Sell und Genoſſen.
Zur Einführung in die heute abend zur Uraufführung
ge=
langende moderne Bühnenſchau von Prof. Karl Ebert, nach
Eindrücken der geſtrigen Hauptprobe:
Das Heſſiſche Landestheater hat den Zug der
Zeit erfaßt!
Die Gegnwart raſt mit der Geſchwindigkeit des in Darmſtadt
nur zehn Sekunden haltenden Riviera=Expreß vorwärts. Die kurze
Zeit, die der Beruf dem modernen Menſchen freiläßt, nehmen
Sport, Kino, Rundfunk in Anſpruch. Für Kunſt und Theater
bleibt kaum mehr ein Abend übrig! Unmöglich, ſich mit der
Be=
haglichkeit eine ſatten, bourgeoiſen Abonnenten jede Woche
ein=
mal in die ſchwelgeriſchen Seſſel des Theaters zu ſetzen!
Natio=
naliſierung und Konzentrierung ſind das Gebot der
Stunde!
Unſere Generalintendanz, die bekanntlich der Zeit die Fahne
voranträgt, hat die richtigen Konſequenzen gefunden und gezogen.
Um dem modernen Zeitgenoſſen einen vollſtändigen, reinen
und aktuellen Theatergenuß und zugleich einen Ueberblick über
das theatraliſche Ergebnis der Spielzeit zu geben, hat ſie in der
geſtrigen Uraufführung die weſentlichen Schlager des Winters zu
einem epochemachenden Geſamtwerk, zuſammengefaßt:
„Wie Philipp von Spanien mit Miß Selby
und 24 anderen Frauen reich und glücklich wird!“
Im erſten Aufzug ſehen wir — auf der Grundlage des
Bruck=
nerſchen Schauſpiels „Eliſabeth von England” — auf
der Doppelbühne rechts Eliſabeth von England, gegürtet
mit dem Stolz und den Millionen des reichen Albion, in den
prächtigen Räumen des Buckingham=Palaſtes, reich aber
ſchwer=
mütig — links dagegen in dem finſteren Escorial Philipp von
Spanien, der ſinkenden Valuta des Peſetos nachtrauernd.
In dem Bewußtſein, daß ein modernes Theater nicht in einer
überwundenen, glücklich geſtürzten Vergangenheit leben darf
ſon=
dern höchſter Aktualität huldigen muß, ſind Philipp und Elüſa=
Die inkernakionale Gekreidekonferenz
in Rom.
Von unſerem +=Korreſpondenten.
Rom, 30. März.
Im April 1927 tagte die erſte internationale
Getreide=
konferenz in Rom. Der Kongreß, der zur Zeit wieder in Rom
als internationale Getreidekonferenz ſeine Beratungen abhält,
iſt eigentlich nur eine Fortſetzung jener Verſammlung vom
Jahre 1927, aber auch zugleich die Vorbereitung für die große
amerikaniſche Getreidekonferenz, die im nächſten Jahre nach
Regina in Canada einberufen wird. Dazwiſchen wird man
noch auf dem für den Juni vorgeſehenen 15. internationalen
Es geſchieht nichts gegen die Freiheit, ſon= Landwirtſchaftskongreß in Prag weitere Vorarbeit für die
amerikaniſche Tagung leiſten können. Die organiſatoriſche
Ar=
nalen landwirtſchaftlichen Inſtitut in Rom, deſſen Präſident
und Generalſekretär auch die Tagesordnung für die
Verſamm=
lung feſtgeſtellt haben. Dieſem Inſtitut wird natürlich auch eine
bedeutende Anteilnahme an dem zukünftigen amerikaniſchen
Kongreß zufallen.
Das Programm der Tagung in Rom, auf der 46 Staaten
offiziell vertreten ſind, umfaßt drei Hauptpunkte: 1.
Inter=
nationale Organiſation der Getreideproduktion; 2. Organiſation
des internationalen Getreidehandels und 3. Organiſation des
internationalen Agrarkredits für den Getreideanbau.
Inner=
halb dieſer Grundlinien bleibt der Erörterung der
verſchieden=
ſten Punkte zum Thema „Getreide” ein weiter Spielraum frei.
Man hat auch ſchon am zweiten Verhandlungstage des
Kon=
greſſes geſehen, daß die alten und die neuen
Wirtſchafts=
anſchauungen und „Getreidemeinungen” in der Diskuſſion zu
Worte kamen. Man hörte die Ruſſen und daneben Vertreter
von Ländern, denen die ruſſiſche Exportkonkurrenz recht pein=
Daß der Kongreß gerade in Rom tagt — eine Tatſache, die
an ſich ganz logiſch iſt, weil eben in Rom das internationale
Räumlichkeiten zur Verfügung ſtellen kann — hat doch eine
Italien wird einerſeits die „Battaglia del Grano” (die Ge=
Verſuch zur Behebung der Agrarnot gemacht, andererſeits aber
hat Italien durch ſeine Vereinbarungen mit Nußland der viel
angefeindeten ruſſiſchen Getreidezufuhr nach Europa die Tore
geöffnet. Man hat alſo auf dieſem Kongreß auch zwei Themata,
von denen man bei dem einen, der Getreideſchlacht, wohl offen
und ſachlich reden kann, bei dem anderen jedoch, bei dem
Ruſſen=
abkommen, vielleicht ſehr energiſch, aber unter politiſchem Druck
nur mit halber Stimme ſprechen wird.: Unter Umſtänden kann
es auf dem Umwege eines direkten Angriffes von
Kongreß=
teilnehmern gegen die Sowjets zu einer indirekten Erörterung
des italieniſchen Beiſpiels kommen.
Im Mailänder „Corriere della Sera” hat der ehemalige
Finanzminiſter de Stefani einen zuſammenfaſſenden Artikel zur
internationalen Getreidekonferenz veröffentlicht, der eine gute
Einleitung zu den römiſchen Beſprechungen darſtellt. Er ſchreibt:
In Rom werden wichtige Fragen der Produktion, des
inter=
nationalen Agrarkredites und des Getreidehandels beraten.
praktiſche Handhabung dieſen Erklärungen des Miniſters ent= Deren Löſung wird nicht nur durch die Weltwirtſchaftskriſis
und die Agrarkriſis, ſondern auch durch politiſche Einflüſſe
er=
ſchwert. Deshalb erſcheint es nicht angebracht, von der
Vor=
konferenz abfchließende Ergebniſſe zu erwarten. Ueber die
An=
bahnung einer zukünftigen Regelung der Produktion und des
Handels auf dem Weltgetreidemarkt gehen vorläufig die
Hoff=
nungen nicht hinaus. Es handelt ſich inſofern um einen
Ver=
ſuch, durch Annäherung auf dem Boden der internationalen
Verſtändigung den Ablauf der Agrarkriſis zu beſchleunigen. Als
Hauptprobleme der Beſprechungen bezeichnet der Autor des
Artikels die Ueberproduktion Amerikas im Verhältnis zur
Welt=
bevölkerungszunahme und zum durchſchnittlichen Bedarf, den
ſtarken Preisdruck infolge großer Vorräte, und das Auftreten
es ſich darum, dem weiteren Sinken der Getreidepreiſe zu ſteuern
und die Grundlage eines Preiſes zu ſichern, der den Anbau
leh=
nend geſtaltet. Nachdem erfolglos verſucht wurde, auf
natio=
nalem Gebiet eine Löſung zu finden, ſoll nun in Rom eine
internationale Regelung angeſtrebt werden.
Die Ausführungen dieſes ſicher informierten Finanzmannes
zeigen bereits, daß man der Getreidekonferenz vielleicht etwas
theoretiſche Behandlung der Agrarnöte aber keine Heilung
zu=
trauen darf.
beth in die Gegenwart verſetzt. Nicht mit den wüſten
Kriegsmit=
teln einer verrotteten Vergangenheit ſuchen ſie Liebe und Haß,
Haß — Liebe und Liebe — Haß, auszutragen, ſondern beide
Bis heutigen Tages hat er nicht erfahren, was es mit der ſtudieren Graf Keyſerlings „Ehebuch”; Philipp den
Lehr=
gang A: „Wie werde ich reich?‟, Eliſabeth den Lehrgang B: „Wie
werde ich glücklich!”
Naturgemäß treffen beide ſich im zweiten Akt — und dies iſt
wiederum von höchſter Aktualität gerade für Darmſtadt — nicht
auf Kriegsſchauplätzen, ſondern in Darmſtadt auf der Tagung
der Schule der Weisheit! Welches Bild vornehmer Ruhe gibt die
Tagung in der Berndt=Halle! Und welch feierliche Fröhlichkeit
herrſcht auf dem Geſellſchaftsabend in der „Traube‟! Kein
Wun=
der, daß Philipp und Eliſabeth, deren Bekanntſchaft ein heſſiſcher
Heimatsdichter raſch vermittelt, ſich zum ehelichen Bunde finden
und in weisheitsvollem Pazifismus hiermit alle Kriegsgefahr
bannen!
Doch im dritten Akt wird der dramatiſche Knoten neu
ge=
ſchürzt. Unter fabelhafter Spannung erſcheint Miß Selby und
offenbart ſich als König Philipps erſte Frau! Das edle Herz
dieſer Dame wird — und hiermit ſehen wir den Extrakt von John
Ervines Schauſpiel „Die erſte Frau Selby” — enthüllt und
erſchüttert alle Damen, die in gleicher Lage ſich befinden.
Aber ein modernes Werk, das die Zuſchauer ins Theater
locken ſoll — darf nicht in Tragik untergehen! Mit glänzender
Erfindergabe zeigt der Schlußakt, daß Philipp von Spanien
kei=
neswegs der treue Sohn der katholiſchen Kirche war, wie ihn die
Geſchichte ſeither in bewußter Fälſchung geſchildert hat, ſondern
daß er als geheimes Mitglied der 1827 von Joe Smith
gegrün=
deten Sekte der Mormonen angehört und aus der Zeit bevor er
Eliſabeth kennenlernte, nicht weniger als 24 Frauen beſitzt! Wie
berechtigt und unterhaltend dies iſt, zeigt das im letzten Aufzug
wiedergegebene dritte Bild aus Joſef Sells Schauſpiel „Die
25. Frau‟. Der moderne Regiegeiſt unſeres Theaters läßt —
beſſer als Sell es tat! — die 24 Frauen als feſche Girls auftreten!
Zum Schluſſe vereinigen ſich König Philipp, Königin Eliſabeth,
Miß Selby und die 24 Girls zu einem ſchmiſſigen Jazz=Song, der
den Abend in allgemeine Heiterkeit ausklingen läßt.
Mit einem Wort: ein Werk, das offenbart, wie unſer
Landes=
theater den Puls der Zeit fühlt, den Nerv der
Gegen=
wart trifft!
Glänzend auch die Darſtellung! K Heßler ſteigert die
monumentale Geſtalt des gewaltigen Philipp ins Rieſengroße!
G. Kothe entzückend als junge, verführeriſche Eliſabeth! Irene
Einpflug eine Miß Selby von wahrhafter Herzensgüte und
tänzeriſcher Beſchwingtheit!
Und gar die Girls, die heute die Seele jedes wahren
Kultur=
theaters ſind! Wie verſteht es Renato Mordo, ſie über alle
Trep=
pen und Geſtänge Wilhelm Reinkings durcheinanderzuwirbeln!
Ein Theater=Winter, zuſammengefaßt in einen Theater=
Abend! Rationaliſierte Dramatik!
Dieſe epochale Erfindung des Heſſiſchen Landestheaters iſt
eine Großtat moderner Dramaturgie, die ihren Weg über alle
Bühnen, die den Geiſt der Zeit verſtehen, nehmen wird! Der
Z.
beutige Abend verſpricht vollen Erfolg.
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Nummer 91
Mittwoch, den 1. April 1931
Seite 5
Aus der Landeshauptftadk.
Darmſtadi, den 1. April 1931.
* Kennen Sie Ihre Orksnummer?
Sie wohnen in Ort Nr. 49.
Wenn Sie in Ort Nr. 1 in den Zug einſteigen, um nach Ort
Nr. 49 zu fahren, ſo wird Ihnen vielleicht Ihr ahnungsvolles
Ge=
müt ſagen, daß mit Nr. 1 — ſelbſtverſtändlich! — des Reiches
Hauptſtadt gemeint ſein muß, aber die wenigſten Leſer, dürften
wiſen, daß mit dem Beſtimmungsort Nr. 49 ihre Heimatſtadt
Darmſtadt gemeint iſt. Sie kennen wohl Ihre Hausnummer, aber
haben Sie auch ſchon von Ihrer Ortsnummer gehört? Ihre
Orts=
nummer, ſo wie ſie im „Ortsnummerverzeichnis des Deutſchen
Reiches” angegeben iſt, iſt eben, wie ſchon geſagt, die Zahl 49.
Daß es ſich bei dieſer bis zum kleinſten Flecken in Deutſchland
durchgeführten Numerierung der Orte nicht um eine bloße
Spie=
lerei handelt, ergibt ſich ſchon daraus, daß dies Verzeichnis vom
Reichskuratorium für Wirtſchaftlichkeit geſchaffen worden iſt. Die
Reihenfolge der Nummern wird nämlich nicht beſtimmt von Größe
und Einwohnerzahl. Daraus ergäbe ſich ein heilloſes
Durchein=
ander, mit dem kein Menſch mehr was anfangen und in dem ſich
niemand zurechtfinden würde. Auch wenn man die Numerierung
nur nach den Geſichtspunkten der Lage angelegt hätte, ſo wäre
da=
mit nicht viel geholfen. Man braucht aber nur einmal die
Num=
mern einiger Orte zuſammenzuſtellen, um ſofort erkennen zu
laſſen, daß die Ortsnumerierung nach einem Syſtem durchgeführt
iſt, bei dem die Nummer ſehr weitgehende Auskunft über Lage,
Größe und Bedeutung eines Ortes gibt. Beiſpielsweiſe hat
Ham=
burg die Ortsnummer 2. Bremen die Nummer 21, Altona die
Nummer 22, Kiel die Nummer 23. Lübeck die Nummer 24. Roſtock
die Nummer 25. Bielefeld die Nummer 26, Hannover die
Num=
mer 27. Hildesheim die Nummer 28, Braunſchweig die
Num=
mer 29. Die Anfangszahl 2 beſagt, daß die ſämtlichen genannten
Orte ſich in demjenigen der neun deutſchen Bezirke
be=
finden, der geographiſch und in ſeiner wirtſchaftlichen
Zuſammen=
gehörigkeit ſich um Hamburg gruppiert, das ſelbſt die
Ortsnum=
mer 2 hat. Die Tatſache einer zweiſtelligen Zahl gibt
ſo=
fort zu erkennen, daß es ſich um die Städte erſter Ordnung
in dieſem Bezirk handelt. Die Städte zweiter Ordnung im
Bezirk Hamburg beginnen ebenfalls mit der Zahl 2, haben aber
dreiſtellige Ortsnummern. Für Norden iſt die Ortsnummer 211,
für Emden 212. für Wilhelmshaven 213, für Varel 214, für
Weſermünde 215, für Leer 216, für Oldenburg 217, für
Delmen=
horſt 218, für Verden 219. Wer mit dem Syſtem vertraut iſt, der
weiß alſo ſofort, daß der Ort 217 wegen der Zahl 2 am Anfang
zum größeren Bezirk Hamburg gehört, und die Spitzenzahlen 2
und 1 weiſen weiter darauf hin, daß es ſich um einen Ort zweiter
Größenordnung im Bereich von Bremen, das die Ortsnummer 21
hat, handeln muß. Die Orte zweiter Ordnung, die ſich um
Han=
nover gruppieren, werden entſprechend die Ziffern 271 bis 279
aufweiſen. Ortſchaften der nachfolgenden kleineren
Größenord=
nung um Oldenburg herum haben nach dieſem Syſtem
ſelbſtver=
ſtändlich die Nummern 2171 bis 2179. Bei jedem dieſer kleineren
Orke ſetzt ſich dieſes Syſtem nun fort bis zur letzten Neuntelung,
bis man zu einem kleinen Ort oder Flecken kommr, in deſſen
Um=
gebung eine noch kleinere Ortſchaft nicht mehr anzufinden iſt. Mit
ſechs= und ſiebenſtelligen Zahlen iſt meiſt das Ende erreicht. Die
neun Städte im Deutſchen Reich, die einſtellige
Orts=
nummern tragen und allen übrigen Orten ihres Bezirks damit
die erſte Zahl der Ortsnummer aufdrücken, ſind Berlin (1),
Ham=
burg (2), Köln (3), Frankfurt a. M. (4), Stuttgart (5),
Mün=
chen (6), Leipzig (7), Breslau (8) und Königsberg i. Pr. (9).
Bei der Schaffung der Bezirke waren wirtſchaftliche
Geſichts=
punkte und der praktiſche Zweck in höherem Maße entſcheidend als
die politiſchen Verwaltungsgrenzen. So umfaßt beiſpielsweiſe
der Bezirk Köln (3) nicht das ganze Rheinland, ſondern nur die
Regierungsbezirke Köln. Düſſeldorf und Aachen zuſammen, mit
dem angrenzenden weſtfäliſchen Regierungsbezirk, während der
öſtliche Teil der Provinz Weſtfalen zum Bezirk Hamburg (2)
ge=
ſchlagen wurde und die rheiniſchen Regierungsbezirke Koblenz und
Trier mit der Provinz Heſſen=Naſſau und mit Heſſen=Darmſtadt
im Bezirk Frankfurt (4) zuſammengefaßt ſind. Der Bezirk des
rheiniſch=weſrfäliſchen Induſtriegebiets iſt nach ſeiner Ausdehnung
der kleinſte. Aber es mußte jedenfalls darauf Rückſicht
genom=
men werden, daß die Zahlen der Orte in jedem Bezirk annähernd
in der gleichen Größenordnung bleiben, weil man Ortsnummern
mit mehr als ſechs oder ſieben Stellen nach Möglichkeit
vermei=
den wollte. Der Vorteil eines Syſtems, das die Orte nicht nach
dem Alphabet, ſondern nach ihren Nummern ordnet, liegt für viele
Gebiete ſofort auf der Hand. Zunächſt iſt eine Verwechſelung von
Orten, deren Name häufiger vorkommt, nicht mehr möglich. Auch
die Frage der Schreibweiſe macht kein Kopfzerbrechen mehr, und
vor allem iſt eine Kartei, in der die Korreſpondenz und was ſich
darum gruppiert, nach dem Ortsnummernverzeichnis geordnet iſt,
gleichzeitig eine Ueberſicht nach Lage, wirtſchaftlichen
Zuſammen=
hängen und Größe Für ein Unternehmen, das ſeine Propaganda
nach regionalen Geſichtspunkten durch Entſendung von Vertretern
betreibt, wird ſich die Ordnung der Karteien nach dieſem
Sy=
ſtem bald als eine Selbſtverſtändlichkeit ergeben. Heute ſchon,
ob=
gleich das Ortsnummernverzeichnis noch ſehr jung iſt, haben viele
Unternehmungen ſchon begonnen, mit dem
Ortsnummernverzeich=
nis zu arbeiten, und diejenigen Betriebe, die ihre Kartotheken,
Regiſtraturen und Archive nach dem Ortsnummernverzeichnis ſchon
umgeſtellt haben, empfinden nach den bisherigen Erfahrungen dies
Syſtem als einen wirklich zweckmäßigen Fortſchritt. Bald wird
es eine Selbſtverſtändlichkeit ſein, daß jeder Deutſche ſeine
Orts=
nummer ebenſo kennt wie ſeine Hausnummer.
— Jubiläen. Eiſenbahnwagenmeiſter Max
Kalkbren=
ner Darmſtadt Aliceſtraße 1½, feiert am 1. April 1931 ſein
25jähr. Dienſtjubiläum. — Am 1. April ſind es 25 Jahre, daß Frl.
Anna Hofmann von Pfungſtadt, als Stütze bei der Familie
Louis Geiſt ſich in Stellung befindet.
— Hohes Alter. Herr K. Knaub, wohnhaft Heinrichſtr. 71.
begeht am 1. April ſeinen 80. Geburtstag.
— Treuer Mieter. Heute ſind es 25 Jahre, daß Herr Ludwig
Wenz Karlſtraße 56 (Drogerie Hübner) wohnt.
Die Büroräume des Schweizeriſchen Konſulats zu
Frank=
furt a M. bleiben Samstag, den 4. April 1931, wegen Reinigung
geſchloſſen.
— Heſſiſches Landesmuſeum. In den Beſuchszeiten des
Heſſi=
ſchen Landesmuſeums treten ab 1. April 1931 inſofern
Aenderun=
gen ein, als die ab 27. Dezember 1930 eingeführte längere
Offen=
haltung des Hauptveſtibüls, der Zoologiſchen Sammlungen ſowie
des Kupferſtichkabinetts bzw. der Gemäldegalerie in Wegfall
kommt und Mittwochs ſtatt ſeither von 14 bis 16 von 15 bis 17
Uhr geöffnet iſt. Die Beſuchszeiten ſind ſonach ab 1. April
1931 folgende: Sonntags von 10 bis 13. Dienstags von 11
bis 13. Mittwochs von 15 bis 17. Donnerstags, Freitags und
Samstags von 11 bis 13 Uhr. Am Karfreitag (3. April) und
1. Oſterfeiertag (5. April) iſt das Muſeum geſchloſſen, dagegen am
2. Oſterfeiertag 6. April) von 10 bis 13 Uhr, und am
Oſterdiens=
tag (7. April) von 11 bis 13 Uhr unentgeltlich geöffnet.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus kleines Haus Mirtwoch.1 April Keine Vorſtellung MMe Nie
Der Graue
Zuſ.=M. II,11
Preiſe 1 20—6 Mk Donnersta).
2. April Keine Vorſtellung Keine Vorſtellung Freitag,
3. April Keine Vorſtel ung Keine Vorſtellung Samstag
4 April Keine Vorſte lung Keine Vorſtellung Oſter=
Sonntag
5. April.
g Zum erſten Male:
D21 Turandot
Preiſe 1.20—1 Mk
Wahlguſcheine beſchränkt gültig —21 4) Uhr
Der Mann, den ſein Gewiſſen trieb
Zu .=Miete ,A P.5
Darmſt. Volksb. Gr I—V
Preiſe 1.20—6 Mk. Oſter=
Montag,
6, April 1730—22.13 Uhr
die Meiſterſinzer von Nürnberg
B19 Preiſe 1.20—12 Mf
Wahlgutſcheine beſchränkt gültig! , Ende vor 22 Uhr
Der Kreis
Zuſatzmiete 111,10
Preiſe 1.30—6 Mk.
Segelflugzeug „Darmſtadt” über Darmſtadt.
Wir berichteten in letzter Zeit mehrfach über Schleppverſüche
mit dem Segelflugzeug „Darmſtadt‟. Das Flugzeug der Rhön=
Roſittengeſellſchaft hat mehrfach das Segelflugzeug „Darmſtadt”
an einem 120 Meter langen Drahtſeil zunächſt in eine Höhe
von 2—3000 Meter gezogen. Hier wurde das Drahtſeil
abge=
worfen, und der Segler konnte ſich ſtundenlang in der Luft
halten. Wie auch geſtern iſt dieſer Schleppzug der Lüfte heute
über Darmſtadt längere Zeit zu ſehen.
Nachdem durch dieſe Verſuche die Brauchbarkeit des
Segel=
flugzeuges unabhängig von etwelchem Segelgelände erwieſen iſt,
dienten die geſtrigen Flüge, die heute wiederholt werden ſollen,
dem Ausprobieren einer neuen Erfindung, die gleichzeitig das
Segelflugzeug und die führende Maſchine betrifft. Es iſt ſchon
ſo oft, namentlich in der franzöſiſchen Preſſe, von deutſchen
„Todesſtrahlen” geſchrieben worden, ohne daß hierüber je
völ=
lig Klarheit geſchaffen wurde. Todesſtrahlen ſind
ſelbſtverſtänd=
lich Unſinn. Dennoch aber hat die deutſche Technik und
Wiſſen=
ſchaft es als ſelbſtverſtändliche Pflicht betrachtet, Abwehrmittel
gegen Flugzeuge, beſonders gegen ſolche, die im Kriegsfall zu
Tauſenden über den deutſchen Großſtädten erſcheinen werden, um
Gasbomben zu werfen, zu finden. Dazu gehören tatſächlich
auch auf radiotechniſchem Wege ausgeſandte Strahlen, die
irgendwelche empfindlichen Teile des Motors des fliegenden
Flugzeuges treffen, dieſen zum Stillſtand bringen und ſo das
Flugzeug zur Landung zwingen.
Der techniſchen Hochſchule Darmſtadt, einem Mitglied der
akademiſchen Fliegergruppe iſt es nunmehr gelungen,
Einwir=
kungen geſchilderter Art auf Flugzeuge bis weit über 3000
Meter hoch zu ermöglichen, und zwar mit Hilfe des
verhältnis=
mäßig kleinen Apparates. Heute mittag um 12 Uhr wird die
neue Erfindung zum erſten Mal praktiſch ausprobiert werden.
stud. chem. et mach. Krats in der Akademiſchen
Flieger=
gruppe wird mit ſeinem Apparat, der auf dem Dach der
ſtäd=
tiſchen Feſthalle auf dem Exerzierplatz montiert iſt, den Verſuch
machen, zunächſt in etwa 2½ Tauſend Meter Höhe, alſo dem
bloßen Auge noch verhältnismäßig gut ſichtbar, das dünne
Drahtſeil des Luftſchleppzuges mit ſeinen Strahlen zu treffen
und zum Schmelzen zu bringen. Gleichzeitig ſoll mit
dem=
ſelben Verſuch erreicht werden, den Motor der Rhön=
Roſitten=
maſchine zum Stillſtand zu bringen, ſo daß auch dieſe Maſ hine,
die von dem Piloten Dipl.=Jug. Riedel geführt wird, im
Gleitflug heruntergehen muß. Die letzten Verſuche waren
mehr=
fach dieſen Gleitflügen gewidmet, ſo daß irgendwelche Gefahr
für die beiden Flieger nicht beſteht. Da aber die
Strahlen=
einwirkung ſo präzis funktionieren ſoll, daß bei den
Flug=
zeugen die Gleitfluglandung auf dem Exerzierplatz ermöglicht
wird, muß dieſer in weitgehendem Maße abgeſperrt werden.
Immerhin iſt das eigentliche Experiment ja gut ſichtbar.
— Heſſiſches Landestheater. „Der Graue”, eine
Schüler=
tragödie von Friedrich Forſter, die in Darmſtadt in gleichem Maße
wie nach der ſenſationellen Kölner Uraufführung als ſtarke
Talentprobe eines neuen Dramatikers von ſchärfſter
Beobachtungs=
gabe Beachtung und Anerkennung gefunden hat, wird heute
Mitt=
woch, mit Theodor Leitner in der Titelrolle, im Kleinen Haus
wiederholt. Die nächſten Aufführungen dieſes Werkes finden noch
in dieſer Spielzeit am Stadttheater in Leipzig, an den
Kammer=
ſpielen in München und am Deutſchen Volkstheater in Wien ſtatt.
— Erſtaufführung „Turandot”, Oſterſonntag, den
5. April, gelangt im Großen Haus zum erſten Male Puccinis
nach=
gelaſſenes Opernwerk „Turandot” mit Anita Mitrovic in der
Titelrolle zur Aufführung. Muſikaliſche Leitung: Carl Maria
Zwißler; Inſzenierung: Renato Mordo; Bühnenbild: Lothar
Schenck von Trapp. — Joſef Witt vom Kölner, Opernhaus
wird Oſtermontag, den 6. April, in Wagners Oper „Die
Mei=
ſterſinger von Nürnberg” als Gaſt die Partie des
Wal=
ter Stolzing ſingen. Für dieſe Vorſtellung ſind Wahlgutſcheine
nur im beſchränkten Umfange gültig. Der Vorverkauf für die
Oſtervorſtellungen hat bereits begonnen. — Gaſtſpiel=
Ver=
anſtaltungen des Heſſiſchen Landestheaters. Die
Generaldirektion des Heſſiſchen Landestheaters hat für den Monat
April eine Reihe bedeutſamer Gaſtſpiele vorgeſehen, die ſtarkes
Publikumsintereſſe finden werden: Curt Götz, deſſen vorjährige
Gaſtſpiele mit „Hokuspokus”, „Trio”, „Der Lügner und die
Nonne” ſtets ein enthuſiaſtiſches Publikum fanden, bringt mit
Va=
lerie von Mertens und weiteren hervorragenden Berliner
Schau=
ſpielkräften einen Komödienſchlager „Die tote Tante‟
Diens=
tag, den 14. April, im Kleinen Haus zur Aufführung. — Frau
Hermine Körner, die in Berlin als Hauptdarſtellerin in der
Komödie „Das ſchwache Geſchlecht” unter der Regie von Max
Reinhardt einen außergewöhnlichen Erfolg erringen konnte, wird
Mitte April am Heſſiſchen Landestheater nochmals für einige
Gaſtſpiele als „Eliſabethvon England” und „Die erſte
Frau Selby” zur Verfügung ſtehen. — Schließlich iſt für den
24. April ein Gaſtſpiel des Kammerſängers Leo Slezak=
Ber=
lin in Verdis Oper „Othello” vorgeſehen.
— Martinskirche, — Paſſionsfeier. Heute abend 8 Uhr, in
der Martinskirche (Heinheimerſtraße): Bilddeutung der
Kreuzi=
gungs=, Grablegungs= und Auferſtehungstafel des Iſenheimer
Al=
tars mit Lichtbildern von Dr. Ernſt Zeh. Liedeinlagen;
Agnus Dei” aus der Krönungsmeſſe von Mozart „Mühvoll komm
ich und beladen” von H. Wolf. „Alle die tiefen Qualen” von
An=
tonio Lotti (17. Jahrhundert), „O Traurigkeit, o Herzeleid‟
„Chriſtus iſt auferſtanden” (1623). Programme, d:e zugleich als
Eintrittskarte gelten, werden ausgegeben in den Bu=hhandlungen
Schroth. Rheinſtraße und Waitz, Eliſabethenſtraße, bei Arnold,
Weißer Turm im Martinsſtift, neben der Martinskirche (an
die=
ſer Stelle auch noch vor Beginn der Veranſtaltung).
* Drumm=Auarketl.
5. Beethoven=Abend.
Zum letzten Beethoven=Quartett=Abend hatten, ſich Freunde
und Gäſte noch einmal zahlreich eingefunden, und ſie wurden
wiederum belohnt durch die reife Wiedergabe dreier herrlicher
Werke des Meiſters, die geſtern an dieſer Stelle von berufenſter
Seite eingehend beſprochen, worden ſind: Op. 18 Nr. 5 4=Dur,
Op. 74 Es=Dur, Op. 131 Cis=Moll. Damit ſind nun in klug
ge=
ſchichteter Reihenfolge ſämtliche Beethoven=Quartette kurz
hinter=
einander zum genußreichen Erklingen gebracht worden.
Wir bemerkten in von Abend zu Abend ſteigendem Maße die
geiſtige Durchdringung des ſchwierigen Stoffes, wir anerkennen
die virtuoſe Beherrſchung des höchſte Anforderungen ſtellenden
Materials. Wir bewunderten vielleicht am meiſten die Fähigkeit
ſicherer Einſtellung, die Spannkraft ſchneller Umſtellung. Denn ein
jedes einzelne der Werke, obwohl innerhalb gleicher
Weltanſchau=
ung ſtehend, erwuchs aus einem beſonderen Lebensabſchnitt und
iſt nur aus einem ganz beſtimmten Stimmungskreis verſtehbar,
der ſich von dem des anderen unterſcheidet. Kammermuſik iſt das
kriſtallene Gefäß für ſubtilſten Inhalt. Ein Mittel wohl auch für
Probleme rhythmiſchen, klanglichen Charakters, in denen ſich ja
Beethoven bis an die Grenze bizarrer Schrulligkeit austobt; jedoch
vor allem will ſie über die Form hinaus inhaltlich wertvoll ſein,
als Zeugnis verborgenſter, perſönlichſter Seelenregungen, die in
jeder Nuance von leiſer Andeutung bis zu grauſamſter Intenſität
den wahrſten Ausdruck finden. Die Widerſpiegelung
perſönlich=
ſten Erlebens iſt es gerade, die vor allen gleichartigen Schöpfungen
anderer Meiſter den Sonaten und Quartetten Beethovens, die
Einzigartigkeit geben. Aus dieſem Grunde iſt es überhaupt
mög=
lich, Beethovens Sonaten oder Quartette zykliſch dicht
hinterein=
ander zu bringen, weil jedes Werk eine eigene Provinz bildet. Es
wäre nicht zu wagen, ein Konzert nur aus Sonaten Mozarts
zu=
ſammenzuſtellen, oder drei Schubertquartette hintereinander zu
hören. Die Qualität iſt zu gleichgeartet. Dieſen gegenſätzlichen
Regungen, die techniſch oft ſehr widerborſtige Formen annehmen,
manuell und ſeeliſch zu folgen, kann nur aus ernſtem
Vertraut=
ſein mit Stoff, Form und Inhalt gelingen, wie dies das Drumm=
Quartett in vorbildlicher Weiſe gezeigt hat. Es mußte ſich dabei
offenbaren, daß den Alterswerken mit Unrecht Sprengung und
Willkür der Form vorgeworfen worden iſt, ein Vorwurf, der nicht
zum Schweigen kommen will. Er iſt hinfällig, denn dem genau
Vertreterverſammlung des Landesvereins Heſſen der
haupt=
amtlichen Lehrerſchaft an deutſchen Berufs= und Fachſchulen. Die
Lehrer an heſſiſchen Berufs= und Gewerbeſchulen, die ſeit 3 Jahren
in einem Landesverein Heſſen zuſammengeſchloſſen ſind, hielten in
Frankfurt a. M. ihre 3. Vertreterverſammlung ab. Zur
Verhand=
lung ſtanden in erſter Linie Organiſationsfragen. Daneben
wur=
den Beſchlüſſe getätigt, die ſich auf den kommenden
Schülerrück=
gang an den Berufsſchulen bezogen. Es wurde gewünſcht, daß an
der bewährten beruflichen Gliederung in dieſen Schulen
feſtge=
halten wird. Ferner beſchäftigte ſich die Verſammlung mit dem
Beſchluß des Finanzausſchuſſes die Referentenſtelle für das
ge=
werbliche und techniſche Unterrichtsweſen auf Kapitel gewerbliche
Schulen zu übertragen. Folgende Entſchließung wurde einſtimmig
angenommen: Durch Beſchluß des Finanzausſchuſſes des heſſiſchen
Landtags ſoll künftig der Referent für das fachliche Schulweſen
im Kultusminiſterium die Leitung der höheren Landesbauſchule
mit übernehmen. Gleich anderen Verbänden müſſen wir die
ſtärk=
ſten Bedenken dagegen vorbringen, daß zur fachlichen
Beaufſich=
tigung unſeres beruflichen Unterrichts eine Stelle gewählt werden
ſoll, die mit dem Berufsſchulweſen nur ſehr geringe Berührung
hat. Der Direktor einer Landesbauſchule dürfte in ſeinem
Amts=
bereich ſo viel Arbeit finden, daß an fachlicher Betreuung unſerer
Berufsſchule kaum gedacht werden kann. Außerdem muß der
Re=
ferent für das geſamte gewerbliche Unterrichtsweſen allen Schulen
unparteiſch gegenüberſtehen. Im Jahre 1932 wird in Darmſtadt
der Reichsverein der hauptamtlichen Lehrkräfte deutſcher
Berufs=
ſchulen ſeine alle 2 Jahre ſtattfindende Reichsberufsſchultagung
abhalten. Die vorbereitenden Maßnahmen zu dieſer Tagung
wur=
den von den Vertretern der heſſiſchen Berufsſchulen gebilligt. Die
Verhandlungen zeigten in ihrem Verlauf den einmütigen Willen.
der Berufsſchule als Erziehungs= und Bildungsſtätte für die
werk=
tätige männliche und weibliche Jugend die notwendige
Anerken=
nung durch die Oeffentlichkeit zu verſchaffen.
— Der Verband der weiblichen Handels= und
Büroangeſtell=
ten E. V., Ortsgruppe Darmſtadt, hatte zu einem Eltern= und
Werbeabend in den Fürſtenſaal eingeladen. Der Abend wurde
eingeleitet mit einem Gedicht „Der Jugend”, worauf die 1
Vor=
ſitzende Fräulein Marie Gottwald, herzliche Worte der
Begrü=
ßung ſprach und die zahlreich erſchienenen Gäſte und Mitglieder
willkommen hieß. Hierauf nahm die Gauleiterin, Frau Frieda
Habricht, Frankfurt a. M., das Wort zu dem Vortrag: „Weibliche
Jugend im modernen Bürobetrieb‟. Die Vortragende berichtete
in klarer Form über die gegenwärtige wirtſchaftliche Lage, über
die verſchiedenen Gruppen der Angeſtellten, über den modernen
Bürobetrieb, über Büromaſchinen und vieles andere mehr, das
mit einem modernen Bürobetrieb in unmittelbarem
Zuſammen=
hang ſteht Sie erklärte in anſchaulicher Weiſe die Begriffe
Kon=
torangeſtellte, Verkäuferin und Lehrling. Es wurde betont, daß
ſich nur die Tüchtigſten heute behaupten können und es zu etwas
bringen, weshalb für die weiblichen Angeſtellten das Gebot der
Stunde iſt, nicht ſtille zu ſtehn, ſondern immer wieder durch Kurſe
und Leſen bildender Lektüre die Lücken auszufüllen und zu
ver=
ſuchen, dadurch mit den Anforderungen der Zeit Schritt zu halten.
Unter Anfügung von Beiſpielen berichtete Fräulein Habricht, wie
ſich viele Frauen in ihrem Beruf emporgearbeitet und es zu
lei=
tenden Stellen gebracht haben. Der ſehr intereſſante Vortrag
wurde von den Zuhörern mit großem Beifall aufgenommen. Ein
Klaviervortrag. Menuett” von Fr. Schubert, von Fräulein Ria
Roth wirkungsvoll geſpielt leitete zu einer kleinen Aufführung
„V.W. A.=Jugend auf Fahrt” über, welche zeigte, wie die VW.A.=
Jugend auf Wanderfahrten in Gottes ſchöner Natur bei Geſang.
Spiel und Volkstänzen ſich Mut und Kraft für die ſchweren
Pflich=
ten des Alltags holt. Dann folgte die Verteilung der bei dem
Berufswettbewerb erworbenen Preiſe. Den Schluß des Abends
bildete eine Lokalpoſſe in Darmſtädter Mundart „Der
Kaktus=
freund”, welche flott geſpielt wurde und mitunter wahre
Lach=
ſalven auslöſte.
T Im Städtiſchen Leihamt findet am Mittwoch, dem 8 und
Donnerstag, dem 9. April, vormittags von 8.30—12 Uhr,
Verſteige=
rung verfallener Pfänder ſtatt. (Siehe heutige Anzeige.)
Hörenden iſt überall die Sonatenform erkenntlich, unter der alle
Gedanken ſich gliedern. Sie wird nur häufig verdeckt oder
ver=
ſchleiert dadurch, daß die an Zahl vermehrten, an Umfang
ver=
kürzten Einzelſätze mit gemeinſamem Themenmaterial überbaut
werden, ſo daß dem Unkundigen die Ueberſicht verloren gehen
kann.
Das Drumm=Quartett darf auf den großen äußeren und
künſt=
leriſchen Erfolg der fünf Abende mit berechtigtem Stolz
zurück=
blicken. Es wird immer alte und neue dankbare Zuhörer finden,
v. II.
wenn es dieſen Zyklus von Zeit zu Zeit wiederholt.
Pelrus=Kirche.
Geſtern abend fand in der erfreulich gut akuſtiſchen Petrus=
Kirche eine Aufführung der Johannes=Paſſion von Heinrich Schütz
durch den Kirchenchor der Petrusgemeinde Beſſungen ſtatt. Bernd
Zeh hat eine ſo gelungene Aufführung in kurzer Zeit zuſtande
gebracht, daß ſie wirkte, wie ein würdiger Auftakt zur
Karfrei=
tagsaufführung der „Matthäus=Paſſion” durch den Muſikverein,
Die tiefe Wirkung, die auch von der Schützſchen Paſſion
aus=
geht, wurde mit einfachſten Mitteln erzielt. Der Meiſter der
Kirchenmuſik Arnold Mendelsſohn hat dieſe Bearbeitung
ge=
ſchaffen und namentlich durch die eingefügten Gemeindegeſänge
die lebendige Teilnahme der Hörer gewonnen. Kein Orcheſter,
keine Arien, keine groß angelegte Form, und trotzdem geht
zwin=
gender Eindruck aus von dieſer, in knappſter Faſſung
erklingen=
den „Hiſtoria vom Leiden und Sterben unſeres Herrn und
Hei=
landes Jeſu Chriſti”. Sie beginnt mit der Gefangennahme und
führt bis zum Tode am Kreuz. Jeſus, Evangeliſt, Pilatus, Petrus,
eine Magd; dazu der Chor des Volkes und die Hoheprieſter; das
iſt alles. Die reich figurierten a=capella=Chöre ſind recht ſchwer zu
ſingen; der Petruskirchenchor iſt in bemerkenswertem Aufſchwung
und hat klangſchön und ohne Schwankung durchgehalten; ein
Ver=
dienſt in erſter Linie des Leiters Berndt Zeh. Herr
Land=
zettel (Evangeliſt) ſang in der Petruskirche ſo ſchön wie am
Sonntag in der Johanneskirche; die Herren Ormanns (Jeſus)
und Matheis (Pilatus) taten ihre volle Schuldigkeit, nur fiel
erſterer bei den Worten Jeſu „es iſt vollbracht”, die er ganz
reali=
ſtiſch brachte, aus dem Stile des Werkes.
Die Rezitative begleitete am Tafelklavier (an Stelle des
vorgeſchriebenen Cembalo) Herr Zeh; die Gemeindegeſänge
be=
gleitete auf der Orgel Herr Muſikdirektor Stammler. Die
Wiedergabe des Werkes war von künſtleriſchem Ernſt getragen. O.
Seite 6
Mittwoch, den 1. April 1931
Nummer 21
Supiderfmiiianig der Banogitfcaftgramiiitiele
Kakaſtrophale Lage der Landwirkſchaft. — Im Kampf um Hein und Nichkſein von der Rechksoppoſikion im Stich gelaſſen.
Die befſiſche Landwirkſchaft bikker enkkäuſcht. — Der Nokruf an die Regierungen. — Einſkimmigkeit unker den Berkrekern
der Landwirkſchaftskammer im Inkereſſe der Landwiekſchaft.
Die heſſiſche Landwirkſchaft
gegen die Rechksoppofikion.
Hauptverſammlung der Landwirtſchaftskammer ab= zens — um in obigem Sinne zu handeln — zugeſtimut, daß das heſſiſche
gehalten. Nach Verleſung der Anweſenheitsliſte, die ergab, daß mit
wenigen Ausnahmen alle Kammermitglieder zugegen waren, gedachte bedeutet für den Staat nach einigen Jahren eine Erſparung von nahezu
Präſident Henſel der im Laufe des vergangenen Jahres Verſtorbenen
in ehrenden Worten. Man erhob ſich zu Ehren der Toten von den
Plätzen. — Dann zeichnete
Präſident Henſel
der deutſchen und ſpeziell der heſſiſchen
Landwirt=
ſchaft. Er bedauerte, daß er alljährlich dasſelbe trübe Bild von der
Lage der Landwirtſchaft zeichnen müſſe und führte dann u. a. aus:
Immer und immer wieder habe ich davor warnen müſſen, die Kriſe
in der Landwirtſchaft zur Kataſtrophe reifen zu laſſen. Aber allen Er= ſtand der Landwirtſchaftskammer nicht rückſtändig iſt und trotz der un=
Neich, Länder und Parlament richteten, zum Trotz, konnte man ſich nicht
dazu aufſchwingen, raſch und energiſch eine beſcheidene Rentabilität
her=
zuſtellen Die Lage der Landwirtſchaft iſt kataſtrophal.
Wir ſtehen nicht vor dem Zuſammenbruch, ſondern ſchon mitten
drin=
die Zwangsverſteigerungen nehmen rapid zu. In dem Reich betragen
ſie das dreifache der Vorkriegszeit. Von einer Nentabilität bei den
ein=
zelnen Produktionszweigen iſt ſchon ſeit Jahren keine Rede mehr. Das
iſt durch Erhebungen des Deutſchen Landwirtſchaftsrats bewieſen. Der hat man bedeutende Zuwendungen gemacht (hört, hört!) und der zu=
Agrarindex liegt gegenwärtig bei 107, der Induſtrieindex bei 142, der ſammenbrechenden Landwirtſcheft entzieht man 34 000 NM., welche zur
Lebenshaltungsinder bei 110 und der Inder der Löhne bei 168. Ich Durchführung der wichtigen Förderungsmaßnahmen beſonders für die
ſpreche laut die Tatſache aus, wenn nicht ſofort eine Aenderung der
Hal=
tung des Reiches, der Länder und Parlamente zugunſten der
Landwirt=
ſchaft eintritt, der Untergang der Landwirtſchaft in kurzer Zeit
voraus=
zuſehen iſt. Die hohen Preisſpannen wirken ſich ebenfalls zum Schaden
der Landwirtſchaft wie auch der Verbraucher aus.
ſie rufe nach Staatshilfe, aber mit der Selbſthilfe ſei es ſchlecht beſtellt. 34000 NM., wieder einzuſetzen.
Iſt dieſer Vorwurf gerechtfertigt? Nein. — Wäre alles das, was wir
für die Landwirtſchaft ſchon vor Jahren verlangt haben, in einem Zuge mung aufgenommen.
durchgeführt worden, wäre uns und der deutſchen Wirtſchaft gedient
geweſen. Warum hat man es nicht getan?. Weil man aus den
Erwä=
gungen, Bedenken und der Rückſichtnehmerei nicht heraus kam. Langer
Kämpfe bedurſte es jedesmal, bis eine Maßnahme nach der anderen
zögernd durchgeführt wurde. Meiſtens war dies nur durch das zähe,
kraſtvolle Ringen des Reichsernährungsminiſters zu erreichen. Für die
Landwirtſchaft kamen in der Regel die Maßnahmen zu ſpät.
Vor mehreren Wochen fanden Beratungen bei dem Herrn
Reichskanzler im Beiſein des Herrn
Reichsernährungsmini=
ſters mit der „Grünen Front” über ein endgültiges
Agrar=
lich Ernſt gemacht würde. Dieſes Programm hätte endlich
als eine geeignete Grundlage für eine zielbewußte
Agrar=
politik dienen können. — Aber nun kam die bittere
Ent=
täuſchung dadurch, daß ſich die Rechtsoppoſition in dieſem
Schmollwinkel zurückzog und das Schickſal der Landwirtſchaft
den Linksparteien' und Mittelparteien allein überließ!
(Hört! Hört!) Endergebnis: Verwäſſerung des
Schiele=
ſchen Agrarprogramms. Was hier die Rechtsparteien getan doch als gut zu bezeichnen. Die Qualität des 1930er Weines iſt als
haben, wird die ſüddeutſche Landwirtſchaft nicht vergeſſen.
Erfreulicherweiſe denken aber weite Kreiſe der Landwirrſchaft in Mittel=
und Weſtdeutſchland, wie auch in Schleſien in dieſem Falle genau ſo.
wie wir in Heſſen.
Beſchämend iſt es, daß parteipolitiſche Ziele wichtiger ſind
als die Exiſtenzfragen der Landwirtſchaft, und einen Anlaß
geben zu einer Uneinigkeit in der Landwirtſchaft über dieſe
wichtige Frage.
Daß ich berechtigt bin, dieſen Vorwurf zu erheben, geht gegangen. Der Ziegenbeſtand ſetzte leider ſeinen Nückgang an
aus den Ausführungen, des Herrn
Reichsernährungs=
miniſters Schiele hervor. In ſeiner vorzüglichen Rede vor etwa
14 Tagen in Weimar ſagte er, als er ſich mit ſeinen Gegnern von rechts
auseinanderſetzte und im Zuſammenhang mit der Frage der
Inkraft=
ſetzung des polniſchen Handelsvertrags: „Glaubt man wirklich in den
Kreiſen der Sezeſſioniſten, daß man einer gefahrvollen und
gefahrdro=
henden Entwicklung in handelspolitiſcher Hinſicht anders erfolgreich
be=
gegnen kann, als durch die aktive Mitarbeit im Brennpunkt des
politi=
abkommens ſtehen, ſo wiſſen wir, daß wir auch hier am Samstag ge= liegen die Verhältniſſe bei anderen Rohſtoffen, die die Landwirtſchaft
rungen haben. Wir ringen auch weiter. Aber
wenn 148 Abgeordnete auf der richtigen Seite fehlen, ſo iſt
es eine Unmöglichkeit, dieſes für die deutſche Landwirtſchaft
erſchütternde und in ſeinem Ausmaße heute noch gar nicht
Der Miniſter kam dann auf die Zölle zu ſprechen und fuhr fort:
Grund einer darauf folgenden Ernüchterung, denn dieſer Taumel wild klaffende Preisſchere zu ſuchen ſind. Die Reichsregierung iſt
entfachter Leidenſchaften und überſpitzter Hoffnungen wird ſeinen
Aus=
bruck finden in Enttäuſchungen, in Ernüchterungen. Dann kommt zu
Volkes hinzu.
Unſerem Reichsminiſter Schiele aber glaube ich, in Ihrem
er trotz aller Anwürfe ſtandhaft und treu für unſeren
Berufsſtand energiſch eingetreten iſt. (Lebhafter Beifall.)
Wie weit die Kataſtrophenpolitik geführt hat, ſehen wir
daran, daß eine neue Gefrierfleiſcheinfuhr durchgeſetzt
wurde, und ausgerechnet zu einer Zeit, wo die Viehpreiſe
einen Tiefſtand erreicht haben, die unter den
Vorkriegs=
preiſen liegen. Daß dieſe Einfuhr abgewehrt wurde,
dan=
fer Abkommen, welches das Schieleſche Agrarprogramm
un=
wirkſam gemacht hätte, konnte durch das Fernbleiben der
Rechtsparteien angenommen werden. Daß die deutſche
Landwirtſchaft trotzdem mit den Auswirkungen verſchont
bleibt, verdanken wir der Uneinigkeit der Völker in Genf.
Was nun die Selbſthilfe anbelangt, ſo ſollte anerkannt werden, daß
von der Landwirtſchaft trotz der Kapikalnot und trotz der Schuldenlaſt
nichts unverſucht bleibt, ſich ſelbſt zu helfen. Ich führe hier kurz an:
Die Rationaliſierung des Genoſſenſchaftsweſens, die Steigerung der
Produktion, welche bei einzelnen Früchten die Vorkriegsproduktion nicht
nur erreichte, ſondern noch erheblich übertraf. Auch die Viehproduktion
hat den Beſtand der Vorkriegszeit trotz allen Eingriffen im Krieg
nahe=
zu erreicht, in Schweinen ſoger übertroffen. Die Klagen, daß die
Land=
wirtſchaft nicht genügend Standardwaren liefern könne, werden nicht
mehr erhoben werden können. Die ganze Selbſthilfearbeit vollzieht ſich
in ſtiller, ſelbſtbewußter Arbeit. Tag für Tag muß fleißig gearbeitet
werden, um das Prolem der Standardiſierung des genoſſenſchaftlichen
Zuſammenſchluſſes zu erreichen. Was das Ausland in jahrzehntelanger
Arbeit erreicht hat, können wir in Deutſchland nicht von heute auf
mor=
gen erreichen. Deshalb mehr Achtung und Verſtändnis für die Arbeit
des Bauern und ſeiner Organiſation. — Und trotz dieſer hingebenden
Selhſthilfearbeit konnte der wirtſchaftliche Niedergang nicht verhindert
werden. Nun ſuchen wir nach dem Grunde dieſes Zuſammenbruches, ſo
ſind es in erſter Linie zu wenig Sparſamkeit in den öffentlichen
Haus=
halten, Ueberſpannung der Soziallaſten, die Weltagrar= und
Moltwirt=
ſchaftskriſe und das Verſailler Diktat mit feinen Tributlaſten. Die
Tri=
butleſten werden durch Schuldenmachen beglichen: das geht nur ſo
Arbeitsloſigkeit und Elend.
Zum Schluß ſprach Präſident Henſel noch beſonders über
land=
wirtſchafttiche Belange in Heſſen:
Wir wiſſen, daß auch in Heſſen kein Ueberfluß in der Staatskaſſe iſt,
auf das Wie und Warum wollen wir hier nicht eingehen. Wir ſehen
auch ein, trotz ſchwerſter Not und größter Opfer, welche die heſſiſche
Landwirtſchaft ſchon für den heſſiſchen Staat in der Nachkriegszeit
ge=
bracht hat, daß wir an der Sanierung der heſſiſchen Finanzen mithelfen
Im Sitzungsſaale des Landeskirchentages wurde geſtern die dritte müſſen. Der Vorſtend der Landwirtſchaftskammer hat ſchweren Her=
Landgeſtüt nach und nach in Leihhengſtſtationen überführt wird. Das
100 000 RM. jährlich. — Auf Einladung des Heſſiſchen Miniſteriums
der Finanzen fanden Verhandlungen zwecks Uebernahme der
Landwirt=
ſchaftsämter ſtatt. Die Landwirtſchaftskammer erklärte ſich bei der
Be=
ſprechung bereit, die Aemter unter nicht geringen Opfern zu
überneh=
men, man war ſich in den Hauptpunkten vollſtändig einig geworden.
nach einleitenden herzlichen Begrüßungsworten die heutige Lage Nach 4 Jahren — wäre der Plan zur Ausführung gekommen — hätte
der Staat jährlich allein an den Landwirtſchaftsämtern große Summeu
geſpart. Daß man von dieſem Plan Abſtand nahm, iſt nicht unſere
Schuld. Ich will nicht weiter heute darauf eingehen. Wer die
Aus=
führungen über dieſe Angelegenheit im Finanzausſchuß geleſen hat,
konnte ſich ja informieren und ſeinen Vers dazu machen. Daß der
Vor=
mahnungen, welche ich zu einem beſcheidenen Teil hier ausſprach, und geheuren Notlage weitere Opfer für die Landwirtſchaft, beſonders aber
allen Warnungen, welche die Führer der deutſchen Landwirtſchaft an für die Bevölkerung Heſſens und darüber hinaus, bringen will, zeigt,
daß er bereit iſt, das freiwillige Tuberkuloſetilgungsverfahren
einzufüh=
ren. Aus dem Geſagten dürfte doch zur Genüge hervorgehen, daß die
Landwirtſchaftskammer bzw. die heſſiſche Landwirtſchaft bereit war und
iſt. Opfer zu bringen. Die heſſiſche Landwirtſchaft kann es deshalb
nicht verſtehen, wenn ihr in dieſer Kataſtrophenzeit erhebliche Mittel
ſeitens des Staates geſtrichen werden ſollen. Leider zeigte auch der
Finanzausſchuß kein Entgegenkommen. Einer anderen Berufsgruppe
häuerlichen Betriebe, dringend notwendig ſind. Das Verhalten des
Finanzausſchuſſes wird nicht verſtanden, nachdem man von allen
Par=
teien wiederholt der Landwirtſchaft Hilfe verſprochen hat. — Im Namen
unſerer heſſiſchen Landwirte richte ich nochmals an die Herren
Landtags=
abgeordneten aller Parteien die dringende Bitte, bei den Verhandlungen
Von gewiſſer Seite wird der Landwirtſchaft der Vorwurf gemacht, im Plenum den vom Finanzausſchuß geſtrichenen Betrag von ca.
Die Ausführungen des Präſidenten wurden mit lebhafter Zuſtim=
Der Vertreter der Regierung. Miniſterialdirektor Prof. Dr.
Röß=
ler, dankte im Namen des am Erſcheinen verhinderten Miniſters für
Arbeit und Wirtſchaft für die Einladung und wünſchte den Beratungen
vollen Erfolg.
Einen eingehenden Bericht über die
Tätigkeit der Landwirtſchaftskammer im Jahre 1930 und die
Lage der Landwirtſchaft
erſtattet Generaldirektor Dr. Hamann. Der gedruckte Geſchäftsbericht
programm ſtatt. Ein Aufatmen ging damals durch die über die Tätigkeit der Landwirtſchaftskammer iſt den Mitgliedern zu=
Reihen der deutſchen Landwirte, in der Hoffnung, daß end= gegangen. Er beleuchtet in großen Zügen die Lage der Landwirtſchaft
und führk ans:
Für die Landwirtſchaft war das abgelaufene Jahr ein ſehr
ungün=
ſtiges. Die Getreideernte blieb infolge der ungünſtigen
Witte=
rungsverhältniſſe hinter dem normalen Ertrag zurück. Beſſer,
insbeſon=
dere auch im Vergleich zum vorhergehenden Jahre 1929, fiel die Kar=
Kampf für Sein oder Nichtſein der Landwirtſchaft in den toffel= und Zuckerrübenernte aus, auch die Futterernte
war eine gute. Die Obſternte war ſehr gering. Der
Wein=
ertrag war in den einzelnen Gemeinden wechſelnd, im allgemeinen
guter Mittelwein anzuſehen, der bei Weinkennern beſonderen Anklang
finden wird.
Die Gemüſe=Ernte war, bedingt durch die hierfür günſtigen
Witterungsverhältniſſe, eine gute, der Abſatz aber faoſt unmöglich, ſo daß
ein Teil des Gemüſes überhaupt nicht geerntet wurde.
Die Viehbeſtände entwickelten ſich infolge der guten
Futter=
ernte im Jahre 1930 günſtig. Trotz aller Warnung hat ſich der
Schweinebeſtand nicht nur in Deutſchland, ſondern auch in
Heſ=
ſen erheblich vermehrt. Auch der Rindviehbeſtand hat eine
Zu=
nahme erfahren. Der Pferdebeſtand dagegen iſt etwas zurück=
Zahl fort.
Der Abſatz der landwirtſchaftlichen Erzeugnifſe
begegnete großen Schwierigkeiten. Nicht nur bei Getreide, ſondern auch
bei Kartoffeln, war es kaum möglich, nur einen Teil der Ernte
abzu=
ſetzen, um im Herbſt, zu einer Zeit, in der der Landwirt unbedingt
flüſſige Betriebsmittel haben muß, Einnahmen zu erzielen. Der
Re=
ferent beleuchtete nun eingehend die unrichtige Preisgeſtaltung.
Der Vermittler erhalte z. B. 40—60 Prozent des Preiſes, der
ſchen Geſchehens?. Wenn wir jetzt vor der Frage des Genfer Handels= dem Erzeuger für die Gewinnung der Milch gezahlt wird. Aehnlich
erzeugt, ſo 3. B. bei der Wolle, und den grünen Häuten.
Daß die Preiſe der Erzeugniſſe der Induſtrie und
des Gewerbes ſich denen der Landwirtſchaft nicht angebaßt haben.
kommt in den Inderziffern zum Ausdruck. Cs iſt eine, auch aus
indu=
ſtriellen Kreiſen zugegebene Tatſache, daß die Preiſe der Induſtrie und
abzuſehende internationale Handelsabkommen abzuwehren. Gewerbe=Erzeugniſſe nicht denjenigen der Landwirtſchaft gefolgt ſind
und daß dieſe große Spannung, die zum großen Teil die Notlage der
Die Verzweiflung und Verhetzung macht heute bereits vor keiner Auto= Landwirtſchaft bedingt, dieſe außerordentlich belaſtet. Es wäre deshalb
rität mehr Halt. Verzweiflung und Verhetzung ſind aber ſchließlich der der Unterſuchung wert, feſtzuſtellen, worin die Gründe für die ſo ſtark
wohl beſtrebt, durch entſprechende Maßnahmen die große Not der
Land=
wirtſchaft zu lindern. In dieſer Beziehung ſollten auch die
Notverord=
der wirtſchaftlichen Not noch die ſeeliſche Entwurzelung des deutſchen nungen der Reichsregierung im Dezember 1930 ihre Auswirkung haben.
Bei der Begründung der großen Agrarvorlage macht der
Reichskanzler darauf aufmerkſam, daß die Stützung und Wiederbelebung
der ländlichen Wirtſchaft das wirkſamſte Mittel zur Droſſelung der
Namen öffentlich unſeren Dank ausſprechen zu müſſen, daß Landflucht und zur Schaffung weiterer Arbeitsmöglichkeiten für Gewerbe
und Arbeiterſchaft iſt. Die Landwirtſchaft hofft und wünſcht, daß dieſe
von dem Herrn Reichskanzler in der Erklärung 1930 wiedergegebenen
Worte auch in die Tat umgeſetzt werden. Die Behandlung der
Agrar=
vorlage in den letzten Tagen des Reichstages hat allerdings der deutſchen
Landwirtſchaft eine große Enttäuſchung gebracht. Der Reichstag hat die
Frage der Zollermächtigung, die eine notwendige iſt, um der
außer=
ordentlich bedrohten deutſchen Veredelungsproduktion der Landwirtſchaft
ken wir nur dem Einſpruch des Reichsrats. Auch das Gen= Hilfe zu bringen und die Zollmaßnahmen des Reiches den Verhältniſſen
der Erzeugung anzupaſſen, ſtark verwäſſert und ſo der Reichsregierung
die Möglichkeit genommen, wirklich durchgreifende Maßnahmen
zugun=
ſten der Landwirtſchaft zu ergreifen.
Wenn von ſeiten der Reichsregierung, als der führenden Stelle,
ebenſo aus deutſchen Wirtſchaftskreiſen außerhalb der Landwirtſchaft,
dieſe zur Behebung der Not immer auf die
Veredelungspro=
duktion und auf die Selbſthilfe hingewieſen wird, ſo darf hierzu
be=
merkt werden, daß es mit dieſer immer wieder geſtellten Forderung
allein nicht getan iſt. Die Landwirtſchaft hat ſich umgeſtellt und wird
ſich umſtellen in dem Maße, wie es die Eigenart des landwirtſchaftlichen
Betriebs und die Abſatzverhältniſſe geſtatten. Die Geſamtlandwirtſchaft
kann die Umſtellung nicht durchführen, da auch bier wieder eine
Ueber=
produktion entſtehen würde.
Die deutſche Landwirtſchaft hat Selbſthilfe geübt und wird ſie
weiter üben. Die Landwirtſchaft wird im Rahmen des Möglichen die
Umſtellung von Getreidebau auf Weizenbau vornehmen, ſie wird die
Standardiſierung durchführen, den Anſprüchen des Marktes ſich
an=
paſſen, aber ſie muß es ablehnen, wenn man die Durchführung
zollpoli=
tiſcher Schutzmaßnahmen abhängig macht von der Durchführung dieſer
Selbſthilfe=Maßnahmen in kürzeſter Friſt.
Redner kam dann auf die große Not der Landwirtſchaft zurück. Wie
die Lage der Landwirtſchaft iſt, kann man erſehen aus den tagtäglich
zunehmenden Zwangsverſteigerungen, den Pfändungen und aus der
wachſenden Verſchuldung der landwirtſchaftlichen Betriebe
Redner behandelte dann ausführlich die beſonderen Maßnahmen auf
dem Gebiete der Tie zucht und des Acker= und Pflanzenbaues.
Das kommende Reichsmilchgeſetz ſtellt an die
Landwirt=
lange, als uns gepumpt wird. Was iſt die Folge? Armut, Verſklavung, ſchaftskammer umfangreiche Aufgaben. Die Landwirtſchaftskammer, die
ſchon ſeit Jahren die Förderung der Milchwirtſchaft zum Teil in Ver=
bindung mit den Maßuahmen, der Tierzucht durchführt, wird im
Rah=
men des Milchgeſetzes und der Ausführungsbeſtimmungen die
Förde=
rung deu Veredlungswirtſchaft auf dem Gebiete der Milcherzeugung
durchführen und unterſtützen, ſoleit dieſe im Jutereſſe nicht nur der
Landwirtſchaft, ſondern auch des Volkes gelegen ſind.
Im Obſt Gemüſe= und Gartenbau ſowie des
Wein=
baues werden die Förderungsmaßnahmen fortgeſetzt. Auf dem Geblete
des Weinbaues ſind beſonders die erfolgreichen Arbeiten auf dem
Ge=
biete der Rebenzüchtung und der Gewinnung von Schnittfrühtrauben
zu nennen. Die Ausführungsbeſtimmungen zum neuen Weingeſetz
ent=
ſprechen nicht ganz den Anforderungen des Weinbaues.
Zum Schluß wies Generaldirektor Dr. Hamann noch auf die
Aus=
bildungseinrichtungen der Landwirtſchaftskammer hin.
Der Bericht des Generaldirektors wurde mit lebhaftem Beifall
auf=
genommen. Präſident Henſel gab dem Dank der Verſammlung
noch=
mals Ausdruck und wies auf die Tätigkeit der Beamten der
Landwirt=
ſchaftskammer hin, die voll ihre Schuldigkeit tun. Man trat dann in die
Generaldebatte
ein, an der die Kammermitglieder ſich ſehr rege beteiligten. Vor allem
wurde in beredten Worten die Not der Landwirtſchaft an Beiſbielen
aus der Praxis dargelegt und gegen die Streichung von 34 000 Mk. im
heſſiſchen Ctat Stellung genommen, und zwar zunächſt von
Altbürger=
meiſter Wenzel=Heinſtadt, von Oekonomierat Breitenbach=
Dorheim, der beſonders klar unterſtrich, daß die Landwirtſchaft
durch=
aus nichts mehr zuzuſetzen habe. Die Milchkontrolle werde auch in
Heſſen durchgeführt, aber die Mittel ſeien an ſich ſchon knabp und nun
komme noch ein Abſtrich von 3400 Mk hinzu. Man möge bedenken,
daß Deutſchland nie auf einen grüinen Zweig komme, wenn die
Land=
wirtſchaft zu Grunde gehe. Landwirt Moſſe=Marienborn
unter=
ſtreicht die Ausführungen des Präſidenten und des Generaldirektors. Er
gab ſeinem Befremden über die Abſtriche im hefſiſchen
Haushaltsvoran=
ſchlag Ausdruck und darüber, daß davon geſprochen worden ſei, die
Ab=
ſtriche durch Entnahme aus der Weſthilfe wieder auszugleichen. Weiter
nahmen in der Diskuſſion Landwirt Kiſfel und Oekonomierat
Ko=
rell=Angenrod das Wort, die ebenfalls den Ausführungen des
Prä=
ſidenten zuſtimmten. Letzterer begrüßt die Zollunion als beſondere Tat,
mahnt aber die Landwirtſchaft, auf der Hut zu ſein, daß ihre Belange nicht
vergeſſen werden. Oekonomierat Dettweiler ſchnitt die Frage der
Hengſthaltung im Zuſammenhang mit den Abſtrichen an. Es wird ihm
von Miniſterialrat Dr. Becker geantwortet; er unterſtreickt, daß für
die Abſtriche anderweite ſachliche Leiſtungen gewährt würden.
Gutsbeſitzer Grünewald=Harreshauſen wendet ſich ebenfalls
gegen die beabſichtigten Abſtriche, die er ſcharf rügte.
Der ſtellvertretende Vorſitzende, Abg. Glaſer, der vorübergebend
das Präſidium führte, verlas eine
Entſchließung
der Landwirtſchaftskammer, in der u. a. geſagt wurde: Aus dem für
das Rechnungsjahr 1931 dem Heſſiſchen Landtag zur Verabſchiedung
vorgelegten Haushaltsvoranſchlag muß die heſſiſche Landwirtſchaft mit
Bedauern entnehmen, daß erhebliche Abſtriche an den ſeit Jahren
zu=
gunſten der heſſiſchen Landwirtſchaft der Landwirtſchaftskammer
bereit=
geſtellt geweſenen Zuſchüſſen für die Förderungsmaßnahmen vorgeſehen
ſind. Die Abſtriche follen einen Betrag von 33870 Mark ausmachen.
Mit Bedauerſi nimmt die heſſiſche Landwirtſchaft, vertreten durch ihre
Landwirtſchaffskammer, in ihrer 3. Hauptverſammlung von dieſem
Vor=
ſchlag der heſſiſchen Negierung Kenntnis. Wenn auch die finanzielle
Lage des heſſiſchen Staates ſchwierig ſein mag, ſo ſollte dies bei den
zurzeit beſonders ſchwierigen Verhältniſſen in der Landwirtſchaft kein
Anlaß dafür ſein, die ſachlicken Ausgaben zur Förderung der
Land=
wirtſchaft in Heſſen um ein Sechſtel, alſo um nahezu 17 Prozent, zu
kürzen.
Die Entſchließung geht dann auf die Arbeiten ein, die durch die
Staatszuſchüſſe ermöglicht wurden, und ſchließt wörtlich: Durch eine
Beſchränkung der Staatsmittel muß eine weſentliche Einſchränkung der
Arbeiten erfolgen, was nicht zuletzt von außerordentlichem Nachteil für
die bäuerliche Wirtſchaft ſein wird. Gerade in einer Zeit, in der man
der Landwiriſchaft beſondere Förderung angedeihen laſſen ſollte, wird
eine Beſchränkung der Staatszuſchüſſe für wichtige Aufgaben der
Land=
wirtſchaft vorgenommen. Die Hauptverſammlung der
Landwirtſckafts=
kammer bittet deshalb den Heſſiſchen Landtag, den im Staatsvoranſchlag
vorgeſehenen Abſtrich an den Zuſchüſſen zu den Förderungsmaßnahmen
der heſſiſchen Landwirtſchaft, die von der Landwirtſchaftskammer
durch=
geführt werden, nicht vorzunehmen, ſondern mindeſtens den ſeitherigen
Betrag der Zuſchüſſe wieder genehmigen zu wollen. Die
Landwirt=
ſchaftskammer iſt ſonſt zu ihrem Bedauern gezwungen, zum Nachteil der
beſſiſchen Landwirtſchaft die Förderungsmaßnahmen einzuſchränken.
Der Antrag wurde mit zur Debatte geſtellt. Im Laufe der
Aus=
ſprache wurde von Generaldirektor Hamann darauf hingewieſen daß
dem heſſiſche Staat aus der deutſchen Pferdezucht zirka 360 000 Mk.
zu=
fließen und nur ein ganz beſcheidener Betrag für die Landwirtſchaft
verwandt werde.
Der Regierungsvertreter Prof. Dr. Rößeler unterſtrich, man
habe nur ſehr ſchweren Herzens ſeine Zuſtimmung zur Streichung des
Betrags gegeben. Die Weſthilfe ſoll dem beſetzten Gebiet nicht
geſchmä=
lert werden. Weiter wies er darauf hin, daß die Beträge der
Feldberei=
nigung um 30 000 Mk. erhöht ſeien, ſo daß eigentlich nur 4000 Mk.
ge=
ſtrichen ſeien. Ausdrücklich erklärt er im Namen des Miniſters für
Ar=
beit und Wirtſchaft, daß die geſtrichene Poſition ſofort wieder eingeſetzt
würde, ſobald es die finanzielle Lage des Landes erlaube, vorausſichtlich
ſchon im nächſten Jahre. — Es wurden verſchiedene Anträge und
Ent=
ſchließungen bekanntgegeben und begründet, u. a. eine Entſchließung des
Oekonomierats Korell, die Schutz der inländiſchen Erzeugung und
eine ſtärkere Entlaſtung der Landwirtſchaft forberte.
Abg. Glaſer weiſt eindringlich auf die ſchwere Notlage der
land=
wirtſchaftlichen Betriebe hin. Unbegreiflich ſei ihm, daß gerade es bei
Fragen, die für die Landwirtſchaft von größtem Intereſſe waren.
Ab=
geordnetenkreiſe gegeben habe, die erklären, für die Landwirtſchaft
ein=
zutreten und dann vor der Abſtimmung aus dem Neichstag gezogen
ſeien.
Weitere Anträge befaſſen ſich mit der Anpaſſung der Einheitsbewertung
des Land= und Forſtwirtſchaftsvermögens den heutigen ſchwierigen
wirt=
ſchaftlichen Verhältniſſen in der Landwirtſchaft entſprechend, ferner mit
Maßnahmen im Intereſſe des Gemüſe=, Obſt= und Weinbaues (
For=
derung der Einführung eines Südfruchtmonopols). In einem Antrag
wird die Heſſ. Landwirtſchaftskammer erſucht, bei der Regierung
Schritte zwecks Erlaß der Heſſ. Grundſteuer von 1931 auf den
unbebau=
ten Grundbeſitz im Gemüſebau zu unternehmen, ein anderer Antrag
fordert den Erlaß der Hälfte der Sondergebäudeſteuer für 1930 und 31
zum Zwecke notwendiger Ausbeſſerungen an den Häuſern. Alle
ein=
gegangenen Entſchließungen und Anträge wurden einſtimmig
angenom=
men
Nach einer kurzen Pauſe wurde in der Erledigung der
Tagesord=
nung fortgefahren. Die Vorlage der Jahresrechnung für 1929 und der
Bericht über die Rechnungsprüfung wurden ohne weſentliche Ausſprache
eriedigt und dem Rechner Entlaſtung erteilt.
Der Hauptvoranſchlag, der keine weſentlichen Aenderungen
gegen=
über dem Vorjahre aufweiſt und mit 2 213 070,73 RM. bilanziert, wurde
auf Antrag en blos beraten und einſtimmig genehmigt.
Eine Aenderung der Zuſammenſetzung der Geflügelzuchtkommiſſion
wird durch den freiwilligen Rücktritt dreier Kommiſſionsmitglieder
er=
ledigt, ebenſo wurde eine Aenderung der Satzung für die
Jungvieh=
weiden und die Weideverſicherung der Landwirtſchaftskammer gemäß
dem Bericht des Generaldirektors Dr. Hamann debattelos genehmigt.
Es entſpann ſich dann noch eine lebhafte Ausſprache, beſonders über
einen Antrag des Oekonomierats Dettweiler zur Förderung der
Feld=
bereinigung in den heſſ. Gemeinden. Nachdem der Negierungsvertreter
zu dieſer Frage eingehend Stellung genommen hatte, wurde dieſer
An=
trag ebenſo wie die übrigen noch vorliegenden Anträge, z. B. man
mög=
der Landwirtſchaft genehmigen, Steuerverpflichtungen durch Naturalien
nachkommen zu können, angenommen. In die einzelnen Debatten griff
Abg Glaſer wiederholt ein.
In ſeinem Schlußwvort gedachte Präſident Henſel des
Altreichs=
kanzſers Bismarck, der ſtets für die Landwirtſchaft eingetreten ſei.
Un=
ſere Staatsmännen, mögen ſich darau ein Beiſpicl nehmen. Er richtete an
alle Mitglieder herzliche Dankesworte für die Mühe und Arbeit im
Intereſſe der Landwirtſchaft und ſchloß die Hauptverſammlung nach
15.30 Uhr.
Nummer 91
Mittwoch, den 1. April 1931
Seite 7
Greia Garbo in Darmſtadl.
Wie die Direktion der Darmſtädter Lichtſpieltheater mitteilt,
iſtes ihr gelungen, die berühmte und viel angebetete
Filmſchauſpie=
lerin Greta Garbo, deren bedeutendſter Tonfilm, in dem ſie
bekanntlich zum erſten Male in einer Sprechrolle vor das deutſche
Publikum tritt, heute noch in Darmſtadt läuft, zu einem
perſönli=
chen Beſuch in Darmſtadt zu bewegen. Die gefeierte Künſtlerin
wohltuendem Gegenſatz zu Charlie Chaplin). Sie wird aber
je=
weils eine Stunde vor Beginn der letzten Vorſtellungen im Foyer
des Union=Theaters Beſuche empfangen und vor allem „
Auto=
gramme geben.
Die Sage des Parſivals als Grundlage nehmend, ging er auf die
Jugendbewegung über. Die Jugend, die zwiſchen der Kindheit
und dem Alter ſteht, ſoll und muß vorwärts drängen. Sie iſt noch
die ſuchende, die ſehnende Kraft, die empor will. Parſival ging
als Sucher in die Welt, um das Große zu finden, ſo auch die
Ju=
gend. Nicht mehr Kind, nicht als ausgereifter Menſch ſteht die
Jugend zwiſchen beiden. Das Kindliche abgeſtreift und das Alter
noch nicht gewonnen, ſucht die Jugend nach dem Reiferen. Neue
Wege will ſie finden. Wenn nun die Jugend als Suchende
vorwärts=
ſtreben will, dann muß ſie aber auch erkennen, daß der Einzelne
noch mit ſtarken Zweifeln behaftet. Iſt aber der, der noch mit
Zweifeln behaftet, berechtigt, den anderen zu überzeugen, daß nur
ſein Weg, ſein Gedanke der richtige iſt? Kann der Zweifler von
anderen Ueberzeugung verlangen, wo er noch ſelbſt zweifelt?
Ernſt und gewiſſenhaft muß der Einzelne hierüber mit ſich ſelbſt
zu Rate gehen. Dann das Verhältnis zwiſchen Elternhaus und
Jugend. Darf Jugendbewegung dazu dienen, eine Kluft zwiſchen
Elternhaus und Jugend aufzureißen? Iſt die Jugendbewegung
berechtigt, den Jugendlichen ſo zu feſſeln und zu binden, daß er
für das Elternhaus keine Zeit mehr hat? Iſt hier oft nicht
zu=
viel getan? Weiter kommt noch der verhängnisvolle Ausſpruch
hinzu, wer die Jugend hat, hat die Zukunft. Es entſtand ein
Streit um die Jugend, die hin= und hergezerrt wurde. Gott ſei
Dank, hat ſich die geſunde Jugendbewegung hiervon frei gehalten.
Sie will nicht gehabt ſein, ſondern ſie will ſelbſt ſuchen als
Ju=
gend, das ihr gutes Recht iſt. Aber leider beſteht noch immer bei
vielen die Anſicht, daß Jugend mit ſchönen Reden und großen
Worten geführt werden könne. Doch dieſe haben nichts mit der
Jugend und Jugendbewegung gemeinſam. Nur eine geſunde
Jugend, die frei iſt von all dieſen Hemmungen, wird das Alte
ehren und das Neue wollen. Dann wird die Jugend auch den
Weg finden, den Parſival einſt zum Gral fand.
Werktagsbetrach=
tungen aus der Jugendbewegung nannte Herr Schulrat Haſſinger
ſeine Ausführungen, die er im Kreiſe der Jugendlichen des GDA.
vortrug. Sie ſollten eine Anregung ſein, dieſem Gedanken tiefer
nachzudenken.
— Der Sterbekaſſeverein „Ruhe‟, Darmſtadt, gegründet 1880,
hielt ſeine ordentliche Hauptverſammlung ab. Der 1. Vorſitzende
eröffnete die Verſammlung und dankte den Anweſenden für ihr
Erſcheinen. Der 19 im Jahre 1930 verſtorbenen Mitglieder
ge=
dachte der 1. Vorſitzende in warmen Worten, und zum Zeichen der
Trauer erhoben ſich die Anweſenden von ihren Plätzen. Nach
Ent=
gegennahme des Jahresberichts durch den 1. Vorſitzenden erſtattete
der Rechner den Kaſſenbericht, woraus zu entnehmen war, daß
Kaſſe ſowie die Bücher ſich in beſter Ordnung befanden. Es wurde
dies auch von den Kontrolleuren bezeugt, ſo daß dem Rechner
ſo=
wie dem Geſamtvorſtand Entlaſtung erteilt werden konnte. Bei
Neuwahl des Vorſtandes ſind keine weſentlichen Aenderungen zu
verzeichnen. Für Herrn Strübing, welcher eine Wiederwahl
ab=
lehnte, wurde Herr Kayſer in den Vorſtand berufen. Der Verein
zahlt zurzeit bei einem Sterbefall an die Hinterbliebenen einen
Betrag von 500 RM. ohne jeden Abzug aus. Da keine weiteren
Anträge vorlagen, ſchloß der 1. Vorſitzende mit Worten des
Dan=
kes und mit der Bitte um Werbung neuer Mitglieder um 10.30
Uhr die Verſammlung.
— Schließung der ſtädtiſchen Büros und Kaſſen. Am
Sams=
tag. dem 4. April 1931 (Oſterſamstag), bleiben die ſtädtiſchen
Ge=
ſchäftszimmer und Kaſſen geſchloſſen, mit Ausnahme der
Städti=
ſchen Sparkaſſe, deren Schalter wie an anderen Samstagen
offen=
gehalten werden.
Kanada erleichtert ſeine Einwanderungsbeſtimmungen.
Die Hamburg=Amerika=Linie, Hamburg, und der Norddeutſche
Lloyd, Bremen, teilen mit, daß die kanadiſche Regierung die
Ein=
reiſebeſtimmungen inſofern gemildert hat, als Landwirtsfamilien
deutſcher Staatsangehörigkeit, die im Beſitze von 1000 Dollar
Ka=
pital ſind und ſich in den Provinzen New Brunswick (Neu=
Braunſchweig) und Nova Scotia (Neu=Schottland) anſiedeln
wollen, die Einreiſeerlaubnis erhalten werden. Die Ausreiſe von
Familien, die dieſen Bedingungen entſprechen, kann alſo
unver=
züglich erfolgen. Nähere Auskunft über
Beförderungsbedingun=
gen. Einreiſeformalitäten uſw. erteilen der Norddeutſche Lloyd,
Bremen, und die Hamburg=Amerika=Linie, Hamburg, ſowie deren
Vertreter.
— Muſikverein. Heute Mittwoch, abends 8 Uhr, findet im
Probelokal. Wilhelm=Gläſſing=Straße, die letzte Probe zur
Matthäus=Paſſion unter Leitung von Dr. Böhm ſtatt.
Vollzäh=
liges Erſcheinen iſt dringend erforderlich.
— Der Oſterſpielplan des Orpheums bringt ein Gaſtſpiel
außergewöhnlichen Formats. Mit über 40 Darſtellern und
Mit=
wirkenden und einem beiſpielloſen Aufwand an prächtigen
Koſtü=
men und Dekorationen, iſt die erfolgreichſte Pariſer Prunkſchau
„Der Chic von Paris” auf einer Tournée durch Deutſchland
be=
griffen. Rougemont, der bekannte Partner des Pariſer Revue=
Stars Miſtinguette, iſt der Leiter dieſer gegenwärtig größten
rei=
ſenden Schau Europas. Eine Reihe namhafteſter
Varietérunſt=
kräfte von internationalem Ruf wirken mit, u. a. Lilly Dally, von
der man ſagt, daß ſie eines Tages die Miſtinguette erſetzen wird:
„The Marwins”, das beſte und eleganteſte akrobatiſche Tanz=Trio
vom Caſino de Paris; die Schweſtern Caprice, ein entzückendes
Pariſer Tanzpaar von hinreißender Grazie, und andere mehr. Der
Clou iſt zweifelsohne die Aufführung des Original French Cancan
durch die 4 echten Pariſer Cancan=Tänzerinnen vom Moulin
Rouge. Weitere Mitteilungen folgen. (Siehe Plakattafeln.)
— Stenographenverein 1861. Die Wanderabteilung des
Stenographenvereins 1861 Darmſtadt veranſtaltete ihre erſte
dies=
jährige Wanderung. Das herrliche Frühlingswetter hatte die
ſtattliche Anzahl von 50 Teilnehmern an den Tierbrunnen, den
Ausgangspunkt der Wanderung, gelockt. Mit fröhlicher
Wander=
ſtimmung wurde über die Ludwigshöhe an der Marienhöhe
vor=
bei durch das Mühltal auf den Frankenſtein marſchiert. Nach
kurzem „Aufenthalt”" ging es weiter nach Ober=Beerbach, wo
Mittagsraſt gehalten wurde. Nach zweiſtündigem Aufenthalt
wan=
derte die luſtige Schar neugeſtärkt auf ſchönen Wald= und
Feld=
wegen über die Neutſcher Höhe, durch Frankenhauſen nach dem
Endziel Ober=Ramſtadt. Der in Ober=Ramſtadt 9.12 Uhr
ab=
gehende Zug brachte die Teilnehmer mit dem Gefühl, wieder
ein=
mal eine ſchöne Wanderung hinter ſich zu haben, nach Hauſe.
Kraftpoſtverkehr. Die fahrplanmäßigen Kraftpoſten
„Darmſtadt-Brandau” werden wegen des Oſterverkehrs vom
1. bis 7. April außergewöhnlich bis Neunkirchen durchgeführt
werden.
— Einzelverkauf von Zigaretten. Obwohl im Reichstag eine
diesbezügliche Entſchließung angenommen wurde, iſt trotzdem der
Einzelverkauf von Zigaretten nicht erlaubt, zumal auch der
Reichs=
rat der Wiederaufhebung der Vorſchriften der
Reichsnotverord=
nung widerſprochen hat. Es dürfen daher nach wie vor
Zigaretten nur in Packungen abgegeben werden.
Wo wurde ein Slinksmantel geſtohlen? Nach der Feſtnahme
von verſchiedenen Perſonen in Köln, die in Darmſtadt und
ande=
en Städten in Süddeutſchland Einbruchsdiebſtähle in
Pelz=
geſchäfte begangen haben, ſtellte es ſich heraus, daß ſie ſchon vor
drei oder vier Jahren in Darmſtadt oder auch einer anderen Stadt
der Umgebung bereits dieſelben Diebſtähle ausführten. Ein
Pelz=
mantel aus dieſen Diebſtählen wurde noch vorgefunden und
ſicher=
geſtellt. Der Mantel wird wie folgt beſchrieben:
Damenpelzman=
tel (Slinkspelz), weiß und grau geſtreift, ausgefüttert mit beigem.
in ſich gemuſtertem Satin. Eigentumsberechtigte werden erſucht,
ſich baldmöglichſt an die Kriminalpolizei Darmſtadt, Zimmer 27,
zu wenden.
Wem gehört die Sturmlaterne? Am 30. März 1931 wurde
einem Studenten eine Sturmlaterne abgenommen, die er
wahr=
ſcheinlich auf einer Bauſtelle, vielleicht auf dem Mathildenplatz,
mitgenommen hat. Eigentumsberechtigte werden erſucht, bei der
Kriminalpolizei, Zimmer 10, vorzuſprechen.
Feſtgenommen wurde ein Fürſorgezögling, der in der
Hand=
werkerbildungsanſtalt Gmünd in der Eifel ausgerückt war. Er
wird nach der Anſtalt zurückverbracht.
— Aenderung der Oeffnungszeiten der Stadtbücherei. Im
Sommerhalbjahr (1. April bis 30. September) iſt die
Aus=
leihe Montag und Donnerstag von 17 — 20 Uhr ſtatt wie
ſeit=
her 16—20 Uhr geöffnet. Die übrigen Oeffnungszeiten für
Aus=
leihe und Leſezimmer bleiben unverändert.
Kaſſenſtunden der Sparkaſſe. Die Einleger der Städtiſchen
Sparkaſſe werden auch an dieſer Stelle darauf aufmerkſam gemacht,
daß die Sparkaſſe ihre Kaſſenſchalter ſowohl bei der Hauptſtelle
in der Rheinſtraße wie auch bei den Zweigſtellen Hügelſtraße und
Beſſunger Straße am Oſterſamstag in der Zeit von
vormit=
tags 7.30—12 Uhr offen hält.
Aus den Parkeien.
Jugendgrupve der D.V.P. Heute abends 8.30 Uhr
bei Sitte, Karlſtraße: Tier= und Jagdgeſchichten.
Lokale Beranſtaltungen.
— Chriſtlicher Verein Junger Männer
Darm=
ſtadt E. V., Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſerne). Heute.
Mitt=
woch, abends 8,30 Uhr, ſpricht Herr Studienrat Knöpp in der
Familienbibelſtunde. Jedermann iſt dazu herzlich eingeladen.
Karfreitag früh gemeinſamer Kirchgang.
Vereinskalender.
Vereinigung ehem. 116er Darmſtadt.
Don=
nerstag, den 2. April, abends 8,15 Uhr: Mitgliederverſammlung;
Reſtaurant „Odeon . Marienplatz.
Tageskalender für Mittwoch, den 1. April 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Keine Vorſtellung. —
Kleines Haus, Zuſatzmiete II. 11: „Der Graue”, —
Kon=
zerte: Zur Oper, Schloßkeller Datterich, Sportpl.=Reſt. am
Böllenfalltor, Zum Tropfſtein. Alter Ratskeller, Rheingauer
Weinſtube. — Kinovorſtellungen; Union=, Helia= und
Palaſt=Lichtſpiele.
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedri hſtraße)
Mittwoch den 1. April: Borabendgottesdienſt 6 Uhr 45 Min:
Donnerstag, den 2 April: Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min,
Predigt.
Donnerst ag. den 2 April: Abendgottesdienſt 7 Uhr 45 Min,
Freitag, den 3. April: Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min.
Freitag, den 3. April: Sabbalanfang 6 Uhr 45 Min.
Samstag, den 4 April: Morgengottesdienſt 8 Uihr 45 Min. —
Sabbatausgang 7 Uhr 50 Min
Cottesdienſt an den Halbfeiertagen.
Morgens 7 Uhr — Win. Abends 7 Uhr 50 Min.
Eebetszeiten in der Synagoge der Fſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft.
Mittwoch, den 1 April: Erew Peſach. Verbot des Chomez=
Eſſens 9 Uhr 20 Min. Erew Tawſch lin.
Donnerstag, den 2. April: Peſſach. Vorabend 6 Uhr 40Min,
Morgens 8 Uhr — Min. Nachmittags 4 Uhr 30 Min.
Freitag, den 3. April; Vorabend 7 Uhr 45 Min, Morgens
3 Uhr — Min.
Samstag, den 4. April: Vorabend 6 Uhr 30 Min. Morgens
8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 7 Uhr 50 Min.
Wochentags: Chaul hamaued. Morgens 6 Uh- 15 Min. Abends
6 Uhr 30 Min.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Gründonnerstag, 2. April:
8 Uhr: Abendmahlsfeier. Karfreitag, 3. April: halb 10 Uhr:
Gottes=
dienſt. Mitwirkung des Kirchen= und Poſaunenchors. Kollekte.
An=
ſchließend Beichte und heiliges Abendw hl. 8 Uhr: Paſſionsandacht.
Oſterſonntag, 5. April: balb 10 Uhr: Gottesdienſt. Kirchenchor und
Kollekte. Anſchließend Beichte und heiliges Abendmahl. 2 Uhr: Beichte
für das Konfirmationsabendmahl. Oſtermontag, 6. Abril: 9.15 Uhr:
Beichte, halb 10 Uhr: Konfirmationsfeier. Kollekte. Anſchließend
Abend=
mahl. 2 Uhr: Austeilung der Konfirmationsſcheine. Dienstag: 6—7
Uhr: Bücherausgabe, halb 9 Uhr: Bibelſtunde. Mittwoch; Kirchenchor.
Donnerstag: Poſaunenchor. Freitag: Mädchenverein fällt aus.
Sams=
tag: Jugendverein."
Mf Zwischen den Lippen steht der
MEUERBURG
aute Luerschnitt der Ligarette unter
Druck. Dementgegen will das
Gold-
mundstück den ursprünglichen
Quer-
schnitt möglichst bewahren; denn
sobald er sich verkleinert, zieht die
Zigarette nicht mehr gut, und das teinste
Aroma geht statt durch das
Goldmund-
stück in die Lutt. Außerdem: eine
Ziga-
rette dart nie feucht im Munde werden,
weil Wasser das zarteste Aroma zuerst
vernichtet. Auch hierist das
Goldmund-
stück ein guter Schutz.
So hat Ravenklau mit ihrem
außer-
ordentlich feinen Aromaein
Goldmund-
stück besonders nötig. Es soll Ihnen
die Freude am Rauchen erhalten.
1 K3 4010
Die Sigarette mit dem Golsmunsſtück. Oackung 60 Pfg
HAUS NEUERBURG GM-BH
Seite 8
Aus Heſſen.
Guker Verlauf der Reichs=Handwerkswoche in Heſfen
4a. Die Reichshandwerkswoche iſt, wie die
Heſ=
ſiſche Handwerkskammer Darmſtadt mit Genugtuung feſtſtellt, in
allen Teilen des heſſiſchen Handwerks in würdevoller und
zweck=
entſprechender Weiſe begangen worden.
Unter Führung der Bezirksverbände traten alle
handwerkli=
chen Organiſationen. Innungen, Ortsgewerbevereine und
Hand=
werksvereinigungen in Stadt und Land bis in die entfernteſten
Orte für die Werbewoche ein. In Verſammlungen, durch
Aus=
ſchmückungen der Straßen und Plätze, durch Umzüge, Vorträge,
Filmvorführungen, durch Ausſtellungen und
Schaufenſterdekoratio=
nen wurde die breiteſte Oeffentlichkeit für die Sache des
Hand=
werks zu gewinnen verſucht. Ueberall prangte das Wahrzeichen
der Reichs=Handwerkswoche, ein ſchwarzer Adler auf gelbem
Grunde, und Hunderttauſende von Familien erhielten das
Werbe=
büchlein und das beſonders hergeſtellte Flugblatt. In Berufs= und
Gewerbeſchulen fanden auf Veranlaſſung des Kultusminiſteriums
beſondere Hinweiſe auf das Handwerk ſtatt. Behördliche
Vertre=
ter nahmen überall an den Veranſtaltungen, insbeſondere an den
Eröffnungsfeierlichkeiten, teil. Die Vorſitzenden der
Bezirksver=
bände, der Handwerkskammer und ihrer Nebenſtellen wie auch
deren Geſchäftsführer, Obermeiſter und Vorſitzende der
Orts=
gewerbevereine, zahlreiche Handwerksmeiſter, Gewerbelehrerſchaft,
Rechtsanwälte und ſonſtige mit dem Handwerk befreundete
Per=
ſonen ſtellten ſich für Vorträge zur Verfügung. Beſonders
aner=
kannt wird von Handwerk und Gewerbe, daß ſich auch die Preſſe
in den Dienſt der Werbewoche ſtellte. Handwerkskammer,
Hand=
werk und Gewerbe ſagen daher allen, die in irgendeiner Weiſe
die Reichs=Handwerkswoche unterſtützten, herzlichſten Dank.
Möge ſich die Reichs=Handwerkswoche zum Segen für das
ganze Handwerk auswirken!
Cp. Weiterſtadt, 31. März. Schulentlaſſung. Am Schluſſe
des abgelaufenen Schuljahres wurden hier 28 Kinder, und zwar 15
Kna=
ben und 13 Mädchen, entlaſſen. In die Schule kommen nach Oſtern 25
Mädchen und 18 Knaben.
F Eberſtadt, 31. März. Die letzte Fahrt. Geſtern wurde auf
dem hieſigen Friedhofe der im 71. Lebensjahre ſtehende, in hieſigen
Kreiſen ſehr geſchätzte Oberweichenſteller i. R. Heinrich Roß zur letzten
Ruhe beſtattet. Am Grabe predigte Pfarrer Weißgerber. Der
Geſang=
verein „Männerquartett Harmonie” ſang dem entſchlafenen Sänger der
zu den Gründern des Vereins zählte, zum Abſchied das erhebende Lied:
Stumm ſchläft der Sänger”, widmete ihm durch ſein Mitglied Franz
Bonn einen ehrnden Nachruf und ließ einen Kranz niederlegen. —
Georg Rettig I. †. Wiederum hat der unerbittliche Tod in den
Kreis der wenigen noch lebenden Veteranen unſerer Gemeinde aus dem
Kriege 1870/71 eine Lücke geriſſen. Im Alter von 81 Jahren verſtard
Altbeteran Georg Rettig I. Er war, ebenſo wie Roß, dem er einen Tag
ſpäter in den Tod folgte, Mitbegründer des Geſangvereins „
Männer=
quartett Harmonie” und zweifellos eines ſeiner bekannteſten und
treueſten Mitglieder.
Cp. Pfungſtadt, 31. März. Aufführung der Matthäus=
Paſſion. Am Sonntag abend führte die Madrigalvereinigung
Darm=
ſtadt in der evangeliſchen Kirche im Rahmen einer kirchenmuſikaliſchen
Paſſionsfeier die Matthäuspaſſion von Heinrich Schütz auf. Die Feier
erfreute ſich eines guten Beſuches. Sie hinterließ einen tiefen Eindruck,
der dahin ging, daß die Aufführung mehr eine Art muſikaliſchen
Got=
tesdienſtes als ein Konzert war. Daß die Wiedergabe des Werkes auf
künſtleriſcher Höhe ſtand, iſt ſelbſtverſtändlich. — Die
Ortsvieh=
kaſſe läßt am Mittwoch vormittag die alljährlich notwendige
Vorfüh=
rung der Pferde durchführen. Pferde, die nicht vorgeführt werden,
gel=
ten als von der Verſicherung ausgeſchloſſen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 31. März. Geſangberein „Eintracht=
Freundſchaft‟ Das am 1. Oſterfeiertag abend im Saale des
Gaſthauſes Zum Darmſtädter Hof” zur Aufführung gelangende
Theckerſtück „Die Lieder des Muſikanten” iſt in hieſiger Gegend noch
nicht geſpielt worden. Es iſt ein Volksſrück im wahren Sinne des
Wor=
tes. Ueber 2 Stunden lang werden die Zuhörer von dem Glück und
Lei=
densweg zweier Brüder in angenehmſter Art und Weiſe unterhalten.
Die das Stück durchziehenden volkstümlichen Melodien tragen
zveifel=
los zu dem großen Erfolge bei, den es anderwärts bei jeder
Auffüh=
rung erlebt hat und zweifellos auch hier haben wird, zumal die
einzel=
nen Rollen in durchaus bewährten Händen liegen. —
Bauland=
um legung am Lohberg. Die Vorarbeiten (Vermeſſung und
Aufteilung) des in Frage kommenden Bauquartiers ſind ſoweit
vor=
geſchritten, daß in Kürze die erſte Vorbeſprechung mit den in Betracht
kommenden Grundbeſitzern ſtattfinden kann. Das für die Umlegung in
Betracht kommende Bauquartier wird umgrenzt von der Treppenſtraße
(Villa Wacker aus) bis zur Münſtergaſſe. Durch dieſe Maßnahme
wer=
den einwandfreie Bauplätze geſchaffen.
* Traiſa, 31. März. Am Mittwoch abend (1. April) wird wieder,
wie im vorigen Jahre, auf dem hieſigen Sportplatz von der bekannten
Traiſaer Orcheſter=Vereinigung ein Platzkonzert veranſtaltet
wer=
den. Da gerade jetzt unſere junge Orcheſter=Vereinigung aus jungen
muſikaliſchen Kräften beſteht, ſo iſt ein Beſuch dieſes Platzkonzertes ſehr
zu empfehlen. Das Konzert findet bei jeder Witterung ſtatt.
Mittwoch, den 1. April 1931
Eberſtadt wird Luftkurork.
F. Die Anſtrengungen, die von der Gemeindeverſvaltung und
Ge=
meindevertretung ſeit langem nach der Richtung gemacht werden.
Eber=
ſtadt zum Luftkurort zu erheben, ſcheinen endlich von
Er=
folg gekrönt zu werden. In der geſtrigen Gemeinderatsſitzung, die ſich
bis nach Mitternacht ausdehnte, hat das Plenum Beſchlüſſe gefaßt, die
für die künftige Entwickelung unſeres, durch ſeine ſchöne natürliche
Lage begünſtigten Ortes von entſcheidender Bedeutung ſein werden.
Dieſen Beſtrebungen kommt ſehr zu ſtatten, daß durch die Erhebung der
Bürgerſteuer die finanziellen Verhältniſſe der Gemeinde ſich derart
ge=
beſſert haben, daß nicht nur von der geplant geweſenen Erhebung eines
7. und 8. Zieles Gemeindeſteuer abgeſehen werden kann, ſondern das
Rechnungsjahr 1930 vorausſichtlich mit einem beträchtlichen. Ueberſchuß
abſchließen wird. Den von dem Gemeinderat beſchloſſenen Maßne — en
ſtehen aus dieſem Grunde keinerlei finanzielle Bedenten
im Wege. Die Hauptaufgabe erblickt der Gemeinderat in der
Herſtel=
lung der Fußſteige, die zunächſt durchgeführt werden ſoll. Die zu
die=
ſem Zwecke in der letzten Gemeinderatsſitzung beſchloſſene Anſchaffung
einer Teerſpritzmaſchine wird der Oeffentlickkeit nunmehr
be=
greiflich werden. Sie, die ein Meiſterſtück der neueſten techniſchen
Er=
rungenſchaften iſt, iſt geſtern eingetroffen und wird hente mittag um
2 Uhr den Mitgliedern des Gemeinderates durch die Ingenieure der
Lieferfirma vorgeführt werden. Anſchließend findet eine
Probe=
beſpritzung der beiden Fußſteige im Mühltal vom Hauſe Starkenburg
bis zum Felſenkeller ſtatt, eine Arbeit, die die Maſchine angeblich in 40
Minuten ſpielend bewältigen ſoll. In Verbindung damit hat der
Ge=
meinderat geſtern abend die Anſtellung eines Teerſpritzmeiſters
mit Wirkung vom 1. April ab beſchloſſen. Dies erwies ſich als
drin=
gend notwendig, da ſämtliche Trottoirs eine allen Anforderungen der
Neuzeit Rechnung tragende Teerbeſpritzung erhalten ſollen. Soweit die
Fußſteige Zementplattenbelag haben, wird dieſer entfernt und durch
Teerbelag erſetzt werden. Der die Entwickelung Eberſtadts zum
Luft=
kurort hindernde Faſelſtall wird nach einem einſtimmig gefaßten
Beſchluß des Gemeinderates geräumt und alsdann niedergelegt werden.
Dadurch ergibt ſich die Möglichkeit, den Schloßvlatz varkartig anzulegen,
Das Faſelvieh ſoll in dem leerſtehenden Holkagebäude untergebracht
werden, das für dieſen Zweck als geeignet befunden wurde. Im Monat
Mai iſt die Ausſchreibung eines Blumenwettbewerbs in
Aus=
ſicht genommen. Der Gemeinderat ſtellte zur Auswerfung von Nrämien
dem Bürgermeiſter einen unbegrenzten Kredit zur Verfügung. Die
Ge=
meinde wird bei dem Wettbewerb ſelbſt vorbildlich vorangeben, indem ſie
überall dort, wo der Platz es irgendwie erlaubt, gärtneriſche Anlagen
ſchaffen wird. So ſoll z. B. auf dem bereits bereinigten Platz Ecke Obeu=
und Alte Darmſtädterſtraße, eine großartige Dahlienſchau
ent=
ſtehen. Dem Verſchönerungs= und Verkehrsverein ſollen, um die von
ihm in Ausſicht genommene Anlage eines Naturpfades zu fördern.
die nötigen Geldmittel überwieſen werden. Im Mühltal ſollen nach
dem Muſter der Großſtädte großzügige Anlagen und Wegverbeſſerungen
durchgeführt und etwa 20 neue Ruhebänke aufgeſtellt werden, um
Eber=
ſtadt noch mehr wie bisher zum Anziehungspunkt für Fremde zu
machen. Das größte Profekt iſt jenes, das den Ankauf des Terrains
„Kübler Grund” und deſſen Anlage zu einem Luſtgarten vorſieht. Ein
terraſſenartig angelegtes Kurhotel, ſoll auf dieſem idhlliſchen Fleckchen
Erde erſtehen. Das Proſekt iſt zurzeit noch Gegenſtand der Beratung
eines Ausſchuſſes des Gemeinderates, da es einen Koſtenaufwand von
250 000 RM. erfordert, die natürlich erſt flüſſig gemacht werden
müſ=
ſen. Erfreulich iſt, daß Kreisamt und Miniſterium dieſen Plänen der
Gemeinde ernſteſte Beachtung ſchenken und die Ausführung der
Be=
ſchlüſſe überwacken vollen. Eine Reihe von künſtleriſchen Entwürfen,
erſte Ergebniſſe eines beſchränkten Wettbewerbs, ſind ab heute mittag
12 Uhr im Rathausſaal ausgeſtellt.
So dürfte der Zeitpunkt nicht mehr allzufern ſein, wo der Traum
ſo vieler, vor die Bezeichnung „Eberſtadt (Bergſtraße)” noch das Wort
„Luftkurort” ſetzen zu dürfen, in Erfüllung gehen wird.
Cp. Münſter bei Dieburg, 31. März. Kein Gänſehüten
mehr. Das ſeit langen Jahrzehnten von der Gemeinde betriebene
Bänſehüten iſt von jetzt ab eingeſtellt worden. Die Zahl der Gänſe iſt
nämlich gegen früher derart zurückgegangen, daß ſich das Gänſetreiben,
das auch bei den heutigen Verkehrsverhältniſſen nicht mehr zeitgemäß
ſt, nicht mehr rentiert. Die Gänſeweide wird damit gleichzeitig
auf=
gehoben. Das Gelände ſoll je nach den Bodenverhältniſſen mit Pappeln
oder Fichten bepflanzt werden. Damit iſt ein alter Brauch aus dem
Ortsbild verſchwunden.
* Reinheim, 31. März. Pafſions= und Oſterfeier. Am
Karfreitag, abends halb 8 Uhr, wird hier eine Feier beſonderer Art
ſtattfinden, auf die nicht nur unſere Gemeinde, ſondern auch die
Nach=
barſchaft hinzuweiſen, vvohl angebracht erſcheint. In dem bei
abend=
licher Beleuchtung beſonders feierlich wirkenden Rahmen der neu
her=
gerichteten Kirche werden einige von einem Meiſter der Lichtbildkunſt
aufgenommene Tafeln des übergewaltigen Iſenheimer Altars des
Matthias Grünewald in Verbindung mit erläuternden Worten
und dem Geſang eines Damenquartetts zu uns reden von den letzten
Fragen des menſchlichen Lebens. Die Bilddeutung Dr. Zehs=
Heppen=
heim wird ſich frei halten von aller wiſſenſchaftlichen Erörterung und
ſich auf den religiöſen Bildgehalt beſchränken. Die von Heppenheimer
Damen geſungenen Lieder werden in Text und Ton dem Ausdruck der
Malerei angepaßt ſein. Zur Deckung der Unkoſten wird ein
Eintritts=
geld von 50 Pfg. erhoben werden.
Nummer 91
* Aus dem Modautal, 31. März. Die bereits ſchon vor zwei
Jah=
ren aufgenommenen Berhandlungen über den Bau der elektriſchen
Straßenbahn ſind jetzt ſoweit gediehen, daß am Mittwoch, den 1. April,
nachmittags ein Probewagen läuft. Dieſer Wagen, ganz neuartig
kon=
ſtruiert, ſoll eine vollſtändige Ergänzung der elektriſchen Schienenbahn
ſein.
Cd. Michelſtadt, 30. März. Konfirmation. Die
Konfirma=
tion der Knaben findet dieſes Jahr am 2. Oſterfeiertag, vormittags um
9 Uhr, die der Mädchen am Sonntag darauf, 12. April, ſtatt, und hat
der Poſaunenchor für beide Feiern ſeine Mitwirkung zugefagt. — Die
Schar der Konfirmandinnen und Konfirmanden ſelbſt iſt dieſes Jahr
ſehr klein; es ſind Knaben insgeſamt 30, und verteilen ſich dieſe auf
die einzelnen Orte des Kirchſpiels: Michelſtadt (Oberrealſchule) 4,
Stadt=
ſchule 14: Rehbach 1: Steinbach 4: Steinbuch 2; Stockheim 2;
Weiten=
geſäß 1: Würzberg 1: Zell 1. Bei den Mädchen ſind es 34 und zwar
von Michelſtadt (Stadtſchule) 18: Momart 2; Rehbach 1: Steinbach 3;
Steinbuch 2; Stockheim 2; Würzberg 1 und Zell 5. Die Konfirmation
der beiden aus Würzberg findet am 12. April, vormittags 10 Uhr, in
Würzberg ſtatt.
b. Erbach, 31. März. Autounfall. Das 10jährige Söhnchen
des hieſigen Lehrers Krämer wurde in der Neckarſtraße (Südausgang
Erbachs) mit ſeinem Rad von einem Auto angefahren und ein Sti.c
mitgeſchleift. Das bedauernswerte Kind erlitt erhebliche
Geſichtsver=
letzungen, Quetſchungen und innere Verletzungen. Die Inſaſſen bes
Autos, die, wie man hört, an dem Unfall keine Schuld tragen ſollen,
brachten den Verunglückten in die elterliche Wohnung. — Hohes
Alter. Der hier und im weiteſten Umkreis bekannte und belieble
Metzgermeiſter Joh. Mich. Egner feierte heute bei körperlicher und
gei=
ſtiger Rüſtigkeit ſeinen 80. Geburtstag. — Angenehme Gäſte,
Auf dem Dach der ehemals Gräflichen Brauerei im Erbacher Schloßhof
befindet ſich noch ein Rad, auf dem früher ein Storchenpaar niſtete.
Seit langen, langen Jahren wurde dieſer Niſtplatz von Freund Adebahr
verſchmäht. Um ſo größer iſt die Freude der Erbacher, daß ſich in
die=
ſem Jahre wieder ein Storchenpaar eingefunden und mit dem Neſtbau
bereits begonnen hat. Hoffentlich genießen die bei uns ſo ſelten
ge=
wordenen „Kinderbringer” den Schutz, den ſie verdienen. —
Groß=
zügiges Projekt. In hieſigen Behördenkreiſen ſchweben ſchon
ſeit längerer Zeit Verhandlungen, die dem kundigen Beobachter nicht
verborgen bleiben konnten. Dieſelben ſind nun ſoweit gediehen, daß
man mit dem Ergebnis derſelben an die Oeffentlichkeit treten kann. Mit
Unterſtützung eines Finanzmannes, der hier nicht genannt ſein will, ſoll
in Kürze mit dem Bau eines Hallenſchwimmbades begonnen werden.
Wegen Erwerb des erforderlichen Bauplatzes ſind die erforderlichen
Ver=
handlungen bereits eingeleitet. Ueber den zweckmäßigſten Platz iſt man
ſich noch nicht ganz im Klaren. Wir meinen, daß man hier die
inter=
eſſierte Bevölkerung mitſprechen laſſen ſollte. Da demnächſt doch eine
Bürgerverſammlung ſtattfinden ſoll, wäre die erforderliche Gelegenheit
hierzu geboten. Ueber die architektoniſche Ausſtattung des Baues
zer=
brechen ſich zurzeit einige Prominente den Kopf, die heute zur
Beſich=
tigung des dortigen Hallenbades in Darmſtadt weilen. Die Arbeiten
ſollen ſo gefördert werden, daß mit dem Ende der Freibadeſaiſon das
Hallenbad in Benützung genommen werden kann. —
Geländever=
kauf. Der Stadtverwaltung Erbach war der eigene Platz des
Turn=
vereins 1860 e. V. Erbach (D. T.), der an der Südweſtecke des
ſtädti=
ſchen Sport= und Erholungsparkes liegt und eine große Ecke aus dem
geſchloſſenen Terrain nimmt, ſchon lange ein Dorn im Auge. Nach
langwierigen Verhandlungen iſt nunmehr der Platz zu einem Kaufpreis,
der dem Turnverein die Möglichkeit gibt, eine eigene Turnhalle zu
bauen, an die Stadtverwaltung übergegangen. Die Erträgniſſe aus
dem Sport= und Erholungspark hofft man durch geeignete Maßnahmen
ſo ſteigern zu können, daß der Zinſen= und Tilgungsdienſt geſichert iſt.
m. Vom ſüdlichen Odenwald, 1. April. Der Krähberg jetzt
Segelflug=Station. Ein wunderbares Schauſpiel konnten am
Sonntag nachmittag die Bewohner des Mümling=, Sensbach= und
Gam=
melsbachtales ſowie der angrenzenden Hochflächen genießen, als zum
erſten Mal der in aller Stille vorbereitete Flug von mindeſtens drei
Dutzend Segelflugzeugen erfolgte. Wohl hörte man ſchon einige Zeit
„von, daß verſchiedene Segelflugzeuge nach teilweiſe ganz neuem Typ
im Bau ſeien, man hörte auch von heimlichen Verſuchen, die
zufrieden=
ſtellend ausgefallen ſeien, aber daß eine ſolch impoſante Darbietung
möglich ſei, daran glaubte wohl niemand. In Gruppen zu je 6
Flug=
zeugen begann präzis mittags 1 Uhr die Uebung. Da es nur ſehr wenige
Eingeweihte gab, bemächtigte ſich beim Erſcheinen der lautlos
dahin=
gleitenden Luftſegler der Bewohner der ganzen Gegend eine ungeheure
Aufregung, und weil man noch nie ein Flugzeug ohne den gleichzeitigen
Motorlärm gehört hatte, ſo mutete das Erſcheinen dieſer ſtummen
Flie=
ger geradezu geiſterhaft an. Lautlos ſtarrte man anfangs nach oben,
dann aber begleiteten aufgeregte und begeiſterte Reden die Operationen
der Flugzeuge. „Schreiber dieſes war Zeuge deſſen, was ſich im
Müm=
lingtale abſpielte. Von Zeit zu Zeit, wenn die Flugzeuge in den
Geſichts=
kreis neuer Beobachter kamen, hörte man den jubelnden Zuruf der
Mengen. Der Erſtlingsflug ging bis nach Michelſtadt. Mit dem
Fern=
glas konnte man vom Krähberg aus die gewandte Schſvenkung der ſechs
Flieger beobachten, und gegen 2 Uhr hatten ſich ſämtliche Flugzeuge am
Startplatz wieder eingefunden. Leider war derſelbe ſo gut wie
ab=
geſperrt, daß Nichtberechtigte die Flugzeuge nicht beſichtigen und die
Flieger nicht erkennen konnten, doch ſollen die Segelflüge heute mittag
wiederholt werden.
— Hirſchhorn, 31. März. Waſſerſtand des Neckars am
Pegel am 30. März 2,10 Meter, am 31, März 2,00 Meter.
— Gernsheim, 31. März. Waſſerſtand des Rheins am
Pegel am 30. März 2,04 Meter, am 31. März 1,88 Meter.
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Nummer 91
Seite 9
Der Gaſtwirk im Kampf der Parkeien.
Vom Vorſitzenden der Heſſiſchen Gaſtwirte=Innung wird mitgeteilt:
Das ſchwere Ringen um die politiſche Macht hat gerade in letzter
Zeit ſehr unerfreuliche Formen angenommen. Nicht nur mit heftigen
Debatten, ſondern auch mit Gewalttätigkeiten verſuchen die Parteien
ſich Geltung zu verſchaffen bzw. ihren Willen durchzuſetzen. Die
Kampf=
ſtätten, in denen ſie dieſe Verſuche ausführen, ſind in der Regel die Säle
und Lokale der Gaſtwirte. Nicht allein dadurch, daß ſich beim normalen
Verkehr in den Gaſtſtätten politiſche Streitigkeiten ergeben, die am
Biertiſch diskutiert werden, ſondern beſonders durch die großen
Ver=
ſammlungen werden die Gaſtſtätten, namentlich vor den Wahlen und
wichtigen politiſchen Entſcheidungen, Aufmarſch= und Kampfgelände für
die Wahlſchlacht.
Es iſt für den Gaſtwirt nun außerordentlich ſchwierig, den
Anfor=
derungen der verſchiedenen Parteien zu begegnen bzw. alle zu
befriedi=
gen. Niemand wird von einem Gaſtwirt verlangen, darauf verzichten
zu wollen, eine politiſche Meinung bzw. Weltanſchauung zu haben und
zu vertreten. Um ſo mehr aber wird von ihm ein gewiſſes Taktgefühl
gefordert, das ihn davon abhält, etwa in ſeiner Gaſtſtätte zu politiſieren,
ſich für die eine oder andere Partei einzuſetzen und hierdurch
Anders=
denkenden den Aufenthalt in ſeinem Lokal zu verleiden.
Noch weniger wird es zu rechtfertigen ſein, wenn ein Gaſtwirt als
Saalbeſitzer in Verfolg einer gewiſſen politiſchen Einſtellung ſeinen
Saal für Verſammlungen etwa nur ſeiner Partei zur Verfügung ſtellt
und anders gerichtete Gruppen zurückweiſt. Aber auch die
verantwort=
lichen Führer der Parteien, Religionsgemeinſchaften uſw. und auch jeder
einzelne Gaſt oder Bürger hat dem Gaſtwirt gegenüber eine gewiſſe
Neutralität zu bewahren. Leider ſind gerade in letzter Zeit Fälle zu
berzeichnen, in denen beiſpielsweiſe politiſche Parteien Gaſtwirte
boh=
kottierten, weil ſie ihre Säle auch politiſchen Gegnern zur Verfügung
ſtellten.
Der Gaſtwirt iſt als Saalbeſitzer darauf angewieſen, daß ſein Saal,
der ihm hohe Steuern, Miete und Einrichtungskoſten auferlegt, ihm auch
die Mittel ſchafft, die zur Befriedigung dieſer Forderungen notwendig
ſind. Die Erlöſe aus ſeinem Geſchäft bedeuten für ihn die
Exiſtenzmög=
lichkeit in dem ohnehin ſchon außerordentlich ſchwierigen Kampf im
Gaſt=
wirtsgewerbe. Keinem anderen Geſchäftsmann oder Gewerbetreibenden
wird man etwa zumuten, daß er politiſchen Gegnern nichts verkaufen
ſoll.
Selbſt wenn der Gegner mit dem betreffenden Parteiabzeichen das
Geſchäft aufſucht, wird er jederzeit mit Höflichkeit bedient werden, ohne
daß dem Geſchäftsinhaber hieraus ein Vorwurf oder Schaden erwächſt.
Aus dem Gaſtwirtsgewerbe liegen Klagen vor, daß Gaſtwirte, die ihre
Säle an verſchiedene Parteien zu gleichen Bedingungen zur Verfügung
geſtellt haben, trotzdem von der einen oder anderen Gruppe
außer=
ordentlich heftig bekämpft und geſchädigt wurden. Wer ein Parteilokal
führt und dieſes andersgeſinnten Parteien nicht zur Verfügung ſtellt, der
muß die Konſequenzen hieraus tragen. Der Gaſtwirt dagegen, der in
Erkeuntnis ſeiner beruflichen Aufgabe allen Parteien gerecht wird, hat
auch Anſpruch darauf, daß er hierdurch nicht dem Bohkott verfällt.
Ge=
rade für die Führer der Parteien, Religionsgemeinſchaften uſw. erwächſt
die Aufgabe, objektiv und gerecht zu urteilen und zu verhindern, daß
Leidenſchaften unter den Parteiangehörigen entfacht werden, die zur
Vernichtung der Eriſtenz eines Mitbürgers führen können.
Mittwoch, den 1. April 1931
42. Wolfskehlen, 31. März. Kartoffeldiebſtahl. Einem
bieſigen Landwirt wurden aus einer Miete eine größere Menge ſeiner
Kartoffelvorräte von unbekannter Seite geſtohlen.
2. Offenbach, 31. März. Eiſenbahnbaupläne. Schon vor
dem Kriege war geplant, eine unmittelbare, und damit kürzere
Ver=
bindung unſerer Stadt mit der Landeshauptſtadt zu ſchaffen. Gedacht
war eine Bahn Vilbel—Offenbach mit Einmündung, etwa bei Egelsbach,
in die Main=Neckar=Bahn. Die Berger Höhe ſollte einen Tunnel
er=
halten, und ſüdlich von Offenbach ſollte die Bahnſtrecke Neu=Iſenbura,
Sprendlingen und Langen öſtlich berühren. Durch dieſe Bahn wäre der
Frankfurter Hauptbahnhof weſentlich entlaſtet und die Nord=
Südver=
bindung verkürzt und verbilligt worden. Der Krieg machte ehedem
einen Strich durch dieſe Pläne. Frankfurt hatte und hat heute erſt recht
nichts gegen den Plan einzuwenden, denn der Verkehr der Großſtadt
wächſt ja ſelbſttätig. Frankfurt hofft auch in der heutigen Zeit, in der
auf dem Gebiete der Vereinheitlichung und zweckmäßigeren Gliederung
des Reiches eine außerordentliche Betriebſamkeit herrſcht, daß ihm unſer
Offenbach in Kürze als reife Frucht in den Schoß fallen wird. Um nun
die Arbeitsloſigkeit etwas zu lindern, und den D=Zug Berlin—Mailand
über die neue Strecke leiten zu können, hat die Reichsbahnverwaltung
den alten Plan neuerdings aufgegriffen, und ſeine Ausführung iſt in
beſtimmte Ausſicht geſtellt. Ein Lieblingsplan der
Reichsbahnverwal=
tung iſt auch die Weiterführung der Sackbahn Offenbach-Bieber=
Dietzen=
bach über Offenthal und Meſſel nach Darmſtadt. Dieſem zweiten Plane
bringt auch die Landeshauptſtadt mehr als platoniſche Aufmerkſamkeit
entgegen. Offenthal, das die Mitte der Welt ſein ſoll. wird dadurch
er=
freulicherweiſe auch Eiſenbahnknotenpunkt (mit der Dreieichbahn) und
damit ſeiner Bedeutung als Mittelpunkt der Welt entſpreckend empor=
und herausgehoben. In den letzten Tagen hat ſich, da auch die
Stadt=
verwaltung der Sache ſehr wohlwollend gegenüberſteht, bereits eine
Aktiengeſellſchaft gebildet, die der Reichsbahnverwaltung nicht nur mit
Rat und Tat gegenüberſtehen foll. Es iſt allerdings unerfindlich, wie ſie
ihr Grundkapital von 5 Millionen aufbringen will. Sieht man von
dieſer Schwierigkeit ab, ſo ſteht die Tatſache feſt, daß Offenbach und
Offenthal in kürzeſter Zeit Eiſenbahnknotenpunkte, bzw. größere
Eiſen=
bahnknotenpunkte werden!
Oberheſſen.
Gießen, 31. März. Der Verein ehem. heſſ. Leib=Dragoner des
Kreiſes Gießen veranſtaltet anläßlich ſeines 10jährigen Beſtehens am
24. und 25. Mai (Pfingſten) in Gießen eine Kundgebung zu Ehren der
alten Armee, verbunden mit der Wiederſehensfeier der ehem. heſſ. Leib=
Dragoner und deren Feldformationen. Nach dem vorläufigen
Pro=
gramm iſt für den 24. Mai (1. Pfingſtfeiertag) ein Fußball Blitzturnier
auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 um den Pokal der
ehe=
maligen heſſiſchen Leib=Dragoner des Kreiſes Gießen vorgeſehen, am
Abend ſoll ein Begrüßungskonzert in der Turnballe mit Ueberreichung
des Pokals an den ſiegenden Vexein ſtattfinden. Der 25. Mai, 2.
Pfingſt=
feiertag) wird am Vormittag nach Kranzniederlegungen am 116er=
Denk=
mal ſowie auf dem Ehrenfriedhof einen Feſtgottesdienſt auf dem
Oswalds=
garten bringen, daran anſchließend, ebenfalls auf Oswaldsgarten, eine
hiſtoriſche Feſtquadrille, und dann einen Feſtzug durch die Stadt. Für
den Nachmittag dieſes Tages iſt eine Feier in der Turnhalle unter
Mit=
wirkung der Gießener Turn=, Sport= und Geſangvereine vorgeſehen.
Die Muſik wird ausgeführt von dem Trompeterkorvs des Reiter=
Regi=
ments 16 in Langenſalza (Thüringen). Zu der Veranſtaltung haben
ſich bis jetzt ſchon zahlreiche auswärtige Vereine angemeldet. Der
Deutſche Kriegerverein in Windhuk (Südweſtafrika) hat einſtimmig
be=
ſchloſſen, dem feſtgebenden Verein zu ſeiner Jubiläumsfeier eine
Fahnen=
ſchleife überreichen zu laſſen.
Rheinheſſen.
Aus Mainz.
— Hundertjahr=Feier der Mainzer Realanſtalten am 6., 7. und
8. Juni 1931. Die Vorbereitungen zur Hundertjahr=Feier der Mainzer
Realanſtalten ſind ſoweit gediehen, daß das Programm nunmehr im
weſentlichen feſtliegt. Der Beſchluß, eine Hundertjahr=Feier und in
Ver=
bindung damit eine Wiederſehensfeier der ehemaligen Schüler zu
ver=
anſtalten, hatte bei ſeiner Bekanntgabe ſofort freudigen Widerhall
ge=
funden Er führte zunächſt zur Gründung des Vereins
ehemali=
ger Realgymnaſiaſten (Vorſitzender: Oberregierungsrat i. R.
Damm) und der Vereinigung ehemaliger Realſchüler
(Vorſitzender: Direktor Tag). Es gilt ſetzt, vor dem Feſte die Adreſſen
aller noch lebenden früheren Schüler zu ermitteln Alle ehemaligen
Schüler werden deshalb gebeten, ſich nicht nur ſelbſt bei der Direktion
ihrer ehemaligen Schule (Oberrealſchule oder Realgymnaſium)
anzumel=
den, ſondern auch ihnen bekannte Adreſſen ehemaliger Schüler namhaft
zu machen.
* Rheinuferſanierung in Mainz. Wiederum iſt ein Stück
Rhein=
uferſanierung geleiſtet worden und eine die Rheinpromenade
verunzie=
rende Lagerhalle verſchwunden. Der vor dem Halleplatz befindliche, ſeit
langen Jahren von der Rhein=Main=Schiffahrtsgeſellſchaft als Büro und
Lagerraum benützte, etwa 10 Meter breite und 30 Meter lange Schuppen
iſt abgeriſſen worden, ſo daß Spaziergänger jetzt einen ungehemmten
Blick über den Rhein nach dem Taunus zu haben.
* Mainzer Tageskalender für Mittwoch, den 1. April. Stadttheater:
20 Uhr. Abonnement B. „Ein kurzes Leben‟ Ein Spiel in 2 Akten
(4 Bildern). Dichtung von Carlos Fernandez Shaw. Muſik von
Manuel de Falla. Hierauf: „Petruſchka”. Tanz=Dichtung aus dem
ruffi=
ſchen Volksleben in 4 Szenen von Jgor Strawinſky. Preiſe 3. Ende
22.10 Uhr — Ufa=Palaſt: Tonfilm „Der Mann, der den Mord
be=
ging”. — Staatstheater Wiesbaden. Großes Haus: „Die toten Augen”
Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.15 Uhr. Kleines Haus: „Jphigenie auf
Tauris”. Anfang 20 Uhr, Ende gegen 22 Uhr. — Kurhaus Wiesbaden.
16 und 20 Uhr: Oberammergauer Paſſionsſpiele.
— Waſſerſtands=Nachrichten vom 31. März. Rhein: Hüningen
1.85, Kehl 3,30, Maxau 5.27, Mannheim 4,65, Mainz 2,00. Bingen 2,96,
Caub 3,44, Köln 3,58 Meter Main: Schweinfurt 1,66, Würzburg
1,78, Lohr 2,06, Steinheim 2,55, Hanau 3,06, Koſtheim (Staatspegel)
1,63, dito Waſſertiefe 3,64 Meter.
* Gonſenheim, 31. März. Beerdigung des von
Kommu=
niſten erſtochenen Mineralwaſſerhändlers Pauly.
Der von den Kommuniſten niedergeſtochene Mineralwaſſerhändler Pauly
wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung zu Grabe getragen.
Ein großer Leichenzug bewegte ſich kurz nach 13 Uhr vom Trauerhauſe
aus nach dem Friedhof. Der Kriegerverein wie auch die Altersgenoſſen
des Ermordeten legten am Grabe des auf ſo heimtückiſche Weiſe ums
Leben Gekommenen einen Kranz nieder. Auch die Nationalſozialiſten
hatten ſich in Zivil in großer Zahl an dem Leichenbegängnis beteiligt
und ebenfalls einen Kranz mit Schleife am Grabe niedergelegt.
Ab. Bingen a. Rh., 31. März. Altbürgermeiſter Dr.
Neff feierte am Dienstag, den 31. März, bei voller geiſtiger und
kör=
perlicher Rüſtigkeit ſeinen 70 Geburtstag. 33 Jahre lang führte das
greiſe Geburtstagskind die Geſchicke unſerer Stadt mit großer Umſicht
und lebt zurzeit im Ruheſtand. In Anerkennung ſeiner großen
Ver=
dienſte um das Wohl Bingens verlieh ihm die Stadt vor Jahren die
höchſte Würde des Ehrenbürgers.
hergestellt.
Perwachs ist kelne flüssige oder harte
Bohner-
masse, sondern eine Creme, dle sich ohne lede
Mühe leicht auftragen und verteilen läßt.
Perwachs ist sehr erglebig und sparsam im
Verbrauch und ermöglicht das Polieren sofort
nach dem Auftragen.
Perwachs hat nicht den scharten, besondersz
für Kinder ungesunden, ätzenden Geruch, wie
viele andere Bohnermittel. im Gegentell.
Perwachs vorbreitet einen wirklich
angeneh-
men und erfrischenden Tannenduft.
Verwachs verleiht jedem Fußboden, ob
Lino-
leum, Parkett oder Steinholz, ob natur,
ge-
strichen oder gebelzt, einen geradezu
frappie-
sonden Hochglanz.
Verwachs steht im Preis nur um Pfennige höher
als dle bisherigen Poller- und Bohnermittel,
da-
für aber in der Quaſität in unerreichter Höhe.
die mit Perwachs behandelten Fußböden und
Freppen werden wunderbar hochglänzend, aber
nicht glatt. Ein Ausrutschen ist so gut wie
aus=
geschlossen. Perwachs erzeugt einen derartig
glasharten Hochglanz, daß Fußspuren und
Fingerabdrücke nicht mehr zurückbleiben.
Solche Vorzüge haben Sle wohl kaum erwartet. Perwachs erfülkt tatsächlich alle Ansprüche,
die nach bisherigem Stand der Fach-Wissenschaft und Technik an ein Bohnermittel überhaupt
gestellt werden können. Sle ist wahrhaft wunderbar, die moderne Bodencreme Verwachs
Seite 10
Mittwoch, dm 1. April 1931
Nummer 91
EHT
Meinrad.
Die Geburt ihres Stammhalters geben
bekannt
Regierungsrat Dr. Boll und
Frau Maria Elisabeth, geb. Schott.
Darmstadt, Soderstr. 111, am 31. März 1931.
Todes=Anzeige.
Heute mittag 12‟, Uhr verſchied nach kurzem.
aber ſchweren L iden info ge eines
Schlag=
anfalles unſere gute Miier und Großmutter
Frau
uguſte Salonstelswe.
geb. Monkel
im 65. Lebensjahr.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Hermine Daſcher, geb. Galonske.
Groß=Zimmern, den 31. März 1931. f5220
Die Beerdigung ſindet Donnerstag, den 2. April 1931,
nachmittags 3 Uhr ſiatt.
Der C. C. des Corps „Rhenania” erfüllt hiermit
die traurige Pflicht, anzuzeigen, daß ſein lieber A. H.
Frieurich Ren
RRf 4444"
rec. 20. 11. 1885
Oberbaurat i. R.
am 30. März in Darmſtadt nach längerem Leiden
verſtolben iſt.
J. A. d. C. C. der „Rhenania”
J. Wenner, F.=V.
Die Beerdigung findet Mitt voch, den 1. April,
15.30 Uhr, vom Portal des alt in Friedhofes (Nieder=
Ramſtädterſtraße) aus ſtatt. 5262
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten und Bekannten die traurige
Nachricht, daß mein lieber Mann, unſer
treuſorgen=
der Vater, Großvater, Bruder, Schwager u. Onkel
Leonhard Diheim Frieutic...
Metzgermeiſter
heute nach kurzer Krankheit im Alter von nahezu
62 Jahren verſtorben iſt.
In tiefer Trauer:
Maria Friedrich, geb. Kunkel
Familie Adam Blumenſc ein
Fumilie Studienrat Dr. Ludwig Friedrich.
Brensbach, Darmſtadt, 31. März 1931.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 2. April,
nachmittags 3 Uhr ſtatt.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Unſere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und
Großmutter
Frau Sophie Gras Wwe.
geb. Storck
wurde am 31. März 12.15 Uhr nachts im 73.
Lebens=
jahr nach kurzem ſchweren Leiden aus unſerer Mitte
geriſſen.
In tiefer Trauer:
Familie Dr. Haſſer.
Büttelborn, den 31. März 1931.
(5190
Die Beerdigung fidet Donnerstag nachmittag 9½ Uhr
ſtatt.
Am 30 März ſtarb mein lieber Gatte, unſer guter Vater,
Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel
Feieurich Ren
Oberbaurat i. R.
im Alter von 67½ Jahren.
Die Beiſetzung erfolgt Mittwoch, den 1. April, ½4 Uhr, auf
dem alten Friedyof in aller Stille.
Blumenſpenden dankend verbeten.
Mala Reh, geb. Jochem.
Für die überaus warme und herzliche
An=
teilnahme bei dem ſchweren, unerſetzlichen
Verluſie unſeres innigſigeliebten Gatten,
Vaters und Großvaters ſagt in aller Namen
herzlichen Dank
Flora Diehl Wwe., geb. Ewald.
Darmſtadt, Heinrichſir. 93.
(5208
Für die zahlrei hen Beweiſe
aufrich=
tiger Teilnahme an dem ſchweren
Verluſt, den wir durch dasHinſcheiden
unſerer unvergeßlichen teueren Mutter
Am 28. März verſchied nach ſchwerem Leiden mein
innigſigeliebter Gatte, unſer lieber Vater
Herr Zinotich Schgellgen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Anna Schubiegel.
Darmſtadt, den 31. März 1931.
Landwehrſtr. 19.
Die Beerdigung fand auf Wunſch des Eniſch’afenen in aller Siille ſiatt.
Pſ. 126, 1—3.
Dem Herrn hat es gefallen, meinen lieben Mann,
unſeren treubeſorgten Vater, Großvater,
Schwieger=
vater, Bruder, Schwager und Onkel
Sohannes Suſt,
nach ſchwerem, mit Geduld und Stille ertragenem
Leiden heimzurufen in ſein himmliſches Reich.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Eva Maria Bitſch Pwe., geb. Hechler.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 1. April, 14 Uhr,
vom Sterbehauſe in Allertshofen aus ſtatt. (*
für Herzkranke und an
Arterienverkalkung
Leidende, ist völlig
un-
schädlich, frei von allen
Nebenwirkungen und gut
bekömmlich. (I. L. 4966
Alle Stoffe werden
bis zur Anprobe
zugeſchnitten
und eingerichtet
durch Schneidermeiſterin
Moderniſ. v. Damenkldg
Schnittmuſt. n. Maß
am Körper gearbeitet.
Bendelſtadtſtr.
(1333a)
47.
Apotheken zu haben.
Vasosalvin-Laboratorium,
Leipzig G1
Musikalien
nirgends
billiger
als bei
Christian
ARNOLD
am weißen Turm.
(4696b
Frau Roſa Zixler
erlitten haben, ſpreche ich meinen
herzlichen Dank aus
Tirza Fixler
Darmſtadt.
Für die mir anläßlich meines 80.
Ge=
burtstags erwieſene Ehre und
Auf=
merkiamkeiten nebſt zahlreichen
Blumen=
ſpenden ſage Allen meinen herzlichſten
Dank.
Jean Chriſf.
Pack= u.
Einſchlag=
papier
kauf. Sie ſehr bill.
Papier=Großhandl.
Skurnik. Bleichſtr. 46
Tel. 1791. (5247b
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Am Gründonnerstag, abends 6 Uhr, findet auf dem Rot=Weiß=Platz
in der Rheinallee zwiſchen obigen Mannſchaften ein Freundſchaftsſpiel
ſtatt. Der Ulmer FV. 94 ſpielt zum erſtenmal in Darmſtadts Mauern.
Es iſt das erſte Spiel der ſich auf einer Oſterreiſe befindlichen Ulmer
Mannſchaft, die von hier weiter nach Wiesbaden und Ludwigshafen
führt. Die Ulmer Mannſchaft errang bei den diesjährigen
Verbands=
ſpielen hinter 1860 München den zweiten Tabellenplatz in der
ſüdbaye=
riſchen Bezirksliga. In der Spielſaiſon 1930/31 abſolvierte die
Mann=
ſchaft 38 Spiele, von denen 25 gewonnen, 9 unentſchieden und 4 verloren
wurden. Dabei wurde ſie Sieger über erſte württembergiſche und
bayeriſche Spitzenmannſchaften. Die Mannſchaft beſiegte ferner Pfalz
Ludwigshafen mit 12:5 Toren, Pol. Sp.V. Stuttgart (letztjähriger
End=
ſpielteilnehmer an der ſüdd. Vokalmeiſterſchaft) mit 8:6 Toren. Sie
wurde ferner Sieger in der Siemens=Pokalrunde, bei der namhafte
Gegner wie D. S. V. München. Jahn München u. a. teilnahmen. — Eine
große Verſtärkung ſcheint die Mannſchaft neuerdings durch den Zugang
des der Darmſtädter Handballgemeinde nicht unbekannten früheren
Darmſtädter Spielers Dietz erhalten zu haben, der in dem 5:0=
Städte=
ſpiel Ulm — Heidenheim allein 3 Tore ſchoß. Er ſoll, was techniſche
Ballbehandlung und Schußvermögen anlangt, Hervorragendes leiſten. —
Zuſammenfaſſend darf alſo über die Ulmer Mannſchaft geſagt werden,
daß dieſelbe infolge ihrer Spielſtärke und ihres Könnens
hervorragen=
den Handball zeigen wird, und daß die Zuſchauer auf ihre Koſten
kom=
men ſverden.
Tgeſ. Ober=Ramſtadt — Tv. Groß=Gerau 2:1 (0:0).
Beide Vereine lieferten ſich in Ober=Ramſtadt ein ſpannendes Spiel,
das der Gaſtgeber verdient gewann. Erſt nach dem Wechſel fielen die
Tore, nachdem das Spiel bis zur Pauſe torlos ſtand. 2. Mannſch. 6:0.
TV. Roßdorf — TV. Lenafeld 4:8 (2:3).
In dieſer Höhe nicht verdient, konnten die Gäſte in einem echten
Freundſchaftsſpiel dem Platzbeſitzer eine Niederlage beibringen. Es war
ein von Anfang bis zum Schluß ſehr ſpannendes und jederzeit offenes
Spiel, das die körperlich durchweg überlegenen Gäſte dank ihrer
vorzüg=
lichen Wurfkraft im Sturm für ſich entſcheiden konnten. — Jugend —
TV. Lengfeld 2. 3:0.
Am 2. Oſterfeiertag, 15 Uhr, empfängt der TV. Roßdorf den TV.
1846 Mainz=Bretzenheim.
TV. Gundernhanſen — TV. Langſtadt.
Am 2. Oſterfeiertag empfängt Gundernhauſen den TV. Langſtadt zu
einem Freundſchaftsſpiel. Gegen die Gäſte, die eine flinke und eifrige
Mannſchaft ins Feld ſtellen, müſſen die Einheimiſchen alles aufbieten,
um nicht eine Ueberraſchung zu erleben. Vor dem Spiel, um 2 Uhr.
treffen ſich die 2. Mannſchaften.
Abſchluß der Europa=Ringermeiſterſchaften.
Erſt in ſpäter Nachtſtunde wurden am Montag in Prag die Eurova=
Meiſterſchaften im griechiſch=römiſchen Ringen zu Ende geführt. Im
Leichtgewicht errang Deutſchland durch Sperling=Dortmund den
Meiſtertitel, während ſich im Bantam= und Federgewicht der
Olympia=
ſieger Leucht=Nürnberg und ſein Landsmann Hering mit dem
3. bzw. 2. Platz zufrieden geben mußten. In den beiden
Schwergewichts=
klaſſen wurden Vogedes=Dortmund und Gehring=
Ludwigs=
hafen jeweils Dritte. Das Länderklaſſement: 1. Finnland 13 P., 2.
Schweden 12 P., 3. Deutſchland 8 P., 4. Italien 2 P.,
Tfchecho=
lowakei, Norwegen und Lettland je 1 P.
Den Hefſen=Turnkampf um den Wanderpreis des Staatspräſidenten
gewann am Sonntag Gau Rheinheſſen mit 881 Punkten vor
Oberheſſen (829) und Starkenburg (805½) Punkten.
Der Daviskampf Argentinien — Paraguay in Aſuncion endete mit
5:0 zugunſten der Argentinier.
Das Uebungsſpiel der deutſchen Hockeh=Internationalen in Berlin
ſah die „Deutſche Verteidigung” gegen den „Deutſchen Sturm” mit 2:1
(1:0) erfolgreich.
V. f. R. Beerfelden — SV. Roßdorf 0:6.
Sportverein Roßdorf weilte zum fälligen Verbandsſpiel in
Beer=
felden und holte ſich dort erwartungsgemäß mit einem ſicheren 6:0=Sieg
beide Punkte, obwohl die Elf diesmal nicht die ſonſt von ihr gewohnte
gute Form zeigte. Hoffentlich war dies nur ein vorübergehendes
Nach=
laſſen, denn die kommenden, zum größten Teil noch ſehr ſchweren
Spiele erfordern den Einſatz des ganzen Könnens jedes einzelnen
Spie=
lers, wenn die Meiſterſchaft, die dieſes Jahr greifbar nahe gerückt iſt,
nicht doch noch im letzten Augenblick verloren gehen ſoll.
Die 2. Mannſchaft von Roßdorf ſiegte zu Hauſe im Verbandsſpiel
der B=Klaſſe gegen F. Sp.D. Klein=Zimmern 3:0. Trotz des Sieges
ent=
täuſchten die Einheimiſchen ſehr. Die recht gut veranlagten Spieler
könnten weit Beſſeres leiſten, wenn jeder Spieler beſſer Platzhalten und
vor allem genauer zuſpielen würde. Auch das Kopfſpiel iſt noch
mangel=
haft. Dann müſſen ſich die Spieler gegenſeitiges Kritiſieren abgewöhnen,
das auf die Zuſchauer keinen guten Eindruck macht.
FSV. Groß=Zimmern — SC. Ober=Ramſtadt 2:0.
Vor zirka 500 Zuſchauern trafen ſich obige Mannſchaften in Groß=
Zimmern zum fälligen Verbandsſpiel und zeigten im großen ganzen ſehr
ſchönen Fußball. Das Spiel war zeitweiſe ſehr hart, überſchritt aber
nie die Grenzen des Erlaubten. Der Gäſteverein zog alle Regiſter
ſei=
nes Könnens, um wenigſtens ein Unentſchieden zu erzwingen, doch blieb
ihm dies verſagt. Ober=Ramſtadt hatte ſeinen beſten Mannſchaftsteil in
der Verteidigung und in ſeinem Torwart. Groß=Zimmern, in ſtärkſter
Aufſtellung, blieb durch techniſch beſſeres Spiel verdient Sieger.
Her=
vorzuheben iſt bei Groß=Zimmern der Tormann wegen ſeines ſicheren
Auftretens; ſo hielt er glänzend einen für die Gäſte verhängten
Elf=
meter. Die Verteidigung, die Läufer, auch der Sturm konnte gefallen,
doch hätte bei einem beſſeren Zuſammenſpiel ein höheres Reſultat
er=
zielt werden können. Der Pfeifenmann, ein Herr aus Mainz=
Lauben=
heim, im allgemeinen gut, ſtieß jedoch mit manchen ſeiner
Entſcheidun=
gen auf ſtarken Widerſpruch des Publikums. — Groß=Zimmern 2. —
Groß=Umſtadt 1. (B=Meiſter) 2:1: Groß=Zimmern 1. Jugend —
Ar=
heilgen 1. Jugend 1:0.
Max Schmeling wird vorausſichtlich am 19. Juni in Chicago gegen
Young Stribbling ſeinen Weltmeiſtertitel verteidigen.
Zwiſchen dem Titelhalter Piſtulla und ſeinem Herausforderer
Heu=
ſer wird vorausſichtlich am 30. April in Berlin ein neuer Kampf um
die deutſche Halbſchwergewichts=Meiſterſchaft ausgetragen werden.
Geſchäftliches.
Das Wunderwerk mit tauſend Gehirnen!
Kein Gelehrter, geſchweige denn ein anderer Menſch, iſt
im=
ſtande, auch nur auf einigen Gebieten ein Univerſalwiſſen zu
be=
tzen, viel weniger auf Tauſende von Fragen die richtigen
Ant=
worten zu geben. Daher wurde von einer großen Anzahl von
Wiſ=
ſenſchaftern und Fachleuten in jahrelanger Arbeit das geſamte
Wiſſen der Welt zuſammengetragen, alphabetiſch geordnet, alſo
ſofort nachſchlagbar, und in ein großes Lexikon gebracht. Man
müßte nun annehmen, daß jeder einzelne beſtrebt ſei, ein ſolches
Univerſalwerk des Wiſſens zu beſitzen. Dieſes iſt wohl auch der
Fall; nur ſcheiterte es bisher immer an den zu hohen
Anſchaf=
fungskoſten.
Der Verlag Peter J. Oeſtergaard, Berlin=Schönberg. hat
nun=
mehr der deutſchen Leſerwelt mit ſeinem großen Volkslexikon in
20 Bänden eine Ueberraſchung beſchert. Die Bände haben
Voll=
lederrücken mit echter Goldprägung und Vollederecken, alſo die
allererſtklaſſigſte Aufmachung, die man ſich denken kann. Und was
die Hauptſache iſt: Damit ſich jeder dieſes große Univerſalwerk
anſchaffen kann, wird dasſelbe zu dem unerhört niedrigen Preis
von 7.50 Mark für den Band geliefert. Dabei ſteht es jedem frei,
das große Werk in monatlichen Raten von 2.50 Mark zu bezahlen,
ein Betrag, den jeder für ein ſo vorzügliches Werk aufbringen
kann. Das Oeſtergaard,Lexikon enthält über 22 000 Spaltſeiten
Text, außerdem über 8000 lehrreiche Bilder im Text, viele farbige
Landkarten und zahlreiche farbige Bildtafeln.
Das Oeſtergaard=Lexikon hat aber auch andere bedeutende
Vorteile, indem es den unnötigen Leſeballaſt aus der
Vorkriegs=
zeit wegläßt, hierfür aber alle Neuerungen aus allen Gebieten
ausführlich bringt. Hier iſt ein Lexikon entſtanden, in dem man
nicht nur nachſchlägt, ſondern weiterlieſt und ſich über alles
orien=
tiert. Das Oeſtergaard=Lexikon iſt tatſächlich das Wunderwerk
mit tauſend wiſſenſchaftlichen Köpfen, das auf alle Fragen, die
man beantwortet haben möchte, zuverläſſig Auskunft gibt. Durch
den erſtaunlich billigen Preis wird es jedem Vorwärtsſtrebenden
Nummer 91.
möglich gemacht, ſich dieſes große 20bändige Lexikon anzuſchaffen.
Der Verlag Oeſtergaard liefert nun jedem, der ſich erſt überzeugen
will, ob das Werk wirklich für ihn in Frage kommt, den erſten
Band fünf Tage koſtenlos zur Anſicht. In der heutigen Nummer
finden Sie auf einem Proſpekt einen Bezugsſchein, den Sie
unter=
ſchreiben und einſchicken können.
Aus deutſchen Bädern.
Garmiſch=Partenkirchen”. Feuerſchaden im
Kurhof. Dr. Wiggers Kurhof, der unterhalb vom Haupthaus
Dr. Wiggers Sanatorium mitten im Park gelegen und zurzeit
ge=
ſchloſſen iſt, wurde von einem Dachbrand heimgeſucht. Das
Dach=
geſchoß iſt ausgebrannt, auch der Schaden durch Waſſer iſt nicht
unerheblich, jedoch durch Verſicherungen voll gedeckt. Da alle
üb=
rigen Bauten, vornehmlich auch das wie erwähnt einige hundert
Meter entfernt gelegene Haupthaus von dem Brand im Kurhof
vollkommen unberührt geblieben ſind, iſt der Betrieb Dr. Wiggers
Sanatorium in jeder Beziehung ungeſtört. Der Kurhof wird für
die Sommer=Saiſon wieder voll in Betrieb ſein.
Rundfunk=Brogramme.
Frankfurt a. M.
Mittwoch, 1. April.
15.20: Stunde der Jugend.
16.30: Bremerhaven: Bord=Konzert.
18.15: Otto Schwerin: Verbrechen und Ladengeſchäfr.
18.45: Dr. H. Lüdiger: Von Andree zu Nobile.
19.15: Amtsgerichtsdir. Dr. Kallee: Landwirtſchaftl. Arbeitsvertrag.
19.45: Cello=Konzert: Mitw.: Gaſpar Caſſado (Violoncell), Hans
Rosbaud (Klavier),
20.45: Karlsruhe: Die Maienkönigin; Schäferſpiel von Kalbeck,
Muſik von Gluck.
21.35: Bunter Abend; Hundert Minuten .. . . . Das Rundfunk=Or=
Geſter: Die Tanzkapelle Hans Adler.
Königswnſterhauſen.
Deutſche Welle: Mittwoch, 1. April
14.45: Kinderſtunde. Kindertheater: „Deutſche Oſtern”
15.45: Marion Dautzenberg: Was Hausfrau und Hausangeſtellte
vom Arbeitsrecht wiſſen müſſen.
16.00: Dir. K. Triebold: Der Stand der Freiluft= und
Wald=
ſchulbewegung in Deutſchland.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30. O. Beſemfelder: Paſſions=Dichtungen und Paſſions=Lieder.
18.00: Prof. Dr. Amſel: Lehrgang für Einheitskurzſchrift.
18.30: Dr. J. Lewin: Die Eroberung der Welt.
19.00: Oberpräſident Dr. Falck: Die beamtenrechtliche Bedeutung
der Notverordnung.
19.30: Min.=Rat Dr. Schmidt: Die Senkung der Baukoſten.
20.00: Rückblick auf Platten. (März)
20.30: Balladen, Geſchichten, Romanzen. Mitw.: Luiſe Gmeiner
(Flügel). Valeska Stock, F. Bonn (Rezitation), Th. Scheidl
(Bariton).
22.30: Abendunterhaltung. Dr. Ernſt Römer und ſein Orcheſter.
Wetterbericht.
Unvermindert hat die Kältluftzufuhr weiter angehalten, ſo daß noch
keine Aenderung der Luftdruckverteilung eingetreten iſt. Nach wie vor
verläuft der hohe Druck von Norden nach Süden mit ſeinem Kern über
Skandinavien. Infolgedeſſen wird auch die Wetterlage noch keine
Aen=
derung erfahren. Vorläufig kommt es weiter zu Nachtfroſt und
wäh=
rend des Tages bleibt es kühl.
Ausſichten für Mittwoch, den 1. April: Leicht wolkig und aufheiternd,
trocken. Nachtfroſt, tagsüber noch kühl.
Ausſichten für Donnerstag, den 2. April: Uebergang zu etwas milderem
Wetter wahrſcheinlich.
Waldemar=Peterſen=Haus der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt
Hirſchegg, Kl. Walſertal.
Schneebericht. Schneehöhe: 120 Zentimeter Alt= und 10 Zentimeter
Neuſchnee (Pulver); Temperatur: nachts 10 Grad minus; Wetter:
hei=
ter; Skibahn: ſehr gut.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Maupe
Veranwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feutlleion, Reich vnu
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort Dr. Herberi Reite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willv Kuble=
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[ ← ][ ][ → ] Die Realkredikgewährung im Februar 1931.
Die Statiſtik der Boden= und Kommunal=Kredit=Inſtitute für den
Monat Februcr 1931 umfaßt unverändert 103 Anſtalten. Der
Geſamt=
imlauf an Schuldverſchreibungen (einſchließlich Sachwertanleihen)
er=
höhte ſich bis zum 28. Februar 1931 (alles in Mill. RM.) bei einem
Bruttozugang (ausfchließlich Zugang an
Aufwertungsſchuldverſchrei=
gungen) von nur rund 146 (im Vormonat 219) und einem Abgang von
71 (125) — was einem Reinzugang von 75 (94), davon 60 (89) bei
den Pfandbriefen und 15 (5) bei den Kommunalobligationen, entſpricht
— auf 12324 (12240), in welcher Zahl der Zugang der
Liquidations=
pfandbriefe von 5 (19) und der Aufwertungsſchuldverſchreibungen von
4 (3) berückſichtigt iſt.
Im einzelnen belief ſich der Bruttozugang bei den
Pfandbrie=
fen (Inland) bei einem Umlauf von 6716 (am 31. 1. 1931: 6641) auf
122 (198), der Abgang auf 47 (67), ſo daß ſich hier ein
Netto=
zugang von nur 75 (131) ergibt. Der Hauptanteil des Zugangs
entfällt mit 63 (119) noch auf den Sprozentigen Typ, dem dichtauf der
Tprozentige Typ mit einem Zugang von 49 (57) folgt. Beim 7
½prozenti=
gen Typ ſtellte ſich der Zugang auf 7 (19). Auch beim Abgang ſteht der
8prozentige Typ mit 22 (31) an der Spitze, ihm folgt der 10prozentige
Typ mit 15 (22). Beim Zugang des 8prozentigen Tyos enfallen 39 (58)
auf die Hypothekenaktienbanken und 24 (58) auf die öffentlich=rechtlichen
Kreditanſtalten, beim Zugang des 7prozentigen Typs 34 (39) auf die
Hypothekenaktienbanken und 11 (14) auf die öffentlich=rechtlichen
Kredit=
anſtalten. — Bei den Kommunalobligationen (Inland) —
Umlauf 1934 gegen 1918 — ſtellte ſich der Bruttozugang auf 23 (20)
und der Abgang auf 6 (10); der Nettozugang belief ſich ſomit auf
17 (10). Hier entfallen von dem Bruttozugang 12 (13) auf den 8
pro=
zentigen und 7 (4) aufden 7prozentigen Typ, vom Abgang 4 (6) auf den
Sprozentigen Typ.
Der Auslandsabſatz an Pfandbriefen und
Kommunalobli=
gationen (Umlauf 1207 gegen 12) war mit rund 1 wieder minimal
(im Vormonat 0), aber auch der Abgang mit 3 (20) war ſehr gering.
Liquidationspfandbriefe und
Aufwertungsſchulverſchrei=
bungen (Umlauf 2373 gegen 2376) wurden 9 (22) neu in den Verkehr
gebracht, der Abgang beträgt 13 (26).
Die Geſamtſumme des Beſtandes an Hypotheken,
Kommunaldarlehen und ſonſtigen Darlehen ſtellte ſich am 28. Februau
1931 auf 14 526 (14 444). Davon entfallen 11 820 (11 727) auf das
Neu=
geſchäft und 2589 (2599) ſind aus Aufwertung entſtanden. Von dem
Zugang von 93 (87) kommen 23 (22) auf landwirtſchaftliche, 38 (48) auf
ſtädtiſche Hypothefen, 30 (17) auf Kommunaldarlehen und 2 (1) auf
ſon=
ſtige Darlehn,
Wirtſchaftliche Rundſchanu.
Die Judexziffern für die Lebenshaltungskoſten. Die
Reichsindex=
ziffer für die Lebenshaltungskoſten (Ernährung, Wohnung, Heizung,
Beleuchtung, Bekleidung und „ſonſtiger Bedarf”) beläuft ſich uach den
Feſtſtellungen des Statiſtiſchen Reichsamtes für den Durchſchnitt des
Monats März auf 137,7 gegenüber 138,8 im Vormonat. Sie iſt ſomit
um 0,8 Prozent zurückgegangen. An dem Rückgang ſind hauptſächlich
die Bedarfsgruppen Ernährung, Bekleidung und ſonſtiger Bedarf”
be=
teiligt, und zwar ſind zurückgegangen die Indexziffern: Ernährung um
11 auf 129,6 Prozent, Bekleidung um 1,5 auf 142,5 Prozeut, „ſonſtiger
Bedarf” um 0,6 auf 185,5 Prozent. Die Indexziffer für Wohnung iſt
mit 131,8 unverändert, die Inderziffer für Heizung und Beleuchtung
mit 150,3 nahezu unverändert geblieben,
Preisſchutz=Garantie beim Bezug von Chileſalpeter. Die
Chileſal=
peter G. m. b. H., Berlin, gibt bekannt, daß ſie, um ihren Käufern eine
größere Sicherheit beim Bezug von Chileſalpeter zu geben, eine
Preis=
ſchutz=Garantie gewährt. Somit wird allen Käufern in Deutſchland für
die Mengen, die ſich am 30. 6. 1931 unverkauft auf Lager befinden, eine
Entſchädigung zugeſprochen, die der Differenz entſpricht zwiſchen dem
Preiſe für Lieferung Juni 1931 und dem Preiſe, der für Lieferung
Juli 1931 feſtgeſetzt wird. Dieſe Garantie erſtreckt ſich auch auf
Unter=
käufer, ſoweit dieſe Händler oder Genoſſenſchaften ſind, und die Ware
aus einem Weiterverkauf nachweislich unverkauft auf Lager haben.
Von der Frankfurter Börſe. Vom 1. April 1931 ab wird die
Notfe=
rung der nachfolgenden Wertpapiere an der hieſigen Börſe eingeſtellt:
Aktien der Filzfabrik Aktiengeſellſchaft, Fulda, wegen Ablauf der
Ein=
reichungsfriſt anläßlich der Zuſammenlegung des Aktienkapitals;
Papier=
mark=Kommunal=Obligationen Serie 1 und 2 der Pfälziſchen
Hypotheken=
bank wegen Abfindung gegen 4½prozentige Liquidations=Goldpfandbriefc.
Stillegung der Hefrag in Wölfersheim. Wie von der Leitung des
Braunkohlenſchwelkraftwerkes Heſſen=Frankfurt A.=G (Hefrag) in
Wöl=
fersheim mitgeteilt wird, hat die Hefrag beſchloſſen, ihre Betriebe
ſtill=
zulegen, da ſich infolge der ſchwierigen Wirtſchaftslage die
Abſatzbedin=
gungen für die in Wölfersheim anfallenden Produkte ſeit einiger Zeit
ſtark verſchlechtert haben und eine Beſſerung der Marktlage nicht
ab=
zuſehen iſt. Von der Stillegung werden etwa 1300 Arbeiter und
An=
geſtellte betroffen.
Elektrotechn. Fabrik Biſchof u. Henſel A.=G., Mannheim. Die
Ge=
ſellſchaft legt ihren Geſchäftsbericht für das Jahr 1930 vor. Infolge
der Wirtſchaftskriſe geſtaltete ſich das Geſchäft ſehr unbefriedigend. Der
Bruttogewinn zeigt gegenüber dem Vorjahre eine Verminderung von
rund 77000 RM. und beträgt 201 683 RM., wovon Handlungsunkoſten
127 393 RM. und Steuern 43 558 RM. erforderten. Nach
Berückſichti=
gung der mit 4727 (44 061) RM. vorgenommenen Abſchreibungen
ver=
bleibt ein Reingewinn von 26 503 (37 012) RM. Der für den 24. April
einberufenen Generalverſammlung wird die Verteilung einer Dividende
von 8 Prozent (10 Prozent) vorgeſcblagen. Nach Zuweiſung von 6000
RM. an den geſetzlichen Reſervefonds und Verwendung von 400 RM.
für Tantieme gelangen 2524 RM. zum Vortrag auf neue Rechnung.
Enorme Erhöhung der argentiniſchen Einfuhrzölle auf Filme. Die
argentiniſche Regierung hat nach einer Meldung aus Buenos Aires
be=
ſchloſſen, den Einfuhrzoll auf Filme um das Fünfzehnfache des
bis=
herigen Satzes zu erhöhen. Dieſe Maßnahme bedeutet nach Anſicht der
Fachkreiſe den Ausſchluß ſämtlicher ausländiſcher, beſonders
amerika=
niſcher Filme. Die amerikaniſchen Verleihfirmen beſchloſſen, nach dem
8. April keine Verleihungen mehr vorzunehmen, falls die Zollerhöhung
bis dahin nicht aufgehoben worden iſt. Die argentiniſchen
Filmverleih=
inſtitute und Kinobeſitzer erklären, daß die Zollerhöhung, falls ſie ni.he
abgeändert werde, die Schließung ſämtlicher Kinos von Ende April ab
bedeute.
Berliner Produktenbericht vom 31. März. Die bevorſtehende
vier=
tägige Verkehrsunterbrechung machte ſich am Produktenmarkte in einem
weiteren Nachlaſſen der Geſchäftstätigkeit bemerkbar. Das Preisniveau
erfährt nur unbedeutende Veränderungen, da der vorſichtigen Nachfrage
der Mühlen und Reporteure auch nach wie vor nur geringes Angebot
der erſten Hand gegenüberſteht; die Landwirtſchaft iſt in verſtärktem
Ausmaße mit Feldarbeiten beſchäftigt. Für Weizen und Roggen zur
prompten Verladung wurden etwa geſtrige Preiſe bewilligt, wobei ein
Teil des geringen Offertenmaterials bereits von den Provinzmühlen
aufgenommen wird. Am Lieferungsmarkte ſchienen die
Märzengage=
ments ziemlich glatt erledigt zu ſein, ebenfalls waren die Notierungen
nur unweſentlich verändert. Roggen blieb auch für ſpätere Lieferung
gehalten, während Weizen bis 1½ Mark niedriger einſetzte. Weizen=
und Roggenmehle haben bei unveränderten Mühlenofferten kleinſtes
Be=
darfsgeſchäft. Hafer und Gerſte liegen ruhig, aber ziemlich ſtetig.
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 95.75 RM. — Die
Notie=
rungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die
Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte
Liefe=
rung und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium,
98= bis 99proz., in Blöcken. Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM
desgl. in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 174 RM., Reinnickel,
98= bis 9proz. 350 RM., Antimon Regulus 52—54 RM.,
Fein=
ſilber (1 Kilogramm fein) 39—41 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 31. März ſtellten ſich für
Kupfer: April 81.50 (82.75) Mai 81.50 (83), Juni 82 (83),
Juli 83.75 (84.50), Auguſt 84 (85), Sept. 85 (85). Okt., Nov und
Dez. 85 (85.25) Jan. 85 (85.50), Febr. 85.25 (85.50) Tendenz:
ſtetig. — Für Blei: April 23 (24.50), Mai 23.50 (24.50). Juni
und Juli 23.50 (24.25), Auguſt, Sept. und Okt. 23,75 (24.25),
Nov., Dez. Jan. und Febr. 23.75 (24). Tendenz: luſtlos. — Für
Zink: April 22.50 (23), Mai 22.50 (24), Juni 23 (24), Juli
23,50 (23.75), Auguſt 23.75 (24), Sept. 23.75 (24.50) Okt. 24.25
(25), Nov. 24.75 (25.25). Dez. 24.75 (25.75), Jan. 25.25 (25.75),
Febr. 25.50 (26). Tendenz: luſtlos. — Die erſten Zahlen bedeuten
Geld, die in Klammern Brief.
Frankfurter und Berliuer Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 31. März.
Die Börſe lag überraſchend ſehr widerſtandsfähig und eher
freund=
licher, obwohl man vorbörslich angeſichts der flauen Auslandsbörſen des
etwas zurückhaltenden Berichtes der Deutſchen Bank ſowie ſchwächerer
Eiſenmarktberichte eine ſchwächeren Verlauf der Börſe erwartet hat.
Das Geſchäft ſpielte ſich faſt ausſchließlich am Farbenmarkte ab, wobei
Farbeninduſtrie bis 150½ Prozent anzogen und damit 3 Prozent
ge=
wannen. Die Bewegung hatte die verſchiedenſten Gerüchte ausgelöſt, ſo
wöllte man von einer 12prozentigen Netto=Dividende bei J. G.
außer=
dem von einem Kapitalrückkauf nach dem Beiſpiel der DD=Bank wiſſen.
Als Käufer am J. G. Markte trat eine Großbank auf. Sachliche
Gründe der ganzen Bewegung waren jedoch nicht feſtzuſtellen. Die
übrigen Märkte profitierten naturgemäß von den Vorgängen am
Far=
benmarkte, derzeichneten aber Kursgewinne nur gringeren Umfangs.
Es gewannen Erdöl 1 Prozent, Rütgers ½ Prozent. Am Elektromarkte
zogen Siemens um 1 Prozent, Schuckert 1½ Prozent, A.E.G ½
Pro=
zent an. Montanwerte ruhig. Stahlverein 1½, Rheinſtahl 1½,
Man=
nesmann ¼ Prozent freundlicher. Großbanken nur leicht gebeſſert. Am
Zellſtoffmarkt Waldhof 2 Prozent höher. Am Kalimarkt nur
Salzdet=
furth 2½ Prozent freundlicher, während Weſteregeln 3½ Prozent
nied=
riger einſetzten. Kunſtſeide gebeſſert, Aku um 1½ Prozent.
Unverän=
dert lagen Schiffahrtswerte. Dagegen Zement Heidelberg ſowie Wayß
u. Freytag ¼ Prozent ſchwächer. Der Anleihemarkt lag ruhig, zeigte
aber freundlichere Kurſe. Im weiteren Verlaufe blieb der Farbenmarkt
eher lviderſtandsfähig. Auch die übrigen Aktienmärkte nach
Schwan=
kungen behauptet. Der Anleihemarkt lag ſtark ve=nachläſſigt und ohne
Erſtnotierungen. Von fremden Werten blieben Goldmexikaner auf dem
erhöhten Stand gut behauptet. Der Pfandbriefmarkt lag ſehr ſtill.
Reichsſchuldbuchforderungen geringfügig feſter.
Im Verlauf der Börſe trat keine Geſchäftsbeleb ung ein, doch
blie=
ben die Kurſe gehalten. Nur in J. G. Farben kamen vereinzelt noch
Umſätze zuſtande. Mehr beachtet waren außerdem noch Aku, die auf
86 Prozent ſtiegen, um aber gegen Schluß wieder auf 85½ Prozen:
zurückzugehen, und Gesfürel mit einer Beſſerung von 3 Prozent. Die
Börſe ſchloß in gut behaupteter Haltung. Von Anleihen kamen
ſchließ=
lich Altbeſitz ½ Prozent höher zur Notiz. Am Geldmarkt wurde der
Satz für Tagesgeld zum heutigen Zahltag auf 5½ Prozent feſigeſetzt.
Monatsgeld lag mit 5½ Prozent etwas leichter. Am Deviſenmarkt
erfuhr die Mark eine leicſte Abſchwächung. Man nannte Mark gegen
Dollar 4,1990, ggen Pfunde 20,397/g. London — New York 4,8580.
— Paris 124,20, — Mailand 92,78, — Madrid 44,62, — Schweiz 25,2½,
— Holland 12,11¾.*
Die Abendbörſe verlief freundlich, wenn auch das Geſchäft
an=
geſichts der bevorſtehenden Feiertage einen ſonderlichen Umfang nicht
annahm. J. G. Farben lagen zu Veginn ¼ Prozent niedriger, zogen
aber im Verlaufe raſch wieder ½ Prozent an. Nach wie vor erhält ſich
an der Börſe die Verſion einer mindeſtens 12prozentigen Netto=
Divi=
dende bei der J. G. Am Elektromarkt lagen Siemens nach der
mittäg=
lichen Abſchwächung wieder 1½ Prozent höher. Auch Kunſtſeideaktien
freundlich, vor allem Bemberg, die im Verlaufe der Börſe 2 Prozent
gewannen. Aku 1 Prozent freundlicher. Die übrigen Märkte waren
meiſt gut behauptet. „Im Verlaufe blieb die Tendenz unverändert.
Far=
ben ſchloſſen 150½.
Berlin, 31. März.
Nachdem im heutigen Vormittagsverkehr ſtarke Zurückhaltung
ge=
herrſcht hatte und die Spckulation ſogar unter dem Eindruck des
ſchſvachen New Yorks eher derſtimmt war, eröffnete die Börſe
über=
raſchend freundlich. Aber nur Spezialwerte hatten lebhafteres Geſchäft.
Beſonders J. G. Farben ſtanden im Mittelpunkte des Intereſſes und
konnten bei größeren Umſätzen (man ſprach von 4 bis 500 Mille zum
erſten Kurſe) 22/s Prozent gewinnen. Angeblich bekundete Amſterdam
für dieſen Markt ſtärkere Kaufneigung. Eine Beruhigung ging von
der Tatſache aus, daß ſich die europäiſchen Auslandsböxſen heute
eben=
falls von der ſchwachen New Yorker Tendenz frei machen konnten. Mit
tvenigen Ausnahmen, bei denen Svenska mit minus 5½ Mark an erſter
Stelle ſianden, waren die erſten Kurſe ſehr gut behauptet. Im
Ver=
laufe erhielt ſich die freundliche Stimmung, das Geſchäft war aber,
ab=
geſehen von den wenigen Spezialitäten, weiter klein. Gegen 1 Uhr
konnte man ſeitens der Spekulation Realiſationsneigung bemerken, die
vom Kalimarkt ausging und auch auf die übrigen Märkte übergriff, ſo
daß ſich das Kursniveau teilweiſe unter Anfang ſenkte. Anleihen
unein=
heitlich, Altbeſitz feſter.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 31. März:
Getreide. Weizen: März 82, Mai 84, Juli 60.75, Sept. 59.75;
Mais: März 61.75. Mai 63½, Juli 64½, Sept. 63.25; Hafer:
Mai 31½, Juli und Sept. 32; Roggen: Juli 39.25, Sept. 40.50.
Schmalz: März 8.92½, Mai 8.92½, Juli 9.05, Sept. 9.20.
Speck, loko 10.75.
Schweine: leichte 8.00—8.20, ſchwere 7.00—7.30;
Schweine=
zufuhren: Chicago 20 000 im Weſten 103000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 31. März:
Schmalz: Prima Weſtern 9.65; Talg, extra, loſe 4.75.
Getreide. Weizen: Rotwinter 91½; Mais, loko New York
76½; Mehl, ſpring wheat clears 4.00—4.40; Fracht: nach
Eng=
land 1,6—2,3 Schilling, nach dem Kontinent 8—8.50 Cents.
Kakao. Tendenz: willig; Umſätze: 15; Loko: 5½; Mai 5.30,
Juli 5.37, Sept. 5.62, Okt. 5.71, Dez. 5.84.
Biebmärkle.
* Mainzer Viehhof=Marktbericht vom 30./31 März. Auftrieb: 27
Ochſen, 7 Bullen, 489 Kühe oder Färſen, 412 Kälber, 1055 Schweine.
Marktverlauf: bei Großvieh ruhig Ueberſtand; bei Schweinen mäßig
belebt, langſam geräumt ausgeſuchr gute Ware über Notiz. Preis pro
50 Kilo Lebendgewicht: Ochſen a) 45—49, b) 35—38; Bullen c) 32—37;
Kühe a) 33—37, b) 26—30, c) 20—25, d) 16—3; Färſen a) 43—43;
Kälber c) 56—62, d) 40—54; Schweine c) 46—50, d) 49—51.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Der vom Statiſtiſchen Reichsamt errechnete Aktieninder (1924/26
— 100) ſtellt ſich für die Woche vom 23. bis 28. März 1931 auf 91.9
gegenüber 91,7 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und
Schverinduſtrie auf 87,3 (86,6), Gruppe verarbeitende Induſtrie auf 81,5
(81,8) und Gruppe Handel und Verkehr auf 113,6 (113,6).
Nachdem ſeit Monaten nur von Betriebsſchließungen und =
ſtillegun=
gen berichtet werden könnte, ſcheint es nunmehr auch in der
Sieger=
länder Induſtrie etwas beſſer zu werden. So hat u. a. das
Weißblech=
werk in Wiſſen (Sieg) wiederum mehrere Hundert Mann eingeſtellt,
und auch die Grünebacher Hütte, eine der älteſten Siegerländer Hütten,
iſt wieder in Betrieb, genommen worden. Wie verlautet, darf in
näch=
ſter Zeit mit einer weiteren Belebung beſonders der Hüttenbetriebe
ge=
rechnet werden.
Der Arbeitgeberverband für die nordweſtliche Gruppe der Eiſen=
und Stahlinduſtrie hat entſprechend ſeine Ankündigung den
Rahmen=
tarif für den Bezirk der Gruppe Nordweſt friſtgemäß zum 31. Mai
ge=
kündigt.
Der Mitte März ergangene Schiedsſpruch über den neuen
Reichs=
tarif in der Herrenkonfektion wurde von Arbeitnehmerſeite
angenom=
men, während der Hauptverband der Herren= und Knabenkleiderinduſtrie
Deutſchlands die Entſcheidung abgelehnt hat. Von Arbeitnehmerſeite
iſt Antrag auf Verbindlichkeitserklärung durch den Reichsarbeitsminiſter
geſtellt worden.
Im Lohnſtreit der rheiniſchen Kommunalarbeiter fällte der
Zentral=
ausſchuß für Arbeitertariffachen in Berlin einen nunmehr von
Arbeit=
gebern und Arbeitnehmern angenommenen Schiedsſpruch, der ab 1. April
eine Ermäßigung der bisherigen Löhne um 5.5 Prozent vorſieht.
Das älteſte und größte Spielwarengeſchkäft in Kaſſel, die Firma
Vernhard Herold, hat Konkurs anmelden müſſen. Beteiligt ſind
hauvt=
ſächlich Spielwaren=, Korbwaren=, Kinderwagen= und Holzmöbelfabriken
in Thüringen und Sachſen.
Die Konvention der Süddeutſchen Mühlenvereinigung. Mannheim,
und der Vereinigung Weſtdeutſcher Mühlen, Köln, iſt bis zum 30.
Juni 1931 verlängert worden. Die Preisbindung bleibt vorläufig
auf=
gehoben.
Die Markenbetriebsſtoffirmen erhöhen mit Wirkung ab 1. April die
Zapfſtellenpreiſe um 1 Mpf. pro Liter. Sie begründen ihren Schritt mit
der Heraufſetzung der Spiritusbeimiſchungsquote. Bekanntlich iſt ab 1.
April eine Verſchärfung der Spritbeimiſchung von 2½ auf 3½ Prozent
eingetreten. Die Benzinpreiserhöhung erfolgt, wie wir weiter hören,
gleichmäßig für das ganze Reich.
Die rumäniechſ Nationalbank hat den Diskontſatz von 9 Prozenk
auf 8 Prozent und den Lombardſatz von 10 Prozent auf 9 Prozent
herabgeſetzt.
Berliner Kursbericht
vom 31. März 1931
Deviſenmarft
vom 31. März 1931
I.Handels=Geſ.
iatbank. . . . . . .
utſche Bank u
sconto=Geſ.
sdner Ban
zag
ſa Dampfſch.
dd. Lloyd
G.
hr. Motorenw
P. Bemberg
gmann Clektr.
I. Maſch.=Bau
ti=Gummi
utſche Cont.
Ga=
itſche Erdö
Mec
148.—
111.37!
111.—
R.Ke
74.375
108.375
39.—
91.875
100.—
53.—
124.—
140.75
73.—
Elektr. L eferung
J. G. Farben
Gelſ. Beraw
Geſ. f. elektr. Untern
Harpener Bergba
Soeſch Eiſen
Vhil. Holzmann
Kali Aſcherslebei
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgt
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Unin 44.25
Nordd. Wolle
Sberſchlei. Kelsn
Orenſtein & Koppe
Were
149.50
83.50
128.75
75.—
72.—
L2.875
155.25
71.—
90.—
81.50
69.75
80.25
S6.50
Ma
Rütgerswerke
Salzbetfurth Ka
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein Stahlwerke
Weſteregeln Alka
Agsb.=Nrnb. Maſc
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind
Hirſch Kupfei
Hobenlohe-Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
N
B6.50
248.50
121.75
120.—
59.—
160.—
69.75
25.—
59.75
61.
Mafe
53.50
Helſingfors
Wien
Prag
Budap:
Soſia
Hollank
Lslo
Topenhagen
Stedholm
London
Buenns=Aire=
New Yort
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mi.
100 Schilling
00 Tſch. Kr.
100 Pengö
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
00 Kronen
12.Stg.
1 Pap. Peo
Dolla
100 Beige
100 Lire
00 Franes
Portugal . 100 Dinaz 7.3C5 „379 112.221 112 4‟ 100 Es 18.82 112.20/ 112.42
Athen 100 Drachm. s.437 2.447 112.28 112.5 Iſtam bu türf. 2 — 20.3621 20 422 Kairo 11 äahpt. 4 20.*05 2c.545 1.459 1.46
Kanade lcanad. Doll 4.192 2.200 a. 1960 4.2040) Uruguah 1 Golbpeſo 12.982 2.288 58.325 58.44* asland 100 eſtl. Kr. 1 92.62 4:.20 21.875 22.015 Tallinn (Eſtl. 100 eſtl. K:. u18 11:.88 16 41 6.45 Riga 1100 Lats F0.,73 50.19
Frankfurter Kursbericht vom 31. März 1931.
70 Dtſch. Neichsan
6½ „
5½%Intern.,
60 Baden ..
82 Bahern ..
82 Heſſen v. 28
v. 29
60 Preuß. Staat
8½ Sachſen ....."
..
7% Thüringen.
Otſche. Anl.
Auslo=
ſunsſch. +1/.
Ab=
löfungsanl. . . .
Otſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe.
O Nachen v. 29
8% Baden=Baden
6%Berlin ......"
8% Darmſtadt v. 26
v. 28
798 Dreöden.
8% Frankfurt a. M.
v. 26
v. 26
8% Mainz......
8½ Mannheim v. 26
69
v. 27
88 München ..
8% Nürnberg. .
8% Wiesbaden
100
84.75
80
100.5
82
91.5
23.5
96
99.75
72.5
86.75
58.3
6.25
2.15
33
90.25
s3
98.75
*6
79
93
76.5
S5.25
% Geſſ. Landesbt. /100.5
8% Golboblig./ 95.75
4½% Heſſ. Lds
Hhp.=Bk.=Liquid./ 90.1
4¾% „Kum.=Cbl
8½ Preuß. Ld8..=Anſt. G. Pf.
82 „„Gobboblial 87
Landeskomm.-
Bk. Girozentr. für
Hefſen Goldobl.
8% Kaſſeler Land
kredit Goldpfbr..
2 Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr.
88 Raſſ.Lamdesbl.
4½½ „Liqu. Obl
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
*AuslSer. I
„ „ Eer, II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
95.25
82.8
100.5
z0 Berl. Hhp. Bt./ 99.75
O‟ Liqu.=Pfbr./ 91.5
8% Frkf. Hyp.=Bi. 1101.5
2%0 — Lig. Pfb.
8% „ Pfbr.=Bk.
„ Liau
82 Mein. Shp.= Bl. /103
„ Lia. Pfbr.. / 82.75
Pfälz. Hyp.=B1.1100.5
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3% Preuß.
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creb.=Ban1
½% Lig. Pfbr.
Preuß. Centrl.
Bodencr.=Banl /100.75
4½%0 „ Lig. Pfb.
18% Rhein. Hhp. Bt. /101.5
70
14½% Lig. Pſbr..
18% Rhein.=Weſtſ.=
Bd.=Credit .....
8½ Südd. Bod.
Cred.=Baul ... . 100.5
1.4x . Ar. Bfor
97.25
100
94.75
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95.25
86.5
93
R
72
11
27
97
91:
101.5
97
94
97
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97.5
94.25
91
96.75
921,
101
95.25
A1g. Kunſtziide UInie 84 A. E. G.........." 109 AndregeNoris Zahn Aſchaffba. Brauere 128 Zellſtof s1 Bemberg, 3. P... — Bergm. El.=Werlel
BrownBoverickCie so Buderus Eiſen.. Cement Heidelberg 79.5 Karlſtad: J. G. Chemie, Baſell181 Chem. Werke Albert 35.05 Chade ........." 30.5 Contin Gummiw. 123.5 1 Linoleum 97 Daimter-Be.... 24
Dt. Atl. Telegr
Erdöl
Gold=u.
Silber=
cheide=Anſtait
Linoleumwerke
„ Eiſenhandel...
Dückerhoff u. Widm
74
44s
Elektr. Lieferg.-Geſ.
Licht u. Kraſ
Eſchw. Bergwert..
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei
Faber & Schleiche
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. &. Guilleaume
Frankf. Gas 1. Lia.
„ Hof...
elſenk. Bergwerk
Geſ. f.eleltr. Untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
110
124.5
204.5
104.5
149.75
52.25
119
40
—
128
47.9
42.5
170
Hafenmühle Frift
Hammerſen (Osn
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger Kempf.)
HilpertArmaturfrb.
Hindriche=Auffern
Hirſch Kupfer. . . . .
Hochtief Eſſen".
Holzmann. Bhil
136
76.5
124
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Hg.5
118
78
Zlſe Bergb. Stamn
„ Genüſſe
Junghans
185
09.25
36.5
Kali Chemte . ..
Aſchersleben" .
Kammaarnſvinn. .
Karſtadt, R.... .
Klein. Schanzlin".
Klöcknerwerke
Knorr C. 6...
Lahme: Co.
Laurahütte
Beck, Augéburs
108
55
160
126
38
80.5
Löwenbr. Mund).
Lüdenſcheid Metal
Lutz Gebr Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. . . . 1127
Mannesm. Röhren
Mansfeld Berg.
Metallge). Frankf.
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild
Motoren Darmſtad
Deutz
Oberurſe.
Cberbedart
Phönix Bergbau
Reiniger. Gebber=
Rh. Braunfohlen ..
Elektr. Stamm
Metallwaren.
Stahlwerfe ...
Riebedk Montan. . .
Roeder Gebr.
Rütgerswerie 57
Zachtleben A. G..
Salzdetfurtb Kalt.
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.. 1194
Schramm. Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Eleftr. .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemen& & Kalsfe.
Südd. Immobilien
Zucker=A. G.
Svenska Tändſtics
Tellut Bergbe...
Thür. Lieſer.=Geſ.. 82
Tietz Leonbard
Tucher=Brauerei
Anterfranken
Beithwerke" .
Ver. f. Chem. Ind.
Stahlwverke ...!
„Strohſtoffabr.
„ Mramari ..
Berl. Handelsgeſ. 127.5 62 80 „ Ehpothelbl 207 Comm. u. Privatb. 114.5 121 Darmſt. u. Nat.=Bk. 147.5
Dt. Bank und Disc. 111.25 86 Dt. Eff. u. Wechſel 44.5 80 Dresdner Bank... 111 64 Frankf. Bank „ Hyp.=Ban! 153.5 „ Pfdbr.=B1. . . . . 153.5 147 Mein. Hhp. Ban 1.. 163 246 Oſt. Creditanſtal 181 Pfälz. Spp.=Ban 131 Reichsbank=Ant. . . 263.5 54.7! Rhein. Hyp.=Banf. 134 85 Südd. Bob.=Cr. Bf. 147 136.5 Wiener Banlverein 9.5 99.5 Württb Nolenban/ 134
— 184 A.-G. ſ. Beriehrsw. 64.5 Allg. Lokalb. Kraftw 130 123.5 7% Dt. Reichsb. Vzo 93.5 Hapag ...... 20 Nordd. Llotzd. . . Südd Eiſenb.=Gei. Alluanz. u. Stuttg. 25 Verſicherung ... „ Verein. Verſ. 210 17 FrankonaRück=u.M Mannh. Verſich 26 60
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Seite 16
Mittwoch, den 1. April 1931
Nummer 71
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Donnerstag, den 2. April 1931,
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V
Nummer 91
Mittwoch, den 1. April 1931
Schwerer Zuſammenſtoß bei der Brandenburgiſchen Oauerprüfungsfahrt
des A9AC.
Sensationelle Erfindung!
Dem Ingenieur Lirpa in Prag gelang es einen Magnet zu konstruieren,
mit welchem es möglich ist, zämtliche Fischarten zu entgräten. Die Abb.‟
zeigt den Entgräter bei der Anwendung. Dieser Magnet ist billigst, in
allen einschlägigen Geschäften zu haben.
Landung eines Karlsruher Ballons im Elſaß.
Straßburg. Vorgeſtern nachmittag
lan=
dete ein in Karlsruhe aufgeſtiegener deutſcher
Freiballon, der bei dem herrſchenden
Nordoſt=
wind infolge Mangels an Ballaſt die Vogeſen
nicht überfliegen konnte, bei Romansweiler im
Elſaß. Er wurde von dem Karlsruher
Rechts=
anwalt Hoffmann geführt. Drei Paſſagiere
be=
finden ſich an Bord. Nach Feſtſtellung ihrer
Perſonalien konnten die Inſaſſen die Rückreiſe
nach Deutſchland antreten. Der Ballon wird
auf der Eiſenbahn zurückbefördert.
Schweres Bergwerksunglück in Aſturien.
Paris. Wie Havas aus Oviedo meldet,
wurde ein Schacht der Mosquitela=Grube, in
dem 28 Arbeiter beſchäftigt ſind, von einer
Schlagwetterkataſtrophe heimgeſucht. Bisher ſind
19 Tote und vier Schwerverletzte geborgen
mor=
den. Man befürchtet, daß die übrigen fünf nicht
gerettet werden können.
Großſeuer in Schladming (Skeiermark)
Kirche und zahlreiche Gebäude
eingeäſchert.
Wien. Das Städtchen Schladming in
Ober=
ſteiermark wurde am Montag von einer ſchweren
Brandkataſtrophe heimgeſucht. Aus unbekannter
Urſache entſtand auf dem Kirchendach ein Brand.
Der heftige Sturm trug die Funken über die
Stadt, ſo daß zehn weitere Gebäude in Flammen
gerieten. Die ganze Stadt ſchien zu brennen,
und der Bewohner bemächtigte ſich eine heftige
Panik. Trotz der Arbeiten von 17 Feuerwehren
gelang es erſt nach 3½ Stunden, den Brand
ein=
zudämmen. Durch Funkenflug wurden 20
Weg=
minuten von Schladming entfernt noch ein
Gaſt=
haus und das Anweſen eines Beſitzers in Brand
geſetzt und ebenfalls vernichtet. Insgeſamt ſind
Gebäude
infolgedeſſen
di=
bände außerhalb
Schladming und zu
Schladmings niedergebrannt.
Seite 17
Reich und Ausland.
Eiſenbahnunglück bei Unna.
Fünf Schwer=, zehn Leichtverletzte.
Unna in Weſtfalen. Die Reichsbahndirektion
Wuppertal teilt mit: Am Dienstag um 14.43
Uhr fuhr im Bahnhof Unna eine
Rangierloko=
motive dem einfahrenden Perſonenzug 2734
Hamm-Holzwickede in die Flanke. Dabei fielen
die beiden letzten beſetzten Perſonenwagen
dritter Klaſſe und ein Güterwagen um. Es
wur=
den 15 Reiſende verletzt, davon 5 ſchwer.
Ge=
tötet wurde niemand. Die Schuldfrage iſt noch
nicht geklärt. Der Perſonenzugbetrieb iſt nicht
geſtört.
Der Schrecken von Bonn und Umgebung dingfeſt
gemacht.
Bonn. Der als Schrecken von Bonn und
Umgebung bezeichnete Gewohnheitsdieb Johonn
Strohe aus Löhndorf bei Sinzig, der bereits
18mal vorbeſtraft iſt, wurde vom Bonner
Er=
weiterten Schöffengericht abgeurteilt. Strohe
war der Anführer einer Diebesbande, die die
Städte Bonn, Godesberg, Löhndorf und Honnef
im vergangenen Jahre viele Monate hindurch
unſicher machte. Sie brachen in das
Südſanato=
rium in Bonn ein, entwendeten von den
Grä=
bern der Friedhöfe in Keſſenich und Poppelsdorf
Bronzeketten, verſuchten von der Spitze der
Mar=
kuskapelle in Bonn den Platinüberzug zu
ent=
wenden und von der Kirchturmſpitze an der
Ka=
pelle zur Ewigen Anbetung in Bonn gleichfalls
das Platin uſw. abzulöſen. Am 22. November
v. J. gelang es der Polizei, den Anführer der
Diebesbande, Strohe, bei einem
Einbruchsver=
ſuch in den Mineralbrunnen feſtzunehmen.
We=
nige Tage ſpäter konnten auch die übrigen
Mit=
glieder der Bande dingfeſt gemacht werden. Das
Erweiterte Schöffengericht verurteilte Strohe zu
3 Jahren 4 Monaten Zuchthaus, 5 Jahren
Ehr=
verluſt und Stellung unter Polizeiaufſicht. Die
Mitglieder der Bande wurden zu 5 bzw. 6
Mo=
naten Gefängnis und zu Geldſtrafen verurteilt.
Einbruch in ein Radiogeſchäft.
Berlin. Am Montag abend wurde in
ein Radiogeſchäft in der Hedemannſtraße
einge=
brochen. Die Täter ſchlugen die
Schaufenſter=
ſcheibe ein, entwendeten eine Anzahl
Radio=
apparate und flüchteten in einem Auto. Die
herbeigerufenen Polizeibeamten gaben Schüſſe
auf die Flüchtenden ab, denen es jedoch gelang,
zu entkommen. Am Potsdamer Platz ſtieß das
Diebesauto mit einem anderen Kraftwagen
zu=
ſammen. Hierauf flüchteten vier der Täter und
entkamen, während ein fünfter jeſtgenommen
wurde. Er wurde der Kriminalpolizei
überge=
ben. Es handelt ſich um einen 22 Jahre alten
Kutſcher. Es ſtellte ſich heraus, daß es ſich bei
dem Diebesauto um einen geſtohlenen Wagen
handelt. Im Innern des Wagens ſtellte man
eine Blutlache feſt, ſo daß anzunehmen iſt, daß
einer der geflüchteten Täter durch einen Schuß
verletzt worden iſt. Das Auto wurde von dem
zuſtändigen Polizeirevier ſichergeſtellt. Die
ge=
ſtohlenen Radioapparate im Werte von
insge=
ſamt 1200 Mark konnten ebenfalls ſichergeſtellt
werden.
Afrikafliegerin Elly Beinhorn bekommt ein
neues Flugzeug.
Berlin. Wie bereits berichtet, mußte die
Afrikafliegerin Elly Beinhorn ihr Klemm=
Flug=
zeug „D 1713” in der Sahara unbeſchädigt
zu=
rücklaſſen, da keinerlei Abtransportmöglichkeiten
beſtehen. Kurz nach Bekanntwerden dieſer
Tat=
ſache hat ſich ein Berkiner Verlag bereit erklärt,
der tapferen Fliegerin ſofort ein neues Flugzeug
zu ſenden und es ihr zum Rückflug nach Berlin
zur Verfügung zu ſtellen. Der bekannte
Peur=
le=Mérite=Flieger Oſterkamp wird das neue
Klemm=Flugzeug, das mit einem 80 PS ſtarken
Argus=Motor ausgerüſtei iſt, wahrſcheinlich noch
in dieſer Woche nach Afrika überführen und dort
der Fliegerin übergeben, um dann ſelbſt ſofort
wieder mit dem Schiff nach Europa
zurückzu=
kehren.
Der verunglückte Sohn des preußiſchen
Kultus=
miniſters geſtorben.
Berlin. Der am Montag von dem
An=
hänger eines Laſtkraftwagens überfahrene Sohn
des preußiſchen Kultusminiſters Grimme,
Ekk=
hard Grimme, iſt im Laufe des Montagabends
geſtorben. Die eigentliche Todesurſache konnte
noch nicht feſtgeſtellt werden. Die auf einer Fahrt
nach dem Süden befindlichen Eltern wurden
telegraphiſch zurückberufen.
Drei Rekruten bei einer raſenden Fahrt getötet.
Bozen. Im oberen Vintſchgau iſt ein mit
Rekruten beſetzter Laſtkraftwagen in voller
Fahrt verunglückt. Drei Inſaſſen des Wagens
wurden getötet, acht andere ſchwer verletzt.
Die Unglücksſtelle auf der Woltersdorfer Chauſſee.
Der ADAC. hatte ſeine 6. Brandenburgiſche Dauerprüfungsfahrt diesmal auf die Nachtzeit gelegt,
um den Fahrern beſonders ſchwierige Aufgaben zu ſtellen. Dabei kam es zwiſchen einem
teil=
nehmenden Wagen und einem Privatautomobil zu einem gefährlichen Zuſammenſtoß. Wie durch
ein Wunder kamen die Beteiligten mit kleinen Verletzungen davon.
Mik der Unkergrundbahn zu den Pyramiden!
Dr. Eckener über den regelmäßigen
Zeppelin=Verkehr Europa-Amerika.
New York. Dr. Eckener, der an Bord der
„Europa” nach Deutſchland abgereiſt iſt,
ge=
währte dem Vertreter der „T.=U.” eine
Unterre=
dung, in der er ſich über das Ergebnis ſeines
Aufenthaltes in Amerika äußerte. Er erklärte
u. a.: „Nach ſorgfältigſter Prüfung aller mit der
Einrichtung eines ſtändigen Luftſchiffverkehrs
über den Atlantiſchen Ozean
zuſammenhängen=
den techniſchen und wirtſchaftlichen Fragen ſind
wir zu dem Ergebnis gekommen, daß ein
regel=
mäßiger Zeppelin=Dienſt durchaus möglich iſt.
Wenn nicht unvorhergeſehene Ereigniſſe unſere
Pläne umwerfen, werden wir im Frühjahr oder
Frühſommer 1933 den fahrplanmäßigen
Luft=
ſchiffverkehr Europa—Amerika aufnehmen.
Vor=
läufig werden wir nur zwei Luftſchiffe in den
Dienſt ſtellen können, denen jedoch weitere
fol=
gen werden. In 10 Jahren hoffen wir, die
Strecke wöchentlich in jeder Richtung zu
be=
fliegen. Der Fahrpreis dürfte 800—1000ollar
betragen. Die Luftſchiffhallen dürften wohl auf
dem Flugplatz in der Nähe von Baltimore
er=
richtet werden. Die endgültige Wahl hängt
je=
doch von den meteorologiſchen Verhältniſſen ab.
In der Umgebung New Yorks wird ein
Lan=
dungsmaſt errichtet werden, da dort der
eigent=
liche Start= und Zielpunkt ſein wird.”
Dr. Eckener erwartet, daß binnen zwei
Jah=
ren Dieſelmotoren verwendet werden, wodurch
nicht nur die Sicherheit erhöht, ſondern auch eine
Erſparnis von 7000 bis 8000 Kilo Brennſtoff je
Atlantik=Flug erzielt werden würde. Bei einer
Durchſchnittsgeſchwindigkeit von 80
Stundenmei=
len könnte der Flug Amerika—Europa in zwei
Tagen und zurück in zweieinhalb Tagen
bewäl=
tigt werden. Abſchließend erklärte Eckener, daß
er ſofort nach ſeiner Rückkehr mit den
zuſtän=
digen Stellen in Paris wegen eines
Zwiſchen=
landungsplatzes verhandeln wolle.
Ein neuer Flug England-Kapſtadt.
London. Der bekannte engliſche
Sports=
mann und Millionär Kidſton iſt geſtern von
dem Flugplatz Nether Avon (Wilts) zu einem
Flug nach Kapſtadt aufgeſtiegen, den er in ſechs
Tagen durchzuführen hofft. Kidſton wird von
einem Funker und einem Hilfspiloten begleitet.
Die erſte Zwiſchenlandung iſt für Athen
vorge=
ſehen. — Kidſton war der einzige überlebende
Paſſagier bei dem Abſturz des Junkers=
Flug=
zeuges in Meopham im vergangenen Jahre,
wo=
bei ſieben Perſonen den Tod fanden.
Das ſchnellſte engliſche Bombenflugzeug
abgeſtürzt.
London. Das ſchnellſte Flugzeug, ein
Bom=
benflugzeug des 33. Bombengeſchwaders, der
eng=
liſchen Luftſtreitkräfte ſtieß auf dem Flugplatz
bei Cheſter gegen einen Fahnenmaſt und ſtürzte
ab. Der Führer und der Mechaniker wurden
ge=
tötet. Die Maſchine hatte bei einem früheren
Flug über 350 Stundenkilometer erzielt.
Die erſte Geburt im Flugzeug.
London. In Kanada konnte die erſte
Ge=
burt in einem Flugzeug verzeichnet werden. Von
einer einſamen Station an der Hudſon=Bai
wurde durch Funkſpruch ein
Krankentransport=
flugzeug angefordert, das innerhalb kurzer Zeit
zur Stelle war und ſich bereits nach drei
Stun=
den auf dem Rückflug zum Krankenhaus befand.
Nach einer glatten Landung am Beſtimmungsort
war der Flugzeugführer jedoch nicht wenig
dar=
über erſtaunt, daß auf dem Flug ein zweiter
Paſſagier das Licht der Welt erblickt hatte.
Mut=
ter und Kind befinden ſich wohl.
Zwei Tizians entdeckt.
London. Eine der wichtigſten
Gemälde=
entdeckungen der Gegenwart iſt, wie der „Daily
Telegraph” meldet, von dem Londoner
Gemälde=
ſammler Frank Sabin gemacht worden. Es
han=
delt ſich um zwei Selbſtbildniſſe Tizians, die in
den Gemäldeſammlungen des Eearl von
Aſh=
burnham und des Earl von Darnley unerkannt
hingen. Nach Beſeitigung einer dicken,
ſchmutzi=
gen Firnisſchicht ſind die Bilder endgültig als
echte Tizians identifiziert worden.
Die Stadt Managua durch ein Erdbeben zerſtört
Waſhington. Präſident Hoover hat
geſtern bekanntgegeben, daß nach privaten
Mel=
dungen aus Nicaragua ein außerordentlich
ſchweres Erdbeben den Bezirk von Managua
heimgeſucht hat. Die Stadt Managua ſei ſo gut
wie ganz zerſtört worden. In verſchiedenen
Tei=
len der Stadt wüteten heftige Feuersbrünſte.
Die Erdſtöße dauerten zurzeit noch weiter an.
Präſident Hoover hat die amerikaniſche Marine
und die Armee ſowie die Rote Kreuz=Geſellſchaft
aufgefordert, ſofbrt Hilfsmaßnahmen für die
Opfer des Erdbebens zu ergreifen und dabei
aufs engſte zuſammenzuarbeiten.
Wie Ungarn den Beſuch
des „Graf Zeppelin” feierke.
Eine Zeppelin=Briefmarke
wurde von der ungariſchen Poſt aus Anlaß der
Frühlingsfahrt des deutſchen Luftſchiffes „Graf
Zeppelin” nach Budapeſt herausgegeben.
Zum 80. Geburkstag
von General von Mudra.
General von Mudra,
dem Krieg Chef des Ingenieur=
und
onierkorps, feiert am 1. April ſeinen 80.
Ge=
rtstag. Im Kriege führte Mudra zuerſt die
Armee im Oſten, ſpäter die 1. und 17. Armee
an der Weſtfront.
Der vorläufige Endpunkt: Sakkara (bei Gizeh). Oben rechts: Karte des geplanten Streckennetzes.
Für Weltreiſende, die ſelbſt für die größten Sehenswürdigkeiten nur kurze Zeit aufwenden wollen,
hat das findige Reiſeunternehmen Thomas Guck und Söhne ein phantaſtiſches Projekt in die Tat
umgeſetzt. Von den ägyptiſchen Hafenſtädten werden über Kairo zu den Pyramiden
Untergrund=
bahnen gebaut, die die Reiſezeit auf wenige Stunden beſchränken. Die Teilſtrecke Kairo—Sakkara
(Pyramiden) iſt bereits fertiggeſtellt, und die ſchmucken Eingangstunnels bieten nun einen
ſelt=
ſamen Kontraſt zu den verwitterten Zeugen der Baukunſt des Altertums.
Nummer 91
Seite 18
Mittwoch, den 1. April 1931
Die Welt aus W0itte und Dorsteltung:
Erſter aukhenkiſcher Berichk von den ſenſalionellen Erfelgen des Deutſch=Auſtraliers Prof. Dr. N. A. Sowaſz.
Profeſſor N. A. Sowaſz nimmt an einem temperamentvollen Möbelpacker den Imaginazin=
Entzug vor.
Waſſerſchwein) vorgenommen, zeigten, daß ich
mittels meiner modernen Apparaturen in der
Lage bin, die imaginierte volle Lebensenergie
dem Verſuchstier ganz oder teilweiſe zu
ent=
ziehen. Die dabei zutage getretenen Xylole
ge=
lang es, zu komprimieren und zu
konſer=
vieren. Unter Zuſatz einiger Tryſome erhielt ich
eine milchige Flüſſigkeit, die Keimzellen vom
Waſſerſchwein ſofort in lebendige Junge
ver=
wandelten.
Dieſe Verſuche, in konſequenter Weiſe
fort=
geſetzt, brachten es bald mit ſich, daß ich ſchon
Menſchen als Verſuchsobjekte benützen konnte.
Die hier geförderten Ergebniſſe waren mehr als
überraſchend. Die von mir mit Einſatz aller
Mittel geſchaffenen Anlagen ermöglichen die
Verwirklichung deſſen, was das größte Ziel
un=
ſeres Jahrhunderts iſt:
die Erzeugung des genormten Menſchen.
Wenn Sie meinen Ausführungen gefolgt
ſind, wird es Ihnen klar ſein, daß man nunmehr
geben. Aber in ſeinen Fabrikräumen zeigte er
mir den Herſtellungsprozeß des Imaginazins,
Bewundernswert der komplizierte Jorgang von
der unſichtbaren Szintilophobe bis zu der
ver=
ſandfertigen, auf Flaſchen gefüllten Eſſenz.
Da=
nach führte er mir in den Räumen der Klinik,
die ſeinem Laboratorium angeſchloſſen ſind,
einige Exemplare der Patienten vor, die er teils
mit Zufuhr, teils mit Entzug von Imaginazin
behandelt hatte. Es gab dort Typen, die früher
blutarm und nervenſchwach, jetzt zur nächſten
Boxmeiſterſchaft trainierten. Andere, die
ehe=
mals zu Schlagflüſſen und Zertrümmerung des
Hausrates geneigt hatten, erfreuten ſich eines
ungeſtörten Gleichmuts vor Temperaments=
Ver=
ſuchsſchaltern.
Als intereſſanteſten Fall machte mich
Profeſ=
ſor Sowaſz aufmerkſam auf den ſogenannten
„Menſchen auf Eis”. Wie mir der
Ge=
lehrte kurz erzählte, handelt es ſich hier um den
ſenſationellen Fall eines auſtraliſchen Wollſpeku=
Sidney, Ende März.
Während in den Kulturzentren der alten
und neuen Welt berühmte Profeſſoren und
Tech=
niker, Forſcher von internationaler Bedeutung,
dem größten Problem aller Zeiten: „Was iſt
Leben?” näher zu rücken ſuchen, während
ge=
waltige Erfolge auf dem Gebiet der
Atomzer=
trümmerung und der Tief= und
Hochſtrahlungs=
theorie in uns den Eindruck erwecken, als
ſtün=
den wir tatſächlich in abſehbarer Zeit vor der
ſenſationellen Löſung dieſer weltbewegenden
Frage, reifte in einem entlegenen, unbeachteten
Winkel der Erde, in einem ſtillen Laboratorium
des Sidneyer Vororts Silly=Town,
das gigantiſchſte Syſtem moderner Wiſſenſchaft
ſeiner Erfüllung entgegen.
Am Ende der 41. Straße von Silly=Town
erheben ſich rieſige Bauten, die der Laie für
m auſtraliſchen Wſe=Korreſpondenten.
boratoriumsdiener feiern. Der kleine Junge
wurde durch den beſinnlichen Beruf ſeines
grei=
ſen Vaters, der ſeines Zeichens ein Imker war,
ſchon frühzeitig auf den Weg techniſcher
Experi=
mente geleitet. Er ſtudierte an der Univerſität
zu Solothurn Polypragmatik und
Perpetual=
theorie und promovierte mit einer kühnen,
ab=
ſolut neue Richtungen weiſenden Doktorarbeit
„Nicht Atomzertrümmerung, ſondern
Molekül=
ſyntheſe tut not!” Seine vielfachen
Forſchungs=
reiſen führten ihn auch nach Auſtralien, wo ein
Zuſammentreffen mit dem bekannten
Mathema=
tiker A. Rieſe ihn veranlaßte, dort ſeinen
ſtän=
digen Aufenthalt zu nehmen. Ueber die
Ent=
wicklung ſeiner ſenſationellen Forſchungstheorien
befragt, äußerte ſich Profeſſor N. A. Sowaſz ſo
intereſſant, daß ich verſuche, den Wortlaut
wie=
derzugeben:
A. Rieſe, der ſtändige mathematiſche Mitarbeiter Profeſſor Sowaſz, bei der experimentellen
Beredung prozentualer Einbildungsſtoffe eines Menſchen.
Getreideſilos, Gastransformatoren oder
Hoch=
öfenanlagen halten würde. Wie ſehr täuſcht ſich
jedoch der oberflächliche und unwiſſende
Beobach=
ter. Denn wir ſtehen hier vor der
Verſuchs=
fabrik „für hydrogenetiſche Strahl=
und Spannungsenergie‟ Ein
ſeit=
liches, langgeſtrecktes Gebäude, an einen
Lager=
ſchuppen erinnernd, iſt die Geheimwerkſtatt des
Forſchers, der mit hundertprozentiger Sicherheit
der größte aller Zeiten genannt werden wird:
Profeſſor Dr. N. A. Söwaſz.
Mit der Beſcheidenheit des wahren Genies
begrüßt er mich als einen ſeltenen Gaſt und gibt
bereitwilligſt Auskunft über die Fragen, die ſich
einem in überwältigender Fülle aufdrängen.
Profeſſor Sowaſz, ein Deutſch=Auſtralier, iſt
als einziger Sohn eines Ehepaares in dem
idyl=
liſchen Landſtädtchen Bückeburg am 29. Februar
1881 geboren worden — der Gelehrte durfte alſo
vor kurzem ſeinen 50. Geburlstag im Kreiſe
ſei=
ner Mitarbeiter, Strablungsökonomen und La=
„Das Leben — eine Einbildung.”
Seit drei Jahren beſchäftige ich mich
aus=
ſchließlich mit elektrolythiſchen Problemen, die
an die Urform des Daſeins greifen. Im
Gegen=
ſatz zu den Fachgelehrten Europas und
Ameri=
kas, ſuche ich das Problem nicht von der
orga=
niſch=techniſchen Seite, ſondern von der
Pſycho=
logie aus zu löſen.
Nicht Materie erzeugt Energie, ſondern Energie
erzeugt Materie.
Sie müſſen mich recht verſtehen: der
Lebens=
wille eines jeden animaliſchen Weſens iſt ſo
ſtark, daß er als allein ausſchlaggebender
Fak=
tor, ohne Beihilfe anderer Komponenten in
Er=
ſcheinung tritt. Wir leben, weil unſere
Lebensenergie uns zu leben zwingt.
Uebertrieben ausgedrückt, weil wir es uns
ein=
bilden.
Die moderne Wiſſenſchaft hat bisher in der
Strahlungsforſchung, die zweifelsohne zu
wert=
vollen Ergebniſſen auf anderen Gebieten geführt
hat, die Bedeutung der Radiopaſſivität
unterſchätzt. Die Radiopaſſivität, die all das
aus=
macht, was wir bisher als ſcheinbar leblos und
nicht exiſtent empfanden, erzeugt nämlich
Flim=
merzellen, die ſogenannten
Szintillopho=
ben, die ihrerſeits in einem komplizierten
Arbeitsvorgang das organiſche Zellgewebe
auf=
bauen. Dieſe kosmiſche Radiopaſſivität iſt in
Wirklichkeit das einzige lebenſpendende Prinzip
— die Kraft, die der Menſch, mit ihm alles
organiſche Leben, direkt aus dem Aether bezieht
und mit deren Hilfe er ſich alle energiſchen
Vor=
gänge einbildet und entwickelt.
Die praktiſchen Ergebniſſe meiner
Experi=
mente haben meine Theorie vollauf beſtätigt.
Die erſten Verſuche, am Kapybara (auſtraliſches
Verſandfertige, auf Flaſchen gezogene Imaginazin=Eſſenz.
Die ehemals bekannte, 43jährige Bühenkünſtlerin Roſa Conté vor und nach der Imaginazin=
Zufuhr.
in der Lage iſt, die Einbildung, und damit das
Leben des Menſchen, wiſſenſchaftlich zu
regu=
lieren. Aus überenergiſchen, temperamentvollen
Menſchen kann durch ganzen oder teilweiſen
Entzug des Stoffes, den ich „Imaginazin”
nenne, der Normaltypus des Menſchen
geſchaf=
fen werden, wie ihn ſtaatliche und ſtädtiſche
Be=
hörden ſeit Jahrhunderten erfolglos zu züchten
beſtrebt waren. In gleicher Weiſe verleiht man
durch künſtliche Zufuhr von „Imaginazin” dem
ſchwachen und lebensuntüchtigen Menſchen ſoviel
Kraft, als erforderlich iſt, den Aufgaben des
durchſchnittlichen Lebens zu entſprechen. Die
Verwendungsmöglichkeiten meiner Theorie ſind
natürlich unbegrenzt. Einen kleinen Ueberblick
wird Ihnen ein Rundgang durch unſere Werke
verſchaffen.”
Menſchen voll und halbvoll. Die verſchiedenen
Stadien der Imaginazin=Behandlung.
Den Zutritt zu dem Transformationsſaal
konnte Prof. N. A. Sowaſz natürlich nicht frei=
lanten, der ſich wegen einer vorausſichtlich
lang=
anhaltenden Baiſſe auf den Wollmärkten der
Welt, in die Behandlung des Gelehrten gab,
und nun in einem elektriſch gekühlten Schrauk
nach völligem Imaginazin=Entzug gewiſſermaßen
in Winterſchlaf gelegt wurde. An dieſem
charak=
teriſtiſchen Beiſpiel wird man wohl ermeſſen,
wie ungeheuer die Möglichkeiten auf dieſem
Ge=
biet ſind.
Ausblick in die Zukunft.
„Imaginazin”, die flüſſig gewordene, aber
nach Bedarf auch kriſtalliſierte Einbildungskraft
des Menſchen wird nach Anſicht Prof. Söwaſz
die Energiequelle der Zukunft ſein.
Imaginazin wird die Fernheizung von Stadt
und Land beſorgen. Imaginazin als
Nährprä=
parat und Verjüngungsmittel, wird Ackerbau,
Viehzucht und alle menſchliche Arbeit überflüſſig
machen. Dem Imaginazin, der Einbildungskraft
des Menſchen, gehört die Zukunft.
Nummer 91
Mittwoch, den 1. April 1931
25)
Unatannssatstien
Ein Roman von Walter Bloem.
Copyright by Noviſſima Verlag G. m. b. H., Berlin SW 61, Belle Alliance Straße 92.
(Nachdruck verboten.)
Blitzſchnell hatte Hutchinſons geſchäftsgeſchulte
Kombina=
tionsgabe die Zickzackbahn dieſer Gedankenfolge durchſtürmt.
Blitzſchnell wechſelte er ſeine Taktik. Er ſchmunzelte vertraulich.
„Was ich gegen den Baron habe? Vielleicht dasſelbe wie Sie —
ich bin im ſtillen ein bißchen eiferſüchtig auf ihn . . . Das
ver=
ftehen Sie — wie?"
Jens Mertens war viel zu einfach organiſiert, als daß er
dieſem Tempo hätte folgen können. „Nanu?” ſtaunte er. „Sie
und eiferſüchtig — wegen — Frau Winterfeldt?! Das hatte
ich ja noch gar nicht bemerkt, daß Sie Geſchmack für Frauen von
dem Kaliber haben —‟
„Ausnahme, Cappy — mir ſelber ne Ueberraſchung.
Selbſt=
verſtändlich genau ſo — wunſchlos, ſo — onkelhaft wie bei
Ihnen.
Onkelhaft?! Jens Mertens hätte manches erwidern können.
Wieviel Pein die Onkelrolle ihm aufzwang . . . Er rettete ſich
in ein verlegenes Lächeln. „Ja, mein liebes Mitonkelchen — Sie
wollen alſo unſerer ſchönen Nichte ihren Baron vermieſen—
ich fürchte, damit werden Sie wenig Glück haben.”
„Man tut, was man kann . . .", lächelte Hutchinſon.
Er verabſchiedete ſich vom Kapitän, ſtampfte mächtig
aus=
greifenden Schrittes das Promenadendeck entlang.
Er hatte ſich wirklich ziemlich blödſinnig benommen. Der
Baron hatte ſich verraten — daran war kein Zweifel. Sein
Ge=
ſicht, als er erfuhr, hinter der „Chicago” fliege die Fahndung
her — das verkörperte böſe Gewiſſen. Reichte das als Beweis?
Es reichte nicht.
James Hutchinſon, du verſtehſt Automobile zu verkaufen und
Fuſionsverhandlungen zu führen. Deine Befähigung zum
Mei=
ſterdetektiv iſt erſt noch zu erweiſen. Genau das Gegenteil von
all dem, was er getan, hätte er tun müſſen. Statt den Baron
merken zu laſſen, daß er ihn durchſchaut, hätte er ſich erſt recht
an ihn anſchließen müſſen. Statt Frau Winterfeldt vor ihm zu
warnen, hätte er den ſich anbahnenden Flirt begünſtigen ſollen.
Jetzt hat er alle beide vergrämt — das Wild — und den Köder.
2 James, James —!
Ließ ſich das noch gutmachen? Hutchinſon ſtand auf dem
Sportdeck, die ſteife Briſe flattert durch ſeine angegrauten Locken.
Er entwarf einen neuen Aktionsplan. Es galt, das Vertrauen
des Barons zurückzuerobern — das geweckte Befremden der
Sängerin zu verſcheuchen.
James Hutchinſon läßt die Mitpaſſagiere vorbeidefilieren?
Wen könnte man dem Baron als Sündenbock denunzieren?
Na=
türlich keinen der Herren vom Kapitänstiſch. Da will Mertens
keine Unruhe. Ich auch nicht — ſonſt wäre dieſer ekelhafte
Dok=
tor eigentlich ein viel glaubhafteres Objekt für jeden Verdacht
als der Baron. Ja — wer kommt denn ſonſt in Frage?
Auf=
fallend elegant — Monokel —
Das Monokel! Der Muſikant mit dem Monokel! Das iſt
der gegebene Blitzableiter! Was ſchadet’s dieſem armen Teufel,
wenn man dem Baron im tiefſten Vertrauen erklärt: Ich weiß
jetzt, wer der eine an Bord iſt, der bei der Ankunft in New York
verhaftet werden ſoll?! Die zweite Geige —!t
Das gleiche wird dann der Sängerin ſuggeriert — und die
Entgleiſung vom Ballabend iſt wieder zurechtgerückt! Alſo auf
zum Baron.
James Hutchinſon klingelt den Fahrſtuhl herauf, erkundigt
ſich beim Führer, ob er wiſſe, auf welchem Deck der Baron vom
Kapitänstiſch ſeine Kabine habe. Auf dem E=Deck. Aber er ſei
ſoeben zum Promenadendeck hinaufgefahren. Fahren Sie mich
bitte auch dahin.
James Hutchinſon ſchlendert die „Läſterallee” entlang
kein Baron. Er ſchwenkt nach Steuerbord auf die Schattenſeite
hinüber. Da ſtrampeln nur ein paar rabiate Späziergänger ihre
Morgenkilometer ab. Wie er am Geſellſchaftsraum
vorüber=
ſtreicht, hört er Klavierſpiel. Er verſteht von Muſik nicht das
mindeſte. Aber als techniſch denkender und empfindender Menſch
hat er eine inſtinktmäßige Witterung für jede Art von Können.
Der da ſpielt, verſteht ſeinen Kram.
Kunſtſtück! Das iſt der Kapellmeiſter aus Wien, der nächſtens
in der Metropolitan dirigieren wird. Da ſitzt er am Flügel —
ganz verſunken in ſein eigenes Spiel. Und es hat ſich auch
ſchon eine ſtattliche Gemeinde zuſammengefunden. Wahrhaftig
— in einer Ecke ſitzt auch der Baron . . . Die Ellenbogen
auf=
geſtützt — das Geſicht faſt ganz mit den Händen verhüllt — ſo
lauſcht er — abgeſperrt gegen die Welt. Man ſollte eigentlich
mal an Bord ein Konzert — — Das iſt doch überhaupt bei der
Linie üblich — daß die Fahrgäſte, die ſich auf ſolche Künſte
ver=
ſtehen, zum Beſten der Wohlfahrtskaſſe des Schiffsperſonals —
Da iſt auch die Sängerin . . . Das paßt ja glänzend . . .
Man wird den Baron auffordern, das Konzertkomitee zu bilden.
Wenn der wirklich Grund hat, etwas für ſein Preſtige zu tun
— dann wird er eine ſolch ehrenvolle, ſeinem Rang nach deutſchen
Begriffen zukommende Aufforderung nicht ablehnen. Dann iſt
die Karre wieder aufs rechte Gleis geſchoben.
James Hutchinſon iſt muſikaliſch nicht intereſſiert. Er wird
daußen auf und ab promenieren, bis das Konzert überſtanden
iſt. Dann wird er ſich den Baron kaufen.
Im Geſellſchaftsraum ringen Chaos und Werdewille.
Jgnaz Richter phantaſiert. Seine Hände, die Rechte gewöhnt,
mit dem weißen Zauberſtäbchen das Tönegewirr rhythmiſch ſtraff
zu gliedern, die Linke des Geheimniſſes kundig, mit malenden,
greifenden, entflammenden, aufpeitſchenden, bändigenden,
befrie=
denden Bewegungen zur Ordnung, Farbe und Glut zu geſellen
— dieſe beiden führergewaltigen Hände ſind heute ſelber
Werk=
zeug einer ungeheuren Geſtaltungskraft.
Ihren Offenbarungen lauſcht die kleine Schar, die das
Glück des Zufalles verſammelt. Sie wächſt und wächſt. Von
draußen ſchleichen ſich auf Fußſpitzen immerfort neue Gäſte
herein, glücklich, wenn ſie noch ein Sitzplätzchen ergattern.
Niemand lauſcht andächtiger als Ellen Winterfeldt. Wie
gerne hätte ſie längſt einmal mit dem Meiſter geplaudert, unter
deſſen Führung ſie in wenig Tagen vor dem Publikum des
Seite 21
erſten Opernhauſes der Neuen Welt erſcheinen foll. Sie iſt zu
beſcheiden und ſtolz zugleich, ſich dem großen Mann
aufzudrän=
gen — ſo lange er es vorzieht, ſich den Huldigungen einer
Mon=
däne hinzugeben — deren Einfluß ja freilich ein gut Teil des
erhofften Erfolges beherrſcht. Jetzt vezeiht ſie ihm alles. Wer
als Künſtler das kann, den ſoll man gelten laſſen, wie er
ge=
wachſen iſt.
Was ſpielt der große Jgnaz? Ellen glaubt ihn zu
ver=
ſtehen. Er ſpielt das Meer.
Jenes, das ſeit vier Tagen, ein ſatter, gebändigter Löwe,
ſich hingeſtreckt hat, um von Jagd und Brunſt zu raſten. Er
ſchläft, er träumt, er lächelt im Traum. Bisweilen nur knurrt
und murrrt er im Schlummer, als zögen durch ſein Erinnern
die ſtolzen und ſchrecklichen Bilder vergangener Stunden der
Wildheit und Entfeſſelung. Hütet euch, den Entruckten zu wecken.
Der Sturm liegt auf der Lauer. Es lüſtet ihn, den
ſchlafen=
den Löwen zu reizen, in wenig ſich erneuendem Ringen ſeine
Kräfte mit ihm zu meſſen. Erſt ſtreichelt er ihn ſacht übers
gleißende Fell. Nun puſtet er ihm derb in die ruhig atmenden
Nüſtern. Durch den hingeſtreckten Leib geht es wie ein Zucken
und Recken, ärgerlich verzieht ſich das befriedete Antlitz, noch
immer ſchlummerumfangen. Jetzt pfeift der Sturm ſchrillen
Weckruf. Der, ſtößt durch die Träume bis ins ruhentſpannte
Hirn des königlichen Tieres.
Es blinzelt, dehnt ſich, richtet ſich langſam, dräuend empor.
Schon ſpringt es auf die Beine, ſtellt ſich zum Kampf. Der
bewehrte Rachen öffnet ſich — ſtößt einen kurzen, heiſeren
Wut=
ſchrei aus. Da packt der Sturm gigantenartig zu, ſchüttelt den
jäh ſich ſpannenden Katzenleib. Das Ringen beginnt.
Sturm! Du kannſt mir die Flanken peitſchen, an meiner
Mähne reißen, mich zurückſchleudern, wenn ich, hoch aufgereckt,
dir meine Wut, meinen Haß ins unverkennbare, unerſchaubare
Antlitz brülle. Bezwingen, vernichten kannſt du mich nicht. Ich
bin ewig — wie du.
Sie raufen, ſie balgen ſich, der irdiſch begrenzte Rieſenleib
des Meereslöwen — der unendliche, unermeßliche des
Sturmes=
giganten. Aus fauchendem, keuchendem Maule geifert der
Schaum. Schaum kocht aus ringenden Flanken. Zu raſenden
Sprüngen peitſcht des Gottes klatſchende Geißel das grell
auf=
ſchreiende Tier, es duckt ſich, windet ſich, reißt ſich empor zu
wütender Gegenwehr, haut immer aufs neue die volle Wucht
gekrallter Tatzen dem Feind ins hohnlachende, unverwundbare
Geſicht. Aber auch des ätherentſproſſenen Ringers Kraſt iſt
he=
grenzt. Er kann den Leuen peitſchen, hetzen, zu raſendem
Toben empören — verwunden kann auch er ihn mit nichten.
Zwei Ungeheuer bekämpfen ſich, ohne ſich beſiegen zu dürfen. Sie
brüllen um die Wette, im Klang ihrer fürchterlichen Kehlen
ſucht eines das andere zu übertäuben. Auch das iſt umſonſt.
Gleich ſtark, gleich grauſig, gleich unbeſieglich dröhnt ihrer beider
urweltliches Eeheul.
Endlich ermatten ſie. Gleichzeitig verebbt ihr blind
wüten=
der Anprall. Ein letztes verzweifeltes Wutgelächter ſchrillt —
dann entflattert der Sturmrieſe, unſichtbar wie er gekommen.
Unbezwungen, unbezwinglich reckt ſich der Meereslöwe, ſchüttelt
zerſauſte Mähne, ſtößt ein heiſeres Triumphgeröhr in veratmende
Lüfte — noch immer keucht die kampfermattete Bruſt in
wogen=
den Stößen — nun lagert er ſich ſiegesſtolz — unerſchütte:t,
unerſchütterlich — ein letztes, befriedigtes Knurren — ein
brei=
tes, behägliches Gähnen — das Fabeltier entſchläft, es träumt,
es lächelt im Traum.
(Fortſetzung folgt.)
Ue
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Paar Tnrnſchuhen. 1 Autoſchutzſcheibe
1 Paar wollene Handſchuhe. — Zu eflogen:
1 Kanarienvegel.
Wir machen wiederholt darauf
auf=
merkſam, daß auch noch Fundgegenſtände
vorhanden ſind, die in früheren
Bekannt=
machungen verzeichnet waren.
Intereſſen=
ten lönnen die Fundgegenſtände während
den Büroſtunden, auf dem Fundbüro des
beſſ. Polizeiamts, Zimmer 11 beſichtigen
Schließung der ſtädtiſchen
Büros und Kaſſen.
Am Samstag, den 4. April 1931
(Oſter amstag), bleiben die ſtädtiſchen
Geſchäftszimmer und Kaſſen geſchloſſen
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Darmſtadt, 30. März 1931.
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Darmſtadt. den 30. März 1931.
Tiefbauamt.
Erhebung einer Bierſteuar in der
Stadt Darmſtadt.
Die nachſtehenden Bekanntmachungen
des Kreisamts Darmſtadt vom 24. und
28. März 1931 bringe ich hiermit zur
öffentlichen Kenntnis.
Darmſtadt, den 31. März 1931.
Der Oberbürgermeiſter.
Auf Grund des 8 6 Abſatz 1 Ziffer1
der Verordnung des Reichspräſidenten
zur Behebung finanzieller, wirtſchaftlicher
und ſozialer Norſtände vom 26. Juli 1930
in der Faſſung der Verordnung vom
1. Dezember 1930 (Reichsgeſetzblatt I
Seite 11/517) und des Artikels 3 Abſatz 1
des Heſſiſchen Ausführungegeſetzes zum
2. Abſchnitt der vorgenannten Verordnung
des Reichspräſidenten vom 11. Dezember
1930 (Reg.=Bl. Seite 311 wird
ange=
ordnet, daß die durch unſere Verfügung
vom 5. Januar 1931 ſür den
Gemar=
kungsbezirk der Stadt Darmſtadt für
das Rechnungsjahr 1930 eingeführte (
er=
höhte) Gemeindebierſteuer auch im
Rechnungsfahr 1931 erhoben wird.
Als Ortsſatzung für die
Gemeindebier=
ſteuer gilt auch weiterhin die von dem
Miniſter des Innern herausgegebene
Maſterſatzung mit den ſich aus den
Ver=
ordnungen des Reichspräſidenten vom
26. Juli und 1. Dezember 1930
er=
gebenden Anderungen, die in der Zeit
vom 12. bis 21. Januar 1931 auf dem
Stadthaus in Darmſtadt offengelegen hat.
Vorſtehende Anordnung tritt mit dem
Ablauf des Rechnungsjahres 1931 wieder
(St. 5239
außer Kraſt.
Darmſtadt, den 24. März 1931.
Kreisamt Darmſtadt
J. V.: Dr Probſt.
In unſerer Bekanntmachung vom
24. März 1931 im
Amtsverkündigungs=
blatt Nr. 38 (Darmſtädter Zeitung vom
25. März 1931. Nr. 71) werden in Zeile
1 bis 8 die Worte „Auf Grund des 86
. . . . bis (Reg=Bl. Seite 311)” erſetzt
durch die Worte „Auf Grund des Artl. 3
Abſatz 2 des Ausführungsgeſetzes zu dem
2. Abſchnitt der Verordnung des
Reichs=
präſtdenten zur Behebung finanzieller,
wirtſchaft icher und ſozialer Notſtände
vom 26. Juli 1930) (RGBl. I Seite 311)
vom 11. Dezember 1930 (Reg.=Bl. S.311).
Darmſtadt, den 28. März 1931.
Kreisamt Darmſladt
J. V.: Dr. Probſt.
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