Darmstädter Tagblatt 1931


28. Februar 1931

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Einzelnummer 10 Pfennige

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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 59
Samstag, den 28. Februar 1931. 194. Jahrgang

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und Leiſtung von Schadenerſatz. Bel
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Rabatt weg. Banklonto Deutſche Bank und Darm=
ſtädter
und Nationalbank.

eine Berhandlungen über ein deutſch=franzöſiſches Milikürbündnis. Rakionalſozialiſtiſche Märchen über
Berſchwendungsſucht des Auswärkigen Amkes. Skärkere Förderung des Deutſchlums im Ausland.

fät flaggenwechſelnde Reedereien?

Berlin, 27. Februar.
Der Haushaltsausſchuß des Reichstages ſetzte die Beratun=
n
über den Etat des Auswärtigen Amtes fort.
Abg. Stöcker (K.) erklärte, daß die Preſſemeldungen, die
ommuniſten ſtänden in Verbindung mit den Separatiſten,
chwindelnachrichten ſeien. Gegenüber der Behauptung des
edners, es hätten ſich nach Preſſemeldungen amtliche
utſche Perſönlichkeiten an Pariſer Verhand=
ingen
über ein deutſch=franzöſiſches Militär=
undnis
beteiligt, erklärte Reichsaußenminiſter Dr. Cur=
us
: Das trifft nicht zu!
Abg. Köhler (Z.) verlangte, daß der Miniſter namentlich
ch bei der Stellenbeſetzung keierlei Nebenregierung dulde. Fer=
r
möge der Miniſter alles tun, zu verhindern, daß zu Blät=
u
, wie zum Kleinen Journal oder zum Völkiſchen Beo=
chter
und Angriff Informationen über interne
orgänge im Auswärtigen Amt gelangten, die mei=
ns
von mißvergnügten Leuten zu ſtammen ſcheinen und die
erhältniſſe verzerrt darſtellen und teilweiſe zu ſchweren außen=
litiſchen
Schädigungen geführt haben. Die National=
zialiſten
verbreiteten erneut unerhörte Behaup=
ngen
über eine angebliche Verſchwendungs=
icht
im Auswärtigen Amt. Dieſe Methode ſei umſo
rwerflicher, als gerade in den letzten Monaten der Rech=
ungsunterausſchuß
des Reichstages alle Ausgaben für
ganzen letzten Jahre in eingehendſter Weiſe durchgeprüft
d dabei zu dem Ergebnis gekommen ſei, daß
die Behauptungen über angebliche Praſſereien bei den
internationalen Konferenzen und über Verſchwendung auf
den verſchiedenſten Gebieten ſich als übelſter Schwindel
erwieſen haben.

r dieſen Unterſuchungen des Rechnungsunter=
usſchuſſes
haben auch nationalſozialiſtiſche
bgeordnete teilgenommen. Die nationalſozialiſti=
ſen
Mitglieder haben ſich durch die eingehenden
uterſuchungen, für durchaus befriedigt er=
ärt
. Die Nationalſozialiſten fahren jedoch fort, ihre falſchen
hauptungen über das Auswärtige Amt zu verbreiten, als
tte der Rechnungsunterausſchuß ſich überhaupt nie mit der
aterie befaßt.

Reichsaußenminiſter Dr. Cutkius
klärte, für die Frage, ob die Entſchädigungen für im
riege beſchlagnahmtes Vermögen an Reede=
eien
gewährt werden können, deren Schiffe
irter fremder Flagge fahren, ſei das Reichsfinanz=
iniſterium
zuſtändig.
Der Miniſter widerlegte dann unter Anführung ſtati=
ſchen
Materials die geſtrige Behauptung des Abg. Dr.
chnee, daß die Bezüge einzelner leitender Be=
iiter
auf Auslandspoſten in Vergleich zu 1914
heblich geſtiegen ſeien. Ferner erklärte der Miniſter,
ßermit allen diſziplinariſchen Mitteln gegen
eamte vorgehe, die ſich Indiskretionen zu=
Hulden kommen ließen.
Das Le1swärtige Amt ſei ſtets beſtrebt geweſen, eine grad=
tige
Außenpolitik durchzuführen. Wenn durch gewiſſe Preſſe=
ldungen
der Eindruck erweckt werde, daß dies manchmal nicht
* Fall ſei, ſo komme das daher, weil verſchiedene nichtbeamtete
rſönlichkeiten glaubten, dazu berufen zu ſein, an der Außen=
litik
mitzuwirken und ſie entſcheidend zu beeinfluſſen. Der=
tige
Verſuche habe der Miniſter ſtändig auf entſchiedene Weiſe
rückgewieſen. Ein Zonentarif, deſſen Einführung nach
inzöſiſchem Muſter Abg. Dr. Schreiber gewünſcht habe, beſtehe
m Prinzip nach auch bei uns. Der Frage werde weitere Auf=
rkſamkeit
gewidmet und eine Gehaltsordnung nach franzöſi=
em
Muſter für das Etatsjahr 1933 verſuchsweiſe vorgelegt
rden. Das Gutachten des Reichsſparkommiſſars
ge zuſammen mit der Erwiderung des Auswärtigen Amtes
rzeit dem Kabinett vor. Das Gutachten und die Er=
derung
werden im Einvernehmen mit dem Reichsfinanz=
niſterium
dem Ausſchuß vorgelegt werden.
Abg. D. Dr. Schreiber (Z.) erklärte, im Intereſſe der
inderheitenfrage liege die kulturelle Stärkung des
eutſchtums im Ausland. Auch müßten durch pfleg=
ge
objektive Behandlung des angelſächſiſchen Kulturraums
te ſtärkere Intereſſierung der Weltmeinung ſtattfinden.
Abg. Dr. Cremer (D.V.) war der Anſicht, daß die Miſſio=
fr
im Auslande teilweiſe zu groß aufgezogen ſeien. Die mitt=
en
Auslandsbeamten ſeien finanziell nicht ſo gut geſtellt. Die
reinziehung von Outſidern in den diplomatiſchen Dienſt ſchä=
e
die Laufbahn der ordentlichen Diplomaten; lehne man ſie
indſätzlich ab, ſo dürfe man auch bei gewiſſen Generalkonſu=
en
des Nahen Oſtens keine Ausnahme machen.
Abg. Erſing (3.) verlangte,
17 vernünfkigen Regelung der Reparationsfrage
iſſe das Auswärtige Amt alle Hebel in Bewegung ſetzen.
imer wieder müßte das Auswärtige Amt in
higer ſachlicher und objektiver Weiſe durch
hlenmäßige Darlegungen nachweiſen, daß
e Laſt der Reparationen für Deutſchland nicht
agbar iſt.
Abg. Heinig (Soz.) ſtellte zur Frage des Schiffes Voge=
das
jetzt unter der Panama=Flagge fahre, feſt, daß 1901
Bau des Schiffes 750 000 Mark gekoſtet habe. An Entſchä=

digungen für das beſchlagnahmte Schiff habe die Geſellſchaft
dann 1 230 000 RM. erhalten und zwar, nachdem der Kaſten
ſchon 21 Jahre gelaufen war. Ein nettes Sümmchen habe die
Reederei dabei verdient. Gebe es keine Möglichkeit, die Reederei
des Schiffes Vogeſen irgendwie materiell zu treffen? Das
wäre ja wohl das einzige, worauf dieſe Geſellſchaft reagiere.
(Reichsaußenminiſter Dr. Curtius: Ich werde der Sache nach=
gehen
.)
Abg. Dr. Schnee (D.V.) wünſchte, die Kolonialabteilung
ſolle ſtärker ausgebaut werden. Die Notwendigkeit der
Kolonien ſei heute allgemeine Meinung.
Abg. Stücklen (Soz.) ſprach ſich für die Kürzung der Be=
züge
der Auslandsbeamten aus.
Miniſterialdirektor Köſter, gab verſchiedene Auskünfte.
Von den 62 Beamten, die formell Auslandsvertretungen ange=
hörten
, aber zurzeit im Auswärtigen Amt beſchäftigt werden,
ſind mindeſtens 30 Herren für den Dienſt im Auslande unbe=
dingt
notwendig. Ihre Verſetzung ins Ausland ſei bisher an
den Mitteln geſcheitert. In der Kolonialabteilung ſeien gegen=
wärtig
12 Beamte tätig.
Auf eine Frage des Abg. D. Dr. Schreiber (3.) teilte
Geſandter Freitag mit, daß ein Runderlaß an alle Aus=
landsvertretungen
angeregt habe, daß alle ſozialen Schichten zu
den Fragen herangezogen werden müßten, die unſere Schulen
im Ausland betreffen. Bei der Einſtellung einer neuen Lehr=
kraſt
ſeien konfeſſionelle und parteipolitiſche Gründe ausge=
ſchloſſen
.
In der Abſtimmung wurden zunächſt die Poſitionen für
die Perſonalausgaben des Auswärtigen Amts und der Preſſe=
abteilung
der Reichsregierung bewilligt. Ferner wurden be=
willigt
die Poſitionen für die ſachlichen Verwaltungsausgaben,
die Poſitionen für die Vertretungen im Ausland. Dabei wurde
eine ſozialdemokratiſche Entſchließung angenommen, die die
Reichsregierung erſucht, bei Kürzung der Auslandsbezüge eine
angemeſſene Friſt zu wahren, damit die von den Abzügen Be=
troffenen
die Möglichkeit haben, ſich den verminderten Ein=
nahmen
anzupaſſen. Weiter wurde eine Entſchließung des Zen=
trums
und der Bayeriſchen Volkspartei angenommen, worin die
Reichsregierung erſucht wird, die Frage der Ueberſetzung eini=
ger
Auslandsmiſſionen mit Beamten und Angeſtellten erneut
nachzuprüfen und zu erwägen, die Konſulate in Sevilla und
Turin aufzulöſen.
Ein Antrag des Abg. Sachſenberg (Wp.), der auch von ande=
ren
Parteien unterſtützt iſt, verlangt 100 000 RM. zur Prä=
miierung
der beſten Arbeiten über den Einfluß der deutſchen
Reparationszahlungen auf die Weltwirtſchaftskriſe. Mit Rück=
ſicht
auf den vom Reichsaußenminiſter ausgeſprochenen Wunſch,
die Mittel des Auswärtigen Amts nicht um weitere 100 000 RM.
zu kürzen und die diesbezüglichen Mittel lieber bei der allgemei=
nen
Finanzverwaltung anzufordern, zog Sachſenberg dieſen An=
trag
vorläufig zurück.
Damit war der Etat des Auswärtigen Amts erledigt und der
Ausſchuß vertagte ſich.

Nach 2oprozegtiger Kürzung bezieht der
Generaldirektor 97 608 Heichsmark.

* Berlin, 27. Februar. (Priv.=Tel.)
Die Reichsregierung hat einem beſonderen Ausſchuß des
Reichstages mehrmals vertrauliche Mitteilungen über die Höhe
der Gehälter bei den leitenden Beamten der Reichsbahngeſell=
ſchaft
gemacht. Sie ſah ſich dazu gezwungen durch das Drängen
des Reichstages, der endlich Klarheit über die Gehaltspolitik der
Reichsbahngeſellſchaft haben wollte, zum andern aber auch, weil
die Eiſenbahnergewerkſchaften und die Arbeitnehmerorganiſationen
ſeit Monaten Sturm gegen die Gehälter der Reichsbahn= Ober=
beamten
laufen. Jetzt veröffentlicht der Deutſche Mitteilungen
aus dem Informationsausſchuß.
Danach erhielt der Generaldirektor ein Gehalt von
jährlich 122000 RM. nebſt freier Wohnung. Sein
Einkommen iſt inzwiſchen um 20 Prozent geſenkt worden und er
erhält jetzt noch 97 609 RM. Ein Reichsminiſter erhielt vor
der Kürzung 37 800 RM. Gehalt und 4800 RM. Dienſtaufwand
nebſt freier Wohnung jetzt bezieht er 29 664 RM. und 4800 RM.
Aufwandsentſchädigung. Der ſtändige Stellvertreter des
Generaldirektors der Reichsbahn bezog 78 000 RM., jetzt
62 400 RM. Ein Staatsſekretär im Reich hatte dagegen nur
28 440 RM. und heute erhält er 26 534 RM. Die 7 Vorſtands=
mitglieder
der Reichsbahngeſellſchaft bezogen jährlich 45 500
bis 60 000 RM. und erhalten heute im Durchſchnitt 45000
RM. Aehnlich verhält es ſich mit den Einkünften der Abteilungs=
leiter
, der Präſidenten der Reichsbahndirektionen, der Leiter der
Zentralämter und anderer führender Beamten.
2as Zollgeſetz dem Reichsrak zugeleitet.
Berlin, 27. Februar.
Amtlich wird mitgeteilt: Das Geſetz über Zolländerungen
iſt vom Reichsernährungsminiſterium im Benehmen mit den
beteiligten Rechsreſſorts endgültig formuliert und heute dem
Reichsrat zugeleitet worden. Miniſter Schiele hat bereits heute
den Reichsrat in einem eingehenden Referat über das Zollgeſetz
und das Agrarprogramm der Rechsregierung informiert um
eine Abkürzung der Einlaſſungsfriſt und eine ſchnelle Behand=
lung
des Geſetzes im Reichsrat zu ermöglichen.

England und der Bünfjahresplan.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, Ende Februar.
Während die Länder des europäiſchen Kontinents ſich ſchon
ſeit geraumer Zeit mit dem Moskauer Fünfjahresplan beſchäf=
tigen
, hat man in England erſt kürzlich begonnen,
dieſem grandioſen Sowjetprojekt die ihm ge=
bührende
Aufmerkſamkeit zu ſchenken. Dieſes er=
klärt
ſich zum Teil durch den Umſtand, daß eine ganze Reihe
von hervorragenden Volkswirtſchaftlern ſich bisher alle erdenk=
liche
Mühe gaben, der Welt klarzumachen, daß die Sowjets zu
keiner wirklich konſtruktiven Aufbauarbeit fähig ſeien und daß
der geſamte Fünfjahresplan daher vor vorne herein zu einem
kläglichen Fiasko verurteilt wäre. Daran wurde beſonders in
England eine ganze Zeitlang feſtgehalten. Lange Zeit wollte
hier niemand an den Ernſt des neuen Sowjetunternehmens
glauben. Eine gewiſſe Aenderung in dieſer Haltung trat erſt
ein, als ſich im Herbſt vorigen Jahres die Auswirkungen des
Sowjetdumpings überall in höchſt empfindlicher Weiſe ſpürbar
zu machen begannen. Die Ergebniſſe des Fünfjahresplanes
ſrurden ſelbſt im Herzen der Londoner City empfunden. Eng=
lands
Erfahrungen mit dem Sowjethandel wurden mit jedem
Tage unangenehmer. Schließlich begannen den Engländern lang=
ſam
die Augen aufzugehen. Und heute hört man ſie immer
öfter und öfter die ratloſe Frage aufwerfen: wohin ſoll es mit
dem engliſchen Handel führen, wenn die Dinge ſich in dieſer
Weiſe weiter entwickeln werden?
Das Verhalten der maßgebenden Kreiſe
Englands zur Sowjetmacht im allgemeinen und zum
Fünfjahresplane im beſonderen charakteriſierte mir gegenüber
kürzlich ein wirklich guter Kenner der geſamten anglo=ruſſiſchen
Beziehungen etwa in folgender Weiſe: Englands Verhalten zu
Moskau, meinte mein Gewährsmann, wird letzten Endes faſt
ausſchließlich von ſeinen wirtſchaftlichen Intereſſen bedingt; die
Eritiſchen Kaufleute und Jnduſtriellen, ebenſo wie die Staats=
männer
und Parlamentarier, intereſſiert im Grunde genommen
die Frage der Arbeitsbedingungen in Sowjetrußland nur in
zibeiter oder gar dritter Linie; gleichgültig iſt ihnen auch die
Frage, ob der Fünfjahresplan der Beweis einer wirklich kon=
ſtruktiven
und grandioſen Aufbauarbeit iſt oder ob man hierin
nur die Anwendung eines Syſtems zu ſehen hat, das einſt auch
in Indien, in Südafrika und in manch anderer exotiſchen Kolonie
nicht ganz unbekannt war. Gewiß, das engliſche Bürgertum
iſt über die Zuſtände in den ruſſiſchen Gefangenenlagern ehr=
lich
entrüſtet und zeigt ſich ſtets gern bereit, hiergegen aufs
energiſchſte zu proteſtieren. Bloß werden die politiſchen Hand=
lungen
einer jeden britiſchen Regierung nicht von der huma=
nitär
geſinnten Maſſe des Mittelſtandes oder gar vom legen=
dären
Mann auf der Straße, ſondern einzig und allein von
den maßgebenden Kreiſen der Induſtrie, des Handels und der
Finanz beeinflußt. Dieſe wirtſchaftlichen Kreiſe aber machen
ihren Einfluß erſt dann geltend, wenn ihre Intereſſen in wirk=
lich
empfindſamer Weiſe verletzt werden. Die billige Einfuhr
ſolcher ruſſiſcher Nohſtoffe, die nicht in England hergeſtellt wer=
den
, iſt den Engländern anfänglich keineswegs ſtörend geweſen.
Die Labour=Regierung, die Liberalen und ſelbſt viele Konſer=
bative
ſehen in einer billigen Rohſtoffeinfuhr die Vorausſetzurg
für eine Belebung der britiſchen Induſtrie. Die eigentliche
Kampagne gegen das Sowjetdumping hat erſt dann geſtartet.
als die Sowjetmacht auf dem hieſigen Markt nicht nur mit
Nohſtoffen allein, ſelbſt mit in Rußland hergeſtellten
Induſtrieartikeln aufzutreten begann, wie
Baumwollſtoffe, Metallwaren, Seife, elektriſche Lampen, Glas,
Zucker, Konfekt, Konſerven, Rahmenholz, Stiefel uſw. Dieſe
Art der Sowjeteinfuhr, die erſt im Herbſt vorigen Jahres ein=
ſetzte
und völlig unerwartet kam, iſt den Engländern der große
Schock geweſen. Im Laufe von mehr als zehn Jahren hatten
die Sowjets von England nur Fertigfabrikate gekauft. Seit
Ende 1929 hörten ſie jedoch völlig auf, all dieſe Waren aus
England zu beziehen. Und ſchließlich haben ſie nun damit ge=
endet
, daß ſie jetzt in den gleichen Branchen in England ſelbſt
als unterbietende Konkurrenten auftreten. Zur Veranſchau=
lichung
des Geſagten ſeien hier nur zwei Beiſpiele genaunt:
in der erſten Woche des Februar ſind in London aus Sowjet=
rußland
30000 Tons Seife und 5 Millionen Stück elektriſche
Lampen (ruſſiſcher Fabrikation, doch der Londoner Stromſtärke
genau angepaßt!) eingetroffen; dieſe Waren werden hier zut
Preiſen angeboten, die dreimal niedriger, als die für die gleichen
Artikel in England üblichen ſind die Seife zu 1½ Pence das
Stück und die elektriſchen Lampen zu 6 Pence das Stück.
In Anbetracht dieſer erſtaunlichen Wendung im Sowjet=
handel
iſt es begreiflich, daß die engliſche Handelstvelt zunächſt
mal wiſſen möchte, wodurch dieſes ſowjetruſſiſche
Wirtſchaftswunder erklärt werden kann? Die
geſamte Welt ſtellt ſich die gleiche Frage. Einigen Aufſchluß
hierüber, will es mir ſcheinen, können am beſten die Berichte
ſolcher, kürzlich in Sowjetrußland geweſener Sachverſtändigen
geben, wie beiſpielsweiſe des amerikaniſchen Wirtſchaftsfach=
mannes
Prof. Compſtoke, der (in der letzten Nummer von
Barron’s Econ. Journal) eine Reihe von ruſſiſchen Groß=
werken
nennt, die er ſelbſt beſucht hat und die er kurz folgender=
maßen
charakteriſiert: 1. Magnitogorſk. Das größte Stahlwerk
der Welt, deſſen Bau etwa 400 Millionen Dollars koſtet und das
etwa 4 Millionen Tons Stahl im Jahre produzieren wird.
Das geſamte Werk ſteht unter der Leitung amerikaniſcher In=
genieure
: 2. Dnjeproſtroi. Die größte hydroelektriſche Kraft=
aulage
der Welt. Der Staudamm iſt 1,25 engl. Meilen lang.
Das Werk wird 2,5 Millionen Kilowatt=Stunden pro Jahr
hergeben, mehr als die berühmten Niagara=Werke. Der Stau=
damm
iſt von amerikaniſchen Ingenieuren entworfen und erbaut
worden; 3. die Afbeſtwerke am Ural. Die größten Aſbeſtwerke
der Welt. Die Gewinnung wird von amerikaniſhen Jugenieuren
organiſiert: 4. Die gigantiſchen Traktorenfabriken in Peters=
burg
und Tſcheljabinſk. Beide ſind ganz nach amerikaniſthem
Muſter angelegt. Beide werden ausſchließlich von amerilaniſchen
Ingenieuren geleitet: 5. Der berühmte Sowchos (igaut im
Nordkaukaſus. Auf ihm werden nur amerikaniſche Laſiautos,
nur amerikaniſche Traktoren und nur amerikaniſche Erute=
maſchinen
verwandt; 6. Die Petroleumfelder in Baku und
Grosny, die bekanntlich ſchon jetzt der geſamten Petroleum=
induſtrie
der Welt die ſchärfſte Konkurrenz machen. Ueberall

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Seite 2

ſind neueſte amerikaniſche Maſchinen aufgeſtellt und überall
ſind amerikaniſche Ingenieure am Werk: und 7. Die Automobil=
fabrik
in Niſhnij=Nowgorod. Eines der größten Autowerke
der Welt. Die Fabrik iſt von den Fordwerken organiſiert wor=
den
. Die Oberleitung üben auch hier amerikaniſche Ingenieure
aus. Im Ganzen ſind zur Zeit in Sowjetruß=
land
über 2000 amerikaniſche Ingenieure an=
geſtellt
und nicht weniger als 200 der angeſehenſten ameri=
kaniſchen
Firmen verſorgen die Sowjetinduſtrie mit allem von
ihr Gewünſchten und ſtehen ihr mit ſachverſtändigem Rat zur
Seite. Nächſt den Amerikanern iſt natürlich auch die Zahl der
engliſchen, deutſchen, italieniſchen und anderen ausländiſchen
Ingenieure und Techniker in Rußland ſehr bedeutend. Doch
die Amerikaner ſind in der Mehrzahl. In Kürze: die Sowjet=
macht
verwirklicht den Fünfjahresplan mit Hilfe ausländiſcher,
vor allem amerikaniſcher Ingenieure, die ſie, wie die Urruſſen
einſt die Warjäger, nach Rußland berufen hat, die ſie gut be=
zahlt
und die am wirtſchaftlichen Unterbau des Bolſchewismus
nach ihrem beſten Vermögen mitarbeiten.
Dieſen Tatſachen gegenüber, d. h. dem immer bedrohlicher
werdenden Anwachſen des Fünfjahresplanes und der Sowjet=
rußland
hierbei vom Auslande erwieſenen Hilfe, die Augen
zu verſchließen, wäre natürlich das Verkehr=
teſte
, das man tun könnte. England jedenfalls ſcheint
den wahren Sachverhalt ſchon ziemlich klar erkannt zu haben.
Erſt vor wenigen Tagen noch ſchrieben die Times an leiten=
der
Stelle: Eine ernſte Gefahr für Europa iſt im Anzuge.
In Rußland iſt ein gigantiſches Induſtriegebilde im Entſtehen
begriffen, das vom Naturreichtum eines Sechſtels unſerer Erde
geſpeiſt und von auf der Stufe von Sklaven ſtehenden Milli=
onen
von Arbeitern bedient wird. Das Aufſtreben eines ſol=
chen
Gebildes wäre ſelbſt dann für alle übrigen Länder gefahr=
voll
, wenn es lediglich rein wirtſchaftlichen Zielen gewidmet
wäre. Dieſes iſt aber keineswegs der Fall. Die gegenwärtigen
Machthaber Rußlands ſind wenig geneigt, ſich hiermit zufrieden
zu geben. Dieſe Leute wiederholen es dauernd und offen, daß
ihr Endziel in der Vernichtung der europäiſchen Kultur und
in der gewaltſamen Ausbreitung des Kommunismus über die
ganze Erde liege, nun mit politiſchen und wirtſchaftlichen Mit=
teln
zugleich. Das Problem iſt daher von derartig gewaltigen
ſönlichkeiten, noch einzelne Wirtſchafts= oder Finanz=Gruppen,
noch ſelbſt einzelne Staaten fertig werden dürften . . ." Weiter welche Ausſichten dafür vorhanden ſind, daß
zitieren die Times einen Bericht der Handelskammer von dieſer beginnende Meinungsumſchwung Eng=
heitsfront
aller Länder gegen die neue Moskauer Offenſive in abſehbarer Zeit auch in der Haltung der Re=
Erwägung zieht, und ſchließen ihre Betrachtungen mit folgendem
zu verſorgen, die ſich offen mit der Abſicht brüſten, unſere Welt, durch das Dumping ruſſiſcher Induſtrieartikel noch um einiges
ſteuern .."
beginnenden Neinungsumſchwung Englands nichtachtend aller Moskauer Extravaganzen, zur Sowſetmacht
gegenüber dem ſowjetruſſiſchen Problem zu ver= freundſchaftliche Beziehungen aufrecht zu halten. Jetzt aber
zeigten ſie eben wenig Neigung, die Sowjetdrohungen ernſt zu partner zu vollziehen. Die Regierung ſelbſt nimmt zur Zeit
nehmen, und waren ſtets der Sowjetunion gegenüber zu jeder gegenüber den Auswirkungen des Fünfjahresplanes noch eine
Art von Zugeſtändniſſen bereit, beſonders wenn daraus für ſie
relativ hohen Preiſen; das ging ſo volle zuölf Jahre; jetzt ſich weiter verſtärken, und ſollte die Zahl der ſolcherart Geſchä=
ſtellt
es ſich aber, zu Englands größtem Mißfallen, plötzlich digten weiter zunehmen, ſo wird ſich ſelbſt die Arbeiterregierung,
heraus, daß dieſes Geſchäft nicht mehr ſo ad inkinitum weiter trotz all ihrer Sympathien für die Moskauer Freunde, genötigt
England ein mächtiger Konkurrent heran, der ihm mit der Zeit
vielleicht gefährlicher, als das Deutſchland der Vorkriegszeit
werden könnte. Ob der Fünfjahresplan zu 100, zu 0 oder nur eſſen am nächſten. Das Sowjetdumping iſt aber im beſten Be=
zu
50 Prozent gelingt oder ob er in 5, in 10 oder nur in 15
Jahren beendet ſein wird, das iſt jetzt den Engländern ziemlich engliſche Arbeit zu ruinieren. Dagegen wird England ſich
gleichgültig. Denn die Reſultate des Fünfjahresplanes ſind be=
reits
heute, da er erſt nur zwei Jahre läuft, vor aller Augen!
und in allen Ländern des Kontinents) bereits an allen Ecken der neuen, im Oſten anwachſenden Weltgefahr, eine geeinte
uind Enden zu ſpüren. Es hat keinen Zweck ſie fortzuleugnen.
Schon heute hat die Sowjetmacht die Möglichkeit, den engliſchen
Markt nicht nur mit Rohſtoffen, ſondern ſelbſt mit in Ruß=
land
erzeugten Induſtrieartikeln zu überſchwemmen und ganze
Wirtſchaftszweige ernſtlich zu desorganiſieren. Das aber dicht
allein: aſſe aus Rußland kommenden Wirtſchaftsfachleute be=
zeugen
es einſtimmig, daß die Hauptbemühungen der Sowjet=
macht
auf ſolche Induſtrien gerichtet ſind, welche im Kriegsfalle / Horſtmann, zum Geſandten erſter Klaſſe in Liſſabon, den Vor=
militäriſch
ausgenutzt werden können. Die Induſtriealiſierung tragenden Legationsrat Freiherrn v. Ow=Wachendorf zum
Rußlands geht alſo mit einer planmäßigen Militariſierung des Geſandten in Luxemburg, den Konſul in Beirut, Dr. Schwör=
geſamten
Landes parallel. In Rußland wächſt eine überaus bel, zum Geſandten in Kabul und den Legationsrat erſter Klaſſe
einſchüchternde techniſche und militäriſche Macht heran. Und Dr. Jiemke zum Konſul in Beirut ernannt.

Sind die deniſchen Muſeen gegen
Akkenkäker geſchützt?
Ein Umfrage bei hervorragenden Muſeumsdirektoren.
Vor einigen Tagen wurde ein berühmtes Bild
Nembrandts im Muſeum zu Amſterdam von einem
Attentäter zerſtört.
Die Zerſtörung von Rembraudts Anatomie des Dr. Dey=
mann
im Muſeum zu Amſterdam richtet die öffentliche Auf=
merkſamkeit
auf die Frage, ob die unerſetzlichen Koſtbarkeiten,
die ſich in den deutſchen Muſeen befinden, gegen Schädigungen
aller Art geſichert ſind. Eine Umfrage bei verſchiedenen deut=
ſchen
Kunſtſammelſtätten ergibt die bedauerliche Tatſache, daß
auch die in den deutſchen Muſeen angeſammelten Schätze nicht
geſchützt ſind, wie man wünſchen möchte.
Die Staatliche Gemäldegalerie in Dresden
hat ihre ſchlechten Erfahrungen in erſter Linie mit Jugend=
lichen
gemacht. Die Direktion verlangt daher, daß Schulkinder
ſtets in geſchloſſener Gruppe unter Verantwortung des Lehrers
bleiben. Auf jugendliche Einzelbeſucher wird ganz beſonders
geachtet. Im allgemeinen iſt aber die Diſziplin der Beſucher
der Staatlichen Gemäldegalerie nicht ſchlecht. Dafür zeugt die
Tatſache, daß nur in ungefähr 1 Prozeut aller Fälle gegen Be=
ſucher
eingeſchritten werden mußte, da ſie ſich der Verantwortung
bewußt ſind, was bei Jugendlichen häufig nicht der Fall iſt.
Das Ergebnis in Dresden iſt alſo recht günſtig.
Direktor Dorner vom Muſeum für Kunſt= und Laudes=
geſchichte
in Hannover ſagt: Irgendwelche Schutzbeſtim=
mungen
haben gar keinen Erfolg. Im Gegenteil, ſie erregen
Widerſpruch und bei den Jugendlichen das Intereſſe an Aben=
teuern
." Auch ihm gibt das Verhalten vieler Beſucher be=
ſonders
hinſichtlich der Beſchädigung wertvoller Bilder Anlaß
zu Befürchtungen. Das Muſeum in Hannover iſt deshalb jetzt
dazu übergegangen, alle Bilder zu verglaſen, ſoweit
es ſich durchführen läßt, und den Nachteil der Spiegelung mit
in den Kauf zu nehmen.
Von beſonderem Intereſſe iſt es, wie ein Muſeumsfachmann
von Weltruf, nämlich der bekannte Profeſſor v. Miller
über das Verhalten des Muſeumspublikums und über die rich=
tige
Erziehung und Behandlung der Muſeumsbeſucher urteilt.
Er führt aus, daß man im Deutſchen Muſcum zu
München im allgemeinen wenig Urſache habe, über das Ver=

Samstag, den 28. Februar 1931

Nummer 59

Bom Tage.

Geſtern verſchied im Alter von 41 Jahren nach achtwöchigem,
ſchweren Krankenlager Dr. jur Karl Georg Bruns, der zu
den führenden Perſönlichkeiten der volksdeutſchen Arbeit zählte,
Im preußiſchen Landtag trat am Freitag eine deutſch=
nationale
Ländertagung, zuſammen, an der etwa 60
deutſchnationale Länderminiſter, Reichsratsmitglieder und Reichs=
tagsabgeordnete
, Abgeordnete der Länder, Parlamente ſowie Mit=
glieder
des preußiſchen Staatsrates teilnahmen. Die Tagung ver=
folgt
den Zweck, einheitliche politiſche Richtlinien
für die einzelnen Parlamente zu ſchaffen.
In Sonderburg in Nordſchleswig kam es am Donnerstag zu
ſchweren Zuſammenſtößen zwiſchen demonſtrierenden Kom=
muniſten
und däniſcher Polizei.
Wie aus engliſchen Kreiſen verlautet, hat der deutſche Bot=
ſchafter
v. Schubert ſich mit dem engliſchen Außenminiſter
Henderſon, mit dem er aus Genf und dem Haag gut bekannt
iſt in der engliſchen Botſchaft, in der Henderſon während ſeines
Römer=Aufenthaltes abgeſtiegen iſt, geſprochen. Auch der fran=
zöſiſche
Botſchafter hat gelegentlich eines Eſſens, mit Henderſon
Fühlung genommen.
Oliver Baldwin, der Sohn des Führers der Konſer=
vativen
, iſt aus der Arbeiterpartei ausgetreten.
Am Donnerstag wurde die Tagung des Kongreſſes
der Sowjets Großrußlands eröffnet. Nach einer
Begrüßungsanſprache Kalinins hielt der Vorſitzende des Rates
der Volkskommiſſare Sublimows eine Rede über die politiſche
Lage der Sowjetunion.
Die Zeitung New York World iſt nach mehrtägigen
Verhandlungen an das Zeitungsſyndikat Scripps Howard
für fünf Millionen Dollar verkauft worden.
Das auſtraliſche Kabinett hat ſich zur Reorganiſie=
rung
der auſtraliſchen Wirtſchaft für die Annahme eines Drei=
jahresplanes
entſchloſſen, in dem Lohnherabſetzungen und
Steuererhöhungen vorgeſehen ſind. Darin iſt auch die Neuaus=
gabe
von Noten vorgeſehen.

es kann nicht gezweifelt werden, daß dieſe Macht im Bedarfs=
falle
gegen ein jedes, von der Kommuniſtiſchen Internationale
beſtimmtes Land gerichtet werden wird.
Die praktiſche Frage iſt nun offenſichtlich die: wie tief das
Ausmaßen und ſo gefahrvoll, daß mit ihm weder einzelne Per= Erkennen all dieſer Tatſachen bereits in der Gedankenwelt der
britiſchen Induſtriellen und Kaufleute Wurzel gefaßt hat und
Mancheſter, die ſchon die Möglichkeit einer wirtſchaftlichen Ein= lands gegenüber dem Sowjetproblem ſich in
gierung ſelbſt auswirken wird? Die Antwort auf
eindrucksvollen Satz: Alles was zur Zeit in Rußland vor ſich, dieſe Frage kann nach dem Geſagten nur eine ſein: Englands
geht, mündet in die Lehre, daß es jetzt höchſte Zeit iſt, mit dem Regierungspolitik gegenüber der Sowjetunion wird ſich ſehr
bisherigen Wahnſinn aufzuhören. Diejenigen mit Feuerzeug merkbar ändern, ſobald der britiſche Wirtſchaftsorganismus ſich
in Brand ſtecken zu wollen und die auf dieſes verbrecheriſche Ziel mehr, als bereits der Fall, geſchädigt ſehen wird. Englands
ſchon ſeit Jahren mit einer beiſpielsloſen Beharrlichkeit zu= ſozialiſtiſche Labour=Regierung ſteht, nicht minder als ihre
konſervative Vorgängerin, unter dem entſcheidenden Einfluß
der drei Machtfaktoren Handel, Induſtrie und Finanz. Dieſe
Dieſe eine autoritative Aeußerung dürfte genügen, um den ermunterten bisher die Regierung mehr oder weniger offen,
anſchaulichen; ſolange die Engländer der Meinung waren, daß ſind gerade dieſelben Wirtſchaftskreiſe im Begriff, eine entſchei=
der
Fünfjahresplan mit einem völligen Fiasko enden würde, dende Schwenkung in ihrem Verhalten gegenüber dem Sowjet=
abwartende
Haltung ein. Doch ſollte in den kommenden Mo=
irgendein
Nutzen erwachſen konnte; ſie kauften von Rußland naten der Druck jenes Teils der britiſchen Handelswelt, der
billige Rohſtoffe und verkauften dorthin ihre Fertigfabrikate zu durch das Sowjetdumping in ſteigendem Maße geſchädigt wird,
betrieben werden kann. In Geſtalt von Sowjetrußland wächſt ſehen, dieſe Tatſachen in Betracht zu ziehen und über Abwehr=
maßnahmen
gegen die rufſiſche Induſtrieoffenſive nachzuſinnen.
Letzten Endes ſind auch der Labour=Regierung Englands Inter=
griff
, die engliſche Ausfuhr, die engliſche Induſtrie und die
wehren. Und ſehr ähnliche Beweggründe, wie jene, die Eng=
land
vor 16 Jahren nach ſchwerem Zögern veranlaßten, in den
Weltkrieg einzugreifen, werden wahrſcheinlich ſein Handeln auch
Sie ſind in England (ebenſo wie in Deutſchland, in Frankreich dann beſtimmen, wenn es über kurz oder lang gelten wird,
wirtſchaftliche Abwehrfront der Kulturländer entgegenzuſtellen.
Bevirement ia diplamgliſchen Dienft.
Berliu, 27. Februar.
Der Herr Reichspräſident hat den Geſandten in Brüſſel,
halten der Beſucher zu klagen. Dieſes ſei in Beſonderheit darauf
zurückzuführen, daß es im Deutſchen Muſeum bei der Mehrzahl
der ausgeſtellten Gegenſtände kein Verbot hinſichtlich der Be=
rührung
gebe. Allerdings handelt es ſich vielfach um Modelle
und Demonſtrationseinrichtungen, die von dem Publikum in
Bewegung geſetzt werden können. Auch das Verhalten der Be=
ſucher
gegenüber dem Aufſichtsperſonal ſei gut. Die Aufſeher
im Deutſchen Muſeum ſind, wie Profeſſor b. Miller mitteilt,
durchweg Fachleute, die neben der Kontrolle der Sammlungen
die Aufgabe haben, die Beſucher in die Schätze des Muſeums
einzuführen und ihnen die Kenntnis der Beſonderheiten nahe
zu bringen. Bei einer Beſucherzahl von über 600000
Perſonen im Jahr habe das Deutſche Muſeum nur we=
nig
unangenehme Erfahrungen mit dem Publikum zu ver=
zeichnen
.
Der Direktor Pauli von der Kunſthalle in Hamburg
hält auch, wie der Leiter des Muſeums zu Hannover die Ver=
glaſung
wertvoller Gemälde für notwendig. Von pſychologiſchem
Jutereſſe iſt ſeine Erfahrung, daß namentlich ſolche Bilder
gefährdet ſeien, auf denen die Augen der dargeſtellten Perſonen
den Beſucher anblickten, als ob dadurch der Zerſtörungstrieb her=
ausgefordert
würde. In der Hamburger Kunſthalle wurden da=
hingehende
Erfahrungen mehrfach gemacht, denn es wurden Ge=
mälde
dadurch beſchädigt, daß ein offenbar krankhaft veranlagter
Beſucher den Verſuch machte, den Perſonen auf beſtimmten
Bildern die Augen auszukratzen. Erſt die Verglaſung der ge=
fährdeten
Bilder machte dem Treiben ein Ende. Aehnliche Be=
ſchädigungen
wurden aber auch häufig an Gipsabgüſſen ver=
ſucht
. Gegen Diebſtähle ſchützt ſich die Hamburger Kunſt=
halle
auf ſehr originelle Art. Hinter die am meiſten
gefährdeten Bilder werden in eine bewegliche Klappe mehrere
loſe Blechſtücke gelegt. Wenn der Dieb an dem Bilde rüttelt,
um es zu entfernen, ſchlägt die unſichtbare Blechklappe um, und
die Blechſtücke fallen lärmend zu Boden. Auf dieſe Weiſe
alarmiert der Dieb perlönlich die Wächter. Iſt aber ein Dieb=
ſtahl
gelungen, dann ergeht an ſämtliche Muſeen und den
Kunſthandel Beſcheid, ſo daß der Verkauf der geſtohlenen Bilder
ſehr erſchwert iſt. Und damit iſt die Abſicht der Diebe vereitelt.
Direktor Dr. Roeder, der Leiter des Roemer=
Muſeums in Hildesheim klagt auch, daß keineswegs
alle Beſucher der Muſeen durch das Kunſtintereſſe beſtimmt
werden. Das gelte vor allem von den Jugendlichen, über die
mehrfach geklagt wird, und von denen erfahrungsgemäß die
größten und häufigſten Befchädigungen verüht werden. Durch
zahlreiche Beobachtungen hat er feſtgeſtellt, daß der Beſuch von
Schulklaſſen unter nicht ſehr ſtrenger Aufſicht gewiſſe Gefahren /

Wit bleiben draußen!
Eine Eeklärung des deutſchnakionglen
Frakkionsführers.
* Die Deutſchnationalen haben es zwar bisher immer ne
vermieden, ihre weitere Taktik im Reichstag und zur Reichspoli=
feſtzulegen
, doch kann man aus den beiden letzten Reden des Po
teiführers Hugenberg entnehmen, daß ſie vorläufig nicht die A.
ſicht haben, an den entſcheidenden Beratungen des Reichstage
teilzunehmen. Es blieb aber immer noch eine Hintertür offer
Auch die ſcheint jetzt verſchloſſen zu ſein: der Fraktionsvorſitzend
Oberfohren hat in Frankfurt ſchmucklos erklärt: Wir ſit
draußen und wir bleiben draußen! Alle mehr oder minder ve
hüllten Verſuche, mit der Oſthilfe oder dem Wehretat die Deutſe
nationalen in den Reichstag zu locken, ſind ausſichtslos. Das
eine ſo ſcharf formulierte Diktion, daß daran vorbei eigentl
keine Möglichkeit mehr in den Reichstag führt.
Die Verhandlungen mit der Reichsregierung gehen zwar we
ter. Herr Schiele hat noch einen letzten Verſuch gemacht u
ſich bemüht, den Reichslandbund mobil zu machen und i
eindringlich auf die Folgen aufmerkſam zu machen, die für 4
Landwirtſchaft entſtehen können, wenn die Deutſchnationalen ni
mitmachen wollen. Die Antwort des Grafen Kalckreu=
iſt
jedoch nicht ſehr ermutigend. Sie geht an der eigentlich
Kernfrage vorbei, indem ſie die Regierung damit tröſtet, daß
immer noch der Artikel 48 bleibe. Die Gründe aber, weshalb /
Regierung auf die Anwendung des Artikels 48 gern verzicht f
ſind, ſo einleuchtender Art, daß zum mindeſten die Führer 4
Reichslandbundes Verſtändnis dafür aufbringen müßten. 7
Landwirtſchaftskammern ſelbſt ſcheinen ebenfalls e
ders zu denken als die ausgewanderte Oppoſition. Ihr Einf!
auf die politiſchen Parteien iſt aber kaum ſtark genug, um
durchzuſetzen. Selbſt die Mahnung, daß die Deutſchnationalen
völlig kaltſtellen, wenn etwa die ordnungsmäßige Verabſchiedu
des Etats und der Agrargeſetze trotz ihrer Obſtruktion gelin
verpufft wirkungslos.
Der Minifterpräſidenk als Brivakperfot
Herr Braun in Beelegenheil.
* Berlin, 27. Februar. (Priv.=Tel.)
Die Sozialdemokraten bereiten für Anfang kommender Wo
in Berlin eine große Kundgebung gegen den Fascismus vor, 2
Kampf wird nicht etwa theoretiſch geführt, ſondern bringt ei
ſcharfe Zuſpitzung gegen den italieniſchen Fascismus, denn
in Berlin lebender antifasciſtiſcher italieniſcher Emigrant
bei dieſer Kundgebung eine Rolle ſpielen. Umſo verblüffend
wirkt es, daß gewiſſermaßen als Korreferent der preußiſche A
niſterpräſident Braun auf Rieſenplakaten als Zugnummer an=
kündigt
wird. In der Reichsregierung hat es darüber begre
licherweiſe einiges Kopfſchütteln gegeben. Man kann ſich ja v.
ſtellen, wie unſere Außenpolitik dadurch erleichtert wird, we
der Miniſterpräſident des größten deutſchen Landes höchſtperſt
lich die Poſaune gegen das in Italien herrſchende Regime ble
Es iſt daher in der Wilhelmſtraße auch ſchon der Verſuch gema
worden, nach Preußen hinüber zu wirken, damit Herr Braun v
zichtet. Aber er iſt ein Dickkopf. Selbſtverſtändlich iſt er kl
genug, einzuſehen, daß er ſich auf ſehr dünnes Eis begeben h
aber zugeben will er das nicht. Deswegen macht er ſeinen Preſ
apparat mobil, um zu verſichern, daß es ſich bei ſeiner Rede1
eine Privatangelegenheit handle, er ſpreche nicht als Preuße
Miniſterpräſident, ſondern als Privatmann oder höchſtens e
der Reichstagsabgeordnete Otto Braun. Dieſe Unterſcheidung
ſo gekünſtelt, daß ſie nur komiſch wirken kann. Sie iſt tatſäch!
wohl auch der Anfang des Rückzuges. Die preußiſche Regieru
lehnt zwar eine Auskunft darüber ab, ob Herr Braun tatſächl
ſprechen wird. Zweifellos wird er aber nicht ſprechen und dadu
die Sozialdemokratie um einen propagandiſtiſchen Erfolg,
ſelbſt aber um eine peinliche Verlegenheit bringen.
Tgriſſländigung in Grezppe Hotaweft.
Düffeldorf, 27. Februar
In der heutigen Beſprechung der Tarifparteien der no=
weſtlichen
Eiſeninduſtrie in Eſſen gaben die Arbeitgeber den C
werkſchaften bekannt, daß ſie am 1. März 1931die Abſic
der Kündigung des Tarifvertrages mitteile
würden. Im Verlaufe der Ausſprache wurden alle Fragen
rührt, die für die ſchwierige Wirtſchaftslage der Eiſeninduſt
von Bedeutung ſind. Dabei wurden auch die Fragen des 21
beitsmarktes und die Möglichkeiten ſeiner Erleichterung
ſprochen. Mit Rückſicht auf die Mitteilung der Kündiguns
abſicht wird die Ausſprache am 9. März fortgeſetzt werden.
m
für die Sammlungen mit ſich bringt. Wurden doch ſogar ſe
wertvolle antike Originale beſchmutzt und beſchädigt. Ein ſtarl
Beſuch und die dadurch bedingte gegenſeitige Kontrolle iſt ne
den Bekundungen der meiſten Muſeumsleiter der beſte Sch
Ch. König=Münſter,
gegen Atteutate.
Ein Eliſabeih-Gedächtnisfaltblaki
aus 8er Warkburgſtadk Eiſenas und Marbarg (Lahd
Zu den kirchlichen und weltlichen Feierlichkeiten, die in d
Städten Wartburgſtadt Eiſenach und Marburg a. d. Lahn aulä
lich der 700jährigen Wiederkehr des Todestages der Heiligen E!
ſabeth, Landgräfin von Thüringen, die ſich vor allen Dingen dur
ihre vorbildliche Betätigung in der Nächſtenliebe einen in c0ſ 2
lichen Kreiſen unvergeßlichen Namen gemacht, hat, iſt ein
Lebensbeſchreibung und ſelten geſehenen Photos verſehenes
blatt herausgegeben worden. Das Faltblatt, deſſen Vordeit
mit einer modernen Photomontage zuſammengeſetzt aus Eliſge)
Porträt und Städtebildern geſchmückt iſt, wird von dem Stä0l
Verkehrsbüro der Wartburgſtadt Eiſennach gegenüber dem Haud
bahnhof und dem Stadtverkehrsamt in Marburg koſtenlos 399
geben.
St. Moritz Dorf Bad Campfér. Ein Führer und Reil
begleiter, im Auftrag und unter Mitarbeit des Kur= und Verfehl
vereins St. Moritz, bearbeitet von H. Hoet, 291 S. 82 16 Abb
dungen, 1 Vogelſchaukarte, 1 Automobilkarte, 2 Panoramen. Oe
3. Franken, 2,40 RM. Orell Füßli Verlag, Zürich und Leipzig.
Jeder kennt St. Moritz, wenigſtens dem Namen nach; groß
die Zahl derer, die dieſen ſtrahlenden Bergort lieben und immer wiede
kehren. Nun legt der Orell Füßli Verlag einen Führer vor, der im 2.
trag und unter Mitarbeit des Kur= und Verkehrsvereins St Moritz b!.
H. Hoek, deſſen Namen in= und ausländiſche Sportfreunde mit Reip
nennen, verfaßt wurde, ein Kompendium von erſtaunlicher Reichhalt:
keit bei handlichſtem Format. Wer in Zukunft ſich einen Aufenthalt
St. Moritz überlegt, findet hier alles, ob er es auf Touriſtik, Spo
mondänes Leben oder Volkskunde, auf eine klimatiſche oder Badekur b'
naturwiſſenſchaftliche Studien abgeſehen hat.
Die Kraftfahrerprüfung in Frage und Antwort mit der neueſten 8
ordnung über Kraftfahrzeugvertehr und 38 Verkehrszeichen. Zuſa.
mengeſtellt von K. Fr. Witten, Ingenieur. 4. Aufl., mit 35 Abd
dungen. Preis 1,50 RM.. Verlag Martin Salzmann, Deſſau,
Das kleine, handliche Buch beſpricht in knappſter Form in dem 1
lichen Frage= und Antwortſpiel alle Momente, die bei einer Kraftjahrt

zu ſpielen bflegen, eingehende Behandlung gefunden.

[ ][  ][ ]

Nummer 59

Samstag, den 28. Februar 1931.

Seite 3

Ctatberatung im Finanzausſchuß

*

die beſſiſche Arbeiksbeſchaffungsſtelle
in Beiilk AentMtigt.
Die Kapikel des Staakspräſidiums verabſchiedet.
Der Finanzausſchuß des Landtages beſchäftigte ſich in der
freitagsſitzung mit Kap. 19: Staatspräſident.
Jazu beantragt der Landbund, ab 1. April 1931 nur ſolche
Stellen mit Staatsbeamten zu beſetzen, die zur Ausübung
auernder Staatsaufgaben, insbeſondere zur Erfüllung unbe=
ingter
Hoheitsrechte des Staates erforderlich ſind, die Inhaber
Uler übrigen ſtaatlichen Dienſtſtellen aber auf Grund eines
Frivatdienſtvertrages zu beſchäftigen. Eine Anſtellung von
Itaatsdienſtanwärtern als überplanmäßige Beamte ſolle mit der
(nnahme dieſes Antrages unterbleiben, eine Aufrückung in das
Zeamtenverhältnis infolge der Ableiſtung einer beſtimmten
(nzahl von Dienſtjahren im ſtaatlichen Dienſt als Staatsdienſt=
iwärter oder auf Privatdienſtvertrag ab 1. April nicht mehr
attfinden. Die Anſtellung als Staatsbeamter ſolle lediglich
uif Grund einer freien Entſchließung der Regierung unter Be=
chtung
geſetzlicher und verfaſſungsmäßiger Beſtimmungen er=
olgen
. Dieſer Antrag wurde, nach längerer Debatte
urückgeſtellt.
Der Landbund fordert weiter, die Stellen eines Legations=
ites
, eines Direktors der Regiſtratur, eines Rechnungsrates
nid eines Miniſterialoberſekretärs zu ſtreichen, was zu einer all=
meinen
Debatte für alle Miniſterien Veranlaſſung gab. Dieſer
treichungsantrag wird damit begründet, daß der bis=
rige
Weg der Inhaberbewilligung zu keinem Erfolg in den
entralſtellen der Miniſterien geführt habe. Von der Regierung
ie auch von den Regierungsparteien wurde auf die Unmög=
chkeit
derartiger Streichungsanträge verwieſen. Eine Ver=
inderung
beſetzter Stellen könne nur auf dem eingeſchlage=
2n Wege der Inhaberbewilligung durchgeführt werden. So=
ru
notwendige Stellen frei werden, könnten dann nur Beamte
ui Inhaber=Stellen untergebracht werden.
Von Regierungsſeite wurde darauf hingewieſen, daß
h die Zahl der Beamten nahezu der Vorkriegshöhe genähert
it. Solange die Staatsaufgaben vorhanden ſind, ſeien die für
re Erfüllung erforderlichen Kräfte notwendig. Gegenüber
em Hinweis, daß man zur Einſparung von Stellen Beamte
ſolchen Stellen unterbringen könnte, die bisher von Anwär=
rn
verſehen werden, dürfe doch nicht unbeachtet bleiben, daß
ſich bei den Anwärtern in ſehr vielen Fällen um ältere und
rheiratete Menſchen handelt und daß es doch auch ſicher nicht
e Abſicht der Antragſteller ſein könne, dieſe ohne weiteres
if die Straße zu ſetzen.
Der Staatspräſident berichtet darnach auf Wunſch
der das Ergebnis ſeiner Berliner Reiſe, inſonderheit über die
uigelegenheit des Weſtfonds, bei dem es das Bemühen der
egierung iſt, eine gerechtere Behandlung für das Heſſenland
t erreichen. Auch wegen der Fähre in Bingen iſt verhandelt
orden.
Vom Landbund wurde beſtritten, daß mit dem Vorgehen die
eamtenrechte irgendwie gefährdet werden ſollten. Abg. Dr.
eſt (V. R.P.) wünſcht von der Regierung Mitteilung darüber,
ieviele Anwärter des höheren und niederen Staatsdienſtes
trzeit in den verſchiedenſten Zweigen der Staatsverwaltung
erhanden ſind und welche durch abgebaute Beamte erſetzt wer=
eu
könnten.
Der=Streichungsantrag des Landbundes wird mit
2 Stimmen bei 2 Enthaltungen abgelehnt. Abgelehnt
ird ein Antrag der kommuniſtiſchen Oppoſition, das Staats=
räiſidium
aufzulöſen und die anfallende Arbeit unter die ande=
n
Miniſterien aufzuteilen, ſamt den hierzu geſtellten Even=
ralanträgen
.
Das ganze Kapitel wird mit 10:2 Stimmen bei 2 Enthal=
tugen
genehmigt, gleichfalls und ohne Debatte das Kapitel
Staatsverlag mit 130800 Mk. Einnahme und 129 300
Tark Ausgabe.
Zu Kapitel
Vertretung beim Reich
antragte der Landbund, daß die Dienſtbezeichnung Ge=
nidter
für den Vertreter des heſſiſchen Staates beim Reich zu
ſeitigen und er dafür Landesvertreter und ſtimmführender
Avertretender Reichsratsbevollmächtigter zu nennen ſei.
leichzeitig ſei die Stelle eines Miniſterialrats ſowie eines Ver=
altungsoberſekretärs
zu ſtreichen und die Dienſtaufwandsent=
Hädigung für den Landesvertreter in Berlin von 10 000 auf
700 Mk. zu ſenken. Zur Begründung wurde auf die Kritik im
ande hingewieſen, die ſich gegen die Amtsbezeichnung Ge=
didter
richte. Die Antragſteller erklärten aber gerechterweiſe,
die Vertretung beim Reichsrat für das Land Heſſen und
ich für die Wahrung ſeiner wirtſchaftlichen Intereſſen erfor=
Zur Erſtaufführung der Oper Wozzeck
von Alban Berg.
Die Oper Alban Bergs, die vor 5 Jahren Aufſehen machte,
inn verſchwand, um jetzt allenthalben wieder aufgenommen
werden, nimmt eine beſondere Stellung im Opernſchaffen
iſerer Zeit ein. Sie iſt eingehender Beſprechung wert und gibt
twünſchte Gelegenheit, grundſätzliche Opernfragen zu erörtern.
Das dramatiſche Material Georg Büchners, in deſſen ſcharf
geſpitzten Dialogen ſich das Wort bis zu asketiſcher Knapp=
it
verdichtet, ſtellt ſich zur Vertonung zunächſt wenig geeignet
r. Die Muſik ſträubt ſich inſtinktiv dagegegen. Das Fehlen
S logiſchen Elements, die Brutalität der Handlung, die All=
glichkeit
, ja Gemeinheit der Worte ſcheinen ein feines muſi=
liſches
Empfinden abſtoßen zu ſollen.
Alban Berg ſuchte das Problem, dieſen Text zu kompo=
eren
, dadurch zu löſen, daß er eine enge konſtruktive Ver=
kerung
der Muſik mit dem Schauſpiel herſtellte. Er übernahm
erzu z. T. alte klaſſiſche Formen und ſchaffte ſich, unter Ver=
ht
auf deren Melodik, und Harmonik, die er Schönbergſchen
rinzipien unterſtellte, und aus eigenen neuen Theorien ein
erüſt als Ausdruck der dramatiſchen Spannungen, das die
indlung von außen eng umklammert, und wohl von allen
2iten einen Einblick ins Innere geſtaltet, das Innere ſelbſt
er nicht berührt. Eine Verſchmelzung hat nicht ſtattgefunden;
uſik und Wort ſtehen dicht nebeneinander, ſo zwar, daß das
Eama über die Muſik triumphiert. Es läßt ihr in der Haupt=
he
nur die Funktion der Ausdrucksverſtärkung, wenig kaum
im ſelbſtändigen Leben, außer in den ſinfoniſchen Zwiſchen=
elen
, die als impreſſioniſtiſche Malereien die Handlung illu=
ierend
weiterführen.
Als Ausdrucksmittel bedient ſich Berg der abſoluten Atona=
ät
. Sein ſtarkes Temperament verleiht jedoch dieſer neu=
ilen
Klangſphäre häufig eine ungewöhnliche Vitalität, die ſie
packenden Effekten zu ſteigern vermag. Das Packende erwächſt
S der dramatiſchen Situation, die mit rückſichtsloſer Inten=
ät
unterſtrichen wird. Die Muſik hebt das reale Wort nicht
ihre veredelnde Sphäre empor, ſondern verſtärkt das Niveau
beriſtiſchem Sinne. Im Einzelnen wird der ganze muſikaliſche
parat auseinandergeteilt. Jedes Orcheſterinſtrument muſi=
rt
gleichſam für ſich allein. Jede Singſtimme ſteht faſt ohne
lodiſche oder harmoniſche Stütze an anderen oder am Orcheſter
poniert. Das führt nun nicht etwa zum Chaos, ſondern im

derlich iſt. Nur das Wort Geſandter ſei irreführend und
ein alter Zopf, der abgeſchnitten werden müßte. Heſſen ſolle
in der Beſeitigung dieſes Steins des Anſtoßes den anderen
Ländern vorangehen.
Demgegenüber wurde darauf verwieſen, daß man doch den
heſſiſchen Vertreter in Berlin nicht anders behandeln dürfe wie
die der anderen Länder, wenn man ihn nicht in eine ſchiefe
Stellung bringen und das Land ſchädigen wolle. Es werde
nunmal in der Berliner Bürokratie noch viel auf Aeußerlichkeit
gegeben. Auch von Vertretern aus der Oppoſition wurde
zugegeben, daß der Landbundantrag nicht durchführbar ſei.
Gewünſcht wurde ferner, daß die
Entſendung von Kommiſſaren nach Berlin eingeſchränkt
werden ſolle, und zwar auf die Fälle, in denen es ſich um
Spezialangelegenheiten handelt.
Staatspräſident Adelung
erklärte, die Vertretung beim Reich erfordert eine Ausgabe von
rund 68 000 Mk. Im Vergleich zu den Aufgaben und auch zu
den Aufwendungen anderer Länder bedeutet das eine durch=
aus
mäßige und voll zu rechtfertigende Ausgabe.
Die Vertretung in Berlin hat ſich geradezu zu einer regel=
rechten
Beſchaffungsſtelle von Reichsaufträ=
gen
für das Land Heſſen entwickelt. Es handelt
ſich jetzt nicht mehr um die Vertretung im Reichsrat allein, ſie
iſt eine Poſition für die Wahrung wirtſchaftlicher Intereſſen
gefvorden. Innerhalb der letzten 8 bis 9 Monate ſind durch
unſere Berliner Vertretung der heſſiſchen Induſtrie, dem Ge=
uerbe
uſw. Aufträge von mehreren Millionen
Reichsmark zugeführt worden: von der Reichsbahn Aufträge
an Waggons, Brückenbauten, Schotter, Schwellen, Weichen,
Schrauben uſw., von der Reichspoſt Kraftwagen u. a. Fahr=
material
, Poſtzuſtelltaſchen, von der Heeres= und Marineverwal=
tutng
ebenſo erhebliche Aufträge. Insbeſondere war unſere Ber=
liner
Vertretung tätig für Lieferungsaufträge nach
Rußland an die verſchiedenſten heſſiſchen Firmen, und für
Kapitalbeſchaffung und Auftragserteilung von kommunaler
und privater Seite. Wenn man dabei beobachtet, wie deutſche
Großſtädte und preußiſche Provinzen ihre Vertretungen in
Berlin verſtärken, ſo ergibt ſich daraus für Heſſen die zwin=
gende
Notwendigkeit, ſeine Vertretung unter allen Um=
ſtänden
zu halten, um ſo mehr, als ſie ſich zu einer Auskunfts=
und Vermittlungsſtelle der heſſiſchen induſtriellen, gewerblichen
und Handelskörperſchaften entfaltet hat. Die Bezeichnung Ge=
ſandter
habe heute noch ihren beſonderen Nutzen für das
Land.
In der Abſtimmung werden die Anträge der National=
ſozialiſten
, der Kommuniſten, der kommuniſtiſchen Oppoſition
und des Landbundes mit 7:2 Stimmen bei 1 Enthaltung abge=
lehnt
und das Kapitel genehmigt.
Ohne weſentliche Debatte wurde das Kapitel Oberrech=
nungskammer
mit 260 410 Mk. Einnahme und 454 096 Mk.
Ausgabe genehmigt. Der Vorſchlag des Reichsſparkommiſſars,
die Rechnungsprüfung für Gemeinden und ſonſtige öffentliche
Körperſchaften dieſen ſelbſt zu überlaſſen oder an die Kreisämter
abzuzweigen, fand keinerlei Zuſtimmung. Es wurde dabei be=
tont
, daß die Oberrechnungskammer ein notwendiges Inſtitut
inſonderheit wegen der Unabhängigkeit ihrer Prüfung ſei und
daß durch die derzeitige Organiſation die Prüfung der ſtaatlichen
Nechnungen auf billigſtem Wege erfolge, zumal die Gebühren
für die Prüfung der ſtaatlichen Rechnungen auf die Selbſtkoſten
abgeſtellt worden ſind.
Genehmigt wurden weiter debattelos die Kapitel Ver=
waltungsgerichtshof
(3000 Mk. Einnahmen, 15 955 Mk.
Ausgaben), Staatsarchiv (200 Mk. Einnahmen, 49 172
Mark Ausgaben) und 13 000 Mk. Ausgaben für Poſt=
gebühren
.
Die Verhandlungen werden am Dienstag der kommenden
Woche bei den Kapiteln des Miniſteriums des Innern
fortgeſetzt.
Berkrauenskundgebung des Hefſiſchen Landbundes
für Schiele.
* Der erweitere Landesausſchuß des Heſſiſchen Landbundes
hat einſtimmig beſchloſſen, dem Reichsernährungsminiſter
Schiele für ſeine Tätigkeit im Intereſſe der deutſchen Land=
wirtſchaft
den herzlichſten Dank und vollſtes Vertrauen
auszuſprechen und ihn zu bitten, auf ſeinem ſchwierigen Poſten
im Intereſſe der um ihr Daſein ringenden Landwirtſchaft aus=
zuhalten
.
Ferner wurde beſchloſſen, unter dem Namen Dr. Klein=
kurt
=Stiftung einen beſonderen Fonds zur Verfügung
des Landbundvorſtandes zu ſchaffen, aus dem für den Fall be=
ſonderer
Notlage oder Unglücksfälle im Landbund tätiger Per=
ſonen
Unterſtützungen gewährt werden ſollen.
Aa.

Gegenteil zu einer Ordnung peinlichſter Art. Mit unerhörter
Genauigkeit und Folgerichtigkeit wird jeder Ton, jeder Klang
an die theoretiſch richtige und logiſch für ihn beabſichtigte Stelle
geſetzt. Kein Takt bleibt unkontrolliert vom Verſtand, alles
ſitzt mit mathematiſcher Präziſion. Ebenſo überlegt und berech=
net
iſt die wahrhaft virtuoſe Inſtrumentation. Es entſtehen
lineare, vertikale und klangliche Gebilde von ſuggeſtiver Kraft
und in ihrer Neuartigkeit von durchaus perſönlichem Gepräge.
Indes das Zuviel an Verſtand und vorbedachter Abſicht trübt
allenthalben die Unmittelbarkeit des Entwurfs und der Arbeit,
ſo daß der Eindruck des äußerlich Ausgeklügelten, nicht des
innerlich Gewachſenen erweckt wird. Die Naivität der ſchöp=
feriſchen
Intuition ſcheint zu fehlen.
Eine gewiſſe Aehnlichkeit mit Hindemiths Cardillac iſt auf=
fallend
. Ebenſo wie dieſer hat auch Wozzeck eine ſtarke Augen=
blickswirkung
beim erſten Hören, die aber ſelten ſtandhält. Das
erſchütternde Schauſpiel iſt es in beiden Fällen, das dieſe Wir=
kung
hervorruft. Im übrigen iſt der Stil des Wozzeck dem des
Cardillac entgegengeſetzt. Hindemith und Berg marſchieren auf
verſchiedenen Wegen zu verſchiedenen Zielen. Hindemith ver=
leugnet
die Form des naturaliſtiſchen Muſikdramas völlig und
kehrt zu jener ſtiliſierten Form zurück, in der die Muſik die Herr=
ſcherin
iſt. Er ſchreibt eine Nummern=Oper mit Arien, Duetten,
Koloraturen, Enſembles in Form abſoluter Muſik. Berg er=
hebt
das Drama zum Herrſcher und treibt es mit impreſſio=
niſtiſchen
, maleriſchen, klanglichen Mitteln jeder erdenklichen Art
zum äußerſten Naturalismus. Er iſt mit Wozzeck der Schöpfer
der atonalen veriſtiſchen Oper, die ſich darſtellt als ein Schau=
ſpiel
, verſtärkt durch inſtrumentale und vokale Mittel. Sie ſteht
gleich fix und fertig, meiſterhaft gekonnt vor uns mit einer vol=
lendet
gearbeiteten Partitur größten Formates. Als ſolche, jedoch
als ein alleinſtehender Verſuch, der keine Nachfolge finden kann,
weil er einer Steigerung nicht mehr fähig iſt, wird das Werk
muſikgeſchichtlich zu bewerten ſein. Gleichzeitig muß es aber
auch in der Wahl des Stoffes, im Bekenntnis der Geſinnung
und in der Art der Ausdrucksmittel als das Dokument einer
Zeit angeſehen werden, die voll iſt von Uebergangsproblemen
aller Art.
Wir wiſſen, daß die neuere Opernproduktion inzwiſchen
andere Wege eingeſchlagen hat, als Berg ſie ging. Der kon=
ſequente
Atonalismus ſcheint für die Oper, wie überhaupt, als
überwunden angeſehen zu werden, weil er ſich als ungenügend
fähig erwieſen hat, dem ſeeliſchen Stimmungsgehalt und ſeinem
Wechſel ſinnfälligen Ausdruck zu geben. Die Neutralität ver=

Regierung und Gewerkſchaften.
Erklärungen Brünings und Skegerwalds.
CNB. Berlin, 27. Februar.
Bei dem Empfang der Gewerkſchaftsführer durch den Reichs=
präſidenten
gaben Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsarbeits=
miniſter
Stegerwald wichtige Erklärungen ab.
Stegerwald erklärte, er würde an dem Kern der Ta=
rifverträge
, an dem Kern des Schlichtungsweſens
und an dem Kern der Sozialverſicherung während ſeiner
Amtszeit nicht rütteln laſſen. Aber es gebe auf dieſem Gebiete
noch eine Anzahl Inflationserſcheinungen und eine
Anzahl Unausgeglichenheiten, die noch beſeitigt werden
müßten und wo die Gewerkſchaften auch noch Konzeſſionen machen
könnten. Den Vertretern der Arbeitgeber, die in den letzten
Tagen von ihm verlangt hätten, das ſtaatliche Schlich=
tungsweſen
wenigſtens vorübergehend zu ſus=
pendieren
, habe er geantwortet, daß er das entſchieden
ablehne.
Reichskanzler Dr. Brüning führte aus, daß die Regierung
die Verhandlungen mit den Gewerkſchaftsvertretern von ſich aus
weiter fortſetzen werde. Er wolle aber heute ſchon gegenüber
irreführenden Mitteilungen in der Oeffentlichkeit ſagen, daß die
Ermächtigung, die die Regierung in dem neuen agrarpoli=
tiſchen
Geſetzentwurf vom Reichstag verlange, nicht ſo
gedacht ſei, daß die Regierung nun ſofort Zollerhöhungen durch=
zuführen
beabſichtige; vielmehr ſoll jede eventuelle Zoll=
erhöhung
davon abhängig ſein, daß die Land=
wirtſchaft
zuvor gewiſſe Bedingungen auf dem
Gebiete der Selbſthilfe erfülle, z. B. auf dem Ge=
biet
der Rationaliſierung, der Standardiſierung, der Verkaufs=
organiſation
durch Ausbau des Genoſſenſchaftsweſens uſw. Der
Reichsernährungsminiſter habe erklärt, daß er der Landwirt=
ſchaft
für die Durchführung dieſer Selbſthilfemaßnahmen be=
ſtimmte
Termine ſetzen werde, und erſt nach Erfüllung
dieſer Bedingungen werde die Regierung ſich bereit erklären, von
der Ermächtigung eventuell Gebrauch zu machen.
Der Reichspräſident ſchloß die Unterredung mit dem
Bemerken, daß er die Sorge der Gewerkſchaften teile und gewiß
tun wolle was in ſeinen Kräften ſtehe, zu helfen. Er glaube, daß
auch die Regierung ihrerſeits das Notwendige und Mögliche gleich=
falls
tun werde.
Die Flotkenbeſprechungen in Rom.
EP. Rom, 27. Februar.
In der Eck=Galerie des Palazzo Chigi haben heute morgen
kurz nach 9 Uhr die Marine=Sachverſtändigen Englands und
Italiens, im Beiſein des Erſten Lords der Admiralität, Alexan=
der
, und des italieniſchen Marineſachverſtändigen Sirianni, die
Flottenverhandlungen fortgeſetzt. Ihre Beratungen dauerten
ununterbrochen bis 12 Uhr. Dagegen iſt der britiſche Außen=
miniſter
Henderſon erſt um 10 Uhr im Außenminiſterium ein=
getroffen
und hatte ſofort eine Unterredung mit Grandi, die
über eine Stunde dauerte. Alsdann fuhr Grandi nach dem
Palazzo Venezia, wo er Muſſolini von dem Verlauf der Be=
ſprechungen
unterrichtete. Die engliſchen Miniſter und ihre
Mitarbeiter fuhren um die Mittagszeit unter Führung des bri=
tiſchen
Botſchafters nach Tivoli und trafen ſich dann zu dem
ihnen von Grandi gebotenen Frühſtück in der Villa d’Eſte mit
den italieniſchen Unterhändlern. Auch der Unterſtaatsſekretär
des Aeußern, Fani, der Unterſtaatsſekretär der Marine, Ruſſo,
und zahlreiche Beamte des Außenminiſteriums und der britiſchen
Botſchaft nahmen an dem Eſſen teil. Am Spätnachmittag
haben die Experten ihre Verhandlungen wieder aufgenommen.
Der engliſche Botſchafter Sir Graham gab heute abend in
der Botſchaft zu Ehren der Miniſter ein Bankett, zu dem auch,
entgegen ſeiner Gewohnheit, Muſſolini erſchienen war. Ueber
den Inhalt der Beſprechungen übten beide Parteien ſtrenge Ver=
traulichkeit
.
Frankreich braucht in Junsbruck ein Genetalkonſulgk.
Berlin, 27. Februar.
Wie die Berliner Börſenzeitung aus Rom meldet, hat die
Nachricht, wonach Frankreich jetzt in Innsbruck ein General=
konſulat
errichtet hat, in offiziellen römiſchen Kreiſen
Aufſehen erregt. Man fragt ſich nicht ohne Grund, ob der öſter=
reichiſch
=tiroliſche Handel jetzt einen ſolchen Umfang angenom=
men
habe, daß ein franzöſiſches Generalkonſulat in den Tiroler
Bergen erforderlich ſei. Die künftige Tätigkeit des Konſulats
nahe der italieniſchen Grenze erhält noch eine ganz beſondere
Beleuchtung durch die Tatſache, daß zum Generalkonſul
ein Herr Simeon ernannt wurde, der im Kriege nicht
nur Chef des Nachrichtenweſens beim franzö=
ſiſchen
Armee=Oberkommando geweſen iſt, ſondern
ſich auch beſonderer Verdienſte um den Ausbau des Inter=
nationalen
politiſchen Informationsweſens der Armee, alſo auf
dem Gebiete der Spionageorganiſation, gemacht hat.
urteilt ihn trotz Differenzierung durch Formen, Themen, Far=
ben
, zur Eintönigkeit. Der Impreſſionismus Schrekers, der
Expreſſionismus Strawinſkys mit ihren z. T. krankhaften Zeit=
erſcheinungen
ſind vorbei. Auch die Sachlichkeit, die als Reak=
tion
an ihre Stelle trat, hat nicht Stand gehalten. (Neues vom
Tage.) Die Nückkehr zur Großen Oper (Oreſt) und zur Roman=
tik
(Schwanda) als Rezepte ſind Geſchäftstricks. Geſunde Ent=
wicklung
gedeiht nicht durch Umſturz, nicht durch Nachahmung,
nur durch Aufbau auf Ueberliefertem aus ungeborgter Kraft.
v.II.
* Münchener Kunſthiſtoriker-Skandal.
Der Rücktritt Prof. A. L. Mayers veranlaßte Prof. Pinder
zu einer Erklärung in den M. N. N., die nach Form und Imhalt
allgemeines Aufſehen erregte. Darin wirft Pinder dem Prof. M.
vor, daß er ſich durch ſeinen Rücktritt einer Diſziplinarunter=
fuchung
entzogen habe, die auf eine Anklageſchrift von Direktor
Zimmermann (Germ. Muſeum, Nürnberg) eingeleitet werden
ſollte. Zu dieſem Zwecke hatte ſich Zimmermann brieflich an
ſämtliche großen Händler des In= und Auslandes gewandt, um
ſeinem bayeriſchen Kollegen enge Beziehungen zum Kunſthandel
nachzuweiſen! Prof. Pinder, deſſen Ueberſiedlung nach Berlin
immer noch in Schwebe iſt, aber nach den jüngſten Vorkommniſſen
erwartet werden darf, hat Prof. Mayers vorgeſetzte Behörde,
die Generaldirektion der Bayr. Staatsſammlungen folgendes
erwidert: Der Anlaß zum Ausſcheiden des Herrn Prof. M.
aus dem Staatsdienſt liegt darin begründet, daß er von dem
großen in= und ausländiſchen Kunſthandel in immer ſteigendem
Maße um ſeinen wiſſenſchaftlichen Rat erſucht, und ſeine Gut=
achtertätigkeit
einen Umfang angenommen hat, der den beſtehen=
den
Dienſtvorſchriften nicht mehr entſprach und daß auch die
Art, in der ſeine Gutachtertätigkeit honoriert wurde (dem Werte
des Objektes entſprechend. D. Red.) vom Beamtenſtandpunkt
aus nicht gebilligt werden konnte. In Erkenntnis der Unver=
einbarkeit
ſeiner Tätigkeit mit ſeinen dienſtlichen Obliegenheiten,
hat Herr Prof. M. die volle Konſequenz gezogen und um ſeine
Entlaſſung aus den Dienſtſtellen gebeten.
Die Staatsgemäldeſammlungen verlieren an Herrn Prof. M.
einen außerordentlich tüchtigen Beamten, der ſich während einer
21 jährigen Dienſtzeit durch ſeine fachliche Begabung, ſeine aus=
gezeichneten
Kenntniſſe und ſeine pflichtgetreue Arbeit
um das Inſtitut hervorragend verdient gemacht hat.
*AC

[ ][  ][ ]

Uhre Verlobung geben bekannt
Käte Blum
August Becker
Darmstadt, den 1. März 1931
Viktoriastraße 98
Grafenstraße 35

Dankſagung.
Für die vielen herzlichen Glückwünſche
zu unſerer
Goldenen Hochzeit
welche uns mit unſeren Kindern und
Enkeikindern vergönnt war zu feiern,
ſagen wir auf dieſem Wege Allen herzl.
Dank.
Adam Krämer und Frau.
Weiterſtadt, den 23. Februar 1931.
3255)

Höhere Pribatſchule
Gräner Weg 19. Fernruf 1512.
Unterricht nach den Plänen des human.
Gymn., des Realgymn, u. der Ober=
realſchule
. Gründliche Borbereitung
zu allen Schulprüfungen. Beſondere
Abendkurſe bei genügender Beteiligung
Sprechſtunden: Werktäglich von 15 bis
17 Uhr. Beginn des Sommerſemeſters.
am 21. April 1931. H. Rupp

Herren-Einsatahemden

1a Qualität, von

Nun gingſt Du fort
und alles Glück mit Dir.
Nach kurzem, ſchwerem Krankſein entſchlief voll
tiefen Friedens meine liebe Frau, meine treu=
ſorgende
Mutti
Margarete Beger
geb. Grieger.
In tiefem Schmerz für alle,
die ſie liebten:
Ernſt Beher
Berni Beyer.
Darmſtadt, den 27. Februar 1931.
Rheinſtraße 23.
Die Ueberführung nach dem Bahnhofe findet vom
Trauerhauſe am 28. Februar 1931, nachm. ½1 Uhr,
die Beerdigung in Troisdorf am Montag, den
2. März, 3 Uhr nachmittags, vom Krankenhaus
zum Waldfriedhof ſtatt.
(3295

Todes=Anzeige.
Heute Abend 6 Uhr entſchlief ſanft nach langem, mit großer Geduld
ertragenem Leiden meine liebe Frau, unſere liebe Mutter, Schweſter,
Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante
Frau Eliſabethe Weber
geb. Diitmann
im Alter von 67 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Weber, Uhrmacher.
Ober=Ramſtadt, den 26. Februar 1931.
(3270
Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. März, nachmittags 3 Uhr ſtatt.

Herren-Hormalhosen

aOualität. von

Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten zur traurigen
Nachricht, daß am 26. Februar mein innigſigeliebter
Mann, mein treubeſorgter Papa, Sohn, Schwiegerlohn,
Bruder, Schwager und Onkel

nach kurzem, ſchwerem Leiden im 37. Lebensjahre im
Eliſabethenſtift zu Darmſiadt ſanft entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterblſebenen:
Frau Frieda Lautenſchläger, geb. Meitzler
Familie Karl Lautenſchläger.
Heſſenſieiger Müßle b. Alzeh, Neutſch i. Odw.,
den 27. Februar 1931.
3272
Die Beerd’gung findet Sonntag, den 1. März 1931,
nachmittags 3. Uhr, in Neutſch ſtatt.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
jowie für die zahlreichen Kranzſpenden beim
Heimgang unſeres lieben Entſchlafenen ſei hier=
mit
herzlichſt gedankt. Ferner danken wir Herrn
Pfarrer Munk für die troſtreichen Worte am
Grabe.
Im Namen der tieftrauernd Hinterbliebenen:
Eliſabethe Bauer, geb. Volk.
Reichelsheim, den 27. Februar 1931. (3248

Torzogeß
nach Weyprechtstr. 14 (hinter
dem Saalbau) Dr. Biecher, Fach-
arzt
tür Chirurgie und Krankheiten
der Harnorgane.
21f. 3210

Todes=Anzeige.
Nach langem, ſchweren Teiden, doch uner=
wartet
, entſchlieft ſanft meine liebe Frau,
unſre gute, treuſorgende Mutter, Schwieger=
mutter
, Großmutter, Tochter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
Frau Eba Häffner
geb. Diehl
im 62. Lebensjahre.
Im Namen der tieftrauernden Sinterbliebenen:
Georg Häffner.
Dieburg, den 27. Februar 1931.

Gebgatnsſeien
zu Ehren derer, die für uns alle ihr
Leben ließen, am
Holgstradertag
Honntag, den 1. März 1931, vor=
mittags
11½ Uhr, im Kileinen Haus
des Heſſiſchen Landestheaters.
Mitwirkende:
Frau Kuhn=Liebel vom Heſſ. Landes=
theater
und der Inſtrumental=Verein
Darmſtadt unter Leitung von Herrn
Prof. Schmitt ſtädt. Muſikdirektor,
Klavierbegleitung: Herr Ottvo Schäfer,
vom Heſſ. Landestheater.
Die Gedächtnisrede hält Herr Studienrat
Dr. Gottron.
Zu zahlreichem Beſuch lädt ein
Volksbund Deutsche Kriegssräherfürsorge
Oris- und Bezirksgrusps Darmstadt.
Eintrittskarten von 0.50 bis 2.00 RM.
an der Kaſſe des Landestheaters. (3092b
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K.

Die Beerdigung ſindet Sonntag, den 1. März, 1½ Uhr
ſiatt.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
jowie für die zahlreichen Blumenſpenden beim
Heimgange unſerer lieben Mutter ſprechen wir
auf dieſem Wege unſeren herzlichſten Dank aus.
Lina Hotz
Familie Georg Hotz
Familie Leonhard Hoßz.
Darmſtadt, den 28. Februar 1934.
Kl. Kaplaneigaſſe 2.

Bei Stablveritopfang
In Apotheken, Drogerien,
V.9021 Reformhäusern

[ ][  ][ ]

Nummer 59

Aus der Landeshaupkfſtadt.
Darmſiadt, den 28 Februar 1931.

Samstag, den 28. Februar 1931

Seite 5

Wichlig für Auswanderungswillige!
Von amtlicher Seite werden wir um folgende Veröffent=
ung
gebeten:
Es kommt immer wieder vor, daß Auswanderungswillige
fragen über Anſtellungsmöglichkeiten und ſonſtige Verhältniſſe
Ziellandes an die deutſchen Konſulate, im Ausland richten,
tatt ſich mit ihren Anliegen an die nächſte, gut unterrichtete
swandererberatungsſtelle zu wenden. Bei dem geringen Per=
al
der Auslandsbehörden und der langen Laufzeit eines
iefwechſels können ſolche Anfragen in der Regel nicht direkt
utwortet werden, ſondern gehen der Auswanderungsberatungs=
le
im Bezirk des Frageſtellers zur Erledigung zu. Auswande=
igswillige
tun daher gut, ſich in jedem Falle zunächſt an ihre
ändige Auswanderungsberatungsſtelle zu wenden, die ſich für
3ſ8 hieſigen Bezirk in Frankfurt a. M. Rathenauplatz 3,
indet und die koſtenlos ſchriftlich und mündlich in allen Aus=
nderungsfragen
Rat und Auskunft erteilt. (Sprechzeit: Werk=
81 lich 912. Mittwoch und Samstag auch nachmittags 4.30 bis
Uhr). In Sonderfällen, in denen eine Beurteilung von hier
; nicht möglich iſt, kann die Beratungsſtelle das notwendige
A5 iterial am ſchnellſten und ohne unnötige Koſten beſorgen. Bei=
ekten
Anfragen an die Konſulate iſt es wiederholt vorgekom=
n
. daß Auswanderer ausgereiſt ſind, bevor ſie die Antwort des
nſulats erhalten hatten und dadurch in unerwartete Schwierig=
en
und große Not geraten ſind. Die Auswandererberatungs=
le
in Frankfurt a. M. hat im Jahre 1930 rund 10 700 Aus=
nfte
erteilt.
25 Jahre Konditorei Schwarz! Man ſchreibt uns: Am
März ſind 25 Jahre ſeit der Uebernahme der Konditorei mit
ffee verfloſſen. Jahre unermüdlicher Tätigkeit, frohen Schaf=
=, aber auch guten Erfolges liegen hinter dem Jubelpaare,
r es in raſtloſer Arbeit gelungen iſt, das Geſchäft aus beſchei=
em
Umfang zu ſeiner heutigen Bedeutung emporzuführen. Im
re 1926 wurde das den Anforderungen eines modernen Kon=
reikaffees
nicht mehr genügende Lokal umgebaut; die weſent=
vergrößerten
Verkaufs= und Aufenthaltsräume erhielten ein
ſtändig neues Gewand und zeichnen ſich durch gediegene Aus=
tung
und einen vornehmen Charakter aus. Auch die Back=
e
wurde mit allen modernen Einrichtungen verſehen und iſt
te jeder Aufgabe des Konditoreibetriebes gewachſen. Die Kon=
Frei wurde am 18. November 1832 von Herrn Theodor Amend
Hauſe Ludwigsplatz 3 eröffnet. Nach dem Tode des Gründers
Jahre 1874 führte ſeine Witwe das Geſchäft bis zur Ueber=
e
an ihren Sohn, Herrn Emil Amend, im Jahre 1881 weiter,
es im Jahre 1886 an Herrn Viktor Thiermann verkaufte. Bis
Fecol f Jahre 1903 war Herr Thiermann Inhaber des Geſchäfts, das
zcench 2190 nach dem Hauſe Ludwigsplatz 4 verlegt wurde. Im Jahre
Yon 3 gelangte es in den Beſitz des Herrn Eugen Heimer, von dem
ich am 1. März 1906 die Eheleute Schwarz übernahmen und bis
te mit Tatkraft und Geſchick weiterführen. Anläßlich des
ährigen Jubiläums hat die Konditorei Schwarz ihre Schau=
ſter
geſchmackvoll dekoriert. Wahre Kunſtwerke des Konditorei=
verbes
ſind ausgeſtellt, die in der Hauptſache Meiſterſtücke des
hnes ſind, der jetzt ſeine Meiſterprüfung beſtanden hat. Neben
dern Kunſtwerken, die auf das Jubiläum Bezug haben, iſt ein
ginelles Zuckerſchiff mit einer ſilbernen 25 ausgeſtellt, das
e glückhafte Fahrt in das neue Vierteljahrhundert darſtellt.
yr viele Blumenarrangements ſind bereits abgegeben worden.
Im Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt am Sonntag und
allen Wochentagen um 11 und 11.30 Uhr vormittags. Die Kaſſe
von 10.45 bis 11.45 Uhr vormittags geöffnet. In dieſer Zeit
n die Madonna des Bürgermeiſters Meyer von H. Holbein
n Jüngeren geſondert von den Führungen beſichtigt werden.
Kunſtausſtellung am Rheintor. Die Feſtſtellung, daß die
Rachu rbilligung des Eintrittsgeldes um die Hälfte dem Beſuch der
lten zu Sſtellung aus weiten Kreiſen der Bevölkerung ſehr zuſtatten
jumza r, können wir beſtätigen. Der vergangene Sonntag brachte
zen zu. einem Eintrittsgeld von 50 Rpf. (gegen ſonſt 1 RM.) tat=
rutzt
Ulich der Kunſthalle eine ſiebenfache Beſucherzahl. Wir konn=
tanll
auch feſtſtellen, daß die derzeitige Ausſtellung der Stuttgarter
Ham rler Barth. Faure, Herwig, Kapell und Benz allgemein gut ge=
. Nach dieſen Erfahrungen ſoll die gleiche Vergünſtigung auch
kommenden Sonntag, den 1 März d. J. gelten, ſo daß
ock dieſem Tage ebenfalls Nichtmitglieder ſich die Ausſtellung für
Rpf. anſehen können.
Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Bernard von Brentano=
end
. Brentano ſpricht auf Einladung der Bücherſtube am
184 März über das Thema Kapitalismus und ſchöne Literatur.
S iſt nicht zu leugnen, ſchreibt eine norddeutſche Zeitung, daß
entanos Arbeit über Kapitalismus und ſchöne Literatur
ht nur gut und darum überzeugend formuliert, ſondern auch
hl durchdacht, eigen in der Anſchauung und eines jener weni=
r
Werke, die mehr verlangen und mehr verdienen, als eine ein=
lige
kurze Lektüre. In den literariſchen und künſtleriſch in=
eſſierten
Kreiſen Darmſtadts ſieht man dem Vortrag dieſes,
er alt=angeſehenen Darmſtädter Familie angehörenden Schrift=
Uers mit beſonderem Intereſſe entgegen.
Sonderfahrten. Die Reiſeabteilung der Firma Wilhelm
öhler G. m. b. H. veranſtaltet am Sonntag, den 1. März, wie=
rum
Sonderfahrten nach der Neunkircher Höhe. Trotz des
günſtigen Wetters iſt in der Nacht vom 26. auf 27. Februar auf
r Neunkircher Höhe Neuſchnee gefallen. Die Schneefläche iſt
f den Höhen noch ſo gut, daß der Ski=Sport nochmals möglich
Wenn es auch vielleicht die letzte Sportgelegenheit iſt, ſo dür=
r
die Sportfreunde doch ſicherlich noch auf ihre Rechnung kom=
en
(Siebe Anzeige)

Hallo, wohin die Reiſe?
Von Schulrat Heinrich Haſſinger=Darmſtadt.

Sie bleiben vor mir ſtehen, die jungen Wanderer, und nicken
ſich zu. Auf ihren Rücken wölbt ſich der Ruckſack, und einer hat
gerade die Mundharmonika abgeſetzt, aber ihre Lippen ſtehen noch,
als wollten ſie das Lied allein weiterſingen. Ein kleiner Schelm
hat den Spitzbub im Geſicht und lacht keck aus den Augen. Ins
Kurhotel, ſagt er. Und ſie lachen, und einer ſtößt den Kleinen
an, weil er ausſieht, als ob er berſten wolle. Ins Kurhotel,
ſage ich, und da kommt ihr mit euren Ruckſäcken und mit eurer
Mundharmonika und euren Kochtöpfen? Aber wir wiſſen alle.
daß wir im Scherz ſprechen. Und nun zieht einer drei Groſchen
aus der Taſche und ſagt: Sehen Sie, das iſt mein Uebernach=
tungsgeld
für heute. Wir ſind auf dem Weg zur Jugendherberge.
Wir ſprechen noch ein Weilchen zuſammen, und wie ſie dann
weiterziehen, denke ich: glückliche Jugend. Da ziehen ſie los
wenn der Tag graut, und ihre Beine trippeln über die Höhen und
durch die Täler, ſie trippeln an Bächen entlang und ſtapfen durch
den Wald und die Wieſen, ihre Geſichter bräunen ſich in der
Sonne und in ihren Herzen wacht die Freude auf über all dem
Schönen, was ſie ſo den lieben langen Tag hören und ſehen; die
Vögel, die Blumen, die Bäume, die Felſen, die Bäche, die Wolken.
Und ſo werden ſie zwei drei vier acht, zehn Tage lang unter=
wegs
ſein. Denn es gibt ja für ſie kein langes Suchen und kein
Heimwehgefühl am Abend. Sie haben ihre paar Pfennige in der
Taſche, und damit wird man ſie in allen Jugendherbergen auf=

gehmen. Jeder ihrer Wandertage wird dort ſein Ziel haben
Dort werden ſie ihre müden Beine unter den ſchweren Tiſch
ſtrecken, als wenn ſie zu Hauſe wären, dort werden ſie ihr mitge=
brachtes
Brot verzehren, über das am Tage die Vögel geſungen
haben, dort werden ſie ihre Bücher und Geſellſchaftsſpiele aus=
packen
, werden ihre Mundharmonika wieder aus der Taſche ziehen
und den Abend mit einem Lied beſchließen, ehe ſie in den ſauberen
Betten verſchwinden, um geſund und froh einem neuen Wander=
tag
entgegenzuſchlafen.
Ich ſehe ihnen noch eine Weile nach, dieſen jungen Menſchen.
Wer weiß, wie ſonſt ihr Leben geht, daheim, in der Fabrik, in der
Schule? Aber jetzt ziehen ſie dahin und ſingen und muſizieren
und haben das Herz voll von Erwartungen für den Reichtum, den
ihnen dieſe freien Tage ſchenken. Geſundheit, Erwartung und
Freude, damit läßt ſich viel ertragen in kommenden Tagen.
Darum heraus ihr anderen, die ihr noch hinterm Ofen hockt oder
durch die aſphaltierten Straßen haſtet. Packt euren Ruckſack laßt
den Ofen und die Straßen hinter euch, die Wälder und Wieſen,
die Wolken und die Sonne haben noch genug Freude auch für euch.
Und wenn ihr abends mit den andern um den Tiſch in der
Jugendherberge ſitzt, dann werdet ihr den Kopf ſchütteln und euch
verwundert fragen, wie es kommen konnte, daß ſo viel ſchönes und
reiches Erleben ſo dicht vor euch lag und daß ihr es doch erſt heute
gefunden habt.

Heſſiſches Landestheater. Zum erſten Male Woz=
zeck
. Heute, Samstag, findet im Großen Haus die ſüdweſtdeutſche
Erſtaufführung der Oper Wozzeck von Alban Berg in An=
weſenheit
des Komponiſten ſtatt. Muſikaliſche Leitung: Dr. Karl
Böhm: Inſzenierung: Renato Mordo; Bühnenbild: Lothar
Schenck von Trapp. Mitwirkende: Lohmann, Mitrovic, Vogt,
Kuhn, Sattler, Schocke, Herrmann, Stralendorf, Bertholdt. Es
wird nochmals darauf hingewieſen, daß die heutige Vorſtellung
ausnahmsweiſe der Miete C zugeteilt iſt, um dieſer Miete den
Beſuch einer wertvollen muſikaliſchen Erſtaufführung zu ermög=
lichen
. Wiederaufnahme des Hamlet, Shakeſpeares
Hamlet wird in der vorjährigen Neuinſzenierung von Carl
Ebert (Bühnenbild: Wilhelm Reinking), die zu den ſtärkſten
Schauſpielerfolgen der letzten Spielzeit zählte, mit Bernhard Mi=
netti
vom Berliner Staatlichen Schauſpielhaus in der Titel=
rolle
morgen, Sonntag, wieder in den Spielplan des Großen
Hauſes aufgenommen. Joſef Keim wird erſtmalig den König,
Sybille Schmitz die Ophelia ſpielen. Eine Wiederholung des
Hamlet findet, ebenfalls mit Bernhard Minetti in der Titel=
rolle
übermorgen, Montag, im Großen Haus ſtatt Mario=
nettenbühne
im Kleinen Haus. Heute, Samstag, wird
die Marionettenbühne im Kleinen Haus, die von der Kritik all=
gemein
mit freudiger Zuſtimmung begrüßt wurde, die Märchen=
Vorſtellung Schneewittchen und die ſieben Zwerge‟
bei kleinen Preiſen zur Wiederholung bringen.

Kausfrauen

kauft kauft
sonst müssen
weitere Millionen
Hände feiern!

Der Kaufmänniſche Verein E. V. Darmſtadt veranſtaltet
für ſeine Mitglieder und Freunde heute abend 20.30 Uhr in den
Räumen des Fürſtenſaales, Grafenſtraße 18, einen Geſellſchafts=
abend
. Bewährte Kräfte, u. a. Käthe Walter Theo Herrmann,
Sylveſter Bunſel. Werner Hinz vom Heſſiſchen Landestheater, ſind
hierfür verpflichtet worden. Ferner wirken mit: Olga Herrmann,
Elſe Nagel. Ilſe Reichenbach, Bruno Herzberg. (Siehe heutige
Anzeige.)

rant

Mochieic 1. Hrendhend
der Kapelle Henry Schaeier
ab l. März Capitol Serenaders
3261)
Heinz Duell.

Drittes Konzert des Muſikvereins. Die Hauptprobe am
Montag, dem 2. März, und die Aufführung am Dienstag, dem
3. März, von Händels Oratorium Joſua in der Stadtkirche be=
ginnen
19.30 Uhr. An beiden Tagen findet von 18.30 Uhr an in
der Einhorn=Apotheke, Kirchſtraße, Kartenverkauf ſtatt. Vorver=
kauf
in Bergſträßers Buchhandlung. Wilhelminenſtraße 29.
w

Erledigte Stelle. Erledigt iſt eine Lehrerſtelle für einen
evangeliſchen Lehrer an der Volksſchule in Eſſelborn, Kreis
Alzey. Dienſtwohnung.

Heſſiſches Landestheaker.

Samstag
28. Februar

Sonntag,
1. März

Montag
2. März

Dienstag
3. März

Mich
4 März

Donnerstag.
5 März

Freitag,,
8. März

Samstag.
7.März

Sonntag
8. März

Heſiches Lans

19.30, Ende gegen 22 Uhr
Sndweſtdeutſche Erſtaufführung
C17. Wozeck.
Preiſe 1.2012 Mk.
Gutſcheine beſchränkt gültig

18, Ende nach 21.30 Uhr
Hamlet.
Heſſenlandmiete 1V9
Preiſe 110 Mk.

19.3023 Uhr
Hamlet.
Dſtdt. Volksb. Gruppe I-1V
R9. Preiſe 0.808 Mk

2022 Uhr
Der Tartuffe
4 18 1 Gr. 4, 5. 6.
Preiſe 0.808 Mr.

193022 Uhr
Wozet
217
Preiſe 110 Mk

.

15, Ende gegen 16.30 Uhr
Marionettenbühne.
Schneewittchen
Preiſe 0.402 Mk.
2021.45 Uhr
der Mann, den ſein Gewiſſen trieb
Darmſt. Volksb. Gr. Iu. /V.
63
Preiſe 1 206 Mk.

11.15
Gedenkfeier
für die Gefallenen
Veranſtaltet v. Volksbund
Deutſch, Kriegsgräberfürſ.
2022 Uhr
Lnceia von Lammermoor
Außer Miete
Volksvorſtellung z. halb. Preiſen
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15.30 18 70.15
Film=Vorführungen
Einttitt gegen 2 Erdal=Kwak

15.30 18 70.15
Film=Vorführungen
Eintritt gegen 2 Erdal=Kwak

20 22 Uhr
C18, T Gr. 7 u. 8
Der Tartuffe.
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19.30gegen 22.45 Uhr
Carmen
D 17, T. G. 2u 3
Preiſe 11o Mr.

2021 45 Uhr
B.8, Darmſt Volksb. Grlu. 1
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der Mann, den ſein Gewiſſen trieb

2022.30 Uhr
Ein Walzertraum
Vo ksvorſtellung zu halben
Preiſen
Preiſe 0.50 bis 5 Mk.

18.3021. 15 Uhr
Heſſenlandmiete 1V. ,10
Der fliegende Holländer
Preiſe 1 bis 10 Mk.
Gutſcheine beſchränkt gültig

2022 15 Uhr
Liebesluſt
oder die weißen Schuhe
Preiſe 0.503 M k.

1517U r.
Schneewittchen
Marionetten=Bühne.
Preiſe 0.40 bis 2 Mk.
2022.30 Uhr
Außer Mi te
Meine Schweſter und ich
Preiſe bis 4 Mk.

11.1513 15 uhr
Schneewittchen
Marionetten=Bühne
Preiſe 0.40 bis 2 Mk.
15 17 15 Uh=
Im weißen Rößl
20 22 Uhr.
Der Kreis
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entsoricht dem Gewicht,das ein voll=
belodener
lostwogen trögt, wenn
er Stillsteht.

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OgenslandplötslichaufdieWege
fallen. Augenblicklich wird die
Woge bis zum doppelten Gewicht
A ausschlogen. Dies entspricht der
Wucht der Stöße, die ein lostwagen
während der Belodung und Fahrt
A aussuhalten hat.
SaMit Rücksicht darauf wurden
Gdie Blitz-lgstwagen nach dem
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lichen
Zuverlassigkeit, Leistungs-
31 föhigkeit und Wirfschaftlichkeit.

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[ ][  ][ ]

Seite 6

Samstag, den 28. Februar 1931

Nummer 5!

* Aus den Darmſtädter Lichtfpieltheakern.
Palaſt=Lichtſpiele
bringen ein ganz ausgezeichnetes Doppelprogramm in ſtummen Filmen.
Einen typiſch deutſchen und einen ebenſo typiſch ruſſiſchen Film:
Mutter Krauſens Fahrt ins Glück iſt ein einzigartiger,
lebendiger Gedenkſtein für Meiſter Heinrich Zille. Piel Jutzi, der
Regiſſeur hat ihm dieſen Gedenkſtein mit einer ganz ſeltenen Kenntnis
ſeines Weſens und ſeiner Kunſt errichtet. In Berlin N., ganz draußen,
wo vier= und fünfſtöckige Mietskaſernen enge, ſonnenloſe Höfe um=
ſchließen
, wo in Dachkammern Mutter Kraufe, die Zeitungsträgerin,
ihr Sohn und ihre Tochter wohnen; bei ihnen als Schlafburſche ein
Zuhälter mit ſeiner Braut und deren Kind. Armut und Verbrechen,
Fleiß und ehrbare Arbeitſamkeit dicht beieinander. So eng, daß eins
ins andere übergreift, notgedrungen übergreifen muß. Das iſt Heinrich
Zilles Milljöh‟. Das iſt das Milljöh, in dem dieſer Film ſpielt.
Das Millföh, in dem täglich Tragödien dieſer Art ſich ereignen, ohne
daß viel Aufhebens davon gemacht wird; Tragödien, die, ſpielten ſie
in anderen Kreiſen, die Geſellſchaft lang beſchäftigen würden. Mutter
Krauſes Sohn trinkt und unterſchlägt ihr Zeitungsgeld. Mutter Krauſes
Tochter wird von dem Schlafburſchen verführt. Sie wehrt ſich ver=
zweifelt
gegen die Straße Sie findet einen ehrbaren Arbeiter; das,
Glück wirft einen Schein über die Armut und Sorge, brutal zerſtört
durch den Schlafburſchen, der dem Bräutigam der Tochter zyniſch ſeine
Tat von ehedem ins Geſicht ſchleudert. Mutter Krauſe wird entlaſſen,
zur Polizei geladen; ihr Sohn ſinkt eine weitere Stufe, er wird Ein=
brecher
. Ueberall findet ſie verſchloſſene Türen. Ihr einziger Ausweg
bleibt der Gashahn. Mit dem Kind, von dem ſie weiß, daß es in die=
ſem
Leben auch nichts haben wird, tritt ſie die Fahrt ins Glück an, ins
Jenſeits, das ſie von der Pein dieſer Erde erlöſt. Der Bräutigam hat
inzwiſchen Mutter Krauſes Tochter verziehen; er wird ſie einer beſſeren
Zukunft entgegenführen. Dieſe Filmhandlung, wie geſagt im Norden
Berlins faſt alltſiglich, wird von einer Reihe ganz ausgezeichneter Dar=
ſteller
verlebendigt. Kein Filmſtar, Typen ſpielen hier, wie ſie in glei=
cher
ſchlichter Naturwahrheit nur noch der ruſſiſche Film kennt. In der
Mehrzahl ſcheinbar Mitglieder der Gruppe junger Schauſpieler. Er=
ſchütternd
ſind die Bilder, und erſchütternd das Spiel!
Der zweite Großfilm: Erde iſt in Wahrheit ein Film von er=
ſchütternder
, gewaltiger Schönheit. Von einer Schönheit, wie nur die
fruchtende Erde ſie geben kann. Die Erde und die Menſchen, die innigſt
mit ihr verbunden. Ein Ruſſenfilm der in der Ukraine ſpielt. Manu=
fkript
und Regie von Alex. Dowſhenko. Viel mehr wie die Hand=
lung
ſelbſt, die in der Ukraine ſpielt, und eine ſehr myſtiſche Angelegen=
heit
iſt, zwingt die Schönheit der Bilder und Bildfolgen zur Bewunde=
rung
. Selten iſt in einem Film wogendes Kornfeld, fruchttragende
Zweige und Bäume, duftendes Blühen, ſegenvolles Arbeiten ſo zwin=
gend
dargeſtellt worden wie hier. In der Tat, das ſind photographiſche
Kunſtwerke. So ſchön, daß man die Tendenz der Filmhandlung dar=
über
völlig vergißt, zumal dieſe, wie geſagt, reichlich in Myſtik verhüllt
wird. Es geht in dieſer Handlung um die Aufteilung der Landgrenzen,
ruſſiſcher Kommunismus. Die Bauern wehren ſich dagegen, ſie werden
aber von der Jugend, die lachend ins Leben geht und von der Zukunft
ſich Beſſeres erhofft, bezwungen.
Im Union=Theater gelangt ab heute der Tonfilm Das
Schickſal der Renate Langen zur Vorführung. Die Hauptrolle
ſpielt die beliebte Künſtlerin Mady Chriſtians. In weiteren
Hauptrollen ſind beſchäftigt: Alfred Abel, Franz Lederer Hilde
Hildebrandt, Heinrich Schroth, Hans Sternberg, Herm. Picha u. a.
Dazu der Kurztonfilm Alice und ihr Stahlroß ſowie das bunte
Beiprogramm. Beginn 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr. Das Helia=
Theater zeigt ab heute Henny Porten in ihrer klaſſiſchen Doppel=
rolle
als Gretel und Lieſel Kohlhieſel in dem neuen Tonfilm
Kohlhieſels Töchter. Der Film iſt keine Nachſynchroniſierung
des alten Stummfilms, ſondern eine vollkommene Neuverfilmung.
Rechts ſingt die Gretel und links brummt die Lieſel. Weitere
Hauptdarſteller ſind Fritz Kampers, Leo Peukert u. a. Der köſt=
liche
Micky=Film aus dem vorigen Film Dichter und Bauer iſt
auf vielſeitigen Wunſch auch in dieſes Programm übernommen.
Dazu noch der Kurztonfilm Oswald in Sevilla und das gute
Beiprogramm. Jugendliche zugelaſſen. Beginn: 3.45, 6.00 und
8.20 Uhr. In den Palaſt=Lichtſpielen läuft bis auf weiteres das
große Stummfilm=Doppelprogramm, und zwar der dem verſtor=
benen
Maler Profeſſor Heinrich Zille gewidmete und in deſſen
Milljöh ſpielende Film Mutter Krauſen’s Fahrt ins Glück,
ſowie der Großfilm Erde, Beginn 3.30, 5.45 und 8.15 Uhr,
Film=Morgenfeier im Helia=Theater am Sonntag, vorm. 11.15
Uhr. Der neue Kulturfilm Nordland Odins Paradies, ein
Film, der die poetiſchen Schönheiten der nordiſchen Lande zeigt,
wird hier erſtmalig vorgeführt. Zur Aufnahme dieſes Films
wurden 22 000 Kilometer auf Eiſenbahnen, zu Schiff und im Auto
zurückgelegt. Toſende Waſſerfälle, blaue Fjorde, leuchtende
Gletſcher, ſtürzende Berge, das Eismeer, Spitzbergen uſw. ſind hier
vorbildlich photographiert. Jugendliche zugelaſſen.

Der Volksbund Deutſche Kriegsgräberfürſorge ſchreibt uns:
Weit über die Grenzen unſeres Vaterlandes hinaus überall,
wo Deutſche leben und wirken findet die Tätigkeit des Volks=
bundes
Deutſche Kriegsgräberfürſorge Verſtändnis und Anteil=
nahme
. Die von ihm zu Ehren unſerer im Weltkrieg dahingegan=
genen
Brüder veranſtalteten Gedächtnisfeiern weiſen von Jahr
zu Jahr ſtärkeren Beſuch auf. Das iſt ein erfreuliches Zeichen der
Zeit. Hoffentlich zeigt auch die Bevölkerung von Darmſtadt und
Umgebung durch zahlreichen Beſuch der hieſigen Gedächtnis=
feier
, daß ſie die Toten, die für uns alle ſtarben, nicht vergeſſen
will, noch kann. Es ſei nochmals bemerkt, daß zu dieſer Feier
jedermann herzlichſt willkommen iſt. Sie findet am Sonntag, vor=
mittags
11.15 Uhr, im Kleinen Haus des Landestheaters ſtatt.
Orpheum. Der Vorverkauf für Kaßner hat begonnen und
zieht bereits ordentlich an. Es iſt für Premierenliebhaber ratſam,
ſich die Sonntagskarten für die morgen ſtattfindende Nachmittags=
und Abendvorſtellung in den bekannten Verkaufsſtellen zu beſor=
gen
. (Siehe Anzeige.)
9. Akademie=Konzert. Für das am Donnerstag dem 12.
März, ſtattfindende 9. Akademie=Konzert (Soliſt; Wilhelm
Backhaus; Konzert Es=Dur von Beethoven) hat Städt. Muſik=
direktor
Prof. W. Schmitt die von Franz Stein neu herausgege=
bene
Sinfonia D=Dur für Doppelorcheſter von Joh. Chr. Bach
zur Erſtaufführung in Darmſtadt angenommen. Das Werk iſt
fein geſchliffene, prickelnde Rokokokunſt, durchtränkt von ſchwärme=
riſcher
Sinnlichkeit, in dem der Komponiſt, vor allem in dem
langſamen Satz, den ganzen Zauber ſeiner ſüßen italieniſchen
Melodik, gepaart mit deutſcher Gemütstiefe, entfaltet. Dieſer
Erſtaufführung wird wohl beſonderes Intereſſe entgegengebracht
werden. Karten im Sekretariat der Städtiſchen Akademie für
Tonkunſt, Eliſabethenſtraße 36, Fernruf 3500 (Stadtverwaltung),
Liedertafelkonzert am 16. März ds, Js., abends im Großen
Haus des Heſſ. Landestheaters. Unſer Chorleiter Karl Grim
hat wiederum eine Vortragsfolge nach ſeinem bewährten Grund=
ſatze
, das gute Alte zu pflegen und die Neuſchaffenden zu ſtützen
und nach Möglichkeit zu fördern, zuſammengeſtellt. Anton Bruck=
ner
und Hugo Wolf waren gottbegnadete Meiſter. Bruckner
iſt als Komponiſt von Männerchören hier faſt nicht bekannt. Wir
bringen 4 Chöre, meiſtens mit Begleitung, teils mit Solis für
Frauenſtimmen. Auch in dieſen kleineren Formen ſpürt man den
Großen, das Genie, deutlich. Julius Weißmann, Freiburg,
ſchuf 1924 nach 7 Gedichten von L. Uhland einen Zyklus. Wander=
lieder
für Männerchor mit Klavier=Vox= und Zwiſchenſpielen,
der jedenfalls weitgehendſter Beachtung wert iſt. Wo er noch auf=
geführt
wurde, hatte er durchſchlagenden Erfolg. Paul Grae=
ner
, Berlin, ſchrieb 1927 über ein altes Volkslied Geſellen=
woche
6 Variationen für Männerchor a capyella, mit meiſterlicher
Beherrſchung der Männerchormaterie in ſtreng polyphonem Stil.
Die künſtleriſch reife Durchführung und der humoxpolle Charakter
ſichern dieſem Werk immer ſpontane Aufnahme. Sämtliche Chox=
werke
ſind für Darmſtadt Neuheiten.
Lokale veranffgilungen.
Dſe hierunter erſcheinenden Notizen find ausſchließlich als Hinwelſe auf Anzeigen zu Fstrachten.
in keinem Fallo irgendwie aſs Beſprechung oder Kritiſ.
Der Darmſtädter Hof, Grafenſtraße, Ecke Wald=
ſtraße
, weiſt hiermit nochmals auf ſeine am Samstag und Sonntag
ſtattfindenden Bockbierabende mit Konzert der bekannten Kapelle
The Harriſon hin. (Siehe heutige Anzeige.)
Hotel Reſtaurant Poſt (am Hauptbahnhof) ver=
anſtaltet
heute Samstag, morgen Sonntag Geſellſchaftabende mit
Tanz. Dieſe gemütlichen Abende im Hotel Poſt finden ſtets be=
ſonders
ſtarken Zuſpruch. (Siehe bitte heutige Anzeige.)
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875 Wanderab=
teilung
. Unſere Mitglieder laden wir zum Beſuche des Deko=
rierungsfeſtes
am Samstag abend im Kneipſaale des Vereins=
hauſes
freundlichſt ein. Erſcheinen in Wanderkleidung erwünſcht.
Otto=Berndthalle: Elternabend der Bal=
lonſchule
, Konzert des Schülerchors unter Mitwirkung eines
Schülerorcheſters. Beginn 8 Uhr.

Zur Hebung des Darmſtädter Verkehrs.
Mitgliederverſammlung des Berkehrsvereins Darmftadk. Akkuelle Berkehrsfragen.

Der eletkriſche Bahnbau Darmſtadt-Jugenheim

werden.

Geſtern abend fand im Rathausſaale eine Mitgliederver=
ſammlung
des Verkehrsvereins ſtatt, die ſehr gur beſucht
war. Auf der Tagesordnung ſtand zunächſt ein Vortrag des Stadt=
archidars
Dr. Müller über
Die hiſtoriſche Entwicklung Darmſtadts bis zur Gegenwart.
Den Ausführungen legte der Redner ſeine Forſchungen zugrunde,
die in ſeinem Werke. Aus Darmſtadts Vergangenheit niedergelegt ſind.
Darmſtadt habe ein Erbe zu verwalten ſo führt der Redner aus
eine Eigenart zu wahren, die es mit ſich bringe, daß in Darmſtadt kein
falſcher Ehrgeiz auftommen dürfe, etwa ein Newo York im Maßſtab 1:50
zu werden. In Darmſtadt trat verhältnismäßig früh die einheitliche
Planung auf. Beiſpiele ſind die Bebauung des Birngartens, der obe=
ren
Rheinſtraße, Luiſenſtraße, des Luiſenplatzes uſw., die von den
Landgrafen und ihren Baumeiſtern durchgeführt wurden, ſowie von dem
ſpäteren Großherzog Ludewig I. unter ſeinem feinſinnigen Baumeiſter
Moller. Noch einer üblen Bauperiode wurde dann unter Großberzog Ernſt
Ludwig die Künſtlerkolonie, das Tintenviertel uſw. errichtet. Darm=
ſtadt
wurde im Laufe der Jahre immer mehr zur Gartenſtadt. Seit den
70er Jahren wurden Bäume an den Straßen angepflanzt. Darmſtadts
geiſtiges Leben begann Mitte ds 16. Jahrhunderts mit der Errichtung
als Reſidenz zu erwachen. Die Landesbibliothek entwickelte ſich dauernd,
und umfaßt heute 750 000 Bände. Die Muſik wurde vorzüglich gepflegt.
Die verheißungsvolle Entwicklung geiſtiger Geſelligkeit wurde nur durch
den 30jährigen Krieg unterbrochen. Aber ſchon 1649 ſetzte das Leben
wieder ein; die Kunſtmuſik wurde weiter gepflegt. Auch die Malerei
fand in Darmſtadt bleibende Stätte. Es bildete ſich eine geiſtige
Oberſchicht es ſeien unter anderem die Familien Merck, Stürtz, Lich=
tenberg
und Schleiermacher genannt. Großherzog Ludewig I. gründete
die Hofkapelle und ließ dem Theater beſondere Pflege angedeihen, in
dem beſonders die Oper Berückſichtigung fand. Die Oper in Darmſtadt
gelangte zu weitgehendſter Bedeutung; es wurden hier ſtaunenswerte
Leiſtungen erzielt. Das Heſſiſche Landestheater nimmt noch heute einen
ehrenden Platz unter den Theatern ein. Es entſtanden weiter in Darm=
ſtadt
die Akademie für Tonkunſt und die verſchiedenen Muſikvereine, ſo
daß die kunſtgenießende und kunſtausübende Gemeinde immer größer
wurde. Der Redner ging dann auf die weitere kulturelle Entwicklung
unſerer Stadt ein. Es entſtand das Landesmuſeum mit ſeinen Ge=
mäldegalerien
. Darmſtadt ſtand in der vorderſten Kampffront um eine
neue Kultur. Die Wiſſenſchaft fand beſondere Pflege; es ſei beſonders
an Liebig, Merck u. a. erinnert. Die Hochſchule nahm bedeutenden Auf=
ſchwung
. Man hatte rechtzeitig die Bedeutung der Technik erkannt.
Angeſehene Forſcher geben hier der Jugend das Rüſtzeug für das ſpä=
tere
Leben. Die Hochſchule iſt ſich noch heute der aufbauenden Kraft
ihrer Ueberlieferung bewußt. Darmſtadt beſitze alſo hohe Güter; es
ſei Original, von der Vergangenheit aus ſei ein organiſcher Weg, der
vorwärts und aufwärts führe ſo ſchloß der Redner ſeine vorzüg=
lichen
und intereſſanten Ausführungen.
Lebhafter Beifall dankte dem Vortragenden, dem der Vorſitzende
des Verkehrsvereins, Herr Schmitt, nochmals beredten Ausdruck ver=
lieh
. Einem Antrag des Herrn Direktor Bohnenberger gemäß wur=
den
die
Heagfragen
zunächſt behandelt. Als eine der erſten Aufgaben ſehe der Verkehrsver=
ein
die Klärung der Sorgen um die Heag an. Der Vorſitzende brachte
zunächſt einige Verſprechen der Heag in Erinnerung, die noch nicht er=
füllt
ſeien, zum Beiſpiel die Anſchlüſſe, die Anbringung von Fahrplan=
tafeln
uſw. Direktor Bohnenberger bemerkte es ſeien bereits
verſchiedene Wünſche erfüllt. Fahrplantafeln ſeien ſchon in größerer
Anzahl angebracht, beiſpielsweiſe am Hauptbahnhof. Es ſoll evtl eine
beleuchtete Säule, ähnlich wie in Berlin, errichtet werden. Die Num=
mern
der Straßenbahn ſollen 50 Prozent größer die Beleuchtung der
Wagen etwa 100 Prozent ſtärker werden. In acht Wochen könne man
wahrſcheinlich die abgeänderten Wagen in Betrieb nehmen. Jeder
Straßenbahnanſchluß laſſe ſich ſelbſtverſtändlich nicht wahren, wohl aber
die Hauptanſchlüſſe. Bei Einſetzen des Sommerfahrplans (am 15. 4.)
würden auch andere Anſchlüſſe noch beſſer gewahrt werden. Der Bitte,
eine Halteſtelle an der Saalbauſtraße zu errichten, könne man nicht nach=
kommen
, da es betriebstechniſch wegen der kurzen Entfernungen zu den
nächſten Halteſtellen nicht möglich ſei. Zur
Seeheim-Jugenheimer elektriſchen Bahnverbindung
mit Darmſtadt,
über die ſich Direktor Bohnenberger auf nochmalige beſondere
Frage des Vorſitzenden äußerte, erklärte er, die Sache ſei durch Seeheim
außerordentlich erſchwert worden. Die Bahn werde mit Unterſtützung
Jugenheims aber doch zuſtande kommen. Ein Antrag auf das Recht zur
Enteignung des Geländes um Seeheim liege bereits dem Herrn Miniſter
vor; man erwarte baldigſte Genehmigung, dann könne vielleicht ſchon
im Mai mit dem Bau angefangen werden. Der Bahnbau
erfordere dann etwa vier Monate. Die Bahn ſoll an dem
Denkmal in Jugenheim endigen. Das Ober=Ramſtädter Pro=
jekt
liege leider erheblich ſchwieriger, da bedeutende Bauausgaben
(1 220000 RM. koſte das Geſamtproiekt nach jetziger Berechnung) er=
rechnet
wurden. Bei einem ſolchen Betrag ſei der Bau zunächſt nicht
durchführbar. Man müſſe alſo entweder mit Omnibuſſen weiterfahren
oder eventuell neue elektriſche Oberleitungswagen einführen. Allerdings
müßte im letzteren Falle der Wagenpark ebenfalls erweitert werden. (Ein
Wagen koſtet zirka 45 000 Mark.) Die Frage ſei alſo noch nicht ſpruch=
reif
. Den ausführlichen
Jahresbericht,
in dem all die ſehr umfangreichen und wichtigen Aufgaben des
Verkehrsvereins enthalten waren, erſtattete der Vorſitzende Schmidt.
Es fanden im letzten Jahre 20 Sitzungen ſtatt. Der Vorſitzende wies
auf den geſteigerten Verkehr hin. Es ſollen bekanntlich Fremden= und

Wieder Feuer in der Aumühle.
* Geſtern abend gegen 20 Uhr wurde die Feuerwehr nach
der Erziehungsanſtalt Aumühle gerufen, wo die mit Strohvor=
räten
gefüllte Scheune in Brand geraten war. Als die Kreis=
ſpritze
eintraf, ſtand das Gebäude in hellen Flammen. Mit
zwei Leitungen, die ihr Waſſer dem Bach entnahmen, und unter
Einſatz der Wixhauſener Freiw. Feuerwehr von einem Hydran=
ten
aus, gingen die Wehren dem wütenden Element zu Leibe.
Es gelang, das Feuer auf ſeinen Herd zu beſchränken. Wenn
auch die Scheune faſt niedergebrannt iſt, ſo konnte ein Ueber=
greifen
des Feuers auf die benachbarten Wirtſchaftsgebäude ver=
hindert
werden. Die Unterſuchng nach der Brandurfache iſt ein=
geleitet
.
Das sind
aie Packungen
Husten, Heiserkeit.
en
Katarch bewährten
A
O
Bpust
Kr
*
Brhältlich In Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar.

Aus den Parkeien.

Autobus=Rundfahrten unternommen werden. Man wolle in dieſem
ſammenhang verſuchen, in die Darmſtädter Kunſtinſtitute uſw. verbif
ten Eintritt zu erhalten. Der Fremdenverkehr habe einen erheblic
Aufſchwung genommen. Feſtgeſetzt ſeien eine große Reihe von Kme
ſen und Verbandstagungen in Darmſtadt für dieſes Jahr. Der Vereh
verein habe Vertretungen überall dahin geſchickt, wo es ihm angebre
erſchien, z. B. zur Schule der Weisheit, zu G. Mager, deſſen Beſtreh
gen beſonders zu unterſtützen ſeien. Der Verkehrsverein habe ſich
um einen Beſprechungsraum für Rundfunk bemüht. Leider könne
erſt ein ſolcher Raum nicht zur Verfügung geſtellt werden, aber
könne, wie Herr Miniſter Leuſchner erklärt habe, den Frankfurter (
der für Darmſtädter Belange benutzen. Für die Bemühungen des M
ſters danke man ihm. Der Weiße Turm ſei kein Verkehrshin
nis, ſondern Verkehrsregler. Die Anbringung einer Uhr am Fa
habe man erwogen. Uebrigens könne er die erfreuliche Mitteil
machen Wir bekommen in Darmſtadt noch mehr Uhren. In
humoriſtiſcher Weiſe gab der Vorſitzende Anregungen aller Art, z.
betr. Fußſteigverbeſſerung über den Paradeplatz nach dem Landesthe
bzw. nach dem Landesmuſeum, da dort die Paſſage bei Regen ſtar
die Zeiten Noahs erinnerten.
Herr Stemmer unterſtrich die Ausführungen des Herrn
Müller und des Vorſitzenden Schmidt. Er forderte namentlich alle
rufenen Darmſtädter zu erſprießlicher Mitarbeit auf. Der Verke
verein müſſe noch mehr Unterſtützung, wie ſeither finden. In demn
ſtattfindenden Vortragsabenden könne jeder Darmſtädter Anregu=
geben
. Jeder möge eintreten in den Verkehrsverein. Herr Obr
nungsrat Schneider machte darauf aufmerkſam, daß eine neue
kehrsordnung unbedingt erforderlich ſei. Seiner Meinung nach
dieſe Verkehrsordnung ſchneller erlaſſen werden müſſen. Er hoffe,
nach Beratung durch den Stadtrat die neue Verkehrsordnung alsbal
Kraft geſetzt werde. Er müſſe darauf hinweiſen, daß die Sperrung
Eſchollbrückerſtraße noch vorliege, trotzdem der Stadtrat ſchon
vier Wochen die Aufhebung der Sperrung beſchloſſen habe. Regieru
rat Dr. Rweſener machte auf die bedauerlichen Nückſchläge im Re
bahnverkehr für Darmſtadt aufmerkſam; z. B. durch die Wegnahme
Schnellverbindung nach Aſchaffenburg. Er hoffe, daß im Sommer
wieder eine Beſſerung eintrete und daß weitere Rückſchläge, die
Stadt, wie die unſere, benachteiligen, vermieden werden. Leider
man auch das zweite Paar Odenwaldeilzüge nicht erhalten; die
beſſerte Bezirkseilzugverbindung vertrete man weiter. Die Elektri
rung der Bahn müßte gerade auch für unſeren Bezirk beſonders
fältig beobachtet werden. Schon jetzt ſeien Einzelvorbereitungen e
leitet, auch Darmſtadt in das elektrifizierte Gebiet einzubeziehen, ſo
z. B. der Städteverkehr im Rhein=Main=Gebiet ganz erheblich geh
werden könne.
Der Vorſitzende begrüßte die vom Herrn Staatspräſidenten ei
leitete Aktion zur Hilfe für die bildende Kunſt. Ein beſſerer B
der Kunſt= und Muſikabende ſei zu wünſchen. Gegen jede Einſchrän
der Konzerte der Akademie für Tonkunſt müſſe der Verkehrsve
Stellung nehmen, ebenſo wie überhaupt die Abhaltung aller Kon=
propagiert
werde. Der Verkehrsverein laſſe ſich auch die Vermitte
zwiſchen Künſtlern und den Käufern der Kunſtwerke angelegen
Die in Ausſicht genomwenen Mitglieder des Kunſtausſchuſſes, die
Vorſitzende nunmehr verlieſt, werden einſtimmig genehmigt. Auch
Mitglieder des Verkehrs=, Werbe= und Preſſe=Ausſchuſſes werden
vorgeſchlagen einſtimmig gewählt.
Amtmann Kochenburger erſtattete dann in großen Züger
Rechnungsablage, die ſich günſtig geſtaltete und auf der
nahmeſeite 392 101,28 RM., auf der Ausgabenſeite 390 421,66 RM.
wies und einen Ueberſchuß von 1 679,62 RM. ergab. Entlaſtung w
erteilt.
Der ſeitherige Vorſitzende wurde einſtimmig wiedergewählt.
Stelle des dritten Vorſitzenden, Dr. Mößner, der wegen Arbeitst
laſtung ſein Amt zur Verfügung ſtellte, trat Provinzialrat Dr. V.
der die Stelle des zweiten Vorſitzenden übernimmt, da Dr. A
brand, der ſeitherige zweite Vorſitzende, die Stelle des dritten
ſitzenden übernehmen wollte. Es wurde dann noch ein Schatzme
Schriftführer, Kaſſenreviſor, der Hauptausſchuß und Arbeitsausſ
gewählt. Der Hauptvorſtand will alle 46 Wochen zu einer Ark
ſitzung zuſammentreten.
Ein Antrag der Baugeſellſchaft hatte durch den Vortrag des 6
Direktors Bohnenberger ſeine Erledigung gefunden.
Nach kurzen Mitteilungen war die Tagesordnung erſchöpft: es f.
nun eine rege Ausſprache. Herr Säng regte die Marktverkehrs
lung an. Profeſſor Schmidt von der Akademie für Tonkunſt gal
kannt, daß erfreulicherweiſe das nächſte Konzert der Akademie als
mittagskonzert durch den Frankfurter Rundfunk übertragen w
Außerdem wolle er eine Führung der Mitglieder zu G. Mager
nehmen, was dankbar anerkannt wurde. Herr Schmitz machte de
aufmerkſam, man möge die Verkehrsordnung vor ihrem Erſcheinen
fen, beſonders die vorgeſehenen Autoparkverhältniſſe in der Rheinſt
(auf dem Quadrat vor der Poſt), weiter müſſe die Beleuchtung an
Poſt. Ecke Wilhelminenſtraße, in der Richtung nach Frankfurt, verbe
werden und ſchließlich müſſe die Autofahrſtraße nach Lindenfels durck
Odenwald in guten Zuſtand geſetzt werden. Rechtsanwalt Sa
mann wünſcht eine Beſſerung der Verkehrsverhältniſſe nach dem
bahnhof, eine Inſtandſetzung des Platzes am Oſtbahnhof uſw. Es
weiter u. a. noch angefragt, ob der Verkehrsverein nichts zur Verbeſſe
der Faſſade der Ludwigskirche und gegen die Sperrung des Scholln
unternehmen könne. Herr Roth teilt mit, daß im Sommer ein
ßer Sängerkongreß in Darmſtadt ſtattfinde.
Nach Abſchluß der Ausſprache dankte der Vorſitzende.
Schmidt. für das lebhafte Intereſſe und alle Anregungen und
dann die ſehr anregend verlaufene Mitgliederverſammlung des
kehrsvereins mit der nochmaligen Mahnung zum Beitritt.

Geſchäfliches.
Motorrad=Ausſtellung. Um den verehrlichen Intereſſe
einen Ueberblick über die Neuerungen und den Fortſchritt
Motorradbau zu geben, veranſtaltet die Firma Motorradl
Süd=Oſt (J. Vogt), Kirchſtraße 14 ab heute in ihren eige
Geſchäftsräumen eine ſtändige Motorradausſtellung führe
Marken des In= und Auslandes. Der Beſuch, welcher zwan.
und ſelbſtverſtändlich auch frei iſt, iſt jedermann ſehr zu empfel

Eau

Deutſche Staatspartei. Wir verweiſen nochmals

Tageskalender für Samstag, den 28, Februar 1931.

Heſſiſches Landestheater, Gr. Haus, G 17 1930 Uhr,
Südweſtdeutſche Erſtaufführung Wozzeck. Kleines Haus,
15 Uhr, Marionettenbühne: Schneewittchen, 20 Uhr, Darmſt,
Volkbs Gr. III u. TV. R8 Der Mann, den ſein Gewiſſen
trieb, Konzerte: Café Ernſt=Ludwig, Zur Oper. Schloß=
keller
, Zum Haferkaſten, Datterich, Sportpl.=Reſtaurant Böllen=
falltor
, Odeon, Spaniſche Bodega, Hotel=Reſtaurant Poſt,
Alter Ratskeller, Darmſt, Hof, Monopol, Rheingauer Wein=
ſtube
, Weinſtube Stolzenfels. Kinoporſtellungen:
Union= Helia= und Palaſt=Lichtſpiele Fürſtenſaal,
Grafenſtraße 18, 20,30 Uhr: Geſellſchafts=Abend des Kaufmän=
niſchen
Vereins.

Sie ſehen ja ſo ſchlecht aus! Wie oft hören Sie dieſen erſto
ten oder bedauernden Ausruf. Was iſt die Urſache? Schlee
Stoffwechſel ſchlechtes Blut , oft die Anläſſe ernſterer Ku
heiten, wie Rheuma, Gicht und ähnlichen Erkältungsſchme
Wollen Sie friſch ausſehen und kräftig an Körper und
bleiben, befreien Sie Ihr Blut von Giftſtoffen mit
Wacholder=Extrakt, dem wirkſamen Blutreinigungsmitte
Apotheken und Drogerien erhältlich, aber verbürgt echt
Originalfüllungen mit Marke Medico und Firma Otto
Berlin=Neukölln.
Der heutigen Nummer unſerer Zeitung liegt ein Prol
über Sanatogen bei, der unſeren Leſern Gelegenheit bietet.
mit dieſem wertvollen Stärkungsmittel für die Geſundheit n
vertraut zu machen. Weiteren Aufſchluß unter Anführung 8
reicher Stichproben aus den mehr als 24 000 ärztlichen Gutae
bietet die Broſchüre Der Wille zur Geſundheit, Sie wird je
Leſer unſerer Zeitung mit einer Probe Sanatogen koſtenlos
geſtellt, wenn er die dem Proſpekt anhängende Poſtkarte aus
und abſendet.
Das Knabeninſtitut Lucius blickt nunmehr auf eine mehr als
jährige ſegensreiche Tätigkeit zurück. Seit 1878 hat es in landſche
beonders begünſtigter Lage im ſog. Forſthaus b. Echzell (2
heſſen) ein entſprechendes Heim gefunden. Durch bauliche Ver
rungen und ſtetige Verbeſſerungen der inneren Ausſtattung iſt er
wvorden, daß das Haus fetzt allen neuzeitlichen Anforderungen enn!
(Waſchraum mit fließendem Waſſer, Zentralheizung uſw.). II
Gegenwart beſteht mehr denn je ein Bedürfnis für derartige Erzieh
heime, wo Schule und Elternhaus wirklich Hand in Hand gehen 1.
die Jungen fern von äußeren Ablenkungen in geſunder Umgebung.
ſorgfältigen Unterricht und liebevolle Erziehung entſcheidend gefl
werden. Auf dieſe Weiſe wird hier den Eltern eine Verantwortun
genommen, der ſie, durch berufliche Arbeit meiſt überlaſtet, ſchon 3
gar nicht mehr gewachſen ſind. Die Erziehung iſt modern, in
Züchtigungen grundſätzlich abgelehnt werden; ſie iſt jedoch alrm.
inſofern von den Schülern ſelbſtändiges Arbeiten und unbes
Pflichterfüllung verlangt wird.

[ ][  ][ ]

Nummer 59

Samstag, den 28. Februar 1931

Seike 7

Aus Heſſen.
Skarkenburg.

Dd. Arheilgen 27. Febr. Feuerwehrjubiläum.Zur Vor=
eitung
des in Ausſicht ſtehenden 50jährigen Stiftungsfeſtes der Frei=
ligen
Feuerwehr fand am Montag abend eine gemeinſame Beſpre=
ng
ſtatt, an der die Vertreter aller hieſigen Vereine teilnahmen und
Mitwirkung bei der Ausgeſtaltung des Feſtes zuſagten. Mit dem
gelegten proviſoriſchen Programm, das u. a. eine akademiſche Feier,
enehrung, Weckruf, große Feuerwehrübung und Feſtzug vorſieht, er=
ten ſich alle vollkommen einverſtanden. Bemerkenswert iſt vielleicht
h. daß beabſichtigt iſt, für die beſte Marſchordnung und Diſziplin
zrend des Feſtzuges einige Preiſe auszuſetzen. Aus dem
rnverein. Am Sonntag findet die diesjährige Generalverſamm=
g
ſtatt, in der zum erſtenmal die Organe nach der neuen Satzung
jählt werden. Die erſte Turnermannſchaft trägt am Samstag, den
März, einen Gerätewettkamp; gegen die gleichen Mannſchaften der
nvereine Nieder=Ramſtadt und Eberſtadt aus. Auch die Turnerinnen
Vereins ſind nicht müßig, üben ſie doch zurzeit eifrig für einen dem=
yſt
ſtattfindenden Tanzabend.
O. Erzhaufen, 27. Febr. Am 3. März, abends, findet in der Kirche
Filmvortrag in 7 Akten von Oberſchleſiens Not ſtatt.
Evang. Kirchengeſangverein begeht am 17. März ſein fünfjäh=
sBeſtehen
. In einer ſchlichten Feier, die ſich auswirkt in Ge=
g
und Vorträgen, wird ſich der Verein mit ſeinen aktiven Mitglie=
i
und Gönnern einfinden. Der Verein zählt an 6) Sänger und ſteht
er der Leitung von Herrn Lehrer Kaut.
J. Griesheim, 27. Febr. Eine auf geſtern abend anberaumt ge=
ne
Gemeinderatsſitzung mußte wegen Beſchlußunfähigkeit ausfallen.
neue Sitzung iſt nunmehr auf Montag, dem 2. März d. J., abends
hr. auf das Rathaus anberaumt worden. Herr Landwirt Johs.
ipp 1. wurde als Ortsgerichtsmann und Herr Schreinermeiſter Phil.
nann 9., als Erſatzgerichtsmann ernannt und verpflichtet. Win=
hilfe
. Der hier gebildete Ortsausſchuß für die Winterhilfe 1931
nſtaltet am kommenden Sonntag eine Hausſammlung, die von Mit=
ern
des Frauenvereins und der Arbeiterwohlfahrt durchgeführt
Hoffentlich erbringt die Sammlung einen guten Erfolg.
F. Eberſtadt, 27. Febr. Gemeinderatsſitzung. In der
igen Sitzung beſchloß der Gemeinderat die Anſchaffung einer
(ßenwalze und eines Teerſpritzgerätes und bewilligte den dafür er=
erlichen
Kredit von 1600 RM. Dem Entwurf eines 7. Nachtrages
Ortsbauſtatut, die Abgabe von Straßengelände betreffend, ſtimmte
Gemeinderat unter Annahme eines Abänderungsantrages des Ge=
iderates
Dächert zu. In Vorverhandlungen einer engeren Kom=
ion
mit den hieſigen Aerzten wurde zwiſchen dieſen und der Ge=
de
ein Vertrag abgeſchloſſen, der Beſtimmungen über die ärztliche
andlung ausgeſteuerter Wohlfahrts=Erwerbsloſer und die hierfür zu
enden Vergütungen, die auf die Gemeindekaſſe übernommen werden,
*. Der Vertrag wurde einſtimmig genehmigt. Folgenden Bau=
chen
wird ſtattgegeben: Provinzial=Pflegeanſtalt bezüglich einer Ge=
e
=Einfriedigung unter Erteilung der nach 8 7 des Ortsbauſtatuts
derlichen Diſpens: Dentiſt Hermann Stange; Jakob Zickler 3., die=
ebenfalls
unter Diſpenserteilung; Johannes Meyer für Errichtung
3 Gebäudes Ecke Seeheimer= und Palliſadenſtraße unter Genehmi=
z
der Ueberbauung des Vorgartengeländes; Marie Eliſabeth Schwö=
in
Darmſtadt für den Bau eines Wohnhauſes in der Alten Darm=
er
Straße; Adam Meckel für den Ausbau ſeines Wohnhauſes in
Odenwaldſtraße under Verzicht auf ſein Zurückgehen hinter die Bau=
tlinie
nach Anhörung des Hochbauamtes. Um weitere Schäden zu
üiten, beſchließt das Plenum, die mit Pflaſter noch nicht befeſtigten
ißen, nämlich die Wilhelm=, Luiſen= Goethe= und Jakobſtraße, für
Laſtkraftwagen=Durchgangsverkehr zu ſperren. Die Anlieferung von
Setzſteinen ſoll der Firma Georg Menne in Kirchhauſen übertragen
den. Die Erwerbsloſen haben durch eine Kommiſſion beantragt:
ie Tarife für Waſſer, Gas und elektriſchen Strom für Erwerbsloſe
rmäßigen; 2. den ledigen Erwerbsloſen Unterſtützungen zu zahlen,
den Nichtſätzen des Kreiswohlfahrtsamtes entſprechen; 3. die Mieten
Erwerbsloſe, ſoweit ſie in Gemeinde=Wohnungen untergebracht ſind,
eduzieren; 4. die Koſten der Lernmittel der Teilnehmer an den zur=
laufenden
Arbeitsloſenkurſen, die der Ortsausſchuß für Volksbildung
Jugendpflege eingerichtet hat, auf die Gemeindekaſſe zu überneh=
Die drei erſten Anträge verfallen der Ablehnung, da außer grund=
chen
Bedenken auch eine praktiſche Durchführung der Anträge un=
lich
erſcheint. Bezüglich des letzten Antrages ſollen Erhebungen über
Höhe der in Betracht kommenden Koſten angeſtellt werden. Auf
rag verſchiedener Beſitzev von Brutapparaten ſtimmt der Gemeinde=
einer
Ermäßigung des Strompreiſes für Brutapparate auf 25 Pfg.
Kilowattſtunde mit der Maßgabe zu, daß dieſer Preis nur dem den
zrauch vom Monat Januar überſteigenden Verbrauch zugrunde zu
iſt. Der Schiffſchaukelplatz wird dem Adam Mahr für Oſtern,
gſten und Kirchweihe 1931 für 80 RM. überlaſſen. Ein Straßen=
ellungsgeſuch
der Anwohner der oberen Waldſtraße wird der Ver=
ung
als Material für den Voranſchlag 1931 überwieſen. Dem Ge=
des
Jakob Götz um Genehmigung der Errichtung einer Tankſtelle
einem Anweſen in der Pfungſtädter Straße ſtimmt der Gemeinderat
* der Bedingung zu, daß das Tenken nicht über das Trottoir bewerk=
gt
wird. Das Gewerkſchaftskartell beantragte, den Holzhauern nach=
lich
die vorjährigen Löhne, die über die Löhne des Holzhauerver=
es
vom 23. November 1930 hinausgehen, zuzugeſtehen, wie dies auch
Gemeinde Pfungſtadt für ihre Holzhauer mit miniſterieller Geneh=
ung
getan haben ſoll. Der Antrag wird mit Mehrheit angenommen
beſchloſſen, das Miniſterium um Zuſtimmung zu erſuchen. Das Los=
kommt
in Kürze zur Verloſung. Die vorjährige Kommiſſion ( Mei=
er
, Krug und Hofmann) wird die Verloſung vornehmen. Der land=
ſchaftlichen
Winterſchule in Darmſtadt wird ein Beitrag von 25.
bewilligt.

Skraßenbericht.
für die Woche vom 1. bis 7. März 1931.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen:
HeppenheimHemsbach vom 29. 12. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: LorſchHüttenfeldHemsbach bzw. Lorſch-Viernheim.
HeldenbergenWindecken wegen Brückenbauarbeiten an der Nidder
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: EichenOſtheim.
GrünbergHungen (Ortsdurchfahrt Hungen) vom 10. 11. bis auf
ſveiteres geſperrt. Umleitung: Für den Schwerverkehr (über 2,5 Tonnen)
Nichtung Grünberg und Laubach über Langsdorf-Villingen- Nonnen=
roth
, Richtung Nidda über TraisHorloffSteinheimRodheim.
Klein=LindenWetzlar (Ortsdurchfahrt Klein=Linden) vom 3. 11. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Garbenheim-Dorlar-Atzbach- Heu=
chelheim
Gießen.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Verbindungsſtraße von dem Forſthaus Unterſchweinſtieg nach Kel=
ſterbach
von der Landesgrenze am Forſthaus Hinkelſtein bis Bahnunter=
führung
von Kelſterbach vom 3. 12. bis auf weiteres geſperrt. Umlei=
tung
: NiederradSchwanheim.
Neuſtadt i. O.Seckmauern, zwiſchen dem Straßenkreuz unterhalb
Lützelbach bis zum Weſtende der Ortsdurckfahrt Wiebelsbach, vom 8. 1.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lützelbach.
DarmſtadtRoßdorf (Roßdörfer Straße zwiſcken Botaniſchem Gar=
ten
und Halteſtelle Glasberg) vom 28. 1. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: Beck= und Erbacher Straße in Darmſtadt.
Ortsdurchfahrt Birkenau (Obergaſſe) im Zuge der Provinzialſtraße
VirkenauOber=Abtſteinach vom 23. 2. bis 16. 3. geſperrt. Umleitung:
örtlich über die Bahnhofszufahrtsſtraße.
Klein=Linden-Lützellinden (Ortsdurckfahrt Klein=Linden) vom 29.
12. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Großen=Linden
Ortsdurchfahrt Wieſeck vom 18. 9. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: Rödgen und Lollar-Daubringen.

Landgemeindekags.

Heſſiſchen

Cp. Pfungſtadt, 27. Febr. Arbeits= und Lieferungsver=
gebung
. Die Gemeindeverwaltung vergibt im Wege des öffentlichen
Wettbewerbs Pflaſterarbeiten zur Ausbeſſerung des Straßenpflaſters,
das Herſtellen der Hauskanalanſchlüſſe an den Straßenkanal und die
Lieferung von Fußbodenöl für die Schulen. Angebote haben bis zum
5. März zu erfolgen. Kraftſport. Am Sonntag finden hier
Auswahlkämpfe des Halbſchwergewichtes für eine Gaumannſchaft ſtatt.
wozu die Kraftſportvereinigung 1914 einlädt.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 27. Febr. Zeitkarten der Omnibus=
linie
der Heag‟. Die Verkaufsſtelle für Zeitkarten in Nieder=
Ramſtadt befindet ſich nunmehr im Hauſe von Herrn Steuernagel,
Friedrichſtraße 2 (Lohberg). Als Ausgabezeit gilt: 2) für Wochen=
karten
: jeder Samstagnachmittag von 4 bis 730 Uhr; b). für
Monatskarten: jeweils der letzte Tag des alten und der erſte Tag
des neuen Monats, nachmittags von 7 bis 8.30 Uhr. Außerhalb der feſt=
geſetzten
Zeit werden, dringende Fälle ausgenommen, keine Karten ver=
abfolgt
.
* Ober=Namſtadt, 27. Febr. Vereinsbanke. G. m. b. H. in
Ober=Ramſtadt. Der Geſchäftsbericht für 1930, der uns vorliegt,
zeigt wieder ſehr erfreuliche Fortſchritte. Aus der Bilanz iſt erſichtlich,
daß ſich unſer einheimiſches Bankinſtitut vollſtändig freigemacht hat von
fremden Geldmitteln und in Zukunft nur mit eigenem Kapital arbeitet.
Die Bank iſt dadurch von dem auswärtigen Kapitalmarkt nicht mehr ab=
hängig
und konnte infolgedeſſen im vergangenen Geſchäftsjahr Zinſen
und Speſen entſprechend ſenken. Der Zugang an Spareinlagen iſt auch
im vergangenen Jahr wieder ſehr erheblich geweſen und ſtand den bei=
den
vorhergehenden Jahren in nichts nach. Es iſt anzuerkennen, daß die
Anhänger der Bank gerade in der Zeit der allgemeinen wirtſchaftlichen
Not es nicht verſäumt haben, ihre entſprechenden Scherflein den Spar=
konten
zuzuführen. Der bilanzmäßig ausgewieſene Reingewinn für
1930 zeigt die ungefähre Höhe des Vorjahres, wobei entſprechende Ab=
ſchreibungen
vom Rohgewinn bereits gemacht ſind. Soviel wir wiſſen,
wird in der Generalverſammlung die Verteilung einer Dividende von
7 Prozent vorgeſchlagen und der Reſt des Reingewinns den offenen Re=
ſerven
zugeführt. Die Entwicklung im neuen Geſchäftsjahr iſt weiter=
hin
günſtig. Weitere beträchtliche Mittel ſind dem Inſtitut zugefloſſen,
ſo daß die Bank allen Anforderungen gewachſen iſt und unbedingt als
flüſſig bezeichnet werden kann. Herr Direktor Berg vom Reviſionsver=
band
hat der Bank für die umſichtige Geſchäfts= und tadelloſe Buchfüh=
rung
ſchriftlich ſeine Anerkennung ausgeſprochen. Die Generalverſamm=
lung
der Bank findet am Sonntag, den 15 März 1931, nachmittags
3.30 Uhr, im Gaſthaus Zum Adler (Konrad Diehl) ſtatt.
m. Von ſüdlichen Odenwald, 27. Febr. Winter ade? Unſere
Höhen zeigen ſich zwar noch weiter in weißem Gewand, die mildere
Witterung aber ſetzt dem Schnee tüchtig zu. Bis jetzt konnten haupt=
ſächlich
die Kinder Tag für Tag ſich auf der Schlittenbahn tummeln,
und heute noch bietet ſich an geeigneten Plätzen dieſelbe Möglichkeit,
aber ſommerlich gelegene Hänge zeigen den Untergrund. Schnee und
Eis liegen an dem Sonnenſchein abgewandten Stellen noch in ziem=
licher
Höhe bzw. Dicke; bis ſie gründlich zerfallen ſind, werden noch
manche Tage entſchwinden.
Hirſchhorn, 27. Febr. Waſſerſtand des Neckars am
26. Februar: 1.25 Meter; am 27. Februar: 1.32 Meter.
Gernsheim, 27. Febr. Waſſerſtand des Rheins am
26. Februar: 0,07 Meter; am 27. Februar: 0,11 Meter.
Wafferſtandsnachrichten vom 27. Februar. Rhein: Hüningen
0,89; Kehl 2,13; Maxau 3,83; Mannheim 2,67; Mainz 0,79; Bingen
201; Caub 2,21; Köln 2,46 Meter. Main: Schweinfurt 1,60;
Würzburg 1,40; Lohr 199; Steinheim 253; Hanau 3,09; Koſtheim
Staatspegel 0,48, desgl. Waſſertiefe 2,52 Meter.

Unter dem Vorſitz des Bürgermeiſters Alexander=Gonſenheim
hielt am Freitag vormittag im Bilhildisſaal des Brauhauſes Zur Stadt
Mainz der heſſiſche Landgemeindetag, eine gut beſuchte Pro=
binzialverbandstagung
ab. Nach Eröffnung der Tagung
hatte der Vorſitzende Gelegenheit, Provinzialdirektor Dr. Wehner,
die Kreisräte der verſchiedenen Kreiſe, und insbeſondere die Referen=
ten
des Tages, Miniſterialrat z. D. Schellen, Vizepräſident des
Deutſchen Landgemeindetags, Berlin, Abteilungsvorſteher Ho fmann
(Wiesbaden) und die Preſſe zu begrüßen.
Als erſter Redner ſprach Abteilungsvorſteher Hofmann= Wies=
baden
über die Notwendigkeit der Verſicherung der Gemeinden, beſon=
ders
in heutiger Zeit, gegen Feuersgefahr, Einbruchsdiebſtahl und Raub,
ſowie Haftpflicht und Unfallverſicherung. Miniſterialrat z. D. Schel=
len
referierte ſodann über das Thema: Die Notverordnung der
Reichsregierung und die Finanzlage der Landgemeinden, insbeſondere
die Wohlfahrtserwerbsloſenlaſten‟. Drei Maßnahmen ſeien von be=
ſonderer
Wirkung auf ſämtliche Gemeinden und Gemeindeverbände, und
zwar der Finanz= und Wirtſchaftsplan und die Notverordnungen vom
26. Juli und 1. Dezember. Der Finanz= und Wirtſchaftsplan erfordere
größte Sparſamkeit und Ordnung in den Finanzen des Reichs. Es
komme aber keine Ordnung in die Reichsfinanzen, wenn nicht gleich=
zeitig
Länder= und Gemeindefinanzen ſaniert würden. Er erinnere nur
immer wieder daran, daß gerade bei den Landgemeinden von jeher die
größte Sparſamkeit geübt wurde, und nicht weniger als 90 Prozent
ehrenamtlich verwaltet würden. Ueber die Frage, wvie den Gemeinden
geholfen werden könne, ſeien nur drei Wege möglich, und zwar, höhere
Reichsſteuerüberweiſungen, neue ergiebige Steuerquellen und Verminde=
rung
der zwangsläuigen Ausgaben. Dieſe drei Wege würden aber für
die Landgemeinden keine Erſparniſſe bedeuten. Beſonders die angeblich
neuen ergiebigen Steuerquellen, wie Gemeinde=Bier= Gemeinde= Ge=
tränke
= und Bürgerſteuer, würden vielleicht in den großen Städten grö=
ßere
Einnahmen bedeuten, für die Landgemeinden aber wertlos ſein. Die
beiden Notverordnungen könnten deshalb, die Finanznot der Gemein=
den
nicht beſeitigen. So lange nicht den Gemeinden ein erheblicher Teil
der zwangsläufigen Ausgaben abgenommen werden, ſo lange nicht eine
andere Regelung der Wohlfahrtserwerbsloſenfürſorge eintrete, ſo lange
noch die Dezernenten der verſchiedenen Abteilungen auf Nealſteuer=
begrenzung
Rückſicht nehmen, bleibe die Finanznot der Gemeinden be=
ſtehen
. In ſeinen weiteren Ausführungen kam der Referent auf die
Arbeitsloſenverſicherung, Kriſenfürſorge und Wohlfahrtslaſten zu ſpre=
chen
. Er iſt der Auffaſſung, daß auch bei der Arbeitsloſenverſicherung
die Bedürfnisfrage geprüft werden müſſe. Die Kriſis in der Selbſtver=
waltung
beſtehe zweifellos dort, wo der alte Selbſtändigkeitsverwaltungs=
apparat
unter dem Druck der Kämpfe der politiſchen Parteien ſchwer er=
ſchüttert
, wo durch zu große Ausgabefreudigkeit und übertriebene Kre=
ditpolitik
die Finanzen ruiniert ſeien und wo die Bevölkerung am kom=
munalen
Leben keinen Anteil mehr nehme. Die Kriſis beſtehe nicht bei
der großen Maſſe der Landgemeinden. Redner ſchloß mit den Worten,
daß, wenn es den Landgemeinden und ſeiner bodenſtändigen Bevölke=
rung
beſſer gehe, auch das deutſche Vaterland wieder geſunden würde.
Nach Erſtattung des Jahresberichts durch den Vorſitzenden und einer
kurzen Debatte wurde die Tagung geſchloſſen.

Rheinheſſen.

Alzeh, 27. Febr. Wildweſt im Alzeyer Bahnhof.
Der die Bahnhofsanlagen überwachende Beamte beobachtete am Don=
nerstag
abend einen Mann, der ſich an der Verladerampe zu ſchaffen
machte. Auf den Anruf des Beamten ergriff der Betreffende die
Flucht, konnte aber, da er infolge eines Hinderniſſes zu Boden fiel, ge=
ſtellt
werden. In dieſem Augenblick eilte eine Horde junger Leute dem
am Boden Liegenden zu Hilfe und überfiel den Beamten, den ſie ver=
prügelten
. Die Polizei wurde alarmiert und konnte die Uebeltäter, die
auf das Bahngelände flüchteten, feſtſtellen. Bei dem Vorfall wurden
auch Schüſſe abgegeben, die aber niemand verletzten.

Oberheſſen.

Bg. Vilbel, 27. Febr. Zum zweitenmal ſchon wurde in der letzten
Nacht in ein Vilbeler Schulhaus der Volksſchule eingebrochen. Der oder
die Diebe hauſten in allen Schulſälen und im Rektorzimmer. Sie hat=
ten
es auf Geld abgeſehen und nahmen in den Kathedern die eingeſam=
melten
Gelder für die Quäkerſpeiſung mit. Allem Anſchein nach haben
ſich die erbärmlichen Diebe zu ihrer Arbeit Zeit genommen. Im Jahre
1922 traf hier in Vilbel die Meldung ein, daß im Innern Aſiens noch
ein Vilbeler lebe, der 1915 in Kriegsgefangenſchaft geraten war. Dieſer
Woche kehrte er unerwartet heim. Da er ſich inzwiſchen verheiratet hat,
hat er ſeine Familie mitgebracht. Die Heimreiſe war außerordentlich
beſchwerlich.
Bad=Nauheim, 27. Febr. Am 17. und 18. April d. J. (alſo im
unmittelbaren Anſchluß an die Wiesbadener Tagung der Deutſchen Ge=
ſellſchaft
für innere Medizin) veranſtaltet die Vereinigung der Bad=
Nauheimer Aerzte einen praktiſchen Djät=Kurſus. Einleitende Vor=
träge
: 1. Profeſſor Volhard über das Thema: Allgemeine Geſichtspunkte
für die Ernährung von Kreislaufkranken mit beſonderer Berückſich=
tigung
der Wirkungsweiſe und der Indikationen der kochſalzarmen Koſt.
2. Profeſſor Grote über das Thema: Säure=Baſengleichgewicht, vege=
tariſche
und Rohkoſt. Außerdem finden küchentechniſche Vorträge und
praktiſche Vorführungen ſtatt. Beginn: 17. April 1931, 11 Uhr pünkt=
lich
, im Kerckhoff=Inſtitut. Teilnahme für Aerzte unentgeltlich. An=
meldungen
erbeten an Herrn Dr. Lehr, Bad=Nauheim, Küchlerſtraße 9.

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[ ][  ][ ]

Seite 8

Samstag, den 28. Februar 1931

Nummer 59

Nachrichken des Standesgmts Darmſtadk.
Geſtorbene. Am 20. Februar: Anna Kreh. 2 J., aus Schaaf=
heim
, hier Erbacherſtr. 25. Mathilde Johanna Brandau, geb.
Martin, 24 J., in Bad=Nauheim, Frankfurterſtr. 8, hier Grafen=
ſtraße
9. Am 21. Februar: Eliſabeth Hehr, geb. Piſtorius, 64 J.,
Ehefrau des Steinmetzen, Barkhausſtr. 29. Am 20. Februar: Phi=
lipp
Eiſenhauer, Reiſender, 56 J., Große Ochſengaſſe 12. Am 21.
Februar: Philipp Heinlein, 2 Mon., Michelſtadt, hier Heinhei=
merſtr
. 21. Am 22. Februar: Wilhelm Gemeinder, 4 J., Pfung=
ſtadt
, hier Grafenſtr. 9. Hans Dieter Ganßmann, 1 Tag. Eliſa=
bethenſtraße
2. Am 23. Februar: Jakob Bröning, Prokuriſt,
63 J., Roßdörferſtr. 45. Am 24. Februar: Carlotte Draudt, geb.
Ewald, 79 J., Witwe des Geh. Medizinalrats, Dr., Saalbauſtr. 72.
Heinrich Ludwig Deiß, Major a. D., 53 J., Dieburgerſtr. 20. Am
25. Februar: Ludwig Kratz, Landwirt, 21 J., ledig, Dudenhofen,
hier Erbacherſtr 25. Am 26. Februar: Karl Guſtav Becker,
Fabrikarbeiter, 34 J., Jahnſtraße 3. Am 27. Februar: Marga=
reta
Katharina Beyer, geb. Grieger, 44 J., Ehefrau des Buch=
druckereileiters
, Rheinſtraße 23. Am 26. Febr.: Katharina Eliſa=
bethe
Rexroth, geb. Roth, 61 J., Ehefrau des Elektromonteurs,
Schulzengaſſe 1. Katharina Maria Magdalena Hahn, geb. Ben=
der
, 71 J.. Witwe des Formers, Rundeturmſtr. 14. Wilhelm
Lautenſchläger, Arbeiter, 36 J., in Kettenheim, hier, Erbacher=
ſtraße
25. Am 27. Fehr.: Joſephine Dieß, geb. Hartmann, 57 J.,
Ehefrau des Lokomotivführers, Mollerſtraße 13.
Kirchliche Nachrichken.
Samstag (28. Februar).
Stadtkirche. Abends 8.30 Uhr: Andacht.
Stiftskirche. Abends 8 Uhr: Beichte.
Sonntag Reminiſzere (1. März).
Stadttirche Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger. Nachm.
5 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Wagner.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 95 Uhr zu ſtiller Andacht ge=
öffnet
. Eingang Nordtüre.
Stadtkayelle. Vorm. 8.30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Vogel.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger.
Mittwoch, den 4. März, abends 6 Uhr: 3. Paſſionsandacht:
Gethſemane. Pfarrer Lautenſchläger.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan Zimmer=
mann
. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Dekan Zimmermann.
Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte: Donnerstag,
den 5. März, abends 8 Uhr: 3. Paſſionsandacht. Pfarrer Lauten=
ſchläger
.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, den 3. März, abends
8 Uhr: Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. Mittwoch, den
4. März, nachm. 24 Uhr: Handarbeitsſchule der Stadtgemeinde.
Donnerstag, den 5. März, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadt=
gemeinde
. Freitag, den 6. März, abends 8.15 Uhr: Hauptverſammlung
für Männervereinigung und Sterbekaſſe der Schloßgemeinde. Sams=
tag
, den 7. März, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde,
Poſaunenchor
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, den 1 März, abends
8 Uhr: Aufführung der Jugendgemeinſchaft: Dorothea. Schauſpiel
von Sermes. Montag, den 2. März, abends 8 Uhr: Jugendvereini=
gung
der Stadtgemeinde; Jugendbund der Lukasgemeinde (ältere Ab=
teilung
); Männervereinigung dr Lukasgemeinde: Monatsverſammlung
und Leſeabend. Dienstag, den 3. März, abends 8 Uhr: Kirchenchor
der Stadikirche; Jugendvereinigung der Stadrgemeinde (ältere Abtei=
lung
); Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (jünge Abtei=
lnng
). Mittwoch, den 4. März, nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadt=
gemeinde
. Abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle und Schloß=
kirche
; Jugendbund der Markusgemeinde (ältere Abteilung); Mädchen=
vereinigung
der Reformationsgemeinde (ältere Abteilung) Donners=
tag
, den 5. März, abends 8 Uhr: Frauenverein der Lukasgemeinde
(Nothilfe=Kreis); Jugendbund der Lukasgemeinde (jüngere Abteilung).
Abends 8 Uhr: Jugendgemeinſchaft: Wiederholung der Aufführung
Dorothea, Freitag, den 6. März, abends 8 Uhr: Mütterabend der
Stadtgemeinde; Jugendbund der Markusgemeinde (jüngere Abteilung);
Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Landeskirchenrat D. Waitz.
Krankenpflege durch Diakonen: Hauptſtation im Diakonenheim, Hei=
delberger
Straße 21. Fernſprecher 2883.
Evang. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, Vorderhaus,
1 Treppe. Sprechſtunden vorm. von 812 Uhr und nachm. (außer
Samstags) von 56 Uhr. Fernſprecher 4584.
Gemeindeamt für Kirchenſteuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, Hinterhaus, Saal 3. Geſchäftsſtunden vorm. von 812
Uhr und nachm. von 36 Uhr (Mittwochs nur von 34.30 Uhr). Fern=
ſprecher
2379
Zahlſtelle für das Kirchnotgeld: Gemeindehas, Kiesſtraße 17,
Hinterhaus, Zimmer 4. Zahltage: Montag, Mittwoch und Donnerstag,
vorm. von 912 Uhr.
Evang. Arbeiterſekretariat (Feierabend, Stiftſtraße 51): Rechtsaus=
kunftsſtelle
. Sprechſtunden vorm. von 101 Uhr. Fernſprecher 2288.
Martinskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des
heiligen Abendmahls. Pfarrer Köhler. Anmeldung von 9.30 Uhr ab

in der Sakriſtei. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martins=
gemeinde
Weſt. Pfarrer Dr. Bergér. Abends 6 Uhr: Liturgiſch= Eirchen=
muſikaliſche
Feier mit Anſprache. Pfarrer Dr. Bergér.
Mittwoch, den 4. März, abends 8 Uhr: Paſſionsandacht. Pfarrer
Köhler.
Martinsgemeinde (Kirchliche Veranſtaltungen). Montag, den 2.
März, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Gemeindeabend mit Vortrag
des Herrn Dr. med. Happich über Chriſtentum und Sexualethik
Dienstag, den 3. März, abends 8 Uhr: im Martinsſtift: Kirchenchor;
im Gemeindehaus: Jugendvereinigung. Donnerstag, den 5. März,
abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Mädchenvereinigung (Oſt); im Ge=
meindehaus
: Mädchenvereinigung (Weſt); Mauerſtraße 5: Poſaunenchor.
Freitag, den 6. März, abends 8 Uhr: im Martinsſtift: Mütterabend
(Oſt); im Gemeindehaus; Mütterabend (Weſt); Jugendvereinigung
(ältere Abteilung).
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Mittwoch, den 4. März, abends 8 Uhr: 3. Paſſionsandacht in der
Kirche. Pfarrer Goethe.
Veranſtaltungen: Montag, den 2. März, abends 8 Uhr:
Mütterabend im Gemeindehaus. Donnerstag, den 5. März, abends
8 Uhr: Mitgliederverſammlung der Sterbekaſſe im Gemeindehaus.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7.305 Uhr zu ſtiller An=
dacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vormittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker. Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker.
Dienstag, den 3. März, abends 8 Uhr: 2. Paſſionsandacht. Pfarr=
aſſiſtent
Becker.
Veranſtaltungen: Donnerstag, den 5. März, abends 8 Uhr:
Mütterabend.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Verm. 10 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
(Volkstrauertag). Pfarrer Irle. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottes=
dienſt
(Weſtbezirk). Pfarrer Irle. Abends 6 Uhr: Abendgoltesdienſt
mit Feier des heiligen Abendmahls. Anmeldung von 5.30 Uhr in der
Sakriſtei erbeten. Pfarrer Weiß.
Veranſtaltungen: Sonntag, den 1. März, abends 8.15 Uhr:
Jugendvereinigung. Montag, den 2. März, nachm. 3 Uhr: Vorſtands=
ſitzung
des Frauenvereins. Abends 8.15 Uhr: Mädchenvereinigung.
Dienstag, den 3. März, abends 8.15 Uhr: Monatsverſammlung der
Männervereinigung mit Lichtbildervortrag über Friedrich von Bodel=
ſchwingh
, ſein Leben und ſein Werk, (Pfarrer Weiß.) Mittwoch,
den 4. März, nachm. 3 Uhr: Sitzung der Frauenhilfe. Abends 8 Uhr:
3. Paſſionsandacht. Pfarrer Weiß. Donnerstag, den 5. März, abends
8 Uhr: Mütterabend. Abends 8.15 Uhr: Mädchenvereinigung: Heim=
abend
muß ausfallen. Freitag, den 6. März, abends 8 Uhr: Mädchen=
chor
. Abends 8.15 Uhr: Kirchenchor. Samstag, den 7. März, abends
7.30 Uhr: Singekreis.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſi Pfarrer Rückert.
Feier des heiligen Abendmahls mit Vorbereitung. Anmeldung von 9.30
Uhr an in der Sakriſtei. Vorm. 11.30 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Nückert.
Veranſtaltungen: Sonntag, den 1. März, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung. Montag, den 2. März, abends 8 Uhr: Jugend=
bund
. Dienstag, den 3. März, vorm 10 Uhr: Vorſtandsſitzung des
Frauenvereins. Abends 8 Uhr: Kirchenchor. Mittwoch, den 4. März,
abends 8 Uhr: 3. Paſſionsandacht. Pfarrer Rückert. Donnerstag,
den 5. März, abends 8 Uhr: Hauptverſammlung des Frauenvereins mit
Vortrag von Frau E. Weiße. (Näheres ſiehe Anzeige.) Freitag, den
6. März, abends 8 Uhr: Kirchenchor. Samstag, den 7. März, abends
8 Uhr: Jugendvereinigung.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heiligem Abend=
mahl
. Pfarrer Hickel. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt in der
Kinderſchule. Evang. Sonntagsverein: Nachm. 47 Uhr: Vereins=
ſtunden
(Geburtstagsfeier). Donnerstag, den 5. März, abends 8 Uhr:
3. Paſſionsandacht.
Lutheriſcher Gottesdienſt (Selbſt, evang.=luth. Kirche) im Feier=
abend
, Stiftſtraße 51. Sonntag, den 1. März, vorm. 10 Uhr: Predigt=
gottesdienſt
mit Feier des heiligen Abendmahls. Beichte 9.30 Uhr.
Pfarrer Müller=Erbach.
Ev. Sonntagsverein: Nachm. 47 Uhr: Vereinsſtunden ( Geburts=
tagsfeier
Donnerstag, 5. März, abends 8 Uhr: 3. Paſſionsandacht.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebets=
ſtunde
. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 3.30 Uhr: Bibel=
ſtunde
. Herr Bringmann. Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeits=
ſtunde
. Abends 8.30 Uhr: Männerbibelſtunde (Kriegerdankbund).
Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. Abends 8.30 Uhr: Blau=
kreuz
=Bibelſtunde. Mittwoch, von vorm. 10 bis abends 6 Uhr: Miſ=
ſionsverkauf
. Abends 8.15 Uhr: Gemiſchter Chor. Donnerstag,
abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Bringmann. Freitag, abends
8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſunger Straße 80. Herr
Bringmann. Samstag, abends 6 Uhr; Eiſenbahner=Vereinigung.
Abends 8.15 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag: Spaziergang
nach Traiſa (Haus Kleinſchmidt). Abmarſch 2.30 Uhr ab Botaniſcher
Garten. (Nachzügler fahren mit dem Omnibus bis Halteſtelle Traut=
heim
.) Dienstag, abends 8.30 Uhr: Mädchenkreis Mittwoch, abends
8.30 Uhr: Freundeskreis für junge Männer. Vortrag A. Gehrmann:
Mein Heimatland Oſtpreußen. Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebets=
ſtunde
für junge Männer.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städtiſchen Akademie für
Tonkunſt, Eliſabethenſtraße). Sonntag, 1. März, 10 Uhr: Men=
ſchenweihehandlung
.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 2. März, abends
3 Uhr, im Feierabend, Stiftſtraße 51: Bibelſtunde.

Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtlich=Wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science
Society) in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule. Neckarſtr. 3
Gottesdienſte jeden Sonntag, vormittags 10 Uhr, und jeden erſten
und dritten Mittwoch im Monat, abends 8.15 Uhr.
Thema am 1. März: Chriſtus Jeſus; Predigt: Jeſaja 9,5 (6)
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten). Mauer=
ſtraße
17. Sonntag, den 1. März, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt
Um 11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. um 4 Uhr: Predigt. Abends
8.15 Uhr: Jugendſtunde. Mittwoch, den 4. März, abends 8.15
Uhr: Bibelſtunde. Freitag, den 6. März, abends 8.30 Uhr=
Gebetsverſammlung.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtr. 40) Sonntag
den 1. März, vorm. 9.30 Uhr: Andacht (Pr. Kruſt) Vorm. 1,
Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 3.30 Uhr: Jugendbundſtunde. Aben
8 Uhr: Evangeliumsverkündung. Mittwoch, abends 8.15 Un
Bibelſtunde
Evangeliſcher Mädchenverein (Freundinnen=Heim, Sandſtraße 2.
Jeden Donnerstag abend 8.1510 Uhr: Zuſammenkunft der ortsfrem=
den
jungen Mädchen. Jeden Mittwoch abend 8.309.30 Uhr: Ab.
wechſelnd Nähen mit Zuſchneiden, Leſeabend Donnerstag, den
5. März (Loge, Sandſtraße): Ernſtes und Heiteres aus unſeren Heim=
abenden
.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22, 2
fanteriekaſerne Hof links). Sonntag, abends 8 Uhr: Mitgliederzuſam=
menkunft
. Dienstag, abends 8.30 Uhr: Jungbolkſtunde. Mittwoch,
abends 8.30 Uhr: Familienkreis=Bibelſtunde mit Studienrat Knöpp.
Donnerstag, abends: Heimabend. Freitag, abends 8.30 Uhr: Turnen
für Hauptabteilung und Jungvolk. Mittwoch, von nachm. 3,306 Uhr:
Jungſchar (Buben von 1014 Jahren).
B.=K. im Bund deutſcher Bibelkreife, Darmſtadt, Alexanderſtr. 2
Samstag, den 28. Februar, nachm. 45.30 Uhr: Singen und Spielen;
anſchließend Bibelſtunde. Mittwoch, den 4. Mär= abends 8 Uhr,
Heimabend für Treuburg. Donnerstag, den 5. März, abends 8.1
Uhr: Heimabend für Aeltere. Samstag, den 7., Sonntag, den 8. März=
Fahrt in den Odenwald.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Sonntag, vorm
10 Uhr: Predigt: 11 Uhr: Sonntagsſchule; 8 Uhr: Predigt.
Montag, abends 8.15 Uhr: Jugendverein. Dienstag, nachm.
3 Uhr: Frauenmiſſionsverein; 8.15 Uhr: Singſtunde. Mitt=
woch
, nachm. 3 Uhr: Katechetiſcher Unterricht. Donnerstag
abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde (Leidensgeſchichte Jeſu).
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, de
März, vorm. 11.15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 4.30 Uhr,
Verkündigung des Wortes Gottes. Mittwoch, den 4. Marz
abends 8.15 Uhr: Gebetsſtunde. Freitag, den 6 März, abends
8.15 Uhr: Betrachtung des Wortes Gottes (2. Theſſ., Kap.
Methodiſten=Gemeinde (Evangeliſche Freikirche), Wendelſtadt=
ſtraße
38 Sonntag, 1. März, vormittags 11 Uhr: Sonntags
ſchule. Abends 8 Uhr: Predigt. Thema: Am Scheidewege
Prediger E. Bültge. Mittwoch, 4. März, abends 8 Uhr: Bibel=
und Gebetſtunde Prediger E. Bültge, Freitag, 6. März,
abends 8 Uhr: Frauen=Miſſions=Verein.
Adventgemeinde, Waldſtraße 18. Sonntag, vormittag 9 Uhr:
Religions= und Erſatzunterricht für Kinder. Abends 8 Uhr: Licht=
bildervortrag
. Montag: Heimabend. Mittwoch: Armen=
Nähabend. Freitag: Familien=Abend Samstag: vormittag
8.45 Uhr: Lehrer=Verſammlung; 9.30 Uhr: Sabbatſchule,,
10.30 Uhr: Erfahrungsſtunde. Nachmittag 3 Uhr: Jugendver=
ſammlung
, anſchließend Singſtunde.
Auswärtige Gemeinden.
Evang. Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 1 März. 10 Uhr
Gottesdienſt. 11 Uhr: Kindergottesdienſt der Großen. 13 Uhr
nnil
Kindergottesdienſt der Kleinen. 20 Uhr: Paſſionsandacht.

Dienstag: Mädchengruppe. Mittwoch: Bubengruppe. Don=
nerstag
: Bibelſtunde.
Evang. Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 1. Mär.
(Volkstrauertag), vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt, Mitwirkung
des Kirchenchors. Abends 8 Uhr: Paſſionsandacht. In Waſchen
bach werden von Sonntag, den 1. März, bis Sonntag, der
8. März, allabendlich um 8.30 Uhr im Rathausſaale fortlaufende
Evangeliſationsvorträge durch Herrn Stadtmiſſionar Anders ge
halten werden. Montag: Jugendvereinigung. Dienstag
Jungmädchenverein. Mittwoch: Kirchenchor Donnerstag
Generalverſammlung des Frauenvereins im Gaſthaus Zur Poſt
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 1. Mär,
(Volkstrauertag) 10 Uhr: Gottesdienſt. Mitwirkung des Poſau
nenchors. Kollekte. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. 8 Uhr: Zweit
Paſſionsandacht. Montag: Jugendverein. Dienstag, 6=
Uhr: Bücherausgabe. 8.30 Uhr: Bibelſtunde Mittwoch: Kir
chenchor. Donnerstag: Mütterabend. Poſaunenchor im Schu!
ſaal. Freitag: Mädchenverein. Samstag: Jugendverein.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag Reminiscere, 1. Mär=
Volkstrauertag. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Kollekt
für die Kriegsgräberfürſorge. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſ.
Abends 8 Uhr: 2. Paſſionsgottesdienſt. Montag: Frauen
verein. Dienstag: Kirchengeſangverein und Poſaunenchor.
Donnerstag: Jungmädchenverein.
Freitag: Jugendbun
Wartburg.
Epang. Gemeinde Erzhauſen. Sonntag Reminiscere. 1. Mär=
Vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſ
Abends 8 Uhr: Jugend Dienstag; Filmvorführung: Lan
unterm Kreuz in der Kirche. Mittwoch; Jungmannſchaft.
Donnerstag: Kirchenchor. Freitag: Mädchengruppe. Sam=
tag
: Jungmannſchaft.

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ſummer 59

Samstag, den 28. Februar 1931

*Automobil=Ausſtellung.
Bon ſchönen Wagen. Von den Aukorieſen, Zubehör und dem Geſchäftsgang.

Berlin, Ende Februar.
Das erſte Hunderttauſend Ausſtellungsbeſucher war am
nntag bereits überſchritten. Und auch am Montag, dem
txen Tag, mit 4. RM. Eintritt, waren die Ausſtellungs=
en
gut gefüllt, die preiswerten Wagen, Mittelſtandswagen
die ganz teuren Luxuswagen, ſie ſind es, die am meiſten
chtet werden. Auf den Ständen von Mercedes=Benz, Maybach
ſewer, DKW., Hanomag, Brennabor, BMW., Adler iſt von
z gens bis abends Hochbetrieb und was erfreulich iſt nicht
von Seh=Leuten, ſondern auch von Käufern. Die Peſſi=
ten
haben unrecht gehabt. Der Verlauf der Automobilaus=
ung
beweiſt es: Das Geſchäft zieht an. Automobilinduſtrie
Handel haben während und nach der Ausſtellung gut zu
eiten.
Im Mittelſtandswagen haben ſich deutſche Automobilfabriken
eblichen Vorſprung gegenüber dem Ausland, auch gegenüber
amerikaniſchen Maſſenproduktion geſichert. Im Luxus=
jenbau
haben Mercedes=Benz durch den Großen Mercedes
Maybach durch den 12 Zylinder=Typ Zeppelin Spitzen=
ung
vollbracht, die jeder Auslandskonkurrenz ebenbürtig ſind
hinzu kommen als Repräſentanten des großen deutſchen
alitätswagens Horch und NAG. Der wiedererſtandene Röhr=
zhlinder
mit Schwingachſe iſt billiger geworden denn je und
Adler, Brennabor und Wanderer ſind Qualität mit Preis=
digkeit
vorbildlich gepaart.
Mercedes=Benz hat einen neuen Sportwagen geſchaffen, ent=
elt
aus dem 3½=Liter=Typ Mannheim, und dieſes zwei=
ſe
Sportcabriolet iſt mit der ſchönſte Wagen auf der Aus=
ung
. Vorbildlich in flüfſiger Linienführung ſind die NAG.
Auſtro=Daimler, uib ſchöne, auch in Karoſſeriebau und
enführung hochkultidierte Gebrauchs= und Luxuswagen die
Simſon=Supra, Audi, Stoewer=8=Zylinder, Hanſa, Adler,
ſchönſten Auslandswagen werden auf den Ständen der deut=
Karoſſeriefabriken gezeigt Beweis dafür, daß deutſcher
zial=Karoſſerie=Bau und der Serienbau deutſcher Automobil=
iken
in Stil und Aufmachung dem Auslands= Serienkaroſ=
ebau
überlegen iſt.
Hat in der Perſonenwagenhalle der geſchloſſene Wagen und
Cabriolet dem offenen Wagen reſtlos Garaus gemacht, ſo
in der Halle II Laſtkraftwagen der Dieſelmotor auf
Anmarſch und der Elaſtikreifen verſchwunden. Der Rieſen=
Ereifen beherrſcht das Feld. Die Motoren der Autorieſen
elaſtiſch und, was beſonders erfreulich iſt, geräuſchloſer
orden. Das behördliche Verbot von Vollgummireifen und
tit Einführung der Rieſenpneus hat ſtärkere Ausnützung
Laderaums möglich gemacht. Alſo ſind noch größere Auto=
n
entſtanden als einſt und die Motoren der Laſtwagen und
Anibuſſe noch ſtärker geworden. Neu aufgetaucht ſind dies=
die
Fahrdrahtbuſſe und der mit Benzin betriebene Eiſen=
Anwagen auf Schienen. Omnibuſſe ſind mit dem Aphon=
riebe
der Zahnradfabrik A.=G., Friedrichshafen, ausgerüſtet,
drei geräuſchloſe Gänge beſitzt.
Büſſing=NAG. haben den größten Stand der ganzen
3ſtellung. Nur Chaſſis werden hier gezeigt, und vom 1 ½=
iner
=Lieferwagen=Chaſſis bis zum 8=Tonner=Dreiachſer ſind
wichtigſten Büſſing=NAG.=Typen mit und ohne Dieſel=
tor
ausgeſtellt. Alle Dreiachſer haben zweiſtufige Verteiler=
riebe
, daher 8 Gänge vorwärts und zwei rückwärts. Bei
ſing iſt man in der Propagierung des Dieſelmotors vorſich=
erwägend
. Man befürchtet bei ſtärkerem Aufkommen der
ſelmotoren Anziehen der Rohölpreiſe und damit Verflachung
8 Vorteils, den der Dieſelmotor zurzeit bringt.
Anders bei Daimler=Benz. Da wird der Mercedes= Benz=
ſelmotor
mit Vorkammerſyſtem vorgeführt Seine viel=
e
Bewährung, ſein Siegeszug durch Lizenzabgabe der Patente
andere autoproduzierende Länder ſpricht für ihn. Die Be=
bskoſtenerſparnis
mit Dieſelmotor wird auf zirka 70 Prozent
hätzt. Und ſelbſt wenn dieſe Ziffer zu hoch gegriffen ſein
te, läßt ſich ungeheure Koſtenerſparnis durch Dieſelmotor=
rieb
nicht beſtreiten. Selbſtverſtändlich iſt die Daimler=Benz
B. auch dem Vergaſer=Motorbau treu geblieben. Der Stand
* Daimler=Benz zeugt von zielbewußter Sachlichkeit. Jegliche
oräſentation iſt vermieden. Die Leichtmetall= Omnibus=
roſſerien
ſowohl vom Fahrdrahtbus als auch vom Reichs=
iomnibus
ſind im Sindelfinger Karoſſeriewerk hergeſtellt
den.
Intereſſante Neukonſtruktion iſt der Phaenomen= Liefer=
gen
, Typ Granit ein 1½ Tonner mit vollautomatiſcher
ßluftkühlung. Der Phaenomen=Granit iſt mit Schnellgang
Fgeſtattet. Bei Phaenomen wird ferner der bisherige viel=
ährte
¼1 Tonner mit Preßluftkühlung gezeigt. Bemer=
Swert für beide Phaenomen=Typen iſt ihre große Robuſtheit,
beſondere ihre durch Preßluftkühlung erreichte vollkommene
abhängigkeit von Froſt und Hitze. Die Wirkung der Preß=
kkühlung
wird an einem Motor=Schnittmodell bewieſen.
Hanſa=Lloyd, mit Goliath auf einem Stand vereinigt,
It ſchöne Neukonſtruktionen aus.
Adler hat ſeinen 1½=Tonnen=Schnell=Lieferwagen in die
Sſtellung gebracht, deſſen Sechszylinder=Motor bei 2 400 Um=
hungen
50 PS leiſtet.
Brennabor iſt mit ſeinen vielbewährten Lieferwagen,
em tadelloſen, bequemen Omnibus und einer Autodroſchke
treten, Fahrzeugen, die Qualität und Billigkeit einen.

Citroén zeigt außer nacktem Chaſſis drei mit Aufbauten
verſehene Fahrzeuge, gleichfalls von erſtaunlicher Preiswürdig=
keit
. General=Motors zeigen ihre Chevrolet=Lieferwagen in ver=
ſchiedenen
Ausführungen ſie ſind durch Bewährung beſt=
bekannt
. Henſchel brilliert mit einem 250 PS Zwölfzylinder=
Motor auf rieſigem Dreiachs=Chaſſis, ſtärkſtem Motor der Welt.
Intereſſant iſt die Henſchel=Neuſchöpfung: Schienen=Omnibus
mit 100 PS=Sechszylinder=Motor. Dies gut ausgeſtattete Fahr=
zeug
iſt als Erſatztriebwagen gedacht.
Für den Laien iſt auf dem Krupp=Stand das Intereſſauteſte
der Krupp=Flettner=Großraumwagen, deſſen Nutzlaſt=
möglichkeit
13,7 Tonnen bei einer Rahmenbelaſtungsmöglichkeit
von 15 Tonnen beträgt. Der Achsdruck ſoll ob der neuartigen
Konſtruktion jedoch geringer ſein als bei anderen Großwagen
gleicher Ladefähigkeit. Das Fahrzeug hat 10 Räder; Antrieb
wird auf die vier Hinterräder übertragen. Dem Fachmann bietet
der Krupp=Glühringmotor viel Intereſſantes. Der Glühring=
motor
ermöglicht die Verwendung von Teeröl oder Gasöl; der
ihm angegliederte, insgeſamt mit dem Glühringmotor zur Mo=
toreinheit
geſchaffene Vergaſermotor beſchränkt ſich auf Benzin
oder Benzol oder Gemiſch, ſo daß dieſer neue Krupp=Motor
mit allen vorhandenen Brennſtoffarten gefahren werden kann.
Magirus, führend im Bau von Feuerwehrfahrzeugen
und Feuerwehrgeräten, zeigt in und außer der Halle ſein ge=
ſamtes
Fabrikationsprogramm. Sämtliche Magirus=Wagen be=
ſitzen
Sechszylindermotoren.
Die M. A. N. beſitzt als beſonders intereſſante Stücke neuen
Dieſelmotor und rieſigen Dreiachſer auf ihrem Stand.
Opel ſchon der Name iſt heute ein Programm: ver=
kehrsſichere
Preiswürdigkeit! Ob es die kleinen 1,1 Ltr. oder
1,8 Ltr.=Lieferwagen auf Perſonenwagenchaſſis ſind oder die
Blitz 2,6 oder 3,5 Tonner ſie alle überraſchen durch ihren
geringen Preis bei tadelloſer Aufmachung. Im Kampf gegen
die anderen Typen des General=Motors=Konzerns hat Opel ſich
mit dem Blitz bedeutſamen Vorſprung geſichert.
Autorieſen zeigt wiederum die VOMAG. Repräſentations=
ſtück
des Standes iſt der VOMAG.=Dreiachs=Omnibus mit
130 PS=Motor, Schnellgang, Doppelachs=Antrieb und Leicht=
metall
=Aufbau. Alle Vomag=Fahrgeſtelle zeugen von muſter=
gültiger
deutſcher Werkmannsarbeit, gepaart mit techniſchen Fein=
heiten
und erprobter Konſtruktion. Hingewieſen ſei auf den
VOMAG.=Oberhänsli=Rohölmotor.
Ford hat kleine Lieferwagen auf ſeinem Stand, ſo echte,
rechte Alltagswagen für Handel und Verkehr. Zum Studium
regt das gewaltige Tatra=Sechsradfahrgeſtell, rahmenlos, mit
Schwingachſen, an. Der Tatra hat 12 Zylinder=Motor. Die
anderen Ausſteller bieten kaum Neues oder Originelles. Nüch=
terne
Sachlichkeit herrſcht vor.
So reichhaltig die Autoſtände in beiden Hallen beſchickt ſein
mögen, die Zubehör=Ausſtellung iſt noch weſentlich reich=
haltiger
, und auf den 340 Zubehör=Ausſtellerſtänden iſt von der
Schraube bis zum Chaſſisrahmen und vom Fenſterleder bis zur
Betriebsſtoffpumpe alles zu finden, was der Automsbiliſt im
Stadt= und Landverkehr braucht. Jene Werke, die ſeit Begrün=
dung
des Automobilweſens führend waren in Qualität und
Umſatz, haben die großen Repräſentativ=Stände am Ausſtel=
lungs
=Eingang belegt. Die Eichel u. Sachs A.=G. über=
raſcht
mit ihrem neuen Sachs=Motor, einem Fahrradeinbau=
Motor mit angeblocktem Zweiganggetriebe mit Leerlauf und
Korklamellen=Kuppelung. Der Sachs=Motor wiegt knapp s Kilo
und leiſtet bei einem Zylinder=Inhalt von 74 Kubikzentimeter
zirka 1½ PS. Mit dem Kleingang werden Steigungen bis
18 Prozent bequem genommen. Der Charakter des Fahrrades
bleibt gewahrt. 29 deutſche Fahrradfabriken haben bereits den
Sachs=Motor zum Einbau in verſtärkte Fahrrad=Rahmen bezogen,
ſo daß im deutſchen Verkehr Räder aller Marken mit dem
Sachsmotor bald in Erſcheinung treten werden.
Auf der anderen Seite des Hallen=Eingangs hat der
Continental=Konzern ſeinen außerordentlich repräſen=
tativen
Stand mit Continental= Excelſior=, Peters=Union und
Pollack=Reifen. Neu und beachtlich iſt der Continental=Transport=
Reifen für leichte und mittelſchwere Laſt= und Lieferwagen und
Omnibuſſe. Der Vorzug der Continental=Transportreifen liegt
darin, daß man ſie ſowohl als Hochdruck= wie als Niederdruck=
Reifen fahren kann. Je nach Größe der Beanſpruchung iſt der
Luftdruck bemeſſen, ſo daß man ein= und denſelben Transport=
reifen
z. B. beim Stadtomnibus als Niederdruck=Reifen und
im Ueberland=Laſtwagenverkehr aber als Hochdruckreifen fahren
kann. Die Continental hat es verſtanden, ſich zur größten
Reifenfabrik Mitteleuropas zu machen.
Sehr intereſſant iſt der Stand von Boſch. Hier gibts
Neuerungen und Vervollkommnungen in Hülle und Fülle. Die
Zahnradfabrik A. G. Friedrichshafen, die durch
Schaffung ihres Einheitsgetriebes ſich techniſch und wirtſchaft=
lich
um den Nutzwagenbau Verdienſte erworben hat, und die
mit ihrem Aphongetriebe mit drei geräuſchloſen Gängen eine
Spitzenleiſtung im Perſonenwagen=Getriebebau herausgebracht
hat, zeigt auf ihrem Stand das bekannte Z.F.=Einheitsgetriebe,
die Z.F.=Aphongetriebe und Zahnräder als Muſter. Die Aphon=
getriebe
ſind für Berlin Neuheit. Neue Typen ſind ferner Vier=
ganggetriebe
für die beiden Opel=Blitz=Typen. Für einige
Typen ſind die Z.F.=Getriebe mit Getriebe=Bremſen entwickelt
worden. Durch Zuſammenfaſſung des Bedarfs verſchiedener

Seite 9

Firmen und durch Vergrößerung der Serienzahl ſind Preis=
ſenkungen
eingetreten. Vorbildlich aufgemachter Stand iſt der
von den Vereinigten Kugellager=Fabriken (Schweinfurt). Auf
rollendem Band wird der Herſtellungsfortgang der Kugellager,
Rollenlager, Querlager, Wälzlager gezeigt. Das Mittelbild der
Ausſtellung iſt Symbol der Vereinigung der ſechs größten frän=
kiſchen
Kugellagerfabriken. Ein 9=Zylinder=Flugzeugmotor mit
43 Wälzlagern wird im Durchſchnitt gezeigt. Dr.=Ing.
Schmid demonſtriert auf einem Steyrmotor ſeinen vorzüg=
lichen
und erprobten Betriebsſtoff=Sparer, der durch Unterdruck
im Schwimmergehäuſe den Brennſtoffſtrom aus der Düſe regu=
liert
. Der neue Brennſtoff=Regler Dr. Schmid verbindet den
Anſaug=Kanal mit dem Schwimmergehäuſe mit einer Leitung,
aber nur, wenn man das Gaspedal nachläßt. Beim Gasgeben
iſt dieſe Leitung unterbrochen. Dem Motor wird Anzug und
Geſchmeidigkeit nicht genommen, aber größere Sparfamkeit er=
reicht
, als durch ſparſames, für Spitzenleiſtung und Anzug des
Motors nachteiliges Einregulieren des Vergaſers. Es iſt zu
wünſchen, daß deutſche Automobilfabriken dieſen Betriebsſtoff=
ſparer
ſerienmäßig einbauen, um ökonomiſches Fahren bei un=
verminderter
Motorleiſtung (im Gegenſatz zu Sparverſuchen bei
Vergaſer=Einſtellung) zu erreichen.
Geſchäftsgang.
Man iſt auf den deutſchen Ausſtellungsſtänden zufrieden,
teils außerordentlich zufrieden mit den Verkäufen der erſten
Ausſtellungstage. Bei den Auslandsausſtellern herrſcht allda
Ruhe, wo Wagen in mittlerer Preislage angeboten werden.
Daß DKW. und Stoewer mit ihren neuen preiswerten Vorder=
radantriebswagen
großen Verkaufserfolg erringen werden, war
vorauszuſehen. Aber auch bei BMW., Hanomag iſt man zu=
frieden
, wo hingegen im Verkaufsgeſchäft für mittelſtarke deutſche
Wagen gewiſſe Ruhe zu verzeichnen iſt. Bei Mercedes=Benz
wird ausgezeichnet verkauft, beſonders begehrt ſind die Nür=
burg
8=Zylinder, und der neue 15/75 PS Sporttyp Mann=
heim
. Vom Großen Mercedes, dem 41 000=Mk.=Wagen, ſind
bis Montag auch bereits 5 Wagen verkauft worden. Maybach
hat in den erſten Ausſtellungstagen auch bereits 6 Stück May=
bach
=12=Zylinder zum Preiſe von 3545 000 Mk. abſetzen können.
Die ſehr ſchön karoſſierten Simſon=Supra ſind gut gefragt. Bei
Adler iſt der Favorit 4=Zylinder infolge ſeiner überragenden
Preiswürdigkeit meiſt gekaufte Type. Bei NAG iſt der 6= Zylin=
der
wiederholt gekauft worden; bei Brennabor neben dem 4= und
6=Zylinder auch der neue 8=Zylinder ſtark gefragt. Auf dem
Wanderer=Stand erfährt man, daß der 6/30 PS Vierzylinder gut
gekauft wird, auch mit Verkäufen des 10/50 PS 6=Zylinder iſt
man zufrieden. Das Geſchäft bei Röhr erhält durch die Aus=
ſtellung
neues Leben. Bei Opel iſt der 1,8 Liter=Sechszylinder
der meiſt gekaufte Wagen. Daß nach dem 1,1 Liter=4=Zylinder
ſtarke Nachfrage herrſcht, iſt ſelbſtverſtändlich. Führender Auto=
Induſtrieller ſagte mir: Die Bombe iſt geplatzt. Monatelang
iſt mit Käufen von Kraftfahrzeugen zurückgehalten worden, jetzt
macht ſich der Bedarf geltend. Die Ausſtellung bietet Anregung.
Es wird mehr gekauft, als wir erwartet haben.
Siegfried Doerſchlag.

Rundfunf-Brogramme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 28. Februar.
7.15: Blas=Konzert.
10.20: Schulfunk Sport und Sportsmann! Hörbild. Leitung:
Dr. Paul Laven.
15.20: Stunde der Jugend. Herrn Direktors Zigaretten. Hörſpiel.
16.30: Aus Wiesbaden: Konzert des Kurorcheſters. Aus Opern
von Flotow, Weber, Lortzing, Wagner, Humperdinck, R. Strauß.
18.05: Aus der St Peterskirche, Frankfurt a. M.: Franffurter
Motette. Werke von Reger, Joſ. Haas, Liſzt. Ausf.: Chor
und Orcheſtergruppe der Zentralſtelle für Kirchenmuſik der Evangel.
Landeskirche Frankfurt a. M. mit ſeinen Soliſten.
18.45: Agricola: Der Fünfjahresplan und die wirtſchaftliche Lage
Rußlands.
19.15: Spaniſcher Unterricht.
19.45: Freiburg: Bauernmuſik. Mitglieder des ſtädt. Orcheſters.
20.15: Stuttgart: Abends in Wien. Ausf.: Stella Hay, Käte v.
Gutmann, Käte Mann, Hans Hanus, W. Simmlinger, Th. Brandt
u. a., das Rundfunkorcheſter.
21.45: Stadthalle Stuttgart: 5. Stuttgarter Hallenſportfeſt.
22.35: Stuttgart: Schlagerſtunde der Tanzkapelle des Funkorcheſters.
Mitw.: Hedi Kettner, Rolf Marbot.

Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Sonnabend, 28. Februar.
12.00: Schulfunk. Volkslieder aus den verſchiedenen Jahrhunderten.
Profeſſor Felix=Schmidt=Quartett (Doppelquartett des Berliner
Lehrergeſangvereins).
15.00: Kinderbaſtelſtunde. Wir errichten eine Tierfarm.
15.45: Dr. Margarethe Rudorff: Die Normung in der Hauswirtſchaft
16.00: Min.=Rat Prof. Erich Hylla: Die gegenwärtige Lage der
oberen Jahrgänge der Volksſchule.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Meißner: Cremoneſer Geigen und der moderne Geigenbau
18.00: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene.
19.00: Mechaniſierung als Lebensſchickſal. (Mehrgeſpräch.)
19.30: Friede H. Kraze lieſt eigene Dichtungen.
20.00: Leipzig: Konzert. Leipziger Soliſten=Enſemble.
21.10: Leipzig: Kabarett.
Anſchl.: Erfurt: Tanzmuſik. Konzert= und Tanzkapelle Charlie=Jaz.
Danach: Berlin: Tanzmuſik. Kapelle Mitja Nikiſch.

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[ ][  ][ ]

Samstag, den 28. Februar 1931

Nummer 59

Reich und Ausland.
Die eigene Mutter beraubt.
Frankfurt a. M. Am Donnerstag ſpät
abends hat der Arbeiter Adolf Planz ſeine
Mutter, die im Bette lag, überfallen. Er würgte
die 79jährige Frau, bis ſie das Bewußtſein ver=
lor
und entwendete ihr die unter dem Kopf=
kiſſen
liegende Geldbörſe mit 70 Mark Inhalt.
Bei ſeiner Feſtnahme hatte P. von dem geraub=
ten
Geld noch 17 Mark im Beſitz. Der Täter
iſt eine der Polizei bekannte Perſönlichkeit.
Tragiſcher Tod.
Heidelberg. In Ziegelhauſen hat ſich
der praktiſche Arzt Dr. Hermann Vogel in ſei=
ner
Wohnung erſchoſſen. Dr. Vogel hat in der
Neujahrsnacht 1925/26 ſeine Frau auf tragiſche
Weiſe verloren. Sie fuhren mit dem Auto in
den hochgehenden Neckar, wobei Frau Dr. Vogel
und der Chauffeur ertranken, während Dr. Vo=
gel
in letzter Minute ſich retten konnte. Der
Donnerstag war der Geburtstag von Frau Dr.
Vogel und man vermutet, daß ſich Dr. Vogel,
der ſeit jenem Tage Depreſſionserſcheinungen
zeigte, aus Gram erſchoſſen hat. Geboren wurde
Dr. Vogel 1887 in Ludwigshafen.
Erſte Fahrten des Graf Zeppelin.
Friedrichshafen. Das Luftſchiff Graf
Zeppelin iſt während der durch die Winter=
nonate
bedingten Fahrpauſe in der Luftſchiff=
werft
Friedrichshafen gründlich überholt wor=
den
. Die Fahrtleitung rechnet damit, daß das
Luftſchiff, bei dem übrigens keine Aenderungen
vorgenommen wurden, in der zweiten Hälfte des
Monats März wieder ſtartbereit ſein wird, ſo
daß die erſten Werkſtättenſahrten vorausſicht=
lich
am 25. März begonnen werden können.
Zugentgleiſung im Bahnhof Hildburghauſen.
Erfurt. Geſtern morgen gegen 4 Uhr ſtieß
auf dem Bahnhof Hildburghauſen der von Mei=
ningen
kommende Güterzug 7855 auf den in
Gleis I haltenden Güterzug 7385 auf. Hierbei
entgleiſten 23 Wagen. Der Lokomotivführer und
der Heizer des auffahrenden Zuges wurden leicht
verletzt. Der Perſonenverkehr wird durch Kraft=
wagen
zwiſchen Reurieth und Hildburghauſen
vermittelt. Die Urſache des Unfalles iſt noch
nicht geklärt. Der durchgehende Zugverkehr
dürfte vorausſichtlich bis zum Abend wieder
hergeſtellt ſein.
Sprengſtoff=Fund auf Grube Maria.
Aachen. Ein Bergmann wurde im unter=
irdiſchen
Betriebe der Grube Maria dabei an=
getroffen
, als er beim Beſetzen der Bohrlöcher
verſuchte, Sprengſtoff auf die Seite zu ſchaffen.
Der Mann wurde verhaftet. Wie es heißt, ſoll
eine Schachtel mit Sprengſtoff gefunden worden
ſein, die mehrere Tage in einem Verſteck ge=
legen
haben. Die Polizei und die Staatsanwalt=
ſchaft
ſind noch mit der Aufklärung des ſenſa=
tionellen
Fundes beſchäftigt.
Schinkel=Preiskräger 1931.

Prozeß um den Schienenzeppelin.

Der Krukenbergſche Schienenzeppelin.

Profeſſor Wieſinger
mit ſeinem Schienenzeppelin=Modell.

In Berlin beginnt der Prozeß des Berliner Erfinders Krukenberg gegen den Züricher Profeſſor
Wieſinger, der Krukenbergs Schienenzeppelin=Konſtruktion als Plagiat bezeichnete. Die Vorfüh=
rung
des Krukenbergſchen Schienenzeppelins, die voriges Jahr in Gegenwart des Reichsbali=
generaldirektors
Dr. Dorpmüller ſtattfand, erregte größtes Aufſehen.

Regierungsbauführer Wilhelm Seeger=Berlin
erhielt bei dem diesjährigen vom Berliner Archi=
tekten
= und Ingenieurverein ausgeſchriebenen
Schinkel=Wettbewerb den Staatspreis und die
Schinkel=Plakette für ſeine Hochbau=Entwürfe.

Nach zehn Jahren wegen Mordverdachts
verhaftet.
Bad Kreuznach. Durch Beamte der
Staatsanwaltſchaft Köln iſt die 51jährige Witwe
Schäfer aus Hackenheim bei Kreuznach wegen
Mordverdachts verhaftet und in das Unter=
ſuchungsgefängnis
in Bad Kreuznach eingeliefert
worden. Sie war vor zehn Jahren mit einem
trunkſüchtigen und gewalttätigen Polizeibeam=
ten
in Köln verheiratet. Dieſer Mann wurde
eines Morgens mit Leuchtgas vergiftet in ſeiner
Wohnung aufgefunden. Schon damals beſtanden
ſtarke Verdachtsmomente gegen Frau Schäfer.
Sie vermochte aber durch ein Alibi nachzuweiſen,
daß ſie in der Nacht, in der ihr Mann ums Le=
ben
kam, in Hackenheim bei ihrer erkrankten
Mutter weilte. Das Verfahren wurde darauf=
hin
gegen ſie eingeſtellt. Vor einigen Tagen je=
doch
griff die Staatsanwaltſchaft auf Grund
eines Geſtändniſſes einer Bekannten von Frau
Schäfer die Sache wieder auf. Dieſe mit der
Verhafteten befreundete Frau hatte auf dem
Sterbebett gebeichtet, daß ſie vor zehn Jahren
auf Veranlaſſung und zugunſten der Frau Schä=
fer
einen Meineid geleiſtet habe, der der Mör=
derin
das gewünſchte Alibi ſicherte. Die Täterin
hat die Tat inzwiſchen dem Unterſuchungsrichter
eingeſtanden.
Raubüberfall auf einen Poſtwagen.
Ortelsburg. Am Freitag früh wurde in
der Nähe der polniſchen Grenze der Poſtwagen,
der nach dem Kirchdorf Lipowitz unterwegs war,
von zwei Poſträubern überfallen. Der beglei=
tende
Beamte wurde vom Fahrrad geworfen und
der Kutſcher ebenfalls vom Wagen herunterge=
zogen
und in den Schnee geworfen. Dann mach=
ten
ſich die beiden Räuber mit den fünf Poſt=
ſäcken
, die der Wagen enthielt, davon. Zwei
müſſen ihnen zu ſchwer geworden ſein, denn man
fand ſie nachher auf der Landſtraße, während die
drei anderen verſchwunden blieben. Den Räu=
bern
ſind nach den bisherigen Feſtſtellungen
etwa 3000 Mark in die Hände gefallen.
Mord im Eiſenbahnzug.
Brüſſel. Freitag früh fand man bei Wa=
remme
, weſtlich von Lüttich, zwiſchen den Schie=
nen
der Eiſenbahnlinie Brüſſel-Köln eine Leiche.
Später konnte feſtgeſtellt werden, daß es ſich um
den Budapeſter Kaufmann Viktor Schwarz han=
delt
. Die Nachforſchungen ergaben, daß das
Opfer, das Verletzungen am Kopf aufwies, mit
einem Hammer in einem Eiſenbahnabteil zwei=
ter
Klaſſe erſchlagen, und dann aus dem Zuge
geworfen worden war.
Großfeuer auf einem franzöſiſchen Flugplatz.
Paris. Auf dem Flughafen von Etampes
brach am Donnerstag ein Feuer aus, das an den
Holzbaracken reiche Nahrung fand. Drei Flug=
zeuge
verbrannten. Bei den Löſcharbeiten wur=
den
zwei Feuerwehrleute erheblich verletzt.

Die nächſten Ozeanflüge.
Gegenwärtig ſind nicht weniger als ein hal=
bes
Dutzend Ozeanflüge von amerikaniſcher Seite
für das Jahr 1931 bereits in Vorbereitung.
Schon im Mai ſollen zwei Flüge angetreten wer=
den
, die nach der Natur ihrer Vorbereitungen
ſich zu Wettrennen über den Ozean geſtalten
können, wenn auch die Ziele etwas auseinander=
liegen
. Der eine Flug ſoll nach Kopenhagen,
der andere nach Budapeſt gehen. Die Maſchine
für den Flug nach Kopenhagen wird den Na=
men
Liberty tragen; vorbereitet wird dieſer
Flug von einem Deutſch=Amerikaner, dem Pho=
tographen
Otto Hillig, der zu ſeinem Piloten
den aus Kopenhagen ſtammenden Kapitän Hol=
ger
Hoirriis gewählt hat. Hillig, der u. a. dem
König von Dänemark eine Botſchaft des Prä=
ſidenten
Hoover überbringen will, beabſichtigt
nach der glücklichen Durchführung des Kopen=
hagener
, Fluges auch Deutſchland und insbe=
ſondere
ſeiner Heimatſtadt Gera einen Beſuch
abzuſtatten. Der zweite für den Mai geplante
Ozeanflug iſt ſchon ſeit vergangenem Jahre in
Vorbereitung. Es handelt ſich um das Flugzeug
Gerechtigkeit für Ungarn, das nach Budapeſt
fliegen ſoll. Die Beſatzung des Flugzeuges ſoll
ausſchließlich aus Ungarn beſtehen, nämlich dem
Kapitän Alexander Magyar und dem Piloten
George Endreſz. Die Mittel für dieſen Flug
ſtammen von dem Fleiſchkonſervenfabrikanten
Colay und anderen in Amerika wohnenden Un=
garn
. Der Flug ſoll von Flint im Staate Michi=
gan
ausgehen.
Ein Giftmord mit unerwartetem Ausgang.
Kattowitz. Ein Vorfall, der ebenſo gut
einem phantaſievollen Roman als dem wirklichen
Leben entnommen ſein könnte, hat ſich in Ry=
dultan
im Kreiſe Rybnik zugetragen. In der
dortigen Apotheke erſchien eine junge Frau und
verlangte Arſenik. Da der Apotheker nichts
Gutes ahnte, händigte er ihr ein ähnlich aus=
ſehendes
Pulver aus, verſtändigte dann den
Ehemann der Frau von dem Vorfall und teilte
ihm mit, daß ſeine Frau ihn wahrſcheinlich ver=
giften
wolle. Das Pulver, das ſie wohl in die
Speiſe mengen werde, ſei jedoch gänzlich unge=
fährlich
. Tatſächlich ſchüttete die Frau ihrem
Manne eine ausreichende Menge des Giftes,
in das Abendeſſen. Der Arbeiter ſpielte ſeine
Rolle zu Ende und ſtellte ſich nach dem Eſſen
leblos. Die Frau rief nun ihren Liebhaber her=
bei
, der ſeine Genugtuung über den Tod des
Mannes zum Ausdruck brachte. Als beide ſchließ=
lich
verſuchten, dem Toten einen Strick um den
Hals zu legen, um einen Selbſtmord vorzutäu=
ſchen
, wurde plötzlich der Ehemann wieder recht
lebendig und verprügelte zunächſt einmal den
Liebhaber ſeiner ungetreuen Frau, der entſetzt
flüchtete. Dann wandte er ſich ſeiner Frau zu
und brachte ihr ſo ſchwere Verletzungen bei, daß
ſie in bedenklichem Zuſtande ins Krankenhaus
geſchafft werden mußte.

Die Apfer der Skürme
im Schwarzen Meer.
Bukareſt. Im Schwarzen Meer herrſch
ſeit einigen Tagen kataſtrophale Stürme, den
mehrere Dampfer und zahlreiche Menſchenleb
zum Opfer fielen. Der britiſche Tankdampf
Wielfield ſtrandete in der Nähe der türkiſch
Gewäſſer. Der britiſche Dampfer Trevian, 4
die SOS=Rufe des geſtrandeten Schiffes a
fing, verſuchte, ihm zu Hilfe zu kommen, wur
aber während der Rettungsaktion ſelbſt geg
eine Klippe geworfen. Beide Dampfer ſind v
loren. 14 Mann von der Wielfield, die üb
Bord geſpült worden ſind, ertranken. Schlie
lich vermochte der norwegiſche Dampfer Rain
zu Hilfe zu kommen und den Reſt der Bema
nung zu retten. Desgleichen ſtrandete der deutſ=
Dampfer Ceres, der ſich mit einer Getreit
ladung auf der Fahrt von Rußland nach Ko
ſtanza befand. Mehrere Schiffe ſind zu ſein
Rettung ausgefahren. Trotz der Schwierigle
der Rettungsarbeiten hält man die Ceres nit
für verloren. Von verſchiedenen Häfen /
Schwarzen Meeres wird der Untergang eſe
großen Anzahl Küſtenfahrzeuge und Segler?
meldet.
Verheerender Orkan über den Fidſchi=Inſel=
Wellington. Ein Teil der Fidſchi=Inſe
iſt nach Berichten aus Suva von einem ſchwer
Sturm und ausgedehnten Ueberſchwemmung
heimgeſucht worden. Am ſchlimmſten ſind
Bezirke von Singatoka und Ba in Mitleide
ſchaft gezogen worden. In demerſteren Bez
ſind über hundert, in Ba etwa achtzig Menſch
ums Leben gekommen. In der Nähe des Hafe
Laukota iſt ein ganzer Eiſenbahnzug vom Ork
fortgeriſſen worden. Der Leuchtturm von Ni
hat der Gewalt des Sturmes nicht ſtandgehalt
und iſt eingeſtürzt. Glücklicherweiſe iſt nur
verhältnismäßig kleiner Teil der Fidſchi=Inſel
der Bahn des Orkans ausgeſetzt geweſen. Ueb
die Höhe des angerichteten Schadens ſteſt
Einzelheiten noch aus. Die Zahl der bei?
Orkankataſtrophe am vergangenen Samstag 4
den Fidſchi=Inſeln ums Leben gekommenen W
ſonen wird nach den letzten Meldungen auf 9
geſchätzt.
509 Perſonen in den engliſchen Großſtädten
an Grippe geſtorben.
London. In der vergangenen Woche ſit
in London und in anderen engliſchen Gro
ſtädten 509 Perſonen an Grippe geſtorben.
New Yorker Banditen in einem Schönheitsſalu
Brooklyn. Drei beweffnete Räuber dral
gen in einen Schönheitsſaten ein, in dem e
Dutzend Damen in Behandlung waren, bemäcl
tigten ſich der Schmuckſachen der Damen ſowl
des Inhaltes der Kaſſe und flüchteten. Ihl
Beute beläuft ſich auf ungefähr 3000 Dollar.
Madagaskars aufgehender Filmſtell
Rama Tahe in Berlin.

Rama Tahe bei der Ankunft in Berlin.
Zur Premiere des exotiſchen Kulturfilms,Cait
traf die Hauptdarſtellerin, eine Schönheit a!
Madasgaskar namens Rama Tahe, in Berlin ei

[ ][  ][ ]

Nummer 59

Samstag, den 28. Februar 1931

Seite 11

g den Amtsverkündigungen des Kreisamts
rmſtadt und den Bekauntmachungen bes
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit In=
t
. 1 Paar Glacéhandſchuhe. 1 Akten=
He mit Inhalt. 1Nagelreiniger. 1 kleine
irkttaſche 1 Schließring von einer Auto=
erne
. 1 ſilbernes Armband. 1 Schüler
pohen. 1 Nickelhalskette. 1 Donblé=
icer
. 1 Kindermäntelchen. 2 einzelne
rnenhandſchuhe. 2 Bund Schlüſſel.
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d (Baſtard, 1 junger Wolf=hund.
Wir machen wiederholt darauf auf=
rkſam
, daß auch noch Fundgegenſtände
Handen ſind, die in früheren Bekannt=
chungen
verzeichnet waren Intereſſen=
tönnen
die Fundgegenſtinde während
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für die Beamten der Landgemeinden
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und etwaige Zeugniſſe ſind bis
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ſterei
Eberſtadt (Bergſtraße) einzu=

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Dr. Uecker.
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ZUM SONNENTOR
DURCH ALTES INDTANERLAND
Erlebnisse und Autnahmen einer Forschungsreise
in Nord-Argentinien, Bolivien, Peru und Fucatan
VON RICHARD N. WEGNER
Professor Dr. med. et phil.; Frankfurt a. M.
IM URTEIL DER FRANKFURTER ZEITUNGEN:
Die Frankturter Post schreibt am 20. 12. 30:
Wir erleben die wundervolle Unberührtheit riesiger Urwälder in
den sumpfigen Flußniederungen des Beni in Ostbolivien, wo der
Forscher das auf primitiuster Stufe lebende Jägervolk der Gurunigua
entdeckt. Prächtig sind, ein krasser Gegensatz zu jener Wald-
wildnis
, die Prunkbauten und Kathedralen aua der spanischen
Kolonialzeit in Peru. Der Sckluß schildert die mächtigen Ruinen-
städte
der alten Mauakultur auf Tucatan, deren Enistehung und
Geschichte bisher ein Geheimnis für die Wissenschaft geblieben
sind. Als ungenuähnlich reiche Ausbeute dieser Forschungsfahrt: etiva
2000 Photoaufnahmen, von denen die Schönsten das prachtvoll illus-
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und durchweg spannend geschriebene Reiseuerk schmücken.
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[ ][  ][ ]

Seite 12

Samstag, den 28. Februar 1931

Nummer 5!

Sport ehlt und Tarnen.

Suuonn

Sporkverein Darmſtadk 1898.

Während die Handball=Ligamannſchaft der 98er am morgigen Sonn=
tag
ſpielfrei iſt, trägt die Fußball=Ligamannſchaft in Bieber ein
Privatſpiel aus. Germania Bieber iſt hekanntlich auf ihrem eigenen
Gelände kaum zu ſchlagen; ſo mußten in der letzten Verbandsſpielſaiſon
ſowohl der Süddeutſche Meiſter. Eintracht Frankfurt, als auch Fußball=
ſportverein
Frankfurt, auf einen Sieg in Bieber verzichten. Die Darm=
ſtädter
werden alſo gerade in Bieber zeigen können, ob ſie tatſächlich
wieder auf dem Wege der Formverbeſſerung ſich befinden. Sie werden
zweifellos einen ſehr ſchweren Stand haben. Um ſo mehr ſollten ſich die
Lilienträger dafür einſetzen, ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen und
die Spielſtärke der Heſſengruppe gegenüber dem Vertreter der Grunne
Main würdig darzuſtellen. Die Ligareſerve=Elf ſpielt in Meſſel. Die
vierte Mannſchaft fährt nach Zwingenberg.

Sportverein 1898 (Jugend.)

1. Jgd. 1. Jgd. Pfungſtadt, dort: Abfahrt: 11.30 Uhr Hauptbahn=
hof
: 2. Jgd. ſpielfrei; 3. Jgd. 1. Jgd. Münſter, dort: Abfahrt mit
Auto, 12 Uhr, Marſtall); 4. Jgd. 2. Jgd. Griesheim, hier, 9.45 Uhr;
1. Schüler 1. Schüler Union, Rennbahn, 13,15 Uhr. 2. Schüler
1. Schüler Polizei, Stadion, 10.45 Uhr.

Union Darmſtadt.

Am kommenden Sonntag fahren die Beſſunger zum fälligen Verbands=
ſpiel
nach Sprendlingen. Sind auch im allgemeinen die Ausſich=
ten
auf Sieg gering, ſo gibt man im Unionlager das Spiel doch noch
nicht verloren. Der letzte ſonntägliche Sieg gegen eine ſo gute Mann=
ſchaft
wie Münſter, beweiſt wiederum, daß ſich die Mannſchaft in ihrer
derzeitigen Aufſtellung ſchwer ſchlagen läßt, und ein Sieg durchaus im
Bereich der Möglichkeit liegt. Abfahrt der Ligamannſchaft 1.30 Uhr
ab Chaufſeehaus. Für Schlachtenbummler iſt im Auto noch Platz vor=
handen
.

Polizei Darmſtadt 5.B. Münſter.

Am Sonntag (15 Uhr) ſtehen ſich obige Mannſchaften auf dem
Polizeiplatze gegenüber. Die Poliziſten, die bekanntlich den zweiten
Tabellenplatz in Beſitz haben, werden in dieſem Treffen ſchon kämpfen
müſſen, um gegen die Münſterer Mannſchaft, die in ihren Reihen tech=
niſch
und kämpferiſch veranlagte Spieler beſitzt, vor Ueberraſchungen ge=
ſichert
zu ſein, wie es in den beiden letzten Jahren auf heimiſchem Boden
der Fall war. Wir hoffen und wünſchen, daß die Ligaelf des Polizei=
ſportvereins
, die mit Hüppe, welcher nach längerer Pauſe wieder ſein
Tor hüten wird, alles aufbietet, um ihre derzeitige Poſition weiterhin
zu feſtigen. Da auch Münſter ſeine zurzeit ſtärkſte verfügbare Elf zur
Stelle haben wird, dürfte ein hochintereſſanter Kampf zu erwarten ſein.
Ligaerſatz Ligaerſatz Münſter, 13 Uhr, Pol.=Platz; Jugend
Arheilgen Jad., 10.30 Uhr, Pol.=Platz; 1. Schüler 1. Schüler SV. 98.
dort, 10,30 Uhr.
Eintracht Darmſtadt SV. Weiterſtadt.

Beide Vereine ſtehen ſich am Sonntag, 11 Uhr vormittags, zum Ver=
bandsrückſpiel
gegenüber. Durch die noch immer ungeklärte Meiſter=
ſchaftsfrage
, iſt gerade dieſes Treffen für Eintracht von beſonderer Be=
deutung
. Die Einheimiſchen können die Vergebung der Meiſterſchaft
noch entſcheidend beeinfluſſen, dürfen ſich aber am Sonntag keinen Ver=
luſtpunkt
erlauben. Das Vorſpiel konnte Eintracht 4:2 gewinnen, in
der Zwiſchenzeit hatte Weiterſtadt aber ſehr ſchöne Erfolge zu verzeich=
nen
und wird deshalb für Eintracht einen gleichwertigen Gegner abgeben.
Aufſtellung: Langenbach; Schäfer, Volz; Schäfer, Zahn. Hübner;
Heilig, Straub, Ganß, Lang, Böhmann.

Reichsbahn Darmſtadt Germania Eberſtadt.

Kommenden Sonntag, 15 Uhr, findet auf dem Sportplatz am Dorn=
heimerweg
das Rückſpiel gegen den A=Klaſſenverein Germania Eberſtadt=
ſtatt
. Eberſtadt, das ſeit Jahren zu den ſpielſtärkſten Vereinen des Be=
zirks
gehört, iſt auch in dieſem Jahre noch Favorit für den Meiſtertitel.
Beim Vorſpiel unterlagen die Eiſenbahner 3:1. Ob es gelingt, das
günſtige Ergebnis des Vorſpieles zu wiederholen, muß abgewartet wer=
den
. Die Eiſenbahner werden das Spiel mit der zurzeit ſtärkſten Auf=
ſtellung
beſtreiten, und es iſt deshalb mit einem ſpannenden Spiele zu
rechnen. Um 1.15 Uhr tragen die 2. Mannſchaften ein Freundſchafts=
ſpiel
aus.

Kreisliga Südheſſen.

Dieſer Spielſonntag, der erſte Sonntag im März, ſollte eigentlich
die letzten Verbandsſpiele bringen. Die beiden Lampertheimer Vereine
ſind allerdings ſchon fertig; VfL. Lampertheim trägt ſogar ſchon ſein
erſtes Freundſchaftsſpiel aus. Es ſind noch 19 Spiele auszutragen, die
jedoch hauptſächlich nur noch auf den zweiten Tabellenplatz einwirken
können. Diesmal treffen ſich:
Spv. Hochheim Normannia Pfiffligheim: Spv. Horchheim
FV. Biblis; Viktoria Neuhauſen Olympia Lorſch; Starken=
burgia
Heppenheim Konkordia Gernsheim; VfL. Lampertheim
Spv. Abenheim.
Es gehen Gerüchte um, die dem Spv. Hochheim das Leben ab=
ſagen
. Dem iſt nun aber noch lange nicht ſo. Wohl macht der Verein
eine Kriſe durch; die erſte Mannſchaft wird jedoch gegen die Normannen
antreten und vorausſichtlich einen Sieg landen. Bekanntlich iſt Pfifflig=
heim
durch unliebſame Vorfälle, und dadurch Sperre von erſtklaſſigen
Spielern, ſtark erſatzgeſchwächt. Es wird wohl das Beſte ſein, wenn die
beiden Gegner dieſe Begegnung als ein Freundſchaftsſpiel betrachten,
und dementſprechend handeln denn ausſchlaggebenden Charakter birgt
dieſe Sache ja doch nicht. Energiſcher wird man wohl in Horchheim um
die Punkte kämpfen, da Biblis ſich mindeſtens an die Spitze der Mittel=
gruppe
ſetzen will. Biblis kann bei reſtloſer Hergabe ſeines Könnens
evtl. zu einem Siege kommen. Tabellenerſter und Tabellenletzter tref=
fen
ſich auf dem Platze des letzteren. Lorſch wird ſich natürlich nicht bis
zum Außerſten ausgeben; es wird aber auch ſo ſicherlich zu einem Sieg
langen. In Heppenheim haben die Gernsheimer nur die Chance evtl.
knapp zu unterliegen. Die Bergſträßer haben noch berechtigte Hoff=
nungen
auf den zweiten Platz , das wird ſie natürlich entſprechend
anſpornen. Der neue A=Meiſter des Weſtrheingaues tritt beim VfL. an.
Es iſt anzunehmen, daß er mit einer ehrenvollen Niederlage davon=
kommt
.

A=Klaſſe, Gau Ried.

Vom letzten Sonntag iſt noch nachzutragen, daß Zwingenberg
VfB. Bensheim 5:2; Hofheim VfR. Mannheim Reſerve 4:1 ſpielten.
Diesmal findet nur ein vom Verband angeſetztes Spiel ſtatt, und zwar
die Begegnung: Bürſtadt Bobſtadt. Außerdem ſtehen verſchiedene
Vereine bezüglich freundſchaftlicher Begegnungen in Unterhandlung, ſo=
daß
letzten Endes wohl noch ein annehmbares Programm zuſammen=
kommen
wird.

Fr. Tade. Darmſtadt Fr. T. Walldorf.
Kommenden Sonntag ſtehen ſich obige Mannſchaften auf dem Sport=
platz
am Müllersteich im Freundſchaftsſpiel gegenüber. Nachdem
Darmſtadt hintereinander fünf Spiele auf auswärtigen Plätzen ausge=
tragen
hat, ſtellen ſich die hieſigen zum erſten Male in dieſem Jahre dem
heimiſchen Publikum in ihrer neuen, verfüngten Aufſtellung vor. Das
Vorſpiel konnte Darmſtadt 4:3 gewinnen, ob das wieder gelingt, iſt
eine andere Frage, denn Walldorf hat ſich inzwiſchen weſentlich ver=
beſſert
, es ſteht daher feſt, daß für die Fußballanhänger ein ſpannender
Kampf zu erwarten iſt. Darmſtadt tritt in folgender Aufſtellung an:
Steckenreuther; J. Schäfer, A. Weicker; E. Feldmann, Steckenreuther 1.,
Trumpfbeller; F. Feldmann, Bernhardt, O. Schäfer. Rupp. E. Porzel.
Spielbeginn: 3 Uhr. Vor dem Spiel treffen ſich die zweiten Gar=
nituren
. Die dritte Mannſchaft empfängt um 11 Uhr die erſte von
Semd.

Süddeutſche Handball-Meiſterſchaft.

SB. Waldhof Polizei Darmſtadt.

Am Sonntag begibt ſich die Polizeielf nach Waldhof. Bei dieſem
Rückſpiel wird der Polizei ein Sieg ſchwer werden, denn auf eigenem
Platze iſt die Waldhof=Mannſchaft nicht zu unterſchätzen. Das Vorſpiel
konnte die Polizei nur mit 3:2 Toren gewinnen. Hoffentlich wirkt ſich
die neue Mannſchaftsaufſtellung günſtig aus. Das Spiel beginnt um
1.45 Uhr. Abfahrt 10.20 Uhr.
Die 2. Mannſchaft ſpielt um 3 Uhr in Wixhauſen (Abfahrt 1 43
Uhr); die 1. Jugend um 2.30 Uhr auf dem Polizei=Sportplatz gegen die
2. Mannſchaft des Turnvereins Auerbach.

F. C. Eintracht.
Nach fünfwöchiger Ruhepauſe tritt am Sonntag Eintracht in Ar=
heilgen
gegen den diesjährigen Kreis= und Pokalmeiſter zum letzten Ver=
bandsſpiel
an. Für Eintracht iſt das ein ſchwerer Gang, zumal die
Mannſchaft mit Erſatz antreten muß. Spieler ſowie Anhänger treffen
ſich 1.30 Uhr an der Hochſchule (Nordſeite).

Freie Turngemeinde Darmſtadt.

Am Sonntag fahren die 1. und 2. Mannſchaft zu Freundſchafts=
ſpielen
nach Hechtsheim. Darmſtadt mußte durch verſchiedene Um=
ſtände
an den letzten Sonntagen pauſieren, man muß alſo ſehen, wie
ſich die Mannſchaft zuſammenfindet. Für die Ende März beginnenden
Spiele um den Kreismeiſter müſſen ſich die Spieler nun unbedingt wie=
der
einſpielen. Die zweite Mannſchaft dürfte bei ihrer guten Aufſtellung
einen Sieg erringen. Abfahrt pünktlich 12 Uhr ab Gewerkſchaftshaus.

Handball in der 9.T.

Unter den Freundſchaftsſpielen ſtehr wiederum eine Darmſtädter
Lokalbegegnung im Vordergrund. Diesmal iſt es die Turngeſellſchaft,
welche die 1846er erwartet. Der kürzlich zur D.T. übergetretene Tv.
Weiterſtadt mißt ſeine Kräfte mit dem benachbarten Worfelden. Die
Tgſ. Sachſenhauſen, welche im Main=Rhein=Gau nicht mehr unbekannt
iſt, ſpielt in Egelsbach. Die Pfungſtädter fahren abermals ins Ried nach
Wolfskehlen. Erfelden trifft daheim auf Groß=Gerau. Die Beſſunger
geben in Ober=Ramſtadt bei der Tgſ. ein Gaſtſpiel. Weiterhin ſind noch
zu nennen: Crumſtadt gegen Lorſch, Seeheim gegen Urberach, Hähnlein
gegen Nieder=Ramſtadt, Hahn gegen Auerbach, Roßdorf gegen Turnver=
bindung
Alemannia‟ Darmſtadt. Stockſtadt gegen Schwanheim, Biebes=
heim
gegen Wallerſtädten und Groß=Hauſen gegen Bensheims Reſerve.

Tv. Roßdorf A. T. V. Alemannia‟ Darmſtadt.

Wegen der ungünſtigen Platzverhältniſſe fällt obiges Spiel am
Sonntag aus.

2. Inkernes Reitkurnier der Darmſtädter
Studenkenſchaft.

Das 2. Interne Reitturnier der Reitabteilung der
Techniſchen Hochſchule war ein wohlverdienter Erfolg aller
ſportlich und organiſatoriſch Beteiligten. Gäſte waren zahlreich er=
ſchienen
, darunter der frühere Großherzog Ernſt Ludwig von Heſſen,
Großherzogin Eleonore und Prinzeſſin Theodora von Griechenland.
Das Ehrenprotektorat hatte S. Magn. Rektor Profeſſor Dr. Wöhler
gütigſt übernommen. Die geladenen Abteilungen der Univerſitäten
Frankfurt und Heidelberg hatten Vertreter entſandt. Der Vorſitzende
des Amtes für Leibesübungen eröffnete das Turnier mit einer An=
ſprache
, in der er den Wert des Reitſports, beſonders nach Fortfall des
allgemeinen Wehrſports hervorhob. Turnierleitung und Preisgericht
zeigten ſich hervorragend befähigt, einen glatten Verlauf der Veranſtal=
tung
zu gewährleiſten.
In der Reiterprüfung für Anfänger, die ſchon recht gute Leiſtungen
zeitigte, erzielte Herr Görner den erſten Preis. Es folgte das Waſ=
ſerglasrennen
, eine der heiteren Einlagen, die auch den fachmänniſch
nicht geſchulten Blick des Zuſchauers zu ſeinem Recht kommen ließen.
Herr Homberg gewann den Ehrenpreis. Aus der Reiterprüfung für
Vorgeſchrittene ging als erſter Sieger Herr Habich hervor. Eine
wiederum ſehr humorvolle Unterbrechung bildete das Nadel= und Fa=
denrennen
, das Herr Bruns und Frl. Schenck gewannen. Daran
ſchloß ſich dann eine Quadrille, die von acht Herren in Uniformen des
Lützowſchen Freikorps geritten wurde. Sehr gute Leiſtungen brachte
das Jagdſpringen Klaſſe A, das wiederum Herr Habich auf Phantom
gewann. Im Gruppenſpringen erhielten Herr Bruns und Herr
Homberg auf ihren beiden Schimmeln den erſten Preis. Den Schluß
der Veranſtaltung bildete ein heiteres Apfelrennen, bei dem Herr Bir=
ſtein
mit dem nur mit dem Munde aus einem Waſſereimer aufgefiſch=
ten
Apfel als Erſter am Ziele ankam. Befriedigt verließ das Publikum
die wohlgepflegte Reitbahn des Reitinſtituts Schott, dem auch das gute

Pferdematerial entſtammte. Abends fand im Gartenſaal der V.G.
Preisverteilung ſtatt, bei der Rektor Prof. Dr. Wöhler
ſeiner Eigenſchaft als Ehrenprotektor des Turniers ſprach und in
teren Worten ſein Verhältnis zum Reitſport darlegte. Er trat für 9
gehende Förderung des akademiſchen Reitſports ein, was allerdings
noch weitgehendere Reſonanz beim Publikum vorausſetzte. Die Ver
lung der ſehr wertvollen Ehrenpreiſe, die von Freunden und Gönn
des akademiſchen Reitſports geſtiftet worden waren, gab dem Ab
einen beſonders feierlichen Anſtrich. Muſik und Tanz beſchloß den
erfolgreich verlaufenen Tag, zu dem man die hieſige akademiſche R
abteilung beglückwünſchen darf.

Schwerathletik.

Vorwärts 05 Groß=Zimmern.

Am Sonntag, den 1. März, nachmittags 3.30 Uhr, findet
Schwanenſaal in Groß=Zimmern ein Freundſchaftskampf zwiſchen G.
Zimmern 1. und Schifferſtadt ſtatt. Schifferſtadt tritt mit ſeinem in
nationalen Häuſer an. Groß=Zimmern ſtellt eine kombinierte Ma
ſchaft, um ſeine Ringer für die kommenden Kämpfe um die Südw
deutſche Meiſterſchaft auf die Probe zu ſtellen.

Cilly Aufſem ſiegte in Monte Carlo über Frl. Berthet 6:2 6:21
gab im Doppel mit Miß Ryan gegen Frl. Berthet/Marjollet üb
raſchend auf.
Kanadas Eishockeyſpieler entſchieden auch ihr zweites Spiel in M
land zu ihren Gunſten und ſiegten mit 11:2.

Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lokkerie.
16. Ziehungstag.
26. Februar 19
In der Vormittags=Ziehung fielen:

2 Gewinne zu je 25 000 Mark auf Nr: 72 073.
2 Gewinne zu je 10 000 Mark auf Nr.: 837
8 Gewinne zu je 5000 Mark auf Nr.: 108 800 175 987 2751
287 687.
16 Gewinne zu je 3000 Mark auf Nr.: 11 103 35 120 1040

138 068 289 132 308 366 322 224 326 901.
42 Gewinne zu je 2000 Mark auf Nr.: 36 326 38 633 961
103 944 133 135 152 651 173 718 174376 193 412 209 726 245
259 134 267 335 272 749 295 297 324 974 351 425 362 382 3724
382 032 397 575.
142 Gewinne zu je 1000 Mark auf Nr.: 1819 4233 5315 76
25426 31093 34808 35801 39809 59196 68842 71571 75309 849
87 735 89 400 90 626 98 545 100 903 101 517 101 581 108 542 1142
117513 122728 133 551 138 732 138 968 144 715 145 589 1512
152395 160533. 164476 169102 172796 173683 174490 175301 1908
194 411 196 318 197 519 208 792 211 662 216 053 218 714 2224
227 476 229 079 239 732 239 857 240 192 253 337 263 460 2644
294 907 308 860 309 236 316 670 318 353 328 990 332 054 3454
364 358 369 291 373 928 384 953 386 954 388 554 394 517.
Ferner 144 Gewinne zu je 500 Mark und 556 zu je 400 Ma=
In der Nachmittags=Ziehung fielen.
2 Gewinne zu je 75 000 Mark auf Nr.: 355 817
4 Gewinne zu je 10 000 Mark auf Nr.: 34 894 342 437.
10 Gewinne zu je 5000 Mark auf Nr.: 11860 45 207 1306
221 176 313 952.
14 Gewinne zu je 3000 Mark auf Nr.: 3446 261 598 2855
320 532 323 541 336 618 356 429.
42 Gewinne zu je 2000 Mark auf Nr.: 38 458 55 849 713
74581 76821 89821 101353 121027 136 702 181 882 1879
210 364 245 417 277 868 318 087 319 136 330 133 348 538 360 2
380 002 396 082.
94 Gewinne zu je 1000 Mark auf Nr.: 6591 18 139 318
37 734 48 428 61014 63 789 66801 70 779 85 722 89910 9566
113527 118552 135 828 138 039 143 799 162 469 169 414 17295
176797 184 734 196 437 198 047 206 230 208 757 211 491 22204
225 313 236 367 247 350 254 326 273 641 273 936 275 831 305 02
311 600 330 793 344 343 346 122 348 206 348 723 351 264 35208

353 609 361 251 368 882.
Ferner 156 Gewinne zu je 500 Mark und 506 zu je 400 Mar
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 50000
Mark, 2 Gewinne zu je 500 000 Mark, 2 zu je 300 000, 2 zu
75 000, 2 zu je 50 000, 16 zu je 25 000, 70 zu je 10 000, 198 zu
5000, 456 zu je 3000, 1392 zu je 2000, 2662 zu ie 1000, 4278 zu j
500 und 12 940 zu je 400 Mark.

Amtliche Winkerſporknachrichken.

Herausgegeben von der Heſſ. Oeffentlichen Wetterdienſtſtelle
am Landw. Inſtitut der Univerſität Gießen am 27. Februar 193.
Vogelsberg. Hoherodskopf: Heiter, 5 Grad, Geſamtſchneehöh
3070 cm, vereiſt, Sportmöglichkeit gut bis ſehr gut. Hei
chenhainer Höhe: Heiter, 1 Grad, 20 cm, verharrſcht, Sport
möglichkeit gut.
Odenwald. Tromm: Keine Sportmöglichkeit. Neunkirchen: Be=
deckt
, 1 Grad, 1020 cm, 1 cm Neuſchnee, verharrſcht, geringe
Sportmöglichkeit.
Taunus. Kleiner Feldberg: Bewölkt, 2 Grad, 55 cm, Papl
ſchnee nur Rodel möglich.
Rhön. Waſſerkuppe: Bewölkt, 4 Grad, 35 cm, 12 cm Neul
ſchnee, verharrſcht, Ski mäßig, Rodel gut.
Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, 1 Grad, 230 cm, 610 0
Neuſchnee, Pulverſchnee, Sportmöglichkeit gut. Ruheſteint
Regen, 2 Grad, 140 cm, Pappſchnee, Sportmöglichkeit mäßi

Wetterbericht.

Ausſichten für Samstaa, den 28. Februar: Bewölkt mit Aufheiterw
kühler, leichter Nachtfroſt, keine oder nur vereinzelt leichte Schauer.
Ausſichten für Sonntag, den 1. März: Anfänglich wenig Aenderun
dann wieder milderes und mehr wolkiges Wetter wahrſcheinlich.

Hauptſchritlenung. Rudol) Mauve
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve: für Feuilleion, Reich n0l
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmanni
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; ſür den Schlußdienſt: Andreas Bauer;
Die Gegenwart Tagesſpiegel in Bild und Wort Dr. Herberi Nette:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen. Willy Kuble.
Druck und Verlag. L. C. Wittich ſämtlich in Darmſiadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

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Rummer 59

Samstag, den 28. Februar

Am die Beſideniſche Mühiertonvenkion.
Nach Juformationen ſchweben zurzeit Verhandlungen zwiſchen der
Bereinigung Weſtdeutſcher Mühlen G. m. b. H. in Köln und den außen=
tehenden
Firmen wegen Herbeiführung einer Verſtändigung. Die ent=
tandenen
marktmäßigen Schwierigkeiten ſind, wie mitgeteilt wird, ins=
eſondere
auf den ſcharfen Wettbewerb Berliner, nord= und mitteldeut=
cer
Mühlen zurückzuführen. In Roggenmehl habe ſich ſogar die Kon=
urrenz
oſtdeutſcher Mühlen empfindlich bemerkbar gemacht. Da Preis=
onventionen
nur für Weſt= und Süddeutſchland beſtehen, die anderen Ge=
jete
alſo in der Preisgeſtaltung völlig frei ſind, iſt naturgemäß die
Möglichkeit einer Verſtändigung zwiſchen der Weſtdeutſchen Konvention
ind den größeren Außenſeiterbetrieben nicht ſehr naheliegend. Fraglich
ſt dagegen, ob es gelingen wird, die in den übrigen Gebieten gelegenen
Mühlen verbandsmäßig zu organiſieren. Zu erinnern iſt in dieſem Zu=
ammenhang
daran, daß die vor einigen Jahren gebildete Betriebs=
femeinſchaft
Berliner Mühlen nach kurzer Zeit ihres Beſtehens wieder
useinanderfiel. Die Weſtdeutſche Mühlenkonvention wird daher, wie
chon angekündigt, unter Unſtänden die Preiſe freigeben, wodurch ſie ſich
Ulerdings ihres Hauptzweckes entkleiden würde.
Nach Mitteilungen aus beteiligten Kreiſen iſt allerdings mit der
on anderer Seite angekündigten Aufköſung der Konvention keineswegs
ui rechnen. Die Notwendigkeit eines Zuſammenſchluſſes wird allerorts
tit dem Hinweis unterſtrichen, daß infolge der behördlichen Eingriffe
Ausmahlungs= und Beimiſchungszwang) die weſtdeutſche Mühlenindu=
rie
, die von jeher hauptſächlich auf die Vermahlung ausländiſchen Wei=
ens
eingeſtellt geweſen ſei, beſonders notleidend daſtehe und des Zu=
immenhaltes
bedürfe. Die letzten Tage haben übrigens eine erhebliche
teigerung der Preiſe für weſtdeutſche Mehle gebracht, und zwar iſt das
tandard= bzw. Bäckermehl von den Mühlen letzthin um insgeſamt etwa
RM. auf 42,50 RM. erhöht worden, nachdem die Preiſe für Inlands=
eizen
in der letzten Woche ſprunghaft in die Höhe gegangen ſind.

Die Erdölgewinnung in Preußen im Januar 1931. Wie der Amt=
che
Preußiſche Preſſedienſt mitteilt, betrug die Erdölgewinnung Preu=
ens
im Januar 1931 nach den vorläufigen Ergebniſſen der amtlichen
tatiſtik 16 842 To. gegen 17 743 To. im Vormonat und 14 125 To. im
Tonatsdurchſchnitt 1930 Auf das Gebiet von Hänigſen=Obershagen
ienhagen entfallen 7837 To., auf Wietze=Steinförde 5069 To. und auf
en Bezirk Eddeſſe=Oelheim=Oberg 3236 To. Die Zahl der beſchäftigten
rbeiter betrug Ende des Monats 1805 gegen 1873 am Ende des Vor=
onats
.
Die Aktiengefellſchaften im Januar 1931. Im Januar 1931 wurden
ach Wirtſchaft und Statiſtik 19 Aktiengeſellſchaften mit einem Nomi=
alkapital
von zuſammen 41 Mill. RM. gegründet. Der Hauptbetrag
on 36 Mill. RM. entfiel auf Sacheinalgen. Unter den neu gegründe=
n
Geſellſchaften befanden ſich drei, deren Kapital auf über 1 Million
eichsmark lautete. Im gleichen Monat wurden 61 Kapitalerhöhun=
en
um zuſammen rd. 100 Mill. RM. vorgenommen, davon entfielen
wa zwei Drittel auf Barzahlungen. Es wurden 47 Kapitalherabſetzun=
en
um zuſammen 35 Mill. RM. vorgenommen, davon waren 11 mit
eichzeitigen Erhöhungen um zuſammen 16 Mill. RM. verbunden. Auf=
elöſt
wurden im Januar 62 Aktiengefellſchaften, darunter befand ſich
ne, deren Kapital auf Papiermark lautete.
Die Tarifverhandlungen im Baugewerbe. Zwiſchen dem Arbeit=
berverband
für das deutſche Baugewerbe und den Bauarbeitergewerk=
zaften
haben in der Zeit vom 24. bis 26. Februar Verhandlungen über
euabſchluß des Reichstarifvertrages ſtattgefunden, in dem die Arbeits
Hingungen geregelt werden ſollen. Obwohl in einigen Punkten eine
erſtändigung angebahnt wurde, iſt es bisher nicht gelungen, über die
ruptſächlichſten Punkte, wie die Regelung der Arbeitszeit, eine Einigung
erzielen. Die Verhandlungen ſind deshalb auf Anfang nächſter Woche
rtagt worden.
Bonner Vergwerks= und Hüttenverein A. G., Zementfabrik in Bonn=
berkaffel
. In der Aufſichtsratsſitzung wurde der Abſchluß für 1930
orgelegt. Die ungünſtige Abſatzentwicklung in der weſtdeutſchen Ze=
entindaſtrie
hat im Verein mit dem Preisrückgang, mit Ausfällen bei
* Kundſchaft und mit erheblichen Nachforderungen der Steuerbehör=
n
das vorherige Geſchäftsjahr ſo beeinflußt, daß die Verwaltung ſich
der Lage ſieht, der auf den 17. April anberaumten Generalverſamm=
ng
die Verteilung einer Dividende vorzuſchlagen. Nach dem Antrag
* Verwaltung ſoll der unter Berückſichtigung von 202 943 (im Vorf.
13 636) RM. Abſchreibungen ſich ergebende Reingewinn vorgetragen
erden. An der Geſellſchaft iſt bekanntlich auch die Portland= Zement=
brik
Dyckerhoff u. Widmann in Wiesbaden=Biebrich erheblich beteiligt
Konkurs.Nachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
eue Verfahren: Friedbera (Heſſen): Schreinermeiſter Rud.
idersleben. Anmeldefriſt 4. 3., Gläubigerverſammlung und Prüfungs=
rmin
12. 3. Michelſtadt: Firma Heinrich Oppenheimer, Inh. Hch.
bpenheimer. Anmeldefriſt 25. 3., Gläubigerverſammlung und Prü=
nigstermin
8. 4. Darmſtadt: Firma Simon Roihſchild, Futter=
ittelhandlung
in Pfungſtadt. Anmeldefriſt 5. 3., Gläubigerverſamm=
ng
und Prüfungstermin 13. 3. Friedbera (Heſſen): Moritz Bek=
2. Inh. der Firma Becker u. Co., Zigarzengroßhandlung. Anmeldefriſt
3. Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 13. 3. Been=
te
Konkurſe: Neinheim (Heſſen): Georg Philipp Lortz 6.
Asbach. Bad=Nauheim: Schneidermeiſter Michael Wagner
aufmann Julins Fromen. Neue Vergleichsverfahren:
ad=Nauheim: Frl. Luiſe Ruckelshauſen. Vergleichstermin 7. 3.
eichelsheim (Odenwald): Leonhard Hörr 2., Kurzwarenhandlung.
ergleichstermin 16. 3.
Kein ruſſiſches Holz für Londoner Neubauten. Die ſtauke Propaganda
gen die Einfuhr ruſſiſchen Holzes hat den Bauausſchuß des Londoner
Tafſchaftsbezirks veranlaßt, die Verwendung ruſſiſchen Holzes bei eng=
chen
Bauten zu verbieten. Aufträge auf Lieferung von Holz ſollen
8t in Britiſch=Kolumbien getätigt werden, ſoweit dies möglich iſt,
ahrend weitere Holzlieferungen aus Skandinadien bezogen werden ſol=
ir
. Bisher wurden, wie die Morningpoſt berichtet, rund 29 Prozent
Bauholzes für die ſtädtiſchen Hausbauten, aus Rußland bezogen.
je Verfügung ſoll ſofort in Kraft treten. Der Ausſchuß hat bereits
ren Kontrakt über umfangreiche Mengen kanadiſchen Holzes abge=
eloſſen
.
7,6 Millionen Tonnen Weltonnage aufgelegt. Der Weltfrachten
aukt hat im neuen Jahre noch keinen Umſchwung zum Beſſeren erle3t.

eltſchiffahrt einen ungeheuren Verluft an. Zin
ind Unterhaltungs
ten. Iusgeſamt dürften 240 Millionen
dieſe Wei
prodnktiv ausgegeben wer!

Die Metallnstierungen in Berlin am 27. Februar ſtellten ſich
100 Kg. für Elektrolytkupfer, prompt cif Hamburg. Bremen
Rotterdam (Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolyt=
pfernotiz
) auf 98,75 RM. Die Notierungen der Kommiſſion
5 Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab
ger in Deutſchland für prompte Lieferung und Bezahlung) ſtell=
ich
für Original Hüttenaluminium. 98 bis 99 Prozent. in
öcken, Walz= oder Drahtbarren 170 RM., desgleichen in Walz=
arren
99 Prozent. 174 RM. Reinnickel, 98 bis 99
350 RM., Antimon=Regulus 5657 RM., Feinſilber
39 R
Beriiner Metalltermine vom 27. Februar ſtellien ſich für

iguſt 91,50 (92,25) September 91,50 (92,50), Oktober November,
öember, Januar 91,75 (93,25). Tendenz; ſtetig. Für Blei
bruar 26,75 (28) März 26,50 (29,75), April 26,50 (28) Mai
*0 (27.75) Juni 27,50 (27,75) Juli, Auguſt. September Oktober
50 (28), November 27,50 (27,75). Dezember, Januar 27,50 (28)
ndenz: ruhig. Für Zink; Februar 24,25 (25). März 24,75
April 25 (25,75) Mai 25,25 (26,25) Juni 25,75 (26.5), Juli
6,75) Auguſt 26 (27), September 26,75 (27.25). Oktober 27,25
75) November 27,50 (28). Dezember 27,75 (28,25), Januar
.25). Tendenz: ſtetig. Die erſten Zahlen bedeuten Geld.
in Klammern Brief

Berliner Broduktenbericht vom 27. Februar. Bereits geſtern gege
G den vorausgegangener
rſenſchluß hatte ſich im Produktenverkel
chen Preis

der heutigen Produktenbörſe in voller Schärfe auswirkte. Am handels
rechtlichen Lieferungsmarkt beſtand in erheblichem Ausmaß Realiſations
neigung, und da die Käufer zurückhielten, erſchienen für Brotgetreide
und Hafer zunächſt Minus=Minus=Zeichen bei der amtlichen Notiz. Die
erſten Notierungen lagen dann für Weizen 3,5 bis 4,5 Mark unter geſt=
rigem
Schluß. Roggen eröffnete in den vorderen Sichten. 5 bis 7 Mark
ſchwächer, während Juli=Roggen, der bereits am geſtrigen Börſenſchluß
ſehr ſchwach lag, nur zwei Mark einbüßte. Im Promptgeſchäft kamen
Abſchlüſſe kaum zuſtande, da Forderungen und Gebote zu weit ausein=
andergingen
. Für Weizenmehl waren die Forderungen wenig nach=
giebig
, während Roggenmehl billiger angeboten wurde. Die Käufer
bleiben abwartend. Hafer und Gerſte im Anſchluß an die Allgemein=
tendenz
ſchwächer.
Frankfurier und Berliner Effeßiensörfe.
Frankfurt a. M., 27. Februar.
Die feſtere Tendenz in New York gab der heutigen Börſe verſtärkte
Widerſtandskraft, doch blieb das Geſchäft infolge Ordermangels ſtill.
Die innenpolitiſche Situation wurde weiterhin zuverſichtlicher beurteilt,
auch wirkten die Ausführungen Dr. Büchers in der geſtrigen A. E.G.=
Verſammlung noch günſtig nach. Die Spekulation nahm zu den erſten
Notierungen einige Deckungen und Meinungskäufe in Elektrowerten
vor ſchritt aber ſpäter wieder zu kleinen Realiſationen, da die Mit=
läuferſchaft
fehlte. Im ganzen war die Börſe aber freundlicher und
zuverſichtlicher. Die Umſätze hielten ſich in engen Grenzen, doch ergaber
ſich gegenüber der feſteren geſtrigen Abendbörſe überwiegend Kursbeſ=
ſerungen
von 11,5 Prozent. Am Elektromarkt wurden Siemens exklu=
ſive
Dividende notiert, lagen aber dennoch 11 Proz. feſter. Geffürel,
Licht u. Kraft und A.E.G. ſetzten von 0,51,75 Proz. höher ein. Die
übrige Börſe wurde von der feſteren Haltung des Elektromarktes be
einflußt. Am Chemiemarkt zogen Scheideanſtalt 1,75 Proz. an, wäh=
rend
J. G. Farben und Rütgerswerke nur knapp behauptet waren. Von
Kunſtſeidewerten Aku 1,25 Proz, freundlicher. Am Montanmarkt lagen
Rheinſtahl 1,5 Proz. und Phönix zirka 1 Proz. feſter. Schiffahrtswerte,
Bankaktien und Bauunternehmungen hatten nur geringe Kursverände=
rungen
. An den übrigen Märkten herrſchte infolge der Orderloſigkeit
Geſchäftsſtille. Am Anleihemarkt deutſche Renten leicht nachgebend. Von
fremden Werten Rumänen etwas freundlicher. Pfandbriefe ſtill, aber
freundlicher. Schuldbuchforderungen bis 0,5 Proz. feſter. Im Verlauf
wurde die Stimmung allgemein etwas feſter. Die Spekulation ſchritt
beſonders am Elektromarkt zu neuen Deckungen, zumal auch von dem
heutigen Zahltag keine Schwierigkeiten erwartet werden. Die Kurs=
beſſerungen
betrugen für Siemens, Schuckert und A.E.G. bis 1,5 Proz.
Infolge eines Baiſſeangriffes auf Kaliaktien, Salzdetfurth, für die man
Dividendenbefürchtungen hegte, ſchloß die Börſe in abgeſchwächter Hal=
tung
. Die Kursrückgänge betrugen bei Kaliſverten bis 5 Proz., an den
übrigen Märkten bis 1 Proz. Am Geldmarkt war Tagesgeld zum Zahl=
tag
mit 5 Proz. ſtark geſucht. Am Deviſenmarkt zeigte die Mark eine
leichte Abſchwächung. Schweiz und Madrid weite: ſchwächer. Man
nannte Mark gegen Dollar 4.2075, gegen Pfunde 20.44, London-Kabel
4.8575 Paris 123,95, Mailand 92.81, Madrid 46.50, Schweiz
25.23½, Holland 12.11.
Die Abendbörſe blieb auf dem ermäßigten Niveau des Mittags=
derkehrs
behauptet. Das Geſchäft war wieder ſehr gering und bewegte
ſich nur innevhalb der Spekulation, da Publikumsaufträge völlig fehlten.
Die Börſe zeigte indeſſen erneut ſtarke Widerſtandskraft, vor allem im
Hinblick auf die eher freundlichere Stimmung in New York. Etwas an=
geboten
waren noch Salzdetfurth mit minus 1 Prozent: J. G. Farben
und Elektrizitätspadiere bis 1 Prozent höher. Bankaktien behauptet,
ſonſt gefkhäftslos. Anleihen faſt ohne Intereſſe.
Berlin, 27. Februar.
Die Börſe zeigte heute im Einklang mit der Mehrzahl der Auslands=
börſen
und im Anſchluß an die Tendenz der Frankfurter Abendbörſe ein
freundlicheres Ausſehen. Das Geſchäft war zu Beginn recht ruhig, und
nur in einigen Spezialwerten beſtand etwas Auslandsintereſſe. Neue An=
regungen
lagen nicht vor, doch wurden die Ausſichten einer ordnungs=
gemäßen
Verabſchiedung des Wehretats günſtiger beurteilt. Im allge=
meinen
beſſerten ſich die Kurſe auf kleine Deckungen der Spekulation um
1 bis 2 Prozent. Im Verlaufe kam es vorübergehend bei ruhigem Ge=
ſchäft
zu Abbröckelungen um zirka 1 Prozent. Gegen dreiviertel 1 Uhr
ſetzte ſich jedoch, ausgehend vom Elektromarkt und von Spenska, die er=
neut
drei Mark gewannen, eine neue Befeſtigung durch. Die Beſſerungen
gingen bis zu 2 Prozent gegen den Anfang. Schantungs A.=G. erreich=
ten
den Pariſtand, Anleihen nicht ganz einheitlich, im großen und gan=
zen
behauntet.

Berliner Kursbericht
vom 27. Februar 1931

Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 27. Febr.:
Getreide. Weizen: März 79,50, Mai 83, Juli 65,50, Sep=
tember
66½; Mais: März 61,50, Mai 64,50, Juli 65½, Septem=
ber
65½; Hafer: März 30,75, Mai 3238, Juli 323, September
32½; Roggen: März 38,75, Mai 42,25, Juli 42¾, Sept. 43,50.
Schmalz: Februar 8,25, März 8,25, Mai 8,45, Juli 8,625.
Speck, loco 10,75.
Schweine: Leichte 7,257,50, ſchwere 6,506,80; Schweinezu=
fuhren
in Chicago 26 000, im Weſten 98 000.
Baumwolle: März 11,20, Mai 11,38.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 27. Febr.:
Schmalz: Prima Weſtern 9; Talg, extra loſe 334.
Getreide. Weizen: Rotwinter 91½; Mais: loco New York
75½; Mehl: ſpring wheat clears 4,404,70; Getreidefracht nach
England 1,62,6 sh, nach dem Kontinent 7,508,50 C.
Kleine wirtſchaftsnachtichken.
In zwölf wichtigen Ländern der Erde wurden im Jahre 1980 nicht
weniger als 83 750 Konkurſe gezählt, im Jahre 1929 nur 72 72. Den
Löwenanteil ſtellen mit rund 26000 die Vereinigten Staaten. Dann
folgen Italien mit 15 000, und an dritter Stelle ſteht Deu ſchland mit
etwa 12000.
Die Zahl der in den Landkreiſen unterſtützten Wohlfahrtserwerbsloſen
hat im Januar 1931 weiter zugenommen. In den deutſchen Landkreiſen
wurden am 31. Januar 325 000 laufend unterſtützte Wohlfahrtserwerbs=
loſe
feſtgeſtellt. Gegenüber dem Stand vom 31. Dezember 1930 (230000)
bedeutet dies eine Steigerung um 12,2 v. H.
Die deutſche Produktion von Original=Hüttenweichblei einſchließlich
kleinerer Mengen Hartblei ſtellte ſich, wie der Geſamtausſchuß zur Wah=
rung
der Intereſſen der deutſchen Metallwirtſchaft, Berlin, auf Grund
der Berechnungen des Statiſtiſchen Bureaus der Metallgeſellſchaft A. G.,
Franbfurt a M., mitteilt, im Januar 1931 auf 9716 To. gegen 9942 To.
im Monat Dezember vor. Js.
Die deutſche Ausfuhr von Flugzeugen ſtellte ſich im Jahre 1930 auf
insgeſamt 140 Stück im Werte von 5,91 Millionen, wohingegen fünf
Flugzeuge im Werte von 72 000 Mk. eingeführt wurden, darunter vier
aus England. Es ergibt ſich ſomit ein Ausfuhrüberſchuß von 143 Ma=
ſchinen
und wertmäßig von 5,84 Millionen Mk. gegen 135 Maſchinen
im Werte von 6,83 Millionen Mk. im Vorjahre.
Am Rohhäutemarkt hat ſich die Lage nur wenig verändert, doch
wieſen die letzten Auktionen einen guten Beſuch auf, und die Nachfrage
war immerhin etwas lebhafter als in der Vorwoche. Die Preisabſchläge
waren daher nur gering, und ſo deuter die ganze Situation darauf hin,
daß ſich eine Stabiliſierung der Preiſe anbahnt.
Die Vereinigten Stahlwerke, Abt. Wiſſen, hatten vor einiger Zeit
faſt alle Walzenſtraßen ſtillgelegt und Kurzarbeit eingeführt. Nunmehr
wurden von den 2 Walzenſtraßen 18 ſofort wieder voll in Betrieb ge=
nommen
und auch wieder die anderen Betriebsabteilungen eröffnet.
Nach der Fertigſtellung des Umſchaltwerkes werden die ſämtlichen Ab=
teilungen
wieder vollauf den Betrieb aufnehmen.
Die Preisindexziffer der Metallwirtſchaft ſtellte ſich am 25. Febr.
d. Js. auf 76,9 gegen 75,1 am 18. Februar 1931 (Durchſchnitt 190913:
100), ſtieg alſo um 2,4 Proz.
Die Maſchinenfabrik Wiesbaden hat gegen ſich das gerichtliche Ver=
gleichsverfahren
beantragt. Die Quote, die den Gläubigern angeboten
wird, ſteht noch nicht feſt, da der Status zurzeit noch aufgeſtellt wird.
Bei Zuſtandekommen des Vergleichs ſoll das Werk in entſprechendem
Rahmen weitergeführt werden.
In Verfolge der Bewegung an den Getreidemärkten ſieht ſich die
Süddeutſche Mühlenkonvention veranlaßt den Preis für Weizenmehl
Spezial Null mit Wirkung ab geſtern um 25 Pfg. auf 44,25 RM. pro
100 Kilo ab Mühlenſtation zu erhöhen.
Am Donnerstagabend hat die deutſche Induſtriellenabordnung ihre
Reiſe nach Moskau angetreten. Bei der Abfahrt waren Vertreter der
ruſſiſchen Botſchaft auf dem Bahnhof anweſend.
Die Verhandlungen über den Abſchluß der großen Konverſionsan=
leihen
der ſchwveizeriſchen Bundesbahnen ſind zum Abſchluß gelangt. Im
Monat März wird eine 4prozentige Anleihe von 200 Mill. ſchw. Fr.
zu 99,75 Prozent zuzüglich 0,60 Proz. Stempel zur Emiſſion kommen.

Deviſenmarkt
vom 27. Februar 1931

Berl.Handels=Geſ.
Danatbank
Deutſche Banku
Disconto=Geſ.
Dresoner Ban
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.

Bahr. Motorenw
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl

123.50
134.50
05.50
105.25
63.
01.75
65.
104.37.
64.
116.875
35.85
14.50
118.25
62.125

Me ee
J. G. Farben
Gelſ. Bergwv.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Kotst
Orenſiein & Koppel

W.
75
116.25
73.25
63.75
8d.
132.
58.125
70.
69.
35.50
58.25
75.
47.

Polyphonwerk
US5.
Nütgerswerke
50.125
Salzdetfurth Kali l2c1.50
Leonh. Tiet
113.
Verein. Glanzſtoff 91.
Verein. Stahlwerkel 57.875
Weſteregeln Alkali 129.
Agsb.=Nrnb. Maſch./ 65.-
Baſalt Linz
22.875
Berl. Karlsr. Ind. 53.50
Hirich Kupfer
121.
Hohenlohe=Werie 43.
Lindes Eismaſch. 449.75
VogelTelegr. Draht/ 48.75
Wanderer=Werke 1 40.125

Helſingfor.
Wien
Prag
Bußapei
Sofia
Hollaut
Oslo
Kopenhagen
Stodholm
London
Buenos=Aizes
New York.
Belgien
Italien
Paris

Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Pengo
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
12=Stg.
1 Pap. Peſo
1 Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Franes

Geld.
10.578
59.06
12.45
73.29
3.046
168.58
112.43
112.41
112.50
20.417
1.39*
4.203
58.585
22.01
16.468

Mie
10.588
59.18
12.47
73.33
3.054
68.9=
1126*
112.e3
112.7
20.45
1.38
4.211
58.7051
22.65
16.5081

Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janet
Jugoſlawien
Portugal
Athen
Iſtambu.
Kairo
Kanada
Uruguar
Jsland
Tallinn (Eſtl.
Riga

Währung Geld 100 Franken/80.81 1100 Pefetas 44.11 1100 Gulden 81.65 1 Yen 2.081 ro/1 Milreis 1 0.35 108 Dinar 7.38 100 Escudo 18.87 100 Drachm./ 5.445 1 türk. 2 11 ägypt. 2 20.93 1canad. Doll. 4.201 1 Goldpeſo 2.967 100 eſtl. Kr. ge.09 100 eſtl. Kr. 111.9. 1100 Lats 80.911

Rie
81.07
44.19
81.81
2.085
0.353
7.400
18.91
5.455
20.97
4.209
2.973
9227
112.16
81.07

Mmban., Kommanbirgefraſtaft
Frankfurter Kursbericht vom 27. Februar 1931.

5½%Intern.,,
6%Baden ....."
8%Bahern ....
8% Heſſen
62 Preuß. Staat
8½ Sachſen ..."

725 Thüringen
Dtſche. Anl. Auslo
ſunsſch. +4/. A
löſungsanl.
Dtſche. Anl. Abl
ſungsſch. (Nen
Deutſche Schutzge
bietsanleihe
Aachen v. 29
Baden=Baden
6½ Berlin
8% Darmſtadt v. 2
% Dresden.
8% Frankfurt a. M.
R
v. 2
335 Mainz
8½ Mannheimv.2
v. 2
82 München
8% Nürnberg. .
8½ Wiesbaden
7Heſſ. Landesbk.
Goldobl
4½½ Heſſ. 2d.
Hhp.=Bk.=Liquid
4½½ Kum.=Ob
% Preuß. Ld=
pfbr
.=Anſt. G. Pr

84.is
74.75
77.25
100
82
87.5
90.5
94.25
99
81.25

53.5
5.4

90
85

77.75
96.25
70.75
88.75
93.25
85.75
109
92
94
87.5
8O
100.5

Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
8½ Kaſſeler Land
kredit Goldvfbr.
7½ Kaſſeler Land.
krebit Goldpfbr.
Naſſ. Lamdesbk.
½%0 Ligti. Ob
Dt. Komm. Sam
mel=Ablöf.=Anl.
AuslSer.
Ser, II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
2 Berl. Hyp.B
Liqu.=Pfbr
% Frkf. Hyp.=Bk.
Lig. Pfk
Pfbr.=Bk.
Liqu
82 Mein.Hyp.=Bk.
Lig. Pfbr.
%⁄ Pfälz. Hyp.=Bk.
Lia. Pfbr./ sC.2
2 Preuß. Boden
cred.=Bank
4½% Lig. Pfbr.
% Preuß. Centrl.
Bodener.=Bank.
% Lia. Pfb
Rhein. Hyp. Bk.
9a Lig. Pſb
% Rhein.=Weſti
Bd.=Credit .. . . .
Sisd. Bot
Cred.=Bank ....
Pibr.

97.75
109.5
95
85
100.5
94.75
84.25
90

52
68

A.2
O6
85.5
101
97
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101.5
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96.75
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A
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88.25
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Mih
62 Daimler=Benz
8% Dt. Linol. Werkel
Klöckner=Werk
2 Mainkrwv. b. 26/ 83
Mitteld. Stahl./ 79.5
% Salzmannu. Co/ 83
Ver. Stahlwerk
Voigt &Häffner! 92
J. G. Farben Bondsl o41

%o Bosn. L.E.*
L. In
5% Bulg. Tah. v. 02
Oſt. Schätze)
3 Oſt. Goldrent
%vereinh. Rumän
40 Türk. Admin.
% 1. Bagdat
Zollanl.
%0 Ungarn 1913
1914
Goldr
1910
Aktien

211l,

Af

19
16.5

Ain. Kunſtziide Unie
A. E. G. .. . . . . . . . 1105
AndregeNorisZahn/ 93
Aſchaffbg. Brauereil127
Zellſtoff/ 70.5
Bemberg, J. P..../ 63
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie.! 76
Buderus Eiſen..
Cement Heidelbere
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſel/167
Them.Werke Albert/ 28
Thabe
Contin. Gummiw./4111
Linoleum /102
gimler=Benz ....! 24

Rufce
Erböl z....! 68
Gold=u. Silber=
ſcheibe
=Anſtalt
Linoleumwertel101.25
Eiſenhandel..
Dyckerhoff u. Widm/ 72 Mansfeld Berg.
Sichbaum=Werger. 1110
Elektr. Lieferg.=Geſ
Licht u. Kraft /119
Eſchw. Bergwerk. 1192
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei
Faber & Schleicher/ 94.5 Sberbedarf
J. G. Farbeninduſtr. 138.75
Feinmech. (Jetter,
Felt. & Guilleaumel 84.75 Reiniger, Gebbert
Frankf. Gas 1. Lig. 1119
Hof......! 35
Gelſenk. Bergwerkl 75.5
Geſ. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger ./157
Hafenmühle Frkft. 117.5
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau/ 73
Henninger, Kempf. /120
HilpertArmaturfrb. 24
Hindrichs=Aufferm
Hirſch Kupfer. . . . . 121
Hochtief Eſſen.
Holzmann, Phil. / 79.25

MontecatiniMtaild 74,75 Allg. Dt. Crebitanſt. 94.5
47

Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſel106.5
Junghans.
Kali Chemie . . . 1102
Aſchersleben /130
Kammgarnſpinn. 46
Karſtadt, R.
61
99
Klein, Schanzlin
Klöcknerwerke
Knorr C. H. . . . . . . 155
Lahmeher & Co.
Laurahütte
33.75
Lech, Augsburg ...

Mee Mi
Lüidenſcheib Metall
Mainz. Akt.=Br. . . . 121
Metallgeſ. Frankf.. 79
Miag, Mühlenbau
Motoren Darmſtadtl 33
Deutz
Oberurſe
Bhönix Bergbau../ 56
Rh. Braunkohlen.
Elektr. Stamm 1112
Metallwaren
Stahlwerke . . .! 73
Riebeck Montan. .
Roeder Gebr.
72
RNütgerswerke
SC.5
Sachtleben A. G. . ./130
Salzdetfurth Kali
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.. /187
Schramm, Lackfbr. 55
Schriftg. Stempel. / 87.5
Schuckert Eleftr.
Schwarz=Storchen. 1104
Siem. Glasinduſtr.
Südd. Immobilien/ 19.25
Zucker=A. G
Svenska Tändſticks
Tellus Bergbqu..
4
Thür. Liefer.=Geſ.. / 73
Tietz Leonhard
Tucher=Brauerei .1106
Unterfranſen
Beithwerke
17.5
Ver. f. Chem. Inb./ 62
Stahliverke
57.5
Strohſtoffabr. 112

Vogtländ. Maſchin.)
Boigt & Haeffner
Lutz Gebr. Darmſt. 14.75 Wahß & Frehtag. 4u
Mainkr.=W. Höchſt, 69.5 Wegelin Rußfabrik
Weſteregeln Kali.. 1138
Mannesm.=Röhren/ 68.25) Jellſtoff=Verein .. .! 42
Waldhof.
96.
Memel.
69

Badiſche Bank. . . . 131
Bk. f. Brauinbuſtr. /114
BarmerBankverein/100.25
Baher. Hyp. u. W./134.5
Berl. Handelsgeſ.
Shpothefbk. 218
Comm. u. Privatb. /106.75
Darmſt. u. Nat.=Bk. 434.75
Dt. Bank und Disc. /105.25
Dt. Eff. u. Wechſel/ 94.5
Dresdner Bank. . . 105.5
Frankf. Bank ....! 91
Hhp.=Ban! .. . /242:,
Pfdbr.=Bk. . . . . 1447),
Mein. Hyp. Bank .. 149.75
Oſt. Creditanſtalt . 27.4
Pfälz. Hyp.=Ban1 1133
Reichsban1=Ant. . . 251.5
Rhein. Hyp.=Bank. /135
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Wiener Banlverein! 9.5
Württb. Notenbank 134
Siemens & Halske. 1172.25 A..G. f. Verlehrsw. 48.5
Allg. Lokalb. Kraftw/120
7% Dt. Reichsb. Vzg
Hapag .......... 62.75
Nordd. Lloyd
64.75
Südd Eiſenb.=Gef./ 85
Alltanz. u. Stuttg.
Verſicherung ... 161
Verein. Verſ. 265
FrankonaRück=
Mannh. Verſich. . 25
Handelsl 27.5

[ ][  ][ ]

Seite 12

Samstag, den 28. Februar 1931

Nummer 59

Kriegerverein.
Jahres=
hauptverſammlung
.
Sonntag 8. März
1931, nachm. 3 Uhr,
im Vereinslokal
Heſſiſcher Hof,
Mathildenplatz.
Tages=Ordnung:
1. Ehrung unſerer
Altveteranen= Mit=
glieder
: 2 Geſchäft=
liche
Mitteilungen;
3. Jahresbericht,
Kaſſenbericht. Be=
richt
d. Rechnungs=
prüfer
, des Büche=
reiverwalters
, des
Zeugwarts und des
Jugendführers:
4. Wahl des Vor=
ſtands
, der Rechn.=
Prüfer, d. Schieds=
gerichts
: 5. Beſtäti=
gung
des Fahnen=
trägers
u. der Fah=
nenbegleiter
: 6. An=
träge
des Vorſtands
u. der Mitglieder;
7 Verſchiedenes.
Etwaige Anträge
erbitten wir an den
1 Vorſitzenden, Hr.
General von Hart=
mann
. Darmſtadt,
Wilhelmſtraße 20.
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Ein Film aus dem
Wikingerland, umhällt
Moladtdtedln Balddies von Foesie und Kratt.
Aufnahmeleitung: O. Neubert. Fotografie W. Siem.
Zur Anfnahme wurden 22000 Kilometer auf Eisenbahnen, an Bord der Monte Olivia u. Kong Ring sowie im Automobil zurückgelegt.
Aus dem Inhalt des Films:
Dem Meere entstieg dieses Elfeniand Weihe empfangen wir in diegem Paradies
Tosende Wasserfälle blaue Fjorde leuchtende Gletscher
Land der Edda Himmel Peer Gynts stürzende Berge
trotzige Bergbastionen Wiege germanischer Götter und
Könige dieser Erde gefesselte Kräfte Steindrama.
Heldensagen.
Jenseits des Raumes Tengeits der Zeft
Täler rauschen Im jrdischen Jubel
Eismeer Spitzbergen Mitternachtssonne Lappländer
Frähling im Hardanger Naerodal Brixdal Kjendal
Renntierherden Land ohne Geld usw.
Loen Merok Balholm Fantasien der Schöptung.
Preise Mk. 1.00, 1.50 und 2.00.
Vorverkauf an der Tageskasse.
Ingendliche haben Zutritt.

Ab keute

Der Roman einer modernen Ehe
Mady Christians
die beliebte Künstlerin in
Das Schicksal der
Renate Langen
Regie: Rudolf Walther Fein.
In weiteren Hanptrollen: Alfred Abel.
Franz Lederer, Hilde Hildebrandt,
Heinrich Sehrot, Hans Sternberg,
Herm. Picha, Rolf Drucker u. a.

Man greife nur hinein ins volle Menschenleben u.
immer wieder wird man finden, daß es die kühn-
sten
Konstruktionen der Dichter übertreffen
kann. Daß eine Frau durch einen Mann ins Boden-
lose
herabsinken kann, bleibt eine ewige Wahr-
heit
und daß ein Kind zerbrochene Bande wieder
ineinander zu fügen vermag, desgleichen. Mit
Ergriffenheit folgt man der Handlung dieses
großen neuen Tor ilms und am Schluß weint
alles um Macy Christiang. Der reifen
Schauspielkunst Mady Christians gelingt es,
die Sympathien bis zum letzten Augenblick
für sich in Anspruch zu nehmen.

Dazu der Kurztonfilm:
Alice und ihr Stahlroß
und das bunte Beiprogramm.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr
Sonntags 2, 4.05, 6.10 und 8.20 Uhr

Heute undl folgende Tage
Das ausgeseichnete Stummflm-
Doppelprogramm.
Ein Werk von unerhörter
Eindringlichkeft.
Der große Zille-Film:
Mutter Krausen’s
Fahrt ins Glück
Regie Piel Jutzi
Ein Film, der packt und aufwühlt,
ergreift und rührt. Typen, wie sie
der unvergeßliche Heinrich Zille
schuf in dessen Milljöh dieser
wunderbare Film spielt.
Dieses Filmwterk ohne Stars und ohne
Schminke schildert das Leben in
nackter Wirklichkeit und ist ein
würdiger Denkstein dem großen
Künstler Heinrich Zille.
Im II. Teil:
Ein Film von gewaltiger Schönheit
Erde
Mannskript u. Regie: Alex. Dowshenko.
Der Film ist ein photographisches
Kunstwerk ersten Ranges. Derartige
Bilder, grandios, erschütternd, hat
man bisher nirgends zu sehen
bekommen. (V.3239
Beginn: 3.30, 5.45 und 8.15 Uhr
Sonntags ab 2 Uhr

Ab hente

Die lustige Geschichte von der Doppelhochzeit
des originellsten Schwesternpaares
im Bayernland.
Henny Porten
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Aoneseis Tochter
mit Fritz Kampers

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Stummfilms, sondern eine vollkommene
Neuverfilmung.

Henny Porten in ihrer Klassischen
Doppelrolle als
Gretel und Liesel Kohlhiesel!
Dieser Trick des gespaltenen lchs ist der Clon
vom Ganzen. Das Publikum steht vor Rätseln;
recht sinst die Gretel, links brummt die Liesel
und beides spielt die eine Porten-Sphinz.
Es wird des Lachens kein Ende
sein, angesichts dieses humorvollen
Tonfilms.
Dazu der Kurztonfilm:
Oswald in Sevilla und der köst-
liche
Micky-Film: Dichter u. Bauer‟
welchen wir auf vielseitigen Wunsch aus dem
vorigen Prograwm prolongiert haben.
Jugendliche zugelassen.
Beginn. 3.45, 600 und 8.20 Uhr
Sonntags 2. 405, 6 10 und 8.20 Uhr

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[ ][  ][ ]

ammer 59

Samstag, den 28. Februar 1931

Seite 15

12Wohlersien
C
IBNEBER-BECHTSSCHUIZ DÜRCH VERLAS OSRBR HEISTER, WERDAU
(Nachdruck verboten.)
Schratt rief nach dem Arzt, während ſich Richards und
Frers mit Durham beſchäftigten.
Herzſchlag! ſagte Robbers, der ſah, wie das Auge Dur=
ho
brechen wollte.
Geſtehen Sie! Geſtehen Sie! ſchrie er laut auf.
Der Sterbende ſah ihn an, wollte die Lippen bewegen, doch
da, röchelte er noch einmal kurz.
Ils der Gerichtsarzt kam, war Lord Durham tot.
*
Der Tod des Lords Durham wirkte wie eine Senſation.
Das Publikum war unbefriedigt, da es um eine große
Aeßſenſation kam, aber über England ging ein Aufatmen.
Man hatte den Prozeß gefürchtet.
Zerndt erfuhr von dem Tode, als er ſchon in Hamburg war.
Alle Schuld rächt ſich auf Erden! ſagte er für ſich. Jetzt,
S hat ein Höherer vollendet, was du begonnen mit deinen
ſer chen Kräften.
Forſt griff Danielas wehes Geſicht ans Herz.
Loppeltes Mitgefühl war in ihm, denn das Perſiengeſchäft,
de ſer Firma beinahe ſchwer zu würgen gegeben hätte, machte
roh, und er wollte, daß ſeine treue Mitarbeiterin ſeine
de teile.
ind ſie litt.
der Tod Lady Iris hatte ſie im Innerſten getroffen.
die hatte um das Leben der Frau gebetet, die den Mann,
elie liebte, glücklich gemacht.
Ihre Gedanken waren immer bei Berndt.
Im liebſten wäre ſie zu ihm gegangen und hätte ihn
o gebeten, daß er ihr verzeihe, hätte ihm helfen mögen
r inem großen Schmerze . . . aber ſie war doch ſo hilflos.
Sie las dann auch vom Tode und von der Schuld des
am: Daß er der Mörder geweſen, und immer wieder
te vor ihren Augen das Bild der toten Iris, die die ge=
Flete Schweſter rächen wollte.
forſt war gütig wie ein Vater zu Daniela.
Sie fühlte 2s dankbar, als er im Mai zu ihr ſagte: Fräu=
Thuille . . . ich kann es nicht mehr ſehen. Sie gehen
dheitlich zugrunde. Sie müſſen . . . ich ſage: Sie müſſen
einmal ausſpannen."
Herr Forſt!
a, ich gebe Ihnen vier Wochen Urlaub. Sie fahren
o Weſterland. Ich habe Ihnen ein reizendes Quartier beſorgt
ſtry r Villa Meerkönig‟. Dort erholen Sie ſich. Und fleißig
en Sie Ausflüge. Nicht wahr, Sie verſprechen es mir?
Sie verſprach es.

Es geht ja nicht, daß Sie die Trauer ewig in ſich tragen.
Sie ſind jung, Sie gehören dem Leben und Sie werden glück=
lich
werden . . . ich glaube es. Vielleicht wartet der Mann, der
Sie einſt wahrhaft liebte, auf Sie, auf die, die immer noch
die Geliebte ſeines Herzens iſt.
Nein, nein! wehrte ſie ab. Er hat mich verachten müſſen.
Ich könnte niemals mehr vor ſeine Augen treten.
Lieben Sie ihn noch?"
Sie antwortete nicht, aber ihr ſchönes Haupt ſank nieder
und Tränen fielen auf ihren Schoß.
Sie lieben ihn noch? fragte er wieder.
Ja . . . ja! Ich habe ihn nie vergeſſen! geſtand ſie unter
Tränen.
Wie wäre es denn, Fräulein Thuille, wenn ich Ihnen ein
wenig helfen würde; den Glückspfad zu finden? Wir alten
Leute ſind behutſam, das iſt unſere Kraft, damit räumen wir
manchmal mehr weg, als die Kraft eines Jungen vermag.
Oh, Herr Forſt. . ."
Alſo ich darf . . . gut, ich verliere ja meine liebe Mit=
arbeiterin
nicht gern, aber muß ich ſie verlieren, dann . . .
nur an das Glück!
Er lächelte ſchalkhaft.
Alſo morgen werden Sie reifen, nicht wahr? Die Fahr=
karten
ſind ſchon da. Villa Meerkönig ſendet die Rechnungen
an mich. Die Kaſſe zahlt Ihnen gleichzeitig ein anderthalb=
faches
Monatsgehalt. Das wäre das Geſchäftliche! Ich werde
mich nun einmal darum kümmern, wo Herr Groth ſteckt.
Er wird nie den Weg zu mir zurückfinden! klagte das
Mädchen.
Das kann er auch nicht! Sie müſſen den Weg zu ihm
finden, das iſt gewiß. In ſeiner Seele wird Trotz ſein.
und das iſt bei ſeinem Charakter wohl zu verſtehen. Aber
in Ihrem Herzen darf er nicht ſein, das darf nur eins kennen:
Liebe . . . und Demut.
*
Daniela fuhr nach Weſterland.
Währenddeſſen unterhielt ſich Forſt mit Juſtizrat Giſh.
Die beiden alten Herren kannten ſich.
Wo Mr. Groth ſteckt? Ja, das iſt ſchwer zu ſagen, ſehr
ſchwer. Draußen in der Welt, ich weiß nicht wo. Er hat mir
einmal aus Braſilien eine Karte geſchrieben, dann habe ich
nichts wieder von ihm gehört. Das Kind iſt ja bei uns! Ja,
ein Junge! Ein Kind, das uns Freude macht, es gedeiht, daß
es eine Luſt iſt.
Dieſe Auskunft war mager.
Forſt fragte dann, wie es mit dem Erbe der Durhams
ſtünde.
Reſigniert entgegnete Juſtizrat Giſh: Verloren . .. für
die Erben Groth. Die engliſchen Gerichte haben den Bruder
Durhams, Heinrich Durham, Mitglied des Oberhauſes, ein=
geſetzt
als Erben. Es war zu befürchten, daß man das Ge=
ſetz
etwas beugte, denn es geht um einen Beſitz, der heute
an Wert ſchon auf fünfzig Millionen Pfund geſchätzt wird.
Daß Bungaloff auf alle ſeine Anteile verzichtet hat, haben
Sie doch geleſen? Er iſt ſehr glimpflich weggekommen, dieſer
falſche Prinz von Perſien. Man hat ihm auf ſeine zwei Jahre
Gefängnis Bewährungsfriſt eingeräumt.

Ich habe es geleſen und fand das Urteil richtig. Es waren
ja keine niedrigen Motive, die ihn auf die Bahn des Hoch=
ſtaplers
trieben. War doch ein Genie ſeiner Art! Wie fabel=
haft
er den Prinzen Huſſein ſpielte, wie er überhaupt alles
einrichtete, daß Durham bald ſeinen letzten Schilling verlor, das
iſt immerhin eine Leiſtung! Was tut er denn jetzt?
Er hat noch etwas zurückbehalten, ſcheinbar wenigſtens.
Es geht ihm nicht ſchlecht, und er lebt ruhig und beſchaulich in
einem Vorort von Berlin und ſchreibt ein Buch über ſeine
Erlebniſſe.
Das kann ganz intereſſant werden. Lieber Giſh, wenn ſie
Nachricht von Groth haben, dann ſagen Sie mir Beſcheid.
Mit Vergnügen.
Forſt legte den Hörer auf. Er war wenig befriedigt.
Man mußte abwarten.
2.
Inzwiſchen lebte Daniela in der Villa Meerkönig, in
Weſterland auf Sylt. Sie hatte zwei ſchöne Zimmer nach der
See zu, und allmählich ſpürte ſie, wie ihr Herz ruhiger wurde.
Der wühlende Schmerz wich einem Killen Trauern, und auch
dieſes Gefühl wurde ſchwächer. Allmählich fand ſie ſich wieder
in der Welt zurecht. Die bleichen Wangen wurden etwas voller
und röter.
Die freundliche Beſitzerin Frau Kamnitzer freute ſich über die
Wandlung. Sie hatte das ſtille Mädchen in ihr Herz geſchloſſen
und unterhielt ſich gern mit ihr.
Daniela tat die Unterhaltung mit der alten, feinſinnigen
Dame wohl. Sie ließ ſich von ihr ſchildern, wie es überall auf
den Inſeln ausſah.
Frau Kamnitzer regte Ausflüge an.
Daniela gab nach und fuhr auf die benachbarten Inſeln, erſt
mit den kleinen Dampfern, dann aber mietete ſie ſich regelmäßig
ein Segelboot und machte Ausflüge auch auf die kleinen Halligen.
So auch auf die Hallig Fahrenkoog.
Auf dieſer Hallig lebte eine kleine Gemeinde, wohl an die
dreihundert Seelen ſtark. Aber ſie beſaßen trotzdem ein kleines
Kirchlein, ein hübſches Schulhaus, und die Häufer waren freund=
lich
und gepflegt.
Sie ſchritt die Straße vom Strande nach der kleinen Ge=
meinde
zu und horchte plötzlich auf. Glockengeläute tönte an ihr
Ohr.
Sie bog in die einzige Straße des Dörfchens ein.
Ein Trauerzug kam die Straße herunter.
Vier Fiſcher trugen den Sarg, dann folgten die Leidtragen=
den
und die Trauergäſte.
Dem Zuge voran ſchritten Kinder mit großen, ernſten Augen.
Daniela blieb ſtehen.
Sie faltete ſtill die Hände.
Der Zug bog neben ihr nach dem Gottesacker ein.
Die Fiſcher ſahen das Mädchen mit den gefalteten Händen
und den ernſten Zügen, und manch dankbarer Blick traf ſie.
Weiter ſchritt das Mädchen.
Sie kam bis zur Schänke der kleinen Hallig, ein freundliches
Häuschen, vor dem ein paar mächtige Kaſtanien ſtanden. Unter
den Kaſtanien waren ein paar Tiſche und Stühle und luden zum
Sitzen ein.
(Fortſetzung folgt.)

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Samstag, den 28. Februar 1931

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Heidelbergerſtr. 7.

Besuchen Sie bitte zwanglos diese ständige Ausstellung, sie gibt Ihnen
ein Bld über die Neuerungen und den Fortschritt im Motorradbau.
Die Ausstellung ist geöffnet täglich von vormittags 8 bis abe fs 7 Uhr.

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laut Statiſtik fußleidend. Dies iſt der beſie Beweis dafür, daß die geſamte Fuß=
bekleidung
nicht richtig für die Geſunderhaltung der Füße konſiruiert iſt. Abgeſehen
von den ſpitzen Formen, weiche kaum für 3 Zehen Platz gewähren und den hohen
Stelzablätzen, hat die Fußbekleidung noch den groben Fehler, daß dieſelbe den mittleren,
den weichen größten Fußteil der Sohle garnicht ſtützt. (Nicht ausfüllt.)
Zehen, Ballen und Ferſe können dadurch nicht im geringſten entlaſiet werden.
Wer ſeine Füße von allem Böſen erlöſen will, wer ſeine Füße vor allem Böſen
bewahren will, gehe und ſiehe nicht ohne Fußbett im Schuh. Birfenſtocks Schuh=
einlage
iſt ein Fußbett, alſo keine Folter, jondern ein Bett für alle Fußteile, nicht
hergeſtellt von Metall oder Leder, ſondern aus einer Spezialmiſchung von Korkmehl
und Kautſchuk, überzogen mit ſtrumpfartigem Gewebe.
Durch Birkenſtocks Fußbett wird nicht nur der Fuß von allem Böſen
erlöſi, nicht nur der geſunde Fuß geſund erhalten, es wird auch außerdem viel an
Abfätzen, Sohlen, Oberleder, Schuhtutter und Strümpfen geſpart.
Mit Birkenſtocks Fußbett wird der Fuß, der Gang und auch die Körper=
haltung
viel eleganter und natürlicher.
Schon für das kleine Kind, ſowie für jeden Erwachſenen iſt Birkenſtocks
Fußbett bei jeder Schuh= und Fußart dringend nötig und deshalb auch in allen
Längen und Breiten vorrätig.
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