Darmstädter Tagblatt 1931


08. März 1931

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Einzelnummer 15 Pfennige?

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Bezugspreis:

chentich 7maligem Erſcheinen vom 4. März
März 2.18 Reichsmart und 22 Pfennt
gebüht abgeholl 228 Reichemarl, durch die
ren 2.40 Reichsmart irei Haus. Poſtbezugspreis.
s ohne Beſtellgeld monatlich 2.45 Reichemari.
wortlichket für Aufnahme von Anzeigen a
ten Tagen wird nicht übernommen. Nicht=
imn
einzelner Nummern infolge böherer Gewalt
zu den Beziehei nicht zur Kürzung des
preiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
obne Verbindichkeit für uns. Poſiſcheckkonio
Frantfurt a. M. 1301.

Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Nummer 67
Sonntag, den 8. März 1931.
194. Jahrgang

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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflſchtung auf Erfüllung der Anzeigel
uufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerſchtlicher Beltrelbung fällt jeder
Rabatt weg. Banſkonto Deutſche Bank und Darm=
ſtädter
und Nallonalbank.

Pauſe in der
Innenpolitik.

Diäken=Debakke im Reichskag.
* Berlin, 7. März. (Eig. Bericht.)

ichstagspräſident Loebe eröffnet die Reichstagsſitzung um
Auf der Tagesordnung ſteht die zweite Beratung des
rlts des Reichstages.
e Aufwandsentſchädigungen für die Reichstags=
dneten
betragen mehr als 4 Millionen Mark. Der
ent des Reichstages erhielt bisher Aufwandsgelder, die das
he der Aufwandsentſchädigungen der Abgeordneten aus=
Er ſoll von jetzt an nur noch den doppelten Betrag er=
Neu angefordert werden für das Neubeziehen der Seſſel
Fungsſaal des Reichsrats 8000 Mark. Die Wirtſchaftspartei
rgt, dieſen Betrag auf 10 000 Mark zu erhöhen und den
Strag den Summen zu entnehmen, die durch Abweſenheit
ogeordneten eingeſpart werden, dem das Haus zuſtimmt.
g. Dr. Weber (Staatsp.) begründet dazu den damit ver=
en
Antrag der Staatspartei, der eine
Rellung von Ark und Umfang der wirkſchaft=
lichen
Täligkeit der Abgeoreneken
n will. Angabepflichtig ſoll für den Abgeordneten ſein jede
ehmertätigkeit für eigene oder fremde Rechnung, jede
g als Vorſtandsmitglied einer privaten oder
chen Erwerbsgeſellſchaft, als Syndikus, Sekretär oder ſon=
Leiter eines Intereſſen=, Fach= oder Berufsverbandes, ins=
re
auch jede regelmäßige Schiedsrichter= oder Gutachter=
u
* für beſtimmte Verbände oder Firmen ſowie jedes
chtsratsmandat.
Redner führt zur Begründung des Antrages aus, es
e endlich einmal durch völlige Klarſtel=
g
. dem Gerede von der Korruption im
chstag ein Ende gemacht werden. Dr. Weber
gt weiter vor, daß während der ſitzungsfreien
t die Abgeordneten von ihren Diäten
rigſtens 20 Mark im Monat zugunſten des
Drend dieſer Zeit ſtellungslos werden=
den
Perſonals opfern.
g. Eſſer (Zentr.) bedauert, daß Dr. Weber ſeinen Vor=
aigunſten
der Angeſtellten in öffentlicher Sitzung gemacht
Der Reichstag laſſe ſeine Angeſtellten nicht hungern. Der
beantragt Ueberweiſung der Anträge an den Aelteſtenrat.
g. Heinig (Soz.) begrüßt den Antrag Weber. Der
rg müſſe durch Klarſtellung der Verhältniſſe den Korrup=
rüfflern
das Handwerk legen.
Antrag Weber wird dem Aelteſtenrat überwieſen,
vl ein Antrag Döbrich (Lv.) auf
Kürzung der Abgeordnetendiäten.
u, ſollen alle Diäten um weitere 10 Prozent gekürzt werden,
Abgeordneten in Beamtenſtellung um 10 Prozent darüber
die der in Berlin anſäſſigen Abgeordneten um weitere
ent. Wenn der Reichstag nicht tagt, ſo ſollen
räten für die ſitzungsfreie Zeit um die
E gekürzt werden. Der Haushalt des Reichstages
nd. zweiter Beratung bewilligt.
, folgt die zweite Beratung des Geſetzes über die Entſchä=
Der gewerbsmäßigen Stellenvermittler.
kalpolitiſche Ausſchuß hat die Regierungsvorlage vollſtän=
eſtaltet
und im Sinne volksparteilicher Anträge beſtimmt,
Stellenvermittler für Haus= und Gaſtwirtsperſonal die
rben, ob ſie den Betrieb bis zum Lebensende des Inhabers
en oder den Betrieb gegen Entſchädigung aufgeben wollen.
121 Albſtimmung wird vertagt. Ohne Debatte wird dann das
hr! abkommen zum deutſch=franzöſiſchen Han=
bkommen
in zweiter und dritter Beratung angenom=
de
der Notenwechſel zum deutſch=rumäniſchen Abkommen und
rfer Handelsabkommen werden dem Handelspolitiſchen
überwieſen.
11 Uhr vertagt ſich das Haus auf Donnerstag, 15 Uhr:
Beratung des Haushalts des Reichsernährungsmini=

Der Völkiſche Beobachter beſtäkigk!
unſere geſtrige Meldung, daß die nationalſozialiſtiſchen
gsabgeordneten die ihnen am 1. März überwieſenen
richt zurückgehen ließen, geht uns eine Mitteilung zu,
Teldung ſei falſch. Wir leſen jedoch in der Samstag=
des
Völkiſchen Beobachters nur eine Beſtätigung, denn
da: Die Kaſſenverwaltung des Reichstages hat allen
ozialiſtiſchen Abgeordneten für die verſäumten Sitzungs=
Diätengelder abgezogen, alſo nicht ausbezahlt. Die
für den laufenden Monat ſind alſo nicht eingewieſen
ſondern um ſoviel gekürzt worden, als die Nichtbetei=
u
den Beratungen ausmacht‟. Das beſagt in klarem
lediglich auf die Sitzungsgelder verzichtet wurde,
man die erklecklichen Diäten, alſo das Grundgehalt,
2r. Curkius erſiatkei Berichk.
Berlin, 7. März.
ich wird mitgeteilt:
hsaußenminiſter Dr. Curtius und Staatsſekretär Dr.
erſtatteten am Samstag vormittag dem Reichskanzler
ber den Verlauf der Beratungen in Wien. Im An=
ran
hielt am Nachmittag der Reichsminiſter des Aus=
dem
Herrn Reichspräſidenten Vortrag über das Er=
ser
Verhandlungen mit der öſterreichiſchen Bundes=
Im Laufe der nächſten Woche wird das Reichs=
zu
dem Bericht des Reichsaußenminiſters über die
Reiſe Stellung nehmen.

Die deutſch=polniſchen Beziehungen.
Geſandker v. Molkke
überreicht ſein Beglaubigungsſchreiben.
WTB. Warſchau, 7. März.
Der neu ernannte deutſche Geſandte von Moltke in War=
ſchau
hat heute im Alten Schloß des polniſchen Staatspräſidenten
in Anweſenheit des Außenminiſters Zaleſki ſein Beglaubigungs=
ſchreiben
überreicht. Geſandter v. Moltke führte hierbei in
ſeiner Anſprache u. a. aus: Mein Vorgänger, der Geſandte Rau=
ſcher
, iſt vor wenigen Monaten durch einen allzu frühen Tod da=
hingerafft
worden. Aus dieſem traurigen Anlaß ſind von ſeiten
der polniſchen Regierung ſowie der polniſchen Oeffentlichkeit ſo
zahlreiche und herzliche Beweiſe der Teilnahme ausgegangen, daß
es meiner Regierung ein aufrichtiges Bedürfnis iſt, auch bei
dieſer Gelegenheit hierfür nochmals auf das wärmſte zu danken.
Ich bin mir wohl bewußt, daß das hohe Maß von Achtung und
Vertrauen, das mein Vorgänger ſich hier zu erwerben gewußt
hatte, an mich beſondere Anforderungen ſtellt. Ich darf aber
daraus auf der anderen Seite auch die Zuverſicht ſchöpfen, daß ich
bei dem ernſten und ehrlichſten Bemühen, in den die Intereſſen
unſerer beiden Länder berührenden Fragen praktiſche Löſungen
herbeizuführen, bei der polniſchen Regierung vertrauensvolles
Entgegenkommen finden werde.
Die Erkenntnis, daß die höchſte Entfaltung der nationalen
Kräfte nur möglich iſt bei vertrauensvoller interna=
tionaler
Zuſammenarbeit im Geiſte der Billig=
keit
, der gegenſeitigen Achtung der Völker und
der friedlichen Entwicklung der Menſchheit, iſt
im ſteigenden Maße Gemeingut der öffentlichen Meinung Euro=
pas
geworden. Indem ich verſichere, daß ich in dieſem Sinne nach
beſten Kräften mich meiner ehrenvollen Aufgabe unterziehen
werde, darf ich Ew. Exzellenz um Ihre und Ihrer Regierung
wohlwollende Unterſtützung bitten.
Nachdem der Staatspräſident das Beglaubigungs=
ſchreiben
empfangen hatte, führte er u. a. aus: Mit Recht haben
Sie feſtgeſtellt, daß eine geſunde und normale Entfaltung natio=
naler
Kräfte nur möglich iſt bei vertrauensvoller internationaler
Zuſammenarbeit. Allein in der Atmoſphäre ſolchen Vertrauens,
gegenſeitiger Schätzung und beiderſeitigen Verſtändniſſes der
lebendigen nationalen Bedürfniſſe kann eine ſolche, im Geiſte der
Billigkeit geführte und auf das Recht geſtützte Zuſammenarbeit
tatſächliche Ergebniſſe erbringen, die beitragen zur weiteren fried=
lichen
Entwicklung unſerer Völker, und damit auch des ganzen
Kontinentes. Mit Zufriedenheit nehme ich zur Kenntnis, daß ſie,
Herr Geſandter, alle Kräfte in dieſem Geiſte der ehrenvollen Auf=
gabe
des Ausbaues der gegenſeitigen Beziehungen beider Staaten
widmen wollen, und ich bitte Sie, überzeugt zu ſein, daß Sie bei
dieſen Bemühungen auf meine volle Unterſtützung ſowie auch auf
die der Regierung der Republik rechnen können.
Berlängerung des deutſch=iſchechoflowakiſchen
Kohlenabkommens.
Berlin, 7. März.
In Verhandlungen zwiſchen dem Reichskohlenkommiſſar und
dem Miniſterium für öffentliche Arbeiten in Prag wurde am
6. März in Berlin das deutſch=tſchechoſlowakiſche Kohlenaustauſch=
abkommen
für die Zeit ab 1. April d. J. auf die Dauer von
zwei Jahren verlängert, nachdem im Dezember 1930 die
darüber in Prag geführten Verhandlungen zunächſt geſcheitert
waren. Unter Beibehaltung des bisherigen Umrechnungsſchlüſſels
wurden für den deutſchen Export nach der Tſchecho=
lowakei
friſche Monatskontingente verein=
bart
, ſo daß auf dieſe Weiſe die von den deutſchen Produzenten
als unerträglich empfundene Abhängigkeit, ihrer Ausfuhr
von der tſchechiſchen Einfuhr beſeitigt wurde.

Colin in Berlin.
* Berlin, 7. März.

(Priv.=Tel.)

Die von unſeren Linksparteien vorausgeſehenen ausländi=
ſchen
Proteſte gegen unſer Agrarprogramm ſind bisher bei der
Reichsregierung nicht eingegangen, werden allerdings auch wohl
ausbleiben, weil, ſoweit ſie an den Agrarzöllen Anſtoß nehmen
könnten, ſie mit uns in handelsvertraglichen Beziehungen auf
Grund der Meiſtbegünſtigung ſtehen. Würden wir alſo zu Zoll=
erhöhungen
ſchreiten, ſo würden ſämtliche Vertragspartner gleich=
mäßig
behandelt. Das weiß man auch in Holland und Däne=
mark
. Allerdings iſt es verſtändlich, daß man in Berlin zu ver=
ſtehen
geben wird, wie wenig angenehm Zollerhöhungen empfun=
den
würden. Wir könnten aber in ſolchen Fällen allen ausländi=
ſchen
Regierungen nur die gleiche Antwort geben, wie ſie dem
Präſidenten der Zollfriedenskonferenz. Co=
liin
, der vor wenigen Tagen in Berlin weilte, zuteil wurde.
Coliin erſchien wegen des Argarprogramms ziemlich beſorgt und
fürchtete, daß aus den Genfer Abmachungen nichts werden würde.
Ihm iſt auseinandergeſetzt worden, daß ſich das deutſche Volk
in einer ſchweren finanziellen und wirtſchaft=
lichen
Not befindet, und daß es jedes Mittel zur
Bekämpfung dieſer Notlage anwenden muß, hat
aber auch keinen Zweifel darüber gelaſſen, daß wir in erſter
Linie die Erfüllung unſerer Reparationsverpflichtun=
gen
ſicherſtellen müſſen und jede nicht unbedingt notwendige
Einfuhr in unſerem eigenſten Intereſſe einſchränken müſſen. Es
wäre zu wünſchen, daß Herr Coliin in Paris, London, Brüſſel
und Rom ſich für eine Neuregelung des Reparationsproblems im
Sinne eines europäiſchen Wirtſchaftsfriedens einſetzt.

*Die Woche.
Die engliſche Diplomatie hat wieder einmal einen großen
Erfolg davongetragen, denn der Friede von Rom ſo nannten
wir an dieſer Stelle vor kurzem den Abſchluß des franzöſiſch=
itglieniſchen
Flottenpaktes iſt das Werk der Downing=Street,
iſt das Werk Herrn Craigies. In der Erhaltung des status auo
bis zum Jahre 1936, in der Erhaltung der engliſchen Seeüber=
legenheit
zum mindeſten bis zu dieſem Zeitpunkt, in der
Sicherung des Londoner Paktes liegt die Bedeutung des er=
zielten
Verhandlungsergebniſſes. Wichtig iſt natürlich auch die
Vertagung des italieniſch=franzöſiſchen Streits über die Flotten=
parität
, wichtig auch die Wiederannäherung der beiden ſtreiten=
den
lateiniſchen Schweſtern, die in einer franzöſiſchen Anleihe
an die notleidenden Kaſſen Muſſolinis zum Ausdruck kommt.
Aber gerade dieſe Fragen, um die es ja eigentlich ging, waren
doch nur Begleiterſcheinungen, die man in ihrer Bedeutung
nicht überſchätzen darf, wie das in Deutſchland vielfach ge=
ſchieht
. Man konnte von einer Wiederherſtellung der alten
Kriegsentente leſen, von bitteren Vorwürfen gegen die deutſche
Außenpolitik, die durch mangelnde Aktivität den Abſchluß nicht
habe berhindern können. Man ſollte auch bei uns allmählich
gelernt haben, die Dinge etwas nüchterner zu beurteilen. Ge=
wwiß
, wir müſſen mit den gegegebenen Tatſachen rechnen. Ge=
fährlich
wäre es für uns geweſen, wenn wir die Bedeutung des
ſich immer mehr zuſpitzenden Konfliktes zwiſchen Paris und
Rom für die europäiſche Politik hätten überſehen wollen, aber
eine ſorgfältige Beobachtung der Entwicklung der Dinge iſt
nicht gleichbedeutend mit Bejahung. Es muß einmal ganz offen
geſagt werden: An einer weiteren Verſchärfung des italieniſch=
franzöſiſchen
Verhältniſſes, die unſtreitig eine Gefährdung des
europäiſchen Friedens bedeutet hätte, hat das deutſche Volk
auch nicht das geringſte Intereſſe! Allzu leichtfertig nahmen
gewiſſe deutſche Kreiſe ohne weiteres an, daß bei einer etwaigen
Auseinaderſetzung das deutſche Reich die Rolle des Tertius
gandens ſpielen werde. Auch zur Erhaltung der Neutralität
aber braucht man Macht. Oder hat man vielleicht ſchon ver=
geſſen
, wie rückſichtslos manche kleinere machtloſe Staaten zur
Teilnahme am Weltkrieg gezwungen wurden, ſobald es unſeren
Kriegsgegnern wünſchenswvert erſchien? Wenn man alle dieſe
Möglichkeiten gründlich überdenkt, kann man nur zu dem einen
zwingenden Schluß kommen, daß das deutſche Reich in ſeiner
herzeitigen Ohnmacht es nur begrüßen kann, wenn die Gegen=
ſätze
im Mittelmeer wenigſtens vorübergehend an Schärfe ver=
lieren
. Es iſt müßig und töricht, darüber zu ſtreiten, ob wir
den Krieg für eine Naturnotwendigkeit oder ein Verbrechen
halten, ſo wie die Dinge heute liegen, müſſen wir den euro=
päiſchen
Frieden wollen und ſeine Erhaltung mit allen
Mitteln anſtreben, wenn wir kataſtrophale Folgen für unſer
Volk vermeiden wollen. Der Abſchluß des Paktes von Rom
mag eine heilſame Lehre ſein für alle diejenigen, die geglaubt
haben; durch eine italieniſche Orientierung unſerer Außenpolitik
einen Druck auf Frankreich ausüben zu können. Wir haben
niemals an eine ſolche Möglichkeit geglaubt, und ſo brauchen
wir heute nicht die Rolle des betrübten Lohgerbers zu ſpielen,
dem die Felle weggeſchwommen.
Die Gegenſätze zwiſchen Paris und Rom ſind durch die
Verhandlungen der letzten Wochen ganz gewiß nicht aus der
Welt geſchafft. Man hat die Auseinanderſetzung über die
eigentlichen Streifragen vertagt, um eine Art Atempauſe zu
bekommen, eine Atempauſe, erwünſcht, ja notwendig für alle
Beteiligten aus Gründen, die wir ſchon vor einer Woche an
dieſer Stelle andeuteten. Dunkle Wolken liegen über der euro=
päiſchen
Politik, aber es ſcheint faſt ſo, als ob man in weiten
deutſchen Kreiſen nur fehr wenig Verſtändnis für den Ernſt
unſerer Lage hätte. Man wirft unſerer Außenpolitik Mangel
an Aktivität vor und macht durch innerpolitiſche Streitereien
jede Aktivität unmöglich. Man predigt landaus, landein den
Kreuzzug gegen den Marxismus und gibt ihm im gleichen Au=
genblick
durch parlamentariſche Selbſtausſchaltung eine Stel=
lung
, wie er ſie noch nie vorher gehabt. Der am 14. Septem=
ber
vom deutſchen Volk gewählte Reichstag weiſt unſtreitig
eine ſtarke Mehrheit auf für die Ausſchöpfung der Selbſtver=
teidigungsmöglichkeiten
, die uns das Verſailler Diktat belaſſen.
Durch den Auszug der Nationalen Oppoſition iſt aus dieſer
ſtarken Mehrheit eine Minderheit geworden. Unſer Wehretat
iſt ernſtlich gefährdet, gefährdet durch die, welche ſich ſo gern als
die allein zuverläſſigen Verfechter des Wehrgedankens anſehen.
Das Vaterland über die Partei‟. Das galt einſt als einer
der vornehmſten Grundſätze wahrhaft nationaler Politik. Im
Lager der nationalen Oppoſition ſcheint man heute unter nati=
onaler
Politik etwas anderes zu verſtehen. Wie lange wird
ſich der deutſche Wähler das gefallen laſſen? In den Kreiſen
der Landwirtſchaft beginnt es ſich ſchon zu regen. In großen
Verſammlungen wird einmütig das Verhalten der von den land=
wirtſchaftlichen
Kreiſen gewählten Abgeordneten mißbilligt, die
draußen im Lande Propagandareden halten, während im Reichs=
tag
das Wohl und Wehe der deutſchen Landwirtſchaft zur De=
batte
ſteht. Wann werden wir es erleben, daß die großen
Verbände alter Frontſoldaten ſich empört gegen die von ihnen
gewählten Abgeordneten wenden, die durch ihren Auszug aus
dem Parlament die beſcheidenen Reſte deutſcher Wehrhaftigkeit
gefährden, die uns bisher noch verblieben? Woher nimmt man
eigentlich den Mut, einer Regierung nationale Schwäche vorzu=
werfen
, die ohne Rückſicht auf Popularität zähe und verbiſſen
die Intereſſen der Volksgeſamtheit nach außen und nach innen
zu wahren bemüht iſt, während man ſelbſt nur das Intereſſe
der eigenen Partei im Auge hat? Wäre es nicht an der Zeit,
daß man wieder etwas zur Beſinnung käme, und daß von allen
Seiten einmal ernſthaft der Verſuch gemacht würde, die großen
Probleme der Gegenwart ruhig und ſachlich zu eröriern? Es
wäre beſſer für das deutſche Volk, wenn man ſich ganz allgemein
bemühen würde, im Andersdenkenden nicht nur den Lumpen
oder den Schwächling zu ſehen, ſondern wenn man ſich ſach=
lich
mit ſeinen Gründen auseinanderſetzte. Dazu gehört gar
nicht ſo furchtbar viel. Man muß nur eine begründete eigene
Anſicht haben, etwas Verſtändnis dafür, daß man jedes Ding
zum mindeſten von zwei Seiten betrachten kann, und etwas
nationales Gefühl, d. h. ein Empfinden dafür, daß alle An=
gehörigen
eines Volkes in gleicher Weiſe Träger des Staates
ſind, daß die Intereſſen dieſes Staates, der Geſamtheit, allen
Sonderintereſſen vorangehen, und daß jedes einzelne Glied

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Seite 2

Sonntag, den 8. März 1931

dieſes Staates die ſittliche Pflicht hat, ſich in die große allgemeine
Front einzureihen. Die alte deutſche Armee, das alte deutſche
Offizierskorps, hat ein leuchtendes Beiſpiel wvahrhaft ſtaatlicher
Geſinnung gegeben, als ſie auch nach der Umwälzung von 1918
ohne Bedenken ihr Leben für den neuen deutſchen Staat einzu=
ſetzen
bereit waren. Wir ſollten eines nie vergeſſen: Der Staat
iſt unſer Staat, auch wenn die Grundſätze, nach denen er jeweils
geleitet wird, nicht unſerer Auffaſſung entſprechen. Und der
Volksgenoſſe bleibt Volksgenoſſe, auch wenn er politiſch anders
denkt wie wir ſelbſt.
M.

* Berlin, 7. März. (Priv.=Tel.)
Die Reichstagsfraktion der Deutſchnationalen iſt am kommen=
den
Montag zur Beratung der politiſchen Lage nach Berlin ein=
geladen
. In parlamentariſchen Kreiſen wird an dieſer Tatſache
natürlich viel herumgeheimniſt und alle möglichen Kombinatio=
nen
nach der poſitiven und negativen Seite erörtert. Wohl zu
Unrecht. Deutſchnationale und Nationalſozialiſten haben am
vergangenen Sonntag ſich auf die Fortſetzung ihrer bisherigen
Oppoſition feſtgelegt. Sie können davon nur herunter, wenn
neue Tatſachen eintreten, und es kann wohl keinem Zweifel
unterliegen, daß das Schickſal des Kabinetts Brüning ein ausrei=
chender
Grund zur Rückkehr ins Parlament ihnen nicht ſein
dürfte, ebenſowenig wie der Panzerkreuzer. Es wäre höchſtens
denkbar, daß die Deutſchnationalen bei dem Panzerkreuzer eine
beſondere Geſte machen in der Form etwa einer porübergehenden
Rückkehr ins Plenum, um eine kurze Erklärung abzugeben und
dann ſofort wieder auszuwandern.

Karlsruhe, 7. März.
Der zweite Bundesführer des Stahlhelis, Oberſtleutnant
a. D. Düſterberg, ſprach geſtern abend in einer gut beſuchten
Kundgebung des Stahlhelms im Konzerthaus. Er übte ſcharfe
Kritik an der deutſchen Innen= und Außenpolitik der letzten
zwölf Jahre, und fuhr unter Hinweis auf die kommende Ab=
rüſtungskonferenz
fort, Deutſchland ſei moraliſch und ſtaats=
rechtlich
berechtigt, ſeinerſeits die Wiederaufrüſtung und die
Wiederherſtellung ſeiner Wehrhoheit zu for=
dern
wenn die Siegerſtaaten nicht daran gin=
gen
, ſelbſt abzurüſten. Der Stahlhelm kenne
den Krieg und wünſche den Frieden auf gleich=
berechtigter
Grundlage. Es ſei daher ungerecht, wenn
dem Stahlhelm kriegeriſche Hetze vorgeworfen werde. Die größte
Kriegsgefahr erblicke er in unſerer Wehrloſigkeit. Deutſchlands
Sicherheit beruhe auf Paragraphen, deren Auslegung im Belie=
ben
der Siegerſtaaten ſtehe. In Sorge um die Zukunft fordern
wir, daß die verantwortlichen Staatsmänner, insbeſondere der
Reichswehrminiſter, unſer Volk über die Tragweite der kom=
menden
Entſcheidungen aufklären und auch im Ausland Auf=
klärung
ſchaffen. Wir verlangen mindeſtens zur Wahrung
der bewaffneten Neutralität die Vermehrung
der Reichswehr auf 300 000 Mann, Verkürzung der
Dienſtzeit und Ausrüſtung mit modernen Kampfmitteln. In
dieſem Sinne müßten unſere Staatsmänner eine aktive Außen=
politik
treiben. Die Jugend ſei in den Dienſt der militäriſchen
Erziehung zu ſtellen. Dabei lehne man es indeſſen entſchieden
ab, daß Leute wie Gumbel die Jugend belehren. Der Redner
ſetzte ſich für die nationale Sammlung ein und ſagte in dieſem
Zuſammenhang, ſolange Preußen und auch Baden von inter=
national
=marxiſtiſch eingeſtellten Perſönlichkeiten beherrſcht wür=
den
, ſei von nationaler Sammlung keine Rede. Das Volks=
begehren
des Stahlhelms ſei eine überparteiliche Aktion. Ohne
den Sieg des nationalen Gedankens verſinke Deutſchland in
ewige Sklaverei. Ein freiesDeutſchland, ſei, des Stahlhelms
Ziel.

TU. Wien, 7. März.

Bei der Eröffnung der 20. Wiener Meſſe, am Samstag,
hielt Bundespräſident Miklas eine Anſprache, in der er er=
klärte
, es ſei bedauerlich, daß die unermüdliche Aufklärungs=
arbeit
der öſterreichiſchen Staatsmänner innerhalb und außer=
halb
der Grenzen bisher nicht genügt habe, um die führenden
Kreiſe des Auslandes davon zu überzeugen, daß die heutige
Enge des Staatstoeſens keine Möglichkeit für die wirtſchaftliche
Entfaltung Oeſterreichs biete. Oeſterreichs Deviſe müſſe auch
weiterhin ſein: Heraus aus der Enge der wirtſchaftlichen Ver=
hältniſſe
. Es dürfe ſolange nicht raſten, bis ſich die Erkentnis
durchgeſetzt habe, daß zur Geſundung Europas ein großes
Wirtſchaftsgebiet in Mitteleuropa geſchaffen werden müſſe, da=
mit
den einzelnen Völkern die Möglichkeit der Entfaltung ihrer
wirtſchaftlichen Kräfte geſichert werde.

EuropaAmerika in dreißig Stunden. Unter, auf zder über
dem Waſſer? Unter den Nordpol!
Von Dr. Hellmut Thomaſius.
Oben, unten, oder ganz unten, das iſt gegentwärtig die Frage,
um die es ſich bei der Ueberquerung der Weltmeere dreht. Oben
in den Lüften ſtellen Luftſchiffe, einzelne Flugzeuge und ganze
Flugzeuggeſchwader neue Rekorde auf. Das Raketenflugzeug
zeigt ſich bereits am Horizont, vielleicht wird es in nicht allzu
ferner Zeit alle dieſe Rekorde ſchlagen und uns in wenigen
Stunden, nach manchen Berechnungen vielleicht ſogar in nicht
allzu vielen Minuten jenſeits des Ozeans abſetzen. Während
ſich dies alles hoch über niederem Erdenleben abſpielt, iſt man
ganz unten gleichfalls nicht müßig geblieben. Kapitän Wilkins
ſteht im Begriffe, mit einem Unterſeeboot nach dem Nordpol
aufzubrechen. Er will bis zu ihm und, wenn es geht, noch
weiter vordringen.
Wenn hoch oben und ganz unten derartiges vor ſich geht,
kann man in der Mitte nicht untätig bleiben. Darum muß man
es als eine ganz natürliche Folge des hier und dort ſtattfinden=
den
Umſturzes auffaſſen, daß man ſich nunmehr auch dazwiſchen
zu rühren beginnt. Auf dem Meere ziehen die Schiffe friedlich
ihre Bahn. Aber auch ſie werden von dem allgemeinen Taumel
gepackt. Das Auge des Technikers prüft ſie mit kritiſchem Blick,
während ſein Geiſt erwägt, ob ſie angeſichts deſſen auch in Zu=
kunft
werden beſtehen können, was unter und über ihnen vor
ſich geht.
Es iſt wirklich kein zufälliges Zuſammentreffen, daß kurz
nach den erſten Ozeanflügen Beſtrebungen einſetzten, die Ge=
ſchwindigkeiten
der Seeſchiffe zu erhöhen. Aber nicht etwa da=
durch
, daß man aus den Maſchinen höhere Leiſtungen heraus
zuholen ſuchte, ſondern dadurch, daß man auf ganz neue Arten
von Schiffstypen verfiel. Vor allem ſuchte man den Schiffs=
kürper
möglichſt weit aus dem Waſſer herauszuheben, um den
großen Widerſtand zu vermeiden, den er in dieſem Element bei
der Vorwärtsbewegung findet. Das Reunboot, das ſich beim
Vorſpärtsſtürmen über das Waſſer emporhäumt, ſollte auch für
größere Schiffe vorbildlich werden. Allerlei neue Bauarten tauch=
ten
auf, bei denen ſtets das Beſtreben zu erkennen iſt, das Waſſer
miehr als Unterlage, denn als Umhüllung für den Schiffs=
rumpf
zu verwenden.
Die Frage des Schiffes, das auf dem Waſſer gleitet, anſtatt
darin zu ſchwimmen, iſt noch in der Schwebe. Es läßt ſich
borerſt nicht ſagen, wie ſie ſich weiter entwickeln wird. Mit

Der Reichspräſident hat dem früheren Präſidenten des Reichsgeſund=
heitsamts
. Wirklicher Geh. Oberreg.=Rat Dr. Bumm zur Vol=
lendung
ſeines 70. Lebensjahres in Würdigung ſeiner großen Verdienſte
um Volksgeſundheit und Volkswohl in einem herzlichen Schreiben ſeine
Glüchwünſche ausgeſprochen.
Der Unterſuchungsausſchuß des Reichstages für die Kriegs=
ſchuldfragen
hielt am Samstag eine Sitzung ab, in der beſchloſſen
wurde, das Material zu der Frage der Friedensmöglichkeiten
während des Krieges, ſoweit der vertrauliche Charakter der Ver=
handlungen
und Akten es zuläßt, in Bälde zu veröffentlichen.
Zwiſchen dem Angeſtelltenrat der Opelwerke und der Werks=
leitung
iſt ein Abkommen getroffen worden, daß eventuell zu leiſtende
Ueberſtunden der Angeſtellten im Mindeſtſtundenſatz mit einer
Mark, im Höchſtſatz mit zwei Mark vergütet werden.
Die Tſchechoſlowakei begina geſtern in feierlicher Weiſe den 81. Ge=
burtstag
des Präſidenten der Revublik, Profeſſors Maſaryk. Eine Ab=
ordnung
der Laibacher Univerſität überreichte dem Präſidenten das
Ehrendiplom.
Das Befinden des Schatzkanzlers Suowden, der an einer
ſchweren Influenza erkrankt iſt, iſt ernſt. Er hat eine ſehr
ſchlechte Nacht verbracht.
An der bulgariſch=ſüdſlawiſchen Grenze bei Zaribrod
wurden in der vergangenen Nacht drei Männer erſchoſſen auf=
gefunden
, die ſich nach Bulgarien hatten begeben wollen. An den Tat=
ort
wurde eine gemiſchte Kommifſion entſandt.
Im Menſchewiki=Prozeß beantragte Staatsanwalt Krylenko
gegen die 5 Angeklagten Groman, Scher, Jakobowitſch, Gins=
burg
und Suchanow die Todesſtrafe, gegen die übrigen neun
Angeklagten Freiheitsſtrafen von verſchiedener Dauer.

Berlin, 7. März.

Der Verwaltungsrat der Deutſchen Reichspoſt verabſchiedete
heute nach zweitägiger Ausſprache den Haushaltsvoranſchlag für
das Rechnungsjahr 1931. Auf der Tagesordnung ſtand außerdem
noch ein Bericht des Rundfunkkommiſſars über die Wirtſchaftslage
der Deutſchen Rundfunkgeſellſchaften, ein dritter Nachtrag zum
Voranſchlag 1930, der in erſter Linie der Abdeckung des 1930 ent=
ſtandenen
Einnahmeausfalles von 120 Millionen RM. dient.
In einem Ueberblick über die augenblickliche Verkehrs= und
Finanzlage der Reichspoſt, den Reichspoſtminiſter Dr. Schätzel
gab, wurde darauf hingewieſen, daß die Verkehrszahlen im Ja=
nuar
gegenüber dem ſtarken Weihnachts= und Neujahrsverkehr
durchweg niedriger liegen. Die Geſamteinnahmen der
Deutſchen Reichspoſt ſind in den abgelaufenen zehn Monaten des
Rechnungsjahres 1930 um etwa über 100 Millionen hin=
ter
dem Voranſchlag zurückgeblieben. Für das
ganze Rechnungsjahr 1930, das am 31. März 1931 abſchließt, iſt,
alſo mit einem Einnahmeausfall von 120 Millionen zu rechnen.
Statt der veranſchlagten Einnahmen von 2340 Mill. RM. wird
aller Vorausſicht nach nur eine Einnahme von 2220 Mill. RM.
erzielt werden. Der Nachtrag zum Rechnungsjahr 1930 ſchlägt
zur Abdeckung dieſes Einnahmeausfalles für werbende Ausgaben
eine Anleihe von 50 Mill. RM., eine Einſparung von 40 Mill.
RM. an den Haushaltsmitteln und eine Kürzung der Ablieferung
an das Reich um 30 Mill. RM. vor. Beim Ausgabenetat für
1931 wurden im allgemeinen Wirtſchaftsintereſſe und angeſichts
der großen Arbeitsloſigkeit mindeſtens die gleichen Anſätze wie
im urſprünglichen Voranſchlag für 1930 vorgeſehen. Das zuſätz=
liche
Arbeitsbeſchaffungsprogramm iſt als eine einmalige Aktion
anzuſehen. Doch iſt dabei zu berückſichtigen, daß die Mittel für
das Arbeitsbeſchaffungsprogramm noch nicht voll verbraucht ſind
und Lieferungsverträge noch laufen, ſo daß von ſelbſt ein gewiſſer
Ausgleich für beide Jahre eintritt. Der dritte Nachtrag zum Rech=
nungsjahr
1930 wurde ſodann genehmigt und in die Ausſprache
über den Voranſchlag 1931 eingetreten. Er balanciert
nach Abzug der durchlaufenden Poſten in Ein=
nahmen
und Ausgaben mit 2130 Millionen RM.
Für die Deckung der Anlageausgaben können 1931 Betriebsmittel
nicht zur Verfügung geſtellt werden, ſo daß zum Ausgleich der
Anlagerechnung eine weitere Anleihe von 90 Millionen erforder=
lich
iſt. Der gegenwärtige Anleihebedarf der Deut=
ſchen
Reichspoſt beläuft ſich demnach einſchließlich der Anleihe aus
dem Nachtragsetat von 1930 auf 140 Millionen RM. Die
Geſamtſumme der der Wirtſchaft zufließenden Aufträge wird ſich
ungefähr auf etwas über 400 Millionen RM. halten. Die Ablie=
ferung
an das Reich beziffert ſich im Jahre 1931 auf 127,8 Mil=
lionen
RM., zu denen noch die 62 Millionen RM. kommen, die
auf Grund der Kürzung der Gehälter eingeſpart werden. Der
Voranſchlag für das Rechnungsjahr 1931 wurde darauf vom Ver=
waltungsrat
gebilligt und der Bericht des Rundfunkkommiſſars
entgegengenommen.

welchen Hoffnungen man ſich jedoch trägt, möge man daraus er=
ſehen
, daß vor kurzem das Modell eines Bootes gebaut wurde,
mit dem man den Berechnungen zufolge in dreißig Stunden von
der europäiſchen nach der amerikaniſchen Küſte gelangen müßte.
Die mit dem Modell angeſtellten Verſuche haben nichts ergeben,
was dieſen Berechnungen widerſpräche. Der Schiffsrumpf iſt
ziemlich flach. Das Deck liegt niedrig auf dem Waſſer. Das
Ganze macht mehr den Eindruck eines Floßes als eines Schiffes.
Was ſich im Schiffskörper nicht unterbringen läßt, wird von
auf Deck befindlichen Aufbauten aufgenommen. Das Weſentliche
an dem Schiff beſteht darin, daß es drei Kiele beſitzt, die ſich an
der Unterſeite entlangziehen. Auf jedem Kiel iſt eine Anzahl
von dreieckigen Schildern befeſtigt, die zur Stabiliſierung und
dazu dienen, den Waſſerwiderſtand durch Zerteilung des Waſſers
zu verringern. Zum Antrieb ſollen bei der endgültigen Aus=
führung
vier Dieſelmotoren dienen, die gleichfalls auf Deck Platz
finden. Durch ſie werden Propeller angetrieben, die hoch über
dem Deck auf Gerüſten gelagert ſind. Die Steuerung entſpricht
im allgemeinen der, wie ſie bei Flugzeugen verwendet wird.
Bei den Probefahrten entwickelte das Modell tatſächlich eine
außerordentliche Geſchwindigkeit, die den Erfinder in dem Glau=
ben
beſtärkte, daß der Dreißig=Stunden=Rekord wirklich zu er=
reichen
ſein wird.
Auch ganz unten geht die Arbeit munter weiter. Vielleicht
hätte das Unterſeeboot bereits eine ausgedehntere Verwendung
gefunden, wenn nicht immer wieder die Frage auftauchen würde,
wvie im Falle eines Unglücks die Rettung aus ihm bewerkſtelligt
werden ſolle. Unter dem Meere gibt es keine Stürme und iſt
man vor der Seekrankheit ſicher. Aber die Schwierigkeiten der
Rettung aus Gefahr verhinderten immer wieder, dem Gedanken
näher zu treten, Unterwaſſerſchiffe den Zwecken des Handels
und der Beförderung von Fahrgäſten dienſtbar zu machen. Wie
es in Zukunft werden wird, läßt ſich heute gleichfalls noch nicht
ſagen. Jedenfalls iſt der Umſtand bemerkenswert, daß man
gegenwärtig damit beſchäftigt iſt, die Rettungsmöglichkeiten aus
Tauchſchiffen weiter zu vervollkommnen und nach neuen Hilfs=
mitteln
zu ſuchen, die bei Gefahr die Flucht an die Meeres=
oberfläche
ermöglichen ſollen. Der Gedanke, wie man eine Ret=
tung
bewerkſtelligen kann, iſt an und für ſich nicht neu. Eine
Boje wird ſteigen laſſen, die ein Seil bis an die Meeresober=
fläche
emporführt. An dieſem Seil klettert man empor, nach=
dem
man vorher die Atmungsorgane durch eine Einrichtung
verſchloſſen hat, die das Eindringen des Meewaſſers verhindert
und durch die der Lunge Sauerſtoff zugeführt wird. An dieſer
urſprünglichen Einrichtungen ſind verſchiedene Verbeſſerungen
durchgeführt worden. Die Leine wird mit Griffen und Spitzen
verſehen, im das Emporkommen zu erleichtern. Sie endet unten
in einer Kammer, die gegen das übrige Schiff abgeſchloſſen iſt

Berlin, 7.
Die Deutſche Kolonialgeſellſchaft ſchreibt:
In der letzten Sitzung des interfraktionellen Ausſchy
engliſchen Parlaments entwickelte der frühere Gouvern
Kenya, Sir Edward Grigg, die Gründe, die ſeiner Anf
für baldige Bildung der Vereinigten Staate
Oſtafrika ſprächen. Die größte Schwierigkeit für di.
führung der engliſchen Regierungsvorſchläge liege in de
wißheit des Beſitzes des Mandatsgebietes Tanganyika.
in dieſer Hinſicht keine Sicherheit beſtehe, werde der W
kein Kapital im Mandatsgebiet anlegen. Der frühere
nialſtaatsſekretär Mr. Amery entgegnete
Man braucht die Möglichkeit überhaupt
ins Auge zu faſſen, daß Tanganyika auf
werde, für immer britiſch zu ſein.
Dieſe in dem wörtlichen Sitzungsbericht der engliſche
ſchrift Eaſt Africa ſtark unterſtrichene Erklärung des f
Kolonialſtaatsſekretärs, unter deſſen Amtsführung der
der oſtafrikaniſchen Cloſen Union entſtand, zeigt m
Deutlichkeit die Auffaſſung, von der die engliſche Oſtafri
beherrſcht wird. Sie ſteht in ſo kraſſem Gegenſatz zu de
des Mandats und dem Wortlaut der Völkerbundsſatzu
ſie von deutſcher Seite nicht unwiderſprochen bleiben d
nächſt iſt feſtzuſtellen, daß keine der von England ver
deutſchen Kolonien als britiſches Gebiet zu betrachte=
der
Mandatar keine Souveränitätsrechte im eigentliche
ausübt, ſondern lediglich Treuhänder des Völkerbundes
dann liegt es im Weſen der Mandate, wie es in Artike
Völkerbundsſatzung entwickelt iſt, daß ſie eine nur zeitw
Vormundſchaft über Gebiete darſtelli
zur Selbſtverwaltung noch nicht reif ſ
daß daher das Mandat Englands über Deutſchoſtafrike
wenn dieſes Land in der Lage iſt, ſich ſelbſt zu
Schließlich iſt die Uebertragbarkeit der Me
auf andere Mächte von England ſelbft ane
worden, als es Deutſchland vor ſeinem Eintritt in
kerbund die Zuſicherung gab, daß Deutſchland d
ſpruch habe, am Mandatsſyſtem beteil
werden, und daß dieſer Anſpruch erfüllt werden ſo.
ein Mandat frei ſei.

EP. Paris, 6
In der Kammer erklärte bei der Beratung des Bu
Luftverkehrsminiſteriums der ſozialiſtiſche Abgeordnete
Frankreich habe ſeit 1920 insgeſamt 13 61
lionen Franken für das Militär= und Ziv
weſen ausgegeben, ohne recht zu wiſſen, auf w
dieſe Kredite verwendet worden ſeien. Man vermiſſe
bewußte Leitung im franzöſiſchen Flugweſen, im Geg
Deutſchland, das jede Zerſplitterung vermeide, lang
methodiſch vorgehe und ſich auf dieſe Weiſe ein dem fre
weit überlegenes Handelsflugweſen geſchaffen habe. Die
Apparate ſeien auch beſſer als die franzöſiſchen und könn
in furchtbare Kriegsmaſchinen verwandelt werden.
müſſe auf der bevorſtehenden Abrüſtungskonferenz die J
naliſierung der Luftſtreitkräfte vorſchlagen.
Der kommuniſtiſche Abgeordnete Duclos erklärte,
liefere vor allem Polen, Rumänien und den baltiſchen
Militärflugzeuge, da es dieſe Länder für ſeine Krieg=
tungen
gegen Sowjetrußland benutzen wolle. Der Ab
Deleſalle von der Gruppe Franklin=Bouillon bezeichnet
das Luftverkehrsminiſterium in dieſem Jahre ausgeworf
dit von 2260 Millionen Franken für ungenügend, da
weſen im Kriege der Zukunft eine ausſchlaggebende Rol
werde. Die franzöſiſche Flugzeugbaupolitik müſſe in der
von der Entwicklung der Außenpolitik abhängig gemach
Die Kammer hat in der letzten Nacht das Bud
Luftfahrtminiſteriums angenommen.
lauf der Debatte kam es zu einigen heftigen Aus
ſetzungen zwiſchen dem Sozialiſten Renaudel und den
miniſter Flandin. Renaudel warf dieſem Dinge vor, d
zivei Jahre zurückliegen. Aus den Erklärungen Fland
hervor, daß dieſer Ratgeber verſchiedener Luftfahrtgeſ
geweſen iſt, dann aber, als er in die Regierung eint
Aemter abgegeben hat. Der übrige Verlauf der Debat
nichts Neues. Mit dieſem Budget hat die Kammer
Ausgaben=Budgets durchberaten und wird jetzt
Finanzgeſetz, d. h. mit den Einnahmen=Budgets, begil

*9
Vat

und wo ſeine Inſaſſen gegen etwa ausſtrömende ſchädt
geſchützt ſind. Endlich aber wurde bereits ein hoher
Turm gebaut, der vollſtändig mit Waſſer gefüllt iſt
auf einer Art von Unterſeehoot ſteht. Er dient als
turm und zugleich zu Verſuchen über die Rettung, die
in Bälde zu neuen Verbeſſerungen führen.
Es iſt jedoch möglich, daß dieſe Art der Sicherung
andere überholt wird, die gegenwärtig gleichfalls der E
unterliegt. Steigt man an der Leine empor, ſo iſt ma
erſt an der Meeresoberfläche, wo es dem Zufall überlaſſ.
ob man aufgefiſcht wird oder nicht. Ein Flugzeug,
weiteres mit den zu Rettenden losfliegt, ſcheint günſtig
ſichten zu bieten. Der Gedanke, Unterſeeboot und
miteinander derart zu verbinden, daß dieſes zur Rettun
kann, mag im erſten Augenblick etwas abwegig erſche
iſt aber bereits mit Erfolg in die Tat umgeſetzt word
einem Unterſeeboot wurde ein allſeitig geſchloſſenes gro
verbunden, das ein Flugzeug mit anklappbaren Tragfl0e
nahm. Das Rohr läßt ſich im Augenblick der Gefahr
Unterſeeboot löſen. Es ſteigt dann ohne weiteres
Meeresoberfläche empor, wo es ſchwimmt. Die Eiſſe
ſind ſo getroffen, daß das Flugzeug raſch flugfertig alle, 1*.
chien
herausgezogen werden kann. Es fliegt von einer 8
ab, die gleichſalls im Rohr angebracht war und aus
geſchoben wird.
A
Wohin das alles führen ſoll und was damit ſchlie FriA
reicht werden wird, entzieht ſich vorerſt noch der Beul /ei
Aber jedenfalls muß es als ein Zeichen der Zeit und 9 El
wärtigen Beſtrebungen gewürdigt werden, daß man
begonnen hat, auch dem Unterſeebot wieder erhöhie
M
ſamkeit zuzuwenden. Vielleicht kommt doch einmal der
eine Unterſeereiſe unter dem Nordpol weg nichts A
liches mehr ſein wird
Kehren wir von ganz unten nach der Mitte zurück,
wir hier auf einen Fortſchritt, der im erſten Augeubl
A
falls äußerſt merkwürdig anmutet, der aber unter *
weitgehende Zukunftsmöglichkeiten in ſich ſchließt. Er
einem ſchwimmenden Kraftwerk. Elektriſche Kraftwert,
bisher feſt auf der Erde zu ſtehen. Sie ſind unbewes
New England hat man aber ein richtiggehendes Kralt
Erzeugung elektriſchen Stroms auf einem Schiff auſge
Schiff fährt dorthin, wo man gerade elektriſchen

größerer Menge benötigt und wohin er von einel
Lande befindlichen Kraftwerk nicht geliefert werden..""
allem erweiſt ſich dieſes Kraftwerk für induſtrielle Arh.
ſehr nützlich, die ſich nur auf kurze Zeit erſtrecken, 19. 2.
Anſchluß an ein weit entferntes Werk nicht lohnt.

[ ][  ][ ]

kummer 67

Sonntag, den 8. März 1931

Seite 3

Kuliſien um den Flottenpakt.

* Die Bilanz
der franzöfiſchen Außenpolikik.
DeRh
Von unſerem A=Korreſpondenten.
LeNn
Paris, 5. März.
Das Budget des Außenminiſteriums wurde von der fran=
z
3 den Kammer mit fünfhunderteinundfünfzig Stimmen gegen
ai bri ehn (davon zwölf kommuniſtiſche) angenommen. Ein
giser Erfolg für Briand, der freilich nicht
ke üürraſchend kam. Briand hielt bei dieſer Gelegenheit
lärum ſ l ſchon traditionell gewordene große Rede, vernichtete in alt=
h
brachter. Weiſe ſeinen ewigen Widerſacher Franklin
E lon, der ſich freiwillig dazu verurteilt, bei jeder Gelegen=
und.
von Briands Dialektik zergliedert zu werden, und die
ſche A Hrer, ob des vorſchriftsmäßigen Verlaufs der Ereigniſſe er=
genſatz
fri gab das traditionelle Vertrauensvotum. Damit iſt wieder
lerbundz er Papitel der franzöſiſchen Außenpolitik abgeſchloſſen, und
en bleſ u es zu einem noch glänzenderen Sieg des Außenminiſters
a-onſt führte, ſo iſt das nicht etwa damit zu erklären, daß
ibtan da ßegenrede Franklin Bouillons weniger glänzend oder die
du bei F Briands noch glänzender als ſonſt geweſen wäre. Das
n eigeno= / riſche Duell im Palais Bourbon verlief genau ſo wie es
Völlerbunt: zu verlaufen pflegt. Die franzöſiſche Kammer
es in M, eben zufrieden mit der Außenpolitik, ſie
e auch Grund dazu, und ſie fügie ſich in die
i 1e emeine Zufriedenheitswelle ein, die nach
darſtelſ
Abſchluß des Flottenkompromiſſes über
t reiſſänkreich geht.
utſchoſtaſ nifänglich, als das Flottenkompromiß mit Italien noch
ſelbſt zu Fi endgültig feſtſtand, wurden in Frankreich verſchiedene Stim=
t
der Des Zweifels laut. Einigen mißfiel die Nachgiebigkeit
elbſta reichs bei der Verteilung der Tonnage, oblvohl doch
1 Dieſen Punkt nichts Offizielles verlautbart wurde an=
Eintritt 1
und dieſer Einwand wiegt ſchwerer ſtörte der Um=
Manday, daß nichts Endgültiges beſchloſſen wurde, ſondern daß
m beteix Tich nur ein modus rivendi zuſtande kam. Nach und nach
ſt werden eu ndelte ſich aber dieſe ſkeptiſche Betrachtung der Dinge in
F: Jubel, als ob man einen großen Erfolg davongetragen
50
In dieſen Jubel ſchien ein großer Teil Europas, ja
ie ge der ganzen Welt einzuſtimmen: Man feiert man=
is
Mxhorts das Flottenkompromiß als die Ver=
P. Paris ng eines neuen, drohenden Weltkrieges.
Die nüchternen Geiſter in Frankreich, die ſonſt nicht ſo leicht
ung des nn ciſſen werden und die ſich internationalen Abmachungen
bgeordnesy über ſtets ſkeptiſch zeigen, entdecken an dem Flottenkom=
Int 130rd Fz immer neue Schönheiten. Aus Deutſchland ſind begreif=
und 3inül Seiſe Stimmen zu vernehmen, die eine Wiedervereinigung
iſſen, auf 24 Zeſtmächte befürchten, die ſich in einer allgemein deutſch=
n
vermiſt S Echen Haltung auf der nächſten Abrüſtungskonferenz äußern
en, im ſiwl Wenn man aber die trockenen Tatſachen näher betrachtet,
meide, la2 ilt man dieſe ſonſt vielleicht naheliegende Befürchtung
ein dem 20 hier nicht für begründet.
in habe 9u- Tviſchen Frankreich und Italien iſt ein proviſoriſches Kom=
74.6 zuſtandegekommen, das den beiden Mächten erlaubt,
en und für
y6 TLondoner Seeabrüſtungsabkommen beizutreten. Solange

werden, z alieniſch=franzöſiſches Wettrüſten drohte, hatte das Lon=
ſerenz
die i. Abkommen nur eine bedingte Gültigkeit. Wäre es zu dem
zu iſch=franzöſiſchen Wettrüſten gekommen, ſo hätte auch Eng=
erklärte
, 0 Tvohl oder übel folgen müſſen und letzten Endes auch
en baltiſche und Amerika. Deshalb wurden Frankreich und Italien
eine Krie4t0, nach dem teilweiſen Mißerfolg der Londoner Konferenz
Der A2 Ulen Seiten ermuntert, ſich auf eine Rüſtungspauſe
n bezeichneut Tigen, die ſolange währte, bis das jetzige Kompromiß
ausgewor wurde. Und das jetzige Kompromiß beſteht im weſent=

in einem modus virendi, das den Streit über die
ügend, da
ten=Parität zwiſchen den beiden Ländern
gebende 27936 vertagt. Italien gibt ſich dabei mit einigen

üſſe im 9e mu. Praxis nicht zu verachtenden franzöſiſchen Zugeſtänd=
gig
gehle zu zufrieden. Die franzöſiſche Flotte behält in leichten Ein=
das
Büllol bis 1936 ihre Ueberlegenheit über die italieniſche.
mmel. Swiß ein beachtlicher diplomatiſcher Erfolg für die eng=
ftigen
Mrü, Regierung, ein perſönlicher Erfolg für den engliſchen
el und NST Teſachverſtändigen Craigie, der zwiſchen Paris und Nom
inge hoh eru Xſſig vermittelte, aber kein Ereignis von prin=
ugen
FlzfIler Bedeutung! Die italieniſch=franzöſiſche Riva=
Luftfahru atl 74 damit nicht beſeitigt. Italien verzichtet theoretiſch nicht
nierung el un e Parität, die es praktiſch im Augenblick ja ſowieſo nicht
der 20 650 erwirklichen können. Die Verſuchsballons über koloniale
Kamma4 ſionen Frankreichs an Italien, die aus einigen italieni=
rd
je Ehl Redaktionen gen Himmel ſtiegen, beweiſen, daß noch

manches andere auf dem Wunſchzettel Muſſo=
linis
ſteht.
Auch das engliſch=franzöſiſche Verhältnis wird durch das
Flottenkompromiß nicht neugeſtaltet. Die franzöſiſche Außen=
politik
bewies ſchon oft, daß ſie auf eine Zuſammenarbeit mit
England den größten Wert legt. Ein neuer Beweis iſt jetzt
dafür vorhanden. Auch die Arbeiterregierung iſt
jetzt vielleicht frankophiler; ſchon darum, weil
England dank ihrer Finanz= und Wirtfchafts=
politik
die franzöſiſche Unterſtützung immer
nötiger hat. Aber die alten Gegenſätze ſind doch geblieben.
Es iſt fraglich, wann ſich England entſchließt, Frankreich in
ſeiner antiruſſiſchen Politik zu folgen. Trotz allen wirtſchaft=
noch
immer nicht wiſſen kann, wie ſie ſich auswirken werden.
Die Organiſierung Europas im Sinne Briands läuft nach wie
vor den engliſchen Intereſſen zuwider. Und da die europäiſche
Fédération neuerdings in erſter Linie von der wirtſchaftlichen
Seite organiſiert werden ſoll die Getreidekonferenzen in Paris
ſind ein Beiſpiel dafür , werden die engliſch= fran=
zöſiſchen
Gegenſätze bald lebhafter zutage=
treten
. Vorausgeſetzt ſelbſtverſtändlich, daß die europäiſchen
Wirtſchaftskonferenzen auch praktiſche Erfolge zeitigen, denn
bisher wurden ſie in einem ſo vorſichtigen Geiſte gehalten, daß
recht wenig Ausſicht darauf beſtand.
Die letzten Ereigniſſe in Paris bedeuten keinerlei außen=
politiſche
Neuorientierung. Der umſichtigen Diplomatie Briands
gelang es, die großen Gegenſätze zu umgehen und dadurch eine
optimiſtiſche Stimmung aufkommen zu laſſen. Das iſt ein Er=
folg
, den man weder unter= noch überſchätzen ſoll.
Glanzvoller Abſchluß
des Flotkenfriedens von Rom.
Beſuch des Königs von Italien in Paris.
TU. Paris, 7. März.
Die Verzögerung in der Veröffentlichung des neuen
Flottenabkommens zwiſchen England, Frankreich und Italien auf
Mittwoch wird in maßgebenden politiſchen Kreiſen auf Hinder=
niſſe
in Waſhington und Tokio zurückgeführt. Bei
der Meinungsverſchiedenheit in Waſhington ſoll es ſich um die
Tonnageziffer von 23 000 Tonnen für Schlacht=
ſchiffe
handeln, die bekanntlich zwiſchen Frankreich und Italien
als Höchſtgrenze vereinbart wurde. Dieſe Höchſtgrenze ſtehe im
Widerſpruch zu auf der Waſhingtoner Konferenz feſtgeſetzten Be=
ſtimmungen
. In Tokio ſoll die Frage der Unterſeeboot=
Tonnage auf Widerſpruch geſtoßen ſein. Japan hatte ſich be=
kanntlich
bemüht, auf der Londoner Konferenz eine Erhöhung der
Tonnageziffer durchzudrücken. Die von Frankreich geforderten
82 000 Tonnen ſeien als ſehr hoch befunden worden. Von offi=
ziöſer
franzöſiſcher Seite wird zu dieſen Gerüchten bemerkt, daß
die Nichtveröffentlichung des Abkommens einzig und allein dar=
auf
zurückzuführen ſei, daß in London noch nicht alle Antworten
von den Dominien eingetroffen ſeien.
Es verlautet, daß das Abkommen etwa zwei Wochen nach der
Veröffentlichung in London unterzeichnet werden wird. Voraus=
ſichtlich
wird ſich der franzöſiſche Außenminiſter Briand zu dieſem
Zweck perſönlich nach London begeben. Zwiſchen Frank=
reich
und Italien wird zwecks feierlicher Ein=
weihung
des Flöttenabkommens ein gegenſei=
tiger
Flottenbeſuch ſtattfinden. Hierfür ſind die Kriegs=
häfen
Toulon und Spezia vorgeſehen. Im Anſchluß
hieran iſt ein Beſuch des italieniſchen Königs in
Paris und des Präſidenten der Republik in
Rom geplant.
Der Voranſchlag für die briliſche Armee.
TU. London, 7. März.
Der Haushaltsvoranſchlag für die britiſche Armee wurde vom
Kriegsminiſter veröffentlicht. Die Koſten belaufen ſich auf
39 930 000 Pfund, was eine Verminderung um 570 000 Pfund
gegenüber dem Vorjahre bedeutet. Die Haupterſparnispunkte
ſind: Ausrüſtungs= und Transportmittel, Remonten, gemiſchter
Dienſt, Sold und Bekleidung. Infolge des Preisfalles konnten in
Die Stärke des Heeres in England ſoll 148 800 Mann betragen, eine zahlloſe Menſchenmenge. Man hoffte, daß die Kaiſerin
jedoch iſt die tatſächliche Stärke infolge der Rekrutierungs=
ſchwierigkeiten
um etwa 10 000 Mann geringer. Die An= Kaiſerin ſchon 3 Töchtern das Leben geſchenkt hatte.

werbungen reichen kaum aus, um die Abgänge wettzumachen. Die
Teritorialarmee beläuft ſich zurzeit auf 6784 Offiziere und 127 282
Unteroffiziere und Mannſchaften. Sie hat damit die Sollſtärke
von 8055 Offizieren und 159 592 Mann noch nicht erreicht. Ent=
ſprechend
dem Jahresprogramm zur Mechaniſierung der terriko=
rialen
Feldarmee werden 219 Feldbatterien und 42 minder=
ſchwere
Batterien mit Automobiltransportmitteln ausgerüſtet.
Wer wird Präſidenk von Frankreich?
EP. Paris, 7. März.
Obgleich Frankreich nur noch zwei Monate vor der
Wahl des Präſidenten der Republik ſteht, tappt die Oef=
fentlichkeit
immer noch völlig im Dunkeln, wer die offiziellen
Kandidaten für das Rennen um die Wahl des höchſten Beamten
der Republik ſind. Mit dem jetzigen Präſidenten der Republik,
Doumergue, der eine Wiederwahl energiſch abge=
lehnt
hat, ſcheidet der erſte Kandidat aus, denn es beſteht kein
Zweifel, daß der beliebteſte Präſident der dritten Republik mit
lichen Folgen des Fünfjahrplanes, von denen man übrigens großer Mehrheit wiedergewählt worden wäre. Von den wirklichen
und vermeintlichen Kandidaten wird am meiſten Außen=
miniſter
Briand genannt. Bezeichnend iſt, daß ſogar ein aus=
geſprochenes
Rechtsblatt, das bisher an ſeiner Politik immer ſehr
viel auszuſetzen hatte, der Petit Bleu, offen für Briand ein=
tritt
und ſchreibt, ſeine Wahl würde im Ausland einen gewal=
tigen
Widerhall finden und beſten Eindruck machen, denn es hätte
ſich erwieſen, daß Briands Politik die einzig mögliche und die
beſte ſei, die unter den gegebenen Umſtänden gemacht werden
könne. Die Zeitſchrift Revue des Vivants hat unter ihren
Leſern einen Wettbewerb ausgeſchrieben, wobei ſie die Frage ſtellt:
Wer wird Präſident der Republik?. Die erſten Reſultate ſind
folgende: Doumergue 174 Stimmen, Briand 154, Doumer 115,
Paul Painlevé 94, Senator Lebrun 91. Senator Barthou 76,
Kriegsminiſter Maginot 65, Kammerpräſident Bouiſſon 65, Mau=
rice
Sarraut 59, Tardieu 55, Herriot 53 Stimmen.
Das engliſch=indiſche Friedensabkommen.
EP. London, 7. März.
Nach den Beſtimmungen des zwiſchen Lord Irwin und
Gandhi abgeſchloſſenen Abkommens zur Wiederherſtellung des
politiſchen Friedens in Indien verpflichtet ſich der Kongreß, die
Ungehorſamsbewegung ſofort einzuſtellen, den Boy=
kott
engliſcher Waren nicht mehr als politiſche Waffe
gegen die indiſche Regierung zu gebrauchen, die beſtehenden
Geſetze in Indien zu achten und die Propaganda zur Steu=
erverweigerung
aufzugeben. Weiter nimmt der Kongreß
die Ergebniſſe der Round=Table=Konferenz in
London zur Schaffung eines indiſchen Staatenbundes als
Diskuſſionsbaſis für weitere Verhandlungen über die
neue indiſche Verfaſſung an. Lord Irwin hat im Namen der
indiſchen Regierung folgende Gegenverpflichtungen auf ſich ge=
nommen
: Alle wegen Beteiligung an dem Ungehorſamsfeldzug
verhafteten und im Gefängnis ſitzenden Inder, die keine direkten
Eewaltakte begangen haben, werden freigelaſſen. Die er=
laſſenen
Ordonnanzen und die Verbote von Kon=
greßorganiſationen
, die im Zuſammenhang mit der
Gandhi=Bewegung für ungeſetzlich erklärt wurden, werden wieder
aufgehoben. Weiter ſoll das konfiszierte, aber bisher noch
nicht verſteigerte Eigentum von Kongreßanhängern den bisheri=
gen
Beſitzern zurückerſtattet werden. Eine ſtraffreie Verletzung
des Salzmonopols, wie ſie Gandhi gefordert hatte, wird
von der indiſchen Regierung nicht geſtattet; ſie erklärt ſich aber
bereit, den in den Küſtenſtrichen wohnenden Indern
die Gewinnung von Salz aus dem Meereswaſſer abgaben=
frei
zu geſtatten, um auf dieſe Weiſe insbeſondere die
Lage der ärmeren Bevölkerung zu erleichtern.
65 Inderinnen verlaſſen das Gefängnis.
WIB. Puna, 7. März.
Die erſte Gruppe politiſcher Gefangener, die ſich keiner
Gewalttat ſchuldig gemacht haben, und gemäß dem Ab=
kommen
zwiſchen Gandhi und dem Vizekönig auf freien Fuß ge=
ſetzt
werden ſollen, hat heute früh das Gefängnis Yerovada ver=
laſſen
. Es handelt ſich um 65 Frauen. Sofort nach ihrer Frei=
laſſung
blieben ſie zwei Minuten lang vor dem Gefängnis
ſchweigend ſtehen, um dadurch Gandhi zu ehren. Sie entrollten
dann die Fahne des Allindiſchen Kongreſſes und entfernten ſich
in zwei von der Polizei zur Verfügung geſtellten Laſtwagen.

Japan ohne Thronerben.

TU. London, 7. März,
Die Kaiſerin Nagako von Japan iſt von einer Tochter ent=
den
letzten Jahren ziemlich erhebliche Erſparniſſe gemacht werden. bunden worden. Vor dem Kaiſerpalaſt wartete ſtundenlang
dem Lande diesmal einen Thronerben beſcheren werde, da die

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75 Jahre verheirakek!
rſten Mal eine Smaragdne Hochzeit im Deutſchen Reich.
Das älteſte Ehepaar der Welt.
und 80 Jahre zu leben iſt gewiß eine lange Zeit, aber
man hört, daß jemand ſo lange verheiratet war, dann
man doch. Die Goldene Hochzeit wird alle Tage ge=
auch
die Eiſerne, die Kupferne und die Diamantene,
o lange das Deutſche Reich ſteht, iſt es noch nicht vorge=
ni
, daß ein Ehepaar die Smaragdne Hochzeit feiern
Um es ſo weit zu bringen, muß man 75 Jahre ver=
* ſein. Daß jemand hundert Jahre alt wird, iſt ſchon
Daß zwei Menſchen gleichzeitig ſo alt werden, noch
r, daß dieſe beiden ausgerechnet verheiratet ſind, das iſt,
Tagt, bisher nachweislich in Deutſchland noch nicht vorge=
ri
.
r Wuppertal oder, wie es früher hieß, in Barmen= Ritters=
lebt
Kaſpar Huckel mit ſeiner Frau Henriette, geb.
Die beiden haben im März des Jahres 1856 geheiratet.
onnten ſie bereits ſilberne Hochzeit feiern. Sicher, wird
enken, haben die beiden ungeheuer jung geheiratet. Nicht
das iſt der Fall. Frau Huckel war 23 und Herr Huckel
re, als ſie vor den Altar traten. Ein ganz normales Alter.
inder haben ſie bekommen, von denen vier noch am Leben
Eine der Töchter hat auch ſchon ihre Goldene Hochzeit
Tich, und ein ſechs Jahre altes Ururenkelkind ſpielt Sonn=
ei
den alten Leuten. Herr Huckel wird im Juni 100
alt und iſt zurzeit Vorſitzender eines Klubs, der ſich
dbund nennt und dem nur Mitglieder über 75 Jahre
ren därfen.
eſe beiden alten Menſchen ſind aber noch lange nicht das
rgſten verheiratete Ehepaar der Welt. Erſtens einmal iſt
hl der Hunderjährigen gar nicht ſo gering, wie man viel=
kauben
möchte. In Deutſchland leben augenblicklich 105
en von mehr als 100 Jahren. Die älteſte unter ihnen
Frau mit 106 Jahren, der älteſte Mann dagegen iſt 102
alt. In Europa wird die Zahl der mehr als 100 Jahre
uf 7000 geſchätzt, wovon die weitaus meiſten, nämlich rund
ättel, in Bulgarien leben. Merkwürdigerweiſe gibt es in
ordiſchen Staaten nicht viele Leute von 100 oder mehr
r, dagegen erreichen dort die Menſchen das höchſte Durch=
5alter der Welt.
S der älteſte Menſch wird nach neueren Forſchungen der
*der Thomas Carn angeſehen, der nachweislich vom Jahre
1s zum Jahre 1795 gelebt haben ſoll, demnach alſo 207
alt geworden iſt. Der Türke Zaro Aga, der zurzeit als

Filmſtatiſt in Hollywood lebt, behauptet, er ſei 156 Jahre alt.
Dieſe Zahl iſt nicht genau zu prüfen, dagegen ſteht einwandfrei
feſt, daß er mindeſtens 120 Jahre alt iſt. Als das älteſte Ehe=
paar
der Erde dürfen Demitri und Zybilla Phillipowicz aus
dem Dorfe Wibica in Jugoſlawien gelten. Sie haben am 13.

Herr und Frau (uckel aus Wuppertal.
April des Jahres 1839 geheiratet, als er 21 und ſie 18 Jahre
alt war. Demnach iſt Zybilla heute 110 und Demitri 113 Jahre
alt und beide ſind genau 92 Jahre lang miteinander verheiratet.
An dieſen Leuten könnten ſich unſere ſcheidungswütigen moder=
nen
Ehepaare ein Beiſpiel nehmen, womit natürlich nicht geſagt
ſein ſoll, daß nun jeder Mann mit jeder Frau 92 Jahre ver=
heiratet
zu lein braucht.
Karl Pentz.
* Arthur J. Brown: Japan, Aufſtieg zur Weltmacht;
überſetzt von Dr. H. Schoop. 294 Seiten. Geh. Mk. 12,50, Leinen
Mk. 15.. Orell Füßli Verlag, Zürich und Leipzig.
Ein amerikaniſcher Miſſionsbeamter nicht Miſſionar beſchreibt
ſeine Eindrücke und Erfahrungen, die er in 30jähriger Arbeit im fernen
Oſten erworben hat. Er ſchildert uns lebendig die Entwicklung, die

Japan in 60 Jahren, ſeitdem es weſtlichen Einflüſſen geöffnet iſt, ge=
nommen
hat, eine Entwicklung, zu der Europa 5 Jahrhunderte brauchte;
es iſt daher nicht zu verwundern, daß dieſe Entwicklung oft etwas ge=
waltſam
und unter Kämpfen vor ſich ging. Aber dafür iſt Japan heute
die führende Macht im fernen Oſten. Das Buch iſt von einem Ameri=
kaner
geſchrieben und betrachtet daher die Lage des Oſtens von ſeinem,
dem anglo=cmerikaniſchen Standpunkt, an einigen Stellen mit erheblichen
Schärfen gegen Deutſchland. Eine große Rolle ſpielt natürlich das teil=
weiſe
ſehr geſpannte Verhältnis zwiſchen Japan und Amerika, wobei
aber Brown Japan volle Gerechtigkeit zukommen läßt und die amerika=
niſche
Politik hart verurteilt. Einen ſehr großen Raum nimmt ver=
ſtändlicherweiſe
die Miſſionsgeſchichte ein. Im ganzen iſt das Buch eine
gute Einführung in die Lage des Japan der Gegenwart, ſoweit nicht
ſeine gegen Deutſchland gerichteten Sätze und die etwas holverige Ueber=
Dr. W.
ſetzung den deutſchen Leſer ſtören wird.
Das frohliche Schweizerbuch. Novellen und Skizzen von 68 der be=
deutendſten
ſchweizeriſchen Autoren. Herausgeben von Werner
Schmid. (Raſcher u. Cie. A.=G. Verlag, Zürich.) Mehr als 500
Seiten in Ganzleinwand 7,50 Fr., 6. RM.
Auf dem ſchweizeriſchen Büchermarkt ſuchte man bis heute umſonſt
nach dieſem Buche, das dazu beitragen wird, die Freude an moderner
ſchweizeriſcher Literatur zu fördern und derſelben in weiten Volks=
kreiſen
neue Freunde zu werben. Mehr als fünfzig zeitgenöſſiſche
Schriftſteller ſind in der Sammlung vertreten, in welcher die ganze Ton=
leiter
der Fröhlichkeit, vom beſinnlichen und ironiſchen Lächeln bis zum
übermütigen Jauchzer, erklingt. Die bekannteſten Namen ſind in dem
Mitarbeiterverzeichnis zu finden, ſo Bührer, K. Falke, Federer, Freuler,
Ad. Frey, Gfeller, Huggenberger, Lienert, Moeſchlin, Dominik, Müller,
Neinhart, Spitteler, Tavel, Walſer, Liſa Wenger, Wolfensberger, Zahn
u. a. m. Ein zugleich künſtleriſches und volkstümliches Buch, das in
keiner Familie fehlen ſollte.
Eine fefſelnde Geſchichte aller Nordvolfahrten von den alten
Griechen bis auf unſere Tage, erſcheint gleichfalls in dieſer billigen Reihe
guter Bücher (Preis 2,85 Mark. Koehler u. Amelang, Verlag, Leipzig)
unter dem Titel Der Ruf des Nordens von H. H. Houben. Als eines
der ſpannendſten Bücher der Weltliteratur, einer feſſelnden Schilderung
unerhörter menſchlicher Tatkraft im faſt zweitauſendjährigen Kampfe um
den Pol hat dieſes Buch bereits in über 200 000 Exemplaren im deutſchen
Volke Verbreitung gefunden. Der neuen Auflage ſind die neueſten Be=
richte
über Andrees Ballonfahrt und den Untergang der Franklin= Expe=
dition
beigefügt. Koehler u. Amelangs Reihe billiger, anerkannt guter
Bücher in Steifdeckeleinband mit Houbens Buch und Graf Luckners
Seeteufel erobert Amerika an der Spitze bedeutet eine kulturelle Tat,
die hoffentlich recht gute Früchte trägt.
Der Verbrecherkönig (Rothſtein, der Spieler) betitelt
Hans Herrmann ſeinen ſoeben im Amalthea=Verlag (Zürich,
Leipzig, Wien) erſchienenen Roman. Für den Europäer iſt es
ſchwierig, ſich das Format des organiſierten Verbrechertums in
Amerika vorzuſtellen, die tauſend Kanäle, die von den Verbrecher=
zentralen
in das wir ſchaftliche Leben eines Großſtaates, ſeine Po=
litik
, ja in ſeinen Polizeiapparat führen. Hier rollt der Filmreif
des Lebens eines Königs der New Yorker Unterwelt ab, bis zu
ſeinem tragiſchen Schlußpunkt; dem elekteriſchen Stuhl oder der
Ermordung.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Sonntag, den 8. März 1931.

Nummer 67

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[ ][  ][ ]

ummer 67

Sonntag, den 8. März 1931

Seite 5

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Aus der Landeshaupkfkadk.
Darmſtadt, den 8. März 1931.
Zur Berhülung von Berkehrsunfällen.
Im Jahre 1930 343 Verkehrsunfälle in Darmſtadt.
rch die Zunahme des Verkehrs, beſonders des Kraftfahrzeug=
hrs
, haben ſich auch die Verkehrsunfälle in den letzten Jahren
ſchreckendem Maße vermehrt. Dieſe Tatſache verpflichtet die
eibehörden im öffentlichen Intereſſe. Maßnahmen zu er=
en
, die geeignet ſind. Verkehrsunfälle auf ein Mindeſtmaß
zudrücken. Das Wort von den kleinen Urſachen und den
en Wirkungen wird allen denen beſonders ſtark bewußt, die
h mit der Bearbeitung von Verkehrsunfällen zu tun haben.
Trſachen ſind es, die in erſter Linie bekämpft werden müſſen.
ger wichtig iſt es, zu wiſſen, welche Arten von Verkehrsun=
z
. B. mit Sach= oder Perſonenſchaden, ſich ereignet haben.
chſt gilt es eine Haupturſache der Unfälle zu bekämpfen, die
9tſamkeit. Keinem der Wegebenutzer, ob Fußgänger, Rad=
r
. Fuhrleute oder Kraftfahrer kann der Vorwurf der Acht=
eit
erſpart bleiben. Es iſt nicht damit getan, daß 10 Gebote
Fußgänger oder 12 Grundſätze für Kraftfahrer zuſammen=
It und publiziert werden. Es kommt darauf an, daß ſie alle,
Fußgänger, Radfahrer, Fuhrleute und Kraftfahrer achtſam
(Es kommt darauf an, daß ſie denken, wenn ſie ſich auf der
ze bewegen. Sind alle Wegebenutzer zum Denken erzogen,
rd der Fußgänger ganz vor ſelbſt die Straße nicht diagonal,
En ſenkrecht überqueren, der Fuhrmann und der Radfahrer
en rechts fahren und die ſie überholenden Fahrzeuge nicht
rden, der Kraftfahrer wird an den Wegekreuzungen ſich ſo
lten, daß er jederzeit ſeinen Verpflichtungen Genüge leiſten
Vorſicht und Achtſamkeit tun not. Sie anzuerziehen liegt
atereſſe der Oeffentlichkeit. Vielleicht könnten auch in Darm=
ähnlich
wie anderenorts Verſuche in den Schulen mit der
hrung von Verkehrsunterrichtsſtunden gemacht werden.
Ticht unintereſſant iſt es, zu wiſſen, wieviel und wo ſich in
ſtadt die meiſten Verkehrsunfälle ereignen. Im Jahre 1930
343 Verkehrsunfälle in Darmſtadt gemeldet worden. Sie
len ſich wie folgt:
Im Straßenzug der Frankfurter Straße
..
Heidelberger Straße
*
..
Rheinſtraße
..
Ernſt=Ludwigs= und Paradeplatz.
Im Straßenzug der Nieder=Ramſtädter Straße.
Dieburger Straße.

Blumenthalſtraße


*
Wilhelminenſtraße
*
Auf dem Luiſenplat
11.
*
11
Im Straßenzug der Alexanderſtraße
..:
Kranichſteinerſtraße

Auf dem Marktpla

Im Straßenzug der Soderſtraße
*

Ludwigshöhſtraße
v

Bismarckſtraße



Heinrichſtraße . .

Karlsſtraße
*
Roßdörfer Straße .
Auf dem Mathildenplatz
=
Im Straßenzug der Hochſchulſtraße
..
des Herdwegs
Jorſtehend ſind die Straßen nach der Anzahl der Unfälle auf=
Tt. Es kommt noch eine große Zahl einzelner Unfälle hinzu,
Der nicht alle genannt werden können,
O Verkehrsunfälle waren nur mit Perſonenſchaden. 91 mit
men= und Sachſchaden und 223 nur mit Sachſchaden ver=
n
. Wertvolle menſchliche Güter an Geſundheit und Ver=
e
ſind zu einem großen Teil durch die Unachtſamkeit anderer
Een gegangen. Es iſt der Mühe wert, einen Appell an die
ritlichkeit zu richten mit der Mahnung Nehmt Rückſicht auf
teſtelie dz 7.2 Mitmenſchen, achtet auf den Straßenverkehr!

bote mit!
HMut
Erledigt iſt: Eine Schulſtelle für einen katholiſchen Lehrer
Ind Kryer Volksſchule in Hauſen, Kreis Offenbach; eine Schul=
geManſat
1, für eine katholiſche Lehrerin an der Volksſchule in Viexn=
uBtüöß
( r: Kreis Heppenheim.
Ernannt wurden: Am 5. März; der Juſtizpraktikant Georg
Hausſie 3 5 zu Darmſtadt und der Bankbeamte Georg Fuchs zu Darm=
zleit

vom 1. Februar 1931 an zu Bankoberſekretären bei der Heſ=
Verkf, 1 f5 - Landesbank (Staatsbank).
Vortrag. Auf Veranlaſſung des Allgemeinen Deut=
r
Frauenvereins (Deutſcher Staatsbürgerinnen=Ver=
M
und des Darmſtädter Lehrerinnen=Vereins
09 al am Donnerstag, den 5. März, im vollbeſetzten Muſikver=
1e5½ ral Fräulein Irmgard Moeßner, die Leiterin der weib=
Abteilung der hieſigen Berufsberatung (Bismarckſtr 70),
EAſi, ihre perſönliche Tätigkeit und den Aufbau und die Arbeits=
der
Berufsberatung im allgemeinen. Dieſes durch die
are der Zeit beſonders

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Wercätlungen die dis Weätezwpeige Tnene eſchſet Aie=
r
und anſchaulich aufbauten, mit großem Intereſſe folgten.
ein M. beleuchtete zunächſt wiſſenſchaftlich Weſen und Auf=
gebiet
der Berufsberatung und nahm dann Stellung zu dem
eblicklichen deutſchen Wirtſchaftsleben, zu den Jugendlichen
und zu der Frage: Fördert ein Beruf die Frau innerlich
aupt und grundſätzlich? Dieſe Frage iſt durchaus zu be=
Fräulein M. ging dann zur Praxis über, ſchilderte die
icklung und Organiſation der B.B., um zuletzt praktiſche Be=
aus
ihrer hieſigen Tätigkeit zu geben. Man erkannte deut=
wie
ſchwierig und wichtig es iſt, alle perſönlichen, wirtſchaft=
und Zeitmomente gegeneinander abzuwägen, um die richtige
Heidung zu treffen und Kalkulationsfehler möglichſt zu ver=
n
. Zuſammenarbeit mit Schulen, Schulärzten. pſychotech=
er
Prüfungsſtellen uſw. iſt nötig und wichtig. Die ſehr in=
anten
Ausführungen von Fräulein M. klangen aus in dem
ntnis hohen Verantwortungsgefühls für ihren perſönlichen
ei und für unſer Volk im allgemeinen, nämlich, daß es heute
rkte Pflicht iſt, daß jeder dem anderen hilft ſo gut er irgend
In der Diskuſſion wurde Stellung genommen zu dem Be=
r
Lehrerin, Kindergärtner= und Hortnerin, Fürſorgerin und
Eenſchweſter, Muſiklehrerin. Gymnaſtiklehrerin ſowohl in
auf Körperbildung und Heilgymnaſtik, als auch nach dem
riſchen hin techniſche und Gewerbelehrerin, ſowie Biblio=
in
. Aus allen Berichten klang gute geiſtige und praktiſche
dringung der einzelnen Berufsarten und die erfreuliche
allung, daß die tüchtig ausgebildete Frau heute ihren rich=
Platz im Leben zu finden imſtande iſt. Die Jugend muß nur
nehr innerlich bereit ſein, überall dorthin zu gehen, wo ſich
endungsmöglichkeiten bieten, und ſie darf ſich nicht ſelbſt
mißverſtandenes Kleben an der Scholle menſchliche und
iche Entwicklungsmöglichkeiten beſchränken.
Weibliche Körperpflege in der Schule. Ausbildung von
und Schwimm=Lehrerinnen an der Städti=
Frauen=Arbeitsſchule zu Mainz. Von allen
fordert man eine zeitgemäße, den Anforderungen der
gogiſchen wie der ärztlichen Wiſſenſchaft, der Jugend=
rhrt
wie dem Aufbaugedanken dienenden Geſtaltung der körper=
Erziehung der weiblichen Jugend. Für dieſe wichtige, verantwor=
volle
Aufgabe brauchen wir Turnlehrerinnen, die in ordnungs=
er
einjähriger Lehrzeit gründlich und vielſeitig ausgebildet werden
nen, Leichtathletik und Gymnaſtik, in Spiel und Sport und in den
rehörigen theoretiſchen Fächern, wie Biologie der Leibesübungen,
dik. Turngeſchichte Gerätekunde. Auch muß die Lehrerin befähigt
rr. Unterricht im Schwimmen, Rudern und in den vorbeugendei
rusgleichenden Leibesübungen zu erteilen. Ein weites, reiche
bietendes Arbeitsfeld ſteht den zukünftigen Turnlehrerinnen be=
ie
Ausbildung dafür füllt eine empfindliche Lücke in der heſſiſchen
innenausbildung. Seit zwei Jahren beſteht in Mainz bei der
ſchen Frauenarbeitsſchule ein einjähriger Lehrgang zur Ausbil=
Son Turnlehrerinnen. (S. Inſerat.)

Empfehlenswerke Sahrk mit Auko und Mokorrad.
(Mitgeteilt vom Starkenburger Automobil=Club (ADAC.) Darmſtadt.)
Fahrt zum Fußball=Länderſpiel Deutſchland Frankreich. (Erſtes
Spiel ſeit dem Kriege.) Samstag, 14. März: Darmſtadt Bens=
heim
Vorms Richtung Grünſtadt Kaiſerslautern
Landſtuhl Homburg (Grenzkontrolle) St. Ingbert
Saarbrücken (hier tanken, da in Frankreich teurer) Forbach
St. Avold Touligny Metz Conflans Verdun
(Schlachtfelder) St. Menehould ChalonsſurMarne
560 Km.
Epernay Ch. Thierry Maux Paris.
Abfahrt: Darmſtadt, nicht nach 6.30 Uhr vorm. Treffpunkt mit
den 5 Uhr vorm. (Hotel Traube) abfahrenden Großkraftwagen des der
Heag angeſchloſſenen Reiſebüros W. Köhler, Darmſtadt, Luiſenplatz 1,
um 22 Uhr vor der Kathedrale in Maux zur gemeinſchaftlichen Fahrt
nach und durch Paris. Unterkunft in guten d. Hotels.
Sonntag, 15. März: 9 Uhr Rundfahrt in Ausſichtswagen (zirka
Stunden) mit deutſcher Führung. (Pr. einſchl. Trinkgeld 4 Mk.)
Gemeinſch. Mittageſſen (Pr. 2,50 Mk.) Ab 14.30 Uhr Länder=
ſpiel
im Stadion Colombes. Plätze reſerviert (Pr. 35 Mk.) 19
Uhr gemeinſchaftl. Abendeſſen (Pr. 2,50 Mk.) Führung durch das nächt=
liche
Paris.
Montag, 16. März: 4 Uhr vorm. Rückfahrt auf gleichem Wege.
Erforderlich: Triptik, Iuternationaler Führerſchein (auszuſtellen
vom Kreisamt), Reiſepaß oder Ausweis mit Lichtbild (Polizeiamt) und
Viſum, deutſche Zulaſſung und deutſche Steuerkarte D auf Wagen und
Motorrad auf Motorrad die Polizeinummer auch rückwärts (ohne Stem=
bel
). Wegen Triptik (gültig ein Jahr), Viſum (Reiſepaß beilegen).
Unterkunft und Stadionkarte. Meldung bis Dienstag. 10.
März 1931, mittags 12 Uhr, an die Geſchäftsſtelle des Clubs, Gra=
fenſtraße
Nr. 12. Fernſpr. 3177.
Ka
Fussball-Länderspiel
Beutschland-Frankreioh
Am 14. März laufen ab Darmstadt Kraftomnibusse
nach Paris; gute Tribünenplätze sind noch vor-
handen
. Nähere Auskuntt erteilt das Reisebüro
Wilhelm Köhler G. m. b. II., Darmstadt,
Lufsenplatz 1. Telefon 2418.
Die Leser des Darmstädter Tagblatt erhalten bei
Vorzeigung der letzten Monatsguittung einen Tri-
bünenplatz
zum Stadion gratis oder eine Freikarte
zur Fahrt von Paris nach Versailles-
(8774

Orpheum. Zauberſchau Kaßner. Heute zwei
Vorſtellungen, nachmittags 4 Uhr zu kleinen Preiſen von
0,40 bis 1,50 Mark, abends 8.15 Uhr zu Preiſen von 1.00 bis
3.00 Mark. In beiden Vorſtellungen kommt das Verſchwinden des
Elefanten Toto zur Vorführung. Auswärtige Beſucher haben
die Gewähr, ihre Züge noch rechtzeitig zu erreichen, da die Vor=
ſtellung
bereits vor 10,30 Uhr beendet iſt.
Sonntagskarten= Ver=
kauf
von 10 bis 1 Uhr Verkehrsbüro und ab 11 bis 1 Uhr an der
Orpheum=Kaſſe. Für die Nachmittags=Vorſtellung ſind nur noch
einige Plätze zu 1,50 Mark vorhanden. Alle anderen Platz=
arten
für dieſe Nachmittags=Vorſtellung ſind bereits vergriffen.
Karten für die letzte Nachmittags=Vorſtellung am 15. März,
wobei das Verſchwinden von 12 Perſonen aus dem Publikum
ſtattfindet, ſind ab Montag bereits in den bekannten Vorverkaufs=
ſtellen
zu haben. (Siehe Anzeige.)
Die Vereinigung Freunde der Darmſtädter Realanſtalten
veranſtaltet am Donnerstag, den 12. März, abends 8 Uhr, einen
Vortragsabend im Feſtſaal der Ludwigsoberrealſchule. Herr
Studienrat Dr. Grimm wird einen Vortrag mit Lichtbildern über
Algier halten. Die Mitglieder und Freunde der Vereinigung
ſind herzlichſt eingeladen.

Kampfbund für Deutſche Kultur
Am Freitag, den 13. März abends 8,15 Uhr ſpricht im großen
Saale des Saalbaues in Darmſtadt mit Lichtbildern
prof. Dr. Dr. h..
Pultzr-Natmsisg
über
Der Kampf um die Kunſt
(
Eintrittspreiſe: 2., 1.50, 1. und 0.50 Mk.
Vorverkaufin den Buchhandlungen Köhler, Schul=
1a
ſtraße 10, und Waitz, Eliſabethenſtraße 16.

Kampfbund für Deutſche Kultur. Alle Kenner und Ver=
ehrer
echter Kunſtwerte, alle Mitkämpfer für eine aus dem inner=
ſten
Weſenskerne des deutſchen Menſchen heraus einſetzende Er=
neuerung
unſerer Geſittung werden beſonders auf den Vortrag
Kampf um die Kunſt! am Freitag, den 13. März, im gro=
ßen
Saalbauſaale aufmerkſam gemacht. Der bedeutende Ruf, der
dem Vortragenden, Prof Dr. Schultze=Naumburg, vorher=
geht
, verſpricht einen wiſſenſchaftlich und zeitgeſchichtlich hochinter=
eſſanten
Abend. Mitglieder des Kampfbundes für Deutſche
äultur erhalten ermäßigte Eintrittskarten. Vorverkauf in den
Buchhandlungen Köhler (Carius), Schulſtraße 10, und Waitz,
Eliſabethenſtraße 16. Auskunft wird in den Vorverkaufsſtellen
gerne erteilt.
Alt=Darmſtadt Verein für Ortsgeſchichte und Heimat=
kunde
. Nächſte Veranſtaltung, Donnerstag abend, Eintrachtſaal,
Eliſabethenſtr. 12: Vortrag von Herrn Lehrer Burhenne über
Alt=Eberſtadt und ſeine Beziehungen zu Darm=
ſtadt
. Gleichzeitig wird an dieſem Abend Herr Geh. Sanitäts=
rat
Dr. A Hoffmann Einiges Neue über Chriſtian
Heinr. Rinck berichten. Gäſte ſind durch Mitglieder ein=
zuführen
.

Großen Hautan-anssnrkauf
wegen Umzug
(3779
Jund, Zorn & Oo.
vorm. Frankturter Tapetentabrik
Schleiermacherstraße 23 (am Gericht).

Evangeliſch=Soziale Arbeitsgemeinſchaft Wir machen
land=Heidelberg im Gelben Saal des Reſtaurant Sitte,
len Frage‟.
Neue Kurſe eröffnet, wie aus dem Anzeigenteil unſeres
Blattes erſichtlich am kommenden Dienstag dem 10., und Freitag,
dem 13. d. M. in ihren eigenen Unterrichtsräumen. Ecke Zeug=
haus
= und Schleiermacherſtraße (Eingang nur Schleiermacher=
ſtraße
) die Kaufmänniſche Stenogrophen=Geſellſchaft E. V. in der
Reichskurzſchrift und im Maſchinenſchreiben.
Ein Kaminbrand in der Lihtenbergſtraße 75 konnte durch
die alsbald herbeigerufene Feuerwehr in Kürze abgelöſcht werden.

Dank des Komponiſten Alban Berg.
Der Komponiſt Alban Berg ſchrieb anläßlich der Erſtauffüh=
rung
ſeiner Oper Wozzeck an Herrn Generalmuſikdirektor Dr.
Karl Böhm und das Orcheſter folgende Briefe.
An Herrn Dr. Böhm:
Die Wozzeck=Premiere am 28. Februar war für mich ein be=
deutſames
Erlebnis. Nicht nur, weil ſie ſo wunderbar gelang,
ſondern auch, weil ſie mich zum erſten Male in Berührung brachte
mit dem prachtvollen Muſiker und lieben Menſchen Dr. Böhm. Er
ſei tauſendmal bedankt von ſeinem Alban Berg.
An das Landestheaterorcheſter:
Meine geehrten Herren, es iſt mir ein aufrichtiges Bedürf=
nis
, Ihnen auch noch ſchriftlich zu ſagen, wie ſehr mich Ihre
Widergabe meiner Wozzeck=Partitur beglückt hat. Abgeſehen
von der großen Ueberraſchung, ein ſo hervorragendes Orcheſter in
einer verhältnismäßig kleinen Stadt vorzufinden, haben Sie in
dieſem ſpeziellen Fall des Studiums und der Aufführung meiner
Oper, unter der wunderbaren Leitung Ihres Führers Dr. Karl
Böhm, tatſächlich Unerhörtes geleiſtet. Unerhörtes im Hinblick
auf das Zuſammenſpiel, auf die Virtuoſität des Einzelnen, auf
die rhythmiſche Präziſion, die Reinheit der Intonation, auf die
Kraft des Ausdrucks, die Schönheit des Klanges: Alles Dinge die
das Herz des Muſikers und wie erſt das des aufgeführten Kom=
poniſten
beglücken müſſen. Bedenke ich aber noch, daß alle dieſe
Eigenſchaften nur in Erſcheinung treten können, wenn hoher
künſtleriſcher Wille, reſtloſe Hingabe und nie erlahmender Fleiß
am Werke ſind, und daß das ſo viel heißt wie. Glaube an die
gute Sache, ſo ſteigert ſich mein Gefühl des Beglücktſeins geradezu
in das des Stolzes, deſſen ich mich aber nicht rühmen würde,
wüßte ich nicht, daß ich ihn mit Ihnen. meine Herren, und Ihrem
genialen Führer teilen darf. Seien Sie alle auf das herzlichſte
bedankt und gegrüßt von Ihrem Alban Berg.
* Die Erſte (Schnepfe) wurde am 3. d. M. von Herrn
Förſter May, Koberſtadt bei Langen, erlegt, wie dem Büro
des Heſſ. Jagdklubs gemeldet wird!
Die Jahreshauptverſammlung der Deutſchnationalen
Krankenkaſſe, Verwaltungsſtelle Darmſtadt, hatte einen ſehr zahl=
reichen
Beſuch zu verzeichnen. Nach Begrüßung der Erſchienenen
durch den Vorſitzenden, Koll. Böhme, erſtattete Koll. Ungi=
bauer
den Geſchäftsbericht. Der Leiter der Hauptverwaltungs=
ſtelle
Frankfurt a. M., Koll. Schobloch, wies darauf in län=
geren
Ausführungen auf die Auswirkungen der beiden Notver=
ordnungen
und auf die Eingriffe in das Selbſtverwaltungsrecht
der Erſatzkaſſen hin. Es ſchloß ſich eine rege Ausſprache an, die
zeigte, mit welch großem Intereſſe die Mitglieder den Ausführun=
gen
des Redners gefolgt waren. Nach einſtimmiger Wiederwahl
des Vorſtandes wurden die Vertreter zur im April in Frank=
furt
a. M. ſtattfindenden Hauptverſammlung beſtimmt.
Siebentes Sinfoniekonzert im Landestheater. Im ſieben=
ten
Sinfoniekonzert, das morgen Montag im Großen Haus unter
Leitung von Generalmuſikdirektor Dr. Karl Böhm ſtattfindet, ge=
langt
die von allen größeren Konzertinſtituten in den letzten Jah=
ren
geſpielte Tripelfuge von Wolfurt zur hieſigen Erſtauf=
führung
. Es handelt ſich bei dieſem Stück um ein Charakterſtück,
das die Form einer Fuge erhielt. Ihre Uraufführung erleben
n dieſem Abend die Traumbilder für Orcheſter von Max
Ettinger. Die drei Sätze führen den Untertitel Dürer: Melan=
Li=Tai=Pe‟
Der zweite Teil der
Caſanova‟
cholie
Vortragsfolge bringt Mahlers Lied von der Erde, mit
Sabine Kalter (Alt) und Anton Maria Topitz (Tenor) als
Soliſten.

Heſſiſches Landestheaker.

Großes Haus Kleines Haus Sonntag
8,. März 18.3021.15 Uhr.
Heſſenlandmiete IV ,10
Der fliegende Holländer
Preiſe 1 bis 10 Mk.
Gutſcheine beſchränkt gültig 11.15- 12.45 Uhr
Schneewittchen
Marionetten=Bühne
Preiſe 0 40 bis 2 Mk.
1517 15 Uhr
Im weißen Rößl
Außer Miete
Preiſe 14 Mk.
2022 Uhr.
Der Kreis
Preiſe 1.206 Mk.
Zuſ.=M. II9 Montag
9. März 20, Ende gegen 22 Uhr
7. Sinfonie=Konzert
Preiſe 1.208 Mr. 15.30 18
20.15
Film=Borführungen
Eintritt gegen2 Erdal=Kwak=
Maren. Dienstag
10. März 19.30gegen 21.45 Uhr
Wozzeik
4 19
Preiſe 110 Mk 15.30 18 40.15
Film=Vorführungen
Eintritt gegen 2Erdal=Kwak=
Marken Mittwoch,
11. März 20 22 Uhr
Zum erſten Male:
Sturm im Waſſerglas
B17
Preiſe 110 Mk. 1516.30 Uhr
Schneewittchen
Marionetkenbühne
Preiſe 0.402 Mk.
19.3022 Uhr
Martha
Preiſe 15 Mk. Donnerstag,
12. März 19.3022.30 Uhr
Viktoria und ihr Huſar
Gruppe 4, 5 u. 6
Halbe Preiſe 0,505 Mk. 2023 Uhr
Gaftſpiel Neu=s Theater Frankfurt
Vorunterſuchung
Außer Miete
Vorverkauf für Mieter Samstag,
7. u. Sonntag, 8. März: 1-4 Mk.
Allgem. Vorverkauf ab Montag
9. März: Preiſe 1.5 Mk. Freitag,
13. März 2022 Uhr
Sturm im Waſſerglas
D 18
Preiſe 110 Mk. Keine Vorſtellung Samstag
14. März 14.3017 30 Uhr
Viktoria und ihr Huſar
Heſienlandmiete 1,5 u. 111,8
Preiſe 0.505 Mk.
2022 15 Uhr
Im weißen Röß’!
Dſtdt. Volksb. Gruppe I-IN
Preiſe 0.505 Mf 19.3022.15 Uhr
Zum erſten Male:
Blaubart
Zuſatzmiete VI,11
Preiſe 1.206 Mk.
Gutſcheine nicht gütig Sonntag,
15 März 17.3022 30 Uhr
die Meiſterſinger von Nürnberg
E 18 Preiſe 1.2012 Mt
Hutſcheine beſchränkt gültig 1415.30 Uhr
Schneewittchen
Marioneitenbühne
Preiſe 0 402 Mr.

Heſſiſches Landestheater. Der
fliegende Hollän=
der
wird heute Sonntag zum erſten Male in dieſer Spielzeit
im Großen Haus in der vorjährigen Neuinſzenierung von Renato
unſere Mitglieder darauf aufmerkſam, daß am Montag, 9. März, Mordo (Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp) zur Darſtellung
nachmittags 3 Uhr, Herr Privatdozent D. Heinz Dietrich Wend= kommen. Muſikaliſche Leitung: Karl Maria Zwißler. Die Titel=
partie
iſt von Albert Lohmann, die Partie der Senta von Anita
Karlsſtraße, einen Vortrag hält über Unſere Stellung zur ſozia= Mitrovic, die Partie des Erik von Joachim Sattler übernommen
worden. Für das Donnerstag, den 12. März, im Kleinen Haus
außer Miete ſtattfindende. Gaſtſpiel des Neuen Theaters Frank=
furt
mit dem Schauſpiel Vorunterſuchung, das ſeinerzeit
in Darmſtadt vor ausverkauftem Hauſe ſtärkſten Beifall finden
konnte, findet heute der Vorverkauf für Mieter bei ermäßigten
Preiſen (14 RM.) ſtatt; morgen Montag beginnt der allgemeine
Vorverkauf (15 RM.).
Die Marionetten=Bühne
im Kleinen Haus bringt heute Sonntag als Vormittagsvorſtel=
lung
Görners Schneewittchen zur Aufführung. Beginn
der Vorſtellung 11.15 Uhr; Ende gegen 13 Uhr.

[ ][  ][ ]

Seite 6

Sonntag, den 8. März 1931

Nummer

Handarbeitsausſkellung in derAlice=Eleonoren=Schule
Kapikänleuknank v. Rücke ſprichk in Darmſtadk.
*t. Am Samstag abend fand im Städt. Saalbau eine öffentliche

erI
zei
bu
ten,
u

Kundgebung des Deutſchlandbundes ſtatt, in der Kapi=
tänleutnant
a. D. v. Mücke, der einſt zu Beginn des Krieges die Lan=
dungsmannſchaft
der Emden durch den Indiſchen Ozean und durch
Kleinaſien glücklich nach der Heimat geführt hat, ſprach. Der Redner
war früher Landtagsabgeordneter und Gauführer der N. S.D.A.P. in
Sachſen.
Der Verſammlungsleiter, Herr Miniſterialoberreviſor Dörr, ſtiz=
zierte
kurz die Ziele des Deutſchlandbundes. Herr v. Mücke führte
etwa folgendes aus: Wer heute Deutſchlands Lage betrachtet, muß
eigentlich von Reſignation erfüllt werden. Wohl gibt es viele Par=
teien
und Programme, aber hinter dieſen Programmen müſſen Männer
ſein, die Charakter haben. Aus der N.S.D.A.P. bin ich ausgetreten,
wuvde von der Partei dann im Auftrage Hitlers von Feder erfolglos
zum Wiedereintritt genötigt. Niemand wird mich davon abhalten, auch
nicht mit Gewalt, für das einzutreten, was ich für Recht halte. Ich bin
Sozialiſt und daher der allerſchärfſte Gegner der Hitlerei‟ Es hat
keinen Zweck, immer an den Schuld=Fragen hängen zu bleiben, das
führt auf Nebenwege. Die Frage der Kriegsſchuld iſt noch nach außen
hin, nicht nach innen von Bedeutung. Die Völker haben überall den
Krieg verloren, und überall haben in ihnen die Kapitaliſten den Krieg
gewonnen. Im November 1918 erlebten wir die Erſcheinung, die wir
Revolution nennen, die noch einmal verſuchte, das Schickſal zu wenden.
Es war dies aber keine Redolution im eigentlichen Sinne des Wortes,
ſondern ſie hat nur eine Entwicklung beſchleunigt, die ſeit Jahrzehnten
im Gange wau. Den Ländern, die 1918 keine Nevolution hatten, geht
es heute auch ſchlecht, alſo kann die Revolution nicht ſchuld daran ſein,
wie es Deutſchland heute ergeht.
Nach dem Weltkrieg iſt für Deutſchland eine neue Periode ange
brochen, ured aus dem Wirrwarr der Parteien ſchälte ſich etwa 1920
eine neue Partei heraus, die ſich N.S.D.A.P. nannte und damals ver
ſuchte, für das neue Deutſchland auch ein neues Ideal zu formen.
Hitler hat die Partei nicht gegründet. Von der jetzigen N. S.D.A.P.
muß man aber als von einer Hitlerpartei ſprechen, denn ſie iſt weder
national noch ſozialiſtiſch, noch iſt ſie eine Arbeiterpartei. Von den
6½ Millionen Wählern dieſer Partei haben ſicher 6½ Millionen das
Programm der Partei nicht geleſen. Die Hitlerpartei nennt ſich gern
die Partei der anſtändigen Leute. Wenig dazu paßt, daß die Partei
gegen mich nach meinem Austritt nicht mit ſachlichen Argumenten vor=
geht
, ſondern mit perſönlichen Gehäſſigkeiten und Verleumdungen.
Der Redner ſprach dann eingehend über die Affäre v. Killinger, die
u. a. ſchließlich zum Austritt Mückes aus der N. S.D.A.P. führte, und
betonte hierbei, daß auch der Diktator Hitler ſeinen Willen nicht durch=
ſetzen
könne, wenn es die finanziellen Hintermänner der Partei nicht
wünſchten.
Der Referent äußerte ſich dann an Hand von Einzelfällen darüber,
daß Hitler ihm gegenüber mehrfach in politiſchen Fragen bindende Er=
klärungen
abgegeben und dann ſein Wort gebrochen habe. Die Hitler=
partei
ſpricht auch gern vom Führertum, aber Hitler inſzenierte den
Hitlerputſch damals in München ohne jede Verantwortung und ließ nach
dem Mißlingen ſeine Leute einfach im Stich. Von einem Führer ver=
lange
ich vor allen Dingen, daß er ſeiner Gefolgſchaft vorzuſterben ver=
ſteht
. Hitler verkauft Volk und Vaterland bedingungslos, wenn nur
irgend jemand ihm in den Sattel helfen will, mag dies Muſſolini, Frank=
reich
, England oder ſonſt irgend jemand ſein. Hitler kennt in ſeiner
Partei keine Kritik, er will unfehlbar ſein. Statt Deutſchland erwache!
ſollte lieber von dieſen Leuten gerufen werden: Nationalſozialiſten, er=
wache

Auch über den angeblicken Sozialismus in der Hitlerbartei hört
man von den N. S.D.A.P.=Führern die widerſprechendſten Anſichten. Daß
die Partei bei den letzten Reichstagstahlen ſo anſchwellen konnte, liegt
zum größten Teil daran, daß es in Deutſchland große Schichten durch
Krieg und Inflation entwurzelter Kleinbürger gibt, die dahin liefen, wo
ſich das größte Mundwerk bemerkbar machte. Dieſe Leute vergeſſen, daß
heute das Kleinbürgertum längſt broletariſiert iſt, daß 90 Prozent der
Bevölkerung Deutſchlands heute Proletarier ſind, und daß die Hitler=
partei
gerade das Kleinbürgertum nicht haben will, höchſtens als
Stimmen.
Herr v. Mücke wandte ſich ſchließlich noch dem Auszug der N. S.D.
A.P. aus dem Reichstag zu, den er als einen Sieg der Oppoſition in der
Paxtei bezeichnete, und kennzeichnete das deutſche Volk als ſchlagwort=
krank
. Die einzige Frage, die jetzt gelöſt werden müſſe, ſei die Arbeits=
loſenfrage
.
Die Verſammlung, die ſehr ſtark beſucht war, verlief reibungslos.

Eine beſonders für die Damenwelt ſehr intereſſante und
ſehenswerte Schau von Arbeiten des Handarbeitsſeminars,
und des Seminars für techniſche Lehrerinnen an Berufsſchulen
veranſtaltet zurzeit die Alice=Eleonorenſchule in ihrem Schulhauſe
Friedrichſtraße 4. Es ſind wahre Kunſtwerke von Frauenarbeiten
vertreten, die von Schülerinnen und Lehrerinnen angefertigt wur=
den
. Aus den vier Hauptlehrgängen, dem Vorſeminar und dem
techniſchen Seminar beſtehend aus den Seminaren zur Ausbil=
dung
von Handarbeitslehrerinnen, zur Ausbildung von techniſche=
Lehrerinnen an Berufsſchulen und zur Ausbildung von Hauswirt=
ſchaftslehrerinnen
, ſind die erſten drei Gruppen herausgefaßt
Die ſich zu Handarbeitslehrerinnen ausbildenden Damen über=
wachen
und lehren bereits die Arbeiten im Vorſeminar, die in
einem beſonderen Raum ausgeſtellt ſind. Schon dieſe Gegenſtände
verraten eine ausgezeichnete Anleitung und reife Technik. Es ſoll
nicht eine Bewertung von Einzelſtücken folgen, da im ganzen ſau=
bere
Stücke in peinlicher Präziſionsausführung vorliegen, die
jedes in ſeiner Art, augenſcheinlich Zweckmäßigkeit mit Qualität
verbinden. Unter den Handarbeiten des Vorſeminars ſind neben
geometriſchen Ornamenten Maßkleider, ſowohl für Straße wie
für Geſellſchaft, Wäſcheſtücke in Neuanfertigung und Ausbeſſerung
oder Umarbeitung, farbige und ſchwarz=weiß gemuſterte. Divan=
kiſſen
uſw. zu beſichtigen. In anderen Abteilungen und Räumen
befinden ſich die Arbeiten des techniſchen Seminars, vollendete
Meiſterſtücke, die bei den Damen vollſte Anerkennung und Bewun=
derung
fanden. In der reichhaltigen Schau ſind Hute, Kleider
aller Art, Damen= und Herrenwäſche, kunſtgewerbliche Arbeiten,
Handwebereien. aus Baſt und Seide geſchaffene Tiſchlampen,
Kiſſen und außer vielen anderen nützlichen Gegenſtänden ſogar
ein aus Schafwolle verfertigter Pelzmantel ausgeſtellt. Beſon=
dere
Beachtung verdienen auch die Ergebniſſe der Lehrproben und
die Arbeiten eines anſchaulichen Lehrgangs, der aus 46 zur Ver=
fügung
ſtehenden Lehrgängen herausgeriſſen war und die Metho=
den
des einprägſamen Anſchauungsunterrichts, hier z. B. eine
originelle Wandtafel mit den aufgeführten Haupterzeugniſſen
Heſſens, ſoweit ſie mehr als 4 Prozent des Reichsdurchſchnitts be=
tragen
. Dieſe Karte, zeigt deutlich in Bildern die wirtſchaft=
liche
Bedeutung Heſſens. Die Ausſtellung, die auf. Wunſch
liebenswürdigerweiſe von berufenen Fachvertreterinnen erläutert
wird, geſtattet einen erfreulich klaren Einblick in die erſprießliche
Tätigkeit der Schule und kann den Damen zur Beſichtigung warm
empfohlen werden. Sie iſt heute nochmals von 1018 Uhr ge=
*:
öffnet.

Aus Befſen.

Daß Warmwaſſerbereitung und Heizung Arbeitsgebiete
von beſonderem Ausmaße im Haushalt darſtellen, das wurde an=
hand
von Lichtbildern im letzten Vortrag von Dipl.=Ing. Karl
Malzi eingehend beleuchtet. Unbegrenzte Mengen von heißem
Waſſer, ſtetige Betriebsbereitſchaft und geringe Anſchaffungs=
und Betriebskoſten ſind die Hauptmerkmale der gasbeheizten
Warmwaſſerapparate, die den verſchiedenſten Verwendungszwecken
entſprechend, als Gasbadeofen Automaten für zentrale Warm=
waſſerverſorgung
oder als Kleinwarmwaſſerapparate ausgebildet
ſind. Im zweiten Teil des Vortrages wurden die wirtſchaftlichen
und techniſchen Möglichkeiten einer kritiſchen Betrachtung unter=
zogen
. Der Einwand, daß die Betriebskoſten für Gasheizung zu
hoch ſeien, wurde widerlegt durch die Feſtſtellung, daß einmal
die verſchiedenſten Tarife, die jedem einzelnen Verwendungszweck
des Gaſes angepaßt ſind, meiſtens unbekannt ſind und daß zwei=
tens
Unklarheit über die Anwendungsmöglichkeiten der Gas=
heizung
beſteht. Bei der Beſprechung der einzelnen Syſteme von
Heizöfen erregten die Darmſtädter Radiatoren, die vor kurzer
Zeit im Preiſe ſtark herabgeſetzt wurden, durch ihre zweckmäßige
und gefällige Form beſondere Aufmerkſamkeit. Daß die Warm=
waſſerheizung
Vorzüge verſchiedenſter Art beſitzt, wurde durch eine
große Anzahl von Heizungsanlagen, die im Lichtbild erläutert
und erklärt wurden, beſtatigt. Schließlich wurden die Annehmlich=
keiten
, die die Beſitzer von Gasheizofen genießen, beſonders her=
vorgehoben
. Keine lange Anheizzeit, kein Rauch und Qualm,
keine Aſche, kein läſtiges Kohlenholen. Alle dieſe Nachteile, die
beim Betrieb eines Kohlenofens unvermeidlich ſind, kommen bei
der Gasheizung in Wegfall. Im nächſten Donnerstags=
Vortrag wird Frl. Klingler die vielſeitigen Verwendungs=
möglichkeiten
eines modernen Gasherdes beſprechen und durch
praktiſche Vorführungen beweiſen. Für dieſe Vorträge werden
ab Montag die üblichen Eintrittskarten, die gleichzeitig als Beleg
ür das Preisraten dienen, im Ausſtellungsraum, Grafen=
ſtraße
30, abgegeben. (S. heutige Anzeige.)
Sterbekaſſeverein Einigkeit‟ Darmſtadt. Die 41. General=
verſammlung
erfreute ſich eines zahlreichen Beſuches. Der Vor=
ſitzende
, Herr Storck, gedachte der im Laufe des Jahres verſtorbe=
nen
Mitglieder, deren Gedenken durch Erheben von den Sitzen
geehrt wurde. Anſchließend erſtattete der 1. Schriftführer den
Tätigkeitsbericht von 1930. Dieſem ſowie dem folgenden Rechen=
ſchaftsbericht
des Rechners iſt zu entnehmen, daß eine rege Tätig=
eit
im abgelaufenen Jahre ſtattgefunden hatte und der Mitglie=
derſtand
auf nahezu 700 Mitglieder gebracht wurde, ſo daß eine
Sterberente von 260 Mark ohne Abzug ſofort ausbezahlt wird. An
Einnahmen ſind 6569 Mark zu verzeichnen, denen an Ausgaben
3699 Mark gegenüberſtehen. Dem Rechner, Herrn Fritz Kilian,
wurde für ſeine muſtergültige Kaſſenführung beſonderer Dank
gezollt. Die Neuwahl des Vorſtandes brachte keine weiteren Aen=
derungen
, da der verdienſtvolle 1. Vorſitzende H. Storck ſowie der
übrige Vorſtand einſtimmig wiedergewählt wurde. Der wirtſchaft=
lichen
Not entſprechend, wurde das Eintrittsgeld bedeutend herab=
geſetzt
, ſo daß dieſes beſonders bei alteren Perſonen um 40 Pro=
zent
geſunken iſt. Intereſſenten vom 18. bis 50. Leben;jahre,
welche dem Verein beitreten wollen, erhalten koſtenloſe Auskunft
durch die Herren J. Storck, Techniſche Hochſchule. Georg Hahn,
Schwanenſtraße 20, und durch den Rechner, Herrn Fritz Kilian,
Feldbergſtraße 89.
v. Berechnung der Grunderwerbsſteuer in Uebergangsfällen.
Eine Verordnung vom 13. Februar 1931 beſtimmt: Iſt das zur
Eigentumsübertragung verpflichtende Veraußerungsgeſchäft vor
dem 16. Dezember 1930 abgeſchloſſen, ſo ſind auf Antrag
des Steuerſchuldners der Berechnung der Steuer die Vor=
ſchriften
der 11. 12. 17. des Grunderwerbſteuergeſetzes in der
Faſſung vom 11. März 1927 zugrunde zu legen. Iſt beim Erwerb
eines Grundſtücks im Weg der Zwangsverſteigerung die Abgabe
des Meiſtgebots vor dem 16. Dezember 1930 erfolgt, ſo ſind
auf Antrag des Steuerſchuldners der Berechnung der
Steuer die Vorſchriften der S8 11. 13. 14, 17 des Geſetzes (Faſſung
om 11. März 1927) zugrunde zu legen.

rd im Helia=
Im Rahmen einer Film=Morgenfeier 1
Theater heute vormittag 11.15 Uhr der von der geſamten Darm=
ſtädter
Kritik als hervorragend bezeichnete Kulturfilm Nord=
land
Odins Paradies letztmalig vorgeführt. Eine Wieder=
holung
kann nicht mehr ſtattfinden. Jugendliche ſind zugelaſſen.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu
rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag,
den 8. März 1931, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit:
Dr. med. Bernet=Wittmannſtr. 7. Tel. 2175; Dr. med. Blach=
Hügelſtr. 45, Tel. 1412: Dr. med. Schiffer=Theaterplatz 2,
Tel. 1403.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich an=
ſchließenden
Woche vom 7. März bis 14. März, den Nachtdienſt die
Merck’ſche Apoiheke, Rheinſtraße 9, Beſſunger Apotheke,
Wittmannſtraße 1.

Die hſerunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu beirachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritit.
Chriſtlicher Verein Junger Männer, Darmſtadt
E. V., Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſerne). Heute, Sonntag, ſpricht Herr
E. Gölz über Joh. Seb. Bach in unſerem Heim. Er wird neben einer
kurzen Einführung vor allem aber Bach ſelbſt durch ſeine Muſik zu uns
ſpreihen laſſen. Jedermann iſt herzlich eingeladen.
Ortsverband des B. D. J. Wir erinnern unſere Mit=
glieder
und Freunde nochmals an den heute abend um 8.15 Uhr
im Gemeindehaus, Kahlertſtraße 26, ſtattfindenden Lichtbildervor=
trag
von Ernſt Mampel=Neckarzimmern über Grenzlandfahrt
durch den Böhmerwald
Hausfrauenbund. Am Dienstag, den 10. März,
4 Uhr, im Gartenſaal des Saalbaus wird in unſerer Mitglieder=
verſammlung
Herr Dr. Lehmann vom Deutſchen Aerztevereins=
bund
e. V. für Vortragsweſen und Volksaufklärung einen Vor=
trag
halten über das Thema: Was die Hausfrau über angebliche
Gifte, giftfreie Heilweiſen und ſogenannte Ernährungsreformen
wiſſen muß.

Dr. Stolper ſpricht in Darmſtadt. Der Reichs=
tagsabgeordnete
Dr. Stolper, der bekannte Wirtſchaftspolitiker,
ſpricht am Montag, den 16. März, in einer öffentlichen Verſamm=
lung
der Deutſchen Staatspartei im großen Saal des Städtiſchen
Saalbaus . Sein Vortrag wird zweifellos in weiteſten Kreiſen
der Darmſtädter Bevölkerung Intereſſe finden; handelt es ſich
doch hier um einen Wirtſchaftskenner von Format, der kürzlich auch
in einer glänzend beſuchten Verſammlung in Frankfurt a. M.
mit ſeinen Ausführungen außerordentlichen Beifall gefunden hat.
Dr. Stolper iſt der Herausgeber der Zeitſchrift Der Volkswirt.
Deutſche Volkspartei, Frauengruppe. Am
Mittwoch, den 11. März, findet abends um 8 Uhr eine Mitglieder=
verſammlung
bei Sitte, Karlsſtraße, ſtatt, bei der Frau Abg.
Birnbaum uber das Thema Politiſche Erſcheinungen der Gegen=
wart
ſprechen wird. Da der Abend ſicherlich ſehr intereſſant
werden wird, bitten wir unſere Parteifreundinnen um recht
rege Beteiligung.
Organiſationstagung der oberheſſiſchen
Staatspartei. Am Mittwoch, dem 18. März, nachmittags,
findet in Friedberg (Oberheſſen) eine Tagung der Kreisvereine,
Ortsgruppen und Vertrauensleute der Deutſchen Staatspartei in
Oberheſſen ſtatt, auf der der Vorſitzende der Reichstagsfraktion,
Dr. Weber=Berlin, M. d. R., anweſend ſein und zur politiſchen
Lage ſprechen wird. Am Abend des gleichen Tages findet in
Friedberg eine öffentliche Verſammlung mit dem gleichen Red=
ner
ſtatt.
Tageskalender für Sonntag, den 8. März 1931.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, 18.3021.15 Uhr,
Heſſenlandmiete IV, 10: Der fliegende Holländer. Kleines
Haus, 11.1513 Uhr, Marionettenbühne: Schneewittchen
1517.15 Uhr, außer Miete: Im weißen Roßl. 2022 Uhr,
Zuſatzmiete II9: Der Kreis
Orpheum, 20.15 Uhr:
Zaubervorſtellung Kaßner. Konzerte: Zur Oper, Schloß=
keller
, Zum Tropfſtein, Rheingauer Weinſtube, Datterich, Zum
Haferkaſten, Sportplatz=Reſt. am Böllenfalltor, Thünger Brau=
ſtübl
, Alter Ratskeller. Zum Roten Löwen, Stadt Nürnberg,
Hotel u. Reſt. Poſt. Monopol, Rummelbräu, Spaniſche Bodega,
Reſt. Bürgerhof, Odeon am Marienplatz, Reichshof. Lud=
wigshöhe
, nachm. 4 Uhr: Konzert.
Kinovorſtel=
lungen
: Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele; Helia,
vorm. 11.15 Uhr: Nordland Odins Paradies.

Dg. Arheilgen, 7. März. Vergebung. Die Gemeinde
auf dem Submiſſionswege die Lieferung von 350 Kilo Fußb
Angebote ſind bis zum Samstag, den 14. d. M., vormittags 11 n
Zimmer 3 der Bürgermeiſterei einzureichen. Gemeinde=
Im evangeliſchen Gemeindehaus findet am Sonntagabend, 8. M5
Anlaß des 100. Geburtstages Bodelſchwinghs ein Gemeindeaben
Im Mittelpunkt des Abends ſteht ein Vortrag: Bodelſchwir
Mann der Tat. Lichtbilder aus Leben und Wirken dieſes Führ=
dem
Gebiete der chriſtlichen Liebestätigkeit werden den Vortrag
zen. Auch hat der Poſaunenchor für dieſe Gedächtnisfeier ſein
wirkung zugeſagt. Geiſtliche Abendmuſik. Der hieſia
geliſche Poſaunenchor gibt am Sonntag, den 15. März, abends
Kirche eine geiſtliche Abendmuſik. Zum Vortrag kommen Chorö
Motetten aus dem Leiden und Sterben Chriſti.
Gräfenhauſen, 6. März. Einen ſchönen Verlauf nahm der
zertabend im Städtiſchen Verſorgungsheim Ohlyſtift zu
hauſen am letzten Mittwoch. Den Inſaſſen des Hauſes wurden
reiche Stunden bereitet. Herr Konzertmeiſter Fauth=Darmſtat
Fräulein Ilſe Zinſſer=Neu=Iſenburg fanden in ihnen und den
nen Gäſten eine dankbare Zuhörerſchaft. Die Künſtler gefielen fe
und mußten ſich zu Zugaben verſtehen. In uneigennützigſter
hatten ſie ſich zur Verfügung geſtellt. In Herrn Konzertmeiſter,
lernte man einen Violinkünſtler kennen, der ſich mit Liebe und 6
ſeiner Aufgabe widmete. In vortrefflicher Weiſe wurdc er von
Frau auf dem Klavier begleitet. Ihr Können bewies eine bor=
Technik und Feinfühligkeit. Fräulein Ilſe Zinſſer ſtellte ſich
jugendfriſche Sängerin vor, deren Geſangsvorträge eine ſehr gu
nahme fanden. Sie verfügt über eine umfangreiche Stimme
herrſcht in Reinheit deutliche Ausſprache und klangvolle Tonfülle
ſterhaft wurde ſie von ihrem Vater, Lehrer Zinſſer in Neu=Iſſe
auf dem Klavier begleitet.
J.
Griesheim, 7. März. Baulandumlegung. Die
Auf Grund des Art. 16 des Geſetzes über die Umlegung von B
für die Grundſtücke Die Poſch iſt die Baulandumlegung ſeſt
worden. Während der Dauer des Umlegungsverfahrens iſtſe
tung baulicher Anlagen jeder Art ſowie der Uebergang zu mer
wirtſchaftung des Grundſtücks, die von der bisherigen oder g-imf
Art der Bewirtſchaftung erheblich abweicht und geeigner i
legungsverfahren zu verhindern, zu erſchweren und zu verzögen.;
Umlegungsgebiet unterſagt. Im Widerſpruch mit dem Verbotn
Bauten oder wirtſchaftliche Umänderungen bleiben im Umleg
fahren unberückſichtigt. Der Heizungsmonteur Johannes Ge
von hier, iſt am Montag, den 9. März, 25 Jahre bei der F
Angrik, Fabrik für Heizungsanlagen in Frankfurt a. M., als 6
Monteur beſchäftigt.
Aa. Eberſtadt, 7. März. Poſtaliſches. Zur Vermeide
Irrtümern und nachträglichen Gebührenerhebungen weiſt das
darauf hin, daß die früher zum Ortsbereich gehörenden Orte
Beerbach und die der Poſtſtelle angeſchloſſenen Einzelgehöfte von
Beerbach aus bis zur Heilſtätte Burgwald einſchließlich Burg
ſtein und der Orr Malchen, nicht mehr zum Ortsbereich des
Eberſtadt gehören. Für die genannten Orte und Einzelgehöfte
daher die Poſtgebühren für den Fernverkehr zur Erhebung.
ſtellen Villenkolonie Eberſtadt und Kühler Grund mit den Eit
ten bis Waldmühle, gehören nach wie vor zum Ortsbereich des
Eberſtadt, es kommen daher für dieſe Orte nach wie vor die O
ren in Frage.
F Eberſtadt, 7. März. Aus dem Schulvorſtan
einer an den Schulvorſtand gerichteten Mitteilung des Kreis
Darmſtadt beabſichtigt die heſſiſche Regierung, einen Ausglei
ſönlichen Schullaſten derart vorzunehmen, daß der Staat für
ſtimmte Schülerzahl eine Stelle als Normalſtelle zur Verfüg
Gemeinden, die zur Verbeſſerung ihres Schulſeſens darübe
einen entſprechenden Beitrag leiſten, können Mehrſtellen
Nach der Schülerzahl von 1930 entfallen auf Eberſtadt 21 Nor
für die wie ſeither ein Stellenbeitrag von je 200 RM. z1
iſt, und eine Mehrſtelle, die einen Beitrag von 1500 RM. erfo=
Schulvorſtand ſprach ſich in einer geſtrigen Sitzung einſtimmig
Zuteilung der Mehrſtelle aus. Wie in den Vor
ſoll auch dieſes Jahr wieder für die aus der Volksſchule zur
kommenden Schüler und Schülerinnen eine Entlaſſun
ſtattfinden. Der Schulvorſtand beſchloß, dieſe Feier am 27.
im Saale Zum Schwanen abzuhalten. Vergebun
Lieferung. Die Lieferung von Maſchendraht für die E
von Waldgelände in der Klingsackertanne ſoll öffentlich vere
den. Angebote ſind bis ſpäteſtens Mittwoch, den 11. März, u
3 Uhr, bei der Bürgermeiſterei einzureichen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 7. März. Gemeinderatsber
Bürgermeiſter erſtattet Bericht über den Stand der Verhandl=
Jagdverpachtung. Gegen eine einmalige Abſtandsſumme von
kann der bisherige Pächter Molnar von ſeinem noch für z
laufenden Pachtvertrag entbunden werden. Wegen Neuverpe
hält die Verwaltung Vollmacht mit den in Betracht kommer
habern in Verhandlungen einzutreten. In Anbetracht de
daß die zur Verfügung ſtehenden Mittel nicht ausreichen, un
geſehenen Notſtandsarbeiten ganz ausführen zu können, wird
die Kanaliſierung der Hochſtraße und wenn irgend möglich
fenige der vorderen Bahnhofſtraße bis zur Schulſtraße beſch
Arbeit ſoll zunächſt öffentlich ausgeſchrieben werden. Das
Gaſtwirtes Balthaſar Scheerer auf Erteilung der Genehmi
Betrieb einer Gaſtwirtſchaft im Hauſe Bahnhofſtraße 59 wird
jahung der Bedürfnisfrage genehmigt. Der Rückgang der
in der hieſigen Volksſchule bedingt den Abbau einer weiter
ſtelle, ſofern nicht die Gemeinde einen Koſtenaufwand von 100
dieſe ſogenannte Mehrſtelle übernimmt. Der Gemeinderat
ablehnenden Standvunkt ein, womit die achte Lehrerſtelle
werden dürfte. Der Karuſſellplatz für die Kirchtveihe wir!
Schneider=Biſchofsheim zum Preiſe von 200 Mark aus der
laſſen. Georg Krebs 3., Dietesheim, bietet der Gemeinde
Nähe lagerndes Reſtquantum Pflaſterſteine zu einem Vorzu!
Falls die Steine für gut befunden werden, erhält die Verwa.
macht zum Erwerb derſelben. In geheimer Sitzung noch *
angelegenheiten.
G. Ober=Ramſtadt, 6. März. Verpachtung. Alle
der ev. Kirche und Pfarrei Ober=Ramſtadt werden am Mi
11. März, abends 6 Uhr, im Saale Zum Löwen in Obe
auf 6 Jahre neu verpachtet. Hierauf ſeien insbeſondere au
herigen, auswärts wohnenden Pächter hingewieſen. S0
zwiſchenzählung. Bei der am 2. d. M. ſtartgefundenen
zählung wurden hier ermittelt: 3 Zuchteber, 47 Zuchtſauen,
und 625 ältere Schweine, zuſammen 860 Stück.
Bz. Reinheim, 7. März. Heute vormittag verübte der in
und Umgegend allgemein bekannte und beliebte Wieſenwärter
chr
heimer Teich, Georg Wilh. St., Selbſtmord durch Durcht
Halsſchlagader. Er hat die Tat in einem Anfalle von Gei
begangen, was ſchon ſeit Tagen bei ihm bemerkt wurde.
Gernsheim, 77. März. Waſſerſtand des R.
6. März 2,01 Meter, am 7. März 2.45 Meter.

Büdingen, 6. März. Vom Flammentod in"
rettet. Geſtern fuhr zwiſchen Büdingen und Gelnhauſſ."
überſichtlichen Kurve der Landſtraße ein Perſonenauto, ſ.b=
Chauffeur ſaß, in voller Fahrt gegen einen Baum.
wurde bei dem ſtarken Anprall gegen die Rückwand des9
geworfen und dort in den zertrümmerten Teilen des Zoe
klemmt. Zu allem Unglück explodierte der Benzinbehälter !"
Wagen, in dem der Chauffeur hilflos ſteckte, in Braud.
weiſe paſſierte bald darauf ein Laſtauto die Unfallſtelle, e
den Verunglückten bewußtlos, aber noch lebend aus dei
Trümmern herausholen konnte. In ſchwer verletztem Züll
der bedauernswerte Mann in das hieſige Krankenhaus einhe
hin der Wagen gehört, iſt bisher noch nicht bekannt.
Schotten, 7. März. Die oberheſſiſche Stern!
rund 60 Geſpanne, die an der Provinzial=Sternfahrt der
ländlichen Reit= und Fahrvereine nach Schotten am 14. 3
men, fahren, wie uns mitgeteilt wird, alle nach dem einhel
ſyſtem unter Abgabe von Verkehrszeichen. Die Fahrer ſing.
der auch von der Reichswehr als maßgebend anerkannten 2."
von Achenbach ausgebildet.

*

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Erhäfft
jApohe
u. Droge
Vertriebt.
Glogaue.
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nat sich die Zigarettenfabrik Greiling aus kleinsten An-
angen
zum modernsten Großbetrieb entwickelt. Dieser
eispiellose Aufstieg ist nur darauf zurückzuführen, daß wir
Btets etwas besonderes bieten, daß wir bestrebt sind, mehr
uleisten als andere und damit den wirtschaftlichen Er-
ordernissen
der Zeit einen Sprung voraus sind. Millionen
aucher haben diese positiven Vorteile erkannt und genutzt.
Sine Sonderleistung ist duch die dllen sAusleser- Packun-
gen
beigefügte Wertmarke, welche die Preis-Erhöhung
nahezu wieder ausgleicht, Viel wichtiger ist aber, daß
Greiling-Auslesee auglitativ an erster Stelle steht. Wir
verwenden eben eine so beispiellos hochwertige ( selbst-
erständlich
echt macedonische) Mischung, daß selbst der
onkurrent diese Zigarette als vorbildlich bezeichnen muß.

Wer AUSLESE probiert.
wird Grelling-Raucher.

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[ ][  ][ ]

* 8

Sonntag, den 8. März 1931

Nummer 67

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Aus dem Gerichksſaal.
Aw. Das Bezirksſchöffengericht verhandelte, am
Freitag gegen einen 21jährigen, andauernd überlegen
lächelnden Techniker holländiſcher Staatsangehörigkeit. Der
junge Mann iſt in Oberbayern geboren, wohnt bei ſeiner Mutter
in Zürich und beſaß in Darmſtadt etwa ein Jahr lang eine Reit=
ſchule
, die aber anſcheinend nicht ſeinen Erwartungen entſprach.
Auch mit den angeſtellten Reitlehrern ſcheint er wenig Freude ge=
habt
zu haben, denn die beiden haben ihn aus irgendwelchen
Rachegelüſten wegen Zigarettenſchmuggels angezeigt.
Von ſeinen vielfachen Reiſen nach der Schweiz habe er ſtändig
größere Mengen unverzollter engliſcher Zigaretten mitgebracht.
Der Angeklagte gibt ſelbſt zu, von 5 bis 6 Reiſen im ganzen etwa
550 Zigaretten mitgebracht zu haben, und es kann ihm auch eine
größere Anzahl nicht nachgewieſen werden. Der Staatsanwalt iſt
dennoch der Anſicht, daß der Angeklagte weſentlich mehr Zigaret=
ten
geſchmuggelt habe und beantragt eine Geldſtrafe von 500 Mk.
Der Verteidiger iſt der Auffaſſung, daß die Strafe für dieſe paar
Zigaretten, die 6 Pfg. das Stück wert ſind und lediglich zum Selbſt=
verbrauch
beſtimmt waren, doch etwas zu hoch ſei, insbeſondere,
da der Angeklagte bereits Steuer und Zoll nachbezahlt habe. Das
Gericht erkennt auf eine Geſamtſtrafe von 300 Mark,
dazu, da die Zigaretten geraucht und daher nicht mehr zu beſchlag=
nahmen
ſind, eine Werterſatzſtrafe von 165 Mark,
denn die Zigarette koſte in Deutſchland das Stück 30 Pfennig.
E
vo kommt es, daß den jungen Mann die Zigarette insgeſamt das
10 000fache ihres eigentlichen Wertes koſtet.
Es wird dann gegen einen ebenfalls 21jährigen Schloſ=
ſer
aus Werſau wegen fahrläſſiger Tötung verhan=
delt
. Der junge Mann kam am 19. Oktober vorigen Jahres mit
ſeinem Motorrad von einer Sonntagsfahrt zurück. Er kam mit
ſeinem Freund auf dem Soziusſitz gegen 11 Uhr durch Brensbach.
Die Straßenlaternen waren bereits gelöſcht, und die Nacht außer=
ordentlich
dunkel. Der Angeklagte bog um eine Kurve, als ihm
plötzlich, nach ſeinen Ausſagen, ein Mann mit erhobenen Armen
in das Rad rannte. Das Rad kam ins Rutſchen, ſtürzte, und
beide Fahrer wurden vom Aufſchlagen bewußtlos. Sie wurden
mit dem Ueberfahrenen, einem 60jährigen Gelegenheitsarbeiter
aus Brensbach, der an ſeinem Bein eine erhebliche Verletzung er=
litt
, ins Darmſtädter Krankenhaus gebracht. Der Ueberfahrene
ſtarb nach vier Tagen an Brand, da Schmutz in die Wunde gera=
ten
war. In der ausführlichen Beweisaufnahme ſtellt ſich her=
aus
, daß der Getötete unmittelbar vorher mit drei anderen aus
dem an dem Unglücksort ſtehenden Wirtshaus, in dem er ſeinen
Sonntag verbracht hatte, gekommen war. Die Zeugen bekunden,
daß der Angeklagte in mäßigem Tempo gefahren ſei, und ein
früherer Arbeitgeber des Getöteten ſagt aus, daß er ein ungeſchick=
ter
Menſch geweſen ſei, der bei der Arbeit meiſt das Gegenteil
des Vernünftigen getan und ſeinen Verdienſt größtenteils in
Alkohol angelegt habe. Der Staatsanwalt hält die Schuld des
Angeklagten für erwieſen und beantragt an Stelle eines Monats
Gefängnis eine Geldſtrafe von 150 Mark, denn der Angeklagte
hätte die Gefahr vorausſehen und langſamer fahren müſſen. Der

Verteidiger beantragt Freiſpruch, da die Verhandlung dem Ange=
klagten
, der als ſehr vorſichtiger Fahrer bekannt ſei, keinerlei

Fahrläſſigkeit nachgewieſen habe. Das Gericht verurteilt den
Angeklagten wegen fahrläſſiger Tötung an Stelle von
einem Monat Gefängnis zu einer Geldſtrafe von 150 Mk.,
da es als erwieſen anſieht, daß der Angeklagte durch Unachtſam=
keit
den Unfall mit herbeiführte, wenn auch der Getötete die
Hauptſchuld tragen mochte. Außerdem erhält er wegen Ver=
gehens
gegen die Kraftfahrzeugverkehrsgeſetze
er hatte für das Motorrad noch keine Zulaſſungsgenehmigung
eine Geldſtrafe von 30 Mark.

Die Konkingenkierung des Tabakanbaues.
Ca. Lurſch, 7. März. Bereits in einer vor kurzer Zeit abgehaltenen
Verſammlung der hieſigen Tabakbauern wurde über dieſes Thema aus=
giebig
geſprochen. Damals waren aber die Ausführungsbeftimmungen
zur Notverordnung des Herrn Reichspräſidenten noch nicht herausge=
kommen
. Die geplante Einſchränkung der Anbaufläche würde für unſere
Gemeinde von einſchneidender Wirkung ſein. In weiſer Vorausſicht
deſſen hat ja unſere Gemeindeverwaltung bekanntlich als erſte Gemeinde
Heſſens gegen dieſe Maßnahme Stellung genommen. Die den Haupt=
zbllämtern
jetzt zugegangene Verordnung über die Ausführungsbeſtim=
mungen
beſagt u. a. folgendes:
Die Gemeindeverwaltungen, die die Vorausſetzungen erfüllen, haben
bis zum 15. März 1931 dem zuſtändigen Hauptzollamt das Erntefahr
anzumelden, deſſen Anbaufläche für die Feſtſetzung des im Gemeindebe=
zirk
zuläſſigen gewerblichen Tabakanbaues zugrunde gelegt werden ſoll.
Das Hauptzollamt hat den Umfang der im angemeldeten Erntejahr mit
Tabak bebauten Flächen für die einzelnen Gemeindebezirke auf Grund
des Tabakflurbuches feſtzuſetzen und der Gemeindeverwaltung bis ſpäte=
ſtens
zum 25. März 1931 bekannt zu geben, und zwar in Ur= und Ab=
ſchrift
. Beſchwerderecht iſt zuläſſig. Beſchwerden ſind an den Präſiden=
ten
des Landesfinanzamtes zu richten.
Die vom Hauptzollamt feſtgeſetzte Tabakanbaufläche gilt für die Zu=
kunft
als zuläſſige Anbaufläche, die ohne ſchwerwiegende Fol=
gen
nicht überſchritten werden darf. Von beſonderem Intereſſe ſind die
diesbezüglichen Beſtimmungen. Wird nämlich der Anbaubeſchränkung
zuwider angebaut, ſo kann für das nächſte Erntejahr eine Beſchrän=
kung
der Anbauflächen für die Gemeinden oder der einzelnen Pflanzer
bis auf 50 Prozent der an ſich zuläſſigen Anbaufläche feſtgeſetzt
werden. Der verbotswidrig angebaute Tabak wird auf
Koſten des Pflanzers vernichtet oder zugunſten des Reiches einge=
zogen
. Die Entſcheidung hierüber trifft das Hauptzollamt.
Für die in Frage kommenden Beteiligten iſt nun von Bedeutung,
feſtzuſtellen, in welchem Erntejahr von 1927 bis 1929 die größte Tabak=
anbaufläche
erzielt wurde. Die Gemeindebehörden tun daher gut, die
Tabakflurbücher ſich umgehend zur Einſicht zu holen, da die Anmeldung
am 15. März 1931 erfolgt ſein muß. Die Verteilung der durch das
Hauptzollamt feſtgeſetzten zuläſſigen Tabakanbaufläche auf die Tabak=
pflanzer
der Gemeindebezirke wird von den Landesregierungen geregelt.
Bei dieſer Zuteilung der Tabakflächen an die einzelnen Pflanzer dürften
wiederum die Tabakbücher eine gute Unterlage bilden, da aus ihnen der
Flächeninhalt der bebauten Grundſtücke erſichtlich iſt.

Preußiſch=Süddentſche Klaſſen=Lokkerie.
23. Ziehungstag
6. März 17
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 40)
gezogen
4 Gewinne zu 5000 M. 282983 332119
24 Gewinne zu 3000 M. 13434 14427 42446 89793 144262 1801
192880 205649 224987 260388 357626 359346
32 Gewinne zu 2000 M. 6590 9790 18925 37391 61326 62861 88
70922 107271 107647 128394 167258 182562 185795 188541 o;
228737
30701 240657 242488 243709 257104 271813 286774 293
304987 306587 351582 365767 392994 39379
138 Gewinne zu 1000 M. 2780 7863
15486 274
2 30162 33
34576 37700 40821 43394 44012 44710 46996 5445
5 781
1016i9 101650 1029
110749 123545 135128 140722 145804
46
155948 158663 159064 159763 161671 163360 169199 17258
74.
4618 18
00707 204456 219998 29
78 185126 194345
25.
235369 235515 2430=
43666
53036 257508 259193 26
81.
284300 2
325 294001 305501 315812 320-
6 322021 330395 333
345651 347
578 354095 383072 389271 397895 398568
180 Gewinne zu 500 M. 2605 7633 14620 18567 2221:
42604 53589 54326 56686 63649 74622 75003 7641
88
80632 90503 108944 110043 112877 115810 12251
*
128035 135161 138631 140299 14
197 143848 14594
31
156273 163358 164506 16471
168487 168496
21598 29
207380 208286 2086
210751
11664 2175
221020 2
5299
226932 241363 24213
255896 2e
2423
2491
269988 272939 281958 286622 288380 291604 308125 3
V
330066 335622 336807 3368
34019
350682 359317 360004 394
367024 372236 374214 381112 382433 386076 388185 389716 39291
395296
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400,9
gezogen
6 Gewinne zu 10000 M. 30480 111163 165718
8 Gewinne zu 5000 M. 157458 203957 274390 341411
32 Gewinne zu 3000 M. 34742 44161 86404 113013 119315 1380
182384 205522 285380 287570 312130 316174 316743 325944 3491
36387
38 Gewinne zu 2000 M. 23986 29618 30491 45727 61254 792
94990 103909 108316 111368 140442 153670 167766 172407 1886
26
160 334112 382640 3
2868
80 Cewinne zu 1000 M. 3604 7596 25097 25307 27302 31996 838
86900 E
17. 92821 94533 98079 107358 115412 13280
154667 163549 169608 203081 205117 207640 219316 220807
35902 251800 254954 277007 280091 288356 326332 32894340.
341973 352231 375075 375450 383415 398764
142 Gewinne z
00 M. 2530 8394 9572 19660 21228 2

1746 48489 51723 57026 58024 67559 67683 67901 7806
B5647 8658
8 105579 1223

133605 134
76 150469 1
20 15
233 157
1 158031 1
162623 165719 166976
175947 178175
51 191774 200660 208521 212056 2130
216207 220838 222700 228040 228259 241653 258928 2641

286942 293416 295298 300400 301738 306128 316938 32
323087 337481 339249 354887 357065 360184 370621 373988 3781
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 8 Gewir
zu je 25000, 26 zu je 10000, 92 zu je 5000, 200 zu je 30
650 zu je 2000. 1144 zu je 1000, 1884 zu je 500, 5938 zu
400 Mark.

Bermögenswerte,

Jahresabſchluß am 31. Dezember 1930.

Verbindlichke










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Sallwey &. Co., Grafenstr. 26,
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Vorzugs=Aktienkapital . . . . .
Geſetzliche Nücklage . . . . . . . . .. A IAr R.M
1 8000
50
18050 Abſchreibung 662 194
23 294 75
25 638 900 Werkerneuerungs=
rücklage
.
Beſtand am 1. 1. 1930
Verwendung für Werk=
erneuerung
. . . . 89 500 Werkseinrichtungen Beſtand am 1. 1. 1930
Zugang ..... 184 000
24 364
40 59 500 300 Abſchreibung 208 364
67 864 40
40 140 500 Ruhegehaltsrücklage .. ... . . .."
Schulden . . ."
. 350
7347 Beförderungsanlag. Beſtand am 1. 1. 1930
Zugang ....." b16660
29 709 05 Dividende nicht erhoben
Reingewinn
Vortrag aus 1229
Gewinn aus 1930 51 264
85 888 15 Abſchreibung . 31309
21709 U5
(5 66 600 Bürgſchaften.
.. 95 450 C8 1371 Büroeinrichtungen Beſtand am 1. 1. 1930
Zugang .... 3 495 Abſchreibung
. 3 436
3 495
Modelle
......
Kaſſe und Bankguthaben . . . . .
Autzenſtände . . . . .. . . .. ..
Waren ..
. .
Bürgſchaften . . . . . . . .. 95 450 21 561
1028 944
683 743 93
42
83 2922 776 18 29224

Soll,

Gewinn= und Verluſtrechnung am 31. Dezember 1930.

Unkoſten . . . . . . .
..
Steuern
.... . . . . . . . .
Soziale Beiträge
.
Gezahlte Ruhegehälter ... . . . . .
Abſchreibungen . .
..."
Reingewinn . . . . Vortrag aus 1929
Gewinn aus 1930

R./.
711 848
203 786
127 0/4
28 783.

51 264
85 888

Rot
90
42
89
75

R.4

1071 433
119 362
137 153

Ac

1 327 949 74

304

Auf Grund eingehender Prüfung vorſtehenden Jahresabſchluſſes und
der Gewinn= und Verluſtiechnung vom 31. Dezember 1930 beſtätige ich
deren Uebereinſtimmung mit den ordnungsgemäß geführten Büchern
der Geſellſchaft.

Darmſtadt, den 16. Februar 1931.

Paul Bollinger.

Gebrüder Roeder Aßtiengeſellſchaft
Phil. Roeder.

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[ ][  ][ ]

kummer 67

Sonntag, den 8. März 1931

Sekte 9

*9Bzei

83
binne 1

Gei Sct
100000, 8
200 z
je 500, 7

Zerbindit

Damen: Arheilgen Polizei SV.
Das für heute in Arheilgen angeſetzte Spiel der Damen wurde
Platzſchwierigkeiten und Erkrankung einiger Arheilger Spiele=
von der Behörde abgeſetzt.
Das Spiel der Liga findet um 3 Uhr auf dem Polizeiſportplatz
Die Aufſtellung der Mannſchaft wird dieſelbe ſein wie in Wald=
Die Platzverhältnifſe ſind ſehr gut, und es wird ein äußerſt inter=
ker Kampf erwartet.
Sportverein Darmſtadt 1898.
eute Sonntag fährt die Handballiga nach Mannheim, um dorr eines
ſchverſten Spiele der Rückrunde auszutragen. Waldhof hat in ſei
Spielen bewieſen, daß es für jede Mannſchaft ein ernſt zu nehmen=
7 Begner iſt, und die 98er werden einen ſehr ſchweren Kampf zu be
Fr haben. Die Mannſchaft fährt um 10.45 Uhr mit einem Autobus
Itall) nach Mannheim, da das Spiel im Mannheimer Stadion um
TIhr vor dem Fußballſpiel Eintracht Frankfurt gegen Waldhof ſtatt=
Die Liggerſatz hat am Sonntag die ſpielſtarke 1. Mannſchaft des
Tcckſportvereins um 1.15 Uhr auf dem Stadion zu Gaſt. Nach
*er Pauſe zeigt ſich auch einmal wieder der Nachwuchs des Sport=
s
. Die neu zuſammengeſtellte Mannſchaft wird ihr Können gegen
2 NTerckiauer zu beweiſen haben. Das Spiel findet auf dem Hauptfeld
H und verdient Intereſſe,
Tv. Roßdorf Tv. Seeheim.
Da Tv. Nieder=Ramſtadt abgeſagt hat, gelang es Roßdorf, den Tv.
eim zu einem Freundſchaftsſpiel für Sonntag zu gewinnen. Wenn
die Gäſte, die in Roßdorf nicht unbekannt ſind, jetzt der B=Klaſſe
ören müſſen, ſo werden ſie doch beweiſen, daß ſie in Wirklichkeit
richt ſo ſchlecht ſind. Wenn der Platzbeſitzer ſeine letzte Niederlage
rachen will, darf der Sturm vor allen Dingen das Schießen nicht
ſſen. Das Spiel beginnt um 2.30 Uhr. Um 1.30 Uhr ſpielt die
rid gegen Tv. Nieder=Namſtadt Jgd.
Olympia Biebesheim Tv. Biebesheim.
MMit großer Spanung ſieht man in Sportskreiſen dem am
Närz 1931 auf dem Olympia=Platz ſtattfindenden Freund=
*sſpiel zweier Biebesheimer Handball=Mannſchaften entgegen.
Ausgang des Kampfes dürfte offen ſein, da einerſeits die
tarken Olympianer als Meiſter der Klaſſe A im Kreis Süd=
zi
und Teilnehmer an den Aufſtiegſpielen zur Liga ſich auf
rem Platz kaum ſchlagen laſſen, andererſeits aber auch die
rer eine beachtenswerte, in Ausſcheidungskämpfen erprobte
nſchaft ins Feld ſtellen. Dem Sportpublikum dürfte ein
rſt ſpannender Kampf geboten werden.

5

M

Die beiden Spiele am Sonntag: Olympia Worms Normannia
ligheim: F.V. Biblis Olympia Lorſch.
Die zurzeit ſehr erſtarkten Kleeblättler werden ſicherlich ohne große
e die beiden Punkte aus dieſer Begegnung für ſich behalten. Die
rrannen haben nun ſchon in der zweiten Saiſon das Pech, kurz
(rreichung eines großen Zieles durch unliebſame und unſportliche
älle ſich alles zu verderben. Sie mußten in den letzten Spielen
r ſehr erſatzgeſchwächt antreten und verloren dadurch ihren ſehr
Eigſten Tabellenplatz. Die Bibliſer ſtellen die launiſchſte Mannſchaft
Südheſſen. Einmal warten die Riedleute mit einem ſenſationellen
bnis (nach der angenehmen Seite) auf, um gleich wieder um ſo tiefer
Hlumpſen
Im Spiel gegen den Meiſter werden ſie ſich wohl noch
ral zuſamt
raffen, um wenigſtens am Schluß ein annehmbares
Etkonto aufweiſen zu können.
A=Klaſſe, Gau Ried.
In Gruß=Rohrheim treffen ſich zum fälligen Verbandsſpiel Groß=
heim
Bobſtadt. Es iſt anzunehmen, daß die Gäſte dieſen wich=
r
Punktekampf für ſich entſcheiden werden.
Terminliſte der ausgefallenen Spiele.
Die Kreisbehörde hat nunmehr die Termine für die durch ſchlechte
Sverhältniſſe ausgefallenen Spiele bekannt gegeben. Danach wäre
iunmehriger Durchführung aller Spiele dieſe Saiſon am 12. April
det. Demnach waren die Vereine von Ausgang Auguſt 1930 bis
Xl 1931 alſo ein halbes Jahr, faſt jeden Sonntag mit Punkte=
Dfen belegt. Es iſt kau mzu ermeſſen, was dies eigentlich für die ein=
en
Spieler bedeutet. Darum iſt es auch gar nicht verwunderlich,
zi kurz nach Beendigung der Verbandsſpiele die Vereine ſich kaum
Privatſpielen befaſſen und ihren Leuten vorerſt Ruhe gönnen. Es
für die Nachhutgefechte faſt jeden Sonntag nur zwei Spiele vor=
Gen. Die Paarungen lauten: 8. März: Olympia Worms Nor=
nia
Pfiffligheim; FV. Biblis Olympia Lorſch. 15. März: Star=
urgia
Heppenheim Olympia Lorſch; FV. Biblis Olympia
ms. 22. März: FV. Biblis Sportverein Horchheim; Starken=
Tia Heppenheim Konkordia Gernsheim. 29. März: Olympia
ms Starkenburgia Heppenheim; VfN. Bürſtadt Normannia
Fligheim. 5. April: Starkenburgia Heppenheim Sportverein
hheim. 12. April: Starkenburgia Heppenheim Sportverein
hheim; Sportverein Hochheim Olympia Worms Starkenburgia
Senheim hat noch die meiſten und wichtigſten Spiele auszutragen.
rſt leicht möglich, daß es den Bergſträßern bei gebührender Aus=
ang
der Chancen noch zum zweiten Tabellenplatz reicht.

15.00 Uhr,
10.30 Uhr,
11.00 Uhr,
13.45 Uhr,
15.00 Uhr,
16.00 Uhr,

11.00 Uhr,
15.00 Uhr.
15.00 Uhr,
15.00 Uhr:

10.30 Uhr,
10.30 Uhr
10.00 Uhr,
10.00 Uhr,

Handball.
Um die ſüddeutſche Meiſterſchaft.
Pol.=Pl.: Polizei Weſtmark Trier,
Rennbahn: Tgde. Beſſungen Tgde. Darmſtadt.
Kranichſt. Str.: Tgeſ. 75 Eintracht Darmſtadt,
Mühlchen: Arheilgen 04
Kickers Offenbach.
Rot=Weiß Darmſtadt.
Dornh. Weg: Reichsbahn
Müllersteich: Fr. Tgde. Fr. T. Dietesheim.
Fußball.
Rheinallee: Rot=Weiß
Boruſſia Dornheim.
Rennbahn: Union Germania Pfungſtadt.
Müllersteich: Fr. Tgde. Gernsheim.
Mühlchen: Arheilgen 04
Viktoria Griesheim.
Kraftſport.
Soderſtraße 30: Darmſtadt 10 Kreuznach 03.
Tiſchtennis.
bis 18.30 Uhr, Bürgerhof: Blitzturnier S.=V. 98,
T.=C. 14. Bar Kochba Frankfurt und T.=C. Bad=
Homburg.
Turnen.
Eleonorenſchule: Fr. Turnverein Darmſt. Pfung=
ſtadt
Urberach.
Liebigs=Oberrealſchule: Fr. T. Darmſtadt Urberach
Worfelden.

Union Darmſtadt Germania Pfungſtadt.
Wiu verweiſen auf das heute nachmittag 3 Uhr auf der Rennbahn
rndende Verbandsſpiel. Obige Gegner lieferten ſich von jeher in=
ante
, feſſelnde Kämpfe, ſo daß ſich ein Gang nach der Heidelberger
Be lohnt. Der Ehrgeiz, einmal vor heimiſchem Publikum und dann
Fremdem Platz vor der großen Anzahl eigener Schlachtenbummler
ig abzuſchneiden, wird die 22 Spieler zu großen Leiſtungen an=
tren
. Vor dem Hauptſpiel tragen die 2. Garnituren ein Freund=
4sſpiel aus. Auch dieſes Spiel iſt den Sportanhängern zu empfehlen,
Eer von ſeiten Unions eine neue Mannſchaftsaufſtellung vorgenom=
wurde
. Die Jugend= ſowie die Schülermannſchaften ſpielen alle
järts.

Die mit Beginn des neuen Jahres erſtmalig eingeführten Serien=
wettkämpfe
an den Geräten erfreuen ſich ſteigender Beliebtheit ſowohl
bei den Teilnehmern ſelbſt als auch beim intereſſierten Publikum.
Beſonders erfreulich iſt die ſtarke Anteilnahme Jugendlicher an den
Wettkämpfen. Heute Sonntag nehmen nun die Kampfe ihren Fort=
gang
, und zwar heißt die Begegnung in der A=Klaſſe Urberach Darm=
ſtadt
, während die B Mannſchaft vormittags 10 Uhr in der Turnhalle
der Liebigs=Oberrealſchule Worfelden empfängt. Auch die Turnerinnen
greifen heute Sonntag erſtmalig in die Kampfe ein. Allerdings iſ
fürs erſtemal die Zahl der teilnehmenden Vereine nicht beſonders groß.
In der A=Klaſſe treffen in Darmſtadt in der Turnhalle der Eleonoren=
ſchule
die Vereine Urberach, Pfungſtadt und Darmſtadt aufeinander, in
der B=Klaſſe in der gleichen Turnhalle die zweiten Mannſchaften von
Pfungſtadt und Darmſtadt. Sämtliche Kämpfe beginnen vormittags 10
Uhr. In der A=Klaſſe ſind beſonders ſpannende Kämpfe zu erwarten
da die drei Vereine ohne Zweifel mit über die beſten Turnerinnen im
Kreisgebiet verfügen. Ein Beſuch gerade dieſer Veranſtaltung dürfte
für den Turnfreund keine Enttäuſchung ſein.

Es wird auf das heutige Inſerat der Firma Bottina, Schuh=G. m. b.
H., Elifabethenſtraße 34, verwieſen. Die Bottina hat die Frühjahrs=
Saiſon eröffnet und bringt entzückende Modelle zu billigen Preiſen und
guten Qualitäten, die jeder bezahlen kann.
Eine Seereiſe bietet mehr
und iſt doch nicht teurer als jedes andere Reiſen. Wir machen
uns das nie klar, wenn wir zu dieſer Vorfrühlungszeit beginnen,
unſere Reiſepläne zu ſchmieden. Seereiſen von vornherein
werden ſie aus dem Kreis unſerer Wünſche ausgeſchieden, weil
wir uns das nicht leiſten können. Nichts iſt verkehrter als dieſe
leider ſehr verbreitete Meinung. In jeder Preislage kann man
heute zur See reiſen: Reiſen durch die Oſtſee nach Finnland und
den baltiſchen Ländern, nach England, längs der franzöſiſchen
Küſte, die bekannten Fruchtdampferfahrten nach den Canariſchen
Infeln, Mittelmeer= und Nordlandreiſen (mit Vergnügungs=
dampfern
oder fahrpkanmäßigen Schiffen), Drei Weltſtädte in
drei Wochen
für jeden Geſchmack und jeden Beutel iſt da
etwas möglich. Und was bietet die Seereiſe dagegen: Den Zau=
ber
der weiten See, den Reiz des Bordlebens. Ruhe und Eni=
ſpannung
nach der Haſt der Großſtadt. Stille oder Geſelligkeit
was man ſich wünſcht. Ausgedehnte Landausflüge ſind reizvolle
Abwechſlungen der Reiſe. Von der Weite der Welt, dem Reiz
fremder Länder und der Größe des Meeres kann nur die See=
reiſe
ein rechtes Bild vermitteln. Der Norddeutſche Lloyd in
Bremen und ſeine Vertretungen ſind jederzeit bereit, über Preiſe
und Reiſemöglichkeiten alle Auskünfte zu geben.
Die HamburgAmerika=Linie veranſtaltet auch in dieſem Jahr
wieder die ſeither recht beliebt gewordenen Oſterreiſen nach dem
Süden und nach Paris, und es dürfte ſich für Intereſſenten emp=
fehlen
, ſich für die eine oder andere Reiſe rechtzeitig anzumelden,
da um die Oſterzeit mit ſtarker Belegung aller Hotels zu rech=
nen
iſt.
Proſpekte ſind im Reiſebüro der HamburgAmerika=Linie,
Luiſenplatz 1, erhältlich.
Im Uebrigen verweiſen wir auf das heutige Interat.
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9. April 1931 ein Photokurſus. Teilnahme koſtenlos. (Beachten
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Hauptſchriftleitung Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polttik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve: für Feuilleion, Neich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann
für den Handel: Dr.
H. Quetſch; für den Schluzdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart
gesſpiegel in Bild und Wort Dr. Herbert Nei
für den Inſeratenteil und geſchäftlſche Mitteilungen: Willy Kuhle:
Druck und Verlag: Z. C. Wittich ſämilich in Darmſtadt
Für unperlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

Vergünſtigung für Tagblatt=Leſer.
Das Reiſebüro Wilhelm Köhler G. m. b. H.. Darmſtadt,
Luiſenplatz 1, Telephon 2418, veranſtaltet, wie allgemein bekannt,
am Samstag, den 14. März 1931, ſeine dreitägige Sonderfahrt
zum Länderſpiel Deutſchland Frankreich nach Paris. Dieſes
Spiel, das erſte ſeit dem Weltkrieg zwiſchen beiden Ländern, auf
dem Stadion Colombes in Paris, erfreut ſich einer ungeheuren
Anzahl deutſcher Zuſchauer. Das Reiſebüro hatte Gelegenheit, mit
dem Vizepräſidenten der franzöſiſchen Liga eine perſönliche Unter=
redung
zu pflegen, und kann heute ſchon mitgeteilt werden, daß
außer 12000 deutſcher Karten bereits ſchon 38 000 franzöſiſche
Karten innerhalb Frankreich verkauft wurden. Dem Reiſebüro 1/
es gelungen, trotz der großen Schwierigkeiten außer den vorbeſtell=
ten
Karten, eine Anzahl guter Tribünenplätze zu erhalten. Kein
Sportfreund dürfte dieſes Spiel verfehlen, und auf dieſe billige
Reiſegelegenheit des Reiſebüros Wilhelm Köhler G. m. b. H. wird
hier nochmals hingewieſen. Die durch die ſchöne Pfalz. über
Kaiſerslautern, Saarbrücken. Metz und die Schlachtfelder führende
Fahrt iſt derart intereſſant, daß auch Nichtſportleute voll und ganz
für wenig Geld auf ihre Koſten kommen. Die Leſer des
Darmſtädter Tagblatts erhalten bei Vorzeigung der
letzten Monatsquittung einen Tribünenplatz zum Stadion gratis
oder eine Fahrt (Freikarte) nach Verſailles.

Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.15: Wetter, Gymnaſtik.
6.45: Gymnaſtik. 7.15: Konzert (Schallpl.). O 8.30: Waſſerſtd.
0 11.50: Zeit Wirtſchaftsmeld. Nachr. Programm. o 12: Konzert
(Schallpl.). O 12.40: Nachr., Wetter, Sport, Programm. o 12.55:
halinl.) Fortſ. O 14: Werbe=
Nauener Zeit. O 13.05: Kon 2
konzert. O 14.55: Nauener Zeit. O 15.05: Zeit, Wirtſchaftsmeld.
O 15.15: Gießener Wetterber. 6 16.20, 18.00: Wirtſchaftsmeld.
ca. 19.05: Zeit. 8 ca 22: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
Sonntag, 8. März.
7.00: Hamburger Hafenkonzert. Glocken vom Gr. Michel.
8.15: Ev. Morgenfeier (100. Geburtstag Bodelſchwingh’s). Ausf.:
Pfarrer Schumacher, Pfarrer Wintermann, Chorgruppe der Zen=
traiſtelle
für Kirchenmuſik. W. H. Simmermacher (Orgel).
9.30: Stunde des Chorgeſangs. Ausf.: Männergeſangvereine Teu=
tonia
und Liederkranz
10.30: Dre Frankfurter Winterhilfe‟. Geſpräch zwiſchen Bürger=
meiſter
Graef. O. W.
rudtmann und Dr. P. Laven.
11.00: Dr. Curiel: Die Kroll=Oper.
11.30: Feie bei der Enthüllung einer Gedenktafel f. G. Büchner.
12.00: Strömungen in der europäiſchen Jugend. Teilnehmer: Les=
lie
=Reed (England), Gottfried (Frankreich),
o
12.30: Schallplattenkonzert.
13.50: Zur Pflege der Luzerneäcker im Frühjahr‟ Die Be=
deutun
der Rckrrurseln!
Die Gemüſeausſaaten im Hausgarten
14.00: Bürgermeiſter v. Falkenbach u. Rektor Ullius: Innere Wand=
Dr. C. Dencker: Englands
lungen in der Dorfgemneinſchaft.
ierzucht von heute und was ſie dem deutſchen Landwirt bedeutet.
15.00: Stunde der Jugend: König Droſſelbart.
16.00: Konzert des Städtiſchen Kurorcheſters Wiesbaden.
Heß: Das G= eitzland Luremburg.
13.00
O. A. H. Schmitz: Was würde Goethe dazu ſagen?
18.30:
Stunde der Frankfurter Zeitung.
19.0
19
Sportnachrichten.
19.35: Mozart=Konzert. Ausf.: Volkschor Vorwärts, Weſtend‟.
undfunk=Sinfonie=Orcheſter
äthe Bürkner (Sopran).
20.00: Furfbrettl. Leitung: C. Struve. Mitw.: Lotte Herzog, Käte
Hans Hanus.
Ma
21.15: Blasmuſi der Badiſchen Polizeikapelle.
22.30: Zeit Wetter Nachrichten Sport.
22.40: Tanzmuſi der Kapelle Haas=Mabagonny.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gieſchbleibendes Werktags=Programm. 6.20:
Zeit. Wetter für den Landwirt. 6.55: Wetter für den Landwirt.
O 7: Gymnaſtik e 10.35, 13.30: Nachrichten. O 12.00: Schallpl.
bezw. Schulfunk. 6 12.25: Wetter für Landwirte (So. 12.50).
12.55
Nauener Zeit 6 14: Schallpl. o 15.30: Wetter, Börſe.
19,55: Wetter f. Ländwirte, 6 ca, 21; Wetter, Tages=, u. Sportn.
Deutſche Welle, Sonntag, 8. März.
7.00: Hamburger Hafenionzert. Die Glocken vom Großen Michel.
8.00= Mitteilungen für den Landwirt.
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.25: Durch Siedlung ſozialer Aufſtieg deutſcher Landarbeiter.
8.50: Morgenfeier: Glockenſpiel der Potsdamer Garniſonkirche;
anſchl.: Glocken des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage.
14.00: Gedächtnisfeier zum 250. Geburtstag des Magdeburger Kom=
voniſten
Georn Philipp Telemann. Mitw. Armella Kleinke
(Sopran) Lilly eitzer (Alt), Kurt Rodeck (Tenor) Kapellmeiſter
G. Hüttig (ontinuo) Chor des Stadttheaters Magdeburg und
das ſtädtiſche Orcheſter Magdeburg.
12.00: Orcheſterkonzert 200 arbeitsloſer Muſiker unter Mitwirkung
des Berliner Aerzte=Chors.
14.00: Ober=Reg. Rat Dr. Liebenberg: Gegen den Peſſimismus
bei der Berufswahl unſerer Kinder
14.30: Berlin: Felix Stößinger: Der Tod bei Verdi
16.00: Leipzig: Vom Hockey=Länderkampf Deutſchland=Holland,
16.20:
Berlin: Unterhaltungskonzert (H. Dransmann mit Orcheſter.
18.00: Menſchen im Beruf: Der Reichswehrſoldat (Zwiegeſpräch).
18.5): H. Kyſer: Deutſche Charaktere: Fichte.
10.00: Arthur Heye: Löwen, und wie ich Löwen filmte.
19.30: A. Falkenberg: Lehrſpiel: Briefe unterwegs.
20.00: Köln: Werke von Richard Wagner; Mitw. Henny Trundt
(Sopran), Max von Wiſtinghauſen (Bariton) Orcheſter des Weſt=
deutſchen
Rundfunks.
21.15: Stuttgart: Blasmuſik aus Karlsruhe.
22.15: Berlin: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten. Danach Tanz=
Muſik, Kapelle Gerhard Hoffmann.

Die heutige Nummer hat 24 Geiten

Ausſichten für Sonntag, den 8. März: Wolkig mit vorübergehendem Auf
klaren, noch Nachtfroſt, jedoch weitere Abfchwächung, vereinzelt leichte
Schneefälle.
Ausſichten für Montag, den 9. März: Noch keine weſentliche Aenderung

Wie entsteht
Fauben n. Hseiz
der Wäsche ?

Nehmen Sie zum Karspülen
der Wäsche immer einige
Hand voll Sil, die Sie - kal=
verrührt
dem ersten warmen
Spülwasser beigeben. Dann
geht das Spülen viel schneller.

Die Ursache ist mangelhaftes
Spülen; einge ockneter Seifen-
staub
, der im Gewebe verblie-
ben
ist, vertliegt, wenn man
die Wäsche aus dem Schrank
nimmt und auseinanderbreitet.

Und Sie habenimmer
mit wenig Mühe die
schönste, geptlegte
Wäsche!

V127

[ ][  ][ ]

Nummer 67

Eonntag, den 8. März

tei
en.

uut

787 Mill. RM. Mindereinnahmen der Reichsbahn
im Jähre 1930.
Wirtſchaftskriſe und milde, die Schiffahrt zulaſſende Witterung
brachten der Reichsbahn im Januar neuen Verkehrsrückgang. Die täg=
liche
Wagengeſtellung erreichte mit nur 105 215 einen neuen Tiefſtand.
Auch der Perſonenverkehr ging weiter zurück. Die Einnahmen im
Dezember ſtiegen gegen November zwar um 15 Mill. RM., blieben aber
gegen Dezember 1929 um 65,2 Mill. RM. zurück, ſo daß der Geſamt=
einnahmeausfall
1930 gegenüber dem Vorjahr im Perſonenverkehr auf
(7,7 und im Güterverkehr auf 646,2, zuſammen alſo einſchließlich ſon=
ſtiger
Ausfälle auf 787 Mill. RM. geſtiegen iſt. Im Januar betragen
die Betriebseinnahmen 302,66, die Geſamtausgaben einſchließlich 55
Mill. RMM. Reparationslaſten 355,92 Mill. RM., ſo daß ſich ein neuer
ungedeckter Fehlbetrag von 53,3 Mill. RM. allein für Januar ergab.
Der Perſonalbeſtand war bis Ende Dezember gegen November von
661 200 auf 644 359 Köpfe verringert, hauptſächlich wohl durch die ſtets
für die Zeit winterlicher Witterung erfolgenden Arbeiterentlaſſungen.
9
dei Au9llang ger Leipziger meſſe.
Die Leipziger Muſtermeſſe iſt im Abrüſten. Beſonders gründlich
hat das Ausland dieſe erſte Gelegenheit, ſich nach dem dauernden Preis=
ſturz
der Rohſtoffe über die Qualität und Preislage der auf die geſun=
kene
Kaufkraft aller Länder abgeſtimmten deutſchen Waren zu informieren.
ausgenützt. Wenn man bisher in der deutſchen Induſtrie vielfach der all=
gemeinen
Preisdrückerei nachgegeben und entſprechend geringwertige
Ware hergeſtellt hat, ſo hat dieſe Früjhahrsmeſſe zweiſellos den Quali=
tätsgedanken
wieder gefeſtigt und damit auch den aufs äußerſte aus=
kalkulierten
Preiſen nach unten eine Grenze gegeben. Das Ergebnis
der Meſſe und der Auftragserteilung iſt auch innerhalb der einzelnen
Branchen ſo uneinheitlich, daß ein allgemein gültiges Urteil ſchwer ab=
ageben
iſt. Schon daraus, daß nicht immer nur die Konjunktur der
Branche entſckeidend iſt, ſondern der geſchäftliche Blick für das, was
der Bedarf des Marktes erfordert, ergibt ſich, daß dieſe Frühjahrsmeſſe
die perſönliche Tüchtigkeit des Fabrikanten und ſeine Geſchicklichkeit, ſeine
Ware anzubringen und mit der Kundſchaft zu verhandeln, wieder zu
einem mehr ausſchlaggebenden Faktor in der deutſchen Wirtſchaft zu
machen begonnen hat. Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige, iſt
ein Erfahrungsſatz, den man als Schlußpunkt hinter die diesjährige
Leipziger Muſtermeſſe ſetzen kann. Eine endgültige Ziffer über die
Beſucherzahl der Frühjahrsmeſſe iſt noch nicht anzugeben. Fachkundige
Urteile nehmen ſie mit 130000 an, darunter über 25 000 Ausländer.

Wirtſchaftliche Rundſchau.

Die Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 4. März
berechnete Großhandelsindexziffer des Statiſtiſchen Reichsamtes hat mit
113,9 gegenüber der Vorwoche (114,2) um 0,3 v. H. nachgegeben. Von
den Hauptgruppen iſt die Indexziffer für Agrarſtoffe auf 106,1 ( 0,2
v. H.), die Indexziffer für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren auf
106,4 ( 0,3 v. H.) und diefenige für induſtrielle Fertigwaren auf 139/(
0,2 b. H.) zurückgegangen. Im Monatsdurchſchnitt Februar iſt
die Geſamtindexziffer gegenüber dem Vormonat um 1,1 v. H. auf 114,0
(115,1) geſunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrar=
ſtoffe
105,9 ( O,7 v. H.), Kolonialwaren 99,6 ( 2,1 v. H.), indu=
ſtrielle
Rohſtoffe und Halbwaren 106,4 ( 10 v. H.) und induſtrielle
Fertigwaren 139,8 ( 12 v. H.).
Generalverſammlnng der Gebr. Roeder A.=G., Darmſtadt. Die
geſtern ſtattgehabte 12. ordentliche Generalverſammlung unſerer Geſell=
ſchaft
hat den vom Vorſtand und Aufſichtsrat vorgeſchlagenen Jahres=
abſchluß
mit Gewinn= und Verluſtrechnung für das Jahr 1930 geneh=
migt
. Danach wird der für das 12. Geſchäftsjahr nach Abzug der ſämt=
lichen
Unkoſten und der ordentlichen Abſchreibungen verbleibende Rein=
gewinn
von 85888,98 RM., zuzüglich Vortrag aus 1929 51 264,15 RM.,
zuſammen 137 153, 13 RM., wie folgt verteilt: 7 Prozent Dividende von
5000 RM. Vorzugsaktien 350 RM., 4 Prozent Dividende von 1800000
RM. Stammaktien 72000 RM., 3 Prozent Ueberdividende von 1 800 000
RM. Stammaktien 54 000 RM., Vortrag für neue Rechnung 10 803,13
RM. Die auf die Stammaktien entfallende Dividende von 7 Prozent
kann alsbald gegen Einlieferung der Gewinnanteilſcheine bei der Deut=
ſchen
Bank und Disconto=Geſellfchaft (Filiale Darmſtadt), der Deutſchen
Bank und Disconto=Geſellſchaft (Filiale Frankfurt) ſowie der Geſell=
ſchaftskaſſe
erhoben werden. Von den fatzungsgemäß aus dem Auf=
ſichtsrat
ausſcheidenden Mitgliedern wurde Herr Fabrikant Dr.=Ing.
e. h. Emil Schenck=Darmſtadt und Herr Dr. rer. vol. h. c. Ferdinand
Bausback=Berlin wiedergewählt. Die Geſchäftslage im verfloſſenen
Jahre war befriedigend. Ueber die Ausſichten für das Jahr 1931 kann
ioch nichts abſchließendes geſagt werden, jedoch war in den erſten zwei
Nonaten dieſes Jahres, beſonders in einzelnen Abteilungen, eine leichte
Belebung feſtzuſtellen. Es wird auf die Einzelbilanz im Anzeigenteil
verwieſen.
30 Millionen Schweizer Franken=Anleihe der Motor Columbus A. G.
Die zum Brown=Boveri=Konzern gehörende Motor Columbus A. G. für
elektriſche Unternehmungen, Baden, legt durch eine Bankengruppe eine
4½prozentige Anleihe von 30 Mill. Schweizer Franken zur Konverſion
ſowie zur Beſchaffung weiterer Betriebsmittel zur Zeichnung auf. Die
Banken, die die Anleihe feſt übernommen haben, bieten ſie zu 100
Prozent zuzüglich 0,6 Prozent Stempelſteuer an. Mit dieſer neuen
Anleihe zuſammen beträgt die Obligationsſchuld der Geſellſchaft 102,5
Mill. bei einem Aktienkapita lvan 93,5 Mill. Schweizer Franken und
Reſerven von 24,35 Mill. Schweizer Franken.
NS
Arierikaniſche Kabelnachrichten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 7. März:
Getreide. Weizen: März 79½. Mai 82, Juli 64.25, Sept. 64;
Mais: März 63½, Mai 66½, Juli 67.50, Sept. 67½: Hafer:
März 30.50, Mai und Juli 32¾; Roggen: Mai 41, Juli 42.
Schmalz: März 9.00, Mai 9.12½, Juli 9.30, Sept. 9.45.
Speck, loko 11.50.
Schweine; leichte 7.507.65, fchwere 6.857.20; Schweine=
zufuhren
: Chicago 9000, im Weſten 26 000.
Baumwolle: Mai 11.24.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 7. März:
Schmalz: Prima Weſtern 9.65; Talg, extra, loſe 3.75.
Getreide. Weizen: Rotwinter 89.75; Mais, loko New York
78; Mehl, ſpring wheat clears 4.454,75; Fracht: nach Eng=
kand
1,62,6 Schilling, nach dem Kontinent 7.508.50 Cents.
Kakao. Tendenz: ſtetig; Umſätze: 237; Loko: 5½; März
5.21, Mai 5.29, Juli 5.49, Sept. 5.67, Okt. 5.75, Dez. 5.90.
Biebmärkte.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am Samstag, den
7. März, waren 414 Tiere zugeführt. Verkauft wurden 362, und zwar
Milchſchweine zum Preiſe von 10 bis 21 Mk., Läufer von 22 bis 38 Mk.
pro Stüick. Der Marktverlauf war mäßig.

Brodakkenberichte.

Berliner Produktenbericht vom 7. März. Nach ruhigem Vormittags=
verkehr
nahm die Wochenſchlußbörſe einen wiederum feſteren Verlauf.
Ausgehend vom Roggenmarkte, bei dem verſtärkte Deckungsnachfrage zu
beobachten war, machte ſich auf allen Marktgebieten eine Aufwärtsbe=
wegung
bemerkbar. Im handelsrechtlichen Lieferungsgeſchäft gewann
Weizen in allen Sichten 1 Mark, Roggen und Hafer ſetzten bis 2½ Mark
feſter ein. Das Inlandsangebot in beiden Brotgetreiden iſt recht gering.
Weizen wird zwar zu 1 Mark höheren Preiſen nur vorſichtig aufgenom=
men
, dagegen hält die Nachfrage nach Roggen an, zumal das Roggen=
mehlgeſchäft
nach Süd= und Weſtdeutſchland anſcheinend eine Belebung
erfahren hat. Für Roggen waren etwa 23 Mk. höhere Preiſe als geſtern
zu erzielen. Weizenmehl liegt bei behaupteten Forderungen ziemlich
ruhig, die Preiſe für Roggenmehl ſind erhöht, der Abſatz iſt etwas be=
friedigender
. Das Haferangebot hat ſich verringert und die Marktlage
war bei einiger Kaufluſt des Konſums feſter. Gerſte wenig belebt, aber gut
behauptet.
Frankfurker und Berliner Effeklenbörſe.
Frankfurt a. M., 7. März.
Trotz der ſehr ſchwachen geſtrigen New Yorker Börſe eröffnete die
Börſe zum Wochenſchluß in freundlicher Haltung. Einige kleine Kauf=
orders
von außenher und die feſte Veranlagung deutſcher Papiere, be=
ſonders
der Young=Anleihe, an den Auslandsbörſen gaben der Tendenz
eine Stütze. Die Spekulation bekundete jedoch ſtärkſte Zurückhaltung, ſo
daß das Geſchäft äußerſt gering war, und die Feſtſetzung der erſten
Notierungen ging nur ſehr langſam vor ſich. Gegenüber der geſtrigen
Abendbörſe ergaben ſich dennoch meiſt neue Kursbeſſerungen bis zu
Prozent. Größere Kursgewinne hatten am Zellſtoffmarkt, beſonders
Waldhof, mit plus 4 Prozent, Aſchaffenburger plus 1 Prozent. Der
Elektromarkt lag ſehr ſtill; Siemens und A.E.G. gaben bis 1 Prozent
nach, während Gesfürel im ſelben Ausmaß anzogen. Schuckert unver=
ändert
. Am Kunſtſeidemarkt erhielt ſich das Intereſſe und Aku und
Bemberg gewannen erneut je 1 Prozent. Chemiewerte blieben meiſt gut
behauptet. Von Kaliaktien lagen Salzdetfurth trotz des Dementis über
unveränderte Dividenden in dieſem Konzern 3 Prozent feſter. Aſchers=
leben
plus 1½ Prozent. Recht feſte Haltung zeigten Reichsbahn= Vor=
zugsaktien
, die 1½ Prozent höher notierten. Montan=, Bau= und Bank=
werte
bis 1 Prozent freundlicher. Schiffahrtswerte gut gehalten, A.=G.
ür Verkehrsweſen 1½ Prozent höher. Im Freiverkehr waren Adler=
werke
auf Gerüchte geſucht, jedoch faſt ohne Umſatz. Kurstaxe 63 nach
60 Prozent geſtern abend und 5054 Prozent gegen geſtern mittag. Am
Anleihemarkt deutſche Anleihen bis zu 0.40 Prozent gebeſſert. Auslands=
renten
ohne Geſchäft. Am Pfandbriefmarkt war die Tendenz feſt bei
Kursbeſſerungen bis zu 1 Prozent.
Im Verlaufe blieb die Börſe bei weiter kleinem Geſchäft freundlich.
Kleine Anlagekäufe in Nebenwerten wie Bemberg und Daimler führten
zu neuen Kursbeſſerungen bis zu 1 Prozent gegen Anfang. Gegen
Schluß der Börſe gaben die Kurſe auf kleine Glattſtellungen der Speku=
lation
leicht nach. Bemberg wurden mit minus 2 Prozent etwas ſtärker
realiſiert. Die Tendenz blieb jedoch im ganzen ſehr widerſtandsfähig.
Am Geldmarkt wurde der Satz für Tagesgeld auf 4 Prozent ermäßigt.
Am Deviſenmarkt lag die Mark feſt. Man nannte Mark gegen Dollar
4,2050, gegen Pfunde 20,427/8. London=Kabel 4.,8575, Paris 124,02,
Mailand 92,73. Madrid 45,12, Schweiz 25,237/g, Holland 12,11¾.
Berlin, 7. März.
Die heutige Samstagsbörſe eröffnete in unberändert freundlicher
Haltung. Die Kurſe lagen zwar nicht immer auf der Höhe der vor=
börslichen
Taxen, doch überwogen gegen den geſtrigen Schluß Beſſerun=
gen
von 12 Prozent. Spezialwerte wie B.M.W., Schubert u. Salzer
Kunſtſeideaktien, Zellſtoffwerte und Kali=Papiere gewannen bis zu vier
Prozent. Nur vereinzelt bemerkte man kleine Abſchwächungen. Die Ab=
ſchwächung
in New York wirkte ſich nicht aus, da deutſche Werte und
Young=Anleihe auch dort lebhaft und feſt waren. Nennenswert und ge=
drückt
waren anfangs nur Sdenska mit minus 2 Mark und Oeſter=
reichiſche
Siemens=Schuckert. Im Verlaufe blieb es zunächſt freundlich,
und die Aufwärtsbewegung machte, beſonders in Spezialwerten, weitere
Fortſchritte, in Führung lagen die Favoriten der Eröffnung. Außerdem
zogen Rheiniſche Braunkohlen bei etwas lebhafterem Geſchäft um 2½
Prozent an. Man ſah den heute wieder beginnenden deutſch=franzöſiſchen
Wirtſchaftsbeſprechungen in Luxemburg, bei denen angeblich auch wieder
über die bekannten Anleiheverſuche geſprochen werden ſoll, ziemlich zu=
verſichtlich
entgegen. Später wirkte ſich das Fehlen neuer Orders aber
doch ſtärker aus, zumal die nach wie vor ſehr vorſichtig operierende Spe=
kulation
zum Wochenende einige Realiſationen vorzunehmen geneigt war.
Das Kursniveau ſenkte ſich vielfach um 12 Prozent unter Anfang.
Anleihen unverändert freundlich.

Die Lage am Geldmarkt.
In der abgelaufenen Woche verdient die Tatſache beſondere
achtung, daß ſich am Tagesgeldmarkt nach Ueberwindung des Febru
Ultimo, der hier ohne größere Schwierigkeiten vorüber ging, im Ge=
ſatz
zu Berlin, wo die Lage während der ganzen Woche ziemlich an
pannt blieb, verhältnismäßig raſch eine Erleichterung durchſetzen fon=
Bereits zu Beginn der Woche ging der Tagesgeldſatz von 6 Prozent.
5 Prozent zurück, um ſich dann noch weiter zu ermäßigen; allerdi=
war
gegen das Wochenende eine leichte Verknappung der Geldmitter,
bemerken, doch war die Verſteifung nur vorübergehend. Das Ange
an Privatdiskonten hat nachgelaſſen, die Notierungen blieben ziem
unverändert. In Monatsgeld wurden nur geringe Umſätze getäti
Die weitere Geſtaltung der Geldmarktlage iſt derzeit ſchwer zu üb
ſehen; die Fälligkeit größerer Reparationszahlungen im März dürfte.
doch die Situation entſcheidend beeinfluſſen, ſo daß für die nächſte 9
mit einer anhaltenden Entſpannung nicht gerechnet werden darf. A.
die ſaiſonmäßige Geſchäftsbelebung, die aus einzelnen Induſtriezwei=
gemeldet
wird, und die eine Steigerung der Kreditanſprüche mit
bringen wird, darf bei der Beurteilung der Lage nicht außer acht
laſſen werden.
Der Deviſenmarkt zeigte im Berichtsabſchnitt, meiſt ein ruhiges 9.
ſehen. Die Nachwirkungen der ausländiſchen Geldabzüge machen
weiter in einem ſtändigen Ueberwiegen der Deviſennachfrage geſper
Der Dollar verkehrte, abgeſehen von einigen Schwankungen gegen
der Reichsmark, überwiegend in feſter Haltung, wobei die Geldverſeifu
in New York eine gewiſſe Rolle mitgeſpielt haben wird. In Aswi
kung der engliſch=franzöſiſchen Finanzbeſprechungen, die anſcheinnd dos
beſſere Ergebniſſe gebracht haben, als man zunächſt anzunehmen gnei=
war
, konnten Pfunde ihren Kursſtand beſſern. Eine fortſchrein) =
ſteigende
Bewegung zeigte dagegen der franzöſiſche Franken. Ach die
Deviſe Schweiz verlor weiter an Boden; von maßgebendem Einflün
hier die außerordentlich flüſſige Geldmarktlage in Zürich. Die
war meiſt feſt veranlagt, auf Nachrichten, daß bei den Verhand
zwiſchen der B. J.Z. und der ſpaniſchen Notenbank eine Einigung z
Die argentiniſche und die braſilianiſche Dee
ſtande gekommen ſei.
wieſen ebenfalls feſtere Tendenz auf.
3
Rieine Wiriſgaftsnächrichten.
Die Verhandlungen zwiſchen den Arbeitgeberverbänden des 7
gewerbes und den Bauarbeitergewerkſchaften über die neue Lohnregel=
im
Vertragsgebiet Weſtdeutſchland (Induſtriegebiet Münſterland
Sauerland) wurden geſtern ergebnislos abgebrochen. Die Parteien ei
ten ſich dahin, daß die Lohnfrage einem Tarifamt unterbreitet wird,
am 13. März in Eſſen zuſammentritt.
Wie wir erfahren, iſt es endgültig gelungen, die ſeit einigen Mon
ſchwebende Frage der Unterbringung des Majoritätspakets des 4
leum=Konzerns unter Wahrung der deutſchen Intereſſen zu ordnen.
Vom Rheiniſch=Weſtfäliſchen Elektrizitätswerk A.=G. in Eſſen (R9
erhielten die Siemens=Schuckert=Werke den Auftrag auf Lieferung
100 000=EVA.=Drehſtrom=Oeltransformators ſowie eines dazugehör
Regeltransformators. Beide Transformatoren ſind für die Erweite
des Speicherkraftwerks Herdecke a. d. Ruhr beſtimmt.
Die A.=G. Eiferfelder Steinwerke Eiſerfeld, die jetzt zum Inter
kreis der Baſalt A.=G. Linz gehört, hat im abgelaufenen Geſchäft:
befriedigend gearbeitet, ſo daß keinerlei neuen Verluſte eintraten.
Dividende wird jedoch wieder nicht verteilt.
Der A. R. des Württembergiſchen Kreditvereins A.=G., Stuttgarl
in ſeiner Bilanzſitzung beſchloſſen, der auf den 31. März einzuber
den G.V. nach ausreichenden Rückſtellungen die Verteilung einer
vidende von wieder 9 Prozent für das Geſchäftsjahr 1930 vorzuſchl
Die Pariſer Großbank Crédit Lyonnais verteilt aus einem
gewinn von 84,85 (82,14) Mill. Franes wieder eine Dividende vor
Franes 20 Prozent auf die 400 Mill. Franes Stammaktien und
Franes auf die 8 Mill. mehrſtimmiger Vorzugsaktien.
Der Vollzugsrat der ſüdſlawiſchen Bergarbeiter hat beſchloſſen
den 16. 3. eine Konferenz der Delegierten der Bergarbeiter einzuber
die den für den ſüdflawiſchen Bergbau gefällten Schiedsſpruch, de
völlig unzulänglich angeſehen wird, prüfen, und entſcheiden ſoll, we
tan werden muß, um die durch den Schiedsſpruch geſchaffenen uner
lichen Lebensbedingungen zu verbeſſern.

Berliner Kursbericht
vom 1. März 1931

Deviſenmarki
vom 1. März 1

Berl. Handels=Geſ. 1124.75
Danatbank . . . . . . . 141.
Deutſche Bank u.
107.75
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban: 107.25
Hapag
70.
Hanſa Dampfſch. 1108.50
Nordd. Lloyd
72.
104.
9.
jr. Motorenw.
. 8
J. P. Bemberg
g1. 25
Bergmann Elektr. 1124.-
Berl. Maſch.=Bau 37.50
Conti=Gummi

120.-
Deutſche Cont. Gas 125.
Deutſche Erdöl
69.875

Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel


14
80.50
124.875
76.50
67.50
89.
143.50
61.50
74.25
76.
43.
61.
T
7.25
50.25

Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kalt
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Lin=
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werte
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drah
Wanderer=Werke

162.50
S4.
215.
117.-
61.25
249.
*5
2
54.50
47.
155.
48.75
51.

Helſing for=
Zien
rag
Zudapeſt
Sofia
volland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aires
New York
Belgien
Italien
Paris

Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 2
h. Kr.
100 Pengo
100 (
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1X=Stg.
Pap. Peſo
K
Dollar
100 Belge
100 Lire
100 Francs

Geld,
10.572
59.045
12.44:
73.225
3.046
168.39
112.39
2.35
12.41
20.408
1.3
4.201
58.54
22.00

Zrie
10.592
59.165
12.46
73.365
3.052
68.7-
2 6(
112.I
112.6
20.496
1.401
4.209
58.66
22.04

16 445/ 16.485

Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Jugoſlawien
Sortugal

hei
Iſtambu
Kairo
Kanado
Uruguav
7sland
Tallinn (Eſtl.)
Riga

Währung
100 Franker
100 Peſetas
100 Gulden
Nen
Rio de Janeirol1 Milrcis
100 Dinar
100 Escudos
100 Drachm.
1 türk. 2
1 ägypt.
anad. Doll
Goldpeſo
00 eſtl. Kr.
100 eſtl. Kr.
100 Lats

Gen
218
18.
5.44
.9
z05
92.10
111.92,
80.86

Frankfurter Kursbericht vom 7. März 1931.

ſſe

Mainzer Produktenbericht. Großhandelseinſtandspreiſe per 100
Kilo loco Mainz am Freitag, den 6. März: Weizen 30,50, rheinheſſ.
Roggen 19,50, Hafer 16,50, Braugerſte 2022,50, Induſtriegerſte 18,50
bis 19, Futtergerſte 1819, Malzkeime 1011, ſüdd. Weizenmehl Spez. 0
43,6544,65, Roggenmehl (60 Prozent) 2829, Weizenkleie fein 10,75
bis 11. grob 11,7512, Roggenkleie 1111,25, Weizenfuttermehl 12,50,
Biertreber 1010,25, Erdnußkuchen 14,2515, Kokoskuchen 13,7518,50,
Palmkuchen 11,2512, Rapskuchen 1011, Kleeheu loſe 6, geb. 6,2,
Wieſenhen loſe 5,70, geb. 6,2, Maſchinenſtroh 3,50, Drahtpreßſtroh 3,80,
Sojaſchrot 1515,50, Trockenſchnitzel 67. Tendenz: feſt.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe vom 7. März. Die Preiſe
für Auslandsbutter ſind weiter rückgängig, deutſche behauptet. Holl.
Butter 1 Faß (50 Kilo) 1,70 RM., ½ Faß 1,72 RM., in ½=Pfd=.Stücken
1,75 RM.; deutſche Butter 1,56 RM. per Pfund.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe vom 7. März. Der hieſige Markt
lag infolge der Froſtwitterung ſtetig, und die Preiſe blieben daher au
dem Vorwochennibeau underändert, zumal das Angebot etwas geringer
geworden iſt Der Abſatz konnte ſich etwas beſter geſtalten. Es
notierten in Pfg. der Stück ab loco Frankfurt a. M.: italieniſche 10
bis 10,5, bulgariſche 99,5, jugoſlawiſche 8,59, rumäniſche 8,59,
chineſiſche 78, holländiſche 10,512, däniſche 10,512, belg.=flandr.
10,511, ſchleſiſche 910, bayeriſche 9,560, norddeutſche je nach Ge=
wicht
9,512,25.

7%6 Dtſch. Reichsanl
5½%Intern.,
%Baden ......"
%Bayern ......"
....
2 Heſſen v. 28
v. 29

Preuß. Staat.
Sachſen ......"

7% Thüringen. . ..
Dtſche. Anl. Auslo=
ſunsſch
. +4/. Ab=
löſungsanl
. . . . .
Otſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.)
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
. . . .
Aachen v. 29
% Baden=Baden.
Berlin ....."
% Darmſtadt v. 26
v. 28

Dresden.....
% Frankfurt a.M
7.
v. 26

*e
o. 20
% Mainz ....."
Mannheimt
v. 27
68
8% München ...."
Nürnbera. . . ..
Z2i
Wiesbaden ..

8% Heſſ. Landesbi.
Ve
Goldoblig.
2½% Heſſ. Lds.=
Hhp.=Bk.=Liquid.
um.=Obl.
Preuß. Los.

.pfbr.=Anſt. G. Pf
8% Goldoblig

V
84.
76
777.:
100
81.9
91
5.2
9,
82.75

56.3
6.2

88

35
82.
2

100
93
94.5
88.5
80
100.5
97
99.5

Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heiſen Goldobl.
8½ Kaſſeler Land=
kredit
Goldofbr.
7% Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr..
82 Naſ. Lamdesbl.
*
4½% Liqu.Obl
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
+AuslSer.
Ser, II
mm.
Dt. Komm
Abl.
½).

8% Berl. Hyp.Bk.
Liqu.=Pfbr
kf. Hyp.=Bk.. 1100.5

Ne
220

Lig. Pfbr.
Pfbr.=Bk.

Liau
% Mein. Hhp.=Bl.
WO‟ Lig. Pfbr.
Pfälz. Hyp.=B!.
4½% Lia. Pfbr.
%₈ Preuß. Boden=
cred
.=Ban1 .."
38% Lig. Pfbr.
Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bank
4½% Lig. Pfbr.
Rhein. Hyp. Bk.
½% Lig. Pſhr.
Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit ....
8% Südd. Bod.
Cred.=Bank ..."
4½% Lig. Pfbr.

100
101
95
00*
94.75
91.75

34.2!
68.75
11
99.25
96.5
90
97
90.
101.25
100
86.75
915
00.5
91.8
98.5
91.25
100.5
897
00.5
26.7:
90.8
100
100
94.5
92

18% Württ. Hyp.=B
O Daimler=Benz
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70 Mitteld. Stahl
8% Salzmann u. Co
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5% Bulg. Tah. v.02
4½% Oſt. Schätze
Oſt. Goldrente
%vereinh. Rumän
*7
9 Türk. Admin.
1. Bagdad
*
Zollan
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1914
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1910
42
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100.25
68.5

94
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R.e
83.5
84

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21
Rré
38.5

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7

16.25

81.5
04
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8.25
80.75
80

89.75
170

119
30.75

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70.75
112.5

110
25
104
100.5
143
R.76
119

41
34
165
12
75
2,5
84
122
Z=
179
70
100
141.5
67.5
3

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75
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37
59
*0
118
78
84
74
53.5
216
180
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23

[ ][  ][ ]

Seite 11

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Seite 12

Sonntag, den 8. März 193

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Juh. Frau E. Nagel, Ernſt=Ludwigſtr. 11,
bezogen werden können.

Gletscher trotzige Bergbastionen"
Wiege ger-
manischer
Götter und Heldensagen.
Täler rauschen im 1rdlschen Jubel Tenseits des Raumes Jenselts der Zeit
Frühling im Hardanger Naerodal Brixdal
Eismeer
Kjendal Loen Merok Balholm Fantasien
der Schöpfung.
Preise IIk. 1.00, 1.50 und 2.00.
Vorverkauf an der Tageskasse.

Land der Edda Himmel Peer Gynts stürzende
Berge Könige dieser Erde gefesselte Kräfte-
Steindrama.

Spitzbergen Mitternachtssonne
Lappländer Renntierherden Land ofne Geld usw.
(V.3697
Jagendliche haben Zutritt.

Aa.

Hente und folgende Tage Nur noch heute u. morgen / Nur noch heute und morgen

Ein Tonfilm-Schwank voll urkomischer
Situationen.
Bie lustigen
15
Masikanten!
(Lanbenkolonje)
Regie: Max Obal.
In den Hauptrollen: Fritz Kampers.
Ierm. Picha, Camilla Spira,
Erika Glässner, sowie eine weitere
prominente Lustspielbesetzung.
Ein Thema aus dem kleinbürgerlichen
Alltagsleben, mit überlegenem Witz und
glänzender Parodie behandelt. Lustiges
Treiben in den Schrebergärten, in der
Laubenkolonie bildet den Hintergrund
amüsanten Geschehnisse.
Eine tolle Sache, die auch den Gries-
grämigsten
zum Lachen zwingt.
Dazn der Kurztonfilm:
Allce In Lebensgefahr
und das gute Beiprogramm.
Beginn: 2, 4.05, 6,10, 8.20 Uhr

im großen Doppelprogramm
Einer der besten Sensations-
und Abenteurer-Filme des
Jahres:
Rivalen im
Weltrekord‟
Regie: Ernö Metzner
In den Hauptrollen: Bob
Stoll, Liselott Schaak,
Nien Son Ling, Grace
Chiang u. a.
Ein Film im 200 Kilometer-
Tempo von Aufos, Liebe,
Abenteuern und Intrigien.
Die Todesfahrt in
der Höllenkurve
Im II. Teil:
Das ganz ausgezeichnete
Filmwerk
(*
Feuertransport
Regie: Alexander Jranor
Dazu
die Ufa-Wochenschau
Beginn 2 Uhr.
Letzte Vorstellung 8.15 Uhr

Der erste
Gerhard Lamprecht-Tonfilm
Zweierlei
EB
Kn
Ein Gesellschaftsfilm nach dem Bühnen-
stück
Perlenkomödie von Bruno Frank.
Regie: Gerhard Lamprecht, der bekannte
Zille-Regisseur.
In den Hauptrollen:
Walter Rilla, Elga Brink,
Aribert Wäscher, Hilde Hildebrandt.
Id2 Wüst, Rudolf Lettinger u. a.
Der Film ist ein einzigartiger Genn8 für
Kenner, ein amüsantes und interessantes
Werk, das von Anfang bis Ende in
Spannung hält.
Der Zille-Regisseur Gerhard Lamprecht
zeigt in diesem Film durch eine Reihe
reizender Einfälle und entzückender Ton-
pointen
sein spielerisches Können.
Dazu das
reichhaltige Beiprogramm-
Beginn: 2, 4.05, 6.10, 8.20 Uhr

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vom 1. April bis 30. September
ſoll im Wege der Verdingung vere
werden. Die Art und die Mengen
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Wurſtwaren, Brot u. Backwaren, Fi
Käſe, Butter und Eier) ſind als
bei den genannten Dienſtſtellen ehö
lichen Angebotsformular erſichtlä e
ſind auch die bei der Angebot=
anzuerkennenden
Lieferungsbeding
einzuſehen. Die Angebote, getren
den Muſtern, ſind bis zum 1
d. J., vormittags 10 Uhr, in ver
nem Briefumſchlag und mit entſpre
der Aufſchrift verſehen. bei dem S.
krankenhaus bezw. Wohlfahrt=
Jugendamt einzureichen.
Darmſtadt, den 6. März 1931.
Der Oberbürgermeiſter.
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führungen von Frl. Kli
am Donnerstag, den 12.

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Arbeit wird abgeholt. 2719 Montag, den 23. März 1931,
2 Uhr, im Saale der Gaſtwirtſchaf
Friedrich Foshag in Gammelsba=
drei
Jahre bis 31. 1. 1934
lich verpachtet.
Vorkommende Wildarten: Rot
Rehwild, Haſen, Schnepfen, Rau
Die Jagd iſt als gute Rotwil
bekannt, wird von ſieben, zum Tei
guten Hochwildrevieren begrenz
war bislang in guten Händen.
Gammelsbach iſt von den Bahn
nen Beerfelden i. O. bzw. Eberbad
in ¼ bzw. ½ Stunde per Poſtau
erreichen.
Auskunft, auch über die Pacht!
gungen, erteilt die Heſſ. Bürgerme
in Gammelsbach.
Fiſchereiverpachkun
Im Anſchluß an vorſtehende
verpachtung wird die Fiſcherei de
meinde Gammelsbach auf 12
öffentlich verpachtet.
Gammelsbach, Poſt Eberbach=B
Land, 5. März 1931.
Heſſiſche Bürgermeiſterei Gammel.
Helm
Stamm= u. Prennhl
Verſteigerung.
Dienstag, 10. März, vormit
9½ Uhr anfangeud, werden bei
wirt geberer, Station Meſſel,
dem Zeilharder Wald verſteigert:
Stämme: 1 Eiche 0,98 Fm, 49
2 Fm, 489 Fichte 141,54 Fm, 15650
Derbſtangen 12,57 Fm.
Mittwoch, 11. März, vo0l
9½ Uhr anſangend, werden
und Stelle verſteigert:
Scheiter: Eiche 10 Rm, Hainho.
Kiefern 59 Rm. Erle, rund
Knüppel: Eiche 12 Rm, Kiſet)e
Birke 25 Rm. Erle 9 Rm, Fichte‟*
Reiſig=Knüppel 33 Rm.
Zuſammenkunft der Steigel
zweiten Tag bei Gaſtwirt Hebere:
ſelbſt bei ungünſtiger Witterung
die Verſteigerung abgehalten witd=
Heſſiſche Bürgermeiſterei 3ei

des Ladengeſchäfts der Papierhan
Rode, Schulſtraße Nr. 3, habe
vollſtändige Ladeneinrichtung anle
ten. Darunter: 7 Glasſchränke
Schiebetüren, Länge 4,50, 20
1,60, 1.40, 2 Stück je 0,85 m.
mit Glasaufſatz, Länge 2,45, 240
(auch ohne Aufſatz). 1 Glasaufſatz
Theke, 2 m lang. 1 Regiſtrier=Nat!
kaſſe. Alles Nähere durch den To
dr. Karlſtraße
Eugen Wagner. Telefon 29=
Verſteigerung der Reſtbeſt
findet vom 26. März ab ſtatt.

[ ][  ][ ]

mmer 67.

Sonntag, den 8. März 1931

Seite 13

in Bohrlochſpalte zurückgeblieben und nicht
eWiſtzeverr e worden waren, beim Nachſtützen des
D9 Sch ſtoßes angeſchlagen wurden und explo=

Reich und Ausland.
D G benunglick im Aachener Bezirk.
e
echen. Das Bergamt Düren in Aachen
Veheſtei-3 it: Im Abteuf=Schacht der Grube Maria
Gber rriadorf verunglückten am Samstag mor=
ger
ei Bergleute tödlich. Fünf weitere Leute
Müſ wur e verletzt, ſollen ſich aber außer Lebens=
geſ
befinden. Der Unfall iſt dadurch hervor=
geri
worden, daß Sprengſtoffſtücke, die in
die Die Unterſuchung durch die Bergbehörde
i Aet.
Gange. Zu dem Unglück auf Grube
iden y0,M Nr in Mariadorf wird noch gemeldet, daß
die= den Getöteten jüngere, ledige Bergleute
Aſinz Von den fünf Verletzten ſoll einer, ein
dei 9/Stel in Lebensgefahr ſchweben. Wie ſchon
ermy k, war die Teufe des neuen Schachtes bis
zu a 400 Meter Tiefe vorgedrungen. Dort
Beiſſolay ur Sicherung ein großer eiſerner Ring
Lebeneinm ktet werden. Fünf Keile waren bereits
und diferr-) ſtellt, und um den ſechſten Keil paſſend
uſw. ſihu Hen, mußte ein Stück des Geſteins weg=
Sepigeſ/ en werden. Dabei hat einer der Berg=
erdingüheu
wahrſcheinlich in Unkenntnis der Tat=
die
Nachs noch Sprengſchüſſe in dem Geſtein
iitel Uec eine dieſer Patronen getroffen, und ſo
waren rer e ſich das Exploſionsunglück. Die Explo=
Dnähaom r ſo ſtark, daß ſie auch im oberirdiſchen
fer) ſin
ſienſtſteſſerZ e zu hören war. Mehrere Steiger, die
ar erſichirc in der Nähe weilten, fuhren ſofort ein,
er Angehn / Opfer zu bergen.
rungsbel
bote, geh
Admiral von Lans
1iS zum
Uhr, in n
er Zwillingsſchweſter feierten am 5. März
und mit en;
er 70. Geburtstag. Der Name des Admi=
Dei Alsel Lans iſt mit den Heldentaten der ehe=
Bohlighalk, kaiſerlichen Marine, als dem Komman=
gire
) des Kanonenboots Iltis, in weiten
Mard Ure) bekannt. Das Kanonenboot Iltis hatte
Vermeiſte F 1900 zu der Einnahme der Takuforts
s ggebend beigetragen. Nach dem Welt=
ſſies’
rkannte Admiral v. Lans die Notwen=
gkky
Der Ertüchtigung der deutſchen Jugend
RR2Ma ernahm das Präſidium des deutſchen
nit praktühi d Ortkartells, Berlin=Wannſee.
von Frl.
tag, den 1 Schweres Autounglück im Taunus.
Ne Elt 2 Homburg. Am Samstag nachmittag,
ends 8
ten, die gge9 % Uhr, ereignete ſich in der Nähe des
mngtnurckens ein ſchweres Autounglück. Der
isre
un nru rhfabrikant Aſchwe aus Oberhain i. T.
hältlich, ire rit ſeinem Sohn im Kraftwagen die
Ein c) enſtraße aufwärts. In der Nähe des
atung. mu ſchen Jagdhauſes muß der Wagen in=
n
.ßo atteiſes ins Schleudern geraten ſein und
ſchlagen haben. Fabrikant Aſchwe erlitt
101. beiu
ſoſ re Bruſtquetſchungen, daß er nach kurzer
chkutti-b. Sein Sohn, der den Wagen geſteuert
ſtᛋt urde ſchwer verletzt abtransportiert.
WWte as Faltbootunglück auf der Lahn.
Gammel 2 Xbürg. Beim Abſuchen der Lahn nach
2.
ind M
hen der beiden am Dienstag nachmittag
Närz 193
m Faltboot tödlich verunglückten Stu=
t
: ereignete ſich vorgeſtern wiederum ein
1. 1934 0 fall. Zwei junge Burſchen aus Wehrda,
einem Faltboot die Lahn befahren hat=
darten
: , I. nach den Leichen zu ſuchen, kippten nicht
hnepfen, R4t)r der Unglücksſtelle um und ſtürzten in
gute Rot
er noch ſehr hochgehende Lahn. Sie
ben, zuſ emn aber vom Ufer aus mit einiger Mühe
ren bee
nmEtrinkungstode gerettet werden. Zum
nHä
von den Aſs! er beiden Studenten wird noch berichtet,

Ɨch um zwei paſſionierte Faltbootfahrer

bzw. Ebeiß
e ver P09 0Hwimmer handelte. Sie haben nach
gyl eigenberichten verſucht, mit ihrem Boot
die Mzz, dem Wehr ans Ufer zu gelangen, wur=
von der ſtarken Strömung über das
beſſ. Bürgen
m9 Trieben, wobei ſie in den Fluten den Tod
Aachſlid Das Unglück wurde noch dadurch begün=
t
.3s dem einen der Verunglückten ein Pad=
Pache
5. Die Leichen ſind bis jetzt noch nicht
vorſtehenln u
Fiſchent
auf deen Hamburger Dampfer im Finniſchen

Meerbuſen nicht in Gefahr.
Ehernl 2 burg. Nach einer Meldung aus Stock=
Imn Ulten die beiden Hamburger Dampfer
erei Ge ror und Hüxter im Finniſchen Meer=
ſeis
ei Craeſe=Grund, eingefroren ſein und
nſter Lage befinden. Die beiden Schiffe
Krenſhöst Der Hamburger Rederei H. W. Ohrckens,
2
2lnfrage mitteilt, daß von einer Gefahr
DDampfer keine Rede ſein könne.

l

92
2Zjähriger Skudent
perdel
von Arh4 Zum zweiken Mal den Kank=Preis
verſte
Königsberger Univerſikäk.
8!

Helmut Winkowski,
2 Eiger Student aus Wuppertal, dem zum
zeitzti Nale der Kant=Preis der Königsberger
tiv0 t für eine philoſophiſch= kulturgeſchicht=
ghes
) 7t über einen Staatsroman Bacons ver=
herdarde
. Winkowski iſt ein Schüler Baum=
garts
und Sprangers.

Vor 10 Jahren: Abſkimmung in Oberſchleſien.

Zur Erinnerung an die zehnte Wiederkehr des oberſchleſiſchen Abſtimmungstages

am 20. März wurde dieſe gußeiſerne Plakette durch die Kunſtgießerei der Gleiwitzer Hütte her=
geſtellt
. Der umſtrittene St. Annaberg mit dem Franziskanerkloſter iſt darauf zu ſehen, ſowie die
Daten des Abſtimmungstages und des Kampfes um den Annaberg.

Eine Raabe=Erinnerungsſkätke in Braunſchweig.

Links: Das zukünftige Raabe=Haus, das ſchöne alte Kantorhaus der St. Katharinenkirche.
Rechts; Wilhelm Raabe, der große Dichter und Romanſchriftſteller, geb. 1831 in Eſchershauſen,
geſt. 1910 in Braunſchweig. In dieſem Jahre jährt ſich zum 100.Male der Geburtstag Wilhelm
Raabes. Anläßlich dieſes Tages will Braunſchweig, wo der Dichter im 80.-Lebensjahre ſtarb, den
ſchönen Fachwerkbau des St. Katharinen=Kantorhauſes als Raabe=Gedächtnisſtätte herrichten.
Auch die Erinnerungen an andere im deutſchen Geiſtesleben hervorragende Perſönlichkeiten Braun=
ſchweigs
werden dort ihren Platz finden.

Die Beerdigung Otko Reukkers.
Gardelegen. Am Samstag nachmittag
fand in Gardelegen die Beerdigung des in Düſ=
ſeldorf
verſtorbenen Humoriſten Otto Reutter
ſtatt. Zu der Trauerfeier in der Friedhofs=
kapelle
hatten ſich außer den nächſten Verwand=
ten
die Spitzen der Behörden des Kreiſes und
der Stadt Gardelegen, ferner Vertreter des in=
ternationalen
Varieté=Theater=Direktoren= Ver=
bandes
, Berlin, des Artiſtenverbandes, Kollegen
vom Varieté und zahlreiche Bürger der Stadt
eingefunden. An der Bahre des Verſtorbenen
lagen viele mit Widmungen verſehene Kranz=
ſpenden
und Palmen. Nach der Einſegnung der
Leiche ſetzte ſich der große Trauerzug nach der
Gruft in Bewegung. Dort ſprachen u. a. noch
Vertreter der Artiſtenloge und des Varietéthea=
ter
=Direktoren=Verbandes) die Otto Reutter als
den Klaſſiker der deutſchen Humoriſten feierten
und ihm die letzten Scheidegrüße widmeten.
Vom Rathaus wehte zu Ehren des Toten die
Stadtflagge auf Halbmaſt.

Schwerer Schneeſturm in Oſtpreußen.
Königsberg. Der Lokomotivführer Karl
Beckmann aus Lyck, der den Perſonenzug von
Lyck nach Senzburg fuhr, wurde auf der Strecke
von einem heftigen Schneetreiben überraſcht.
Kurz vor Arys geriet er in eine Schneewehe,
die ſo ſtark war, daß ſie das Fenſter der Loko=
motive
eindrückte. Durch die Glasſplitter wurde
der Lokomotivführer erheblich an beiden Augen
verletzt. Es iſt zu befürchten, daß er durch den
Unfall ſein Augenlicht verlieren wird. Der
außerordentlich ſtarke Schneefall hat ſich in der
ganzen Provinz ſehr verkehrshindernd bemerk=
bar
gemacht. In der Nähe von Elbing haben
ſich in Hohlwegen Schneemauern bis zu vier
Meter Höhe gebildet.
Erdbeben in Mazedonien.
Belgrad. In der Nacht zum Samstag,
um 1.17 Uhr, verzeichnete die Erdbebenwarte
den Beginn eines kataſtrophalen Bebens in einer
Entfernung von 530 Kilometern ſüdweſtlich von
Belgrad. Die Bewegung dauerte eine halbe
Stunde. Aus zahlreichen Orten Mazedoniens,
wie Struma, Gwegheli, Demirkapu, Legotin im
Warda=Tal und Kavarna, ſind Meldungen über
ſchwere Materialſchäden infolge des Erdbebens
eingelaufen. Nähere Einzelheiten fehlen noch,
da der Telegraphendraht zum Teil unterbrochen
iſt. Aus den Meldungen geht nur hervor, daß
auch Häuſer zum Einſturz gebracht wurden. Das
Erdbeben wurde auch in Mittelſerbien und in
Bulgarien, u. a. in Sofia, verſpürt. Die Erdbe=
benſtöße
waren von einem donnerähnlichen Ge=
räuſch
begleitet, ſie wiederholten ſich um 2 Uhr
nachts. Der Herd liegt nicht auf jugoſlaviſchem
Gebiet, ſondern in Griechenland, und muß in der
Nähe von Saloniki vermutet werden.

Ein großes franzöſiſches Munikions=
lager
in die Luft geflogen.
Mehrere 1000 Tonnen Pulver explodiert.
Millionenſchaden.
Paris. Eine furchtbare Exploſion ereig=
nete
ſich in den ſpäten Abendſtunden des Freitag
in einem Munitionslager in Chemilly ſur
Yonne, in unmittelbarer Nähe von Auxerre.
Zwei große Baracken von über 100 Meter Länge
und 25 Meter Breite, in denen gefüllte Kar=
tuſchen
aller Kaliber untergebracht waren, flo=
gen
plötzlich mit ungeheurem Getöſe in die Luft.
Mehrere 1000 Tonnen Pulver waren explodiert.
Unter der Bevölkerung entſtand große Beun=
ruhigung
, da die Gefahr beſtand, daß weitere, in
unmittelbarer Nähe gelegene Munitionslager, in
denen ſich fertige Geſchoſſe befanden, ebenfalls
von den Flammen ergriffen würden. Die Aus=
maße
der Kataſtrophe wären in einem ſolchen
Falle unüberſehbar geweſen. Der Himmel war
weithin glutgefärbt. Aus allen umliegenden
Ortſchaften eilten ſofort die Feuerwehren herbei.
denen es nach großen Anſtrengungen gelang, das
Feuer auf ſeinen Herd zu beſchränken. Der Prä=
fekt
der Provinz weilte perſönlich an der Un=
glücksſtelle
. Der Schaden beläuft ſich auf mehrere
Millionen Franken. Nach den letzten Meldungen
ſoll die Gefahr vollkommen beſeitigt ſein. Men=
ſchenleben
ſind glücklicherweiſe nicht zu beklagen.

Schiffszuſammenſtoß auf der Donau.
Belgrad. Zwei Schiffe, die den Dienſt
zwiſchen Belgrad und Pancſova verſehen, ſtießen
in der vorvergangenen Nacht auf der Donau zu=
ſammen
. Das eine von ihnen wurde ſo ſtark be=
ſchädigt
, daß es unterging. Mehrere Perſonen
büßten dabei ihr Leben ein.
Bei dem in der Nacht erfolgten Zuſammen=
ſtoß
zweier ſüdſlawiſcher Donaudampfer haben
nach einer Meldung des Peſter Lloyd‟ 9 bis
16 Perſonen das Leben eingebüßt. Unter den
Toten befinden ſich drei Sträflinge, deren Be=
gleitmannſchaft
ebenfalls ertrunken ſein ſoll.
Das Unglück ereignete ſich in nächſter Nähe der
Donaubrücke. Es handelt ſich um die Dampfer
Zagreb und Franchet d.Eſperay. Der Salon
des letztgenannten Dampfers, der gerammt
wurde, füllte ſich ſofort mit Waſſer, und alle in
dem Salon befindlichen Fahrgäſte ſind ertrun=
ken
. Der Dampfer Zagreb nahm den geramm=
ten
Dampfer dann ins Schlepptau und brachte
ihn zu einer Donauinſel, wo die Ueberlebenden
an Land gingen.

Großfeuer in London.
Gummi= und Teerlager niedergebrannt.
London. Ein rieſiges Feuer, wie es Lon=
don
ſeit Jahren nicht erlebt hat, hat am Sams=
tag
ein ſechsſtöckiges Lagerhaus gegenüber dem
Tower, auf der anderen Seite der Themſe, mit
auen Vorräten, die hauptſächlich aus Teer und
Gummi beſtanden, vernichtet und einen Schaden
von mindeſtens 8 Mill. Mark verurſacht. In
kürzeſter Zeit waren die oberen Stockwerke ein
Opfer der Flammen. Ueber 1100 Feuerwehr=
leute
wurden zur Bekämpfung des Feuers auf=
geboten
. Trotzdem ſtürzten bald die Mauern des
Hauſes ein. Ein dichter Rauch, wie er bei Gum=
mibränden
ſich entwickelt, hüllte die ganze Um=
gebung
ein. Ein äußerſt gefährlicher Augenblick
entſtand, als ein eiſerner Ladekran vom Dache
herunterſtürzte. Er verfehlte mit knapper Not
ein vor dem Lagerhaus auf der Themſe liegen=
des
Schiff, das wegen des nebligen Wetters
nicht fortgeſchleppt werden konnte. Die Feuer=
wehren
bekämpften das Feuer mit Gasmasken,
was aber nicht verhindern konnte, daß trotzdem
viele Feuerwehrleute durch die giftigen Dämpfe
betäubt wurden. Sämtliche Feuerſpritzen, die
verfügbar gemacht werden konnten, wurden zur
Bekämpfung des Feuers aufgeboten, und es dau=
erte
viele Stunden, ehe man des Feuers eini=
germaßen
Herr werden konnte.

Fünfzig japaniſche Kirſchbäume im Garten
des Internationalen Arbeitsamtes.
Genf. Eine eigenartige japaniſche Feier
fand am Freitag beim Internationalen Arbeits=
amt
ſtatt. Im Garten des Arbeitsamts wurden
50 japaniſche Kirſchbäume gepflanzt, die von der
japaniſchen Tageszeitung Aſahi dem Interna=
tionalen
Arbeitsamt geſchenkt worden waren.
Der japaniſche Vertreter beim Arbeitsamt,
Yoſhiſawa, bezeichnete das Geſchenk als ein
Zeugnis der japaniſchen Freundſchaft. Japan
wolle damit dem Internationalen Arbeitsamt
ebenſo ſeinen Dank abſtatten, wie es das ſchon
mit einer ähnlichen Gabe von Kirſchbäumen an
Waſhington getan habe. Die 50 Bäumchen
waren am 15. Januar von Japan über die
transſibiriſche Eiſenbahn nach Genf geſandt wor=
den
.
Bedrohliches Hochwaſſer der Seine.
Paris. Die andauernden Regenfälle am
Freitag haben ein weiteres Steigen der Seine
und ihrer Nebenflüſſe verurſacht. Die Voraus=
ſagen
der Meteorologen wurden noch übertrof=
fen
, denn der Waſſerſtand erreichte die Höhe von
5½ Meter. Alle in der Nähe gelegenen Ort=
ſchaften
befinden ſich in Alarmzuſtand. Eine
große Anzahl von Häuſern in den niedrigen Tei=
len
von Paris und ſeiner Umgebung mußten be=
reits
geräumt werden. Man befürchtet, daß der
Fluß im Laufe des Samstag den im Dezember
erreichten Höchſtſtand von 6.08 Metern noch über=
ſchreiten
wird.
Schwerer Sturm im Kanal.
London. Ein eiſig kalter Sturm, der als
der ſchwerſte dieſes Winters bezeichnet wird,
wütet ſeit Freitag Nacht im engliſchen Kanal.
In einer Reihe von Küſtenorten iſt die See über
die Dämme hinwegetreten und hat die Straßen
überflutet. Alle Schiffe im Kanal ſuchten Schutz
in den Häfen. Die Paſſagierſchiffe vom Konti=
nent
hatten viele Stunden Verſpätung.
Der Wirbelſturm auf Mauritius.
Port Louis. Der Wirbelſturm, der die
Inſel Mauritius heimſuchte, hat ſich inzwiſchen
gelegt. Seit Mittwoch hat die Bevölkerung we=
der
Milch noch Brot erhalten. Die Waſſer= und
Elektrizitätsverſorgung hat ſehr gelitten. Viele
Straßen ſind durch Hochwaſſer abgeſchnitten, die
Verbindungen unerbrochen. Die hieſige Stern=
warte
machte bereits am Mittwoch morgen die
Bewohner auf den nahen Wirbelſturm auf=
merkſam
, ſo daß ſie die Häuſer ſofort verlaſſen
konnten, was die verhältnismäßig geringe Zahl
der Todesopfer erklärt. Der Sturm wuchs bis
zu einer Geſchwindigkeit von 130 Kilometern in
der Stunde. Haushohe Wellen ſpülten die auf
dem Zollamtsufer aufgeſtapelten Waren herun=
ter
und trieben die Boote bis auf den Hauptplatz
der Stadt. Die Zuckerernte iſt auf der ganzen
Inſel vernichtet.
Senſationeller Vorfall an der Amſterdamer
Börſe.
Amſterdam. An der Amſterdamer Börſe
ereignete ſich geſtern vormittag ein ſenſationeller
Vorfall, der den ſpäteren Verlauf der Börſe er=
heblich
beinflußte. Zwei angeſehene Tabaksmak=
ler
gerieten in einen Streit, der ſo hitzige For=
men
annahm, daß der eine der Streitenden ein
Meſſer zog und ſeinem Gegner einen tiefen Stich
in die Bruſt beibrachte. Der Verletzte mußte ſo=
fort
in ein Krankenhaus gebracht werden. Wie
verlautet, beſteht jedoch keine Lebensgefahr. Der
Täter befand ſich in einem Zuſtand völliger
Ueberreiztheit.
Ein Militärgüterzug verunglückt.
Elf Tote.
New York. Bei Apasco, etwa 55 Kilo=
meter
von Mexiko=Stadt entfernt, hat ſich ein
außerordentlich folgenſchweres Eiſenbahnunglück
ereignet. Ein mit Feldgeſchützen beladener =
terzug
entgleiſte aus bisher noch unbekannten
Gründen, wodurch ſechs Soldaten und fünf Ar=
beiter
getötet und ſechs weitere Perſonen ſchwer
verletzt wurden. Die meiſten Opfer wurden von
herunterfallenden Kanonen erſchlagen.
Sechs Tote durch Keſſelexploſion.
New York. Auf einem Schlepper ereig=
nete
ſich im hieſigen Hafen eine Keſſelexploſion,
durch die das Schiff buchſtäblich in Splitter ge=
riſſen
wurde. Sechs Perſonen wurden getötet,
drei ſchwer verletzt.
Elf Negerſträflinge in Eiſenkäfigen verbrannt.
New York. Elf Negerſträflinge fanden
den Flammentod, als ein Gefangenenlager in
der Nähe von Kenansville, in Nordkarolina,
von einem Großfeuer zerſtört wurde. Die Ge=
fangenenwärter
waren geflüchtet und hatten es
unterlaſſen, die Stahlgitter der Eiſenkäfige zu
öffnen, in denen die Neger eingeſperrt waren,

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Seite 14.

Sonntag, den 8. März 1931

Nummer 67

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Der
Wock
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Marthe Horst
Ludwig Geler
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8. März 1931

Todes=Anzeige.
Heute Mittag 2 Uhr entſchlief nach kurzem
Krankſein unſere liebe Mutter, Groß=
mutter
, Schwägerin und Tante
Frau
Anng Marie Ganß
geb. Ganß
Witwe des Brauereibeſitzers G. B. Ganß IV.
im 77. Lebensjahr.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Gg. Bernh. Ganß I.
Familie Gg. Ludw. Ganß.
Groß=Umſtadi, den 6. März 1931.
3725

Die Beerdigung findet Montag, den 9. März,
nachmittags 1½ Uhr ſiatt

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Heute morgen um 5 Uhr verſchied nach kurzer Krankheit
unerwartet mein lieber Mann, unſer ſieis treubelorgter,
guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel
Herr Wilhelm Weber I.
Maurermeiſter
n Alter von 68 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabetha Weber, geb. Weichel
Wilheim Wever, Bauunternehmer
Anna Weber, geb. Fleck
Fritz Weber
Eiiſabetha Weber, geb. Hotz
Marie Weber, Frankiurt a. M.
Anna Kern, geb. Weber
Georg Kern, Frankiurt a. M.
Gertrud Kunkelmann, geb. Weber
Ludwig Kunkelmann, König i. O.
und 7 Enkelkinder.
Hummetroth, den 7. März 1931.
die Beerdigung findet Montag nachmittag um 2 Uhr
ſtatt.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme und die
zahlreichen Blumen= und Kranzſpenden beim Heim=
gang
unſerer lieben Entſchlafenen ſagen wir hiermit
unſeren herzlichſten Dank. Ganz beſonders danken
wir Herrn Pfarrer Rückert für die troſtreichen Worte
am Grabe, ſowie den lieben Krankenſchweſtern für
die überaus aufopfernde Pflege.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Anni Oelp.
Traiſa, den 7. März 1931.

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Herzlichen Dank Allen für die
Glückwünſche und Geſchenke zu
unſerer Silberhochzeit.

Friedrich Schäfer u. Frau.

Für die überaus zahlreichen Glück=
wünſche
undGeſchenke anläßlich meines
70. Geburtstages, ſage ich allen, ſowie
dem Bürgergeſangverein, für ſeine Auf=
merkſamkeit
herzlichſten Dank.

Frau Spuck, Wwe.

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unſere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Frau Porothea Kient
geb. Sand
im Alter von nahezu 71 Jahren durch einen ſanften Tod von
ihrem ſchweren Leiden erlöſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
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Jahnſtr. 16. (35

Dankſagung.
Für die wohltuenden Beweiſe herzlicher Teilnahme
ſowie für die zahlreichen Kranzſpenden an dem uner-
ſetzlichen
Verluſt meines innigſtgeliebten, unvergeßlichen
Eatten
Herrn Georg Feigk
ſage ich hiermit Allen, die ihm das letzte Geleit gaben,
herzlichen Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen;
Marie Feigk, geb. Hohlmann.
Darmſtadt, März 1931.
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Nummer 67

Sonntag, den 8. März 1931

Seite 15

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Seite 16

Sonntag, den 8. März 1931

Nummer 67

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[ ][  ][ ]

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M

48. Millionen Deutſche Minderheiten.

nt

120 Mill. 20 Mill.
13,5 Mill. 5,2 2ill.
Einwohner Deutſche
Einwohner Deukſche

der Wolgadeutſche, als auch der Koloniſt
aus Südweſt ein Auslanddeutſcher, als
ſolcher ſogar ein Deutſcher zweiter Klaſſe,
ein Ausländer, der zufällig deutſch
ſpricht.
Daß das Problem Auslanddeutſchtum
in Wirklichkeit etwas ſchwieriger iſt, daß
es nicht die Mutterſprache allein iſt, die
dieſen Ausländer vom andersſprechen=
den
Ausländern unterſcheidet, brauche ich hier
nicht zu betonen. Die Schwierigkeiten des
Problems ergeben ſich aus der Struktur des
Auslanddeutſchtums, die noch mannigfal=
tiger
iſt als die Stammesſtruktur der
Reichsdeutſchen
Wir müſſen zunächſt zwek große Gruppen
von Auslanddeutſchen unterſcheiden:
Die Auswanderer und Kolo=
niſten
, die als Kaufleute in fremde Länder
zogen, die Bauern, die ſich in Ueberſee an=
ſiedelten
, die Beamten und Farmer, die vor
dem Kriege in die deutſchen Kolonien gingen.
Sie hat der Krieg zum größten Ceil ent=

A4
17,5 Mill. 1 Mill. 27 Mill. 1 Mill.
Das Minderheitenvolk Europas.
Seit ſeinem Eintritt in den Völkerbund
wirkt Deutſchland als Anwalt aller Min=
derheiten
. Und das iſt nicht nur ſein Necht,
ſondern auch ſeine Pflicht. Vierzig Mil=
lionen
Deutſche leben außerhalb der Reichs=
grenzen
. Von dieſen vierzig Millionen bil=
den
nur neun Millionen in Oeſterreich
und der Schweiz eigene, autonome
Staaten. Der Reſt von 31 Millionen lebt
als Minderheit in fremdſprachigen und
fremdraſſigen Staaten. Kein anderes Volk
der Erde iſt in ſolchem Maße auf Minder=
heitenſchutz
angewieſen. Die Deutſchen ſind
das Minderheitenvolk Europas, das Min=
derheitenvolk
par excellenee!".
Unſere Seichnungen ſtellen die Serriſen=
heit
des deutſchen Volkckörpers dar. Sie
beſchränken ſich in der Darſtellung freilich
auf jene Staaten, in denen deutſche Min=
derheiten
als kompakte Maſſen, als Volks=
ſplitter
, wohnen, und laſſen andere Staaten
außer acht, in denen das deutſche Element
verſtreut und nicht als völkiſche Einheit
vorkommt.
Oeſterreich und die Schweiz ſind gleich=
falls
nicht dargeſtellt, da das Deutſchtum
in dieſen Ländern nicht als Minderheit,
ſondern als ſtaatenbildendes Element auf=
tritt
. Sahlenmäßig rechnen wir die neun
Millionen Deutſchſchweizer und Oeſter=
reicher
jedoch gleichfalls zu den Minder=
heiten
, da ſie weſentlich zur Serriſſenheit
des deutſchen Volkes beitragen und was
die 6,5 Millionen Oeſterreicher betrifft
nur durch politiſche Gewalt daran gehindert
werden, ſich mit dem deutſchen Volk inner=
halb
der Reichsgrenzen zu vereinigen.
Die deutſchen Minderheiten und ihr Schickſal
Von Walter Koppenhöfer.
Der Reichdeutſche ſo nennt der
Deutſche aus dem Ausland ſeinen Bruder
aus dem Muiterlande iſt geneigt, alle
Deutſche von jenſeits der Neichsgrenzen in
einen Copf zu werfen. Für ihn iſt ſowohl

A O

40,5 Mill. 1,6 Mill. 145 Mül. 800 000

haben die politiſche Bindung zum Mutter=
land
freiwillig aufgegeben und fordern ledig=
lich
kulturellen Anſchluß. Sie ſind im
Gegenſatz zu den Grenzlanddeutſchen frei=
willige
Bürger des Gaſtſtaates.
Das Schickſal der Grenzlanddeutſchen iſt
im allgemeinen bekannt. 140 000 deutſche
Memelländer ſind willkürlich von Oſtpreußen
getrennt worden. Sie leben in Schickſals=
gemeinſchaft
mit den 135 000 Deutſchen
Litauens, die unter dem entfeſſelten Chau=
vinismus
Neu=Litauens zu leiden haben.
Eine volle Million Deutſcher lebt in
Polen wenn man ihr trauriges Daſein
Leben nennen kann. Sie ſind, ſoweit ſie
im Korridor, in Poſen und Oſt= Oberſchle=
ſien
wohnen, Grenzlanddeutſche und haben
beſonders unter der polniſchen Knute zu
leiden, weil Polen gerade ihre Gebiete ent=
germaniſieren
will. Den deutſchen Volks=
ſplittern
in Kongreßpolen und Galizien geht
es einigermaſſen beſſer
Als Grenzlanddeutſche ſind auch die
1 600 000 Elſaß=Lothringer anzuſprechen.
Sie haben ihr Schickſal allerdings ſelbſt in
die Hand genommen.
Im däniſchen Nordſchleswig wohnen
40 000 Deutſche. Es geht ihnen verhältnis=
mäßig
gut. Sie haben das Glück, bei einem
kultivierten Gaſtvolk zu Gaſt zu ſein. Die
Coleranz eines Gaſtvolkes iſt immer ein
Maßſtab für ſeine Kultur.
Der größte grenzlanddeutſche Stamm
bewohnt die deutſchen und öſterreichiſchen
Grenzgebiete der Cſchechoſlowakei, 3,5 Mil=
lionen
! Ihre Sahl iſt größer, als die Ein=
wohnerzahl
vieler europäiſcher Staaten,
etwa der Schweiz, Dänemarks oder Nor=
wegens
. Der Kampf der Cſchechen gegen ſie
iſt diktiert von der Angſt, daß ſie eines
Cages mitſam dem Boden, den ſie bevölkern,
abfallen können. Wenn dieſer Kampf aus=
ſichtslos
iſt, wenn es den Sudetendeutſchen
verhältnismäßig immer noch recht gut geht,
ſo liegt das daran, daß ſie eine Macht bil=
den
, gegen die der Cſchechenſtaat nicht viel
ausrichten kann.

Maileich

7,5 Mill. 120 000 1,8 Mill. 60 000 5,5 Mill. 40 000 1,1 Mill. 26 000

wurzelt und wieder nach Deutſchland zurück=
gefagt
. (Ihre Intereſſen vertritt der Bund
der Auslanddeutſchen.)
2. Die deutſchen Stämme, die
außerhalb der heutigen Grenzen Deu ſch=
lands
und Oeſterreichs meiſt ſeit Jahrhun=
derten
leben, dort ſeßhaft ſind, völkiſche
und kulturelle Einheiten bilden und ſich durch
ihre Seßhaftigkeit und Eigentumsrecht auf
den Grund und Boden, den ſie bevölkern,
erworben haben.
Dieſe ,Gruppe zerfällt wiederum in
Grenzlanddeutſche und abgetrennte Sprach=
inſehn
(ohne geographiſche Verbindung zum
Luutterland).
Die Grenzlanddeutſchen ſind
durch willkürliche Grenzziehung vom Mut=
terland
abgetrennt. Sie gehörten früher zum
Mutierland und leben in der Hoffnung, ihm
eines Cages wieder anzugehören.
Die Sprachinſeln ſind vor Jahr=
hunderten
durch Anſiedlung deutſcher Volks=
ſtämme
in fremdem Lande erſtanden. Sie

Das traurigſte Schickſal iſt unter den
Grenzlanddeutſchen zweifellos den 250 000
Südtirolern beſchieden. Sie ſind hoffnungs=
los
der fasciſtiſchen Willkür preisgegeben,
deren Siel die Ausrottg des deutſchen
Eelements ſüdlich der ſtrategiſchen Bren=
nergrenze
iſt.
Die Grenzlanddeutſchen Ungarns ſind mit
dem Burgenland größtenteils an Oeſterreich
gekommen. Ungarn bietet trotzdem noch einer
halben Milion deutſcher Bauern Wohn=
raum
. Ihr Schickſal hat ſich nach dem Krieg
weſentlich gebeſſert, denn das verſtümmelte
Ungarn iſt durch Erfahrung klug geworden
und hat keinen Anlaß, ſeinen einzigen Freund
in Europa, Deutſchland, zu verärgern.
In Jugoſlawien gibt es im ehemals öſter=
reichiſchen
Krain, in Kroatien, in der
Batſchka und im Banat geſchloſſene deutſche
Sprachgebiete, insgeſamt 600000 Deutſche.
Sie ſind faſt völlig entrechtet, ihre Schulen
ſind zum größten Ceil geſchloſſen.
Den Deutſchen in Rumänien (eine Mil=
lion
) geht es etwas beſſer. Das kommt da=
her
, daß ſie weſentlich beſſer organiſiert ſind,
als die meiſten deutſchen Minderheiten. Die
Schwaben im rumäniſchen Banat und die
Sachſen in Siebenbürgen bilden geſchloſſene
kulturelle und politiſche Einheiten, die ſeit
Jahrhunderten kampferbrobt ſind.
In Südrußland leiden 350 000 Deutſche
unter den Segnungen des Bolſchewismus.
Aber ſie genießen immerhin den Vorteil, daß
dem Ruſſen der Begriff Chauvinismus
fremd iſt. In der deutſchen Wolgarepublik
ſind 450 000 Deutſche ſogar politiſch organi=
ſiert
und ſozuſagen ſtaatsbildendes Element.
Daß ihr Schickſal dennoch nicht roſig iſt, be=
weiſt
der große Nückwandererzug, der ſich
im Vorjahr nach Weſten bewegte.
In Eſtland wohnen 26 000, in Lettland
58 000 Deutſche. Ihre Nöte ſind wirtſchaft=
licher
Art, man hat ſie zu 90 Prozent ihres
Beſitzes beraubt. Kulturell ſtehen ſie unter
den Minderheiten günſtig da. Eſtland hat
als einziger Staatl ſogar ein vorbildliches
Minderheitengeſetz.
Den größten Kontingent unter den deut=
ſchen
Minderheiten ſtellen die Vereinigten
Staaten von Nordamerika. Ihre Sahl iſt
ſchwer abzuſchätzen. Man ſpricht von zwanzig
Millionen Deutſchſtämmiger erſter und zwei=
ter
Generation. Die Sahl der Deutſchſtäm=
migen
, die ſich ganz aſſimiliert haben, iſt
weitaus größer. Von deutſchen Organiſa=
tionen
erfaßt ſind ungefähr acht Millionen.
Da ſie unter günſtigen wirtſchaftlichen Be=
dingungen
leben, ſind ſie auch in der Lage,
deutſche Schulen zu erhalten und deutſche
Seitungen herauszugeben. Politiſch drang=
ſaliert
wurden ſie nur während der Kriegs=
jahre
.
Man kann abſchließend feſtſtellen, daß die
Lage der deutſchen Minderheiten haupt=
ſächlich
abhängig iſt von ihrer wirtſchaft=
lichen
und organiſatoriſchen Kraft. Sie
könnte weiterhin noch verbeſſert werden,
wenn Deutſchland in ſeiner Nolle, die es
in Genf als Anwalt der Minderheiten
ſpielt, Erfolg hätte.

V

12 Mill. 800 000 8 Mill. 500 000 40 Mill. 250 000 2.5 Mill. 280 000

Guucg

HHEAEAÄHEHAEBEAAIEAEEABEAAAAAHRAAEAAZBÄBEEEHHBGEHAHARHÄHSZEEEHAAEBAAZÄEBZEARAABAEHAAAHHAIAEHZAAHAEAZ

HABAAHAEAEAHHHEA

[ ][  ][ ]

eha
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ande
ein
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Gef
ten,
u
Entg
ver
war
Fra
De
Wock
erſte
nen,

falſe

Unverſtandene Kinder oder
unverſtandene Eltern?
Werden die Eltern heute noch gefragt?
Der Einfluß des Elkernhauſes. Beſteht wirklich eine Ver=
tranenskriſe
? BVater iſt mein beſter Freund!

In unzähligen Organiſationen geht die hentige Jugend ihre eignen Wege.

Eines ſteht feſt: Eine ſogenannte Eltern= Dik=
tatur
noch vor Jahren von jungen Drama=
tikern
ebenſo heftig behauptet wie polemiſch be=
kämpft
gibt es nicht mehr! Iſt nun etwa an
ihre Stelle eine Kinder=Diktatur ge=
treten
?
Sicher iſt eine gewiſſe Selbſtverſtändlichkeit und
Selbſtverantwortlichkeit in einer Seit wie der un=
ſeren
bei der Jugend von heute durch die moderne
Erziehung gegeben und auch begrüßenswert. Hier
handelt es ſich nur um die Frage, ob das berech=
tigte
Selbſtgefühl zu einer Selbſtüberheblichkeit ge-
führt
hat, die grade im Intereſſe der heranwach=
ſenden
Generation aufs ſchwerſte zu bedauern wäre.
Häufig genug hört man die bange Frage: Wer=
den
wir Eltern denn überhaupt norh gefragt?
Wir laſſen nachſtehend beide Generationen zu
Worte kommen.
Die Eltern wiſſen oft ſelbſt keinen Nat. . ."
ſagt Frau E. N. auf Grund langjähriger Erfahrungen als Lei=
terin
einer Jugend=Beratungsſtelle:
Ja, glauben Sie denn, es käme ein Menſch zu uns um Nat,
wenn die Eltern überhaupt nicht mehr gefragt würden? Gewiß,
ab und zu kommen Fälle vor, wo die Eltern uns um Rat bitten,
weil ſie einfach mit ihrem Kind allein nicht mehr fertig werden,
ſelbſt keinen Nat wiſſen. Doch das ſind erfreulicherweiſe Aus=
nahmen
. Meiſtens kommen die Jugendlichen allein, und weshalb?
Weil ſie zu Hauſe auf ihre Fragen keine Antwort bekommen,
oder nur ausweichende. Nein, ſo iſt es heute nicht: die Kinder
fragen ſchon, aber die Eltern wiſſen oft ſelbſt keinen Nat!
Ein Fall aus meiner Praxis: Da kam kürzlich ein achtzehn=
fähriges
Mädchen zu mir, ein bildhübſches, friſches Ding. Ein
fünfzigjähriger Mann in ſehr guten Verhältniſſen die Familie
des Mädels hat ſehr ſchwer zu kämpfen hat ihr einen Heirats=
atrag
gemacht, ſie hatte ihn in der Firma, wo ſie arbeitete,
kennen gelernt. Das Mädel war ratlos. Die Mutter, ſagte nur:
Das mußt du ſchon ſelber wiſſen, was du tun willſt..
Dem Mädel war mit dieſer Antwort nicht geholfen, ſie wollte
ja grade einen Nat, was ſie tun ſolle. Aber andererſeits iſt es
auch verſtändlich, daß die Eltern in dieſer ſchweren Seit ſelbſt
die Verantwortung ſcheuen, daß ſie hier ſelbſt rat= und hilfs=
bedürftig
ſind.
Sie glauben alſo auf Grund Ihrer Erfahrung, daß die
Eltern heute mehr gefragt werden als früher?
Sagen wir beſſer die Kinder werden mehr gefragt.
Früher wurde nur befohlen, die Kinder haben gehorcht oder ſich
aufgelehnt. Sraglos iſt heute das Verhältnis menſchlicher und

inniger. Eine moderne Mutter, die im Sommer im Badetrikot
mit ihren Kindern herumtollt, ſteht ihnen innerlich beſtimmt
näher, als die ſtrenge Autoritätsperſon, die ſie in der vorigen
Generation zum großen Ceil war . ..

Eine moderne Mutter, die im Sommer im Badetrikok mit
ihren Kindern hernmtollt.

Die Meinung der jungen Generakion!
Felicitas von Neznigek, die junge Schriftſtellerin und
Cochter des berühmten Komponiſten, ſagt:
Vielleicht haben die Kinder früher mehr gefragt, es ge=
hörte
zum güten Con getan haben ſie deshalb doch, was ſie
wollten. Ich perſönlich habe nicht zu fragen brauchen, vielleicht
war ich ſelbſt vernünftig genug, zu wiſſen, was ich zu tun habe,
und andererſeits waren meine Eltern ſo vernünftig, mir nicht
mehr vorzuſchreiben, als unbedingt notwendig war.
Und damit komme ich auf den Kernpunkt Ihrer Frage: Ge=
fragt
werden die Eltern, die es verdienen, das iſt heute
ſo wie früher, die Eltern, die ſich wirklich um ihre Kinder be=

mühen, die ſie nicht mr kleiden, ernähren und mit Meſſer u
Gabel umzugehen lehren, ſondern die ſich auch um die ſeel
ſchen Konflikte ihrer Kinder kümmern. Und dann noch eir
Jeder junge Menſch hat doch nun einmal den unwiderſtehlich
Drang Dummheiten zu machen, er muß ſie auch machen.
weiterzukommen. Das ſind Fälle, wo er weder auf ſich ſelbſt n=
auf
ſeine Eltern hört. Ob Kind oder erwachſen, Swang w
uns ſchon aus Crotz das Gegenteil tun laſſen!
Mit Mama kann ich alles beſprechen!
Die Meinung von Fräulein stud. med Inge S.:
Ob die Eltern noch gefragt werden, in meinem Falle alſo
mein Vater iſt tot , ob ich Mama frage? Ja, warum nich
Mit Mama kann ich alles beſprechen, aber es fragt ſich, was
mit Mama beſprechen will. Sehen Sie, ich glaube, das
es, was uns von der jungen Generation früherer Seiten unt=
ſcheidet
: mit jeder Lapalie, mit allen Kinkerlitzchen will man ni
zu den Eltern gehen, und ich glaube, das iſt das Entſcheiden
wir haben ja in unſerer heutigen Seit nur ſelten genug Mu
überhaupt mit uns ſelbſt richtig zu Nate zu gehen. In ein
ſind wir heute leichter geworden, man nimmt Konſequen=
weniger
ſchwer und findet eher einen Ausweg.
Sehen Sie ſich doch auch einmal die heutigen Eltern an! 4
Eltern, von denen es heißt, ſie ſeien modern, ſind ſelten. Me
Mama das behaupte ich ſtolz gehört zu den Ausnahn
Sie iſt mir wirklich Freundin. Das kommt wohl daher,
ſie nicht anders, wie wir Jungen auch, ſeeliſch noch mitten
Erleben ſteht. Aber die meiſten Eltern ſind zu fertig, vo
kommen fertig, wollen auch gar nichts anderes als fertig ſ
und das gibt ihnen den Abſtand uns Jugendlichen gegenül
Bedenken Sie doch, wie häufig altmodiſche Eltern aus falſch
Scheu den wichtigſten und bangen Fragen ihrer Kinder in
entſcheidenden Jahren ausweichen und damit grade für manch
junge Mädchen Unheil geſtiftet haben.
Aber nochmals, ich kann mich nicht beklagen. Und Sie di
fen mir glauben, daß ebenſo oft, wie ich Mama fragen möch
ich verſucht bin, Mama in die Arme zu nehmen und ſie bewe/
möchte, ſich mit mir auszuſprechen..."
Aber die Sorgen bleiben den Eltern.. . !"
Frau Lotte H., Mutter zweier heiratsfähiger Cöchter, erzäl
Gefragt? Man muß ja heute als Mutter froh ſein, we
man überhaupt etwas geſagt bekommt. Sehen Sie, 2
die Kinder, auch die Mädels, heute mehr Freiheit verdienen 1
haben müſſen als früher, ſehe ich ja ein. Ich habe ſchon /
nichts mehr dagegen, von mir aus auch Wochenend
abends ausgehen ohne mich wenn man nur wenigſtens
jungen Leute, mit denen ſie da verkehren, kennt und ſie a
einmal bei ſich zu Hauſe ſieht.

Kürzlich begegnek mir meine Aelteſte auf der Straße mik ein=
fremden
Herrn.

Melitta kauft einen Wagen.
Von Alfred M. Balte.
Seit Melitta Holten ihren Fahrkurſus hinter ſich hatte und
den Führerſchein wie ein Kleinod in ihrem Saffjanhandtäſchihen
mit ſich trug und ihn nachts unter dem Kopfkiſſen aufbewahrte,
war das Glück der wolkenloſen, Holtenſchen Ehe ein wenig ge=
trübt
. Frau Melitta hatte wieder durchſchnittlich viermnal
wöchentlich nervöſe Kopfſchmerzen, Kurt Holten ſchmeckten ſeine
Higarren nicht mehr, obwohl die Holten A.G. ungeachtet der
ſchweren Wirtſchaftslage wiederum 15 Prozent Dividende Eus=
geſchüttet
hatte, und auch Köbes, der Chauffeur, der ſeit fünf
Jahren den Holtenſchen Achtzulinder fuhr, ging mit einem ver=
kniffenen
Geſicht herum.
Wenn man einem Kinde zu Weihnächten eine Eiſenvahn
ſchenkt, um ſie darauf unter einen Glasſturz zu ſtellen, ſo iſt das
eine Quälerei. Wenn eine Frau ihren Führerſchein hat und
keinen Gebrauch davon machen kann, während ihre Freundinnen
mit eigenen Wägelchen zum Shopping fahren, ſo gibt das nervöſe
Kopfſchmerzen, die von vornherein geeignet ſind, chroniſch zu
werden.
Gewiß hatten Holtens einen Achtzulinder mit Schwingachſe
und allen Schikanen; aber wenn der Wagen nicht grade mit
Holten unterwegs war, wachte der Chauffeur Köbes darüber,
daß die gnädige Frau, vor deren Fahrkünſten er, trotz der ab=
gelegten
Prüfung keinerlei Neſpekt hatte, nicht dazu kam. Es
war einfach nicht zu erreichen, obwohl Melitta von ihrem Mann
die Erlaubnis hatte, den Wagen, ſo oft er frei war, zu fahren.
Denn wenn ſie Köbes kommen ließ, um ihm energiſch den Auf=
trag
zu geben, der Wagen müſſe um drei Uhr zu ihrer Verfügung
ſtehen, ſo konnte ſie ſicher ſein, daß der Wagen um die ange=
gebene
Seit nicht vor der Haustür ſtand; ſchaute ſie dann in der
Garage nach, ſo fand ſie Köbes auf dem Nücken liege d unter
dem Wagen vor. Dann folgte immer wieder das gleiche Swie=
geſpräch
:
Köbes, was iſt denn los, ich ſagte doch, daß der Wagen um
drei Uhr für mich da ſein ſollte!
Worauf Köbes, unter dem Wagen her, in dumpfen Lauten,
denen man ein teufliſches Grinſen unſchwer anmerken konnte:
Cſcha, das iſt nu woll nicht möglich, gnä Frau, da hat ſich unten
der Sahnradkegel im Getriebe feſtgefreſſen, gnä Srau wiſſen ja
Beſcheid, nöch? Das kann wohl gut noch ne Siunde dauern, bis
ich den ſauber habe; da nehmen wohl gnä Frau lieber ne Caxe;
is doch auch ſicherer, gnä Frau. Dam hörte die gnä Frau noch

ein Pruſten, Schnaufen und Herumſchrauben, und es blieb ihr
nichts anderes übrig, als tatſächlich eine Caxe zu nehmen, oder
ſich wieder in ihr Simmer zu begeben und die nervöſen Kopf=
ſchmerzen
aufzuſetzen.
Sweimal hatte ſie lich bei ihrem Mann beſchwert, aber beide
Male war ſie ſchlecht angekommen: Köbes ſei der beſte Chauf=
feur
, und er, Holten, denke gar nicht daran, ſich mit dem Köbes
zu verfeinden; ſie müſſe eben ſehen, ſich mit ihm freundſchaftlich
zu ſtellen; daß der Köbes zu ihren Fahrkünſten noch kein rechtes
Vertrauen habe das köune man ihm, der ſeinen Wagen wie
einen Augapfel liebe, doch nicht verdenken, nicht wahr, liebes
Kind? Dann will ich meinen eigenen Wagen haben! hatte
Frau Melitta darauf geantwortet. Alle meine Freundinnen
haben ihren eigenen Wagen, nur ich . .."
Da hatte Holten plötzlich eine dringende geſchäftliche Verab=
redung
Beinah hätte ich’s vergeſſen, Liebling! Wir ſprechen
ein andermal über die Sache, wenn die Seiten beſſer geworden
ſind. hatte Hut und Mantel gegriffen, Käbes vorfahren
laſſen und war auf und davon.
So konnte das nicht weitergehen, ſagte ſich Melitta. Sie
mußte zu ihrem Wagen kommen. Gutwillig darüber war lie
ſich klar würde Holten niemals nachgeben. Blieb alſo nur die
Liſt. Und da ſie eine Frau war, kam ſie zu der Ueberzeugung, daß
eine gute Liſt mehr Erfolg verſpräche, als die beſten nervöſen
Kopfſchmerzen.
*
Das neue Jahr brachte wieder ein Ereignis von internatio=
naler
Bedeutung: die Automobilausſtellung, deren Eröffnung
diesmal mit beſonderer Spannung erwartet wurde. Kein Wun=
der
alſo, daß man alle anderen Veranſtaltungen im Stich ließ.
um die Cage auf der Autoſchau zu verbringen. Melitta Holten
hatte ſogar dem Modeſalon abgeſagt, um genug Seit für die
Autoſchau zu gewinnen. Wie ein Nauſch war es über ſie ge=
kommen
; obwohl es noch reichlich weit bis zum Frühling war,
fühlte ſie ſich lenzhaft beſchwingt und erregt. Denn ſie war ver=
liebt
, ſo verliebt, daß in ihren Gedanken nichts anderes mehr
Platz hatte als der Gegenſtand ihrer Liebe. Unzählige Male am
Cage öffnete ſie ihr Handtäſchchen, um ſich das Bild des He=
liebten
anzuſchauen wie herrlich, ſchlank und raſſig ſah er aus!
und nachts lag es neben dem Führerſchein unter ihrem Kopf=
kiſſen
. Wenn ſie in der Ausſtellung zwiſchen den Ständen umher=
ging
, ſo konnte ſie ſicher ſein, wieder vor dem einen Stand zu
landen, wo ihr Geliebter in der ganzen Schönheit ſeiner vollen=
deten
Eleganz ſtand. Dann blieb ſie wie berauſcht vor ihm ſtehen
und ſah ihm tief in die funkelnden Schweinwerfer=Augen, dem

beigefarbenen Noadſter; der ihr Herz im Sturm gewonnen ha
Dieſen Wagen mußte ſie haben, koſte es was es wolle. Sie m
wie geſagt, eine kluge Frau.
Holten ahnte nichts von den kommenden Ereigniſſen, wi
ihm ſeine Frau abends von der Autoſchau berichtete. Suerſt ha
er freilich darauf gewartet, wann endlich der Haken käme 1
ſchon überlegt, welche Sitzung er vorſchützen könnte, um ei
Auseinanderſetzung durch eiliges Verſchwinden zu entgehen
allein ſeine Befürchtungen verwirklichten ſich nicht; Melitta k
mit keiner Andeutung auf ihren Wunſch nach einem eige,
Auto zurück. Nicht nur das: ſie war jetzt in ſo guter Stimmi
wie ſeit langem nicht, hatte auch für den Chauffeur Köbes imr
ein freundliches Wort übrig, die nervöſen Kopfſchmerzen wa
fortgeblaſen, und es ſchien ſo, als hätten niemals trübe Woll
das Glück dieſer Ehe beſchattet.
T
Bis aus wolkenloſem Himmel der Blitz einſchlug.
war an einem jener trockenen, klaren und milden Sebruark=
die
im Glanz der wärmer ſcheinenden Sonne den Srühling ahr
lEhlen. Allelitta hatte am frühen Morgen das Haus verlaſſ
nachdem ſie ſich von Holten mit einem zärtlichen Kuß und O
Verſprechen, zu Mittag beſtimmt wieder zu Hauſe zu ſein, v.
abſchiedet hatte. Holten ließ ſich in beſter Stimmung von Köl
nach dem Büro ſeiner A. G. fahren und überlegte unterwegs, n
er ſeiner Frau heute wohl zum Mittag als Ueberraſchung m
bringen könnte. Schließlich entſchied er ſich für einen hübſd
Platinring, den er vor ein paar Cagen bei einem Juwelier /
ſehen hatte.
Als er zu Mittag nach Haus kam und das Etui mit 2
Ning unter Melittas Serviette geſchoben hatte, wunderte er
zwar, daß Melitta noch nicht da war; aber da ſie ſtets durche
pünktlich war, nahm er an, daß ſie ſich vielleicht ohne ihre Sch
verſpätet habe, zündete ſich eine Sigarette an und ging im Spei
zimmer behaglich auf und ab. Die Seit verrann und Meli
kam nicht. Holten beſchloß, nicht länger zu warten und ließ al
tragen, aber es wollte ihm nicht ſchmecken. Die Zeit verra
die Uhr zeigte vier, fünf, Holten wurde immer unruhiger. So
Melitta etwas paſſiert ſein? Alle Cage ereigneten ſich Verkeh!
unfälle, wer konnte wiſſen . . . In dieſem Augenblick läutete 1
Celephon. Holten fühlte wie er bleich wurde. Langſam nahm
den Hörer ab, ehe er ſich melden konnte, ſcholl ihm Melit=
Stimme entgegen!
Furt, biſt du es, ja? Liebling, verzeih mir ich kann
mehr zu dir kammen ich will nur Abſchied nehmen von dir
ich habe etwas entſetzliches getan, du wirſt mir das nie verzeil
ich weiß nicht, wie das kam ich war wohl wahnſinnig

[ ][  ][ ]

Kürzlich begegnet mir meine Aelteſte auf der Straße mit
einem fremden Herrn. Abends frage ich, wer das jei. Ach,
den habe ich letzten Samstag bei dem Ball unſeres Hockeu=Klubs
kennen gelernt! Die Jüngere treffe ich neulich im Café, auch
mit einem Herrn Unbekannt.
Begehrt man dagegen auf, dann gibt’s Palaſtrevolution,
zwir wiſſen ſelbſt, was wir zu tun haben. Du biſt rückſtändig
und dergleichen mehr.
Es iſt bei mir gar nicht Mißtrauen gegen meine Kinder, aber
die Mädels ſind doch trotz der viel zitierten Selbſtändigkeit noch
jung und dumm. Es paſſiert doch ſoviel, was lieſt und hört man
nicht alles? Und es muß doch nicht ſein, dieſe Bekanntſchaften
mit halbfremden Leuten!
In der Cheorie klingt das alles wunderbar, Selbſtvorant=
wortung
, Kameradſchaft uſw. aber die Sorgen bleiben den
Eltern. Gewiß, früher war es auch nicht alles richtig, aber heute
iſt es beſtimmt ebenfalls falſch. Man wird doch als Autter noch
das Necht haben, wenigſtens über das Cun und Laſſen und die
Bekanntſchaften der heranwachſenden Kinder Beſcheid zu
wiſſen!
Im Lande der Havanna=
Sigarren.
Als Arbeiterin in Amerika.
Von Maria Leitner.
Die erſte Hälfte Campas, jene, die jeder Cvuriſt zu ſehen be=
kommt
, wird von den Proſpekten mit Necht als Paradies be=
zeichnet
. Auf gepflegten Naſen leuchten tropiſche Blumen, Pal=
men
heben ſich gegen den tiefblau ſtrahlenden Golf von Mexiko.
Elegante kleine Läden verbergen ſich unter Kamelienbäumen,
Kinder auf Panus reiten vorbei. Damen und Herren, wie aus
dem neueſten Modeblatt geſchnitten, beleben den Strand. Das
mondähe Hotel mit den ruſſiſchen Swiebeltürmen kann ſich ſogar
einer hiſtoriſchen Vergangenheit rühmen, denn während des
ameri aniſch=ſpaniſchen Krieges hatte Nooſevelt hier gewohnt
und Verhandlungen geführt.
Ja, man geht ſogar daran, ein super paradise auf der
Inſel, die ſich vor Campa lagert, zu ſchaffen, mit venezianiſchen
Paläſten, mauriſchen Schlöſſern, Wunderblumen und exotiſchen
Vögeln. Wäre der Grundſtückskrach in Florida nicht dazwiſchen
gekommen, ſtünde das Ueberparadies fix und fertig zum all=
gemeinen
Gebrauch da.
Wahrſcheinlich aber auch nicht zum allgemeinen Gebrauch.
Denn ſiehe, der Geldmangel vertreibt mich ſchnell aus der para=
dieſiſchen
Hälfte Campas, und ich muß, wenn ich Arbeit finden
will, ſchleunigſt nach der anderen Hälfte begeben.
Dieſe iſt ſogar intereſſanter. Hier gibt es italieniſche Opern=
vorſtellungen
, Hahnenkämpfe, Stiergefechte, Häuſer mit vielen
Balkons, ungeheuer viele winzige Kaffeehäuſer, in denen Ita=
liener
, Spanier, Kreolen heftig geſtikulieren. All dies wäre ſehr
ſchön, aber die Luft, die in Campas beſſerer Hälfte würzig, von
Meeresbriſen erfüllt iſt, legt ſich hier dick und beizend ſchwer
auf die Lunge.
Wir ſind in Abor=City ſo heißt die Fabrikſtadt Campas.
Hier ſind die größten Sigarrenfabriken der Staaten, hier wer=
den
die meiſten dunklen Havannazigarren hergeſtellt. Jünf=
hundert
Millionen Sigarren jährlich. Nicht nur das. Hier gibt
es die größten Sigarrenſchachtel=Fabriken der Welt, hier werden
die ſchönen bunten Bilder, mit denen ſie geſchmückt werden, her=
geſtellt
und Sigarrenrige. Hier gibt es Arbeit. Hoffentlich auch
für mich.
Aber es ging ſchwerer als ich gehofft habe. Die Arbeiter=
annahmeſtellen
erkannten in mir ſofort die Landſtreicherin.
Man reflektiere nur auf ſtändige Arbeitskräfte, auf Sremde, die
in Slorida überwintern wollen, ſei man nicht angewieſen.
Erſt in der fünften Fabrik hatte ich Glück, nachdem ich er=
Zählt hatte, daß ich bei Verwandten wohne und durchaus die
Abſicht hätte, mein Lebensende in Campa abzuwarten. Welche
Freude, ich kann ſofort anfangen zu arbeiten.
Der Cabakgeruch erfüllt überall Abor=City. Er iſt in den
Wänden der Simmer verborgen, er niſtet ſanft in der Bett=
wäſche
, mengt ſich allen Speiſen bei, dem Siſch à la ereole, dem
barbeeue, jetzt aber in dem Arbeitsſaal der Sigarrenfabrik
brauſt er mir förmlich fortiſſimo entgegen. Ich verſuche, meine

Naſe außer Betrieb zu ſetzen. Und erfahre, welche Beſchäftigung
ich in nächſter Seit haben werde. Ich ſoll mit Hilfe einer elek=
trennen
.

Vorläufig bin ich Lehrling, und eine dicke Frau beginnt
mich in die Geheimniſſe dieſer Kunſt einzuweihen. Die Sache
ſcheint einfach zu ſein. Weich und glatt verſchwinden die Cabak=
blätter
in der Maſchine, und wenn ſie ſie herausnimmt, liegen ſie
ſchön ordentlich zerſchnitten übereinander. Den elektriſchen
Strom reguliert die Frau mit ihrem Suß. Inzwiſchen erzählt ſie
mir ihr Leben. Sie iſt aus Bulgarien eingewandert. Auch drü=
ben
hatte ſie immer mit Cabak zu tun gehabt. Schon ihr Vater
arbeitete auf den Cabakfeldern, der Cabakgeruch gehört zu
ihrem Leben. Auch ihr Mann arbeitet natürlich in der Sigarren=
fabrik
. Aber wenn er ſtirbt, dann will ſie fort von dem Cabak.
Er hat eine Lebensverſicherung, und ſie wird dann eine hübſche
Summe ausbezahlt bekommen, wenn er ſtirbt. Ein hoffnungs=
volles
Lächeln erhellt ihr Geſicht.

In

7D2

dem Augenblick aber nun gibt es kein Surück denk dir,
Generaldirektor Florsheim war mit ſeiner Frau dabei ſie
haben es geſehen und mir dazu gratuliert Kurt, ich ſchäme
mich ſo ich überlebe es nicht lebe wohl. . ." Holten faßte
ſich an den Kopf: Melitta, um Gotteswillen biſt du noch da?
Was redeſt du denn was iſt geſchehen ſag es mir doch .. ."
Sögernd kam Melittas Stimme: Es iſt ja doch nicht wieder
gutzumachen, Kurt aber wenn du es durchaus wiſſen willſt:
ich habe den beigefarbenen Noadſter gekauft und den Kauf=
vertrag
ſchon unterſchrieben verzeih mir ich war wahn=
ſinnig
leb wohl. . ."
Melitta wart einen Augenblick, geh nicht fort. Holten
preßte den Hörer in der Hand. Was ſagſt du, Florsheims
waren dabei, Florsheim, mein Konkurrent der neulich geſagt
hat, es ſtände faul um die Holten A.G.? Melitia, biſt du noch
da? Mach keinen Unſinn, Kind, es iſt ja alles gut, du kannſt den
Wagen behalten reg dich nur nicht auf ich überlege grade:
eigentlich haſt du das ſogar ſehr gut gemacht Slorsheim wird
platzen, ſeine Frau wünſcht ſich ſchon lange einen Wagen ge=
ſchieht
ihm recht, dem Kerl. Biſt du noch da, Melitta? Komm
ſchnell nach Hauſe, es iſt alles gut, ja?
Melitta hängte in der Celephonzelle freudeſtrahlend den
Hörer an. Dann ging ſie ſchnell durch die Stände der Ausſtellung,
zu ihrem Voadſter. Ich kaufe dieſen Wagen, ſagte ſie zu dem
Vertrsſer. Kann ich den Vertrag gleich unterzeichnen, ſchön.
Und bitte, ſchicken Sie mir den Wagen bald. Nahm ſich ein
Caxi und fuhr nach Hauſe.
Und was hätteſt du denn getan, wenn dein Mann nicht
darauf eingegangen wäre, fragte ihre Freundin, der ſie am näch=
ſten
Cage die Geſchichte erzählte.
Was ich dann getan hätte? Melitta kniff ein Auge zu;
Ich hätte Kurt zum Schluß geſagt, daß es nur ein Scherz von
mir geweſen ſei. Und dann hätte ich den Wagen auch bekommen.
So oder ſo. Da hätt’ ihm nichts geholfen. Lächelnd bließ ſie
den Nauch ihrer Sigarette vor ſich hin.
Der Kragen.
Ein Märchen von Hans Chriſtian Anderſen.
Es war einmal ein feiner Kavalier, deſſen ganzer Hausrat
aus einem Stiefelknecht und einem Kamm beſtand; aber dafur
Nite er den ſchönſten Kragen der Welt. Und von dieſem Kragen
ſollen wir jetzt eine Geſchichte hören. Er war in dem Alter,

wo man ans Heiraten denkt; da traf es ſich, daß er mit einem
Strumpfband zuſammen in die Wäſche kam.
Nein, ſagte der Kragen, habe ich Loch noch niemanden ſo
ſchlank und fein geſehen, nie etwas ſo Weiches und Niedliches!
Darf ich um Ihren Namen bitten?
Den ſage ich nicht! ſagte das Strumpfband.
Wo gehören Sie denn hin? fragte der Kragen.
Aber das Strumpfband war eine von den Berſchämten und
fand es ungehörig, darauf zu antworten.
Sie ſind wohl ein Gürtel? fragte der Kragen, ſo ein Gür=
tel
für drunterweg! Ich ſehe ſchon, Sie ſind ſowohl zum Nutzen,
als zum Putzen, Fräuleinchen!
Sie dürfen mich nicht anſprechen! ſagte das Strumpfband.
Mich dünkt auch, ich habe Ihnen durchaus keinen Anlaß dazu
gegeben.
Wenn man ſo ſchön iſt wie Sie, ſagte der Kragen, lo iſt
das Anlaß genug!
Wollen Sie wohl ſein laſſen, do dicht heranzurücken! ſagte
das Strumpfband. Sie ſehen ſo nach Mann aus!
Ich bin auch ein feiner Kavalier! ſagte der Kragen, ich
habe Stiefelknecht und Kamm! und das war gar nicht wayr;
ſie gehörten ja ſeinem Herrn aber er prahlte.
Creten Sie mir nicht zu nahe! ſagte das Strumpfband.
Das bin ich nicht gewöhnt.
Zimperlieſe! ſagte der Kragen, und dann wurde er aus der
Wäſche genommen.
Er wurde geſtärkt, hing im Sonnenſchein auf einem Stuhl
und wurde dann auf das Plättbrett gelegt. Da kam das heiße
Eiſen.
Gnädige Fraul ſagte der Kragen, ſüße kleine Witwe, mir
wird ganz warm! Ich werde ein Anderer in Ihrer Nähe, ich bin
ganz aus dem Häuschen, Sie verſengen mich ich bitte um
Ihre Hand.
Lump! ſagte das Plätteiſen und ging vornehm über den
Kragen hinweg; denn es bildete ſich ein, es ſei ein Dampfkeſſel,
der zur Eiſenbahn hinaus und dort Wagen ziehen ſollte.
Lump, ſagte es.
Da faſerte der Kragen ein bißchen an den Nändern.
Nun kam die Papierſchere und wollte die Saſern abſchneiden.
O, ſagte der Kragen, Sie ſind wohl Vortänzerin? Wie
Sie die Beine ſtrecken können! Wirklich das Neizendſte, was
ich je geſehen habe! Das kann Ihnen kein Menſch nachmachen.
Das weiß ich, ſagte die Schere.
Sie verdienten, eine Gräfin zu werden! ſagte der Kragen.

Swiſchendurch erkundigt ſie ſich, ob mir noch nicht ſchon
ſchlecht ſei. Nicht etwa von ihren Erzählungen, ſondern weil alle
triſchen Maſchine den Stengel aus den Cabakblättern heraus= Anfänger in der Sigarrenfabrik krank werden. Die Arbeiterin,
die an meinem Platz gearbeitet hat, war drei Cage lang ſterbens=
elend
. Sie ſieht ſich prüfend mein Geſicht an. Ich fühle, wie ich
bleich werde.
Sogar der Vormann kommt zu mir und erkundigt ſich nach
meinem Befinden. Wenn Sie fühlen, daß Ihnen übel wird,
gehen Sie nur hinaus und ſchöpfen ein bißchen Luft. Das wird
ſpäter ſchon beſſer werden. Ich merke, daß die Arbeiterinnen
öfters zu mir hinſchauen, ſie ſcheinen beluſtigt meine Niederlage
zu erwarten.
Ich hole der Frau Cabakblätter. Sie liegen zwiſchen etwas
feuchten Cüchern. Die Cabakblätter dürfen nicht zu trocken wer=
den
, denn dann brechen ſie, aber auch nicht zu feucht, denn dann
verfaulen ſie. Man läßt deshalb auch in die Arbeitsräume nicht
zuviel Luft herein. Ich fühle mich etwas ſchwindlig.
Sum Glück kommt gerade ein Kreole und bringt heißen
ſchwarzen Kaffee. Aus den anderen Sälen kommen ſie auch mit
Kaffeetaſſen. In allen Sprachen wird lebhaft durcheinanderge=
ſprochen
. Ich beginne mich an die Cabakluft zu gewöhnen.
Langſam lerne ich mit der Maſchine umzugehen, und ich kann
mehr auf meine Umgebung achten. Man ſpricht viel ſpaniſch.
Vor mir ſitzen Kreolen aus Hapanna, hinter mir Spanierinnen.
Viele Sigarrenarbeiterinnen ſprechen ſpaniſch, aber damit er=
ſchöpft
ſich die Aehnlichkeit mit der Opernwelt. Uebrigens iſt bei
Prosper Merimée die Carmen eine Sigeunertänzerin, keine Si=
garrenarbeiterin
. Könnte überhaupt eine Sigarrenarbeiterin eine
Carmen ſein?
Da ſitzen die Sigarrenarbeiterinnen und arbeiten zehn, ja
manchmal zwölf Stunden lang. Ihre Haut bekommt eine krank=
hafte
Bläſſe, ſie werden breit von dem vielen Sitzen. Vor allem
aber, wie riecht man, wenn man Sigarrenarbeiterin iſt? Der
Cabakgeruch frißt ſich in die Haut ein, in die Haare, in die Klei=
der
. In eine Cabakwolke gehüllt, bewegt ſich die Sigarren=
arbeiterin
vorwärts. In Abor=City merkt man das nicht ſo ſehr.
Da fügt man ſich in die allgemeine Atmoſphäre ein, aber gelangt
man in die paradieſiſche Hälfte Campas, kommt man zwiſchen die
wohlgepflegten Herrſchaften am Strand und auf dem Golfplatz,
fühlt man ſich dann als Carmen? Nein, eher wie eine wandelnde
Sigarre.
Neben mir ſitzen zwei Schweſtern, die immer abwechſelnd ar=
beiten
. Eine Woche arbeitet die eine nachts, die andere tags=
über
. Sie brauchen ſo weniger, haben ein winziges Simmerchen,
während die eine arbeitet, kann die andere ſchlafen. Ihre Haupt=
nahrung
iſt ſchwarzer Kaffee und Milch. Sie wollen ſich etwas
Geld erſparen, um aus der Fabrik herauszukommen und ein
Stückchen Land zu kaufen. Aber ganz in ihrer Nähe ſitzt eine
Frau, die mit unglaublicher Mühe etwas Geld erübrigt und ſich
in Campas Nähe ein Stückchen Land gekauft hat. Aber es ging
nicht ſo leicht, wie ſie es ſich vorgeſtellt hatte, ſie konnte die Nate
nicht abzahlen und verlor alles. Jetzt arbeiten der Mann und
die Frau in der Sigarrenfabrik. Wenn ſie die Reiſeſpeſen zu=
ſammenhaben
, wollen ſie zurück nach New York und wieder von
neuem anfangen.
Wir haben die Genugtuung, daß in unſerer Fabrik Sigarren
für verſchiedene Milliardäre und einige in Europa noch übrig=
gebliebene
Potentaten hergeſtellt werden. Der Cabak wird aus
Havanna importiert, und die Regierung kontrolliert ſehr ſtreng,
daß Sigarren aus keinem anderen Cabak hergeſtellt werden.
In dem Saal, wo die teuerſten Sigarren hergeſtellt werden,
arbeiten die geſchickteſten Sigarrenmacher. Hier wird auch der
Cabakbeſtand am ſtrengſten kontrolliert. Zigarrenmacher wer=
den
diejenigen Arbeiter genannt, die mit den Deckblättern die
ſind naturlich immer die ausgewählt ſchönſten die Sigarren=
füllung
umwickeln. Die guten Arbeiter machen etwa 200 Si=
garren
täglich und verdienen 2550 Dollar die Woche.
Ich weiß nicht, ob die begeiſterten Sigarrenraucher es mit
Freuden hören werden, daß die Sigarre, um den letzten Schliff
zu bekommen, im Mund der Zigarrenmacher umgedreht wird,
die, wie geſagt, nicht immer hübſche junge Mädchen ſind. Herade
bei den teuren, handgemachten Sigarren iſt dieſe ſicher nicht
hugieniſche Methode durchaus allgemein.
Man verſucht ſetzt auch ſchon Sigarrenmaſchinen in die Fa=
briken
einzuführen. Sie eignen ſich vorläufig noch nicht zur Her=
ſtellung
erſtklaſſiger Sigarren. Aber unter den Arbeitern bringt
ſchon jetzt dieſe Maſchine lebhafte Erregung hervor. Sie er=
IEmmmmmmmmmmmmmmTmHmmmmmf
Alles, was ich beſitze, iſt ein feiner Kavalier, ein Stiefel=
knecht
und ein Kamm nur die Grafſchaft fehlt noch.
Freit er etwa? ſagte die Schere. Sie wurde böſe und gab
ihm noch einen tüchtigen Schnitt. Dann war er entlaſſen.
Ich werde wohl um den Kamm anhalten müſſen, ſagte der
Kragen. Eigentlich komiſch, daß Sie alle Ihre Zähne noch
haben, kleines Fräulein. Haben Sie nie an Verlobung gedacht?
Na, das können Sie ſich doch denken! ſagte der Kamm;
Ich bin ja mit dem Stiefelknecht verlobt!
Verlobt , ſagte der Kragen. Jetzt gab es keine mehr,
um die er hätte freien können, und deshalb verachtete er die
Freierei.
Die Seit verging, und der Kragen wanderte in den Kaſten
des Papiermüllers. Dort hatte ſich eine große Lumpengeſell=
ſchaft
zuſammengefunden, die feinen für ſich und die groben für
ſich, wie es ſich gehört. Alle riſſen den Mund auf beim Erzählen,
aber der Kragen am meiſten; er war ein ordentlicher Prahlhans.
Was ich ſo alles an Geliebten gehabt habe! ſagte der
Kragen. Cag und Nacht hatte ich keine Nuhe. Aber ich war
auch ein wirklich feiner Kavalier, und ſo voller Stärke! Ich
hatte einen Stiefelknecht und einen Kamm, die ich nie gebrauchte.
Sie hätten mich ſehen müſſen damals, hätten ſehen müſſen,
wenn ich auf der Seite lag! Nie werde ich meine erſte Ge=
liebte
vergeſſen; ſie war ein Gürtel ach, ſo fein und weich und
niedlich! Sie ſtürzte ſich meinetwegen in ein Waſchfaß. Da war
auch eine Witwe, die für mich erglühte; aber ich ließ ſie ſtehen
und ſchwarz werden. Und dann die Vortänzerin! Sie war es,
die mir den Niß beibrachte, den ich heute noch trage. Sie war ſo
biſſig! Sogar mein eigener Kamm war in mich verliebt und ver=
lor
alle Sähne vor Liebeskummer. Ja, ich habe ſo allerlei hinter
mir! Am meiſten aber ſchmerzt mich doch die Geſchichte mit
dem Strumpfband dem Gürtel, meine ich, der ins Waſchfaß
ging. Ich habe viel auf dem Gewiſſen; ich ſehne mich danach,
wieder ein unbeſchriebenes Blatt zu werden!
Und das wurde er. Alle Lumpen wurden weißes Papier;
aber aus dem Kragen wurde gerade das Stück weißen Papiers,
das wir hier ſehen und worauf die Geſchichte gedruckt ſteht.
Und das geſchah, weil er hinterdrein ſo gewaltig mit allem mög=
lichen
prahlte, was ſich ganz anders zugetragen hatte. Und daran
ſollen wir denken, damit wir es nicht ebenſo machen; denn man
kann nie wiſſen, ob wir nicht auch einmal in einem Lumpenkaſten
enden und als weißes Papier unſere ganze Geſchichte ſamt allen
Geheimniſſen aufgedruckt bekommen und damit herumlaufen und
ſie ſelbſt erzählen müſſen wie es dem Kragen geſchah.

[ ][  ][ ]

enig
und
anwo
zen
ander
ein
bun
Gef.
ten.
zue
Entg
ver
war.
Fra
Der
Wock
erſte.
nen.

tählen, daß dieſe Maſchine in vielen Fällen die Hand des Ar=
beiters
zertrümmert hätte. In Havanna, wo man ſie ſchon viel=
fach
einzuführen verſuchte, wurden ſie von den Arbeitern und
Arbeiterinen zerſtört. Wollte man die Maſchine allgemein ein=
führen
, würden ſicher viele Higarrenarbeiter brotlos werden.
Denn ein einziger Arbeiter könnte in viel kürzerer Seit, als mit
der Hand eine, gleichzeitig vier Sigarren herſtellen. Es gibt
allo noch in unſerem Maſchinenzeitalter Maſchinenſtürmer.
In den Sälen, in denen keine Maſchine lärmt, findet man bei
den Sigarrenarbeitern überall Vorleſer. Er wird von der Be=
legſchaft
des Saales bezahlt. Die Vorleſer wechſeln ab, aber
immer wird eine ſchöne Stimme und deutliche Ausſprache ver=
langt
. Meiſt wird ſpaniſch geleſen, zumeiſt Seitungen, aber auch
ſozialiſtiſche Schriften. Es iſt außerordentlich intereſſant zu ſehen,
wie der Geſichtsausdruck der Suhörer gleichzeitig wechſelt, wie
ſich bei einer ſie beſonders intereſſierenden Nachricht plötzlich alle
Köpfe heben. Dieſe Arbeiter wirken ungleich lebendiger als die,
die in einem Maſchinenraum arbeiten.
Man verſteht, auch wenn es rückſtändig iſt, daß nicht nur die
Angſt um das Brot den Haß gegen die Maſchine erzeugt.

Auto oder kein Auto?

Von Dorothea Hollatz.
anchmal träume ich, ich hätte kein Auto mehr. Das iſt
über alle Maßen ſchön. Ich ſehe mich dann über mein Konto=
buch
gebeugt: Plus minus, plus mims. Na, es geht ſo
gerade. Bleibt ſogar ein ganz kleines Plus. Welch ungewohnter
Anblick! Ich hol mir drei Bände Baedecker und hau mich ins
hohe Gras. Koniſch, nicht wahr? Erſt am Schreibtiſch und dann
im hohen Gras!. Aber im Craum geht das ja alles. Im Craum
hat man ja auch kein Auto. Alſo drei Bände Bgedecker habe

ich noch von meinem Großvater her. Ich ſelbſt konnte mir keine
anſchaffen: Ich habe nämlich ein Auto und da kann man ſowas
nicht. Spanien, die Sächſiſche Schweiz und Konſtantinopell Ich
zähl an den Knöpfen ab. Es ſind fünf. Aber der zweite iſt ab=
geplatzt
. Sählt der nun oder zählt der nicht? Das iſt eine Schick=
ſalsfrage
. Sie iſt wirklich ſchwer zu beantworten. Es iſt doch
ſchließlich ein kleiner Unterſchied, ob ich die Mulden und Höhen
der Sächſiſchen Schweiz durchſtreife oder in Madrid mein nor=
diſches
Blut angeſichts der Stierkämpfe auf den Siedepunkt
bringe. Der philoſophiſche Menſch antwortet da: Wenn zwei
ſich ſtreiten, freut ſich der Oritte. Alſo auf nach Konſtantinopell
Kinder, im Sug ſitzen, Fahrkarte nach Konſtantinopel m der
Caſche und kein Auto haben! Gipfel des Glückes!. Man iſt den
Cag über wie im Himmel und abends druſelt man weltenſelig
vor ſich hin und denkt an nichts, wenigſtens an nichts Unerfreu=
liches
.
Plötzlich ein kleiner Nuck, ein wirklich unſcheinbarer, nichts-
ſagender
. Aber er genügt!. Selbſt im Craum fahr ich aus dem
Craum: Himmel, die Düſe iſt verſtopftl
Gib ihr Laxinl ſagt mein Junge.
Knall, da hat er eine ſitzen. Autofahren macht unpädagogiſch.
Man reibt ſich die Augen. Ahhh, man ſitzt ja im Sugl Ohne
Verantwortung, mur einfach ſo. Man weiß, die Reiſe koſtet
ſoundſoviel, wenn du ſparſam oder gar knickrig reiſt ſoundſoviel
wenn du üppig reiſt ſoundſoviel. Wenn du aber im Auto
reiſt ... Erſt iſt es himmliſch! Man flitzt mit Vollgas die Berge
rauf und runter, man iſt ſo ganz am Genießen und meint: In
einer Stunde könnteſt du Aittagsraſt machen. Da klatſch=
bum
ein Plattfuß! Das iſt nicht ſchlimm, man hat ja zwei
zur Neſerve. Aber man hat trotz aller Natſchläge keinen Mon=
teurkittel
mit und die guten Sachen ſind ſo ziemlich hin. Dann
geht’s weiter. Man iſt wieder ſo mitten im Sug, da ſteht das
bewußte Schild mit den fünf Punkten: Umleitung auf ſaumäßiger
Straße. Natürliche Folge: Hinterer Federbruch. Man muß über
Nacht in einem Klitſchneſt bleiben, wo der Monteur die Sache
wieder in Ordnung bringt. Weiter. Alles iſt gut und ſchön und
die Laune ſteigt. Wenn nur die Waſſerpumpe nicht laufen wollte!
Aber die dripſt unaufhörlich.
Da muß eine neue Stopfbüchſe reinl lagt mein Junge.
Stopf dir lieber’s Maul! Autofahren macht unhöflich.
Es hilft alles nichts; es muß repariert werden. Das Porte=
monnaie
wird immer dünner, die Neiſe entſprechend kürzer.
Nichts dran zu ändern. Krampfhaft hält jeder ſeine Laune auf
den Nulpunkt feſt. Gleitet ſie ins Minus, dann iſt alles vorbei.

Auf der Heimfahrt gibt’s noch eine ganz kſeine Kolliſion.
Schlimm iſt es nicht, aber es ſioeht nicht ſchön aus. Zerknittertes
Blech ſieht nie ſchön aus. Und während der letzten Kilometer
muß man feſtſtellen, daß die Ventile klappern wie die Klapper=
ſchlange
im Urwald.
Die müſſen neu eingeſchliffen werdenl ſagt mein Junge.
Ich ſage nichts mehr: Ich gucke ihn nur an. Autofahren
macht kalt.
Die Nadprofile ſind nur noch wenig markant und man
war in Ermangelung eines eigenen ſo ſtolz darauft Oel muß
ausgewechſelt werden, in den Steuerbolzen ſitzt Luft (wie die da
nur hineingekommen ſein mag?), die Garagemiete iſt erhöht, die
Steuer iſt fällig, die Federn quietſchen.
Nein, die Stoßdämpfer! ſagt mein Junge.
Sch gucke ihn nicht mal mehr an.
Da hinten wohnen wir. Noch ein paar Häuſer, dann ..."
Einbahnſtraßel ſchmettert mein Junge.
Reizend vom Verkehrsdezernenten, unſere Abweſenheit zu
benutzen, um unſere ganz normale Straße in eine Einbahnſtraße
zu verwandeln. Wirklich reizend!
Im Briefkaſten ſteckt ein Brief von den Freunden. Sie
waren in Italien. Himmliſch war’s. Geſtern, ſechs Uhr zwölf
ſind ſie zurückgekommen, und ob man lich nicht bald mal ſehen
könnte?
Doch ich habe vorläufig noch keine Luſt.
Aber manchmal da träume ich, ich hätte kein Auto mehr. Und
dann bin auch ich in Italien und pflücke mir Apfelſinen vom
Baum für mein Herbarium und ſteck mir Lorbeerblätter an den
Hut. Das iſt über alle Maßen ſchön.
Aber Menſchenskind, warum verkaufen Sie denn Ihren
Kaſten nicht?
Ich krieg einen puterroten Kopf (das tut nämlich weh, wenn
dir jemand mitten in den wunden Punkt ſtößt), und ſtottere:
Weil ... weil ... Sch fahr halt ſo unbändig gern, ſo ſaumäßig
unbändig gernl.
Da kannſt nir machen.

Sek Appeal.

Von Franz Blei.

In einem ſehr intereſſanten Buche hat J. Picard mit Cext
und Bild nachzuweiſen verſucht, daß der Menſch der weißen
Naſſe häßlicher wird. Vergeblich ſucht eine frenetiſche Hingabe
an den Sport die durch den Beruf hervorgerufenen körperlichen
Verfallserſcheinungen auszugleichen es mag hier für die
körperliche Anatomie einiges erreicht werden, für das Phyſio=
gnomiſche
iſt das aber nicht der Fall, wenn man nicht gerade der
Anſchauung iſt, das Antlitz eines beruflichen Boxers lei ſtrah=
lende
männliche Schönheit. Denn gravierend und deformierend
ſchreibt gerade dieſer Beruf, der zumeiſt das Naſenbein und die
Sähne koſtet, ſeine Nunen in das Antlitz. Man bekommt ein
Boxergeſicht, wie man ein Beamtengeſicht bekommt. Ein immer
mehr mit Sorgen und immer weniger mit Freuden erfüllter und
ausgeübter Beruf löſcht das Geſicht aus und legt eine ſtarre
Maske darüber.
Iſt es nicht dieſe zunehmende Verhäßlichung des weißen
Menſchen, die uns treibt, den farbigen Menſchen aufzuſuchen
und zu bewundern, ja leinem Einfluß zu erliegen oder dem was
dieſer Farbige leiſtet, wie der Muſik, der Plaſtik der Neger,
der Neligioſität der Inder, der Kunſtfertigkeit der Chinſen?
Expeditionen taſten mit der Filmkamera den Erdkreis ab nach
Phyſiognomien, nach Geſichtern, die noch ſo etwas wie Ge=
heimnis
bewahren, weil wir ermüdet ſind, unter Geſichtern zu
leben, die gar kein Geheimnis mehr haben, ſondern lofort mit=

Greta Garbo.

teilen: ich treibe das und das, ich gehe ins Büro, ſtehe hinterm
Ladentiſch, hinter der Mäſchine. Und wer darauf acht gibt, wird
auch dieſes merken können, wie hinter dieſer nicht herunterzu=
bringenden
Maske des Berufes oft etwas Grauenvolles zum
Borſchein kommt aus der biogenetiſchen Vergangenheit des

Menſchen: ein Ciergeſicht, ein Schweinsr, ein Igelgeſicht,
Siſchmaul, ein Bogelſchnabel. Es iſt, als ob der weiße Menſt
an die von ihm erfundene Maſchine verſklavt, ſein. Primat üb
die Cierwelt phyliognomiſch immer mehr verlöre und wie
einem Palimpleſt eine tieriſche Urſchrift zum Vorſchein käme.
Fragt man Kinobeſucher um den weſentlichſten Grund ihr
Vorliebe für das Kino, hört man faſt immer: ich ſehe auf d
Leinwand ſchöne Menſchen. Sie könnten fortſetzen: weil man
Leben davon immer weniger ſieht. Aber es gibt Cypen d
Schönheit, wechſelnd mit der Seit und dem Geſchmack. Imm

R0 He -orven-

aber bleibt ein Grundtypus beſtehen: daß der Cypus einen ſim
lichen Reiz auf den Mann ausübe. Es wochſelt nur der An=
druck
dieſes Neizes: er ſtrotzte einmal in üppigem Fleiſche, dan
war er fadendünn, dann ſchwärmeriſch=unſchuldsvoll. Der heu
tige Neiz heißt, merkwürdig brutal von den Amerikanern bein
Namen genannt, sex gppeal. Wir etwas geſitteten Europä=
ſprachen
, weniger deutlich, vom ſinnlichen Charme einer Fra=
Aber die Amerikaner waren, da es ſich ja ums Geſchäft han
delte, unbekümmert grob in ihrer Bezeichnung, um deutlich hör
bar und verſtehbar für jedermann zu ſein.
Der ältere Cheaterjargon hatte Kennworte zur Bezeichmun
darſtelleriſcher Begabungen oder Eignungen: jugendliche Naiv=
Liebhaber, komiſche Alte, pere noble uſw. Als die Stücke an
fingen, ihr Schema zu ändern, verſchwanden auch nach und nar
dieſe Bezeichnungen, weil ſie nichts mehr bezeichneten. Auch de
Filmjargon hat ſolche Kennworte. Aber da es lich beim Fil
weniger um mittelbare ſchauſpieleriſche, als um unmittelbar
menſchliche Wirkungen handelt, ſind dieſe Bezeichnungen draſti
ſcher, treffender und ſozuſagen indiskreter. Eine komiſche Alte
konnte unter Umſtänden eine verhältnimäßig junge Perſon feir
Aber wenn der Filmfargon von einer Frau ſagt, ſie habe se
appeal, kann ihn die betreffende Frau mehr oder weniger haben
aber ſie hat ihn. Und nicht nur ſo, daß ſie ſchauſpieleriſch tut=
als
hätte ſie ihn, ſondern und darin liegt die außerordentlich
Indiskretion der Filmleinwand ſie hat ihn ſozulagen dl
Privatperſon. Daß eine mit dem sex appeal ausgezeichnet
Filmdarſtellerin dieſe Fähigkeit nicht abſolut beſitzt, mit Wir
kung auf jedermann, das iſt ſelbſtverſtändlich. Entſcheidend iſt
daß ſie dieſe Wirkung auf die große Maſſe, auf eine kompakt
Majorität ausübt.
Die kleinen Nuancen, durch welche ſich Sex=Appealiniſter
voneinander unterſcheiden, ſind individuelle Sufälligkeiten, wi
blondes oder brünettes Haar. Sie ſind für den Lypus ohne Be=
deutung
, der hauptſächlich charakteriliert, daß die Frau mit se=
gppeal
nicht wiſſen darf, daß ſie ihn beſitzt. Denn dadurch än=
dert
ſie ſofort den Cypus und wird, was man im Filmjargor
einen Vampur nennt, eine bewußte Verführerin und Männer=
verſchlingerin
. Die Frau mit sex appeal weiß es nicht, übt ihrt
Wirkung ahnungslos aus, iſt das Opfer ihrer ſelbſt und ha=
bewußt
nichts zu entſcheiden. Sie iſt, wie der agoniſch=erſterbond
Geſichtsausdruck anzeigt, Sklavin ihrer Natur und des geliebter
Mannes, wenn auch deſſen Schickſal. Sehr intereſſant, wie ſich
der Ur=Inſtinkt der großen Männermaſſe die Frau wünſcht: al=
das
dem Manne bedingungslos erliegende Weſen ohne anderer
Inhalt als Liebe und ohne andere Vorſtellung vom Mann.
als den Spender dieſer Liebe. Es ſcheint dieſe Vorſtellung dem
Herren= und Heldengefühl des Mannes überaus ſympathiſch und
um ſo ſchmeichelhafter und reizvoller, je weniger er imſtande iſt,
Herr und Mann zu ſein. Auch hier alſo ein Wunſchtraum, wie
ſo vieles, ja das meiſte im Film, aus dem man mit einiger Auf=
merkſamkeit
ſämtliche Iluſionen ableſen kann, mit denen heute
der Menſch ſein desilluſioniertes Daſein ſpeiſt.

Nummer 405.

Aufgabe 584.
8. Kolodnas in Kaunas.
(Die Schwalbe, 1930.)
(
5

Ge

Prüfſtellung: Weiß: Ka3 De8 Ta4 68 La2 g1 Sbt e3 Be2 14 (10);
Schwarz: K44 Tel h3 Tac h7 Bb5 b6 42 (8): 24.
Aufgabe 585.
H. Weenink in Amſterdam.
(Schweiz. Schachzeitung, 1918.)
Beiß: Ke7 Dg3 Tb5 Se5 Ba6 63 e6 (7);
Schwarz: K15 Da3 Be4 (8).
Matt in drei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 574577.
574. M. Schneider. Ehrenpreis in der Zweizüger=Abteilung der Schwalbe‟, 1930,I.
(Eh6 Dh5 Le4 81 Sb5 d7 Bd4 t5 g8: Ke4 Uh3 Se8 Bd8 es 16 177 24.
Mit Schwarz am Zuge entſtehen folgende Satzſpiele: 1. .. Be2 (Bd5. 8 , I.:15,
I.); 2. 8e8 (8e5, Bif6. Dh1, Dg4)4. Wie konn nun Weiß ſeine Drohung auf=
rechterhalten
? Durch den Wartezug 1. 0.h5h11 Auf 1.... Be2 (6d5.8, Lif5,
I.2, K:f5) folgt 2. Dd3 CLd3, 8:d6, Se3, Dg4, Dis)+. Ein jehr gutes Zug=
wechſelproblem
mit 4 Mattänderungen, darunter 3 neue und ein Mehrmatt.
575. D. Dehler. Dtſch. Wochenſchach, 1916. (Ke5 Le8 h4 8d3 e5 Be2 k2 h5;
Fe4 Bes 14; 34k.) Sahz: 1. ..Bf3 1. 507 Kf5 3. Sfo4k. 1. 1o8hsibts
2. 8g4 Kf5 3. Sf64. Ein Tempo=Inder.
578. F. Palatz, Urdruck. (K15 Df1 8h8Be6; Xh6 Lo5 8h8 Bh 7; 4F.)3 dee-
gemäße
Berführung: 1. Dih 347 Kg7. 1. Df1g9: Groht 2. 8k74) 1.:.. l.h8
2. D:h84 K87 3. Ph51 g. 4. Dr 74. Selbſtblock.
577. B. 6. Törngren. Spenska Dagbladet: 1929. Estrapreis im Miniaturentur=
nier
1928/29. (Ka8 De8 L.k6 Ba6 b4: Kb6: 2tt.) 1. Bb4b5! Ka5 (a7,
. e5 2. La8 Cd4, De6, Dd8)4. Freiheit des ſchwarzen Königs auf den
Diagonalen.
Löſerliſte: Hermann, Garnier (575577) Georg Peter in
Schwarz, Oberheſſen (574, 577).
Briefkaſten: N. N. 574. 1. Kh72 L.15.). A. K.: Beim
erſten Zuge dürfen nicht zwei Bauern zugleich gezogen werden. Jeder
Bauer darf von ſeinem erſten (urſprünglichen) Standfelde ein oder zwei
Felder vorrücken.

IR

Rätſel

I

Harchae
Unfried, Wahrſpruch, Strohwiſch, Tänzer, Kamm. Furfen, Ausfan.
Torte, Wagen.
In obigen Wörtern ſind die Anfangsſilben durch andere zu erſetzen.
ſo daß wieder bekannte Haupwörter erſcheinen, deren Anfangsſilben
Carl Deubel.
einen zeitgemäßen Ausſpruch nennen.
Borſetz=Rätſel.

ge r le gel ma land ter ſel der heit.
II.
R
Do Au . Em La Tal. En Na Se Eng Neu Erb
Ah Lt. In G Fes. Keck Ein Neu. Mar A Rhe. Rei But Rit
Sse Chi Hal
Vor je eine Silbe unter 1 ſetze man der Reihe nach drei Silben
aus der Gruppe II, ſo daß immer je drei zweiſilbige Wörter mit gleich=
lautender
Endſilbe entſtehen. Die Anfangsbuchſtaben der 30 Wörter
nennen dann etwas, das mit erſtaunlicher Meiſterſchaft betrieben wird.
Carl Deubel.

(uflöſungen der Rätſel aus Nummer 10.
Frühlingserwachen.

Magiſches Quadrat.
Buſonk, Sommer, Nieren.

faſſe

Druck. Verlag u. Kliſchees, L. C. Wittich ſche Hoibuchdruckerei, Rbeinſtr. 23. Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H Nette. Darmſtadt. Fernipr. 1. 23842392. Alle Rechte vorbebalten. Nachdr. verbdoter.

[ ][  ][ ]

Van

Wann mer net immer doſitzt un guckt in a Loch; odder
2 worzelt un ſchafft im Haus erum, aus lauder Verzweiflung wie
Sun Brunnebutzer; odder wann mer net gar aus purer Langweil
de liewe lange Dag in die Zeidung ſtiert, un lieſt die dägliche
Schlachtberichte, un dergleiche Schwindel, alſo ich maan,
wann mer de Blick for däß, was ſunſt noch um aam erum vor=
geht
, noch net ganz verlorn hott, ſo wärd mer gemärkt hawwe,
daß mer mittlererweil in de März enei geritſcht ſin, in de Monat
Närz, vun dem allgemein behaubt wärd, daß ſich do, außer de
Veilcher, noch allerhand annern Gefiehler, lenzlicher Art, be=
märkbar
mache dhete. Was däß for Gefiehler ſin, dodriwwer
kann mer allerdings verſchiedener Maanung ſei, insbeſunnere,
wo mir neierdings mit=eme Wädder geſäjend ſin, däß wo mer
net grad als beſunners lenzlich a gucke kann; es bliehe wenicher
die Beilcher, als die blaue Naſe ...
Awwer dem mag ſei, wie=em will, dann dodriwwer kann’s
kaan Zweifel gäwwe, der Friehling kimmt drotzalldem mit
Macht, was mer ſchun an allerhand Friehlingsbode wahrnemme
kann. Mer brauch bloß en Blick in ſein Keller zu ſchmeiße, wo
die Brigädds langſam die Blatzangſt krieje, un wo mer ſchun
die Kohle zuſammeſtreiche muß, wie die Krimmel uff’em Kuche=
däller
. Mer brauch bloß zu ſähe, wie ſe in de Stroße die Bäum
umhacke, odder dhun ſe abkrotze, daß bloß noch en Storze ſteh
bleibt; un mer brauch bloß hiezuhorſche, wann uff aamol

im
An=
dan

heuf
bein
ppäe
Frad
höt
nn
aivg
anl
nach
der

hnett

ärchendwo ſtack un heffdich vum Verkehr geſchwätzt wärd, der
wo daals gehowwe, un daals geregelt ſoll muß wärrn;
un mer brauch ſchließlich un endlich nor emol en Ausflug zu
wäge, beiſpielsmeßich iwwer de Märksblatz, odder iwwer de
Baradeblatz, un brauch bloß bis iwwer die Knöchel ei zuſinke
ſo hott mer ſchun einiche vun dene Friehlingsbode . . .
Nooch däre umſtendliche Eileidung, wärd mer nu ohne
weideres ſchun vun ſälbſt druff kumme ſei, daß ich kaaneswähks
die Abſicht hab, vun de Staarn un de Störch zu ſchwätze, die
wo immerhie zimmlich unſichere Kanndoniſte ſin, in Bezug
uff ihr Amt als Verkindicher vum Friehling. Wann aach annerer=
ſeiz
net zu leichne is, daß ſich bereits de erſte Storch, drunne in
Hahn, bei Pungſcht, widder nidder geloſſe hott; un zwar nooch
alder Gewohnheit uff em Rodhaus was mich mit
einichem Neid erfillt, dann wann ich mer denk, mir hedde in
unſerm liewe Städtche uffm Rodhaus aach noch e Storchenäſt,
mit=eme richdichgehende Storch drin, Herr meines Läwens,
was gebt däß erſt for=e Geklabber! Ganz abgeſähe, daß däß
widder aa vun unſere bemärkenswärde Sähenswärdichkeide ab=
gebt
, do dhete die Fremde Maul un Aage uffreiße. Awwer
nadierlich, ſeinerzeit, beim Umbau wäje dem verbogene Balke,
do hott=en vor alle Dinge däß vornehme Weillokahl vorge=
ſchwäbt
;: Dachgebälk mitfamſt em Dach war=en ganz ſchnubhe.
ſedde ſe ſeinerzeit e Storchenäſt druffgebaut, däß hett gezoge;
weer an aam Owend mehr Läwe uff em Dach gewäſe, wie
mn ire ganze Woch im Keller
Verzeihung, ich bin vun dem, was ich eichendlich ſage wollt,
e bische abkumme; nadierlich mer brauch bloß an’s Rodhaus zu
denke un ſchun ſchwäzzt mer ſchläächt Zeihk, un kimmt vum
Hunnerſte uff’s Dauſenſte un vergißt die Haubſach .."
Alſo vum Friehling hatte mer’s, un vun ſeine Vorbode.
Un in däre Beziehung hab ich net vun de Staarn un Störch
ſchwätze wolle, un aach net vun de Amſchele, die wo äwe ſo
langſam ihr Schnäwwel wetze, un morjends in aller Frieh
ſchun Singſtund abhalte, damit ſe rechtzeidich däß Lied vum
billdach aſtimme kenne: Der Le=henz iſt da!
Naa, die
Staarn, die Störch, die Amſel, Droſſel, Fink un Meiſe, däß ſin
alles kaa zuverleſſiche Friehlingsbode, ſundern wie ich bereits
dwwe a gedidde hab, halt ich mich an ſicherere un unweigerlich
m unmißverſtendliche Dadſache, die wo beſſer als alles annere,
un ohne Lug un Drug beweiſe, daß der Friehling im Azug is.
Un der Beweis is noch niemols widderlegt worrn.
Nemlich: wann Beruffene, un Unberuffene, mit un ohne
bumor, uff de Zuſtand vun unſere Gehwähk ſchimbfe, ſo kann
mer ruhich a’nemme, daß de Friehling net mehr färn is. Frei=

lich, mer hett aach ſchun im Herbſt, odder im voriche Summer
druff ſchimbfe kenne, uff unſer Gehwähk. Odder beiſpiels=
meßich
wie ich; ich hab ſchun vor ſiwwe Johr druff geſchumbfe;
domals, wie mer Gäld hatte wie Hei, wann aach bloß gebumbtes:
domols, wie mer ſo aſch hoch enaus gewollt hawwe, un wo uns
nix fei un vornehm genuch war. Awwer domols hatt mer aller=
hand
annern Pleen im Kobb, bloß net unſer ſchlechte Gehwähk;
an dene hott mer bloß jeden Summer e bische dro erum
geflickt un hott gedenkt, s fellt weiders net uff. Heit ham=mer
nadierlich kaa Geld, un gebumbt krieje mer aach kaans, un miſſe
uns mit unſere Gehwähk behelfe, ſogud wie’s geht. Un daß
ſe nooch=eme lengere Winder net beſſer wärrn, däß is ſälbſt=
redend
. Infolche däſſe kumme ſe jed Friehjohr widder uff’s
Dabeed, un kenne däßhalb als undriegliche Friehlingsbode
gälde.
Als weiderer Friehlingsbode kimmt dann der Mattſch un
Flabbſch uff unſere freie Blätz in Bedracht. Vun vorſintflutliche
Verhältniſfe zu ſchwätze, geht nadierlich e bische zu weit. Sun=
dern
wie mer jeder Fachmann beſtädiche wärd, liggt däß dodra,
daß im Winder de Boddem gefrorn is, odder daß es mitunner
nachts friert un am Dag daads widder, wann die Sunn druff
ſcheint, un weil der Boddem gefrorn is, kann die Feichdichkeid
net eidringe un däß gibt dann den Schlambes. Im Summer
märkt mer nix devo, awwer do friert’s aach ſälde. Freilich uffm
Märkblatz, do kann mer aach bei druckenem Wädder ei= un
e Baa bräche, un däß kimmt vun dene Rille, un Rinne, un
Forſche un Flöſſer, die wo de Räje verurſacht.
No valleicht wärd mer jetzt im Friehjohr die ganze Blätz
un die ungeblaſterte Gehwähk nooch liewer Gewohnheit widder
mit Kiß beſchmeiße; s Feſtdräde iwwerleßt mer dann dem
Publigumm, do ſpart mer die Walz
Alſo, wann mer

uffbaßt un ſieht, daß ärchendwo Kiß abgelade wärd, do kann mer
feſt druff geh, daß de Friehling im Amarſch is
Als weiderer Friehlingsbode kimmt dann noch der Staab
in Bedracht, den wo unſer Stroßereinichung verurſacht. Frei=
lich
, ’s haaßt ſo in dere hunnerdjähriche Wädderregel: Mär=
zensſtaub
bringt Gras un Laub awwer ob mer zu dem
Zwäck aach noch den Darmſtädter Stroßeſtaab mobbiliſiern muß,
däß mecht ich einichermaße bezweifele.
Allerdings, muß ich ehrlich bekenne, was den Staab albedrifft,
ſo hott der nix zu lache. Gäje den gehn ſe mit aller Gewalt vor,
Morjends ſchun in allerfrieh, un uff baade Drottwahs zu
gleicher Zeit, damit mer jo net ausweiche un ſich um de Genuß
bringe kann. Meiſtens ſpritze ſe gornet. Awwer manchmol
dhun ſe beiſpielsmeßich uff e Drottwahleng dun=eme halwe bis
zu=eme ganze Killomeder e groß Waſſeriwwerſchwemmung,
wahre Sinnflut aus lauder Waſſer vun mindenſtens ſächzig bis
ibbzich Waſſerdröbbcher wolkebruchardig loslaſſe, un ricke dann
dem Staab zu Leib, un jagen mit Bäſem un Schrubber eriwwer
un eniwwer, daß mer glaabt, mer weer in=en Samum enei=
gerade
. No un der Staab dhut ſich in ſeine Verzweiflung ſo
lang in de Luft erum dreiwe, bis die Stroßereinichung außer
Sicht is; dann legt er ſich widder hie, wo er geläje hott . . ."
Un dobei muß ich offe zugäwwe, daß unſer Stroßereinichung
uff de Heeh is, insbeiunnere in Bezug uff die Staab=
erzeichung
. Net nor, daß mer e Modorkehrmaſchien hawwe,
die wo, wann ſe will, mehr Staab mache kann, wie e ganz
Räjemend Stroßekehrer; naa mir hawwe neierdings aach e
Sandſtreimaſchien, ſor waun Glatteis is; alſo do ſpritzt de Sand
ganze ſtroßebraad hinneraus, wie aus=eme Sieb. No un wann

de Pedruß dann kaa Eiſähe hott, un ſorgt dofor, daß dorch en
korze awwer kräfdiche Räje der Sand meechlichſt ſchnell widder
wäckgeſchwemmt wärd no do bleibt er halt widder lieje, bis
ſich die Stroßekehrmaſchien ſeiner animmt, un ſetzt en in Ve=
wegung
. . . ."
For uns Paſſande is däß e mehr wie frogwärdich Ver=
gnieje
. Un ſolang ſe halt kaan Modohrſtraßeſtaabſauger a ſchaffe,
der wo den Staab aach gleich verſchluckr, ſolang bleibt uns nix
annerſter iwwrich, als ſälbſt zu ſchlucke, ſchluckſte net, ſo gilt’s
net. 8 aanziche Middel degäje is, mer pätzt ſein. geehrte
Schnawwel, feſt zuſamme, babbt ſich en Guddapärchaſtreife
driwwer, un verſtobbt ſich die Naſelöcher mit Wax odder mit

Waddeſtöbbſel, un dhut ſo wenich wie meechlich, odder wo=
meechlich
iwwerhaubt net ſchnaufe un odme. Un waun mer ſich
dann, zu aller Vorſicht, noch e Gasmaske uffſetze dhut, no dann
kann mer wärklich net behaubte, daß mer vun dem Stroßeſtaab
beläſticht wärrn dhet; ſundern mer wärd den Staab ſogar
ſchätze lärne, indem daß däß nixdeſtodrotz en undrieglicher Ver=
kinder
vum Friehling is.
Korzum: Des Geſchwätz iwwer die ſchlechte Gehwähk,
des grundloſe Geſchimbf uff den grundloſe Maddſch un Flabbſch,
des Geredd vum gehowwene un geregelte Verkehr, un die
Mobbiliſierung vum Stroßeſtaab, däß ſin die beſte Vorzeiche, daß
de Friehling vor de Dier ſteht.
Un däßhalb mag’s jetzt kumme wie’s will, s Gröbbſte hawwe
mer widder mol hinner uns. Un ſo vvolle mer uns net die
Stimmung verdärwe loſſe, un vvolle uns jage: Un wann der
ganze Schnee verbrennt, es muß doch Friehling werden . . .
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Ich hett in Owwichem aach die
Packblatzfrog erwehne kenne. Awwer die kann mer ſozuſage
un diräkt net grad als Friehlingsbode a ſpräche, dann die ſpuckt
bekanntlich in alle Johreszeide erum, un macht ſich unbeliebt,
wo ſe ſich blicke leßt
Ja, däß is aach e ewich Kreiz un e Nod mit dem verflixte.
Audoverkehr, der is ſich zuguderletzt ſällwer im Wähk. Un wie
ſoll däß erſt emol wärrn, wann die groß Audoſtroß vun Ham=
borch
nooch Mailand, odder vun Spitzbärje nooch m Kab der
guden Hoffnung färdich is, un fiehrt diräckt dorch Darmſtadt,
odder doch wenichſtens noh dro vabei . . . ?
Awwer däß hott jo ſchließlich noch gude Wähk; vorerſt miſſe
mer emol ſähe, wie mer mit dene zwaa odder drei Audos aanich
tvärrn, die tvo mitunner uff aam Butze zuſammeſteh, un ſin ſich
un de ganze Umgäjend en Dorn im Aag
Allerdings, daß mer grad den Baradeblatz zu=eme Packblatz
geſtembelt hott, halt aach ich net grad for=e Badendleeſung; be=
ſunners
ſolang er noch net gebläſtert odder aßfalldiert is.
Aeweſowenich wie den Packblatz uffm Mackblatz for’m Rodhaus,
wodemit ſe ausgerächent dem Kalbfuß die Gugg verſpärrn.
Wann ich Kalbfuß weer, ich dhetin was annerſter verzehle
(Freilich, ſchee ausſähe dhuts jo, wann ſo e paar Audos vor’m
Rodhaus ſteh, ier kennt dann wunners glaawe . . .
No alſo, die Packblatzfrog macht glaaw=ich kaauer Großſtadt
ſoviel Sorje, wie uns, die mir’s erſt noch wärrn wolle. Awwer
do mer ſcheints behördlicherſeiz uff kaan gude Gedanke zu kumme
ſcheint, hab ich, un mei Ooſepfeil, emol unſer Knorrnkehb e
bische a geſtrengt un bringe hiermit bildlich e Leeſung, die wo
jeder Großſtadt Ehr mache dhet. Bidde:

Ich maan, däß mißt e Leichdichkeid ſei, ſo en Zentral=
Spiralpackblatz um’s Mullemend erum a zubringe. Wie däß zu
mache is, däß ſolle jetzt emol unſer Herrn Bauinſchennieer
erausdifftele, for was ſin dann die ſchließlich do. Sollt mer
dohärngäje den gude Vorſchlag in de Wind ſchlage, bloß weil
er net vun Fachleit ſtammt, dann mecht ich gleich bemerke, daß
mer kimfdich an de Packblatzfrog deßindräſſiert ſin. Dann
gottſeidank hawwe mir leider Goddes kaa Audo, weder ich noch
mein Speezel; uns kann’s alſo Worſcht ſei; un die wo aans
hawwe, ſolle’s kimfdich uff de Buckel nemme, do ſteht’s aach
niemand im Wähk . ..

Der zeitgemäße Haushalt.

Speiſezettel für die Zeit vom 9.15. März 1931.
(Zuſammengeſtellt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.)
Montag: Maggi=Suppe, Grünkohl mit Haferbrätlingen*).
Dienstag: Gemüſeſuppe, Kartoffelpuffer mit Apfelbrei.
Mittwoch: Sagoſuppe, gebackene Leber, Kartoffelbrei, grüner
Salat.
Yonnerstag; Knorr=Suppe, Spinat mit Kaiſerſchmarren.
Freitag: Spinatſuppe (Reſtverwertung) gedämpften Fiſch
mit Kartoffeln und Peterſilientunke; Oetkers Pudding.
Samstag: Kartoffelſuppe, arme Ritter mit Vanilletunke.
Sonntag: Lauchſuppe, Kalbsbraten, Selleriegemüſe, Kartoffeln
und Salat.
*)Haferbrätlinge: 150 Gramm Haferflocken, 90 Gramm
Syinat oder Wirſing, ½ Liter Waſſer, 1 Ei. 1 Eßlöffel Mehl,
Sälz. Muskat. Die Haferflocken mit heißem Waſſer übergießen,
züdecken. Der gewaſchene rohe Spinat wird fein gehackt und mit
den anderen Zutaten unter die Haferflocken gemiſcht. Mit dem
Loffel ins heiße Fett kleine Kuchen gegeben, flachgedrückt und auf
beiden Seiten gebacken.
*
Wie ſieht Ihr Küchenfenſter aus? Selbſt jene
Hausfrauen, die in ihrer ganzen Wohnung Sinn für geſchmack=
volle
Dekoration verraten, legen ſehr oft dem Schmuck des Küchen=
fenſters
nur wenig oder gar keinen Wert bei. Ein Gardinenreſt
wird an den unteren Scheiben als Zuggardine und Schutz gegen
die läſtige Neugier der Nachbarn, über dem Oberlicht der nahezu
bbligate Querbehang angebracht und das iſt alles, was ſie für
die Küche als Fenſterumrahmung aufzubringen vermögen. Grade
das Fenſter dieſes ſo überaus wichtigen Raumes, in dem ſie,
außer dem Schlafzimmer, die meiſte Zeit ihres Lebens beim
Speiſevorrichten und =bereiten zubringen, ſollten ſie jedoch ſo an=
mutig
und reizvoll wie möglich ſchmücken. Die Koſten dafür ſind
Vering, wenn ſie ſich dazu des ſo preiswerten ſogenannten Tape=
diererneſſels
bedienen. Schmale Langſchals von dieſem, je nach
der Farbe der Küche mit ſchmalen Volants oder Pliſſees von
eulerrotem, goldgelbem, ſaftgrünem oder hellbraunem, waſch= und
lichtechtem Kattun oder Satin am Rand beſetzt und mit eben=
ichen
Bändern zurückgenommen, bogig geraffte oder geſchnittene
uerhehänge, auf gleiche Weiſe ausgeſtattet, oder mit mehreren

Blenden dieſer Art in verſchiedener Breite beſetzt, ergeben in
ihrer Geſamtheit eine äußerſt reizvolle Fenſterbekleidung für die
Küche, die den Vorzug hat, waſchecht zu ſein, ſich leicht reinigen
zu laſſen und dem Raum ein überaus freundliches Gepräge zu
verleihen.
Um die ſo häßlichen Schweißränder in Herren=
filzhüten
zu vermeiden, die ſowohl in hellen, wie in
dunklen und ſchwarzen Hüten unliebſam auffallen, ſchneide man
in der Breite des Schweißleders und der Weite des Kopfes ein
bis zwei Streifen Löſchpapier, die man unter das Leder ſchiebt.
Raps, ein wohlſchmeckendes, blutreinigendes
Frühjahrgemüſe. Neben dem Spinat, dem erſten grünen
Blattgemüſe des Frühjahrs, ſollte auch der Raps, der in jungem
Zuſtande vor der Blüte allenthalben geerntet wird, des öfteren
auf den Tiſch kommen, da er nicht nur billig und wohlſchmeckend
ſondern auch von ſäfteerneuernder und blutauffriſchender Wir=
kung
iſt. Nachſtehend das Rezept:
Sauber verleſenen und gewaſchenen Raps wiegt man auf be=
näßtem
Brett recht fein und fügt ihn zu folgender Mehlſchwitze
drei große Scheiben Speck feinwürflig geſchnitten und reichlich
kleingeſchnittene Zwiebel bratet man goldbraun, füge ein bis zwei
Eßlöffel Weizenmehl bei und bereitet eine lichtbraune Einbrenne,
die man mit einer Taſſe Waſſer aufgefüllt, ſämig kochen läßt,
Mit dem Raps vermiſcht, verrührt man beides gut, läßt den Raps
nur einige Male aufſtoßen (nicht kochen) und ſchmeckt das Ge=
müſe
mit Salz, wenig Pfeffer, Eſſig und Zucker pikant ſüßſäuerlich
ab. Man reiche zu dieſem Gemüſe entweder Setz=, Rühr= oder
Spiegeleier und Salzkartoffeln.
Kerbelſuppe. Ein Eßlöffel Fett oder Butter und ein
Eßlöffel feingewiegten Kerbel miſche man mit einem Eßlöffel
Mehl und durchdünſte alles gut, um es dann mit 741 Liter
Waſſer aufgefüllt, langſam kochen zu laſſen. Zuletzt ſchmecke man
die Suppe mit Salz, wenig Pfeffer und reichlich Butter ab. Mit
geröſteten Semmelbröckchen wird die Suppe weſentlich verfeinert.

Die erſten Nachrichten vom Startplatz der Mode ſind einge=
troffen
! Sie werden verkündet in der ſoeben erſcheinenden erſten
Frühjahrsmoden=Nummer der Eleganten Welt und lau=
ten
: Revolution der Farbe! Evolution der Form! Freiheit, Phan=
taſie
und Individualität ſind die charakteriſtiſchen Merkmale der
neuen Mode! Die Hüte ſind wieder garniert! Intereſſante Kom=
binationsſtoffe
ſind Trumpf! Ueber nähere Einzelheiten berichtet
das obige Heft.

Humor

Vergaloppiert.

Rr
Sind Sie hier Chef oder ich?"
Sie natürlich.
Dann reden Sie gefälligſt keine Dummheiten!
Schlechte Zeiten. Tag, lieber Freund, wir haben uns lange
nicht geſehen, wo wohnen Sie denn jetzt?
In der Auguſta=
ſtraße

Auguſtaſtraße? Da wohne ich ja auch!
K"
Dann haben wir ja denſelben Gerichtsvollzieher
(Mouſtique.)
Vater, ſchenke mir 10 Pfennig, ich möchte mir gern den
Mond durch das große Fernrohr anſehen!
Warte man noch
eine Woche, Junge, dann haben wir Vollmond, da ſiehſt du mehr
für dein Geld!
(Paſſing Show.)
Zweifelhafte Hilfe. Haben Sie ein Mädchen, oder machen
Sie die ganze Hausarbeit ſelbſt?
Ja.
Was meinen Sie
denn nun
Ich habe ein Mädchen und mache die ganze Ar=
beit
ſelbſt!
(Paſſing Show.)

Er kann nicht anders. Ich löſe meine Verlobung wieder
auf! Aber, warum denn, Erika?
Mein Bräutigam iſt
Uhrmacher und will mich immer aufziehen! (Karikaturen.)
Der Schnorrer. Herr Wirt, was koſtet ein kleines Helles?
Wenn Sie ſich an den Tiſch ſetzen, zwanzig, und wenn Sie an
der Theke im Stehen trinken, zehn Pfennig! Und wieviet,
(Goblin.)
wenn ich auf einem Bein ſtehe?
Der Grund. Seit einigen Tagen kann ich nicht mehr ſchlafen,
An
Wann begann denn dieſer Zuſtand?
Herr Doktor
dem Tage, an dem der Gerichtsvollzieher mein Bett abholte.

[ ][  ][ ]

Zeit

un
in
e
iſe
in
ter
m
au
dI
zei
10

Knöpfe auf den neuen
en
Oruhjahrsmodelien.

z:
Es iſt außerordentlich intereſſant, zu beobachten,
wie jede neue Saiſon ihre ganz beſtimmten Gar=
nierungen
ins Treffen führt, die trotzdem man
ſie vielfach, natürlich ganz zu Unrecht, als un=
wichtig
bezeichnet doch ſpäterhin für die charak=
teriſtiſche
Beſonderheit der Mode maßgebend
werden.
Die vergangene Saiſon ſtand, wie man weiß,

mitunter im Zeichen allzu ſüßlicher, Garnierun=
gen
, denn es gab Bänder, Blüten, Stickereien, ſo=
gar
Federn, kurzum einen Stil, der vielleicht an=
mutig
, aber ſicherlich nicht für jede Trägerin ge=
eignet
war.
Die großen Modeſalons, die endlich einmal
wieder Gelegenheit hatten, ſich auszutoben,
waren natürlich begeiſterte Anhänger und Ver=
fechter
dieſes Stils, und, ſoweit man kritiſch vor=
le
le-
ging
und genau wußte, für wen dies oder jenes
geeignet war hatte die Mode ſicherlich auch
manches Gute. Wenn aber der gute Geſchmack
auch nur im entfernteſten gefährdet wurde, kam
die Mode im Nu auf ein falſches Geleiſe, und die
Folge davon war eine Kette modiſcher Irr=
tümer

Sehr begreiflich, daß nun nach einer langen
Ballſaiſon , nach einer Mode, die was ihre
Details anbelangt ſozuſagen aus dem Vollen
ſchöpfte eine Umwälzung zwangsläufig folgen
mußte, und tatſächlich kam ſie raſcher als man
dachte.
Die Dame ſelbſt war es, die erkannte, daß
wenn man ſchon die abendliche und gelegentlich
auch die nachmittägliche Kleidung phantaſievoll
geſtaltete die Strapazaufmachung um ſo ſchlich=
ter
ſein müſſe, um nicht der großen Gefahr der
Uebergarnierung zu verfallen, die ja eigentlich
immer für einen unausgeglichenen Geſchmack
ſpricht.
Eine Folge dieſer Erkenntnis iſt es, daß die
erſten neuen Frühjahrsſachen auffallend ſchlicht
und in ihren Effekten ſehr ſparſam ſind.
2
Unter den wenigen Garnierungen, die von den
führenden Ateliers geduldet werden (die Mode=
ſalons
haben ſich auf die neue Note erſtaunlich
raſch umzuſtellen vermocht!), begegnet man immer
wieder den Knöpfen. Anfangs war es etwas merkwürdig,
dieſen Effekt, der ja eigentlich viele Jahre lang völlig ausgeſchal=
tet
geweſen war wieder praktiſch angewandt zu ſehen; bald
aber war man ſich darüber einig, daß hier eine ganz ausgezeich=
nete
Aufputzmöglichkeit gefunden wurde, die in ihrer Schlichtheit
und Ungewolltheit zweifellos jedem Geſchmack Rechnung trägt.
Die Vorkollektionen" der verſchiednen großen Werkſtätten
bringen denn auch zahlreiche ſchicke Frühjahrsſachen, die faſt aus=
nahmslos
allerlei Knopfwirkungen variieren, und es zeigt ſich,
daß dieſer Aufputz ebenſo gut für Stoffkleider wie für Seiden=

Was man für Wochen=
U
endfahrten tragen wird.
Kaum zeigen ſich die erſten Sonnenſtrahlen
beginnt ſich auch ſchon die Wanderluſt zu regen;
man unternimmt kleinere und größere Touren und
freut ſich der Weekendfahrten, die nach den =
hen
der Woche Erholung bringen ſollen.
Aber Sonnenſchein und Wanderluſt ſind noch
nicht alles; vollkommen erſcheint das Vergnügen
nur, wenn auch für die entſprechende Aufmachung
geſorgt iſt. So einfach dieſes Kapitel manchem
auch erſcheinen mag, ſo ſchwierig iſt es im Grunde
genommen, denn es heißt hier immer jene Note
zu finden, die zeitlos, alſo weder an eine be=
ſtimmte
Saiſon, noch auch an die jeweilige Mode
gebunden iſt, ſondern als allgemeingültig, an=
geſehen
werden darf, worunter aber nur jene
Reiſe= und Sport=Dreß zu verſtehen ſind, die man
jahrelang unverändert tragen kann.
Es gibt ja hier einen gewiſſen traditionellen
Stil, den manche gefühlsmäßig erraten, weil er
ihnen ſozuſagen im Blute liegt.
Solche Aufmachungen müſſen nämlich bei allem
Schick vor allen Dingen in der Linie beſcheiden
und unaufdringlich und in der Farbe kultiviert
und dezent ſein.
Daß überhaupt nur die allerbeſten Materialien
in Frage gezogen werden dürfen, iſt wohl ſelbſt=
verſtändlich
, wenn man bedenkt, daß derartige
Stücke mitunter jahrelang in Verwendung bleiben
und auch nach häufiger Inanſpruchnahme ihre ur=
ſprüngliche
Form nicht verlieren dürfen.
Die Kunſt, ſich richtig zu kleiden, iſt im allge=
meinen
ſehr ſchwer erlernbar, und gerade da, wo
es darauf ankommt, bei vorſichtiger Beſchränkung
die richtige, perſönliche Note zu unterſtreichen,
verſagen manche. Meiſt wird nämlich des Guten
zu viel getan und der Einfachheit der Aufmachung
nicht gewahrt, was ſelbſtverſtändlich gerade beim
Sport als grober Fehler gilt.
Im Grunde genommen, braucht man für ſolche
Gelegenheiten nichts anderes als ein nettes, flot=
tes
Kleid und eine ſchlichte Umhülle, oder aber
anſtatt deſſen ein Koſtüm, das die gleichen Dienſte zu leiſten
vermag.
Was die hier in Frage kommenden Deſſinierungen betrifft
ſei vorweggenommen, daß man heuer mit karierten Sachen ganz
beſonders ſympathiſiert, gleichviel, auf welche Art dieſer Effekt
erreicht wird. Außerordentlich geſchätzt ſind die verſchiedenen
Plaid=Stoffe, die ſich beſonders für die neuen Umhüllen ſehr gut
eignen. Aus dieſen Materialien entſtehen denn auch die ſchönſten
Mäntel, die dank ihrer gedeckten Muſterung wenig empfindlich

modelle anwendbar ſei und ſich ſogar in der Strickmode durchſetze,
Es ergibt ſich ein ſo weites Feld, daß man Knöpfe auf Kleidern,
Koſtümen und Mänteln ſehen wird, was nichts anderes heißt,
als daß die Knopfmode auf allen Linien ſiegreich werden wird.
Einige Skizzen, die wir als Vorläufer der neuen Mode im
Bilde feſtgehalten haben, zeigen, wie anziehend dieſe neue Gar=
nierung
iſt und wie flotte Effekte ſie ſchafft.
Wir beginnen mit einem jugendlichen Frühjahrs=
koſtüm
. Die Jacke iſt diesmal nicht mehr mit dem faſt obligat
geweſenen Gürtel zuſammengehalten, ſondern auf einen Knopf

ſind und gerade aus dieſem Grunde für die Wochenendfahrt ſehr
geſchätzt werden.
Mitunter pflegen dieſe Umhüllen mit Leder eingefüttert und
derart ausgearbeitet zu ſein, daß man ſie auf beiden Seiten
tragen kann, ſodaß ein ſolches Stück gelegentlich als Stoffumhülle
und dann wieder als Ledermantel ausgezeichnete Dienſte leiſtet
(Bild 1). Allenfalls werden zu einer ſolchen Aufmachung Leder=
handſchuhe
mit hohen Stulpen vorgeſehen, da ja gerade die richtig
gewählten Attribute der Kleidung vollendete Eleganz verleihen.

verſchloſſen, während kleinere Knöpfe den Beſatz
der Taſchen zieren, der der Kante des Koſtüms
folgend bogenförmig geführt iſt.
Die intereſſante Rockpartie bringt eingeſetzte
Falten, wodurch dem Rocke jene Weite gegeben
wird, die immer gefällt und trotzdem die ſchmale
Silhouette wahrt. Neuartig ſind die mit breiten

Revers verſehenen Bluſen, die über die Jacke ge=
ſchlagen
werden und ſomit der ganzen Erſcheinung
etwas Friſches, Freundliches, Frühlinghaftes geben
Auf der Bluſe ſieht man erbsgroße Perlmutter=
kugelknöpfe
, die ſich für helles Seidenmaterial ſehr
gut eignen. (Skizze.)
Viele ſind der Meinung, daß Knöpfe nur für
ausgeſprochene Trotteurſachen in Frage kämen; dies
iſt aber ganz und garnicht der Fall, da man gerade
heuer zahlreichen Beſuchskleidern begegnen wird,
die ſich dieſer Garnierung bedienen. So zum Bei=
ſpiel
führt unſere zweite Skizze ein Nachmittags=
modell
aus Georgette vor Augen, das bis auf
den bogenförmig angearbeiteten Anſatz ganz
gerade geſchnitten und in ſeiner Geradlinigkeit
durch eine Längsreihe eingepreßter Kugelknöpfchen
gefördert wird. Für Modelle dieſer Art zieht man
immer gerne mittlere oder dunkle Farben heran
beſonders beliebt iſt heuer marineblau, das wäh=
rend
der letzten Saiſon bekanntlich durch Schwarz
vollkommen verdrängt worden war. Es darf aber
natürlich nicht vergeſſen werden, unter allen Um=
ſtänden
eine helle Garnitur vorzuſehen. Be=
ſonders
ſchick wirken die geraden Schals (die zu
viereckigen Ausſchnitten ganz entzückend ſind). Sie
werden einerſeits mit einer Schmucknadel gehalten
und fallen ſoſe herab, andererſeits aber verſchwinden
ſie im Ausſchnitte, wie dies bei unſerer Zeichnung
zu ſehen iſt.
Die Strickmode, die, wie man weiß, ſeit Jahr
und Tag jeden Modegedanken zu allererſt aufgreift,
hat auch diesmal nicht gezögert, ſich die Knopfgar=
nierungen
zunutze zu machen, und man muß ſagen,
daß dieſer Effekt ſich in Verbindung mit den eigen=
artig
=poröſen Jerſeys der neuen Saiſon ausgezeich=
net
präſentiert. Die ungekünſtelten und eben da=
rum
ſo kleidſamen Formen der letzten Schaffungen
erhalten durch die Knopfbahnen ſozuſagen die Be=
ſtätigung
ihres markanten Stils.
Helle Revers, Stulpenmanſchetten und viele
ähnliche, ungemein appetitlich ausſehende Attri=
bute
haben die verſchiedenen Jerſey=Sachen mit
einem Schlage in den Mittelpunkt des Intereſſes
zu rücken vermocht. (Bild 3.)
Sehr viel Aufmerkſamkeit wird natürlich dem neuen Früh=
jahrsmantel
geſchenkt; die Dame iſt durch mancherlei Erfahrun=
gen
während der letzten Saiſons zu der Ueberzeugung gelangt,
daß immer wieder die geraden, paletot=artigen Typen die beſten
und richtigſten ſeien.
Daß hier auch die Idee des Knopfaufputzes beſonders gut
zur Geltung kommt, iſt ſehr begreiflich. Als Beiſpiel haben wir
im letzten Bilde einen einfachen Mantel feſtgehalten, deſſen ein=
zige
Garnierung in einer durch die Rückenmitte führenden Knopf=
leiſte
beſteht.
Willy Ungar.

Ganz entzückend ſehen die neuen Koſtüme
aus; auch hier gibt es manche Karo=Wirkungen,
die allerdings klein und ganz unaufdringlich
ſein ſollen und meiſt den Charakter des Pepita=
*
Muſters haben, von dem man ſich heuer in den
verſchiedenen Modeſalons viel Erfolg verſpricht,
Auch in dieſem Falle ſind verſchwimmende Miſch=
farben
ſehr beliebt, etwa beige mit braun, grau
mit blau, ſand mit grün, beige mit rot, grau mit
ſchwarz uſf. Die etwas taillierten Jacken pflegen
rund abgekantet zu ſein und mit einem Rock in
Verbindung gebracht zu werden, deſſen unten ein=
geſchobene
Keile eine leicht=glockige und darum
ſehr jugendliche Wirkung ſichern. Ein Koſtüm die=
ſer
Art iſt natürlich nicht nur für Ausflüge und
Wochenendtouren, ſondern auch für die Prome=
nade
in der Stadt brauchbar. (Figur 2.) Ein auf=
geſtellter
Kragen entſpricht dem Geſchmacke der
Uebergangsſaiſon, die ihren Schaffungen gerne
einen Allwetter=Charakter gibt.
Daß gerade auf dieſem Gebiete die Strick=
mode
eine nicht zu unterſchätzende Rolle ſpielt, iſt
ſelbſtverſtändlich, umſomehr, als ſie mit zwei ganz
verſchiedenen Möglichkeiten hervortritt, und zwar
einerſeits mit ſportlichen Kleidern (die ihrer
praktiſchen Verwendbarkeit wegen allgemein ge=
ſchäatzt
werden), andererſeits mit ſchicken Kaſaks=
die
der Komplettierung jeder Sportdreß dienen.
Für die Kaſakbluſen pflegt man ſowohl die ori=
ginelle
Intarſientechnik, die durch die Vielfalt
ihrer Muſter geradezu verblüffend wirkt, als auch
die ſogenannte Grobſtickerei zu verwenden, die
trotz ihrer derb=ſportlichen Wirkung (die außer=
ordentlich
gefällt) weich und ſchmiegſam und in je=
der
Hinſicht ſympathiſch iſt.
Eine Kaſak dieſer Art bringt unſere letzte Figur
und zeigt, wie flott ein ſolches Stück zu einem
ſchottiſch=gemuſterten Stoffrock wirkt. Jenen, die es
lieben, durch Beſonderheit ihrer Aufmachung her=
vorzutreten
, ſei veraten, daß an vielen Riviera=
Reiſenden heuer inſoferne oftmals eine ſchicke Note
zu vermerken war, als aus dem Material der Reiſe=
dreß
vielfach auch ein kariertes Plaid und ein
kleiner Schal gearbeitet wurde, ſo daß eine
ausgezeichnete Geſamtwirkung entſtand, die immer
wieder großen Beifall auslöſte. (Letztes Bild.)
Die neuen Trikot= und Jerſey=Modelle ſind ſehr ſtra=
pazierfähig
und vorzüglich waſchbar, was natürlich ungemein
vorteilhaft iſt; im übrigen haben ſie eine ſachliche, aber keines=
wegs
nüchterne Linie und ſind wie unſere vorletzte Figur an=
deutet
durchaus der Inbetriff deſſen, was man ehemals als
Schneiderkleid, zu bezeichnen pflegte, ſo daß auf dieſe
Weiſe zu einer Mode zurückgefunden wurde, die erfahrungs=
gemäß
bereits vor vielen Jahren einmal als richtunggebend
gegolten hatte.
Willy Ungar.

[ ][  ][ ]

Nummer 67

aber

den

Sonntag, den 8. März 1931

Seite 23

Gaataagssatsstien.

Ein Roman von
Copyright by Noviſſima Verlag G. m. b.
In Fräulein Schulzes Gefühlswelt löſte die allmählich ſich
ärende Begebenheit widerſprechende Empfindungen aus. Der
ſattliche Obertelegraphenſekretär in den beſten Mannesjahren
ünkte ſie eine angenehme Auffriſchung nach den wechſelvollen,
ber doch ziemlich eintönigen Erlebniſſen, die ſie hinter ſich hatte.
err Lüdicke entſprach etwa der Höhenlage Amandas. Sie
urfte hoffen, ihm etwas zu werden, was ſie noch nie hatte ſein
önnen: ein Erlebnis ein Abenteuer, jedenfalls das größte,
as ſeine biedere Beamten= und Ehemannsſeele bisher zu ver=
eichnen
gehabt haben würde. Und nun kam dieſe merk=
bürdige
eigentlich recht ſtörende, unerwünſchte Angelegen=
eit
. Kein Zweifel: ihr eben erſt feſtgemachter Verehrer war
ninerlich ſtark abgelenkt . . .
Tatſächlich war Wilhelm Lüdicke in einer Seelenverfaſſung,
je ſich recht weſentlich von jener hoffnungsſeligen Stimmungunter=
chied
, in der er vor einer halben Stunde den Kopfhörer über=
jeſtreift
hatte.
2.
Kapitän Jens Mertens betrat heute den Speiſeſaal ſeiner
eliebten Chicago nicht ganz in der erträumten Hochſtimmung.
Auf ihm laſtete das ſtarke Unbehagen, das ihn jedesmal ankam,
wenn ihm dienſtlich bekannt wurde, inmitten der ſeiner Füh=
ung
anvertrauten Schar Paſſagiere befinde ſich ein Außenſeiter
der bürgerlichen Weltordnung. Das ſtörte ihm jenes lebe=
männiſche
Behagen, deſſen Vollgenuß ihn für das Rieſenmaß
von Verantwortung entſchädigen mußte, das der Beginn jeder
neuen Fahrt auf ſeine breiten Schultern legte.
Der Juwelendieb, wenn er ſich wirklich an Bord der
Chicago befand, durfte nicht entwiſchen. Es ging nicht um
oundſoviel tauſend Mark es war Ehrenſache. Ein Kapitän,
der acht Reiſetage hindurch Zeit hat, ſeine fünfzehnhundert Paſſa=
giere
zu beobachten, darf einen ſtrafrechtlich verfolgten Verbrecher
nicht unentdeckt durchflitzen laſſen.
Alſo bedeutete das Radio=Telegramm des reichshauptſtädti=
ſchen
Polizeipräſidiums eine ſehr ernſt zu nehmende Aufgabe
und damit eine unerwünſchte Störung des Reiſebehagens, das
für Kapitän Mertens ein entſcheidendes Element ſeiner Berufs=
tätigkeit
bedeutete.
In ganz anderer Verfaſſung hatte ſich der Oberſteward
Klamfoth beim Erklingen des Frühſtücksſignals an der Ein=
gangstür
des Speiſeſaals aufgepflanzt. Seefahrt war ihm nicht
Lebensnotwendigkeit, nur Durchgangspunkt. Er ſparte auf ein
Hotel im Harz.
Zudem fühlte er ſich als Menſchenkenner. Er trug das fel=
ſenfeſte
Bewußtſein mit ſich herum, er vermöge binnen der zehn=
tägigen
Fahrt jedem einzelnen der zwei= bis dreihundert Fahr=
Zäſte, für deren leibliches Wohl er zu ſorgen hatte, bis in die
dunkelſten Tiefen ſeines kontinentalen Daſeins hineinzuſchauen.
Ein Mann, der einen Juwelendiebſtahl von Millionenwert auf
dem Kerbholz hatte und zehn nein, es waren ja nur mehr
DER ECHIE

(Nachdruck verboten.)

Walter Bloem.
H., Berlin SW. 61, Belle Alliance Straße 92.
acht Tage unter Valentin Klamfoths Faltenblick unerkannt?
Abgeſchmackte Vorſtellung .."
Etwas wie Waidluſt zitterte um des Oberſtewards ſchmale
Naſenflügel, wetterleuchtete auf ſeinem gepflegten Geſichte, deſſen
ſcharfgeprägte Züge einem Miniſter wohl angeſtanden hätten.

0ja allerlei Sorten
Maltaffee gibts, aber nur
eine Kathreiner!
Den echten mit dem
Bilde Pfarrer Kneipp!
Der Gehalt machts!

(1V. 2211

Frau Ellen Winterfeld hatte die beiden Reiſetage und Nächte
in einem Gefühl todnaher Erſchlaffung verdämmert. Die üble
Laune des Nordweſtwindes ſchleuderte während der Kanalfahrt
dem Vorderſteven der Chicago ganze Alpenketten grüngläſer=
ner
, ſchaumgekrönter Gebirge entgegen. Einſame Seefahrt im
April nicht eben das ſicherſte Mittel, ein äußerlich überſtan=
denes
ſchweres Schickſal innerlich zu verarbeiten. Der Kampf,
der hinter dieſer Frau lag, hatte ſie oft an den Rand der Selbſt=
aufgabe
geriſſen. Um ihr Engagement au der Metropolitan
Opera antreten zu können, mußte ſie ein Scheidungsurteil über
ſich ergehen laſſen, das ſie ſchwerer Verletzung der durch die
Ehe begründeten Pflichten für ſchuldig und des Rechtes auf
ihre beiden Kinder verluſtig erklärt hatte.
Frau Ellen iſt nicht nur ſchuldig geſprochen ſie fühlt ſich
ſchuſldig die allein Schnldige. Junge, werdende Künſtlerin, hat
ſie eben die erſten Schritte auf die Opernbühne getan mit
einem unerträumt großen Erfolge. Da tritt ihr ein Mann ent=
gegen
ein ſtattlicher Landjunker. In entgleiſender Zeit hängt
er treu an alter preußiſcher Art. Freilich, er kann Jſoldes
Liebestod nicht von Heil dir im Siegerkranz unterſcheiden. Sie
reicht ihm die Hand, ſchenkt ihm zwei Kinder. Und eines Tages

überwältigt der Dämon ihres Lebens die treuen Vorſätze, zer=
trummert
das geſicherte Glück. Eines Tages iſt ſie verſchwunden,
drahtet aus Stuttgart ihrem Mann, ſie habe nach glänzendent
Erfolg als Eliſabeih im Tannhäuſer mit der Generalintendanz
auf zwei Jahre abgeſchloſſen.
Singen müſſen ihre Beſtimmung. Dafür hat Frau Ellen
von Kellinghuſen drei Menſchen geopfert. Drei Meuſchen, die
ſie aus tiefſter Seele liebt.
Im Verzweiflungsringen mit Urgewalten des Daſeins iſt
Frau Ellen ſie nennt ſich jetzt wieder mit ihrem Mäochen=
namen
eine Künſtlerin geworden. Die zwei Stuttgarter Win=
ter
haben ihr die volle Beherrſchung der Hauptrollen ihres Fachs
gebracht. Im vergangenen Sommer hat ſie in Bayreuth als
Evchen, Jſolde, Sieglinde mit der Maroſini abgewechſelt und die
Bewunderung Europas geerntet. Nun gilt es, die andere Hemi=
ſphäre
zu erobern. Da war keine Wahl. Ehe und Mutterſchaſt
haben ſich als ein tragiſcher Irrtum enthüllt. Es geht nicht an,
den Nachwuchs eines Jahrhunderte alten Geſchlechts von Sol=
daten
und Landjunkern zu betreuen, wenn man dazu geboren
iſt, allabendlich vor tauſend Menſchen für die Ewigleit deutſcher
Tondichtkunſt zu zeugen.
Wenn Frau Ellen ſich vom Bett ein wenig aufrichtete, konnre
ſie das Bild einer beſänftigten lichtgrünen Fläche erfaſſen, über
deren lang hinſchwellende Dünung Millionen Sonnenſunken
ſprühten. Dazu ferne Klänge der Bordmuſik, fernes Geplauder
und Lachen das gab einen Vollakkord von neuerwachender
Daſeinswonne, der ſich in die gequälte Frauenſeele mit ſachter
Lockung hineinſchmeichelte.
Auf den Zügen der Frau, die mit leiſer Spannung an der
Tür des Speiſeſaales nach einer Führerhand ausſpähte, war
kaum eine Spur mehr der überſtandenen Qualen zu entdecken.
Herr Valentin Klamfoth, der vollendete Kavalier, flitzte durch
die ganze Saaltiefe auf die ſuchende Dame zu. Gnädige Frau
Herr Kapitän Mertens bittet Sie, ihm die Ehre zu erweiſen,
an ſeinem Tiſche Platz zu nehmen.
Hm eigentlich hätte ich lieber ſolch ein hübſches rundes
Tiſchchen für mich allein gehabt .. ."
Bedaure unendlich Gnädigſte haben keinerlei Wunſch
geäußert, als ich noch in der Lage war, ihm zu entſprechen .. .."
Gnädigſte werden aber om Kapitänstiſch einen mit beſonderer
Sorgfalt zuſammengeſtellten kleinen Kreis vorfinden, in dem Sie
ſich zweifelos
Alſo in Gottes Namen.
Jens Mertens ſtrahlte, als die Nachbarin, die der Ober=
ſteward
ihm in genouer Kenntnis ſeines Geſchmacks zudiktiert
hatte, in Sicht kam. Meine Herrſchaften, ſagte er im Vollgefühl
ſeiner Hausherrnrechte, ich habe die Ehre, Ihnen eine berühmte
Künſtlerin vorzuſtellen Frau Ellen Winterfeldt ... die zu=
künftige
Primadonna der Metropolitan.
Schon ſaß Ellen zur Rechten des Kapitäns, inmitten eines
Kranzes von Mitpaſſagieren. Der Oberſteward hatte die Vor=
ftellung
der Tiſchgeſellſchaft übernommen, zungenfertig und ohne
einen Moment der Beſinnung einlegen zu müſſen. Von den
Namen, die wie Federbälle in die Luft wirbelten, hatte Ellen
wenigſtens einen aufgefaßt, allerdings den für ſie bedeutſamſten:
Generalmutſikdirektor Profeſſor Doktor Jgnaz Richter von dem
die Welt weiß, daß er der Leiter der Wiener Staatsoper iſt und
einer der gefeiertſten Taktſtockſchwinger der Gegenwart. Der
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Seite 24

Sonntag, den 8. März 1931

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Wegen Auflöſung des Haushaltes des verſtorbenen Fräu=
lein
Margarethe Wachter verſteigere ich im gefl. Auftrage
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ſchrank mit weißer Marmorplatte, 1 eintür. Spiegelſchrank,
1 eintür. Kleiderſchrank (lackiert), 1 Pfeilerſchrank mit Spie=
gel
, 1 Pfeilerſchrank, 1 Galerieſchrank, 2 Kommoden, 2 kl.
Diwans, 1 Polſterſeſſel, 1 Korbſeſſel, 11 Rohrſtühle, 2 Wiener=
ſtühle
, 1 Ausziehtiſch (nußb.), 1 Klapptiſch. 2 Bauerntiſche,
1 Spieltiſch, 1 Serviertiſch, 1 kl. Toilettenſpiegel, 1 gr. Gold=
ſpiegel
, 2 kl. Spiegel. 2 Stand=Etageren, 3 kl. Regale, 1 Pen=
dule
, 2 kl. Schwarzwälder Uhren, 1 ſilb. Damenuhr mit Tula=
kette
, 1 Axminſterteppich, 2 Linoleumteppiche, 1 Küchenſchrank,
1 Anrichte, 1 Gasherd, 1 Partie Küchengeſchirr Bilder, Auf=
ſtellſachen
aller Art, 1 Partie ſehr gute Bett=, Tiſch= u. Leib=
wäſche
, Frauenkleider und Stiefel und vieles Ungenannte.
Darmſtadt, den 8. März 1931.
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Kunst- und Auktionshaus

Telephon
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Philipp Kling

Telephon
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Annahme von Verſteigerungen und Taxationen.

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Endlich ist es der Wissenschaft ge-
Jungen ein wirksames Mittel gegen un-
schöne
Fettpolster zu fnden. Gerade an
den sichtbarsten Körperstellen wie Hals,
Kinn. Wade und Knöchel bildet sich weist
eine Fettschicht, die aucb die beste Ge=
stalt
unschön und plump erscheinen lädr.
Das neue wissenschaftliche Fettzehr-
wasser
Schlankol wird einfach an der
Stelle eingerieben, an der Sie abmagern
wollen, und in wenigen Stunden ver=
schwindet
an dieser Stelle alles Fett. Der
Wadenumfang verringert sich z. B.
einer Nacht um über 2 cm. Schlankol löst
jeden Fettansatz mit sofortiger Wirkun
nur durch einfaches äußerliches Einreiben.
Kein Einnehmen oder dergl., dabel garan-
tlert
unschädlich, auch bei zarter und em-
pändlicher
Haut. Starke Hüften, Brust,
auch oder Doppelkinn und jedes andere
Jästige Fettpolster schwindet sichtbar, über
Nacht angewandt, staunen Sie am Morgen
über den Erfolg.
Eine schlanke Gestalt macht Sie um
Jahre jünger, bleiben Sie also schlank und
Jung, aber nicht durch unnötige Anstren-
gungen
oder lästige gefährliche Hungen
kuren. Gebrauchen Sie etnfach Schlankal.
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