Ginzelnummer 15 Pfennige
Bel wöchentlich 2mallgem Erſcheinen vom 4. Januar
bis 31. Januar 2.48 Reichsmart und 22 Pfennig
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Franifurt a. M. 1301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 11
Sonntag, den 11. Januar 1931.
194. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
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breitll2 Reichsmark. Anzelgen von auswärts 40 Reichepfg.
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zeile 3.00 Reichsmari. Alle Preiſe in Reichsmart
ſ4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle, höherer
Gewalt, wie Krieg,. Aufruhr, Streit uſw., erliſchl
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſiung von Schadenerſatz. Bei
Konlurs oder gerſchtiſcher Beitrelbung ſänl eder
Rabatt weg. Bankonto Deutſche Bank und
Darm=
ſädter und Nationalbant
6 Prozent Lohnkürzung im Ruhrbergbau.
Der Schiedsſpruch.
Der Zechenverband lehnk ab.
Eſſen, 10. Januar.
Die Schiedsverhandlungen zur Beilegung des Konflikts in
der Ruhrkohleninduſtrie begannen am Samstag vormittag um
9.30 Uhr, im Gebäude des Zechenverbandes, unter dem Vorſitz
von Prof. Brahn und Beiſitz der beiden unabhängigen
Sachver=
ſtändigen Dr. Bracht=Eſſen und Dr. Link=Hannover. Zum Schutze
der Schlichtungskommiſſion hat die Polizei alle Vorſichtsmaßregeln
gegen etwaige Demonſtrationen ergriffen. Vor dem Gebäude des
Bergbauvereins in den anliegenden Straßen patrouillieren
zahl=
reiche Schupobeamte. Das Straßenbild zeigt aber das
gewöhn=
liche, ruhige Ausſehen. Irgendwelche Anſammlungen in der Stadt
wurden nicht gemeldet.
In der Sitzung der Schlichtungskommiſſion gaben die beiden
Parteien zunächſt ihre Erklärungen ab. Um 11 Uhr wurde die
Schlichterkammer gebildet, die aus denſelben Herren beſteht, wie
in den letzten Verhandlungen.
Kurz nach 12 Uhr zog ſich der Schlichter mit den beiden
Un=
parteiiſchen zurück, um den Schiedsſpruch zu formulieren und der
Kammer vorzulegen.
Der Schiedsſpruch wurde um 13.45 Uhr von dem Schlichrr
und den beiden Unparteiiſchen einſtimmig gefällt. Er beſagt:
1. Der Vertrag vom 4. 9. 1930 wird vom 1. 1. 1931
ab wieder in Kraft geſetzt, mit der Maßgabe, daß ſich
ſämtliche Löhne um 6 Prozent ermäßigen,
2. Die zum 15. 1. 1931 zum Zwecke der Vertragsänderung
ausgeſprochenen Kündigungen gelten als
zurückge=
nommen.
Dieſer Vertrag läuft bis zum 30. 6. 1931 und gilt
mit und läuft bei ſechswöchiger Kündigungsfriſt je ein halbes
Jahr länger. Die Erklärungsfriſt läuft am Montag
vor=
mittag 9 Uhr ab. Die Nachverhandlungen ſind auf
Mon=
tag nachmittag 17 Uhr, im Reichsarbeitsminiſterium, feſtgeſetzt.
Die Arbeitgeber haben ſofort erklärt, den Schiedsſpruch nicht
an=
nehmen zu können. Die Arbeitnehmer werden morgen zu dem
Spruch Stellung nehmen.
Es kann jetzt ſchon mit Sicherheit geſagt werden, daß auch die
Bergarbeiterverbände des Ruhrbezirks den heute gefällten
Schiedsſpruch ablehnen werden, und zwar aus folgenden
Grün=
den: 1. Wegen der Rückwirkung des Schiedsſpruchs ab 1. Januar
1931, 2. wegen der Höhe des Lohnabbaues und 3. wegen der
Schwierigkeiten der Abzüge, da die Akkord= und Gedingverträge
für den ganzen Monat Januar bereits abgeſchloſſen ſind. Die
entſcheidenden Sitzungen, die über die endgültige Ablehnung
be=
ſchließen werden, finden, wie bereits gemeldet, morgen ſtatt.
Die Skädke, Träger der Erwerbsloſenfürſorge.
Berlin, 10. Januar.
Die bei der Neuregelung der Kriſenfürſorge von der
Reichs=
regierung in Ausſicht geſtellte Entlaſtung der gemeindlichen
Er=
werbsloſenfürſorge iſt auch im Monat Dezember nicht eingetreten.
Vielmehr weiſt am Jahresende die Zahl der
Wohlfahrtserwerbs=
loſen gegenüber dem Vormonat eine verſtärkte Steigerung auf. In
den Städten mit mehr als 25 000 Einwohnern (mit einer
Ge=
ſamtbevölkerung von 25 Millionen Einwohnern) wurden am
31. Dezember 597 000 laufend unterſtützte Wohlfahrtserwerbsloſe
ermittelt. Von dieſen waren 55 000 Fürſorgearbeiter.
Gegen=
über dem Stand vom 30. November (544 000) bedeutet dieſe Zahl
eine Steigerung um 7,7 v. H. Dagegen hatte die Zunahme im
Laufe des Vormonats nur 6,6 v. H. betragen. In ſehr
erheb=
lichem Maße hat ſich gleichfalls die Zahl derjenigen
Hauptunter=
ſtützungsempfänger in der Arbeitsloſenverſicherung und
Kriſen=
fürſorge erhöht, die laufend von den Städten zuſätzlich unterſtützt
werden müſſen. Am 31. Dezember hatten die Berichtsſtädte 82000
ſolcher laufend zuſätzlich Unterſtützten (gegenüber 62000 m
30. November) zu betreuen. Außerdem wurden im Laufe des
Monats Dezember in den Berichtsſtädten weitere 57 000
Haupt=
unterſtützungsempfänger der Arbeitsloſenverſicherung und
Kriſen=
fürſorge mit vorübergehender Unterſtützung bedacht.
Berlängerung der Friſten für die Kriſenfürſorge.
Berlin, 10. Januar.
Amtlich wird mitgeteilt: „Der Reichsarbeitsminiſter hat ſich
damit einverſtanden erklärt, daß für Arbeitsloſe, die ſich am
3. Nohember 1930 in der Kriſenfürſorge befanden, die frühere
Höchſtbezugsdauer von 39 oder 52 Wochen bis zum 28. März
1931 weiter gilt. Auf dieſen Zeitpunkt ſind die für den 17. und
24. Januar 1931 vorgeſehenen Auslauffriſten verſchoben worden.”
Die ſtarke Belaſtung der Gemeinden mit Wohlfahrtslaſten
hat zu den bekannten Maßnahmen in der Notverordnung
ge=
führt, die den Gemeinden geſtatten, auf dem Wege allgemeiner
Beſteuerung der Bürgerſchaft den dringendſten Bedarf für die
Erwerbsloſen zu decken. Daneben werden die Gemeinden das
ihre zu tun haben, um durch äußerſte Sparſamkeit ihren
Haus=
halt aufrechtzuerhalten und durchzuführen. Um ihnen hierbei
Hilfe zu leiſten, ſoweit dies mit den verfügbaren Mitteln
ver=
einbar iſt, hat ſich der Reichsfinanzminiſter gemeinſam mit dem
Reichsarbeitsminiſter entſchloſſen, für Arbeitsloſe, die am 3.
No=
bember 1930, dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der letzten
Neu=
regelung der Krifenfürſorge, bereits in dieſer Fürſorge ſtanden,
die früheren längeren Fürſorgefriſten von 39 oder 52 Wochen
bis zum 28. März 1931 weiter gelten zu laſſen. Inſoweit ſind
alſo die Ablauffriſten, die für den 17. und 24. Januar 1931
vorgefehen waren, mit der Wirkung verſchoben worden, daß
da=
durch den Gemeinden ein Teil der ihnen ſonſt jetzt ſchon
zu=
fallenden Fürſorgelaſten noch abgenommen bleibt.
1931. — Der erſte Nachtrag. —
Mehr=
ausgaben und Erſparniſſe.
* BB. Berlin, 10. Januar. (Priv.=Tel.)
Der Vorſtoß des Reichsfinanzminiſters Dr. Dietrich in
dankengänge in engeren Kreiſen ſchon wiederholt dargelegt hatte.
war man doch wenig angenehm überraſcht, aus Stuttgart zu
hören, daß er bereits zur öffentlichen Ankündigung der
Durch=
führung ſeiner Subventionspläne übergegangen ſei. Im
Reichs=
wirtſchaftsminiſterium will man von einer Subventionierung
der Wirtſchaft nicht allzuviel wiſſen. Die Wirtſchaft ſelbſt hat
geſprochen. Im Arbeitsminiſterium herrſcht ebenfalls eine
ab=
lehnende Stimmung, weil man hier befürchtet, daß die
Arbeits=
loſenverſicherungein Mitleidenſchaft gezogen werden könnte. Wie uie geteilt, und die Entwicklung der Dinge hat uns leider recht
man im Finanzminiſterium, alſo dem Reſſort Dr. Dietrichs
über deſſen Pläne denkt, läßt ſich unſchwer erraten, eben weil
die Umſchaltung der Unterſtützung für die Arbeitsloſen auf die
Wirtſchaft ohne eine genügende Geldreſerve nicht möglich iſt.
Gegenwärtig hat man aber im Finauzminiſterium andere Sorgen, der eugliſchen Politik in Europa lahmgelegt. Dazu kommen die
mende Haushaltsjahr 1931 vor. Dieſer Nachtragsetat, mit deſſen
beratungen über den eigentlichen Etat von 1931 einſetzen, bringt
lung des eigentlichen Haushaltsplanes ergeben haben. Es handelt
ſich dabei um eine Fülle meiſt kleinerer Poſten, wie z. B. um die
Entſchädigung, die die Angeſtellten und Arbeiter der
Tabak=
induſtrie auf Grund der neuen Tabakſteuererhöhung erhalten
müſ=
ſterium, und dann z. B. auch um einen Poſten für die
Wieder=
inſtandſetzung des im letzten Jahr ausgebrannten Fernlenkſchiffes leicht auch bei uns in Deutſchland endlich einmal einſehen wer=
„Zähringen”, der allerdings durch Erſparniſſe an anderer Stelle
des Marineetats wieder ausgeglichen werden ſoll. Dem
Nach=
auch Erſparniſſe enthalten ſein ſollen, deren Feſtlegung im ein= miniſter hat bei einer Rede eine gewviſſe Skepſis zum Ausdruck
Reichsreſſorts anberaumt worden, wobei auch darauf hingewieſen
wird, daß ſelbſt der allerkleinſte Einzelbetrag hinſichtlich der Er= Illuſionspolitik vorgeworfen haben. Nach der Oſtpreußenreiſe
ſparnismöglichkeiten berückſichtigt werden ſoll. So iſt der
Nach=
zugleich als eine politiſche Antwort auf die Aktion der
Deut=
lionen verlangt. Im Zuſammenhang mit dieſem Nachtragsetat
mit der Volkspartei in der letzten Hälfte des Januars die
Ver=
handlungen über deren 300=Millionen=Antrag aufnehmen.
Der Reichsarbeitsminiſter und die Frage der
Doppel=
verdiener.
Deutſchen Arbeitgeberverbände in Berlin gerichtetes Schreiben
über die Frage der Doppelverdiener nunmehr auch den oberſten ches Handeln beſtehen ſoll. Darüber aber hat man ſich bisher
Schreiben hat folgenden Wortlaut:
Klagen über die ſogenannten „Doppelverdiener”, auf die ich Ihre klang zu bringen wären mit den tatſächlichen
Machtverhält=
dieſer Angelegenheit beſchäftigt haben und daß in einer Reihe
zeit auf meine Veranlaſſung bereits die Arbeitsämter angewieſen Radikalismus des Wortes hüten.
im Rahmen der Vermittlungsgrundſätze des § 58, Abſ. I AVG.
verdienſt zu berückſichtigen. Gleichwohl kann ich die noch immer verſtändliches Ziel jeder deutſchen Außenpolitik anerkennen würde.
auf die hohe Arbeitsloſenzahl nicht als unberechtigt anſehen:
Ich weiſe zugleich daraufhin, daß auch im Reichstag Anträge, zielbewußtes Handeln, welches die gegebenen Machtverhältniſſe
vorliegen, die ſich mit der Angelegenheit beſchäftigen, und daß in jedem Augenblick richtig in Rechnung ſtellt.
der Vorſtand der Reichsanſtalt für Arbeitvermittlung und
Ar=
beitsloſenvermittlung in einer Entſchließung kürzlich gefordert Aktivität wird man der Negierung Brüning weder in
außen=
hat, daß die Mißſtände auf dem Gebiete des „Doppelverdienens” politiſcher noch in innerpolitiſcher Beziehung ernſtlich
vor=
bereiten, ob der Doppelverdienſt mit Rückſicht auf die Arbeits= die Arbeitsloſigkeit zu beſeitigen. Es iſt ein gefährlicher Weg,
marktlage vertreten werden kann. Ich richte daher erneut die der hier gewieſen wird, und mit Recht wendet ſich nicht nur die
dringende Bitte an Sie, der Frage der Doppelverdiener Ihre
angeſchloſſenen Verbände dahin einzuwirken, daß — ſoweit nicht
erſter Linie die ſogenannten „Doppelverdiener” ausſcheiden, und
den Arbeitsloſen geeignete andere Arbeitskräfte verfügbar ſind, teiligt wird. Die Arbeitsloſigleit wird alſo zuer an ein
Die Woche.
Die ernſten Beſorgniſſe hinſichtlich der Entwicklung unſerer
außenpolitiſchen Beziehungen, denen wir beim Jahreswechſel
Jorgen des Reichsſinanzminifteriumg. Ausdruck gaben, haben ſich leider als durchaus berechtigt
er=
wieſen, und es iſt durchaus möglich, daß wir uns ſchon ſehr
bald vor ſchwerwiegende Entſcheidungen geſtellt ſehen. Kein
Staft Yiekrichs Hubvenkionspläne Korrektur am Ekal. Zweifel, daß die franzöſiſche Regierung und insbeſondere Herr
Briand ſich den Polen gegenüber ſtark gebunden fühlt, und
daß dieſe Bindungen ſich in Genf in einer für uns ſehr
un=
erfreulichen Weiſe bemerkbar machen werden. Daß das deutſche
Recht ſonnenklar iſt, das moraliſche Recht ebenſo wie das
formelle, ändert daran nicht das geringſte, und ſo fürchten
wir, daß die kommenden Verhandlungen über den deutſchen
Preteſt gegen die brutale Terroriſierung der deutſchen Minder=
Stuttgart hat innerhalb des Kabinetts eine begreifliche Ver= heit in Polen eine bittere Lektion ſein werden für alle die,
ſtimmung ausgelöſt. Obwohl Herr Dr. Dietrich derartige Ge= welche noch immer dem frommen Köhlerglauben anhängen, daß
die Beziehungen der Völker zueinander durch das Recht und
nicht durch die Macht eutſcheidend beeinflußt würden.
Es gab einmal eine Zeit, zu der Optimiſten weitgehende
Hoffnungen auf England ſetzten. Man rechnete auf eine
engliſch=
ſranzöſiſche Rivalität, die England zwingen werde, der
euro=
ſich ja auch ſchon unzweideutig gegen Dietrichs Pläne aus= päiſchen Politik Fraukreichs entgegenzutreten. Das iſt zwar
ſchon lange her, aber in gewiſſen deutſchen Kreiſen hatten ſich
ſolche ſtillen Hoffnungen noch immer erhalten. Wir haben ſie
gegeben. Die europäiſche Politik Englands wird von den
welt=
politiſchen Intereſſen des Inſelreichs ausſchlaggebend
beein=
flußt, und je größer die Sorgen des britiſchen Weltreichs im
Pazifik und in Indien ſind, um ſo miehr wird die Aktivität
ſchweren wirtſchaftlichen Sorgen, deren auch die gegenwärtige
Labour=Regierung in keiner Weiſe Herr zu wverden vermag,
* Wie wir von zuverläſſiger, unterrichteter Seite hören, be= und die naheliegende Erwägung, daß eine deutſch=franzöſiſche
reitet der Reichsfinanzminiſter einen Nachtragsetat für das kom= Verſtändigung die Beſeitigung dieſer wirtſchaftlichen Nöte und
die Wiederherſtellung der induſtriellen Vormacht Englands ge=
Aufſtellung man beginnt, während gerade eben erſt die Ausſchuß= wiß nicht fördern würde. Kein Wunder, daß unter dieſen
Um=
ſtänden eine neue engliſch=franzöſiſche Annäherung — von den
zunächſt eine Reihe von Mehrausgaben, die ſich ſeit der Aufſtel= Engländern bereits während der Geufer
Abrüſtungsverhand=
lungen geſchickt angebahut — immer greifbarere Geſtalt
an=
nimmt. Kein Wunder auch, daß in demſelben Maße die
deutſch=
franzöſiſchen Beziehungen immer weitere Abkühlung erfahren.
Je klarer wir diefe Dinge ſehen, um ſo beſſer für uus,
ſen. Weiter um einzelne Ausgaben bei dem Reichsarbeitsmini= Nicht nur weil gerade auf außenpolitiſchem Gebiet Illuſionen
beſonders verhängnisvoll wirken, ſondern weil wir dann
viel=
den, daß gerade die Außenpolitik ſich am wenigſten zum
partei=
politiſchen Agitationsobjekt eignet. Und es iſt wahrlich höchſte
tragsetat kommt auch erhöhte politiſche Bedeutung zu, da in ihm Zeit für dieſe einſache Erkenntnis. Der deutſche
Reichsaußen=
zelnen in der kommenden Woche erfolgt. Entſprechende Sitzungen gebracht, und ſchon wirft ihm die „Nationale Oppoſition‟
Defai=
ſind ſofort nach der Rückkehr des Reichsfinanzminiſters mit den tismus vor. Hätte Herr Dr. Curtius hoffnungsfreudiger
ge=
ſprochen, würde man ihm zweifellos mit derſelben Emphaſe
des Reichsaußenminiſters hat jetzt auch der Reichskanzler, von
tragshaushalt gleichſam ein Antrag der Regierung auf weitere Herrn Trebiranus begleitet, eine Informationsreiſe durch die
Erſparniſſe gegenüber dem eigentlichen Haushaltsplan, und damit Provinzen des bedrohten deutſchen Oſtens augetreten. Es hätte
nahegelegen, dieſen Beſuch am Vorabend der Genfer Tagung
ſchen Volkspartei zu bewerten, die die Streichung von 300 Mil= zu einer eindrucksvollen Kundgebung des nationalen Willens
im deutſchen Oſten zu geſtalten. Daß die Kommuniſten dieſe
werden dann auch der Reichsfinanzminiſter und der Reichskanzler / Gelegenheit lieber zu lärmenden Proteſtverſuchen ausnutzen
würden, wird niemand weiter erſtaunen. Wenn aber nationale
Kreiſe in Oſtpreußen das gleiche taten, ſo zeigt dieſes
Ver=
halten wieder einmal mit erſchreckender Deutlichkeit die
ver=
hängnisvolle politiſche Inſtinktloſigkeit, die wir beim deutſchen
Volk leider ſo oft zu beobachten haben. Man ſpricht jetzt oft
und gern davon, daß die Reichsregierung Reden halte ſtatt zu
handeln. Das iſt vielleicht in Volksverſammlungen und gelegent=
Berlin, 10. Januar. lich auch in Zeitungsartikeln ganz wirkungsvoll. Aber wenn
Der Reichsarbeitsminiſter hat ein an die Vereinigung der man ein Handeln verlangt, wird man ſich ſchließlich doch auch
einmal darüber Gedanken machen müſſen, worin denn ein ſol=
Sozialbehörden der Länder, ſowie der Hauptverwaltung der konſequent ausgeſchwiegen, und ſo gewinnt man den Eindruck,
Deutſchen Reichsbahngefellſchaft zur Kenntnis gegeben. Das als ob man von der Reichsregierung eben nicht ein Handeln,
ſondern vielmehr tönende Reden erwarte, ohne ſich weiter dar=
In letzter Zeit häufen ſich in der Oeffentlichkeit wieder die über Gedanken zu machen, ob denn auch die Worte in Ein=
Aufmerkſamkeit bereits mit meinem Schreiben vom 24. Septem= niſſen, mit denen wir in der Außenpolitik doch nun einmal
ber 1926 TV 11 905/26 (Reichsarbeitsblatt S. 327) gelenkt habe, rechnen müſſen. Der Reichskanzler hat in Oſtpreußen vor Radi=
Ich erkenne gern an, daß ſich in den letzten Jahren die Ver= kalismus gewarnt. Mit vollem Recht! Radikalismus auf dem
bände der Arbeitgeber= und der Arbeitnehmer wiederholt mit Gebiet der Außenpolitik heißt Krieg. Es gibt niemanden in
Deutſchland, der nicht überzeugt davon wäre, daß wir alles
von Einzelfällen Abhilfe geſchaffen wurde. Auch die Reichsanſtalt tun müſſen, um ihn zu vermeiden. Wenn wir aber den
Radi=
für Arbeitsvermittlung und Arbeitsloſenverſicherung hat ſeiner= kalismus der Tat nicht wollen, müſſen wir uns auch vor dem
Es gibt in Deutſchland keinen vernünftigen Menſchen, der
bei der Vermittlung von Arbeitſuchenden einen etwaigen Doppel= nicht eine gründliche Reviſion des Young=Plans als
ſelbſt=
lauter werdenden Klagen über Doppelverdiener mit Rückſicht Wir kommen aber dieſem Ziel gewiß nicht näher durch
lär=
mende Proteſte und Volksverſammlungsreden, ſondern nur durch
Man mag noch ſo kritiſch eingeſtellt ſein, einen Mangel an
beſeitigt werden müſſen. Allerdings läßt ſich nach der Auf= werfen können. Man wird das ehrlicherweiſe zugeben müſſen,
faſſung des Vorſtandes der Reichsanſtalt eine allgemeine gültige auch wenn man keineswegs mit allen Plänen der Reichs=
Begriffsbeſtimmung des Doppelverdienens, die alle in Betracht regierung durchaus einverſtanden iſt. Wir denken dabei
beſon=
kommenden Lebensverhältniſſe erſchöpfend umfaßt, nicht finden: ders an den Gedanken, den der Reichsfinanzminiſter dieſer Tage
im Einzelfall dürfte aber die Feſtſtellung kaum Sch rigkeiten in einer öffentlichen Rede ausgeſprochen hat, durch Lohnprämien
geſamte nationälökonomiſche Wiſſenſchaft, ſondern auch die
beſondere Aufmerkſamkeit zu ſchenken. Ich bitte ferner ent= Männer der wirtſchaftlichen Praxis gegen derartige
wirtſchaft=
ſprechend der Zuſage Ihrer Vertreter in der Sitzung des Vor= liche Subventionen, deren Koſten in jedem Fall die
Allgemein=
ſtandes der Reichsanſtalt im Septemher 1930 auf die ihnen heit zu tragen hat. Bleibt aber die Subvention eines Betriebs
oder einer Induftrie ein iſolierter Fall, dann bedeutet das nichts
im Einzelfall beſondere Härten entſtehen — bei Entlaſſungen in anderes, als „daß eine wirtſchaftlich notwendige
Selbſtkoſten=
ſenkung auf die Allgemeinheit umgelegt, die geſamte Induſtrie
daß keine Doppelverdiener neu eingeſtellt werden, ſolange unter bzw. Arbeiterſchaft zu Gunſten einer beſtimmten Gruppe benach=
Seite 2
Stelle bekämpft, praktiſch aber auf die übrige Produktion
ver=
ſchoben” Im übrigen beſteht durchaus die Gefahr, daß durch
derartige Eingriffe in den natürlichen Ablauf des
Wirtſchafts=
prozeſſes die Geſamtarbeitsloſigkeit vermehrt, anſtatt
vermin=
dert würde.
Um eine Selbſtkoſtenſenkung wird die deutſche Wirtſchaft
in ihrer gegenwärtigen Lage nun einmal nicht herumkommen,
ſo ſchwer das im einzelnen Fall auch ſein und ſo hart es
ein=
zelne Gruppen treffen mag. Die geſtern erfolgte Lohnſenkung
im Ruhrgebiet war eine harte Notwendigkeit, beſonders
nach=
dem in dieſem Fall die Preisſenkung bereits vorangegangen
war. Daß es einer neuen Notverordnung bedurfte, um einen
Schiedsſpruch überhaupt zu ermöglichen, beweiſt, daß wir zwar
in der Nachkriegszeir unendlich viele Geſetze erlaſſen haben, aber
daß man bei der Ausarbeitung dieſer Geſetze offenbar nicht
immer mit der nötigen Sorgfalt vorgegangen iſt. Die neue
Notverordnung gibt der Reichsregierung wiederum neue
weit=
gehende Befugniſſe, und die Bedenken, die von Wirtſchaſtsſeite
gegen die Möglichkeit eines Lohndiktats geltend gemacht werden,
ſind keineswegs von der Hand zu weiſen. Aber einmal iſt die
dieite Notverordnung ja zeitlich begrenzt und eine gewiſſe
Sicher=
heit iſt dadurch gegeben, daß die Entſcheidung in jedem Fall
nicht allein in der Hand des Arbeitsminiſters liegt, ſondern
vom Geſamtkabinett zu treffen iſt. Daß es ſich bei dem Erlaß
der neuen Notverordnung um eine dringende politiſche
Notwen=
digkeit handelte, ſteht außer Zweifel. Man mag über den geſtern
im Ruhrkonflikt gefällten Schiedsſpruch denken wie man will,
ſchwere Wirtſchaftskämpfe würden bei unſerer augenblicklichen
Lage ganz außerordentliche Gefahren mit ſich bringen, und ſo
wird man es mit Erleichterung begrüßen, daß die
Reichs=
regierung durch ihr raſches und energiſches Vorgehen dieſe
Ge=
fahren gebannt hat, ſoweit es in ihren Kräften ſteht. A.
Sonntag, den 11. Januar 1931.
Nummer 11
Aeiu Beigor des Gerder keichsbanners.
Ein inkereſſankes Reichswehrgukachken.
* Erſt jetzt wird bekannt, daß das Reichswehrminiſterium
zum Verbot des rheiniſch=weſtfäliſchen Stahlhelms, das im
Ok=
tober 1929 erfolgte, ein recht bedeutſames Gutachten geliefert
hat. Das Miniſterium ſtellt feſt, daß das Geländeſpiel des
Stahlhelms, das die Grundlage für das Verbot bildete, keinen
militäriſchen Charakter gehabt hat. Man erfährt von dieſem
Urteil erſt jetzt etwas, nachdem ſich der Reichsinnenminiſter
Dr. Wirth wegen der Forderung Thüringens nach Auflöſung
des Geraer Reichsbanners hilfeſuchend an das
Reichswehr=
miniſterium gewandt hat. Herrn Wirth iſt es natürlich ſehr
peinlich, die Erlaubnis für eine Maßnahme zu geben, die ſich
gegen politiſche Gruppen richtet, die ihm beſonders naheſtehen.
Da ihm bekannt war, wie man im Miniſterium des Herrn
Groener über die Geländeſpiele der nationalen Verbände denkt,
wußte er, daß das Reichswehrminiſterium im Falle Gera ein
Verbot nicht befürworten würde. Das Wehrminiſterium hat
denn auch ein entſprechendes Gutachten geliefert, ſo daß aus
der von Herrn Frick gewünſchten Auflöſung des Gerger
Reichs=
banners nichts wird. Man darf es aber dem Wehrminiſterium
nicht übel nehmen, daß es bei dieſer Gelegenheit das freimütige
Bekenntnis abgelegt hat, daß es auch das Stahlhelmverbot in
Rheinland=Weſtfalen nicht für gerechtfertigt gehalten hat.
Inter=
eſſant iſt allerdings, daß der damalige Reichsinnenminiſter
Severing ſeinem Parteifreund, dem preußiſchen Innenminiſter
Grecſzinſki volle Handlungsfreiheit ließ, ohne ſich vorher mit
den militäriſchen Sachverſtändigen in Verbindung zu ſetzen.
Hätte er das getan, dann brauchte er ſich heute nicht vorwerfen
zu laſſen, daß er und ſein Miniſterkollege in Preußen, ſich des
Verſailler Vertrags bedient haben, um eine der Sozialdemokratie
unfympathiſche politiſche Organiſation aufzulöſen. Vielmehr iſt
das Reichswehrminiſterium erſt nach dem Verbot durch das
Reichsinnenminiſterium aufgefordert worden, ſich zu äußern.
Ein Gutachten wurde damals ſämtlichen preußiſchen Miniſtern
zugeſtellt, das ſo dürftig war, daß man im Wehrminiſterium die
Auflöſung und das Verbot des Stahlhelms für ungerechtfertigt
hielt. Darauf iſt es wohl auch zurückzuführen, daß der
Reichs=
präſident ſich wiederholt für die Aufhebung des Verbots
ein=
geſchaltet hat. Da Preußen ihn hinzuhalten ſuchte, kam es
ſchließlich zu dem bekannten ſcharfen Brief des Reichspräſidenten
an den preußiſchen Miniſterpräſidenten Otto Braun, in dem
der Reichspräſident ſchrieb, daß er den Befreiungsfeiern im
Vom Tage.
Der Deutſche Volksbund in Kattowitz hat an den Völkerbundsrat
eine Eingabe wegen des zur Wahlzeit ausgeübten Terrors eingereicht.
Auf ſeiner Fahrt durch Oberſchleſien traf der
Kanzler am Freitag abend, von Gleiwitz kommend, in Ratibor
ein, wo es gleichfalls zu Demonſtrationen gegen die Regierung
kam. Am Samstag vormittag begab ſich der Kanzler nach
Leob=
ſchütz und Neiſſe. Dazwiſchen lag eine kurze Beſprechung in
Lipp=
ſchütz. In Neiſſe wiederholten ſich die ſchon am Vortag im
ober=
ſchleſiſchen Induſtriegebiet beobachteten Straßenkundgebungen.
Von hier aus ging die Reiſe nach Glatz, wo die Polizei ſtarke
An=
ſammlungen mit dem Gummiknüppel auseinandertreiben mußte
Den Abſchluß der Reiſe bildeten Beſprechungen der Reiſe in
Wal=
denburg und Breslau.
Die feierliche Beiſetzung des verſtorbenen
Staats=
ſekretärs z. D. Kempkes fand geſtern nachmittag auf dem
Park=
friedhof Lichterfelde=Siid in Berlin ſtatt. Reichsminiſter Dr. Curtius
nahm an der Trauerfeier teil.
Es beſtätigt ſich, daß die Tſchechoſlowakei dem zwiſchen
den öſterreichiſch=ungariſchen Nachfolgeſtaaten und
ihren Gläubigerſtaaten abgeſchloſſenen Vertrag
vom 31. Oktober 1930 über die Rückzahlung der öſterreichiſch=ungariſchen
Vorkriegsſchulden, der bereits die prinzipielle Zuſtimmung aller
Nach=
folgeſtaaten gefunden hat, ebenfalls beitreten wird.
Vincenzo Azzolini iſt zum Gouverneur der
italieni=
ſchen Staatsbank ernannt worden.
Der franzöſiſche Miniſterpräſident Steeg hat
am Samstag den deutſchen Botſchafter v. Hoeſchempfangen.
Der lange befürchtete Konflikt in der engliſchen
Baumwolltextil=
induſtrie iſt geſtern mit der Ausſperrung von 25 000 Arbeitern in
Burn=
ley zum Ausbruch gekommen.
Die Verhandlungen zwiſchen den Vertretern der
Gruben=
beſitzer und der Bergleute in Südwales ſind ergebnislos
abgebrochen worden. Die Beendigung des Streiks iſt in dieſer
Woche nicht mehr zu erwarten.
Einer der leitenden Beamten der Bank von
Eng=
land. Sir Otto Niemeyer, wird ſich auf Einladung der
braſiliani=
ſchen Regierung nach Braſilien begeben, um die Bank von
Bra=
ſilien zu reorganiſieren und die Stabiliſierung der
braſilianiſchen Währung durchzuführen.
Mehr als 30000 Menſchen ſind nach offiziellen Berichten im Laufe
der letzten neun Monate im Süden der Provinz Kanfu ermordet
worden.
Rheinland fern bleiben müſſe, wenn nicht unverzüglich das
Un=
recht am Stahlhelm wieder gut gemacht würde. Unter dem
Druck des Reichspräſidenten entſchloß ſich dann Preußen, das
Verbot aufzuheben. Dabei hat es ernſte Preſtigeeinbuße
er=
litten, was nicht nötig geweſen wäre, wenn man bei der
Be=
urteilung des rheiniſch=weſtfäliſchen Geländeſpiels ſich von
poli=
tiſchen Voreingenommenheiten freigemacht und, wie das jetzt
der Fall war, auch damals die militäriſchen Sachverſtändigen
zu Rate gezogen hätte.
Führerkeiſe beiderdarmſkädker NSSAB.
* Schon über zwei Wochen lang gehen in Darmſtadt Gerüchte
über eine Kriſe, die in der Leitung der Darmſtädter Organiſation
der Nationalſozialiſtiſchen Partei ausgebrochen ſei. Jetzt findet
ſich im „Völkiſchen Beobachter” dem Zentralorgan der NSDAP.,
folgende kurze Notiz: „Gau Heſſen: Die Ortsgruppe Darmſtadt
unterſteht ab 5. Januar 1931 der Gauleitung direkt. Die
Funk=
tionäre der Ortsgruppe Darmſtadt ſind von ihrem Poſten
ent=
hoben worden.”
Der Inhalt der Notiz iſt kurz und deutlich. Zunächſt hat
Reichstagsabg. Lehrer Ringshauſen=Offenbach die Leitung
über=
nommen. Ihm ſind erweiterte Vollmachten erteilt worden. Der
bisherige Führer der Darmſtädter Nationalſozialiſten, Stadtrat
Abt, hat ſich, wie wir hören, bereits in München vor den
Kon=
trollinſtanzen zu rechtfertigen verſucht.
Daß die Zentralleitung der NSDAP. die Funktionäre einer
Gruppe nur beim Vorliegen ſchwerer Gründe ihres Amtes
ent=
hebt, bedarf keiner Betonung. Ueber die Urſachen der
Amtsent=
hebung herrſcht daher großes Rätſelraten. Der Gauleiter,
Reichs=
tagsabg. Ringshauſen, ermächtigt uns zu erklären, daß rein innere
Parteigründe maßgebend waren, von irgendwelchen perſönlichen
oder gar ehrenrührigen Gründen könne nicht geſprochen werden.
Für die nächſte Zeit ſei bereits mit einer Neuregelung zu rechnen.
Heſſiſche Polikik.
Abg. Reiber hat Herrn Landtagspräſidenten Delp mitgeteilt,
daß die ſeitherige demokratiſche
Landtagsfrak=
tion von jetzt an den Namen: „Demokratiſch=
ſtaats=
parteiliche Arbeitsgemeinſchaft” führen wird.
Hrantreia. Dintſcäntstelfe!
Wachſende Schwierigkeiken. — Zweiſelhafke Erfolge
der Regierung Steeg.
Von unferem A=Korreſpondenten.
Paris, 10. Januar=
Die Unterſuchungskommiſſion der franzöſiſchen Kammer
über die Zuſammenhänge der Wirtſchaft und der Politik arbeitet
unerbittlich weiter. Immer neue Opfer bleiben in der Arena
der Oeffentlichkeit, immer neue Namen. „Vite et tout” („ſchnell
und alles”) iſt der Schlachtruf, und die Konfuſion wird immer
größer, die perſönlichen Kämpfe immer erbitterter, die Sprache
der Preſſe immer wilder. Die Situation in der Innenpolitik
wird von Tag zu Tag geſpannter, und das Vertrauen zur
Börſe wird immer mehr erſchüttert. Es ſind das recht
zwei=
felhafte Erfolge für die Regierung, deren
par=
lamentariſche Lage ſowieſo nicht beneidenswert iſt, und für die
Wirtſchaft, die unter anderem auch unter einer Vertrauenskriſe
leidet. Die Auffaſſung, daß die Eindämmung der
Wirtſchafts=
kriſe und die — als Wort ſchon verpönte — Wiederankurbelung
der Wirtſchaft von der Börſe und von der Spekulation ausgehen
muß, dringt immer mehr durch. Das bißchen Kredit, was die
„Säulenhalle, wo man das Geld verliert” wie ein franzöſiſcher
Finanzminiſter die Börſe nannte, noch beſitzt, geht aber durch
die andauernde Aufrollung der Skandalaffären verloren. Man
hat das Gebiet, welches die parlamentariſche
Unterſuchungs=
kommiſſion bearbeiten ſoll, nach keiner Richtung hin begrenzt;
ſie befaßt ſich keineswegs ausſchließlich mit der Ouſtricaffäre,
ſondern eben mit allen Skandalaffären in der Wirtſchaft und in
der Politik. Es iſt alſo gar nicht abzuſehen, wohin ihre Arbeit
führen ſoll.
Die Regierung beabſichtigt, eine ausgeſprochene
Kon=
junkturpolitik zu treiben. Sie verkennt die Schwere der
Situation keineswegs. Der Plan der nationalen Ausrüſtung
wird erweitert durchgeführt, und es werden keine Opfer geſcheut
im Intereſſe einer großzügigen ſtaatlichen Inveſtitionspolitik.
Das iſt keine leichte Aufgabe, um ſo mehr, da das Gleichgewicht
des Budgets äußerſt labil geworden iſt, denn die
Steuer=
eingänge gehen immer mehr zurück. Schon daraus geht hervor,
daß Frankreich das Ausland nicht ſo großzügig finanzieren kann,
wie man es vielfach behauptet und — befürchtet.
Ueber die Ausſichten der Maßnahmen, mit dem die
Regie=
rung der Wirtſchaftskriſe begegnen will, gehen die Meinungen
auseinander. Ihre Durchführung hängt zum großen Teil davon
ab, ob die Kammer jetzt trotz der aufgewühlten Leidenſchaften
fähig ſein wird, ſachlich und ſchnell zu arbeiten. Die
Wirkſam=
keit der ganzen großzügigen Aktion, falls ſie wirklich durchgeführt
werden kann, hängt aber von der Dauer der
Weltwirtſchafts=
kriſe ab. Frankreich verfügt über große Reſerven, aber dieſe
Reſerven ſind nicht unerſchöpflich.
Las Wirkſchaftsprogramm der Regierung Steeg.
EP. Paris, 10. Januar.
Der franzöſiſche Miniſterrat hat am Samstag endgültig das
nationale Wirtſchaftsprogramm in ſeiner neuen Form gutgeheißen
und beſchloſſen, es der Kammer ſofort nach ihrem Zuſammentritt
vorzulegen. Das Projekt iſt ſo geſtaltet worden, daß die
Kam=
merberatungen genau an dem Punkte wieder aufgenommen
wer=
den können, an dem ſie unter der Regierung Tardieu abgebrochen
wurden. Die vom Kabinett Steeg vorgenommenen Aenderungen
erſtrecken ſich in erſter Linie auf die Finanzierung des Projektes,
die dehnbarer gehalten werden wird, um jede vorübergehende
Unterbrechung der Arbeiten und eine daraus ſich ergebende
Ar=
beitsloſigkeit zu vermeiden. Zu dieſem Zwecke ſoll demnächſt
für die bereits im Gange befindlichen Straßen=, Kanal= und
Hafenbauten ein das Ende des laufenden Finanzjahres
decken=
der Sonderkredit von 190 Millionen Franken angefordert
wer=
den. Auch die Elektrifizierung der Landwirtſchaft wird aus dem
Rahmenprojekt herausgelöſt und als Sondervorlage mit einer
Kreditforderung von 150 Millionen Franken dem Parlament
vor=
gelegt.
Einer offiziellen Note zufolge befaßt ſich das Miniſterium
der öffentlichen Arbeiten ſchon jetzt mit ergänzenden Plänen, durch
die im Einvernehmen mit dem Finanz= und Budgetminiſterium
neue Mittel für den weiteren Wirtſchaftsausbau des Landes
be=
ſchafft werden ſollen, wenn erſt einmal die in der gegenwärtigen
Milliardenvorlage angeforderten Mittel erſchöpft ſein werden.
Der kluge Zeitgenoſſe als Behlrichker.
Soeben erſcheint im Verlag Niels Kampmann ein
unge=
mein intereſſantes und zugleich witzig=amüſantes wie ernſtes
Buch unter dem Titel „Der kluge Zeitgenoſſe” von dem
be=
kannten Heidelberger Kritiker Dr. Rudolf K. Goldſchmit. Das
Buch wird bald im Mittelpunkt der Diskuſſion ſtehen, gibt es
doch zum erſten Mal eine umfaſſende Sammlung der Fehlurteile
aller Zeiten über die Genies, Fehlurteile nicht nur der
zünf=
tigen Kritik, ſondern, was vielleicht äſthetiſch wie pſychologiſch
noch intereſſanter iſt, Fehlurteile gerade der Großen über das
Schaffen zeitgenöſſiſcher Genies, und zwar aus dem Gebiete der
Muſik, der Dichtkunſt und der bildenden Kunſt . Man lieſt
das Buch geſpannt wie einen Roman, es iſt lehrreich und
unter=
haltend zugleich und eröffnet durch das dargebotene Material,
das aus entlegenſten Quellen zuſammengeſucht iſt, wie durch
die Einleitung Rudolf K. Goldſchmits eine ſehr wertvolle
Dis=
kuſſion über das Problem der Geſchmacksbildung und der
äſthe=
tiſchen Urteilsfindung. Als Probe geben wir hier eine kleine
Anzahl der dort veröffentlichten Kritiken. Das Buch enthält
rund zweihundert Fehlurteile aus allen Zeiten, von der
Nenaiſſance bis auf unſere Tage.
Leſſing.
„So iſt — wer hätte dies gedacht! — Minna von Barnhelm
kein reindeutſches, ſondern aus vier Hauptſtücken, einem
eng=
lifchen, einem franzöſiſchen, einem italieniſchen und abermals
einem franzöſiſchen, ſowie aus einer Unzahl anderer
fremd=
ländiſcher Nebenſtücke zuſammengeſetzes, ſcheindeutſches,
aus=
ländiſches Gebilde! So iſt in Emilie Galotti und Nathan dem
Weiſen auch nicht ein Satz, der dem Gehirne unſeres Unſterb=
Paul Albrecht. 1890.
lichen entſprungen iſt!“
Goethe.
„Beſonders auffallend ſind die grammatikaliſchen Fehler,
welche man in Goethes Schriften gewahrt. Auch in ſeiner
Biographie kommen viele vor, und einige ſind doch wahrlich
zu arg ... Ueberhaupt gehört Goethe zu den Jgnoranten,
welche den grammatikaliſchen Unterſchied zwiſchen dem Dativ
mir und dem Akkuſativ mich nicht kennen . . . Den
Buch=
ſtaben e läßt er an Subſtantiven im Dativ und Ablativ fehlen.”
Friedrich Glover. 1823.
„Die Leiden des jungen Werther.”
„Praes(entiert) d. 30. Jan. 1775.
Pro Memoria
an die Churf. Büchercommiſſion.
Es wird hier ein Buch verkauft, welches den Titel führt:
Leiden des jungen Werther. Dieſe Schrift iſt eine Apologie
und Empfehlung des Selbſtmords; und es iſt auch deswillen
gefährlich, weil es in witziger und einnehmender Schreibart
abgefaßt iſt. Einige gelehrte und ſonſt geſetzte Männer haben
geſagt, daß ſie ſich nicht getraut hätten, das Buch durchzuleſen,
ſondern es etliche Mal weggelegt hätten. Da die Schrift alſo
üble Impreſſiones machen kann, welche, zumal bey ſchwachen
Leuten, Weibsperſonen, bey Gelegenheit aufwachen und ihnen
verführeriſch werden können, ſo hat die Theol. Facultät für
nöthig gefunden zu ſorgen, daß dieſe Schrift unterdrückt werde:
dazumal izo der Exempel des Selbſtmordes frequentiv werden.
Daher ich die Löbl. Bücher=Commiſſion im Namen jener
hier=
durch erſuche, den Verkauf dieſer Schrift zu verbieten und
da=
durch üblen Folgen vorbeugen zu helfen.
Leipzig, am 28. Jan. 1775.
Dr. Joh. Auguſt Erneſti, alß z(eitiger)
Decanus der Theol. Facultät allhier.”
„Stella”
„Goethes Stella iſt ein durchaus unſittliches Produkt.”
Hebbel.
„Fauſt”.
„Wo faſſ’ ich dich, unendliche Natur?
Euch Brüſte? Wo? Ihr Quellen allen Lebens,
An denen Himmel und Erde hängt,
Dahin die welke Bruſt ſich drängt —
Ihr quellt, ihr tränkt, und ſchmacht’ ich ſo dergebens?”
Wie ekelhaft, daß Fauſt die Natur bey ihren Brüſten faſſen
will? Dieſe Brüſte verwandeln ſich in Quellen, und an dieſen
hängt Himmel und Erde. Fauſts welke Bruſt drängt ſich an
dieſe Brüſte der Natur, als Quellen alles Lebens; ſie quellen,
ſie tränken, aber dem armen Fauſt kommen ſie nicht zugute. Da
ein Dichter, wie Goethe, ſolche Verſe in die Ausgabe ſeiner
Werke von letzter Hand aufnimmt; darf man ſich wohl
wun=
dern, wen die Franzoſen den Deutſchen den Ungeſchmack zum
Vordurf machen?
Ueberhaupt begreifen wir nicht, warum Herr von Goethe
ſogern Menſchen mit Löſchpapierſeelen, wie ſein Clavigo, ſein
Egmont, ſein Fauſt, ſein Carl Meiſter, zum Hauptgegenſtand
ſeiner Darſtellungen des menſchlichen Treibens und Denkens
K. A. Böttiger. 1809.
wählt.”
Schiller.
Die Trauerſpiele.
„Welche Wirkung werden die Produkte dieſer Dichtung in
den Herzen ſchwärmender Jünglinge und ſanfter deutſcher
Mädchen hervorbringen? Der Philoſoph ſpüre nach; der
Pſycho=
loge ſammle Bemerkungen; der Mann von Geſchmack weine
über die Trümmer des guten Geſchmacks, der Moralität und
der ſchönen Literatur, die (um nur von einer Sache zu reden)
die Köpfe der Franzoſen volatiliſiert und bei uns Ungeheuer
zur Welt bringt.
. . . Ein großer Staatsmann hat unlängſt unter vielen
frommen Wünſchen für unſer Theater über das Schauſpiel
die Meinung geäußert: Eine ziviliſierte Nation könne kein
ſol=
ches Trauerſpiel haben.”
Magazin der Philoſophie und ſchönen Literatur.
Leipzig 1785.
„Das Lied von der Glocke‟
„Ueber ein Gedicht von Schiller „Das Lied von der Glocke‟
ſind wir geſtern mittag faſt von den Stühlen gefallen vor
Lachen, es iſt ä la Voß, à la Tieck, ä la Teufel, wenigſtens um
des Teufels zu werden.”
Caroline v. Schlegel.
Jean Paul.
„Jean Paul iſt in Gedanken, ja in ſeinen Empfindungen
erhaben, aber ſeine Phantaſie iſt gemein, ſie malt nur niedrige
Gegenſtände mit Wahrheit, und gerade die Phantaſie iſt das
Grillparzer.
Spiegelbild des Menſchen.”
Beethoven und Fidelio.
wenn einige unſerer neueſten Muſiktalente, beſonders
Beethoven, ihren Weg fortgehen, ſo werden ſie wohl nie auf
der Bühne glänzen. Vor kurzem wurde die Ouvertüre zu ſeiner
Oper Fidelio, die man nur einige Male aufgeführt hatte, im
Augarten gegeben, und alle parteiloſen Muſikkenner und
freunde waren darüber vollkommen einig, daß ſo etwas
Un=
zuſammenhängendes, Grelles, Verworrenes, das Ohr
Empören=
des ſchlechterdings noch nie in der Muſik geſchrieben worden ſei.”
Kotzebue: Der Freimüthige. 1860.
Hölderlin und Schulze.
„Aehnlichkeit im äußern Geſchmack — unglückliche Liebe —
verbindet Hölderlin mit — Ernſt Schulze, welcher vielleicht
weniger dem Stoffe, entſchieden der Form nach der Schlegel=
Vilmar 1845.
ſchen Schule näher ſteht als Hölderlin.”
Heinrich v. Kleiſt.
„Erſchienen iſt das „Kätchen von Heilbronn” Schauſpiel
von Heinrich v. Kleiſt, unterhaltend für alle, die mit der
Ver=
nunft geworden ſind.
Nichts als Symptome der entſchiedenſten Querköpfigkeit.
Morgenblatt 1830.
Moericke.
„Betrachten wir zunächſt ſeine lyriſchen Gedichte, ſo muß
uns ſogleich der Umſtand Bedenken erregen, daß eine ſehr große
Anzahl Gelegenheitsgedichte im gewöhnlichen Sinne des Wortes
ſind. In dieſen wie auch in den meiſten übrigen iſt die Sprache
keineswegs durchgebildet und nichts weniger als reich .. . Ferner
iſt die Sprache ſehr häufig zu abſtrakt, wodurch ſie geſucht eund
Nummer 11
Sountag, den 11. Januar 1931
Seite 3
Zeutſcher Prokeſt in Warſchau
gegen die Ueberfliegung der deutſchen Grenze
durch polniſche Zlieger.
* Berlin, 10. Januar. (Priv.=Tel.)
Das Auswärtige Amt hat die deutſche Warſchauer
Geſandt=
ſchaft angewieſen, einen ſcharfen Proteſt wegen der letzten
Grenz=
verletzungen durch drei polniſche Militärflieger einzulegen, von
denen zwei bei Oppeln eine Notlandung vorgenommen haben.
Wenn auch die vorläufig feſtgenommenen Flieger behaupten, ſie
hätten ſich verirrt, und es wäre nicht ihre Abſicht geweſen, die
deutſche Grenze zu überfliegen, ſo fällt es doch ſchwer, ihren
Wor=
ten Glauben zu ſchenken, eben weil der Flug nach Oppeln, den
Charakter einer bewußten Demonſtration trug. Außerdem darf
doch nicht außer acht gelaſſen werden, daß von den 11
Nachbar=
ſtaaten Deutſchlands, die durchweg Luftfahrt treiben, lediglich
Polen immer wieder auf die Uebergriffe ſeiner Flieger
hingewie=
ſen werden muß. Die Liſte der Grenzverletzungen iſt ſchon
unend=
lich lang geworden, woraus man doch wohl ſchließen darf, daß
es ſich bei dem Ueberfliegen deutſchen Gebiets in den meiſten
Fällen nicht um Unachtſamkeit der Piloten handelt. Da ſämtliche
anderen Nachbarſtaaten ſtreng darauf achten, daß ihre Flugzeuge
jenſeits der deutſchen Grenze bleiben und auch als fremde Flieger
die deutſchen Grenzen achten, ſollte es eigentlich auch den Polen
möglich ſein, ein für allemal Grenzverletzungen zu verhindern.
Bis jetzt hatte man uns in Warſchau mit Verſprechungen und mit
Ausreden abgeſpeiſt. Wir müſſen aber immer wieder die
Feſt=
ſtellung machen, daß polniſche Flieger trotzdem immer wieder
unſere Grenzen überfliegen und ſich bei ihren Flügen meiſt
Gar=
niſonorte an der Oder oder andere wichtige Verkehrsknotenpunkte
ausſuchen, woraus dann jedesmal einwandfrei hervorgeht, daß es
ſich um wohlüberlegte Beobachtungsflüge handelt. Leider können wir
in Warſchau nur mündliche oder ſchriftliche Proteſte erheben. Es
iſt uns nicht möglich, einen ausreichenden Grenzſchutz zu
unter=
halten, der allein ſchon durch ſeine bloße Anweſenheit die
polni=
ſchen Flieger vor Grenzverletzungen zurückſchrecken ließe. Hier
zeigen ſich wieder einmal in erſchreckender Weiſe die Feſſeln, die
uns der Verſailler Vertrag geſchlagen hat, der uns u. a. auch die
Unterhaltung von Flugzeugabwehrgeſchützen verbietet, die wir
längs der polniſchen Grenze in größerer Zahl finden, und von
denen die Polen ruſſiſchen und litauiſchen Flugzeugen gegenüber,
wenn dieſe Maſchinen ſich einmal verflogen haben ſollten, ſchon
wiederholt Gebrauch gemacht haben.
Die polniſche Grenzüberfliegung
eine unerhörte Provokakion gegenüber Deutſchland.
Berlin, 10. Januar.
Zu der Grenzüberfliegung bei Oppeln durch polniſche Flieger
ſchreibt die „Germania”: Sollte es nicht mehr als ein Zufall oder
ein Verſehen ſein, daß gerade an dem Tage des Kanzlerbeſuches
in Oppeln drei polniſche Militärflugzeuge eine Stunde lang
über dieſer Stadt kreuzten, die angeſichts ihrer geographiſchen
Lage und ihres Umfanges mit keiner anderen Ortſchaft auf 100
Kileieter in der Runde verwechſelt werden kann! Betrachten wir
getroft dieſen „Fehlflug” als eine polniſche Demonſtration gegen
Deurſlaud in einem Augenblick, wo man in Polen eine
Frontal=
offenive gegen die deutſchen Klagen und Beſchwerden über die
Mißhandlung der deutſchen Minderheit unternimmt. Diesmal
hat uns der Zufall das corpus delieti in die Hand geſpielt, und
wir werden Gelegenheit haben, Polens Piloten Auge in Auge zu
was ſie eigentlich immer wieder mit ihren Maſchinen
tſchem Boden zu ſuchen haben. Daß ſie nicht als
Frie=
ngel kommen, iſt jedem klar, der die Geſinnung polniſcher
Militärkreiſe und die Stimmung an der deutſch=polniſchen Grenze
kennt.
Die „D. A. Z.” weiſt darauf hin, daß wir uns Jahre hindurch
die ſtändigen Grenzverletzungen durch polniſche Militärflugzeuge
haben gefallen laſſen. Die deutſchen Beſchwerden wurden mit
Dementis oder mit Ausflüchten beantwortet. Es bedeutet eine
unerhörte Provokation gegenüber dem Deutſchen Reiche, zum
Beſuch des Kanzlers in Oppeln polniſche Militärflugzeuge zu
ent=
ſenden. Es bedeutet aber weiterhin eine Provokation gegenüber
dem Völkerbund, unmittelbar vor dem Zuſammentritt des
Völker=
bundsrats, der über ſchwere Verletzungen des Rechts durch Polen
entſcheiden ſoll. In dieſem Augenblick wagt dieſer Ruheſtörer
einen neuen Uebergriff von ſo unentſchuldbarer Dreiſtigkeit, daß
ihn keine noch ſo routinierte Lügenmaſchine wird umdeuten kön=
nen. Von der Reichsregierung aber verlangen wir ſchärfſten
Proteſt gegen den letzten polniſchen Uebergriff, der dem
Völker=
bund einen neuen ſchlüſſigen Beweis für die Berechtigung unſerer
Beſchwerden und unſerer Warnungen zu geben geeignet iſt.
Auch der „Tag” ſpricht von einer ungewöhnlich dreiſten
pol=
niſchen Provokation, die beweiſe, daß die Polen glaubten, ſich
Deutſchland gegenüber ſo ziemlich alles herausnehmen zu können.
Dieſe neueſte Leiſtung der polniſchen Luftſpionage ſei ein
vor=
bedachter Akt zyniſcher Frechheit.
Das Schickſal des deukſch=polniſchen Handelsverkrags
* Es iſt damit zu rechnen, daß der Reichstag ſehr bald nach
ſeinem Wiederzuſammentritt aufgefordert werden wird, das
deutſch=polniſche Handelsabkommen zu tatifizieren, das bereits die
Unterſchrift des Reichspräſidenten trägt. Die Urſache für eine
derartige Vermutung iſt in dem Verhalten der Warſchauer
Re=
gierung zu ſuchen, die ihrem Parlament jetzt den Handelsvertrag
zur Annahme vorgelegt hat. Da Pilſudſki im Seim jetzt über
eine Mehrheit verfügt, muß natürlich damit gerechnet werden, daß
dieſer Vertrag vom polniſchen Parlament verabſchiedet wird.
An=
ders ſieht es dagegen bei uns aus. Auch wenn die
Sozialdemo=
kratie geſchloſſen für dieſen Vertrag ſtimmen ſollte, woran nicht
zu zweifeln iſt, iſt es doch recht fraglich, ob das Kabinett Brüning
eine ausreichende Zahl von Abgeordneten für den Vertrag auf
die Beine bringt. Das Verhalten Polens gegenüber der
deut=
ſchen Minderheit hat auch die Neigung bei den Parteien, die
früher für die Ratifizierung waren, ſtark verringert. Der
Kanz=
ler muß alſo ſchon ſeinen ganzen Einfluß aufbieten, um zu
er=
reichen, daß auch der Reichstag eine ausreichende Mehrheit, zur
Verfügung ſtellt.
Warſchau, 10. Januar.
Der polniſche Außenminiſter Zaleſki gab am Samstag
vormit=
tag dem Seimausſchuß für Auswärtige Angelegenheiten einen
ausführlichen Bericht über die allgemeine internationale. Lage
und die polniſche Außenpolitik. Im Mittelpunkt dieſes Berichts
ſtand die Erörterung der Befürwortung der vor zwei Tagen dem
Seim zur Annahme vorgelegten 87 Verträge, die die Regierung
mit einer Reihe von Staaten abgeſchloſſen hat. Hierbei hob der
Miniſter beſonders 14 Handelsverträge hervor, die ihrer
Wichtig=
keit halber eine ſchnelle Erledigung verdienten. Es ſind dies die
Handelsverträge mit Frankreich, Deutſchland, China, Portugal,
Griechenland, Belgien, Spanien und anderen Staaten.
Bezüglich des deutſch=polniſchen
Handelsvertra=
ges erklärte Zaleſki, obwohl durch gewiſſe Verfügung der
Reichs=
regierung die urſpüngliche Grundlage des Vertrages geſchmälert
worden ſei, lege die polniſche Regierung den Vertrag dem Seim
liſierung der wirtſchaftlichen Beziehungen mit anderen Staaten
herbeizuführen. Trotz gewiſſer Stimmen, die in dem deutſch=
pol=
niſchen Zollkrieg eine Förderung der wirtſchaftlichen
Genügſam=
keit Polens erblickten, ſei die Regierung der Meinung, daß ſich
unnormale Verhältniſſe zwiſchen den Nachbarſtaaten doch nur
zum Schaden beider Teile auswirken müßten. Weiter lege er
Wert darauf, daß einige kleinere, aber wirtſchaftlich nicht minder
bedeutſame Abkommen vom Seim in möglichſt kurzer Zeit
verab=
ſchiedet werden, ſo die deutſch=polniſchen Grenzabkommen, die den
reibungsloſen Tranſitverkehr durch Pommerellen ermöglichen
ſoll=
ten, ferner auch Schuldenregelungsverträge mit Frankreich,
Ita=
lien und England.
Zaleſki hob weiter die Friedenspolitik Polens hervor. Die
ausreichende Grundlage dafür, ſich jedem Angriff auf die
polni=
ſchen Rechte wirkſam entgegenzuſtellen. Auf die allgemeine
Welt=
wirtſchaftskriſe hinweiſend, ſah ſich Zaleſki mit einem bedeutenden
weiten Blick veranlaßt, zu erklären, daß die ſchlechte
Wirtſchafts=
lage gewiſſe Strömungen erzeuge, die die Tendenz verrieten, mit
Hilfe politiſcher Mittel die beſtehenden Verhältniſſe auf Koſten
anderer Staaten zu ändern. Dieſe Tendenzen ſeien geeignet, die
Welt in das größte Unheil zu ſtürzen.
Dann kam Zaleſki auf die Stellung Polens zum Völkerbund
zu ſprechen, mit dem Polen ſehr eng verknüpft ſei. Den
Gedan=
ken einer paneuropäiſchen Union habe Polen mit großer Wärme
aufgenommen. Bezüglich der Abrüſtungsaktion des Völkerbundes
vertrat der Miniſter reſtlos den franzöſiſchen Standpunkt: zuerſt
phraſenhaft wird. Abgeſehen davon, daß in vielen Gedichten
der Gedankengang bis zur Unklarheit verwirrt iſt, begegnen
wir nur zu häufig ganz alltäglichen, noch öfter ſeltſamen
Ge=
danken.
Wenn er z. B. in der „Herbſtfeier” den Mädchen zuruft, die
wildeſten Kränze zu ſchlingen und ihren Kranz, der ihre Locken
ſchmückt, zu zerreißen, und dann hinzufügt:
„Doch den andern, den ich meine,
Nehmt ihr Zärtlichen in Acht,
Und zumal im Mondenſcheine
Und zumal in ſolcher Nacht”,
ſo iſt dies nach unſerm Gefühl unſittlicher als die freieſte
Er=
zählung von Boccaccio, weil das jungfräuliche Gefühl durch
ſolche Warnung tief verletzt werden muß. Ebenſo widerlich iſt
die „nimmerſatte Liebe”, wo das Küſſen in wildes Beißen
ausartet.
Es iſt weder die Sprache und Form noch der Inhalt
volks=
mäßig.
Die Balladen und Romanzen ſind unklar und nebelhaft
und die Stoffe teils ſeltſam, teils ungenügend durchgeführt,
oft ganz inhaltsleer”.
Heinrich Kurz. 1872.
Hebbel.
„Dieſer Ring des Gyges iſt ein Totgeborenes, das ſich nicht
einmal, da es niemals Leben gehabt haben konnte, künſtlich
galvaniſieren läßt durch eine etwa daraus geleitete Idee."
Karl Gutzkow.
Richard Wagner.
„Die Meiſterſinger”.
„Wenn das deutſche Volk imſtande wäre, dauernd an ſolcher
muſikdramatiſcher Unnatur Gefallen zu finden, ſo wäre es nicht
wert, Meiſter wie Gluck, Mozart und Beethoven, Spohr und
Wilhelm Lübke.
ſo manche andere zu beſitzen.”
Ibſen.
„Was man von einem Dramatiker an erſter Stelle
verlan=
gen muß, iſt zweierlei: 1. daß er von der erſten Szene an dem
Leſer oder Hörer das Gefühl unbedingter Sicherheit mitteilt:
der Dichter weiß, was er will, wo er hinaus will, und 2. daß
der Schluß dieſes Gefühl des Vertrauens rechtfertigt.
Dieſen beiden Kardinalforderungen dramatiſcher Kunſt
ſchlägt Ibſen direkt ins Geſicht. Berthold Litzmann. 1894.
„Die einzige Einheit, die ich in Ibſen entdecken kann, iſt die
ſeiner Verdrehtheit. Worin er ſich wirklich immer gleich
geblie=
ben iſt, das iſt ſeine vollſtändige Unfähigkeit, einen einzigen
Ge=
danken deutlich zu denken, ein einziges der Schlagworte, die er
ſeinen Stücken hie und da aufpinſelt, zu begreifen, aus einem
einzigen Vorderſatz die richtige Folgerung abzuleiten”
Max Nordau. 1893.
Hans Thoma.
„Wie wir hören, wurde das hier im Kunſtverein
ausge=
ſtellte Bild „Adam und Eva” zum Erwerb für die ſtädtiſche
Gemäldeſammlung vorgeſchlagen; der Ankauf ſei jedoch
abge=
lehnt worden. Wir können dies mit großer Freude begrüßen.
Es hätte in der Tat komiſch gewirkt, wenn dieſes Bild unter der
Aegide des Vorſitzenden des Kunſtvereins der Medizinalrat
iſt, gekauft worden wäre. Denn Adam und Eva gehören in dem
Zuſtand, in den der Künſtler ſie verſetzt, in eine orthopädiſche
Anſtalt und erwecken mit ihren unglückſelig angewachſenen
Händen und ausgefallenen Knien wohl pathologiſches, aber kein
äſthetiſches Intereſſe. Den mancherlei Ausſtellungen nach hat
es den Anſchein, als ſollte durchaus ein Bild von ihm erworben
werden. Unſeres Erachtens dürfte über den Maler, der nun
eben jetzt einmal in Mode iſt, ſchon die nächſte Generation
weſentlich anders urteilen und ſeinen Wert auf ein ſehr
beſchei=
denes Maß zurückſchränken; wohl möglich, daß ein ſpäteres
Geſchlecht den Künſtler den abſonderlichen Erſcheinungen
bei=
zählt, die durch unſere wenig kunſtſinnige, zerfahrene Zeit in die
Mode gebracht und verſtümmelt wurden.”
Aus einer Mannheimer Zeitung. 1897
Leibl.
„Leibl, der ganz ſyſtematiſch das Schöne im Häßlichen, in
der möglichſten Verunſtaltung von Gottes Ebenbild zu ſuchen
ſchien . Dieſen Kultus der Häßlichkeit überdies noch gewiſſen
Franzoſen zu entlehnen, war umſo weuiger notwendig, als
unſere Alldeutſchen darin auch ſchon Erkleckliches geleiſtet haben,
ohne durch den frechen Zynismus zu beleidigen, der dieſe
Courbetſche Schule ſo widerwärtig macht . . . Es gibt doch keine
Narrheit, die wir unſern überrheiniſchen Nachbarn nicht
bereit=
willig nachäften; nur ihr feines Studium der Form laſſen wir
beharrlich beiſeite.”
Friedrich Pecht. 1890.
Nietzſche.
„Wenn aber Nietzſche ſcheinbar der Ariſtokratie der „Herren”
huldigt, ſo iſt doch im Grunde der frechſte, niederträchtige
Egoismus des einſam ſchweifenden Verbrechers ſein Ideal.”
Friedrich Kirchner. 1893.
„Daß ihm keine bleibende Bedeutung als eines ſelbſtändigen
Neudenkers für die Philoſophie zukommt, wird längſt allgemein
zugegeben. Zeine Schriften ſelbſt werden verſinken.”
Eduard Engel. 192
Gerhart Hauptmann.
„Gibt es, ie mau behauptet, eine Ibſen=Ger;
ſollte ihr erſter Paragraph in Zukunft lauten: Wegen ISfen=
Beleidigung wird beſtraft, wer Herrn Gerhart Hauptignn mit
dem Manne von Skien in irgendeiner Hinſicht zu vergieichen
ſich erdreiſtet.” Maximilian Harden, Die Gegenwart. 1889.
forderten, verkennten völlig den tatſächlichen Stand der Dinge.
Die polniſche Regierung würde den Beitritt Sowjetrußlands zum
Abrüſtungsabkommen begrüßen. Polen ſei beſtrebt, gute
wirt=
ſchaftliche und politiſche Beziehungen zu Sowjetrußland
herbeizu=
führen.
Zum Schluß kam der Miniſter auf das
Minderheiten=
problem zu ſprechen und erklärte, daß die polniſche Regierung
den Minderheiten volle Entwicklungsfreiheit zubillige und die
eingegangenen Verpflichtungen ſtrikte einhalten werde. Die
pol=
niſche Regierung könne aber nicht zulaſſen, daß die
Minderheiten=
frage zu einer antipolniſchen Propaganda benutzt werde. Polen
werde ſich jedem Verſuch energiſch widerſetzen, die Rechte der
Min=
derheiten für anderweitige Zwecke und ſtaatsfeindliche Aktionen
auszuſchlachten. Deutſchland ſei es, das dieſe Frage von der
ſach=
lichen Verhandlungsgrundlage auf das Gebiet einer allgemeinen
politiſchen Ausſprache übertragen möchte. Er zweifle daran, daß
ſolche Verſuche den Minderheiten dienlich ſein könnten. Polen
lege gegenüber der antipolniſchen Aktion Deutſchlans viel
Ge=
duld und kaltes Blut an den Tag. Doch dürfe man nicht
ver=
geſſen, daß, wenn einerſeits gehetzt werde, man von der anderen
Seite keine Liebe fordern könne.
* In der Verdrehnng der Tatſachen ſind die Polen — genan
wie die Franzoſen — ſchon immer groß geweſen. Zaleſkis
Aus=
führungen vor der Sein=Kommiſſion des Auswärtigen ſchlagen
den Tatſachen geradezu ins Geſicht. Die Drangſalierungen der
deutſchen Minderheit ſind durch zahlreiche Dokumente amtlich
feſtgelegt, und die Aufrollung der Minderheitenfrage vor dem
Völkerbund wird dem deutſchen Außeuminiſter Gelegenheit gebeu,
Polens deutſchfeindliche Maßnahmen vor aller Welt
bloß=
zuſtellen. Mit dem Colaſſowitzer Prozeß hat Polen ebeu erſt
wieder eine neue Offenſive gegen die deutſchen Klagen und
Beſchwerden über die Mißhandlung der deutſchen Minderheit
eingeleitet. Die Grenzverletzung durch drei polniſche
Militär=
flugzeuge auläßlich des Kanzlerbeſuchs und unmittelbar vor dem
Zuſammentritt des Völkerbundsrats ſtellt eine neue Provokation
gegenüber Deutſchland dar. Die Polen glauben, ſie könnten ſich
gegenüber den Deutſchen einfach alles herausnehmen, zumal ſie
wiſſen, daß ſie eine ſtarke Rückendeckung in Paris haben. Die
Pariſer Preſſe hat erſt jetzt wieder die Ueberfliegung der
deut=
ſchen Grenze durch polniſche Militärflieger als eine Lappalie
be=
zeichnet, die von Deutſchland unnötig aufgebauſcht werde. Letzen
Endes kommt es darauf hinaus, daß wir die Ruheſtörer ſind.
Dieſen Beweis will der polniſche Außenminiſter auch durch
eine Note erbringen, die er an das Sekretariat des
Völkerbundes gerichtet hat. In dieſer Note ſucht er die
deutſchen Beſchwerden aufgrund eines umfangreichen Materials zu
wviderlegen. Nach dem neuen großen Haferſeldtreiben, das in
der jüngſten Zeit unter franzöſiſcher Regie in der Weltpreſſe
gegen uns Deutſche eingeſetzt hat, wird uns und unſeren
Min=
derheiten ſchwerlich vor dem Völkerbundsrat unſer Recht
wer=
den. Von neuem taucht daher die Frage auf, ob es noch einen
Sinn hat, einem Bund anzugehören, der ſich in ſeiner
Recht=
ſprechung politiſch beeinfluſſen läßt und die Rechte der Völker
zugunſten der Siegermächte vergewaltigt.
Der Colaſſowiker Prozeß.
Rybnik, 10. Januar.
Der Prozeß vor der Rybniker Strafkammer gegen die acht
doch zur Ratifizierung vor, da ſie Wert darauf lege, die Norma= Bauern von Colaſſowitz nahm am Freitag vormittag 9 Uhr ſeinen
Fortgang. Das Gericht hat zu Beginn der Verhandlung ſeinen
Beſcheid verkündet, dem Antrag der Verteidigung ſtattzugeben
und am Samstag in Colaſſowitz einen Lokaltermin abzuhalten.
Der Zeuge Jarzembſki konnte den Schluß des nächtlichen
Rauf=
handels beobachten. Drei bis ſechs Geſtalten hätten auf einen
liegenden Mann eingeſchlagen. Der Zeuge ſagte weiter aus, er
habe eine Perſon in einer Polizeiuniform erkannt; da habe er
gerufen: „Aber Leute, das iſt ja ein Poliziſt!” Hierauf wären alle
Anweſenden erſchreckt davongelaufen. Der Zeuge Czarnecki, ein
Landsmann aus Harcombkowitz, ſagt, daß der Polizeikommandant
Schnapka von den aufgeregten Bauern, die auf ihn einhieben,
für einen Aufſtändiſchen gehalten wurde, und daß einer von den
acht Angeklagten auch den tödlichen Stich gegen den
bedauerns=
nunmehr im Seim beſchloſſene Vertretung des Volkes biete eine, werten Poliziſten geführt haben mag. Eins iſt ſicher: Nie wäre
es zu einer Schlägerei gekommen, wenn nicht die
Aufſtändiſchen durch ihre Terrorakte die
fried=
liche Dorfeinwohnerſchaft in Angſt verſetzt
hät=
ten. Die Zeugenvernehmung wickelt ſich überaus langſam ab,
da der Vorſitzende die Zeugen unter ein Kreuzfeuer von Fragen
nimmt und ſie oft mit erhobener Stimme anherrſcht, ſo daß die
ſchlichten Landleute noch mehr eingeſchüchtert werden und irre
Antworten geben.
Die weitere Zeugenvernehmung ergibt immer wieder
Ab=
weichungen zwiſchen den jetzigen Zeugenausſagen und denen vor
dem Unterſuchungsrichter.
Die Verhandlungen wurden daraufhin abgebrochen. Am
Sicherheit, dann Abrüſtung. Staaten, die eine radikale Abrüſtung / Samstag vormittag fand der Lokaltermin in Colaſſowitz ſtatt.
„Hauneles Himmelfahrt”.
„Ein gräßliches Machwerk, ſozialdemokratiſch=realiſtiſch,
da=
bei von krankhaft ſentimentaler Myſtik, unheimlich,
nerveuan=
greifend, überhaupt einfach ſcheußlich.
... Wir gingen nachher zu Borchardt, um uns durch
Cham=
pagner und Kaviar wieder in eine menſchliche Stimmung zu
verſetzen”.
Fürſt zu Hohenlohe=Schillingsfürſt. 1895.
Frank Wedekind.
„In der deutſchen Literatur von heute gibt es nichts, was
ſo gemein iſt, wie die Kunſt Frank Wedekinds”.
Julius Hart. 1901.
Stefan George.
„So ſverden alte Requiſiten ſpieleriſcher Verskunſt wieder
hervorgeholt und mit dem glänzenden Lack eines feierlichen
Tempelrituals gefirnißt, um aufs neue zu wirken”.
E. Ermatinger. 1921.
Thomas Mann.
„Thomas Mann kaun rund heraus nicht deutſch, ſeine
Mutterſprache verſagt ihm für die einfachſten Ausdrücke.
Eduard Engel. 1928.
Von deutſchlands Hahen Schulen.
Köln: Zu nichtbeamteten außerordentlichen Profeſſoren ſind
ernannt worden: in der Wirtſchafts= und Sozialwiſſenſchaftlichen
Fakultät der Privatdozent für wirtſchaftliche Staatswiſſenſchaften
und Leiter des Inſtituts für Verkehrswiſſenſchaft Dr. rer. vol.
Anton Felix Napp=Zinn, und in der Philoſophiſchen Fakultät
der Privatdozent für Völkerkunde und Soziologie Dr. phil et jur.
Julius Lips. Direktor des Städtiſchen Rautenſtrauch=Joeſt=
Mu=
ſeums für Völkerkunde.
Leipzig: Dem Dr. rer, pol. Eugen Sieber iſt die
Lehr=
berechtigung für das Fach der Betriebswirtſchaftslehre in der
Philoſophiſchen Fakultät erteilt worden. — Wegen der
Uebertra=
gung einer planmäßigen außerordentlichen Profeſſur für „
nor=
diſche Philologie ſind Verhandlungen mit dem „Aſſiſtenten am
Germaniſtiſchen Seminar der Univerſität Köln, Dr. Reichardt,
eingeleitet worden.
Tübingen: Dem nichtbeamteten a.o. Profeſſor in der
Medizi=
niſchen Fakultät Dr. Max Gänßlen iſt ein Lehrauftrag über
mediziniſche Poliklinik erteilt worden.
Würzburg: Der Privatdozent Dr. Ernſt Langlotz iſt zum
beamitet.
ßerordentlichen Profeſſor für Archäologie an
Univerſität Jeng ernannt worden.
Beeslau: An der Techniſchen Hochſchule iſt der Prioa dozent
für (iſeubetonbau Di ng. Alfred Berrer zum nichthes mteten
außerordentlichen Profeſſor in der Fakultät, für Bauweſen
er=
nannt worden.
Seite 4
Sonntag, den 11. Januar 1931
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Nummer 11
Sonntag, den 11. Januar 1931
Seite 5
Darmſtadi, den 11. Januar 1931.
nellverkehr von Darmſtadt
mit Brazkfurk a. M., Mannheim und Ludwigshafen.
In der Abwickelung des Fernſprechſchnellverkehrs haben
ſich bei einem verhältnismäßig großen Teil von Geſprächen
Schwierigkeiten dadurch ergeben, daß die hieſigen
Fernſprechteil=
nehmer über die Grundbedingungen, die für das raſche und
un=
gehinderte Zuſammenkommen einer Schnellverkehrsverbindung
er=
füllt ſein müſſen, noch vielfach im unklaren waren.
Voraus=
ſetzung iſt, daß der Ort, mit dem ein Schnellverkehrsgeſpräch
verlangt wird, auch tatſächlich an das Schnellverkehrsnetz
an=
geſchloſſen iſt. Es ſind dies folgende Orte: Frankfurt (Main),
Bad Homburg v. d. H., Bad Soden (Taunus), Bergen (Kreis
Hanau), Cronberg (Taunus), Hanau, Höchſt (Main) Kelkheim
(Taunus), Königſtein (Taunus) Langen (Bez. Darmſtadt),
Oberurſel, Offenbach (Main), Sprendlingen (Kr. Offenbach,
ſo=
wie Mannheim, Ludwigshafen (Rhein), Schwetzingen und
Laden=
burg.
Außerdem iſt es erforderlich, daß der Anrufende die
Anſchluß=
nummer des verlangten Teilnehmers dem Schnellverkehrsamt
an=
gibt, da die Beamtin des Schnellverkehrsamts hierüber keinerlei
Auskünfte geben kann. Es empfiehlt ſich daher, die u. U. ſchon
einmal mitgeteilten Fernſprechnummern der fernen Teilnehmer
zu vermerken. Sind dieſe Bedingungen erfüllt und beantwortet
der angerufene Teilnehmer alsbald den Anruf, dann kommen, wie
es ſich gezeigt hat, die Schnellverkehrsverbindungen in ſehr kurzer
Zeit zuſtande.
Aus dieſem Anlaß wird, wie es ſchon durch eine den
Fern=
ſprechrechnungen beigegebene Notiz geſchehen iſt, nochmals auf die
demnächſt erſcheinenden Neuausgabe der Fernſprechbücher von
Frankfurt (Main) und Darmſtadt in einem gemeinſamen Bande
hingewieſen, die von Teilnehmern mit regem Sprechverkehr mit
Frankfurt (Main) und Umgebung mit großem Vorteil benutzt
werden können. Es wäre zu wünſchen, daß hiervon regerer
Ge=
brauch gemacht wird, als dies die bis jetzt eingegangenen
Beſtel=
lungen erkennen laſſen.
Ernannt wurden: Am 29. Dezember der Oberamtsrichter des
Amtsgerichts in Schlitz Dr. Karl Sack zum Landgerichtsrat bei
dem Landgericht für die Provinz Rheinheſſen und zugleich zum
Amtsrichter bei dem Amtsgericht in Mainz, mit Wirkung vom
11. Januar 1931 an; am 3. Januar: Fritz Niemeier Richard
Fritze, Regierungsrat a. D. Richard Heyne Heinrich
Hoff=
mann Willi Gerhardt Paul Dieterle alle in
Offen=
bach a. M., zu Handelsrichtern: Albert Hamm, Alfred
Reimers, beide in Offenbach a. M. Heinrich Illert jr. in
Klein=Auheim. Jean Lauch Fritz Brockmann und Ernſt
Keller in Offenbach a. M., zu Ergänzungsrichtern bei
der Kammer für Handelsſachen in Offenbach. für die Zeit vom
1. Januar 1931 bis 31. Dezember 1933.
Erledigt iſt die Stelle für eine evangeliſche techniſche
Leh=
rerin an der Volksſchule in Langen, Kreis Offenbach.
Reichsfinanzverwaltung. — Landesfinanzamt Darmſtadt.
Zollamtmann Langelott beim Landesfinanzamt Darmſtadt
wurde mit Wirkung vom 1. April 1931 ab in den dauernden
Ruheſtand verſetzt.
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13. Januar 20—2: Uhr
Uraufführung
A14. Die 25. Frau
Preiſe 12 —12 Mr.
Wahlgutſcheine
nur beſchränkt gültig 20—21.30 Uhr
Vierter Beethoven=Abend
des Drumm=Quartett:
Preiſe 1, 2, 3 Mr. Mittwoch,
14. Januar 19.30 —22 30 Uhr
Königskinder
W3 Darmſt. Volksb. Gr. I-IV
Preiſe 1—10 Mk. 20, Ende gegen 22 Uhr
* 9 3
Zuſ.=M. 117
Preiſe 1.20—6 Mk. Donnerstag,
15. Januar 19 30, Ende nach 21.30 Uhr
Schwanda, der Dudelſachkpfeifer
H7 Bühnenvolksbund
Preiſe 1—10 Mr 20—22.15 Uhr
Im weißen Rößl
2. geſchl. Vorſt. f Erwerbs
Kein Kartenverkauf. Freitag,
16. Januar *0—22 Uhr
D18. Die 25. Fran
Preiſe —10 Mr. Keine Vorſtellung Samstag,
17. Januar 19.30—22.30 Uhr
Zum erſten Male
Viktoria und ihr Huſar
Preiſe 1.20—12 Mk. 20—22 Uhr
Der Mann, den ſein Gewiſſen trieb
Zuſatzmieie V1 9
Preiſe 1.20—6 Mk. Sonntag.
18. Januar
17—22 Uhr
Die Meiſterſinger von Nürnberg
K 9, Bü nenvolksbund
Preiſe 1.20—12 Mk.
17 30 bis gegen 13 Uhr
Vorführung der Schule für Kör=
ſpererziehung und Bewegungs=
lehre. Aenne Reiß.
Preiſe 0.75—2 Mk.
20—22 Uhr
Zum erſten Male:
Liebesluſt oder die weißen Schuhe
Preiſe 0.50—3 Mk.
— Heſſiſches Landestheater. Bizets Carmen” gelangt
heute Sonntag im Großen Haus unter muſikaliſcher Leitung
von Dr. Karl Böhm, mit Anita Mitrovic in der Titelpartie und
Johannes Schocke (Don Joſe), Albert Lohmann (Escamillo),
Anny v. Stoſch (Micaela), Ernſt Overlak (Zimiga) zur
Wieder=
holung. — „Meine Schweſter und ich” das ſeit Beginn
der Spielzeit mit unverminderter Zugkraft geſpielte muſikaliſche
Luſtſpiel, wird heute, Sonntag, außer Miete, bei herabgeſetzten
Preiſen, im Kleinen Haus, mit Schmitz, Hinz, Gallinger, Gothe,
Maletzki, Baumeiſter, Jürgas, Karzau in den Hauptrollen in
Szene gehen.
— Uraufführung „Die fünfundzwanzigſte Frau‟. Dienstag,
den 13. Januar, findet im Großen Haus die Uraufführung der
Mormonen=Komödie „Die fünfundzwänzigſte Frau” von Joſef
Sell, in deren Mittelpunkt die berühmte Figur des Mormonen=
Präſidenten Brigham Young ſteht, in der Inſzenierung von
Re=
nato Mordo (Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp) ſtatt. Der
Dichter Joſef Sell, der mit dieſer Komödie zum erſten Male auf
die Bühne kommt, iſt infolge Erkrankung leider verhindert, bei
der Uraufführung anweſend zu ſein.
— Erſtaufführung „Viktoria und ihr Huſar” „Viktoria und
ihr Huſar”, die nach den glänzenden Erfolgen in Budapeſt, Wien
und Berlin in raſchem Tempo von allen deutſchen Provinzbühnen
angenommene Operette von Abraham, erlebt Samstag, den
17. Januar, im Großen Haus, ihre Darmſtädter Erſtaufführung.
Die beiden Titelpartien ſind mit Käthe Walter und Hans
Syl=
veſter Bunſel beſetzt. Die Inſzenierung beſorgt Arthur Maria
Rabenalt. (Bühnenbild: Elli Büttner.)
Der 60.
N.E.
H. C.
gab geſtern Anlaß zu vielfacher Ehrung des allgemein
hoch=
geſchätzten und verehrten Geburtstagskindes, einer Ehrung, die
gekrönt wurde durch die Verleihung der Würde eines Doktors
bei=
der Rechte honoris causa durch die juriſtiſche Fakultät der Heſſiſchen
Landesuniverſität.
Schon am frühen Morgen begannen die Ehrungen und
Glück=
wünſche.
wurde dem Herrn Prälaten im Auftrage des Verlags L. C.
Wittich und der Herausgeber und Mitarbeiter in einem beſonders
wertvoll ausgeſtatteten und gebundenen Luxusexemplar durch
Herrn R. L. Wittich mit herzlichſten Glückwünſchen überreicht.
Herr Schulrat Haſſinger hielt hierbei im Auftrage der
Herausgeber eine Anſprache, in der er u. a. ausführte:
Eigent=
lich wollten wir Sie überraſchen mit der Geburtstagsgabe, die
wir Ihnen überbringen. Aber Sie wiſſen ja, wie uns das
ver=
eitelt wurde, weil unſere Ueberraſchung ſchon vorher publik
ge=
worden iſt. Nun bleibt uns aber noch die Hoffnung, daß
wenig=
ſtens das Werk in ſeinem Inhalt und in ſeiner Form vor Ihrem
kritiſchen Blick ſtandhält. Für die Form des Aeußeren hat der
mitſtiftende und Ihrem Werk in ſo vielem verbundene Verlag
L. C. Wittich die Verantwortung. Er hat auch (ich will das
ſagen, trotzdem und weil Herr Wittich dabei iſt) Opfer gebracht.
Der Verleger und die Herausgeber, Herr Dr. Bräuning=Oktavio,
der ſich neben ſeiner hiſtoriſchen Aufgabe und der Arbeit der
Re=
daktion auch als Einbandſchöpfer betätigte, Herr Lic, von der Au
und ich haben ſich nämlich gedacht, daß Sie, Herr Prälat, dem
Heſſenvolke ſchon ſo viel Schönes und Wertvolles durch Ihre
wiſſenſchaftliche und literariſche Tätigkeit geſchenkt haben, daß
eine Gegengabe nicht nur zu verantworten, ſondern als Zeichen
des Dankes und der Verehrung uns wie eine Verpflichtung
er=
ſchien. Es ſoll aus der Gabe auch ſprechen die Anteilnahme einer
größeren Oeffentlichkeit, nicht nur der kirchlichen Kreiſe, ſondern
auch der geſamten theologiſchen Fakultät unſerer
Landesuniver=
ſität, der heſſiſchen Schule und — das iſt und wird auch Ihnen
eine Freude ſein — auch des Heſſiſchen Volksſtaates durch ſeinen
oberſten Vertreter, den Herrn Staatspräſidenten. Wenn er und
der Herr Innenminiſter für das Buch ihre Beiträge geliefert
haben, ſo mag das ein günſtiges Zeichen dafür ſein, daß die
bei=
den Größen: Volksſtaat und Volkskirche ſich in Heſſen in der
Ge=
meinſamkeit des letzten Zieles und in der gegenſeitigen Achtung
und Anerkennung immer wieder freundſchaftlich begegnen
möch=
ten. In einer Gemeinſamkeit, wie ſie der Titel des Ihnen
ge=
widmeten Werkes ausdrückt, in dem gleichen Bekenntnis: „Ich
dien”
Dankbar müſſen wir ſein für die Freude und die Einblicke in
Menſchenſeelen, die uns die Arbeit an dem Buch beſcherte. Wir
hof=
fen, daß Sie etwas von dieſer Freude ſpüren, wenn Sie das Buch
in die Hand nehmen. In dieſem Geiſte der Freude grüßen
Ver=
leger und Herausgeber Sie, hochverehrter Herr Prälat, an Ihrem
heutigen 60. Geburtstage und wünſchen Ihnen aus aufrichtigem
und ehrlichem Herzen für Ihr perſönliches und amtliches
Wohl=
ergehen auch weiterhin Gottes reichſten Segen.
Der Herr Prälat knüpfte in ſeiner Dankrede daran an, daß
im Verlag der von ihm herausgegebenen Heſſiſchen Chronik im
Jahre 1927 das Buch eines Dritten herausgegeben worden ſei
das ſich als „Buchrarität” darſtellte. Das Buch, betitelt „
Such=
buch zur Marburger Univerſitätsmatrikel” wurde als „
verun=
glückte, aber (von Prälat Diehl) wieder reparierte Feſtgabe” der
Univerſität Marburg zum 400jährigen Jubiläum gewidmet. In
dem Vorwort wies Prälat Diehl darauf hin, daß man das Buch
„hebräiſch” leſen, d. h. bei der Benutzung von hinten anfangen
müſſe, und daß es darum eine wirkliche Rarität ſei. Eine
Buch=
rarität, die jetzt zu ſeiner Perſon in Beziehung trete, freilich eine
Buchrarität ganz anderer Art, ſei die Feſtgabe, die ihm eben
über=
reicht worden ſei. Das zeige ſchon die Zuſammenſtellung der
Mitarbeiter: führende Männer aus dem heſſiſchen Staatsleben.
darunter der Herr Staatspräſident, und führende Männer in der
deutſchen Theologie, Männer der Geſchichtswiſſenſchaft und der
Volksbildung, Männer der Kirche und der Schule, Männer der
verſchiedenſten politiſchen Anſchauungen, dazu Verleger und
Herausgeber, von denen man, wenn man ſie genauer betrachtet
wirklich ſagen könne, daß jeder eine Nummer für ſich ſei. Es ſei
aber noch etwas anderes zu betonen. All dieſe Männer wollen ſich
ſtellen unter eine gemeinſchaftliche Loſung, die in dem Titel des
Buches „Ich dien zur Darſtellung komme, einer Löſung, in der er
ſein Ideal nach der ſittlichen und ſozialen Seite immer geſehen
habe. Darum handele es ſich bei dem Zuſtandekommen der
Feſt=
gabe im letzten Grund; um eine Gemeinſchaft der Arbeit und des
Willens, nämlich die Vornehmheit des Lebens nicht zu ſuchen im
Herrſchen, ſondern im Dienen. Zum Schluſſe ſprach der Prälat
ſeinen herzlichen Dank an die beiden Herren aus, an den
Ver=
leger für die wunderbare Ausſtattung und die finanziellen
Opfer, die er als „Kollege” auf dieſem Gebiete zu würdigen
durchaus imſtande ſei, ferner an Schulrat Haſſinger für
die Worte der Anerkennung und der Freundſchaft. Er bat,
ſei=
nen Dank an alle Mitarbeiter, vor allem den Herrn
Staatspräſi=
denten und Herrn Dr. Bräuning=Oktavio, der in ſchwerer
Ar=
beit die Drucklegung beſorgt und ſelbſt einige Beiträge zu der
Feſtgabe geliefert habe, weiterzugeben. Auch allen, die techniſch
mit der Herausgabe zu tun hatten, Setzer, Drucker uſw., bat der
Prälat, ſeinen Dank auszuſprechen.
Im Anſchluß daran überreichten die Herren R. L. Wittich
und Schulrat Haſſinger noch dem Herrn Staatspräſidenten
Dr. Adelung, der an der Spitze der Mitarbeiter der Feſtgabe
ſteht, ein Exemplar von „Ich dien‟ Herr Haſſinger knüpfte
hierbei an den Beſuch beim Prälaten an und führte aus, daß
Herr Prälat Diehl beſonders erfreut darüber war, den Namen
und den Beitrag des Staatspräſidenten an der Spitze eines
Wer=
kes zu finden, in dem Wiſſenſchaftler, Heimatfreunde und
Volks=
freunde ſich zuſammenfanden. Daß ſich dazu auch Politiker
geſell=
ten, neben Ihnen auch der Herr Innenminiſter, das iſt ein
beſon=
ders erfreuliches Zeichen für die trotz aller Zeitwirren und
ſonſti=
gen Gegenſätze bei uns in Heſſen beſtehenden menſchlichen, auf
gegenſeitiger Achtung und Anerkennung ruhenden Verbundenheit
Dieſe Sondergabe will mit mehr als nur buchtechniſcher Sorgfalt
hergeſtellt ſein. Es mag aus ihr auch etwas von der Hochſchätzung
ſprechen, die Verleger und Herausgeber für die Perſönlichkeit des
heſſiſchen Staatspräſidenten hegen. Die Herausgeber freuen ſich
um ſo mehr, Ihnen, Herr Staatspräſident, das Werk überreichen
zu können, als das für einen allſeits hochgeſchätzten Mann
ge=
ſchieht, der eine gleiche Ehrung ja noch vor ſich hat.
Herr Staatspräſident Adelung dankte herzlichſt für das
ihn hocherfreuende Werk.
Der Vizepräſident des Landeskirchenamts hatte um 11 Uhr
vormittags zu einer offiziellen Feier eingeladen, in der dem
Prä=
laten die Glückwünſche aller offiziellen Stellen und Freunde
dar=
gebracht werden ſollten. Der feſtlich geſchmückte Sitzungsſaal war
dicht beſetzt. Der Seſſel des Herrn Prälaten (deſſen Gattin
eben=
falls an der Feier teilnahm) vor dem Rednerpult war ſinnig
geſchmückt.
Der Reigen der Glückwunſchanſprachen wurde umrahmt von
Chorgeſang. Ein verſtärktes Doppelquartett des
Kirchengeſang=
vereins der Stadtkirche unter Leitung des Organiſten
Born=
gäſſer ſang zu Beginn „Komme heiliger Geiſt. Herre. Gott”
(15. Jahrhundert) Uebereinſtimmend klang in ſeltener
Einmütig=
keit aus allen Glückwunſchanſprachen der Wunſch heraus, daß
Prälat D. Dr. Dr. Diehl noch lange Jahre ſeinem Wirken und
ſei=
nem Vaterland erhalten bleiben möge, und daß der Segen Gottes
auch weiterhin ſein Schaffen fruchtbar geſtalten möge. Wenn wir
uns darauf beſchränken, aus den 22 Glückwunſchanſprachen nur
einige ausführlicher wiederzugeben, ſo tun wir das nur
notge=
drungen. Die Herzlichkeit und der geiſtige Gehalt der Reden
hätte es gerechtfertigt erſcheinen laſſen, ſämtlich im Wortlaut der
Oeffentlichkeit zu vermitteln. Leider ſteht uns dazu der Raum
nicht zur Verfügung. Den Reigen der Anſprachen eröffnete der
Vizepräſident des Landeskirchenamts, Dr. Dahlem, der im
Namen der Kirchenregierungen und des Landeskirchenamts dem
Prälaten herzlichſte Glückwünſche ausſprach und dem Manne
Dank ſagte, der 7 Jahre lang an der Spitze der Kirchenregierung
ſtand. Ueber den Forſcher, Schriftſteller und Menſchen Diehl ſei,
ſo führte er aus, ſehr viel geſchrieben worden. Ihm bliebe nur
die Würdigung Diehls als Kirchenführer. Als ſolcher habe er
ſich hervorragend bewährt. Sein Amt hat er in ſchwerſter Notzeit
übernommen, in einer Notzeit, die Diehl ſeinerzeit ſelbſt verglich
mit der ſchwerſten in der Geſchichte der evangeliſchen Kirche, der
der Wiedertäufer. Schwere Jahre folgten auch noch ſeiner
Amts=
übernahme. Jahres des ununterbrochenen Kampfes um den
Be=
ſtand unſerer evangeliſchen Kirche. Neben Gottes gnädiger
Fü=
gung gebührt zu allererſt Dr. Diehl das Verdienſt, der die
Ge=
ſchicke der Kirche in dieſer ſchweren Zeit geleitet hat. Schweres
ſteht auch noch für die Zukunft bevor, es wird noch manchen
ern=
ſten und ſchweren Kampfes bedürfen. Solange Diehl aber an der
Spitze der heſſiſchen evangeliſchen Kirche ſteht, darf man dem
evangeliſchen Volke zurufen: „Hoch den Kopf. Gottvertrauen im
Herzen, friſch und frei in die Zukunft geblickt, denn dir iſt ein
ſolcher Führer beſchert!“ — Der Redner ſchloß: Gott ſchütze
wei=
terhin unſeren verehrten Herrn Prälaten und mit dieſem unſere
teure evangeliſche Landeskirche!
Als Vertreter des Heſſiſchen Staates, inſonderheit des
Staats=
präſidenten und des Miniſters des Innern Leuſchner ſprach
Mi=
niſter Korell. Nachdem er dem Prälaten die herzlichſten
Glück=
wünſche ausgeſprochen, ging er beſonders auf ſein Wirken im
Ver=
hältnis zwiſchen Kirche und Staat ein. Er unterſtrich beſonders die
Tatſache, daß noch keine heſſiſche Staatsregierung ſich für
Tren=
nung von Kirche und Staat ausgeſprochen habe, und daß dies
auch wohl künftighin nicht der Fall ſein dürfte. Möge eine
Re=
gierung links oder rechts ſtehen, niemals wird ſie verkennen
dür=
fen, die Kirche als eine Organiſation des ſittlichen Lebens
anzu=
ſehen, und niemals darf ſie ihre Bedeutung im öffentlichen Leben
verkennen. Täte ſie das, wäre ſie in einem verhängnisvollen
Irr=
tum befangen. Sie, Herr Prälat, wiſſen, daß Sie niemals bei
uns umſonſt angeklopft haben. Wenn wir Ihre finanziellen
Wünſche noch nicht voll erfüllen konnten, ſo wiſſen Sie aber auch,
daß wir uns gerne einem Schiedsgericht gefügt haben. Die
Staatsregierung iſt ſtolz darauf. Ihren Geburtstag mitfeiern zu
dürfen. Was konnte Sie Ihnen lieber wünſchen, als daß Sie noch
viele Jahre in Ihrem Amte wirken mögen wie bisher. Möge
Gott Sie auf Ihrem ferneren Lebenswege begleiten und Ihrer
Arbeit ſeinen Segen geben.
D. Dr. Dr. Diehl, Doktor beider Rechte honoris cansa!
Den Höhepunkt der Glückwunſchanſprachen bildete wohl die
des Dekans der juriſtiſchen Fakultät der Landesuniverſität Gießen
Prof. Dr. Frölich, der auch in Vertretung des Rektors der
Univerſität ſprach und bei ſeinem Glückwunſch mitteilte, daß die
juriſtiſche Fakultät in dankbarer Anerkennung und Würdigung
der Forſcherarbeit und der Verdienſte Diehls um die heſſiſche
Kirche, auch in juriſtiſcher Beziehung, beſonders in Anerkennung
ſeines Wirkens bei der Schaffung der Verfaſſung der evangeliſchen
Landeskirche, beſchloſſen habe, ihm heute die Wurde eines Doktors
beider Rechte honoris causa zu verleihen. Das nach alter
Tradi=
tion lateiniſch gehaltene Doktordiplom wurde von dem Dekan
ver=
leſen und der Prälat in feierlicher Zeremonie zum Doktor
promo=
viert.
Den Glückwunſch der Stadt Darmſtadt
überbrachte in gewohnt liebenswürdiger Form Oberbürgermeiſter
Mueller. Er führte aus, es ſei ihm eine beſondere Freude, an
dieſer Feier teilzunehmen, weil ſie ihm willkommene Gelegenheit
gebe, einmal öffentlich auszuſprechen, wie ſehr Darmſtadt dem
verehrten Geburtstagskind Dank ſchuldet für ſeine ausgezeichnete
und fruchtbare ſtadtgeſchichtliche Forſchertätigkeit. Der ganze
Geiſt dieſer vielſeitigen Arbeit atmet ein ungewöhnlich
lebendi=
ges Intereſſe an unſerer Stadt, ja, mehr als das; er ſchließt ein
Zuſammengehörigkeitsbekenntnis in ſich, auf das wir bei der
Per=
ſönlichkeit des Herrn Prälaten nur ſtolz ſein können. Herr Dr.
Diehl iſt ja leider nicht, wie man ſo ſchön ſagt, am Platze
ge=
boren. Aber das war gewiß nur ein Verſehen, denn in ſeinem
Darmſtädtertum wird er von keinem Eingeborenen übertroffen.
Ob dem Herrn Prälaten das moderne Darmſtadt ſo lieb iſt
wie das alte, weiß ich nicht. Aber das weiß ich, daß er die
Ge=
ſchichte nicht allein um ihrer ſelbſt willen ſtudiert, daß er nichts
weniger iſt denn ein Bücher= und Aktengrübler. Wenn irgend
jemand ſeine Schlüſſe aus der Geſchichte für die Gegenwart
zieht, wenn irgend jemand mit ſeiner Zeit geht und mit wachen
Augen und offenen Ohren dieſe ſo von Grund aus veränderte
Welt durchſchreitet, ſo iſt er es. Er iſt eine Perſönlichkeit, deren
Aufrechtheit und Lauterkeit und Feſtigkeit und Güte uns allen,
Freunden und Anderskendenden, alt und jung, jedem Stande und
Beruf, Hochachtung und Verehrung abnötigen.
Hochverehrter Herr Prälat! Wenn ich Sie im Namen unſerer
Stadt bitte, heute an Ihrem Ehrentage die Silberne Preismünze
der Stadt freundlichſt entgegenzunehmen, ſo wünſchen wir mit ihr,
in dieſem Falle uns einem Manne dankbar zu erweiſen, der durch
ſeine hingebende Arbeit für das allgemeine Wohl ſich große
Ver=
dienſte um unſere Stadt erworben hat. Ich hoffe, Ihnen auch
eine Freude zu machen, wenn ich Ihnen ein beſonders ſchön
aus=
geſtattetes Stück unſerer Stadtgeſchichte überreiche, die unſer Dr.
Adolf Müller zum vorjährigen Jubiläum unſerer Stadt verfaßt
hat und die ſich ganz weſentlich auf Ihre, wertvolle
Forſcher=
arbeit ſtützt.
Im übrigen müſſen wir uns, wie geſagt, darauf beſchränken,
die Redner und Organiſationen, für die ſie ſprachen, aufzuzählen.
Es überbrachten außer den Genannten noch Glückwünſche
Staats=
archivdirektor D. Hermann als Präſident des Heſſiſchen
Lan=
deskirchentags, Präſident Dr. Theinert=Wiesbaden als
Ver=
treter der ſüdweſtdeutſchen evangeliſchen Kirche der Marburger
Konferenz, Rektor. Magnifizenz Profeſſor Dr. Wöhler; als
Vertreter der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt, der Dekan der
theologiſchen Fakultät der Landesuniverſität Gießen D. Dr.
Schumann, Bürgermeiſter Dr. Lüdecke der im Namen der
Geburtsſtadt Groß=Gerau ein Bild des alten Rathauſes
über=
reichte, Profeſſor Stroh=Friedberg als Vertreter des
Prediger=
ſeminars, Landeskirchenrat D. Waitz als Vertreter des
evange=
liſchen Zweckverbandes, Dekan D. Jaudt als=Vertreter des
Pfarrvereins, Dekan Keil im Auftrag der heſſiſchen Dekane,
Landeskirchenrat Profeſſor Lampas=Friedberg als Vertreter
der Friedberger Konferenz, Pfarrer Wagner=Darmſtadt als
Vertreter des Landesvereins für Innere Miſſion, des Verbandes
kirchlicher Frauenvereine, des Eliſabethenſtifts, des
Diakonie=
vereins, der Nieder=Ramſtädter Anſtalten uſw., Pfarrer Berck=
Roßdorf als Vertreter des Evangeliſchen Bundes und beſonders
der evangeliſchen Arbeitervereine in Heſſen. Profeſſor Dr. E.
Becker als Vertreter des Vereins für heſſiche Kirchengeſchichte,
Miniſterialrat Dr. Urſtadt als Vertreter der Hiſtoriſchen
Kom=
miſſion für Heſſen, Pfarrer Scriba für die Kirchengemeinde
Groß=Gerau, Pfarrer Goethe für die evangeliſche
Jugend=
gemeinſchaft Darmſtadt und den Gau Heſſen des Bundes deutſcher
Jugendvereine. — Als letzter Redner ſprach für die Tagespreſſe
der Vorſitzende des Landesverbandes Heſſen im „Reichsverband
Deutſche Preſſe, der den Prälaten in die Reihe der führenden
Tagesſchriftſteller ſtellte und betonte daß Dr. Wilhelm Diehl in
ſeiner tagesſchriftſtelleriſchen Tätigkeit ſtets aus der lebendig
flie=
ßenden Quelle des Volkstums geſchöpft hat, und daß er zum
Schöpfer ſeines eigenen Stils wurde, der ihn befähigt, in
kriſtalle=
ner Klarheit und den Stoff meiſternder Kürze wiſſenſchaftliche
Erhäſtſich
i.Apotheken
uDwogerien
Vertieb fUS.A
Glagauc49
Seite 6
und hiſtoriſche Forſchungsergebniſſe in vorbildlicher Weiſe
popu=
lär darzuſtellen und dadurch die Schriftſprache der deutſchen
Zei=
tung reinigend beeinflußt und bereichert habe.
des Prälaken Dankrede
zeigte zum Schluß wieder den ganzen hervorragenden, alle
Situa=
tionen beherrſchenden Redner. Schon nach den erſten wenigen
Minuten war der Prälat in der Lage, die innere Ergriffenheit
abzuſchütteln. Sein fabelhaftes Gedächtnis und ſeine ebenſo
fabel=
haft ſchnelle Auffaſſung und Verarbeitung von eben Gehörtem
ermöglichten es ihm, auf jede einzelne der 23 Anſprachen
einzu=
gehen, und zwar jeweils inhaltlich und jedem der
Glückwünſchen=
den nicht nur mit Worten des Dankes, ſondern auch mit Gaben
ſeines köſtlichen Humors, die ganze Herzlichkeit und offene
Grad=
heit ſeines Empfindens zu übermitteln. Der Prälat ließ
gewiſſer=
maßen in dieſer Dankrede ſeinen Lebensgang, ſoweit er von den
Anſprachen berührt wurde, in meiſterhafter Prägnanz des
wört=
lichen und gedanklichen Ausdrucks, Revue paſſieren. Er ſchloß
mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß es ihm vergönnt ſein möge,
geſtützt auf gegenſeitiges Vertrauen, ſein Amt noch ſo lange Jahre
ausüben zu können, als es Gott gefällt.
Ein weiterer Chorgeſang des oben genannten Doppelquartetts
unter Organiſt Borngäſſers Leitung, der 100. Pſalm in der
Kompoſition von Felix Mendelsſohn, beſchloß die Feier. Abends
brachten die vereinigten Kirchenchöre Darmſtadts im Verein mit
dem Poſaunenchor der Martinsgemeinde dem Geburtstagskind vor
dem Kirchentagsgebäude ein Ständchen.
Die zahlreichen Glückwünſche, die heute morgen bei Prälat
Diehl eingegangen ſind, belaufen ſich in die Hunderte. Darunter
ſind auch ſolche von den ſchlichteſten Kirchenmitgliedern aus ſeinem
früheren Wirkungskreis. Aus führenden katholiſchen
Kreiſen ſind gleichfalls Schreiben eingegangen. Auch der Herr
Finanzminiſter richtete ein herzliches perſönliches Schreiben
an den Jubilar.
Der Staatspräſident hat dem Jubilar mit einem
Glückwunſch=
ſchreiben einen Korb mit einigen Flaſchen edlen Domänenweines
geſandt.
M. St.
Die Buchhandlung Johs. Waitz, Eliſabethenſtraße, hat aus
Anlaß des 60 Geburtstages des Herrn Prälaten D. Dr. Dr. Diehl
ein kleines Sonderfenſter gemacht, das u. a. die neueſte
wohlge=
lungene Aufnahme des Jubilars zeigt. Beſonders fällt das Buch
„Ich dien” auf und ein 54 Seiten umfaſſendes Verzeichnis
ſämt=
licher Veröffentlichungen des Jubilars von Prof. Eſſelborn.
Sonntag, den 11. Januar 1931
Der Dank des Wiener Athletikſport=Clubs.
Oberbürger=
meiſter Mueller hatte den Handballſpielern des W.A.C., die
wäh=
zend der Weihnachtstage in Darmſtadt weilten, das Buch „Aus
Darmſtadts Vergangenheit” zuſtellen laſſen. Aus Wien traf in
dieſen Tagen das folgende Schreiben des W. A.C. ein: Sehr
ver=
ehrter Herr Oberbürgermeiſter! Ihr geſchätztes, liebenswürdiges
Schreiben vom 24. Dezember hat die Leitung des Wiener
Athle=
tikſport=Clubs mit außerordentlichem Vergnügen zur Kenntnis
genommen. Die Handballmannſchaft des W.A.C. die
Gelegen=
heit hatte, in Ihrer ſchönen Stadt zu Gaſt zu weilen, war voll des
Lobes über die herzliche Gaſtfreundſchaft, welche ihr aus dieſem
Anlaß zuteil wurde und hat insbeſondere über die Widmung des
intereſſanten Werkes „Aus Darmſtadts Vergangenheit” die größte
Freude geäußert. Indem die Clubleitung Ihnen, ſehr verehrter
Herr Oberbürgermeiſter, für Ihre freundlichen Wünſche den beſten
Dank ausſpricht, gibt ſie gleichzeitig der angenehmen und
zuver=
ſichtlichen Hoffnung Raum, daß es der Mannſchaft des W.A.C. in
abſehbarer Zeit wieder vergönnt ſein wird, in Ihrer
wunder=
ſchönen Stadt einen Beſuch abzuſtatten und Wettſpiele
auszu=
tragen.
— Mütter=Schulungskurſe. Es ſei auch an dieſer Stelle
hin=
gewieſen auf die Mütter=Schulungskurſe des Alice=Vereins für
Frauenbildung und Erwerb. Die Kurſe ſollen am 15. Januar
be=
ginnen und die Teilnehmerinnen in die für die Pflege und
Er=
ziehung des Kindes wichtigſten Gebiete einführen. Behandelt
werden Körperpflege und Ernährung des Säuglings (mit
prak=
tiſchen Uebungen), die körperliche und geiſtige Entwicklung des
Säuglings und des Kleinkindes, Erziehungsfragen.
Entwicklungs=
ſtörungen, Pflege des kranken Kindes, Beſchäftigung und
Anferti=
gung von Beſchäftigungsmateriak, moderne Wohnungspflege. Als
Lehrkräfte wurden eine Fachärztin, eine Jugendleiterin, eine
Leh=
rerin für Säuglings= und Kleinkinderpflege, eine
Kranken=
ſchweſter und eine Gewerbelehrerin gewonnen. Es iſt zu
wün=
ſchen, daß dieſe neue, wertvolle Einrichtung auch in Darmſtadt
wie in vielen anderen Städten weitgehendſtes Intereſſe finden
wird. Der Unterricht kann auf Wunſch eventuell auch an
ande=
ren Tagen ſtattfinden. Proſpekte ſtehen jederzeit zur Verfügung.
Anmeldungen ſind umgehend erbeten und zu richten an die
Mütterſchule des Alice=Vereins für Frauenbildung und Erwerb.
Darmſtadt, Friedrichſtraße 4, Telephon 1839, Sprechſtunden täglich
von 11.30—12.30 Uhr.
— Ski=Club Darmſtadt=Odenwald. Die S.C.S.=Gauwettläufe
des Rheingaues finden am kommenden Sonntag, dem 18. Januar,
am Ruheſtein i. Schw. unweit der Darmſtädter Hütte ſtatt. Für.
unſere Mitglieder fährt am Samstag nachmittag ein Omnibus.
Anmeldung im Sporthaus Adelmann bis ſpäteſtens Donnerstag,
den 15. Januar, unbedingt erforderlich. Zu dem vom 18. bis 29.
Januar ſtattfindenden Hüttenkurſus für Anfänger und
Fort=
geſchrittene können noch Anmeldungen angenommen werden. Liſte
und Näheres Sporthaus Adelmann.
— Konzert. Am 17. Januar veranſtaltet der Verein der
Freundinnen junger Mädchen zum Beſten ſeiner gemeinnützigen
Stellenvermittlung ein Konzert im Hauſe von Selzam,
Neckar=
ſtraße 19. In liebenswürdiger Weiſe haben ſich zur Verfügung
geſtellt: Frl. Ingeborg von Selzam (Geſang), Frl. Nelli
Birren=
bach, Lehrerin an der Akademie für Tonkunſt (Klavier), Frl. Tilli
Fiſcher, an der Akademie für Tonkunſt (Violine), und Herr
Kapell=
meiſter Karl Hauf (Klavier). Ein vielſeitiges Programm, in dem
Werke von Beethoven, Brahms. Bruch, Mozart, Schubert, Richard
Strauß und Hugo Wolf zum Vortrag kommen, verſpricht hohen
künſtleriſchen Genuß. Es empfiehlt ſich, da nur eine beſtimmte
An=
zahl von Plätzen zur Verfügung ſteht, rechtzeitig Eintrittskarten
zu beſorgen. (Näh. ſiehe Anzeige.)
— Der Konzertabend von Maria Maſer=Schilling, Arla Renz
und Elſe Hofmann=Althen, welcher, wie bereits angezeigt, am
15. Januar. 20 Uhr im Muſikvereinsſaal durch den Bayreuther
Bund veranſtaltet wird, weiſt eine künſtleriſch ſehr hochwertige
Vortragsfolge auf. Maria Maſer=Schilling ſingt die ſelten
ge=
hörten, hohe künſtleriſche Anforderung ſtellenden „Vier ernſten
Geſänge” von Johannes Brahms. Die Klavierbegleitung dazu hat
Herr Kapellmeiſter Hans Simon übernommen. Arla Renz und
Elſe Hofmann=Althen werden die Sonaten für Violine und
Kla=
vier in G=Dur von Brahms und 9s=Dur von Richard. Strauß
zum Vortrag bringen. Mit Rückſicht auf die Zeitverhältniſſe iſt
der Eintrittspreis, der lediglich zur Deckung der Unkoſten dienen
ſoll, außerordentlich niedrig angeſetzt worden. Kartenverkauf für
Mitglieder und Nichtmitglieder bei. Chriſtian Arnold, Ernſt=
Ludwiaſtraße.
„Alt=Darmſtadt” Verein für Ortsgeſchichte und
Heimat=
kunde. Die erſte Zuſammenkunft im neuen Jahre findet am
Don=
nerstag abend, im Eintrachtſaal, Eliſabethenſtraße, ſtatt.
Berichts=
abend. Jahreshauptverſammlung mit Rückblick und Ausblick.
An=
ſchließend berichtet Herr Philipp Weber über „Allerlei
Kul=
turgeſchichtliches aus vergangenen Tagen”.
Wohlfahrtsbriefmarken. Der Verkauf der zurzeit im
Ver=
kehr befindlichen Wohlfahrtsbriefmarken endigt am 15. Januar.
Da nach dieſem Tage keinerlei Marken mehr zu haben ſind, wird
allen Intereſſenten empfohlen, ihren Bedarf bis dahin zu decken.
Marken ſowie Poſtkarten ſind noch in jeder gewünſchten Menge
bei der Geſchäftsſtelle des Ortsausſchuſſes der Deutſchen Nothilfe.
im Stadthaus, Zimmer Nr. 24, zu haben. Auch ſteht dort
noch eine geringe Anzahl Sonderheiten (Heftchenbogen) zur
Ver=
fügung, die ebenfalls nur noch bis zum 15. d. M. abgegeben
wer=
den. Die poſtaliſche Gültigkeit aller Wohlfahrtsbriefmarken
er=
liſcht dagegen erſt am 30. Juni d. J.
Hohes Alter. Am 14. Januar d. J. feiert der Zugführer
i. R. Adam Gunſt, hier, Neue=Niederſtraße 4, ſeinen 80.
Geburts=
tag. Bei der ehemaligen Main—Neckar=Bahn war er bis zum
Jahre 1904 im Dienſt als treuer und gewiſſenhafter Beamter, bis
er in den wohlverdienten Ruheſtand treten konnte. Bei Ausbruch
des Krieges 1914 ſtellte er ſich 64jährig als Kriegsfreiwilliger, ſchaftliche Fachſchulen mit einem ein= oder mehrjährigen
Lehr=
fand Verwendung im Feindesland und konnte nach längerer Zeit gang. Die Bildung, die in den Handelsſchulen vermittelt wird,
mit Auszeichnung E. K. II. in die Heimat zurückkehren.
reichſte und beſte Operettenaufführung der Winterſpielzeit des
Orpheums wird heute Sonntag und morgen Montag letztmalig
dieſes bedeutendſten Werkes J. Gilberts iſt als beſonders gut
ge=
lungen zu bezeichnen und überragt bei weitem die üblichen
Auf=
führungen dieſer Art, ſo daß der Beſuch beſonders empfohlen wer=
Peter und Guſtav Bertram (letzterer in der Tenorpartie)
letzt=
malig gaſtieren. Beginn der Vorſtellung heute 8 Uhr. Der
Sonn=
tagskartenverkauf iſt heute Sonntag von 11—1 Uhr im
Verkehrs=
büro, von 10—6 Uhr im Zeitungskiosk, Paradeplatz, und ab 3 Uhr
an der Kaſſe des Orpheums; daſelbſt telephoniſche Beſtellungen
unter 389. (Siehe Anzeige)
Beachten Sie
den Schluß unſeres
Preis=Ausſchreibens
Kleines Haus. Es ſei hiermit nochmals auf das am
Mon=
tag, den 12. d. M. ſtattfindende Konzert Johannes und
Erika Biſchoff hingewieſen. Das Programm umfaßt
Lie=
der von Richard Strauß, ſowie die Violin=Sonate von Céſar
Franck. Ganz beſonders ſei erwähnt, daß der Veranſtalter Lieder
gewählt hat, die hier im Konzertſaal bisher noch nicht geſungen
wurden, ſo z. B. „Lied des Steinklopfers”, „Arbeitsmann”, „Lied.
an meinen Sohn” uſw. — Karten bei Chriſtian Arnold, am
Weißen Turm, und Tageskaſſe Kleines Haus.
—Opernſchule der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt,
Donnerstag den 15. Januar d. J., 20 Uhr, findet im Kleinen
Saal des Städtiſchen Saalbaues in der Reihe der
Vortrags=
abende der Städtiſchen Akademie der 1. Vortragsabend der
Opernſchule ſtatt. Es ſind für dieſen Winter zwei Abende in
Aus=
ſicht genommen, die wie die Vortragsabende der
Ausbildungs=
klaſſen der Akademie, lediglich über die Fortſchritte der
Studie=
renden und über die Lehrziele Aufſchluß geben ſollen. Als
Krö=
nung dieſer zwei Abende iſt im Früjahr eine Opernaufführung
im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters geplaut. Das
Programm des 1. Abends ſetzt ſich aus Arien= und Enſembleſätzen
aus den verſchiedenſten Opern, wie Mozart, Wagner
Leonca=
vallo, Weber, Bizet, Flotow, Verdi uſw. zuſammen. Vertreten
ſind Studierende der Geſangsklaſſen von Prof. Carl Beines
Hanne Perron und Mathilde Weber. Am Flügel wirkt Paul
Ottenheimer, der Lehrer für Partienſtudium und der
Enſembleklaſſen der Opernſchule, mit.
Nummer 11
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— Anthropoſophiſche Geſellſchaft, Darmſtadt. Am Dienstag.
den 13. Januar ſpricht, wie bereits angezeigt wurde Ehrenfried
Pfeiffer, vom Goetheanum in Dornach, in öffentlichem Vortrag
über „Neue Wege zur Erſorſchung der Formkräfte der Natur”.
Pfeiffer hat es mit anderen Forſchern unternommen, die
geſtal=
tenden Kräfte, die in allem Lebendigen wirkſam ſind,
experimen=
tell nachzuweiſen. Er hat im vergangenen Jahr in einer
Publi=
kation „Kriſtalle” ſeine Forſchungsergebniſſe mitgeteilt. — Natur.
läßt ſich ihr Geheimnis nicht rauben, aber die Gelegenheit kann
ihr geboten, eine geeignete Verſuchsanordnung getroffen werden,
ſo daß verborgene Kräfte in ihrer Wirkung anſchaubar werden;
wozu denn freilich Augen erwünſcht ſind, die willig, geſammelt
und unbefangen ſehen wollen, was zu ſehen iſt. (Siehe die
An=
zeige im heutigen Blatt.)
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Ra
— Mozartverein. Der große Maskenball findet am
Samstag, den 31. Januar, in allen Räumen des Saalbaues ſtatt.
Der Verein hält es für recht, auch an die zu denken, die vom
Karneval leben und durch das Erdroſſeln aller Feſte brotlos
wer=
den, und hält es nicht für unrecht, aus der ſorgenvollen Welt des
Seins ein Stündchen unter der Maske in die Welt des Scheins
zu flüchten. Auch braucht der Verein eine Einnahmequelle, die
ihm hilft, ſeine ernſte Arbeit fortzuſetzen und ſeine Konzerte
auf=
rechtzuerhalten. An Schönheit und Würde ſeinen Vorgängern
gleich, wird der neue Maskenball durch Einfachheit der
Ausſtat=
tung und Billigkeit der Eintrittspreiſe zeitgemäß ſein. Das
Motto, das der Koſtümierung keine Schranken auferlegt, wird
demnächſt in den Anzeigen bekanntgegeben.
gw Mittag und Abend-
Städt. Ratstoneri essen von 1.30 an.
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— Brieftaubenklub „Sport‟ Darmſtadt‟ Dem
Brieftauben=
klub „Sport”, Darmſtadt, wurde die Durchführung der 5.
Brief=
tauben=Ausſtellung am 17. und 18. Januar 1931 übertragen.
Die Ausſtellung wird von 54 Bundesvereinen beſchickt werden,
wie die eingelaufenen Anmeldebogen zeigen. Zum 1. Male wird
in Darmſtadt eine Brieftaubenſchau in dieſer Größe ſtattfinden,
zumal nur Brieftauben zur Ausſtellung kommen, die im Jahre.
1930 die Strecke Steinach (Obfr.) bis Budapeſt (840 Kilometer)
geflogen haben. Für jeden Taubenliebhaber von Darmſtadt und
Umgebung iſt Gelegenheit, ſich einmal eine Ausſtellung von echten,
reinen Brieſtauben anzuſehen. (Näheres ſiehe Inſerat nächſter
Woche.)
— Zimmerbrand. In einem Hauſe im Prinz=Chriſtians=Weg
explodierte beim Abbrennen der Chriſtbaum. Die Vorhänge und
die Verſchalung des Fenſters fingen Feuer. Die hinzugerufene
Feuerwache konnte den Brand alsbald löſchen.
Aidliſche Handelsiehranfal dumfal.
A. Begriff und Ziel der Handelsſchulen.
Die ſtädtiſchen Handelsſchulen ſind ſtaatlich anerkannte,
wirt=
beſitzt die Kraft ſchöpferiſcher Geſtaltung, da die Perſönlich=
Orpheum. Die Frau im Hermelin‟. Die erfolg= keitsbildung nicht nur am allgemeinen Bildungsgut,
ſon=
dern zum größeren Teil an Stoffen geſchieht, die dem praktiſchen
Leben entnommen ſind. Dieſer Bildungsvorteil macht die
Han=
wiederholt. Die geſangliche, orcheſtrale und ſzeniſche Wiedergabe delsſchulen, den anderen Schulen im Punkte Lebensnähe und
ſtaatsbürgerlicher Erziehung überlegen, weil beſondere Rückſicht
auf die ſpätere Betätigung des Menſchen, als eines nützlichen
Gliedes in der Gemeinſchaft genommen wird. Gründliche und
den kann, um ſo mehr, als das beliebte Künſtlerpaar, Marga, tüchtige Ausbildung in den betriebs= und volkswirtſchaftlichen
Fächern, in Verbindung mit ſtaatsbürgerlicher Erziehung und
gemeinwirtſchaftlichem Denken ſchaffen verantwortungsvolle
Men=
ſchen, wirtſchaftlich orientierte Beamte und Kaufleute, die ihrem
Stande Ehre machen und die geſamte Volkswirtſchaft heben und
fördern. Jeder wirtſchaftlich und beruflich Tätige ſoll den Grad
ſeiner Verpflichtung der Allgemeinheit gegenüber erkannt haben,
ſoll „Können” und „Sollen” in ſein Lebensziel aufgenommen
haben. Das iſt der Sinn der Erziehung zur
Wirt=
ſchaftlichkeit.
B. Gliederung der Handelsſchulen.
1. Die zweijährige Handelsſchule.
a) Aufnahmebedingungen: Erfolgreicher Beſuch
der achtklaſſigen Volksſchule (1. Klaſſe); 3. Klaſſe einer
zehnklaſ=
ſigen höheren Mädchenſchule; Unter=Tertia — 3b=Klaſſe einer
höheren Lehranſtalt bei achtjährigem Beſuch. Der endgültigen
Aufnahme geht eine Aufnahmeprüfung voraus.
b) Schulziel; Kaufmänniſch=wirtſchaftliche Ausbildung
vor Eintritt in die kaufmänniſche Lehre. Für die Mädchenklaſſen
ergänzend Berückſichtigung der allgemein=weiblichen
Bildungs=
erforderniſſe. Letztes Ziel für alle: Ueber die Kenntnis der
be=
rufswichtigen Funktionen hinaus Erfaſſung des ganzen Menſchen
als Perſönlichkeit.
() Schuldauer: Zwei Jahre, bei wöchentlich 33
Stun=
den. Beginn: Oſtern. Bei Austritt vor Abſchluß der Schule iſt
der Schüler zum Beſuche der Berufsſchule verpflichtet, falls er
nicht 10 Jahre Schulbeſuch mit vollem Tagesunterricht an
öffentlichen Schulen nachweiſt.
() Lehrfächer: Deutſch. Engliſch mit
Handelskorreſpon=
denz, Betriebswirtſchaftslehre mit deutſcher Korreſpondenz,
Buch=
führung; einfache, doppelte und Durchſchreibe=Buchführung,
wirt=
ſchaftliches Rechnen, Wirtſchaftsgeographie mit „Warenkunde,
Staatsbürgerkunde, Volkswirtſchaftslehre. Im 2. Jahr:
Muſter=
kontorübungen, Kurzſchrift. Maſchinenſchreiben Turnen.
Wöchent=
lich 33 Stunden. — Die Mädchen erhalten außerdem Unterricht.
in der Hauswirtſchaftslehre, einſchließlich Kochunterricht.
e) Berechtigungen: Anrechnung eines Jahres auf die
kaufmänniſche Lehrpraxis; Befreiung von der Berufsſchulpflicht.
*) Schulabſchluß: Schriftliche und mündliche Prüfung,
nach deren Beſtehen ein Abgangszeugnis ausgeſtellt wird.
a) Schulgeld: Das Schulgeld beträgt für Schüler bzw.
Schülerinnen aus Darmſtadt zurzeit 144.— RM. im Jahr, für
Auswärtige 240.— RM.
2. Die einjährige Handelsſchule.
a)=Aufnahmebedingungen: Erfolgreicher. Beſuch
der neunklaſſigen Volksſchule (Klaſſe mit erweiterten Lehrzielen),
2. Klaſſe einer zehnklaſſigen höheren Mädchenſchule, Ober=Tertia
— 39=Klaſſe einer höheren Lehranſtalt, erfolgreicher Beſuch einer
achtklaſſigen Volksſchule (1. Klaſſe) und mindeſtens zwei Jahre
Berufsſchule. Auf Verlangen muß der Nachweis geeigneter
Vor=
bildung erbracht werden.
3. Die höhere Handelsſchule.
Aufnahmebedingungen: Reife für 2a oder
erfolg=
reicher Beſuch einer zehnklaſſigen Mädchenſchule.
Schulziel: Grundlegende theoretiſche, kaufmänniſch=
wirt=
ſchaftliche Ausbildung vor Eintritt in einen kaufmäniſchen,
wirt=
ſchaftlichen oder Beamtenberuf, damit breitere Volksſchichten mit
höherer Schulbildung eine tiefere Erkenntnis der betriebs= und
volkswirtſchaftlichen Vorgänge erhalten, Vorbereitung auf den
Beſuch der Handelshochſchulen und der wirtſchaftswiſſenſchaftlichen
Fakultät der Univerſitäten.
Das Schulgeld beträgt für Schüler, bzw. Schülerinnen aus
Darmſtadt zurzeit 240.— RM. im Jahr, für Auswärtige zurzeit
300 RM. Die Zahlungsanforderung erfolgt durch die Stadtkaſſe.
Hinſichtlich der Berechtigung iſt die
Darm=
ſtädter höhere Handelsſchule den preußiſchen
gleichgeſtellt.
— Hausfrauenbund. Frau Liſi Paupié, ſtaatlich
ge=
prüft in Diätetik bei Profeſſor Schlayer, Berlin, Mitglied des
Reichsvereins für Volksernährung, hält in der Küche des
Haus=
frauenbundes. Heidelberger Straße 47, vom 12. bis 16. Januar,
zwei Diätkochkurſe ab. Gelehrt wird am erſten Tag: Magen= und
Darmſchonkoſt, am zweiten Tag: Gallenſchonkoſt, am dritten Tag:
Nierendiät, am vierten Tag: Zuckerdiät, am fünften Tag:
Ent=
fettung, Gicht uſw. Abgabe von Rezepten, Koſtproben;
Schreib=
material mitbringen Erſter Kurs von 4—6.Uhr, zweiter
Kurs von 7—10 Uhr. Es iſt den Teilnehmerinnen geſtattet,
Mittag und Abend zu tauſchen. Anmeldungen: Hausfrauenbund,
Geſchäftsſtelle, Rheinſtraße 7, oder im Kurs ſelbſt. (Siehe heutige
Anzeige.)
— Vereinigte Kriegervereine der „Haſſia‟ Darmſtadt. Zur
Erinnerung an die 60jährige Wiederkehr des Tages der
Reichs=
gründung findet am 17. Januar in ſämtlichen Räumen des
Saal=
baues eine Feier mit ausgewählter Feſtfolge ſtatt. Den
muſi=
kaliſchen Teil beſtreiten ehemalige Militärmuſiker unter Leitung
des Obermuſikmeiſters Weber. Anſchließend Tanz. Unſere
Mit=
glieder nebſt Angehörigen, die Regimentsvereine und befreundete
Verbände ſind hierzu kameradſchaftlichſt eingeladen. (Näheres
ſiehe Anzeige.)
— Autoliſten. Soeben iſt Autoliſte Nr. 54 erſchienen. Dieſe
verzeichnet alle Meldungen (Ab= und Zugänge) von
Kraftfahrzeugen jeder Art in den 18 Kreiſen
des Volksſtaates Heſſen (Kennzeichen V8. VR, V0) für
die Zeit vom 16—31. Dez. 1930. Die Autoliſten enthalten
die Angaben, in derſelben Reihenfolge wie die Hauptausgabe:
Name, Beruf, Wohnort des Kraftfahrzeugbeſitzers, Type,
Motor=
nummer, Hubraum in eem (und PS), Art des Fahrzeugs.
Fabrik=
neue Wagen ſind durch Z kenntlich gemacht. Die Meldungen ſind
geordnet nach den drei Provinzen (VS. IP. V0) und Kreiſen, und
innerhalb dieſer nach Polizeierkennungsnummern. Abgemeldetg
Wagen werden beſonders geführt. — Die Autoliſten ſind eine
wichtige Ergänzung des Auto=Adreßbuches (Adreßbuch der
Kraftfahrzeugbeſitzer, im Volksſtaat Heſſen). Ausgabe 1929. und
unentbehrlich, weil ſie laufend neueſtes
Adreſſen=
material liefern. Sie erſcheinen alle 14 Tage, alſo monatlich
zwei Liſten. Die ſpäteſtens am 10. eines Monats ausgegebene
Liſte enthält die Meldungen vom 16. bis 30. (31.) des
vorauf=
gegangenen Monats, und die ſpäteſtens am 25 eines Monats
ausgegebene Liſte die Meldungen vom 1. bis 15. des gleichen
Monats. Wegen des Bezugspreiſes val. Anzeige!
An=
fragen richte man an den zuſtändigen Verlag. L. C. Wittich in
Darmſtadt.
Enkfekkungs=Kuren im Winker
ſind von beſonderem Wert, da der Körper im Winter eine beſondere
Neigung zum Anſatz zeigt. Nehmen Sie früh, mittags und abends
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I. Dr. 994
[ ← ][ ][ → ]Nummer 11
Sonntag, den 11. Januar 1931
Seite 7
Tagesordung zur Sitzung des Stadtrates am Donners=
burg= und Heidelberger Straße; 2. Feſtlegung der
Straßenflucht=
linien und Querprofile der projektierten Ringſtraße zwiſchen
Rhein= und Eſchollbrücker Straße; 3. Aufſtellung von zwei
Fern=
ſprechhäuschen durch die Poſt auf dem Riegerplatz und dem
Kapellplatz; 4. Entwurf einer Polizeiverordnung, den Woog
betreffend; 5. Anſchluß von ſtädtiſchen Dienſtſtellen an die
Poli=
zeirufanlage: 6. Umbau des Ofenblocks II (Oefen 7 bis 12) des
Städtiſchen Gaswerks durch die Stettiner Chamottefabrik, A.=G.,
vorm. Didier, in den Jahren 1927—1929: hier:
Kreditnachbewil=
ligung: 7. Vereinbarungen mit der Freien Vereinigung der
Spenglermeiſter und Inſtallateure, betr. Ausführung von
Inſtal=
lationen: 8. Waſſerlieferungsvertrag mit der Gemeinde
Wix=
hauſen; hier: die Zinsverpflichtungen; 9. Mitteilungen.
Verein von Freunden der Photographie. In der
General=
verſammlung gab der Vorſitzende. Herr Phil. Schmidt, einen
aus=
führlichen Bericht über die rege Tätigkeit, die der Verein im
ver=
gangenen Jahr entfaltet hat. Wir entnehmen daraus folgendes:
Die Zahl der Mitglieder iſt auf 52 angeſtiegen. An den
regel=
mäßigen Vereinsabenden wurden den Mitgliedern elf
Lichtbil=
dervorträge über photographiſch und allgemein intereſſante
The=
mata geboten, außerdem acht Vorträge und praktiſche
Vorfüh=
rungen, die zur Weiterbildung und Anregung der Mitglieder
dienten. Mehrere Mitglieder beſchickten die vom Verband
deut=
ſcher Amateurphotographenvereine veranſtalteten Ausſtellungen.
Zu der Ausſtellung des Gaues Südweſtdeutſchland in Karlsruhe
gaben Bilder: Frl. Dieffenbach und die Herren Phil. Schmidt,
Jäger und Groß. Von einem vorher berufenen Preisgericht
wur=
den die drei beſten Leiſtungen vom Verein mit Preiſen bedacht.
Bei der Ausſtellung in Karlsruhe wurde Frl. Dieffenbach mit der
Gau=Urkunde ausgezeichnet. Auf der großen Verbandsausſtellung
in Nürnberg ſtellten Frl. Dieffenbach und Herr Groß Bilder aus.
Frl. Dieffenbach erhielt die Silberne Verbandsmedaille für
her=
vorragende Leiſtungen in der Heimatphotographie Außerdem
ſtellte der Verein aus ſeinen beſten Bildern eine Wandermappe
zuſammen, die gegen gleichartige Mappen anderer Vereine
aus=
getauſcht wird. Die Mitglieder des Vereins arbeiten jetzt
ge=
meinſchaftlich an der Zuſammenſtellung einer Lichtbildreihe vom
Odenwald, die wohl im Laufe dieſes Jahres zur Vorführung
ge=
langen wird. Die Wahl des Vorſtandes wickelte ſich glatt ab,
die Aemter blieben faſt alle in den bewährten Händen. Als
erſter Vorſitzender wurde Herr Phil. Schmidt, der im Auguſt d. J.
für ſeine Verdienſte um den Verein mit der Silbernen
Ehren=
nadel vom Verband ausgezeichnet worden war, einſtimmig
wie=
dergewählt.
t. Reichsbannerverſammlung. Am Samstag abend fand in
der Turnhalle am Woogsplatz eine öffentliche Verſammlung
ſtatt, in der der 1. Bundesvorſitzende des Reichsbanners,
Hör=
ing, ſprach. Der Redner beſchäftigte ſich insbeſondere mit den
Nationalſozialiſten, die er ſcharf angriff. Die Verſammlung, in
der Gegner anſcheinend kaum vertreten waren, verlief
rei=
bungslos.
Die Bäume der Annaſtraße. Die auf dem nördlichen
Bür=
gerſteig der Annaſtraße, und zwar zwiſchen Wilhelminen= und
Heidelberger Straße ſtehenden Sophoren, ſind zum Teil
überſtän=
dig und müſſen deshalb teilweiſe entfernt und abgeſetzt werden.
Durch die frühere zu dichte Anpflanzung konnten ſich die Kronen
nicht recht entwickeln und bildeten, außerdem noch verurſacht durch
die ſtarke Bepflanzung der Vorgärten, ſich durchgängig über
die Straße aus. Die Anlagedeputation des Stadtrates hat
des=
halb beſchloſſen, daß die Bäume teilweiſe entfernt und die übrigen
bleibenden ſtark abgeſetzt werden. Hierdurch können die
verblei=
benden Bäume wieder eine normale Krone entwickeln.
— Belebung der Bautätigkeit. Erfreulicherweiſe kann auf
Grund von Vereinbarungen zwiſchen der Firma Merck, der
Heag und der hieſigen Handwerker=
Baugenoſſen=
ſchaft ein großzügiges Wohnungsbauprojekt zur Durchführung
gelangen. Es handelt ſich dabei um 72 Drei=Zimmerwohnungen.
Dieſes Bauvorhaben iſt in gleicher Weiſe im Intereſſe einer
Lin=
derung der Wohnungsnot wie auch zur Ankurbelung der
Bau=
tätigkeit lebhaft zu begrüßen. Letztere Erwägungen waren es
auche welche die Firma Merck in außerordentlich dankenswerter
Weiſe veranlaßt haben, ihre Mitwirkung zur Verfügung zu ſtellen,
trotzdem für ſie hierfür eine beſondere Notwendigkeit nicht
vor=
lag. Auch der Aufſichtsrat der Heag hat der Beteiligung und
dem genannten Bauvorhaben, deſſen Durchführung in jeder
Hin=
ſicht geſichert iſt, einmütig zugeſtimmt.
Der Eiſenbahnſchaffner als Erzieher. Man ſchreibt uns:
Man lieſt oft von Beſchwerden über unhöfliche Beamten — warum
ſoll man nicht auch des öftern Vorkommniſſe des Gegenteils
ver=
merken? Alſo: Ich fuhr dieſer Tage in einem D=Zug
2. Klaſſe — war müde — wollte es mir bequem machen. Ich war
allein im Abteil — zog mir die Sitze heraus und legte nicht ganz
ohne ſittliche Bedenken — eine Zeitung hatte ich nicht bei mir —
meine übrigens ganz ſauberen Füße — pardon Stiefel reſp
be=
ſtiefelten Füße auf den Sitz gegenüber und duſſelte ein. Ich
er=
wachte — ſanft geweckt von einem ehrwürdig ausſehenden
Schaff=
ner, der meine Fahrkarte pflichtgemäß zu ſehen wünſchte. Ein
leiſer Schreck durchfuhr mich — aber ſiehe da — höflich wurde die
Karte zurückgegeben und der brave Mann, verließ das Abteil,
ohne auch nur ein leiſes Wort des Vorwurfs. Wie groß war
aber mein Erſtaunen, als der Mann gleich wieder erſchien mit
einer entfalteten Zeitung und mir dieſe unter die Füße ſchob. Ich
war beſchämt und werde wohl nie mehr, die Füße auf den Sitz
legen, ohen eine Zeitung unterzulegen.
—Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
Erkran=
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am
Sonn=
tag, den 11. Januar 1931, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung
bereit: Dr. med. Hammer, Karlſtr. 95, Tel. 632; Dr. med.
Kautzſch, Riedeſelſtr. 37, Tel. 880; Dr. med. Stern I.,
Wendel=
ſtadtſtr. 5, Tel. 1260.
Es verſeten en Sonntagsdienſt und in der daran ſich
na=
ſchließenden Woche, vom 10. Jan. bis 17. Jan, den Nachtdienſt die
Löwen=Apotheke Ballonplatz 11, die Adler=Apotheke,
Wil=
helminenplatz 17, die Hirſch=Apotheke, Nied.=Ramſtädterſtr. 21.
Aus den Barkeien.
— Nat.=Soz. Deutſche Arbeiterpartei: Heute
nach=
mittag findet in der Woogsturnhalle ein großes Militärkonzert der S. S.=
Kabelle Wiesbaden und des Standartenſpielmannzuges der Standarte 6
ſtatt; außerdem Theater, Tanz, Tombolg.
Dſe hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu befrachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kriti!.
— Chriſtlicher Verein junger Männer e V.,
Darmſtadt, Alexanderſtraße 22 (Infanteriekaſerne). Am
Sonn=
tag. 11. Januar, ſind wir in Otzberg. Wir laden aber ſchon heute
zu unſerem Familienabend am Sonntag, dem 18. Januar, ein.
Unſere Arbeit und unſer Wollen iſt wie in anderen Städten auch
in Darmſtadt bekannt. So ſoll der kommende Familienabend
(Muſik= und Balladenabend) dazu dienen, auch weitere Kreiſe mit
unſerem Jugendwerk bekannt zu machen. Einige alte Freunde
un=
ſeres Vereins haben ſich freundlicherweiſe bereit erklärt, das
Pro=
gramm des Abends zu beſtreiten, und wir bitten deshalb unſere
Mitglieder und Freunde, an dieſem Abend ſelbſt da zu ſein und zu
werben. Gäſte ſind jederzeit herzlich eingeladen. — Unſere
Bibel=
ſtunden ſind Dienstags (14—17 Jahre) und Mittwochs (junge
Männer über 17 Jahre), abends. An dieſen Abenden werden
Lebensfragen beſprochen, wobei uns das Wort Gottes Grundlage
und Richtſchnur iſt.
Im Reſtaurant Café „Zum Datterich”,
Kies=
ſtraße 27 findet heute großes karnevaliſtiſches Konzert ſtatt.
(Siehe Anzeige.)
Tageskalender für Sonntag, den 11. Januar 1931.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, IV 6. 19 Uhr
„Carmen . — Kleines Haus, 19.30 Uhr: „Meine Schweſter und
ich”. — Orpheum 20.15 Uhr: Die Frau im Hermelin”,
Konzerte: Schloßkeller, Kaffee Oper, Kaffee Ernſt=Ludwig,
Sportplatz=Reſt. am Böllenfalltor, Monopol. Alte Poſt.
Spa=
niſche Bodega, Reſt. Bender, Ludwigshöhe. Theater=Reſt.,
Datterich, Reichshof, Zur Kanone, Rummelbräu, Waldſchlößhen,
Stadt Malaga. — Kinovorſtellungen: Union=, Helia=
und Palaſt=Lichtſpiele. — Helia vorm. 11.15 Uhr: Film=
Morgenfeier. — Perkeo 15 Uhr: Märchentheater; 20.15
Uhr: Der Onkel aus Amerika” —
Männergeſangver=
ein Concordia, 16 Uhr, im Concordiaſaal; „Winterfeſt.
Aus Heſſen.
Dg. Arheilgen, 10. Jan. Orcheſtervereinigung. Am
Sonntag, den 18. Januar, veranſtaltet die hieſige Orcheſtervereinigung
im Saale der Turnhalle des Turnvereins einen Heiteren Abend. Die
Vereinigung ſteht unter der bewährten Leitung von Herrn
Kammer=
dirtuos Kümmel=Darmſtadt. — Geſangverein „
Lieder=
zweig”. In Anbetracht der großen Notlage hat der Verein
be=
ſchloſſen, in dieſem Jahre von einem Maskenball Abſtand zu nehmen.
Um aber den Mitgliedern und Anhängern des Vereins nach den
ſchwe=
ren Laſten des Alltags Zerſtreuung zu bieten, ſindet als Erſatz für
den Maskenball am 31. Januar ein Unterhaltungsabend ſtatt. — Der
Vereinsball des Turnvereins (D. T.) wurde auf den
7. Februar feſtgelegt. — Holzverſteigerung. Am Freitag,
den 16. Januar, findet ſeitens des Forſtamts Kranichſtein im Saaie
des Gaſthauſes „Zum weißen Schwanen” dahier eine
Brennholzverſtei=
gerung ſtatt.
Dd. Arheilgen, 10. Jan. Aus Feld und Wald. Die
Herbſt=
ſaat iſt gut aufgelaufen und weiſt zurzeit einen befriedigenden Stand
auf. Der Mäuſefraß iſt ebenfalls nicht ſo ſchlimm, wie es von anderen
Gegenden gemeldet wird. — Durch den eingetretenen Froſt iſt nicht nur
der ſportbegeiſterten Jugend auf dem Teich am Arheilger Mühlchen
Ge=
legenheit gegeben zum Schlittſchuhlaufen, ſondern auch den hieſigen
Landwirten bietet ſich durch Eismachen eine Einnahmemöglichkeit. Durch
das Kunſteis iſt zwar der Bedarf an Natureis gegenüber früheren
Zei=
ten zurückgegangen. Trotzdem bringt das Eismachen den Landwirten,
die in dieſer Zeit faſt keine Einnahmen haben, einen zwar ſchwer
ver=
dienten, aber um ſo erwünſchteren Nebenverdienſt. Die Brauereien
zah=
len für den Zentner Eis durchſchmittlich 30 Pfg. — In den Gemeinde=
und Staatswäldern unſerer Gemarkung ſind die Holzmacher mit ihrer
Arbeit jetzt auch fertig geworden, ſo daß in nächſter Zeit die erſten
Holz=
verſteigerungen ſtattfinden werden. Da überall ein Sinken der Preiſe zu
beobachten iſt, wird auch dieſe Einnahmequelle der Länder und
Gemein=
den erheblich zurückgehen.
O. Erzhauſen, 10. Jan. Gemeinderatsbericht.
Nachtrags=
voranſchlag für 1930. Vorſchläge für deſſen Deckung, durch a) Erhöhung
der Realſteuer, oder b) Einführung der Bürgerſteuer. Nachdem der
Bürgermeiſter über Vorſtehendes ein klares Bild vorführte und mitteilte,
daß die Finanzkommiſſion ſich bereits damit beſchäftigt habe, doch dem
Plenum es zu überlaſſen, zu entſcheiden, ergriff Gemeinderat Becker das
Wort und ſtellte den Antrag, für die Bürgerſteuer zu ſtimmen;
Ge=
meinderat Thomas ſchloß ſich den Ausführungen an. Es wurde dann
einſtimmig für die Bürgerſteuer geſtimmt. — Neuregelung der
Haft=
pflichtverſicherung. Auf Aufforderung der Behörde wurde beſchloſſen,
ab 1. April dieſe zu erneuern; die Erhöhung der Prämie beträgt 68,90
Mark. — Prüfen der Gemeinderechnung 1929. Die Gemeinderechnung
lag auf der Bürgermeiſterei offen, und wurde dem Gemeinderat
vorge=
legt; es wurden Stichproben gemacht. Bürgermeiſter und
Gemeinde=
rechner gaben Erklärungen. Die Rechnung ſchließt ab mit 121 660,641
Mark Einnahmen, 116 214,78 Mark Ausgaben (Reſt für 1931 5445,86
Mark). Die Rechnung wurde genehmigt mit Vorbehalt der Prüfung der
Oberrechnungskammer. — Die beſchloſſene Bierſteuer iſt vom
Mini=
ſterium des Innern genehmigt. — Betreffs Preisabbau wurde
mitge=
teilt: Milch per Liter zugeſtellt 28 Pfg., abgeholt 26 Pfg. Mit Bäckern
und Metzgern ſind Verhandlungen im Gang.
Skraßenbericht
Bo oce
Hus net
We
Gripy
Das altbewährte, vleltausendfach von den Arzten empfohlene
Schutz- und Desinfektionsmittel für Mund und Rachen.
Glas mit 50 Tabletten M 1,75 in jeder Apotheke u. Drogerie.
für die Woche vom 11. bis 17. Januar 1931.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club E. V.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen:
Heppenheim—Hemsbach vom 29. Dez. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Lorſch-Hüttenfeld—Hemsbach bzw. Lorſch-Viernheim.
Heldenbergen—Windecken wegen Brückenbauarbeiten an der
Nidde=
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eichen—Oſtheim.
Friedberg—Wetzlar (zwiſchen Pohlgöns-Niedergleen bis zur
Lan=
desgrenze) vom 6. 10. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Langgöns.
Frankfurter Straße in Vilbel vom 16. 10. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Nieder=Erlenbach-Harheim-Bonames.
Grünberg—Hungen (Ortsdurchfahrt Hungen) vom 10. 11. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: für den Schwerverkehr (über 2,5 Tonnen)
Nichtung Grünberg und Laubach über Langsdorf-Villingen-
Nonnen=
roth. Nichtung Nidda über Trais=Horloff—Steinheim—Rodheim.
Klein=Linden-Wetzlar (Ortsdurchfahrt Klein=Linden) vom 3. 11.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Garbenheim-Dorlar—Atzbach-
Heuchelheim—Gießen.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Verbindungsſtraße von dem Forſthaus Unterſchweinſtieg nach
Kel=
ſterbach von der Landesgrenze am Forſthaus Hinkelſtein bis
Bahnunter=
führung vor Kelſterbach vom 3. 12. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Niederrad—Schwanheim.
Ortsdurchfahrt Sprendlingen (Rhh.), St. Johannerſtraße, vom 11.
11. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Wolfsheim—Gau=Weinheim
—Wallertheim—Gau=Bickelheim.
Ortsdurchfahrt Bernsburg vom 8. 12. bis auf weiteres für ſchweren
Verkehr geſperrt. Umleitung: Arnshain— Ruhlkirchen.
Klein=Linden-Lützellinden (Ortsdurchfahrt Klein=Linden) vom 29.
Dezember bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Großen=Linden.
Ortsdurchfahrt Wieſeck vom 18. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Rödgen-Lollar—Daubringen.
Aa. Eberſtadt, 10. Jan. Holzverſteigerungen. Am
Diens=
tag, den 13. Januar, findt vormittags im Gaſthaus Zur Harmonie‟
eine Brennholzverſteigerung der Gemeinde ſtatt. Eine
Nutzholzverſteige=
rung aus dem Gemeindewald wird am Donnerstag, den 15. Januar.
im Klingsackertannen=Diſtrikt an Ort und Stelle abgehalten. — Am
Samstag, den 17. Januar, halten der Turnverein 1876 E.V., die
Turn=
geſellſchaft E.V. und der Fechtverein Waiſenſchutz ihre diesjährigen
Hauptverſammlungen ab. — Ausder evangel. Gemeinde. Der
Miſſions=Sonntag, der eigentlich am evſten Sonntag nach Epiphanias
gefeiert werden ſollte, wird in dieſem Jahre ausnahmsweiſe auf den
18. Januar verſchoben. Für dieſen Sonntag hat ſich nämlich der
Miſ=
ſionar Richter, der hier beſtens bekannt iſt, angemeldet. — In der eval.
Jugendgemeinde iſt nunmehr die Bubenjungſchar geteilt worden, und
zlvar in zwei Abteilungen. Dabei umfaßt die erſte Abteilung die beiden
oberſten Schuljahrgänge, während die zwveite Abteilung die jüngeren
Jahrgänge vereinigt. Die diesjährige Hauptverſammlung des Evgl.
Frauenvereins findet am Dienstag abend (20. Januar) ſtatt.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 10. Jan. Holzpreiſe. Nachdem der
un=
längſt im Gemeindewald ſtattgefundenen Holzverſteigerung von ſeiten
des Gemeinderats die Genehmigung verſagt wurde, fand geſtern die
wiederholte Verſteigerung ſtatt. Ueberraſchenderweiſe wurden bei der
geſtrigen Verſteigerung bedeutend höhere Preiſe erzielt. Der beſtehende
Tarif wurde nicht nur erreicht, ſondern ſogar um ein Beträchtliches
überboten. — Obſt=und Gartenbauverein. Die Schuldbeträge
für die durch den Verein bezogenen Obſtbäume werden in den nächſten
Tagen durch den Vereinskaſſier eingezogen. Die Jahresverſammlung
findet im Monat Februar d. J. ſtatt. Mit dieſer iſt ein wichtiger
Vor=
trag über Vogelſchutz und Schädlingsbekämpfung verbunden.
G. Ober=Ramſtadt, 10. Jan. Generalverſammlung. Der
Kohlen= und Sterbeverein „Friede” Ober=Ramſtadt hält ſeine
diesjäh=
rige Generalverſammlung am Sonntag, den 11. Januar, nachmittags,
ab. — Waſſerleitung und Waſſermeſſer. Das
eingetre=
tene Froſtwetter ſollte die Hauseigentümer veranlaſſen, die
Waſſerleitun=
gen und Waſſermeſſer gegen ein Auffrieren hinreichend zu ſchützen, um
ſich vor Schaden zu bewahren. — Gemeinderatsſitzung. Am
Montag, den 12. Januar, abends, findet eine Sitzung des
Gemeinde=
rats ſtatt.
Df. Hiltersklingen, 10. Jan. Vorgeſtern wurde unter großem
Trauer=
geleite der älteſte Einwohner unſerer Gemeinde, der frühere gräfliche
Holzſetzer Johann Georg Schmahl, im Alter von 87¾ Jahren zu Grabe
getragen. Zwei Tage vorher wurde Herr Math. Hörr im hohen Alter
von 85 Jahren zu Grabe getragen. Der älteſte Einwohner iſt jetzt Herr
Joh. Jakob Hanſt im Alter von 85 Jahren.
Cf. Birkenau, 10. Jan. Bau= und
Wirtſchaftsgemein=
ſchaft. Zurzeit iſt in Birkenau die Gründung einer Bau= und
Wirt=
ſchaftsgemeinſchaft im Gang, die auf dem Syſtem der zinsloſen
Dar=
lehensgebung aufgebaut iſt. Unterſcheidend von anderen derartigen
Unternehmungen iſt beſonders der Umſtand, daß alles von den
Mit=
gliedern eingezahlte Geld in der Gemeinde bleibt und bei einer örtlichen
Kaſſe angelegt wird, und daß ſich der Vorſtand und der Aufſichtsrat aus
Perſonen am Platze zuſammenſetzt. Alle Verwaltung und Werbung
ge=
ſchieht ehrenamtlich, ſo daß das Unternehmen unbedingt auf dem Boden
der Gemeinnützigkeit baſiert. — Am 28. Januar findet für 1931 der erſte
Steuer=Sprechtag des Finanzamtes Fürth auf dem Rathaus zu Birkenau
ſtatt. Dieſe Steuerſprechtage dürften dieſes Jahr einen beſonders
ſtar=
ken Zuſpruch haben.
Bd. Bickenbach, 9. Jan. Die Zahl der hieſigen Erwerbsloſen und
Ausgeſteuerten beträgt infolge der Schließung der Zigarrenfabriken hier
und in Lorſch, ſowie infolge weiterer Arbeiterentlaſſungen in den
Holz=
werken Dietrich und in der Herdfabrik Gebr. Roeder. Darmſtadt,
an=
nähernd 300. An der Erwerbsloſenkontrollſtelle bildeten ſich gerade der
vielen weiblichen Erwerbsloſen wegen gewiſſe Mißſtände, ſo daß ſich
das Arbeitsamt jetzt veranlaßt ſieht, einen weiteren Kontrolltag
einzu=
legen. Es ſtempeln jetzt die Bickenbacher Männer an dem eingelegten
Tag allein; anſchließend haben ſich dann die Frauen ſämtlicher
Ortſchaf=
ten, die zum Bezirk gehören, zur Kontrolle zu melden. Die Auszahlung
der Unterſtützung, findet wie ſeither für alle Erwerbsloſen Donnerstags
ſtatt, jedoch ſind die Auszahlungszeiten entſprechend der Zunahme der
Unterſtützungsempfänger auseinandergezogen, ſo daß es im Intereſſe
einer reibungsloſen Abwicklung für die Empfänger zweckmäßig iſt, ſich
den Auszahlungsplan genau anzuſehen und ſich dementſprechend danach
zu richten.
— Gernsheim. 10. Jan. Wafſerſtand des Rheins am
9. Januar 1 66 Meter, am 10. Januar 1.35 Meter.
— Hirſchhorn, 10. Jan. Waſſerſtand des Neckars am
9. Januar 1,76 Metex, am 10. Januar 1,66 Meter.
i. Von der Bergſtraße 9. Jan. Der W. S. C. ſtiftete einen
Wanderpreis. Wie der erſte Vorſitzende des Turnvereins
Wein=
heim 1862 anläßlich eines Winterfeſtes mitteilte, hat der Weinheimer
Seniorenkonvent 1862 einen koſtbaren Wanderpreis geſtiftet. Dieſer
ſtellt auf einem Sockel von Marmor einen bronzenen Läufer dar, wie
er ſoeben durchs Ziel geht. Namens des S.C. zu Darmſtadt als
Vorort im W. S.C. hat Stud. Pcul Junior namens des
präſidieren=
den Corps „Haſſia” dazu folgendes geſchrieben: Der S.C. zu
Darm=
ſtadt als Vorort im W. S. C. geſtattet ſich, dem Turnverein Weinheim
einen mit gleicher Poſt abgehenden Wanderpreis für eine interne
Ver=
eins=Zehnkampf=Meiſterſchaft zu überſenden, in Anerkennung der
außerordentlichen Verdienſte, die ſich der Turnverein Weinheim um die
Förderung der Leibesübungen des W.S.C. erworben hat. Die
Aus=
tragung des Zehnkampfes ſoll erfolgen auf Grund der
Wettkampf=
bedingungen der Deutſchen Turnerſchaft für Frei=, Geräte= und
volks=
tüimliche Uebungen. Die Auswahl der Uebungen bleibt dem Turnverein
Weinheim überlaſſen. Der Wanderpreis geht in den Beſitz desjenigen
über, der die Meiſterſchaft in dreimaliger ununterbrochener
Reihen=
folge errungen hat. Der Vorort im W. S.C. gibt dem Wunſche
Aus=
druck, daß ſich die freundſchaftlichen Bande zwiſchen dem Turnverein
und dem W. S.C. weiterhin ſtärken mögen und zeichnet . . .
Der Wanderpreis ſowohl als auch das Begleitſchreiben haben in der
Feſtverfammlung große allſeitige Freude hervorgerufen.
Bb. Bensheim, 9. Jan. Großes Schutzpolizeiaufgebot.
Unter Aufgebot eines mittels zweier Mannſchaftsautos von Darmſtadt
hierher verbrachten Schutzpolizeikommandos, in der Stärke von 2
Offi=
zieren und 30 Mann, nebſt 6 Kriminalbeamten, die heute morgen kurz
nach 5 Uhr hier eintrafen, wurden Siſtierungen von 13 bzlv. 16 an dem
letztſonntäglichen Ueberfall auf eine nationalſozialiſtiſche Marſchkolonue
beteiligten Perſonen vorgenommen. Die Vernehmungen, die durch den
hieſigen Oberamtsrichter Vetzberger im Amtsgericht nach
vorangegange=
nem polizeilichen Verhör vorgenommen wurden, erſtreckten ſich über den
ganzen Tag, konnten erſt abends 10 Uhr zu Ende geführt werden und
ergaben die Inhaftierung von 5 Hieſigen und drei Heppenheimern. Die
Schutzpolizeitruppe blieb bis zum ſpäten Abend hier anweſend und
ſandte ſtändige Polizeiſtreifen durch die Straßen der Stadt. Die
Vor=
gänge verurſachten große Beachtung, und tagsüber bis in die
Abend=
ſtunden in den Straßen große Menſchenanſammlungen.
Bm. Bürſtadt. 10. Jan. Verkehrsunfall. Ein noch glimpflich
und mit viel Glück abgelaufener Verkehrsunfall ereignete ſich vorgeſtern
abend 7 Uhr hier am Uebergang 1. Die Schranken des Uebergangs
waren zum gerade ausfahrenden Triebwagen 3034 ordnungsmäßig
ge=
ſchloſſen, als ein von Bobſtadt kommender Perſonenwagen im ſelben
Moment, als der Triebwagen den Uebergang paſſierte, in
unermäßig=
tem Tempo durch die Schranke führ. Trotz des heftigen Anpralls, durih)
den die Schranke mehrfach gebrochen wurde, kamen die Autoinfaſſen,
zwei Herren aus Mannheim, mit geringen Verletzungen und dem
Schrecken davon. Das ſchwerbeſchädigte Auto wurde in einen
Nachbar=
hof verbracht.
Ca. Lorſch. 10. Jan. Milchabſchlag. Die kürzlich gegebene
Anregung hat nun tatſächlich dazu geführt, daß eine Herabſetzung des,
Milchpreiſes eingetreten iſt. Allerdings hat erſt ein Milchhändler dieſen
Schritt getan, aber Beiſpiel macht Schule, ſchon um der lieben
Konku/=
renz willen werden auch die anderen folgen müſſen.
Aa. Wolfskehlen. 10. Jan. Die Kraftfahrervereinigung
Ried hielt dieſer Tage hier eine Mitgliederverſammlung ab. Die
Ver=
einigung erklärte ſich bei dieſer Gelegenheit bereit, bei der in der Nacht
vom 17. auf den 18. Januar ſtattfindenden Winternachtfahrt des (aues
IIIa ds A. D.A. C. die Ausübung der Kontrolle in Worfelden, des von
der dritten Schleife dieſer Nachtfahrt berührt wird, zu übernelnnen.
e. Bad Wimpfen, 9. Jan. Verſchiedenes. Nachdem der
Ge=
meinderat wiederholt die Einführung der Bürgerſteuer abgelehnt hat,
hat ſich das Kreisamt als Aufſichtsbehörde veranlaßt geſehen, auf
Grund der Notverordnung des Reichspräſidenten für die Gemeinde
Bad Wimpfen die Bürgerſteuer nach dem Landesſatz einzuführen.
Die Arbeitsloſigkeit wirkt ſich auch ſtark auf die gemeindlichelt Finanzen
aus, da durch die ſchlechte Wirtſchaftslage Steuerrückgänge zu
ver=
zeichnen ſind und daneben eine erhebliche unmittelbare Belaſtung durch
die Unterſtützung Arbeitsloſer tritt. Die Gemeinde trägl, ein Fünftel
der Kriſenfürſorge und iſt ferner verpflichtet, die hlfsbedürftigen
Arbeitsloſen zu unterſtützen, das ſind im weſentlichen die
Ausgeſteuer=
ten und diejenigen, die nur für kurze Zeit in Arbeit geſtanden haben
und daher keine Anſprüche auf Leiſtungen aus der
Arbeitsloſenverſiche=
rung, der Kriſen= oder Saiſonarbeiterfürſorge haben. Gerade alſo die
Folgen langanhaltender Arbeitsloſigkeit treffen die Gemeinde beſonders
hart, weil dadurch höhere Aufwendungen entſtanden ſänd, al
Voranſchlag angenommen hat.
Rheinheſſen.
Aus Mainz.
Wintertage zu Grabe getragen. Auch der Mainzer Biſchof Dr. Hugo
befand ſich in dem Trauerzuge. Die kirchliche. Einſegnung am Grabe
nahm Dekan Dr. Beikert vor. Oberſtudiendirektor Poepperling
von der Oberrealſchule widmete dem Verſtorbenen herzliche
Abſchieds=
worte. Mitten in ſeinem Wirken habe ihn der Tod ereilt, und die
von Dr. Friedrich begonnene Arbeit über die Geſchichte der
Oberreal=
ſchule aus Anlaß des bevorſtehenden 100jährigen Jubiläums ſei
leide=
unvollendet geblieben. Die Zahl der Kranzniederlegungen war
unüber=
ſehbar.
* Mainzer Molkereien und Milchhändler lehnen Preisherabſetzung
ab. Donnerstag nachmittag beſchäftigte ſich, wie berichtet wird, eine
ſtark beſuchte Mitgliederverſammlung der Molkereigenoſſenſchaften und
des Milchhändlervereins Mainz und Umgebung im Beiſein eines
Ver=
treters der Mainzer Spar=, Konſum= und Produktionsgenoſſenſchaft
eingehend mit dem Vorſchlage der Landwirtſchaft und nahm ſchließlich
eine Entſchließung an, in der ſich die Mainzer Händſer bereit erklären,
bei einem Preisabſchlag von 33 auf 30 Pfg. einen Pfennig zu tragen,
wenn die anderen zwei Pfg. vom Erzeuger getragen würden. Jede
ſveitere Kürzung lehnte die Verſammlung ab. Die Entſchließung ſoll
dem Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft und dem Oberbürgermeiſte
der Stadt Mainz zugeſtellt werden.
* Waſſerſtands=Nachrichten vom 10. Januar „Rhein; Hüningen
1.10, Kehl 2,75 Maxau 4,63, Mannheim 4,03, Mainz 1,96, Bingen 2,96,
Caub 3,52, Köln 4,51 Meter. Main: Schweinfurt 1,91, Würzburg
224, Lohr 2,67, Steinheim 2,87, Hanau 3,17, Koſtheim (Staatspegel)
1,70, dito Waſſertiefe 3,78, dito Fahrtiefe 2.30 Meter.
Stuhlverſtopfung. Nach den an den Kliniken für innere Krank
heiten geſammelten Erfahrungen iſt das natürliche „Franz=Joſef”=
ATT.96
Bitterwaſſer ein äußerſt wohltuendes Abführmittel.
Seite 8
Sonntag, den 11. Januar 1931
Nummer 11
EEHI
Die Geburt eines geſunden
Töchter=
chens zeigen in dankbarer Freude an
8.
Poſtmeiſter Karl Ermel und Frau
Anita, geb. Bach
Stockheim (Oberheſſen), 8. Januar 1931. (922
Erni
Statt Karten.
Ihre Verlobung beehren ſich anzuzeigen
Mariechen Raſcher
Karl Daudiſtel
Lautenſchlägerſtraße 46
z. Zi. Celerina (Engadin)
Sandbergſtraße 18
Darmſiadt
Heute entſchlief ſanft nach kurzem Leiden unſere liebe
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter,
Schwägerin und Tante
Frau Luiſe Michel Wwe.
im 93. Lebensjahr.
geb. Geyer
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Adam Werner
Familie Juſtus Becker.
Darmſtadt, den 9. Januar 1931.
Niederſtr. 10.
(952
Die Beerdigung findet Montag, den 12. Januar,
nachm. 3½ Uhr, auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt.
Statt Karten.
Nach langem, mit großer Geduld ertragem Leiden
verſchied heute mein innigſtgeliebter Mann, der
gute, treuſorgende Vater ſeiner Kinder, unſer lieber
Sohn, Schwiegerſohn und Bruder
(rnſt Gilbert
im faſt vollendeten 31. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelmine Gilbert, geb. Karp
Horſt und Lothar
Familie Georg Gilbert
Familie Wilhelm Karp.
Darmſtadt, den 10. Januar 1931.
Neckarſtr. 28, z. Zt. Martinsſtr. 56.
(934
Die Einäſcherung findet am Montag, den 12. Jan.,
nachmittags 4 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Bitte keine Beſuche.
Die Geburt eines kräftigen
Stammhalters zeigen
erfreut an
Ernſt Gräf und Frau
Käte, geb. Ittmann. /
Darmſiadt, Bismarckſtr. 105
Kätchen Feick
Karl Schwebel
Landwirt
Verlobte
Groß-Bieberau Brensbach
Joseph Thalmeier
Liesel Thalmeier
geb. Jäger
Vermählte
11. 1. 1931.
Heute nahm Gott ſeinen treuen
Diener
Januar 1931.
Todes=Anzeige.
Heute Abend um 6 Uhr entſchlief ſanft meine
ließe Schweſier, unſere gute Tante, Großtante
Zrau Marie Ziſſel
geb. Seim
Witwe des Kanzlei= Inſpektors Fr. Ziſſel
im 74. Tebensjahre.
Im Naiwen der trauernden Hinterbliebenen:
K. Geim.
Darmſtadt, Viktoriaſtr. 61, Gonſenheim, Weinheim.
den 9. Januar 1931.
Die Beerdigung findet am Montag, den 12. Januar
1931, nachmittagt 2 Uhr, auf dem Friedhof an der
Nieder=Ramſiädterſtraße ſiatt.
Am 9. Januar entſchlief nach langem, ſchwerem, mit
großer Geduld ertragenem Leiden meine innigſigeliebte
Frau
Gretel Scherrer
geb. Günther
im 36. Lebensſahr.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Konrad Scherrer.
Darmſtadt, den 10. Januar 1931.
Moosbergſtr. 53.
Die Beerdigung findet am Montag, den 12. Januar
um 3 Uhr nachmittags aur dem Beſſunger Friedhof
ſiatt.
Geſtern verſtarb nach längerem
Leiden im 77. Lebensjahr unſer
li ber Vater, Grozvater u Onkel
Herr Heinr. Kirchner
Polizei=Wachtmeiſter i. R.
Fam. Ludwig Kirchner u. Kinder
Fam. Anna Heuſer, geb. Kirchner
und Kinder
Wilh. Kirchner.
Darmſtadt, Hofheim, Berlin, New. York,
Canada und Frankfurt a. M.,
den 10. Januar 1931
Die Beerdigung findet Dienstag
nachmittag um 2 Uhr vom Portale
des alten Friedhofs an der Nied.
Namſtädterſtraße aus ſtatt
meinen lieben Mann, unſeren guten
Vater, zu ſich in die Ewigkeit.
geb. Scriba.
Gronau, den 10. Januar 1931.
Die Beerdigung findet ſtatt am Dienstag,
13. Januar 1931, nachmittags 2 Uhr, in
Gronau bei Bensheim.
Wir erfüllen hiermit die traurige
Pflicht, unſere Mitglieder von dem
Ableben unſeres lieben Kameraden
Herrn Ernſt Gilbert
Geſchäftsführer
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Einäſcherung: Montag, 12. Jan.
4 Uhr nachmittags, auf dem
Wald=
friehhof
Wir bitten um zahlzeiche
Beteili=
gung. Treffpunkt: 3.45 Uhr am
Portal des Krematoriums.
Berein ehem. Angehöriger
des Großh. Artilleriekorps.
Der Vorſland.
Dankſagung.
Allen denen, die bei dem
Heim=
gange unſerer lieben
Entſchlafe=
nen ihr das letzte Geleit gaben,
ſowie allen, die durch
Beileids=
bezeugungen und Blumenſpenden
uns ihre Teilnahme bewieſen,
auf dieſem Wege unſeren
herzlich=
ſten Dank.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Vollhardt
Darmſtadt, Jahnſtraße 59. (*
Dankſagung.
Für die pielen Beweiſe herzlicher Teilnahme beim
Heim=
gange unſeres lieben Entſchlafenen
Herrn Heinrich Jakob Pohl
ſprechen wir Allen, beſonders Herrn Pfarrer Werner
für die trpſtreichen Worte am Erabe, ſowie den
Schul=
kameraden und der Turn=Sportgemeinde für die
Nieder=
legung der Kränze unſeren innigſten Dank aus.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Erzhauſen, den 9. Januar 1931.
Todes=Anzeige.
Am Donnerstag abend verſchied plötzlich und unerwartet
unſere liebe Schweſter und Tante
Frau
geb. Bender
im 81. Lebensjahr.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Zu ſämtlichen Krankenkaſſen zugelaſſen
Dr. med. E. Nahm
prakt. Arzt
Heidelbergerſtraße 83
Sprechſtunden vorm. von 8—9 Uhr, nachmitt. von 3—5 Uhr
Telefon 4646
(415b
Zuſämtlichen Krankenkaſſen zugelaſſen.
Or. med. M. Stieler
prakt. Arztin
Riedeſelſtraße 2 Telephon 2721
Sprechſtunden: täglich von 2— 5 Uhr. (416b
Fabrikant Georg Autenrieth
und Frau Maria, geb. Bender.
Darmſiadt, den 10. Januar 1931.
Feldbergſtr. 22.
(917
Dſe Beerdigung ſindet im Sinne der Verſtorbenen imn der Stille ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme, ſowie
die zahlreichen Blumenſpenden bei dem Heimgange
unſerer lieben Eniſchlafenen unſeren herzlichen Dank.
Insbeſondere danken wir Herin Pfarrer Heß für ſeine
troſtreiche Grabrede, und all denen, die ihr das letzte
Geleit gaben.
Johann Wilhelm Bitter, gen. Balzer
Ludwig Bitter und Frau
Wilhelm Bitter und Frau
Karl Geißler und Frau, geb. Bitter
Darmſiadt,
und die Enkelkinder.
11. Januar 1931.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 11
Sonntag, den 11. Januar 1931
Seite 9
Dom Sücherti
Harden, Maximilian. Köpfe. Eine Auswahl, 434 Seiten, Berlin 1930.
Sieben=Stäbe=Verlag. Ganzleinen 2,85 RM.
Der Sieben=Stäbe=Verlag, Berlin, hat ſich entſchloſſen, in feiner
billigen Reihe „Bücher der Epoche” auch eine Auswahl aus dem
vier=
bändigen Werk der „Köpfe und Prozeſſe” für 2,85 RM.
herauszubrin=
gen. In ihr ſind alle gegenwärtig noch aktuellen Eſſahs aufgenommen.
Da Harden ein glühender Bismarckverehrer war wird der
Auswahl=
band mit den Arbeiten über „Bismarck” und „Wilhelm I.” eröffnet.
(s folgen: Der junge Wilhelm, Eduard VII., Holſtein, Clemenceau,
Briand, Lloyd George, Erzberger, Hölz und Lenin, die alle in
ſchar=
fen Konturen vorausgedeutet ſind. Der Band wird beſchloſſen durch
Arbeiten über Papſt Leo XIII., Tolſtoi und Rockefeller, Zola und
Johannes den Täufer. Man mag zu Harden als Politiker ſtehen wie
man will, namentlich der Stil des jungen Havden iſt ſelten und mit
Freude zu leſen. Die Auswahl der Köpfe iſt gut getroffen; das Buch
preiswert ausgeſtattet.
H. R. Berndorf: Diplomatiſche Unterwelt. (Verlag Dieck u. Co.,
Stuttgart.) Spionage iſt gegenwärtig hohe Mode. Wahrſcheinlich auch
in der Politik, in der Literatur aber ganz beſtimmt. Wir erleben
eine Flut von Spionagebüchern und Memoiren. Es iſt eigentlich ſchade,
daß ſie alle Anſpruch auf Glaubwürdigkeit erheben. Detektivromane
ver=
gichten auf dieſe Attrappe und werden doch ſehr gerne geleſen. Vielleicht
ſteckt aber die Spionageliteratur noch in den Kinderſchuhen, dann kann
ſich dieſes Uebel noch wenden. So ſtehen wir aber bei jedem Buch, das
züber Spionage handelt, zuerſt vor der Frage, ob all die diplomatiſchen
Moritaten, die erzählt werden, wahr ſind oder nicht. Bei dem Buche
Berndorfs ſtellt ſich dieſe Frage in beſonders peinigender Form, denn
manches darin ſieht der Wirklichkeit ganz verflucht ähnlich, bei ihm gibt
es keine logiſchen Fehler, ſeine Geſtalten ſind nicht aus Papier, und
es fehlt ihnen jene wunderſame Einfältigkeit, die meiſt die Helden
romanzierter Spionagegeſchichten auszeichnet.
Berndorf will mit ſeinen Spionagegſchichten vor allem unterhalten.
und das gelingt ihm durchaus. Was er ſchreibt, iſt ſtets ſpannend, oft
wird es aber gerade atemraubend. Trotzdem er, wie abſichtlich, ſeine
Figuren ſtets nur mit rohen Zügen umreißt, pulſiert in ihnen wirkliches
Leben. Man hat ſeine primitive Freude daran, wie die Ereigniſſe
ein=
ander in beklemmendem Tempo nachiagen, und man muß der
Unterhal=
tung willen ſeine Logik und einfachſten Lebenskenntniſſe nicht
einſchlä=
fern. denn in Ermangelung des Bewußtſeins, ob die Dinge wirklich ſo
liegen, wie der Autor ſie uns ſchildert, können wir es feſtſtellen, daß ſie
ſo liegen könnten. Man möchte den Autor dafür loben, aber er verſchließt
ſich jedem Lob, durch angeheftete Dokumente, es iſt nicht ſein Verdienſt,
wenn alles logiſch und ſpannend iſt, ſondern das — in dieſem Falle
ſchon zweifelhafte — Verdienſt der Wirklichkeit. Spionage iſt
gefähr=
lich, und der Völkerbund ſollte ſie bekämpfen. Das würde zwar nichts
nützen, aber moraliſch wäre die Geſte ſchon. Von H. R. Berndorf
möch=
ten wir aber gerne bald auch etwas anderes als Reportage leſen; dieſe
Gattung hindert die Entwicklung der ſchöpferiſchen Kraft, die wir bei
ihm — ohne dem Reporter gegenüber maliziös ſein zu wollen — gerne
vorausſetzen.
d. p.
* Ernſt Kahn: Der internationale Geburtenſtreik. Societäts=Verlag,
Frankfurt a. M.
Mit Zahlen läßt ſich trefflich ſtreiten . . Noch beſſer mit Worten.
Es gibt kaum eine intereſſantere und aufregendere Sache als Statiſtik.
Vielleicht iſt Mathematik eine Sprache, Statiſtik iſt es jedenfalls. Das
Schickſal der Statiſtik als Wiſſenſchaft iſt dem der Geſchichte in einer
Hinſicht auffallend ähnlich. Wie Geſchichtswiſſenſchaft iſt auch Statiſtik
eine gefährliche politiſche Waffe. Mit Statiſtiken läßt ſich alles
bewei=
ſen, wenigſtens für die Laien auf dieſem Gebiet, und auf dieſe kommt
es an, denn Fachleute gibt es ja nur wenige. In den letzten
Jahr=
zehnten benützte die Politik auch dieſe Waffe allzu ergiebig und
gewiſ=
ſenlos. Ohne ſtatiſtiſche Lügen wären ſelbſt die Friedensverträge nicht
in derſelben Form zuſtande gekommen. Aber auch die Wirtſchaft hat
die Beweiskraft der Zahlen, beſonders in Amerika, mißbraucht,
Schlim=
mer aber, als gefälſchte Statiſtiken, ſind falſch ausgelegte, auch wenn
die falſche Auslegung aus einer aufrichtigen Unwiſſenheit und nicht aus
böſem Willen entſtammt. Kein Wunder alſo, daß der Statiſtik, dieſer
modernen Gottheit, gegenüber ein immer ſtärkerer Skeptizismus ſich
breit macht. Zumal, wenn man ſich auf manche allzu kühnen
Pro=
phezeiungen — ſie fehlen auch heute nicht — aus der näheren und
fer=
neren Vergangenheit erinnert.
Ernſt Kahns Buch iſt in erſter Linie darum wertvoll, weil es denken
lehrt und einen intereſſanten Einblick in die Denkarbeit des Statiſtikers
erlaubt. Er zeigt, wie man auf Grund unbeſtrittener Angaben zu
fal=
ſchen Reſultaten gelangen kann. Und man gewinnt einen Eindruck
über die ungeheure und angeſpannte Denkarbeit und Scharfſinn, die der
Statiſtiker aufwenden muß, um ſchließlich zu vagen Reſultaten zu
kom=
men, an denen er ſelbſt am meiſten zweifelt.
Die Bevölkerungspolitik, die wachſende oder ſinkende Zahl der
Ge=
burten, ſteht heute im Mittelpunkt des Intereſſes; man möchte daraus
gerne Folgerungen auf die zukünftige weltpolitiſche Entwicklung und
wirtſchaftspolitiſche Ausſichten ziehen. Dies letztere iſt der Hauptzweck
des Autors. Er analyſiert kritiſch und mit bemerkenswertem
Scharf=
ſinn die Frage des Bevölkerungswachstums in Deutſchland und in dem
ganzen weſtlichen Kulturkreis, und widerlegt eine große Reihe von
irrigen politiſchen Folgerungen, die heute faſt überall Allgemeingut
ge=
worden ſind und in der Beurteilung außenpolitiſcher Fragen eine große
— und ſchädliche — Rolle ſpielen. Er verſucht dann, auf Grund der
Bevölkerungsbewegung ein Bild über die wirtſchaftliche Zukunft in den
nächſten Jahrzehnten zu geben. So weit möchten wir ihm aber nicht
folgen. Sein hellſichtiger Skeptizismus, mit dem er Modeſchlagworte
zergliedert, iſt anſteckend, wenn wir auch die Vorſicht und die
Redlich=
keit, mit der er den Stoff behandelt, voll anerkennen. Auch finden wir
ihn dort, wo er ſich nicht mehr ausſchließlich mit deutſchen Problemen
befaßt, ſchematiſch.
Für den Statiſtiker iſt es ſcheinbar unmöglich, über die Tatſachen
die eigene politiſche Weltanſchauung zu vergeſſen, und Kahn will keine
Ausnahme ſein. Er verrät ſeine politiſche Denkweiſe mit einer
Offen=
heit, welche nichts zu wünſchen übrig läßt, vermag aber dennoch, ſach=
lich zu bleiben. Gerade das macht das Buch auch für den politiſch
an=
ders Denkenden, der die Shläſſe Kahls nicht akzeptiert, insbeſondere
nicht die einſeitig ſtatiſtiſche Beurteilung der Wirtſchaft, nur von dem
Standpunkt der Beoöikerungsbewegung heraus, durchaus ſympathiſch.
Statiſtik müßte alle Aeußerungen des menſchlichen Handelns erfaſſen
und auf weit breiterer Grundlage getrießen werden, um weniger taſtend
in der Löſung der großen Fragen vorwärts zu gehen. Dieſe Einwände
laſſen ſich aber gegen fämtliche Bücher ſoicher Art erheben. Das
Kri=
tiſche in dieſem Buche, welches ſich ſo unterhaltend lieſt wie ein Roman,
iſt wertvoller als die poſitiven Folgerungen, ſchon deshalb, weil es eine
Reihe von Vorurteilen zerſtört. Eben darum wäre vielleicht eine franzöſiſche
Ueberſetzung angebracht, denn ſie könnte jenſeits der Grenzen manches zur
Aufklärung und Zerſtreuung einfältiger Auffaſſungen über die „deutſche
d. p.
Gefahr” beitragen.
Friedrich Maurer: „Der Menſch und ſeine Ahnen”. Verlag Ullſtein,
Berlin. Broſch. 15 Mk., Ganzleinen 18 Mk.
Ein Weg= und Streitgenoſſe des großen Aufklärers Haeckel, in
inni=
ger Freundſchaft mit dem alten Kämpen verbunden, Vollſtrecker ſeines
letzten Willens, iſt Friedr. Maurer, Direktor des anatomiſchen Inſtituts
zu Jena, wie kein anderer berufen, das große zuſammenfaſſende Werk
vom Werden des Menſchen zu ſchreiben. Mit der kriſtallenen Klarheit,
die nur dem eigen iſt, der ſeinen Stoff bis in die letzten Einzelheiten
beherrſcht, entrollt er vor den Augen des Leſers das ungeheure
Tat=
ſachenmaterial, das für die Abſtammung des Menſchen von niederen
Lebeweſen zeugt. Dabei wird er niemals lehrhaft und ermüdet nie durch
weitſchweifige Einzelheiten. Ob er uns die Wunder der Entwicklung
entſchleiert, eb er uns die tiefen Zuſammenhänge aufdeckt, die alles
Lebende verbinden, ob er den Menſchen aus dem Dunkel ſeiner tieriſchen
Abkunft allmählich aufſteigen läßt, immer greift er ins Volle, immer
weiß er zu packen und zu feſſeln. Auf gleicher Höhe ſteht die
Ausſtat=
tung des Werkes.
Erneſt Pasqual: „Wettlauf mit dem Glück”. (Th. Knaur Nachf. Verlag,
Berlin W. 50.)
Der Roman eines ſchönen jungen Mädchens, deſſen Schickſal das
Schickſal unſerer ruheloſen Zeit iſt. Ihre Phantaſie, ihr Freiheitsdrang
vertragen keine Beſchränkung. Raſtlos auf der Jagd nach dem Glück
lohnt das Errungene nicht den Preis, und alles errinnt in dem Wunſch,
die Mannigfaltigkeit des Lebens auszukoſten. In ſchnellſtem Tempo,
überreich an Handlung, gibt das Buch ein Bild der amerikaniſchen
Jugend, die trotz Wolkenkratzer und höchſter Dynamik der Lebensform
um Romantik, Ruhe und Erfüllung kämpft und uns dadurch nahe und
liebenswert iſt.
Der fröhliche Kommiß. Kaczmarek III). Von Peter Purzelbaum.
Illu=
ſtriert von J. Lehrmann. Steif broſchiert 2,80 RM., Leinen 4 RM.
(Brunnen=Verlag, Berlin SW. 48.)
Auch in dieſem dritten Bande von Schnacken und Schnurren ſteckt
der brave Gardefüſilier Kaczmarek wieder drin mit ſeiner Pfiffigkeit
und Verbohrtheit, mit ſeinen Liſten und Schlichen, kurzum mit ſeinem
vernagelten Quadratſchädel und ſeinem prachtvollen Mutterwitz. Wer
Soldat war, wird dieſe neue Sammlung von Kaczmarek=Witzen nicht
entbehren wollen.
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Seite 10
Sonntag, den 11. Januar 1931
Nummer 11
Jagdſchloß Glienicke ſoll Hokel werden.
Jagdſchloß Klein=Glienicke an der Havel,
das dem Prinzen Friedrich Leopold von Preußen gehört, ſoll verkauft und als Hotel eingerichtet
werden. Der ſchöne Bau ſtammt von Schinkel.
5o fkarkeke das ikalieniſche Fluggeſchwader zum Ozeanflug.
Erſte Originalaufnahme vom Start der 14 italieniſchen Flugzeuge,
die unter Führung des Luftfahrtminiſters Balbo in 17 Stunden den Ozean von Weſtafrika nach
Braſilien überquerten.
Reich und Ausland.
Meſſerſtechereien in Frankfurt a. M.
Frankfurt a. M. Vorgeſtern. gegen
abend, wurde in der Fahrgaſſe ein Arbeiter nach
vorausgegangenen Streitigkeiten von einem
Schloſſer durch einen Meſſerſtich oberhalb der
linken Schulter ſchwer verletzt. Der Verletzte
wurde nach dem Krankenhaus gebracht, der
Ta=
ter feſtgenommen. — In der Nacht kam es in
einer Wirtſchaft in der Allerheiligenſtraße zu
einer Schlägerei, die ſich auf der Straße
fort=
ſetzte. Hierbei erhielt ein Fuhrunternehmer
einen Stich in den linken Oberſchenkel, der die
Aufnahme im Krankenhaus erforderlich machte.
Drei Perſonen wurden ſiſtiert, zwei davon
kamen wieder zur Entlaſſung.
Vereitelter Zuganſchlag.
Aſchaffenburg. Zwiſchen Aſchaffenburg
und Groß=Oſtheim wurden auf den Bahnkörper
zwei ſtarke Prügel gelegt, die glücklicherweiſe
aber nicht geeignet waren, einen Perſonenzug
zum Entgleiſen zu bringen. Die Prügel wurden
von der Lokomotive zur Seite geſchoben. Ob es
ſich nur um ein Bubenſtück handelt oder ob ein
Zuganſchlag beabſichtigt war, müſſen die
einge=
leiteten Erhebungen ergeben.
Der Raubüberfall in Waldhof=Elgershauſen.
Wetzlar. Bekanntlich wurde vor einiger
Zeit auf der Chauſſee nach Holzhauſen, in der
Nähe von Waldhof=Elgershauſen, auf den
Brief=
träger Weber, von der Poſtagentur Katzenfurt,
ein verwegener Raubüberfall ausgeführt und
dabei der bedauernswerte Beamte von einem
Wegelagerer vom Motorrad heruntergeſchoſſen.
Die beiden Täter Lückhoff und Grna konnten
noch am gleichen Tage gefaßt und dem Gericht
überliefert werden. In der Vorunterſuchung
beſchuldigten ſich die beiden Räuber gegenſeitig
der Tat. In den letzten Tagen hat nun Grna
geſtanden, daß er den verhängnisvollen Schuß
abgegeben habe. Beide geſtanden weiter, daß ſie
dem Weber ſchon mehrere Tage aufgelauert
hät=
ten, um ihn zu berauben, bis es ihnen
ſchließ=
lich gelungen ſei, die Tat an der Stelle bei
Waldhof=Elgershauſen auszuführen. Als Grund
der Tat geben ſie die Not an. Dem
ſchwerver=
letzten Weber geht es jetzt beſſer. Die Kugel, die
vor der Wirbelſäule ſitzt, konnte bis jetzt noch
nicht entfernt werden. Erſt wenn Weber wieder
zu Kräften gekommen iſt, wird die ſchwierige
Operation vorgenommen werden. Die beiden
Verbrecher werden, wenn die Vorunterſuchung
beendet iſt, nach Limburg überführt werden, um
dort vor dem Schwurgericht abgeurteilt zu
werden."
Gefängnis für einen gefährlichen Wilderer.
Trier. Das Trierer Schöffengericht
ver=
urteilte einen Wilderer aus dem Hochwald
wegen fortgeſetzten Jagdvergehens,
Wider=
ſtandsleiſtung und unbefugten Waffenbeſitzes zu
einem Jahr Gefängnis. Der Verurteilte letrieb
ſeit mehreren Jahren Wilddieberei in größerem
Umfange und wurde Ende des vergangenen
Jahxes von dem Oberförſter des Losheimer
Reviers geſtellt, als er kurz vorher zwei Haſen
erlegt hatte, die ein in ſeiner Begleitung
be=
findlicher Arbeitsloſer in einem Ruckſack trug.
Bei dieſer Gelegenheit leiſtete der Wilddieb
ſeiner Feſtnahme energiſchen Widerſtand, ſo daß
der Förſter, auf den er bereits angelegt batte,
ihm eine Ladung Schrot in die Beine ſchoß und
ihn ſo kampfunfähig machte. Die
zuſammenleg=
bare Jagdwaffe hatte der Angeklagte vorher
un=
ter ſeinem Rock verſteckt gehalten. Der
Mit=
angeklagte kam mit einer Geldſtrafe in Höhe
von 150 Mark davon.
Banditen überfallen eine Berliner Krankenkaſſe.
Berlin. Am Samstag vormittag
er=
ſchienen in den Räumen der Krankenkaſſe der
Schuhmacherzwangsinnung in der
Friedrichs=
ſtraße drei junge Leute im Alter von 18 bis 20
Jahren und forderten mit erhobenen
Revol=
vern die Aushändigung des Geldes. Ein
Ange=
ſtellter ſchlug Lärm und warf eine Fenſterſcheibe
ein. Daraufhin ergriffen die Banditen die
Flucht. Auf ihre Verfolger gaben ſie noch
mehrere Schüſſe ab, durch die aber niemand
ver=
letzt wurde.
Wiener Mörder in Berlin feſtgenommen.
Wien. Der von der Wiener
Kriminal=
polizei wegen Mordes an dem Kaufmann Fritz
Himmelreich geſuchte 32jährige Karl Schuſter
wurde in der Nacht zum Samstag von der
Ber=
liner Kriminalpolizei verhaftet.
Das hiſtoriſche Schloß Werfen
bei Salzburg abgebrannt.
Schloß Werfen,
eine der beſuchteſten Sehenswürdigkeiten des
Salzburger Landes, iſt mit ſeiner Bibliothek
und ſeinen unſchätzbaren alten Möbel= und
Ge=
mäldeſammlungen faſt reſtlos niedergebrannt.
Das Schloß ſtammt aus dem 11. Jahrhundert
und gehört dem Erzherzog Eugen.
Schwere Schiffshavarie auf der Elbe.
Lauenburg. Ein ſchwerer
Schiffszuſam=
menſtoß ereignete ſich geſtern früh gegen 7 Uhr
auf der Elbe oberhalb Lauenburg. Der
elbab=
wärts fahrende Eildampfer „Elblagerhaus II”
wurde von dem Motorſchiff „Miapol” gerammt.
Das Schiff kam innerhalb weniger Minuten
zum Sinken und liegt jetzt 3—4 Meter unter dem
Waſſerſpiegel auf Grund. Die Beſatzung konnte
ſich nur mit großer Mühe retten. Der Schaden
wird auf 200 000 Mark geſchätzt. Das
Motor=
ſchiff „Miapol” wurde bei dem Zuſammenſtoß
nur leicht beſchädigt. Die Schiffahrt iſt durch
das Wrack nicht behindert.
Felsſturz am Comer See.
Berlin. Ein gewaltiger Felsſturz
er=
eignete ſich, nach einer Meldung der „V. 3.”
aus Mailand bei dem oberitalieniſchen
Indu=
ſtrieſtädtchen Lecco, am Comer See. Von dem
die Stadt im Oſten überragenden Felsvorſprung
San Martino löſten ſich gewaltige Felsblöcke
und ſtürzten über den ſteilen Abhang auf eine
Gruppe Häuſer der Umgebung der Stadt. Zwei
Gebäude wurden bis auf die Grundmauern
ein=
gedrückt und von der Steinlawine zugedeckt. Da
ſie bewohnt waren, beklagt man zahlreiche Opfer.
Bis jetzt wurden vier Leichen geborgen.
Mailand. Der Felsſturz von Lecco, am
gleichnamigen Abhang des Comer Sees, hat,
entgegen der erſten Annahme der Bewohner,
nur wenige Opfer gefordert. Zwei Perſonen
ſind getötet und die Mutter eines der Opfer iſt
verletzt worden. In den zerſtörten Häuſern
be=
fanden ſich zum Glück im Augenblick der
Kata=
ſtrophe nur wenige Perſonen. Dagegen ſind
ſie=
ben Familien obdachlos. — Die Behörden
planen eine Umleitung dieſer, nach dem Stilfſer
Joch führenden wichtigen Verkehrsſtraße, da
ſchon früher Felsſtürze vorgekommen ſind.
Lawinenopfer in den franzöſiſchen Alpen.
Paris. Nachdem erſt vor einigen Tagen
die ſechs franzöſiſchen verſchütteten Touriſten in
den Alpen bei Briancon als Leichen geborgen
werden konnten, ſind nunmehr auch die vier
Pa=
riſer Touriſten, die faſt zu gleicher Zeit in der
Gegend von Chambery verſchollen waren,
aufge=
funden worden. Eine Rieſenſchneelawine hatte
ſie überraſcht und verſchüttet. Von den elf
Ver=
mißten ſind nunmehr zehn gefunden worden. Die
Unfallſtelle des noch fehlenden Pariſer
Stu=
denten wurde ebenfalls entdeckt, doch iſt es
vor=
läufig unmöglich, die Leiche des Verunglückten
zu bergen.
Feuer in einem Krankenhaus in Orleans.
Paris. In einem Seitenflügel der
Pro=
vinzial=Irrenanſtalt Orleans, in der katholiſche
Schweſtern die Krankenpflege ausüben, brach in
der Nacht Feuer aus, das ſich raſch auf das
ganze Gebäude ausdehnte. Sieben katholiſche
Schweſtern, die im zweiten Stock des Gebäudes
wohnten, wurden von den Flammen bedrängt.
Eine Schweſter verſuchte, ſich an einem
Bett=
laken an der Außenwand des Gebäudes
herab=
zulaſſen, ſtürzte jedoch ab und blieb mit
zer=
ſchmetterten Gliedern liegen. Eine andere ſtarb
vor Aufregung an einem Gehirnſchlag; die
üb=
rigen fünf konnten im letzten Augenblick von
der Feuerwehr gerettet werden. Der
Material=
ſchaden iſt bedeutend.
Schweres Flugzeugunglück bei Gent.
Brüſſel. Das Poſtflugzeug Brüſſel—
Lon=
don ſtürzte am Samstag vormittag bei Melle,
in der Nähe von Gent, ab und wurde völlig
zerſtört. Der Pilot und der ihn begleitende
Mechaniker ſind tot.
Weiterflug des italieniſchen Geſchwaders
am Sonntag.
Port Natal. Der Start, der italieniſchen
Transozeanflieger nach Bahia iſt auf heute
Sonntag verſchoben worden, weil noch das 12.
Flugzeug des Fliegerhauptmanns Baiſtrocchi
abgewartet wird, das auf dem Ozean notlanden
mußte und auf der Inſel Fernando de Noronha
repariert wird.
Greueltaten in China.
London. „Times” meldet aus Peking:
Nach chineſiſchen Berichten, die durch amtliche
und private Mitteilungen beſtätigt werden, ſind
„im ſüdlichen Kiangſi im Laufe von neun
Mona=
ten 30 000 Menſchen von Räubergeſindel
nie=
dergemetzelt worden. Die Banditen
unterſtan=
den dem mohammedaniſchen Führer Matinghſin
und hatten nach Abzug der Garniſontruppen,
die das Gebiet verließen, um am Bürgerkrieg
teilzunehmen, freie Hand. Nach einer weiteren
Meldung ſind 20 000, Frauen von dem Geſindel
gefangen genommen worden und mindeſtens
30 000 Perſonen in den ausgeplünderten
Bezir=
ken den Hundertod geſtorben. In der Stadt
Lih=
ſin hätten die entmenſchten Horden aus Wut
über den ihnen von der Bürgerwehr geleiſteten
Widerſtand die ganze Bevölkerung, mit
Aus=
nahme der Inſaſſen, des Gefängniſſes, getötet.
Ferner wird gemeldet, daß ſie Gefangene, deren
Familien kein Löſegeld zahlten, zu verbrennen
pflegten. Die Nankinger Regierung habe die
(utſendung einer Strafexpedition angeordnet.
Die Anklageſchrift gegen die Brüder
Sklarek ferkiggeſtelik.
Berlin. Die 1500 Seiten umfaſſende
An=
klageſchrift gegen die Brüder Sklarek iſt jetzt
fertiggeſtellt und befindet ſich zurzeit im Druck.
Neben den Brüdern Leo, Willi und Max
Skla=
rek, den Inhabern der Berliner
Kleiderverwer=
tungsgeſellſchaft, die ſich, nachdem ſie zunächſt in
Unterſuchungshaft geſeſſen hatten, ſämtlich
wie=
der auf freiem Fuß befinden, werden ſich noch
der Buchhalter Lehmann, der bei der
K. V. G. beſchäftigt war, der kaufmänniſche
An=
geſtellte Tuch die Stadträte Gaebel.
De=
gener und Benecke, die Berliner
Bürger=
meiſter Schneider und Kohl, die
Stadt=
bankdirektoren Schmidt und Hoffmann,
ſowie der Leiter beim Kreditausſchuß der
Stadt=
bank, Rendant Ludwig wegen Betrugs,
Un=
terſchlagung, einfacher, ſchwerer und
intellek=
tueller Urkundenfälſchung, aktiver und paſſiver
Beſtechung und teils Beihilfe zu dieſen
Straf=
taten, zu verantworten haben. In dem
Rieſen=
prozeß gegen die Brüder Sklarek, durch deren
Schwindelmanöver die Stadt Berlin um 15
Mil=
lionen Mark geſchädigt worden iſt, wird die Anz.
klagebehörde durch den Oberſtaatsanwalt
Frei=
herrn von Steinecker, Staatsanwaltsſchaftsrat
Dr. Weißenberg und den Gerichtsaſſeſſor bei der
Staatsanwaltſchaft Dr. Jäger vertreten ſein.
Unter den Verteidigern befindet ſich eine ganze
Anzahl bekannter Vertreter der Berliner
Rechtsanwaltſchaft, u. a. die Rechtsanwälte Dr.
Alsdorf, Dr. Gollnick, Dr. Julius Meyer 1, Dr.
Sack und Juſtizrat Werthauer. Der Prozeß
dürfte nicht vor dem nächſten Spätherbſt
be=
ginnen. Die Verhandlung ſelbſt wird
wahr=
ſcheinlich 6 bis 8 Monate in Anſpruch nehmen.
Ein Gasbehälter in Kopenhagen explodiert.
Kopenhagen. Samstag vormittag
explo=
dierte auf dem Grundſtück eines ſtillgelegten
Gaswerkes im Süden von Kopenhagen ein
Gas=
behälter, der abmontiert wird. Als ein
Mon=
teur eine Schraube nicht losbekommen konnte
und deshalb mit einer eiſernen Stange
dage=
genſchlug, entſtanden Funken, die die Exploſion
verurſachten. Im Gasbehälter befand, ſich
Knall=
gas, das ſich durch Lufteindringen gebildet
hatte. Ein Rohrleger wurde auf der Stelle
ge=
tötet, ſeine Leiche liegt vermutlich in dem neun
Meter tiefen Loch, wo der Gasbehälter
geſtan=
den hatte. Ein anderer Rohrleger wurde ſchwer
verletzt und ſtarb auf dem Transport zum
Krankenhaus. Vier Arbeiter und einige
Be=
wohner benachbarter Häuſer wurden leicht
ver=
letzt. Durch die Exploſion wurden zahlreiche
Fenſterſcheiben zertrümmert.
Eiſenbahnzug durch einen Erdrutſch verſchüttet.
170 Tote.
New York. Wie Aſſociated Preß aus
Guayaquil (Ecuador) berichtet, wurde auf der
etwa 115 Kilometer von Guy Guayaquil
ent=
fernten Station Huigra ein Eiſenbahnzug durch
einen Erdrutſch verſchüttet, wobei 170 Perſonen
den Tod fanden.
20 Arbeiter durch einen Erdrutſch verſchüttet.
New York. Nahe bei Livermore, etwa 80
Kilometer öſtlich von San Franzisko in
Kali=
fornien, ſind bei dem Bau eines Tunnels durch
einen Erdrutſch 20 Arbeiter verſchüttet worden.
Der Tunnel ſollte in 700 Meter Tiefe angelegt
werden. Die Hilfsarbeiten ſind im Gange, jedoch
beſteht wenig Hoffnung auf Rettung der
Ver=
ſchütteten.
Die Chicagoer Banditen untereinander.
Chicago. Um den Behörden ein wenig
die Sorge um die Ausrottung der Banditen
abzunehmen, haben ſich dieſe wieder einen
er=
bitterten Kampf untereinander geliefert. Der
Führer einer Bande namens Pascal und ſein
erſter Unterführer wurden mit zahlreichen
Re=
volverkugeln im Körper tot aufgefunden. Ein
dritter Bandit wurde ſchwer verletzt
Den Dauerflug=Welkrekord für Frauen
geſchlagen.
Die kühnen amerikaniſchen Fliegerinnen Boobie
Trout und Edna May=Cooper (oben)
Neuer Dauerflug=Rekord für Frauen:
122 Stunden, 20 Minuten.
Los Angeles. Die beiden Fliegerinnen
Trout und Cooper ſind nach einem
ununrer=
brochenen Fluge von 122 Stunden 20 Minuten
um 5.20 Uhr abends Pazifikzeit gelandet. Sie
haben damit den früheren Dauerflugrekord für
Frauen, der 42 Stunden 16 Minuten herrug,
faſt auf die dreifache Zeit verbeſſert. Die
Lan=
dung erfolgte auf Wunſch des von der Erde aus
den Flug beobachtenden Managers, weil das
Flugzeug ſehr niedrig flog.
Nummer 11
Sonntag, den 11. Januar 1931
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Dienstag, den 20. Januar 1931,
nachm. 2 Uhr, wird die Jagd der
Gemeinde Rimhorn, Kreis Erbach,
in der Wirtſchaft von Gg. Wolf nach
den bei der Verpachtung bekannt
ge=
gebenen Bedingungen öffentlich verpachtet.
Das Jagdgebiet umfaßt 400 Hkl.
Feld und 150 Okt. Waldgelände, welches
von der Bahnſtation Höchſt i. O. in 20
Minuten zu erreichen iſt.
Wildſtand: Rehe, Haſen, Faſanen,
Feldhühner und Füchſe.
(863b
Heſſ. Bürgermeiſterei Rimhorn.
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Weil os seit Jahrzehnten bokannt ist als das Brot aus
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waschenem und enthülstem Getreide.
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reizenden schmutzigen Holzfaser auf nassem Wege als das bekannte
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Steinmetz-Grahambrot
des edle Schrotbrot aus reinem Weizen-Kraftschrot. Sehr beliebt als
Frähstücksbrot wegen des milden. nnßartigen Geschmackes. Es ist
besonders dem Kleinkinde, Magen- und Darmkranken, sowie alten
Lenten und Bettlägerigen zu empfehlen. 2 Pfund-Laib 65 Pfg.
1 Pfund-Lalb 25 Pfg.
Steinmetz- Rheinischbrot
„Kölver-Brot”, ein kerniges Schrotbrot aus reinem Roggenkraftschrot.
Es ist sehr saftig. bleibt lange frisch und eignet sich besonders für
Wanderungen, Sport und Berufe, die viel Bewegung verlangen.
2 Pfund-Lalb 50 Pfg.
Steinmetz-Djätbrot
ungesäuert und Kochsalzfrei. Besonders Nierenkranken zu empfehlen.
2 Pfund-Lalb 30 Pfg.
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ſtr. 4679,
Morgenroth, Käthe.
ſtr. 7923,
Timm, Walter,
verden nach 8 23 der Satzung für
kraſt=
os erklärt, wenn ſie nicht innerhalb von
Monaten bei uns vorgelegt werden.
Darmſtadt, den 6. Jan. 1931. (st97(
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
Kräckmann.
Arbeitsvergebung.
Die Feldbereinigungsgeſellſchaft
Rohr=
bach hat die Erdarbeiten uſw. für den
Ausbau des „Rohrbachs” und des „
Heeg=
bachs” ſowie die Lieferung von
Zement=
rohren und Stückſteinen zu vergeben.
Es kommen in Betracht:
ca. 2000 Ifdm Grabenausbau mit
rd. 2600 cbm Erdbewegung.
ca. 7000 qm Raſenarbeiten,
ca. 150 cbm Stückſteine,
ca. 30 m Zementrohre.
Die Pläne und Bedingungen ſind bei
der unterzeichneten Behörde. Darmſtadt,
Bleichſtraße 1, einzuſehen. Die Angebote
ſind bis Mittwoch, den 21. Januar 1931,
vormittags 10 Uhr, bei uns einzureichen.
Angebotsvordrucke ſind für 0.50 RM.
bei dem unterzeichneten Amt, ſoweit
Vorrat reicht erhältlich.
Zuſchlagsfriſt 14 Tage.
((942
Darmſtadt, den 8. Januar 1931.
Heſſiſches Kulturbauamt.
Soeben erschienen!
AoTOLrSTE Ho4
Enthält die Meldungen (Ab- und Zugänge) von Kraftfahrzeugen jeder
Art der 18 Kreise des Volksstaats Hessen (Keunzeichen: VS, VR, VO)
für die Zeit vom 16.—31. Dezember 1930.
Die Aufo-Listen enthalten die Angaben in derselben
Reihen-
folge wie die Hauptausgabe: Name, Beruf, Wohnort des
Kraft-
fahrzeugbesitzers, Type, Motornummer, Hubraum in ccm und
PS. Art des Fahrzeugs. Fabrikneue Wagen sind durch X
kenntlich gemacht. Die Meldungen sind geordnet nach den drei
Provinzen (VS, VR, VO) und Kreisen und innerhalb dieser nach
Polizeierkennungsnummern. Abgemeldete Wagen werden
geson-
dert aufgeführt. Die Auto-Listen sind eine wichtige
Ergän-
zung des Auto-Adreßbuches (Adreßbuch der
Kraftfahrzeug-
besitzer im Volksstaat Hessen), Ausgabe 1929, und
unentbehr-
lich, weil sie laufend
neuestes Adressenmaterial
liefern. Sie erscheinen alle 14 Tage, also monatlich zwel Listen.
Die spätestens am 10, eines Monats ausgegebene Liste enthält die
Meldungev vom 16.—30. (31.) des voraufgegangenen Monats und
die spätestens am 25. eines Monats ausgegebene Liste die
Mel-
dungen vom 1.— 15. des gleichen Monats.
Bezugsprelg:
1. Bei Bezug aller Meldungen sämtllcher 18 Krelse für
12 Monate: zum monatlichen Pauschalprels von
RM. 16.50.
2. Bei Bezug der Meldungen nur für einzelne Krelse
und Städte, gleich ob für einen oder mehrere Monate, zu
Staffel-
preisen, die wir bei uns zu erfragen bitten.
L. C. WITTICH VERLAG • DARMSTADT
Nutz= u.
Brennholz=
verſteigerung.
Dienstag, den 13. ds. Mts.,
vor=
mittags 9, Uhr anfangend, werden
im Nieder=Beeibacher Gemeindewald ver
*
ſteigert:
Nutzholz=Stämme: Eiche 1. u. 2. Kl.
3 St. — 1,95 fm, Kiefern 2a u. 3b Kl.
12 St. — 4,81 fm. Lärche 1a u. bKl.
15 St. — 2,73 fm, Fichte 1a u. b Kl.
3 St. — 0,49 fm; Derbſtangen:
Buche 1. Kl. 3 St. — 0,18 fm. Lärche
1. Kl. 11 St. — 0,90 fm, 2. Kl. 7 St.
— 0,42 fm, Fichte 1.—3. Kl. 32 St.
— 1.26 fm.
Brennholz, Scheiter: Buche 159 rm,
Eiche 6 rm, Kiefer 13 rm; Knüppel:
Eiche 18 rm, ſtiefer 60 rm; Wellen:
Buche 1590 Stück, Kiefer 210 Stück;
Stöcke: 72 rm.
Zuſammenkunft an der Waldmühle
(Karl Krämer).
(969
Nieder=Beerbach, den 9. Jan. 1931.
Heſſiſche Bärgermeiſterei Neder=Beerbach.
Pritſch.
Nuhholz-Verſkeigerung.
Donnerstag, den 15. Januar 1931,
vorm. 10 Uhr beginnend, werden aus
dem Eberſtädter Gemeindewald (Diſtrikt
Klingsackertanne) die nachverzeichneten
Holzſortimente öffentlich meiſtbietend an
Ort und Stelle verſteigert:
((940
Kiefern-Langholz:
2 Stück Klaſſe 2a — 0.77 Fm.
2b — 16.,42
Za — 29.87
3b — 18,75
4a — 18.96
4b — 11,84
5 — 15.60
Nähere Auskunft erteilt Forſtgehilfe
Mohr, Neue Darmſtädter Straße. —
Zuſammenkunft der Steigerer auf dem
Bäckerweg am Eingang des Waldes.
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt (Bgſtr.).
Der Bürgermeiſter: Dr. Uecker.
Holzverſteigerung.
Donnerstag, den 15. Januar d. J.,
vormittags 9 Uhr, wird in Griesheim
im Gaſthaus „Zum Darmſtädter Hof”
das nachſtehende Holz aus Diſtrikt
Har=
as Verſchiedene Abtlg. (Nr. 668—758),
Harras Abtlg. 9 (Nr. 266—321). Abtlg.
25, 26 und 30 (Nr. 397—667) verſteigert:
Derbſtangen: 62 Fichten Klaſſe 1—3
(Abtlg. 28b): Nutzknüppel Rm: 2 Eichen
(Abtlg. 26); Scheiter Rm.: 2 Buchen, 277
Eichen, 159 Kiefern; Knüppel Rm.: 191
Buchen, 87 Eichen, 1 Birke, 98 Kiefern,
5 Fichten; Reiſig 1. Kl. Rm.: 56 Buchen,
72 Eichen, 32 Kiefern; Reiſig=Wellen:
30 Buchen.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung zu
beſichtigen. Blau unterſtrichene
Num=
mern werden nicht verkauft. Auskunft
erteilt Herr Förſter Ahlheim zu
Forſt=
haus Harras. Es wird bemerkt, daß
dies die letzte Brennholzverſteigerung
im Diſtrikt Harras iſt.
(941
Groß=Gerau, den 9. Januar 1931.
Heſſiſches Forſtamt Groß=Gerau.
10/40 Opel
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(938 MJfach bereift, 20 000
Km. gefahr., w. neu,
aus Privathand für
1800 ℳ zu verk.
Ang. u. P. 245 Gſch.
Skamm- und Brennholz=
Berſteigerung.
Donnerstag, den 15. Januar,
vormit=
tags 10 Uhr anfangend, verſteigert die
Gemeinde Steinau aus ihren Waldun
gen in dem Gaſthaus Kaffenberger, hier,
nachſtehendes Holz:
Stämme: 4. Kl. 1.25 Fm. Buche.
2.—3. Kl. 11,75 Fm. Eiche,
2a—4a Kl. 3.46 Fm. Lärche
2a—4b Kl. 193 Fm. Fichten.
Derbſtangen: 1.—3. Klaſſe 90 Stück
Fichten und Tannen.
Brennholz: Scheiter: 32 Rm. Buche,
12 Eiche, 13 Nadel.
Knüppel: 36 Rm. Buche,
32 gemiſchtes.
Steinau, den 7. Januar 1931. (911
Heſſiſche Bürgermeiſterei Steinau.
Schmidt.
Verſteigerung!
Dienstag, den 13. ds. Mts.,
nach=
mittags 1/,3 Uhr beginnend,
ver=
ſteigere ich im gefäll. Auftrag in
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m. Paneel, 1 Sofa, Polſterſeſſel, 2
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Seite 12
Sonntag, den 11. Januar 1931
Nummer 11.
Spof Spiet und Turnen.
Der Spielausſchuß der Deutſchen Turnerſchaft hielt in Berlin eine
Sitzung ab unter dem Vorſitz des Spielwarts Braungardt=Oldenburg.
Von den Beſchlüſſen der außerordentlich reichen Tagesordnung ſind
be=
onders hervorzuheben: Die Deutſchen Meiſterſchaften im Fauſtball und
Schlagball. verbunden mit dem D.T.=Tennisturnier 1931, finden am 12.
und 13. September in Chemnitz ſtatt. Für die Einreihung der DSB.=
Schlag= und Fauſtballmannſchaften werden Richtlinien beſtimmt. Die
von dem Ausſchuß für Einheitsregeln im Schlagball beſchloſſenen
Aen=
derungen werden von der D.T. ſowohl wie von der DSB. angenommen.
ſo daß damit die Einheitsregeln geſichert ſind. Die Frage der
Spiel=
ſperre im Handball, wird noch einmal von der DSB. und der D.T.
überprüft werden. Der vorgelegte Entwurf für die D.T.=Spiele zur
Deutſchen Meiſterſchaft im Handball für Männer und Frauen wird
an=
genomien. Die beiden beſten D.T.=Mannſchaften treten in den
Entſchei=
dungskampf gegen die beiden beſten DSB.=Mannſchaften. Langwierige
Verhandlung erforderte die erſte Leſung der Spielordnung der D.T..
in welche die Beſtimmungen für Tennis eingeordnet ſind. Ein Lehrgang
für Tennis an der Deutſchen Turnerſchule in Charlottenburg, Oſtern
1931, an dem die Tennisobmänner der 18 Turnkreiſe der D.T.
teilneh=
men, gilt dem weiteren Ausbau des Tennisſpieles innerhalb der D.T.
Dem Spielpreſſeweſen waren eingehende Beratungen gewidmet.
Gefor=
dert wird Berichterſtattungsbflicht der Turnkreiſe für die „Deutſche
Turnzeitung‟. Die Entſchließung der Jugendführer in Annweiler, in
der die Turnerjugend zur Teilnahme an den Pflichtſpielen der D.T.
auf=
gefordert wird, bearüßt der Svielausſchuß lebhaft. Für das Deutſche
Turnfeſt 1933 in Stuttgart wird der Plan für die Spielplatzfrage
feſt=
gelegt. Zur Beſchickung der Spiele des Deutſchen Turnfeſtes beantragt
der Spielausſchuß der D.T. bei der Kreisſbielwarte=Verſammlung die
Teilnahme ſämtlicher Kreismeiſter im Fauſtball und Schlagball,
außer=
dem je acht Mannſchaften im Handball und Fußball, die aus einer
be=
ſonders für das Turnfeſt einzurichtenden Turnfeſtſvielrunde hervorgehen.
Der Spielausſchuß der D.T. erklärt das Jahr 1931 als ein Arbeitsjahr
zur Erzielung ritterlicher Spielweiſe und hält unbedingt Maßnahmen
für nötig, dieſes Ziel zu erreichen.
Kreisliga Sidheſſen.
Um die ſüddeutſche Eishockey=Meiſterſchaft ſpielten am Samstag SC.
Forſthausſtraße Frankfurt gegen TC. 14 Frankfurt 6:1 (1:0, 1:0, 4:1)
und Frankfurter Eisſportelub gegen EV. Gießen 5:0 (2:0, 1:0, 2:0).
Im erſten Entſcheidungsſpiel um den 3. Platz der Gruppe Baden
gewann der FV. Raſtatt gegen den FV. Villingen mit 2:0 (0:0),
Auf den 8. März verlegt wurde der Rugbykampf Süd= gegen
Mit=
teldeutſchland, der in Frankfurt g. M. eusgetragen werden wird.
Sporkkalender.
Handball.
11.00 Uhr, Rheinallee: Rot=Weiß — Polizei Darmſtadt.
15.00 Uhr, Stadion: S.=V. 98 — F. S.V. Frankfurt a. M.
15.00 Uhr, Dornheimer Weg: Reichsbahn — Reichsbahn Mainz.
15.00 Uhr, Hochſchulſtadion: A.S.C. — T. S.V. Braunshardt.
Fußball.
11.00 Uhr. Exerzierplatz: Polizei — S.=V. Mörfelden.
11.00 Uhr, Exerzierplatz: Eintracht — Geinsheim.
14.00 Uhr, Dornheimer Weg: Reichsbahn — Rot=Weiß Darmſt.
Kraftſport.
10.00 Uhr, Pol.=Halle: Polizei 1. — Arheilgen.
Für dieſen Spielſonntag war ein volles Programm vorgeſehen.
Durch das Meiſterſpiel der Fürther in Worms haben jedoch etliche
Ver=
eine um Verlegung der Spiele gebeten: dem Antrag wurde auch
ſtatt=
gegeben. Danach fallen die Spiele Olympia Worms — V. f. L.
Lampert=
heim und Normannia Pfiffligheim — Viktoria Neuhauſen aus. Es
tref=
fen ſich:
Olympia Lampertheim — Spv. Horchheim: Spv. Hochheim —
Olympia Lorſch; Concordia Gernsheim — V, f. R. Bürſtadt:
Starken=
burgia Heppenheim — FV. Biblis.
Der Veteran der Kreisliga, Olympia Lampertheim, befindet ſich
wie=
der auf der anſteigenden Bahn. Die Mannſchaft hatte neben der
Platz=
ſperre verſchiedene Vereinsmißſtände durchzumachen. Horchheim wird,
nachdem nunmehr alles wieder in Schwung iſt, dort beſtimmt zu keinem
zählbaren Erfolg kommen. Lorſch hat einen ſchweren Gang. In
Hoch=
heim hat der jetzige Tabellenerſte ſchon immer alle Regiſter ſeines
Kön=
nens ziehen müſſen, um ehrenvoll zu beſtehen. Sehr leicht kann Lorſch
hier die zweite Niederlage „verpaſſen‟ Die Bürſtädter Raſenſpieler
werden vorausſichtlich in Gernsheim mit einigen Mann Erſatz antreten.
Das Vorſpiel ging für den Neuling nur knapp verloren. Mit der
Ener=
gie des letzten Sonntags dürften, die Gernsheimer wohl beſtimmt ihr
Punktekonto erhöhen. Die Riedleute haben am „Galgen” anzutreten.
Es beſteht die Möglichkeit, daß man ſich in die Punkte teilt, jedoch nur
bei einem hervorragenden Spiel der Gäſte. Andernfalls wird natürlich
Heppenheim als Sieger aus dieſem Treffen hervorgehen.
A=Klaffe, Gan Rieb.
Das Spiel der Spiele für den Riedgan kommt zum Austrag.
Der derzeitige Tabellenführer hat nach einem Sieg aus dieſem Treffen
die Meiſterſchaft ſo gut wie ſicher. Bensheim wird mit einem
Maſſen=
beſuch rechnen müſſen. Die Paarungen lauten:
Bensheim — Hofheim; Zwingenberg — Klein=Hauſen; Groß=
Rohr=
heim — Hüttenfeld; Auerbach — Biebesheim; Bürſtadt priv. —
Bob=
ſtadt.
Man wird nicht allzu fehl gehen, wenn man Bensheim für ſtark
ge=
nug hält, einen knappen Sieg über die Rivalen des Rieds zu erringen.
Mit einem ſpannenden Kampf iſt auf alle Fälle zu rechnen.
Zwingen=
berg wird ſich unbedingt den erſten zählenden Sieg holen wollen. Groß=
Rohrheim, Biebesheim und Bobſtadt könnten evlt. die weiteren Sieger
ſein, jedoch laſſen alle Spiele diesmal das Tor zur Ueberraſchung offen.
Eine vorbildliche Einrichkung.
Unentgeltlicher Schwimmunterricht in den ſtädtiſchen Bädern
Karlsruhes.
Im „Schwimmer” leſen wir: In den beiden ſtädtiſchen
Hal=
lenbädern iſt mit Beginn der Wintermonate von der
Badever=
waltung eine Neuerung eingeführt wurden, die in weiten Kreiſen
der Karlsruher Bevölkerung einen freudigen Widerhall erweckte.
Die Badeverwaltung gibt nämlich den Einwohnern der Stadt,
die nicht ſchwimmen können, die Möglichkeit, das Schwimmen
unentgeltlich in den Bädern zu erlernen. Damit dürfte
Karlsruhes Badeverwaltung bahnbrechend für Deutſchland
wir=
ken; denn der Kampf gegen den naſſen Tod, der ſchon ſeit
Jahr=
zehnten vom Deutſchen Schwimmverband im Verein mit der
Deut=
ſchen Lebensrettungsgeſellſchaft geführt wird, kann nur Erfolge
bringen, wenn alle in Betracht kommenden Stellen verſtändisvoll
in die Front einſchwenken.
Die Stadt Karlsruhe leiſtet übrigens, wie viel zu wenig
be=
kannt iſt, auf dem Gebiete des Schulſchwimmunterrichts
erfolg=
reiche Arbeit. Es gibt an den Karlsruher ſtädtiſchen Schulen nur
ganz wenige, die die Schule verlaſſen, ohne des Schwimmens
kun=
dig zu ſein. Trotzdem gibt es in Karlsruhe Tauſende und
Aber=
tauſende von Nichtſchwimmern. Hier will nun die Karlsruher
Badeverwaltung eingreifen und allen Karlsruhern Gelegenheit
geben, während der Wintermonate in den beiden Karlsruher
Hal=
lenbädern das Schwimmen koſtenlos zu erlernen. Die
Badever=
waltung ſtellt zu dieſem Zweck ihr geſamtes techniſches Perſonal.
das ſich übrigens durchweg aus Mitgliedern der beiden Karlsruher
DSV.=Vereine zuſammenſetzt zur Verfügung, das in der kurzen
Zeit der Einführung des koſtenloſen Schwimmunterrichts
erfreu=
licherweiſe auch ſchon reichliche Arbeit hat. Intereſſant iſt die
Tat=
ſache, daß von den bisherigen etwa 200 Anmeldungen
80 Prozent auf das weibliche Geſchlecht entfallen.
Die Badeverwaltung iſt jetzt ſogar einen Schritt
weiter=
gegangen und hat außer dem unentgeltlichen Schwimmunterricht
auch noch koſtenloſe Weiterbildungskurſe im Schwimmen, und zwar
für ſämtliche Schwimmarten, im Tauchen im Springen und auch
im Rettungsſchwimmen eingeführt. Die Teilnehmer haben
ledig=
lich die erforderlichen Eintrittskarten zu löſen. Auch zu dieſen
Weiterbildungskurſen iſt das Intereſſe ſehr groß.
„Die Schwimmvereine ſind die Träger des ganzen
Bade=
weſens!‟. Dieſer erfreuliche Ausſpruch des Karlsruher
Badedirek=
tors ſei zum Schluß an dieſer Stelle feſtgehalten.
Die B. 5.2. an Mar Schmeling.
Das Präſidium der Boxſportbehörde Deutſchlands, das zu den
Meldungen um Weltmeiſter Schmeling und den hierzu gehörenden
Fragen in ſeiner Sitzung am Freitag in Berlin Stellung nahm, hat an
Schmeling nachſtehendes Telegramm gerichtet:
„Die Borſport=Behörde Deutſchlands ſieht Ihren kommenden
ameri=
kaniſchen Kämpfen mit jener Anteilnahme entgegen, die gegenüber
einem ſo hervorragenden Vertreter des deutſchen Boxſportes
ſelſtver=
ſtändlich iſt. Sie richtet aber das dringende Erſuchen an Sie, in Ihren
Verhandlungen mit Sportbehörden des Auslandes alles zu vermeiden,
was zu Mißdeutungen führen und vielleicht dem Anſehen des deutſchen
Boxſportes abträglich ſein könnte. Sie werden gebeten, auch Ihren
amerikaniſchen Intereſſenvertreter entſprechend anzuweiſen.”
Sb. Darmſtadt 1898 — 55V. Frankfurk.
Heute, Sonntag, nachmittags 3 Uhr, ſteigt auf dem Platze am
Böllenfalltor das letzte Verbandsſpiel der 98er. Gegner iſt die
Handballelf des Fußballſportvereins Frankfurt, die auch in dieſem
Jahre wieder in der Spitzengruppe der Tabelle zu finden iſt. Nach
Verluſtpunkten gerechnet, ſteht die Bornheimer Elf zuſammen mit
dem hieſigen Polizeiſportverein an zweiter Stelle, da beide
Ver=
eine bei drei Niederlagen und einem Unentſchieden ſieben
Verluſt=
punkte aufzuweiſen haben. Für die Gäſte wird es ſich alſo im
morgigen Spiel darum handeln, die günſtige Tabellenpoſition zu
verteidigen. Ihre ſtärkſte Stütze wird dabei die vortreffliche
Hin=
termannſchaft ſein, deren Konnen am beſten daraus erhellt, daß
die Frankfurter Elf von den acht Mannſchaften der Gruppe A am
wenigſten Gegentore hinnehmen mußte. Gegen dieſe
Hintermann=
ſchaft und insbeſondere gegen den vorzüglichen neuen Torwächter
der Bornheimer wird der Darmſtädter Sturm ſein wahres
Können zeigen können. Für die 98er geht es darum, nochmals vor
dem unmittelbaren Beginn der Süddeutſchen Endſpiele ſich reſtlos
einzuſpielen und das Selbſtvertrauen durch Darbietung einer
guten Leiſtung zu ſtärken.
Um 1 Uhr treffen ſich ebenfalls auf dem Hauptfeld die
Liga=
erſatzmannſchaft der Fußballabteilung mit der 1. Mannſchaft des
Akademiſchen Sportklubs. Vor dem Hauptſpiel ſich einfindende
Zu=
ſchauer werden ſchon hier ein hübſches Spiel zu ſehen bekommen.
Polizei Darmſtadt.
Am Sonntag, 11 Uhr, ſpielt die Liga gegen Rot=Weiß Darmſtadt
auf dem Rot=Weiß=Platz. Die Liggerſatz empfängt um 1 Uhr auf eigenem
Platze die 2. Mannſchaft von Arheilgen.
Die Damenhandballer, die auf Grund ihres beſſerem
Torverhält=
niſſes zum vorläufigen Meiſter ernannt ſind, ſpielen Sonntag in Worms
gegen „Wormatia” Worms um die Bezirksmeiſterſchaft.
Spiel=
beginn 1.30 Uhr. Abfahrt 10.45 Uhr Hauptbahnhof.
Polizei Darmſtadt 2. — Nieder=Ramſtadt.
Der Entſcheidungskampf im Ringen in der A=Klaſſe zwiſchen
Poli=
zei 2. — Nieder=Ramſtadt findet am 18. dieſes Monats in der Turnhalle
der Ludwigs=Oberrealſchule, vormittags 10.30 Uhr, ſtatt.
Südweſtdeutſcher Sportverband für Kleinkaliberſchießen e. P.
Der Südweſtdeutſche Sportverband für Kleinkaliberſchießen e. V.
umfaßt die Länder Heſſen=Starkenburg, =Rheinheſſen, Baden und
Hohenzollern. In landsmannſchaftlich gegliederten Bezirken, die in
Gaue unterteilt ſind, regelt ſich in rund 700 K.K.=Schießſportvereinen
der Schießſport nach einheitlichen Uebungs= und
Wettkampfbeſtimmun=
gen. Das Jahr 1930 brachte dem Verband einen Zuwachs von 70
neuen K.K.=Schützenvereinen. Auf den Bezirk 1 (Landsmannſchaft
Heſ=
ſen) entfallen von dieſen 70 Neugründungen allein 36, vorwiegend im
ehemals beſetzten Gebiet. Als Mitglied des dem Reichsausſchuß für
Leibesübungen angeſchloſſenen Reichsverbandes deutſcher
Kleinkaliber=
ſchüitzenverbände überwies das badiſche Kultusminiſterium dem Verband
im Jahre 1930 300.— RM., wodurch auch anerkannt wurde, daß der
Verband als Stätte der Jugendpflege ſeine Aufgabe erfüllt. Durch die
Tatſache, daß das Kleinkaliberſchießen zur Erreichung des Deutſchen
Turn= und Sportabzeichens zugelaſſen wird, gewinnt die Tätigkeit der
Schießſportverbände innerhalb des geſamten Sportlebens erhöhte
Be=
deutung.
Die 12 aktiven Gaue des Bezirkes 1 — Heſſen=Starkenburg und
Rheinheſſen — führten den Wettkampf um die ſüdweſtdeutſche
Meiſter=
ſchaft im Kleinkaliberſchießen in 40 Ausſcheidungsſchießen (Gauſchießen)
und in 12 Schlußſchießen (Verbandsſchießen) in den drei Sportklaſſen
durch.
In den Gauſchießen (Ausſcheidungsſchießen) errangen die goldene
Ehrennadel der Klaſſe 1 (Oberſtufe) 68 Schützen, die ſilberne
Ehren=
nadel der Klaſſe 2 (Mittelſtufe) 315 Schützen, die bronzene Ehrennadel
der Klaſſe 3 (Unterſtufe) 345 Schützen. Von dieſen 728 Gauſiegern
er=
reichten im Verbandsſchießen (Schlußſchießen) 94 Schützen den Titel
„Südweſtdeutſcher Meiſter im Kleinkaliberſchießen‟ Es wurden
dem=
gemäß ausgezeichnet mit der goldenen Meiſterplakette der Klaſſe 1
10 Schüitzen, der ſilbernen Meiſterplakette der Klaſſe 2 44 Schützen, der
bronzenen Meiſterplakette der Klaſſe 3 40 Schützen. Die
Landsmann=
ſchaft Heſſen ſchnitt hiermit im Wettkampf 1930 mit den übrigen 4
Be=
zirken ebenbürtig und ſportlich ehrenvoll ab.
Beſondere Aufmerkſamkeit widmet der Verband der Heranbildung
ſportlich tüchtiger Jungſchützenführer, die auf Wanderkurſen und 14 Kurſen der ſüdweſtdeutſchen Volksſportſchule Feldſtetten unter
bewährten Sportlehrern eine vortreffliche Ausbildung genießen. Mit
den übrigen Sportverbänden und den Turnvereinen ſteht der Verband
in kameradſchaftlichen und ſportlichen Beziehungen mit dem Ziele,
ſei=
nen Anteil zu einem gedeihlichen und harmoniſchen Zuſammenwirken
des geſamten deutſchen Sportes beizutragen.
Tiſchkennis.
Im weiteren Verlauf der Verbandsſpiele um den Titel „
Frank=
furter Bezirksmeiſter” trafen am Freitag abend in der Woogsturnhalle
der Sportverein 98 und die Turngemeinde 1846 aufeinander. Die 98er
gaben kein einziges Spiel ab und ſiegten überlegen mit 15:0 bei 45:5
Spielſätzen. Wenn ſie am Dienstag abend im Bürgerhof auch den
Darmſtädter Tiſchtennisklub ſchlagen, woran nicht zu zweifeln iſt, dann
wird ihnen die Meiſterſchaft in der Gruppe Darmſtadt nicht mehr zu
nehmen ſein.
Der 1. Darmſtädter Tiſch=Tennis=Club
ſetzt ſeine Verbandsſpiele am Montag, den 12. Januar, gegen den
hieſigen Tennis= und Eisklub fort. Die Kämpfe finden um 8 Uhr im
Mathildenhöhſaal (Großer Saal) ſtatt.
Die mildere ozeaniſche Luft der nördlichen Störung hat ihren
Ein=
fluß nur bis über Nord= und Oſtdeutſchland ausgedehnt. Dort herrſchte
heute morgen ſtärkere Bevölkung, und in Schleſien traten ſtellenweiſe
ſogar Schneefälle auf. Auch der Froſt hat ſich um 1—2 Grad
abge=
ſchwächt. Im übrigen Teil des Reiches dagegen hat durch das klare
Wetter der ſtrenge Froſt weiter angehalten und ſich zum Teil noch
ver=
ſchärft. „Durch die Verlagerung des hohen Druckes über dem Baltikum
mehr ſüdwärts nach Polen hin hat ſich eine Brücke hohen Druckes
ge=
bildet, in deren Bereich Mittel= und Süddeutſchland liegt und die ſich
weſtwärts nach dem Kanal und dem ſüdlichen Teil der Britiſchen Inſeln
erſtreckt. Unter dem Einfluß hohen Druckes hält in unſerem Bezirk
das ſtrenge Froſtwetter weiter an, wenn auch durch die vzeaniſche Luft
der im Norden vorüberziehenden Störung ſich zeitweiſe etwas
Bewöl=
kung oder Dunſtbildung einſtellen dürfte.
Ausſichten für Sonntag, den 11. Januar: Anhalten des Froſtes, nur
ſtellenweiſe dunſtig oder bewölkt, ſonſt meiſt klar und heiter,
trocken.
Ausſichten für Montag, den 12. Januar: Wenig Aenderung der
Srnggg.
Vom Banmarkt.
Für die Kapitalbeſchaffung auf dem Baumarkt haben die
Bauſpar=
kaſſen in den letzten Jahren eine immer zunehmende Bedeutung erlangt,
wenngleich ſie noch nicht die ausſchlaggebende Rolle ſpielen wie in den
angelſächſiſchen Ländern, in denen ſolche Kaſſen ſchon ſeit über hunder.
Jahren mit großem Erfolg tätig ſind.
Es verdient Beachtung, daß die Bauſparbewegung in Deutſchland
neuerdings auch in bankmäßige Wege geleitet wird. Eine derartige
Ent=
wicklung iſt aus verſchiedenen Gründen ſehr zu begrüßen. Denn wenn
die Banken ſich der Bauſparbewegung annehmen, ſo iſt damit zu
rech=
nen, daß die vielfach aufgetretenen Fehler, welche nicht zuletzt auch auf
mangelnde geſchäftliche Erfahrung zurückzuführen waren, in Zukunft
vermieden werden.
Den Weg für die bankmäßige Ausgeſtaltung der Bauſparbewegung
zeigt die Central=Bauſparkaſſe Aktiengeſellſchaft in Berlin W 8.
Mauer=
ſtraße 15a. Sie iſt von der ſehr angeſehenen Deutſcher Creditberei
Aktiengeſellſchaft gegründet. Das Aktienkapital beträgt 1000 000 RM.
Der Aufſichtsrat beſteht aus führenden Männern des deutſchen
Wirt=
ſchaftslebens; Vorſitzender iſt der frühere Reichswirtſchaftsminiſter
Exzellenz Dr. Becker in Darmſtadt.
Photokurs. Im Hauſe der Firma Photohaus Gebrüder
Umbreit, Soderſtraße 8, beginnt am 15. Januar 1931 ein
Photo=
kurs. Teilnahme koſtenlos. (Beachten Sie heutige Anzeige.)
Was iſt Steinmetz=Brot? Keines der oft
auf=
tauchenden Spezialbrote mit hochtönendem Namen!
Stein=
metz=Brot” iſt das einzige Brot, das allen geſundheitlichen
Forderungen gerecht wird. Es enthält ſämtliche Nährſtoffe in
ſonſt unerreichbarer Reinheit ſowie die natürlichen Mineralſalze
und Vitamine in ungebrochener Kraft. Beachten Sie die Anzeige
der Steinmetz=Bäckerei in dieſer Zeitung.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6,15: Wetter, Gymnaſtfk.
O 6.45: Gymnaſtik. o 7.30: Konzert. O 8.30: Waſſerſtand e 12:
Zeit, Wirtſchaftsmeldungen. Nachrichten. Pgramm. O 12.15: Wetter,
O 12.20: S hallplatten. O 12.55: Nauener Zeit. O 13: Schallplatten.
O 14: Werbekonzert. O 14.40: Nachrichten. O 14.50, 15.50: Zeit,
Wirtſchaftsmeldungen. O 15.55: Wetter. O 17.45:
Wirtſchafts=
meldungen. O 18.30: Zeit O 19: Zeit, Wetter, Wirtſchaft. Ca.
22.15: Nachrichten, Sport, Wetter.
Sonntag, 11. Januar.
7.00: Hamburger Hafenkonzert. — Glocken vom Großen Michel.
8.30: Adventskirche, Kaſſel: Morgenfeier, veranſtaltet von der
evangeliſchen Landeskirche Heſſen=Kaſſel.
10.30: Stunde des Chorgeſangs. Ausf.: Volkschor „Liederquell”,
Bad Soden a. T.
11.30: Efraim Friſch: Erlebte Geſchichten: Der Tod in der Stadt.
12.00: Von Leipzig: Konzert. Das Land der deutſchen Sehnſucht,
Leipziger Sinfonieorcheſter.
14.00: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
14.10: Dr. Adolf Waas: Bücher fürs Land. — Wie können die
Hausfrauen in Stadt und Land den Abſatz deutſcher Waren
för=
dern?. Geſpräch zwiſchen Gräfin Wrangel und einer Hausfrau.
15.00: Aus Stuttgart: Stunde der Jugend: Märchen, vorgeleſen
von Th. Brandt. Muſikeinlagen vom Jugendſtreichorcheſter zur
Pflege klaſſiſcher Muſik.
16.00: Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städtiſchen Kurorcheſters.
18.00: Prof. D. Dr. Steinbüchel: Rheiniſche Charakterbilder: Karl
Marx.
18.20: Von Köln: Eine Stunde Kurzweil.
19.35: Sportbericht.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.20:
Zeit, Wetter für den Landwirt. 6.55: Wetter für den Landwirt.
O 7: Gymnaſtik. O 10.30, 13.30: Nachrichten. O 12.00: Schallplatten.
12.25: Wetter für den Landwirt (So. 12.50). O 12.55: Nauener
Zeit. O 14: Schallplatten. O 15.30: Wetter, Börſe. O 19.55:
Wetter für Landwirte. 0 Ca. 22: Wetter, Tages= u. Sportnachr.
Deutſche Welle. Sonntag, 11. Januar.
7.00: Hamburg: Glocken vom Großen Michel. — Hafenkonzert.
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt,
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.25: Dr. Hellmuth Ueberſchar: Landarbeitsrecht.
8.50: Morgenfeier. Stundenglockenſpiel der Potsdamer
Garniſon=
kirche. Anſprache: Pfarrer A. M. Wachsmann, Greifswald.
Anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wetter.
11.00: Oberſtudiendirektor Dr. Elſa Matz: Nachhilfeſtunden.
11.25: Aus dem ehemaligen Herrenhaus, Berlin: Ausſchnitt aus der
Feier der Arbeiterbildungsſchule. „Die Wiſſenſchaft und die
Ar=
beiter”, Feſtrede: Staatsminiſter Adolf Grimme.
12.00: Leipzig: Konzert. Leipziger Sinfonie=Orcheſter.
14.00: Jugendſtunde Gruſel= und Geſpenſtermärchen.
14.30: Konzert. Adelheid Armhold (Sopran). Am Flügel: Eta
Harich=Schneider, Julius Bürger.
15.30: Heinrich Lerſch lieſt aus eigenen Dichtungen.
16.00: Chanſons. Ausf.: Ruth Feiner.
16.25: Aus der Philharmonie, Berlin: Ausſchnitt aus dem Bunten
Nachmittag. Veranſtaltet von der Deutſchen Buch=Gemeinſchaft..
17.00: Königsberg: Volkstümliches Orcheſterkonzert. Funkorcheſter,
18.00: Menſchen im Beruf: Der Chauffeur. Zwiegeſpräch.
18.30: Dr. Hoffmann=Harniſch: Große deutſche Schauſpieler. (Mit
Schallplatten.
19.00: Max Metzger: Madagaskar die Heimat des Vogels Roch.
19.30: Wilhelmine Mohr: Ehrenrettung der Mutterſchaft.
20.00: „Goetze — Jeſſel — Knopf”. (Aus ihren Operetten.) Soliſten:
Johanna Klemperer. Maria Elsner, Alex. Fleßburg, Max Kuttner.
Berliner Funk=Orcheſter.
Ca. 22.30: Tamzmuſik der Kapelle Marek Weber. Refraingeſang:
Mrimilian Richter.
Amkliche Winkerſporknachrichken.
(Herausgegeben von der Heſſiſchen Oeffentlichen Wetterdienſtſtell
am Landwirtſchaftlichen Inſtitut der Univerſität Gießen, an
10. Januar 1931.)
Vogelsberg. Hoherodskopf: Klar, — 9 Grad, 6—7 cm. Pulver
ſchnee. Stellenweiſe Sport möglich. Herchenhainer Höhe: Klaz
— 6 Grad, 15 cm. Pulverſchnee. Gute Sportmöglichkeit.
Odenwald. Tromm: Klar, — 8 Grad, 4 cm. Schnee, verharrſch=
Keine Sportmöglichkeit. Neunkirchen: Klar, — 7 Grad, 5 cn
Pulverſchnee. Nur Rodel möglich.
Taunus. Kleiner Feldberg: Klar, — 10 Grad, 8 cm. Pulver
ſchnee. Ski mäßig, Rodel gut.
Sauerland. Winterberg: Klar, — 8 Grad, 26 cm. Pulverſchne
Ski und Rodel ſehr gut.
Rhön. Waſſerkuppe: Klar, — 11 Grad, 15 cm. Pulverſchnee. Si
und Rodel ſehr gut.
Schwarzwald. Feldberg: Leichterer Schneefall, — 12 Grad, 35 cn
Schnee, 3—5 cm. Pulverſchnee. Ski und Rodel ſehr gu
Hörnisgrinde: Klar, — 10 Grad, 20 cm. Pulverſchnee. S.
und Rodel gut. Ruheſtein: Klar, — 11 Grad, 18 cm. Schne,
bereift. Ski und Rodel gut. Furtwangen: Bewölkt, — 9 Graf
25 cm. Pulverſchnee. Ski und Rodel ſehr gut.
Alpen. Garmiſch=Partenkirchen: Bewölkt. — 6 Grad, 15 cn
Schnee. 1—2 cm. Pulverſchnee. Ski und Rodel ſehr gut.
Harz. Schierke: Klar, — 14 Grad, 30 cm. Pulverſchnee. Ski un
Rodel ſehr gut. Braunlage: Klar, — 16 Grad, 32 cm. Pulver
ſchnee. Ski und Rodel ſehr gut.
Thüringer Wald. Inſelsberg: Klar, — 14 Grad, 28 cm.
Pulve=
ſchnee. Ski und Rodel ſehr gut.
Sächſiſches Gebirge. Johanngeorgenſtadt: Klar, — 20 Grad,
cm. Pulverſchnee. Ski und Rodel ſehr gut.
Schleſiſches Gebirge. Schleſierhaus: Klar, — 16 Grad, 25 cn
Pulverſchnee. Ski und Rodel ſehr gut.
Hauptſchriftleitung. Rudolf Maure
Veranwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feutlleion, Reich ul
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhman
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer;
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort. Dr. Herbert Nette;
ſür den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willv Kuble:
Druck und Verlag L.C. Wittich — ſämdlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer bat 24 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 11
Sonntag, den 11. Janzar
In der abgelaufenen Woche war die Situation am Geldmarkt als
recht flüſſig zu bezeichnen. Die Geſchäftstätigkeit hielt ſich in ziemlich
engen Grenzen. Tagesgeld war leicht und ſtellte ſich auf 3½ Prozent,
Exſt am Wochenende machte ſich eine Verſteifung bemerkbar, und der
Tagesgeldſatz zog auf 4 Prozent an. Man glaubt, daß auch für die
nächſten Tage mit einem Anhalten der angeſpannten Lage gerechnet
werden muß, da der Monatsmedio und damit der Steuertermin immer
näher heranrücken. Für Monatsgeld beſtand nur ſehr wenig Bedarf,
ſo daß das vorhandene Angebot, das allerdings auch nicht übermäßig
zu nennen war, den Anſprüchen vollauf genügte. Monatsgeld gab im
Laufe der Woche auf 6 Prozent nach, für erſte Adreſſen ſenkte ſich der
Satz vereinzelt auch noch unter dieſen Stand. Erwähnung verdient
ferner, daß das Ausland einiges Intereſſe für Warenwechſel bekundete,
die bis zu 5—5½ Prozent gehandelt wurden. Am Deviſenmarkt war
der Dollar gegenüber der Reichsmark feſt veranlagt. Nicht ohne
Ein=
fluß auf die Bewegung des Dollarkurſes war die Abſchwächung des
franzöſiſchen Franken, die ihre Urſache in den Ergebniſſen der zwiſchen
den engliſchen und franzöſiſchen Finanzvertretern geführten
Verhand=
lungen hatte. Der Zufluß von Geldmitteln aus Amerika iſt andauernd
recht kärglich, namhaftere Beträge ſcheinen dem deutſchen Markt von
dieſer Stelle überhaupt nicht mehr zuzufließen, man glaubt eher noch
mit weiteren Abzügen rechnen zu müſſen. Die internationale Schwäche
des engliſchen Pfundes ſpiegelte ſich auch am hieſigen Platze in einem
Nach eben des Pfundkurſes wider. Befondere Beachtung zieht der
Umſtand auf ſich, daß die Banken in Auſtralien den Kurs des
auſtra=
liſchen Pfundes gegenüber London von 108 auf 117 heraufgeſetzt haben,
anſcheinend zu dem Zweck einer ſtärkeren Belebung des auſtraliſchen
Exports. Die Deviſe Buenos Aires erfuhr eine nicht unbeträchtliche
Abſchwächung, dagegen konnte ſich die Peſeta gur erholen. Der
Schwei=
zer Franken blieb während der ganzen Woche ziemlich unverändert.
für die
Der Preisſturz am Hilbermarkk eine Kakaftrophe
Infolge des Preisſturzes am Silbermarkt wird die Lage des
chine=
ſiſchen Handels von Tag zu Tag kritiſcher. Es wird befürchtet, daß die
chineſiſche Einfuhr faſt vollſtändig zum Erliegen kommen wird, falls
nicht von ſeiten der Mächte in allernächſter Zeit eine Hilfsexpedition
zu=
gunſten der chineſiſchen Währung unternommen wird. Auch die
chine=
ſiſche Regierung iſt durch die Entwicklung der Dinge unmittelbar in
Mitleidenſchaft gezogen, da ſie bei einer erheblichen Verringerung ihrer
Einnahmen aus Einfuhrzöllen kaum noch längere Zeit in der Lage ſein
dürfte, ihren ausländiſchen Zinsverpflichtungen nachzukommen. Dieſe
ſind bekanntlich durch die Zölle garantiert.
Die Inderziffer der Großhandelspreiſe vom 7. Januar. Die auf
den Stichtag des 7. Januar berechnete Großhandelsinderziffer des
Sta=
tiſtiſchen Reichsamts iſt mit 116,9 gegenüber 117.1 in der Vorwoche um
0,2 v. H. geſunken. Von den Hauptgruppen iſt die Inderziffer für
Agrarſtoffe auf 109.1 (minus 0,3 v. H.) und die Inderziffer für
Kolo=
nialwaren auf 101,9 (minus 0,5 v. H.) zurückgegangen. Die Indexziffer
für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren hat mit 109,2 (109,3) und
die=
jenige für induſtrielle Fertigwaren mit 142,2 (142.4) leicht nachgegeben.
Auflegung ber 5prozentigen Obligationsanleihe der Schwediſchen
Zündholz=Geſellſchaft. Die 5prozentige Obligationsanleihe der
Schwe=
diſchen Zündholz=Geſellſchaft in Höhe von 60 Millionen Kronen iſt von
den vier ſchwediſchen Großbanken in Stockholm und der Göteborgſchen
Bank zur Zeichnung aufgelegt worden. Der Kurs beträgt 101 Prozent.
Es iſt dies die größte Induſtrie=Anleihe, die je in Schweden aufgelegt
worden iſt. Die geſtrigen Zeichnungsergebniſſe laſſen bereits einen
großen Erfolg, der Anleihe erkennen.
Proteſt gegen die Erhöhung des franzöſiſchen Zuckerpreiſes.
Land=
wirtſchaftsminiſter Boret hat den Generalſekretär des franzöſiſchen
Ver=
bandes zur Verteidigung der Intereſſen der Verbraucher empfangen, der
gegen die demnächſtige Heraufſetzung des Zuckerpreiſes als Folge der
ge=
blanten Zuckerzollerhöhung proteſtierte. Landwirtſchaftsminiſter Boret
antwortete, er ſei gezwungen, beim Parlament die Genehmigung der
Zollerhöhung zu beantragen, da die Lage der franzöſiſchen
Zuckerrüben=
bauern außerordentlich ſchwierig geworden ſei.
Engliſcher Bankier als Finanzſachverſtändiger nach Braſilien
be=
rufen. Der engliſche Bankier und Finanzſachverſtändige. Sir Otto
Nie=
meher, iſt von der braſilianiſchen Regierung im Einverſtändnis mit der
Bank von England zu einem Beſuch nach Braſilien eingeladen worden.
Er ſoll die braſilianiſche Regierung über die folgenden Fragen beraten;
Sofortige Wiederherſtellung der Stellung der Bank von Braſilien als
unabhängiges Finanzinſtitut, Währungsreform und Stabiliſierung der
Währung. Maßnahmen zur Balancierung des Staatshaushaltes und
Begrenzung direkter und indirekter ausländiſcher Anleihen des
bra=
ſilianiſchen Staates und der Staatsbank.
Auf dem Schweinemarkte in Weinheim a. d. B. am Samstag, den
10. d. M., wurden 456 Tiere zugeführt. Verkauft wurden 302 Stück.
und zwar Milchſchweine das Stück von 9—17 Mk., Läufer das Stück
von 2—50 Mk. Der Marktverlauf war mäßig.
Nachdem die Gründung eines Bimsſtein=Syndikates nicht zuſtande
gekommen iſt, hat eine Verſammlung der Herſteller eine Preiskonvention
beſchloſſen, deren Aufgabe die allgemeine Werbung, die Feſtſetzung
an=
gemeſſener Verkaufspreiſe und die Vertretung der Intereſſen iſt.
Nach der geſtern erfolgten Herabſetzung der Kartellpreiſe auf 10,55
s hat die Copper Exporters Ine den Verkaufspreis eif Nordſeehäfen
auf 10.30 es per 1ö herabgeſetzt, wodurch der neue Preis etwa den
Londoner Notierungen entſpricht.
Der Aufſichtsrat der Bürgerlichen Brauhaus A.=G., Bonn, ſchlägt
der am 7. Februar 1931 ſtattfindenden Generalverſammlung die
Ver=
teilung einer Dividende von wieder 5 Prozent vor,
In der Angelegenheit der Dürener Metallinduſtrie lehnten die
Arbeitnehmer den Schiedsſpruch des Schlichtungsausſchuſſes ab,
wäh=
rend die Arbeitgeber ihn in ihrer geſtrigen Mitgliederverſammlung
an=
nahmen. Die Verbindlichkeitserklärung des Spruches iſt von ſeiten der
Arbeitgeber beim zuſtändigen Schlichter in Köln beantragt worden.
In den Schlichtungsverhandlungen über eine Neuregelung der
An=
geſtelltengehälter in der lippiſchen Induſtrie wurde einſtimmig ein
Schiedsſpruch gefällt, demzufolge die Gehälter bis 150 RM. um 5
Pro=
zent und die Gehälter über 150 RM. um 6 Prozent gekürzt werden.
Dieſe Neuregelung gilt bis zum 30. September 1931.
Nach einer Meldung der „Kattowitzer Ztg.” iſt die Stillegung des
Stahlwerks der Vereinigten Königshütte und Laurahüitte zum Februar
zu erwarten. Es verlautet weiter, daß am 15. Januar infolge Mangels
an Aufträgen in verſchiedenen Betrieben der Königs= und Laurahüitte
eine größere Anzahl von Arbeitern entlaſſen werden wird.
Wegen Fortdauer des Froſtes wird die Bergſchiffahrt auf dem
Main durch Schleufe Koſtheim am Samstag mit Schleufenſchluß, die
Talſchiffahrt durch Schleuſe Frankfurt heute Sonntag (12 Uhr) geſperrt.
Anſchließende Talſchleußungen einſchließlich etwaiger Nachtſchleuſungen
koſtenlos.
Die Vertreter der landwirtſchaftlichen Kartoffelbrennereien haben
lt. F. Z. im Beirat der Reichsmonopolverwaltung den Antrag geſtellt,
das Jahresbrennrecht um 20 Prozent zu erhöhen und den
Branntwein=
grundpreis für die über 70 Prozent hinaus abgelieferten Mengen auf
42 RM. je Hektoliter feſtzuſetzen.
In Heidelberg ſtarb im Alter von 69 Jahren der Geheime
Kom=
ierzienrat Dr. Paul Julius. Dr. Julius war bis vor einigen Jahren
Vorſtandsmitglied der J. G. Farbeninduſtrie A.=G. bzw. vorher der
Badiſchen Anilin= und Sodafabrik, Ludwigshafen.
Der Vergleich der Mannheimer Gummi= Guttapercha und
Aſbeſt=
fabrik A.=G. iſt beſtätigt, das gerichtliche Verfahren aufgehoben.
Nun=
mehr wird wegen der weiteren Neuordnung eine außerordentliche
Ge=
neralverſammlung zum 30. Januar einberufen, der zunächſt Mitteilung
gemäß § 240 HGB. gemacht wird. Zwecks Sanierung werden die 6000
RM. Vorzugsaktien von den Banken der Geſellſchaft zur Verfügung
geſtellt.
Der vom Schlichtungsausſchuß Kaiſerslautern gefällte Schiedsſpruch
für die pfälziſche holzverarbeitende Induſtrie, der eine Ermäßigung des
Ecklohnes von 1,12 auf 192 RM. vorſah, iſt von den Arbeitnehmern
abgelehnt worden. Der Antrag der Arbeitgeber auß
Verbindlichkeits=
erklärung wurde vom ſtellvertret
Landesſchli
für die Pfalz
abgelehnt.
Frankfurker und Berliner Efſekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 10. Januar.
Auch die Wochenſchlußbörſe eröffnete unerholt. Unter dem Eindruck
überwiegend ſchwächerer Auslandshörſen und der vollkommenen
Order=
loſigkeit ergaben ſich in der Mehrzahl neue kleine Abſchwächungen. Das
Geſchäft zu den erſten Kurſen war äußerſt gering. Retardierend wirkte
die weitere Unſicherheit hinſichtlich der bevorſtehenden Genfer
Verhand=
lungen. Infolge des Fehlens anregender Momente ſchritt die
Tages=
ſpekulation daher zu kleinen Abgaben, ſo daß ſich gegen die geſtrige
Abendhörſe überwiegend Kursrückgänge bis zu 1 Prozent ergaben. Am
Schiffahrtsmarkt ſetzten ſich die Abſchwächungen wegen der
Dividenden=
befürchtungen weiter fort. Hapag und Nordd. Lloyd eröffneten je ein
Prozent niedriger. Man war verſtimmt, daß die Verwaltungen bisher
noch keine Erklärungen hinſichtlich der Gerüchte herausgegeben hat. Bis
zu 1½ Prozent ſchwächer eröffneten außerdem J. G. Farben, Siemens,
Deutſche Linoleum und Montanaktien. Am Markte der Kunſtſeidewerte
konnten ſich Bemberg nach den letzttägigen Einbußen um 1½ Prozent
erholen, dagegen verloren Aku 1 Prozent. Von Bauunternehmungen
lagen Holzmann um Bruchteile eines Prozentes höher, während Zement
Heidelberg und Wahß u. Freytag bis 1 Prozent nachgaben. Bankaktien
lagen meiſt etwas niedriger; nur Baher. Hyp.=Bank ſetzten etwas höher
ein. An den übrigen Märkten /herrſchte Geſchäftsſtille. Am
Anlage=
markt bröckelten deutſche Anleihen weiter ab. Von Auslandsrenten
blie=
ben Anatolier und Rumänen behauptet. Der Pfandbriefmarkt lag bei
kaum veränderten Kurſen ruhig.
Im Verlaufe bemirkten kleine Glattſtellungen der Spekulation ein
weiteres Nachgeben der Kurſe um etwa 1 Prozent. Die ſtarke
Geſchäfts=
loſigkeit hielt weiter an. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4 Prozent
etwas gefragt. Für Monatsgeld blieben die Sätze unverändert. Erſte
Adreſſen 6 Prozent, zweite Stellen 7 Prozent. Der Deviſenmarkt war
bei ſehr ruhigem Geſchäft kaum verändert. Man nannte Mark gegen
Dollar 4,2046. gegen Pfunde 20,41. London=Kabel 4.8546, —Paris 123,75,
—Mailand 92,74, —Madrid 45,75. —Schweiz 25,05½, —Holland 12,06½/s=
Berlin, 10. Januar.
An der heutigen Samstagsbörſe herrſchte eine kaum noch zu
über=
bietende Geſchäftsloſigkeit. Schon an der Vorbörſe hatte ſich eine
ſtär=
kere Unſicherheit gezeigt, die ſich dann auch auf den offiziellen Beginn
übertrug. Die herauskommende Ware genügte trotz ihres geringen
Um=
fanges doch, um das Kursniveau überviegend um 1 bis vereinzelt
2 Prozent zu ſenken, nur einige Märkte, wie z. B. der Bankenmarkt,
konnten ſich auf geſtrigen Schlußkurſen ungefähr behaupten. Vor allem
verſtimmte die Einlegung von Feierſchichten im Ruhrbergbau infolge
der andauernden Abſatzſchwierigkeiten, ferner ſprach man von
Dividen=
denreduktionen bzw. Dividendenausfall bei verſchiedenen Geſellſchaften.
Die Abſicht eines alten Berliner Bankhauſes, zu liquidieren, wirkte auf
die ganze Börſe außerordentlich deprimierend. Die Feſtigkeit der
Young=Anleihe in New York blieb ohne Wirkung, da dem die
Ab=
ſchwächung am Schluß der geſtrigen New Yorker Börſe
gegenüber=
ſtand. Die erneute Ermäßigung des Kupferexportpreiſes wirkte ſich
kaum aus. Im Verlaufe war das Geſchäft völlig ſtill, und nur in
eini=
gen Werten kamen kleine Umſätze zuſtande; die Kurſe gingen
darauf=
hin erneut bis 1 Prozent zurück, zumal die ſchwache Haltung der
Schif=
fahrtswerte verſtimmte. Von deutſchen Anleihen waren Neubeſitzanleihe
wieder ½ Prozent ſchwächer.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 10. Januar:
Getreide. Weizen: März 81½, Mai 83, Juli 65,75: Mais;
März 69.25, Mai 70.75, Juli 71½; Hafer; März 33½, Mai 33.75;
Roggen: März 41.50, Mai 42.25, Juli 422.
Schmalz: Januar 8.60, März 8.70, Mai 8.85, Juli 8.97½.
Speck, loko 11.62½.
Schweine: leichte 7.90—8.10, ſchwere 7.00—7.30;
Schweine=
zufuhren: Chicago 50 000, im Weſten 68 000.
Baumwolle: Januar 10.10, März 10.32.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 10. Jan.:
Schmalz: Prima Weſtern 9,35; Talg, extra, loſe 4.50.
Getreide. Weizen: Rotwinter 96½; Mais, loko New York
83.25; Mehl, ſpring wheat clears 4.15—4.40; Fracht: nach
Eng=
land 1,6—2,3 Schilling, nach dem Kontinent 7—8 Cents.
Aus einer A.R.=Sitzung am 10. d. M. wird über die
Geſchäftsent=
wicklung im vierten Quartal 1930 folgendes berichtet:
Das allgemeine Beſtreben nach Lagerverringerung iſt auch bei der
Abnehmerſchaft der J. G. erkennbar, indem nur für den notwendigſten
Bedarf beſtellt wurde. Das neue Jahr dürfte daher bei den
Verbrau=
chern nicht mit größeren Lägern vorbelaſtet ſein. Der Farbenabſatz hat
ſich trotz der allgemein unbefriedigenden Lage der Textil=Induſtrie auch,
im 4. Quartal gut gehalten. Der Umſchlag der Mode nach dunkleren
Nuancen und die verhältnismäßig günſtige Beſchäftigung verſchiedener
Spezialinduſtrien, wie namentlich der Papierinduſtrie, hat es möglielt
gemacht, einen erheblichen Teil des Ausfalls wettzumachen, der an ſich
durch den Rückgang im Textilgeſchäft bedingt war. Dies gilt ſowohl
für das Inland, wie für die Ausfuhr, die ſich verhältnismäßig auf
glei=
cher Höhe gehalten hat, wie diefenige der anderen
Haupterzeugungs=
länder. Chemikalien, ebenſo wie Löſungsmittel, ſind gegenüber dem
Vorquartal unverändert abgeſchwächt. In Stickſtoffdüngemitteln iſt der
Inlandsabſatz gegenüber dem Vorjahre zurückgegangen. Im Auslande
wirkten ſowohl für Düngeſtickſtoff als auch für techniſchen Stickſtoff
vorhandenen Ueberkavazitäten in gleichem Sinne ein. Es ergibt
hiernach eine rlickläufige Bewegung des Geſamtumſatzes, die ſich jedoch
in der Hauptſache auf ſchwefelſaures Ammoniak erſtreckte, während der
Abſatz in den Spezialprodukten nahezu unverändert blieb. In
Anbe=
tracht der allgemeinen wirtſchaftlichen Depreſſion kann die Lage
Photomarktes als befriedigend bezeichnet werden. Das Amateurgeſchäft
entwickelte ſich der Saiſon entſprechend. Die Umſätze in Rohfilm und in
Amateur=Kino=Artikeln haben zugenommen.
Die Kundſeidedreiſe gingen weiter zurück. Der Druck der
Auslands=
konkurrenz iſt noch ſtärker geworden.
Auf den Acetatſeidemarkt hatte die Preisſenkung keinen belebenden
Einfluß. — In der Frage einer internationalen Verſtändigung ſind
ke=
nerlei Fortſchritte zu verzeichnen.
Die Preisermäßigung für Viſtrafaſer hat ſich im Verkauf günſtig
ausgewirkt. Die Produktion kann ohne Schwierigkeiten abgeſetzt werden
Der Verkauf pharmazeutiſcher Produkte blieb auch im abgelaufenen
Quartal rege.
Die Geſamtlage der Geſellſchaft iſt angeſichts der großen Kriſe a
durchaus zufriedenſtellend zu bezeichnen.
* Mainzer Produktenbericht. Großhandelseinſtandspreiſe der 100
Kilo loco Mainz, am Freitag, den 9. Januar 1931: Weizen 27,50, rhein
heſſ. Roggen 17.25—17.50, Hafer 15,75. Braugerſte 20,50—23. Induſtrie
gerſte 18,50—20, Futtergerſte 18—19, Malzkeime 10.50—11.50, ſüdd. We
zenmehl. Spezial 0 42,65. Roggenmehl 60proz. 26 50—N7. Weizenkleie
fein 9,75—10, grob 10,75—11, Roggenkleie 9.50, Weizenfuttermehl.
Biertreber 10,50. Erdnußkuchen 12,75—13,50, Kokoskuchen 13.50—
Palmkuchen 9,75—10,50, Rapskuchen 8,75—9,75, weiße Bohnen 27,50.
Tendenz: Behauptet.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Am hieſigen Markt herrſcht
ausgeſprochen flaue Stimmung. Auch für die nächſte Zeit rechnet man
mit weiteren Preisnachläſſen. Die Nachfrage des Konſums iſt ſehr
ſchwach. Gegen die Vorwoche ergaben ſich merkliche Preisrückgäng
Es notierten Auslandsbutter (holl, oder dän.) 1 Faß — 50 Kilo
Faß 1,77, in Halbpfundſtücken 1,80, deutſche Molkereibutter 1,55.
Preiſe verſtehen ſich in RM. Ber Pfund im Großhandelsverkehr.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe vom 10. Januar. Am hieſigen
Markt trat ein merklicher Umſchwung ein. Nach den Rückgängen in
den letzten Tagen konnte ſich die Tendenz im Zuſammenhang mit der
kalten Witterung und der ſehr feſten Veranlagung des Londoner
Marf=
tes, der auf die deutſchen Märkte einen ſtarken Einfluß hat, wieder be
feſtigen. Daneben ſind die alten Beſtände ziemlich aufgebraucht, und
die Neuproduktion geht nur langſam vor ſich, ſo daß ſich die Preiſe bei
leicht gebeſſertem Abſatz etwas erhöhen konnten. Man rechnet auch für
die nächſten Tage mit weiteren Erhöhungen, vorausgeſetzt, daß die kalte
Witterung anhält. Am Markte der Kühlhauseier hat ſich keine
Ver=
änderung ergeben; der Handel war zu den Preiſen zu 10½ und 12 Pf.
nur mäßig. Es notierten in Pfg. per Stück ab loco Frankfurt a. M.
italieniſche nicht am Markt, bulgariſche 12.00—12,50, jugoflawiſche 11,50
bis 12,00, rumäniſche 11,50 ruſſiſche nicht am Markt, polniſche 10,50
bis 11,00, chineſiſche 9,00—11,00, holländiſche 11,50—14,50, däniſche 11.00
bis 14,50, belgiſche 11,50—14,00, franzöſiſche nicht am Markt, ſchleſiſ
12.50, bayeriſche 12,50, norddeutſche 11,00—13,00.
Berliner Kursbericht
vom 10. Januar 1931
Oeviſenmarkt
vom 10. Januar 1931
Verl.Handels-Ge.
Danatbanf
Deutſche Bant u.
Disconto=Geſ. /ſ109.75
Dresdner Bank
Hapag
Hauſa Dampfſch. 106.75
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdül
Naft
143.—
110.75
58.25
59.50
90.375
50.25
45.25
103.—
29.25
410.50
101.25
58.375
Mee e
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untem.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöckaerwerke
Völn=Neueſſ. Bgn
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppe
Net
123.50
78.50
90.125
74.875
61.756
69.50
126.—
54.125
68.—
60.125
29.625
40.—
64.875
40.50 8
Polyphonwerte
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſto
Verein. Stahlwerk
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drah
Wanderer=Werke
Jfe
43.50 B
194.75
101.50
83.
57.—
134.50
58.75
42.25
41.25
137.—
43.—
31.—
Helſingfo!=
Wien
Prag
Budape
Sofia
Holland
Cslo
Kopenhage!
Stodkholm
London
Buenos=Aire?
Nei York
Belgien
Italien
Paris
Währung /Geid!
100 finn. Mk.
100 Schillinal5g.05
100 Tſch. Kr. / 12.441
100 Pengo 178.37
100 Leva 3.038
100 Gulden 169.06
100 Kronen l112.25
100 Kronen
100 Kronen 112.40
1E=Stg. 20.391
1 Pap. Pe u/ 1.20
1 Dollar 4.2005
100 Belgo 158.5*5
100 Lire 121.98
100 Franes
Frankfurter Kursbericht vom 10 Januar 1931.
Ree
2Jutern.,
83 Baden „..
80/ Bahern...
89 Heſſer v. 38
v. 29
2 2 Preuß. Staat=
8% Sachſen.....
6
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72a Thüringen
Dtſche. Anl. Auslo
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Aü=
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Dtſche. Anl.
Ablö=
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Deutſche
Schutzge=
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*%
Raden=Baden
Berlin .....
Darmſtadt v. 26
v. 28
Dresden ..
Fraukfurt a. M.
b.
Mainz...
Mannheim v. 20
Ree
München..
Nürnberg .."
Wiesbaden ..
% Heſſ. Landesbk./ 98.5
91.75
Goldoblig/ 94
Heſſ. Lds.
Hhp.=Bk.=Liguid, 85.5
„ Kom.=Obl./ 80
% Preuß.
pfbr.=Anſt. G. Pf. 100
* X „Gelbeblig 67
Ne
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98.75
82
87
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98.5
74.75
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1.6
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Dt. Komm.
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Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz)
0 Berl. Hyp.=Bk.
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0 Dt. Linol.Werke
8 Alöchner=Werke
Mainkrw. v. 26.
0 Mittelb, Stahl.
Salzmann u. Co.
%⁄Ver. Stahlwerke
8% VoigtckHäffne
J. G. Forben Bonds
Bosn. L.E.B
L. Inveſt.
70 Oſt. Schätze
%/ Oſt. Goldrente
2avereinh. Rumän
4½2
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„ 1. Bagdad
Zollanl.
26 Ungarn 1913
1914
Goldr.
1910
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R.g. Kunſtziide Unie
A. E. G..,... ..
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Aſchaffbg. Brauere
Zellſtoff
Bemberg, J. P.
Bergm. El.=Werke.
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen....
Cemen: Heidelberg
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſel
Chem. Werke Albert
Chade ......
Contin. Gummiw.
Linoleum
Daimler=Benz .
Dt. Atl. Telegr
Erdöl
Gold= u.
Silbe=
cheide=Anſta
93
97.5
77.5
79.5
92.5
87
20.5
20.5
38.5
13.75
6.85
52.5
90.5
99.5
69.5
46
48
70
103
35
Ar
Dt. Linoleumwerie
Eiſenhandel. . .
Dyckerhoffu. Widm
Eichbaum=Werger,
Fleltr. Lieferg=Geſ
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerl,
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei/110
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaume
Frankfurter Gas ..
Hoi
Geiling & Cie.
Gelſenk. Berawer
Geſ. f.eleltr Untern.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Brün & Bilfinger
Dafenmuhle Frrft.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh./152.5
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfbr
Hindrichs=Aufſerm
Hirſch Kupfer... ..
Hochtief Eſſen
Holzmann. Phil.
Flie Bergb. Stamm
Benüſſe
Junghans
Kalt Chemi
Kammgarnſpinn.
Karſtadt. R...
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke
Lahmener & Co.
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Lech Augsburg
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Rhein. Hyp.=Ban1.
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Allg. Lokalb. Kraftw
7% D:. Reichsb. Pzg
Hapag.
Nordd. Llotzb,
Südd. Eiſenb.-Gei
Alltanz. u. Sturtg.
Verſicherung ...
„ Verein. Ver
FrankonaRück= u. M
Mannh. Verſich.
Otavt Minen
atung Handelsl 35
Aluß uns Preuisanssrsitens (Wr. 194-116)!
a) Wie heißen und wo befinden ſich die abgebildeten Geſchäfte und Lokale?
b) Wie heißen die abgebildeten Fabrikate, Waren= oder Schaufenſterzeichen? (Bezieht ſich nur auf die Nrn. 111 und 115)
In den Togen vom 4. bis 11. Januar
veröffentlichen wir Photos hieſiger Geſchäftshäuſer, bei denen das Firmenſchild ganz oder teilweiſe fortgelaſſen iſt, ferner auch Abbildungen von Fabrikaten bekannter
Marken=
fimen. Unſere Leſer können zeigen, wieweit ihnen die Geſchättehäuſer Darmſtadts bekannt ſind. Wer ein gutes Gedächtnis hat und auch jeweils dem Anzeigenteil des
D T. ſeine Autmerkiamkeit entgegenbringt, wird manche Aobildungen erkennen, ohne daß er ſich die Fronten der Häuſer beſieht, aber den größten Teil wird er nur löſen
können, wenn er ſich aut die Suche begibt. Die Löſung der Aufgabe iſt alſo gar nicht ſchwer, mag auch etwas Zeit dazu benötigt werden. Die Mühe der Tüchtigſien
wird belohnt durch Preiſe in Gelamthöhe von
Darmſtädter Tagblatt.
1100.— Mark in bar oder Gutſcheinen.
Verlag 2. C. Wittich.
Die Photos Nr. 4— 103 ſind in den Ausgaben vom 4, 6., 7., 8., 9. und 10. Januar 1931, die Teilnahmebedingungen in der Nummer vom 4. Januar 1931 veröffentlicht.
Kit e
iten auf der norrnalen
Srinidrnaschirie ohne
irgendmelche Säitlichen
Derstrobzuriger.
Der Wagert. Lautfrahrnder.
1st. nicht michtr Bostandtel1
der Sruintdriaschirte, Sondern
ei R
aiisarrner 4145gewochselt
wird zind, der Heraz1. so
jang ist wis die jemailige
g
Mir dei heutigen Ausgabe Iind ille 10 Pokds deröffenrliell. Die Lölungen
müſſen jpäkeftens an 28. Januiar, in uinſeren. Beik leit.- Liſten zum
Aus=
füllen der gefundenen Löſungen ind nock zum Schalter unſerer Geſchiffsitelile.
vorätig. Die Namen der Preiskräger, verden gleichzeitig imit der Auföſtung
Der Verliſt.
der Preisfrage Anfang Februge veröffenklicht.
Nummer 11
Sonntag, den 11. Januar 1931
Seite 15
Tapeten-, Einoleum- und Stragula-Reste
Tapeten- und Linoleum-Gesellschaft, Schulstraße 7.
(260a
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und Orgel. Abbildungen: Querſchnitte und Grundriſſe der Zuſtände
vor und nach 1686, nach 1843 und ſeit 193o. Geſamtanſicht; Inneres der
Kirche und das den Chor beherrſchende Epitaph des Landgrafen Georg I.
Ausſchnitte aus Anſichten von Darmſtadt aus den Jahren 1626, 1678, 1776.
Wer Sinn für ſeine Heimatſtadt und dieſes ihr Wahrzeichen hat, wird das Buch
gern kaufen.
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Im Reifrock
an der Schreibmaſchine??
Enkſpricht die heutige Mode dem Charakter der modernen
Frau?
Was iſt eigentlich mit der Mode los? Es iſt
noch gar nicht lange her, da konnte der Nock
nicht kniefrei genug ſein. Und dann erſcholl im
vorigen Jahre der Alarmruf: Das Kleid wird
lang! Man ſchrie erſt: unmöglich, das macht
die moderne Frau auf keinen Fall mit, aber ...
Sie machte mit, und heute ſind wir bereits
beim Directoire angelangt. Wie lange wird es
noch dauern, bis aus der Sportsladu ſchließlich
die Nokokodame geworden iſt? Im Reifrock an
der Schreibmaſchine?! Wie finden Sie das,
gnädige Frau? Und was meinen die Herren der
Schöpfung dazu??
„Für die berufstätige Frau unmöglich .. .!"
ſagt Vicki Baum, die bekannte Schriftſtellerin:
„Es läßt ſich wirklich nicht feſtſtellen, ob die Frau die
Mode macht oder die Mode — die Frau! Ich komme hier
zu keinem Reſultat.
Lang oder kurz, ich habe beides ausprobiert. Da ich den
ganzen Cat tätig bin und abends beruflich ins Cheater muß,
habe ich mir an einem Negentage ſchon früh fürs Büro ein
anges Kleid angezogen. Es war einfach entſetzlich!
Ein andermal bin ich morgens im kurzen Kleid zur
Arbeit gegangen und dann ins Cheater. Das war ebenſo
unmöglich.
Dieſe heutige Mode läßt eben eine Spaltung eintreten
zwiſchen der „mondänen” und der arbeitenden Frau. Das
iſt ſchon genau wie im Nokoko, wo die Dame den Neifrock
trug und die Bürgersfrau das kurze Kleid.
Ich halte das für unmöglich und glaube, daß in
aller=
nächſter Seit eine Mode kommen muß, die allen Frauen
gerecht wird.”
„Abwechſlung muß ſein ..."
Die Meinung von Dr. Dr. Freu=Berlin:
„Sie fragen, was uns Männern beſſer gefällt, kurz oder
lang? Die Wahl fällt ſchwer. Der Geſchmack iſt
verſchie=
den. In der Mode iſt es ſchließlich wie überall im Leben:
der Con macht die Muſik. Der eine iſt mehr auf Dur, der
andere mehr auf Moll geſtimmt.
Nokoko verhüllt und — verſpricht mehr. Sport
ver=
ſpricht weniger, aber weiſt vielleicht den bequemeren Weg
kameradſchaftlicher Ungebundenheit.
Mode iſt nicht ausſchließlich Sucht nach Veränderung,
Freude am Neuen, ſie iſt Start und Siel zugleich im
Wett=
rennen um die Gunſt des anderen Geſchlechts. Und wenn
ein Künſtler meint, das verhüllende Lang reize mehr als das
ſachliche Kurz, ſo hat er nur dann recht, wenn gerade
vor=
her das Kurz dran war. Die Abwechſlung wird für den
Geſchmack der Männer wohl immer das wichtigſte ſein"
„Kurz oder laug, jedes zu ſeiner Seit!”
Die Meinung von Camara Karſavina der
berühmten Cänzerin:
„Ich habe die lange Abendmode außerordentlich
be=
grüßt. Denn ich liebe es, mich in weiche, ſchmiegſame Stoffe
zu hüllen, die den Körper einrahmen und die paſſende Solie
für ihn abgeben.
Das hat natürlich nichts mit dem Crotteurkoſtüm für
den Vormittag zu tun, das ich, wäre es lang geſchnitten,
geradezu als abſurd empfinden würde. Nur mit Schaudern
erinnere ich, daß wir Frauen einmal vor Jahren, wenn wir
Einkäufe machten, neben unſeren mehr oder minder zier=
lichen. Paketen auch nöch ſchwere Nockſtoff=Kalten, grazbs
emporgerafft, herumzutragen hatten. — Jodes zu. ſeiner
Seit — für Sport und Beſorgungen das ſachlich kurze,
ſei=
nen Swecken genau angepaßte Schneiderkleid — für
Nach=
mittag und Abend das lang ſchleppende Gewand à la
diree-
tolre. Allerdings iſt vielleicht die Schleppe abzulehnen, die
dem Geſellſchaftstanz ebenſo hinderlich iſt wie den
Dar=
bietungen auf der Bühne. Aber den Boden berühren darf
die modiſche Kompoſition ſchon, mit der Madame ſich für
die Herren der Schöpfung aufs wirkſamſte ſchmückt ..."
Für die Herren der Schöpfung? Meiner Anſicht nach
zieht ſich wohl die Frau weniger für ſie, wie für die
Kon=
kurrenz, die eigene Geſchlechtsgenoſſin, an. Das iſt ſeit
jeher ſo geweſen. Und wenn wirklich die neue weiblichſte
aller Moden den Charakter der Frau grundlegend ändern
ſollte, woran ich perſönlich übrigens nicht glaube, ſo werden
auch die „männlichen” Frauen wieder kätzchenhaft und
Weibchen” werden, nicht, weil der letzte Kleiderſchnitt es
vorſchreibt, ſondern — weil die anderen es eben auch tun!
Ich ſelbſt werde jedenfalls meinem alten Nezept treu
bleiben — wr das zu tragen, was mich wirklich kleidet,
in den Grenzen ſtrengſter modiſcher Diskretion liegt und
meine perſönliche Note originell unterſtreicht.”
„Wenn die Eliſabeth nicht ſo ſchöne Beine hätt: *
Dita Parlos Sofe Lilo iſt mit der neuen Mode gar
nicht einverſtanden:
„Alſo, Sie möchten von mir wiſſen, was ich vorziehe,
das engliſche Koſtüm oder das lange Schleppkeid. Na, da
muß ich Ihnen offen ſagen, daß ich von „Kopf bis Suß”
auf den kurzen Nock eingeſtellt bin. Bitte, überzeugen Sie
ſich ſelbſt! Habe ich nicht fabelhafte Beine?! Na, und was
nützt mir da das ſchönſte lange Kleid? Nein, mit ſolcher
Mode bin ich garnicht einverſtanden; das werden Sie doch
verſtehen, nicht wahr?
Was war das früher immer für uns beide für eine
Freude, wenn meine Gnädige ſich neu einkleidete. Wir haben
nänlich beide die gleiche Sigur. Aber jetzt, bei den langen
Funzeln, was ſoll ich denn damit?
Und wenn Sie mich dann noch fragen, ob die neue Mode
auch das Weſen der Frau ändert, kann ich Ihnen nur
ſeuf=
zend mitteilen: Die neue Mode verdirbt den Charakter. Ich
kann das wirklich bei meinem gnädigen Fräulein feſtſtellen.
Früher war ſie ſanft wie ein Lamm, wenn ſie ſich umzog,
ſogar während der ſchwierigſten Filmaufnahmen, wo doch
manchmal acht bis zehn Kleider gewechſelt werden mußten.
War ja auch eine Kleinigkeit, bei den kurzen Kleidchen!
Aber ſetzt — die langen Kleider — daß Gott erbarm!
Meine Gnädige wird beim dauernden Kleiderwechſel völlig
nervös und benimmt ſich ſchon wie eine amerikaniſche
Film=
diva! Nein, von mir aus müßte es mit der langen Mode
ſchon morgen aus ſein!”
Wir geben jetzt den „Herren der Schöpfung” das Work:
Profeſſor Koſſuth, der Maler ſchöner Frauen,
ſagt:
„Die neue Mode bringt die Frau mehr zur Geltung!”
Rokokodame oder Sportmädel? Keines von beiden!
Neue Sachlichkeit? Längſt überwunden! Wir trägen
wie=
der Herz, und dementſprechend hat ſich nicht nur die Mode,
londern auch die ganze Einſtelſung der heutigen Frau
ge=
wandelt. Ich als Maler bearüße die neue Richtung. Die
Dame hat fetzt die Möglichkeit, ihre Schönheit mehr zur
Geltung zu bringen. Das lange, faltenreiche Kleid,
ſpar=
ſamer am Vormittag, reicher am Nachmittag und
über=
reich am Abend, gibt der ganzen Erſcheinung der Frau
einen beſonderen Neiz. Sie wird dieſer Mode treu bleiben,
weil ſie ſich auch innerlich wieder zu der Deviſe bekehrt
hat: Fraulichkeit!
Extreme werden ſich abſchleifen! Uebrig bleiben wird
nicht Sportgirl noch Nökokodame, ſondern — die Frau des
zwanzigſten Jahrhunderts, die ebenſo ſehr Frau wie guter
Kamerad iſt!“
„Die perſönliche Note bleibt das wichtigſte!”
ſchreibt Olga Cſchechowa:
„Wohl wird die Sportsdame von heute durch die langen
Kleider wieder wie die ehemalige große Frau von Welt
wirken, aber ich glaube, das wird nur — äußerlich ſein.
Nie wieder werden wir wohl unſere Selbſtändigkeit
auf=
geben, uns über die jetzt herrſchende Mode, die bereits
ans „Directoire” anklingt, womöglich auch in unſerem
Weſen ins Nokoko zurückverwandeln laſſen, wieder als
nervöſe, zerbrechliche Püppchen gelten wollen.
Schmacht=
lieschens Seit iſt hoffentlich für immer entſchwunden!
Nun aber zum „Fachlichen”! Ob lang oder kurz, ob
Sport oder Biedermeier — immer wird die kluge Frau
über das Moderne hinaus ihrem Gewand eine
perſön=
liche Note geben. Stets kommt es auf den Nahmen an,
in dem die Dame erſcheint. Was bei dem Straßenkoſtüm
knappe Sigur und ſtrenge Eleganz erreichen, entfaltet ſich
im Abendkleid in Stoffpracht und weitem Gewand. Des=
Oega Tscechen
halb wird alſo für die ſchöne Frau oberſte Nichtſchnur bei
der Wahl des Kleides nicht Diktator Mode ſein, ſondern
der perſönliche Stil, die eigene Note ..
Was ſagt der Fachmann?
Kommerzienrat Fritz Gugenheim, der Chef des
bekannten Modehauſes, äußert ſich folgendermaßen:
„Das ſachlich bequeme Sportkleid für den Cag und die
große Abendrobe ſtehen ſich grundverſchieden gegenüber. Es
iſt wohl verſtändlich, daß die fließenden, weiten Stoffalten,
die die kommende Mode für den Nachmittag und den Abend
vorſchreibt, die Frau weiblicher und ſchmiegſamer erſcheinen
laſſen, als das bei den knapp geſchnittenen Gewändern der
letzten Jahre der Fall war.
Crotzdem wird nach meiner Anſicht auch das
directoire-
mäßige lange Kleid, das in dieſem Winter auf der ganzen
Linie gezeigt wird, das Weſen der modernen Frau nicht
beeinfluſſen oder verändern. Auch die rein ſportlich
geklei=
dete Frau kann außerordentlich weiblich ſein und wirken,
und umgekehrt wird auch das ſchleppendſte Gewand an der
Art einer durch den Lebenskampf energiſch gewordenen
Frau nicht das geringſte ändern.”
„Die neue Mode entſpricht dem Weſen der heutigen Frau!”
meint Emil Pirchan, Ausſtattungsleiter der
Staats=
theater in Berlin:
„Was kommen mußte, iſt gekommen. Der völlige
Um=
ſchwung! Nachdem das Sportmädel in den letzten Jahren
die Herrſchaft inne hatte, mußte hier die Umwälzung, ich
möchte faſt ſagen, die Nevolution kommen! — Ich glaube
beſtimmt, daß mit der Mode ſich auch das Weſen der
modernen Frau gründlichſt verändert hat.
Man kann ſagen, was man will: die langen weiten
Klei=
der, die vielen ſchmückenden Details haben die Frau zur
Weiblichkeit zurückgeführt! Das iſt ein großes Plus.
Von Uebertreibungen abgeſehen, gibt dieſer Reichtum
an Stoff, dieſe wallenden Gewänder, dieſe vielen Falten
und Glocken der heutigen Frau den Nahmen, der ihrer
wirklichen Weiblichkeit entſpricht.
Aa
Prominentenbeſuchim Wachsfigurenkabineif.
Von Peter Holmgren.
Es wäre oftmals recht intereſſant, vielleicht auch heillam,
wenn man ſich ſelbſt einmal gegenüberſtehen könnte. So Auge
in Auge, Sahn an Sahn, nicht wahr? Denn der Spiegel allein
tut’s nicht. Und er mit ſeiner mehr als parteipolitiſchen
Wieder=
gabe iſt ſchuld daran, daß wir uns ſelbſt ſo gui wie gar nicht
kennen.
Aber es gibt dennoch einige Menſchen, die ſchon einmal im
Leben den Vorzug hatten, ſich ſelbſt gegenüberzuſtehen. Oder
ſagen wir vielleicht ihrem getreuen Ebenbilde. Es handelt ſich,
wohlverſtanden, um ſogenannte „Prominente”, und Cuſſaud,
der Direktor des berühmten
Wachsfiguren=
kabinetts in London, weiß in ſeinem kürzlich
erſchie=
nenen Memoiren recht amüſante Einzelheiten von derlei
Be=
gegnungen mit dem Ich zu bringen.
„Ich habe mich oft gefragt — ſo ſagt John Cuſſaud —
wo=
mit ſich das große Verlangen auch der überlegenſten Menſchen
erklärt, ihrem Ebenbilde gegenüberzuſtehen. Es iſt vermutlich
doch mehr als wr die verſtändliche, menſchliche Neugier. Die
meiſten meiner prominenten Beſucher ſind zuvor ſchrecklich
auf=
geregt, obwohl ſie dieſe Empfindung krampfhaft zu verbergen
ſuchen. Sobald ſie ihr Ebenbild erblicken, zeigen ſie zumeiſt erſt
ein deutliches Erſchrecken, und ſchauen dann verlegen zur Seite,
wenn ſie ſich beobachtet fühlen. Aber — es iſt merkwürdig und
zügleich rührend — ſobald ſie ſich allein glauben, kehren ſie
vor=
ſichtig wie Diebe zurück und betrachten „ſich” eingehend. Sug
um Sug. Es hat wohl einen ſonderbaren Neiz, nicht frei von
Schauder, ſich ſelbſt, das lebende einem toten Sch,
gegenüber=
zuſtehen.”
Am 29. Juni 1912 erſchien die verſchleierte Begum von
Bhopal, eine Frau, die in Indien über
Mil=
lionen regierte, im Panoptikum. Sie hielt ſich in Lon=
Der König von Siam entſetzte ſich
über Amanullahs Uniform.
don anläßlich der Krönung des Königs Georg und der Königin
Mary auf. Sie führte ihre Enkelin und ihren Enkel an der
Hand, und als ſie in den großen Saal kam, in dem der König
und die Königin mit ihren Kronjuwelen ſaßen, ſagte ſie. Bara
ſalaam” und verneigte ſich tief. Vor dem Bild, das die Königin
Viktoria darſtellt, wie ſie die Nachricht empfängt, daß ſie zur
Chronfolge berufen iſt, blieb die kleine Frau ſtehen. „Sie war
ſehr ſchön”, erklärte ſie, „und ſo klug und freundlich und
ſympa=
thiſch . . . Sie war ſehr ſchön und ſo zart. In Bhopal halten
wir zarte Menſchen für ſchön.” Und mit Stolz ſtellte ſie ſpäter
ihren Enkel neben die Sigur Com Chubs, um gegenüber dieſem
ruſſiſchen Nieſen ihre Bewunderung für kleine Menſchen zu
zeigen.
Auch der erſte Präſident der chineſiſchen
Nepublik, Sunſatjen, ſtattete Tuſſauds berühmtem
Kabinett einen Beſuch ab. Es war an einem Sonntagvormittag
des Jahres 1911, als die Ausſtellung eigens für ihn geöffnet
wurde, um ihm Gelegenheit zu geben, ſein Ebenbild zu betrachten,
das vor kurzem aufgeſtellt worden war. Sunſatjen ſchenkte dem
Kabinett wenig Beachtung, und ſteuerte geradeswegs auf die
Reproduktion ſeiner eigenen Figur zu. Lange ſtand er
ſchwei=
gend und lächelnd davor. Dann wandte er ſich an ſeinen
Be=
gleiter, den amerikaniſchen General Homer Lee, und ſprach
IIf
H1 7 poſtlagernd.
Von Adolf Siegler.
Robert Horſt, der hochbegabte rheiniſche Bildhauer, hatte
kurze Seit an der Münchener Akademie ſtudiert und war damn
nach Paris gegangen, wo er die letzten vier Jahre vor dem Code
des genialen realiſtiſchen Auguſte Nodin deſſen Lieblingsſchüler
geweſen war. Seitdem ſuchte Horſts plaſtiſche Kunſt eigene
Wege, obwohl ſie gerade in ihren beſten Schöpfungen noch unter
dem Einfluß der gewaltigen künſtleriſchen Perſönlichkeit des
verſtorbenen franzöſiſchen Meiſters ſtand.
Nobert Horſt hatte trotz ſeiner Jugend und Nationalität
in Paris vies, ihn und ſein künſtleriſches Schaffen fördernde
Beziehungen. In einigen Fremdenkolonien galt es ſogar als
„ſchick”, ſich von Horſt porträtieren zu laſſen, oder wenigſtens
eine ſeiner kleinen Cierbronzen zu beſitzen, die er mit kraftvoller
Originalität und ungemein lebendigem Ausdruck zu modellieren
verſtand. Horſt, ein großer Tierfreund, hatte in ſeinem
Garten=
haus in Neuilly eine kleine Menagerie, und in ſeinem Atelier
ſpielten über ein Dutzend ſiameſiſche und andere ſeltene
Katzen=
arten in prachtvollen, koſtbaren Exemplaren zwiſchen einer
Schar halbnackter Kinder, die er als Modelle ſtändig um ſich
haben mußte.
Horſt war mit der überaus ſchönen Cochter eines ſächſiſchen
Großinduſtriellen verheiratet, die ihm zwei nun 4 und 6 Jahre
alte Knaben geboren hatte. Er hatte das geiſtvolle, damals noch
nicht ſechzehnjährige Mädchen, das in ſeiner grazilen, ſlawiſchen
Schönheit beſtrickend war, auf einem Künſtlerfeſt in Dresden
kennen gelernt. Der Eindruck, den dieſe erſte Begegnung in dem
jungen Bildhauer bewirkt hatte, war ſo entſcheidend geweſen
einige Worte zu ihm, wobei er den Singer auf ſein Kinn legte.
General Boulanger intereſſierte ſich vorwiegend
für napoleoniſche Reliquien.
merkung — nur ſei, wie er meint, die charakteriſtiſche Salte an
leinem Kinn vergeſſen worden. . . ."
Schah Naßreddin von Perſien war weniger von
ſich ſelbſt, als von der Schreckenskammer des
Wachsfiguren=
kabinetts begeiſtert. Er ſtand bewundernd und entzückt vor der
Guillotine und gab deutlich — um nicht zu ſagen, im Befehlston
— ſeinem Wunſch Ausdruck, eine Enthauptung mit dieſem
aus=
gezeichneten Inſtrument zu ſehen. Aber ſogleich — auf der Stelle.
„Wir bedauern, königliche Hoheit — wurde ihm erklärt — aber
— — Sie werden verſtehen, wir haben keinen Verurteilten
zur Hand, und außerdem dürften wir auch nicht die Erlaubnis zu
einer Hinrichtung . . ." „Aber ich verſtehe Sie nicht —
unter=
brach der Schah den Sprecher — dann wird ſich eben aus meinem
Gefolge ein Freiwilliger melden . . ." Und nur mit Mühe
konnte man den orientaliſchen Oeſpoten davon überzeugen, daß
die europäiſchen Vergnügungen ſo ungeheuer beſchränkt ſind. Er
verließ, aufs tiefſte gekränkt und enttäuſcht, das
Wachsfiguren=
kabinett.
General Boulanger, der franzöſiſche
Feld=
herr, der einen Putſch plante und aus Paris fliehen mußte,
kam eines Cages unangemeldet zu Cuſſaud. Er intereſſierte ſich
vor allem für die napoleoniſchen Neliquien, und blieb plötzlich
wie angewurzelt vor ſeinem Ebenbild ſtehen. „Mein Gott, ſo
weit iſt es ſchon mit mir gekommen, daß man mich hier
aus=
ſtellt” — lagte er und überließ ſeinen Begleitern die Ausdeutung
gen zu gewähren, da die Wachsfigur ihm nicht ganz lebensgetreu
ſchien.
„Ach, laſſen Sie nur, mein Lieber”, lagte Boulanger, „ich
geſtanden, viel hübſcher.”
Alfons von Spanken, der hurz nach ſeiner Ver= und Arbeitsgemeinſchaft zerreißt?
mählung mit der Prinzeſſin Ena von Battenberg in London
weilte, trieb vor ſeinem Ebenbild allerlei Späße. „Solch eine
„Ja, ja, die Habsburger Unterlippe . . ."
große Unterlippe — — ja, ja, Haus Habsburg iſt unverkennbar.”
Vor allem konnte er kem Ende finden, ſich ſelbſt die Hand zu
ſchütteln. „Nein, ſo einen charakterloſen Händedruck habe ich ja
nun doch nicht.”
Eine der reizendſten Epiſoden trug ſich zu, als
Chula=
longkorn, der Königvon Siam, vor ſeinem Konterfei
zurückprallte. „Mein Gott, das iſt ja meine eigene Uniform.”
Er konnte es ſich nicht erklären, auf welche Weiſe Cuſſaud in
den Beſitz dieſes Kleidungsſtückes gekommen ſei, und ſchien völlig
verſtört darüber, daß einer ſeiner Hofleute die „Treuloſigkeit”
und Horſt hatte mit einer derartigen Leidenſchaft alle
Hinder=
niſſe und Bedenken der beiden Familien überwunden, daß er
zwei Monate ſpäter im Nauſche eines überſchwänglichen Glücks
mit ſeiner jungen Frau nach Paris fuhr. Dieſe Werbung war
ſo überraſchend, ſo ſtürmiſch über Hannelore gekommen, mit dem
etwas geheimnisvoll anziehenden Scharm, den die Sukunft eines
glanzvollen geiſtigen Lebens an der Seite eines begabten und
ſicherlich zu Nuhm gelangenden Künſtlers ausſtrahlte, daß ſie ſich
kaum Rechenſchaft darüber gab, ob ſie den feinnervigen
Men=
ſchen mit dem athletiſchen Körperbau und dem weichen,
kind=
lichen Herzen wirklich liebe. Der erotiſche Reiz einiger Reiſen
nach Korſika, Algerien und Cunis, das neue Leben in Paris, die
Einführung in dortige Künſtlerkreiſe, Einladungen und intime,
üppige Seſte in reichen Samilien, die Geburt der beiden Knaben,
hatten die erſten Jahre dieſer Ehe mit einem Cempo erfüllt, daß
keine Seit zu innerer Einkehr und Sammlung geblieben war.
Der Künſtler liebte ſeine junge Frau, die in dem ihr
adä=
quaten Milieu zu herrlicher Weiblichkeit erblüht war, mehr
denn je. Sein ganzes Schaffen galt vur der nun 25jährigen
Frau. Für ſeine Salome, zu der ſie ihm Modell geſtanden hatte,
war ihm die goldene Medaille des Herbſt=Salons zuteil
gewor=
den. Ob Hannelore ihren Gatten noch liebte? Ob ſie ihn je
wirklich geliebt hatte? Der feinfühlige Künſtler fragte es ſich
auf einmal, denn er empfand es inſtinktiv, daß er ihr
gleichgül=
tiger geworden war. Er litt furchtbar unter dem Gedanken.
Mehr noch unter einer Ahnung, die er aber verwarf, wenn ſeine
Qual zu unerträglich wurde. Doch immer wieder kehrte ſeine
Phantaſie zu dem nagenden Verdacht zurück, der ihn ſeit einiger
Seit ſo ſchrecklich peinigte. Sie liebt einen anderen, ſagte ſich
Horſt. Wer aber iſt es? Mein Freund Marcel Leroux, der
Maler, oder Silvio de Pombal, der ſüdamerikaniſche Geſandt=
begehen konnte, eine der königlichen Uniformen einem fremden
Siaat auszuliefern.
Es tröſtete ihn kaum, daß man ihm den König von
Afghaniſtan in ſeiner prunkvollen Uniform zeigte. „Auch
ein Original”, ſagte Cuſſaud, und erklärte gleichzeitig, das
präch-
tige Koſtüm ſei ihm von einem Mitglied der Hofgeſellſchaft
an=
geboten worden, das bei der Cransaktion ein ſchönes Stück Geld
verdient habe. Die einzige Bedingung des afghaniſchen
Sou=
veräns ſei geweſen, die Originalkleidung nicht eher zur Schau zu
ſtellen, bis er England verlaſſen hatte. Hier lächelte
Chulalong=
korn von Siam verſtändnisinnig. Und als man den Schah von
„Sunſatjen iſt zufrieden — ſo überſetzte der General die Bes Perſien in ſeiner juwelenblitzenden Kleidung betrachtete und
er=
klärte, daß es ſich bei dieſem Koſtüm um eine Nachahmung
han=
dele, da ein Originalkoſtüm nicht zu erhalten geweſen ſei, lachte
der König von Siam. „Perſien und Afghaniſtan — ſo nahe
liegen ſie beiſammen, und dennoch, was für ein Unterſchied!”
Die ſchaffende Samilie.
Von Coni Harten=Hoencke.
Mit der „ſchaffenden” Frau iſt die ganze Familie zur „
ſchaf=
fenden” geworden. Eigentlich war ſie das in weiten
Volks=
ſchichten längſt, immer. In ländlichen Betrieben, in
Geſchäfts=
kreiſen, im kleinen Handwerkerſtand, in der Arbeiterſchaft. Der
Unterſchied zwiſchen einſt und jetzt liegt bei allen dieſen
Volks=
teilen — außer der Arbeiterſchaft — hauptſächlich darin, daß
früher die Samilienglieder mehr in demſelben, zumeiſt väterlichen
Geſchäft oder Betrieb ſchafften, während ſie ſich jetzt viel mehr
in alle Welt zerſtreuen und in einer Familie oft ſo viele Betriebe
anzufinden ſind wie Angehörige. Der Vater iſt Malermeiſter,
ſeine Frau verwaltet große Mietshäuſer, die Cöchter ſind
Sekre=
tärin und Krankenſchweſter, die Söhne Architekt und
Poſtbeam=
ter. Früher, als es noch garnicht anders ging, als daß Lehrling
und Gehilfe im Hauſe des Meiſters lebten, gab es für Frau und
Cochter genug im eigenen Betrieb zu tun, und die Söhne wuchſen
dabei auch eher in den väterlichen Beruf hinein als jetzt. Die
Familie ſchaffte viele Jahre lang zuſammen, bis ſich aus ihr
neue Familien abzweigten. Dieſes Schaffen ging Hand in Hand
bei Arbeitsverteilung für Mann und Frau, Sohn und Cochter.
Einer kam dem anderen nicht ins Gehege. Einer arbeitete
zu=
gleich für ſich und für die nächſten anderen. Jeder hatte ſeine
beſtimmten Rechte und Pflichten, nur daß die Nechte bei weitem
nicht ſo gleichmäßig verteilt waren wie die Pflichten; ja, daß es
eigentlich kaum Nechte für Frau und Kinder gab, wenn es dem
Mann und Vater nicht gefiel, ſie ihnen zuzugeſtehen.
Sobald Frau und erwachſene Kinder nicht mehr mit dieſem
Rechtszuſtand zufrieden waren, zerbröckelte das familienhafte
Schaffen. Die Familie ſchafft jetzt für ſoundſo viele
allein-
ſtehende Einzelweſen. Su den ſchon früher „ſchaffenden”
Kami=
lien kommen jetzt ungefähr ſämtliche vorher noch fehlenden
Volks=
ſchichten als „Schaffende” dazu, ſo daß in dieſem Punkt unſer
Volk wirklich als durchher vereinheitlicht gelten kann.
Wenn nun aber in dieſem Schaffenmüſſen und
Schaffenswil=
len die Männer und Frauen unſeres Vaterlands einig ſind und
ſich dadurch ganz gewiß eine große, wirklich tiefgreifende und ſich
immer klarer herausſtellende Lebensgemeinſchaft ergibt, die ein
dieſer Worte. Cuſſaud ſelbſt bat den General, ihm einige Sitzun= unbedingter Gewinn unſeres Volkstums iſt, ſo hat ſich dagegen
eine andere große Frage erhoben: wird die Familie als Familie,
als urſprüngliche, erſte und deshalb als Grundlage aller weiteren
Gemeinſchaftsbildungen wichtigſte Menſchengemeinſchaft dieſe
finde mich ſo — dabei wies er auf die ſtarre Figur — offen durchgreifende Veränderung überſtehen, und wie? Wird ſie
nicht zerfallen müſſen, da das Band der unmittelbaren Lebens=
Unſere Peſſimiſten behaupten: ja. Für ſie bedeutet die
ver=
änderte Lebensführung keinen Gewinn, denn ſie betrachten ſie
als einen Bau auf unterwühlten Grundmauern. Die Grundmauer
der Familie iſt für ſie dem Untergang geweiht, und damit unſer
ganzes Volkstum. Dieſe Ueberzeugung iſt wie jede peſſimiſtiſche
Auffaſſung außerordentlich hemmend für den deutſchen Aufbau
und kann jeden geſunden Fortſchritt in der beſten Entwicklung
knicken, wenn nicht wachſam und energiſch dagegen angekämpft
wird. Es gilt, den lähmenden und verdüſternden Einfluß der
Unheilspropheten möglichſt überall und immer wieder mit
auf=
klärenden Gegenbeweiſen zu entkräften.
Beweiſen, daß die „ſchaffende” Jamilie, wie wir ſie heute
haben und verſtehen, nicht das Weſen der Familie zerſtört?
Das iſt immerhin wohl eine ſchwierige Aufgabe? Gehen wir alſo
einmal ganz direkt ins Leben um uns her hinein. machen uns mit
den Catſachen bekannt und ziehen unſere möglichſt ſachlichen
Schlüſſe. Wo finden ſich in unſerer Nachbarſchaft, Bekanntſchaft
oder Verwandtſchaft die zerſtörten Eamilien, deren Serſtörung
zweifellos oder auch nur mit aller Wahrſcheinlichkeit auf die
be=
zeichneten veränderten Arbeitsverhältniſſe zurückzuführen iſt?
Unter den vielen Familien, die ich kenne, finde ich einige
wenige, die zerſtört ſind. Was man „zerſtört” nennen kann, d. i.
doch wohl: zerfallen. uneins, auseinandergeſprengt. Wehrere
ge=
ſchiedene Ehen. Mehrere Eltern und Kinder, die ſich ſo ſehr
auseinandergelebt haben, daß kaum noch von einem
Familien=
zuſammenhang geſprochen werden kann. Und der Grund dazu?
Eine der geſchiedenen Ehen ſcheint bei oberflächlicher
Drü=
fung ein Beweis für unſere Peſſimiſten. Die Frau iſt Pianiſtin,
ſchaftsattaché. Er verglich ſich im Geiſte mit beiden. Er, der
vorzügliche Reiter und Leichtathletiker, mit dem prächtig
durch-
trainierten, ſchönen Körper, konnte es ſpielend mit ihnen
auf=
nehmen. Als Künſtler, als Perſönlichkeit war er aber viel mehr
wert als Leroux, und als Gatte bot er Hannelore mindeſtens
ebenſo viel geſellſchaftliche Vorzüge als Silvio de Pombal. Dort
Adel der Geburt und ererbter Grundbeſitz. Beides konnte eine
ſoziale oder politiſche Nevolution hinwegfegen. Hier, bei ibm,
perſönlich begründete Ueberlegenheit, durch eigenes Verdienſt
erworbener geiſtiger, künſtleriſcher Nang, an dem ſie, ſeine
Gat=
tin, teilnahm. Schmerzhaft drang der Stachel verletzten
Mannes=
ſtolzes in ſeine Seele, und er ſchrie auf.. . Es konnte nicht ſein,
daß Hannelore ihn, den von den Frauen umworbenen, von den
Männern geehrten Künſtler fallen ließ, für einen der beiden
anderen, minderwertigeren Männer Doch kannte er nicht
ähnliche Fälle? Spielte bei einer wirklich verliebten Frau der
Nang des Mannes eine Volle? Da war der geſtrige Cag. Um
4 Uhr war Hannelore fortgegangen, angeblich zu einigen „jours”
von Freundinnen. Um 7 Uhr kam ſie zurück, ſtill, begehrlicher
als je. Ein Glück ſtrömte von ihr aus, das ihn bis zum phyſiſchen
Schmerz quälte Sicher betrog ſie ihn! Aber mit wem? Mit
wem? Unerbittlich fraß ſich dieſe ſtändige Frage in ſeine
Emp=
findung.
Horſt arbeitete am nächſten Cage an einer kleinen
Wild=
pferdgruppe, die er in Con modellierte. Er dachte ſchon gar
nichts mehr anderes. Schmerzhaft ſaß die Frage in ſeinem Hirn:
„Mit wem? Mit wem?‟ Da hörfe er, wie Hannelore das
Haus verließ. Er warf das Modellierholz hin, ſtülpte nicht
ein=
mal den Sinkkaſten über die feuchte Congruppe, raſte die Creppe
hinunter und öffnete die Haustüre. Hannelore war ſchon auf
der Straße und ſchritt raſch durch den friſch gefallenen Schnee,
der Mann Bankbeamter. Der Mann konnte ſich nicht mit dem
Beruf der Frau abfinden, behauptete, die Frau wäre zu wenig
für Haus und Samilie da. Die Frau konnte ihre Kunſt nicht
auf=
geben. Die Ehe ſchien durch dieſen Swieſpalt zerrüttet. Wer
aber die beiden Gatten genau kennt, weiß, daß der Grund der
unglücklichen Ehe in den Charakteren ſelber lag, die von
vorn=
herein wie Feuer und Waſſer zueinanderſtimmten. Nach einer erſten
leidenſchaftlichen Verliebtheit hatte ſich das ſehr bald
heraus=
geſtellt. Innerlich unhaltbar, mußte dieſer Bund an irgendeinem
der mannigfachen ernſten Lebensprobleme zerbrechen, die in jeder
Ehe auf Mann und Weib warten. Und wie in dieſem Falle, ſo
läßt ſich der Grund für geſchiedene Ehen wohl kaum jemals in
den beim Scheidungsprozeß angegebenen Motiven finden, die
allermeiſtens nur die mehr oberflächlichen letzten Anläſſe zum
Bruch ſind, während dieſer ſelbſt auf viel tiefer liegenden
Ur=
ſachen beruht.
Das gleiche läßt ſich nach meiner Erfahrung von
Serwürf=
niſſen zwiſchen Eltern und Kindern oder Geſchwiſtern ſagen. Es
gab unglückliche, ſich auseinanderlebende Samilien genug zu allen
Heiten und unter allen möglichen Lebensverhältniſſen. Wenn ſie
früher vielleicht unter manchen Umſtänden mehr zuſammenhielten,
weil gemeinſchaftliches Schaffen ſie aneinanderband, ſo war das
nicht gerade immer ein glücklicher Suſammenhalt. Es war oft
genug ein Swang, dem man ſich mangels anderer
Erwerbsmög=
lichkeiten nicht entziehen konnte und unter dem manch’ einer
ſchwer zu ſeufzen hatte. Es gab genug innere Unzufriedenheit dabei,
heimliche Auflehnung oder laute Revolte. Aber die Frau war
vollkommen abhängig vom Mann oder Vater, die Kinder von
den Eltern. Sie mußten ſich wohl oder übel ſchicken in die
fami=
lienhaft gegebene oder anbefohlene Cätigkeit.
Heute mag deshalb äußerlich mehr auseinanderfallen, was
vordem zwangs= und gewohnheitsmäßig noch zuſammengeblieben
wäre. Aber iſt das zu bedauern? Wenn wir an einen
Menſch=
heitsfortſchritt glauben und für ihn ſtreben, ſo kann es doch nur
heißen: aus allem Swang, aus aller dumpfen
Gewohnheitsmäßig=
keit, aus faulem Beharren heraus zu wirklicher Freiheit, zu
lebendiger Bewegung. Freie Rührigkeit kann wohl etwas
Fau=
les, Schwaches, Ueberlebtes, aber niemals etwas zerſtören, was
von wirklichem Wert iſt. Was die neue Beweglichkeit und
Selbſtändigkeit von Mann und Weib, alt und jung anbetrifft,
ſo muß ſie nur vom Standpunkt rechter Menſchheitsentwicklung,
echten Fortſchritts aus betrachtet werden. Wenn die heutige
ſchaffende Familie auch äußerlich mehr auseinandertreibt und
da=
durch gewiß auch manche innere Schwierigkeit entſteht, ſo wird
lich andererſeits ebenſo häufig Zuſammengehörigkeit
herausbil=
den, die echter und wertvoller iſt. als viele der früheren
Gemein=
ſchaftlichkeiten. Wenn jedes Familienglied ſich unbehindert in
ſeiner Weiſe, nach ſeinen Anlagen, Fähigkeiten, Neigungen
be=
tätigen kann, werden viele der früheren Familiennöte.
Zwiſtig=
keiten, Neibungen ausgeſchaltet, ſeeliſche Bande können ſich
kräftigen, geiſtige Gemeinſamkeiten ſich frei entwickeln, wahre
Gemeinſchaftlichkeit in gegenſeitiger Achtung und Anerkennung
zum Ausdruck kommen. Sum Helfen und Stützen. zum
Mit=
freuon und Mitleiden, zur Entfaltung der eigentlichen
Weſen=
haftigkeit, der Familie bleiht immer noch reichlich Spielraum,
auch wenn die Gattin und Mutter etwa nicht die Zeit hat, die
Familienmahlzeiten ſelbſt zu kochen oder die erwachſene Cochter
außerhalb des Hauſos wohnt und ihren eigenen Bekanntenkreis
hat. Eine andere Form boſaat noch nicht, daß der Inhalt ſich
woſentlich geändert hat. Unſere ſchaffende Samilie von heute
und morgen wird das wieder einmal beweiſen.
Sind Sie unbeeinflußbar?
Eine kleine Feſtſtellnng.
Von Peter Holmgren.
Sagen Sie mir bitte im Vertrauen: Sie ſind doch ein
moder=
ner, freier und unabhängiger Menſch, nicht wahr? Sie kümmern
ſich doch, weiß der liebe Hmmel, nicht darum, was „man” ſagt,
wie?" Sie halten doch auch nicht viel von Suggeſtion, ſoweit es
Ihre eigene Perſon betrifft, oder? Kurzum, Sie ſind doch
un=
beeinflußbar?
Natürlich, wir leben ja im Seitalter der
Individualpſycho=
logie, der Aufklärung und anderer ſchöner und vielverſprechender
Schlagworte. Es wäre ja gelacht, wenn man als moderner
Menſch ſich etwa beeinfluſſen laſſen wollte. Aber verzeihen Sie
einige beſcheidene Fragen: Wie ſtehen Sie zu Litfaßſäulen? Leſen
Sie des Nachts die Lichtreklamen an den Häuſern? Iſt Ihnen
der Anblick eines Kerkerfenſters unſympathiſch? Bekommen Sie
einen Druck im Hals, wenn der Arzt nach der Unterſuchung die
Achſeln zuckt und vieldeutig mit dem Kopf ſchüttelt? Wenn Sie
dieſe Fragen mit einem ehrlichen „Ja” beantworten — bedenken
Sie, ehrlich währt am längſten — ſo muß ich Ihnen leider den
Schmerz antun: Sie ſind beeinflußbar. Aber tröſten Sie ſich —
unſere ganze Seit lebt dauernd unter irgendwelcher Suggeſtion.
Creiben Sie nur einen einzigen Cag lang ein bißchen
Pſycho=
analuſe mit ſich ſelbſt — ich bitte Sie, es iſt ſo modern, gübt
in=
tereſſante Aufſchlüſſe und macht tatſächlich Vergnügen. „Cag —
ſagt Ihr Freund — Menſchenskind, Du ſiehſt aber ſchlecht aus.
Was iſt dem los? Haſt du mit der Galle zu tun? Schlechte
Sei=
ten im Geſchäft. Ja, ja, die Leute klagen ja alle; aber unter
uns, du ſollteſt wirklich etwas für dich tun — du ſiehſt ja aus.
Idiot — denken Sie, er hat nötig, mir die Laune zu verderben.
Aber vielleicht — da iſt ja ein Spiegel. Herrgott, man iſt
wirk=
lich jämmerlich blaß — — ob das Ziehen um die Magengegend
vielleicht was zu bedeuten hat? — Man ſollte eventuell doch den
Arzt — — aber natürlich wird man im Geſchäft wieder ſo viel
Aerger haben, daß keine Seit bleibt — — na, überhaupt das
Geſchäft . Ja, und dabei war man doch zuvor glänzender
Laune, wie?
Haben Sie etwas gegen Uhren? Nicht? Hören Sie, was
einem paſſieren kann. Man ſitzt höchſt vertieft in irgendwelche
Arbeit, und wirft beiläufig einen Blick auf die Uhr an der Wand.
Du liebe Seit, ſchon halb dreil Eine halbe Stunde ſpäter, als
man gewöhnlich zu Ciſch geht. Natürlich, man hat ja auch einen
unglaublichen Hunger — der Magen knurrt förmlich ganze
Ska=
len. Jetzt aber raſch — — Beim Verlaſſen des Simmers
er=
ſtaunte Blicke. „Es iſt doch erſt zwölf.” — Irgendein
Unbefug=
ter hat an der Uhr gedreht. So was Dummes. Und Hunger hat
man natürlich auch noch kein bißchen. Ein mediziniſch
ein=
wandfrei feſtgeſtellter Fall. Aber Sie halten ja nichts von der
Suggeſtionskraft der Uhr, wie?
Sie geben auch nichts darauf, was die Leute ſagen, natürlich.
Sie würden bedingungslos in ein Theaterſtück gehen, das von
ſamtlichen Kritikern ſchon in mikroſkopiſche Fetzen zerriſſen
wor=
den iſt. Sie tragen, ohne mit der Wimper zu zucken, karierte
Beinkleider aus der Heit Ihrer Großväter, ohne auch nur den
Radmantel der Vorkriegsjahre, nicht wahr? Wenn Sie ein ſo
unbeeinflußbarer Menſch wären, müßten Sie beiſpielsweiſe auch
ſämtliche Leute, die irgendwelche Neklame machen, auf der Stelle
niedermetzeln. Dieſe Leute wagen es nämlich, wenn ſie ſich die
viele Arbeit der Neklame machen, geradez mit Ihrer
Beein=
flußbarkeit zu rechnen. Von den Litfaßſäulen, aus den
Leucht=
ſchriften und von den Plakatanſchlägen an Bahn und
Häuſer=
front ſtrahlt Ihnen der eindringliche Befehl entgegen: „Nimm
Laxalibol — und du wirſt hundert Jahre alt.” „Sie haben
ſchmutzige Schuhe? Kratzin hilft Ihnen.” „Für die Sähne —
Chlorophyll.‟ Hinzu kommt der Einfluß einer Illuſtration, dem
Sie unterliegen, wiewohl Sie genau wiſſen, daß es ſich um
Vor=
ſpiegelung falſcher Catſachen handelt — die hübſche junge Dame
hat ſich nie mit Chlorophyli die Sähne geputzt, komte es gar
nicht, weil ſie ihr Leben nur der Seder eines geſchickten Seichners
verdankt, der genau weiß, wie beeinflußbar Sie ſind. Denn
natürlich — Sie nehmen Chlorophyll für die Sähne. Es bleibt
Ihnen gar nichts anderes übrig.
Na ſchön, mag der oder jener beeinflußbar ſein — aber die
Mehrzahl — — — Wir leben doch ſchließlich nicht im
Mittel=
alter, wo nur ein Menſch den Weltuntergang zu prophezeien
brauchte. um hunderte von Leuten zum Selbſtmord, zur Aufgabe
von Hab und Gut, zur Verzweiflung zu treiben, meinen Sie.
Heute ſollte mal ein Menſch wagen, ſo etwas Grauenvolles
an=
zuregen, wie den Kinderkreuzzug im Jahre 1212. bei dem nicht
meniger als 30 000 Kinder ums Leben kamen. Oder aber einen
Sammelunfug beginnen, der, wie etwa die Culpenmanie in
Hol=
land im Jahre 1654, eine der intereſſanteſten Epidemien der
Suggeſtion, wie eine gefährliche Krankheit um ſich griff, und
un=
zählige Menſchen veranlaßte, ihr Vermögen, ihre Wertobjekte,
ihr ganzes Beſitztum zu verkaufen und zu verpfänden — — um
einiger harmloſer Culpenzwiebeln willen.
Was den Weltuntergang betrifft, ſo hat erſt von drei Jahren
ein geſchickter Prophet die Erde mit dem Auftauchen eines
veuen, vermeintlichen Kometen ernſtlich zu erſchüttern vermocht
— immerhin wurden größere Nettungsaktionen von vielen
Men=
ſchen insgeheim vorgenommen. An einen Kinderkreuzzug erinnert
man ſich noch aus der jüngſten Seit, und die Sammelwut — auch
deren Mängel dürfte kein Anlaß zur Klage ſein. Man ſammelt
Briefmarken — zu hohen und höchſten Preiſen — Autogramme
und Sigarettenbilder. Und was die Modetorheiten erſt für Opfer
fordern, darüber wiſſen die Aerzte zu berichten.
Im übrigen haben wir und unſere Seit natürlich unſere
ſpe=
ziellen Gebiete, auf denen ſich die Macht der Suggeſtion erweiſt.
Da wäre hauptſächlich das Schlagwort zu nennen. Wir ſagen
„Individualismus” und „Pſuchoanaluſe” „Laientanz” und
Ne=
lativität”, Aktivierungsproblem” und
Minderwertigkeitskom-
plex” und „Eugenik” und „Exibitionismus‟. Es iſt wie eine
La=
wine — ſo ein Wort zieht alles Umliegende in ſeinen Bann —
ob es nun dazu gehört oder nicht. Bequem ſt es jedenfalls, der
perſönlichen Verantwortung, der eigenen Urteilsabgabe ledig zu
ſein durch Anwendung eines Schlaawortes. Aber — wenn Sie
meinen, daß Sie als moderner Menſch unabhängig ſind von all
dieſen Eimwirkungen — ich, für mein Ceil, möchte Sie natürlich
nicht beeinfluſſen.
Von A bis ZZ.
Wie ein großes Lexikon entſtehf.
Von Michael Geger.
Von A, „dem erſten Buchſtaben des Alphabets, der ſich über
das Griechiſche und Altſemitiſche bis zu der ſogen. Sinaiſchrift
zurückverfolgen läßt” bis S3, „das in den griechiſchen
Manu=
kripten alter Aerzte ſoviel wie Myrrhe bedeutete” — alles
Wiſſen unſerer Seit iſt in den 20 oder mehr Bänden eines
gro=
ßen Konverſationslexikons aufgeſpeichert. Eine kaum faßbare
Vorſtellung, durchblättert man dieſe Bände, daß es noch vor
kaum mehr als einem Jahrhundert Enzyklopädiſten gab,
Men=
ſchen, die das geſamte Wiſſensbereich ihrer Epoche überſchauten.
Gewiß unternehmen auch heute noch Perſönlichkeiten
außer=
gewöhnlichen geiſten Formats immer wieder den Verſuch,
Brük=
ken zwiſchen den Einzelwiſſenſchaften zu ſchlagen, ein organiſches
Geſamtbild aufzubauen. Aber auch ihre Faſſungskraft reicht
nicht dazu aus, das Fachwiſſen aller Gebiete wirklich zu
beherr=
ſchen. Auf immer neuen Wegen ſind die Pioniere des Geiſtes
in unbekanntes Land vorgedrungen. Unaufhörlich bilden ſich
neue Wiſſenſchaftszweige; alle arbeiten mit ſtets verfeinerten
Sorſchungsmethoden; alle haben ihre eigene Fachſprache, ihre
eigenen Begriffe. Wer von uns hat es nicht ſchon einmal
er=
lebt, daß er einem Geſpräch von Juriſten über einen Nechtsfall,
Horſt hatte nur leichte Cuchpantoffel an, ſeinen langen
Bild=
hauerkittel und war barhäuptig. So folgte er ſeiner Frau durdk
vier bis fünf Straßen. Hie und da ſahen ihm Paſſanten
er=
ſtaunt nach. Da verſchwand Hannelore in dem Poſtgebäude der
rue d’Orléans, und als ſie herauskam, las ſie ein kleines Billett.
Sie hatte ihren Gatten gar nicht bemerkt, der ſie erwartete.
Mit eiſernem Druck faßte Nobert ſeine Frau am Handgelenk:
Von wem iſt der Brief, gib ihn mir!”. Mit der Frauen in
ſol=
chen Jällen der Gefahr eigenen Beherrſchtheit, die einen Mann
in ohmmächtige Wut verſetzen und ihn der Mittel männlicher
Logik berauben, erwiderte Hannelore: „Laß mich los, mit deiner
mich verletzenden Eiferſucht biſt du mir widerwärtig! Wirſt dr
jetzt auch noch anfangen, mich zu brutaliſieren? Der Brief iſt
von deinem Bruder, bei dem ich mich über dein Betragen, das
du in letzter Seit mir gegenüber haſt, beſchwert habe
Robert wußte, daß dies eine Lüge war, eine Liſt... Er
griff nach dem kleinen Blatt, aber blitzſchnell hatte es Hannelore
zerknäult und in den Mund geſteckt. Horſt ließ ſeine Frau los
und ſtürzte in das Poſtbüro. Am Boden lag ein Umſchlag. Er
hob ihn auf: H. 7 poste restante, 2 e, bureau, Neuilly. War es
der Umſchlag von Hannelores Briefchen? Der Poſtſtempel war
von Paris. Die Adreſſe war mit typographiſchen Buchſtaben
geſchrieben. Sie bot nicht den geringſten Anhaltspunkt. Sollte
er den Schalterbeamten fragen? Er würde ſich lächerlich machen,
denn wahrſcheinlich würde ſich dieſer hinter ſein Amtsgeheimnis
verſchanzen oder ſagen, daß er ſich nicht erinnere, wer dieſen
Brief abgeholt habe. Horſt kehrte nach Hauſe zurück, zog ſich
an und ging nach der Gare de UEſt. Um 21.55 Uhr fuhr der
Schnellzug nach Deutſchland, den er nahm. Am nächſten Morgen
überraſchte er ſeinen Bruder in Karlsruhe. Einen Brief? Seit
langem hatte dieſer keinerlei Nachricht von Hamelore erhalten.
Wortlos, verſtört verlies Nobert ſeinen Bruder. Nun ſaß er
übernächtigt wieder im Schnellzug nach Paris. Jenes Dresdener
Künſtlerfeſt ſtieg in ſeiner Erinnerung auf, an dem er das
herr=
liche Mädchen zum erſten Male geſehen hatte. Der ganze
Lieb=
reiz, das unſagbare Glück jener Cage überwältigte ihn. Cränen
traten in ſeine Augen. Aber alles war ein abſcheulicher Betrug.
Liebe, Suneigung, Creue? Ein Narr, wer daran glaubte! Was
wünſchte Hannelore? Körperlich? Geiſtig? Geſellſchaftlich?
Hatte er ihr nicht alles gegeben, was eine verwöhnte Frau
ver=
langen kann?. Was galt ihm in dieſer unglücklichen Stunde ſeine
Künſtlerſchaft? Sein ſchon namhaftes Werk? Alles würde er
für ſein früheres Vertrauen in dieſe Frau geopfert haben. Alles
kreiſte ja vur um ſie zu ihrer Verherrlichung. Aber er würde
es erfahren, wer ihm ſein Glück vernichtet hatte. Er würde den
Verführer fordern, ihn öffentlich ohrfeigen, ihn töten. Doch was
dann? Würde ihm das die Liebe ſeiner Frau zurückgewinnen?
Und die Kinder? Was ſollte aus ihnen werden? Sie, die
Kin=
der eines Mörders? Unmöglich! Eine Kugel ihr, der
Verräte=
rin, dann ſich ſelbſt vernichten! Und die armen Waiſen? Was
hatten ſie verſchuldet? Niemals! Niemals! Mit ihr weiter
leben in der Lüge und ſtändig mit dieſem ſcheußlichen, ſein Leben
verzehrenden Verdacht im Herzen?
Ja, es gab für ſeine Ehre nur den einen Ausweg: Er mußte
ſich ſcheiden laſſen! Ehrel Was iſt Ehre? Er ſollte ſein Glück
mit einer Hand zerſtören, damit ihm die mißgünſtige Welt Ehre
zuerkenne. Wer von den vielen Menſchen, die er kannte, lebte
nach dieſen Ehrbegriffen? War es bei den meiſten nicht ein
kläglicher Kompromiß, eine ununterbrochene Komödie? Sich
ſcheiden laſſen!. Aber er hatte ja gar keine Beweiſe gegen ſeine
Frau. Der poſtlagernde Brief!. Ein Nichts! Eine inſzenierte
Strafe von ſeiner gekränkten Frau. Irgend etwas dieſer Art
würde ſie ſagen. Und dann, Hannelore liebte ihre Jungen, ſorgte
für ſie, Hans=Günther, der ältere, war ihr beſonders zugetan.
Das Gericht würde vielleicht die beiden Söhne der Mutter
zu=
ſprechen. Was hätte er noch ſchaffen können in dieſer ſeeliſchen
Verfaſſung? Der geſchiedene Gatte, der verwaiſte Vater. Und
ein anderer würde die geliebte Frau umarmen, mit ſeinen
Kin=
dern ſpielen. Seine Sähne knirſchten vor Schmerz und vor
Wut. Eine Blutwelle ſchoß ihm in die Augen. Niemals würde
er dies ertragen. Er konnte nicht mehr leben ohne dieſe Frau.
Er erſchrak über das Eingeſtändnis ſeiner Schwäche und haßte
ſich plötzlich. Was würden Hans=Günther ſagen und Walter?
Die Erinnerung an die Knaben kam auf einmal über ihn wie
etwas Liebes, Gutes, Warmes und tat ſeinem zerriſſenen Herzen
unſagbar wohl.
In Paris nahm er kein Auto. Er wußte ſelbſt nicht, wie
er auf endloſen Wegen an die Porte Maillot gekommen war.
Wie würde er Hannelore begegnen, was würde er den Kindern
ſagen? Ein namenloſer Schmerz drückte ihn nieder. Würde es
von nun an ein Leben ſein voller Selbſtbetrug, Heuchelei und
Entſagung, oder hatte ihn das Schickſal für ein furchtbares
Drama auserwählt, nachdem es ihm das Glück verheißen hatte,
nach dem wir Menſchen alle drängen, und das wir nie erreichen?
Sögernd öffnete Nobert Horſt die Pforte ſeines Gartentores.
Das Haus lag wie etwas Bedrohliches, Unheimliches,
Geſpen=
ſterhaftes in der Dämmerung. Wie eine lauernde Gefahr ſtand
es zwiſchen den alten Bäumen, die ihm fremd und ſeltſam
er=
ſchienen, als habe er ſie nie geſehen. Was ſollte nun geſchehen?
Das feindliche Haus zog ihn in ſeinen Bereich, mit
unwider=
ſtehlicher, ſchickſalhafter Macht. Langſam ſchritt er näher und
trat leiſe in den Hausflur. . .. Er hörte nur das laute Pochen
ſeines Herzens....
oder einem von Aerzten über einen Krankheitsfall beiwohnte,
ohno ein Wort zu verſtehen?
Die Enzuklopädiſten ſind verſchwunden, mußten verſchwinden,
aber nicht die Enzuklopädien. Wie iſt es aber heute möglich,
ein derartiges Werk zu ſchaffen, das auf jede noch ſo entlegene
Frage prägnant, ſachlich und allgemein verſtändlich Antwort zu
geben weiß? Welch eine Summe wiſſenſchaftlicher Arbeit und
Ueberlegung muß dazu gehören, ein ſolches Handbuch unſeres
geſamten Wiſſens zu ſchaffen. Aber auch die Arbeit einer
Nie=
ſenzahl von Fachleuten aller Spezialgebiete würde wohl kaum
dazu genügen, ein alles umfaſſendes Lexikon vollkommen neu zu
erſchaffen, könnte man nicht auf bereits vorhandenem aufbauen.
Die Vorarbeiten für die Neuausgabe eines großen
Konver=
lationslexikons nehmen Jahrzehnte in Anſpruch. Als erſtes
müſſen die früher gemachten Erfahrungen eingehend geprüft und
berückſichtigt werden. Der vorgeſehene Naum wird dann in
ſorgfältiger Ueberlegung durch den Hauptſchriftleiter den
ein=
zelnen Wiſſensgebieten und innerhalb dieſer wieder den einzelnen
Untergruppen zugewieſen. Jedes dieſer Gebiete (Medizin,
Philo=
ſophie, Phyſik, Chemie, Sprachwiſſenſchaften uſw.) wird von
einem eigenen Schriftleiter bearbeitet, deren jedem 20 bis 30
Jachmitarbeiter zur Seite ſtehen. Bei der Neuauflage des
„Großen Brockhaus” waren beiſpielsweiſe mehr als 20
wiſſen=
ſchaftliche Nedakteure und über 600 Fachleute viele Jahre
hin=
durch tätig. Dieſe Fachleute müſſen natürlich neben einer
gründ=
lichen Schulung in ihrem Spezialgebiet Verſtändnis für geiſtige
und praktiſche Anſprüche, die an ein Lexikon geſtellt werden,
Verſtändnis dafür, was der Leſer ſucht und wo er es lucht,
beſitzen. Nicht, wie man meinen könnte, die möglichſt große Sahl
von Stichwörtern, ſondern ihre richtige Auswahl iſt weſentlich,
denn in faſt allen Gebieten ließe ſich die Sahl der Stichwörter
bis ins Unendliche vergrößern. Kennt doch die Wiſſenſchaft
z. B. allein 400 000 Inſektenarten. Die Entſcheidung darüber,
was noch notwendig iſt und was ſchon zum überflüſſigen Ballaſt
gehört, iſt mitunter außerordentlich ſchwierig. Boſondere
Auf=
merkſamkeit erfordert auch die Frage, an welcher Stelle
be=
ſtimmte Stichwörter aufgenommen werden ſollen. Gibt es doch
recht häufig zuſammengeſetzte, komplizierte Begriffe, die man
an drei oder vier Stellen ſuchen kann, und es iſt wichtig, daß in
einem volkstümlichen Lexikon an Ort und Stelle ausreichende
Auskunft gegeben und der Benutzer nicht unnötig auf andere
Stichwörter verwieſen wird.
Für alle dieſe Fragen werden vom Hauptſchriftleiter genaue
Anweiſungen an ſämtliche Mitarbeiter gegeben, die für jedes
Einzelgebiet noch beſonders modifiziert werden müſſen, damit die
nötige Harmonie des Ganzen gewährleiſtet wird. Beginnt dann
nach all dieſen jahrelangen Vorbereitungen endlich die eigentliche
Arbeit, ſo giſt es erſt recht, die Durchführung all der früher
gefaßten Beſchlüſſe zu überwachen. Die oft ſehr ungleichartigen
Artikel der einzelnen Mitarbeiter müſſen ſorgkältig
durchgear=
beitet und in eine einheitliche. knappe und doch allgemein
ver=
ſtändliche Form gebracht werden. Immer und immer wioder
müſſen die einzelnen Manuſkerinte von den vorſchiedenſten
Ge=
ſichtspunkten aus auf ihre Nichtigkeit und Vollſtändigkeit hin
geprüft worden, ehe ſie den Weg in die Druckerei antreten
können. Ständia muß darüher gewacht werden, daß neu
auf=
tauchende Begriffe noch berückſichtigt, ueue Erfahrungen ver=
wertet werden. Sogar die in der Druckerei bereits geſetzten
Artikel werden fortlaufend ergänzt und berichtigt. Iſt dann
endlich der Auftrag zum Druck gegeben, der 1. Band erſchienen,
ſo dauert es noch Jahre, bis das geſamte Werk fertiggeſtellt iſt,
bis alle Bände erſcheinen, die den geſamten Wiſſensſtoff unſerer
Seit umfaſſen, von A bis Gz.
Srag mich was.
Von Curt Seibert.
Als Janny vier Jahre alt wurde, beſchloſſen die Eltern, ſie in
den Soologiſchen Garten zu führen; aber es war keine
Ver=
gnügungsfahrt für die Eltern, eher das Gegenteil. Schon in der
Straßenbahn, die recht gefüllt war, erſcholl Jannus lautes
Stimm=
chen durch den Naum:
Sag, Papi, iſt das Kamel im Soo größer als du?
Natürlich, Kind, ſagt die Mutter, und bekommt einen roten
Kopf.
Doch Jannu läßt ſich nicht beirren.
Neulich haſt du aber geſagt, ein größeres als Papi
gäbe es gar nicht mehr!
Da ſtiegen ſie raſch mit Baby aus und gingen den Reſt des
Weges zu Fuß. Von den Nilpferden wurden ſie empfangen.
Ei, rief Jannu, hat das ein großes, ſchönes Maul!
Das Nüpferd hat einen Nachen.
Wo denn?
Dort, wo der Hund die Schnauze hat.
Warum hat der Hund keinen Nachen?
Auf ſolche Fragen gibt es keine Antwort. Die Störche, die
als nächſte beſichtigt werden, ſtanden alle auf einem Bein.
Haben die Störche zu enge Schuhe an?
Störche haben keine Schuhe.
Bringen die Störche die kleinen Kinder?
Ja, natürlich, Baby.
Welcher hat denn mich gebracht, Mutti?
Da hinten der große.
Ooch, der iſt gar nicht ſchön; ich möchte gern einen anderen
Storch haben.
Vielleicht war es auch ein anderer.
Da lacht Babu, daß alle Leute ſtehen bleiben.
Mutti iſt aber dumm, die weiß nicht mal, wer mich
ge=
bracht hat.
Gemeinſam flüchtet man zu den Affen, doch ſehen die Eltern
bald ein, daß Jannus Fragen bei dieſen Cieren einfach uicht zu
beantworten ſind, und ſo wendet ſich die Familie dem
Löwen=
käfig zu.
Sieh, Papi, der große will raus.
Er kann nicht raus, ſei nur ruhig.
Warum kann er nicht, Papi?
Weil die Gitter davor ſind.
Wenn die Gitter nicht davor wären, kömte er raus, nicht
wahr, Papi?
Ja, Baby.
Und weshalb hat man ihn eingeſperrt?
Damit du ihn dir anſehen kannſt.
Wenn ich ihn aber nicht ſehen will, darf er dann raus?
2 2 2
Der große hat ſo viele Haare auf dem Kopf.
Das iſt die Mähne. Der große iſt ein Löwe, und daneben
der Löwe ohne Mähne, das iſt die Löwin, ſeine Frau.
Warum hat die keine Mähne?
Damit der Löwe ſie beſſer erkennen kann.
Wenn ſie aber dem Löwen ſagt, daß ſie ſeine Frau iſt, dann
kann ſie doch auch eine Mähne bekommen, nicht?
Natürlich, Janny.
Und wenn ſie eine Mähne bekommt, dann iſt ſie doch auch
ein Löwe?
Ich glaube, wir gehen doch lieber zu den Elefanten.
Unterwegs bleibt Baby am Gitter des Seelöwen hängen, der
die Angewohnheit hat, ohne Pauſe ſtundenlang in ſeinem Becken
hin und her zu ſchwimmen.
Guck mal, der Fiſch kann gar nicht den Ausgang finden,
Papi. Willſt du ihm nicht mal zeigen, wo er raus kann?
Das iſt kein Siſch, Mauſi, das iſt ein Seelöwe.
Aber, der hat ja keine Mähne. Iſt das die Frau von einem
Löwen?
Ja, ſagt Papi erſchöpft.
Warum iſt denn die Frau im Waſſer und der Löwe im
Kä=
fig? Sicher will ſie zu ihm, Mutti?
So landeten ſie im Schlangenhaus. Staunend blieb Baby
vor den Glaskäſten ſtehen.
Wo iſt denn die Schlange?
Na, hier liegt ſie doch!
So klein? Iſt das ein Baby?.
„Wenn ſie ſich aufrollt, iſt ſie ganz groß.
Wenn ich mich aufrolle, bin ich dann auch groß, Papi?
Natürlich, Janny.
Wo iſt denn das Ende von der Schlange?
Da unten!
Eigentlich, ſtellt Jannu feſt, hat die Schlange nur einen
Schwanz und einen Kopf drauf. Iſt das immer ſo?
Ja.
Hat die Schlange auch keine Mähne?
Nein.
Wie kann die Schlange wiſſen, daß es ihr Mann iſt, wenn
er keine Mähne hat?
Nach zwei Stunden fuhren ſie todmüde in der Bahn zurück.
Ihnen gegenüber ſaß ein Mlann mit zerrupftem Haar, wulſtigen
Lippon und abſtehenden Ohren.
„Papi, der große Affe war viel hübſcher als der Mann da.
Jannu. ruft die Mutter, wie kannſt du ſo was ſagen?
Aber der Affe hört es doch gar nicht.
Da ſtiegen ſie raſch aus und legten den Reſt des Weges zu
Suß zurück.
Nummer 397.
Partie Nr. 77.
Die ſchönſte Partie aus dem internationalen Meiſterturnier zu
Keskemet 1927:
Abgelehntes Damengambit.
zweckt mit dem Springer über (1, d3 von
b4 aus einen entſcheidenden Angriff auf
den Baß, um dieſe Drohung parieren zu
können, muß Schwarz den Springertauſch
anbieten” welcher dem Feld h7 ſeinen
berufenen Schützer entzieht.
Wa8—a6
22.
23, Se2-1
Sf8—47
2. 8e df
Ta88d7
25. 801—43
197—48
engliſchen Meiſter Buergerſoll die Feſſelung
26. 803—e5 Lef—18
des Springers (e3) verhindern und dadurch
In der Hoffnung, die Stellung durch
den doppeſchritdese=Bauemn vorbereiten.
g6 nebſt 187 zu ſanieren; der folgende
Sbs—d5
458e4
Zug des Weißen läßt jedoch keine Zeit dazu.
8. e9-e4
Na6— a8.
27. h.2—h41
Dr6—f4
9. Sa3ge4
Oderg6 28. h5 g5 29, k4 mit ſchneller
Lf8—4
10. Ik1—d3
0—0
Bernichtung der ſchwaren Feſtunſ.
11. 0—0
28 l.et—bl. Mit der Drohung
Nf8—d8
12. Df1-e1
Dt4—67
29. Dc2. g6 30. h.5 uſw.
13. Na1—d1
n6—h5
Schwarz hat infolge der gewählten
29. D03—f3
gf-g8
Variante große Schwierigkeiten, ſeine
Fi=
h5484
30. 79—g4
zuren zu entwickeln, beſonders den Lo8.
k782t,
31. Df38g4
Der Rückzug der Dame iſt praktiſch er=
32. I.b1—4 21 Einſehr wichtiger Zug,
zuwungen, den auf 13. 818 folgt 14. Dg3
welcher das Aufziehen des k=Bauern
ber=
mit der Drohung 15. Ses.
Sd7—f
hindert. Schwarz kann letzteres nicht mit
14. Set—g3
15. Db3—a3. Droht 8.5 gefolgt von 32. . ... Deß vorbereiten wegen der
45, was eine große Schwächung des feind= Antwort 33. S:g6! nebſt T:e6 und
ge=
ſchen Kougftigels herausſarden wirde, uinne.
b5—b4
Mit ſeinen nächſten zwvei Zügen beugt
Ein genigles Hilfsmittel in der hoff=
SchwvarzdieſerGefahrvor aberumden Preis
einer fühlbarenden Desorganiſation der nungsloſen Stellung: wenn 33. ab, ſo
23 34. ba T:a3 mit verſchiedenen tak=
Bauern des anderen Flügels.
fra5
tiſchen Drohungen.
15.
b4Fa3
45—44
33. I.a2—641
18: 49—
De7—a5
1f. 5ls 88 und nicht 8hs wegen 34. b38a3
35. Dg4—e4. Der beſte Zug: verfrüht
Da5 Uſw.
DG7—a5
wäre 35. 8ig6 wegen N:44, und auch
168—47
33. h5 wegen gh. 36 Dihs N:94 uſm.
18. D03—61
Da5—7
16. 64—o5! Die logiſche Folge des
38. De4—k4. Bereitet den Vormarſch
Bauernvormarſches am äußerſten
Damen=
flügel. Weißt droht entſcheidend den Punkt desh=cauernvor, gegen welchen überhaupt
bö mit dem Springer zu beſetzen und er= keine Verteidigung möglich iſt.
zungk bodurch die fogende Antport.
wodurch der Sauferbauerunheibarſchwach
wird.
b7—b
D25. 7
20. 103—e4
21. D61—G3. Mit der Abſicht Dk3
und Bauerngewinn.
Ld7—e8
21..
22. Sg3—e2! Die Einleitung zu einer
Serie von Manövern, gegen welche Schwarz
überhaupt keine genügende Verteidigung
hat. Die direkte Drohutg, welche durch
den Springerzug hervorgerufen wurde, be=
37. h4—h5!
38. Kg1—h1
39. Nel—g1
40. Nalse4,
41. Ta1—g14
Ta8—b8
gKXhS.
Nb8—b5
Def—e
Kg84g7
487—h3
42. Secsf7: Die Pointe der
Schluß=
kombination. Falls jetzt 42. ... . D:k7
ſo 43. 1d3+. Da6 44. L:g6+ I.:g6
4a.NFchll gg 4d bet Käfti Des
und Schwarz verliert, wie leicht erſichtlich,
nach einigen Schachs einen Turm.
Aufgege
ntche
b, d. e. e, e, e, g. h. i, i, k. l. o. o. r. ſ.t. t, t. u. — Vorſtehende
20 Buchſtaben ſchreibe man auf die 20 Punkte, ſo daß 5 Wörter von
folgender Bedeutung erſcheinen: 1—2 Brennſtoff, 2—3 muſikaliſches
Uebungsſtück, 3—4 deutſcher Dichter, 4—5 Pfad, 5—1 Bauſtil. — Die
Mittelbuchſtaben, richtig abgeleſen, ſagen, was alle Tage iſt.
Auflöſungen der Rätſel aus Nummer 2.
Lauter Eis.
Greis, Fleiſch, Ameiſe, Kleiſter, Kleiſt, Waldmeiſter, Zeifig,
Speiſe. — „Glatteis.”
Das Huhn.
Anmerkungen von Dr. A. Aljechin im Turnierbuch.
Die Wörter bedeuten von oben nach unten: 1 Metall,
2 bibl. Buch. 4 Stacheltier, 5 Feldmaß, 6 altes Längenmaß 7
in=
diſcher Prieſter, 9 Stadt a. d. Saale, 11 ital. Dichter. 12
Baum=
frucht, 16 früher. Anrede franz Kaiſer, 17 Vogel, 18 Tierkadaver,
20 unbeſtimmter Artikel, 21 Fragepartikel.
Von links nach rechts: 3 Gebet in Wechſelrede, 7 türk Titel,
8 Auszeichnung, 10 Röhricht, 12 kleiner Weißfiſch, 13
Beleuch=
tungskörper, 14 Flächenmaß (Abkrzg.), 15 Präpoſition, 16
Tier=
kreiszeichen, 18 Baum, 19 ſumpfiger Strandſee, 22
auslandsdeut=
ſches Gebiet (heute rumäniſch).
Magiſches Qugdrat.
3 4.5
1. ein nicht alltägliches Jagdtier.
BEEAE
EEEEGT 2. Frauenname,
1G GGITI 3. Muſikinſtrument.
TLHLNN4 überirdiſches Weſen,
N.RRRN.
5. ehrlich, gewiſſenhaft.
Nach richtiger Ordnung der Buchſtaben enthalten die waggrechten
und die ſenkrechten Reihen gleichlautende Wörter von nebenſtehender
Carl Deubel.
Bedeutung.
In der Bahnhofshalle, nicht für es gebaut,
Geht ein Huhn.
Hin und her —
Wo, wo iſt der Herr Stationsvorſteher?
Wird dem Huhn.
Man nichts tun?
Hoffen wir es! Sagen wir es laut:
Daß ihm unſere Sympathie gehört,
Selbſt an dieſer Stätte, wo es ſtört!
Morgenſtern.
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rbeinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. 5 Nette. Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389—2392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verkoter=
[ ← ][ ][ → ] No alſo, ich hab derr Ihne net ſchlecht geguckt, wie ich am
verwiſchene Sunndag ’s Bläddche uffſchlag. Ich hab de erſt
ge=
glaabt, ich hett en Poſtkadde=Allbumm verwiſcht, dann mer hott
jo vor lauder Beem de Wald, odder vielmehr, vor lauder Bilder
kaa Babier mehr geſähe.
Freilich, die Bilder ſin jo äwe in=ere richdichgehende
Zei=
dung aach die Haubtſach. Un wann heit e Unglick baſſiert is,
odder e Verbräche, odder ſunſt en Miniſterwäxel odder ſo, dann
will mer net mehr worde, bis mer däß odder jenes uff de Mäß
im Guggkaſte aſtaune kann, ſundern däß will der verwehnte
Zeidungsläſer ſpädeſtens am annern Dag bequem in ſeine
Zei=
dung in Fiſchura beaageabbele. Däß nennt mer dann des
„Tembo der Zeit”. Und wann däß mit däre drahtloſe
Radio=
bildiwwerdragung noch e bische ſo weider geht, dann wärds
noch ſoweit kumme, daß des Bild ehnder in de Zeidung
abge=
druckt ſteht, als nor des bedräffende Ereichnis baſſiert is —
No, ich hab doch en armsdicke Seifzer vun mer gäwwe un
war heilfroh, wie ich dehinner kumme bin, daß ſich’s bei dene
Bilder net um lauder abpoddografierte U’glicker hannelt,
ſun=
dern bloß um e Preisausſchweiwe, wo’s Dagbladd vum Stabbel
geloſſe hott, indem die Bilder lauder Läde vun Darmſtädter
Ge=
ſchäfte vorſtelle; un wo mer alſo weider nir zu dhu hott, als
raus zu bringe, wie die Firmas haaße un wo ſe ſich befindlich
ſin. Un wann mer ſe all mitnanner richdich erausgeknowelt hott,
dann wärd mer „Breisdreecher” un krickt ſein Breis in Geld
odder Gutſchei baar uff die Hand gezehlt.
Offe geſtanne, die Sach hott mer imbonniert, ’s hatt bloß
aan Hooke. Nemlich mer wärd ſich noch erinnern kenne, daß ich
neilich en heiliche Eid druff geſchworn hab, bei kaam
Breis=
ausſchreiwe mehr mitzumache. Wodro mer widder ſieht, daß
mer mit ſo Eide doch net ſo umſich ſchmeiße ſoll, mer kann
nem=
lich nie wiſſe, wie’s kimmt, geſchworn is meiſtens glei. Awwer
ſchließlich hab ich doch mei Gewiſſe beſchwichdicht, un hab mer
geſagt, wenn ſälbſt in de hoche Bolledick en Eid un wann er
noch ſo heilich is, net mehr gilt als en Hutzelſtiel, ſundern ſtets
un immer nor des Indräſſe; alſo wann ſälbſt die dunkelſte
Ehrenmenner ſage: „was gäb ich uff mei ſchläächt Geſchwätz”.
do kann aach mir’s kans veriwwele, wann ich emol e bische en
Eid bräche dhu: ſchließlich war’s jo bloß en Breisausſchreiwe=
Eid, wo ich nor mir wiſſawie geſchworn hab; un die gälde
jo net for voll.
Alſo ich hab emol Eid — Eid ſei loſſe, un hab mich ſofort
uff die Breisbilderreedſelerei geſchmiſſe. Dann däß kann jo
net ſchwer ſei, die Bilder rauszufinne for aans, wo de ganze
Dag in de Stadt erum ſchäbbcht. Un ich hab mer gedeukt, die
erſt Hälft vun dene Geſchäfte hoſt=de ſicher im Kobb, die zwadd
Hälft findſte im Adräßbuch, un die dritt Hälft mußte fuche, im
Städtche ärchendwo. Awwer ſchun bei de erſte Hälft vun dene
Bilder hott ſich’s erausgeſtellt, daß die Geſchäfte, wo ich im
Kobb hatt, um’s Verblatze net zu dene Bilder baſſe wollte. Ich
hab mer däßhalb geſagt, du machſt’s am beſte umgekehrt, du
ſuchſt afach emol die Geſchäfte, die wo net mit dene Bilder
gemaant ſin, dann kann’s gornet mehr fehle, dann die iwwriche
miſſe’s ſei; un dann brauch mer bloß de Name, odder die Firma
un ſo, richdich uff die Bilder zu verdaale, un dann hott mer
gewunne. Un däß kann net ſchwer fei, ſagt ich mir, indem’s
bloß zwaa Meechlichkeide gibt; nemlich mer bott do ganz die
Wahl, indem endwedder mer macht’s richdich, odder mer machts
verkehrt. Un dann macht mer’s nadierlich richdich verkehrt, un
do bleibt’s Verkehrte richdich, un däß ſchickt mer ei, un am
End vum Monat guckt mer in ſein Briefkaſte, un do leije
zwaa=
hunnerdfuffzich Mack drin mit=eme ſcheene Gruß vum Dagblatt;
däß is dann de erſte Breis. —
Aans hab ich allerdings bei däre Breisbilderreedſelerei ſchun
in de erſte fimf Dag erauskrickt, nemlich däß, daß mer ſich nie
uff ſein Kobb verloſſe ſoll. Un weider hab ich zweidens
eraus=
krickt, daß mer ſich aach net uff’s Adräßbuch verloſſe ſoll, uff.
däß ſchun gornet, dann do ſieht’s noch dorchenannerer drinn
aus, wie im aam ſeim Kobb; un drittens hab ich erauskrickt, daß
mer uff die Art iwwerhaubt nix erauskrickt ſundern
ginſtichs=
denfalls nooch Heppenheim kumme kann. Ich hab’s alſo
uff=
geſteckt, mich uff mei Gedächtnis un uff’s Adräßbuch zu
ver=
loſſe, un hab alſo vor gehatt, däß Breisbilderreedſel per Fuß
zu löſe.
Nadierlich muß mer do die Sach vun de ſtradeſchiche Seid
apacke un därf net blindlinks in de Stadt erum ſchuſſele, ſunſt
verſäumt mer do zu viel Zeit, un is bis zum achtunzwanzichſte
net färdich. Aach därf mer ſich net ſo mir=nix=dir=nir uff ſei
Spiernas verloſſe, die wo aam heechſtens bei Paffimerie= un
Keesläde was nitze kennt, ſundern mer muß blanmeßich un
ſiſtemadiſch vorgeh, dann is es e Kinnerſpiel, dacht ich. Ich hab
mer alſo gäſtern erſt emol en Blan vun Darmſtadt gekaaft, un
hab mer en Feldzugsblan zurecht gelegt, indem daß ich mer die
Sach ſo gedenkt hab, daß ich im Watzevärdel drunne affang mit
meine Sucherei, un dhu mich dann ſo langſam im Zickzack dorch
die Stadt dorchſuche, bis ich dann nooch Labbingshauſe kumm.
Am beſte, dacht ich, geht mer immer midde uff de Stroß, daß
mer nix iwwerſieht; un im Notfall kann mer for alle Fäll noch
ſein Owerngucker benutze, do krickt der wenichſtens aach widder
mol e Verwendung. No un den Verkehr wärd däß, daß mer
midde uff de Stroß geht, jo weiders net ſteern, dann es ſtehn
jo kaa Verkehrsſchutzleit mehr im Wähk.
Freilich, ſo e Winſchelruhd weer eichendlich aach net iwwel,
wann mer die hett, un die wo an jedem Lade, den wo mer zu
dem bedräffende Bild brauche dhut, ruck=zuck mache dhet. Un ich
bin däßhalb gäſtern noch raſch in’s (im Verdraue!) ins „Ehabbe‟
gange, un hab mich noch ſo=ere Winſchelruhd befrogt. Awwer
im Ehabbe hawwe ſe mer geſagt, ſo äbbes hedde ſe net, awwer
ſunſt kennde ſe mer mit allem diene, unner Garandie for
Hält=
barkeid, vun Elf bis leihd.
No in meim Dillemma, kimmt dann gäſtern awend noch
mei Freundin die Endebärzelſen. Ich denk an nir Beeſes, do
klobbt’s. — Sie hott gegrienzt, wie en friſchgeſchrubbter
Dreck=
ahmer un hott beim Genawendſage, s Manl verzoge, daß mer
ihr ganze grieſpaniche Goldblombe geſähe bott, (die
mäzze=
baauerne Eierbriggädds ſcheinere alſo nix geſchand zu hawwe).
Se hett ſich de erſt ſo hinnerum nooch meini Befinne
erkun=
dicht, (jedenfalls hawwere die verhutzelte Schenapoſankabbſele
uffm Gewiſſe geläje) un ſeeckt dann: „No, hawwe ſe ſchun e
orndlich Baddie haus?” — „Was — haus?” ſag ich . . . „Ei”,
ſeeckt=ſe, „vun dene Bilder im Bläddche!” — „Ach”, ſagt ich ſo
leicht hie, „ich hab mer en Eid druff gelegt, mich an kaam
Breis=
ausſchreiwe mehr zu bedeiliche, un en Eid is for mich immer
noch en Eid.” — Awwer die hott den Seidehieb net verſtanne
un ſeeckt dann: „No”, ſeeckt=ſe, ſie ſtehn doch gewiß gut mit dene
Herrn uffm Dagblatt, mir fehle bis jetzt bloß noch e paar Firma
zu dene Bilder, wann ich die noch hett, hett ich ſe”, ſeeckt ſe.
Dodebei hott ſe mer geſtanne, daß ſe ſchun die ganz Woch in de
Stadt erum ſtreife dhet, ſie kennt kaum noch uff de Baa ſteh: no
un mir weern doch ſo gud in de Freundſchaft — — — Awwer
do bin ich in meine ganze Greeß uffgeſtieje: „Madamm”, ſagt
ich, „Madamm, unſer Freundſchaft in Ehrn, awwer beſtäche?
— naa”, ſagt ich, „wen glauwe ſe dann, als daß ſe vor ſich
hedde”, ſagt ich ... dann hab ich mich widder geſetzt, hab e
bische e freundlicher Mien uffgezoge, un hab geſagt: „Awwer
gäwwe ſe mol däß Gemies her, ich will’s ihne dorchgucke, un
will ihne gärn eneiſchreiwe was ich waaß.”
No, was ſoll ich ſaage, ſie hott mer’s dadlächlich dogeloſſe.
Un ich hab nadierlich nir Eilicheres zu dhu gehatt, als mir die
Firma un Geſchäfte, die wo ſie bereits richdich gerode hatt —
abzuſchreiwe. Un daß die, wo ich ihr defor enei geſchriwwe hab,
net ſtimme, do kann ſe Gift druff nemme. —
No un jetzt hoff ich bloß, daß noch ſo e paar Schlaubärjer
kumme, die wo ſich bereits die Baa abgelaafe hawwe, un froge
mich um Rod. Uff die Art un Weis, denk ich, krick ich däß
Bilder=
breisfirmareedſel aach zuſamme; dann ich ſag mir, was des
aane net waaß, waaß des annere, un do muß es jo hinnenoch bei
mir ſtimme — —. Uff die Art ſpar ich mer die Laaferei un
Sucherei, un wann ich nor e klaa bische Glick hab, kanns net
fehle; ſchließlich hott ja aach ſchun emol e blind Hinkel aus
Ver=
ſähe e Ei gelegt..
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Noddabene, wer awwer unner de
obwaldende Umſtend ganz gewiß was gewinne will, dem gäb ich
den gude Rot, ſich e Kadd for des Wohldädichkeidsfeſt
am nechſte Sunndag in de Otto=Berndt=Hall zu kaafe. Nemlich
in dem Fall gewinnt mer ganz ſicher was, un dhut owwedrei noch
e gud Werk for die deitſche Brieder iwwer See. Der „
Frauen=
verein vum Rote Kreiz”, der hott ſich nemlich die Uffgab geſtellt,
die Middel for die deitſche Krankehaiſer im dunkele Erddaal un
dort erum, uffzubringe, un Krankeſchweſtern un
Kinnergärt=
nerinne dorthie zu ſchicke, damit unſer deitſche, un aach die
viele heſſiſche Brieder ſähe, daß ſe die Heimat net vergißt. —
Dann, ach Gottche, aus ſo manchem Schreiwebrief, der wo mir
aus färnem Land zugeh dhut, do fiehl ich allemol däß diefe
Haamweh eraus. Dann es ſin jo net die Schlechſte, die wo
enaus ziehe, damit ſe annern in de Heimat net es Brot ewäck
nemme! — Un wie miſſe ſe ſchaffe un ſchufte, im diefſte Urwald,
mit Fraa un Kind, in Not un Entbehrung. — Schad, daß mer
do net emol en Film uffnemme kann, un kann=en den viele,
all=
zuviele „Unzufriddene”, in Deitſchland vor Aage fiehrn; ich
glaab, do gingt mancher in ſich, un wer ſtill un zufridde, mit
dem bische, wo er hott — — — Alſo, mit aam Wort, dißmols
hannelt ſich’s um e klaa un beſcheide Krankehaus im Urwald
vun Paraguay; die Krankeſchweſter, wo hiegeſchickt is worrn,
ſitzt in=eme armſeeliche Lehmhiddche ohne Fenſter. No, do muß
doch was geſchehe! For allem aach, for die deitſche Midder,
damit die midde im Urwald wiſſe, wo ſe in ihre ſchwere Stund
ihr Haubt — un aach ihr Kindche hielege kenne. — Vergäßt
mer’s alſo net, de nechſte Sunndag in de Otto=
Berndthall! —
No, un wann ich alſo in Vorſtehendem zimmlich friehzeidich
die Sproch druff gebracht hob, ſo kumm ich, in Noochſtehendem e
bische hinnenooch, wie die ald Faßnacht. Awwer ich denk, de
Wilhelm Diehl wärd aach poſt feſtumm un poſt
ſchkribb=
dimmlicherweis noch mein Glickwunſch zum ſächzichſte
Geborts=
dag engäje nemme. Wer er is, un was er is — die wo ihn
un ſei Wirke kenne, wiſſe’s. De annern is es dieſer Dag aus
beruffenerer Fädder geſagt worrn. Un wann ich mich dene
Glickwinſch aſchließe dhu, ſo nemm ich mer dozu des Recht
eraus, weil unſer Wilhelm Diehl doch aach lange Johr bei uns,
im Kabblaneivärdel, dhädich war un gewerkt hott; er ſteht bei
uns als dreier un urwüchſicher Seelſorcher noch im gude
Agedenke. Un ferner nemm ich mer des Recht eraus, weil
unſer Wilhelm Diehl net bloß e groß Kärchelicht, un e
dief=
grindicher Geſchichtsforſcher is, ſundern weil er aach däß ſei
eiche nennt, was mer ſunſt bei ſeinesgleichen ſälde find —
nem=
lich den „Humor”. Märkwärdicherweis fehlt eichendlich däß
Wörtche im Sprachgebrauch vun ſeim eichendliche Meddjee. Däß
is faſt unverſtendlich, wann mer bedenkt, um was for=e fei,
gud un hilfreich Sach es ſich dobei hannelt. Hedde doch)
viel, vun dene „Lichter”, die wo heit „ärchendwo” an de Spitz
ſteh, e Finkche vun dem Humor, s ſtind manches beſſer um
uns ..
Un in dem Sinn, hochwirdicher Herr Brälad un liewer
Wilhelm Diehl: Herzlichen Glickwunſch vun de ganze Altſtadt,
un vun mir, un alles Gude weider!
Der zeitgemäße Haushalt.
Weißes oder farbiges Monogramm in der
Wäſche? Bei der Beſchaffung einer Ausſteuer, ſowie bei
Neu=
anſchaffungen und Ergänzungen der Wäſche wählen die meiſten
Hausfrauen das weißgeſtickte Monogramm, das ſie in
grö=
ßerem oder kleinerem Format der geſamten Gebrauchswäſche
ein=
ſticken laſſen oder ſelbſt arbeiten. Welche Nachteile aber dieſe Art
haben kann, das werden namentlich jene unter ihnen zu ihrem
eigenen Leidweſen erfahren haben, die ihre Wäſche „außer Haus”,
reinigen laſſen. Sind die Monogramme beſonders klein und
zier=
lich gewählt, wie ſie gern in Leib= und Gebrauchswäſche gearbeitet
werden, ſo kommt es nicht ſelten vor, daß ihre ſchlechte
Leſerlich=
keit zu Vertauſchungen und Verwechſlungen in den Wäſchereien
führt und ſie dadurch in fremden Beſitz gelangt, deren Austauſch
oftmals erhebliche Schwierigkeiten verurſacht, wenn nicht ſogar
ein minder wertvolles Stück dafür „in Kauf” genommen werden
muß.
Das rotgeſtickte Monogramm dagegen, mag es klein oder groß
gehalten werden, iſt ſtets ſofort erkennbar und man ſollte es für
die geſamte Wäſche, mit Ausnahme feiner Taſchentücher und jener
Wäſcheſtücke wählen, die unter der Kleidung ſichtbar werden, wie
Untertaillen, Prinzeßröcke, die namentlich während der
Sommer=
monate unter Sommerkleidern von durchſichtigem Gewebe
getra=
gen werden. Auch iſt es ratſam, recht markante Monogramme
zu wählen, die frei von unnötigen Verſchnörkelungen und =zierun=
Kreuzſtich ausgeführt, bleibt dem perſönlichen Geſchmack jeder
Hausfrau ſelbſt überlaſſen, denn heute ſind beide Arten modern.
Vorzügliches Putzmittel für Silber. Man
be=
reite ſich eine dickliche Miſchung von deſtilliertem Waſſer,
unter=
ſchwefligſaurem Natron und Schlemmkreide, von den beiden
Mit=
teln je ein Teelöffel voll auf 2 Eßlöffel Waſſer gerechnet,
über=
bürſte die Silberſachen damit, ſpüle ſie in reinem Waſſer und Donnerstag: Sauerkraut mit Leberknödeln.
trockne ſie in Sägeſpänen.
Bunte Salatplatten für die Gäſtetafel. Ob
man Gäſte zum „kalten” oder „warmen Abendbrot” geladen hat,
immer werden, ſaure Beilagen in Form von Salaten auf der
Tafel ſehr geſchätzt, zumal dann, wenn ſie ſich in reicher Auswahl
präſentieren. Da wird neben dem Sellerieſalat vor allem
der=
jenige von Rotkraut mit und ohne Beimiſchung von Sellerie, der
Weißkraut=, Roſenkohl=, Möhren=, Blumenkohl= und
Schwarzwur=
zelſalat ſehr gers gegeſſen. Wenn nun auch das Rot= und Weiß=
kraut nach dem Feinſchneiden mit Salz untermengt, „roh”
ange=
macht wird, ſo müſſen Roſen= und Blumenkohl, Schwarzwurzeln
und Möhren in Salzwaſſer weichgekocht werden. (Das abgegoſſene
Kochwaſſer verwende man zu Suppen.) Darauf werden die
Ge=
müſe in „kurzer” Marinade von Eſſig und Oel, mit 1 Teelöffel
Süßſtofflöſung gemildert und mit Salz und Pfeffer gemiſcht und
evtl. durch Beifügen von 1—2 Eßlöffel Mayonnaiſe verfeinert.
Dieſe Salate werden dann auf kleinen Glasſchüſſeln farbig
mit=
einander abwechſelnd oder auf großen Platten angerichtet, wobei
aufgerichtete Sellerieſcheiben die Arten voneinander trennen und
krauſe Peterſilie, Kapern, Perlzwiebeln, Eiviertel und
Zitronen=
ſcheiben eine gefällige Garnitur ergeben.
Ausgezeichnete Karlsbader Punſcheſſenz auf
Vorrat zu bereiten. 1 Pfd. Zucker koche man mit ½ Ltr.
Waſſer, der feingeſchnittenen Schale einer Zitrone und 2
Apfel=
ſinen zu Sirup, füge den Saft von 3 Apfelſinen, 2 Zitronen,
Flaſche Rum und ½ Flaſche guten Rotwein bei, fülle in
Flaſchen, verlacke dieſe und laſſe ſie einige Monate lagern. Dann
mit dünnem Tee gemiſcht und nach Geſchmack geſüßt, ergibt dieſe
Eſſenz einen ausgezeichneten Punſch.
— In der Winterſonne werden die einen — in der Sonne des
Südens die anderen Erholung ſuchen. Wie die diesjährige
voll=
ſtändige Ausrüſtung ſowohl für die Reiſe in den Winter als auch
für die in den Frühling ausſieht, ſagt Ihnen die ſoeben erſchienene
neueſte Nummer der „Eleganten Welt”. Und da die Frage
„Faſching oder nicht Faſching?” auch wieder die Gemüter
beſchäf=
tigt, wird eine ſich damit befaſſende, durch reizvolle Illuſtrationen
den ſind und kein langes Rätſeln benötigen. Ob in Platt= oder bereicherte Publikation im gleichen Heft ebenfalls beſonders
intereſſieren.
Speiſezettel.
Sonntag: Sellerieſuppe. Gefüllte Kalbsnuß. Gedünſtete
Vanilleäpfel.
Montag: Porreegemüſe mit gedämpftem Hammelfleiſch.
Dienstag: Kartoffelpüree mit Lungenmus. Sellerieſalat.
Mittwoch: Gulaſch im Reisrand.
Freitag: Gebackener Goldbarſch mit Krautſalat.
Samstag: Reis mit Blumenkohl und Gänſeklein.
IR1
Humor
Im Kinderzimmer. „Warum weinſt du denn ſo, mein Junge?‟
„Ach, wir ſpielen Nordvolfahrer, und da ſoll ich der Eskimo
ſein und dem Paul ſeinen Lebertran austrinken!“
(Herold.)
Begreiflicher Irrtum.
„Ziehen Sie um, Herr Meier?‟
„I wo, ich tauſche die Geburtstagsgeſchenke meiner Frau um.”
Aeltere Semeſter. Studiert denn Ihr Sohn immer noch?‟
„Jawohl, er wird nämlich Arzt, und da bleibt er lieber etwas
länger auf der Univerſität, weil die Patienten zu älteren
Her=
ren mehr Vertrauen haben.”
(Nebelſpalter)
Pech. „Warum kommſt du denn jetzt erſt? Um acht wollteſt
du ſpäteſtens hier ſein!“
„Es hatte jemand auf der Straße ein Fünfmarkſtück
ver=
loren, und da hab’ ich ihm ſuchen helfen.”
„Und haſt du Glück gehabt?
Nein, er fand es ſelber wieder”
(Answers.)
Das Dienſtmädchen. „Alſo, Minna, wenn wir den neuen
Kochapparat kriegen, ſparen wir täglich zwei bis drei Kubikmeter
Gas!”
„Und was machen wir mit all dem Gas, gnädige Frau?”
(Herold.)
Aus einer Opernkritik. Die Künſtlerin iſt eine ſchlechte
Dar=
ſtellerin, eine ſchlechte Sängerin, aber eine gute Fünfzigerin.
(Nebelſpalter.)
Neuvermählt. „Nun, wie gefällt Ihnen die Ehe?” — Frau
des Malers: „Ach, es iſt recht unterhaltend! Ich koche, Alfred
malt, und nachher raten wir, was beides bedeuten ſoll.”
Die Konturen der neuen Mode im Scherenſchnitt.
Merkwürdigerweiſe ſind in den
gro=
ßen Modeſalons nicht die Hauptſaiſons
die modiſch=intereſſanteſten, ſondern die
ſogenannten „Zwiſchen=Kollektionen”,
da man unter dieſer nicht allzu
um=
fangreichen, aber ſehr ſorgſam
getrof=
fenen Ausleſe ganz neue Mode=Winke
zu erhalten pflegt und immer Anſätze
einer neuen Linie zu vermerken
ver=
mag, die dann erſt viele Monate ſpäter
in die Menge dringt und zu jenem
all=
gemein=anerkannten Faktor wird, den
man eben „eine Mode” nennt.
Von dieſer Erwägung ausgehend,
darf man die Mode der letzten Wochen
und die Schaffungen der allernächſten
Zeit als beſonders beachtenswert
be=
zeichnen und ſich ihrer Silhouette mit
großer Aufmerkſamkeit widmen.
Wie man weiß, bringen die
letzt=
modernen Schaffungen mannigfaltige
Garnierungen, ſo daß die Gefahr
nahe=
liegt, darüber die Hauptſache, nämlich
die Linie zu überſehen, die aber
letz=
ten Endes doch für den Erfolg oder
Miß=
erfolg einer Mode ausſchlaggebend iſt.
Darum wollen wir uns heute einmal
anſtatt mit den verſchiedenen Details
mit den Konturen der Mode
be=
faſſen und ſehen, wo in die Eigenart
der neuen Linie liegt und wo die
Fein=
heiten im Stil der letzten Schaffungen
zu ſuchen ſind, die — wie man längſt
erkannt hat — ein Konglomerat
ver=
gangener Moden ſind, da faſt jede neue
Schaffung Anklänge an das Empire
oder an das Biedermeier bringt.
Verfolgen wir alſo — um einen
er=
ſchöpfenden Ueberblick zu gewinnen —
die einzelnen Schattenriſſe unſerer
Bildgruppe:
Da ſieht man in der erſten Skizze das
typiſche Trotteurkleid; die
Kon=
turen weiſen deutlich darauf hin, daß
es aus einem ſchmiegſamen Materiale
verfertigt ſein ſoll, etwa aus Panama,
einem geſchmeidigen Homeſpun oder
einem ſchönen „lockeren” Tweed. Das
charakteriſtiſche Moment iſt, der
viel=
beſprochene „Schöſſel=Effekt”, ein
Mit=
telding zwiſchen Volant und Kaſak und
eine Wirkung, die ſehr jugendlich und
darum ungemein beliebt iſt. Der
Gür=
tel ſitzt — wie man an dieſer Skizze
deutlich merkt — in natürlicher
Taillen=
höhe. Die oben anliegende Rockpartie
fällt unten etwas auf (ein nicht nur
glockig angedeuteter Rock, wie dieſer,
ſondern eine ganz glockige Form wäre
alſo abſolut verfehlt!!!) Der Aermel
iſt eng, was bei Trotteurkleidern, zu denen gelegentlich ein hoher
Stulpenhandſchuh getragen wird, eigentlich ſelbſtverſtändlich ſein
ſollte.
Betrachten wir nun den neuen Mantel, deſſen Umriſſe das
zweite Bild vor Augen führt. Er iſt nicht mehr ganz gerade (da
man in letzter Zeit der vielen Paletotformen ein wenig müde zu
werden beginnt), wird auch nicht mehr ganz in einem
geſchnit=
ten, ſondern gerne durch einen Volant unterbrochen, der
entweder aus Stoff gedacht iſt oder auch durch ein Fell=Schöſſel
wiedergegeben ſein kann. Man merkt. — wenn man unſer Bild.
betrachtet —, wie richtig ein ſolcher Schräg=Volant die Figur zu
teilen vermag, auch ſieht man, wie von hier ausgehend die leicht=
glockige Linienführung der unteren
Mantelpartie beginnt. Bei
Verbrä=
mungen wird möglichſt ökonomiſch
vor=
gegangen, da man es vorzieht, edles
Fell anſtatt der Imitationen zu
ver=
wenden und demzufolge auf größte
Sparſamkeit angewieſen iſt. Es muß
alſo ein ſchöner Pelzkragen und ein
Fellſtreifen am Oberarm genügen, von
dem dann der kelchförmig erweiterte
Unterärmel ausgeht, eine Linie, die
großen Beifall findet.
Eine ſehr wichtige Rolle in der
mo=
dernen Garderobe ſpielt das
Jacken=
kleid, das nun endgültig wieder in
Gnaden aufgenommen wurde und für
ſportliche Gelegenheiten zahlloſe
An=
hängerinnen beſitzt. Es wird ganz
ſchlicht gearbeitet (denn die „zeitloſe‟
Linie iſt hier von Wichtigkeit). Man
vereinigt alſo einen etwas glockigen
Rock mit einer geraden, nicht zu
lan=
gen Jacke, die am unteren Rande und
am Kragen verbrämt iſt (Bild 3),
wäh=
rend die Aermel keinen Fellbeſatz haben,
um das Tragen von Stulpen=
Mode=
handſchuhen ermöglichen zu können.
Wichtig iſt die Linie des
Nach=
mittagskleides, denn ſie pflegt
im allgemeinen für eine ganze
Mode=
periode beſtimmend zu ſein. Darum
haben wir als letztes Bild, ein
mar=
kantes Modell neueſten Stils
feſtgehal=
ten. Auch hier iſt die hohe Taille und
die „fließende” Schlankheit des Rockes
angedeutet. Vor allen Dingen wären
aber die erweiterten Aermel zu
beach=
ten, die beweiſen, welch große
Aufmerk=
ſamkeit man der Ausarbeitung der
Aermelpartien der neuen Kleider
wid=
met, die daraus in den meiſten Fällen
ſogar ihre beſten Effekte zu holen
pfle=
gen. Der in unſerer Skize
feſtgehal=
tene Aermel iſt ganz beſonders
in=
tereſſant, da ſein kelchförmiger, durch
ein ſchmales Band
zuſammengehal=
tener Anſatz eine ganz neuartige Note
betont. Das Nachmittagskleid der neuen
Saiſon iſt — wie man ſieht — ziemlich
lang und endet oberhalb des Knöchels.
Die Abendmode ſteht angeſichts
der kommenden großen Veranſtaltungen
im Mittelpunkte aller Diskuſſionen. Vor
allen Dingen ſei alſo betont, daß das
Abendkleid noch immer ganz lang iſt,
ſodaß gerade noch die Schuhſpitzen zu
ſehen bleiben, woraus ſich eine weiche
Linie von größter Anmut ergibt. Die
neue Abendumhülle behält die
Jäckchen=
form vielfach bei, die ſich als praktiſch
elegant und von der jeweiligen Saiſon faſt unabhängig erwieſen
hat. Die Kragenpartien pflegen reiche Fellverbrämungen zu
bringen (letztes Bild),
Mit dieſer Bilderreihe wurden die wichtigſten Kapitel der
Garderobe zur Beſprechung gebracht und die neue Silhouette in
all’ ihren eigenartigen Varianten feſtgehalten. Willy Ungar.
Die neueſten Perlenkolliers
werden nicht wie früher eng um den Hals getragen, ſondern —
dem Empireſtil der letzten Mode folgend — loſe um die
Schul=
tern geſchlungen, was ebenſo effektvoll wie reizend ausſieht.
Natür=
lich kann eine einzelne Kette unter keinen Umſtänden genügen, da
ihre Wirkung zweifellos zu beſcheiden wäre und demnach
vollkom=
men verſagen würde.
Darum trägt man für dieſen Zweck (ſolcher Schmuck kommt
ſelbſtverſtändlich ausſchließlich, für abendliche Gelegenheiten in
Frage) mehrere und verſchiedenfarbige Ketten, die untereinander
verſchlungen ſind, ſo daß ſich trotz der Uneinheitlichkeit doch ein
Ganzes ergibt, das ſicherlich ins Auge fällt und darum gerade für
W. U.
den Ballſaal erfolgreich werden dürfte (Skizze).
Der lackierte Sierſchrank
ſcheint in letzter Zeit in der modernen Wohnungseinrichtung die
Vitrine ablöſen zu ſollen. Zwar iſt er zweifellos nüchterner, auch
weniger dekorativ, (im hergebrachten Sinne)), aber unſerem
modiſchen Empfinden ſicherlich ganz ausgezeichnet angepaßt. In
ſeiner grellen Lackſchattierung bildet dieſes Einrichtungsſtück einen
fröhlichen Farbfleck im Raume und bietet in Geſtalt einer bunten
Quaſte, die den Schlüſſel beſchweren ſoll, ſogar einen vorzüglichen
Kontraſt, der immer gefällt.
Beſonders reizend iſt ein ſolches Käſtchen aber, wenn es
ge=
öffnet wird, denn man ahnt gar nicht, wie vielerlei Dinge darin
Platz finden können.
Da gibt es Bücher und Broſchüren, kurzum der Leſeſtoff, den
man raſch zur Hand haben will (das Zierſchränkchen hat ſeinen
Platz darum auch immer in der Nähe der Liegeſtatt, des
Lotter=
bettes uſf.). Dann finden ſich darin ein paar Laden, in denen
die bunteſte künſtleriſche Unordnung herrſchen darf! Ferner wird
auf ein Fläſchchen Likör mit den dazugehörigen Gläſern nicht
ver=
zichtet und das Schreibzeug darf als „notwendiges Uebel” gewiß
nicht fehlen. Die Rückwand eines ſolchen Käſtchens pflegt des
Kon=
traſtes wegen in abſtechender Schattierung lackiert zu ſein, womit
ſich — wie unſere Skizze zeigt — eine entzückende Wirkung ſichern
läßt,
W. L.
Ein Seſſel ſoll „einladend” ſein.
Man ahnt gar nicht, welche Wichtigkeit dem Seſſel als
Ein=
richtungsgegenſtand beizumeſſen iſt, da ein nüchterner, unbequemer
Stuhl dem ganzen Zimmer einen kalten Eindruck gibt,
In vielen Haushalten gibt es Seſſel, die ihrer Farbe wegen
unſchön ſind und unmodern anmuten; es handelt ſich hier meiſt um
„politierte” Stühle, die in ihrer Art, ſelbſt wenn ſie neueren
Da=
tums ſind, immer an den verlogenen Stil der Möbel der achziger
Jahre gemahnen. Man tua darum gut daran, ſolche Seſſel mit
leb=
hafter Farbe im „Schleiflackverfahren” zu behandeln, etwa in Rot,
Grün oder in dem modernen Orange (Bild 1).
Aber auch ein derart lackierter Stuhl ſieht — wiewohl er an
ſich ſchon durchaus modern wirkt — noch immer ein wenig „
nüch=
tern” aus, iſt aber mit geringen Mitteln in eine ganz entzückende
Sitzgelegenheit zu verwandeln, indem man nämlich Lehne und
Sitz mit Polſtern verſieht, die mit einem kunſtgewerblich
gemuſter=
ten Materiale überzogen ſind. Dieſe Polſter werden mit ſchmalen
Bändern aus dem gleichen Materiale an den Seſſel gebunden, was
gewollt primitiv ausſieht und darum als reſtlos ſchick und modern
A
gelten darf (Bild 2).
Nummer 11
Sonntag, den 11. Januar 1931
Seite 23
13)
Az sohlefsien
URHEBER-RECHTSSCHUTZ OURCH VERLA6 OSRAR MEISTER, WERDAU
(Nachdruck verboten.)
„Herr Groth!” begann Lady Durham. „Ich nehme an, daß
der Abend auch für Sie ein ſehr intereſſanter war.”
„Unbedingt, Mylady!”
„Ich glaube auch, daß ganz beſonders die Ausführungen des
Prinzen Huſſein Sie intereſſiert haben."
„Ja!”
„Dann” fuhr die Lady langſam fort und ſah Berndt
be=
deutungsvoll an, „wird es Sie auch ſehr, ſehr intereſſieren, daß
Prinz Huſſein mir morgen ſeine Aufwartung macht und das
Perſiengeſchäft . . . mit mir abſchließen möchte.”
„Nicht möglich!” entgegnete Berndt ehrlich erſtaunt
„Als er es mir anbot, war ich nicht weniger erſtaunt als
Sie.”
Die beiden Menſchen ſahen ſich fragend an.
„Wollen Sie ... dieſem Geſchäft denn nähertreten,
Mylady?” fragte Berndt eindringlich.
„Das kommt auf Sie an, Herr Groth!”
„Auf mich, Ladhy? Nein, da müſſen Sie mich ſchon
aus=
ſchalten, denn ich bin in dieſen großen geſchäftlichen Dingen
zu wenig beſchlagen.”
„Vielleicht bin ich’s genau ſo wenig wie Sie! Ich habe viel
Erfolge bis heute bei meinen geſchäftlichen Transaktionen
ge=
habt . . . aber ich kann Ihnen verſichern: ich wurde ſehr gut
beraten und habe die Mehrzahl rein gefühlsmäßig gemacht. Und
wenn ich Sie jetzt um Ihren Rat bitte, dann ſollen Sie rein
aus Ihrem Gefühl heraus mir die Meinung ſagen.”
„Ich würde das Geſchäft nicht machen!” ſagte Berndt feſt.
Lady Viola ſah nachdenklich vor ſich hin.
„Alſo . . . nicht! Ich ahnte es! Und ich will ehrlich ſein:
Auch in mir ſträubt ſich etwas gegen dieſes Geſchäft, wenn es
auch einen großen Reiz hat, einen ganz gewaltigen Reiz haben
müßte, denn hinter dieſem großen Spekulationsobjekt ſteckt
die große Chauce, die . Lord Durham noch hat.”
Stille war im Raum, bis Berndt leiſe ſagte: „Sie ſprechen
von Ihrem Gatten, Lady Durham?”
Ihre Augen trafen ſich.
„Ja!” ſagte ſie hart, und ihr Blick war voll Haß.
„Sie haſſen Ihren Gatten, Mylady?” fuhr Berndt leiſe fort.
Schwer ging ihr Atem, dann ſtieß ſie heftig hervor: „Ich
haſſe ihn wie ich ihn haſſe!”
Wieder ging Stille durch den Raum. Berndt fühlte, wie die
brennenden Augen der jungen Frau auf ihm ruhten. Er fühlte,
daß dieſe Augen ihn aufforderten: Sprich weiter! Aber eine
große Scham in ihm hinderte ihn. Nicht an das taſten, was
in innerſter Seele ruht! ſagte die Stimme in ihm. Nicht
auf=
wühlen, was jeder ſelbſt tragen und durchkämpfen muß.”
Da ſprach das junge Weib weiter, es drängte förmlich aus ihr:
„Wenn Sie ihn kennen würden . Victor Durham, der
Grau=
ſamſte eines grauſamen Geſchlechts, dann würden Sie erfaſſen
kön=
nen, was ich leiden mußte. Heute bin ich innerlich und äußerlich.
frei von ihm, denn ich habe von einer Macht Gebrauch gemacht,
von . . . meinem Gelde. Lord Durham beſitzt nichts als Schulden,
er iſt der gewiſſenloſeſte Spekulant und ſcheut kein Mittel. Mein
Geld war die Macht, die mich frei machte. Ich zahle ihm von
meinen Zinſen im Jahre zwanzigtauſend Pfund . .. für dieſe
Freiheit.”
„Warum ſchütteln Sie das Joch nicht ab, Lady?” fragte,
Berndt erſchüttert.
Sie ſtarrte ihn an, als könne ſie ihn nicht verſtehen.
„Abſchütteln? Ganz frei machen? Sie meinen: Scheidung!
Ja, es wäre das Beſte, aber ich . .. ich muß noch ausharren, bis
... ich meine Aufgabe gelöſt habe.”
„Und darf ich als Ihr getreuer Ritter fragen: Was iſt die
Aufgabe, die Sie erfüllt?”
Sie ſah in tiefer Erregung lange vor ſich hin, dann packte ſie
plötzlich ein heftiges Schluchzen. Sie barg das blonde Haupt in
ihren Händen und weinte heftig auf.
Beſtürzt erhob ſich Berndt. Hilflos ſtand er vor der
weinen=
den Frau. Von einem inneren Impuls getrieben, ſtrich ſeine Hand
weich über ihr blondes Haar.
Und leiſer wurde das Weinen, ruhiger wurde Lady Durham.
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LupWiGsTR. 11
Plötzlich ſah ſie auf. Verlegen ſtand der Mann an ihrer Seite.
„Herr Groth, ich . . . ich danke Ihnen. Ich habe Ihre Hand
gefühlt. Sie war wie ein gutes Freundeswort. Erhalten Sie
mir Ihre Freundſchaft. Ich brauche ſie. Und ich will Ihnen
meine Aufgabe ſagen. Meine Aufgabe iſt: einen Mörder an den
Galgen bringen!“
„Und ... der Mörder iſt?” fragte Berndt mit bebendem
Herzen.
„Lord Durham .. . mein Gatte!” war die Antwort.
Berndt Groth erſchrak im innerſten Herzen.
Dann nahmen zwei gute Freunde Abſchied voneinander, damit
der Schlaf ſie auf Stunden alles Leid vergeſſen laſſe.
Wie ein Träumender ſchritt Berndt ſeinen Räumen zu.
Als er in ſeinem Zimmer das Licht eingeſchaltet hatte, ſchrak
er zuſammen."
Im Raume ſtand Mademoiſelle Girard, die kleine Franzöſin,
und ſah ihn mit verführeriſchem Lachen an.
„Mademoiſelle!” ſagte Berndt erſtaunt.
Sie trat mit girrendem Lachen einen Schritt näher.
Mon=
ſieur ſind erſtaunt?
„Das bin ich, Mademoiſelle!”
„Verſtehen Sie nicht, warum ich Sie hier erwarte?”
Kühl entgegnete Berndt: „Nein, ich verſtehe nicht, und ich
will nicht verſtehen, Mademoiſelle. Wenn Sie über irgend etwas
eine Ausſprarhe wünſchen — ich wüßte nicht, was es ſein könnte
— dann iſt Ort und Stunde nicht recht gewählt.”
Sie ſtarrte ihn an, als könne ſie ihn nicht begreifen.
„Sind Sie ein Mann, Monſieur?”
„Ja, Mademoiſelle, und weil ich glaube, das zu ſein, möchte
ich Sie bitten, mein Zimmer zu verlaſſen. Wir Männer lieben
Frauen nicht, die ſich uns an den Hals werfen wollen.”
Haß glomm in den Augen des Weibes tuf.
„Das ſollen Sie teuer bezahlen, Monſieur!“
Gehen Sie! Ich will ſauber in dieſem Häuſe bleiben!“
Nun ſchritt ſie an ihm vorbei und blieb im Rahmen der Tür
ſtehen.
„Ah . . . mein Herr ... ich verſtehe . . . es geht Ihnen um
die Herrin.”
Berndt packte ſie raſch am Handgelenk und ſagte hart: „Sie
werden das Haus verlaſſen, Mademoiſelle! Wenn Sie morgen
nicht um Ihre Entlaſſung bitten, dann werde ich es tun!“
„Hüten Sie ſich, Monſieur!”
„Dann werde ich es tun, verlaſſen Sie ſich darauf! Ich laſſe
Lady Durham nicht beſchimpfen.”
Nun ging das Mädchen. Heftig ſchlug Hans die Tür hinter
ihr zu.
Tiefſte Empörung war in ihm. Er konnte den Vorgang noch
nicht faſſen. Daß die kleine Franzöſin leichtes Blut hatte, das
hatte er vom erſten Augenblick an geſpürt, aber daß eine Frau
ſo ſchamlos ſein konnte, das begriff er nicht.
Nicht die geringſte Veranlaſſung hatte er ihr gegeben. Stets
hatte er ſich korrekt und anſtändig verhalten und doch hatte das
Weib geglaubt, ihn willfährig zu finden!
Ein unſagbarer Ekel packte ihn.
Er mußte an die tote Mutter denken. Welch tiefe Reinheit
umſtrahlte ihr Bild. Danielas Antlitz tauchte vor ihm auf, und
all ſeine Liebe wurde wach in ihm. Er ſetzte ſich, von einem
inneren Drang getrieben, an den Schreibtiſch und ſchrieb an die
Geliebte.
Und über dem Schreiben vergaß er all das Häßliche, das ſich
eben an ihn gedrängt hatte. Seine Seele wurde wieder frei,
4.
Am nächſten Nachmittag empfing Lady Durham den Prinzen
Huſſein.
Der Orientale wurde Berndt gemeldet, der ihn begrüßte.
Prinz Huſſein bemühte ſich, Berndt in der liebenswürdigſten
Weiſe zu begegnen. Berendt hatte aber inſtinktiv das Gefühl,
daß es nicht ehrlich gemeint war.
Wieder ſtudierte er in den wenigen Augenblicken die Züge
des Mannes, und wieder mußte er nachdenken. Er hatte dieſes
Geſicht in ſeinem Leben ſchon einmal geſehen.
Wo? Er kam nicht darauf!
„Ich werde Sie ſofort Lady Durham melden!” erklärte
Berndt und begab ſich in Lady Durhams Arbeitszimmer. Die
junge Frau ſaß mit ſehr ernſtem Geſicht am Tiſch.
„Prinz Huſſein?” fragte ſie.
„Ja, Mylady!”
„Ich laſſe bitten, Herr Groth!”
Wenige Augenblicke ſpäter betrat der Prinz das Gemach.
Berndt ſaß wieder an ſeinem Schreibtiſch und bearbeitete die
laufenden Angelegenheiten. Da waren kleine Rechnungen zu
be=
zahlen, Bankorders zu geben und ſo verſchiedenes andere.
Der alte John kam Tag um Tag mit ſeinen kleinen
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