Ginzelnummer 15 Pfennize
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iluſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesfpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 88
Sonntag, den 29. März 1931.
194. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strell uſw., erliſcht
ſede Verpflſchtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teſtung von Schadenerſatz. Bel
Konturs oder gerſchtlicher Beitrelbung fäll jeder
Rabatt weg. Banſionto Deutſche Bani und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Notverordnung gegen politiſchen Terror.
Verſchärfung der geſekzlichen Vorſchrifken. — Aenderungen des Vereins= und Verſammlungsrechls.
Plakake und Flugblätter unker Borzenſur. — Berboke für Zeikungen und Druckſchrifken.
Uniform- und Abzeichen-Berboke ſowie Auflöſungen vorgeſehen.
Der Reichspräſidenk
für Ruhe und Ordnung und anfkändigen
polikiſchen Kampf.
* Unmittelbar nach der Vertagung des Reichstags, nachdem
lſo die Möglichkeit eines Dazwiſchenfunkens der Oppoſition
aus=
eſchaltet war, hat der Reichspräſident die erſte
Notverord=
tung gegen die religiöſe Hetze und die politiſche
Zerrohung erlaſſen. Sie iſt das Ergebnis der Beſprechungen
er Innenminiſter des Reiches und der größeren Länder vom
8. März, die ſich ſowohl mit den politiſchen Ausſchreitungen,
Is auch mit der Agitation der kommuniſtiſchen Freidenker=
Ver=
ſände gegen die Religionsgeſellſchaften befaßten. Die in dieſer
Zeſprechung vereinbarten Richtlinien haben dann in weiteren
Tabinettsberatungen die Geſtalt einer Notverordnung gewonnen,
ie jetzt vom Reichspräſidenten erlaſſen wurde. Sie ſoll dazu
ſienen, die erforderlichen Aenderungen im Vereins= und
Ver=
ammlungsrecht vorzunehmen, das zum mindeſten den
gegenwär=
igen Gewohnheiten im politiſchen Tageskampf nicht mehr gerecht
vird. Die radikalen Parteien haben ſich gegenſeitig in eine
mmer ſtärkere Ueberſteigerung ihrer Agitation hineingetrieben
ind ſchon längſt die Grenzen des Erträglichen überſchritten. Aus
der politiſchen Freiheit iſt vielfach eine politiſche Frechheit
gewor=
den, die nur mit perſönlichen Beleidigungen und mit der Fauſt zu
kämpfen weiß, Kein Zweifel, daß deshalb etwas Grundlegendes
geſchehen mußte, um Ruhe und Ordnung wiederherzuſtellen und
ie politiſch Andersdenkenden zu ſchützen. Bedauerlich genug, daß
nan heute in Deutſchland gezwungen iſt, die verfaſſungsmäßigen
Hrundrechte teilweiſe wieder aufzuheben, wobei allerdings
aus=
rücklich feſtgeſtellt werden muß, daß das Brief=, Telegramm= und
Telephongeheimnis nicht darunter fallen. Wir werden alſo
künf=
ig eine Anmeldepflicht für öffentliche Verſammlungen haben,
dir werden von der berüchtigten Laſtkraftwagen=Propaganda
be=
reit ſein. Plakate und Flugblätter werden unter Vorzenſur
ge=
ellt, Zeitungen können bis auf die Dauer von acht Wochen,
an=
ere politiſche Druckſchriften bis zu ſechs Monaten verboten
derden.
Die Berordnang.
Berlin, 28. März.
Die Verordnung des Reichspräſidenten, die die
Befug=
iſſe der Behörden auf dem Gebiete des
Verſammlungs=
h1 von Punkten erweitert, umfaßt 17 Paragraphen.
In 8 1 der Verordnung wird beſtimmt, daß
öffentliche politiſche Verſammlungen ſowie alle
Anſamm=
lungen und Aufzüge unter freiem Himmel ſpäteſtens
24 Stunden vorher der Ortspolizeibehörde angemeldet
werden müſſen.
Sie können beim Vorliegen beſtimmter Vorausſetzungen
ver=
en werden, vor allem dann, wenn zu beſorgen iſt, daß zum
Un=
ſorſam gegen Geſetze oder Anordnungen der Behörden
aufge=
dert oder angereizt wird, der Staat oder ſeine leitenden
Be=
ken beſchimpft oder böswillig verächtlich gemacht werden, oder
Religionsgemeinſchaft beſchimpft wird. Statt des Verbotes
n eine Genehmigung unter Auflagen erfolgen.
Die gleichen Vorſchriften gelten für politiſche Umzüge
auf Laſtwagen.
terlaſſung der Anmeldung oder öffentliche Aufreizung zu
Ge=
lttaten wird mit Gefängnis nicht unter drei Monaten beſtraft.
t Gefängnis nicht unter ſechs Monaten wird beſtraft, wer eine
ußwaffe unbefugt führt und eine Gewalttätigkeit mit ihr gegen
en anderen begeht oder ihm androht. Verſammlungen
d Aufzüge können unter den gleichen Vorausſetzungen,
das Verbot begründen, aufgelöſt werden. Nach 8 7
nen Vereinigungen, deren Mitglieder
wie=
holt gegen die Beſtimmungen der
Verord=
ng und andere in der Verordnung genannte
rſchriften verſtoßen haben, und in denen ſolche
ſtdlungen gebilligt oder gebildet werden, aufgelöſt werden.
rafbar macht ſich, wer eine hiernach aufgelöſte
reinigung irgendwie unterſtützt. § 8 beſtimmt,
für politiſche Vereinigungen das Tragen einheitlicher
Klei=
dung oder Abzeichen verboten werden kann.
h § 10 können Plakate und Flugblätter, deren
In=
geeignet iſt, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu
ge=
den, beſchlagnahmt und eingezogen werden.
Plakate und Flugblätter politiſchen Inhaltes ſind
min=
deſtens 24 Stunden vor der Verbreitung der zuſtändigen
Polizeibehörde zur Kenntnisnahme vorzulegen. Die
öffent=
iche Ankündigung politiſcher Verſammlungen darf nur die
zur Bekanntgabe der Verſammlung erforderlichen ſachlichen
Angaben enthalten. Andernfalls kann ſie polizeilich
be=
ſchlagnahmt und eingezogen werden. Das Gleiche gilt für
Druckſchriften, in denen eine Kundgebung der in § 1 der
Verordnung bezeichneten Art enthalten iſt. Periodiſche
Druckſchriften können beim Vorliegen dieſer Vorausſetzung,
venn es Tageszeitungen ſind, bis auf die Dauer von acht
Wochen, in anderen Fällen bis auf die Dauer von ſechs
Monaten verboten werden.
ſelbe gilt für periodiſche Druckſchriften, als deren
verantwort=
er Schriftleiter eine Perſon genannt iſt, die ſtrafrechtliche
munität genießt. Dieſe Beſtimmung nimmt Bezug auf das
Ver=
das in dem Reichsgeſetz vom 4. März d. J. enthalten iſt.
Die Berfahrens= und Durchführungsvorſchriften.
Der dritte Abſchnitt der Verordnung, 8 13 bis 8 17, enthält
Verfahrens= und Durchführungsvorſchriften. Er beſtimmt insbe= einem Jahre lagen als der Reichspräſident am 28. März 1930
ſondere, daß gegen die Maßnahmen der
Ortspoli=
zeibehörden die Anfechtung nach den Beſtimmun= den Auftrag erteilte, bis ſpäteſtens zum nächſten Abend eine
die Beſchwerde an einen vom Präſidium zu beſtimmenden
legung der Rechtsmittel hat keine aufſchiebende
die oberſte Landesbehörde um die Auflöſung
einer Vereinigung, das Verbot des Uniform=
Senates des Reichsgerichtes anzurufen. Die weiteren
Durchfüh=
rungsmaßnahmen trifft der Reichsminiſter des Innern, und zwar
hinſichtlich des Verfahrens vor dem Reichsgericht im
Einver=
nehmen mit dem Reichsjuſtizminiſter. Er kann auch, ſoweit er erlaſſene Notverordnung aufzuheben, ſchreckte Dr. Brüning auch
es für erforderlich hält, Richtlinien für die Handhabung der
Verordnung erlaſſen. Die in Artiakel 48 Abſatz 2 der
in dem zu ihrer Durchführung erforderlichen
mit ihrer Verkündung in Kraft, mit Ausnahme der Vorſchriften
über die vorherige Abmeldung von Verſammlungen und die
Vor=
legung von Plakaten und Flugblättern. Dieſe letztgenannten es durchzuſetzen. Aber die Reichsregierung hat den Beweis er=
Vorſchriften treten mit Beginn des dritten Tages nach der
Ver=
kündung in Kraft.
* Wir erkennen an, daß die Regierung zum Eingreifen
ge=
zwungen war. Die radikalen Parteien haben alſo keinerlei Grund,
ſich jetzt zu beſchweren. Sie haben es ſich ſelbſt zuzuſchreiben, wenn
ſie jetzt in ihrer Bewegungsfreiheit eingeengt werden. Und wenn
der Erfolg der Notmaßnahmen darin beſteht, daß wir im
poli=
tiſchen Kampf wieder zu ziviliſierten Zuſtänden kommen, ſo iſt
das zu begrüßen. Es fehlt aber doch als Gegengewicht gegen
die Möglichkeit eines Verbotes von Zeitungen die
Haft=
pflicht des Staates. Denn wenn eine Zeitung auf die Dauer
von acht Wochen verboten iſt, und ſie ſchließlich auf dem
Beſchwer=
deweg recht bekommt, iſt ſie unter Umſtänden ſchon in ihrem
chtes und hinſichtlich der politiſchen Druckſchriften in einer An= Lebensnerv getroffen, ohne daß dafür nachher irgendjemand zur
Verantwortung gezogen werden kann. Darunter können unter
Umſtänden auch Zeitungen zu leiden haben, die durchaus nicht
radikalen Neigungen huldigen. Es iſt deshalb das Mindeſte, daß
im Reichsinnenminiſterium ſcharf aufgepaßt wird, um zu
ver=
hüten, daß dieſe aus der wirklichen Not geborene Verordnung zu
anderen Zwecken mißbraucht wird.
Die Gründe für die Rotverordnung.
hingewieſen, daß ſie ihren Grund in den Vorgängen der letzten
Zeit hat. Immer wieder mußte man erleben, daß der Staat und
ſeine Organe von beſtimmten Perſönlichkeiten auf das gröblichſte
vorkamen, daß ferner Andersdenkende in ihrer Weltanſchauung
und ihren Gefühlen verletzt wurden. Namentlich auch kirchlicher
Kreiſe hat ſich in der letzten Zeit eine ſtarke Unruhe bemächtigt,
die durch die Kundgebungen, der Gottloſenverbände verurſacht gegenüber, angeſichts deſſen ihr exodus aus dem Parlament
nach=
war. Auch für Karfreitag und Oſtern waren ähnliche
Veranſtal=
tungen beabſichtigt. Evangeliſche, katholiſche und andere Kreiſe
haben ſich deshalb verſchiedentlich an den Reichspräſidenten
ge=
wandt und ihn gebeten, dieſer Entwicklung Einhalt zu tun. Das
geſchieht nun durch die Verordnung. Sie hat nicht den Zweck, die
Lehr=, Denk= und Gewiſſensfreiheit einzuengen. Auch weiter ſoll
durchaus Toleranz gewahrt werden, aber die Verordnung iſt ſo
aufgebaut, daß Beſchimpfungen oder böswillige
Verächtlichmachun=
gen verhindert werden. Die Verordnung will lediglich den
Miß=
brauch politiſcher Rechte, wie er in letzter Zeit leider im uner= ſo intereſſant iſt, daß wir ihn unverkürzt wiedergeben:
träglichen Umfang getrieben wird, verhüten.
Gewiſſe hiermit verbundene Beſchränkungen, die kein ruhiger
dabei zur Erreichung des erſtrebten Zieles einer Entgiftung und dürfte. Im übrigen wird noch ſehr abzuwarten ſein, ob das
werden. Es wird Aufgabe einer gerechten polizeilichen
Hand=
habung der Verordnung durch die zuſtändigen Behörden ſein, jede ſich buchen kann, ihr auch auf außenpolitiſchem Gebiet treu
blei=
kleinliche und dem Wunſch und Zweck der Verordnung wider= ben wird. Die Franzoſen ſind keine Sozialdemokraten, denen
ſprechende Behandlung zu vermeiden, dagegen in allen Fällen, man mit der Kündigung der Freundſchaft droht, wenn ſie nicht
in denen eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ord= mittun. Das hat Brüning offenbar vergeſſen, als er mit ſeinem
dienen.
Hindenburg dankk Brüning für die von ihm geleiſteke
bedeukſame und werkvolle Arbeil.
Reichspräſident v. Hindenburg empfing am Samstag den
Reichs=
kanzler Dr. Brüning zum Vortrag über die in den letzten Wochen und Reichstagsvertagung noch durch Art. 48
ignorie=
über die weiteren Aufgaben, die die Reichsregierung nunmehr in der 13. Oktober wird keine Regierung Brüning mehr im Amte
Angriff nehmen werde. Der Herr Reichspräſident ſprach dem ſehen,
Reichskanzler in warmen Worten ſeinen Dank und ſeine
Anerken=
nung für die von ihm und Reichsregierung geleiſtete bedeutſame, die Abſicht, eine deutſch=öſterreichiſche Zollunion herbeizuführen,
und wertvolle Arbeit aus und bat Dr. Brüning, dieſen Dank an
die Reichsminiſter und ihre Mitarbeiter weiterleiten zu wollen.
Die Toche.
Pünktlich, man kann faſt ſagen programmäßig, hat der
deutſche Reichstag die ihm obliegenden Arbeiten erledigt und ſich
bis in den Oktober hinein vertagt. Trotz der ungeheuerlichen
Schwierigkeiten konnte derReichshaushalt 1931 auf dem
verfaſſungs=
mäßigen parlamentariſchen Wege erledigt werden, und durch die
Vertagung des Reichstages bis zum Herbſt bekommt die
Regie=
rung freie Hand, ſo daß ſie ungeſtört und ungehemmt durch das
parlamentariſche Getriebe ihre ganze Kraft für die Löſung der
großen Aufgaben verwenden kann, die ihr durch die
Zeitverhält=
niſſe geſtellt werden. Die Regierung Brüning hat einen vollen
Erfolg davongetragen, dem man nur gerecht werden kann, wenn
man ſich vergegenwärtigt, wie die Verhältniſſe jetzt genau vor
dem damaligen Vorſitzenden der Zentrumsfraktion Dr. Brüning
gen des Landesrechtes, in allen übrigen Fällen parteimäßig nicht gebundene Reichsregierung zu bilden. Nach
außerordentlich ſchwierigen Verhandlungen konnte der neue
Senat des Reichsgerichtes gegeben iſt. Die Ein= Reichskanzler bereits am Abend des 29. März dem
Reichspräſi=
denten ſeine Miniſterliſte überreichen. Es war eine Regierung,
Wirkung. Der Reichsminiſter des Innern kann, die ſich von vornherein nicht auf iene feſte Mehrheit im deutſchen
Reichstag ſtützen konnte, und trotzdem hat ſie ſich bis zum heutigen
Tag mit Erfolg durchzuſetzen vermocht, weil ihre Ziele
unverrück=
tragens oder das Verbot einer periodiſchen bar feſtſtanden und weil ſie ſich durch der Parteien Gunſt und
Druckſchrift erſuchen. Bei Meinungsverſchiedenheiten iſt Haß nicht hat beirren laſſen. Wir brauchen die unerhörten
unverzüglich telegraphiſch oder telephoniſch die Entſcheidung des Schwierigkeiten heute nicht mehr einzeln aufzuzählen, die
über=
wunden verden mußten bis zur Erreichung des jetzt vorliegenden
Ergebniſſes. Als am 18. Juni 1930 der Reichstag mit Hilfe der
Deutſchnationalen beſchloß, die kurz vorher von der Regierung
nicht vor der Auflöſung zurück, und auch durch die
Wahlnieder=
lage vom 14. September ließ er ſich nicht von ſeinem Weg ab=
Reichsverfaſſung genannten Grundrechte wer= drängen. Es galt, unter den ungünſtigſten Verhältniſſen, trotz der
den für die Geltungsdauer dieſer Verordnung ſich immer mehr verſchärfenden Wirtſchaftskriſis, die zerrütteten
Finanzen des deutſchen Reiches auf eine neue Grundlage zu
Umfange außer Kraft geſetzt. Die Verordnung tritt ſtellen; ein Ziel, bei der offenbaren Unmöglichkeit ergiebige neue
Einnahmequellen zu ſchaffen, nur zu erreichen durch äußerſte
Be=
ſchränkung der Ausgaben. Höchſt unpopuläre Maßnahmen galt
bracht, daß auch eine parlamentariſche Regierung, die dazu nötige
Zivilevurage aufbringen kann, und das iſt ſchließlich das
Weſentlichſte.
Gewiß, es iſt unendlich wichtig, daß nach dem hoffnungsloſen
Fortwurſteln der letzten Jahre wieder einmal Ordnung auf
finanziellem Gebiet geſchaffen worden iſt, daß man endgültig
brach mit der bisherigen Defizitwirtſchaft, die in immer neue
Verſuche ausmündete durch Neubelaſtung der ohnehin ſchon
überlaſteten Wirtſchaft die Mittel für immer neue
Ausgaben=
bewilligungen zu ſchaffen. Aber wichtiger als dies iſt es, daß
das deutſche Volk wieder Vertrauen faſſen kann zu ſeiner
Füh=
rung. Woher kamen denn die immer wieder auftauchenden Rufe
nach der Diktatur? Sie entſprangen doch nur der Verzweiflung
an dem Beſtehenden, die eine Hoffnung auf Beſſerung kaum noch
aufkommen ließ. Man verſpürte die Folgen einer unerhörten
finanziellen Mißwirtſchaft immer ſtärker am eigenen Leib und
gab nicht mit Unrecht die Schuld dem Regierungsſyſtem,
unter deſſen Herrſchaft alles dies geſchah. Die Regierung
Brü=
ning hat in dieſem Jahr ihrer Tätigkeit den Beweis erbracht,
daß es auch in der Politik nicht ſo ſehr auf das Syſtem, auf die
äußeren Formen ankommt, als vielmehr auf den Willen und die
Fähigkeiten der führenden Perſönlichkeiten. Wir fühlen wieder
feſten Boden unter den Füßen. Aufatmend ſtellen wir es feſt,
auch wenn wir uns natürlich völlig darüber klar ſein müſſen,
daß wir erſt am Anfang des dringend uotwendigen großen
Reformwerkes ſtehen. Man braucht nur an die
Arbeitsloſenver=
ſicherung, an den Finanzausgleich, an die Verwaltungsreform
Zu der Notverordnung wird von unterrichteter Seite darauf uſw. zu denken, um zu ermeſſen, welche innerpolitiſchen
Schwie=
rigkeiten auch in Zukunft noch zu überwinden ſein werden.
Umſo ernſter iſt die Frage, wie ſich das Verhältnis der
einzelnen Parteien zueinander weiterhin geſtaltet, ob die
maß=
beſchimpft wurden, daß politiſche Gewalttaten, ja ſogar Morde loſe innerpolitiſche Verhetzung ihren Fortgang nehmen ſoll, oder
ob nicht vielleicht doch allmählich die Vernunft wiederkehrt. Mit
begreiflicher Verlegenheit ſehen ſich Nationalſozialiſten und
Deutſchnationale dem unſtreitigen Erfolg der Reichsregierung
träglich faſt einen Stich ins Lächerliche bekommt. Die 150
Ab=
geordneten haben im Land draußen Agitationsreden gehalten,
während in Berlin erfolgreich praktiſche Arbeit geleiſtet wurde.
War das der Sinn der Septemberwahlen? Es iſt ein Jammer,
daß die perſönlichen Gegenſätze während der letzten Monate
Formen angenommen haben, daß kaum abzuſehen iſt, wie man
wieder zuſammenkommen könnte. Der von Herrn Hitler
heraus=
gegebene „Völkiſche Beobachter” gibt zu der Meldung über die
Vertagung des Reichstags bis zum Oktober einen Kommentar, der
Damit haben ſich die Sozialdemokraten erneut der Diktatur
Brüning unterworfen, wogegen die im Reichstag nur vorläufig
und ſachlich denkender Bürger als ſolche empfinden wird, müſſen durchgedrückte Aufſichtsratsſteuer nur ein ſchwacher Troſt ſein
damit wahren Befriedung des öffentlichen Lebens hingenommen „Glück”, das die Regierung Brüning in der inneren Politik dank
der phantaſtiſchen roten Angft vor dem Nationalſozialismus für
nung zu befürchten iſt, ſich der gegebenen Mittel wirkſam zu be= Zollvertrag die Welt überraſchte. Nicht einmal mit „Paneuropa‟
läßt man ſich in Paris imponieren. Und in London ſchon gleich
gar nicht. Was man hinwiederum in Paris ſehr richtig in
Rech=
nung ſtellt. So, daß alſoalle Ausſichtbeſteht, daß die
Berliner Zolloffenſive mit einem blamablen
Rückzug, wenn nicht mit einer vollen
Njeder=
lage endigt.
Dieſe wird man aber dann weder durch eine
Tagen erledigten politiſchen und parlamentariſchen Arbeiten und ren können.*) Wir haben jedenfalls das beſtimmte Gefühl,
Klingt das nicht ganz ſo wie ein frommer Stoßſeufzer, daß
2) Sperrung des Völk. Beobachter=
Seite 4
Sonntag, den 29. März 1931
Rummer
an ſeine Stelle zu ſetzen oder ſich um ihn zu ſcharen, um ihm die
wünſchenswerte Autorität zu verleihen.
So weit es Frankreich möglich ſei, werde es das
Zuſtande=
kommen des Zollabkommeus verhindern. Denn es bedeute
einen Stillſtaud in den Beziehungen Frankreichs zu
Deutſch=
land. Mit Deutſchland und Oeſterreich ſeien
Handelsper=
träge unter Berückſichtigung der beſtehenden
Wirtſchafts=
lage abgeſchloſſen worden. Wenn dieſe Wirtſchaftslage ſich
ändere, werde man die Handelsverträge erneut prüfen
müſſen. Die parlamentariſchen Kommiſſionen ſeien bereits
damit beſchäftigt.
Wenn die geringen Sympathien, die das Ereignis in der Welt
und zum Teil auch in Deutſchland (!) gefunden habe, die beiden
Länder veranlaſſen würde, ihre Haltung zu ändern und nicht auf
die europäiſche Zuſammenarbeit zu verzichten, ſo würde er ſich
freuen. Vorſichtige Maßnahmen müßten getroffen werden.
Frank=
reich dürfe nicht mit verbundenen Augen auf dem Wege des
Friedens fortſchreiten. Es müſſe aber trotz den erlittenen
Ent=
täuſchungen auf dieſem Wege verharren. Er habe von deutſcher
Seire ſchon mehr Enttäuſchungen erlebt. Wenn er im Amte bleibe,
werde er die begonnene Aktion bis zum Ende führen.
Nach einer Interpellation des Senators Lémery, der
er=
klärte, daß niemand eine Aenderung der franzöſiſchen
Außen=
politik verlange, daß aber Briand diejenigen, die an ſeiner
Poli=
tik Kritik übten, nicht als Kriegshetzer behandeln dürfe, wurde
das geſamte Budget des franzöſiſchen
Außen=
miniſteriums ohne Abſtimmung angenommen.
* Weun man auf die Vorwürfe Briands antworten wollte,
ſo wpäre das gleichbedeutend mit dem Verſuch, nach Spatzen zu
ſchießen. Alles, was von deutſcher Seite noch zu dieſer
An=
gelegenheit geſagt werden könnte, iſt bereits bei den diplomati=
ſchen Verhandlungen zum Ausdruck gebracht worden. Briands
Vorwürfe ſind durch nichts gerechtfertigt. Befremden muß vor
allem der Vorwurf der „Rückſichtsloſigkeit”, den Briand gegen
Deutſchland erhoben hat. Deutſchland hat nichts zu verbergen,
denn das deutſch=öſterreichiſche Zollangleichungsabkommen
ver=
letzt in keiner Weiſe die beſtehenden Verträge. Aber es lag
durch=
aus im Intereſſe der Sache, daß Deutſchland und Oeſterreich
ihre Abſichten nicht von vornherein an die große Glocke hängten.
Nach den Erfahrungen, die wir bisher mit Frankreich gemacht
hatten, war es angebracht, das die Grenzen des Anſtandes weit
überſchreitende Maß der franzöſiſchen Preſſepolemik
hintanzu=
halten, die bekanntlich ſtets dann einzuſetzen pflegt, wenn
Deutſch=
land ſelbſtändige außenpolitiſche Aktionen beginnt.
Merkwür=
dig berührt es jedenfalls, daß gerade Briand, der ja ſo eifrig
für Paneuropa die Werbetrommel gerührt hat, nun mit einem
Male die erſten Anſätze zu einem wirtſchaftlichen Neubau
Euro=
pas in Grund und Boden verdammt und einen Vertrag, der
lediglich wirtſchaftlichen Charakter hat, ins politiſche verzerrt.
Damit enthüllt Frankreich, der größte Nutznießer des Verſailler
Vertrages, aufs neue ſeine wahren Abſichten, die darauf
hinaus=
laufen, unter dem Deckmantel der Verträge Deutſchland
wirt=
ſchaftlich niederzuhalten, während Deutſchland und Oeſterreich
lohal im Rahmen der beſtehenden Verträge doch nur verſuchen,
ihre wirtſchaftliche Exiſtenz erträglich zu geſtalten. Im eigenen
Lebensintereſſe natürlich. Aber nicht zuletzt auch im Intereſſe
b=r.
Geſamteuropas.
Amerika informierk ſich in Wien.
Der amerikaniſche Geſandte in Wien erſchien am Samstag
beim Vizekanzler und Außenminiſter Schober. Der Beſuch dauerte
ungefähr 20 Minuten. Er trug rein informatoriſchen Charakter.
Den Gegenſtand der Beſprechung bildete das deutſch=öſterreichiſche
Zollabkommen.
Handelsverkrag zwiſchen Südſlawien und
Tſchechoſlowakei abgeſchloffen.
Belgrad, 2
Nach amtlicher Mitteilung ſind in Prag die Hand
er=
tragsverhandlungen zwiſchen Südſlawien und der Tſchechoſ gke
zum Abſchluß gebracht worden. Der ſüdſlawiſche Handelst 5ſter
iſt am Samstag nach Prag abgereiſt, um das Abkommen un
terzeichnen.
Der Abſchluß des Handelsvertrages erfolgte ſer
wartet und hat hier großes Aufſehen erregt, w
Verhandlungen bis vor kurzem auf ſcheinbar unüberw liche
Schwierigkeiten geſtoßen waren. Die unnachgiebige ſi
tungder Tſchechen, die ſeit vielen Wochen die Erörte ige,
nicht über den toten Punkt hinauskommen ließen, war in el,
grad mit ſtarkem Befremden bemerkt woſen
Allem Anſchein nach hat jetzt das deutſch=
er=
reichiſche Zollabkommen einen radikalen
ſm=
ſchwung in der Haltung der Tſchechoſlowakeier
beigeführt. Das Entgegenkommen Prags wurde ver klich
durch die neutrale Haltung Südſlawiens gegenüber dieſe
Ab=
kommen veranlaßt. Allen Meldungen der Prager Preſſe ſher
eine einheitliche Front der Kleinen Entente gegenüber dem
deutſch=öſtereichiſchen Abkommen zum Trotz hat Südſlawien
ſhe=
eine ſehr reſervierte Haltung eingenommen. Ob es durch d Ab
ſchluß des Handelsvertrages nunmehr zu einer Aenderung ner
Stellungnahme im Sinne Prags bewogen werden wird, ſi
abzuwarten.
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Darmſtadt, den 28. März 1931.
Palmen und Hoffnung.
Virbel und Brandung der Menge! Das rauſcht und preßt
5 in den engen Gaſſen, das flutet hin in ekſtatiſcher
Bewe=
ing: Das hoffende Jeruſalem hat ſeinen großen Tag: Jeſus,
u r Wundertäter und kommende Erlöſer ſeines Volkes, zieht ein.
Hoffnung flammt in tauſenden von Herzen und Köpfen; in
ilden Gebärden tut ſie ſich dar, und ihr fehlt nicht das
Deko=
tive: Geſchwungene Palmen, Heilruf und gebreitete Tücher. Es
die Hoffnung der Maſſe, die an irdiſche Belange und Erfolge
kuſipfte, die unkritiſche, unkämpferiſche, ganz nur ins ſtrudel=
Ue Zeitliche getaucht, ohne Ankergrund und Ruhepol, ohne
zigen Hintergrund. Es iſt, modern geſprochen: die Hoffnung
s Philiſters, wie es Goethe ausſpricht: „Ich will nicht hoffen
io fürdten wie ein Philiſter.”
und durch die Brandung und das Brauſen dieſer Hoffnung
itet nun Jeſus, und er lächelt. Aber es iſt das Lächeln der
oßen, liebevollen und wehmut=erfüllten Seele.
Iſt dieſes Lächeln nicht eine ganze Predigt von der
wahr=
ftigen Hoffnung? Will ſie auch uns modernen Menſchen nicht
olgendes ſagen: „O Ihr Toren, Eure Hoffnung! Wann lernt
yr endlich, daß hinter jeder der ganze Menſch ſtehen muß mit
uier Unerſchrockenheit und Treue, dem Lichte ſeines Geiſtes
id der Reinheit ſeiner Wollungen!
Wann lernt Ihr endlich, daß hinter mancher Hoffnung ein
ethſemane liegt und ein Golgatha ragt mit Tränen, Blut und
unden!
Der Weg mancher Hoffnung ift eine via dolorosa.
Kernt unterſcheiden zwiſchen der Hoffnung des Philiſters und
r des heroiſchen Menſchen! Die wahre Hoffnung will den
Uden, den Schöpfermenſchen, will, daß man Schritt für Schritt
s zur Erfüllung ſich vorkämpfe! Sie, die echte, Welt und Leben
ſiiandelnde, will den Einſatz des ganzen Menſchen, ſeine
in=
unſtvolle Weſentlichkeit, den Ewigkeitsgrund ſeines
Seelen=
mis.
Mit ihr iſt es wie mit dem Reiche Gottes: Der Anfang iſt
wendig in uns, ein gut Teil der Erfüllung liegt in uns ſelber
ſchloſſen. Wir müſſen als die Tatenden und innerlich
Kraft=
illen wie ein heimlicher Magnet wirken! Auch die ewigen,
ierforſchlichen Schöpfungsmächte wollen angezogen, gleichſam
das menſchliche Kraftfeld hineingezogen werden.
Der heroiſche, der weſentliche Menſch will auch nicht die Er=
Uung einer Hoffnung, zu der er garnichts, auch garnichts tat.
as Wort von der in den Mund fliegenden gebratenen Taube
ihm das Wort der Unwürde und der Herde, bleibt ihm
er=
irmlicher Philiſterwunſch.
Iſt oft eine herrlich erfüllte Hoffnung denn anderes, als
h erfüllende Geiſtes= und Herzens=Aktivität, Sonnenaufgang
ach einem darin Leid und Nacht tapferen Jal, als das
Aus=
füngszeichen, das Gott gleichſam ſelber dahinter ſetzt! —
Nein, nein, du und ich, wir wollen nichts mit jener
Hoff=
ung zu tun haben, die weiter nichts iſt als ſchöne Blüte einer
erborgenen Feigheit. Wir wollen die wahre Hoffnung als eine
uns und unſerm Volke ſchaffende Wirklichkeit erleben, als
usfluß unſeres ſieghaften Glaubens und wollen die Stillen
leiben, die Wirklichkeitsnahen, und Treue zeigen der Forderung
es Tages gegenüber! Die außergewöhnliche Gebärde ſei uns
cemd: aber eingehen wollen wir mit Seele und Geiſt ins
Ge=
eimnis des Opfers. Redlich wollen wir das Unſrige tun,
da=
tit die Hoffnungen unſeres Lebens ſich erfüllen, vor allem aber
ie große Hoffnung unſeres zertretenen Volkes!
Ja, das Unfrige wollen wir tun, das Allerletzte aber
glau=
ensvoll dem ewigen Gott überlaſſen. Amen.
R.B.
Sonntag, den 29. März 1931
Beamtenjubiläum. Am Mittwoch, den 1. April d. J.,
önnen die Lokomotivführer Wilh. Biedenkapp. Darmſtadt,
Schraudenbachweg; Heinrich Beringer, Arheilgen, Mühlſtraße
0: Friedrich Eichner, Kranichſtein, Kreisſtraße; Rudolf
Dräf, Arheilgen, Karlſtr. 14: Georg Romig, Kranichſtein,
reisſtraße: Auguſt Müller, Darmſtadt, Weiterſtädterſtr. 14;
ſdam Wicklaus, Darmſtadt. Am Nordbahnhof 27 und
Werk=
teiſter Friedrich Neßling, Kranichſtein, Kreisſtraße, auf eine
Djährige Beamtentätigkeit bei der Deutſchen Reichsbahn
zurück=
licken. Sie haben es verſtanden, während dieſer Zeit durch treue
iflichterfüllung und kollegiales Weſen ſich die Achtung und
Wert=
hätzung ihrer vorgeſetzten Behörde, wie auch ihrer Mitarbeiter
erwerben.
Johanneskirche. Das Paſſionsoratorium von Herzogenberg
ird heute um 20 Uhr, in der Johanneskirche aufgeführt. Herr
hannie Penk aus Worms ſingt zum erſten Male den Chriſtus,
err Landzettel wieder den Evangeliſten. Herr Emil Sulzmann
en Petrus. Das Orcheſter ſetzt ſich aus Mitgliedern des
Städti=
hen Orcheſters und Muſikfreunden zuſammen. Der Eintritt iſt
ir jedermann frei. Beim Ausgang ſind freiwillige Gaben zur
ſeckung der Unkoſten erbeten. Programme ſind am Eingang zu
ahen.
— Volksbühne. Zu dem Dienstag, den 31. März, im Kleinen
aus ſtattfindenden 5. Beethovenabend des Drumm=Quartetts
er=
ilten die Mitglieder der Volksbühne Karten zum Vorzugspreis
der Geſchäftsſtelle der Volksbühne, Eliſabethenſtraße 34 (Haus
kter).
Heſſiſches Landestheater.
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Heſſiſches Landestheater. „Carmen” von Bizet wird
ute, Sonntag, im Großen Haus in der Neuinſzenierung von
arl Ebert unter muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl Böhm mit
tita Mitrovic in der Hauptrolle zur Aufführung kommen.
Kleinen Haus findet heute, Sonntag, die erſte Wiederholung
s Schauſpiels „Der Graue” von Friedrich Forſter ſtatt, für
S ſich die geſamte Darmſtädter Kritik mit nachdrücklicher
Aner=
rnung des Werkes und der Aufführung eingeſetzt hat. Die
Titel=
le ſpjelt Theodor Leitner,
Rechtsmikkelverfahren und Rechlsmitkelgebühren.
Die neuen Einkommenſteuerbeſcheide, die den
Steuerpflich=
tigen jetzt zugehen, bringen für viele eine unangenehme
Ueber=
raſchung. Die Finanzämter weichen in dieſem Jahre mehr als
bisher von den Angaben der Steuerpflichtigen in ihrer
Steuer=
erklärung ab und kommen zu einer höheren Steuerfeſtſetzung. Daß
dieſes Vorgehen angeſichts der Wirtſchaftslage in den meiſten
Fällen jeder Berechtigung entbehrt, dürfte ohne weiteres
ein=
leuchten. Unter dieſen Umſtänden werden ſehr viele
Steuerpflich=
tige das vom Finanzamt für das Jahr 1930 feſtgelegte
Einkom=
men und die danach berechnete Einkommenſteuer nicht
aner=
kennen können, ſondern innerhalb der vierwöchigen Friſt,
vom Tage der Zuſtellung an gerechnet, Einſpruch erheben
müſſen.
Grundſätzlich darf das Finanzamt, wenn eine ordnungsmäßige
Buchführung vorliegt, nicht zur Schätzung ſchreiten, ſondern es iſt
an die vorliegenden Aufzeichnungen gebunden. Nur wenn es aus
der Buchführung das Einkommen nicht feſtſtellen oder berechnen
kann und der Steuerpflichtige über ſeine Aufzeichnungen keine
genügenden Aufklärungen zu geben vermag oder weitere Auskunft
verweigert, kann eine Schätzung in Frage kommen. Vielfach
moti=
vieren die Finanzämter in dieſem Jahre die Abweichungen
von den buchmäßigen Angaben des Steuerpflichtigen mit
höheren Gewinnen die gleichartige Betriebe
erzielthaben, bzw. mit der Abweichung von den für Betriebe
gleicher Art vom Finanzamt errechneten
Durchſchnitts=
ſätzen. In ſolchen Fällen wird ein Einſpruch des
Steuerpflich=
tigen immer Erfolg haben, es ſei denn, daß das Finanzamt
nachweiſt, daß der von dem Steuerpflichtigen errechnete
Ge=
winn „offenbar” nicht zutreffen kann. Bemerkenswert iſt vor allen
Dingen, daß nicht den Steuerpflichtigen, ſondern das
Finanz=
amt die Beweislaſt trifft.
Nur wenn eine ſchuldhafte Verletzung ſteuerlicher Pflichten
feſtgeſtellt iſt, iſt das Finanzamt zur Schätzung berechtigt und kann
den Steuerpflichtigen im Falle ſeines Einſpruches, gegen die Höhe
der Schätzung auf die Beſchwerde an das
Landesfinanz=
amt verweiſen. Ausgenommen hiervon ſind lediglich die zur
kaufmänniſchen Buchführung nicht verpflichteten
Gewerbetreiben=
den, die nur ihre Umſätze aufzuzeichnen haben. Dieſen ſteht auch
bezüglich der Höhe der Schätzung der Einſpruch beim Finanzamt
offen
Die Einlegung des Einſpruch; ſchiebt eine etwa für das Jahr
1930 feſtgeſetzte Nachzahlung noch nicht auf, vielmehr iſt ein
beſonderer Stundungsantrag erforderlich, der
zweckmäßi=
gerweiſe gleichzeitig begründet wird.
Soweit gegen die Steuerfeſtſetzung an ſich Einwendungen nicht
erhoben werden können, die Zahlung der ſeſtgeſetzten Beträge
jedoch mit erheblichen Schwierigkeiten verknüpft iſt, empfiehlt
es ſich, einen Antrag auf ratenweiſe Abtragung der
Steuer=
ſchuld zu ſtellen. Dem Antrag iſt zweckmäßigerweiſe eine
Zwiſchen=
bilanz beizufügen, ferner evtl. ein Hinweis auf ſchlechten
Zah=
lungseingang, unbefriedigenden Geſchäftsgang uſw.
Im Einkommenſteuerbeſcheid für 1930 werden auch die
Vor=
auszahlungen für 1931 feſtgelegt. Soweit für das Jahr
1931 eine Einkommensminderung um mehr als den fünften Teil,
mindeſtens jedoch um 1000 RM., glaubhaft gemacht werden kann, Höchſtbetrag 50 RM.
können die vierteljährlichen Vorauszahlungen auf. Antrag
entſprechend ermäßigt werden.
Rechtsmittelverfahren. Soweit es ſich lediglich um
eine Verfügung des Finanzamts handelt, kommt das
Beſchwer=
deverfahren zur Anwendung in dem das
Landesfinanz=
amt zuſtändig iſt.
Als Rechtsmittel gegen die Veranlagung zur
Einkommen=
ſteuer kommt jedoch faſt ausſchließlich das
Berufungsver=
fahren in Frage. Hier ſind gegeben:
es entſcheidet das Finanzamt ſelbſt.
2. Berufung gegen die Einſpruchsentſcheidung des Finanz=
amts; es entſcheidet das Finanzgericht.
Großes Haus onntag,
29. März ef7 Je
Carmen
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Gutſcheine nicht gültig 19 30—22 15 Uhr
Der Graue
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30 März 20—21 45 Uhr
2. Volkskonzert:
Brahms=Ztklus
Preiſe 0 80—2.00 M1 Keine Vorſtellung ienstag
31. März Keine Vorſtellung 20—21.30 Uhr
Fünfter Beeihoven=Abend
des Trumm=Quartetts
Preiſe 1, 2. 3 Mk. fittwoch,
1 April Keine Vorſtellung 19.30—24,15 Uhr
Der Graue
Zuſ.=M. II,11
Preiſe 1 20—6 Mk. vynersta,
2. April Keine Vorſtellung
Keine Vorſtellung
8
i reitag,
3. April Keine Vorſteliung g
Keine Vorſtellung
C amstag
4 April Keine Vorſte lung d
n.
Keine Vorſtellung
ſter=
onntag
5. April 19.30
Zum erſten Male:
D21. Turandot
Preiſe 1.20—1 Mk.
Wahlgutſcheine beſchränkt gültig 20—21 45 Uhr
1.
Der Mann, den ſein Gewiſſen trieb k
3
Zu.=Miete ,9 P.5
Darmi. Volksb Gr I—V
Preiſe 1.20—6 Mk.
Marinsgemeinde -—Oſerfeiek.
Für Mittwoch den 1. April, abends 8 Ulg, lädt die
Martins=
gemeinde in der Martinskirche (Heinheimerſtraße) ein zu der
Oſterfeier: Paſſion und Auferſtehung; Kreuzigung
Grablegung — Auferſtehung, des Iſenheimer Altars, Paſſions= und
Oſtermuſik. „Diſe Kunſt kundt von Gottes Gunſt; Wanns Gott
nit guntt, ſo iſts umſunſt‟. Ein Unbekannter hat dieſe Worte
1578 auf die Rückſeite des Iſenheimer Altars geſchrieben, aber ein
Wiſſender um den geiſtigen Urſprung dieſes mächtigſten deutſchen
Altarwerks. Solches Wiſſen wandelt Schauen zum Glauben. Die
Malerei „M. Grünewalds” iſt Predigen vom eingeborenen
Gött=
lichen im Menſchlichen. Gemaltes Leben unſerer Erde ſchwingt
ſich im Altarſchrein aus dunkler Leidensnacht empor ins Reich des
Lichts des glühend Auferſtandenen. Wir erleben die ſinnlich=
gei=
ſtige Gewalt dieſer inſpirierten Malerei mit dem frohlockenden
Ruf des ruſſiſchen Oſtergrußes: „Woiſtinu woskreſe‟. „Er iſt
wahr=
haftig auferſtanden‟. Die angeſagte Oſterfeier der
Martins=
gemeinde wird ſich ganz in den Dienſt dieſer überzeitlichen
Glau=
benskraft des Iſenheimer Altars ſtellen, wird ſich grundſätzlich
freihalten von kunſtwiſſenſchaftlicher Erörterung. An die von Dr.
Ernſt Zeh übernommene Bilddeutung der Karfreitags=Grablegung=
und Auferſtehungstafel werden ſich unmittelbar Liedeinlagen
an=
ſchließen, die in Text und Ton dem religiöſen Gehalt der Malerei
angepaßt ſind. Der Feier ſteht ein neuer Projektionsapparat von
ſtärkſter Lichtwirkung zur Verfügung.
Programme, die zugleich als Eintrittskarte gelten, werden
ausgegeben in den Buchhandlungen Schroth (Rheinſtraße) und
Waitz (Eliſabethenſtraße), bei Arnold (Weißer Turm) und im
Martinsſtift, neben der Martinskirche.
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* Samstags nur von 8 bis 12½ Uhr vormittags
— Zweites Volkskonzert im Landestheater. Aus den
ver=
träumten Bergtälern des Schwarzwaldes und der lieblich frohen
Romantik des Wörther Sees ſog Brahms die Stimmungen, die
Liebel, der Männerchor des Landestheaters den Chorpart.
— Orpheum. Heute letzte Aufführung: „Das
Land des Lächelns”, Bei volkstümlichen Eintrittspreiſen
von 80 Pfg. bis 2.80 RM. (1. Parkett oder Mittelloge) wird
Franz Lehars großer Operettenerfolg „Das Land des Lächelns”
durch das Gaſtenſemble der Rotterbühnen, mit Kammerſänger
Gredinger, heute Sonntag. abends 8.15 Uhr, zum letzten Male
aufgeführt. Viele Darmſtädter ſahen dieſe Aufführung zweimal;
in der Tat kann man ſie (bei einer ſo vorzüglichen Darſtellung)
mehrmals ſehen! Die bisher Säumigen ſollten indeſſen die
heu=
tige Abſchiedsvorſtellung ſich nicht entgeben laſſen. Ueber den
Sonntagskartenverkauf ſiehe Näheres im Inſerat.
Seite 5
3. Rechtsbeſchwerde gegen die Berufungsentſcheidung des
Finanzgerichts; es entſcheidet der Reichsfinanzhof.
Zu beachten iſt, daß durch die Notverordnung vom 1. 12. 1930
aus Gründen der Vereinfachung des Rechtsmittelverfahrens und
der Entlaſtung der Finanzbehörden zu ungunſten der
Steuer=
pflichtigen Einſchränkungen getroffen worden ſind. So kann bei
einem Streitgegenſtand, der 100 RM. nicht überſteigt,
im Falle der Berufung das Finanzgericht nach freiem Ermeſſen
entſcheiden, ohne weitere Aufklärung des Sachverhalts und ohne
Begründung. Die Rechtsbeſchwerde gegen die
Berufungsentſchei=
dung iſt nur dann noch zuläſſig, wenn entweder der
Streitgegen=
ſtand den Wert von 200.— RM. überſteigt, oder wenn das
Finanzgericht ſie wegen grundſätzlicher Bedeutung des
Streitgegen=
ſtandes ausdrücklich zuläßt. Gegen die Entſcheidung des
Finanz=
gerichts hinſichtlich der grundſätzlichen Bedeutung iſt kein
Rechts=
mitel gegeben.
Rechtsmittelgebühren. Soweit ein Rechtsmittel für
den Steuerpflichtigen ohne Erfolg iſt, hat er naturgemäß die
Koſten des Rechtsmittelverfahrens zu tragen. Dieſe ſetzen ſich
zu=
ſammen aus der eigentlichen Gebühr, einem Pauſchſatz zur Deckung
der allgemeinen Unkoſten und den Koſten für Auslagen der
Rechts=
mittelbehörde.
Die Höhe der Gebührenſätze iſt aus nachſtehender
Tabelle erſichtlich:
einſchl.
R.ℳ Einſpruchs=
u. Beſchwerde=
verfahren
Pauſch=
Gebühr
ſatz
R.M R.M Berufungs=
verfahren
Pauſch=
Gebühr
ſatz
R.ℳ RM Rechtsbe
verfe
Gebühr
R./ ſchwerde=
ahren
Pauſch=
ſatz
R.M 20 60.- 1.- 4. 6. 1. 100.- 1.- 6.- 1. 9. 1.40 200.— 1.— 12.- 1.80 18. 2.70 300.— 1.35 18.— 2.70 27 4.05 400. 12. 1.80 24. 3.60 36.- 5.40 500.— 15. 2.25 30. 4.50 45. 6.75 600. 18.— 2.70 36. 5.40 54. 8.10 800.— 24.- 3.60 48.— 7.20 72. 10.80 1000. 30. 4.50 60.— 9.— 90.- 13.50 1200. 34.— 5.10 68.— 10.20 102. 15.30 1600. 42. 6.30 84.— 12.60 126.— 18.90 1800.— 46.— 6.90 92. 13.80 138. 20.70 2000. 50. 7.50 100. 15.— 150. 22.50
Von 2000 bis 10 000 RM. erfolgt ein Zuſchlag von 1 v. H.,
ab 10 000 RM. von ½ v. H. des Streitwertes.
Der außer der Gebühr erhobene Pauſchſatz zur Deckung
der allgemeinen Auslagen beträgt, wie aus der Tabelle
erſicht=
lich, 15 v. H. der Gebühr. Der Mindeſtbetrag iſt 1 RM., der
Beſondere Koſten für Auslagen ſpielen nur ſoweit
eine Rolle, als es ſich um Gebühren für Auskunftsperſonen und
Sachverſtändige oder Reiſekoſten von Beamten handelt.
Bei einem Teilerfolg im Rechtsmittelverfahren können
dem Steuerpflichtigen die Koſten zum Teil auferlegt werden;
bei vollem Erfolg ganz oder zum Teil dann, wenn die
Entſchei=
dung auf Tatſachen beruht, die der Steuerpflichtige früher hätte
geltend machen können und müſſen. Beruht die Einlegung eines
Rechtsmittels auf entſchuldbarer Unkenntnis oder auf Unwiſſen=
1. Einſpruch gegen die Entſcheidung des Finanzamts; heit, ſo können die Gebühren und Koſten ganz oder teilweiſe
er=
laſſen werden.
Wird das Rechtsmittel in vollem Umfange zurückgenommen,
ſo wird die Hälfte der Rechtsmittelgebühr erhoben.
Dr. C.
„Ak darmſtiadl”
Verein für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
326. Veranſtaltung.
Die Veranſtaltung ſtand unter dem Zeichen der Dichtung. Zur
Eröffnung des Abends gedachte der Vorſitzende, Herr Philipp
Weber, des Abſcheidens ſeines treuen „Alt=Darmſtadt”=
Mitglie=
des und Mitarbeiters Herrn Gartenmeiſters Fritz Klein; die
Ver=
ſammlung ehrte das Gedächtnis des Heimgegangenen durch
Er=
heben von den Sitzen. Herr Schauſpieler Eduard Göbel führte
diesmal ſeine Zuhörer auf allerlei literariſche Pfade. Er las in
der ihm ganz beſonderen eigenen Weiſe: „Bekanntes und
Un=
bekanntes”. Von Friedrich von Schiller bis zu Robert Schneider
zog er die Linie. Er begann ſeine Vorleſung mit Schillers
Pe=
gaſus im Joch”, leitete dann über zu Heinrich von Kleiſt, von dem
er eine feine Anekdote aus dem letzten preußiſchen Kriege las.
Dann folgten zwei Dichtungen aus dem 18. Jahrhundert von
Gel=
lert: Die glückliche Ehe” und von Grünig: „Das Schuhdrücken”.
Dann folgte ein Schriftſteller unſerer Tage, unſer allbeliebter
Landsmann und Heimatſchriftſteller Walter Schweter. Aus ſeiner
Sammlung Abenteuer wurde eine feine Naturſtudie vom
Früh=
ling dargeboten, die beſondere Aufmerkſamkeit erregte.
Dann folgten heitere Weiſen. Karlchen Etlinger: „Der
ein=
geſchlafene Komponiſt” „Der Münchener und die Pinakothek”.
Dann von Ludwig Thoma, dem Urbayer: „Der Münchener im
Himmel”. Als Ausklang der zu Alt=Darmſtadt” gehörende
Ro=
bert Schneider, aus deſſen jüngſt erſchienenen „Sonndags=
Nachmid=
digs=Betrachdunge von Bienchen Bimmbernell”. „Das Geſpenſt im
Nachtſchrank”. In feiner Weiſe wußte der Vorleſer Ernſtes und
Heiteres miteinander zu verbinden und durch die Darbietungen in
die Eigenart und Schönheiten der einzelnen Dichtungen
einzu=
führen.
Die Darbietungen wurden von dem zahlreichen Hörerkreis mit
lebhaftem Beifall aufgenommen, dem der Vorſitzende herzliche
Dankesworte für den buntfarbig gewundenen Blumenſtrauß aus
dem deutſchen Dichterwalde folgen ließ. Es war ein echter
Eduard=Göbel=Abend. — Nächſte Veranſtaltung am
9. April. Herr Profeſſor Adolf Beyer ſpricht über „Heiteres
aus dem Künſtlerleben”, (Künſtleranekdoten.)
— Bezirksverband Darmſtadt für Handwerk und Gewerbe.
All Kreiſe der Bevölkerung, die ſich heute abend 8 Uhr in der
Woogsturnhalle zu unſerer großen, von künſtleriſchen
Darbie=
tungen umrahmten Abſchluß=Kundgebung anläßlich der
Reichshandwerkswoche einfinden wollen, werden hierdurch gebeten,
recht pünktlich zu erſcheinen, da mit einem großen Andrang
gerechnet werden muß.
— Der Hausfrauenbund Darmſtadt hielt ſeine
Hauptverſamm=
lung im Saalbau ab. Nachdem der Jahresbericht und die
Ab=
rechnung vorgeleſen waren, erfolgte die Neuwahl der 1.
Vorſitzen=
den. Fräulein de Weerth, die langjährige, verdienſtvolle
Vor=
ſitzende, legte ihr Amt nieder, und Frau Paula Friedrich wurde
zur Vorſitzenden gewählt, außerdem wurde der Vorſtand durch
drei neue Mitglieder ergänzt. Nach der Kaffeepauſe ſprach Frl.
de Weerth über die Verſuchsſtelle des Reichsverbands deutſcher
Hausfrauenvereine in Leipzig. Sie berichtete von einem Beſuch
derſelben anläßlich einer Hausfrauentagung, erklärte die
wert=
volle und gewiſſenhafte Arbeit die dort geleiſtet wird und wies
an zwei Beiſpielen die bis ins kleinſte gehende Gründlichkeit der
Prüfungsſtelle nach. Hieſige Firmen hatten dazu eine Menge
Artikel und Apparate ausgeſtellt, welche allen den Sonnenſtempel
der Prüfungsſtelle des R.d.H, trugen, und die Rednerin wies
darauf hin, wie wertvoll es für die Hausfrau iſt, alle dieſe
Gegen=
ſtände anſtandslos kaufen zu können, mit der Beruhigung, daß ſie
dadurch gute, geprüfte Ware erhält.
Aa. Kreisverſammlung des Landbundes in Darmſtadt. Der
Kreisverband Darmſtadt des Heſſiſchen Landbundes hält am
Sonntag nachmittag, im Rummelbräu, in Darmſtadt, eine
öffent=
liche Kreisverſammlung ab. Landesgeſchäftsführer Dümas=
Darmſtadt ſpricht über den „Freiheitskampf der Landwirtſchaft”,
* Die ruſſiſche Kapelle, die durch die Eigenart ihres
byzantini=
gen Bauſtils und die prunkvolle, ſinnige äußere und innere
Aus=
attung jeden Beſucher der Mathildenhöhe anzieht, iſt ſeit dem
März d. J wieder tagsüber zugängig. Herr Revenkoff.
Nach=
ger des kürzlich verſtorkenen Herrn Truſchewitſch, übernimmt
reitwilligſt bei Beſichtigungen eingehende Führung. Ein Beſuch
ſeis.
[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Sonntag, den 29. März 1931
Nummer
Privakwirkſchaft und Gemeinwirkſchaft.
Im Gelben Saale des Reſtaurants Sitte ſprach im
Rahmen einer Mitgliederverſammlung der
Orts=
gruppe Darmſtadt der Deutſchen Volkspartei
der Nachfolger des verſtorbenen Abgeordneten Konrad Haury im
Heſſiſchen Landtag, Herr Reg.=Rat a. D. R. Heyne=Offenbach.
über: Privatwirtſchaft und Gemeinwirtſchaft”
Der 1. Vorſitzende der Ortsgruppe, Oberlandesgerichtsrat
Alten=
dorf, gedachte in herzlichen Worten des verſtorbenen
Partei=
freundes Konrad Haury, zu deſſen ehrendem Andenken ſich die
zahlreichen Anweſenden von ihren Plätzen erhoben hatten. — Der
Referent zeichnete in einem etwa 1½ſtündigen Vortrage ein
leben=
diges Bild vom Wirtſchaftsgeſchehen der vergangenen Jahrzehnte
und der Jetztzeit und führte an Hand von zahlreichem Material
die wirtſchaftlichen Nöte des Reiches auf. Dem Redner gelang es,
in klaren Gegenüberſtellungen amerikaniſcher und europäiſcher
Wirtſchaftsauffaſſung das Streben nach Macht und Beſitz gerade
der weſtlichen Länder aufzuzeigen, um damit erſt die Weltgeltung
und Weltmacht zu erreichen, die einzig und allein für ein Volk
in allen ſeinen Schichten zu Nutz und Frommen ſein
kann. Die Regierenden in deutſchen Landen haben nach dem
verlorenen Kriege vergeſſen, daß eine überſteigerte Sozialpolitik
auch eine einſt blühende Wirtſchaft zugrunde richten muß. An
nackten, klaren Ziffern und Tatſachen bewies der Abg. Heyne, wie
Wirtſchaft auf Wirtſchaft, Unternehmen auf Unternehmen durch
überſteigerte Sozialetats in allen deutſchen Ländern mit allen
ihren Begleiterſcheinungen zuſammenbrechen mußten, und daß den
deutſchen Arbeitern damit am allerwenigſten gedient worden ſei.
Hinzu käme eine geradezu unverſtändliche Haltung der
Gewerk=
ſchaften in Fragen der Kurzarbeit und der Lohnſenkung, um
exportfähig zu bleiben, und führte als Beiſpiel die Angelegenheit
der Hutte Duisburg=Meiderich und die Aktion des
volkspartei=
lichen Oberbürgermeiſters von Duisburg Dr. Jarres an. Am
Schluſſe ſeiner Ausführungen ſtellte der Referent die Sendung
und Aufgaben des Liberalismus heraus, der heute, entgegen einer
törichten Anſicht, nicht tot ſei, ſondern immer wieder von neuem,
gerade heute, ſeine Berechtigung bewieſen hätte. Der
Libe=
ralismus in der Wirtſchaft ſei die Grundlage gemeinſamen
Zuſammenarbeitens von Arbeitnehmer und Arbeitgeber, und ewig
würde das Geſetz ſein, daß es dem Arbeiter nur dann gut geht,
wenn es der Wirtſchaft gut gehe. Die klaren, gut durchdachten
und ausgearbeiteten Ausführungen des Referenten wurden mit
ſtarkem Beifall aufgenommen. In der Diskuſſion unterſtrich der
Vorſitzende der Darmſtädter R. j. V., R.=A. Dr. Mattern die
Ausführungen des Abg. Heyne. Der Abend war für die
Darm=
ſtädter Ortsgruppe ein voller Erfolg. Die Vortragsreihe wird
im April fortgeſetzt.
— Paſſions=Spiel aus dem Bayeriſchen Wald, Montag, den
30. März. 20,15 Uhr, im Saal der Städtiſchen Akademie für
Ton=
kunſt. Eliſabethenſtraße. Oeffentliche Aufführung der Laienſpiele
der Chriſtengemeinſchaft. Daß der Tod des Chriſtus auch ein
Er=
eignis für die geiſtige Welt iſt, wird in dem Spiel durch den
Abſchied von den Engeln den Menſchen nahegelegt. Das Leiden
des Chriſtus Jeſus vollzieht ſich als ein Vorgang, der langſam
ſich ſteigert, im Seeliſchen beginnend. In einer ſelten klaren Weiſe
wird ein Stück des Seelenweges der Maria, dargeſtellt vom erſten
kindlichen Nichtverſtehen des Kommenden über das
leidenſchaft=
liche Kämpfen gegen die Weltennotwendigkeit bis zum
Opfer=
willen; dann folgt die Läuterung im völligen Verzicht, im
Her=
gebenkönnen für Weltenziele. Der Weg der Maria wird in ſeinen
einzelnen Stufen bezeichnet durch das, was die Klagefrauen
ſprechen. Johannes ſchaut ſchweigend den ganzen Vorgang als
Evangeliſt und Weiheſchüler. Dieſes kurze, außerordentlich
kon=
zentrierte Spiel wird umrahmt von Geſang. Es wird um
frei=
willige Unkoſtenbeiträge gebeten. (Vgl. auch die Anzeige.)
— Stadtkirche. Heute abend 7,30 Uhr wird in der Stadtkirche
die Matthäuspaſſion von Heinrich Schütz durch den
Kirchengeſangverein der Stadtkirche zur Aufführung kommen. Der
Eintritt iſt zu allen Plätzen frei. — Mitwirkende ſind Joh.
Biſchoff, Dr. Ant Stiefenhofer und mehrere Mitglieder des
Chors. An der Orgel Ludw. Borngäſſer Leitung Wilh.
Born=
gäſſer Programme mit dem ſtändigen Text ſind zu 20 Pf. in
der Kirche zu haben.”
— Evangeliſche Stadtmiſſion, Mühlſtraße 24. Am Sonntag,
den 29. März, abends 8 Uhr, findet im großen Saale der
Stadt=
miſſion wieder ein Elternabend ſtatt. Es iſt der vierte in
der Reihe des Winterhalbjahres und ſteht unter dem Thema:
„Was ſind wir unſeren Kindern ſchuldig?‟ Der Vortragende iſt
wieder, wie auch in den bisherigen Elternabenden, Herr
Stadt=
miſſionsinſpektor Bringmann. Alle Teilnehmer der bisherigen
Vorträge werden auch zu dieſem Abend herzlich eingeladen,
ins=
beſondere alle Eltern, denen das Wohl ihrer Kinder am Herzen
liegt. Der Eintritt iſt frei. Jedermann iſt herzlich willkommen.
— Bezirksverein Martins=Viertel. Auf die an das
Finanz=
miniſterium, Abteilung für Forſt= und Kameralverwaltung,
ge=
richtete Eingabe teilt uns das Miniſterium mit, daß es
Anord=
nung getroffen habe, das Türchen an der Gichtmauer am Alfred=
Meſſel=Weg ſofort zu öffnen. — Weite Kreiſe des
Martins=
viertels und der übrigen Stadtbewohner wird dies von
ange=
nehmem Intereſſe ſein, weil die Spaziergänge nun ohne Autoſtaub
und Benzindampf einzuatmen, dadurch ermöglicht ſind.
Generalverſammlung des Polizei=Sportvereins Darmſtadt.
Der Polizei=Sportverein Darmſtadt hielt dieſer Tage ſeine
Gene=
ralverſammlung ab, die gut beſucht war. Mit großem Intereſſe
nahm die Verſammlung die Berichte der einzelnen Fachleiter
ent=
gegen, aus denen durchweg zu erkennen war, daß der Verein in
weiterer Vorwärtsbewegung begriffen iſt. Es iſt ein großes
Ver=
dienſt des Vorſtandes, daß er es verſtanden hat, trotz der ſchlechten
Zeiten den Verein auf breiter Grundlage aufzubauen, um ſo den
Sportgedanken in weiteren Volksſchichten zu vertiefen. An dieſem
Ziel ſoll auch fernerhin feſtgehalten werden. Dieſem Gedanken
wurde noch dadurch Rechnung getragen, daß der Vorſtand noch
erweitert wurde. Beſonders ſoll der Jugend noch mehr gedacht
werden als bisher. Durch Einrichtung von Elternabenden ſollen
die Angehörigen der Jugend mit dem Verein bekannt gemacht
werden. Sie ſollen ſehen, daß die Kinder bei dem Polizei=
Sport=
verein in guter Obhut ſind, wo auch erzieheriſch auf ſie e Kgewirkt
wird. Der Verein wird, ſoweit es finanziell möglich iſt, der
Ju=
gend jegliche Annehmlichkeiten bereiten. An den Pfingſtferien iſt
ein mehrtägiger Ausflug mit der geſamten Jugend, ſoweit ſie nicht
auswarts zum Spielen iſt, in den Vogelsberg vorgeſehen. Die
Reiſe= und Unterbringungskoſten wird der Verein tragen. Näheres
wird noch in der Vereinszeitung bekannt gegeben. Es wurde
leb=
haft Klage geführt, daß die dauernden Verſetzungen die
Aufbau=
arbeit in den einzelnen Abteilungen ſehr hemmt. Der
Kaſſen=
bericht erregte das beſondere Intereſſe der Verſammlung. Sie
konnte mit Genugtuung feſtſtellen, daß der Verein geſund
finan=
ziert iſt. Ohne Schulden und mit einem Reſt erheblichen
Kaſſen=
beſtandes kann er ins neue Vereinsjahr übertreten. Der ſeitherige
Vorſtand wurde einſtimmig wiedergewählt, ein Zeichen, daß die
Vereinsmitglieder mit der Leitung zufrieden waren, was auch mit
Dankesworten aus der Verſammlung beſtätigt wurde. Der für
den nach Mainz verſetzten Polizeihauptmann Kumpa
neu=
gewählte 1. Vorſitzende ſchloß mit herzlichen Worten und dem
Sportruf auf den Verein die harmoniſch verlaufene Verſammlung.
Enklaſſungsfeier in der Eleonorenſchule.
Am letzten Freitag fand in der Eleonorenſchule für die
Ober=
klaſſen der Frauenſchule und des Lzeums eine würdige
Entlaſ=
ſungsfeier ſtatt. Eingeleitet wurde dieſelbe mit dem Chor „Lobe
den Herren”, einſtudiert von dem Muſiklehrer der Anſtalt, Herrn
Sämper. Dann folgten zwei ſtimmungsvolle Gedichte, vorgetragen
von den Sekundanerinnen Toni Schüßler und Ruth Lotz. Sie
leiteten zu einem Teil der Feier über, der nach Wunſch eines der
älteſten „Wandergeſellen” in unſerer Stadt, des Direktors der
Eleonorenſchule, Herrn Oberſtudiendirektor Kiſſinger ganz
auf das Wandern eingeſtellt war. Der Chor ſang in
jugend=
licher Friſche das ſchöne Wanderlied „Wer recht in Freuden
wan=
dern will”. Die Schülerin der Frauenſchulklaſſe I2 Erika Winter
hielt in vollendeter Weiſe einen Vortrag über das Thema „
Ger=
manen und Deutſche auf der Wanderſchaft”, dem ein weiterer
Vortrag der Schülerin der Frauenſchulklaſſe I0 Annemie Fritz über
„Wanderungen im Böhmerwald” folgte. Während der erſte
Vor=
trag geſchichtlicher Art war, berichtete der zweite von einer
Wanderung, die dieſe Schülerin mit ihren Lehrern und
Klaſſen=
kameradinnen unternommen hatte. Schöne Erinnerungen an
ge=
meinſam verlebte Stunden, tauchten hier auf. Ein Gedicht „Ich
will heraus aus dieſer Stadt”, geſprochen von der Schülerin Mar,
Heiß, IIb D. und ein Chorgeſang „Nun will der Lenz uns grüßen”
folgten. Dann hielt Herr Studienrat Schömer, der Klaſſenlehrer
der Frauenſchulklaſſe la, eine Anſprache über die Wanderung, die
die jungen Schülerinnen in der Schule begonnen und zurückgelegt
haben, und der Wanderung durchs Leben, die ihnen jetzt
bevor=
ſteht. Er ſprach Worte, die von Herzen kamen und auch deshalb zu
Herzen gingen und entließ ſeine ihm ſo lange Jahre anvertrauten
Zöglinge mit den Worten „Mit Gott!‟ Die eigentliche
Abſchieds=
rede hielt dann Herr Direktor Kiſſinger, der mit dem Gruß der
Aelpler ſchloß „Behüt di Gott‟. Der Chor ſang den ſcheidenden
Schülerinnen zum Abſchied das Lied „Nun, zuguterletzt‟. Damit
war die erhebende Entlaſſungsfeier beendet. Das Abſchiednehmen
hatte aber noch kein Ende gefunden. Im kleinen engen Kreiſe
fanden ſich die Schülerinnen nochmals mit ihren Lehrern und
Lehrerinnen im Klaſſenzimmer zuſammen, ein ſchöner Beweis des
Zuſammengehörigkeitsgefühls der Leitung und des Lehrkörpers
der Schule mit ihren Schülerinnen.
* Eine beachtenswerte Handarbeitsausſtellung veranſtaltet
zurzeit bei freiem Eintritt (bis einſchließlich Dienstag, 31. März),
im Mozartſaal, Schulſtraße 8, die ſtaatlich geprüfte
Handarbeits=
lehrerin und Weißzeugmeiſterin Frl. Emmy Lorenz. Die Schau
der im letzten Jahre angefertigten Schülerarbeiten iſt diesmal
be=
ſonders vielſeitig und reichhaltig. Der Zeit entſprechend, wurde
Hauptgewicht auf praktiſche Arbeit gelegt, d. h.
die jungen Damen wurden vor allem in Flickarbeiten und im
Anfertigen" gebräuchlicher Kleidungsſtücke aller Art unterrichtet
und haben es wie die ausgeſtellten Stücke zeigen, zu einer
erſtaun=
lichen Fertigkeit gebracht. Beachtenswert iſt die Ausſtellung
haupt=
ſächlich aber wegen der Fülle der geſchmackvollen, feineren und
Luxushandarbeiten. Da ſind kunſtgewerbliche Dinge aller Art
vertreten, die man jedes in ſeiner Art als wirkliche Meiſterſtücke
anſprechen kann. Es hieße andere Arbeiten zurückſetzen, wollte
man Einzelheiten hervorheben, und doch ſeien Beiſpiele von der
Vielſeitigkeit dieſer Schau gegeben, mit deren Erwähnung wir
aber keinen Anſpruch auf Vollſtändigkeit legen Es befinden ſich
tadellos ausgearbeitete Handſtickereien, Decken, Vorhänge moderne
Damen= und Herrenunterwäſche Divankiſſen, gehäkelte Vorhänge,
ein handgearbeiteter Schreibtiſchteppich, Taſchen,
Perlenſtickerei=
arbeiten, Brokatkiſſen, ein hübſcher weißer Stoffpudel
Leder=
waren mit aufgemalten Motiven, ein handgemaltes Couleurkiſſen,
und ſchließlich ein in beſonders ſinniger Weiſe von einer jungen
Dame geſticktes Stickereibild „Blutrote Roſen” unter den
aus=
gelegten Gegenſtänden. Alle Arbeiten ſind in techniſcher
Aus=
führung tadellos und beweiſen eine gute, zweckmäßige Ausbildung.
Als neuer Zweig wurden die Stoff= und Stickerei=Applikationen
in die Lehrtätigkeit aufgenommen und auf dieſem Gebiete
er=
freulich ſchöne und gute Arbeiten gefertigt. Die vielſeitige und
farbenfrohe Handarbeitsſchau wird beſonders für die Damenwelt
von Intereſſe ſein, da ſie auch geeignet iſt, Anregungen zu geben.
Ein Beſuch der Ausſtellung kann daher nur empfohlen werden.
— Helia. Auf die im Heliatheater heute vormittag 11.15 Uhr
ſtattfindende Film=Morgenfeier, in der ein hochintereſſanter
Kul=
tur=Tonfilm „Abenteuer unter Kannibalen”, 6 Monate unter den
Wilden von Malekula, gezeigt wird, ſei an dieſer Stelle nochmals
hingewieſen. Der Film vermittelt bisher nie Geſchautes von
den Sitten und Gebräuchen unbekannter Völker. Jugendliche
haben Zutritt.
— Sam Wooding, New Yorks populärſter Negerdirigent, gibt
morgen, Montag, ſowie Dienstag, abends 8.15 Uhr mit ſeinen
fabelhaften Neger=Jazz=Sinfonikern 2 Gaſtſpiele im Orpheum.
und zwar iſt es ſein letztes Gaſtſpiel in Deutſchland vor ſeiner
bevorſtehenden Rückreiſe nach Amerika. In Darmſtadt iſt Sam
Wooding kein Unbekannter, ſein erſtes Gaſtſpiel ſteht noch in
beſter Erinnerung. Für Montag und Dienstag kann die
Parole nur ſein: „Aufzu Sam Wooding!”. (Näheres ſiehe
Anzeige.)
— Moſelweinverſteigerungen. Seit 23. März täglich bis
ein=
ſchließlich 28. Marz fanden die Weinverſteigerungen des Trierer
Vereins von Weingutsbeſitzern der Moſel=, Saar= und
Ruwer=
weine ſtatt. Es kamen zum Ausgebot über 400 Fuder der
er=
leſenſten Moſel=, Saar= und Ruwerweine des Jahrgangs 1929.
Der Jahrgang 1929 iſt einer der beſten ſeit dem Jahre 1921 und
infolgedeſſen von der geſamten Händlerſchaft ſtark begehrt. Die
Verſteigerung war ſehr umſtritten. Beſonders um die raſſigſten
und ſpritzigſten Sorten wurde von ſeiten der Intereſſentenkreiſe
lebhaft geboten. Das bekannte Weinhaus Philipp Barth in
Darmſtadt konnte bei der Verſteigerung ſich einige gute Fuder
naturreinen Moſelweins ſichern, u. a. 1929er Scharzhofberger,
1929er Ockfenger Geisberg, 1929er Wawerner Herrenberger.
CAusflugsfahrten der Deutſchen Reichspoſt. Für die an
Oſtern und in der erſten Hälfte des April geplanten
Ausflugs=
fahrten der Deutſchen Reichspoſt hat der Kartenverkauf begonnen.
(Näheres ſiehe heutige Anzeige.)
Zuſtellung der Poſtpakete. Am Karfreitag und am
Oſter=
ſonntag werden die Pakete vormittags zugeſtellt. Am
Oſtermon=
tag ruht — abgeſehen von Eilbotenpaketen — die Paketzuſtellung.
Staatliche Hengſtſtation. Zum erſten Male iſt in
Darm=
ſtadt, und zwar auf dem Karlshof, eine Hengſtſtation
ein=
gerichtet worden, insbeſondere, um den Pferdezüchtern in der
Um=
gegend von Darmſtadt und auch in den Gegenden von Weiterſtadt,
Gräfenhauſen, Wixhauſen, Arheilgen, Roßdorf Nieder= und Ober=
Ramſtadt uſw. Gelegenheit zu geben, ſich der Pferdezucht
zuzuwen=
den. Hoffentlich führen die Landwirte ihre Stuten auf dieſe neu
eingerichtete Station, damit ſie auch für die Zukunft beſtehen
blei=
ben kann. — Auf dem Karlshof iſt der ſehr gute belgiſche
Fuchs=
hengſt „Traum” ſtationiert worden und ſteht den
Stuten=
beſitzern vormittags zur Verfügung.
Aus dem Gerichksſaal.
Aw. In nichtöffentlicher Sitzung wurde am Freitag r
Bezirksſchöffengericht gegen einen 44jährigen Fo
von hier wegen Blutſchande verhandelt. Der Manz
durchweg einen guten Ruf genießt, wird von ſeiner 16iä
Tochter beſchuldigt, ſie im Jahre 1929, als die Mutter einig
von Hauſe fort war, mißbraucht zu haben. Der Mann ſelbe u
nichts mehr von der ganzen Sache wiſſen. Er habe auch ni
artige Ideen gehabt, doch traute er es ſich ſelber zu. Das M E,
gilt allgemein als lügenhaft und war in der Schule ob
Frechheit und Verlogenheit bekannt. Sie bleibt jedoch fe
ihren Behauptungen, und das Gericht kommt angeſichts des „ des Angeklagten, der ſich kurze Zeit danach mit (f,
mordabſichten trug und es ja auch nicht ernſthaft beſtreite
Ausſagen des Mädchens Glauben zu ſchenken und verurtei, Sn
Mann unter Anerkennung mildernder Umſtände wegen e
vollendeten und eines verſuchten Verbree
der Blutſchande — nach den Angaben des Mädchens
es ſpäter ein zweites Mal verſucht haben — zu einem
und zwei Monaten Zuchthaus. Die Unterſuchung
wird ihm mit vier Monaten und zwei Wochen angerechne
Es ſteht dann ein 32jähriger Zementarbeiter
Sprendlingen vor dem Richtertiſch wegen Urkun
fälſchung. Der junge Mann hatte eines Tages aus einer .
ſicherung 5000 Mark erhalten, die er in gur Eſſen und Tyr
und Vergnügungsfahrten nach Frankfurt anlegte. Dazu war
die Eiſenbahn aber nicht fein genug, ſondern er benutzte alsr
Mann lieber ein Auto, verſäumte jedoch, dem Fahrer die *
ten regelmäßig zu bezahlen, ſo daß ſeine Schuld bei ihm n 5.
das zweite Hundert erreichte. Als der Chauffeur nun
Tages Geld forderte, gab er ihm einen Wechſel, den dieſer
nahm und ihn daraufhin auch noch einige Male fuhr. Doch
ſtellte ſich heraus, daß der Wechſel falſch war und der junge 9
wurde angeklagt. Zu dem erſten Termin zog er es jedoch vor,
zu erſcheinen, ſo daß er heute polizeilich vorgeführt werden
Der Angeklagte ſcheint ſein Verfehlen ſehr gering zu achten,
weiſt die Behauptung des Staatsanwalts, daß er die 5000 1
leichtfertig durchgebracht habe, entrüſtet als „Untatſache‟
Das Gericht verurteilte ihn wegen ſchwerer Urkundenfälſe
in Tateinheit mit Betrug in Anbetracht ſeiner erhebl
Vorſtrafen auf dieſem Gebiet — nur einer glücklichen Konſtelle
habe er es zu verdanken, daß er noch nicht rückfällig ſei — zu
Monaten Gefängnis. Der Mann erkennt das U
nicht an.
Zuletzt ſitzen zwei junge arbeitsloſe Wand
burſchen auf der Anklagebank wegen Raubverſuchs.
beiden verdienten ſich als Hofſänger ihren Unterhalt und w
auch eines Tages in Eberſtadt angelangt, wo ſie ſich in e
Wirtſchaft gütlich taten. Sie hörten da einen Zwiſt zwiſchen
Wirt und einem Pfungſtädter Steinbildhauer mit an, der
Zeche von fünf Mark nicht bezahlen wollte, und dem der 9
infolgedeſſen ſein Fahrrad zurückbehielt. Die Bemerkung
Wirts, er habe doch mindeſtens 150 oder 200 Mark bei ſich, ſch
die beiden Burſchen auf die Idee gebracht zu haben, auf jeden
gingen ſie hinter dem Mann her, fingen ein Geſpräch mit
an, und als ſie ſich auf einem Feldweg genügend in Sicher
glaubten, fielen ſie ihn an und unterſuchten ſeine Taſchen. Al
heftig um Hilfe ſchrie, nahmen ſie jedoch Reißaus und nah
als einzige Beute zwei Kataloge mit, die ſie wohl für Brieftaſ
gehalten hatten, und die der Mann ſpäter am Ende des W
wiederfand. Sie gingen dann zur Wirtſchaft zurück und les
ſich ſchlafen, wo ſie die Polizei am anderen Morgen in aller R
aus den Betten holen konnte. Heute beſtreitet der eine ganz,
andere behauptet, ſie ſeien ſo betrunken geweſen, alle drei, daß
immer übereinandergefallen ſeien. Und der Pfungſtädter B
hauer ſei ſofort umgefallen, wenn man ihn losgelaſſen habe.
die beiden Burſchen nun tatſächlich etwas erbeutet hatten, wenn
auch nur zwei wertloſe Kataloge waren, ſieht das Gericht ſich
zwungen, die beiden wegen voll endeten Raubes zu
urteilen. Es erkennt aber auf mildernde Umſtände, und verurte
den erſten zu der Mindeſtſtrafe von einem Ja
Gefängnis und den zweiten, auf Grund ſeiner Vorſtra
zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis.
Unterſuchungshaft wird mit je einem Monat und drei Wock
angerechnet.
T Geſchäftsſchluß der Banken am Oſterſamstag. Die Riche
bankſtelle Darmſtadt und die Mitglieder der Vereinigung Darn
ſtädter Banken und Bankiers geben heute im Anzeigenteil b
kannt, daß die Geſchäftsräume am Samstag, den 4. April (Oſte
ſamstag), geſchloſſen bleiben. (Siehe beſondere Anzeige.)
Straßenſperrungen. Wegen Vornahme von Kanalba
arbeiten wird die Gervinusſtraße, zwiſchen Darm= u
Soderſtraße, vom 30. März 1931 bis auf weiteres für Fahrzeu.
aller Art geſperrt. — Wegen Vornahme von Kanalbauarbeite
wird die Darmſtraße, zwiſchen Gervinusſtraße und Beckſtraß
vom 30. März 1931 bis auf weiteres für Fahrzeuge aller Art g
ſperrt.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
a=
ſchließenden Woche vom 28. März bis 4. April, den Nachtdienſt, d
Merck’ſche Apoiheke, Rheinſtraße 9, Beſſunger Apothek
Wittmannſtraße 1.
CAerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrau
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausar.
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind, am Sont
tag, dem 29. März 1931, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung be
reit: Dr. med. Gros, Heinrichſtraße 49, Telephon 201: Dr. met
Hofmann, Lauteſchlägerſtraße 16 Telephon 3069; Frl. Dr. mei
Stieler, Riedeſelſtraße 2, Telephon 2721.
Lokale Veranſtalkungen.
Die bierunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinwelſe auf Anzeigen zu bekrochte,
in keinem Falle irgendwſe ale Beſprechung oder Kril
— Chriſtlicher Verein junger Männer, Darm
ſtadt, e. V., Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſ). Wir weiſen noch ein
mal auf den heute abend ſtattfindenden Vortrag über: „Induſtri
und Technik von heute”, von Herrn Philipp Nöll, hin. Induſtri
und Technik iſt ein Gebiet, über das viel geſprochen und geſchrie
ben wird, aber trotzdem ſo unerſchöpflich, daß es doch wertvoll i!t
immer wieder über die Erfahrungen bis in die neueſte Zei
etwas zu hören. Wir laden zu dieſem Abend jedermann freund
lichſt ein.
Tageskalender für Sonntag, den 29. März 1931.
Heſſ. Landestheater. Großes Haus, Anfang 19 Uhr, End‟
22 15 Uhr: „Carmen‟ Darmſtädter Volksbühne Gruppe I bis
TV. G 13. — Kleines Haus, Anfang 19,30 Uhr, Ende gegen
22 Uhr: „Der Graue”, Zuſatzmiete V 10. —
Orpheun=
abends 8,15 Uhr: Volksvorſtellung „Das Land des Lächelns
— Feſthalle: Die Auto=Meſſe, Flugzeug= und Motorral”
Ausſtellung. — Vereinigte Geſellſchaft: Hygiene=
Ausſtellung „Der geſunde und kranke Menſch” — Kinovor”
ſtellungen: Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele. —
Ab=
ſchluß=Kundgebung d. Reichshandwerkswochr
in Darmſtadt, abends 20 Uhr, in der Turnhalle am
Woogsplatz.
„Chaoafkr‟-Schuhe
verbinden beste Qualität u. tadellosen
Sitz mit Schönheit und Preiswürdigkeit.
Chueafia‟Kinderschuhe
fördern die normale und gesunde
Ent-
wicklung der Füße
Schuhgesellschaft m. b. H.
Haau
Darmstadt, Rheinstr. 6, nehen dem I. T., Frauffkart a. H, Steiuneg 8.
[ ← ][ ][ → ]Aus Heſſen.
„. Griesheim, 28. März. Gemeinderatsbericht. Die
Un=
erhaltungs= und Fegepflicht für den Landgraben ſoll auf eine neue
zzundlage geſtellt werden. Während nach der ſeitherigen Regelung
jeſe Pflicht einer größeren Anzahl von Gemeinden oblag, die zum Teil
on dem Landgrabengebiet weit ablagen, ſoll nunmehr ein neuer
Ver=
and gebildet werden, der nur die 14 Gemeinden umſchließt, deren
Ge=
rarkungen direkt an den Landgraben angrenzen. Nach den vorgelegten
satzungen hat die Verteilung der Fegekoſten auf die einzelnen
Ver=
andgemeinden prozentual zu erfolgen. Hierbei entfällt der größte
mteil mit 24 Prozent auf die hieſige Gemeinde. Aus dieſem Grunde
ill auch der Verband ſeinen Sitz in hieſiger Gemeinde haben, und
„ar mit der Beſtimmung, daß dem jeweiligen Bürgermeiſter der
hie=
gen Gemeinde der Vorſitz zufällt. Bei dem der Beſprechung zugrunde
elegten Flächeninhalt für die hieſige Gemeinde iſt nun Gelände
ein=
egriffen, für das die Notwendigkeit einer Entwäſſerung überhaupt
icht vorliegt. Aus dieſem Grunde beträgt die nunmehrige Belaſtung
e hieſigen Gemeinde das Vierfache des ſeitherigen Betrags. Der
Ge=
feinderat erhebt deshalb gegen die neue Laſtenverteilung Einſpruch.
„beſtimmte infolgedeſſen eine Kommiſſion, beſtehend aus den Herren
füürgermeiſter Feldmann, Bauinſpektor und den Gemeinderatsmit=
(iedern Maſſung, Nothnagel, Wettmann und Baſel. Aufgabe dieſer
ommiſſion ſoll es ſein, durch eine Beſichtigung an Ort und Stelle die
„ſtändigen Regierungsvertreter von der über Gebühr erfolgten
Be=
rſtung der hieſigen Gemeinde zu überzeugen und eine Verringerung
teſer Laſten anzuſtreben. — An der Einmündungsſtelle des
Flurgra=
ens in den Küchlergraben ſoll der Einbau einer Schleuſe erfolgen, um
je Möglichkeit zu erhalten, das Waſſer bei trockenem Wetter in der
ſemarkung halten zu können. Die Unterführungsarbeiten durch die
ſtagtsbahn ſollen im Wege öffentlichen Angebots zur Vergebung
kom=
gen. Der Gemeinderat behielt ſich vor, die Firma Röthner u. Hauf
uis Trebur, die die übrigen Unterführungsarbeiten am Küchlergraben
usführt, ebenfalls zum Angebot zuzulaſſen. — Um den Zinſendienſt,
en die Gemeinde für die bei der Landeskommunalbank aufgenommenen
apitalanleihen zu erfüllen hat, ſicherzuſtellen, hat der Gemeinderat
in Einverſtändnis dazu erteilt, daß die Reichsſteueranteile der
Ge=
feinde direkt an die genannte Bank zur Ueberweiſung kommen. —
ſäcker Ermſt Klüber, hier, beabſichtigt, die heſſiſche Staatsangehörigkeit
t. erwerben. Der Gemeinderat ſtimmte dieſem Antrag zu. — Der
Vor=
ßende gab zum Schluſſe dem Gemeinderat davon Kenntnis, daß das
ſchiedsgerichtsverfahren der Francke=Werke in Bremen gegen die
Ge=
ſeinde aus Anlaß der Nachforderung für die Waſſerleitungs=
Bauarbei=
n mit Klageabweiſung der Francke=Werke geendet, und daß das
Kreis=
eſundheitsamt Darmſtadt die Bedürfnisfrage für die Anſtellung einer
ritten Gemeinde=Hebamme verneint hat.
F. Eberſtadt, 28. März. Schulentlaſſungsfeier. Geſtern
bend fand im Saale „Zum Schwanen” (Schmitt) für die obere
Mäd=
enklaſſe (Führer Rektor Storck) und die obere Knabenklaſſe (Führer
ehrer Göllner) eine Entlaſſungsfeier ſtatt, zu der ſich neben
Ver=
setern der Schule, Kirche und Gemeinde ſehr zahlreich die Eltern der
hinder und ſehr viele Freunde unſerer Volksſchule eingefunden hatten,
je den großen Saal und die Galerien bis auf den letzten Platz füllten.
Nit „Grüß Gott”, der Begrüßung der Gäſte durch eine Schülerin und
am Liede: „Im ſchönſten Wieſengrunde” wurde die Feier
ſtimmungs=
oll eingeleitet. Die Geſtaltung des Abends war im übrigen die
näm=
che wie bei gleichen Anläſſen früherer Jahre. Frohes, munteres Spiel
orgenloſer Jugend, die nun hinausſtürmen will ins freie Leben,
los=
etrennt von dem Zwang der Schule, erwartungsvoll und mit vieler
nd großer Hoffnung. Was liegt näher, als ihnen Ratſchläge und
Lünſche mit auf den Weg zu geben, wie es Rektor Storck in ſo
vor=
üglicher Weiſe in ſeiner Anſprache verſtanden hat. Es ſollten nicht
ur Abſchieds=, ſondern ernſte Mahnworte ſein, die er zu beherzigen.
at. „Verzagt nicht, Kinder, wenn nicht alle euere Wünſche in
Erfül=
ung gehen follten, denkt aber an Schillers Worte: „Noch am Grabe
flanzt er die Hoffnung auf”, mahnt Redner, „hofft auch ihr, Kopf
ſoch, wenn es gilt, das Leben zu meiſtern und — wenn einmal ein
Fehltritt geſchieht — entſchloſſen ein neues Leben begonnen. Wenn es
fem deutſchen Volke in Zukunft wieder beſſer gehen ſoll, muß jeder
ein=
elne auch von euch ſeinen Mann ſtellen.” Eingeflochten in die
An=
brache waren zwei Sprechchöre der Mädchen: „Hab. Sonne im Herzen,
ſab’ ein Lied auf den Lippen und ein Wort auch für andere” und „Du
ollſt an Deutſchlands Zukunft glauben”, erſterer eine Mahnung an die
jarte weibliche, zweiter eine Mahnung an die ſtarke männliche Jugend.
Neben der Mädckenklaſſe, die noch mit einigen ſchönen Geſängen und
dem geſchickt geſpielten, ſinnvollen Bühnenſpiel: „Die Zukunft”
auf=
varteten, durfte man ſich an der friſchen, frohen Turnerei der Knaben
end ihrem Spiel=Die ratloſen Lehrlinge”, das den Anſpruch erheben
vnnte, ein zeitgenöſſiſches Stück zu ſein, von Herzen erfreuen. Von
einer Aufzählung der Einzeldarbietungen muß abgeſehen werden, da
dies zu weit führen würde. Erwähnt ſei nur ein recht guter
Klavier=
ind Violinvortrag und ein Zitherſpiel, die begeiſterten Beifall der
Zu=
threr fanden. Nachdem noch Pfarrer Braun zu Worte gekommen
var, der den Lehrern Dank ſagte für ihre mühevolle Arbeit an den
lindern, denen er alles Gute wünſchte, ſchloß die Feier mit dem Liede
er Mädchen: „Wenn ich ein Vöglein wär‟.‟ Den Geſang leitete Lehrer
nöß= das Turnen Turnlehrer Schneider, im übrigen waren die
Zarbietungen von den beiden Klaſſenlehrern einſtudiert und geleitet
ſorden. Ihnen gebührt der Dank für den ſchönen Abend, der für die
Einder Abſchluß eines Lebensabſchnitts war und ihnen, aber auch allen
Leilſiehmern an der Feier in angenehmer Erinnerung bleiben wird.
eine Anzahl der abgehenden Schüler und Schülerinnen, die ſich im
ſorjahre an den Reichs=Jugendwettkämofen beteiligt hatten und daraus
S Sieger hervorgingen, überreichte Rektor Storck die entſprechenden
(rkunden. Im ganzen hatten von der Volksſchule 80 Schüiler und
Ahüilerinnen teilgenommen, wovon 5 mit Urkunden des Herrn
Reichs=
räſidenten und 40 mit Urkunden des Herrn Staatspräſidenten
ausge=
eichnet wurden.
42. Eberſtadt, 26. März. Zur Erſtkommunion gehen in
die=
u Jahre am Sonntag nach Oſtern (Weißer Sonntag) in der hieſigen
Ith. Kirche 22 Kommunikanten, darunter auch Kinder aus Pfungſtadt
nd Nieder=Beerbach. — Als Fleiſchbeſchauer für die Gemeinde
berſtadt wurde Auguſt Kaufmann . hier ſeitens des Kreisamtes
eſtellt und eidlich verbflichtet. — Bei der letzten Holzverſteige=
Ung aus dem Gemeindeivald ſtellten ſich ein Meter Kiefernſcheitholz
uf ungefähr 11 RM. und Kiefernknüppel auf 9 RM.
Sonntag, den 29. März 1931
Seite 7
F. Eberſtadt, 27. März. Herſtellung des Alten
Darm=
ſtädter Weges. Die Herſtellung des Alten Darmſtädter Weges
(vom Haus Pritſch bis zur Schillerſtraße) wird in Kürze in Angriff
ge=
nommen und der Weg für längere Zeit geſperrt werden. Die Beſitzer
und Pächter der auf den herzuſtellenden Weg ſtoßenden Grundſtücke
wer=
den — ſoweit ſie eine Zufahrtmöglichkeit nur von dem Alten
Darm=
ſtädter Weg aus haben — gut daran tun, ihre Grundſtücke ſchon jetzt
zu beſtellen. — Gemeinſame Obſtbaumbeſpritzung. Da
ſich nicht genügend Perſonen beteiligen, findet in dieſem Jahre eine
ge=
meinſame Obſtbaumbeſpritzung nicht ſtatt. — Hohes Alter. Am
25. März 1931 konnte Fran Margarete Delp, geb. Preiß,
Hohenpforten=
weg 12 wohnhaft, ihren 88. Geburtstag begehen. — Einhalten
der Tauben zur Saatzeit. Auf Grund des Art. 39, Ziff. 2,
des Feldſtrafgeſetzes hat die Bürgermeiſterei beſtimmt, daß die Tauben
hom 30 „März 1931 an 14 Tage lang eingeſperrt zu halten ſind.
F Eberſtadt, 26. März. Die Bürgermeiſterei weiſt darauf hin, daß
auf Grund der Verordnung des Heſſiſchen Geſamtminiſteriums vom
16. März 1931 mit Wirkung vom 1. April 1931 ab die geſetzliche Miete
in allen Städten und Landgemeinden um 2 b. H. der Friedensmiete
er=
höht wird. — Schachklub 1924. Der Schachklub 1924 ſtattete dem
Schachverein 1910 Frankfurt a. M.=Höchſt (ſeit 2 Jahren Meiſter der
Main=Taunus=Schawvereinigung) einen Beſuch zwecks Austragung
eines Privatwettkampfes ab. Aus ihm ging Höchſt mit 7½:4½
Punk=
ten ſiegreich hervor. In zwei Monaten kommt der Sieger zu einem
Rückſpiel nach Eberſtadt, wobei die Niederlage wieder wettgemacht
wer=
den ſoll. — Das Klubmeiſterturnier, das der Klub alljährlich
veran=
ſtaltet, wird demnächſt beendet.
Cp. Pfungſtadt, 28. März. Matthäuspaſſion. Am
Sonntag=
abend (29. März) führt die Madrigalvereinigung Darmſtadt unter
Lei=
tung von Profeſſor Dr. Noack in der evangeliſchen Kirche die
Matthäus=
paſſion von Heinrich Schütz auf. Der Evangeliſt wird von Lehrer
Hein=
rich Landzettel geſungen. — Die Tauben haben während der Saatzeit
mit ſofortiger Wirkung bis Mitte April eingeſperrt zu ſein.
Cp. Pfungſtadt, B8. März. Gemeindebierſtener. Die vom
Kreisamt Darmſtadt Ende Dezember in Pfungſtadt für das
Rechnungs=
jahr 1930 eingeführte erhöhte Gemeindebierſteuer wird auch im
Rech=
nungsjahr 1931 erhoben. — Die dritte und letzte
Brennholzver=
ſteigerung aus dem Gemeindewald findet am Montagnachmittag im
ſtathaus ſtatt. Das Holz, bei dem es ſich um Buchen= und Kiefernholz
handelt, ſtammt aus dem Diſtrikt „Malcher Tanne‟
Cp. Hahn b. Pfungſtadt, 98. März. Der Gemeinderat lehnte
den Beitritt zu dem neu bildenden Verband zur Reinigung des
Landgrabens ab. Die Stelle eines Schuldieners ſoll zunächſt nicht beſetzt
werden; die Arbeiten ſollen vielmehr durch ausgeſteuerte Erwerbsloſe,
ausgeführt werden. Gegen die Auflöſung des Zweckverbandes zum Bau
verbilligter Wohnungen im Kreiſe Darmſtadt hatte man nichts zu
er=
innern. Die Reparatur der Waſſermeſſer wurde der Firma G. Volz=
Stuttgart übertragen. In nichtöffentlicher Sitzung wurden
Wohlfahrts=
angelegenheiten und Stundungsgeſuche erledigt.
Nieder=Ramſtadt=Traiſa, 28. März. Der geſtrige vierte
Vor=
tragsabend des Fortbildungskurſes unſerer Gemeinden brachte
grund=
ſätzliche und praktiſch wichtige Ausführungen über das Gebiet der
ſozia=
len Krankenverſicherung. Die Organe und Einrichtungen dieſes größten
und unentbehrlichſten Gebietes unſerer Sozialverſicherung und ihre
Verankerung in den Beſtimmungen der Reichsverſicherungsordnung
wurden in klaren, für alle faßbaren Worten erläutert und viele
Bei=
ſpiele aus der Praxis dazu gegeben. — Eine lebhafte Ausſprache mit
zahlreichen Anfragen an den Vortragenden zeigte, daß alle an der
Krankenverſicherung praktiſch Intereſſierten und Beteiligten,
Kaſſen=
mitglieder wie Aerzte wertvolle Bereicherung erfahren konnten. Es
ſei darum Herrn Debus, dem Vortragenden des Abends, für ſeinen
Dienſt auch hier herzlichſt gedankt. — Zugleich ſei nochmals wärmſtens
zu unſerer nächſten Veranſtaltung, die am Dienstag. 31. März, abends
8 Uhr. in der Schule Bahnhofſtraße ſtattfinden wird, eingeladen. Herr
Geſchäftsführer Brambach wird mit ſeinem hieſigen Freund zuſammen
über die für unſere Volkswirtſchaft ſo entſcheidend wichtige Frage der
„Bodenreform” und über die „Heimſtättenbewegung”, unterſtützt durch
erläuternde Lichtbilder, ſprechen.
— Groß=Bieberau, N7. März. Bezirks=Sparkaſſe. Bei
der am Dienstag ſtartgefundenen Mitgliederverſammlung wurde der
ſeitherige Rechner Glenz zum hauptamtlichen Direktor der Kaſſe
ein=
ſtimmig gewählt. Die Anſtellung eines Direktors im Hauptamt
ent=
ſpricht der Entwicklung, die die Kaſſe in den letzten Jahren genommen
hat.
1. Von der Bergſtraße, 27. März. Ein verdächtiges
Päck=
chen. Dem kommuniſtiſchen Stadtrat Seib in Weinheim wurde geſtern
abend ein =Päckchen zugeſtellt. Frau Seib, die in Abweſenheit ihres
Mannes das Päckchen in Empfang nahm, ſchöpfte bei dem Verſuch, die
Umſchnürung loszulöſen, Verdacht und verſtändigte die Gendarmerie,
Der Inhalt des Päckchens beſtand in einer Hülſe mit einer Art Rakete.
Ob es ſich dabei um einen ſchlechten Scherz handelte, oder ob dem
Emp=
fänger durch die Oeffnung des Päckchens, eine Gefahr gedroht hätte,
wird die von der Staatsanwaltſchaft eingeleitete Unterſuchung ergeben.
Dm. Wolfskehlen, B. März. Am kommenden Montag, den 30.
März, kann der Fabrikarbeiter Schneider bei der Konſervenfabrik
„Helvetia”, Groß=Gerau, ſein 25jähriges Arbeitsjubiläum feiern.
Bu. Hirſchhorn, 28. März. Oberamtsrichter Scottis
letzte Fahrt. Die ſterbliche Hülle des nach langem ſchweren Leiden
an den Folgen eines Schlaganfalles verſtorbenen Herrn
Oberamtsrich=
ters Hermann Scottis wurde vorgeſtern nachmittag auf dem Ersheimer
Friedhof zur letzten Ruhe gebettet. Herr Pfarrer Lie. Ruhland hielt
eine tiefempfundene Trauerrede und der Frauenchor ſang ſowohl am
Trauerhauſe, als auch am Grabe Trauerchöre. Herr Miniſterialrat Dr.
Heß legte im Auftrag und Namen des Juſtizminiſteriums einen
pracht=
vollen Kranz nieder und feierte den Verſtorbenen als einen vorbildlichen
Richter. Im Namen der Gießener Burſchenſchaft „Germania” ſprach ein
Alter Herr der Verbindung, ein Schul= und Studienfreund des
Verſtor=
benen, über deſſen große Güte und Treue, ſowie ſeine kerndeutſche
Ge=
ſinnung. Im Namen der Beamten des Amtsgerichtes legte der zurzeit
hier als Vertreter des Verſtorbenen tätige Gerichtsaſſeſſor einen Kranz
nieder.
— Hirſchhorn, 2. März. Waſſerſtand des Neckars am
27. März: 2.42 Meter; am 28. März: 2,25 Meter.
— Gernsheim, 28. März. Waſſerſtand des Rheins am
27. März: 2,31 Meter; am 28. März: 2.29 Meter.
Au. Walldorf, 27. März. Um den Straßenbau
Wall=
dorf-Kelſterbach. Wie bereits im „Darmſtädter Tagblatt”
be=
rickntet wurde, hat der Kreistag des Kreiſes Groß=Gerau in ſeiner letzten.
Sitzung beſchloſſen, für den Bau der Straße Walldorf-Kelſterbacht
10 000 Mark für etwaige Geldbeſchaffungskoſten und Zinsverbilligungen
zu bewilligen. Das Profekt dieſes Straßenbaues iſt ſchon ziemlich alt.
trotz umfangreicher Vorarbeiten bis jetzt jedoch nicht recht vorwärts
ge=
kommen. Die Durchführung dieſes Straßenbaues iſt für die
intereſſier=
ten Gemeinden indeſſen außerordentlich wichtig. Es iſt damit zu
rech=
nen, daß in abſehbarer Zeit bei Kelſterbach eine Brücke über den Main
gebaut wird. Die geplante Straße Kelſterbach—Walldorf würde es
als=
dann ermöglichen, eine direkte Verbindung zwiſchen dem Induſtriegebiet
Griesheim—Höchſt und den Gemeinden Walldorf-Mörfelden uſw. zu
ſchaffen. In den vereinigten Glanzſtoffwerken zu Kelſterbach iſt eine
große Zahl von Arbeitern und Arbeiterinnen aus Mörfelden und
Wall=
dorf beſchäftigt. Dieſe ſind bei der derzeitigen Verkehrslage, wie es in
dem ſozialdemokratiſchen Antrag, der zu dem Beſchluß des Kreistages
führte, heißt, genötigt, um zu ihrer Arbeitsſtätte zu gelangen, mit der
Bahn einen Umweg über Goldſtein zu machen, wo ſie häufig mehr als
eine Stunde auf paſſende Zugverbindung warten müſſen. Durch den
An= und Abmarſch geht dieſen Arbeitnehmern täglich eine Zeit von
mindeſtens drei Stunden verloren. Mit Schaffung der Straße
Wall=
dorf-Kelſterbach würde es den Arbeitern und Arbeiterinnen möglich.
in kürzeſter Zeit mit dem Fahrrad zu ihrer Arbeitsſtätte zu gelangen.
In den Gemeinden Kelſterbach, Walldorf und Mörfelden befindet ſich
zweifellos die größte Zahl von ausgeſteuerten Erwerbsloſen. Dieſe
Ge=
meinden ſind zurzeit, ſoweit ſie dazu in der Lage ſind, genötigt, größere
Beträge für ausgeſteuerte Erwerbsloſe aufzuwenden, ſo insbeſondere
Kelſterbach im letzten Jahre zirka 35 000 Mark. Mit der Errichtung
der Straße würde einer großen Anzahl ausgeſteuerter Erwerbsloſer der
genannten Gemeinden Gelegenheit gegeben, produktive Arbeit zu leiſten.
Die Schwierigkeiten, die ſich dem Bau entgegenſtellen, ſind lediglich
finanzieller Natur. Die Koſten werden mit 260 000 Mark veranſchlagt.
a. Aus dem Kreiſe Offenbach, 28. März. Einführung der
Bierſteuer. In den Gemeinden Dietesheim, Hainſtadt, Klein=
Krotzenburg und Mühlheim unſeres Kreiſes iſt die Bierſteuer mit
Wir=
kung vom 1. April 1931 ab eingeführt worden. Die Genehmigung des
Miniſters des Innern iſt bereits erteilt. Die Erhebung iſt unbefriſtet,
gilt demnach nicht nur für das Rechnungsjahr 1931.
Rheinheſſen.
Alzey. 28. März. Stadtrat. Der Gaspreis erfährt ab 1. 4.
ds. Js. eine Herabſetzung, und zwar wird Meſſergas und
Automaten=
gas nur noch 24 Pfg. pro Kubikmeter (bisher 25 und 27 Pfg.) koſten.
Ein Mengentarif zur Hebung des Gasverbrauchs ſieht die Gasabgabe
zu 16 Pfg. für Mehrverbrauch vor, gerechnet am Verbrauch des gleichen
Monats im Vorjahre. Für die Erweiterung des elektriſchen Ortsnetzes
werden 14 000 Mark bewilligt, ebenſo der Betrag von 2700 Mark für
den Ausbau des Kanals in der Krimhildenſtraße,
Ab. Bingen a. Rh., B. März. Einnahmen und Ausgaben
des Kreiſes Bingen. Die Einnahmen des Kreiſes Bingen im
Jahre 1930 betrugen 392 787 RM. Davon entfallen auf
Reichsſteuer=
überweiſungen und Kreisſteuern 159 226 RM. Die Ausgaben belaufen
ſich auf 407 29 RM., ſo daß eine Mehrausgabe von 14 424 RM.
vor=
handen iſt. Die Koſten der allgemeinen Verwaltung betragen 20 458
RM. plus 12028 RM., des Wohlfahrts= und Geſundheitsweſens (
aus=
ſchließlich Arbeitsloſenfürſorge und Wohnungsweſen) 212 898 RM. plus
45 389 RM. Auf die übrigen Kämmereiverwaltungen entfallen 86983
plus 29 453 RM.
Ah. Abenheim (Rhh.), 27. März. Granatzünder als
Spiel=
zeug. In Abenheim ſpielten mehrere Kinder mit einem
Granatzün=
der, den ſie gefunden hatten. Plötzlich explodierte der Zünder und zwei
Kinder erlitten erhebliche Verletzungen.
Oberbeſſen.
h. Rodheim (Kreis Friedberg), N. März. Schülerbeſuch aus
Darmſtadt. Achtig Knaben der Darmſtädter Volksſchule trafen
hier auf zwei Tage zu einer Taunuswanderung ein. Führer war
Lehrer Schäfer, ein geborener Rodheimer, der die Stadtjungens in
Freiquartieren unterbrachte. Aus Dankbarkeit veranſtalteten die
Hei=
nen „Heiner” im hieſigen Saalbau einen Volksliederabend. Von hier
aus erfolgte die Beſichtigung des alten Römerkaſtells Saalburg und
anderer Sehenswürdigkeiten des Taunus.
*
g. Aus bem Lanbe, 24. März, wird uns zu dem geplanten Abbau
im Schulweſen geſchrieben: Der Landtag tritt am 26. März zuſammen,
um den laufenden Staatsvoranſchlag auf ein weiteres Vierteljahr zu
er=
ſtrecken. Dabei bleibt das Schickſal der 170 „Mehrſtellen” an den
Volks=
ſchulen der größeren Gemeinden Heſſens (Offenbach 26. Darmſtadt 11.
Gießen 7 uſw.), die vom Staate abgebaut werden oder von den
Gemein=
den übernommen werden müſſen, leider bis in das neue Schuljahr hinein
ungewiß. Der Finanzausſchuß des Landtags hat bereits beſchloſſen,
dieſe 170 Stellen einzuſparen. Dieſer Beſchluß hat natürlich den
beſſi=
ſchen Städtetag auf den Plan gerufen, der ſeinerſeits erklärt, vom
1. April ab keinerlei Mehrkoſten für die Volksſchulen zu übernehmen,
und ſich dementſprechend mit der Bitte an die Regierung gewandt hat,
die Mehrſtellen auf Staatskoſten fortzuführen. Der Stärkere in dieſem
Kampf wird zweifellos der Landtag ſein. Er hat deshalb auch die
Ver=
pflichtung, möglichſt raſch eine Klärung herbeizuführen und ſich zu
ent=
ſcheiden, ob er ſeinem Finanzausſchuß folgen will. In weiten Kreiſen
des Lehrerſtandes wird nicht daran gezweifelt, daß der Landtag dem
Beſchluſſe ſeines Ausſchuſſes beitritt. Nachdem die Regierung aber für
die Unterſtüitzung leiſtungsſchſvacher Gemeinden einen Ausgleichsſtock
von 175 800 Mark zur Erhaltung dieſer Stellen geſchaffen hat, läge es
für den Landtag nahe, ſämtliche 170 Stellen auf den Inhaber zu ſetzen
und ſie vielleicht nach einem „Fünfjahrplan” abzubauen. Das wäre ein
gangbarer Mittelweg. Auf alle Fälle aber bleibt es unverſtändlich und
unerträglich, vielleicht erſt im neuen Schuljahre einen Beſchluß zu faſſen,
der dem Abbau dieſer Stellen gleichkommt und nochmals Unruhe in den
kaum begonnenen Unterrichtsbetrieb bringt. Das Hangen und Bangen
in ſchwebender Pein muß noch vor Oſtern ein Ende haben!
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Seite 8
Sonntag, den 29. März 1931
Nummer
Ueber Schweinezucht und =haltung.
1. Lehrkurſus auf der neuerrichkefen heſſiſchen Lebranſktalt Weſchnihmühle im Odenwald.
Ein prächtiger, ſonnenklarer Frühlingsmorgen lagert über dem
Weſchnitztal, als uns das „Bimmelbähnchen” von Weinheim die Strecke
Fürth in das Weſchnitztal hinaufbringt. Unmittelbar hinter
Mörlen=
bach erhebt ſich rechts die waldbedeckte Höhe der Tromm, während links
die Baulichkeiten der Weſchnitzmühle ſichtbar werden. Es iſt die von der
heſſiſchen Landwirtfchaftskammer neu errichtete Lehranſtalt für
Schweine=
zucht und =haltung, die der Hebung und Beſſerung der
Schweinezucht=
belange, ſowohl in Heſſen als auch in angrenzenden Landesteilen wie
Unterfranken, Baden uſw. dienen ſoll. Die hübſchen, ſauberen
Haupt=
gebäude, eine Anzahl eigentümlicher Hüitten, Schutzbehauſungen für das
Borſtenbieh, Geflügelſtallungen uſw., lenken die Aufmerkſamkeit aller
Reiſenden der Strecke Weinheim-Fürth auf ſich. Von der Station
Zotzenbach iſt in einigen Minuten die Anſtalt erreicht, auf der heute,
am Freitag, den 27. März, die Anſtalt mit einem großen Kurſus
end=
gültig in Betrieb genommen werden ſoll, während die offizielle
Eröff=
nung bereits Ende letzten Jahres ſtattfand. — Der Morgenzug hat eine
ſtattliche Reihe wißbegieriger Landwirte, Frauen uſw., aus Oberheſſen,
Rheinheſſen und Starkenburg gebracht, da der Kurſus vünktlich um
halb 9 Uhr beginnen ſoll.
Nachdem ſich die Kurſiſten in dem großen geräumigen Lehrſaal
zu=
ſammengefunden haben, eröffnet Präſident Henſel von der heſſiſchen
Landwirtſchaftskammer den 1. Lehrkurſus und betont, daß es ein
er=
freuliches Zeichen ſei, daß auf die einmalige Ausſchreibung zu dieſem
Kurſus die Rieſenzahl von etwa 150 Anmeldungen erfolgt wäre, ſo
daß damit alſo bereits der 2. und 3. Kurſus beſetzt iſt. Der heutige
Tag bedeute für die Entwicklung der heſſiſchen Landwirtſchaft ſehr viel.
Nach dem Muſter der weltberühmten Anſtalt Ruhlsdorf b. Berlin, die
bahnbrechend auf dem Gebiete der Forſchung um die Angelegenheiten
der Schweinezucht und =haltung gewirkt habe, ſei die Anſtalt
Weſchnitz=
mühle für Süddeutſchland gegründet worden. Bis noch vor ganz
kur=
zer Zeit mußten wir eine gewiſſe Rückſtändigkeit in der Erforſchung
und Entwickelung unſerer Schweinezucht feſtſtellen, die für Deutſchlands
Wirtſchaft von ſo überaus großer Bedeutung ſei, erzeuge ſie doch pro
Jahr für 3 Milliarden Mark, und fände ein Drittel der geſamten
deut=
ſchen Kartoffelernte durch den Schweinemagen ſeine Veredelung. Es
hat ſich die dringendſte Notwendigkeit ergeben, nun auch unſere
Schweine=
zucht mehr in die Höhe zu bringen, um vor allem auch die Rente ſicher
zu ſtellen. Pflege, Aufzucht, richtiges Füttern uſw., ließen heute noch
ſehr, ſehr viel zu wünſchen übrig, und würde noch in vieler Hinſicht
arg geſündigt, beſonders auch hinſichtlich der Unzweckmäßigkeit der
Schweineſtälle. Die unzuträglichen „Zementſärge” aus der
Vorkriegs=
zeit müßten durch zweckmäßige Abänderungen beſeitigt werden. Alle
dieſe Neuerungen ſollen heute in der Anſtalt gezeigt werden. Im
Hinblick jedoch auf den Umfang der ganzen Materie ſei es notwendig,
in Zukunft dreitägige Kurſe oder auch mehrwöchige Kurſe zur
Durch=
führung zu bringen. Fachperſonal müſſe in 8=Wochen=Kurſen
heran=
gebildet werden, da der Beruf als Schweinemeiſter heute
manchem eine gute Exiſtenz bringe. Beſonders größere Betriebe
ver=
langen heute gut vorgebildetes Schweinemeiſterperſonal und bezahlen
es auch entſprechend.
Durch das heſſiſche Miniſterium habe man es erreicht, vom Reich die
Mittel für die Errichtung dieſer ſchönen Lehranſtalt zu bekommen,
welche auf eigenem Grund und Boden der Landwirtſchaftskammer mit
Weidegelegenheit dabei habe errichtet werden können. Bei der offiziellen
Eröffnung habe ſich der Vertreter des Reichsminiſteriums ſehr lobend
über die ganze Einrichtung ausgeſprochen und hervorgehoben, daß die
Anſtalt Weſchnitzmühle heute als die ſchönſte in
ganz Deutſchland anzuſehen ſei. — Damit nimmt der Kurſus
mit der praktiſchen Ausbildung ſeinen Anfang.
Unter Leitung von den Herren Dr. Dencker von der
Landwirt=
ſchaftskammer, Aſſiſtent Dr. Schönfeld und Lehrſchweinemeiſter
Strehle werden die Kurſiſten in Gruppen getrennt und in den
prak=
tiſchen Belangen unterwieſen. Eingehend werden die Stalleinrichtungen
erklärt, Eberhütten, Sammelhütten, die kleinen Einzelunterſchlupfe für
Zuchtſauen, Weideanlagen, ferner praktiſche Demonſtrationen in der
Futterküche. Erklärung über die Einſäuerung von Kartoffeln, ferner das
praktiſche Futtermiſchen und das richtige Zubereiten des Futters werden
gründlich gezeigt und geübt, außerdem die Stallpflege, Stalldesinfektion.
das Verladen und ben Transport von Schweinen und dal, mehr. —
Kurz vor mittag wurde die theoretiſche Ausbildung noch mit einem
Vortrag begonnen. Aſſiſtent Dr. Schönfeld referierte über das
Thema: „Einführung in die Fütterungslehre und die Nährſtoffe im
Tierkörper”. Ueber dieſe Materie hätten ſich die Forſcher Prof.
Leh=
mann, Direktor Müller, Ruhlsdorf, und Profeſſor Schmidt, Göttingen,
und noch einige andere Forſcher ſehr verdient gemacht. Die
verſchiede=
nen Nährſtoffe und ihre Bedeutung finden eine nähere Erklärung.
Ein=
gehend wird über die Futtermittel, ihren Wert und ihre Bedeutung
refe=
riert. Wichtig ſei die Verdaulichkeit. Das Schwein verlange eine
Min=
deſtverdaulichkeit von 80 Prozent, das Rind von 40 Prozent (der Menſch
90 Prozent!). Bei der erſten Verdaulichkeitsklaſſe 90—100 Prozent
ſtehen Melaſſe, Verdaulichkeit — 100 Prozent, alsdann die Milch 95
Prozent, Fleiſchmehl 94 Prozent uſw. Bei der zweiten
Verdaulichkeits=
klaſſe 80—90 Prozent ſtehen Gerſte 81 Prozent, Roggen 82 Prozent und
in der dritten Verdaulichkeitsklaſſe unter 80 Prozent ſtehen Hafer 68
Prozent. Reisfuttermehl 65 Prozent, gutes Grünfutter 40—45 Prozent
uſw. Die Preiswürdigkeit der Futtermittel ſei heute ſehr zu beachten.
Anſchließend folgt eine einſtündige Mittagspauſe in der dicht bei
der Anſtalt gelegenen „Grünen Aue”, — angeregte Unterhaltung aller
Kurſusteilnehmer, „billiges Mittageſſen” für 1 RM., ganz Ia ...!
Nachmittags wurde mit der theoretiſchen Ausbildung fortgefahren.
Als erſter referierte Dr. Dencker, Darmſtadt, über das Thema: Die
wirtſchaftliche Fütterung der Zucht= und Maſtſchweine unter
Berückſich=
tigung der verſchiedenen Maſtmethoden”. Man müſſe ſtreng
unterſchei=
den zwiſchen der Fütterung der Zuchtſchweine auf der einen Seite und
der der Maſtſchweine auf der anderen. Die Zuchtläufer ſollten nie
fett werden, daher Grünfutter, evtl. Weidegang weſentlich und nicht
zu=
viel Kartoffeln. Als Gewicht ſind anzuſtreben im Alter von 9—10
Mo=
naten 100—120 Kg. Die Jungeber ſind etwas reichlicher zu füttern und
dürfen auch keinesfalls angemäſtet ſein. Tragende Sauen erhalten
Kraftfutter in kleinen Gaben, dagegen viel Grünfutter, Rüben oder
Rübenblattſilage, dann Schnitzel mit Spreu uſw., Kartoffeln beſchränkt.
Vier Wochen vor dem Abferkeln iſt in der Fütterung zuzulegen und
auch das Eiweißquantum zu vergrößern. Kurz vor der Geburt bis
zwei Tage nach der Geburt iſt Mäßigkeit im Futterquantum angezeigt,
und wird eine Wöchnerinnenſuppe, aus Kleie und Haferſchrot beſtehend,
zweimal täglich gegeben. — Bei der Schweineſchnellmaſt ſind zu
unter=
ſcheiden die Kartoffel=Schnellmaſt und die Getreide=Schnellmaſt. Der
Landwirt ſollte ſein Futter möglichſt ſelbſt miſchen. Das Kraftfutter
wird mittelfein geſchroten in dickbreiiger Form verabreicht, einmal
täg=
lich friſches Tränkwaſſer extra.
Sodann referierte Lehrſchweinemeiſter Strehle über: „Die
Auf=
zucht und Fütterung der Ferkel‟. Die Mutterſau bedarf bereits vor der
Geburt einer beſonderen Pflege. Gegen Ende der dritten Lebenswoche
beginnt für die Kleinen die Beigabe von Weizen= und Gerſtenkörnern.
Von der vierten Woche ab erhalten die Ferkel in einer kleinen
Extra=
bucht oder auf der Stallgaſſe bereits ein Schrotgemiſch, beſtehend aus
etwa 60 Prozent Gerſte, 20 Prozent Haferſchrot, 11 Prozent Fiſchmehl.
8 Prozent Trockenhefe und 1 Prozent phosphorſauren Kalk. Die Ferkel
ſollten nicht vor der 8.—10. Woche von der Mutter entfernt werden,
zum Verkauf beſtimmte Ferkel möglichſt nicht vor der 6. Woche, oder
nur dann, wenn ſie bereits ſelbſtändig freſſen.
Das nächſte Referat hat Herr Dr. Dencker in Abweſenheit eines
Vortragenden übernommen über das Thema: „Organiſation der
Schweinezüchter, Abſatzfragen und Fleiſchkunde‟. — Zwecks züchteriſcher
Verbeſſerung ſei ein Zuſammenſchluß zu Schweinezuchtvereinen
zweck=
mäßig, ferner Herdbuchführung, Körweſen uſw. mit Kennzeichnung der
Tiere. Zur züchteriſchen Verbeſſerung iſt die Leiſtungskontrolle
von ausſchlaggebender Bedeutung, die ſich im erſten Teil auf die
Feſt=
ſtellung des 28=Tage=Gewichts erſtreckt und im zweiten auf die
Maſt=
leiſtungsprüfung. — Beim Abſatz muß man ſich auf die
Geſchmacksrich=
tung der Verbraucherſchichten einſtellen, die ein mageres Fleiſch verlangt.
Bei der Produktion von Fleiſch=Schweinen kommt es darauf an,
daß die Tiere mit 200 Pfund auf den Markt gebracht werden und auf
keinen Fall ſchwerer gemäſtet werden. Qualitätserzeugung ſei dringendſte
Notwendigkeit. Die wertvollſten Teile ſind Kotelett, Schinken und
Kamm, die ungefähr 30 Prozent des Lebendgewichtes ausmachen können,
Um dieſen Prozentſatz günſtig zu geſtalten, iſt es notwendig, daß die
Schweine langgeſtreckt ſind, mit vollem, leicht gewölbtem Rücken. Die
Schulter ſoll ſchmal ſein, als ſicheres Zeichen für gute Fleiſchwüchſigkeit.
Unter Leitung von Dr. Schönfeld gibt es ein ſehr anregendes
Kollogium über Stall= und Unterbringungsfragen.
In dem letzten Vortrag ſpricht Dr. Dencker über das Thema:
„Gemeinfaßliche Belehrung über die wichtigſten Schweinekrankheiten”. —
Vorbeugen ſei leichter als heilen, deshalb ſollte man bedacht ſein,
ein=
wandfreie hygieniſche Vorbedingungen zu ſchaffen: geſunde
Stallverhält=
niſſe, harte Naturaufzucht mit Bewegung, richtige Ernährung der
Jungtiere und geſundes Elternmaterial. — Im einzelnen iſt die Rede
von Schwergeburten, Kaſtration, Sterilität, Pechräude. Durchfall, Fin=
nen= und Trichinen=Krankheit, Knochenweiche, Tuberkuloſe, enzo K=
Kümmern der Ferkel und von den Seuchen Rotlauf, Schweiu roh=
und Schweinepeſt.
An alle Vorträge ſchloſſen ſich anregende Ausſprachen an, ur
dieſer Kurſus als in jeder Beziehung glänzend verlaufen be
werden. — Im Namen der Kurſiſten brachte Herr Direktor
Offenbach den Dank der Kurſiſten zum Ausdruck und konnte ku
5 Uhr der erſte Kurſus mit den beſten Wünſchen geſchloſſen wer
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezug”qulltung beizufügen. Anenyme Anfragen w.
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeſt.
Benutzung aufgehört hat, bis zum Beginn des Monats an, in
Benutzung wieder beginnt. Eine Herabſetzung der Erhöhung des
verſicherungskapitals im Laufe des Rechnungsjahres wirkt ſich v
rundet, daß ſie durch 6 teilbar iſt.
Mide en e e e ie ſif eu er eiet
ſpruch auf Witwengeld die Witwe, wenn die Ehe mit dem berſte f.
Beamten innerhalb dreier Monate vor ſeinem Ableben geſchloſſe
den und die Eheſchließung zu dem Zwecke erfolgt iſt, um der Wit
Bezug des Witwengeldes zu verſchaffen.
W., hier. In Nr. 74 vom 15. ds. haben wir die
AuF=
erteilt.
Welterbericht.
Die Ausläufer der über Finnland gelegenen Störung hab
ſüdweſtlich über Deutſchland ausgebreitet und durch den damit v
denen Luftdruckfall das Hochdruckgebiet zum Abbau gebracht. Auch
die Winde bereits nach Weſten umgedreht, ſo daß ozeaniſche Luf
dem Feſtland gelangt. Eine neue Störung rückt außerdem von
heran, wodurch eine Rinne tiefen Druckes entſteht. Die Schön)
lage wird dadurch beeinflußt, und mehr wolkiges Wetter dürfte vo
ſchen. Dabei wird durch den Wolkenſchirm Ein= und Ausſtre ig
unterbunden und allmählich Temperaturausgleich zwiſchen Tag
Nacht geſchaffen. Mit dem Auftreten von Niederſchlägen iſt eb
ſpäter zu rechnen.
Ausſichten für Sonntag, den 29. März: Wolkiges Wetter, nachts
noch meiſt trocken.
Ausſichten für Montag, den 30. März: Wechſelnd wolkig mit Au
rung, vereinzelte Niederſchläge, Temperaturen zwiſchen Ta
Nacht ſich noch mehr ausgleichend.
Waldemar=Peterſen=Haus der Techniſchen Hochſchule Darmſt
Hirſchegg, Kl. Walſertal.
Schneebericht. Schneehöhe 120 Zentimeter Firnſchnee, in hr
Lagen Pulver. Temperatur: Nachts 5 Grad minus, tagsüber ſomn
warm. Wetter: wolkenlos.
Hauptichriftleitung. Rudolf Maupe
Veranwortlich für Pollilk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feuilleion, Reit
Ausland und Heſche Nachrichten: Max Streeſei für Sport: Karl Böhm
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauel
„Die Gegenwart”, Tagesſplegel in Bild und Wort Dr. Herberi Neite.
für den Inſeraienteil und geſchäftliche Mittellungen Willy Kuhle:
Druck und Verlag. L.C. Wiitich — ſämtlich in Darmſiadt
Für unverlangte Manuſkrivte wird Garanſie der Rückſendung nicht übernommet
Die heutige Nummer hat 26 Geiten
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nen, ja die nehmen voger Gitte,
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iteſtens Freitag, den 10. April. vorm.
Uhr, hierher einzureichen ſind.
Darmſtadt, den 27. März 1931.
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fnanzamt Darmſtadt=Stadt
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Behanntmachung.
etr.: Baulandumlegung „Am
Lindenweg” der
Gemar=
kung Arheilgen.
Auf Grund des Artikel 26 des
Ge=
zes über die Umlegung von Bauland
der Faſſung der Beianntmachung vom
Oktober 1927 mache ich hiermit
fentlich bekannt, daß für die
Grund=
icke Flur III Nr. 40—43, 46—52,
5/10, 80—85¾a 88tor 89:½,o 90—105,
7eor 108‟½,o 108½or 110—116, 1177/,o,
8—130,o, 161‟/,o, 679 der
Ge=
arkung Arheilgen die Baulandumlegung
ſchloſſen wurde, welche die Bezeichnung
aulandumlegung „Am Lindenweg‟
hrt.
Weiter wird bekannt gegeben, daß
ährend der Dauer des
Umlegungs=
erfahrens die Errichtung von baulichen
nlagen jeder Art, ſowie der Übergang
r einer Bewirtſchaftung des Grundſtücks,
ie von der bisherigen oder gewöhnlichet
lit der Bewirtſchaftung erheblich
ab=
deicht und geeignet iſt, das
Umlegungs=
erfahren zu verhindern, zu erſchweren
nd zu verzögern, in dem
Umlegungs=
ebiet unterſagt ſind. Im Wiverſpiuch
tit dem Verbot, errichtete Bauten oder
dirtſchaftliche Umänderungen bleiben im
ilegungsverfahren unberückſichtigt.
Arheilgen, den 26. März 1931.
Der Bürgermeiſter
5044
Jung.
osta Massel Hoien
ist ein alter Brauch!
In vielen Gegenden Deutschlands ist auch
die Ansicht verbreitet, daß das
Oster-
wasser die Haut frisch macht, oder daß
der klare Spiegel des Baches am frühen
Ostermorgen das Antlitz des zkünftigen
Bräutigams zeigt. — Die moderne Frau
aber blickt heute in den Anzeigenteil des
Darmstädter Tagblatt, der für sie die
Be-
deutung eines Gedankenspiegels hat und
ihr verrät, was und wo sie zu Ostern
kaufen soll! Kluge Geschäftslente rücken
ihre Osterangebote recht dentlich in den
Spiegel des Anzeigenteiles de
Tagblatts, denn:
inserieren heissk:
Faſel=Verkauf.
Die Gemeinde Hahn bei Pfungſtadt
rkauft einen jungen, gut genährten,
* weiteren Zucht nicht geeigneten
Faſel
*. Submiſſionswege. Angebote pro
Io Lebendgewicht erbittet bis ſpäteſtens
ienstag, den 31. März 1931,
vor=
ittags 11 Uhr, die Bürgermeiſterei,
wo=
bſt zur genannten Zeit die Eröffnung
(4952b
folgt.
Hahn, den 27. März 1931.
Bürgermeiſterei Hahn bei Pfungſtadt.
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Dader Hndrang schon jetzt sehr
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Einkauf zu benutzen.
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Heute trüh verſchied nach kurzem Leiden unſere liebe
Frau, Mutter und Tochter
geb. Herrmann.
Amtsgerichtsrat Dr. Janſſen
Hans=Joachim Janſſen
Kammerdirektor Herrmann.
Buer, den 23. März 1931.
(5046
Die Beerdigung ſindet am Montag, den 30. März, 11½ Uhr, in
Darmſtadt auf dem Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute wurde plötzlich mein inni
ſt=
geliebter Gatte, Vater, Großvater,
Bruder, Onkel und S Lwager
Ludwig Roth
Steueraufſeher i. R.
von uns genommen.
In tiefer Trauer:
Frau Sophie Roth, geb. Klier
Familie Kaufmann
Famitie Stroh
Frau Rühl, geb. Roth
Familie Wilhelm Roth
Frau Marie Pfeiffer, geb Roth
und Kind
Familie Kopper.
Dirmſtadt, Heidelbergerſtr. 112,
Bochum, Laer.
(5067
Die Beerdigung findet Montag,
den 30. März, nachmittags 3 Uhr
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Seite 10
Emmy Butscher
Hans Schlösser
Verlobte
Forsthaus U.-Lindhof
Darmstadt- Regensburg
Schwanenstr. 30
Ostern 1931
Ihre Verlobung beehren ſich anzuzeigen
Liſſy Biefer
Paul Dieterich
Kirchhain
Diplom=Ingenieur
29. März 1931
Darmſtadt
Maria Pieper
Heinrich Peppler
Verlobte
Düsseldorf-Kaiserswerth
Kreuzberg 22
Darmstadt
Moosbergstr. 74
Stat Kauten.
Hans Walter, Lehrer
Sophie Walter, geb. Schneider
(5003
Vermählte
Hahn
28. März 1981
Darmstadt
Rhönring 28
Todes=Anzeige.
Heute abend 9 Uhr entſchlief ſanft nach kurzem,
ſchwerem Leiden unſere innigſtgeliebte, treue
Schweſter und Tante
Auguſt Arntzen
geb. Boelo
Bitwe des Ing. Bredo Arntzen.
In tiefſtem Schmerz:
Zulie Boclo
Elſe Boclo
Annie Teubner, geb. Boclo
Hugo Teubner
Karl Teubner.
Darmſtadt, den 27. März 1931.
Die Beerdigung findet Montag, den 30. März,
nach=
mittags 3. Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofs
an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
Heute morgen verſchied unerwartet infolge
eines Schlaganfalles mein lieber Mann,
unſer guter Vater, Schwiegervater,
Groß=
vater, Urgroßvater, Bruder und Onkel
Johann Adam Heil
Sonntag, den 29. März 1931
Für die erwieſene Teilnahme
beim Heimgang unſeres lieben
Entſchlafenen
Herrn Ludwig Becker
Lokomotivführer i. R.
ſagen wir herzlichen Dank.
5090)
Die trauernden
Hinterbliebenen.
2u Orrn!
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme bei dem
Heim=
gang unſerer lieben Entſchlafe.
nen ſagen wir autrichtigen Danf.
Beſonderen Dank für die
troſt=
reichen Worte des Herrn Pfarrer
D. Bergér, ſowie für die
liebe=
volle Pfiege der
Gemeinde=
ſchweſtern der Martinsgemeinde
Weſt.
Im Namen d. trauernd. Hinterbllebenen:
Eliſabeth Böttinger, geb. Stößel
und Kinder. (5030
Statt Karten.
Für die uns beim Heimgang
unſeres lieben Entſchlafenen.
in ſo reichlichem Maße er=
wieſene Teilnahme ſprechen
wir unſeren tiefempfundenen
Dank aus.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Frau Lniſe Haas Bwe., geb. Lang
und Kinder.
Darmſtadt, 29. März 1931.
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[ ← ][ ][ → ]Sonntag, den 29. März 1931
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Betriebe Chemotecr nikerinnen).
Höhere Fachschule für Frauenberufe.
Hauswirtschaftliche Zusatzlehrgänge für:
2) Gewerbelehrerinnen t. hausw. Berutsschulen / Dauer:
b) Gewerbelehre innen t. gewerbl. Fachschulen / ½ Jahr
Haushaltungsschule (1 und ½ Jahr:.
Hauswirtschaftl. Lehrgang für Abiturientinnen als Unterbau zur
Gewerbelehrerinnen Ausbildung.
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Klasse für Reklame und Reklamegraphlk.
Kunstgewerbliche Berufsklasse.
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Fachklasse für Putz
Meisterlehre.
Kunststickerei-Werkstatt
Fachklasse tür Wäscheanfertigung.
Werkstatt tür Garderobe für Theater, Film und Tanz.
Buchbinderei-Werkstatt.
Elnzel- und zusammengesetzte Lehrgänge für Anfänger und für im
Berut stehende zur Porthildung und Vertietuug:
a) Hauswirtschaftliche: Kochen (einfache und teine Küche)
Haus-
arbeit, Wasehen, Plätten, Servieren, häusliche Säuglings-, Kinder-
und Krankenpflege:
b) Gewerbliche: Handarbeit, Maschinennähen, Schneidern Putz,
Kunsthandarbeiten, Modezeichnen, Dekoratives Zeichnen,
Schnitt-
musterzeichnen, Gestalten und Abformen, Kostümkunde, Stillehre;
c) Kaufmännische: Einheitsstenographie, Maschinenschreiben,
Buch-
führung, Rechnen, Sehriftverkelr, englische, französlsche und
spanische Sprac ze und Handelskorrespondenz, englische,
franzö-
sische und spanische Stenographie, Literatur und Kunstgeschichte.
d) Freie Lehrgänge zur Vorbereitung aut Berufstätigkelt Im
Auslande.
Auskuntt, Anmeldung: Verwaltungsbüro des Lette-Vereins,
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Seite 12
Sonntag, den 29. März 1931
Nummer
Spolt Ohtet und Tarnen.
Süddeutſche Handball=Meiſterſchaft.
Polizei Darmſtadt — Mainz 05.
Heute, Sonntag, nachmittags um 3 Uhr, treffen ſich auf dem Polizei=
Sportplatz obige Mannſchaften. Die Polizei tritt wieder in der
be=
währten neuen Aufſtellung an und wird auch in dieſem Spiel ihr
Kön=
nen beweiſen. Zur Sicherung des zweiten Tabellenplatzes iſt ein Sieg
unbedingt notwendig. Die Härte der Mainzer Elf dürfte genügend
be=
kannt ſein, ihr Kampfgeiſt iſt nicht zu unterſchätzen. Es iſt ein ſehr
intereſſantes Spiel zu erwarten.
Die zweite Mannſchaft ſpielt gegen Turngemeinde 1846 auf deren
Platz. Die 1. Jugend des Polizeiſportvereins hat auf eigenem Platze
die 1. Jugend von Braunshardt zum Gegner. Spielbeginn 10 Uhr.
1. FC. Bad Kreuznach—„Rot=Weiß‟ Darmſtadt.
Heute vormittag fährt die erſte Handballmannſchaft von „Rot=Weiß”
nach Bad Kreuznach, um gegen den dortigen 1. F.C. ein
Freundſchafts=
ſpiel auszutragen. Dieſes Spiel iſt eine alte Rückſpielverpflichtung und
iſt inſofern für „Rot=Weiß” von Intereſſe, als dieſelben das Vorſpiel
2:4 verloren. — Die 2. Mannſchaft ſpielt vormittags 11 Uhr auf dem
eigenen Platze gegen die Sportvereinigung 04 Arheilgen. — Jugend-
Pol, III auf Polizeiſportplatz.
Aufſtiegsſpiel.
Sp.Vgg. 04 Arheilgen—T. S.V. Höchſt 01.
In obigem Gegner empfangen die Arheilger wohl, nach
auswärti=
gen Kritiken zu urteilen, die ſtärkſte Mannſchaft und den
ausſichtsreich=
ſten Anwärter, Erſter zu werden. Arheilgen wird ſeit langer Zeit
wie=
der einmal mit etwas verſtärker Mannſchaft antreten, aber immer ſind
noch einige gute Kräfte teils dienſtlich, teils durch Sperre verhindert,
mitzuſpielen. Immerhin ſollten die Mühlches=Leute ſtark genug ſein,
um auch den Höchſtern einen ebenbürtigen Gegner abzugeben. Aller
Vorausſicht nach ſcheint dieſes Spiel einen recht feſſelnden Kampf zu
geben. — Im letzten noch ausſtehenden Verbandsſpiel meſſen ſich die
Damen von Arheilgen mit den Polizei=Damen am Arheilger Mi
Das Handballſpiel der Herren beginnt um 3 Uhr, auch am Arheilger
Mühlchen.
Fechken.
Darmſtädter Fecht=Club.
Im Anſchluß an das Schülerinnen=Wertungsfechten fanden am
ver=
gangenen Dienstag und Donnerstag die Klubwettfechten in Florett für
Damen und Herren ſtatt. Die Damen hatten ſehr zahlreich gemeldet, ſo
daß in zwei Vorrunden und einer Schlußrunde gefochten werden mußte.
Um den erſten Sieg wurde mit großer Zähigkeit gekämpft. Schließlich
ſiegte Frl. Brückner vor Frau Möraht und Frl. Jordan. Da jede
dieſer drei Fechterinnen vier Siege errungen hatte, konnte die Rangfolge
nur auf Grund der erhaltenen Treffer ermittelt werden. Ebenſo wie
die Damen fochten auch die Herren mit großem Eifer. Auch hier hatten
die erſten drei Sieger die gleiche Anzahl Siege. Nur mit Mühe
ge=
lang es Dr. Roth, mit neun erhaltenen Treffern vor Sack, mit 13
er=
haltenen Treffern, den erſten Sieg zu erringen. Knapp darauf folgte
der zurzeit auf Ferien hier weilende Fritz Melcher mit ebenfalls fünf
Siegen und 18 erhaltenen Treffern. Die beiden Turniere ſind für den
D.F. C. infofern von Bedeutung, als ſie als Ausſcheidungskämpfe für
den Mannſchaftsrückkampf gegen den Bensheimer Fecht=Club gedacht
waren.
Tiſchkennis.
Am heutigen Sonntag trägt der 1. Darmſtädter Tiſch=
Tennis=
klub als Abſchluß der Winterſaiſon im Mathildenhöhſaale (großer Saal)
ſeine Klubmeiſterſchaften im Einzel= und Dopdelſpiel aus. Die
Kämpfe beginnen um 10,30 Uhr und erſtrecken ſich über den ganzen
Nachmittag. Eintritt frei.
Tennis an der Riviera.
Deutſche Siege und Niederlagen.
Im weiteren Verlauf des internationalen Tennisturniers in
Can=
nes ſpielten die deutſchen Teilnehmer mit wechſelndem Erfolg. Der
Dresdener Haenſch wurde im Herren=Einzel von dem Japaner Sato
6:3, 8:10, 6:3 geſchlagen, kam aber im Doppel mit einem 6:1, 7:5 Sieg
über Aeſchliman=Hillyard mit ſeinem Partner Menzel weiter nach vorn.
Cilly Auſſem gelangte im Damen=Doppel mit Miß Ryan über
Du=
bienſka=de Bruyn=Kops mit einem 6:1, 6:1 Siege in die Vorſchlußrunde.
Dagegen wurde die Kölnerin im Gemiſchten Doppel, das ſie zuſammen
mit Graf Salm beſtritt, von Metaxa=Albaran mit 7:5, 1:6, 5:7
aus=
gefchaltet.
Südafrikas Tennismeiſterſchaft.
Eine große Ueberraſchung gab es bei den ſüdafrikaniſchen Tennis=
Meiſterſchaften in Johannisburg. Der für das Davispokalſpiel
gegen Deutſchland aufgeſtellte V. G. Kirby wurde im Viertelfinale
überraſchend mit 11:9, 7:5, 6:1 von Max Bertram, einem erſt 20
jähri=
gen Spieler aus Transvaal, geſchlagen.
Im ausverkauften „Etabliſſement Sagebiel” zu Hamburg gab es am
Freitag wieder einmal Berufsboxkämpfe. Sie hatten einen ſchönen
Er=
folg. Der Hauptkampf nahm allerdings inſofern ein unbefriedigendes
Ende, als der Sieg des Deutſchen Schwergewichtsmeiſters Hein
Mül=
ler über den Franzöſiſchen Meiſter Maurice Griſelle nicht
ganz verdient war.
Hein Müller beſiegte am Freitag den franzöſiſchen
Halbſchwer=
geſwichtsmeiſter Griſelle in Hamburg knapp nach Punkten.
Deutſcher Weltergewichtsmeiſter im Boxen bleibt. Guſtav Eder=
Dortmund durch ſeinen k. o.=Sieg über ſeinen Herausforderer K. Stein=
München.
In Prag gab es bei den Ringer=Europa=Meiſterſchaften am erſten
Tage zwei deutſche Siege durch Krämer=Duisburg und Leucht=Nürnberg.
Charlier=Deneef lagen am Samstag früh im Pariſer
Sechstageren=
nen mit einer Runde vor van Kempen=Pifnenburg an erſter Stelle.
2:0 entſchied am Samstag in Glasgow Schottland den 55. Fußball=
Länderkampf gegen England vor über 100 000 Zuſchauern zu ſeinen
Gunſten.
Hungaria Budapeſt, die bekannte ungariſche Profi=Fußballelf (früher
MTK.), gewann am Samstag in Berlin gegen Tennisboruſſia mit 4:1.
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Sonntag, den 29. März 1931.
Handball.
Süddeutſche Meiſterſchaft.
15,00 Uhr: Polizeiplatz: Polizei Darmſtadt — Mainz 05.
10,00 Uhr: Hochſchulplatz: ASC. — Tgde. 46 komb.
11,00 Uhr: Dornheimer Weg: Reichsbahn — Reichsbahn Frkf.
11,00 Uhr: Maulbeerallee: Merck — Mainz 05 komb.
15,00 Uhr: Kranichſteinerſtr: Tgde. 46 — Pol. Darmſt. Reſ.
15,00 Uhr: Mühlchen: Sp.Vgg. Arheilgen — Höchſt.
Fußball.
11,00 Uhr: Hochſchulplatz: ASC. — V.f.L. Neu=Iſenb komb.
15,00 Uhr: Dornh. Weg: Reichsb. — Germ. Eſchollbrücken.
Tiſchtennis.
Ab 10,30 Uhr: Mathildenhöhſaal: Klubmeiſterſch. d. 1. D.T. C.
Schülerſporkkurſus des Rol=Weiß, B.f. R.
Der Verein für Leibesübungen Rot=Weiß, V. f. R., hält ab Montag.
den 30. März, auf ſeinem Sportplatz, Rheinallee, einen Ferien=
Sport=
kurſus ab, der ſich auf alle Sportarten erſtreckt. Zugelaſſen zu dieſem
Sportkurſus ſind 10—15jährige Schüler, ſoweit ſie noch keinem
Sport=
verein angehören. Die Uebungszeiten ſind wie folgt feſtgelegt:
Mon=
tags von 9—12 Uhr; Mittwochs von 3—5 Uhr; Samstags von 9—12
Uhr. Sportkleidung iſt mitzubringen. Die Teilnahme an dieſem
Kur=
ſus iſt vollkommen koſtenlos. Die Leiter des Kurſus geben die Gewähr
für eine gute Durchführung des Kurſus. — Anmeldungen werden auf
dem Sportplatz entgegengenommen. (Siehe Anzeige.)
Geſchäftliches.
Warum Seereiſen?
Kein anderes Verkehrsmittel bietet im Hinblick auf Behagen
und Fürſorge während der Reiſe ſo große Vorzüge, wie das
Schiff — vorausgeſetzt allerdings, daß es ſich um ſo bequem und
neuzeitlich ausgeſtattete Dampfer handelt, wie beiſpielsweiſe die
des Norddeutſchen Lloyd, Bremen. Ihre=Benutzung gewährt die
zufriedenſtelkende Ausführung aller Reiſepläne nach den
ver=
ſchiedenſten überſeeiſchen Ländern, ſei es zu Einzel= oder
Geſell=
ſchaftsfahrten zu Beſuchs=, Studien= oder Erholungszwecken nach
Nord= oder Südamerika, nach dem Orient oder Mittelmeer, nach
Norwegen und dem Polargebiet, aber auch nach Holland, Belgien,
Frankreich England, Irland, Spanien, Portugal oder Italien,
ſowie nach den Randſtaaten der Oſtſee. Mit der Bereicherung des
Wiſſens, hergeleitet aus der Kenntnis von fremden Ländern und
Völkern, verbindet eine Seereiſe die Erfriſchung von Körper und
Geiſt. — Und die Preiſe? — Eine unverbindliche Nachfrage
beim Norddeutſchen Lloyd, Bremen, oder bei ſeinen Vertretungen,
wird jeden Intereſſenten davon überzeugen, daß ſie zeitgemäß ſind
und durch die Mannigfaltigkeit der Reiſeziele jedem Geſchmack
Rechnung tragen. Darum kann, wenn man richtig zu reiſen
ver=
ſteht, eine Seereiſe niemals enttäuſchen. Sie bietet mehr —
Nütz=
liches und Angenehmes! (Siehe auch heutiges Inſerat.)
Geſchäftsverlegung. Das ſeit 18 Jahren in der Schützenſtraße
gelegene Damen= und Herrenfriſeur=Geſchäft, Parfümerie des
Friſeurmeiſters H. Weißmann befindet ſich ab 30. März
Schul=
ſträße 3. Die neueſten Fortſchritte der Technik ſind gewährleiſtet.
Neuheiten auf dem Motorrad=Markt.
Unter der großen Auswahl von Typen und Modellen, welche
auf dem deutſchen Motorradmarkt erſcheinen, bilden diejenigen
der älteſten Motorradfabrik des Kontinents — NSU — ein
Pro=
gramm für ſich. Das NSU=Programm iſt ja immer unter dem
Motto geſtanden: „Je reicher die Auswahl, je größer die
Ver=
kaufsmöglichkeit”, aber gerade in dieſem Jahre hat die NSU=
Produktion durch einige Neuſchöpfungen, wie die Zweitakter= und
Sportmodelle, ſowie das leichte Motorfahrrad eine Bereicherung
und einen Fortſchritt erfahren, wie man dies ſonſt nirgends
beob=
achten kann. Man kann ruhig ſagen, daß jedem Wunſche, des erſt
werdenden, wie auch des paſſionierten Motorradfahrers in bezug
auf Zweckmäßigkeit und Preis vollauf Rechnung getragen iſt.
Nähere Einzelheiten erklärt Ihnen gerne der NSU=Händler.
Wer es kann, mache eine Probefahrt auf der für ſeine Zwecke
geeignetſten NSU, und wer es nicht kann, der ſoll es ſchnell
lernen.
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An der Priv. Zuſchneide=Fachſchule Marg. Becker im
2is
Alter beginnt nach Oſtern ein neuer Zuſchneidekurſus.
Ausbildung an dieſer Schule eine gründliche und gediegene iſt.
folgendes Dankſchreiben einer ehem. Schülerin: „Bei jedem
das ich zuſchneide, denke ich an Sie mit Dankbarkeit. Mit
und Sicherheit gehe ich an meine Arbeit und ſehe dabei
deutlicher, wie viel ich bei Ihnen in jeder Beziehung gelernt
— Dieſes und ähnliche Dankſchreiben im Original können je
an der Schule eingeſehen werden. (Siehe auch heutige An
Das Herbaria=Kräuterparadies in Philippsburg=Bade, mt
Kräuterheilmittel als beſondere Spezialität ſchon jahrzehn
her. Unter Verwertung uralter bewährter Rezepte un ..,
neueſten Ergebniſſe der wiſſenſchaftlichen Forſchung in der xI.
pflanzenkunde werden von dieſem Unternehmen gegen alle /xi.
baren Leiden eine reiche Auswahl beſonderer Krautermiſchk
hergeſtellt, welche ſowohl als Tee zum Kochen unter der beke an
Marke Philippsburger Herbaria=Kräutertee als auch zum
m=
nehmen in Form von Kräuterpulver (Philippsburger Her =S=
Kräuterpulver), Kräutertabletten (Philippsburger Her
Kräutertabletten) und als Philippsburger Herbaria=Kr
Kapſeln erhältlich ſind. Die letzterwähnte Verbrauchsforr
gegenüber den bisher bekannten und üblichen Heilmittelart
ſondere Vorzüge. Durch dieſe Herſtellungsform wird der me
Kräutern eigene und vielen Kräutermitteln anhaftende
herb=
bittere Beigeſchmack beim Einnehmen vermieden. Die Kr.
pulver=Oblatenkapſeln ſind deshalb die praktiſchſte, angen
und beliebteſte Kräuterverbrauchsform. Hervorzuheben ſind
terhin die ebenfalls von dieſer Firma hergeſtellten Her
Kräuterſäfte. Intereſſenten ſollten ſich vom Herbaria=K
terparadies Philippsburg 308, Baden, die
au=
liche Broſchüre über Philippsburger Herbaria=Kräuterheilm
fe=
anfordern. (Siehe Inſerat in heutiger Ausgabe.)
Kongreß der Amateurringer in Prag.
Mit dem Kongreß des Internationalen Amateur=
Ringkampfver=
bandes wurden am Freitag in Prag die diesjährigen
Europameiſter=
ſchaften der Ringer im griechiſch=römiſchen Stil eingeleitet. Die
Inter=
eſſen des Deutſchen Athletik=Sportverbandes von 1891 wurden durch
Kampmann= Kaſtel und W. Steputat=Berlin vertreten. Es wurde
be=
ſchloſſen, an den nächſten Kämpfen um die Europameiſterſchaften auch
nichteuropäiſche Nationen teilnehmen zu laſſen. Die ſtets in den
Mo=
naten Oktober oder November durchgeführten Titelkämpfe im
Freiſtilringen werden dieſes Jahr in Budapeſt zum Austrag
kommen. Für das Jahr 1933 ſind Deutſchland und die Schweiz
in die engere Wahl gezogen worden. Die Meiſterſchaften im
griechiſch=
römiſchen Stil, die wegen der Olympiſchen Spiele ebenſo erſt wieder
im Jahre 1933 durchgeführt werden, ſollen in der erſten Aprilhälfte in
Helſingfors vor ſich gehen. Es wurde ein Ausſchuß gebildet, der die
nötigen Vorarbeiten in Los Angeles leiſten ſoll. Dem
Aus=
ſchuß gehören Kampmann=Deutſchland, Longhoerts=England und
Ranberg=Schweden an.
Opelbahnrennen in Rüfſelsheim.
Der Gau 3a (Frankfurt) des ADAC. und die Landesgruppe Heſſen
und Heſſen=Naſſau des D.M.V. führen gemeinſam am 10. Mai wieder
auf der Opelbahn in Rüſſelsheim Motorrad=Rennen durch. Für 2ie
Rennen, die ſich auf Räder mit und ohne Seitenwagen erſtrecken,
wer=
den wieder, wie in den vergangenen Jahren, die beſten Fahrer
ver=
pflichtet werden. Am Vormittag des Renntages findet ein Sonderlauf
für Tourenmaſchinen ſtatt, durch den jüngeren Fahrern, die Rennfahrer
werden wollen, Gelegenheit zum Start geboten werden ſoll.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.15: Wetter, Gymne
O 6.45: Gymnaſtik. o 7.15: Konzert (Schallpl.). O 8.30: Waſſer
O 11.50: Zeit. Wirtſchaftsmeld. Nachr. Programm. 12: Kon
(Schallpl.). O 12 40: Nachr., Wetter, Sport, Programm. o 12.
Nauener Zeit. O 13.05: Konzert (Schallpl.) Fortſ. O 14: We
konzert. O 14.55: Nauener Zeit. e 15.05: Zeit, Wirtſchaftsm
O 15.15: Gießener Wetterber. 16.20, 18.00: Wirtſchaftsmeld,
ca. 19.05: Zeit. O ca. 22: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
Sonntag, 29. März.
7.00: Hamburg: Hafentonzert; Glocen vom Großen Michel.
8.15: Katholiſche Morgenfeier: Mitw.: P. Pius Weber (Anſp
che), der Frankfurter Kammerchor, Fritz Schöneich (Orgel), W
Guide (Rezitation).
9.30: Stunde des Chorgeſangs: Mitw.: Weinsheimerſche Ver
nigung Wiesbaden.
10.30: Strömungen in der europäiſchen Jugend.
11.00: Beſuch in Bethel. (Zum 100. Geburtstag des Paſtors Fr
drich von Bodelſchwingh) Vortrag von Dr. Walter Baum.
11.25: Geſpräch zwiſchen Regierungsrat Ritter und Rechtsanw
Dr. Rhode: Das heutige Mietsrecht nach der
Reichspräſident=
verordnung vom 1. Dezember 1930.
12.00: Konzert auf Schallplatten.
15.50: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
14.00: Landwirtſchaftsrat Dr. Röming, Paul Nicolai ud Hau hal
lehrerin Frl. Herz: Gang durch die landwirtſchaftliche Schr
Uſingen. Geſpräch zwiſchen Franz Hornung und einer Landira
Die ländliche Volksbildung in der Arbeit des Landheims Haile
15.00: Friedrich=Stoltze=Stunde von Robert Cuntz: Zum 40. Tode
tag des Frankfurter Heimatdichters.
16.00: Konzert des Städtiſchen Kurorcheſters Wiesbaden (Kurha.
Wiesbaden).
17.45: Nicolaus von Kues, der Philoſoph der ſpäten Gotik.
18.30: Stunde der Frankfurter Zeitung.
18.5d: Sportnachrichten.
19.05: Aus dem Großen Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M
Joh. Seb. Bach: Hohe Meſſe in h=moll; 1. Teil: Kyri
Gloria und Credo.
20.30: Altfranzöſiſche Chriſtus=Legenden a. d. 15., 16. und 17. Jahr.
21.15: Orcheſter=Konzert des Philharmoniſchen Orcheſters.
22.50: Budapeſt: Zigeuenermuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.A
Zeit. Wetter für den Landwirt. o 6.55: Wetter für den Landwir
S 7: Gymnaſtik. O 10.35. 13.30: Nachrichten. O 12.00: Schallp
bezw. Schulfunk. o 12.25: Wetter für Landwirte So. 12.50.
12.55: Nauener Zeit O 14: Schallpl. O 15.30: Wetter, Börſe (
19,55: Wetter f. Landwirte. O ca. 21: Wetter, Tages=, u. Sportt
Deutſche Welle: Sonntag, 29. März.
7.00: Hamburg: Hafen=Konzert. Glocken vom Großen Michel.
8.00: Mitteilungen u. prakt. Winke für den Landwirt.
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.25: Oberreg.=Rat Dr. Schwartz: Zeitgemäße Schädlingsbekämp
fung in der Landwirtſchaft.
8.50: Morgenfeier. Stundenglockenſpiel der Potsd. Garniſonkirche
anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage.
11.00: A. d. Wintergarten: Ausſchnitt a ,d. Kundgebung zur 10.
Wiederkehr d. Oberſchleſiſchen Abſtimmungstages. Veranſtaltet v.
d. Vereinig. Verbänden heimattreuer Oberſchleſier.
11.30: Elternſtunde. Elſe Budnowski: Die Straße als Lebensraum
unſerer Kinder.
12.00: Mittagskonzert. Leipziger Sinfonie=Orcheſter.
14.00: Jugendſtunde. Kinder ſpielen und muſizieren eigene
Erfin=
dungen.
14.45: Volkslieder, Doppelquartett des Berl. Lehrergeſangvereins,
15.05: Studienrat H. Pöhlmann: Im Lande Fritz Reuters.
15.30: Sonate für Violine und Klavier, von Ph. Scharwenfa,
Mitw: W. Lywen (Violine), Erna Klein (Flügel).
16.00: Orcheſterkonzert. Berliner Sinfonie=Orcheſter.
17.45: Programm der Aktuellen Abteilung.
18.00: Dr. Keller: Fröhliches Handwerk.
18.30: W. Boenigk: Tagebuchblätter einer Weſtfrontfahrt.
19.00: Dr. Gürſter: Nietzſche und die Muſik.
19.30: Joſef Fr. Perkonig lieſt aus eigenen Werken.
20.00: Bunter Abend. Mitw.: Aſtrid Maray, Maria Einödshofer,
E. Bolt. B. Jakſchtat, A. Maack, K. Pündter, H. Freundt: Das
Scarpa=Oicheſter. Gerhard Gregor an der Funkorgel.
22.00: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
anſchl.: Tanz=Muſik (Ben=Berlin=Orcheſter).
AAudnohef oon
AACHENER STADTANZEIGER
40. IAHRGANG — TELEPHON 34551, 34553
Größte u. weitverbreitetste unpartelische
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zeitung des Resierungsbezirks Aachen sowie
der holländischen und belgischen Grenzgebiete
Das Anzeigenblatt
des Enfoldes 4*
in Verbindung mit
BAACHENER ALLGEMEINE ZEITUNG=
Verbreitet im Reg.-Bez. Aachen in den Kreisende‟
Handels, der Industrie und der Beamtenschel
187a
[ ← ][ ][ → ] Die Hpas Liohe Andn iin Hahte Taeb.
6 Prozenk Dividende aus Bekriebsgewinn.
Zußerſichklicher Berichk.
Der eiſte Abſchluß der Gemeinſchaft der Hamburg=Amerika=Linie
Hamburg=Amerikaniſche Packetfahrt=A.=G.), Hamburg, und Norddeut=
Eer Lloyd Bremen, auf Grund des im März 1930 geſchloſſenen 50 Poolvertrages wird nunmehr den Hauptverſammlungen beider
öeſellſchaften am 16. April vorgelegt werden.
Die Hamburg=Amerika=Linie weiſt für 1930 ein Geſamterträgnis
ach Vornahme des vertraglichen Ausgleichs mit dem Nordlloyd von
5 147550 (59 587 789) RM. aus, während demgegenüber
Handlungs=
nkoiten und Steuern 11312914 RM. (i. V. Handlungsunkoſten
698 654 RM. und Steuern 6 709 535 RM.), Soziallaſten 8 159 555
3 471010) RM., Anleihezinſen 2318 260 (2585845) RM. erforderten,
z daß der Betriebsertrag für 1930 ſich auf 33 356 821 RM. gegenüber
2 122742 RM. i. V. beläuft. Hiervon werden zunächſt 22 785 301
9903 197) RM. auf Seeſchiffe und Hilfsfahrzeuge und 757 251 (658 243)
(M. auf Grundbeſitz, Gebände und Anlagen uſw. abgeſchrieben. Es
erbleiben 9 600 012 (11 B0 014) RM. zur Verteilung der angekündigten
Prozent (i. V. 7 Prozent) Dividende.
Die Wirtſchaftskriſe führte nach dem Verwaltungsbericht zu einer
der Schiffahrt bisher unbekannten Schrumpfung des Frachtenmarktes
ſf faſt allen Verkehrsgebieten. Das Geſamtreſultat bleibt daher
hin=
ir dem Vorjahr weſentlich zurück. Trotzdem ſei zu einer pefſimiſtiſchen
ſeurteilung der Zukunft kein Anlaß da der Tiefpunkt der Weltkriſe
er=
richt iſt, und wegen der leer gewordenen Läger und der auf den Markt
röngenden Produktion ein vermehrter Güteraustauſch folgen müſſe,
daß ſchon eine geringe Steigerung der Raten bei einem
Normal=
infang des Frachtgefchäftes von 220 Mill. RM. erhebliche
Mehrein=
ahmen ſichergeſtellt erſcheinen laſſe. Hinzukomme, daß die Hapag durch
ſeendigung des Bauprogramms und die Reſerven, die ihr in den
näch=
en Jahren aus der amerikaniſchen Freigabe zufließen, hinreichend
erüſtet ſei. Die an den Gemeinſchaftsvertrag mit dem
Norddeut=
hen Lloyd geknüpften Erwartungen haben ſich noch nicht im vollen
Kaße auswirken können, da die Umſtellung in eine Zeit rückläufiger
onjunktur fällt und ohne Verſchmelzung der Geſellſchaften und ihrer
irganiſation erfolgt.
Die Bilanz verzeichnet in Mill. RM. per 31. 12. 30 im Vergleich
um Vorjahr: Flotte 331,61 (279,45 zuzüglich 23,16 Anzahlungen auf
keubauten und Umbauten), Grundbeſitz, Gebäude und Anlagen 13.22
10,80), Kaſſe und Bankguthaben 11,73 (22,84), Wertpapiere und
Betei=
gungen an anderen Geſellſchaften 0,78, Wechſel 0,24, Vorräte 11.58
E,68) und Schuldner 8,88 (13,29). Andererſeits betragen bei
unverän=
ertem A.=K. und wieder 18,235 Reſervefonds, Sonderrücklage 25,25
—), Grunderwerbsſteuerreſerve wieder 0,27.
Vorkriegsſchuldverſchrei=
ungen 133 (1.44), Dollaranleihe 210 (23,1), langfriſtige
Verbindlich=
eiten 115,47 (117,72), Gläubiger 15,09 (1133), unabgerechnete Reiſen
nd Konten 35,01 (11,33) und Tratten überſeeiſcher Agentuven 0,51),
Die Bilanzſumme iſt von 379,46 auf 402,62 gewachſen.
Der Norddeutſche Lloyd verzeichnet einſchließlich eines Betrages
on 16 730 473 RM. aus der erſten amerikaniſchen Freigaberate nach
Zornahme des vertraglichen Ausgleichs mit der Hapag ein
Geſamt=
rträgnis von 56 078 098 (i. V. 51 840 095) RM. Bei der Aufſtellung
er Bilanz und Ertragsrechnung hat eine Angleichung an die
Bilan=
ierungsmethode der Hapag ſtattgefunden. So iſt der Gewinnvortrag
on 721 530 RM. vorab zu inneren Rückſtellungen verwendet worden.
Die Ausgabenſeite der Gewinn= und Verluſtrechnung verzeichnet
all=
gemeine Verwaltungskoſten und Steuern 10 487 361 RM.,
Sozialauf=
vendungen 7 108 262 RM. (i. V. beides zuſammen 12839 648 RM.,
Anleihezinſen und 6 Prozent Vorzugsaktiendividende 5 125 653 RM., i.
V. Anleihe= und ſonſtige Zinſen abzüglich Habenzinſen 5318 184 RM.),
Abſchreibungen auf. Seedampfer und Hilfsfahrzeuge 22443371
19 178994) RM., 1 121 450 (862 086) RM. auf. Grundbeſitz uſw. und
(nlagen. Aus 9 792 000 (14 193 123) RM. werden 9,6 (12,8) Mill. RM.
ur Zahlung von 6 (i. V. 8) Prozent Dividende verwendet (i. V.
außer=
em Vorzugsaktien= und Genußrechtsdividende).
Die Bilanz, deren Summe von 429,95 auf 426,98 Mill. RM.
urickgegangen iſt, verzeichnet als Aktiven in Mill RM.: Vorzugsaktien
nb. 0,82, Fahrzeuge 393,89 (241,78), Anzahlungen auf Neubauten
11 (44,14), Immobilien und Inventar 804 (7,91), Kaſſenbeſtand und
Jankguthaben 37,15 (39,5). Wertpapiere und Beteiligungen 56,91 (32,22),
agerbeſtände 13,92 (16.31), Schuldner, in denen diesmal nur die
Forde=
ſugen an fremde Firmen aufgeführt ſind, während in früheren Jahren
achgewieſene Uebergangspoſten und unabgerechnete Konten in dem
ſaſſibpoſten unabgerechnete Reiſen und Konten verrechnet ſind, 8,15 (i.
Schuldner und Uebergangspoſten 47,27). Die Verbindlichkeiten
ver=
iſhnen neben unverändertem A.=K. 24,5 (22,5) geſetzliche Rücklage,
1,5 (10) Verſicherungsrücklage, 15 (1,64) Anleiheaufwertung. 80,07
2/73) Amerika=Anleihe, 36,59 (10,32) langfriſtige Kredite und
Reſtkauf=
iken, 33,06 (74,84) Gläubiger und 29,16 (—) unabgerechnete Reiſen und
onten.
Broduktenberichte.
* Mainzer Produktenbericht vom Freitag, dem 27. März.
Groß=
indelspreiſe pro 100 Kilo loko Mainz: Weizen 30,25—30,50; Rheinheſſ.
Logen 2,50; Hafer 18—18,50; Futtergerſte 18,50—19,50; Malzkeime
30—11,50; Südd. Weizenmehl Spezial Null 43,65—44,40;
Roggen=
ehl 60prozent. 29—29,50; Weizenkleie fein 11,50—11,75; do. grob
50—13; Roggenkleie 13; Weizenfuttermehl 13,50—40; Biertreber
30—11; Erdnußkuchen 14,50—14,75; Kokoskuchen 13,75—17,75; Palm=
Gen 12,50—13; Rapskuchen 10—11; Kleeheu loſe 6.—; do. geb. 6,20;
ieſenheu loſe 5,70 do. geb. 6,20; Maſchinenſtroh 3,50; Drahtpreßſtroh
D: Sohaſchrot 15—15,25; Trockenſchnitzel 7—7,50. Tendenz: Befeſtigt.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Am Frankfurter Markt trat die
m bevorſtehenden Oſterfeſt erhoffte Belebung des Geſchäftes nicht ein,
der Abruf von ſeiten der Konſumenten infolge der ſchlechten
Arbeits=
arktlage ſich weiterhin nur auf den notwendigſten Bedarf beſchränkt.
te Preiſe blieben im großen und ganzen gehalten, zeigten jedoch für
* Balkanſorten noch leichte Rückgänge. Die allgemeine Tendenz iſt
rig. Es notierten in Pfg. das Stück ab loko Frankfurt am Main;
3 1100; Dänen 7,75—11,50; Belgier 8,7
thern 8—8,5; Norddeutſche 7,5—10,5. Italiener, Ruſſen, Polen,
Chi=
len und Franzoſen nicht am Markt.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Trotzdem das Angebot in
ikter ſehr knapp iſt, gingen die Preiſe weiter zurück, diesmal auch
rker für deutſche Butter. Die Nachfrage iſt außerordentlich gering.
ich hier war keine Belebung des Marktes zum Oſterfeſte feſtzuſtellen.
notierten: Auslandsbutter (holländ.) 1 Faß (50 Kilo) 1,56; einhalb
1B 1,58, in Halbpfundſtücken 1,60, deutſche Butter 1.45. Die Preiſe
Eitehen ſich in Reichsmark pro Pfund im Großhandelsverkehr.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 28. März:
Getreide. Weizen: März 81, Mai 83½, Juli 59½, September
50: Mais: Mai 62½, Juli 63,75, September 63,25: Hafer:
ai 32,50, Juli. 32,25, September 32.25, Roggen: März 36,50, Juli
½, September 41½.
Schmalz: März 8,80, Mai 8,82½, Juli 9,00, Sept. 9,12½.
Speck, loco 10,75.
Schweine: Leichte 7,85—8,00: ſchwere 7,00—7,35;
Schweine=
fuhren Chicago 11000, im Weſten 29000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 28. März:
Schmalz: Prima Weſtern 9,55; Talg, extra loſe 494.
Getreide. Weizen: Rotwinter 91½; Mais: loco New York
*2: Mehl: ſpring wheat clears 4,00—4,40; Getreidefracht nach
tgland 1,6—2,3 sh, nach dem Kontinent 8—8½ C.
Kakao; Tendenz kaum ſtetig, Umſätze 51, loco 578, Mai 5,32,
Ili 5,49, September 5,67, Oktober 5,75, Dezember 5,88, Januar
32 5,94, März 6,03.
Biebmärkke.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am Samstag, dem
März. waren 426 Tiere zugeführt. Davon wurden 284 verkauft, und
ar Milchſchweine zum Preiſe von 8—17 Mark, Läufer von 18—33
ark pro Stück. Der Marktverlauf war gut.
Die Lage am Geldmarkk.
Der Geldmarkt behielt in der abgelaufenen Woche
überraſchender=
weiſe ſeine Flüſſigkeit; erſt gegen das Wochenende kamen die Einflüſſe
des Ultimo deutlicher zum Ausdruck, ſo daß ſich der Tagesgeldſatz auf
4,5 Prozent erhöhte. Wenn bisher trotz der verſchiedenen Momente, die
eine ſchärfere Anſpannung hätten erwarten laſſen, eine ſolche noch nicht
eingetreten iſt, ſo kann dies als ein Symptom dafür angeſehen werden,
daß ſich eine zuverſichtlichere Beurteilung der allgemeinen
Wirtſchafts=
lage durchzuſetzen ſcheint. Allerdings darf nicht außer Acht gelaſſen
wer=
den, daß der Zahlungstermin für den Quartalsultimo noch nicht
vor=
über iſt, und daß ſich die ſtärkſte Anſpannung in den letzten Monaten
immer erſt nach dem Monatsende gezeigt hatte. Ob ſich die Gerüchte
be=
wahrheiten werden, daß die Reichsbank auf Grund des
Stimmungsum=
ſchwunges am Geldmarkt eine Diskontermäßigung vorzunehmen
beab=
ſichtige, iſt heute ſchwer vorauszuſehen. Es wird wohl in erſter Linie
abzuwarten ſein, wie ſich der Quartalsultimo vollziehen wird.
Für Monatsgeld lagen die Verhältniſſe ähnlich wie am
Tagesgeld=
markt, obwohl ſich hierfür ſchon im Laufe der Woche gelegentlich etwas
größere Nachfrage bemerkbar gemacht hatte. An Warenwechſeln kam
infolge des größeren Geldbedarfs zum Ultimo einiges Angebot auf den
Markt.
Am Deviſenmarkt konnte die Reichsmark ihre feſte Tendenz
bewah=
ren, da von ſeiten des Auslandes anhaltend Geldmittel angeboten
wer=
den. Vorübergehend hatten die Schwankungen des Pfundkurſes einen
leichten Rückſchlag für die Reichsmark im Gefolge, ohne daß jedoch die
feſte Grundtendenz hierdurch ſtärker erſchüttert wurde. Bei Dollar und
franzöſiſchem Franken waren keine unweſentlichen Veränderungen in der
Kursgeſtaltung zu beobachten. Die Deviſe Schweiz war nach der
Befeſti=
gung in der letzten Woche wieder unſicherer. Die ſpaniſche Peſeta konnte
aus den Meldungen über die Durchführung des
Stabiliſationspro=
gramms Nutzen ziehen. Im Zuſammenhang mit der nachgebenden
Ten=
denz der braſilianiſchen Anleihe in London erfuhr Rio eine
Abſchwä=
chung; der Verluſt wurde aber ſpäter teilweiſe wieder eingeholt.
Franffurker und Berliner Efſektenbörſe.
Frankfurt a. M., 28. März.
Trotz der überwiegend ſchwachen Auslandsbörſen bewahrte die Börſe
zum Wochenſchluß ihre feſte Grundtendenz. Die anhaltende Stabilität
der deutſchen Börſen regte das Publikum zu Käufen an, zumal der
Quartalsanfang einen gewiſſen Anreiz zum Kaufen bietet. Da auch der
Liquidationstag glatt überwunden wurde, nahm auch die berufsmäßige
Spekulation einige Deckungen und Meinungskäufe vor. Die Ablehnung
der Steuerbeſchlüſſe im geſtrigen Reichsrat wirkten dabei ſtimulierend,
während andererſeits von den Bilanzberichten der beiden
Schiffahrts=
geſellſchaften Hapag und Nordd. Oloyd keine nennenswerte Anregung
ausging. Das Geſchäft war für einen Samstag verhältnismäßig groß,
wurde aber nach Erledigung der Kaufaufträge ruhiger Gegenüber der
geſtrigen Abendbörſe ergaben ſich überwiegend Kursbeſſerungen bis zu
1,5 Prozent. Am Anleihemarkt ergaben ſich für deutſche und
auslän=
diſche Renten meiſt kleine Kurserhöhungen. Der Pfandbriefmarkt lag
ruhig, aber freundlich. Schuldbuchforderungen in den ſpäten
Fällig=
keiten etwas feſter. Im Verlaufe hielt die feſte Tendenz trotz des
wei=
teren Rückganges der Linoleumaktien, die erneut 2 5 Proz, einbüßten,
an. Es ſetzt ſich immer mehr die Meinung durch, daß bei Deutſche
Lino=
leum höchſtens 6 Proz. Dividende zur Ausſchüttung gelangen werden.
Von Kunſtſeideaktien lagen Aku und Bemberg weitere 2 Prozent feſter,
In Börſenkreiſen ſetzt ſich die Vermutung eines guten Geſchäftsganges
bei Aku durch, nachdem man wiſſen wollte, daß dieſes Unternehmen die
Abſchreibungen verdient hätte. Die übrige Börſe blieb auf dem
er=
höhten Niveau gur behauptet. Die Stimmung war ſehr zuverſichtlich.
Die Börſe ſchloß in feſter Haltung, und beſonders Siemens zeigten mit
188 Prozent recht feſte Veranlagung. Auch für Kunſtſeideaktien und
von Schiffahrtswerten Nordd. Oloyd ergaben ſich erneut Kursgewinne
von 1—2 Prozent. Am Geldmarkt beſtand im Hinblick auf den Zahltag
mehr Nachfrage, ſo daß der Satz um 1 Proz. auf 4,5 Proz. erhöht ward.
Am Deviſenmarkt zeigte die Mark beſonders gegen London feſte
Hak=
tung. Man nannte Mark gegen Dollar 4.1952, gegen Pfunde 20,38½/,
London-New 4.8590, —Paris 124.21½, —Mailand 92,75, —Madrid
(44.70) lag auf die internationalen Stabiliſierungsbeſtrebungen feſt;
—Schweiz 25.25½. —Holland 12.11½.
Berlin, 28. März.
Im heutigen Vormittagsverkehr hatte man noch im Anſchluß an
das rückgängige New York und unter dem Eindruck der für heute
erwar=
teten Notverordnung gegen die Auswüchſe des politiſchen Radikalismus
mit einem ſchwächeren Börſenverlauf gerechnet. Kurz vor den erſten
Kurſen ſchlug die Stimmung aber wieder nach oben um, da bei den
Banken kleine Kauforders des Auslandes und der Provinz vorlagen, die
zum Teil auf irreguläre Märkte ſtießen, da die Limiteerneuerung noch
nicht immer erfolgt war. Die verſchiedenen Inſolvenzmeldungen (
Dorn=
dorf, Induſtriebau Held u. Franke uſw.) waren nur von lokaler
Bedeu=
tung. Die ſonſt günſtigen Ausſichten, wie der gebeſſerte Kaliabſatz im
März, der Abſchluß des Reichsbankkredites für die
Arbeitsloſenverſiche=
rung, die Möglichkeit eines franzöſiſchen Kohlenbergarbeiterſteits und
der Einſpruch des Reichsrates gegen die Einkommen= und
Tantiemen=
ſteuer drückten ſich in den höheren Kurſen aus. Die Reports per Ultimo
April behaupteten ſich entgegen den Erwartungen recht gut. Im Verlauf
erfuhren die Kurſe meiſt Beſſerungn, ohne daß das Geſchäft über den
üblichen Samstagsrahmen hinausging. Gegen 12 Uhr wurde das
Ge=
ſchäft in Schiffahrtsaktien auf die bekannt werdenden Abſchlußziffern
etwas lebhafter, auch R.W.E. gewannen ebenſo wie Polyphon mehrere
Prozent. Anleihen lagen freundlicher.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 25. März. Die vom
Statiſtiſchen Reichsamt berechnete Indexziffer der Großhandelspreiſe
ſtellte ſich am 25. März mit 113,4 um 0,8 v.H. niedriger als in der
Vor=
woche. Von den Hauptgruppen iſt die Indexziffer für Agrarſtoffe um
2 v.H. auf 105,4 geſunken. Die Indexziffer für induſtrielle Rohſtoffe und
Halbwaren war mit 106,3 gegenüber der Vorwoche unverändert,
wäh=
rend diejenige für induſtrielle Fertigwaren um 0,2 v.H. auf 138,3
zurück=
gegangen iſt.
Die Direktion der Naſſauiſchen Landesbank empfiehlt: 7prozentige
Goldkommunalobligationen Serie 9: Ausgabekurs: 93,5 Prozent
frei=
bleibend, Rückzahlungskurs: 100 Prozent: und 7prozentige Gold=
Pfaud=
briefe Ausgabe 12. Ausgabekurs: 97 Prozent freibleibend,
Rückzahlungs=
kurs: 100 Prozent. Es wird auf die heutige Anzeige, in der alle
Einzel=
heiten enthalten ſind, verwieſen.
Stillegung des Hefrag=Betriebs in Wölfersheim? Die Hefrag in
Wölfersheim, ein Unternehmen der Preag, beabſichtigt, den Tagebau in
Wölfersheim einzuſtellen. Dieſe Maßnahme iſt auf den Preisſturz für
Teerprodukte, die die Hefrag durch das Schwelverfahren aus der
Braun=
kohle in großen Mengen gewinnt, zurückzuführen. Durch den zunächſt
vorſorglich gefaßten Beſchluß, den Tagebau einzuſtellen, werden einige
hundert Arbeiter brotlos. Neuerdings trägt die Verwaltung ſich noch
mit dem Gedanken, den Betrieb der Hefrag am 1. Juli d. J. eventuell
ganz einzuſtellen. Von einer ſolchen Maßnahme würden etwa 1300
Arbeiter und Angeſtellte betroffen. Zurzeit ſind Verſuche im Gange,
das Werk auch über den angegebenen Termin hinaus in Betrieb zu
hal=
ten. Die Verwaltung hält dieſes jedoch nur dann für möglich, wenn es
gelingt, beſtimmte, von ihr vorgeſchlagene Pläne, über die gegenwärtig
noch keine Mitteilung gemacht werden kann, durchzuführen.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Der Reichsanzeiger veröffentlicht die Verordnung des
Reichsernäh=
rungsminiſters, wonach der Ausmahlungsſatz für Roggenmehl von
höch=
ſtens 60 Prozent auf höchſtens 70 Prozent erhöht wird. Die
Verord=
nung tritt drei Wochen nach ihrer Verkündung in Kraft.
Wie der Amtliche Preußiſche Preſſedienſt mitteilt, werden die
Indu=
ſtrie= und Handelskammern zu Aachen und Stolberg mit Wirkung vom
1. April d. J. zu der Induſtrie= und Handelskammer für den
Regie=
rungsbezirk Aachen zu Aachen zuſammengelegt. Die neue Induſtrie=
und Handelskammer hat 50 Mitglieder.
Die ſüddeutſche Mühlenkonvention hat, nachdem am 21. März der
Mehlpreis um 0.25 RM. ermäßigt worden war, den Preis für
Weizen=
mehl Spez. Null mit Wirkung ab heute wieder um 25 Pfg. auf 44,75
RM. je 100 Kg. ab Mühlenſtation erhöht.
Dei im Genoſſenſchafts=Zweckverband Heſſen=Mittelrhein (Schulze=
Delitzſch) zuſammengeſchloſſenen Reviſionsverbände der Erwerbs= und
Wirtſchaftsgenoſſenſchaften im Volksſtaat Heſſen, in Naſſau und Heſſen=
Kaſſel hakten in dieſem Jahre ihren Verbandstag zum erſtenmal
ge=
meinſam ab, und zwar in den Tagen vom 8. bis 10. Mai in Bad=
Nauheim.
Von däniſcher Seite wird eine deutſche Induſtrie=Ausſtellung in
Kopenhagen vorbereitet. Nach dem „Extrablatt” iſt der Vater des
Ge=
dankens ein däniſcher Ingenieur, der deutſche Firmen und die
Landes=
organiſation der deutſchen Maſchinenfabriken vertritt.
Berliner Kursbericht
vom 28. März 1931
Deviſenmarkt
vom 28. März 1931
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Frankfurier Kursbericht vom 28. März 1931.
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g. 26
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K25 Ot. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
Zi=
91
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% Pfälz. Hyp.=B
„ Lia. Pfbr.
3½ Preuß.
Boden=
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4½% Lig. Pfbr.
30 Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bant.
4½ Lig. Pfbr.
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„ Lig. Pſbr.
Rhein.=Weſtf
Bd.=Credit .... .
Südd. Bod.
Cred.=Bank ....
(½2 Lig.Pfbr.!
96.5
100
94.75
86
100.75
95.25
86.5
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56.5
72
11
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J
91.5
101.5
27
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101.5
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91.25
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96.75
93
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100.5
95.25
93.5
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73.5
97.5
25.5
8.
85.5
Rree
96.5
102
21
21
27.5
40.5
8.6
15.9
82.5
16.8
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135
41
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40
48.5
42
167.*
136
78
72.75
59
119
53
118.5
36
08
159
55.5
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105
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Numuer 88
Seite 15
Copyright by Noviſſima Verlag G. m. b. H., Berlin SW 61, Belle Alliauce Straße 92.
Die drei Volontär=Detektive tauſchten einen Blick, der ſagte:
s iſt doch der frechſte Spitzbube, der je mit der ewigen
Gerech=
keit Schindluder getrieben hat.
„Wie — macht man denn ſolche Steine?” fragte der Kapitän,
r um keine Geſprächpauſe eintreten zu laſſen.
Müller gab eine Erklärung, die erkennen ließ, daß er genau
der Materie Beſcheid wußte. Auch werde auf dieſem Gebiete
türlich unentwegt weitergeforſcht. Die beſten Verfahren ſeien
rigens Geheimbeſitz gewiſſer deutſcher Firmen.
„Hm — und bei einem von dieſen Häuſern ſind Sie tätig?”
üller bejahte. „Iſt es indiskret zu fragen, bei welchem?”
mdiskret iſt es nicht, Kapitänchen — aber Antwort kriegen Sie
ne. Unſereiner hat nämlich auch manchmal Dienſtgeheim= Beleidigung.”
Fe.” „O bitte, wir ſind nicht neugierig!” wehrte Mertens ab.
Es war nicht leicht, nach dieſen aufregenden Erlebniſſen noch
te lange Teeſtunde hindurch den Schein eines harmloſen
Ge=
nuders aufrechtzuerhalten. Müller redete faſt allein — in
ner derben, oft plumpen Art, die aber immer, ob gewollt oder
abſichtlich, amüſant war. Er war jeder Wendung des Ge= haben ſchien — der zählt nicht. Der ſoll ſich an ſein
Konfek=
rächs gewachſen — ganz zweifellos ein Mann von vielſeitiger
ldung, wenn auch die „Kinderſtube” zu wünſchen übrig ließ. General — Sie ſind kein Flirt für mich. Sie ſind ja biel zu
ſchien ſich zwiſchen ſeinen Hörern, die ihm auf die Dauer
9 s Wort faſt völlig überließen, äußerſt wohl zu fühlen. Oder
tterte er, daß die drei darauf brannten, ihre Anſichten über
zſelber auszutauſchen, wenn er ſich nur erſt empfohlen hätte?
hts des Aufbruchs zu markieren.
„Kapitäu —” ſchmunzelte Müller, „jetzt haben Sie ſicher
Ich nen Schnaps für uns zwei Männer unter uns? Uebrigens, und Mißvergnügen. Eine brennende, ſchmerzvolle Spannung.
eine Damen, Sie haben Ihre Nelken liegen laſſen —
„Ein unmöglicher Burſche”, ſagte Frau Ellen, während die ten blieb leer.
rmen vom Steward durch das Treppenlabyrinth zurückgeleitet
urden. „Aber wie ein Juwelendieb ſieht er eigentlich nicht
S."
nur deshalb ſo frech, weil er ganz genau weiß, daß niemand, oder trauerte über ihn hinweg zu einem andern.
u Stein bei ihm wiederfinden wird — und zöge man ihn
litternackt aus, wühlte ſein Gepäck durch und durch .. . Er= ſehen, wenn eine Frau leidet. Und wenn’s die wäre, die ihn
nern Sie ſich doch: ich bin ja Spezialiſt, ich arbeite ja
ſel=
r... man müßte ſich das aufſchreiben! Er hatte ſich ja dann kundigen, warum der Herr Baron nicht zu Tiſch komme.
eich wieder gefaßt — aber anfangs hatte er doch ſekundenlang
ich dieſer verräteriſchen Entgleiſung die Faſſung verloren.”
„Daß irgend etwas mit ihm nicht ſtimmt”, grübelte Ellen,
ſen Eindruck hatte ich ja auch. Aber was?”
„Erinnern Sie ſich! er machte doch die unverſchämte Be= warnend mit dem Finger.
erkung über meinen Leichtſinn, die Steine herumliegen zu
an ſchließlich auch harmlos auslegen —
Seltſam: die plauder= und lachfrohe Stimmung, die bisher
en Kapitänstiſch zum Gegenſtand allgemeinen Neides gemacht 1
atte, wollte ſich heut abend nicht einfinden. Miſſis Rahel ver= durch die Verbindungstür der Oberzahlmeiſter ein.
(Nachdruck verboten.)
Ein Roman von Walter Bloem.
ſuchte vergeblich, den Kummer um ihren Solitär zu verſcheuchen.
Miß Edith Vaughan ſchmollte heftig. Beim Betreten des Saales
hatte ſie entdecken müſſen, daß ihre Freundin Emerentia, die
zwi=
ſchen den Herren Hutchinſon zur Linken und Müller zur Rechten
ihren Platz hatte, ausgerückt war. Sie ſaß nun links von dem
Doktor — neben Theodor Stephany — und lachte die
Reiſegefähr=
tin aus, als die Proteſt erhob.
„Ich denke, Miß Edith,” neckte Hutchinſon, „ihr zwei habt
euch geſchwören, niemals aufeinander eiferſüchtig zu ſein?”
„Ich bin nicht eiferſüchtig!” fauchte die Blonde. „Wenn
die Dame mich gebeten hätte, ihr meinen Platz abzutreten —
darüber hätte ſich reden laſſen. Dieſe Eigenmächtigkeit iſt eine
James Hutchinſon verſuchte, ſie zu beruhigen. „Ich für
ineine Perſon bin mit der Veränderung vollkommen
einverſtan=
den. Das ſchafft klare Verhältniſſe. Ich habe Sie nun für
mich allein. Der da —”, er wies über die Achſel auf Doktor
Müller, der heute abend nur Augen für die Preisgekrönte zu
tionsgirl halten.” Miß Edith ſchmollte weiter. „Ach Sie,
bequem. Schade, daß dieſes deutſche Fräulein nicht Engliſch
ſpricht. Zu der paßten Sie blendend.”
„Verſuchen Sie doch, mich ein bißchen zu erziehen!“
Die blauen Puppenaugen überflogen die mächtige Geſtalt,
hließlich blieb den Damen nichts übrig, als ihrerſeits die Ab= vom angegrauten Haar bis zu den kräftig vorgewölbten Schößen
der Smoking=Weſte. „In Ihren Jahren?! Hoffnungsloſer Fall.”
In Ellen Winterfeldts Herzen war mehr als Kummer
Man war ſchon beim Nachtiſch — und der Platz zu ihrer Rech=
Vergebens ſuchte der Kapitän, die ſtill Verehrte
aufzu=
heitern. Er wußte, warum ſie ſo verſonnen war, ſo abgelenkt. vorliegt?“
Er kannte das. Es war ja faſt immer ſo. Er glühte in ver=
„Ich ſchwöre, er iſt’s geweſen!” ſchnob Miſſis Rahel. „Er ſchwiegener Anbetung — und die Göttin ſeiner Wahl lächelte
Aber Jens Mertens iſt Kavalier. Er kann’s nicht mit
an=
ſelber leiden macht. Er winkte dem Steward: er ſolle ſich er=
Alsbald Beſcheid: der Herr Baron laſſe ſich entſchuldigen,
er habe ſich mit ſchweren Kopfſchmerzen zu Bette legen müſſen.
Ellen, fing einen Blick James Hutchinſons auf: was hab'
ich geſagt?! Sie ſchüttelte heftig mit dem Kopf. Er drohte
Jens Mertens war glücklich. Heut abend würde er nicht
ſſen —” „Ueber die habe ich ſchon nachgedacht — die kann von Frau Ellens Seite weichen. Die war gerührt, entſchloß
ſich, den Guten zu belohnen. Er darf ſie ins Kino begleiten.
Als Valentin Klamfoth am folgenden Morgen den
Schal=
terraum betrat, deſſen eine Hälfte ſein Bureau darſtellte, trat
„Denken Sie, Klamfoth, was ſoeben paſſiert iſt. Kommt
doch einer von den Muſikmachern zu mir ins Office — verlangt,
daß ich ihm ein Paket im Safe aufbewahren ſoll!”
Der Oberſteward ſtutzte. Seine Brauen hoben ſich zur
Stirnmitte. „Wetten, daß ich weiß, wer’s war? Der mit dem
Monokel — der Ruſſe.” „Getroffen! Wie kommen Sie auf den?”
Der ſei ihm ſchon ſeit Anfang der Reiſe aufgefallen. Ein
Neuer, und ſolch eine merkwürdige Erſcheinung . . . Daß er
ihn bei der Frühmorgenandacht auf dem Sportdeck belauſcht
hatte und ſeitdem eine ſtille Schwäche für ihn empfand — das
verſchwieg er. Aber es war wie eine Enttäuſchung, eine
Eut=
weihung. Wär’s nicht trotzdem möglich —? Es gibt auch
ſen=
timentale Halunken.
Ob er das Paket einmal ſehen könne? Gewiß. Es fühlte
ſich an wie eine flache Zigarrenkiſte. Ob er Angaben über den
Inhalt gemacht? Sehr zögernd, ja. Er ſei früher einmal in
beſſeren Verhältniſſen geweſen — das ſei alles, was er aus
dem Zuſammenbruch ſeines Schickſals gerettet. Klang
glaub=
haft genug. Immerhin — ſeltſames Zuſammentreffen".
Der p. Twardowſki, das iſt kein Paſſagier. Das iſt ein
Angeſtellter, ein Untergebener. Den brauchte man nicht mit
Samthandſchuhen anzufaſſen. Da packt man zu.
Ein paar Minuten ſpäter ſteht der p. Twardowfki, an allen
Gliedern zitternd, zwiſchen dem Oberzahlmeiſter und dem
Ober=
ſteward. „Zeigen Sie Ihren Paß.”
Der Paß iſt von der zuſtändigen Berliner Polizeibehörde
ausgeſtellt. Beruf: Muſiker. Geboren 1893 in St. Petersburg.
Staatsangehörigkeit: Deutſcher. Die habe er vor zwei Jahren
erworben.
Einreiſeviſum? Nein — Zuzugsgenehnkigung. Er wolle
alſo drüben bleiben? Ja. Warum? Nicht ſehr gut in
Deutſch=
land. Begreiflich — wenn einer ſein ruſſiſches Vaterland
ver=
loren hat — lieber USA. als Germanija —, machten wir auch,
wenn wir könnten, Klamfoth, wie?
Das möchte Valentin Klamfoth denn doch nicht zugeben.
Na, egal — jetzt heißt’s bei der Stange bleiben. Was in dem
Paket drin ſei?
Der Ruſſe zittert heftiger. Das könne er nicht ſagen — das
ſei ſein Letztes, ſein Teuerſtes. Man ſolle ihn nicht mit Fragen
quälen.
„Wenn wir Ihnen nun ſagen, daß ein Verdacht gegen Sie
Der Ruſſe zuckt zuſammen. In ſeinem harten, ſchwerrfälligen
Deutſch fragt er: „Oh, ich darf ſerr bitten — was fier e—ine
Värrdacht?”
Herr Klamfoth denkt einen Augenblick nach. Der
Oberzahl=
meiſter iſt ja noch nicht im Vertrauen. Man verſtändigt ihn
durch einen Blick, der andeuten ſoll: ich fingiere ja nur, dem da
gegenüber.
Es ſei eine Denunziation gegen ihn eingelaufen.
Wegen bolſchewiſtiſcher Umtriebe,
Dmitri Waſſiljewitſch richtete ſich hoch auf: „Ich und — bol
— Meine Cherren — ich war Offizierr Sei —ner Majeſtät
Nikolai des Zwe—iten.”
Sieht wirklich ſo aus, als könnt’ er’s geweſen ſein. Die
beiden Inquiſitoren werden um zehn Schattierungen höflicher.
Sie ſind beide ehemalige Deckoffiziere der Kaiſerlichen Marine.
Wiſſen, wie das tut, wenn man die Flagge ſtreichen muß.
(Fortſetzung folgt.)
Vor 3000 Jahren
ſchon wußte man, daß es zur
Er=
haltung der Geſundheit und
Ver=
längerung des Lebens unbedingt
notwendig iſt, von Zeit zu Zeit ein
„Großreinemachen” zu veranſtalten.
Alte Ablagerungen müſſen
aufge=
löſt, kranke Säfte gewaltſam aus
dem Körper ausgeſchieden, der
Darm entgiftet und das Blut
er=
neuert werden. Dazu verwendeten
ie Orientvölker ſchon vor
Tauſen=
den von Jahren
Der Saft des bulgariſchen
Knob=
lauchs gilt als der wirkſamſte. Er
ſetzt den Blutdruck gewaltig herab,
vermindert Gärung und Fäulnis
im Darm, erwärmt und ſtärkt den
Magen, reguliert den Stuhlgang,
verjüngt den ganzen Körper,
ſteu=
ert der Arterienverkalkung
entge=
gen und iſt bei Herzleiden,
Hämor=
rhoiden, Blähungen. Magenleiden
und Darmleiden, Würmern,
Gal=
len= und Leberleiden, Blaſen= und
Nierenleid, Harnſäureleiden, Gicht,
Rheuma, Ischias, Zuckerkrankheit
und manchen anderen Leiden ein
wirkſames Hausmittel. Dieſe
Heil=
kraft hat aber auch nur der auf
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Die Dresdener Staatsoper.
Vor 60 Jahren wurde das durch Brand zerſtörte Gebäude der Dresdner Staatsoper nach den
Plänen von Gottfried Semper wieder aufgebaut. Auch die alte Staatsoper war von Semper
erbaut worden. Seitdem iſt die Dresdner Oper eine der berühmteſten Bühnen der Welt.
Blick in die Hauptgeſchäftsſtraße von Cawnpore.
Anläßlich der Hinrichtung von drei politiſchen Mördern kam, es in Cawnpore zu ſchweren
Kämpfen zwiſchen Mohammedanern und Hindus. Nach den letzten Meldungen wurden 120
Per=
ſonen getötet und mehr als 500 ſchwer verletzt. Die Lage iſt äußerſt bedrohlich, da die Maſſen
nicht mehr der Friedensparole Gandhis folgen.
Reich und Ausland.
Blutige Eiferſuchtstat eines Polizeibeamten.
Frankfurt. In der Frankfurter Vorſtadt
ſeddernheim ereignete ſich am Samstag
vor=
tittag in der Dillenburgerſtraße ein blutiges
iiferſuchtsdrama. Ein Beamter der
Verkehrs=
olizei, Alfred Seitz, der mit der 26jährigen
Kon=
riſtin Anna Weigelt ſei einiger Zeit ein
Ver=
ältnis unterhielt, fand ſich geſtern früh in der
Vohnung des Mädchens ein und gab nach einer
urzen Auseinanderſetzung mehrere Schüſſe ab,
ie ſofort tödlich wirkten. Der Täter brachte ſich
araufhin ſelbſt einen Schuß bei und wurde in
hwerverletztem Zuſtand in das Krankenhaus
berführt.
Weshalb die Orgel nicht mehr rein klang.
Kandel (Pfalz). In einer hieſigen Kirche
nerkte man ſchon ſeit einiger Zeit an der Orgel
Inſtimmigkeiten. Man glaubte, das dem Alter
der Orgel zuſchreiben zu müſſen. Die
Nachprü=
fung durch den Orgelſtimmer ergab aber ein
Fehlen von über 30 Orgelpfeifen, die im Laufe
von drei Jahren nach und nach entfernt worden
ind. Die Pfeifen ſind aus Feinzinn und haben
inen Wert von annähernd 800 Mark.
Feſtnahme eines Schwerverbrechers.
Köln. In einem Gaſthaus am Domhof
onnte die Polizei einen langgeſuchten
Hambur=
ſer Schwerverbrecher feſtnehmen. Es handelt ſich
im den Seemann Adolf Schacht, der ſich in
Be=
leitung ſeiner Geliebten, der 21jährigen
Er=
derbsloſen Erneſtine Beyer befand. Schacht, der
ch hier unter dem Namen Charles Abel
auf=
ielt, hatte am 6. März in Altona in
Gemein=
haft mit drei Helfershelfern einen
Raubüber=
all auf einen Kaſſenboten der Weſtindiſchen
Zank verübt, wobei den Burſchen 16 000 Mark in
ie Hände fielen. Die Feſtnahme erfolgte ſo
berraſchend, daß Schacht nicht an Gegenwehr
achte. Man fand bei ihm noch 540 Reichsmark
r Bar, ſowie eine Browningpiſtole mit fünf
ſchuß und 19 Reſervepatronen.
Fünf Bauerngehöfte abgebrannt.
Katzenbach (Röhn). Nachts brach auf dem
nweſen des Markus Voll ein Feuer aus, das
rotz der herbeieilenden Feuerwehr ſich auf wei=
1 re Gehöfte verbreitete, ſo daß fünf Anweſen
tit Scheunen, Wirtſchaftsgebäuden und Ställen
öllig niederbrannten. Nur die Wohnhäuſer
dnnten gerettet werden. Man vermutet, daß
Frandſtiftung vorliegt.
Glücklich verlaufener Abſturz einer Fliegerin.
Berlin. Die amerikaniſche Fliegerin
Elli=
or Smith ſtürzte nach einer Meldung Berliner
ſlätter aus New York bei dem Verſuch, den
Ohenrekord zu brechen, aus 8000 Meter Höhe
b, da der Motor ausſetzte. Der Schlauch des
ſauerſtoffapparates fiel ihr aus dem Mund, und
te Pilotin wurde ſofort bewußtlos. Sie
er=
lachte erſt wieder in ungefähr 3000 Meter Höhe,
Is ihr Flugzeug bereits weit über das Meer
bgetrieben war, konnte aber doch noch im
lang=
imen Gleitflug nach Long Island zurückkehren,
ſo ſie eine Notlandung vornahm. Dabei wurde
r Apparat zerſtört, ſie ſelbſt aber erlitt nur
erhältnismäßig geringe Verletzungen.
Ein Flugzeug im Kampf gegen eine
Schmugglerbande.
Helſingfors. Auf dem Eiſe des
Fin=
iſchen Meerbuſens hat ſich ein erbitterter Kampf
tit Schmugglern abgeſpielt. Ein Flugzeug hatte
ine größere Schmugglerkarawane entdeckt, die
ch von der eſtländiſchen Seite her der finniſchen
küſte näherte. Die Schmuggler eröffneten ſofort
dewehrfeuer auf das Flugzeug, das von drei
Lugeln getroffen wurde. Daraufhin wurde eine
arke Patrouille gegen die Schmuggler
ausge=
andt. Alle Zollſtationen an der finniſchen Küſte
durden alarmiert. Nach großen Anſtrengungen
onnten die Schmuggler gefaßt werden. Nicht
deniger als 16 Pferdegeſpanne mit 6000 Liter
Sprit wurden beſchlagnahmt. Faſt alle
Schmugg=
er, größtenteils Eſten, wurden verhaftet.
Kältewelle in Jugoſlawien.
Belgrad. Die Kältewelle in Jugoſlawien
at ſich geſtern empfindlich verſtärkt. Das
Mi=
rimum wird aus derjHerzegowina mit 10 Grad
inter Null gemeldet. In vielen Teilen des
Lan=
es wüten Schneeſtütme.
Das ſchwerſte Rennen der Welk: Grand Nalional=Rennen in Liverpool.
„Bechers Brook”, der größte Wall des Grand National=Rennens.
In Liverpool kam das Grand National=Rennen, das ſchwerſte Jagdrennen der Welt zum Austrag.
Die erleuchkete Verkehrspolkzei.
Links; Pariſer Poliziſt mit dem glühbirnenerleuchteten Signalſtab, der den Fahrern ſchon
von weitem kenntlich iſt — Rechts: Die elektriſche Birne auf der Mütze des Pariſer
Verkehrsbeamten.
Zur beſſeren Reglung des Straßenverkehrs bei Nacht oder bei trüber Witterung hat die Pariſer
Verkehrspolizei elektriſch erleuchtete Signalſtäbe und ſogar glübirnenverſehene Mützen für ihre
Beamten eingeführt.
Raubüberfall auf einen franzöſiſchen
Taxichauffeur.
Paris. Ein Droſchkenführer von fürſtlichem
Geblüt wurde in der Nacht zum Samstag im
Walde von Verſailles von drei Fahrgäſten,
un=
ter denen ſich eine Frau befand, überfallen,
nie=
dergeſchlagen und ſeiner Brieftaſche beraubt, in
der ſich ſeine Papiere und 150 Franken befunden.
Der Chauffeur wurde erſt mehrere Stunden
ſpä=
ter von Paſſanten bewußtlos aufgefunden und in
ein Krankenhaus gebracht, wo ſich herausſtellte.
daß er ein Sohn des im Jahre 1927 verſtorbenen
ruſſiſchen Fürſten Nikolaus Galizyn iſt. Seine
Verletzungen erwieſen ſich als unbedeutend.
Schneetreiben in Athen und in Mazedonien.
Athen. Im Gegenſatz zur bisherigen
Wit=
terung herrſcht in Athen ſeit Freitag ein ſchweres
Schneetreiben, das die Stadt und die geſamte
Umgebung mit einer weißen Schneedecke bedeckt
hat. Wie aus Saloniki berichtet wird, herrſcht
auch in ganz Mazedonien Schneewetter. In
Dav=
lia in der Provinz Levadia liegt Schnee in einer
Höhe von ſtellenweiſe bis 40 Zentimeter.
Der engliſche Schriftſteller Arnold Bennet
geſtorben.
London. Der bekannte engliſche
Schrift=
ſteller Arnold Bennet iſt am Freitag abend
ge=
ſtorben.
Ein engliſcher Dampfer geſunken.
Riga. Der 2000 Tonnen große britiſche
Frachtdampfer „Arniſton” iſt in der Nacht zum
Samstag im Rigaer Meerbuſen geſunken. Das
Schiff befand ſich in einer Dampferkarawane, die
gegenwärtig von einem Eisbrecher aus Riga in
die Oſtſee geführt wird und mit ungeheuren
Eis=
ſchwierigkeiten zu kämpfen hat. Die Wände
des engliſchen Dampfers wurden von den
Eis=
maſſen eingedrückt und der Dampfer ſank nach
vierſtündigem vergeblichen Bemühen, ihn über
Waſſer zu halten. Seine 22 Mann ſtarke
Be=
ſatzung wurde von dem Eisbrecher gerettet. Auch
die übrigen Schiffe der Karawane ſind in
kri=
tiſcher Lage. Der deutſche Dampfer „Novex” hat
einen Steuerſchaden, ein lettiſcher Dampfer ein
großes Leck. Sie wurden von dem Eisbrecher ins
Schleppkau genommen.
Fran Hanau wird zu zwei Jahren Gefängnis
verurteilt.
Paris. Im Hanau=Prozeß wurde am
Sams=
tag nachmittag von der 11. Strafkammer nach
fünfmonatiger Verhandlung das Urteil gefällt.
Frau Hanau, die Präſidentin der „Gazette du
Franc” wurde zu zwei Jahren Gefängnis und
3000 Franken Geldſtrafe, ihr geſchiedener Gatte
und Mitarbeiter Lazare Bloch zu 18 Monaten
Gefängnis und 3000 Franken Geldſtrafe und der
Rechtsberater Herſent zu 3000 Franken
Geld=
ſtrafe verurteilt. Der Chefredakteur der „
Ga=
zette du Franc” Pierre Audibert, und der
Mit=
angeklagte de Courville, der die Rolle eines
Strohmannes ſpielte, wurden freigeſprochen.
Revolverſchüſſe im Gerichtsſaal.
Der Angeklagte getötet, Zeugen verletzt.
New York. Ein aufregender Zwiſchenfall
ſpielte ſich im Gerichtsſaal in Pineville im
Staate Kentucky ab. Im Verlauf der
Verhand=
lung gegen einen Mörder krachte plötzlich eine
Revolverſalve aus dem Zuſchauerraum. Der
An=
geklagte wurde getötet, ſein Bruder und drei
Zeugen wurden ſchwer verletzt. Unter der Menge
brach eine wilde Panik aus. Nach den
Feſtſtel=
lungen der Polizei handelt es ſich um die
dra=
matiſche Austragung eines jahrhunderte alten
Familienhaſſes.
Weiterer Fahrpreisabbau im Südamerika=
Weſtküſten=Dienſt.
Die am Dienſt nach der Weſtküſte
Südameri=
kas beteiligten Linien, die Deutſche
Dampfſchiff=
fahrtsgeſellſchaft „Kosmos” A. G. und die
Ham=
burg—Amerika=Linie, haben beſchloſſen, ihre
Fahrpreiſe in der 1. Klaſſe und der Kajüte nach
der Weſtküſte Südamerikas ſowohl via
Panama=
kanal als auch via Magellanſtraße abermals
her=
abzuſetzen. Nähere Auskunft erteilen die
Ham=
burg—Amerika=Linie und ihre Vertretungen.
Mulkimillionär wird Kapikän auf dem
„Naukilus”.
William Leeds,
ein bekannter amerikaniſcher Multimillionär und
Weltreiſender, hat jetzt mit Sir Hubert Wilkins
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Expedition nach dem Nordpol mitmachen wird,
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Aeſpegel u. Bild ind Work
29. März 1931
Illuſtrierte Wochenbeilage
Nummer 14
Die Stärke der Heere
und der Sloteen der
Großmächte.
Von W. Hoeppener=Flatow.
Abrüſtung oder Aufrüſtung?
Ueber die Frage: Sollen die Großſtaaten
im Intereſſe des Völkerfriedens
auf=
rüſten oder abrüſten hat man ſchon
unendlich oft geſtritten. Aber — wie immer
bei grundlegenden politiſchen Erwägungen
für die Landesverteidigung notwendig
er=
achten.
Wer hat abgerüſtet?
Es gibt heute — 12 Jahre nach der
Un=
terzeichnung der Friedensverträge — nur
zwei Staaten, die wirklich bis zur Grenze
des äußerſten abgerüſtet haben:
Deutſch=
land und Oeſterreich!
Kein anderes Land der Welt hat ſich
bis=
her um die verſchiedenen Abrüſtungspakte
geſchert — außer England, das den
Ver=
ſuch machte, ſein Landheer auf den britiſchen
Inſeln ganz klein und bedeutungslos zu
Aufſtändiſchen, die Sokols uſw. an, alles in
allem rund 200 000 Mann. Und wie es ſich
mit Italien und Polen verhält, ſo verhält
es lich ſelbſtverſtändlich auch mit faſt allen
anderen Staaten
Die gegenwärtige Kräfteverteilung
inner-
halb der Großſtaaten ſieht etwa
folgender=
maßen aus (ohne daß eine Gewähr für die
Richtigkeit der hier angeführten amtlichen
Sahlen übernommen werden kann):
Dentſchland. 100 000 Mann Landheer
und 48 Schiffe der Flotte mit zuſammen
253 700 Connen, keine Slugzeuge und
keine Unterſeeboote.
Amerika. 137 472 Mann ſtehendes Heer,
289000 Mann Neſerven, dazu die
Natio=
nalgarde mit 11000 Offizieren und
AnARATHIEnanpnnnnnannnnnnnnnnnnnnnnennnnnnnnnnnnnnnnnnnnnannunnnnngnnnnnnnnnnnnannnnnng
noch vier Grenzſchutzkorps, die Verbände der noch etwa 150 000 indiſche Eingeborenen=
Nußland 624 000
pan 210060 England 20000 U. S. Z. 15700 Deutſchland jodod
eine Einigung iſt trotz aller Abrüſtungs=
und Weltfriedenskonferenzen noch nicht
er=
zielt worden.
Swei Parteien ſtehen ſich gegenüber: Die
eine erinnert an das alte Bismarckwort:
„Wenn du den Frieden willſt, rüſte für
den Krieg!‟ Die anderen ſind für
be=
dingungsloſe und ſofortige
all=
gemeine Abrüſtung! Die einen ſagen:
Se beſſer wir gerüſtet ſind, je größer,
moder=
ner und ſchlagfertiger unſer Heer iſt, um ſo
geringer wird die Gefahr, angegriffen zu
werden! Die anderen dagegen behaupten:
Der Nüſtungswettbewerb der Völker, deren
jedes danach trachtet, „militäriſch” das
ſtärkſte” zu werden, muß und wird ſich eines
Lages überſchlagen und zu einem
Kriege umdesKriegeswillen führen!
Welche dieſer beiden Parteien (man darf
wohl als ſelbſtverſtändlich unterſtellen, daß
es bei beiden gleich Ernſt um
Völker=
frieden und Verſöhnung iſt) Necht
hat, können wir nicht ermeſſen. Eins aber
können und müſſen wir ſagen:
Sinnlos und zwecklos iſt die „
einſei=
tige Abrüſtung”, von der Englands
Kriegsminiſter ſprach! Es iſt ein auf die
Dauer unhaltbarer Suſtand, daß drei oder
vier Staaten „abrüſten”, Heer und Flotte
auf ein Mindeſtmaß beſchränken, das gerade
noch genügt, um Nuhe und Ordnung im
eige-
nen Lande und den Hochſeefiſchereiſchutz
auf=
recht zu erhalten! Denn dieſe Länder werden
zwangsläufig in die ungeheure Gefahr
ge=
raten, Kriegsſchauplatz für etwaige
bewaffnete Auseinanderſetzungen anderer
Staaten zu werden.
Was das heißt, brauchen wir nicht zu
erörtern. Wo heute oder in den nächſten
Jahren ein Krieg mit allen techniſchen
Hilfs=
mitteln (mit Gas aller Arten, mit rieſigen
Slugzeuggeſchwadern, mit weittragenden
Ge=
ſchützen, Maſchinenkanonen uſw.) tobt, da
wird das Land zu einer Wüſte. Kein Stein
bleibt auf dem anderen.
Um die völlige Vernichtung eines zum
Kriegsſchauplatz gewordenen, an ſich aber
unbeteiligten Landes abzuwehren, gibt es
nach der Anſicht der führenden Politiker (zu
denen ja auch Mr. Shaw, der engliſche
Kriegsminiſter, gehört, nur zwei Wege:
Endgültige, alle Staaten und Vöber
um=
faſſende Abrüſtung aller Heere und aller
Flotten. Oder aber alle Länder und Staaten
erhalten das Recht, ſoweit aufzurüſten,
als ſie für die Sicherheit ihrer Grenzen und
halten (dafür aber auch ſeine Flotte zur
mächtigſten der Welt auszubauen!) und auch
England wird jetzt den eingeſchlagenen Weg
verlaſſen und umkehren zur Aufrüſtung
zu Waſſer und zu Lande.
Der beſte Wertmeſſer für die Rüſtungen
ſind nicht die amtlichen Sahlen über die
Stärke der ſtehenden Heere und
Veſerve=
armeen, ſondern das ſind die Summen, die —
offen oder verſchleiert — in die Etats der
verſchiedenen Staaten für Sold,
Ausrüſtun=
gen, techniſches Gerät und militäriſche
Ver=
ſuche eingeſetzt werden. Und dieſer
Wert=
meſſer zeigt ganz eindeutig die Cendenz der
großen Völker, aufzurüſten und Heer und
Marine aufzubauen!
Im Jahre 1913 betrugen die
Nüſtungs=
koſten Englands, Frankreichs, Nußlands,
Japans, Italiens und der U. S. A.
zuſam=
mengerechnet etwa 2032 000 000
Dol=
lars, im Jahre 1926 ſchon 2 157 000 000
Dollars, 1928 etwa 2 640 000 000 Dollars
und 1930 genau 2 791 000 000 Dollars, d. h.:
die Nüſtungsausgaben der genannten Länder
ſind von 1915 an zuſammen um etwa zwei
Milliarden Mark geſtiegen.
Dieſe Sahlen umſchließen aber nur die
tatſächlichen, Rüſtungsaufgaben, d. h.
die offen im Etat ausgeworfenen Gelder.
Welche Summen „inoffiziell” für Heer und
Marine ausgegeben werden, beweiſt das
Beiſpiel Frankreichs, deſſen Wehretat
6,1 Milliarden Francs ausweiſt, das aber in
den Haushaltskapiteln „nationale
Verteidi=
gung und Jugenderziehung, Hilfspolizei” uſw.
noch einmal 14 Millirden Francs für
Rüſtungen ausgibt!
Die Stärke der Heere.
Genau ſo unzuverläfſig wie die
Sahlen der offiziellen Wehretats ſind
ſelbſt=
verſtändlich auch die Siffern, die von den
einzelnen Staaten „amtlich” über Stärke und
Ausrüſtung der Heere angegeben werden. In
unſerer ſtatiſtiſchen Seichnung /. B. iſt
an=
gegeben, daß das aktive Heer Italiens
390 334 Mann beträgt. Das iſt die
amt=
liche Sahl! In Wahrheit umfaßt Italiens
ſtehendes Heer 251 350 Mann, dazu 3,5
Mil=
lionen Neſerven und 300 000 fasciſtiſche
Miliz, die mindeſtens genau ſo ſchlagkräftig
und gut ausgebildet ſind wie das ſtehende
Heer.
Aehnlich iſt es mit Polen, das amtlich
299000 Mann in der aktiven Armee meldet.
In Wahrheit gehören der polniſchen Armet
166 000 Mann, Kriegsflotte 406 Schiffe mit
zuſammen 1 452 000 Connen; der
Perſonal=
beſtand der Slotte beträgt etwa 120000
Mann und 20000 Mann Neſerven.
England. Die engliſche Inſelarmee
beträgt etwa 200 000 Mann und 318000
Mam Neſerven, wozu die
Kolonial=
armee (außer Indien) in Stärke von noch
einmal 160000 Mann kommt. Die engliſche
Flotte umfaßt einſchließlich der Oſtaſien=
Streitkräfte 308 Schiffe mit 1 357 500
Con=
nen. Su den engliſchen Streikräften muß
ſelbſtverſtändlich auch das indiſcheHeer
mit 70 000 Mann gerechnet werden, zu denen
Cruppen kommen.
Frankreich. Die aktive franzöſiſche Armee
umfaßt 590 000 Mann, bei einer
Neſerve=
armee von 560 000 Mann (einſchließlich der
Kolonialreſerven). Frankreich beſitzt 22
Groß=
kampfſchiffe mit 315 000 Connen, ferner 72
Serſtörer, 60 Unterſeeboote und 150
Hilfs-
ſchiffe. Im Bau befindlich ſind noch vier
Kreuzer, 12 Serſtörer und 8 U=Boote.
Rußland. Die ruſſiſche Armee umfaßt
624 000 Mann und 4,5 Millionen Neſerven.
Außerdem beſitzt Nußland eine aus 25
größe-
ren und einer Anzahl kleineren Schiffen
be=
ſtehende Flotte mit insgeſamt etwa 160000
Connen.
Ikalien meldet amtlich 380 000 Mann im
aktiven Heer und 5,5 Millionen Neſervon.
Dazu kommen die 300 00 fasciſtiſche Miliz,
von denen wir bereits geſprochen haben,
42 000 Mann Flottenbeſatzung und die Slotte
mit insgeſamt etwa 300 000 Connen.
Japan. Japans Landheer iſt das
fünft=
ſtärkſte der Welt mit 210000 Mann
aktives Heer und 1,7 Millionen Reſerven.
Ueber den Connengehalt der mit etwa 97 000
Mann bemannten Flotte ſind amtliche
Sah=
len nicht gemeldet, er geht ungefähr aus den
geſchätzten Sahlen unſerer ſtatiſtiſchen
Seich=
nungen hervor.
Polen. Polens Armee umfaßt 299000
Köpfe; die Stärke der polniſchen Reſerven
iſt unbekannt, wird aber auf etwa 2
Millio=
nen geſchätzt. Die Flotte beſteht aus zwei
Kanonenbooten, ſechs Corpedobooten, drei
Unterſeebooten und einem alten franzöſiſchen
Kreuzer. Su der ſehr ſtarken Slußflotille
gehören vier Monitore und 22 gepanzerte
Motorboote.
Man ſollte meinen, daß dieſe nackten
Sah=
len, die jeden wahren Friedensfreund mit
berechtigtem Schrecken erfüllen, die
Groß=
ſtaaten endlich veranlaſſen ſollten,
umzu=
kehren von dem gefährlichen Weg des
Wettrüſtens!
Aber bis zu einer ſolchen Umkehr wird es
wahrſcheinlich noch ſehr lange dauern. Die
zahlloſen Abrüſtungskonferenzen in Genf
haben bisher ausnahmslos ſo gut wie gar
keinen Erfolg gehabt. Und die ſehr
freimütige Nede des engliſchen Kriegsminis
ſters wird ſicherlich ebenfalls nicht dazu
bei=
tragen, die Ausſichten für die große Genfer
Abrüſtungskonferenz im nächſten Jahre
hoff=
nungsvoller zu geſtalten.
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[ ← ][ ][ → ] Der Durchſchnittsmenſch
von morgen.
Utopiſche Biographie.
Von Walter v. Hollander.
Kurz nach Beendigung des mörderiſchen Dreiwochenkrieges
zwiſchen Amerika und Aſien durch den Frieden von Chikago, im
September 1969 alſo, wurde unſer Durchſchnittsmenſch geboren.
Er war das zweite von drei Kindern, ein Mittelkind, blond, mit
rundem Geſicht und großen hellbraunen Augen. „Katzenauge‟
nannte ihn ſpäter ſeine Frau. Sein Name war Nittko. Sein
Vater war Werkmeiſter in der Elektrozentrale Oſt. Die
Mut=
ter hatte kleine Erfindungen gemacht, eine Scheuermaſchine und
eine Maſchine zum Putzen der Glaswände und der Fenſter.
Da=
durch lebte die Familie in einem angenehmen Wohlſtand, ohne die
Bedrückungen der Armut oder des Reichtums. Dadurch hatte
die Mutter auch Seit für ſich und die Kinder. Denn anfangs
hatte die Pflege der Glashäuſer, die aus hygieniſchen Gründen
allein noch gebaut werden durften, Seit und Kraft der
Haus=
frauen allzu ſehr in Anſpruch genommen. „Crübe Wände” zu
haben, galt für eine Schande und war übrigens auch ein
Schei=
dungsgrund.
Clemens Nittko wuchs auf in einem Simmer mit hellgrünen
Wänden, durch die man beim Sonnenſchein die Waldbäume wie
Nieſenwaſſerpflanzen ſchimmern ſah. Die Simmerdecke war aus
klarem Glas mit Sonnenſchutzſcheiben, die wohl das Licht, aber
nicht die Sonne durchließen, und mit Lichiſchutzſcheiben, die
Son=
nenwärme ohne Sonnenlicht auffingen und weitergaben. Man
konnte es alſo dunkel und hell, kühl und warm haben, wie man
wollte. Man konnte die Decke auch auseinanderklappen und
unter freiem Himmel ſchlafen. Clemens machte davon nicht viel
Gebrauch. Denn morgens kamen die Raumſchiffe aus
Süd=
europa und die Cranskontinentalſchiffe flogen niedrig und
lang=
ſam mit tromelnden Ablaßmotoren und winkenden Menſchen über
das Haus: knapp fünf Kilometer weiter weſtlich lag der
Lande=
platz Berlin.
In die City Berlin kam Clemens Rittko bis zu ſeinem
vier=
zehnten Lebensjahr natürlich nicht. Kindern war der Eintritt im
die Arbeits= und Vergnügungsſtadt verboten. Aber als er drei
Jahre alt war, wurde er Schüler der Haus= und Gartenſchule.
Er lernte zunächſt im Selbſthilfeunterricht von den etwas
größe=
ren Kindern alle kleinen Griffe des täglichen Lebens, vom
Schuh-
anziehen über Wäſchewaſchen und Bügeln bis zum Schneidern,
Braten, Backen, Kochen und Salatemachen. Lernte Gemüſe und
Blumen ziehen, Fruchtbäume pflegen und verbeſſern. Das nahm
die Vormittage vom dritten bis zum zehnten Jahre ein.
Nach=
mittags gab es manchmal noch Spiele, Geſchicklichkeitsſpiele
hat=
ten den Vorzug vor Weitſpielen. Oeffentliche Sportkämpfe
waren unterſagt. Es hatte ſich gezeigt, daß die Sportbeſten weder
die Leiſtungsfähigſten waren, noch die Schönſten. Die
Nivali=
täten, die Punkt= und Wertungskämpfe wirkten nach Anſicht
der Erzieher auch gemütsvergiftend. Von Staats wegen wurde
deshalb der Sport nicht gefördert.
An freien Nachmittagen war Clemens mit ſeinen Schweſtern
zuſammen. Sie liefen viel im Walde herum, ſpielten Sußgänger
(eine romantiſche Sache) mit einem Nuckſack auf dem Rücken,
der ſich im Nachlaß des Großvaters gefunden hatte, fütterten
Nehe und Wildſchweine, die von der Stadt ſchon überreichlich
verſorgt wurden, oder lernten bei einem penſionierten Soldaten
(ohne Wiſſen der Eltern natürlich) mit laut krachenden Gewehren
ſchießen, Entfernungen ſchätzen, die jeder kamnte, auf dem Bauche
kriechen, ſich in die Erde eingraben oder taktmäßig mit
durch=
gedrückten Knien und harten Sohlen einherlaufen. Das letzte
hieß Parademarſch, und der alte Soldat warf die Füße bis in
Naſenhöhe, obwohl er hundertundfünfzehn Jahre alt war. Dazu
leuchteten ſeine Augen.
Natürlich machten die Kinder das nicht lange. Es gab zuviel
zu ſpielen und zu tun. Kreiſel und Reifen und Drachen und
Pup=
pen natürlich, aber auch Motoren bauen für Straße und Luft,
und Segelſchiffe, die einfach mit dem Winde liefen, für das
Waſſer. Einmal kriegten ſie von einem Großonkel ein altes Auto
geſchenkt, eine altmodiſche Straßenmaſchine, die ihre geringe
Ge=
ſchwindigkeit hinter gewaltigem Lärm und großer
Staubentwick=
lung verbarg. Ein ganzes Jahr lang machten die Kinder damit
die nähere Umgebung unſicher. Sie fuhren z. B. bis an die Berliner
Parkwieſen, den 1000 Meter breiten Grüngürtel, der die City
umgab. Sie ſtarrten neugierig auf den grauen Steinhaufen, auf
das Gewirr undurchſichtiger Dächer und Schornſteine, auf die
Flugzeuge, die ſich wie Caubenſchwärme auf= und abſchwangen,
auf den Dächern landeten oder mit blitzſchnell zuſammengezogenen
Flügeln durch die Fenſter flitzten. Oder die Naumluftſchiffe, an
denen die Waren draußen hingen wie die Crauben. Sie wetteten,
ob es ein altes Modell war mit Bemannung oder ein
ferngelenk=
tes, das ſeine Waren über den großen Abwurfplätzen
Deutſch=
lands automatiſch fallen ließ. Sie hörten die Stadt mit
Millio=
nen Maſchinen klirren, brummen, ſtolpern und lärmen, und ſie
waren ungeduldig, auch hineinzukommen und mitzumachen. Sie
dachten natürlich — obwohl alle Erwachſenen ihnen das
Gegen=
teil verſicherten — das richtige Leben läge da in Lärm und Staub
und dem Hin und Her der Arbeiter, Geſchäftemacher und
Negie=
renden. Manchmal machten die Kinder übrigens auch einen
Ab=
ſtecher in die Vergangenheit. Eine Wegſtunde von ihrer
Glas=
villa lag das alte Frankfurt an der Oder, das man als „Bild
einer Stadt aus dem vorigen Jahrhundert”, als ein Muſeum
erhalten hatte. Man konnte ſich von den „amtlich zugelaſſenen
Einwohnern” herumführen laſſen. Das waren gebeugte und
weh=
mütige alte Herren und Damen (ihre Haare, denken Sie, ließen
die Damen ſo lang wachſen wie ſie eben wuchſen, nur die Nägel
ſchnitten ſie), alte Leute, die über den gegenwärtigen Suſtand von
Menſchen und Staatseinrichtungen mit Verachtung und über das,
was längſt nicht mehr galt, mit Särtlichkeit ſprachen, die z. B.
ihre dunklen Backſteinbauten mit den winzigen
Fenſterausſchnit-
ten als gemütlich bezeichneten, ſauer riechende Gaſtſtätten für
Herren und ſüß riechende für Damen Vergnügungslokale
nann=
ten. Es gab da Wagen, die nur auf Schienen laufen konnten,
oder man ſpannte abgerichtete Ciere davor, um ſie langſam
wegzurollen. Es gab an jeder Straßenecke Cafeln, auf denen man
leſen konnte, was man tun und laſſen mußte (die Alten behielten
es ſonſt wohl nicht). Dem Vater waren dieſe Ausflüge nicht
recht. Er merkte, wie die Kinder das Stadtmuſeum gar nicht als
Warnung nahmen, ſondern als Beluſtigung. „Ihr ſeid nicht beſſer
als die Einwohner,” ſagte er, „ihr ſtarrt die Vergangenheit an
und ſernt nichts.”
Er gab ſie alle drei in die Lehrſchule. Clemens ablolvierte in
der Handwerksabteilung die Flickereibetriebe der Schuſter und
Schneider. Er wollte dann Elektromontage lernen. Aber es
kamen damals gerade die umwälzenden Erfindungen heraus,
welche faſt die ganze Branche überflüſſig machten. Für Licht,
Kraft, Wärme und Conſendung brauchte man keine Drahianlagen
nehr. Der winzige Pantolux=Sonnenaufſpeicherer, der
ſchorn=
ſteinähnlich jedem Dach aufgeſetzt wurde, verſorgte das ganze
Haus mit allen notwendigen Energien. Clemens ging deshalb
lieber in die Spezial=Häuſer=Fabrik. Ein halbes Jahr als
Lehr=
ling. Mit fünfzehn Jahren wurde er Unterarbeiter. Er hatte bei
einem Gehalt von vierhundert Mark vier Stunden am Cage zu
tun. Er gehörte damit zu den Erwachſenen. Die Ciy öffnete ſich
war alles, was er zu tun hatte. Es nahm ihn zuerſt
fur=
her. Er hate ſoviel gelernt, und es ſchien alles überflüſſig.
Die Kameraden lachten. Es war das Klagelied aller O
Als ob man für einen Beruf, als ob man nicht für ſich
Sie diskutierten gar nicht ernſt mit ihm. Sie zeigten gu
Kernſätze der Arbeiter, die an der Wand hingen. Sie lau
1. Arbeit iſt kein Beruf. Beruf iſt keine Arbeit.
2. Vier Stunden für die Arbeit, zwanzig Stunden für.
5. Arbeite! Nachher kannſt Du ſein, was Du willſt: B
Muſiker, Wiſſenſchaftler, Politiker. Cu, was Di
liebt: aber erſt arbeite.
Cu, was Dir beliebt. Clemens Rittko hatte zunächſt
ausgeſprochenen Neigungen. Er kaufte ſich eines der k
Luftwaſſerboote, Wildente genannt, die damals ſehr
waren, und mit denen die Berliner die Gewäſſer bis zum
hin unſicher machten. Suerſt nahm er noch ſeine Schweſte
Als er ſiebzehn war, ſeine Freundin Grete Klee, eine luſtige
tonnagearbeiterin und Lehrerin an der Hausſchule.
Sie war etwas zu tüchtig. Arbeitete ſieben Stunden an
und hatte noch Seit genug. Slemens, bedrückt von ihrer U
zI.
E
je
He
2
bi
Z.
1.
ihm, und, wie er meinte, das Leben. Aber „das” Leben war gar
nicht dort, ſondern nur ein Ceil. Vier Stunden Arbeit hieß:
drei Schritt hin, ein Griff, drei Schritt zurück, ein Griff. Das
legenheit, verpflichtete ſich freiwillig als Oberarbeiter. Er m
nun ſechs Stunden am Cage arbeiten und bekam fünfhur
Mark monatlich. „Vielleicht werde ich ſogar mal Direktor
Kaufmam”, ſagte er zu Hauſe. Er rechnete den Eltern und
ſchwiſtern vor, was er mit 1000 Mark im Monat anfa
könnie oder gar mit unbegrenzt viel Geld als Kaufmann.
er imponierte ihnen nicht ſo, wie er erwartet hatte. „Sieh
die Direktoren an,” mahnte der Vater, „ſie müſſen neun S
den arbeiten. Keine Seit für Muſik, Körperflege, Philoſo
oder öffentliche Angelegenheiten. Mein Vater lebte noch
Nein, nicht wieder dieſe Barbarei!”
Clemens war zuerſt nicht überzeugt. Aber wenn er ſich u
ſeinen Kollegen, den Vorarbeitern, umſah, mußte er zuge
die meiſten arbeiteten ſoviel, weil ſie ſonſt nichts zu tun ha
und mit ihrem Leben nichts anfangen konnten.
Ihm tat auf die Dauer die neue Umgebung nicht gut.
geriet auch außerhalb der Arbeit in eine Horde von Oberard
tern und Direktoren, die einander die Seit totſchlagen halfen.
würde Karten geſpielt, gekegelt, Nennen mit Pferden und Mo
ren veranſtaltet, alles Dinge, die man heimlich tun mußte. 9
wenn es auch nicht verboten war, ſich auf dieſe Weiſe die
zu vertreiben: die öffentliche Meinung war dagegen und
Spieler wurden nicht geachtet. Es war unſerem Clemens in d
ſer Heit auch albern und öde ums Herz. Aber er wollte es n.
zugeben, zumal die Eltern ihm Vorwürfe machten. Sie konn
ihm auch nicht ſagen, wie er leben ſollte. Oder wollten nicht.
fragte den Vater geradezu. Aber der lachte. Das könne nieme
dem anderen erklären. Vielleicht hole ſich Clemens im Chea
Nat. Da wurde Leben vorgeſpielt.
Clemens verſtand den Spott ganz gut. Aber weil er tro.
war, nahm er es für ernſt und ging viel ins Cheater. Er bek
eine Leidenſchaft dafür. Beſonders für Aufführungen, in der
die Darſteller nicht geſendet wurden, ſondern „garantiert p‟
önlich” auf der Bühne waren. Dieſe Epiſode endete merkwi
dig und lebensentſcheidend: Im Mittelſtadttheater verliebte
Nittko in die Schauſpielerin Grace Grant. Drei Wochen 1a
war er in jeder Vorſtellung. Er warf Blumen auf die
Büh=
ſchickte Briefe, die beantwortet wurden, drang eines Cages v.
Dach her über die Feuerleiter in die ſtrengbewachte Garderol
ſie war leer. Alle Garderoben waren leer; die Kuliſſen au
Grace Grant war aus St. Francisko geſendet worden. Die Bl
men hatte der betrügeriſche Cheaterdirektor bekommen,
Briefe er beantwortet.
Lächerlich oder nicht, ſo etwas ſchwer zu nehmen; die C.
mit Glanz und Arbeit war ihm verleidet. Er hing den Obe
Unvernünftig?
Von Hans Franck.
Man ſaß, hockte, lag zum Abendeſſen unter breitäſtigen
Blut=
buchen auf dem Naſen, eine ſommerbunte Geſellſchaft, wie ſie
an=
geblich der Sufall, in Wahrheit das Verlangen nach dem
um=
friedeten Stück Erde am See zuſammenführte. Die Gäſte hatten
ſich im Lauf der Jahre daran gewöhnt, daß Barcks Einladungen
auf ihre Klitſche nicht ergehen ließen; daß man auch nicht an den
Fingerknöcheln abzählen durfte: Wir=Ohr, Wir=Ihr oder wir
kommen nicht mehr! Man wußte: Den Bildhauersleuten war
nichts weſensfremder als leerlaufende Geſelligkeit. Wer aber aus
innerem Bedürfnis kam — natürlich außerhalb der ſtilleumhegten
vormittäglichen Arbeitszeit des Mannesl — fand Sritz Barck
ſtets zu ernſthaftem Geſpräch und fröhlichem Scherz, zu
zungen=
löſendem Crunk und altmeiſterlicher Muſik bereit; ſah Hanna
Barck unermüdlich bemüht, durch ländliche Leckereien das
Sun=
dament der Behaglichkeit zu legen. So war auch an dieſem
Som=
merabend die Sahl der Gäſte wieder jenſeits der Swanzig
an=
gelangt, ohne daß jemanden der Gedanke bedrückte, die
Haus=
frau könne heimlicherweiſe unter Küchenſorgen oder
Arbeits=
ängſten leiden. Ciſch war die Erde. Man nahm von den Speiſen,
die auf der runden, grünen Platte ſtanden, ſoviel man wollte.
Man trank, was man mochte. Keine Gefahr, daß Verſtädterte
durch Kiſſen oder Decken oder Sitzerſatz Picknickniedlichkeiten
einführten. Damen dieſer Art blieben nach wenigen
Beſuchs=
verſuchen wieder fort. Es war denn auch nicht eine Su=
Begnä=
digende da.
Dennoch verwirrte ein Mißklang Hanna Barck. Der
neu=
gekaufte zweite Hund des Hauſes, ein drahthaariger Cerrier —
Nick mit Namen — bettelte. Die Hausfrau entſchuldigte ſich
immer wieder bei den Gäſten wegen der Beläſtigung. Forderte
Nick auf, ſeine Unart zu unterlaſſen. Bat „Nick” —. Ermahnte:
„Nick!” Aber Nick überhörte Bitten und Ermahnungen. Hanna
Barck ſchickte den Sudringlichen fort. Nick lief ins Haus.
Un=
verzüglich. Doch nach wenigen Minuten war er wieder unter der
Blutbuche und begann die Bettelei von neuem. „Unbegreiflich!”
ſuchte die Bildhauersfrau Nicks Ehre zu retten. „Noch nicht ein
einziges Mal iſt das bei Ciſch vorgekommen. Er iſt wirklich gut
erzogen, unſer Nickelchen. Bitte, geben Sie ihm nichts mehr.
Nick! So hör doch endlich, Nick!” Aber der Cerrier war
offen=
bar der Anſchauung: Da die Ciſchplatte der Menſchen ſich zum
erſten Mal in ſeinem Leben auf gleicher Höhe mit jener befand,
von der er zu freſſen pflegte, ſo gebühre ihm von den Gäſten
Speiſezoll.
Als Fritz Barck ſah, daß Unruhe und Verlegenheit ſeiner
Frau von Minute zu Minute wuchſen, ſtieß er das Cier beiſeite
und ſchalt: „So geh doch ſchon, du unvernünftiges Vieh!”
Der Hund überſchlug ſich. Jaulte. Profeſſor Wegener grift
zu. Nick — der Meinung, eine zweite Feindeshand ſtreckte ſich
nach ihm aus — heulte auf. Wollte weg laufen. Aber der Maler
legte den Cerrier in ſeinen Schoß und ſtreichelte ihn.
Man ſah ſich rundum erſtaunt, mißbilligend, lächelnd,
achſel=
zuckend, ungehalten an. Der Maler, der es gewahrte, ſtreichelte
den Hund von neuem. So wie man jemanden ſtreichelt, an dem
es ein Unrecht gutzumachen gilt. Erſtaunen, Mißbilligung,
Un=
gehaltenheit wuchſen. Brauchten ein Ventil. Und irgendwer
fragte in vieler Namen: Meinen Sie wirklich, Profeſſor, daß
Sie durch Ihr Streicheln Frau Hannas berechtigte
Erziehungs=
beſtrebungen unterſtützen?"
Profeſſor Wegener ſtreichelte Nick ein letztes Mal, bettete
ihn noch ſorgſamer als bisher in ſeinen Schoß und ſagte: „
Un=
vernünftiges Viehl So habe auch ich früher geſagt. So hobe ich
auch gehandelt. Und dadurch mein einziges Kind in eine Gefa
gebracht, aus der wir nur durch ein Wunder gerettet wurde
Nein, nicht durch ein Wunder! Sondern auf die natürlichſte, d.
die naturgemäßeſte Weiſe. Nur daß uns Menſchen die Natl
abhanden gekommen iſt. Und daher wunderhaft erſcheint, well
ſie zu uns — beſonders durch unſere Kinder — doch noch 9e
Weg zurückfindet. Sie verſtehen mich nicht? Hören Sie micl.
bitte, einige Minuten an.”
„Wir mußten, als wir im Weſten wohnten, ſelbſtverſtändli
einen Hund haben. Unſer Haus lag, eine halbe Stunde oberhal
des Dorfes, am Waldrand. Allein. Alſo mußte der Hund ſchaf
ſein. Noland, ein ſtämmiger Nottweiler, ließ auch in dieſer Be
ziehung nichts zu wünſchen übrig. Aber nur des Nachts brauch!
er ſeine Hauer. Cagsüber biß er niemals einen Dörfler, eine
Wanderer, einen Bettler, der unſer umzäuntes Gehöft betra
Als unſer Junge auf ſeinen Beinen ſtand, änderte ſich da‟
Die Erwachſenen waren — bei Cagl — auch weiterhin b0
Noland ſicher. Nicht aber Kinder. Eiferſucht? Uebertrieben
Fürſorge für den Buben? Jedenfalls: Noland fiel Kinder al.
Viele kamen ja nicht zu uns herauf. Immerhin, während 9e
nächſten zweieinhalb Jahre mußte ich eine nicht unbeträchtlick)
Summe für zerriſſene Hoſen und zerfetzte Jacken hergeben. Oeid!
Serlumptes war, wenn es mit Nolands Hähnen Bekannt/ch4
gemacht hatte, erſt vor wenigen Wochen um teures Geld in 9e
Stadt gekauft.
Dennoch hätte es hingehen können, wenn Rolands Kinder”
biſſigkeit nicht mit Gunther größer geworden wäre. So galt P‟
Verbandszeug, Aerzterechnungen, Schmerzen zu bezahlen. Abe
Gunther beſaß kein lieberes Spielzeug als Noland. Sie war.”
unzertrennlich, Gunther und Roland, Noland und Gunther. De*
Bub konnte mit dem Hund anſtellen, was er mochte: auf 1904
reiten, ihn zauſen, an den Ohren hinter ſich herziehen, rundun.
„rbeiter an den Nagel. Wurde wieder Vierſtundenarbeiter. Er
beiratete Grete Klee. Von ihren Erſparniſſen konnten ſie ein
Zweizimmerhaus kaufen. Swei Simmer wurden ſpäter
nach=
gokauft. Sie pachteten auch noch drei Morgen Land von ihrem
Machbarn, einem Methodiſtenprediger, nicht um des Ertrages
willen, ſondern um mehr freien Platz ums Haus zu haben. Grete
Klee wollte ihrem Mann auch wieder Vergnügen an der Arbeit
beibringen. Das gelang leicht. Slemens liebte Blumen ſehr.
Ointerblüher verſtand er bald beſonders gut zu ziehen. Nach
drei Jahren ſchon flammte der Wintermohn im Schnee,
ſchaukel=
ten die Stauden der Winterſonnenblumen vor den Fenſtern, und
die blauen Levkoien dufteten um ſo ſtärker, je kälter es draußen
war. Slemens kam von der Blumenzucht auf die Biologie. Er
arbeitete im Inſtitut für Seugungsforſchung. Suerſt wurde er
von dem Gelernten ein wenig verwirrt. Allzu viele Geſetze
woll=
ten beachtet ſein. Er zögerte Jahre lang, bis Grete ungeduldig
wurde. Dann kamen verhältnismäßig ſchnell zwei Kinder:
Joſeph Rittko im Jahre 1984, Carla Slementine 1986. Swei
jartgliedrige, feinnervige Geſchöpfe. Ein bißchen fahrig und
un=
entſchloſſen vom Vater her, etwas zu energiſch von Mutters
Seite. Das mußte mit Sorgfalt ausgeglichen werden. Clemens
war ein liebevoller Vater.
Sein Leben endete eigentlich hier. Wenigſtens ſoweit es die
Oeffentlichkeit angeht. Da ſie mit zwei wohlgeratenen Kindern
ihren Anteil für das Fortbeſtehen der europäiſchen Gemeinſchaft
geliefert hatten, wurden Clemens und Grete Nittko auf ihren
Wunſch aus dem Pflichtverband, Abteilung Deutſchland,
ent=
laſſen, d. h. ſie brauchten nun keine Steuern mehr zu zahlen und
keinerlei Staatszwangsdienſt zu leiſten. Der Staat unterſtützte ſie
von nun an auch in keinem Fall. Denn ſie waren ihm nicht mehr
nötig.
Aeußerlich veränderte ſich alſo nicht mehr viel. Mit Arbeit,
Biologieſtudien, Blumenpflege war der Cag und das Leben ſchön
und prall ausgefüllt. Daz kam die Kindererziehung, die bei
Rittkos nur darauf zielte, den Kindern ihren natürlichen
Lebens=
ſinn zu erhalten.
In ſpäteren Jahren arbeitete Nittko noch einmal freiwillig
als Negierender, Abteilung Kinderſchutz. Auf ihn ſind die Geſetze
zurückzuführen, nach denen Anreden und Anfaſſen kleiner Kinder
durch Sremde mit hohen Geldſtrafen belegt war, und Eltern, die
Dankbarkeit von ihren Kindern verlangten, die
Erziehungs=
gewalt entzogen wurde. Nittko brauchte ſeine fünf
Regierungs=
jahre — mehr durfte niemand in der Politik verbringen, damit
ſie ja nicht in die Hände von Jachleuten fiel —, um dieſe Geſetze
durchzuſetzen.
Sonſt iſt vom Leben unſeres Durchſchnittsmenſchen nur
er=
wähnenswert, daß er mit jedem Jahr des Aelterwerdens nicht
nur an Verſtand und Einſicht zunahm, ſondern auch an
Körper=
gewandheit. Oder auch nicht erwähnenswert: es gehörte ſich
da-
mals, daß ein Leben bis zum Ende anſtieg. Es war üblich, daß
man ſagte: Laß mich erſt mal 80 ſein. Dann kann ich ſicher zwei
Zentner ſtemmen oder meine Erfindung durchführen oder mein
Denkſyſtem zu Ende bringen. Darum braucht man es auch nicht
beſonders zu erwähnen, daß Nittko ohne Krankheit, ſozuſagen
von ſelber ſtarb, als er ſeine Kräfte ganz ausgebildet, als er ſich
fertig gelebt hate.
Im Jahre 2055 ſtarb Grete Klee. 2056 ging Clemens Rittko
in die Einſiedlerkolonie auf der böhmiſchen Seite des
Rieſen=
gebirges. Er lebte in einem der Glashäuſer, mit Blumenzucht
beſchäftigt, noch drei Jahre. Im Januar 2059 ſpürte er ſeine
Kräfte zu Ende gehen. Sein Haar wurde in einer Woche weiß,
ſeine Augen trübe.
Er putzte ſein Haus aufs beſte, rief ſeine Kinder und Enkel
an und ſetzte ſich — die Sonne ſchien hell — in den Schnee unter
leine Winterblumen, die in allen Farben blühten. Die Enkel
kämen in ſilbernen Caubenſchwärmen angeflogen, landeten am
Hang. Sie liefen die letzten hundert Meter ſchnell, riefen fröhlich
hach ihm. Er antwortete nicht mehr. Als er ſie anmarſchieren
Jah, luſtig, behende und kräftig, hatte er lächelnd und voll Freude
auf den ewigen Schlaf ſeine Augen geſchloſſen.
200000 Dollar für ein
gebrochenes Herz.
Wie amerikaniſche Männer von den Girl=Goldgräbern verfolgt
werden.
Von A. Cizia Leitiſch.
Billiger gibt ſie’s nicht; auf 200 000 Pfund ſchätzt Evelyn
ell. ihr gebrochenes Herz ein, und ſie verlangt das Geld durch
ihren Advokaten von dem jungen Neggie Manning, der einen
in der Geſellſchaft ſehr bekannten Namen trägt. „Heart-
balm-
money” — Herz=Balſam=Geld — iſt der terminus technieus
hier für ſo etwas. Evelyn iſt auch bereit, vor Gericht (falls
Lleggie, noblesse oblige, es nicht vorzieht, die Angelegenheit
Dhne Gericht zu erledigen) zu erklären, warum gerade 200000
Pfund.
trudeln. Nie knurrte Noland. Noch gar zeigte er ſeinem
Lebens=
reund je die Sähne. Alſo: Auf der Hut ſein bei anderen
Kin=
dern, und, wenn’s trotzdem ſchief ging, blechen!
Eines Cages zerfleiſchte Noland einem dreizehnjährigen
Sauernjungen, den wir für erwachſen hielten, als er mit
hoch=
gekrempeltem Hemd — ſtatt des Knechtes — uns die Milch
Drachte, den rechten Oberarm. So, daß wochenlang —
glück=
licherweiſe zu Unrecht — befürchtet werden mußte: Bleibt ſteif!
Nun lag alles klar. Es mußte etwas mit Noland geſchehen.
Ctwas Entſcheidendes. Etwas Endgültiges. An die Kette legen?
Och konnte es nicht über’s Herz bringen, den Spielgefährten
mei=
hes einzigen Jungen jahrelanger Marter auszuliefern. Dann
lieber: Kurzen Prozeß! Und bündiges, ſofort vollſtreckbares
Codesurteil!
Beim Mittageſſen, ſagte ich zu meiner Frau: „Paula, ſo
ichwer es mir wird — und dir ſicher auch —, wir müſſen Noland
Erſchießen laſſen. Das nächſte Mal bleibt’s womöglich nicht bei
Einem zerfleiſchten Arm. Wir können es nicht länger verant=
VDörten, das Leben von Kinder (werdenden Menſchen!) durch einen
Hund — ein unvernünftiges Viehl — zu gefährden. Schick doch
Las Mädchen zum Förſter hinunter, daß er heute Abend kommt
und vollbringt, was ſich nicht mehr vermeiden läßt. — „Du haſt
recht”, ſagte meine Frau. „Es muß leider ſein.”
Gunther ſaß bei dieſem Geſpräch mit uns am Ciſch. Ich hatte
die Anweiſung, den Förſter zu rufen, abſichtlich in ſeiner
Gegen=
wart ausgeſprochen. Ich liebe es nicht, Kinder über Unvermeid=
Dares wegzutäuſchen. Das Leben bringt Schweres genug für
jeden. Man kann ſie alſo nicht früh genug daran gewöhnen,
Lot=
wendiges tragen zu lernen. Außerdem: vierjähriger Bengel, was
verſtand der vom Getötetwerden? Soweit er aber verſtand
mußte er natürlich zuſtimmen. Alles Ertragbare hatten wir
ver=
luchf, ihm Noland zu erhalten. Ausweg gab’s nicht mehr. Alen=
„Er hat mir viermal einen Heiratsantrag gemacht, und
jedes-
mal, ſoll ich denken, iſt 50 000 Pfund wert!”
Alſo 50000 Pfund ein Heiratsantrag — kem Wunder, daß
die Männer vorſichtig ſind.
Luſtig iſt auch die Geſchichte von dem „eugeniſchen Baby”.
Oreizehn Jahre hatte Mr. A. gezahlt und immer wieder
ge=
zahlt. Als er vor Sericht gefragt wurde, auf wieviel er es ſchätzt,
was er ſeinem ehemaligen „sweetheart” Olga E. im ganzen
zu=
gewendet, geſtand er, daß er dies beim beſten Willen nicht ſagen
könne. Sicher iſt es, daß er nicht ſchäbig war; er ſchickte ſie nach
Paris, nach Kalifornien, ſie leiſtete ſich das Savoy=PPlaza Hotel
in New York; das Savoy=Plaza Hotel iſt eines jener Häuſer,
in denen man nicht wohnt, ſondern „reſidiert”. Schließlich kam,
wie es gewöhnlich kommt; ſie gewann Luſt auf ein immer
koſt=
ſpieligeres Leben, und verlor ſeine Luſt für das Leben mit ihr.
Die Spannung zwiſchen dieſen entgegengeſetzten
Wunſch=
energien entlud ſich in heftigen Szenen und Drohungen auf der
Seite Olgas, die Sache ſeiner Frau anzuzeigen. Das aber wollte
er vermeiden, denn das würde ihn in die Seitungen bringen und
ihm geſchäftlich ſchaden, und ſo zahlte er wieder. Schließlich
konnte er es nicht mehr aushalten und verklagte ſie wegen
Er=
preſſung. Die ganze Geſchichte kam groß vor das Publikum.
Nun ſtellte ſich heraus, daß Olga auch ein Kind hatte; ſie war
ſogar ſo ſchlau geweſen, dafür zu ſorgen, und er war es ſo wenig,
dieſen ihren ungeheueren Vorteil nicht genügend zu bedenken. Sie
behauptete, das Kind ſei ſeines; er leugnete es natürlich; ſeine
Freundſchaft für Olga, ſagte er, ſei eine rein platoniſche geweſen.
Das Kind kam auf die Seugenbank, die Aehnlichkeit mit dem
vermeintlichen Vater wurde geprüft. Es war reizend angezogen;
es war ja im wahrſten Sinne des Wortes ein koſtbares Kind.
ſchenleben geht über Hundeleben! Das konnte auch ein
vierjäh=
riger Knirps verſtehen.
Am Nachmittag ſah ich von meinem Atelier aus, daß Gunther
fenſeits des Hofes neben Noland ſaß. Er hatte ſeinen Mund in
das Ohr des Hundes geſchoben. Offenbar ſprach er mit ihm.
Der Nottweiler ſpitzte die Ohren. Ich lauſchte. Hörte aber
nichts.
Alſo rief ich Gunther ins Atelier. Er brachte den
Codbedroh=
ten mit. „Noland draußen laſſen!” befahl ich. Gunther gehorchte.
Mit Armſündermiene trat er vor mich. „Was hatteſt du eben
mit Noland?” fragte ich. „Nichts!” lautete die Antwort. „Kenn
ich. Wenn du was ausgefreſſen hat, heißt’s immer: Nichts. Was
haiteſt du mit dem Hund vor?” „Nichts, Vati.” „Du haſt mit
ihr: geſprochen?” Nein.” „Was haſt du Noland is Ohr
ge=
flüſtert?” „Nichts. „Iſt das wahr, Gunther?” „Ja, Vati.”
„Vu lügſt mich doch nicht an, Bengel? Eine Dummheit nehm
ich dir nicht krumm. Aber lügen — das Schlimmſte, was ich an
Kindern kenne. Haſt du etwa eben gelogen?” „Nein.” „Marſch!”
Gmther trollte ſich. Su Noland.
Als beide den Hof verlaſſen hatten — offenbar um vor dem
Huus unbeobachtet zu ſein —, kam meine Frau ins Atelier.
O)enk dir nur,” begann ſie unvermittelt, „Guntherchen hat
vor=
hin unter dem offenen Küchenfenſter Noland ins Ohr geſagt:
„Lauf weg, ſie wollen dich totſchießen! Lauf weg, Voland! Lauf
weg!”. Wohl hundertmal: Lauf wegl”. Ob wir nicht doch den
För=
ſtur abbeſtellen? Vielleicht gewöhnt Noland ſich an die Kette.
Liegen ja viele Hunde tagaus, tagein angekettet in ihrer Hütte.
Uad leben auch!”
Ich tobte: Seinen Vater angelogen! Crotz Wiederholung der
Frage, trotz ausdrücklicher Vermahnung, ſeinem Erzeuger die
Unwahrheit ins Geſicht geſagt! Wütend packte ich die erſte
Nahmenleiſte, die mir in die Hand ſprang. Wollte ins Freie lax-
Ein Seuge ſagte gegen Olga aus.
„Sie meinte,” behauptete er, „ſie müſſe ein Kind haben wie
Jſadora Duncan, ein Kind, das ganz ihr gehöre; ein eugeniſches
Baby (von Eugenik — Naſſehochzüchtung), und dafür brauche ſie
einen Millionär als Vater.
Olga lächelte mild und zog einen Dolch aus dem Gewande in
Sorm eines ſogenanten „love-diary”, ein Cagebuch ihrer und
Mr. A.’s Liebe. Und Mr. A. mußte nun erklären, wie es komme,
daß er Dinge ſchrieb, die mit bloßer Freundſchaft nicht recht
ver=
einbar ſeien.
Er bedauerte ſchon lange, Olga angezeigt zu haben, er kam
ſich vor wie ein gefangenes Bleichgeſicht, das von indianiſchen
Häuptlingen geröſtet wird; ihm gegenüber, im blau=mod’ſchen
Cailor=made, den Silberfuchs läſſig um ihre Schultern
geſchlun=
gen, ruhig und ſicher in ihrem Glück, die eugeniſche Mutter.
„Platoniſch oder nicht”, das war auch die Frage in dem
ſo-
genannten Großmutterprozeß.
Von der Anklagebank aus erklärte Mr. Potter den
Unter=
ſchied zwiſchen himmliſcher und irdiſcher Liebe, ſo wie er ihn
ver=
ſtand. Er beläuft ſich, der Unterſchied nämlich, auf 500 Pfund.
Er hätte, führte Mr. Potter aus, nur eine rein platoniſche
Freundſchaft mit Mrs. A., einer feſchen Großmutter von 58
Jah=
ren, gehabt; denn er habe nicht mehr als 3o00 Pfund für ſie
ausgegeben.
Sie behauptete dagegen, es ſeien oher 3000 Pfund geweſen,
was die Situation für ihn verſchlechterte.
Mr. Potter hatte, ſozuſagen unter der Naſe der Großmama,
mit der er ſeit drei Jahren in eleganten Neſtaurants ſpeiſte, eine
gute Freundin von ihr geheiratet. Nun verlangte Großmama
250 000 Pfund Herz=Balſam=Geld. Worauf ſie alle vor den
Nichter gingen, mitſamt einer anderen guten Freundin
Groß=
mamas, die aber zu ihr hielt und gegen Potter ausſagte. Was
Potter wieder ſehr materiell auslegte, ſo nämlich, als wenn die
Freundin es nur täte, weil ſie prozentual an der Summe beteiligt
werden würde, zu der er verurteilt werden ſollte.
Sagte da neulich eine Mutter zu ihrer neunzehnjährigen
Coch=
ter: „Wie kannſt du alle dieſe Wochen mit dem alten und
ver=
heirateten Soundſo flirten! Ich weiß ja, daß es nur dein
Leicht=
ſinn iſt.
„Du biſt auf dem Holzweg”, unterbrach die Tochter. „Es iſt
nicht Leichtſinn, es iſt buſineß (Geſchäft). Ich arbeite ſo hart wie
man nur irgend kann, ich will ihn heiraten, er iſt immens reich.”
„Meine Cochter, eine Goldgräberin”, rief die Mutter.
So nennt man ſie: Goldgräberinnen, „gold-digger”, jene
Mäd=
chen und Frauen, die zielbewußt und energiſch keinen anderen
Sweck im Leben kennen, als möglichſt viel Geld aus ihren
Be=
kanntſchaften mit Männern zu preſſen. Es iſt ein Prozeß, der ſo
alt iſt wie die Siviliſation; nie aber hat er ſich zu ſo grotesken
Formen ausgewachſen wie in dieſen heutigen U. S. 2. Es iſt zu
viel blühender Reichtum da; und die ſchnell reich gewordenen
Männer ſind immer die leichteſte Beute. Sie ſind noch nicht
ge-
nügend gewitzigt; und ſie wiſſen oft nicht, was mit ihrem Gelde
anfangen, ſind daher froh, wenn eine Frau ihnen dabei hilft. Ihr
vieles Geld und der teure, aber deſto ſchlechtere und ummäßig ge= „Liquor” ſteigt ihnen zu Kopf, ſie reden und werden
un=
vorſichtig; dann aber hat ſie die Frau ſchon.
Die iſt vielleicht nur aus= und mitgegangen, weil ihr eine
gute Seit verſprochen war, Canz, Dinner, Nachtklub, Auto, ein
ſchönes Kleid, ein Pelz. Doch als ſie das rollende Geld ſieht,
dieſes gedankenloſe Ausgeben, da iſt es kein Wunder, wenn dies
auch ihr zu Kopf ſteigt. Bei ihr aber, der Amerikanerin,
ver=
wandelt es ſich nicht in Unvorſichtigkeit, ſondern ins Gegenteil:
kühl berechnendes Intriguieren. Manchmal hat ſie es auf Heirat,
manchmal aber auch auf nur möglichſt viele Dollare abgeſehen;
ſie weiß genau, bei welchem Wort ſie den Mann packen und
feſt=
nageln kann. Und das amerikaniſche Necht, das die Frau gegen
die Brutalität und die Verführung durch den Mann in Schutz
nimmt, wird dann faſt immer günſtig für ſie wirken. In dieſem
eſten, legalen Grunde wurzeln denn auch die Plünderungszüge
der „gold-digger”
Aber glauben Sie nun nicht, daß die „gold-digger” die einzige
Art amerikaniſcher Frauen iſt. Es gibt auch das gerade
Gegen=
teilt in dieſem Land der unerhörten Gegenſätze.
Im Muſeum der Phraſen.
Von Hans Neimann.
In der erſten Abteilung, meine Herrſchaften, erblicken Sie
zunächſt eine auf die Bruſt geſetzte Piſtole, ein wiederholt
an=
genagtes Hungertuch, einen aufgegangenen Seifenſieder, die
Slü=
gel des Geſanges und einen lupus in fabula mit Freilauf und
Nücktrittbremſe. Alsdann bitte ich Sie, Ihr Augenmerk auf
dieſes Alpenveilchen gefälligſt hinlenken zu wollen, es iſt dasſelbe
eme derjenigen Blumen, durch welche gerne geſprochen wird.
Bitte die Damen und Herren, Obacht geben zu wollen, wir haben
fon, Gunther ſuchung und windelweich prügeln. Mit einem
kan=
tigen Stück Holz. Aber meine Frau hielt mich zurück: Günther
ſei durch den Verluſt ſeines einzigen Lebensfreundes ohnehin
ge=
nug, mehr als genug für ſein Lügen beſtraft. „Alſo nun biſt
auch du feſt entſchloſſen, daß Noland heute Abend der Kugel zum
Opfer fällt?” griff ich zu. „Ja.
Als der Förſter bei Dunkelwerden zu uns heraufkam —
Gun=
ther lag bereits ſchlafend im Bett — war Noland weggelaufen.”
„Und?” rief man ringsum.
Wir haben ihn niemals wiedergeſehen.”
„Gunther??”
„Wieſo Gunther?”
„Auf welche Weiſe hat er ſich mit dem Fortlaufen
abgefun=
den?‟
„Ab—ge—fun—den? Er hatte es Noland doch geſagt!”
„Wenn es ſo einfach mit den Hunden iſt, Profeſſor, warum
ſagen Sie nicht zu Nick: ,Betteln bleiben laſſen!?‟
Der Maler beugte ſich über den Cerrier und flüſterte ihm
etwas ins Ohr. Eindringlich. Offenbar einmal ums andere die
gleichen Worte. Dann ſetzte er Nick behutſam neben ſich ms
Gras. Stille — geſpannte Blicke — verhaltene Herzſchläge:
Nick bettelte.
Schallendes Gelächter.
„Man muß es ihm wohl in der Kmderſprache ſagen”,
ent=
ſchuldigte Profeſſor Wegener den Cerrier.
„Auf die Kinder und die Hunde!” erhob der Hausherr das
Glas.
„Auf das, was in uns hundenah und kinderſtark geblieben
iſt”, tat der Maler Beſcheid.
Und die Gläſer klangen ineinander.
hier einen Kelch, der vorübergeht, beſtehend aus getriebener
Goldſchmiede=Arbeit, Ende fin de siscle, desgleichen in der
Vitrine rechter Hand einen Saunspfahl, mit welchem gewinkt zu
werden pflegte, leicht abgenutzt, doch immer noch ein Prunkſtück
unſerer Sammlung. Die Farbe iſt lichtſcheu und indanthrenhaltig.
Wir wenden uns nunmehr dem nicht gerade auf Noſen gebetteten
Prinzipienreiter mit eiſerner Stirn zu, der in der guten, alten
Heit auf Granit biß. Die grauen Haare auf dem Haupte
desſel=
ben ſind dieſelben grauen, welche ſich jemand nicht wachſen laſſen
ſollte, doch vergebens. Des Kaiſers Bart, daneben die ſparſame
Axt im Häuſe ſowie eine mit koſtbaren Intarſien verzierte Flinte,
eine ſogenannte ins Korn geworſene Flinte, wie ſich aus der
dieſelbe wild umwuchernde Gerſte ergibt, bilden weiterhin zwei
icht zu unterſchätzende pieces de rösistance unſerer
phraſologi=
ſchen Galerie. Ich mache ferner hin auf die ſcheinbar unſcheinbare
Plaſtik unter dieſem Glasſturz aufmerkſam, meine Herrſchaften.
Sie haben hier einen ausrangierten Fehlſchlag in der Abendſtunde.
Die gelbe Maſſe iſt vom Ei des Columbus übrig geblieben, es iſt
Remouladen=Sauce, welche allmonatlich neu renoviert wird. Wir
treten nunmehr durch eine Cür, mit welcher jemand ins Haus
ge=
fallen iſt, in die zweite Abteilung. Ich bitte, dicht hinter mir
gehen zu wollen und Vorſicht walten zu laſſen. Es iſt direkt feucht
hierſelbſt. Sie bemerken auch ohne Mühe das Waſſer, das
Ihnen niemand reichen kann, und einen Krug, der zu letzterem
geht, bis er bricht. Wenden Sie bitte Ihr geſchätztes Augenmerk
nach oben, wo Sie die Spatzen erblicken, die olle Kamellen von den
Dächern pfeifen, und daneben das Schwert des Damokles frei
nach einem Entwurf des Herrn Profeſſors Begas, ſeitlich davon
die Crauben, welche dauernd zu ſauer ſind, Pfälzer Creſzenz
Spätleſe 18153. Wir gelangen ohne Umſchweife zu mehreren
Bal=
ken im Auge des Nächſten, echt Mahagoni, ſtark verkleinerte
Nachbildungen, alsdann ein tadellos erhaltener Mantel der
Näch=
ſtenliebe, anſchließend daran ein Con, welcher zwiſchen 10 und
12 Uhr vormittags die Muſik macht, Freitags geſchloſſen. In
die=
ſem Schranke befinden ſich ſämtliche bislang begrabenen
Kriegs=
beile der Welt, wohl die einzige komplette Sammlung. Sehr
intereſſant iſt fernerum der in Bewegung geſetzte Hebel, nicht zu
verwochſeln mit dem ihm ähnlichen zrückgeſteckten Pflock aus
der Merowinger=Seit. Was Sie da aus der verſchloſſenen
Kabine ſchreien hören, als ob dasſelbe am Spieße ſtäke, iſt ein
mit dem Bade ausgeſchüttetes Kind, zu deſſen Crockenhaltung
der von unſeren eigens zu dieſem Behufe unabläſſig auf Neiſen
befindlichen Vertretern von den Füßen geſchüttelte Staub
ver=
wendet wird. Das Berühren der Phraſen iſt bei Vermeidung
einer Geldſtrafe von bis zu 200 Mark oder entſprechender Haft
ſtrikteſtens unterſagt. Wollen Sie bitte die getroffenen
Maß=
nahmen nicht außer Acht laſſen, meine Heriſchaften. Es ſind
derzeit die vortrefflichſten getroffenen Maßnahmen des
Kon=
tinents, jede einzelne ein mechaniſches Wunderwerk mit
aufo=
matiſcher Auslöſung. Ueber den getroffenen Maßnahmen finden
Sie eine Portion friſch gerochene Lunte aufgehingt, von der
ſchon der Lateiner ſagt, daß ſie non olet, weiterum eine
auf=
geſtochene Eiterbeule ſüddeutſcher Herkunft und ein dem
Groß=
herzog von Cottbus gehöriges, unſerem Muſeum in hochherzigſter
Weiſe übermachtes Licht, welches von demſelben perſönlich unter
den Scheffel geſtellt wurde. Ex ungue nil nisi bene. Als
Ab=
ſchluß der zweiten Abteilung wird Ihnen ein doppeltes
Zwillings=
paar gezeigt, und zwar handelt Eſſig um die bekannten Dioskuren
Hinz und Kunz und um die zuſammengewachſenen Schweſtern
Donner und Doria, welche ſchon ſeinerzeit bei Barnum und
Beinkleid das größtmöglichſte Aufſehen hervorriefen.
In der dritten und letzten Abteilung, meine Herrſchaften,
er=
weckt die tabula rasa, mit der ſemand kurzen Prozeß machte,
unſere ungetrübte Ceilnahme, daneben ein Deus ex machina mit
Maulaffen und gefallenen Würfeln, darüber einen voller Geigen
hängenden Himmel, das Geſchenk eines amerikaniſchen Nabobs,
lauter echte Stradivariuſſe. Sie werden leihweiſe vergeben und
ſind arg zuſammengelichtet, indeſſen semper aliauid haeret. Wir
kommen nunmehr zu einem Glanzpunkt der dritten Abteilung,
dem ſogenannten Clou. Er iſt leider nicht mehr vorhanden, indem
er abhanden kam. Und zwar war derſelbe die übernommene
Ver=
antwortung, welche während der großen Seit von der Exzellenz
auf den Mafor, vom Major auf den Hauptmann, vom
Haupt=
mann auf den Leutnant, vom Leutnant auf den Sergeanten, vom
Sergeanten auf den überzähligen Gefreiten abgewälzt wurde,
wo=
ſelbſt ſie als Karnickel in die Wüſte geſchickt wurde. Horribile
dictu, auf mal y pense. Als Erſatz dafür bieten wir Ihnen einen
an eine offene Wunde gelegten Finger, ein Drittel der
natür=
lichen Größe, und eine vernickelte, an etwas gelegte Sonde, eum
granissimo salis. Was Sie da vor ſich liegen ſehen, ſind die aus
Platzmangel und der Einfachkeit halber mit einem wahren
Augiasſtall vereinigten böhmiſchen Dörfer in nuce
beziehungs=
weiſe ab oro. Dieſelben ſind ein Gipsabguß nach einem Modell
des Herrn Profeſſors Milo. Die Droſchke, welche den
Augias=
ſtall bevölkert, iſt keine gewöhnigliche Droſchke, ſondern eine
Retourkuiſche. Sur Linken ſtoßen wir nun auf einen
Singer=
ſpitzengefühl im Stile Ludwigs XIV., auf an anderen gefreſſene
Narren, auf einen Sturm im Waſſerglas — alles das in Bauſch
und Bogen, namentlich aber in Bauſchl — und auf einen Modus,
welcher ſchließlich gefunden wurde. Außerdem mache ich Sie auf
die gewonnene Oberhand mit der ausgewetzten Scharte
aufmerk=
ſam, auf unſere Kultur von Imponderabilien und Bagatellen in
BRINZIPIENREITEA
amtlicherſeits eine Dependenee in Erwägung ziehen, m R.
Kraut geſchoſſenen Schnippen gemeinſam mit den Steinen, n io
von im Glashaus ſitzenden Leuten keinesfalls geworfen w.—
dürfen, zweckentſprechend unterzubringen. Vorſicht — der BA
der Catſachen iſt friſch gekirnt und daher ſchlüpfrig!
Nun zeige ich Ihnen noch dieſen niedlichen, iemlich ſpi. m
Gegenſtand. Anfänglich glaudten wir, wir haben es mit en
Pick zu tun, den jemand auf jemand hat, bis wir vom Oberſtu .
direktor Lämmlein dahingehend belehrt wurden, daß es die In
iſt, von der auf jemand gedient hat, während unſer Kuſtos r
Herr Nechneiamimann Pfüller der Meinung zuneigt, es mit in
abgelegten Feile zu tun zu haben, die ein dritter jemand ang 4
hat, ehe er ans Nuder kam. Das Nuder iſt zur Seit noch „„
Miniſterium des Innern in reger Cätigkeit. Wer ſich die 2/,
nimmt, lämtliche bei uns ausgeſtellten Phraſen mit Intenli *5
zu betrachten, dem fällt es ohne Mühe wie Schuppen von ſe mn
Seifenſieder.
Sollte es den Herrſchaften konveniert haben, ſo bitte ick m
geneigte Nekommandierung in den Herren Bekanntenkreiſen —
ich kein feſtes Gehalt beziehe, ſondern — um es klipp und
mehr klipp als klar, zu ſagen — auf Crinkgelder angewieſen
würde ich etwaige Spenden in Form von einem Douceur nid !
den Wind ſchlagen, und ſeien ſie auch nur ein Pappenſtiel.
Herzlichen Dank, die Herrſchaften — vielen Dank; die H,
ſchaften — gut nach Hauſe, die Herrſchaften — ergebenen 9
die Herrſchaften — der Deutſche grüßt nur noch Adſchöh.
Schopenhauer promovierte 1815. Seine Diſſertation
„Philoſophiſche Abhandlung über die vierfache Wurzel des Se
vom zureichenden Grunde‟.
Ein Exemplar dieſer Schrift überreichte der Philoſoph ſe
Mutter, deren Nomane damals ſehr viel geleſen wurden, in a
deutſchen Landen. Sie las den Citel und meinte lächelnd: „V
fache Wurzeln — das iſt doch was für Spezereihändler!”
Der junge Schopenhauer, gab ihr ärgerlich zur Antw.
„Meine Arbeiten wird man leſen, wenn von deinen Bücherr
keiner Numpelkammer mehr ein Exemplar zu finden ſein wir
Die Mutter entgegnete darauf: „Möglich, aber von den ?
nigen wird noch die ganze Auflage zu haben ſein!”
Sie haben beide ganz richtig prophezeit!
Mathias Claudius, der volkstümliche Dichter, verſpottete a
gern Klopſtocks unnatürlich geſchraubte und gekünſtelte Spra
und einem Suhörer, dem die beißende Kritik nicht gefiel, erklä
er die Urſache: „Wir unterſcheiden uns durch die Sprache.
Kl=
ſtock ſpricht: „Du, der du weniger biſt als ich und dennoch 1
gleich, nahe dich mir und entlade mich, dich beugend, von der O
des ſtaubaufatmenden Kalbfells”. Ich ſage aber ſo: „Joha
kumm un treck mi de Stäbel ut!” („Sieh mir die Stiefel aus
Em Dummkopf machte Lichtenberg auf ſeine merkwürt
großen Ohren aufmerkſam. Der große Philoſoph ſah den Grobi
an und erwiderte ihm: „Wahrhaftig, für einen Menſchen ſi
meine Ohren zu groß — aber die Ihrigen ſind für einen Eſel
klein!”
In Goethes Hauſe waren die Unterhaltungen immer ſe
animiert. Man konnte über jedes Chema ſprechen, mr Klaſt
duldete der Meiſter nicht. Einmal hat er einer alten Klatſchdd
zornig zugerufen: „Kehrt Euren Schmutz bei Euch zuſammen, ab.
bringt ihn mir nicht ins Haus!”
Bei einer literariſchen Soiré ſprach man über den Kompon
ſten Meyerbeer. Heinrich Heine ſchwieg, ſagte kein Wort. A1
die Frage, ob er überhaupt wiſſe, wer Meyerbeer ſei, erwider:
er lächelnd: „Den Meyerbeer kenn ich, der iſt ja berühmt durt
leinen Nuhm!”
Weiß zieht und ſetzt in zwei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Kd1 De1 Tb6 Lb5 Sc4 e6 Ba2 b4 (8);
Schwarz: Kd5 Dh7 Ta3 a6 Uh8 Bd3 f7h6 (8); 2F.
Aufgabe 589.
Otto Würzburg in Grand Rapids.
(Good Companion, 1922.)
Beiß: Ka1 De1 Te4 g8 (4):
Schwarz: Kf5 Sf4 Ba2 (3).
Matt in drei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 578—581.
578. M. Kühl. Ehrenpreis in der Dreizüger=Abteilung der „Schwalbe‟, 1930-I.
(Eh4 Da2 Td5e2 La7 Sf2 g7 BGTg2h5; KF4To3 e8 LC2 o8 SbSbTBb2
f7; 3c.) 1. Da4+7 8d41— 1. Da2—a6! (Droht 2. Dh6F) I.... Te6 (Le6)
2. D431 P:d3 3. Tt5 (Tetk; 2. 1:43 3, 8h3 (be3)4.— 1. Th34
(Ths, Lg6, Bf6) 2. S:h3+ (Df6+). 1. . 8d6 2. D:d6+. Ein
doppelwen=
diger Grimſhaw und ein doppelwendiger Nowotny hintereinander geſchaltet! Es
ent=
ſtehen auf dieſe Weiſe 4 einwendige Treffpunkte (k5, e4, e3 und h3), die jedesmal
durch Berſtellung der Themafiguren erobert werden. Die Aufgabe iſt eine
Glanz=
leiſtung. (Anmerkungen aus der „Schwalbe”).
579. J. Paluzie. Ehrenpreis in der Dreizüger=Abteilung der „Schwalbe‟ 1930-II.
Kg6 De7 Te3 h4 Le5 e6 Sd3 Ba3 a4 62 c6 d6: Ka4 Dd4 Td5 Sa7 b8
Ba5 b7 63 65 c7h2: 3c.) 1. Df77 h1D1 1. Te—e47 8b51 1. Bd6xc7?
Bb61- 1. Le6—g411 Droht 2. Sd3—b2+1 1. .. . T:d6+(D:d3+, De4+,D:g4*
D:e5 T:e5); 2. Le6t(lf54, T:e4+ T:g4+, Le6+). Doppelte Entfeßlung durch
Aufbau einer Batterie. Sehr ſchwierig und ſehr fein.
Aufgabe 588.
Nummer 408.
A. Ellermann in Buenos Aires.
(1. Preis, Good Companion, 1919.)
g
580. F. Fleck. Ehrenpreis in der Zweizüger=Abteilung der „Schwalbe‟, 1930-II.
(Kb8 De5 Tg4 h5 Lf1 g1 Sal a2 Bd4 d5 e2; Kc4 Th3 Lf2 h7 Sg5 Bb5
c5e6; 2c) 1. Dd67 L:d41 1. T:h37 Le3:— 1. De5— 05! Lg3 (Se4, L:d4)
2. Be4 (Be3, T:d 4/4. Hübſche Berteidigungsſpiele, darunter iſt je eine Turm= und
Läuferverſtellung.
581. A. B. Mongrédien. LEchiquter, 1927. (Kh8 Db7 Lg7 Se1 B45 15
g3; Ke4; 34.) 187— a11 K:f5 2. Dg7 Ke4 3. De5., Verdoppelungs=
Räu=
mung (Turton), 1. . . . Ke3 2. Db2 Ke4 3. De5F. Verdoppelungs=Bahnung. Die
Darſtellung der beiden Themen in dieſer einfachen Stellung iſt hervorragend.
Kätſel
Zum Ausfüllen.
Man fülle die leeren Felder mit Buchſtaben aus, ſo daß die
waage=
rechten Neihen Wörter von folgender Bedeutung enthalten: 1. Vogel,
2. Reptil, 3. Wintervergnügen, 4. Stadt in Sachſen, 5. Gattung der
Vierfüßler, 6. Feinde der Schiffahrt, 7. immer das gleiche, 8.
Pflanzen=
gattung, 9. Ort in Steiermark.
Die auf die Punkte fallenden Buchſtaben nennen zeitgemäße Gaben.
Carl Deubel.
Magiſches Quabrat.
Nach richtiger Ordnung der Buchſtabenpaare enthalten die
waage=
rechten und die ſenkrechten Reihen gleichlautende Wörter.
Silbenrätſel.
Carl Deubel.
Aus den Silben: a a an ba bach back bar bar be
bee ber bord chi dent dort e e e e eb er erd gen hi
lent ling ma me me mi mund ner ok pe qua qua
re re rha ri ri rin ros ſa ſchen ſi ſto ta tan tan
te te ti ti trom trug ul um us werb xil zi ſind 21
Wörter zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchſtaben, beide vo
oben nach unten geleſen, einen Spruch ergeben (ch — ein Buc
ſtabe).
Die Wörter bedeuten: 1 Stadt in Weſtfalen, 2 Fruch
3 Staudenkompott, 4 Gleichwort für Täuſchung, 5 Baum. 6 ita
Wein, 7 Fixſtern, 8 Begabung, 9 Behälter für Waſſertier
10 Beiname Kaiſer Friedrich I., 11 bedeutende deutſche Schrif
ſtellerin, 12 Blasinſtrument, 13 Abendland, 14 Verbannungsor
15 Gewinnanteil, 16 Verdienſt, 17 eine Kurve berührende Ge
rade, 18 Edelſtein, 19 Schiffsſeite, 20 Sonntag, 21 Schiffsgeländet
Anflöfungen der Rätſel aus Rummer 17.
Waben=Rätſel.
1 Melone, 2 Enzian, 3 Poeſie, 4 Morgen, 5 Zelter, 6 Paſtoy
7 Gondel.
Frühlingsboten.
1. Verne, 2. Eiche 3. Frene, 4. Lilie, 5. Chile, 6. Heine, 7. Erbſe=
8. Nonne. — „Veilchen”
Wer weiß etwas?
1. Gerhard, 2. Ritter, 3. Orakel, 4. Spiegel, 5. Semiramis,
6. Elen 7. Regen, 8. Lachſe 9 Aolos. 10. Reichtum, 11. Marzipan,
12. Mode, 13. April, 14. Caſtor.
„Großer Lärm macht keine Hochzeit.”
Schieb=Rätſel.
W EUDA
HERMAN N
C ESUNDHEIT
VERSTAND
b
DEROT
F BEI
A G
G EM S E
B EWEGVNG
L A C ER
K O RA LI
VERDIENST
Erſt die Ware, dann das Geld.
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei. Rheinſtr. 2. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H Nette. Darmſtadt. Fernſpr. 1. 2380—
— Alle Rechte vorbehalten Nachdr. verhetrn
„No”, facht ich die Woch zu de Endebärzelſen, was
bekannt=
mei Freundin is, „no”, ſagt ich freideſtrahlend:
dlich ſiegt die Tugend!“
Die guckt mich ganz verdutzt a, huſt mer en ganze
Spreng=
ve voll Bazzille ins Geſicht, und ſeegt mit=ere Stimm, als
n’s aus=ere alde Gießkann kemt: „Inwieſo un was haaßt:
die Tugend?”
„Eino”, ſagt ich, „märke ſe nix?!"
„Ei naa”, ſcegt ſe, un ihr Nas is dobei for Neigierde um
a Zendimeder lenger worrn, „ei naa, ſeegt ſe, ei was is
3wärd Friehling!” ſagt ich.
„Ach S—i—e!” — ſeegt ſe endeiſcht, un ihr Nas is dobei
der um drei Zendimeder eigeſchnorrt; „ach Sie, ſeegt ſe,
jab wunners geglaabt, was ſe mer do for=e Neiichkeid zu
hedde.” Un bedräffs dem Friehling, ſeegt ſe, der hedd
im Läwe noch nix mit der Tugend zu dhu gehadd, valleicht
ſer im Gäjedaal. Un zudem, ſeegt ſe, weer ihr däß weiders
neies, die Tugend dhet immer ſiege, wann des Laſter grad
C e bische ei geſchloofe weer, un die Tugend dhet
mehr=
daals konnſtandermaße ſiege, wann mer in e gewiß Alter
; un daß die Tugend bei uns zwaa baade ſchun lang nix
erſt mehr dhu dhet, als wie in aam fort ſiege, däß weer
er gottlob ſchun lang der Fall; un do dhet aach de Friehling
mehr dro mache; un iwwerhaubt, ſeegt ſe, ihr weer’s noch
derlich im Leiwe, un ſie dhet net ehnder an de Friehling
we, bis ſe’s offiziäll in de Zeidung geläſe hett.
Ich hab ſe gefrogt, warum däß äxdra in de Zeidung ſteh
t, es ſtend jo dick un braad im Kallenner.
Awwer do hott ſe gemaant, der Kallenner weer in dem
for ſie net mehr maßgäwend, ſie dhet jedenfall net ehnder
glaawe, daß de Winder fort weer, bis ſe vun unſerm
Owwerowwer den offiziälle Abſchieds= un Refferenzbrief
ſe hett: „Hochgeſchätzter Herr Winder! — Es iſt mir eine
enehme Pflicht — un ſo — — —” dann erſt dhet ſe an den
ſonalwäxel vun de Johreszeide glaawe.
Nö, däß is widder mol ächt Endebärzelſen. Un demgemeß
ich mich beruffe gefiehlt, ihr ausenanner zu ſetze, daß ſe
e bische uffm Holzwähk weer. Unſer Herr Owwerowwer
t zwar ganz genaa, was er ſich als Haubt vun=ere Kunſtſtadt
ldich weer, un daß er kaan Liewesbriefſteller braicht, wenn=er
Kinſtler, menn= un aach weiblichen Geſchlächts, die wo emol
im Dorchgangsverkehr, in unſere moxaliſche Badea’ſtalt e
allsbraus iwwer ſich ergeh ließe, zum Abſchied e
Liewes=
fche ſchreiwe dhet. Awwer in dem ſpäziälle Fall, ſagt ich,
telt’s ſich doch um richdichgehende Kinſtler, um
Therjader=
däß weer doch was ganz beſunneres, un die mißt mer
ſich warm halde, dann ſo Art Leid kemde drauß in de Wäld
erum, un wann die unner ihresgleichen erzehle dhete, wie gud
un liewenswärdich mer ſe hier behannelt hedd, dann weer’s
net ausgeſchloſſe, daß ſich emol widder ſo e groß Nummer nooch
hier verlaafe dhet; no un uff die Art kreegt — wann aach
uff=
eme etwas koſtſpieliche Umwähk — unſer Städtche doch noch
en gewiſſe Ruf als Kunſt= und Therjaderſtadt. Dem Winder
dohärngäje braicht unſer Owwerowwer kaa Drehn mehr nooch
zu greine, un braicht’m net noch noochdräglich ſei Refferenz zu
mache, dann verdient hett er’s net, un däß dhet jo ſchließlich grad
ausſähe, wie als wann er’n fortlowe wollt, ungefehr ſo, wie
mehr als e Dienſtmädche fortlowe dhut, wann mer ſe gern los
ſei will — —
Uff däß hie hott mich mei Endebärzelſen eweil dumm a
ge=
guckt — ſie hodd bekanntlich e bische e lang Leidung — un
dann hott ſe’s gemacht, wie’s alle Weiwer mache, wann ſe was
net bedabbele wolle, — nemlich ſie hodd vun ganz was annerem
agefange, un ſeeckt, ob die ſogenannte moraliſch Badea’ſtald
was mit unſerm ſtädtiſche Schwimmbad zu dhu hedd—
Däß wenicher, ſagt ich, dann bei däre bewußte moraliſche
Badca’ſtald hannelt ſich’s, frei nach Schiller, um die
Kull=
dur, während beim ſtädtiſche Schwimmbad, do hannelt ſich’s
bloß um die Ziffeliſatzion.
—” hott dodruff mei Endebärzelſen
ge=
ſagt, vermudlich hott ſe’s net begriffe, un do hab ich ihr’s noch
emol verglickert, „Alſo, uffgebaßt: Kulldur is, was dem innere
Menſche zugud kimmt; Ziffeliſatzion dohärngäje is, was dem
aißere Menſche dienlich is; odder ſozuſage: Kulldur is, was
die Dichter un Denker for uns ſchaffe un wirke; Ziffeliſatzion
is, was die Tächnicker un Inſchennieere for uns erausdifftele;
Kuldur is —
„Ach was, dumm Geſchwätz”, ſeeckt dodruff mei
Endebärzel=
ſen, un hott gemaant, ich ſollt=ere net mit ſo geſchwollene,
viehſelofiſche Redensarde kumme, die wo ich gottwaaßwo
uff=
gegawwelt hedd, un mit dene mer kaan Hund hinnerm Owe
vorlocke kennt; ſie wollt mer den Unnerſchied zwiſche de
Darm=
ſtädter Kulldur un de Darmſtädter Ziffeliſatzion beſſer
ver=
exemble. Nemlich mit aam Wort: Kulldur weer, wann mer
am Therjader for all die iwwerrickfe Menggengel un Krembf
en Haufe Gäld eneibuddern dhet; un Ziffeliſatzion weer, wann
mer’s beim Schwimmbad widder rausſparn wollt; un de
aan=
ziche Unnerſchied zwiſche däre moraliſche Badea’ſtald un däre
ſtädtiſche Badea’ſtald weer der, daß mer in däre aane for
lauder Kulldur e Genshaud kreegt un in däre annere for
lauder Ziffeliſatzion en Haudausſchlag; un da ſie iwwerhaubt
net bade dhet, ſeeckt ſe, dhet ſe’s mir großmiedich iwwerloſſe,
ob ich mir im Therjader moraliſch die Maſern, odder im
Schwimmbad klohraliſch die Neſſelſucht hole wollt; ihr kennts
egal ſei, wo mich’s Fell jucke dhet; un im iwwriche ſollt ich
mich mitſamſt meine Kulldur un Ziffeliſatzion haamgeije
loſſe —
Da, do hadd ich mei Dabbe. No mer kennt ſe jo, mei
Ende=
bärzelſen, un mer ſeeckt net vergäwens: Weiwer, wo kaa Flaaſch
uff de Backe hawwe, die hawwe de Deiwel im Leib ... Un
was mich am meiſte ärcherd is däß, daß ich=er net emol ſo
unrecht gäwe kann, dann mir macht’s ſällwert ſo langſam de
Eidruck, als dhete mer in Darmſtadt unſern Kulldur=Ehrgeiz,
uff Koſte vun unſerm Ziffeliſatzions=Ehrgeiz e bische
iwwer=
ſteichern.
Un däßhalb maan ich, unſer kunſtſinnicher Herr Owwerowwer
ſollt net ſei ganz Härz unſere möraliſche Badeaſtald zuwenne,
ſundern ſollt aach emol ſein Sinn uff unſer ſtädtiſche
Bade=
aſtald lenke, dann mit däre geht’s äwe aſch verkehrt erum. Gewiß,
die Familiebaderei hott jo allerhand Spaß un Vergnieche ei
ge=
brocht, awwer leider hott ſich noch kaan Abnehmer gefunne for die
Vulljong, die wo ſich dagdäglich in dene Badebaſſainer aſammle
dhut. Un do is mer uff den Eifall kumme, die Flaaſchbrieh mit
Klohr immer widder ſchemiſch zu reiniche. Jedenfalls hott mer
o genumme, daß die Menſchheit mittlerweil ſo e dick Haud krickt
hett, daß=ere däß nix ſchade kennt. Awwer es Gäjedaal is
rich=
dich, die Menſche ſin heidichendags embfindlicher wie je, un es
jückt en die Haud nooch jedem Bad, odder ſie krieje rode Aage wie
e Kloſterkatz. Däßhalb gäb ich dene, die wo e gar zu embfindlich
Haud hawwe, den gude Rad, ſe ſolle unner Middag in’s
Cchwimmbad geh, do is es nehmlich geſchloſſe, un do laafe
ſe kaa Gefahr.
Wann ſich awwer unſer Stadtverwaldung unner alle
ſiwwe=
unzwanziſch Umſtend grad am Schwimmbad geſund mache will,
dann embfehl ich=er, ſie ſchließt des Schwimmbad ganz un henkt
e groß Dafel an die Eigangspforde mit der Ufforderung: „Bade
zu Hauſe!” — Un dann nimmt mer all die, wo däre
Ufforde=
tung Folge leiſte, unner die Luxusſteier, erhebt for jeden Fuß, for
jeden Arm un jeden Kobb, wo ſauwer geweſche erumlaaft, e
zimm=
liche Umlag; un packt annererſeiz all die, wo dohärngäje
unge=
weſche verwiſcht wärrn, mit=ere grindliche Vergniechungsſteier.
No un do mißt jo grod alles verhext ſei, wenn uff die Art un
Weis ſich bei unſerm ſtädtiſche Schwimmbad net en gewaldiche
Iwwerſchuß erauswärtſchafte ließ — —
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Abbrebo, als ſehr erfreilich därf
mer feſtſtelle, daß die Preisabbauſeiche immer weider um
ſich greift. Wann mer ehrlich ſei will, un mir ſind jo all
grund=
ehrlich, ſoweit mer’s Zwinge, un ſoviel wie’s zuläſſich is, un
ſo=
lang wie mer’s därf, ohne daß mer als dumm un rickſtendich,
ald=
modiſch un dickkebbich verſchrieje un ausgelacht wärd, — alſo wann
mer ehrlich ſei will, dann muß mer doch dadſächlich zugäwwe, daß
ſich der Preisabbau ganz preisabſcheilich kaddaſtrofahl benemme
dhut. Die Preiſe falle wie vum Himmel erunner. Greift nor
emol enei, in de volle Preisabbau, un wo ihrn packt, do is er
indräſſand. Awwer mer muß blitzſchnell zupacke, ſunſt verwiſcht
mer’n net mehr. So ſind beiſpielsmeßich die Audomobill un
Flugzeich ganz gewaldich im Breis gefalle; mer krickt ſe ſozuſage
geradezu noochgeworfe. Schad, daß unſeraaner vun dem
Preis=
ſtortz nix broffidiern kann.
Awwer, Spaß beiſeit, wann mer ſei Zeidung mit Adacht
läſe dhut, un bedracht ſich die Auslage un Ausſtellunge vun de
hießiche Geſchäfte do wärd mer feſtſtelle kenne daß
dad=
ſächlich, wärklich un wah haffdich in Beziehung uff de Preisabbau
allerhand geleiſt is worrn. Wann mer bloß genuch Gäld hett, ſo
könnt mer jetzt billich un broffidawel eikaafe. Awwer grad däß
fehlt uns, un ſo miſſe mer in Geduld abwarde, bis aach en
Preis=
abau in de Schulde ausbricht.
Immerhin hawwe mer awwer aus däre ſtadtamtliche
Stadi=
ſtick die Woch feſtſtelle könne, daß aach die Fickduwahlje un die
ſun=
ſtiche Läwensmiddelbroduckte for de dägliche Hausgebrauch
mäch=
dich erunner gange ſin. In Brozende umgerächend, ſieht der
Preisabbau ganz gewaldich aus; in Fennich umgerächend
do=
härngäje do dreegt’s uff e vierkebbich Famillie die Woch noch kaa
värdels Mack. — Ja, die Stadiſtick —
Der ruhende Pohl in der Preisabbauerſcheinungen Flucht ſin
dohärngäje die Hausmied, Gas, Waſſer, Elektriſch, Steiern un die
ſunſtiſche Gebiehrn un Abgawe, vun dene kann mer ruhich
be=
haubte: die halte die Stellung! — Diddo deßgleichen aach.
die Diäte vun unſere heſſiſche Volkserwehlte, um die ſe ſich die
Woch ſolang erumdiſchbediert hawwe, bis alles beim alte
ge=
bliewe is. — Awwer des fellt mehr in’s komiſche Gebied, un des
„Komiſche” liggt mir bekanntlich net. Däßhalb muß ich’s de
Effendlichkeid ſchun ſällwer iwwerloſſe, ſich dodriwwer ihr Gloſſe
zu mache .. ..
Der zeitgemäße Haushalt.
Küchenzettel für die Zeit vom 30. März bis 6. April.
(Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.)
Die Koſten des Speiſezettels ſind für 6 Perſonen berechnet.
itag, 30. März:
0,30
Reisſuppe .."
...
1.
Kölner Schnitten
Kartoffeln und Tomatenſtücke. . . . . . . . . 0,50
180
tstag, 31. März:
0.,30
Kartoffelſuppe
0,90
Grießauflauf mit Obſt (Vorrat) ...
1.20
woch, 1. April:
0.30
Herſtenſuppe
2,80
Ochſenfleiſch mit Meerrettich und Kartoffeln.
3.10
terstag, 2. April:
0.30
Hafexflockenſuppe
2.10
Spinat mit Eiern und Kartoffeln . . . ..
2,40
tag, 3. April:
0,30
Hrünkernſuppe
Nudeln mit Obſt oder gebr. Seelachs mit Salat und
2,50
Kartoffeln
2,80
Stag, 4. April:
Linſenſuppe mit Würſtchen . . . . . .. 1,60
itag, 5. April:
1.20
Tlare Brühe mit Klößchen
½=Pfd. Kaſſeler Rippeſpeer mit .
19
Züchſenerbſen und Pommes frittes.
1.
Zitronencreme
12,60
tag, 6. April:
0.36
Slumenkohlſuppe (Maggi) „=
Calter Rippeſpeer (Reſt).."
075
Sauerkraut mit Kartoffelbrei.
kompott (Vorat)
111
kölner Schnitten. 2 Pfd. Weißkraut oder Wirſing oder bei=
Emiſcht zerteilen und wenig kochen, dann fein hacken. 1
Zwie=
ar Butter dünſten, dazu fein gehackten Peterſilie und 125 Gr.
dene Semmel noch etwas mitdünſten. Zu dem gehackten
Ei und Salz. Flache Schnitten formen, in Weckmehl
wen=
end braten. Rezept aus dem Kochbuch von Binswanger.
kkonencreme. 6 Eigelb, 6 Eßlöffel Zucker, 6 Blatt Gela=
42 Zitrone. Das Gelbe mit dem Zucker ſchaumig rühren,
Saft, die abgeriebene Schale der Zitrone und die aufgelöſte
ine. Zuletzt den Eierſchaum. (Nicht zum Stürzen.)
der feſtlich geſchmückte Oſtertiſch. Eine äußerſt
ngsvolle, mit billigen Mitteln beſchaffte feſtliche Dekoration
2ſtertiſches kann wie folgt, raſch hergeſtellt werden. In der
des Tiſches wird in möglichſt ſchlanker oder hochgeſtellter
ein Frühlingsſtrauß aus Weidenkätzchen und grünen Zwei=
Der Blumen ganz nach Wunſch geordnet. Um dieſe ſchmiegt
ne farbige Manſchette aus Kreppapier, und an dieſer wer=
den fingerbreite Bänder von gleichem Papier unſichtbar feſtgeſteckt
oder genäht, wo ſie von hier aus bogenartig bis zum Tiſchrand
gezogen und zwiſchen jedem Gedeck mit kleinen
Frühlingsſträuß=
chen befeſtigt werden. Oſterhaſen oder gelbflaumige Kücken
kön=
nen noch rings um den Fuß der Vaſe in grüne Papierwolle
ge=
bettet werden, aus der auch einige bunte Zuckeroſtereier
hervor=
lugen. Das Ganze ein überaus gefällig wirkender, eine feſtliche
Stimmung verbreitender Oſterſchmuck, deſſen lichte, kräftige
Far=
ben am beſten dem Zimmer angepaßt werden.
R.
Die Aufbewahrung der Winterſportſachen
Da bekanntlich die Motten jene Stellen beſonders gern aufſuchen,
die durch Eß=, Trink= oder Schweißflecke verunreinigt ſind, ſo
ſoll=
ten alle Winterſportſachen vor ihrer endgültigen Verwahrung
gründlich gereinigt werden. Am beſten nimmt man mit ihnen eine
Naßwäſche vor. Zunächſt lege man dicke, aufſaugfähige Tücher
und alte, verbrauchte Bezüge auf dem Tiſche aus, dann bereite
man aus 30 Liter lauem Waſſer und einem Paket Perſil eine
fette Waſchlauge. In einem zweiten Becken ſtelle man leicht
ge=
ſäuertes Eſſigwaſſer bereit. Nun drücke man jedes Stück einzeln,
ohne Reiben, aber gründlich geſtaucht, zunächſt in der Waſchlauge,
dann nach gründlichem Ausdrücken in Eſſigwaſſer ſorgſam aus.
Wickle es dann ſofort ausgebreitet in eines der weichen Tücher,
entferne hier durch Drücken oder Preſſen ohne Winden die meiſte
Näſſe daraus, wickle nochmals in ein trockenes Tuch, wobei man das
Stück ſorgfältig in Form zieht, und lege den Wickel zur Seite.
Sind auf dieſe Weiſe alle Stücke nacheinander bearbeitet, dann
lege man die nur noch halbtrockenen Sportſachen ſchön geglättet,
in Form gezogen und an Aermeln und Taſchen mit Läppchen oder
E.
Seidenpapier unterlegt, zum völligen Trocknen aus.
Vorzüglicher Eiſenkitt für Ofenplatten, Ka= einem Ei und einem Glas Zitronenſaft beſtehen!“
nonenöfen, Aſchenkäſten u. a. m. 40 Gramm
feinge=
ſtoßener Salmiak, 8 Gramm Schwefelblume und 250 Gramm Eſſen zu mir nehmen?”
Eiſenfeilſpäne werden innig miteinander vermiſcht. Zum
Ver=
kitten rühre man von dieſer Miſchung, die man gut verkorkt, in
Flaſchen an trockenem Ort aufbewahrt, 1 Teil mit 20 Teilen
Eiſenfeilſpänen, 1 Teil Eſſig und 7 Teilen Waſſer recht ſorgſam
an. Er erhärtet langſam, wird aber eiſenfeſt.
Ihre Auffaſſung.
Humor
Großzügig. „Zu jedem Geburtstag darf ſich meine Frau
wün=
ſchen, was ſie nur will.” — „Nun, was pflegt ſie ſich denn dann
immer zu wünſchen?” — „Ach, die letzten ſechzehn Jahre hat ſie ſich
(Söndagniſſe.)
immer ein Klavier gewünſcht.”
Die Witwe. „Mutti haſt du mich ſehr lieb?‟ Natürlich,
mein Junge, das weißt du doch!” — „Warum heirateſt du dann
(Berlingſke Tidende.)
nicht den Eiswaffelmann?”
Unfehlbar. Friſeur (der ſoeben ein Haarwuchsmittel
ver=
kauft hat): „So, mein Herr Sie werden über die Wirkung
er=
ſtaunt ſein! Aber geſtatten Sie mir bitte noch eine Frage. Sind
Sie zufällig Billardſpieler?” — „Ja, allerdings, warum denn?”
— „Ich möchte Sie dann nur warnen. Wenn Sie die Tinktur
be=
nutzt haben, reinigen Sie bitte Ihre Hände beſonders gründlich,
(Tit=Bits.)
bevor Sie wieder eine Billardkugel anfaſſen!“
Zerſtreut. „Warum nehmen Sie eigentlich immer drei
Regenſchirme mit, Herr Profeſſor?” — „Das will ich Ihnen
er=
klären, den einen laſſe ich in der Straßenbahn ſtehen, den zweiten
im Reſtaurant, und den dritten habe ich dann, wenn es regnet.”
(Pages Gaies.)
Die Freundin. „Ich bin ja ſo glücklich! Waldemar hat mir
ſein Herz geſchenkt!“ — Sei nur recht vorſichtig= Geſtern hat er
(Herold.)
mir geſagt, ich hätte es ihm gebrochen!
Im Park. Der freundliche Herr: „Die Bank iſt friſch
ge=
ſtrichen!“ — Die ſchwerhörige Dame: „Wie?‟ — Der Herr:
(Kaſper.)
„Grün!”
„Alſo, gnädige Frau, Ihre Djät wird aus etwas Salat ohne Oel,
„Sehr wohl, Herr Doktor, ſoll ich das nun vor oder nach dem
Ferner liefen. Herr Spitzer, Sie haben ſich geſtern freigeben
laſſen, unter dem Vorwand, krank zu ſein, und am ſelben
Nach=
mittag treffe ich Sie froh und vergnügt auf dem Rennplatz!?‟
„Sie hätten mich mal nach dem Rennen ſehen ſollen, Herr
Direktor!
(Tit=Bits.)
Auf dem Ball. „Es tut mir ſehr leid Herr Peter aber dieſen
Tanz habe ich wirklich ſchon vergeben. Seien Sie nicht böſe, ich
werde Sie meiner Freundin Ella, einem reizenden jungen
Mädchen vorſtellen!“ — „Ach, Fräulein Edith, ich will mit keinem
reizenden jungen Mädchen tanzen, ich will mit Ihnen tanzen!“
(Pages Gaies.)
In der Schule. „Welche große Veränderung bemerkt man
wenn ſich Waſſer in Eis verwandelt?”
„Die des Preiſes!”
(Green Griffin.)
Am Strande. Sie haben ja einen ausgezeichneten Hund!
Der bewacht Ihre Kleider wirklich gut.” — „Ja, das tut er! Nur
ſchade, daß es nicht mein Hund iſt. Ich ſtehe hier nämlich ſeit
zwei Stunden und kann nicht an die Sachen heran.” (Herold.)
Konſultation. Glauben Sie, daß ich achtzig Jahre alt werde?
„Wie alt ſind Sie denn jetzt?
— „Sechzig!” — „Rauchen Sie?‟
„Nein!” — „Trinken Sie?” — Nein!” — „Spielen Sie?‟
„Auch nicht!“ — „Na, dann ſagen Sie mal, aus welchem Grunde
wollen Sie denn achtzig Jahre alt werden?" (Pages Gaies.)
Sparen. „Papa, ſchenk mir doch eine Mark, ich möchte mir
gern die Rieſenſchlange anſehen!“ — „Du biſt doch zu
verſchwen=
deriſch! Nimm doch dein Vergrößerungsglas und betrachte einen
Regenwurm!“
(Sidmouth Obſerver.)
Bei der Arbeit. „Herr Profeſſor! Herr Profeſſor!! Im
Neben=
zimmer brennt es!!!“
denn im Nebenzimmerg” „Darum ſtören Sie mich da2? Bin ich
(B an Pot.)
Schlagfertig. Aber Kurt, du willſt 5 Pfennig haben, um
Bonbons zu kaufen? Biſt du denn nicht ſchon viel zu alt dazu?‟
— „Gut, Tante, gib mir 10 Pfennig, dann kauf’ ich mir
Ziga=
retten!“
(Pages Gaies.)
kommen können . . . Pullmann=Kappen für runde Puppen=
Geſichtchen und Mützen für Jungen mit ſchmal=geſchnittenem
Geſicht; vielerlei aufgeſchlagene, geſteppte Formen aus
undurch=
läſſigem Materiale ſind für die kommenden Regentage ſicherlich
nicht von der Hand zu weiſen; Matroſenklappen ſind immer für
die „Lebhaften und Temperamentvollen” das Allerbeſte,
Filz=
hütchen aber wählt man für die kleinen Mädchen, denen man
genau anſieht, daß ſie wiſſen, was ſie kleidet.
Und all: dieſe Typen haben wir in unſerer Skizze
feſt=
behalten!
Der „Girl=Cup” und ſeine Bluſen.
Der heutigen Modeauffaſſung zufolge iſt es ganz
ſelbſt=
berſtändlich, daß die Frau von Geſchmack ſich unter allen
Um=
ſtänden individuell kleidet und ihre Garderobe bis ins kleinſte
Detail „perſönlich” behandelt. Darum wird es auch niemand
beſchäftigt.
Die Mode iſt darum auch gerade in dieſer Richtung ſehr
großzügig ausgebaut und berückſichtigt dieſen Stil mit
außer=
ordentlichem Verſtändnis.
Im Augenblicke intereſſieren ja vornehmlich die neuen
Frühjahrsbluſen, um ſo mehr, als ſie geradezu ein markantes
Attribut des „Girl=Typs” ſind. Zwei kleidſame Modelle bringt
unſere Skizze, und zwar links ein intereſſantes Jerſey=Modell
mit kleinem Bubenkragen, bauſchigen Aermeln und flotten
Maſcheneffekten, ſowie apartem, weſtenähnlichem Abſchluß, rechts
eine karierte Tricotbluſe mit einer ſogenannten „Ueberweſte‟,
die endlich wieder eine Neuheit darſtellt.
Dieſe und ähnliche Jerſehymodelle ſind in Verbindung mit
einem ſchlichten Faltenrocke die ideale Aufmachung für den
Sport, da ſie nicht nur ſchick, ſondern auch erprobt=
widerſtands=
fähig ſind und allgemin gefallen.
W. U.
haben, wie das dazugehörige Porzellanſervice, wodurch ſich
vollkommene Uebereinſtimmung ergibt.
Man vergegenwärtige ſich etwa ein Tiſchtuch, das fark
Karoeffekte auf gelbem Grunde zeigt, dazu natürlich die gleie
Servietten und — als Neueſtes vom Neuen: das Service in O
gleichen Gelb mit denſelben Karos!
Um aber nicht dem Fehler zu verfallen, in der Einheitlich!
allzuweit zu gehen, wird man ſogar irgendeinen Effekt ſuchen,
der Note eines ſolchen Teetiſches eine gewiſſe „Schwenkung 4
und jeder möglichen Monotonie vorbaut. Erfahrungsgemaß
währt ſich in ſolchen Fällen immer wieder ein naturfarbe‟,
Strohkorb mit Blecheinſatz (anſtatt einer Glas= oder Kerau”
Vaſe), mit friſchen Blumen gefüllt, die natürlich möglichſt 2
Farben des Gedecks angepaßt ſein ſollen.
Sicherlich wird ein derartig gedeckter Tiſch (in Verbinon!
mit einfärbigen Schleiflackmöbeln) nicht nur im Wohnzimit
ſehr gut ausſehen, ſondern auch für Sommerhäuſer und Veraſp”
W. U.
viel Freude bereiten. (Skizze.)
durch eine mit Steine /be
Spange, die dem Sinn d
wendungszweck eines ſolc
ja abſolut widerſprecher
zuſammenhält. (Skizze li
Entzückend ſind die bau arn
ten Strohhüte, die imme ſug
lich und ungemein dekor
ken. Es handelt ſich hier
enganliegende Kappen aus
dem Stroh (Zellophan u.
von dem ſich das matte
aparter Weiſe abhebt (Mi=
Hüte dieſer Art ſehen
immer in Schwarz am 1
und laſſen ſich in dieſer 7
mit faſt jeder Schattierunß
mit mit zahlreichen Aufn
in Verbindung bringen.
Ein Kapitel für ſich ſind.
denhüte der kommenden Ei
Meiſt werden ſie einſe
arbeitet und ſicher darum e
gemein ſchicke Note. Pikan fe
Formen ſind auch die Farl
man liebt gerade in dieſ
aparte" Kontraſtwirkungen urn
denen Schwarz=Weiß und B
Weiß dominiert.
Eine" ſchwarz=weiße Fo
wohl in ihrem anſpruchsloſ Scht
ſchwerlich ihresgleichen fini wind
ſtellt unſere vorletzte Skie
der ganze Hut iſt aus weif /Se
denrips gearbeitet und nur
ein=
ſeitige Krempe wird außen wa
ausgeſchlagen. Schwarz iſt rm
noch der Reiherpinſel, de zuu
eine günſtige Steckart das Fidl
entzückend zu profilieren ra
Natürlich laſſen ſich ſolche Hru
noch in anderen Farbenſtim ge
ſehr gut wiedergeben: er
Beige=Blau, Grau=Schwarz
el=
grün mit Dunkelgrün, ge
Braun uſw.
Den eifrigſten Geſprächsſte e.
bilden — wie immer zu Beg.
Saiſon — doch auch diesmat —
die Strohhüte, und es beſte mi.
Zweifel darüber, daß ſie aud er
ihren Weg machen werden. mi
ſpricht davon, daß es ſich dkl
im Verlaufe der Saiſon un f3
beſonders, große Formen h/i
ſoll, die jene des Vorjahres F4
möglich noch übertreffen!
A=
hand aber zeigt man — de
ſon entſprechend — neben /8
kleinen Faſſons nur hall P
Typen, die ſich mit einer N
Bandgarnierung am eleganteſten ausnehmen.
Einen der allerneueſten. Hüte führen wir als
Skizze vor Augen; er iſt aus Exotenſtroh verfertigt ſ
dürfte wohl ſeiner beſonderen Originalität wegen des Er ſ
ſicher ſein.
Willy Ung
Der neue Cee=Ciſch
ſieht geradezu, „frühlingsmäßig” aus, denn ſeine Note bek
Friſche und Heiterkeit, Grazie und Eigenart bis ins letzte 2
Eine der beſten Anregungen, die der Raumkunſt und dem I
gewerbe in letzter Zeit gegeben wurden, ſind wohl die verſd
nen Leinen Teegedecke, die genau die gleiche Muſte
Die Hutmode im
Srühjahr.
Augenblicklich intereſſiert man
ſich ganz beſonders für die neueſten
Kopfbedeckungen, denn jede Frau
weiß, daß ein ſchicker Hut der
gan=
zen Aufmachung die friſche Note zu
geben vermöge, und iſt ſich
über=
dies auch genau bewußt, daß man
— akademiſch geſprochen — auch
noch in der vorjährigen Garderobe
gut ausſehen könne, wenn man ſie
durch freundliche, neue Garnituren
auffriſcht, wenn man gut beſchuht
iſt und wenn man — vor allen
Dingen — einen geſchmackvollen,
originellen neuen Hut wählt.
Darum verfolgt man die neue
Hutmode geradezu mit einer
gewiſ=
ſen Spannung und widmet den
verſchiedenen Typen ungeteilte
Auf=
merkſamkeit.
In erſter Linie iſt ein
Sport=
hut von Wichtigkeit, den man aber
nicht nur für Ausflüge,
Wochen=
touren uſw. verwenden kann,
ſon=
dern auch für den Vormittag in der
Stadt ſehr gut braucht. Dieſe Hüte
pflegt man faſt ausnahmslos aus
dem Materiale der dazugehörigen
Aufmachung herzuſtellen, weil ſich
auf dieſe Weiſe ein ſchicker
Geſamt=
effekt ergibt, der immer gefällt.
Sehr reizvoll ſind, ja auch die
verſchiedenen Jerſey=
Kopfbedeckun=
gen, die zu den neuen Frühjahrs=
Jerſey=Complets getragen werden,
ſich ſchon jetzt des allgemeinen
In=
tereſſes erfreuen und darum
zwei=
fellos im Verlaufe der Saiſon zur
dominierende Mode zu werden
ver=
ſprechen. Die verſchiedenen
Erzeug=
niſſe der Strickmode ſind ja als
ganz außerordentlich ſtrapazfähig
hinreichend bekannt, ſo daß man ſie
immer beſonders gerne heranzieht,
umſo mehr, als die letzten
Schaf=
fungen, unter denen die ſchicken
Ko=
ſtüme, die entzückenden Kleider und
die eleganten Jerſey=Complets
genannt zu werden verdienen, nicht
nur in der Farbe intereſſant ſind,
ſondern auch durch eine ganz
eigen=
artige poröſe und doch ungemein
ſchmiegſame Struktur auffallen, ſo
daß die neuen Jerſeys von den
ori=
ginellſten Modeſtoffen überhaupt
nicht zu unterſcheiden ſind.
Wir zeigen links im Hintergrund eines der neuen Jerſey=
Frühjahrsenſembles mit dreiviertellangem Paletot, dazu die
frü=
her beſprochene flotte Jerſey=Kappe mit einer ſchick geſteckten
Kielfeder, die ihrer Neuartigkeit wegen ſicherlich eine
beachtens=
werte Garnierung darſtellt. Außerdem iſt aber in jeder
Garde=
robe auch noch ein Hut notwendig, der ſozuſagen ein Mittelding
zwiſchen Trotteurform und nachmittäglicher Kopfbedeckung
dar=
ſtellt, da man — wie die Erfahrung lehrt — gerade ein ſolches
Stück immer wieder braucht. Hüte dieſer Art pflegen meiſt aus
Filz hergeſtellt zu ſein und fallen vielfach durch die zwangloſe
und eben darum ungemein originelle Drapierung auf, die man
gerne durch eine nette Metall= oder Holzagraffe (niemals aber
Frühjahrskopfbedeckungen für das
„Kleinzeug.
Auf dieſem Gebiete gibt es heuer wirklich eine ganz große
Auswahl, ſo daß die Mütter wahrhaftig nicht in Verlegenheit
wundernehmen, wenn die kommende Mode auf dieſe Eigenart
Rückſicht nimmt und — jeder „Uniformierung” aus dem Wege
gehend — der perſönlichen Einſtellung der Dame Rechnung trägt
und vielſeitiger iſt denn je!
Sicherlich iſt der moderne „Girl=Typ” trotz allen Für und
Widers noch immer die verbreiteteſte Erſcheinung in der
Frauen=
welt, denn der Wunſch nach Jugendlichkeit iſt ein Faktor, der alle
Nummer 88
Sonntag, den 29. März 1931
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[ ← ][ ]Seite 26
Sonnkag, den 29. März 1931
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Numme
AV
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HELIA
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Mittagessen
Sonntag 29. März 1931
Markklö chenſuppe
Briſoletts mit Gemüſe und Kartoffeln 1.00
Rindsroulade, bürgerlich, mit Püree. 1.30
Hausm. Bratwurſt m Rotkraut u Kart. 1.30
Kalbsbruſt mit Gemüſe oder
Salat und pommes frites.
„ 1.30
Hammelkeulem Bohnen u pommes frit. 1.30
Kaſſelr Rippenſpeerm Gemüſe u Kart. 1.40
Kalosnierenbraten m. Gemüſe od. Salat
und pommes frites
.. 1 40
Ochſenzunge mit Pfifferlinge und Püree 1.50
Wiener Schnitzel, garniert . . . . . . . 1 60
5040
Süßſpeiſe.
Heute vormittag 11½/ Uhr
HELIA
Der hochinteressante Kultur-Tonfilm, ein Kulturdokument von unschätzbarem Wert
Abenteder unter Rannibalen
6 Monate unter den Wilden von Malekula
Die Abentener dreier Europäer unter den wildesten Kannibalenstämmen der Insel Maleknla. Wir begleiten sie auf
ihren Jagden und Kriegszügen, belauschen sie daheim, feiern ihre Feste und Götzenhuldigungen mit bis zu dem
Moment der Menschenopferung. — Unerhörtes, noch nie Geschautes ist hier auf dem Filmband festgehalten worden,
welches uns unvergeßliche Eindrücke von den Sitten u. Gebräuchen fremder, bisher unbekannter Völker vermittelt.
Preise Mk. 1.00, 1.50 u. 2.00)
Jugendiiche haben Zutritt.
Liiche.
Fiſchhotelett, Sce. Remoul. Kart.=Salat 1.00
Kabeljau=Filet „
1.20
1.20
Merlan, geb.
scheuſiſch mit Butter und Kartoffeln . 1.40
Heute und folgende Tage llente und folgende Tage
Der erste deutschsprachige
Greta Garbo-Tonfilw
Rummelbräu
Restaurant
Rheinstraße 101 — Telephon 2519
gegenüber der Auto-Messe
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Hittagstisch von Mark 1.— an
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Hauptmarkt für Pferde und Maſtvieh
mit Prämiierung und Preisverteilung.
Gleichzeitig Ausſtellung von Geräten u. Dazu das reichhaltige Be programm.
Maſchinen für die Landwirtſchaft und
das Metzgergewerbe, ſowie allgemeine
Ausſtellung und Markt für Kaninchen,
Geflügel und der einſchlägigen Geräte.
Maimarktlotterie mit wertvollen Geld=,
Tier= und Sachgewinnen.
Piano
Programme und Auskunft durch die
Direktion des ſtädtiſchen Schlacht= und gut erh., zu verk.
Greta Garbo
spricht deutsch in
Anna Christie
Nach dem gleichnamigen Schauspiel
von Eugen O Neill.
Regie: Jacgues Feyder.
Deutscher Dialog: Walter Hasenclever
In weiteren Hauptrollen:
Hans Junkermann, Theo
Sball und Salka Steuermann.
Eine neue Garbo ist durch den
Ton-
film entstanden. „Anna Christie” bot
ihr die Möglichkeit zur Entfaltung
ihres größten schauspielerischen
Könnens.
Man hat bisher nur das schöne
stumm-
lebende Bild der Garbo gekannt und
jetzt kommt auch Ihre
Stimme zu uns.
Man muß sie hören.
Ein Stummfilm-Doppelprogramm
von höchstem Niveau
Iodenpu
der grosse Jäger
Regie: Ben-Nasorow.
Personen: Igdenbu . Li-Fun-Man
Naoja . . Valentina Ten
Heute letzter Tag
Der erste Tonfilm von der großen
französischen Revolution
FRITZ KORTNER
PANTON
Schüler=Spor
des Rot=Weiß, 3
Beginn:
Montag, den 30. März gz
9 Uhr vormittags
Anmeldungen auf d. Sporiplatz. 2 —
Toſtenlos. Näheres ſiehe lokaler Te
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der Deutſchen Reichsp
(Kraftſonderpoſten).
Abfährſtelle: Luiſenplatz.
Alle anderen Darsteller sind Cbinesen
und Golden aus den Dortern Torgon,
Driflalu, Dondon u. Waichin am Amur.
Im II. Teil:
Eines der stärksten u größten
Film-
werke, das die Welt überhaupt kennt.
Der Kampf um
die Erde
nach dem weltbekannten Regisseur
8. M. Eisenstein. Die Eroberung des
Landes — 1lie Eroberung der Erde!
Der Fiim ist ein technisches und
künstlerisches Wunder.
Ingendliche haben Zutritt.
Regie: Hans Behrend.
Weitere Hauptdarsteller
Lucie Mannheim, Gustav Grändgens,
Alexander Granacb, Ferd. Hart,
Georg John. A. G. v. Wangenheim,
Ernst Stahl-Nachbaur u. a.
Weltgeschichte im Tonlilm.
Wie ein Meteor steigt in kühner
Linie das Leben Dantons, des großen
Revolntionärs, am Himmel der
wild-
bewegten Umsturzzeit Frankreichs
empor. — Zeiten des Kampfes, des
Rausches, des jubelnden Sieges im
Zenith. jäher Absturz u. Verlöschen.
Tod des ehemaligen Volkshelden auf
dem Blutgerüst.
Im Beiprogramm ein köstlicher
Micky-Film: V.5023
„Kabarett Untersee‟
und das gute Beiprogramm.
Beginn: 2.00, 4.05, 600 u. 8.20 Uhr / Beginn? Uhr, letzte Vorstell. 8.15 Uhr / Beginn: 200, 4.05, 6.00 n. 8.20 Uhr
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Michelſtadt, Erbach (1 Stunde
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Reinheim. Darmſtadt (an 19
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Darmſtadt (ab 13.15 Uhr), Mo
Lützelbach (3 Stunde), Lichtenk
Stunden), Rodau, Rohrbach, Da,
(an 19 Uhr. Fahrpreis 3 7
Sonntag, 12. April:
Darmſtadt (ab 8 Uhr), Einſiede
burg, Groß=Umſtadt, Erbach (34S1
Eberbach, Hirſchhorn (½ Std.),
ſteinach (1 Stunde), Heidelberg (2
Darmſtadt (an 20 Uhr). Fahrpr.
Mittwoch, 15. April:
Darmſtadt (ab 13.15 Uhr). Juge ir
Balkhäuſertal, Kuralpe. Beedenk
Lindenfels (1½ Stunde), Reichel
Lichtenberg. Darmſtadt (an 20
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Grä enhauſen ab 7.50—11.50 Uhr (5065b
von Darmſtadt Mathildenplatz ab 8 10 Uhr,
durch bis Mörfelden — von Darmſtadt
Mathildenplatz ab 10.15 bis Gräfenhauſen.
Kaufen Sie Ihre für den
Oſterputz nötigen Artikel bei
Kohlensparverein, Darmstadt
den Blinden, Karlsſtraße 21.
Landwehrstr. 2, Ecke Frankfurterstr. Fernspr. 1399
Hiermit machen wir unsere Mitglieder auf die am Montag, den
30. März, abends 8 Uhr, im Fürstensaal, Grafenstr. 18,
statttindende
ordentliche Hauptversammlung
nochmals autmerksam. Der Zutritt ist nur unter Vorzeigen der den
Mitgliedern bereits zugestellten Einladungskarten gestattet.
Der Vorstand.
Bürſien, Schrubber, Putztücher,
Staub=
tücher, Fenſierleder, Mop in jeder
Aus=
führung und jeder Preislage. Körbe aller
Art vorrätig. Anfertigung nach Angabe.
Flechtarbeiten.
Korbreparaturen.
Koſienloſes Abholen und Zubringen.
Reichhaltiges Tager in Korbmöbel.
Während der Oster-Feiertage
gelangt ein stärker eingebrautes, gut abgelagertes
TOTA
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Zum Ausstoß.
Mit dem Versand in Faß und Flaschen wird am
Donnerstag, den 2. April ds. Us, begonnen und bitten
Wir um rechtzeitige Aufgabe von Bestellungen. —
Brauerei Karl Fau
G. m. b. kI.
(5032)
Telefon 393/ 429