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Franffurt a. M. 1304.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iUnſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Samstag, den 24. Januar 1931.
194. Jahrgang
Nummer 24
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Darm=
ſädter und Nationalbant
Der Kanzler vor ſchweren Entſcheidungen.
Klagen der Induſtrie. — Unzufriedenheik beim Reichslandbund. — der Vorſtoß der Deutſchen Volksparkei.
Rückkrikisabſichken des Reichsernährungsminiſters.
Neue Agrar=Nokverordnung in Sichk?
Die Nok drängk zur Klärung.
* Berlin, 23. Jan. (Priv.=Tel.)
Der Reichskanzler hat am Freitag vor den Induſtriellen in
Chemnitz geſprochen und wird am Sonntag vor den Chriſtlichen
Gewerkſchaften ſprechen. Er wird damit die Vorbereitungen für
die kommende Woche beenden, die ihn vor ſchwere
Entſchei=
dungen ſtellt. Es iſt immerhin ein Zeichen der Zeit, daß der
Kanzler in einer Verſamzilung von Fabrikanten zunächſt
Schwierigkeiten gehabt hat, ſich durchzuſetzen
ein Beweis für die verzweifelte Stimmung, die immer mehr um
ſich greift.
Am ſtärkſten iſt ſie bei der Landwirtſchaft. Der Vorſtand
des Reichslandbundes hat am Freitag in Berlin
ge=
tagt. Er hat Beſchlüſſe nicht gefaßt, aber auch hier iſt eine
außer=
ordentlich ſcharfe Tonart angeſchlagen worden, die ihre
Spitze ebenſowohl gegen den
Reichsernährungs=
miniſter Schiele richtet, und zwar bezeichnenderweiſe, ohne
daß die pommerſche Gruppe, die ſchon längſt in vorderſter Front
gegen den Miniſter Schiele ſteht, ſich überhaupt zu
rüh=
ren brauchte. Tatſächlich iſt die Beſchlußfaſſung auch nur auf eine
Woche vertagt, und nach der Stimmung des Vorſtandes iſt kein
Zweifel darüber, daß, wenn die Maßnahmen der Regierung nicht
den Erwartungen des Reichslandbundes entſprechen, dieſer dem
Reichsernährungsminiſter und dem
Reichskanz=
ler das Vertrauen aufkündigen wird. Dabei decken ſich die
For=
derungen des Miniſters mit den ſachlichen Wünſchen des
Reichs=
landbundes und der Grünen Front, die am Dienstag noch
ein=
mal zum Kanzler gehen will. Herr Schiele ſelbſt hat den
Kanz=
ler auf den Ernſt der Lage aufmerkſam gemacht, hat, vor allem
daran erinnert, daß bereits im Dezember neue
Maß=
nahmen zugunſten der landwirtſchaftlichen
Ver=
edelungsproduktion zugeſagt waren. In der
Kabi=
nettsſitzung am kommenden Montag wird Herr Schiele eine
end=
gültige Klärung der Oſthilfe und gleichzeitig eine
Beſchlußfaſſung über die neue
Agrarnotverord=
nung fordern. Kann er ſich nicht durchſetzen, dann bleibt ihm
kaum etwas anderes als der Rücktritt, weil er ſonſt in zu ſcharfen
Widerſpruch zu den landwirtſchaftlichen Organiſationen kommen
würde.
Rechnet man dazu den Vorſtoßder Deutſchen
Volks=
partei, dann ſieht ſich der Kanzler von allen Seiten eingekeilt.
Er wird alſo um die Entſcheidung, welchen politiſchen Weg er
weitergehen will, nicht herumkommen.
Hede des Reichskanzlers vor den ſächſiſchen
Induſtriellen.
Chemnitz, 23. Januar.
Am Freitag mittag wurde hier die Tagung des Verbandes
Sächſiſcher Induſtrieller eröffnet. Dem Ruf des Verbandes waren
etwa 3000 Induſtrielle aus Sachſen und dem Reich gefolgt. Die
Reichsregierung war vertreten durch Reichskanzler Dr. Brüning
und Staatsſekretär Trendelenburg, die ſächſiſche Regierung durch
Miniſterpräſident Schieck und Staatsminiſter Richter. Die
Eröff=
nungsrede hielt der Verbandsvorſitzende Direktor Wittke. Im
An=
ſchluß daran ſprach der ſächſiſche Miniſterpräſident Schieck. Das
Hauptreferat hielt ſodann Miniſterialidrektor Dr. Klien über
das Thema „Sachſen braucht Arbeit”. Bei ſeinem Bericht
lei=
teten ihn zwei Gedanken, einmal darzulegen, warum die Lage
in Sachſen ſich ſo beſonders ſchwierig geſtaltet habe, und ſodann
zu erörtern, was bisher geſchehen ſei, und vor allem, wie und
warum im deutſchen Intereſſe geholfen werden müſſe. Die einſt
blühende Wirtſchaft Sachſens ſei in ihren Grundfeſten erſchüttert.
Die Arbeitsloſigkeit ſei in Sachſen um mehr als die Hälfte
ſtär=
ker als im Reichsdurchſchnitt. Ganz beſonders ungünſtig ſei die
Lage in den unmittelbar an die Tſchechoſlowakei angrenzenden
Landesteilen, Handwerk und Einzelhandel, ſowie nicht zuletzt die
Landwirtſchaft ſeien im Grenzbezirk nahezu vollſtändig zu Grunde
gerichtet. Die Hilfsaktion des Reiches für die ſächſiſche Wirtſchaft
ſoll darin beſtehen, Arbeit zu ſchaffen. Es müſſe daher verlangt
werden, daß endlich die Aufträge, die die Reichsſtellen zu
ver=
geben haben, insbeſondere Reichsbahn und Reichspoſt, der
ſächſi=
ſchen Wirtſchaft in einem ihrer Bedeutung entſprechenden Umfang
zufließen. Auch müſſe für die ſächſiſche Exportinduſtrie beſondere
Berückſichtigung bei den Handelsvertragsverhandlungen verlangt
werden. Die beſte Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit ſei Beſeitigung
des Youngplanes, Verminderung der Steuern und ſonſtiger Laſten
für die Wirtſchaft.
Nach Miniſterialdirektor Dr. Klien dankte der
Reichs=
kanzler zunächſt für die Einladung zu der Tagung und führte
dann etwa folgendes aus: Die
Beſeikigung der Schwierigkeiken
iſt für Deutſchland ganz beſonders ſchwierig. Deutſchland hat
viele Fehler gemacht, was wir wiedergutmachen müſſen. Es iſt zu
verlangen, daß die drückenden Tributlaſten einer
Revi=
ſion unterzogen werden müſſen. In dieſer Frage iſt ſich das
ganze deutſche Volk glücklicherweiſe einmal einig. Es wäre
falſch, etwa die Hände in den Schoß zu legen und alles
Heil von der notwendigen Minderung der
außenpolitiſchen Laſten zu erwarten. Ich erinnere
daran, daß es ein großer Fehler war, im Jahre 1928
finanziell ungerüſtet an die Reviſion
heran=
zugehen. In dem Tempo, in dem die wirtſchaftlichen und
finanziellen Maßnahmen durchgeführt, werden, in dem gleichen
Tempo werden wir auch außenpolitiſch freier und aktiver
auf=
treten können. Wir haben es mit kühlen Rechnern auf der
an=
deren Seite zu tun.
Wir müſſen auch daraufhin arbeiten, daß die Selbſtkoſten
der Induſtrie weiter geſenkt werden, damit wir den
Anſchluß an den Weltmarkt rechtzeitig erreichen. Das iſt
beſon=
ders für Sachſen wichtig, das ganz auf Ausfuhr eingerichtet iſt.
Es beſteht keine Frage, daß nicht nur hier, ſondern auch andere
große Länder in dem Ausmaß der
Rationaliſie=
rung in Landwirtſchaft und Induſtrie den Bedürfniſſen
vorausgeeilt ſind.
Uns fehlt der große Kaſſenbeſtand, um eine
großzügige Senkung der ſteuerlichen Laſten in
wenigen Monaten durchführen zu können. Das
Erſte iſt, wenn es einem ſchlecht geht, daß man Erſparniſſe
überall macht, auch in der Regierung. Die
Ver=
waltungsreform iſt notwendig. Der Erfolg dieſer
Sparmaßnahmen wird aber nicht bereits in ein oder zwei Jahren
eintreten, ſondern vielleicht erſt in zehn Jahren. Es gilt, einen
Grundſatz durchzuführen, nämlich mit wenig Geld
mög=
lichſt viel zu erreichen. Es gibt eine Reihe von Gebieten,
die in den nächſten Monaten einer eingehenden Nachprüfung
unterzogen werden müſſen, und wir müſſen aus dem Stadium
her=
aus, in dem wir uns gegenwärtig befinden. Es ſind zuviel
Geſetze gemacht worden, deren finanzielle Auswirkungen nicht
zu überſehen waren. Ich ſage das nicht, um Ihnen Ihre Aufgabe
zu erſchweren oder den Mut oder den Glauben an die Zukunft zu
nehmen, ſondern um zu zeigen, wie wir wieder äufwärts kommen.
Die geſamte Wirtſchaftskriſe zwingt überall die Staatsmänner,
jetzt der Wirklichkeit rückſichtslos in das Auge zu ſehen, und die
Wahrheit zu ſuchen und an die Aufbauarbeit heranzugehen.
Wenn es gelingt, den Vorſtoß verſchiedener
Produktionsgruppen auf eine einzige Linie
zu wirklichem Wiederaufbau zu bringen, dann
wird auch der Weg freier im Sinne einer
Außen=
politik, wie ich ſie wiederholt gekennzeichnet
habe.
Es gibk nur einen Weg.
und zwar den Weg einer gewiſſen Härte, um zur Freiheit und
aus unſerer Not herauszukommen. Der Weg der Wahrheit wird
uns moraliſche Kraft zum eigenen Aufbau geben, und dann wird
es der Regierung möglich ſein, uns aus der ſchweren
wirtſchaft=
lichen Not zu befreien und unſerem Volke zu einer beſſeren
Zu=
kunft zu verhelfen.
Der Reichskanzler hat um 4 Uhr Chemnitz wieder verlaſſen
und ſich nach Berlin zurückbegeben. Da es bei der Ankunft des
Reichskanzlers am Mittag zu feindlichen Kundgebungen
gekom=
men war, war bei der Abfahrt ein großes Polizeiaufgebot
anwe=
ſend. Auf dem Wege zum Bahnhof hatten ſich wieder
Demon=
ſtranten angeſammelt, die „Nieder” und „Hunger” riefen.
Zwi=
ſchenrufe während des Referats des Miniſterialdirektors Dr.
Klien bewieſen, daß die Stimmung in Sachſen bis in die Kreiſe
des Unternehmertums ſo gereizt iſt, daß der Vorſitzende, ehe er
dem Reichskanzler das Wort gab, daran erinnern mußte, daß er
ſich für eine reſpektvolle Aufnahme des Reichskanzlers verbürgt
habe.
Die Aufnahme der Kanzlerrede.
Nach dem Reichskanzler ſprach in Vertretung von Geheimrat
Duisberg das Mitglied des Präſidiums des Reichsverbandes
der Deutſchen Induſtrie, Abraham Frowein. Der Redner
ſprach dem Reichskanzler Vertrauen aus, betonte aber, daß in
dem Geſamtſyſtem der in den letzten Monaten ergriffenen
Maß=
nahmen eine große Anzahl von Punkten enthalten ſei, deren
Wirkung einer Wiedergewinnung geſunder Grundlagen für die
wirtſchaftliche Entwicklung abträglich ſei. Er verwies in dieſem
Zuſammenhang auf die letzte Verordnung in der
Preisbindungs=
frage.
Für die Kohlen= und Eiſeninduſtrie Rheinland und
Weſt=
falen ſprach Generaldirektor Poensgen. Die Aufgabe, die
der geſamten Wirtſchaft geſtellt ſei, ſei nur zu löſen über die
Senkung der Selbſtkoſten und die Vermehrung des Abſatzes.
Der Redner appellierte zum Schluß an das
Gemeinſamkeits=
gefühl. Eifenverbraucher wie Eiſenerzeuger rängen heute um
ihre Exiſtenz. Darum müſſe auch ein gemeinſamer Kampf
ge=
führt werden gegen das heutige Tarif= und Schlichtungsweſen.
In ihm lägen die letzten Gründe unſerer Arbeitsloſigkeit und
die Ueberſetzung aller öffentlichen Laſten. Das Schlußwort hatte
der Verbandsvorſitzende Wittke.
Die Veranſtaltung war ein lebendiges Spiegelbild der
gegen=
wärtigen äußerſt bedenklichen Wirtſchaftslage und der in den
Kreiſen der Unternehmerſchaft herrſchenden Stimmung. Die
Gereiztheit, die ſich in den Reden und mehr noch in den
Zwiſchen=
rufen mit deutlicher Spitze gegen die Reichsregierung und den
Reichskanzler Luft machte, legte ſich jedoch während der Rede
des Kanzlers mehr und mehr, der ſehr temveramentvoll und
frei ſprach und bald volle Aufmerkſamkeit gewann. Zum Schluß
erntete der Reichskanzler außerordentlichen Beifall.
* Labour=England und Sowiek=Rußland
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, Ende Januat.
Während der nun beginnenden Parlamentsſeſſion wird die
konſervative Oppoſition aller Wahrſcheinlichkeit nach der Labour=
Regierung weit heftiger zu Leibe rücken, als ſie dieſes bisher
getan hat. Dabei werden eine Reihe mit Sowjetrußland
zu=
ſammenhängende Fragen eine ſehr bedeutſame, wenn nicht gar
eine die Zukunft der Labour=Regierung entſcheidende Rolle
ſpielen. Aus dieſem Grunde dürfte es jetzt an der Zeit ſein,
den gegenwärtigen Stand der engliſch=ruſſiſchen Beziehungen
einer kurzen kritiſchen Prüfung zu unterziehen.
Als vor etwa anderthalb Jahren die Arbeiter=Partei in
Eng=
land ans Ruder kam, da war es durchaus nicht ohne weiteres
klar, welch eine Haltung die Labour=Regierung
gegenüber der Sowjetmacht einnehmen würde. Gewiß,
die Wiederaufnahme der diplomatiſchen Beziehungen galt von
vorneherein als eine Selbſtverſtändlichkeit. Doch trotzdem
nah=
men in England nicht wenige, ſelbſt gut informierte Leute an
(auf die Kontinuität der britiſchen Außenpolitik hinweiſend),
daß die Rußland=Politik der britiſchen Regierung unter Mr.
Maedonald ſich im Grunde genommen kaum weſentlich von der
unter ſeinem Vorgänger, Mr. Baldwin, befolgten, unterſcheiden
würde. Im Verlaufe der 18 Monate jedoch, die ſeither
ver=
gangen ſind, haben die Ereigniſſe es klar gezeigt, daß man ſich
in der Beurteilung dieſer Frage einer argen Täuſchung
hin=
gegeben hatte. England hat im Laufe der erſten anderthalb Jahre
Labour=Herrſchaft eine, alle Erwartungen weit übertreffende,
überaus ſcharfe Wendung nach der Sowjetſeite hin durchgemacht.
Und beſonders im Laufe des letzten Halbjahres iſt dieſe
Zu=
wendung mitunter von einer derartig temperamentvollen Art
geweſen, daß ſie von einer ausgeſprochenen Bolſchewiken=
Freund=
ſchaft kaum mehr recht unterſchieden werden konnte: während
der vorigen Parlamentsſeſſion hat der britiſche Außenminiſter,
Mr. Arthur Henderſon, in Entgegnung konſervativer Anfragen
betreffend Rußland, öfters Antworten erteilt, die wie
regel=
rechte Verteidigungen des Sowjetregimes anzuhören geweſen
waren. Im Oberhaufe taten die Labour=Lords, Ponſonby und
Parmoor, mehreremals das Gleiche. Mit Genehmigung der
Regierung iſt vor einigen Wochen mitten in den geheiligten
Räumen des britiſchen Parlaments eine Ausſtellung
bolſche=
wiſtiſcher Propaganda=Plakate veranſtaltet worden. Als
kürz=
lich ein konſervativer Abgeordneter den Premierminiſter auf
einige beſonders kraſſe Auswüchſe des Sowjetdumpings
aufmerk=
ſam machte, wies Mr. Macdonald dieſe Hinweiſe in auffallend
brüsker, ja unhöflicher Form als „böswillige politiſche
Ver=
drehungen” von ſich. Und letzten Endes iſt die unverhohlen
ſowjetfreundliche „Anglo=Ruſſiſche Parlamentariſche Kommiſſion”
(deren Präſidium aus dem Regierungsmitglied, Mr. George
Lansbury, und fünf anderen Labour=Abgeordneten beſteht) gar
ſo weit gegangen, an ſämtliche Mitglieder des britiſchen
Par=
laments ein Zirkular zu verſenden, in welchem die engliſchen
Parlamentarier in aller Form aufgefordert werden — der
Sow=
jetmacht bei der Durchführung des Fünfjahrplanes „nach beſtem
Vermögen behilflich zu ſein”!
Das gleiche Wohlwollen zeigt ſich bei der Behandlung
der mit Sowjetrußland zuſammenhängenden
Wirtſchaftsfragen. Dieſes — trotz der Tatſache, daß der
vor Aufnahme der diplomatiſchen Beziehungen erhoffte
Auf=
ſchwung im engliſch=ruſſiſchen Handel ſo gut wie völlig
aus=
geblieben iſt: die Sowjet=Einkäufe in England haben im letzten
Jahre, gegenüber dem Vorjahre, nur um ein ſehr Geringes
zu=
genommen; während andrerſeits das ſogenannte Sowjetdumping
in Getreide, Rundhölzern, Flachs und anderen Rohſtoffen ſchon
ganze Zweige der engliſchen Volkswirtſchaft aufs Empfindlichſte
geſchädigt hat. Doch, trotz all dieſer üblen Erfahrungen, fährt
die Labour=Regierung fort, ſich weitgehenden Illuſionen in bezug
auf die Handelsmöglichkeiten mit Sowjetrußland hinzugeben.
Die Zahl der ſtaatlich garantierten Exportkredite iſt noch immer
ſtark im Anwachſen begriffen. Ein großes Maß von Nachſicht
bringt die britiſche Regierung den Sowjets auch in der leidigen
Frage der Schuldenregulierung entgegen. Hier hat ſie, durch
Einſetzung einer mit dem bezeichnenden Namen „Forderungen
und Gegenforderungen” behafteten Kommiſſion, von
vorneher=
ein der Sowjettheſe zugeſtimmt, daß von der Summe der
eng=
liſchen Geſamtforderungen eine Gegenſumme für durch britiſche
Truppen in Südrußland angerichtete „Verwüſtungen” in
Ab=
rechnung gebracht werden ſolle. Worauf die Sowjetdelegierten
begreiflicherweiſe nicht gezögert haben, dieſe „Gegenſumme” ſo
hoch wie nur möglich anzuſetzen. Und weshalb es nur wenig
verwunderlich genannt werden kann, daß die „Kommiſſion der
Forderungen und Gegenforderungen” bereits über vier Monate
völlig reſultatlos verhandelt und (wie die engliſchen Mitglieder
der Kommiſſion es in Privatgeſprächen offen eingeſtehen)
wpahrſcheinlich noch ebenſo lange und ebenſo reſultatlos weiter
verhandeln dürfte.
Die geſchilderte ſowjetfreundliche Haltung der Labour=
Regierung iſt um ſo bemerkenswerter, als gerade im Laufe des
letzten Jahres die Sowjetherren England öfters in reichlich
un=
angenehmer Weiſe zu ſchaffen gemacht hatten. Der während
des Moskauer Prozeſſes erfolgte plumpe und rohe Ausfall
des Kreml gegen England iſt hier noch allen in friſcher
Erinnerung. Desgleichen iſt es in England niemand, außer
vielleicht der Regierung ſelbſt, entgangen, daß faſt mit dem Tage
der Wiederaufnahme der diplomatiſchen Beziehungen die
kom=
muniſtiſche Propaganda in ganz England und in den britiſchen
Ueberſee=Beſitzungen in auffallender Weiſe an Intenſivität
zu=
genommen hat. Vor allem in Indien, wo noch vor wenigen
Jahren die Kommuniſten ſo gut wie gar keinen Einfluß hatten,
iſt es ihnen jetzt gelungen, eine gut ausgebaute
Parteiorgani=
ſation zu ſchaffen, deren Einfluß mit jedem Tage immer mehr
und mehr wächſt und die bei den indiſchen Unruhen der letzten
Monate eine nicht unbedeutende Rolle geſpielt hat. Die bri=
Seite 2
Samstag, den 24. Januar 1931
Nummer 24
tiſche Regierung hat vor einigen Monaten (im November
vorigen Jahres) allerdings in Moskau einen zagen (offiziell
jedoch nie mitgeteilten) Verſuch unternommen, die im
engliſch=
ruſſiſchen Protokoll enthaltene Propaganda=Klauſel in etwas
weitgehender und ſtrikterer Form zu erneuern. Doch ſie hat
ſich bei dieſem Verſuch von ſeiten der Sowjetmacht nicht nur eine
ſchroffe Ablehnung geholt, ſondern hat dem Kreml dabei auch
willkommenen Anlaß gegeben, nochmals in feierlicher Form die
bekannte Moskauer Theſe zu verkünden, daß „die Soſvjetmacht
für die Tätigkeit der Kommuniſtiſchen Internationale unter
keinen Umſtänden und in keiner Weiſe verantwortlich zu machen
wäre".
Zur Zeit erregt die engliſche Oeffentlichkeit beſonders die
nun durch zahlreiche Zeugenausſagen einwandfrei bewieſene
Tatſache, daß die Sowjetmacht die Ausfuhr von
ruſ=
ſiſchen Rundhölzern nach England nur dadurch zu
Schleuderpreiſen zu bewerkſtelligen vermag, daß ſie die
Holz=
geſinnung durch Tauſende und Abertauſende von Sträflingen,
genauer geſagt, durch Sklavenhände vollführen läßt. Die
Be=
weiſe hierfür ſind von im öffentlichen Leben ſo angeſehenen und
ernſten Perſönlichkeiten, wie den beiden Parlamentsmitgliedern
Sir Edward Hilton Young und Commande: Bellairs,
be=
ſchafft worden und ſtammen, was von beſonderer Bedeutung iſt,
dieſesmal nicht nur von aus den bolſchewiſtiſchen
Konzen=
trationslagern entflohenen Ruſſen, ſondern von reinblütigen
Engländern, von mehreren Schiffskapitänen, die erſt kürzlich in
Murmanſk, Kem und Archangelſk waren und dort mit eigenen
Augen die unglaublichſten Dinge geſehen haben. So gibt einer
dieſer im November aus Archangelſk zurückgekehrten
Schiffs=
kapitäne in einem offenen Brief an die „Times” folgende
Be=
ſchreibung der in dieſem Sowjethafen herrfchenden Zuſtände;
„Im Dock, in dem das engliſche Schiff lag” berichtet der
Kapi=
tän, „waren nicht weniger als 40 000 Sträflinge mit dem
Ver=
laden von Holz auf nur neun Schiffe beſchäftigt; ſie arbeiteten
12 bis 14 Stunden täglich und waren ſämtlich unbeſchreiblich
zerlumpt und körperlich in einer über alle Maßen elenden
Ver=
faſſung; von Nahrung, die ſie erhielten, jahen wir nur
minder=
wertiges Schwarzbrot und heißes Waſſer, ſonſt nichts: die
Ge=
fangenen wurden von bis zu den Zähnen bewaffneten GPII.
Soldaten in Trupps zu 200 und 300 Mann hin und her
ge=
trieben; wenn ſo behandelte Leute nicht Sträflinge genannt
werden follen, dann würden wir gerne wiſſen, was ſie denn
anders geweſen wären; dieſe armen Leute machten ganz den
Eindruck von irgendwelchen Galeerenſträflingen oder Sklaven
und die engliſche Beſatzung unſeres Schiffes, die ihrer
qual=
vollen Arbeit zuſchauen mußte, fragte ſich bei ihrem Anblick nicht
einmal, wieſo ſo etwas in der Welt noch möglich wäre und ob
die britiſche Regierung ſich denn nicht ſchäme, Waren, die auf
eine ſo empörende Art und Weiſe hergeſtellt werden, bei ſich
ans Land zu laſſen und deren Ankauf zu geſtatten".
Ueberhaupt mehren ſich mit jedem Tage Stimmen, die eine
Aenderung der britiſchen Politik, vor allem der
Wirtſchaftspolitik gegenüber Sowjetrußland verlangen. Wegen
der geſchilderten einſeitigen Einſtellung der Labour=Regierung
iſt mit einer baldigen Aenderung in der Sachlage allerdings
nur wenig zu rechnen. Dieſe dürfte in radikaler Weiſe wohl erſt
mit Aenderung der Regierung ſelbſt eintreten. Immerhin iſt,
wie eingangs geſagt, ſchon jetzt zu erwarten, daß die Oppoſition
in allernächſter Zeit die ruſſiſche Frage im Parlament zum
Gegen=
ſtand eines energiſchen Angriffs gegen die Arbeiter=Regierung
machen wird. Wobei es nicht nur politiſche und moraliſche
Argumente allein ſein dürften, welche ſie veranlaſſen würde, ſich
dieſer Frage in beſonderer Weiſe anzunehmen. Vielmehr raten
hierzu gleicherweiſe Erwägungen rein wirtſchaftlicher Natur:
viele der zum konſervativen und liberalen Lager gehörenden
britiſchen Staatsmänner und Großinduſtriellen ſehen in der
ruſſiſchen Frage weiter, als die durch ſozialiſtiſche Doktrinen
ge=
blendeten Labour=Miniſter: die nüchterner urteilenden Engländer
ſagen ſich, daß nach 2 bis 3 Jahren, das heißt noch Vollendung
des Fünfjahrplanes, das Bild der engliſch=ruſſiſchen
Handels=
beziehungen ſich wahrſcheinlich von Grund aus ändern werde;
heute verkauft England ſeine Maſchinen für teures Geld nach
Rußland und kauft von der Sowjetmacht für billiges Geld
Getreide, Holz, Flachs und andere Rohſtoffe; doch nach zwei
bis drei Jahren ſchon könnte Sowjetrußland mit einem Schlage
aufhören von England teure Maſchinen und Fertigwaren zu
kaufen; zur gleichen Zeit aber würde es ſeinen billigen Dumping=
Export nicht nur genau wie bisher fortſetzen, ſondern ihn
aller Wahrſcheinlichkeit nach, noch verdoppeln, verdreifachen,
wenn nicht gar verzehnfachen: Sowjetrußland wird dann den
ſchon heute durch das erſte bolſchewiſtiſche Dumping=Experiment
aufs ſchmerzlichſte betroffenen engliſchen Handel, ja überhaupt
den geſamten Weltmarkt, in einem noch viel größeren Maßſtabe
desorganiſieren, als bisher. Solche Schlußfolgerungen ſind nur
„katürlich für diejenigen, die ſich die Mühe machen, das
Gedanken=
rätſel, das der Fünfjahresplan aufgibt, zu Ende zu denken. Und
es iſt gewiß erfreulich feſtzuſtellen, daß, trotz der einſeitig
vor=
eingenommenen Rußland=Politik der Labour=Regierung, die
Er=
kenntnis von der neuen, von Seiten der Sowjets der geſamten
Welt drohenden Gefahr ſich auch in England ſchon merklich
Bahn zu brechen beginnt.
Der Skrafrichker im Rampenlicht.
Von Dr. Max Alsberg.
In die Vorrede zur zweiten Ausgabe der „Fröhlichen
Wiſſen=
ſchaft” ſchrieb Nietzſche die Worte: „Dieſem Buch tut vielleicht
nicht nur eine Vorrede not, und zuletzt bliebe immer noch der
Zweifel beſtehen, ob jemand, ohne etwas Aehnliches erlebt zu
haben, den Erlebniſſen dieſes Buches durch Vorreden näher
gebracht werden kann.
Selbſt die Dinge erlebnishaft verſtehen und dieſes Verſtehen
auf andere übertragen, das iſt in der Tat eines der wichtigſten
Probleme für den Autor und ſein Publikum. Niemand kann
einen Roman, ein Schauſpiel ſchreiben, der keine Kenntnis hat
von der Welt, die er ſchildern will, wobei er ſich dieſe Kenntniſſe
in den meiſten Fällen durch Studien verſchaffen kann, die er für
den beſonderen Zweck macht. Und ſelbſt wenn er dabei bis ins
Mittelalter zurückgreift, kann er das Glück haben, daß der größte
Teil ſeiner Zuhörerſchaft, oder jedenfalls der Teil, auf den es
ihm ankommt, diejewige Kemtnis der geſchichtlichen Verhältniſſe
mitbringt, ohne die ein Verſtehen der Hauptfragen nur in
er=
ſchwerter Weiſe möglich iſt. Vielleicht weil, wie das Beiſpiel der
„Eliſabeth von England” zeigt, eine andere Gattung der
Kunſt=
poeſie weite Kreiſe bereits mit dem Stoff und ſeinen Problemen
bekannt gemacht hat.
Darf der, der die Welt des Rechts aus eigenem Erleben
heraus auf die Bühne bringt, damit rechnen, daß ſeine
Zuhörer=
ſchaft richtige Ahnung oder ſogar ein ſicheres Wiſſen vom Leben
des Rechts mitbringt? Das kann man nicht einmal, ſoweit es
ſich um das Verſtändnis der ſogenonnten Verbrechenstar
handelt, zugeben, vollends nicht, ſoweit die
Verbrechens=
verfolgung und diejenigen, die als ihre Akteure mitwirken
in Frage ſtehen. Das iſt eine Schwierigkeit, die moi in Kauf
nehmen muß und die doch nicht hindern darf, auch dieſes
Frage=
gebiet zur Grundlage dramatiſcher Darſtellungen zu machen.
Nicht ſelten wird in der modernen Romanliterotur über
Meinungen und Probleme geſtritten. Neue Lehren, neue Ideen
werden diskutiert. Gehören dieſe Ideen, die Geſtalten, die ſie
uns vermitteln, nicht in einen Roman? Darf es im Roman und
auf der Bühne nur Liebhaber geben? Oder iſt es gar wahr, daß
*) Die Ausführungen des bekannten Verteidigers dürften im
Hin=
blick auf die Aufführung ſeines Schauſviels Vorunkerſuchuns
die auf Einladung der Literaxiſch=Künſtleriſchen
ſellſchaft am nächſten Montag im Kleinen Haus ſtattkindet
ſonders intereſſieren.
Bom Tage.
Nach der „Kreuzzeitung” ſoll ſich der Führer des oberſchleſiſchen
Zen=
trums, Prälat Ulitzka, mit der Abſicht tragen, auf die Bildung eines
beſon=
deren oberſchleſiſchen Staates hinzuarbeiten. Da die Rückgabe des
pol=
niſch gewordenen Teiles an Deutſchland nicht zu erreichen ſei, denke er
ſich die Löſung ſo, daß aus dem polniſchen und dem deutſchen
Ober=
ſchleſien ein eigener oberſchleſiſcher Staat gebildet würde, der dann —
das iſt das Phantaſtiſchſte — wie eine Art Kirchenſtaat organiſiert ſein
ſoll. Wir halten es für ausgeſchloffen, daß Herr Ulitzka, der doch im
Zentrum als Vertreter der nationalen Richtung gilt, ein ſolches
landes=
verräteriſches Ziel im Auge hat.
Zur Ueberwindung der Schwierigkeiten, in welche die
Arbeiter=
penſionskafſe im Bergbau wegen des Ausfalls bei den Einnahmen und
des Rückganges in der Belegſchaft geraten iſt, erhält dieſe Kafſe für
Februar und März aus Reichsmitteln je 8 Millionen RM. In den
letzten Monaten hat die Reichsknappſchaft aus eigener Entſchließung
die Penſionen um rund 10 v. H. gekürzt. Die Ordnung der
Verhält=
niſſe für das am 1. April beginnende Rechnungsfahr 1931 bleibt einſt
weilen vorbehalten.
Unter den am 15. Januar bei den Arbeitsämtern verfügbaren
Ar=
beitsſuchenden befanden ſich — nach Abzug der noch in Stellung oder in
Notſtandsarbeit Befindlichen — rund 4 765 000 Arbeitslofe.
Nach ſchweren parlamentariſchen Kämpfen hat der Danziger
Volks=
tag in namentlicher Schlußabſtimmung ein Ermächtigungsgeſetz für den
Senat mit 40 gegen 24 Stimmen angenommen, das die Behébung der
finanziellen, wirtſchaftlichen und ſozialen Notſtände der Freien Stadt
Danzig zum Ziele hat.
Der geſtürzte Miniſterpräſident Steeg begab ſich noch am gleichen
Abend in Begleitung all ſeiner Miniſterkollegen. ausgenommen Briand.
der in Geuf ſein Land vertritt, in den Elufée=Palaſt, wo er dem
Prä=
ſidenten der Nepzublik die Geſamtbemifſion des Kabinetts überreichte.
Der Präſident der Republik hat geſtern die bei Regierungskriſen
üb=
lichen Beſprechungen begonnen.
Der Waſhinatoner Senat hat den deutſch=amerikaniſchen
Ausliefe=
rungsvertrag ratifiziert.
Beeühungen um Amwandlung der karzfriſtigen
Schalden in langfeiſtige.
* Berlin, 23. Jan. (Priv.=Tel.)
Die Reichsregierung iſt den Behauptungen von neuen
An=
leiheverhandlungen zunächſt mit einem Dementi
gegenübergetre=
ten. Auf Grund unſerer früheren Erfahrungen wiſſen wir, was
von ſolchen Dementis aus dem Finanzminiſterium zu halten iſt.
Tatſächlich und unbeſtritten bemüht ſich die Reichsregierung um
eine Umwandlung unſerer kurzfriſtigen
Verſchul=
dung in eine langfriſtige. Die jüngſte Vergangenheit
beſonders nach den Reichstagswahlen vom 14. September hat uns
die Gefahren der kurzfriſtigen Verſchuldung von amtlichen und
privaten Schuldnern draſtiſch vor Augen geführt. Die Reichsbank
mußte große Goldbeſtände abſtoßen, namentlich nach Paris
trans=
portieren, um Francs=Noten dafür hereinzubekommen. Eben erſt
hat die Reichsbank wieder aus ihrem Pariſer Golddepot, das 70
Millionen Goldmark ſtark iſt, 15 Millionen an die Bank von
Frankreich verkaufen müſſen. Ueber dieſes Umwandlungsprojekt
haben natürlich auch Curtius und Briand geſprochen. Die
Ver=
mutung läßt ſich aber nicht von der Hand weiſen, daß die
Fran=
zoſen als die Stärkeren den Verſuch machen werden, aus uns
poli=
tiſche Konzeſſionen herauszulocken. Auf unſerer Seite beſteht aber
nicht die geringſte Neigung, über den Rahmen eines reinen
Bank=
geſchäftes hinauszugehen.
Gleichzeitig ſchweben Verhandlungen zwiſchen Berlin und aus
ländiſchen Banken, die ſich auf die Reichsbahnvorzugsaktien
be=
ziehen. Bekanntlich ſieht der Etat auf der Einnahmeſeite einen
Erlös von 300 Millionen durch den Verkauf von
Reichsbahnvor=
zugsaktien vor. Das Reich hat dieſe Aktien an verſchiedene
Ver=
ſicherungsgeſellſchaften abgegeben, die aber, wie ſich inzwiſchen
herausgeſtellt hat, erſt im Laufe des Jahres imſtande ſein werden,
den Gegenwert an das Reich zu zahlen. Das Reich braucht aber
das Geld raſcher, und es ſoll daher verſucht werden, daß die
aus=
ländiſche Bankengruppe den Verſicherungsgeſellſchaften einen
er=
heblichen Vorſchuß gewährt, über deſſen Umfang und Form die
Beratungen noch nicht abgeſchloſſen ſind.
Intereſſant ſind in dieſem Zuſammenhang die ruſſiſchen
Gold=
exporte. Die Ruſſen haben in den letzten Tagen 35 Millionen
Gold an die Reichsbank geliefert. Ueber den eigentlichen Zweck
dieſer Maßnahme iſt bisher eine reſtloſe Klarheit nicht geſchaffen
worden. Richtig iſt, daß das Gold zur Abdeckung von
Waren=
importen dienen ſoll. Das Ruſſendepot in Berlin iſt in letzter
Zeit ſchon wiederholt und jetzt erheblich erhöht worden und ſcheint
auch zur Stützung des Tſcherwonetz angelegt zu ſein. Den Ruſſen
iſt nachgeſagt worden, daß ſie in einer Inflation ſtecken, weil ſie
ihre Banknoten in doppelter Ausfertigung herausbringen, ſo daß
ihre Deckung nicht reicht. Es iſt alſo nicht ganz ausgeſchloſſen, daß
über kurz oder lang auf ausländiſchen Börſenplätzen. Attacken
gegen ſie geritten werden, ſo daß es für die Ruſſen vorteilhaft iſt,
wenn ſie ſich ausreichend und ſofort greifbar Goldbeſtände parat
legen, um Gegenaktionen ergreifen zu können.
Bayerns Ekal.
Bazeriſche Bedenken gegen das
Skeuervereinheit=
lichungsgeſetz.
München, 23. Januat:
In der Freitagsſitzung des Bayeriſchen Landtages legte in
einer mehrſtündigen Rede Staatsrat Dr. v. Dehbeck, der Leiter
des Finanzminiſteriums, den Haushalt für 1931 vor. Der
ordentliche Haushalt ſchließt in Einnahmen und Ausgaben
mit 799822270 RM. Er iſt ſomit ausgeglichen. Im
außer=
ordentlichen Haushalt ſind vorgeſehen: 11,7 Millionen zur
teil=
weiſen Deckung des Fehlbetrages von 1929, ferner 4,3
Milli=
onen zum Erwerb von Vorzugsaktien der Deutſchen
Reichs=
bahngeſellſchaft, 10 Millionen für Straßenbauten, 5 Millionen
zu Darlehen für die werteſchaffende Arbeitsloſenfürſorge und
15 Millionen für den Wohnungsbau. Der Anteil der
Reichs=
teuern für den Zuſchußbedarf iſt um etwas über 1 v. H. zurück=
gegangen.
Beſonders hart trifft Bayern, ſo führte Staatsrat von
Deu=
beck weiter aus, die ungerechte Abänderung des Schlüſſelanteiles
des Landes am Aufkommen der Kraftfahrzeugſteuer. Es muß
mit allen Mitteln verhindert werden, daß dieſe Aenderung am
1. April in Kraft tritt. Die allgemeinen
Staats=
ſchulden betragen 394 5 Millionen. Nach
Thü=
ringen hat Bayern je Kopf der Bevölkerung die
höchſten Schulden. Es muß daher in den kommenden
Jahren Anleihen aufnehmen.
Der Redner wandte ſich dann beſonders gegen das
Steuervereinheitlichungsgeſetz, das den letzten Reſt
der bayeriſchen Steuerhoheit beſeitigen wolle. Nebenſtaatspolitiſchen
Geſichtspunkten ſind auch ſchwerwiegende ſachliche
Be=
denken für die Verfaſſungsklage Bayerns beim
Staatsgerichtshof maßgebend.
Bei der Geſtaltung des künftigen Finanzausgleiches muß auf
jeden Fall eine, wie auch immer geartete Verſchlechterung zu
Ungunſten der Länder und insbeſondere eine Abdrängung der
Länder von der Einkommen= und Körperſchaftsſtener abgelehut
werden. Unbedingt muß gefordert werden, daß zum Schutze
ſteuerſchwacher Länder die Beſtimmung im Paragraph 35
er=
halten bleibt.
Beamieuſchaft und Preisabbau.
Zwiſchen Vertretern des Reichsbundes der höheren Beamten
und der Hauptgemeinſchaft des Deutſchen Einzelhandels fand eine
Beſprechung ſtatt, die in erſter Linie die Fragen der
Wirtſchafts=
not, der Preisbildung im Einzelhandel und der
Gehaltskürzung der Beamten zum Gegenſtand hatte.
Die Vertreter des Einzelhandels mißbilligten die
ungerechtfertig=
ten Angriffe auf die Beamtenſchaft und betonten, daß gerade der
Einzelhandel ein beſonderes Intereſſe an der
unverminderten Kaufkraft dieſer großen, von
Konjunkturſchwankungen unabhängigen
Käu=
ferſchichthabe. Der organiſierte Einzelhandel hat keine
Kür=
zung der Beamtengehälter verlangt. Andererſeits habe aber auch
er der Ausführung des Notprogramms als Einheit keine
Hemm=
niſſe in den Weg legen dürfen. Er hat deshalb — unter Verzicht
auf die Berückſichtigung eigener Intereſſen — im Intereſſe
des Geſamtwohls dem Regierungsprogramm
zugeſtimmt. Dafür kann ihm von der Beamtenſchaft
unmög=
lich ein Vorwurf gemacht werden.
Die Vertreter des Einzelhandels wieſen auf die
verhängnis=
vollen Folgen eines dauernden Rückganges des Innenmarktes hin
und baten daher dringend, davon abzuſehen, direkt oder indirekt
zur Zurückhaltung von Einkäufen aufzufordern.
Die Vertreter des Reichsbundes der höheren Beamten wieſen
im Hinblick auf die Begründung der Gehaltskürzung mit einer
allgemeinen Preisſenkung darauf hin, daß die Senkung der Preiſe
insgeſamt in keinem Verhältnis zur Gehaltskürzung ſtehe. Es
müſſe dabei berückſichtigt werden, daß ein Teil
der den Beamtenhaushalt belaſtenden
Ausga=
den, die keine Waren des Einzelhandels
beträ=
fen, wie Miete, Schulgeld, Gas, Elektrizität, Steuern,
Sozial=
abgaben, Verkehrsmittel nicht geſunken, ſondern zum Teil
ſogar ſtark geſtiegen iſt. Durch dieſe Unkoſten ſind die
Einkaufs=
möglichkeiten der Beamten leider von ſelbſt eingeengt worden.
Die Vertreter der Beamten erkannten die ſchwierige Lage
des Einzelhandels an und waren ſich mit der Hauptgemeinſchaft
des Deutſchen Einzelhandels einig, daß die
Kaufzurückhal=
tung weiterer Kreiſe geeignet ſei, die ohnehin
beſtehende ſchwierige Lage der Wirtſchaft und
des Einzelhandels zu verſchärfen.
nur die Heldengeſtalten der Geſchichte Lebenskämpfe geführt,
tra=
giſche Schickſale erlitten haben, die eines großen Intereſſes der
Gegenwart ſicher ſind? Iſt nicht vielmehr das Gegenteil richtig,
und ſind nicht meiſt die Ziele, für die ſie ſiegten und untergingen,
den Fragen und Nöten unſerer Zeit zu fern, als daß es ſich
ver=
lohnte, ſie der Vergeſſenheit wieder zu entreißen? Wollen wir
aber die große Wandlung berückſichtigen, die die geiſtigen, die
ſittlichen und politiſchen Ideen der Menſchen, ihr Drang zur
Freiheit, ihr Kampf um das Perſönlichkeitsideal erfahren haben,
ſo darf die moderne Bühne nicht an den großen Problemen der
Strafrechtspflege vorübergehen. Denn ihre Geſchichte iſt
Teil der Geſchichte der menſchlichen Kultur.
Und hier iſt es gerade die Aufgabe des Richtens, die wie
keine andere als ein Problem der Kultur und der Pſychologie
ihre äſthetiſchen Reize entfaltet. Ja: man darf ſagen, daß ſich der
äſthetiſch=pſychologiſchen Betrachtung kaum ein intereſſanteres
und ſchwerlich ein höherwertiges Objekt bietet, als das Fühlen,
Wollen und Handeln des Strafrichters. Wie es aus der
richter=
lichen Berufsgemeinſchaft erwächſt und welche
weltanſchauungs=
bildende Kraft es in ſich birgt, das habe ich in meinem „Weltbild
des Strafrichters” gezeigt. In der Geſtalt des Dramas lenkt
Vorunterſuchung” den Blick auf das damit
zuſammen=
hängende Problem, die Vielgeſtältigkeit des tragiſchen Konflikts,
die aus den ſchweren Kämpfen des Gewiſſens im Richter
ent=
ſtehen kann. Schon weil der ſein Hondeln beſtimmende,
haupt=
ſächlichſte Weſenszug: Strafen als Pflicht — ihn mit ſeinem
eigenen menſchlichen Empfinden in Widerſpruch bringen
muß, wenn ſein Amt ihn zwingt, hart und erbarmungslos
zu ſein.
Doch ſchon im Ausgangspunkt alles ſtrafrichterlichen Wirkens
liegt die Gefahr eines tragiſchen Konfliktes. Die Energie ſeines
Wollens, die Wucht ſeines Wahrheitsſuchens iſt, wenn auch in
beſtem Sinne, eine Leidenſchaft. Sie iſt mehr als ein Alkord,
mehr als eine Farbe, mehr als eine Grundſtimmung, ſie iſt der
Nerv des Lebens, der in ihm zuckt. Als Geſchäftsführer der
Wahrheit und der Gerechtigkeit fühlt ſich der Strafrichter, muß er
ſich fühlen. Und gerade dieſe ſtarken Seelenbewegungen ſind es,
die ihn am eheſten zu Einſeitigkeit und Befangenheit führen
kön=
nen. Zu einer Befangenheit, die, wenn man ihren tragiſchen
Höhepunkt ſuchen wollte, der Moment wäre, wo ſein
Pflicht=
eifer ihn in die verhängnisvolle Lage bringt, daß er das, was er
als das Ergebnis ſeines Wahrheitsſuchens vor ſich ſieht, als
gegen ſein eigen Fleiſch und Blut gerichtet erkennt. Vielleicht iſt
im forenſiſchen Leben ein tragiſcher Konflikt in dieſer
Zugeſpitzt=
heit noch nicht zur Wirklichkeit geworden. Aber daß es möglich
iſt, daß ein allgemeingültiges Problem mit ſeiner Herausarbei=
tung nur in Licht gezogen wird, welcher Kenner des forenſiſchen
Lebens ſvollte das leugnen? Was das Drama ſchlechterdings
verlangt: den Aufſtieg des Helden in einſeitigem Begehren, und
daran anſchließend die Umkehr der Handlung, das Zurückwirken
deſſen, was er geſchaffen, auf ihn ſelbſt, dieſe Reaktion, dieſen
wichtigſten Moment der dramatiſchen Entwicklung, kennt das
Leben des Rechts auch. So iſt es zwar gewiß nicht dem
konkre=
ten Erlebnis eines Verteidigers entnommen, daß ein Richter ſich
von einer Befangenheit erſt loslöſt, wenn ſie auf die Sphäre
ſei=
nes eigenen Lebens zurückwirkt. Aber auf mehr als einem Blatte
des Skizzenbuches ſeiner Erinnerungen wird vor ſeinem geiſtigen
Auge der Fall immer wieder aufſteigen, daß die, wenn auch
un=
bewußt ſeeliſche Verflochtenheit mit den Dingen nicht nur die
ver=
ſchiedenen Richter im Zuge der Inſtanzen, ſondern auch
denſel=
ben Richter die Beweisanzeichen, die ſogenannten Indizien bald
ebenſo ſehr für, bald ebenſo ſehr gegen den Angeſchuldigten
ge=
richtet ſehen läßt. Es gibt eben keine Objektivität im idealen
Sinne. Auch der beſte, der höchſtſtrebende Richter bleibt letztlich
allemal nur ein Menſch. Je entſchloſſener ſein Charakter, je
ge=
drungener ſeine Energie, je härter ſein Selbſtvertrauen, je
hoch=
geſpannter ſein Wollen, um ſo gewiſſer iſt die Tragik des
Irrens ſein ſicheres Los. Und was an der Tragik dieſes
Ir=
rens ſo beſonders ergreift, das iſt ein Zwiefaches. Zum Erſten
die Erkenntnis, daß das, was ds Handeln des Richters bezweckt,
daß das, was ihn in ſeinen Irrtum verſtrickt, nicht von ihm um
ſeiner ſelbſt willen geſchehen iſt, daß er höheren Zwecken dienen
wollte: der Geſellſchaft, der Weltordnung, dem Staat. Zum
Zweiten: Die Schwerfälligkeit und leider oft auch die
Unduldſom=
keit, mit der der Aufdeckung eines Irrtums immer wieder
be=
gegnet wird. Als die nur pſychologiſch zu verſtehende
zwangs=
läufige Folge des ehrlichen rückſichtsloſen Ringens nach
Wahr=
heit, das, den Richter gerade, wenn er an ſich ſelbſt nicht
ver=
zweifeln will, immer wieder dazu führt, ſeine
Gewiſſens=
entſchlüſſe wie ein Heiligtum zu hüten. Daß der Richter der
Vorunterſuchung bis zu einem gewiſſen Grade — keineswegs
reſtlos — ſich hier freier fühlt als der Richter, der das Urteil
zu fällen hat, das überſehe ich gewiß nicht, aber ebenſo auch nicht,
daß die völlig rückſtändige Struktur unſerer Vorunterſuchung, die
den Angeſchuldigten zum Objekt macht und ihm die Parteirechte
der Hauptverhandlung vorenthält, wicht nur der Entſtehung,
ſon=
dern auch der Konſervierung eines Irrtums beſonders günſtig iſt.
Der Richter im Rampenlicht — anders denn als
Menſch, der auch er iſt und bleibt, läßt er ſich nicht zeigen.
Selbſt die Götter Griechenlands wurden auf der Bühne wieder
ganz Menſchen, in Liebe und Haß, in Zorn und Leid. Nur dem,
was keine menſchliche Seele hat, fühlen wir uns nicht verbunden.
Nummer 24
Samstag, den 24. Januar 1931.
Seite 3
Abrüſtungskonferenz am 2. Februae 1932.
Genf vorläufiger Tagungsork.
Die Präſidentſchaftsfrage noch nicht entſchieden.
* Genf, 23. Jan. (Priv.=Tel.)
Der Völkerbundsrat hat am Freitag nachmittag nach einer
dritten ultrageheimen Sitzung Datum und Ort der künftigen
Ab=
rüſtungskonferenz feſtgelegt. Der Rat hat beſchloſſen, die
Konfe=
renz unmittelbar anſchließend an die
Januar=
tagung des Völkerbundsrats im Jahre 1932
ſtatt=
finden zu laſſen. Die Ratstagung wird am 25. Januar und die
große Abrüſtungskonferenz am 2. Februar beginnen.
Der 2. Februar wurde gewählt, weil bei einem früheren
Ta=
gungsbeginn die Konferenz über die Weihnachts= und
Neujahrs=
feiertage 1931/32 hätte unterbrochen werden müſſen. Als Ort der
Konferenz iſt vorerſt Genf in Ausſicht genommen.
Die politiſch wichtigſte Frage, die Wahl des
Präſi=
denten, hat keine Erledigung gefunden; ſie wurde auf
den Mai vertagt. Sie hat in den Beratungen den Stein des
Anſtoßes gebildet und ihre Erledigung hat ſich recht ſchwierig
ge=
ſtaltet. Es wurden verſchiedene Kandidaturen vorgeſchlagen,
darun=
ter in erſter Linie Beneſch und Politis, doch hat ſich für beide
Kandidaten keine Mehrheit gefunden. Auf deutſcher Seite hat
man den Standpunkt vertreten, daß in der Präſidentenfrage noch
die Fühlungnahme zwiſchen den Regierungen notwendig ſei.
Wie verlautet, hat entgegen verſchiedenen Gerüchten die
Re=
gierung der Vereinigten Staaten von Amerika noch keine offizielle
Miteilung darüber gemacht, daß ſie bereit ſei, die Präſidentſchaft zu
übernehmen. Der Rat hat in dieſer Frage nur beſchloſſen, daß er
ſelbſt die Wahl des Präſidenten vornehmen werde und daß ſie
nicht der Konferenz überlaſſen bleibt. Eine Reihe von
Dele=
gationen, darunter auch die deutſche, vertritt jedoch die
Anſchau=
ung, daß die moraliſche Bedeutung dieſer Wahl ſo groß iſt, daß
ſich der Völkerbundsrat bei ihr der Verantwortung der
Einſtim=
migkeit nicht entziehen kann.
Mit der techniſchen Vorbereitung der Konferenz iſt der
Ge=
neralſekretär des Völkerbundes im Einvernehmen mit dem
Ab=
rüſtungsberichterſtatter Quinones de Leon beauftragt worden.
Der Berichterſtatter Quinones de Leon hat über dieſe Beſchlüſſe
dem Völkerbundsrat am Samstag vormittag eine Entſchließung
zur Annahme vorzulegen.
Weitere Beſchlüſſe des Völkerbundsraks.
Der Völkerbundsrat nahm in öffentlicher Sitzung eine
Mit=
teilung Briands über die Beſchlüſſe der Tagung des
Europäi=
ſchen Ausſchuſſes zur Kenntnis. Der Rat erſuchte den
General=
ſekretär, die zur Durchführung der Beſchlüſſe notwendigen
Maß=
nahmen zu treffen.
Die Behandlung der deutſchen Beſchwerde
gegen Litauen wegen Bruchs des Memelſtatuts
wurde vertagt, da die direkten deutſch=litauiſchen
Verhand=
lungen noch nicht zum Abſchluß gelangt ſind.
Der Rat beſchloß ferner, einen Sonderausſchuß einzuſetzen,
der einen Abkommensentwurf für die Verſtärkung der
kriegsverhütenden Mittel ausarbeiten ſoll. In dem
Sonderausſchuß iſt auch Deutſchland vertreten.
Curtius erſtattete ſodann kurzen Bericht über die
Ergebniſſe der letzten
Zollwaffenſtillſtands=
konferenz. Die Wirtſchaftsorganiſation wurde aufgefordert,
die Verhandlungen weiterzuführen und insbeſondere die
land=
wirtſchaftliche Kreditfrage eingehend zu prüfen.
Der Rücktritt des Völkerbundskommiſſars für das bulgariſche
Flüchtlingsweſen, Charron=Frankreich, wurde zur Kenntnis
ge=
nommen.
Die Behandlung des polniſch=ilitauiſchen Streits
wegen der Bahnlinie Libau-Romny wurde vertagt. Die
Rechtsfrage ſoll vom Haager Gerichtshof geklärt werden.
In geheimer Sitzung wurde beſchloſſen, die Behandlung der
Denkſchrift des Generalſekretärs, die eine Einſchränkung
der Rechte des Ratspräſidenten bei der Bildung der
Dreierausſchüſſe für die Minderheitenfragen behandelt, auf die
nächſte Ratstagung im Mai zu verſchieben. — Auf
Antrag des deutſchen Reichsaußenminiſters Dr. Curtius beſchloß
der Völkerbundsrat, den Wirtſchaftsrat des Völkerbundes im
Frühjahr 1931 zu einer dritten Tagung einzuberufen.
Noch keine Regelung des Minderheikenkonflikks.
Wie wir in ſpäter Nachtſtunde erfahren, gingen die
Verhand=
lungen um die Regelung der oberſchleſiſchen Beſchwerde durch den
Rat den ganzen Freitag über bis ſpät in die Nacht zwiſchen der
deutſchen und polniſchen Delegation durch Vermittlung des
Be=
richterſtatters Joſhiſawa hin und her. Um 12 Uhr nachts war
die erlöſende Formel noch nicht gefunden. Einige Faſſungen der
Ratsentſchließung, mit denen der Fall noch erledigt werden ſoll,
wurden von der deutſchen Delegation noch im Laufe des Abends
als ungenügend abgelehnt, da man auf deutſcher Seite nach wie
vor unverändert auf den drei Forderungen:
1. Feſtſtellung durch den Völkerbundsrat, daß
gemäß der vom polniſchen Außenminiſter bereits abgegebenen
Er=
klärung im Rat eine Verletzung der Artikel 75 und 8 3
der Genfer Minderheitenkonvention durch Polen vorliegt.
2. Den Ausdruck der Mißbilligung gegenüber
Polen durch den Völkerbundsrat wegen des offenen
Bruches der übernommenen Minderheitenverpflichtungen.
3. Bericht der polniſchen Regierung auf der
Maitagung über die Durchführung der von ihr
gleichfalls feſt übernommenen Verpflichtung, ſämtliche
ſchuldigen Beamten zu beſtrafen und die geſchädigten
Angehö=
rigen der deutſchen Minderheit zu entſchädigen.
4. Sicherung für die Zukunft durch Aenderung
des gegenwärtig in Oberſchleſien herrſchenden Syſtems.
Die erſten beiden Forderungen ſollen damit erfüllt werden,
daß der Rat in ſeiner Entſchließung ausdrücklich die Verletzung
des Artikels 75 und 83 der Genfer Konvention feſtſtellt und ſeine
Mißbilligung über die Vorgänge ſowie die Erwartung ausſpricht,
daß ihre Wiedergutmachung erfolgt. In dem dritten Punkt wurde
in der Nacht vorgeſchlagen, daß es in der Entſchließung heißen
ſoll: „Der Rat ſpricht den Wunſch aus, die polniſche Regierung
ſoll erklären, daß die polniſchen Behörden ihren Verbindungen
zu den Inſurgenten löſen.‟ Dieſe Formulierung ſoll in weiteren
Verhandlungen, die noch im Laufe der Nacht ſtattfinden, genau
gefaßt werden. Man erwartet, daß in den Beſprechungen
wäh=
rend der Nacht vom Freitag zum Samstag die endgültige Form
für die Entſchließung noch gefunden werden kann, ſo daß die
ober=
ſchleſiſche Beſchwerde durch den Völkerbundsrat vorausſichtlich
am Samstag nachmittag behandelt werden kann. Auf deutſcher
Seite hat man die Abſicht, die Einſetzung eines
Unter=
ſuchungsausſchuſſes zu fordern, falls eine Einigung über
die einzelnen Fragen nicht möglich ſein ſollte. In dieſem Fall
legt man auf die internationale Zuſammenſetzung eines ſolchen
Ausſchuſſes den größten Wert. Sollte ſich in den jetzt
eingelei=
teten Verhandlungen eine Einigung nicht ergeben, ſo wird ſich
der deutſche Außenminiſter gezwungen ſehen, die Vernehmung des
Präſidenten Calonder vor dem Völkerbundsrat zu verlangen.
Dieſe Forderungen ſind von deutſcher Seite dem Berichterſtatter
des Rates für die Minderheitenfragen übermittelt worden. An
ihnen wird auf deutſcher Seite unter allen Umſtänden
feſtgehal=
ten werden.
Der Kampf um die Anwendung der Minderheiken=
Schußbeſtimmungen.
Die Minderheitenſkandale, die augenblicklich vor dem
Völker=
bundsrat entſtehen, ſollten, wie man annehmen dürfte, allen
An=
laß dazu bilden, den Rat zu einer möglichſt weitherzigen
Anwen=
dung der Minderheitenſchutzbeſtimmungen zu bewegen. In den
Dreierausſchüſſen, die die verſchiedenen vorliegenden
Minderhei=
tenbeſchwerden behandeln, machen ſich jedoch im Gegenteil
Beſtre=
bungen zu einer ſehr weſentlichen Einſchränkung des geſamten
Minderheitenrechtes bemerkbar. In dem Dreierausſchuß, der die
albaniſch=griechiſchen Minderheitenbeſchwerden, und in einem
an=
deren Dreierausſchuß, der die Klagen der deutſchen Minderheiten
gegen die jugoſlawiſche Regierung wegen des Deutſchen Hauſes
in Cilli behandelt, hat ſich die Mehrheit der Mitglieder auf den
Standpunkt geſtellt, daß dieſe Klagen nicht annehmbar ſeien, weil
ſie durch die nationalen Gerichte ſchon entſchieden wären, und daß
der Völkerbund deshalb an der einmal getroffenen Entſcheidung
nichts ändern könne. Die Regierungen ſind wohl bereit, die
Ge=
richtsurteile den Dreierausſchüſſen zugängig zu machen, betonen
jedoch, daß ſie nicht zum Gegenſtand der Verhandlungen gemacht
werden könnten. Dieſe Tendenzen finden bei der
Minderheiten=
abteilung des Völkerbundsſekretariats ſehr nachdrückliche
Unter=
ſtützung.
Wie verlautet, zeigen ſich ähnliche Beſtrebungen, nationales
über internationales Vertragsrecht zu ſtellen, auch in dem
Aus=
ſchuß, der die Steuerklage des Fürſten Pleß zu behandeln hat. Hier
erklärte die polniſche Regierung ebenfalls, daß eine Entſcheidung
des Rates in ihre Steuerhoheit eingreife und deshalb nicht
an=
gängig ſei. Die Minderheitenvertreter ſind wegen dieſer mit dem
Geiſt und dem Sinn ſowie den Beſtimmungen des
Minderheiten=
ſchutzes nicht zu vereinbarenden Beſtrebungen an die
Ratsmit=
glieder herangetreten, um von dieſen zu Erreichen, daß dieſe drei
Fragen öffentlich vor den Rat gebracht werden, falls ſich die drei
Ausſchüſſe in dem von der griechiſchen, jugoſlawiſchen und
polni=
ſchen Regierung verlangten Sinne entſcheiden.
Die ukrainiſchen Minderheitenbeſchwerden ſind bis jetzt in
vier Fällen von der polniſchen Regierung beantwortet worden.
In der großen ukrainiſchen Beſchwerde wegen der
Seimabgeord=
neten über die militäriſchen Uebergriffe gegen die Minderheiten
ſteht die polniſche Antwort noch aus. Wie verlautet, wird der
Minderheitenausſchuß aus Henderſon=England, Mowinckel=
Nor=
wegen und Pillotti=Italien, der mit den Minderheitenbeſchwerden
befaßt iſt im März in London eine Tagung abhalten und über
das Ergebnis ſeiner Sitzungen im Mai dem Völkerbundsrat einen
Bericht zuſtellen.
Eine andere grundſätzliche Minderheitenfrage, der Antrag, die
Ausſchlußbeſtimmung für ſtammverwandte und benachbarte
Staa=
ten aus den Minderheiten=Dreierausſchüſſen auch auf jene
Aus=
ſchüſſe auszudehnen, die ſich mit der Annehmbarkeit von
Minder=
heitenbeſchwerden zu befaſſen haben, wurde heute vom
Völker=
bundsrat in einer Geheimſitzung auf den Mai vertagt.
„Appell an Mufſolini”
Von unſerem F=Korreſpondenten.
Rom, 23. Januar.
In einem bekannten Berliner Blatt lieſt man unter der
obigen Ueberſchrift, daß eine Anzahl engliſcher Intellektueller,
unter ihnen der Biſchof von Birmingham, der bekannte
Schrift=
ſteller C. H. Wells, Lord Noel Buxton ſowie mehrere
Univerſi=
tätsprofeſſoren, einen Aufruf an die italieniſche Regierung
ge=
richtet haben. Darin wird auf die Tätigkeit des
Sondergerichts=
hofes Bezug genommen, vor den die politiſchen Verbrecher”
gegen den Fascismus in Italien geſtellt werden, ſo auch jene
zwei Dutzend Leute, die als Beute der „OVRA.”, der
fasciſti=
ſchen Tſcheka, im vergangenen Dezember verhaftet wurden.
Der Vorſitzende ebenſo wie die Richter, der Ankläger und die
Verteidiger ſind bei dieſem Gerichtshof höhere Offiziere des
Heeres oder der fasciſtiſchen Miliz und alſo nicht gerade das,
was man „unbefangen” zu nennen pflegt. In dem beſagten
Aufruf heißt es nun weiter wörtlich:
„Der Vorſitzende hat das Recht, nicht nur jede
Unter=
ſuchung geheim abzuhalten, ſondern auch die Beklagten zu
ver=
pflichten, Offiziere des Heeres oder der Miliz als Verteidiger
zu nehmen, und es kann geſchehen, daß die Angeklagten und
ihre Berater von dem Beginn des Verfahrens erſt am Tage
des Beginns der Verhandlung Kenntnis erhalten. Gegen den
Spruch des Gerichts gibt es keine Berufung. Wir
Unter=
zeichnete bitten deshalb die italieniſche Regierung, den
An=
geklagten den Vorzug öffentlichen Verhörs zu gewähren, die
Wahl eines eigenen Verteidigers und die rechtzeitige Mitteilung
vom Beginn der gegen ſie gerichteten Verhandlung.”
Dieſem engliſchen Aufruf haben ſich in Deutſchland u. a.
angeſchloſſen: Frau Louiſe Ebert, Frau Riccarda Huch, Frau
Profeſſor Käthe Kollwitz, Frau Katharina von Kardorff,
Tho=
mas Mann, Staatsſekretär a. D. Dr. Auguſt Müller,
Pro=
feſſor Dr. Quidde, Profeſſor Dr. H. Zondek.
Mit Verlaub, bei aller Hochachtung vor den angeſehenen
Namen der Unterzeichneter des Aufrufs: Was geht uns dieſe
innerpolitiſche Sache in Italien an? Man weiß doch nun
ein=
mal, daß dort die fasciſtiſche Partei herrſcht. Man weiß ferner,
daß der italieniſche Fascismus ſich den Teufel darum kümmert,
ob die Intellektuellen in der Welt mit ihm übereinſtimmen.
Man will ja vor allem auch, daß andere Nationen ſich nicht in
Deutſchland in derartige innere Angelegenheiten einmiſchen.
Warum kümmert man ſich alſo um dieſe Gerichtsbarkeit, die
wahrlich nicht das Schlimmſte iſt, was der Bewohner Italiens
durch die Diktatur des Fascismus ertragen muß. Gewiß, dieſer
Gerichtshof iſt ein Hohn auf die heutige Zeit. Aber jedes
Volk wird ſo regiert, wie es gewohnt iſt behandelt zu werden.
Aber geſetzt den Fall, dieſer Aufruf erfülle den gewünſchten
Zweck, nämlich den Angeklagten die freie Wahl ihrer
Ver=
teidiger zu gewährleiſten. Muſſolini könnte unſchwer dieſen
Wunſch und wohl auch die andern Forderungen des Appells
erfüllen. Die Sache würde in nichts geändert werden. Denn
auch der frei gewählte Anwalt hat weder den Mut noch die
Macht offen zu reden. Wer kann es wagen, vor dem fasciſtiſchen
Forum gegen den Stachel zu löken? Die paar Leute unter den
Italienern, die den Mut dazu hätten, ſind längſt außer Landes.
Und wenn ein neuer Bekenner auftreten würde, ſo wäre er
ent=
weder raſch ebenfalls vor dem Sondergerichtshof oder noch
raſcher zur eigenen Sicherheit außerhalb des Landes.
Es ſind doch törichte Hoffnungen, die zu derartigen Appellen
an Italiens Fascismus verleiten. Man gibt höchſtens eine
Gelegenheit zu einer geſchickten „Aufklärung”, daß gerade die
Art, wie bei dieſem Sondergerichtshof verhandelt werde, die
größte Sicherheit für Gerechtigkeit biete. Schließlich kann ja auch
nur ein fasciſtiſch „geeichter” Verteidiger unter den heutigen
Zu=
ſtänden wenigſtens das Wenige erreichen, was formal als Schutz
für die der OVRA. verfallenen Antifasciſten ausgenutzt werden
kann. Wer in Italien leben will, ſoll ſich von der Innenpolitik
fern halten. Dann wird er ſeine Ruhe haben. Appelle aber
können nur ſchaden. Es gibt auch wirklich größere Sorgen.
Heſſiſches Landestheater.
Kleines Haus. — Freitag, den 23. Januar 1931.
„Der Kaiſer von Amerika‟
Eine politiſche Komödie von B. Shaw.
Der „Kaiſer, von Amerika” — der Erfolg des vorigen
Winters! Immer noch ein geiſtiger Hochſtand gegenüber den
Er=
folgen dieſes Winters, die lehren wollen, wie „meine Schweſter
und ich” „reich und glücklich” werden!
Die geiſtig überlegene Komödie von Shaw fand auch geſtern
den lebhaften Beifall des ſtark beſetzten Hauſes. Die feine und
ſcharfe Ironie, mit der Shaw die Auswüchſe von
Parlamentaris=
mus und Demokratie auf die Spitze ſeiner Feder ſpießt, ſtieß auf
verſtändnisvolles Schmunzeln und ſpontane Zuſtimmung.
Die Aufführung vollzog ſich in demſelben Rahmen wie in der
vorigen Spielzeit. Im erſten Aufzug hätte das Zuſammenſpiel
raſcher und flotter in Fluß kommen können; wie überhaupt ein
lebhafteres Zeitmaß und manchmal ein deutlicheres Sprechen
nichts ſchaden würden. Da die einzelnen Rollen durchweg
vor=
trefflich beſetzt ſind, wird ſich dies bei den Wiederholungen ohne
Schwierigkeit erreichen laſſen.
In der Beſetzung ſind einige Aenderungen eingetreten. An
Stelle von H. Gallinger hat Joſeph Keim das
Handelsminiſte=
rium übernommen; explodierte erſterer als Choleriker, ſo wirkte
der neue ſozialiſtiſche Gewerkſchaftsführer durch die breite Maſſe
des „ſtarken Mannes” und fand mit ſeiner unfreiwillig komiſchen
Definition der Demokratie heitere Zuſtimmung.
Den hyſteriſchen Weinkrampf der Wirtſchaftsminiſterin
Lyſi=
ſtrata erlitt an Stelle von Lotte Mosbacher diesmal Sybille
Schmitz, ſonſt zurückhaltend im Spiel.
Im übrigen hatten die Hauptrollen dieſelben Träger wie
früher. „König Magnus” iſt Siegfried Nürnbergers beſte
Partie: ausgezeichnet in ſeiner liebenswürdigen Ueberlegenheit!
Die Miniſter ſind durchweg trefflich charakteriſiert: Inge
Con=
radi von ſcharmantem Uebermut als Verkehrsminiſterin, B.
Minetti — als Gaſt dankbar begrüßt — ein nervenhafter
Pre=
mier, Maletzki, Keßler, Pfaudler, Kutſchera: jeder ein Typ für
ſich! Beſſie Hoffarth: des Königs heiterer Zeitvertreib
zwi=
ſchen Regierungskriſen; Hans Baumeiſter als Botſchafter
Amerikas der amüſanten politiſchen Komödie die Krone
auf=
ſetzend!
I.
Die rufſiſche Tänzerin Pawlowa †.
EP. Amſterdam, 23. Januar.
Anna Pawlowa iſt heute morgen 1 Uhr an den Folgen
einer vor wenigen Tagen eingetretenen Bruſtfellentzündung
geſtorben. Ihr Zuſtand hatte ſich am geſtrigen Tage plötzlich
erneut verſchlimmert, nachdem vorübergehend eine kleine
Beſſe=
rung eingetreten war.
Mit Anna Pawlowa, die am 31. Dezember vorigen Jahres
45 Jahre alt geworden war, iſt eine der berühmteſten Tänzerinnen
unſerer Zeit geſtorben. Die Pawlowa war die bedeutendſte
Ver=
treterin der klafſiſchen Schule des Balletts, ehemals Mitglied des
Kaiſerlichen Theaters in Petersburg brachte ſie das dortige
Ballett zu hoher künſtleriſcher Vollendung. Im letzten
Jahr=
zehnt reiſte ſie gaſtierend mit eigener Truppe; im vergangenen
Jahr gab ſie, wie erinnerlich, auch in Darmſtadt ein Gaſtſpiel.
Ihre Kunſt und die ihres Enſembles zeichnete ſich aus durch
die raffinierteſte Beherrſchung der Tanztechnik in Verbindung
mit ausgeprägteſter Muſikalität. „Der ſterbende Schwan” war
eine ihrer populärſten Nummern. Anua Pawlowa war ſeit
dem Krieg wohl nicht mehr „modern” im eigentlichen Sinne,
aber ſie blieb immer die prominente Vertreterin einer ganz
aufs Aeſthetiſche eingeſtellten, höchſt verfeinerten Tanzkultur.
Ueberkragung einzelner Maximes
von La Rochefoucauld, Chamfort, La Bruyére und Pascal.
1. Man klagt wohl über die Schwäche ſeines Gedächtniſſes,
Rochef.
aber nie über die ſeines Verſtandes
2. Die Philoſophie triumphiert leicht über „vergangenes”
Ungemach, wie über das „kommende”; aber das „gegenwärtige‟
Rochef.
Leid triumphiert über ſie.
3. Eine Zeit, welche Freundſchaften ſtärkt, ſchwächt die
Bruyere.
Liebe.
4. Man verdirbt ſeinen Geiſt, ſein Gewiſſen, ſeine Vernunft,
wie man ſeinen Magen verdirbt.
Chamfort.
5. Der wahrhaft vornehme Menſch fühlt ſich über nichts
Rochef.
gekränkt.
6. Weniges ſchon tröſtet uns, weil uns im Grunde nur
Rochef.
weniges betrübt.
7. Der ſicherſte Weg getäuſcht zu werden, iſt die Selbſtüber=
Rochef.
hebung.
8. Man braucht weit mehr und größere Tugenden um das
Gute, als um das ſchlechte Schickſal ertragen zu können.
Rochef.
9. Nichts hindert uns oft ſo natürlich zu ſein, als der Wille,
Rochef.
es zu ſcheinen.
10. Es gibt für den Menſchen nur 3 Begebenheiten: Geboren
werden — leben — ſterben. Er aber fühlt ſich nicht geboren—
er leidet ſterben zu müſſen — und er — vergißt zu leben.
La Brunére.
11. Die ewige Stille des unendlichen Bannes erſchrickt mich.
Pascal.
12. Den Menſchen Lob zu ſagen über Tugenden, die ſie nicht
beſitzen, iſt das Gleiche, wie ihnen ungeſtraft Beleidigungen zu=
Rochef.
zufügen.
*) Ueberſetzt von Olga Schultz=Brummer.
Seite 4
Samstag, den 24. Januar 1931.
Nummer 24
15 Millionen Defizik in Heſſen.
Falſche Berechnungen?
Aus den amtlichen Ziffern über die Einnahmen und
Aus=
gaben des Landes Heſſen im Dezember 1930 ergibt ſich
fol=
gendes Bild: Im ordentlichen Haushalt betragen die
Ein=
nahmen 10, 382 Millionen RM., und zwar aus Steuern
7,409, aus den Unternehmungen und Betrieben 1,125, aus der
Juſtizverwaltung 0,346, aus Volksbildung, Wiſſenſchaft, Kunſt
und Kultus 0,068 und aus der übrigen Landesverwaltung 1,434
Millionen RM. Die Ausgaben belaufen ſich auf 7,911
Millionen, und zwar für Juſtizverwaltung 0,839, für
Volksbildung, Wiſſenſchaft, Kunſt und Kultus 2,805, für
Woh=
nungsweſen 0,006, für den Schuldendienſt 0,117, für
Ruhegehäl=
ter 1,350 und ſür ſonſtige Ausgaben 2,794 Millionen RM.
In den neun Monaten des Rechnungsjahres
1930 ergibt ſich bis jetzt ein Defizit von 12, 313
Mil=
lionen RM. Im außerordentlichen Haushalt
ſtehen im Monat Dezember 0,058 Millionen RM. Einnahmen
0,121 Millionen RM. Ausgaben gegenüber, ſo daß ſich das
Defizit im außerordentlichen Haushalt auf 3,443
Milli=
onen RM. erhöht.
* Die amtliche Preſſeſtelle veröffentlicht zu dieſer ſachlichen
Mitteilung eine Richtigſtellung unter der Ueberſchrift „Falſche
Berechnungen über den heſſiſchen Fehlbetrag 1930” und kritiſiert,
daß nicht die den amtlichen Ziffern beigefügte Vorbemerkung
berückſichtigt ſei. Dazu darf bemerkt werden, daß dieſe
Vor=
bemerkung ſchon ſeit Jahren vor jedem Monatsausweis
bei=
nahe unverändert im gleichen Wortlaut erſcheint. Sie iſt ſo
ſchön, daß wir ſie nachſtehend folgen laſſen: „Im allgemeinen
wird bemerkt, daß (je nach dem Monat des Rechnungsjahres)
neun Zwölftel des Jahresſolls bei verſchiedenen Poſitionen der
Ausgaben und insbeſondere der Einnahmen noch nicht erreicht
ſein können, weil die Brutto=Einnahmen und =Ausgaben der
betreffenden rechnungspflichtigen Kaſſeverwaltung erſt gegen
Ende des Rechnungsjahres voll ausgewieſen werden. Die
Zah=
len der Landesſteuern zeigen vorerſt noch ein irreführendes Bild.
Ein Verſuch, aus dieſem Teilergebnis auf rein rechneriſchem
Wege Schlüſſe auf das Ergebnis des ganzen Jahres zu ziehen,
wwird ſchon um deswillen fehlſchlagen, weil die Jahresſummen
der Einnahmen und Ausgaben ſich nicht gleichmäßig auf die
einzelnen Monate verteilen. — Für die Beurteilung der
finan=
ziellen Entwicklung des ganzen Rechnungsjahres ſind
umfaſſen=
dere Unterlagen erforderlich, die ſich erſt in einem ſpäteren Sta=
dium erkennen laſſen.‟ Dieſe umfaſſenderen Unterlagen wird
man naturgemäß erſt in einem „ſpäteren Stadium”
finden.
Das Preſſeamt ſagt weiter: „Ein Blick in den amtlichen
Nachweis hätte genügt, um zu zeigen, daß der Fehlbetrag z. Zt.
deshalb noch ſehr hoch iſt, weil größere, mit Beſtimmtheit noch
zu erwartende Einnahmen noch unberückſichtigt ſind. Es betragen
z. B. die Ueberſchüſſe der Unternehmungen und Betriebe nach
dem Jahresſoll 3,8 Millionen, während in dem Monatsausweis
überhaupt noch keine Einnahmen nachgewieſen
ſind.”
Blicken wir in den amtlichen Nachweis, dann leſen wir:
„Ueberſchüſſe der Unternehmungen 1,129 Mill. RM.; — 0,004
Mill. Zuſchüſſe an Unternehmungen und Betriebe; verbleiben
+ 1,125 Mill. RM.‟ Die angezogene amtliche Berichtigung iſt
überſchrieben „Falſche Berechnungen . . .", was für ihren
Inhalt alio durchaus zutrifft.
Wir wollen gleichzeitig noch eine Eigenart der
Monats=
ausweiſe des Finanzminiſteriums beleuchten, die darin beſteht,
daß z. B. im Kapitel Einnahmen gerade bei der
Poſi=
tion Unternehmungen und Betriebe ſtets Ausgaben
er=
ſcheinen. Das hat im laufenden Rechnungsjahr das
Kurio=
ſum gebracht, daß einſchließlich November ein Minus von 1,494
Mill. vorhanden war, das ſich durch die Einnahmen im
Dezem=
ber von 1,125 auf 0,369 Mill. RM. verringert, ſo daß alſo nach
9 Monaten im Effekt bisher noch keine Einnahme in der
Poſi=
tion Betriebe und Unternehmungen für die Staatskaſſe
vorhan=
den iſt, während das Jahresſoll 3,811 Mill. beträgt.
Tatſächlich ergibt der Dezemberausweis des
Finanzmini=
ſteriums ein rechneriſches Defizit von 12,313 Mill. im
ordent=
lichen Haushalt, wozu noch 3,443 Mill. aus dem außerordentlichen
Etat kommen. Wir wünſchen, daß die Angabe des Miniſteriums,
es ſeien „größere, mit Beſtimmtheit noch zu
er=
wartende Einnhamen noch nicht berückſichtigt”
in vollem Umfang ſich erfüllt. Die amtliche Belehrung, daß ſich
aus dem jetzigen Defizit nur „durchaus abwegige Folgerungen”
ziehen laſſen, erſcheint uns ein wenig „abwegig”.
Fortgang der Ausſchußberatungen.
In der kommenden Woche nehmen die
Ausſchußbera=
tungen im Heſſiſchen Landtag ihren Fortgang. Am
Donners=
tag, dem 29. Januar, und folgende Tage tritt der
Petitions=
ausſchuß zuſammen, um eine Reihe meiſt älterer Anträge zu
behandeln. Am gleichen Tage berät auch der
Geſetzgebungs=
ausſchuß. Auf ſeiner Tagesordnung ſtehen meiſt Eingaben, die
das Gebiet des Juſtizminiſteriums betreffen.
Für den aus dem Landtag in den Reichstag abgewanderten
ſozialdemokratiſchen Abgeordneten Weber=Offenbach iſt der
Bürgermeiſter von Erzhauſen, Auguſt Lorenz, in den
Landtag eingetreten.
Blulige Auseinanderſehnag
zwiſchen Ralionalſozialiſten, Reichsbanner und
Kommupiſſen.
Berlin, 23. Januar.
In einer ſtark beſuchten nationalſozialiſtiſchen Verſammlung
des Gaues Groß=Berlin ſollte am Donnerstag abend im
Saal=
bau Friedrichshain eine Auseinanderſetzung der
Nationalſozia=
liſten mit dem Reichsbanner und der KPD. ſtattfinden. Die
Auseinanderſetzung kam tatſächlich in mehreren Reden und
Gegenreden zuſtande, endete jedoch mit einer ſchweren Schlägerei,
als der ſpäter hinzugekommene Reichstagsabgeordnete
Goeb=
bels das Wort nehmen wollte. Kommuniſten warfen plötzlich
30 bis 40 Stühle in den Saal. Das war der Auftakt zu einer
blutigen Schlägerei. Die Maſſen drängten mit aller Gewalt
gegen die Türen, die aufbrachen. Das Mobilar des Saales
wurde vollkommen zertrümmert. Die Polizei ſchritt ein, indem
ſie die Verſammlung ſchloß und den Saal mit Gewalt räumte.
Bis gegen ½24 Uhr waren bereits 100 Verletzte zu
verzeich=
nen, von denen fünf ſchwere Verletzungen erlitten haben. Die
Kundgebungen ſetzten ſich auf der Straße fort, wo die Polizei
mit Erfolg beiüht war, die Gegner zu trennen und die Straße
zu räumen. 22 Siſtierungen wurden wegen Widerſtandes,
Sach=
beſchädigung und Körperverletzung vorgenommen. Die fünf
Schwerverletzten, die von der Sanitätsſtelle im Saal notdürftig
verbunden wurden, ſind nach dem Krankenhaus gebracht worden.
Sämtliche Schwerverletzte haben Schädelverletzungen
davon=
getragen. Unter den Verletzten ſind auffallend viele Frauen,
die in dem dichten Gedränge vielfach zu Boden ſtürzten und
von den Nachdrängenden überrannt und getreten wurden. Die
Polizei ſtellte einwandfrei feſt, daß die Schlägerei von KPD.=
Angehörigen angezettelt wurde.
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Nummer 24
Samstag, den 24. Januar 1931
Seite 5
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 24. Januar 1931.
Erledigt ſind: Eine Lehrerſtelle für einen katholiſchen Lehrer
in Biebelnheim, Kreis Oppenheim; eine Dienſtwohnung
ſteht zur Verfügung; eine Schulſtelle für eine evangeliſche
Leh=
rerin an der Volksſchule in Großen=Buſeck, Kreis Gießen;
eine Schulſtelle für eine katholiſche Lehrerin an der Volksſchule
in Bobſtadt, Kreis Bensheim; Dienſtwohnung für eine
Schul=
verwalterin iſt vorhanden, Mietwohnung ſchwer zu beſchaffen;
eine Lehrerſtelle für einen katholiſchen Lehrer an der
Volks=
ſchule in Bürſtadt, Kreis Bensheim; Dienſtwohnung iſt nicht
vorhanden, Mietwohnung nicht leicht zu beſchaffen. — Ferner je
eine Stelle für eine evangeliſche techniſche Lehrerin an der
Volksſchule in Egelsbach, Kreis Offenbach, im Bezirk
See=
heim, Kreis Bensheim, in Auerbach, Kreis Bensheim, in
Groß=Rohrheim, Kreis Bensheim, im Bezirk
Reichen=
bach, Kreis Bensheim und eine Stelle für eine techniſche
Leh=
rerin an der evangeliſchen Volksſchule in Lampertheim
Kreis Bensheim. Geſuche von techniſchen Anwärterinnen, die noch
nicht im Schuldienſt verwendet ſind oder von ſolchen, die ihre
fünf Anwärterdienſtjahre noch nicht zurückgelegt haben, ſind
zwecklos.
In den Ruheſtand verſetzt wurde auf Grund des § 1 des
Geſetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten am 1. Februar
1931 der Hauptlehrer Heinrich Lichtenberger an der Kunſt=
und Gewerbeſchule in Mainz, der Rektor an der Volksſchule zu
Horchheim, Kreis Worms, Rudolf Staubach, der Lehrer an
der Volksſchule zu Biebesheim, Kreis Groß=Gerau, Philipp Graf.
Goldene Hochzeit. Heute begehen die Eheleute Philipp
Klinger und Gemahlin hier Kirchſtraße 1, das Feſt der
Gol=
denen Hochzeit. Herr Philipp Klinger iſt ein altes Mitglied der
Turngeſellſchaft 1875 und hat während ſeiner Mitgliedſchaft die
Turnſache, beſonders in den 70er Jahren, treu und mit allen
Kräften unterſtützt. So war er lange Jahre 1 Turnwart und
zur Zeit des Turnhallenbaues der Turngeſellſchaft Darmſtadt hat
er ſich beſondere Verdienſte um die Ausgeſtaltung der Einweihung
erworben. Nach dem Kriege war er immer noch trotz ſeines
vor=
geſchrittenen Alters bei der Turnerei; 1922/23 turnte er der
Altersriege vor, und ſelbſt dem Nachwuchs (Schüler= und
Schü=
lerinnen) ließ er ſeine turneriſchen Fähigkeiten angedeihen.
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Nach einer kurzen
Weih=
nachtspauſe wird die Bücherſtube im Rahmen ihrer künſtleriſchen
Veranſtaltungen mehrere intereſſante Ausſtellungen in den
näch=
ſten Monaten bringen. Am Sonntag, dem 1. Februar, eröffnet
die Bücherſtube in ihren Räumen eine Ausſtellung des
Düſſel=
dorfer Malers Julo Levin. Er arbeitete in Eſſen, München
und in Düſſeldorf bei Thorn=Prükker. In Vorbereitung ſind
Ausſtellungen des in der Schweiz lebenden ruſſiſchen Malers
Itin, der Maler Erwin und Erich von Kreibig=
Mün=
chen der Dresdener Malerin Ruth Meier; das Bauhaus
in Deſſau wird mit mehreren repräſentativen, Malern im
April ausſtellen. Ueber den Beginn und die Dauer der
Ausſtel=
lungen wird noch näheres bekannt gegeben.
Muſik=Verein. Sonntag, den 25. Januar, vorm. 11,30 Uhr,
veranſtalten das Landestheater, der Muſikverein und der
Mozart=
verein im Großen Haus des Landestheaters eine Erinerungsfeier
an Geh. Rat W. de Haan als den langjährigen 1. Kapellmeiſter
am Theater und Dirigenten der beiden genannten Vereine. Es
entſpricht gewiß dem Wunſche vieler alter aktiver und inaktiver
Mitglieder des Muſikvereins, dieſer Feier zum Gedächtnis des
ver=
ehrten Künſtlers und Menſchen beizuwohnen. Karten ſind an der
Tageskaſſe des Großen Hauſes gegen einen Unkoſtenbeitrag von
0,50 Mark zu erhalten.
Willem=de=Haan=Gedächtnisfeier. Morgen Sonntag, findet
als gemeinſame Veranſtaltung des Heſſiſchen Landestheater, des
Muſikvereins und des Mozartvereins eine Gedächtnisfeier für
Willem de Haan ſtatt, die vom Landestheater=Orcheſter durch den
2. Satz aus der 7. Sinfonie von Beethoven, unter Leitung von
Generalmuſikdirektor Dr. Karl Böhm eingeleitet wird. Jeder
Beſucher der Feier erhält die Texte der Chor=Vorträge („Das
Lied von Werden und Vergehen”, geſungen vom Muſikverein,
un=
ter Leitung von Dr. Karl Böhm, ferner „Das Grab im Buſento”,
geſungen vom Mozartverein, unter Leitung von Kapellmeiſter
Friedrich Rehbock, und Schlußchor aus dem „Deutſchen Requiem”
von Brahms, geſungen von beiden Vereinen, ebenfalls unter
Lei=
tung von Kapellmeiſter Friedrich Rehbock, der von 1894 bis 1904
zuſammen mit Geheimrat de Haan als Kapellmeiſter am
Großher=
zoglichen Hoftheater dirigierte).
Grippe, Erkältungskrankheiten
werden mit den hervorragend bewährten Togal=Tabletten
erfolg=
reich bekämpft. Im Anfangsſtadium genommen, verſchwinden die
Krankheits=Erſcheinungen ſofort. Ueber 6000 notariell beglaubigte
ärztliche Gutachten, darunter viele von namhaften Profeſſoren und
aus erſten Kliniken und Krankenanſtalten. Überraſchende Erfolge!
Togal beſeitigt die Krankheitsſtoffe auf natürlichem Wege, es löſt
die Harnſäure. Fragen Sie Ihren Arzt. Machen Sie noch heute
einen Verſuch. In allen Apotheken. Preis M. 1.40. 12,6 Lith., 0.46
Chinin, 74,3 Aeid, aeet. sal. ad. 100 amfl.
(Mlch 42
Es geht voran.
Die Arbeik für die Erwerbsloſen.
Von Schulrat Haſſinger, Darmſtadt.
Nachdem in Heſſen bereits vor zwei Monaten durch das
Referat für Jugendpflege und Volksbildung im Heſſiſchen
Kul=
tusminiſterium und mit Unterſtützung verantwortungsbewußter
Kreiſe aus allen Teilen des Landes ernſthaft beraten wurde, was
zur Linderung der ſeeliſchen Not unter den Erwerbsloſen,
beſon=
ders der Jugendlichen, getan werden könnte, läßt ſich heute einiges
Nähere über den Fortgang dieſer Arbeiten berichten.
Die Art der Hilfsaktion bedingt zwar, daß ſie mehr in der
Stille geſchieht und ihre Dezentraliſation — zu der
man ſich, dem heſſiſchen Beiſpiel folgend, übrigens auch in Preußen
und anderen Teilen des Reiches entſchloſſen hat — bewirkt, daß
eine vollſtändige Aufzählung jetzt noch nicht möglich iſt. Man
wird ſie auch um ſo weniger für nötig halten, als es ſich nicht
darum handeln kann, die eine oder andere Hilfsaktion als
beſon=
ders verdienſtlich herauszuſtellen. Nicht ſo ſehr wer der Träger
der Arbeit iſt, ſondern daß überhaupt gehandelt wird, darauf
kommt es an. Selbſtverſtändlich wäre es wünſchenswert, wenn
recht viel Erfahrungenausgetauſcht würden, und gerade
die örtliche Preſſe wird, wie ſie es bisher bereits in dankenswerter
Weiſe getan hat, auch über dieſe Art des öffentlichen Geſchehens
berichten. In einer Zeit, die das Negative überſtark hervorkehrt,
mag es beſonders angebracht erſcheinen, auch über den ernſten
Willen zur gegenſeitigen Hilfe etwas zu ſchreiben
Daß die Art von Ewerbsloſenhilfe, die durch die
Volksbil=
dungs= und Jugendarbeit betrieben wird, nicht an die
wirt=
ſchaftlichen Kernprobleme heranreicht, das braucht nicht noch
einmal beſonders betont zu werden. So ſind denn auch die erſten
Stimmen der Kritik verſtummt, die in Verkennung der
volksbild=
neriſchen Möglichkeiten glaubten, die Arbeit der Volksbildner
ab=
lehnen zu ſollen, weil ſie nicht unmittelbar Arbeit und Brot ſchüfe.
Ein jeder betätige ſich im Rahmen ſeiner Möglichkeit, dann
wird die Grundlage weiteren Schaffens gegeben ſein. Den Wert
ſolcher Betätigung aber darf man vor allem darin erblicken, daß
ſie hilft, eine Baſis des Vertrauens zu ſchaffen. Bei aller
Betonung auch des perſönlichen Opferwillens wird die Hilfe doch
weit von wehleidigem Bedauern ſein und auch den Schein des
Almoſens vermeiden. Darum legen wir ſoviel Wert darauf, daß
es keine „von oben” diktierte Arbeit iſt, ſondern aus dem breiten
Strom der verſchiedenſten Gemeinſchaften kommt. Darum betonen
wir auch immer wieder ihren ſelbſtloſen und ehrenamtlichen
Charakter.
Was iſt nun inzwiſchen geſchehen?
Als Ergebnis einer Ausſprache zwiſchen den Trägern
des Vereinslebens in Heſſen darf verbucht werden, daß
unſere Geſang=, Sport= und Turnvereine weithin ihre Arbeit
unter beſonderer Rückſichtnahme auf ihre Erwerbsloſen eingeſtellt
haben. Nicht nur, daß die Vereinsräume und Vereinsbüchereien
für die Arbeitsloſen geöffnet ſind, daß man ihnen die Möglichkeit
ſinnvoller Ausfüllung erzwungener Mußeſtunden gibt —
ſelbſt=
verſtändlich ſind die Erwerbsloſen von jeglicher Beitragspflicht
befreit — man hat auch die Hilfe von Menſch zu Menſch
nicht vergeſſen. Ein ſtilles Uebereinkommen zwiſchen den
Mit=
gliedern führte zu den „ſtillen Patenſchaften” für die unverſchuldet
in Not Geratenen. Dort, wo man ſich — aus Gründen, die nicht
durchweg abzulehnen ſind — entſchloß. auf Vereinsvergnügungen
nicht zu verzichten, hat man doch weithin dafür Sorge getragen,
daß dieſe Veranſtaltungen ſich unter den Opfergedanken der Zeit
ſtellen. Daß man fernerhin nicht nur an die eigenen Mitglieder
denkt, ſondern auch Fernerſtehende in den eigenen tragenden Kreis
hineinzuziehen bemüht iſt, ſei gleichfalls erwähnt.
Eine beſondere Aktivität hat die Jugend entfaltet. Es
entſpricht dem Verbundenheitsgefühl, das zwiſchen den
Jugend=
gruppen aller Schattierungen beſteht, daß der Landesausſchuß
der Jugendverbände ſofort ein Notopfer einführte. Jeder in
Verdienſt ſtehende Jugendliche dieſer Bünde — Gewerkſchafts=,
konfeſſionelle, Landbundjugend uſw. — ſteuert 50 Pfg. in eine
gemeinſame Kaſſe, aus der (unter weiterer Beihilfe des Staates)
Kurſe für beſonders wache, jugendliche Erwerbsloſe eingerichtet
werden. In unſerem Carl=Ulrich=Heim werden wir demnächſt
Bamen-Strümpfe
1.25 bis 3.75
Unsere bekannt guten Oualitäten
in allen modernen Ferben
Oarl Schürmann 8 Co.
unter Leitung Dr. Neundörfers Offenbach, den erſten
Schulungs=
kurſus für 40 Teilnehmer einrichten.
Daneben gehen die Veranſtaltungen, die die
Gewerk=
ſchaften und Bünde ſelbſt leiten. Der Allgemeine Deutſche
Gewerkſchaftsbund hat eine Rednerſchule eingerichtet, der
Gewerk=
ſchaftsbund der Angeſtellten Darmſtadt betreibt drei Monatskurſe
mit je 50 Teilnehmern, wie auch die anderen Gewerkſchaftsgruppen
ſowohl der Arbeiter wie der Angeſtellten gerade die Betreuung
der ihnen naheſtehenden Jugendlichen ſich und ihren Mitgliedern
zur Pflicht gemacht haben.
Die konfeſſionellen Verbände haben in Heſſen
frühzeitig die Arbeit aufgenommen. Ein Kurſus Rede und
Schrift” wird vor katholiſchen, in der Hauptſache jugendlichen
Handwerkern, in Darmſtadt abgehalten. Aehnliches wird aus
den anderen heſſiſchen Städten berichtet. Eine reiche Erfahrung
hat auch das Katholiſche Landesjugendamt in Mainz geſammelt.
Die evangeliſche weibliche Jugend in Heſſen richtete Freizeiten,
das evangeliſche Landesjugendpfarramt fünf Winterlager die
Heimvolkshochſchule Hohenſolms einen Lehrgang für junge
Män=
ner ein, an dem auch heſſiſche Erwerbsloſe teilnehmen.
Ueberraſchend — allen Vorherſagen zum Trotz — iſt die
Teil=
nahme an den Veranſtaltungen der Volkshochſchulen. In
Darmſtadt und Offenbach ſind es über 900 und 700 Teilnehmer,
ſo daß einzelne Kurſe vier= und fünffach nebeneinander ſtattfinden
können. In Mainz und Gießen iſt es ähnlich. In Worms arbeitet
der Volksbildungsverein mit gutem Erfolg. Die im heſſiſchen
Schulgeſetz vorgeſehenen Ortsausſchüſſe für
Jugend=
pflege und Volksbildung erwieſen ihre Berechtigung und
ihren Wert auch in kleinen Gemeinden. Sehr rührig iſt man in
Eberſtadt bei Darmſtadt, in Hornbach und in Siechenhauſen (
Ober=
heſſen) Die Gemeinde Bad=Wimpfen iſt in ſchöner Einmütigkeit
ans Werk gegangen. Die Beiſpiele ließen ſich um ein Vielfaches
vermehren. Vielleicht glaubt man hier und da noch, zu große
Schwierigkeiten zu haben. Aber der Erfolg zeigt dort, wo man
wagemutig ans Werk ging, daß die Schwierigkeiten zu beheben
ſind. Wo es gewünſcht iſt, ſtellen wir gern Rat und Erfahrung
zur Verfügung.
Beſonders zu erwähnen ſind auch die
Umſchulungs=
kurſe in Mainz und Offenbach, die Induſtriearbeiterinnen eine
bereits bewährte Vorbereitung für die häuslichen Berufe geben.
An dem Mütterſchulungskurſus der Aliceſchule in Darmſtadt ſind
Freiſtellen für erwerbsloſe Mädchen geſchaffen worden.
Dieſe Einrichtungen — es ſei nochmals betont, daß ſie nicht
alle Gruppen umfaſſen, und daß ſie nicht die eine vor der anderen
herausheben wollen — mögen zeigen, daß überall und auch unter
beſcheidenen Verhältniſſen ſich Wege der Hilfe dem öffnen, der
gewillt iſt, ſie zu gehen. Bei Abſchluß der Winterarbeiten, die
überall in vollem Gange ſind, wird eine erſchöpfendere Ueberſicht
gegeben werden können.
Mit Dankbarkeit ſei ſchon jetzt die Bereitſchaft der beſſiſchen
Lehrer hervorgehoben. Es hat ſich gezeigt, wie ſtark der
Bildungs=
wille unter den Erwerbsloſen iſt. Das beweiſt ihre große
Betei=
ligung an den Fortbildungsveranſtaltungen (Stenographie
Buch=
führung Schrift= und Redekurſe), aber auch an den allgemein
bildneriſchen Vorträgen. Eine beſondere Freude wurde den
Erwerbsloſen durch die ihnen zugänglich gemachten künſtleriſchen
und unterhaltenden Darbietungen der Bühnen des Landes
einſchließlich der Heſſiſchen Wanderbühne — bereitet. Auch die
Kreislichtbildſtellen haben, ſich nach Kräften in den
Dienſt der Sache geſtellt. Zu hoffen iſt, daß der Rundfunk
noch mehr als bis jetzt für unſere Arbeit eingeſetzt werden kann.
Das für Heſſen zuſtändige Landesarbeitsamt
Frank=
furt hat durch ein anzuerkennendes Entgegenkommen in der
Frage der Kontrolle (Stempelbefreiung) ſein Verſtändnis für
unſere Arbeit gezeigt, wie üherhaupt dank der Mitarbeit der
ver=
ſchiedenſten Helfer die heſſiſche Tätigkeit ſehr weit gediehen iſt
und unſere Erfahrungen von allen Teilen des Reiches angefordert
werden. Immerhin es aibt noch genugzutun und
wir wollen unſere Ehre dareinſetzen
weiter=
hin vorbildlich im Eifer um eine notwendige
und gute Sache zu ſein.
Im Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt am Sonntag und
an allen Wochentagen vormittags um 11 und 11.30 Uhr. Die
Kaſſe iſt von 10.45 bis 11.45 Uhr geöffnet. In dieſer Zeit kann
die Madonna des Bürgermeiſters Meyer von Hans Holbein d.
Jg. geſondert von den Führungen beſichtigt werden.
— Anthropoſophiſche Geſellſchaft Darmſtadt. Es ſei nochmals
hingewieſen auf den heute abend in der Aula des Ludwig=Georgs=
Gymnaſiums ſtattfindenden Vortrag von Dr. W. Joh Stein=
Stuttgart über „Triſtan und Iſolde in ihrer Beziehung zur
Minne=
dichtung überhaupt. Ein Beitrag zur Darſtellung verweltlichter
Gottesliebe‟
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Am Sonntag nachmittag
findet im Kneivſaale des Turnhauſes die Hauptverſammlung des
Vereins ſtatt. Die Tagesordnung umfaßt neben dem Jahres= und
Kaſſenbericht noch wichtige Angelegenheiten, die ein zahlreiches
Erſcheinen aller Mitglieder erforderlich machen. Es ergeht daher
an die aktiven wie auch inaktiven Mitglieder der Ruf zur
reſt=
loſen Beteiligung. (Näheres ſiehe Anzeige in der Montags=
Nummer).
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CIOAREATEN
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Samstag, den 24. Januar 1931
Nummer 24
Verkehrsweſen im Beziek der Induſkrie= und Handelskammer Darmftadt.
Der in der letzten Vollverſammlung der Induſtrie= und
Han=
delskammer Darmſtadt vorgetragene Jahresbericht befaßte, ſich
u. a. auch mit Verkehrsfragen. Die diesbezüglichen Ausführungen
ſind nachſtehend auszugsweiſe wiedergegeben:
Auch im Berichtsjahr ſtand das Problem „Eiſenbahn und
Kraftwagen” im Vordergrund der Erörterungen. Im April
hatte die Kammer die Forderung erhoben, daß vor einer
endgül=
tigen Entſcheidung über die Frage, ob und in welchem Umfange es
verantwortet werden könne, den Eiſenbahnen einſeitig Hilsſtellung
zu leiſten, noch eingehende Erhebungen getroffen werden müßten.
Inzwiſchen iſt in weiteren Verhandlungen unter Führung des
Deutſchen Induſtrie= und Handelstages ein Weg gefunden und
den maßgebenden Stellen unterbreitet worden, der als die den
Umſtänden nach zweckmäßige Löſung angeſehen werden kann.
Be=
tont werden muß, daß eine ſo wichtige, die Entwicklung der
Volks=
wirtſchaft aufs ſtärkſte beeinfluſſende Frage nur nach den
je=
weiligen Umſtänden, die nicht zuletzt durch die
Entwick=
lung der Technik jederzeit einer Wandlung im Sinne organiſcher
Entwicklung ausgeſetzt ſind, beurteilt werden kann, ſo daß etwa zu
treffende Maßnahmen unter Umſtänden ſchon ſehr bald einer
Nachprüfung unterzogen werden müſſen, wenn nicht eine
einer geſunden Entwicklung der Wirtſchaft abträgliche Erſtarrung
eintreten ſoll.
Bezirkseilverkehr. Das Berichtsjahr brachte
erfreu=
licherweiſe erſtmalig nach dem Kriege die Verwirklichung des von
der Kammer in engem Einvernehmen mit den benachbarten
Schweſternkammern und den Verkehrsorganiſationen wie dem
Heſ=
ſiſchen Verkehrsverband bearbeiteten Problems des
Bezirkseilver=
kehrs: Die beteiligten Reichsbahndirektionen Mainz und
Frank=
furt haben zum Sommerfahrplan 1930 nach näheren Anträgen der
Verkehrsintereſſenten eine größere Anzahl leichter ſchnellfahrender
Eilzüge eingelegt, die ihren Zweck zwiſchen den benachbarten
Städten des Rhein=Main=Gebietes ſchnelle und preiswürdige
Ver=
bindungen herzuſtellen, voll erfüllt haben. Weiteſte Kreiſe
erwar=
ten, daß die Reichsbahn auf dem eingeſchlagenen Wege, weiter
voranſchreitet und zum nächſten Fahrplan den Bezirkseilverkehr in
geeigneter Weiſe ſyſtematiſch weiter ausbaut.
Verkehrseinſchränkungen. Leider brachte der
Win=
terfahrplan ſtarke Einſchränkungen namentlich auch im
Schnellverkehr. Beſonders abträglich wirkte es ſich für den
Kam=
merbezirk aus, daß der Strecke Darmſtadt—Aſchaffenburg, die vor
dem Kriege mit vier Paaren ſchnellfahrender Züge befahren
wurde, ihr einziges Schnellzugspaar genommen wurde. Eine
der=
artige Deklaſſierung einer wichtigen Schnellzugsſtrecke muß zur
Folge haben, daß alle Bemühungen, der Strecke den ihr
gebühren=
den Anteil am großen Verkehr zu ſichern, umſonſt bleiben. Ueber
die Wiederherſtellung des Zuſtandes im Sommer 1930 hinaus
und die Einbeziehung in den Bezirkseilverkehr erſcheint für die
Strecke Darmſtadt—Aſchaffenburg die Einbeziehung in die ſeit
Jahren geplante Main=Oſt=Weſt=Verbindung, die das Rhein=
Main=Gebiet über Unter= und Oberfranken mit Sachſen verbinden
ſoll, notwendig.
Poſtweſen. Im Poſtweſen des Kammerbezirks konnten
er=
freulicherweiſe einige weſentliche Fortſchritte verzeichnet werden.
Als beſonders wichtig für weiteſte Wirtſchaftskreiſe iſt die
Auf=
nahme des Fernſprechſchnellverkehrs von Darmſtadt mit
Frank=
furt und Offenbach ſowie mit Mannheim=Ludwigshafen zu
be=
zeichnen, während die wichtige Einbeziehung von Mainz und
Wiesbaden in den Darmſtädter Schnellverkehr noch zu erwarten
ſteht. Das zum Betrieb des neuen Fernkabels Frankfurt a. M.—
Stuttgart dienende Verſtärkeramt Michelſtadt iſt in Betrieb
ge=
nommen worden. Ununterbrochener Fernſprechdienſt wurde
einge=
führt in Eberſtadt und in Michelſtadt. Eine Reihe neuer
öffent=
licher Fernſprechſtellen wurden im Kammerbezirk errichtet.
Die Moderniſierung der Zuſtellung auf dem Lande in Geſtalt
der Landpoſtverkraftung” wurde mit gutem Erfolg fortgeſetzt.
Allgemein iſt hinſichtlich der weiteren Entwicklung des
Poſt=
weſens einſchließlich des Fernſprechers zu wünſchen, daß die
Reichs=
poſt an der Senkung des Preisniveaus ſtärker, als es bisher den
Anſchein hat, Anteil nimmt, insbeſondere durch Herabſetzung
wich=
tiger, für die geſamte Wirtſchaft wirkſam in Frage kommender
Ta=
rife, wie des Brief= und Druckſachenportos. Ganz beſonders
dring=
lich erſcheint im eigenen Intereſſe der Reichspoſt eine weſentliche
Senkung der Fernſprechgebühren, da nur hierdurch die beſſere
Ausnützung dieſes modernen Nachrichtenträgers möglich ſein wird.
— Lovis=Corinth=Ausſtellung. Die derzeitige Veranſtaltung
in der Kunſthalle am Rheintor, die nur noch eine Woche geöffnet
bleiben kann, ſcheint leider noch zu wenig bekannt geworden zu
ſein, ſonſt müßte ſie bei ihrer Bedeutung einen ganz anderen
Be=
ſuch aufweiſen. Sie zeigt gegen 200 handſignierte Arbeiten Lovis
Corinths, die ſeinem künſtleriſchen Nachlaß entnommen ſind und
den Beweis dafür erbringen, eine wie große Bereicherung die
deutſche Graphik durch die ſtarke Geſtaltungsgabe dieſes deutſchen
Meiſters erfahren hat. Darum ſollte niemand verſäumen, die
un=
gemein intereſſante Schau, die die ganzen Räume der Kunſthalle
füllt und erſtmals bei uns in Darmſtadt zu ſehen iſt, zu beſuchen.
Es ſoll auch nochmals darauf hingewieſen werden, daß die Preiſe
für die wertvollen Originalgraphiken zurzeit noch durchaus
er=
ſchwinglich ſind. Bei der großen Bedeutung, die Lovis Corinth für
die deutſche Kunſt hat, und der Bewertung, die ſeine Gemälde und
Zeichnungen eben ſchon auf dem Kunſtmarkt genießen, iſt mit
Be=
ſtimmtheit anzunehmen, daß auch die Preiſe ſeiner graphiſchen
Ar=
beiten ſehr bald eine weſentliche Steigerung erfahren werden.
Darum ſollte auch dieſe Möglichkeit des Erwerbs eines billigen
Lovis Corinth nicht überſehen werden.
— Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft. Zu dem für
Mon=
tag, den 26. Januar, 8 Uhr, im Kleinen Haus angeſetzten
Ge=
ſamt=Gaſtſpiel des Neuen Theaters aus Frankfurt
mit dem hochintereſſanten Schauſpiel „Vorunterſuchung”
von Dr. Max Alsberg und O. E. Heſſe zeigt ſich ſtärkſtes
Inter=
eſſe, ſo daß ſich rechtzeitige Kartenbeſorgung im Vorverkauf an
der Theaterkaſſe empfiehlt. — Am Dienstag dem 27.
Ja=
nuar, 8 Uhr, wird der junge jetzt vielgenannte Dichter Ernſt
Penzoldt im Feſtſaal der Loge aus eigenen Werken leſen. Da
dieſer Vortragsabend den hieſigen Kunſtfreunden die perſönliche
Bekanntſchaft mit Ernſt Penzoldt vor der am nächſten Samstag
ſtattfindenden Uraufführung der „Portugaleſiſchen Schlacht”,
er=
möglichen ſoll und da der Dichter an allen anderen Tagen der
Woche bereits vergeben iſt, ließ ſich die raſche Aufeinanderfolge der
beiden obigen Veranſtaltungen nicht vermeiden. (Siehe Anzeige.)
Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus Kleines Haus Samstag24. Januar 14.30—18 Uhr
Carmen
Heſſenlandmiete 1,4 u. III,6 15—/6.45 Uhr
Gaſtſpiel der Max und=Moritz=
Bühne 6 luſtige Bubenſtreiche
Preiſe 0.40—2.00 Mr.
20—22 30 Uhr
Preiſe 1—10 Mk. Meine Schweſter und ich
Außer Miete
Preiſe 1—5 Mk.
Sonntag
25. Januar 11½ Uhr
Willem de Haan=Gedächtnisfeier
Unkoſtenbeitrag 50
15—16.45 Uhr
Gaſtſpiel der Max=und=Moritz=
Bühne 6 luſtige Bubenſtreiche
Preiſe 0 40—2.00 Mk.
18 45, Ende nach 22 Uhr
Viktoria und ihr Huſar
Heſſenlandmiete 1V 7
Preiſe 1.20—12 Mk.
Wahlgutſcheine beſchränkt giltig 20—22 15 Uhr
Der Kaiſer von Amerika
Bühnenvolksbund, Wechſelmiete
Preiſe 1.20—6 Mk. Montag
26. Januar Keine Vorſtellung Gaſtſpiel d. Neuen Theaters
Frankfurt a. M.
Vornnterſuchung
20 Uhr Preiſe 1—5 Mk. Dienstag
27. Januar 19.30—22.45 Uhr
Zur Feier des 175 jähr. Ge=
burtstages v. W. A. Mozar
Volksvorſtellung
Figaros Hochzeit
M 3. Darmſt. Volksbühne
(Gr. 1—1V. Pr. 1—3 Mk. 20 Uhr
Mozart=Sonaten=Abend
Otto Drumm, Guſtav Beck
Preiſe 0.50—2 Mk. Mittwoch,
28. Januar 19.30—22.45 Uhr
A 15. T, Gr. 7 und 8
Viktoria und ihr Huſar
Preiſe 1— 10 Mr. 20—24 Uhr
G 10 Darmſt. Volksb. Gr.1 u.2
Der Mann, den ſein Gewiſſen trieb
Preiſ 1.20—6 Mk. Donnerstag,
29. Januar 19.30. Ende nach 22 Uhr
Gaſtſpiel Hans Grahl
K10 Tiefland
Preiſe —10 Mr. Keine Vorſtellung Freitag,
30. Januar Keine Vorſtellung 20—22 Uhr
Lucia von Lammermoor
Zuſ.=Miete 1V 8, T. Gr. 1
Preiſe 1.20—6 Mk. Samstag,
31. Januar 19.30, Ende gegen 22.30 Uhrl
Uraufführung
Die Portugaleſiſche Schlacht
E15 Preiſe 1—10 Mr
Wahlgutſcheine beſchränkt giltig 20—22.15 Uhr
Liebesluſt oder die weißen Schuhe
Preiſe 0.50—3 Mk. Sonntag,
1. Februa,
18.30 — 22.15 Uhr
Gaſtſpiel Hans Grahl
B 13. Tannhäuſer
Preiſe 1.20—12 Mk.
Wahlgutſcheine beſchränkt giltig! Preiſe 1—3 Mk= 20—22.15 Uhr
Außer Miete
Im weißen Nößl
Heſſiſches. Landestheater. Nachmittagsvorſtellun=
„Carmen”. Bizets volkstumliches Opernwerk „Carmen” wir
heute, Samstag, in der neuen Inſzenierung von Carl Ebert, unt
muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl Böhm als Nachmittagsvor
ſtellung im Großen Haus zur Darſtellung kommen. Die
Titelpart=
wird Martha Liebel ſingen; in den übrigen Hauptrollen: Schod
Harre, Lohmann, Herrmann Ney, Vogt, Kienzel, Berthold
Heyer. — „Meine Schweſter und ich” das beliebte muſik
liſche Luſtſpiel, das die bisher höchſte Aufführungsziffer eine
Bühnenwerks im Kleinen Haus erreichen konnte, wird heu
Samstag, außer Miete, mit der bekannten Beſetzung (Schmi
Hinz. Gallinger, Gothe, Pfaudler, Maletzki, Jürgas, Karzau), ur
ter muſikaliſcher Leitung von Fritz Bohne wiederholt.
* Aus den Darmftädter Lichtſpieliheakern.
Palaſt=Lichtſpiele
zeigen einen Geſellſchaftsfilm „Der Kuß” in der ſehr guten
Regie Jacques Feyder, der ſeine beſondere Note durch die
Trägerin der Hauptrolle, Greta Garbo, als Irene erhält. Die
anerkannt große Filmkünſtlerin verſteht es durch ihr überragendes
ſchauſpieleriſches Können den tragiſchen Konflikt einer liebenden
Frau, die ſchließlich, um einen Unſchuldigen zu retten, zur
Mörde=
rin wird, wahrheitsnah und lebendig zu zeichnen. So wird dieſer
Bildſtreifen, dem eine ſchon oft im Film behandelte Ehetragödie
zugrunde gelegt iſt, getragen durch Greta Garbo, zu einer über
dem üblichen gewöhnlichen Niveau ſtehenden filmiſchen
Wieder=
gabe eines ſehr ſchwer zu behandelnden Ereigniſſes im Leben
einer Frau. In Conrad Nagel, dem Träger der männlichen
Hauptrolle, und den übrigen Darſtellern ſtehen Greta Garbo gute
Partner zur Seite. Eine reichhaltige Wochenſchau, zwei ſehr
luſtige Beifilme und ein ſehr guter Kulturfilm „
Tierfreund=
ſchaften” vervollſtändigen das reichhaltige Programm.
Gründet schon jetzt
Weihnachts-Sparkassen
für
Weihnachten 1931
Städtische Sparkasse, Darmstadt
St 1023
Hauptstelle: Rheinstr. 34
Zweigstellen: Hügelstr. 22 und Bessungerstr. 48
* Mag und Mgriß
ſind zur unbeſchreiblichen Freude der Darmſtädter großen und
klei=
nen Kinder im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters
ein=
gezogen und verbreiten mit ihren tollen Lausbubenſtreichen helle
Freude und Begeiſterung. Wilhelm Buſch würde begeiſtert ſein,
wenn er ſeine uns überlaſſenen „unſterblichen Erben” ſo auf der
Bühne wirken ſehen könnte. Die Darſteller ſpielen ſich in die
Her=
zen von alt und jung hinein, die originellen Figuren des Onkels
Fritz, der Witwe Bolte, des Lehrers Lämpel, und wie ſie alle
heißen, erſcheinen ſo, wie wir ſie alle erträumt haben. Mit
ſpar=
ſamen Mitteln iſt auf der Bühne ein hübſcher Rahmen um die
Handlung geſchaffen, Schlag auf Schlag folgen die Streiche des
Max und Moritz, bis ſie eine — nicht mal ſo ſehr ſchwere — Strafe
trifft und ſie (entgegen Buſch!) reumütig Beſſerung verſprechen.
Die Kinder jubelten und klatſchten lebhaften Beifall. Die
Vor=
ſtellung war ihnen viel zu früh zu Ende, und die Mamas werden
ihre lieben Kleinen immer an die böſen Buben erinnern mit det
ſtrengen Mahnung: „Merkt es euch, ihr lieben Kinder, macht es
nicht wie dieſe Sünder!“
Betrifft:
Preisausſchreiben
Die Löſungen müſſen
ſpäteſtens am 28. Januar 1931
in unſeren Händen ſein. Wir bitten jedoch
diefenigen Bezieher, die die Liſte bereits
voll=
zählig ausgefüllt haben, zur Erleichterung der
Prüfung, die Abſendung ſofort vorzunehmen
Der Herlag
Letzte Gaſtſpiele der Max= und Moritz=Bühne. Die ſechs
luſti=
gen Bubenſtreiche nach Wilhelm Buſch, die die Max= und Moritz=
Bühne zur Aufführung bringt, haben, wie ſchon in mehr als 600
Gaſtſpielorten des In= und Auslandes, auch in Darmſtadt bei den
jugendlichen und erwachſenen Beſuchern ſtürmiſchen Beifall
gefun=
den. Die beiden letzten Gaſtſpiele der Max= und Moritz=Bühne
finden heute. Samstag, im Kleinen Haus, und morgen, Sonntag,
im Großen Haus ſtatt. Beginn beider Vorſtellungen um 15 Uhr.
Orpheum. Heute Samstag, abends 8.15 Uhr, findet di
erſte Aufführung der Operette „Die tolle Lola” von Hug.
Hirſch ſtatt. Das Libretto wurde geſchrieben von den beiden Rou
tiniers Guſtav Kadelburg und Arthur Rebner. Hugo Hirſe
hat längſt am Operettenhimmel ſich einen Platz erobert. M
ſeiner „Scheidungsreiſe” fing er an hatte den größten Erfolg
und war mit einemmal einer der größten Operettenkomponiſten ge
worden. — „Die tolle Lola” iſt eines ſeiner muſikaliſch ſtärkſter
Werke. Man kann ſich in dieſem Stück tüchtig auslachen.
Außer heute, Samstag, findet nur eine einzige Wiederholun
am morgigen Sonntag ſtatt. — Muſikleitung hat C. Frie
Spielleitung H. Schrien. — Preiſe der Plätze von 1 bis 3 Mau
Vorverkauf: Verkehrsbüro und Hugo de Waal, Rheinſtraße, ſowi
telephoniſch unter Nr. 389. (Siehe Anzeige.)
* Reichsgründungsfeier der 2.B.P.
*t. Die Ortsgruppe Darmſtadt der Deutſchen Volkspartei
veran=
ſtaltete am Freitag abend im großen Saale der „Krone” eine
Reichs=
gründungsfeier, an die ſich die Jahreshauptverſammlung
anſchloß. Die Feier war aus den Kreiſen der Mitglieder ſehr ſtark
beſucht und von muſikaliſchen Darbietungen eines kleinen, tüchtigen
Or=
cheſters umrahmt. Von der Bühne herab grüßte im Pflanzenſchmuck
und über der alten Reichsfahne die Büſte des Reichsgründers, Bismarck.
Herr Kapitän a. D. Hintzmann. M. d. R., der Reichsführer des
Hindenburgbundes (der Jugendgruppen der D. V. P.), hielt die Feſtrede
und führte etwa folgendes aus:
Auch der 18. Januar 1931 hat, am 60. Jahrestag der Gründung
des Deutſchen Reiches, leider erneut die Zerriſſenheit des deutſchen
Vol=
kes an dieſem Tage des Gedächtniſſes gezeigt. Wir können es uns heute
kaum noch vorſtellen, was es vor 60 Jahren bedeutete, nach ſoviel
hun=
dert Jahren deutſcher Uneinigkeit endlich das Werden eines großen,
einigen Deutſchen Reiches zu erleben. Wir müſſen uns ſchon in die
Ge=
ſchichte und in die Dichtung der Jahrzehnte von 1871 verſenken, um ganz
verſtehen zu können, was die Herzen am 18. Januar 1871 bewegt hat.
Hineingeleſen in das Reich Bismarcks, haben wir nie ſo recht
empfun=
den, wie ſchwer die Gründung dieſes Reiches, das unſere Väter
geſchaf=
fen haben, geworden war. Dieſes Reich war vielleicht nicht überall
beliebt, aber es war überall geachtet. Gegen neidiſchen, gegen
über=
mächtigen Eingriff irgend eines Staates der Welt galt es, dieſes Reich
zu ſichern. Nicht umſonſt hat der Alte aus dem Sachſenwald immer
wieder gemahnt, daß es einmal gelten werde, um den Beſtand dieſes
Reiches zu kämpfen. Heute uneins nach außen, zerbrochen
das Schwert, arm im Innern, getrennt nach Berufen und
In=
tereſſengruppen, niedergeholt das ſtolze Panier des alten
Reiches. Was iſt uns nun von dieſem Bismarckreich noch geblieben,
haben wir noch ein Recht, dieſen Tag zu feiern?. Geblieben iſt uns
das Reich, der Staat als ſolcher. Es iſt das Recht, die Pflicht und die
Aufgabe der Gegenwart, dieſes Reich zu erhalten. Hierzu müſſen
die=
ſelben Kräfte dienen, dieſelben Grundlagen, die uns einſt zur
Reichs=
einheit geführt haben. Die Zeiten der mittelalterlichen
Kaiſerherrlich=
keit ſind ein Beweis gegen diejenigen, die behaupten, daß die Deutſchen
unpolitiſch ſeien, daß ſie nicht die Kraft hätten, einen ſtarken Staat zu
bilden. In der Kyffhäuſer=Sage hat ſich die ganze Sehnſucht des
deut=
ſchen Volkes verdichtet, die Tradition des Blutes, die Hoffnung, daß
das einige deutſche Kaiſerreich doch endlich einmal erſtehen werde.
Die=
ſer Geiſt iſt die eine Kraftquelle, aus der das Bismarchſche Reich
ent=
ſtand. Die Grundlage der deutſchen Kultur, die Luther auf der
Wart=
burg uns geſchenkt hat, iſt über die reine religiöſe Bedeutung hinaus zu
werten als eine Tat, die allen, die mit deutſcher Zunge reden, nun erſt
möglich machte, der Gaben der deutſchen Kultur und des deutſchen
Geiſteslebens teilhaftig zu werden. Das alles iſt Kraftſtrom zum
Reiche Bismarcks geworden. Auf dieſe Tradition müſſen wir
zurück=
gehen, wenn wir Kräfte ſammeln wollen für die Erhaltung des
Deut=
ſchen Reiches, das letzte Erben Bismarcks. Wir können das Reich
Bis=
marcks nur erhalten, wenn wir nicht dulden, daß ſeine Grundlage, das
Chriſtentum, in ſteigendem Maße in den Schmutz gezogen wird.
Kyffhäuſergeiſt und Wartburggeiſt müſſen wir ſtärken.
Aber Geiſt allein ohne Wille kann keine Taten zuwege bringen. An
die Idee der Macht des Staates gilt es wieder zu glauben, für ſie mit
allen Kräften einzuſtehen, gilt es bereit zu ſein. Die Zeit des
Ab=
wartens iſt vorbei, eine neue Epoche deutſcher Geſchichte beginnt nun.
Möge auch aus unſerem Zuſammenſein heute ein Kraftſtrom erwachſen,
der mit dazu beiträgt, unſer Deutſches Reich zu erhalten.”
Dem Redner dankte anhaltender Beifall, und die Verſammlung
ſang ſtehend den 1. Vers des Deutſchlandliedes.
Nachzutragen iſt, daß Herr Herzog ein Gedicht „Das Deutſche
Reich” mit nachdrücklicher Empfindung vortrug.
Die ſich nun anſchließende Jahreshauptverſammlung
erledigte die Neuwahl des Vorſtandes und des „Großen Ausſchuſſes”,
welch letzterer in einer Sonderſitzung noch einige organiſatoriſche
Fra=
gen erledigte.
In gemütlichem Beiſammenſein hielten anregende Geſpräche einen
großen Teil der Anweſenden noch geraume Zeit zuſammen.
— Lotterie Künſtlerhilfe 1930. Eine Anzahl von Gewinnen
iſt noch nicht abgeholt worden. Darunter befinden ſich fünf
Haupt=
gewinne auf die Losnummern 959, 2668. 3025, 4473, 4719.
Ab=
holung wochentäglich 10—12 Uhr im Stadthaus, Rheinſtraße,
Zim=
mer 20 (Erdgeſchoß links). Vom 1. Februar an Verfall. , H.
Verkehrsunfall. Am 23. Januar 1931, gegen 11.50 Uhr, ſtieß
Ecke Bleichſtraße und Landgraf=Philipp=Anlage der Lieferwagen mit
dem Kennzeichen IT 61 543, Führer Heinrich Bühler, geboren am 14.
10. 1894 zu Neuſtadt, in Frankfurt Röderbergweg 5 wohnhaft, mit dem
Radfahrer Emil Hennes, geboren am 22. 3. 1907 zu Dortmund, in
Darmſtadt Neckarſtraße 11 wohnhaft, zuſammen. Hennes wurde
erheb=
lich verletzt und durch die herbeigerufene Rettungswache nach dem
Stadtkrankenhaus verbracht. Der Frankfurter Lieferwagen wurde
zu=
nächſt von der Kriminalpolizei ſichergeſtellt und durch einen Beamten
der Dampfkeſſelinſpektion auf ſeine Bremswirkung hin geprüft.
Hier=
bei ſtellte ſich heraus, daß beide Bremſen nicht ſo intakt waren, wie
dies die Vorſchrift erfordert. Jeder Kraftwagenführer iſt verpflichtet,
von Zeit zu Zeit die Bremſen ſeines Wagens nachzuprüfen und Mängel
ſchleunigſt zu beſeitigen. Die Unterſuchung über die Schuldfrage iſt
eingeleitet.
Einbruchsdiebſtähle. In der letzten Nacht wurde in Darmſtadt
in verſchiedene Lebensmittelgroßhandlungen eingebrochen und nach den
kriminalpolizeilichen Feſtſtellungen in erſter Linie nach Geld geſucht. In
einem Falle beſckäftigte ſich die Einbrecherbande vergeblich mit dem
Oeffnen eines Kaſſenſchrankes, in einem anderen Falle wurden, zirka
250 Mark in bar erbeutet. Von der Mitnahme von Lebensmitteln
wurde Abſtand genommen; dagegen haben aber die Einbrecher eine
größere Anzahl Packungen Schokolade entwendet.
TWer iſt geſchädigt? In der letzten Zeit trat in Darmſtadt,
ins=
beſondere in Uhrengeſchäften ein Betrüger auf, der angab, mit
ange=
ſehenen hieſigen Geſchäftsleuten in Verbindung zu ſtehen. Mit dieſen
unwahren Angaben verſtand er, ſich in mehreren Fällen Uhren zum
Weiterverkauf zu erſchwindeln. Der Betrüger, der ſich unangemeldet
in Darmſtadt aufhielt, konnte ermittelt werden und ein Teil der Uhren.
die ſich noch in ſeinem Beſitze befanden, den Geſchädigten zurückgeſtattet
werden. Einige Uhren hatte er auch bereits verkauft oder im
Pfand=
haus verfetzt.
Zeugen geſucht. Am 20. Januar 1931, gegen 13 Uhr, wurde an
der Ruthſebachbrücke an der Kranichſteiner Straße ein 8jähriger
Schü=
ler, der ſich auf dem Nachhauſeweg nach dem Gut Kranichſtein befand.
von einem Manne angehalten und unſittliche Handlungen
vorgenom=
men. Nach den Angaben des Kindes ſei etwa zur gleichen Zeit ein
zweiter Mann an der Stelle vorübergegangen, der den Vorgang
beob=
achtet haben müſſe. Im Intereſſe der Ermittelung des Täters wird die
betr. Mannsperſon erſucht, ſich alsbald bei der Kriminalpolizei
Darm=
ſtadt, Hügelſtraße 31/33, Zimmer 5, einzufinden.
Lokale Veranſtalkungen.
Die hierunter erſcheinenden Nofizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Krilk.
—Café=Reſtaurant Zum Datterich” Kiesſtr. 27,
Tel. 4297, veranſtaltet heute abend und morgen, Sonntag, ab
5 Uhr, große Konzerte, ausgeführt von der neuen Hauskapelle,
unter Leitung ihres ſo beliebten Kapellmeiſters Adolf Georg.
(Siehe Anzeige).
Im Sportplatz=Reſtaurant u. Café am
Böl=
lenfalltor finden Samstag und Sonntag abend Koſtümfeſte
ſtatt, wobei die originellſte Tracht prämiiert wird. (Siehe
An=
zeige.)
— Hotel zur Poſt (am Hauptbahnhof. gegenüber der
Bahnpoſt) veranſtaltet heute Samstag und morgen Sonntag
wie=
der Geſellſchaftsabende mit Tanz. Sonntag mittag 4 Uhr Tee
mit Tanz. (Siehe heutige Anzeige.)
Aus den Parkeien.
— Deutſche Volkspartei. Die Darmſtädter
Partei=
tagsteilnehmer werden darauf aufmerkſam gemacht, daß die Auto=
Omnibuſſe nach Bad=Nauheim punkt 12 Uhr ab Luiſenplatz (
Auto=
droſchkenhalteſtelle) abfahren.
Tageskalender für Samstag, den 24. Januar 1931.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, 14.30 Uhr, I 4 und
III6: „Carmen” — Kleines Haus, 15 Uhr: Max= und Moritz=
Bühne — 20 Uhr: Meine Schweſter und ich”. — Orpheum.
20.15 Uhr: „Die tolle Lola”. — Konzerte: Schloßkeller,
Cafs Oper, Café Ernſt=Ludwig, Datterich, Span. Bodega, Reſt.
Bender, Rheingauer Weinſtube, Hotel Poſt, Bismarckeck,
Thea=
ter=Reſtaurant. — Kinovorſtellungen: Union= Helia=
und Palaſt=Lichtſpiele. — Volkshochſchule, 20 Uhr, im
Fürſtenſaal: Engliſcher Abend — Anthropoſ.
Geſell=
ſchaft, 20.15 Uhr, im Ludwig=Georgs=Gymnaſium: Vortrag
Dr. Stein.
Nummer 24
Samstag, den 24. Januar 1931
Seite 7
J. Griesheim, 23. Jan. Die diesjährige Frühjahrs=
Geſellenprüfung findet im Monat April ſtatt.
Anmel=
dungen hierzu werden in der Zeit vom 26. bis 31. Januar d. J.
bei dem Vorſitzenden der Gewerbe= und Handwerker=Vereinigung,
Herrn Zimmermeiſter Schick, entgegengenommen, der jede weitere
Auskunft erteilt. — Das 1. bis 3. Ziel der Gemeinde=, Kreis= und
Provinzialumlagen pro 1930 und die Abſchlußzahlungen für 1929
ſind bis 1. Februar d. J. an die hieſige Gemeindekaſſe zu zahlen.
Im Falle des Verzugs erfolgt ohne weitere Mahnung die
zwangs=
weiſe Beitreibung. Mahnkoſten ſind ab 24 Januar d. J. zu
ent=
richten.
F. Eberſtadt, 22. Jan. Holzverſteigerung. Am Montag
wird im Gaſthaus „Zur Harmonie” aus dem Gemeindewald (Diſtrikt
Prömſter) Holz verſteigert. Am Donnerstag, den 29. Januar, werden
aus dem Diſtrikt Klingsackertanne verſteigert: 190 Langhölzer der
Klaſ=
ſen 2a, 2b. 3a, 3b. 4a, 4b und 5. zuſammen 128,62 Fm. Zuſammenkunft
der Steigerer um 10 Uhr auf dem Bäckerweg, am Eingang des Waldes.
— Fußballverein „Germania‟. Die Hauptverſammlung des
Vexeins findet am Samstag, den 24. Januar, abends 8 Uhr beginnend,
im Gaſthaus „Zur Roſe” (Hill) ſtatt. — Geſangverein „
Ger=
mania‟. Die Hauptverſammlung des Vereins findet am Samstag,
den 24. Januar, im Vereinslokal „Zur Linde” (Eidenmüller) ſtatt.
Be=
ginn 8.30 Uhr. — Fleiſchpreisabſchlag. Die vereinigten
Metz=
ger Eberſtadts haben einen Preisabſchlag auf Fleiſch, Wurſt und Fett
eintreten laſſen. Es koſten jetzt: Ochſen= und Rindfleiſch 1.10 RM. (ohne
Beilage 1,50 RM.), Rinderfett 0,40 RM., Schweinefleiſch 1 RM.,
Kote=
letts und Kammſtück 1.10 RM. (ohne Beilage 1,40 RM.), Leber= und
Blutwurſt 0,90 RM., Schwartenmagen und Fleiſchwurſt 1.10 RM.,
Schmalz 0.90 RM.
Al. Nieder=Ramſtadt, 23. Jan. Turnverein. Die
Jahresver=
ſammlung des bieſigen Turnvereins findet am kommenden Sonntag,
den 25. d. M., nachmittags 3 Uhr beginnend, im Gaſthaus „Zum
Lö=
wen” ſtatt. Aeußerſt intereſſant und wichtig dürften ſich die Geſchäfts=
und Tätigkeitsberichte der einzelnen Abteilungen geſtalten, waren doch
im Verlaufe des abgelaufenen Vereinsjahres eine ganze Reihe erſte
Siege auf allen Gebieten zu verzeichnen. — Gemeindebierſteuer.
Die hieſigen Gaſtwirte haben gegen die Einführung der
Gemeindebier=
ſteuer Einſpruch erhoben mit der Begründung, daß dieſe unſozial ſei
und das Gaſtwirtsgewerbe bedeutend ſchädigen müſſe. Der Einſpruch
kann ſich nur gegen die vom Gemeinderat beſchloſſene Einführung der
Bierſteuer, die am 1. April I. J. in Kraft treten ſoll, richten. Die vom
Kreisamt durch Verordnung eingeführte, bereits am 1. Januar I. J. in
Kraft getretene Bierſteuer muß rechtswirkſam erhoben werden. Sie iſt
am 31. März I. J. wieder außer Kraft zu ſetzen.
Nachrichken des Standesamks Darmſtadk.
Sterbefälle. Am 16. Jan.: Luiſe Wurſter geb. Knodt, 57 J.,
Ehefrau des Geſchäftsführers Neue Niederſtr. 13: Eliſabethe Margar.
Merz, 53 J., ledig, ohne Beruf, Hügelſtr. 77; Wilh. Neuſinger,
Bureaubeamter i. R., 80 J. Heidelbergerſtr. 21; Wilh. Hauck 83 J.,
Taglöhner, Traiſa (Kreis Darmſtadt) hier Erbacherſtr. 25; Auguſte
Wachter 75 J., ledig, ohne Beruf, Hügelſtr 37. — Am 17. Jan.:
Sophie Leller geb. Benz, 79 J. Witwe des Gärtners, Karlſtr. 47. —
Am 16. Jan.: Margarete Kathar. Möſer geb. Wolf, Ehefrau des
Privatiers, Stiftſtr. 19; Hendrikus Martinus Knippers, Chauffeur,
35 J., in Rotterdam, Jan=Porcellisſtraat 8 hier Grafenſtr. 9; Friedr.
Ludw. Burkhardt 8 Mon., Nieder=Ramſtadt, hier
Heinheimer=
ſtraße 21. Am 17. Jan.: Margaretha Eliſabetha Reinhardt geb.
Lehr, Ehefrau des Fabrikanten, 75 J., Liebigſtr. 67: Ernſt Schidel,
Hausmeiſter, 45 J., Rheinſtraße 23: Marie Thalheimer, ohne
Beruf, ledig. Landwehrſtr. 71 Wendel Wolf, Gepäckträger i. R.,
76 J., Magdalenenſtr. 13: Anna Regina Daum geb. Ehrenfels,
Ehefrau des Weißbinders, 64 J., in Nauheim, hier Erbacherſtraße 25.
Am 18. Jan.: Eliſabeth Galsheimer geb. Paul, 61 J., Ehefrau
des Bahnwärters i. R., Löffelgaſſe 26; Kurt Bott, 4 J.,
Wendelſtadt=
ſtraße 13; Walter Müller, 6 Mon., Eich (Kr. Darmſtadt), hier
Hein=
heimerſtr. 21. Am 19. Jan.: Marie Scherrer geb. Wolf, 55 J.,
Ehefrau des Müllers und Landwirts in Höchſt i. Odw., hier
Erbacher=
ſtraße 25 Am 20. Jan.: Anna Maria Katharina Spengler geb.
Keller, Witwe des Bäckers 67 J., Neugaſſe 7. Johann Ludwig Berg,
Güterbodenarbeiter i. R., Im Wingert 5: Dieter Wilhelm Medicus,
2 Tage, Grafenſtr. 41; Ferdinand Wittkop, Reichsbahnoberinſpektor,
64 J., Steinbergplatz 12. Am 21. Jan.: Amalia Hanſtein geb.
Schrvth, 67 J., Ehefrau des Pokizeidieners i. R. Gundernhauſen, hier
Erbacherſtr. 25; Peter Karn, 24 Tage, von Wiebelsbach, hier
Hein=
heimerſtraße 21.
Kirchliche Nachrichten
Samstag (24. Januar.)
Evangeliſche Gemeinden.
Stadtkirche. Abends 8.30 Uhr: Andacht.
3. Sonntag nach Epiphanias (25. Januar).
Kollekte in allen Kirchen für den Evangel. Wohlfahrtsdienſt in
Darmſtadt.
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Köhler. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 5 Uhr:
Abendgottesdienſt. Pfarrer Heß.
Die Stadtkirche, iſt wochentags von 9—4 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle, Vorm. 8.30 Uhr: Morgenandacht Pfarrer
Heß. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wagner.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Schloßkirche. Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher
Gottes=
dienſte: Vorm. 9.30 Uhr: Beichte und Anmeldung in der
Sakri=
ſtei. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen
Abendmahls. Pfarrer Lautenſchläger.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 27. Jan., abends
8 Uhr: Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch, 28.,
und Samstag, 31. Jan., nachm. 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der
Stadtgemeinde. — Freitag, 30. Jan., abends 8.15 Uhr:
Hauptver=
ſammlung des Frauenvereins der Schloßgemeinde. — Samstag.
31. Jan., abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde,
Singekreis.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17) Sonntag, 25. Jan., abends
8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. — Montag. 26.
Jan., abends 8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde (ältere
Ab=
teilung). — Dienstag, 27. Jan., abends 8 Uhr: Kirchenchor der
Stadtkirche. — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (ältere
Ab=
teilung).
Madchenvereinigung der Reformationsgemeinde
(jüngere Abteilung). — Mittwoch, 28. Jan., nachm. 4 Uhr:
Jung=
ſchar der Stadtgemeinde. — Frauenverein der Lukasgemeinde
(Guſtav=Adolf=Kreis). — Abends 6 Uhr: Bibelſtunde. Dekan
Zimmermann. — Abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle und
Schloßkirche. — Jugendbund der Markusgemeinde (ältere Abtlg.),
Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ält. Abtlg.).
— Donnerstag, 29 Jan., abends 8 Uhr: Jugendbund der
Lukas=
gemeinde (jüng. Abteilung). — Freitag, 30. Jan., abends 8 Uhr:
Mütterabend der Stadtgemeinde. — Jugendbund der
Markus=
gemeinde (jüngere Abteilung). — Jugendbund der
Kaplanei=
gemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Bis 31 Januar: Pfarrer
Heß; vom 1. Februar ab: Pfarrer Lautenſchläger.
Krankenpflege durch Diakonen: Hauptſtation im
Diakonen=
heim. Heidelbergerſtraße 21. Fernſprecher 2883.
Ev. Wohlfahrtsdienſt: „Gemeindehaus, Kiesſtr. 17,
Vorder=
haus. 1 Treppe. Sprechſtunden vorm. von 10—12 Uhr und nachm.
(außer Samstags) von 5—6 Uhr. Fernſprecher 4584.
Martinskirche. (Kollekte für den evang. Wohlfahrtsdienſt.)
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Landeskirchenrat D. Waitz.
Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Oſt.
Pfarrer Köhler. — Abends 6 Uhr: Liturgiſche Feier unter
Mit=
wirkung von Soliſten. Pfarrer Beringer.
Mittwoch, 28. Jan., abends 8 Uhr: Bibelſtunde im
Martins=
ſtift: „Zweite Bitte des Vaterunſers. — Abends 8 Uhr:
Bibel=
ſtunde im Gemeindehaus: „1. Moſe 14‟.
Martinsgemeinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.) Montag,
26. Jan., abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Hauptverſammlung
der Männervereinigung und der Nothilfe. — Dienstag, 27. Jan.,
abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Kirchenchor; im Gemeindehaus:
Jugendvereinigung. — Donnerstag, 29. Jan., abends 8 Uhr, im
Martinsſtift: „Mädchenvereinigung (Oſt); im Gemeindehaus:
Mädchenvereinigung (Weſt); Mauerſtraße 5: Poſaunenchor
Freitag. 30. Jan., abends 8 Uhr, im Martinsſtift: „Mütterabend
(Oſt); im Gemeindehaus: Mütterabend (Weſt);
Jugendvereini=
gung (ältere Abteilung).
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Marx. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt.
f. Roßdorf, 23. Jan. Aus dem Gemeinderat. 1. Nachdem
die Gemeinderechnung für Rf. 1929 eine Woche lang zur Einſicht bei der
Bürgermeiſterei offengelegen und Einwendungen nicht vorgebracht
wur=
den, hatte der Gemeinderat die Rechnung zu begutachten. Zum
Vor=
ſitzenden wurde Gemeinderat Engert beſtimmt. Der Vorſitzende trug die
Nechnung rubrikenweiſe vor, Anſtände wurden nicht erhoben. Das
Ge=
ſamtbild war folgendes Ergebnis: Nach der Betriebsabteilung betragen
die Einnahmen für den Betrieb 256 212 Mk., die Ausgaben für den
Be=
trieb 202 325 Mk., ſo daß ein Ueberſchuß in Höhe von insgeſamt 53 887
Mk. verblieb. Dieſer Betrag war am Ende des Ri. 1929 vorhanden in
bar mit 53 329 Mk. und in Ausſtänden (hauptſächlich Mietrückſtänden)
mit 558 Mk. Dieſes Ergebnis iſt als durchaus befriedigend zu
bezeich=
nen und beweiſt eine ſparſame Haushaltsführung. Im Ri. 1930 wird
ſich dieſer Abſchluß leider bedeutend ungünſtiger geſtalten. Auch über
den Stand des Kapitalvermögens Ende Ri. 1929 ſei folgendes erörtert:
Dieſer betrug 22 225 Mk. und verteilt ſich auf gewährte Baudarlehen
ſeitens der Gemeinde mit 17 590 Mk. und Fonds 4635 Mk. Der
Schul=
denſtand Ende Ri. 1929 bezifferte ſich auf 248 113 Mk. und rührt aus
Häuſer=, Schwimmbad=, Straßen= und Kanalbau her. 2. Betr.
Reda=
ratur der Straßenbeleuchtung hatte der Gemeinderat dem Wilhelm
Bock die Ausführung der vorkommenden Arbeiten mit ſofortiger
Wir=
kung bis Ende des Rechnungsjahres 1931 übertragen, wenn die Heſſ.
Eiſenbahn A.=G. ihre Zuſtimmung hierzu erteilt. Nachdem Herr Bock
dieſe Zuſtimmung beigebracht hat, wurden ihm durch die Bürgermeiſterei
die Arbeiten übertragen und dem Herrn Schloſſermeiſter Johann
Bhi=
lipp Felger, der ſeither dieſe Arbeiten ausführte, entſprechende Nachricht
gegeben. Gegen dieſes Vorgehen führt Herr Felger Beſchwerde. Es
kam noch zu teilweiſe ſehr erregten Debatten, die damit endigten, daß
die Beſchwerde Felger der Baukommiſſion zur Vorberatung überwieſen
wurde. Insbeſondere ſoll ſich die Baukommiſſion wegen des
Lager=
beſtandes ſchlüſſig werden. 3. Zum Schluſſe erfolgte noch eine Anfrage
des Gemeinderats Rückert wegen Zuteilung von Baukoſtenzuſchüſſen, die
nachträglich aus außerordentlichen Staatsmitteln erfolgt ſei. Herr
Rückert beanſtandet die Art der Verteilung, da dieſe nicht nach der
Reihe der Entſtehung der Bauten geſchehen ſei. Der Bürgermeiſter
er=
klärt, daß weder der Gemeinderat, noch die Bürgermeiſterei bei der
Zu=
teilung mitzuwirken habe, die Zuteilung erfolge durch das Miniſterium.
Zum Schluſſe fand noch eine geheime Sitzung ſtatt, in der es
eben=
falls zu lebhaften Debatten kam. Damit war die erſte Sitzung des
Ge=
meinderats im neuen Jahre beendet.
Das simd
ie Pachun
tarr
Lustenl, Heiserkelt
Ahrte
Erhältlich in Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar,
Veranſtaltungen: Montag, 26. Jan., abends 8 Uhr;
Kirchenchor und Mütterabend. — Mittwoch, 28. Jan., abends
8 Uhr: Bibelſtunde im Gemeindehaus. Pfarrer Marx.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7.30—5 Uhr zu ſtiller
Andacht geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker. — Vorm. 11.15
Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker.
Veranſtaltungen: Dienstag, 27. Jan abends 8.15
Uhr: Bibelſtunde. — Donnerstag, 29. Jan., abends 8 Uhr:
Mütterabend.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarrer Weiß. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottes=
dienſt. Pfarrer Weiß. — Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt,
Pfarrer Irle.
Veranſtaltungen: Sonntag, 25. Jan., abends 8.15
Uhr: Jugendvereinigung. — Montag, 26. Jan., abends 8 Uhr:
Vortragsabend für die Hausfrauenabteilung des Frauenvereins.
Referentin: Frau Wieſe=Offenbach a. M. — Abends 8.15 Uhr:
Mädchenvereinigung. — Mittwoch, 28. Jan., abends 8 Uhr:
Bibelſtunde für den Oſtbezirk im Gemeindehaus über „Perſon und
Briefe des Johannes. Pfarrer Weiß. — Abends 8 Uhr:
Bibelſtunde für den Weſtbezirk im Saal der neuen Trainkaſerne.
Pfarrer Irle. — Donnerstag, 29. Jan., abends 8 Uhr:
Mütter=
abend. — 8.15 Uhr: Mädchenvereinigung: Heimabend für
Gruppe II. — Freitag, 30. Jan., abends 8 Uhr: Mädchenchor. —
8.15 Uhr: Hauptverſammlung des Kirchengeſangvereins. —
Sams=
tag, 31. Jan., abends 7.30 Uhr: Singekreis.
Pauluskirche. (Kollekte für den Wohlfahrtsdienſt.) Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Müller. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Müller.
Veranſtaltungen: Sonntag, 25. Jan., abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, 26. Jan., abends 8 Uhr:
Jugend=
bund. — Dienstag, 27. Jan., abends 8 Uhr: Kirchenchor. —
Mitt=
woch, 28. Jan., abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Müller.
(Jeremia.) — Donnerstag, 29. Jan., abends 8 Uhr:
Mütter=
abend — Jugendbund. — Samstag, 31. Jan., abends 8 Uhr;
Jugendvereinigung.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Waldeck. — Vormittags 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Epang.
Sonntagsverein: Nachm. 4—7 Uhr Vereinsſtunden. —
Donners=
tag, 29. Jan., abends 8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Ge=
betsſtunde. — Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3.30
Uhr: Bibelſtunde. Prediger Menne. — Montag, nachm. 4 Uhr:
Miſſionsarbeitsſtunde. — Dienstag, nachm. 4 Uhr:
Frauenbibel=
ſtunde. — Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. — Mittwoch,
abends 8.15 Uhr: Gem. Chor. — Donnerstag, abends 8.30 Uhr:
Bibelſtunde. Prediger Bringmann: „Das Leben des Propheten
Elias — Freitag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der
Kinder=
ſchule, Beſſungerſtraße 80. Prediger Bringmann. — Samstag,
abends 8 Uhr: Poſaunenchor. — 8.15 Uhr: Sitzung des
erwei=
terten Brüderrates.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24), Sonntag, nachm.
2.30 Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — Nachm. 4.45
Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Mädchen. — Abends 8.30
Uhr: Gebetsſtunde für junge Mädchen. — Abends 8.30 Uhr:
Spielabend für junge Mädchen und junge Männer. — Montag,
abends 8.30 Uhr: Geſchäftsſtunde. — Dienstag, abends 8.30 Uhr:
Mädchenkreis. — Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund.
Abends 8.30 Uhr: Freundeskreis für junge Männer: „Allerlei
Sang und Klang”, Leitung: Herr Anders. — Donnerstag, abends
8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Evangeliſcher Mädchenverein (Freundinnen=Heim.
Sand=
ſtraße 24). Jeden Donnerstagabend 8.15—10 Uhr:
Zuſammen=
kunft der ortsfremden jungen Mädchen. — Jeden Mittwochabend
½9—½10 Uhr: Abwechſelnd Nähen mit Zuſchneiden, Leſeabend.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22,
Infanterie=Kaſerne, Hof links). Hauptabteilung: Sonntag,
abends 8 Uhr: Literariſcher Abend. — Mittwoch, abends 8.30
Uhr: Bibelabend: „Dein Wille geſchehe” — Jungvolk:
Sonn=
tag, nachm. 3—6 Uhr u a.: Erzählung über „John Paton”,
Dienstag, abends 8.30 Uhr: Miſſionsabend (beide Abteilungen),
— Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Heimabend. — Freitag, abends
8.30 Uhr: Turnen. — Jungſchar (Buben 10—14 Jahre):
Mitt=
woch, nachm. 3.30—6 Uhr: Singen, Geſchichte, Ausklang.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städtiſchen Akademie für
Ton=
kunſt, Eliſabethenſtraße). Sonntag, den 25. Jan. 10 Uhr:
Menſchen=
weihehandlung mit Predigt: 11.20 Uhr: Kinder=Sonntagshandlung.
Möttlinger Freundeskreis. Sonntag, den 25 Jan., Teilnahme an
der Möttlinger Tagung in Offenbach. Treffen 12.45 Uhr Hauptbahnhof.
Montag, den 26. Jan., abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde im „Feierabend”
Stiftſtraße 51.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten),
Mauer=
raße 17. Sonntag, den 25. Jan., vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
m 11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. um 4 Uhr: Predigt. Abends
3.15 Uhr: Jugendſtunde. — Mittwoch, den 28. Jan., abends 8.15
Ihr: Bibelſtunde. — Freitag, den 30. Jan., abends 8.30 Uhr:
Hebetsſtunde.
Chriſtlich=wiffenſchaftliche Vereinigung (Christian Science Society)
n Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule, Neckarſtraße 3. Gottesdienſte
eden Sonntag, vormittags 10 Uhr, und jeden erſten und dritten
Mitt=
voch im Monat, abends 8.15 Uhr. Thema am 25. Januar: Wahrheit;
*redigt: Pſalm 119: 142.
Ehriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag.
en 25. Januar, vorm. 9.30 Uhr: Andacht; 11.15 Uhr: Sonntagsſchule,
Tachmittags 3.30 Uhr: Evangeliumsverkündigung. Abends 8 Uhr:
zugendbundſtunde. — Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Methodiſten=Gemeinde (Evangel. Freikirche). Wendelſtadtſtraße 38.
onntag, 25 Januar vormittags 11 Uhr Sonntagsſchule; abends 8 Uhr
Bredigt. Thema: „Die Tragödie eines Lebens” Prediger E. Bültge.
Mittwoch, 28. Jan., abends 8 Uhr, Bibel= und Gebetſtunde. Prediger
E. Bültge. — Freitag, 30. Jan., abends 8 Uhr, Frauen=Miſſionsverein.
G. Ober=Ramſtadt, 23. Jan. Brennholzverſteigerung.
Am Montag, den 26. d. M., vorm. 9 Uhr, findet im Gaſthaus „Zum
Löwen” (Schneider) die erſte Brennholzverſteigerung aus dem
Gemeinde=
wald Ober=Ramſtadt ſtatt.
— Arheilgen, 23. Jan. Maskenball. Im Gaſthaus zum
gol=
denen Löwen in Arheilgen findet heute ein großer Maskenball ſtatt,
(Vergl. beſ. Anzeige.)
— Hahn b. Pfungſtadt, 23. Jan. Am kommenden Sonntag abend
veranſtaltet der Sportverein Olympia in ſeinem Vereinslokal einen
humoriſtiſchen Unterhaltungsabend.
— Gernsheim, 23. Jan. Waſſerſtand des Rheins am
22. Jan. 1,43 Meter, am 23. Jan. 1.42 Meter, morgens 5.30 Uhr.
Oberheſſen.
h. Gießen, 23. Jan. Eine ſtark beſuchte landwirtſchaftliche
Genoſſenſchaftstagung fand hier ſeitens der Darmſtädter
Ge=
noſſenſchaft unter dem Vorſitz von Direktor Berg und in Anweſenheit
von Profeſſor Dr. Pfaff vom Landwirtſchaftlichen Inſtitut Gießen ſtatt.
Als Gäſte nahmen teil: Landtagsabg. Wilh. Fenchel=Ober=Hörgern und
Landwirtſchaftsrat Dr. Lehr=Lich. Direktor Straßburger ſprach über
das Thema „Das genoſſenſchaftliche Warengeſchäft‟ Er begrüßte das
erfolgreiche Beſtreben der vermehrten Weizenausſaat und den damit
ver=
bundenen Roggenausfall, ſtreifte die Agrarkriſe und agrarpolitiſche
Maßnahmen uſw. Verbandsdirektor Berg behandelte die Fragen des
Bezugsgeſchäftes, des Stichſtoff=Syndikats und weiſt auf die zu
erwar=
tende Ermäßigung der Preiſe durch das Kali=Syndikat hin. Die
Zu=
ſammenlegung mit den Raiffeiſen=Genoſſenſchaften hält er für möglich.
Direktor Ginnow=Darmſtadt referierte über „Das genoſſenſchaftliche
Geldgeſchäft” und Dr. Hilliger=Darmſtadt über Genoſſenſchaftliche
Grundſätze‟ An die ſehr lehrreichen Vorträge ſchloſſen ſich ausgiebige
Ausſprachen.
h. Ettingshauſen, 22. Jan. Rieſige Erfolge in der
Schweinemaſt. Der hieſige Landwirt Philipp Keil ließ ein Schwein
vormittags auf der Gemeindewaage wiegen. Wie erſtäunte er, als das
Tier zurückgebracht wurde und der Wiegeſchein nur 1,60 Ztr. zeigte. Da
er der Sache nicht traute, ließ er ſein Borſtentier am Nachmittag
noch=
mals wiegen, und zwar von dem Stellvertreter des Wiegemeiſters, und
ſiehe da, das Tier hat in etwa fünf Stunden um 50 Pfund Gewicht
zu=
genommen und jetzt ein Gewicht von 2,10 Ztr. erreicht. Man hätte nun
erwarten ſollen, daß alle Schweinezüichter bei Ph. Keil ſich das Rezept
zu ſolch rieſigem Maſterfolg holen würden. Aber nein, die Erregung
wandte ſich gegen den Wiegemeiſter, zumal man glaubt, daß ſolche Fälle
ſchon mehr vorgekommen ſeien. Der ertappte Wiegemeiſter legte
ſchleu=
nigſt ſein Amt nieder.
h. Vom Vogelsberg, 23. Jan. Billige Jagden kann man
jetzt im Vogelsberg haben. Bei der Jagdverpachtung in Burkharts ſank
der Pachtpreis um über 75 Prozent, von ſeither 1700 Mark auf nur
400 Mark Jahrespacht für die Gemeindejagd. Ober=Schmitten koſtete
früher 400 Mark Jahrespacht, heute wurden nur 156 Mark erzielt.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Predigt; 11 Uhr: Sonntagsſchule; 8 Uhr: Predigt. — Montag, abends
8.15 Uhr: Jugendverein (Fragekaſten). — Dienstag, abends 8.15 Uhr:
Singſtunde. — Mittwoch, nachmittags 3 Uhr: Katechetiſcher Unterricht
und Mädchenbund — Donnerstag, abends 8.15 Uhr: Bihelſtunde,
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm.
11.15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 4.30 Uhr:
Wortverkündi=
gung. — Mittwoch. abends 8.15 Uhr: Gebetſtunde. — Freitag,
abends 8.15 Uhr: Wortbetrachtung.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Darm=
ſtadt. Grafenſtraße 20 (Fürſtenſaal): Jeden Dienstag, abends
8 Uhr: Bibelſtudium mit Diskuſſion. Sonntags vormittags
10 Uhr: Kinderverſammlung
Die Heilsarmee, Schulzengaffe 3. Sonntag, vorm. halb 9 Uhr:
Gebetsſtunde; vorm. 10 Uhr: Heiligungsverſammlung; vorm. 11,30 Uhr:
Wegweiſer=Unterricht; nachm. 2,30 Uhr: Kinder=Verſammlung; nachm.
5 Uhr; Kinder=Verſammlung; abends 7 Uhr: Frei=Verſammlung am
Paradeplatz; abends 8 Uhr: Heilsverſammlung. — Von Montag, den
26. Januar, bis Samstag, den 31. Januar, Evangeliſations=Woche. Jeden
Abend um 8 Uhr finden beſondere Verſammlungen ſtatt. — Freitag,
den 30. Januar, abends 8 Uhr: Extra=Verſammlung, gel, von Brigadier
M. Gruner aus Heidelberg, Lokal=Offiziers=Beſtallung.
Advent=Gemeinde, Waldſtraße 18. Sonntag, vormittags 9 Uhr:
Religions= und Erſatzunterricht für Kinder; abends 8 Uhr; öffentliche
Vortrag. Montag: Heimabend und Singſtunde, Mittwoch:
Armennähabend. Freitag; abends 8 Uhr: Gebetsſtunde.
Sams=
tag, vormittags 8,45 Uhr, Lehrerverſammlung, Sabbatſchule und
Pre=
digt: nachmittags 3 Uhr: Jugendſtunde und Singſtunde.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I, Hindenburgſtraße (ehemals
Kaſino): Sonntag, den 25. Jan., vorm. 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr und
Mittwoch, den 28. Jan., abends 8.30 Uhr, Gottesdienſt,
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II. Bismarckſtraße 54,
Sonn=
tag, den 25. Januar, vormittags 9.30 Uhr, nachmittags 4 Uhr, und
Mittwoch, den 28, Jan., abends 8.30 Uhr, Gottesdienſt.
Auswärtige Gemeinden.
Evangeliſche Gemeinde Eberſtadt. Vorm. 9,45 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Anſchließend Kindergottesdienſt. Abends 8 Uhr:
Jugendgottes=
dienſt. Montag, 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar 2; 8 Uhr: Ringabende
der Jungengruppe. Dienstag, 8 Uhr; Frauenabend. Mittwoch,
4 Uhr: Mädchenjungſchar 3: 5,30 Uhr: Bubenjungſchar 1: 8 Uhr:
Kir=
chenchor. Donnerstag, 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar 1: 8 Uhr:
Ningabende der Mädchengruppe. Freitag, 5.30 Uhr:
Bubenjung=
ſchar 2: 8 Uhr: Führerkreis.
Provinzial=Pflegeanſtalt. Nachm. 1.30 Uhr: Gottesdienſt.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 25. Januar:
10 Uhr: Gottesdienſt: 11 Uhr: Kindergottesdienſt der Gr. Montag:
Mädchengruppe. Mittwoch: Bubengruppe. Donnerstag:
Bibel=
ſtunde.
Evangeliſche Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 25. Januar:
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt; abends 8 Uhr im Saale des „
Darm=
ſtädter Hof”: Jugendabend, dargeboten von den Jugendvereinen Nieder=
Ramſtadts „Der Stärkſte” und „Luther in Oppenheim” Eintritt 40
Pfg. Erwerbsloſe 20 Pfg. Montag: Jugendvereinigung.
Diens=
tag: Jungmädchenverein. Mittwoch: Kirchenchor.
Evangeliſche Kirche Ober=Namſtadt. Sonntag, 25. Januar: Halb
2 Uhr nachm.: Gottesdienſt (Pfarrer v. d. Au, Nieder=Modau).
Mon=
tag: Jugendverein. Dienstag: Bibelſtunde. (Bücherausgabe fällt
aus.) Mittwoch: Kirchenchor. Donnerstag: Poſaunenchor. —
Im Pfarrhaus Helferbeſprechung, Freitag: Mädchenverein.
Sams=
tag: Jugendverein.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, den 25. Januar, vormittags
10 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Dr. Bergér=Darmſtadt. — Montag:
Frauenverein. — Dienstag: Kirchengeſangverein und Poſaunenchor. —
Donnerstag: Jungmädchenverein. — Freitag: Jugendbund Wartburg.
Evang. Gemeinde Erzhauſen, Sonntag, den 25. Januar, vormittags
10 Uhr: Gottesdienſt. Nachm. 3 Uhr: Hauptverſammlung des
Kirchen=
chores im Evang. Gemeindehaus. Abends 8 Uhr: Bibelſtunde im
Evang. Gemeindehaus. Anſchließend abends 9 Uhr: Jugend. —
Diens=
tag: FFrauenabend. — Mittwoch: Männerabend. — Donnerstag:
Kir=
chenchor. — Freitag: Mädchengruppe. — Samstag: Jungmannſchaft.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen. Alte Darmſtädterſtraße 14,
Sonntag, den 25. Jan., vorm. 9.30 Uhr. und Donnerstag, den 29. Jan.,
abends 8.30 Uhr Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt, Weingartenſtraße 35.
Sonn=
tag, den 25. Januar, vormittags 9.30 Uhr, und Donnerstag, 29. Jan.,
abends 8.30 Uhr Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtr. 25.
Sonn=
ag, den 25. Januar, vormittags 9.30 Uhr, und Donnerstag, 29. Jan.,
bends 8.30 Uhr Gottesdienſt,
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim, Groß=Gerauerſtr. 3.
Sonn=
g, den 25. Januar, nachmittags 4 Uhr, und Mittwoch, den 28. Jan.,
abends 8.30 Uhr Gottesdienſt,
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf. Dieburger Straße 22.
Sonn=
rg, den 25. Januar, nachmittags 4 Uhr, und Mittwoch, den 28. Jan.,
bends 8.30 Uhr Gottesdienſt
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt. Bahnhofſtraße 22.
Sonn=
ag, den 25. Januar, nachmittags 4 Uhr, und Donnerstag, den 29. Jan.,
abends 8.30 Uhr, Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Rüfſelsheim, Mainzerſtraße 82. Sonntag,
den 25. Januar, nachmittags 4 Uhr, und Donnerstag, den 29. Januar,
bends 8.30 Uhr, Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Eber=
ſtadt, Pfungſtädter Straße 7 I (Reſtauration zur Harmonie):
Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr: „Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Rein=
heim i. O., Kirchſtraße 93. Jeden Samstag, abends 8 Uhr;
Bibel=
udium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Auer=
ſach, Darmſtädterſtraße 28. Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr:
Zibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Bicken=
bach, Darmſtädterſtraße 69. Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr:
Zibelſtudium mit Diskuſſion.
eite 8
Samstag, den 24. Januar 1931
Nummer 24
Das „Todesbook” wieder ſtarkbereik.
Das Unglücksboot „Miß England II”,
mit dem am 13. Juni 1930 der engliſche Rennfahrer Sir Henry Segrave auf dem Windermeere=
See bei einem Weltrekordverſuch tödlich verunglückte, iſt jetzt wieder inſtandgeſetzt worden und für
neue Rekordverſuche ſtartbereit. Unſer Bild zeigt die Ankunft des Bootes auf einem
gummibereif=
ten Spezialwagen am Lough Neagh, dem größten Binnenſee Englands, auf dem der Rennfahrer
Kaye Don neue Verſuchsfahrten unternehmen will.
Lawinenkakaſkrophen überalk.
Die Stelle am Arlberg, an der ſich das Unglück ereignete.
Faſt zugie ch mit dem bayeriſchen Lawinenunglück hat ſich in Oeſterreich ein Lawinenunglück
zu=
getragen. Im Gebiet von St. Chriſtoph am Arlberg, das als eines der hervorragendſten
Ski=
gebirge der Alpen überhaupt gilt, wurden zwei Holländer von einer Staublawine erfaßt, aus der
ſie erſt nach tagelangen Bemühungen tot geborgen wurden.
Heity and Austand.
Zum Aſta=Verbot in Heidelberg.
Heidelberg. Die Nationalſozialiſten
haben im Stadtrat einen Dringlichkeitsantrag
eingebracht, daß die Stadt beim Miniſterium
des Innern vorſtellig werden möge, um die
Auf=
hebung der Ausnahmebeſtimmungen gegen die
Heidelberger Studentenſchaft zu erwirken. Der
Antrag iſt begründet mit der Schädigung, die
Heidelberg dadurch entſtehen könne, wenn beim
nächſten Semeſter viele Studenten die Stadt
meiden könnten.
Der Prozeß gegen Tauſend.
München. Im Prozeß gegen den
Gold=
macher Tauſend wurde geſtern der Präſident
des Verwaltungsrates der Deutſchen
Renten=
bank, Geheimrat von Lentze, gehört. Er
bekun=
dete, daß nach einem Beſuch des Fabrikanten
Mannesmann dieſer ſpäter mit Tauſend zu ihm
gekommen ſei, um ihn für das Verfahren zu
intereſſieren. Es wurde ihm dabei ein
Gold=
klumpen etwa in der Größe eines Enteneies
gezeigt, der aber eine andere Struktur aufwies
als reines Gold. Er, Geheimrat Lentze, habe
ſich aber ablehnend verhalten, da für ihn als
Präſidenten des Verwaltungsrates der
Deut=
ſchen Rentenbank eine private Beteiligung nicht
in Frage kam.
Urteil im Prozeß Märkle.
Karlsruhe. Die Ehefrau Luiſe Märkle
wurde wegen Beihilfe zum Mord zu 4 Jahren
Zuchthaus, abzüglich ein Jahr
Unterſuchungs=
haft, ſowie zur Tragung der Koſten des
Ver=
fahrens und der Reviſion verurteilt. Es
han=
delt ſich um den bekannten Gattenmordprozeß
des Kriminalkommiſſars Werner, der bereits im
Mai vorigen Jahres zur Verhandlung ſtand. In
dem erſten Prozeß war Frau Märkle, die
da=
mals bereits wegen Beihilfe zum Mord
mit=
angeklagt war, freigeſprochen worden, während
der Hauptangeklagte Werner zum Tode
verur=
teilt und ſpäter vom Staatsminiſterium
begna=
digt worden war.
Weihe des neuen Funkhauſes in Berlin.
Berlin. Das neue Haus des Rundfunks,
das gegenüber dem Funkturm und nahe den
Ausſtellungshallen errichter worden iſt, wurde
am Donnerstag abend mit einem kurzen Feſtakt
ſeiner Beſtimmung übergeben. Der gewaltige
Bau wird als Mittelpunkt des geſamten
deut=
ſchen Funkweſens nicht nur das neue Heim der
„Funkſtunde” ſein, ſondern auch die
Reichsrund=
funkgeſellſchaft und das Büro des
Rundfunkkom=
miſſars in ſeinen Räumen aufnehmen.
Elly Beinhorn im Sandſturm.
Berlin. Die Afrika=Fliegerin Elly
Bein=
horn iſt nunmehr in Villa Cisneros gelandet.
Sie geriet auf der Flugetappe Juby—Cisneros
in einen für die dortige Gegend typiſchen
Sand=
ſturm, dem ſie nur durch Umfliegen auf das
Meer hinaus entgehen konnte. Sie konnte
vor=
her nichts über ihren Verbleib melden, da die
Küſtenſtationen teilweiſe durch die Stürme der
letzten Tage geſtört waren.
Der Eſſener Mörder gefaßt.
Eſſen. Der Eſſener Mordkommiſſion iſt
es gelungen, den 28 jährigen Arbeiter Otto
Slawſki, der ſeinen Zimmernachbarn Ottenberg
niedergeſchoſſen und die Vermieterin
lebensge=
fährlich verletzt hatte, vorgeſtern abend in
Langenberg feſtzunehmen. — Wie wir erfahren,
iſt es kurz nach 11 Uhr nachts der Eſſener
Mord=
kommiſſion gelungen, auch die geflüchtete Maria
Spiegelberg in der Nähe des Langenberger
Bahnhofs feſtzunehmen. Faſt um dieſelbe Zeit
iſt die ſchwerverletzte Frau Hermſen ihren
Ver=
letzungen im Krankenhaus erlegen, ſo daß die
Bluttat des gefaßten Mörders nunmehr zwei
junge Menſchenleben gefordert hat.
Gerettete Bergleute.
London. Die im Hanley=Schacht von Stoke
on Trent durch einſtürzende Geſteinsmaſſen von
der Außenwelt abgeſchnittenen fünf Bergleute
konnten nach achtzehnſtündigen, mühſamen
Ret=
tungsarbeiten ſämtlich lebend geborgen werden.
Sie hatten von innen mit den bloßen Händen
drei Meter Schutt beſeitigt, wodurch für ihre
Rettung fünf Stunden gewonnen wurden.
Verhaftung von Rauſchgifthändlern in Kairo.
Kairo. Der Chauffeur des türkiſchen
Ge=
ſandten iſt unter dem Verdacht, Handel mit
Rauſchgiften getrieben zu haben, verhaftet
wor=
den. Außerdem wurden noch zwei Perſonen
un=
ter demſelben Verdacht feſtgenommen.
7
„U9 Aor kein ſaohetes seuen als Bas SGtodtennorn.
Eine engliſche Maſchinengewehrabteilung wirbt neue Rekruten,
indem ſie auf der Straße an der Waffe unentgeltlich praktiſchen Anſchauungsunterricht erteilen
läßt. Die mitgeführten Werbeplakate haben den Text: „Als Soldat der königlich britiſchen Armee
wirſt Du Dich bald viel beſſer fühlen.”
Die Noklandung des engliſchen Gold=Flugzeugs.
Das engliſche Gold=Flugzeug nach der Notlandung. Daneben der Pilot, der leicht verwundet eine
ganze Nacht lang an der Unglücksſtelle Wache halten mußte.
Ein engliſches Flugzeug, das mit einer Ladung von 600 Kilogramm reinem Gold von London
nach Paris unterwegs war, mußte in Kent wegen Maſchinenſchadens niedergehen. Der Pilot ſtand
trotz ſeiner Verletzungen neben dem Flugzeug Wache, bis Hilfe kam.
Ein Serum gegen ſpinale Kinderlähmung
entdeckt?
London. Wie Dr. James Collier,
Privat=
dozent am St.=Georg=Hoſpital in London, einem
Vertreter des „Daily Telegraph” mitteilte, ſoll
dem Arzt Dr. Weſton Hurſt die Entdeckung eines
Mittels gegen ſpinale Kinderlähmung gelungen
ſein. Dr. Hurſt habe durch Uebertragung auf
Pferde ein Mittel gewonnen, das bei ſeiner
An=
wendung auf Affen, die für ſpinale
Gehirnläh=
mungen beſonders empfindlich ſind, großartige
Wirkungen erzielt habe. Dr. Weſton Hurſt iſt
Mitarbeiter des Liſter=Inſtituts für präventive
Medizin in London.
Die italieniſchen Braſilien=Flugzeuge ſind nicht
verkauft.
Rom. Wie das „Giornale d’Italia” aus
Rio de Janeiro meldet, hat der Führer des
ita=
lieniſchen Braſilien=Geſchwaders, General Balbo,
die Meldung als unrichtig bezeichnet, wonach
die braſilianiſche Regierung einige der
italieni=
ſchen Flugboote, die vor kurzem den
Ueberſee=
flug gemacht haben, erworben habe. Er halte
ſich in dieſer Beziehung genau an die Weiſungen
Muſſolinis. Balbo erklärte weiter, die
italie=
niſche Luftflotte werde im nächſten Jahr einen
Ozeanflug nach den Vereinigten Staaten
unter=
nehmen.
Die Beſchießung des Dampfers
„Baden” vor dem Seeamk.
Hamburg. Im großen
Schwurgerichts=
ſaal des Hamburger Strafjuſtizgebäudes trat
geſtern das Seeamt zur Behandlung des Falles
„Baden” zuſammen. Der Andrang des
Publi=
kums beweiſt das ſtarke Intereſſe. U. a. ſind
er=
ſchienen Vertreter der braſilianiſchen und der
ſpaniſchen Regierung, des Auswärtigen Amtes
in Berlin uſw. Den Vorſitz führt Direktor Dr.
Schoen, als Beiſitzer ſind drei Kapitäne und ein
Kaufmann anweſend; als Reichskommiſſar iſt
Vizeadmiral a. D. von Uslar zugegen, als
Schießſachverſtändiger Korvettenkapitän
Kien=
aſt von der Marineleitung Berlin. Zu den
Vor=
gängen im Hafen von Rio de Janeiro, am
24. Oktober 1930 äußert ſich zunächſt Kapitän
Rolin. Er legte u. a. dar: Mit Rückſicht auf die
durch die Unruhen geſchaffene ungewöhnliche
Lage, habe er ſich zu dem üblichen Paſſierſchein
der Hafenpolizei noch einen beſonderen
Paſſier=
ſchein erbeten, um alle Schwierigkeiten zu
ver=
meiden. Der Schein beſagte, daß keine Bedenken
gegen die Ausfahrt der „Baden” beſtänden. Den
Vermerk, ſich mit dem Kommandanten des zu
paſſierenden Forts in Verbindung zu ſetzen, hat
Rolin überſehen. Das Schiff hatte alle üblichen
Flaggen geſetzt. Eine Meile vor dem Fort Santa
Cruz wurde Signal gegeben, um die
Aufmerk=
ſamkeit auf die „Baden” zu lenken. Der
Damp=
fer war bereits zehn Minuten am Fort vorbei,
als man einen Schuß hörte. Es folgte eine
zweite Detonation, und während man von der
Schiffsbrücke das Fort beobachtete, folgte der
dritte Einſchlag, der die ſchweren Verwüſtungen
auf dem Hinterſchiff anrichtete. Dieſen Schuß
hatte das Fort Vivia abgegeben.
Rolin erklärte, daß man nach der Sachlage
das Schiff auch anders hätte zum Stoppen
bringen können, des ſcharfen Schuſſes hätte es
nicht bedurft. Kapitän Rolin war ſtets der
Meinung, daß die Schüſſe gar nicht der Baden”
galten. Den Abtransport der Toten,
Verwun=
deten und Kranken hat die braſilianiſche
Ha=
fenbehörde angeordnet, nachdem die
Schiffslei=
tung ſie nach einem vom Hafenkapitän
angege=
benen Platz befördert hatte.
Der erſte Offizier Cammann, der nach dem
Kapitän gehört wird, hatte von der Ausſtellung
des Sonderpaſſes gehört und darum ebenfalls
an keinerlei Gefahr gedacht. Das Signal vom
Fort hat er für ein nationales Signal
gehal=
ten, das der „Baden” nicht gelten konnte. Der
Zeuge Offizier Störmer hat drei Schüſſe gehört.
Wie von braſilianiſcher Seite behauptet wird,
ſoll fünfmal geſchoſſen worden ſein.
Der deutſche Bordarzt erklärte, daß er bei
der Behandlung der Verletzten von ſeinem
vör=
tugieſiſchen Kollegen im Stich gelaſſen worden
ſei. Der ſpaniſche Arzt habe ſich krank gemeldet;
vom Hafenkapitän in Rio ſei dem Bordarzt kein
Kollege zur Verfügung geſtellt worden.
Der Seeamtsſpruch zum Falle „Baden”.
Schuld auf beiden Seiten.
Nach Anhörung des Schießſachverſtändigen
und längeren Ausführungen des
Reichskommiſ=
ſars, die ſich im weſentlichen mit dem
nachfol=
genden Spruch decken, verkündete das Seeamt
ſeinen Spruch in Sachen der Beſchießung des
Hapagdampfers „Baden” bei der Ausfahrt aus
dem Hafen von Rio am 24. Oktober 1930. Der
Spruch beſagt, daß der traurige Vorfall zunächſt
durch die Beſatzung des Forts Santa Cruz
ver=
ſchuldet worden ſei, deren nicht verſtändliches
Signal erſt die Möglichkeit zu dem ſchlecht
ge=
zielten Warnungsſchuß des Forts Vigia ſchuf,
durch den dann 31 Menſchen getötet und 39
ver=
wundet wurden. Neben den Beſatzungen der
beiden braſilianiſchen Forts trage Kapitän
Rol=
lin von der „Baden” inſofern einen Teil der
Schuld, als er den Paſſus in ſeinem
Ausfahrts=
ſchein, welcher ihn anwies, ſich mit Santa Cruz
in Verbindung zu ſetzen, überſah. Mit
Rück=
ſicht auf die unruhige Lage hätte er ohnehin
beſſer getan, ſchon ſogleich nach dem
unverſtänd=
lichen Santa=Cruz=Signal zu ſtoppen. Die nach
dem Vorfall von der Schiffsleitung und dem
Bordarzt veranlaßten Maßnahmen erkennt das
Seeamt als ordnungsgemäß an.
Fährunglück bei Serajewo.
Vier Todesopfer.
Serajewo. Auf der Bosna ereignete ſich
vorgeſtern vormittag in der Nähe der Stadt ein
Fährunglück. Eine Fähre mit acht Frauen an
Bord begann in der Mitte des Fluſſes zu ſinken,
wobei ſämtliche Inſaſſen ins Waſſer fielen. Vier
von den Frauen ertranken.
Nummer 24
Samstag, den 24. Januar 1931
Seite 9
Geſchichten aus aller Welt.
Mr. Tuſſaud erzählt.
(g) London. John Theodore Tuſſaud, der Bruder und
Geſchäfts=
verwalter der Madame Tufſaud, deren Wachsfigurenkabinett in London
Weltruf genießt, veröffentlicht in engliſchen Zeitungen Erinnerungen in laut: „Na, alter Junge, wir beide, wir haben’s aber mal gut; wvie?‟
angenehmem Plauderſtil, denen wir folgende Anekdote entnehmen:
Die lebenden Berühmtheiten, die in das Figurenkabinett aufgenom= Alfons ſelbſt, ſtimmten in das Gelächter mit ein.
n werden ſollen, müſſen, wenn ſie erreichbar ſind, dem Modelleur
inige Stunden Modell ſitzen. Sämtliche Mitglieder der engliſchen
Kö=
nigsfamilie, von der großen Queen Victoria angefangen, haben ſich nicht
geſcheut, ſich zu dieſem Zweck zur Verfügung zu ſtellen. Als der jetzige
Prinz von Wales modelliert wurde, konnte der Künſtler wiederholt vor
Lachen nicht weiterarbeiten, denn der königliche Gaſt erzählte ihm wäh= geholfen werden ſolle,
rend der Sitzung luſtige Reminiſzenzen aus ſeiner Univerſitätszeit. Sehr
eigenartig berührte das Verhalten Sir Erneſt Shackletons, des Entdeckers
des Südpols. Die erſte Sitzung mit ihm mußte abgebrochen werden,
weil es dem Polarforſcher im Atelier — — zu kalt wurde!
Mafreddin Schah Kadia, durch das berühmte Wachsfigurenkabinett
füh=
ren. Beſonderes Intereſſe brachte dieſer orientaliſche Herrſcher der
ſo=
genannten Schreckenskammer entgegen, wo er insbefondere die getreue
nahm. Plötzlich äußerte er den Wunſch, dieſe ſympathiſche Maſchine in
Freiwilligen, der ſich der Prozedur unterziehen wolle. Bezeichnend für
das Regicent, das er in ſeinem Lande führen mochte, war die Tatſache,
daß ſich das ganze Gefolge wie ein Mann mit tiefen Verbeugungen
be=
reit erklärte, für Seine Majeſtät das Haupt auf den Block zu legen.
Selbſtverſtändlich ließ die Leitung des Unternehmens ein derartiges
Ex=
periment nicht zu, und verſchnupft verließ der Schah die Räume. —
Mit einem anderen Herrſcher des Orients hatte Tuſſaud ein weniger
burleskes, im Gegenteil ſehr tragiſches Erlebnis. Anläßlich eines
Be=
ſuches ſtellte König Chulalongkorn von Siam an ſeinem wächſernen
Eben=
bilde erſtaunt feſt, daß es eine echte, von ihm früher perſönlich
getra=
gene Gewandung aufwies. Auf ſeine Frage, woher dies echte Koſtüm
ſtamme, gab Tuſſaud in ſeiner ganzen Unſchuld und Unkenntnis
fern=
tlicher Deſpotie die Antwort, er habe es vor Jahren von einem
Hof=
mten Seiner Majeſtät käuflich erworben. Er nannte auch den Namen
Jes Mannes. Zu ſeinem Entſetzen erfuhr er ein halbes Jahr ſpäter,
daß der König dieſen Beamten in Bangkok wegen Unterſchlagung und
Diebſtahls vom Henker hatte erwürgen laſſen. —
Da iſt die Begegnung mit dem damaligen Kronprinzen Alfons von
Spanien doch entſchieden freundlicher. Er beſuchte das Kabinett der
Madame Tuſſaud mit ſeiner jungen Braut, die er wenig ſpäter heiraten
ſollte, und tippte ſeinem Ebenbilde aus Wachs mit luſtigem
Augen=
zwinkern vor den Blicken aller Anweſenden auf die Schulter und meinte
Die Braut lachte laut auf, und alle, die zugegen waren, nicht zuletzt
Sunhatſen, der erſte Präſident der chineſiſchen Republik, ſchien etwas
eitel zu ſein, denn als er 1911, auf ſeiner Heimreiſe aus Amerika, vor
ſeiner Figur in London ſtand, bemängelte er das Fehlen eines
Grüb=
chens, das er am Kinn trug, und gab ſich erſt zufrieden, als Mr.
Tuſ=
ſaud ihm ehrenwörtlich zugeſichert hatte, daß dieſem Mangel ſofort ab=
Alles zu ſeiner Zeil.
(g) London. Ganz London lacht jetzt über ein Telephongeſpräch,
Im Jahre 1875 ließ ſich auch der damalige Schah von Perſien, das durch die unverantwortliche Indiskretion, einer der größten
eng=
liſchen Verſicherungsgeſellſchaften bekannt geworden iſt. Sein Held dürfte
auch bei uns in Deutſchland ſeine Anhänger haben; die Romane und
Bühnenſtücke des Herrn Jerome K. Jerome erfreuen ſich auch bei uns
Nachbildung der franzöſiſchen Revolutions=Guillotine in Augenſchein einer ziemlichen Beliebtheit. Miſter Jerome wird nun, allem Anſcheine
nach mit vollem Recht, nachgeſagt, er ſei der naivſte Menſch des Jahr=
Aktion zu ſehen, und bat ſein verſiſches Gefolge um Geſtellung eines hunderts, der den realen Erſcheinungen des Alltagslebens wie ein
hilf=
loſes Kind gegenüberſteht.
Er klingelte eines Tages die Geſellſchaft an: „Nehmen Sie
Feuer=
verſicherungen an?‟ Zu jeder Zeit, Sir” bejahte der Beamte höflich.
„Kann die Anmeldung auch telephoniſch erfolgen?”, erkundigte ſich
Jerome weiter.
„Jawohl, Sir.”
„Bitte, notieren Sie!"
„Danke Sir. Wir entſenden gelegentlich unſeren Vertreter, um die
Unterſchriften einzuholen.”
„Schicken Sie den Mann ſofort” bat Jerome. „Ich bin gern
be=
reit, das Auto für den Herrn zu bezahlen. Die Sache duldet aber keinen
Aufſchub; das Haus brennt ſchon!“
Reliquien der Aviakik.
(aga) New York. Die Smithſonian Inſtitution in Waſhington
erhielt dieſer Tage eine Sammlung von Andenken an einen längſt der=
geſſenen Pionier des Flugweſens. Profeſſor Thaddeus S. C. Lowe, als
Geſchenk; ein paar Fetzen ſeidener Frauenkleider, einen Brief Abraham
Lincolns und einige Photographien. Lowe wollte kurz vor Ausbruch
des amerikaniſchen Bürgerkrieges mit ſeinem Ballon über den Atlantik
fliegen. Der erſte Schuß vor Fort Sumter ließ Lowe ſich dem General
Scott zur Verfügung ſtellen. Das Refultat waren fünf Feſſelballons.
die an klaren Tagen hoch über Mc. Clellans Armee aufſtiegen. Der
Be=
fehlshaber der Südarmee ſchrieb damals, „mit neidiſchen Augen
muß=
ten wir zuſehen, wie ſie uns beobachteten. Ein Genie ſchlug vor, wir
ſollten im ganzen Süden die Seidenkleider einziehen und einen Ballon
daraus machen”. So geſchah es — der Ballon der Konföderierten wurde
im James=Fluß auf einem Boot montiert, freilich bald von der
Nord=
armee gekapert, die die Reſte des Ballons Lowe zum Geſchenk machte.
Mit dem Ballon verſchwand das letzte Seidenkleid der Konföderation
—ſo ſchrieb Longſtreet. Lowe aber gründete ſpäter in Kalifornien die
ſeinen Namen tragende Sternwarte. Unter der Sammlung, die jetzt
ausgeſtellt wird, befindet ſich der erſte für Leitung des Artilleriefeners
verwvendete Höhenmeſſer.
Der Slokkerer iſt arbeitsmüde.
(s) New York. Roscbe Ate3, der langjährige Meiſter=Stotterer
von Hollywood, iſt arbeitsmüde. Während der relativ kurzen
Lebens=
dauer des Tonfilms wurden ſämtliche Stotterer=Rollen von dieſem
Schauſpieler „verkörpert”, und nun iſt der Stotter=Spezialiſt ſo weit,
daß er ernſthaft befürchtet, das richtige, ſtotterfreie Reden gänzlich zu
verlernen. Er tritt in den Generalſtreik und wünſcht demnächſt eine
nor=
male Sprechrolle zu bekommen. Man wird dem frommen Wunſche wohl
nachkommen müſſen, um den Mann nicht zu verſtimmen, denn derartige
„Fachkräfte” ſtehen in Hollywood hoch im Kurs.
Dienſt am Kunden.
(aga) New York. Wie es einer Zeitung vom Range der Newv
York Times zukommt, iſt man dort jederzeit zu Auskünften bereit.
Kürz=
lich wurde ein Bewohner der mittleren Stadt durch den Lärm der
an=
rückenden Feuerwehr geweckt. Es handelte ſich offenbar um einen
grö=
ßeren Brand, denn Spritze um Spritze, Gerätewagen um Gerätewagen
rückten an. Der beſorgte Bürgersmann telephonierte nach der Times=
Redaktion und fragte, wo es brenne. Man teilte es ihm mit. „Iſt das
Feuer groß?”, fragte er weiter. Der Auskunft gebende Times=Nedakteur
zögerte einen Augenblick mit der Antwort und fragte dann: „Wo ſind
Sie denn jetzt, im Bett?” Etwas überraſcht befahte der Frager. „Na,
dann bleiben Sie ruhig im Bett. Das Feuer iſt der Mühe des
Auf=
ſtehens um dieſe Zeit kaum wert.”
holländiſche Raſſe, Abſtammung
Herdbuchkühe, ſtehen zum Verkauf.
Wartensleben & Lebi
Heinheimerſtraße 11 1520) Telefon 526
Montag, den 26. ds. Mts. von
orm. 9 Uhr ab, werden in der Turn.
halle am Woogsplatz hier aus der
Förſterei Beſſ. Laubwald — letzte
Ver=
ſteigerung — Abtlg. Dieterſchlag 2, 4,
Franzoſenberg 14, 15, Ständige
Weide 18, 19 21, Hirtenhaus 23 und
Dachsberg 30, Los=Nrn. 633—1166 u.
1349—1368, verſteigert:
Scheiter, rm: 494 Buche, 155 Eiche, 44
Kiefer; Knüppel, rm: 149 Buche, 58
Eiche, 20 Kiefer.
Darmſtadt, den 19. Jan. 1931. (st1346
Städt. Güterverwaltung.
(Einzige
Brennholzverſteige=
rung aus Förſterei Einſiedel)
Freitag, den 30. Januar,
vor=
mittags 9 Uhr, wird in Darmſtadt
(Wirtſchaft Heiliges Kreuz) aus
Forſt=
ort VI1 Aſpenſchlag 1, 2, 3,
Kernwieſen=
teil 4, Bohleneck 6, Alter Hegwald 8,
10, 11, Schröders Säu 12, Ob. d.
Rott=
wieſe 13, 15, Hinter d. Rottwieſe 14,
Wildſcheuerlachteil 16, 17. Breitenberg
18. 19, VIII Rotſuhl 4, Hengſtriedlache
2b, 3b, 9, 10a, Rottwieſenſchlag 1, 11
nachſtehendes Holz verſteigert:
Scheitholzrm: 261 Buche, 17
Hain=
buche, 567 Eiche (davon 59 rm 2,5 m
lange Pfoſten in Wildſcheuerlachteil 17),
67,3 Birke, 2 Eſche, 1 Linde, 5 Kiefer,
1,3 Fichte; Knüppelholz rm: 72,3
Buche, 23 Heinbuche, 325,2 Eiche (davon
19 rm 2,5 m lange Pfoſten in
Hengſt=
riedlache 2b. 3b u. Wildſcheuerlachteil 17).
42 Birke, 1 Erle, 1 Linde, 28 Kiefer
1 Fichte, 1 Weymouth; Reiſerholz
I. Kl. rm: 17,4 Buche, 118 Eiche;
Reiſerholz IIl. Kl. Wellen: 685 Buche.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
einzuſehen. Mit H geſchlagene Nummern
kommen nicht zum Ausgebot. Auskunft
durch Förſter Lohfink, Forſthaus Einſiedel
(Tel. Meſſel 9) und unterzeichnetes Amt.
— Darmſtadt, den 22. Januar 1931.
L59) Forſtamt Kranichſtein.
Am Donnerstag, den 29. Januar
1931, vormittags 9 Uhr, werden in
der Turnhalle am Woogsplatz das
geſamte Nutzholz aus dem Staatswald
der Förſtereien Böllenfalltor u.
Beſſun=
ger Forſthaus öffentlich meiſtbietend
verſteigert:
Langholz u. Abſchnitte N: Eiche 2.
Kl. 12 St. — 3,42 fm. 3. Kl. 6 St. —
5,05 fm, 4. Kl. 3 St. — 2,75 fm, 5. Kl.
17 St. — 23,39 fm, 6. Kl. 4 St. — 4,80
fm. Buche 2. Kl. 3 St. — 1,61 fm, 3. Kl.
10 St. — 9.12 fm, 4. Kl. 10 St. — 12,35
fm, 5. Kl. 3 St. — 5.31 fm, 6. Kl. 4 St.
— 8,72 fm, Erle 2. Kl. 1 St. — 0,63 fm.,
3. Kl. 1 St.. — 0,54 tw. Eſche 3. Kl 1
St. — 0,45 fm, Kiefer 2a Kl. 14 St. —
6 38 fm. 2b Kl 63 St. — 43,19 fm, 3a
Kl. 24 St. — 21,39 fm, 3b Kl. 9 St. —
11,84 fm, 4a Kl. 3 St. — 4,09 fm. Fichte
1a Kl. 24 St. — 4,45 fm, 1b Kl. 85 St.
— 33,73 fm, 2a Kl. 55 St. — 40,14 fm,
2b Kl. 12 St. — 12,81 fm, 3a Kl. 5 St.
— 7,32 fm, Douglas 1a Kl. 2 St. —
0,24 fm. 1b Kl. 1 St. — 0,18 fm, 2a Kl.
1 St. — 0,38 fm, Weißtanne 2a Kl. 1 St.
— 0,57 fm, Weymouthkiefer 3a Kl. 1 St.
— 057 fm.
Langholz und Abſchnitte F: Eiche
Kl. 1 St. — 3,66 fm, 8. Kl. 2 St. —
7,26 fm, Fichte 2b Kl. 1 St. — 1,11 fw.
Ferner Derbſtangen: 12 Fichte I.
Kl., 4 II. Kl., 23 III. Kl., 4 Lärche I. Kl.,
3 11, Kl., 10 III. Kl.
Nutzſcheit, rm: Eiche 33,8, Buche
24,9, Birke 3, Erle 5.
Das Holz iſt vorher einzuſehen. Blau
geſtrichene Nummern kommen nicht zum
Ausgebot. Nähere Ausiunft erteilt für
die Förſterei Böllenfalltor Herr Förſter
Benſel, Forſthaus Böllenfalltor (
Fern=
ruf 3445), für die Förſterei Beſſunger
Forſthaus Herr Förſter Leyerer,
Beſ=
ſunger Forſthaus (Fernruf 2666). (1542
Darmſtadt, den 22. Jan. 1931.
Heſſ. Forſtamt Darmſtadt.
Mittwoch, den 28. Januar 1931,
vormittags 10 Uhr, kommt dahier
fol=
gendes Nutzholz zur Verſteigerung:
1. Eiche 1. Kl. 20 St. — 1,39 fm, II. Kl.
2 St. — 0,66 fm, III. Kl. 56 St. —
35,41 fm, 1V. Kl. 35 St. — 34,47 fm,
V. Kl. 4 St. — 7,52 fm, VI. Kl. 1 St.
— 1.36 fm;
2. Birke III. Kl. 2 St. — 1,03 fm;
3. Ulme 10. Kl. 1 St. — 0,53 fm;
4. Eichen=Nutzſcheiter 5 rw.
Die Zuſammenkunft iſt auf dem
Gries=
heimerweg am Eingang des Waldes.
Büttelborn, den 22. Jan. 1831.
Heſſ. Bürgermeiſterei Büttelborn.
(1543
Barthel.
Am Mittwoch, den 26. Januar
1931, nachmittags 2 Uhr beginnend,
ver=
ſteigert die fürſtliche Oberförſterei
Viel=
brunn im Hotel zur Poſt in Höchſt
i. Odenw. aus Schutzbezirk Schloß=Nauſes
ca. 300 Ster Laubbrennholz
ſorwiegend Buche),
„ 35 Ster Nadelbrennholz und
„ 6000 Stck. Buchen= und Eichen=
Wellen,
1 Em Fichtenſtammholz,
4 Fm Lärchenſtammholz
„ 250 Stck. Lärchen=, Fichten= u.
und Weißtannenſtangen.
Die mit O bezeichneten Nummern
kommen nicht zum Ausgebot. Nähere
Auskunft durch Herrn Forſtwart Vock
Schloß=Nauſes. Bei Barzahlung in=
Verhalb 4 Wochen werden 3½ Skonto
gewährt.
(1545
Donnerstag, den 29. Jan. 1931,
vorm. 10 Uhr beginnend, werden
aus dem Eberſtädter Gemeindewald,
Diſtrikt Klingsackertanne, Abtlg. 44a,
43b, 48a, die nachverzeichneten
Holzſorti=
mente meiſtbietend verſteigert:
6
95
55
16
2
Stück Langholz Kl. 2a — 1,93 fm
2b — 4833
3a — 40,23
3b — 14,66
4a — 9.22
4b — 10,83
5 — 3.42„
Zuſammenkunft der Steigerer auf
dem Bäckerweg am Eingang des Waldes.
Nähere Auskunft erteilt Herr Hilfsförſter
Mohr, Neue Darmſtädterſtr. 51. (1538
Eberſtadt, den 21. Jan. 1931.
geſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt (Bergſtr.).
Der Bürgermeiſter: Dr. Uecker.
ZUM SONNENTOR
DURCH ALTES INDIANERLAND
Erlebnisse und Autnahmen einer Forschungsreise
in Nord-Argentinien, Boltvien, Peru und Fucatan
VON RICHARD N. WEGNER
Protessor Dr. med, et phil.; Frankfurt a. M.
Das Hamburger Fremdenblatt
schreibt am 3. Januar 1931:
Wissenschaftlich geschrieben und dennoch durch die
reiche Gabe des lebhaften Erzählertalentes im Verein mit
prächtigen Ilustrationen ein äußerst sbannendes
Reisewerk. Wir erleben die uralte Kultur des
Inka-
staates und der in jenen Gebieten noch vorhandenen, zum
Teil stark europäisch beeinflußten, zum Teil aber noch
fast unberührt, ja, sogar auf drimitruster Stufe
leben-
denden Incianerstämme. Wir schauen die Ruinen von
Tiuhuanacu am 4000 Meter hoch gelegenen Titicacasee.
Wir erleben die erhabene Pracht der mit ihren Eishäuptern
bis zu 7000 Metern in das hellblaue Aetherreich des
Kon-
dors hinaufragenden Bergriesen der Anden und im
krassen Gegensats dazu die fast undurchdringlichen
Urwaldlandschaften und Sumpfgebiete der
Flußniede-
rungen Ostboliutens, Von dort geht es nach Peru. Der.
Schluß dieses so interessanten Reisewerkes tührt uns
durch den Panamakanal über Cuba eur Halbinsel Vucatan
nach Südmeriko zu den auch heute noch gewaltig und
prachtvoll wirkenden Ruinen der im tiefen Urwald von
einstiger Macht träumenden Tempelstädte des unter dem
Ansturm der spanischen Conguistadoren vernichteten
Mayareiches.
180 Seiten Text; 3 Tafeln in Viertarbendruck,
168 Abbildungen auf 122 Schwarztateln (19X25 cm),
43 Zeichnungen im Text und einer Uebersichtskarte.
In Ganzleinen gebunden: RM. 18.50.
Zu haben in jeder Buchhandlung, in der Geschättsstelle des
„Darmstädter Tagblatt” und direkt vom
L.. C. WITTICH VERLAG T DARMSTADT
Aus den Amtsverkündigungen
des Kreisamts Darmſtadt und den
Bekanntmachungen des Polizeiamts
Darmſtadt.
Gefunden: 1 Damenſchirm, 1
Fenſter=
laden, 1 Portemonnaie mit Inhalt,
1 Handwagen, 1 vergoldetes
Glieder=
armband, 1 Zehn=Mark=Schein, 1
Kin=
dertäſchchen, 2 Marktnetze. 1
Markt=
taſche, 1 ſeidener Schal. 1 Hornzwicker.
— Zugeflogen: 1 Kanarienvogel.
Wir machen wiederholt darauf
auf=
merkſam, daß auch noch
Fundgegen=
ſtände vorhanden ſind, die in früheren
Bekanntmachungen verzeichnet ſind.
In=
tereſſenten können die Fundgegenſtände
während der Büroſtunden auf Zimmer
Nr. 11 beſichtigen.
Wir geben gleichzeitig bekannt, daß
am Montag, 26. 1. vorm. 10 Uhr
Hü=
gelſtraße 31/33, Zimmer 12, die
Ver=
ſteigerung der in dem letzten
Halb=
jahr 1929 von dem Eigentümer nicht
ab=
geholten Fundgegenſtände ſtattfindet.
Zur Verſteigerung gelangen; Uhren,
Schmuckſachen. Regenſchirme. Stöcke,
Handtaſchen uſw.
Beſchluß.
In dem Vergleichsverfahren zur
Ab=
wendung des Konkurſes über das
Ver=
mögen des Kaufmanns Jgnatz
Ziegel=
laub in Worms, Inhaber der Firmen
E. Scheierings Möbelhaus in Worms,
E. Scheierings Möbelhaus in
Ludwigs=
hafen, Kaufhaus Univerſum in Worms,
Kaufhaus Univerſum in Darmſtadt,
L. Halbreich Nachf, in Worms, wird der
in dem Vergleichstermin vom 10. Januar
1931 angenommene Zwangsvergleich
be=
ſtätigt und das Vergleichsverfahren
auf=
gehoben.
(1547
Worms, den 21. Januar 1931.
Heſſ. Amisgericht.
Holzverſteigerung M. 3
vom 21. d. Mts. iſt genehrigt. Ausgabe
der Abfuhrſcheine Dienstag, 3. Februar.
Ueberweiſung und erſter Fahrtag
Mitt=
woch, 4. Februar, vormittags 8 Uhr.
Darmſtadt, den 22. Januar 1931.
Forſtamt Kranichſtein.
1562)
Holzverſteigerung Mr. 5.
(Einzige Brennholzverſteigerung
aus Förſterei Bayerseich.)
Mittwoch, 28. Januar, vorm. 9 Uhr,
wird in Arheilgen (Wirtſchaft „Zum
Schwanen”) aus Forſtort I
Bauernwieſen=
ſchlag 3, 5, 6, Faulbruch 9, 14a, 15a, 17,
18. 19 20, 21, 22, Olenberg 13, II
Tann=
acker 7, 8, 9, 10, Wildgraben 12, Birken
13. 14, 15a, 16. 17, 18, 21, 22, III
Mühl=
leck 1, 2 nachſtehendes Holz verſteigert:
Stammholz Fm.: Eſche 0,34, 2, 1.48,
3, Kiefer 5,05 2a, 1,00 2b, 0,75 3a, 2,823b,
Lärche 0,45 3a, 5,60 3b, Fichte 0,29 1b,
11,56 2a, 13.06 2b, 3,83 3b, 2,38 4a;
Nutzſcheitholz Rm.: Eiche 1 28,2
geſpal=
ten 2,6 rund, II 2 geſpalten, 71,4 rund
(hiervon 60,4 Rm. 3 m lange Pfoſten in
Faulbruch 15a); Scheitholz Rm.: 181
Buche, 7 Hainbuche, 344,4 Eiche (hiervon
3 Rm. 2,5 m lange Pfoſten in
Bauern=
wieſenſchlag 5, 5 Rm. 3 m lang desgl.
in Faulbruch 15a), 2 Eſche, 1 Roteiche,
102,8 Kiefer, 4 Lärche, 4 Weymouth, 1
Fichte; Knüppelholz Rm.: 76 Buche,
2 Hainbuche, 379 Eiche (davon 36 Rm.
2,5 m lange Pfoſten in Faulbruch 15a,
22a, Tannacker 10), 2 Roteiche, 1 Eſche,
5 Birke, 115 Kiefer (davon 11 Rm. 2 m
lange Schweineſtalleger in Faulbruch 22b),
1 Weymouth, 5 Fichte; Reiſerholz 1.Kl.
Rm.: 45 Buche, 68 Eiche, 1 Eſche, 12 Birke,
7Kiefer; Stockholz Rm.: 18Buche,33 Eiche.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
einzuſehen. Mit H geſchlagene Nummern
kommen nicht zum Ausgebot. Auskunft
durch Förſter Klipſtein, Forſthaus
Bayers=
eich (Tel. Langen 513) und unterzeich=
(1560
netes Amt.
Darmſtadt. den 22. Januar 1931.
Forſtamt Kranichſtein.
Statt Karten.
Adolf Pfeifer und Frau
Lina, geb. Kaeſiner
Vermählte
Darmſiadt, den 24. Januar 1931.
Karlsſtr. 29
Forſtmeiſterſtr. 2
Die kirchliche Trauung findet Sonntag,
den 25. Januar, 15 Uhr, in der
Petruskirche ſtatt.
Uhre Vermählung beehren sich anzuzeigen
Wily Kühn und Frau Annemarie
geb. Schneider
Darmstadt
Schützenstr. 6
Hol2str. 9
Kirchl. Trauung: Sonntag, den 25. Januar 1931, nachmittags
2 Uhr, in der Schloßkirche.
Statt Karten.
Heinrich Bloch
Liesel Bloch
geb. Mottmann
Vermählte.
Darmstadt
Lampertheim
(Rhein)
Friedrich Gerbig
Marie Eerbig
geb. Biſchoff
Vermählte
Moldenhauerweg 41
Kirchl. Trauung: Sonntag nachmittag
½3 Uhr im Paul Gerhardhaus,
Wald=
kolonie.
Statt Karten.
Heinrich Maus
Marie Maus, geb. Frölich
Vermählte
Darmſtadt, Taunusſtraße 42.
Stat Korten.
Allen Freunden und Bekannten
herz=
lichen Dank für das freundliche Gedenken
anläßlich unſerer Vermählung.
Jakob Löhr
und Frau Elſe, geb. Kroll
Die Beiſetzung unſeres
Freundes und Hausgenoſſen
Eugen b. Truſchewitſch
ehem. rufſ. Hauptmann:
erfolgt vorausſichtlich
Mon=
tag, den 26. Januar, vorm.
10.30 Uhr, auf dem
Wald=
friedhof.
Major a. 2. Deiß
155) und Familie.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teil=
nahme bei dem Heimgange unſerer
lieben entſchla enen Mutter
Katharina Spengler
geb. Keller
prechen wir Allen unſeren innigſiten
Danr aus. Beſonders danken wir Herrn
Kaplan Enzinger, den Barmheizigen
Schweſtern ür ihre treue Pflege, ſowie
em Reichsbund der Kriegsbeſchädigten
ür ſeine Kranzniederlegung und den
Trägerinnen des Darmſtädter
Tag=
blatis.
Die trauernden Hinterbliebenen
Geſchw. Spengler.
Darmſtadt, den 24. Januar 1931.
Neugaſſe 7.
imter,
Nach langer, ſ
Herr Carl Daum
verſchieden.
Wir betrauern in dem Heimgegangenen einen treuen Mitarbeiter, der
unſer ganzes Vertrauen genoß und den wir beſonders auch um ſeiner
Charaktereigenſchaften willen geſchätzt haben. Wir werden ihm ſtets
ein ehrendes Andenken bewahren.
Direktion der
Deutſchen Bank und Oisconto=Geſellſchaft
Filiale Darmftadt.
(1535
Darmſtadt, den 22. Januar 1931.
Kirchl. Trauung: Sonntag, den 25. Jan.
1931, 14½ Uhr, in der Mariinskirche.
Unſer lieber Kollege
Herr Carl Oqum
iſt heute nach langem ſchweren Leiden entſchlafen.
Wir verlieren in ihm einen Mitarbeiter, deſſen lauterer Charakter
und vornehme Denkungsart ihn jedem, der ihm nähertrat, zum Freunde
gemacht hat. Sein Andenken wird bei uns ſtets in Ehren gehalten
weiden.
Die Angeſtellten der
Deutſchen Bank und Disconto=Geſellſchaft
Kae e eche
Anoden-Balterien
der Firma Dr. E. Liedel,
Elektrotech-
nische Fabrik, Frankturt am Main
nit besond. Schutz gegen Selbstzerstörung
über ½. billiger
Volt: 60 90 100 120 150
8.— 9.60 12.—
RM.: 480 7.20
zu haben bei
Firma August Engel
nh. W. A. Raabe & H. Hunold,
Schuchardstraße 8. (2062
Freitag, den 30. Januar 1931,
vorm. 10 Uhr beginnend, werden aus
dem Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt
Prömſter u. Schleifberg die nachverz
Holzſortimente meiſtb. verſteigert:
6 St. Buchen Langholz Kl. 3 — 5.55 tm
Kiefern
Fichten
4 —10,40
5 — 1,10
2b.— 4.11
3a— 5,78
3b— 6.49
4a— 4,01
4b— 0.88
1a— 1,53
1b— 2,27
2a-— 1,0
2b— 0,69
2 — 0/44
„ 3a— 0,70
1.: Eichen
1, Lerchen
48 „ Fichten Derbſtangen
Reisſtangen
380
2 rm Kiefern Nutzinüppel
Zuſammenkunft der Steigerer auf der
Straße nach Nieder=Beerbach an der
Frankenberger Mühle. Nähere Auskunſt
erteilt Herr Förſter Pfänder, Forſthaus
(1558
Sommersgrund.
Eberſtadt, den 23. Januar 1931.
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt (Bergſtraße)
Der Bürgermeiſter:
Dr. Uecker.
A4
Anerkamke Qualitäk
vereinigt mit mäs=
Sigem Preis, dassind
die Kennzeichen der
W Betten, die Sie bei
2mir karfen.
Es liegt
in Ihrem Interesse meine
Preise in Bettwaren
zu vergleichen.
lch führe Stapel-Oualitäten
und alle besteFabrikate
Filiale Darmſtadt.
Darmſtadt, den 22. Januar 1931.
(1536
Am 22. ds. Mis. verſchied unſer lieber
Kollege
Herr Carl Daum.
Als langjähriges Mitglied unſeres
Zweig=
vereins und beſonders während ſeiner
Tätigkeit im Vorſiande hat er ſich um
unſere Organiſation bleibende Verdienſte.
erworben.
Wir werden ſein Andenken ſiets in Ehren
halten.
Deutſcher Bankbeamten=Verein
Zweigverein Darmſtadt.
1527)
Piano
Schiedmayer
ſchwarz pol.. 580 ℳ.
Piano=Berg,
Heidelbergerſtr.
Telefon 126. (*dfs
Am Mittwoch, den 28. Januar
1931, von vormitt gs 10 Uhr „ab,
werden im Gaſthaus von Heinrich Volk,
Holzhäuſergaſſe 14 zu Meſſel aus d.m
Gemeindewald, zu Meſſel nachſtehendes
Brennyolz in den Abteilungen Hügelt.,
Abtlg. 16—30, und Gemeindewäldchen,
Abtlg. 1 und 2 verſtei gert:
120 rm Buche= u. Kiefer=Scheiter.
260 rm Buche=, Birke= und Kiefer=
Knüppel,
120 rm Buche=, Birke= und Kiefer=
Knüppelreiſig,
70 rm Kiefern=Stöcke,
3500 Stück Buche= u. Kiefern=Wellen,
1000 „ Bohnenſtangen.
Das Holz iſt vorher einzuſehen. Näh.
Auskunft erteilt Förſter Engel. (1521b
Meſſel, den 23. Jan. 1931.
Heſſ. Bürgermeiſterei Meſſel.
Keller.
Aauariengeſtell
Z3ſtock., heizbar, z.
15 ℳ zu verkauf.
Mrnſte 3.
Schreib=
Nechen
Büro=
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Donnerstag, den 29. Januar, von 3 bis 5 Uhr,
in den betreffenden Schulgebäuden entgegengenommen.
Das letzte Schulzeugnis, der Geburtsſchein und der
Impf= und Wiederimpfſchein ſind dabei vorzulegen.
Die Grenzlinie zwiſchen beiden Schulbezirken
bilden Erbacherſtraße Mühlſtraße, Kapellplatz,
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ſtraße, bezw. deren Fortſetzung bis zum Exerzierplatz.
Von Darmſtädter Schülerinnen gehören alle Kinder,
die nördlich dieſer Grenzlinie wohnen, in die
Elevnoren=
ſchule, alle, die in den genannten Grenzſtraßen oder
ſüdlich davon wohnen, in die Viktoriaſchule.
Von den auswärtigen Schülerinnen ſind die am
Hauptbahnhof oder mit der Straßenbahn eintreffenden
in der Eleonorenſchule,die am Oſtbahnhof ankommenden
in der Viktoriaſchule anzumelden.
Das neue Schuljahr beginnt am 20. April 1931,
9 Uhr vormittags.
Die Aufnahmeprüfung aller Sextanerinnen
mit drei= und vierjähriger Grundſchulbildung findet
Dienstag, den 24. März, vormittags 9 Uhr,
in den betreffenden Schulgebäuden ſtatt. (1515
Die Direktionen:
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Nummer 24
Samstag, den 24. Januar 1931
Seite 11
Sport, Spiel und Turnen.
Fußball.
Sb. Darmſtadt 1898 — Germania Bieber.
Der Sportverein Darmſtadt 1898 ſetzt am morgigen Sonntag die
Serie ſeiner Privatſpiele mit einem Spiel auf eigenem Platz gegen einen
Vertreter der Gruppe Main=Heſſen (Bezirksliga) fort. Germania
Bie=
ber, der Tabellenfünfte der Gruppe Main, bedeutet für die 98er
zweifel=
los einen fehr ſpielſtarken Gegner. Die Mannen aus dem Offenbacher
Vorort haben ſich in dieſer Saiſon mit noch größerem Erfolg geſchlagen
als in der vorangegangenen Spielzeit. Für ihre große Spielſtärke
ſpricht beſonders das Unentſchieden, das auf eigenem Platz gegen
Ein=
tracht Frankfurt errungen wurde, und fernerhin die beiden 1:0=Siege
im Vor= und Rückſpiel gegen Fußballſportverein Frankfurt, die
haupt=
ſächlich dem Torwächter von Bieber, Winter, das beſte Zeugnis
aus=
ſtellen. Die Stärke der Gäſte iſt die Ausgeglichenheit der einzelnen
Reihen und der gute Zuſammenhang zwiſchen Deckung und Sturm.
Die Einheimiſchen werden das Spiel in folgender Aufſtellung
be=
ſtreiten:
Bärenz
Geher
Laumann
Thurm
Ruppel
Fürſt
Frey Richter
Jakobi Eßlinger Kratz
Die Mannſchaft hat in der zweiten Halbzeit des letzten Spieles gegen
Mannheim=Sandhofen weit beſſere Leiſtungen gezeigt, als wir in den
ſetzten Monaten von der Elf gewohnt waren. Es würde uns freuen,
wenn wir nach dem Sonntag=Spiel konſtatieren könnten, daß die
Ein=
heimiſchen an dieſe Leiſtung angeknüpft haben und daß eine weitere
Aufwärtsentwicklung zu früherem Können zu verzeichnen iſt. —
Spiei=
beginn 3 Uhr.
Germania Pfungſtadt — Polizei=SV. Darmſtadt.
Am Sonntag, den 25. Januar, begibt ſich die Ligamannſchaft des
Polizeiſportvereins nach Pfungſtadt, um gegen die dortige Germania
das Verbandsrückſpiel auszutragen. Das Spiel kann man ruhig als das
intereſſanteſte des Sonntags in der Starkenburger Kreisliga
bezeich=
nen. Da beide Mannſchaftn ſich gegenwärtig in einer ſehr guten Form
befinden, dürfte es zu einem großen Kampfe kommen.
* Kreisliga Südheſſen.
Am Sonntag morgen ſoll eine Beſprechung zwiſchen der
Kreis=
behörde und den Vertretern der Vereine unſeres Kreiſes Südheſſen in
Worms ſtattfinden. Die unhaltbaren Zuſtände in dieſer Saiſon ſind
der wichtige Grund hierzu. Bezüglich der Placierung iſt nun ein heißer
Kampf um den zweiten Platz entbrannt, der evtl. von großer
Wichtig=
keit ſein kann. Lorſch iſt ja ſo gut wie geſichert; die Mannſchaft hat
bis jetzt am beſten durchgehalten. Für den zweiten Platz kommt neben
Bürſtadt noch Olympia Worms, FV. Biblis, Normannia Pfiffligheim
und Starkenburgia Heppenheim in Frage. Die Paarungen geben
dies=
mal vielleicht ſchon Aufſchluß, wie dieſe verzwickte Geſchichte ſich weiter
entwickeln wird. Es treffen ſich:
Normannia Pfiffligheim — Starkenburgia Heppenheim, Olympia
Worms — Olympia Lampertheim, Spv. Hochheim — Concordia
Gernsheim, VfL. Lampertheim — Spv. Horchheim, Viktoria
Neu=
hauſen — FV. Biblis, Olympia Lorſch — VfR. Bürſtadt.
Die unſchöne Szene, die ſeitens der Pfiffligheimer am letzten Sonntag
heraufbeſchworen wurde, wird ſich vor allem darin auswirken, daß der
Platz der Normannen ſofort geſperrt wird. Danach hätten alſo die
Linksrheiner am „Galgen” anzutreten, was nach der Schwächung der
Mannſchaft durch Herausſtellung von drei guten Spielern einer
Nieder=
lage gleichkommt. Die Heppenheimer werden ſich dieſe gute Gelegenheit
zur Erhöhung ihres Punktekontos ſicherlich nicht entgehen laſſen. Die
„Kleeblätter” haben die zurzeit ſehr ſpielſtarken Lampertheimer zu
Gaſt, die ſich gewiß nicht ohne großen Kampf ſchlagen laſſen. Aehnlich
iſt es mit der Hochheimer Begegnung. Concordia Gernsheim ſtellt eine
ſehr gute Mannſchaft, die zurzeit leider nur noch den Fehler hat, daß
ſie zu ſchnell reſigniert. Man ſoll nicht zu überheblich, aber auch nicht
gleich kopfhängeriſch ſein. VfL. Lampertheim wird ſich unbedingt den
Verbleib in der Kreisliga ſichern wollen. Dazu gehören unter anderem
die zwei Punkte aus der Begegnung gegen Horchheim. Es iſt
anzuneh=
men, daß es die VfL.=Leute knapp ſchaffen. Die Bibliſer ſpielen ſich
allmählich wieder ein. Es iſt aus dieſem Grunde damit zu rechnen, daß
das Spiel in Neuhauſen ſeitens der Gäſte knapp gewonnen wird. Ein
Großkampf iſt in Lorſch zu erwarten, wo die beiden Erſten der Tabelle
ſich begegnen. Die Raſenſpieler ſind in letzter Zeit wieder
zurück=
gegangen — Lorſch wird ſich beſtimmt nicht einen einzigen Punkt
nehmen laſſen.
A=Klaffe, Gau Ried.
Wiederum ſind nur drei Spiele angeſetzt, und zwar treffen ſich:
Bobſtadt — Zwingenberg, Klein=Hauſen — Groß=Rohrheim,
Biebes=
heim — Hüttenfeld.
Die Riedleute werden den Bergſträßern ſicherlich keinen Punkt
ab=
treten. Die Begegnung in Klein=Hauſen kann ſehr leicht remis enden.
Biebesheim gilt als ſicherer Sieger im dritten Treffen.
Kraftſpork.
Darmſtadt 1910 — „Siegfried” 1924 Klein=Oſtheim.
In Fortſetzung der Oberliga=Verbandsmannſchaftskämpfe empfängt
der Kraftſportverein Darmſtadt 1910 am morgigen Sonntag,
vormit=
tags 10.30 Uhr, in der Turnhalle, Soderſtraße 30, die Ringermannſchaft
des Sportklubs „Siegfried” 1924 Klein=Oſtheim zum fälligen
Rück=
kampf. Die Siegfriedleute ſind in Darmſtadt keine Unbekannte, und
jeder, der ſchon Zeuge ihres Auftretens war, weiß, mit welchem
Kampfesmut dieſe zu kämpfen verſtehen. Schon der Umſtand, daß es
den Einheimiſchen auf eigener Matte noch nie gelungen iſt, ohne
Punkt=
verluſt gegen ihre morgigen Gegner abzuſchneiden, dürfte denſelben
das beſte Zeugnis ausſtellen. Morgen haben nun die Darmſtädter
Ge=
legenheit, dafür zu ſorgen, daß die Erfolge ihrer Gäſte nicht Tradition
werden. — Saalöffnung: 10 Uhr.
* Handball in der 2.T.
Main=Rhein=Gau.
Auerbach — Seeheim in Beſſungen um 2.30 Uhr.
Als letztes Pflichtſpiel wird dieſes Treffen bis zur Entſcheidung in
Beſſungen ausgetragen. Beide Vereine ſind punktgleich und ſtehen am
Tabellenende der A=Klaſſe. Einer ſoll abſteigen. Auerbach oder
See=
heim? In der Pflichtrunde zeigten beide unterſchiedliche Leiſtungen.
Auf beachtlichen Sieg folgte manchmal eine überraſchende Niederlage.
Jetzt, da es ums Ganze geht, werden ſie ſich gehörig anſtrengen und
einer Partei den Vorteil zuzuſprechen, geht daher nicht an. — Unter
den Freundſchaftsſpielen verdienen etliche Begegnungen beſonderen
Zuſpruch. So erwartet Längen Gäſte aus Frankfurt, die Tgſ.
Rödel=
heim. In Darmſtadt iſt Wettſtreit zwiſchen der Turngeſellſchaft und
Beſſungen. Man denke dabei an das 1:0 der Kranichſteiner gegen
Turngemeinde 1846 am Vorſonntag. Die Reichsbahn erwartet dieſelbe
Elf aus Frankfurt. Pfungſtadt verſucht es mit dem Zweiten der
Mei=
ſterklaſſe, Wolfskehlen. Auch die übrigen Spiele ſind nicht ohne
Be=
deutung, da faſt alle in derſelben Klaſſe ſpielten. Jedoch hatte ſie die
Gruppeneinteilung nicht zuſammengeführt. Wallerſtädten gegen
Hähn=
lein, Egelsbach gegen Buchſchlag, Tgſ. Ober=Ramſtadt gegen Hahn und
Stockſtadt gegen Biebesheim. — Die amtlichen Tabellen aus den
Pflicht=
ſpielen ſind fertiggeſtellt. Wie man hört, iſt die Frage um den
Ab=
ſtieg in der Kreisklaſſe erneut aufgegriffen worden. Es ſchwebt ein
Einſpruch von ſeiten Groß=Umſtadts gegen das verlorene Spiel in
Pfungſtadt, wonach der Kreisſtempel im Paſſe des Hüters gefehlt haben
ſoll. Gegen den Verluſt der beiden Punkte in Groß=Umſtadt, wo die
Elf nicht antrat, wehrt ſich der Verein ebenfalls, da ein Verſehen in der
Spielfeſtſetzung vorliegen foll. Käme es nun tatſächlich ſo, daß Groß=
Umſtadt vier Punkte von Pfungſtadt erhält, ſo müßte dieſe Elf vor
Griesheim, und dieſes müßte dann mit Pfungſtadt abſteigen.
Erklär=
licherweiſe werden die Verhandlungen über dieſen Streitfall mit
Span=
nung verfolgt.
Fr. Tgde. Darmſtadt — Neu=Iſenburg.
Am Sonntag nachmittag 3 Uhr tritt Neu=Iſenburg zu einem
Freundſchaftsſpiel auf dem Sportplatz am Müllersteich an. Neu=
Iſen=
burg iſt eine alte Kreisklaſſenmannſchaft, die auch in dieſer Serie
wie=
der einen guten Mittelplatz inne hat. Der flinke Sturm und vor allem
der ſehr gute Tormann werden den Darmſtädtern das Siegen nicht
leicht machen. Darmſtadt muß ohne ſeinen Mittelläufer antreten, für
den aber guter Erſatz vorhanden iſt. Man wird ein ſpannendes
Hand=
ballſpiel zu ſehen bekommen, frei von den Härten des Punktekampfes.
Vorher, um 2 Uhr, ſpielt im Entſcheidungſspiel um die
Bezirks=
meiſterſchaft
Darmſtadt Jgd. — Sprendlingen Jgd.
Darmſtadts Jugend konnte die Gruppenmeiſterſchaft erringen, hoffen
wir auch das beſte für die Bezirksmeiſterſchaft. Um 1 Uhr ſpielt die
Ib=Mannſchaft gegen Sprendlingen I. Das Vorſpiel konnte
Sprend=
lingen gewinnen.
Um die Kreismeiſterſchaft.
SVgg. 04 Arheilgen — TSV. Braunshardt.
Zwiſchen obigen Vereinen findet am kommenden Sonntag, 15 Uhr,
das Rückſpiel um die Kreismeiſterſchaft des Kreiſes Starkenburg am
Arheilger Mühlchen ſtatt, nachdem das Vorſpiel nur ein unentſchiedenes
Reſultat brachte. Beide Mannſchaften ſind gleich ſtark, aber Arheilgen
hat den Vorteil des eigenen Platzes, und deshalb darf man den
Mühl=
ches=Leuten eine kleine Siegeschance einräumen.
Waſſerball.
Rot=Weiß, VfR. Darmſtadt — 1. Frankfurter SC. 6:5 (2:4).
Das erſte Verbandsſpiel der Waſſerball=Winterrunde hatte am
Donnerstag abend eine ſtattliche Zuſchauermenge in die Halle gelockt.
Der 1. Fff. SC. enttäuſchte nach der angenehmen Seite, war in der
erſten Halbzeit immer zuerſt am Ball, und Budecker doppelte denn auch
zum 1. Tor. Der Rot=Weiß=Sturm findet ſich nicht, ſo daß der
Ver=
teidiger Schaal einen Alleingang mit einem 2. Tor für den 1. Fff. SC.
krönen kann. Gleich darauf ſchießt Budecker ein 3 Tor.
Budecker/Dah=
mer müſſen wegen Platzverlaſſens aus dem Waſſer. Die Frankfurter
Deckung ſpielt weiter ungemein hart und läßt durch fortgeſetztes
Hal=
ten den Rot=Weiß=Sturm kaum zum Schuß kommen. Einen der
un=
zähligen Freiwürfe verwandelt Rottmann zum 1. Gegentor für Rot=
Weiß. Ein Schuß von Woltersdorf ſtellt die alte Tordifferenz her, und
Stucker gelingt es, kurz vor Halbzeit nach einem Durchbruch noch ein
Tor für Rot=Weiß aufzuholen.
Nach Wiederanpfiff hat Rot=Weiß die beſſere Spielhälfte für ſich.
(rich Hanſt Brehm und Schaal/Trinkaus werden herausgeſtellt, aber
gegen das Sperren und Halten der Frankfurter iſt nichts auszurichten.
Woltersdorf ſchießt ſogar ein 5. Tor. Endlich entſchließt ſich der
Schiedsrichter, einen der längſt überfälligen Strafwürfe zu geben, der
durch E. Hanſt zum 3. Tor für Rot=Weiß verwandelt wird. In zähem,
erbittertem Endkampf holt Rot=Weiß durch Trinkaus und durch E. Hanſt
auf Vorlage von Trinkaus auf, und E. Hanſt ſtellt durch ſchönen
Flach=
ſchuß unter großem Beifall den Sieg ſicher.
Anſchließend ſtanden ſich unter Gau=Waſſerballwart Belz=Frankfurt
in einem Fünfer=Spiel der ASC. Darmſtadt (1. Mannſchaft) und die
Rot=Weiß=Jugend gegenüber. Die Akademiker gewannen durch größere
Körperkraf: und Schnelligkeit 2:0 (1:0).
Handball.
Tgſ. Darmſtadt 1875 — Tde. Befſungen.
Am kommenden Sonntag, den 25. Januar, 10.30 Uhr, treffen ſich
obige Mannſchaften zu einem Freundſchaftsſpiel auf dem Sportplatz
Kranichſteinerſtraße. Es dürfte für die Darmſtädter Tgſ. kein leichter
Kampf ſein, da ſie mit 3 Erſatzleuten antreten muß. Vorher ſpielen
die beiden 2. Mannſchaften.
Tiſch=Tennis.
Am Sonntag, den 25. Januar, findet vormittags um 10 Uhr im
Mathildenhöhſaal (großer Saal) das Verbandsrückſpiel zwiſchen
Sport=
verein 98 und dem 1. Darmſtädter Tiſch=Tennis=Klub ſtatt.
Geſchäftliches.
Intereſſante Filmvorführungen. Ab Montag, dem 26. Januar, bis
einſchließlich Donnerstag, dem 29. Januar wird in Darmſtadt der
ſehenswerte Kultur= und Lehrfilm der Maggi=Geſellſchaft vorgeführt.
Ein Beſuch dieſer Veranſtaltungen kann beſtens empfohlen werden; der
Eintritt iſt frei. (Siehe das Inſerat in der heutigen Ausgabe.)
Die altrenommierte Reſtauration Zum
Odeon” wurde Mitte Januar von Adam Diers, dem ſeitherigen
Schwanenwirt, übernommen. — Es iſt das Beſtreben des neuen
Inhabers, durch Verabreichung von Ia Speiſen und Getränken die
Gäſte zufriedenzuſtellen und ſo den alten, guten Ruf des „Odeons
wiederherzuſtellen.
Rundfunk-Brogramme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 24. Januar.
7.15: Frühkonzert. Spielgemeinſchaft Kaſſeler Berufsmuſiker.
10.20: Schulfunk: „Die Streicher und Bläſer” Vortrag unter
Mitwirkung mehrerer Mitglieder des Rundfunkorcheſters von Cilla
Geis und Hans Rosbaud.
13.05: Von Köln: Mittagskonzert des Orch. des Weſtd. Rundfunks.
15.20: Aus Stuttgart: Stunde der Jugend. Ausf.: Elſa Pfeiffer
und Karl Köſtlin.
16.30: Aus Stuttgart: Nachmittagskonzert des Rundfunkorcheſters.
Soliſtin: Anne Fellheimer (Alt),
17.00: Uebertr. aus einem Privathauſe in Stuttgärt: Alte
Haus=
muſik, geſpielt von einem Kammerorcheſter.
18.05: Aus dem Drama „Laſalle” von J. de Kort. — Einleitung
und Vorleſung vom Autor.
18.50: Armin T. Wegner: Ueber dem Rücken des Silbernen Löwen
— im Flugzeug über das perſiſche Hochgebirge.
19.10: Spaniſcher Sprachunterricht.
19.30: Aus Berlin: Zur Eröffnung des neuen Funkhauſes Berlin:
„Die Zauberflöte‟. Oper von Mozart. Muſikaliſche Leitung: Bruno
Walter. Spielleitung: Cornelis Bronsgeeſt. Chöre: M. Albrecht.
22.50: Aus Karlsruhe: Tanzmuſik der Kapelle Haas=Mahagonny.
Königswuſterhauſen.
12.00: Schulfunk: A capella Chöre und Volkslieder. Chor und
Inſtrumentalgruppe der Rückertſchule.
15.00: Kinderbaſtelſtunde. Urſula Scherz: Hans Tüchtig baut Käfige.
16.00: Hauptlehrer Martin Schumacher: Der Landlehrer als
Kul=
turpionier.
16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Ernſt Meunier: Vom deutſchen Feuilleton.
18.00: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene.
18.30: Hochſchulfunk. Prof. Dr. Poll: Grundprobleme der Lehre
vom Leben.
19.00: Die Welt des Arbeiters. Dr. Wilhelm Hermanns: Herkunft
und Schlichtung. Alte Werkmeiſterfamilien.
19.30: „Die Zauberflöte”. Oper von Mozart. Mitw.: Berliner
Funkorcheſter.
Ca. 22.40: Aus dem Marmoor=Saal im Zoo: Reklame=Ball 1931.
Tanzmuſik. Kapelle Daios Béla.
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Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, 0 Grad, 90 cm., verharrſcht,
Ski und Rodel gut. — Hornisgrinde: Bewölkt, 1 Grad, 35 cm.,
verharrſcht Ski und Rodel gut. — Ruheſtein: Bewölkt,
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wangen: Bewölkt, 4 Grad, 25 cm., verbarrſcht. Ski mäßig,
Rodel gut.
Harz. Schierke: Bewölkt, 1 Grad, 55 cm., Pappſchnee, Ski und
Rodel gut — Braunlage: Nebel, 0 Grad, 75 cm., verharrſcht,
Ski und Rodel gut.
Thüringer Wald. Oberhof: Nebel, — 2 Grad, 55 cm.. verharrſcht,
Ski und Rodel gut.
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Ausſichten für Samstag, den 24. Januar: Meiſt bewölkt, zeitweiſe
Niederſchläge, ſüdweſtliche Winde.
Ausſichten für Sonntag, den 25. Januar: Wechſelhaftes Wetter, noch
einzelne Niederſchläge, Temperaturen ſchwankend, aber meiſt über
Null.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Politik und Wiriſchaft: Rudolf Mauve: für Feuilleion, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort; Dr. Herbert Nette:
für, den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willh Kuhle:
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Zur Abſakkriſe in Deutſchland.
Von
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Schon oft hat man verſucht, amerikaniſche Methoden auf unſere
mer konnte das von Erfolg ſein, weil die Amerikaner unter ganz
ande=
ren, meiſt günſtigeren Bedingungen und in ganz anderem Ausmaße
arbeiten, als wir es in Deutſchland tun können. Aber da, wo man
ver=
ſucht hat, amerikaniſche Methoden auf deutſche Verhältniſſe richtig und
ſinngemäß anzuwenden, ſie den deutſchen Bedürfniſſen anzupaſſen, hat
man aus dem amerikaniſchen Vorbilde Nutzen für die einheimiſche
Wirt=
ſchaft ziehen können.
Eine der großzügigſten Einrichtungen in den Vereinigten Staaten
iſt das zum Beiſpiel von dem jetzigen Präſidenten Hoover geſchaffene
Außenhandelsamt. Hoover erkannte richtig, daß zu den
Dollarmilliar=
den eines reichen Landes, zu der hochentwickelten amerikaniſchen
Indu=
ſtrie vor allem auch ein entſprechendes Abſatzgebiet gehört.
In Zeiten wirtſchaftlicher Depreſſion, wie wir ſie heute in
Deutſch=
land erleben, iſt man auch bei uns ganz beſonders darauf angewieſen,
neue Mittel und Wege zu finden, die den Abſatz deutſcher Erzeugniſſe
der Staat ſind gleichmäßig an der Löſung dieſer Aufgaben intereſſiert,
und man hat ſich auch ſchon ſehr um die Hebung der Ausfuhr bemüht
(z. B. durch den Exportförderungsausſchuß des Reichsverbandes der
Amerika iſt. Für dieſes Außenhandelsamt gibt der Amerikaner jährlich börſe ergaben ſich teilweiſe bemerkenswerte Kurbeſſerungen. So lagen
vier bis fünf Millionen Dollar aus.
Die deutſche Wirtſchaft iſt nun aber vorerſt leider nur zum gering= und Siemens konnten von 1½—234 Prozent höher eröffnen. Von
Che=
ſten Teile exportfähig und daher auch nur zum Teil an der Hebung
des Außenhandels direkt intereſſiert. Die Sorgen um den Abſatz auf
dem Inlandsmarkte liegen den meiſten Produzenten wie den Händlern
näher, und es gilt in einer Zeit der Abſatzſchwierigkeiten zu prüfen, wie
man die in Amerika für den Export angewandte Methode ſinngemäß
auf den Binnenhandel in Deutſchland anwenden kann. Es wäre gewiß
nicht ſchwer und auch nicht koſtſpielig, wenn ſich jede Organiſation von
Produzenten und Händlern ein ſolches „Binnenhandelsamt” ſelbſt
ſchaf=
fen würde. Landwirtſchaft, Induſtrie und Handel ſind ja ohnehin ſchon
in Verbänden, Syndikaten, Ein= und Verkaufszentralen
zuſammenge=
ſchloſſen. Die Aufgabe dieſer Stelle, des ſogen. Binnenhandelsamtes,
oder wie man es nennen will, wäre es, die Abſatzmöglichkeiten im
In=
lande ſowie alle Faktoren eingehend zu ſtudieren, die zur Förderung
und Hebung des Abſatzes dienen. Die veränderten wirtſchaftlichen
Ver=
hältniſſe im Reiche, insbeſondere die verminderte Kaufkraft der
Konſu=
menten, erfordert heute eine Umſtellung der Betriebe auf oft ganz neue
Produktionsarten und die Anpaſſung an die veränderten Bedürfniſſe
und Wünſche der Verbraucher, ſo daß die Handelsämter mit ihren
Han=
delsagenten manche gute Anregung aus Kreiſen der Verbraucher und
Händler an die Produzenten weiter leiten könnten.
Nun geſchieht auf dieſem Gebiete ſchon manches innerhalb der
Orga=
niſationen, denn vom Einzelkaufmann bis zum größten Induſtrie= und
Handelskonzern iſt man darauf angewieſen, darüber nachzudenken, wie
und wo man am beſten den Abſatz fördert. Aber nicht überall geſchieht
das in der richtigen Weiſe. Ein Blick auf das amerikaniſche
Außen=
handelsamt zeigt uns dort eine ſtraffe Organiſation mit Bureaus in allen
Hauptſtädten der Welt. Die Leitung dieſer Bureaus liegt in den
Hän=
den der jeweiligen Handelsattachees der amerikaniſchen Geſandtſchaften
oder Botſchaften. Männer aus der Praxis, die ſelbſt das betreffende
Fach aus eigener Anſchauung kennen, arbeiten in dieſen Bureaus.
Da=
neben beſtehen im eigenen Lande Bureaus, die wiederum die
Verbin=
dung mit der Landwirtſchaft und Induſtrie herſtellen.
Uebertragen auf den Binnenhandel in Deutſchland, müßten auch
die ſogen. Binnenhandelsämter — mögen es Einrichtungen des Staates
vder der Produzenten ſelbſt ſein — ihre „Handelsagenten” im ganzen
Neiche zerſtreut unterhalten, die die Verbindung mit den Konſumenten
herſtellen. Dieſe Handelsagenten ſind mit das wichtigſte Organ der zu
ſchaffenden Einrichtung. Von ihrer exakten Berichterſtattung an die
eigene Zentrale, von ihrer Vielſeitigkeit, Beweglichkeit, von ihren
Er=
fahrungen und örtlichen Kenntniſſen hängt es ab, ob die Zentralſtelle mit New York heute ebenfalls mit feſteren Meldungen erſchien,
pro=
ſich ein genaues Bild darüber machen kann, woran es in dem
betreffen=
den Bezirke noch fehlt und war zur Abhilfe von Mißſtänden, zur
För=
derung des Abſatzes, zur Umſtellung auf neue Gebräuche noch getan Farben=Aktien, für die angeblich auch ſchon Revort gezahlt wurde,
hol=
werden muß.
Nun wird man vielleicht, aus Gründen der Sparſamkeit, einwenden,
daß jeder, der ſeine Ware auf den Markt bringen will, dazu ſchon
Agenturen unterhält. Dieſe Sparſamkeit iſt jedoch nicht am Platze, weil
die Aufgaben, die Tätigkeit und die Intereſſen der Handelsagenten
grundverſchieden ſind von denen der Verkaufsvertreter. Der Vertreter,
wie er heute für ſeine Auftraggeber arbeitet, richtet zunächſt ſein
Augen=
merk nur auf die Verkaufsmöglichkeit einer Ware innerhalb ſeines
Wir=
kungskreiſes. Es kommt ihm darauf an, einen möglichſt großen Kreis
Verbraucher zu ſeinen Kunden zählen zu können. Erwirbt er neue
Kunden, ſo geſchieht das meiſtens auf Koſten der Konkurrenz, d. h.
in=
nerhalb eines Bezirkes treten nur gewiſſe Verſchiebungen auf. Die
Auf=
gabe des „Handelsagenten” ſoll aber ſein, neue Verbraucher durch
Be=
lehrung und Erziehung für den einen oder anderen Artikel zu
gewin=
nen. Das gilt beſonders für die Produkte, die durch ſtraffe
Verbrauchs=
organiſationen, Preiskonventionen, durch Syndikate und Verbände
er=
faßt ſind. Die große Maſſe der Verbraucher muß durch perſönliche
Fühlungnahme, durch Flugſchriften, Vorträge belehrt und dazu erzogen
werden, dieſes oder jenes Produkt in erhöhtem Maße zu verbrauchen
oder zu genießen, indem man ſie davon überzugt, daß ſeine Verwendung
für den Käufer beſondere Vorteile hat. Dieſe Arbeit kann der
Ver=
kaufsvertreter nicht in dem gewünſchten Maße leiſten, weil ihn ſeine
Einſtellung als Verkäufer daran hindert. Auch wird ſeine Objektivität
im Publikum oft angezweifelt. Ihm geht der Ruf voraus, daß er ſeine
Ware, die er verkaufen will, um jeden Preis lobt, ohne ſich erſchöpfend
darum zu kümmern, ob die Verwendung gerade ſeines Artikels nun
auch für den Verbraucher unbedingt am vorteilhafteſten iſt. An dieſer
Einſtellung des Publikums iſt nun einmal nichts zu ändern und deshalb
kann der „Handelsagent” für ſich eher die Meinung in Anſpruch
neh=
men, daß er ein Produkt nur deshalb empfiehlt, weil er auf Grund
ſei=
ner Studien und ſeiner Fachkenntniſſe zu einer Ueberzeugung gelangte
die er den Konſumenten in Wort und Schrift vorträgt und auch ſachlich
begründet. Gleichſam „unbelaſtet” kann er an die Abnehmerkreiſe
her=
antreten und wird umgekehrt — was wiederum das Wichtigſte für ſeine
Berichterſtattung an die eigene Zentrale iſt — eher Entgegenkommen
und Auskunftbereitſchaft finden, wenn es heißt, für die eigene
Produ=
zentengruppe in ſeinem Bezirke Erfahrungen und Ratſchläge zu
ſam=
meln. Eine andere wichtige Aufgabe des Handelsagenten und ſeiner
Zentralſtelle iſt die Fühlungnahme mit der eigenen Produzentengruppe
und das Hand=in=Hand=arbeiten mit den beſtehenden Verkaufsvertretern.
Da, wo er ſeine Arbeit beendet, ſoll die des Verkäufers einſetzen. Zu
ſeinem Studium gehören auch fabrikationstechniſche Dinge
banktechni=
ſche Gepflogenheiten innerhalb der eigenen Branche, die ſich auch mit
den Zeiten ändern müſſen, ſowie das Studium der Fracht= und
Trans=
portbedingungen. Auch über die Wirkung einer Propagandatätigkeit
in ſeinem Bezirke hat er zu berichten, denn nicht allein ſtatiſtiſches
Zah=
lenmaterial gibt dem Produzenten Aufſchluß, ſondern eine individuelle
Berichterſtattung. Ueber die Ergebniſſe und Erfolge bzw. Mißerfolge,
ſowie über deren Urſache kann der Handelsagent objektiver berichten als
der Verkaufsvertreter, der zu ſehr auf ſeinen Verdienſt oder
eventuel=
len Nichtverdinſt bei Berichten an ſein Stammhaus Bedacht nehmen
wird.
Im Vorſtehenden iſt kurz angedeutet, wie wichtig die Tätigkeit eines
Handelsamtes und ſeiner Agenten iſt und wie wertvoll eine ſolche
Ver=
bindungsſtelle für den Gedankenaustauſch zwiſchen Produzenten und
Verbraucher ſein kann und zum Nutzen aller Beteiligten und nicht
zu=
letzt zum Vorteil des Staates. Das amerikaniſche Vorbild zeigt uns
das deutlich.
Das Idealſte wäre daher die Schaffung eines ſolchen Amtes durch
den Staat, durch das Reich oder die Länderſtaaten, und zwar unter
Hinzuziehung geeigneter Arbeitskräfte aus der Landwirtſchaft, der
In=
duſtrie und dem Handel, vielleicht ſogar auch mit finanzieller
Beteili=
gung dieſer Kreiſe. Denn in Zeiten wirtſchaftlicher Not, wie wir ſie
jetzt in Deutſchland erleben, darf kein Mittel unverſucht bleiben, den
Ab=
ſatz der heimiſchen Produkte zu fördern und den Konſum zu ſteigern.
Können die Staaten oder das Reich ſich zur Mitarbeit vorerſt nicht
entſchließen, ſo ſollten Landwirtſchaft, Induſtrie und Handel dieſe
Ein=
richtung ſchaffen.
Drodukkenberichke.
Berliner Produktenbericht vom 23. Januar. An den Grundlagen
des Produktenmarktes hat ſich gegen geſtern kaum etwas verändert. Das
Inlandsangebot von Brotgetreide iſt mäßig, die Kaufluſt bleibt jedoch
auch vorſichtig. Für Weizen ſind die höchſten Preiſe des geſtrigen Nach=
mittagsverkehrs im Prompt= und Lieferungsgeſchäft nicht zu erzielen,
die Gebote lauten etwa eine Mark niedriger. Eine Klärung binſichtlich
der Vermahlungszwangsquote iſt bisher nicht erfolgt. Roggen lag ruhig.
aber ſtetig, die Preiſe waren am Prompt= und Lieferungsmarkte nur
wenig verändert. Die Erhöhung des Eoſin=Roggenpreiſes hat ſich
bis=
her nicht ausgewirkt. Weizen= und Roggenmehle haben kleines Geſchäft
für den laufenden Bedarf, billigere Provinzroggenmehle finden etwas
deutſchen Verhältniſſe in Induſtrie und Handel anzuwenden. Nicht im= mehr Beachtung. Hafer iſt, gemeſſen an der geringen Nachfrage,
aus=
reichend offeriert. Das Intereſſe für feine Qualitäten hält an. Der
Lieferungsmarkt war nicht immer behauptet. Gerſte ruhig.
Frankfurker und Berliner Effeklenbörſe.
Frankfurt a. M., 23. Januar.
Bereits im heutigen Vormittagsverkehr machte ſich eine freundlichere
Stimmung bemerkbar, da die Nachrichten in der Morgenpreſſe über die
deutſchen Anleiheverhandlungen etwas günſtiger lauteten und auch die
New Yorker Börſe in feſterer Haltung ſchloß. Die offizielle Börſe ſetzte
dann auch allgemein etwas feſter ein, da die Spekulation zu weiteren
Deckungen für die Ultimovorbereitungen ſchritt und auch von
Publikums=
ſeite kleinere Kauforders vorgelegen haben. Auch die weiter leichte
Geldmarktlage machte einen günſtigen Eindruck auf die Börſe. Das
Ge=
ſchäft war jedoch außerordentlich gering, und die Kursfeſtſetzung ging
ſteigern. Landwirtſchaft, Induſtrie und Handel, und auch nicht zuletzt, nur ſehr langſam vor ſich. Die Möglichkeit einer weiteren Herabſetzung
der New Yorker Diskontrate wirkte ebenfalls anregend, doch rechnet
man in Börſenkreiſen kaum mit einer ſolchen Maßnahme, obwohl eine
deutſchen Induſtrie), wenn es auch noch nicht zu einer ſo großen ſtaat= Politik niedrigerer Zinsſätze ſogar wichtiger Beſtandteil einer
Kriſen=
lichen Einrichtung gekommen iſt, wie es das Außenhandelsamt in erleichterungs= oder Behebungspolitik iſt. Gegenüber der geſtrigen
Abend=
am Elektromarkt Licht und Kraft 3 Prozent feſter. A.E. G., Schuckert
mieaktien gewannen Scheideanſtalt 2½ Prozent, J. G. Farben 1½
Pro=
zent. Metallgeſellſchaft und Rütgerswerke je 1 Prozent. Der
Montan=
markt hatte ſehr ruhiges Geſchäft, Rheinſtahl eröffneten 2 Prozent
freundlicher. Kaliwerte lagen um 2 Prozent gebeſſert. Bis zu 1
Pro=
zent höher notierten außerdem noch Kunſtſeideaktien, Bankwerte und
Bauunternehmungen. Von deutſchen Anleihen zogen Altbeſitz um 0.3
Prozent an. Neubeſitz behauptet. Am Auslandsrentenmarkt lagen
Tür=
ken auf feſtere Pariſer Kurſe ebenfalls leicht erhöht. Pfandbriefe ruhig.
Anteilſcheine weiter etwas gefragt.
Im Verlaufe erhielt ſich die feſtere Stimmung, und auf weitere
Deckungen der Kuliſſe lagen die Kurſe erneut um 1—2 Prozent höher.
Das Geſchäft konnte ſich leicht beleben. Mehr gefragt waren beſonders
Elektrowerte. Am Geldmarkt blieben die Sätze unverändert. Am
De=
viſenmarkt konnte ſich der Dollar wieder etwas befeſtigen, während
Madrid recht ſchwach lag. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2080, gegen
Pfunde 2,4234. London=Kabel 4,8544, —Paris 1B,88. —Mailand 92,72,
—Madrid 46,60, —Schweiz 25,08½, —Holland 12,06¾.
Im Zuſammenhang mit den überwiegend feſten Auslandsbörſen
konnte ſich das Kursniveau an der Abendbörſe weiter beſſern. Das
Geſchäft war jedoch recht klein, da die innerpolitiſchen Befürchtungen für
den bevorſtehenden Reichstagsbeginn etwas zur Zurückhaltung
mahn=
ten. Die Kuliſſe ſchritt zu weiteren Deckungen, und die Mehrzahl der
Kurſe lag erneut bis zu 2 Prozent über dem Berliner Schluß. Im
Verlaufe erhielt ſich die freundliche Stimmung, doch erfuhr das
Ge=
ſchäft eine weitere Einengung, zumal auch von außenher kaum Orders
vorgelegen haben. Am Rentenmarkt blieben Türken und Mexikaner
behauptet, während deutſche Anleihen vernachläſſigt waren.
Berlin, 23. Januar.
Schon im heutigen Vormittagsverkehr war der Grundton als
freund=
lich zu bezeichnen, wobei von dem feſten New Yorker Börſenſchluß von
geſtern eine rein pſychologiſche Anregung ausgegangen ſein dürfte.
Einige als ungünſtiger anzuſehende Wirtſchaftsmeldungen wurden kaum
beachtet, auch der Nückgang der Stahlwarenausfuhr im Jahre 1930 blieb
ohne Einfluß. Die Spekulation bleibt auch die Hauptträgerin des
Ge=
ſchäftes, da außenſtehende Kreiſe — abgeſehen von einigen
Auslands=
aufträgen — weiter fehlen. Daß noch verſchiedentlich Baiſſe=
Engage=
ments beſtehen, iſt aus den Zinsſätzen zur Schiebung, die bei einigen
Pavieren gezahlt werden, zu ſehen, und auch meiſt nur in dieſen
Wer=
ten war das Geſchäft ziemlich lebhaft. Da das Ausland im Einklang
fitierten die Auslandswerte beſonders. Im Verlaufe erhielt ſich die
freundliche Grundſtimmung. Die anfangs etwas vernachläfſigten J. G.
ten im Verlaufe auf. Nach vorübergehender Abſchwächung ſetzte, ſich
ſpäter eine neue Aufwärtsbewegung durch. Anleiben etwa behauptet.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Von der Frankfurter Börſe. In der geſtrigen Sitzung der
Zulaſ=
ſungsſtelle für Wertpapiere wurde an Stelle des verſtorbenen 1.
Vor=
ſitzenden, Direktor Hermann Malz, der bisherige ſtellvertretende
Vor=
ſitzende, Handelsgerichtsrat Dir, Fritz Wehrauch (Frankfurter
Hypo=
thekenbank) zum Vorſitzenden, ſowie das bisherige Mitglied der
Zu=
laſſungsſtelle, Herr Oscar F. Oppenheimer, zum ſtellvertretenden
Vor=
ſitzenden der Zulaſſungsſtelle gewählt.
Eiſenwerk Kaiſerslautern. Zu den Gerüchten, daß das Eiſenwerk
Kaiſerslautern die Abteilung Zentralheizung ſtillzulegen beabſichtigt
konnten wir in Erfahrung bringen, daß dies nicht zutrifft, ſondern daß
man die Abſicht hat, dieſe Abteilung aus organiſatoriſchen Gründen in
eine eigene ſelbſtändige Geſellſchaft zu überführen. Aus rein formalen
Gründen wurde daher den Beamten dieſer Abteilung gekündigt und
ihnen ſogleich bedeutet, daß ſie von der neuen Geſellſchaft übernommen
würden. Gerade die Abteilung Zentralheizung des Eiſenwerks
Kaiſers=
lautern hat in der letzten Zeit gute Erfolge aufzuweiſen.
Amerikaniſche Kabelngchrichten
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 23. Jan.:
Getreide. Weizen: März 79.50, Mai 81½, Juli 64½; Mais:
März 64.75. Mai 66½, Juli 67½, Sept. 68; Hafer: März 32.50,
Mai 32½, Juli 32; Roggen: März 39½, Mai 40.50, Juli 41.25.
Schmalz: Januar 8,52½, März 8,60, Mai 8,75, Juli 8,96.
Speck, loko 11,37½.
Schweine, leichte 8.10—8.25, ſchwere 7.00—7.30;
Schweine=
zufuhren: Chicago 45 000, im Weſten 136 000.
Baumwolle: Januar 10.35, März 10.54.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 23. Jan.:
Schmalz: Prima Weſtern 9.25; Talg, extra, loſe 4.
Getreide. Weizen: Rotwinter 94½; Mais, loko New York
79½; Mehl, ſpring wheat clears 4.15—4.48; Fracht: nach
Eng=
land 1,6 bis 2,3 Schilling, nach dem Kontinent 7 bis 8 Cents.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Der Privatdiskont wurde für kurze Sicht um ½ auf 43
Pro=
zent erhöht, der für lange Sicht bleibt unverändert 43 Prozent.
Der Preis für Eoſin=Roggen iſt mit ſofortiger Wirkung bis
auf weiteres um 5 RM. je Tonne auf 185 RM. Küſtenpreis für
Abnahme bis 15. Februar erhöht worden.
Eine beachtenswerte Verſchmelzung im Kaſſeler
Genoſſen=
ſchaftsbankweſen iſt am 22. Januar bekannt geworden. Die
Kaſſe=
ler Kreditbank übernimmt auf Antrag der Gewerbebank Kaſſel
dieſe mit allem Vermögen und Schulden. Die Kreditbank haftet
für die Sparguthaben der Einleger und garantiert den Genoſſen
der Gewerbebank die Auszahlung einer Dividende von 6 Prozent
für dieſes Jahr.
Die Schiffahrt auf der Lahn hat ſich im Jahre 1930 gut
weiter=
entwickelt. Gegenüber dem Jahre 1929 iſt eine Steigerung des
Frachtverkehrs um 28 Prozent eingetreten; es wurden 73 400
Ton=
nen befördert gegen 58 100 Tonnen im Jahre 1929. Im neuen
Jahre kann mit einem weiteren Ausbau der Lahnſchiffahrt
ge=
rechnet werden.
Die während des ganzen Vorjahres andauernde ſtarke
Arbeits=
loſigkeit hat zu Beginn des neuen Jahres im Dillbezirk einen
bis=
her nicht gekannten und erwarteten Umfang angenommen. Am
15. Januar wurden 8156 Arbeitſuchende gezählt.
Vom 2. Februar an werden die 4¾prozentigen Liquidations=
Kommunal=Schuldverſchreibungen der Heſſiſchen Landes=
Hypothe=
kenbank, Darmſtadt, ausſchließlich Ratenſcheine Nr. 1. an der
Frankfurter Börſe gehandelt und notiert.
Die Schuhfirma Jacob Frank u. Cie., Mainz, iſt in
Zahlungs=
ſchwierigkeiten geraten und hat ſich an ihre Gläubiger gewandt,
um Vergleichsverhandlungen anzubahnen. Die Verbindlichkeiten
dürften etwa 150 000 RM. betragen, von denen auf
Warengläubi=
ger allein 100 000 RM. entfallen ſollen.
Der Landesſchlichter hat den Schiedsſpruch für die badiſche
Papier=
induſtrie für verbindlich erklärt.
Berliner Kursbericht
vom 23. Januar 1931
Deviſenmarkt
vom 23. Januar 1931
Berl. Handels=Geſ. .
Danatbank
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bant
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. 6.
Bahr. Motorenw.
F. P. Bemberg.
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi.
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
Nec
141.—
107.50
107.50
58.75
103.—
59.375
89.625
59.—
45.75
94.75
28-125
01.56
97.—
55.25
Meit Hee
J. G. Farben. 1
Gelſ. Bergw.
Geſtf.elektr. Untern
HarpenerBergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöckhnerwerke
Köln=Neueſſ. Bow.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & goppel
V.
71.875
90.—
66.75
55.25
70.—
121.75
51.-
61.—
56.875
27.75
38.75
61.
39.50
„Mee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerkel
Weſteregeln. Akali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer.
Hohenlohe=Werte;
Lindes Eismaſch. =
VogelTelegr. Draht
Mietee
Me
41.75
184.50
94.—
53.75
131.50
45.125
21.25
43.—
112.—
41.50
133.50
41.25
100 Tſch. dr. 12.341 12.461 Danzig. 100 Gulden 81.59 8175 Budapeſ. 100 Pengo 73.37 73.51 Japan 1 Yen 2.0c0 2.C64 Sofia 100 Leva 3.047 3.051 Rio de Janerrol: Milre 0.zc8 (.:30 Holland
100 Gulden 169.11 189.45 Jugoſlawien. 1 100 Dinar 7.328 7.442 Oslo 100 Kronen 112.32 11259 Portugal 100 Escudos 18.85 17.E9 Kopenhagen 100 Kronen 112.-31 1 12.53 Athen 1o0 Drachm. 5.4451 7.a55 Stockholm. 100 Kronen 11a,52l 112.74 Iſtambu 1 türk. 2 London
12.Stg. 20.305 20.445 Kairo.
1 1 ägypt. 4 20.32 20.26 Buenos=Aires 1 Pap. Pe o 1.275 1.219 Kanado 1canad. Doll. 4.795 4.203 New Yort. 1 Dollar. 4.204 4.212 Uruguay Goldpeſo 2 727 2733
Belgien 00 Belgo 56.59 ss.71 Fsland. 100 eſtl. Kr. 91.25 82.13 t
Italien 00 Lire I= 22,01 22.05 Tallinn Eſtl.)1 100 eſtl. Kr. 11.72 1.94
Paris 100 Franes 15 469 16.509 Rigo 100 Lats 20.83 3 E1.99
Frankfurter Kursbericht vom 23. Januar 1931.
725 Dtſch. Reichsanl,
*
5½%Intern.,
6% Baden.......
88 Bahern ...
6%
89 Heſſe: b. 28
v. 29
S8 Preuß. Staat .
8½ Sachſen.....
6%
79 Thüringen:
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4
½/Ab=
löſungsanl. .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schuszge=
bietsanleihe ....
886 Baden=Baden.
6% Berlin .......
8% Darmſtadtv. 26
7½ Dresden .....
8% Frankfurt a.M.
v.26
v. 26
825 Mainz :....
8% Mannheim v.26
62
v.27
8% München...
89 Nürnberg ...
62 Wiesbaden .,
26 Heſſ. Landesbk.
8% Golboblig
4½% Heſſ. Lds.=
Hhp.=Bk.=Liquid.
P/.% „Kom.=Obl.
8%5 Preuß. Lbs..=Anſt. G. Pf.
72 „Gebbeblig
Liqu.
8% Mein. Shp.=Bk. 881I v. 281 81 74.5 96.75 94 „ Lia. Pfbr. 88.1 55 825 Pfälz.Hyp.=Bl. 1100 68.5 4½
„ Lig. Pfbr. 90 80.25 820 Preuß. Boden= 88 red.=Bank.. 4½% Lig. Pfbr. Ais 93.5 8% Preuß. Centrl.= Bodener.Ban! 100 82 4½% Lig. Pfbr. 86 8% Rhein. Hyp. Bk. 1100.5 99.5 41.% „ Lig. Pfbr. 94.75
87.45 91.25 82 Rhein.=Beſtf. 94 Bb. Credit .. . ..!.
8D Südd. Bod.= 100 85 Ered.,=Banl.. 99 77.75 93.75 4½% „ Lig. Pfhr 88.75 1100 82 Württ, Syp.=B. O5 97 6% Oaimler-Berz 6a5.
We
88 Klöchner=Werke
% Mainkrw.v. 26.
720 Mitteld. Stahl.
8% Salzmannu. Co.
725 Ver. Stahlwerkel
82 VoigtckHäffner!
3. 6. Forben Bonds
5% Bosn. L.E.B.
590
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4½% Oſt. Schätze
420 Oſt. Goldrente
5 %vereinh. Rumän
4½%o
470
4%0 Türk. Admin.
42 1. Bagdadl
475 „ Zollanl.
4½% Ungarn 1913
41
1914
Goldr.
47
1910
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20.25
20.25
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26
8.75
13.2
6.7
18
21.75
17.25
ANS
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94
113
60.5
44.25
42
65
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24.25
99
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71
118
42
31
30
156
129
68.=
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110.5
5e.,5.
6e.75
161
89.75
27
s2.5
6n
60.5
27‟
98
24.5
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94
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141
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137
144.5
27.4
130.5
45
108
57.5
59.25
85
1a6
149
Num
24
Samstag, den 24. Januar
[ ← ][ ][ → ]Nummer 24
Samstag, den 24. Januar 1931
Seite 13
DN
Derlhinz Vohrersien
URHEBER-RECHTSScHUTZ DURCH VERLAK OSRAR MEISTER, WERDAu
(Nachdruck verboten.)
25
Und ſie erzählte von ihrem bitteren Leben: Wie er ſie
mißhandelt hatte, wie er ihr drohte, daß er ſie nicht verſchonen
werde, wenn ſie vor der Welt einen Skandal mache, wie ſie
von dem Gatten betrogen worden war.
Und als Iris immer tiefer in den Abgrund ſah, begann
ſie an die Wahrheit der Worte Violas zu glauben und ſie
ge=
lobte der Schweſter, ſie zu rächen und alles zu tun, was in
ihren Kräften ſtehe.
Die maßloſen Strapazen der dauernden Nachtwachen hatten
ſie ſo angegriffen, daß in vierzehn Tagen aus dem blühenden,
jungen Mädchen ein Schatten wurde, ein Schatten, der der
ſiechen Frau auf dem Krankenbett unheimlich ähnlich war.
Und es kam die Stunde, da Lady Viola ganz plötzlich in
der Nacht ſtarb.
Da kam ihr der Gedanke, die Rache zu vollenden. Und ſie
übernahm die Rolle ihrer Schweſter. Sie kleidete die Tode an
und übernahm ihren Platz im Totenbett.
Sie hatte damals nicht gezittert, als ſie das tat, wie jetzt
in dem Augenblicke, da ſie es dem Manne beichtete.
Die Ueberraſchung war maßlos.
Alle, die an eine Auflöſung Violas geglaubt hatten, waren
überraſcht, Iris totzufinden, und alle kannten ſie nicht wieder,
als die ſchon Aufgegebene raſch wieder genas.
Die Tote wurde ſehr raſch begraben, denn es machten ſich
ſtarke Zeichen der Verweſung bemerkbar.
Dann lebte Iris als Viola an der Seite Lord Durhams.
Sie blieb Mädchen, nicht einmal taſtete er ſie an, er wagte
es nicht. Er bemühte ſich die erſte Zeit ſogar, recht gut vor
aller Welt zu ihr zu ſein, aber bald kam ſein wahres Geſicht
zum Durchbruch, und da trennte ſich Iris, die vermeintliche
Viola, von ihm.
Das Ehepaar lebte getrennt.
„Und dann . . .” ſagte die Frau ſchweratmend, „dann fühlte
ich den unbekannten Feind um mich! Dann ſpürte ich, daß
Viola recht, recht in allem gehabt hatte, daß nicht die Angſt
die Ueberzeugung geboren hatte: Mein Gatte will mich morden!“
Viermal entging ſie dem Tode.
Es war eine erſchütternde Beichte, und Berndt ſah dem
jungen Weibe an, daß ihr wohler ums Herz war, nachdem ſie
tränenüberſtrömt, zuſammengeſunken am Tiſche ſaß, jetzt, da
alles, was ſie getragen hatte, von ihrem Herzen herunter war.
„Er verachtet dich nicht!” Ihr Herz ſchlug in banger Freude.
„Er ſteht zu dir! Er .. . er . . . Berndt . . . Groth der
Mann!”
Und in dieſem Augenblick fühlte ſie es.
Licht wurde es in ihrem Innern. Sie wußte, daß ſie ihn
liebte, daß das Größte über ſie Gewalt gewonnen hatte: Die
heilige, ewige Liebe.
In ihr war nur noch Sehnſucht, alles trieb hin zu ihm, der
gut und gerecht und unbeſtechlich war, der ein Freund blieb in
allen Lebenslagen. Ein Ritter . . . ein Menſch, ein
wahr=
hafter Menſch!
Zu der Zeit, da der oberſte Richter Lord Umberton bei Lord
Durham weilte, hatte ſich auch der Prinz von Perſien melden
laſſen und wurde im Vorzimmer Zeuge der Unterredung zwiſchen
den beiden Männern.
Er war aufs höchſte intereiſſert, denn er hatte von einem
Ge=
heimnis Kenntnis erhalten, das ihm den Schlüſſel zu den Worten
Durhams gab.
Alſo . .. Lady Viola war, nicht Viola, ſondern Lady Iris.
Das zu wiſſen, war wertvoll für ihn.
Er entfernte ſich geräuſchlos, ehe die Privatſekretärin des
Lords, die ſonſt im Vorzimmer ſaß, wieder zurück war, und
ver=
ließ das Hotel.
Sir Emmet, der Notar und Verwalter aller Grundſtücke,
alles unbeweglichen Beſitzes überhaupt, erhielt Lady Durhams
Telegramm.
Sofort machte er ſich bereit, beſtellte einen Platz im
Poſtflug=
zeug London-Berlin, packte das verſiegelte Teſtament in
Wachs=
tuch und fuhr nach dem Flughafen.
Der Pilot, ein Deutſcher namens Martens, gefiel ihm ſehr,
und er freute ſich, als er hörte, daß Martens einer der beſten,
zu=
verläſſigſten Flieger ſei.
Es war noch eine halbe Stunde Zeit bis zur Abfahrt, und er
unterhielt ſich mit ihm.
Da kam ihm plötzlich ein Gedanke.
Er dachte daran, daß Lady Durhams Feinde auch ſeine Feinde
waren.
„Mr. Martens,” ſagte er zu dem Flugzeugführer, „würden Sie
mir einen Gefallen tun?”
„Gern, Sir! Beſtimmen Sie nur!“
„Ich fahre nach Berlin, habe dort wichtige Papiere zu
über=
bringen. Es handelt ſich um ein Teſtament. Ich wollte Sie
bit=
ten, nehmen Sie die Papiere an ſich, und wenn Sie in Berlin ſind,
dann ſenden Sie die Papiere an dieſe Adreſſe. Würden Sie mir
die Freude machen?”
„Gern! Soll ich Sie perſönlich abgeben?”
„Ja, darum würde ich Sie bitten!“
„Das will ich gern übernehmen!“
Es war Sir Emmet wie eine Erleichterung, als der Pilot das
Teſtament in ſeiner Bruſttaſche untergebracht hatte.
Beruhigt ſtieg er in das Flugzeug.
Lord Durham war voll Unruhe und Aufregung, ſelbſt das
Spiel am grünen Tiſch ſchien ihn heute nicht zu beruhigen und
abzulenken.
Prinz Huſſein betrachtete ihn aufmerkſam die ganze Zeit.
Neue Abendzeitungen kamen. Huſſein blickte in eines der
Blätter.
Ein leichtes Zucken war in ſeinem Geſicht, dann faltete er das
Blatt zuſammen.
Er trat an den Spieltiſch und klopfte Durham auf die Schulter.
Durham ſah ſich um.
„Ah . . . Hoheit!”
„Eine intereſſante, traurige Nachricht, ſteht in der Preſſe.
Wieder ein Flugzeug abgeſtürzt über der Nordſee . . . ſcheinbar
Maſchinendefekt.”
„So, ſo!” entgegnete Durham geiſtesabweſend.
„Ein paar Landsleute von Ihnen ſind draufgegangen! Man
ſollte die ganze Fliegerei verbieten! Meinen Sie nicht auch?"
Lord Durham war nur mit halber Aufmerkſamkeit bei der
Sache und nickte zerſtreut. „Ja, ja, aber es kommen, ſchließlich
Menſchen ſo und ſo zu Tode.”
„Ganz richtig aber es iſt intereſſant zu leſen. Sagen Sie,
lieber Durham, war nicht ein Notar Emmet der . . . wie ſoll ich
ſagen? Sachverwalter des Vermögens von Lady Viola?”
„Sir Emmet!” Mit einem Ruck erhob ſich der Lord und ſah
den Perſer voll Spannung an. „Sir Emmet . . . ja . . . richtig",
ich entſinne mich. Und . und was iſt?”
„Er iſt tot!” ſagte Huſſein langſam, eindringlich.
Durham zuckte zuſammen. „Tot . . . verunglückt! . . . Sir.
Sir Emmet . . . mit . . . mit dem Flugzeug? Zeigen Sie,
Hoheit!”
Er riß ihm das Zeitungsblatt förmlich aus den Händen.
Die Zeilen verwiſchten ſich, als er las.
Der Prinz neben ihm ſprach mit ſcheinbar gleichgültiger
Stimnte weiter: „Wenn ich mir überlege, warum kommt Sir
Emmet, der doch immerhin ſchon ein alter oder ſagen wir
älterer Herr iſt, mit dem Flugzeug, ausgerechnet mit dem
Flug=
zeug nach Berlin? Da ſteckt doch beſtimmt eine wichtige Miſſion
dahinter. Ganz gewiß! Wer weiß, vielleicht ſollte er wichtige
Papiere nach Berlin bringen, Paviere, die irgendwie in einem
Prozeß weſentlich ſind. Und jetzt .. . 1ot . . abgeſtürzt.
verbrannt, ſamt den drei Inſaſſen des Flugzeuges. Der Pilot
iſt vermißt, anſcheinend ertrunken."
Geiſtesabweſend nickte ihm der Lord zu. Dann ſchien ihn
eine Schwäche zu überfallen. Er wankte und mußte ſich halten.
Zwei Klubdiener waren wie der Blitz hinter ihm, ſtüitzten ihn
und geleiteten ihn zum Seſſel.
Einen Augenblick ſtockte das Spiel und alles ſah zu Lord
Durham hin.
Aber als ſie ſahen, wie er ſich nach einem Augenblick wieder
erholte, ging das Spiel weiter.
„Ich habe mir doch gedacht, lieber Durham”, ſagte der
Perſer langſam, „daß dieſer Vorfall Sie intereſſieren wird.”
Lord Durham ſah ſcheu an ihm vorbei ins Weite. Dann
ging ein Zug des wilden Triumphes über ſeine brutalen Züge.
Das Schickſal ſtützt den Starken!” dachte er als
Herren=
menſch.
Als um dieſelbe Zeit Lady Iris von dem Flugzeugunglück
erfuhr, brach ſie bewußtlos zuſammen. Zwei Stunden war ſie
ohnmächtig.
Als ſie wieder zu ſich kam, ſaß Lady Segrave, die Berndt
hergebeten hatte, an ihrem Lager.
Die Nähe der alten Frau hatte etwas Beruhigendes.
Lady Segrave ſah ſie mit ihren mütterlichen Augen an
und faßte ihre Hände.
„Mein liebes, liebes Kind, Herr Groth hat mich zu Ihnen
gerufen. Und er hat mir auch geſagt: Sie wollten mir Ihr
Herz ausſchütten über alles das, was Sie gelitten haben.
Den=
ken Sie, ich=ſei Ihre Mutter, Viola!”
Da erhob ſich das junge Weib und ſah die alte Frau voll
rührender Dankbarkeit an.
„Ich ... bin nicht Viola . .. ich bin Iris, Lady!” ſagte
ſie ernſt.
(Fortſetzung folgt.)
„„Odeon”” am Marienplatz
Auftreten I. Darmſtädter
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Ebendorthin werden die Mitglie der
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17 Uhr im „Fürstensaal” stattfindenden
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Seite 14
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Nummer 24
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sor am weißen
„Aite Post Turm
Samstag, 24. Januar 1931
Fasinacht in Jolohama beginnt
Samstag 8. 11 Uhr
Großer Rummel
(1532
bis 3 Uhr geöffnet.
Motto:
Kummt in die Eichwieſeſtroß, do is
heit Owend de Deiwel los!
Heit Owend
Närriſch Kabbefitzung
beim
Hartmanns Schorſch un Fraa
Beſſunge, Eichwieſeſtroß 12.
Heute Samstag, 24. Januar
Tolle Lola
Operette in 3 Akten von Kadelburg u. Rebner
Musik von Hugo Hirsch.
Karten 1—3 Mark, Verkehrsbüro und Hugo
de Waal, telefonisch 389.
(1528
Union-Café u. Conditorei
Telephon 1292
Empfiehlt als Spexialität
Baumkuchen
Torten
Feingebäck
Samstag Nacht bis 5 Uhr —
Sonntags u. Mittwochs bis 3 Uhr
nachts geöffnet- (1579
A
am Hauptbahnhof
gegenüber der Bahnpost
Heute Samstag Morgen Sonntag
ab 20 Uhr
desellschafts-Abend
mit Tanz
Rheinstraße 12, gegenüber der Hauptpost
Täglich abends ½9 Uhr Konzert der Kapelle Geiss
Jeden Mittwoch und Samstag Gesellschafis-Abend
Mittwochs und Sonntags bis 3 Uhr, Samslags bis 5 Uhr geöffnet
Grafenstr.
1.20 Mk.
Schildkröten uppe
Schweinenacken
mit Rosenkohl
Schokol.-Pudding
mit Vanillesauce
Telephon
Ur.221, Barmstadter Hof Nr. 4941
Sonntag, den 25. Januar 1931
1.50 Hu.
Schildkrötenzuppe
Fr. Ochsenzunge
i. Madaira m. Pilz.
Schokol.-Pudding
mit Vanillesauce
1.80 Hk.
Schildkrötenzuppe
Schleie blau
mit zerl. Buiter
Schokol.-Pudding
mit Vanillesauce
2.20 Mu.
Schildkrötensuppe
ig. Stevr. Capaun
mit Kompott
Schokol-Pudding
mit Vanillesauce
Diner von 12—3 Uhr. Warme Speisen zu jeder Tageszeit. Erlanger Reifbräu Export
( 32 Pf. f. Spezial-Weine von 35 Pf. an PrimaFlter-Kaffeem Sahnen Zncker 30 Pf
M
1522)
Sonntag ab 4 Uhr
Tee mit Ta
Rheingauer Weinstube
INH: H. M00d, HVISENPLATA 1
Täglich bis Fastnacht Konzert
der beliebten Künstler-Kapelle Dezs6 Bicskey (5 Herren)
von 4—6 Uhr nachmittags und ab 8 Uhr abends
Mittwoch, Samstag und Sonntag 4 Uhr: Tee mit Tanz
R
für Opel=Vierſitzer
Modell 1929, billig
zu verkaufen.
Stiff=
ſtraße 23, 1. Stock.*
Mn
hat noch abzugeben
Adam Graf.
Weiterſtadt.
Mau
Wäſchemangel,
Reißbrett zu verk
Güſſefeld,
Alit
HerrRgartenatafé
mit größter Glasterrasse Darmstadts.
Gemätlicher Aufenthalt in den neu hergerichteten und erweiterten Räumen.
Heute nacht darchgehend geöffnet
Geschäfts-Ubernahme
Bestauration
Lam Bargerner
Wir haben das obengenannnte Lokal übernommen und
bitten alle Freunde, Gönner und Bekannte, das uns
bis-
her in unserem trüheren Betriebe
1585
Hotel Behrens-Hufnagel, Traisa
erwiesene Wohlwollen nach hier zu übertragen — Es
wird unser Bestreben sein, alle Gäste aufs beste
zu-
frieden zu stellen.
Gut bürgerl. Mittagstisch von 100 an
Im Abonnement 10%, weniger.
Reichhaltige Abendkarte
Im Ausschank Pfungstädt.-Märzen-u.
Doppel-
bier. — Gutgepflegte Weine
Sonnlags ab 8 Uhr abends Konzert
Carl Behrens jr. u. Frau.
Einladung zu den Filmvorführungen
Die Maugi-Werke in Singen am
99
am Montag, d. 26 Jan. im Städtischen Saalbau, abds. 8 Uhr
am Dienstag, 27. Jan. im Städtischen Saalbau, abds. 8 Uhr
am Mittworh, d. 28. im Vereinshaus „Feierabend”,
Stift-
straße 51, abends 8 Uhr und
am Ponnerstag, den 29. Jan. im Saale des Restaurants
„Zur Math. ldenhöhe‟, Dieburgerstr. 26, abds. 6 Uhr.
Es werden Bilder aus dem großen deutschen
Nahrungs-
mittelwerk gezeigt und anschließend Kostproben von
Maggi’s Erzengnissen gratis verabreicht.
(V.854
Jedermann herzlich willkommen! Eintritt frei!
Ein neues Piano
für 400,ℳ
umſtände=
halb. zu verkaufen.
Näh. Geſchäftsſt. (*
Heute Hacht geöffuet.
Großes Haus
Hessisches
Landestheater
Samstag
24. Januar 1921
HleinesHaus
U
Hessenl.-Miete
I.4,II. 5
Carmen
Preise 1—10 M06.
15—16.45 Uhr
Außer Miete
Ar530.30, 500
Lastspiel der Max und Morikz Bükne
6 Justige Bubenstreiche. 0.40—2 Mk.
Meine Schwester und ich
Aress 353.300
Wen-Klause
„zumTropfstein”
Ecke Kasino- und Friedrichstraße
Rhsinische Bedienung! (1993