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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 82
Montag, den 23. März 1931.
—194. Jahrgang
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ſt Dolſer — 420 Machl. — Im Fole heherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr. Streil uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konurs oder gerſchiſcher Beitehung ſahlt eder
Nabatt weg. Banfkonto Deutſche Bani und
Darm=
ſädter und Nationalbanl.
Reonnion des Unrechts an Oberſchleſien!
Deukſchland prokeftierk erneuk gegen die Vergewalkigung im Oſten. — Die Verhälkniſſe in Aberſchleſten
Müſſen revidierk werden. — Hunderkkauſende ſchwören zur deutſchen Volksgemeinſchaft.
Durch Leid zum Sieg!
Oberſchleſiens Gedenkſtunde.
Gleiwitz, 22. März.
Der Reichskanzler wohnte am Sonntag vormittag auf dem
Annaberg der Meſſe bei. Der Kanzler hatte den
Oberpräſi=
denten am Samstag wiſſen laſſen, es ſei ſein Wunſch, den
Anna=
berg, der im Abſtimmungskampf von dem deutſchen Selbſtſchutz
Stadt Beuthen zu Ehren der während der Abſtimmung
Gefalle=
nen errichteten Gedenkhalle eine ſchlichte Feier ſtattfand. Vor
der Gedenktafel, auf der die Namen der weit über 200
ge=
fallenen Selbſtſchutzkämpfer und Angehörigen
der italieniſchen Beſatzungstruppen, die im
Kampf mit den Polen fielen, aufgezeichnet ſind, legten
der Kanzler und der preußiſche Innenminiſter Sebering,
wäh=
rend eine Kapelle das Lied „Ichhatt einen Kameraden”
ſpielte, Kränze im Namen der Reichs= und Staatsregierung
nieder. Der Kanzler beſichtigte dann die
Abſtimmungsaus=
ſtellung.
Aus dem dentſchgebliebenen Oberſchleſien.
Oben links: Ratibor; Eichendorff=Denkmal. Mitte: Gleiwitz; Ring. Rechts: Hüttenarbeiterplaſtik in Gleiwitz.
Unten links: Hindenburg; Kronprinzenſtraße. Rechts: Ratibor; Ring mit Rathaus und Marienkirche.
übungen das Gedicht „Oberſchleſiſcher Schwur” überbracht.
Dar=
auf ſprach der
preußiſche Innenminiſter Severing,
Er unterſtrich, daß das Abſtimmungsergebnis vor zehn Jahren
ein Ruhmesblatt in der Geſchichte der Provinz Oberſchleſien
ge=
weſen ſei. Er ſchloß:
„Mit der Kraft der Ueberzeugung werden wir nicht
ab=
laſſen, immer wieder zu fordern, daß die Verhältniſſe des
oberſchleſiſchen Grenzlandes neu geordnet werden,
unab=
hängig von der Macht der Bajonette und Diktate. Wir
wer=
den, davon bin ich überzeugt, mit dieſer Forderung dereinſt
durchdringen.”
Die Grüße des geſamten öſterreichiſchen Brudervolkes
über=
brachte
Dr. Steinacher=Wien.
Er hob hervor, daß das öſterreichiſche Brudervolk mit dem
Volk im Reiche einig in dem Proteſt gegen den Spruch von 1921
ſei. Deutſchland und Oeſterreich müßten zuſammenwirken für
eine beſſere Zukunft.
Der Rektor der Univerſität Breslau ſprach für die akademiſche
Jugend und die Profeſſorenſchaft. Wie vor 120 Jahren, ſo hätte
ſich auch vor zehn Jahren die geſamte deutſche Akademikerſchaft
zum Kampf um deutſches Land, um Oberſchleſien erhoben. Den
Abſchluß der Feier bildete der große Zapfenſtreich der
Reichswehr=
ehrenkompagnie.
Skahlhelm=Aufmarſch im Berliner Luftgarken.
Berlin, 22. März.
Im Luſtgarten fand am Sonntag nachmittag der Aufmarſch
des Berliner Stahlhelms zu der Kundgebung für das
Volks=
begehren „Der Landtag iſt aufzulöſen” ſtatt. Mehr als 10 000 in
Feldgrau gekleidete Stahlhelmleute mit zahlreichen Fahnen
nah=
men an der Front zum Schloß Aufſtellung, wo ſich auch etwa
100 000 Zuſchauer eingefunden hatten. Die Polizei ſchritt äußerſt
energiſch ein und nahm zahhlreiche Zwangsgeſtellungen vor.
Kurz nach 15 Uhr ſchritt der Landesführer Major a. D. v.
Stephani unter den Klängen des Präſentiermarſches die
Front der Stahlhelmer ab. Dann hielt er von einem
Kraft=
wagen vor dem Mittelportal des Schloſſes eine Anſprache, die
durch Lautſprecher übertragen wurde. Er führte u. a. aus: Der
Angriff, den der Stahlhelm eingeleitet habe, ſolle vorwärts
ge=
tragen werden, bis die rote Feſtung des heutigen Preußen
ge=
nommen ſei. Der Kampf werde von dem nationalen
Deutſch=
land mit Sicherheit gewonnen werden. Wenn der
Reichsbanner=
führer Hörſing glaube, dem Stahlhelm den Kampf anſagen zu
können, ſo dürfe er gewiß ſein, daß der Stahlhelm bereitſtehe.
Das nationale Deutſchland ſei heute nicht mehr ſo ſtumm, wie im
Jahre 1918. Auch der Stahlhelm ſei bereit, zu marſchieren. Dem
Zentrum müſſe geſagt werden, daß Deutſchland keine Obrigkeit
brauchen könne, die in Rom ſitze. Die katholiſche Geiſtlichkeit habe
kein Recht, ſich in die deutſche Innenpolitik einzumiſchen. Major
Stephani ſchloß ſeine wiederholt von Beifall unterbrochene Rede
mit den Worten: „Auf zum Volksbegehren, auf zum Kampf!‟ Die
ganze Verſammlung hob die Hand zum Schwur und rief: „Wir
geloben es!” Es folgte darauf der gemeinſame Geſang der
vier=
ten Strophe des Deutſchland=Liedes. Daran ſchloß ſich der
Vor=
beimarſch vor dem Führer des Landesverbandes an. Unter den
Zurufen der Maſſen rückten die Stahlhelmabteilungen dann ab
und die Zuſchauer zerſtreuten ſich.
heldenhaft verteidigt worden iſt, zu beſuchen und hier beim
Got=
esdienſt in der Wallfahrtskirche der gefallenen deutſchen
Selbſt=
ſchutzkämpfer zu gedenken. Der Kanzler ließ durch den Landrat
des Kreiſes Groß=Strelitz auf dem Friedhof in Leſchnitz am
Brabe der 21 gefallenen Selbſtſchutzkämpfer einen Krauz
uieder=
egen. Nachdem am Vormittag Glockengeläut und
Feſtgottes=
dienſte den Gedenktag eingeleitet hatten, fanden am Mittag in
alen Städten öffentliche Kundgebungen ſtatt, an die ſich faſt
iberal große Unzüge anſchloſſen.
In Hindenburg nahmen Zehutauſende an der großen
ruf dem Reitzenſtein=Platz abgehaltenen Kundgebung teil. Die
Leſtrede hielt hier Innenminiſter Severing für die
Reichs=
ind Staatsregierung. Vor zehn Jahren habe ſich Oberſchleſien
ur das Verbleiben beim Reich unzweideutig ausgeſprochen.
Sek heutige Gedenktag zeige, von wenigen Ausnahmen
abgeſehen, dieſelbe Einigkeit, wie damals. Warum könne
S nicht zöglich ſein, auch an den übrigen 364 Tagen des
Jahres die Einigkeit zu bewahren.
4ür ſo könne das allgemeine deutſche Elend erfolgreich bekämpft
Lerden. Deutſchland würde nie aufhören, auf die
Notwendig=
eit der Grenzreviſion hinzuweiſen.
Die Abſtimmungsgedenkſtunde des deutſchen Volkes in der
lindenbung=Kampfbahn in Beuthen, an der ſich Vertreter
er Reichs= und Länderregierungen, der Wirtſchaft und Wiſſen=
Haft, der Grenzlandverbände und des Deutſchtums im Auslande
* großer Zahl beteiligten, die offizielle Feier der Reichs= und
Staatsbehörden, ſowie der Probinz Oberſchleſien, bildete die
Trönung der Abſtimmungsgedenkfeier. Die Anteilnahme der
Zebölkerung, nicht nur aus ganz Schleſien, ſondern auch aus
Em Reich, den von Deutſchland abgetrennten Gebieten Ober=
Hleſiens und der Tſchechoflowakei war ſehr groß. Außerdem
Poren auch Abordnungen aus Deutſch=Oeſterreich erſchienen
Der Reichskanzler traf gegen 15 Uhr in Beuthen ein. Er
Hritt eine am Bahnhof aufgeſtellte Ehrenkompagnie ab und
be=
ab ſich dann in das Muſeum der Stadt, wo in der von der
Die weite, feſtlich geſchmückte Hindenburg=Kampfbahn konnte
die Zahl der Erſchienenen kaum faſſen. Die Zahl von 50 000
Teil=
nehmern dürfte eher zu niedrig, als zu hoch gegriffen ſein. Kopf
an Kopf drängte ſich eine dichte Menge, und Tauſende fanden
keinen Einlaß. Nach dem Einmarſch der Vereine und Verbände
mit ihren zum Zeichen der Trauer über die entriſſenen Teile
Oberſchleſiens umflorten Fahnen und dem Einzug der ſtürmiſch
be=
grüßten Reichswehrehrenkompagnie ſtimmte die Menge
ent=
blößten Hauptes, in tiefer Bewegung das Niederländiſche
Dank=
gebet an. Nach dem Vortrag eines Liedes und der Darſtellung
eines lebenden Bildes durch eine Gruppe der Deutſchen
Turner=
ſchaft ſprach der Vorſitzende der Verbände heimattreuer
Ober=
ſchleſier, Oberbürgermeiſter Kaſchny=Ratibor. Er betonte, daß
Glockengeläute heute in allen deutſchen Gauen das deutſche Volk
an die flammende Begeiſterung erinnert habe, mit der vor zehn
Jahren Hunderttauſende von Oberſchleſiern ihre Treue bekannt
hätten. Der Redner bedankte ſich dann bei den
Regierungsver=
tretern und den Vertretern des Bruderſtaates Oeſterreich für ihr
Kommen. Er gedachte hierauf der Gefallenen. Nach dem Liede
vom guten Kameraden hielt
Reichskanzler Brüning
die Feſtrede. Er wies vor allem auf die Leiden und den Sieg
im Abſtimmungsgebiete hin. Er erinnerte an
die deutſche Rechtsverwahrung gegen die Grenzziehung, die
ſelbſtverſtändlich auch heute noch gelte.
Mit beſonderer Dankbarkeit ſprach er von den Helden des
Annaberges und betonte ſchließlich, daß Oberſchleſien
wegen ſeiner ſtets gezeigten Vaterlandsliebe,
Treue und Zuverläſſigkeit der Hilfe und der
Dankbarkeit des Volkes ſicher ſein könne. — Nach
dem Geſang der erſten Strophe des Deutſchlandliedes wurde dem
Kanzler durch eine Stafette des Provinzialverbandes für Leibes=
Prokeſt Frankreichs, Italiens und der
Tſchecho=
ſlowakei in Wien.
FU. Wien, 22. März.
Amtlich wird mitgeteilt, daß im Laufe des Samstags die
Geſandten Frankreichs, Italiens und der
Tſchecho=
ſlowakei beim öſterreichiſchen Außenminiſter Vizekanzler Dr.
Schober vorgeſprochen haben. Wie wir erfahren, haben
die Geſandten gegen den Abſchluß einer Zollunion
zwiſchen Oeſterreich und Deutſchland den
Pro=
teſt ihrer Regierungen eingelegt. Ihren Einſpruch
be=
gründeten ſie mit den Beſtimmungen des Genfer Protokolls vom
Jahre 1922 des damals vereinbarten Sanierungsabkommens
Oeſterreichs mit dem Völkerbund. Der Abſchluß einer Zollunion
ſoll den Beſtimmungen dieſes Abkommens zuwiderlaufen. Der
Vizekanzler verwies die Geſandten auf den Wortlaut
der deutſch=öſterreichiſchen Abmachungen, aus
dem hervorgehe, daß er den Beſtimmungen
die=
ſes Protokolls nicht zuwiderlaufe.
Der heſſiſche Miniſter für Kultus und Bildungsweſen hat allen
Gewerbelehrern der Berufs= und Fortbildungsſchule bis auf
weiteres, die Uebernahme von Privatarbeiten
unter=
ſagt.
Auf einer Tagung der Wirtſchaftspartei der Wahlkreiſe Heſſen=
Darmſtadt, Heſſen=Naſſau und Koblenz=Trier, die am Sonntag
un=
ter dem Vorſitz des Landtagsabgeordneten Dr. Rhode in Frankfurt am
Main ſtattfand, wurde nach ſtürmiſcher Verhandlung einſtimmia
fol=
gende Entſchließung angenommen: „Die drei Wahlkreiſe erblicken die
Vorausſetzung für die Rettung der Wirtſchaftspartei darin, daß der
Parteivorſitzende Drewitz bis zur gerichtlichen Klärung der gegen
ihn in der Oeffentlichkeit erhobenen Vorwürfe vom Vorſitz der Partel
zurücktritt. Sollte dieſer Rücktritt nicht innerhalb acht Tagen erfolgen,
ſehen ſich die drei Wahlkreiſe gezwungen, die Beziehungen zwar nicht
zur Partei, wohl aber zur derzeitigen Parteileitung, abzubrechen.”
Seite 2
Aus der Landeshauptſtadk.
Darmſtadt, den 23. März 1931.
Ausſlellung des Dreiftädtebundes
in der Kunſthalle.
Bemerkenswert zahlreich hatten ſich geſtern vormittag
Gela=
dene in der Kunſthalle am Rheintor eingefunden zur Eröffnung
der Ausſtellung des „Dreiſtädtebundes” Behördliche Vertreter
aus Staat und Stadt, Kunſtfreunde, Künſtler. Wenn der Beſuch
der Kunſthalle in den nächſten Wochen täglich auch nur einen
Prozentſatz dieſer Beſucherzahl zu verzeichnen hat, werden ſowohl
die Künſtlerinnen, wie auch der Kunſtverein ſehr zufrieden ſein.
Um ſo mehr, wenn ſich das Intereſſe an der Ausſtellung auch
durch Käufe erweiſt.
Mit Recht wies die Vorſitzende des Bundes, Frl. Mathilde
Stegmayer, in ihrer Begrüßungs= und Eröffnungsanſprache
darauf hin, daß die Künſtler heute nur ſchaffen und leben können
unter Aufgebot allen ihrem Schaffen innewohnenden
Idealis=
mus. Daß aber auch das größte Quantum Idealismus nicht
ausreicht zum Leben, deſſen materielle Forderungen immer
här=
ter werden. Wenn an den herzlichen Dank für den zahlreichen
Beſuch des feierlichen Eröffnungsaktes der Ausdruck der Hoffnung
geknüpft wurde, daß das Intereſſe an der Ausſtellung ſich auch
für die weitere Dauer durch zahlreichen Beſuch und auch durch Käufe
auswirken möge, ſo war das wohl begreiflich und darf wärmſtens
unterſtützt werden. Wenn die Rednerin nach Dankesworten, auch
an den Vorſitzenden des Kunſtvereins, für Ueberlaſſung der
Aus=
ſtellungshalle, darauf hinwies, daß die Mitglieder ihres Bundes
dem die große Mehrzahl aller heſſiſchen Künſtlerinnen angehört,
kein eigenes „Programm” haben, keine ausgeſprochene
Kunſt=
richtung vertreten, ſo erwies ein Blick in die Räume auch die
Rich=
tigkeit dieſer Feſtſtellung und der Tatſache, daß vielleicht gerade
dadurch, daß die Ausſtellerinnen auf die verſchiedenſte Weiſe an
die künſtleriſchen Problemſtellungen herantreten, die Ausſtellung
ihre eigene Note, ihren beſonderen Reiz erhält.
Sie ſind ſehr ſelbſtändig und eigenwillig, die heſſiſchen
Künſt=
lerinnen, (die nur einen einzigen Herrn als Gaſt zugelaſſen
ha=
ben!). Das zeigt nicht nur jedes Einzelwerk, das zeigt auch das
Geſamtarrangement der Ausſtellung. Soweit das möglich war,
hat man die Werke der Künſtlerinnen zuſammengehängt, hat aber
mit ſicherem Blick für das wirkſame und belebende Moment einer
Ausſtellung auch die Grenzen in dieſem Beſtreben zu ziehen
ge=
wußt. Der Geſamteindruck der einzelnen Räume, beſonders des
großen Oberlichtſaales, iſt dadurch ausgezeichnet. Lebendig, bunt,
farbig!
Ausgeſtellt haben die Damen Bornemann, Endner, v.
Enke=
vort, Frey, Heiß, Kumpa, Sittmann, Federn=Staudinger,
Steg=
mayer, Ulmann, Velte und Wolfskehl von Darmſtadt, Schneider
von Goddelau, Beſt, Weihrich, Wagner und Ziegler von Mainz,
Langenbeck und v. Schauroth von Frankfurt, Schnitzler von
Mann=
heim. Wozu bemerkt ſei, daß dieſe Aufzählung keinen Anſpruch
auf unbedingte Richtigkeit erheben will. Dazu kommen noch ein
paar ſehr intereſſante Werke der verſtorbenen Mainzer Malerin
Mathilde Huber, und als Gäſte ſind noch bemerkenswert gut
vertreken die Ewald=Schülerinnen Eliſabeth Freund=Fiſcher
und Annelieſe Reichmann, ſowie Jean Ruppert=Mainz.
Wir kommen auf die Ausſtellung kritiſch noch zurück, wollen
aber nicht unterlaſſen, den Beſuch alsbald ſchon wärmſtens zu
empfehlen.
Deutſche Kolonialgeſellſchaft, Abteilung Darmſtadt. Wir
verweiſen nochmals auf den heute abend, 20 Uhr, in der „
Ein=
tracht”, Eliſabethenſtraße 12, ſtattfindenden Lichtbildervortrag
des Herrn Majors a. D. Krauſe d’Avis über „Europäiſche
Kolo=
niſation in Nordafrika”, zu deſſen Beſuch wir jedermann
ein=
laden. Zutritt koſtenlos.
Darmſtädter Künſtler auswärts. Georgia May (
Darm=
ſtadt) und Dipl.=Ing. Hubert Hermann (Darmſtadt/Neuwied),
beide Ausbildungsſchüler der Darmſtädter Geſangsmeiſterin
Maria Franke haben zuſammen mit dem Chordirektor des
Heſſiſchen Landestheaters, Emil Kaſelitz in Neuwied ein
Konzert gegeben, über das die dortige Preſſe lobend berichtet.
Die „Rhein= und Wied=Ztg.” ſchreibt: „Die jugendliche Georgi.
May beſitzt in ihrem Koloraturſopran ſchon heute das Inſtrument,
das uns aufhorchen läßt. In Alabieffs Nachtigall zeigte ſie eine
durch großen Fleiß erlangte techniſche Beherrſchtheit von Läufer=
Vorſchlags= und Trillerwerk. — Ueberraſchen konnte der Bariton
Hubert Hermanns. Hermann verfügt über einen mit viel Liebe
und Sorgfalt gepflegten, überaus ſchmiegſamen Bariton lyriſchen
Charakters. Neben dem diſtinguierten Haushalten der im
Selbſt=
urteil klug erkannten Möglichkeiten und Grenzen der
Stimm=
mittel eine auf gute Selbſtbeobachtung ſchließende Ausſprache, die
das ſchwierige Neutraliſieren von Vokalen gefunden. Die
Atem=
technik ſteht unter dem Einfluß der Forderung einer
ausgewoge=
nen Dynamik.” — Ueber eine andere Schülerin der
Geſangs=
ſchule Maria Franke, Paula Fuhrmann, ſchreibt das „
Main=
zer Jurnal”: „Paula Fuhrmann iſt im Beſitze eines
wohlklingen=
den Soprans, den ſie geſchickt zu verwenden weiß. Ihr Vortrag
zeigt bei innerem Miterleben Eigenſchaften, die bei weiterer
Ver=
vollkommnung ſchätzenswerte Zugaben für eine ſpätere
Bühnen=
tätigkeit ſein werden.”
Großes Haus. — Sönntag, 22. Mär
Taſſo.
Schauſpiel von Goethe.
Im Scheine der ſinkenden Sonne fuhr ich vor einigen Jahren,
von der ſtillen Oſtgoten=Reſidenz Ravenna kommend, im Auto
in Ferrara ein. Die Ruhe einer unbelebten Provinzſtadt lag
über den Straßen. Verfallende Paläſte, verödete Straßenzüge,
Und doch leuchtete über allem die Erinnerung an eine glänzende
Vergangenheit. In dem maleriſchen, alten Caſtello in der Mitte
der Stadt herrſchten die Eſte, die Ferrara zu dem Sitz der
Künſte erboben hatten. In dem Palazzo dei Diamanti ſieht
man Garofales und Doſſis ſchönſte Madonnen. Die
Bihlioteca Comunale zeigt die Handſchriften von Arioſt und
Taſſo, die dem Hofe zugehörten. Wie ein Gruß aus einer
glän=
zenden Vergangenheit ſprachen dieſe Zeugniſſe zu dem
Gegen=
wartsmenſchen.
Aehnlich wirkt Goethes „Taſſo” auf den heutigen
Zu=
ſchauer. Zwiſchen den jagenden, brennenden Zeitdramen wirkt
die herrliche lyriſche Dichtung wie eine Oaſeſtiller, feine
Harmonie. Die zarten Schwingungen in den Beziehungen
der Menſchen uutereinander, die hohe Menſchlichkeit, die Grazie
der poetiſchen Formung tragen in die Sphäre des reinſten und
ſchönſten Genuſſes. Der warme Beifall, der die Aufführung
be=
gleitete, zeigte, wie ſehr Goethes Dichtung auch heute noch feſſelt
und innere Teilnahme ſich gewinnt.
Die Beſetzung" hatte ihre Schwierigkeiten. Den „Taſſo”
ſpielte als Gaſt Peter Widmann vom Stadttheater in Eſſen.
Goethe ſchrieb, als er vor dem Beginn des zweiten Aktes ſtand,
an Frau von Stein: „Merken Sie nicht, wie die Liebe für
Ihren Dichter ſorgt? Vor Monaten war mir die nächſte Szene
unmöglich. Wie leicht wird ſie mir jetzt aus dem Herzen fließen!“
In Taſſo ſtrömte Goethe das Gefühl ſeiner Liebe zu Frau von
Stein aus. Herrn Widmanns „Taſſo” war die ſchwärmeriſche
Dichternatur nicht. Er war ein ſinnender und beſinnlicher
Grübler, der ſich in ſich ſelbſt vergrub. Von dieſer Anlage aus
gab der Gaſt eine eindringliche Leiſtung und ſteigerte den
Ver=
zeiflungsausbruch Taſſos in dem Schlußakt zu ſtarker Wirkung,
die dramatiſche Begabung dartat.
Moytag, den 23. März 1931
Konzerk zum Beſten der Nothilfe der Stadkgeweinde
am Sonntag, den 22. März, in der Stadtkirche.
Drei große Orgelwerke bildeten das Gerippe der
Vortrags=
folge, ſie wurden vorgetragen von dem jungen Ludwig
Born=
gäſſer, dem Sohn unſeres bedeutenden Stadtorganiften. Er
zeigte ſich als völlig reiſer Spieler, der im Manual= wie im
Pedalſpiel ſeine Aufgabe ausgezeichnet beherrſcht. Auch die
ſtraffe Rhythmik und die unmerkliche Anwendung der
verſchie=
denſten Spielhilfen zeugt von großer Erfahrung und
bedeuten=
dem Können. Er ſpielte zuerſt ein phantaſie= und gegenſatzreiches
Werk von Buxtehude, Präludium und Fuge in transponiert
doriſcher Tonart, dann die ſchöne Sonate in Es=Dur von Bach,
die viel Gelegenheit zu feinem, klaren triomäßigem Spiel gab.
Sie wirkt wie ein auf die Orgel übertragenes Kammertrio. Zum
Schluß erklang die herrliche C=Moll Paſſacaglia von Joh. Seb.
Bach, eines der ewig jungen klaſſiſchen Werke der Orgelkunſt.
Auch hier beſvährt ſich die Spielfertigkeit des jungen Künſtlers
und ſeine Fähigkeit, agogiſch zu ſteigern, aufs beſte. In der
Regiſtrierung glaubten wir im Anfang etwas andere Farben,
ſonſt die bewährte Inſtrumentation des Vaters Borngäſſer zu
hören.
Der Chor, unter Wilhelm Borngäſſers überlegener Leitung,
ſang zuerſt in ſchlichter Vortragsart zwei Motetten von Heinrich
Schütz. Die erſte „Meinen Ohren neige deine Ohren zu” ſpiegelt
den klaſſiſchen Stil Paleſtrinas bei dem deutſchen Meiſter
wie=
der, die andere „Immer wenn zu dir ich ſchreie” iſt ein echt
dramatiſcher Schütz, aller künſtleriſcher Ausdruck, ob er vom
Madrigal, von der Oper, vom geiſtlichen Konzert oder von
her=
könumlichem Kirchenſtil kam, diente Schütz für ſeine Motetten und
machen ſie darum beſonders perſönlich und wertvoll. Bis auf
zwei kleine Schwankungen in der zweiten trug ſie der Chor
ausgezeichnet tonſchön, klar und würdig vor. Später hörten
wir Arnold Mendelsſohus kurze Charfreitags=Motette „Was haſt
Du verwirket?” ein Werk von unendlicher Gefühlswärme und
tiefſtem Mitgefühl. Die für einen Kirchengeſangverein ſehr
be=
trächtlichen Schwierigkeiten kamen faſt durchweg hervorragend
zur Ausführung bis auf den freien Einſatz der
Männerſtim=
men bei „O, ich bin die Urſach””, die Diſſonanz bei „Hinrichtens”
In den letzten Teilen glückt alles hervorragend, und beſonders
der Baß erwies ſich als ganz ſichere Stütze und Grundlage des
Klangs, nicht ganz ſo ſicher war der Tenor. Als Geſamtleiſtung
war die Wiedergaße eine bewundernswerte Leiſtung von Chor
und Dirigent.
Als Soliſtin hörte wir Erna Stoll=Frankfurt a. M., eine
Altiſtin mit großen und ſchönen Stimmitteln, die zwar gut
ge=
bildet ſind, aber völligen Ausgleich noch nicht gefunden haben,
die Höhe ſticht noch etwas ab, weil ſie meiſt ein wenig forciert
wird. Auch in der tieſeren Mittellage tritt zuweilen das
Voll=
regiſter zu unvermittelt in den Vordergrund. Die Dame ſang
zuerſt Lieder aus der Generation vor Bach, von Joh. Wolfgang
Franck und Ph. Heinr. Erlebach, für die der Vortrag zu ſchwer
erſchien, während die Arie „Dui sedes” aus Bachs H=Moll=
Meſſe ihr ſehr gut lag, wie auch der 40. Pſalm von Arnold
Mendelsſohn. Gerade die Geſtaltung des letzteren aus einer
temperamentvollen Innigkeit heraus bildete den Höhepunkt ihrer
Leiſtungen.
II.N.
Eer Wascben ma Spannen vonGardinen
Uebervorhängen, Roleau etc. bringe ich mich in empfehlende
Erinnerung. Jahrzehntelange Erfahrung und älteres,
best-
geschultes Personal, dazu die neueste techn. Einrichtung
sichern zufriedenstellende Bedienung.
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Orpheum. 5mal da capol ſang am geſtrigen Sonntag abend
Kammerſänger Hans Gredinger den melodihſen Schlager „Dein iſt
mein ganzes Herz” aus Franz Lehars Welterfolgs=Operette „Das
Land des Lächelns‟. Das Gaſtſpiel wird des ſtürmiſchen
Erfolges wegen heute, Montag, und nächſte Tage fortgeſetzt
Die im Umlauf befindlichen Plakat=Vorzugs
karten werden nur noch heute, Montag, und morgen,
Dienstag, in Umtauſch genommen. (Ernſt=Ludwigsſtr. 14,
vormittags, Radio=Boßleu: von 11 bis 1 Uhr und 3 bis 6 Uhr); an der
Kaſſe des Orpheums ab 7 Uhr. (Siehe heutige Anzeige.)
Waldkolonie. Am kommenden Mittwoch, dem 25. März,
abends 8 Uhr, ſpricht Herr Pfarrer Dr. Berger in dem
evange=
liſchen Gemeindehaus (Paul=Gerhardt=Haus) über das Thema
„Der Proteſtantismus im Kampf der Zeit” Alle, die ihre Kirche
lieb haben, ſind zu dieſem Vortragsabend herzlich eingeladen. Der
Eintritt iſt fref.
Der Prinzeſſin gab Sybille Schmitz vornehme Haltung.
aber nicht das „bedürfend Herz”, das in der Verehrung Taſſos
ſein höchſtes Glück findet.
Jnge Conradi, — zwar nicht die Gräfin Sanvitale,
ſon=
dern deren Tochter! — war eine ſympathiſche Zierde des Hofes,
den ſie in ſo bewegte Emotionen bringt.
Werner Hinz: allzuſehr Leichtgewicht für die überlegene
und würdevolle Geſtalt des Hauptes Eſte!
Dem ſchwärmenden Genie des Dichters ſteht in Autonio der
nüchterne Wirklichkeitsſinn, des Staatsmannes gegenüber, von
Siegfried Nürnberger ſicher umriſſen.
Die Regie führte Günther Haenel.
Großes Haus — 22. März
Lohengrig.
Romantiſche Oper von Richard Wagner,
Ich kann mich nicht entſchließen, den heute für das Fach des
Heldentenors als Lohengrin gaſtierenden Ludwig Suthaus
von Aachen zu empfehlen, auch wenn er nur für italieniſche und
franzöſiſche Opern, und in der deutſchen einſchließlich Lohengrin
und Walter Stolzing vorgeſehen ſein ſollte, ja gerade für dieſe
Aufgaben nicht. Denn ein Heldentenor muß doch einigermaßen ſo
beſchaffen ſein, daß mindeſtens das junge Mädel für ihn ſchwärmen
kann. Suthauſens äußere Erſcheinung iſt aber ſo ungünſtig, daß das
für dieſes Fach erträgliche Maß überſchritten wird, und jede
Illu=
ſion verloren geht. Es fehlt zudem an Jugendlichkeit und Friſche,
obgleich der Sänger noch garnicht alt iſt; es fehlt an
Ausdrucks=
kraft und jeder ſuggeſtiven Mimik. Von bezwingender Darſtellung
aus dem Innern, Vergeiſtigung, Verlebendigung der Rolle kann
nicht geſprochen werden. Glänzende muſikaliſche Eigenſchaften
müßte er beſitzen, um alle dieſe Mängel wettzumachen. Es gibt
und gab immer Beiſpiele dafür. Aber auch das iſt nicht der Fall.
Sein baritonal wohlgegründetes, weiches, ſchönes Material hat
keine große Tragfähigkeit — es verſinkt in den Enſembles — ſeine
Intonation ſchwankt, die Stimme hat wenig dramatiſche Akzente
und gibt in der Höhe auch nicht den erwarteten Glanz her. Eine
Neigung zur Sentimentalität iſt vorhanden und zur
Verſchlep=
pung der Zeitmaße. Routine iſt da, aber keine Kultur. Die
durch=
weg ungleichmäßige Leiſtung hatte kein Format und einzig in der
Brautgemach=Szene einige ſchöne — aber lyriſche — Momente.
Ich erwarte mir von einem zweiten Gaſtſpiel keine
Urteilsver=
beſſerung.
Numme
Beamkenkagung.
Man ſchreibt uns: Der Reichsbund der mittleren Po und
Telegraphenbeamten, Bezirksgruppe Darmſtadt (Sitz Main
/Hiel=
in Bensheim im Weinhaus „Mühlum, ſeine Jahreshauptve
amm=
ſung unter Leitung des Poſtſekretärs a. D. H. Weigan” au=
Mainz ab. Die Tagung war von allen Teilen des O
xpoſt=
direktionsbezirks Darmſtadt und darüber hinaus gut beſuch (Nach
Behandlung organiſatoriſcher Fragen hielt der Vertreter d.
Bun=
desvorſtandes, General=Sekretär Schäfer (Berlin) eine
inter=
eſſanten Vortrag über die wirtſchaftliche Lage Deutſchlar” und
ihre Wirkung auf die Beamtenſchaft. Es wurde beſonders etont
daß die allgemeine Wirtſchaftslage nicht behoben werde kann
durch den unſozialen Beſoldungsabbau, insbeſondere bei de itt
leren und unteren Beamtengruppen. Die Kaufkraft wurd ſdurc
den Beſoldungsabbau gerade bei dieſen Schichten kataſtror il.
ge=
ſchwächt und gerade der Mittelſtand — die Kaufmannſ ift
ſchwer geſchädigt. Es ſei immer noch zu hoffen, daß die ſeichs
regierung dieſen Fehlgriff einſieht und zum mindeſten eir SStaf
felung eintreten läßt. Beſonders iſt es die Aſſiſtentenkl e, die
ſowieſo eine zu geringe Bewertung für Leiſtung und Ver
twor=
tung in der Beſoldungsordnung hat und ſchwer unter dem Ibbau
der Beſoldung leidet. Der Vortrag fand reichen Beifall. n der
Entſchließungen wurden die dringendſten Forderungen zuſ tinen
gefaßt und an die maßgebenden Stellen geleitet. Organi ſoriſch
geht das Ziel dahin, die mittleren Beamten aller Verwa ungen
zu einer Arbeitsgemeinſchaft zuſammenzuſchließen.
Der Bezirksvorſitzende, Poſtſekretär a. D. Weigandt, It ſo
dann einen Vortrag über die Perſonalreform bei der Dſtſchen
Reichspoſt unter Hervorhebung der Entwicklungsgeſchi e de
heutigen Aſſiſtenten= und Sekretärklaſſe, beſonders übe deren
Mängel, die ihr heute noch beſoldungspolitiſch anhaften. hiel
dann ſeine Abſchiedsrede als Bezirksvorſitzender. Nachder ſer
Jahre dieſes Amtes gewaltet hat, tritt er infolge Penſio grung
zurück. Unzählige Dankbezeugungen wurden ihm gezollt.
Als Nachfolger wurde Poſtaſſiſtent Schmieder in Giem
wählt und der Sitz der Bezirksgruppe dorthin verlegt.
Hefſiſches Landesthegker.
23. März 0, Ende gegen 22 Uhr
1. Bolkskonzert:
Johannes Brahms
Preiſe 0 80—2.50 Mk. *9.30
Entlaſſungsf
der Dieſterweg
Preife 0.50, 0.80 Dienstag
24. März 19.30, Ende nach 21.30 Uhr
Die 25. Frau
E 20
Preiſe 0.80— 20, Ende nach 22.
Blaubart
Zuſatzmiete I
Preiſe 1.20 Mittwoch,
25. März 20—22.15 Uhr
Wozzek
B 18
Preiſe 1—10 Mk. Keine Vorſtell Donnerstag,
26. März 19 30—22 15 Uhr
Die Zauberflöte
A
1 Gr. 4, 5, 6.
Preiſe 0 50 bis 5 Mk 19.,30. Ende gegen
Zum erſten M
Der Graue Zuſatz
Preife 1 20— Freitag,
27. März 19.30, Ende gegen 23 Uhr
Viktoria und ihr Huſar
Bolksvorſtellung z. halb. Preiſet
Außer Miete 0.50—5 Mk, 20—22 Uhr.
. „Iwwerrumpelt‟
Rat”, 3. „Der erſte Kot
Dargeſt. d. d. Heſſ. Spiel
Preiſe 0.50 bis : Samstag
28. März 14 30—17 Uhr
Meine Schweſter und ich
Geſchloſſene Vorſtellung
20—22 Uhr
Torquato Taſſo
Preiſe 1—10 Mk.
20 19.30—22.45 1.
Figaros Hoch=
Dſtat. Volksb. Grut
W7
Preiſe 1
Gutſcheine nicht Sonntag,
29. März
19—22.15 Uhr
Carmen
Dſtdt. Volksb. Gruppe I-IV
Preiſe 1—10Mk.
G13 19.30 Ende gegen
Der Grane
Zuſatzmiete V
Preiſe 1.20—5
Heſſiſches Landestheater. Erſtaufführung 12
Graue. Das Schauſpiel „Der Graue” von Friedri
ſter, das vor kurzem am Städtiſchen Schauſpielhe
Köln mit ſtärkſtem Erfolg zur Uraufführung
wird am Donnerstag, dem 26 März vom
ſchen Landestheater als zweite deutſche Bühne zur Aufführ
bracht werden. Das Werk befindet ſich noch für dieſe E
in Vorbereitung am Stadttheater in Leipzig, an den Mi chenet
Kammerſpielen, am Volkstheater Wien und am Stadtthe
Koblenz. — Erſtaufführung „Turandot‟ Die ſtauf
führung der Oper „Turandot” von Puccini findet Oſ
tag, den 6. April, im Großen Haus unter muſikaliſcher
von Carl Maria Zwißler ſtatt. Die Inſzenierung wird 1
nato Mordo beſorgt; die Bühnenbilder entwirft Lothar
von Trapp.
— Erſtes Volkskonzert im Großen Haus. Heute Monte
das erſte der drei angekündigten Volkskonzerte des Land
ters, die ſämtlich den Werken von Johannes Brahms ge
ſind, ſtattfinden. Im heutigen Konzert wird Guſtav B
Soliſt mitwirken und das große Klavierkonzert in D=Mu
len. Ferner gelangt die 1. Sinfonie, bekanntlich eines
deutſamſten ſinfoniſchen Werke, zur Aufführung. Zwiſch
beiden inſtrumentalen Werken ſingt Anny von Stoſ
Guſtav Beck begleitet, 4 ſelten gehörte Lieder von Brahms
0,80—2,50 RM.
G
Albert Lohmann ſang den Telramund — ſeine
rige Gaſtrolle — heuer zum erſten Male und bewies, daß ſſeine
beſte Rolle iſt. Hier ergeben ſich viele ſeiner ſonſtigen
als Vorzüge. Seine breit ausladende Geſtaltung, die vorb
Ausſprache, die Wucht ſeines elementaren Materials begſrden
eine Leiſtung großen Stils. Durch ſie rückt die ſonſt leicht
gedrängte Telramundfigur in die vordere Reihe des w
Gegenſpielers des Titelhelden.
Ihm zur Seite ſtand Julie Schützendorf=Ki
mit einer meiſterhaften, hochkultivierten Ortrud=Darbietu /
S=
ſchön hat man dieſe Partie ſelten dargeſtellt geſehen und ge
gehört.
Leonhard, Heyer, der ſeither nur in kleinen illen
auftrat (Morales, Normanno), verſuchte ſich heute als Hee
Es war ein Verſager. Die Stimme iſt zu klein;
Befan=
trat hinzu; Auftreten und Darſtellungsgabe genügen, nie
dieſe anſpruchsvolle Aufgabe.
Carl Maria Zwißler war dem Werk ein ener
temperamentvoller Leiter.
Bon Zeutſchlands Hohen Schulen.
Berlin: Der Profeſſor für klaſſiſche Altertumswiſſenſchaft
Friedrich Frhr. Hillex von Gaertringen, der Profe
klaffiſdte Philologie Dr. Eduard Norden, und der Profeſſor
Geſchichte Dr. Ulrich Wilcken ſind zu korreſpondierenden Mite
der Akademic der Wiſſenſchaften in Leningrad berufen worden.
Vorſitzende des Vereins zur Errichtung evangeliſcher Krauker
Miniſterialdirektor Dr. med. Dietrich, iſt von der theologiſchen
tät der Univerſität Berlin zum Ehrendoktor der Theologie
ernan=
den. — Als Nachfolger des Vererbungsforſchers an der
Landwi=
lichen Hochſchule, Prof. Baur, iſt Privatdozent Dr. Kappeu
Ordinarius für Vererbungslehre ernannt worden. — In der
wirtſchaftlichen Hochſchule haben ſich Dr. Braun für Acker= und
zenbau, Dr. Peterſen für Betriebslehre und Dr. Hanau fü
wirtſchaftliche Marktforſchung als Privatdozenten niedergelaſſen.
Greifswald: Die theologiſche Fakultät hat den Ordinarin
Mechanik und Flugtechnik an der Techniſchen Hochſchule Darm
Prof. Dipl.=Ing. Wilhelm Schlink. zum Dr. theol. ernannt.
Halle a. d. S.: Prof. Dr. Otto Becker hat den an ihn erga
Ruf auf den Lehrſtuhl der mittleren und neueren Geſchichte an d
verſität Kiel als Nachfolger von Prof. Friedr. Wolters angen
Tübingen: Profeſſor Dr. Oswald Kroh Ordinarius de
ziehungswiſſenſchaften an der hieſigen Univerſität, hat den Ruf
Techniſche Hochſchule in Dresden als Nachfolger des früheren
miniſters Prof. Dr. Richard Sehfert abgelehnt.
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rück=
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*ur
Tan=
end
Nummer 82
Ein Ovel Werfinf
wurde geſtern vormittag als Sonder= und Werbe=Veranſtaltung im
union=Theater aufgeführt. Der Beſuch war ſehr gut. Einem
inſtrut=
pven Einleitungsvortrag, in dem die Herſtellung der Automobile
theore=
tiſch erklärt und die dabei angewandte Sorgfalt und die Qualität des
benutzten Materials beſonders unterſtrichen wurde, folgte eine lebendige
Führung durch die Opelwerke im Film, der zunächſt
Vergangenheits=
bilder aus der Anfangszeit der Fabrik ſeit ihrer Gründung brachte. Der
Werkfilm iſt außerordentlich geſchickt, belehrend und zugleich
unterhal=
tend hergeſtellt. Er zeigt in großen Zügen den techniſchen Betrieb,
die Tätigkeit der leitenden Perſönlichkeiten, der Ingenieure und
Labo=
ranten, und dann die Arbeiten in den einzelnen Abteilungen des Werkes
und am „laufenden Band‟. Die Aufnahmeleitung hat verſtanden, durch
vorteilhaftes Herausgreifen wichtiger und eindringlicher Einzelheiten
aus dem Entſtehungsprozeß eines Automobiles jedem Laienzuſchauer
einen klaren Einblick in die Automobilfabrikation zu geben und ihm
zu=
gleich vor Augen zu führen, mit welcher Genauigkeit und Sorgfalt jedes
kleinſte Teilſchen gearbeitet, eingefügt und geprüft ſein muß, um
ſchließ=
lich ein einwandfreies Funktionieren des fertigen Wagens, namentlich
des Motors, der Bremſen uſwv., zu gewährleiſten. Dieſer Ufa=Film war
im ganzen genommen ein zugkräftiger Werbe=, aber auch ein ſehr guter
Lehrfilm, beſonders für angehende und werdende Automobiliſten.
Anſchließend an die Filmvorführung begaben ſich ſehr diele Beſucher
in die Ausſtellungshalle, Rheinſtraße 21, wo (bis einſchließlich 24. März)
eine großzügige Sonderſchau der Opel=Modelle 1931
ver=
guſtaltet wird. Hauptſächlich die neuen 1,8 Liter 6=Zylinderwagen, aber
auch die übrigen in großer Zahl ausgeſtellten Tourenwagen, Limouſinen.
Cabriolets und Lieferwagen, fanden ſtarke Beachtung.
— Gartenbauverein Darmſtadt e. V. Die letzte
Mitglieder=
verſammlung war wieder überaus ſtark beſucht. Im erſten Teil
derſelben erſtattete der Rechner. Herr Dieter, Bericht über die
Finanzen im abgelaufenen Vereinsjahr. „Man konnte ſich daraus
ein klares Bild entwerfen, daß die Kaſſenverhältniſſe trotz der
all=
gemeinen ungünſtigen Wirtſchaftslage auch in dieſem Jahre
wie=
der als recht geordnet zu bezeichnen ſind. Im zweiten Teil hielt
Herr Dr. Krull einen hochintereſſanten Vortrag über moderne
Kulturmethoden zur Erzielung hochwertiger Produkte auf dem
Gebiete des Obſt= und Gartenbaues. Er ging von der Tatſache
aus, daß unſer Boden keine tote Maſſe darſtellt, ſondern von
außerordentlichem Leben erfüllt iſt; es ſind mikroſkopiſch
leine Lebeweſen — Bodenbakterien genannt — denen
die Aufgabe zufällt, den Zerſetzungsprozeß der Nährſtoffe zu
för=
dern und für die Pflanzenwurzeln aufnahmefähig zu machen. Dieſe
Bakterientätigkeit ſetzt eine geeignete Bodengare voraus, die durch
Zugaben von Stallmiſt. Jauche, Kompoſt oder Gründünger
weſent=
lich gefördert wird. Da für den Kleingärtner an
wirtſchaftseige=
nen Düngemitteln hauptſächlich der Kompoſt in Frage kommt, ſo
wurde die Kompoſtbereitung ausführlicher geſchildert. Da nun
aber der Kompoſt als Nährſtoffträger erſt in zweiter Linie in
Frage kommt, ſo müſſen dem Boden auch künſtliche Düngemittel
zugeführt werden. Unter etwa 15 Nährſtoffen, die zum Aufbau der
Pflanzen notwendig ſind, nehmen die 4 Kernnährſtoffe — Kali.
Kalk. Phosphorſäure und Stickſtoff — die hervorragendſte Stelle
ein. Aus Unkenntnis wird leider oft verſäumt, die richtigen
Nähr=
ſtoffe anzuwenden; entweder wird einſeitig gedüngt, oder durch
unrichtige Zuſammenſetzung Dünger verwendet. Nährſtoffe
müſſen immer in der richtigen Menge und zur richtigen Zeit
ange=
wendet werden. Zu den einzelnen Düngemitteln übergehend wurde
zunächſt der Kalk behandelt; für ſchwere Böden kommt der Aetzkalk,
für leichte Böden dagegen der Kalkmergel oder kohlenſaure Kalk
in Anwendung. Durch Kalkzuſatz werden die ſchädlichen
Boden=
ſäuren gebunden und die organiſchen Dungſtoffe zur ſchnellen
Zer=
ſetzung gebracht. Im allgemeinen rechnet man auf 100 qm. etwa
10 Ka Aetzkalk oder die doppelte Menge Kalkmergel. Zum Kali
übergehend wurde erläutert, wie durch dieſes Düngemittel im
Verein mit Kohlenſäure und Waſſer die Kohlenhydrate — Eiweiß
und Zucker — gebildet werden. Durch Kali erreicht man auch die
idealſte Ausbildung des Pflanzengewebes und weiterhin damit
eine Steigerung der Fruchtgröße und Fruchtmenge. Es kommt
hauptſächlich unter der Bezeichnung Kainit, ſchwefelſaures Kali
und Kalimagneſia in den Handel. Empfehlenswert ſind beſonders
die hochbrozentigen Kaliſalze, die oft 40. 50 Prozent reines Kali
enthalten. Als phosphorſaure Dünger ſind zu nennen; das
Tho=
masmehl, welches außerdem noch Kalk enthält, das
Rhenania=
phosphat, das dem Thomasmehl in ſeinem Düngerwert annähernd
gleichkommt und das Superphosphat welches wegen ſeiner
Waſſerlöslichkeit in ſeiner Wirkung ſchneller iſt, als die
vorge=
nannten. Von den ſtickſtoffhaltigen Düngerſtoffen wurden
haupt=
ſächlich behandelt: ſchwefelſaures Ammoniak, der Kalkſtickſtoff und
Salpeterſtickſtoff. „Der Stickſtoff ſteigert vornehmlich den Blatt=
und Holzwuchs und die Fruchtgröße. Er ſollte in mäßigen Gaben
angewendet werden, da übermäßige Stickſtoffmengen,
insbeſon=
dere bei fehlender Kali=Phosphatdüngung, den Geſchmack und die
Haltbarkeit der Früchte beeinträchtigen. Neuerdings kommen die
künſtlichen Dünger, im richtigen Nährſtoffverhältnis abgeſtimmt,
als Miſchdünger in den Handel; unter ihnen nehmen die
Fabri=
kate von unſerem langjährigen Mitglied. Geh. Rat Prof. Dr.
Wagner, ſowie die von den Firmen Albert, Lierke und der Bad.
Anilinfabrik eine hervorragende und geachtete Stelle ein. Am
Schluſſe des Vortrags wurde die Wirkungsweiſe und die richtige
Anwendung der Düngemittel ſehr anſchaulich an trefflichen
Licht=
bildern erläutert. — Der Vortrag, der ſehr gut aufgebaut und
allgemein verſtändlich gehalten war, fand ſehr reichen Beifall.
Der Vereinsabend ſchloß mit einer recht reichhaltigen Verloſung.
Die nächſte Monatsverſammlung findet am 3. Donnerstag, den
16. April, ſtatt.
Montag, den 23. März 1931
Ju der Familiengeſchichtlichen Vereinigung erzählte
Ge=
heimerat Welcker „Aus dem Leben der Familien
Backofen und Oſann”. Die Backofen ſind eine Alt=
Nürnber=
ger Künſtlerfamilie: Karten=(Spielkarten=)macher und Muſiker.
Ein Zweig machte ſich mit dem Kammermuſiker und
Kartenfabri=
kanten Johann Georg Heinrich Backofen 1811 in Darmſtadt
an=
ſäſſig. Aus dieſem Zweig erblühte in dem Sohn des Genannten.
Franz, und in dem Enkel Karl das noch vielen in Erinnerung
ſtehende Backofenſche photographiſche Geſchäft, zunächſt am
Ma=
rienplatz, ſpäter in der Riedeſelſtraße — Die Familie. Oſann
ſtammt aus Thüringen. Sie iſt durch die Ehe des Regierungs=
und Konſiſtorialsrats Oſann (1753—1803) mit Amalie, der
Schwe=
ſter des berühmten Arztes Wilhelm Hufeland, mit der Familie
Hufeland verbunden. Einer der Söhne Amaliens Friedrich, war
Profeſſor der klaſſiſchen Altertumswiſſenſchaft in Gießen. Deſſen
Sohn Artur unſer bedeutender Mitbürger, der „alte Oſann”,
wie er zur Unterſcheidung von ſeinem eigenen Sohn gleichen
Vor=
namens bezeichnet zu werden pflegte, ließ ſich 1853 als „Stagjär”
des Hofgerichtsadvokaten Ludwig in Darmſtadt nieder. Damit
iſt die erſte Verbindung der Familie Oſann mit Darmſtadt
ge=
geben. Artur Oſanns Ehe mit Anna, der älteſten Tochter des
ſchon oben genannten Photographen Franz Backofen (er war auch
Hofmaler und Hofmuſikus) ergibt die Verknüpfung der Familien
Backofen und Oſann. — Der Vortragende hat aus beiden
Fami=
lien große Mengen alter, ſeit vielen Jahrzehnten ungeleſen
ſchlummernder Familienbriefe und ſonſtiger Schriftlichkeiten
zu=
ſammengebracht, die bis ins 18. Jahrhundert zurückgehen, und er
iſt damit beſchäftigt, hieraus lebendige, mit der Umwelt ihrer
Zeit verwebte Familienbilder zu geſtalten. Um
ſtammbaum=
mäßige Forſchungen, die meiſt nur Namen und Zeitangaben
er=
geben, iſt es ihm dabei nicht zu tun, ſondern für ihn gilt es, das
weit ausgedehnte, in beiden Familien ſchon vorhandene Material
lebendig zu machen und die einzelnen Perſönlichkeiten in ihrer
Weſensart herauszuarbeiten. In dieſem Sinne liegt bereits ein
ſehr umfangreicher Band „Bilder aus dem Leben der Familie
Backofen” vor, und für die viel umfaſſendere Arbeit über die
Fa=
milie Oſann ſind bereits mehrere ſtarke Bände ſehr weit
vorge=
ſchritten. Sowohl bei dem Backofenwerk als auch bei dem
Oſann=
werk werden die Briefe uſw. im Wortlaut gebracht, und es
wer=
den einzelne Fragen durch Fußnoten, die größeren
kulturgeſchicht=
lichen Zuſammenhänge durch zwiſchen die Briefe eingefügte
län=
gere oder kürzere Abhandlungen erläutert. In dieſem Sinne
ſtellen ſich die Arbeiten als kulturgeſchichtliche Urkundenwerke
dar, aus denen namentlich die Nachwelt ſchöpfen wird. Wegen
des außerordentlichen Umfangs konnte nur eine Herſtellung in
wenigen Schreibmaſchinen=Exemplaren in Frage kommen, von
denen aber einige an Bibiotheken überwieſen werden ſollen.
Der Vortragende gab in ſeinen Ausführungen eine gedrängte
Ueberſicht über den ungeheuren, von ihm bearbeiteten Stoff. Eine
auch nur andeutungsweiſe Mitteilung daraus verbietet hier der
Raum.
— Aus der Schloßgemeinde. Konfirmationsabend.
Eingeleitet wurde die Veranſtaltung durch den Poſanenchor mit
dem mächtig erklingenden Spiel des Liedes „Jeſu, meine Freude‟
Nach der Anſprache des Vorſitzenden erfolgte ein Duett, von Frl.
Almanritter und Frl. Wagner geſungen, worauf der Vorſitzende
über Leben und Wirken eines der größten Männer der
evange=
liſchen Kirche, des Paſtors von Bodelſchwingh. zu deſſen 100.
Ge=
burtstag ein anſchauliches Bild entrollte. Von Geburt aus
Ver=
hältniſſen entſtammend, die von Bodelſchwingh in eine ganz
an=
dere Laufbahn hätten führen können, ließ er ſich dennoch von
ſei=
nem inneren Drang leiten, den Bekümmerten und Bedrückten zu
helfen, wozu ſeine urſprüngliche Ausbildungszeit auf einem
gro=
ßen Gut und nach beendigtem Theologieſtudium eine
Anfangsſtel=
lung bei der deutſchen Kolonie in Paris ihm den richtigen Weg
zeigten. Auch für unſer Heſſenland erwies ſich von Bodelſchwingh
als großer Wohltäter, der in ſelbſtloſer Weiſe die Anregung gab.
in Heſſen eine Anſtalt für Epileptiſche zu gründen, um für die
vielen Kranken und deren Angehörigen aus Heſſen die
zeitrau=
benden und koſtſpieligen Reiſen nach Weſtfalen zu erſparen und
durch kürzere Entfernung öftere Gelegenheit zu gegenſeitigen
Be=
ſuchen zu bieten. Ueber 160 Kranke konnten ſeinerzeit in die
all=
mählich auch ſich größer entwickelnde Anſtalt in Nieder=Ramſtadt
überſiedeln. Mit der Betrachtung, daß Gott jederzeit die rechten
Perſönlichkeiten auf den Plan gerufen und dadurch immer
wie=
der eine Aufwärtsentwicklung im Leben der Menſchen
hervor=
gegangen iſt, darf man auch auf ſeine Hilfe in der jetzigen
ſchwe=
ren Notzeit rechnen, wenn wir uns ihm demütig anvertrauen
und im Blick auf ihn mutig unſere Wege gehen durch alle
Fähr=
niſſe des Lebens. Die Zuhörer waren von dem Vortrag
allge=
mein ſichtlich ergriffen, welcher Eindruck noch erhöht wurde durch
das vom Poſaunenchor geſpielte Lied: „Ich bete an die Macht
der Liebe‟. Nach der nun folgenden Teepauſe wurde eine
Ver=
loſung ſinniger Gaben veranſtaltet, welche vorwiegend von dem
fleißigen Nähkranz gefertigt waren. — Von Herrn C. Schneider
nun auf das von demſelben mit großer Mühe eingeübte
Laien=
ſpiel „Die klugen und törichten Jungfrauen” nach Sinn und
Aus=
führung hingewieſen, wurde von einem größeren Kreis von
Mit=
gliedern der Jugendvereinigung ein Aufzug nach der Bühne in
eigenartigen Koſtümen veranſtaltet, woſelbſt das Spiel in ernſter
Weiſe und voller Hingabe der Mitwirkenden ſeinen Fortgang
nahm und bei, ſämtlichen Anweſenden einen tiefen Eindruck
hinterließ.
Tageskalender für Montag, den 23. März 1931.
Heſſ. Landestheater. Großes Haus 20 Uhr. Ende gegen
22 Uhr: 1. Volkskonzert: Johannes Brahms — Kleines Haus,
19.30 Uhr: Entlaſſungsfeier d. Dieſterwegſchule. — Orpheum.
20.15 Uhr: „Das Land des Lächelns” — Konzerte: Zur
Oper Schloßkeller. Datterich. Zum Tropfſtein. —
Kinovor=
ſtellungen: Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſviele.
Vortrag, im Kaiſerſaal, abds. 8½4 Uhr. Rud. Medicato;
„Hellſehen”.
Fochen, ſo Greifl.— Eit.
kunſt der Hausfrau. Wenn auch der Nahrungschemiker Dr.
Lehmann in ſeinem Voxtrag im Hausfrauenbund erwähnte, daß
für unſer deutſches Volk die Kochkunſt unſerer Großmütter die
richtige auch heute noch ſei — eine gemiſchte Koſt, aus Fleiſch,
Gemüſe, Kartoffeln, Obſt. Butter, Milch und Eier, damit jedes
ſeinen Teil für unſer Wohlbehagen abgeben ſoll — ſo iſt doch das
Wie der Zubereitung durch die moderne Chemieforſchung eine
andere geworden. Durch deren Kenntnis wird erſt die Kochkunſt
zur wahren Kunſt und zur Freude jeder Hausfrau, beſonders
wenn es gilt, für einen Kranken in der Familie diät zu kochen.
Ja, was iſt denn Diät? frug früher ängſtlich manche Hausfrau
den Arzt, wenn es hieß; diät leben — was und wie ſoll ich denn
da kochen? Heut kann jeder Arzt für beſtimmte Krankheiten ganz
beſtimmte Diät verordnen, wir haben in Frau Paupiés
Djät=
kurſen eine wunderbare Anleitung, den Vorſchriften des Arztes
folgen zu können und für Magen= und Darm=, Zucker=, Nieren=,
Gallenleiden und Fettſucht auch wirklich richtig zu kochen. Wählt
z. B. Frau Paupis in ihren Vorträgen zu Fleiſch und Kartoffeln
gelbe Rüben als Beigabe, ſo zeigt ſie deren Verwendung auf
ſechs=
fache Art, gedünſtet, geſchmort, gebraten, als Brei, als Salat und
als Rohkoſt. Was manche Hausfrau ſorglos tut. das Gemüſe
über Nacht im Waſſer ſtehen laſſen, iſt für eine Krankheit gut,
weil ſo das Pflanzeneiweiß verloren geht, während es der
an=
deren Diät wieder ſchadet. So ergänzt eine Diät die andere, und
bringt der Vortrag Rezepte und Anregungen für neues Kochen in
Hülle und Fülle. Beſonders zu erwähnen ſind die Nachſpeiſen,
die gerade bei Nierenkranken eine große Rolle ſpielen. — Frau
Paupis betont, daß ſie keine beſtimmte Richtung verfolgt, nur den
Frauen helfen will, die vom Arzt vorgeſchriebene Diät auch
rich=
tig ausführen zu können. Hier heißt es auch; gerüſtet ſein— nicht
erſt warten, bis ein Krankheitsfall in der Familie eintritt. Frau
Paupis gibt jederzeit Auskunft, ebenſo der Hausfrauenbund,
Rheinſtraße 7, 2. Stock.
a. Aus dem Haushaltsplan der Provinz Starkenburg für 1931.
Der Haushaltsplan der Provinz Starkenburg ſieht vor, daß
Walz=
arbeiten auf folgenden Strecken der B=Straßen (Bezirksſtraßen)
vorgenommen werden: AſtheimBauſchheim. Nauheim—Trebur,
Worms- Hofheim—Nordheim, Offenbach=Rumpenheim
Heuſen=
ſtamm-Forſthaus Wildhof, Groß=Steinheim—Tannenmühle.
Die=
burg—Groß=Zimmern, Ober=Ramſtadt—Ernſthofen, Bahnhofſtraße
Bickenbach Sandbach-Landesgrenze, Weſchnitz—Hüttenthal,
Affol=
terbach-Wahlen, Hirſchhorn-Langenthal und Ortsdurchfahrt
Heppenheim (im Zuge der Proyinzialſtraße Heppenheim—Erbach)
im ganzen 471 Kilometer mit einem Koſtenaufwand von 975 000
Mark. Auf 1)=Straßen (Durchgangsſtraßen) ſind Walzungen auf
den Strecken Gadernheim-Kolmbach und Reichelsheim—Gumpener
Kreuz, zuſammen 7.7 Kilometer und 200 000 Mark
Herſtellungs=
koſten, vorgeſehen.
p. Honig und Kunſthonig. Mit Recht wird immer wieder
darauf hingewieſen, daß Bienenhonig in keinem Haushalt ſehlen
ſollte. Dabei muß betont werden, daß täglicher Honiggenuß von
ſehr günſtigem Einfluß auf die Entwicklung des Körbers und
namentlich auf das Gedeihen der Kinder iſt. Gegen
Grippe z. B. hat ſich Honig in Waſſe= mit Zwiebelſaft gut
be=
währt. Ein Eßlöffel Honig vor dem Schlafengehen beruhigt die
Nerven und bewirkt ruhigen Schlaf. Bei Schnittwunden.
Ge=
ſchwüren und Eiterungen wirkt er desinfizierend. So iſt er ein
Univerſalheilmittel für den Organismus. Das Lebensmittelgeſetz
vom 5. Juli 1927 bietet eine wirkſame Kontrolle der
Nahrungs=
mittel und enthält ſcharfe Beſtimmungen gegen deren
Verfäl=
ſchung. Eine am 1. Oktober 1930 in Kraft getretene
Verord=
nung behandelt Honig und Kunſthonig. Sie unterſcheidet die
Honigarten: 1. nach der pflanzlichen Herkunft; 2. nach der
geogra=
phiſchen Herkunft: 3. nach Art der Gewinnung. Die Verordnung
gibt weiter die Kennzeichen an, wonach Honig als verdorben
an=
zuſehen und auch bei Kenntlichmachung vom Verkehr ausgeſchloſſen
iſt. Zum Schutz der Geſundheit iſt verboten, bei der Herſtellung
andere Säuren als Salz=, Schwefel=, Phosphor=, Kohlen=
Amei=
ſen=, Milch=, Wein= und Zitronenſäure zu verwenden, Säuren,
die chemiſch rein ſein müſſen. Dem Verbot zuwider hergeſtellter
Kunſthonig darf nicht in Verkehr gebracht werden. Irreführende
Bezeichnung, Angabe oder Aufmachung ſind unter Strafe geſtellt.
Kunſthonig muß als ſolcher bezeichnet werden. Präziſe
Beſtim=
mungen ſind feſtgelegt, wenn Honig als nachgemacht oder
ver=
fälſcht vom Verkehr ausgeſchloſſen iſt. Die Verordnung gibt eine
Begriffsbeſtimmung für Kunſthonig. Als ſolcher werden aus mehr
oder weniger ſtark invertierter Saccharoſe (Rüben=, Rohrzucker)
mit oder ohne Verwendung von Stärkezucker (Stärkeſirup)
herge=
ſtellte aromatiſierte in Ausſehen, Geruch und Geſchmack dem Honig
ähnliche Erzeugniſſe betrachtet, die organiſche Nichtzuckerſtoffe,
Mineralſtoffe und Saccharoſe ſowie Oxymetylfurfurol enthalten.
Kunſthonig muß als ſolcher im Verkehr bezeichnet werden.
Ins=
beſondere iſt es verboten, im Verkehr mit Kunſthonig durch
Um=
hüllungen, Bezettelungen oder Anpreiſungen in Wort oder Bild
auf Bienen bienenähnliche Inſekten. Bienenzucht oder
Honig=
gewinnung hinzuweiſen. Alles in allem wohldurchdachte
Vorſchrif=
ten, die das Publikum vor dem Ankauf von Fälſchungen wirkſam
zu ſchützen geeignet ſind.
Briefkaften.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugéquittung beilzufügen. Zaonyme Anfragen wade
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt obne Nechtsverbindſichkest
K., hier Solange die reichsrechtlichen, 1924 erlaſſenen
Beſtimmun=
gen in Geltung ſind, wird die geleiſtete Kleinrentnerunterſtützung als
von den die Erbſchaft antretenden Erben zu tilgende
Nachlaß=
ſchuld angeſehen. Eine Aenderung in dieſem Zuſtand könnte nur
dann erfolgen, wenn ein Kleinrentnerverſorgungsgeſetz Wandel ſchaffte.
Ob eine weitere Hypothekbeſtellung gefordert werden kann, wird
weſent=
lich von dem Umſtande abhängen, welche Höhe die gewährten
Unter=
ſtützungen im ganzen erreicht haben.
MAKEDON
PERFEKT
ziGARETrEA
DER UMSATZ OIBT UNS RECHT.
Es ist kein Zufall, daß unsere Marken in kurzer Zeit eine solche
Verbrei-
lung getunden haben. Wer unsere Zigaretten einmal versucht hat, will sie
Vegen ihrer wirklich hervorragenden Gualitat nicht mehr missen.
Rein Wunder, denn durch die vollständige Ausschaltung jeden Zwischen-
Nandels beim Tabak konnten wir die Qualität so bedeutend verbessern, daß
Eine weitere Steigerung schlechterdings unmöglich ist.
Wir verwenden nur solche Tabaksorten, deren Eigenart erprobt, und die sich
Wr den Geschmack des Rauchers als ausgezeichnet bewiesen haben. Daher.
duch sind unsere Marken so begehrt. Sie sind in
Ihrer Preislage unerreicht.
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SELECNRcKöNG
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EICARETTENFARRTRAREDON C.ABMMAINT RONAERNFRE
al-Vertretung: Hans Huck, Wiesbaden, Sonnebergstraße 52, Telephon 25418
Nummer
Seite 4
Aus Heſſen.
Reichs=Handwerks=Woche in Griesheim.
J. Griesheim, 22. März. Die Reichs=Handwerkswoche hat mit dem
heutigen Tage ihr Ende erreicht. Wie überall im ganzen Deutſchen
Reiche, fanden auch in hieſiger Gemeinde zur Förderung des Handwerks
Ausſtellungen, Kundgebungen und Vorträge mannigfaltiger Art ſtatt.
Von den hieſigen Veranſtaltungen ſind die nachfolgenden Themen
be=
ſonders bemerkenswert: „Vortrag über das Bleiweiß, ſeine Herſtellung,
Eigenſchaften und Verwendung” der durch eine Filmvorführung
illu=
ſtriert und ergänzt wurde: „Vortrag über die Entwickelung der Leipziger
Meſſe und ihre Bedeutung für das Handwerk”, ſowie Vortrag „Wie
ent=
ſchulde ich meinen Beſitz?” Alle dieſe Veranſtaltungen waren gut beſucht
und erweckten lebhaftes Intereſſe. Gleichſam als Abſchluß der „Reichs=
Handwerks=Woche” fand am heutigen Sonntag eine Ausſtellung von
Ar=
beiten der Berufsſchüler ſtatt. Mit dieſer Ausſtellung war gleichzeitig
die Beſichtigung der kürzlich errichteten Schulwerkſtätte verbunden. Hier
war der Einwohnerſchaft Gelegenheit geboten, einen Einblick über den
Fortgang und die Entwickelung der Berufsſchule zu gewinnen und ſich
von der regen und arbeitsreichen Tätigkeit der Schüler zu überzeugen.
Auch die Malerjugend veranſtaltete im 4. Schulhauſe eine Ausſtellung,
in welcher die Berufsarbeiten ausgeſtellt waren, die während des
verfloſ=
ſenen Winterhalbfahres hergeſtellt wurden. Zur Ausſtellung gelangten
Sinnſprüche in neuerer Schriftart, Landſchaftsbilder u. dgl. Die 25
Sckhüler ſtarke Gruppe wollte mit dieſer Ausſtellung den Beſuchern
zei=
gen, was ſie in ihren freien Zeiten geleiſtet haben, um ihre
Berufskennt=
niſſe zu erweitern. Im Zuſammenhang mit der Reichs=Handwerks=Woche
iſt an die hieſige Einwohnerſchaft folgende Mahnung ergangen: „Denken
Sie ſtets bei Vergebung Ihrer Aufträge und Arbeiten an Ihre hieſigen
Handwerksmeiſter, machen Sie alle Ihre Einkäufe bei den hieſigen
Ge=
ſchäftsleuten, laſſen Sie nicht ſchwarzarbeiten, die Schwarzarbeit iſt in
der Regel teurer als folide Handwerks=Arbeit.” Mögen alle Wünſche
und Hoffnungen, die ſich die Handwerksmeiſter von den Veranſtaltungen
verſprachen, hoffentlich recht bald in Erfüllung gehen, zum Wohle der
Allgemeinheit.
Dd. Arheilgen, 21. März. Schulferien. Die Ferien der
hie=
ſigen Volksſchule beginnen am Samstag, den 28. März, und dauern
bis Montag, den 20. April. Aus der Volksſchule entlaſſen werden in
dieſem Jahre 32 Buben und 42 Mädchen, eine infolge des Krieges ſehr
geringe Anzahl. Bei der am letzten Donnerstag in der Schulturnhalle
ſtattgefundenen ärztlichen Unterſuchung der ab Oſtern 1931
ſchulpflich=
tigen Kinder wurden 53 Buben und 55 Mädchen gezählt. Dieſe Zahlen
ergeben aber noch nicht ohne weiteres die endgültige Stärke des neuen
Jahrganges, da noch Nachanmeldungen zu erwarten ſind. — Die
ebangeliſche Männervereinigung hat für Dienstag abend 8.30 Uhr zu
einem Vortrag im Gemeindehaus eingeladen, in dem Herr Dekan
Bern=
beck über die Oſtſiedelungsfrage in ihrer Bedeutung für die Zukunft des
deutſchen Volkes ſpricht, der insbeſondere auch für die hieſigen Bauern
und Jungbauern von großem Intereſſe ſein wird.
F. Eberſtadt, 20. März. Sechſter Nachtrag zum
Ortsbau=
ſtatut. Mit dem Tage der Veröffentlichung im
Amtsverkündigungs=
blatt iſt ein 6. Nachtrag zum Ortsbauſtatut in Kraft getreten. Hiernach
müſſen alle Gebäude einſchließlich der Einfriedigungen, die neu errichtet
oder verändert werden, insbeſondere ſolche, die von öffentlichen Straßen,
Plätzen, Wegen und Eiſenbahnen geſehen werden, in ihrer
architektoni=
ſchen Geſtaltung unter Rückſicht auf ihren Zweck in anſprechender, in die
Umgebung paſſender Weiſe ausgeführt und dauernd in gutem Zuſtand
gehalten werden. Bei Herſtellungen an Bauten von geſchichtlicher oder
küiwſtleriſcher Bedeutung ſoll auf tunlichſte Erhaltung ihrer Schönheit
und Eigenart Rückſicht genommen werden. Vorhandene Anlagen,
Gegen=
ſtände oder Einrichtungen, die zur geſchäftlichen Anpreiſung (Reklame
oder ähnlichem) dienen und von einer öffentlichen Straße aus ſichtbar ſind.
mliſſen entfernt oder abgeändert werden, wenn dies zum Schutze des
Orts= und Landſchaftsbildes gegen Verunſtaltung verlangt werden muß.
Als Gegenſtände und Einrichtungen ,der vorbezeichneten Art, ſind
bei=
ſpielsweiſe anzuſehen: Anſchlagstafeln, Aufſchriften aller Art,
Firmen=
tafeln, Schilder, Schaukäſten, Beleuchtungsvorrichtungen,
Geſchäftszei=
chen, Sonnenſchutzdächer uſw. Die Bemalung von Haus= oder anderen
Wandflächen mit Figuren und anderem Zierwerk zur Anpreiſung, wie
auch beſonders auffällige Bemalung überhaupt, iſt nur mit beſonderer
Genehmigung zuläſſig.
* Ober=Ramſtadt, 23. März. Auch an dieſer Stelle ſei darauf
hingewieſen, daß die Heſſiſche Eiſenbahn=A.G. Darmſtadt heute
abend 8 Uhr im Gaſthaus „Zum Löwen” einen Vortrag
veran=
ſtaltet, der die Verwendung der Elektrizität im Haushalt,
Ge=
werbe und Landwirtſchaft behandelt. Der Vortrag iſt beſonders
für die Hausfrauen äußerſt intereſſant und lehrreich, denn gerade
im Haushalt erweiſt ſich die Elektrizität ſtets als dienſtbereite
Helferin bei weſentlicher Arbeits= und Müheerſparnis. Der
Be=
ſuch des Vortrags iſt daher nur zu empfehlen. Es ſei ferner
darauf hingewieſen, daß mit dem Portrag noch eine
Filmpor=
führung ſowie eine Gratisverloſung verſchiedener elektriſcher
Ge=
brauchsgegenſtände verbunden iſt.
Montag, den 23. März 1931
G. Ober=Ramſtadt, 21. März. Alice=Frauenverein
Hauptverſammlung. Etwa 60 Damen und 3 Herren haben ſich
beteiligt. Vom Hauptvorſtand war Frau Profeſſor Kellner aus
Darm=
ſtadt zum drittenmal bei der Hauptverſammlung erſchienen. Nachdem
die Tagung mit Geſang eröffnet war, hieß Frau Rektor Hofmann als
1. Vorſitzende die Erſchienenen herzlich willkommen, und dankte
beſon=
ders Frau Profeſſor Kellner und den Herren Pfarrer Nürnberger und
Bürgermeiſter Rückert für ihr Erſcheinen. Alsdann gab der
Schrift=
führer, Herr Rektor i. R. Hofmann, den Jahresbericht bekannt,
an=
ſchließend daran erfolgte die Rechnungsablage. Frau Profeſſor Kellner
und die Herren Pfarrer Nürnberger und Bürgermeiſter Rückert dankten
für die Begrüßung und verliehen ihrer Ueberzeugung von dem
ſegens=
reichen Wirken des Alice=Frauenvereins warmen Ausdruck. Herr
Pfarrer Nürnberger ſchlug noch den anweſenden Damen vor,
Vertrauens=
poſten für innigere Fühlungnahme mit den einzelnen Familien zu
über=
nehmen, um nachhaltige Hilfe für Leib und Seele leiſten zu können.
Vorzüglicher Kaffee und Kuchen zeitigten im „Heſſiſchen Hof” beſte
Stimmung, die Frl. Sannchen Breitwieſer, Settchen Göbel und Frau
Rückert durch launige Darbietungen noch erhöhten. Gaſthof und
Schau=
ſpielerinnen ernteten allſeitige Anerkennung und reichen Dank. Möge
der Alice=Frauenverein überall richtig gewürdigt werden.
r. Babenhauſen, 21. März. Ihre 14. ordentliche
General=
verſammlung hielt in dieſer Woche die
landwirtſchaft=
liche Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaft im Gaſthaus
„Zum Adler‟. Der Beſuch durch die Mitglieder war ſehr gut, und
alle verfolgten mit ſichtlichem Intereſſe den Geſchäftsbericht. Trotz der
ſchlechten volkswirtſchaftlichen Lage hat ſich das genoſſenſchaftliche
Unter=
nehmen gut fortentwickelt. Der Geſamtumſatz, das iſt der
Warenaus=
gang, beläuft ſich auf rund 70 000 RM., der Reingewinn auf 487 RM.
Der Umſatz iſt derſelbe wie im Jahre 1930. Die Vorſchläge betr.
Ver=
teilung des Reingewinns finden einſtimmig Genehmigung. Die offenen
Reſerven einſchl. Geſchäftsguthaben betragen über 8000 RM. Die
Ge=
noſſenſchaft hat jetzt 172 Mitglieder. Das ausſcheidende Vorſtandsmit
glied Hch. Bender 1., ſowie das Aufſichtsratsmitglied Ph. Jauchzy 3.
werden auf drei Jahre wiedergewählt. Die anvegend verlaufene
Ver=
ſammlung ſchloß der Vorſitzende nach Erledigung verſchiedener Wünſche
und Anregungen. — Der Geſangverein „Sängerbund”
veranſtal=
tet dieſen Sonntag nachmittag unter Mitwirkung hieſiger und
aus=
wärtiger Geſangvereine einen Liedertag im Saalbau „Deutſcher
Hof‟. Da Kunſtchöre und Volkslieder zum Vortrag kommen, kann der
Beſuch warm empfohlen werden. — Als letzte Vorſtellung in dieſer
Spielzeit führt am Sonntag abend die Südweſtdeutſche Bühne
das Kriegsdrama „Die andere Seite” von Sheriff auf.
Db. Urberach, 21. März. Gemeinderatsbericht. Zur
Auszahlung als Winterbeihilfe gelangten dieſes Jahr 4815 RM. zur
Verteilung. Der Kreis iſt in dem Glauben, die Gemeinde ſei hierin zu
weit vorgeſchritten und hätte entſchieden zuviel ausbezahlt. Der
ge=
währte Zuſchuß desſelben betrug deshalb ungefähr 500 RM. nach
deſ=
ſen Auffaſſung weniger, als wie nach den Richtlinien der Gemeinde.
Nach nochmaliger Prüfung des Sachverhalts iſt der Gemeinderat der
Anſicht, daß alles, was zur Auszahlung gelangte, auf geſetzlich,
rich=
tigem Wege ſich befindet und daher die unrickntige Auszahlung der
Kreiskaſſe zu verwerfen iſt. Eine neue Eingabe an dieſelbe fordert
nun nochmals die richtige Summe. — Der Vertrag der Gemeinde mit
dem Kreisgruppenwaſſerwerk Dieburg wurde genehmigt. — Der
An=
trag des katholiſchen Kirchenbauvereins auf Steuerfreiheit für den
volksbildenden Film „Deutſche Frauen, deutſche Treue”, fand ebenfalls
ſeine Genehmigung. — Dem Antrag des Gewerbevereins, hier, „
Ueber=
triebene Aufwendungen und Unterſtützungen bzw. deren Zahlungen von
der Gemeinde an Sozial= und Kleinrentner ſind durch den oder die
leiblichen Erben während ihrer Lebzeit nach dem Tode des
Renten=
einpfängers zurückzuerſtatten”, konnte geſetzlich nicht zugeſtimmt werden,
da dies Angelegenheit des Kreisausſchuſſes iſt. Jedoch wurde
beſchloſ=
ſen, jeder Fraktion einen Auszug über erhöhte Rentem auszuhändigen.
zwecks Prüfung des Sachverhaltes.
Ai. Vielbrunn, 21. März. Der letzthin den Schulen zur Verfügung
geſtellte Film für Kultus= und Bildungsweſen wurde im Beiſein des
Herrn Kreisſchulrates Gerbig=Erbach, des Lehrerkollegiums und
gelade=
ner Gäſte nun auch den Schulen von Würzberg, Kimbach und den vier
hieſigen Schulen im Saale des Herrn Bürgermeiſters Wolf, hier,
vorgeführt. Es war dies für die Schuljugend nicht nur ein ſeltener,
ſondern auch geiſtig anregender und lehrreicher Genuß. In der
Vor=
führung des Kulturfilms „Nanuk, der Eskimo” wurde der Jugend die
Lebensweiſe der Eskimo, die Bauart ihrer Wohnungen aus Eis und
Schnee, auch Fenſter aus Eis, ihre Bootsfahrten, Fiſchfang, Jagd auf
Seehunde, ebenſo ihre aus Fellen beſtehende Kleidung uſw.,
veranſchau=
licht. Mit regem Intereſſe und oft Beifall klatſchend, folgte die Jugend
dieſen bildlichen, lehrreichen Darbietungen, die einen nachhaltigen
Ein=
druck auf ſie machten. Ebenſolches Intereſſe bewirkte die Vorführung
„Im Tiergarten”, wo ihnen die verſchiedenartigſten Tiergattungen vor
Augen geführt wurden, und ſie einen Einblick in das weite Gebiet der
Tierwelt erhielten. „Rotkäppchen” und „Hänſel und Gretel” erfreute
ſie ſehr und beſonderes Ergötzen erzielte „Die Sparkaſſe”, die leer war,
wie dann das Geld Beine bekam und auf die Sparkaſſe lief, wie dann
die Sparkaſſe ſelber Beine bekam, laufen und Geld austeilen konnte.
Ein kanadiſcher 16000=-Tonnen-Dampfer geſtra def.
TU. London, 21. 2
Der 16 000=Tonnen=Dampfer „Montclare”, der Kanadiſchen.
linie, iſt in dichtem Nebel in der Nähe von Greenock in Weſtſd
auf ein Riff aufgelaufen und ſchwer beſchädigt worden. Sechs
aus Greenock brachten die 200 Fahrgäſte auf eine i ſde
Nähe gelegene Inſel. Einer der Schlepper iſt bisher ne ſmi
an ſeinem Beſtimmungsort angekommen. Man fürchtet, daß er ir
ſeinen Weg verloren hat. Die „Montclare” hat ſich um 45 C
neigt, ſo daß die Lage ſehr gefährlich iſt.
Der London=Schokkland=Erpreß verunglückl
TU. London, 21. ſrz.
Der Expreßzug, der am Sonntag morgen von London nach Kot
land abging, iſt kurz nach 12 Uhr auf dem Bahnhof von Leight
unglückt. Die Lokomotive entgleiſte einige Meter vor der Einf Er in
den Bahnhof. Vier Wagen wurden umgeworfen, während 12 eitere
aus den Gleiſen gehoben wurden. Nach den bisherigen Na ſchten
wurden ſieben Perſonen, unter ihnen der Lokomotivfüh= der
Heizer und ein Koch getötet. Man fürchtet jedoch, daß die
Zahl der Toten noch erhöhen wird. Die Eiſenbahnlinie iſt in eiden
Richtungen durch die Trümmerhaufen verſperrt. Hilfszüge a ver
ſchiedenen. Orten eilten ſofort an die Unglücksſtelle. Die Be an
arbeiten dauern noch an. Die Zahl der Verletzten konnte v äufig
noch nicht annähernd feſtgeſtellt werden; der Zug war ſehr gut eſetzt
b. Erbach, 22. März. Beigeordnetenwahl. 2
heutigen Beigeordnetenwahl wurde nach ſcharfem Endkanf
Parteien der Kandidat der bürgerlichen Gruppe, Elfenbein nitz
Philipp Lenz — auch mit den nationalſozialiſtiſchen Stim en
mit 841 Stimmen gewählt. Er behielt mit 6 Stimmen die a olute
Mehrheit vor dem Kandidaten der Sozialdemokratiſchen artei,
Gaſtwirt Heinrich Stock (659 Stimmen) und dem kommun iſchen
Kandidaten Kiefer (170 Stimmen).
Le. Raibach b. Groß=Umſtadt, 21. März. Mütteraben. Die
Schlußfeier des Mutterabends geſtaltete ſich zu einer erhebender
kund=
gebung echt chriſtlichen Gemeingeiſtes. Der neue Saal des Ga auſes
„Zur Krone” war zu einem ſchmuckvollen Feſtraum umgewande
wor=
den. Auf weiß gedeckten, mit Epheuranken ſinnig verzierten afeln
prangten blühende Blumen, duftendes Tannengrün und ſchön ver, kerte,
leckere Kuchen, die man ſich zu einem guten Kaffee wohlſchmecke Tieß
Ein ſchön geſprochener Prolog eröffnete den Abend. Kleine, ſi wolle
Theaterſtücke, ſchön getanzte Reigen wechſelten mit mehrſtimr
ſungenen Volksliedern in bunter Folge mit einander ab. De
Orts=
geiſtliche, Herr Pfarrer Becker, ſchilderte die Frau und Mut als
den guten Geiſt der Familie, als die Hüterin von Zucht. Fleiß, 5
par=
ſamkeit und Frömmigkeit. Er dankte allen Mitwirkenden, insbe adere
Frau Anna Metzler, als der Leiterin der wohlgelungenen Auf
ſrun=
gen. Dem Leiter des Mütterabends überreichte man als Zeid
Dankbarkeit einen geſchmackvoll mit Moos verzierten Korb voll ſ mſter
Oſtereier. Auf allgemeinen Wunſch ſollen die verſchiedenen igen
Theaterſtücke uſw., unter Mitwirkung des hieſigen Mandoline und
Zitherklubs nächſten Sonntag abend nochmals zur Aufführung k. men.
— Bensheim, 21. März. Gewandhausquartett. r
März ſpielt das Gewandhausquartett im „Deutſchen Haus” in Bens
heim. Zur Vorführung kommen die Streichquartette Reger =Du
op. 109 und Beethoven E=Dur op. 59 Nr. 1. Die Preiſe der Ei
ritts=
karten ſind mit 2 Mk. für den 1. Platz, 1 Mk. für den 2. Platz ißerſt
niedrig gehalten. Vorverkauf in der Lehrmittelanſtalt Bensheim,
ußer=
dem Abendkaſſe. (Siehe Anzeige.)
a. Offenbach, 21. März. Aus dem Stadtrat. Der Sdtrat
beſchäftigte ſich vorgeſtern vier Stunden mit einem kommuniſtiſch.
An=
trage über angebliche Verfehlungen und Mißſtände im Stadtk
nken=
hauſe. Die Kommuniſten ſtanden dabei ganz allein. Der Ober
rger=
meiſter ſtellte feſt, daß die Angriffe leichtfertig erhoben ſeien, 1+ die
Angreifer kniffen, als ſie aufgefordert wurden, die Namen ihr
Ge=
währsleute (Kranken, Schweſtern und Aerzte) zu nennen, wie das
angeboten hatten, als ſie den Feldzug begannen. Stadtr 5
mit=
glied Galm, der die Angriffe am 26. Februar mündlich vorg agen
hatte, fehlte in der Sitzung, da er zur Erholung auswärts w k.-
Der Finanzausſchuß hatte dem Stadtrat empfohlen, die neue Ge
änſ=
ſteuer, die Verdoppelung der Bierſteuer und der Bürgerſteuer a ule
nen. Der Oberbürgermeiſter ſtellte zunächſt den Unterantre
Bierſteuer und die Bürgerſteuer im Rechnungsjahre 1931 in d
bis=
herigen Höhe zu erheben. Dieſer Antrag fand nur die Zuſtimmuf der
Verwaltung. Der Finanzausſchußantrag, alle drei Steuern abzu ſten,
wurde darauf mit den Stimmen ſämtlicher bürgerlichen Partei, der
Nationalſozialiſten und der Kommuniſten abgelehnt. Die Soz iſten
enthielten ſich der Abſtimmung, das Zentrum war angeſichts de
Not=
lage der Stadt bereit, die Steuern zu bewilligen. Mit der Able ſung
der Steuern dürfte die Bahn für den Staatskommiſſar frei ſein
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Am 21. März 1931 verſchied unſer
langjähriges, treues Mitglied
Kamerad
Ludwig Becker
Lokomotioführer i. R.
Die Beerdigung findet Dienstag
den 24. März 1931, nachm. 2 Uhr
auf dem alten Friedhof (Nieder=
Ramſtädterſtr.) ſtatt. Wir bitten
unſere Mitglieder, dem
verſtorbe=
nen Kameraden recht zahlreich die
letzte Ehre zu erweiſen
Der Vorſtand.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 82
Montag, den 23. März 1931.
Seite 5
Paris hat ſcheinbar abgefärbt, denn auch bei den
ſüddeut=
ſchen Endkämpfen häuften ſich am Sonntag nach dem Länderſpiel
die Ueberraſchungen. Die größte Senſation des Tages, wenn nicht
überhaupt aller Endſpiele der bisherigen Saiſon, war in der
Runde der Meiſter die 6:1 (3:1)=Niederlage, die ſich der
Karls=
ruher FV. in Worms bei der Wormatia holte. Zu dieſem Spiel
kamen nur 1000 Zuſchauer, weil man mit einem ſicheren Sieg des
Karlsruher FV. rechnete. Die Karlsruher boten jedoch eine ſehr
ſchlechte Leiſtung, ſodaß die gut disponierte Elf des Heſſenmeiſters
auch in dieſer Höhe vollkommen zu recht gewann. Mit einer
Ueberraſchung beim Spiel in Böckingen hatten manche Leute
ge=
rechnet. Die Sp.Vgg. Fürth kann von Glück ſagen, daß ſie gegen
die Schwaben überhaupt noch ein 2:2 (2:2) zuſtande brachte,
denn die Schwaben waren nach der Pauſe klar überlegen und
ver=
ſchoſſen ſogar einen Elfmeter. Bayern München hatte vor 10 000
Zuſchauern ſchwer zu kämpfen, um Waldhof 5:3 (3:2) zu ſchlagen.
Das 4:3 (1:1)=Reſultat, das die Eintracht vor 10 000 Perſonen
gegen den FK. Pirmaſens zuſtande brachte, trügt, denn die
Ein=
tracht war ſehr deutlich überlegen und ließ ſich erſt gegen Schluß
beim Stande von 4:1 durch zwei Gegentreffer überrumpeln.
In der Troſtrunde Nordweſt behauptet Iſenburg nach dem 1:1
gegen Phönix Ludwigshafen weiter die Führung. Rot=Weiß
Frankfurt ließ ſich von Neckarau überraſchend glatt 4:0 ſchlagen.
Union Niederrad ſiegte in Idar verdient 4:2, Saarbrücken und
Wiesbaden trennten ſich mit einem 3:3.
In der Troſtrunde Südoſt iſt die Vorentſcheidung gefallen.
Nach dem verblüffenden 8: 1=Sieg, den München 60 in Augsburg
erzielte, wird wohl niemand mehr die Münchener „Löwen” vom
erſten Platz verdrängen können. Die Tabellennächſten, 1. FC.
Nürnberg und FC. Pforzheim, büßten bei ihrem 1:1=Spiel in
Pforzheim wieder je einen Punkt ein. VfR. Fürth iſt jetzt
ſchein=
bar erwacht, ſein 5:0=Sieg über die Stuttgarter Kickers war eine
kleinen Senſation. Phönix Karlsruhe rutſchte auf den letzten
Tabellenplatz ab, da es ſich zu Hauſe von Raſtatt 1:2 ſchlagen ließ.
Runde der Meiſter:
Spiele Tore Punkte Sp. Vg. Fürth 30:11 16:2 Eintracht Frankfurt
Bayern München 26:16 12:4 32:16 11:5 SV. Waldhof 10 25:24 10:10 Karlsruher FV. 21:22 9:9 Union Böckingen 21:39 6:14 Wormatia Worms 21:32 5:13 FK. Pirmaſens 18:34 3:15 Troſtrunde Nordweſt: Spiele Tore Punkte VfL. Neu=Iſenburg 26:13 17:5 Phönix Ludwigshafen 11 26:16 15:7 FV. Saarbrücken 0 22:16 12:8 Rot=Weiß Frankfurt 10 21:21 11:9 Union Niederrad 26:26 10:12 SV. Wiesbaden 17:18 8:12 VfL. Neckarau 11 29:29 8:14 FC. Idar 10 18:42 3:17 Troſtrunde Südoſt: Spiele Tore Punkte München 60 10 61:17 18:2 1. FC. Nürnberg 11 38:11 16:6 1. FC. Pforzheim 30:17 14:4 Schwaben Augsburg 10 33:32 12:8 Stuttgarter Kickers 21:22 8:10 VfR. Fürth 23:37 5:15 FV. Raſtatt 11:44 3:15 Phönix Karlsruhe 11 7:44 2:20
Wormatia Worms ſchlägt Karlsruher FV. 6:1 (3:0).
Zum Wormatiaplatz, der durch den Regen des Vortags ſchwer
BEtitten hatte, kamen am Sonntag nur 1000 Zuſchauer. Man
„Ecnete auch in Worms damit, daß der K.FV., der an den letzten
Söankagen Bayern München und Union Böckingen klar geſchlagen
atte, den Heſſenmeiſter ebenfalls beſiegen würde. Das Spiel
Tachte aber die größte Ueberraſchung, die im bisherigen Verlauf
er ſuddeutſchen Endſpiele zu verzeichnen war: der K.FV. wurde
0:1 (3:1) Treffern geſchlagen. Dabei war das Reſultat durch=
½e einwandfrei; Wormatia hätte bei beſſerer Ausnützung der
„uchancen noch höher gewinnen können. Die Elf des Heſſen=
Weiſters lieferte in allen Reihen ein recht gutes Spiel; ſie kom=
Imlerte flott und raumgreifend, während die Elf des Gaſtes eine
alge Enttäuſchung war. Beide Mannſchaften hatten Erſatz,
Dermatia aber noch mehr als der Gegner. Beim K.FV. genügte
** Die Verteidigung, und auch der Mittelläufer ging noch eini=
Stſaßen an. Der Reſt verſagte vollkommen. Die Leute ſpielten
Aſtmmenhanglos, ohne Schneid, und nichts wollte ihnen gelin=
*E.Seſonders ſchwach war der Innenſturm. Dagegen zeigte die
Dukmatia in allen Reihen ausgezeichnete Leiſtungen. Die ein=
Ltüen Mannſchaftsteile harmonierten ſo gut zuſammen und waren
ausgeglichen, daß ſich eine Einzelkritik erübrigt.
Bayern München — SV. Waldhof 5: 3 (3:2).
Vor 10 000 Zuſchauern nahmen die Münchener Bayern am
Sonntag an dem SV. Waldhof Revanche für die im Vorſpiel
er=
iinkene Niederlage. Allerdings entpuppten ſich die Mannheimer
4S eine ſehr gute und gefährliche Mannſchaft, und es bedurfte
Zen der Hergabe des letzten Könnens der Bayern, um gegen den
Vecner ſiegreich zu bleiben. Auch die Münchener befanden ſich.
namentlich im Angriff, in ausgezeichneter Form, ſo daß die
Zu=
äuer einen ganz prächtigen Kampf zu ſehen bekamen. Das ſtets
Hannende und faire Treffen wurde von Schneider=Offenburg
ein=
wandfrei geleitet.
Eintracht Frankfurt — FK. Pirmaſens 4: 3 (1:1).
Bei dieſem Spiele haben verſchiedene Umſtände eine nähere
Erklärung nötig. Einmal der Beſuch, der mit 10 000 Perſonen
als überraſchend hoch bezeichnet werden müßte, wüßte man nicht,
daß zu dieſem Treffen die Karten für das ſeinerzeit abgebrochene
Spiel Eintracht — Bayern München Gültigkeit hatten.
Andern=
falls wäre wohl kaum die Hälfte der Zuſchauer gekommen, denn
Pirmaſens iſt immerhin Tabellenletzter und nicht entfernt ſo gut
wie im Vorjahre. Eine Erklärung hat auch das knappe Reſultat
nötig. Die Gegner waren ſich nämlich keineswegs ſo ebenbürtig,
wie das Reſultat vermuten laſſen könnte. Im Gegenteil, die
Ein=
tracht ſtand nahezu um eine Klaſſe über ihrem Gegner, und nach
der Pauſe wurde der Kampf, den vorher ſchon die Eintracht
über=
legen geführt hatte, geradezu einſeitig. Aber die Eintrachtſtürmer
hatten ſehr viel Laſt mit der Pirmaſenſer Verteidigung, und als
ſie dann doch ſchließlich mit 4:1 Treffern führten, ließen ſich die
Frankfurter noch in den letzten vier Minuten durch zwei Treffer
des Gegners überrumpeln.
Union Böckingen — Sppg. Fürth 2:2 (2:2).
Ungefähr 4000 Zuſchauer wurden Zeuge des ſchönen Kampfes,
den die Heilbronner Ecke jemals geſehen hat. Das unentſchiedene
Reſultat iſt für Fürth ſogar noch ſehr günſtig, denn wenn man
be=
denkt, daß die Böckinger Union in der erſten Halbzeit ein
voll=
kommen gleichwertiges Spiel lieferte und in der zweiten Hälfte
bis auf die letzten fünf Minuten leicht überlegen war und noch
dazu einen Foulelfmeter unplaciert ſchoß, daß ihn Neger halten
konnte, ſo muß man das Unentſchieden für Fürth ſchon mehr als
glücklich bezeichnen, wenngleich nicht verkannt werden ſoll, daß ein
Erfolg der Böckinger vielleicht vermeidbar war, weil er aus
einem Selbſttor des Verteidigers Hagen reſultierte. Fürth hatte
außerdem in Neger einen Torwart zwiſchen den Pfoſten, der den
Kleeblättlern die ſichere Niederlage erſparte. Das Führungstor
von Pfiſterer konnten die Fürther erſt eine Viertelſtunde vor der
Pauſe aus einem Gedränge heraus wettmachen, dann brachte
das eben erwähnte Selbſttor Hagens Böckingen erneut in
Füh=
rung, und noch vor der Pauſe gelang Kießling nach prächtiger
Einzelleiſtung abermals der Ausgleich. In der torlos verlaufenen
zweiten Halbzeit verſcherzte ſich Böckingen durch den ausgelaſſenen
Elſer den Sieg. Das faire und ritterliche Treffen wurde von dem
Frankfurter Unparteiiſchen, Hohmann (F. S.V.) ganz ausgezeichnet
geleitet.
Fußball im Reich.
Süddeutſchland.
Meiſterſchaftsſpiele: Union Böckingen — Sp.Vg. Fürth
2:2 (2:2). Eintracht Frankfurt — FK. Pirmaſens 4:3 (1:1).
Bayern München — SV. Waldhof 5:3 (3:2). Wormatia
Worms — Karlsruher FV. 6:1 (3:1).
Troſtrunde Nordweſt: VfL. Neckarau — Rot=Weiß
Frank=
furt 4:0 (1:0). SV. Wiesbaden — FV. Saarbrück. 3:3 (0:1).
VfL. N.=Iſenburg — Phönix Ludwigshafen 1:1 (0:1). 1. FC.
Idar — Union Niederrad 2:4 (1:2).
Troſtrunde Südoſt: VfR. Fürth — Kickers Stuttgart 5:0
(1:0). Phönix Karlsruhe — FV. Raſtatt 1:2 (1:2). FC.
Pforzheim — 1. FC. Nürnberg 1:1 (0:1). Schwaben
Augs=
burg — SV. München 1860 1:8 (1:5).
Abſtiegsſpiel Südbayern: In Ulm: DSV. München — VfB.
Ingolſtadt/R. 1:1 abgebrochen.
Um den Bayern=Pokal: Bayern Hof — 1. FC. Bayreuth 1:2.
Geſellſchaftsſpiele: Jahn Regensburg — FSV. Frankfurt 3:5.
Saar 05 Saarbrücken — VfR. Mannheim 2:6. Kickers
Offen=
bach — Germania 94 Frankfurt 7:1. Boruſſia Neunkirchen —
Sportfreunde Saarbrücken 4:2.
Endſpiele in allen Landesverbänden.
In Berlin ſtanden am Sonntag zwei Fußball=„Schlager”, auf
im Programm. Die größere Anziehungskraft hatte der erſte
ntſcheidungskampf zwiſchen Hertha B. S.C. und Victoria 89 mit
000 Zuſchauern im Poſtſtadion gefunden. Nach ſehr ſchwerem
und hartem Kampf ſiegte. Hertha B.S.C. knapp 3:2 (1:1).
ennis Boruſſia ſchlug im zweiten Meiſterſchaftskampf den
Pom=
ernmeiſter Polizei=S.=V. Stettin vor 6000 Zuſchauern ſicher mit
:1 (1:0). Die Stettiner waren ſehr eifrig, doch ſind ſie techniſch
och nicht reif genug, um mit den Berliner Mannſchaften Schritt
ilten zu können.
Die norddeutſche Meiſterſchaft begann am Sonntag mit den
pielen der erſten Runde, nachdem bereits Holſtein Kiel durch
inen Sieg über Leu Braunſchweig am vergangenen Sonntag den
uftakt geliefert hatte. Allgemein gab es die erwarteten
Ergeb=
iſſe. Für die zweite Pokalrunde am nächſten Sonntag ſind
be=
its, folgende Spiele angeſetzt: Phönix Lübeck — Holſtein Kiel,
amburger S.=V. — S.=V. Harburg. Arminia Hannover—
ltona 93 und Union Altona — Bremer S.=V.
In den ſüdoſtdeutſchen Spielen konnte am Sonntag Beuthen
909 in Breslau nicht zu der erwarteten guten Leiſtung auflaufen,
und mußte ſich gegen den F.=V. 06 Breslau mit einem
Unentſchie=
in 2:2 (1:2) begnügen. Der mittelſchleſiſche Meiſter S.=C. 08
zreslau verlor in Zaborze gegen Preußen 1:3 (1:3) und Victoria
orſt unterlag dem Kottbuſer F.=V. 98 2:3 (1:3),
* Zußball im Kreis Skarkenburg.
Die drei erſten Plätze vergeben. — Intereſſante Privattreffen.
SC. Haſſia Dieburg — Germania 03 Pfungſtadt 0:0.
Viktoxia Griesheim — Polizei Darmſtadt 2:3 (0:2).
FV. Sprendlingen — Viktoria Urberach 4:1 (1:0).
Viktoria Walldorf — VfB. Groß=Auheim 1:1 (0:0).
SV. Münſter — Union Wixhauſen 5:2 (3:0).
Union Darmſtadt — FV. Hofheim (Ried) 5:4 (1:4).
Die zwei Verbandsſpiele des Sonntags haben die Lage an
der Spitze jetzt geklärt, die drei erſten Plätze ſind endgültig
ver=
geben. Zweiter wurde die Darmſtädter Polizei, die ihr letztes
Spiel in Griesheim mit 3:2 reichlich knapp gewann. Dritter iſt
Germania Pfungſtadt. Die Pfungſtädter hielten die in ſie
geſetz=
ten Erwartungen und ließen ſich in Dieburg, wo kürzlich noch
Walldorf und die Polizei unter die Räder gekommen waren, nicht
ſchlagen; torlos trennte man ſich am Schluſſe 0:0.
Die Tabelle hat nun folgendes Ausſehen:
( Spiele gew. un. verl. Tore Pkte. Viktoria Walldorf 2: 14 52:26 33 Polizei Darmſtadt 12 5 5 64:42 29 Germania Pfungſtadt 22 11 5 6 41:32 27 Haſſia Dieburg 21 6 6 44:33 24 Sp.Vg. Arheilgen 21 9 6 6 44:39 24 Sp. V. Münſter 21 6 7 45:36 22 FV. Sprendlingen 21 6 9 6 38:36 21 Sp.V. Mörfelden 21 9 3 9 47:49 21, Union Darmſtadt 22 6 6 10 39:49 18 FC. 03 Egelsbach 20 6 3 11 35:61 15 Sp.V. Neu=Iſenburg 21 10 34:42 15 Viktoria Griesheim 22 3 17 35772 Es ſtehen nunmehr noch folgende Spiele aus: Haſſia Dieburg
— Sp.Vg. 04 Arheilgen, Sp.V. Münſter — FC. Egelsbach, SV.
1911 Neu=Iſenburg — FV. Sprendlingen und FC. Egelsbach
SV. Mörfelden. Der vierte und fünfte Tabellenplatz liegt nur
noch zwiſchen Dieburg und Arheilgen.
Eine Reihe intereſſanter Privattreffen ſtieg noch im Kreis.
Am bemerkenswerteſten iſt hier die klare Niederlage der
Urbe=
racher in Sprendlingen. Der Sieger ſoll ausgezeichnet disponiert
geweſen ſein, dagegen verſagte Urberach. Auch das 1:1 zwiſchen
unſerem Kreismeiſter und dem Mittelmainkreismeiſter VfB. Groß=
Auheim iſt intereſſant, ſpricht aber mehr zugunſten der Auheimer.
Das Ergebnis in Münſter kommt erwartet, dagegen hatte die
Darmſtädter Union ihre liebe Not, den A=Meiſter des Riedgaues
zu meiſtern, nachdem dieſer bei der Pauſe noch mit 4:1
ge=
führt hatte.
Ergebniſſe der unteren Klaſſen.
In der Gruppe Bergſtraße ließen die Eberſtädter einen
Punkt in Leeheim, wo ſich die 22 Germanen 2:2 trennten. Rot=
Weiß Darmſtadt ſchob ſich durch den 6:1=Sieg über die
benach=
barte Eintracht überzeugend voran. Die Reichsbahn Darmſtadt
verlor bei den Dornheimer Boruſſen beim 4:4=Spiel einen Punkt
und dazu den Torwart durch Platzverweis. Geinsheim behielt
mit dem knappſten Reſultat 1:0 die Punkte gegen SV. Gr.=Gerau.
TSV. Meſſel ließ ſich in Neu=Iſenburg von den VfL.=Reſerven
16:0 (8:0) überfahren, während die Reſerven des 1. FC. Langen
vom FV. Eppertshauſen 6:1 geſchlagen wurden.
In der Odenwaldgruppe hat ſich Roßdorf mit einem
6:0=Sieg über Lengfeld die Führung wieder errungen. Ober=
Ramſtadt revanchierte ſich mit einem hohen 8:1=Sieg für die 4:1=
Niederlage des Vorſpiels in Michelſtadt. Höchſt ſiegte 6:2 in
Beerfelden, während die Dieburger Germanen ihrem alten
Riva=
len Groß=Zimmern 2:0 unterlagen.
Während Eintracht zu dieſem Treffen mit der angekündigten
Aufſtellung antrat, mußte Rot=Weiß neben Finger—Delp und
Neuber auch noch auf Beutel verzichten. Die zahlreich erſchienenen
Zuſchauer bekamen ein jederzeit ſpannendes Spiel zu ſehen, in
deſſen Verlauf Eintracht, auch in dieſer Höhe, unverdient unterlag.
Die erſte Halbzeit endete nach offenem Kampf mit je einem
Er=
folg für beide Parteien, während Rot=Weiß aber nach der Pauſe
das Spiel feſt in der Hand hatte und ſeinen Gegner durch genaues
Zuſpiel langſam zermürbte. Noch fünfmal mußte der
Gäſtetor=
wächter hinter ſich greifen und die unhaltbaren Bälle aus den
Maſchen holen.
Eintracht hatte ihre beſten Leute in der Hintermannſchaft,
während der Sturm wohl eifrig, aber in ſeiner Geſamtheit zu
planlos ſpielt. Daß, nachdem das Spiel ſchon verloren war, der
Schiedsrichter gezwungen war, einem Spieler Platzverweis zu
er=
teilen, wäre wohl nicht nötig geweſen.
Rot=Weiß hatte ſeine Mannſchaft mit Erfolg umgeſtellt. Der
Sturm, welcher in jeder Beziehung von ſeiner Hintermannſchaft
gut unterſtützt wurde, zeigte neben guter Zuſammenarbeit auch
wieder mal, daß noch immer eine annehmbare Schußkraft in
ſeinen Reihen ſteckt. Der eingeſtellte Erſatz fügte ſich gut in das
Mannſchaftsgebilde ein. Beck=Wiesbaden leitete das Spiel ſicher
und kümmerte ſich um die Schreier im Zuſchauerraum herzlich
wenig.
Die Zweite der Rot=Weißen errang mit einem hohen 9:2=
Sieg über Eintracht ungeſchlagen die Meiſterſchaft. Der tapferen
Elf den herzlichen Glückwunſch.
Boruſſia Dornheim — Reichsbahn Darmſtadt 4:4 (2:2).
Nach dem 7:1=Sieg in Groß=Gerau ſpielten die Eiſenbahner
geſtern in Dornheim unentſchieden. Dornheim, das komplett
an=
trat, hatte viel Glück, daß die Eiſenbahner nicht den verdienten
Sieg mit nach Hauſe nahmen. Schon nach 20 Minuten Spielzeit
führten die Eiſenbahner mit 2 Toren, dann wurde der Tormann
Eckert nach einem bedauerlichen Vorfall vom Spielleiter des
Fel=
des verwieſen. Durch Verhängung von zwei Elfmetern — wohl
etwas harte Entſcheidungen — konnte Dornheim das Spiel kurz
vor Halbzeit unentſchieden ſtellen. Nach Seitenwechſel war das
Spiel reich an ſpannenden Momenten. Reichsbahn und
Dorn=
heim erzielten noch je zwei Tore. Bei etwas mehr Glück vor dem
gegneriſchen Tor hätten die Gäſte gewinnen können.
Schiedsrich=
ter Petri=Leeheim leitete bis auf eine Elfmeterentſcheidung
kor=
rekt. — Die zweiten Mannſchaften trennten ſich im
Freundſchafts=
ſpiel 2:2 untenſchieden.
— Nugarn in
Der Fußball=Länderkampf Tſchecöſlei
Prag endete unter der guten Leitung von Dr. Bauwens=Köln vor 28009
Zuſchauern 3:3 (Halbzeit 2:2½
Seite 6
Lie Spielinſtem=Koeumifſion kagke in Skuktgark.
Knapp ſechs Wochen vor dem Stuttgarter Verbandstag traten am
Samstag, den 21. März, die Vertreter der im November in den
ein=
zelnen Bezirken gewählten Spielfyſtemkommiſſion mit dem
Verbands=
vorſtand in Stuttgart zuſammen. In ſechsſtündiger Beratung gelang es,
auf dem Wege verſchiedener Kompromiſſe ſchließlich, das Problem aus
den vielen vorliegenden Vorſchlägen herauszuſchälen, das der
gegen=
wärtigen Situation, der wirtſchaftlichen Notlage aller Vereine, und der
Schaffung einer Erleichterung für die unteren Klaſſen, am eheſten
Rech=
nung tragen ſoll. Da jeder ſüddeutſche Bezirk durch vier Herren, die
aus allen Spielklaſſen ſtammten, vertreten war, außerdem der
Verbands=
vorſtand durch die für das Spielſyſtem maßgebenden Herren: Kartini,
Flierl, Wohlſchlegel, Tuſch und Gſchwind, ſo iſt anzunehmen, daß von
den Beſchlüſſen dieſer Sitzung in Stuttgart nun ausgegangen wird und
die ganze Debatte auf dem Verbandstag am 9. Mai im Zeichen der
Einführung der Verbandsliga ſteht. Die weiter vorliegenden Vorſchläge
auf Erhöhung der Gruppenligen auf 10 bzw. 12 Vereine, oder
Wieder=
einführung der Beziuksliga, wurden kaum ernſthaft in den Ausſprachen
berührt. Hauptſächlich die Vertreter der unteren Klaſſen
gingen von Anfang an auf die Abſicht, eine ſehrkleine
Spitzen=
klaſſe ſofort zu ſchaffen, aus und trafen ſich dabei auf halbem
Wege mit den Vorſchlägen der Referenten des Verbandsvorſtandes,
Wohlſchlegel und Tuſch. Nur hinſichtlich der Frage, ob die endgültige
Schaffung der Verbandsliga ſofort nach dem Stuttgarter Verbandstag
in Angriff genommen werden, oder ob allmählich im Laufe von 2 oder
3 Uebergangsjahren die Zahl der Verbandsligavereine erſt ausgeſpielt
werden ſoll, gingen die Meinungen lang auseinander, bis ſich aber doch
ein Vergleichsvorſchlag ergab, der die beiden Richtungen unter einen Hut
brachte. Auffallend an dieſer Debatte war der Umſtand, daß die
Ver=
treter der unteren Klaſſen mit weit beſtimmteren
Vor=
ſchlägen und feſter Marſchroute auf die Tagung kamen, als
die Vertreter der Bezirksliga, die zuweilen noch viel zu wenig Fühlung
mit ihren Vereinen genommen hatten. Die Situation iſt natürlich im
Kreiſe der Bezirksligavereine nun ziemlich ſchwierig, denn von den 6 4
Vereinen ſollen nach dem Einigungsvorſchlag von Stuttgart gleich
32, d. h. in jeder Gruppe4, in die zweite Klaſſe, in die
ſogenannte Gruppenliga abſteigen. Der von der Mehrheit der
Vertreter gegen 4 Stimmen angenommene Vorſchlag lautet:
„Die Verbandsliga ſoll eingeführt werden, und zwar ſoll ſie in
ihrem Endziel zwei Abteilungen mit je 12 Vereinen gegenüber bisher
64 Bezirksligavereinen umfaſſen. Für das erſte Jahr, das Spieljahr
1931/32, ſollen zunächſt in der erſten Klaſſe 4 Gruppen mit je 8 Vereinen,
das wären die erſten vier einer jeden Gruppe, zu einer Art Liga im
Bezirk zuſammengeſchloſſen werden, die dann auf Grund der Ergebniſſe
des nächſten Spieljahres die Vereine der Verbandsliga ermitteln. Im
zweiten Spieljahr werden aus dieſen 32 Vereinen in vier Gruppen nur
noch zwei Abteilungen gebildet mit je 10 Vereinen, ſo daß in jeder
Gruppe die erſten fünf der Verbandsliga zugeteilt werden, während drei
Vereine in die Gruppenliga abſteigen. Im dritten Jahr ſoll dann die
Verbandsliga auf zweimal 12 Vereine durch Hinzunahme der vier
Be=
zirksmeiſter der Gruppenliga ergänzt werden, bei welchem Stande es
dann endgültig verbleiben ſoll.
Als Zwiſchenklaſſe wird eine Gruppenliga gebildet, der mit
ſofortiger Wirkung die vier abſteigenden Vereine
der bisherigen erſten Klaſſe zugeteilt werden,
außer=
dem aus der Kreisklaſſe der Erſte und Zweite der
Ta=
bellc eines jeden Kreiſes, ſo daß die Gruppenliga zunächſt 10,
12 oder 14 Vereine, je nach der Zahl der Kreiſe, in jeder Gruppe
um=
fafſen kann, im zweiten Jahre wird abgebaut oder aufgefüllt, und zwar
foll die Zahl 12 auch bei der Gruppenliga feſtgehalten werden.
Für die Beſtimmung der drei Vertreter
Süddeutſch=
lands bei den Deutſchen Meiſterſchaftsſpielen ſollen
zwei Vereine jeder Bezirksligaklaſſe, das wären acht in je 14 Spielen,
die drei Teilnehmer ermitteln. Die Troſtrunden kommen
voll=
ſtändig in Wegfall. Doch iſt über dieſen Punkt, der im Falle der
Annahme des obigen Vorſchlages vvohl keine Schwierigkeiten bringen
dürfte, nicht ſo ausgiebig debattiert worden.
Durch die Schaffung der Gruppenliga, die ja eine verſtärkte
Kreis=
liga in Zukunft bedeutet, wird es notwendig, das Rumpfgebilde der
Kreisligaklaſſen kleiner zu geſtalten. Durch geographiſche Aenderungen
und Neuzuteilungen, die unmittelbar nach dem Verbandstag
vorgenom=
uen werden ſollen, ſollen die Kreiſe verkleinert, die bisherigen Gaue
aber vergrößert und die Gaue durchweg zu Kreiſen erhoben werden.
Dadurch ſoll eine erhebliche Anzahl Behörden eingeſpart und ſtatt
bis=
her 66 Gaubehörden, ungefähr 50 Kreisbehörden geſchaffen werden.”
Man war ſich nach den erſten Fühlungnahmen ſchon klar, daß der
Einführung der Verbandsliga in dieſem Jahre das Wort geredet wird,
denn der Zuſtand, wie bisher, daß die oberen Klaſſen einſchließlich der
Schlußteilnehmer monatelang ihre Termine durchſetzen müſſen, um
ſchließlich entweder acht Monate zu feiern oder — wie es wvahrſcheinlich
in dieſem Jahre kommen wird — daß die Vertreter des Südens in der
DFB.=Meiſterſchaft auf Grund der Spielergebniſſe am grünen Tiſch
feſtgeſetzt werden müſſen, war unhaltbar. Jedes Spielſyſtem, mag es
ausſehen wie es will, wird mit Härten verbunden ſein; auch der neue
Vorſchlag enthält ſolche, aber es wurde ſchließlich nicht mit Unrecht
hervorgehoben, daß ſchon beim letztjährigen Verbandstag in Nürnberg
allen Vereinen bekannt war, daß im Jahre 1931 unbedingt das Mainzer
Spieliyſtem zu Fall kommen und auf Wunſch aller Klaſſen ein neuer
Modus gefunden werden ſoll. Deshalb haben auch die Vereine in
die=
ſer Saiſon ſich danach richten können und haben gewußt, daß ihre
Spielergebniſſe für die Neueinteilung der Klaſſen maßgebend ſind. Von
einer Ueberrumpelung kann daher nicht die Rede ſein. Nun liegt es
an den Kommiſſionsmitgliedern, mit den Vereinen wieder ins Benehmen
zu treten und die Beſchlüſſe von Stuttgart in einer Form zu
unter=
breiten, daß ſie als Meinung der Mehrheit der Vereine auf dem
Stutt=
garter Verbandstag vorgebracht werden. Man hat die Zuverſicht im
ſüddeutſchen Fußball, daß mit den Vorſchlägen der Stuttgarter Tagung
immerhin den Hauptſchwierigkeiten des Mainzer Syſtems die Spitze
abgebrochen und die Entwickelung der Vereine in einem freieren
Rah=
men gegeben iſt. Es iſt ſelbſtverſrändlich, daß nunmehr wohl auch die
Aufſtiegsſbiele der Kreisligameiſter vor dem Verbandstage illuſoriſch
werden, ebenſo Stichſpiele der Bezirksligabereine, außer, es handelte
ſich um die endgültige Ermittelung des Tabellenvierten. Nach der
An=
ſicht des Verbandsvorſtandes ſind die Ergebniſſe der Stuttgarter Tagung
ſehr gur geeignet, den Punkt Spielfyſtem in dieſer Form dem
Ver=
bandstage vorzulegen, ſo daß weitere Tagungen ſich erübrigten. In
dieſer Beziehung iſt man ſchneller zu einem Entſchluß gekommen, als in
vielen Kreiſen angenommen wurde. Allerdings werden die betroffenen
Vereine natürlich alles daranſetzen, die Verbandsliga mit einem ſolchen
jähen Uebergang, der 32 Vereine gleich in die zweite Klaſſe
zurückver=
ſetzt, nicht zur Durchführung bringen zu laſſen.
Bikkoria Griesheim — Polizei Darmſtadt 2:3.
Mit dieſem Siege hat ſich Polizei=S.=V. den zweiten
Tabellen=
olatz in der diesjährigen Verbandsſpielſaiſon in der Kreisliga im
Gau Starkenburg errungen. In einem ſehr hart durchgeführten
Treffen konnten die Gäſte die zwei noch nötigen Punkte aus
Gries=
heim heimführen. Man merkte der Polizeielf an, daß ſie auf
einige bewährte Spieler verzichten mußte. Trotzdem der Aufbau
von rückwärts zu wünſchen übrig ließ, lieferte der Sturm ein ſehr
produktives Spiel und ſchuf immer brenzliche Situationen vor
dem Griesheimer Tor. Nur dem eminenten Schußpech iſt es zu
verdanken, daß die Torausbeute nicht höher ausgefallen iſt.
Gries=
heim, das in dieſem Spiel nichts verlieren, ſondern nur gewinnen
konnte, ſpielte auch, aufgeſtachelt durch einige heißblütige
Zu=
ſchauer, mit allen Mitteln um den Sieg. Der Schiedsrichter, ein
Herr von Rot=Weiß Frankfurt a. M., war in ſeiner
Regelaus=
legung korrekt, aber gegen das harte Spiel zu nachſichtig.
Ball-5. B. Frankfurt — Freie Tade. Darmſtadt 0:0.
Darmſtadt weilte bei obigem Gegner als Gaſt, um das fällige
Freundſchaftsſpiel zu abſolvieren. Frankfurt komplett, Darmſtadt
mit Erſatz für rechten Verteidiger und rechten Läufer, ſtellten ſich
dem Schiri auf einem faſt ſpielunfähigen Platz.
Vom Anſtoß weg entwickelt ſich ein flottes Spiel, bei dem
beide Teile vor dem Tor gefährlich werden, aber infolge der Glätte
unplaciert ſchießen. — Nach dem Wechſel genau dasſelbe Bild.
Beide Parteien überbieten ſich in ihren Leiſtungen, aber der
Tor=
erfolg wird durch die oben erwähnten Platzverhältniſſe verhindert.
Mit dem Schlußpfiff trennten ſich die Mannſchaften in dem
Be=
wußtſein, werbend geſpielt zu haben. — Die zweiten Garnituren
trennten ſich nach ſchönem Spiel mit 3:1 für Darmſtadt.
Endſpiel um die ſüddeutſche Meiſterſchaft: In Frankfurt
SC. Frankfurt 1880 — Heidelberger RC. 3:0 (3:0)
Montag, den 23. März 1931.
Mainz 95 — Sporiverein 98 Darmſtadt 0:3 (0:3).
Mit dieſem letzten Spiel um die Weſtgruppenmeiſterſchaft hat
ſich der Süddeutſche Meiſter dieſe wiederum geſichert, nachdem
er die ganzen Verbands= und Gruppenmeiſterſchaftsſpiele ohne
jeglichen Spielverluſt ſiegreich durchgekämpft hatte, eine Leiſtung,
die in Anbetracht der ſpielſtarken Gegner des Mainbezirks und
auch des Rheinbezirks ein volles Lob verdient. Es iſt der
Mann=
ſchaft wirklich zu wünſchen, daß ihr auf dem weiteren
dornen=
vollen Wege zur Deutſchen Meiſterſchaft das Glück in dieſem
Jahr etwas mehr hold ſei, als es in den vergangenen Jahren
der Fall war. Eine wohlverdiente Ruhe von 2 oder 3 Wochen
wird auch ihre Wirkung nicht verfehlen.
Das geſtrige Spiel ſtand ſpieleriſch auf nicht allzu großer
Höhe. Darmſtadt hatte für den erkrankten Fuchs Fiedler in die
Mitte geſtellt: deſſen Platz hatte Reuter eingenommen. Der
An=
weiſung entſprechend, ſpielte der Süddeutſche Meiſter zunächſt
auf Sicherſtellung der Punkte und legte ſich dann eine gewiſſe
Zurückhaltung auf. Das Spiel war daher auch in ſeiner erſten
Hälfte feſſelnder, wenn überhaupt dieſer Ausdruck dem im großen
und ganzen nicht allzu aufregenden Kampf zukommen kann. Die
Zurückhaltung in der 2. Halbzeit war um ſo angebrachter, als
Mainz in dieſer Spielzeit eine gewiſſe Steigerung in der Härte
erkennen ließ. Der feuchte Sandboden machte ein einwandfreies
Zuſpiel ſehr ſchwer. Die Tore, alles Flachſchüſſe, fielen in der
1. Halbzeit durch Feick (2) und Fiedler (1). Eine weitere Zahl
wohlplacierter Hochwürfe wurden eine ſichere Beute des
lang=
armigen Mainzer Torhüters Meckes. Die geſamte Darmſtädter
Hintermannſchaft entledigte ſich der Aufgabe, die ihr der
mit=
unter hilfloſe Mainzer Sturm ſtellte, mit gewiſſer Leichtigkeit.
In der Abteilung Weſt der ſüddeutſchen
Herrenmeiſter=
ſchaft trugen am Sonntag der SV. 1898 Darmſtadt und der SV
Waldhof ihre letzten Spiele aus und geſtalteten ſie ſiegreich. Die
Darmſtädter gewannen in Mainz in der erſten Halbzeit mit 3:0
und ruhten dann aus, beendeten alſo die diesjährigen Spiele
un=
geſchlagen und warten nun auf den noch nicht ermittelten Meiſter
der Abteilung Oſt zum Endkampf um die ſüddeutſche Meiſterſchaft.
Waldhof revanchierte ſich in Trier gegen den Saarmeiſter
Weſt=
mark mit einem 3:2 (1:1)=Siege für die im Vorſpiel erlittene
Nie=
derlage. Die augenblickliche Tabelle;
1000 Zuſchauer ſahen in Trier einen knappen und verdienten
Sieg der Mannheimer Gäſte, die damit für die zuhauſe erlittene
Niederlage Revanche nahmen. Trier hatte den Mannheimer
Spengler gut abgedeckt, wodurch bei Mannheim Anke der beſte
Spieler und geiſtige Führer der Mannſchaft wurde. Das Treffen
nahm einen ſehr harten Verlauf und zeitigte, auch zwei
Platz=
verweiſe, die allerdings ſehr harte Entſcheidungen des peinlich
genauen Schiedsrichters Müller=Wiesbaden darſtellten. Trier
ging durch Jochem in Führung, Waldhof glich zum Wechſel durch
Anke aus und erhöhte nach der Pauſe durch Anke und Spengler
auf 3:1, worauf Jochem auf 3:2 verbeſſerte.
Endſpiel um den D.S.B.=Pokal: In Halle; Mitteldeutſchland
— Brandenburg 9:8 (5:6).
Süddeutſche Meiſterſchaft. Weſt: Weſtmark Trier — SV. Waldhof
2:3 (1:1). FSV. Mainz 05 — SV. 1898 Darmſtadt 0:3 (0:1).
Damen: (Vorrunde) Eintracht Frankfurt — 1. FC. Nürnberg
9:2 (4:0). Verbandsſpiele: Main/Heſſen A: Polizei
Darmſtadt — FSV. Frankfurt 5:3. Aufſtiegsſpiele: Main=
Heſſen A: VfL. Sachſenhauſen — Sp.Vg. Arheilgen 5:3.
TG. Dietzenbach — Kickers Offenbach 3:5. Main/Heſſen
B: Haſſia Bingen — TV. Biebesheim 11:2.
Milkeldeukſchland ſchlägt Brandenburg 9:8 (5:6).
In Halle kam am Sonntag vor 6000 Zuſchauern das ſechſte
Endſpiel um den Handballpokal der D.S.B. zum Austrag, der
bisher je zweimal von den heutigen Finaliſten
Mitteldeutſch=
land und Brandenburg und einmal von Süddeutſchland
errun=
gen ſpurde. Mitteldeutſchland und Brandenburg beſtritten zum
dritten Male hintereinander das Finale. Im Vorjahre errangen
die Berliner mit 13:3 einen ſenſationellen Sieg und diesmal
ge=
lang es den Sachſen, die Revanche mit einem knappen Erfolge
von 9:8, nachdem Brandenburg bei der Pauſe noch 6:5 in Front
gelegen hatte. Das Spiel war ſelten ſpannend und
abwechſlungs=
reich, und in der erſten Halbzeit gelang es nie einer Partei, mit
iehr als einem Tore in Vorſprung zu kommen. Die
Leiſtun=
gen waren gleichwertig, der mitteldeutſche Sieg glücklich und
höchſtens auf Grund der Form in der zweiten Halbzeit verdient,
uind als Schiedsrichter amtierte Pöthmann=Barmen in gewohnt
ſicherer und großzügiger Weiſe.
Nach einigem Geplänkel brachte Bartel die Berliner 1:0 in
Führung. Oswald ſtellte mit zwei Treffern dann das
Ergeb=
nis auf 2:1 für die Mitteldeutſchen. Zwei Berliner Treffer von
Kleinſtoll und Kaundynia ergaben eine 3:2=Führung von
Ber=
lin, der Isleib wieder den Ausgleich entgegenſetzte. Bartels
er=
neuten Führungstreffer glich Böhme 2 aus, und als Bartel das
Ergebnis auf 5:4 ſtellte, war es Böhme 3, der wiederum
gleich=
zog. Ein Treffer von Zabel ergab vor der Pauſe den Stand
von 6:5 für Berlin. Nach der Pauſe erhöhte zunächſt Kaundynia
trotz beſſerer Leiſtungen der Mitteldeutſchen auf 7:5: zwei
Tref=
fer von Böhme 2 egaliſierten aber wiederum den Stand. Ein
13=Meter für Berlin brachte durch Zäbel unter Pfeifen der
Zu=
ſchauer den achten und letzten Erfolg der Brandenburger. Buriſch
glich dieſen aus und erzielte auch drei Minuten vor Schluß den
Siegestreffer der Mitteldeutſchen.
Polizei Darmſtadt — 5.5.B. Frankfurk 5:3 12:3).
Das geſtrige Spiel brachte die Revanche für die 2:1=
Nieder=
läge in Frankfurt. Faſt ſchien es, als ob auch in dieſem Treffen
Rohheit und unfaire Spielweiſe Sieger bleiben ſollten. Doch
die letzten fünf Minuten, in denen die Polizei ihren Gegner
ſaſt überrumpelte, brachten allein noch drei Tore, die den
Aus=
ſchlag gaben. Schiedsrichter Horn=,Bayern” Erlangen duldete
eine Spielweiſe, die ſich jeder andere Schiri verbeten hätte. Seine
zahlreichen Schiedsrichterbälle ſind der beſte Beweis dafür. Der
Torhüter der Gäſte war ſehr gut. Verteidigung und
Läufer=
reihe ſpielten zu rauh und machten ſich einer Menge Strafſtöße
ſchuldig. Der Sturm dürfte etwas ſchneller ſein. Man mußte
manchmal annehmen, daß die Mannſchaft bei günſtigem
Tor=
verhältnis auf Zeit ſpielte. Trotzdem war ihr
Kombinations=
ſpiel vorzüglich und vermochte ſich auch am Anfang bei der
Poli=
zeiverteidigung durchzuſetzen. Auch im Sturm hatten die
Frauk=
furter einige rohe Spieler, die ihre Tricks hatten, Strafwürfe
zu erzielen.
Der Sturm der Polizei zeigte wieder ſeinen alten Fehler.
Bis zur Mitte der zweiten Halbzeit waren die beiden
Außen=
ſtürmier nur Statiſten. Das Spiel wurde zu ſehr in die Mitte
verlegt, trotzdem das Innentrio faſt ſtändig abgedeckt war und
die Außenſturmer frei ſtanden. Verteidigung und Läufer waren
Rummer
den zu wuchtig ſpielenden Frankfurtern nicht immer gew ſen.
Der Torhüter zeigte wieder ſehr gute Leiſtungen.
Das Spiel: Der Anſtoß der Poliziſten wird von der
Fer=
teidigung abgefangen und ſchon beginnt der ſtarke. Dru des
Gäſteſturms, der auch in der fünften Minute zum erſten folg
kommt. Koch gelingt kurz darauf der Ausgleich. Die n ſſten
zehn Minuten gehören den Gäſten, die noch einmal mi ſtwei
Toren die Führung an ſich bringen. In der 18. Minut ann
Huber durch einen gut placierten Strafwurf das Reſult /auf
2:3 ſtellen.
Die zweite Halbzeit ſchien torlos enden zu wollen. Nan
gab das Spiel ſchon verloren, bis die letzten, ſenſatil illen
fünf Minuten das Reſultat umſtellten. In der 25. Minu/
er=
reicht Koch durch einen unhaltbaren Strafwurf den Aus eich.
Gleich darauf beendet Bohl mit prächtigem Schuß in die ſinke
Ecke einen ſchönen Kombinationsangrifſ. Eine Minur vor
Schluß iſt es wieder Huber, der durch Strafwurf auf 5:3 ( ſHht.
Damen: Griesheim — Polizei Darmſtadt 0:3 (0:(
Auch die Damen konnten ſich in Griesheim ſiegreich b
aup=
ten, trotzdem von Anfang an kein Schiedsrichter da wa ind
ein junger Mann aus Griesheim die Leitung proviſoriſch
ber=
nahm. Der beſtellte Schiedsrichter von Rot=Weiß erſchie erſt
eine Viertel Stunde ſpäter. Die größere Ausdauer der
Pizei=
damen entſchied den Sieg.
Fr. Turngemeinde Darmſtadt.
In den letzten Stunden des Samstags erſt kam die ſſage
von Offenbach, und war es uns nicht mehr möglich, eine 2
jach=
richtigung zu veröffentlichen.
Gauelf — Bickenbach 6:5 (4:3),
Faſt ſah es ſo aus, als ſollte das Bickenbacher Program von
dem Regen durchkreuzt werden. Doch konnte mit halbſtü iger
Verſpätung das Handballſpiel durchgeführt werden, und 50
Zu=
ſchauer waren trotz des zweifelhaften Wetters noch erſo nen,
Wenn diesmal keine Staubwolken auf dem Bickenbacher inde
aufgewirbelt wurden, ſo war dieſes für den „Raſenſport”, lecht
geeignete Gelände viel ſchuld daran, daß die Spieler oft bel dert
wurden und der Kampf um den Ball ſich mehr als ſonſt au dem
Boden abſpielte. — Mit einer Aenderung in der Läuferrei bei
der Gauelf vertrauten ſich die Parteien der Leitung von Wner=
Beſſungen an. Es war nicht anders zu erwarten, daß die
cken=
bacher von Anfang an ein leichtes Plus haben würden. Sie igen
mit 1:0 in Führung. Ueberraſchend ſchnell fand ſich die uelf
und zog gleich. Bickenbach ging zweimal wieder in Führun doch
poſtwendend ſtellten die Gauvertreter das Unentſchieden he und
riſſen ſogar kurz vor der Pauſe den Sieg an ſich. Dann kam
Bickenbach etwas ins Hintertreffen, da die Gauelf durch zw
um=
ſtrittene Tore den Vorſprung auf 6:3 erhöhte. Die Gemüte
hat=
ten ſich derart erhitzt, daß Wenner die Spieler zuſammenri und
ſie an den Wert des Spieles erinnerte. Bickenbach kam glei
dar=
auf durch Strafſtoß von Schneider zu dem vierten Tor, u die
Sache war wieder beigelegt. Spalt von der Gauelf mußte i olge
Verletzung ausſcheiden, wodurch der Sturm weſentlich geſc ſächt
war. Bickenbach, nimmermüde, zog zum Endſpurt los, holt zum
6:5 auf und knallte zweimal an den Pfoſten. Freiſtehend ſch der
Halbrechte einen ſonſt ſicheren Ball auf den Mann. Sommer agte
am anderen Tör einen Ball an den Pfoſten, und dann war é ſluß.
Wenner hatte einen ſchweren Stand dadurch, daß das Spi
Fab=
wechſelnd die Tore bedrohte, ſo daß es ſchwer war, ſtets beir Ball
zu ſein. Bei den zwei umſtrittenen Toren gegen Bickenback ſätt
er vielleicht auf den Linienrichter gehört, wenn dieſer nich vom
Verein geweſen wäre. Durchweg erfüllte das Spiel die Ho
jun=
gen, und war deshalb ſo ſpannend, weil die Parteien abwe elnd
im Vorteil lagen. Eben parierte der Bickenbacher Opper fäde
noch einen raffinierten Schockball von Leonhardt, und ſchor fuhr
die Abwehr der Gauelf dazwiſchen, wie man es von Vertei ſern
guter Klaſſe nicht anders erwartet. Sommer erzielte vie und
Spalt zwei Tore, während bei Bickenbach faſt der ganze (irm
an den Erfolgen teil hatte.
Um die Meiſterſchaft des 9. Kreiſes.
Algenrodt — Herrnsheim 5: 2 (4:2).
1500 Zuſchauer erlebten einen raſſigen Kampf und verd ſten
Sieg des Platzvereins. Anfangs ausgeglichen, ſtand die rtie
in der neunten Minute bereits 2:2, und dann nahm Alge ſodt
das Heft bis zum Schluſſe in die Hand. Ueber Herrnshein
vä=
man enttäuſcht, da die Elf das Vorſpiel mit 9:3 gewann. An
nächſten Sonntag wird in Bad =Kreuznach die Entſcheidunsfus,
getragen.
Ausſcheidungskämpfe der Mikkelrheinkurner
Der Mittelrheinkreis der D. T. trug geſtern in der Tur ille
am Woogsplatz ſeine Ausſcheidungskämpfe für die Gerätem er
ſchaften der Deutſchen Turnerſchaft in Eſſen aus. An der
er=
anſtaltung nahmen 16 Turner teil, die je eine Schwung= Fft.
und Kürübung an Barren, Pferd und Reck, ſowie eine Ki
lei=
übung auszutragen hatten. Es wurde dabei ſehr ſcharf gen Fet
und die höchſte Punktzahl erreichte der Mainzer Kretz an Fei
mit 19½ Punkten. Als Beſter der Ausſcheidungskämpfe au
fi=
zierte ſich der Bornheimer Robert Haßler, während der K(
xz=
nacher Frey durch ſeine Kraftübung am Reck viel Boden v wr.
Der Mittelrheinkreis ermittelte nachſtehende 11 Teilnehmer id
2 Erſatzleute, die ihn bei den Gerätemeiſterſchaften vert=
1. Robert Haßler, Tgm. Frankfurt=Bornheim, 166
2. Joſ. Genß, Tgſ. Mainz=Kaſtel, 166 P.; 3. K. Frey
Kreuznach, 164 P.; 4. Hch. Fiedler, Tgſ. Darmſt
156½ P. und Krimmel=Koſtheim. 156½ P.; 5. Joh. K
Rlein=Auheim, 156 P.; 6. Kretz, Mainz=Kaſtel, 152
7. K. Haßler, Tgm. Bornheim und H. Bund. Tbd. Wiesb
e 148 P.; 8. H. Helmer, Tgm. Bornheim, und Hör
Tv. Niederrad, je 142½ P.; Erſatz Groß=Wiesbaden, 140
und Seth=Großen=Linden, 138 P.
Für die Meiſterſchaften des Mittelrheinkreiſes
Die 2. Gaugruppe des Mittelrheinkreiſes trug am Sar Eg
und Sonntag in Frankfurt die Ausſcheidungskämpfe im Eel=
und Florettfechten zu den Kreismeiſterſchaften aus. In ger
Fechtart waren 15 Teilnehmer zu ermitteln, die die Gaug Se
bei den im Juli in Bad Homburg ſtattfindenden Meiſterſd
kämpfen zu vertreten haben werden. Nach hartnäckigen, zum
recht hochſtehenden Kämpfen wurden folgende Ergebniſſ
zielt:
Säbelfechten: 1. Wenzel, Tgde. Bürgel; 2. Hau, Tgde. A
gel; 3. Brückner, Tgde. Bürgel; 4. W. Hermann, Tgde. O
bach; 5. Storck, Tv. Offenbach; 6. Waskow, Tgde. BüL;
7. Haun, Tv. Darmſtadt; 8. Rothfuß, Tgde. Bornl ;
9. Tauber, Tv. 60 Frankfurt; 10. Welker, Tgde. Boxnheim
Twele, Tgde. Eintracht; 12. Friſch, Tv. 60 Frankfurt; 13. 2
hard, Tgde. Höchſt; 14. Ludwig, Tgde. Bürgel; 15. Kaſten,
Frankfurt.
Florettfechten: 1. Oelkers, 2. Storck, Tv. Offenbach; 3.
wig, Tgde. Bürgel; 4. Rothfuß, Tgde. Bornheim; 5. Brü
Tgde. Bürgel; 6. Heublein, Tv. 60 Frankfurt; 7. Bott,
Bockenheim; 8. Hau, 9. Wenzel, Tgde. Bürgel; 10. Kübler, I
Hermann, Tv. Offenbach; 12. W. Hermann=Offenbach; 13. K1
ſer, Tgde. Darmſtadt; 14. Sutor, Tgde, Bürgel; 12.
ber, Tv. 60 Frankfurt.
Rummer 82
Montag, den 23. März 1931
Serte 7
Gau=Waldlauf im Main=Bhein-Gau.
ei duft Mutgeitgi guit.
Gaumeiſter Fornoff=Tgſ. Darmſtadt.
Die Turngeſellſchaft Darmſtadt in Front.
Erſt nach hatiem Kampf
unkerliegen die Franzoſen 3:2.
acht Tage nach dem für Deutſchland ſo wenig rühmlich
ver=
aufenen Fußballkampf gab es im gleichen Stade de Colombes zu
Varis wieder einen deutſch=franzöſiſchen Länderkampf. Diesmal
ereuzten die Hockeymannſchaften die Schläger. Wiederum galt
Deutſchland als Favorit und wiederum hätte es um ein Haar eine
eberraſchung gegeben. Denn die deutſche Elf mußte ſehr ſchwer
rämpfen, ehe ſie das magere Siegreſultat von 3:2 (1:1)
ſicherge=
ſtellt hatte. Die techniſche und taktiſche Ueberlegenheit der
deut=
ſchen Spieler war zwar deutlicher als das Ergebnis beſagt, aber
der Gegner wurde doch durch ſeinen Elan und ſeine geradezu
phantiſtiſche Schnelligkeit immer wieder äußerſt gefährlich.
Während auf dem Hauptfeld des Stadions ein Fußballſpiel
vor 15 000 Zuſchauern ausgetragen wurde, trafen ſich die Hockey=
Gäzderman ſchaften auf einem Nebenfeld vor nur 1500
Zu=
ſchauern. Die Organiſation war ſchlecht.
Die Mannſchaften.
itſchland (rote Bluſen, ſchwarze Hoſen);
Lincke
(Berl. SV. 92)
Heymann
Zander
(Berliner HC.) (Berliner SV. 92)
Ueberle Theo Haag
Hardeland
(Uhlenhorſt) (SC. 80 Frankft.) (DHC. Hannover)
Mehlitz H. Müller K. Weiß Scherbarth Wollner
(Berliner SC.)
(Berl. SV.)
(B.SV. 92) (Lpz. SC.)
Soulé. Desclere Peskine Grimonprez Riviere
Simon Trieur Henon
Remuſat Chevalier
Texier.
Frankreich: (blaue Bluſen, rote Hoſen).
Das Spiel ...
begann, mit viertelſtündiger Verſpätung erſt nach 4.30 Uhr
deut=
ſcher Zeit. Zu Beginn waren beide Mannſchaften ſehr nervös
und man ſah keine Leiſtungen. Dann entwickelten die Deutſchen
allmählich ihre Technik, die ihnen auch eine leichte Ueberlegenheit
einbrachte. Aber bald mußte auch Lincke eingreifen, denn die
Franzoſen ſetzten mit blitzſchnellen Vorſtößen ein, die um ſo
ge=
fährlicher wurden, als Zander zunächſt Unſicherheiten zeigte.
Lincke war jedoch auf dem Poſten. In der elften Minute ſetzte
Scherbarth eine Vorlage von Weiß mit Bombenſchuß unter die
Latte. Deutſchland führte 1:0.
Begiun der Motorrad=Saiſon.
Eilenriede-Meiſterſchaft.
Mit dem Eilenriede=Rennen bei Hannover (200 Km.) wurde am
Sonntag traditionsgemäß die deutſche Motorradrennſaiſon exröffnet.
Ueber 60 000 Zuſchauer umſäumten trotz ſchlechten Wetters die
Dreiecks=
rennſtrecke. Infolge der ſchlüpfrigen Straßen gab es diesmal keine
Höchſtleiſtungen; auch ſchwere Unfälle waren nicht zu
verzeich=
nen. Die beſte Zeit des Tages erzielte in der 500=ccm.=Klaſſe der
Oeſter=
reicher Runtſch auf NSU. mit 2.24:18 (83,2 Std.=Km.) und ſicherte
ſich damit den Titel des Eilenriede=Meiſters und gleichzeitig in der
Deutſchen Motorradmeiſterſchaft die erſten Punkte. Den
Meiſterſchafts=
lauf in der kleinſten Klaſſe (250 ccm.) gewann Kahrmann=Fulda auf
verkules=Jap in 2.41:20,6 (73,4 Std.=Km.), und den erſten Platz
uu. der 350=ccm.=Klaſſe belegte der Berliner Tennigkeit auf
Fudge in 2.35:34,8 (77,2 Std.=Km.). In der ſchwerſten Kategorie
fiel der Favorit Bullus auf NSU. durch Defekt aus und mußte ſich
hinter ſeinem Stallgefährten Rüttchen (2.23:42,2 Srd.) mit dem
zweien Platz begnügen. Bullus entſchädigte ſich in der Kategorie bis
290 cem. im Rennen um den Preis der Stadt Hannover
ſurch einen leichten Sieg über Toni Bauhofer in 32:01 Min. für die
D Em. (93,7 Std.=Km.). In der 350=ccm.=Klaſſe gewann den gleichen
Preis der Italiener Guglielmo auf AFS.
Internationale Länderfahrt für Krafträder abgeſagt!
Vie die Sportabteilung des ADAC. mitteilt, mußte die für
Kraft=
ader bom 8. bis 20. April 1931 ausgeſchriebene Internationale
Länder=
ſahrt, die von Deutfchland ausgehend, durch Italien, Jugoſlawien,
tingarn, Oeſterreich und die Tſchechoflowakei führen ſollte, leider ab=
Gkoffnung der deutſchen Galopprenn=Sgiſon.
Am Sonntag eröffnete Dortmund die diesjährige deutſche
Salopbrennſaiſon mit einem gut beſuchten Renntag, der als wertvollſte
Trhung ein Jagdrennen, das mit 2400 Mark ausgeſtattet war, brachte.
Dieger dieſes Rennens, das unter dem Namen Wambeler Jagdrennen
Mrchgeführt wurde, wurde der Dutſider Jaroom aus dem Stalle Claſen
Dr Amedee de Savoie und Sturmnixe. Die übrigen Prüfungen
er=
achen faſt durchweg Favoritenſiege mit Ausnahme des Judica=Hür=
EEcennens, in dem Schmitts Momos unter Kornberger mit vier Län=
En bor Maikater und Ahnenfürſt ſiegreich blieb.
Bilkommen=Hürdenrennen: Vierjährige, 2200 Mk., 200 Meter
Derteis Roswitha (Siegling), 2. Schwertleite, 2. Charleſton Baby.
Spto: 16. Platz: 16. 12. 12. W. bis tot. Ferner: Lütkeſchwinſtärt,
Goldverle, Eilbrief.
Dombeler Jagdrennen: 2400 Mk., 3200 Meter: 1. Claſens Jaroom
—J) 2. Amedee de Savoie, 3. Sturmnie. Toto: 125. Platz: 27, 20.
2 Vg. Ferner: Montezuma, Chriſtine 2
Sſdica=Hürdenrennen: 2400 Mk., 2800 Meter: 1. Schmitts Momos
Nornberger), 2. Maikater, 3. Ahnenfürſt. Toto: 152. Platz: 25, 15,
* Lg. Ferner: Pechvogel, Clauswalde, Phönix, Pax,
Schwere=
nöter
Uußbaum=Jagdrennen: Ausgleich 3, 2200 Mk., 3200 Meter: 1.
War=
ibergs Myſidor (Weber), 2. Die Deutſche 3. Lotteken. Toto: 38.
Luß: 19, 16. 19. 6—2 Lg. Ferner: Mohawk, Comet, Fafnirs Bruder,
Ruiſſeau dOr. Maskerade.
Hallenſportfeſt in Nürnberg.
Das erſte Mal veranſtalteten in Nürnberg gemeinſchaftlich
L8. und D.T. ein Hallenſportfeſt, das 6000 Zuſchauer angezo=
S” Nätte, die teilweiſe ſehr ſpannende Kämpfe zu ſehen bekamen.
Ne Dauptintereſſe beanſpruchte natürlich der Sprinterdreikampf
Der 30. 80 und 100 Meter zwiſchen Körnig und Lammers. Den
NeI. Jauf konnte Lammers mit Bruſtbreite an ſich bringen, wäh=
S die übrigen beiden Läufe knapp von Körnig gewonnen
wurden.
Fechtturnier in Monte Carlo.
Ds große Internationale Fechtturnier in Monte Carlo be=
”” mit dem Florett=Mannſchaftsfechten um den Pokal des
teken von Monaco. Die Italiener, die mit der Mannſchaft Pu=
Laudini, Guaragna, Marzi, Pignotti und Girace
aufmar=
erken, wiederholten ihren vorjährigen Erfolg und gewannen
Surſcheidungskampf überlegen mit 27:9 gegen Frankreich.
Al=
uhgs mußten die Franzoſen auf die Mitwirkung von Cattiau,
Mes beſten Florettfechters, verzichten.
Sie Nacht”, ein Achtſtunden=Mannſchaftsrennen in der
Frank=
tSE Feſthale wurde vor 6000 Zuſchauern von Schön=Pinenburg mit
ier Runde Vorſprung vor Göbel=Dinale und Nieger=Tietz gewonnen.
ei Hsckeh=Länderkämpfe für Frauen wurden am Samstag aus=
Ju Dublin ſchlug England Irland 6:1 (3:0), während in
Pais Franfreichs Damen über Holland mit 3.8 (1:1) ſegtel.
Zeit 162,675 Std.=Km. erreichte in Miami Beach der Amerikaner
Snrwed einen deuchr Motorboot=Welktrekord:
Die Franzoſen unternahmen heftige Gegenſtöße, bei deren
Ab=
wehr ſich Hardeland auszeichnete, hingegen machte Heymann einige
böſe Schnitzer. In der 14. Minute prallte der Schuß eines
fran=
zöſiſchen Stürmers vom Pfoſten ab, Grimonprez war zur Stelle
und ſchoß ins leere deutſche Tor ein. Der Ausgleich war da.
Das Spiel wurde eine zeitlang offen, dann kam wieder die beſſere
Kombination der Deutſchen und ihre reifere Ballbehandlung in
einer Ueberlegenheitsphaſe zur Geltung. Es gab einige
Straf=
ecken für Deutſchland. Zweimal konnten die Franzoſen ſchöne
Vor=
ſtöße von Wollner nur mit Glück abſtoppen. Theo Haag verſchoß
eine Strafecke.
Nach der Pauſe
wurde Deutſchland noch klarer überlegen. Aber der erſte
Gegen=
ſtoß der Franzoſen brachte ihnen ein Tor. Wieder war es
Grimon=
prez, der nach einem Durchbruch den Treffer erzielte.
Frank=
reich führte 2:1, und für eine Weile ſah es ganz bedenklich
um die Chancen der Deutſchen aus. Dann raffte ſich aber die
deutſche Elf energiſch zuſammen, und Spieler, die vor der Pauſe
nur eine mittelmäßige Leiſtung gezeigt hatten, liefen jetzt zu ihrer
beſten Form auf. Das Zuſammenſpiel unſerer Mannſchaft war
hervoragend. Aber erſt in der 21. Minute fiel der Ausgleich.
Eine Strafecke wurde von Mehlitz gut hereingegeben und von Th.
Haag verwandelt. Bereits in der nächſten Minute fiel der
ſieg=
bringende Treffer. Kurt Weiß nahm eine Flanke von
Mehlitz aus der Luft auf und verwandelte ſie direkt. Die deutſche
Mannſchaft drängte weiter, aber Frankreichs gute Abwehr
ver=
hinderte weitere Treffer.
Zur Kritik.
Das Ergebnis iſt für die Franzoſen ſchmeichelhaft. Die
deut=
ſche Mannſchaft hätte höher gewinnen können und müſſen. Zudem
gibt die knappe Torziffer nicht die Differenz zum Ausdruck, die im
wirklichen Können vorhanden war. Die Deutſchen waren aber bei
aller guten Technik und Taktik nicht ſchnell genug. Schneller und
elanvoller ſpielten die Franzoſen.
Die deutſche Mannſchaft hatte vor der Pauſe noch Schwächen,
erſt nach dem Wechſel war ſie wirklich gut. Lincke im Tor machte
kaum einen Fehler. In der Verteidigung war Zander beſſer als
der oft unſichere Heymann. Die Läuferreihe hatte in Hardeland
ihre beſte Kraft. Theo Haag zeigte erſt nach dem Wechſel das,
was man von ihm erwartete. Ueberle ſpielte ſehr fleißig. Im
Sturm war der linke Flügel beſſer als der rechte. Beſonders
Wollner zeigte ſich ſehr aktiv. Scherbarth war zuverläſſig. Weiß
und Mehlitz hatten eine mittelmäßige erſte und eine recht gute
zweite Halbzeit. Der ſchwächſte Mann im Angriff war Müller.
Die Franzoſen hatten einen ſchnellen Sturm mit
ausgezeich=
neten Flügeln, einen unſicheren Tormann, eine ſtabile
Verteidi=
gung und einen Mittelläufer, der zeitweilig der beſte Mann auf
dem Platz war.
Schwimmklubkampf
Fteie Tgde. Darmſtadt — Frankfurk 14:18 Bunkke.
Zum fälligen Rückkampf ſtellte ſich Frankfurt am Samstag
abend im Hallenbad ein. Die Waſſerſportabteilung der Freien
Turngemeinde Darmſtadt hatte keinen ſchlechten Griff getan, einen
ſolchen Gegner zu präſentieren. In der Vorſchau hatten wir
rich=
tig getippt, daß Frankfurt alles daranſetzen würde, um die
Nieder=
lage des Vorſpiels wieder wettzumachen. Das iſt den Gäſten
ge=
lungen, und es ſoll ihr Sieg nicht geſchmälert werden. Sie haben
verdient gewonnen, wenn dies auch unverſtändlicherweiſe von
Darmſtadt erleichtert wurde, denn Darmſtadt wurde in der Jgd.=
Lageſtaffel, ſowie in der Großen Vereinsſtaffel wegen
Alters=
unterſchied diſtanziert, und Frankfurt erhielt die Punkte
zuge=
ſprochen. Es wurde durchweg guter Sport geboten und die Zeiten
dürften über Durchſchnitt liegen. Eine recht anſehnliche
Zu=
ſchauerzahl folgte geſpannt den oft hartnäckigen Kämpfen. Der
Beweis dürfte erbracht ſein, daß die Freien Waſſerſportler ſich
zurzeit auf der Höhe befinden, trotz der geſtrigen Niederlage.
Die Kämpfe: Männer=Bruſtſtaffel: 4X4 Lagen: Frankfurt
6,21, Darmſtadt 6,51. Jngend=Bruſtſtaffel, 4X2 Bahnen:
Frank=
furt 2,55, Darmſtadt 3,9. Jugendlage, 4X2 Bahnen: Frankfurt
2.48, Darmſtadt 2,39. Frauen=Bruſt, 2X2 Bahnen: Frankfurt 3,35,
Darmſtadt 3,19. Männer=Lagen, 4X4 Bahnen: Frankfurt 5,57,
Darmſtadt 5,34. Große Vereinsſtaffel, 5 Jugendliche, 5 Männer:
Frankfurt 6,16, Darmſtadt 6,11.
Waſſerball: Freie Turngemeinde. Dar
(4:1); Jugend 3:4 (3:2).
Kraftſpork.
Polizei, 1. — Mittelbollenbach 15:5.
Am Samstag abend ging der Rückkampf gegen den Meiſter
des 1. Bezirks in der Polizeiſporthalle über die Matte. Das
Reſultat des Vorkampfes wurde bei weitem verbeſſert. Wer den
lebhaften Vorkampf geſehen hat, muß dem Rückkampf eine gewiſſe
Ruhe zuerkennen. Kampfrichter Hubler, Neu=Iſenburg, war ſicher
und gewiſſenhaft. Nur einwandfreie Niederlagen pfiff er ab. Die
erſchienenen Zuſchauer verhielten ſich ruhig. Mitrelbollenbachs
Mannſchaft verſteht es, auch auf fremder Matte fair und
einwand=
frei zu kämpfen. Nun haben die Poliziſten Ruhe, um ſich zu
ihrem letzten Meiſterſchaftskampf am 12. 4. 1931 in Hanau
vorbe=
reiten zu können. Die geſamte Mannſchaft verdient auch
dies=
mal wieder ein Lob für ihre gezeigten ſchönen Kämpfe. Sie
verliefen wie folgt: Bantam: Schnauber (P.) — Roos (M.) 0:3;
Feder: Schanz, Gg. (P.) — Reinhardt (M.) 3:3; Leicht: Schanz,
Aug. (P.) — Kaiſer (M.) 6:3; Welter: Erbes (P.) — Scheerer
(M.) 6:5; Leichtmittel: Krauß (P.) — Müller (M.) 9:5;
Schwer=
mittel: Lißfeldt (P.) — Forſter (M.) 12:5; Schwer: Siebert
(P.) — Fadel (M.) 15:5. Zeit: 33:29.
Deutſche Tennis=Niederlage in Cannes.
Im weiteren Verlauf der Internationalen Tennisturniers in
Cannes gab es einige weitere deutſche Niederlagen. Der Berliner
Menzel konnte ſich ſeines Ueberraſchungsſieges über du Plaix
nicht lange erfreuen, denn er ſcheiterte bereits in der nächſten
Runde an dem Polen Tloczynſki, der knapp mit 5:7, 6:2, 6:4
ge=
wann. Im Herren=Doppel unterlagen Menzel und der
Dres=
dener Haenſch mit 0:6, 3:6 gegen das ſtarke engliſch=iriſche Paar
Hillyard/Rogers. Sonſt wäre noch zu erwähnen, daß neben
Außem/Ryan die beiden engliſchen Paare
Satterthwaite/Tho=
mas und Geſchwiſter Radcliffe die Vorſchlußrunde im Damen=
Doppel erreichten.
Jean Borotra ſchlug im Endfpiel um die amerikaniſche
Hallen=
tennismeiſterſchaft den jungen Amerikaner Bell in einem Fünfſatzkampf.
Bis zur Erledigung des Prozeſſes wird der deutſche Spitzenſpieler
Daniel Prenn auf Verfügung des Deutſchen Tennisbundes weder an den
Davisſpielen noch an einer ſonſtigen repräſentativen Veranſtaltung teil
nehmen.
Holthufs gewinnt den Hamburger Hindernislauf.
Der dritte nationale Hindernis=Langlauf auf der Hamburger
Rennbahn Groß=Borſtel ging am Sonntag unter großer Beteiligung
der beſten Langſtreckenläufer aus dem Reiche vonſtatten. Der beſte
Mann im Rennen der Hauptklaſſe über 7,5 Km. mit ſchweren
Hinder=
niſſen war der Frieſe Holthuis, der in 24:17,2 Min. gewann. Zweiter
wpurde in erheblichem Abſtande Petri=Hannover, während der
zwei=
malige Gewinner, Helber=Stuttgart, diesmal mit dem dritten Platz vor=
In dem kurzen 1500 Meter=Rennen
lieb nehmen mußt
Vereinskame=
der Mittelſtreckler ſiegte Hobus=
Hannove=
raden Holſte.
Keineswegs das Frühlingswetter zum Gau=Waldlauf, wie
es die Woche verſprochen hatte, dennoch lockten die Kämpfe, trotz
des Regenwetters, ein zahlreiches Publikum an. Pünktlich trat
die Jugend, die als erſte auf die Strecke geſchickt wurde, an
und es entſpann, ſich vom Ablauf an ſchon ein ſehr ſcharfer
Kampf. Es löſte ſich bald die Spitzengruppe los. Bei 1000
Meter hat die Spitze Luley=Tgd. Darmſtadt, Hanſtein=
Nieder=Ramſtadt, Werner=Langen, Weber und Vierheller=Tgſ.
Darmſtadt. Bei 2000 Meter lagen Luley und Hanſtein noch an
der Spitze. Darmſtädter=Hahn und Roß=Arheilgen hatten ſich
an die Spitze des Feldes vorgearbeitet. Im letzten Stadium
des Kampfes, bei 2500 Meter, hielten Luley und Hanſtein weiter
die Führung und ſie lieferten ſich bis ins Ziel ein ſcharfes
Nennen, das Luley in glänzender Form für ſich entſchied.
In der B=Klaſſe führte bis 5500 Meter Hirſch=
Weiter=
ſtadt und Göbel=Tgd. Darmſtadt als Rivale mit ihm an
der Spitze. Bis zu 1000 Meter lagen die Eberſtädter Kirſchner
und Soeder mit im Rennen. Göbel benutzte bei 5500 Meter die
Gelegenheit, das Feld abzuſchütteln und paſſierte mit über 100
Meter Vorſprung in ganz blendender Weiſe das Ziel.
Im Hauptlauf der 4=Klaſſe trafen alte Rivalen
aufeinander. Fornoff=Tgſ. Darmſtadt, in guter Form,
führte durchweg das Feld an. Es folgten ihm bei 1000 Meter
dicht Altmeiſter Becker=Sprendlingen, Haag und Asmuth (Tgſ.
Darmſtadt. Bei 4000 Meter iſt die Spitzengruppe mit Fornoff,
Haag und Becker klar in Führung, der in 40 Meter Abſtand
Asmuth=Darmſtadt und Schneider Bensheim folgen. Ein
ver=
ändertes Bild bei 5500 Meter. Fornoff iſt es gelungen, 100
Meter Vorſprung herauszuholen, den er auch bis ine Ziel halten
kann. Ihm folgten Haag=Darmſtadt, Becker=Sprendlingen
und Asmuth=Darmſtadt. In einem Abſtand von weiteren
100 Meter folgen Schneider=Bensheim, Haag=Reiſen und Vöglex=
Sprendlingen. — Nachſtehend die Sieger:
Oberſtufe A=Klaſſe: 1. Fornoff=Tgſ. Darmſtadt 21:10 Min.;
2. Haag=Tgi. Darmſtadt, 3. Becker=Tgm. Sprendlingen.
Mittelſtufe. 1. Vogel 23:30.5 Min., 2. Schlapp, 3. Dürer
(alle Tam. Sprendlingen), 4. Sieß=Tgm. Beſſungen.
Mannſchaftslauf A=Klaſſe. Tgſ. Darmſtadt 7 Punkte, Tgm.
Sprendlingen 14 Punkte.
Unterſtufe B=Klaſſe. 1. Coutandin=Tgſ. Walldorf 23:27,6 Min.,
Loos=Tv. Jugenheim, 3. Pfeifer=Tv. Bensheim, 4. Weißrot=
Tgſ. Darmſtadt, 5. Joſt=Tv.Bensheim.
Anfänger. 1. Göbel=Tgm. Darmſtadt 23:3 Min., 2. Hirſch=
Tgm. Weiterſtadt, 3. Kirſchner=Tv. Eberſtadt, 4. Soeder=Tv.
Eberſtadt, 5. Bender=Tgm. Weiterſtadt, 6. Steiger=Tgſ.
Darm=
ſtadt, 7. Bitſch=Tgm. Traiſa.
Mannſchaftslauf B=Klaſſe. 1. Tgm. Weiterſtadt 12 Punkte,
2. Tv. Eberſtadt 14 Punkte, 3. Tgſ. Darmſtadt 1875 21 Puukte.
C=Klaſſe Jugend. 1. Luley=Tgm. Darmſtadt 11:10,4 Min.,
2. Hanſtein=Tv. Nieder=Ramſtadt, 3. Roß=Tv. Arheilgen, 4.
Mül=
ler I.=Tſchaft. Griesheim, 5. Darmſtädter=Tv. Hoffnung Hahn,
6. Opp=Tgm. Darmſtadt, 7. Weber=Tgf. Darmſtadt, 8. Vierheller=
Tgf. Darmſtadt, 9. Dütſch=Vorwärts Langen, 10. Dölp=Tgyt.
Beſſungen, 11. Werner=Vorwärts Langen, 12. Hirſch=Tgm.
Wei=
terſtadt, 13. Loos=Tv. Bickenbach, 14. Dieter=Tv. Bickenbach, 15.
Euler=Tgſ. Darmſtadt, 16. Schnellbächer Tgm. Darmſtadt, 17.
Matheis=Tgm. Darmſtadt, 18. Geiß=Tv. Bickenbach.
Jugendmannſchaftslauf. Tgm. 1846 Darmſtadt 15 Punkte,
Tgf. 1875 Darmſtadt 19 Punkte, Tv. Vorwärts Langen 28 Pkt.,
Tgm. Weiterſtadt 43 Punkte.
Kegler=Vereinigung Darmſtadt und Amgebung.
Großkampfkegeln.
Der 200=Kugelkampf im Bürgerverein brachte geſtern
21 Kegelbrüder an den Start. Dem beſonderen ſportlichen Ringen
wurde großes Intereſſe entgegengebracht. Es erwies ſich
wie=
derum, daß ein derartiger Kampf erhebliche Anforderungen an
die Nervenkraft und körperliche Anſtrengung ſtellt, um zu einem
beachtlichen Reſultat zu gelangen.
Die weſentlichen Ergebniſſe ſind: 1. Grün, 1077 Holz;
2. Becher 1075; 3. Hübner 1061; 4. Reichert 1054; 5. Reichardt
1020; 6. Schild 1011; 7. Bangert 1008; 8. Chriſt 1007.
Es haben noch einige Kegelbrüder im Laufe der Woche zu
ſtarten.
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Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Montag 23. März.
16.30: Wiener Meiſterſchrammeln: B. Auer mit Sänger. O,,Zogler.
18.15: F. Heckendorf: Weg zur neuen Romantik in der Malerei.
18.40: Heinrich Mann lieſt aus eigenen Werken.
19.10: Engliſch.
19.35: 11. Montagskonzert des Frankfurter Orcheſterverems.
21.15: Otto Reutter + (Schallplatten).
22.20: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Montag, 23. März.
14.50: Kinderſtunde: Wir machen eine Kinderzeitung.
15.40: Stunde für die reifere Jugend: Handwerkszeug i. d. Kunſi.
16.00: Kreisjugendpfleger Krönke: Ländliche Fortbildungsſchule und
Jugendpflege.
16.30: Berlin: Nachmittagskonzert.
17.30: Modernes Liedſchaffen (Georg Vollerthun): Einführung: Dr.
Hiller: Mitw.: Meta Glas=Villaret; am Flügel: Georg Vollerthun.
18.00: Dr. Johannes Günther: Deutſch für Deutſche.
18.30: Prof Dr. Lietzmann: Anfänge des Chriſtentums.
19.00: Engliſch.
19.30: Prof. Dr. Beckmann: Wie ſtellt der Landwirt ſeine Wirtſchaft
aut die heutigen Abſatzmöglichkeiten ein?
20.00: Pariſer Leben; Komiſche Operette von J. Offenbach.
ca. 25.15 Tanzmuſik aus dem Eden=Hotel: (Kapelle Oscar Jooſt).
Wekkerbericht.
Die ozeaniſche Warmluft hat ſich oſtwärts über Deutſchland
ausge=
dehnt und dabei den Wolkenſchirm ſowie das geſtern über Frankreich
gelegene Niederſchlagsgebiet uns zugeführt. Dadurch wurde die
nächt=
liche Ausſtrahlung unterbunden, ſo daß ganz Deutſchland froſtfrei war,
und die heutigen Morgentemperaturen 5 bis 9 Grad über Null lagen.
Obwohl wir weiter im Bereich wärmerer ozeaniſcher Luft verbleiben
ſo ſind vorerſt keine Niederſchläge zu erwarten, denn das Regenfeld
hat bereits unſeren Bezirk überquert. Die Temperaturen bleiben
zwi=
ſchen Tag und Nacht mehr ausgeglichen. Es herrſcht mildes und nachts
froſtfreies Wetter.
Ausſichten für Montag, den 23. März: Dunſtig und bewölkt mit Au
heiterung, trocken, mild.
Ausſichten für Dienstag, den 24. März: Keine wefentliche Aenderun
Haupiſchriftleitung: Rudolf Maupe
Veraniwortlich für Politik und Wiriſchaft: Rudolf Mauve: für Feutlleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handei: Dr. C. H. Queiſch= für den Schlußdienſt: Andreas Bauer;; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert. Nette:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mtteſtungen: Willy Kuhle=
Druck und Verlag: L. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſſadt
Fär unverlangte Manuſkripte wird Garanlie der Rückiendung nicht übernommen.
Die bentige Nummer hat 8 Geiten.
[ ← ][ ]Seite 8
Montag, den 23. März 1931
Nummer 82
Gaataagssatsstten
17)
Ein Roman von Walter Bloem.
Copyright by. Nobiſſima Verlag G. m. b. H., Berlin SVV 61, Belle Alliance Straße 92.
(Nachdruck verboten.)
„So — Sie meinen, es wäre möglich, daß — — kommt es
denn wohl einmal vor, daß ein Fahrgaſt an Bord — beſtohlen
wird?" „Nun — im Laufe der vielen Jahre, die ich fahre
vorgekommen iſt natürlich dann und wann mal etwas
Der=
artiges."
„Sie begreifen, wenn man ein kleines Vermögen an
Edel=
ſteinen mit ſich führt, dann iſt man auf ſeiner Hut. Ich bin
ianchmal abends durch die Korridore gegangen — es war
über=
all Bewachung.” „Wir tun, was wir können. Aber was ſo ein
richtiger ſchwerer Junge iſt — der bringt’s fertig, dem
aufmerk=
ſamſten Aufpaſſer vor der Naſe ſein Ding zu drehen."
Herrn Schiewelbeins linkes Auge zuckt verröteriſch, um
ſei=
nen verkniffenen Mund huſcht ein flüchtiges Lächeln. „Meinen
Sie? Sie werden Ihre Erfahrungen gemacht haben. Scheint
mir wirklich auch, man tut am beſten, ſeine paar Kleinigkeiten
abzuliefern.”
Der Tanz iſt zu Ende, ringsum füllen ſich die Tiſche mit
erregten, ſchwitzenden, tief atmenden, ſich fächelnden Menſchen.
„Herr Oberſteward!” von rechts, „Herr Klamfoth!” von
links
K
„Verzeihen Sie, Herr Schiewelbein, der Dienſt —!‟
bitte, mein Lieber — war mir ein beſonderes Vergnügen!"
Als Herr Valentin ein paar Minuten ſpäter nach dem
ein=
ſamen Gaſt in der Ecke Umſchau hält, ift der Platz leer.
6.
Miſter Hutchinſon legt als Vielerfahrener wenig Wert auf
platoniſche Flirts innerhalb der Geſellſchaft. Auf unplatoniſche
noch weniger. Anderſeits tanzt er gern und gut, wenn auch
etwas gewalttätig. Er iſt heute abend nicht ſehr aufgelegt,
ſei=
nen blutenſtammten Jagdtrieben zu frönen. Dennoch ſammelt
er gelegentlich Beobachtungen. Den merkwürdigen Geiger hat er
ſich notiert. Der ungeſellige Herr mit den beiden ungleichen
Augen iſt ebenfalls vorgemerkt. Ein drittes Objekt hat ſich
auf=
gedrängt: dieſer deutſche Herr, der ſich Baron anreden läßt —
der aber, obwohl Paſſagier der erſten Klaſſe, beſtimmt nicht in
beſonders glänzenden Verhältniſſen iſt. Er hat zu Beginn des
gemeinſamen Lebens am Kapitänstiſch unzweifelhaft auf ſeine
Landsmännin, die Sängerin, ſcharfe Attacken geritten und un=
weigerlich etlichen Eindruck gemacht. Seit heute mittag wird er
unzweideutig abgelehnt. Was iſt da vorgefallen? Sollte die
Dame, mit der angeborenen Witterung des weiblichen
Ge=
ſchlechts, an ihm etwas Zweifelhaftes, Bedenkliches
herausge=
fühlt haben? Miſter Hutchinſon iſt, wie alle ſeine Landsleute,
von der Ueberzeugung durchdrungen, daß eine Perſönlichkeit von
Qualität den Erfolg erzwingt. Wer als Mann um die Vierzig
mit einem Smoking zu Tiſch kommt, deſſen Seidenbeſatz an den
Kanten ein wenig angeſchliſſen iſt, mit dem hat’s irgendwie nicht
ſeine Richtigkeit. Dem iſt allerhand zuzutrauen.
Tanzpauſe. Alles iſt erregt, das Vollmondlicht, die
ſommer=
laue Nacht locken ins Freie. Die Sängerin iſt am Arm des
glückſtrahlenden Kapitäns entſchwebt. Miſſis Leviſohn hat ihren
Muſikfreund entführt, der Schauſpieler wird am Nebentiſch von
den beiden unternehmenden Milliardenerbinnen umgaukelt. Das
Girl aus der Konfektionsbranche treibt ſich draußen irgendwo
mit dem ſchwatzhaften Doktor herum. Donna Ines iſt an einen
Exotentiſch verſchleppt worden. Der Baron raucht verlaſſen,
träumeriſch und verbittert an einer Zigarette. Das der rechte
Augenblick.
„Nun, Baron, ſo einſam? ſo ſchweigſam?” Herr von Wilezek
hat nur ein freundliches, aber abweiſendes Lächeln.
„Sie ſind wohl das erſtemal nach Amerika unterwegs, wie?"
Zuſtimmendes Nicken.
„Nur zum Beſuch, oder wollen Sie länger bei uns bleiben?”
„Das weiß ich ſelber noch nicht.” „Dann bleiben Sie nicht lange.
Bei uns hält’s nur einer aus, der weiß, was er will.” „
Viel=
leicht haben Sie recht.” „Haben Sie Beziehungen drüben?”
„Nein.”
„Wenn ich Ihnen irgendwie helfen kann — mit Vergnügen.
Sie ſehen gut aus, haben einen klangvollen Titel — wir ſind
Republikaner, aber für Kronen über dem Wäſchemonogramm
haben wir eine kindliche Schwäche. Sie ſprechen Engliſch
nicht wie ein Amerikaner, aber wie ein Engländer, in
Maſſa=
chuſſetts, in Connecticut ſchätzt man das. Es kann Ihnen nicht
fehlen.”
Der Baron hat ſich offenbar nicht gern, aber wie unterm
Zwang eines inneren Sichzuſammenreißens ſeiner Lethargie
entrafft. „Sie ſind ſehr liebenswürdig, Miſter Hutchinſon. Viel=
leicht kann ich einmal von Ihrer Güte Gebrauch machen. „
zählen Sie mir, was Sie ſind, was Sie können — was
drüben ſuchen.”
Das Geſicht des Deutſchen zeigt Qual, innere Abwehr,
zwungene Ergebung ins Unabänderliche. „Ich war in mei=
Jugend Berufsoffizier, übernahm das väterliche Gut, habe.
ohne Ruhm zu dulden, auf den Schwung gebracht. Der Kr
brach aus, ich habe ihn von Anfang bis zum Ende an der Fr.
mitgemacht. Dann kam der allgemeine Niedergang. Unſere La
wirtſchaft taumelte in den Ruin, ich mit. Ich muß verſuchen, 1
ein neues Leben aufzubauen.”
„Warum haben Sie’s nicht daheim verſucht? Sie hal
Namen, Beziehungen —‟ „Ich hatte ſie. Wir leben in ei
Demokratie.” „Wir auch.” „In einer andern. Bei Ihnen we
ich von vorn anfangen können — bei uns nicht. Uebrige
ſpielen perſönliche Schickſale mit.‟ Die Stimme des Erzähl
wurde rauh.
„Die gehen mich natürlich nichts an. Haben Sie Auswe
Empfehlungsſchreiben, Zeugniſſe?” „Unſere diplomatiſchen T
treter kennen meinen Namen. Das dürfte genügen.”
Miſter Hutchinſon wiegte den Kopf. „Ihre Herren
„Waſhington, in New York tun das Erdenkliche für ihre Lan
leute. Ich kann Ihnen vielleicht noch ſchneller helfen."
wäre ſehr gütig von Ihnen, Miſter Hutchinſon.”
Der Eindruck iſt ausgezeichnet, dachte Hutchinſon. Sah i
aber doch ſekundenlang unſchlüſſig, überlegend in die Auger
„Denken Sie, ich habe durch einen ſchnurrigen Zuſtand
fahren, daß hier an Bord unter den Paſſagieren jemand ſte
der in New York beim Verlaſſen des Schiffes verhaftet wer
foll!“
Des Deutſchen Geſtalt und Züge waren jäh erſtarrt.
Linke nahm mit einer fahrigen Bewegung das Einglas
dem Auge. Die breite Bruſt atmete heftig, in kurzen Stöf
„Hm — und Sie dachten — dieſer jemand — das wäre ic
„Ja — denken Sie nur — ich war albern genug, mir das
zubilden . . . natürlich — nur — eine Minute lang . .
Miſter Hutchinſon fühlte, wie die Worte ſich in ſein
Munde verlangſamten. Zu verblüffend war die Wirkung ſei
Eröffnung — auf dieſen Mann, der dem ungenierten Ausfra
bisher ſo offenherzig und überzeugend Rede geſtanden .."
„Hm —”, machte der Deutſche, erſichtlich krampfhaft bemi
die jählings verlorene Haltung wiederzugewinnen, „und
kam ich denn, wenn ich fragen darf, zu der Ehre, von Ihnen
„Ja — das weiß ich ſelbſt nicht ſo recht —” ſtotterte
„— ein momentaner Einfall — weil Ihre — äußere Erſcheiny
ſo auffallend auf das Signalemend paßt . .
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für Süd-Amerika
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Hergestellt nach amtlichem Material
und nach Berichten offizieller Zeugen,
unter Mitarbeit und
Unter-
stützung des deutschen
Nationalliomitees zur
Be-
kämpfung des
Mädchen-
handels.
Regie: Jaap Speyer
In den Hanptrollen:
Dita Parlo, Harry Franl u. a.
Dem Film ist die Affaire einer
Agentin zu Grunde gelegt, welche
vor Monaten von Berlin aus mit
einerGirlgruppe vach Süd-Amerika
ging.
Dazu der Kurztonfilm
Toby als Geiger‟
und das gute Beiprogramm.
Beginn 3 45, 6.00 und 8.20 Uhr
Heute und folgende Tage
in Neuaufführung
Die beicken beliebten Komiker in dem
tollen Lustspiel
Pat und Patachon
als Kannihalen
Regie: Lau Lauritzen.
Der Film zeigt die Erlebnisse der
Beiden auf hoher See und im
Kannibalenland als Zauberer des
Königs Kaktas Kannibal I.
Pat der kleine, ewig schadenfrohe,
immer findige
und
Patachon sein vom Pech
ver-
folgter Freund, als Seeleute,
als Kellner und
als Kannibalen
Die Originalaufnahmen aus Afrika
und Madeira geben dem Film einen
landschaftlich schönen Hintergrund.
Dazu das (V.4528
reichhaltige Reiprogramm.
Jugendliche haben Zutritt,
Beginn 3.45, 6.00 und 820 Uhr
Nur noch heute u. morgen
Daul Richter, der sympathische
Siegfried-Darsteller aus dem
weltbe-
kanntenNibelungenfilm in seiner ersten
Sprechrolle in dem Tonfilm:
gPorserchist
Die unvergeßlicheliebesgeschichte von
Kaiser Josef II. und der
Försters-
tochter.
Regie: Friedrich Zelnik.
Weitere Mitwirkende: Irene Eisinger,
von der Staatsoper in Berlin als
„Vörstercehrist!”
Oskar Kariweissals WolfgangAmadens
Mozart
André Pilot als Leutnaut Földessy
so-
wie Adele Sandrock, Tiber v. Halmay,
Jelly Staitel u. 3.
Priedrich Zelniks großer „
Förster-
christl‟-Erfolg ist aus der Aera des
stummen Films noch in allerbester
Erinnerung. — Schon damals wirkte
„Försterchristl” bezaubernd durch
In-
halt und Darstellung Und nun tritt
bei der Neuverfilmung das gesprochene
und gesungene Wort hinzu, das diesen
Film zu einem Erlebnis werden läßt
Dazu
Micky auf dem Witwenball
und das gute Beiprogramm.
Beginn 3 45, 6.00 und 8.20 Uhr
Nur noch 8 Tage Friſt
Am 31. März 1931 läuft die Friſt ab fü
1. Eintragung des
Aufwertung=
betrages von „Mark”=Hypotheke
2. Wiedereintragung gelöſchter, ab
nach dem Aufwertungsgeſetz wi
der eintragungsfähiger „Mark
Hypotheken.
3. Eintragung des
Aufwertung=
betrages von abgetretenen „Mark
Hypotheken für den früheren Glä=
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mark=Hypothek an der Rangvorb
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