Darmstädter Tagblatt 1931


30. Januar 1931

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Einzelmmmmmer 10 Pfenmige

Bel wöchenilich 2maligem Erſcheinen vom 4. Januar
bis 31. Januar 2.18 Reichsmart und 22 Dfennig
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Frankfurt a. M. 1301.

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Nummer 30
Freitag, den 30. Januar 1931.
194. Jahrgang

27 mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
FinanzeAlnzeigen 40 Reichspfg. Rellamezeite (92 mm
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zelle
3.00 Reſchsmart. Alle Preiſe in Reichsmart
4 Dollar 420 Markl. Im Falle höberer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streil uſw erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
aufträge
und Leiſſung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichtiſcher Beſtreibung fäll jeder
Rabatt weg. Bankonto Deutſche Bant und Darm=
ſädter
und Nationalbank.

Borerſt keine Schiele=Kriſe. Dafür Anſturm von rechls gegen den Außenminiſter Dr. Curkins.
Mißkrauenspokum in Borbereikung.

Beſprechungen des Kanzlers
mit der Induftrie, der Grünen Fronk und den
Parkeiführern.
* Berlin, 29. Januar. (Priv.=Tel.)
Die Tage des Reichskanzlers ſind faſt völlig ausgefüllt mit
Beſprechungen der verſchiedenſten Art. Auch am Donnerstag
reichten ſich die Beſucher in der Reichskanzlei beinahe die Tür=
klinke
. Dabei kann man drei Gruppen von Beſprechungen unter=
ſcheiden
: Verhandlungen mit der Induſtrie, mit
der Landwirtſchaft, mit den Parteiführern.
Die Vertreter der Induſtrie dürften wieder die Gelegenheit
benutzt haben, den Kanzler daran zu erinnern, daß ſie auch eine
Reihe von Wünſchen hat, wobei wohl in erſter Linie die Pro=
bleme
der Handelspolitik zur Debatte ſtanden.
In den Verhandlungen der Grünen Front mit dem
Kanzler iſt wohl ein gewiſſer Fortſchritt zu verzeichnen, in erſter
Linie wohl in der Richtung, daß ſich der Kanzler von der Not=
wendigkeit
weiterer Eingriffe überzeugt und den Vorſchlägen
des Reichsernährungsminiſters im weſentlichen zugeſtimmt hat,
ſo daß alſo die Gefahr einer Schiele=Kriſe im
Augenblick behoben iſt. Die heutigen Beſprechungen
haben in den Kreiſen des Reichslandbundes ſicherlich die Auffaſ=
ſung
erweckt, daß es Herrn Schiele gelingen wird, ſein Pro=
gramm
durchzuführen.
In innerem Zuſammenhang ſteht damit auch die Oſthilfe,
die ihre tiefere Berechtigung nur hat, wenn es erreicht wird, dem
allgemeinen Verfall der Landwirtſchaft ein Ende zu machen
und darüber hinaus noch Maßnahmen zu treffen, die der be=
ſonders
ungünſtigen Lage im Oſten gerecht werden. Dabei ſcheint
jetzt in erſter Linie an eine einfach durchzuführende Art. der
Laſtenfenkung gedacht zu ſein, die in der Form erfolgen ſoll, daß
jeder Landwirt im Oſten vom Finanzamt jährlich einen gewiſſen
Prozentſatz des ſteuerlichen Wertes gutgeſchrieben erhält, auf
den dann die öffentlichen Laſten, mit Auspahme der Einkommen=
ſteuer
verrechnet werden ſollen. Herr Treviranus hatte ur=
ſprünglich
an einen Satz von 3 Prozent gedacht. Das würde
aber nach den inzwiſchen getroffenen Feſtſtellungen einen ſteuer=
lichen
Ausfall von rund einer Viertel=Milliarde erfordern und
dieſe Mittel ſind nicht zu beſchaffen, ſo daß nur ein erheblich ge=
ringerer
Prozentſatz in Frage kommen kann. Die dritte Gruppe
der Beſprechungen gilt der

Borbereikung der Reichstagsberakungen.
wo zurzeit die Meinungen ſehr weit durcheinandergehen. Den
Sozialdemokraten iſt es in allererſter Linie um eine Staffelung
des Gehaltsabzuges zu tun, die der Kanzler ihnen auszureden
verſucht. Im Mittelpunkt ſtehen aber dann noch die Verhand=
lungen
mit der Volkspartei über ihre Forderungen auf weitere
Abſtriche im Etat und die Erörterungen über die Stellung
des Außenminiſters Dr. Curtius. Der Außenminiſter
will am Montag vor dem Auswärtigen Ausſchuß Rede und Ant=
wort
ſtehen. Die Oppoſition will aber die öffentliche Ausſprache
raſcheſtens im Reichstagsplenum erzwingen, während die Regie=
rung
die große Ausſprache über die Außenpolitik mit der Be=
ratung
des Etats des Außenminiſteriums verknüpfen möchte.
Von rechts her möchte wan den Außenmiwiſter gerne durch ein
Mißtrauensvorum ſtürzen und dadurch die ganze Regierung zu
Fall bringen. Durch ſein Abſchneiden in Genf haben ſich aber
die parlamentariſchen Ausſichten Dr. Curtius zweifellos gebeſ=
ſert
, während bisher als ſicher angenommen wurde, daß ein
Mißtrquensvotum gegen ihn eine Mehrheit finden würde, iſt das
heute nicht mehr anbedingt gewiß, da die Jungdeutſchen und
auch die Chriftlich=ſozialen unſchlüſſig geworden ſind. Trotzdem
wird der Kampf gegen den Außenminiſter hinter den Kuliſſen
mit aller Tatkraft weitergeführt. Auch in ſeiner eigenen Fraktion
machen ſich nach wie vor Stimmen bemerbbar, die ſeinen Rück=
tritt
aus außenpolitiſchen und innenpolitiſchen Gründen für
wünſchenswert halten. Die volksparteiliche Fraktion hat am
Donnerstag nachmittag getagt und einen längeren Bericht von
Dr. Curtius entgegengenommen, ihre Beratungen aber nicht be=
endet
, die am Freitag vormittag fortgeſetzt werden.

Der nene Siedlungsplan der Reichsregierung.
* Wie wir von gutunterrichteter Seite hören, wird die Reichs=
regierung
im Zuſammenhang mit dem Oſthilfegeſetz dem Reichs=
tag
auch ein Reichsſiedlungsgeſetz vorlegen, deſſen Entwurf zur=
zeit
endgültig fertiggeſtellt wird. Dieſes Geſetz berückſichtigt be=
ſonders
die Siedlung in den gefährdeten Oſtgebieten und iſt
zugleich, und das iſt das weſentlich Neue und Neuartige, für das
ganze Reich gültig. Schon im Sommer vergangenen Jahres
hatte ſich das Reichskabinett verſchiedentlich über die Notwendig=
keit
einer breitangelegten Siedlungspolitik unterhalten. Be=
prechungen
, die dann zur Gründung der Siedlungsbank führten,
wodurch die ſeit Jahren wiederholt aufgetauchten Gegenſätze
zwiſchen der preußiſchen Siedlungspolitik und der des Reiches
beſeitigt wurden. Das neue Geſetz baut ſich nun auf den da=
mals
getroffenen Vereinbarungen, die zur Bildung der Bank
führten, auf. Die finanzielle Seite der Siedlung bleibt demnach
in der Bank konzentriert, und das Reich wird ermächtigt, auf
dieſer Grundlage alle nur möglichen Erleichterungen zu gewäh=
ren
. So wird die Siedlungsbank ausdrücklich von allen Steuern
befreit. Neben der Weſt=Oſtſiedlung wird in dem Reichsgeſetz
vor allem die Anſiedlung ortszugehöriger Landarbeiter zur Ver=
hinderung
der Landflucht in den Vordergrund geſtellt, in der
Hoffnung, daß ſich daraus Kleinbauernſiedlungen entwickeln.
Gerade in dieſer Hinſicht ſind vor allem in bezug auf das Ver=
fahren
Erleichterungen vorgeſehen.

Schickſalsjahr 1931: Vorwärks
9
Oder raawaris!
Eine Rede des Zenkrumsführers Kags in Trier.
Trier, 29. Januar.
Der Führer der Deutſchen Zentrumspartei, Prälat Kaas,
ſprach am Mittwoch abend in einer großen Kundgebung der Zen=
trumspartei
über das Thema: Schickſalsjahr 1931:
Vorwärts oder rückwärts? Der Redner betonte ein=
leitend
, das innere Zuſammengehörigkeitsbewußtſein des deutſchen
Volkes habe einen Tiefſtand, erreicht wie nie zuvor. Der letzte
und tiefſte Sinn eines inneren Sanierungswerkes, ſei nicht nur
die Herſtellung geſunder Staatsfinanzen, ſondern die Notwendig=
keit
, wenn auch eine bittere, einer opferreichen Vorſtufe zu jeder
Befreiungspolitik, die nicht Phraſe, ſondern
Wirklichkeit ſei. Was bisher zur Befreiung
Deutſchlands erreicht worden ſei, ſei durch das
Syſtem erreicht worden, das dem von nationali=
ſtiſcher
und Hugenbergiſcher Seite empfoh=
lenen
teilweiſe grundſätzlich, teilweiſe tak=
tiſch
entgegengeſetzt geweſen ſei. Zu einem
Sanierungswerk wie dem Brüningſchen brauchten wir
aber die Front aller derer, die guten Willens ſeien. Wer die
Zeichen richtig verſtehe, ſei ſich darüber klar, daß die befrei=
ende
und erlöſende Tat auf reviſionspoliti=
ſchem
Gebiete ohne ſchwerſten Schaden nicht mehr
länger aufgeſchoben werden dürfe. Keine deutſche
Regierung könne dem deutſchen Volke noch weiter einſeitige Opfer
auf dem Reparationen=Altar abzwingen, wenn die Gegenſeite
nicht ihrerſeits die Vorausſetzungen für die Tragbarkeit mitſchaf=
fen
helfe. Keine deutſche Regierung werde, ſtark genug ſein, die
exploſiven Kräfte zu bannen, die eine über das Maß des Erträg=
lichen
hinaus erzwungene Reparationslaſt mit naturhafter Ge=
walt
auf den Plan rufen müſſe.
Der Redner beſprach dann die überſpitzte Empfindſamkeit ge=
wiſſer
franzöſiſcher Kreiſe gegenüber jeder ernſthaften Erörterung
des Reviſionsgedankens. Doch gebe es kein Land, das von etwa=
igen
deutſchen Reviſionswünſchen weniger getroffen werde als
gerade Frankreich. Man könne den Reviſionsgedanken nicht end=
gültig
einſargen, ohne denen Oberwaſſer zu geben, die ſchon längſt
aus der Verzögerung einer wahrhaften Verſöhnungspolitik den
Löwenanteil ihrer Agitation bezogen hätten. Frankreich und
Deutſchland müßten ſich im Geiſte von Genf finden, oder ſie wür= ſich nie finden. Als einigende Kuppel über allen einzel=
nen
Beziehungen und allen Völkern müſſe ſich wölben der Ge=
danke
einer neuen überſtaatlichen Zuſammen=
arbeit
.
Solange dieſer Gedanke noch nicht eingezogen ſei in die Kanz=
leien
der auswärtigen Aemter bleibe Europa ein Name
ohne Inhalt, ein Programm ohne Realität, eine
Fahne ohne Farben. Maßgebend allein ſei der eiſerne
Imperativ der Wirklichkeit und der praktiſchen Erfolgsmöglichkeit.
Die kommuniſtiſchen und ſozialdemokratiſchen Experimente ſeien
politiſche Laboratoriumsverſuche. Zu den dringenden Fra=
gen
rechne auch das Zentrum in erſter Linie die Repara=
tionsregelung
, die Abrüſtungsfrage und die
Frage einer wirkſamen Sicherung des Schutzes
der Abſtimmung für die nationalen Minder=
heiten
.
Wir erwarten, ſo ſagte Dr. Kaas, von der Regierung, daß ſie
im höchſten Maße ihre Aktivität gerade dieſen zentralen Proble=
men
zuwendet, ohne deren Löſung eine endgültige
Sanierung der deutſchen Not unmöglich iſt. Wir
erwarten, daß ſie in der Abrüſtungsfrage an dem bisher vertrete=
nen
Standpunkt feſthält und Schritte unternimmt, um ihren
Standpunkt zur Anerkennung zu bringen und bezüglich der Min=
derheiten
die Anwendung der Menſchlichkeit und die Vertrags=
treue
zu erreichen, und daß ſie ſich um keinen Preis bereit findet,
Lebensintereſſen des deutſchen Volkstums jenſeits der Grenze zu
opfern. Der Redner wies hin auf die Schwere des Jahres 1931
und ſchloß mit folgenden Sätzen:
Wehe Deutſchland, wenn es ſein Schickſal der Demagogie aus=
liefert
, wenn es ſein Schickſal der ſchäumenden Brandung der
Extreme von rechts und links entgegenſteuert! Das Endergebnis
wäre kein ſtarkes und neues Leben des nationalen Aufſtiegs und
deutſcher Freiheit. Deutſchland vor dem Zuſammenbruch zu be=
wahren
, iſt Sinn und Aufgabe des Kabinetts Brüning, iſt Sinn
und Aufgabe jeder ſtaatspolitiſchen und außenpolitiſchen Arbeit.
362,50 Mark Djäken.
Die ſozialdemokratiſchen Landtagsabgeordneten Röhle und
Wick haben im Preußiſchen Landtag eine Kleine Anfrage einge=
bracht
, in der behauptet wird, der nationalſozialiſtiſche Reichs=
tagsabgeordnete
Poſtinſpektor Sprenger in Frankfurt a. M.
habe in der Zeit vom 13. bis 17. Januar 1931, alſo für fünf
Tage, neben ſeinem Gehalt als Poſtinſpektor zuſammen 362,50
Mk. Diäten bezogen, nämlich für fünf Tage Reichstagsdiäten,
zuſammen 100 Mark, preußiſche Staatsratsdiäten für drei Tage,
zuſammen 52,50 Mark, und vom Verwaltungsbeirat der Reichs=
poſt
für drei Sitzungen 150 Mark, und 60 Mark für An= und Ab=
fahrt
. Das Staatsminiſterium wird gefragt, ob es die Zahlung
der Staatsratsdiäten für den 14. und 15. Januar 1931 für zu=
läſſig
hält, nachdem für dieſe Tage ſchon erhebliche Zahlungen
durch die Reichspoſt zu den bereits gezahlten Reichstagsdiäten
erfolgt waren.

Ikalien in Genſ.
Von unſecem +=Korreſpondenten.
Rom, Ende Januar.
Seitdem man in Italien verſucht, in der europäiſchen Poli=
tik
eine deutſch=italieniſche Anbiederung mit Rückendeckung bei
Rußland vorzuſpielen, durfte man mit einer gewiſſen Span=
nung
auf die Generalprobe von Genf warten. Die Italiener
in ihren breiteren Maſſen, ſoweit ſie Intereſſe und Verſtändnis
für die Außenpolitik haben, wußten ſchon ſeit einiger Zeit
ihren deutſchen Freunden" gar liebliche Geſchichten von dem
neuen italieniſch=deutſchen Block zu erzählen. Schuld daran war
einerſeits die reichlich merkwürdige Berichterſtattung der zen=
ſurierten
italieniſchen Preſſe, die mit Vorliebe paſſende Zei=
tungsſtimmen
aus Deutſchland abdruckte und mit (natürlich
amtlich erlaubten) Kommentaren begleitete, und zweitens eine
gewiſſe deutſche Preſſe, die immer wieder mit dem Werbe=
mittel
einer gemeinſamen Front mit Italien gegen die Ver=
ſailler
Feinde das notwendige Material lieferte.
Als nun Grandi bei den Genfer Verhandlungen über
Briands Paneuropa für die Einladung von Rußland eintrat
und dabei an dem gleichen Strang wie Deutſchland zog, da
war es für die Anhänger eines deutſch=italieniſchen Blocks, der
ſich gegen Frankreich richten ſollte, gewiß, daß das Vorſpiel
begonnen hatte. Man durfte nun wohl auch bei weiteren Er=
eigniſſen
in Genf von dieſer neuen Gruppierung auf Beweiſe
für ein gemeinſames Vorgehen vom Rom und Berlin rechnen.
Hier wurde bereits darauf hingewieſen, daß gerade bei der
polniſchen Frage Italien ſein deutſchfreundliches Herz zeigen
könne. Aber es wurde auch die peinliche Lage angedeutet, aus
der heraus Herr Grandi wohl bei der Erörterung der polniſchen
Angelegenheit kaum Farbe bekennen würde. Jedenfalls werde
man in Deutſchland aus der Haltung der Italiener ſchließen
dürfen, wie weit ſie im Ernſtfall ihre Freundſchaft für Deutſch=
land
beweiſen würden.
Nun, man darf beruhigt ſagen: Grandi wußte zu ſchweigen.
Das italieniſche Wohlwollen hat jedenfalls in der Polenfrage
für Deutſchland keine Vorteile gebracht. Henderſon entſchied.
Nicht einmal in der italieniſchen Preſſe konnte man eine pro=
deutſche
Haltung beim Polenproblem feſtſtellen, obwohl doch
während der Paneuropabeſprechungen eben erſt von italieniſchen
Zeitungen im Inlande und im Auslande der Eindruck erweckt
worden war, daß es in der deutſch=italieniſchen Intimität
tatſächlich ſchon zu einer recht ernſthaften Bindung gekommen
ſein müſſe. Denn das Blatt, das Muſſolini gehört und von
ſeinem Bruder geleitet wird, der Popolo d’Italia, hatte eine
von der Agentur ins Ausland verbreitete Auslaſſung über die
Beſprechung zwiſchen Grandi und Curtius gebracht, die in
ihrer halboffiziöſen Form in Italien (wohl auch im Auslande)
unbedingt den Eindruck einer bereits weit gediehenen Zu=
ſammenarbeit
machen mußte. Der in Frage kommende Text
des Artikels lautete:
Die Beſprechung zwiſchen den beiden Staatsmännern
(vielleicht die wichtigſte, die zwiſchen verantwortlichen Staats=
männern
Italiens und Deutſchlands ſeit dem Frieden von
Verſailles ſtattgefunden hat), bezog ſich auf die Haltung der
beiden Regierungen gegenüber verſchiedenen europäiſchen Pro=
blemen
und vor allem auf die Tätigkeit der beiden Regierungen
im Völkerbund. Auf beiden Seiten wurde feſtgeſtellt, daß es
bei den Regierungen möglich ſei, enge zuſammenzuarbeiten. In
der Beſprechung wurde auch die jüngſte Sitzung der Botſchafter=
konferenz
und die Vorbereitung der internationalen Abrüſtungs=
konferenz
berührt. Was dieſe anbelangt, ſo ſcheint es, daß eine
gemeinſame diplomatiſche Aktion bereits im Gange iſt.
Viel mehr konnte man kaum ſagen. Was aber war der
wirkliche Inhalt der Unterredungen zwiſchen den beiden Außen=
miniſtern
? Wir haben in der deutſchen Preſſe nichts weſent=
liches
darüber finden können. Merkwürdig. Aber man hat
aus Mitteilungen von Leuten, die in Genf an der Tagung teil=
genommen
haben, jetzt immerhin entnehmen können, daß dort
nicht der Eindruck vorherrſchte, den die Erzählung des Popo
d’Italia erwecken möchte. Die Unterhaltung zwiſchen Curtius
und Grandi hat ſich vielmehr, darüber ſtimmen verſchiedene
Informationen aus neutralen Quellen überein, nur in den
üblichen Bahnen bewegt, in denen ſich Außenminiſter aus=
ſprechen
, die ſich ohne beſondere Pläne oder Inſtruktionen in
Genf treffen. Der Beſuch Grandis bei Curtius hat in keiner
Weiſe einen Verlauf genommen oder einen Zweck verfolgt, der
die Auslaſſungen des muſſoliniſchen Blattes mit ſeinem gro=
tesken
Satz, daß dieſe Beſprechung vielleicht die wichtigſte ſeit
Verſailles geweſen ſei, auch nur im geringſten berechtigt er=
ſcheinen
laſſen könnte. Man darf aus dieſer Gegenüberſtellung
deſſen, was man in Italien offiziös verbreitet, und deſſen,
was wahr iſt, immerhin ſchon ſeine Schlüſſe ziehen, wie viel
Sicherheit eine Zuſammenarbeit mit Italien im Ernſtfalle bie=
tet
. Was heutzutage von Italien vor der Oeffeutlichkeit gezeigt
wird, dient zunächſt durchaus nur zur Hebung der eigenen
Woral.

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Seite 2

Freitag, den 30. Januar 1931

Nummer 30

Die Sozialiſten und die Konſtikukionellen lehnen
Wahlbekeiligung ab. Die Ankwort der Regierung.
EP. Madrid, 29. Januar.
In einer Sitzung des Staatsrates erklärte ein ſozialiſtiſches
Mitglied, die ſpaniſche Sozialiſtiſche Partei werde an den auf
den 1. März feſtgeſetzten Parlamentswahlen nicht teilnehmen,
da weder die Regierung des Generals Berenguer noch das vor=
geſchlagene
Wahlſyſtem ausreichende Garantien böten.
Die fünf hervorragendſten Führer der Konſtitutioualiſten
darunter der ehemalige Miniſterpräſident Sanchez Guerra, der
ehemalige Kammerpräſident Alvarez und der ehemalige liberale
Miniſter Villanueva hielten eine Beſprechung ab, nach deren
Schluß ſie ebenfalls erklärten, daß ſie den Wahlen ſernbleiben
würden. Sie betrachten die Einberufung einer konſtitutio=
nellen
Verſammlung als unbedingt notwendig für die Wieder=
herſtellung
der öffentlichen Ordnung, der Freiheit und der
Gerechtigkeit in Spanien und zur Vermeidung von Aufſtänden.
Unter den gegenwärtigen Umſtänden hielten ſie es daher für un=
möglich
, an den bevorſtehenden Generalwahlen teilzunehmen.
Zu dieſen Erklärungen äußerſt ſich der ſpaniſche Innen=
miniſter
Matos, die Regierung könne den Willen des Landes
nicht beeinfluſſen, aber ſie werde ihre Pläne nicht ändern. Sie
werde den vorgezeichneten Weg gehen und die Wahlen veran=
ſtalten
, weil ſie ein Parlament für unbedingt nötig halte. Die=
ſes
Parlament werde ſtark genug ſein, um alle Probleme zu
löſen. Es werde einen ebenſo konſtituierenden Charakter haben,
wie die von den Konſtitutionaliſten verlangten Cortes. Die
Regierung könne jedoch einer Einheitskammer nicht zuſtimmen.
Unbekümmert darum, welche Haltung die Sozialiſten, Repu=
blikaner
und die Konſtitutionaliſten einnehmen, werde die Re=
gierung
vor das Parlament treten, um ihre Miſſion zu erfüllen.
Faſt die gleiche Erklärung gab Miniſterpräſident General
Berenguer ab. Die Wahlen, ſo fügte er hinzu, würden die
Meinung des Landes kundtun. Falls die Regierung nicht eine
genügende Unterſtützung bei der Bevölkerung finde, wiſſe ſie
genau, wie ſie ſich zu verhalten habe.
* Bekanntlich hat die Regierung Berenguer den Beſchluß ge=
faßt
, die Wahlen zum ſpaniſchen Parlament, mit dem die Regie=
rung
die letzten Reſte der Diktatur Primo de Riveras beſeitigen
will, am 1. März ds. Js. vorzunehmen. Der Wahlfeldzug ſoll am
8. Februar beginnen. Zu dieſem Termin will die Regierung
Berenguer auch den Belagerungszuſtand aufheben. Die Regierung
hat jedoch aus ihren Abſichten keinen Hehl gemacht und die Par=
teien
wiſſen laſſen, daß ſie in dem Augenblick wieder den Bela=
gerungszuſtand
verhängen, werde, in dem es zu Wahlunruhen
kommen wird. Bei dem gegenwärtig in Spanien herrſchenden
Zuſtand das Land lebt ſeit den verſchiedenen Militäraufſtän=
den
, die allerdings faſt ebenſo raſch niedergeſchlagen wurden, wie
ſie ausbrachen, wie in einem wahren Fieberzuſtand ſind Zu=
ſammenſtöße
während des Wahlfeldzuges unvermeidlich. Die Er=
klärung
der Regierung mußte daher bei den Parteien und ihren
Führern Zweifel in die ehrlichen Abſichten der Regierung aus=
löſen
. Sie hat in den politiſchen Kreiſen Spaniens nicht geringe
Beunruhigung hervorgerufen. Ihre Wirkung zeigt ſich bereits in
der Ablehnung jeder Wahlbeteiligung bei den Sozialiſten, Libe=
ralen
und Konſtitutionellen, die in dem Wahlſyſtem der ſpaniſchen
Regierung keine ausreichende Garantie für die Durchführung
einer unparteiiſchen Wahl erblicken. Für ihr Syſtem hat die Re=
gierung
Berenguer bisher nur die Unterſtützung der äußerſten
Rechten gefunden, die unter der Führung des konſervativen Kata=
loniers
Cambo ſteht. Gleichwohl hält die Regierung, die ohne
Zweifel den guten Willen hat, Spanien zu normalen verfaſſungs=
mäßigen
Zuſtänden zurückzuführen, an dem von ihr eingeſchla=
genen
Kurs feſt. Aber die Widerſtände, die ſich ihr bei der Durch=
führung
ihres Programms in den Weg ſtellen, ſind nicht gering.
Die Ablehnung der Konſtitutionellen wird in Madrider politi=
ſchen
Kreiſen als eine Herausforderung der Monarchie bezeichnet,
die unter Umſtänden die Demiſſion des Kabinetts Berenguer zur
Folge haben könne. Außerdem wird auch wieder mit dem Ge=
danken
einer Militärdiktatur geſpielt, die nach der Meinung
ſpaniſcher Republikaner ein Wiederaufflackern der revolutionären
Bewegung zur Folge haben wird. Spanien bedarf unter dieſen
Umſtänden mehr als je einer ſtarken Hand, die die Zügel der Re=
gierung
feſt in der Hand hält. Ob Berenguer die ſtarke Perſön=
lichkeit
iſt, das Staatsſchiff mit feſter Hand durch die innenpoliti=
ſchen
Klippen hindurchzuſteuern, wird die Zukunft erweiſen
müſſen. Ueberraſchungen ſind in Spanien nach den Ereigniſſen
der letzten Zeit nicht ausgeſchloſſen.
d-r.

Vom Tage.
Im Aelteſtenrat des Preußiſchen Landtags äußerten die
Oppoſitionsparteien Bedenken gegen die Erledigung des Haushalts bis
Oſtern, die ſie als überſtürzt bezeichneten.
Der Haushaltsausſchuß des Reichstags ſetzte am
Donnerstag die Beratung des Etats des Reichsernäh=
rungsminiſteriums
fort.
Die Minderheitenbeſchwerde der deutſchen Seck=
ler
in Rumänien iſt in den letzten Tagen in Genf von dem Min=
derheiten
=Dreierausſchuß des Völkerbundes behandelt worden. Wie ver=
lautet
, wird dieſe Beſchwerde auf die Tagesordnung der
Maitagung des Völkerbundsrates geſetzt werden, die am
9. Mai in Genf beginnt. Die verſchiedenen ukrainiſchen Minder=
heitenbeſchwerden
werden vom Dreier=Ausſchuß Henderſon=Pilotti= Mo=
winckel
Mitte Februar in London beraten.
Das Polniſche Miniſterium für Handel und Induſtrie dementiert
die von einem Berliner wirtſchaftlichen Fachblatt am 22. Januar ge=
brachte
Meldung über die angebliche Abſicht der polniſchen Regierung,
ein dreimonatiges Moratorium für Polen zu ver
kündigen. Die Meldung iſt vollſtändig aus der Luft gegriffen.
Die Bank von Frankreich weiſt in der vergangenen Berichts=
woche
eine außerordentlich hohe Goldzufuhr aus. Ihr Goldbeſtand iſt
um 641 Millionen Franken angeſtiegen und überſteigt zum erſten Male
55 Milliarden Franken.
Durch die Neubildung der franzöſiſchen Regierung iſt in den Be
ratungen über die deutſch=franzöſiſchen Sachlieferungs=
verträge
vom Jahre 1928 eine Unterbrechung eingetreten. Dieſe
Beſprechungen werden demnächſt mit dem Handelsminiſter wieder auf=
genommen
,
Der Präſident der engliſchen National=Provinzial=Bank, Sir Harry
Goſhen, forderte in einer Rede auf der Jahresverſammlung der Bank=
aktionäre
ein gewiſſes Maß von Protektion für die engliſche
Induſtrie.
Das engliſche Unterhaus hat die Gewerkſchaftsvorlage in
zweiter Leſung mit 277 gegen 250 Stimmen angenommen.
Die Konſervativen, die mit dem Abſtimmungsergebnis natürlich
wenig zufrieden ſind, haben bereits eine neue Offenſive gegen die Re=
gierung
angekündigt. Sie haben einen Mißtrauensantrag gegen die
Regierung auf die Tagesordnung einer der nächſten Unterhausſitzungen
ſetzen laſſen.
Das Erſuchen Sir Oswald Mosleys, des Führers der oppoſitionel=
len
Unabhängigen engliſchen Arbeiterpartei, durch die Exekutive der
Arbeiterpartei einen außerordentlichen Parteitag zur
Behandlung des Arbeitsloſenproblems einzuberufen, iſt in einer Sitzung
der Exekutive am Mittwoch abend mit 19 gegen 2 Stimmen abge=
lehnt
worden. Es iſt dies die zweite Niederlage Mosleys in den
wenigen Tagen in ſeinen Bemühungen, die Arbeiterpartei zu einer
energiſcheren Arbeitsloſenpolitik zu bewegen.
Die Sowjetregierung hat den Bau von zwei Funk=
ſtationen
, die im Jahre 1932 fertiggeſtellt werden ſollen, genehmigt.
Die erſte Funkſtation ſoll in Noginſk in der Nähe von Moskau und die
zweite in Nowoſibirſk errichtet werden. Beide Sender ſollen durch=
ſchnittlich
mit 100125 Kilowatt arbeiten und der internationalen kom=
muniſtiſchen
Propaganda dienen, und zwar die erſte Station in euro=
päiſchen
Sprachen und die zweite in chineſiſcher und japaniſcher Sprache.

Ein Neger im franzöſiſchen Kabineik.

Unterſtaatsſekretär im franzöſiſchen Kolonialminiſterium Diagne.
Eine intereſſante Neuheit im Zuſammenhang mit der Bildung
des Kabinetts Laval iſt die Ernennung des ſchwarzen Abgeord=
neten
Diagne zum Unterſtaatsſekretär im Kolonialminiſterium.
Zum erſten Male in der franzöſiſchen Geſchichte und in der Ge=
ſchichte
der europäiſchen Nationen überhaupt iſt ein Neger Mit
glied der Regierung einer europäiſchen Großmacht geworden.

zuuruftang!
Belgiens Rüſtungen vor der Kammer.
EP. Brüſſel, 29. Januar.
Der liberale. Abgeordnete Marquet interpellierte in der
Kammer den Landesverteidigungsminiſter de Brocquebille über
die nach England vergebenen Aufträge auf Militärflugzeuge.
Der Abgeordnete warf dem Miniſter vor, daß dadurch der mit
Schwierigkeiten kämpfenden belgiſchen Induſtrie Lieferungen in
Höhe von 48 Millionen Franken entgangen ſeien. Der Sozia=
liſt
Mathieu ſchloß ſich dieſer Kritik an und wies darcuf hin,
daß das belgiſche Flugweſen einen bedenklichen Verfall aufweiſe.
Während im Weltkrieg nur 60 belgiſche Flieger getötet wurden,
ſeien ſeit Ende 1928 nicht weniger als 104 Flieger durch Abſturz
ums Leben gekommen.
Der Miniſter verteidigte die Eihaufspolitik der ihm unter=
ſtellten
Dienſtzweige, verſicherte aber, er werde alles tun, um die
Zahl der Unfälle zu vermindern und die belgiſche Induſtrie in
Zukunft bei der Vergebung von Aufträgen ſtärker zu berückſich=
tigen
. Die Interpellanten beantragten ſchließlich die Einſetzung
einer parlamentariſchen Unterſuchungskomiſſion, worüber auf
einer ſpäteren Sitzung abgeſtimmt werden ſoll.
In der Spezialkommiſſion, welche die außerordentlichen
Kredite für die Landesverteidigung zu prüfen hat, ſetzte Kriegs=
miniſter
de Brocqueville ſeine Ausführungen fort. Die Luftver=
teidigung
Belgiens koſte 700 Millionen Franken. Der Ausbau
der Grenzverteidigungslinie verſchlinge 1300 Millionen Franken
und werde im Jahre 1935 beendet ſein. Ueber das belgiſch=
franzöſiſche
Militärbündnis ſprach Innenminiſter Devece. Die=
ſer
Vertrag überlaſſe es völlig Belgien, ob es an eventuellen
militäriſchen Operationen teilnehmen wolle oder nicht. Er lehnte
den von General Hellebront gemachten Vorſchlag auf Schaffung
von ſechs neuen Diviſionen ab, die den Staat zuviel koſten wür=
den
. Der Kriegsminiſter gab dann einige techniſche Einzelheiten
über die Verteidigungsorganiſationen bekannt. Die Forts von
Lüttich dienten als Manäverfeld und erlaubten der Armee, zwi=
ſchen
Lüttich und der Grenze ihre Manöveroperationen durchzu=
führen
. Ueber die Wiedererrichtung zerſtörter Forts gab der
Kriegsminiſter bekannt, daß in Lüttich von den 12 Forts 8 wie=
der
aufgebaut würden. Das koſte den Staat 57 Millionen Fran=
ken
, und wenn alle verlangten Kredite prompt bewilligt würden,
könne Belgiens Verteidigungsorganiſation Ende des Jahres
1934 verwirklicht ſein. Ein Abgeordneter bemerkte in der
nachfolgenden allgemeinen Ausſprache, die Theorie des freien
Durchmarſches für fremde Armeen durch Belgien hätte zur
Folge, daß der Krieg erneut auf Belgiens Rücken ausgetragen
würde. Der Völkerbund könne trotz all dem Guten, was er ge=
leiſtet
habe und zu leiſten verſpreche, Belgien nicht die Garantien
geben, die es völlig zufriedenſtellen könnte.
Die Radikalen und Sozialiſten gegen Laval.
Paris, 29. Januar.
Die Sozialiſtiſche Partei erteilt heute dem Kabinett Laval
durch Léon Blum in einem Artikel des Populaire eine ſehr
energiſche Abſage. Es heißt darin, das Kabinett Laval ſei
für die Sozialiſten nur eine andere Aufmachung des Kabinetts
Tardien.
Die Radikale Kammerfraktion hat beſchloſſen, gegen die
neue Regierung Laval zu ſtimmen, und hat ihren Mitgliedern
ſtrengſte Parteidiſziplin auferlegt. Ueber die allgemeine Poli=
tik
der Regierung ſind bisher drei Interpellationen eingereicht
worden, und zwar von dem Kommuniſten Cachin, dem Sozia=
liſten
Paul Faure und dem Radikalen Richard. In die De=
batte
über die Tagesordnung wird Franklin=Bouillon eingreifen.

Die Lage der amerikaniſchen Finanzen bezeichnete
Schatzſekretär Mellon in einer Erklärung als ſehr un befriedigend.
Die Regierung werde das laufende Fiskaljahr vorausſichtlich mit einem
Defizit von 370 Millionen Dollar abſchließen Dieſe Tat=
ſache
iſt um ſo bemerkenswerter, als ſeit dem Kriegsende bisher über=
haupt
noch kein Defizit im amerikaniſchen Staatshaushalt zu ver=
zeichnen
war.
Der ameri kaniſche General Smedley Butler wird
vor ein Kriegsgericht geſtellt werden. Der General hatte
vor kurzem eine Rede gehalten, in der er beleidigende Wen=
dungen
gegen Muſſolini gebrauchte. Die Rede hatte einen
Proteſt des italieniſchen Botſchafters in Waſhington zur Folge, Staats=
ſekretär
Stimſon hat gleichzeitig eine Note des Bedauerns und der Ent=
ſchuldigung
wegen der Rede Butlers an die italieniſche Regierung
gerichtet.

Zu leinem 150. Geburtstag (30. Januar).
Von Profeſſor Dr. phil. h. c. Karl Berger.
Eine Unſterblichkeit von fünfzig Jahren, das war das
Höchſte, zu dem ſich die Hoffnungen Chamiſſos in jener glück=
lichen
Stunde verſtiegen, in der man ihm mitteilte, einige ſeiner
Gedichte ſeien in die Schulleſebücher aufgenommen worden.
Und nun iſt der Name des Beſcheidenen ſchon von mehr als
hundertjährigem Ruhm umleuchtet, und als Sänger der deut=
ſchen
Familie wird er ebenſo lebendig bleiben wie alé Welt=
uimſegler
unter unſeren Poeten, der der deutſchen Dichtung
neue Stoffe und Formen erobert hat. Seine dichteriſche Per=
ſönlichkeit
iſt eine einzigartige, unvergleichliche Erſcheinung in
der geſamten Weltliteratur. Als Sproß einer franzöſiſchen
Adelsfamilie am 30. Januar 1781 auf Schloß Boncourt in der
Champagne geboren, wurde Charles Louis Adelaide de Chamiſſo
im Jahre 1790 durch ſeine den Revolutionswirren entfliehenden
Eltern nach Preußen verpflanzt. Dort entwickelt er ſich im
Zeitalter der größten franzöſiſchen Machtentfaltung und der
tiefſten Erniedrigung Deutſchlands ſo völlig zum Deutſchen, daß
er einer unſerer volkstümlichſten Dichter werden konnte. Ein
Wunder, in dem man früher einen Beweis für die Macht der
Umgebung und Erziehung über die Raſſe erblickte. Nach heuti=
ger
Wiſſenſchaft aber darf man umgekehrt ſchließen: das frän=
kiſche
Blut, die germaniſche Erbmaſſe verlieh dem nordfranzö=
ſiſchen
Edling eine Wahlverwandtſchaft zum Deutſchtum, die
ihn befähigte, ſich ganz in dieſes einzuleben. So ſpuchs er als
Fähnrich und Leutnant in einem Berliner Regiment in die
preußiſch=patriotiſche Gemüts= und Willensrichtung wider die
napoleoniſche Gewaltherrſchaft hinein, und ſo machte er auch
den Feldzug von 1806 mit. Seine Teilnahme an der deutſchen
Literatur hatte ſchon vorher begonnen: mit Varnhagen von
Enſe, Eduard Hitzig und anderen in einem Dichterbund Der
Nordſtern vereinigt, gab der junge deutſchgebildete Franzoſe
von 1804 bis 1806 einen eigenen Muſenalmanach beraus, in
dem von ihm ein einaktiger Fauſt und Adelberts Fabel
ein kleines ſymboliſches Märchen, gedruckt wurden. Nachdem
er mit tiefem Ingrimm der Sccle über die ſchimpfliche Ueber=
gabe
der Feſtung Hamelen, leines letzten Standorts, aus der
dreußiſchen Armee geſchieden war, widmete er ſich in Jahren
qualvollen Widerſtreits zwiſchen der Anhänglichkeit, an das
Land ſeiner Bäter und der Liebe zu ſeiner unglücklichen neuen
Heimat, dem Lande ſeines geiſtigen Lebens, uaturwiſſenſchaft=
lichen
und mediziniſchen Studien. Weder in Berlin noch in
Genf oder Coppet, an der Seite der Frau von Staél, fand der

von inneren Kämpfen zerriſſene Träumer die erſehnte Ruhe.
Damals klagte er: Ich habe kein Vaterland mehr und noch
kein Vaterland; die Zeit hat nur für mich kein Schwert. Und
ein anders Mal: Frankreich iſt mir verhaßt, und Deutſchland
iſt nicht mehr. Aus dieſer Stimmung heraus, als ein Mann
ohne feſten Lebensmittelpunkt, den man als einen Franzoſen
in Deutſchland und Deutſchen in Frankreich, als Ratholiken
unter Proteſtanten, Proteſtanten unter Katholiken, Jakobiner
unter den Ariſtokraten und unter Demokraten als Adeligen an=
ſah
, aus dieſem Zwieſpalt heraus hat Chamiſſo 1813 ſeinen
Peter Schlemihl, die wunderſame Geſchichte des Mannes
ohne Schatten, gedichtet, eines der beſten Werke der deutſchen
Romantik.
Aus der leidvollen Geſchichte Schlemihls, der ſchließlich mit
Siebenmeilenſtiefeln dem Hohne der Menſchen entrinnt und in
die friedensvolle Stille der Natur flüchtet, klingt es auch ſchon wie
eine Vorahnung des künftigen Weltumſeglerberufes des Dichters.
Die Gelegenheit dazu bot ſich nach den Befreiungskriegen: im
Juli 1815 ſchloß ſich Chamiſſo mit Otto von Kotzebue dem ruſſi=
ſchen
Grafen Romanzoff zu einer Reiſe um die Erde an, die
bis in den Oktober 1818 dauerte, ſeine naturwiſſenſchaftlichen
Kenntniſſe bereicherte und ihm maſchen dichteriſchen Stoff bot.
Nach ſeiner Rückkehr erhielt er in Berlin eine Anſtellung als
Adjunkt am Botaniſchen Garten, wurde dann Vorſteher der
königlichen Herbarien und 1835 Mitglied der Akademie der
Wiſſenſchaften. Was Chamiſſo als Naturforſcher bedeutet, iſt
aus ſeinen Bemerkungen und Anſichten über ſeine Ent=
deckungsreiſe
, aus dem Tagebuch auf einer Reiſe um die Welt
und derſchiedenen botaniſchen Arbeiten zu erkennen, außerdem
von keinem Geringeren als Emil du Bois=Reymond in einer
beſonderen Schrift gewürdigt worden. Als eigentlichen Dichter
fühlte und betrachtete ſich Chamiſſo noch lange Zeit nach ſeiner
Heimkehr nicht. Erſt uim das Jahr 1287 erwachte durch den Ein=
fluß
Uhlands und der deutſchen wie der franzöſiſchen Romantik
ſein poetiſcher Schaffenstrieb aufs neue und ſtärker als je zuvor.
Nun entſtanden (bis zu feinem Tode am 21. Auguſt 1838) alle
die Dichtungen, die neben dem Schlemihl Chamiſſos Ruhm be=
gründet
haben. Sie erweiſen den Dichter nach eiiem Worte
Hebbels als ein einjaugendes und aneignendes, weniger als
ein ausſtrömendes, nur aus ſeinem Innern ſchöpfendes Talent,
daher aber auch von einem Reichtum und einer Vielſeitigkeit der
Töne und Stimmungen, der Stoffe und Formen, wie man ſie
bei unſeren älteren Dichtern kaum wieder trifft. Selten dient
ihm die Poeſie zur Ausſprache eigener Schmerzen und Schick=
ſale
, wie in dem von wehmutsvollen Jügenderinnerringen er
füllten Sehnſuchtsgedicht Das Schloß Bonrourt; lieber ſingt
er im Namen anderer, ſo tvenn er dem Knaben die bewegliche
Klage in den Mund legt, daß ihm verwehrt ſei, mit in den
Kampf zu ziehen, oder wenn er in dem (ſpäter durch Schumanns

Kompoſition beſchwingten) Liederzyklus das liebende Mädchen
der Frauen Liebe und Leben verherrlichen läßt. Dichteriſch
noch wertvoller ſind die meiſten Lieder der Reihe Lebens=
Lieder und =Bilder, eines liebenswürdigen Seitenſtücks zu
Schillers Glocke. Unverwüſtlich ſind Chamiſſos lyriſch=epiſche
Schöpfungen (wie Das Rieſenſpielzeug und andere Balladen
nach deutſchen, orientaliſchen und ruſſiſchen Volksſagen), für
ſeinen Humor, zeugen zahlreiche heitere Schwänke, wie die
Tragiſche Geſchichte vom Zopf, die luſtigen Verserzählungen
Böſer Markt‟ Der rechte Barbier Kleidermacher=Mut
Der Szekler Landtag u. a. In manchen davon findet ſich
eine politiſche Tendenz, und damit reicht der Dichter ſchon
hinüber in die bald nach ſeinem Tode einſetzende Zeitſpanne
der politiſchen und ſozialen Poeſie. Einfache Bilder und Typen
aus dem Volksleben, wie die von der alten Waſchfrau, vom
Bettler und ſeinem Hund, vom Juvaliden im Irrenhaus, ge=
hören
hierher. Aus Chamiſſos Nachtwächterlied ſtammt das
geflügelte Wort; Und der König abſolut, wenn er unſern
Willen tut, und in einem Trinkſpruch von 1831 vernehmen wir
von der nahenden Zeit, wo donnernd der Geſchichte Strom
die ſtarren, langgebegten Eiſesfeſſeln ſprengt.
Chamiſſos vorzüglichſte Dichtungen, die erſchütternde Robin=
ſonade
Salaz y Gomez‟. Die Kreuzſchau, Die ſtille Ge=
meinde
ſind in Terzinen gedichtet, einer Form, die er für die
deutſche Verskunſt recht eigentlich erobert hat. Zahlreiche
Ueberſetzungen von Gedichten der Franzoſen Millvoye, Viktor
Hugo, Béranger, Mériméa, des Dänen Anderſen (Es geht
bei gedämpftem Trommelklang), von litauiſchen, malayiſchen,
isländiſchen Verſen und ſolchen der Südſee=Inſulaner zeigen,
daß dieſer poetiſche Eroberer bei allen Völkern und in allen
Zonen daheim war. Aber ſchließlich beweiſen auch dieſe Ent=
deckungsfahrten
, daß der Franzoſe ein Deutſcher geworden war,
ein Sohn und Zögling der nach neuen Stoffen, Tönen und
Farben, nach Urſprünglichem und Volkstümlichem unerſättlich
die ganze Welt durchſtreifenden deutſchen Romantik.

im Städtiſchen Saalbau am Donnerstag, den 29. Januar.
In der Vortragsfolge waren für das Orcheſter Werke aus=
gewählt
worden, die den Streichern den Vorrang gaben und
darum für die beachtenswert guten Klangkörper des Inſtrumental=
Vereins (Orcheſter der Städt. Akademie für Tonkunſt) ſich als be=
ſonders
günſtig erwieſen. Prof. Wilhelm Schmitt brachte zuerſt
die Ouvertüre zu Luigi Cherubinis Oper Meder, ein Werk voll
dramatiſcher Akzente, Gegenſätze und geiſtvoller Einfälle, das es

[ ][  ][ ]

Nummer 30

Freitag, den 30. Januar 1931

Seite 3

Auf 45 Schüler eine Rormal=Lehrerſtelle. Sonderklaſſen nur noch auf Koften der Gemeinden.
den gegenwärtigen Inhabern, ſtellt ſich der
Beitrag nur auf die Hälfte. Durch dieſe Vorſchrift
Muut and Antgen.

* Der Finanzausſchuß des Landtages ſetzte geſtern die
Etatberatung bei Kapitel 54 Stellvertretungs= und Aushilfs=
koſten
im Miniſterium für Kultus und Bildungsweſen fort.
In der Ausſprache wurde die Frage angeſchnitten, ob es nicht
zweckmäßig ſei, ſämtliche Beamtenſtellen wie die
Lehrerſtellen zur freien Bewerbung auszu=
ſchreiben
. Zu einer einheitlichen Willensbildung kam man
im Ausſchuß noch nicht. Der Ausſchuß wünſcht von der Re=
gierung
eine Uleberſicht über die Umzugskoſten und die Grund=
ſätze
bei der Gewährung von Umzugsvergütungen. Gegen den
Widerſpruch der Regierung ſtimmte der Ausſchuß mit 12:1
Stimme der Streichung des Betrages von 5000 RM. für
Stellvertretungs= und Aushilfskoſten zu. Ein=
ſtimmig
wurde dann das Kapitel genehmigt, ebenſo Kapitel 55
Poſtgebühren mit 000 RM. Ausgaben.
Bei Kapitel 56 Kirchen entſpann ſich eine längere Aus=
einanderſetzung
über den von Zentrum, Volkspartei, Deutſch=
nationalen
, Landbund und VRP. eingebrachten Antrag, wie
in den Vorjahren die Regierung zu ermächtigen,
den Kirchen ein weiteres Darlehen bis zu 600 000 RM.
zu gewähren.
Einige ſozialdemokratiſche Ausſchußmitglieder machten plötzlich
2 die Entdeckung, daß für dieſen Betrag keine Deckung vorhan=
den
ſei. Zudem ſei den Kirchen das Beſteuerungsrecht der=
liehen
und ſie ſollten davon Gebrauch machen. Von Regierungs=
ſeite
wurde erwidert, daß die Kirchen in ihren perſön=
lichen
Ausgaben größere Einſchränkungen
durchgeführt hätten als der Staat. Zudem werde
der Betrag als Darlehen gegeben. Ueber die Aufrechnung ein=
ſchließlich
der Zinſen werde von dem im beiderſeitigen Einver=
nehmen
eingeſetzten Schiedsgericht entſchieden. Mit der
endgültigen Auseinanderſetzung zwiſchen dem Staat und den
Kirchen durch den Spruch des Schiedsgerichts könne noch in
dieſem Jahre gerechnet werden. Bis jetzt hätten die Kir=
chen
insgeſamt 3,7 Millionen RM. Darlehen erhalten. Der
Antrag wird mit 8:2 Stimmen bei 3 Enthaltungen angenom=
men
. Mit dem gleichen Stimmenverhältnis der bürgerlichen
Ausſchußmitglieder wird das Kapitel mit 743000 RM. Aus=
gaben
genehmigt.
Von ſozialdemokratiſcher Seite wurde auf eine Mitteilung
des Evangeliſchen Preſſeverbandes, hingewvieſen,
wonach die evangeliſchen Beamten gegenüber den
Beamten anderer Konfeſſionen benachteiligt
ſeien. Die Regierung erklärte, von einer Benachteiligung
könne keine Rede ſein und das Landeskirchenamt ſei ge=
beten
worden, den Verfaſſer des Artikels zur Bekanntgabe
ſeines Materials zu veranlaſſen.

Das Volksſchulweſen

erfordert in Kabitel 57 23 580 287 RM. Ausgaben (im
Vorjahr 24 352 133 RM.) beigt1 000 RM. (73,5 000
RM.) Einnahmen. Der Berichterſtatter wies darauf hin,
daß dieſes Kabitel eine Verbeſſerung um nahezu 1 Million
bringe. Die Beiträge der Gemeinden zu den perſön=
lichen
Koſten der Volksſchulen ſind um 175 000 RM. auf
910 000 RM. geſtiegen. Die von der Regiernng inzwi=
ſchen
ausgearbeitete
Neuregelung der Volksſchule
iſt wie folgt gedacht:
Für die Feſtlegung der Stellenbeiträge werden die Schul=
ſtellen
einer Gemeinde in Normal= und Mehr=Stellen unter=
ſchieden
. Nach dem Schülerſtand vom 10. Mai 1930 ſoll auf je
45 Schüler eine Normalſtelle und daneben auf
je 1000 Schüler eine weitere Normalſtelle ent=
fallen
. Iſt die Schülerzahl nicht ohne Reſt durch die Meß=
zahl
15 bzw. 1000 teilbar, ſo wird auf die nächſtliegende teil=
bare
Zahl auf= und abgerundet. Für die ſich ergebenden Nor=
malſtellen
iſt wie bisher ein Beitrag von 200 NM.
zu entrichten. Die Mehrſtellen ſind aufzuheben
oder die Gemeindenhaben fürſie einen Stellen=
beitrag
zu leiſten, in Gemeinden bis zu 1000 Einwohner von
1000 RM., bis zu 5000 Einwohnern von 2000 RM., bis 10 000
Einwohner von 3000 RM. und über 10 000 Einwohner von
3500 RM. Bei der Beſetzung der Mehrſtellen mit

ſoll der Uebergang auf die zukünftige Regelung erleichtert und
gemildert werden. Nach der geplanten Neuregelung zerfallen
die gegenwärtig vorhandenen 3671 Schulſtellen
in 3501 Normal= und 170 Mehrſtellen. Um lei=
ſtungsſchwachen
Gemeinden entgegenkommen zu
können, ſind im Etat 120 000 RM. (im Vorjahre 50 000
R M.) eingeſtellt.
Vom Landbund wird beantragt, die Meßzahl von 45 auf 50
Schüler zu erhöhen, und die Klaſſen mit erweitertem Lehrziel
ganz aufzuheben. Von den übrigen Parteien liegen bereits zahl=
reiche
Anträge zu Einzelfragen vor, auf die wir bei der Ab=
ſtimmung
noch zurückkommen.
Die Regierung ließ erklären,
daß bei der Uebernahme der Volksſchule auf den Staat die
Schulverhältniſſe in den einzelnen Gemeinden außerordentlich
verſchieden lagen. Neben ſehr ſchwachen Gemeinden zählte
man Klaſſen mit mehr als 100 Kindern. Hier mußte der Staat
ausgleichen, zunächſt durch Teilung übergroßer Klaſſen und Er=
richtung
neuer Schulſtellen. Seit dem Jahre 1924 begann ein
Abbau ſchwachbeſetzter Klaſſen. Die neue Regelung ſtelle auf
dem Wege zum völligen Ausgleich einen bedeutenden Schritt
dar. Vor allem bringe ſie eine für jede Gemeinde gleiche nach
oben begrenzte Beteiligung des Staates. Wenn Gemeinden
Mehrſtellen, alſo namentlich Förderklaſſen, einrichten wollen,
dann müſſen ſie auch erhöhte Beiträge zahlen, womit gleich=
zeitig
die Verautwortung am eigenen Schulweſen verſtärkt
wird. Mit der Zeit werde ſich übrigens die
Meßzahl von jetzt 45 Schülern noch etwas er=
höhen
, denn die Schule ſtehe einer ſtarken Schülerzu=
nahme
gegenüber. Für 1930 zählte man 158 000 Schüler,
1931 werden es vorausſichtlich 168 000 ſein. Bis 1933 dürfte die
Schülerzahl auf etwa 185 000 ſteigen, um in den nächſten Jahren
zunächſt raſcher, dann langſamer abzugleiten. Von 1940 ab ſchätze
man 150160 000 Schüler. In Preußen liege die Meßzahl zur=
zeit
auf 60, in Baden auf 55 Schülern. Ein großer Vorzug
dieſer Regelung ſei, daß der ſeit 10 Jahren be=
ſtehende
Streit über die Benachteiligung des
flachen Landes endgültig begraben werde. Die
lebhaften Diskuſſionen um die Sonderklaſſen
uſw. hätten nun keinen Boden mehr. Der Vorſchlag
ſchaffe größtmöglichſte Gerechtigkeit, und laſſe jede Möglichkeit
zu Aenderungen zu. Der Ausſchuß ſetzt die Ausſprache heute
ſort.
Der Etat enthält u. a. die Beſtimmung, daß Aenderun=
gen
in der Einteilung der Kreiſe, wodurch Kreis=
ämter
in Wegfall kommen, auch den Wegfall der betreffenden
Kreisſchulämter und Kreisſchulratsſtellen bedingen. Die Stel=
len
gelten nur auf den Inhaber beivilligt.
In der Sitzung des Petitionsausſchuſſes bean=
tragte
Abg. Dr. Wolf=Mainz (VRP.)
das Stahlhelmverbot in den heſſiſchen Schulen aufzuheben.
Dr. Wolf betonte, der Stahlhelm ſtehe nicht im Gegenſatz zum
Staat, ſondern ſei eine überparteiliche Organiſation. Er per=
ſönlich
trete für die republikaniſche Erziehung der Jugend ein
Kultusminiſter Dr. Adelung wies auhand zahlreicher
Aeußerungen von Stahlhelmführern nach, daß dieſe anderer
Meinung ſeien als der Antragſteller. Die Rede des Stahlhelm=
führers
Düſterberg in Mainz ſei empörend geweſen. Die
heſſiſche Regierung mache an ſich möglichſt wenig Gebrauch von
Verboten und bleibe bemüht, die politiſche Meinungsfreiheit
nach Möglichkeit zu reſpektieren. Die Beamten hätten ſich jedoch
ſtreng jeder Verächtlichmachung des Staates und ſeiner Ein=
richtungen
zu enthalten, wenn ſie nicht rückſichtsloſe Beſtrafung
erwwarten wvollten. Der Geiſt des Stahlhelm, nicht wie ihn
Abg. Dr. Wolf ſchildere, ſondern wie er tatſächlich ſei, ent=
ſpreche
nicht den erzieheriſchen Grundſätzen für die Schulen der
Republik. Der Antrag wurde vom Ausſchuß abgelehnt, die
Regierung jedoch erſucht, jegliche Politiſie=
rung
der Jugend in der Schule zu unterbinden.
Ein Antrag der kommuniſtiſchen Oppoſition, die Bahn=
ſtrecke
DarmſtadtGroß=Zimmern auszubauen,
der dem Miniſterium als Material überwieſen wird, gab dem
Ausſchuß Veranlaſſung, die Regierung zu erſuchen, ſämtliche
ſchwebenden Bahnprojekte, insbeſondere der Strecken
FürthReichelsheim, Bensheim Lindenfels,
Groß=Zimmern Groß=Umſtadt auf ihre Not=
wendigkeit
zu prüfen und bei der Reichsregie=

rung zur Durchfährung als Notſtandsarbeiten
einzureichen. Abg. Weſp=Zentr. erſuchte die Regierung,
dafür zu ſorgen, daß endlich das Projekt der elektriſchen
Straßenbahn DarmſtadtJugenheim mit Ener=
gie
in Angriff genommen werde. Der Ausſchuß ſtimmt einem
Zentrumsantrag, der von der Reichsregierung Maßnahmen
gegen die Lehrlingsentlaſſungen wünſcht, zu.
Der Ausſchuß ſetzt ſeine Beratungen heute fort.
Auch der Geſetzgebungsausſchuß
hielt eine Sitzung ab, in der zahlreiche Eingaben erledigt wur=
den
. Der volksparteiliche Antrag, die ſtarke Beſchäfti=
gung
von Strafgefangenen einzuſtellen, wird der Re=
gierung
als Material überwieſen. Abg. Dr. Wolf=VRP. zog
ſeinen Antrag wegen der Strafverfahren gegen Anti=
Separatiſten zurück. Der Ausſchuß wird am 12.
Februar mit der neuen Gemeindeordnung ſeine Arbeiten
fortſetzen.
Spalkung der öſterreichiſchen Heimwehren.
Wien, 29. Januar.
Der Bundesführer der öſterreichiſchen Heimwehren, Fürſt
Starhemberg, legte nach einer ergebnislos verlaufenen, ſehr er=
regten
Sitzung den Heimwehrführern der Länder eine Geſchäfts=
ordnung
vor, durch die der Bundesführung diktatoriſche Gewalt
übertragen und das Recht eingeräumt werden ſoll, Landesführer
ihres Poſtens zu entheben. Gleichzeitig wurde verfügt, daß
Major Fey=Wien von der Führung des Heimwehrverbandes
zurückzutreten habe und das Reichskommando der Eiſenbahner=
wehr
aufzulöſen ſei. Die Vertreter der Wiener, der Tiroler, der
Vorarlberger und der Burgenländer Heimwehr ſowie der Eiſen=
bahnerwehr
, die tags zuvor die Tagung verlaſſen hatten, weil
Starhemberg einen von ihnen eingebrachten Geſchäftsordnungs=
antrag
nicht zur Abſtimmung gebracht hatte, traten daraufhin zu
einer beſonderen Sitzung zuſammen, in der ſie feſtſtellten, daß die
Starhemberg’ſche Geſchäftsordnung indiskutabel ſei und ſie daher
die Verhandlungen abbrächen.
In ſpäter Nachtſtunde erſchien ein Manifeſt, das der Bundes=
führer
der Heimwehr, Starhemberg, und die ihm treugebliebenen
Landesführer an die Heimwehrkameraden erlaſſen. In dem
Manifeſt heißt es u. a.: Die unterfertigten Führer haben ſich zu
nachſtehenden Grundſätzen bekannt: Kompromißloſer Kampf
gegen den Marxismus, Kampf gegen die Auswüchſe des heutigen
Syſtems, Erneuerung von Staat und Wirtſchaft, Bereitwilligkeit
der Heimwehren, im Falle von Unruhen zur Unterſtützung aller
ſtaaatserhaltenden Kräfte. Es wurde ferner beſchloſſen, die Heim=
wehrverbände
auch in Zukunft unabhängig von allen politiſchen
Parteigruppen zu führen. Um dieſen Grundſatz auch ſichtbar vor
aller Oeffentlichkeit zum Ausdruck zu bringen, hat ſich Bundes=
führer
Starhemberg entſchloſſen, ſein Mandat im Nationalrat
niederzulegen. Außerdem wurde vereinbart, daß grundſätzlich in
Zukunft maßgebende Führer der Heimwehr kein politiſches Man=
dat
ausüben dürfen. Um die einheitliche und ſtraffe Führung der
Bewegung für die Zukunft zu ſichern und die dauernden Stö=
rungsverſuche
, die aus perſönlichen und ſachlichen Gründen
immer wieder die Schlagkraft des Verbandes beeinträchtigt haben,
unmöglich zu machen, haben die unterzeichneten Landesführer dem
Bundesführer einſtimmig das Befehlsrecht über den Geſamtver=
band
übertragen. Ferner werden den Führern der Arbeits=
gemeinſchaft
wegen ihres Verhaltens Vorwürfe gemacht und feſt=
geſtellt
, daß unter der jetzigen Führung mehr als vier Fünftel
aller Heimatwehrkameraden Oeſterreichs ſtehen.
Die Einladungen an Rußland, die Türkei und Island
zur Europa-Konferenz abgegangen.
EP. Genf, 29. Januar.
Die Einladung an Rußland, die Türkei und Island zur Teil=
nahme
an den Europaverhandlungen iſr nunmehr vom ſtellver=
tretenden
Generalſekretär des Völkerbundes, Avenol, an die drei
Staaten verſandt worden. In der Einladungsnote wird die Ent=
ſchließung
des Europa=Ausſchuſſes, in der die Einladung an die
drei Staaten ausgeſprochen wird, erwähnt und um Antwort ge=
beten
, ob die eingeladenen Staaten dieſe Einladung annehmen.
Die Einladung gilt für die am 5. Mai 1931 in Genf beginnende
zweite Tagung des Europa=Ausſchuſſes, die bis zum 9. Mai
dauern wird. Auf die Teilnahme an dem Sonderausſchuß für die
landwirtſchaftlichen und Kreditfragen bezieht ſich dieſe Einladung
nicht, da die Mitglieder dieſes Sonderausſchuſſes bereits beſtimmt
ſind. Man nimmt in Genfer Völkerbundskreiſen als ziemlich be=
ſtimmt
an, daß Island und die Türkei der Einladung Folge leiſten
werden. Die Antwort Rußlands wird, wie man glaubt, ſehr
weſentlich von dem Meinungsaustauſch mit der Türkei abhängen,
der der Entſcheidung der beiden Staaten vorausgehen wird.

begreiflich macht, daß Beethoven den Komponiſten ſo beſonders
hochſchätzte. Schmitt unterſtrich das Dramatiſche und geſtaltete
die Ouvertüre aus einem Guß. Einzig bei einigen Läufen und
kleinen Verzierungen gab es kleine Unſtimmigkeiten im Orcheſter,
ſenſt war der Eindruck vorzüglich. Am Schluß ſpielte das Or=
cheſter
die Sammlung deutſcher Tänze von W. A. Mozart, die
Fritz Steinbach aus mehreren Mozartſchen Tanzwerken für Or=
cheſter
zuſammengeſtellt hat. Auch hier wurden die reichen Ge=
genſätze
ſympathiſch ausgenutzt, der Ländlercharakter im allge=
meinen
beibehalten und die hübſchen Zwiſchenſätze liebevoll aus=
geführt
, die verſchiedentlich den Anlaß für die Ueberſchriften
Kanarienvogel, Leiermann, Schlittenfahrt gegeben haben.
Einzig das Schmettern der Kanarievögel wollte ſich rhythmiſch
nicht ganz der Mozartſchen Idee anpaſſen. Mozart ſchrieb dieſe
Tänze für Bälle am kaiſerlichen Hof, und man darf wohl an=
nehmen
, daß das ausführende Orcheſter weſentlich ſchwächer beſetzt
war als der Inſtrumentalverein, bei dem zuweilen im Forte der
Klang etwas dickflüſſig wurde. Die Schlittenfahrt gelang ſo
gut, daß ſie da capo verlangt wurde.
Dieſe Tänze und das große Konzert in C=Moll für Klavier
und Orcheſter feierten den 175. Geburtstag des Unſterblichen. Das
genannte Konzert nimmt unter den ſo zahlreichen Violin= und
Klavierkonzerten des Meiſters dadurch eine Sonderſtellung ein,
daß die dunklen und elegiſchen Gedanken überwiegen und trotz
der Schönheit der Thematik doch ein Zug der Wehmut erkennbar
bleibt. Die Soloſtimme ſpielte Helene Zimmermann=Köln, eine
Pianiſtin von ſolider Technik, weichem, ſchönklingendem Anſchlag
und ſympathiſcher Muſikalität. Sie unterſtrich beſonders das
Weiche und Elegiſche in dem Konzert und ließ die Stellen, an
denen Pathos oder eine Aufhellung der Stimmung eintritt, ver=
hältnismäßig
ungenutzt. Dadurch wirkten alle drei Sätze in ſich
gleichförmiger als man es gewohnt iſt, es fehlte Temperament,
mitreißende Geſtaltung und die nötige Differenzierung des Klan=
ges
. Einigermaßen großer Ton kam nie zur Entfaltung, während
das Perlende und Feinzugeſtaltende ſtets ausgezeichnet gelang.
Man hatte den Eindruck, als ſei das Spiel der Künſtlerin mehr
für einen kleinen Saal und für intimere Wirkungen geeignet. Zu=
weilen
ſtörte zu reichlicher Pedalgebrauch etwas die Deutlichkeit.
Schade, daß auf Konzertprogrammen nicht ſteht, von wem die Ka=
denzen
, die in ein Konzert eingelegt werden, ſtammen. Die heute
gehörten fielen durch ihre Modulation und ihren nachbrahmsiſchen
Stil ſo aus der Art Mozarts heraus, daß ſie uns dem Geſamt=
eindruck
eher ſchädlicher als nützlich ſchienen. Die Orcheſterbeglei=
tung
paßte ſich unter Schmitts ſorgſamer und rückſichtsvoller Füh=
Prung gut an, im zweiten Satz waren allerdings die Bläſerepiſoden
kein ganz reiner Genuß, weil die Stimmung des Flügels von
der der Holzbläſer ziemlich unterſchieden ſchien.
In den Soloſtücken für Klavier zeigte die Künſtlerin die
gleichen Vorzüge und Grenzen. Der feine, kammermuſikmäßige An=

ſchlag war zu bewundern, die Geſtaltung war aber faſt mehr an=
gedeutet
als vollzogen, für den großen Raum iſt doch derberes
Unterſcheiden nötig. Wir hörten zuerſt das verdreimädelhauſte‟
Rondo in D=Dur, dann das temperamentvolle E=Moll=Impromptu
von Opus 142 und ſchließlich als Zugabe das abſchließende
Moment musical in As=Dur, bei dem es die Soliſtin nicht wagte,
den von Schübert vorgeſchriebenen Allegretto=Charakter eindeutig
auszuprägen, es vielmehr als ſehr weichen und gefühlvollen An=
dante
=Satz vortrug, wie es in der Hausmuſik ſeit jeher üblich iſt.
Die Künſtlerin errang ſich mit ihren feinempfundenen Darbie=
tungen
einen warmen, herzlichen Erfolg, und auch die riſchen
Vorträge des Inſtrumentalvereins fanden lebhafteſten Beifall.
Heſſiſches Landesthealer.
Großes Haus. Donnerstag, den 29. Januar 1931.
Tiefland.
Oper von Eugen d’Albert.
Aufs herzlichſte begrüßt und während des ganzem Abends
gefeiert, erfreute uns heute Hans Grahl mit ſeinem erſten
Gaſtſpiel als Pedro. Der hier unvergeſſene, ausgezeichnete
Künſtler bot eine in jedem Betracht ausgereifte Leiſtung von ge=
ſanglichem
und darſtelleriſchem Hochſtand. Seine herrliche
Stimme ſcheint an Größe, Glanz und Leichtigkeit des Anſchlags
gewonnen zu hoben. Sein Spiel iſt noch großzügiger geworden.
Wohl hätten wir ihn anſtatt in dieſer abgeſpielten, wenig ſchätz=
baren
Oper lieber in einer klaſſiſchen Heldenpartie gehört. Un=
ſere
Hoffnungen waren auf Othello geſetzt. Aber es iſt füglich
nicht zu verlangen, daß ein an ſeiner Bühne ſchon ſtark bean=
ſpruchter
Sänger als Gaſt außer dem Tannhäuſer noch eine
zweite anſtrengende Partie innerhalb wewiger Tage zu bewäl=
tigen
in der Lage iſt.
Als Martha hatten wir Anita Mitrovic von ihrem
Gaſtſpiel her noch in beſter Erinnerung. Ihr ſchönes leuchten=
des
Material, warm eingeſetzt, und wirkſam verwendet, trug die
dramatiſch ſtarke Leiſtung zu verdientem Erfolg.
Neu war Albert Lohmann als Sebaſtiano. Er be=
herrſcht
ihn mit handfeſten ſtimnulichen Mitteln und geſanglichem
Können. Der zyniſche, teufliſche Böſewicht iſt er nicht. Theo
Herrmann ſingt und ſpielt einen gar würdigen Tommaſo.
Wer ihn vorgeſtern als Figaro gehört, hält es kaum für möglich,
daß dies heute derſelbe Künſtler iſt. Der Moruccio iſt eine der
beſten Nollen Ernſt Overlacks. Das Mägdequartett liegt
in den ſicheren Händen der Damen Jacobs, Liebel,

Kienzl, Harre. Den Hirten ſang heute Eugen Vogt ſehr
charakteriſtiſch. Die Chöre klangen friſch.
Die Aufführung leitete Fritz Bohne mit Umſicht und
Temperament.
v.H
Frankfurter Schauſpielhaus.
Pbaea.
Komödie von Fritz von Unruh.
Wieder ſteht Fritz von Unruh als ein von Schmerzen
zuckender Menſch im Getriebe dieſer Welt. Wieder führt der Geiſt
den Kampf gegen die Schein=Mächte des Daſeins.
Was der jüngſte Sohn im Geſchlecht, was Dietrich in den
Revolutions=Viſionen des Platz war, iſt Uhle, der ſuchende
Schriftſteller, in Phaea‟. Er ſucht den Sinn des Lebens.
Er kämpft den Kampf gegen die vernichtenden Mächte der
Gegenwart.
Geld, Gier, Schein ſind die verheerenden Gewalten der Zeit.
Sie gipfeln in S. M. Samuel Morris, dem Generaldirektor
der Film=Geſellſchaft, der als Majeſtät den neuen Gott verkörpert.
Im Rahmen einer Film=Aufnahme vollzieht ſich die Hand=
lung
. Im raſchen Tempo der Drehbühne explodieren die ſchlim=
men
Gewalten der Zeit. Um das Leben in die Welt des Scheines
einzufangen, proſtituiert S. M. heiligſtes Geſchehen
Durch dieſe Welt irrt Unruh=Uhle, ſein Evangelium zu
künden. Doch wie Uhle im entſcheidenden Augenblick die Sprache
verliert, ſo bleibt auch Unruh manchmal unklar und unverſtänd=
lich
und gelangt nicht zu einer überzeugenden Löſung. Wo er
aber deutlich wird, greift er bisweilen zu allzu billigen Mitteln;
ſo wenn er glaubt, die alte Zeit mit Simpliziſſimus=Karrikaturen
des früheren Heeres zum tauſendſten Male totſchlagen zu müſſen.
Wohl ſpürt man wie früher hinter dem Werk eine ernſt=
ſtrebende
, dichteriſche Menſchlichkeit, aber es iſt doch immer noch
der alte junge Unruh mit ſeinen Unklarheiten, ſeigen Schwächen
und Einſeitigkeiten.
Der Erfolg des Abends war vor allem ein Erfolg der Dar=
ſtellung
. Fritz Peter Buch ließ die Filmwelt des Scheins in den
ſchillernden Viſionen Walter Dinſes faſzinierend abrollen.
Claire Winter gab der Seelen=Unſchuld einer jungen
Dirne erſchütterndes Leben. Hans Jungbauer erfüllte den
ſuchenden Idealiſten mit allen Nerven einer krampfhaften Zeit
ſpannend im Kampf gegen die breitſchultrige Realiſtik von
S. M. Gerhart Ritter. Paul Verhoeven, Franz
Schneider, Dorothea Wieck, Robert Taube traten noch
hervor.
wieder=
Mit den Darſtellern wurde der T
holt an die Rampe gerufen.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Freitag, den 30. Januar 1931

Nummer 30

Lorksbt Geiderostofe.
Der Ekak der Arbeitsloſenverſicherungsanfkalt.
* Berlin, 29. Januar. (Priv.=Tel.)
Der Verwaltungsrat der Arbeitsloſenverſicherung hat den
Etat für das am 1. April d. J. beginnende Geſchäftsjahr ver=
abſchiedet
. Dabei iſt mitgeteilt worden, daß nach den neueſten
Zählungen die Erwerbsloſenziffer bereits auf 4822867 an=
gelangt
iſt. Der Etat iſt auf der Grundlage des 6’prozentigen
Beitrages aufgebaut. Gleichzeitig iſt der Umſtand berückſichtigt,
daß die Arbeitsloſenverſicherung vom Reichsetat getrennt iſt.
Die Einnahmen werden auf 1,680 Milliarden geſchätzt. Von
dieſem Betrag ſollen 1,478 Milliarden der Erwerbsloſenunter=
ſtützung
zur Verfügung geſtellt werden. Während bisher pro
Kopf im Monat 80 RM. ausgegeben wurden, hat man durch
vorgenommene Reformen die Ausgaben auf 70,50 RM. geſenkt.
Im Jahresdurchſchnitt wird man nach dieſem Etat 1 750 000
Hauptunterſtützungsempfänger unterſtützen können. In der
Verwaltungsratsſitzung ſpielte auch der Dietrich’ſche Plan eine
gewiſſe Rolle. Der geſchloſſene Widerſtand aus der Wirtſchaft
und aus der Arbeitsloſenverſicherung hat aber den Reichskanz=
ler
ſtark beeindruckt und man nimmt allgemein an, daß aus der
Verwirklichung dieſes Projektes wenigſtens in abſehbarer Zeit
nichts werden wird.
Auch über die Beſchäftigung von ausländiſchen Arbeitern
hat man ſich unterhalten. In Deutſchland gibt es augenblicklich
137 000 ausländiſche Arbeiter und Angeſtellte, darunter aber
65 000 deutſchſtämmige. Es iſt alſo nicht gut möglich, ein
allgemeines Verbot der Beſchäftigung von ausländiſchen Ar=
beitern
zu erlaſſen, weil dadurch viele Auslandsdeutſche leiden
würden. Inzwiſchen hat der Reichsrat einer Vorlage des Ar=
beitsminiſteriums
zugeſtimmt, in der die Zulaſſung von aus=
ländiſchen
Landarbeitern, für das Jahr 1931 geregelt wird.
Darnach ſollen nur noch die Betriebe berückſichtigt werden, die
ſchon mit Erlaubnis ausländiſche Landarbeiter beſchäftigt hatten

und die auch mindeſtens 25 Morgen Zuckerrüben anbauen.
Weiter müſſen 8095 Prozent der Ausländer weibliche Arbeits=
kräfte
ſein. Die Zahl der für den Einzelbetrieb im laufen=
den
Jahr nicht genehmigten Ausländer darf höchſtens ³⁄ der
im Vorjahr erlaubten Anzahl erreichen.
die Wirtſchaftslage des Rundfunks.
Berlin, 29. Januar.
Der Arbeitsausſchuß des Verwaltungsrates der Deutſchen
Reichspoſt behandelte am 28. und 29. Januar den Bericht des
Rundfunkkommiſſars über die Wirtſchaftslage, der deutſchen
Rundfunkgeſellſchaften im Geſchäftsjahr 1929. Dem Bericht,
deſſen Unterlagen bereits vom Rechnungshof geprüft worden
ſind, entnehmen wir folgendes: Der von den Rundfunkgefell=
ſchaften
bewirtſchaftete Anteil aus den Rundfunkeinnahmen be=
trug
1929 rund 37,8 Millionen Reichsmark. Dazu Einnahmen
aus ſonſtigen Quellen rund 1,1 Millionen Reichsmark. Die
Ausgaben der zehn deutſchen Rundfunkgeſellſchaften und der
Reichsrundfunkgeſellſchaft betrugen für Programmgeſtaltung
15,9 Millionen, für Betrieb von Rundfunkſendern 6,3 Millionen,
Verwaltungskoſten 5,4 Millionen und Steuern und ſoziale Ab=
gaben
2 Millionen, Betrieb der Reichsrundfunkgeſellſchaft, des
Deutſchlandſenders, techniſche Ausgaben, Abgaben für Unter=
haltung
wiſſenſchaftlicher Inſtitute, Werbung, Ausſtellungen
zuſammen 5,2 Millionen, Abſchreibungen, Rückſtellungen, geſetz=
liche
Reſerven 3,8 Millionen, Dividende 285 000 Reichsmark.
Etwa 75,5 Prozent des Kapitals der Rundfunkgeſellſchaften
befindet ſich jetzt im Beſitz von Reichs= und Staatsbehörden ſowie
öffentlicher Körperſchaften.
Auf Grund der Ausſchußberatung wird das Reichspoſt=
miniſterium
die Poſtämter ermächtigen, mit Wirkung vom 1.
März 1931 ſolchen Erwerbsloſen, die Kriſenunterſtützungs=
empfänger
ſind oder die als Ausgeſteuerte bei nachgewieſener
Notlage von den Gemeinden Wohlfahrtsunterſtützung erhalten,
die Rundfunkgebühr unter gewiſſen Vorausſetzungen zu er=
laſſen
.

Der bayeriſche Induſtrie= und Handelskammerkag
zur Zollpolikik.
München, 29. Jamar.
Der Bayeriſche Induſtrie= und Handelskammertag hat an
den Reichskanzler Dr. Brüning ein Telegramm gerichtet, in dem
es u. a. heißt: Die Beſtrebungen agrariſcher Kreiſe, weitere Zoll=
erhöhungen
und ſonſtige Forderungen möglichſt im Wege einer
Notverordnung durchzudrücken, ſind in ein entſcheidendes Sta=
dium
getreten. Verſchiedene zum Schutze der Landwirtſchaft bis=
her
durchgeführte Maßnahmen ſind bereits von ausländiſchen,
für die deutſche Warenausfuhr wichtigen Agrarſtaaten, als er=
hebliche
Benachteiligung ihrer Exportintereſſen empfunden und
ausgewertet worden. Auch in Bayern haben ſich ſchon Rückwir=
kungen
auf den Auslandsabſatz bemerkbar gemacht. Der Baye=
riſche
Induſtrie= und Handelskammertag warnt auf das Ein=
dringlichſte
vor weiteren Experimenten, die der Landwirtſchaft
und dem Gartenbau keine wirkliche Hilfe zu bringen vermögen,
wohl aber Induſtrie= und Ausfuhrhandel weiter ſchädigen, die
Arbeitsloſigkeit vermehren und gegen Deutſchland Mißſtimmung
im Auslande hervorrufen. Der Handelsſammertag erſucht drin=
gend
, die neuerlichen Zollerhöhungswünſche abzulehnen, ſowie
eine Aenderung des bewährten Syſtems der deutſchen Handels=
politik
zu unterlaſſen.
Keine Ausſichk auf Beruhigung in Indien.
EP. Bombay, 29. Januar.
Gandhis Erklärung, die Ungehorſamsbewegung ſolange nicht
abzublaſen, als die indiſche Regierung keine weitergehenden Zu=
geſtändniſſe
für Indien macht, hat in Kreiſen der gemäßigten in=
diſchen
Politiker beträchtliche Verwunderung hervorgerufen. Da
es als äußerſt fraglich erſcheint, ob die indiſche Regierung
Gandhi und dem Kongreß weiter entgegenkommen wird, dürfte
mit der baldigen Wiederherſtellung einer friedlichen Atmoſphäre
in Indien, wie ſie von der Regierung gewünſcht wird, kaum zu
rechnen ſein.

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Nummer 30

Freitag, den 30. Januar 1931

Seite 5

Aus der Landeshauptftadt.
Darmſtadt, den 30. Januar 1931.
* Umenſterben in Darmſtadk.
Zwei von den drei mächtigen Ulmenbäumen, die im Herrn=
garten
am Wege von der Techn. Hochſchule zum Landesmuſeum
ſtanden und mit ihrem kerzengeraden Stamme das Auge ſo man=
chen
Paſſanten erfreuten, ſind gefällt worden. Und von der drit=
ten
darf man ſagen: auch dieſe ſchon geborſten, kann ſtürzen über
Nacht. Warum wird ſich ſo mancher fragen müſſen dieſe
ſchönen Stämme gefällt werden? Dem aufmerkſamen Beobachter
wird es nicht entgangen ſein, daß die Bäume ſchon im Sommer
kahle Zweige hatten, ihr Laub recht früh verfärbten und ab=
warfen
. Außerdem iſt die Borke der Stämme von lauter kleinen
Löchern durchſetzt, wie wenn jemand mit Schrot darauf geſchoſſen
hätte.
Die Urheber dieſer Erſcheinungen ſind ein Pilz und Bor=
kenkäfer
, die gemeinſam arbeiten und den Bäumen den Tod
bringen. Der Pilz (Graphium ulmi Schwarz) iſt erſt ſeit kurzer
Zeit bekannt. Er befällt an Ulmen zuerſt die Gefäße des Splint=
holzes
einiger Zweige, die plötzlich ihr Laub verlieren und dürr
werden; von hier aus wird er durch den Saftſtrom auch auf alle
anderen Teile des Baumes verbreitet und bringt ihn zunächſt zum
Kränkeln. Nun aber bildet er für den Ulmenſplintkäfer ( Eccop=
togaster
scolrtus und multistriatus) ein willkommenes Brut=
material
. Sie bohren ſich durch die Borke des Schaftes und der
Aeſte ein, um ihre Eier abzulegen. Die hieraus entſtehenden
Larven freſſen Gänge zwiſchen Borke und Splint werden in der
Borke ſelbſt zum Käfer und verlaſſen den Stamm durch kreisrunde
Löcher.
So erging es auch unſeren Ulmen im Herrngarten, und die
vielen kleinen Löcher, die man in der Borke ſieht, ſind die Aus=
flugslöcher
der jungen Ulmenſplintkäfer. An einigen Stellen iſt
auch die Borke entfernt, und man kann auf dem Splintholze die
unzähligen Larvengänge ſehen.
Dieſem verderblichen Wirken von Pilz und Käfer ſind bereits
in Weſtdeutſchland und Holland, von wo die Krankheit ausging,
in kurzer Zeit viele Ulmen zum Opfer gefallen, ſo daß man von
einem allgemeinen Ulmenſterben redet. Verbreitet wird der Pilz
vor allem durch die Käfer ſelbſt, die beim Fraß in einem erkrank=
ten
Baum Pilzſporen in ſich aufnehmen und damit geſunde
Stämme infizieren. Aus dieſem Grunde iſt ein möglichſt ſchnelles
Beſeitigen der erkrankten Stämme angezeigt. So auch in unſerem
Falle. Das Holz muß entrindet und die Borke verbrannt werden.
damit die hier überwinternden Käfer vernichtet werden. Da auch
die dritte noch ſtehende Ulme befallen iſt, muß auch ſie gefällt wer=
den
, um die noch vorhandenen geſunden Bäume zu ſchützen.
Will man in Zukunft wieder Ulmen pflanzen, ſo rate ich nur
den Anbau von Arten, die gegen dieſe Krankheit widerſtandsfähig
ſind. Solche ſind ſeit kurzem in Holland (Baumſchule von Konſtant
Wattez in Woudenberg) und in der deutſchen Baumſchule der
Firma Späth gezüchtet. Es iſt dies eine aus Weſtſibirien und der
Türkei ſtammende Ulme (Ulwus pumila), die krankheitsfeſt und
winterhart iſt und auch den Anbau als Park= und Straßenbaum
lohnt.
W. Knöfel, Forſtrat.
Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen Gymnaſiums.
Wir weiſen darauf hin, daß der heutige Vortrag von Profeſſor
Regenbogen über Thukydides als politiſcher
Denker ſich, wie alle öffentlichen Veranſtaltungen der huma=
niſtiſchen
Vereinigung, nicht an einen engen Kreis von fachlich
Intereſſierten wendet, ſondern an ein breites Publikum. Er geht
mit voller Abſicht darauf aus, den gleichſam aktuellen Wert
des Gegenſtandes für die Gegenwart empfinden zu laſſen. Die
Griechen haben, wie uns das der Humanismus beſonders heute in
neuem Lichte zeigt, die typiſchen Formen des Anſchauens und Auf=
faſſens
, des Deutens und Begreifens geſchaffen. Die Philoſophen
taten das auf dem Gebiete des reinen Denkens, die Dichter auf
dem Gebiete der künſtleriſchen Formung, die Hiſtoriker auf dem
Gebiete der Geſchichte. Profeſſor Regenbogen wird nun aber
darlegen, wie die Griechen und ihre großen Hiſtoriker dieſe typi=
ſchen
Formen des Anſchauens und Auffaſſens,
des Deutens und Begreifens nicht nur auf dem Ge=
biete
der Geſchichte, ſondern auch auf dem Gebiete der aktiven
Politik geſchaffen haben, und wie es unmöglich iſt, ein Werk
wie das des Thukydides rein vom Standpunkt der Geſchichts=
wiſſenſchaft
aus zu begreifen, wie man vielmehr die eigentümliche
und unwiederholbare Syntheſe von Politiker und Hiſtoriker dabei
im Auge behalten muß. Das Geſchichtswerk des Thukydides iſt
zum erſtenmal nicht nur die Manifeſtation hiſtoriſch=kritiſchen
Geiſtes, ſondern ebenſo auch politiſch=ſtaatlichen und
ſoziologiſch=nationalen Verſtehens. Es iſt das erſte=
mal
, daß ein großes Weltgeſchehen von einem politiſchen Men=
ſchen
als politiſchem Menſchen erforſcht und dargeſtellt wird. Es
iſt darum gerade in dieſem Sinn ein echtes Erzeugnis atheniſchen
Geiſtes, durch die Kraft ſeines Staats= und Bürgerbewußtſeins,
durch das Bewußtſein ſeiner politiſchen Haltung und Stel=
lungnahme
. So gelangt Thukydides dazu, zum erſtenmal in der
geiſtigen Weltgeſchichte Europas Völker und Stämme nicht nur
als ethnographiſche Individualitäten aufzufaſſen, ſondern als
ſtaatlich=politiſche Es wird dafür Sorge getragen werden, daß
an reichlichen Ueberſetzungsproben Thukydides ſelbſt zu Worte
kommt und dem Hörer von der Wucht und dem Reichtum
politiſcher Ideen eine möglichſt lebendige Anſchauung ver=
ſchafft
wird. Die Veranſtaltung findet heute abend in der
Aula des Gymnaſiums ſtatt (Karlſtraße 2).
Die Heſſiſche Spielgemeinſchaft gaſtiert morgen, Samstag,
im Kleinen Haus mit Heinrich Rüthleins Lokalpoſſe Liebes=
luſt
oder die weißen Schuhe, deren Uraufführung den
überzeugten Beifall des Publikums finden konnte.

Bildungsaufgaben des Laienſpiels.
Auf Veranlaſſung Schulrat Haſſingers hielt am Diens=
tag
abend Dr. Jgnaz Gentges, der Laienſpielfachmann des
Bühnenvolksbundes, vor der Darmſtädter Jugend der verſchieden=
ſten
Bünde und vor vielen am Laienſpiel intereſſierten Erwach=
ſenen
einen Lichtbildervortrag über Bildungsaufgaben
des Laienſpiels. Allgemein verſtehe man unter Laienſpiel alles,
was nicht von Berufskünſtlern ausgeführt werde. Aber und
man braucht dabei nur an die Theaterſpielerei bei Vereinsgele=
genheiten
zu denken dem Laienſpiel kommt doch eine ganz be=
ſondere
Bedeutung zu, weil es mehr als unterhaltend, ſein will.
Dr. Gentges zog zunächſt die Grenze zwiſchen dem Laienſpieler und
ſeinem großen Bruder, dem das Spielen Beruf iſt. Die Laien=
ſpieler
ſpielen eben neben ihrem Beruf: aus einem ſeeli=
ſchen
Antrieb heraus, wie er uns auch beim Spielkind
begegnet. Spiel iſt hier etwas, in ſich Ruhendes, in dem die
Menſchwerdung ſtill vollzogen wird. Das Laienſpiel nun ver=
langt
, allerdings Arbeit, und Dr. Gentges behandelte jetzt in
der Hauptſache die Frage nach den Bedingungen die an das
Laienſpiel zu ſtellen ſind, damit ſich ſeine Arbeit lohnt. Es iſt
vor allem eine Frage des Textes. Er muß den Spieler angehen,
daß er davon ſo erſchüttert iſt, um ſpielen zu können. Jeder hat
in ſich eine Fülle ungelebter Möglichkeiten. Sie
gilt es im Laienſpiel einſetzen zu können. Und das Selbſtſpielen
iſt das Entſcheidende. Es hätten ſich hier noch Ausführungen ein=
ſchalten
laſſen, die zeigen, in welch beſonderem Maße von dieſem
Selbſtſpielen bildende Kräfte ausgehen. Seinem inneren Weſen
nach iſt, wie Dr. Gentges nun ausführte, das Laienſpiel Typen=
ſtück
, eine Beſchränkung, die hier dem Spieler im Unterſchied
vom Berufsſpieler auferlegt iſt. Das Theater dient dieſem künſt=
leriſchen
Weſen nach der ſchwierigeren Charakterdarſtellung. Der
Vortrag ging ſchließlich auch auf die Frage der Bühnenbilder
beim Laienſpiel ein, und hier heißt es nicht anders wie beim
Theater, allerdings mit den einfachſten Mitteln, das Weſen des
Spiels ſichtbar zu unterſtreichen. Die Forderung nach Einheit
von Spiel und Schauraum, der ſtarken Mitbeteiligung des Zu=
ſchauers
am Spiel, der Aufhebung der trennenden
vierten Wand, was in den letzten Jahren auch den Auf=
führungsſtil
des Theaters vielfach wandelte, iſt eine Hauptfrage
des Laienſpiels, und was wir beim Theater auch ſchon oft ange=
troffen
haben, das forderte Dr. Gentges ebenfalls grundſätzlich
für das Laienſpiel: das Umbauen der Szene in den Spielvorgang
einzubeziehen. Oder der Umbau ſei unnötig. Mit beſonderem
Intereſſe folgte man nach dieſen Darlegungen dem Aufzeigen der
Praxis des Laienſpiels an Hand des zahlreichen Bildmaterials
des Vortragenden, Bilder vom ernſten und heiteren Spiel, die Dr.
Gentges Anlaß zu mancherlei Ratſchlägen und Anregungen gaben.
Am Nachmittag hatte ſchon im Kultusminiſterium eine beratende
Beſprechung des Vortragenden mit der Laienſpielarbeitsgemein=
ſchaft
ſtattgefunden, die in Zukunft die Aufgaben einer Laienſpiel=
beratung
übernehmen ſoll.

Prassel-Kaffee

Ne
frisch geröstet

Sohnlstr. 108

Aus den Lichtſpieltheatern. Die Palaſt=Lichtſpiele,
Grafenſtraße bringen ab heute ein ſtummes Doppelprogramm.
Der blaue Expreß und Das Lied vom alten Markt nach Mo=
tiven
von Maxim Gorki. In einer Film=Morgenfeier wird im
Uniontheater am Sonntag, den 1. Februar, vormittags,
zum letzten Male der bedeutende Kulturfilm Maha auf den
Inſeln der tauſend Wunder gezeigt. Jugendliche zugelaſſen.

Wellbewerb für Archikekten und Ingenieure.
Wie uns das Heſſiſche Waſſerbauamt Mainz mitteilt, iſt
ein öffentlicher Wettbewerb zur Erlangung von Vorſchlägen für
die Umgeſtaltung der Brückenköpfe und Rampen an der Straßen=
brücke
über den Rhein bei Mainz ausgeſchrieben, zu dem die ſeit
dem 1. Januar 1930, im Volksſtaat Heſſen, und in der Provinz
Heſſen=Naſſau anſäſſigen oder dort geborenen Architekten und
Ingenieure zugelaſſen ſind. Als Preiſe ſind ausgeſetzt: 1 Preis
2500 RM., 2. Preis 2000 RM., 3. Preis 1500 RM.: Ankäufe im
Betrage von 2500 RM. Einlieferungstermin iſt der 11. April
1931; die Unterlagen ſind gegen Voreinſendung von 10 RM. von
dem genannten Amt zu beziehen.

Darmſtädter Fahrplanbuch.
Neu erſchienen:
Berichtigungs= und Ergänzungsblatt
Enihält den Fahrplan der Darmſtädter Straßen= und
Vorortbahnen vom 1. Januar 1931, ſowie ſämtliche von
der Reichsbahn und der Reichspoſi ſeit dem 6. Oktober
1930 bis zum 15. Januar 1931 getroffenen Fahrplan=
änderungen
. Umfang 9 Seiten.
(1416a
Preis 10 Rpfg.
Neubezieher des Darmſtädter Fahrplanbuches (Ausgabe
5. Okiober 1930) erhalten das Ergänzungsblait unentgeitlich

Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt.
Wir verweiſen auf unſere Anzeige in der heutigen Nummer ds.
Bl. mit der Einladung zu unſerer 4. diesjährigen Winterverſamm=
lung
. Herr Dipl.=Ing. Fr. Scriba, Darmſtadt, hält am
nächſten Dienstag, den 3. Februar, abends 8 Uhr, im
Großen Hörſaal des Elektrotechniſchen Inſtitutes der Techniſchen
Hochſchule (Eingang: Turmbau, gegenüber dem Hauptgebäude)
einen Experimental=Vortrag aus dem Gebiete
der Elektrotechnik. Ausgehend von dem Weſen des
Gleich= und Wechſelſtromes werden die verſchiedenen Funktionen
des elektr. Stromes und ihre Anwendungen experimentell
dargeſtellt. Da das Hauptgewicht des Vortrages auf die Vor=
führung
anſchaulicher Verſuche gelegt iſt, dürfte die Veranſtaltung
bei der heutigen, vielſeitigen Anwendung der Elektrizität für
breiteſte Kreiſe von größtem Intereſſe ſein. Gerade Herr Dipl.=
Ing. Scriba verſteht es, ſolche elektrotechn. Vorführungen auch für
Nichtfachleute beſonders intereſſant zu machen. Gäſte ſind herz=
lichſt
willkommen.
Der Männer=Geſangverein Liederzweig ſchreibt uns: Am
29. Januar feiert unſer Sangesbruder und langjähriger erſter
Vorſitzender, Herr, Adolf Schneider mit ſeiner Ehefrau
Eliſabeth geborene Rühl das ſeltene Feſt der goldenen Hochzeit.
Seit über fünfzig Jahren gehört er als Mitglied unſerem Verein
an, ſeit beinahe dreißig Jahren iſt er unſer 1 Vorſitzender. Sein
lauterer, echt deutſcher Charakter und ſeine ſtete Hilfsbereitſchaft
haben ihm die Liebe und Zuneigung aller Sänger gewonnen.
Mozart=Vexein. Logaolen Sie? rufen ſich die Mozartianer
zu, die am Samstag, den 31. Januar, den traditionellen Masken=
ball
beſuchen, der ebenſo ſchön, aber billiger als ſeine berühmten
Vorgänger iſt. Logaol iſt zwar eine Vereinsangelegenheit, aber
auch Gäſte dürfen davon koſten, wenn ſie ſich in der Geſchäftsſtelle
nach den Bedingungen der Kur erkundigen. Studenten iſt Logaol
beſonders bekömmlich. Die originelle Ausſchmückung des Saal=
baus
iſt ein Werk von Auguſt Becker und Sallwey u. Co.
Die Kurkapelle leitet W. Schlupp. (Siehe Anzeige.)
Zum 25. Male Meine Schweſter und ich Für die Mon=
tag
, den 2. Februar, im Großen Haus ſtattfindende Aufführung
des muſikaliſchen Luſtſpiels Meine Scheſter und ich findet
der Vorverkauf an der Tageskaſſe, ſowie beim Verkehrsbüro und
bei C. L. Külp ſtatt.

Heſſiſches Landestheafer.

Skiklub Darmſtadt=Odenwald. Bei anhaltend günſtigen
Schneeverhältniſſen werden am Sonntag, den 31. 1. 31 Skikurſe
für Fortgeſchrittene und Anfänger auf der Neunkircherhöhe oder
in Lützelbach durchgeführt. Von Nichtmitgliedern, die an dem
Anfängerkurſus teilnehmen, wird eine Gebühr von 0,50 Mk. er=
hoben
. Die Abfahrt erfolgt mit Auto ab 8 Uhr vom Luiſenplatz.
Autoplätze ſind bis Samstag abend 6 Uhr im Sporthaus Adel=
mann
zu beſtellen. Führer Herr Roſt und weitere Gruppenfüh=
rer
. Zu den Alpenſkikurſen, welche vom 1. 2. 31 bis 14. 2. 31 in
Ritzlern, 1200 Meter, bei Obersdorf im Allgäu. und vom 15. 2. 31
bis 28. 2. 31 auf der Heimbach= und Hamrachalp, 2600 Meter bei
Sölden im Oetztal in Tirol durchgeführt werden, ſind insgeſamt
über 70 Meldungen eingegangen. Der Kurſus in Ritzlern wird
von Herrn Gießmann und Herrn Funk, und der Kurſus bei Söl=
den
, von Herrn Gießmann und Herrn Roſt geführt. Für den
zweiten Kurſus ſind noch einzelne Plätze frei. Anmeldungen ſind
ſofort an das Sporthaus Adelmann zu richten.

Großes Haus Kleines Haus Freitag,
30. Januar Keine Vorſtellung 2022 Uhr
Lueia von Lammermoor
Zuſ.=Miete 1V8, T. Gr.
Preiſe 1.205 M Samstag,
31. Januar 19 30, Ende gegen 22.30 Uhr
Uraufführung
Die Portugaleſiſche Schlacht
Preiſe 110 Mk.
E.15
Wahlgutſcheine beſchränkt giltig 2022.15 Uhr
* Liebesluſt oder die weißen Schuhe
Preiſe 0.503 Mk. Sonntag,
1. Februar 18.3022.15 Uhr
Gaſtſpiel Hans Grahl
B 13 Tannhäuſer
Preiſe 1.2012 Mk.
Wahlgutſcheine beſchränkt giltig 2022.15 Uhr
Außer Miete
Im weißen Nößl
Preife 13 Mk. Montag
2. Februar 2022.30 Uhr
Zum 25. Male:
Meine Schweſter und ich
Preiſe 14 Mk.
Außer Miete. 20 bis gegen 22 Uhr
Zweiter Kammermuſik=Abend
des Schnurrbuſch=Quartetts
Preiſe 1, 2, 3 Mk. Dienstag
3. Februar 19.3022.45 Uhr
Carmen

A 16

Preiſe 110 Mk. C2034 Uhr
Der Mann, den ſein Gewiſſen trieb
Darmſt. Volksb. Gr. IIIu. 1W
G10 Preiſe 1.206 Mk.

Heſſiſches Landestheater. Uraufführung Die Por=
tugaleſiſche
Schlacht. Morgen, Samstag, findet im Gro=
ßen
Haus die Uraufführung der Komödie der Unſterblichkeit Die
Portugaleſiſche Schlacht von Ernſt Penzoldt ſtatt. Inſzenierung.
Carl Ebert; Bühnenbild: Wilhelm Reinking. Der Dichter Ernſt
Penzoldt iſt 1892 in Erlangen geboren und bisher durch ſeine
Proſawerke Der Zwerg, Der arme Chatterton Etienne und
Luiſe und Die Powenzbande bekannt geworden. Sein erſtes
Bühnenwerk. Die Portugaleſiſche Schlacht wurde bei der letzt=
jährigen
Kleiſtpreisverteilung an erſter Stelle ehrenvoll erwähnt.
Tannhäuſer=Gaſtſpiel Hans Grahl. Sonntag den 1. Fe=
bruar
, wird im Großen Haus Richard Wagners Tannhäu=
ſer
unter muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl Böhm mit Hans
Grahl als Gaſt in der Titelpartie in Szene gehen. Die übrigen
Hauptrollen ſind mit v. Stoſch, Mitrovic, Herrmann Stralendorf,
Bunſel, Kuhn Sattler, Overlack und Harre beſetzt. Für dieſe Auf=
führung
ſind Wahlgutſcheine infolge ſtarken Andrangs nicht mehr
einlösbar.

SO
At
DOr
Aoe L
Mr Telleler eis Nierle
Einige Beispiele aus unserer Kollektion:
Herrenschuhe
Damenschuhe
schwarz und forbig Kalbleder ...
.A. 1250
Rindbex ...
ichwars Chertsau, lach : ..nfaff 4. 1222, 1530
schwarz Boxkalf . .. . . . . .
braun borkalf, lackt . . .1g 7.. . ..4. 1532, 1830
ichwors und fortbig Wileleder .... A. 1530, 1830
A 1830, 2100
Cher
braun und feinfarbig Chowtew s.. A. 1532, 1830
Salamander-Fußarzt A 1830, 2100

Ldwiostraße 13

Barmstadt

2

[ ][  ][ ]

Seite 6

Freitag, den 30. Januar 1931

Nummer 30

Aus dem Gerichlsſagl.
Aw. Sechs Diebe hatten ſich am Mittwoch vor dem Bezirks=
ſchöffengericht
zu verantworten. Der erſte, ein 24jähriger
Burſche, aus Biebrich gebürtig, hatte in Mainz einen Gärtner
aus Rüſſelsheim kennen gelernt, dem er ſeine Not klagte, und der ihn
aus Gutmütigkeit mitnahm und ihm Arbeit gab. Der Dank war, daß
er ihm nach vier Tagen aus dem Kleiderſchrank 160 Mark nahm, ſich zu
einer angeblichen Spazierfahrt das Fahrrad pumpte und auf Nimmer=
wiederſehen
verſchwand. Das Fahrrad ſchickte er dann aus Mainz zu=
rück
. Nach vier Wochen, als ſeine Kleider unbrauchbar geworden wa=
ren
, ſtattete er zuſammen mit einem anderen jungen Burſchen, der des=
halb
bereits im Dezember verurteilt wurde, dem Rüſſelsheimer Gärtner
abermals einen Beſuch ab. Sie kletterten über den Gartenzaun, er=
brachen
die Türen und equipierten ſich in Anzügen, Mänteln, Wäſche.
Der Angeklagte ſcheint keinerlei Sinn für das Unmoraliſche ſeines Ver=
haltens
zu haben. Ich hatte aber auch neue Sachen dringend nötig
und damit hält er ſich für gänzlich entſchuldigt. Aber das Gericht hat
kein Verſtändnis für dieſe ſeine Auffaſſung und verurteilt ihn wegen
eines Einbruchsdiebſtahls und eines einfachen Dieb=
ſtahls
zu neun Monaten Gefängnis. Zwei Monate der
Unterſuchungshaft werden ihm angerechnet.
Die anderen Fünf waren außer einem nahezu 30=Jährigen,
alles 18= bis 19jährige Lampertbeimer Burſchen, die
im November letzten Jahres ihr Unweſen in Lampertheim trieben. Sie
beehrten hauptſächlich eine Witwe, die dort eine Wirtſchaft betrieb, ſtie=
gen
in ihr Schlafzimmer und ſuchten dort, wanderten in den Keller, wo
ihnen zweimal ſechs Flaſchen Wein zufielen. Ein andermal ſtahlen ſie
bei einem Metzger neun Hartwürſte. Ein Herrenüberzieher, ein Damen=
fahrrad
, Zigaretten, Bananen, die ſie aus einem Verkaufshäuschen hol=
ten
, und etwa 40 bis 50 Mark aus einer Ladenkaſſe fielen ihnen zur
Beute. Die Hauptleute dieſer Bande waren die zwei erſten Angeklagten,
ton denen der eine, der älteſte der Angeklagten, wohl der böſe Geiſt
der anderen, wie der Staatsanwalt ihn nennt, geweſen zu ſein ſcheint.
Er erhält denn auch wegen elf ſchwerer, zwei verſuchter
ſchwerer und zwei einfacher Diebſtähle, ſämtlich im
erſchwerenden Rückfall, denn er hat ſchon eine ganze Menge
Gefängnisſtrafen wegen Diebſtahls hinter ſich, eine Gefängnis=
ſtrafe
von drei Jahren. Sein Neffe erhält wegen
derſelben Delikte eine Gefängnisſtrafe von einem
Jahr und drei Monaten Gefängnis, da er bisher noch
nicht vorbeſtraft iſt. Der dritte Angeklagte erhält wegen
ſechs ſchwerer und eines verſuchten ſchweren Dieb=
ſtahls
neun Monate Gefängnis, der vierte wegen
eines ſchweren Diebſtahls im Rückfall ein Jahr Ge=
fängnis
; der Fünfte, der nur einmal mitgelaufen war, als
Wein geſtohlen wurde, ohne über das Ziel der Unternehmung orientiert
geweſen zu ſein, erhält wegen Entwendung von Nahrungs=
mitteln
eine Geldſtrafe von 30 Mark, hilfsweiſe ſechs Tage
Haft. Dem erſten Angeklagten werden ein Monat und zwei Wochen,
dem zweiten, dritten und vierten ein Monat und eine Woche der Unter=
ſuchungshaft
angerechnet. Sämtlichen Angeklagten werden mildernde
Umſtände zugeſtanden, da ſie keine großen Werte erbeuteten, und es
wird durchwegs auf die Mindeſtſtrafen erkannt. Alle Fünf erkennen
ihre Strafen an.
Es iſt dann noch gegen einen Groß=umſtädter Vertreter
einer Verſicherungs=Zeitſchrift Anklage wegen
Betrugs und Urkundenfälſchung erhoben. Der Mann
hat einer Frau, die einen Unfall erlitten hatte, ein Datum umgeändert,
ſo daß ſie ſich davon Vorteile erhoffte. Es war jedoch ſo plump aus=
geführt
, daß die Geſellſchaft es ſofort bemerkte. Der Angeklagte gibt
es unumwunden zu, er habe der Frau einen Gefallen tun wollen, die
geſagt habe. der Arzt habe es verkehrt hingeſchrieben. Es war halt
e unüberlegt Arbeit, meint er, und ſteckt achſelzuckend die vom Gericht
über ihn verhängte eine Woche Gefängnis ein.
Das Bezirksfchöffengericht tagte am Donnerstag faſt
durchweg unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit. Es ſitzen zunächſt eine
frühere Hebamme und ein 18jähriges Mädchen aus
Hofheim wegen Abtreibung auf der Anklagebank. Die Frau
beſtreitet zwar jede Schuld, doch glaubt das Gericht angeſichts der Aus=
ſagen
des Mädchens ihren Worten keinen Wert beimeſſen zu können,
und verurteilt ſie, da ſie bereits einmal wegen desſelben Deliktes vor=
beſtraft
iſt, zu bier Monaten Gefängnis, von denen zwei Mo=
nate
der Unterfuchungshaft angerechnet werden. Das Mädchen erhält,
da es ſeinerzeit noch unter 18 Jahre alt war, auf Grund der Milde=
rung
des Jugendgerichtsgeſetzes, anſtelle von zwei Wochen Ge=
fängnis
eige Geldſtrafe von 50 Mark.
Ein junger Mann aus Sprendlingen wird wegen
Erregung öffentlichen Aergerniſſes zu zwei Mona=
ten
Gefängnis verurteilt, und in der letzten Verhandlung, die
unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit ſtattfindet, iſt ein 25jähriger
Bewohner der Baracken wegen Nötigung angeklagt. Er
wird beſchuldigt, ein 16jähriges Mädchen auf einer Spazierfahrt mit
dem Motorrad zum Geſchlechtsverkehr genötigt zu haben, und das Mäd=
chen
bleibt auch ſtrikte bei dieſer Behauptung; als der Richter ihr den
Eid abnehmen will, zögert ſie jedoch ſehr entſchieden. Der Angeklagte
behauptet nämlich, er habe ſie nicht nötigen brauchen. Dem Staats=
anwalt
ſelber kommen Zweifel in die Glaubwürdigkeit des Mädchens.
und das Gericht ſpricht, ſeinem Antrag folgend, den Angeklagten
mangels Beweiſes frei.
Es iſt dann noch eine Frau aus Langen wegen Be=
trugs
und Urkundenfälſchung angeklagt, doch erweiſt ſich,
daß die angeblich falſchen Angaben, die ſie bei einem Klavierkauf ge=
macht
haben ſoll, entſchieden auf einem Mißverſtändnis zwiſchen Ver=
käufer
und Käuferin beruhen. Auch die angebliche Urkundenfälſchung
klärt ſich zu ihren Gunſten, ſo daß die Frau freigeſprochen
werden muß.
Ein Kaufmann aus Kaiſerslautern iſt dann noch
wegen Steuerhinterziehung angeklagt, weil er Zigaretten=
papier
unverzollt aus dem Ausland eingeführt und verkauft haben foll.
Er behauptet jedoch, daß er das Papier von einem anderen übernom=
men
habe, als es ſchon in Deutſchland war, und da ihm dieſe Schutz=
behauptung
nicht widerlegt werden kann, wird er wegen Steuer=
hehlerei
zu ſechs Monaten Gefängnis und 1500 Mark
Geldſtrafe, hilfsweiſe 45 Tage Gefängnis, verurteilt, denn das Ge=
richt
iſt der Anſicht, daß bei dem Angeklagten, der als Schmuggler be=
kannt
iſt, eine Geldſtrafe nicht mehr ausreiche.

Starkenburger A.=C.=Winterfeſt. Für das Winterfeſt des
St. A. C., das am 31. Januar in der Vereinigten Geſellſchaft
ſtattfindet, macht ſich erfreulich reges Intereſſe nicht nur bei den
Mitgliedern bemerkbar. Das Feſt wird mitten im Winter einen
Sommernachtstraum bringen. Auch für dieſes Feſt
haben die beliebten Kräfte, die im Vorjahre einen ganz außer=
ordentlichen
Erfolg, errangen, es übernommen, den Abend zu
einem geſellſchaftlichen Ereignis des Darmſtädter Winters zu ge=
ſtalten
. Von den vorjährigen Mitwirkenden ſeien genannt: Cilli
Bauer vom Karl=Theater in Wien, Regina Harre, Hans Sylveſter
Bunſel. Bernardo Heyer und Kapellmeiſter Beppo Geiger, ſämt=
lich
vom Landestheater. Weiter werden mitwirken als Anſagerin
Anni Hannewald vom Neuen Theater in Frankfurt a M.
das Soloquartett des Landestheaters (Otto Horina, Friedr. Iſter=
ling
. Kurt Schüppel, Karl Wieſt), ſowie die Solotänzerin Wera
Korſchan vom Landestheater, Annele Müller, die Sängerin Hertha
v. Hagen, die Hauskapelle und die Tanzgruppe des St.A.C. Das
Tanzorcheſter dirigiert Charlie Fornoff. Karten für Mitglieder
und eingeführte Gäſte ſind im Vorverkauf zu haben im Sporthaus
Adelmann, Rheinſtraße, und im Photohaus Brzoſka, Eliſabethen=
ſtraße
.

Ein gemeiner Roheitsakt. Der heſſiſche Fürſorgeverein f!
Krüppel errichtet z. Zt. bekanntlich in Gießen eine orthopädiſch
Klinik, verbunden mit Krüppelheim. Die Mittel dazu wurd
und werden noch mühſam durch Sammlungen uſw. zuſammeng
tragen. Eben liegt wieder eine Geldlotterie zu dieſem Zweck au
die am 14. Februar gezogen wird. Der Rohbau iſt fertiggeſtell
zur Zeit werden die Arbeiten für die Zentralheizungsanlage un
die Waſſerinſtallation vergeben. Nun wurde in der Nacht vo
Sonntag auf Montag auf der Bauſtelle ein gemeiner Roheitsa
verübt. Eine Arbeiterbaracke wurde in Brand geſteckt, die mi
allem Inhalt, auch den Arbeitskleidern der Arbeiter, vollkomme
niedergebrannt iſt. In dem Büro wurde wßſt gehauſt. Alle Plär
und Zeichnungen wurden von den Wänden geriſſen und in eine
Ofen verbrannt. Die Schlöſſer der Türen wurden abgeriſſen, d
Baukorreſpondenz durcheinander geworfen. Die Wände und Ze
chentiſche wurden beſchmiert durch Anbringung großer Buchſtabe
KPD. Da der Bau der leidenden Menſchheit dienen ſoll. mr
jeder Intereſſe daran haben, daß die Täter raſch ermittelt werde
und der Fürſorgeverein vor weiterem Schaden während der Ba
periode verſchont bleibt.
Verwaltungsgerichtshof, Zeughausſtraße 2. Oeffentli
Sitzung am Samstag, den 31. Januar 1931: 9.15 Uhr: Recht=
beſchwerde
der Wilhelm Rebſcher Eheleute in Darmſtadt gege
ihre Hexanziehung zur Wertzuwachsſteuer. 9.45 Uhr: Desgleiche
des Albin Bezella in Tautenburg. 10.00 Uhr: Desgleichen
Jakob Seip 4. in Nierſtein. 10.30 Uhr: Antrag des Kreisam
Bingen auf Entziehung des dem Robert Amann in Bingen ertei
ten Kraftfahrzeugführerſcheines.

Die große Parade des Pferdes.

Hervorragende Teilnehmer des Internationalen Reitturniers in Berlin.
Oben von links nach rechts: Prinzeſſin Siegesmund von Preußen, Frau Franke, Graf Hohenau.
Unten: Fräulein Vierling, Leutnant von Barnekow, Oberleutnant von Sahla.

Die Lohnordnung für den Eiſenſteinbergbau
an Lahn, Dill und in Oberheſſen

Briefkaſſen.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsqulttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.

war von Arbeitgeberſeite zu Ende Januar 1931 gekündigt worden.
Nachdem Verhandlungen der Parteien geſcheitert waren, trat am 27.
d. M. die erſte Schlichtungsinſtanz unter dem Vorſitz des ſtellvertreten=
den
Schlichters, Herrn Regierungsrat Dr. Kollath, zuſammen und fällte
nach längeren Verhandlungen einen Schiedsſpruch, wonach die bisher
geltenden Lohnſätze für die Zeit vom 1. Februar 1931 bis 31. Juli 1931
um 7 Prozent herabgeſetzt werden. Erklärungsfriſt iſt auf Diens=
tag
, den 3. Februar, feſtgeſetzt worden.
Bemerkenswert an dem Schiedsſpruch iſt, daß er gegen die Stim=
men
der Arbeitgeber und mit den Stimmen der Arbeit=
nehmer
zuſtande kam.

Der Landesverband Heſſen, Bund Königin Luiſe, hatte eine
Landesverbandstagung in Frankfurt a. M. Am anderen Tag fand
in Darmſtadt ein Führerinnenlehrgang der Ortsgruppenführerin=
nen
von Neugründungen ſtatt. Richtlinien und Sätzungen wurden
durchgeſprochen. Zweck und Ziele des Bundes klargelegt, Anſichten
ausgetauſcht. Die neuen Kameradinnen wurden ſich näher ge=
bracht
. Nach einem gemütlichen Plauderſtündchen trennte man ſich
mit dem Wunſche, öfter zuſammen ſein zu können.
Sechſtes Sinfoniekonzert des Landestheater=Orcheſters. Ein
künſtleriſches Ereignis für Darmſtadt wird das Auftreten Walter
Gieſekings im nächſten Sinfoniekonzert am Donnerstag,
den 5. Februar bedeuten. Erſt kürzlich von einer mit außer=
ordentlichem
Erfolg gekrönten Auslandsreiſe zurückgekehrt, wird
Gieſeking hier das Klavierkonzert (=Dur von Mozart ſpielen.
das überall, wo er dieſe wundervolle Schöpfung Mozarts zu Ge=
hör
brachte, nie erlebte Stürme der Begeiſterung brachte aber
auch die tiefgehendſten Eindrücke hinterließ. Das ihm gewidmete
neue Klavierkonzert von Joſef Marx: Caſtelli Romani drei
Stücke für Klavier und Orcheſter, erlebt hier ſeine Uraufführung
mit Walter Gieſeking am Klavier. Zur Nachfeier des 175. Ge=
burtstages
W. A. Mozarts ſpielt das Landestheater=Orcheſter
unter Leitung von Generalmuſikdirektor Dr. Karl Böhm Mozarts
herrliche D=Dur=Sinfonie (Köchel=Verz Nr. 385). Es wird darauf=
aufmerkſam
gemacht, daß das Konzert Donnerstag den 5. Fe=
bruar
, ſtattfindet, da es nicht möglich war, Walter Gieſeking für
einen Montag zu gewinnen.
Carl Werckshagen, der Dramaturg des Heſſiſchen Landes=
theaters
, wird heute, Freitag, von 18,0518.15 Uhr im Südweſt=
deutſchen
Rundfunk über Ernſt Penzoldts Bühnendichtung Die
Portugaleſiſche Schlacht ſprechen, die morgen. Sams=
tag
, in Darmſtadt zur Uraufführung gelangt.
Deutſcher Sprachverein. Unter den Mundartdichtungen
die im Rhein=Maingebiet erſchienen ſind, nehmen die Höchſter
Scherbe von F. Reuting (Frau Dr. Düſterbehn) einen Ehren=
plätz
ein. Das haben alle Beſprecher des Buches gleichermaßen
anerkannt, und keinem iſt es entgangen, daß die Verfaſſerin in
der Mundart lebt und denkt und nie wie ſo viele Andere
Schriftdeutſches in die Mundart überſetzt. Aber Frau Dr. Düſter=
behn
iſt auch anerkannte ernſthafte Arbeiterin in der Mundart=
forſchung
, und ihre Beitrage zu den Mundart=Wörterbüchern
ſind bedeutend. Sie iſt als Forſcherin und Dichterin eine Perſön=
lichkeit
, der es wohl zuſteht, über Wert und Unwert in der
Mundartdichtung, zu ſprechen. Sie ſpricht am Mittwoch, den
4. Februar im Realgymnaſium. Näheres erfolgt durch Anzeige.
Guſtav=Adolf=Vortragsabend. Das Schickſal der deutſchen
Minderheiten im Oſten iſt ſeit den polniſchen Uebergriffen in
Oberſchleſien erneut in das Licht des öffentlichen Intereſſes ge=
treten
. Man weiß meiſt gar nicht, von welcher ungeheuren Be=
deutung
ein ſtarker Schutzdamm deutſcher Bevölkerung gegen die
drohende ſlawiſche Ueberflutung iſt. Unter gleichem Geſichtspunkt
erſcheint auch das Deutſchtum im ehemaligen Galizien, dem
gegenwärtigen Kleinpolen, das mit 60 000 Seelen einen beacht=
lichen
Faktor darſtellt. Volkstum und Kirche iſt draußen auf den
Vorpoſten des Deutſchtums aufs Innigſte verbunden. 35 000
Deutſche von dieſen 60 000 gehören der evangeliſchen Kirche an;
ſie bilden über 100 Gemeinden und unterhalten nicht weniger als
92 evangeliſche Privatvolksſchulen. Die verhältnismäßig große
Anzahl der Schulen erklärt ſich daraus, daß dieſe Volksgenoſſen
über ein Gebiet zerſtreut wohnen, das 10mal ſo groß als Heſſen
iſt, ſo daß ein größeres Zuſammenziehen der Kinder zur Un=
möglichkeit
wird. Daß die Evangeliſchen Galiziens ohne die Hilfe
der Brüder im deutſchen Reich ihre Schulen, zu deren Unterhal=
tung
ſie von andrer Seite nichts bekommen, nur ſchwer halten
können, leuchtet bei der draußen noch größeren wirtſchaftlichen Not
ohne weiteres ein. Es iſt daher unumgängliche Pflicht aller der
Kreiſe, die ſich in der Heimat um den Guſtav=Adolf=Verein und
den Verein für das Deutſchtum im Ausland ſcharen, durch tat=
kräftige
Unterſtützung des Kirchen= und Schulweſens in Galizien
ihre Geſinnung durch die Tat zu bekräftigen. Von Notwendigkeit
und Schönheit des deutſch=evangeliſchen Aufbaus in dem vom
Weltkrieg ſo ſtark heimgeſuchten Lande ſoll der Vortragsabend am
kommenden Sonntag, abends, in der Stadtkirche handeln; ein
Sohn des Landes Pfarrer Ladenberger aus Stryi, wird ſprechen
über: Sieg und Segen evangeliſcher Glaubensarbeit in Galizien.
Der Kirchengeſangverein der Stadtgemeinde hat ſeine Mitwir=
kung
zugeſagt. Der Eintritt iſt frei.
Der elektriſche Haushalt. Die Heag teilt uns mit, daß
heute nachmittag 4 Uhr im Vortragsſaal des Heaghauſes ein Vor=
trag
ſtattfindet, der den elektriſch eingerichteten Haushalt be=
handelt
. Da dieſer Vortrag intereſſante Anregungen geben wird,
iſt der Beſuch ſehr zu empfehlen.
Vorſicht, Schwindler. Wie uns von der Direktion der
ſtädtiſchen Betriebe mitgeteilt wird, hat in den letzten Tagen in
verſchiedenen Haushaltungen der Altſtadt ein Mann vorgeſpro=
chen
, der ſich als Abgeſandter des Gaswerks ausgab und erklärte,
mit der Senkung des Gaspreiſes beauftragt zu ſein. Es handelt
ſich hier jedoch um einen Schwindler, der nach verſchiedenen Mani=
pulationen
an den Gasverbrauchsapparaten eine Gebühr ver=
langt
. Wir warnen die Bevölkerung vor dieſem Schwindler und
machen nochmals darauf aufmerkſam, daß ſämtliche Beauftragte
des ſtädt. Gaswerks mit einem geſiegelten Lichtbild=Ausweis ver=
ſehen
ſind, der auf Verlangen jederzeit vorgelegt wird. Sachdien=
liche
Mitteilungen werden an die Kriminal=Abteilung oder die
Direktion der ſtädtiſchen Betriebe erbeten.

O. St. 1. Es handelt ſich um einen Werkvertrag. Der Unter=
nehmer
iſt verpflichtet, das Werk ſo herzuſtellen, daß es die zu=
geſicherten
Eigenſchaften hat und nicht mit Fehlern behaftet iſt,
die den Wert oder die Tauglichkeit zu dem gewöhn=
lichen
oder dem nach dem Vertrage vorausgeſetzten Gebrauch
aufheben oder mindern. Ein ſolcher Mangel, der die
Tauglichkeit der Treppe minderte, hat wohl vorgelegen. Dieſen
Mangel müſſen Sie beweiſen können und in dieſem Falle können
Sie von dem Architekten Erſatz der Aufwendungen verlangen.
Der Anſpruch verjährt in 5 Jahren ſeit Abnahme des Baues.
2. Auch bezügl. der Herſtellung der Mauer würde der Architekt
ſchadenserſatzpflichtig ſein, wenn er gegen die Regeln der Bau=
kunſt
verſtößt. In beiden Fragen werden Sie einen tüchtigen Bau=
fachverſtändigen
zu Rate ziehen müſſen.
G. 10. Die Tochter ſoll ſich von dem früheren Arbeitgeber eine
Beſcheinigung darüber ausſtellen laſſen, daß ſie von
1930 bis
1930 in ſeinem Betrieb beſchäftigt war
und daß während dieſer Zeit der Arbeitslohn ..
.. RMk.
betrug. Im übrigen wollen Sie ſich an das Finanzamt wenden.
Ausgeſperrt‟. Darüber beſtehen keine geſetzlichen Vorſchriften
und ſie können auch naturgemäß nicht beſtehen. Hier ſollte eine
Hausordnung regelnd eingreifen, die den berechtigten Inter=
eſſen
der Hausbewohner Rechnung trägt. Wäre letztere nicht zu
erreichen, ſo müßte das Gericht zur Entſcheidung (Feſtſetzung der
Zeit der Schließung des Hoftores gemäß der Jahreszeit) angerufen
werden.
A. Z3. Der Vermieter kann auf Aufhebung des Mietver=
hältniſſes
klagen, wenn der Mieter ſich einer erheblichen Beläſti=
gung
des Vermieters ſchuldig macht. Die Aufhebung iſt nur zu=
läſſig
, wenn der Mieter ungeachtet einer Abmachung
des Vermieters das Verhalten fortſetzt oder es unterläßt,
eine ihm mögliche Abhilfe zu ſchaffen. Sie werden alſo gegen eine
Einführung ſolcher Tanzabende einſchreiten können. Damit glau=
ben
wir die Fragen 13 beantwortet zu haben. Frage 4 dürfte
zu bejahen ſein; jedoch darf durch die Benutzung der Anlage keine
Beläſtigung der Mitbewohner entſtehen. Hier iſt insbeſondere
auch an Aufſtellung eines Lautſprechers zu denken. Denn Ver=
übung
ruheſtörenden Lärms iſt nach einer höchſtrichterlichen Ent=
ſcheidung
auch am Tage ſtrafbar. Hier empfiehlt ſich Strafanzeige
beim Amtsanwalt. Frage 5 dürfte zu verneinen ſein, da derar= Verhältnis wohl mit in Kauf genommen werden muß.
Auto. Detroit, U. S.A.
Studiengelder‟. Das Aufwertungsgeſetz vom 16. Juli 1925
ſchlägt hier nicht ein. Vielmehr iſt die Frage nach allgemeinen
Rechtsgrundſätzen zu beurteilen und der Anſpruch weil in ent=
wertetem
Gelde getilgt frei aufwertbar. Das ordentliche
Gericht (nicht die Aufwertungsſtelle) hatte über die Höhe der
Aufwertung unter Berückſichtigung der beiderſeitigen Vermögens=
verhältniſſe
zu entſcheiden, und zwar nach freiem richterlichen Er=
meſſen
, weshalb Frage 2 nicht beantwortet werden kann. Zinſen
könnten nur für die 4 letzten Jahre begehrt werden, da für wei=
ter
zurückliegende Zeit Verjährung des Zinsanſpruchs eingetreten
ſein dürfte. Sie werden gut tun. anwaltlicher Hilfe ſich zu be=
dienen
. Wegen Frage 5 müſſen Sie ſich an das Landesamt für
Bildungsweſen hier wenden.
UIm Würſte längere Zeit aufzubewahren, ſie alſo vor Schimml
zu ſchützen, gibt es verſchiedene Verfahren:
1. Das Einpacken derſelben in einem Korb oder Karton mit Torfmull;
2. das Ueberziehen derſelben mit Jela, eine geſchmackloſe Maſſe, die
in Drogerien erhältlich iſt und hauptſächlich in landwirtſchaftlichen
Kreiſen ſehr viel verwendet wird;
3. können Sie Würſte vor dem Schimmeln beſvahren, wenn Sie dieſe
an unter der Decke angeſchraubten Haken in einem Raume aufhäu=
gen
, der im Winter heizbar iſt. Da ſich die Wärme bekanntlich
unter der Decke anſammelt, ſo werden die Würſte immer von war=
ier
Luft umſtrichen. Im Sommer genügt dann öfteres Lüften und
gelegentliches Herſtellen von Zugluft, die in der Wohnung vorhan=
dene
Feuchtigkeit von den Würſten fernzuhalten.
P. hier. 1 Die Berechnung der monatlichen Miete geht in Ord=
nung
. 2. 17 Prozent für laufende 8 Prozent für große Inſtand=
ſetzungskoſten
. 3. Wenn es die Hausordnung vorſchreiben ſollte
und ſie Beſtandteil eines auch nur mündlich geſchloſſenen
Mietvertrages mit Ihnen iſt, wäre die Frage zu bejahen. Liegt
dieſer Fall nicht vor, ſo beſteht keine Verpflichtung.
J. 46. Wir bitten die Notiz betr. Regelung des Waſſergeldes
in Nr. 6, vom 6. Januar S. 5 nachzuleſen. Macht der Vermieter
ab 1. Januar 1931 von der Befugnis das Waſſergeld umzulegen
Gebrauch, ſo muß er den Mietern (Verbrauchern) den Nachweis
der Zahlung erbringen und eine Berechnung vorlegen, wie er
das gezahlte Waſſergeld auf die Mietparteien verteilt. Hat in
dieſer Weiſe eine Verteilung des Waſſergeldes ſtattgefunden, ſo
ermäßigt ſich die Monatsmiete von 124 Prozent auf 121 Prozent
der Friedensmiete.

K. D.P. 150. 1. Sie werden ſich beim Mieteinigungsamt darüber
erkundigen müſſen, ob dieſe Mietfeſtſetzung auch für die verfloſſene
Zeit oder nur für die Zukunft bindend geregelt wurde. Je nach
dem dieſe Auskunft erfolgt, würden Sie dann verfahren müſſen.
Wir möchten annehmen, daß eine ſoweit zurückwirkende Miet=
zinsfeſtſetzung
nicht in der Abſicht des Mieteinigungsamtes lag.
2. Ja. Stiftsſtraße 51.
W. K. Wenden Sie ſich an das Reichswehrminiſterium in
Berlin.

F. B. in D. Auch unverheiratete oder verwitwete oder ge=
ſchiedene
Perſonen haben, wenn ſie einkommenſteuerfrei ſind,
3. Mk. Bürgerſteuer zu entrichten. An ſich iſt alſo die Steuer=
pflicht
gegeben. Eine andere Frage iſt die der Beitreibbarkeit.
Iſt die Beitreibung der Steuer von vornherein ausſichtslos, ſo
wird hierauf zur Vermeidung unnötiger Verwaltungskoſten Rück=
ſicht
zu nehmen ſein; es braucht alſo in den Fällen, in denen mit
Sicherheit anzunehmen iſt, daß die Bürgerſteuer nicht beigetrieben
werden kann, der Verſuch einer Beitreibung nicht gemacht zu
werden. Es empfiehlt ſich, die Bürgermeiſterei hiervon zu ver=
ſtändigen
.

[ ][  ][ ]

Nummer 30

Freitag, den 30. Januar 1931

Seite 7

* Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
* Union=Theater
bringt, angekündigt als luſtiges Tonfilm=Vaudeville‟, Komm
zu mir zum Rendez=vous in der Regie von Carl Boeſe einer
ausgezeichneten Regie mit Dialogen von Walter Haſenclever.
In den Hauptrollen wirken ſingend, ſprechend und handelnd Alexa
Engſtröm, Walter Rilla, Ralph Arthur Roberts, Paul
MMorgan und Fritz Schulz mit.
Die Handlung dieſes harmlos luſtigen Filmſpiels, das u. a.
auch den neueſten Schlager sex Appeal, wenigſtens für Darm=
ſtadt
neu anderswo ſoll er längſt überholt ſein, bringt führt in
die Kreiſe, ſo ſich nicht langweilen. In die Geſellſchaftsſchichten, die
es ſich auch heute noch leiſten können, ihre Abende bei Sekt und
ſchönen Frauen zu verbringen, in denen es weder dem männlichen
noch dem weiblichen Eheteil auf einen kleinen Ehebruch oder ein
mehr oder weniger ſtarkes Ehebiegen ankommt. Lebewelt, die
ihre Abende im Cabaret oder zu Jazzkapellen tanzend und hinter
den Kuliſſen flirtend verbringt. In dieſe Kreiſe es ſoll uns
dünken, als ſollte man nicht ſtandig in Filmen, die z. Z. beſonders
ſtark von Arbeitsloſen beſucht werden, ausgerechnet derartige
Dinge zeigen gerät wider Willen ein harmloſer Sprachlehrer
der, um die Ehre einer Dame zu retten, ſich fälſchlich als Muſik=
lehrer
ausgeben muß, und nun ſchüchtern und unbeholfen
wie er iſt, in eine Fülle von komiſchen und ſentimental tragiſchen
Situationen gerät, bis er, ſelbſtverſtändlich, es muß ja ein happy
end ſein, aus allen Schwierigkeiten glatt herausgeht, die Braut
heimführt und viel Geld hat. Carl Boeſe ſorgt für flotten
Ablauf der Handlung und bringt eine Reihe ausgezeichneter
Bilder, die gute Milieuſchilderung geben.
Das Beiprogramm bringt einen kurzen Lola Kreutzberg=
Indien=Film und eine Amerikaner=Groteske.

Mir bremſe ſchun, wann’s Zeit is!. Die Vorbereitungen
zu der unter vorſtehendem Motto am kommenden Sonntag ſtatt=
findenden
einzigen Damen= und Herrenſitzung der
für erſtklaſſige Darbietungen bekannten Turngemeinde Darmſtadt
1846 (Woogsplatz) ſind abgeſchloſſen Gemeinſame Lieder nam=
hafter
Dichter, heitere Vorträge bekannter Karnevalsredner, ſowie
die Vorführungen der verſchiedenen Turnabteilungen, insbeſon=
dere
neuartige Tanzvorführungen der Turnerinnen werden neben
den ſchmiſſigen Weiſen des unter Leitung von Kapellmeiſter
W. Schlupp ſpielenden Stadtorcheſters dazu beitragen, daß die
Veranſtaltung zu einem Glanzpunkt des Darmſtädter Karnevals
wird und daß wir die Sorgen und Nöte des Alltags auf einige
Stunden vergeſſen. Eine geringe Anzahl von Eintrittskarten iſt
noch beim Hausmeiſter erhältlich; es empfiehlt ſich deshalb, um=
gehend
die Karten abzuholen, ehe dieſelben vergriffen ſind. Aus=
drücklich
ſei noch bemerkt, daß nicht mehr Karten ausgegeben wer=
den
, als Plätze vorhanden ſind. (Siehe auch heutige Anzeige.)
Im ſtädtiſchen Leihamt findet am Mittwoch, den 4., und
Donnerstag, den 5. Februar, vormittags von 912 Uhr, Ver=
ſteigerung
verfallener Pfänder ſtatt. (Siehe heutiges Inſerat.)

Lokale Veranſtalkungen.

Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu beirachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.

Ehemalige Straßburger Feldartilleriſten
(Regimenter 15, 51 und 84) treffen ſich zwecks engeren Zuſammen=
ſchluſſes
in der Vereinigung ehem. elſaß=lothringer Soldaten am
Sonntag, den 1. Februar, nachm., im Reſtaurant Gutenberg",
Grafenſtraße. Alle Kameraden, die in vorgenannten Regimen=
tern
oder deren Kriegsformationen, aber auch ſolche, die in andern
elſ.=lothringiſchen Feldartl.=Regimentern gedient haben, ſind herz=
lich
eingeladen.

Chriſtlicher Verein junger Männer Darm=
ſtadt
e. V., Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſerne). Am kommenden
Sonntag, abends, haben wir Mitgliederzuſammenkunft bei Tee
und Gebäck. Das Jungvolk iſt nachmittags im Heim.
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Die Uebungs=
ſtunde
für Turner und Sportler findet in dieſer Woche am Frei=
tag
ſtatt. Auf die am Sonntag, den 1. Februar, ſtattfindende
Halbtageswanderung weiſen wir hiermit hin. Der Abmarſch er=
folgt
vom Turnhauſe aus und geht gen Einſiedel, zurück über die
Dianaburg, Forſthaus Kalkofen nach Arheilgen.

Hiimmen aus dem Leſerkreiſe.

(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Aeberſchrift übernimmt die Redaltion feinerlei Ver=
antworiung
; f-ir ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in voſſem Umfange
der Einſender verantwortſich.) Einſendungen, die nicht verwendet werden, können nicht
zurückgeſandt, die Ablehnung nicht begründet werden.

Die Allg. Ortskrankenkaſſe hat eine neue Tabelle zur Berech=
nung
der Krankenkaſſenbeiträge an die Arbeitgeber übermittelt.
Dieſe neue Tabelle bedeutet eine Verteuerung gegenüber der
früheren. Einige Beiſpiele geben hierzu Aufklärung:
Wochenverdienſt Mk. 10,50, früh. Beitrag Mk. .44, jetzt Mk. .66
Wochenverdienſt Mk. 17,50, früh. Beitrag Mk. .88, jetzt Mk. 1,10
Wochenverdienſt Mk. 38,50, früh. Beitrag Mk. 2,20, jetzt Mk. 2,43
Wochenverdienſt Mk. 45,50, früh. Beitrag Mk. 2,64, jetzt Mk. 2,87
Bei der Arbeitsloſenverſicherung iſt gleichfalls durch die neue
Berechnungsart eine Verteuerung eingetreten. Zu dieſen Ver=
teuerungen
hat die Krankenkaſſe durch den neuen Modus den Ar=
beitgebern
die Arbeitsleiſtung dadurch aufgebürdet, daß dieſe
künftig die Rechnungen ſich ſelbſt ausſtellen müſſen, und als beſon=
dere
Belohnung müſſen die Beiträge etwa 6 Wochen früher ge=
zahlt
werden.
Die Folgen der früheren Zahlung bzw. der früheren Fällig=
keit
werden in Form von Zuſchlägen, welche zwar geſetzlich ſind,
jedoch in heutige Zeit nicht mehr hineinpaſſen, ſich auswirken.
Wir fragen, ob all dieſes ohne weiteres von den Unternehmern
hingenommen werden muß, und wären der Allg. Ortskrankenkaſſe
für Aufklärung ſehr dankbar. Vielleicht können wenigſtens die
Zuſchläge den heutigen Verhältniſſen angepaßt werden. Keines=
falls
dürfen ſolche bereits nach 10 Tagen erhoben werden.

Tageskalender für Freitag, den 30. Januar 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Keine Vorſtellung.
Kleines. Haus, 20 Uhr IV 8 : Lucia von Lammermoor,
Konzerte: Schloßkeller, Café Oper, Café Ernſt=Ludwig,
Spaniſche Bodega, Datterich, Reſtaurant Bender, Rheingauer
Weinſtuben. Kinovorſtellungen; Union= Helia=
und Palaſt=Lichtſpiele. Fürſtenſaal 16 Uhr: Waſchvor=
führung
. Gymnaſium 20 Uhr: Vortrag Prof. Dr. Re=
genbogen
. Luiſenſtr. 12, 16 Uhr: Vortrag Frl. Hepting.

Gottesdienſt der iſrgelitiſchen Religionsgemeind:
Hauptſynagoge (Friedrihſtraße)
Freitag, den 30. Jan.: Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 15 Min.
Samstag, den 31. Jan.: Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min
Sabbatausgang 6 Uhr 05 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen.
Morgens 7 Uhr 30 Min. Abends 6 Uhr 00 Min
Gebetszeiten in der Synagoge der Fſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft
Samstag, den 31. Jan.: Vorabend 4 Uhr 50 Min. Morgens
8 Uhr Nachm. 4 Uhr. Sabbatausgang 6 Uhr 05 Min.
Wochentags: Morgens 6 Uhr 45 Min. Abends 4 Uhr 45 Min

Aus Heſſen.
Ein Nalurpfad durch Eberſtadts Gemarkung.
P. Der Verſchönerungs= und Verkehrsverein Eberſtadt beabſichtigt,
einen Naturpfad durch die hieſige Gemarkung zu ſchaffen. Der
Naturpfad iſt einzig in ſeiner Art und etwas Neues, wenigſtens bei uns
in Deutſchland. In Nordamerika gibt es ſchon Tauſende ſolcher Natur=
pfade
. Sie haben bei uns bisher nur vereinzelt Nachahmung gefunden,
es bleibt aber zu hoffen, daß ihre Einrichtung bald in ſtärkerem Maße
Eingang findet.
Die Einrichtung der Naturpfade beruht auf dem Gedanken, einen
natürlichen Pfad für naturkundliche Belehrung wanderfroher Natur=
freunde
zu ſchaffen. In dieſer Art haben auch das Muſeum für Natur=
kunde
in Berlin und die Staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege in
Preußen im Vorjahre den Naturpfad in der Bredower Forſt bei Span=
dau
ins Leben gerufen. Der hieſige Verſchönerungs= und Verkehrs
verein will dieſem Beiſpiel folgen und eine ähnliche Einrichtung auch
hier treffen. Daß dies möglich iſt, darüber beſteht kein Zweifel. Die
Eberſtädter Gemarkung iſt ein Gelände von unvergleichlich landſchaft=
lichem
Reiz. Man denke nur an das idhlliſche Mühltal mit ſeinen
hohen Felswänden und den geologiſch bedeutſamen Steinbrüchen, an das
mitten im Waldesgrün gelegene Waldvillenviertel, die Perle des Ortes,
an die Marienhöhe den herrlichen Nadel= und Laubwald ringsum, in
dem man, bald in der Ebene bald auf ſanft anſteigenden Höhen, ſtun=
denlang
auf wohlgepflegten Wegen wandern und Erholung ſuchen kann,
Jahraus, jahrein ziehen dieſe Naturdenkmäler Scharen von Ausflüg=
lern
und Naturfreunde an. Namentlich im Frühjahr kommen ſie, um
ſich an dem Jungbrunnen Natur unſerer Umgebung, vor allem dem
jungen Grün des Buchenwaldes und der reichgeſtaltigen Frühlingsflora
zu erfreuen. Der Wanderer, der dem Naturpfad folgt, wird ein Stünd=
chen
unter Anregung und Belehrung durch die heimatlichen Gefilden
geführt. Auf ſeiner Strecke ſoll er durch beſchriftete Blechſchildchen, die
mit Draht an Bäumen und Sträuchern oder an kurzen, in den Boden
geſteckten Stäbchen befeſtigt ſind, auf das aufmerkſam gemacht werden
was ſehenswert iſt, von dem gewöhnlichen Ausflügler aber nicht ge=
ſehen
wird oder nicht gedeutet werden kann. Der meiſt achtlos einher=
wandernde
Städter ſoll dadurch auf Pflanzen und Tiere in der Natur
hingewieſen, und es ſollen ihm ſo die Augen für das Geſchehen in der
Natur geöffnet werden.
Wenn es dem Verſchönerungs= und Verkehrsverein gelingt, dieſen
Gedanken in die Tat umzuſetzen, würde er ſich ein bleibendes Verdienſt
erwerben und unſerer Gemeinde zu einem ihr zum Nutzen gereichenden
Auftrieb verhelfen.

Zum Schufz gegen
Grippe
Srbältungskrank-
heiten
, Mandel-u.
Halsenkzündungen

F Eberſtadt, 28. Jan. Liedertag. In der im Gaſthaus Zum
Bergſträßer Hof (Peter) ſtattgefundenen Sitzung des ſtändigen Aus=
ſchuſſes
zur Durchführung der örtlichen Liedertage, ſtellte der Vor=
ſitzende
des Ausſchuſſes, Rektor Becker, den ausgezeichneten Verlauf des
11. Liedertages feſt und ſprach den Präſidenten der beteiligt geweſenen
ſechs Geſangvereine für die erzielten Leiſtungen und dem Muſikverein
Edelweiß für die uneigennnützige Mitwirkung. Dank und Anerken=
nung
aus. Die Abrechnung über die Einnahmen und Ausgaben er=
ſtattete
der Rechner des Ausſchuſſes. Pöhlmann. Auf Antrag des ſtell=
vertretenden
Vorſitzenden des Ausſchuſſes, Rektor Storck, beſchloß der
Ausſchuß einſtimmig, die Feſtlegung der künftigen Liedertage auf den
zweiten bzw. dritten Sonntag des Monats Januar.
* Klein=Bieberau 28. Jan. Man ſchreibt uns: Es war einmal, da
konnte man ſingen Am Brunnen vor dem Tore, da ſteht ein Linden=
baum
. Aber die Zeiten ſind veränderlich, und ſo mußte der Brunnen
ſchon vor längerer Zeit der Waſſerleitung Platz machen, während die
alte Linde dieſer Tage, infolge Vernachläſſigung, nicht zuletzt, daß aus=
gereifte
Perſonen in der Neujahrsnacht durch Feuerwerkskörper die Linde
in Brand ſetzen, gefällt werden mußte. Wie verlautet, wurde die
Linde als Andenken an zwei hieſige Einwohner, welche in den Krieg
zogen gegen Rußland, im Jahre 1813 gepflanzt. Ueber 100 Jahre hielt
ſie Sturm und Wind ſtand und wie oft mögen ſich die Dorfſchönen
unter der blühenden Linde getroffen und Heiratspläne geſchmiedet haben,
während die Vöglein im Blätterdach ihr Abendlied ſchmetterten. Wie
viele Wanderer mögen an ihr vorbeigegangen ſein und ſich an dem
damals danebenſtehenden Brunnen ergötzt haben! Ja, könnte die alte
Dorflinde ſprechen ſie könnte manches aus guten und ſchlechten
Zeiten erzählen. Keine Vöglein können mehr in ihrem Blätterdach
ihr Lied ſchmettern, keine Biene von den duftenden Blüten Honig
ſammeln es iſt vorbei es war einmal. Hätte man früher der alten
ehrwürdigen Linde etwas mehr Verſtändnis engegengebracht, ſie mit
Beton ausgefüllt, ſo hätte ſie noch viele Jahre der N. erhalten
werden können, aber bei uns hat man ſcheinbar für ſolche Naturdenk=
mäler
kein Intereſſe.

Cp. Pfungſtadt, 28. Jan. Der Turnverein E. V. (D.T.) hielt
im Vereinslokal ſeine Hauptverſammlung ab. Trotz der ſchwierigen
wirtſchaftlichen Verhältnifſe konnte im abgelaufenen Jahre eine Steige=
rung
der Mitgliederzahl auf 315 feſtgeſtellt werden. Bei der Vorſtands=
wahl
gab es einige Veränderungen. Erſter Sprecher wurde Heinrich
Lehr, Stellvertreter Wilhelm Fey. Zu Turnwarten wurden Philipp
Hanbuch und Heinrich Kramer gewählt. Wilhelm Hammann wurde
Schriftführer. Vergnügungswart wurde Georg Kramer. Ferner wurde
eine Beitragsermäßigung um 20 Pozent beſchloſſen. Die diesjährige
ordentliche Hauptverſammlung, des Ortsgewerbevereins und
der Handwerkervereinigung findet am Sonntag nachmittag im Gaſthaus
Zur Krone ſtatt. Mitte der Woche konnte die Witwe Eliſabeth
Wambold in der Seilerſtraße ihren 80. Geburtstag begehen.
Hahn, 29. Jan. Dem Turnverein Hoffnung iſt es gelungen,
am Samstag, 31. Januar, einen Gerätewettkampf in ſeinem Vereins=
heim
Schützenhof zum Austrag bringen zu können. Die beſtens bekann=
ten
Gerätemannſchaften der Turnvereine Rüſſelsheim und Büttelborn
wurden hierzu gewonnen. Es gilt nicht allein, an dieſem Abend den
Sieger zu ermitteln oder landläufige Ehren zu erwerben, ſondern den
reinen, hohen, unantaſtbaren Zielen turneriſchen Strebens in der Deut=
ſchen
Turnerſchaft zu dienen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 29. Jan. Krieger= und Veteranen=
verein
. Anſtelle des bisherigen Jahresballes findet am kommenden
Sonntag abend ein Theaterabend mit anſchließendem Tanz ſtatt.
Rentenauszahlung. Das Poſtamt teilt mit, daß die Renten=
auszahlung
bereits am Samstag, den 31. d. M., während der Dienſt=
ſtunden
vorgenommen wird. Neuerdings werden von Bewohnern
des Villenviertels Trautheim Beobachtungen dahingehend gemacht,
daß des nachts Autos auf der von der Hauptverkehrsſtraße abſeits
gelegenen alten Nieder=Ramſtädter Chauſſee in längerem Aufenthalt
verweilen. Die Sache wäre an und für ſich nicht ſo ſchlimm, wenn die
betr. Autofahrer an ihren Wagen nicht die ganze Beleuchtung abſtellen
und damit den Verkehr ſtören würden.
G. Ober=Ramſtadt, 29. Jan. Der Evangeliſche Poſaunenchor hat
ſich entſchlofſen, gleich wie im Vorjahre einen Poſaunenabend im
Gaſthaus Zum Löwen zu veranſtalten. Es iſt dafür Sorge getragen,
daß an Darbietungen des Beſte geboten wird und iſt jedermann Ge=
legenheit
gegeben, am 8. Februar, abends 8 Uhr, das abwechſelungs=
reiche
Programm des Poſaunenchors zu genießen. Um jedermann die
Möglichkeit zu geben, den muſikaliſchen Darbietungen beizuwohnen, iſt
der Eintrittspreis äußerſt niedrig gehalten.
G. Ober=Ramſtadt 28. Jan. Bentenzahlung. Die Militär=
renten
für Monat Februar werden am Donnerstag, 29. Jan. von 8
bis 12 Uhr vorm., die Invaliden= und Unfallrenten am Samstag,
31. Jan. ebenfalls von 812 Uhr am Poſtſchalter ausgezahlt.

G. Ober=Ramſtadt, 28. Jan. Freiwillige Feuerwehr.
Am Samstag, den 31. Januar, hält die Freiwillige Feuerwehr einen
Unterrichtsabend ab, bei welchem Herr Branddirektor Herborn, Darm=
ſtadt
(Fabrikfeuerwehr Merck) einen Votrag über Handfeuerlöſcher hal=
ten
wird. Turnverein 1877. Der Turnverein 1877 hielt ſeine
Jahresſchlußverſammlung im Gaſthaus Zum Adler ab. Der zweite
Vorſitzende Keller begrüßte die zahlreich erſchienenen Turnerinnen und
Turner und gab einen kurzen Rückblick über das Jahr 1930. Des im
letzten Jahre verſtorbenen Mitbegründers und Ehrenmitgliedes Karl
Fiſcher gedachte man in ehrender Weiſe. Aus den Berichten des Schrift
führers und den Fachwarten war eine rege Vereinstätigkeit im abge=
laufenen
Jahre zu entnehmen. Bei der Vorſtandswahl wurden fol=
gende
Turner anſtelle der zurücktretenden gewählt: 2. Schriftführer
Willi Völſing, Kaſſenwart Georg Simmermacher, 2. Turnwart Hans
Göckel, 1. Schülerturnwart Chriſt. Stuckert, 2. Schülerturnwart Jakob
Obmann, 2. Schülerinnenturnwartinnen Anna Blum und Anna
Schmidt.
Dg. Arheilgen, 29. Jan. Goneralverſammlung. Im
Gaſthaus Zum Löwen fand die Generalverſammlung des Arb.=Turn=
und Sportvereins e. V. ſtatt. Die geſchäftlichen Berichte ergaben, daß
trotz der allgemeinen Finanznot innerhalb des Vereins gute wirtſchaft=
liche
Verhältniſſe beſtehen. Aus den nun folgenden techniſchen Berich=
ten
iſt zu entnehmen, daß im verfloſſenen Jahre in bezug auf körper
liche Ertüchtigung und ſportliche Ausbildung viel Arbeit geleiſtet wurde.
Vorſtandsmitglieder und Techniker beſitzen das Vertrauen der Mitglie=
der
und bleiben in ihren Aemtern. Des weiteren konnte der Monats=
beitrag
um 5 Pfg. ermäßigt werden. Für das auf dem Sportplatz
ſtehende Vereinshaus wurde eine Hausordnung eingeführt. Weiter
werden die nächſten Veranſtaltungen feſtgelegt. Den Auftakt bildet ein
Familienabend, der am Samstag, den 7. Februar, im Gaſthaus Zum
Löwen ſtattfindet und als Erſatz für den in dieſem Jahre in An=
betracht
der überaus ſchlechten wirtſchaftlichen Verhältniſſe ausfallenden
Vereinsball gedacht iſt. Kaninchen= und Geflügelzucht=
verein
. Die Generalverſammlung findet am kommenden Samstag,
den 31. Januar, ſtatt.
Gernsheim, 29. Jan. Waſſerſtand des Rheins am
28. Januar: 2.06 Meter; am 29. Januar: 1.85 Meter.
Cd. Michelſtadt, 29. Jan. Polizeilich geſchloſſene Ver=
ſammlung
. Am Dienstag hielt die NSDAP., Ortsgruppe Michel=
ſtadt
, im Gaſthaus Zur Gerſte in Steinbach eine Verſammlung ab.
Der Redner. H. Müllenbach aus Wiesbaden, ſprach über das Thema
Volk in Not In Michelſtadt war an dieſem Tage das Gerücht im
Umlauf, daß die Verſammlung durch die SPD. geſprengt werden ſolle,
und waren dann auch eine ganze Anzahl Angehöriger dieſer Partei im
Saale anweſend, insgeſamt wird die Verſammlung von zirka 120 Per=
ſonen
beſucht geweſen ſein. Der Redner ſprach ſachlich, und die Ver=
ſammlung
verlief ruhig, bis gegen Schluß der Ausführungen die Her=
ren
Dr. Mierendorf=Darmſtadt und Bürgermeiſter Neff im Saale er=
ſchienen
. Da den beiden Herren der Zutritt zum Saale verweigert
werden ſollte, ergriffen die anweſenden SPD.=Leute für die beiden
Herren Partei und drängten nach dem Eingang. Nach einigem Hin und
Her wurde den beiden Herren der Eintritt geſtattet. Vor Eintritt in
die Diskuſſion wurde von der Verfammlungsleitung bekannt gegeben,
daß Herr Dr. Mierendorf zur Diskuſſion nicht zugelaſſen werden würde,
da er ja nur 510 Minuten den Ausführungen des Redners zugehört
hätte. Auf dieſe Mitteilung hin ſetzte ein heftiger Wortwechſel ein
der auszuarten drohte. Dem tatkräftigen Eingreifen der Gendarmerie
unter Leitung des Herrn Gendarmeriemeiſters Aßmus hier iſt es zu
danken, daß ſich nicht eine Schlägerei entſpann. Die Verfammlung
wurde polizeilich aufgelöſt und die Teilnehmer nach Hauſe geſchickt.
P. Rüfſelsheim, 28. Jan. Ein Sabotageakt. Am Sonntag
abend wurden gegen 7 Uhr die Orte Mainz=Ginsheim, Bauſchheim
und Aſtheim welche an das elektriſche Ueberlandwerk Mainz iangeſchloſſen
ſind, in völlige Dunkelheit verſetzt, die erſt nach mehreren Stunden be=
ſeitigt
werden konnte. Die Prüfung der Hochſpannungsleitung ergab,
daß an ihr auf der Straße Rüſſelsheim-Bauſchheim ein Sabotageakt
vorgenommen worden war. Die Gendarmerie Rüſſelsheim, in deren
Bezirk die böswillige Störung vorgenommen wurde, hat mit einem
Polizeihunde die Spur des Täters aufgenommen, aber ohne Erfolg. Das
Ueberlandwerk Mainz hat für die Ermittelung des Saboteurs eine hohe
Belohnung ausgeſetzt.
Rheinheſſen.
Aus Mainz.
* Schwurgericht der Provinz Rheinhefſen. Das ſonſt ſo friedliche
Oertchen Schwabenheim a d. Selz wurde in der Kirchweihnacht des
22. September 1930 vom Montag auf Dienstag durch eine ſchwere Blut=
tat
in nicht geringe Aufregung verſetzt. In der genannten Nacht wurde
der ledige 45jährige Landwirt Joſef Lenhard 3. von dort in einer
größen Blutlache liegend bewußtlos mit einer ſchweren Schädelverlet=
zung
vor einem Hauſe aufgefunden. Er konnte nach einiger Zeit noch
die Worte ſtammeln: Gräff hat mich mit einem Hammer geſchlagen,
um dann wieder in Bewußtloſigkeit zu verſinken. Die Ermittelungen
führten zur ſofortigen Verhaftung des Täters, des verheirateten 36 landwirtſchaftlichen Arbeiters Friedr. Gräff von dort. Der
aus der Unterſuchungshaft vorgeführte Angeklagte ſchilderte nochmals
eingehend, wie er zu der Tat gekommen iſt. Aus der Vernehmung von
34 Zeugen war nichts Weſentliches feſtzuſtellen. Nach kurzer Beratung
verurteilte das Gericht den Angeklagten wegen Körperverletzung mit
tödlichem Erfolge zu einer Gefängnisſtrafe von 3 Jahren,
abzüglich vier Monaten Unterſuchungshaft.
* Bewußtlos aufgefunden wurde am Donnerstag auf der Straße
BiſchofsheimGuſtavsburg der 50jährige Arbeiter Georg Becker 1.
aus Biſchofsheim. Der Verletzte war auf der Fahrt zu ſeiner Arbeits=
ſtätte
bei der M.A.N. und wurde anſcheinend angefahren und von ſei=
nem
Rade geriſſen. Der Zuſtand Beckers, der mit einem ſchweren
Schädelbruch ins Mainzer Krankenhaus eingeliefert wurde, iſt ſehr=
bedenklich
.
Waſſerſtandsnachrichten vom 29. Januar. Rhein: Hüningen
1,27: Kehl 2,90: Maxau 4,98; Mannheim 4,53; Mainz 2,36; Bingen
3,34; Caub 4,01; Köln 5,28 Meter. Main: Schweinfurt 2,31;
Würzburg 2,68; Lohr 3,13; Groß=Steinheim 3.14; Hanau 3,27 Koſt=
heim
Staatspegel 2,12, desgl. Waſſertiefe 4,20, desgl. Fahrtiefe 2,30
Meter.
Ad. Wörrſtadt, 29. Jan. Verhaftet und durch die Krimi=
nalpolizei
nach Mainz gebracht wurden ein Mann und eine Frau,
die in Armsheim Uhren, Ringe und ſonſtige Schmuckſachen unter
verdächtigen Umſtänden zu verkaufen ſuchten und deshalb auf
erſtattete Anzeige von der Gendarmerie verfolgt und in Wörr=
ſtadt
dingfeſt gemacht wurden. Der angebliche Uhrenhändler
hat ſchon 14 Jahre hinter Gefängnismauern zugebracht.
Ah. Alzey, 28. Jan. Raubüberfall auf eine Frau.
Eine wackere Kaſſiererin. Zwiſchen Bahnhof Wahlheim und
Freimersheim wurde die Kaſſiererin des Elektrizitätswerkes Rheinheſſen,
die den Tag über Geld einkaſſiert hatte, am Abend von einem Manne
überfallen, der verſuchte, ihr die Geldtaſche zu entreißen. Mit der Hand
wiirgte der Räuber die Frau am Halſe und mit der anderen bemühte er
ſich mit aller Gewalt, in den Beſitz des Geldes zu kommen. Die Frau
ſetzte ſich energiſch zur Wehr, und da ſie die Schlinge der Geldtaſche um
ihren Arm geſchlungen hatte, mußte der räuberiſche Geſelle das Ergeb=
nisloſe
ſeines Bemühens einſehen, zumal auf die Hilferufe der Dame
hin Freimersheimer Einwohner aufmerkſam wurden.
Oberheſſen.
WSN. Friedberg, 28. Jan. Eine exemplariſche Strafe.
Vor mehreren Monaten beſchäftigte ſich ein Frankfurter Senſationsblatt
in ſcharfer Weiſe mit angeblichen Vorkommniſſen bei der hieſigen Feuer=
wehrkapelle
. Das veranlaßte den Leiter derſelben, gegen den Einſender
der Artikel Strafantrag zu ſtellen. Die Verhandlung fand geſtern vor
dem hieſigen Schöffengericht ſtatt. Dem Angeklagten mißlang der Wahr=
beitsbeweis
. Er wurde zu einer Gefängnisſtrafe von 5 Wochen und
Tragung der Koſten verurteilt. Außerdem nahm ihn das Gericht in
eine Ordnungsſtrafe von 30 Mark. Dem Kläger wurde zudem Publi=
kationsbefugnis
des Urteils in der Ortspreſfe zugeſprochen.

e der Tohe H
Fao
Zwaenweichtns,wad Na=
wrde
luhe z.. Gürkitn
Leut, küudde derberkaden!

Kn
Aaff

[ ][  ][ ]

Seite 8

Freitag, den 30. Januar 1931

Nummer 30

Croisé-Nachtjacken
Geishaform, solide Oualität und
Verarbeitung . .
Nachthemden
mit Hohlsaum und feiner Spitze
reich garniert . .
Nachthemden
fesche Form mit entzückender
Handklöppelspitze ..
Nachthemden
moderne Form, mit Kragen und
kurzem Arm . . . . .
Nachthemden
mit Bogenspitze und feiner Hand-
klöppelspitze
, hübsch garniert.
Nachthemden
aus Croisé, mit Kragen und langem
Arm, solide Oualität.
Nachthemden
mit Kragen und langem Arm, mit
Stickerei-Verarbeitung . .
Nachthemden
aus Croisé, mit Kragen und langem
Arm, mit guter Stickerei verarbeitet,
Unterklieide
chwere Charmense-Oualit., II. Wahl
mit breiter Bogenspitze garniert.

Trägerhemden
mit Hohlsanm-Bördchen und Hohl-
saumträger

Trägerhemden
mit entzückender Handklöppelspitze
und gestickten Pänktchen garniert
Trägerhemden
mit breiter Valencienne-Spitze durch-
garniert
und Talencienne-Trägern,
T a ghemde n
mit Bogenspitze sowie teiner Hand-
klöppelspitze
garniert.. .
Elegante Taghemden
mit Handklöppelspitze durchgarniert
sowie apartem Handarbeitsmotiv . .
Achselschluß-Hemden
aus Kretonne mit Stickerei hübsch
verarbeitet .
Achselschluß-Hemden
aus Croisé, solide Oualität mit
Stickerei verarbeitet..
Untertaillen
Jumperform mit breiter Stickerei
garniert . .
He md hio sen
mit hübschem Spitzen-Einsatz
durchgarniert . . . .

Stickerei-Lätzchen
in verschiedenen schönen Ausfüh-
. . 0.30, 0.20
rungen . .
Hemdchen
aus gutem Kretonne mit Bogen-
garnierung
. . . . . . 0.30, 0.25
Unterhöschen
weiß, gestrickt, in schönen Gua-
litäten
. . . . . . . 0.60, 0.45
Ueberjäckchen
aus Lammfell, in weiß und bunt,
Spielhöschen
aus gutem Flanell, häbsche Aus-
führungen
. . . . . . 2.45, 2.25,
Flanell-Röckchen
in schönen, zarten Farben hübsch
bestickt . . .
. . 2.25, 1.95,

Handt ücher
Gerstenkorn, mit roter Kante und
grau Drell ...
Handtücher
Gerstenkorn, mit indanthrenfar-
biger
Borde, in guter Onalität ..
Handtücher
weiß, Drell, Halbleinen, gesäumt
und gebändert, Größe 40/100 cm,
Handttücher
einleiven, Gerstenkorn, mit Hohl-
aum
, gute Onalität.. . .
Gläser tücher
rot und blan kariert ..
Gläsertücher
Halbleinen, Größe 45/45 cm, ge-
säumt
und gebändert.

Nes e
Hene netn
Hun
sche -Tischnss
Nuese We
fh.

Kissenbezüge
kräftige Onalität mit festoniertem
Bogen....
Kissenbezüge
aus gutem Stoff, mit Hohlsaum und
bestickt . . .
Kissenbezü ge
aus gutem Kretonne, mit schönen
Stickerei-Motiven . .
Kissenbezüge
aus kräftigem Stoff, mit Stickerei-
einsatz
und Fältchen. . . .
Parade-Kissen
mit Klöppeleinsatz und Spitze gar-
niert
. . .
Parade-Kissen
aus gutem Linon, mit Stickerei- Ein-
satz
, Spitze und Fältchen
Parade-Kissen
prima Onalität, an vier Seiten
Stickereieinsatz und Spitze . . .

Biber-Bettücher
Gr. 130/180 cm solide Onalität .
Biber-Bettücher
weiche Onalität Gr. 145/220 cm
Biber-Bettücher
gut gebleichte Oual. Gr. 140/220 cm
Biber-Bettücher
besonders gute gebleichte Onalität
Gr. 150/220 cm . .
Bettü che
strapazierfähige Haustuchware,
2,25 m lang . ."
Bettü che
aus kräftigem Haustuch, mit ver-
stärkter
Mitte, Gr. 150/225 cm . .
Bett ü che
strapazierfähiges Hanstuch, m. Hohl-
saum
, Gr. 150/225 cm . . .

Kagge

TIschtücher
Drell, schöne Karo-Dessins,
Gr. 110/150 cm ...."

Frottier-Handtücher
weiß, mit roter Kante

Hemdenblusen Grepe de chtne-Blusen Tenniskleider aus gutem Wasch-Popeline reinseidene Onalität, aus guten weißen Wasch- besonders schöne Aus-
fährang
und Cnalität, sehr aparte, elegante
Ausführungen stoffen, bäbsche Verarbeitung 5.95 13.75 3.95 Ae Dai9 R

2ischtücherg35
Damagt, rein, weiß gebleicht,
häbsche Deseins, Gr. 130/160 cm
Lischtücherg35
Halbleinen, kräft. Oualität, schöne
4
Karos, Gr. 130/160 cm . . .
Ti.S.chitüche
995
Halblein,, schöne geblumte Dessins,
ltr. 130/160 cm
Pischtüche.n
A
Reinleinen, Gr. 130/160 cm, schö
Blamenmnster . . .
Lischttüche
Damast, rein, weiß gebleicht. schön
hoderne Dessins, Gr. 130/225 cm.

Frottier-Handtücher
gute Onal., mit indanthrenfarbig
Karos. .
Frottier-Handtücher
besonders gute Oualität, weiß, mit
indanthrenf. Borde, Gr. 45/100 cm
Frottier-Handtücher
schwere Qualität, weiß, mit Borde
und kariert, dr. 45/100 cm ..
Frottierhandtücher
erstklassige Oualität, schöne Karos
und Borden, Größe 55/110 cm .
Kinderbadetücher
gute Oualität, weiß mit indanthren-
farbigen
Streifen, Gr. 80/100

7a

Koltertsücher
kräftige Oualität, mit festoniertem
Bogen ....."
Ko.ltertsücher
aus gutem Linon, mit Stickerei-

Motiven

O15
15

Bettü
aus kräftigem
Gr. 150/225 cm ..

c h e
Halbleinen

Damast-Bezüge
Gr. 130/180 cm, gestreift, eigene
Anfertigung . . . . ."

5
R

Ein Posten
StickereiEinsätze
in verschiedenen Breiten, nur
Ia Oualitäten,

3 Ueter

To.

(1831.

Große Serien Große Fabrikposten Stickerei-Coupons Klöppelspitzen nur neue Muster- gute Austährungen, Serie I Serie II Serie III verschiedene Breiten
Serie I Serie II. Serie III 3.05 m 4,60 m 4.60 m Meter Ueter Ueter ZLGS.9B= B. 7. 10, [ ][  ][ ]

Nummer 30

Freitag, den 30. Januar 1931

unsere gutbewährten selbst ausgerüsteten Qualltäten

reinwß., strapazierfähige
Ware, 80 cm breit

0,49 0.39

94.

feinfädiger Renforcé, für
Wäsche, 80 cm breit

9.75 O.60

45=

reinwß., strapazierfähige
Oualität, 150 cm breit

1.20

95.

unsere erprobt guten
Qualitäten, 160 cm breit

1.50 1.30

98.

Bettwäsche Linen

der bevorzugte gianzreiche Stoff für Bettwäsche
weiß, strapazierfähige / für Bettbezige geeignete selbst ausgerüstete erprobte Qualitäten, für
Ware, 80 cm breit / Oualitäten, 130 cm breit / Fabrikate, 150 cm breit / Koltertücher, 160 cm br.

0.60 0.50

36=

10 1.0:

95.

1.25

90

1.55 1.3:

1.10

Oh.

SS

unsere Luafltäten sind besonders vorteilhaft

solide weiche Oualitäten,
ca. 80 cm breit.

0.18

10.

feste starkfädige Ware,
ca. 80 cm breit

0.45 0.39

29.

starkfädige, doppel-
breite
Oualitäten

0.95 0.25

45.

bewährte Bettuch-
Oualitäten, 160 cm breit

1.10 0.95

65.

andtuch-steßf

nur bewährte Lualltäten In enormer Auswahl

unsere beliebten
Gerstenkorn-Oualitäten

0.25 0.18

19.

gute balbleinene
Gerstenkorn-Ware

0.48 0.39

35=

weiß Gebild, gut
gebleichte Qualitäten

0.65 0.49

39=

Halbleinen-Jacguard,
in schönen Dessins

0.88 0.78

45.

la Mako-Damast Tisch-Damaste C r O s moderne Muster.
in großer Auswahl
160 cm breit 3.75, 2.25
130 cm breit
2.75, 2.25, 1.95 strapazierfähige, reinweiße
Oualitäten, in schönen
K a ro-Dessins
1.45 unsere gutgerauhten,
kräftigen Stamm-Qualitäten
O.88, 0.65, 0.49 1.28 R L8.

ettIB

st

un sere gutbewährten Stamm-Cualitäten

in schönen gestreiften
Dessis, 130 cm breit,

1.35 0.98

58=

hübsche genusterte
Ware, 130 cm breit,

1.75 1.60 004

44P

in bübschen Streifen-
Dessins, 160 cm breit,

1.70 1.25

gut glänzende Blumen-
Dessins, 160 qm breit,

s.4

U09 2.50 2.10

1.35

n u rgute, echt far bige Fa

mit waschechten farbig.
Streifen, 130 cm breit,

1.95 1.50

1.15

farbig gestreift, gute
Onalitäten, 160 cm breit,
2.75 2.331.10
a l.b!

echtfarbige Fabrikate,
130 cm breit,

Z.20

1.75

brikat e
waschechter farbiger
Damast, 160 cm breit,

2.90

c.au

Unsere erprobten Bettwäsche Lualitäten
Strapazierfähige, gute

Qualitäten, 80 cm breit,

1.25 0.98

68=

bevorzugte Bettuch-
Onalitäten, 150 cm breit,

1.65 1.45

95.

kräftige, unverwüstliche
Hausmarke, 150 cm br.,

2.50 2.25
*

1.95
G

Ia Qualitäten mit ver-
stärkt
. Mitte, 150 cm br.,

2.50 2.25
R

1,65

UNSETe bekannten Strapazier-Qualitäten

weiß gebleichte haltbare
Gualitäten, 80 cm breit,

D.a0 0.68

45.

kräftige Bettuch-
Qualitäten, doppelbreit,

1.15 0.a8

65=

besonders kräftige
Oualitäten, 150 cm breit,

1.65 1.25

88=

mit verstärkter Mitte,
bes, stark, 150 cm br,

2.15 1.25

1.25

BettuchaBiben
Unsere besonders vorteilhatten Qualltäts-Fabrikate
weiche Qualitäten

in dop
Ibrei

1,35 0.95

68

gut geköperte Qualitäten
cz. 150 am breit.

1.65 1.30

98.

bevorzugte, erstklassige
Fabrikate, 150 cm

2.40

1.95

weiß gebleichte la Qua-
litäten
, 150 cm

2.60 1.25

1.65

Oberhemden
guter Rumpfstoff, mit modernen
Einsätzen u. Umschlagmanschetten
Popeline-Oberhemden
mit unterfütterter Brust, in
guter Qualität ..
Smoking-Hemden
vorzüglich. Rumpfstoff, mit schönen
Einsätzen, Bielefelder Fabrikat
Kretonne- Nachthemden
mit Kragen und Geisha-Form,
mit waschechtem Besatz.
K ra gen
gestärkt und balbsteif, unsere be-
kannte
Bielefelder Oualität.
Cachenez
gute Strapazier-Onalität. mit
hübschen Kunstseiden-Effekten

Kinder-Tücher
weiß Linon mit buntem
... . 0.10,
Hand . . ..."
Damen-Tücher
weiß Batist mit Hohlsaum, nur
gute Qualitäten . . . 0.20, 0.12,
Damen-Lücher
weiß Batist, mit gestickten Ecken,
gute Ausführung . . 0.28, 0.18,
Herren-Tücher
weiß Linon und weiß mit buntem
Rand.
0.25, 0.15,
Herren-Tücher
Mako mit buntem Rand, gute
Oualität
Kinder- Tücher
Linon mit buntem Rand, mit
gestickten Buchstaben, 6 Stück


IA
11t44 Und
R
im AusMch
elst diechet. etet
Nues nete
Ia
Ner
Ne
gendel e ancete.
HHalS
Im f0

E ne

Markt

U.

Ernst

Huse ne

14.
U

Damen-Hemdhosen
Windelform, echt Mako, gewebt,
1.27
Damen-Hemdhosen
echt Mako, gewebt, mit Band-
trägern
und angewebter Achsel
Damen-Unteriacken
gewebt, besonders gute Qualitäten
Unterzieh-Hosen
für Damen, gut gewebte Quali-
täten

Damen-Schlupfhosen
Kunstseiden-Trikot in Größe 42
bis 46
1.
Damen-Schlupfhosen
Charmense-Trikot, Größe 4246,
1831)

B
75
A
B
A
95

Damen-Berufskittel
95
zum Knöpfen mit Gärtel und zwei
Taschen, Größe 4248
Damen-Berufskittel 9t
aus guten kräftigen Stoffen, zum
Durchstecken, Größe 4248 .
Dam.-Servierschürzen
mit feiner Stickerei, aug gutem
Linon, mit Tasche
Dam.-Servierschürzen
mit Durchbruch u. feiner Sticke-
rei
-Garnierung
Dam.-Servierschürzen
ingsum Feston mit 2 festovierten
Taschen
Mädchen-Hängeschürzen
aus weißen Stoffen, verschiedene
Größen, zum Aussuchen . . 1.50

[ ][  ][ ]

chweld
TeI.

der Zeit vom 30. Janlel
einschlelſch. Stnice eite
eise unserel
inter-Ulstel
Mänte
den
gen Tel sogal Mshtel. 2
gesondere Lestungen g
wöhnte Ansprüche.
sie S140

Nes ete
reaulsren.

Winter-P‟
Loden-U0
Keine Ladenhütel
eist als usele!.
wir in be
Sehen

un
Nue nen

Rummer 30

Freitag, den 30. Januar 1931

Seite 10

Ziebung 5. und 6. Februar 1931
Eisenacher Geld-Lotterie
zum Besten des
Thdringer Museums Eisenach
3385 Gewinne zusammen Mark
Tubao
ToTou
Touu
Porto und Liste
Lose a1 HK. z0 Pfennig mehr
versendet auch unter Nachn.
20 Pfg. mehr
A. Dinkelmann, Worms
Postscheckkont0 15194 Frankfurt/M
Darmstadt. Hier bei:
Staatl. Lott.-Einn. Hilsdorf, Kulp,
Hügelstr. 2, Kullmann, Ohnacker,
Petrenz, außerdem beiWilh. Bauch,
Friedr. Hartmann. Lou sKrämer.
Hen Marguth. Paula Volk, Hugo
de Waal
(TV 1335

in bekannter Vorkriegs=Qualität,
aus vollwertigem Getreidekorn
hergeſtellt, köſtlich und pikant
im Geſchmack, leicht verdaulich
2 Pfund=
Laiß= 40
Weſtfäliſches
Sauernbror
ein reines Roggenbrot von her=
vorragender
Qualität
Laib GZ 3
Steinmetz=

1

beſonders leicht verdaulich, für
Magen= und Darmkranke
Laf 35 qm 6S
Reſormhaus H. Braunwarih
Ernſt=Ludwigſtraße 3
Reformhaus Eos

Karlſtraße 111. (1868

Ne
verkaufe ich meine ſämtlichen
(1860b
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jetzt
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75. 37.50/145. 72.50
98. 49.1760. 80.

ſonſt
jetzt

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Karlſtraße 53
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Karotten, geſchnitten
Doſe 385
Funge Schnitt= u. Brechbohnen . 45 X
Jg. Schnitt= u. Brechbohnen 1. v. Fad. 65.5
Junge Erbſen
Doſe 65J
Aprikoſen, halbe Frucht
1.40,
Kalif. Pfirſiche, halbe Frucht . 1.75.4
Bei 10 Doſen 10 Pfg. billiger.
Alter Weinbrand Jacoby 1" Liter 2.40,X.
R

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1. Pfd. 65 Pfg., 1/. Pfd. 35 Pfg.
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[ ][  ][ ]

Nummer 30

Freitag, den 30. Januar 1931

Seite 11

Mit 15 Perſonen die Böſchung hinabgeſtürzt.
Bad Ems. Ein ſchweres Autounglück er=
eignete
ſich auf der Landſtraße in der Nähe des
Dorfes Dauſenau. Ein mit 15 Perſonen be=
ſetzter
Laſtwagen, der die Teilnehmer an einer
Beerdigung in Koblenz nach dem Taunusdorf
Groß=Holbach bringen wollte, begegnete dem täg=
lich
auf der Straße verkehrenden Poſtomnibus
mit Anhänger. In dem Augenblick, als beide
Wagen aneinander vorbeifuhren, geriet der
Laſtwagen infolge der Glätte der Straße ins
Schleudern, überſchlug ſich, ſtürzte den Abhang
hinunter und blieb auf einer Wieſe liegen. Wäh=
rend
der größere Teil der Inſaſſen des Wagens
auf den weichen Wieſenboden geſchleudert wurde,
wurden drei Frauen unter dem zertrümmerten
Wagen begraben. Nur mit Mühe gelang es, die
laut um Hilfe rufenden Frauen aus ihrer be=
drängten
Lage zu befreien. Schwerverletzt wur=
den
ſie einem Krankenhaus zugeführt, wo ſie ſo=
fort
operiert werden mußten. Die übrigen In=
ſaſſen
des Wagens und der Wagenführer kamen
zum Teil mit leichteren Verletzungen, zum Teil
mit dem Schrecken davon.
3,9 Millionen Mark ungedeckter Fehlbetrag
in Koblenz.
Koblenz. In der Stadtverordnetenver=
ſammlung
am Mittwoch teilte Oberbürgermeiſter
Dr. Ruſſell mit, daß die Wohlfahrtslaſten der
Stadt in ſolch erheblichem Umfang geſtiegen ſind,
daß zur Erfüllung der pflichtgemäßen Leiſtungen
an einer Nachbewilligung von 1 Million Mark
nicht vorbeizukommen iſt. Das Geſamtdefizit der
Stadt beläuft ſich heute auf 3,9 Millionen Mark,
von denen 2,5 Millionen Mark aus früheren
Jahren im Etat mit durchgeſchleift worden ſind.
Acht Jahre Zuchthaus für einen Bahnhofs=
einbrecher
.
Liegnitz. Das hieſige Schwurgericht ver=
urteilte
geſtern den Arbeiter Hermann wegen
vollendeten und verſuchten Rückfalldiebſtahls und
Totſchlags zu acht Jahren Zuchthaus und acht
Jahren Ehrverluſt. Hermann war gegen Ende
vorigen Jahres im Bahnhof Koſendau einge=
brochen
, hatte einen Bahnpolizeibeamten durch
vier Schüſſe ſchwer verletzt und war dann ge=
flohen
. Bei einem neuen Einbruch in Bunzlau
wurde er feſtgenommen.
Zu den Todesfällen im Werdener Krankenhaus.
Eſſen. Die Preſſeſtelle des Polizeipräſi=
diums
teilt mit, daß die Ermittlungen und die
Leichenöffnung der im Krankenhaus zu Werden
an der Ruhr verſtorbenen zwei männlichen Pa=
tienten
ergeben haben, daß der dringende Ver=
dacht
beſteht, daß die Patienten an Perkain ver=
ſtorben
ſind. Bezüglich des Verſchuldens ſind die
Ermittlungen noch nicht abgeſchloſſen.
Raubüberfall auf eine Berliner Sparkaſſe.
Berlin. Auf die Nebenſtelle der Teltower
Kreisſparkaſſe in Steglitz wurde ein dreiſter
Raubüberfall verübt. Gegen 18,30 Uhr erſchienen
im Kaſſenraum drei Männer und forderten die
beiden anweſenden Kaſſierer mit erhobenen
Piſtolen auf, ſich ruhig zu verhalten. Während
der eine der Verbrecher die beiden Beamten in
Schach hielt, drangen die beiden anderen über
den Zahltiſch und feſſelten die Kaſſierer. Einer
offenſtehenden Geldkaſſette entnahmen die Räu=
ber
etwa 4000 Mark. Den Inhalt des Geld=
ſchrankes
ließen ſie jedoch unberührt. Die Räuber
ſchloſſen ſodann die beiden Beamten in den Kaſ=
ſenraum
ein und entkamen unerkannt.
Das Nachtgeſpenſt vor Gericht.
Berlin. Vor dem Schöffengericht Char=
lottenburg
begann geſtern der Prozeß gegen den
insgeſamt mit 15 Jahren Gefängnis und Zucht=
haus
vorbeſtraften Janoſchka und ſeinen Kom=
plizen
Spyrka. Janoſchka hat als das ſogenannte
Nachtgeſpenſt Berlin faſt zwei Jahre lang in
Aufregung verſetzt. Seine Spezialität beſtand
in nächtlichen Wohnungseinbrüchen, bei denen er
Wertſachen und Geld im Werte von insgeſamt
50 00070 000 Mark erbeutete. Es werden Ja=
noſchka
etwa 30 Einbrüche zur Laſt gelegt. Ferner
iſt gegen ihn in vier Fällen Anklage wegen ver=
ſuchter
und vollendeter Notzucht erhoben.
Flugzeugabſturz bei Warnemünde.
Warnemünde. Bei einem Fluge mit
einem Seeflugzeug verſchätzte ſich der Pilot der
Ernſt=Reinkel=Flugzeugwerke G.m.b.H., Warne=
münde
, Dr. King, infolge dieſigen Wetters und
glatten Waſſerſpiegels bei der Ladung in der
Höhe und ſtieß in voller Fahrt auf der Waſſer=
fläche
auf. Das Flugzeug überſchlug ſich; Dr.
King erlitt einen Schädelbruch, dem er kurz da=
nach
erlag.
Der Berliner Angliſt Prof. Dibelius F.

Profeſſor Wilhelm Dibelius,
der bekannte Angliſt der Berliner Univerſität,
ſtarb im Alter von 55 Jahren. Sein Hauptwerk
England iſt weit über Fachkreiſe hinaus
bekannt.

In Bromberg (Polen) ſtürzte ein Autobus mit 13 Deutſchen, die von einem Sängerfeſt heimkehrten,
in die Brahe. Unſer Bild zeigt die Hebung des Unglückswagens. Durch die ſchnell ausgeſchnittene
Offnung im Wagendeck konnten acht der Verunglückten gerettet werden. Fünf Perſonen ertranken.

Hanni Köhler fährk mit dem Mokorrad
durch Aſien.

Die beiden mutigen Lebensretter,
zwei Londoner Schüler von 13 und 14 Jahren,
die einen deutſchen Studenten, aus der Themſe
retteten, erhielten von Botſchafter von Neurath
die Goldene Rettungsmedaille überreicht.

Schweres Exploſionsunglück in einem
amerikaniſchen Bergwerk.
35 Bergleute eingeſchloſſen.
NewYork. Auf der Betty=Kohlengrube
in der Nähe von Linton (Indiana) hat ſich eine
folgenſchwere Exploſion ereignet, bei der 35
Bergarbeiter verſchüttet wurden. Das Unglück
wurde durch die Exploſion von 15 Kiſten Dyna=
mit
verurſacht, die zu Sprengzwecken in der
Grube gelagert wurden. Die Rettungsarbeiten
ſind durch dichten Rauch ſehr erſchwert und es
beſteht nur noch geringe Hoffnung, die einge=
ſchloſſenen
Bergleute noch lebend bergen zu
können. Bisher ſind 10 Leichen ans Tageslicht
gebracht worden.
Wie aus Linten gemeldet wird, ſind von den
bisher noch vermißten verſchütteten Bergleuten
jetzt ſieben lebend geborgen worden, die man
ſchon verloren gegeben hatte.
Schweres Erdbeben in Oſtalbanien.
Triana. Am Mittwoch vormittag trat in
der Stadt Gortſcha (Koritza) ein heftiges Erd=
beben
auf, deſſen Epizentrum in der Stadt war
und dem drei leichte Erdſtöße folgten. Das Erd=
beben
verurſachte an einigen Häuſern Schaden.
600 Häuſer wurden unbewohnbar. Das Internat
des Seminars für Mädchen ſowie das Lyzeum
wurden ernſtlich beſchädigt. Die neue rumäniſche
Pfarrkirche wurde vollſtändig zerſtört. Bis jetzt
wurde drei Tote und drei Verletzte gemeldet.
Die Telephonverbindungen ſind unterbrochen.
Die elektriſche Beleuchtung funktioniert nicht. Die
Regierung hat ſofort Maßnahmen ergriffen, um
die Verbindungen wiederherzuſtellen und die
Obdachloſen unterzubringen. Am Nachmittag tra=
ten
neue Erdſtöße auf. Faſt alle Häuſer der Stadt
wurden mehr oder weniger beſchädigt. Unter der
Bevölkerung herrſcht ein paniſcher Schrecken. Alle
Hilfsmaßnahmen ſind getroffen.
Revolte in einer amerikaniſchen Erziehungs=
anſtalt
.
New York. In der Erziehungsanſtalt von
Annandale (New Jerſey) brach eine Revolte aus.
Zwiſchen den 4000 Zöglingen der Anſtalt kam es
zunächſt zu einer Schlägerei, bei der Stühle,
Steine uſw. als Waffen benutzt wurden. Dann
griffen die Zöglinge die Aufſeher an, denen es
jedoch nach kurzer Zeit gelang, die Ruhe wieder
herzuſtellen. Sechs Zöglinge wurden verletzt; elf
konnten entkommen, doch wurden vier von ihnen
bereits wieder eingefangen.

Hanni Köhler,
die bekannte deutſche Rennfahrerin, ſtartet An=
fang
Februar gemeinſam mit einem Photo=
graphen
zu einer Motorrad=Expedition durch das
ſüdliche Aſien. Die Fahrt geht zunächſt nach
Marſeille, dann per Schiff nach Kalkutta und
von dort wieder auf dem Motorrad durch In=
dien
, Beludſchiſtan, Perſien, Kleinaſien und über
den Balkan nach Berlin zurück.

Eine Million Liter Sprit von der finnländiſchen
Zollbehörde beſchlagnahmt.
Helſingfors. Im vergangenen Jahr hat
der Alkoholſchmuggel nach Finnland alle Rekorde
geſchlagen. Insgeſamt wurde von den Behörden
die phantaſtiſche Menge von einer Million Liter
Sprit beſchlagnahmt. Die entſprechende Ziffer
betrug 1920 nur 10 000 Liter, ſtieg jedoch bereits
1921 auf 65 000 Liter. Faſt die Hälfte der Alko=
holmengen
wurde im Bezirk der Helſingforſer
Zollkammer beſchlagnahmt.
Großer Rauſchgiftſchmuggel in Oſtaſien
aufgeklärt.
London. Im Zuſammenhang mit der Ver=
haftung
eines Kaufmanns Walter Beck in Tokio
erklärt die japaniſche Polizei nach einer Meldung
des Daily Herald, einen großen Ring von
Rauſchgiftſchmugglern aufgedeckt zu haben. Die
Schmuggler ſollen in einem einzigen Jahre Ko=
kain
im Werte von über 20 Millionen Mark nach
Japan eingeſchmuggelt haben. Faſt alle Kokain=
mengen
wurden jedoch wieder nach China und
Indien weiter befördert. Die engliſche Polizei
arbeitet mit der japaniſchen eng zuſammen und
ſoll angeblich auch ſchon Verhaftungen in Bom=
bay
und Kalkutta vorgenommen haben. Es ver=
lautet
, daß führende japaniſche Geſchäftsleute
und auch eine politiſche Perſönlichkeit in die An=
gelegenheit
verwickelt ſind.
Zahlreiche Todesfälle infolge der Grippe=
epidemie
in New York.
New York. Die Influenza=Epidemie iſt in
New York in ſchnellem Ausbreiten begriffen.
Nach Feſtſtellungen des New Yorker Geſundheits=
amtes
ſind vom 1. bis 27. Januar 3091 Perſonen
an Grippe erkrankt, von denen 384 Fälle einen
tödlichen Ausgang nahmen. Gleichzeitig erkrank=
ten
an Lungenentzündung in New York nicht we=
niger
als 3919 Perſonen. Die Zähl der Todes=
fälle
bei dieſer Krankheit beträgt 1812.

Der Münchener Goldmacherprozeß.
München. Die geſtrige Sitzung im Tauſend=
Prozeß begann mit der Vernehmung des Volks=
wirts
v. Mengden, den Tauſend nach der In=
flationszeit
in ſein Verfahren eingeweiht hatte
und der ſich aus nationalen Gründen der Sache
widmete. Tauſend, erklärte der Zeuge, machte
auf ihn den Eindruck eines Menſchen, der ſich viel
mit ſchweren Problemen beſchäftigte, zu deren
Löſung es ihm an der nötigen Schulung fehlte.
Er war ſehr beſcheiden in ſeinem Auftreten und
ſtellte keine beſonderen Anſprüche an die Lebens=
führung
. Wenn Tauſend über ſeine Produktion
ſprach, ſo habe er immer nur von Material ge=
redet
, ſo auch in dem Fall, als er von einer
bereits hergeſtellten Maſſe von 100 Kg. ſprach,
die in München bereitliege. Dann wurde die
Finanzlage Tauſends beſprochen, der zeitweiſe
ſehr von hartnäckigen Gläubigern bedrängt
wurde. Dazu bemerkte der Zeuge, daß Tauſend
von ſich und ſeinem Verfahren derart feſt über=
zeugt
war, daß er ſehr leicht Verpflichtungen
übernahm, die ihn nicht perſönlich angingen, ſon=
dern
auf den Verein und die Geſellſchaft zurück=
gingen
."
Der nächſte Zeuge war der Vermittler Göbel
aus München, der mit Tauſend über die Be=
ſchaffung
von Darlehen verhandelte und ſich be=
reit
erklärte, zu verſuchen, von Tauſend ange=
botene
Goldgutſcheine im Betrage von 225 000
RM. und ſpäter weitere 300 000 RM. unterzu=
bringen
. Hieran ſchloß ſich die Vernehmung des
Kaufmanns Meinhold=Plauen, des Bruders des
verſtorbenen Fabrikanten Herbert Meinhold, von
dem die erſte Anzeige gegen Tauſend ausging.
Der Zeuge berichtete von Erzählungen ſeines
verſtorbenen Bruders und ſeiner verſtorbenen
Mutter, die danach ſtets des unbedingten Glau=
bens
waren, ſie ſeien durch die Hergabe ihres
Geldes Mitglieder des Vereins geworden und
hätten Anſprüche an dieſen erworben. Dem=
gegenüber
verwies der Verteidiger aber auf
einen Brief des verſtorbenen Meinhold vom
Jahre 1928, worin dieſer ſelbſt in bezug auf ſein
Verhältnis zu Tauſend nur von einer Unter=
beteiligung
ſpricht. Tauſend, bekundet der
Zeuge weiter, habe ſehr gut verſtanden, auf ſei=
nen
Bruder und ſeine Mutter einzuwirken. Er,
der Zeuge, habe in einer Gläubigerverſammlung
in Berlin dem Tauſend den Vorwurf des Be=
truges
an den Kopf geworfen, den ſich Tauſend
ruhig habe gefallen laſſen.
Es werden noch zwei Sachverſtändige, die
Chemiker Dr. Richter=Wien und Dr. Zellmann=
Radebeul vernommen. Erſterer hat als Mit=
arbeiter
Tauſends einige Wochen gearbeitet, aber
bei den Verſuchen keine Ergebniſſe erzielt. Zell=
mann
hat im Auftrage einer Intereſſenten=
gruppe
das Verfahren einer Prüfung unterzogen
und ſich Experimente vorführen laſſen. Fünf
Verſuche ſeien vollſtändig negativ verlaufen.
Darauf wurden die Ausſagen einiger bereits
verſtorbener Zeugen verleſen, wie der Frau Dora
Meinhold und des Abendroth. Dann wurde die
Verhandlung auf heute vertagt.

Vorausſichtlicher Start des Do. K‟
Samstag früh.
Paris. Havas berichtet aus Liſſabon: Das
deütſche Flugſchiff Do. K wird wahrſcheinlich
am 31. Januar 7.30 Uhr, zum Weiterflug ſtarten.
Die Hilfsaktion für die eingeſchloſſenen Alpini.
Paris. Der Matin berichtet aus Lyon,
der Reſt der Kompagnie italieniſcher Alpini aus
Bardoneche, dem Vernehmen nach 63 Mann, ſei
noch immer im Schnee eingeſchloſſen. Militär,
Zollbeamte und Ziviliſten verſuchten, den Sol=
daten
Hilfe zu bringen, und ſie ſollen geſtern
eine, wenn auch nur unſichere Verbindung mit
ihnen hergeſtellt haben. Infolge des ſtarken
Schneefalles ſei es gegenwärtig für die Soldaten
nicht möglich, den ſchwierigen Abſtieg zu unter=
nehmen
, weil dann die Gefahr beſtehe, daß ſie
wieder von einer Lawine erfaßt werden würden.
Die italieniſchen Militärbehörden ſollen nun
beabſichtigen, den Eingeſchloſſenen durch einen
unterirdiſchen Waſſerzuführungstunnel Hilfe zu
bringen, damit der Abſtieg über die gefährlichen
Stellen vermieden werden kann. Das Waſſer
dieſes Tunnels ſei bereits abgelaſſen worden, und
man habe 80 Paar Schaftſtiefel aus Gummi an
den Ausgang des Tunnels befördert. Bei dem
anhaltenden ſchlechten Wetter müßten die Ret=
tungsarbeiten
mit größter Vorſicht durchgeführt
werden.
Erſtes Originalbild von dem Erdbeben

Zerſtörtes Haus in Oaxaca,
wo 48 Menſchen ums Leben kamen.

[ ][  ][ ]

Seite 12

Freitag, den 30. Januar 1931

Numnter 30

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1844

Wt

EH

Guſtav Lenz
Eulalia Tenz, geb. Brehm
Vermählte
Pankratiusſtraße 30½
Kirchliche Trauung: Samstag, den 31. Januar 1931, nach=
mittags
3 Uhr, in der Martinstirche.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unſeren innigſt=
geliebten
Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder,
Schwager und Onkel
Herrn Lehrer i. R.
Daniel Hamann
heute morgen um 5.45 Uhr nach kurzem, aber ſchweren:
Leiden im Alter von 68½ Fahren in die Ewigkeit ab=
zurufen
. Die tranernden Hinterbliebenen:
In deren Namen:
Heinrich Diether und Frau
Marie, geb. Hamann, Geinsheim
Ernſt Strößinger und Frau
Eliſabeth, geb. Hamann, Darmſtadt
und 3 Enkelkinder.
Geinsheim, Kreis Gr.=Gerau; den 29. Januar 1931,
Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. Februav.
um 14.30 Uhr ſtatt.
(1835

Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe
Frau und Mutter, unſere liebe Tochter, Schwieger=
tochter
, Schweſter und Schwägerin
Heuu Oinaoeig Sicernnn
geb. Breitenmoſer
am Donnerstag, den 29. Januar, vormittags 10 Uhr,
im Alter von 24 Jahren zu ſich zu nehmen.
In tiefer Trauer:
Emil Zſchernack
Familie R. Breitenmoſer
Familie Ernſt Zſchernack.
Die Beerdigung ſindet am Samstag, den 31. Jan,
nachmittags 3 Uhr, auf dem alten Friedhof an der
Nied.=Namſtädterſtraße von der Kapelle aus ſtatt.

Dankſagung.
Allen, die uns bei dem überraſchenden Heim=
gang
unſeres lieben, unvergeßlichenEEntſchlafenen,
des
Lehrers i. R.
Karl Rauch
helfend und tröſtend zur Seite geſtanden haben,
ſei an dieſer Stelle herzlichen Dank geſagt.
Ganz beſonderen Dank für die liebevolle Teil=
nahme
und alle Ehrungen bei der Beerdigung
ſelbſt, ſowie für die zahlreichen Kranz= und
Blumenſpenden.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Frau Marie Rauch u. Kinder.
1840)

Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme und
die zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden bei dem
uns betroffenen ſchweren Verluſte ſpreche ich hiermit
meinen herzlichſten Dank aus, insbeſondere Herrn
Pfarrer Vogel für ſeine troſtreichen Worte, dem
Quartett des Heſſ. Landestheaters für ſeinen erheben=
den
Geſang, der Muſik=Abteilung der Ehem. Beamten=
Muſiker für die ergreifende Muſik, dem Kriegerverein
Kampfgenoſſenſchaft, dem Verein derEhem. Beamten=
Muſiker, der General=Direktion des Heſſ. Landes=
theaters
, der Genoſſenſchaft Deutſcher Bühnenange=
hörigen
für ihre lieben Worte, ſowie Kranznieder=
legungen
und Allen, die meinen lieben Mann auf
ſeinem letzten Wege begleiteten, meinen innigſten
Dank.
Im Namen der tieſtrauernden Hinterbliebenen:

Es lohnt sich diese
weltberühmte
Orange Marke
mit anderen zu
vergleichen.

TCAGENI

Sophie Cruſius, geb. Heß.

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem Verluſt unſres lieben Entſchlafenen,
für die zahlreichen Kranzſpenden und die troſi=
reichen
Worte am Grabe ſprechen wir unſeren
herzlichſien Dank aus
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Helene Roſenfeld, geb. Nicolai.
Darmſiadt, den 30. Januar 1931.

Welz & Ohler, Ludwigstraße 8
Welz & Ohler, Casinostraße 17.
Pfeiffer, Erbacherstraße
O. Matzelt, Schulstraße 4
M. Lautz, Ahastraße 8
J. Ferrer, Kirchstraße 17
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A. Fertig, Marktplatz 4
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A. Lulav, Heinrichstraße 70
E. Hellmuth, Elisabethenstraße 17
Landzettel, Marktplatz
H. Hofmann, N.-Ramstädterstraße
Brunner, Marktplatz

Dankſagung.
Für die erwieſene herzliche Teilnahme und die über=
aus
zahlreichen Blumenſpenden, ſowie Allen, die
unſerem lieben Entſchlafenen
Auguſt Mager
die letzte Ehre erwieſen haben, ſagen wir auf dieſem
Wege herzlichen Dank. Beſonders danken wir Herrn
Pfarrer Vogel für die troſtreichen Worte am Grabe.

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Seite 13

Nummer 30
Freitag, den 30. Januar 1931
*Der Harz.

Alienteit vont Helen, vom Brogen
Und vom Brouengewift.
Schon im griechiſchen Altertum waren die religiöſen und
mythologiſchen Vorſtellungen auf die Erhaltung der Wälder ge=
richtet
. Die Gebirgswaldungen bezeichnet Homer als die Wohn=
ſitze
der Götter, denen in der Ebene Haine geweiht wurden. Es
war den Sterblichen verboten, mit dem Eiſen Bäume zu fällen,
dieſe ſollten vielmehr vor Alter zu Boden fallen, wenn die Zeit
ihres Todes kam; die Lehre von den Baum= und Waldnymphen
hat die Tendenz, den Waldbeſtand vor frevelhafter Zerſtörung
durch Menſchenhand zu ſchützen, und der Mythus, von den
Quellennymphen weiſt auf den Zuſammenhang zwiſchen Wald
und Quelle hin.
Auch im alten Rom war der Wald geſchützt, und dieſer Schutz
bereits in den Zwölf=Tafelgeſetzen ausgeſprochen; Ciceros, Catos
und Columellas Aeußerungen über Schonung und Pflege des
Waldes ſind überliefert worden.
Die Abholzung großer Waldbeſtände im Laufe der Jahrhun=
derte
in Kleinaſien, in den Balkanländern, in Italien, in
Spanien und auch in tropiſchen Ländern haben einen Einfluß
auf die Niederſchläge und damit auf die Bodenbeſchaffenheit er=
langt
, der nicht günſtig iſt.
Auch in Deutſchland ſind weite Strecken Waldgeländes in
fruchtbares Ackerland umgewandelt worden, das für die Ernäh=
rung
der Bevölkerung notwendig wurde; und wenn es in der
Ebene auch heute noch größere Waldgebiete gibt, ſo bilden die deut=
ſchen
Mittelgebirge das Rückgrat des deutſchen Waldes. Unter
dieſen deutſchen Mittelgebirge nimmt der Harz unzweifelhaft
eine hervorragende Stelle ein. Auch die bewaldeten deutſchen
Berge waren die Wohnſitze der Götter. Den Waldgöttinnen und
Hainprieſterinnen verwandt waren die Walküren, die goldge=
ſchmückt
und in ſtrahlender Waffenrüſtung durch die Lüfte ritten
und nach Wodans Befehlen die Schlachten leiteten und auf dem
Kampfplatz der Walſtatt den Wal das ſind die Todesloſe
verteilten. In der Volksanſchauung gab es außer den Wal=
küren
noch andere Reiterinnen durch die Lüfte: die Hexen,
die von den Alrunen d. h. Geheimnis , jenen weisſagenden
Geiſtern der deutſchen Mythologie, abſtammten, die man ſich als
klein, halbteufeliſche Weſen in Menſchengeſtalt vorſtellte. Der
Glaube an die Hexen war im Altertum vollkommen ausgebildet,
bei den germaniſchen Völkern ebenſo wie in Griechenland, in
Rom, in Perſien und bei den Indern: die nicht auf Roſſen,
ſondern auf Beſenſtielen durch die Lüfte reitenden Hexen waren
Zauberinnen, die ſich ſelbſt vorzugsweiſe in Katzen verwandeln
konnten; erſt nach der Chriſtianiſierung der germaniſchen Welt
entſtand die Vorſtellung, daß die Hexen mit dem in den Teufel
verkehrten Wodan oder wilden Jäger im Bunde ſeien: die bei
Todesſtrafe verbotenen alten heidniſchen Feſte, an denen die
ihrem alten Glauben treu gebliebenen Anhänger des Nachts
heimlich zuſammenkamen, um ihre abgeſetzten Götter zu ver=
ehren
, nährten dieſen Glauben. Das Unheil, das einzelne Per=
ſonen
oder Familien oder ganze Ortſchaften heimſuchte, wurde
den Hexen zugeſchrieben, und da es in der Hauptſache die alten
Frauen waren, welche die heidniſchen Bräuche bewahrten, ſo
kamen ſie in den Verdacht der Zauberei und des Bündniſſes
mit dem Teufel, alſo ſelbſt Hexen zu ſein.
Nach römiſchem Beiſpiel wurden wiederholt Geſetze gegen
Hexen und Zauberei erlaſſen. Es ſoll hier weder nach den Grün=
den
geforſcht noch Kritik geübt werden, es ſei lediglich feſtgeſtellt,
daß die Kirche den Aberglauben des Volkes autoriſierte, als
ſie die Inquiſition gegen Zauberer und Hexen zu Hilfe rief.
Hatten auch Kirchenfürſten wie der Erzbiſchof Agobert von Lyon
im neunten Jahrhundert und der Biſchof Burkhard von Worms
im elften Jahrhundert den Glauben an die Hexen bekämpft, ſo
hat Papſt Eugen IV. im Jahre 1437 die Inquiſition wieder er=
muntert
, gegen Zauberer und Hexen ihre Pflicht zu tun. Die
eigentliche Periode der Hexenprozeſſe beginnt mit der von Papſt
Innocenz VIII. im Jahre 1484 herausgegebenen Bulle. Aber
wie wirkte ſich dieſer Kampf der Kirche gegen den Unglauben
aus! Die Menſchheit iſt von jeher grauſam geweſen: Verleum=
dungen
, Beſchuldigungen, Folter, Waſſerprobe uſw. ließen vor
jeder Stadt Folterknechte arbeiten und die Henker ihres Amtes
walten, wobei Ketzerei und Hexerei wohl als das Gleiche be=
handelt
wurden! Ein Gelehrter hat berechnet, daß im Laufe
der Jahrhunderte in den europäiſchen Ländern etwa neun und
eine halbe Million Menſchen wegen Hexerei ihr Leben laſſen
mußten, das ſind faſt genau ſo viele unſchuldige Opfer, wie
Europa im Weltkriege dahingab. Dieſe gewaltige Zahl ſcheint
nicht zu hoch errechnet; allein in dem Gebiet von Magdeburg,
Altmark, Harz, Braunſchweig und Hannover ſind ſieben bis acht=
tauſend
Menſchen wegen Hexerei verbrannt worden.
Die ſogenannte Hexenfahrt iſt zurückzuführen auf einen
Luftritt im Gefolge der Diana oder Herodias auf Tieren, der
auf die nordiſchen Vorſtellungen von der wilden Jagd zurück=
geht
; dieſe Hexenfahrt wurde dann weiter ausgeſchmückt zum
Hexenkultus mit Hexenſabbath, Hexenabendmahl uſw. Zu
gewiſſen Zeiten hielt der Teufel große Hoftage ab, von denen
die Feier in der Nacht zum 1. Mai die Walpurgisnacht ,
das altheidniſche Frühlingsfeſt, am bekannteſten iſt. Dieſe
großen Teufels=Hoftage" fanden auf beſtimmten Hexenbergen
ſtatt, ſo auf dem Zobten in Schleſien, auf dem Heuberg in

Schwaben, auf dem Köterberg an der Weſer, auf dem Fichtel=
berg
im Erzgebirge und ganz beſonders auf dem Blocksberg
oder Brocken, dem höchſten Berge des Harzes.
Der Brocken im Volksmunde Blocksberg genannt ſpielt
in der Sagenwelt Norddeutſchlands deshalb eine ſo bedeutende
Rolle, weil nach Einführung des Chriſtentums der Brocken noch
lange der Ort war, an dem den alten Göttern im geheimen
geopfert und geheimnisvoller Kultus getrieben wurde, was die
chriſtlichen Prieſter als gottläſterlich bekämpften. So wurde der
Brocken oder Blocksberg der Hauptſchauplatz der unheimlichſten
Feſte der Hexerei und der Beſeſſenen. Auf Böcken, Hunden,
Stöcken, Gabeln, hauptſächlich aber auf Beſen ritten die Hexen
in der Walpurgisnacht auf den Blocksberg den Brocken
wo der Teufel in Geſtalt eines Bockes oder Menſchen auf ſeinem
Thron ſaß, huldigten ihm, führten den Hexentanz auf und ver=
gnügten
ſich nach der Hexenmahlzeit mit ihren Buhlteufeln; im
Morgengrauen ging die Hexenfahrt zurück, nachdem der Teufel
jeder Hexe ein Zauberpulver ausgehändigt hatte, aus dem aller=
lei
Bosheiten und Zauberei hergeſtellt werden konnten.
Zur Illuſtration des Hexenglaubens ſeien einige Ausſagen
hier angeführt: Eine Grete Wroiſtes bekennt im öffentlichen Ge=
richt
zu Wernigerode im Jahre 1540: Die Maſtiſche und Andres
Kruſen Weib ſeien die rechten Zauberſchen; die pflegen in Wal=
purgen
Nacht auf den Brocken zu fahren, ſetzen Hiebe auf die
Köpfe und haben hölzerne Büchſen in den Händen und bringen
ſolches durch teufeliſch Geſpenſt, durch Anrufung der Teufel, zu
Wege. Frau Anna Dammes bekennt in Quedlinburg im Jahre
1595: Sie die Hexe ſei mit zehn anderen Weibern, die ſie
mit Namen nannte, auf einem ſtumpfen Beſen nach dem Brocken
gereiſet. Die anderen Weiber hätten einen Flederwiſch oder
Sack oder Spinnrocken gehabt."
Der Dichterfürſt Goethe hat drei Harzreiſen gemacht; er gilt
als der erſte Touriſt, der den Brocken beſtiegen hat, denn vor
ihm hatten nur Waldhüter und Jäger, auch einige Gelehrte und
Forſcher, dieſen Berggipfel beſucht. Goethes Vorfahren lebten
am Südrande des Harzes, wo ſein Ururgroßvater Gemeinde=
vorſteher
in Berka bei Sondershauſen und ſein Urgroßvater
Hufſchmied in Artern war. Auf ſeiner erſten Harzreiſe, die in
der Hauptſache dem Studium des Bergbaues galt, beſtieg der
28jährige Goethe den Brocken am 10. Dezember 1777 vom Torf=
haus
aus mit dem dortigen Förſter, der ſich zuerſt weigerte, ihn
im Winter hinaufzuführen; galt doch damals eine Brocken=
beſteigung
als äußerſt wagemutig. Es war wie ſo oft im Ge=
biete
dieſes großen Regenfängers nebelig, aber der Brocken iſt
auch im Nebel ſchön: dann gewinnen die Granitklippen des
Hexenaltars und der Teufelskanzel ein geſpenſtiſches Ausſehen,
und der Zauberwald jene merwürdig verkrüppelten, die ſon=
derbarſten
Figuren darſtellenden Bäume macht einen unheim=
lichen
Eindruck. Goethe befindet ſich ganz im Banne des Blocks=
berges
; da durchbricht die Sonne die Nebelwand und offenbart
die gewaltige Erhabenheit des Vaters Brocken! Unfähig, ſeine
tiefſten Beglückungen niederzuſchreiben, ſagt. Goethe am Abend
nach der Feier des Gipſelaufſtiegs in ſeinem Brief an Charlotte
von Stein: Nun Liebſte, trete ich vor die Tür hinaus, da liegt
der Brocken in hohem herrlichen Mondſchein über den Fichten
vor mir. Die tiefen Eindrücke der Brockenbeſteigung finden
ihren Niederſchlag in Goethes klaſſiſcher Geſtaltung der Wal=
purgisnacht
im 1. Teil des Fauſt und im vierten Aufzug des
2. Teils des Fauſt; beide Szenen ſpielen im Brockengebiet.
Im Labyrinth der Täler hinzuſchweifen, dann dieſen Felſen
zu erſteigen, von dem der Quell ſich ewig ſprudelnd ſtürzt, das
iſt die Luſt, die ſolche Pfade würzt läßt Goethe Fauſt ſagen.
In ſehr anſchaulicher, draſtiſcher Weiſe ſchildert Goethe die
Hexen, einige Stellen ſeien hier angeführt:
Du mußt verſtehn! Aus eins mach zehn, und zwei laſſ
gehn, und drei mach gleich, ſo biſt du reich. Verlier die vier!
Aus fünf und ſechs, ſo ſagt die Hex, mach ſieben und acht, ſo
iſt’s vollbracht: Und neun iſt eins, und zehn iſt keins. Das iſt
das Hexen=Einmaleins!
Die Hexen zu dem Brocken ziehn, die Stoppel iſt gelb, die
Saat iſt grün. Dort ſammelt ſich der große Hauf, Herr Urian
ſitzt oben auf.
Das drängt und ſtößt, das rutſcht und klappert! Das ziſcht
und quirlt, das zieht und plappert! Das leuchtet, ſprüht und
ſtinkt und brennt! Ein wahres Hexenelement!
Durch Goethe und ſeinen Freund Kraus wurde ein Strom
von Landſchaftsmalern in den Harz gelenkt, aber auch die Schar
der Dichter und Schriftſteller bemächtigte ſich der Harzberge und
Harztäler, in denen ſie ihre Phantaſiegeſtalten leben und wirken
ließen. Wo Fauſt und Mephiſto einſt gewandelt waren, dort
reiſte nun bald Heinrich Heine, der ſeiner dämoniſchen Loreley
am deutſchen Rhein in der Prinzeſſin Ilſe im Harz eine lieb=
liche
Schweſter erſtehen ließ. Durch die Gedichte und Erzäh=
lungen
des Quedlinburger Julius Wolff und des Braun=
ſchweiger
Wilhelm Raabe weht kühle Brockenluft und ſeit der
Mitte des 19. Jahrhunderts wächſt ein Blümlein Harzdichtung
zu einem mächtigen, bunten Strauß empor; es ſeien erwähnt
die Dichternamen: Geibel, Scheffel, Fontane, Trojan, Frida
Schanz, Paul Burg und Hermann Löns. Es iſt ſchwer, keine
Dichter oder Schriftſteller zu vergeſſen, in deſſen Leben und
Wirken der Harz mit dem Brocken eine Rolle geſpielt hat: vor
über tauſend Jahren bereits die gelehrte, lateiniſch dichtende
Nonne Hroswitha von Gandersheim, dann Heinrich von Mo=
rungen
, der Zeitgenoſſe Walthers von der Vogelweide, Martin

Luther, deſſen Geburts= und Sterbeſtadt durchaus noch im
Brockenſchatten liegt, die beiden Stolberger Dichterbrüder, Hölty,
Klopſtock, Anderſen, Simrock, Gleim und endlich Wilhelm von
Kügelgen.
Das Wandern und der Drang aus der Stadt hinaus in die
Natur und auf die Berge und in die Wälder hat das Feiern
der altgermaniſchen Feſte neu belebt; es haben ſich Brocken=
gemeinſchaften
und Harzklubs gebildet, welche die uralten
Gebräuche feſtlich begehen. Mit dem Jahreswechſel der Sil=
beſternacht
hebt der Reigen der Brockenfeſte an: die Mitglie=
der
der Brockenbrüderſchaft eilen aus Berlin, Magdeburg,
Braunſchweig, Hannover, Bremen, Hamburg uſw. herbei; da die
Brockenbahn im Oktober den Betrieb einſtellt, ſo muß der Brocken
zu Fuß oder im Auto erſtiegen werden; um Mitternacht
ordnet ſich der traditionelle Zug der Teilnehmer, mit dem
brennenden Weihnachtsbaum voran, im Brockenhotel: durch’s
Küchenfenſter muß jeder Teilnehmer den Sprung in’s neue Jahr
machen.
Die Sonnwendfeier wird an zwei Tagen mit Fackelfeuer und
Kommers in vaterländiſcher Weiſe vom Harzer Skiverband und
vom Harzklub gefeiert; der erſte Oktober=Samstag iſt der Harz=
klubtrefftag
auf dem Brocken, an dem die neuen Mitglieder
des Ordens der hölliſchen Hexe den Ritterſchlag empfangen.
Das Haupt=Brockenfeſt bildet aber alljährlich die Wal=
durgisfeier
in der Nacht zum 1. Mai zur Erinnerung an das
heidniſche Frühlingsfeſt: ein mit Teufels= und Herenmasken,
Tannen und Beſen ſtimmungsvoll ausgeſtatteter Zug bringt
Hunderte von Teilnehmern auf den Brocken; jeder Feſtteilnehmer
trägt eine Teufelskappe mit Hörnern, die erleuchteten Räume
des Brockenhotels ſind walpurgismäßig in Blau, Rot und
Schwarz geſchmückt; nach der Feſttafel und dem Tanz ziehen kurz
vor Mitternacht die Walpurgisbrüder und Walpurgisſchweſtern
hinaus zur Teufelskanzel und hören aus Mephiſtos Munde eine
Satanspredigt, worauf die Muſik Geibels unſterbliches Mailied,
ſpielt, vom Turm ein Feuerwerk den nächtlichen Himmel er=
leuchtet
und der Fackelzug ſich um die klaſſiſchen Stätten der
Walpurgisnacht bewegt.
Die Heilige Walpurgis, die Bergerin der Gefallenen und
Schweſter des heilgen Wilibald, iſt die um 778 geſtorbene Aeb=
tiſſin
des Kloſters Heidenheim bei Eichſtädt; ſie wird als Be=
ſchützerin
vor Zauberkünſten verehrt; lediglich der Umſtand,
daß der Tag ihrer Heiligſprechung, der 1. Mai, zufällig auf
eins der wichtigſten Feſte des Heidentums das Frühlings=
feſt
fiel, hatte bei dem Ueberhandnehmen des Hexenglaubeus
im Gefolge, daß die Walpurgisnacht die berüchtigte Bedeutung
der Zuſammenkunft der Hexen mit ihrem Meiſter, dem Teufel,
auf dem Blocksberg dem Brocken erlangte.
Das Brockengeſpenſt iſt ein Brockengeiſt, der ſich dem
Teufels= und Hexenſpuk mit Nebelfrauen, Zwergen und Moos=
weiblein
des alten Vater Brocken hinzugeſellt hat. Seit 151
Jahren geht dieſes Brockengeſpenſt auf dem Brocken um: es iſt
eine Luftſpiegelung, von der im Jahre 1780 zum erſten Male
berichtet wird, und zwar von dem Berliner Oberbaurat Silber=
ſchlag
, der folgende Schilderung gibt: Eben als die Sonnen=
ſcheibe
den Anſang machte im Abendhorizonte zu verſchtvinden,
wendete ich mich gegen Oſten, und plötzlich erſchien der Schatteu=
riß
des Berges, vielmehr größer als der Berg ſelbſt war, ſchwe=
bend
in der Gegend von Halberſtadt. Alles ſtand ſehr deutlich
in dem Nebel abgezeichnet vor Augen, daß man das Haus und
die Anweſenden ſehr genau unterſcheiden konnte. Dieſes koloſ=
ſaliſche
Geſpenſt ſah deſto fürchterlicher aus, weil in der Tiefe
des ebenen Landes ſchon Nacht geworden war. Es ahmte alle
Bewegungen der Perſonen nach, die wie ungeheure Cyklopen
auf dem Gipfel des Berges daherſchritten. Das Brockenhäuschen
hatte ſich in einen Palaſt, unſere Füße in gelenkige Tannen und
unſere Arme in Maſte verwandelt. Ein in der Hand gehaltenes
Schnupftuch ſtellt ein Segel vor. Die Meteorologiſche Station
auf dem Brocken hat dieſes Brockengeſpenſt dieſen Brocken=
ſchatten
bis zu 13 Mal im Jahre feſtgeſtellt.
Das 1142 Meter hohe Brocken=Maſſiv mit ſeiner kahlen
Kurpe, das 173 Froſt= und 101 Eistage im Jahre hat und auf
dem der Schnee im Durchſchnitt 160 Tage liegen bleibt, übt auf
die Deutſchen eine magiſche Anziehungskraft aus. Es erſcheint
daher auch nicht wunderbar, daß der altehrwürdige Brocken
oder Blocksberg, dieſer höchſte Berg Norddeutſchlands, der bei
klarer Ausſicht eine Umſchau bietet, die mit 250 Kilometer Durch=
meſſer
90 Städte und mehrere hundert Dörfer umſchließt, als
Standort für ein Reichsehrenmal in Vorſchlag gebracht wird.
Der Denkmalsentwurf ſieht auf dem Gipfel dieſes ſagenumwobe=
nen
deutſchen Parnaſſes in der Hauptſache einen 125 Meter hohen
Bau vor, auf deſſen Höhe 15 Meter hohe ſtreng geſchnittene
deutſche Soldatenfiguren ſtehen, die nach Norden, Oſten, Süden
und Weſten das große Wecken über unſer deutſches Vaterland
blaſen.
Wann wird dieſes zum Sammeln und zur Einigkeit rufende
Signal das große Wecken über die deutſchen Lande dahin=
brauſen
, den Tag der Freiheit von Fremdherrſchaft ankünden
und allen Deutſchen vom Schloß bis in die kleinſte Hütte zu=
rufen
, daß den Deutſchen Deutſchland über alles geht! Ei.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Veranwwortlich für Polliik und Wirtſchaft: Rudelf Mauve: für Feullleton, Reich um
Ausland und Hefſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Bohmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegeuwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette;
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuble:
Druck und Verlag: L. C. Wiitich ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

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Seite 14

Freitag, den 30. Januar 1931

Nummer 30

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1931, bleibt das Amt wegen der
Vorarbeiten zur Verſteigerung ge=
ſchloſſen
.
(st1852
Darmſtadt, den 30. Jan. 1931.
Städtiſches Leihamt.

Bergebung
von Erd=, Planier= und Chauſſie=
rungsarbeiien
und Anfuhr von
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Die bei der Verlegung der Provinzial=
ſtraße
NauheimTrebur km 19,219,7
vorkommenden Erd=, Planier= und Chauſ=
ſierungsarbeiten
und das Anfahren der
Straßenbaumaterialien ſowie die Chauſ=
ſierungsarbeiten
für die Verbreiterung
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18,08419,2 und 19,720,741 ſowie auf
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nerstag
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vorm. 10 Uhr, hierher einzureichen.
Darmſtadt, den 27. Jan. 1931.
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Kiefer 27 1. Kl.
Knüppelholz: rm.: Buche 26, Hainbuche
10 Eſche 13. Eiche 108, Birke 13,
Ulme 7. Erle 13. Kiefer 24.
Reiſerholz 1. Kl. (Knüppelreiſig): rm.:
Buche 19. Hainbuche 5.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung ein=
zuſehen
. Blau unterſtrichene Nummern
kommen nicht zum Ausgebot.
Auskunft erteilen Herr Förſter Vög=
lin
zu Forſthaus Schlichter und die
(1818
unterzeichnete Stelle.
Mörfelden, den 28. Januar 1931.
Heſſiſches Forſtamt Mörfelden.

Jagd= und Fiſcherei=
verpachkung
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Die Jagd der Gemeinde Berkach, Kr.
Groß=Gerau, zirka 300 Hektar, ſoll
Samstag, den 7. Februar 1931, nach=
mittags
1 Uhr, im Rathauſe dahier auf
weitere ſechs Jahre verſteigert werden.
Das Jagdgebiet iſt von den Stationen
DornbergGroß=Gerau in 20 Minuten
und von Station Groß=Gerau in
Stunden zu erreichen und grenzt direkt
an die Chauſſee Frankfurt Mannheim.
Anſchließend wird auch die Fiſcherei
auf weitere ſechs Jahre verpachtet.
Berkach, den 28. Januar 1931.
Heſſ. Bürgermeiſterei Berkach.
(1820
Krumb.
M. 7/31.
Betr.: Antrag auf Einſtellung der
Zwangsvollſtreckung in Sachen
verſchiedener Gläubiger gegen
Beinkofer & Schiedrich in Biblis.

Beſchluß.

Die Zwangsvollſtreckung in:
1. 1 Aktenſchrank.
2. 1 Schreibmaſchinentiſch,
3. 1 großer Tiſch.
4. 1 Warenſchrank.
5. 1 Warengeſtell,
6. 1 Schreibtiſch,
7. 1 Schreibmaſchine (Orga),
8. 1 Schreibmaſchine (Remington)
wird einſtweilen eingeſtellt, da die An=
tragſtellerin
. Lina Beinkofer, Biblis,
Viktoriaſtraße 27, durch eidesſtattliche
Verſicherung glaubhaft gemacht hat, daß
die genannten Gegenſtände ihr Eigen=
tum
ſind. Die Antragſtellerin hat
binnen einer Friſt von 4 Wochen, von
ſeute ab gerechnet, dem Gerichtsvoll=
zieher
eine Entſcheidung des Prozeß=
gerichts
über weitere Einſtellung der
Zwangsvollſtreckung vorzulegen. Nach
fruchtloſem Ablauf der Friſt darf die
Zwangsvollſtreckung fortgeſetzt werden.
Gernsheim, den 26. Januar 1931.
Heſſiſches Amtsgericht.
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[ ][  ][ ]

* Technischas Schaffen
1930.
Der Jahresabſchluß gibt nicht nur im Privatleben Anlaß,
eine kurze Spanne zu verweilen und Rückſchau zu halten über
das vergangene Jahr, um dann mit neuer Kraft dem Leben ent=
gegenzutreten
, auch in der Geſchäftswelt iſt es üblich und not=
wendig
, eine Bilanz zu ziehen, um ſich Alarheit über den Stand
eines Unternehmens, ſowie über die Gewinne und Verluſte des
vergangenen Jahres zu verſchaffen. Auch in dem Schrifttum
führt es ſich immer mehr ein, am Jahresabſchluß einen kurzen
Rückblick zu halten.
Der beſte Maßſtab für die Entwicklung der Technik im ver=
gangenen
Jahr kann dadurch gewvonnen werden, daß feſtgeſtellt
wird, inwieweit techniſche Errungenſchaften ſich in das Leben
eingeführt haben und mit uns in unmittelbarſte Berührung
gekommen ſind. Was hat die Technik für unſere nächſte Umwelt
neues gebracht? Den nachhaltigſten Eindruck, wenn er ſich auch
langſam einführte, brachte wohl die Einführung des Tonfilms,
nicht als Einzelvorführung, ſondern als ſtehende Einrichtung
in dem Programm unſerer Lichtſpieltheater. Ziemlich wenig
beachtet, jedoch als techniſcher Fortſchritt von großer Annehmlich=
keit
, iſt zu berichten, daß der Fernſprechverkehr unſere Heimat=
ſtadt
mit den nahegelegenen Wirtſchaftszentren Frankfurt und
Mannheim enger zuſammengeſchloſſen hat. Die neue Flug=
verbindung
zwiſchen Europa und Amerika, die Herr von Gronau
auf einer Etappenfahrt über Island, Grönland und Labrador
herſtellte, hat einen beſonderen Widerhall in unſerer Heimat=
ſtadt
gefunden, weil ein Kind unſerer Stadt, der Pilot Zimmer,
an dieſer Fahrt als Flugzeugführer beteiligt war. Die In=
betriebnahme
des Rundfunkgroßſenders in Mühlacker wird eine
beſſere Rundfunkvermittlung als ſeither ermöglichen. Ihre große
Energie von 75 KW macht ſie zu dem lauteſten Sender Europas.
Etwa die doppelte Energie wie beim Deutſchlandſender wird
hier ausgeſtrahlt. In Oberheſſen kam in Wölfersheim eine
Braunkohlenſchwelerei in Betrieb, die mit 16 Geißenöfen und
1800 Tonnen Tagesdurchſatz die größte derartige Anlage in der
Welt darſtellt. Der Ausbau des Neckarkanals hat gute Fort=
ſchritte
gemacht. Nachdem ſchon in den Vorjahren die Stauſtufen
in Ladenburg und Heidelberg in Betrieb genommen waren, ſind
die Stauſtufen in Neckargemünd und Neckarſteinach ſoweit fertig=
geſtellt
worden, daß ſie teils in Betrieb ſind, teils in Kürze in
Betrieb genommen werden. Auf die in unſerer Stadt ſehr erfolg=
reiche
Ausſtellung Heim und Technik ſei kurz verwieſen.
Das für die deutſche Technik weſentlichſte Ereignis des ver=
gangenen
Jahres war zweifellos die zweite Weltkraftkonferenz
in Berlin. Hier wurde von den Vertretern von 49 Nationen
in geiſtvollen Verhandlungen erörtert, auf welche Weiſe am
beſten die Gewinnung, Verteilung und Ausnutzung der Energie
durchgeführt werden kann. Zum erſten Mal auf einer derartigen berg. Er erreichte auf der geraden Strecke eine Geſchwindigkeit
Tagung wurden die Reden von Dolmetſchern in eine Fern=
ſprechanlage
überſetzt, ſo daß gleichzeitig jede Rede in 3 Sprachen
gehört werden konnte. Der Ausklang der Tagung, wobei Deutſch= durch Luft=Propeller vorwärts getrieben. Im Automobilbau
land von hervorragenden Technikern des Auslandes höchſte An= hat uns das vergaugene Jahr keine weſentlichen Neuerungen ge=
erkennung
gezollt wurde, war für unfere Technik und unfere bracht. Die Schwingachſen und der Vorderradantrieb haben im
Weltgeltung beſonders befriedigend.
Die Anlagen zur Gewinnung von Kraft in Deutſchland ſind
im vergangenen Jahr durch einige wichtige Bauten bereichert
worden. Zur Deckung des Spitzenbedarfs kam ein Pump=
ſpeicherwerk
in Niederwartha und eines in Herdecke an der Ruhr
in Betrieb. In letzterer Anlage ſind Aggregate aufgeſtellt, die
36 000 PS leiſten können. Kurz vor Ende des Jahres wurde
noch das Kraftwerk Weſt der Berliner Kraftwerke in Betrieb ge=
nommen
. Seine Leiſtung beträgt 228 000 KW. Der Ausbau
der Kraftfernverbindung von den Kohlenkräften an der Ruhr
bis zu den Waſſerkräften im Alpengebiet durch eine Leitung
von 220/280 000 Volt hat weitere Fortſchritte gemacht. Das
größte Umſpannwerk, eine Freiluftanlage, iſt bei Brauweiler
in Betrieb genommen worden. Der Ausbau der Rheinwaſſer= Reichshahn über die Roer bei Düren aufführen. Dort wurde
kräfte bei Ryburg=Schwörſtadt wurde unter Verwendung von
drei Kaplanturbinen von je 39 500 PS vollendet. Dieſe Tur=
binenform
hat ſich faſt konkurrenzlos das Gebiet großer und
größter Waſſerkraftmaſchinen erobert,
anfänglicher Mißerfolge, ſein Projekt zur Gewinnung von Kraft
aus dem Temperaturunterſchied zwiſchen Oberflächen= und den konnte. Die Brücke hat eine Spannweite von 130 Metern.
Tiefenwaſſer warmer Meeresgebiete zu verwirklichen. Bei
Hapanna iſt das erſte Werk fertiggeſtellt worden und hat die tech= bei Plougaſtel in Frankreich mit 196 Metern Spannweite jedes
niſche Richtigkeit ſeiner Schlußfolgerungen erwieſen.
Im Flugweſen haben einige Neuerſcheinungen, die im Vor=
jahre
fertiggeſtellt waren, ihre erſte Probe ſiegreich beſtanden.
Do X, das Dornierflugſchiff mit einer Motorleiſtung von 2
7200 PS. hat erfolgreiche Europaflüge hinter ſich. Die große
Wirtſchaftlichkeit dieſer Maſchine, die 100 Perſonen befördern auf ſich warten laſſen. Die allgemeine Meinung geht zurzeit da=
kann
, läßt für die Zukunft Erfreuliches hoffen. Auch das Junters=
großflugzeug
G 38 (D. 2000) ausgerüſtet mit Motoren von
2000 PS. hat erfolgreiche Flüge ausgeführt. Seine Reichweite
beträgt 3500 Kilometer. Junkers hat einen Schwerölmotor ge=

baut, der eine um 25 Prozent höhere Motorleiſtung aufweiſt
und hierdurch eine größere Reichweite ermöglicht. Seine höhere
Feuerſicherheit gab Veranlaſſung, daß auch der neue Zeppelin
mit derartigen Rohölmotoren, die zuſammen 7000 P8 leiſten
können, ausgerüſtet wird. Das neue Luftſchiff, das zur Zeit
im Bau iſt, T 2. 128, wird mit amerikaniſchem Helium gefüllt
werden und bekommt einen Inhalt von 150 000 Kubikmeter.
Das zuletzt erbaute Luftſchiff I. 2. 127 hatte nur einen Inhalt
von 105 000 Kubikmeter. Nach ſeiner großen Weltreiſe im Jahre
1929 hat dieſes Luftſchiff Graf Zeppelin in Europa
vielfach Reiſen unternommen und außerdem eine Fahrt nach
Südamerika gemacht. Ein neues Flugzeug, die Focke=Wulf=Ente,
weiſt verbeſſerte Flug= und Landeeigenſchaften auf. Profeſſor
Picard hat von Augsburg aus, wo ſein Ballon gebaut wurde,
einen Stratoſphärenflug unternehmen wollen, der allerdings
bei dem erſten Verſuch mit dem 16000 Kubikmeter faſſenden
Ballon mißlang. Seitdem iſt es ſtill geworden, doch ſteht noch
zu hoffen, daß er ſein Unternehmen weiterführt, da man dem
Verkehr in der Stratoſphäre eine große Zukunſt vorausſagt.
Sicherlich haben dieſe Verſuche mehr Ausſichten auf Erfolg als
die Fortbewegung mit der Rakete. Bei einem neuen Verſuch
mit der Rakete hat ihr eifrigſter Vorkämpfer, Valier, ſein
Leben im vergangenen Jahr eingebüßt. Der Höhenflugrekord,
den der Junkersflieger Neunhofen innehatte hierüber wurde
vor Jahresfriſt berichtet, iſt von dem amerikaniſchen Marine=
flieger
Souceck von 12739 auf 13137 Meter Höhe geſteigert wor=
den
. Die Rekordſucht hat den Amerikaner nicht ruhen laſſen,
wenn er auch nur um ein verhältnismäßig geringes Maß den
deutſchen Rekord überbieten konnte. Einen weiteren Rekord im
Flugweſen haben die amerikaniſchen Brüder Hunter aufgeſtellt,
indem ſie 553 Stunden, das iſt mehr als 23 Tage, ununter=
brochen
in der Luft blieben, wobei ihnen Nahrung und Betriebs=
ſtoff
durch ein Tankflugzeug zugebracht wurde. Die Segel=
fliegerei
in der Rhön hat wieder große Erfolge gezeitigt. Neben
dem neuen Nekord, den Kronfeld mit einem Streckenflug von
164,9 Kilometer aufſtellte, iſt beſonders bemerkenswert, daß die
allgemeine Leiſtung um ein erhebliches Maß geſteigert wurde.
Nicht weniger als 12 Segelflüge von mehr als 5 Stunden Dauer
wurden ausgeführt. Einen neuen Weltrekord ſtellte Orlebar
mit einer Flugzeuggeſchwindigkeit von 593,5 Kilometer in der
Stunde auf.
Im Verkehrsweſen zu Lande iſt immer noch ein ſcharfer
Konkurrenzkampf zwiſchen Eiſenbahn, Binnenſchiffahrt und
Kraftwagenverkehr im Gange. Insbeſondere hat die Eiſenbahn
vielfach Anſtrengungen gemacht, durch Neuerungen im Maſchinen=
bau
höhere Geſchwindigkeiten neben einer größeren Wirtſchaft=
lichkeit
zu erzielen. Eine Hochdrucklokomotive mit 100120 gt
iſt zu Verſuchszwecken in Dienſt geſtellt worden. Die deutſche
Reichsbahn hat weiter mit einer Dieſel=Druckluftlokomotive Ver=
ſuche
unternommen, während man in Italien eine Dieſelloko=
motive
mit unmittelbarem Antrieb erbaut hat. Beſondere Be=
achtung
fand der ſogenannte Schienenzeppelin von Dr. Krucken=
von
150 Kilometer in der Stunde. Der Wagen wurde unter
weitgehender Verwendung von Leichtmetallen gebaut und wird
Kleinwagen Fortſchritte gemacht. Auch die weitere Einführung
und Verbeſſerungen des Fahrzeug=Dieſelmotors laſſen darauf
ſchließen, daß bei weiteren Erfolgen dieſe Bauart weitgehende
Anwendung finden wird.
Im Bauweſen ſei vor allem auf die weitere Verwendung ge=
ſchweißter
Bauten, ſowohl im Brückenbau wie auch im Stahl=
hochbau
hingewieſen. Die deutſche Neichsbahn hat eine voll=
ſtändig
geſchweißte Brücke von 10 Meter Spannweite in Betrieb
genommen. Die Einführung der Röntgentechnik zur Unter=
ſonders
hervorragenden Bauwerken im Stahlhochbau ſind die
neue Zeppelinluftſchiffhalle in Friedrichshafen und das Verwal=
tungsgebäude
der J. G. Farbeninduſtrie in Frankfurt a. M. zu
nennen. Einen fehr eigenartigen Brückenbau ließ die deutſche
eine Eiſenbahnbrücke von 78 Meter Spannweite mit 3 Gurten
errichtet. Der Querſchnitt dieſer Brücke iſt nicht, wie ſeither lampe aufgetrieben werden kann.
ausſchließlich angewandt, ein Viereck, ſondern ein Dreieck. Einen
Fortſchritt im Betonbrückenbau ſtellt die Echelsbacherbrücke über
Dem franzöſiſchen Phyſiker Claude iſt es gelungen trotz die Ammer dar. Die Bewehrung dieſer Eiſenbetonbrücke iſt tel in die Hand, ſie wieder aufzutauen. Statt der Lötlampe,
einzelnen der drei Bogen im Jahre 1930 fertiggeſtellt.
Die Bildtelegraphie hat ſich allgemein eingeführt und einen
feſten Arbeitsbereich bei der Nachrichtenübermittlung geſchaffen.
Dagegen dürfte die allgemeine Einführung des Fernſehens trotz
eifriger Forſchung auf dieſem Gebiete noch eine geraume Weile
hin, daß die jetzigen Leiſtungen vorerſt noch nicht befriedigen. Der
Schluß, der vor Jahresfriſt an dieſer Stelle gezogen wurde, daß
nämlich das Jahr 1930 die erfolgreiche Einführung des Fern=
ſehens
im Rundfunk bringen werde, hat ſich nicht erfüllt.
Die deutſche Landwirtſchaftstechnik
Das größte Trockendock Europas im Bau, nagl und die Stahlreſchmaſchine (Lanz
Mannheim) bereichert. Die Anwendung
Betriebsſicherheit große Fortſchritte ge=
durch
den ſog. Poppelsdorfer Drainpflug,
zogen werden, verbeſſert. Außerdem brachte
kürzlich eine deutſche Firma ein Gerät
werkzeuge ein Stahlblechband in Form
einzieht.
Wenn auch die deutſche Technik und die
Verein Deutſcher Ingenieure hat einen z
vielbeachteten Aufruf unter dem Stich=
wort
Forſchung tut not erlaſſen, der an
neue Erkenntniſſe immer wieder neue Ar=
ßen
. Ein Beweis, daß die Forſchung in
Deutſchland, wenigſtens zunächſt, noch
nicht ſtiefmütterlich behandelt wird, iſt
für Waſſerbau und Waſſerkraft in Betrieb beſprochen.

In Bremerhaven wiid das Dock II ges
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genommen. Waſſerbautechniſche Verſuche als Großverſuche werden
in natürlichem Maßſtab durchgeführt. In Selb in Bayern hat die
deutſche Induſtrie, ein Hochſpannungsprüffeld, für 2 Millionen
Volt in Betrieb genommen. Hier ſollen neben den Erforderniſſen
praktiſcher Prüfung auch Forſchungen an Iſolatoren durchgeführt
werden. Für die franzöſiſche Akademie der Wiſſenſchaften wurde
ein Elektromagnet mit einer Feldſtärke von 46 100 Gauß gebaut.
Wenn uns auch vorſtehender Rückblick gezeigt hat, daß im
Jahre 1930 die Technik in Deutſchland große Fortſchritte gezeitigt
hat, ſo erfüllt uns doch die Weltwirtſchaftskriſe und die wirtſchaft=
lichen
Schwierigkeiten Deutſchlands mit der Befürchtung, daß das
Jahr 1931 weniger erfolgreich ſein könnte. Um ſo mehr gilt es,
alle Kraft daran zu ſetzen, damit Deutſchland ſeine Weltgeltung
auf allen Gebieten der Technik nicht verliert.

FFrostschutz
bei Hauswasserleitungen
Der ſtrenge Froſt kalter Winternächte erfüllt den Hausbeſitzer
immer wieder mit Sorge, daß ihm in unbenutzten Räumen des
Hauſes die Waſſerleitung nicht einfriere. Er weiß meiſt aus
eigener bitterer Erfahrung, welche Unannehmlichkeiten und ganz
beſonders, welche Koſten ihm entſtehen, wenn, die Leitung über
Nacht zufriert. Er weiß aber auch, wie mühſelig und umſtändlich
es iſt, wenn er jeden Abend in den Keller gehen, dort die Ventile
ſchließen und öffnen muß, und läßt ſich dadurch leicht verleiten, in
der Hoffnung, daß es noch einmal gut geht und die Kälte noch
nicht allzu ſehr ins Haus gedrungen iſt, auch die Leitung einmal
nicht abzuſtellen.
All dieſe Schwierigkeiten laſſen ſich durch einen kleinen Appa=
rat
vermeiden, der unter dem Namen Froſtſchutztransformator,
im vorigen Jahr auf den Markt gekommen iſt. Der ſehr ſtrenge
Winter des Jahres 1928/29 hat zu einer Erfindung geführt, die
als Auftautransformator ſeitdem bekannt iſt. Dieſe Trans=
formatoren
werden bei Wechſelſtromleitungen mit ihrem Primär=
ſtromkreis
an das Lichtnetz angeſchloſſen. In dem ſekundären Netz
entſteht dann ein niedrig geſpannter Strom, der bei einer hohen
Stromſtärke erhebliche Wärmewirkungen zu erzeugen vermag.
In den Sekundärſtromkreis wird ein Stück der aufzutauenden
Waſſerleitung durch entſprechende Anſchlußleitungen und Klem=
men
eingeſchaltet und erzeugt in dem jetzt als Leiter dienenden
Waſſerleitungsrohr Wärme, wodurch das Eis in der Leitung auf=
taut
. Ganz ebenſo wirkt ein Froſtſchutztransformator. Im Keller
eingebaut, erwärmt er ein kurzes Stück der Waſſerleitung. Das
an den Rohrwandungen erwärmte Waſſer ſteigt empor und er=
hält
die geſamte Waſſerſäule im Leitungsrohr über der Gefrier=
temperatur
. Die Koſten des Transformators betragen je nach
Größe 40 bis 70 RM. ohne die Einbaukoſten, ſind alſo für jeden
Hausbeſitzer erſchwinglich. Zur Sicherung der Waſſerleitung hat
der Hausbeſitzer nunmehr nur noch in kalten Nächten abends
einen Schalter umzudrehen, wodurch ſeine Leitung für die Nacht
geſichert iſt. An ſehr kalten Wintertagen kann der Transformator
natürlich auch tagsüber eingeſchaltet bleiben. Im Vergleich mit
den Koſten, die durch das Auftauen einer Leitung entſtehen, und
den dadurch bedingten Unannehmlichkeiten ſind auch die Strom=
koſten
gering, da die Stromabnahme nur zwiſchen 50 und 200
Watt je nach Größe ſchwankt.
Im allgemeinen wird man ja wohl Leitungen, die nach dem
Freien führen, und die dort angebrachten Zapfventile in der
Kälteperiode abſtellen. Wo dies aber wegen häufiger Benutzung
unangenehm empfunden wird, kann man auch dieſe meiſt nur ein
kurzes Stück aus der Hauswand hervorragenden Leitungen und
Ventile auf folgende Weiſe ſchützen: Eine Kiſte ohne Boden wird
ſuchung geſchweißter Verbindungen hat ſich bewährt. An be= über das Zapfenventil gehängt und unter die Kiſte ſtellt man
eine brennenden Stallaterne, die durch ihre Wärme genügt, auch
in kalten Nächten die Leitung vor dem Einfrieren zu ſchützen.
Dieſes Verfahren wird ganz beſonders auf dem Lande häufig mit
Vorteil angewandt werden können. Statt der Stallaterne ge=
nügt
vielfach auch die Wärme einer elektriſchen Glühlampe, ganz
beſonders dann, wenn etwa irgendwo noch eine alte Kohlenfaden=
Iſt die Leitung bei mangelnder Vorſicht doch einmal einge=
froren
, dann gibt uns auch die Elektrizität ein angenehmes Mit=
ſteif
, ſo daß die Schalung an der Bewehrung ſelbſt aufgehängt wers die nur von fachkundiger Hand benutzt werden kann, iſt jeder
Nichtfachmann in der Lage, ſein eingefrorenes Waſſerrohr mit
Die weiteſt geſpannte Betonbrücke der Welt wurde über den Elorn Hilfe des elektriſchen Bügeleiſens aufzutauen. Er muß nur am
unteren Ende der Leitung das Eiſen mit der Bügelfläche möglichſt
nahe an das aufzutauende Rohr heranbringen und dort befeſti=
gen
. Wenn er dann die nötige Zeit verſtreichen läßt, taut die
Leitung allmählich auf. wobei keine Gefahr beſteht, daß die Oel=
farbe
oder Tapete beſchädigt wird oder gar in Brand gerät, wie
dies bei der Lötlampe kaum vermeidbar iſt.

KURZE MITTEILUNAEN
* Eine europäiſche Kraftverkehrskonferenz zur Regelung des Land=
ſtraßenverkehrs
wird am 16. März 1931 in Genf zuſammentreten. Der
wurde durch den Dieſelſchlepper (Hano= Verkehrs= und Tranſitausſchuß des Völkerbundes hat hierfür eine Denk=
ſchrift
veröffentlicht, die die Entwürfe zu vier internationalen Abkom=
men
enthält. Von allgemeinem Intereſſe hiervon iſt ein Abkommen,
das die Vereinheitlichung der Wegezeichen betrifft. Es ſoll nach der
des Motorſchleppers hat dank größerer Natifizierung durch mindeſtens 5 Staaten in Kraft treten. In dieſem
Abkommen werden die Warnungs= und Geſchwindigkeitstafeln, Sperr=
macht
. Die Maulwurfsdränung wurde zeichen, Wegweiſer und Verkehrsſionale nach Form Farbe und Beſchrif=
tung
vereinheitlicht. Ein weiteres Abkommen beſtimmt, daß im Aus=
bei
dem die Drainrohre auf ein durch land beheimatete Kraftfahrzeuge ſteuerfrei bleiben ſollen, ſofern ſie ſich
Holzbirnen verſtärktes Drahtſeil aufge= nicht länger als 90 Tage in einem Land aufhalten und nicht dem gewerb=
lichen
Verkehr dienen.
* Metallzerſtörende Inſekten ſind jetzt mit Sicherheit feſtgeſtellt
worden. Man hatte zwar ſchon immer vermutet, daß nagende Inſekten
auf den Markt, das durch beſondere Form= Metall zerſtören, aber erſt jetzt iſt es dem Kaiſer=Wilhelm=Inſtitut für
Metallforſchung gelungen, den gewöhnlichen Speckäfer und einen aus
eines fertigen Rohres in den Untergrund Südamerika ſtammenden Vetter von ihm bei der Arbeit ſelbſt zu be=
obachten
. Die je etwa 8 Millimeter langen Käfer wurden in kleine
Käſtchen aus Bleiblech von 0,2 Millimeter Dicke gebracht. Schon nach
4 Stunden waren die Gefängniswände ſo durchnagt, daß die Käfer ent=
Wirtſchaft ſchwer darniederliegt, ſo darf weichen konnten. Zinnfolien von gleicher Stärke wurden erſt in der
doch die Wiſſenſchaft nicht notleiden. Der neunfachen Zeit zerſtört. Käſtchen aus Aluminium, Zink und Meſſing
zeigten jedoch keinerlei Nageſpuren.

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geleiſtet hat behandelt in dem vorliegenden Heftchen ausführlich die
das Heinrich=Herz=Inſtitut für Schwin= elektriſche Wiedergabe von Schallplatten, beſonders bei der Benutzung
gungsforſchungen, das in Berlin eröffnet von Rundfunkempfängern. Auch die Aufnahme von Schallplatten wird
wurde. In dieſer neuen Forſchungs= kurz behandelt. Ausführliche Beurteilung finden die verſchiedenen elek=
ſtätte
ſollen elektriſche, akuſtiſche und triſchen Schalldoſen. Von beſonderem Intereſſe erſcheint uns der durch
mechaniſche Schwingungen wiſſenſchaftlich zahlreiche Photographien erläuterte Beweis, daß bei elektriſcher Wieder=
gabe
die Platten= und Stiſtabnutzung ſehr viel geringer iſt als bei mecha=
durchforſcht
werden. In der Nähe des Wal= niſcher Wiedergabe. In einem Anhang wverden einige charakteriſtiſche
chenſees wurde das neue Forſchungsinſtitut Schallplatten bezüglich der Wiedergabe hoher und tiefer Schwingungen

[ ][  ][ ]

Seite

Freitag, den 30. Januar 1931.

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ZUM SONNENTOR
DURCH AETES INDIANERLAND
Erlebnisse und Aufnahmen einer Forschungsreise
in Nord-Argentinien, Bolivien, Peru und Fucatan
VON RICHARD N. WEGNER
Professor Dr. med. et phil.; Frankfurt a. M.
Das Hamburger Fremdenblatt
schreibt am 3. Januar 1931:
Wissenschaftlich geschrieben und dennoch durch die
reiche Gabe des lebhaften Erzählertalentes im Verein mit
prächtigen IIlustrationen ein äußerst spannendes
Reisewerk. Wir erleben die uralte Kultur des Inka-
staates
und der in jenen Gebieten noch vorhandenen, zum
Teil stark eurobäisch beeinflußten, zum Teil aber noch
fast unberührt, ja, sogar auf brimiteuster Stufe leben-
denden
Indianerstämme. Wir schauen die Ruinen von
Tiuhuanacu am 4000 Meter hoch gelegenen Titicacasee.
Wir erleben die erhabene Pracht der mit ihren Eishäuptern
bis zu 5000 Metern in das hellblaue Aetherreich des Kon-
dors
hinautragenden Bergriesen, der Anden und zm
krassen Gegensats dazu die fast undurchdringlichen
Urwaldlandschaften und Sumptgebiete der Fluſmiede-
rungen
Ostboliutens. Von dort geht es nach Peru. Der
Schluß dieses so interessanten Reisewerkes führt uns
durch den Panamakanalüber Cuba zur Halbinsel Vucatan
nach Südmeriko zut den auch heuite noch gewaltig und
prachtvoll wirkenden Ruinen der im tieten Urwold von
einstiger Macht träumenden Tempelstädte des unter dem
Ansturm der sbanischen Conguustadoren vermichteten
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Nummer 30

Freitag, den 30. Januar 1931

Seite 17

Sport, Spiel

Der Spork des Sonnkags
Auch der erſte Februar=Sonntag bringt wieder eine Hochflut ſport=
licher
Veranſtaltungen, wie ſie während der ganzen Spielſonntage des
Januar üblich war. Wieder iſt es in erſter Linie der Fußball, der durch
die ſüddeutſchen Endſpiele und weitere wichtige Treffen den größten
Teil des Programms ausfüllt. Aber auch die anderen Rafenſportarten
weiſen zahlreiche und wichtige Ereigniſſe auf, und von den anderen
Sportdiſziplinen iſt es wieder der Winterſport mit zahlreichen natio=
nalen
und internationalen Meiſterſchaften und ſonſtigen bedeutenden
Kämpfen auf allen Gebieten.
Fußball.
Für die ſüddeutſchen Endſpiele iſt wieder ein komplettes Programm
vorgeſehen, deſſen reſtloſe Durchführung allerdings vom Wetter und den
davon abhängigen Platzverhältniſſen abhängen wird. In der Runde der
Meiſter ſpielen: Eintracht Frankfurt Karlsruher FV., Union Böckin=
gen
SV. Waldhof, Bayern München Sp.Vgg. Fürth. Wormatig
Vorms F9. Pirmaſens. Die bedeutendſten Spiele gehen in Mün=
chen
und Frankfurt vor ſich und werden über die künftige Geſtaltung
der Tabellenſpitze eine Vorentſcheidung bringen, und zwar dann, wenn
Fürth in München einen Punktverluſt erleidet und Eintracht gegen den
K.F.V. gewinnt; beides im Bereich des Möglichen liegend. Gegenüber
dieſen Treffen tritt die Bedeutung der beiden übrigen Spiele etwas
zurück. In der Troſtrunde Nordweſt treffen ſich: VfL. Neu=Iſenburg
Union Niederrad, VfL. Neckarau Phönis Ludwigshafen, SV. Wies=
baden
Rot=Weiß Frankfurt und FV. Saarbrücken FC. Idar.
Iſenburg dürfte auch über dieſen Sonntag hinaus ſeine führende Stel=
lung
verteidigen können. Dagegen hat es Rot=Weiß weſentlich ſchwerer,
auf dem zweiten Platz zu bleiben, da ſowohl Saarbrücken als auch
Phönis Ludwigshafen Favoriten ihrer Spiele ſind, während ein Sieg
der Bockenheimer in Wieshaden fraglich iſt. Die Troſtrunde Südoſt
bringt folgende Treffen: FC. Pforzheim Kickers Stuttgart, 1. FC.
Nürnbera 1860 München, Schwaben Augsburg FV. Raſtatt,
Phönix Karlsruhe VfN. Fürth. Hier dürfte die Lage an der Tabel=
lenſpitze
unverändert bleiben, da man mit Sieg des FC. Pforzheim rech=
nen
kann. Wie ſich München 60 in Nürnberg aus der Affäre zieht, iſt
ungewiß, da der Klub zu Hauſe immer noch als ſchwer ſchlagbar gilt.
Das Karlsruher Treffen erſcheint uns offen, während wir in Augsburg
an einen Sieg der Gaſtgeber glauben. Die zehn an den Endſpielen
beteiligten Vereine Nord= und Südbaherns haben ſich zu einer Privat=
runde
um den ,Bayern=Pokal zuſammengeſchloſſen, die am Sonn=
tag
geſtartet wird. Die erſten Spiele: FV. Würzburg 04 Jahn
Regensburg, Bahern HofASV. Nürnberg, VfB. Ingolſtadtſing=
ſee
Teutonia München. Ein Repräſentatioſpiel zwiſchen
Offenbach=Bieber und einer Elf des Südmainkreiſes in Offenbach bil=
det
den Erſatz für ein von Würzburg abgeſagtes Städteſpiel Offenbach
Würzburg. Von Geſellſchaftsſpielen iſt nur das Tref=
fen
zwiſchen VfB. Stuttgart und FSV. Frankfurt bekannt geworden.
In den übrigen Landesverbänden nehmen die Meiſter=
ſchaftsſpiele
ihren Fortgang, und aus dem Ausland iſt das Länder=
ſpiel
Wales Irland (Samstag) und das Privatrückſpiel zwiſchen
Sparta Prag und Stade Franeais Paris, das von dem ſüddeutſchen
Schiedsrichter Fritz Oggersheim geleitet wird, zu nennen.
Handball.
Die Termine der ſüddeutſchen Endſpiele ſind geändert worden,
In der Abteilung Oſt hat ſich die Zahl der teilnehmenden Mannſchaften
durch das Hinzukommen des SC. Freiburg als Vertreter Badens auf
vier erhöht. Die Freiburger greifen am Sonntag auf eigenem Platze
gegen München 1860 in die Runde ein. In Abteilung Weſt empfängt
der ſüddeutſche Meiſter, SV. 1898 Darmſtadt, den Vertreter der Gruppe
Rhein, SV. Waldhof, während die Darmſtädter Poliziſten zu Weſtmark
Trier fahren. In den drei Endſpielen des Sonntags wird man mit
Siegen der Darmſtädter Mannſchaften und von München rechnen
dürfen. Rückſtändige Verbandsſpiele gibt es nur noch in der
Gruppe Rhein, wo ſich diesmal die Ludwigshafener Nivalen Pfalz
und F6. 03 treffen. In Main=Heſſen beginnt die Rückrunde der
Damenmeiſterſchaft mit den Spielen: Mainz 05 Eintracht Frankfurt
und Polizei Darmſtadt Wormatia Worms.
Rugby.
Von den ſüddeutſchen Verbandsſpielen ſind die Begeynungen des
Mainkreiſes nicht bekannt geworden. In Leipzig trägt die deutſche
National=Fünfzehn, die für das Länderſpiel gegen Frankreich
auserſehen iſt, ein Uebungsſpiel gegen eine mitteldeutſche Mann=
ſchaft
aus.
Hockeh.
Weſtdeutſchland ſteht am Wochenende im Zeichen internatio=
naler
Begegnungen mit Holland. In Mülheim (Ruhr) ſtehen
ſich am Sonntag die aktiven Verbandsmannſchaften gegenüber, wäh=
rend
ſich die Veteranen beider Länder am Samstag in Köln begeg=
nen
. In Süddeutſchland gibt es diesmal nur wenige Freund=
ſchaftsſpiele
.
Leichtathletik.
Berlin bringt am Sonntag ſein Hallenſportfeſt zur Durchführung,
bei dem bis auf Ladoumegue, der bekanntlich abgeſagt hat, alle ver=
pflichteten
Kräfte, d. h. die ganze deutſche Elite, am Start erſcheinen
wird.
Tennis.
In der Berliner Tennishalle werden die Hallentennismeiſterſchaften
von Berlin beendet.
Radſport.
Neben dem Frankfurter Sechstagerennen, das am Freitag geſtartet
wurde und in der Nacht zum Sonntag ſeinen Höhepunkt erleben dürfte,
gibt es auf den deutſchen Bahnen noch zwei Veranſtaltungen, und zwar
in Dortmund und Breslau.

und Turnen.
Motorſport.
ADAC. und BAC. bringen gemeinſam die 8. Winterfahrt nach
Garmiſch=Partenkirchen zum Austrag, zu der u. a. der Münchener Welt=
rekordfahrer
Henne gemeldet hat. Außer Henne erſcheint die ganze
deutſche Motorradfahrer=Elite am Start, und auch die Sportwagenklaſſe
iſt gut beſchickt. Der Sonntag bringt dann auf dem Eibſee Gisrennen.
Ringen.
Deutſche Ringer, und zwar Brendel=Nürnberg und Kraus=
Darmſtadt, beteiligen ſich an einem internationalen Ningkampf=
turnier
in Stockholm.
Pferbefport.
Neben dem Internationalen Berliner Reitturnier, das bis 8. Fe=
bruar
dauert, iſt die alljährliche St. Moritzer Rennwoche vorgeſehen.
Winterſport.
Der Winterſport wartet wieder in allen Arten mit großen Ereig=
niſſen
, darunter ſolchen von internationaler Bedeutung auf: fo u. a.
die Weltmeiſterſchaften im Zweierbob, die Eishockeh=Weltmeiſterſchaften
in Krynica und die Kunſtlauf=Europameiſterſchaften für Damen und
Paare in Wien.
Waſſerball.
Rot-Weiß ſchlägt Jungdeutſchland 8:7 (2:5).
Vor vollbeſetztem Hauſe gelaug es geſtern abend der Rot=
weiß
=Liga im dritten Verbandsſpiel, ihrem Loholgegner Jung=
deutſchland
die erſte Niederlage beizubringen. Das Spiel war
ein typiſches Verbandsſpiel, hart, aufregend und äußerſt ſchnell.
Gauwaſſerballwart Beltz=Frankſurt leitete einwandſrei. Wir
kommen auf das Spiel zurück.
Reichsbahn T. S. V. Darmſadt.
Der geſtrige Waſſerballabend des Reichsbahn T. S.V. brachte das
folgende Ergebnis: Akademiſcher Sportkluh= Turn=
geſellſchaft
1875 6:4 (3:2). Ein Spiel zweier gleichwertiger
Mannſchaften, das der A.S.C. durch beſſeres Stellungsſpiel für ſich
entſcheiden konnte. Die Tgſ. 1875 litt beſonders in der zweiten Hälfte
an ungenauem Zuſpiel, und konnte ſo keine Verbeſſerung des Spiel=
ergebniſſes
herbeiführen. Schiedsrichter Volk (Tgde 46) leitete gut.
Reichsbahn Darmſtadt.Reichsbahn, Frankfurt 5:4
(3 3). Ein ſpannendes Spiel bis zum Schluß. Die Darmſtädter
Mannſchaft zeigte großen Gifer und glich ſo die beſſere Balltechnik
Frankfurts aus. Die Entſcheidung fiel erſt mit dem Schlußpfiff. Darm=
ſtadt
iſt hiermit Gewinner des Ehrenpreiſes und Sieger des 1. Pflicht=
ſpieles
um die Bezirksmeiſterſchaft. Schiedsrichter Wenzel (Not=Weiß)
leitete zur Zufriedenheit beider Parteien und der zahlreich erſchie=
nenen
Zuſchauer.
*
Handball in der 9.T.
Das Programm der Freundſchaftsſpiele iſt immer noch nicht beſon=
ders
reichhaltig. Namentlich in der Kreis= und Meiſterklaſſe haben die
Vereine für ihre Mannſchaften Ruhebauſen eintreten laſſen, die in der
wirtſchaftlich ungünſtigen Lage wohl mitbegründet ſind. Nur einige
beachtliche Spielabſchlüſſe ſind zuſtande gekommen. Neben der Lokal=
begegnung
Neichsbahn gegen Beſſungen ſind im Nied einige Treffen zu
nennen: Walldorf gegen Nauheim. Groß=Gerau gegen Wolfskehlen,
Wallerſtädten gegen Stockſtadt, Crumſtadt gegen Birkenau, Lorſch
gegen Tgſ. Worms. Weiterhin Tgſ. Darmſtadt gegen König. Egels=
bach
gegen Eſchersheim. Da ſich die Reichsbahn eben in guter Ver=
faſſung
befindet, wird man ſich nicht wundern, wenn Beſſungen verlie=
ren
ſollte. Walldorf gegen Nauheim iſt deshalb von Bedeutung, weil
für den Gauſpieltag die Dreiteilung der Kreisklaſſe beantragt iſt. Stock=
ſtadt
hat ſich an Wallerſtädten herangewagt und dürfte bei guter Be=
ſetzung
des Platzvereins glatt unterliegen. Die Odenwälder aus König
repräſentieren ebenfalls Meiſterklaſſe, und man iſt daher auf das Ab=
ſchneiden
der Darmſtädter Turngeſellſchaft mit Recht geſpannt. Egels=
bach
muß ſich ſeiner beſten Tage erinnern, wenn der Sieg gegen Eſchers=
heim
errungen werden ſoll. In Crumſtadt treffen ſich die Gruppen=
beſten
der B=Klaſſe. Die übrigen Spiele haben als Nachbartreffen
ebenfalls Bedeutung.
Kraffſporl.
KSV. Siegfrieb Pfungſtadt Athl.=SV. 95 Darmſtadt.
Am Samstag, abends 8.15 Uhr, findet der Rückkampf im Rin=
gen
zwiſchen oben angeführten Vereinen, in der Turnhalle der Ludwigs=
Oberrealſchule, Kavellſtraße 5. ſtatt. Im Vorkampf blieb Siegfried
Pfungſtadt Sieger. Die Gäſte verfügen zurzeit über eine ſehr gute
Ringermannſchaft. Aber auch die Ber D., die jetzt ihre Mannſchaft
zu ihren Gunſten umgeſtellt haben, werden alles daranſetzen, um den
Sieg an ſich zu reißen. Jedoch halten wir den Kampf für offen. Es
werden ſpannende Kämpfe zu ſehen ſein. Eintrittspreis niedrigſt.
Fechlen.
Der Darmſtädter Fecht=Club
beginnt ſeine auswärtigen Kämpfe mit einem Freundſchaftsfechten
gegen den jungen Bensheimer Club, in Form zweier Mann=
ſchaftsfechten
in Florett, dem ſich dann noch einige Säbelkämpfe an=
ſchließen
. Für Darmſtadt werden die Damen Frl. Brückner. Engel,
Jordan und Niebel, ſowie die Herren Bittel, Feid, Müller, Sack, Schaaf
und Zaiß antreten.

Geſchäftliches.
Vorbeugen iſt leichter als heilen.
Gerade jetzt bei dem häufigeren Auftreten der Grippe ſollten
Sie immer eine Packung Citrovanille in Pulver oder Oblaten mit
ſich führen, damit Sie bei den erſten Anzeichen einer Grippe dieſes
bewährte und unſchädliche Vorbeugungsmittel anwenden können.

Einen Sonderkurſus für Klavierſpielende veranſtaltet die
Orcheſterſchule der ſächſiſchen Staatskapelle Dresden unter Leitung
von Prof, J. Pembaur=München. Dieſer Sonderkurs zerfällt
in drei Gruppen und findet gegen Ende April bis Anfang Mai
1931 ſtatt. Als Abſchluß des Kurſus finden zwei Konzerte ſtatt,
in denen die beſten ſpielenden Kurſusteilnehmer Gelegenheit er=
halten
ſich vor der Preſſe und Oeffentlichkeit zu bewähren. Einem
dieſer Spieler wird am Schluß des letzten Konzerts durch die Jury.
beſtehend aus dem Kurſusleiter und der künſtleriſchen Leitung der
Orcheſterſchule, der Blüthner=Preis zuerkannt, ein Flügel
aus der Pianofabrik von Julius Blüthner in Leipzig. Nähere
Auskunft bezüglich Beteiligung uſw. erteilt die Pianohandlung
A. W. Zimmermann, Darmſtadt, Grafenſtr. 21.
nächſt Rheinſtraße. (Blüthner=Vertretung)

Rundfunk-=Bragramme.
Frankfurt a. M.
Freitag, 30. Januar.
15.20: Reg.=Dir. Gildemeiſter: Erziehung und Bildung: Die öffent=
lich
: Volfsſchule.
15.50: Studienrätin Cilla Geis: Muſik im Erziehungsheim.
16.30: Stuttgart: Nachmittagskonzert. Rundfunkorcheſter. Soliſtin:
Hilde Keefer=Bluthardt, Otto Seyfert (Klavierl.
18.19: Stunde des Buches: Ueber Erneſt Hemingway.
18.40: Aerztevortrag: Von unſeren Weisheitszähnen.
19.10: Reg=Rat a. D. Dr. Mertens: Neue Wege der Steuer=
geſetzgebung
nach der Notverordnung v. 1. Dez. 1930.
19. Opernhaus Frankfurt a. M.: Tiefland Muſikdrama in
einem Vorſpiel und zwei Aufzügen nach A. Guimera und Rudolf
Lothar. Das Rundfunk=Orcheſter.
22.20: Briefkaſten.
22.50: Feſthalle Frankfurt: Sechstagerennen. Erſte Nacht
23.00: Von Berlin: Unterhaltungslonzert der Kapelle Leo Bermann.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Freitag, 30. Januar.
10.39: Leipzig: Schulfunk.
11.30: Ober=Landw.=Rat Schmidt: Bäuerliche Geflügelhaltung und
ihre Einführung in die Geſamtwirtſchaft.
15.00 Jungmädchenſtunde: Das Buch der beſte Freund.
15.45: Jugendſtunde. Kurt Kramarski: 12 Stunden auf einem
Hochſeefiſchlutter.
10,0): Pädagogiſcher Funk: Ein Arbeitstag im Oskar=Helene=Heim.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Langheinrich=Anthos: Adalbert von Chamiſſo zum 150.
Geburtstag.
18.00: Ob.=Reg=Rat Dr. Burgdörfer: Bevölkerungsentwicklung, Ar=
beitsmarkt
und Soziallaſten der Zukunft.
18.30: Ob.=Reg.=Rat Dr. Werner Peiſer: Vom Sklaven der An=
Antike zum modernen Arbeitnehmer.
19.00: Engliſch für Fortgeſchrittene.
19.30: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Aerzte.
20,00: Köln: Die goldene Meiſterin, Operette von Edmund Eysler.
Ca. 22.70: Berlin; Abendunterhaltung. Kapelle Leo Bermann.

Amkliche Winkerſporknachrichken.
Herausgegeben von der Heſſiſchen Offentl. Wetterdienſtſtelle am
Landw. Inſtitut der Univerſität Gießen am 29. Januar 1931.
Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, 2 Grad, Geſamtſchneehöhe
40 Ztm. Pulverſchnee, Ski und Rodel ſehr gut. Herchen=
hainer
Höhe: Bewölkt, 1 Grad, 15 Ztm. Pulverſchnee, Sti
und Rodel ſehr gut.
Odenwald. Neunkirchen: Bewölkt. + 1 Grad, 1517 Ztm., Papp=
ſchnee
, Sportmöglichkeit vorhänden.
Taunus. Kl. Feldberg: Nebel, 1 Grad, 15 Ztm., verweht, Ski
und Rodel ſehr gut.
Sauerland. Winterberg: Nebel, 1 Grad, 50 Ztm., Pulverſchnee,
Ski und Rodel gut.
Rhön. Waſſerkuppe: Nebel, 2 Grad, 25 Ztm., Pulverſchnee, Ski
und Rodel ſehr gut.
Schwarzwald. Feldberg: Leichterer Schneefall. 2 Grad, 165 Ztm.,
Pulverſchnee. Ski und Rodel ſehr gut. Furtwangen: Leich=
terer
Schneefall, 105 Ztm., Pulverſchnee, Ski und Rodel
ſehr gut.
Thüringer Wald. Oherhof: Nebel, 3 Grad. 70 Ztm., Pulver=
ſchnee
, Ski und Rodel ſehr gut.

Schneebericht vom Waldemar=Peterſen=Haus der Techniſchen
Hochſchule Darmſtadt, Hirſchegg (Kl. Walſertal):
Schneehöhe: 150 Ztm (Pulver), in höheren Lagen mehr.
Temperatur: 7 Grad. Wetter; wolkenlos.

Welkerberichl.
Ausſichten für Freitag, den 30. Januar: Wieder auffriſchend und wech=
ſelhaftes
Wetter mit einzelnen Regen= oder Schneeſchauern, vor=
übergehend
aufklarend, weſtliche, ſpäter nordweſtliche Winde.
Ausſichten für Samstag, den 31. Januar: Meiſt trockenes, ſtellenweiſe
dunſtiges Wetter mit Temperaturrückgang, bei Aufklaren leichter
Nachtfroſt.

S
DOOAALN
AAAN

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Nummer 30

lat

Freitag, den 30. Januar

Wirtſchaftliche Rundſchau.

Neue Preiſe für Metallguß. Der Geſamtverband deutſcher Metall=
gießereien
in Hagen i. Weſtf. hat mit Wirkung vom 28. Januar eine
neue Preisliſte herausgegeben. Danach betragen die Preiſe: Meſſing=
guß
1,60; Armaturenmeſſingguß 2,00 Rorguß 2,00, Armaturenrot=
guß
2,60 Phosphorbronze 2,25: Dr. Künzels Phosphorbronze
(bis 12 Prozent Zinn und Walzenlager) 2,60; Dr. Künzels Phosphor=
bronze
(über 12 Prozent Zinn und Walzenlager) 2,75 und Kupfer=
auß
230 RM. je Kilogramm. Dieſe Preiſe ſind Grundpreiſe, auf die
die üblichen Ueberpreiſe für leichte bzw. ſchwerer zu formende Stücke
uſw. kommen. Für Legierungen vorgeſchriebener Zuſammenſetzung, zu
denen auch der genormte Guß gehört, erhöhen ſich die Tarifpreiſe ent=
ſprechend
.
Um den Zuſammenſchluß der deutſchen Zuckerinduſtrie. Bekanntlich
hat die übergroße Mehrheit der deutſchen Zuckerfabriben (97 Prozent
der Erzeugung) in der Sitzung vom 12. Januar 1931 und einige Fa=
briken
nachträglich der Satzung der Wirtſchaftlichen Vereinigung der
Deutſchen Zuckerinduſtrie zugeſtimmt. Nur 16 Fabriken werden durch
die Verweigerung ihrer Zuſtimmung das Eingreifen der Regierung
erforderlich machen. Der Zwangszuſammenſchluß, und zwar unter Zu=
gründelegung
der von der Mehrheit angenommenen Satzung, dürfte,
wie wir erfahren, in kürzeſter Zeit zu erwarten ſein, da die Regierung
in einem von Reichskanzler Dr. Brüning unterzeichneten Schreiben
vom 20. Januar 1931 an den Verein der Deutſchen Zuckerinduſtrie ein=
deutig
zum Ausdruck gebracht hat, daß ſie den Beſchlüſſen der Mehr=
heit
der deutſchen Zuckerfabriken die ihnen zukommende Bedeutung bei=
meſſen
wird.
A. G.G.=Dividendenvorſchlag 7 (9) Prozent. Der für den B. Fe=
bruar
einzuberufenden Generalverſammlung der Allgemeinen Elektrizi=
täts
=Geſellſchaft, Berlin, wird eine Dividende von 7 Prozent (im Vor=
jahre
9 Prozent) vorgeſchlagen. Als Reingewinn werden 14 231 228
(19 172 708) RM. ausgewieſen. Davon ſind 564 643 (515 195) RM. auf
das neue Geſchäftsjahr vorgetragen worden. Der Umſatz der A.E. G.
iſt im Berichtsjahre auf 520 Millionen (im Vorjahre 580 Millionen)
RM. zurückgegangen. Die Wirtſchaftskriſe im In= und Auslande hat
auch bei der A.E.G. einen ſtarken Rückgang des Auftragsbeſtandes nach
ſich gezogen. Er beträgt in dieſem Jahre 250 Millionen (350 000 000)
RMM.
Gothaer Waggonfabrik A. G., Gotha. Die Geſellſchaft erzielte nach
012 (0,42) Mill. RM. Abſchreibungen einen Reingewinn von 10 41
RM. Das Kapital beträgt nach der zweiten Sanierung ( Zuſammen=
legung
10 1 und anſchließende Wiedererhöhung) 1,50 Millionen RM.
Die Geſellſchaft beſchränkt ſich ausſchließlich auf Waggonbau, nachdem
die Automobilbetziebe abgetrennt worden ſind. Das Reparaturwerk
Fürth konnte noch nicht abgeſchloſfen werden. Außer den Reichsbahn=
aufträgen
lagen noch einige Auslandsaufträge vor. Die Bilanz zeigt
unter anderem: Kreditoren 2,79 (1,53), andererſeits Debitoren 0,75 (0,7)
und Vorräte 1,70 (1,84), Anlagen 2,12 (234). Im Zuſammenhang mit
der Beteiligung an dem 100 Millionen=Lieferungskredit der Waggon=
firmen
an die Reichsbahn und der für Auslandsbürgſchaften gegebenen
Avale ſtiegen dieſe auf 4,09 Millionen RM.
Frankfurter Börſe. Vom 2. Februar 1931 ab werden die von der
Caiſſe Commune abgeſtempelten Stücke der 4½prozent. amort, Oeſterr.
Staatsſchatzanweifungen von 1914, ausſchließlich Zinsſchein Nr. 28, der
4prozent. Oeſterr. Goldrente, ausſchließlich Zinsſchein Nr. 54, der 4 ½=
prozent
. Ungar. Staatsrente von 1914 ausſchließlich Zinsſchein Nr. 17
und 27, der 4prozent. Ungariſchen Goldrente, ausſchließlich Nr. 83
und 93, der 4prozent. Ungar, Staatsrente von 1910, ausſchließlich Zins=
ſchein
Nr. 34, an der hieſigen Börſe gehandelt und notiert. Auf Grund
des § 39 des Börſengeſetzes ſind zum Börſenhandel zugelaſſen: 30 Mil=
lionen
RM. 7prozent. Preußiſche Schatzanweiſungen von 1931 Folge 1,
rückzahlbar zu 102 Prozent am 20. Januar 1933. Die Ausſtattung die=
ſer
Schatzanweiſungen iſt die gleiche wie die der amtlich notierten 7 Preußiſchen Schatzanweiſungen von 1929 Folge 2, rückzahl=
bar
zu 102 Prozent am 20. Januar 1933; ſie lauten ebenfalls auf RM.
und ſind in Stücken zu 500 RM.= 1000 RM., 10000 RM. und 50000
RM. ausgefertigt. Sie ſind mit halbjährigen, am 20. Januar und am
20. Juli jeden Jahres fälligen Zinsſcheinen verſehen. Der Zinsgenuß
läuft vom 2. Januar 1931 einſchließlich ab. Der erſte Zinsſchein wird
mithin am 2. Juli 1931 fällig. Die Notierung der Schatzanweiſungen
erfolgt von Samstag, den 31. Januar 1931, ab in einer gemeinſamen
Notiz mit den bereits notierten Tprozent. Preußiſchen Schatzanweiſun=
gen
von 1929 Folge 2.
Frankfurter Börſe Abteilung Getreide. Neu in den Vorſtand wur=
den
gewählt: Dr. Eugen Kamberg=Offenbach, Siegfried Rothſchild=
Friedberg, Willy Wentzell=Frankfurt=Niederurſel. Vorſitzender iſt Han=
delsgerichtsrat
Max Lorch=Frankfurt; Stellvertreter Handelsgerichtsrat
Guſtav Marxſohn=Frankfurt; Schriftführer Direktor Auguſt Kuhn in
Frankfurt. In die Maklerkammer wurde neu gewählt: Ludwig
Gath=Frankfurt. Vorſitzender iſt Karl Engerſch=Frankfurt; Stellver=
treter
Willy Leinen, und Schriftführer Heinrich Kohlmann=Frankfurk.
Lohnſenkung in der bayeriſchen Holzſtoff= und Papierinduſtrie. Wie
der Gewerkſchaftliche Preſſedienſt, Gau Südbayern, des G. d.A. mitteilt,
ſind geſtern in freier Verſtändigung zwiſchen dem Arbeitgeberverband
der baher. Papier=, Pappen= Zellſtoff= und Holzſtoffinduſtvie und den
Angeſtelltenverbänden neue Vereinbarungen über die Gehaltsregelung
erfolgt. Die Gehälter erfahren dadurch mit Wirkung ab 1. Dezember
eine Verminderung von 5 Prozent. Gleichzeitig wurde ein beſonderes
Kurzarbeitsabkommen beſchloſſen. Die neue Vereinbarung läuft bis zum
31. Auguſt 1931.

Mekallnokierungen.

Die Metallnotierungen in Berlin am 29. Januar ſtellten ſich
für je 100 Kg. für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen
oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die Dt. Elektro=
lytkupfernotiz
) auf 96,25 RM. Die Notierungen der Kom=
miſſion
des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen
ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und Be=
zahlung
) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium. 98 bis 99
Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 170 RM., desgleichen
in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, 174 RM., Reinnickel,
98 bis 99 Prozent, 350 RM. Antimon=Regulus 5657 RM.
Feinſilber (1 Kg. fein) 41 43 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 29. Januar ſtellten ſich für
Kupfer: Januar 82,50 (83,50). Februar 82,50 (83,25) März
83,25 (84,25), April 83,50 (85) Mai 84 (85), Juni 84,50 (85),
Juli 85,50 (85,75), Auguſt 85,50 (86) September 85,75 (86,25),
Oktober November, Dezember 86 (86,25). Tendenz: ſchwächer.
Für Blei: Januar 25 (26,50) Februar 25.25 (26,50) März
25,50 (26.50) April, Mai, Juni 25,75 (26,50). Juli, Auguſt, Sep=
tember
, Oktober November. Dezember 26 (26,25). Tendenz: ſtill.
Für Zink: Januar 24,50 (25,50), Februar 25 (25,25), März
25 (25.50), April 25,50 (26) Mai 25,75 (26.25) Juni 26 (26,75),
Julf 26,25 (27) Auguſt 26,50 (27.50) September. Oktober 26.75
(27,50). November, Dezember 27 (27,25). Tendenz: ſtetig. Die
erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Brodukkenberichke.
Berliner Produktenbericht vom 29. Januar. Infolge der Zurück=
haltung
der hieſigen Käufer trat das Inlandsgeſchäft heute allgemein
etwas mehr in Erſcheinung. Bei Weizen kann man allerdings keines=
wvegs
von dringlichem Offertenmaterial ſprechen, und da die Gebote
hier zumeiſt 1,50 Mark niedriger lauteten, bleibt der Hauptteil des An=
gebotes
bereits bei den Binnenmühlen. Auch der Rhein bekundet auf
ermäßigtem Preisniveau einige Kaufluſt. Der Lieferungsmarkt ſetzte
12 Mark ſchwächer ein. Roggen war ſtärker offeriert, und da die
Eigner zu Preiskonzeſſionen bereit waren, war das Geſchäft etwas leb=
hafter
als in Weizen. Zu etwa 2 Mark niedrigeren Preiſen nahmen
die Reporteure Material auf; der Lieferungsmarkt eröffnete 1,52 Mk.
ſchwächer. Weizenmehl liegt bei wenig nachgiebigen Forderungen ruhig.
Noggenmehl hat in billigeren Provinzfabrikaten einiges Geſchäft.
Biehmärkke.
Darmſtädter Viehmarkt vom 29. Januar. Aufgetrieben waren:
9 Ochſen, 140 Kälber, 7 Schafe. Die Preiſe ſtellten ſich für: Kälber:
a) 4954; b) 448: c) 4044 Pfg. pro Pfund. Marktverlauf:
ſchleppend Ueberſtand.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 29. Januar. Der Auftrieb des
heutigen Nebenmarktes beſtand aus 64 Rindern, 785 Kälbern, 22 Scha=
fen
und 580 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des letzten
Nebenmarktes waren 15 Rinder, 20 Kälber, 75 Schafe, 20 Schweine
weniger angetrieben. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in
RM.: Kälber b) 5761 c) 5256, d) 4551: Schafe a) 1. 4246,
b) 3441. Schweine nicht notiert. Im Vergleich mit den Preiſen des
bergengenen Hemmuttes gaben Kälber 45 Mk. nach, während

Schafe behauptet blieben. Marktverlauf: Kälber ſchleppend: Schafe
ruhig, geräumt; Schweine ruhig, geringer Ueberſtand. Fleiſchgroß=

markt. Preis für 1 Zentner friſches Fleiſch in Mk.: Ochfen= und Rind=

fleiſch 1. 7080, 2. 6070; Bullenfleiſch 7580; Kuhfleiſch 2. 5060,
3 4050; Kalbfleiſch 2. 8095; Hammelfleiſch 90100. Schweine=
fleiſch
hieſiges. 6572, litauiſches 5665. Geſchäftsgang des Fleiſch
großmarktes: ſchleppend.
Frankfurker und Berliner Effekfenbörſe.
Frankfurt a. M., 29. Jan.
Die heutige Börſe eröffnete wider Erwarten in recht feſter Haltung,
nachdem noch im Vorbörſenverkehr infolge der ſchwachen Auslands=
börſen
und des weniger günſtigen A.E.G.=Abſchluſſes recht ſchwache
Kurſe genannt worden waren. Das herauskommende Material fand
durch die intereſſierten Stellen glatt Aufnahme. Die Spekulation ſchritt
zu Rückdeckungen, ſo daß gegen die geſtrige Abendbörſe überwiegend
Kursbeſſerungen zu verzeichnen waren. Das Geſchäft war jedoch wei=
ter
gering. J.G. Farben eröffneten 1,5 Proz. feſter, nachdem noch
der Vorbörſenkurs 1 Proz. ſchwächer lag. Scheideanſtalt und Metall=
geſellſchaft
lagen unter Berückſichtigung des Dividendenabzuges bis zu
1 Proz. höher. Von Elektroaktien zogen Siemens im Zuſammenhang
mit der heutigen Bilanzſitzung um 2,5 Proz. an. A.E. G. und Geffürel
blieben relativ behauptet. Am Kalimarkt beſſerten ſich Salzdetfurth
um 2 Proz. An den übrigen Märkten ergaben ſich bei kleinem Geſchäft
meiſt Erhöhungen bis zu 1 Proz. Am Anleihemarkt blieben deutſche
Anleihen gut behauptet. Von Auslandsrenten lagen Zolltürken etwas
leichter. Pfandbriefe ruhig. Reichsſchuldbuchforderungen etwas freund=
licher
. Im Verlaufe konnte ſich das Kursnibeau weiter heben. Die
Kuliſſe ſchritt zu weiteren Deckungen, zumal von den Banken weiter
interbeniert wurde. Lebhaft gehandelt wurden J.G. Farben, die erneut
1,5 Prozent anzogen. Auch Elektrowerte hatten reges Geſchäft, bei
Beſſerungen bis zu 2 Proz. Im ſpäteren Verlaufe nahm die Umſatz=
tätigkeit
weiter zu, zumal einige Auslandsorders eingetroffen waren
und auch die Spekulation zu verſtärkten Deckungen ſchritt. Sehr leb=
haft
gehandelt wurden J.G. Farben und die Mehrzahl der Elektro=
werte
. Die Börſe ſchloß in ausgeſprochen feſter Haltung. Am Geld=
markt
war Tagesgld im Hinblick auf den morgigen Zahltag mit 4,5
Prozent geſucht. Am Deviſenmarkt ergaben ſich keine nennenswerten
Veränderungen. Man nannte Mark gegen Dollar 4.287, gegen Pfde.
24.437/g, London-Kabel 4.8560, Paris 123.91, Mailand 92.75,
Madrid 47.20, Schweiz 25.10¾, Holland 12.07¾.
Die Abendbörſe eröffnete zunächſt in etwas ſchwächerer Hal=
tung
, da der ſchwächere Beginn der New Yorker Börſe verſtimmte. Im
Verlaufe wurde es jedoch allgemein wieder etwas, feſter, da Gerüchte
von einer 14prozentigen Siemens=Dividende anregten. Die Spekulation
ſchritt in verſtärktem Maße zu Deckungen, zumal auch von außenher
einige Nachfrage beſtanden haben ſoll. Elektrowerte lagen durchweg
1 Prozent höher. Nur Siemens ſetzten zunächſt 1 Proz, niedriger ein,
konnten aber ſpäter auf 157 Proz. anziehen. J.G. Farben und die
übrigen Werte lagen gegen den Berliner Schluß behauptet. Die Um=
ſatztätigkeit
war ziemlich lebhaft. Anleihen behauptet. Die Börſe ſchloß
zu den höchſten Tageskurſen.
Berlin, 29. Januar.
Das Hauptintereſſe der Spekulation konzentrierte ſich, vorbörslich
wenigſtens, auf den A.E.G.=Markt, an dem die nunmehr bekannt ge=
wordenen
Abſchlußziffern lebhaft diskutiert wurden. Entſprach zwar
die Tprozentige Dividende und der etwa 10prozentige Umſatzrückgang
ungefähr den Erwartungen der Börſe, ſo war man doch verſtimmt über
den Abſchluß als Ganzes, und beſonders ſchätzte man die Zukunftsaus=
ſichten
des Unternehmens ſchlechter ein. Hierdurch beeninflußt, neigte
die Tendenz allgemein zur Schwäche, zumal auch aus New York im
geſtrigen Börſenverlauf rückgängige Kurſe gemeldet und auch in Frank=
furt
geſtern abend mehrprozentige Rückgänge eingetreten waren. Die
erſten offiziellen Kurſe der heutigen Börſe brachten dann aber teilſveiſe
Ueberraſchungen und fielen zumindeſt durch Widerſtandsfähigkeit auf.
Gegen die geſtrigen Schlußnotierungen waren nur noch ſelten Verluſte
von mehr als 1,5 Prozent feſtzuſtellen, und A.E.G. ſelbſt hatten mit
2,25 Proz. den ſtärkſten Rückgang aufzuweiſen. Das Geſchäft war im
allgemeinen etwas lebhafter, da in verſchiedenen Papieren durch eine
Großbank Auslandsorders zur Ausführung kamen. Auch im Verlaufe
erfuhren die Kurſe weitere Befeſtigungen, und das Geſchäft bekam einen
lebhafteren Charakter. Die Befürchtungen für eine Diskonterhöhung
in London beſtätigten ſich nicht, und aus der Bilanzſitzung der Siemens
u. Halske A. G. erwartet man anſcheinend Ueberraſchungen in günſti=
gem
Sinne. Nach vorübergehender Abſchwächung war die Tendenz
weider ausgeſprochen feſt. Anleihen ruhig.

Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 29. Jan.:
Getreide. Weizen: Mai 82,½, Juli 67; Mais: März 63,75,
Mai 655, Juli 66½ September 65½; Hafer: Mai 327, Juli 32;
Roggen: März 39, Mai 40. Juli 40,25.
Schmalz: Januar 8,25, März 8,36, Mai 8,45, Juli 8,575.
Speck, loco 10,75.
Schweine: Leichte 7,758,10, ſchwere 6,757,10; Schweine=
zufuhren
in Chicago 42 000, im Weſten 123 000.
Baumwolle: März 10,43. Mai 10,66.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 29. Jan.:
Schmalz: Prima Weſtern 9, Talg, extra loſe 378.
Getreide. Weizen: Rotwinter 91½; Mais; loco New York
77,50:; Mehl: ſpring wheat clears 4,304,50; Getreidefracht nach
England 1,62,3 sh, nach dem Kontinent 8 C.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
In dem Lohnſtreit im Holzgewerbe hat der Reichsarbeitsminiſter
die Parteien zum 2. Februar zu Einigungsverhandlungen geladen.
Am Mittwoch wurde für den niederſchleſiſchen Bergbau ein Schieds=
ſpruch
gefällt, der einen Hprozentigen Lohnabbau für alle Lohnklaſſen
mit Ausnahme des Soziallohnes vorſieht. Die Parteien haben ſich bis
zum 2. Februar über Annahme oder Ablehnung zu entſcheiden.
Im Lohnſtreit zwiſchen den Arbeitgeberverbänden der Berg= und
Hüttenwerke des nordweſtlichen Harzes und den Gewerkſchaften iſt von
Arbeitgebern und Arbeitnehmern eine Lohnkürzung um 6 Prozent an=
genommen
worden. Dieſe Kürzung tritt mit dem 1. Februar in Kraft.
In der geſamten rechtsrheiniſchen Textilinduſtrie iſt geſtern früh
die Arbeit von den Belegſchaften faſt vollzählig wieder aufgenommen
worden. Bei der J. P. Bemberg in Barmen hat ſich dagegen die Lage
noch nicht geändert. Es iſt damit zu rechnen, daß man auch hier an=
fangs
nächſter Woche zu Verhandlungen und zur Beendigung des
Streiks kommen wird.
In dem Patentſtreit Rohrbach gegen Dornier erfolgte geſtern vom
Landgericht Ravensburg die Beſchlußverkündung der einſtweiligen Ver=
fügung
: Der Antrag Rohrbach wird zurückgewieſen. Die Koſten trägt
der Antragſteller. Der Streitwert wird auf 100 000 RM. feſtgeſetzt.
Der nächſte Termin beim Landgericht 1 in derſelben Angelegenheit fin=
der
Mitte Februar ſtatt.
Die in Zahlungsſchwierigkeiten geratene Luxusſchuhfabrik Julius
Krumme in Frankfurt a. M.=Rödelheim hat bei 40000 RM. freien
Aktiven gegenüber 120 000 RM. Paſſiven Konkursantrag geſtellt.
Unter dem Vorſitz des Geh. Rat Dr. Haeuſer=Höchſt hielt der Mit=
telrheiniſche
Fabrikantenverein Mainz in Mainz ſeine Hauptverſamm=
lung
ab. Direktor Weller, Geo Scitz und Otto Dyckerhoff wurden neu
in den Vorſtand gewählt.
Die zwiſchen dem Pfälzer Schuhfabrikantenverein und dem Schuh=
fabrikantenverein
Pirminia geführten Zuſammenſchlußverhandlun=
gen
führten dazu, daß der Pfälzer Schuhfabrikantenverein ſich auflöſen
wird und die Mitglieder werden in die Pirminia übertreten. Künftig=
hin
werden in Pirmaſens nur noch zwei Schuhfabrikantenvereine be=
ſtehen
.
Die Baſeler Kantonalbank hat den Zinsfuß für erſte Hypotheken
auf 4½ Prozent herabgeſetzt. Ab 1. März 1931 werden die Sparkaſſen=
einlagen
nur noch mit 3½ Prozent verzinſt. Der Zuſtrom von Geld
hält immer noch an, wobei feſtzuſtellen iſt, daß es ſich überwiegend um
fremde Gelder handelt.
Deutſchland ſteht an erſter Stelle der jugoſlawiſchen Spielwaren=
einfuhrſtatiſtik
. Im Jahre 1929 betrug der Wert der Ware 6,300 Mill.
Dinar gegenüber einem Werte von 5,360 Millionen Dinar im Jahre
1928. Nach den bis jetzt vorliegenden Teilergebniſſen aus dem Jahre
1930 ſcheint ſich die aufſteigende Tendenz erhalten zu haben.
Die letzte Wochenſtatiſtik über die Arbeitsloſigkeit in England weiſt
einen Rückgang um 27 762 Perſonen gegenüher der Vorwoche auf. Die
Geſamtzahl der Arbeitsloſen beträgt jetzt 2 608 406.
Die Bulgariſche Nationalbank ſetzte den Diskontſatz von 10 auf
9 Prozent herab.
Im Rahmen ihres Arbeitbeſchaffungsprogramms beabſichtigt die
amerikaniſche Regierung, etwa 40000 Kilometer neue Straßen mit
einem Koſtenaufwand von mehr als 816 Millionen Dollar zu bauen.
Die Bundesregierung wird hierfür einen Betrag von 293½ Millionen
Dollar beiſteuern.

Berliner Kursbericht
vom 29. Januar 1931

Deviſenmarkt
vom 29. Januar 1931

Berl. Handels=Geſ.
Danatbank

Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Ga=
Deutſche Erdöl

114.75
135.50
108.
108.
58.
97.50
59.125
90.25
54.
45.50
93.50
21.
98-75
100.50
55.125

Meiet Heee
J. G. Farben .
Belſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Lali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Nannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel

98.
120.50
72.
93.50
68.
57.125
68.12:
121.50
51.
62.50
57.875
27.75
36.75
62.25
39.375

Me
Rütgerswerke
alzdetfurth Kal
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtr
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln. Alkal
Agsb.=Nrnb. Maſdh
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke

A
42.
182.50
94.50
75.50
53.25
130.50
48.
23.
43.
112.
137.
40.25
29.

Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aires
New Yort
Belgien
Italien

Paris

Miie
100 finn. Mk
100 Schilling
100 Tſch.Kr.
100 Pengo
00 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
L=Stg.
Pap. Peſ=
1 Dollar
00 Belga
00 Lire
100 Francs

Re
10.578
59.12
12.444
73.39
3.051
169.06
112.39
112.41
112.52
20.416
1.278
4.2045
58.61
2.01
16.475

Brie
10.598
59.24
12.4641
73.53
3.05
169.4
12 61
12.63
112.74
20.456
1.284
4.2125
58.73
22.05
18.5151

Währung
Schweiz
100 Franker
Spanien
100 Peſetas
Danzig
100 Gulden
Japan
1 Yen
Rio de Janeirol1 Milreis
Jugoſlawien 100 Dinar
Portuga!

Athen
Iſtambul
Kairo
Kanada
Uruguay
Jsland
Tallinn
Riga

100 Escudos
100 Drachm
1 türk. 2
1äghpt. *
1 canad. Doll.
1 Goldpeſo
1100 eſtl. Kr.
Eſtl. )100 eſtl. Kr.
100 Lats

Geld
81.32
43.21 43.29
81.64
2.080
0.3551 0.357
7.42
18.85
5.445
20.98 20.57
4.198
81.98
111.79
E0.88

Brief
81.48
81.80
2.084
7.436
18.89
5.455
4.206
2 712/ 2.718
32.16
112.01
E1.94

Frankfurter Kursbericht vom 29. Januar 1931.

72 Dtſch. Reichsanl
5½%Intem.,
60 Baden.....
80 Bayern...
..."
88 Heſſen b. 2
v. 29
5% Preuß. Staat
82 Sachſen..
...
7½ Thüringen..

Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. ‟/= Ab=
löſungsanl
. .
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.)

Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
.. .

%5 Baden=Baden.
60 Berlin .....
80 Darmſtadtv. 26
v. 28
70 Dresden.
8% Frankfurt a. M.
v. 26
v. 26
8% Mainz.... .."
8½ Mannheim v. 26
v. 27
88 München. ..
82 Nürnberg ....
8% Biesbaden..

5 Hefſ. Landesbk 99.5 91.5 Goldoblig 4½% Heſſ. Lds.= Hhp.=Bk.=Liquid. 84.75 */.% Kom.=Ob TI.5 Preuß. Lds.= pfbr.=Anſt. G. Pf. 10/.25 8% Goldoblig 9

Re
71.5
74.25
99.75
81.9
86
89
943
991
74.5
79

51.4
475

82.5
81.5
75
94.5
80
68.5
80.5
88

80 Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
8½Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr.
8% Naſ. Landesbr.
4½F Bian. Obl
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöf.-Anl.
+Ausl. Ser.
Ser, II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Reubeſitz).
39 Berl. Hyp.=Bk.
41
Liqu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp.=Bk..
4½% Lig.Pfb.
Pfbr.=B.
Liqu.
Mein. Shp.=Bk.
Lig. Pfbr.
80 Pfälz.Hhp.=B.
4½% Lig.Pfbr
8% Preuß. Boden=
cred
.=Bank..."
4½% Lig. Pfbr.
% Preuß. Centrl.,
Bodencr.=Bank
4½½ Lig. Pfbr.
8½ Rhein. Hyp. Bk.
6 Lia. Pfbr.
8% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit .. . . .
80 Südd. Bod.=
Cred.=Bank ...
½% Lig. Pfbr.
8% Württ. Hhp.=B.

97.75
98.5
95
100
83.5
85.75

48
68

12

Are
96
87.4
101
96.75
867I.
101
96.5
88.45
96.75
881l=
100
90.25
91.s

86
100.5
94.5
87.25
100
00
93.75
99.25

6% Daimſer=Benz e2.5

Ma
88 Klöckner=Werke
2 Mainkrw. v. 26
2 Mitteld. Stahl
8% Salzmann u. Co.
7% Ber. Stahlwerke
8% BoigtckHäffner
J. 6. Forben Bonds
5% Bocn. L.E.B.
L. Inveſt.
4½% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän

4½%
420
420 Türk. Admin.
4% 1. Bagdad
4½ Zollanl.
4½ Ungarn 1913
1914
4½%
4
Goldr.
42
1910
Aktien
Alg. Kunſtzijde Unie
A. E. G.....
AndregeNoris Zahr
Aſchaffbg. Brauere
Zellſtoff
Bemberg, J. P..
Bergm. El.=Werke.
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen. . . .
Eemen: Heidelbert
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſell
Chem. Werke Albert
Chade ........."
Contin. Gummiw.
Linoleum
Daimler=Benz..
Dt. Atl. Telegr.
Erdöl..
Gold=u. Silber=
cheide
-Anſtalt

Refe
84.5
go"
7.
75
77.5

88.5
A
20
36.5
8.8
13.25
6.9

3.05
18
22
21.9
De

50
99.5
92

60

41.75
65.5
Vaa
R5
96.75
101.5
19
81
15

Auee
Eiſenhandel. . .
Dyckerhoffu. Widn
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerl.
EßlingenMaſchinen
EttlingenSpinnere
Faber & Schleicher
F. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaume
Frankfurter Gas ..
Hof..
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Brün & Bilfinger.

afenmühle Frrft.. 1110
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfbr.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer..
bochtief Eſſen ..
Holzmann, Phil. / 68.5
Flie Bergb. Stamml150
Genüſſe
Junghans
Kali Chemie.
Aſchersleben..
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R.. . . .
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke ..
Lahmeher & Co. ..
Laurahütte .. ..."
Lech. Augsburg ..
Löwenbr. Münch.
Lädenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.

Re
64.5

190
104
98.5
120.75
45
119
41
15
n0.75
92
32.5
30.25
145.75
135
68
78
47.5
111
59.5
30.2

Miift
Mainz. Akt.=Br. . . .
Mannesm.=Röhrer
Mansfeld Bergb.
Metallge). Frankf.
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſel
Oberbedarf

123

98
50.25
1o2
25
73
163
44
131

Phönix Bergbau.
Reiniger. Gebber,
Rh. Braunkohlen
Elektr. Stamm.
Metallwaren ..
Stahlwerke . . .
Riebeck Montan. . .
Roeder Gebr. ...
Rütgerswerie
Sachtleben A. 0. ..
Salzdetfurth Kali.
Salzw. Heilbronn.
Schöfferhof=Bind.
Schramm Lackfabr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. . .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske
Südd. Immobilien
Zucker=A. G.
Svenska Tändſticks
Tellus Bergbau.
Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard.
Tucher=Brauere:.
Unterfranken.
Beithwerie
Ver. f. Chem. Ind.
Stahlwerke ..
Strohſtoffabr.
Utramarin . . .
Bogtländ. Maſchin.
Boigt & Haefiſner

Aa
57

42.25
38
45
32
50
70
96
61.5
4
118
182
165
62.5
55
81
102.5

151
17.5

46
65

85
15.5
61
52.5
112
25
145

Mife
Wegelin Rußfabrik
Weſteregeln Kali".
Zellſtoff=Verein.
Waldhof . . .
Memel.

36.25
46.25
131
W.5

Allg. Dt. Credilanſt,
Badiſche Bank ...!
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBankverein
Bayer. Hyp. u. W./126
Berl. Handelsgef.
Eypothekbl.
Comm. u. Privatb. /108.5
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Dt. Bank und Disc.
Dt. Eff. u. Wechſell 84.5
Dresdner Bank . /107.5
Frankf. Bant.
Hhp.=Bant
Pfdbr.=Bj.
Mein. Hyp. Ban1 .
Oſt. Creditanſtalt
Pfälz. Hyp. Bank 124.75
Reichsbank=Ant. . 1229.25
Rhein. Hyp.=Ban1. 131
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Wiener Bankverein
Württb. Notenban:
A.=G. f. Vertehren
Allg. Lokalb. Kraftw/110
7%Dt. Reichsb. ?
Hapag ....."
Nordd. Lloyd.
Südd. Eiſenb.=Gei.

Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung ..
Verein. Ver
FrankonaRück= u. M
Mannh. Verſich.

Otavi Minen
H
Schantung Han

A4
A
94
100
215
135.5
108
91
138.5
138.5
143.5
27.4
132
9.5
132
45.5
85
59
58.5
85

148.75
2475

[ ][  ][ ]

Nummer 30

Freitag, den 30. Januar 1931

Seite 19

Rins vonkersien

URAEBER-RECKTSCHUIZ DURCH NERLA6 OSKAR MEISTER, WERDau
31)
(Nachdruck verboten.)
Ew. Ehren, es gibt gute und ſchlechte Ehen, und wenn
eine Ehe ſchlecht iſt, dann brauchen es die Menſchen, die ſie
führen, nicht zu ſein. Aber meine Schweſter hat die Hölle auf
Erden gehabt. Sie hat ein Tagebuch geführt . . . ein Tagebuch,
aus dem die Qual von Jahren ſchreit, ein Buch, das unermeß=
liches
Elend enthüllt, das einen Maun brandmarkt, der
Peer von Eugland iſt. Wollen Sie das Tagebuch leſen. Ew.
Ehren ... wollen Sie daraus erkennen, daß die ganzen Jahre
der Ehe der Mord meine Schweſter umlauerte, daß ſie Todes=
angſt
vor ihrem Gatten empfand, daß ſie wußte, daß er nach
ihrem Gelde gierte, um ſeinen Leidenſchaften und größenwahn=
ſinnigen
Plänen fröhnen zu können. Und ich weiß es gewiß,
der Schlag meines Herzeus betrügt mich nicht .., ſie iſt hinge=
mordet
worden, feige hingemordet durch ein heimtückiſches,
ſchleichendes Gift. Kein Arzt konnte die Todesurſache feſtſtellen.
Mord war es, gemeiner Mord ... um des Geldes willen! Wiſ=
ſen
Sie, wie es mir erging, als ich an Durhams Seite eine
Scheinehe führte?. Viermal bedrohte mich der Tod, der Mord.
und mit Entſetzen denke ich noch an den Augenblick, als ich
fühlte, wie ſich die Hände des Peers um meinen Hals legten und
mich zu erdroſſeln verſuchten. Geld hatte er von mir ertrotzen
wollen. Ich ſchlug es ihm ab. Da ſtand der Mord hinter mir.
Totenſtille war im Saal. Man hätte eine Stecknadel fallen
hören, ſo ſtill war alles.
Mit heißen Herzen ſaßen die Menſchen und lauſchten.
Ihre Blicke ſuchten Lord Durham, der mit verächtlichem
Ausdruck in den Zügen und wie gelangweilt auf ſeinem Platze
ſaß.
Ein drohendes Murmeln ſetzte ein. Offen richtete es ſich
gegen ihn.
Der Richter ſpürte es und griff wieder ein.
Lady Benthlen. .. Sie richten ſchwere Vorwürfe gegen
Lord Durham. Sie ſprechen von einem Tagebuch Ihrer Schwe=
ſter
. Ich bitte Sie, es dem Gerichtshof vorzulegen.

Fris wandte ſich Berndt zu, der ihr das Buch reichte.
Sie ſchritt dicht zum Oberrichter und reichte es ihm.
Der Oberrichter blätterte in dem Buche.
Schnell erhob ſich der Rechtsanwalt Lord Durhams und
proteſtierte im Namen ſeines Mandanten gegen die Verleſung
des Tagebuches, da das Gericht kein Recht habe, die intimſten
Eheerlebniſſe ſeines Mandanten, die mit der Sache ſelbſt gar
nichts zu tun hätten, vor der Oeffentlichkeit auszubreiten.
Das Gericht nahm den Antrag zur Kenntnis und zog ſich
dann zu einer Beſprechung und Beſchlußfaſſung zurück.
Nach einer Viertelſtunde kam das Gericht zurück, und der
Oberrichter verkündete, daß das Gericht für wichtig halte, das
Dokument zur Verleſung zu bringen.
Ein junger Gerichtsbeamter übernahm die Verleſung des
Tagebuches.
Alles im Saal war totenſtill, als er begann.
Der Ton des Tagebuches war kurz und ſachlich, aber gerade
darum umſo erſchütternder.
Das Martyrium einer Ehe tat ſich auf vor den Herzen der
atemlos lauſchenden Menge.
Das grauſamſte Elend, die tiefſte Bitternis und Erniedri=
gung
klangen aus den Zeilen.
Als der Vorleſende an die Stelle kam . . . und da hat er
mich geſchlagen!, ſchluchzte Lady Iris wild auf.
Ein Schrei war es, der allen durch die Seele ſchnitt, der die
Herzen erzittern machte.
Ein einziger Aufſchrei der verſammelten Menge folgte, ein
Aufſchrei, in dem alles lag: Zorn, Mitgefühl und Drohung.
Berndt war mit Juſtizrat Giſh um die Weinende bemüht,
die ſich langlam beruhigte.
Währenddeſſen hatte Lord Durham vorgezogen, den Saal
zu gerlaſſen.
Die Verleſung konnte fortgeſetzt werden.
Gewaltig ſteigerte ſich das bittere Erleben, das aus den
Zeilen ſchrie, und immer ſtärker riß es an den Herzen.
Ein Fröſteln ging durch alle, ſo oft ſich die Worte wieder=
holten
: Er will mich morden! Heute hat er ſchon wieder Geld
unter Drohungen verlangt.
Todesangſt war es, die die letzten Blätter füllte.
Die Verleſung war zu Ende
Aber die Menſchen hielten noch den Atem an. Es war zu
viel des Schmerzes und der Qual, was in dieſer halben Stunde
auf ſie eingeſtürzt war.

Sie ſaßen mit heißen Köpfen und heftig ſchlagenden Bulſen
und begriffen nicht, daß ſoviel Schuld, ſoviel Schlechtigkeit im
Leben einer Frau ſich qualvoll auswirken konnte.
Plötzlich rief Iris aus ihrem Herzen heraus den Richtern
zu: Meine Herren Richter ... bei Gott, dem Allerhöchſten. .
glauben Sie, daß ein Menſch all ſein Vermögen dem Menſchen
läßt, der ihn ſo zu Tode gequält, der gemordet hat?
Das Publikum hielt den Atem an.
Was wird der Gerichtshof antworten? ſo war die Frage
jedes einzelnen.
Dann begann die Unruhe. Das Publikum ſah, daß der
Rechtsanwalt Lord Durhams ſprechen wollte. Es ſprach da=
gegen
, es murrte, immer ſtärker ſchwoll das Brauſen an.
Un es war an dieſem Tag trotz der kurz darauf erfolgenden
Näumung des Zuſchauerraumes eine Fortführung der Verhand=
lung
nicht möglich, denn der ganze Gerichtshof war von der
Unruhe und Erregung genau ſo ſtark ergriffen.
Die Verhandlung wurde auf den nächſten Tag verlegt.
Telegramme jagten vom Inſelreich hinüber nach den anderen
Erdteilen in Europa. Ueberall waren die Nachrichten über die=
ſen
Prozeß Senſation. Die Welt verfolgte ihn mit fieberhafter
Spannung. Ueberall erſchienen Bilder der am Prozeß betei=
ligten
Hauptperſonen.
Und die Fortſetzung des großen Prozeſſes, der ſich über vier=
zehn
Tage erſtreckte, hielt eine ganze Welt in Atem.
Am vierzehnten Tage fiel endlich die Entſcheidung.
Lady Iris Benthlen wurde verurteilt, den Betrag von acht
Millionen Pfund, zuzüglich Zins und Zinſeszins für fünf Jahre
an Lord Durham zurückzugeben. Die Prozeßkoſten wurden ihr
auferlegt.
Die Nachricht von dieſem Entſcheid erregte ſtürmiſche Ent=
rüſtung
.
Als Lady Iris am Arme Berndts und Juſtizrats Giſh das
Gerichtsgebäude verließ, brachte ihr die Maſſe begeiſterte Obatio=
nen
dar. Lord Durham aber entging mit knapper Mühe einem
Lynchgericht durch die Maſſen.
Man hatte Lady Iris alles genommen, aber gerichtet war
der Menſch Victor Durham.
Fortſetzung folgt.

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Freitag, den 30. Januar 1931

Nummer 30

UAION

Zum letzten Mal!

Voranzeigel
Sonntag, den 1. Pebruar, vormittags 11½, Uhr
Einer der bedentendsten Kulturfilme, die man je gesehen hat.

UAIOA

Zum letzten Mal!

AAA

Auß den Inseln der kausend Wunden
Bilder von einer Film-Expedition durch Java und Bali. Expeditionsleiter: J. A. Ochse.
Aus dem Inhalt: Mit dem D-Zug durch die Tropen Von Göttern und Tempelriesen. Der Wunderarzt und die
40000 Patienten Javanisches Theater Geheimnisse des Urwaldes Jagd auf Krokodile
Straßenbahn am Aduator Segelregatta im Stillen Ozean Stierrennen und Hahnenkampf
Tänzerinnen und Tanzknaben Die Türme der Toten.
Der Vulkan im Meer Die ersten sensationellen Aufnahmen von dem berüchtigten Unterseevulkan Krakata -
Jagendliche haben Autritt. Vorverknuf en der Tageskasse. Volkstümliche Preise.

Unwiderruflich nur noch heute
und morgen
die Tetzten Vorführungen!
Das gigantische neue
Tonfilm-Werk
Ftürme uber dem
Muntufnfuntnuntunntnnmunntnntnuentuntnnntntntunntntint
Montblane

Manuskript und Regie:
Dr. Arnold Fanck.
Mitwirkende:
Leni Riefenstahl, Sepp Rist,
Ernst Udet und die bekanntesten
Schweizer und Tiroler Alpinisten und
Skifahrer.
Gemaltig nar der Pis-Pali-Film
grandioser, erschütternder
Stürme über dem Montblane!
Der höchste Berg Europas
Der größte Tonfilm unserer Tage!

Ab heute

Heute und folgende Tage

Dazu das gute Beiprogramm

Ingendliche zugelassen. (V.1826
Beginn 3.30, 5.45, 8.10 Uhr

Ein ganz ausgezeichnetes
stummes Doppelprogramm!
Das aufsehenerregende,
sensationelle Filmwerk:
Der blaue
Mtttltutlift.
Express
Mututututututututuntututuntutnf
Regie: Jlia Trauberg
Ein Film, der erschüttert, ein
Film änßerster Wirkung und
höchster Regiekunst, ein Drama
das uns bis in die Tiefen der
Seele aufrührt.
Spannender als jeder Sen-
sationsfilm
. mitreißend wie
Panzerkreuzer Potemkin
Der Film spielt in einem
fahrenden Expreßzug der zum
Schauplatz unerhört aufregen-
der
Ssenen wird.
Im II. Teil:
Das Lied vom
Müttutltltututlife.
alten Markt
Mütttltltitltift
nach Motiven v. Maxim Gorki.
Regie: P. Petrow-Bytow.
Ein filmisches Meisterweik, das
man geseben haben muß.

Das lustige
Tonfilm-Vaudeville
Komm au mir zum
Render-VouS

Regie: Carl Boese.
Dialoge Walter Hasenclever.
In den Hanptrollen:
R. A. Roberts, Alexa Engström, Walter
Rilla, Szöke Szakall, Lucie Englisch,
Paul Miergan, Fritz Schulz und Trude
Lieske an der Spitze der Tillergirls.

Der bewährte Regissenr, die beliebten
u. populären Darsteller, die zündende
Schlagermnsik, die ausgezeichneten
Mitarbeiter, Antoren, technischen
Helfer und nicht zuletzt der überaus
witzige Stoff sichern diesem lustigen
Film das größte Interesse.

Dazu das gute Beiprogramm

Beginn 3.30, 5.45, 8.10 Uhr

Beginn 3.30, 5.45, 8.10 Uhr

FROHSINN-MASKENBALL
Samstag, den 31. Januar, abends 8.11 Uhr
im Mathildenhöhsaale (Dieburgerstr.)
(Ballorchester Lola)
Eintritt: Nichtmitglieder Mark 1.50, Mitglieder Mark 1. pro Person
Verkaufsstellen: Georg Crößmannn, Pankratiusstraße 23, Eugen Bastian.
Schützenstraße 14, Georg Volz, Hölgesstraße 3, Georg Hädrich Pankratiusstr. 61
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Fahrräder
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Skiklub Darm=
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Odenwaldfahrt
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1. Ein Sommernachtstraum
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2. Tanz.
Mitwirkende: Reeina Harre, HI.
S. Bunsel, Bernardo Hever, Kepell-
meister
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tänzerin
Vera Korschan, das Solo-
quartett
: O. Horina F. leterling,
K. Schüppel, K. Wiest, sämtlich
vom Hess. Landestheater. Berner
wirken mit: die Humoristin Cilli
Bauer vom Carl-Theater, Wien,
Hertha v. Hagen (Sopran), Annele
Mäller sowie die Tanzgruppe und
Hauskapelle des St. A.-CI.
Tanzorchester: Charlie Fornoff.
Ansagerin: Anny Hannewald
vom Neuen Theater, Feankfurt.

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