Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iUnſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten mur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtiattet.
Nummer 90
Dienstag, den 31. März 1931.
194. Jahrgang
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Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung jäll jeder
Rabat weg. Bonklonto Deuiſche Bani und
Darm=
ſädter und Nationalbanl.
ſ.
chisoppoſikion und Kommuniſten fordern Zurückziehung der Nolverordnung und Einbernfung des
ichskages. — Die Reichstegierung gegen die Unkergrabung der Überparkeilichkeil des Reichsoberhaupkes
und des Berkrauens in Hindenburg.
Wird die Notverordnung ihrem Zweck entſprechend geband=
WMttengie A. Hatlgkäufostäliſten habt, dann wird ſie hoffentlich dazu führen, nur Mißſtände
auf falſchem Wege.
Nürnberg, 30. März.
Die Vertreter der Rechtsoppoſition haben auf einer Tagung
Nürnberg am Sonntag eine Entſchließung gefaßt, in der nach
er überaus ſcharfen Kritik der Leiſtungen des Kabinetts
Brü=
g und der Tätigkeit der im Reichstag verbliebenen Parteien
Forderung der Rechtsoppoſition zur
Einbe=
fung des Reichstages angekündigt wird. Die
Rechts=
ſoſition will auch in den Ländern die zur Aufrechterhaltung
er „von der Verordnung verletzten Souveränität” gebotenen
ritte tun.
In der Entſchließung wird weiter die Erwartung
ausge=
ochen, daß der Reichspräſident ſich nicht länger
nfeitig von den Parteien unterrichten läßt,
ihn urſprünglich bekämpft und zum Teil in gröblichſter Form
hmäht haben, ſondern auch einmal die Vertreter der
natio=
en Oppoſition hört, hinter denen die Mehrheit ſeiner ehemali=
Wähler ſteht‟. Die Entſchließung macht der
Notverord=
ng den Vorwurf, daß ſie nicht nur zur Abwehr der
Gottloſen=
opaganda beſtimmt ſei, und fordert zum Schluß den
ichspräſidenten auf, bei der Reichsregierung
1öhe Aufhebung der Notverordnung durchzuſetzen
er ſich von ſeinen gegenwärtigen Beratern zu
ennen.
Scharfe Abwehr. der Reichsregierung.
Die Reichsregierung ſieht ſich infolge dieſer Entſchließung zu
gender Gegenerklärung veranlaßt:
Vertreter der Rechtsoppoſition haben auf einer Tagung
29. März in Nürnberg eine Entſchließung gefaßt, die ſich mit
lſcher Begründung gegen die Verordnung des
rrn Reichspräſidenten zur Bekämpfung
poli=
cher Ausſchreitungen vom 28. März 1931 wendet.
Die Verordnung des Herrn Reichspräſidenten richtet
nicht gegen das Volksbegehren des Stahlhelms. Wie ſchon
an=
lich der Konferenz der Innenminiſter der Länder vom 18. März
1 erörtert worden iſt, ſoll ſie der legitimen Werbung
S Stahthehlms für ſein Volksbegehren keinen
bruchtun. In einer vor dem Erlaß der Verordnung
lie=
den Beſprechung mit dem für ihre Ausführung in Preußen
zu=
tdigen Herrn Miniſter des Innern iſt feſtgeſtellt worden, daß
rfür volles Einvernehmen zwiſchen dem
Reichsinnenminiſte=
m und dem preußiſchen Miniſterium des Innern beſteht.
Die erwähnte Konferenz der Innenminiſter hat einmütig auf
Notwendigkeit hingewieſen, im Intereſſe des
aates und der Kultur der von der rechts= und
rlinksradikalen Oppoſition geſchürten Ver=
Kung deutſcher Volksgenoſſen gegeneinander
1tſcharfen rechtlichen Waffen
entgegenzutre=
r, dieſer Verhetzung, die den Nährboden bil=
9'für die zahlreichen politiſchen Morde und
sſchreitungen, die das deutſche Volk in den
1öten Monaten zu beklagen hatte. Dabei ſind in
e* ganzen Reihe von Einzelheiten beſondere. Länderwünſche
ückſichtigt worden.
ſelbſt und iſt ebenſo falſch wie die der völligen Abhängigkeit
Regiet ung Brüning von der Sozialdemokratie.
Der Heirr Reichspräſident, der übrigens ſtändig Ver=
nung ſtelltz daher eigenperſönlichen Angriff
ſen den Herſen Reichspräſidenten dar. Es iſt tief
uerlich und ſbedarf der ſchärfſten Abwehr, daß nunmehr von
ſchnationalex Seite verſucht wird, durch Entſtellungen und
9 die Verbre itung unwahrer Behauptungen im Volke das
lkauen ig die Perſon und die Ueberparteilichkeit des Herrn
cspräſidenten zu untergraben.
Die Reichsregierung hat ſich gezwungen geſehen, in einer
lichen Aeußerung auf die Kundgebung der „nationalen
Oppo=
n in Nürnberg zu antworten. Sie bedauert, daß hier
Berſuch gemacht worden iſt, den Reichspräſiden=
In den Kampf hineinzuziehen und dadurch
Ueüberparteiliche Stellung zu untergraben.
nellt gleichzeitig feſt — was ſachlich von beſonderer
Be=
lung ſiſt — daß von preußiſcher Seite alle Zuſicherungen
ben ſtnd, eine geſetzmäßige Durchführung des Stahlhelm=
Sbegehrens auf Auflöſung des preußiſchen Landtages zu
Kyrleiſten. Wir hoffen, daß davon auch die Rechtsoppoſition
intnis nimmt. Es iſt kein Zweifel, daß die Notverord=
N9 vom 28. März ſehr tief in das politiſche Leben eingreift
eine gefährliche Waffe werden kann, ſobald ſie
keipolitiſch gehandhabt wird. Aber es iſt ebenſo ſicher, daß
Reichsregierung in der Notwehr gehandelt
les mittelalterlichen Fauſtrechts zu
beſeiti=
n, d98 ſich im innenpolitiſchen Kampfe einzubürgern drohte.
und Vorkehrungen treffen mußte, um das Stſtem
zu beſeitigen, an deren Ausmerzung alle Parteien
gleich=
werden, um wenigſtens zu verſuchen, einen unbequemen
poli=
tiſchen Gegner mundtot zu machen, und es wird Aufgabe des
Reichsminiſteriums, nötigenfalls des Reichskabinetts, ſein, um
Mißgriffe zu verhindern.
Die Ankwork der Kommuniſten
auf die Notverordnung vom 28. März hat nicht lange auf ſich
warten laſſen. Die Fraktion hat einen Antrag auf
Auf=
hebung der Notverordnung geſtellt und darüber
hin=
aus beim Reichstagspräſidenten ſofortige Einberuſung
des Reichstages gefordert. Nach der Kundgebung der
Deutſchnationalen und der Nationalſozialiſten von Nürnberg
iſt anzunehmen, daß dieſe dem Antrag zuſtimmen werden. Ta
aber die Sozialdemokraten ſich darauf ſeſtlegen, daß ſie
vor=
läufig kein Intereſſe an der Nückkehr des
Reichs=
tages haben, iſt keine Mehrheit ſür die Einberufung
vor=
handen. Tatſächlich fehlt ja auch dafür ſachlich jeder Grund.
Daß die Notverordnung kommen vürde, wußten die Parteien
vorher. Sie hätten alſo Zeit genug gehabt, im Reichstag
Auſ=
klärung zu verlangen. Das äre dielleicht ſogar klug getveſen,
weil die Formulierung dieſer Notyerordnung etwas
verſchwom=
men iſt. Nur die Deutſchnationalen und die
Na=
tionalſozialiſten haben kein Recht, ſich zu
be=
klagen. Sie ſind abſichtlich in den letzten
Mo=
naten den Reichstagsverhandlungen
ſernge=
blieben, und behaupten nun, daß ſie dadurch
der Verwirtlichung ihrer Ziele näher
gekom=
men ſeien. Sie werden aber dann kaum dafür
Verſtändnis finden, daß ſie jetzt weuige Tage,
nachdem der Reichstag vertagt iſt, ſeine
Ein=
berufung fordern. Im Aelteſtenrat ſelbſt wird das
Stimmenverhältnis vermutlich ſo ſein, daß zehn Stimmen für
die Einberufung des Reichstages und fünfzehn dagegen ſind.
Womit der Antrag abgelehnt wäre. Nur wenn etwn die
Wirt=
ſchaftspartei und das Landvolk ſich auch zur Oppoſition
ſchla=
gen würden, wäre der Ausgang unſicher.
Die Kp9. hehl zum Bürgerkrieg.
Wenn auch die Notverordnung, die zu einem weſentlichen
Teil auf die Bekämpfung der Gottloſenbewegung abgeſtellt iſt,
erſt am Dienstag in Kraft tritt, ſo durfte doch angenommen wer= mit ſich, und gerade darin liegt der Schlüſſel zur
Wiederher=
den, daß unverzüglich gegen Kundgebungen, die ſich gegen die
ſoweit Berlin in Frage kommt, nicht der Fall. Hier hat am
Sonn=
tag eine bolſchewiſtiſche Jugendweihe ſtatgefunden, zu der etwa
war. Zur Aufführung gelangte ein Gottloſenſpiel, das die Kir= haben zu wirken, ſo beginnt die Depreſſion, d. h. derjenige
Zu=
wurden revolutionäre Hetzreden gehalten. Die Jugendlichen
wur=
den aufgefordert, ſich für die Revolution bereit zu halten, für
ſie zu kämpfen und Blut und Leben für ſie einzuſetzen. Die
An=
tionären Parole Folge zu leiſten. Obwohl die Polizei zur
Ueber=
wachung der Kundgebung im Saale anweſend war, griff ſie erſt
gegen Schluß der Veranſtaltung ein. Sie ſchloß dann die
Ver=
ſammlung, was einen Höllenſpektakel auslöſte. Zu beanſtanden
iſt, daß die Gottloſenkundgebung nicht von vornherein verboten
wurde. Erſt kürzlich hat ſich gezeigt, daß der Berliner
Polizei=
präſident Grzeſinſki keine Luſt verſpürt, gegen die kommuniſtiſche
antireligiöſe Propaganda einzuſchreiten. Man möchte auf Grund zuſammenfaſſen, daß die Kriſis vorüber iſt und die
der Vorgänge vom Sonntag beinahe vermuten, daß die
Notver=
ordnung doch nicht die erhoffte Anwendung gegen links finden
wird.
Der Reichsinnenminiſter über die Berordnung
zur Bekämpfung des polikiſchen Terrors.
im Rundfunk über die Verordnung des Reichspräſidenten zur Be= Amerika, während in Deutſchland in der Zunahme der
Arbeits=
kämpfung politiſcher Ausſchreitungen, von der er, wie er
einlei=
tend betonte, hoffe, daß ſie in allen Kreiſen des deutſchen Volkes, iſt jedenfalls ein Anwachſen der Beſchäftigung wahrſcheinlich,
die eine geſunde Entwicklung des politiſchen und wirtſchaftlichen
Lebens wunſchten, eine verſtändnisvolle Aufnahme gefunden habe.
In dieſen Kreiſen habe es nie an nachdrücklichen Aufforderungen
zu einem ſchärferen Eingreifen gegen den politiſchen Terror und ſcheint. Aber jede Teilbelebung bedeutet bei der heutigen Lage
die Aufhetzungen und Beſchimpfungen des religiöſen Lebens
ge=
fehlt. Maßnahmen in dieſem Sinne hätten nicht mehr länger
auf=
geſchoben werden können, angeſichts der zahlreichen, vielfach plan= zieht, ſo beſteht die Möglichkeit, daß ein einmal gegebener Anſtoß
ertremer politiſcher Beſtrebungen. Der Miniſter verwies in die= konjunkturellen Beſſerung überleitet. Auf jeden Fall iſt aber
ſem Zuſammenhange auf die Vorgänge in Hamburg und tadelte
mit beſonderer Schärfe das widerſinnige Prinzip, die
demokrati=
ſchen Freiheitsrechte gegen die Demokratie ſelbſt zu mißbrauchen.
Die Notverordnung kennzeichnete er als Selbſtſchutz des Staates terung der wirtſchaftlichen Lage kann nicht eintreten, was für
gegen die nachweislichen Aufhetzungen zu revolutionären
Gewalt=
taten gegen die Ordnung des Staates. Um des Staates und der
deutſchen Bevölkerung willen müſſe jeder Verfaſſungsmißbrauch
hintangehalten werden.
Parteien zu ſprechen. Er, der Miniſter, habe Maßn
dieſe Verhetzung ſowohl im Haushaltsausſchuß,
Plenum des Reichstages angekündigt, und dieſe Maß
ten daher jetzt keine Ueberraſchungen hervorrufen.
* Ende der Wirkſchaftskriſe
Beginn der Depreſſion.
. Die außerordentliche Dauer der Wirtſchaftsſtockung in
Deutſchland wie in faſt allen Ländern der Welt, die ſich immer
ſtärker auf alle Gebiete des öffentlichen und privaten Lebens
ausgewirkt hat, hat zur Folge, daß man allenthalben mit
Un=
geduld den wirtſchaftlichen Horizont nach den erſten Anzeichen
einer beginnenden Belebung abſucht. In den Kreiſen der
Wirtſchaft hört man heute immer wieder die Frage, wie lange
wird die Wirtſchaftskriſe noch andauern; mit dieſer Frage
ver=
bindet ſich gleichzeitig die Furcht, ob es der deutſchen Wiriſchaft
in ihrer Geſamtheit gelingen wird, weiter durchzuhalten. Daß
mäßig intereſſiert ſein ſollten. Aber ſie kann auch dazu benutzt ſich unter den gegenwärtigen Umſtänden in der Beurteilung
mancher Erſcheinungen, die als Anfangspunkte einer neuen
Kurve des konjunkturellen Aufſtiegs gelten ſollen, irrtümliche
Auffaſſungen verbreiten, iſt nur zu ſelbſtverſtändlich. Sie
ent=
ſpringen wohl meiſtenteils einem in ſeinem Ausmaß zu mindeſt
nicht berechtigten Optimismus, und das gilt vor allem für ſolche
Länder, in denen die wirtſchaftlichen Kreiſe, unbelaſtet durch die
Folgen einer Sonderkriſe, wie ſie in Deutſchland herrſcht, ſich
ſtets mehr optimiſtiſch einzuſtellen pflegten. In Deutſchland
dagegen verhindert der heute überall herrſchende Peſſimismus
eine voreilige Ueberſchätzung von Erholungsanzeichen, ja, wer
ſolche Erholungsanzeichen, die zweifellos vorhanden ſind, auch
nur regiſtriert, wird ſchon als übertriebener Optimiſt angeſehen.
Wir haben alſo in Deutſchland ein Uebermaß an Peſſimismus,
und dies iſt in ſeinen vor allem den Unternehmungsgeiſt
hem=
menden Auswirkungen viel ſchädlicher und einer allgemeinen
Beſſerung der Verhältniſſe abträglicher als ein verfrühter
Opti=
mismus. Gerade der Mangel an Vertrauen in die politiſche
und wirtſchaftliche Stabilität der deutſchen Entwicklung iſt einer
der Depreſſionsfaktoren, der mit an erſter Stelle ſteht und die
deutſche Sonderkriſe verſchärft hat. Um ſo notwendiger erſcheint
es einmal ohne Berückſichtigung aller rein gefühlmäßigen
Momente den Verſuch zu machen, durch Regiſtrierung von
Tat=
ſachen und Kalkulation der ſich daraus aller Wahrſcheinlichkeit
nach ergebenden Folgen die wirtfchaftliche Lage zu kennzeichnen.
Denn zu den Vorausſetzungen für jede Konjunkturwende gehört
zweifellos auch eine entſprechende Konjunkturmeinung, die ſich
auf der Grundlage wiederhergeſtellten Vertrauens herausbildet.
Unter, den gegenwärtigen Umſtänden muß ſich aber eine
Prognoſe der Konjunktur darauf beſchränken, wie weit die
Hoff=
nungen auf ein Ende der Wirtſchaftskriſe bzw. des jähen
Kon=
junkturrückganges und damit den Beginn der Depreſſion
be=
rechtigt ſind. Mit anderen Worten, die Frage muß lauten, an
welchem Punkt heute die Wirtſchaft ſteht. Hierzu zunächſt einige
allgemeine Bemerkungen über das Schema des
Konjunkturver=
laufes, welches als allgemein gültig aufgeſtellt wird. Eine
Kriſe entſteht bekanntlich dadurch, daß das rhythmiſche und
gleichmäßige, d. h. natürliche Kräfteſpiel der Wirtſchaft durch
beſtimmte Spannungen, durch Ueberſteigerungen namentlich
des Kredits, der Produktion und der Inveſtition geſtört wird.
Der ſtarke Rückgang der Inveſtitionstätigkeit als Folge der
Kriſe bringt aber eine ſcharfe Einſchränkung der Produktion
ſtellung des Gleichgewichts zwiſchen Produktion, Inveſtition
Kirche und die Religion richten und der Provozierung des Bür= und Verbrauch. Weitere Kriſenerſcheinungen ſind die Entlaſtung
gerkriegs dienen, Front gemacht werden würde. Leider iſt das, der Märkte, die Senkung der Preiſe und eine zunehmende
Ver=
flüfſigung der Kreditmärkte infolge des Rückganges des
wirt=
ſchaftlichen Tätigkeitsgrades. So ſchließt alſo jede Kriſe be=
2000 Jungkommuniſten erſchienen waren. Die Weihe, fand im reits den Keim der ſpäteren Erholung in ſich, und wenn die
Sportpalaſt ſtatt, der in eine Gottloſenausſtellung umgewandelt beſonderen Zeichen der Kriſis (Zuſammenbrüche) aufgehört
chen und die Geiſtlichkeit in beiſpielloſer Weiſe ſchmäht. Weiter ſtaud, in dem auf allen Gebieten eine weitgehende Entlaſtung
herrſcht und in dem von ſelbſt ſich eine Zunahme des
wirt=
ſchaftlichen Tätigkeitsgrades mit Rückſicht auf die aus der
Stag=
nation entſtehenden neuen Betätigungsmöglichkeiten einzuſtellen
pflegt. Ueberall nach der ſtarken Zurückhaltung tritt wieder
weſenden ſchwuren mit erhobenen, geballten Fäuſten, der revolus Bedarf ein und erhöhte Nachfrage. Das Inſtitut für
Kon=
junkturforſchung ſpricht in ſolchem Falle von einer
Bedarfs=
ſtauung, die nur bis zu einer gewiſſen, mehr oder minder
elaſtiſchen Grenze getrieben werden kann und ſich, wenn die
Zu=
rückhaltung über die Grenze des auch bei ungünſtiger
Wirt=
ſchaftslage Zweckmäßigen hinausgetrieben worden iſt, wieder
in eine ſtärkere Nachfrage verwandeln.
Das Urteil über die heutige Wirtſchaftslage läßt ſich dahin
Depreſſion begonnen hat. Das gilt nicht nur für die
geſamte Weltwirtſchaft, ſondern auch für die deutſche Wirtſchaft,
allerdings mit der Einſchränkung, daß eine Verſchärfung der
politiſchen Spannungen in Deutſchland auf jeden Fall vermieden
ſverden muß. Für die wichtigſten Induſtrieländer der Welt iſt
der ſaiſonmäßige Tiefpunkt der Wirtſchaft erreicht oder
über=
ſchritten. In England hat ſich bereits eine gewiſſe Entlaſtung
Der Reichsinnenminiſter Dr. Wirth ſprach am Montag abend des Arbeitsmarktes bemerkbar gemacht, das gleiche gilt für
loſigkeit ein Stillſtand eingetreten iſt. In den nächſten Mongten
wenn ſich auch das Ausmaß keineswegs überſehen läßt, da die
Situation am Baumarkte (vgl. unſeren Artikel in Nr. 72 vom
13. März) und in der Schwerinduſtrie nicht allzu günſtig
er=
ſchon eine weſentliche Erleichterung, und wie im Abſtieg der
Konjunktur eine Produktionseinſchränkung die andere nach ſich
mäßig vorbereiteten, blutigen Kämpfe zwiſchen den Anhängern ſich nicht nur ſaiſonmäßig auswirkt, ſondern auch zu einer
im ganzen mit Beibehaltung des gegenwärtigen
Beſchäftigungs=
grades, allerdings bei unterſchiedlicher Entwicklungsrichtung in
den einzelnen Branchen, zu rechnen; eine weitere
Verſchlech=
die Beendigung der Kriſe ſpricht. Wenn auch die Produktion
in ihrer Eeſamtheit in letzter Zeit noch abgenommen haben
dürfte, ſo ſind doch in einer Reihe von wichtigen Juduſtrien
ſeit längerer Zeit Bewegungen erkennbar, die darauf ſchließen
Wirth kam dann auf die Agitationspraxis der radikalen laſſen, daß ſich die Wirkſamkeit der Krifenfaktoren vermindert
hat. Die gegenwärtige Beſchäftigung zeigt, daß die Grenze der
möglichen Verminderung der Arzeiten für Inveftition und
Lagerbildung erreicht iſt. Der Auftragseingang iſt in der
Mehr=
zahl aller Induſtrien ſeit Januar nicht mehr geſunken. So hat
Seite 2
beiſpielsweiſe der Rückgang in der Erzeugung der Eiſen= und
Stahlinduſtrie ſeit Monatsfriſt aufgehört. Auch in der
Ma=
ſchineninduſtrie iſt der Produktionsrückgang zum Stillſtand
ge=
kommen und eine leichte Belebung eingetreten. Aus dem
Ver=
laufe der Leipziger Meſſe läßt ſich ſchließen, daß die
Auftrags=
eingänge zwar niedrig bleiben, aber nicht mehr niedriger
ge=
worden ſind als im letzten Quartal 1930. Mit der Tatſache des
Aufhörens der Produktionsrückgänge verbindet ſich aber der
relativ geringe Stand der Lagervorräte in Deutſchland, was
beſonders für den Handel gilt. Die Läger gerade in den
Kon=
ſumgüterinduſtrien ſcheinen nicht ſehr groß zu ſein, und eine
Auffüllung der Beſtände der Konſumenten dürfte kaum noch
lange aufgeſchoben werden können. Die Tertilbranche konnte
in den letzten Wochen ſchon von einer Beſſerung des Geſchäftes
berichten, und auch der Auftragsbeſtand der Automobilinduſtrie
Deutſchlands und des Auslandes, beſonders in den Vereinigten
Staaten von Amerika, hat ſtärker als erwartet zugenommen.
Allerdings zeigen ſich von dieſer etwas günſtigeren
Entwick=
lung auch abweichende Erſcheinungen. In zahlreichen Branchen
der Verbrauchsgüterinduſtrie liegen noch keine Anzeichen einer
Saiſonbelebung vor. Die Zunahme der Beſchäftigung, die auch
von der Landwirtſchaft ausgehen muß, wird ſich hier wohl erſt
allmählich auswirken können. Wenn die
Produktionsmittelwirt=
ſchaft in ihren verſchiedenen Zweigen noch iinmer unter ſtarkem
Druck zu ſtehen ſcheint, ſo wird dadurch; zwar die
Uneinheit=
lichkeit der Wirtſchaftslage gekennzeichnet, aber letztere findet
ſich ſtets am Ende einer Kriſe und braucht nach den Erfahrungen
ähnlicher Kriſenperioden in der Verkrieg3zeit durchaus nicht
einen illmählichen Wiederaufſtteg zu verhindern. Die großen
Anſtrengungen, die die Reichsregierung zum Schutze der deutſchen
Landwirtſchaft unternommen hat, werden letzten Endes zu einer
Stärkung ihrer Kaufkraft, wenn auch erſt in der zweiten Hälfte
des laufenden Jahres, und damt zu iner Anregung de.
In=
landsmarktes, wie ſie beabſihtigt iſt, führen. Der Einfluß der
Saiſonbelebung, die in den wichtigſten Abnehmerländern der
deutſchen Induſtrie eingeſetzt hat, wird unſerem
Auslands=
geſchäft eine erhöhte Widerſtandsfähigkeit geben; dadurch kann
aber die jahreszeitliche Bewegung des Inlandsmarktes
geför=
dert werden. Auf Teilgebieten haben die internationalen
An=
paſſungsbeſtrebungen bereits zu nicht unerheblichen Erfolgen
in der Konſolidierung geführt. An den internationalen
Roh=
ſtoffmärkten ſcheint die Kriſenanarchie überwunden und einer
Beruhigung Platz gemacht zu haben. Der Preisrückgang der
konjunkturempfindlichen Waren hat ſich im neuen Jahre teils
ganz erheblich verlangſamt, teils iſt er einer Preisſtetigkeit
ge=
wichen, woraus man zugleich auch auf eine Verlangſamung des
Vorratsabbaues beim Verbraucher ſchließen kann. Ganz
all=
gemein läßt ſich ſagen, daß die internationale Preisbewegung
in ruhigeren Bahnen verläuft, auf die Preisſtürze der Jahre
1929 und 1930 folgt jetzt eine langſame und ſchrittweiſe
An=
paſſung an die veränderten Umſtände.
Während alſo die Entwicklung auf den Warenmärkten
voll=
auf beſtätigt, daß der konjunkturelle Tiefpunkt erreicht iſt, zeigt
die Lage der deutſchen Kreditmärkte leider nicht die als Folge
der Kriſe bzw. der ſtark verminderten Beanſpruchung von
Be=
triebs= und Anlagekredit eintretende Entlaſtung. Beſonders die
Zinsſätze für langfriſtiges Kapital verharren auf ihrem hohen
Stand, während ſich international die Krediterleichterung
be=
reits durchgeſetzt hat, und dies in Verbindung mit der
Kapital=
armut Deutſchlands verhindert natürlich die Konvertierung der
alten Schulden auf einen billigeren Zinsfuß. Die
Konſoli=
dierung kurzfriſtiger Schulden tut aber gerade der deutſchen
Wirtſchaft beſonders not, abgeſehen davon, daß mit
zunehmen=
der Konverſion älterer Anleihen das Kapitalangebot für
Neu=
inveſtitionen wächſt. Es fehlt eben in Deutſchland an der
Flüſſigkeit der Geldkapitalien, die vorhanden ſein muß, wenn
das Bild der Depreſſion als Vorſtufe des Wiederaufſtiegs der
Konjunktur vollſtändig ſein ſoll. Nur wenn es gelingt, auch
auf der geldwirtſchaftlichen Seite der deutſchen Wirtſchaft die
normalerweiſe eintretende Entlaſtung zu bringen, werden
be=
ſondere Kraftanſtrengungen die Dauer des Depreſſionszuſtandes
abkürzen. Auch der Depreſſionszuſtand kann ſich über Jahre
erſtrecken, indem Aufträge und Beſchäftigung auf dem erreichten
tiedrigſten Niveau lange verharren. Es muß alſo alles daran
geſetzt werden, das Vertrauen der in= und ausländiſchen
Geld=
geber in Deutſchlands politiſche und wirtſchaftliche Lage zu
ſtärken und jedes Mißtrauen, das Kapitalflucht und
Kredit=
rückziehungen zur Folge hat, zu beſeitigen. Nichts iſt für das
Wirtſchaftsleben verhängnisvoller als Unſicherheit, und wenn
dieſe heute zu ſchwinden beginnt, ſo iſt dies der feſten Haltung
der deutſchen Regierung zu verdanken. Daß eine Milderung
der Reparationslaſten, deren Zahlung eine Verminderung der
Konſum= und Inveſtitionskraft des deutſchen Volkes bedeutet,
Hand in Hand mit einem Abbau der öffentlichen Ausgaben
eine lebenswichtige Notwendigkeit bildet, iſt in dieſem
Zu=
ſammenhang ein ſelbſtverſtändlicher Hinweis.
* Argenkiniſches Theaker.
Von Kaſimir Edſchmid.
In Buenos Aires gibt es etwas, was es in den meiſten
Städten Südamerikas nicht gibt, nämlich Theater, und da
Buenos Aires eine ſehr internationale Stadt iſt und allein eine
halbe Million Italiener beherbergt, gibt es eine ganze Menge
Theater, Theater in allen Sprachen, und man kann eine ganze
Menge Theater an einem Abend anſehen.
Eines Abends machte ich mit einem argentiniſchen
Jour=
naliſten eine Rundreiſe durch die Theater von Buenos Aires.
und wir gingen zuerſt in ein italieniſches Theater, das nicht
beſſer und nicht ſchlechter war als die Theater in Italien auch
ſind. Dann gingen wir ins Theater Odeon und ſahen einen
Akt des franzöſiſchen Theaters, das gerade „Volpone” ſpielte —
und wie es im italieniſchen Theater nur Italiener gab, ſo gab
es im franzöſiſchen Theater faſt nur Franzoſen, und es war
ſehr leer, aber es wurde gut geſpielt. Sodann gingen wir auf
einen Akt ins jiddiſche Theater, wo ein Stück geſpielt wurde,
das „Die Tochter des Schmieds” hieß. Die Truppe war auf
Gaſtſpiel aus New York gekommen, genau ſo wie das
fran=
zöſiſche Theater aus Paris gekommen war, und der
Hauptdar=
ſteller war der Schauſpieler Schwarz, und das Jiddiſche war
mit einem ſtarken Yankee=Slang durchmiſcht. Aber geſpielt
wurde ſehr meuſchlich.
Von elf bis zwölf gingen wir in ein „Stundenſtück” im
Theatro nacional. Das Stück, das geſpielt wurde, hieß „La
gringa Friderica” und war von einem argentiniſchen Autor.
Es war ein grobes Stück und grobes Theater, aber es war
argentiniſches Theater, und es zeigte etwas argentiniſche
Men=
talität und ein wenig argentiniſche Literatur. Es war ſchwer
zu verſtehen, denn argentiniſch war ja nicht gerade ſpaniſch.
Argentiniſch=Kreoliſch war eine Sprache, die mit Italieniſch
und Engliſch und vielleicht ſogar etwas Indianiſch, ſo gemiſcht
war, daß es die Spanier kaum verſtanden. Die Argentinier
ſagten auch nicht, ſie ſprachen „ſpaniſch”, ſondern ſie ſprachen
von ihrem „Idioma nacional”.
Das Stück ſchilderte eine reiche argentiniſche Familie, in
der der Vater, ein Witwer, mit ſeinen Kindern nicht mehr fertig
wurde, nicht etwa ihrer Moral halber, ſondern weil ſie wild
wie die Hunde waren, die Mädchen wie die Jungens. Die
„inder waren ſchon ziemlich erwachſen, aber in
denkwürdiger=
tveiſe vernachläſſigt und in Sitte, Anzug, Manieren ſo
verwil=
dert, wie es nur der hochmütigſte Reichtum werden kann, der
in ſeiner Arroganz nicht nur die anderen Nationen, ſondern
auch deren Manieren verachtet.
Dienstag, den 31. März 1931
Vom Tage.
Reichsaußenminiſter Dr. Curtius wir heute im Reichstag anf die
Nede Briands im Senat antworten.
Im Lohnſtreit der Deutſchen Reichsbahngeſellſchaft iſt der
Schieds=
ſpruch vom 19. März für verbindlich erklärt worden.
Mit Rückſicht auf die wirtſchaftliche Notlage der Zechen im
Ruhr=
gebiet hat der Zechenverband die Rahmentarifverträge für die Arbeiter
ſowie für die techniſchen und kaufmänniſchen Angeſtellten im Bergbau
gekündigt.
Der Aufruf zu einem 24ſtündigen Proteſtſtreik, den die
kommuniſti=
ſchen Bergarbeiter in Nordfrankreich für Montag planten, iſt nur ſehr
ſchwach befolgt worden.
Zwiſchen den engliſchen konſervativen Parteiführern und dem
Zei=
tungsmagnaten Lord Beaverbrook iſt eine Ausſöhnung zuſtande
ge=
kommen.
Die Vollverſammlung des Allindiſchen Kongreſſes nahm eine
Ent=
ſchließung an, in der die Freilaffung ſämtlicher politiſcher Gefangener
gefordert wird.
„Bundesminiſter Seullin erklärte, der Auſtraliſche Bund werde die
am 1. April fälligen Zinſen begleichen, die Neu=Südwales an England
ſchuldet, und in dieſer Weife verhindern, daß dieſer Staat ſeine
Ver=
pflichtungen nicht einhält.
Abſchied von Haniel.
Auflöſung der Reichsverkrekung in München.
Berlin, 30. März.
Reichskanzler Dr. Brüning hat an den Staatsſekretär a. D.
Geſandten Dr. v. Haniel ein Schreiben gerichtet, in dem der
Kanzler mitteilt, daß der Reichspräſident den Geſandten infolge
Auflöſung der Vertretung der Reichsregierung in München in
den einſtweiligen Ruheſtand verſetzt habe.
Der Kanzler dankt zugleich im Namen der Reichsregierung
aufrichtig für die von Haniel dem Reich in mehreren hohen
und verantwortungsvollen Aemtern geleiſteten wertvollen
Dienſte. Wenn es gelungen iſt, ſo heißt es in dem Brief weiter,
das Verhältnis zwiſchen Reichsregierung und bayerifher
Staatsregierung immer freundlicher zu geſtalten und das
Ver=
ſtändnis zwiſchen Nord und Süd in erheblichem Maße zu
för=
dern, ſo iſt das nicht zum geringſten Ihr Verdienſt.
Das Nolgeſeh für Berlin in Kraft.
* Berlin, 30. März. (Priv.=Tel.)
Unmittelbar vor dem Termin, an dem das neue Geſetz
für Groß=Berlin in Kraft treten ſoll, hat der preußiſche
Staats=
rat darüber beraten und mit der knappen Mehrheit von 42
gegen 36 Stimmen beſchloſſen, keinen Einſpruch dagegen zu
erheben. Die Entſcheidung war bis zum letzten Augenblick
zlveifelhaft, da auch im Ausſchuß ein Einſpruch nur mit 14 zu
12 Stimmen abgelehnt worden war. Das Geſetz wird alſo vom
Mittwoch an Gültigkeit haben. Der preußiſche Innenminiſter
Severing hat bereits die erforderlichen
Ausführungsbeſtimmun=
gen erlaſſen und Berlin kann jetzt endlich daran gehen, ſich einen
neuen Oberbürgermeiſter zu wählen, der dann die undankbare
Aufgabe haben wird, die ganze Verwaltung zu reformieren
und von den Folgen der Politiſierung zu befreien, ſoweit das
im Rahmen dieſer unzureichenden Verbeſſerung möglich iſt.
Der geplagte Vater nahm ſich eine deutſche Erzieherin, die
„gringa” Friderica. Das Gringa bezeichnet in Südamerika
alles: Den Ausländer, die Verachtung für den Ausländer und
den Haß auf den Ausländer.
Die Kinder empfingen (in dem Stück) die Deutſche mit
Hohngeſchrei. Die Deutſche war jedoch nicht einmal ſonderlich
karikiert. Sie ſprach ihr Kreoliſch nur mit deutſchem Akzent.
Aber die Sache änderte ſich. Zwei Monate ſpäter waren
die Kinder gezähmt, ſie waren gekämmt, ſchönheitsdurſtig, voll
korrekter Manieren, gut angezogen und gebildet. In den
hier=
bei ſtattfindenden Diskuſſionen bekamen ſie von der Deutſchen
einiges über ihre innere Roheit und über ihren äßerlichen
Hoch=
mut geſagt. In Wahrheit bekamen ſie es aber nicht von einer
deutſchen Erzieherin, ſondern von einem argentiniſchen Autor
und vor einem argentiniſchen Publikum gefagt.
Das machte das Stück intereſſant. Und das ſprach ſehr
intereſſant für den erzieheriſchen Geiſt, den ein argentiniſcher
Autor bei einer deutſchen Erzieherin vorausſetzte. Und das
war ſchließlich äußerlich intereſſant für die Fehler, die ein
argen=
tiniſcher Autor bei ſeinen eigenen Landsleuten geißelte.
Es macht nichts, dachte ich, als das Stück fertig war, daß
dieſe Leute wie die Zulus Theäter ſpielen, und daß das Stück
ſo unwahrſcheinlich wie ein amerikaniſcher Happy=end=Sketch
gemacht iſt. Es iſt doch intereſſant.
Wir gingen nun noch in ein Varieté, das „Bataclan” hieß.
Es war ein gepfropft volles Männertheater. Keine einzige
Frau befand ſich im Parkett oder auf der Galerie. Die
Stim=
mung und die Zwiſchenrufe waren auch danach. Das
Publi=
kum antwortete animiert auf das Zeug, das die Damen auf
der Bühne ſagten und ſangen — und die Damen da oben
waren wirklich nicht zweideutig. Mancher Mann in der erſten
Parkettreihe probierte, wenn die Diſeuſſe vorne nah an die
Rampe kam, einen entſchloſſenen Griff nach ihren Beinen oder
er wurde noch vertrauter, wenn die betreffende Dame, die
gewöhnlich überaus üppig war, ſich beim Singen an die Rampe
legte, als ſei die Rampe ein Strand am Meer.
Die Nummern waren recht begabt und überaus unanſtändig.
Das Männerpublikum wurde tüchtig aufgereizt, und in dem
Saal war eine heftige Atmoſphäre von Begehrlichkeit.
Kurz nach unſerer Ankunft geſchah auf der Bühne etwas
wirklich Ungewöhnliches. Eine Diſeuſe, die ziemliche dick, aber
dabei recht graziös war, drehte plötzlich dem Publikum den
Rücken zu, hob ihr Ballettröckchen hoch und wackelte mit der
rechten Seite ihres Hinterteils, während die linke Seite völlig
unbeweglich blieb. Das Publikum war von dieſem
rückwär=
tigen und partiellen Bauchtanz äußerſt hingeriſſen. Es johlte
und ſtampfte und klatſchte. Aber die Begeiſterung war trotzdem
noch größer bei der nun folgenden Sängerin. Dieſe Frau war
Num
in Frankreich?
Von unſerem A=Korreſpondente
Paris, 2 Mär
Der franzöſiſche Senat lehnte das Sanierungs) fert
Regierung für die Compagnie Aéropoſtale ab. Es
Gegenprojekt votiert, welches nur die proviſoriſche Frecht
haltung des Luftverkehrs auf den betreffenden LiniV=. Ein folgenſchwerer Entſchluß. Ein ſchwerer Cfo,
ſich gegen den Finanzminiſter Flandin richtet.
Mo=
nahe ein Mißtrauensvotum. Wie es die Regierung ime
wird, iſt fraglich. Aber die Situation iſt jedenfalls ir
lich. Die Sozialiſten fordern weiter das Vorgehen
ſuchungskommiſſion gegen den Finanzminiſter Flanz
erwägt bereits die Möglichkeiten einer Regierung Lal
Flandin, oder aber einer Regierung Tardieu.
Von Links weht aber ein ganz anderer Wind. Df
von nichts geringerem als von der Wiederherſtellung †
kartells. Drei Linksparteien. Die Radikalſozialiſter and
zwei Fraktionen der Republikanſozialiſten ſollen ſich eits
einer Konferenz geeinigt haben und jetzt wollen ſie
liſten hinzuziehen. Es hat ſich zwar in der letzten Zeit m
mal erwieſen, daß die Sozialiſten die bürgerliche Linke ſo
richtig unterſtützten, und ohne ſie kann man keine
linksorientierte Mehrheit organiſieren. Aber es ſoll ſi
um etwas anderes handeln. Die Sozialiſten haben ſar
Taktik der bürgerlichen Linken gegenüber nicht geänd
ſie ſtehen in einem äußerſt erbitterten Kampf mit der
und mit der Rechten überhaupt, welche jetzt die wichti en
ſönlichkeiten der Sozialiſten perſönlich kompromitti
Dieſe Lage iſt eigentlich ein Novum in der franzöſiſche
politik. Lange Zeit waren die Sozialiſten die von al
rungen verhätſchelte „loyale Oppoſition‟. Die Unter ſie
der Doktrin waren unüberbrückbar, aber die perſön ſe
ziehungen ließen nichts an Herzlichkeit zu wünſchen ü ſe
Seitdem die Aera der perſönlichen Verdächtigu en
Verleumdungen in die Kammer ihren Einzug hielt, ſe em
lich neue Skandalaffären in den Couloirs kolportier wer
kämpfen die Sozialiſten mit allen Mitteln, die ihnen ir
fügung ſtehen. Aus Gegnern ſind ſie Feinde gewort
ließe ſich überhaupt auf faſt alle Parteien anwende
ſolchen Umſtänden iſt die Möglichkeit vorhanden, daß
ſich ſelbſt in aller Kenntnis der Ausſichtsloſigkeit ihr FUn
nehmens zuſammenſchließt, denn jetzt kommt es nt m
darauf an, eine Regierung zu bilden, ſondern nur ei
rung zu ſtürzen.
Gemeindewahlen im Lande Salzburg.
Salzburg, 30. När
Die Gemeindewahlen im Lande Salzburg, die ne
ziemlich heftigen Wahlkampf in den ſtärker umſtritten /Ort
abgehalten wurden, haben bei vielen Gemeinden gröfſe M
änderungen in der parteimäßigen Zuſammenſetzung il n M
tretungen gebracht. Nach den bisher vorliegenden Er bniſſe
aus dem ganzen Lande haben die Sozialdemokraten 33 ſandu
gewonnen und 23 verloren, die Hitler=Bewegung hat i geſt
64 Mandate zu verzeichnen, deren Stimmen ausſchliefch
gerlichen Parteien verloren gingen.
In der Stadt Salzburg verloren die Sozialdemok ten
Mandat, die Großdeutſchen drei Mandate, die Natic
Uſ=
liſten der Schultz=Gruppe zwei Mandate und der Wirt ſaf
Ständebund ein Mandat. — Dagegen haben die Natio
liſten (Hitler=Gruppe) vier und der Beamten= und
block ein Mandat gewonnen. Die Wahlbeteiligung
75 Prozent.
Die Londoner Flokkenverhandlungen
bis nach Oſtern verkagl.
London, 30. Kär
Die Verhandlungen der engliſchen, franzöſiſchen d
lieniſchen Sachverſtändigen über die endgültige Abfaſſ ig
europäiſchen Flottenabkommens ſind vorläufig unte rod
worden. Wie der diplomatiſche Mitarbeiter des „Dai /T
graph” meldet, ſind die Italiener nach Rom abgereiſt, 1Fih
Regierung die engliſch=franzöſiſchen Vorſchläge zu unte reit
Die Sitzungen werden vorausſichtlich erſt nach Oſtern pie
aufgenommen werden.
weder hübſch noch graziös noch konnte ſie ſingen. Aber
eine Italienerin. Und die Hälfte des Publikums war
liener, die ſchon raſten und die Augen verdrehten, r
nur ihr „Idioma dolce” hörten. Die Italiener ſind die
miſchbarſten und ſich gleich bleibendſte Raſſe der Welt —
den Engländern und den Chineſen.
Als wir kurz darauf das „Bataclan” verließen, wur
der Straße ein paar jiddiſche, eine italieniſche, eine fra
und die deutſche „La Plata=Zeitung” ausgerufen — ne
argentiſchen.
„Eine wirklich internationale Stadt.”
„Ja”, meinte der Journaliſt, „es gibt faſt für jede
eine Zeitung” Und dabei ſind die Auflagen der argeer
Preſſe ſehr hoch. Ein Blatt wie die „Prenſa” hat ei ne
von faſt einer halben Million.”
„Wer will unker die Soldakern?”
Volksſtück in einem Vorſpiel und zwei Akten von Henkmann Heir
Uraufführung im Wiener Naimunfdtheater.
Der im „Weſten nichts Neues”=Komplex auf der Bühne!
dramatiſch geformtes Kunſtwerk — das ſei gleich higfr betont —
als bloße Szenenfolge, die dramatiſche Verknüpfungt und Konz
vermiſſen läßt, ſich ſtatt deſſen in einer Reihe von Viſionen und
bildernd Genüge tut. Dazu kommt eine den künſtleriſchen Ein
Stückes ſtörende Tendenz, die mit billigen Mitteln auf eben
mindeſt überflüſſig, dies an kraſſen Beiſpielen zu demonſtrie
Werke gibt, den bekannten Burgtheater=Autor dazu veranla
Stück auf allzu banale Kontraſtierung aufzubauen, um auf eine
Schützengrabenatmoſphäre und der Schieberwelt im Hinterlan.
ein wenig zu plumpe Wirkung angelegt. Und daß der Tod)ei
des auf der Bühne ergreifend empfunden wird, fällt wahrlich
das Konto des Dichters. Der Autor hätte von Karl Schönher
ſchnitthafter Dramatik lernen können, daß gerade herbe Kü
Knappheit dem Volksſtück zu ſtärkſter künſtleriſcher Geltung verh
übrigen hatte Ortner ſelbſt ia ſeinem früheren Drama „Steile
den Weg Schönherrs erfolgreich beſchritten.
Die Aufführung lag in den bewährten Händen der ExI
die ſchon ſo manchem Volksſtück (vor allem Werken von Schöny
Anzengruber) zu unvergeßlichem Eindruck verhalfen. Auch dieſen
verſchaffte ihre Kunſt wärmſte Aufnahme bei einem Publikum, de
dings mehr vom Inhaltlich=Stofflichen ergriffen wurde als von
ſtaltenden Kraft des Dichters. Es gab faſt ein Dutzend Hervorr
die der Autor perſönlich dankte.
Dr. Adalhert Schmitt,
Dienstag, den 31. März 1931
Eiber die Abſichken Englands.
London, 30. März.
Im Unterhaus wurden am Montag fünf Anfragen an den
Staatsſekretär des Aeußern über die geplante öſterreichiſch=deutſche
Zollunion gerichtet, davon zwei von Chamberlain. Die eine bezieht
ich darauf, daß Deutſchland und Oeſterreich vor dem Abſchluß der
Zollvereinbarungen, der engliſchen Regierung keine Mitteilung
nachten. Die zweite Anfrage Chamberlains erſucht um eine volle
Mitteilung an das Unterhaus über den Inhalt des
Präliminar=
hkommens und um Mitteilung, welche Schritte die britiſche
Re=
ierung zu unternehmen beabſichtigt, um feſtzuſtellen, ob das
lebereinkommen den Beſtimmungen des Vertrages von St.
Ger=
nain und des Genfer Protokolls vom Jahre 1922 entſpricht und
n welcher Weiſe die Zollunion, wie ſie von der öſterreichiſchen
ind der deutſchen Regierung erklärt wird, die
Meiſtbegünſtigungs=
lauſel der britiſchen Handelsverträge mit Deutſchland und
Oeſter=
ceich berühren würde. Die übrigen Frageſteller waren
Konſerva=
tive, Sir Kingsley Wood, Hannon (der u. a. fragte, welche
Vor=
tellungen erhoben worden ſind, um die Intereſſen des britiſchen
Handels in beiden Ländern zu ſchützen) und Sir Frederick Hall.
In Beantwortung der Anfragen über die deutſch=öſterreichiſchen
Zollvereinbarungen führte
i. a. aus: Die Art und der Zeitpunkt, die von Deutſchland und
Oeſterreich gewählt worden ſind, um von der Zollunion
Mittei=
ung zu machen, hat zahlreiche Kommentare veranlaßt. Dieſe
Methode war von einer Art, um Argwohn zu erregen und die
Vorteile eines freimütigen Gedankenaustauſches zu annullieren,
u dem ſich bei dem Zuſammentreffen in Genf und an anderen
Stellen für die Vertreter der verſchiedenen Regierungen
Gele=
fenheit bietet.
Deutſchland und Oeſterreich haben ſich auf den Standpunkt
geſtellt, daß ihr Vorſchlag ſich mit dem Genfer Protokoll von
1922 in Uebereinſtimmung befindet. Oeſterreich erhebt
keinen Einwand dagegen, daß die rechtlichen Seiten von den
Regierungen geprüft werden, die das Protokoll
unter=
zeichnet haben. Es erhebe Einwand gegen eine Prüfung des
politiſchen Standpunktes, ſtelle jedoch jede Abſicht, England
vor eine vollendete Tatſache zu ſtellen, in Abzede.
Henderſon wiederholte dann auch den Inhalt der
deut=
chen Antwort, in der es u. a. heißt, daß
die deutſche und die öſterreichiſche Regierung von einer
Prüfung der juriſtiſchen Frage nichts zu fürchten hätten,
aber eine Prüfung durch den Völkerbund vom politiſchen
Geſichtspunkt aus nicht zulaſſen könnten.
Dazu führte Henderſon weiter aus:
die Verhandlungen müßten ihren Verlauf nehmen und
könnten vor zwei bis drei Monaten nicht beendet ſein. Die
Antwort Oeſterreichs laſſe ſeiner Anſicht nach dem Zweifel
weniger Raum, als die Deutſchlands,
ie dahin ausgelegt werden könnte, daß eine rechtliche Prüfung
er Frage möglicherweiſe ohne ihre Mitwirkung werde geführt
derden müſſen und die Abſicht ausdrückt, in der Zwiſchenzeit
Ver=
andlungen mit Oeſterreich zu führen. Henderſon fuhr fort, in
er Annahme, daß die deutſche Regierung ſeine Anregung vielleicht
tißverſtanden habe, habe er nach Berlin am 26. März telgraphiert,
ſein Vorſchlag ſei einfach dahingegangen, daß, bevor die
beiden Regierungen weiter fortſchreiten, dem
Völkerbunds=
rat eine Gelegenheit gegeben werde, ſich zu verſichern, daß
der vorgeſchlagene Vertrag nicht im Gegenſatz zu dem
Pro=
tokoll vom Jahre 1922 ſteht. Es ſei möglich, daß der
Völker=
bundsrat ſich zu einer derart fachtechniſchen juriſtiſchen Frage
nicht äußern wolle, ohne die Anſicht des Internationalen
Gerichtshofes einzuholen. Er, Henderſon, werde zur
Unter=
ſtützung eines derartigen Verhaltens des Völkerbundsrates
bereit ſein.
ie deutſche Regierung habe geantwortet, die
derhandlungen zwiſchen Oeſterreich und Deutſch=
ig inn Bramman Renfiiti
für Frankreich: Anrpfung des Völkerbundsrakes unker Zuziehung
nimmt die Vorkeile der Zoſiunion enkſprechend der Meiſtbegünſti=
land dürften vorausſichtlich zwei bis drei
Mo=
nate in Anſpruch nehmen, und die deutſche
Regie=
rung ſehe keinen Anlaß, den vorgeſchlagenen
Ver=
trag dem Völkerbund zu unterbreiten, da ſie
überzeugt ſei, daß er dem Protokoll von 1922 nicht zuwiderlaufe.
Den Signatarmächten des Protokolls ſei es
freigeſtellt, in der Vertragsangelegenheit ſich
an den Völkerbundsrat zu wenden, jedoch müſſe ſich
die deutſche Regierung völlige Handelsfreiheit
bezüglich des Verhaltens vorbehalten, das etwa vorgeſchlagen
wer=
den ſollte. Ferner habe die deutſche Regierung ihre Einwände
gegen eine Prüfung der Vereinbarung vom
poli=
tiſchen Standpunkt aus in dieſer Antwort auf ſein
Tele=
gramm wiederholt.
Es iſt beabſichtigt, ſo fuhr Henderſon fort, den
General=
ſekretär des Völkerbundes davon in Kenntnis zu ſetzen,
daß der Wunſch beſteht, bei der nächſten Sitzung des
Völ=
kerbundsrats die Frage zur Debatte zu ſtellen, ob die
ge=
planten Zollvereinbarungen mit den Oeſterreich durch die
Verträge und insbeſondere durch das Protokoll von 1922
auferlegten Verpflichtungen vereinbar ſind. Sollte ein
all=
gemeiner Wunſch ſich bemerkbar machen, daß der
Völker=
bundsrat durch die Ratſchläge des Internationalen
Ge=
richtshofs unterſtützt wird, ſo werde ich ſicher die
Heran=
ziehung des Internationalen Gerichtshofes unterſtützen.
Die öſterreichiſche Regierung würde natürlich eingeladen
werden, an der Beſprechung der Ratsmitglieder teilzunehmen.
Es freut mich, feſtſtellen zu können, daß die Mitteilung der
öſter=
reichiſchen Regierung den Schluß zuläßt, eine derartige
Ein=
ladung werde von ihr als annehmbar betrachtet werden.
Die Erwiderung der deutſchen Regierung
erkenne, ſoweit er ſie verſtehe, die Schicklichkeit einer
Verweiſung an den Völkerbundsrat an, während
ſie ſich ihre Rechte mit Bezug auf jedes
Ver=
fahren, deſſen Verfolgung dort vorgeſchlagen
wird vorbehält. Ich freue mich, annehmen zu können,
daß die anderen Mitglieder des Völkerbundsrats bei einer
Verweiſung an den Rat den Vorteil haben werden, die
deut=
ſche Anſicht über die unterbreitete Frage kennenzulernen, eine
Frage, die, wie ich hinzufügen möchte, in ſo hervorragender
und unanfechtbarer Weiſe für ein ſolches Verfahren geeiynet
iſt. Uind ich hoffe ernſtlich, daß, wenn die Zeit kommt,
gefun=
den wird, daß die Verhandlungen zwiſchen der öſterreichiſchen
und der deutſchen Regierung nicht ſoweit fortgeſchritten ſind,
daß die freundſchaftliche Atmoſphäre, in der Fragen
normaler=
weiſe vom Völkerbundsrat behandelt werden, beeinträchtigt
wird.
Iu der zuverſichtlichen Erwartung, daß meine Hoffnungen
verwirklicht werden, erſuche ich Sie, Ihre beſondere=
Aufmerk=
famkeit dem unſchätzbaren Vorteil zuzuwenden, den das
Be=
ſtehen der Völkerbundsmaſchinerie Mitgliedsſtaaten bietet, die
— wie wir alle in den letzten Tagen — einer Lage
gegenüber=
ſtehen, die unter andern Umſtänden weiterhin bittere Gefühle
und ſchärfere Worte zur Folge haben könnte. Es beſtehen
vier Punkte, die ein beſonderes Intereſſe beanſpruchen.
An erſter Stelle hat ſich eine Verſchiedenheit der Anſicht
darüber ergeben, ob der Völkerbundsrat oder irgendein
beſon=
deres Hilfsorgan das angemeſſene Forum zur Erörterung der
rechtlichen Seite des geplanten Uebereinkommens iſt. Ich ſtütze
mich auf die beſte Autorität, wenn ich ſage, daß dieſes Organ
der Völkerbundsrat ſein muß, unter deſſen Auſpizien das
Pro=
tokoll vom Jahre 1922 abgeſchloſſen wurde.
Zweitens beſteht die Frage, welchen Standpunkt die
bri=
tiſche Regierung bezüglich der verſchiedenen Fragen einnimmt.
Dieſe Fragen ſind zur Prüfung an die Kronjuriſten verwvieſen
worden, und es würde für mich jetzt nicht angemeſſen ſein, ihre
Entſcheidung vorwegzunehmen. Ich muß wiederholen, daß, wie
ich bereits der deutſchen und der öſterreichiſchen Regierung
mit=
geteilt habe, die Haltung der britiſchen Regierung die völlige
Zurückhaltung ſein muß.
Drittens beſteht die Frage der Beziehung der geplanten
Zollunion zu den Meiſtbegünſtigungsklauſeln in unſeren
Han=
delsverträgen mit Oeſterreich und Deutſchland. Hinſichtlich
dieſer Frage kann keinerlei Zweifel beſtehen. Der
engliſch=
deutſche Handelsvertag vom Jahre 1924 nimmt ausdrücklich jeden
Seite 7
Vorteil in Anſpruch, der irgendeinem Lande gewährt wird, das
mit Deutſchland durch eine Zollunion verbunden wird. Eine
derartige Klaufel iſt jedoch nicht in dem ſranzöſiſch=deutſchen
Vertrag enthalten. Der engliſch=öſterreichiſche Handelsvertrag
vom Jahre 1924 enthält ebenfalls keine derartige Klaufel.
Schließlich beſteht die Frage, wie der britiſche Handel durch
die geplante Zollunion berührt werden würde. Ich kann nur
ſagen, daß die Frage ſorgfältig geprüft wird. Zum Schluß
möchte ich wiederholen und betonen, daß das von der britiſchen
Regierung vorgeſchlagene Verfahren die einzige Löfung einer
Epiſode bietet, die eine bedauerliche Beunruhigung in Europa
erzeugt hat.
Der frühere Außenminiſter Chamberlain begrüßte das
Vor=
gehen Henderſons in dieſer Angelegenheit.
Die engliſchen Zuriſten können keine Verleknng
London, 30. März.
In einem längeren Artikel über Deutſchland und Oeſterreich
erklärt der diplomatiſche Berichterſtatter des „Daily Telegraph”
nach eingehenden Darlegungen der franzöſiſchen und auch der
mög=
lichen italieniſchen Einwendungen und Beſorgniſſe, daß die
eng=
liſchen Juriſten keinerlei Konflikt zwiſchen dem
deutſch=öſterreichiſchen Abkommen und den
Ver=
trägen von Verſailles und St. Germain
feſtſtel=
len konnten. Auch ſei esfraglich, ob ſich eine
Ver=
letzung des Genfer Protokolls vom Jahre 1922
werde finden laſſen. Die Haltung der engliſchen Regierung,
die ſehr vorſichtig und vermittelnd ſei, ließe ſich nicht ſo ſehr von
rechtlichen Fragen, als vielmehr von der praktiſchen Idee leiten,
ob das Abkommen die internationale Harmonie ſtören, und ob es
den engliſchen Handel beeinfluſſen werde. England ſei ſtets der
Anſicht, daß auf lange Sicht ein Anſchluß Oeſterreichs an
Deutſch=
land unvermeidlich ſei, und daß ein dauerndes Veto der
Alliier=
ten nicht mit dem feierlich erklärten Recht der Selbſtbeſtimmung
übereinſtimme. Aber eine politiſche Vereinigung ſolle erſt dann
vollzogen werden, wenn man keine internationalen Reibungen
mehr erwarten könnte. Die Auswirkungen auf den engliſchen
Handel werden in erſter Linie davon abhängen, ob die Zölle des
neuen Gebietes erhöht werden, was jedoch im Hinblick auf die
Er=
klärungen deutſcher Vertreter in Genf unwahrſcheinlich ſei. Auch
habe Berlin in den von Graham eingeleiteten Verhandlungen zur
Begünſtigung engliſcher Waren ausdrücklich ſeine Bereitwilligkeit
zum Entgegenkommen betont.
zum dentſch=öſterreichiſchen Zollangleichungsplan.
EP. Wien, 30. März.
Der öſterreichiſche Außenminiſter Dr. Schober gab am
Mon=
tag abend vor den Vertretern der ausländefihen Preſſe
Erklä=
rungen über den deutſch=öſterreichiſchen Zollangleichungsplan
ab. Der Miniſter teilte dabei u. a. mit: daß
Dr. Curtius und er bei dem Wiener Beſuch des deutſchen
Außenminiſters daran gedacht hätten, die nächſte
Pan=
europakommiſſionstagung im Mai dazu zu benutzen, um
dieſes Projekt dort vorzulegen.
Der in Ausſicht genommene Termin, vor welihem Dr.
Cur=
tius die Angelegenheit noch einmal mit ihm beſprechen wollie,
ſei aber plötzlich hinfällig geworden, weil ſich die deutſche
Ne=
gierung daran erinnerte, daß am 24. März das vorbereitende
Komitee der nächſten Paneuropa=Kommiſſionstagung in Paris
zuſammentrat.
Die deutſche Regierung fand aber, daß es notwendig war,
ſehon vor dieſer vorbereitenden Kommiſſionstagung die in
Vetracht komimenden Staaten von dem deutſch=
üſterreichi=
ſchen Beſchluß zu verſtändigen.
„Vielleicht war angeſichts der Tatſache, daß kein Vertrag
vorlag, daß man ſich nur über die prinzipiellen Richtlinien
geeinigt hatte, dieſe Verſtändigung nicht einmal notſvendig. Ich
weiß auch nicht, ob zwei andere Staaten in Europa über alles,
was ſie miteinander beſprechen, ſofort ganz Europa
Mittei=
lung zu machen ſich verpflichtet fühlen würden. Die beiden
Staaten haben das nun aus der Erwägung heraus getan,
daß nicht der Eindruck einer Ueberrumpelung Platz greift.
Vielleicht hat gerade dieſe Auffaſſung den Eindruck hervorge=
Brahms=Abend II.
Gerade dieſer zweite Abend gab beſonders Gelegenheit, Brahms
15 Nachfolger der künſtleriſchen Abſichten Beethovens zu erleben.
dir hörten zu Beginn die herrliche Rhapſodie, Opus 53, aus
bethes Harzreiſe im Winter, für Altſolo, Männerchor und
rcheſter. Wie oft hat Beethoven den Grundgedanken „per
ken zugrunde
Legenliebe” übernimmt ihn die Chorpl
IInfonie, auch im „Fidelio” und in der Fünften ſchreitet die innere
Etwicklung ebenſo. Und gerade ſo verfährt Brahms in
Anknüp=
tng an Goethes Dichtung in der Rh.pſodi=. Ein troſtlos düſteres
Jag:o ſchildert den Verzweifelten, faſt geiſtesumnachteten, auch
S lebhafte Andante bringt keine Löſung, die Unruhe vermehrt
P eher, bis dann in dem ſtrahlenden C=Dur, in Verbindung von
k=Solo und Männerchor, die wundervolle, gebetsartige Hymne
tlingt. Die Aufführung gab dieſer Entwicklung ergreifenden
U5druck, Karl Boehm geſtaltete breit ſinfoniſch, Martha
uhn=Liebel entfaltete die ganze Wärme und Schönheit
Tes herrlichen Organs und meiſterte die erheblichen Klippen der
wierigen Solopartie, mit ihren gefährlichen, großen Intervallen,
ISgezeichn:. Es iſt etwas von übermenſchlichem Mitleiden und
Ealſter Mürterlichkeit in dieſem Geſang. Auch der Theaterchor,
Imeriſch ja nicht ſehr ſtark, aber dafür um ſo ſtimmbegabter und
inmgeſchulter in ſeinen Mitgliedern, löſte ſeine Aufgabe
ausge=
ichnet, ſowohl in der begleitenden Rolle, als auch an den Stellen,
O er ſelbſtändig im Klange wächſt.
Dann ſpielte Otto Drumm das Violinkonzert, das nach
Sekhovens Konzert zum erſten Male wieder den faſt ſinfoniſchen
Op darſtellt. Seine außergewöhnlich große Form und die ganz
Slonders große Schwierigkeit des Soloparts, der für Joachim be=
Imt war und zu dem Joachim ſelbſt mancherlei Anregungen
geben hat, heben das Werk aus allem, was in ſeiner Zeit an
onzerten entſtanden iſt, hoch heraus. Das Konzert erfordert als
bliſten nicht nur einen bedeutenden Virtuoſen, ſondern noch
ehr einen Künſtler, der es verſteht, ſich in die Großzügigkeit der
atze geſtaltend einzufügen, er unter Verzicht auf eigentlich
ele=
tntes und nur ſchönes Spiel vom Inhalt aus an die Wiedergabe
itt und mit einer gewiſſen Herbheit intoniert. Ich jinde immer,
*6 das Beethoven=Konzert und das Brahms=Konzert die wänn=
lichſten unter allen Violinkonzerten ſind. Gerade Otto Drumm
beſitzt als Geiger wie Künſtler die geforderten Eigenſhaften in
hohem Maße. Wenn man ſonſt zuweilen der Anſicht ſein könnte,
daß er ſich faſt mit zu viel Leidenſchaftlichkeit und Luſt an der
Problematik in die Werke vertieft, ſo iſt dies bei dem
Brahms=
konzert gerade angebracht. In der heutigen Vortragsfolge fiel
es beſonders auf, wie eng verwandt die Grundſtimmung des erſten
Satzes mit der der 2. Sinfonie iſt. In paſtoraler Ruye beginnt
er, und erſt allmählich erheben ſich ſchärfere Gegenſätze, die im
Konzert zu beſonderem pathetiſchen Aufſchwung jühren. In dem
wundervollen Adagio hat man zuerſt das Gefühl, als wollte die
Solooboe die Stelle der Violine einnehmen. Ganz prachtvoll
ſpielte Drumm den leidenſchaftlichen, an ungariſche Tänze gen=
ah=
nenden Schlußſatz, mit größter Sicherheit die gefährlichen
Doypel=
griffpartien beherrſchend. In dieſem Konzert ſteht der Dirigent
des Orcheſters wahrlich nicht hinter dem Inſtrumentalſoliſten
zu=
rück, beide beflügeln einander, regen einander an und wetteifern
in der Schönheit der Wiedergabe, und von dieſem Temperament
ließ ſich dann auch das Orcheſter mitreißen.
Die zweite Sinfonie ſpielt in ihrer lieblichen Freundlichkeit
nach der hochpathetiſchen Erſten ungefähr dieſelbe Rolle, wie bei
Beethoven die Vierte nach der Eroika. In der Geſtaltung der
Sätze ſelbſt greift Brahms ſehr ſtark auf ſeine erſte zurück, wir
ſpü=
ren es im thematiſchen Aufbau, in der Technik der Durchführung
und in dem poetiſchen Soſtenuto=Schluß des 1. Satzes, wir
empfin=
den es im Adagio, wo in ähnlicher Weiſe zwei Stimmen
gegen=
einander ſchreiten, wie in der langſamen Einleitung der 1.
Sin=
fonie, wir ſpüren es auch im 3. Satz, der von dem Beethovenſchen
Scherzocharakter abweicht, ruhiger, graziöſer und leichter iſt und
die ſehr lebhaften Zwiſchenſätze erheblich anders einfügt, als das
bei dem Trio des Menuetts oder Scherzo der Fall zu ſein pflegt.
Der Schlußſatz endlich enthält auch eine breite Melodie als Thema,
und ſein zweiter Hauptgedanke iſt faſt ebenſo liedartig wie das
Fi=
nalethema der C=Moll=Sinfonie. Auch daß der Schlußſatz den
Höhepunkt der Leidenſchaftlichkeit und der inneren Entwicklung
bildet, iſt eine Analogie zur 1. Sinfonie. Begeiſterte uns
neu=
lich ſchon Karl Böhms beſonders temperamentvolle. Wiedergabe
der C=Moll=Sinfonie, ſo ſtand die Aufführung der Zweiten heute
auf gleicher Höhe. Alle Sätze vereinten ſich zu einem großen,
be=
deutſamen Gedankengang, und von Anfang bis zu Ende fühlte
man ſtarke innere Spannung und Steigerung. Die ganz
beſon=
ders gute künſtleriſche Leiſtung des Landestheaterorcheſters ſei
nachdrücklich hervorgehoben. Jeder, der von auswärts, ſelbſt aus
viel größeren Städten, nach Darmſtadt kommt, iſt erſtaunt, bei
uns einen ſo vorzüglichen, in Streichern wie Bläſern gleich gut
beſetzten Klangkörper zu ſinden, und daß neben dem
anſtrengen=
bei uns möglich ſind,
den Operndienk ſo viele Sin
beweiſt, wie ſehr es den Künſtlern Herzensſache iſt, auch dieſe
Gat=
tung der Muſik zu pflegen. Man hat in dieſen Konzerten ſtets
das Empfinden, daß alle froh und mit Begeiſterung am Werk ſind.
Dies drückte ſich auch heute wieder in dem ſtarken Beifall aus, der
nach der Sinfonie laut wurde, und der ebenſo herzlich war wie der,
der vorher den ausgezeichneten ſoliſtiſchen Darbietungen gegolten
hatte.
Sam Wooding im Orpheum.
Das „Chocolate=Kiddies=Orcheſter”, das ſind Säm
Woodings Neger=Sinfoniker, begann geſtern abend —
unge=
wöhnlich erfolgreich — ein kurzes Gaſtſpiel im Orpheum. Es iſt
richtig, wer Bobby Hinds Orcheſter hörte, ſollte ſich auch dieſe
Original=Nigger=Künſtler anhören, die ja wohl Vorläufer jener
ſind. Ihre Muſik, d. h. die Art, wie ſie ausführen, klingt noch
urſprünglicher, ſelbſtverſtändlicher, aus Triebhaftem kommend,
un=
gelernt! Dieſe Negerkünſtler ſind ſo ungemein routiniert, ſo
glän=
zend aufeinander und auf ihr Programm eingeſpielt, daß die Art,
wie ſie ſpielen — ſcheinbar unabhängig vom Dirigenten, ſcheinbar
ſogar gegen ihn, wo ihre Muſik ins Groteske geht — geradezu
frappiert. —
Das Orcheſter iſt nicht ſehr groß. Elf Mann nur: Klarinette,
Saxophon, Trompete, Trombone, Banjo, Piano, Souſaphon,
Schlagzeug und ein wundervoll klingendes Vibraphon. Alle
In=
ſtrumente natürlich mehrfach beſetzt (bis auf Banjo, Piano und
Souſaphon), und alle Mitglieder beherrſchen mehrere Inſtrumente
und faſt alle ſind auch — Sänger! Einſchließlich Sam Wooding,
dem Dirigenten, der auch mehrfach als Komponiſt im Programm
erſcheint (in dem übrigens außer dem Wort „Pauſe” kein deutſches
Wort gedruckt iſt!).
Zum Teil ſehr ausgezeichnete Sänger. Zum Beiſpiel Willie
Lewis der ein recht guterKomiker iſt und den Tonfilmſchlager
„In Paris ſind die Mädels ſo ſüß” aus „Sous les toits de Paris”,
ſo ſchmelzend ſang, daß er ſtürmiſch dacapo verlangt wurde!!
Im übrigen erſchienen in dem reichhaltigen Programm neben
einer großen Anzahl von weniger bekannten exotiſchen
Kompo=
niſten, auch Liſzt mit der 2. ungariſchen Rhapſodie (die bei aller
Eigenart der inſtrumentalen Beſetzung bemerkenswert eindringlich
klang). Bevorzugt wurden humoriſtiſche bis groteske
Kompoſi=
tionen, in denen die Negerkünſtler ihre Routine voll entfalten
können, etwa wenn ſich Saxophon mit Karinette und Trombone
in tiefſten und höchſten Tönen beſchimpfen. Aber auch ernſte „
be=
ſeelte” Sachen gelangen vortrefflich, wie Viktor Schertzingers
„Love aPrade” u. a. m. — Die Beſucher bereiteten den exotiſchen
Gäſten herzliche Ovationen. —
Seite 4
Dienstag, den 31. März 1931
oben, als ob es ſich hier um etwas im Geheimen Ausgems h=
8 handele. Aber ich glaube,
aus dieſer Korrektheit oder Ueberkorrekiheit, eine
Mit=
teilung zu machen, bevor noch etwas geſchehen oder
ver=
einbart worden iſt, könnte mian im Gegenteil höchſtens
den Vorwurf übergroßer Loyalität machen. Man ſollte
uns aber nicht den Vorwurf machen, daß wir den Frieden
Europas ſtören.
Was das Verhältnis Oeſterreichs zu Deutſchland betrifft,
ſo kann uns Deutſchland, ſo wie die Verhältniſſe jetzt liegen,
beim beſten Willen in keiner Weiſe entgegenkommen, weil jede
Begünſtigung Oeſterreichs infolge der Meiſtbegünſtigungsklauſel
auch die Berückſichtigung aller anderen Staaten in demſelben
Ausmaße zur Folge hätte. Auf der Suche, unſere
handels=
politiſchen Verhältniſſe zu verbeſſern. müſſen wir uns nach einem
Ausweg umſehen. Präferenzzölle haben bisher noch nicht die
Zuſtimmung der Staaten gefunden. Die Zuſtimmung wird aber
gefunden werden müſſen, weil
ein Ausweg gegenüber der Meiſtbegünſtigungstlauſel
ge=
funden werden muß, wenn nicht alle zugrunde gehen
ſollen. Dieſen Ausweg glaubten wir in der Zollunion
zu finden. Nichtdeſtoweniger haben wir uns nicht auf
Deutſchland beſchränkt. Wir wollen ebenſo mit Ungarn
und Jugoſlawien verhandeln und andererſeits führt
Deutſchland gegenwärtig in Wien Verhandlungen mit
Rumänien. Beweiſe genug, daß wir Mitteleuropa und
Europa mit unſeren Plänen dienen und nicht lediglich
eine Zollunion zwiſchen Deutſchland und Oeſterreich
wollten.
Ich glaube, ſchloß Dr. Schober, wir haben unſeren Staaten
und unſerer Bevölkerung gegenüber, aber auch Europa
gegen=
über, nur eine Pflicht erfüllt. Nichts iſt uns ferner gelegen,
als den Frieden Europas irgendwie zu ſtören.
Dr. Curkius gegen Briands Vorwürfe.
Wien, 30. März.
Die „Wiener Sonn= und Montagszeitung” veröffentlicht ein
Geſpräch mit dem Reichsaußenminiſter Dr. Curtius über ſeine
Auffaſſung der Rede Briands. Dr. Curtius kündigte an, er werde
in einer Rede am Dienstag ſeinen Standpunkt in ausführlicher
Weiſe darlegen und auf Briands Rede antworten. Es heißt dann
weiter: Nichts hat uns ferner gelegen, als mit Heimlichkeiten und
Ueberraſchungen vorzugehen, oder gar eine Brandfackel zu legen
und Beunruhigung hervorzurufen. Wir haben aus unſeren
Ab=
ſichten abſolut kein Geheimnis gemacht und ſind niemals als
Frie=
densſtörer aufgetreten, ſondern ſind im Gegenteil beſtrebt, die
Friedenspolitik auch mit dieſem wirtſchaftlichen Mittel fortzuſetzen.
Im übrigen iſt es klar, daß wir die wirtſchaftliche Seite des
Ab=
kommens zu erörtern haben, denn wirtſchaftlich iſt das Problem.
und nicht politiſch. Von einer Verletzung der Protokolle und der
Friedensverträge kann keine Rede ſein. Es liegt mir nichts ferner,
als die europäiſche Zuſammenarbeit nicht mitzumachen oder gar
zu ſtören. Gegen dieſen Vorwurf bin ich gefeit, denn ich bin
be=
müht, alle Beſtrebungen in dieſer Richtung hin zu lenken. Ich
be=
dauere es außerordentlich, daß Miniſter Briand ſich geäußert hat,
daß wir den Weg des Friedens verließen. Aber wir hoffen, daß es
ſich in kurzer Zeit herausſtellen wird, daß wir in Wahrheit keine
Friedensſtörer ſind.
unian und Kleine Enkenke.
Beneſchs „Unannehmbar!”
Von unſeremC=Korreſpondenten.
Prag, Ende März.
Aus der bisherigen Stellungnahme Prags zur deutſch=
öſterrei=
chiſchen Zollunion läßt ſich leicht ableiten, daß die Tſchechoſlowakei
entſchloſſen iſt, gegen die Verwirklichung des Wien=Berliner
Bündniſſes mit allen ihr zu Gebote ſtehenden Mitteln
anzu=
kämpfen, ohne vorher auch nur den Verſuch einer Fühlungnahme
mit den beiden Vertragsſtaaten zu unternehmen. Prag vertritt
die Anſicht, daß das Eingehen in Verhandlungen bezüglich eines
Beitritts, der Tſchechoſlowakei zu dem neuen mitteleuropäiſchen
Bündnis einer Anerkennung des deutſchen und öſterreichiſchen
Standpunktes, die Zollunion ſtehe nicht im Widerſpruch zu den
Be=
ſtimmungen der Friedensabkommen, gleichkäme; da aber die
tſche=
chiſche Politik ſchon rein ſtimmungsgemäß nicht davon abgehen
will, daß das neue wirtſchaftliche Mitteleuropa in Wirklichkeit der
politiſchen Annäherung, dem Anſchluß Oeſterreichs an Deutſchland
gleichkomme, verharrt ſie in ihrer ablehnenden Haltung und
ſcheint entſchloſſen, alle Hebel in Bewegung zu ſetzen, um auch die
verbündeten Großmächte in ihrem Sinne zu beeinfluſſen und die
Front des Widerſtandes gegen die deutſch=öſterreichiſche Zollunion
zu verbreitern. Inwieweit dieſe Bemühungen von Erfolg
beglei=
tet ſein werden, wird abzuwarten ſein; ſicher iſt heute ſchon, daß
der ſtarre Prager Standpunkt außer in Frankreich bisher
nir=
gends ungeteilte Zuſtimmung gefunden hat, und beſonders
be=
zeichnend iſt die Tatſache, daß ſelbſt die engſten Verbündeten des
tſchechoſlowakiſchen Staates, Jugoſlawien und Rumänien, in
ihrer Stellungnahme zu dem neuen Wirtſchaftsbündnis vorſichtige
Zurückhaltung bewahren. Heute weiß man in Prag, warum zu
den für den 21. März feſtgeſetzten Verhandlungen zur
Erneue=
rung des tſchechoſlowakiſch=ſüdſlawiſchen Handelsvertrags der
Bel=
grader Bevollmächtigte ſich „krankheitshalber” entſchuldigt hat;
die Zuſammenhänge liegen allzu offen zutage, um nicht erkannt
und durchſchaut werden zu können. Die Hinauszögerung der
han=
delspolitiſchen Verhandlungen durch Belgrad konnte ihre
Erklä=
rung nur darin finden, daß Jugoſlawien, beſſer als die
Tſchecho=
ſlowakei informiert über die zwiſchen Berlin und Wien geführten
Beratungen, für die Zukunft freie Hand behalten wollte, denn für
Belgrad iſt der deutſche und öſterreichiſche Markt zweifellos
wich=
tiger als der tſchechiſche, bietet die Anerkennung der neuen
wirt=
ſchaftlichen Konſtellation mehr Ausſichten, als das von Prag
pro=
pagierte Kleinſtaatenbündnis Tſchechoſlowakei—Südſlawien-
Ru=
mänien, das daran krankt, daß es die nötigen Vorausſetzungen
eines den Erforderniſſen der Wirtſchaft entſprechenden
Warenaus=
tauſches vermiſſen läßt. Rumänien und Jugoſlawien ſind (ebenſo
wie die Tſchechoſlowakei) hauptſächlich agrartreibende Länder, die
natürlicherweiſe ſtark an ſo aufnahmefähigen Märkten intereſſiert
ſein müſſen, wie ſie Deutſchland und Oeſterreich ſind. Sie dürften
daher beſonders vorſichtig alles Für und Wider erwägen, bevor
ſie Entſcheidungen treffen, deren Auswirkungen möglicherweiſe
ihrer Wirtſchaft nicht tragbare Schäden verurſachen könnten.
Die Meldungen der deutſchen Preſſe, daß der neue
Zollver=
trag in Jugoſlawien und Rumänien nicht unſympathiſch
aufgenom=
men worden ſei, mußte die Nervoſität in Prag noch erheblich
ſtei=
gern, denn die Gefahr eines Beitritts dieſer beiden Länder würde
nichts mehr und nicht weniger bedeuten, als daß die mit großen
Opfern ins Leben gerufene Kleine Entente praktiſch zu beſtehen
aufhören müßte. Schon anläßlich der Konferenz in Joachims=
Nummer
thal vor fünf Jahren ſie galt dem Ausbau der wirtſchaftlig
ziehungen zwiſchen Prag, Belgrad und Bukare
dem Vater der Kleinen Entente, von der
Weltp=
worden, daß ſeine Konzeption einer „Kleinen Wirtſchaftse
unhaltbar ſei, aber dieſer Einwurf hinderte ihn keineswe
der einmal beſchrittenen Linie weiter auszuſchreiten und de
Land immer tiefer in die Iſolierung hineinzuführen.
Nunmehr gedenkt Dr. Beneſch — nach den Berichten de
ger Blätter — im Verein mit dem tſchechiſchen
Handels=
bei der für die nächſte Zeit vorbereiteten außerordentliche
ferenz der Bevollmächtigten der Kleinen Entente die von j
geſtrebte „Kleine Wirtſchaftsentente” als Gegengewick
deutſch=öſterreichiſchen Zollbündnis der Realiſierung näher
gen. Die in dieſer Richtung vor fünf Jahren in Joacht
angebahnten Schritte haben nicht verhindert, daß die H
politiker der Tſchechoſlowakei, Rumäniens und Südſlawie
her ihre eigenen Wege gegangen ſind. Man ſieht in Prag
ſer „Kleinen Wirtſchaftsentente” das Mittel, aus der be bte=
Iſolierung im mitteleuropäiſchen Wirtſchaftsraume
herau=
men, und rechnet damit, daß die neu geſchaffene Situation
litiſchen Freunde im Südoſten darauf vergeſſen läßt, daß d
chiſchen Agrarier erſt vor kurzem den wichtigſten Exporte
der Südſlawen und Rumänen — Getreide und Vieh — de
chiſchen Markt durch hohe Zollſätze verleidet haben . . . Ab
für den Fall, daß der aufgewärmte Plan der „Kleinen
ſchaftsentente” in Belgrad und Bukareſt Beifall finden
muß dieſer Ausweg als ſehr problematiſch bezeichnet werde
es bleibt ſehr fraglich, ob die Tſchechoſlowakei in der La
wird, doppelt ſoviel ſüdſlawiſche und rumäniſche Agrarp
als bisher abzunehmen, weil ſelbſtredend der Ausſchluß
niens und Südſlawiens von der deutſch=öſtereichiſchen Zo
die Unterbindung der Ausfuhr dieſer beiden Länder nach
reich und Deutſchland zur Folge haben würde.
Trotz aller dieſer Bedenken glaubt Beneſch, der tſch ſi
Außenminiſter, das Wort „Unannehmbar!” ausſprechen zu
da er im Außenausſchuß des Parlaments ſeine Stellungna
der Zollunion umſchreibt. Er, der ſich von allem Anfang ar
das mitteleuropäiſche Zollbündnis ausgeſprochen hat, lehr
Mitteleuropa, an dem Deutſchland beteiligt iſt, ab, weil im
nicht nur gewiſſe mitteleuropäiſche Hegemoniebeſtrebunge
Tſchechoſlowakei zunichte gemacht würden, ſondern auch des gen.
weil dadurch die von ihm ſo gehätſchelte Kleine Entente d
/Ge=
fahr der Liquidierung entgegengeht. Dieſe Gefahr beſteht ſenn
Beneſch, wenn die Tſchechoſlowakei ihren ſtarren. Stan ankt
gegenüber den deutſch=öſterreichiſchen Zollerleichterungsbeſt
ſun=
gen nicht aufgibt und daran feſthält, daß ein mitteleuror ches
Wirtſchaftsbündnis nur unter Ausſchluß des Deutſchen Iches
möglich wäre. Beneſch wird beſſer daran tun, rechtzeitig ſer
Wein ein wenig Waſſer beizumiſchen!
Berlegung der Völkerbundsratstagung.
Genf, 30. Mä
Das Generalſekretariat des Völkerbundes teilt amtlic nit,
daß die zum 11. Mai einberufene ordentliche Tagung des
Afer=
bundsrates auf den 18. Mai verlegt worden iſt. Ebenſo die
3. Tagung der europäiſchen Mächte verſchoben und au den
15. Mai feſtgeſetzt worden.
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Darmſiadt, den 31. März 1931.
Reichsbankdireklor Müller nimmt Abſchied
von Darmſtadl.
Der erſte Vorſtandsbeamte der Reichsbankſtelle Darmſtadt,
eichsbankdirektor Alwin Müller, wird mit dem heutigen Tage
„e dienſtliche Tätigkeit beenden, um nach Erreichung der
tersgrenze in den wohlverdienten Ruheſtand zu treten.
In den Kreiſen der Wirtſchaft des hieſigen Bezirks wird das
heiden dieſes vorbildlichen Beamten auf das Lebhafteſte
be=
uert. Hat doch Herr Müller in den 12 Jahren ſeines hieſigen
irkens den Geldumlauf mit großer Sachkenntnis und
unermüd=
hei Tatkraft in treuer Pflichterfüllung unter den ſchwierigſten
rhältniſſen zum Beſten der Wirtſchaft glücklich gelenkt. Seine
verſiegbare Schaffenskraft iſt weder in den Zeiten der unſeligen
„flation und der mühevollen Stabiliſierung, noh in der
augen=
icklich herrſchenden ſchwerſten Wirtſchaftskriſe erlahmt. Mit
rrem Blick und ſtrenger Unparteilichkeit hat er ſtets und in allen
igen den verantwortungsvollen Poſten, der ihm anvertraut war,
vollem Maße mit Erfolg ausgefüllt.
Gewiß wird es Herrn Müller nicht leicht, gerade jetzt, in der
it der größten wirtſchaftlichen Not, das Steuer aus der Hand
ben zu müſſen. Bei ſeiner ſtark ausgeprägten Pflichttreue wird
m das im jetzigen Augenblick beſonders ſchmerzlich ſein. Aber
e unerbittlichen Paragraphen laſſen keine andere Löſung zu.
So möge es ihm ein perſönlicher Troſt ſein, daß alle Kreiſe
r hieſigen Wirtſchaft ſowohl, wie der Behörden, ſeiner
erfolg=
ichen Darmſtädter Tätigkeit in voller Anerkennung und
aufrich=
ger Dankbarkeit gedenken, und daß die große Zahl der Freunde,
e er und ſeine liebenswürdige Lebensgefährtin hier zurücklaſſen,
m Paar ein glückliches otium cum dicnitate in der ſchönen
achbarſtadt Wiesbaden, die er zu ſeinem Ruheſitz auserkoren hat,
n Herzen wünſcht!
Ernannt wurde am 24. März der Forſtrat Karl Eckhard
Raunheim, unter Belaſſung ſeiner bisherigen Amtsbezeichnung,
m ſtändigen Hilfsarbeiter bei der Abteilung für Forſt= und
ameralverwaltung, mit Wirkung vom 1. April 1931 an.
In den Ruheſtand verſetzt wurden: Am 13. März: der
Werk=
eiſter an der Augenklinik der Landesuniverſität Juſtus Haas;
n 14. März; der Profeſſor an der Philoſophiſchen Fakultät der
indesuniverſität Dr. Friedrich Engel; am 18. März: die
Leh=
rin an der Volksſchule zu Offenbach Sophie Biondino; am
März; der Lehrer an der Volksſchule zu Albig, Kreis Alzey,
riedrich Frank; am 23. März: der Lehrer an der Volksſchule
Bad=Nauheim, Kreis Friedberg. Ludwig Rexroth; am
März; der ordentliche Profeſſor für Papierfabrikation und
ren Maſchinen an der Techniſchen Hochſchule, Geh. Baurat Dr.. e. h. Friedrich Müller — ſämtlich auf ihr Nachſuchen, mit
firkung vom 1. April 1931 an. — Auf Grund des § 1des Geſetzes
ſer die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli 1923 bzw.
Dezember 1923, in der Faſſung des Geſetzes vom 8. Oktober
25 (Reg.=Bl. S. 249) tritt am 1. April 1931 in den Ruheſtand:
ektor Karl Ritz, an der Volksſchule zu Darmſtadt. — In den
uheſtand treten auf Grund des § 1 des Geſetzes über die
Alters=
enze der Staatsbeamten vom 2. Juli/19. Dezember 1923, in
erbindung mit Artikel 2 des Geſetzes über die Einſtellung des
erſonalabbaues in Heſſen und zur Aenderung des heſſiſchen
Per=
nalabbaugeſetzes vom 8. Oktober 1925: am 1. Mai 1931: der
berrechnungsrat bei dem Heſſiſchen Miniſterium der Finanzen
einrich Bender zu Darmſtadt die Förſter Johann Ludwig
öhrig zu Sonderbach und Wilhelm Schneider zu
Ziegen=
rg.
— Franz Völker in Darmſtadt In dem nächſten Konzert des
tozart=Vereins das am Montag, den 27. April, im
Saal=
ru ſtattfindet, wirkt als Soliſt der gefeierte Tenor Franz Völ=
2r. Es iſt ſomit Gelegenheit geboten, den Liebling einer großen
Luſikgemeinde vor ſeinem Weggang nach Wien noch einmal in
armſtadt zu hören. Es empfiehlt ſich, baldigſt Karten in der
Ge=
häftsſtelle des Vereins. Eliſabethenſtraße 4, (O. Titze) zu
be=
ellen.
Heſſiſches Landestheaker.
Denstag, den 31. März 1931
Seite 5
Großes Haus Eleines Haus tenstag31. März Keine Vorſtellung 20—21.50 Uhr
Fünfter Beeihoven=Abend
des Trumm=Quartett:
Preiſe 1, 2, 3 Mk ittwoch
1 April Keine Vorſtellung 1930—2.15 Uhr
Der Graue
Zuſ.=M. II,11
Preiſe 1 20—6 Mk onnersta
2. April Keine Vorſtellung Keine Vorſtellung jeita
3. April Keine Vorſtel ung Keine Vorſtellung amstag
4 April Keine Vorſte lung Keine Vorſtel ung ſter=
onntag
5. April
19.30
Zum erſten Male:
D21. Zu andot
Wahlgutſcheine beſchränkt gültig 20—21 4) Uhr
Der Mann, den ſein Gewiſſen trieb
Zu .=Miete „ P.5
Preiſe 1.20—1 Mk Darmit Volksb Gr —IV
Preiſe 1.20—6 Mk. mſter=
ontag,
6. April (730—2.13 Uhr
die Meiſterſinger von Nürnberg
B19 Pleiſe 1.20—1- M71
Wahlgutſcheine beſchränkt gültig 20, Ende vor 22 Uhr
Der Kreis
Zuſatzmiete 1I1,10
Preiſe 1.20—6 Mk
* Heſſiſches Landestheater. Erſtaufführung. Der
auptmann von Köpenick”. Als nächſte
Schauſpielneu=
it befindet ſich Carl Zuckmayers Volksſtück „Der Hauptmann
in Köpenick” in Vorbereitung. Die Inſzenierung beſorgt Carl
bert. Die Erſtaufführung wird am Dienstag, den 14. April,
attfinden. — Der Graue”, das mit ungewöhnlichem Erfolg
ſtaufgeführte Schauſpiel von Friedrich Forſter, konnte bei der
ſten Wiederholung wiederum vor ausverkauftem Haus, mit
arkſtem Beifall in Szene gehen. Das Werk wird als einzige
Vor=
ellung der Karwoche morgen, Mittwoch, im Kleinen Haus
wie=
erholt.
*Totale Mondfinſternis am 2. April.
Zwei kolale Mondfinſterniſſe im Jahre 1931. — Beide in unſeren Gegenden ſichtbat.
Wieſo der verfinſterke Mond ſichtbar iſt.
Das Jahr 1931 bringt uns außer drei partiellen
Sonnen=
finſterniſſen zwei totale Mondfinſterniſſe und iſt aus dieſem
Grunde in aſtronomiſcher Beziehung bemerkenswert. Es ſind
mehr als drei Jahre vergangen, ſeit bei uns in Deutſchland
eine totale Mondfinſternis ſtattfand, nämlich am 8. Dezember
1927. Die erſte totale Mondfinſternis dieſes Jahres erfolgt am
Wie eine Mandfinsternis entsteht:
Unten
durch de.
Der 2.
Sa.
2. April 1931. Sie iſt in ganz Europa mit Ausnahme des
Weſtens, in Aſien, Auſtralien, im Indiſchen Ozean, in den
weſtlichen Teilen des Stillen Ozeans und in einem Teil Afrikas
am Anfang ſichtbar. Sie beginnt um 7 Uhr 23,2 Minuten. Zu
— 80. Geburtstag. Das langjährige Kirchenvorſtandsmitglied
der Petrusgemeinde, Herr Wilhelm Wittmer, Heidelbergerſtraße
101, feiert am 1. April ſeinen 80. Geburtstag. Wir wünſchen ihm
eine weitere geſegnete Wegfahrt.
— Alice=Verein für Frauenbildung und Erwerb (Alice=
Eleo=
norenſchule). Das Sekretariat iſt auch während der Ferien von 9
bis 1 Uhr geöffnet. Anmeldungen für die verſchiedenen
Abteilun=
gen können in dieſer Zeit abgegeben werden. Proſpekte für alle
Abteilungen ſtehen koſtenlos zur Verfügung. (Siehe Anzeige.)
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Piperdruckausstellung (Reduzierte Rahmenpreise)
Ab heute bis Mitte April
Unsere Räume sind am Donnerstag, den 2. April
teiertagshalber geschlossen.
(5184
Schloßmuſeum. Vom 1. April ab iſt das Schloßmuſeum an
allen Wochentagen wieder nachmittags geöffnet. Es ſind dann
vormittags um 11 und 11.30 Uhr und nachmittags um 3 und 3.30
Uhr — Sonntags nur vormittags um 11 und 11.30 Uhr —
Füh=
rungen. Die Madonna des Bürgermeiſters Meyer von Hans
Holbein dem Jüngeren kann ſtets getrennt von den Führungen
beſichtigt werden. Um beſonders den hier vorübergehend
anweſen=
den Perſonen, die verhindert ſind, das Schloßmuſeum zu den
feſt=
geſetzten Stunden zu beſuchen. Gelegenheit zu geben die
Hol=
beinſche Madonna ſowie die übrigen reichhaltigen Kunſtſchätze des
Schloßmuſeums kennen zu lernen, hat die Direktion die
Einrich=
tung getroffen, daß an jedem Montag, Dienstag, Mittwoch,
Don=
nerstag und Freitag von 9—12 Uhr vormittags und von 2.30—6
Uhr nachmittags ſowie an Samstagen vormittags
Sonderführun=
gen eingelegt werden können. Als Zuſchlag für eine
Sonderfüh=
rung iſt zu dem üblichen Eintrittsgeld insgeſamt 1 Mk. zu zahlen.
Wird nur die Madonna beſichtigt, ſo wird ein Zuſchlag nicht
er=
hoben. An dem Eingang zum Schloßmuſeum im Kirchenhof iſt
eine Klingel angebracht. Allen denjenigen die das Schloßmuſeum
noch nicht kennen, wird empfohlen, das Verſäumte bei Eintritt
der wärmeren Jahreszeit jetzt nachzuholen. Die Beſucher
erhal=
ten durch die Führer eingehende Erklärungen, ſie ſehen in den
reichhaltigen Sammlungen vieles des Schönen und Koſtbaren und
ſie verbringen im Schloß 1—2 angeregte Stunden.
N Die Aufführung der Matthäuspaſſion am Karfreitag durch
den Muſikverein unter Leitung von Generalmuſikdirektor Dr.
Böhm ſowie die Hauptprobe dazu am Gründonnerstag in der
Stadtkirche beginnen um 19 Uhr. Soliſten: Giſela Derpſch. Eva
Jürgens, Hans Hoefflin, Theo Herrmann, Kurt Meyer=Stephan.
Bei dem zu erwartenden ſtarken Beſuch empfiehlt ſich die
Beſor=
gung der Eintrittskarten im Vorverkauf in der Buchhandlung
Bergſträßer, Wilhelminenſtraße 29. An den beiden
Aufführungs=
tagen findet der Kartenverkauf vor der Aufführung in der
Ein=
hornapotheke gegenüber der Stadtkirche ſtatt.
dieſer Zeit tritt der Mond in den Kernſchatten der Erde. Die
Totalität nimmt ihren Anfang um 8 Uhr 22,3 Minuten und
endet um 9 Uhr 51,7 Minuten. Aus dem Kernſchatten der Erde
tritt der Mond um 10 Uhr 51,7 Minuten. Die Mondfinſternis
iſt damit beendet. Sie beginnt auf dem ſüdöſtlichen Rande
der Mondſcheibe, der unten links liegt, denn der Mond bewegt
ſich von rechts nach links durch den Erdſchatten hindurch. Zur
Zeit der totalen Mondfinſternis ſteht die Erde zwiſchen Sonne
und Mond. Sobald der Erdſchatten, der von der Sonne erzeugt
wird, auf den Vollmond fällt und die Stellung der Geſtirne
der=
artig iſt, daß der Erdſchatten den Mond völlig bedeckt, dann iſt
die Finſternis total. Der erſte, der die Entſtehung der
Mond=
finſternis durch den Erdſchatten erklärte, war der Philoſoph
Thales. Eine eigenartige Erſcheinung des total verfinſterten
Mondes iſt der Umſtand, daß er trotzdem in einem kupferroten
Licht zu ſehen iſt, alſo nicht ganz unfichtbar bleibt. Die Urſache
hierfür iſt in der Lichtbrechung zu erblicken. Die
Sonnenſtrah=
len werden durch die Luft gebrochen, und da ſie einen langen
Weg durch die Luft zurücklegen mußten, ſind die kurzwelligen
blauen und grünen Lichtſtrahlen abgeſchwächt, während die
lang=
welligen roten Strahlen ſtark ſichtbar ſind und dem
Mond die eigenartige Färbung verleihen. So erſcheint er trotz
ſeiner Verfinſterung am Himmel als eine ziemlich deutlich
ſicht=
bare dunkelrote Scheibe. Dieſe Erſcheinung tritt übrigens nicht
immer zu Tage. Es gab ſeltſamerweiſe totale Mondfinſterniſſe,
bei denen der Mond tatſächlich völlig unſichtbar blieb. Dieſe
Erſcheinungen ſind ungewöhnlich und wurden darum von der
Wiſſenſchaft feſtgehalten. Allerdings ſind ſie ſehr ſelten. Das
geht ſchon daraus hervor, daß trotz der ziemlich häufigen
An=
zahl von totalen Mondfinſterniſſen, in den letzten dreihundert
Jahren nur zweimal derartig wirklich unſichtbare
Mondfinſter=
niſſe beobachtet wurden, nämlich in den Jahren 1606 und 1816.
Die diesjährige erſte Mondfinſternis dauert insgeſamt 90,3
Minuten, denn um 9 Uhr 52,6 Minuten iſt ſie zu Ende. Im
Gegenſatz zur Sonnenfinſternis iſt der Anfang und das Ende
der Mondfinſternis überall völlig gleichzeitig zu ſehen. In
aſtro=
nomiſcher Beziehung iſt eine Mondfinſternis darum von
Be=
deutung, weil ſie dazu dient, die Mondbewegung aufs genaueſte
zu erforſchen. Auf den Sternwarten werden darum für
Be=
obachtung der Mondfinſterniſſe eingehende Maßnahmen
getrof=
fen. Die zweite totale Mondfinſternis dieſes Jahres, die auch
bei uns ſichtbar iſt. findet am 26. Sevtember ſtatt. Die
dies=
jährigen Sonnenfinſterniſſe, die in unſeren Gegenden nicht
ſicht=
bar ſind, treten am 17. April, am 12. September und am 11.
Oktober ein.
Aberpräſidenk Erzellenz Dr. Schwander
ſpricht in Darmſtadt.
Die Elſaß=Lothringer=Vereinigung Darmſtadt (
Orts=
gruppe Darmſtadt des Hilfsbundes für die Elſaß=Lothringer im Reich)
konnte am Vereinsabend am B. März den Vortrag des Berliner
Ge=
ſchäftsführers des Hilfsbundes, Herrn A. Gilg, über den Werdegang
und den derzeitigen Stand der Entſchädigungsfrage entgegennehmen.
Der Vortrag, der durch warme Worte der Begrüßung ſeitens des
Ver=
einsvorſitzenden, Herrn Heinrich Thomas, eingeleitet worden war,
fand dankbare Aufnahme des überfüllten Fürſtenſaales. Eine
ſchwung=
voll geſpielte Ballettſzene von Bériot (Violine Herr Wenz, Klavier Frl.
Napparlié) ſchloß ſich an. Auch ſpäter verſchönten die beiden Künſtler
den Abend.
Eine beſonders weihevolle und für alle Teilnehmer unvergeßliche
Handlung folgte: Die feierliche Ueberreichung der
Ehrenmitglieds=
urkunde an den zur freudigen und ehrenvollen Ueberraſchung der
Ver=
einigung perſönlich aus Frankfurt erſchienenen Oberpräſidenten der
Pro=
vinz Heſſen=Naſſau, den vieljährigen Straßburger Oberbürgermeiſter
und letzten deutſchen Statthalter in Elſaß=Lothringen, Exzellenz
Dr. Schwander, die Herr Thomas mit bewegten Worten vornahm.
In ſeiner Dankanſprache erklärte Exzellenz Dr. Schwander
u. a.: Wohl gedächten wir wehmütig der verlorenen Heimat Elſaß und
Lothringen, ſeien uns aber voll Stolzes bewußt, daß das herrliche Land
zwiſchen Rhein und Vogeſen dann in reichſter Blüte ſtand, wenn es am
deutſcheſten war. Und reich und deutſch war die Kraft, mit der das
Straßburger Münſter, deutſche Volkslieder, der Iſenheimer Altar,
Schongauers Madonna Geſamtdeutſchland befruchteten. Stark und
deutſch war die Linie von Erwin bis Goethe. Dieſe deutſche Kultur
ihrer Heimat ſuchten auch heute noch tapfere, aus ſeit Jahrhunderten
alteingeſeſſenen Geſchlechtern ſtammende Männer zu verteidigen, die
nun ihrerſeits wieder auf ſeeliſche Kraftſtröme aus dem großen
deut=
ſchen Vaterland angewieſen ſeien; das habe mit Politik im
internatio=
nalen Sinne nicht das mindeſte zu tun; das ſeien geiſtige und ſeeliſche
Fragen. Politiſch müßten und wollten die Elſäſſer und Lothringer
ihren Weg alleine gehen; und wenn jemand beſtehende Rechtsverträge
halte, ſo ſeien es wir Deutſchen. Kraft könne aber aus dem heutigen
zerſtümmelten Reich nur dann zu den Deutſchen außerhalb der Grenzen
ſtrahlen, wenn Deutſchland in ſich ſelbſt einig ſei. Jedes andere Volk
werde durch äußere Not zuſammengeſchweißt, das deutſche Volk ſei
heute in ſich uneiniger denn je. Und da falle dem Hilfsbund eine große
innenpolitiſche Aufgabe zu: So wie wir deutſchen Elſaß=Lothringer von
1870 bis 1918 vielleicht die einzigen wahren Reichs=Deutſchen
ge=
weſen ſeien, denen das große deutſche Vaterland über alles ſtand, ſo
ſei unſer Hilfsbund politiſches Gut im Aufbau der großdeutſchen
Reichs=
gemeinſchaft, der Hilfsbund ſei wahrhaft: Verein für das
Deutſchtum im Innland! Zwar ſei es ſonſt nicht üblich,
Vereinsabende, durch Feiergeſänge zu beſchließen, heute aber bitte er
die Verſammlung, die ihn bewegenden Gedanken durch die
National=
hymne, durch das Deutſchlandlied zu bekräftigen. — Stehend, mit
Be=
wegung und mit Begeiſterung wurd die Strophen des deutſchen
Lie=
des geſungen. Elſäſſer Tänze, getanzt in den heimatlichen Trachten
durch die Tanzgruppe des Jungvolk=Bundes, folgten und leiteten, elf
Uhr abends. zum geſelligen Teile über.
Dr. Fr. L.
Toln OoletT EOIE
die neuen farbigen Frühjahrsmodelle
udwigstraße 13
DARASTADT
(5134
Ludwigstraße 13
[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Dienstag, den 31. März 1931
Nurm
Arnold Mendelsſohn:
2is Leſten des ernt und „Wuerfelugf.
Unter den zeitgenöſſiſchen kirchlichen Chorwerken nehmen dieſe
bei=
den Werke Arnold Mendelsſohns zweifellos eine ganz hervorragende
Stelle ein. Man merkt es ihnen an, daß der Komponiſt ſie mit ſeinem
Herzblut geſchrieben hat. In ihrer zeitlichen Ausdehnung ſind ſie
ziem=
lich gleich; die Aufführung jeden Werkes dauert etwa 20 Minuten. Auch
darin gleichen beide, daß ihnen ganz clte voltstümliche Texte unterlegt
ſind. Im Gegenſatz zu älteren Werken dieſer Art finden ſich keine
Unterbrechungen durch Arien oder ähnliche Tonſätze, die Handlung
ſchreitet ununterbrochen fort. Dadurch iſt der volkstümliche Charakter
aufs glücklichſte gewahrt. Der muſikaliſche gebildete Hörer wird ſich an
dem ſtraffen Aufbau, der thematiſchen Behandlung und der dramatiſchen
Steigerung ebenſo erfreuen, wie ſich der Laie dem ergreifenden Eindruck
dieſer Tonſchöpfungen nicht entziehen kann.
Der Text zum Leiden des Herrn” iſt ſtrophenartig
aufge=
baut. Das alte Volkslied, das die Paſſionsgeſchichte erzählt, greift aus
dem Evangelium Johannis diejenigen Züge heraus, die den natürlich
empfindenden Menſchen am meiſten, packen, und faßt ſie in knappſter
Form zu einem Bild zuſammen. Nachdem die Vorgänge, die der
Kreu=
zigung vorangehen, aufs kürzeſte berichtet worden ſind, wird das
Zwie=
geſpräch des ans Kreuz Gehefteten mit ſeinem dabeiſtehenden
Lieblings=
jünger erzählt, deſſen Fürſorge der Sterbende ſeine Mutter empfiehlt.
Deren Schmerz wird in einer ausdrucksvollen Strophe als ſo
über=
menſchlich dargeſtellt, daß auch die Elemente bis hinab zum Geſtein ſich
in Mitgefühl regen, ja daß die Gräber ſich auftun und ihre Toten
her=
ausgeben müſſen. Das Gedicht ſchließt mit der Mahnung, die Geſchichte
zu Herzen zu nehmen: Wer das allezeit tut, des Seele „wird kommen
in Himmels Saal‟. Die Muſik bedient ſich der Variationsform: Die
Melodie der erſten Strophe kehrt mit ſinngemäßen Abwandlungen von
freien Zwiſchenſätzen zuweilen abgelöſt, bis zum Schluß immer wieder.
Bei dem Geſpräch zwiſchen Jeſus und Johannes tritt ſie in Geſtalt der
Umkehrung auf, das heißt, dieſelben Schritte, die in der urſprünglichen
Melodie aufwärts führen, gehen nun abwärts, und die dort abwärts
gehen, führen nun aufwärts. Dieſe Epiſode iſt in Dur geſetzt, während
die urſprüngliche Melodie in Moll ſteht. Wie nach einem furchtbaren
Gewitter ſich der Himmel klärt und nur helle Wölkchen noch Spuren
von vorübergegangenem Unheil geben, ſo löſt ſich die Muſik (wieder in
Dur) zu der letzten Zeile des Gedichtes in ein locker polyphon gefügtes
Töneſpiel auf und führt den verſöhnenden Schluß herbei. Das alte
Oſtergedicht Auferſtehung” iſt dem Lied vom Leiden darin
ähn=
lich, daß es die evangeliſche Erzählung von den Frauen am Grab und
beſonders das Erlebnis der Maria Magdalena in volksmäßige Strophen
bringt. Dem Inhalt gemäß iſt hier die Muſik im Gegenſatz zu der des
männlich herben Leiden des Herrn mehr weiblich ſchwärmeriſch gehalten.
(Harfe und Waldhörner.) Ihre ſchlichte Homophonie bereitet dem
Ver=
ſtändnis keinerlei Schwierigkeiten. Dieſe „Auferſtehung” iſt ein Werk
von größter Schönheit und Frömmigkeit. Das Ganze wirkt wie eine
Viſion in zarteſten Tonſchattierungen. So etwas konnte nur ein
Deut=
ſcher mit einem frommen, kindlichen Herzen ſchreiben (man denke auch
an den Oſtermorgen in Goethes Fauſt). Den Abſchluß dieſes Werkes
bildet der monumentale Choral „Chriſt iſt erſtanden” in einem
pracht=
vollen Satz in Vs=Moll. Dieſer Choral ſtammt aus dem 13.
Jahrhun=
dert und iſt mit das Schönſte, was wir in unſeren Liederbüchern haben.
Die hier beſprochenen Chorwerke Arnold Mendelsſohns kommen am
Karfreitag, nachmittags 4.30 Uhr, in der Pauluskirche zur
Auf=
führung, und zwar als nachträgliche Ehrung des Meiſters zu ſeinem
75. Geburtstage. Die Solopartien werden geſungen von Fräulein Vera
Wagner (Sopran), Frl. Herber (Alt), Herrn Koop (Tenor) und
Herrn Kleinſchmidt (Baß). Das Opcheſter beſteht aus
Mitglie=
dern des Landestheaters. Außer den genannten Werken kommen noch
weitere Kompoſitionen Mendelsſohns zur Aufführung: eine
Choral=
paraphraſe über „O Lamm Gottes”, die die alte Melodie in der
Alt=
ſtimme bringt, wozu eine Sopranſtimme, eine Violine und der Orgelbaß
kontrapunktiſch ſich ergehen. Ferner eine ſehr intereſſante und
muſi=
kaliſch wertvolle Kompoſition: Ein neuer. Armer Judas‟. Der Text
ſtammt von dem Herzog Albrecht von Preußen und findet ſich in den
älteſten evangeliſchen Liederbüchern aus Königsberg. Er iſt eine
Um=
dichtung eines mittelalterlichen Judasliedes und ergeht ſich nicht etwa
in ſittlicher Empörung über den böſen Judas, ſondern — ein ſehr
deut=
ſcher Zug — der Sänger fühlt ſich ſelbſt als den armen Tropf, der ſo
ſchwach war, ſein Heiliges um gemeiner Güter willen zu verraten.
Endlich ſei noch aus dem neuen großen Motettenwerk Mendelsſohns
ſein „Paſſionsgeſang” erwähnt, der kürzlich auch in der Stadtkirche
ge=
ſungen wurde.
F.
* Darmſtädter und Nationalbank. Mit dem 31. März tritt
Herr Direktor HugoBrink nach nahezu 44jähriger Dienſtzeit in
den Ruheſtand über. Nach längerer Tätigkeit in Breslau und
Ber=
lin wurde er 1909 in den Vorſtand der Hauptniederlaſſung
Darm=
ſtadt berufen, die er ſeit dieſer Zeit mit an erſter Stelle geleitet
hat. Während mehr als zwei Jahrzehnten im Mittelpunkt des
hieſigen geſchäftlichen Lebens ſtehend, iſt er mit dieſem in hohem
Maße verwachſen und hat auch in perſönlicher und geſellſchaftlicher
Beziehung in Darmſtadt, wo er ſich hohen Anſehens erfreut, eine
zweite Heimat gefunden. Als Aufſichtsratsmitglied einer Reihe
von Geſellſchaften, als Handelsrichter und Mitglied der Heſſiſchen
Induſtrie= und Handelskammer, die ihn kürzlich zu ihrem
ſtellver=
tretenden Vorſitzenden gewählt hat, und als Vorſitzender der
Vek=
einigung des Darmſtädter Großhandels bleibt Herr Direktor Brink
auch künftig mit der Wirtſchaft unſerer Stadt und unſeres Landes
eng verbunden, um ihr weiterhin durch ſeine reichen Erfahrungen
und ſeinen tiefen Einblick in die Verhältniſſe zu nützen. Möge er
ſich noch einer langen Reihe von Jahren eines wohlverdienten
Ruheſtandes erfreuen.
— Verein Freundinnen junger Mädchen. Wir machen die
Hausfrauen ſowie Hausangeſtellten darauf aufmerkſam, daß die
Heimabende in der Kar= und Oſterwoche ausfallen. Wir bitten,
den Hausangeſtellten freie Zeit zum Kirchgang zu geben:
Grün=
donnerstag abend, oder Karfreitag morgens 8 Uhr (10 Minuten
vorher), gemeinſamer Kirchgang. Beſſunger Kirche, oder morgens
10 Uhr (15 Minuten vorher) gemeinſamer Kirchgang, Stadtkirche.
andeslilſalel.
Neue Erwerbungen (Auswahl), vom 30. März 1931 an auf 14
Tage im Leſeſaal zur Anſicht aufgeſtellt:
Bogeng G. A. E.: Einführung in die Bibliophilie.
Leip=
zig 1931: Erdmann, Johann Eduard: Grundriß d. Geſchichte
d. Philoſophie. Neu bearbeitet von Ferd. Clemens. Berlin 1930;
Forſchung Deutſche. Aus d. Arbeit d. Notgemeinſchaſt d.
Deutſchen Wiſſenſchaft. H. 11—15. Berlin 1930; Freud, Sigm.:
Theoretiſche Schriften (1911—1925). Wien 1931: Gebhardt,
Peter von u. Hans Schauer: Johann Gottfried Herder, ſeine
Vor=
fahren u. ſeine Nachkommen. Leipzig 1930; Gundolf,
Fried=
rich: Gedichte. Berlin 1930: Haſſinger, Hugo: Geographiſche
Grundlagen d. Geſchichte. Freiburgi, Br. 1931; Heinze,
Ri=
chard: Die Auguſteiſche Kultur. Leipzig 1930;
Kirchen=
geſchichte, hrsg, von Joh. P. Kirſch. Bd. 1: Kirſch: Die Kirche
in der antiken griechiſch=römiſchen Kulturwelt. Bd. 4: Veit: Die
Kirche im Zeitalter des Individualismus. 1. Hälfte: Im Zeichen
des vordringenden. Individualismus 1648—1800. Freiburg
1930—31: Mausbach. Joſeph: Die Ethik des heiligen
Auguſti=
nus. 2. Aufl. Bd. 1. 2. Freiburg i. Br. 1929; Pollog. Carl
Hanns. Das Wetter. Freiburg i. Br. 1929; Rohmer, Guſtav:
Das Gaſtſtättengeſetz vom 28. April 1930. München 1930: Schacht,
Hialmar: Das Ende der Reparationen. Oldenburg 1931;
Schoe=
nichen, Walther: Praktikum d. Inſektenkunde, 3. Aufl. Jena
1930: Schrempf, Chriſtoph: Geſammelte Werke, Bd. 4: Ueber
den Rubikon, Stuttgart 1931; Schriften des Vereins für
So=
zialpolitik. Bd. 178: Die Vererbung d. ländl. Grundbeſitzes in der
Nachkriegszeit. T. 1—3. 1930. Bd. 182: Verhandlungen des
Ver=
eins für Sozialpolitik in Königsberg 1930. München 1931:
Stieve Friedrich: Die Tragödie der Bundesgenoſſen
Deutſch=
land und Oeſterreich=Ungarn 1908—1914. München 1930;
Tucker=
mann, Walther: Länderkunde der Niederlande und Belgiens.
Leipzig 1931; Vieweg, Sammlung. H. 105/106: Truttwin,
Hans: Grundriß d. kosmetiſchen Chemie. Braunſchweig 1930;
Zweig., Stefan: Die Heilung durch den Geiſt. Mesmer. Mary
Baker=Eddy. Freud. Leipzig 1931.
Vom 13. April an verleihbar. Vormerkungen werden im
Leſeſaal entgegengenommen.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt
Ab 1 April 1931 iſt unſere Hauptſielle
Rheinſtraße 34 für den
Spareinlagenverkehr
ununterbrochen geöffnet
von 7½ Uhr vormittags bis 5½ Uhr nechmittags
Samstags nur von 7½ bis 12½ Uhr vormittags.
st 51z1
Aa. Kreis=Landbundverſammlung. Unter der Leitung des
Kreisvorſitzenden. Landwirts Schuchmann=Braunshardt, fand
am Sonntag nachmittag im Saale des „Rummelbräu” eine gut
beſuchte Verſammlung des Kreisverbandes Darmſtadt des
Heſſi=
ſchen Landbundes ſtatt. Der Verſammlung kam um ſo größere
Bedeutung bei, als ſich bei dieſer Gelegenheit der Nachfolger des
tödlich verunglückten Landesgeſchäftsführers Dr. Kleinkurt,
Schriftleiter Dümas aus Friedberg, vorſtellte. Gleichzeitig hielt
er eine längere Anſprache über den „Freiheitskampf der
Land=
wirtſchaft‟. Der Redner ſchilderte, von den neueſten
Notverord=
nungen ausgehend, in erſter Linie die agrarwirtſchaftliche Lage
in Deutſchland und betonte, daß man im allgemeinen mit der
gegenwärtig vom Reichsminiſter Schiele betriebenen Politik
zu=
frieden ſein könne. Er ging dann beſonders auf die Bedürfniſe
der heſſiſchen Landwirtſchaft ein und erklärte, für die
heſ=
ſiſche Landwirtſchaft habe eine Agrarpolitik nur dann Sinn und
Wert, wenn vor allen Dingen die Belange der
kleinbäuer=
lichen Betriebe, beſonders hinſichtlich der Milchwirtſchaft und des
Gemüſe= und Obſtbaues, die notwendige Berückſichtigung fänden.
Der Redner ſchloß mit dem Wunſche, daß ſich bald der Bauer
wie=
der als freier Mann auf freier Scholle fühlen könne. — Im
wei=
teren Verlaufe der Verſammlung referierte. Direktor Dobler
von der Krankenhilfe der Bauernſchaft über Verſicherungsfragen.
Meif
Prassel-Kaffee risch geröstet Schulsfr. 10 ₰
Darmſtädter auswärts. Sanitätsrat Dr. Richard
Lands=
berger. Sohn des früheren Landesrabbiners Dr. Julius
Lands=
berger, der durch grundlegende Arbeiten auf dem Gebiete der
Zahnheilkunde ſich einen großen Namen gemacht hat, wurde zu
einem Vortrag auf dem internationalen Kongreß für
Zahnheil=
kunde in Paris aufgefordert. Dieſe ehrenvolle Aufforderung wurde
damit motiviert, daß man beſchloſſen habe, nur die
bedeutend=
ſten Perſönlichkeiten der verſchiedenen Länder zu einem Vortrag
zu bitten, und daß das deutſche Komitee den Genannten als
ſol=
chen bezeichnet habe. — Kurz vorher hatte die Geſellſchaft für
Zahnheilkunde in Berlin aus Anlaß ihres 60jährigen Beſtehens
ſein lebensgroßes Bild im Sitzungsſaale aufhängen laſſen.
Männergruppe des Vereins für das Deutſchtum / Ausla
Der Verein, der in dieſem Jahre auf ſein 50jähriges bſtehen
rückblickt und zu den älteſten Gruppen des V.D.A. hört,
ſeine Hauptverſammlung in der „Krone” ab. An Elle des
krankten Dr. Röhm leitete Profeſſor Dr. Köſer d /Verſa,
lung und erſtattete den Jahresbericht. Dieſer ging in auf
Salzburger Jubiläumstagung, auf den Beſuch der ſehrer
Lehrerinnen, aus Kärnten. Bukowina und Dobrud ſa, auf
Darmſtädter Pädagogiſche Woche, die Tagung des Feltbun
deutſcher Auslandslehrer, die Schulungswoche für tuenar
im V.D. A., die Studentenbetreuung, die Mitarbeit be ſem A
tätigkeitsfeſt der Frauen. Großen Erfolg brachten dilaufkl
den Vorträge des Priors Dominicus Dietrich jer
tirol und des Schriftſtellers Paul Rohrbach über ſie
Vol=
werdung der deutſchen Nation. Ergänzt urde
Jahresſchau durch den anſchaulichen, herzwarmen richt
Schriftführers Dr. Götz über ſeine Studienfahrt in Is Betrg
ungsgebiet der Heſſen. Nach einem Blick auf die pol iſchen
wirtſchaftlichen Verhältniſſe des ohne Kriegsleiſtunge ſtark
größerten Rumänien, ſchilderte der Redner Land un Leute
Bukowina, den Kampf der deutſchen Bauern, Eſgarbeit
Holzfäller und Glasarbeiter mit Not und Hunger erg ffend
ſtellend. Von Czernowitz dem Zentrum der der ſchen .
tur, ging die Fahrt in die Berge der Karpathen (2 naw
Jacobenitz Kimpolung, Eiſenau), in den Mittelgebirgs lil (
humora, Illiſcheſtie) und in die Ebene (Radautz. Seib.
Das bunte Völkergemiſch trat bildhaft vor das Auge Im A
telpunkt deutſchen Lebens ſteht überall das „deutſchlHau
Die Metropole Bukareſt zeigte ihr doppeltes lſicht,
Prunk des weſteuropäiſchen Zentrums und den Schmut der or
taliſchen Außenviertel. Ueber die Brücke von Cerna bdag
es weiter zu den durch ihre Sauberkeit hervorſtechend deutſch
Dörfern der Dobrudſcha. In 56 Siedlungen leben lier
kinderreiche, an ihrem Volkstum hängende Bauern. n K
ſtanza, dem Haupthafen für Petroleum, fuhr der Bſichterf
ter durch die Bohrturm=Wälder von Buſtenari 1b. Ca
pina nach der zauberhaft ſchönen Sommerreſidenz Siſaig,
dann den volktreuen Siedlern Siebenbürgens einen ſeſuch
zuſtatten, die ſchon 800 Jahre Minderheitler ihre kultun
Eigenart in fremder Umwelt behauptet haben. Mit beſchr
licher Gaſtlichkeit wurde der Freund aus dem Reich ü ſrall
genommen. Sein Beſuch galt dem trauten Kronſldt,
Bauernburg Roſenau, der trutzigen Törzburg. E entün
ſind die Kirchenburgen, die in Zeiten der Not die bedr igte
wohnerſchaft aufnehmen konnten. Kultureller Mittelpu kt iſt
altehrwürdige Hermannſtadt. Die Studienreiſe ndete
Banat, dem Gebietsteil, den deutſcher Fleiß aus Aſtenei
fruchtbarem Ackerland umgeſchaffen hat. Hier klagen d /Baue
daß ſie infolge Abſatzmangels „in ihrem Fett erſticken”, Nit
Schilderung der Städte Aſad und Temesvar und ir Dör
Guttenbrunn und Sackelhauſen ſchloß der Rner
lebendigen Ausführungen, die vorzügliche Lichtbilder 1 gleite
Ergebnis der Studien war die Erkenntnis, daß Kirche b S
die feſteſten Stützen des Deutſchtums ſind, und die Eiſicht,
nur dann der Deutſche in der Welt Geltung hat, wenn d/ Kultzy
gemeinſchaft der 100 Millionen treu und feſt zuſamm thält.
Dem Rechner, Kaufmann Theodor Koch, wurde Entl tung
teilt; zu dem wiedergewählten Vorſtand treten Be kdiret
Bochow und Rektor Born. Die Mitglieder haben im M
ein die Treue gehalten.
— Paſſionsaufführung in der Stadtkirche. In de! St
kirche erklang am Sonntag abend wiederum eine der laſſion
des größten vorbachiſchen proteſtantiſchen Meiſters Heine
Schütz, und zwar die nach dem Epangeliſten Mattkſus.
iſt das die Kompoſition der Kapitel 26 und 27 dieſes tbliſch
Buches, derart, daß der Bericht und die redend eingefüh ſen P
ſonen von Einzelſtimmen vorgetragen werden, Perſon Kruppt
dagegen, Jünger, Volk, Hoheprieſter Kriegsknechte vr Chd
Der herbe, realiſtiſche Bericht des Matthäus veranlaſ/ Schu
die ſtrenge doriſche Tonart zu wählen, wodurch das We ein
radezu finſteres Kolorit bekommt. Dieſer Grundton i geſtel
von allen Teilen, insbeſondere aber dem Chor unter Le ung
nes verdienten Dirigenten, Studienrats Borngäſſ/4
beſte getroffen wurden. Die Volkschöre waren von auf ſorden
licher dramatiſcher Lebendigkeit. Aber auch die zartere / Chöllz
etwa „Wo willſt du”, und ganz beſonders die betrachten m. Ein
gangs= und Schlußchöre, waren von ſtärkſtem Ausdruck u. bewil
ſen, wie ſehr gerade der Stadtkirchenchor in den Stil Hützen
ſich eingeſungen hat und ihn beherrſcht. In berechtigter Gege
ſatz hierzu ſang er die eingeſtreuten Choräle nach alte Sätzt
überaus ſchlicht und echt. Die tragenden Einzelpartien 6 W
kes waren wieder mit Joh. Biſchoff (Jeſus) und Dr. Stie
fenhover (Evangeliſt) ausgezeichnet beſetzt. Sehr lgenel
fiel auch der weiche, rein klingende Tenor des Herrn As (öbl
auf, der die Partien des Petrus und des Pilatus üb=e fomm
hatte. Die weiteren kleineren Partien, die darum nick mind
ſchwierig darzuſtellen ſind, wurden von ſtimmlich geſchul. Che
mitgliedern geſungen. Die von Arnold Mendelsſohn g ſchaffe
Orgelbegleitung führte Ludwig Borngäſſer mit ſeſchm
und vollkommener Beherrſchung, der Stileigentümlichke en
Werkes durch. Die zahlreiche Gemeinde folgte ſichtlich ergt ffen
vorzüglichen Aufführung.
— Orpheum. Der große Beifall, den geſtern abend Sc m W
ding und ſeine fabelhaften 12 Neger=Sinfoniker, fandem.
einerſeits der außergewöhnlich virtuoſen Kunſt der ſ hwar
Künſtlerſchar, andererſeits dem liebenswürdigen Dirigente in
der noch von ſeinem letzten Darmſtädter Gaſtſpiel in beſtehr
nerung ſteht. Heute Dienstag, abends 8½ Uhr. geben die Celte
Gäſte ihre letzte Vorſtellung in Deutſchland! (Si
zeige.)
Unsere Zeit erfordert Wirfschaftskämpfer
Jeden Tag werden viele und gute Geschäfte abgeschlos E
sen, aber nur der macht das Geschäft, der um sein Gelt
schäft kämpft, der seinen Betrieb mit allen modernel ſut
Hilfsmitteln ausgerüstet hat. Eines dieser Mittel sind die
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die Transportkosten verringern und den Aktionsradiu,
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und ihrer großen Wirtschaftlichkeit machen sie sich inner h.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 90
Aus den dumfädier Aafſielfellen.
Zwei Negerfilme.
Im Helia läuft ſeit geſtern der umſtrittene Negerfilm
„Hallelujah; angekündigt und propagiert als King Vidors
Meiſterwerk der Tonfilmkunſt. Wie es in den Ankündigungen
wei=
ter heißt, iſt der Film, „ein Negerfilm, der zum erſten Male
Ein=
blick in die Seele der ſchwarzen Raſſe gibt, in dem kein einziger
weißer Darſteller mitſpielt. Die Träger der Haupt= und
Neben=
rollen ſowie ſämtliche Statiſten ſind Neger, die bisher noch
nie=
mals vor der Filmkamera geſtanden haben”. — Wir können die
Richtigkeit dieſer Behauptung nicht nachprüfen, wir dürfen aber
Dienstag, den 31. März 1931
Seite 7
ſind nicht mehr pſychologiſche Reportage allein, und Nina Mae polizei des Waldes, der beſten Helfer des Forſtmanns gegen das große
Mc. Kinney wie auch. Zeke ſind ſicher routinierte Künſt=
ler, die wiſſen, daß ſie „ſpielen”. Wenn King Vidor
mit dieſem ſeinem Meiſterwerk die Abſicht verband, der
uweißen Raſſe, die heute mehr denn je zuvor negril verſeucht
ſcheint, die Negerſeele zu zeigen, wie ſie wirklich iſt, könnte er ſich
u damit ein Verdienſt erworben haben. Es kann durchaus
frucht=
bar wirken, wenn möglichſt eindringlich gezeigt wird, wie die
Seele von Völkern beſchaffen iſt, die heute unſere Konzertſäle,
un=
ſere Geſellſchaftsmuſik, unſere Theater und Filme, unſere Varieté
ſmit ihrer „Kunſt” beeindrucken. Der Film beginnt mit monotonem
Niggergeſang, der die Arbeit in einer Baumwollplantage begleitet,
nund er endet mit dem gleichen monotonen Geſang (Dirie Jubilee
Sſingers) in der gleichen Baumwollplantage. Dazwiſchen liegt
etwa folgendes:
Der junge Neger Zeke, der älteſte, hoffnungsvolle Sohn
ſei=
nes Vaters, verkauft in der Stadt die Baumwollernte, die Arbeit
ſe der ganzen Familie von 6 Monaten, und ſchickt ſich an, den Erlös
mit einer jungen, verdorbenen Negerin in Alkohol und beim
Tanz anzulegen. Er wird zum Würfelſpiel verführt, verliert den
ganzen Baumwollerlös, ahnt Falſchſpiel des Gegners, entreißt im
Handgemenge dieſem den Revolver, ſchießt blind in die Menge
und erſchießt auch dabei ſeinen kleinen Bruder. Er bringt die
uLeiche nach Hauſe, lautes Wehklagen der Familie, der fromme
Vater aber verzeiht dem Mörder und gibt ihm den Rat, des
Her=
ren Wort zu verkündigen. Der Brudermord bleibt alſo ungeſühnt,
aZeke wird Wanderprediger und Prophet. Negerſeele! Auf ſeinen
Bekehrungsfahrten trifft Zeke, der Täufer, die kleine Sünderin
zuwieder. Auch ſie läßt ſich, wie Hunderte von Negern und
Nege=
te rinnen, bekehren und taufen. In den ekſtatiſchen religiöſen
Tän=
ſzen bricht aber bei der ſchönen Sünderin der Teufel wieder durch.
Der Wanderprediger verfällt ihr aufs neue, er läßt ſein Amt,
ſeine Braut, ſeine Familie im Stich und geht mit der Sünderin
durch. Negerſeele! Die ſchöne Sünderin iſt aber noch nicht ganz
be=
kehrt. Sie findet mit einem ihrer Liebhaber wieder zuſammen,
9 Zeke erſchießt ſie und Zeke erſchlägt den Liebhaber. Negerſeele!
„Zeke ſühnt in einem Steinbruch, was aber nur kurze Zeit gedauert
zſthaben kann, man merkt weder den kleinen Geſchwiſtern, noch der
(dicken Mammi oder dem weißbärtigen Pappi etliches
Aelterwer=
ſ den an. Singend kehrt er heim in die Baumwollplantage, wird
di ujubelnd von der dicken Mammi umarmt, die Freude über ſeine
m ä Rückkehr iſt allgemein, die Braut verzeiht ihm alles und iſt wie
n vorher, fröhlich und guter Dinge. Negerſeele!
Der zweite negrile Film wurde als Morgenfeier im Helia
geboten: „Abenteuer unter Kannibalen”, eine
Ton=
filmreportage des franzöſiſchen Schriftſtellers und
Forſchungsrei=
ſenden A. P. Antoine. Nach dem Programm iſt dieſer Film
das Ergebnis einer Forſchungsreiſe, die 1928 nach den neuen
Hebriden unternommen wurde. Sie führte vorgeblich zu einem
Menſchenfreſſerſtamm, unter deſſen Angehörigen, die Reiſenden
u 6 Monate lang leben durften, liebenswürdigſt und freundſchaft=
lich aufgenommen, bis nach Ablauf der 6 Monate eines Tages in
dem gaſtfreien Negerſtamm Appetit auf Menſchenfleiſch aufkam.
Man macht dann das ſo, daß man einen feindlichen Nachbarſtamm
überfällt, die Hütten durch Feuer zerſtört und ein paar
Gefan=
gene macht, die verſpeiſt werden. Im vorliegenden Fall war es
ein netter junger Neger und daneben ein erheblich alter der ſicher
ſehr zäh war. In religiöſen Siegesfeiern und ekſtatiſchen
Tän=
zen wird die Gefangenenopferung und damit das Menſchenmahl
vorbereitet. In der Ekſtaſe aber erinnern ſich die Menſchenfreſſer
plötzlich daran, daß Weiße unter ihnen weilen, und dieſe müſſen die
Flucht ergreifen. Sie tun das allerdings ſehr gemächlich, ſie
kön=
nen alle ihre Habſeligkeit in einem Kanu unterbringen und
ru=
dern unbehelligt ab. — Gut an dieſem Film iſt eine Reihe von
landſchaftlich ſchönen Bildern, gut ſind auch ein paar Szenen aus
dem Negerleben. Die ganze Handlung aber iſt ſo offenſichtlich
ge=
z ſtellt — man beachte nur den angeblichen Verſuch des
Frauen=
nraubes und den Kriegszug —, daß der völkerkundliche. Wert
4*
z darunter erheblich leidet.
— Entlaſſungsfeier der Gewerbl. Berufsſchule II, Karlsſtr. 8.
Die Mädchenabteilung dieſer Schule hielt im Fürſtenſaale ihre
Entlaſſungsfeier mit Elternabend ab. Der vollbeſetzte Saal war
ſch wiederum ein Beweis für das rege Intereſſe, das die Elternſchaft
Nittelpunkte
ei Kir den cheäſchaſfſctenf KEdeife öchDe
gezeichneten Originglaufnahmen vermitteln ein anſchauliches Bild
von dem Volksleben und wurden von der Zuhörerſchaft mit
dank=
barem Beifall entgegengenommen. Lebhafte Freude löſten aus die
m von Schülerinnen aufgeführten Volkstänze in heſiſchen Trachten=
eunkleidern, eingeübt von Berufsſchullehrerin, Frl. Kinsberger.
Herr Rektor Germann wies in einer von herzlichem
Empfin=
den getragenen Anſprache auf die Bedeutung der Schulentlaſſung
hin, beglückwünſchte die Schülerinnen und gab ihnen für die
Schule des Lebens wertvolle Anregungen mit auf den Weg. Für
leiß und gutes Betragen wurde eine Schülerin durch eine Gabe
us Mitteln der Stadtſchulrat=Löſch=Jubiläumsſtiftung
ausgezeich=
let. Verſchönt wurde der Abend durch einige von dem
Schülerin=
enchor unter Leitung von Berufsſchullehrer Kinsberger
rächtig geſungene Lieder.
* Kaſſenſtunden der Städtiſchen Sparkaſſe. Durch die Aen=
Aptrung der Arbeitszeit in ſämtlichen ſtädtiſchen Dienſtſtellen ab
eit bei April 1931 auf 7 Uhr vormittags, muß auch die Städtiſche
on Kwarkaſſe eine Aenderung ihrer Kaſſenſtunden bei der Hauptſtelle,
beit heinſtraße 34, eintreten laſſen. Die Kaſſen für den
Sparein=
attſtgenverkehr ſind deshalb nicht wie ſeither von 8—6 Uhr, ſondern
Elsſtalon 7½—5½ Uhr durchgehend geöffnet.
befie Doaffinel.
Von Oberförſter Riedel.
In jedem Frühling droht unſerm Walde die Gefahr der
Wald=
brände. Die Statiſtik zeigt uns, daß die meiſten Waldbrände nicht in
den trockenen Sommermonaten, ſondern im März und April
vorkom=
men. Im Jahre 19B8 wurden in den preußiſchen Staatsforſten 880
Waldbrände gezählt, davon mehr als die Hälfte in den
Frühlings=
monaten. Gerade im Frühjahr iſt die Feuersgefahr beſonders groß,
denn trockene Heide und trockenes, vorjähriges Gras brennen leicht,
Am häufigſten werden die Nadelholzforſten betroffen, die etwa 34 der
geſamten mit Wald beſtockten Fläche des Deutſchen Reiches einnehmen.
als ſolche eine recht gute Regieleiſtung. Geſtellte Szenen aber lionen. Groß iſt auch der Verluſt an Wild und Vögeln, der Schutz=”
Heer der Schädlinge aus der Inſektenwelt.
Die Mehrzahl der Brandfälle iſt auf Fahrläſſigkeit zurückzuführen.
Kleine Urſachen haben oft große Wirkungen. Ein brennendes
Streich=
holz, glimmende Zigaretten= oder Zigarrenſtummel, ein nicht genügend
gelöſchtes Feuer beim Abkocken haben, ſchon oft einen Waldbrand zur
Folge gehabt.
Wie kann ſich der Forſtmann gegen Waldbrände ſchützen? Das
Ge=
ſetz ſtellt eine ganze Anzahl von Handlungen, die geeignet ſind.
Wald=
brände hervorzurufen, unter Strafe. So iſt z. B. das Rauchen im Walde
verboten, ebenſo das Fortwerfen brennender oder glimmender
Gegen=
ſtände und das Anzünden von Feuern an gefährlichen Stellen in
Wäl=
dern und Heiden. Man unterſcheidet verſchiedene Arten von
Wald=
bränden: Erdfeuer, Stammfeuer, Bodenfeuer und Wipfelfeuer. Am
verbreitetſten ſind die Bodenfeuer. Für ſie iſt das beſte
Bekämpfungs=
mittel das Ausſchlagen oder Ausfegen des Feuers mit grünem Neiſig.
Auch das Bewerfen des Feuers mit friſcher Erde leiſtet gute Dienſte.
Am gefährlichſten, beſonders bei ſtarkem Winde, ſind die Wivfelfeuer,
da brennende Zweige durch den Wind oft weit fortgetragen werden und
neue Brandherde ſchaffen.
Es kann viel Schaden vermieden werden, wenn einem entſtandenen
Feuer möglichſt ſchnell zu Leibe gegangen wird. „Ein Mann in
der erſten Viertelſtunde iſt mehr wert als 100 Mann
in einer Stunde.‟ Danach ſollte jeder handeln, der ein Feuer
im Entſtehen entdeckt. Iſt der Brandherd ſchon zu groß, muß ſo ſchnell
wie möglich die nächſtgelegene Förſterei oder auch die nächſte Ortſchaft
glarmiert werden.
Es iſt nur wenigen bekannt, daß jeder Mann zu Hilfeleiſtung bei
Waldbränden verpflichtet iſt, wenn er der Aufforderung ohne eigene
Gefahr genügen kann. Zur Aufforderung ſind nicht nur die
Polizei=
behörden und ihre Organe, ſondern auch die Waldbeſitzer und ihre
Ver=
treter berechtigt. Es ſei auch hierbei darauf hingewieſen, daß die
ge=
ringſte Unvorſichtigkeit mit Feuer im Walde nicht nur eine Beſtrafung,
ſondern auch die Haftung des Täters zur Folge hat, die oft das
Viel=
fache der Strafe ausmacht.
Alle Strafbeſtimmungen aber werden wenig helfen, wenn nicht jeder
von ſich aus bemüht iſt, alle nötige Vorſicht walten zu laſſen.
Der Wald iſt nicht nur ein Geſundbrunnen für den Menſchen,
ſon=
dern einer der wichtigſten Faktoven der deutſchen Volkswirtſchaft. Ihn
zu ſchützen und zu erhalten, ſollte die vornehmſte Pflicht aller ſein.
Ein Gebolber Stande
Dieſen Satz lieſt man ſehr oft, um das Publikum zum
Ein=
kauf anzuregen. Es wird ja ſo billig verkauft. Selbſt beſte
Waren oft unter Herſtellungspreis.
Bei Schuhen ſollte man nicht nur nach dem billigſten Preis
ſehen. Der Engländer ſagt: „Ich bin nicht reich genug, um
billige Schuhe zu kaufen.‟ Der gute Schuh iſt billig; er hat
beſſere Paßform und ſeine Lederqualität ſichert
Zuverläſſig=
keit und dauernd gutes Ausſehen. Um ſolche guten Schuhe
zu kaufen, gehen Sie zu. Speier” das Schuh=Haus der
größ=
ten Auswahl, der gewiſſenhafteſten, fachmänniſchen
Bedie=
nung. Speiers vorzügliche Markenqualitäten ſind jetzt ſo
billig, daß Sie keine geringe Maſſenartikel mehr zu kaufen
brauchen. Sie werden gebeten, ſich erſt Speier=Schuhe
an=
zuſehen, bevor Sie ſich zur Neuanſchaffung entſchließen.
Speier, Darmſtadt, Ludwigſtraße 16. Orthopädiſche Schuhe
für jede Fußveränderung.
(5140
Lokale Veranſtalkungen.
Die bierunter erſcheinenden Rotlzen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu beir
in keinem Falle irgen
vis ale Beſprechung oder Keit
— Der Verein der Offiziere des ehem. Inf.=
Regts. Nr. 116 unternimmt in der Zeit vom 3. bis 12. April
1931 eine zehntägige Fahrt nach Belgien und Frankreich, um die
am meiſten umkämpft geweſenen Gebiete, beſonders die
Kampf=
ſtätten der ehem. 25. Inf.=Dev. und Kriegerfriedhöfe zu beſuchen.
Die Fahrt führt über Luxemburg, Südbelgien Lille, flandriſches
Kampfgebiet, Ypern, Arras, Somme=Gebiet, St. Quentin, Laon,
Damenweg, Reims, Champagne, Argonner Wald, Verdun. Der
Geſellſchaftswagen (Allwetterwagen) wird vom Reiſebüro W.
Köhler geſtellt. Infolge von Erkrankungsfällen ſind einige Plätze
freigeworden (vgl. Anzeige im Inſeratenteil) Auskunft über das
genaue Fahrtprogramm ſowie Koſten erteilt Reiſebüro W. Köhler,
Darmſtadt. Luiſenplatz.
Schloßkeller, Alexanderſtraße 5. Das Beſtreben des
Inhabers, durch häufigen Wechſel der Kapellen dem Publikum
Abwechſlung zu bieten, erfährt inſofern eine begrüßenswerte
Neuerung, indem, auch vielfachen Anregungen entſprechend, nach
längerer Pauſe im Monat April Mathias Weber mit ſeinem
Orcheſter zu hören iſt. Die Einführung beſonderer
Veranſtal=
tungen ſoll Mittwoch, den 1. April, mit einem Deutſchen Abend”
als Auftakt für das Weberſche Gaſtſpiel zum Ausdruck kommen.
Es ſoll mit den Abendkonzerten im Schloßkeller der Beweis
er=
bracht werden, daß jeder Beſucher bei deutſcher Muſik. geſpielt von
deutſchen Muſikern, voll und ganz auf ſeine Rechnung kommt. Der
Beſuch dieſer Konzerte dürfte empfehlenswert erſcheinen. (Siehe
auch Inſerat.)
Tageskalender fir Dienstag, den 31. Mru 191.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Keine Vorſtellung. —
Kleines Haus, 20—21 30 Uhr: Fünfter Beethoven=Abend des
Drumm=Quartetts. — Orpheum, 20.15 Uhr: Sam Woodings
Neger=Jazz=Sinfoniker. — Konzerte: Zur Oper,
Schloß=
keller, Zum Tropfſtein. — Kinovorſtellungen: Union=,
Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.
Die Schänderger Prllelei vor Gerichl.
Aw. Zweiundzwanzig Angeklagte größtenteils
Bensheimer, drängen ſich am Montag auf die Anklagebank des
Bezirksſchöffengerichts: 15 Kommuniſten, 2 Angehörige des
Reichs=
banners, 1 Parteiloſer und 4 Nationalſozialiſten. Die erſten 17
ſind wegen Landfriedensbruchs angeklagt, die erſten 4
als Rädelsführer, die anderen zum Verbrechen der Tötung
aufgefordert zu haben, und in Tateinheit mit
gefähr=
licher Körperverletzung. Der 18. Angeklagte und
Partei=
loſe wird beſchuldigt, den erſten 17 mit Rat und Tat Beiſtand
geleiſtet zu haben. Drei der Nationalſozialiſten ſind wegen
ver=
botenen Waffentragens, zwei in Tateinheit mit gefährlicher
Kör=
verletzung und einer wegen Bedrohung angeklagt. Die
Ermitte=
lungen haben etwa folgendes ergeben: Am 4. Januar
veranſtalte=
ten Nationalſozialiſten einen Umzug in der Bensheimer Umgegend
und nahmen dabei auch auf dem Schönberger Sportplatz
Turn=
übungen vor. Als ſie gerade weitermarſchieren wollten, ſtürmten
plötzlich Kommuniſten, mit Knüppeln bewaffnet, auf den
Sport=
platz und es entſtand eine Prügelei, bei der auf ſeiten der
Natio=
nalſozialiſten ſechs Verletzte, auf ſeiten der Kommuniſten zwei
Verletzte zurückblieben. Die Kommuniſten ſollen ſich
zuſammen=
getan und mit Knüppeln bewaffnet haben, um mit vereinten
Kräften gegen die Nationalſozialiſten vorzugehen. Am Vormittag
werden die Angeklagten gehört, und es überkommt einem
Er=
ſtaunen, daß man gegen ſo gänzlich „unſchuldige” Männer
über=
haupt Anklage erheben konnte. Keiner hatte vor, zu prügeln, ſie
wollten nur Frieden ſtiften mit ihren Holzprügeln, weil ſchon eine
Schlägerei geweſen ſei. Aber keiner will geſchlagen haben, ſie
hatten nur „Spazierſteckelche”, die ſie ſich zum Spazierengehen im
Walde geſchnitten hatten.
Am Nachmittag werden 15 Zeugen vernommen, die die
Illu=
ſionen zunichte machen und bezeugen, daß die Kommuniſten ſich
ganz kräftige Prügel geſchnitten und die Nationalſozialiſten ohne
Anlaß überfallen hätten. Am Schluß ſtellt der Verteidiger den
Antrag, den Haftbefehl gegen die vier erſten, noch in
Unter=
ſuchungshaft befindlichen Angeklagten aufzuheben, was jedoch vom
Gericht abgelehnt wird.
Die Verhandlung wird dann auf Dienstag vormittag 9 Uhr
vertagt.
— Ein Wegweiſer für die Ferienzeit iſt wieder für die
Ju=
gend des Verbandes der weiblichen Handels= und
Büroangeſtell=
ten e. V. erſchienen. Das neue Freizeitheft enthält weit über 50
Ferienfahrten, Wanderungen und Standfreizeiten, die den
berufs=
tätigen jungen Mädchen eine gute Gelegenheit geben, ihre leider
meiſt nur kurze Urlaubszeit zur rechten Erholung und
Auffri=
ſchung ihrer Kräfte zu verwenden. 8 und 14 Tage dauern die
ein=
zelnen Feriengemeinſchaften, die eine erfahrene Führerin leitet
und die allen Teilnehmerinnen eine Zeit jugendfrohen
unbeſchwer=
ten Erlebens werden. Wohl für jeden Urlaubswunſch bringt das
Freizeitheft einen Vorſchlag; wer wanderluſtig iſt, kann Berg und
Tal durchſtreifen, und wer lieber der Ruhe pflegt, den rufen
Fe=
rienwochen in der Heide und am Meer zum Verweilen; auch der
ſportbegeiſterten Jugend wird in Körperſchulungswochen Rechnung
getragen, kurz; überall hin und zum zweckmäßigen Verwenden der
Urlaubszeit auf die verſchiedenſte Art führen die Freizeiten.
Da=
bei nehmen ſie noch beſonders Rückſicht auf die geringen
Einnah=
men der jungen Berufskollegin. Einfach, aber durchaus
geſund=
heitsmäßig werden die Ferienfahrten geſtaltet, für die
Jugend=
heime und Jugendherbergen zur Verfügung ſtehen. — Die
ſtän=
dige Arbeit des VWA. zur Erreichung einer ausreichenden
Ur=
laubszeit für die berufstätige Jugend iſt bekannt; durch ſeine
Ferienveranſtaltungen will er dazu beitragen, daß die jungen
Menſchen in ihren Ferien nun auch die Möglichkeit finden, Körper
und Geiſt zu erfriſchen und neue Arbeitskraft und Arbeitsfreude
zu gewinnen. — Wer das Freizeitheft einmal anſchauen möchte,
kann es koſtenlos in der Geſchäftsſtelle des VWA.,
Wilhelminen=
ſtraße 191, erhalten, dort wird auch jede gewünſchte Auskunft
erteilt.
Briefkaſſen.
Jeder Kufrage iſt die ſehte Bezugéquittung behzufügen. Hremwe Mrten waie
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfpolgt ohne Nechteverbindlichtest.
Br. R. 1. Nach geſetzlicher Beſtimmung ſind die Gebühren und
Aus=
lagen des Rechtsanwalts der obſiegenden Partei in allen Prozeſſen zu
erſtatten. 2. Dieſe Möglichkeit beſteht, von einer Eideszuſchiebung kann
Gebrauch gemacht werden, auch kann es zur Auflage eines richterlichen
Eides an die eine oder die andere Partei kommen. Der Ausgang eines
ſolchen Prozeſſes kann aber mit Sicherheit nicht vorausgeſehen werden.
A. R. Aus Ihrer Darſtellung iſt nicht erſichtlich, aus welchen
Grün=
den ſich die Streitteile verglichen haben, insbeſondere, ob nicht auch
die beiderſeits geltend gemachten Pfandrechte (das des Vermieters und
das Ihrige) in rechtlicher Beziehung in der Durchführung Zweifel
auf=
kommen ließen. Wegen eines ſog. Irrtums im Beweggrunde, der
un=
ſeres Erachtens angenommen werden kann, da der Gegner (gerade ſo
wie Sie) von der Tatſache eines hinterlegten höheren Steigerlöſes
aus=
ging, ein Irrtum, der beſtimmend war, den Vergleich einzugehen, kann
eine Anfechtung nicht erfolgen. Sie könnten ſich deshalb einer
Anfech=
tung des Vergleichs gegenüber wohl darauf ſtützen, daß der Irrtum
des Gegners ſachlich nicht beachtlich wäre. Eine Gewähr für den
Aus=
gang eines Prozeſſes kann in keinem Falle übernommen werden.
E. in H. Bäume dürfen, ſofern ſie mehr als zwei Meter hoch
ſind, nur in einem Abſtande von 2 Metern, ſofern ſie 2 Meter
oder weniger als 2 Meter hoch ſind, nur in einem Abſtande von
einem halben Meter von der Grenze des Nachbargrundſtücks
ge=
halten werden. Der Abſtand wird von der Mittelachſe des
Bau=
mes bis zur Grenzlinie gemeſſen, und zwar an der Stelle, wo der
Baum aus dem Boden heraustritt. Wir unterſtellen dabei, daß
dort keine Lokalpolizeiverordnung beſteht, die andere Abſtände
feſtſetzt.
R. in M. Bisher konnten nach dem am 1. Juli 1922 in Kraft
getretenen Reichsmietengeſetz Vermieter wie Mieter dem anderen
Teile gegenüber erklären, daß die geſetzliche Miete gelten ſolle.
Vom 1. April 1931 ab iſt dieſe Berufung nicht mehr zuläſſig, wenn
ſeit dem Beginn der Mietzeit ein Jahr umlaufen iſt. Sie haben
richtig verſtanden.
halten wir es für richtig, uns jeder Anpreisung zu enthalten und lieber unsere Abnehmer sprechen zu lassen.
Da man Anderen immer mehr glauot, Tiele, Ia gende, die uunger geit Jahren bekanntes Blut- und Nerven-Regeneratlonsmittel
Froanlimet bereits Fenommen haben gind nicht entäuseht worden. Außerordentlich benährt hat eich „kregalin” bei Verrosität, allgemeiner Schnäche, Mattigkett, Schnindelanfällen und
rheuma-
tisohan Teiden, Prosen Sie Ihren 4rzt. Im den, schneren Kampt ums Dasein führen zu können, braucht man starke Nerfen und gesundes Blut, legen Sie vorher recht genau, waß die hier
Abgebil-
deten rom gelbet über Aie Mirkuns des „kresglin” sehreiben und Sie nerden danach ein Urteil billen, In unserm 4rehir aind noch viele Tauend derartiger Dankschreiben aus dem In- und Auslande,
die ungufgefordert eingesangen sind, und die Sie jederzeit in unserem Büro eingehen können, Alle Danksagungen aind notzariell beslanbist. „Fregalin” iet in allen Apotheken zu haben. — Der Vergand
II.Ka. 4379
erfolst. dureh die Uinerra-A4potheke Berlin-Charlottenburg. — Die Herstellung erfolgt unter wissenschattlicher Ueberwachung.
Vervenlelden, Müdiskeit, A4
r-
beltsunlust.
Rinsham 1. Baf., 5. Ma1
1930, Post Telsendork:
Kann Ihnen die freudige
Mit-
teilung machen, da8 mein
Blut-
vervenleiden sonie Undigkeit und
Arbeitsunlust völlig verschwunden
sind. Kann nun wieder alles
ar-
beiten und fühle mich ganz wohl,
und dies nach Verbrauch von
4 Schachteln Pregalin.
Werde Ihre Tabletten in
mei=
nem Freundeskreise bestens
emp-
fehlen. Marie Kammhuber,
Gütlarstochter.
Mannheim C 7 Nr. 42 d.6. 4.30
Wü.
Es ist wirklich nichts
Über-
triebenes in ihren vielen
Dank-
schreiben; im Gregenteil! lch war
zehr leichend. Das gaure
Verren=
srstem war zerrüttet. Littern der
Glieder, Appetitlosigkeit und
Mat-
tigkeit. Zeitweise war ich auch im
Kopf vermirrt. Das alles hatte sich
dureh ihr Fresalin sehr gebessert.
Auch hatte jch immer schreckliche
Ansstzustände. Dieselben sind
völ-
lis verschwunden.
Hans Teichmann.
pöhlen 1. Oldenbure,
den 39. Ausust 1930.
lch kann Ihnen mitteilen, daß
„Fregalin” mir gute Dienste
ge-
leistet hat. Früher war ich immer
müde und alles war mir zur Last.
Jetzt dagegen fühle jch mich
trot=
meiner 76 Jahre wieder frisch und
munter und die 4rbeit wird mir
leicht, leh danke Ihnen für Ihre
Hilfe und werde Fregalin überau
empfehlen.
Frau Theile, Wwe.
Pethau b. Zittau, Hauptstraße12,
24.5
Seit 15 Jahren litt ich an Ge
lenkrhenmatismus, 4lle
ärst-
lichen Bemühungen waren
um-
sonsk. Sehon nach den ersten
3 Schachteln Fresalin verspürte
ich Besserung und jetzt nach
12 Schachteln bin ich wohl und
munter.
Gustav Adler.
Godmannadork, den 1.laltgsg
Bez. Dresden. 4nderKleinbahn7.
Ueine Frau litt an
Kreusschmer-
ren und Krampfadern, nelehe
gan=
dunkelblau aussahen und die
Knöchel und Scbienbeine ganz
geschmollen waren. Im Zeitraum
von 8 Wochen nach Gebrauch von
12 Schachteln „Fregalin” waren
die Kreuzschmerzen und nach
einem Vierteljahr die
Krampf-
adern vollständig verschnunden.
Herm. Wolk, Werkmeister
Auf Wunsch senden wir Ihnen umsonst und
ohne Verbindlichkeit
Probepackung „Fregalin”
dazu das Goldene Buch des Lebens.
Schreiben Sie bald, bevor die Proben vergriffen
sind, an:
Dr. med. H. Schulze G. m. b. H.
Berlin-Charlottenburg 2/2831
Gegen Rücksendung dieses Scheines als Drucksache.
lch ersuche um eine Probe
„Presalin” Blut= und Verven-Regenerationsmittel
nebst dem Goldenen Buch des lebens umsomst und
ohne jede Verbindlichkeit.
Name:
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Dienstag, den 31. März 1931
Nummer
Die Vorrakserhebungen für Broigekreide.
In einem Teil der Preſſe iſt die Behauptung aufgeſtellt
wor=
gen, daß der Reichsernährungsminiſter gelegentlich der
Be=
ſprechungen mit den Bäckern über die Brotpreiserhöhung geäußert
habe, daß die Vorratserhebung des Deutſchen Landwirtſchaftsrates
über die noch vorhandenen Roggenbeſtände nicht zutreffe. Eine
ſolche Aeußerung mußte ſchon aus dem Grunde als
unwahrſchein=
lich erſcheinen, als bekanntlich die Vorratserhebungen des
Deut=
ſchen Landwirtſchaftsrates von dem Reichsernährungsminiſterium
ſtets als eine der wichtigſten Grundlagen für die Geſtaltung der
Agrarpolitik herangezogen worden ſind.
Eine Rückfrage beim Reichsernährungsminiſterium ergab
fol=
genden Sachverhalt: Der Miniſter wurde gefragt, ob die
er=
wähnte Vorratserhebung die noch vorhandenen Roggenbeſtände
hundertprozentig erfaſſe. Darauf erklärte Staatsſekretär
Heu=
kamp, daß die Erhebung des Deutſchen Landwirtſchaftsrates
natur=
gemäß wie jede Statiſtik nur eine Schätzung darſtelle, der aber
auf Grund der gemachten Erfahrungen ein ſehr hoher
Wahrſchein=
lichkeitsgrad beizumeſſen ſei. Viel ſtärker falle ins Gewicht, daß
man keine Kenntnis beſitze, welche Roggenbeſtände ſich noch in
zweiter Hand befinden, da die Statiſtik des Deutſchen
Landwirt=
ſchaftsrats ſich nur auf die Vorräte der erſten Hand erſtrecke.
Gelegentlich dieſer Rückfrage wurde von dem
Reichsernäh=
rungsminiſterium ausdrücklich beſtätigt, daß ſich die
Vorratser=
hebung des Deutſchen Landwirtſchaftsrats als eine
außerordent=
lich zuverläſſige, brauchbare und unentbehrliche Grundlage für die
Agrarpolitik erwieſen habe.
Nach dieſen Feſtſtellungen muß die in einem Teil der Preſſe
veröffentlichte Behauptung, daß der Miniſter die
Beſtandserhe=
bungen des Deutſchen Landwirtſchaftsrates als irrig bezeichnet
habe, als eine zum mindeſten fahrläſſige Irreführung
zurückge=
wieſen werden.
J. Griesheim. 30. März. Generalperſammlung des
landwirtſchaftlichen Konſumvereins. Der Vorſitzende
des Aufſichtsrats, Herr Landau, eröffnete die Verſammlung, begrüßte
die erſchienenen Mitglieder und gedachte der im letzten Jahre
verſtor=
benen Genoſſen. Die Verſammlung ehrte dieſelben durch Erheben von
den Sitzen. Hierauf erteilte er dem Rechner, Herrn Nothnagel, das
Wort zum Jahresbericht und Vorlage der Bilanz. Derſelbe wies
ein=
gangs ſeiner Erklärungen darauf hin, daß das verfloſſene Geſchäftsjahr
im Zeichen der ſchweren wirtſchaftlichen Kriſe und der großen
Arbeits=
loſigkeit ſowie des Preisrückganges, teilweiſe des Preisſturzes
ſämt=
licher landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe, insbeſondere der Futtermittel,
ſtand. Deshalb hieß es für den geſchäftsführenden Vorſtand, Vorſicht
beim Einkauf und nicht auf lange Sicht zu kaufen, damit der
Genoſſen=
ſchaft keine Verluſte entſtehen. Daß die Genoſſenſchaft ſtets vorwärts
ſchreitet, beweiſt ſchon die Mitgliederbewegung. Die Zahl der
Mitglie=
der ſtieg von 1078 Anfang des Jahres auf 1118 Ende des Jahres und
ſetzt ſich aus allen Kreiſen der hieſigen Einwohnerſchaft zuſammen. Den
Bericht des Aufſichtsrats erſtattete der Vorſitzende, Herr Landau. Er
ſtellte feſt, daß bei allen vorgenommenen Reviſionen Bücher und Belege
in beſter Ordnung waren und zu keinen Beanſtandungen Anlaß gaben.
Er ſprach am Schluß ſeiner Ausführungen dem Vorſtand ſeinen Dank
aus. Hierauf wurde die Bilanz in der vorgetragenen Weiſe einſtimmig
genehmigt und dem Vorſtand Entlaſtung erteilt. Bei der Wahl
wur=
den die ausſcheidenden Mitglieder vom Vorſtand, Herr Philipp Engel 1..
und vom Aufſichtsrat, die Herren Auguſt Sehring. Jakob Schaaf und
Philipp Feldmann 11. einſtimmig wiedergewählt. Mit einem warmen
Appell an die Mitglieder, auch weiterhin treu zur Genoſſenſchaft zu
unter ſtarkem Beifall die Verſammlung.
Dg. Arheilgen, 30. März. Beratungsſtunde. Eine
Be=
den 31. März, nachmittags 3 Uhr, im Rathausſaale ſtatt — Liefe= wirkte im Vormittagsgottesdienſt der Kirchengeſangverein mit.
rungsvergebung. Die Gemeinde hat auf dem Submiſſionswege
die Lieferung von 30 Zentner Schnitzel, 50 Zentner Hafer, 50 Zentner dem 1. Abril d. J. tritt Schutzmann Göckel, hier, in den dauernden
Stroh und 50 Zentner Heu für das Faſelvieh zu vergeben. Die
Liefe=
uung kann auch in kleineren Mengen erfolgen. Bei Hafer und Schnitzel Ruheſtand. Er vollendet an dieſem Tage ſeine 25jährige Dienſtzeit bei
ſind die Angebote mit Muſtern zu verſehen. Angebote müſſen bis der Gemeinde Ober Namſtadt. Herr Göckel iſt noch einer der Alten”
ſpäteſtens Mittwoch, den 1. April, vormittags 11 Uhr, bei der
Bürger=
meiſterei eingereicht werden. — Baulandumlegung. Mit der
Bezeichnung „Baulandumlegung Am Lindenweg” wurde auf Grund des
Artikels 26 des Geſetzes über die Umlegung von Bauland in der
Faſ=
ſung der Bekanntmachung vom 10. Oktober 1927 in der Gemarkung
Arheilgen die Baulandumlegung bei verſchiedenen Grundſtücken untee und Prüfung der diesjährigen Konfirmanden ſtattgefunden hat, ſoll am
Flur III beſchloſſen. Es wird beſonders darauf aufmerkſam gemacht,
daß während der Dauer des Umlegeverfahrens die Errichtung baulicher ſem Jahr 32 Knaben und 24 Mädchen konfirmiert.
Anlagen jeder Art ſowie der Uebergang zur Bewirtſchaftung der
Grund=
ſtücke, die von der ſeitherigen oder allgemeinen Art erheblich abweicht
und geeignet iſt, das Umlegeverfahren zu verhindern, zu erſchweren und ſtunde in der Kleinkinderſchule ſtatt. Herr Dr. med. Baumann wird
zu verzögern, im Umlegungsgebiet unterſagt ſind. Gegen dieſes Ver= anweſend ſein.
bot errichtete Bauten oder wirtſchaftliche Umänderungen bleiben im
Umlegungsgebiet unberückſichtigt — Schulferien. Am letzten
Samstag wurden die hieſigen Schulen geſchloſſen. Der Unterricht
be=
ginnt wieder am Montag, den 30. April, vormittags 8 Uhr, für die löſung des Zweckverbandes der Landgemeinden des Kreiſes Darmſtadt
Neuaufgenommenen um 10.15 Uhr.
E Wixhauſen, 30. März. Schulentlaſſungsfeier. Am
Samstag abend fand im Saale des Gaſthauſes „Zur Krone” eine Ent= wird. — Die Einführung der Bierſteuer, die vom Gemeinderat
wieder=
laſſungsfeier für die Oberklaſſe ſtatt, zu der ſich ſehr zahlreich die Eltern
der Kinder und ſehr viele Freunde unſerer Volksſchule eingefunden
hatten, die den großen Saal bis auf den letzten Platz füllten. Dieſe
Feier nahm einen ſehr abwechſlungsreichen Verlauf und wird allen
Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben. Für die abgehenden
Schüler und Schülerinnen war dieſer Abend der Abſchluß eines
Lebens=
abſchnittes. In einer Anſprache richtete Herr Rektor Krausmüller be, ſchließt daraufhin Einführung der Bierſteuer nach der vorgelegten
Mu=
herzigenswerte Abſchieds= und Mahnworte an die Kinder.
F Eberſtadt 30. März. Lichtbildervortrag im D. H. V.
Blum von hier in einem gut beſuchten Lichtbildervortrag, der am in Kraft treten.
vergangenen Samstag im Ortsgruppenheim ſtattfand, über ſeine im
Vorjahr unternommene Mittelmeer= und Orientreiſe. Eine
flüchtig hingeſtrichelte Skizze auf der Leinwand orientierte zunächſt
über den Weg der Reiſe und die geographiſche Lage der beſuchten
Erd=
teile und Städte. Die Sehens= und Merkwürdigkeiten, die der Vortra= Spachbrücken alsbald erfolgen, da die Vorarbeiteten hierzu ſoweit
wir im Bilde von dieſer Stadt ſahen und nach dem, was Nedner uns
darüber zu berichten wußte, handelt es ſich bei dieſer Stadt um eine
durch ihre Lage (längs der Küſte des Adriatiſchen Meeres) und ihre ſo hoch ſeien, daß es der Gemeinde faſt gänzlich unmöglich ſei, hierzu
Kunſtwerke und Geſchichte merkwürdige Stadt, die größtenteils auf
(Piazza), der auf drei Seiten mit Prachtbauten aus Marmor und Pa=
Bilder ließen die hervorragenden Sehenswürdigkeiten, zu denen auch
die St. Markuskirche auf der Oſtſeite des Platzes gehört, ahnen. Ueber
kurz aufhalten, führen Bilder im Geiſte nach Feruſalem, durch Dr. Auguſt Meſſer aus Gießen über das Thema: „Die
Philo=
beskirche und der Via Doloroſa mit ihren 14 Stationen, ſowie der von
den Deutſchen im Jahre 1898 erbauten ſchmucken Erlöſerkirche
vermit=
telt werden. Flugartig folgen wir unſerem Reiſeführer, bald zu Schiff
bald zu Land (mit der Bahn, zu Fuß oder mit der Karawane) und
ſehen viel, ſehr viel Intereſſantes. Wir erhalten Kenntnis von dem
Klima, der Vegetation, den Menſchen und der Tierwelt jener Länder, Neues gebracht hat, da Kant nach ſeiner Anſicht das Eingangstor für
Kenntnis von den Lebensgewohnheiten, Sitten und Gebräuchen, Handel,
Wandel und Verkehr im Orient. In Kairo, Aegyptens Hauptſtadt,
am rechten Ufer des Nils, finden wir uns — wie die Bilder zeigen — Aufbau und, die pädagogiſche Geſtaltung des umfangreichen Stoffes.
in einer ſchönen, ſehenswerten Stadt, berühmt durch ihre prachtvollen
Moſcheen und die geheimnisvollen Mamelukengräber. Bilder der
größ=
ten Pyramiden, die der Cheops= und die der Stufenpyramide von
Sak=
kara laſſen uns einen Blick auf uralte Baudenkmäler werfen und den
für die meiſten wohl unerfüllbaren Wunſch im Herzen aufſteigen, dieſe
Künder längſt verſchollener Zeiten einmal mit eigenen Augen ſehen zu
dürfen. Auf der Heimreiſe gilt ein kurzer Beſuch der Stadt Neapel,
von wo aus wir mit dem Redner einen Abſtecher nach dem im Jahre
79 n. Chr. durch einen furchtbaren Ausbruch des Veſuvs völlig
verſchüt=
teten Pompeii machen. Die ſowohl in Neapel als auch in Pompeii
gewvonnenen Reiſeeindrücke wußte der Vortragende in lebendigen
Far=
ben zu ſchildern. Die Bilder, die er hierüber mitbrachte, beſonders die
von Teilausgrabungen Pompefis, intereſſierten in hohem Maße. Ein
Beſuch galt noch dem ſchönen Luzern in der Schweiz. Schließlich
ging es durch den Schwarzwald, von dem Redner ebenfalls ſchöne
Auf=
nahmen gemacht hatte, und damit endete die Reiſe deren Schilderung
eine dankbare Hörerſchaft zwei Stunden mit größter Aufmerkſamkeit
folgte. — Bildungsobmann Fiſcher dankte namens der Ortsgruppe
am Schluſſe dem Vortragenden für den genußreichen Abend.
V. Eberſtadt, 30 März, Kirchenmuſikaliſche
Abend=
feier. Eine würdige Feierſtunde erlebten die Glieder der
Kirchen=
gemeinde bei der geſtern abend in der evangeliſchen Kirche anläßlich
des Buß= und Bettages veranſtalteten kirchenmuſikaliſchen Abendfeier.
Sie wurde wirkungsvoll eingeleitet durch das „Largo ma non tanto”
aus dem Konzert Nr. 3 (2. Satz) von Joh. Seb. Bach, das von den
Herren Karl Geißler und Meyer (Violine) und Pfeiffer (Orgel) zu
Gehör gebracht wurde. Der Kirchenchor umrahmte mit ſeinen Geſängen
Schriftleſung und Anſprache des Pfarrers in einer ſo vorzüglichen
Weiſe, daß man von einer Stunde innerer frommer Erhebung mit
Recht ſprechen konnte. Die zwei erſten neueinſtudierten Lieder:
„O Lamm Gottes unſchuldig” von Arnold Mendelsſohn und „Am Grab
des Heilandes” von Joh. Gottfr. Schlicht, die wir am Karfreitag noch
einmal hören werden, wurden vom Chor mit ſo ernſter tiefer
Empfin=
dung geſungen, daß ein erhebender Eindruck Platz griff, der durch das.
Mozartſche „Ave verum”, begleitet von zwei Violinen, Cello und Orgel,
und dem „Ehre ſei Dir, Chriſtus” von Heinrich Schütz noch geſteigert
wurde. Chor und Orcheſter darf man zu dem ſchönen Erfolg
beglück=
wünſchen, haben ſie doch bewirkt, daß das Ziel, dem Buß= und Bettag
einen ſeiner Bedeutung entſprechender Abſchluß zu geben, voll erreicht
wurde.
UUem Afzumenschbiches Dich druckt
Daun numene ergim di dtchentgaucte=
Cp. Pfungſtadt, 30. März. Grasbrand. Im Forſtort
Klings=
ackertanne des Gemeindewaldes brach in der Abteilung 36 Feuer aus.
Da es ſehr ſchnell gelöſcht werden konnte, wurden nur etwa 150 Om.
Gras und Moos ein Opfer der Flammen. Der eigentliche Waldbeſtand
wurde nicht in Mitleidenſchaft gezogen.
Cp. Pfungſtadt, 30. März. Die Volksſchule im
abgelau=
fenen Schuljahr. In dem nunmehr abgelaufenen Schuljahr
1930/31 wurde die Volksſchule Pfungſtadt von 498 Knaben und 434
Mädchen, zuſammen alſo von 922 Kindern beſucht. Davon waren 464
Knaben und 389 Mädchen evangeliſch, 14 Knaben und 14 Mädchen
katholiſch, fünf Kinder irgelitiſch und 41 Kinder Angehörige ſonſtiger
Bekenntniſſe. Der Geſundheitszuſtand der Kinder war im ganzen gut.
Zu Heilzwecken waren 19 Kinder an die See, 59 ins Gebirge und 82
in Solbäder gekommen. An der von Mitte Januar bis Mitte März
ſtattgefundenen Schulſpeiſung ; en rund 20 Kinder teil. Mit Ende
des Schuljahres iſt die Lehrerin Fräulein Schneider (wegen
Verheira=
ſtehen unter der Deviſe „Einigkeit macht ſtark”, ſchloß der Vorſitzende tung) aus dem Schuldienſt ausgeſchieden. Fräulein Schneider wirkte
acht Jahre lang in Pfungſtadt. — Die Waldſtraße iſt von der
Lin=
denſtraße bis über die Ringſtraße vom Dienstag, 31. März, ab für
je=
ratungsſtunde der Mütter= und Säuglingsfürſorge findet am Dienstag, den Fuhrwerksverkehr geſperrt. — Am Palmſonntag
G. Ober Ramſtadt, 30. März. Ruheſtandsverſetzung. Mit
in unſerem Beamtenkreis, er hat noch die ſchönen Friedensjahre im
Dienſt durchgemacht, aber auch die ſehr ſchweren Kriegsjahre und die
aufregenden Jahre, der Nachkriegszeit. Sein Dienſt fällt unter die
Amtszeit von zwei Bürgermeiſtern und vier Beigeordneten. —
Kon=
firmation. Nachdem am Sonntag vor acht Tagen die Vorſtellung
2. Oſterfeiertag um 9.30 Uhr die Konfirmation ſein. Es werden in
die=
f. Noßdorf, 30. März. Mütterberatungsſtunde.
Don=
nerstag, 2. April, nachmittags von 3—4 Uhr findet
Mütterberatungs=
f. Roßdorf, 30. März. Aus dem Gemeinderat. Der
Ge=
meinderat hat in ſeiner letzten Sitzung ſeine Zuſtimmung zur
Auf=
für den Bau billiger Eigenhäuſer erteilt. — Bei der
Nutzholzverſteige=
rung vom 23. März wurden die Tarifpreiſe nicht erreicht. Die
Bürger=
meiſterei bittet trotzdem um Erteilung der Genehmigung, welche erteilt
holt abgelehnt worden war, war wiederum Gegenſtand ausgedehnter
Debatte. Die finanziellen Verhältniſſe der Gemeinde laſſen die
Nicht=
erhebung nicht mehr zu, insbeſondere bedingen die Wohlfahrtslaſten
die Erhebung. Das Kreisamt macht ebenfalls darauf aufmerkſam, daß
mit Genehmigung einer weiteren Kapitalaufnahme nicht eher gerechnet
werden kann, bis die Bierſteuer eingeführt iſt. Der Gemeinderat
be=
ſterſatzung. Hiernach gelangen zur Erhebung: Bei Einfachbier 2,50 Mk.,
bei Schankbier 3,75 Mk., bei Vollbier 5 Mk. und bei Starkbier 7.50 Mk.
Auf Einladung der hieſigen Ortsgruppe im D.H.V. berichtete Dr. med. für je einen Hektoliter, Vorausſichtlich wird die Steuer ab 1. Mai d. J.
T. Groß=Zimmern, 30. März. Nach einem Bericht der letzten
Kreis=
tagsſitzung des Kreiſes Dieburg ſoll der projektierte Umbau der
Straße von Dieburg über Groß=Zimmern nach
gende auf ſeiner Reiſe ſehen durfte, führte er den Hörern in 120 Licht= beendet ſind. Es handelt ſich jetzt nur noch darum, ob die Gemeinde
bildern vor. Wir finden uns mit ihm zunächſt in Venedig. Was Dieburg in ihrer Gemarkung das für die Verbreiterung dieſer Straße
notwendige Gelände zur Verfügung ſtellen wird. Wenn das
Kreisaus=
ſchußmitglied Michell ſich darüber beklagt, daß die Vermeſſungsgebühren
üiberhaupt Gelände ſtellen zu können, ſo dürften doch wohl Mittel und
Pfahlroſten erbaut iſt. Mittelpunkt dieſer Stadt iſt der Markusplatz Wege gefunden werden, diesbezüglich die gewünſchte Abhilfe zu ſchaffen.
In Anbetracht der Verkehrsverhältniſſe dieſer Straße iſt es durchaus
läſten mit Bogengängen umgeben iſt. Die auf der Leinwand gezeigten notwendig, daß eine Verbreiterung und Nenovierung derſelben
durch=
geführt wird.
Cd. Michelſtadt, 30. März. In der Odenwälder Vereini=
Beirut (Shrien) mit ſeiner Ausſicht auf den Libanon, wo wir uns gung für Kunſt und Wiſſenſchaft ſprach Univerſitäts=Prof.
die uns Eindrücke des Redners von dieſer Stadt, ſeiner Heiligen Gra= ſophie der Gegegenwart‟. Der Redner konnte naturgemäß
in anderthalbſtündigem Vortrag das Thema nicht ſo ausführlich
behan=
deln wie in ſeinem gleichnamigen Buch; er beſchränkte ſich insbeſondere
im weſentlichen auf die Univerſitätsphiloſophie, während er von den
freien Philoſophen nur den einen oder anderen kurz ſtreifte. Um ſo
eingehender ging er auf das ein, was Kant in der Geiſtesgeſchichte
die geſamte nachkantiſche Philoſophie iſt. Die beſondere Stärke des
langjährigen Philoſophielehrers der Landesuniverſität war der klare
Ch. Sandbach (Kreis Erbach), 30. März. Diebſtähl
geht in unſerem Ort vor?. Wer ſind die Diebe?. So geht es vor
zu Mund. Noch nicht vor allzu langer Zeit wurde in den 9
laden des Konſumvereins eingebrochen und erhebliche Vor;
Lebensmitteln aller Art entwendet. Von den Tätern fehlt bi
noch jede Spur. In der Nacht vom 25. auf 26. März wurd
ſchon wieder zwei Fahrräder und ſonſtige Lebensmittel in verſch
Hofreiten geſtohlen. Es ſind deshalb die obigen Fragen ang
Im Intereſſe der geſamten Einwohnerſchaft iſt es dringend
e=
lich, in Gemeinſchaft mit der zuſtändigen Gendarmerie den Täte
die Ferſen zu kommen. Alle Beobachtungen, die in dieſer Hinſ
macht werden, ſind unbedingt vertrauensvoll der Gendarmerie
teilen, welche dieſe Angaben auf Wunſch vertraulich behandelt.
Dh. Bockenrod. 30. März. Am Samstag nachmittag ereign
auf dem Friedhof Leimberg ein ſchwerer Unglücksfall. Frau
mann machte die Gräber ihrer Angehörigen in Ordnung und na
10jähriges Mädchen mit. In einem unbewachten Augenblick (
Mädchen an einem Grabſtein vorbei, als ſich derſelbe löſte und
Mädchen fiel, welches einen Arm und Bein brach. Der Vater
das Kind mit dem Wagen nach Hauſe holen.
— Zotzenbach i. Odw., 30. März. Frau Anna=Margaretha
ner Witwe geb. Kadel begeht am 2. April ihren 80. G
tag in körperlicher und geiſtiger Friſche.
Bt. Auerbach, 30. März. Hauptverſammlung des
kehrsvereins. Nach der Begrüßung durch den Vorſitzenden
Bürgermeiſter Blickensdörfer, verlas Herr Lehrer Bauer, als Ge
führer des Vereins, den Bericht über die Hauptverſammlung 19
angenommen wurde. Herr Malermeiſter Peter Semmler erſtatte
dann den Kaſſenbericht, der einen Vermägensbarbeſtand am 1
von 190 RM. aufweiſt. Dem Rechner wurde anſchließend Ent.
erteilt. Herr Lehrer Bauer erſtattete alsdann den Tätigkeitsberi
das Jahr 1930. Daraus ſeien als wichtig hervorgehoben die
nahme des Verkehrsbüros in eigene Regie; die Tätigkeit von Fr
litta Volkert wurde von ihm gebührend anerkannt. Tätigkeit
de=
ſchüſſe denen eigene Arbeitsgebiete übertragen ſind, wie Inſtandh
der Wege, Plätze und Bänke, Konzerte. Markierung der Wege
Dankend wurden die rührige Mitarbeit des Herrn Förſters Brück
das Entgegenkommen des Herrn Forſtmeiſters Wachtel vom Fr
Bensheim anerkannt. Bei den Konzertveranſtaltungen im abgela
Jahr habe der Verein keinen ſo günſtigen Stand gehabt als in
jahre. Aus dem weiteren Tätigkeitsfeld iſt noch zu erwähnen: Die
ſpektfrage, die gut gelöſt wurde, Schnakenbekämpfung. Straßenve
rungen, Anpflanzung von Mandelbäumen, Herrichtung des Bah
platzes, dank der entgegenkommenden Mitarbeit des Herrn Vor)
Huber, Schwimmbadfrage Müllabfuhr und Autobusverbindungen
ſich daran anſchließende Ausſprache war ſehr, ausgedehnt und b.
ſich in der Hauptſache mit der Autobusfrage, des Ferienheims ur
Schwimmbadangelegenheit. Alsdann erfolgte die Vorlage des
anſchlags für das Jahr 1931, der auf der Ausgabeſeite 2600 R.
fordert. Der Voranſchlag wurde genehmigt; es iſt notwendig, da
der Kurtare 1931 noch 600 RM. für die Einnahmeſeite herange
werden. Bei der Erneuerungswahl des Vorſtandes wurden die
Motſchenbecher, Schmitt und Oebrich durch Zuruf wiedergewählt
das krankheitshalber ausgeſchiedene Mitglied Meckel wurde Herr
meiſter Ph. Peter Scherer, Beſitzer der Weinwirtſchaft „Zum Reb
neu in den Vorſtand gewählt. Zum Schluſſe ſtimmte die Verſamr ng
zu, daß der Vorſtand mit einem Zeitungsunternehmen über den
kauf von Zeitungen, Zeitſchriften und Reiſelektüre im Verkehrsbürt
machungen trifft, die ſich für die Aufrechterhaltung des Verkehrs!
günſtig auswirken ſollen.
Aa. Bensheim a. d. B. 30. März. Gründung einer E
verwertungsgenoſſenſchaft. Um den Geflügelzuchtb
ben der Kreiſe Bensheim und Worms eine beſſere Verwertung der
zu ermöglichen wurde auf Veranlaſſung des Landwirtſchafts
Worms eine Eierverwertungsgenoſſenſchaft für die Kreiſe Be
und Worms ins Leben gerufen. Die Mitgliedſchaft können nur E
perſonen erwerben.
Aa. Bensheim, 30. März. Von der Bahnmeiſterei.
bahnbauinſpektor Wilh. Wolf wurde von der Bahnmeiſterei 74
beim nach der Bahnmeiſterei 56 Darmſtadt=Nord verſetzt. Sein
folger iſt Eiſenbahnbauinſpektor v. Hahn, der ſeither die Bahnmei
Sprendlingen innehatte.
W. Heppenheim. 30. März. Grabſchändung. Die Demo
ſierung der Menſchheit, die Verrohung der Maſſen nimmt immer
kere Formen an. Ja, die Verwilderung geht heute ſo weit, daß
ſelbſt vor Diebſtählen auf den Friedhöfen nicht zurückſchreckt. An
Grabe eines kürzlich Verſtorbenen wurden von frecher Lausbubenl
die Seidenſchleifen von niedergelegten Kränzen abgeſchnitten.
matverein. Der Heimatverein hatte zu ſeiner diesjährigen Wir
Schlußveranſtaltung, die bei gutem Beſuch im Parkhotel „50
Mond” ſtattfand. Herrn Dr. Zeh gewonnen, der eine Deutung
Kreuzigung Grablegung und Auferſtehung vom Iſenheimer Altar
Die Veranſtaltung war als Paſſions= und Oſterfeier gedacht. Der 1
gewaltige Eindruck der von einem Meiſter der Lichtbildkunſt aufgen
menen Altartafeln wurde noch weſentlich geſteigert durch die Bild
tung des Herrn Dr. Zeh, der von jeder wiſſenſchaftlichen Erörter
abſah und ſich lediglich auf den religiöſen Bildgehalt beſchränkte,
jede Menſchenſeele unmittelbar ergreift, und die Geſaugseinlagen
Fräulein Maurer, Schmitt und Schäfer, die in Tert und Ton
Ausdruck der Malerei angepaßt waren. — Weinbau=Vortr
Im Saale des katholiſchen Vereinshauſes fand anläßlich der Haupt
ſammlung des Starkenburger Winzeryereius ein Vortrag über:
derne Kellerwirtſchaft” ſtatt. Herr Aſſeſſor Burbaum. Weinckem
der Lehr= und Verſuchsanſtalt für Wein= und Obſtbau in Opbenhe
ſprach in ausführlicher Weiſe über die Kellerbebandlung der We
Gärfehler. Weinfehler, Weinkrankheiten und Faßbehandlung, wuas
den zahlreich erſchienenen Weinbauintereſſenten großen Anklang fand
— Gernsheim, 30. März. Waſſerſtand des Rheins
29. März 2,22 Meter, am 30. März 2,04 Meter.
Bn. Hirſchhorn a. N., 28. März. Die Kabellegungsarbeiten, we
die Reichspoſt zurzeit längs der Neckartalſtraße ausführen läßt, gel
ihrem Ende entgegen. Die dadurch überflüſſig gewordenen Telebh
maſten werden entfernt. Hiermit iſt einem langjährigen Uebelſtand
die Kraftfahrer abgeholfen. — Motorradunfall. An der ſchar
Kurve beim hieſigen Poſtamt fuhr ein Motorradfahrer infolge zu g
ßer Geſchwindigkeit gegen einen Baum und darauf gegen die
Stützma=
des Bahndammes, ſo daß er mit ſchweren, anſcheinend innerlichen V
letzungen in das St. Bonifatiuskrankenhaus dahier eingeliefert werk
mußte. Der Verunglückte war aus der Pfalz.
Hirſchhorn, 30. März. Waſſerſtand des Neckars
29. März 2,22 Meter, am 30. März 2,10 Meter.
Gießen, B. März. Vom Auto überfahren und
tötet. Geſtern abend gegen 20 Uhr wurde auf der Landſtraße zwiſch
Heuchelheim und Gießen der 69 Jahre alte Lehrer im Ruheſtand O.
Görlach aus Gießen von dem Perſonenauto des Kaufmanns Lotz a
Leun (Kreis Wetzlar) überfahren und ſo ſchwer verletzt, daß der Ma
auf der Stelle tot war. Görlach, der als langjähriger Chormeiſter 1
Bauerſchen Geſangvereins in Gießen und als Ehrenchormeiſter 1
Heſſiſchen Sängerbundes eine weithin bekannte und allgemein ho
geſchätzte Perſönlichkeit war, befand ſich auf ſeinem Fahrrad unterwe
nach Heuchelheim, um dort Singſtunde eines Vereins abzuhalten u
terwegs wurde er von dem Auto von hinten angefahren, da der Lenk
des Kraftwagens, wie polizeilich ermittelt wurde, von den nicht abe
blendeten Scheinwerfern zweier entgegenkommender Wagen ſo geble
det war, daß er den Radfahrer nicht ſehen konnte. Die Nummern d
Kraſtwagen, die nach der Ausſage des Kaufmanns Lotz nicht abgeblend
hatten, ſind der Polizei bekannt.
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Zi. März 1931.
Augsburg
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Mein lieber Mann, unſer guter Vater
Herr Hermann Eberhardt
wurde am Sonntag 5 Uhr im 64. Lebensjahre
von uns genommen.
Groß=Zimmern, den 29. März 1931.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Henriette Ezerhardt, geb. Rückert.
Die Beerdigung ſindet Mittwoch, den 1. April 1931
nachmittags 3 Uhr ſtat.
Für die ſo überaus warme Anteilnahme und
die zahlreichen Blumenſpenden bei dem
Heim=
gang unſeres geliebten teuren unvergeßlichen
Entſchlatenen
Friedrich Klein
Städt. Gartenoberinſpektor
ſage ich hiermit im Namen der trauernden
Hinterbliebenen herzlichen Dank.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine
herzens=
gute Frau, meine liebe, treutorgende Mutter, Tochter,
Schweſter. Schwägerin und Tante
Frau Eliſabeth Müller
geb. Schul
heute Mittag 12 Uhr nach kurzem, ſchwerem Leiden zu
ſich zu ruten.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Leonh. Müller, Reichsbahnbetriebswerkmeiſter,
Rhönring 448
Otto Müller, Polizeiwachtmeiſter
Frau Helene Schul als Mutter
Familie Karl Zimmer.
Darmſiadt, den 30. März 1931.
Die Beerdigung ſindet Gründonnerstag, 2 Uhr, auf dem alten
Friedho ſtatt. (Einſegnung in der Kapelle.)
Von Beileidsbe uchen bittei man abzuſehen.
Nichlverſehzle
holen die verlorene
Zeit ein. Anfragen
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ligheim 1:1; Konkordia Gernsheim — Spv. Münſter 3:3; FC.
Bensheim — Olympia Lampertheim 1:0 (Samstagsſpiel); FV.
Hochheim — VfR. Oppenheim ausgefallen; Viktoria Neuhauſen
Bad Dürkheim ausgefallen.
* Lampertheimer Vereine haben wieder recht nett geſpielt; Olympia
ſinte allerdings nur ein Unentſchieden erzielen. Pfeddersheim hielt
gegen die Normannen wacker und unterſtrich damit ſeine aufſteigende
Em der letzten Wochen. Gernsheim hat wieder die erſte Halbzeit gut
erſtanden, ließ ſich jedoch zum Schluß noch ein Unentſchieden
auf=
angen. Bad Dürkheim hat, allerdings etwas verſpätet, den Neuhau=
„Ern Nachricht gegeben, daß für dieſen Sonntag ein Verbandsſpiel ein=
Goben worden ſei. Oppenheim hielt es nicht für notwendig,
K Fernbleiben zu erklären.
Fußball in der Kreisliga Rhein=Rain.
FG. Kaſtel 06 iſt Meiſter.
ſtaſtel — Flörsheim 0:0; Bingen — Rüffelsheim 3:0 Koſtheim —
ſenheim 3:3; Biebrich — Olympia Weiſenau 2:3; VfR. Weiſenau
Gonſenheim 4:1.
Die Entſcheidung im Rhein=Mainkreis iſt gefallen. In einem tor=
Ell Treffen gegen Flörsheim holten ſich die Kaſteler den letzten noch,
hendigen Punkt zur Meiſterſchaft. Das Spiel wurde in einem
ſehr=
andigen und fairen Stil ausgetragen. Kaſtel hat Glück gehabt, daß
Verade noch zu einem Unentſchieden langte. Zwei Pfoſtenſchüſſe hät=
Ebenſo gut ins Tor gehen können, und dann wäre der Meiſter=
Mrstraum vorbei geweſen. Die letzten Spiele haben der Kaſteler Elf
ſehr zugeſetzt, die Stürmer waren vollſtändig überſpielt.
Vertei=
ung und Läuferreihe waren jedoch auf dem Damm und hielten den
Tsheimer Sturm im Schach. Es iſt ſeit langer Zeit wieder das
Dienstag, den 31. März 1931
Seite 11
Gs war vorauszuſehen, daß nach dem überraſchenden Kommiſſions=
Beſchluß auf Einführung der Verbandsliga dieſe Tatſache nicht ohne
wei=
teues überall ſtillſchweigend hingenommen werden würde. Die einſchnei=
Hende Maßnahme der Zurückverſetzung von 32 Bezirksligavereinen in
Hie zweite Klaſſe hat die Bezirksligavereine Süddeutſchlands plötzlich
„obil gemacht und bereits für letzten Samstag nach Stuttgart die erſte
Zuſammenkunft bewirkt. Einberufer war der F. S. V. Frankfurt
in Gemeinſchaft mit dem VfR. Mannheim, der Verbandsvorſtand
hatte Wohlſchlegel=Offenburg zu der Sitzung entſandt.
Zunächſt wurde der Beſchluß der Spielfyſtem=Kommiſſion einer
ein=
gehenden Kritik unterzogen und der Kompromißvorſchlag als „ein
Vor=
fihlag der le”ten Minute” abgelehnt. Auf Grund einer Abſtimmung
ftellten ſich die Bezirksligavereine einmütig auf den
Stand=
punkt, daß der Kommiſſionsbeſchluß für ſie
unannehm=
bar ſei. Nun erhob ſich die Frage, was dann in Vorſchlag gebracht
werden ſolle. Bei der weiteren Debatte, die ſich in der Hau tſache
dar=
jiber entſpann, ob man der Schaffung einer Spitzenklaſſe oder der
Bei=
behaltung der Gruppenliga im bisherigen Umfange das Wort reden
folle, ſchied bald der Vorſchlag zur Bildung einer
Verbands=
figa auch in Form von Uebergangsjahren aus der Diskuſſion völlig
aus. Aber auch die Erhöhung der Gruppenliga wurde als
eine koloſſale Verwäſſerung bezeichnet, die in der heutigen
Zeit der kataſtrophalen Wirtſchaftslage niemand zugemutet werden könne,
da ſonſt das Fußballpublikum von den Plätzen ferngehalten werde Man
iſt in den Kreiſen der ſüddeutſchen Bezirksliga überhaupt, hauptſächlich
auch auf ſeiten der Großvereine, wie München, Nürnberg
und Frankfurt gegen das Experiment eines gänzlich
neuen Spielſyſtems, von dem niemand weiß, wie es in der
jotzigen Zeit ſich auswirken wird, während das Mainzer
Spiel=
fhſtem immerhin, trotz mancher Mängel im allgemeinen ſich noch als
das gerechteſte Syſtem ausgewirkt habe. So kam eine
über=
wältigende Mehrheit für die Beibehaltung des
etzigen Syſtems auf mehrere Jahre zuſammen. Die
Bezirks=
iga beſchloß, auf dem Stuttgarter Verbandstag kein neues Syſtem zu
ordern und nur die Beibehaltung des jetzigen Syſtems vorzuſchlagen,
veil es von allen Uebeln immer noch das kleinſte ſei. Die Bezirksliga
jetrachtet die Meiſterſchaftsſpiele, deren Ausbau vor allem in der Runde
n ſer Zweiten und Dritten noch erwygen werden kann, als die Spiele der
üddeutſchen Spitzenklaſſe und ſieht keinen Grund, davon abzugehen.
Undere Vorſchläge wurden nicht aufgerollt, dagegen kam zum Ausdruck,
aß auch in verſchiedenen Bezirken die Kreisliga mit dem
Kom=
ſtiſſionsbeſchluß nicht einig gehen könne, da durch die
Schaffung der Zwiſchenliga 85 Prozent der Vereine der
bis=
erigen zweiten Klaſſe nun plötzlich drittklaſſig würden.
luch die Aufſtiegsmöglichkeiten für ſpäter in die Zwiſchenliga würden
ſir die unteren Klaſſen keine Beſſerung erfahren. Dieſer Schritt der
ſiddeutſchen Bezirksliaa wird nun die Spielſyſtemfrage in den Wochen
or dem Verbandstag erneut ins Rollen bringen, vor allem werden ſich
uch die Bezirkstage darüber auszuſprechen haben, und vielleicht tritt
uch der Verbandsvorſtand mit einem Vorſchlag ſchon vorher an
ie Oeffentlichkeit. — Weitere Zuſammenkünfte ſind
n Vorbereitung.
* Kreisliga Südheſſen.
Mit dem knappſten aller Ergebniſſe unterlag am Sonntag
Starten=
urgia Heppenheim in Worms gegen die „Kleeblätter‟. Dadurch bleibt
„ fürſtadt, jetzt nur noch wenig gefährdet, auf dem zweiten Tabellenplatz
— an dieſer Beſetzung wird ſich vorausſichtlich nichts mehr ändern.
der einzige Punktekampf des letzten Sonntages im März
Olympia Worms — Starkenburgia Heppenheim 1:0
ar ein typiſches Verbandsſpiel, bei dem der Glücklichere das beſſere
nde für ſich behielt. Außerhalb des Spielplatzes ging es mitunter
ehr als lebhaft zu; ſchließlich übertrug ſich die Nervoſität des
Publi=
ims auf die Spieler, wodurch es zu unſchönen Szenen kam. Dem
orten Spiel der Wormſer ſetzten die Bergfträßer den größeren Eifer
genüber; das einzige Tor des Tages reſultierte aus einem
verlänger=
n Strafſtoß kurz vor Halbzeit. Die Tabelle
Punkte
Spiele gew. un.
erſtemal, daß eine Kreismeiſterſchaft nach Mainz kam und die Kaſteler
an das Ziel ihres jahrelangen Bemühens brachte. Wir gratulieren der
ſympathiſchen Kaſteler Mannſchaft zu ihrem Erfolg. Durch den Sieg
über Opel Rüſſelsheim iſt Haſſia Bingen Zweiter geworden. Die drei
anderen Begegnungen waren nicht von großer Bedeutung. In die
Ehren des Tages teilten ſich Koſtheim und Geiſenheim, Olympia
Weiſenau holte ſich die Punkte in Biebrich, und Weiſenau gewann gegen
Gonſenheim. Biebrich 02 und Raunheim müſſen den bitteren Weg des
Abſtiegs antreten.
Zreie Tgde. Würzburg und 1. 5FC. Ludwigshafen
an Oſtern gegen Fr. Tgde. Darmſtadt.
Erſtmalig hat die 1. Mannſchaft der Fußballabteilung der Freien
Turngemeinde Darmſtadt entgegen dem Brauch früherer Jahre von der
üblichen Oſterreiſe Abſtand genommen und ſich zwei Gegner, die zu den
beſten in ihrem Kreis zählen, auf eigenem Platze verpflichtet. Der
Gegner des erſten Feiertages, Freie Turngemeinde
Würz=
burg, iſt ſchon von jeher bei den Spitzenvereinen zu finden. Auch
dieſes Jahr hat die Mannſchaft mit nur 1 Punkt Abſtand hinter dem
Tabellenführer Schweinfurt den zweiten Platz der Tabelle eingenommen.
1. FC. Ludwigshafen, Bezirksmeiſter 1926, 1927, 1928, 1929,
Kreismeiſter 1929 Gruppenmeiſter 1930, iſt der Gaſtverein am zweiten
Feiertag. Die Mannſchaft zählt zur Fußballelite im 10. Kreis. Sie
hat mehrere Repräſentative in ihren Reihen, unter anderem den
ſchuß=
gewaltigen Doppler, der ſchon in der deutſchen Mannſchaft gegen die
Schweiz geſpielt hat. Weiter ſind noch zu nennen die Spieler Hermann,
Schiefer, Hehl und Martin, die ſchon des öfteren in der Kreismannſchaft
ſpielten.
Wir werden auf die einzelnen Spiele noch näher
ein=
gehen.
Fr. Tade. Darmſtadt 1b — FV. Seeheim 6:1 (2:0).
Zu einem Samstagsabendſpiel weilte Darmſtadts 1b=Maunſchaft bei
dem in letzter Zeit mächtig aufwärtsſtrebenden Seeheimer FV. und
konnte nach einem intereſſanten, ſpannenden Spiel mit obigem Reſultat
ſigreich nach Hauſe ziehen. Auch hier bewies wieder die ſieggewohnte
1b=Mannſchaft ihre flache techniſche Spielweiſe. Keinen ſchwachen Punkt
wies die Mannſchaft auf. Sie begiebt ſich mit den beſten Hoffnungen
auf die Oſterreiſe nach Oberheſſen.
Rok=Weiß Darmſtadt — 3B. 1894 Ulm.
Die anläßlich einer Oſterreiſe im ſüddeutſchen Weſten am 1. und
2. Feiertag gegen den SV. Wiesbaden und Pfalz Ludwigshafen
ſpie=
lende Mannſchaft des FV. 1894 Ulm, die durch den Zugang des
frühe=
ren Darmſtädter Repräſentatiden Dietz eine große Verſtärkung erfahren
hat, ſpielt am Gründonnerstag, abends 6 Uhr, gegen Rot=
Weiß an der Rheinallee.
Um die Reichsbahn-Bezirks=Handballmeiſterſchaft,
Am Sonntag, den 29. März, ſpielten erſtmalig alle an der Bezirks.
runde beteiligten Mannſchaften. Mainz in Mannheim ſiegte
unver=
dient hoch nach äußerſt hartem Spiel 8:5. Wiesbaden hatte die
Heidel=
berger Elf auf eigenem Platz und ſchickte dieſelbe nach
abwechſlungs=
reichem Sbiel 7:1 nach Hanſe. Nach dieſem Spiel übernehmen die
Ligaleute die Führung der Tabelle und werden ſich kaum verdrängen
laſſen. In Darmſtadt weilten die Frankfurter und mußten ſich nach
verteiltem Spiel 6:2 geſchlagen bekennen. Es ſtehen nach der Tabelle:
Wiesbaden 7 Punkte, Darmſtadt 6 Punkte, Mainz 3 Punkte, Frankfurt
2 Punkte, Heidelberg 0 Punkte, Mannheim 0 Punkte.
Jugendſporkkurſus des Sp. 98 Oſtern 1931.
Die Vorbereitungen für den am Mittwoch, den 8. April, vormittags
um 9.30 Uhr auf den 98er=Stadion beginnenden Jugendſportkurſus ſind
ſoweit beendet. Schon jetzt iſt nach Anfragen aus Elternkreiſen mit
einem ſtarken Beſuch zu rechnen. Soll doch der Kurſus der Jugend
während der Ferien eine Ausbildung nach der körperlichen,
ſporttech=
niſchen und hygieniſchen Seite geben, mehr als das in den gewöhnlichen
Turn= und Spielſtunden der Fall ſein kann. Der Uebungsplan umfaßt
neben freiem Uebungsbetrieb gemeinſame gymnaſtiſche Uebungen, auch
Zweckgymnaſtik, gemeinſamen Lauf, Spezialübungen und Spielbetrieb.
Am Schluß der zwei Uebungsſtunden heißes Bad mit anſchließender
Maſſage. Sportverein 98 hofft auf verſtändnisvolle Unterſtützung der
Elternſchaft.
Schwimzmſeſt in München.
Balks Rekordverſuch mißglückt. Damen=SV. München ſchafft neuen
Staffelrekord.
Im Volksbad in München fand am Sonntag ein Wohltätigkeits=
Schwimmfeſt zugunſten der Münchener Nothilfe ſtatt, das ſich eines
außerordentlich guten Beſuches erfreute. Der von dem Deutfchen
Mei=
ſter Balk (1. F. C. Nürnberg) angekündigte Rekordverſuch über 200
Me=
ter Freiſtil mißglückte. Balk benötigte für die Strecke 2:21,6 Minuten
und blieb damit über 2 Sekunden hinter dem deutſchen Nekord zurück.
Der Rekordverſuch der Damen des Damen=S.V. München in der 3X100
Meter=Freiſtilſtaffel glückte beim zweiten Verſuch; in 4:09 unterboten
Miedel, Stützle, Ziemann den ſeitherigen Rekord um ſ Sekunden.
Im Ausſcheidungskampf zum Länderwettkampf Württemberg gegen
Süd=
bahern über 200 Meter Bruſt ſiegte die erſt 15jährige Ulla Schünen
(V.f.v. S.) München in 3:27,6.
Croß=Country der ſechs Nationen.
Das alljährliche Querfeldeinlaufen der ſechs Nationen (Frankreich,
England, Schottland, Irland, Wales und Belgien) kam am Samstag
in Bladoyle bei Dublin erneut zum Austrag. Im Einzellaufen ſiegten
der Ire Symthe, der die zehn Meilen lange und überaus ſchwierige
Strecke in 48:52 Minuten durchlief. Den Mannſchaftslauf der Nationen
gewann England. Schottland und Frankreich teilten ſich mit der
gleichen Punktzahl in den zweiten Platz. Es folgten dann Irland.
Wa=
les und Belgien.
Der Rugby=Länderkampf Deutſchland — Frankreich am 19. April in
Paris wird in dieſem Jahre wahrſcheinlich nicht mehr zum Austrag
kommen.
Cilly Außem gewann in Cannes das Dameneinzel gegen Frl. Payot
und mit Miß Ryan als Partnerin das Doppel gegen Satterthwaithe)
Thomas.
Deutſchlands DavisTeam für den Kampf gegen Südafrika vom 1.
bis 3. Mai in Düſſeldorf bilden: Dr. Buß, Dr. Deſfart, Dr. Landmann,
Kuhlmann und Nourney.
Sawall ,der deutſche Steher=Exweltmeiſter, gewann den Großen
Preis von Marſeille über 100 Km. vor Lacquehay, Manera, Graſſin
und Möller.
Dinale /Linari gewannen überraſchend das Pariſer Sechstagerennen
mit einer Runde Vorſprung vor van Kempen/Pifnenburg.
Trier hat ſich um den vom Deutſchen Schwimmverband an
Weſt=
deutſchland gegebenen Schwimmländerkampf Deutſchland — England
be=
worben.
und bis zum 10.Jahre
dürfen Sie für die zarte u.
empfind-
liche Haut Ihres Kindes nur die milde
LAL4
AINUERSE IEL
verwenden. Nivea-Kinderseife wird
nach ärztlicher Vorschrift hergestellt:
mit ihrem seidenweichen Schaum
dringt sie schonend in die
Haut-
poren ein und macht sie frei für eine
gesunde und kräftige Hautatmung
Nivea-Kinder sind ein Stolz der Mütter!
Ersetzen können
Sie Nivea=Creme
u. Nivea-Ol nicht.
denn nur sie
ent-
halten das
haut-
pflegende Euzerit.
Mucs-Creme- RMo.0
bis 1.20 Nivca-Ol-
RM7 1.10 und 1.80
Auffakk zur Süddeulſchen Waldlauf=Meiſterſchaft.
Die Gruppe Main
trug ihre Meiſterſchaften in Oberrad aus. In ſieben Klaſſen
gin=
gen große Felder über die Strecke. In der Hauptklaſſe ſiegte
Seiferth=Eintracht Frankfurt in 33.42,5 Minuten vor Wöll.
(J. G. Sportverein) Neder (D.J.K.), Kaufmann (F.S.V.) Krug
und Hetterich (D. J.K.). Den Mannſchaftslauf gewann Deutſche,
Jugendkraft mit 14 Punkten vor J. G. Sportverein und dem V.f.L.
Frankfurt. Bei den Damen ſiegte die deutſche Meiſterin Frl.
Lorenz=Eintracht in 3.23,3 Minuten (1 Klm.) im Einzellauf, der
Frauenruderverein Freiweg mit 13 Punkten im Mannſchaftslauf
vor dem Poſtſportverein.
Die badiſchen Meiſterſchaften wurden in Lahr
aus=
getragen. Am Waldlauf nahmen in der Hauptklaſſe 27 Läufer
teil, von denen drei unterwegs aufgaben. Der mehrfache
Alt=
meiſter Sabjetzki=Freiburg wurde von Kratochville=Pforzheim im
Ziel abgefangen, ſo daß der Pforzheimer in 32.13 vor Sabjetzki
Köhler=Phönix Karlsruhe und den Gebrüdern I und D.
Ehr=
hardt=Legelshurſt Sieger wurde. Den Mannſchaftslauf gewann
Phönix=Karlsruhe mit 17 Punkten vor dem Freiburger F.C. und
dem Polizeiſportverein Karlsruhe.
An den ſüdbayeriſchen Mei ſterſchaften, von den
Bajuwaren” München ausgerichtet, beteiligten ſich 20 Läufer, von
denen Kapp=Eiſenbahn München den erwarteten Sieg errang mit
35.30 Minuten, allerdings in wenig guter Zeit. Ihm folgten
Schober=1860 Noll=1860, Berger=Eiſenbahn und Schäfer 1860. Im
Mannſchaftslauf ſiegte S.V. 1860 München mit 10 Punkten vor
Eiſenbahn und München 1860 II.
Waldläufe im Reiche.
Die pommerſche Meiſterſchaft, über 6,5 Kilometer
holte ſich der Stettiner Preuße Hellpapp in 22:33, der die beſten
Langſtreckenläufer Stettins glatt diſtanzierte. Erſt als Vierter
ging Dr. Peltzer durchs Ziel.
Die Waldlaufmeiſterſchaft der brandenburgiſchen
Turner ſah im Spandauer Forſt den Frankfurter Prowatke mit
knappem Vorſprung vor dem Berliner Lehmann ſiegreich.
Pro=
watke benötigte für die 10 Kilometer lange Strecke 34:15 Min.
Die Meiſterſchaft der Gruppe Rhein wurde am Sonntag
auf dem Platz des VfR. Neckarau unter Leitung von
Gruppen=
ſportwart Niſt ausgetragen. Bei den Senioren ſiegte Abel=
Neckarau in 23:22 Min. (7500 Meter) vor Weber=MTG.
Mann=
heim und Diehl=VfR. Mannheim. Den Mannſchaftsſieg errang
ſich MTG.=Mannheim vor VfR. Im Einzellauf der Damen über
1500 Meter ſiegte Frl. Alexander=VfR. Mannheim in 6:41 vor
Frl. Striel und Frau Thiele (beide MTG. Mannheim).
Die Gruppe Saar führte ihre Meiſterſchaften in Illingen
durch. Im Einzellauf ſiegte Kolz=Illingen in 23:03,2 (7500 Mtr.)
vor Schons=Saar 05 Roth=Trier, Berthold=FK. Parmaſens und
Jaeckel=Saar 05. Illingen gewann auch den Mannſchaftslauf mir
20 Punkten vor Saar Saarbrücken.
Nordbayern hatte die Meiſterſchaften mit Start und Ziel
im Zabo” in Nürnberg ausgerichtet. Sieger wurde Lukas vom
1 FC. Nürnberg in 33:17,4 Min. vor ſeinem Klubkameraden
Reutelshöfer, Nickl=Nürnberger SC.,Dollmann=Polizei Nürnberg
und Täufer=Nürnberger SC. Den Mannſchaftslauf gewann der
1 FC. Nürnberg mit 13 Punkten vor Nürnberger SC. und Polizei
Nürnberg.
6.
Die vom Gau 1 des ADAC. veranſtaltete 6. Dauerprüfungsfahrt
„Kreuz und quar durch die Mark Brandenburg” war eine Zerreißprobe
ſchwierigſter Art. Der 560 Km.=Kurs war in ſieben Etappen geteilt. Von
47 Motorrädern mit und ohne Seitenwagen und 44 Wagen, die am
Samstag abend um 19 Uhr bzw. um 20.45 Uhr in Rudow ſtarteten,
erreichten nur 13 Räder und 31 Wagen das Ziel am Funkturm in
Ber=
lin. Zu den ſchlechten Straßen und überaus ſchwierigen Wald= und
Sandſtrecken kam ein weiteres Handicap, denn den Fahrern wurde erſt
von Etappe zu Etappe die Streckenführung mitgeteilt. Von den drei
in das Rennen gegangenen Klubmannſchaften gelangte nur die zweite
Mannſchaft des Motorradklubs von Deutſchland geſchloſſen am Ziel an.
In der Wagenklaſſe wurde Viktorius=Berlin auf DKW. mit 43
Straf=
hunkten erſter Preisträger vor dem bekannten Motorfahrer Paul
Köp=
pen=Berlin auf BMW. mit 44 Strafpunkten und den beiden Auſtro=
Daimler=Fahrern Dr. Lindow=Berlin und W. Koch=Belin, die je 45
Strafpunkte erhielten. Eine großartige Leiſtung vollbrachte wieder
Ju=
lius v. Kron=Berlin auf Zündapp. der mit 74 Strafpunkten überlegener
Sieger vor H. Schulz=Berlin (140 Punkte) in der Klaſſe der
Seiten=
wagen=Maſchinen wurde. — Bei den Solo=Maſchinen belegte W. Mohr=
Perleberg auf F.N. mit 151 Strafpunkten den erſten Platz vor Heſſe=
Freienwalde und Lindner=Berlin. — Ein noch glimpflich abgelaufener
Unglücksfall ereignete ſich kurz vor dem Start in Rudow, wo ein
Privatwagen in höchſter Geſchwindigkeit aus einer Seitenſtraße in das
Rudel der Bewerber hineinfuhr und mit dem am Wettbewerb
teilneh=
menden Steyr=Wagen Hans v. Wedelſtaedts zuſammenſtieß. Beide
Fahu=
zeuge wurden zertrümmert. Während v. Wedelſtaedt und ſein
Mit=
fahrer Roſemann unverletzt blieben, erlitten die drei Inſaſſen des
Pri=
vatwagens leichte Verletzungen.
„Durch die flämiſchen Provinzen”.
Bei dem Radrennen „Durch die flämiſchen Provinzen” über 221 Km.
mit Start und Ziel in Deurne (Belgien) vollbrachte der deutſche
Straßenfahrer Buſe am Sonntag eine Bombenleiſtung. Etwa
50 Km. vor dem Ziel unternahm der Belgier Demuyſere einen
Vorſtoß, und nach einer wilden Jagd mußte ſich Buſe am Ziel um knapp
10 Sekunden geſchlagen bekennen. Hinter ihm endeten ſo gute Fahrer
wie Haemerlinck und Bondnell. Auch die übrigen Deutſchen hielten ſich
entſprechend. So wurde Uſſat als 10., Nitſchke als 12. und Geher a
17. placiert. Demuyſere legte die 221 Km. in 6.10.0 zurück.
Der deutſche Straßenrennſport hatte nur lediglich zwvei Wettbewerbe
zu verzeichnen. Das Rennen „Quer durch die Lüneburger Heide” über
144,8 Km. endete mit dem Ueberraſchungsſiege des Braunſchweiger
Fahrers Völke, der mit 5 Minuten Vorgabe in 4:22,52 gewann.
Die „Quer=Feldein=Meiſterſchaft” des Gaues Hannover des B. D
10 Km. holte ſich Weltzin ganz überlegen in 19:10 Minuten.
7½ Millionen Lotteriegewinn.
Ueber die Grand National Steeple Chaſe in Liverpool hatte man
in Irland zugunſten der Krankenhäuſer wieder eine große Lotterie
Sweep=Stakes genannt, veranſtaltet. Der glückliche Inhaber des
Loſe=
auf Grakle, ein in London lebender Italiener, gewann die Rieſenſumme
von 375 000 Pfund Sterling oder rund 7½ Millionen Mark, den zweiten
Haupttreffer in Höhe von 187000 Pfund (über 3 Millionen Marf
machte ein Amerikaner in Buffalo und der dritte Hauptpreis von 125 00
Pfund (2½ Millionen Mark) ging nach Südafrika.
Die erſten Frankfurter Rennen.
Am 10. und 26. April veranſtaltet der Frankfurter Rennklub ſeine
zwei April=Renntage An beiden Tagen finden je ſechs Rennen ſtatt;
am erſten Tage drei Flach=, zwei Jagd= und ein Hürdenrennen und
am zweiten Tage vier Flach= und zwei Jagdrennen. An Preiſen ſtehen
27 300 Mark gegenüber 31800 Mark im Vorjahre zur Verfügun=
Die Deutſchland=Rundfahrt wird am 3. Mai auf der Opelbahn in
Rüſſelsheim mit einem Mannſchaftsrennen aller Teilnehmer eröffnet.
Hautfunktions-
zMassage-O)
zur besonders sorgfältigen Hautpflege. Denn beide schützen Ihre durch die
winter-
ſiche Kleidung verweichlichte und überempfindliche Haut gegen die ungünstigen
Einflusse von Wind und Wetter. Beide enthalten — als einzige ihrer Art — das
hautverwandte Euzerit, beide dringen infolge ihres Euzeritgehalts tief und
voll-
kommen in die Hautgewebe ein: sie pflegen deshalb Ihre Haut wirksam u. nachhaltig.
M
In Berliner Finanzkreiſen iſt man der Auffaſſung, daß die
Er=
mäßigung des Reportſatzes in dieſer Woche um ½ Prozent auf 6½
Prozent als ein Zeichen dafür anzuſehen ſei, daß die führenden Banken
eins Diskontſenkungsbeſchluß der Reichsbank im nächſten Monat um
Prozent erleichtern wollten. Man neigt in Berliner Finanzkreiſen
zu der Auffaſſung, daß eine Diskontermäßigung nur noch eine Frage
ganz kurzer Zeit ſei. Der Zeitpunkt für eine Erwägung dieſer Frage
ſei jetzt da. Hinweiſe auf den Quartalstermin und die Oſterpauſe
be=
rühren lediglich techniſche Momente, die an den Kern des Problems
nicht herankämen, und die grundſätzlich bejahende Einſtellung zur Frage
einer Diskontſenkung nicht entſcheidend beeinfluſſen könnten. Vom
Standpunkt der Reichsbank iſt die Lage für eine Diskontermäßigung in
jeder Hinſicht reif. Außerdem wird darauf hingewieſen, daß für
An=
fang nächſten Monats bereits jetzt größere Auslandsgelder aviſiert
wor=
den ſind. So ſcheinen alſo alle Vorausſetzungen dafür gegeben zu ſein,
daß man in Kürze der Frage einer Diskontermäßigung nähertreten
wird.
Die Goldverkäufe an Frankreich, die unmittelbar nach den Wahlen
notwendig wurden, weil die Franzoſen ihre kurzfriſtigen Gelder
zurück=
zogen, haben ſeinerzeit eine lebhafte Beunruhigung hervorgerufen.
In=
zwiſchen iſt eine Beſſerung unſerer Lage eingetreten. Der Goldabfluß
iſt zum Stillſtand gekommen. Dafür iſt ein Rückfluß zu verzeichnen.
Ende der vorigen Woche hat eine Verliner Bank Goldbeträge von
an=
nähernd 20. Millionen Pfund Sterling unter günſtigen Bedingungen
in Paris aufgekauft.
Ein weiteres Moratorium für die Pleßſchen Werke bis zum 30.
Sep=
tember 1931 genehmigt. Nach kurzer Ausſprache beſchloß die
Gläu=
bigerverſammlung der Stickſtoffwerke A.=G., Waldenburg, die
unbe=
dingte Verlängerung des Moratoriums auf weitere ſechs Monate.
Fer=
ner wurde die Entlaſtung des Gläubigerausſchuſſes genehmigt.
Mit=
geteilt wurde in der Verſammlung noch, daß die ſozial ſchwachen
Klein=
gläubiger in Höhe bis zu 10000 RM. mit Vorrang befriedigt werden.
Die Gläubigerverſammlung der Waldenburger Bergwerks A.=G.,
Waldenburg, genehmigte ebenfalls ein Moratorium von ſechs Monaten.
Es iſt eine 100prozentige Befriedigung der ungedeckten Gläubiger in
Ausſicht genommen, die ſpäteſtens in vier bis fünf Jahren durchgeführt
ſein ſoll. Im Laufe eines Jahres ſoll eine Mindeſtquote von 15
Pro=
zent verteilt werden.
Weitere Schiedsſprüche in der Rheinſchiffahrt. Nunmehr kamen für
die Rheinſchiffahrt, nachdem Freitag zwiſchen den Arbeitgeberverbänden
und den Maſchiniſten und Heizern eine Vereinbarung getroffen werden
konnte, noch zwei weitere Schiedsſprüche zuſtande. Der erſte ſieht für
das Deckperſonal etwa die gleichen Beſtimmungen vor wie für die
Hei=
zer und Maſchiniſten, der zweite einen rund 5prozentigen Abbau der
Gehälter der Kapitäne und Schiffsführer. Für einen Sciedsſpruch über
den Lohn des Deckperſonals kam eine Mehrheit nicht zuſtande. Die
Er=
klärungsfriſten laufen Donnerstag, 2. April. ab.
Heſſen=Naſſauiſche Gas A.=G., Höchſt a. M. Die zur Heſſ.=Naſſ.
Gas A.=G. ſeit November 1930 gehörende Limburger Gasbeleuchtungs
A.=G. (A.K. 210 000 RM.) hat unter Firmenänderung in Limburger
Gas und Koks A.=G. Frankfurt a. M.=Höchſt ihren Sitz von Limburg
nach Frankfurt verlegt. Damit hat die Heſſen=Naſſauiſche Gas A.=G.
die Leitung und Betriebsführung auch ihrer dritten Tochtergeſellſchaft
neben der Freigerichter Gaswerks G. m. b. H. und der
Gaswerksgeſell=
ſchaft Langenſelbold A.=G. ſelbſt übernommen.
Frankfurter Börſe. Vom 31. März 1931 ab ſind die Aktien der
Chemiſchen Fabrik vorm. Goldenberg, Geromont u. Co. i. L. auch ohne
Gewinnanteilſcheine lieferbar, nachdem die Geſellſchaft erklärt hat, daß
die Abſtempelung anläßlich der Teilausſchüttungen lediglich auf den
Mänteln vorgenommen wird.
Frankfurter Hypothekenbank, Frankfurt. Die Verwaltung der Frank
furter Hypothekenbank, die bekanntlich ſeit ihrer Fuſion mit der
Frank=
furter Pfandbriefbank zur Gemeinſchaftsgruppe deutſcher
Hypotheken=
banken gehört, beſchloß, der G.V. am 23. April für 1930 aus einem
Reingewinn von 2 415 231 RM. die Verteilung einer Dividende von 12
(10) Prozent auf das Stammaktienkapital von 12 Mill. RM.
vorzu=
ſchlagen. Hierbei iſt neben ſonſtigen Rückſtellungen eine Erhöhung des
geſetzlichen außerordentlichen Reſervefonds auf insgeſamt 12 Mill. RM.
gleich 100 Prozent des Stammaktienkapitals, durch Zuweiſung von
600 250 RM. vorgeſehen.
Gläubigerverſammlung der Vereinsbank Lampertheim e. G. m.
b. H. In der am Sonntag abgehaltenen Gläubigerverſammlung wurde
beſchloſſen, dem Vergleichsvorſchlag zuzuſtimmen und die Haftſumme
auf 500.— Mk. zu erhöhen. Es wurde betont, daß die Gläubiger nach
Annahme dieſes Vergleichsvorſchlags voll befriedigt werden könnten.
3prozentige Dividendenermäßigung bei Zement Heidelberg. Die
Verwaltung ſchlägt der Generalverſammlung die Verteilung einer von
10 auf 7 Prozent ermäßigten Dividende vor. Der Dividendenvorſchlag
iiberraſcht inſofern, als man in der letzten Zeit eine ſtärkere Ermäßigung
auf 6 Prozent erwartet hatte.
Frankfurter Produktenbericht vom 30. März. Die Tendenz war
ſtetig. Es notierten: Weizen 30—30,25, Roggen 20,75—21,
Sommer=
gerſte 23,50, Hafer 18,75—19, Weizenmehl ſüdd. 43,25—44,75, do.
nieder=
rhein. 43—44,50, Roggenmehl 28,75—30,75, Weizenkleie 11,10—11,25,
Roggenkleie 12,50, Erbſen 28—31, Linſen 28—65, Heu ſüdd. 6.—,
Wei=
zen= und Roggenſtroh 2.90, drahtgepr. 2,75—2,80, Treber 10,25.
Berliner Produktenbericht vom 30. März. An den Grundlagen des
Produktenmarktes hat ſich zum Wochenbeginn kaum etwas verändert.
Das Inlandsangebot von Brotgetreide iſt nach wie vor ziemlich gering,
die Forderungen werden hoch gehalten. Bei einiger Nachfrage der
Müh=
len und Reporteure wurden für Weizen etwa 1 Mark höhere Preiſe
be=
willigt, während Roggen behauptet war. Am Lieferungsmarkte ſcheint
die Märzſicht bei Weizen ziemlich erledigt zu ſein, während für Roggen
noch einige Deckungsnachfrage in Erſcheinung trat, ſo daß die
Anfangs=
uotiz 2 Mark höher lautete. Die ſpäteren Sichten waren bei Weizen
leicht befeſtigt, Roggen blieb ziemlich unverändert. Weizen= und
Roggen=
mehle haben kleines Bedarfsgeſchäft bei wenig veränderten Preiſen.
Haferangebot keineswegs dringlich, Preiſe behauptet. Gerſte ruhig, aber
ſtetig.
Die Berliner Metallnotierungen vom 30. März ſtellten ſich
für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder
Rotter=
dam (Notierung der Vereinigung für die deutſche
Elektrolytkup=
fernotiz) auf 95.75 RM. — Die Notierungen der Kommiſſion des
Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab
Lager in Deutſchland, für prompte Lieferung und Bezahlung)
ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium. 98= bis 99proz in
Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM., desgl. in
Walz=
oder Drahtbarren 99proz. 174 RM. Reinnickel, 98= bis 99proz.
350 RM., Antimon Regulus 51—53 RM., Feinſilber (1 Kilogr.
fein) 40—42 RM.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 30. März:
Getreide. Weizen: März 81½, Mai 84, Juli 60½, Sept. 59.75;
Mais: Mai 62.50, Juli 63.75, Sept. 62½; Hafer: Mai 31½, Juli
31½8, Sept. 31.25; Roggen: Mai 37.50, Juli 39.50, Sept. 40½
Schmalz: März 8.87½, Mai 8.90, Juli 9.02½, Sept. 9,17½.
Speck, loko 10.75.
Schweine: leichte 8.15—8.25, ſchwere 7.10—7.45.
Schweine=
zufuhren: Chicago 35 000, im Weſten 88000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 30. März:
Schmalz: Prima Weſtern 9.60; Talg, extra, loſe 4.75.
Getreide. Weizen: Rotwinter 91½; Mais, loko New York
75.75; Mehl, ſpring wheat clears 4.00—4.40; Fracht: nach
Eng=
land 1,6—2,3 Schilling, nach dem Kontinent 80.5 Cents.
Kakao. Tendenz: ruhig; Umſätze: 68; Loko: 528; März 5.31,
Mai 5.35, Juli 5.50, Sept. 5.68, Okt. 5.76.
Frankfurt a. M., 30. März.
Zu Beginn der neuen Woche kam das Geſchäft am Effektenmarkt
nur ſehr ſchwer in Gang. Die allgemeine Zurückhaltung und
Luſtloſig=
keit, die ſchon zum Wochenſchluß in Erſcheinung trat, hat ſich noch
ver=
ſtärkt, zumal die geſtrige Rede Briands hinſichtlich der Zollunion und
der erneut ſehr ſchwache Schluß der New Yorker Samstagsbörſe
hin=
zu kamen. Bei minimalen Umſätzen übertog die Abgabeneigung, und
die erſten Notierungen lagen überwiegend ſchwächer. Da das Angebot
ſpäter ſich nicht fortſetzte, konnten ſich die Kurſe im Verlaufe wieder um
Bruchteile eines Prozentes erholen. Elektrowerte waren etwas ſtärker
angeboten; Schuckert büßten 4 Prozent, Siemens 3 Prozent, A. E.G.
234 Prozent und Licht u. Kraft 1 Prozent ein. J. G. Farben eröff
neten 2½ Prozent und Rütgerswerke 1 Prozent niedriger. Schwächer
ſetzten außerdem ein: Deutſche Linoleum ( —1 Prozent), Aku (—2½
Prozent), Holzmann ( —1½ Prozent und Nordd. Lloyd ( —1½
Pro=
zent). Mehr angeboten waren ferner noch am Montanmarkt
Stahl=
verein, die 3½ Prozent, und Rheinſtahl, die 2 Prozent verloren. Der
Bankenmarkt hatte kaum Geſchäft bei meiſt behaupteten Kurſen. An
den übrigen Märkten herrſchte infolge der Orderloſigkeit Geſchäftsſtille.
Am Anleihemarkt lagen Schutzgebiete 1½/ Prozent und von
auslän=
diſchen Nenten Anatolier 0,20 Prozent niedriger. Der Pfandbriefmarkt
lag ruhig und kaum verändert.
Im weiteren Verlaufe übte die Spekulation infolge der unklaren
Situation weiter ſtärkſte Zurückhaltung. Die Kurſe waren zunächſt
un=
erholt, zeigten aber bis zum Schluß der Börſe faſt allgemein kleine
Beſſerungen. J. G. Farben konnten ihren Anfangsverluſt faſt voll
aufholen. Am Geldmarkt zog der Satz für Tagesgeld auf 5 Prozent
an. Am Deviſenmarkt erfuhr die Mark einen leichten Rückſchlag. Man
nannte Mark gegen Dollar 4.1965, gegen London 20,38‟/s. London —
New York 4,8586, —Paris 12422, —Mailand 92,76, —Madrid 44,52,
—Schweiz 25,25½, —Holland 12,117/s.
Die Abendbörſe nahm mangels jeglicher Anregung einen ſtillen
Verlauf. Die wenigen genannten Kurſe waren meiſt gut behauptet,
zum Teil freundlicher. Etwas befeſtigt waren Kunſtſeidewerte, von
denen Bemberg 1½ Prozent gewannen. Deutſche Linoleum lagen
da=
gegen wieder 1½ Prozent niedriger. Farben waren gut behauptet. Im
Verlaufe blieb die Börſe, abgeſehen von einigen leichten Schwankungen,
faſt unverändert. Farben ſchloſſen 147½. Von ſonſtigen Kurſen ſind
zu nennen: Deutſche 111½, Danat 148, Dresdner 111½, Gelſenkirchen 84,
Weſteregeln 165, Rheinſtahl 86, Hapag 72½, Nordlloyd 75, A. E. G 108½,
Siemens 184, Gesfürel 128½, Licht u. Kraft 126, Holzmann 93, Aku
81¾, Bemberg 91.
Berlin, 30. März.
Im Gegenſatz zu dem feſten Wochenſchluß eröffnete die heutige
Montagsbörſe in ſchwächerer Haltung. Schon vormittags hatte man
ſtärkere Zurückhaltung geübt, da die innen= und außenpolitiſche
Si=
tuation etwas unklar geworden ſei. Hinzu kamen ſchwächere
Auslands=
börſen, die alle unter dem Einfluß New Yorks ſtanden, ſteiferes Geld
vor dem Ultimo und die börſentechniſche Situation vor der
Feiertags=
unterbrechung. In= und Ausland bekundeten eher Abgabeneigung, und
die erſten Kurſe lagen bei ruhigem Geſchäft zwei bis vier Prozent
ſchwächer. Im Verlaufe ſchien die Abgabeneigung der Kuliſſe
anzu=
halten, ſpäter ſtützten aber einige inzwiſchen eingetroffene Kauforders
zu den Kaſſakurſen der Terminvapiere und beſonders die anfangs
ſtär=
ker gedrückten Werte konnten ſich bis zu 1½ Prozent erholen. Gegen
1 Uhr wurde es aber dann in der Tendenz wieder unſicher, da ein
vor=
üibergehender plötzlicher Rückgang der Karſtadtaktien ungünſtig auffiel.
Anleihen neigten zur Schwäche.
Frankfurter Viehmarkt vom 30. März. Zugeführt waren: 1194
Rin=
der, darunter 24 ſeit dem letzten Markt, ſowie 224 Ochſen, 112 Bullen,
494 Kühe und 340 Färſen, ferner 975 Kälber, 95 Schafe und 5706
Schweine, darunter 89 Litauer. Bezahlt wurde pro Zentner
Lebend=
geticht: Ochſen al) 46—50. a2) 42—45, b1) 37—41, Bullen a) 40—45.
b) 36—39, Kühe a) 37—40, b) 32—36, c) 27—31, d) 22—25, Färſen a)
47—51, b) 42—46, c) 37—41. Kälber b) 63—68, c) 58—62, d) 48—57
Schafe nicht notiert; Schweine a) 45—48, b) 46—49, c) 46—50, d) 46 bis
49, e) 44—47. Marktverlauf: Rinder ruhig, geringer Ueberſtand,
Schweine mittelmäßig, ausverkauft, Kälber und Schafe ruhig, geräumt.
Fleiſchgroßmarkt: Eingebracht waren 582/4 Rinder, 24 Kälber, 3
Häm=
mel, 272/2 Schweine. Ochſenfleiſch 1) 70—78, do. 2) 60—70, Bullenfleiſch
70—75. Kuhfleiſch 2) 50—60, do. 3) 35—4. Kalbfleiſch 2) 90—100,
Schweinefleiſch 1) 60—65, Litauer 52—58. Geſchäftsgang langſam.
Schwierige Lage in der Rheinſchiffahrt.
Das Landungsangebot iſt in der Rheinſchiffahrt nach
äußerſt gering und angeſichts des reichen Kahnraumangebotes
Frachtſätze weiterhin ſehr gedrückt, zumal der Waſſerſtand auße
lich günſtig iſt und volle Abladung bis Kehl und Straßburg er=
An der Duisburger=Ruhrorter Schifferbörſe ſind in den letzter
keine Bergfrachten mehr zur Notierung gelangt. Die Schleppſ
leidet naturgemäß gleichfalls erheblich unter dieſem Beſchäf
mangel und die Schleppzüge gehen meiſt unvollkommen ab.
ſchlepplöhne werden zurzeit etwa mit 20 Prozent unter Nor
genannt, vielfach aber im freien Markt unterboten. Schleppkr
ausreichend zur Verfügung. Für die Strecke Mainz=Mannhei
man zuletzt einen Schlepplohn von 10 Pfg. per Tonne.
Zwiſchen Amſterdam und dem Rhein wird jetzt ein Großſch
kanal gebaut werden, zu dem die holländiſche Erſte Kammer be=
Genehmigung erteilt hat. Der neue Waſſerweg wird rund 64 9
koften und ſoll in ſechs Jahren gebaut werden. Er führt über
Wiik=Bydruuſted und Tiel.
ſte
Hört
E
*
Mit Wirkung von heute ab gibt die Deutſche Getreidehand
ſchaft auf Veranlaſſung des Reichsminiſters für Ernährung ur
wirtſchaft Eoſinroggen in Verbindung mit Kartoffelflocken n.
im Verhältnis von 1 zu 2 ab. Das heißt, bei Bezug von ein
Roggen müſſen zwei Teile Kartoffelflocken mitgekauft werden.
Die Schlichtungsverhandlungen über den Angeſtelltentarif
nordweſtlichen Gruppe der Eiſen= und Stahlinduſtrie finden am Ip
vor dem ſtaatlichen Schlichter Prof. Dr. Brahn in Dortmund ſt
Mit Rückſicht auf die wirtſchaftliche Notlage der Zechen hat
Zechenverband veranlaßt geſehen, die Rahmentarifverträge
Arbeiter ſowie für die technifchen und kaufmänniſchen Angeſtel
Ruhrbergbau zu kündigen. Für die Arbeiter läuft der Vert / ar
31. Mai ab, während er für die Angeſtellten mit dem 30. J
endet iſt.
Die Friedländer Moſaikplattenwerke, das einzige in der St.
bi=
her noch im Betrieb befindliche Induſtrieunternehmen, haben il
ſamten Belegſchaft einſchließlich der techniſchen und kaufmär ſchen
Beamten und Angeſtellten bis zum 18. April ds. Js. gekündig
dieſem Tage wird der geſamte Betrieb geſchloſſen.
Das Weißblechwerk in Witten hat wieder mehrere hundert ſann
eingeſtellt, und auch die Grünebacher Hütte iſt wieder in Betr /g
nommen worden. Wie von zuverläſſigen Seite verlautet, darf i Uer
nächſter Zeit mit einer weiteren weſentlichen Belebung, beſond der
Hüttenbetriebe, gerechnet werden.
Die Sektkellerei Wachenheim A.=G verteilt für 1930 eine Di ende
von 5 (4) Prozent auf 450 000 RM. Aktienkapital. Im abgele iner
Jahre ſeien für die Sektinduſtrie überwiegend Verluſte erzielt t den,
Der Konſum iſt ſtärker zurückgegangen. Trotzdem vermochte die
ſell=
ſchaft ihren Umſatz noch auf ertragbringender Höhe zu halten.
Die Oberbadiſche Gasfernverſorgungs A.=G., Freiburg i. Br gau
beabſichtigt, ſich jetzt auch nach dem Norden auszudehnen, und he
Ver=
handlungen mit den Ortſchaften Denzlingen, Gundelfingen und For
ſtetten aufgenommen. Bekanntlich erſtreckte ſich das Verſorgung bie
bisher auf das Gebiet ſüdlich Freiburgs bis Müllheim=Badenwei
Der am 17. März von dem Schlichtungsausſchuß Wetzlar illie
Schiedsſpruch im Lohnſtreit der Toninduſtrie des Arbeitgeberver des
für die mittlere Lahn und benachbarte Gebiete iſt von beiden P eien
angenommen worden und hat ſomit Rechtskraft erlangt.
Der Mittelbadiſchen Gasfernverſorgungsgeſellſchaft m. b. H.,
fen=
burg, iſt jetzt nach mehrjährigen Bemühungen auch die Gemeinde ng.
lingen beigetreten. Der im Vertrag vorgeſehene Gaspreis ſtellt / auf
28 Pfg. je Kubikmeter.
Die Union Chemique Belge, Brüſſel, verteilt für 1930 keine
ivi=
dende. Der Betriebsgewinn im dritten Geſchäftsjahr ſtellt ſie au
66 623 186 Franken gegen 94922693 Franken imn Vorjahre.
der normalen Abſchreibungen beträgt der Reingewinn 17,30 Mil (e.
Franken (im Vorjahre 59,50 Millionen Franken), der vorgetraget ſer
den wird. Eine Dividende wird in Anbetracht der unſicheren
ſrt=
ſchaftslage nicht verteilt (im Vorjahre rein 80 Franken).
Der Spekulationswut eines franzöſiſchen Wechſelagenten ſind
ſe=
eine Anzahl franzöſiſcher Kleinſparer, diesmal in Caén, zum Opf
je=
fallen. Der Wechſelagent verlor im Laufe der letzten Jahre 5
Afo=
nen Franken. Als er ſah, daß ſeine Lage unhaltbar geworden ar,
verſchwand er und konnte bisher noch nicht ermittelt werden.
Berliner Kursbericht
vom 30. März 1931
Oeviſenmarkt
vom 30. März 12
Berl. Handels=Geſ.
...
Danatbank..
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
Rie
147.50
111. 125
111.—
n2.R75
95.50
74.875
108.75
78.50
89.875
101.—
54.50
124.75
140.75
73.125
Mi eee Vefe
J. G. Farben 146.—
Gelſ. Bergwv.
83.50
Geſ.f.eleftr. UIntern. /128.375
Harpener Bergbau/ 73.50
73.75
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann 92.—
Kali Aſchersleben 1157.50
Klöcknerwerke
71.50
Köln=Neueſſ. Bgw./ 79.50
Mannesm. Röhr. 81.25
Maſch.=Bau=Unin. 44.50
Nordd. Wolle
70.—
Oberſchleſ. Koksw. 79.875
Orenſtein & Koppell 56.—
Mae
Rütgerswerie
Salzdetfurth K,
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
Re.
56.50
247.—
122.—
120.—
60.25
163.75
69.25
25.50
59.—
119.—
162.25
47.625
57.375
Helſingfors
Wien
Prag
Budapc
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stodholm
London
Buenos=Aires
New Yorl
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. M
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Pengö
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1L-St.
1 Pap. Peſo
1 Doll
1100 Belge
100 Lire
100 Francs
Geld,Brief
10.5491 10.*69l Schweiz
58.945 59.065) Spanien
12.422
73.08
3.036
168.0;
112.15
112.16
112.24
20.371
1.457
4.193
58.28
21.96
12.442
73.22
3.042
168.41
12 37
112.38
112.46
20.41
1.461
4.201
18.40
22.00
16 397/ 16.43:
Danzig
Japan
Rio de Janeiro
Jugoſlawien /100 Dinar
Portugal
Athen
Jitam bu
Kairo
Kanado
Uruguay
Jsland
Tallinn (Eſtl.
Riga
Frankfurter Kursbericht vom 30. März 1931.
Altien, Oi
77 Dtſch. Reichsan
2aIntern.,
69 Baden ...
%Bayern .."
8 Heſſen v.
v. 2
20 Preuß. Staat
82 Sachſen ....
72 Thüringen.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſunsſch. +/,
Ab=
löſungsanl.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe
Aachen v. 2
0 Baden=Baden.
6% Berlin
89 Darmſtabt v. 26
v.
79 Dresden..
8% Frankfurt a.M
v. 26
v. 26
89 Mainz...
8% Mannheim v. 26
v. 27
88 München
8% Nürnberg. .
8% Wiesbaden
8% Heſſ. Landesbt.
D Goldobli
4½% Heſſ. Lds.
Hyp.=Bk.=Liquit
4½% Kom.=Ob
8% Preuß. Lds.
pfbr.=Anſt. G. Pf.!*
82 „Soldobligl
9955
84.75
80.25
100=
81.75
91.25
23.5
98
99.5
78.5
85.75
20
90.5
82.75
98.75
86
79
91.5
76.5
S5.25
100.5
95.25
95.5
Arf
82.5
Landeskomm
Bk. Girozentr. für
Heſſen. Goldob
8% Kaſſeler Land
kredit Goldpfbr. /100
79 Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr..
88 Naſſ. Lamdesbl. /100.25
4½% „ Liqu. Obl
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
PAuslSer.
„ „ Ser. II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).. 11
D Berl. Hyp. B!
Liqu.=Pfbr./ 91.5
82 Frkf. Hyp.=Bt. /101.5
4½% Lig. Pfb.
Pfbr.=Bk./101.5
„ Liqu.
% Mein.Hyp.=Bl.)
Or Lia. Pfbr
20 Pfälz. Khp.=Bi. /100
Lia. Pfbr./ 93.5
820 Preuß. Boden
cred.=Ban!
4½% „ Lig. Pfbr.
39 Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Ban1 ./100.75
4½%0 „ Lig. Pfbr. / 91.5
%o Rhein. Hyp. Bl./101.5
220 n Lig. Pſbr.=
Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit ...."
18% Südd. Bod.
Cred.=Bank .. . . 1100.5
M½½ „La.Bfbr.
Ri
94.75
86
95.25
86.5
99.75
97
97
91.5
977
94
102.25
27
L2.5
97.25
94
96.7
93.2
1o1
95.25
93.25
Me
% Daimler=Ben=
3% Dt. Linol. Werke
glöckner=Werke
Maintrw. v. 2
Mitteld. Stah
Salzmannu. Cr
7% Ver. Stahlwerke
8½ Voigt &Häffner
J. G. Farben Bond=
9 Bosn. L.E.*
L. Inveſt.
% Bulg. Tah. v.02
4½% Oſt. Schätze
420 Sſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
480 Türk. Admin.
„ 1. Bagdad
„ Zollanl.
O Ungarn 191:
1914
Goldr.
1910
Aktien
Rig. Kunſtziide Unie
A. E. G
AndregeNoris Zahn
Aſchaffba. Brauer=
Zellſtof
Gemberg. 7. P
Bergm. El.=Werle
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen.
Cemen; Heidelbers
Karlſtad:
J. G. Chemie, Baſel
Chem. Werke Albert
Chade
Contin. Gummiw.
Linoleum
Doimſer=Berz ..."
100
73.5
97.5
88.5
88.5
85.5
85.7
96.75
101.75
7.8
R6
19.25
16.3
58.5
109
1277
81.5
Mif e
Erdöl
Gold=u. Silber
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
„ Eiſenhandel..
Dyckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft!
Eſchw. Bergwerl..
EßlingenMaſchiner
Ettlingen Spinnerei
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſt
Feinmech. (Jetter!
Felt. & Guilleaume
Frankf. Gas:
Lia=
bof.
elſent. Bergter
Geſ. f. eleltr. Untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frift.
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger Kempf.
HilpertArmaturfrb.
hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer.
Hochtief Eſſen
Holzmann. Phil
Zlſe Bergb. Stamm
Genüſſel
Junghans
Kali Chemie
Aſchersleben
Kammgarnſpinn
Karſtadt, R.
Klein. Schanzlin
Klöcknerwerke
Knorr C. H.
Lahme. Co."
Laurahütte
Lech, Augsburg ..
72.5
110.5
134.75
26.5
260
40
104.5
147
53.75
119
40
84.75
136
74.5
58.5
119
77
183
108
36!
108
55
59.5
Ja
26.5
39
Sachtleben A. G. .
Salzdetfurth Kal:.
Salzw. Heilbronn
Schöfferhoſ=Bint
Schramm., Lackfbr.
Schriftg. Stempel
Schuckert Eleftr . .
Schwarz=Storchen
Siem. Glasinduſtr.
Siemens& Halste.
Südd. Immobilien
Zucker=A. G.
Svensko Tändſtig
Tellue Bergbau
Thür. Liefer.=Gei.
Tietz Leonhard
Tucher=Brauerei
Anterfranken
Beithwerfe
Ver. f. Chem. Ind
Stahlwerke
Strohſtoffabr.
Ultramarin .. .
147
248.5
181
193
56.5
85
185
24
122.5
40
n8.75
123
25
65-75
61
119
128
oſtländ. Ma chin. 3
Voigt & Haefinet.
Wahß 4 Frehtag.
Wegelin Rußfabrikl 4
Weſteregeln Kali..
Zel’ſtofſ=Verein .."
Waldhof . . . . . . 10
„ Memel.
Allg. D1. Creditanſt./ 9
Badiſche Bont....
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBunkverein
Bayer. Kyp. u. W. 120
Berl. Handelsgeſ..
„ Ehpothefbk. 20
Comm. u. Privatb. 11.
Darmſt. u. Nat.=Bk. 147
Dt. Bank und Disc. 111
Dt. Eff. u. Wechſel/ 98
Dresdner Bank. . . 110
9:
Frankf. Bank
152
„ Hhp.=Ban!
Pfdbr.=B1. . . . /452
Mein. Hyp. Ban/ 163
Oſt. Creditanſtal1
Pfälz. Khp.=Ban 131
Reichsbank=Ant. . 261
Rhein; Hyp.=Bank. 123
Südd. Bod.=Cr. B1. 147
Wiener Banlverein 9.
Württb Notenbau//134
A.-G. ſ. Verlehrswv.
Allg. Lokalb. Kraftw 128.
7% Dt. Reichsb. Vzg
Hapag ...."
Nordd. Lloyd..
Südd Eiſenb.=Gei. 87
Alllanz. u. Stuttg.
Verſicherung
Verein. Verſ. 209
FraukonaRück- u. M
Mannh. Verſich ./ 26
Otavi Minen
Schantng Handelsl 76=
Nummer 90
Dienstag, den 31. März 1931
Bei Kauf von (öbel
besichtigen die doch auch biite die so
ausgedehnten Ausstellungs=Räume
der Firma
Möbel-Industrie Beidel
Fügelstraße 15, 15, 17
50. Geſchäftsjahr.
Zwangsverſteigerung.
Termin: 14. April 1931, nachmittags ½4 Uhr, in
Sitzungsſaale, Zimmer 219 des Neuen Gerichtsgebäudes
in Darmſtadt.
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bezirk 5, Blatt 213:
Ord.=Nr. Flur Nr. Kulturart und Gewann qm Schätzung
6 215 Hofreite Nr. 10
Wingerts=
gäßchen
188 2500 RM.
6 216 Grabgarten daſelbſt
81 700 RM.
19 1032),, Grabgarten Weinbergſtr. 401 2800 RM.
Eigentümer: Eheleute Händler Georg Eckel und Helene,
geb. Rebſcher, als Geſamtgut der
Errungenſchaftsge=
meinſchaft. Die Verſteigerung erfolgt zwecks Aufhebung
der Gemeinſchaft.
(329a
Darmſtadt, den 24. November 1930.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Zwangsverſkeigerung.
Termin: 16. Abril 1931, nachm. ½4 Uhr, im Sitzungsſaale
Zimmer 219 des Neuen Gerichtsgebäudes in Darmſtadt.
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt. Bezirk 6, Blatt 985:
Flur 15, Nr. 37, Halle mit Hofraum (Lagerplatz) Nr.
140 Pallaswieſenſtraße, 2515 qm. Schätzung: 10 000.—
Reichsmark. Flur 15. Nr. 38, Hofreitegrund (
Lager=
platz) daſelbſt, 1077 qm. Schätzung: 4000.— Reichsmark.
Eigentümer: Johann Jakob Friedrich Wilhelm Fehrer in
Melbourne in Viktoria (Auſtralien) und Anna Hedwig
geb. Ehlenberger, Ehefrau von Kaufmann Heinrich
Juſtus Fehrer in Frankfurt a. M., zu je einhalb.
Darmſtadt, den 3. Dezember 1930.
(2073a
Heſſiſches Amtsgericht I.
Seite 13
Zwangsverſteigerung!
Termin:
9. April 1931, nachm. ½4 Uhr, im
Sitzungs=
ſaal Zimmer 219 des Neuen Gerichtsgebäudes
in Darmſtadt.
Grundſtück: Gemarkung Darmſtadt, Bezirk 1. Blatt 1065
Flur 1 Nr. 918. Hofreite Nr. 27 Soderſtraße,
168 qm. Schätzung: 10 000.— RM.
Eigentümer: Eheleute Kaufmann Heinrich Walther und
„Marie geb. Germann in Darmſtadt zu je 1
Darmſtadt, den 4. November 1930.
(309a
Heſſiſches Amtsgericht I.
Einträge in das Handelsregiſter
Ab=
eilung A: Am 21. März 1931
hinſicht=
ich der Firma: L. & J. Heß, Darmſtadt:
Der Liquidator Louis Heß iſt infolge
Lodes ausgeſchieden. An ſeiner Stelle
ſt deſſen Witwe Elſa geborene Becht in
Darmſtadt zur Liquidatorin beſtellt.
Die Liquidation iſt beendet und die
Firma iſt erloſchen. — Am 23. März
931 hinſichtlich der Firma; Philipp
Hermann. Darmſtadt: Geſchäft ſamt
firma iſt auf Philipp Wilhelm
Ger=
nann, Handlungsgehilfe in Darmſtadt,
bergegangen. — Am 27. März 1931
inſichtlich der Firmen: 1. Brennſtoff=
Zertrieb „Union” Hartart & Co.,
Darm=
adt: Der ſeitherige Kommanditiſt iſ
us der Geſellſchaft ausgeſchieden,
gleich=
eitig iſt ein neuer Kommanditiſt in die
Heſellſchaft eingetreten. — 2. M.
Kauf=
tann, Darmſtadt: Geſchäft ſamt Firma
ut auf Laura geborene Streng, Witwe Fabriſat Bergmann,
es Kaufmanns Moſes — genannt
Mo=
itz — Kaufmann in Darmſtadt und
Valther Behrendt, Kaufmann in
Darm=
adt, als perſönlich haftende
Geſellſchaf=
er übergegangen. — Die offene
Han=
elsgeſellſchaft hat am 1. Oktober 1
egonnen. — Neueintrag am 26. März
931: Firma: Kunſt= und Auktionshaus
ſhilipp Kling, Darmſtadt. — Inhaber:
hilipp Kling, Taxator in Darmſtadt.
Abteilung B: Am 24. März 1931
hin=
chtlich der Firma: Heinrich Lönholdt
Co., Geſellſchaft mit beſchränkter
Haf=
ung, Hauptniederlaſſung Frankfurt a.
Cain, Zweigniederlaſſung Darmſtadt:
ſurch Beſchluß der
Geſellſchafterver=
immlung vom 2. Oktober 1929 iſt das
kammkapital um 114 000.— Reichsmark
U7 6000.— Reichsmark herabgeſetzt. Das
kammkapital beträgt nach der bereits
ingetragenen Erhöhung jetzt: 50 000.—
leichsmark. — Durch vorgenannten
Be=
hluß iſt der Geſellſchaftsvertrag ge=
(5121
ndert.
Darmſtadt, den 28. März 1931.
Amtsgericht I.
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Die ſtädtiſchen Anſchlagſäulen ſollen
ab 1. April 1932 neu verpachtet werden.
Die näheren Verpachtungsunterlagen
ſind im Stadthaus, Zimmer Nr. 33,
er=
hältlich oder können von dort bezogen
werden.
Angebote mit genauer Angabe der
Einzelheiten ſind mir bis längſtens
Don=
nerstag, den 30. April 1931, in
verſchloſ=
ſenem Briefumſchlag mit der Aufſchrift
„Verpachtung der ſtädtiſchen
Plakat=
ſäulen” einzureichen.
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„mittlungen iſt es der Kriminalpolizei gelungen,
Die drei Verbrecher, die am 1. 3. den Raubüber=
Fall auf den Kaufmann Reinermann und ſeine
FFamilie in Berlin, in der Faſanenſtraße, ausge=
Führt und dabei Schmuckſachen im Werte von
etwa 30 000 Mark erbeutet haben, zu ermitteln
nind feſtzunehmen. Es handelt ſich um den
Bau=
kechniker und Schloſſer Hermann Behrens, um
einen 45jährigen Kaufmann Dietrich Rönner
und um einen gewiſſen Raſſal. Behrens konnte
vorgeſtern früh von Berliner und Frankfurter
Kriminalbeamten auf dem Frankfurter
Haupt=
goſtamt feſtgenommen werden. Aus Briefen war
erſichtlich, daß ein Komplize ſich auf dem Wege
nach Frankfurt a. M. befand. Dieſer Mann war
Kaſſal. Auch er wurde bei ſeiner Ankunft in
Frankfurt a. M. dingfeſt gemacht. Der dritte,
Rönner, wurde vorgeſtern nachmittag in einer
Wirtſchaft in der Steglitzer Straße in Berlin
jeſtgenommen. Wie die Kriminalpolizei
feſt=
tellte, planten Rönner und Behrens einen
Ein=
öruch bei einem Juwelier in Frankfurt a. M.
Der Einbruch ſollte wahrſcheinlich in der Nacht
um Sonntag ausgeführt werden. Eine
Haus=
üchung in Rönners Wohnung förderte das
zigens für dieſen Einbruch neu angeſchaffte
Werkzeug zutage.
Jugendlicher Einbrecher.
Frankfurt a. M. In einem Schulgebäude
im Zentrum der Stadt wurde ein elfjähriger
Zunge beim Einbruch auf friſcher Tat ertappt
ind feſtgenommen. Der Junge war auf ganz
affinierte Art vorgegangen, um den Einbruch
usführen zu können. Er erſchien an mehreren
ragen in der Schule und gab an, einem
Fräu=
ein Sauer einen Füllfederhalter abgeben zu
öllen. Den Auftrag wolle er von ſeiner
Mut=
er erhalten haben, die Füllfederhalter
repa=
iere. Ein Fräulein Sauer gab es jedoch in der
ſchule nicht. Als nun vor einigen Tagen eine
ehrerin in ihrem Zimmer den Jungen
ge=
jahrte, erzählte er wiederum das Märchen mit
em Füllfederhalter. Auf dem Wege zu den
un=
iren Schulräumen ſchloß ſich der jugendliche
inbrecher in die Toilette ein, ſo daß die
Poli=
i geholt werden mußte. Es wurde feſtgeſtellt,
aß es ſich um einen der Polizei nicht
unbekann=
n Jungen aus der Yorkſtraße handelt. Aus
im Zimmer der Lehrerin, in das er mittels
achſchlüſſels gelangt war, hatte er ſich ein
Pho=
ſtativ angeeignet und dies ſpäter in den
Toi=
tteanlagen verſteckt.
Verhängnisvoller Sturz.
Koblenz. Eine Frau öffnete beim
Be=
eten ihres Hauſes irrtümlicherweiſe eine
Kel=
rtür im Hausflur. Sie ſtürzte die
Keller=
eppe hinunter und blieb mit einer ſchweren
hädelverletzung liegen, an deren Folgen ſie
rze Zeit ſpäter im Krankenhaus ſtarb.
Gräberfunde.
Ehrenbreitſtein. Am
Bahnwärter=
ſten 2 bei Urbar ſtieß man etwa 2½ Meter
d 3½ Meter unter dem Niveau der Straße
yrenbreitſtein-Vallendar auf ein
umfangrei=
s Gräberfeld. Etwa 15—20 Schädel lagen
er auf einem engen Raum zuſammen. Auch
cken=, Arm= und Beinknochen wurden
gefun=
n. Einige Schädel ſind noch gut erhalten. Es
ndelt ſich um Knochenteile von jungen Leuten
Alter von 20—30 Jahren. Man vermutet,
ß es ſich um Kriegsgräber aus den
Befrei=
gskriegen handelt. Vielleicht ſtammen die
nde auch aus dem 17. Jahrhundert. Schon
r einigen Jahren wurden in derſelben Gegend
nſchliche Gebeine bei Ausgrabungsarbeiten
age gefördert.
Vierfacher Mord.
Neuenbürg. Am Samstag nachmittag
rden in Engelsbrand bei Neuenbürg vier
rſonen, die 28jährige Roſa Beyle, deren acht
hre alter Sohn ſowie die Eltern der Frau,
60jährige Goldarbeiter Karl Zoll und deſ=
58 Jahre alte Ehefrau, in ihrer Wohnung
aufgefunden. Alle vier Perſonen, von denen
e in einem andern Zimmer in ihrem Blut lag,
ren mit einem Beil erſchlagen worden. Die
2 wurde am Samstag nachmittag durch eine
ſere Tochter des getöteten Ehepaaces
ent=
t, die ihre Eltern beſuchen wollte. Min
imt an, daß der bis jetzt noch nicht ermittelte
ker das Verbrechen in der Nacht vom Freitag
: Samstag begangen hat. Der Niin der
öteten Frau, der von dieſer getrennt lebte,
Tde unter dem Verdacht der Täterſchaft in
it genommen.
Abſturz aus 8ooo Meter Höhe.
Azeug zerkrümmerk, Pilokin gerekkel
Ellinor Smith,
dekannte amerikaniſche Fliegerin, ſtürzte bei
m neuen Rekordverſuch aus 8000 Meter
* ab, wurde bewußtlos und kam erſt wieder
ich, als ſie ſich ſchon in 3000 Meter Höhe
Id. Sie bekam die Steuerung wieder in die
alt und landete im Gleitflug. Das Flug=
Durde dabei zertrümmert. Ellinor Smith
Eklitt jedoch keine ernſten Verletzungen
Dienstag, den 31. März 1931
In Rom kagt die Welk=Gekreidekonferenz.
Muſſolini bei der Begrüßung der Delegierten. Oben rechts: Reichsminiſter a. D. Dr. Hermes,
der deutſche Delegationsführer.
In Rom wurde die Welt=Getreidekonferenz eröffnet, an der die Delegierten von 48 Ländern
teil=
nehmen. Die Aufgabe der Konferenz iſt, einen Ausweg aus der furchtbaren Depreſſion des
Welt=
getreidemarktes zu finden, der die Landwirtſchaft in allen Erdteilen aufs ſchwerſte bedrückt.
Hier wird Deutſchlands Grab des Unbekannken Soldaken errichkek.
Der Dambachsgrund in Berka (Thüringen).
Der lange Streit verſchiedener deutſcher Plätze um das Reichs=Gefallenen=Ehrenmal hat durch die
Entſcheidung des Reichskabinetts endlich ſeine Löſung gefunden. Die Wahl fiel auf den lieblichen
Thüringer Ort Berka.
Konſul Alfred Winter auf der Jagd tödlich
verunglückt.
Berlin. Konſul Alfred Winter, der
Mit=
nhaber der Hannoverſchen Firma Oskar
Win=
ter, iſt am Sonntag auf der Jagd tödlich
ver=
inglückt. Konſul Winter hatte ſich mit
Sanitäts=
rat Dr. Oberdieck nach Iſernhagen zum
Schnep=
fenſtrich begeben. Nach dem Verlaſſen des
Kraft=
wagens waren ſie ins Gelände geſchritten und
atten ſich von einander getrennt. Nach dem
Hochgehen von Schnepfen hatte Sanitätsrat
Oberdieck mehrere Schüſſe gehört, auf ſeinen Ruf
von Winter aber keine Antwort erhalten. Als
er deſſen Spuren nachging, fand er ihn in
eini=
ger Entfernung in den letzten Zügen, ſo daß
keine Hilfe mehr möglich war. Bei der
Hand=
habung des Gewehrs war ein Schuß
losge=
zangen, der Konſul Winter ſelbſt tödlich
getrof=
en hatte.
Reviſion im Fall Saffran.
Berlin. Der Verteidiger des Angeklagten
zaffran im Bartenſteiner Prozeß hat gegen das
Irteil Reviſion eingelegt, aber nur inſoweit, als
haffran wegen Mittäterſchaft zum Tode
verur=
eilt worden iſt. Die Reviſionsſchrift rügt, daß
jaffran wegen vollendeten Mordes verurteilt
ſorden iſt und behauptet, er könne nur wegen
Beihilfe beſtraft werden, da nicht er, ſondern
Lippnick die tödlichen Schüſſe auf den Melker
Dahl; abgegeben habe und außerdem Saffran
berhaupt nicht am Tatort geweſen ſei.
ladfahrende Schüler durch Anhängen an einen
Laſtzug verunglückt.
Berlin. Am Montag nachmittag hatten
h zwei zwölfjährige Gymnaſiaſten beim
Verlaſ=
n der Schule in der Machnowerſtraße in
Ber=
n=Zehlendorf mit ihren Fahrrädern an den
Anhänger eines Laſtkraftwagens angehängt.
der Kraftwagen geriet ins Schleudern, die
bei=
den Schüler kamen zu Fall und gerieten unter
en Anhängewagen, der über ſie hinwegfuhr.
ſeide erlitten ſchwere Verletzungen. Es handelt
ich um den Sohn des preußiſchen
Kultusmini=
ers Grimme und den Schüler Hans Haupt aus
eltow.
Vier Tote bei einem Bootsunglück.
Baſel. Am Sonntag nachmittag kippte auf
dem Thuner See ein mit fünf jungen Leuten
beſetzts Boot um. Vier Inſaſſen ertranken,
wäh=
end ſich der fünfte retten konnte.
Befreiung von der Wehrpflicht für 5000 Kronen.
Ein Beſtechungsſkandal.
Prag. In Kaſchau, in der Slowakei, iſt ein
großer Muſterungsſchwindel aufgedeckt worden,
der immer weitere Kreiſe zieht. Es handelt ſich
um Befreiung von Militärdienſtpflichtigen von
der Wehrpflicht gegen Zahlung von 5000 Kronen.
Auf Grund der Ausſagen eines Mannes, der
ſich beſtimmte Daten über die Beſtechungen
ver=
ſchafft hatte und nun an den Beteiligten
Erpreſ=
ſungen verſuchte, wurde bei dem Oberſtleutnant,
Sanitätsrat Dr. Martinek, eine Hausſuchung
vor=
genommen, die ſo ſchwere Verdachtsmomente
er=
gab, daß er und 15 andere Perſonen verhaftet
wurden. Bei der Hausſuchung fand man Bündel
von 1000=Kronennoten in Beträgen von 17 000,
18 000 und 20 000 Kronen, außerdem zwei
Ein=
lagebücher auf 52 000 Kronen. Unter der Laſt
der Beweiſe und der Zeugenausſagen geſtand
Dr. Martinek, 20 Perſonen für je 1000 Kronen
vom Militärdienſt befreit zu haben. Auf Grund
dieſes Geſtändniſſes wurden weitere 15 Perſonen
verhaftet, die ſich an dem Muſterungsſchwindel
mitſchuldig gemacht haben. Es ſtellte ſich heraus,
daß die Vermittler jener Wehrpflichtigen, die
ſich vom Militärdienſt loskaufen wollten, 5000
Kronen erhoben, während ſie nur 1000 Kronen
an den Oberſtleutnant abführten. Die meiſten
Angeklagten, unter denen ſich bekannte Kaſchauer
Perſönlichkeiten befinden, leugnen bisher, an
dem Beſtechungsſchwindel beteiligt geweſen zu
ſein.
Selbſtmordfahrt im Auto.
Paris. Großes Aufſehen erregt an der
ganzen Riviera der Selbſtmord einer der
ſchön=
ſten Frauen der dortigen ausländiſchen Kolonie,
der 24jährigen Amerikanerin Townsend, die in
der Nähe von Nizza in ihrem Luxusautomobil
einen 150 Meter tiefen Abhang in
ſelbſtmörde=
riſcher Abſicht hinunterfuhr. Der Wagen ging in
Trümmer und die Frau war auf der Stelle tot.
Es beſteht kein Zweifel, daß ein Selbſtmord
vor=
liegt, da die Frau, die mit einem reichen
Auſtra=
lier verheiratet war, kurze Zeit vorher in einem
Café einen Abſchiedsbrief an ihren Gatten
ge=
ſchrieben hatte. Die Selbſtmörderin war im
Jahre 1923 noch Mitglied der Ziegfield=Girls.
Sie nannte ſich damals Poggy Davis.
Seite 15
Eine Rieſenerbſchaft
vom Vermögensverwalter verunkreuk
Dresden. In München hat am 24. März
Rechtsanwalt Bernardo Sala Selbſtmord durch
Vergiften verübt. Er hatte bis zum 1. Oktober
1925 in Dresden die Rechtsanwaltspraxis
aus=
geübt und iſt namentlich als
Vermögensverwal=
ter in Anſpruch genommen worden. Später iſt
er nach München übergeſiedelt, wo er ein recht
luxuriöſes Leben führte. Seinen großen
Auf=
wand erklärte er damit, daß er den Poſten eines
Syndikus bei der J.=G. Farben bekleide, der ihm
60 000 RM. jährlich einbringe. Sala war ſehr
viele Jahre Vermögensverwalter des
ehema=
ligen öſterreichiſchen Oberſtleutnants Haniel,
deſſen an ſich ſchon außerordentlich großes
Ver=
mögen durch ſeine Verheiratung mit der als
Wohltäterin bekannten Witwe Sophie
Baum=
gart noch in erheblicher Weiſe vermehrt wurde
und eine Vermögensverwaltung notwendig
machte. Nach dem Tode des Oberſtleutnants
Haniel beließ, Frau Sophie Baumgart=Haniel
den Rechtsanwalt in ſeiner Stellung als
Ver=
mögensverwalter. Sala hat das ihm
entgegen=
gebrachte Vertrauen als Vermögensverwalter
mißbraucht. Auf Grund des Teſtaments der im
Sommer 1930 geſtorbenen Frau Baumgart=
Haniel ſollte Rechtsanwalt Sala am 25. März
die Auszahlung der Erbſchaftsbeträge
vorneh=
men. Die Erben waren teilweiſe aus Wien
uſw. in Dresden eingetroffen. Nach dem
Selbſt=
mord Salas hat ſich nun herausgeſtellt, daß das
ganze ihm zur Verwaltung überlaſſene
Ver=
mögen reſtlos verbraucht worden iſt. Eine
Stif=
tung für arme Kinder, die Frau Baumgart=
Haniel teſtamentariſch beſtimmt hatte und die
ihr beſonders am Herzen lag, iſt unmöglich
ge=
worden. Auch der Verein für Krüppelhilfe in
Dresden, die Kinderheilanſtalt und ſehr viele
andere Wohltätigkeitsvereine, die mit ähnlichen
Legaten bedacht waren, gehen leer aus.
„Graf Zeppelin” wieder in Friedrichshafen.
Baſel. Das Luftſchiff „Graf Zeppelin” iſt
geſtern früh ½4 Uhr nach Friedrichshafen
zu=
rückgekehrt. Da aber die Landungsmannſchaft
erſt auf 6 Uhr beſtellt war, kreuzte das Luftſchiff
ſolange über dem Bodenſeegebiet und landete
dann um 6 Uhr. — Die Rückfahrt von Budapeſt,
die wieder über Wien und München ging, war
nach Mitteilungen der Paſſagiere herrlich, aber
ſehr kalt. — Die nächſte Fahrt des Luftſchiffes
iſt die vom 9. bis 13. April, die nach Aegypten
führt, wobei Dr. Eckener ſelbſt die Führung
übernehmen wird.
Ein Zugzuſammenſtoß.
Brüſſel. Ein Eiſenbahnunglück ereignete
ſich geſtern früh im Bahnhof Glons. Ein
Per=
ſonenzug der Strecke Tongres=—Lüttich ſtieß mit
einer Rangierlokomotive zuſammen. Dabei
wur=
den elf Fahrgäſte ſchwer verletzt. Der
Sachſcha=
den iſt unbedeutend.
Temperaturſturz in Süditalien.
Rom. In Süditalien iſt plötzlich ein
Tem=
peraturſturz eingetreten, wobei es in den Bergen
Calabriens und Siziliens bis tief herab ſchneite.
Heftige Erdſtöße in Italien.
Mailand. In Miglarino, in der Provinz
Ferrara, wurden am Sonntag früh zahlreiche
heftige Erdſtöße verſpürt, die mehrere Sekunden
dauerten. Die Bevölkerung verließ panikartig
die Häuſer. Schornſteine wurden umgeworfen
und zahlreiche Gebäude weiſen große Riſſe auf.
36ſtündiger Schneeſturm in Amerika.
16 Todesopfer.
New York. Die amerikaniſchen
Bundes=
ſtaaten Colorado, Nebraska, Wyoming und New=
Mexiko ſind von einem furchtbaren 36ſtündigen
Schneeſturm heimgeſucht worden, der nach den
bisherigen Meldungen 16 Todesopfer gefordert
und großen Schaden angerichtet hat. Zahlreiche
Viehherden ſind vernichtet worden.
Ein Autobus im Schneeſturm.
Fünf Kinder erfroren.
Towner (Colorado). Ein Schulomnibus,
in dem ſich insgeſamt 23 Kinder im Alter von
8 bis 14 Jahren befanden, wurde von einem
hef=
tigen Schneeſturm überraſcht. Der Fahrer
ver=
ſuchte, die nächſte Telephonſtation zu erreichen,
um Hilfe herbeizurufen, blieb jedoch unterwegs
im Schneeſturm ſtecken. Zwei Scheiben des
Autobuſſes wurden von dem Sturm eingedrückt.
Die Kinder verſuchten ſich vor der Kälte zu
ſchützen, indem ſie ein Feuer aus den Sitzen
machten. Fünf Kinder ſind bereits erfroren. Ein
Flugzeug iſt unterwegs, um die überlebenden
Kinder zu retten.
Der engliſche Dichter Bennelt F.
Enoch Arnold Bennett,
der bekannte, engliſche Bühnen= und
Roman=
ſchriftſteller, iſt im 64. Lebensjahre in London
geſtorben. Bennetts Schauſpiel „Das große
Abenteuer” wie eine Reihe ſeiner Romanwerke
erlebten auch in Deutſchland große Erfolge.
Die deutſchordensftadt Thorn
zur Zeit ihres großen Sohnes Kopernikus
„Nicolaus Copernicus Terrae Motor, Solis Caelique Stator”
lautet die Inſchrift auf dem Bronzeſtandbild des großen
Aſtrono=
men in ſeiner Vaterſtadt Thorn.
Der Mantel Gottes hat in der Weltgeſchichte oftmals den
Deutſchen Oſten berührt: „ex oriente lux” ſind keine leeren
Worte; die öſtlichſte deutſche Provinz: das alte Pruzzenland, hat
viele große Männer hervorgebracht, von denen Nikolaus
Koper=
nikus durch ſeine neue kühne Lehre, nach der die Sonne der
Zen=
tralkörper iſt, um den ſich die Erde und die übrigen Planeten
drehen, die alte Weltanſchauung der Sternenkunde ſtürzte.
Frech, wie der Pole nun einmal iſt, beanſprucht er zu
Un=
recht Kopernikus für ſich; väterlicher= und mütterlicherſeits waren
die Vorfahren des Kopernikus Deutſche, und zwar ſaßen die
erſteren in dem Dorfe Koppernig bei Neiße in Schleſien, einer
deutſchen Koloniſtenſiedlung aus dem Ende des 13. Jahrhunderts,
während der Vater ſeiner Mutter, Lukas Watzenrode,
Schöppen=
meiſter der Altſtadt Thörn und zugleich Beſitzer des Gutes
Frie=
denau war. Des Aſtronomen Vater Niklas Koppernigk war nach
Krakau gezogen und dort Kaufmann geworden. Die Stadt Krakau
iſt einſt von Deutſchen gegründet und hochgebracht worden; ſie
gehörte ſeit mindeſtens 1387 zum Bunde der Deutſchen Hanſa und
war auch zu des Koppernigk Zeit in dem führenden
Kaufmanns=
ſtande noch überwiegend deutſch; bis in die Mitte des 16.
Jahr=
hunderts iſt in den dortigen Gerichts= und Ratsbüchern keine Zeile
polniſch, ſondern alles lateiniſch und deutſch geſchrieben.
Intereſ=
ſant iſt auch, daß der im Jahre 1589 geſtorbene Pole Cromer vom
ſüdlichen Polen ſagt, daß daſelbſt in den Städten faſt durchweg
Deutſch geſprochen würde, und daß ein im Jahre 1501 von dem
Rat der Altſtadt Warſchau an die Stadt Thorn geſchriebener
Brief in deutſcher Sprache verfaßt iſt.
Von Krakau ſiedelte Niklas Koppernigk aus unbekannten
Gründen nach Thorn über, das mit Krakau auf dem Land= und
Waſſerwege — beide Städte liegen ja an der Weichſel — ſeit Ende
des 13. Jahrhunderts in reger Handelsverbindung ſtand; er faßte
in Thorn bald feſten Fuß, da ſeine Handelsunternehmungen —
u. a. mit Kupfer, das aus Ungarn über Krakau kam — glückten.
Er heiratete die Tochter Barbara des bereits erwähnten Lukas
Watzenrode, nach deſſen Tode er ſein Haus in der St. Annagaſſe,
die heute Coppernicusſtraße heißt, und einen Weinberg in dem
„Klöſterchen” erbte. Des Aſtronomen Vater iſt im Jahre 1458 —
alſo 4 Jahre nach dem Abfall Thorns vom Deutſchen Orden und
dem Ausbruch des 13jährigen Krieges — in Thorn nachgewieſen
und kam bereits im Jahre 1465 in die Schöppenbank, auffallend
früh für einen Einzögling. Vermutlich wegen der ſchlechten
finanziellen Lage der Franziskaner in der Altſtadt Thorn, die zur
ſogenannten Kirchenprovinz Sachſen gehörten, ließ ſich des
Aſtro=
nomen Vater von den Dominikanern aufnehmen, die zum
Nikolai=
kloſter in engſter Berührung ſtanden. Das diesbezügliche
Auf=
nahme=Atteſtat iſt, wie üblich, vom Provinzial, d. h. leitenden
Mönch der ſogenannten Oſtprovinz Polen, zu der das
Domini=
kanerkloſter in Thorn gehörte, ausgeſtellt. Hierauf gründen die
Polen ihren Anſpruch, daß des großen Aſtronomen Vater und
damit auch dieſer ſelbſt polniſcher Nationalität ſei, was aber
voll=
kommen abwegig iſt, weil die Thorner Dominikanermönche —
wie ihre Namen Mattis Revaler, Joh. Springeheinrich, Joh.
Rettel, Johſt Stange uſw. beſagen — damals ſämtlich Deutſche
waren.
Des großen Aſtronomen Nicolaus Coppernic oder Coppernick
— ſo ſchrieb er ſelbſt ſeinen Namen mit „C‟, mit „2 p” und ohne
die lateiniſche Endung — Geburtsſtadt Thorn bildete den
hiſtori=
ſchen Schlüſſelpunkt, von dem der ſiegreiche Kampf des Deutſchen
Ritterordens gegen die Pruzzen — die Preußen — begann. Die
erſte Deutſchordensburg Vogelſang wurde im Jahre 1229 auf dem
linken Weichſelufer, Thorn gegenüber, angelegt, im folgenden
Jahre erbaute der Landmeiſter Hermann Balk mit einem neuen
Zuzug von Rittern die Deutſchordensburg Neſſau, ebenfalls auf
dem linken Weichſelufer; die Deutſchordensburg Thorn ſowie die
Stadt Thorn wurde im Jahre 1231 auf dem rechten Ufer der
Weichſel gegründet, am 28. Dezember 1232 erhielt Thorn das
unter dem Namen „Kulmiſche Handfeſte” bekannte Privilegium.
Die erſten Bürger Thorns waren Weſtfalen, denen ſehr bald
Sach=
ſen, Thüringer, Franken und Schwaben folgten. Schon im Jahre
1234 wird Thorn als Magazin und Waffenplatz bezeichnet.
Die Deutſchordensſtadt Thorn entwickelte ſich frühzeitig zur
Händelsſtadt, zu der es ſeine ſehr günſtige Lage an der Weichſel
befähigte, beherrſchte doch Thorn das ganze Handelsgebiet der
ſtädtearmen polniſchen Tiefebene. Die polniſchen Herzöge öffneten
den Kaufleuten des Deutſchen Ordens im Jahre 1243 die Straße,
die von Thorn über Pnowrazlaw, Gneſen, Poſen und Bentſchen
nach Guben führte, und bewilligte ihnen Zollfreiheit. Ferner
beſtanden Handelswege nach Breslau, Sandomir, Krakau,
Lem=
berg, nach Galizien und Ungarn. Frühzeitig trat Thorn der
Deutſchen Hanſa bei — ein Brief der Stadt Thorn an Lübeck, das
Haupt der Hanſa, iſt aus dem Jahre 1280 erhalten —; die
haupt=
ſächlichſten Handelsartikel der Thorner Kaufleute waren neben
Heringen und Salz das Tuch, das ſie aus Flandern bezogen,
fer=
ner Oel, Mandeln und Pfeffer. In Brügge, dem Stapelplatz des
flandriſchen Tuchhandels, waren Thorner Kaufleute anſäſſig; zu
den Flandernfahrten mieteten die Thorner Kaufleute gemeinſam
mit Elbinger und Danziger Kaufleuten ein Schiff, das
hauptſäch=
lich mit Pelzwerk, aber auch mit Wachs und Eiſen beladen wurde;
die Tuchladung auf der Rückfahrt wurde in Danzig oder in Elbing
gelöſcht, von wo die Thorner Kaufleute ihre Waren in Kähnen die
Weichſel aufwärts verfrachteten.
So blühte die ſtolze alte Deutſchordensſtadt Thorn ſchnell auf:
Die Hanſaſtadt Thorn, für die ſich auch der Holz= und
Getreide=
handel ſehr günſtig auswirkte, war die „Königin der Weichſel”
und hatte größere Bedeutung als Danzig!
Schon ein Vierteljahrhundert vor der unglücklichen Schlacht
bei Tannenberg begann der Niedergang Thorns: im Jahre 1385
kündigte der Rat der Stadt Breslau den Thornern die
Handels=
vergünſtigungen auf, „weil der einheimiſche Kaufmann durch die
Thorner Kaufleute in merklichen Schaden und Verdruß komme‟,
und im Jahre 1386 ſperrte des Deutſchen Ordens bitterſter Feind,
der König Jagiello von Polen, den Thorner Kaufleuten das
ganze Gebiet Polens, womit auch der Handel nach Ungarn
unter=
bunden wurde. Vergeblich bzw. mit nur vorübergehendem
Er=
folge traten die Hochmeiſter des Deutſchen Ordens für Thorn ein,
das fortan Danzig den Vorrang laſſen mußte.
Der Komtur von Thorn und eine Anzahl Thorner Bürger
fielen in der unglücklichen Schlacht bei Tannenberg am 15. Juli
1410, der Thorner Bürgermeiſter Johann von Sayn wurde
gefan=
gen genommen. Auf einer Weichſelinſel, gegenüber Thorn,
wurde der erſte Thorner Frieden geſchloſſen, durch den die
vor=
übergehend von Polen beſetzte Stadt Thorn dem Deutſchen
Ritter=
orden zurückgegeben wurde.
Verblendet und undankbar ſchob Thorn alle Schuld am
Nie=
dergange dem Deutſchen Orden zu und bewog im Jahre 1454 eine
Reihe von Städten und Landadeligen, dem Orden den Gehorſam
aufzuſagen und den Polenkönig zum Schutzherrn zu wählen: von
Thorn aus wurde der Abſagebrief an den Hochmeiſter geſchickt,
das Ordensſchloß von den Bürgern belagert und nach Uebergabe
durch die Beſatzung gründlich zerſtört. Man wollte aber mit dem
pol=
niſchen Staat nichts weiter gemein haben als nur den König, von
dem man die feierliche Zuſage verlangte, daß das vom Deutſchen
Orden abgefallene Preußenland mit allen Rechten und Freiheiten
erhalten werde, auch behielt man ſich Selbſtverwaltung und
eigenes Gerichtsweſen vor; alle Beamten, Pfarrer, Domherr und
Biſchof durften nur geborene Preußen ſein; den polniſchen
Reichs=
tag zu beſchicken weigerte man ſich, weil man ja eben nicht eine
Provinz des polniſchen Reiches ſein wollte, ſondern auf eigenen
preußiſchen Landtagen beſchließen würde. Der Polenkönig willigte
in alles ein: Der Dreizehnjährige Städtekrieg begann, der mit
dem im Artushof zu Thorn am 19. Oktober 1466 geſchloſſenen
zweiten Thorner Frieden endete, durch den mit großen
Gebiets=
teilen des Ordenslandes auch Thorn an Polen abgetreten werden
mußte.
Der König von Polen erwies ſich Thorn gegenüber dankbar,
bewilligte ihr große Privilegien, beſtätigte und erneuerte das
Stapelrecht — die ſogenannte „Niederlage” —, ſodaß der Thorner
Handel von neuem aufblühte: Gerade in den Jahren um die
Ge=
burt des großen Aſtronomen Nicolaus Coppernicus hatte Thorn
die größten Vorteile von dieſer „Niederlage”. Außer Pelzwerk
und Metallen — Kupfer und Eiſenerze — aus Ungarn wurden
Unmengen von Holz und Getreide auf Kähnen die Weichſel
hinun=
ter und auf den Handelsſtraßen herangebracht, und Thorn wurde
der Mittelpunkt eines immer mehr aufblühenden
Getreidehan=
dels, der ganz Weſtpreußen mit den in ſeinen Mauern
aufge=
ſtapelten Vorräten verſorgte. Dies wog den einſtmals blühenden
überſeeiſchen Thorner Handel, den Danzig an ſich geriſſen hatte,
durchaus auf; trotzdem blieb Thorn in unmittelbarer Verbindung
mit der Deutſchen Hanſa, entſandte noch im Jahre 1572 einen
Thorner Ratmann zum Hanſetage.
So befand ſich des großen Aſtronomen Nicolaus Coppernicus
Vaterſtadt Thorn zur Zeit der Geburt ihres großen Sohnes in
großer Blüte und Reichtum, als dieſer am 19. Februar 1473 als
viertes und jüngſtes Kind, ſeiner Eltern das Licht der Welt
er=
blickte. Wer damals aus Deutſchland auf einer der alten
Han=
delsſtraßen oder aus Polen am linken Weichſelufer — etwa an
der Stelle des jetzigen Hauptbahnhofs — ankam, dem bot ſich, ehe
er die Fähre oder ein Boot, um überzuſetzen, betrat, ein Anblick
nicht alltäglicher Art: Dicht vor ſeinen Augen der gelbbraune
Weichſelſtrom, viel breiter als der Rhein bei Köln oder die Elbe
bei Magdeburg, in majeſtätiſcher Ruhe dahinfließend, in ſeiner
Mitte ein kleines Inſelchen, das Brückenwerder, und drüben das
ſchöne, ſtolze Stadtbild von Thorn, im Waſſer ſich widerſpiegelnd
und dadurch doppelt ſchön. Eine hohe Zinnenmauer mit
vier=
eckigen Türmen und Toren mit abgewalmten Satteldächern
ſchützt die Stadt vor Ueberrumpelungen. Aus der vieltürmigen
Stadt ragt die Johanniskirche, das geiſtliche Zentrum Thorns, mit
ihrem koloſſalen Turm empor, links davon der ſchlanke, ſpitze
Rat=
hausturm; dann die Marienkirche, des Franziskanerkloſters mit
zierlichem, dreitürmigen Chorgiebel; noch weiter links die
weſt=
lichſten Mauertürme, darunter der berühmte „Schiefe” oder
„Bockende Turm” und das Rundel des Altthorner Tores, und
zwiſchen Stadtmauer und Weichſel das Nonnenkloſter und das
Hoſpital zum Heiligen Geiſt. Rechts der Johanniskirche die
1834 leider abgebrochene Nikolaikirche des Dominikanerkloſters;
weiter rechts die Mauer, die einſt den Aufgang zum alten
Deutſchordensſchloß ſchützte, dann der Junkerhof und das ſchlanke
Türmchen des neuſtädtiſchen Rathauſes. Von der Ritterburg
ſind nur wenige Mauerreſte zu ſehen, jedoch iſt der Danzkerturm
mit dem Rieſenbogen, der vom Schloſſe her zu ihm führt, noch
unverſehrt; rechts an den Schloßbezirk ſchließt ſich die alte
Burg=
freiheit an; landeinwärts dahinter liegt die Neuſtadt Thorn.
An die Stadt anſchließend weiter öſtlich das hohe Steiln”; der
Weichſel, in deſſen Schutz idhlliſch am Waſſer die Tripsmühle
liegt; das Ganze ſchließen bewaldete Höhen ab: So bot der
An=
blick Thorns zur Zeit des großen Aſtronomen Nicolaus
Cop=
pernicus einen ſtolzen, ſchönen Anblick, der ſelbſt die durch
Naturſchönheiten verwöhnten Augen der Weſt= und
Süddeut=
ſchen überraſchte.
Das Innere der Stadt Thorn ausführlich zu beſchreiben
würde zu weit führen. Erwähnt ſeien zunächſt die
Schiffs=
brücke, d. h. der durch Pfähle und Bohlen feſtgelegte
Ufer=
ſtreifen, an dem die Schiffe ihre Waren löſchten, und der große
Windekran, die ſichtbare Hauptquelle der Macht und des
Reich=
tums der Stadt Thorn. Von großer Bedeutung für die Thorner
Handelsherren war das Benediktiner=Nonnenkloſter, in dem ſtets
eine größere Anzahl Töchter Thorner Bürger — z. Zt. des
Coppernieus etwa 50 — untergebracht und für ihr ganzes Leben
verſorgt wurden; bis tief ins 16. Jahrhundert finden ſich nur
deutſche Namen unter den Nonnen dieſes Kloſters. Auch eine
Tante des Aſtronomen Coppernieus, Katharina Peckau, weilte
in dieſem Kloſter; da ſie im Jahre 1494 Aebtiſſin des Kulmer
Nonnenkloſters wurde, trat des Aſtronomen Schweſter, Barbara
Coppernieus, in das Kulmer Kloſter ein, wo ſie ebenfalls
Aebtiſſin wurde.
In der St. Annenſtraße — heute Coppernicusſtraße
ge=
nannt — wohnte ſeit etwa 1464 der Großkaufmann Niklas
Koppernigk; hier wurde der große Aſtronom geboren. Wir
wiſſen nicht Näheres über das Geburtshaus des jungen Nicolaus
Coppernicus, in dem er in den erſten Jahren ſeines Lebens
aufwuchs; aber ſein Geburtshaus wird ähnlich geweſen ſein
wie die anderen alten Wohnhäuſer aus dem gotiſchen
Mittel=
alter, die teilweiſe noch in Thorn ſtehen bzw. von denen Näheres
über ihre Einrichtung überliefert iſt. Dieſe Häuſer waren hoch
und ſchmal, zwei, höchſtens drei Fenſter breit, die Straßenfront
oft durch kräftige Pfeiler ſtraff gegliedert; die Giebel waren
ſpitz, die Dächer ſteil, die kleinen Fenſter von innen durch Läden
verſchließbar; hinter dem Hauſe war ein Hof und Nebengebäude.
In der Regel wurde jedes Haus nur von einer Familie
nebſt Dienerſchaft bewohnt; das ganze Erdgeſchoß war eine
große Diele, die zuweilen durch zwei Stockwerke ging. In dieſer
Diele lagerten Kaufmannsgüter und wurden Waren verkauft;
meiſt befand ſich zur Seite noch ein kleines Kontor, dahinter
die Treppe zu den oberen Räumen; dort ein paar Zimmer zum
Wohnen und Schlafen, mit flacher, bemalter Holzdecke; die
Deckenbalken ragten ins Zimmer, die Wände waren geputzt und
getüncht oder ſchabloniert und mit gewebtem Wandbehang
ge=
ſchmückt; die Möbel beſtanden aus Truhen, Tiſchen, Bänken
und Spinden und waren ſehr handfeſt und unbeweglich, für
behagliches Sitzen ſorgten viele Kiſſen; auch einige Kammern
und ein Badeſtübchen waren vorhanden. Die Räume darüber
bis zum Dachboden dienten Handelszwecken. Wie heute noch in
Danzig, ſo befanden ſich auch vor den Häuſern in Thorn
Bei=
ſchläge oder Vorlöwen, auch Vorlauben genannt, und
Keller=
hälſe; die ſehr maſſiven Haustüren waren mit Blechplatten
be=
ſchlagen, auf die Bandeiſen genietet wurden, zum Schutz gegen
Einbrecher und Spitzbuben. Das Regenwaſſer wurde durch
Regen=
ſpeier auf die Mitte der Straße geſchleudert. Im Ganzen
waren die Häuſer zum Wohnen recht ungemütlich und dunkel,
deshalb atmete der angehende Aſtronom im Sommer viel
Land=
luft auf dem Weinberg in dem „Klöſterchen” ſeiner Eltern;
damals gab es an den ſonnigen Abhängen der Weichſelufer
bei Thorn zahlreiche Rebengärten, deren Trauben zu Wein
ge=
keltert wurden.
Aber nur die allererſten Jahze ſeines Lebens verlebte der
große Aſtronom Coppernicus in ſeinem Geburtshauſe, denn
ſein Vater verkaufte dieſes Haus im Jahre 1480 und zog an
den altſtädtiſchen Markt, wo er an der Oſtſeite ebenfalls noch
Häuſer beſaß. Hier am Marktplatz zu Thorn, an deſſen
Süd=
ſeite der alte Artushof, ein ſtattliches, hohes Gebäude mit
großer Hälle im Erdgeſchoß zur Zuſammenkunft der
Artus=
brüder — durchweg Kaufleute und Kahnfahrer, Handwerker
traren ausdrücklich ausgeſchloſſen — ſtand, hat der berühmte
Aſtronom Coppernieus den größten Teil ſeiner Jugend verlebt.
Die Straßen der Stadt Thorn waren zu jener Zeit von
Menſchen in bunter Tracht belebt; dem ernſten Klerikerſtande
ziemte die dunkele, eintönige Kleidung; die anderen ſtaffierten
ſich farbig aus, jedoch blieb ihre Kleidung in der Mode hinter
Seite 16
Dieustag, den 31. März 1931
Aas dem Deutſchen Oſten.
Nummel
dem übrigen Deutſchland zurück; ſo iſt es zu erklären, 1ᛋ der
Gefandte des Preußiſchen Landes, der in Thorn hoch vern
in weißen Stiefeln, roten, mit Hermelin gefütterten 9Ker
und Straußenfedern am Barett herumſtolzierte, unan hm
auffiel.
Das war das Thorn, das der junge Nicolaus Copp
im Herbſt des Jahres 1491 verließ, um die Univerſität
zu beziehen, die damals noch vorwiegend deutſch war,
ſich neben theologiſchen und mediziniſchen Studien der „4
be=
matik und Aſtronomie widmete; dieſe Studien ſetzte er
in Italien, beſonders in Padua, fort. Nur vorübergehe
Coppernicus in ſpäteren Jahren ſeine Vaterſtadt wieder/ ſen.
ſo z. B. im Jahre 1497, als wahrſcheinlich während ſeir
weſenheit der König Johann Albert auf dem Rathauſe zu
ſtarb. Es erſcheint heute gering, war aber in der Tat von
Bedeutung, daß Coppernieus zu dieſer Zeit ſich nicht me
der Fähre überſetzen laſſen mußte, ſondern die Weich
einer feſten ſtarken Brücke überſchreiten konnte.
teus
Ekau
Per
äter
hat
An=
Horn
bſter
mit
auf
Seit dem Jahre 1497 Ermländiſcher Domherr, ſetzte (
ſper=
nieus ſeine Studien in Italien fort, lebte dann vom ahre
1505 ab 6 Jahre am Biſchofſitz auf dem Schloſſe zu Heberg
und führte hier im deutſchen Oſten das Werkſ nes
Lebens — ſein neues Weltſyſtem — durck/Im
Jahre 1512 ſiedelte Coppernieus nach dem Tode ſeines ſims
nach Frauenburg über, um ſbäter die Verwaltung de
uum=
fangreichen Gebietes des Domſtiftes auf dem Schloſſe zu
Cen=
ſtein zu leiten; mit ſeiner Vaterſtadt Thorn blieb Copp icus
aber in dauernder Verbindung, hatte er daſelbſt doch Vert adte.
auch war ſein Freund aus der Krakauer Studienzeit
Oſren=
tius Corvinus — er hieß eigentlich Rabe und ſtamm aus
Schleſien — in Thorn mehrere Jahre Stadtſchreiber.
Was konnte rn ſeinem großen Sohne Nicolaus
Foh=
pernieus auf ſe Lebensweg mitgeben? Zunächſt ein
ſohl=
habendes Elternhaus und angeſehene Verwandtſchaft — ſäter
und Verwandte waren Schöppen, Ratsherren, Bürgermei
die Sorgen und Not, oft Feinde aufkeimender ſchöner Tene.
fern hielten. Unbeengt von kleinlichen Verhältniſſen nne
Coppernicus ſeine Jugendjahre verleben und dann zivölf ahre
lang — ſchon als Student Domherr — auf Univerſitäten imen
Geiſt ſchulen. Ferner wehte der Wind über die breite, uchüg
dahinſtrömende Weichſel — nicht nur Seeluft macht fᛋ
und der Großhandel, dem die alten Thorner Familien ar
hör=
ten, machte fernſichtig. Endlich lag Thorn an der Völker eide
— Thorn eine deutſche Stadt, ein paar Meilen entfernt llen,
d. h. Slawen —; wo zwei Völkerraſſen in Berührung m
ein=
ander kommen, da werden die Geiſter geweckt!
Der Domherr Nicolaus Coppernicus war aber nid nur
ein den Sternen zugewandter Gelehrter, er beſaß ein
viel=
ſeitige Bildung: Humaniſt, Philoſoph, Mathematiker, Aſtr om,
Juriſt, Mediziner, wa er in ſchwieriger Zeit ein get gter
Verwaltungsbeamter der Gebiete ſeines Domkapitels, de auch
politiſchen Blick und politiſches Geſchick auf den Lan igen
bewies.
Die beiden großen Geiſter, die durch ihre Lehren die Belt
aus dem Mittelalter in die Neuzeit führten, waren De Gche:
Nicolaus Coppernicus und Martin Luther — es ſei hi
be=
merkt, daß die Entdeckung Amerikas ſchon einmal ſtattgef den
hatte, und zwar im Jahre 1000 durch den Normannen Lei alſo
einen Germanen —; während Luther die Einheit der chriſ hen
Kirche zerriß, ſtürzte Coppernicus die Erde von ihrem
Aken=
thron und machte ſie zu einem Planeten, der die auf ihrer
rei=
gewordenen Sitz erhobene Sonne umkreiſt!
Der deutſche Oſten iſt ſtolz darauf, daß des ( ßen
Aſtronomen Wiege in Thorn am Oſtufer der Weichſel ſtan und
daß des Preußen Nicolaus Coppernicus zue
Lehre vom Pruzzenlande aus die Welt eroirt
hat!
Geſchäftliches.
Der Frühling fordert beſonders ſorgfältige Hautpflege mit ſe
Creme und Nivea=Oel —, ſo laſen wir vor kurzem in einem I re
Es handelt ſich hier allerdings auch um zwei hervorragende Erzei
die ſich nicht nur durch ihre Güter und Wirkſamkeit, ſondern auch tr
Ausgiebigkeit und günſtigen Preis auszeichnen. Tägliche Nivea=K
pflege kann man nur dringend empfehlen.
Dr. med. H. Schulze’s Fregalin führt dem Blut hochw
Nährſtoffe zu und bewirkt dadurch eine Blutreinigung und in
hervorragende Nervenſtärkung. Wir verweiſen auf die
A=
in dieſer Nummer, leſen Sie dieſe Anzeige in Ihrem In.
genaueſtens, da Sie auf Wunſch von Dr. med. H. Schulze Gn
Berlin=Charlottenburg 2. umſonſt und portofrei eine aufklä ide
Broſchüre und eine Probeſchachtel dieſes ausgezeichneten Mels
erhalten.
Rundfunk-Brogramme.
Frankfurt a. M.
Dienstag, 31. März.
15.20: Hausfrauen=Nachmittag: 1. Küchenzettel für die Oſter.
2. Sachgemäße Reinigung der Spitzen, Decken und Vorhänge.
16.30: Stunde der Jugend: Der Lindberghflug; Worte von *
Brecht, Muſik von Kurt Weill.
17.30: Alte Tanzmuſik (Das Rundfunkorcheſter).
18.15: Reltor J. Stehling: Amerika im Spiegel der franz. Literat
18.45: Mannheim: Joſeph Brenner: 2 Jahre auf der Arbeitsſ
in den Vereinigten Staaten.
19.15: Zum Geburtstag des Alt=Reichskanzlers Bismarck.
19.45: Mandolinen=Konzert: Mitw.: Mandolinen=Quartett „Fr
konia”, Frankfurt a. Main.
20.15: Oberregierungsrat Dr. Kümmerlen: Neuerungen auf 2I
Gebiet der Sozialverſicherung ſeit 1928: Unfall=Verſicheru
20.45: Gemiſchter Winterſalat von Dr. Elwensſpoek.
21.45: Kabarett auf Schallplatten.
23.00: Aus dem Hindenburgbau, Stuttgart: Unterhalzungsmu
24,00: Interview mit Charlie Chaplin.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Dienstag, 31. März.
14.30: Engliſch.
15.00: Kinderſtunde: Das Dichterſpiel.
15.45: Jugendſtunde: Reiſen und Abenteuer: „Ein Seemann
Urwald von Columbien‟.
16.00: Frauenſtunde: Künſtleriſche Handarbeiten.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Prof. Dr. Mersmann: Einführung in die neue Muſik.
18.00: Stud.=Rat Dr. Schwering: Das Zentrum in der Dvnat
der deutſchen Politik.
18.30: Prof. Dr. Sachs: Stil der Zeit.
19.00: Franzöſiſch.
19.30: Dr. K. Würzburger: Vorſchau auf das Aprilprogramm.
20.00: Bremen: Militär=Konzert. Ausf.: Muſikkorps des 1. Ha
Bat., Inſ.=Regt. 16. Mitw.: Liederiafel „Bremen von 1879‟.
22.20: Dr. J. Räuſcher: Politiſche Zeitungsſchau.
Danach: Inſtrumental=Kabarett.
Wekkerbericht.
Ausſichten für Dienstag, den 31. März: Teils heiter, teils wolkig,
terhin Nachtfroſt, trocken.
Ausſichten für Mittwoch, den 1. April: Keine weſentliche Aender
aber etwas milder.
Hauptſchriftleuung. Rudolf Maupe
Verantworilich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feutlleien, Reich
Aucland und Heſſiſche Nachrichten: Max Sireeſe; für Sport: Karl Böhn2
ür den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlusdienſt: Andreas Baue‟
„Die Gegenwacl”, Tagesſpiegel in Bild und Wort Dr. Herbert Neite
jür den Inſeratentel und geſchäftliche Mittellungen Wills Kuble:
Druck und Verlag. L.C. Wit ich — ſchmtlich in Darmſtadl.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantle der Rückſendung nicht Übernommen
Die heutige Tummer hat 18 Geiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 90.
Dienstag, den 31. März 1931
Seite 17
Gmatannsatstter,
Ein Roman von
Copyright b9 Noviſſima Verlag G. m. b.
Dienſt iſt Dienſt. Jus Herz ſehen kann man keinem. „Herr
twardowſki — wir glauben Ihnen alles, was Sie da ſagen.
ir beide ſind ja auch gar nicht befugt, Sie dienſtlich zu ver=
Hien. Sie unterſtehen der Deutſchen Seemannsordnung, das
ixfte Ihnen bekannt ſein. Es handelt ſich hier nur um eine
rläufige Befragung. Es wäre natürlich am einfachſten, Sie
Fneten vor unſeren Augen das Päckchen da — und bewieſen
s, daß es nur harmloſe Dinge enthält.”
„Das Päckchen — aufmachen?! Lieber ſtärben, meine
ſärren. Geben mir zurick — verwahr’ ich bäſſer ſälber.”
„Nun, wenn Sie nicht wollen — wir können Sie nicht
zwin=
n. Aber Sie können’s ruhig hier laſſen. Wir räumen Ihnen
wr. Fach im Safe ein, Sie können ſelber zuſchließen und den
blüſſel an ſich nehmen.”
Twardowſki ließ ſich beruhigen. Zog mit ſeinem Schlüffel ab.
(Gedankenvoll ſtieg der Oberſteward zum Speiſeſaal
hin=
ter. Die verdammte Geſchichte wurde immer verwickelter und
ſteriöſer.
Das gleiche dachte in dieſem Augenblick der Kapitän. Auf
m Norgenrundgang hatte ein Herr ihn angeſprochen, ſich als
agtsanwalt Grunelius vorgeſtellt und ihm auf den Kopf
zu=
agt, an Bord des Schiffes befinde ſich jemand, der von den
ttſchen Fahndungsbehörden geſucht werde. Mertens war ſo
blüfft, daß er keinen ernſtlichen Verſuch gemacht hatte, das
beſtreiten.
Der Staatsanwalt fuhr fort; er brauche wohl nicht zu
ver=
ern, daß er, wenn auch nicht in beruflicher Eigenſchaft auf
n Schiff anweſend, ſeiner ganzen Dienſtauffaſſung und
Welt=
ſchauung entſprechend es für ſeine Pflicht halte, zur
Ermitt=
ig der von den deutſchen Behörden geſuchten Perſönlichkeit
ſeinem Teile beizutragen. Der Kapitän nahm von dieſer
Fsbereitſchaft mit einem Knurren Kenntnis, das Herr Grune=
8 als Zuſtimmung und Dank aufzufaſſen ſchien.
Der Staatsanwalt erzählte dann die merkwürdige
Unter=
tung, die er vor kurzem mit dem Schauſpieler gehabt.
Dem Kapitän wirbelte der Kopf. Er fragte ganz verloren:
je meinen alſo — Sie denken — wenn ich Sie reicht verſtanden
„Ich dächte”, reckte der Staatsanwalt ſich auf, „ich hätte mich
tlich genug ausgedrückt. Vielleicht — es geht mich dienſtlich
ſts an — vielleicht — wie dieſer Herr Stephany zu vermuten
mir gegenüber den Anſchein gegeben hat — liegt nur ein
krechtlicher Anſpruch und ein entſprechender Antrag an die
=rikaniſchen Gerichte vor, zur Sicherung eines Anſpruchs auf
flung einer Vertragsſtrafe wegen Kontraktbruchs den
perſön=
en Arreſt gegent Herren Stephan zu verhängen und zu
voll=
ſietz ken .Vielleicht aber haben Sie in Wahrheit den Auftrag,
rſt an Bord befindliche Perſon wegen jenen Raubes zu
beob=
en — ein Tatbeſtand, von deſſen tatſächlichem Zutreffen ich
wie ich Ihnen andeutete, durch einen grotesken Zufall
Kennt=
erhalten habe. Es gäbe ja” — mit einem unendlich feinen
deln — „noch eine dritte Möglichkeit. Die nämlich, daß bei
ien beide Aufträge vorlägen —
„Gott ſoll mich bewahren!” entſchlüpfte es Jens Mertens”
jälter Seele.
„Nämlich”, fuhr der Staatsanwalt, nunmehr noch feiner,
o ender lächelnd fort, „nämlich daß ſowohl ein perſönlicher
(Nachdruck verboten.)
Walter Bloem.
H., Berlin SW 61, Belle Alliauce Straße 92.
Arreſt gegen Stephany, als auch ein Erſuchen um Beobachtung
gegen Unbekannt wegen Raubes vorläge.”
Jens Mertens vermochte ſich nur noch ein verzweifeltes
Grunzen abzuringen.
„Sollte das nicht der Fall ſein, ſondern etwa nur das
letzt=
unterſtellte Erſuchen um Unterſtützung der Bemühungen gegen
Unbekannt vorliegen — dann, mein verehrter Herr Kapitän,
michte meine heutige Mitteilung für Sie denn doch einen
Hin=
weis enthalten, dem nachzugehen ſich möglicherweiſe lohnen
dürfte.”
Der Kapitän brachte noch ein mühſeliges Dankgeſtammel
zuſtande. Als der Staatsanwalt ſich entfernt hatte, tupfte er
mit dem Taſchentuch den gelichteten Haaranſatz.
Hol” der Teufel die gottverdammte Schnüffelei . . . Ich
hab’s ſait bis hier . . Sollen ſie auf jedem fahrenden Schiff
einen Unterſuchungsrichter ſtationieren!!
Schon kam neue Qual. Herr Klamfoth meldete den
Vor=
fall mit dieſem ruſſiſchen Muſikanten — der ſich als ehemaligen
zariſchen Offizier
„Kann jeder ſagen” fauchte der Kapitän. „Kerl iſt mir
längſt verdächtig vorgekommen.”
Valentin Klamfoth hatte ſeit dem Morgenkonzert für Dmitri
Waſſiljewitſch etwas übrig. Schließlich habe man ja das
even=
tuelle Korpus delieti in Gewahrſam
Na, Gott ſei Dank! brummte der Kapitän. Aber man ſolle
den Muſiker im Auge behalten. Wer könne denn wiſſen, ob
nicht von jetzt an täglich ein paar Solitäre geklaut würden?
Geſtern abend ſeien die Damen noch immer reichlich behangen
geweſen.
An der Frühſtückstafel fand Mertens noch niemand anders
als Miſter Hutchinſon. Der begrüßte den Kapitän, bat um
Erlaubnis, ſich der Geſellſchaft halber an ſeine Seite ſetzen zu
dürfen.
„Sagen Sie, lieber Cappy — als alter Freund darf ich mir
wohl mal eine Frage erlauben: was iſt eigentlichlos —?!“
Jens Mertens fühlte, wie die Galle ihm bis zum Hals
emporquoll. Er beherrſchte ſich. Zermalmte, roten Kopfes, doch
ohne Wimperzucken eine ſchinkenbelegte Röſtſchnitte zwiſchen
ſeinen mächtigen Kinnbacken.
„Bei gewiſſen Leuten eine Schraube, wie es ſcheint, mein
lieber General.”
„Alter Burſche, verſtellen Sie ſich nicht. Es iſt was los auf
unſerer lieben, guten „Chicago”. Ihr Anſchag, daß man ſeine
Fleinodien in euren Safe tun ſoll — ſo was macht ihr doch
nicht zum Spaß. Die ewig lächelnde Miſſis Leviſohn kann ſich
den ganzen Abend kaum das Weinen verkneifen. Der Doktor
Müller iſt geſtern nachmittag mit Frau Leviſohn und Frau
Winterfeldt Ihr Teegaſt geweſen. Am Abend wird er von den
beiden Damen demonſtrativ geſchnitten. Ich könnte Ihnen noch
mehr erzählen, Cappy! Die Unruhe beſchränkt ſich nämlich nicht
auf den Kapitänstiſch — es iſt ſchon in breiteren Kreiſen herum,
daß irgend etwas nicht ſtimmt! Ich will nur noch eines fragen;
dieſer deutſche Baron, ein bislang kerngeſunder Mann, iſt
plötz=
liſt verſchwunden. Cappy — alter Junge — wie hängt das
alles zuſammen?”
„Herrgottsdonnerwetter, ſeid ihr denn alle miteinander
ver=
rückt geworden?” explodierte der Kapitän. „Jetzt fange ich aber
auch mal an zu ſragen! Wie kommt Ihnen überhaupt der
Ein=
fall, mich in dieſer Weiſe zu interpellieren? Wer hat Ihnen
einen Floh ins Ohr geſetzt? Heraus damit!“
Es war ſelten, daß Kapitän Mertens die Haltung verlor.
Wer das erlebte, vergaß es nicht ſo bald. Sogar der hartnäckige
Amerikaner duckte ſich.
„Aber Cappy — wer wird ſich denn ſo aufregen? Iſt ja
nicht ſo ſchlimm gemeint! Schließlich hat man doch ſeine zwei
Augen im Kopf — ſieht und hört, was rund um einen herum
vorgeht. Da muß man doch mal fragen dürfen!“
„Aber nicht mich!” knurrte der Kapitän. „Wenn ihr euch
untereinander verkracht habt, ſagt’s, dann laß ich euch getrennte
Tiſche anweiſen. Mehr kann ich nicht tun. Mehr tu’ ich nicht.
Aber an meinem Tiſch bitt’ ich mir Ruhe und Frieden aus.”
„Lieber Freund”, begütigte der Amerikaner, „nun nehmen
doch Sie einmal Rube und Vernunft an! Es geht mir — um
die reizende Frau, auf deren Platz ich augenblicklich ſitze! Für
die haben Sie doch auch etwas übrig, Cappy, Hand aufs Herz!”
„Warum ſoll ich nicht?” murmelte Mertens, „iſt doch weiß
Gott ne entzückende Perſon —” „Sie müſſen ſo gut wie ich und
der ganze Tiſch gemerkt haben, daß die ihr Herz nicht gauz
dicht gehalten hat — gegen ihren Nachbarn zur Rechten.
Stimmt’s?"
Der Kapitän antwortete nicht. Er hatte ſich, ganz gegen
ſeine Gewohnheit, ein großes Glas Zwetſchgenſchnaps beſtellt.
Das kippte er nun mit einem Ruck herunter.
= „Ich ſehe, Cappy, Sie wiſſen Beſcheid. Da muß ich Ihnen
ſagen: ich habe Grund, dem Baron nicht zu trauen.”
Der Kapitän hatte das Gefühl, als beginne der Schiffsboden
unter ihm zu wanken. Dabei ging die „Chicago” wie auf einem
Teich. Herrgott, iſt das ein Zuſtand! Daß man einen
Ver=
brecher an Bord hat, iſt ſo gut wie ſicher. Aber wer iſt es? Die
ſchöne Frau aus New York will vom Doktor Müller beſtohlen
ſein. Der Staatsanwalt verdächtigt den Schauſpieler Stephany.
Der Oberſteward ſchwört, Herr Schiewelbein aus Magdeburg
ſei derjenige, welcher. Dieſer ruſſiſche Muſikant ſcheint auch
nicht ſauber im Kamiſol. Nun kommt noch der Tſchennerell und
führt zweideutige Reden gegen den Baron. Iſt denn diesmal
das ganze Schiff des Teufels?
„Alſo bitte — was haben Sie gegen den Baron?”
In dieſem Moment erkannte James Hutchinſon, daß ihm
jetzt eigentlich nichts übrig bleibe als dies: einzugeſtehen, daß
er von dem bewußten Nadiogramm unterirdiſche Kenntnis
er=
halten. Sdllte er —? Aber dann würde Mertens fragen,
warum er das ſo lange verſchwiegen habe. Dann müßte er
ge=
ſtehen, er ſelber habe ſich in den Kopf geſetzt, der Welt zu
be=
weiſen, daß dem Spürſinn eines Amerikaners ſpielend gelinge,
was die deutſche Schiffsleitung nicht zuſtande bringe — die
Ent=
larvung des Spitzbuben, der die Frechheit hat, als Paſſagier
erſter Klaſſe der Fahndung der Heimatbehörden entrinnen zu
wollen".
„Amerikaniſcher Großinduſtrieller Verhaftet An Bord
Deut=
ſchen Dampfers Berüchtigten Hoteldieb Nebſt Raub —
Wer hatte ſchon ſtolz von dieſer Zeitungsüberſchrift
ge=
träumt?!
Wie dumm war man doch eigentlich geweſen, die Fährte,
auf die einen der Zufall geführt, ſofort zu verraten — an eine
Dame!
Gerade umgekehrt hätte man’s machen müſſen — den Baron
ins Vertrauen einwickeln — ſeinem Flirt mit der deutſchen Dida
freien Lauf laſſen . . . Wenig gefehlt, und man hätte auch noch
den Kapitän auf die Spur geſetzt.
(Fortſetzung folgt.)
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tragen nun doch
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gewendeten Anzüge mehr!
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Seite 18
Dienstag, den 31. März 1931
Nur noch heute undl
morgen
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Greta Garbo
spricht deutsch in
Hand enrtshe
Nach dem gleichnawigen
Schau-
spiel von Eugen 0‟ Neill.
Regie Jacaues Ferder.
Deutscher Dialog.
Walter Hasenclever
In weiteren Hauptrollen:
Hans Junkermann,
Theo Shall und Salkn
Steuermann.
Eine neue Garbo ist durch
den Tonfilm entstanden „Anna
Christie” bot ihr die
Möglich-
keit zur Enifaltung ihres
größten schauspielerischen
Könnens.
Man hat bisher nur das schöne
stummlebende Bild der Garbo
gekannt und jetzt kommt auch
ihre Stimme zu uns.
Han muss sie hören.
Dazu cas
reichhaltige Beiprogramm
Hente mmil Tolgemole Iage
King Vidor”-
„Meiw
94
Meisterwerk der Tonfilmkunst
77
3.45, 6.00 u. 8.20
Eiwas taszinterend Neues.
Der Film ist ein Negerfilm, der zum erstenmal
Ein=
blick in die Seele der schwarzen Rasse gibt, in
dem kein einziger weißer Darsteller mitspielt. Die
Träger der Haupt- u. Nebenrollen, sowie sämtliche
Statisten sind Neger, die bisher noch niemals vor
der Filmkamera gestanden haben.
„Hallelnjah” ist kein Produkt der Fantasie, sondern
schildert getren das Leben der heutigen
Neger in den Südstaaten.
Dazu ein reichhaltiges Beiprogramm
Beginn 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr V.5117
Nur noch bente une
morgen
Ein Stummfilm-
Doppelpro-
gramm von höchstem Wiveau
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Igdenbu . . Li Fun-Man
Naoja ... Valentia Ten
Im II. Teil
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Filmwerke, das die Welt
über-
haupt kennt.
DerKampfum
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die Erde
nach dem weltbekannten
Regisseur 8 M. Eisenstein.
Die Eroberung des Landes
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