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Wöchentliche illuſfrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 80
Samstag, den 21. März 1931.
194. Jahrgang
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ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Vei
Konlurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt jeder
Rabatt weg. Banſkonto Deutſche Bant und
Darm=
ſtädter und Nationalbant
Runtge Boaungn stſchen Srutſcanv Seſterrei.
die Zollſchranken zwiſchen Berlin und Wien ſelen fallen. — Uebergangszeik für einige deutſche
Zoll=
poſikionen. — In Zukunfk gemeinſame Handelsverkragsverhandlungen mit drikken Skaaken.
Ein erſter wichkiger Schrikk.
Ergebnis der Curkius=Reiſe.
TU. Wien, 20. März.
Die Angleichungsverhandlungen zwiſchen dem Deutſchen
Reich und der Oeſterreichiſchen Republik, die auläßlich der
Wiener Reiſe Dr. Curtius begonnen wurden, haben zu einem
endgültigen Ergebnis geführt. Vorausſichtlich am Montag
abend wird ein Abkommen zwiſchen dem Deutſchen Reich und
der Oeſterreichiſchen Republik veröffentlicht werden, daß
die Herſtellung einer kechniſchen Zollunion
zwiſchen Deukſchland und Oeſterreich vorſiehl.
Das Abkommen, das unter Wahrung der Beſtimmungen
des Verſailler Vertrages, des Vertrages von St. Germain
und der ſonſtigen internationalen Abmachungen geſchloſſen
wurde, ſieht vor, daß Zölle im Warenverkehr zwiſchen
dem Deutſchen Reich und der Oeſterreichiſchen Republik
in Zukunft grundſätzlich nicht mehr erhoben werden ſollen,
mit Ausnahme gewiſſer Zollpoſitionen für deutſche Waren,
die Oeſterreich für eine kurze Uebergangszeit weiter
er=
heben darf. Dies hat den Zweck, die Angleichung der
öſterreichiſchen Wirtſchaft an die reichsdeutſchen Ve
ält=
niſſe zu erleichtern. Im übrigen wird von reichsdeutſcher
Seite aus an der öſterreichiſchen Grenze nach
Inkraft=
treten des Abkommens kein Zoll mehr erhoben werden.
Zollverhandlungen zwiſchen dem Deutſchen Reich und
Oeſterreich auf der einen Seite und anderen Mächten
wer=
den in Zukunft von den beiden Mächten in enger
Gemein=
ſchaft gegebenenfalls ſogar gemeinſam geführt werden.
Von öſterreichiſcher Seite wird betont, daß ſich die
Ab=
machungen im Rahmen der Ideen des paneuropäiſchen Komitees
halten, das bekanntlich wirtſchaftliche Zuſammenſchlüſſe zwiſchen
Einzelſtaaten als Vorbereitung einer paneuropäiſchen
Zoll=
union mehrfach empfohlen hat. Es wird weiter darauf
hinge=
wieſen, daß nach dem Scheitern der Genfer Zollkonvention das
Deutſche Reich und Oeſterreich den Zeitpunkt für gegeben halten,
dieſe Ideen zu verwirklichen. Zugleich wird der Hoffnung
Ausdruck gegeben, daß auch weitere Mächte
ſich dieſem Abkommen anſchließen werden.
Vorverkrag auf drei Jahre.
Beiiere Berhandlungen über Einzelheiten.
* Berlin, 20. März. (Priv.=Tel.)
Wie wir vor einigen Tagen ſchon andeuteten, ſind die ſchon
ſeit einem Jahr laufenden Verhandlungen über eine ſichere
zoll=
politiſche Entwicklung zwiſchen Deutſchland und Oeſterreich=
Ungarn bei dem Aufenthalt des Reichsaußenminiſter Dr.
Cur=
tuus in Wien zum Abſchluſſe gebracht worden. Sie haben ihren
Niederſchlag in Form eines Vorvertrages gefunden, der
eine techniſche Zollunion zwiſchen Deutſchland und Oeſterreich
in Ausſicht nimmt und feſtlegt, daß zu dieſem Zwecke die
Zoll=
grenzen zwiſchen beiden Länder fallen ſollen, wobei
Oeſterreich das deutſche Zollſyſtem annimmt.
Allerdings iſt zum Schutze beſonders gefährdeter
Induſtrien die Möglichkeit von Zwiſchenzöllen
vor=
behalten, wie ja überhaupt die Angleichung erſt
ſuſenweiſe erfolgen kann. Alle weitergehenden
Ein=
zelheiten ſind Verhandlungen vorbehalten, die in der
nächſten Zeit beginnen werden. Der Vorvertrag ſelbſt wird,
nachdem er von den beiden Kabinetten angenommen
Dorden iſt, vermutlich ſchon am Samstag veröffentlicht und dann
unmittelbar darauf in Kraft geſetzt. Er ſieht eine dreijäh=
1ge Vertragsdauer vor und geht davon aus, daß
nach dem Verſchwinden der beiden Zollgrenzen die
Ein=
nahmen des gemeinſamen Zollweſens nach dem
Verhält=
nis der Bevölkerung geſchlüſſelt werden
euen. Um eine Benachteiligung auszuſchließen, iſt ein
Schieds=
erfahren eingeführt, das ſoweit ausgebaut iſt, daß
der unterlegene Teil, wenn er ſich durch einen Schiedsſpruch
benachteiligt glaubt, die Möglichkeit einer halbjäh=
Igen Kündigung und auch innerhalb der Vertragsdauer
Mi. Dieſe Beſtimmung iſt offenbar hauptſächlich deswegen
ge=
koffen, um außenpolitiſchen Einwänden zu be=
Vegnen, daß Oeſterreich ſeine zollpolitiſche Selbſtändigkeit
aufgegeben und damit gegen die Beſtimmungen des Vertrages
von St. Germain verſtoßen habe.
Man rechnet damit, daß
bei der Rotifizierung in den europäiſchen Hauptſtädten,
die für Samstag vorgeſehen iſt, noch Schwierigkeiten
ge=
macht werden.
Nicht ſo ſehr von England, offiziell wohl auch nicht von Italien,
aber ſehr ſtark wohl von Frankreich und am
ſtärk=
ſten von Prag aus, weil die Stellung der Tſchechoflowakei
durch eine teſchniſche Zollunion zwiſchen Deutſchland und
Oeſter=
reich erheblich eingeengt wird. Auf ſolche diplomatiſche
Beden=
ken iſt aber bei der Ausgeſtaltung des Vorvertrages Rückſicht
geuommen worden, ſchon nicht zuletzt durch den Hinweis, daß
auch Belgien und Luxemburg ſchon eine Zoll=
Union geſchloſſen haben und eine zollpolitiſche
An=
näherung zwiſchen einzelnen Staaten nur die Gegenſätze in
Europa ſchneller ausgleichen kamn
Der Landeshaupkmann von Oberſchleſien
Zum Abſkimmungsgedenktage.
Ratibor, 20. März.
Der Landeshauptmann von Oberſchleſien Woſchek erließ aus
Anlaß des zehnten Jahrestages der oberſchleſiſchen Abſtimmung
ein Geleitwort, in dem es u. a. heißt: Der 20. März 1921 iſt ſtets
ein Ehrentag für uns. Brutale Gewalt hatte zweieinhalb Jahre
lang verſucht, den Mut der Oberſchleſier und ihre Treue zum
an=
geſtammten Vaterlande zu brechen. Mit Lockungen jeder Art war
man beſtrebt geweſen, das Herz der Oberſchleſier zu gewinnen.
Aber ſtärker als alle Macht der uns feindlich geſinnten Welt und
bezwingender als jeder Appell an den Egoismus erwies ſich die
Treue der Oberſchleſier. Ihnen gilt unſer Dank! Vor allem aber
gedenken wir in tiefer Ehrfurcht aller, die im Kampf für das
deutſche Oberſchleſien, die größten Opfer gebracht, ja ſelbſt ihr
Leben hingegeben haben.
In Erinnerung an den gemeinſamen Kampf, den wir deutſch
fühlenden Oberſchleſier damals geführt haben, ſenden wir heute
beſonders herzlich einen Gruß zu unſeren Volksgenoſſen
jen=
ſeits der Grenze. Kein Vertrag und keine fremde
Ueber=
macht kann uns das Bewußtſein nehmen, daß ſie zu unſerer
Kulturgemeinſchaft und zu unſerem Volkstum gehören.
Immer werden wir es als unſere heiligſte Pflicht betrachten, ſie
in der Bewahrung ihres Deutſchtums zu unterſtützen; und darum
erneuern wir heute die Schwüre der Treue, die wir in den
ſchmerzvollen Monaten der Trennung ihnen gegeben haben. Wir
wiederholen die feierliche Verwahrung gegen die Rechtsverletzung,
deren man ſich durch die Teilung Oberſchleſiens ſchuldig
ge=
macht hat.
Gedenkſeier der oberſchleſiſchen Jugend.
Beuthen, 20. März.
In dem von der geſamten Schuljugend von Beuthen —
etwa 10 000 Schülern und Schülerinnen — umſäumten Stadion
fand heute vormittag die Gedenkfeier der oberſchleſiſchen Jugend
aus Anlaß der zehnjährigen Wiederkehr des Abſtimmungstages
ſtatt, die durch den Schulrundfunk über ganz Deutſchland
ver=
breitet wurde. Zu der Feierlichkeit, die den offiziellen Auftakt
zu den zahlreichen folgenden Feiern in Oberſchleſien bildet,
hatten ſich neben der geſamten Lehrerſchaft von Beuthen auch
die Spitzen der Behörden eingefunden. Regierungsdirektor
Dr. Weigel richtete ergreifende Worte an die deutſche Jugend.
Er ſchilderte eingehend die Geſchichte des Abſtimmungskampfes
und gedachte beſonders des Heldentodes des 15jährigen
Ober=
ſekundaners Rudolf Haaſe, der wegen ſeines mannhaften
Ein=
tretens für die deutſchen Intereſſen aus Rybnik flüchten mußte,
unterwegs aber von polniſchen Inſurgenten erſchoſſen wurde.
Die oſtdeutſche Arbeitsgemeinſchaft an Dr. Brüning.
Die oſtdeutſche Arbeitsgemeinſchaft in Breslau hat
anläß=
lich der zehnjährigen Wiederkehr des Abſtimmungstages in
Oberſchleſien an den Reichskanzler folgendes Telegramm
gerichtet:
„Zum 20. März, dem Ehrentage Oberſchleſiens, richten die
in der oſtdeutſchen Arbeitsgemeinſchaft in Breslau
zuſammen=
geſchloſſenen heimattreuen Oſtverbände, Grenzmannſchaften und
Landsmannſchaften folgenden Ruf an die Reichs= und
Staats=
regierung: Die Volksabſtimmungen, die vor einem Jahrzehnt in
Oberſchleſien und zuvor in Oſt= und Weſtpreußen ſtattgefunden
haben, waren erhebende Beweiſe deutſcher Treue und
wieder=
erwachten nationalen Willens. Wir Oſtmärker erlebten mit allen
national empfindenden Volkskreiſen Deutſchlands die
Abſtim=
mungskämpfe hoffnungsfreudig als die erſten Anſatzpunkte einer
aktiven Freiheitsbewegung. Seitdem iſt leider vieles zur
Stär=
kung dieſer Bewegung verſäumt worden. Die großen Opfer
aller Volksſchichten jener Zeit dürfen aber nicht umſonſt gebracht
ſein. Es gilt vielmehr hier anzuknüpfen und in Zukunft
mehr denn zuvor
die heranwachſende Jugend zu opferbereiter
Vaterlands=
liebe, nationaler Pflichterfüllung, zum Kämpfer für die
Befreiung des geknechteten Vaterlandes zu erziehen.
Wir erwarten deshalb von der Reichs= und Staatsregierung
als ſchönſtes Geſchenk für die nationalbewährte Bevölkerung des
Oſtens, daß von nun ab planmäßig in allen Schulen in
unge=
ſchminkter Wahrheit über die Urſachen unſerer Not und die
Wege zur Freiheit und zum Neuaufbau des Vaterlandes
unter=
richtet wird. Hierzu gehört, daß den gereifteren Schülern immer
wieder die Kenntnis von der Kriegsſchuldlüge, von den
unge=
heuerlichen Beſtimmungen des Verſailler Diktats, von der
Zer=
reißung des deutſchen Oſtlandes, von der alljährlichen
Heraus=
preſſung der Tributzahlungen, von der Unterdrückung deutſcher
Wehrkraft und gleichzeitig gewaltiger Aufrüſtung aller anderen
Mächte eingehend nahegebracht wird. Es muß in den Herzen
der deutſchen Jugend die Erkenntnis gereift und der Wille
ge=
ſtärkt werden, tapfer und zäh gleich den deutſchen Frontkämpfern
des Weltkrieges und dem freiwilligen Selbſtſchutz in Annaberg,
für ein freies und ungeteiltes, unangreifbares deutſches
Vaterland zu arbeiten und aufopferungsbereit einzuſtehen.
Die Erinnerung an den 20. März verpflichtet die Führer des
deutſchen Volkes, die moraliſche Offenſive gegen die Feſſeln von
Verſailles unter Geltendmachung der nationalen Kräfte erneut
vorwärts zu tragen, bis eines Tages mit Gottes Hilfe Volk
und Vaterland den Sieg des Rechtes und der Freiheit in Einig=
I.
keit ſeiern dürfen.”
Aus Oberſchleſiens Nokzeik.
Von einem, der ſie miterlebke.
C. S. Kattowitz, März 1931.
Mit Blut iſt Oberſchleſiens Geſchichte der Nachkriegszeit
geſchrieben. Mit Blut und Tränen. Die Maßnahmen, die die
haßerfüllten Feinde Deutſchlands erſonnen hatten, angeblich um
Oberſchleſien eine glückliche Zukunft zu ſichern und ſeiner
Be=
völkerung höchſte Gerechtigkeit widerfahren zu laſſen, dieſe
Maß=
nahmen erwieſen ſich nur zu bald als die Urſachen namenloſen
Elends und Unglücks, als die Urſachen einer Not, wie ſie dieſes
Land noch nie erlebt hatte. Die oberſchleſiſche Abſtimmung, deren
Jahrestag ſich nun zum zehntenmal jährte, ſollte nach den
Wor=
ten des Vorſitzenden der interalliierten Kommiſſion für
Ober=
ſchleſien, des franzöſiſchen Generals Le Nond, eine „Aera der
Freiheit und Gerechtigkeit” einleiten. Sie wurde aber in
Wirklichkeit Urſache und Beginn einer Zeit der tiefſten
Erniedri=
gung. Brudermord und Verrat, Terror und brutale Gewalt,
Hunger und Verzweiflung, Rechtloſigkeit und Knechtſchaft, das
waren in Wahrheit die Markſteine, die den Leidensweg des
ober=
ſchleſiſchen Volkes in jener Zeit bezeichnen.
Als ich in den Septembertagen des Jahres 1920 zur
Ueber=
nahme einer politiſchen Propagandaſtelle nach Kattowitz reiſte
und gezwungen war, die willkürlich inmitten deutſchen Landes
errichtete Grenze zu überſchreiten, da bereits begann ich zu ahnen,
wie dieſe „Aera der Freiheit und Gerechtigkeit” für das arme
Oberſchleſien ausſehen würde. Mit allen nur erdenklichen
Mit=
teln ſuchten die franzöſiſchen Paß= und Zollbeamten jedem Nicht=
Polen ſchon beim Betreten des Abſtimmungsgebietes
Schwierig=
keiten zu bereiten und ihn feindſelige Stimmung fühlen zu
laſſen. Mit den ſchikanöſeſten Beſtimmungen und ihrer
pein=
lichſten Durchführung, mit Blicken, Worten und Geſten wurde
ſchon vom erſten Augenblick an bei jedem ankommenden
Deut=
ſchen ein Gefühl der Unſicherheit, des Kontrolliert=Seins
her=
vorgerufen, ein Gefühl. des Benachteiligtſeins, dort, wo man
von rechtswegen zu Hauſe hätte ſein ſollen. Eine ſolche
Atmoſphäre des kalten Terrors aber brauchte
ja Polen und ſein franzöſiſcher Helfer, um ſeine
Propaganda wirkſam werden zu laſſen und um die
Voraus=
ſetzungen zu ſchaffen für eine im polniſchen und damit auch
franzöſiſchen Sinne günſtige Abſtimmung.
Dieſes fortgeſetzte Argwöhnen, dieſes ſtändige Beobachtet=,
von unzähligen Spähern Verfolgt=Sein begleitete einen dann
auf Schritt und Tritt. Zuweilen ſich zu handgreiflichen
feind=
lichen Aktionen verdichtend. So geſchah es mir, daß ich, als ich
eines Nachts aus meinem Kattowitzer Büro heimkehrte, an
meiner Haustür ein Bündel von zehn
Hand=
granaten fand, deren Abzüge mit der Türklinke ſo
ver=
bunden waren, daß ich beim Oeffnen des Haustores die ganze
Ladung hätte zur Entzündung bringen müſſen. Nur dem
Um=
ſtande, daß ich durch ähnliche Erlebniſſe gewitzigt, mit einer
Taſchenlampe vorher den Hauseingang genau abgeleuchtete hatte,
dankte ich es, daß der Anſchlag ſeine Wirkung verfehlte.
Ein anderes Mal krachte, als ich wieder des Nachts auf
dem Heimweg begriffen war, dicht vor meinem Hauſe ein
Ge=
wehrſchuß. Eine Kugel flog ſurrend über meinen Kopf.."
Weit und breit kein Menſch zu ſehen .. . „Die ſchwarze
Hand!” Sie laſtete auf einem jeden einzelnen, der hier in
dieſer Zeit deutſcher Geſinnung „verdächtig” war. Sie griff nach
einem jeden, der es wagte, für ſein Vaterland, für ſeine Heimat
einzutreten. Und das alles unter dem Schutze der franzöſiſchen
Beſatzungstruppen, die auf jede nur erdenkliche Weiſe den
pol=
niſchen Agenten in die Hand arbeiteten und ihnen regelrecht
Zutreiberdienſte leiſteten.
Das deutſche Anhalt im Kreiſe Pleß wurde von polniſchen
Mordbrennern eines Nachts überfallen und an allen Ecken
an=
gezündet. Die aus den brennenden Häuſern flüchtenden
Ein=
wohner aber aus dem Hinterhalt beſchoſſen. In Kattowitz,
Tarnowitz, Myslowitz und anderen Städten ſprengten polniſche
Banditen die an die preußiſche Zeit erinnernden Denkmäler in
die Luft. In einſam gelegenen Dörfern wurden deutſche
Gen=
darmen, deutſche Lehrer und Gemeindebeamten — meiſt feige
aus dem Hinterhalt — überfallen, mißhandelt, blutig geſchlagen,
verſchleppt, oft ſogar ermordet. Ueber dieſes Treiben aber
brei=
tete der Franzoſe Le Rond, der Verkünder der „Aera der
Frei=
heit und Gerechtigkeit”, ſeine ſchützende Hand.
Sokam der 20. März 1921, der
Abſtimmungs=
tag heran. Von den einen herbeigeſehnt als der Tag, der
endlich dieſer unerträglichen Zeit ein Ende bereiten ſollte, von
den anderen gefürchtet als der Tag, der aller Vorausſicht nach
noch einen beſonderen Anſturm der haßerfüllten Gegner bringen
werde. Und in der Tat, an jenem Tage erreichte der polniſche
Terror ein bisher nicht gekanntes Ausmaß. Am
Abſtim=
mungstage ſelbſt verzeichneten die deutſchen
Behörden nicht weniger als
eintauſendvier=
hundertfünfundvierzig Fälle von Terror
ge=
genüber abſtimmenden Deutſchen! Schon in den
Mittagsſtunden des 20. März trafen in Kattowitz und anderen
Städten in langen Zügen auf Leiterwagen, auf Stroh gebettet
die Verwundeten ein. Die Opfer des polniſchen Terrors. Mit
höhniſchem Grinſen, mit gleichmütigem Achſelzucken ſahen die
franzöſiſchen Soldaten und Offiziere dieſe Elendszüge an ſich
vorbeiziehen, die hier und da laut werdenden Verwünſchungen
und Flüche mit tauben Ohren überhörend.
Und trotzdem: faſt zwei Drittel der oberſchleſiſchen
Bevöl=
kerung hatte ſich zur deutſchen Heimat bekannt; hatte bewieſen,
daß auch blutigſter Terror und roheſte Gewalt ein Volk nicht
zwingen können, ſeine Heimat zu verleugnen. Der
Abſtim=
mungstag des 20. März 1921 war ein deutſcher Siegestag
ge=
worden! Nur: um die Früchte dieſes Sieges ſollte, wie ſchon
ſo oft, Deutſchland auch dieſesmal betrogen werden.
Es war am Morgen des 3. Mai 1921, Schüſſe hallten durch
die Straßen der Städte und Dörfer. Bewaffnete Aufſtändiſche
neben regulären polniſchen Truppen (Soldaten der Haller=
Armee die Deutſchland ſelber auf eigene Koſten von Frankreich
nach Polen hatte befördern müſſen) hielten Einzug in die
Ort=
ſchaften des Abſtimmungsgebietes. Und wiederum zogen
end=
loſe Züge Verwundeter durch die Straßen di Städte. Mit
noch nie erlebter Grauſamkeit verfolgten die nunmehr bewaß=
Seite 2
Samstag, den 21. März 1931
Nummer 80
neten Polen einen jeden, der auch nur von ferne deutſcher
Ge=
ſinnung verdächtig war, von dem man vermuten konnte, daß er
am Abſtimmungstage für Deutſchland geſtimmt hatte.
Und dann kam der „Stellungskrieg”.
Während draußen auf dem flachen Lande unter den Augen
der franzöſiſchen Beſatzungstruppen der polniſche Terror wütete,
ſaßen in den Städten die Bewohner wie in einer belagerten
Feſtung. Ueberall an den Straßen, die zur Stadt führten,
lager=
ten polniſche Aufſtändiſchen=Regimenter, gut bewaffnet und
aus=
gerüſtet, mit Geſchützen und Minenwerfern verſehen. Die
fran=
zöſiſchen Beſatzungstruppen aber ſahen von dieſem Treiben nichts.. .
In ödem Gleichmaß ging ein Tag nach dem andern dahin.
Nur hier und da wurde die Eintönigkeit der „Gefangenſchaft”
unterbrochen durch eine neue Niedertracht der fremden
Be=
drücker. Da ſchießt ein polniſcher Inſurgent „zum Spaß”, nur
„uim ſein Gewehr auszuprobieren”, mitten in eine von
Spazier=
gängern belebte Straße hinein. Ein Schrei, getroffen
ſtürzt ein junges Mädchen zu Boden. Bruſtſchuß.
Tot... Von drüben dringt höhniſches Gelächter.
In Kattowitz. Auf der Terraſſe eines Kaffeehauſes ſitzen
dichtgedrängt die nach Luft, nach Sonne und Freiheit lechzenden
Menſchen. Drüben, jenſeits einer großen Wieſe die polniſche
Poſtenkette. Da kracht ein Schuß. Und raſch hintereinander
drei, vier, fünf, ſechs weitere Schüſſe Die Kugeln pfeifen
über die Köpfe der Kaffeehausgäſte hinweg. Fenſterſcheiben
klirren zu Boden. Angſtſchreie erfüllen die Luft. Und in
raſen=
der Haſt ſtürzen Frauen, Männer und Kinder davon . . . Das
aber war ja gerade der Zweck dieſes „Feuerüberfalls”, der ſich
einige Tage ſpäter — immer mit dem gleichen Ergebnis,
wieder=
holt, und immer wieder. Nur Herausfordern und
Quälen, nur dieſen verhaßten Deutſchen die
Macht zeigen..
Als in der Sommerhitze der Junitage neben der quälenden
Ungewißheit über das Schickſal der Heimat auch der Hunger die
gefangene Stadt zu peinigen beginnt, da ſperren die Polen in
dem außerhalb der Stadt Kattowitz gelegenen Waſſerwerk auch
die Waſſerzufuhr ab. Auf dem Platz vor dem Theater ſtehen
nun in langen Reihen die Einwohner, um von einem Brunnen,
aus dem die Feuerwehr das letzte Grundwaſſer, eine trübe
braune Lake, pumpt, wenigſtens einige Tropfen des
unentbehr=
lichen Naß zu holen. Daneben aber machen ſich mit
gleich=
mütigen Mienen franzöſiſche Soldaten breit. Hohn auf den
Geſichtern. Es ſind ja nur Deutſche!
Des Nachts aber, wenn die Gepeinigten den Schlaf ſuchen,
des Nachts tönt mit nur kurzen Unterbrechungen von allen
Sei=
ten Gewehrfeuer. Dazwiſchen Einſchläge von Minen und
Gra=
naten, die die Polen planlos über die Stadt, über die Häuſer
hinweg ins Land hinausſchicken. Ohne Zweck und Ziel. Nur
um zu zerſtören. Es ſind ja nur Deutſche!
Und dann kam Oberſchleſiens
Schickſals=
ſpruch! Die Zerreißung. Da haben auf der Straße,
als Extrablätter das Verdikt von Paris verkündeten, Frauen
und Männer geweint! Da haben Männer und Frauen mit
ohnmächtigem Zorn die Fauſt geballt wider die fremden
Be=
drücker, die ſtatt „Freiheit und Gerechtigkeit” Knechtſchaft und
Rechtloſigkeit brachten
Zehn Jahre ſind ſeitdem ins Land gegangen. Wer
zurück=
kehrt an die Stätte jener Tragödie, ſieht, daß Oberſchleſien
blutet, zerriſſen und zerſchlagen, aus tauſend Wunden. In dem
geraubten Teil des Landes wird die deutſche Bevölkerung
ge=
knebelt und geknechtet. Ueberall, diesſeits und jenſeits der
Grenze, glimmt unter der Decke ſcheinbarer Beruhigung das
Feuer der Leidenſchaft, der Feindſchaft, des Haſſes weiter .."
So begeht Oberſchleſien das Gedenken an die zehnte
Wieder=
kehr des Abſtimmungstages. Und in weiteren zehn Jahren .. .?
Chriſtian Sileſius.
Politiche Neukralikäk der Reichs=Handwerkswoche.
RH. Zu dem in der Nr. 125 vom 15. März des „Vorwärts”,
veröffentlichten Artikel „Hitlerei in den
Reichshandwerksverbän=
den” geben die berufsſtändiſchen Spitzenverbände des
Hand=
werks folgende Erklärung ab: Das Schreiben des
Organiſations=
büros der Reichs=Handwerks=Woche an die Preſſe der
National=
ſozialiſtiſchen Partei iſt ohne vorherige Fühlungnahme mit den
berufsſtändiſchen Spitzenvertretungen des Handwerks auf eigene
Verantwortung erlaſſen worden. Es erfolgte in Abwehr von
heftigen Angriffen, die in der Nationalſozialiſtiſchen Preſſe
vor=
her verbreitet waren. Die berufsſtändiſ hen Spitzenvertretungen
des Handwerks ſehen in der Reichs=Handwerks=Woche ein
Mit=
tel, um den kulturellen und wirtſchaftlichen Zuſammenhang des
Handwerks mit der geſamten Volksgemeinſchaft zur
Geltung zu bringen. Das iſt in den offiziellen
Verlautbarun=
gen hinreichend zum Ausdruck gebracht worden. Es iſt
ſelbſt=
verſtändlich, daß eine Veranſtaltung wie die Reichs=Handwerks=
Woche von jeder einſeitigen politiſchen Beeinfluſſung freigehalten
werden muß.
* Die chineſiſchen Han=fkäbchen.
Zu dem Funkvortrag von Sven Hedin.
Von Karl Menninger, Heppenheim.
Ju ſeinem Vortrag, der über alle deutſchen Sender ging,
ſprach Sben Hedin von der bedeutendſten Entdeckung ſeiner
Forſchungsreiſe: von über 6000 beſchriebenen Holzſtäbchen aus
der Zeit der Han=Herrſcher. Er erwähnte dabei auch den Forſcher
Aurel Stein, der vor ihm zum erſtenmal nahezu 600 ſolcher
Stäbchen in Oſtturkeſtan gefunden hat, die von dem Franzoſen
Chavannes entziffert und in einem wertvollen und ſehr ſeltenen
Buch veröffentlicht wurden. Ich habe für meine Arbeiten über
die Zahlſchrift der Völker dieſe Stäbchen unterſucht und
auf=
genommen und kann ſie daher einem größeren Kreis im Bilde
vorführen. Die von Sven Hedin angegebenen Stücke ſind
ſicher=
lich von der gleichen Art, ſo daß der Leſer ſich ſchon jetzt vor der
Veröffentlichung des Ergebniſſes eine genaue Vorſtellung von
ihnen machen kann.
Vor uns liegen ungefähr 40 Zentimeter lange ſchmale
Holz=
ſtäbchen, die mit chineſiſchen Schriftzeichen bedeckt ſind. Alle mit
we=
nigen Ausnahmen ſind einſeitig beſchrieben. Sie wurden gefunden
au dem weit nach Weſten in die Wüſte hinein geſchobenen Teil
der Großen Mauer, etwa da, wo die Wüſte Gobi mit dem
Oſt=
zipfel des Tarimbeckens zuſammenſtößt. Dieſe Mauer, das größte
Verteidigungswerk der Erde, wurde im 3. Jahrhundert von dem
Kaiſer Schi=huang=ti zur Abwehr der immer wieder von Norden
und Weſten eindringenden Nomadenvölker errichtet. In
Ab=
ſtänden waren ihr Wachttürme aufgeſetzt, auf denen mit Rauch=
und Feuerzeichen Meldungen an die größeren Wachtſtellen
wei=
tergegeben wurden. Wir kennen ja eine kleine chineſiſche Mauer
in unſerer eignen Heimat, den römiſchen Limes. Von ſolchen
Beſatzungsſtellen ſtammen nun dieſe kleinen
Holzſtäb=
chen. Sie ſind aus der Han=zeit wie die Sven Hedinſchen auch,
alſo ſagen wir rund um die Zeit Chriſti.
Das Geſchlecht der Han herrſchte von 200 vor bis 200 nach
Chr. Aus ſeiner Zeit iſt hier beſonders wichtig der Anprall
der Hunnen an das Chineſiſche Reich. Die Große Mauer
hielt ſie aber ab, ſo daß ſie ihre Angriffsluſt nach Weſten
ver=
lagerten, und wir wiſſen ja, daß ſie nicht nur die großen
Völker=
bewegungen des Abendlandes verurſachten, ſondern auch bis
nach Frankreich hineindrangen. Attila, der Etzel des
Nibelungen=
liedes, iſt ja jedem bekannt.
Eine zweite Tatſache iſt wichtig für die Han=zeit, das iſt
die Ausbreitung des chineſiſchen Reiches nach Weſten. Mit
In=
dien ſteht es in regem Verkehr, und zum Schutz der
Handels=
wege nach Weſten werden immer noch neue Sicherungen gebaut.
Und ſo erzählen denn dieſe Stäbchen davon: daß 6 Mann
420 Ziegel hergeſtellt haben, das ſind auf den Mann „70‟ (So ſteht
auf dem 6. Stäbchen von rechts, auf dem in der Mitte ein
großes Kreuz iſt). Eine ganze Menge von ihnen ſind ſolche
Aufzeichnung für die Auslöhnung der Mannſchaften. Andere
Dei Schlemn vom keimiäg beragſciebel
Reichsfinanzminiſter Diekrich
lehnk neue Skeuern ab.
Sozialdemokrakiſche Skimmenkhalkung
beim Panzerkrenzer.
* Berlin, 20. März. (Eig. Ber.)
Reichstagspräſident Loebe eröffnete die Reichstagsſitzung
um 10 Uhr. Ein vom Reichsinnenminiſter eingegangener
Ent=
wurf zur Ausführung des Weingeſetzes wird dem
Volks=
wirtſchaftlichen Ausſchuß überwieſen.
Die zweite Beratung des Wehretats wird dann fortgeſetzt.
Abg. Stoecker (K.) bekämpft die Forderung der Baurate
für den Panzerkreuzer B. Tatſächlich handele es ſich bei dem
dies=
jährigen Marineetat noch um viel mehr, nämlich um eine ganze
Serie von acht Panzerſchiffen.
Damit iſt die Ausſprache über den Wehr= und Marineetat
beendet.
NNach der Wiedereröffnung der Sitzung wird die zweite
Be=
ratung des Haushalts des Reichsfinanzminiſteriums eingeleitet
durch
Reichsfinanzminiſter Diekrich.
Er führte aus, das Reichsfinanzminiſterium habe diesmal alle
Anſtrengungen gemacht, um ſeine eigenen Ausgaben
herunterzu=
drücken. Bisher ſei eine Ausgabenſenkung um 50 Millionen, alſo
um etwa 10 Prozent, durchgeführt worden. Die Organiſation
des Miniſteriums ſei weſentlich vereinfacht worden, aber der
Apparat werde noch weiter abgebaut werden, ſo daß beim Beginn
des nächſten Etatsjahres auch dieſer Apparat um 10 Prozent
ver=
kleinert ſein werde. Die Beamtenſchaft des
Reichsfinanzminiſte=
riums werde vielfach zu Unrecht angegriffen. Wenn auch da und
dort Mißgriffe vorgekommen ſein mögen, ſo hat doch das Gros
meiner Beamtenſchaft ſeine Pflicht und Schuldigkeit unter den
ſchwerſten Verhältniſſen getan, und wird es auch weiter tun. Noch
ſchonender als bisher können wir bei der Einziehung der Steuern
nicht vorgehen, wenn nicht die Allgemeinheit geſchädigt werden
ſoll.
In der Stenerpolitik brauchen wir gegenwärtig Ruhe. Ich
kann weder eine Streichung von Steuern zugeſtehen, noch
mich für eine Steuererhöhung einſetzen. Die Erhebung
neuer Steuern wäre in der jetzigen Wirtſchaftslage
beſon=
ders gefährlich. Die Forderungen, die im Steuerausſchuß
erhoben worden ſind auf Erhöhung von Steuern, muß ich
unter Umſtänden als unannehmbar bezeichnen. Das iſt auch
die Meinung des Herrn Reichskanzlers. Im Augenblick
können wir auch nicht auf die Wünſche eingehen, die
hin=
ſichtlich der Umſatzſteuer und der Hauszinsſteuer geäußert
worden ſind. Der Eingang an Steuern und Zöllen iſt
lei=
der viel ſchlechter geweſen, als wir im Dezember ſchätzen
konnten.
Ich kann ſagen, daß wir über den 1. April ohne Schwierigkeiten
hinwegkommen werden. Wir befinden uns in der
Wirtſchafts=
kriſe heute im Tal, und wir wiſſen noch nicht, wann die Linie
wieder nach oben gehen wird. Wir haben in den vergangenen
Jahren den Fehler gemacht, nicht daran zu denken, daß der Weg
auch wieder abwärts gehen kann, aber es wäre ein ebenſo großer
Fehler, wenn wir jetzt den Glauben an einen Wiederaufſtieg
aufgeben würden. Die Regierung wird jedenfalls, wie ſie ſchon
im Ausſchuß erklärt hat, verſuchen, durch weitere Einſparungen
über die ſchwierige Lage hinwegzukommen.
Nunmehr folgen die
Abſtimmungen zum Etat des Reichswehrminiſteriums.
Abg. Wels (Soz.) gibt für die ſozialdemokratiſche Fraktion
eine Erklärung ab, in der darauf hingewieſen wird, daß das
Panzerſchiff 4 von einer Parlamentsmehrheit gegen die
ſozial=
demokratiſchen Stimmen beſchloſſen worden ſei. Die
Sozial=
demokraten ſind auch gegen das Panzerſchiff B, und ſie befinden
ſich damit in Uebereinſtimmung mit Millionen deutſcher
Volks=
genoſſen, denen die Sicherheit Deutſchlands nicht weniger am
Her=
zen liegt als der Regierung und den bürgerlichen Parteien.
Der kommuniſtiſche Mißtrauensantrag gegen
den Reichswehrminiſter Groener wird in
nament=
licher Abſtimmung mit 295 gegen 62 kommuniſtiſche Stim=
men abgelehnt. (Beifall bei der Mehrheit.) — Der
Wehr=
etat wird unter Ablehnung zahlreicher kommuniſtiſcher Stre
chungsanträge in der Ausſchußfaſſung bewilligt.
Die Ausſchußentſchließungen werden gleichfalls angenommer
Beim Marine=Etat wird der kommuniſtiſche Antrag au
Streichung des Erſatz=Bauplanes in namentlicher Abſtimmun
mit 290 gegen 62 kommuniſtiſche Stimmen abgelehnt.
Die vierte Baurate für das Panzerſchiff A wird mi
181 gegen 71 Stimmen, bei 108 Stimmenthaltungen, angenoy
men. Die erſte Baurate für das Panzerſchiff B wird b
willigt mit 183 gegen 72 Stimmen, bei 107 Stimmenthaltunge
Nach Ablehnung weiterer Streichungsanträge der Kommt
niſten wird der Marine=Etat bewilligt.
Der Reichstag bewilligt dann die früher zurückgeſtellten re
lichen Kapitel des Haushalts des Reichsernährungsminiſteriun
und ſetzt hierauf die Ausſprache über den Haushalt des Reich
finanzminiſteriums fort.
Von der Deutſchen Volkspartei iſt inzwiſchen eine Entſchli
ßung eingegangen, in der die Regierung erſucht wird, die
E=
hebung der Umſatzſteuer für eingerichtete Räume, f
welche eine Umſatzſteuer bis zum 1. Januar 1929 nicht erhob
worden iſt, ſowie die Rechtsmittelverfahren, die ſich gegen d
Veranlagung der Umſatzſteuer für die Zeit nach dem 1. Janu
1929 richten, auszuſetzen, bis der Reichstag über die vorliegend
Aenderungsanträge zum Umſatzſteuergeſetz entſchieden hat.
Abg. Dr. Cremer (D.V.P.) begründet dieſe Entſchließur
Abg. Dr. Fiſcher=Köln (Stp.): Sowie unſere Wirtſchaft
lage ſich etwas gebeſſert hat, müſſen wir das Beamtenproblem
Angriff nehmen.
Gegen 19 Uhr wird die Weiterberatung auf Samstag, 12u1
vertagt.
Angenommen!
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Entſcheidung über den Panzerkreuzer iſt am Freit
im Reichstag nun auch formell gefallen. Nach Ablehnung d
kommuniſtiſchen Mißtrauensantrages gegen den Reichswel
miniſter wurde der Panzerkreuzer in namentlicher Abſtimmu
mit 180:71 Stimmen bei 108 Enthaltungen bewilligt. 2
Sozialdemokrat Wels hatte kurz vorher noch eine Erklärung e
gegeben, worin er die Haltung ſeiner Partei motivierte.
Kommuniſten machten daraus einen kleinen Skandal, worauf
Sozialdemokraten mit Beifallsklatſchen antworteten, das En
war ein allgemeines Schimpfkonzert. Aus der Liſte der namer
lichen Abſtimmung ſchälte ſich heraus, daß 9 Sozialdemokrat
ſich der Fraktionsparole nicht gefügt, ſondern mit den Ko
muniſten gegen den Erfatzbau geſtimmt hatten. Außerde
haben 24 an der Abſtimmung nicht teilgenommen, obwohl.
zum Teil im Hauſe waren. Der ſozialdemokratiſche Fraktiot
vorſtand hat darauf mit einer ſcharfen Erklärung gezeichnet, n
bei er feſtſtellt, daß die 9 Mitglieder eindringlich verwarnt ſei
und die Fraktion nur im Vertrauen auf Diſziplin von ein
abſoluten Fraktionszwang abgeſehen habe. Das Verhalten /
Neun widerſpreche der Tradition und der bisher geübten Dif
plin. Der Parteitag werde ſich mit dieſen Vorgängen zu beſch
tigen haben.
Dieſe Erklärung iſt ein Beweis von Mut. Es iſt ja
öffentliches Geheimnis, daß die Minderheit innerhalb der Fr
tion gegen den Schiffsbau, auch wenn es zu einer offiziel
Abſtimmung in der Fraktionsſitzung nicht kam, ziemlich gr
geweſen iſt. Die Fraktion hatte wohl auch gegen eine Abſ.
tierung nichts einzuwenden gehabt. Das Zuſammenſtimn
mit den Kommuniſten aber iſt in einem ſolchen Falle ja t
ſächlich ſchon Parteiverrat. Es handelt ſich aber hier offenk
nicht um eine örtlich irgendwie feſt umgrenzte Oppoſition inn
halb der Partei. 9 Diſſidenten ſind gewählt in Leipzig, Che
nitz, Weſtfalen, Frankfurt, Thüringen, Zwickau und Bresl.
Aus allen dieſen Wahlkreiſen aber haben auch andere Abgeo
nete mit der Fraktion geſtimmt. Es iſt deshalb wohl ar
verfehlt, von einer Spaltung der SPD. zu ſpi
chen. Tatſächlich aber ſteht die Partei vor der ernſteſten Kr:
die ſie ſeit der Vereinigung mit den Unabhängigen durchgema
hat. Es zeigt ſich eben immer wieder, daß dieſe beiden St
mungen innerhalb der großen Sozialdemokratiſchen Par
nebeneinander hergehen und daß bei der Fortſetzung der geg
wärtigen Politik früher oder ſpäter doch die Abſpaltung
ehemals Unabhängigen in den Bereich des Möglichen tritt.
zeichnen auf die Verpflegung und Ausrüſtung der Soldaten,
kurz, es ſind Tagesberichte dieſer weit in die Wüſte vorgeſchobenen
und vom Heimatland abgeſchloſſenen Grenzpoſten.
Warum ſind die nun ſo außerordentlich wertvoll? Weil ſie
unentſtellte Berichte vom wirklichen chineſiſchen Leben ſind
und das aus einer Zeit, die 2000 Jahre zurück liegt. Wir haben
wenig Quellen aus dem Altertum, denn der oben genannte
Er=
bauer der Großen Mauer hat im Jahr 213 vor Chr. alle Bücher
verbrennen laſſen. Die Chineſen haben große und
ausgezeich=
nete Geſchichtswerke, aber ſie haben auch die Luſt zu fabulieren
und eine einmalige Tatſache in vielen Abtönungen immer
wieder neu zu bringen. Deswegen der Wert dieſer kleinen
Holzſtücke für die Kulturgeſchichte dieſes wunderſamen Landes.
Ueber die merkwürdige Form noch ein Wort. Warum
ſchreiben denn die Chineſen ſo unbequem Zeichen unter Zeichen
auf ſo ſchmale Streifen? Nun, an dieſen Han=ſtäbchen haben
wir ein kulturgeſchichtlich hochbedeutſames Mittelglied zwiſchen
den urſprünglichen Kerbhölzern, auf die man einſt ſchrieb,
und der ſpäteren Schrift. Dieſe alte Erinnerung hat ſich bis
heute fortgeerbt: noch heute ſchreibt der Chineſe Zeichen unter
Zeichen und trennt ſogar die einzelnen ſo entſtandenen
Schrift=
ſpalten durch Striche voneinander ab, ſo daß eine chineſiſche
Schriftſeite ausſieht wie nebeneinandergelegte Kerbhölzer. Und
heute noch ſchreibt der Chineſe nur auf eine Seite genau wie
auf den Hanſtäbchen. Und was iſt ein Buch? Ein Bündel
ſolcher Stäbchen. Und das chineſiſche Schriftzeichen
„Buch” iſt das Bild eines ſolchen Bündels.
* Hal Kleopatra
das Grab Alexander d. Gr. geplünderk?
Howard Carter, der engliſche Archäologe, der mit der
Aus=
grabung der Schätze des Tutanchamon die Welt um ein
einzig=
artiges Wunder bereicherte, hat zuerſt den nicht minder
groß=
artigen Plan aufgeſtellt, das verſchollene Grab Alexander d. Gr.
aufzufinden und ſeine Schätze zu retten. Dieſer Gedanke iſt von
einem andern Gelehrten aufgegriffen worden, dem Direktor des
Griechiſch=Römiſchen Muſeums in Alexandria, Prof. Brecchia,
der bereits mit der Grabung begonnen hat. Bei der neuen
Beſchäftigung mit dem Problem des Alexandergrabes iſt
Bree=
chia zu aufſehenerregenden Vermutungen gekommen, die unſere
Hoffnung auf den Inhalt des Grabes ein wenig dämpfen müſſen.
Er glaubt nämlich nicht, daß man den Sarg aus reinem Gold,
der mit unſchätzbaren Juwelen und Schmuckſtücken verziert war,
noch finden werde, denn nach ſeiner Anſicht iſt das Grab des
Weltbeherrſchers geplündert worden, und zwar von keinem
an=
dern als von Kleopatra, der dämoniſchen ägyptiſchen Königin,
die Cäſar und Mark Anton den Kopf verdrehte. Sie war eine
große Verſchwenderin, der ſelbſt die Reichtümer des damaligen
Aegyptens nicht genügten, und man hat die Aufwendungen
den märchenhaften Glanz ihres Hofes auf eine halbe Millia=
Mark geſchätzt. Vielleicht hat ſogar die rieſige Perle, die
nach der Sage in einem Glas Weineſſig auflöſte und tra
urſprünglich den Finger des großen Mazedoniers gezie
Kleopatra konnte ſich für eine Verwandte Aleranders halt
wie Brecchia hervorhebt. Sie war die Tochter des Pte
mäus XIII., der den Beinamen „Auletes”, d. h. des Flöt
ſpielers, führte, und der erſte Ptolemäer, der die Dynaſtie
gründete, war ein Sohn der Arſinoe, einer ſchönen Nebenf:
Philipps von Mazedonien, und damit ein Halbbruder Alex”
ders. Vielleicht leitete ſie aus dieſer Verwandtſchaft das Re
her, die ungeheuren Schätze des Alexandergrabes für ihre phe
taſtiſchen Feſte zu verſchwenden, die ſie Mark Anton gab. Car
allerdings, der ebenſo wie der italieniſche Gelehrte die
Erla=
nis zur Aufdeckung des Alexandergrabes erhalten hat, bezweif
die Plünderung des Grabes und führt an, daß Kleopatra
ägyptiſche Königin ſich nicht eines ſolchen unſühnbaren V
brechens ſchuldig machen durfte, für das der Grabraub bei. 1
Aegyptern galt. Wenn ſie auch ſelbſt ganz vorurteilslos w
mußte ſie doch auf ihre Untertanen Rückſicht nehmen.
Auch in ihren Vermutungen über die Lage des Grabes gek
die beiden Archäologen auseinander, Brecchia glaubt, daß
ſich irgendwo unter der Moſchee des Propheten Daniel in
Alex=
dria befinde und hat dort mit ſeinen Grabungen begonn
Carter iſt der Anſicht, daß die Grabſtätte in dem Labhrinth
Katakomben verborgen ſei, das ſich unter der alten Stadt’h
zieht. Die Aufſindung in dieſem Gewirr von Gängen iſt nat
lich ſehr ſchwierig. Es gibt noch eine dritte Anſicht, nach
Alexander ſeine letzte Ruheſtätte überhaupt nicht in Alexand
fand, aber die Angaben antiker Schriftſteller ſcheinen dieſe M
nung zu widerlegen. Der römiſche Hiſtoriker Sueton beſue
das Grab Alexanders in Alexandria im Jahre 31 v. Chr., 1
ein anderer römiſche Hiſtoriker Strabo ſchreibt, daß er die Gr.
ſtätte des Welteroberers im Jahre 24 v. Chr. geſehen ha
Als Alexander in Babylon 323 v. Chr. geſtorben war, traf m
große Vorbereitungen, um die Leiche nach ſeiner Lieblin
gründung zu überführen, und zweifellos iſt einige Jahre ſpä
ein Körper, der der des Weltherrſchers ſein ſollte, nach Alexand
gebracht worden. Zu dieſem Zweck wurde ein Wagen erba
der wohl der großartigſte Wagenbau der Weltgeſchichte w
denn er wurde von dem berühmten Architekten Hieronhm
ausgeführt. Das Gefährt, das 6 Meter lang und 2 Meter bi
war, beſtand aus den koſtbarſten Hölzern, die mit Intarſien a
Gold und Juwelen, geſchmückt waren, er wurde von 64 Ma
eſeln gezogen und hatte ein Dach, das von 18 mit Gold u
Juwelen geſchmückten Säulen getragen wurde. Rings um T
Dach waren goldene Glocken angebracht; in ſeiner Mitte erk
ſich ein leerer Thron, vor dem der goldene Sarg ſtand, in d
die Leiche Alexanders, einbalſamiert und nach den antiken 21
gaben ganz in Honig eingeſchloſſen, lag. Dieſem Leichenwae
folgten ſehr viele andere Gefährte, die die koſtbarſten Kun
Rummer 80
Samstag, den 21. März 1931
Zeite 3
f.
Reichskanzler a. D. Hermann Müller iſt am Freitag abend
22.45 Uhr ſeinen ſchweren Leiden nach mehrtägigem Todeskampf
2
erlegen.
An derſelben Krankheit, die ihn in der Zeit, als er Kanzler
war, ſchon zur Operation zwang und unmittelbar an den Rand
des Grabes brachte, iſt der ſozialdemokratiſche Führer Müller=
Franken nun doch geſtorben. Sein Schickſal hat eine gewiſſe
Aehn=
lichkeit mit dem Streſemanns, daß auch bei ihm der Körper auf
die Dauer nicht imſtande war, die ſeeliſche Laſt der
Verantwor=
tung zu tragen. Denn er gehörte zu den Menſchen, denen Politik
nicht allein Verſtandesangelegenheit blieb, er war mit ſeinem
Ge=
fühl und mit ſeinem Herzen dabei; und daran hat er ſich zer=
rieben, zumal da er auch gerade in der jüngſten Zeit wieder in
ſchweren Kämpfen mit ſeiner eigenen Partei lag, die den von ihm
für richtig gehaltenen Weg nicht gehen, ſondern ausbrechen wollte.
Er iſt nur wenig über 50 Jahre alt geworden, hat alſo ſeine
politiſche Karriere ſehr jung begonnen, noch als Schützling Bebels,
der ihn in den Parteivorſtand berief. Nach außen hervorgetreten
aber iſt er erſt ſeit der Revolution. Als das Kabinett
Scheide=
mann zurücktrat und ſein Genoſſe Bauer die Regierungsbildung
übernahm, wurde Müller Außenminiſter, fuhr nach Verſailles und
unterzeichnete den Friedensvertrag nicht leichten Herzens. Und
als dann das Kabinett Bauer wieder über den Kapp=Putſch
ſtürzte, übernahm er für die kurze Zeit bis zu den Wahlen auch
das Kanzleramt. Bis 1928 iſt er dann Führer der
ſozialdemokra=
tiſchen Oppoſition geweſen, um dann erneut die Leitung des
Ka=
binetts zu übernehmen. Faſt zwei Jahre hat er die Führung der
Reichsgeſchäfte in Händen gehabt, Jahre entſcheidungsvoller
Be=
deutung, denn er war es, der in Genf zum erſten Male das
Mino=
ritätenproblem anſchnitt, aber er war es auch, der leider in der
Zeit, als Streſemann krank lag, der Entſchließung zuſtimmte, die
ſachlich ein Junctim zwiſchen der Rheinlandräumung und der
Reviſion des Dawes=Planes erzwang, und die ſich dann in der
politiſchen Entwicklung für uns ſo unheilvoll auswirkte.
Her=
mann Müller iſt ganz gewiß kein großer Staatsmann geweſen,
nicht einmal ein harter Charakter von dem Format ſeines
Freun=
des Otto Braun. Seine Stärke lag vielmehr in der nüchternen
Sachlichkeit, mit der er die Verhältniſſe zu beurteilen wußte. Er
war in ſeiner Partei der Vertreter einer Politik des geſunden
Menſchenverſtandes, war auch einer der erſten, die begriffen
hat=
ten, daß die Sozialdemokratie den Weg von der negierenden
Oppoſitionspartei zur ſtaatserhaltenden Partei finden mußte. Er
hat ſich damit nicht immer durchgeſetzt, oft genug iſt es ihm
ge=
ſchehen, daß ſeine Fraktion ihn im Stich ließ, auch wenn er
bin=
dende Verſprechungen gemacht hatte. Aber er genoß doch als
ehr=
licher Vermittler zwiſchen den verſchiedenen Strömungen
inner=
halb ſeiner Partei auf beiden Flügeln großes Anſehen, und
des=
halb wird ſich gerade jetzt das Fehlen ſeines Rates in ſeiner
Frak=
tion ſchmerzlich bemerkbar machen. Aber auch der politiſche
Geg=
ner, der oft genug an ihm Kritik üben mußte, wird anerkennen,
daß er in ſeinem Wollen ehrlich war, und daß ſeine einfache,
ſchlichte Art, die nichts von Bonzentum wußte, menſchliche
Sym=
pathien verdiente.
Landtagsbeginn am 25. März.
Der Finanzausſchuß behandelte geſtern in zweiter Leſung den
Etat des Finanzminiſteriums und des
Juſtizmini=
ſteriums. Beide Haushalte wurden ohne eingehendere Debatte
erledigt. Bei der folgenden Beratung über den Etat des
Land=
tags befaßte ſich der Ausſchuß mit der Frage der
Aufwands=
entſchädigung der Landtagsabgeordneten. Der
Landtagspräſident ſtellte feſt, daß die Vergütungen, die die
Abge=
ordneten erhalten, in den anderen deutſchen Ländern nicht
un=
weſentlich höher ſind als in Heſſen. Die Beſchlußfaſſung hierüber
wurde zurückgeſtellt und der Haushalt des Landtags angenommen.
Die Regierung gab dann die gewünſchten Erläuterungen
über die Umzugskoſten der Beamten. Der Ausſchuß
er=
ſuchte die Regierung, eine Neuregelung der
Umzugs=
vorſchriften mit dem Ziele einer Entlaſtung der
Staats=
kaſſe in Erwägung zu ziehen, und zwar möglichſt durch
Einfüh=
rung feſter Pauſchſätze, die den Beamten bei Umzügen als Erſatz
für Auslagen vergütet werden.
Verabſchiedet wurde ſodann das Finanzgeſetz 1931
ſo=
wie das Geſetz über die Erſtreckung des Finanzgeſetzes
von 1930 für die Zeit bis zum 30. Juni 1931.
Der Geſetzentwurf wegen Aenderung des Geſetzes
über die Beſteuerung des Gewerbebetriebs im
Umherziehen wurde angenommen. Das Geſetz erweitert die
Beſteuerung der ſogenannten Wanderlager und bezweckt
hier=
durch den Schutz des ſtehenden Gewerbes. Erfaßt werden von der
Steuerpflicht insbeſondere die ſogenannten
Wandermuſter=
lager, ferner der Warenverkauf von
umherfahren=
en Fahrzeugen aus. Der Handel mit lebenden Tieren
wird von den neuen Vorſchriften nicht getroffen.
Damit waren die Arbeiten des Ausſchuſſes erledigt.
Ernenke Aenderung des
Skeuervorauszahlungs=
geſeßes.
Der Landtagspräſident hat das Plenum nunmehr für
Mitt=
woch, den 25. März, vormittags 10 Uhr zuſammenberufen. Auf
der Tagesordnung ſtehen als wichtigſte Vorlagen die Erſtreckung
des Finanzgeſetzes 1930 bis zum Inkrafttreten des Finanzgeſetzes
1931, die Aenderung des Steuergeſetzes für Gewerbebetriebe im
Umherziehen, die Aenderung der Beſoldungsordnung und ein
neuer Geſetzentwurf zur Aenderung des
Steuervorauszahlungs=
geſetzes.
In dieſem Entwurf, der nur einen Artikel umfaßt, wird
Ar=
tikel 6 des Steuervorauszahlungsgeſetzes wie folgt ergänzt:
„Der Miniſter kann von der ihm nach Satz 1 erteilten
Er=
mächtigung ebenſo wie für die Geſamtheit der Gemeinden (
Ge=
meindeverbände) auch nur für einzelne Gemeinden (
Gemeindever=
bände) Gebrauch machen. Er kann anordnen, daß in dieſen
Ge=
meinden eine neue (endgültige) Steuerſchuldigkeit auf Grund der
der endgültigen Steuerfeſtſetzung für das Rechnungsjahr 1930
grundſätzlich zugrundezulegenden Beſteuerungsgrundlagen nur bei
ſolchen Steuerpflichtigen feſtzuſetzen iſt, bei denen ſich mindeſtens
eine dieſer Beſteuerungsgrundlagen gegenüber den der
vorläufi=
gen Steuerfeſtſetzung zugrundegelegten um mehr als 5 v. H.
ver=
ändert hat. Eine endgültige Feſtſetzung der Kreis= oder
Provin=
zialſteuern findet nur in den Fällen ſtatt, in denen eine
endgül=
tige Feſtſetzung der Gemeindeſteuer vorzunehmen iſt. Der
Mini=
ſter kann ferner die endgültige Steueranforderung bei den
einzel=
nen Steuerpflichtigen davon abhängig machen, daß der
Unter=
ſchied zwiſchen der endgültigen und vorläufigen
Jahresſteuer=
ſchuld für Gemeinde, Kreis und Provinz zuſammen den Betrag
von drei RM. überſteigt.”
Der Miniſter ſoll dadurch die Möglichkeit erhalten, einen
ge=
rechteren Ausgleich, als er nach der Dezember=Aenderung des
Ge=
ſetzes angängig iſt, zwiſchen den veränderten Verhältniſſen der
Steuerzahler und den Finanzbedürfniſſen der Kommunen zu
er=
reichen. Die Regierung erklärt, daß der Miniſter bei der
Aus=
führung des Geſetzes ſich von folgenden Richtlinien leiten laſſen
wird:
1. Hat ſich in einer Gemeinde der der endgültigen
Steuerfeſt=
ſetzung für das Rechnungsjahr 1930 zugrundezulegende
Steuer=
wert der Gebäude und Bauplätze, des land= und
forſtwirt=
ſchaftlich genutzten Grundbeſitzes, des Gewerbekapitals oder des
Gewerbeertrags gegenüber den der vorläufigen
Steuerfeſt=
ſetzung zugrundegelegten Beſteuerungsgrundlagen um nicht
mehr als 10 v. H. verändert, ſo ſind in der Regel für die
Feſt=
ſetzung der endgültigen Steuern die ſeitherigen (vorläufigen)
Steuerſätze als endgültige Steuerſätze zu beſchließen.
2. Hat ſich dagegen in einer Gemeinde mindeſtens eine der in
Ziffer 1 genannten Beſteuerungsgrundlagen um mehr als
10 v. H. verändert, ſo kann die Gemeinde im Bedarfsfalle von
den vorläufigen Steuerſätzen abweichende endgültige
Steuer=
ſätze beſchließen. Die endgültige Steuerfeſtſetzung darf
keines=
falls dazu führen, einen höheren als den durch den Voranſchlag
für das Rechnungsjahr 1930 ausgewieſenen Umlagenbedarf
abzudecken.
Die Beſtimmungen unter Ziffer 1 und 2 finden auf die
end=
gültigen Steuern der Kreiſe und Provinzen für das
Rech=
nungsjahr 1930 entſprechende Anwendung. Beſchließt ein Kreis
oder eine Provinz von den vorläufigen abweichende
endgül=
tige Steuerſätze, ſo findet die Feſtſetzung der endgültigen
Kreis= oder Provinzialſteuern bei den Steuerpflichtigen nicht
ſtatt, bei denen nach Ziffer 4 die Feſtſetzung einer endgültigen
Gemeindeſteuer nicht vorzunehmen iſt.
Die Feſtſetzung der endgültigen Steuern findet in dem Falle
der Ziffer 1 für Gemeinde, Kreis und Provinz nur für ſolche
Steuerpflichtige ſtatt, bei denen ſich eine der der endgültigen
Steuerfeſtſetzung für das Rechnungsjahr 1930
zugrundezu=
legenden Beſterungsgrundlagen gegenüber den der
vorläufi=
gen Steuerfeſtſetzung zugrundegelegten um mehr als 5 v. H.
verändert hat; im übrigen ſind die für die Gemeinde, den
Kreis und die Provinz für das Rechnungsjahr 1930 zu
ent=
richtende Grundſteuer Sondergebäudeſteuer und
Gewerbe=
ſteuer abgegolten durch die Zahlungen, die auf Grund des
Ar=
tikels 6 Abſatz 1 des Steuervorauszahlungsgeſetzes vorläufig
nach den Beſteuerungsgrundlagen des Vorjahres zu
entrich=
ten waren.
In den Fällen der Ziffern 2 bis 4 unterbleibt die
Anforde=
rung der endgültigen Steuern bei den Steuerpflichtigen, bei
denen der Unterſchied zwiſchen dem endgültigen und dem
vor=
läufigen Jahresſteuerbetrag für Gemeinde, Kreis und
Pro=
vinz zuſammen drei RM. nicht überſteigt.
Die Vorlage wurde im Ausſchuß genehmigt.
Die Geſchäftsordnung des Landtages
wurde vom Geſetzgebungsausſchuß dahin abgeändert, daß in
Zu=
kunft Anträge, die eine Finanzvorlage darſtellen und
eine Ausgabenerhöhung oder eine Einnahmenſenkung
bewirken, nur dann beraten werden, wenn von den Antragſtellern
gleichzeitig Deckungsvorſchläge unterbreitet werden.
Der Präſident des Landtags unterſcheidet nach Anhörung der
Staatsregierung, ob die Vorausſetzungen für die Zulaſſung des
Antrages vorliegen. Bei Einſpruch entſcheidet der Aelteſtenrat
end=
gültig. Der Landtagspräſident wird außerdem
ermäch=
tigt, Anträge und Anfragen zurückzuweiſen wenn
ſie parlamentariſch unzuläſſige
Formulierun=
gen oder über die Angabe des Sachverhaltes hinaus
Beurteilun=
gen enthalten, oder Gebiete behandeln, die nicht zur Zuſtändigkeit
der heſſiſchen Landesgeſetzgebung oder Verwaltung gehören.
Außerdem können Abgeordnete, denen das Wort entzogen iſt, in
der gleichen Sitzung nicht mehr ſprechen.
Der volksparteiliche Antrag auf Aenderung des
Straßen=
geſetzes wurde vertagt, da die Fraktionen auf die Zuſicherung
der Regierung hin, die in zahlreichen Punkten den
volkspartei=
lichen Forderungen entſprechen, erſt noch interne
Beſpre=
chungen abhalten wollen. — Auch der Entwurf der
Gemeinde=
ordnung, die bis auf einige Rückſtände durchgeſprochen iſt,
kann erſt am Freitag der kommenden Woche, möglichſt in der
erſten Leſung, verabſchiedet werden.
Aus den neuen Anträgen der Parteien iſt erwähnenswert,
daß die Volkspartei die baldige Vorlage des fertiggeſtellten
Naturſchutzgeſetzes und ſeine Verabſchiedung noch in dieſer
Sitzungsperiode fordert. Die Kommuniſtiſche Oppoſition verlangt
die Aufhebung der Jagdpachteinigungsämter, die es
in Heſſen gar nicht gibt. Hier beſtehen nur allgemeine
Vacht=
einigungsämter auf Grund eines Reichsgeſetzes.
Eine Drohung der Reichsknappſchaft.
* Berlin, 20. März. (Priv.=Tel.)
Wie wir bereits geſtern ſagten, haben am Freitag neue
Ver=
handlungen über eine Sanierung der Reichsknappſchaft
ſtattge=
funden. Die Beratungen im Sozialpolitiſchen Ausſchuß des
Reichs=
tages haben brauchbare Vorſchläge nicht erbracht. Inzwiſchen hat
der Vorſtand der Reichsknappſchaft eine zweite Sitzung abgehalten
und eine Entſchließung gefaßt, die ſich mit der Kaſſenlage der
Ver=
ſicherung befaßt. Darin ſtellt der Vorſtand feſt, daß die
Reichs=
knappſchaft die für April fälligen Penſionen und Gehälter aus
eigenen Mitteln nur in ſtark beſchränktem Maße auszahlen kann,
falls es nicht gelingt, weitere Zuſchüſſe vom Reich in
ausreichen=
der Höhe zu erhalten, oder Lombardkredite zu bekommen. Die
Verwaltung wurde beauftragt, ſofort mit der Reichsregierung
zwecks Uebergabe weiterer Mittel Beſprechungen aufzunehmen,
um die gegenwärtige Notlage der Knappſchaft zu überwinden und
Not und Elend von den Rentenempfängern abzuwenden. Noch am
Donnerstag abend haben Verhandlungen mit dem
Reichsarbeits=
miniſterium ſtattgefunden, wobei beruhigende
Zuſiche=
rungen gegeben wurden. Es iſt anzunehmen, daß einige
Millionen flüſſig gemacht werden, um die Auszahlung der
Be=
züge zu ermöglichen. Ganz abgeſehen davon, bleibt die Warnung
des Verſicherungsvorſtandes beſtehen, ſodaß ſich das
Reichsarbeits=
miniſterium jetzt mit Hochdruck an die Sanierung machen muß.
ſchätze und Wertgegenſtände trugen, die der Herrſcher geſammelt
hatte. Selbſt wenn Räuber das Alexandergrab geplündert
hatten, ſo iſt doch noch nach der Anſicht der Archäologen mit
einer einzigartigen Ausbeute zu rechnen, denn die Kunſtwerke,
Manuſkripte uſw., die in dem Grab geborgen wurden, haben
gewiß nicht die Gier der Plünderer gereizt, und ſo dürfte man
erwarten, Werke der erleſenſten Art zu finden, vielleicht ſogar
Bilder der berühmteſten griechiſchen Maler, eines Apelles,
Zeuxis und Parrhaſius, von denen wir heute nur durch Be=
C. K.
ſchreibungen Kunde haben.
ztin in Bücherſtube Bodenheimer.
Der begabte junge ruſſiſch=ſchweizeriſche Maler J. Itin,
der zur Zeit bei Bodenheimer eine reizvolle Kollektion ſeiner
ſarbenfrohen Bilder auſtellt (Gemälde und Aquarellſkizzen) ſtellt
uns über ſich ſelbſt dieſe Daten zur Verfügung:
nch bin 1893 im Nordkaukaſus geboren; lebte und ſtudierte
ſeik 1905 mehrere Jahre in Berlin, wo ich auch mit Erfolg die
Skaatliche Kunſtſchule beſuchte. Später ſtudierte ich in Paris
uuf der Ecole des Beaux Arts bei Profeſſor Cormon. 1913
burden meine Arbeiten in den großen Salon (Begründer
Nodin) aufgenommen. In der Schweiz lebe ich ſeit Juni 1914.
Ll9 ſtellte ich auf der Schweizer National=Ausſtellung in Baſel
uS. Die Ausſtellungen, die ich in Holland und in der Schweiz
Hite, haben größeres Intereſſe bei der Kunſtkritik erweckt. Vor
urzem wurde von der Direktion der Vereinigten Staatsſchulen
ſur freie und angewandte Kunſt in Berlin der Wunſch ausge=
Prochen, meine Schweizer Arbeiten (ich bin Schweizer Bürger)
u den Räumen der Kunſt=Hochſchule größerem Kreiſe
zugäng=
lich zu machen. Die in Darmſtadt ausgeſtellten Arbeiten
wer=
den auf Wunſch der Herren Profeſſoren Bruno Paul, Soerrenſen,
Orlik, Seeck und anderen nach Berlin gebracht.”
Nan iſt alſo „offiziell” auf den jungen Künſtler, der ein
berſt ſympathiſches Selbſtbildnis mit ausſtellt, aufmerkſam
geworden. Er beginnt aufzuſteigen in die Reihe der hochſt
Beachteten‟ Sein Können verdient das. Iſt die Herbheil
ſeiner großen farbig ſo ſtarken Landſchaften zu verſtehen aus
ſeiner ſchweizeriſchen Wahlheimat, deren heroiſcher Landſchafts=
Schönheit ſie meiſt entſtammen, ſo zeigt der Künſtler in bielen
kleinen Skizzen und Studienblätter ein bemerkenswert lhriſches
Talent. in Farben fein und beſinnlich, dabei temperamentvou
zu „erzählen”, zu ſchildern. Und nicht nur etwa ſachlich oder
naturaliſtiſch allein, vielmehr von eigenem poetiſchem
Empfin=
den, „Fühlen” des Landſchaftsbildes, das er mit eigenwilligen
Augen immer in farbiger Schönheit und Lebhaftigkeit ſieht.
Oft ſind es nur Viſionen, kurze Eindrücke irgendeines
Farben=
piels im Landſchafts= oder Städtebild. Immer aber ſagen
ihm dieſe Bilder etwas und immer geſtaltet er die Eindrücke
irgendwie zu Kunſtwerken.
Sie ſind nicht alle gleichwertig, dieſe Skizzen. Vielfach ſehr
flott und flüchtig andeutend. In dem Selbſtbildnis, dem
Bild=
nis der Mutter, dem Bildnis am Bücherregal und in einigen
Landſchaften aber zeigt ſich der ſtarke Könner neben dem
**
poetiſchen Schilderer.
Schüleraufführung des Lndwig=Georgs=Gymnaſiums
„Das Hausgeſpenſt”
Komödie nach Plautus von Holberg.
Die Wahl des intereſſanten Stückes, das an dieſer Stelle
aus berufener Feder bereits Würdigung und Erläuterung
ge=
funden hat, war glücklich. Ein Stoff, der von der Antike über
Romantik bis in die Gegenwart greift, muß der humaniſtiſchen
Jugend beſonders angelegen ſein. Sie hat ihn mit ſichtlicher
Freude erfaßt, Einführung und Einſtudierung war offenbar
ſorgſam, Intelligenz und Spielbegabung erwies ſich als
vor=
handen, die Inſzenierung durch Dr. Malzan war ſachgemäß,
und ſo kam eine Aufführung zuſtande, die ſich, ergänzt durch
das von Studienrat Kaiſer ſicher geleitete Schülerorcheſter,
mit Ehren ſehen laſſen konnte.
Die Muſik Wilhelm Peterſens, geſchrieben für zwei
attiſche Dramen, hat im Charakter ihrer Formen und Gedanken
eine gewiſſe Wahlverwandtſchaft mit der Komödie und konnte
daher als anregendes Bindeglied Verwendung finden, um ſo
mehr, als es nicht oft Gelegenheiten gibt, dieſe außerordentlich
brauchbare modeine Schulmuſik zum Erklingen zu bringen.
Die Aufführung verlief glatt und beluſtigend. Das einfache
Bühnenbild hatte W. W. Knöß erſtellt. Die Beleuchtung
be=
ſorgte S. Weiß. In den Hauptrollen zeichneten ſich aus:
V. Niebergall als der unglückliche Hieronymus, 1I.
Stol=
zenberg als ein bildhübſcher Leander, Gerh. Heuß als der
gaunerhafte Diener Heinrich, W. Schlippe als der ſchlaue
Nachbar Leonhard (dieſer wohl der begabteſte). In kleineren
Rollen ſpielten die Schüler Knöß, Sandmann,
v. Meyſenburg, Junker und Simon mit viel Luſt und
Liebe. Nur eins habe ich auszuſetzen. Ein Fremder, der in dieſe
Aufführung hereingeſchneit wäre, würde den Eindruck gehabt
haben, als höre er ein Dialektſtück in Darmſtädter Mundart.
Müßte nicht die Gelegenheit, Theater zu ſpielen, willkommen
ſein, unſere Jungens hochdeutſch ſprechen zu lehren? v. H.
* Die Weinkraubs.
Es gibt in Deutſchland ſeit ungefähr vier Jahren ein
Orche=
ſter, das in ſteigender Linie einen ſeltenen Aufſchwung und eine
ſeltene Beliebtheit gewonnen hat: die Weintraubs Synco=
*) Im Hinblick auf das Jazz=Konzert der Weintraubs
Syncopators, das die Literariſch=Kunſtleriſche
Geſellſchaft am nächſten Montag im Saalbau
veran=
ſtaltet.
pators ſind ein Orcheſter von ſieben Herren, das ſeit langer
Zeit in dieſer Zuſammenſetzung ſpielt und eines der wenigen iſt,
das faſt ſeit Gründung ſeine Mitglieder nicht gewechſelt hat.
Die=
ſer Umſtand iſt vielleicht mit ein Geheimnis des Erfolges dieſer
Berliner Jungens, deren Geſchichte nicht alltäglich iſt.
Da ſind in verſchiedenen Klaſſen fünf Söhne wohlhabender
Eltern auf dem Gymnaſium ſchlechte Schüler, weil ihre Liebe zur
Muſik größer iſt als zur Mathematik. Als die Prüfungen endlich
beſtanden ſind und die Eltern auf ehrbare, bürgerliche Berufe
dringen, ſcheinen alle muſikaliſchen Träume begraben zu ſein. Der
eine ſtudiert Jura, der andere geht auf die Techniſche Hochſchule,
der dritte ins Bankfach, ein anderer ins väterliche Geſchäft, aber
heimlich treffen ſie ſich des Abends und machen Hausmuſik.
Erſt mittelmäßig, dann beſſer. Das Taſchengeld wird für
In=
ſtrumente ausgegeben. Sie ſpielen ſchon beachtenswert.
Freunde horchen auf. Einer überredet ſie, auf einem Ball
zu ſpielen. Sie haben gefallen; man empfiehlt ſie weiter. Das
Schickſal nimmt ſeinen Lauf.
Die Eltern ſind verzweifelt! Fünf Mütter weinen um ihre
„verlorenen Söhne‟. Das Studium wird vernachläſſigt, der
Jazz hat ſie gepackt, der Rhythmus jagt ihre Knochen. Man
ſpricht ſchon von ihnen, man holt ſie zu Bällen; die Bretter, die
die Welt bedeuten, tun ſich auf. Preſſe und Publikum
überſchüt=
ten ſie mit Beifall. Friedrich Holländer, der Revue=Verfaſſer
und Komponiſt, engagiert ſie zur Begleitung ſeiner Revuen. Ihre
Vielſeitigkeit wird immer größer, ihre Karriere iſt nicht
aufzuhal=
ten. Ein ſechſter Herr kommt als Mitglied hinzu, ſpäterhin ein
ſiebenter. Ueber dieſe Zahl ſind ſie nirgends hinausgegangen.
Ihr Eifer und — ihre Gage wachſen mit den Erfolgen. Und
als die großen ausländiſchen Künſtler nach Berlin kamen, wußte
man nur eine Begleitung für ſie: die Weintraubs!
Ob die Joſefine Baker Revue gibt, Spadaro aus Paris
kommt, Hal Sherman tanzt, der flüſternde Bariton „Jack
Smith „flüſterndes Orcheſter” braucht, immer ſind es die
Wein=
traubs, die allein in Frage kommen.
Sie haben mit ſicherem Inſtinkt für ihre Begabungen und
ihre Schwächen einen planmäßigen Weg durchlaufen. Als die
Re=
vuen in Berlin aufhörten, zeitgemäß zu ſein, ſchufen ſie ſich eine
Bühnenſchau, die an Einfallsreichtum und Witz das
Schar=
manteſte iſt, was man in Europa auf dieſem Gebiete geſehen hat.
Mit dieſer Schau ſah man ſie zunächſt in allen großen Film=
Paläſten Berlins, ſpäter in den Konzerthäuſern der großen Film=
Theater=Geſellſchaften, und der Erfolg in dieſen Häuſern zwang
ihnen immer wieder neue auf. Von dieſer Kinotour bis zum
Varieté war nur noch ein kurzer Weg!
Ein paar Sonderheiten ſeien hier kurz erwähnt, weil ſie zum
Verſtändnis und zur Charakteriſierung wichtig ſind. So wird es
jedem auffallen, daß bei den Weintraubs kein regierender
Kapell=
meiſter hervortritt, wie es bei allen anderen Kapellen die Regel
iſt. Es gibt keinen Häuptling, der die anderen um ſich
verſam=
melt. Es gibt keinen Bandmaſter beim Spielen, im Vertrauen;
auch nicht beim Verteilen der Gage! Vielmehr wird alles
ge=
meinſam geregelt, notfalls durch Abſtimmung. Und auch Herr
Weintraub. der am Schlagzeug thront, leitet keine Sonderrechte
daraus ab, daß er dem Kreiſe den Namen geſtiftet. Daraus
er=
gibt ſich dann unſchwer das Geheimnis ihres bis ins Kleinſte
ab=
geſtimmten Zuſammenſpiels. Sie ſind eben zu einer Einheit
geworden. Sie ſind Syncopators als Muſiker, aber auch
B.
als Kameraden und Menſchen.
Eeite 4
Samstag, den 2I. Mikrz 1531
Nummer 80
unſer Generalſtab mit dem engliſchen, in ge
beime Verhandlungen eintritt, um über die
wichtigſten Punkte unſerer ſtrategiſchen Plän
ihn zu unterrichten.”
Doincares Schuld au Kriege beſtätigt.
Eine eindeutigere Erklärung über die wahren Abſichter
Fraukreich ſabokierke
die engliſche Neukralikäk
und wollte ſchon 1912 in Belgien einmarſchieren!
TU. Paris, 20. März.
Die am Samstag erſcheinende Wochenſchrift „L'Europe
Nou=
velle” veröffentlicht Auszüge aus dem 5. Band der franzöſiſchen
Kriegsſchulddokumente, die die Zeit vom . Februar bis 10. Mai
1912 behandeln. Die Veröffentlichung erſchüttert nicht nur die
Theſe des Feindbundes von der Schuld Deutſchlands am
Welt=
kriege, ſondern ſtößt ſie direkt um. Sei beweiſt unzweideutig,
daß Frankreich bereits im Jahre 1912 an einen Durchmarſch
fran=
zöſiſcher Truppen durch Belgien dachte, auch wenn ein offener
Kriegszuſtand zwiſchen Frankreich und Deutſchland nicht
be=
ſtände, ſondern das Reich nur ſeine Truppen in der Gegend von
Aachen zuſammenziehen würde.
Am 8. Februar 1912 begab ſich der engliſche Kriegsminiſter
nach Berlin, um mit Bethmann=Hollweg und Tirpitz über eine
gegenſeitige Einſchränkung der Flottenrüſtungen zu verhandeln.
Die kaiſerliche Regierung verlangte von
Eng=
land als Gegenleiſtung für die Einwilligung
in ein derartiges Abkommen eine
Neutrali=
tätserklärung für den Fall, daß Deutſchland in einen
Kon=
flikt mit einem anderen Staat geraten würde. In
franzöſi=
ſchen Regierungskreiſen haben dieſe Verhandlungen zu
lebhafter Beſorgnis Anlaß gegeben, und obgleich der
britiſche Außenminiſter dem franzöſiſchen Botſchafter in London,
Cambon, verſichert hatte, daß England eine derartige Erklärung
gegenüber Deutſchland niemals abgeben würde, zeigte ſich der
da=
malige franzöſiſche Außenminiſter Poincaré ſtark beunruhigt.
Er ſchreibt am 28. März 1912 an ſeinen Botſchafter in London,
daß er eine vertrauliche Unterredung mit dem engliſchen
Bot=
ſchafter in Paris, Sir Pertie, gehabt habe, in der dieſer ihm ſeine
Befürchtungen im Zuſammenhang mit den deutſch=engliſchen
Ver=
handlungen mitteilte. Pertie habe ihm erklärt, daß, wenn die
engliſche Regierung ſich auch geweigert habe, die
Neutralitäts=
erklärung abzugeben, die Angelegenheit doch noch nicht als
erle=
digt angeſehen werden könne. Man müſſe auf alle Fälle
zu verhindern ſuchen, daß dieſe
Neutralitäts=
erklärung abgegeben werde, denn niemand könne
garantieren, daß Frankreich durch die Mobiliſerung des deutſchen
Heres nicht herausgefordert und gezwungen werde, die Offenſive
zu ergreifen.
Poincaré fügte dieſer Wiedergabe der Erklärungen Perties
wörtlich hinzu: „Ich bitte Sie daher, die Beſprechung der Frage
unverzüglich wieder mit dem britiſchen Außenminiſter
aufzu=
nehmen, ohne natürlich dabei die mir gemachte Erklärung
Per=
ties zu erwähnen.
Es kommt in der Hauptſache darauf an, daß England ſich
nicht verpflichtet, zwiſchen Frankreich und
Dentſchland neutral zu bleiben, ſelbſt dann
nicht, wenn der Angriff von unſerer Seite
aus=
zugehen ſcheint. Um nur ein Beiſpiel zu nennen, könnte
man uns legitimer Weiſe die Verantwortlichkeit eines Angriffes
zuſchieben, wenn eine deutſche Truppenzuſammenziehung in der
Gegend von Aachen uns dazu zwänge, unſere Nordgrenzen zu
ſchützen, indem wir auf belgiſches Gebiet vordrängen. Außerdem
haben wir uns im Vertrauen auf die engliſche Ehrlichkeit und
ohne daß ein ſchriftliches Abkommen die Handlungsfreiheit der
beiden Regierungen einſchränkt, dazu bereit erklärt, daß
Frankreichs bereits zwei Jahre vor dem Ausbruch des Welt
kriegs und eine beſſere Beſtätigung der deutſchen Theſe von den
feſten Willen Frankreichs, ungeachtet der angeblichen belgiſche=
Neutralität ſeine Truppen durch belgiſches Gebiet gegen Deutſch
land zu ſchicken, kann man wohl kaum verlängen.
Der franzöſiſche Botſchafter in London, Cambon, kam ſo
dann anfangs April nach Paris, wo er über die ganze Angelegen
heit eine eingehende Ausſprache mit Poincaré hatte. Uebe
dieſe Ausſprache machte er dem franzöſiſchen Geſchäftsträger i=
London, Fleuri au, in einem Schreiben vom 3. April Mittei
lung und betonte, daß Poincaré ſich über die deutſchen Schritte i
London zur Erhaltung der Neutralitätserklärung äußerſt beun
ruhigt gezeigt habe. Metternich ſei vom britiſchen Außenminiſte
Grey aufgefordert worden, ihm mitzuteilen, welche Abänderun
die deutſche Regierung an der Verbalnote anzubringen wünſche
die urſprünglich die engliſche Neutralitätserklärung vorſah. Poir
caré befürchtete, daß Berlin die Einführung irgendeines na
außenhin unbedeutenden Wortes vorſchlagen könnte, das aber in
gegebenen Fall die engliſche Handlungsfreiheit lahmlegen würd
Man könne auch verlangen, daß dieſe Erklärung in einem Noter
wechſel umgewandelt würde, der einen regelrechten Vertrag dar
ſtelle. Poincaré ſei der Auffaſſung, daß beides verhindert werde
müſſe.
13 Toke bei Religionskämpfen in Indien.
EP. Allahabad, 20. März.
Bei Religionskämpfen in den Orten Mochi und Agra ſin
13 Mohammedaner getötet und eine große Anzahl verletzt wor
den. In dem Ort Mochi und in einem Nachbardorf wurden el
mohammedaniſche Landbeſitzer von erregten Hindus ermorde
während in Agra nach einer offiziellen Meldung zwei Tote un
71 Verletzte zu beklagen ſind. — In beiden Orten iſt die Ruh
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 80
Samstag, den 21. März 1931
Seite 5
Aus der Landeshauptſkadt.
Darmſiadt, der
März 1931.
Gedenkfeier des Oberſchleſier=Vereins.
Mein Blug mit der „9
jadf”
nach Frapkfurk.
Eigentlich ſollte es nur einen Verſüchsflug geben, als ich mich über
Darmſtadt in großen Kreiſen hochſchleppen ließ. Doch wer einmal ſtun=
Henlang an derſelben Stelle geflogen, oder mit einem Fahrzeug in
dauernder Rundfahrt dieſelbe Gegend anſehen mußte, der weiß, wie ſehr
es einem zu einem kleinen Abſtecher in die Ferne lockt.
Als ich mein Schleppſeil löſte, war der Höhenmeſſer auf 2500 Meter
geſtiegen. Im Norden ſah ich die Umriſſe des Taunus ſchwach aus dem
Dunſt hervortreten. Davor zog ſich von Weſten nach Oſten ein ſilbernes
Band mit einem ſchwarzen Knoten in der Mitte — — Frankfurt.
Langſam ſchob ſich unter mir der ſchnurgerade Bahndamm nach
hinten. Nach einiger Zeit ließ ich das ſchöne Frankfurter Stadion links
liegen, überflog den Main und erreichte das Zentrum der Stadt. Mein
Höhenmeſſer zeigte 1500 Meter. Ich konnte alſo noch bequem nach
Darmſtadt zurückfliegen. Da aber der Taunus direkt vor mir lag und
der Wind günſtig ſtand, wollte ich einen Segelverſuch machen. Ich
flog alſo an den weißen Häuſern der Römerſtadt vorbei zum Taunus
hinüber. Ueber dem Alrkönig verſuchte ich unter dauerndem Kreiſen
zu ſteigen, wie ich es in der Rhön gelernt hatte. Doch der Höhenmeſſer
ließ ſich nicht erweichen. Er fiel ſtetig weiter. Sollte ich mein Glück
am Feldberg verſuchen? Ich könnte vielleicht oben landen. Doch ein
Transport von der vereiſten Kuppe ins Tal würde ſehr ſchwierig ſein.
Es blieb mir nur übrig, nach Norden weiterzufliegen oder nach
Frank=
furt zurückzukehren. Letzteres ſchien mir doch ratſamer. Da es bereits
anfing zu dunkeln, war es angenehmer, auf einem Flugplatz zu landen.
In 500 Meter Höhe kam ich nach Frankfurt zurück. Auf den Straßen
ſtanden die Frankfurter und wunderten ſich über den großen Vogel, der
ſo geräuſchlos ſeine Kreiſe zog. Das J.G.=Gebäude mit ſeinem langen
Dache reizte zu einer Landung, doch wie ſollte man die Maſchine
wie=
der herunterbringen? Ueber dem Hauptbahnhof ſtieg die erwärmte
Luft empor und verlangſamte das Sinken meiner Maſchine. Doch lange
war es hier nicht auszuhalten, denn die aufſteigenden Düfte wirkten
nicht gerade beruhigend auf meinen hungrigen Magen. So verzog ich
mich in die Nähe des Flugplatzes, um meine Ankunft durch eine
Steil=
kurve anzumelden Einige Schleifen noch über dem Platze, dann ſetzte
die Maſchine ſanft auf den Boden auf.
Als ich am Freitag morgen zum Flugplatz hinausfuhr, landete
ge=
rade die Motormaſchine der Rhön=Roſſitten=Geſellſchaft, um mich mit
der Darmſtadt wieder zurückzubringen.
K. Starck.
Geſtern vormittag 10.41 Uhr ſtartete der Schleppzug der
Rhön=Roſſitten=Geſellſchaft unter Führung von Diplom=Ingenieur
Riedel und Pilot Starck in der „Darmſtadt” erneut. Sie
ſchraubten ſich über Frankfurt bis zu einer Höhe von 2400 Metern
hoch, überflogen Offenbach und erreichten in Richtung Darmſtadt
ſchließlich eine Höhe von 3150 Metern. Ueber der Stadt löſte
ſich die Darmſtadt” von der Zugmaſchine und kreuzte
von 11.56 Uhr noch etwa eine Stunde, um dann auf dem
Griesheimer Flugplatz zu landen.
Mit dieſen beiden Schleppverſuchen ſind wichtige Fragen des
Segelfluges über der Ebene gelöſt worden, und ſie eröffnen
Aus=
ſichten auf eine Intenſivierung des Segelflugweſens, unabhängig
von der lokalen Geeignetheit des Geländes.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde: Am 27 Februar; der
Polizeikommiſſar Friedrich Johann Heinrich Kinkel zu Worms
auf ſein Nachſuchen, mit Wirkung vom 1. April 1931 an.
Von dem Schulamt Darmſtadt wird uns geſchrieben: Das
Schuljahr 1930/31 ſchließt am Samstag, dem 28. März 1931. Die
Oſterferien dauern drei Wochen. Das neue Schuljahr 1931/32
beginnt am Montag, dem 20. April 1931, um 8 Uhr. Wegen des
Schulbeginns für die in dieſem Jahre in die Volksſchule erſtmals
eintretenden Kinder folgt demnächſt weitere Mitteilung.
Wieder=
holte Anfragen veranlaſſen uns, nochmals mitzuteilen, daß die
diesjährigen Sommerferien am 18. Juli beginnen und am
16. Auguſt enden. Samstag, der 18. Juli, iſt der erſte Ferientag.
Die Herbſtferien dauern vom 27. September bis 11.
Okto=
ber 1931.
— Orpheum. Letzte Aufführungen „Das Land des
Lä=
chelns”, Morgen Sonntag ſind zwei Vorſtellungen von
Franz Lehärs großem Operettenerfolg: Nachmittags 4 Uhr große
Volks und Fremdenvorſtellung bei ganz kleinen
Prei=
ſen von 60 Pf. an; desgleichen abend 8 Uhr bei Preiſen von
1 Mk. an. Numerierte (Saal=) Plätze abends 1,60 Mk. In beiden
Vorſtellungen die gleiche ungekürzte und unveränderte
Auffüh=
rung. Plakat= und Rundfunk=Vorzugskarten werden nur Ernſt=
Ludwigſtraße 14 (vorm. Boßler) von 11 bis 1 und 3—6 Uhr in
Umtauſch genommen, desgleichen an der Abendkaſſe von 7 bis 8
Uhr. (Siehe Anzeige.)
Schickſalsgemeinſchaft aller Deutſchen.
. Zu einer wirklichen Feierſtunde geſtaltete ſich die
Ober=
ſchleſien=Gedenkfeier, die unter dem Protektorat des Herrn
Ober=
bürgermeiſters von dem Schleſier=Verein e. V. in
Darm=
ſtadt am Freitag abend im großen Saale des Städtiſchen
Saal=
baus vonſtatten ging. An der Feier wirkten mit der Mozart=
Thor Darmſtadt unter der Leitung von Herrn Kapellmeiſter
Fr. Rehbock und der Reichsbund ehem.
Militär=
muſiker, Ortsgruppe Darmſtadt, unter der Stabführung von
Herrn Georg Greilich. Der Kampf, den die Schleſier und mit
ihnen das deutſche Volk gegen das Unrecht der Teilung
Oberſchle=
ſiens führen, iſt in den zehn Jahren ſeit jenem denkwurdigen
Ab=
ſtimmungstag nicht erlahmt, ſeit jenem Tag. an dem die
Abſtim=
mung in Oberſchleſien ſich mit ſo ſtarker Mehrheit für
Deutſch=
land entſchied. Und ſo war es auch ſelbſtverſtändlich, daß eine
überaus ſtattliche Teilnehmerzahl den Saalbau füllte, als kurz
nach 8 Uhr die Feſtlichkeit, an der auch der Herr
Staats=
präſident und Seine Magnifizenz der Herr Rektor der
Tech=
niſchen Hochſchule teilnahmen, mit dem feierlichen Einzug
der Darmſtädter Studentenſchaft mit Fahnen und
Chargierten unter den Klängen des Coburger Marſches ihren
An=
fang nahm.
Hierauf ſang der Mozart=Chor „Gottes iſt der Orient” von
Franz Liſzt und brachte mit ſeinem ausgezeichneten Vortrag eine
weihevolle Stimmung in die Zuhörerſchaft.
Herr Oberbürgermeiſter Mueller
erinnerte in ſeiner Anſprache daran, daß der Schleſier=Verein der
berufene Veranſtalter dieſer Feierſtunde ſei, daß aber der 20.
März 1921 alle Deutſchen angehe! Kein Rechtſpruch, ſondern ein
brutaler Machtſpruch war die Entſcheidung in Genf, die den
wirt=
ſchaftlich ſtärkſten Teil Oberſchleſiens dem polniſchen Staate
zu=
ſprach. Deutſchland kann niemals die Grenzziehung, ſo wie ſie
jetzt iſt, als etwas Endgültiges hinnehmen. Kein anderes Gebiet
im großen deutſchen Vaterlande iſt deutſcher als Schleſien, trotz
und vielleicht gerade wegen der wechſelvollen Geſchichte dieſes
Landes, deſſen Schriftſteller=Generationen beſonders in ihren
heu=
tigen Vertretern von der gemütvollen Seite her einen ſtarken
Einfluß ausüben. Daher nehmen wir hier, im Rheinland und in
Süddeutſchland, beſonderen Anteil an Schleſien. Viele Schleſier
leben und wirken in unſerer Stadt, und unſer einziger
Ehren=
bürger, Herr Profeſſor Mendelsſohn, iſt Oberſchleſier. In Glück
und in Not wollen wir zuſammenhalten, deutſche Frauen und
Männer!
Ein Vertreter der Darmſtädter Studentenſchaft
ſprach im Anſchluß an die Anſprache des Herrn Oberbürgermeiſters
und betonte den Gedanken der unlösbaren Schickſalsgemeinſchaft,
der dem deutſchen Volke erſt während des Krieges in ſeiner vollen
Bedeutung aufgegangen ſei. Notzeit in Deutſchland, vor allem
Notzeit im deutſchen Oſten! Wir müſſen dieſe Not mit erhobenem
Kopfe tragen. Immer kann ſie ja nicht dauern. Die deutſche
Ju=
gend ruft dem Oſten zu: „Haltet aus und bleibt ſtark!“ — Mit
dem machtvoll geſungenen Deutſchlandlied klang die
An=
ſprache des Vertreters der Darmſtädter akademiſchen Jugend aus.
Das Orcheſter ſpielte ſchwungvoll das gewaltige „
Sympho=
niſche Vorſpiel” von Ernſt Schaefer. Dann hielt der ſchleſiſche
Dichter,
— Im Schloßmuſeum ſind am Sonntag und an allen
Wochen=
tagen um 11 und 11.30 Uhr vormittags Führungen. Die Kaſſe
iſt von 10.45 bis 11.45 Uhr geöffnet. In dieſer Zeit kann die
Madonna des Bürgermeiſters Meyer von H. Holbein d. Jg.
ge=
trennt von den Führungen beſichtigt werden.
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kaufen Sie sehr vorteilhaft
und in größter Auswahl bei
Darmstadt
9. Raskar,
Ludwigsplatz.
— In der Drogiſten=Fachſchule fand in Gegenwart des Herrn
Stadtſchulrat Löſch, des Herrn Rektor Dr. Diehl, des Herrn
Sat=
tes, Frankfurt, als Prüfungskommiſſar des Deutſchen Drogiſten=
Verbandes, ſowie einiger geladener Gäſte die
Entlaſſungsprü=
fung ſtatt. Das Geſamtergebnis war derart gut, daß Herr Sattes
in ſeiner Rede die Darmſtädter Drogiſten=Fachſchule als die beſte
Fachſchule Heſſens und Heſſen=Naſſau bezeichnete. Am Montag
folgte unter Vorſitz des Herrn Obermedizinalrat Dr. Heid, die
Giftprüfung, die ebenfalls ein gutes Reſultat ergab.
Herr Hans=Cbriſtoph Kaergel
die Gedenkrede:
„Fanfaren ſchmettern in dieſem Raum, feſtliche Lichter
glän=
zen, und doch krampft ſich etwas in mir zuſammen, auch hinter
unſeren Tagen liegt das Opfer. Wenn ich in dieſer Stunde feiere,
dann iſt es nichts anderes, als nur Opferſchalen brennen laſſen.
Wir wollen uns einreihen und mitmarſchieren in dem Strom des
leidvollen deutſchen Volkes. Wir wollen zurückwandern in unſer
ſchleſiſches Land vor zehn Jahren, noch einmal die Notglocken
läu=
ten und die ſchwarzen Schatten ziehen laſſen. Wir wollen uns
wieder unſerer ſelbſt klar werden und uns erinnern an das
ein=
mütige Aufbäumen des geſamten deutſchen Volkes, das unſere
Feinde zwang, die Abſtimmung zuzulaſſen. Wir glaubten an das
Recht, obwohl wir ahnten, was es bedeutete, daß das verhetzte
polniſche Volk dem ſich ſelbſt zerfleiſchenden Deutſchland
gegen=
überſtand. In dieſer zerriſſenſten Zeit unſeres Volkes, da ſtand
der ſchlichte Menſch überall auf und erinnerte ſich ſeiner Heimat.
Dann kamen die Kämpfe drei Aufſtände brachen aus, und des
Nachts loderten überall Flammen aus deutſchen Bauernhäuſern
wie Opferſchalen! Und alles Grauen, aller Terror ſchreckten nicht
ab. Der deutſche Menſch kam, um ſeine Pflicht zu erfüllen, und
tat ſie an dem denkwürdigen 20. März 1921! Faſt drei Fünftel
der geſamten Bevölkerung erklärten ſich für Deutſchland, und die
oberſchleſiſch=ſchleſiſche Idee ging wie ein einziger Siegeszug durch
die deutſchen Lande. Und am Abſtimmungstage und in der Nacht
vorher ereigneten ſich in Oberſchleſien trotz aller Verbote Szenen.
die allen unvergeßlich bleiben werden, die ſie erleben durften!
Das Herz des Volkes war ſtärker als die waffenſtarrende
Macht der Feinde und ihrer Verbote. Der Choral der Deutſchen,
Deutſchland über alles, wurde nie heißer erlebt als an jenem
Schickſalstage. Als dann faſt ganz Oberſchleſien uns von den
polniſchen Aufſtändiſchen genommen war, da waren es deutſche
junge Menſchen, da waren es deutſche Studenten, die zu Hilfe
kamen und der Entente die Ueberzeugung beibrachten, daß doch
noch etwas im deutſchen Volke lebe. Der Wahnſinn des Genfer
Diktates, das wir dann hinnehmen mußten, hatte Methode. Ueber
aller oberſchleſiſchen Not ſteht die ſchleſiſche Not, wurden doch
überall aus dem Körper Schleſiens Teile ohne Volksabſtimmung
herausgeriſſen. In dieſer Stunde wollen wir nicht nutzloſe
Pro=
teſte hinausgehen laſſen. Nur von uns ſelbſt hängt es ab, ſo wie
wir die Glocke der Stunde läuten, ſo wird auch die Glocke der
Zu=
kunft läuten, die Hilfe kommt zu uns Das Volk iſt auf ewig
ver=
loren, das ſich ſelbſt aufgibt. Uns fehlt nur der Sinne für das
Ganze! Unſer Vaterland geht uns über alles, das haben wir an
den Grenzlandmenſchen erlebt. Unſere Zukunftsſtunde wird nicht
geboren in Begeiſterung, nicht mit neuem Programm, ſondern ſie
wird geboren aus dem einzelnen deutſchen Menſchen, an den wir
glauben. Die Stunde heute darf nicht verloren ſein, und ein
ein=
ziges Gebet, ein einziger Ruf ſoll uns begleiten, bis in Kattowitz
wieder die deutſchen Fahnen wehen!
Herr, mach uns frei!
Chor und Orcheſter beſchloſſen mit dem „
Altniederlän=
diſchen Dankgebet” die ebenſo einmütig wie eindrucksvoll
verlau=
fene Kundgebung, deren Nachhall bei allen denen, die ihr
beige=
wohnt haben, nicht im Alltag verrauſchen möge! Unter dem Spiel
des Schleſier=Marſches von Georg Greilich vollzog ſich dann der
feierliche Ausmarſch der Studentenſchaft
— Kunſtverein. Der Dreiſtädtebund eröffnet am 22. März
d. J in der Kunſthalle am Rheintor nach längerer Zeit eine
Aus=
ſtellung von Mitgliedern und eingeladenen Gäſten. Dieſe
Vereini=
gung, der die meiſten heſſiſchen Künſtlerinnen angehören, hat kein
eigentliches Kunſtrichtungsprogramm, ſondern beſteht lediglich zu
dem Zweck, ſeinen Mitgliedern in dieſer Zeit wirtſchaftlicher
Schwierigkeiten gute Ausſtellungs= und Verkaufsmöglichkeiten zu
verſchaffen. An der kommenden Ausſtellung werden ſich beteiligen
die Künſtlerinnen Bornemann, Endner, v. Enkevort, Frey. Heiß,
Kumpa, Sittmann, Federn=Staudinger Stegmayer, Ulmann,
Velte und Wolfskehl von Darmſtadt, Schneider von Goddelau,
Beſt. Weihrich, Wagner und Ziegler von Mainz, Langenbeck und
v. Schauroth von Fränkfurt, Schnitzler von Mannheim. Auch von
der leider zu früh verſtorbenen Mainzer Künſtlerin Huber
wer=
den verſchiedene Arbeiten ausgeſtellt ſein. Als Gäſte des
Drei=
ſtädtebundes ſind Eliſabeth Freund=Fiſcher und Annelieſe
Reich=
mann geladen worden, die durch intereſſante Malereien zur
Be=
reicherung der Ausſtellung beigetragen haben. Jedenfalls iſt bei
der großen Mannigfaltigkeit des Gebotenen das Geſamtbild der
neuen Veranſtaltung ungemein anregend, ſo daß deren Beſuch für
jeden Kunſtfreund lohnend ſein wird.
— Architekturausſtellung in der Buchhandlung Bergſträßer.
Der außerordentlich rege Beſuch der Ausſtellung des Darmſtädter
Architekten Reg.=Baumeiſters a. D. Sixtus Großmann hat
den Veranſtalter der Ausſtellung veranlaßt, heute Samstag eine
ununterbrochene Führung von 3—6.30 Uhr durch die Ausſtellung
einzurichten. Die Ausſtellung gibt ein erſchöpfendes Bild der
verſchiedenen Möglichkeiten des Wohnhausbaues unter
Berückſich=
tigung und Vereinigung praktiſcher und künſtleriſcher
Geſichts=
punkte im Rahmen der durch die heutige Wirtſchaftslage
gegebe=
nen Sparſamkeit.
„Ich freue mich, dass Euch die
Abdufd BATDABÄüeh 80
Sut schmeckt — für mich gibtes
keine andere Cigarette
Pack ung
SOpts.
Gross-Packung
1,50 RM.
BBUZ
AATAAAA
CHCAREHTEN
Sie derändenn oich nie
Fabriklager; Werner
lain, Hohenstaufenstraße 5, Telephon Hainzau 71 075=
Gerson, Frank
(I.Bln. 14
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Samstag, den 21. März 1931
Nummer 80
Aufhebung von Bebauungsplänen.
Der Stadtrat kam geſtern vormittag zu außergewöhnlicher
Zeit zu einer Sitzung zuſammen, um Beſchluß über die Aufhebung
von Bebauungsplänen in Darmſtadt zu faſſen. Die Verwaltung
war durch Bürgermeiſter Ritzert vertreten. Die Reihen der
Stadtratsmitglieder wieſen große Lücken auf, einzelne Parteien
hatten nur „Horchpoſten” entſandt. Der einzige Punkt der
Tages=
ordnung war ſchnell erledigt, da eine Ausſprache nicht verlangt
wurde.
Der Berichterſtatter Stadtrat Tempel (Soz.) erläuterte in
großen Zügen den vorliegenden Antrag und gab den Beſchluß des
Bauausſchuſſes bekannt, der dahin geht, die hier vorgetragenen
Bebauungspläne aufzuheben. Es handelt ſich im einzelnen um
folgendes: Die Erſchließung abgelegener Baugebiete nötigt die
Stadt zur Erbauung von Kanälen und Herſtellung von Straßen
und Verſorgungsleitungen uſw. mit einem Koſtenaufwand, der
unter normalen Verhältniſſen vielleicht verantwortet, werden
konnte, bei der heutigen Finanzlage der Stadt aber eine
uner=
trägliche Belaſtung bedeutet.
Es iſt daher im öffentlichen Intereſſe dringend geboten, die
Bebauung abgelegener Gebiete außerhalb des Stadtbereichs
mög=
lichſt einzuſchränken und zunächſt einen Ausbau ſolcher Gebiete zu
fördern, die bereits mit Kanälen, Straßen uſw. verſehen ſind oder
ohne allzu hohe Koſten damit verſehen werden können.
Ein Vorgehen in dieſem Sinne iſt der Stadt aber nur
mög=
lich nach Aufhebung der betr. Bebauungspläne, die im
Einver=
nehmen mit dem Bau=Ausſchuß zunächſt für folgende Gebiete
be=
antragt wird:
1. für die abgelegenen, noch nicht bereinigten Grundſtücke im
Gebiet der Gartenvorſtadt am Alfred=Meſſel=Weg;
Bund Deutſcher Architekten, Ortsgruppe Darmſtadt. Die
diesjährige Vorſtandswahl, die ſoeben erfolgte ergab die
Wieder=
wahl des bisherigen Vorſtandes: Vorſitzender Studienrat Heinrich
Stumpf, Schriftführer Architekt Jakob Krug, Rechner
Archi=
tekt Peter Müller. Außerdem wurde, dem „Wunſche des
Hauptvorſtandes entſprechend, für beſondere Aufgaben
Regie=
rungsbaumeiſter a. D. Sixtus Großmann beſtellt. Der
B.D.A. umfaßt bekanntlich nur qualifizierte Architekten,
deren Aufnahme an nachgewieſene Leiſtungen von beſtimmtem
Ni=
veau gebunden iſt. Außerdem beſtehen für die Mitglieder des
B.D.A. ſtrenge Vorſchriften hinſichtlich ihres Verhältniſſes zum
Bauherrn. Der Architekt des B.D.A. iſt abſolut Vertrauensmann
und Anwalt des Bauherrn. Auch iſt es ſeine Aufgabe, die
finan=
ziellen Aufgaben ſeines Bauherrn als Treuhänder durchzuführen.
Die unter ſeiner Aufſicht und Verantwortung in
vertrauens=
voller Zuſammenarbeit mit alten guten Handwerksmeiſtern
ſtatt=
findende Bauausführung bietet beſondere Gewähr für ein
quali=
tativ einwandfreies und wirtſchaftlich durchdachtes Werk. Für das
künſtleriſche Niveau bürgt ſeine Vorbildung und die
Zugehörig=
keit zum B.D.A.
— Der Vorverkauf der Eintrittskarten zum erſten
Volkskon=
zert, das am Montag, dem 23. März, im Großen Haus unter
Lei=
tung von Generalmuſikdirektor Dr. Böhm ſtattfindet, hat
be=
gonnen. Preiſe 0,80 bis 2,50 Mark. Daneben werden auch noch
bis zum Montag Karten für alle drei angekündigten Brahms=
Konzerte zu bedeutend ermäßigten Preiſen von 2 bis 4,50 RM.
für drei Abende verkauft. Die erſte Sinfonie, die Johannes
Brahms ſchon 44jährig, veröffentlichte, iſt das bedeutſamſte
Spie=
gelbild ſeines Weſens und unbeſtritten das größte ſinfoniſche
Werk nach Beethoven. Der Abend wird eingeleitet durch das von
Guſtav Beck geſpielte große Klavierkonzert in D=Moll. Zwiſchen
dieſen beiden gewaltigen Inſtrumentalwerken ſingt Anny
von Stoſch, von Guſtav Beck begleitet, vier ſelten gehörte Lieder
von Brahms.
Heſſiſches Landesthealer.
21. März FRe Nie
Sturm im Waſſerglas
Preiſe 1—10 Mr.
E19 19. Ene vor s Un
Blaubart
Zuſ.=M. II 10
Preiſe 1.20—6 Mk. Sonntag
22, März 14.30—18.30 Uhr
Lohengrin
Heſſenlandm I7 5 u. III,10
u. P4, U. 8
Darmſt, Volksb. Gr. I—IV
Preiſe 1—10 Mk.
20—84 Uhr
In neuer Inſzenierung
Torquato Taſſo
C19 Preiſe 1—10 Mr 20, Ende gegen 22.30 Uhr
Liebesluſt
oder die weißen Schuhe
Heſſiſche Spielgemeinſchaft
Preiſe 0,50—3 Mr. Montag 20, Ende gegen 22 Uhr
1. Volkskonzert:
23. März Johannes Brahms
Preiſe 0 80—2.50 Mk. 19.30
Entlaſſungsfeier
der Dieſttrwegſchule Dienstag
24. März 19.30, Ende nach 21.30 Uhr
Die 25. Frau
E.0
Preiſe 0.80—8 Mk. 20. Ende nach 22.15 Uhr
Blanbart
Zuſatzmiete 18
Preiſe 1.20—6 Mk. Mittwoch,
25. März 20—22,1 Uhr
Wozzeck
B 18
Preiſe 1—10 Mk. Keine Vorſtellung Donnerstag,
26. März 1930—22 15 Uhr
Die Zauberflöte
1 Gr. 4, 5, 6.
Preiſe 0 50 bis 5 Mk. 19,30. Ende gegen 22 Uhr
Zum erſten Male:
Der Graue Zuſatz=M. III9
Preiſe 1 20—6 Mk. Freitag, 19.30, Ende gegen 23 Uhr
Viktoria und ihr Huſar
27. März /Volksvorſtellung z. halb. Preiſen
Außer Miete 0.50—5 Mk. 20—23 Uhr.
1. „Iwwerrumpdlt”, 2. „Guter
Rat”, 3. „Der erſte Hochzeitstag‟
dargeſt. d. d. Heſſ. Spielgemeinſch.
Preiſe 0.50 bis 3 Mr. Samstag
28. März 15 30—18 Uhr
Meine Schweſter und ich
Geſchloſſene Vorſtellung
20— 22 Uhr
Torquato Taſſo
D20 Pr iſe 1—10 Mk. 19.30—22 45 Uhr
Figaros Hochzeit
Dſtdt, Volksb. Gruppe I-IV
W7
Preiſe 1—5 M1 Sonntag,
29 März 19—22.15 Uhr
Carmen
Dſtdt. Volksb. Gruppe I-1V
GG13
Preiſe 1—10 Mt 19.30 Ende gegen 22 Uhr
Der Grane
Zuſatzmiete V 10
Preiſe 1.20—6 Mk.
Heſſiſches Landestheater. Sonntag, den 22. März, findet
als Auftakt für das Goethejahr 1932 eine Aufführung des „
Tor=
quato Taſſo” in der Neuinſzenierung von Günter Haenel mit
Bühnenbildern von Elli Büttner im Großen Haus ſtatt. Die
Hauptrollen ſind beſetzt mit Peter Widmann als Gaſt.
Nürnber=
ger, Hintz, Schmitz und Conradi. — Im Kleinen Haus findet am
gleichen Abend. um 20 Uhr, eine Aufführung der Heſſiſchen
Spiel=
gemeinſchaft „Liebesluſt oder die weißen Schuhe” ſtatt.
— Friedrich Forſters Schülertragödie „Der Graue” geht an=
Donnerstag, dem 26. März, im Kleinen Haus unter der Regie von
Karl Rudolf Künkler in Szene. In den Hauptrollen: Leitner,
Hoffart, Keim, Gallinger, Kutſchera, Weſtermann. Gothe,
Schind=
ler. — Dienstag, den 24. März, findet im Kleinen Haus eine
Wiederholung von Sells Komödie „Die fünfundzwanzigſte
Frau” ſtatt. Regie: Renato Mordo; Bühnenbild: Lothar Schenck
von Trapp. — Am gleichen Tage geht im Kleinen Haus
Offen=
bachs komiſche Oper „Blaubart” in der textlichen
Bearbei=
tung und unter Regie von Renato Mordo in der
Premieren=
beſetzung in Szene. — Mittwoch, den 25. März, wird. Alban
Bergs Oper „Wozzeck” wiederholt. — Donnerstag, den 26.
März. 19.30 Uhr, findet eine Aufführung der „Zauberflöte‟
ſtatt. — In Vorbereitung befindet ſich Puccinis nachgelaſſene Oper
„Turandot” unter muſikaliſcher Leitung von Karl, Maria
Zwißler. — Als nächſte Uraufführung wird die Oper „
Vale=
rioc des Darmſtädter Komponiſten Hans Simon unter
muſika=
liſcher Leitung von Dr. Karl Böhm einſtudiert. — Das
Schau=
ſpiel bringt als nächſte Premiere Zuckmayers neueſtes Volksſtück
„Der Hauptmann von Köpenick” heraus.
2. für das Gebiet zwiſchen Donnersbergring, Weinbergſtraße,
Heidelberger Straße und Noackſtraße;
3. für das Gebiet zwiſchen Moltkeſtraße, verlängerter
Lands=
kronſtraße und Donnersbergring.
Für das unter 1 genannte Gebiet wäre ein Koſtenaufwand
von 172 000.— Mk. für Kanalgebühren uſw., 20 000.— Mk. für
Straßenherſtellung und ſpäter noch 84 000.— Mk. für Fußſteige;
für das Gebiet unter 2 ein Koſtenaufwand von 110 000,— bzw.
236 000 — bzw. und noch 68 000 Mk., und für das Gebiet unter 3
ein Koſtenaufwand von 102 000,—, bzw. 213 000,.— und ſpäter noch
64 000.— Mk. nötig, alſo allein, ſchon 1 337 000.— Mk. nur für
Kanal= und Straßenherſtellung. Dieſe Summe iſt natürlich bei
den heutigen Verhältniſſen untragbar. Der Berichterſtatter wies
darauf hin, daß noch reichlich Gelände für Privatbauten und
Bauten durch Genoſſenſchaften vorhanden ſei, es beſtehe alſo keine
Gefahr, daß das Bauen etwa unterbunden werde. Große Diſtrikte
ſeien z. B. Am Tiefenſee, an der Landwirtſchaftskammer, am
Südbahnhof uſw. noch frei. — Dem Antrag des Bauausſchuſſes
wurde einſtimmig zugeſtimmt.
Bürgermeiſter Ritzert gab dann noch einen Antrag der
Gewerbe=
u. Handwerkervereinigung bekannt, der Stadtrat möge beſchließen,
daß für das Baugebiet öſtlich des Heinrich=Rinck=Weges und
des Weberweges Ziff. 4 in § 50 des Ortsbauſtatuts aufgehoben
wird und daß für das genannte Gebiet künftig die Beſtimmungen
des 8 49 in Anwendung zu bringen ſind. Der Antrag wird in
geſchäftsmäßige Behandlung genommen. Damit war die öffent=
*ee
liche Sitzung geſchloſſen.
Empfehlenswerke Fahrt mit Auko und Mokorrad.
Mitgeteilt vom Starkenburger Automobil=Club,
Sitz Darmſtadt. e. V. ((A.D.A. C.),
1. Halbtagesfahrt.
Nr. 1.
Darmſtadt—Eberſtadt: Am ſüdöſtl. Ortsausgang Straßengabelung halb
links die „Alte Bergſtraße” nach Seeheim (bereits 809 erwähnt), im Ort
links am alten Rathaus (erbaut 1599, alter, ſchön renovierter
Fachwerks=
bau), vorbei durch die „Seeheimer Schweiz” auf die Höhe. Dort
Stra=
ßenkreuzung rechts ab nach Ober=Beerbach: (Vorſicht!! enge
Ortsdurch=
fahrt, hinter dem Ort auf die Höhe mit herrlichem Rundblick, dann
ab=
wärts (Vorſicht!) nach dem bereits 1012 erwähnten Wurzelbach, inmitten
des Ortes Straßenkreuzung, links halten nach Reichenbach (rechts ab nach
dem Staffeler Kreuz und Jugenheim bzw. Auerbach). Beedenkirchen, im
Orte links Vorſicht!! auf Wegweiſer nach Reichenbach achten. Auf ſchöner
Straße durch herrliches Wieſental — fenſeits das ſchön gelegene Gut
Hohenſtein — talabwärts nach dem am Felsberg gelegenen Reichenbach,
über die Brücke, dann ſofort rechts ab nach Elmshauſen, im Tal lebhafte
Steininduſtrie, die ſchon ſeit Römerzeit den berühmten „Odenwälder
Granit” aus den gleichen Steinbrüchen liefert: Wilmshauſen, —
Schön=
berg, mit Schloß und Schloßgarten (lohnender Spaziergang), weiter
durch das Schönberger Tal nach Bensheim. Bald nach der Einfahrt in
die Stadt rechts ab, der Bergſtraße entlang durch Auerbach,
Zwingen=
berg, Bickenbach, Eberſtadt, Darmſtadt. Geſamtſtrecke 53,5 Km.
R.
Darmstadt
n.d Mühllal
Sestiadh
Ober-Beerbach
Aherzelbach
OBeeden-
kirchen
OHeichenboch
DElmshausen
XMingaasen
Schönberg
Bensheim
(Dieſe Streckenvorſchläge erſcheinen allwöchentlich Samstags;
den Kraftfahrern wird empfohlen, ſie zu ſammeln. Im Herbſt
findet hieraus wieder eine Preisrätſelfahrt ſtatt.)
— Verein der Pioniere und Verkehrstruppen Darmſtadt und
Umgegend. Nachdem beſchloſſen wurde, auf Grund der regen
An=
teilnahme einen Verein zu gründen, hat der von der Verſammlung
gewählte Bearbeitungsausſchuß inzwiſchen die erforderlichen
Vorarbeiten getroffen. Hierauf wurde für Sonntag, den 22. März,
nachm. 3 Uhr im großen Saal der Reſtauration „Zur Krone".
Schuſtergaſſe, die Gründungs=Verſammlung feſtgelegt, in welcher
die Satzungen der Verſammlung vorgetragen und die
Vorſtands=
wohl vollzogen werden ſoll. In der Gründung dieſes Vereins
liegt Intereſſe jedes einzelnen der ehemaligen Formationen, da
hierdurch das Band der Kameradſchaft und der Erinnerung
er=
neut gefeſtigt wird. Grundlage des Vereins ſoll in allererſter
Linie der Pflege aufrichtiger Kameradſchaft dienen unter Fortfall
jeglichen Kaſtengeiſtes, die Erinnerung an die Militärzeit
wach=
rufen, Kriegsverletzten und notleidenden Kameraden weitgehende
Beratung und Unterſtützung ermöglichen. Insbeſondere ſoll die
Einigkeit innerhalb des Vereins unter Wegfall jeglicher
konfeſ=
ſionellen und parteilichen Unterſchiede Ziel, des Vereins ſein.
Durch zwangloſe kameradſchaftliche Veranſtaltungen ſoll auch den
Familienangehörigen Gelegenheit gegeben werden, ſich an dem
Vereinsleben zu beteiligen. Es ergeht deshalb an alle
ehemali=
gen Angehörigen der Pioniere und Verkehrstruppen der Aufruf,
ſich an der Gründung zu beteiligen, da die bei der
Vereinsgrün=
dung anweſenden Kameraden im Gründungsprotokoll als
Ver=
einsgründer geführt werden. Im Anſchluß an die
Vereinsgrün=
dung ſorgt ein gut beſetztes Orcheſter für gute Stimmung, wozu
auch die Damen der verehrl. Kameraden herzlich willkommen ſind.
Aus den Parkeien.
— Deutſche Volkspartei, Jugendgruppe. Am
Sonntag, dem 22. März, Nachmittagsſpaziergang über
Franken=
ſtein nach Nieder=Beerbach. Treffpunkt 2.15 Uhr Luiſenplatz.
Fahrt mit der Straßenbahn nach Eberſtadt.
Tageskalender für Samstag, den 21. März 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 20—22 Uhr, E 19:
„Sturm im Waſſerglas”. — Kleines Haus, 19.30 Uhr, Ende vor
22 Uhr, Zuſatzmiete II. 10: „Blaubart”. — Orpheum, abds.
20.15 Uhr: „Das Land des Lächelns”, — Konzerte: Zur
Oper, Rheingauer Weinſtube, Schloßkeller Datterich, Sportplatz=
Reſtaurant am Böllenfalltor, Zum Tropfſtein. Alter Ratskeller,
Monopol. Theater=Reſtaurant, Hotel=Reſt. Poſt, Zum roten
Löwen, Zur Stadt Nürnberg, Zentral=Hotel —
Kinovor=
ſtellungen: Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.
Turngem. Beſſungen 1865, abds. 20½ Uhr:
Monats=
verſammlung mit Vortrag Kapitän v. Sendens: „Eine
Wande=
rung durch die „Bremen” und „Europa‟,
* Aus den Darmſtädker Lichkſpieltheakern.
„Die Förſterchriſt!” im Tonfilm.
„Helia” bringt ſeit geſtern die Verfilmung der Operette „Die Fö
ſterchriſtl”, in der ganz ausgezeichneten Spielleitung von Friedrich Zelni
Es iſt einer der beſten deutſchen Tonfilme geworden. Ein Muſterbe
ſpiel dafür, wie aus vorhandenem Operetten= oder überhau)
Bühnenſtoff unter geſchickter Hand auch ein guter, ſogar ausgezeichnete
Film entſtehen kann, wenn Herſteller, Darſteller und vor allem Reg
ſich ihrer künſtleriſchen Aufgabe bewußt ſind und ſich nicht einfach au
Abklatſch beſchränken.
In dieſem Tonfilm iſt von der Operette ſehr wenig übernommer
und doch iſt die Handlung ganz die des Librettos. M
einigen humorvollen Mozartiana erweitert und auch ſonſt dem Filt
angepaßt. Aber übernommen” wurde nur einige Muſik und „Her
Kaiſer, du liebe Majeſtät”, So kann man Operetten verfilmen, kan
beweiſen, daß es geht, ohne kitſchig zu werden. Und ſo kann der
Fil=
ſehr viel mehr geben, als die Operette, denn es ſtehen ihm unb
ſchränkte Ausſtattungsmittel zur Verfügung. Er bringt eine Fülle de
köſtlichſten Bilder (in deren Fülle man wirklich einiges „Süßliche” übe
ſehen kann) bis zu Naturaufnahmen aus Vogelneſtern mit Jungen i
Wiener Wald. — Und die Darſtellung erſtklaſſig! Entzückend im Spi
und bezwingend im Geſang Irene Eiſinger. Ungemein ſyr
pathiſch Paul Richter, der als Kaiſer Joſef auch Worte findet, d
menſchlich klingen und wirken. Oskar Karlweis ein allzeit verlie
ter, allzeit humorvoller Mozart und Tibor von Halmay ein ſeh
beweglicher Komiker als „Walperl”. Auch André Pilot (Földeſſ
und Fritz Daghofer als Chriſtls Vater ſehr ſympathiſch! Das Gan
wie geſagt eine der ſchönſten Gaben, die der Tonfilm uns bisher b
ſchert. — Im Beiprogramm der köſtlichſte Micky=Maus=Filn
„Micky auf dem Witwenball‟. Das iſt überwältigend komiſe
— Im Union=Theater findet heute die Erſtaufführung de
neuen Tonfilms „Tänzerinnen für Südamerika geſucht” ſtatt. 4
iſt ein Film, der von den Geheimniſſen des internationalen Mä
chenhandels berichtet und der unter Mitarbeit und Unterſtützur
des deutſchen Nationalkomitees zur Bekämpfung des
Mädche=
handels hergeſtellt wurde. In den Hauptrollen dieſes unter d
Regie von Jaap Speyer entſtandenen Films ſieht man Di
Parlo als Tänzerin und Harry Frank als Zeitungsreporter, J.
Beiprogramm läuft u. a. der Kurztonfilm „Toby als Geiger”,
— Im Helia=Theater wird bis auf weiteres die Tonfiln
operette „Förſterchriſtel” mit Paul Richter als Kaiſer Joſef I
und Irene Eiſinger von der Staatsoper Berlin als „Förſte
chriſtel” gezeigt. Regie; Friedrich Zelnik, Muſik von Brur
Granichſtädten nach Mozartſchen Melodien. Dazu ein entzückend
Micky=Film „Micky auf dem Witwenball” und das gute Be
programm.
— In den Palaſt=Lichtſpielen läuft noch heute und morge
im großen Stummfilm=Doppelprogramm der Abenteurer= un
Wildweſtfilm „Der Anſchlag auf den Depeſchenreiter” mit Kel
Maynard, dem bekannten Cowboyheld, in der Hauptrolle. Da
noch der unter Millionenaufwand hergeſtellte Film „Schauboo
(Das Komödiantenſchiff). Laura La Plante und Joſef Schil
kraut ſpielen die Hauptrollen. Der Film wurde nach dem b
kannten Roman Edna Ferbers „Das Komödiantenſchiff” gedre
und ſpielt auf einem Theaterſchiff, wie ſie bis vor wenigen Ja
ren die großen Flüſſe Amerikas befuhren.
— Im Rahmen einer der beliebten Film=Morgenfeiern im H
lia=Theater wird morgen Sonntag, vormittags 11.15 Uh
der ausgezeichnete Kulturfilm „Nordland — Odins Paradie
unwiderruflich zum letzten Male wiederholt. Es verſäume ni
mand dieſe allerletzte Gelegenheit, dieſes hervorragende Filmwe
zu ſehen. Vorverkauf an der Tageskaſſe,
a. Der Provinzialtag der Provinz Starkenburg tritt
Sam=
tag, 28. März 1931, vormittags 9.30 Uhr, zur Verabſchiedung de
Haushaltsplanes der Provinz für das Rechnungsjahr 1931 zu
ſammen. Auf der Tagesordnung ſteht ſerner die Dienſteinweiſur
und Verpflichtung neu eingetretener Mitglieder. Es ſind die A.
geordneten Dolle, Rupp und Rech, ſämtlich dem Zentrum ang
hörig, ausgeſchieden, und es treten dafür die Abgeordneten Lüf
Dieburg, Reuß=Bürſtadt und Roos=Lampertheim in den Provi
zialtag ein. Die Geſamtſumme des Voranſchlags iſt von 5 159 0
im Vorjahre auf 5 434 000 Mark im Jahre 1931 geſtiegen. D
Voranſchlag für den Betrieb allein ſchließt mit 4910000 Ma
ab und iſt um 195 000 Mark erhöht. Von den Mehrausgaben en
fallen 148 000 Mark auf Straßenunterhaltungen und Walzunge
Die Ausgaben für den Anleihedienſt ſteigen von 484 000 a=
647 000 Mark. Die Provinzſteuern (Grund= und Gewerbeſteuert
ſind wieder mit 1 263 000 Mark eingeſtellt.
Lokale Beranſtalkungen.
Die blerunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten
in keinem Talſe irgendwle ale Beſprechung oder Kritli.
— Film. Am Dienstag, Mittwoch Donnerstag und Fre
tag kommender Woche findet im Städtiſchen Saalbau die Vo
führung eines großen vierteiligen Lichtbild= und Filmwerke
„Schöpfungs=Drama” mit Vortrag ſtatt, und zwar nad
mitags und abends. Die in den Ausgabenſtellen koſtenlos erhäl
lichen braunen Eintrittskarten berechtigen nur zum Eintri
in die Nachmittagsvorführungen, die weißen dagegen ni
zu den Abendvorführungen. Die Karten haben Gültigkeit fi
alle Fortſetzungen, insgeſamt alſo 4 Tage. Jugendliche unte
18 Jahren haben keinen Zutritt.
— Im „Datterich”, Kiesſtraße 27, findet heute das erſ.
große Frühlingsfeſtkonzert ſtatt. Morgen Sonntag ab 5 Uhr ei
populäres Konzert.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 21. Marz.
10.20: Schulfunk: A. Habaru: Ueber franzöſiſche, flämiſche und
luremburgiſche Kinderlieder.
15.20: Stunde der Jugend.
16.30: Nachmittagskonzert. Ausf.: Ellen Beck (Sopran), Artur
Haagen (Flügel).
18.05: W. Kaehler: Wanderbühnen.
18.25: K. Meier, M. d. L.: Die wirtſchaftliche und ſoziale
Bedeu=
tung des Handwerks.
18.50: Franzöſiſch.
19.20: Spaniſch.
20.30: Volkslieder aus dem Oſten. Mitw.: Brunhilde Möckeſch
(Sopran) K. F. Eitel (Tenor), A. Haagen (Klavier), K. Kirſten
(Flöte), O. Lenſer (Baßklarinette).
21.00: Feſt der Handwerker von Angely.
22.35: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend 21. März.
15.00: Kinderbaſtelſtunde. Entdeckungsreiſe in den Urwald.
15.45: Meta Brix: Frauenſtunde: Frau und Buch.
16.00: Regierungs= Und Schulrat Karl Eckhardt: Evolution oder
Revolution in der Landſchularbeit.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
1/.30: Dr. Tugendreich: Viertelſtunde für die Geſundheit.
Erholungs=
fürſorge.
18.00 Franzöſiſch.
18.30: Prof. Dr. W. Köhler: Grundfragen der mod. Pſychologte.
19.00: Dr. Dr. Kayſenbrecht: Ein Jahrhundert Deutſch=Oberſchleſien.
19.30: Konzert: Leipziger Sinfonie=Orcheſter.
20.30: Stille Stunde: Agnes Miegel: „Gruß an den Frühling”.
21.00: „Revue vom Frühling.” Heitere Hörfolge mit Muſik von
Martin Selt. Anſchl.: Da capo:: Die Schlager des Abends.
ca. 22.30: Tanzmuſik: Eddy Walis und ſein Orcheſter.
Größte Auswahl
RADIO
Fachmännische
PAOTO Bedienung
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Ludwigsplatz Nr. 3
Tel. 2140. (210a
Hauptſchriftlentung. Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polttik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleion, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort, Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen Willy Kuhle.
Druck und Verlag, C. C. Wittich — jumtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkrivte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 80
Samstag, den 21. März 1931
Seite 7
Reichs=
jandwerkswoche.
Handwerk und Deutſche Volksparkei.
Die Kundgebung des Eberſtädter
a. Offenbach, 20. März. Handwerk und Deutſche
Volkspartei. Im Rahmen der Reichshandwerkswoche ſprach
Handwerks zur Reichs=Handwerkswoche
vorgeſtern hier Landtagsabgeordneter Kunkel, Bäckerobermeiſter
in Worms über „Handwerk und Deutſche Volkspartei‟. Der Ab=
B. Am Donnerstag veranſtaltete das hieſige Handwerk im geordnete führte aus: Dem Handwerk wurde ſchon oft der Unter=
Schwanenſaal im Rahmen der Reichs=Handwerkswoche einen ein= gang vorausgeſagt. Die Reichshandwerkswoche beweiſt den
prucksvollen Werbeabend, zu dem ſich über 700 Perſonen
ein=
jefunden hatten. Dieſe Tatſache darf als ein Beweis dafür
an=
geſehen werden, daß die Einwohnerſchaft ihrem eingeſeſſenen
Handwerk und ſomit auch dem Handwerk überhaupt ſympathiſch
jegenüberſteht. Der Muſikverein 1904 (Leitung: Frees) eröffnete
den Abend mit dem Marſch: „Germanentreue” von Blankenburg
und der Fledermaus=Ouvertüre von Strauß. Der Vorſitzende des
Irtsgewerbevereins, Bildhauer Heinrich Dieter, entbot den
Häſten ein herzliches Willkommen und gab ſeiner Freude über
den ſehr zahlreichen Beſuch Ausdruck mit dem Hinweis, daß der
Abend ein Glied werden wolle in der gewaltigen Werbung für
das deutſche Handwerk, die durch die Reichs=Handwerkswoche in
die Wege geleitet worden ſei. Ihr Mahnruf: „Handwerk tut
not!” „Fördert das Handwerk!” müſſe weit hinaus dringen in
das Volk, das darauf aufmerkſam gemacht werden ſolle, daß das
Handwerk noch exiſtiere. Syndikus Dr. Kollbach=Darmſtadt,
der Redner, den man für den Abend gewonnen hatte führte aus,
daß ſich in dieſen Tagen im ganzen deutſchen Vaterland das
Hand=
werk durch die Reichs=Handwerkswoche in einer gewaltigen
Kund=
gebung an die geſamte Oeffentlichkeit insbeſondere die
Kund=
ſchaft des Handwerks wende. Es ſolle kein Klagelied angeſtimmt
werden über ſeine Not, vielmehr wolle es mit berechtigtem Stolz
die Oeffentlichkeit darüber aufklären, was das deutſche Volk in
ſeinem Handwerksſtand heute noch beſitze. Wenn darüber
ge=
ſprochen werde, könne man allerdings nicht vorübergehen an der
Not, die unſere Zeit auf das Handwerk gelegt habe. Was jeder
durch die Folgen des Kriegs am eigenen Leibe verſpürt habe,
präge ſich auch ſehr deutlich beim Handwerk aus. Freilich hätten
die Schwierigkeiten der heutigen wirtſchaftlichen Konjunktur auch
die deutſche Landwirtſchaft und alle anderen Berufsſtände zu
tragen, die in das Wirtſchaftsleben eingeflochten ſeien. Beſonders
hart hätten die Verhältniſſe aber das Handwerk getroffen, da es
—abgeſehen von den wirtſchaftlichen Schwierigkeiten — mit der
Exiſtenzfrage zu tun habe, und es ſei nicht ſo viel geſagt, wenn
man behaupte, daß es bei dem Handwerk in der Tat heute um
Sein oder Nichtſein ginge. Es ſeien genug von denen
aufgeſtan=
den, die geſagt haben, daß in der kommenden Zeit für das
Hand=
werk kein Platz mehr ſei und künftig als Reparaturwerkſtätte
ver=
urteilt ſei, nur noch eine zweite Rolle zu ſpielen. Wenn dies auch
eine Irrlehre ſei, die das Handwerk ſchädige und dem Volke nicht
mütze, ſo gehe es trotzdem um nichts mehr und weniger, als die
Exiſtenz des Handwerks. Das Handwerk iſt eine Berufsſchicht,
führt Redner aus, die in dem deutſchen Volk tief verwurzelt iſt,
in ihm bildet der Handwerker ein lebenswichtiges Glied. Das
Handwerk werde in dieſer Woche den Nachweis erbringen, daß
es nicht untergehen wird und nicht untergehen kann. Nur müßten
ſamten Hütten= und Eiſeninduſtrie beſchäftigt würden. Allerdings
dringe das Handwerk nicht ſo nach außen wie z. B. die
Landwirt=
ſchaft, die man ſehe, oder die Induſtrie, deren Schlote zum Himmel heit gegeben, die Waren dorten einkaufen zu können, obſchon man die
werk wolle keine Ausnahmeſtellung, ſondern nur, daß man es als
gleichberechtigten Dritten daneben ſtelle. Keine Groß=Induſtrie Handwerk” nur allzu berechtigt. Der erwähnte Vortrag ſoll mit dazu
ſei in der Lage, den fleißigen Handwerkerſtand zu erſetzen. Man
habe Beiſpiele in der Hand, daß Völker, die keinen gewerblichen
Mittelſtand hätten, zugrunde gegangen ſeien, um wieviel mehr
würde dies erſt bei dem deutſchen Volke der Fall ſein. Wir vom
Handwerk dürfen, betont Redner, ſtolz darauf ſein, daß das Hand= goldenen Hirſch” erfreut ſich täglich eines überaus zahlreichen Beſuches
werk von jeher ein Kulturträger erſten Ranges geweſen iſt. Er und hat bis heute ſchon eine Geſamtbeſucherzahl aufzuweiſen, auf die
erinnerte an die ſtolze Vergangenheit des deutſchen Handwerks
früherer Jahrhunderte, an die Zeit der Zünfte. Dieſe Vergan= wert. Man muß ſtaunen, was da alles aufgeboten iſt. Den Großteil
genheit tritt lebendig vor uns, wenn wir Werke ſehen, die das
auf Ausſtellungen ſehen, daß das Handwerk unſere Meiſter und
vor allem auch die Jugend befähige, Vorzügliches zu leiſten. Wie untergebracht, eine Mechanikerwerkſtatt, ein ganzer Uhrmacherladen,
ſtück ſei. Die Leiſtungsfähigkeit des deutſchen Handwerks ſei nicht
geringer geworden, wenngleich die Produktion heute mehr auf werte Modells von Wohnhäuſern, ſowie das aus Anlaß des im Jahre
den praktiſchen Gebrauch zugeſchnitten ſei. Meiſter gäbe es auch
heute noch in genügender Zahl, und das Handwerk leiſte ſtets nur Kloſteranlagen nach Plänen und Aufzeichnungen von Adamy. Auf den
wertvolle Qualitätsarbeit, die oft erſt nach Jahren eingeſehen
werde, aber die Käufer fehlten, die das anlegen könnten oder
folgern, daß die Handwerskunſt nachgelaſſen habe, ſei ein
Trug=
ſchluß. Zu der Frage, wie ſteht das Handwerk zur Maſchine, be= ſtreicher. Anſtreicher iſt eigentlich für einige der Ausſteller nicht die
merkt Redner, er glaube nicht, daß ſie Anſpruch darauf habe, als
Freund des Menſchen angeſprochen zu werden. Sie habe die
frühere Geruhſamkeit vertrieben und an ihre Stelle das Tempo
geſetzt, das kein Ende abſehe. Wohl hat die Maſchine auch im
Handwerk Eingang gefunden, es wäre aber von Vorteil, wenn
Produktion übernehme und damit den Meiſter entbehrlich mache.
zu eröffnen, man ſolle aber nach Möglichkeit von ihr ablaſſen ſie nur ein uneingeſchränktes Lob über das Gebotene. Deswegen ſollte
ſchaffe nicht die Werte, die wir von ihr hoffen, die ganze Welt, niemand verſäumen, in den noch bevorſtehenden zwei Ausſtellungstagen
wieder predigen. Die ſoziale Bedeutung läge darin, daß das
Handwerk auf Selbſthilfe und Selbſtvertrauen geſtellt ſei, was
einen Gegenſatz zur Ueberſpannung des ſozialen Gegenwartsge= Redner des Abends iſt Herr Dr. Kollbach von der Handwerkskammer
dankens bedeute. Der Handwerker ſei auf ſich und ſeine Initiative
ſelbſt angewieſen, jeder ſei ſozuſagen ein kleiner König in ſeiner
Werkſtätte, ſein eigener Miniſter und Kanzler. Möge dieſer
Ge=
im deutſchen Handwerk. Redner wendet ſich noch gegen den un= Verfügung ſtehen.
lauteren Wettbewerb. das Pfuſchertum und die Schwarzarbeit
und fordet geſetzliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Auswüchſe woche. Im Rahmen der Reichshandwerkswoche fand am
Diens=
einer mißverſtandenen Gewerbefreiheit. Man müſſe dazu
kom=
men, in Frieden und Eintracht nebeneinander zu leben, das
Kriegsbeil begraben, das deutſche Volk ein Volk von Brüdern
werden. Was das Handwerk in dieſen Tagen bewege, ſei der leb= Worms, der über Das Handwerk und die Zukunft der deutſchen
hafte Wunſch, preiswerte Qualitätsarbeit zu liefern. Die Be= Wirtſchaft” ſehr feſſelnd zu ſprechen wußte. Auch Herr
Bürger=
hauptung, das Handwerk habe überſetzte Preiſe, iſt unrichtig.
eines Schirmherrn und Ehrenmeiſters des deutſchen Handwerks in, nehmen mit dem kaufenden Publikum. Zur Verſchönerung des
Ehrfurcht, Achtung und Liebe Redner ruft die Anweſenden auf,
mitzuhelfen, daß das gegenſeitige Vertrauen wieder einziehe, daß
wir uns als Gemeinſchaft fühlen lernen ſollten, die wir durch die
Lebotene Hand einzuſchlagen, dem Handwerk zu helfen, denn ihm ten in den Zwiſchenpauſen je zwei gute Chöre zum Vortrag.
müſſe, weil es in Not ſei, geholfen werden.
Die trefflichen Ausführungen des Redners, für die Herr
Dieter ihm herzlichſt dankte wurden mit ſtarkem Beifall aufge= des Waſſers iſt vorerſt nichts zu berichten, da man am beſten
vommen und hinterließen ohne Zweifel einen nachhaltigen
Ein=
druck. Bürgermeiſter Dr. Uecker ſprach zum Schluſſe über die
Bedeutung des Handwerksſtandes für die Kommunen.
Eine reichhaltige Verloſung handwerklicher Erzeugniſſe, die
aus Kreiſen des hieſigen Handwerks geſtiftet waren, bildete den Hirſchſaal im Rahmen der Reichs=Handwerks=Woche
Schluß der Veranſtaltung und machte den glücklichen Gewinnern
ſichtlich große Freude.
ſt die Werbung, für die Reichshandwerkswoche ſehr rege. Die erſte
Publikum im Saal „Zur Krone” ſtatt. Im Mittelpunkt des Abends
ſtand ein Vortrag des Ortsgewerbevereins=Vorſitzenden J. Haſſenzahl
über die wirtſchaftliche und ſoziale Bedeutung des Handwerks. Zum gungsloſigkeit herrſche wie ſie in den ſchwerſten Zeiten der Nach=
Schluß trat er insbeſondere für die Unterſtützung der einheimiſchen
Ge=
berein und die Sängervereinigung zur Verfügung geſtellt, deren Dar=
bietungen großen Beifall fanden.
Lebenswillen des Handwerks. Im Jahre 1816 hielten ſich
Hand=
werk und Landwirtſchaft noch die Waage. Im Jahre 1895 zählte
man im Reich immer noch 1,3 Millionen ſelbſtändige Betriebe,
mit 1,5 Mill. Gehilfen, und 8 Millionen Menſchen bietet das
9 Wer war die Schülerin? Am 17. Februar 1931 wurde eine
Fenſterſcheibe im Hauſe Beſſunger Straße 47 zertrümmert.
Ichulmädchen, welches um dieſe Zeit in unmittelbarer Nähe
Hll beobachtet haben, wie ein maskierter Junge ſich auf eine
Seſem Schaufenſter angebrachte Eiſenſtange geſetzt hat und
(nach rückwärts in die Scheibe gefallen iſt. Zwecks
Aufklä=
des Sachverhalts wird die Schülerin erſucht, bei der Kri=
Holizei Darmſtadt, Hügelſtraße 31/33, auf Zimmer 12 vor=
Gen.
Handwerk den Unterhalt. Das Handwerk iſt ewig wie die
Land=
wirtſchaft ewig ſein wird. Es ſtößt auch heute keinen Notſchrei
aus und verlangt auch keine Wohlfahrtszuwendungen, ſondern
zehrt in dieſen ſchweren Zeiten lieber entſagungsvoll von
etwaigem Vermögen. An den Konkurſen iſt das Handwerk mit
17,5 v. H. beteiligt. Der Rückgang an Aufträgen hat auch einen
Rückgang der Preiſe gebracht, ſo daß ein behördlicher Druck auf
Senkung der Lieferpreiſe eigentlich nicht nötig geweſen
ſei. Ein Gegenſatz zwiſchen Kapital und Handwerk
be=
ſteht nicht und muß vermieden werden wo ſich Anſätze
dazu zeigen. Es iſt eine irrige Auffaſſung, daß die
Zwangsinnung die Preiſe hochhalte. Die Angebote bei
Arbeits=
vergebungen beweiſen das Gegenteil. Der Preisabbau wird auch
vom Handwerk lebhaft begrüßt. Er wirkt ſich in unſerem
Wirt=
ſchaftsgebiet weniger aus, weil das Handwerk in unſerer Gegend
ſchon immer ſehr billig gearbeitet und geliefert hat. Von der
Schwarzarbeit wird das Handwerk ſehr geſchädigt und die
Arbeitsloſenverſicherung ſehr ausgebeutet. Der Schwarzarbeiter
muß auch immer in der Angſt leben, erwiſcht und beſtraft zu
wer=
den. Das Handwerk geſundet wieder, wenn Arbeit beſchafft, die
Löhne und ſozialen Laſten abgebaut werden. Die Löhne haben
aber in den letzten Jahren nur Auftrieb erhalten. Der Antrag
der Deutſchen Volkspartei im Reichstage, im Reichshaushalt
300 Mill. einzuſparen, darf nur ein Anfang ſein. Die
Reichs=
reform und der Laſtenausgleich zwiſchen Reich und Ländern
müſ=
ſen weitere Erleichterungen bringen. Das ſtarke Rückgrat Dr.
Brünings wird erfreulicherweiſe gerade von der Deutſchen
Volks=
partei geſtärkt. Die Deutſche Volkspartei ſtellt im Landtag den
einzigen Handwerker der Volksvertretung. Die ſtadteigenen
Be=
triebe (Schreinereien, Druckereien uſw.) müſſen verſchwinden, und
alle ſtädtiſchen Aufträge an Handwerker vergeben werden. Gas=
und Waſſerpreiſe müſſen die Städte ebenfalls ſenken. Die
Deut=
ſche Volkspartei nimmt ſich ſchon in ihren (Leipziger) „
Grund=
ſätzen” von 1919 des Handwerks und des Mittelſtandes, warm an
So zieht auch heute das Handwerk die Fahne der Hoffnung auf
und ſtrebt mit Herz und Hand einer beſſeren Zukunft ihres
Stan=
des zu. — Die Verſammlung wurde vom Landtagsabgeordneten
Heyne geleitet, der auch die Begrüßung und nach der regen
Aus=
ſprache treffliche Schlußworte ſprach.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 20. März. Reichshandwerkswoche.
Im Rahmen der Reichshandwerkswoche findet am kommenden Dienstag
ſich in dieſem Gedanken alle Kräfte vereinigen. Man ſolle ſich abend im Saale von Gaſtwirt Fiſcher dahier ein Werbevortrag mit
Film=
nur einmal vor Augen halten, daß 8 Millionen Menſchen vom vorführung ſtatt. Redner iſt der Syndikus der Handwerkskammer, Herr
Handwerk leben. Es beſchäftige mehr Menſchen als in der ge= Dr. Kollbach aus Darmſtadt. Der Eintritt iſt frei. Die Klagen, daß es
dem Handwerk ſchlecht gehe, ſind durchaus berechtigt, und ganz
beſon=
ders in der hieſigen Gemeinde. Als Vorort von Darmſtadt iſt
Gelegen=
ragten und um die man ſich deshalb auch kümmere. Das Hand= meiſten Gegenſtände am Orte zu gleichen Preiſen und oftmals noch
beſſe=
ver Qualität haben kann. Deshalb iſt der Ruf „Stützt das heimiſche
beitragen, dieſen Notruf verwirklichen zu helfen.
Ca. Lorſch, 20. März. Ausſtellung des Lorſcher
Hand=
werks. Die Ausſtellung des hieſigen Handwerks im Gaſthaus. Zum
man nicht zu hoffen wagte. Ein Beſuch iſt aber auch wirklich
lohnens=
der Ausſtellung brachte das Schreinerhandwerk auf. Erſtklaſſige Schlaf=
Handwerk jener Zeiten geſchaffen hat. Auch heute noch könne man zimmer, Speiſezimmer, ſehenswerte Kücheneinrichtungen füllen eine
große Anzahl eingerichteter Zimmer. Im unteren Saale ſind weiter
oft hörte man da reden daß dieſes oder jenes ein wahres Meiſter= flankiert von elektriſchen Werkſtätten, die abwechſelnd ihre Lautſprecher
ertönen laſſen, 2 elektriſche Hausinſtallationspumpen, 2 bewunderns=
1927 ſtattgefundenen Feuerwehrfeſtes hergeſtellte Modell der ehemaligen
Emporen des Saales fällt vor allem die Schloſſerwerkſtatt mit einem
kunſtvollen Reklameſchild und Torgitter auf, ihr ſchließen ſich an zwei
wollten, was die Arbeit an Schweiß gekoſtet habe. Daraus zu Spengler= Schuhmacher= und Schneiderwerkſtätten mit ihren
Erzeug=
niſſen. Weitergehend kommt man in das Reich der Tüncher und
An=
richtige Bezeichnung, denn hier ſind Bilder, Kopien und
Phantaſie=
gemälde ausgeſtellt, die ſich auch auf einer großen Ausſtellung den
Bei=
fall der Beſucher erwerben würden. Anſchließend kommt man in den
für Frauen meiſt anziehenden Punkt, der Ausſtellung für Hand= und
Putzarbeiten und Näherei, ſogar eine Friſeuſe fehlt nicht. Den Schluß
ſie nur untergeordnete Arbeiten verrichte und nicht ſelbſt die bilden die Zeichenarbeiten der Gewerbeſchüler. In der Mitte des
Saales gewahrt man einen großen Leiterwagen, von einem jungen
Das Handwerk beabſichtige nicht, einen Kampf gegen die Maſchine Schmiedelehrling kunſtvoll beſchlagen. Von allen Beſuchern hört man
wird durch ſie nur ärmer. Man müſſe den Geiſt der Kulturarbeit den evtl. noch ausſtehenden Beſuch nachzuholen. Zum Abſchluß der
Reichs=Handwerks=Woche hat der Arbeitsausſchuß dann für Sonntag
abend im Gaſthaus. Zum Lagerhaus” einen Familienabend vorgeſehen.
Darmſtadt. Mit dieſer Abſchlußfeier verbunden wird die feierliche
Ueberreichung der Geſellenbriefe der diesjährigen Geſellen. Am Montag
erfolgt dann die mit allgemeiner Spannung erwartete große Verlofung.
danke durch die Zeit auch getrübt ſein, es ſei doch etwas Großes bei der Gewinngegenſtände im Geſamtwerte von 1000 Reichsmark zur
Bm. Hofheim (Ried), 20. März.
Reichshandwerks=
tag abend im „Adlerſaal” ein Vortrags= und Werbeabend ſtatt.
Der Hauptpunkt des Abends war eine 1½ſtündige Rede des Herrn
Syndikus Dr. Kaiſer von der Handwerkskammer=Nebenſtelle
meiſter Ferbert hielt eine recht überzeugende Rede über die ört=
Dem Reichspräſidenten v. Hindenburg gedenke das Handwerk als lichen Verhältniſſe von Handwerk und Gewerbe und das Einver=
Abends ſprach Frl. Erna Löſch einen wirkungsvollen Vorſpruch
zur Reichshandwerkswoche, und die Geſangvereine, Liederkranz”
große Not ja in Wirklichkeit geworden ſind. Er bittet, in die dar= „Sängerquartett” „Männergeſangverein” und „Volkschor” brach=
Inbetriebnahme. Unſere Waſſerleitung iſt nun in Betrieb
genommen und wird allſeits freudig begrüßt. Ueber die Qualität
wartet, bis dasſelbe einige Zeit im Gebrauch iſt. Vereinzelt
kom=
men immer noch Nachzügler, die ſich jetzt erſt zur Abnahme
ent=
ſchließen können.
e Bad Wimpfen, 20. März. Am Dienstag abend fand im
eine öffentliche Verſammlung des Ortsgewerbevereins Bad
Wimpfen ſtatt. Der 1. Vorſitzende, Schreinermeiſter Himmelreich,
eröffnete die Verſammlung und begrüßte die Erſchienenen. Er gab
Cp. Pfungſtadt. 3. März, 1. Verbeveranſtaltung. Hier dem Wunſche Ausdruck, daß die Reichs=Handwerks=Woche dazu
beitragen ſolle, daß dem Handwerk die Achtung und die Stellung
Verbeberſammlung fand am Mittwoch abend bei freiem Eintritt für das zukommen möge, die es auf Grund ſeiner jahrhundertealten
Tra=
dition gemäß beanſpruchen könne, und ging dann auf die Not des
Handwerks ein, das ſehr ſchwer darniederliege, überall
Beſchäfti=
kriegsjgahre nicht erlebt wurde. — Dieſer Tage wurde dem Lehrer
ſhäftswekt ein. Zur Verſchönerung des Abends hatten ſich der Muſik= Götz an der hieſigen Kathol. Schule für eine im Jahr 1929
aus=
geführte Lebensrettung eine Anerkennung durch die heſſiſche
Re=
gierung zuteil.
4a. Verkehrsunfälle. Am geſtrigen Freitag vormittag kam
es in der Heidelberger Straße nahe Heinrichſtraße zu einem
Zu=
ſammenſtoß zwiſchen einem Perſonenauto und einem
Milchliefer=
wagen. Es entſtand nur Sachſchaden. Nachmittags wurde ein
Pfoſten mit einem Halteſtellenſchild der Straßenbahn ſo ſtark
an=
gefahren, daß er ganz umgelegt werden mußte.
4a. Grasbrand. Geſtern (Freitag) nachmittag entſtand im
Vorgelände der Ludwigshöhe in nächſterNähe der Landſtraße nach
Eberſtadt ein Grasbrand, der aber bald abgedeckt und erſtickt
wer=
den konnte.
Aus Heſſen.
Laſtauko mit 20 Perſonen verunglückk.
14 Verletzte.
Butzbach, 20. März.
Auf der Provinzialſtraße nach Bad=Nauheim, bei der ſog.
Mörler=
höhe, verunglückte ein auf dem Weg zum Butzbacher Faſelmarkt
befind=
licher Lieferwagen, der mit 20 Perſonen beſetzt war. Das Auto kam
beim Ausweichen ins Rutſchen, glitt von der Straße ab und überſchlug
ſich. Die Inſaſſen wurden vom Wagen heruntergeſchleudert und teilweiſe
ſchwer verletzt. Vierzehn Verſonen wurden ins Johanniterkrankenhaus
nach Niederweiſel gebracht, wo ſie nach Anlegung von Verbänden
teil=
weiſe wieder entlaſſen werden konnten. Einer der Verunglückten liegt
in hoffnungsloſem Zuſtand darnieder. Das einem Metzger aus
Wern=
born bei Uſingen gehörige Auto wurde verhältnismäßig nur leicht
be=
ſchädigt.
Skraßenberichk.
für die Woche vom 22. bis 28. März 1931.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen:
Heldenbergen—Windecken wegen Brückenbauarbeiten an der Nidder
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eichen—Oſtheim.
Grünberg—Hungen (Ortsdurchfahrt Hungen) vom 10. 11. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung für den Schwerverkehr (über 2,5 Tonnen)
Richtung Grünberg und Laubach über Langsdorf-Villingen—
Nonnen=
roth, Nichtung Nidda über Trais=Horloff—Steinheim—Rodheim.
Klein=Linden—Wetzlar (Ortsdurchfahrt Klein=Linden) vom 3. 11.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Garbenheim-Dorlar—Atzbach—
Heuchelheim—Gießen.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Verbindungsſtraße von dem Forſthaus Unterſchweinſtieg nach
Kel=
ſterbach von der Landesgrenze am Forſthaus Hinkelſtein bis
Bahnunter=
führung vor Kelſterbach vom 3. 12. bis auf weiteres geſperrt.
Umlei=
tung: Niederrad—Schwanheim.
Neuſtadt i. O.—Seckmauern, zwiſchen dem Straßenkreuz unterhalb
Lützelbach bis zum Weſtende der Ortsdurchfahrt Wiebelsbach, vom 8. 1.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lützelbach.
Darmſtadt—Roßdorf (Roßdörfer Straße zwiſchen Botaniſchem
Gar=
ten und Halteſtelle Glasberg) vom 28. 1. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Beck= und Erbacher Straße in Darmſtadt.
Gau=Weinheim-Vendersheim vom 5. 3. bis auf weiteres wegen
Dammrutſch geſperrt. Umleitung: Wallertheim—Sulzheim.
Klein=Linden-Lützellinden (Ortsdurchfahrt Klein=Linden) vom 29.
12. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Großen=Linden.
Trais=Münzenberg—Wohnbach (Ortsdurchfahrt Münzenberg) vom
11. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Ober=Hörgern—Griedel-
Oppershofen—Södel-Bellersheim—Trais=Münzenberg.
Dd. Arheilgen, 20. März. Kirchenſteuer. Der Voranſchlag der
hieſigen evangeliſchen Kirchengemeinde für 1931, wie er in der letzten
Kirchenvorſtandsſitzung am 17. März genehmigt wurde, ſieht trotz der
vorausſichtlichen Verminderung der Steuereinnahmen, durch die ſtarke
Arbeitsloſigkeit keine Erhöhung der Steuerſätze vor. Die Ausſchlagsſätze
betragen, wie in den ganzen letzten Jahren ſchon ſeit 1924,5 v. H. der
Ein=
kommenſteuer und 0.0 v. H. vom Wert des unbebautn Grundbeſitzes.
Damit hat die hieſige Kirchengemeinde neben der Griesheimer die
nied=
rigſten Steuerſätze in der Umgebung von Darmſtadt, und nur durch
außerordentliche Sparmaßnahmen iſt es gelungen, damit den
Voran=
ſchlag für 1931 auszubalancieren. — Das Telegraphenamt Darmſtadt
läßt zurzeit die örtlichen Fernſprechleitungen in die Erde verlegen.
Da=
mit dürfte nicht nur eine kleine Beſchäftigungsmöglichkeit für die hieſigen
Arbeitsloſen gegeben ſein, ſondern auch die Leitungsſtörungen durch
Ge=
witter und ſonſtige Witterungseinflüſſe beſeitigt werden.
J. Griesheim, 20. März. Vorgeſtern früh 4 Uhr bemerkten einige
Frauen, die mit dem Frühzug auf den Frankfurter Markt fuhren, wie
aus einem Hauſe in der oberen Pfungſtädter Straße Rauchſchwaden
em=
vorſtiegen. Als man nachſah, bemerkte man, daß auf dem Speicher die
Balken aus unbekannter Urſache zu glimmen anfingen. Durch
rechtzei=
tiges Eingreifen konnte ein größerer Brand verhütet werden. Gegen
neun Uhr fingen die Balken erneut zu glimmen an, jedoch konnte das
im Entſtehen begriffene Feuer im Keime erſtickt werden. —
Mufik=
verein=Harmonie=Orcheſter. Das vor 14 Tagen unter der
Leitung des Herrn Ernſt Reifenrath ausgeführte Konzert des
Vereinig=
ten Orcheſters hat bei dem Publikum eine derart begeiſterte Aufnahme
gefunden, daß ſich das Orcheſter auf allgemeinen Wunſch zu einer
Wie=
derholung desſelben am Sonntag, den 22. März, im Feſtſaal „Zum
grünen Laub” entſchloſſen hat.
Cp. Pfungſtadt, 20 März. Ihren 82. Geburtstag konnte am
heutigen Freitag die Witwe L. Haſſenzahl 6., wohnhaft Sandſtraße,
be=
gehen.
* Nieder=Ramſtadt=Traiſa 19. März. In der Schule zu Nieder=
Ramſtadt (Bahnhofſtraße) fand der erſte Abend des für unſere beiden
Gemeinden angekündigten Erwerbsloſen=Fortbildungskurſus ſtatt. In
kurzer Begrüßung eröffnete Dr. Georgi (Nieder=Ramſtadt) im Namen
der Veranſtalter den Kurſus, der ſich als beſcheidenes Glied einfügen
will als helfender Dienſt für die Not der am ſtärkſten und
unmittel=
barſten leidenden Brüder und Volksgenoſſen. Es wurde kurz die
Tat=
ſache erläutert, wie es dazu kam, daß die Ortsgruppe Traiſa=Nieder=
Ramſtadt des Jugendherbergsverbandes den Kurſus veranſtaltet. In
der Mitglieder=Verſammlung, die vor 14 Tagen ſtattfand, wurden durch
die Vertreter der Jugendgruppen Wünſche laut zur Veranſtaltung eines
ſolchen Vortragskurſus. Da faſt alle Vereine und Verbände, die
jugend=
liche Mitglieder haben, der Ortsgruppe des V.d.J. angeſchloſſen ſind,
dazu tatkräftige Menſchen aus den verſchiedenſten Lagern ſowie Rektor
und Bürgermeiſter von Nieder=Ramſtadt vertreten ſind, war es möglich,
in kürzeſter Zeit eine feſte Teilnehmerzahl zu ermitteln und mit einem
Programm an die Oeffentlichkeit zu treten. Nicht alle Wünſche konnten
Berückſichtigung finden. So wurde es auch von ſeiten des
Lehrer=
kollegiums bedauert, daß auf ſeine Bereitwilligkeit zur Mitarbeit nicht
mehr Rückſicht genommen worden iſt bei den in Vorſchlag gebrachten
Themen. Erfreulich bleibt trotzdem die Tatſache, daß der Kurſus
zu=
ſtande gekommen iſt und Intereſſe auf allen Seiten findet. Als erſter
Vortragender hielt dann Herr Gewerkſchaftsſekretär Richter aus
Darm=
ſtadt ſeinen klaren, umfaſſenden und leicht für jeden Teilnehmer
ver=
ſtändlichen Vortrag über Erwerbsloſenverſicherung‟. Die rege
Teil=
nahme an den z. T. durch Frage und Antwort lebendigſt geſtalteten
Ausführungen mögen für den Referenten der beſte Dank ſein.
Ver=
dienſtvoll iſt es geweſen, daß durch ihn eine ſo einſchneidend wichtige
Frage wie die der Ordnung von Arbeitsvermittlung und
Erwerbs=
loſenverſicherung einem großen Hörerkreis aus unſeren beiden
Gemein=
den durch einen erfahrenen und ſachverſtändigen Vertreter vorgetragen
wurde, wofür auch an dieſer Stelle Herrn Richter gedankt ſei.
k. Roßdorf, 20. März. Nutzholzverſteigerung. Am
Mon=
tag, den 23. März, findet im Rathaus eine Nutzholzvevſteigerung aus
dem Roßdörfer Gemeindewald ſtatt; näheres ſiehe Anzeigenteil. —
Lie=
dertag. Der Geſangverein „Liederzweig” veranſtaltet am Sonntag,
den 22. März, nachm. von 3 Uhr ab, einen Liedertag im Saale „Zur
Sonne”, wozu eine Reihe Vereine ihre Mitwirkung zugeſagt haben. Der
Beſuch der Veranſtaltung iſt zu empfehlen.
T. Spachbrücken, 20. März. Der Kaufmann M. hier, der zugleich
Rechner zweier hier beſtehender Genoſſenſchaften, der Spar= und
Dar=
lehnskaſſe und der Landwirtſchaftlichen Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaft
war, hat ſich einer nachgewieſenen Urkundenfälſchung und noch anderer
unehrenhafter Uebertretung ſeiner Dienſtvorſchriften ſchuldig gemacht
und wurden dieſerhalb in Haft genommen. Der den obengenannten
Ge=
noſſenſchaften erwachſene Defizitbetrag iſt nicht unbeträchtlich, kann aber
durch vorhandene Gegenwerte gedeckt werden, ſo daß eine beſondere
Be=
laſtung für die Genoſſenſchaftsmitglieder nicht ſtattzufinden braucht. —
Anläßlich der vorgeſtern abend im Saale des Gaſthauſes Schröder
ſtatt=
gefundenen Generalverſammlung, in der zwecks Regelung dieſer
Ange=
legenheit die Landesgenoſſenſchaftsbank fowie auch der Verband der heſſ.
landw. Genoſſenſchaften vertreten waren, wurde damn auch ſofort an
Stelle des ſeitherigen, in der Perſon des Wilhelm Niebel, ein neuer
Rechner gewählt.
— Gernsheim, 2. März. Waſſerſtand des Rheins am
19. März 0.99 Meter, am 2. März 1.00 Meter.
— Kirſchhorn, 2. März. Waſſerſtand des Neckars am
19. März 1,82 Meter, am 2. März 181 Meter.
Man iſt nur ſo alk, wie man ausſiehl.
deshalb benutze man das weltberühmte Exlepäng”. Gibt ergrautem
Haare die Jugendfarbe auf natürlichem Wege wieder. Wirkt nach und
nach. Vollſtändig unſchädlich. Seit 33 Jahren Weltruf. Von tauſenden
Aerzten Progeſſoren uſw. gebraucht und empofhlen. Preis 6,30 RM.
Für ſchwarze Haare „Extra ſtark” 10,80 RM. Erhältlich in
Parfü=
merien, Friſeurgeſchäften Drogerien uſw. wo nicht, direkt zu haben
Parfümeriefabrik „Exlepäng”, Berlin SS. 131, Muskauer Straße 9.
Al.35
Scite 8
Samstag, den 21. März
1931
Nachrichken des Siandesaels Darmftadt.
Geſtorbene. Am 13. März: Kriegk, Louiſe, geb. Walther, 81
J., Witwe des Kaufmanns, Rheinſtr. 17. Pfeifer, Georg Peter,
Landwirt, 21 J., ledig, Unter=Oſtern, hier, Grafenſtr. 9. Krämer,
Eliſabetha, geb. Scholl, 77 J.. Witwe des Oberpoſtſchaffners i. R.,
Wenckſtr. 37. Am 14. März: Mangold, Chriſtiane Marie, geb.
Weigold, 34 J., Ehefrau des Kaufmanns. Beſſungerſtr. 44.
Ste=
phany Max Eberhardt, 72 J., Kanzleiſekretär i. R.,
Kranichſteiner=
ſtraße 55. Am 15. März: Neumann, Hans, 1 Monat, Gießen, hier,
Heinheimerſtr. 21. Am 14. März: Glock, ePter, Bäckermeiſter,
59 J., Alsbach, hier Erbacherſtr. 25. Bodenſohn, Ludwig Theodor,
Forſtwart, Pallaswieſenſtr. 60. Am 15. März: Kirſch, Martin
Friedrich. Kaufmann, 21 J., ledig, Frankfurt a. M., Niddaſtraße.
Schunk, Margarete, geb. Konig, 51 J., Ehefrau des Weißbinders,
Arheilgen, hier, Grafenſtr. 9 Roſignol, Georg Philipp, II.,
Pflaſterer, Roßdorf, hier, Grafenſtr. 9. Am 16. März: Launſpach,
Wilhelm, Zugführer i. R., 77. J., Liebfrauenſtr. 29. Sperzel,
Chriſtine. geb. Naas, Ehefrau des Lokomotivführers, Mollerſtr. 10.
Fiſcher Georg Michael, 71 J., Privatier, Gardiſtenſtr. 16. Am
17. März: Lenges, Philipp Emil. Schloſſer, 61 J., Taunusſtr. 52.
Rädche, Georg, Fuhrmann, 70 J.. Bensheim a. d. B., hier,
Grafen=
ſtraße 9. Scharfenberg, Emma, ohne Beruf, ledig, Grafenſtraße 9.
Am 18. März: Zöller, Heinrich, Oberſteuerſekretar, 28 J.. Fürth
i. Odw., Landgraf=Georg=Straße 100. Am 19. März: Alt,
Ba=
bette, geb. Schuhmann, 42 J., Ehefrau des Schloſſers,
Steinacker=
ſtraße 15. Zöller, Eliſabethe, geb. Laub. 75 J., Witwe des
Loko=
motivführers i. R., Mollerſtraße 37. Lohnes, Johann Leonhard,
Regierungsrat i. R., 84 J., Frankfurter Straße 86. Kleiß,
Katha=
rine, geb. Rühl, 70 J.. Witwe des Oberpoſtſekretärs,
Frankfurter=
ſtraße 37. Am 20. März: Polſter, Heinrich, 3 Tage, Pfungſtadt,
hier Grafenſtraße 9.
Kirchliche Nachrichken.
Samstag, 21. März.
Stadttirche. Abends 6 Uhr: Vorbereitungsgottesdienſt für die
Markusgemeinde. Pfarrer Vogel.
Stadtkapelle. Abends 8 Uhr: Vorbereitungsgott=Sdienſt für die
Kaplaneigemeinde. Pfarrer Heß.
Schloßkirche. Abends 6 Uhr: Vorbereitungsgottesdienſt für die
Schloßgemeinde. Dekan Zimmermann. — Abends 8.30 Uhr: Andacht.
Martinskirche. Abends 6 Uhr: Beichte. Pfarrer Bergér.
Johanneskirche. Abends 6 Uhr: Vorbereitungsgottesdienſt. Pfr.
Goethe.
Stiftskirche. Abends 8 Uhr: Paſſionsbetſtunde.
Sonntag (Judica), 22. März.
Stadtkirche. Vorm. 9.30 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Konfirmation
und Feier des heil. Abendmahls für die Markusgemeinde. Pfr. Vogel.
Kollekte für die Gemeindepflege. — Der Kindergottesdienſt fällt aus.
— Nachmittags 2 Uhr: Vorſtellung und Prüfung der Konfirmanden
der Neformationsgemeinde (Weſtbezirk). Pfarrer Wagner. — Nachm.
4 Uhr: Vorſtellung und Prüfung der Konfirmanden der
Reformations=
gemeinde (Oſtbezirk). Pfarrer Lautenſchläger. — Abends 8 Uhr:
Kir=
chenkonzert zum Beſten der Nothilfe der evangel. Stadtgemeinde.
Mit=
wirkende: Erna Stoll (Alt), Ludwig Borngäſſer (Orgel) und
Kirchen=
geſangverein der Stadtkirche, unter Leitung von Wilhelm Borngäſſer.
Preiſe 1 Mk. und 50 Pfg.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—6 Uhr zu ſtiller Andacht
ge=
öffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 9.30 Uhr: Hauptgottesdienſt mit
Konfirma=
tion und Feier des heiligen Abendmahls für die Kaplaneigemeinde.
Pfarrer Heß. Kollekte für die Gemeindepflege der Kaplaneigemeinde.
— Vorm. 11.15 Uhr: Der Kindergottesdienſt findet im Gemeindehaus
ſtatt.
Mittwoch, den 25. März, abends 6 Uhr: 6. Paſſionsandacht: Die
Krenzigung. Dekan Zimmermann.
Schloßkirche. Vorm. 9.30 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Konfirmation
und Feier des heiligen Abendmahls für die Schloßgemeinde. Dekan
Zimmermann. Kollekte für die Gemeindepflege der Schloßgemeinde.
Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte:
Donners=
tag, 26. März, abends 8 Uhr: 6. Paſſionsandacht. Pfarrer
Lauten=
ſchläger
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, den 24. März, abends
8 Uhr: Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Donnerstag, den
26. März, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. —
Samstag, B. März, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadtge=
meinde, Poſaunenchor.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17), Sonntag, vorm. 11.15 Uhr:
Kin=
dergottesdienſt in der Stadtkapelle. Pfarrer Kleberger. — Abends
8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (gemeinſamer Abend)
— Montag, 23. März, abends 8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde
(ältere Abteilung). Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. —
Diens=
tag, 24. März, abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkirche.
Jugend=
vereinigung der Stadtgemeinde (ältere Abteilung).
Mädchenvereini=
gung der Reformationsgemeinde (jüngere Abteilung). — Mittwoch, den
25. März, nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde. Frauenverein
der Lukasgemeinde (Guſtav=Adolf=Kreis). Abends 8 Uhr: Kirchenchor
der Stadtkapelle und Schloßkirche. Jugendbund der Markusgemeinde
(ältere Abteilung). Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ält.
Abteilung). — Donnerstag, 26. Marz, abends 8 Uhr: Jugendbund der
Lukasgemeinde (jüngere Abteilung). 8.15 Uhr:
Gründungsverſamm=
lung der Berufsorganiſation der evangeliſchen Hausgehilfinnen.
Freitag, 27. März, abends 8 Uhr: Jugendbund der Markusgemeinde
(jüngere Abteilung). Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Landeskirchenrat D. Waitz.
Krankenpflege durch Diakonen: Hauptſtation im Diakonenheim,
Heidelberger Straße 21. Fernſprecher 2883.
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17. Vorderhaus, eine
Treppe. Sprechſtunden vorm. von 8—12 Uhr und nachm. (außer
Sams=
tags) von 5—6 Uhr. Fernſprecher 4584. Jugendfürforge,
Jugendge=
richtshilfe, Soziale Gerichtshilfe, Beratung in
Wohnungsangelegenhei=
ten, Eheberatung, Trinkerfürſorge, Wanderer= und Gefangenenfürſorge.
— Rechtauskunftsſtelle (auch für Steuer= und
Verſicherungsangelegen=
heiten), Spreckſſtunden nur vormittags, außer Mittwochs und Samstags.
Martinskirche. Vorm. 9 Uhr: Konfirmation der 2.
Konfirmanden=
abteilung der Martinsgemeinde Weſt mit Feier des heiligen
Abend=
mahls. Pfarrer Dr. Bergér. Kollekte für kirchliche Zwecke. Vorm.
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer
Beringer. Nachm. 3.30 Uhr: Vorſtellung und Prüfung der 2.
Kon=
firmandenabteilung der Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer Köhler. 6 Uhr
abends Predigtgottesdienſt. Pfarrer Beringer,
Mittwoch, 25. März, abends 8 Uhr: 6. Paſſionsandacht. Pfarrer
Beringer.
Martinsgemeinde. (Kirchliche Veranſtaltungen): Dienstag, den
24. März, abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Kirchenchor; im
Gemeinde=
haus: Jugendvereinigung. — Donnerstag, 26. März, abends 8 Uhr:
im Martinsſtift: Mädchenvereinigung (Oſt); im Gemeindehaus:
Mäd=
chenvereinigung (Weſt); Mauerſtraße 5: Poſaunenchor. — Freitag, den
27. März, abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Mütterabend (Oſt); im
Ge=
meindehaus: Mütterabend (Weſt); Jugendvereinigung (ältere Abt.).
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Konfirmation der Konfirmanden
des Südbezirks. Pfarrer Goethe. — Der Kindergottesdienſt fällt aus.
— Nachm. 3 Uhr: Vorſtellung und Prüfung der Konfirmanden des
Nordbezirks. Pfarrer Marx.
Mittwoch, 25. März, abends 8 Uhr: 6. Paſſionsandacht in der
Kirche. Pfarrer Marz.
Veranſtaltungen: Montag, 23. März, abends 8 Uhr:
Kir=
chenchor und Mütterabend.
Die Johanneskirche iſt vormittags von 7.30—5 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10
Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker. — Nachm 3 Uhr: Prüfung
der Konfirmanden. Pfarraſſiſtent Becker.
Dienstag, den 24. März, abends 8 Uhr: Fünfte Paſſionsandacht,
Pfarraſſiſtent Becker.
Veranſtaltungen: Mittwoch, 25. März, abends 8 Uhr:
Vor=
tragsabend Pfarrer Dr. Bergér über: „Der Proteſtantismus im Kampf
der Zeit‟. — Donnerstag, 26. März, abends 8 Uhr: Mütterabend.
Beffunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarrer Weiß. Vormittags 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt (
Oſt=
bezirk). Pfarrer Weiß. Nachm. 3 Uhr: Vorſtellung und Prüfung der
Konfirmanden des Weſtbezirks. Pfarrer Irle,
Veranſtaltungen: Sonntag, 22. März, abends 7.30 Uhr
Gemeindeabend mit Vortrag von Pfarrer Dr. Bergér über: „
Katholi=
ſche Aktion und edangeliſche Aktivität‟ Montag, 23. März, abends
8.15 Uhr: Mädchenvereinigung. — Dienstag, 24. März, abends 8.15
Uhr: Mädchenvereinigung: Heimabend (Gruppe 1). — Mittwoch, den
25. März, abends 8 Uhr: 7. Paſſionsandacht. Pfarrer Weiß. —
Don=
nerstag, den 26. März, abends 8 Uhr: Mütterabend. — Freitag, den
27. März, abends 8 Uhr: Mädchenchor. — 8.15 Uhr: Kirchenchor. 8.15
Uhr: Mädchenvereinigung: Heimabend (Gruppe 2). — Samstag, den
28. März, abends 7.30 Uhr: Singekreis.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Müller.
Borm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Müller. Vorm. 11.15
Uhr: Sitzung der Kirchengemeindevertretung im Saal. Nachm. 3 Uhr:
Prüfung und Vorſtellung der Konfirmanden des Weſtbezirks. Pfarrer
Müller.
Veranſtaltungen: Sonntag, 22. März, abends 8 Uhr:
Ju=
gendvereinigung. — Montag, B. Marz, abends 8 Uhr: Jugendbund.
— Dienstag, 24. März, abends 8 Uhr; Kirchenchor. — Mittwoch, den
5. März, abends 8 Uhr: 6. Paſſionsandacht. Pfarrer Müller.
Donnerstag, 2. März, abends 8 Uhr: Mütterabend. — Freitag, den
27. März, abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Samstag, 28. März, abends
8 Uhr: Jugendvereinigung.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck.
Vorm 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Evangel. Sonntagsverein:
Nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Paſ=
ſionsandacht.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde.
— Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3.30 Uhr: Bibelſtunde.
Prediger Neuber. — Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. —
Abends 8.30 Uhr: Männerbibelſtunde. Thema: „Was iſt das heilige
Abendmahl und was wirkt es in denen, die es gebrauchen?” —
Diens=
tag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. Herr Bringmann. Abends
8.30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. — Mittwoch, abends 8.15 Uhr:
Gemiſchter Chor. — Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Herr
Bringmann. — Freitag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der
Kinder=
ſchule, Beſſungerſtraße 80. Prediger Neuber. — Samstag, abends
8.15 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, nachm. 2.30 Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — Nachm. 4.45 Uhr:
Bibelbe=
ſprechſtunde für junge Mädchen. Abends 8.30 Uhr: Gebetsſtunde und
Spielkreis für junge Mädchen. — Dienstag, abends 8.30 Uhr:
Mädchen=
kreis. — Abends 8.30 Uhr: Führerbeſprechung mit Zollſekretär Otto.
— Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund. Abends 8.15 Uhr:
Freundes=
kreis für junge Männer. Vortrag von Herrn Bringmann: „
Geheim=
niſſe des Traumlebens”. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde
für junge Männer.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen im Freundinnenheim,
Sandſtraße 24. Jeden Donnerstag abend 8.15—10 Uhr:
Zuſammen=
kunft. — Mittwoch abend 8.30—9,30 Uhr: Zuſchneiden und Nähen.
Ab=
wechſelnd mit Leſeabend. — Donnerstag, 26. März, abends 8.15 Uhr:
Gründung der Berufsvereinigung evangel. Hausgehilfinnen im Evgl.
Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. — Donnerstag, 2. April: Kirchgang.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22.
Infan=
terie=Kaſerne, Hof links), Sonntag, abends 8 Uhr: Familienabend.
Studienrat Knöpp ſpricht über: „Warum mußte Jeſus ſo ſchwer
ſter=
ben?‟ — Dienstag, abends 8.30 Uhr: Jungvolkabend. — Mittwoch,
abends 8.30 Uhr: Hauptabteilung: Bibelabend über Matth. 27 1—31:
„Verurteilt und verhöhnt”. — Donnerstag: Heimabend. — Freitag,
abends 8.30 Uhr: Turnen. — Sonntag, 29. März, Vortrag über: „
In=
duſtrie und Technik von heute” von Nöll. — Mittwoch, nachm. 3—6 Uhr:
Jungſcharſtunde (Buben von 10—14 Jahren).
B.=K. im Bund deutſcher Bibelkreiſe, Darmſtadt, Alexanderſtr. 22.
Samstag, 21. März, nachm. 3 Uhx: Botaniſcher Garten: Geländeſpiele
(15 Pfg.: Speergebühr). — Mittwoch, 25. März, abends 8 Uhr:
Heim=
abend für Treuburg. — Donnerstag, 26. März, abends 8 Uhr:
Heim=
abend für Aeltere. — Samstag, 28. März: Beginn der Oſterfreizeit auf
dem Otzberg.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße). Sonntag, den 22. März, 10 Uhr:
Menſchenweihe=
handlung mit Predigt. 11.20 Uhr: Kinder=Sonntagshandlung.
Möttlinger Freundeskreis: Montag, den B. März, abends=8 Uhr,
im Feierabend (Stiftſtraße 51): Bibelſtunde.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Methodiſten=Gemeinde (Evang. Freikirche), Wendelſtadtſtraße 38.
Sonntag, vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule; abends 8 Uhr: Predigt.
Thema: „Das Muß im Leben Jeſu”, Prediger E. Bültge. — Mittwoch,
25. März, abends 8 Uhr= Bibel= und Gebetſtunde. Prediger E. Bültge.
— Freitag, 27. März, abends 8 Uhr: Frauen=Miſſionsverein.
Advent=Gemeinde, Waldſtraße 18. Sonntag, den 22. März:
Reli=
gions= und Erſatzunterricht am Vormittag für Kinder. Abends 8 Uhr
Oeffentlicher Vortrag: Warum gibt es ſo viele unglückliche Frauen?”
— Montag, den 23. März: Heimabend und Singſtunde. — Mittwoch,
den 25. März, abends 8 Uhr: Tabeaſtunde — Freitag, den 27. März:
Taufe. — Samstag, den 28. März, vormittags: Sabbatſchule, Predigt
und Abendmahl. Nachmittags 3 Uhr: Jugendſtunde.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriatian Selense Soelet
in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule (Neckarſtraße 3). Cottesdien
jeden Sonntag, vormittags 10 Uhr, und jeden erſten und dritten Mi
woch im Monat, abends 8.15 Uhr. Thema am 22. März; Mater
Predigt: Pſalm 46, 7.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm. 11
Uhr: Sonntagsſchule; nachm. 3—6 Uhr: Konferenz (Gegenſtand
Betrachtung: Hebräerbrief Kap. 1). — Mittvoch, den 25. März, aben
8.15 Uhr: Gebetſtunde. — Freitag, 27. März, abends 8.15 Uhr: 9
trachtung des Wortes Gottes (2. Theſſ., Kap. 2—3).
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Sonntag, vorm. 10 u1
Predigt (Seminariſt Bay=Frankfurt); 11 Uhr: Sonntagsſchule; aber
8 Uhr: Predigt (Seminariſt Bay=Frankfurt). — Montag, abends 8
Uhr: Jugendverein. — Dienstag, abends 8.15 Uhr: Singſtunde,
Donnerstag, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt, Mollerſtraße 40. Sonntag, 1
22. März, vorm. 9.30 Uhr: Andacht. (Prediger Kruſt.) Vorm. 11
Uhr: Sonntagsſchule. — Jugendbundſtunde und Abendverſammlu
fallen aus. — Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Gemeinde gläubig gethufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße
Sonntag, den 22. März, vorm. 9.30 Uhr: Gottesdienſt: „Vom Bleil
in Jeſu” (nach Joh. 15). Um 11 Uhr Sonntagsſchule. Nachm. 3 1
Sonntagsſchule und Jugendfeſt. Abends 8.15 Uhr: Evangeliſatio
verſammlung: „Wie wird man ein Kind Gottes?” Prediger B. F
Kaſſel. — Mittwoch, 25 März, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde. — F
tag, 27. März, 8.30 Uhr: Gebetsverſammlung.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3. Sonntag, vorm. 10 Uhr: He
gungsverſammlung. 11.30 Uhr: Kompagnieverſammlung. Nachm.
3 Uhr: Wegweiſer=Unterricht. 5 Uhr: Kinderverſammlung. Abe=
8 Uhr: Heilsverſammlung. — Montag, abends 8 Uhr: Jugendliga.
Dienstag, abends 8 Uhr: Mitgliederverſammlung. — Mittwoch, nad
5 Uhr: Kinderverſammlung; abends 8 Uhr: Heilsverſammlung.
Donnerstag, abends 8 Uhr: Heimbund. — Freitag, abends 8 U
Heiliaungsverſammlung.
Altkatholiſcher Gottesdienſt. Sonntag, 22 März, vorm. 10.30U
Altkatholiſcher Gottesdienſt im evangeliſchen Gemeindehauſe, Kiesſtr
Nr. 17. Pfarrer Dr. Weeber, Offenbach.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I, Hindenburgſtraße (eh
Kaſino). Sonntag, den 22. März, vorm. 9.30 und nachm. 4 Uhr z
Mittwoch, den 25. März, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II, Bismarckſtraße 54. So
tag, den 22. März, vorm. 9.30 Uhr und nachm. 4 Uhr Mittw.
den 25. März, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
— Ruſſiſche Kirche auf der Mathildenhöhe. Beſichtigung täg
vormittags von 10—12.30 Uhr, nachmittags von 3—7 Uhr.
Auswärtige Gemeinben.
Evangeliſche Gemeinde Eberſtadt. Sonntag, den 22. März, vo
9.45 Uhr: Hauptgottesdienſt. Anſchließend: Kindergottesdienſt. N
mittags 2 Uhr: Vorſtellung und Prüfung der Konfirmanden. — M
tag, 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar 2. — Dienstag: Frauenabend,
A=
trag von Frau Dr. Hemme=Villenkolonie über „Oberammergauer 9. — Mittwoch: 4 Uhr: Mädchenjungſchar 3; 5.30 Uhr:
Bul=
jungſchar 1: 8 Uhr: Kirchenchor. — Donnerstag: 5.30 Uhr:
Mädd=
jungſchar 1: 8 Uhr: Gemeinſamer Abend der Jungen= und
Mädd=
gruppe . — Freitag: 5.30 Uhr: Bubenjungſchar 2: 8 Uhr:
Paſſit=
andacht.
Provinzial=Pflege=Anſtalt. Vormittags 10 Uhr: Gottesdienſt. P
rer Orth.
Evangel. Gemeinde Traiſa. Sonntag, vorm. 10 Uhr: Gottesdi ſt
mit Vorſtellung der Konfirmanden. 11 Uhr: Kindergottesdienſt der
13 Uhr: Kindergottesdienſt der Kleinen. 20 Uhr: Paſſionsandacht.
Dienstag: Mädchengruppe. — Mittwoch: Bubengruppe. — Donnerst
Frauenabend.
Evangel. Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, vorm. 10 u4
Hauptgottesdienſt. Vorſtellung der diesjährigen Konfirmanden. 8
abends: Paſſionsandacht. — Montag: Jugendvereinigung und Kird /
chor. — Mittwoch: Kirchenchor. — Freitag: Jungmädchenverein.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Ck=
tesdienſt. Vorſtellung und Prüfung der Konfirmanden. Kollekte.
8 Uhr: Paſſionsandacht. — Montag: Jugendverein. — Dienstag,
Uhr: Bücherausgabe. 8.30 Uhr: Bibelſtunde. — Mittwoch: Kirchene
— Donnerstag: Poſaunenchor. Helferbeſprechung im Pfarrhaus.
Freitag: Mädchenverein. — Samstag: Jugendverein.
Evangel. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Hat=
gottesdienſt. Nachm. 1.30 Uhr: Vorſtellung und Prüfung der Kor
manden Abends 8 Uhr: Fünfter Paſſionsgottesdienſt. — Mont
Frauenverein. — Dienstag: Kirchengeſangverein und Poſaunenchor.
Donnerstag: Jungmädchenverein. — Freitag: Jugendbund Wartb=
Evangel. Gemeinde Erzhauſen. Sonntag, vorm. 10 Uhr: Vor
lung der Konfirmanden; abends 8 Uhr: Bibelſtunde; abends 9 u
Jugend. — Dienstag: Frauenabend. — Mittwoch: Jungmannſchaft.
Donnerstag: Kirchenchor. — Freitag: Mädchenvereinigung. — Sa
tag: Jungmannſchaft.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte Darmſtädter Straße
Sonntag, den 22. März, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den
März, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt, Weingartenſtraße 35. Sc
tag, den 22. März, vormittags 9.30 Uhr und Donnerstag, 26. M
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt Bahnhofſtraße
Sonntag, den 22. März, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den
März, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim, Groß=Gerauer Straße
Sonntag, den 22. März, nachmittags 4 Uhr, und Mittwoch, B.
M=
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf Dieburger Straße 22. Sonn
den 22. März, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 25. März, abe
8 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt, Bahnhofſtraße 22. Se
tag, den 22. März, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 26. M
abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Rüfſelsheim, Mainzer Straße 82. So
tag, den 22 März, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 2. Me
abends 8 Uhr: Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Eberſt
Pfungſtädter Straße 7 I (Reſtauration zur Harmonie): Jeden
Donn=
tag, abends 8 Uhr: Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Reinhein
Odw., Kirchſtraße 93. Jeden Samstag, abends 8 Uhr: Bibelſtud
mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Auerb
Darmſtädter Straße 28. Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr: Bibelſtudi
mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung. Ortsgruppe Bickenb
Darmſtädter Straße 69. Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr: Bil
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Tannenstraße 19
Vermählte
Am Sonntag, dem 22. März, nachmittags ½3 Uhr, findet
insere kirchliche Frauung in der Martinskirche statt
Statt Karten.
Für die vielen Blumen, Geſchenke und
Glück=
wünſche anläßlich unſerer Vermählung ſagen
wir unſeren herzlichſiten Dank.
Hans Scheid u. Frau, geb. Becker
Donrersbergring 28 (Autovermietung!.
Todes=Anzeige.
Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen,
nach kurzem ſchweren Leiden meinen guten,
treu=
beſorgten Gatten und Vater, unſeren lieben Sohn,
Bruder, Schwager und Onkel
Hanlinksei
Meitn
Bauinſpektor
heute früh im Alter von 55 Jahren zu ſich in die
Ewigkeit abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen=
Eliſabeth Ruppel, geb. Hufnagel.
Seeheim, den 20. März 1931.
(4459
Die Beerdigung findet Sonntag, den 22. März,
nach=
mittags 4 Uhr, vom Trauerhauſe aus ſtatt.
Für die uns beim Hinſcheiden und bei der
Beerdigung unſerer geliebten Schweſier
und Tante
Emma Scharfenberg
erwieſene Teilnahme ſprechen wir Allen
herzlichen, aufrichtigen Dank aus.
Familien Maurer u. Otto.
Darmſiadt, den 20. März 1931.
74428
Todes=Anzeige.
Am Mittwoch, den 18. März, abends ½8 Uhr, verſchied im
Eliſa=
bethenſtift zu Darmſtadt an den Folgen eines Unfalle3 mein lieber,
herzensguter Gatte, unſer treuſorgenter Vater, Sohn und Bruder,
Schwiegerſohn, Schwager und Onkel
Herr Heinrich Zöller
Oberſteuerſekretär in Fürth i. Odw.
im Alter von 28 Jahren.
Wir bitten um ſtille Teilnahme.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Margar. Zöller Wwe, geb. Klink
und Kinder.
Griesheim, den 19. März 1931,
14427
Die Beerdigung findet heute Samstag nachmittag /3 Uhr in
Griesheim vom Trauerhauſe, Beſſungerſtraße 41 aus ſtatt
Hierdurch die traurige
Nach=
richt, daß infolge eines
Un=
falles mein lieber Sohn,
Bru=
der, Bräutigam, Schwiegerſohn,
Schwager und Onkel
Briedrich Spahn.
im Alter von 27 Jahren uns
entriſſen wurde.
In tiefer Trauer
B. Wiemer, F. Gaube,
nebſt Angehörigen.
Darmſtadt, Mannheim.
Die Beerdigung findet am 21.
März 1931, nachm. 3 Uhr, auf
dem Waldfriedhof ſtatt.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es
ge=
fallen, geſtern früh unſere liebe
Tante, Schweſter u. Schwägerin
Frau Kätchen Kleiß
Wtw. des Oberpoſtſekretärs i. R.
nach langem, ſchwerem, mit
gro=
ßer Geduld ertragenem Leiden
zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.
Die trauernden
Hinterbliebenen:
Eliſabeth Rink Witwe,
geb. Rühl.
Vereinigung
früherer
Leibgardiſten
Darmſtadt.
Nachruf.
Am Sonnfag, den 15. März 1931
veiſchied unſer treues Mitglied
Kamerad
Karl Kern
Bäckermeiſter.
Die Beerdigung fand am
Donners=
jag, den 19. März 1931 ſtatt.
Wir werden dem verſiorbenen
Kame=
raden ſteis in Treue gedenfen.
4784)
Der Vorſtand.
Gewerbetrelbende, Handwerker.
Beamte, Landwirte
treten der
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Samstag, den 21. März 1931
Die 98er fahren am morgigen Sonntag zu ihrem letzten Spiel
in der Weſtgruppe nach Mainz, um auf dem Sportplatz am Fort
Bingen gegen Mainz 05 anzutreten. Auf die Entſcheidung der
Meiſterſchaftsfrage iſt das Spiel ohne jeden Einfluß, da dem
Ver=
teidiger des Süddeutſchen Meiſtertitels der 1. Tabellenplatz in der
Weſtgruppe nicht mehr zu nehmen iſt. Trotzdem hofft der
zahl=
reiche Anhang der Lilienträger daß dieſe auch in dem
bevor=
ſtehenden Treffen mit höchſtem Eifer beſtrebt ſind, ſich den Sieg
zu ſichern. Es gilt nämlich wie in den Verbandsſpielen,
inner=
halb des engeren Bezirks auch die Spielrunde der Weſtgruppe
un=
beſiegt abzuſchließen. Nachdem in den ſeitherigen diesjährigen
21 Verbandsſpielen keine Niederlage eingeſteckt werden mußte, iſt
os einer ſpieleriſchen Aufopferung wert, auch den letzten Kampf,
obwohl er für die Meiſterſchaftsentſcheidung bedeutungslos iſt,
ſiegreich zu beenden.
Vor eine ſchwere Aufgabe ſind die Ligareſerven der
98er geſtellt. Sie treten in Weinheim gegen die 1.
Mann=
ſchaft des Turnvereins Jahn an. Die Weinheimer
Tur=
nerelf iſt innerhalb der Deutſchen Turnerſchaft als äußerſt
ſpiel=
ſtark bekannt; ihr Können geht wohl am beſten daraus hervor,
daß erſt vor kurzem der V. f. R. Mannheim eine einwandfreie
en mußte. Die 98er
Reſerven haben am vergangenen Sonntag gegen den A=Meiſter
Olympia Biebesheim ihr gediegenes Können in einem 11:3=Sieg
bewieſen. Durch einen Sieg gegen Turnverein Jahn Weinheim
würden ſie zeigen, daß ſie wahrhaft über Ligakönnen verfüger
Polizei Darmſtadt — 35B. Frankfurk.
Kommenden Sonntag, um 11 Uhr vormittags, empfängt die
Polizeiliga zu einem noch rückſtändigen Verbandsſpiel die
Mann=
ſchaft des F. S.V. Frankfurt. Die Frankfurter, die im Vorſpiel
ihre Spielſtarke bewieſen haben und die Polizei mit 2:1 Toren
ſchlugen, werden auch in dieſem Spiel ihr Können beweiſen. Eine
äußert harte und zugleich flinke Elf wird den Poliziſten
gegen=
überſtehen. Der Kampf des letzten Sonntags läßt jedoch wieder
berechtigte Hoffnungen auftauchen. Die neue Aufſtellung der
Poli=
zeiliga hat ihre Güte bewieſen und wird hoffentlich auch
weiter=
hin ihre Spielſtärke unter Beweis ſtellen.
Die 2. Jugend der Polizei ſpielt um 11 Uhr in Eppertshauſen.
Die Damen ſpielen um 2 Uhr in Griesheim.
Fr. Tgde. Darmſtadt — Offenbach.
Am Sonntag tritt Offenbach mit drei Mannſchaften zu
Freund=
ſchaftsſpielen am Müllersteich an. Es wird nach dem Spiel gegen
Langen eine Erholung ſein, wieder einmal ein Spiel ohne den Kampf
um die Punkte zu ſehen. Darmſtadt tritt mit derſelben Aufſtellung wie
am letzten Sonntag an. Mit wechſelndem Erfolg haben die beiden
Mannſchaften ſchon die Klingen gekreuzt. Offenbachs Elf iſt auf allen
Poſten gut beſetzt. Sie war im Endſpiel um die Meiſterſchaft der
3. Kreisklaſſengruppe und unterlag gegen Ober=Roden erſt in der letzten
Minute mit 2:1 Toren. Am Sonntag wird Offenbach nun alles
daran=
ſetzen, ein günſtiges Reſultat zu erzielen. Darmſtadt iſt in guter Form,
man wird alſo ein ſpannendes Handballſpiel ſehen können. Die
Mann=
ſchaft unternimmt an Oſtern eine Reiſe nach Nürnberg zu Spielen
gegen Nürnberg=Weſt und Fürth. Auch die Spiele der Ib= und der
Jugendmannſchaft verſprechen ſehr intereſſant zu werden. Spielbeginn
„Mannſch. 3.30 Uhr, Ib 2 Uhr, Jugend 1 Uhr.
Reichsbahn=Bezirks=Handballmeiſterſchaft.
Reichsbahn Mainz — Reichsbahn Darmſtadt.
Am Sonntag fährt Reichsbahn Darmſtadt nach Mainz, um
dort das fällige Bundesſpiel in der Bezirksrunde auszutragen.
Leider muß Darmſtadt auf den noch verletzten Mittelſtürmer
ver=
zichten. Der eingeſtellte Erſatz wird ſich in die Mannſchaft
ein=
paſſen müſſen, wenn die Heinerelf einen Sieg nach Hauſe bringen
will. Vor eigenem Publikum wird die Platzelf ſicher alles
auf=
bieten, um den Darmſtädtern die Punkte abzunehmen. Iſt Mainz
auf eigenem Platz geſchlagen, ſo iſt Reichsbahn Darmſtadt ein gut
Stück der Bezirksmeiſterſchaft näher. Die Mannſchaft fährt ab
Hauptbahnhof 12.41 Uhr. Treffpunkt 12.30 Uhr pünktlich in der
Vorhalle Schlachtenbummler werden gern mit nach dem „Gol=
Mainz” genommen. — Vorher ſpielen die 2. Garnituren.
* Handball in der 9.T.
Werbeſpiel in Bickenbach.
Anläßlich der Gauwaldläufe in Bickenbach ſpielt die erſte Mann
chaft des dortigen Turndereins gegen eine Gau=Auswahlelf.
Bicken=
hach als Zweiter der Kreisklaſſe hatte in der Nunde nicht nur gezeigt,
daß es auf ſeinem Gelände zu ſpielen verſteht, ſondern auch auswärts
eindrucksvolle Siege errungen. Selbſt Arheilgen konnte daheim nur
unentſchieden 2:2 erzielen. Durch die Zuwanderung des Hähnleiner
Schweickert hat die Elf noch eine Verſtärkung erfahren. Durch die
anderweitige Verpflichtung etlicher Vereine konnte nicht die ſtärkſte
Gau=Elf geſtellt werden. Man denke dabei an den Arheilger oder
Bensheimer Innenſturm mit der Langener Verteidigung. Die
Be=
ſetzung der Läuferreihe war von jeher umſtritten, wenn der Arheilger
Braun nicht zur Verfügung ſtand. Immerhin präſentiert die Gau=El
Sbieler, die in ihren Mannſchaften über großes Können verfügen.
Fedoch dürfte ihre bunte Zuſammenſtellung nicht ganz an das Können
einer geſchloſſenen Mannſchaft heranreichen. Sollte es aben
ein=
mal trotzdem klappen, ſo wird gerade dieſes Treffen den würdigen
Abſchluß des Bickenbacher Waldlaufes bilden
Kuhl
sheim
Schneider
teht Spielverbot.
Runkel
Knös
(Egelsbach)
Wenner
(Sprendlingen) (Pfungſtadt,
Spengler
Becker
Wehner
(Arheilgen)
(Büttelborn)
Sommer
Götz
Spalt
(Seeheim) (Arheilgen) (Bensheim)
Leonhard
(Sprendlingen.
Jakobi
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Schweickert
Dingeldey
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Herpel II
Keil
TV. Bickenbach:
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Herpel I
Nachdem der 1. FC. Union nun ſeine Verbandsſpiele beendet hat,
beginnt er am kommenden Sonntag mit dem Spiel gegen den FV.
Hofheim die Runde der Privatzſpiele. Hofheim, eine techniſch ſehr
gute Mannſchaft, iſt ungeſchlagener A=Meiſter im Gau Ried und bewies
durch einen 3:1=Sieg gegen den Kreisligaverein VfL. Lampertheim in
Lampertheim ſeine derzeitige Spielſtärke.
Bei der Ligamannſchaft der Beſſunger werden einige Poſten neu
beſetzt werden, um ſo dem jüngeren Nachwuchs Rechnung zu tragen.
Letzten Endes wird es zu einem intereſſanten Spiel kommen, wobei ſich
der Weg auf den Sportplatz an der Heidelberger Straße lohnen wird.
Spielbeginn 3 Uh
Bikkoria Griesheim — Polizei Darmſtadi.
Zum letzten Verbandsſpiel muß die Ligamannſchaft des Polizei
ſportvereins zur Viktoria Griesheim. Wenn auch Viktoria Griesheim
Tabellenletzter iſt, ſo iſt ſie doch ein ganz beachtenswerter Gegner, das
daran erſichtlich iſt, daß ſie gegen Gegner wie den Meiſter der
diesjäh=
rigen Verbandsrunde, Viktoria Walldorf, 1:0 und gegen Germania
Pfungſtadt 2:1 Toren unterlag. Für die Polizeimannſchaft heißt es
aufpaſſen und das Spiel nicht zu leicht nehmen, ſonſt könnte am
Sonn=
rag eine Ueberraſchung eintreten. Die Mannſchaft muß ſich von
vorn=
herein bewußt ſein, um was es geht, zumal ſie mit Erſatz ſpielen muß.
Das Spiel beginnt um 15 Uhr, und der Platz iſt mit der Straßenbahn
für Schlachtenbummler gut zu erreichen. Die Man=
13.30 Uhr ab Eiſenbahnbrücke (Rheinſtraße
Im weiteren Verlauf der Verbandsſpiele empfangen die Rot=
Weißen am kommenden Sonntag vormittag 11 Uhr auf dem Platz
an der Rheinallee ihren Nachbar Eintracht. Zu dieſem Treffen iſt
zu ſagen, daß gerade die Spiele dieſer beiden Mannſchaften immer
ausnahmslos fair und ſpannend bis zur Schlußminute waren.
Dieſen Sonntag dürfte es um ſo mehr der Fall ſein, als es in
die=
ſem Treffen für beide Parteien um etwas geht. Während Rot=
Weiß das Spiel unter allen Umſtänden gewinnen muß, um nicht
den Eberſtädter Germanen den Weg zur Meiſterſchaft zu ebnen,
bedarf Eintracht ebenſo dringend der Punkte, um evtl. noch für
den 2. Platz in Frage zu kommen. Eintracht hat ſich gerade in
der Rückrunde zu einem äußerſt ſpielſtarken Gegner entwickelt. Die
Mannſchaft tritt ohne den bewährten Mittelſtürmer Ganz an, der
es ablehnt gegen ſeinen alten Stammverein zu kämpfen. Aber
auch Rot=Weiß muß neben den beiden geſperrten Spielern noch
auf ſeinen verletzten Mittel=Läufer Neuber verzichten, ſo daß in
dieſer Hinſicht gut Ausgleich geſchaffen ſein dürfte. Die
Aufſtel=
lung beider Mannſchaften iſt folgende: Eintracht: Langenbach;
Volz, Schäfer; Hoffmann, Zahn, Schäfer 2: Heilig, Straub,
Böhmann, Lang, Mark — Rot=Weiß; Beuel, Eiſinger,
Vogel=
mann, Plößer, Heiſer; Trumpfheller Süßenböck, Fehlberg;
Wett=
engl, Römer; Breuer. Ein ſattelfeſter Schiedsrichter wäre nicht
zuletzt der Wunſch beider Vereine. — Vor dem Hauptſpiel treffen
ſich die 2. Mannſchaften beider Vereine.
Sportverein 1898. Jugend.
2. Jgd. — 1 Jgd. Groß=Zimmern, Stadion, 13.15 Uhr; 3. Jgd.
1. Jgd. Arheilgen, dort 10.45 Uhr: 4. Jgd. — 2. Jgd. Union,
Stadion. 10.15 Uhr: 2 Schüler — 1. Schüler Groß=Gerau,
Sta=
dion, 1.30 Uhr. Alle übrigen Spieler ſind geſperrt.
SC. Ober=Ramſtadt — VfL. Michelſtadt.
Am Sonntag nachmittag 3 Uhr empfängt Sportelub Ober=Ramſtadt
am Schorsberg den VfL. Michelſtadt zum fälligen Verbandsſpiel.
Michelſtadt gehörtz zi den techniſch beſten Maunſchaften der A=Klaſſe.
Beim Vorſpiel konnten die Michelſtädter einen einwandfreien 4:1=Sieg
erzielen. Die Ober=Ramſtädter müſſen deshalb ſchon mit einem guten
Spiele aufwarten, wenn ihnen ein Sieg über die ſpielſtarken Gäſte g
lin
Polizei — Mittelbollenbach.
Am Samstag abend 19 30 Uhr findet der Rückkampf
„der oben bezeichneten beiden Meiſter=Mannſchaften um die
Kreis=
meiſterſchaft in der Polizeiſporthalle, Eſchollbrücker Straße 24,
ſtatt. Den Vorkampf haben die Poliziſten knapp gewonnen. und
hoffen wir, daß ſie ſich bei dem Rückkampf in den oberen Klaſſen
beſſer anſtellen werden. Vielleicht kann dieſer Kampf ſchon die
Entſcheidung in der Kreismeiſterſchaft bringen. Mittelbollenbach
darf unter keinen Umſtänden unterſchätzt werden. Krauß und
Liß=
feldt haben hier Gelegenheit, das wieder gutzumachen, was ſie im
Vorkampf verabſäumt haben. Die Halle iſt geheizt.
Heute abend 7.30 Uhr, in der Polizeiſporthalle, Eſchollbrücker
Straße: Meiſterſchaftskampf Polizei — Mittelbollenbach.
Tiſchkennis-Meiſterſchaften des Bezirks 6.
Am Mittwoch abend gelang es S.=V. 98 in Frankfurt im
Spiel um die Bezirksmeiſterſchaft des Bezirkes 6 (Heſſen, Heſſen=
Naſſau und Rheinprovinz) mit dem überraſchend hohen Reſultat
von 12:3 Punkten, bei 40:18 Spielſätzen Bad Homburg zu ſchlagen.
Die Darmſtädter Mannſchaft Wöbke, Ploch, Bögel, Wargin,
Kel=
ler und O. Keil wies keinen ſchwachen Punkt auf; beſondere
Er=
wähnung verdient der 3:2=Sieg des in hervorragender Form
ſpie=
lenden Ploch gegen den ſüddeutſchen Exmeiſter Salinger.
Am Samstag abend 8 Uhr fällt nun im Bürgerhof.
Eli=
ſabethenſtraße 2, die endgültige Entſcheidung. Bar Kochba
Frank=
furt und Sportverein 98 ſtehen ſich im Rückſpiel gegenüber. Wenn
auch das Vorſpielreſultat 8:7 für Bar Kochba hieß, ſo dürften doch
die 98er d. h. wenn ſie in derſelben Form wie gegen Homburg
ſpielen, dazu befähigt ſein, den Spieß umzudrehen. Sollte ihnen
ein Sieg glücken, dann dürfte ihnen der Titel nur noch ſchwer zu
entreißen ſein. Bar Kochba hat in ſeinen Reihen die beiden
Finaliſten der Süddeutſchen Meiſterſchaft Biener und Schimmel.
gegen die nur ſchwer ein Sieg herauszuholen ſein wird, während
bei Sportverein die Stärke in der ausgeglichenen Mannſchaft
liegt. Es wird alſo zweifellos zu ſpannenden und ausgeglichenen
Spielen kommen, wo oft nur ein Fünfſatzkampf das Spiel
entſchei=
den wird.
1I
Skädke-Betikampf Fr. Tade. Darmſtasl-Ftapkfart.
Im Rückſpiel empfängt heute abend 8½ Uhr, im
Hal=
lenſchwimmbad die Waſſerſportabteilung der Freien
Turn=
gemeinde Darmſtadt die Wettkampfmannſchaft der Freien
Waſſer=
ſportvereinigung Frankfurt. Den Vorkampf konnte Darmſtadt
knapp mit 17:15 Punkten für ſich entſcheiden. Von ſechs Staffeln
konnte damals Darmſtadt drei an ſich bringen, und zwar die
Män=
nerlagenſtaffel, Große Vereinsſtaffel und die Frauenbruſtſtafette.
Dagegen gewann Frankfurt überlegen die Jugend= und
Männer=
bruſtſtafette und mit Handſchlag die Jugendlagenſtafette. Die
Waſſerballſpiele endeten Jugend 3:3, Männer 7:3 für Darmſtadt.
Heute abend wird Frankfurt nichts unverſucht laſſen, die damalige
knappe Niederlage wettzumachen. Ob dieſer Vorſatz allerdings
gelingt, iſt eine offene Frage, denn Darmſtadt genießt den
Vor=
teil des eigenen Bades, dann ſtehen ſeine Mannſchaften eben im
intenſiven Training, was die ſchönen Erfolge bei den
interna=
tionalen Schwimmkämpfen vor 14 Tagen in Stuttgart zur
nüge dokumentierten. Beſtimmt kann mit ſchönen und ſpan
den Kämpfen gerechnet werden, ſo daß es ſich ſchon lohnt, die
Wettkämpfe anzuſehen. Die einzelnen Kämpfe und Spiele u.
den von denſelben Mannſchaften ausgetragen, die in
ſtarteten.
der große Tag des Waldlaafs im Mgin=Rhein=Gau
der Deukſchen Turnerſchaft.
Am 22. März tritt der Main=Rheingau mit ſeiner er
anſtaltung, dem Gauwaldlauf, in Bickenbach a. d. B. für d
1931 in die Oeffentlichkeit. Daß man dieſer Veranſtaltung in der
leitung große Bedentung zumißt, erhellt daraus, daß der außerord
lich ſtarke Spielbetrieb für dieſen Sonntag mit Ausnahn
Gau=Ausſahlmannſchaft gegen Bickenbach I., welches dem W
einen würdigen Abſchluß geben ſoll, ſtillgelegt iſt. Recht vielen
nern ſoll damit Gelegenheit gegeben werden, ſich an dem Waldlauf
beteiligen, ſei es aktiv oder als Zuſchauer. Der Tag iſt für die
Volk=
turner des Gaues ſchon deswegen von beſonderer Bedeutung, weil hier
die beſten Kräfte der Langſtreckler aus einer Maſſe ausgeſondert ir
den ſollen, die für die Bewerbung um die Waldlaufmeiſterſche
Mittelrheinkreiſes am 12. April in Frankfurt a. M.=Oberrad in Fra
kommen. Die Vorbereitungen zum Gauwaldlauf ſind dem Turnverein
Bickenbach übertragen. Vom Sportplatze der Bickenbacher Turner ab
führt der Lauf durch prächſtigen Tannenwald in nordöſtlicher Nichtun
wendet ſich weſtlich und ſüdlich, um wieder auf dem Sportplatze
enden. Durch zahlreiche Winkelungen der Laufſtrecke, viele Querſchn
ſen, an Wieſenrändern und Waldabhängen vorbei wird dieſer
für den, der Augen hat, zum Erlebnis und Erleichterung. Dies triff
beſonders für die 6000=Meter=Strecke der Turner zu. Im Gegenſatz
zu dem vorjährigen Lauf, der im wahren Sinne ein Berglauf geweſen
wird die Bickenbacher Laufſtrecke nur von ſanften Bodenwellen
durch=
zogen und dadurch nicht ſo ermüdend wirken. Die Meldungen blieben
erwartungsgemäß gegen das Vorjahr um ein geringes zurück. Die
große Erwerbsloſigkeit macht auch bei den Vereinen keinen Halt. Wenn
ſich trotzdem eine Hundertſchaft der Langſtreckler des Gaues ein
Stell=
dichein gibt, ſo iſt dies ein Beweis, daß dieſe Uebungsart eine ſtarke
Förderung in der Turnerſchaft findet und tief verwurzelt iſt. Ein TLipp
wurde bereits an dieſer Stelle gegeben, der jedoch auf ein ganz
naues Zutreffen keinen Anſpruch erheben kann. Erfahrungsgemäß
die körperliche Entwicklung junger Leute grundverſchieden, es ſ
außerdem das Uebungsbedürfnis und die Anleitung eine große R
Außer Zweifel ſtehr die aufſteigende Qualitätskurve der Geſamtheit.
Doch dürfte der Kreis= und Gaumeiſter Fornoff=Darmſtadt ſeinen
Kon=
kurrenten, die ihn hart bedrängen, den Sieg nicht leicht machen. Im
Geſamtklaſſement wird auf die Turngeſellſchaft Darmſtadt getippt. Auf
der ganzen Linie ſind ſpannende Kämpfe zu erwarten, die eine
In=
augenſcheinnahme dieſes Waldlaufes in Bickenbach wohl lohnen
dürf=
ten. Der Beginn iſt auf 2 Uhr feſtgeſetzt. Dazu dürfte das für 3.30
Uhr angeſetzte Handballſpiel zwiſchen der Gau=Auswahlmannſchaft und
Bickenbach 1. ohne Zweifel eine ſtarke Intereſſentenſchnu anlocken
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875.
Die 75er beteiligen ſich bei dem am kommenden Sonntag in
Bickenbach ſtattfindenden Gauwaldlauf mit 13 Einzelläufern und
3 Mannſchaften. Es ſtarten: In der Jugendklaſſe: Euler,
Fiſch=
lein, Vierheller und Weber; in der B=Klaſſe: Deißroth 1. Engel,
Fink, Mitzel und Stenger; in der A=Klaſſe: Aßmuth, Fornoff,
Haag und Schneider. Die Wettkampfmannſchaft fährt 11.46 Uhr
ab Hauptbahnhof. Schlachtenbummler fahren am beſten ebenfalls
mit dieſem Zug, doch kann der Lauf der A= und B=Klaſſe noch
ver=
folgt werden, wenn 1.20 ab Darmſtadt=Haupt gefahren wird. Die
Wanderabteilung des Vereins unternimmt am gleichen Tage eine
Wanderung mit dem Endziel Bickenbach, ſo daß Gelegenheit
ge=
boten iſt, die Wettkämpfe zu beobachten.
VfL. Frankfurt — Rot=Weiß. VfR. Darmſtadt.
Am Sonntag (Treffpunkt Hauptbahnhof 12.45 Uhr) fahren die
Leichtathleten von Rot=Weiß zum Rückkampf des vor 4 Wochen hier
aus=
getragenen Klubkampfes im Waldlauf. Sportverein 98 Darmſtadt wird
den Rückkampf erſt ſpäter austragen. Rot=Weiß ſtand damals mit ca,
20 Punkten hinter VfL. Frankfurt a. M. und wird deshalb gut tun,
diesmal die Läufer ſorgfältig auszuwählen, damit jetzt der Sieg nach
Darmſtadt kommt.
Schön/Piinenburg gewannen, das Berliner Sechstagerennen ms
Punktvorſprung vor Tietz/Thollembeck.
Der deutſche Tennismeiſter Chriſtian Bouſſus mußte bei den
ameri=
kaniſchen Hallentennis=Meiſterſchaften in New York v
(ydelot eine
überraſchende 6:8, 3:6=Niederlage hinnehmen.
Cilly Außem kam mit Miß Ryan als Partnerin beim Tennis=
Tur=
nier in Cannes durch einen 6:0, 6:2 Sieg über Fehlmann/Demetriades
in die Vorſchlußrunde des Damen=Doppels.
Jupp Beſſelmann=Köln ſchlug am Freitag abend in Düſſeldorf der
Italiener Galbuſera in der 1. Runde k. o. und erfocht damit ſeinen 10.
Sieg.
Der Einfluß hohen Druckes hat unvermindert ſtandgehalten.
Do=
bei haben in Deutſchland die Winde wieder etwas mehr n
zurückgedreht. Somit kommt die weſtliche Störung, die ſich me
ausbreitet und an der Weſtküſte Frankreichs verbreitete Niederſchläge
verurſacht, nicht recht zur Entwicklung. Unſerem Wetter dürfte ſie
von=
erſt keine weſentliche Aenderung bringen, höchſtens zeitweiſe hoh
wölkung aufkommen laſſen.
Ausſichten für Samstag, den 21. März: Teils heiter, teils hohe
De=
wölkung, trocken, nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt,
tagsüber warm.
Ausſichten für Sonntag, den 22. März: Vorübergehend ſtärkem
Bewölkung aufkommend, ſonſt wenig Aenderung.
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Rückläufige Welterzeugung von Blei und Zink. Nach den
Zuſam=
menſtellungen der Metallgeſellſchaft hat die Weltbleierzeugung im
Januar wieder einen ſtarken Rückgang erfahren; die arbeitstägliche
Er=
zeugung war über 10 Prozent niedriger als im Durchſchnitt des Jahres
1930. Nur in Auſtralien war die Erzeugung höher, da die ſchwache
Währung ſich für die Bleierzeuger günſtig auswirkte. Die
Zinkhütten=
erzeugung betrug im Januar in Amerika 42 314 Tonnen gegen 45 594
Tonnen im Dezember und 56 497 Tonnen im Januar vorigen Jahres,
in Auſtralien 4663 (4669 bzw. 4768) Tennen, in Aſien 2250 (2230 bzw.
1800) Tonnen und in Afrika 1274 (1270 bzw. 1526) Tonnen. Für
Bel=
gien und Polen können die Angaben bekanntlich ſeit längerer Zeit nicht
feſtgeſtellt werden, ſo daß auch die europäiſche Geſamtzahl fehlt. Die
deutſche Erzeugung betrug 5967 (7061 bzuv. 6799) Tonnen. Bei Zinz
melden alſo ebenfalls alle berichtenden Länder außer Auſtralien
ab=
fallende Erzeugung.
Südweſtdeutſche Gas A.=G., Frankfurt a. M. Die ſeinerzeit zum
Zwecke einer gemeinſch. ichen Gasfernverſorgung int Südweſtdeutſchland
von Frankfurt a. M., Mannheim. Heidelberg u. a. ſüdweſtdeutſchen
Städten gegründete Gefellſchaft legt jetzt ihren erſten Abſchluß der 31.
Dezember 1929 vor, der bei nominell 1,0 Mill. RM. A. K., davon 250 000
RM. eingezahlt, an Zinseinnahmen 11 116 RM., an Unkoſten 17 355 und
Steuern 1067 RM., mithin einen Verluſt von 7305 RM. ausweiſt. Auch
die Einzahlung von 25 Prozent des A. K. iſt anſcheinend bis Jahresſchluß
nur auf dem Papier erfolgt, da die Debitoren 215 020 RM. betragen,
neben 9398 RM. Bankguthaben und 2939 RM. Kreditoren. Aus dem
A.N. ſind Oberbürgermeiſter Dr. Weiß=Ludwigshafen (durch Tod),
Stadt=
verordnetenvorſteher Heißtvolf=Frankfurt, Stadtrat Trautwein=
Mann=
heim und Stadtrat Dt. Wittſack=Mannheim ausgeſchieden. In der
kürz=
lich ſtattgefundenen G.V. wurden Oberbürgermeiſter Dr. Ecarius=
Lud=
wigshafen, Stadtrat Dr. Schmude=Frankfurt a. M., Stadtrat Runkel=
Mannheim und Stadtrat Zimmermann=Mannheim neu zugewählt.
Landeskreditkaſſe Kaſſel. Bei der Landeskreditkaſſe Kaſſel nahm
auch im Jahre 1930 die Gewährung langfriſtiger Darlehen die erſte
Stelle unter den von dieſem Inſtitut betriebenen Geſchäften ein.
In Goldpfandbriefen konnte ein Geſamtneuabſatz von über 16 Mill.
GM. (i. V. rd. 12 Mill. GM.) erzielt werden. Daneben wurden rd. 8,9
Mill. GM. Goldkommunalſchuldverſchreibungen verkauft, gegenüber nur
rd. 0.9 Mill. RM. i. V. In der Gewinn= und Verluſtrechnung ſtehen
Er=
trägen von insgefamt 10,3 Mill. RM., darunter 248 000 RM.
Kurs=
gewinn bei dem Verkauf von Wertpapieren, Aufwendungen von
insge=
ſamt 9,50 Mill. RM. gegenüber. Das Jahr 1930 brachte ſomit
ein=
ſchließlich 24 000 RM. Vortrag einen Geſinn von 818 567 RM., wovon
ſatzungsgemäß 230 000 RM. der Reſerve zugeführt. 120 000 RM. dem
Stammvermögen zugewieſen, 450 000 RM. für mildtätige Zwecke
ver=
wendet und 18 567 RM. vorgetragen werden ſollen.
Die Direktion der Naſſauiſchen Landesbank weiſt auf ihre 7proz.
Goldkommunalobligationen, Serie 9, und 7proz. Goldpfandbriefe,
Aus=
gabe 12, hin. (Vergl. heutige Anzeige.)
Große Kaffeler Straßenbahn A.=G., Kafſel. In der A. R.=Sitzung
wurde beſchloſſen, der auf den 11. April d. J. einzuberufenden G.V. für
das Geſchäftsjahr 1929/30 die Verteilung einer Dividende von wieder
7 Prozent auf die Vorzugsaktien und von wieder 4 Prozent auf die
Stammaktien vorzuſchlagen. Im laufenden Geſchäftsjahr zeigt der
Ver=
kehr weiter einen Rückgang.
Vierzig Jahre Verband Sächſiſcher Textilinduſtrieller. Der Verband
der Arbeitgeber der Sächſiſchen Textilinduſtriellen" hält am 25. März
1931 ſeine diesjährige ordentliche Haudtverſammlung ab. Er blickt
nun=
mehr auf 40 Jahre ſeines Beſtehens zurück. Hervorgegangen aus dem
Verband der Textilinduſtriellen von Chemnitz und Umgebung, der am
10. März 1891 gegründet wurde, nahm er den jetzigen Namen am 27.
April 1896 an. Der Verband von Arbeitgebern der Sächſiſchen
Textil=
induſtrie hat ſich im Laufe der 40 Jahre ſeines Beſtehens zu dem größten
Arbeitgeberverband der deutſchen Textilinduſtrie und zu einem der
be=
deutendſten Arbeitgeberverbände im Deutſchen Reich überhaupt
ent=
wickelt. Er umfaßt heute etwa 1400 Mitglieder.
Standard=Oil=Dividenden. Die Dividendenausſchüttungen der zur
Standard=Oil gehörenden Petroleumgeſellſchaften, die ſeit 1928 eine
bis=
her ununterbrochene Steigerung aufzuweiſen hatten, ſind im laufenden
Jahre erſtmalig wieder eingeſchränkt worden. Die Standard=Oil=
Geſell=
ſchaften verteilen für das erſte Quartal 1931 insgeſamt 62 Mill. Dollau
an Bardividenden, d. h. 4,7 Mill. Dollar oder rund 7 Prozent weniger
als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit bleiben die
Dividenden=
zahlungen in dieſem Jahre ſogar etwas hinter den Ausſchüttungen des
erſten Quartals zurück. Die Standard Oil Company of California weiſt,
einer New Yorker Meldung zufolge, für das vergangene Jahr einen
Reingewinn von 37,68 Mill. Dollar aus gegen 46,63 Dollar im Jahre
1929. Nach Abzug der Dividendenzahlungen verbleibt aus dem
letztjäh=
rigen Geſinn ein Ueberſchuß von 5,56 Mill. Dollar, d‟ h. nur annähernd
ein Drittel des Vorjahrsüberſchuſſes.
Broduktenberichte.
Berli=ter Produktenbericht vom 20. März. Die Unſicherheit bezüglich
der weiteren Entwicklung ſowie bezüglich eventuell agrarpolitiſcher
Maßnahmen veranlaßte im Produktenverkehr erneut ſtarke
Zurück=
haltung der Käufer. Am handelsrechtlichen Lieferungsmarkte erfolgten
größere Abgaben, und Forderungen und Gebote waren ſchwer in
Ein=
klang zu bringen, ſo daß März=Roggen zunächſt nicht notiert werden
konnte. Später wurde der Preis vier Mark niedriger feſtgeſetzt,
wäh=
rend die ſpäteren Sichten 2,75—3,50 Mark ſchwächer eröffneten. Weizen
ſetzte 4 Mark unter geſtrigen Schlußpreiſen ein. Das erſthändige
An=
gebot von Weizen und Roggen läßt zwar eine Zunahme erkennen, iſt
jedoch keineswegs als dringlich zu bezeichnen, und die Offerten ſind nicht
im Ausmaß der Preisrückgänge am hieſigen Platze ermäßigt. Die
Gebote der Mühlen lauteten allerdings infolge des nach wie vor
ſchlep=
penden Mehlabſatzes, der auch durch weitere Preiskonzeſſionen keine
Be=
lebung erfahren hat, etwa 4 Mark niedriger. Die Umſatztätigkeit blieb
infolgedeſſen gering. Auch für Hafer ſtockt der Konſum faſt völlig, ſo
daß die Marktlage als ſchwächer zu bezeichnen iſt. Gerſte bei kleinem
Angebot ziemlich ſtetig.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 20. März:
Getreide. Weizen: März 79½, Mai 82.75, Juli 62½, Sept.
G2.50; Mais: März 62.50, Mai 65½, Juli u. Sept. 66.75; Hafer:
Mai u. Juli 32.75, Sept. 32½; Roggen: Mai 40¾, Juli 4138.
Schmalz: März 9, Mai 9.05, Juli 9.20, Sept. 9.37½.
Speck, loko 11.
Schweine; leichte 8—8.25, ſchwere 6.90—7.30;
Schweinezu=
fuhren: Chicago 27 000, im Weſten 98 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 20. März:
Schmalz: Prima Weſtern 9.80; Talg, extra, loſe 4½.
Getreide. Weizen: Rotwinter 90.50; Mais, loko New York
77½; Mehl, ſpring wheat clears 4.15—4.48; Fracht: nach
Eng=
land 1,9—2,6 Schilling, nach dem Kontinent 8—9 Cents.
Kakao. Tendenz: ſtetig; Umſätze: 39; Loko: 5½; März 5.21,
Mai 5.27, Juli 5.45, Sept. 5.63, Okt. 5.71, Dez. 5.83.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 20. März ſtellten ſich
für je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 98.25 RM. — Die
Notie=
rungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die
Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte
Lie=
ferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium,
98= bis 99proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf 170.00
RM., desgl. in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 174 RM.,
Rein=
nickel 98= bis 99proz. 350 RM., Antimon Regulus 53—55 RM.,
Feinſilber (1 Kilogr fein) 40.50—42.50 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 20. März ſtellten ſich für
Kupfer: März 84 (85), April 84.50 (84.50), Mai 85.25 (85.75),
Juni 85.75 (86.50), Juli 87.25 (88.25), Auguſt 87.50 (88.50)
Sep=
tember 88 (88.75), Oktober 88.25 (89), November 88.50 (89),
De=
zember 88,75 (89), Jan. 88.75 (88.75), Febr. 89 (88). Tendenz:
befeſtigt. — Für Blei: März 24 (26), April und Mai 25 (26),
Juni 25.25 (26.25). Juli 25.50 (26.25), Auguſt und Sept. 25.75
(26.25), Okt. und Nov. 25.75 (26.50), Dez., Jan., Febr. 26 (26.50).
Tendenz: ſchwächer. — Für Zink: März 24 (25), April 24.50
(25,25), Mgi 25 (25.50), Jun: 25 (26), Juli 25.25 (26.25), Auguſt
25.75 (26.75) Sept. 26 (27). Okt. 26.50 (27.25), Nov. 26.75 (27.50),
Dez. 27 (27.75), Jan. 27 (28), Febr. 27.50 (28). Tendenz: ruhig.
Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Frankfarter und Berliner Efſektenbörſe.
Frankfurt a. M., 20. März.
Während an der Vorbörſe im Anſchluß an den feſten Verlauf der
geſtrigen New Yorker Börſe und in Nachwirkung der Beruhigung von
geſtern abend noch einige Käufe erfolgt waren, machte ſich zu Beginn des
offiziellen Verkehrs bei der Spekulation wieder Abgabeneigung
bemerk=
bar, da die Käufe von außenher ſich nicht fortſetzten. Die Baiſſepartei
verſuikſte wieder einen Vorſtoß, der ihr auch zu den erſten Kurſen
ge=
lang, ſo daß bei faſt vollkommener Geſchäftsſtille für Spezialpapiere
Kurs=
rückgänge bis zu 2½ Prozent zu verzeichnen waren. Eine Verſtimmung
ging wieder vom Markte der Linoleumaktien aus, an dem die weiter
unklare Dididende einen erneuten Kursverluſt von 3 Prozent
herbei=
führte. Am Elektromarkt eröffneten Schuckert und Elektr. Lieferungen
je 2¾ Prozent ſchwächer, während andererſeits Felten 3½ Prozent
ge=
wannen. Die Farbenaktie ſetzte zunächſt 7/s Prozent niedriger ein, gab
aber im Verlaufe erneut bis zu 1 Prozent nach. Die übrigen
Chemie=
wverte blieben behauptet. Am Montanmarkt hielten ſich die
Veränderun=
gen nach beiden Seiten im Rahmen von 1 Prozent. Niedriger lagen
ferner Südd. Zucker (minus 1½ Prozent), Schiffahrtswerte (minus ½
Prozent). Von Bankaktien gaben Deutſche Diskonto 1 Prozent nach,
dagegen zogen Barmer Bank auf den verhältnismäßig guten Abſchluß
zirka 2 Prozent an. An den übrigen Märkten herrſchte Stagnation.
Am Rentenmarkt blieben deutſche und ausländiſche Anleihen bei
eben=
falls ſehr geringem Umſatz behauptet. Der Pfandbriefmarkt lag ſehr
ſtill und nur wenig verändert. Reichsſchuldbuchforderungen notierten
auf angeblich holländiſche Käufe feſter.
Im Verlaufe neigte die Tendenz eher zur Schwäche, die Kuliſſe
ſchritt infolge des anhaltenden Ordermangels zu weiteren Abgaben, von
denen beſonders Schuckert mit erneut minus 2 Prozent betroffen
wur=
den. J. G. Farben blieben gehalten. Die Umſatztätigkeit bewegte ſich
auch weiterhin in den engſten Grenzen. Im Verlaufe konnten ſich die
Kurſe geringfügig beſſern. Am Geldmarkt blieb der Satz für Tagesgeld
mit 3½ Prozent unverändert. Am Deviſenmarkt lag Madrid feſt, aber
ſchwankend. Die Mark behielt ihre Feſtigkeit. Man nannte Mark gegen
Dollar 4,1965, gegen Pfunde 20,397/8. London=Kabel 4,8595, —Paris
124,19, —Mailand 92,75, —Madrid 46,40, —Schweiz 25,251/s, —Holland
12,12½
Die Abendbörſe verlief bei allerdings kleinem Geſchäft
freund=
lich. Anregend wirkte vor allem die anhaltende Befeſtigung am
Kunſt=
ſeidemarkt, wo Akn 1½, Bemmer ½ Prozent anziehen konnten.
Da=
neben findet auch die kurz bevorſtehende Abſchließung des deutſch=
öſter=
reichiſchen Handelsabkommens Beachtung. Von hieſigen Werten Wayß
u. Frehtag 1 Prozent niedriger, da man nunmehr entſprechend unſerer
früheren Ankündigung Dividendenloſigkeit erwarten kann. Im Verlauf
waren Farben wieder etwas ſwächer bis 142½/8 Prozent. Von Kurſen
ſind ſonſt zu nennen: Danat 143,5, Deutſche 109, Buderus 54,
Gelſen=
kirchen 82, Aſchersleben 144, Weſteregeln 148, Salzdetfurth 226,
Stahl=
verein 55. Nordd. Lloyd 71. AEG. 106, Schuckert 128, Siemens 176,5,
Deutſche Linol. 94, Wayß u. Freytag 38, Aku 82, Bemberg 87,5, Heſſen=
Naſſau=Gas 90.
Berlin, 20. März.
Die Börſe eröffnete in ziemlich freundlicher Haltung, aber
gegen=
über den vorbörslichen Taxen teilweiſe etwas enttäuſchend. Geſtern
abend waren in Frankfurt Erholungen eingetreten, und die Tendenz
hatte eine Befeſtigung erfahren, die dann auch heute zunächſt wenigſtens
noch anhalten konnte. Die Perfektuierung des Zwiſchenkredites der
Stadt Berlin und das feſtere New York veranlaßten die Spekulation zu
Deckungen, das Geſchäft war aber wieder ſehr gering und die
Kund=
ſchaftsbeteiligung weiter klein. Die Inſolvenz in der Provinz, von der
geſtern ſchon gerüchtwveiſe verlautete, wirkte immer noch nach, und es
wurde bekannt, daß es ſich um die Gewerbebank in Hannover handelt.
Auch die ungeklärten Dividendenfragen bei einzelnen Geſellſchaften
kamen bei der Kursgeſtaltung der betreffenden Papiere zum Ausdruck
und beeinflußten die Geſamtſtimmung. Im Verlaufe wurde das
Ge=
ſchäft dann noch ſtiller. Hatte zu Anfang der Verkaufsdrang
nach=
gelaſſen, ſo bewirkte jetzt der unliebſam auffallende Ordermangel bei der
Kuliſſe Abgabeneigung, ſo daß verſchiedentlich Kursrückgänge um 1 bis
2 Prozent eintraten. Durch feſte Haltung fielen im Verlaufe Hamburg=
Süd und Schantung auf. Gegen 1 Uhr ſetzte ſich dann, vom
Kunſtſei=
denmarkt ausgehend, eine leichte Erholung durch, zumal die
Exekutio=
nen für die Gewerbebank in Hannover beendet ſein ſollen. Anleihen
„
freundlich.
Viebmärkte.
Viehmarkt in Butzbach. Geſtern fand großer Viehmarkt ſte
dem neben einer kleineren Zahl von Rindvieh und Pferden au 64
Schweine zum Verkauf geſtellt waren. Bei gutem Handelsgeſchäf
den für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 Mk., 8 bis 10 Woch
Ferkel 25 bis 30 Mk., 10 Wochen alte und ältere Tiere bis zu Mk
gezahlt. Zur Prämiierung waren außerdem über NO Rinde /12
Pferde, 110 Bullen, eine Anzahl Eber und Ziegen aufgetrieben,
handelte es ſich hierbei nur um Prämiierungsmarkt.
Kleine Witkſchaftsnachrichten.
Die Angleichungsverhandlungen zwiſchen dem Deutſchen Rei ſun
der Oeſterreichiſchen Nepublik, die anläßlich der Wiener Rei /D=
Curtius begonnen wurden, haben zu einem endgültigen Ergebi/
ge=
führt. Vorausſichtlich am Montag abend wird ein Abkommen z! Ghen
dem Deutſchen Reich und der Oeſterreichiſchen Republik veröff llicht
werden, das die Herſtellung eine Techmiſchen Zollunion zwiſchen
Tſtfch=
land und Oeſterreich vorſieht. (Vgl. Politik.)
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft” ſtellte ſich am 18. Tärz
1931 auf 75,4 gegen 76,9 am 11. März 1931 (Durchſchnitt 1909/13 — 10
fiel alſo um 1,9 Prozent.
Der Beirat der Reichsmonopolverwaltung für Branntwein h den
Antrag, für diejenigen landwirtſchaftlichen Brennereien, deren =
in=
recht für Kartoffeln und für anderes Getreide als Korn gilt, das
res=
brennrecht von 70 auf 80 Hundertteile zu erhöhen, abgelehnt.
Da die Bäckerinnungen verſchiedener Städte in Exwägunge
ſdar=
über getreten waren, den Brotpreis zu erhöhen, hat das Reichs
näh=
rungsminiſterium zunächſt die Groß=Berliner Bäckerinnung zu
Fei=
handlungen geladen und ihr dabei nahegelegt, von einer ſolchen
ſeis=
erhöhung unter allen Umſtänden Abſtand zu nehmen.
Im Monat Februar belief ſich nach dem Pericht des De ſchen
Zementbundes der Zementabſatz auf 162000 Tonnen. Der Janua ſſatz,
der mit 164000 Tonnen bereits eine Halbierung gegenüber den
Por=
jahre darſtellte, iſt damit noch unterſchritten worden.
An Stelle des Meeresſchwammes, der bekanntlich tie iſchen Urſ ing
iſt, hat die J. G. Farbeninduſtrie A.=G. einen künſtlichen Sch ſum
nach verſchiedenen patentierten Verfahren unter der Bezeichnung Ugfe
Viscoſe=Schwamm” herausgebracht. Dieſes neueſte ſynthetiſche A dult
beſteht aus regenerierter Celluloſe und wird ähnlich wie Kunſtſei ſaus
Viscoſe hergeſtellt.
Im Tarifſtreit der Rheinſchiffahrt, in dem die Arbeitnehu
wer=
bände die Einleitung eines Schlichtungsverfahrens beantragt tten
hat geſtern der Reichsarbeitsminiſter den Schlichter für das Rhe ſand,
Oberlandesgerichtsrat Dr. Jötter, zum Sonderſchlichter beſtellt. /DDie
Verhandlungen ſind auf den 26, und 27. März in Köln anbe umt,
Der Aufſichtsrat der Großen Kaſſeler Straßenbahn A.=G. in ſaſſel
hat beſchloſſen, der auf den 11. April einzuberufenden Generalve:
mm=
lung die Verteilung von wieder 7 Prozent auf die Vorzugsaktie und
von wieder 4 Prozent auf die Stammaktion vorzuſchlagen. Im
Ifen=
den Geſchäftsjahr zeigt der Verkehr einen weiteren Rückgang.
Die Offenbacher Lederwarenfabrik Carl Bach iſt zuſammengeb chei
Dem „Ledermarkt” zufolge ſollen 78000 RM. Paſſiven nur 350 RM.
Aktiven gegenüberſtehen, die nur für die Befriedigung der Vo
chts=
forderungen ausreichen dürften. Gegen den zweiten Inhaber der ma
ſchwebt zurzeit ein Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwal haft,
Die Zolleinnahmen der Schweiz betrugen nach einer Feſtſ lung
des Bundesrates im Jahre 1930 275 308 192 Franken”" geg über
253 852 133 Franken im Jahre 1929. Somit iſt eine Mehrein chme
von 21 456 059 Franken zu verzeichnen.
Ein franzöſiſcher Geſetzentwurf über einen ſtärkeren Zollſchu hind
gewiſſe Einfuhrbeſchränkungen für Zucker, der bereits im Nor Aber
1930 von der Regierung Tardieu eingebracht worden iſt, wurde ſter
von der Kammer mit 456 gegen 116 Stimmen angenommen. Du /de=
Vorlage wird der Zuckerzoll von 140 auf 170 Franken erhöht.
Zwiſchen deutſchen und tſchechoſlowakiſchen Fenſterglasinduſt Elle
haben geſtern in Frankfurt a. M. Beſprechungen ſtattgefunden, d fd
Ausgleich gewiſſer Gegenſätze zum Gegenſtand hatten. Die Ve an
lungen ſollen in nächſter Zeit fortgeſetzt werden.
Senator Dalbiez tritt in einem Artikel in der „Ere Nouvel
die Schaffung einer franzöſiſchen Außenhandelsſtelle ein, die den 2 re
verkehr zwiſchen Frankreich und Sowjetrußland zentraliſieren un kon
trollieren ſoll, um für geſunde Verhältniſſe zwiſchen der Ein= und Aus
fuhr zu ſorgen.
Berliner Kursbericht
vom 20. März 1931
Oeviſenmarkt
vom 20. März 31
Berl. Handels=Geſ.
Danatbank . . . . . . .
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayk. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdö!
131.25
142.50
08.50
108.—
69.25
96.—
71.125
105.50
73.25
84.50
95.—
51.50
114.50
130.375
68.75
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Töln=Neueſſ. Bgw
Nannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Unin.
Nordd. Wolle
Oberſchlef. Koksw.
Orenſtein & Koppel
120
41.50
81.—
122.25
71.—
69.875
90.25
145.50
65.50
77.—
75.—
41.75
K
76.25
53.125
Polyphonwverfe
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
bgelTelegr. Drah
Wanderer=Werke
167.—
54.
Dar76
118.—
123.—
54.75
148.—
58.-
154.50
45. —
52.—
delſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Sslo
Kopenhagen
Stodkholm
London
Buenvs=Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Pengö
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
18.-Stg.
1 Pap. Peſo
1 Dollar
1100 Belga
100 Lire
100 Francs
Gell
10.551
58.92
12.426
73.10
3.037
168.04
112.15
112.13/
112.24
20.369
1.459
1.1920
58.365
Brief
10.571
59.04
2.446
73.24
3.043
168.38
112 37
112.3:
12.46
20.a09
1.46‟
4. 2000
58.48!
21.965 22.005
16 399/ 16.439
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janeiro
Jugoſlawien
Portugal
Athen
Iſtam bu
Kairo
Kanada
Uruguay 1 Goldpeſo
JSland
Tallinn (Eſtl.)
Riga
Währung
100 Franker
100 Peſetas
1100 Gulden
1 Yen
Milrei= 0.33
100 Dinar
100 Escudos
1100 Drachm
1 türk. 2
1 äghpt. *
1canad. Doll.
100 eſtl. Kr.
100 eſtl. Kr.
100 Lats
Ge
80.63
44.26
81.46
2.07
7.35
18.82
5.48
F.
20.98
4.190
3.017
92.0
111.6
80.7
Malbant, Kommänongeferſchent
Frankfurter Kursbericht vom 20. März 1931.
e
*
9Intern.,
6% Baden ..."
8% Bayern ..
62o
8% Heſſen v. 22
v. 29
6% Preuß. Staat
8‟ Sachſen ......
720 Thüringen.
n8.7
80
100
81.75
90.25
92.5
96
99.25
8
85.5
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſunsſch. +4/,
Ab=
löſungsanl. . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe.
8% Aachen v. 29
8½ Baden=Baden
60 Berlin ......"
8% Darmſtadt v. 26
A98
790 Dresden.
88 Frankfurt a. M.
v. 2
v. 26
890 Mainz ......"
8% Mannheim v. 26
6‟
v. 2
89 München ..
8% Nürnberg. . .
8% Wiesbaden
8% Heſſ. Landesbi.
790
80 „ Golboblig:
4½% Heſſ. Lds.=
Hhyp.=Bk.=Liauid.
4¾½ „Kom.=Obl
8% Preuß. Ld8.
pfbr.=Anſt. G. Pf.
82 „Sobobng
99.75
SGe
6
3.25
90
89
98.5
85
76
91.5
95.25
89.25
100.5
94.75
947-
Landeskomm.=
Bt. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
8½ Kaſſeler
Land=
kredit Goldofbr..
7½ Kaſſeler Land. Goldpfbr..
8% Naſſ. Lamdesbk.
4½% „Liqu. Obl
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
FAuslSer. 1
„ „ Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
892,
80.25
100.5
3
6 Berl. Hyp.Bk.
0 Liqu.=Pfbr.
30 Frkf. Hyp.=Bk
4½220 — Lig. Pfbr.
„ Pfbr.=Bk.
„ Liqu.
82 Mein.Hyp.=Bl.
2%0 „ Lig. Pfbr.
Pfälz. Hyp.=Bk.
4½% „ Lia. Pfbr.
8% Preuß.
Boden=
cred.=Bant .
4½% „ Lig. Pfbr.
8% Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bank".
4½% „ Lig. Pfbr
8‟ Rhein. Hyp.Bk
4½% —Lig. Pſhr
8% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Fredit... ..
Südd. Bod.=
Cred.=Bank ....
K5 • Oe. Bfhr.
97.25
101
94.75
86
100.25
95.25
86‟=
% Württ. Hyp.=B.
54.5
69.5
11
99.75
97
97
91.52
101.75
R
102.5
97
91.4
93
97
91.75
90.75
101.5
96.775
92.05
100.,5
100.5
95.25
93.5
0 Daimler=Benz
335 Dt. Linol. Werke
Klöckner=Werke
Mainkrw. v. 26
Mitteld. Stahl.
8% Salzmann u. Co
7% Ver. Stahlwerke
32 Voigt &Häffne
F. G. Farben Bonds
5% Bosn. L. E.B.
„ L.Inveſt
5% Bulg. Tah. v.02
4½0 Oſt. Schätze
42 Sſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän
4½%0
4%0 Türk. Admin.
10 „ 1. Bagdat
„ Zollanl.
O Ungarn 1913
1914
Goldr.
191c
Aktien
Alg. Kunſtziide Unn
A. E. G
....
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtof
Bemberg. J. P...
Bergm. El.=Werle
BrownBoverickCie
Buderus Eiſen..
Cement Heidelbert
Karlſtadt
3. G. Chemie. Baſt
Chem.Werke Albert
Chade
..
Contin Gummiw.
„ Linoleum
Saimier-Berz...
K4
36.s
87.5
95.25
86
85.25
83
85‟
94.5
97.5
20‟
27.5
38.75
15.9
3.3
4.4
16.75
19.7
19.7
16.8
78.5
105
80.5
83.25
77
53.75
78
169.5
116
92.5
Dt. Atl. Telegr
„ Erdöl ..."
„ Gold=u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt
„ Linoleumwerke
Eiſenhandel. . .
Dyckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk..
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei
faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter
Felt. & Guilleaume
Frankf. Gas :. Lig.
„ Hof......
Kelſenk. Bergwerk
Geſ. f.eleltr. Untern.
Goldſchmidt Th. . .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frift.
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh
Harpener Bergbau
Henninger. Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. . . .
Hochtief Eſſen ..
Holzmann. Phil
Zlſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Zunghans
Kali Chemte
Aſcherskeben
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R... .
Klein. Schanzlin
Klöcknerwerke / 66
Knorr C. H... „ſ159
Lahmener & Co.
Laurahütte ..
Lech, Augsburg ..
88
130
92.5
75
112
119
197
46
105
1408.
57.5
119
40
80.25
46.75
39.7-
167.5
120
90
136
72
58.5
122
n6
69
181.5
108
63
60.25
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metal=
Lutz Gebr Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. . .
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Bere. ..
Metallgeſ. Frankf..
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſe!
Sberbedarf
Phönix Bergbau".
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen ..
„ Elektr. Stamm
Metallivaren.
Stahlwerke ..
Riebea Montan. . .
Roeder Gebr.
Rütgerswerke
Sachtleben A. G...
Salzdetfurth Kal;
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind..
Schramm. Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Eleftr. . .
Schwarz=Storchen
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske.
Südd. Immobilier
Zucker=A. G.
Svensko Tändſtic?
Tellut Bergbau ..
Thür. Lieſer.=Gef.
Tietz Leonbard ..
Tucher=Brauerei
Anterfranken
Beithwerfe
Ver. f. Cbem. Ind.
„Stahlwerke ..
„ Strohſtoffabr. .
Utramarin ..
176
39.5
14.25
T6
126.75
75
40
82
119
78.75
6:
145
223
181
194
58
125.5
103.5
25.5
123.5
40
Ae
Nif
65
138
A
Ka He
Voigt & Haeffner.
Wahß & Freytag.
Wegelin Rußfabrik
Weſteregeln Kali..
Zellſtoff=Verein ...
„ Waldhof.....
„ Memel ..
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank.. . .
Bk. f. Brauinduſtr. 1.
BarmerBanlverein
Baher. Khp. u. W. 1
Berl. Handelsgeſ.
„ Ehpothelbf. 2
Comm. u. Privatb. 1
Darmſt. u. Nat.=Bk. 1
Dt. Bank und Disc. 1
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Bank. . . 7
Frankf. Bank
„ Hyp.=Bank
Pfdbr.=Bt.
Mein. Hyp. Bank 11
Oſt. Creditanſtalt
Pfälz. Hhp.=Ban! 11 5
Reichsbank=Ant.
Rhein. Hyp.=Banf. 1.
Südd. Bod.-Cr. Bf. 1
Wiener Banwerein
Württb Notenbanu1
N.=G. f. Verlehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftſv 1
7% Dt. Reichsb. Vzg
Hapag ......."
Nordd. Llohzd. . .
Südd Eiſenb.=Geſ.
Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung ..
„ Verein. Verſ. 2
rankongRück=u.Mi
Mannh. Verſich
Stavi Minen .
Schantung Haebell
Nummer 80
Samstag, den 21. März 1931
Seite 13
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Darmstadt. Gervinnsstr. 34.
Aus den Amtsverkündigungen des Kreisamts
Zarmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 4 Zwanzigmarkſcheine.
4Behnmarkſcheine 1 Damenarmbanduhr
mit einfachem ſchwarzen Band 1
Pet=
ſchaft. 1 ſilberne Halskette mit einem
Herz als Anhänger, 1 Brille, 1
Kinder=
handtäſchchen 1 blaue Kindermütze. 1
Ein=
kaufstaſche. 1 Piar heile Damen
and=
ſchuhe. 1 Riegel für einen Mantel 1 Fü l
federhalter mit Stahlfeder. 1 Bund
Schlüſſel — Zugelaufen: 1 Deutſcher
Schäferhund (ſchwarzbraun), — Entflogen:
PWe len ittich.
Wir machen wiederholt darauf
auf=
merkſam, daß auch noch Fundgegenſtände
vorhanden ſind, die in früheren
Bekannt=
machungen verzeichnet waren. Intereſſen
ten iönnen die Fundgegenſtinde während
den Büroſtunden, auf dem Fundbüro des
heſſ. Polizeiamts, Zimmer 11. beſichtigen
Bekanntmachung.
Ueber das Vermögen der Firma
Hander & Co., Elektro= und
Radio=
großhandlnng in Darmſtadt,
Allein=
inhaber Kaufmann Feroinand. Sander
in Darmſtadt. Wilhelminenſtraße 43, iſt
am 9. März 1931, 18 Uhr, das
Ver=
gleichsverjahren ur Abwendung des
Konkurſes eröffnet worden. An die
Schuldnerin wird vorerſt keine
Ver=
fügungsbeſchränkung erlaſſen. Rechis:
anwalt Dr. Schiff i Darmſtadt,
Ryein=
ſtraße 22, iſt zur Vertrauensperſon er
nannt. Termin zur Verhandlung über
den Vergleichsvorſchlag iſt auf
Mitt=
woch, den 8. April 1931, nachmittags
3½½, Uhr, vor dem unterzeichneten Ge
richt in Darmſtadt, Zimmer 219,
an=
beraumt. Der Antrag auf Eröffnung
des Verfahrens nebſt ſeinen Anlagen
und das Ergebnis der weiteren
Ermitt=
lungen ſind auf der Geſchäſtsſtelle zur
Einſicht der Beteiligten niedergelegt.
Darmſtadt, 9. März 1931. (4457
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bekanntmachung.
Ueber das Vermögen des Kaufmauns
Friedrich Niedenthal, Inhaber einer
Drogerie in Darmſtadt
Frankfurter=
ſtraße 36, iſt am 13. März 1931,
vor=
mittags 11½, Uhr, das Konkursverfahren
etöffnet worden. Konkursverwalter
Rechtsanwalt Sandmann in Darmſtadt,
Stiſtsſtraße.
Konkursforderungsanmel=
dungen, ſowie offener Arreſt und
An=
zeigeftiſt bis zum 16. April 1931. Erſte
Gläubigerverſammlung: 16. April 1931,
vormittags 9 Uhr, Zimmer 220, un
allgemeiner Prüfungstermin: 7. Ma
1931. vormittags 9 Uhr, Zimmer 2-0.
vor dem unterzeichneten Gericht. (445
Darmſtadt, den 18. März 1931.
Heſſiſches Amtsgericht I.
WEIBLICH
Perf., ſol
Servier=
frl. ſucht Stellg
an=
geb. u. F. 9 Ge chſt
Tüchtige junge
Lauf=
fran ſucht Stelle
gegen beſcheidenen
Lohn. Ang u. F
a Geſchäftsſtelle.
Suche f. m. Aush.=
Mädchen, d. ſ.
wäh=
rend d. Erkrank. m.
Mädchens in allen
Hausarbeit. beſt.
be=
währt hat,
ander=
weitige gute Stellg.
in beſſ. Haushalt.
Angebote u. E. 231
a. d. Geſchäftsſtelle.
Brav. fleiß. Mädch.
i. Alt. v. 23 J.. das
in all. Hausarb.
er=
fahren iſt, ſucht St.
zum 1. April. Ang.
unt. E. 224 Gſchſt.*
Brav., will. Mädch.
v. Ld. ſucht Stellg.
bei gut. Herrſchaft
Ang. unter E. 24(
a. d. Geſchſt. (445‟
Flotte jüngere
Schneiderin
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2.) die unbeſchränkte Garantie des Bezirksverbandes des
Regierungebezirks W esbaden, der mit ſeinem Vermögen
und ſeiner Steuerkraft einſchließlich der Steuerkraft aller
Städte, Kreiſe und Landgemeinden des Regierungsbezirls
für Verzinſung und Einlöſung der Schuldverſchreibungen
haftei,
3.) die Darlehen ſelbſt, welche an Gemeinden und öffentliche
Körperſchaften im Regierungsbezitk Wiesbaden gegeben
worden ſind.
Infolge des Fortfalls der Kapitalertragſieuer fließt der geſamte
Zinsertrag dem Inhaber der Schuldverſchreibungen obne Abzug zu.
Die Kündigung der Schu dverſchreibungen iſt früheſiens zum 30.
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Nummer 80
Samstag, den 21. März 1931
Seite 15
Die Trümmer eines zerſtörten Fiſcherdorfes in der Nähe von Boſton.
Die Naturkataſtrophen verſchiedenſter Art, von denen in den letzten Monaten die Kontinente
heim=
geſucht wurden, haben auch die Vereinigten Staaten nicht verſchont. An der Nordoſtküſte Amerikas
wurden durch eine gewaltige Sturmflut mehrere kleine Städte und Fiſcherdörfer faſt gänzlid
zerſtört.
Schlikkenfahrk mit faft 100 Kilameker Geſchwindigkeik.
Probefahrt des erſten Raketenſchlittens in Syracuſe (U. S. A.),
den der Student H. W. Bull konſtruierte und mit dem eine Geſchwindigkeit von 97,5 Kilometer pro
Stunde erreicht wurde.
Ein tragiſcher Fall von Arznei=
Vergiftung.
Marienberg (Weſterwald). In einem
benachbarten Dorf des Weſterwaldes erlitt
die=
ſer Tage eine Frau unter tragiſchen Umſtänden
eine Arzneivergiftung, die ihren Tod zur Folge
hatte. Im Begriff, ſtark wirkende Tropfen in
ein Glas Waſſer abzuzählen, wurde ſie plötzlich
abgerufen. Ihr Kind, das der Mutter beim
Ab=
zählen der Tropfen zugeſchaut hatte, wollte es
der Mutter nachtun und goß von der Flüſſigkeit
noch mehr ins Waſſerglas. Die ahnungsloſe
Mutter trank ſpäter die Miſchung und wurde
bald darauf von furchtbaren Schmerzen gegiult
und ſtarb, weil ſie die Arznei in zu ſtarker Doſis
genommen hatte. Der Vorfall zeigt, wie
not=
wendig es iſt, Arznei vor Kinderhänden zu
ſchützen.
Montabaur. In dem Weſterwalddorf
Unnau ſpielten einige Kinder in der Nähe des
Mühlenteiches. Ein kleiner Junge rutſchte
plötz=
lich vom Ufer ab und ſtürzte in den Weiher. Auf
die Hilferufe der Spielkameraden eilten
Er=
wachſene hinzu, konnten aber nur noch die Leiche
des Kindes bergen.
Ein vielgeſuchter Villeneinbrecher gefaßt.
Frankfurt a. M. Wie die Polizei
mit=
teilt, iſt es gelungen, den Einbrecher, der nicht
nur in der Umgegend von Frankfurt, wie
Gon=
ſenheim u. Offenbach, erhebliche Villeneinbrüche
verübte, ſondern auch in Jena, Gera, Erfurt,
Halle und Dresden uſw. Einbrüche auf dem
Konto hat, die ihm erhebliche Beute brachten,
nunmehr in Frankfurt feſtzunehmen. In dem
Hotel, in dem er in Frankfurt wohnte, fand man
in den Koffern des Feſtgenommenen noch viele
Beuteſtücke, die aus den letzten Einbrüchen
ſtammten, ſowie moderne Einbrecherwerkzeuge.
Es handelt ſich um den früheren Buchbinder
Wilhelm Stüber aus Bonn.
Unter dem Verdacht des dreifachen Giftmordes
verhaftet.
Dortmund. In der Gemeinde Altenhelle
ſtarben vor einiger Zeit kurz hintereinander
un=
ter verdächtigen Umſtänden der Landwirt
Boen=
ner, deſſen Sohn und ein weiterer Verwandter.
Die Ehefrau des Boenner und ihr Vetter, der
Landwirt Franz Boenner, ſind nunmehr unter
dem Verdacht verhaftet worden, die drei
Erſtge=
nannten vergiftet zu haben. Die Exhumierung
der Leichen ergab bei Boenner eine
Arſenver=
giftung, während die beiden anderen
anſchei=
nend mit Kupfervitriol vergiftet wurden.
Eine deutſche Fliegerin beabſichtigt einen
Weltflug zu unternehmen.
Die deutſche Fliegerin Chr. Marie Schultes
beabſichtigt von Berlin aus einen Weltflug zu
Unternehmen, den ſie bereits Ende März
antre=
ken will. Zu dem Flug ſoll ein Junkersflugzeug
benutzt werden.
Der Retter des Fliegers Udel.
Der engliſche Militärflieger Campbell Black,
der den deutſchen Sportflieger Udet nach ſeiner
Notlandung bei Nalakak (Sudan) entdeckte und
ihm die erſte Hilfe zuteil werden ließ. Ohne
das Eingreifen Blacks, der die engliſche
Flieger=
ſtaffel in Chartum alarmierte, wäre Udet im
Sumpf=Urwald des Weißen Nils verloren
ge=
weſen.
Dun eifenbagneanngiad m eiunger.
Bis jeht 9 Todesopfer. — Die Urſache noch nicht geklärt.
Paris. Bei dem Eiſenbahnunglück auf
dem Bahnhof von Etampes ſind die beiden
letz=
ten Wagen des Schnellzuges, darunter der
Speiſewagen, entgleiſt. Die Schwerverletzten
ſind in das Krankenhaus von Etampes gebracht
worden. Eine Reihe leichtverletzter Reiſender
hat nach Anlegung von Notverbänden die Reiſe
in den nicht beſchädigten vorderen Wagen
fort=
ſetzen können. Zu dem Eiſenbahnunglück bei
Etampes teilt die Direktion der betreffenden
Eiſenbahngeſellſchaft mit, daß nach den neueſten
Nachrichten die Zahl der Toten nur 5 betrage,
darunter zwei Eiſenbahnbeamte.
Havas berichtet aus Etampes: Die letzten
Wagen, darunter der Speiſewagen des
verun=
glückten Zuges, ſind im Bahnhof Etampes gegen
einen Perſonenzug, der dort hielt, gefahren.
So=
weit die Toten bisher identifiziert werden
konn=
ten, befindet ſich ein Engländer darunter. Etwa
10 Verletzte ſind in das Krankenhaus von
Etampes eingeliefert worden. Ein Paſſagier,
der verletzt worden war, iſt auf dem Transport
ins Krankenhaus geſtorben. — Der Miniſter für
öffentliche Arbeiten. Deligne, hat ſich noch in
der Nacht nach Etampes begeben, um die
Unter=
ſuchung über die Urſachen des Eiſenbahnunglücks
zu leiten.
Die Umſtände des Unglücks von
Etampes ſind noch nicht klar
feſtge=
ſtellt. Der Schnellzug lief mit normaler
Ge=
ſchwindigkeit in den Bahnhof Etampes ein. Der
vordere Teil des Zuges war bereits aus der
Bahnhofshälle ausgefahren, als die letzten
bei=
den Wagen, darunter der Speiſewagen,
ent=
gleiſten. Der Speiſewagen ſchlug gegen einen
haltenden Perſonenzug. Der Zuſammenſtoß war
ſehr heftig. Ein 3.=Klaſſe=Wagen des
Perſonen=
zuges, der jedoch glücklicherweiſe nicht beſetzt
war, wurde gleichfalls ſchwer beſchädigt. Der
Speiſewagen wurde auf 10 bis 15 Meter
voll=
kommen eingedrückt. Da gerade die Stunde war,
in der das Abendeſſen ſerviert wurde, befanden
ſich zahlreiche Reiſende im Speiſewagen. Die in
der erſten Tiſchreihe ſitzenden Perſonen wurden
erdrückt; unter ihnen ſind alſo auch die fünf
Toten zu ſuchen. Zehn Perſonen wurden durch
Glasſplitter ziemlich ſchwer verletzt. In der
Zwiſchenzeit fuhr der Zug weiter. Ein anderer
Wagen entgleiſte erſt 50 Meter weiter, ohne daß
dabei Reiſende zu Schaden kamen. Ein weiterer
Wagen entgleiſte erſt 70 Meter weiter. Er legte
ſich zur Seite, und die Fenſter zerſplitterten. Die
Reiſenden blieben im Wagen eingeſchloſſen,
je=
doch konnten ſie raſch von den herbeigeeilten
Bahnbeamten, einſchließlich der Verletzten,
be=
freit werden. In dieſem zuletzt entgleiſten
Wa=
gen iſt niemand ums Leben gekommen. Nach
den erſten Unterſuchungen iſt noch nicht
feſtge=
ſtellt, ob das Unglück durch einen Bruch der
Kuppelung oder auf zu frühzeitige
Weichenum=
ſtellung zurückzuführen iſt. Die Züge nach
Süd=
weſtfrankreich verkehrten mit großen
Verſpä=
tungen, da der lektriſche Strom ausgeſchaltet
werden mußte, um die Rettung der Reiſenden
des verunglückten Zuges und die Beſeitigung
der Trümmer vorzunehmen. Die Angeſtellten
im Speiſewagen ſagten aus, ſie hätten das
Ge=
fühl gehabt, als ob der ſchwere Speiſewagen
im Begriff ſei, im Augenblick des Unglücks auf
ein anderes Gleis zu laufen. Dies würde die
Annahme rechtfertigen, daß eine Weiche
zurück=
geſprungen iſt. Der Weichenſteller von Etampes
konnte keine beſonderen Angaben machen. Die
Eiſenbahningenieure haben noch nicht Stellung
nehmen können. Im Speiſewagen befanden ſich
im Augenblick des Unglücks 42 Perſonen.
Die Zahl der Todesopfer des
Eiſen=
bahnunglücks von Etampes iſt, den
Mittagsblät=
tern zufolge, auf neun geſtiegen, da
mehrere Verletzte im Verlauf der Nacht
geſtor=
ben ſind. Unter den 17 Verletzten, die noch im
Krankenhaus liegen, befindet ſich ein Deutſcher
namens Kurt Dohner oder Dolmer, ein
Stu=
dent oder Lehrer aus Berlin, der ſich auf einer
Vortragsreiſe nach Madrid befand.
Eiſenbahnunglück in Oſtflandern.
Brüſſel. Bei Renaix in Oſtflandern ſtieß
abends ein Perſonenzug mit einem Güterzug
zu=
ſammen. Zwei Fahrgäſte wurden getötet und
19 ſchwer verletzt.
Hauseinſturz in Lyon.
Paris. Im Lyoner Stadtteil Perrache
am Donnerstag, gegen 14 Uhr, ein fünfſtöcki=
Gebäude, das abgebrochen wurde,
einge=
izt. Mindeſtens 9 Arbeiter waren bei den
brucharbeiten beſchäftigt. Zunächſt wurde von
Toten geſprochen, die noch unter den
Trüm=
rn liegen. Drei Schwerverwundete wurden
rgen. Ihr Zuſtand iſt ernſt. Das
donner=
ige Getöſe beim Einſturz wurde in der gan=
Stadt gehört und rief große Aufregung
un=
der Bevölkerung hervor. Die
Rettungsar=
en werden von mehreren Feuerwehr= und
izeiabteilungen ausgeführt.
Das Einſturzunglück in Lyon hat, wie
gemel=
wird, glücklicherweiſe weſentlich weniger
er gefordert, als urſprünglich angenommen
de. Aus den Trümmern wurden
nacheinan=
vier Schwerverletzte geborgen und in das
hſte Krankenhaus übergeführt. Wenn auch
da=
gerechnet werden muß, daß einige Verletzte
t am Leben erhalten werden können, ſo iſt
bis zur Stunde kein einziges Todesopfer
beklagen. Entgegen den zuerſt verbreiteten
üchten, rechnet man auch nicht mehr damit,
noch weitere Arbeiter unter den Trümmern
en.
te Lehmann mit dem Kreuz der Ehrenlegion
ausgezeichnet.
Paris. Der berühmten öſterreichiſchen
igerin Lotte Lehmann wurde das Kreuz der
enlegion verliehen. Die Auszeichnung wurde
Sängerin im Namen des Außenminiſters
and von dem ehemaligen Juſtizminiſter
Bar=
überreicht.
ſeberſchwemmungsgefahr in Jugoſlawien.
Belgrad. Infolge des anhaltenden
Stei=
der mittleren Save geſtaltet ſich die Lage
der Gegend oberhalb Belgrads, immer
be=
dlicher. Zahlreiche Dörfer mußten geräumt
den.
Ein engliſcher Militärflieger abgeſtürzt.
London. Bei Cambridge ſtürzte ein
upfflugzeug ab und verbrannte vollſtändig.
h der Flugzeugführer kam in den Flammen
Das Flugzeug fiel auf einen Acker in der
ge des Hauſes, in dem der Vater des Flie=
5z wohnt.
Dampfer „General von Steuben” in New York.
Bremen. An Bord des Dampfers „
Gene=
ral von Steuben” des Nordd. Lloyds hat zu
Ehren der amerikaniſchen Studiengeſellſchaft ein
Empfang ſtattgefunden. Kapitän Brüning
be=
grüßte die Gäſte namens des Nordd. Lloyd. Der
Präſident der Steubengeſellſchaft, Theodore
Hoff=
mann, erwiderte mit herzlichen Worten des
Dankes und überreichte dem Kapitän ein
Ehren=
geſchenk für das Schiff.
Großer Erdrutſch in Bern.
Bern. Bei Rüſchegg, im Kanton Bern,
er=
eignete ſich am Freitag vormittag im ſog.
Fröh=
ligebiet, das in der Hauptſache Wald und Heide
umfaßt, ein ſchwerer Erdrutſch, wobei ſich
Erd=
ſpalten gebildet haben, die ſich bisher weiter
vergrößern. Die Erdmaſſen, die zum großen Teil
aus Lehm beſtehen, bewegen ſich in der Richtung
zum Schwarzwaſſer, ſo daß die in der Nähe
ge=
legenen Dörfer ſchwer bedroht ſind.
Sträflingsrevolte in einem amerikaniſchen
Staatsgefängnis.
Chicago. In dem Staatsgefängnis von
Joliet (Illinois) iſt es zu einer
Gefangenen=
revolte gekommen. Die Sträflinge dieſes modern
eingerichteten Gefängniſſes ſetzten in dem
ge=
meinſamen Eß=Saal, nachdem ſie die Wächter
überwältigt hatten, die geſamte Einrichtung in
Brand. Da das Feuer nicht ſofort gelöſcht
wer=
den konnte, ſtand bald ein großer Teil des
Ge=
fängniſſes in hellen Flammen. Etwa hundert
Sträflingen gelang es, aus ihren Zellen
aus=
zubrechen. Sie wurden ſpäter mit
Tränengas=
bomben wieder in ihre Zellen zurückgetrieben.
Inzwiſchen waren auf den Alarm des
Gefäng=
nisgouverneurs bewaffnete Poliziſten und vier
Kompagnien Infanterie mit Maſchinengewehren
von Chicago herbeigeeilt. Die Truppen zogen
einen ſtarken Kordon um das Gefängnis, um ſo
jede Flucht unmöglich zu machen. Den Wächtern
und Poliziſten gelang es ſchließlich, die Revolte
zu unterdrücken. Sechs Gefangene ſollen bei dem
Kampf erſchoſſen worden ſein. Mehrere Teile
des Gefängnisgebäudes, darunter die
Gefäng=
nisküche, die Wäſcherei und der gemeinſame Eß=
Saal, ſind vollſtändig ausgebrannt. — In dem
Joliet=Staatsgefängnis ſind etwa 2000
Gefan=
gene untergebracht.
Die Suche nach den verunglückten
ikalieniſchen Fliegern.
Rom. Die Nachforſchungen nach den
verun=
glückten Fliegern ſind mit Torpedobooten,
Tau=
chern, Schleppern und Flugzeugen in Angriff
ge=
nommen worden. Bisher aber ſind nur einige
Teile des Propellers, Uniformſtücke, eine
Kar=
tentaſche und eine Uhr gefunden worden. Man
nimmt an, daß ſich das Flugzeug beim Abſturz
in den Meeresgrund gebohrt hat, da das Waſſer
an der Unfallſtelle nicht ſehr tief iſt. Der
Ab=
ſturz erfolgte aus einer Höhe von ettoa 300
Me=
tern. Während des Abſturzes hat einer der
Flieger verſucht, ſich durch Fallſchirmabſprung zu
retten, iſt aber augenſcheinlich ertrunken. Wie
verlautet, war das Flugzeug für einen neuen
Ueberſeeflug beſtimmt und befand ſich auf dem
erſten Probeflug nach Rom. Die Urſache des
Unfalls dürfte in einem Propellerbruch zu ſuchen
ſein. General Balbo hat ſofort eine
Unter=
ſuchung eingeleitet. Ergänzend wird mitgeteilt,
daß der Abſturz nur von einer einzigen Perſon
beobachtet werden konnte. Die Todesnichricht
hat in ganz Italien größte Trauer
hervorge=
rufen.
Drei der beſten Flieger Italiens, Oberſt
Maddalena, Kapitän Cacconi und Leutnant
Damonte, ſind tödlich verunglückt. Die Namen
der beiden erſten ſind weit über die Grenzen
Italiens bekannt. Sie haben viele Flugrekorde
und auch ſonſtige hervorragende Flugleiſtungen
vollbracht, zu denen nicht zuletzt der Flug nach
Braſilien zählt. Maddalena bekleidete in der
Fliegertruppe verantwortungsvolle Poſten. Er
war auch der erſte, der nach der Kataſtrophe des
italieniſchen Luftſchiffs „Italia” das Zelt des
Generals Nobile und ſeiner Genoſſen auf der
Eisſcholle entdeckte. Cecconi wurde in dieſem
Jahr zur Belohnung für die Teilnahme am
Ge=
ſchwaderflug Balbos zum Kapitän befördert.
Auch Damonte nahm am Ueberſeeflug teil.
Der franzöſiſche Dampfer „Tſchang Kiang”
geſtrandet.
Schanghai. Der franzöſiſche Dampfer
„Tſchang Kiang” iſt auf der Inſel Heihan
auf=
gelaufen. 14 Perſonen ſind ertrunken. Das
franzöſiſche Kanonenboot „Marne” hat die
üb=
rigen Paſſagiere und die Beſatzung gerettet.
Die Ueberlebenden des Robbenfängers „Viking”
geborgen.
New York. Der Robbenfänger „Imogen”
hat Horſe Island erreicht, wo 124 Ueberlebende
des „Viking” auf Lebensmittel warteten. Die
Schiffbrüchigen wurden, auf den Dampfer „
Sa=
goma” verbracht. Von den 29 Vermißten hat
man bisher noch keine Spur gefunden.
Drei Perſonen durch einen Wirbelſturm getötet.
New York. Durch einen Wirbelſturm in
Clinton (Oklahoma) wurden drei Perſonen
ge=
tötet und 18 verletzt. 127 Schulkinder entkamen
mit knapper Not dem Tode. Der Sturm
zer=
ſtörte einen Teil der Stadt.
Schwere Anſchuldigungen
gegen New Yorks Bürgermeiſter.
Jimmy Walker,
der elegante und bisher ſo beliebte
Bürgermei=
ſter von New York, wird in dem Bericht zur
Unterſuchung der Mißſtände in der
Stadtver=
waltung der ſchwerſten Fahrläſſigkeit bezichtigt.
Sogar ſeine Abſetzung wird bereits gefordert, da
er der Korruption und Verſchwendung Vorſchub
geleiſtet und den Zuſammenbruch der
Stadt=
verwaltung herbeigeführt habe
Seite 16
Samstag, den 21. März 1931
Nummer 80
760 Jahre Reichstag.
21. März 1871 bis 21. März 1931.
Von Felix Baumann.
Am 17. März war Wilhelm I. aus dem Felde in die Reſidenz
zurückgekehrt, in der dem nunmehrigen Kaiſer ein begeiſterter
Empfang zuteil wurde. Am 20. März empfing der Monarch
im Weißen Saale des Königlichen Schloſſes die Mitglieder des
Berliner Magiſtrats und die Stadtverordneten ſowie eine
De=
putation aus Charlottenburg unter Bürgermeiſter Bullrich und
aus Breslau unter Bürgermeiſter
Hobrecht. Im Namen aller
über=
reichte der Berliner
Oberbürger=
meiſter Seydel eine Willkommens=
und Ergebenheitsadreſſe. Später
empfing der alte Kaiſer noch den
Vorſtand des älteſten Kollegiums
der Berliner Kaufmannſchaft, der
einen maſſiv goldenen
Lorbeer=
kranz überbrachte, auf deſſen
Blät=
tern die Worte „Rückkehr nach
Berlin — den 17. März 1871” und
die Namen der ſiegreichen
Schlach=
ten und eroberten Feſtungen
ein=
graviert ſtanden.
Am Tage vor dem 74.
Geburts=
tage des Heldenkaiſers fand die
feierliche Eröffnung des erſten
Reichstages des geeinten
Deutſch=
land ſtatt. Aus allen Gauen des
Deutſchen Reiches hatte die Nation
ihre Boten zur Geſetzgebung für
das Reich entſandt — von der
Königsau bis zum Bodenſee, von
den Sudeten bis zum Wasgau,
von Weizacker, aus Weſtfalen und
vom Rhein, aus Oberbayern und
Franken kamen die Volksvertreter
zuſammen.
Der große Feſtakt ſollte um
1 Uhr mittags im Weißen Saale
des Königlichen Schloſſes vor ſich
gehen. Aber der voraufgehende
Gottesdienſt in der Schloßkapelle,
dem der geſamte Hof beiwohnte —
nach der vom Hof= und
Dompre=
diger Kögel abgehaltenen Liturgie
predigte der Generalſuperintendent
des 21. Kapitels aus dem Buche
Joſua als Grundtext — zog ſich ſo
ſchichte und lokalen Domſage zufolge, ſollen die alten deutſchen
Kaiſer des ſächſiſchen Hauſes auf dem Seſſel geſeſſen haben.
Nach einem vom Wirklichen Geheimrat v. Frankenberg=
Lud=
wigsdorf, ausgebrachten dreifachen Hoch auf den Kaiſer überreichte
Bismarck (in preußiſcher Generalleutnants=Uniform mit langen
Hoſen und Degen) dem Herrſcher die in einer roten Mappe mit gol=
Die hiſtoriſche Eröffnungsſitzung des Reichstags am 21. März 1871.
Dr. Hoffmann mit dem 45. Vers. Vor 60 Jahren, am 21. März 1871, trat der erſte Reichstag des neuen Deutſchen Reiches in
Berlin zuſammen.
in die Länge, daß die Eröffnungsfeier erſt um 2 Uhr beginnen
konnte.
Nach dem Gottesdienſt zog ſich der Hof, der ſämtliche deutſche
Fürſtlichkeiten umfaßte, in die Rote Samtkammer zurück
wäh=
rend ſich das Gefolge in der benachbarten Alten Kapelle
ver=
ſammelte. Die Oberſten Hof=, die Ober=Hof= und die
Hof=
chargen ſowie die zum Tragen der Reichsinſignien bekannten
Perſönlichkeiten, warteten in der Bildergalerie, wohin vorher
zwei Offiziere und vier Mann des Gardedukorps die Kleinodien
gebracht hatten. Die Mitglieder des Bundesrates hielten ſich
im Grünen Saale auf. Unterdeſſen hatten im Weißen Saale die
Generalität, die Johanniterritter, die Wirklichen Geheimräte
1. Klaſſe, die Vortagenden Räte in den Miniſterien und die
Reichstagsabgeordneten ſowie das Diplomatiſche Korps
Auf=
ſtellung genommen, denen ſich der Bundesrat unter Bismarcks
Führung zugeſellte. Um zwei Uhr erfolgte der Einzug des
Hofes. Vor dem Kaiſer ſeine alten Paladine: Moltke mit dem
blanken Reichsſchwert, General v. Peuker mit dem Reichsapfel
auf ſilbernem Kiſſen, der Kriegsminiſter Graf Roon mit dem
Szepter auf goldenem Kiſſen, Oberſtkämmerer Graf v. Redern
mit der Krone auf goldenem Kiſſen, unmittelbar vor dem Kaiſer,
der greiſe Feldmarſchall Graf v. Wrangel mit dem Reichspanier,
begleitet von den Generalleutnants v. Kameke und v.
Podbiel=
ſki. Der alte Wrangel wäre auf dem glatten Parkett beinahe
ausgeglitten.
Nachdem der Kaiſer auf dem Tronſeſſel Platz genommen
hatte, ſtellten Moltke und Wrangel ſich dahinter auf, während
Reichsapfel, Szepter und Krone auf Taburette niedergelegt
wurden. Der Thron, ein ſchwerer Steinſeſſel in Würfelform
auf vier plumpen Bronzeknaufen ruhend, deſſen Rücken= und
Seitenlehnen mit mittelalterlichen Bronzen verziert waren,
er=
regte allgemeine Aufmerkſamkeit. Es war der ſogenannte
„Kaiſerſtuhl von Goslar”, den Prinz Carl von Preußen aus
ſeiner Sammlung zur Verfügung geſtellt hatte. Der Kunſtge=
denem Adler liegende Thronrede, die Wilhelm I. mit feſter, lauter
Stimme verlas. Sie begann mit den Worten: „Wenn Ich nach
dem glorreichen, aber ſchweren Kampfe, den Deutſchland für
ſeine Unabhängigkeit ſiegreich geführt hat, zum erſten Male den
deutſchen Reichstag um Mich verſammelt ſehe, ſo drängt es Mich
vor allem, Meinen demütigen Dank gegen Gott zum Ausdruck
zu geben für die weltgeſchichtlichen Erfolge, mit denen ſeine
Gnade die treue Eintracht der deutſchen Bundesgenoſſen, den
Heldenmut und die Manneszucht unſerer Heere und die
opfer=
frendige Hingebung des deutſchen Volkes geſegnet hat. Wir
haben erreicht, was ſeit der Zeit unſerer Väter für Deutſchland
erſtrebt wurde: die Einheit und deren organiſche Geſtaltung,
die Sicherung unſerer Grenzen und die Unabhängigkeit unſerer
nationalen Rechtsentwicklung. Das Bewußtſein ſeiner Einheit
war in dem deutſchen Volke, wenn auch verhüllt, doch ſtets
lebendig. Es hat ſeine Hülle geſprengt in der Begeiſterung, mit
welcher ſich die geſamte Nation zur Verteidigung des deutſchen
Vaterlandes erhob und in unvertilgbarer Schrift auf den
Schlachtfeldern Frankreichs, die ihren Willen verzeichnet, ein
einiges Volk zu ſein und zu bleiben. Die Achtung, welche
Deutſchland für ſeine eigene Selbſtändigkeit in Anſpruch nimmt,
zollt es bereitwilligſt der Unabhängigkeit anderer Nationen und
Völker, der ſchwachen wie der ſtarken. Das neue Deutſchland,
wie es aus der Feuerpobe des gegenwärtigen Krieges
hervor=
gegangen iſt, wird ein zuverläſſiger Bürge des europäiſchen
Frie=
dens ſein, weil es ſtark und ſelbſtbewußt genug iſt, um ſich die
Oordnung ſeiner eigenen Angelegenheiten als ſein
ausſchließ=
liches, aber auch ausreichendes und zufriedenſtellendes Erbteil
zu bewahren.”
Nachdem in der Rede auf die Pflichten und Aufgaben des
erſten deutſchen Reichstages hingewieſen worden war, ſchloß ſie:
„Möge die Wiederherſtellung des Deutſchen Reiches für die
Nation auch nach Innen das Wahrzeichen neuer Größe ſein;
möge dem deurſchen Reichskrieg, den wir ſo ruhmreich geführt
haben, ein nicht minder glorreicher Reichsfriede folgen und mi
die Aufgabe des deutſchen Volkes fortan darin beſchloſſen ſe
ſich in dem Weltkampfe um den Hüter des Friedens als Siet
zu erweiſen. Das walte Gott!‟ Darauf trat Bismarck vor u
ſagte: „Auf Befehl Sr. M. des Kaiſers erkläre ich im Nam
der verbündeten Regierungen den Reichstag für eröffne
worauf die Feier mit einem vom bayeriſchen Staatsminiſ
v. Pfretzſchner ausgebrachten dreifachen Hoch auf den Kai
ſchloß.
Die erſte Sitzung des deutſchen Reichstages begann n
drei Uhr im Saale des preußiſchen Abgeordnetenhauſes in
Leipziger Straße Nr. 75. Ueber dem Präſidentenſtuhl, den
Alterspräſident v. Frankenberg=Ludwigsdorf innehatte, wehte a
gerollt die Fahne des Bundes, das Geſchenk der Deutſchen
New Orleans im nordamerikaniſchen Staate Louiſiana. J.
Inſchrift „Dem deutſchen Parlamente” war zur Wahrheit
worden. Die Tribünen waren überfüllt. Moltke war in u
form anweſend. Der Alterspräſident eröffnete die Sitzung
den Worten: „Als mir der Vorzug zuteil wurde, die e
Sitzung des Reichstages des norddeutſchen Bundes zu eröffn
da nahm ich das einige Deutſchland in meine Bitte auf. Di
Aeußerung hat bekanntlich in den öffentlichen Blättern Fra
reichs eine verhöhnende Kritik gefunden. Denn jenem Lau
iſt es von jeher unerträglich geweſen, Deutſchland einig und
damit groß, ſtark und mächtig zu ſehen. Dennoch hat ſich die
Einigung vollzogen. An uns aber iſt es jetzt, dieſe Einigung
befeſtigen und ſie fruchttragend zu machen.”
Der Namensaufruf ergab die Anweſenheit von 274 Mitg
dern. Da der Reichstag 382 Mitglieder zählte — abſol/
Majorität 192 — ſo war die Verſammlung beſchlußfähig.
waren 220 Wahlakte eingegangen, die den ſieben Abteilun
zugewieſen wurden. Nach dem Beſchluß, daß der ganze Reic
tag ſich an der Gratulation zum 74. Geburtstage des Kaiſ s
beteilige, wurde die Sitzung um 4½ Uhr geſchloſſen. In
nächſten Sitzung wurde mit abſoluter Stimmenmehrheit
von Simſon, der Präſident der Frankfurter Nationalverſan
lung, zum Präſidenten des erſten Deutſchen Reichstages
wählt. — An dem Tage, an dem der erſte Deutſche Reichs
eröffnet wurde, traf Napoleon III., von Kaſſel kommend,
Chisleheart ein, wo er von der Exkaiſerin Eugenie und 1
Prinzen Lulu empfangen wurde
Geſchäftliches.
Im neuen Kleide erſcheint das Echte, Altbewährte. Und
neuer Name wurde ihm auch gegeben. Nicht wahr, das iſt
deutend genug, darüber noch mehr zu erfahren. Beſonders e
Hausfrauen wird es intereſſieren, daß der altbekannte Aſt
Franck mit der Kaffeemühle den neuen, geſetzlich geſchütn
Markennamen „Mühlen Franck” und eine verbeſſerte
farbenprſ=
tig ſchöne Verpackung erhalten hat. Der Grund für die Aender g.
liegt darin, daß in dieſer ernſten Zeit die echte Ware beſon’s
deutlich erkennbar ſein muß. Auch fühlte ſich die Firma Heinh.
Franck Söhne verpflichtet, die Hausfrauen vor Nachahmurn
ihres bekannten Erzeugniſſes zu ſchützen. Die gute Kaffeew ſe
„Mühlen Franck” iſt verfeinerter Aecht Franck; ſte würzt, kräfſt
und verbilligt jedes Kaffeegetränk.
Man iſt ſo jung, wie man ausſieht!
Ein jugendliches Ausſehen zu haben, iſt heutzutage
ſch=
riger, denn je. Not und Sorge unſerer Zeit geben ſo man
frühzeitig ein altes Ausſehen. Jugendliche Erſcheinung iſt
eines der wichtigſten Erforderniſſe für den bitter ſchweren Ka
ums Daſein. Viele Tauſende, die ſich mit Recht noch jung id
leiſtungsfähig fühlen, werden bei Stellungsbewerbungen zu
geſetzt wegen ihres alten Ausſehens. Es gibt ein Mittel, das
jugendliches Ausſehen verleiht, und zwar eines, das ſchon vi
Tauſenden geholfen, ihnen Jugendlichkeit und Lebensfr de
wiedergegeben hat. Es iſt das weltberühmte 20 Jahre jünr”
(patentamtlich geſchützt”, auch genannt „Exlepäng” gegen g.
Haare von der Parfümeriefabrik Exlepäng, Berlin. Man ſe
einige der vielen tauſend Dankſchreiben, die den geradezu wun
r=
baren Erfolg des „Exlepäng” beweiſen und den wirklich
Herzen kommenden Dank derer ausdrücken, welche durch „C
päng” tatſächlich „20 Jahre jünger” geworden ſind.
ſanten Einblick in die Einzelheiten der hochvollendeten Konſ
k=
tion und dieſer vielbegehrten deutſchen Qualitätsmarke.”
Sterbekasse-Verein
„Ruhe‟
S1. Hauptversammlung
Samstag, den 28. März 1931. abends
8 Uhr, in der Stadt Koburg, Waldstr. 2
Die geprüfte Rechnung liegt bei dem
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Zimmer von z. B. 4 X4 Meter Fläche auszulegen, braucht m
nur 30,24 Mk. auszugeben. Daß durch dieſen modernen
Boſi=
belag auch eine einfache Wohnung behaglicher gemacht, we mu
kann, das zeigt die vielſeitige Balatum=Muſter=Auswahl. Zu ex
künſtleriſchen Vollkommenheit und dem niedrigen zeitgememn
Preis Balatums kommt noch der wertvolle praktiſche Vorteil
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zu: Balatum braucht nicht genagelt oder geklebt zu werden.
Die Firma Müller u. Ober, Rheinſtraße 39
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auſtaltet zurzeit eine intereſſante Ausſtellung ihrer neueſten Alk=
Nummer 80
Samstag, den 21. März 1931
Seite 17
Gnstaagsaastteen
Ein Roman von
Copyright by. Nowifſima Verlag G. m. b.
Kapitän Mertens war wunſchlos glücklich. Er hatte ſich
läugſt abgefunden. A0 die wirren Sehnſüchte, die ſein
heimat=
liches Eheleben unerlöſt gelaſſen, lagen gebändigt an der
un=
zerreißbaren Kette der Berufspflicht. Aber es war doch ſchön,
jumitten gläuzender glühender, feſtdurchleuchteter Frauen zu
ſitzen, ihnen unverbindliche, niemals ganz ernſthaft genommene
Schmeicheleien ſagen zu dürſen, lockende, kecke Blicke
aufzu=
faugen, die nur ein Spiel waren und bleiben mußten.
Nahezu wunſchlos glücklich war der gute Jens — nicht
gauz. Den Morgen über hatte er ſeine Nachbarin zur Rechten
ſtundenlang für ſich allein gehabt und ſo vertraut mit ihr
ge=
plaudert, als ſeien ſie alte Freunde. Er wußte nun ein wenig
in ihrem Herzen Beſcheid — durfte ſich’s mindeſtens einbilden.
Sie hatte ihm, mit zuckenden Lippen, das Bild ihres einſtigen
(Katten gezeigt. Wetter, war das ein ſchöner Kerl! Wie mochte
ſie’s nur fertig gebracht haben, von dem ſich loszureißen? Daß
ſie ihn ſehr gelieht hatte, bezeugte jeder Hauch ihres Mundes.
Und dann — die Kinder! Der fünfjährige Ulrich, die
drei=
jährige Gerda .. . Frau Ellen hatte feuchte Augen bekommen.
Daß uan von ſo etwas los kann, um ſich allabendlich voni
tauſend wildfremden Menſchen durchs Opernglas anglotzen zu
laſſen, übers Weltmeer zu pilgern, nur um genau dasſelbe auch
auf der andern Hemiſphäre zu erleben — begreif’s wer kann!
Aber es waren doch zwei ſchöne, wunderreiche Stunden
ge=
ſueſen.
Nun wparen die andern wieder da. Fran Ellen ar ſo
unerhört herrlich in Feſtgewand und Feſtlaune — ihr huldigte
der ganze Tiſch, ſogar die Frauen räumten ihr neidlos den
Schönheitspreis ein, trotz der Majadorin der deutſchen
Kon=
lurrenz. Was tvöllte dies glatte, platte Lärochen bedeuten
neben einemt Menſchengeſichte, das durchleuchtet wurde voni
innerer Glut! Was war dies gedrechſelte Figürchen mit der den
Damen der großen Welt nachgeäfften Graudezza — neben dieſer
heroiſchen Geſtalt, deren jede Bewegung den eingeborenen Adel
der Auserkorenen kundtat!
Die Künſtlerin war Weib genug, um mit einer halb
be=
ſpußten Befeligung den Triumph ihres Weſens zu empfinden.
Den verdankte ſie heute nur ſich ſelber — nicht der
emporreißen=
den Töneflut, nicht der unverlöſchlichen Seelenglut der Meiſter,
deren unvergängliches Teil für die kurzen Stunden der
Auf=
ſührung in ihr ſeine Auferſtehung feierte. Heute abend war ſie
nicht Jfolde, Eliſabeth, Brünhilde — nur Ellen Winterfeldt.
Nicht aus dem ſchwarzen Abgrund des Zuſchauerraums, nicht
über den brandenden Ozean des Orcheſters ſchwoll die ſtumme
Begeiſterung der unbekannten Menge zu ihr empor. Aus
nächſter Nähe ſtrahlten Frauen= und Männeraugen ſie an, fremd
auch die, dennoch ſeit zwei Tagen durch Zufallslaune ihr
nahe=
gerückt, durch das gemeinſame Schickſal dieſes kurzen
Aufein=
anderangewieſenſeins ihr verbunden.
Ein neues Erlebnis, eine Rolle, minder groß, aber in un=
Walter Bloem.
H., Berlin SW 61, Belle Alliatce
Straße 92
(Nachdruck verboten.)
mittelbarem Lohne dankbarer als die Verkörperung fremder
Größe.
Ellen fühlte ſich wirken, ſich allein, als Frau, als Menichen.
Das ſtieg ihr zu Kopfe, wogte als prickelnder Rauſch durch Adern
und Nerven, ſteigerte ſie in ein Gefühl der Daſeinsluſt hinein,
wie ſie es in den zwei Jahren des Kampfes um ihr Eigenleben
nie empſunden zu haben meinte. Sie iſt jung, ſie iſt ſtark, ſie iſt
Künſtlerin, ja, aber ſie iſt eine Frau, ſie hat noch nicht
abgeſchloſ=
ſen mit ihrem perſönlichen Daſein, iſt nicht nur Gefäß für fremde
Kraft, iſt Inhalt, Kern. Sie ſitzt nicht, ſie thront. Sie geht nicht,
ſie ſchwebt. Sie iſt die ungekrönte Königin ihres kleinen Kreiſes,
des ganzen Feſtes.
Auf die beiden Mäuner, die den Platz au ihrer Seite auf
Hauen und Stechen verteidigen würden, wirkt die üiberraſchende
Steigerung ihres Weſens ganz verſchieden. Der gute Jens
Mer=
tens glänzt in ihrem Glanze, Vollmond im Sonnenlicht. Ihre
Heiterkeit macht ihn heiter, redefroh, in ſeiner trocken=behäbigen
Art. Sie iſt glücklich, er iſt es, weil ſie es iſt.
Der Baron? Wird immer ſtiller, finſterer, ſchweigſamer.
Ver=
meidet es, ſie anzuſehen. Der Aufruhr ſeines Inneren müßte
ſich verraten. Verrät ſich — trotz ſeiner Zurückhaltung. Ein
Blinder würde die Glut fühlen, die den kargen Mann verbreunt.
Zum mindeſten die zwei kecken Amerikanerinnen haben ſich
mit=
einander längſt durch Blicke verſtändigt; da zoppelt einer am
Haten.
Die Kapelle findet ſich ein. Heute abend ſitzt ſie nichk droben
in ihrer engen Niſche, vielmehr unter dem Rieſengemälde, das
den Heimathafen des Schiffes darſtellt, auf gleicher Ebene mit
den Paſſagieren. Nicht wie morgens beim Frühkonzert in der
blauen Seemannstracht. Nicht wie allmittäglich und allabendlich
in Smoking und Faltenhemd. Heute erſcheint ſie in
grünſamte=
nen Zigeunerfocketts. Die Paſſoziere, ſonſt gewohnt, die
unſchein=
baren Aufpulverer ihrer Stimmung kaum zu beachten, begrüßen
ihr Auftreten heute abend mit einem halb ſcherzhaften „Ah!”,
mit lurzem, freundlichem Applaus. Der Kapellmeiſter verneigt
ſich tiefgerührt.
Und jetzt bemerkt auch dieſer und jener der Paſſagiere zum
erſtenmal, daß unter den unauffälligen Geſtalten der Muſikanten
ein Kopf ganz ſeltſam aus dem Rahmen fällt. Das ſlawiſche
Koſtüm, das die übrigen Spieler erſt in ihrer Trivialität und
Beſcheidenheit intlardt — es hebt dieſe eine Erſcheinung, ſitzt
ihr wie angewachſen, paßt zu ihrer Raſſefigur wie für ſie
aus=
geſonnen.
Frau Rahel Leviſohn entdeckt zuerſt den auffallenden Typ.
Als Gattin des kunſtverſtändigſten Kopfes der New Yorker
Geſellſchaft hat ſie Witterung für das Beſondere. Sie hebt das
brillantenbeſetzte Lorgnon. Macht den Generalmuſikdirektor,
ihren dienſtwilligen Ritter, auf den einzigen wirklich
zigeuner=
haften Zigeuner in grünem Samt aufmerkſam.
„Iſt mir auch ſchon flüchtig aufgefallen, Miſſis Rahel
ſagt Ignaz Richter. „Weil er ſonſt immer ein Monokel trägt.
Geſchmackvoll genug, daß ers zu dieſer Tracht wegläßt. Die
ſteht ihm übrigens bleudend.”
Schon heben die Muſiker die Bogen — der erſte Forrrott
quirlt auf. Im ſelben Moment hat der Kapitän ſich erhoben
und vor der allumſchwärmten Frau verneigt. Stolz führt er
ſie in den Ring. Legt in einer glückstrunkenen Aufwallung
ſeines ganzen Mannestums den Arm um ihre ſchmiegſame feſte
Geſtalt. Als erſtes Paar fliegen die zſvei über die geglättete
Fläche, kinderfröhlich lacht Frau Ellen ihren ſtämmigen Tänzer
an, nur wenig braucht ſie die Blicke zu heben. „ſeus Mertens
läßt ſeine ſturmerprobten Nordlandslichter ſelbſtverſtändlich in
die ſchillernden Augen der Künſtlerin verſinken.
Muß es geſagt werden, daß Rahel Leviſohn ihr meiſterhaft
gemaltes Antlitz an die hagere Bruſt des Beherrſchers der Töne
lehut, ſich hingebungsfreudig von ihm umſchlingen läßt, deſſen
Arm Orkane, Ozeane, von Klaug zu entfeſſeln und zu
ſäuf=
tigen mächtig iſt? Heute abend ſcheint auch die ſtolze, bisher
ein wenig vernachläfſigte Merikauerin einen Kavalier gefünden
zu haben. Baron Wilczek hat ſich in ihr Geſpräch geflüchter
ſie haſtig aufgefordert, als ſolle er die verräteriſche
Verſunken=
heit abſtreifen. Donna Ines de Gayangos belohut ihren Ritter
im Tanz. Sie ſchenkt ſich ihm buchſtäblich vom Kodzf bis zu
den Füßen.
Alles iſt im Wirbel. Nicht hlonde und braune Buhenköpfe
nur, graue, ſchnee peiße tauchen aus dem Schwall, werden wieder
hineingezogen. Kaum ein Stuhl im Rund um die wogende
Tänzermenge iſt noch beſetzt.
Nein: eine Ausnahme. In eine Ecke gedrückt, nicht hinter
einem Sektkühler, ſondern einem Whisky=Soda derſchanzt, ein
einziger junger Nichttänzer. Das rechte Auge ſchielt durch das
Einglas auf die Fröhlichen, die Harmloſen, die Geniaßenden mit
einem ſeltſamen Ausdruck — Neid des ſeeliſch Belaſteten? Haß
des Außenſeiters? Verachtung des Ueberlegenen? Es lann
das alles ſein. Niemand kennt dieſen Mann, nur die Stewards,
die ihn bedienen, ohne beſondere Hingabe, denn er hat für ſie
nie ein menſchliches Wort, ſie ſind ihm nicht mehr als
Klingel=
knopfe, auf die man drückt, wenn man einen Wunſch erfüllen
ſehen möchte. Sie wiſſen, es iſt Herr Schiewelbein, Kaufmann
aus Magdeburg.
Iſt er’s wwirklich? Herr Valentin glaubt ihm nicht einmal
das — ob vohl er’s ſchwarz auf weiß geleſen hat, amtlich
ver=
brieft und unterſtempelt. Wer Millionenwerte an Iuwelen
ſtehlen kann — wird der nicht Mittel und Wege wiſſen zu einem
gefälſchten Paß, einem echten Einreiſeviſum für UISA.*
Klamfoth beobachtet zwar noch drei, vier andere auffallend
elegante, ſprachenkundige Herren in der zweiten Hälfte der
Dreißiger. Aber Verdacht, ernſthaften Verdacht hat er
eigent=
lich nur auf dieſen einen. Daß der Staatsanwalt aus
Magde=
burg ſeinen angeblichen Landsmann nicht kennt — beweiſt nicht
das mindeſte. Daß Herr Schiewelbein ſeinen Landsmann
Grunelius nicht kennt, der ein namhafter
Strafrechtswiſſenſchaft=
ler iſt, auf internationale Kongreſſe geſchickt wird — auch das
iſt nicht auffallend. Aber Klamfoth hat zweimal beobachtet,
das eine Mal im Rauchſalon, das zweite Mal im Leſezimmer —
daß Herr Schiewelbein ſich haſtig, faſt fluchtartig entfernte,
als der Vertreter der Anklagebehörde auftauchte. Neiu — der
oder keiner!
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Paul Richter, der sympathiscbe Siegtried-Darsteller aus
dem weltbekannten Nibelungenfilm in seiner ersten
Sprechrolle in dem Tonfilm:
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Hergestellt nach amtlichem Material und nach Berichten
otfizieller Zeugen unter Mitarbeit und Unterstätzung
des Dentschen Nationalkomitees zur Bekämpfung
des Mädchenhandels.
Begie: Taap Speyer
In den Hauptrollen:
Dita Parlo, Harry Frank u. a.
Dem Eilm ist die Affaire einer Agentin zu Grunde
gelegt, welche vor Monaten von Berlin aus mit einer
Girlgruppe nach Süd-Amerika ging.
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und das gute Beiprogramm.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
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Die unvergeßliche Liebesgeschichte von Kaiser Josef II. und
der Försterstochter.
Begie: Friedrich Zelnik.
Weitere Mitwirkende: Irene Eisinger von der
Staats-
oper Berlin als „Försterchrist!”
Oskar Karlweiss als Wolfgang Amadens Mozart
André Pilot als Leutnant Földessy
sowie Adele Sandrock, Tiber v. Halmay. Jelly Staffel u. a.
Friedrich Zelnits großer „Försterehristl., Arkolg ist aus der
Aera des stummen Films noch in allerbester Erinnerung.
Schon damals wirkte „Försterchristl” bezaubernd durch
In-
halt und Darstellung. Und nun tritt bei der Nenverfilmung das
gesprochene und gesungene Wort hinzu, das diesen Film zu
einem Erlebnis werden 13ßt.
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