Gnzelnnmmer 10 Pfenzige
Bei wöchentlich zmaligem Erſcheinen vom 4. Januar
bis 31. Januar 2.18 Reichsmart und 22 Pfennig
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Franffurt a. M. 1304.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesfpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 8
Donnerstag, den 8. Januar 1931.
194. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
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ſ4 Dollar — 420 Marfl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr Strelt uſw erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
auſträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beitreibung fäll ſeder
Rabatt weg. Banklonto Deutſche Banl und
Darm=
ſtädter und Nationalbanl.
Dietrichs Pläne und der Rührkonflikt
Verbindung der Diekrich ſchen Subvenkionierungspläne mit dem Lohnkonflikk im Ruhrgebiek?
Die Schlichkungsverhandlungen erneuk geſcheikerk. — Lekke Verſuche zur Einigung.
* Bankenkrach in A. S. A.
Die Zahlungseinſtellung der Bank of United States keine
ver=
inzelte Erſcheinung. — Tauſende Falliſſements in einem Jahre.
Die gefährdeten Milliarden der Einleger. — Börſenmanöver
als Urſachen der Zuſammenbrüche.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
Diekrichs Geheimnis.
* Berlin, 7. Januar. (Priv.=Tel.)
Die Andeutungen des Reichsfinanzminiſters Dr. Dietrich,
„daß er ſich für eine Subventionierung wichtiger Induſtrien
ein=
ſetzen werde, um auf dieſe Weiſe eine Verminderung der
Arbeits=
loſigkeit herbeizuführen, ſind das Tagesgeſpräch in allen
politi=
ſchen Kreiſen. Niemand weiß aber recht, wie ſich der
Finanz=
miniſter die Durchführung ſeiner Ideen im einzelnen denkt.
Von ſeiten der Reichsbehörden, die eigentlich etwas
näheres wiſſen müßten, wird ſtrengſtes Stillſchweigen
bewahrt. Man verſchanzt ſich im allgemeinen hinter der
Be=
hauptung, daß man ſelbſt noch im Dunkeln tappe und erſt einmal
abwarten müſſe, welche Gedankengänge Herr Dietrich vor dem
Reichskabinett entwickeln werde. Es läßt ſich nun nicht beſtreiten,
daß ſeit vielen Monaten im Kabinett und in den
Reichsmini=
ſterien unzählige Pläne durchberaten worden ſind, die alle das
Ziel verfolgen, die ſtändig wachſende Zahl der Arbeitsloſen
wie=
der in die Produktion einzuſchalten. Infolgedeſſen weiß
nament=
lich das Reichsarbeitsminiſterium, was dem Reichsfinanzminiſter
vorſchwebt. Dieſe Annahme iſt auch um deswillen berechtigt, weil
Herr Stegerwald vor wenigen Tagen in Freiburg war und hier
mit dem Finanzminiſter und dem Kanzler über die
Wiederankur=
belung der Wirtſchaft, alſo ſpeziell über die Eröffnung einer
Sub=
ventionspolitik, geſprochen hat. Vorerſt iſt man alſo lediglich auf
die Stuttgarter Rede Dr. Dietrichs angewieſen.
Auch der Vorſtand der Reichsanſtalt für
Arbeits=
loſenverſicherung dürfte in ſeiner Donnerstagsſitzung
mit einer nichtsſagenden Erklärung hingehalten werden. An
dieſer Beſprechung wird ein Vertreter des
Reichsarbeitsminiſte=
riums teilnehmen, der beauftragt iſt, lediglich mitzuteilen, daß
Miniſter Dietrich in Stuttgart lediglich ſeine
perſönliche Anſchauung geäußert habe, daß über die
Lohnzuſchußfragen keinerlei Kabinettsbeſchlüſſe
vor=
liegen und erſt in der nächſten Zeit eingehende Prüfungen
darüber ſtattfinden ſollen, welche Wirtſchaftszweige
und welche Betriebe Zuſchüſſe erhalten ſollen,
vor allem aber, ob es überhaupt möglich iſt, den von Dr. Dietrich
gezeigten Weg zu betreten. Ob ſich der Vorſtand der Reichsanſtalt
mit dieſer Erklärung abſpeiſen läßt, bleibt abzuwarten.
Die Arbeitsloſenverſicherungsanſtalt iſt aber an dem Problem
ganz beſonders intereſſiert, weil ſie berufen ſein ſoll, erhebliche
Mittel für die Wiederankurbelung der Wirtſchaftsbetriebe zur
Verfügung zu ſtellen. Iſt nämlich ſchon in abſehbarer Zeit mit
Zuſchüſſen für lebenswichtige Betriebe oder für Betriebe, die für
die Wiederbelebung der Konjunktur von ausſchlaggebender
Be=
deutung ſind, zu rechnen, ſo wäre es eigentlich überflüſſig, ſich
wegen des Ruhrſtreits noch große Kopfſchmerzen zu machen.
Da die Eiſeninduſtrie nur zu 50 Prozent beſchäftigt iſt,
dürfte ſie bei einer Verwirklichung der Pläne Dietrichs mit
Lohn=
zuſchüſſen zu rechnen haben. Das Gleiche gilt auch für den
Ruhrbergbau oder für Oberſchleſien. Solange aber
irgendwelche Kabinettsbeſchlüſſe noch nicht vörliegen, muß erſt
einmal der Lohnſtreit beendet werden.
Die Schlichtungsverhandlungen unter dem
Vor=
ſitz von Prof. Brahn ſind am Mittwoch erneut
geſchei=
tert. Beide Parteien hielten an ihrem Standpunkt feſt: die
Gewerkſchaften erklärten ſich höchſtens zu einer vierprozentigen
Lohnſenkung bereit, die Arbeitgeber forderten 8 Prozent. Unter
dieſen Umſtänden war es dem Schlichter unmöglich, in der
Schlich=
terkammer mit einer Partei zu einem Schiedsſpruch zu gelangen.
Er ſelbſt kann einen neuen Tarifvertrag nicht fällen, nachdem
durch ein Urteil des Reichsarbeitsgerichtes feſtgelegt worden iſt,
daß zur Fällung eines Schiedsſpruches ſtets die Unterſtützung der
einen der beiden Streitteile erforderlich iſt.
Am Freitag nachmittag werden ſich die
Par=
teien noch einmal treffen. Es ſoll dann ein letzter
Verſuch zur Herbeiführung einer Einigung unternommen
wer=
den. Bis dahin wird man auch wiſſen, ob der
Reichsarbeits=
miniſter einen Sonderſchlichter ernennt. Da beide
Par=
teien hartnäckig an ihrem Standpunkt feſthalten, wird auch ein
Sonderſchlichter nicht viel mehr Glück haben, als Prof. Brahn.
Bis zum 15. Januar, dem Tage an dem nach der Kündigung der
Bergarbeiter durch die Arbeitgeber nur unter veränderten
Be=
dingungen weitergearbeitet werden ſoll, ſteht nicht mehr viel Zeit
zur Verfügung, ſo daß der Arbeitsminiſter jetzt mit den ſtärkſten
Mitteln arbeiten muß, um den Arbeitsfrieden zu erhalten. Die
Meinungen, ob es nach einem neuerlichen Scheitern der
Schlich=
tungsverhandlungen zur Störung des Arbeitsfriedens
kommen wird, ſind geteilt. Die einen ſtehen auf dem Standpunkt,
die Bergarbeiter würden die Arbeit nicht niederlegen, ſelbſt wenn
e5 zu einem achtprozentigen Lohnabbau käme — bekanntlich hat
der Arbeitsminiſter als Kompromiß 6 Prozent vorgeſchlagen —,
die andern dagegen erklären, daß die Gewerkſchaften vor der
Ausrufung des Streiks nicht zurückſchrecken würden, falls am
12. Januar die Kündigungen und die neuen Arbeitsbedingungen
in Kraft treten ſollen. Vorläufig iſt noch nicht zu erkennen, wie
man dem Ruhrkonflikt zu Leibe rücken will. Optimiſten glauben
allerdings, daß ſchon in den nächſten Tagen Entſcheidungen über
eine Sübvention des Ruhrbergbaues fallen, damit von dieſer
Seite her die auf beiden Seiten herrſchenden Widerſtände aus dem
Wege geräumt werden können.
Stiſloſe Enklafſungen wegen Bekeiligung
am wilden Skreik.
Eine große Anzahl von Arbeitern, die ſich an dem Streik
beteiligten und mehr als drei Schichten nicht befahren haben,
wird friſtlos entlaſſen, und nur dann wird in Einzelfällen
da=
von abgeſehen werden, wenn die Betroffenen nachweiſen können,
daß ſie infolge eines zwingenden Grundes der Arbeit
fern=
bleiben mußten. Wie verlautet, werden die friſtloſe Entlaſſung
erhalten auf der Schachtanlage „Bergmannsglück” in Buer 100
Mann, auf der Zeche „Weſterholt” 200, auf „Scholwen” 300, auf
„Zweckel” in Glattbeck 30, auf „Jacobi” in Oſterfeld 300 und
auf „Leofeld” 190 Mann.
Nach den bisher vorliegenden Meldungen hat ſich die
An=
fahrt zur Nacht= und Frühſchicht in Eſſen durchweg
rei=
bungslos vollzogen. Nachdem im Recklinghauſer=
Revier zur heutigen Frühſchicht die Belegſchaften reſtlos
eingefahren ſind, wird nennenswert nur noch auf einigen
Schachtanlagen des linken Niederrheins, des
Duisburg=Hamborner= und des Hammer=Reviers
geſtreikt. Auf den Zechen des Duisburg=Hamborner=Reviers
fuhren von einer Geſamtbelegſchaft von 7 300 Mann rund 5000
Bergleute zur Frühſchicht an.
Skreik im oberſchleſiſchen Bergbau.
Gleiwitz, 7. Januar.
Die wilde Streikbewegung im oberſchleſiſchen Bergbau hat ſich
am Mittwoch nachmittag auch auf einige Gruben des Beuthener
Reviers ausgedehnt, wo auf den Gruben „Hohenzollern”, und
„Kaſtellengo” ein Teil der Belegſchaft nicht eingefahren iſt.
Not=
ſtandsarbeiten werden überall verrichtet. Alle am Tarifvertrag
beteiligten Gewerkſchaften lehnen nach wie vor jeden Streik ab
und bereiten ein Flugblatt vor, in dem ihre Mitglieder
aufge=
fordert werden, weiter zu arbeiten. Die Kommuniſten hatten in
den letzten Tagen unter Mitwirkung zahlreicher auswärtiger
Ele=
mente eine lebhafte Tätigkeit entfaltet. Wie verlautet, war am
Mittwoch in einer Konferenz der R.G.O. beſchloſſen worden, alle
Maßnahmen für einen Streik vorzubereiten, deſſen Beginn noch
bekannt gegeben werden ſollte. Anſcheinend hat daraufhin ein
Teil der Kommuniſten den heutigen Streik auf eigene Fauſt
vor=
zeitig begonnen. Wie nunmehr bekannt wird, ſind am Vormittag
verſchiedentlich Arbeitswillige von den Kommuniſten an der
Ein=
fahrt verhindert worden, ſo daß die Zahl der feiernden Arbeiter
größer iſt als die der eigentlichen Streikanhänger. Auf der „
Sos=
nitza=Grube” bei Gleiwitz haben die Kommuniſten etwa 200
Er=
werbsloſe aus der Stadt Gleiwitz als Streikpoſten herangezogen.
Auf dieſer Grube iſt polizeilicher Schutz eingeſetzt
worden. Von der Nachmittagsſchicht der „Sosnitza=Grube” fehlen
etwa 60 v. H. der Belegſchaft, gegen 66 v. H. der Vormittagsſchicht.
Der kommuniſtiſche Betriebsratsvorſitzende der „Delbrückſchächte‟
in Hindenburg, der zum Streik aufgefordert hat, iſt von der
Ver=
waltung friſtlos entlaſſen worden.
* Berlin, 7. Januar. (Priv.=Tel.)
Sobald der Kanzler wieder in Berlin iſt, wird ſich das
Ka=
binett nicht nur mit der Oſthilfe, ſondern auch mit
allge=
meinen Landwirtſchaftsfragen zu befaſſen haben. Vor
der Abreiſe des Kanzlers in die Oſtmark haben bereits
Be=
ſprechungen mit landwirtſchaftlichen Vertretern ſtattgefunden,
die Mitte Januar ihre Fortſetzung finden. Sie werden ihren
Höhepunkt erreichen, ſobald der frühere Ernährungsminiſter, Dr.
Hermes, von der Genfer Wirtſchaftskonferenz zurückgekehrt
iſt. Man rechnet allgemein damit, daß die Vertreter der
Grünen Front mit einem neuen Programm zur
Bekämpfung der Notlage der Landwirtſchaft
in die Erſcheinung treten werden. Dieſes Programm
dürfte ſich in der Hauptſache auf die Förderung der
Ver=
edelungswirtſchaft beziehen, von der für die Milderung der
kataſtrophalen Verhältniſſe innerhalb der Landwirtſchaft
un=
geheuer viel abhängt.
Bereits im Dezember hat ſich das Kabinett mit dieſer
Frage unterhalten und damals ſcheint der
Reichsernährungs=
miniſter Schiele ſogar mit ſeinem Rücktritt
ge=
droht zu haben. Richtig iſt jedenfalls, daß der
Reichs=
präſident die aufgeregten Gemüter beſänftigt hat und
dar=
auf aufmerkſam machte, daß es nach dem Ausſcheiden des
Reichsjuſtizminiſters nicht angehe, auch das
Reichsernährungs=
miniſterium von einem Staatsſekretär verwalten zu laſſen. So
kam das Kabinett zu dem grundſätzlichen
Be=
ſchluß, die Veredelungswirtſchaft
geſetzgebe=
riſch anzupacken. Man ſpricht bereits davon, daß
Mi=
niſter Schiele ſich im Januar an die Spitze der Grünen Front
ſtellen wird und mit Nachdruck die Erfüllung der
landwirt=
ſchaftlichen Forderungen verlangen will. Wir glauben, daß die
Vehauptung, er werde ſofort dem Kanzler ein
Ultimatum ſtellen, zuweit geht, wen es auch richtig
iſt, daß der Kanzler nach der Rückkehr aus dem Oſten einen
Brief des Miniſters Schiele vorfinden wird, in
dem er darauf aufmerkſam gemacht wird, daß es unbedingt
notwendig iſt, die Hilfsaktion für die Landwirtſchaft
abzurun=
den und zu einem gewiſſen Abſchluß zu bringen. Da Anfangs
Februar der Reichstag zuſammentritt und zu gleicher Zeit auch
der Landbundtag vor ſich geht, auf dem Dr. Schiele wohl die
beabſichtigten Maßnahmen zu Gunſten der Landwirtſchaft
an=
kündigen will, dürften noch im Januar die Beſchlüſſe des
Ka=
binetts gefaßt werden.
A. G. 4. New York, Ende Dezember 1930.
Die Zahlungeinſtellung der Bank of United States in New
York, die mitſamt ihren ſechzig Zweigſtellen und Depoſitenkaſſen
vor einigen Tagen vom ſtaatlichen Bankenſuperintendenten
ge=
ſchloſſen wurde, hat nur deshalb ſo großes Aufſehen erregt, weil
es ſich um die größte Bank in den Vereinigten
Staaten — wahrſcheinlich in der ganzen Welt — handelte,
die je ihre Zahlungen eingeſtellt hat. Vereinzelt ſteht der Fall
keineswegs da. Das von der Federal Reſervebank veröffentlichte
„Bulletin” hat während der erſten zehn Monate des
Jahres insgeſamt 734 Falliſſements von
Ban=
ken mit Geſamt=Depoſiten in Höhe von Dollar
317 000 000 (dreihundertſiebzehn Dollarmillionen) gemeldet. Die
Novemberziffern ſtehen noch nicht genau feſt, die Zahl der
Falliſſements dürfte aber um rund 150, die Summe der
invol=
vierten Depoſiten um annähernd Dollar 100 000 000 bereichert
worden ſein. Der Dezember brachte faſt Tag für Tag
Preſſe=
meldungen von weiteren ſechs, acht, zehn oder zwölf
Bank=
krachen. Mit der Schließung der Bank of United States mag
ſich die Summe der Einlagen in den allein im Dezember zur
Zahlungseinſtellung gezwungenen amerikaniſchen Banken höher
ſtellen als die Geſamtziffer der erſten zehn Monate. Eine der
größten im November verzeichneten Inſolvenzen war die der
National Bank of Kentucky in Louisville, mit
Dollar 40 000 000 Depoſiten, die größte je in Konkurs geratene
Nationalbank.
Ausweislich ihres letzten, am 24. September veröffentlichten
Berichts hatte die New Yorker Bank of United States
Gefamt=
reſſourcen in Höhe von Dollar 254 000 000, Depoſiten von Dollar
203 000 000, Kapital und Surplus (Ueberſchuß) von Dollar
42 000 000, und die Geſamtzahl ihrer Einleger bezifferte ſich auf
über 400 000. Man ſchätzt die am Tage der Schließung in den
Büchern der Bank verzeichneten Spareinlagen auf rund
Dollar 80 000 000, mutmaßlich größtenteils die
Er=
ſparniſſe kleiner Leute, die mit der Schließung eine
Chriſtbeſcherung erhielten, die ſie ſich wvohl kaum hätten träumen
laſſen.
Denn in einer Geſchäftsbauk, die auch eine Abteilung für
Spareinlagen hat, iſt der zu Zinſen berechtigte Inhaber eines
Sparbuches nicht beſſer dran wie der eines Scheckkoutos, auf
das keine Zinſen bezahlt werden, und er gilt vor dem Geſetz nicht
als bevorzugter Gläubiger, wenn die Bank in
Zahlungsſchwierig=
keiten gerät. Sein Geld iſt ebenſo ungeſichert wie
das des Geſchäftsmannes, und während den
eigent=
lichen Sparbanken — den Savings Banks — ſcharf umriſſene
und verhältnismäßig enge Grenzen für die Anlage ihrer
Depo=
ſiten gezogen ſind, kann die Geſchäftsbank mit den ihr
anver=
trauten Spareinlagen genau ſo ſchalten und walten wie mit
ihren anderen Depoſiten. Eine Tatfache, mit der die
wiri=
lichen „Spar”=Banken ſeit Jahr und Tag das Publikum
bekannt=
zumachen verſuchen, und ein Uebelſtand, gegen den ſie ſeit Jahr
und Tag ankämpfen, bisher allerdings ohne Erfolg. Vielleicht
wird der Bank of United States Krach endlich dazu führen,
daß hierin Wandel geſchaffen wird.
Obwohl die Schließung der Bank of United States eine
Senſation des Tages war, übte ſie auf den Efſekteumarkt nur
geringen herabſtimmenden Einfluß aus, auch vermochte ſie das
Vertrauen der Oeffentlichkeit in die Banken im allgemeinen nur
in verhältnismäßig geringem Maße zu erſchüttern. Hierfür liegen
verſchiedene gute Gründe vor. Wohl waren die Reſſourcen
dieſer Bank, an den Großbanken des Panik=Jahres 1907
ge=
meſſen, ganz beträchtlich, aber die Bank ſtand weder an Größe
noch an Einfluß mit in der erſten Reihe der heutigen
ameri=
kaniſchen Geldinſtitute. Dazu hatte die draſtiſchſte je
dageweſene Deflation des Effektenmarktes
bereits ſtattgefunden, damit waren auch die
Makler=
darlehen ſeitens der Banken ſtark eingeſchräukt,
und nahezu alle New Yorker Banken hatten den feſten Boden
geſunder Geſchäftspraktiken einigermaßen wiedergewonnen und
befanden ſich, ebenſo wvie das Bundes=Reſerve=Syſtem,
in einer außergewöhnlich ſtarken Poſition. Und,
last but not least, ſchließlich gewann das etwas kopfſcheu
ge=
wordene Publikum ſein Vertrauen raſch wieder, als die
drei=
undzwanzig dem Clearinghaus=Verbande angehörigen Neſv
Yorker Großbanken ſich unverzüglich bereit erklärten, den
Ein=
legern der geſchloſſenen Bank bis zu 50 v. H. ihrer Depoſiten
gegen 5 Prozent Zinſen vorzuſtrecken.
Damit iſt natürlich noch lange nicht gefagt, daß jetzt alles
im ſchönſten Gleis iſt und die Kunden der Bank of United
States nur etwas Geduld haben müſſen, ehe ſie wieder zu
ihrem Gelde kommen. Der Bankenſuperintendent des Staates
New York iſt mit einem ganzen Heer von Rechnungsführern an
der Prüfung der Bücher des Inſtituts, und wenn man Poſitives
auch noch nicht erfahren hat, ſo iſt doch ſchon ſo viel durchgeſickert,
daß mit ziemlicher Beſtimmtheit auf einen Verluſt des
Stammkapitals ſowie des Ueberſchuſſes, rund
42 Dollarmillionen, zu rechnen iſt.
Unmittelbar auf die Schließung der Bank of United States
folgte die Uebernahme der New Yorker Chelfea Bank and Truſt
Company mit ihren ſechs Zweigſtellen durch die Staatsbehörden.
Dieſe Bank ſchuldete ihren 40 000 bis 45 000
Depo=
ſitoren am 14. Oktober rund 21
Dollarmilli=
onen. Ihre Aktien, die vor etwas über einem Jahr auf 120
geſtanden hatten, wurden am Tage vor der Schließung an der
Börſe mit 4 bis 8 notiert. Zwiſchen dieſem Kursunterſchiede
und der Notlage der Bank beſteht eine enge, dem
Nichteingeweih=
ten nicht ohne weiteres erſichtliche Beziehung, aus der ſich
we=
nigſtens zu einem Teil die Frage beantworten läßt: woran
kranken dieſe Banken, warum fallieren ſie, was bedeuten
dieſe Millionenkrachs?
Man geht kaum fehl, wenn man eine Zwangslage wie die,
in der ſich die Bank of United States und die Chelſea=Bank
be=
finden, den Manövern gewiſſer Baiſſe= Spekulanten zuſchreiht.
Seite 2
Donnerstag, den 8. Januar 1931
Nummer 8
Nach dem großen Krach der Induſtriewerte uſw., als das
Publikum ſich die Finger einſtweilen zur Genüge verbrannt
hatte und die Makler hier nicht mehr viel auszurichten
ver=
mochten, ſtürzten ſie ſich auf die Bankaktien und
be=
gannen drauf rumzuhämmern. Sie verkauften die Papiere in
ſogenannten Kurz= oder Leerverkäufen, d. h. ohne ſie tatſächlich
zu beſitzen und ſuchten dann mit allen Mitteln die Werte zu
drücken, um billiger einkaufen zu können und ſo ihren Schnitt
zu machen. Das „mit allen Mitteln” iſt gefliſſentlich gewählt,
denn dieſe Sorte Macher und Schieber ſcheut vor nichts zurück,
um ans Ziel zu kommen. Geſtützt auf den von ihnen ſelbſt
verurſachten Kursſturz der Aktien einer Bank ſprengen ſie
Kaſſandra=Gerüchte über ihren finanziellen
Stand aus, und dann dauert es gewöhnlich nicht lange,
bis der „Run” d. h. der Anſturm der geängſtigten Einleger, die
ihr Geld haben wollen, da iſt. Die Reſerven ſind bald
auf=
gebraucht, die Hypotheken und Obligationen, in denen der
weit=
aus größte Teil der Gelder angelegt iſt, können bei einem Markte,
wie dem heutigen, nicht ohne weiteres verflüſſigt werden, etwaige
von der Bank finanzierte Induſtrieunternehmungen liegen
teil=
weiſe lahm, ſo daß auch hier nichts zu holen und nichts zu
leihen ift, und der Krach iſt da.
Manchmal gelingt es, eine Panik im Entſtehen zu
unter=
drücken. Zu Anfang des Jahres glückte dies einer ziemlich
bedeutenden Bank im Staate Texas dadurch, daß ſie auf dem
Balkon des Kaſſenraumes ein Orcheſter
auf=
pflanzte, auf dem Flur ein Nechteck für
Tanz=
luſtige abſeilte, Erfriſchungen auftragen ließ
und ſo die drohende Kalamität in eine Art
Fa=
milienfeſt verwandelte. Danebenher wurde natürlich
nach Kräften ausbezahlt. Die Nachfrage flaute allmählich ab,
aber es war Mitternacht geworden, bis der letzte Einleger, der
noch ſein Geld haben wollte, befriedigt war. Leider geht es
bei dieſen Affären nicht häufig ſo fidel zu wie in Teras. Meiſt
fehlt nicht nur die Muſik, es fehlen auch die Moneten.
Manchmal geht es ohne Verluſt für die Depoſitoren ab.
Entweder zahlen die Aktionäre einer ſuſpendierten Bank genug
drauf, ſo daß ſie den Geſchäftsbetrieb wieder aufnehmen kann,
oder es kommt zu einer der in den letzten Jahren ſo auffallend
häufig gewordenen Verſchmelzungen, zum „Merger”.
Oder aber die Beſtände ſind flüſſig genug, um aus ihrem
Er=
lös die Depoſitoren auszahlen zu können. Häufiger allerdings
iſt die mit Verluſt für die Einleger verbundene
Pleite. Und Verluſt nicht für ſie allein. Oft ſieht ſich der
Borger von einer Bank einem in eine Zwangslage geratenen,
plötzlich ungeduldig gewordenen Gläubiger gegenüber, der auf
ſeinem Schein beſteht. Der Borger muß ſich anderwärts nach
Geld umſehen; gelingt ihm ſeine Beſchaffung nicht, dann kaun
er gerade ſo gut ſeine Konkurserklärung einreichen. Auch die
Aktionäre gehören zu den Leidtragenden, nur mit dem
Unter=
ſchiede, daß ſie gewöhnlich auf nur ſehr geringe Teilnahme
zählen können. In Geldangelegenheiten hört nun einmal die
Gemütlichkeit auf, namentlich in ſo ſchwierigen
Geldangelegen=
heiten, wie ein Bankerott ſie darſtellt. Und wenn man auch
ſagen kann, daß von den zwei Dollarmilliarden Einlagen, die
durch die Bankenfalliſſements der letzten zehn Jahre in den
Ver=
einigten Staaten in Mitleidenſchaft gezogen worden ſind, den
Einlegern nicht alles, vielleicht nur ein geringer Teil verloren
gegangen iſt, ſo darf man andererſeits auch mit ziemlicher
Sicher=
heit ännehmen, daß der indirekte Verluſt — der Borger, der
Aktionäre, der Geſchäftswelt im allgemeinen — dieſe Summe
überſteigt. Die United States habenhiermit einen
„Rekord” geſchaffen, den die Herren Coolidge
und Hooverbei der Aufzählungihrer
Errungen=
ſchaften ganz überſehen haben.
Seit zehn Jahren haben die Finanz=„Autoritäten” dem
Publikum ihre windigen Beſchwichtigungs=Verſicherungen
ge=
geben. Sie geben ſie noch heute. Was ſie damit erreicht haben,
iſt einzig und allein ein Hinausſchieben, ein Verzögern des
Zu=
ſammenbruchs vieler Banken. Mit Redensarten laſſen ſich die
Gebrechen nicht beſeitigen, mit Wall Street= oder Waſhingtoner
Beſchwörungen nicht bannen. In einer auf dem Kapitalismus
beruhenden Geſellſchaft muß eine Bank florieren, um ſicher zu
ſein. Keine bleibt unberührt von der Lage des anderen
Ge=
ſchäfts, ſei es nun Landwirtſchaft, Induſtrie, Bautätigkeit oder
was immer es ſein möge. Was in erſter Linie not tut, iſt eine
vereinheitlichte, verſchärfte Beaufſichtigung des Geſchäftsbetriebes
der Banken, ſei es durch die ſtaatlichen Regierungen oder die
des Bundes. Der Wirrwarr der Bankengeſetze in
den 48 Staaten müßte gelöſt, die Verantwortung der
be=
aufſichtigenden Behörden, die jetzt größtenteils den Wünſchen
und dem Willen der Parteipolitiker dienbar ſind, müßte genau
feſtgelgt und von allen Feſſeln befreit werden. Die Geſetze
müßten vereinfacht und rationaliſiert werden — und wenn
da=
mit auch nicht alle Gründe, aus denen Banken in
Zahlungs=
ſchwierigkeiten geraten, beſeitigt würden — was vielleicht
nie=
mals geſchehen kann — ſo könnten doch
Vorbeugungsmaßnah=
men getroffen werden, die wenigſtens die Zahl der Fallimente
auf ein erträgliches Maß verringern würden.
Der Reichsarbeitsminiſter hat die Spitzenverbände der
Wirtſchaft auf Montag, den 12. Januar, 10.30 Uhr, zu einer
Aus=
ſprache über die Reichstagsanträge, betreffend die Arbeitsdienſt
pflicht, ins Reichsarbeitsminiſterium eingeladen.
In politiſchen Kreiſen wird behauptet, daß der bisherige Danziger
Senatspräſident Dr. Sahm als Bürgermeiſter für
Ber=
lin kandidieren werde.
Der öſterreichiſche Innenminiſter hat am Mittwoch
ein Verbot der Aufführung des Films Im Weſten nichts
Neue s” abgelehnt. Die Polizei hat für Mittwoch abend in Wien
umfaſſende Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung der Ruhe und
Ord=
nung getroffen.
Der Vorſitzende des von Hoover eingeſetzten Ausſchuſſes für die
Notſtandsarbeiten. Woods, beziffert in einem Bericht die Zahl der
Arbeitsloſen in den Vereinigten Staaten auf 4 bis
5 Millionen. Eine Beſſerung der Arbeitsverhältniſſe hält er vor
Frühjahr für unwahrſcheinlich.
Der frühere Präſident der geſetzgebenden Verſammlung. Patel
iſt, entſprechend der geſtrigen Ankündigung, wegen ſeines ſchlechten
Ge=
ſundheitszuſtandes aus dem Gefängnis von Coimbatore,
wo er noch 51 Tage zu verbüßen hatte, entlaſſen worden.
Beiſehungsfeier für Marſchall Jofre.
UU. Paris, 7. Januar.
Die Beiſetzungsfeierlichkeiten für Marſchall Joffre begannen
um 9 Uhr unter ſtärkſter Beteiligung der Bevölkerung in der
Kathedrale Notre Dame. Sofort nach Erſcheinen des
Präſiden=
ten der Republik und der Miniſter begann die Einſegnung der
ſterblichen Ueberreſte des Marſchalls. Das geſamte
Diplo=
matiſche Korps ſowie die Militäriſchen Vertreter faſt aller
früheren alliierten Länder nahmen an der Feier teil, die gegen
10 Uhr beendet war. Unter Führung von franzöſiſchen
Truppen=
teilen aller Waffengattungen ſowie der Truppenabordnungen
der früheren Alliierten und verſchiedener Verbände ehemaliger
Kriegsteilnehmer ſetzte ſich dann der Trauerzug in Bewegung.
Der Sarg des Marſchalls war auf einer Artillerie=Lafette
auf=
gebahrt. Unmittelbar dahinter folgten die Familienangehörigen
des Marſchalls, der Präſident der Republik, die
Regierungs=
mitglieder und das Diplomatiſche Korps. Sodann kamen die
Sondervertreter der ausländiſchen Mächte, die Mitglieder des
Senats und der Kammer ſowie hohe franzöſiſche Militärs und
Zivilbeamte. Der Zug ging zum Invaliden=Dom, wo der Sarg
vorläufig untergebracht wird, bis er zum Landſitz Joffres
über=
führt wird, wo die endgültige Beiſetzung ſtattfindet.
Kriegs=
miniſter Barthou hielt eine kurze Anſprache, in der er die
Ver=
dienſte Joffres für Frankreich hervorhob. Mit dem
Vorbei=
marſch der Truppen fand die offizielle Beiſetzungsfeier ihr Ende.
Straßenſchlacht in Kecſkemei.
EP. Budapeſt, 7. Januar.
Der „Magyar Orſzag” berichtet über eine blutige
Straßen=
ſchlacht in Keeſkemet in der vergangenen Nacht zwiſchen Soldaten,
Poliziſten und Zivilperſonen, in deren Verlauf ein Soldat
getötet und mehrere verletzt wurden. Eine Gruppe von
un=
gefähr 15 augenſcheinlich betrunkenen
Artille=
riſten beläſtigte die Straßenpaſſanten und
ſchlug die Fenſterſcheiben einiger Häuſer ein.
Die herbeigerufene Polizei wurde von den Artilleriſten mit den
Bajonetten angegriffen, ſo daß die Poliziſten von ihren Säbeln
Gebrauch machen mußten. Im Verlaufe des Kampfes, in dem auch
Revolverſchüſſe fielen, wurde ein Artilleriſt durch Meſſerſtiche
ge=
tötet, Hierauf ergriffen die Artilleriſten die Flucht, und es
ge=
lang der Polizei nur, ſechs von ihnen feſtzunehmen. Mehrere
Schwer= und Leichtverletzte mußten ärztliche Hilfe in Anſpruch
nehmen.
höllenmaſchine explodierk in Agram.
In Agram wurde ein neues Bombenattentat verübt. An dem
Gebäude des Zollmagazins explodierte eine Höllenmaſchine.
Durch die Exploſion wurde der Pförtner glücklicherweiſe nur leicht
verletzt. Im übrigen wurde Sachſchaden angerichtet. Das
Er=
gebnis der poltzeilichen Unterſuchung ſteht noch aus.
Der Führer der aufſtändiſchen Burmeſen enkkommen
EP. Rangoon, 7. Januar.
Dem Führer der aufſtändiſchen Burmeſen im Tharrawaddy=
Bezirk gelang es, wie offiziell berichtet wird, unverſehrt zu
ent=
kommen. Kurz bevor die engliſchen Truppen ſeinen befeſtigten
Platz im Dſchungel erſtürmten, entwich er mit einer Schar ſeiner
Getreuen. Er befindet ſich jetzt im Bezirk Minhia, wo er
neue Anhänger wirbt und die Reſte ſeiner Streitkräfte, die aus
dem Tharrawaddy=Bezirk entkamen, zu einem neuen Angriff
gegen die engliſchen Truppen ſammelt.
Henſakionelle Enkhüllungen im Quſtric=Skandal.
TU. Paris, 7. Januar.
Die Unterſuchungen des parlamentariſchen Ausſchuſſes zur
Klärung des Ouſtric=Skandals haben zu intereſſanten
Enthüllun=
gen über die gewaltige Ausdehnung der
Korruptionsangelegen=
heit geführt. Nachdem ſich die Regierung Steeg urſprünglich
ge=
weigert hatte, eine Anzahl von Aktenſtücken dem
Unterſuchungs=
ausſchuß zur Verfügung zu ſtellen, ſah ſie ſich am Dienstag
ge=
zwungen, dem Vorſitzenden des Ausſchuſſes zu verſprechen, die
fraglichen Unterlagen innerhalb 48 Stunden zu verſchaffen.
Neben der geſtrigen Vernehmung des früheren Abteilungsleiters
und jetzigen Gouverneurs der Bank von Frankreich, Moret,
über die der Ouſtric=Bank von der Bank von Frankreich
gewähr=
ten Anleihen in Höhe von 125 Millionnen Franken, war eine von
dem früheren Finanzminiſter Reynaud gefaßte Liſte über die
Befürwortung der Notierung ausländiſcher Wertpapiere an der
Pariſer Börſe durch gewiſſe Parlamentarier von ſenſationeller
Bedeutung.. Die Liſte enthält Namen von elf Parlamentariern.
Aber auch der jetzige Finanzminiſter Germain=Martin hat eine
ſolche Liſte zuſammengeſtellt, die nicht weniger als 40 Namen
von zum Teil ſehr bekannten Parlamentariern
enthalten ſoll. Dieſe beiden Liſten ſollen, nachdem ſie vom
par=
lamentariſchen Unterſuchungsausſchuß eingehend geprüft worden
ſind, der Oeffentlichkeit bekannt gegeben werden. Im ganzen
han=
delt es ſich um 440 Anträge auf Notierungen
aus=
ländiſcher Wertpapiere an der Pariſer, Börſe.
Wie einige Abendblätter zu melden wiſſen, ſteht auch der Name
des früheren Miniſterpräſidenten Tardieu auf der
zwei=
ten Liſte. Die geſtrigen Arbeiten des Unterſuchungsausſchuſſes
in der Ouſtric=Bank haben eine neue Honorarliſte zutage
geför=
dert, wonach Beträge, die in die Hunderttauſende
gingen, an mehrere Perſonen gezahlt worden ſind.
* Genſer Ausſichken.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
* Paris, 7. Januar.
Die franzöſiſch=engliſchen Goldverhandlungen ziehen
weitere Kreiſe. Man ſpricht ſchon — etwas voreilig — über
die Wiederherſtellung der Entente Cordiale,
Man zieht dabei auch den Umſtand in Erwägung, daß in Paris
jetzt eine mehr nach links orientierte Regierung am Ruder iſt.
Das konſequente Verſagen der Labourleute in England — die
einzige Sache in der ſie Konſequenz zeigen — hat mit der Zeit
tatſächlich ſo etwas wie eine engliſch=franzöſiſche Annäherung
gebracht. Die antifranzöſiſche Richtung, die Ma=Donald und
Snowden nach ihrem Wahlſieg etablierten, führte, ebenſo wie
alles andere, was die Arbeiterregierung unternahm, zu
Miß=
erfolgen. Es wäre alſo verſtändlich, wenn man, die günſtige
Gelegenheit benützend, daß in Paris gerade eine gemäßigte
Richtung herrſcht, an der Wiederannäherung arbeiten würde.
Aber es iſt verfehlt, gerade in der noch gar nicht endgültig
feſt=
ſtehenden Zuſammenarbeit der Bank von Frankreich mit der
Bank von England die Grundlage dieſer neuen Entente zu
er=
blicken. Wir haben an dieſer Stelle lange vor den
Beſprechun=
gen im franzöſiſchen Finanzminiſterium auf die Urſachen der
keimenden engliſch=franzöſiſchen Verſtändigung hingewieſen
Von der Genfer Tagung erwartet man ſcheinbar
nichts günſtiges für die Verſtändigung der
Völker und gerade die engliſch=franzöſiſchen Verhandlungen
ſcheinen die letzten Hoffnungen der Optimiſten vernichtet zu
haben. Dabei iſt aber die Lage vielleicht gar nicht ſo verzweifelt.
Der Völkerbund wird ſich diesmal kaum einſeitig auf den
Standpunkt Polens ſtellen können, er hat zwar — und dieſe
Eigenſchaft ſoll auch Briand nicht fremd ſein — eine lebhafte
Abneigung gegen nationale Minderheiten. Die moraliſche
Situation Polens iſt aber verzweifelt ſchlecht, daß es trotz einer
günſtigen politiſchen Situation nicht alles wird erreichen können.
Dies um ſo mehr, da eine große moraliſche Niederlage der
Genfer Tagung nicht nur das Daſein des Völkerbundes,
ſon=
dern auch das Projekt Briands, die europäiſche Föderation
gefährden würde.
Urkeil gegen Anhänger Nahas Paſchas.
U. London, 7. Januar.
Das Gericht in Kairo gab am Mittwoch das Urteil gegen
68 Perſonen bekannt, die bei der großen Demonſtration für den
früheren Miniſterpräſidenten Nahas Paſcha in Menſura am
8. Juli verhaftet worden waren. Bei den Zuſammenſtößen wären
zwei Soldaten getötet worden. Von der Beſchuldigung des
Mordes wurden die Angeklagten freigeſprochen, dagegen wurden
40 von ihnen zu vier Monaten Zuchthaus, drei
zu kürzeren Gefängnisſtrafen und ſieben zu
Ruten=
ſchlägen verurteilt. Die meiſten der Strafen ſind durch die
Haft bereits verbüßt.
Bewegung iſt Leben.
Vor 100 Jahren ſprachen die Naturphiloſophen von einer
geheimnisvollen Lebenskraft, die alle Wachtums=, Stoffwechſel=
und Entwicklungsvorgänge hervorruft. Dieſe etwas phantaſtiſche
Lehre wurde durch die wiſſenſchaftliche Erforſchung der
Lebens=
vorgänge überwunden und machte einer rein materialiſtiſchen
Auffaſſung vom Leben Platz. Inzwiſchen ſind viele
Einzelhei=
ten über die phyſikaliſchen und chemiſchen Abläufe in
Entwick=
lung und Aufbau der Lebensfubſtanzen aufgedeckt worden. Aber
wahres Wiſſen macht beſcheiden. Wir ſtehen heute voll Ehrfurcht
vor den Geheimniſſen des Lebens und ſind erfüllt von den
mannigfachen Problemen, auf die uns der geniale Forſchergeiſt
hingewieſen hat.
Wenn wir alles das zuſammenfaſſen, was wir über die
chemiſchen Vorgänge in den Zellen, die elektrodynamiſchen
Er=
ſcheinungen der Moleküle, die Wirkung von Fermenten und
Hor=
monen und viele andere fremd und neuartig klingende
Reaktio=
nien wiſſen und daraus das Gemeinſchaftliche zu erkennen ſuchen,
ſo kommen wir zuletzt, wie immer in der Natur, auf etwas
an=
ſcheinend ſehr Einfaches, auf die Bewegung. Schon in dem
allerprimitivſten Organismus, einem einzelligen Lebeweſen, der
Amöbe, erkennen wir als markanteſte und charakteriſtiſchſte
Er=
ſcheinung die Bewegung. Eine ſolche Amöbe beſteht aus
Protoplasma, äußerlich geſehen einem unendlich kleinen
Schleim=
körperchen. Dieſer Schleim iſt jedoch, chemiſch betrachtet, ein
außerordentlich eigenartig zuſammengeſetzter Eiweißſtoff. Wir
vermögen notdürftig ſeine chemiſche Struktur zu erklären, aber
wir wiſſen nicht, was dieſen kleinen Schleimklumpen veranlaßt
gewiſſe Bewegungen auszuführen, Bewegungen, die alle
über=
aus zweckmäßig ſind, die dem kleinen Organismus ermöglichen,
vor einem Feind zu fliehen, Rahrung aufzunehmen,
Ausſchei=
dungen zu beſeitigen und ſich zu vermehren, alles nur durch
leichte Veränderung ſeiner Form, z. B. Vorſchieben eines kleinen
Schleimpartikelchens, um Nahrung aufzunehmen. Die Amöbe
bewegt ſich, faſt könnte man ſagen wie ein denkendes Weſen
Man wird manchmal einen gewiſſen Rhythmus beobachten
kön=
nen, einen Rhythmus, den auch der hochkultivierte Menſch in
ſeinen einfachſten und notwendigſten Lebensäußerungen, beim
Herzſchlag und bei der Atmung, zeigt. Wir fragen bei jeder
Bewegung: Woher der Antrieb? Nun, ein Antrieb zur
Be=
wegung iſt ſchon da. Sagen wir, es ſei ein Reiz. Die Amöbe
ftreckt den Schleimarm aus unter dem Reiz des
Nahrungsbe=
dürfniſſes. Er wird befriedigt, die Nahrung zum Aufbau und
Umbau verwendet. Auch dazu iſt Bewegung nötig. Es
ent=
ſtehen Abbauſtoffe, die entfernt werden müſſen. Neues
Aufbau=
material muß herbeigeſchafft werden, und wieder iſt der Reiz
zur Nahrungsaufnahme da. Wir ſehen das Prinzip der Be=
wegung als den entſcheidenden Faktor in dem ſich immer
wieder=
holenden Kreislauf des Aufbaus und Abbaus, und zwar bei
der Amöbe wie beim vielzelligen Tier, bei der Pflanze und beim
Menſchen. Am deutlichſten iſt das beim neugeborenen Menſchen.
Der Säugling zeigt einen unerhörten Bewegungsdrang, vor
allem in der Form der primitiven rhythmiſchen Bewegung, ob
er nun trinkt oder ſchreit oder ſtrampelt. Nur wenn er ſchläft,
hört die Bewegung ſcheinbar auf. Das iſt die Zeit der
Reiz=
pauſe, der Erholung, der Verdauung, des Aufbaus. Es iſt nur
äußerlich Ruhe, denn der kleine Organismus arbeitet und
be=
wegt ſich weiter. Im Wachen hält dieſer äußere
Bewegungs=
drang, wenn wir ihn ſo nennen wollen, bis ins Spielalter an.
Das Kind muß ſich tummeln. Das iſt eine
Lebensnotwendig=
keit, die ſich auch nicht durch überenergiſche Erziehung
eindäm=
men läßt. Der Beginn der Schulzeit mit mehrſtündigem
Still=
ſitzen iſt der erſte ſtarke Eingriff in dieſes Bewegungsbedürfnis.
Er iſt nötig, muß aber ſo geſtaltet werden, daß keine Hemmung
der normalen Entwicklung entſteht. Im übrigen iſt ſchon in
dieſem Alter das Bewegungsbedürfnis der einzelnen Kinder ſehr
verſchieden. Wie es ruhige und lebhafte Temperamente gibt, ſo
finden wir ſtatiſche und dynamiſche Typen. Das drückt ſich auch
in der Art des Spielens aus, denn das Spiel iſt die naturgemäße
Form der kindlichen Arbeit. In den Entwicklungsjahren tritt
plötzlich ein Umſchwung ein. Auf die triebhafte Beweglichkeit
wirken Hemmungen ein. Der Geiſt will die Führung des
Kör=
pers übernehmen. Ein Reifungsprozeß beginnt, der dem
Jugendlichen die Beſonderheit der eigenen Perſönlichkeit zum
Bewußtſein bringt. Der Menſch hört auf die Stimme ſeiner
Seele. Der ungebundene Bewegungsdrang wird beherrſchter.
In dieſer Zeit liegt eine natürliche Reizpauſe ſür das
Körper=
liche. Es iſt ſo mit Wachstumsenergie angefüllt, daß es alle
Kräfte braucht, um dieſe zur Entfaltung kommen zu laſſen.
Körperliche Ueberanſtrengungen ſind daher in dieſem Alter
bedenklich. Die gewohnten Leibesübungen dürfen maßvoll
weitergeführt werden, aber alle Steigerungen können ſchädlich
wirken. Erſt wenn der Entwicklungsprozeß beendet iſt und
wieder ein Kraftüberſchuß erkennbar wird, darf die
Körper=
bewegung wieder ſtärker in ihr Recht treten. Ja, ſie iſt ſogar
dringend erforderlich, um die Kämpfe, die ſich in der Seele
un=
bewußt abſpielen, zum Ausgleich zu bringen. Im Kampf und
Wettſpiel, im Meſſen der Kräfte hat der jugendliche Mann
Ge=
legenheit, das naturhaft, triebhaft ſich Aufbäumende in
unſchäd=
licher Art auszutoben. Er iſt ein Held im Fußball, im
Wett=
lauf, im Schwimmen, ſchon wenn er einen Fortſchritt und einen
ſehr beſcheidenen Sieg erlebt. Nur darf der Sport nicht
Selbſt=
zweck werden. Er darf ihn nicht zum Sklaven machen. Er
ſoll trainieren, um hygieniſch zu leben, aber nicht hygieniſch
leben, um erfolgreicher trainieren zu können. Bei der
jugend=
lichen Frau ſoll der Kampf um den Rekord zurücktreten. Ihr
Körper hat unendlich viele andere Funktionen zu erfüllen. Die
Körperbewegungen ſind für ſie nur ein Zweck zur Erhaltung
und Förderung der Elaſtizität, der Schönheit und der
Geſund=
heit. Auch der Berufsmenſch hat ſeinen berechtigten
Bewegungs=
drang, dem er unbedingt nachgeben ſollte, aber immer ſo, daß
niemals der Beruf darunter leidet. Je nach der Art der Arbeit
(ob ſie mehr körperliche oder mehr geiſtige Anſprüche ſtellt) ſoll
der Sport ausgeübt werden. Leibesübungen und Arbeit müſſen
ſich ausgleichen. Der Berufsmenſch ſoll bei ſeiner Erholung
körperlich gut angepaßte Leibesübungen ausführen und ſich
ſee=
liſch entſpannen. Selbſt der reife Mann im vierten und
fünf=
ten Lebensjahrzehnt braucht Körperbewegung, obwohl oder
gerade weil er nicht immer dazu Luſt hat. Sie erhält ihn wach
und munter, läßt ihn die zunehmende Bequemlichkeit dieſer
Altersſtufe überwinden und gibt ſeiner Seele neuen Schwuntg,
der ihm im Beruf nützt und ihm Jugendfriſche und
Verſtänd=
nis für die Jugend erhält. Ein gewiſſes Maß von Bewegung
braucht auch der Greis. Wird er durch äußere Umſtände zur
Unbeweglichkeit gezwungen, ſo ſiecht er raſch dahin in jenen
Zuſtand des Erſtarrens, den wir als den Tod, das Ende des
Lebens bezeichnen. Leben aber iſt Bewegung. Wir ſpüren das
Leben an unſerem Pulsſchlag und wollen uns unſeres
Lebens=
gefühls auch geiſtig bewußt werden, indem wir unſeren Körper
ſtählen, ſeine Leiſtungsfähigkeit erproben und ſtählen.
Dr. med. Georg Kaufmann.
Das Januarheft „die neue linie” wird von zwei Themen
beherrſcht: Karneval und Die moderne Wohnung.
Für die Faſchingszeit hat ſich „die neue linie” von Maria May,
Moholy=Nagy (Berlin), Franz Paul Glaß (München), Fritz
Au=
zuſt Breuhaus (Rheinland) Original=Koſtümentwürfe zeichnen
laſſen, die nicht nur viel Anregung bieten werden, ſondern
zu=
gleich das Geſicht des deutſchen Karnevals im Spiegel der
ver=
ſchiedenen deutſchen Stämme zeigen. — Unter dem Titel. Wie
wohnen wir heute?” werden auf 10 Seiten praktiſche Ratſchläge
gegeben zur Einrichtung eines neuzeitlichen Haushalts mit
Mö=
beln, Tapeten, Teppichen, Gardinen, Organiſation der Küche uſw.
Walter Gropius, Bruno Taut u. a. äußern ſich hierzu. —
Beſon=
ders intereſſieren werden auch die Seiten: Die Mode, die
wirklich getragen wird, da hier einmal eine Breſche in
das Unweſen der reinen Schau=Mode geſchlagen worden iſt.
Da=
men der Berliner und Frankfurter Geſellſchaft werden in ihren
eigenen neuen Modellkleidern gezeigt. — Darüber kommt aber
der Unterhaltungs= und Reiſeteil, der von der „neuen linie”
be=
ſonders gepflegt wird, nicht zu kurz. — Julius Kiener, ein
jun=
ger Tiroler Dichter, und Norbert Jacques ſchreiben über den
Winterſport. — Ilſe Faber, die ſoeben durch ihren Roman „Die
ilberne Kugel” in weiteſten Kreiſen Beachtung fand, iſt mit einer
Novelle vertreten. — Amüſante illuſtrierte Aufſätze über
Ver=
ſchwendungsſucht und den Fuß als Werkzeug der Tänzerin
er=
gänzen den Unterhaltungsteil. Die Zeitſchrift iſt überall zum
Heft=
breis von 1 Mark erhältlich, wo nicht. vom Verlag Otto Beyer.
Leipzig, Weſtſtraße 72.
Seite 3
Nummer 8
Donnerstag, den 8. Januar 1931
Die Oſtreiſe des Kanzlers.
Erwerbsloſenkundgebungen in Tilſik, Inſterburg
und Lyck.
Tilſit, 7. Januar.
Reichskanzler Dr. Brüning iſt, aus Königsberg kommend, am
Dienstag abend hier eingetroffen. Die herzliche Aufnahme, die
der Kanzler und die ihn begleitenden Herren auf ihrer Fahrt durch
Oſtpreußen überall und allgemein fanden und nach dem Wunſche
der hieſigen Bevölkerung auch hier finden ſollten, wurde
bedauer=
licherweiſe durch eine Kundgebung auf dem Bahnhof
beeinträch=
tigt, die, von extremer Seite veranſtaltet, nur die
Unzufrieden=
heit der erwerbsloſen Kreiſe kundgeben ſollte. Die Herren
be=
gaben ſich ins Rathaus, wo ſich eine große Zahl von Vertretern
der Behörden und der Wirtſchaft eingefunden hatten.
Regie=
rungspräſident Dr. Roſencrantz gedachte in ſeiner Anſprache auch
des deutſchen Landes jenſeits der Memel, das als deutſches
Kul=
turland mit uns ſchickſalsverbunden bleibe. Die übrigen
Vertre=
ter der Behörden und öffentlichen Körperſchaften wieſen
ein=
dringlich auf die Nöte des Oſtens hin.
Hierauf ergriff Reichskanzler Dr. Brüning zu längeren
Aus=
führungen das Wort. Er erklärte u. a.: Es hat keinen Zweck, zu
glauben, daß in einer ſolchen Kriſe irgendeine Regierung
Wun=
der wirken könne. Man kann nicht allein mit
Subventionspoli=
tik vorwärts kommen. Es hat auch keinen Zweck, zu glauben,
daß man mit Experimenten politiſcher Art jetzt im Oſten der
Wirtſchaft wieder geſunden Boden unter die Füße legen könne.
Wir müſſen dieſen Boden in harter, ſyſtematiſcher Reform wieder
ſchaffen, damit die Gelder, die in den letzten Jahren in
erheb=
lichem Maße nach dem Oſten gefloſſen ſind, wieder Früchte tragen
und nicht wieder in ein Faß ohne Boden geſchöpft werden.
Des=
halb kann jedes Opfer nur dann einen dauernden Erfolg haben,
wenn es gelingt, die geſamte Wirtſchaft und beſonders die des
Oſtens durch ſyſtematiſche Maßnahmen wieder aufzubauen.
Hierauf ging die Reiſe nach Inſterburg weiter, wo die
Regierungsvertreter von den Spitzen der Behörden empfangen
wurden. Wie in Tilſit wurde auch in Inſterburg der
Reichs=
kanzler von der Menge mit dem Rufe „
Hunger=
diktator” empfangen. Um für Ruhe und Ordnung zu
ſor=
gen, war nicht nur Polizei, ſondern auch Reichswehr aufgeboten.
Im Hinblick auf die entwürdigenden Demonſtrationen erklärte
Miniſter Treviranus bei der Beſprechung mit den
Wirtſchafts=
führern: Der Führer iſt nicht dazu da, ſich populär zu machen.
Wir laſſen uns auf der Straße anſchreien, aber uns eint die
Zu=
verſicht, daß wir für unſer Vaterland arbeiten. Anſchließend
fand im Ratskeller ein Empfang ſtatt. Der Platz vor dem
Ge=
bäude, den eine ungeheure Menſchenmenge umlagerte, war von
der Schutzpolizei mit Stricken abgeſperrt. Es kam zu
Schläge=
reien zwiſchen Kommuniſten und Nationalſozialiſten. Dabei
wur=
den mehrere Nationalſozialiſten verletzt. Die Polizei nahm einige
Verhaftungen vor.
Am Mittwoch vormittag traf der Sonderzug des
Reichskanz=
lers in Lyck ein. Im Rathaus begrüßte zunächſt
Regierungs=
präſident v. Rupperti=Allenſtein den Reichskanzler. Bürgermeiſter
Lackner=Lyck ſtellte dem Reichskanzler die Notwendigkeit
vor Augen, daß die Stadt Lyck die Garniſon behalte,
da ſie den Lebensnerv der Stadt bedeute. Zuletzt antwortete der
Reichskanzler: Gerade die Frage der hohen Zinſen in Oſtpreußen,
vor allem bei den Darlehenskaſſen und Raiffeiſenkaſſen, hat uns
beſchäftigt. Es geht nicht an, daß von Preußen
Gel=
der zu 5. v. H. hergeleitet werden, die dann von
den Kaſſen zu 11, 12, ja ſogar 14 Prozent
weiter=
gegeben werden.
Der Zug des Reichskanzlers fuhr dann über
Johannis=
burg wo ein kurzer Aufenthalt ſtattfand, nach Allenſtein.
In Johannisburg beſtieg ein Ausſchuß von Wirtſchaftsvertretern
den Zug, um während der Fahrt die Wünſche und Nöte des
Kreiſes Johannisburg darzulegen. Auf dem Bahnſteig kam es zu
Demonſtrationen von Kommuniſten, die den
Reichs=
kanzler mit dem Rufe: „Wir wollen Arbeit und Brot!” begrüßten.
Auch Abordnungen der Landvolkbewegung
„Schwarze Fahne” hatten ſich mit Plakaten in großer Zahl
auf dem Bahnhof eingefunden und gaben ihrer Forderung mit
dem Rufe Ausdruck: „Wir Zwangsverſteigerten wollen Brot!”.
* Der bisherige Verlauf der Oſtreiſe des Kanzlers hat eines
mit aller Deutlichkeit gezeigt: den Ernſt der Stunde. Die Neden
waren durchweg kühl, knapp und ohne Pathos. Aber der Ernſt
der Stunde ſpiegelte ſich eindringlich in ihnen wider. Immer
wieder machte der Kanzler die verantwortlichen Kreiſe darauf
aufmerkſam, ſich keinen Illuſionen hinzugeben. Der Oſten hat
bekanntlich große Hoffnungen an die Oſtreiſe des Kanzlers
ge=
knüpft. In den Vordergrund drängten ſich Wünſche finanzieller
Art. Der Oſten erwartet namentlich finanzielle Hilfe vom Reich.
Hilfe auch vor drohenden Ereigniſſen an den Oſtgrenzen unſeres
Reiches. Unſere Oſtgrenzen wurden durch das Friedensdiktat
von Verſailles ohne Rückſicht auf unſere Lebensintereſſen
ge=
zogen. Aus allen Anſprachen klang die Erbitterung eines
ge=
demütigten und entrechteten Volkes durch, und eine gewiſſe
Nervoſität, die infolge der polniſchen Umtriebe
in den vergangenen Monaten in den deutſchen Oſtgebieten
ein=
getreten iſt.
Der Kanzler mahnte zur Mäßigung. Er wies darauf
hin, daß ein Grund zu einer ſolchen Nervoſität nicht vorhanden
zu ſein brauche, wenn Reichsregierung und Staatsregierung
gemeinſam daran arbeiten, die letzten Kräfte dafür einzuſetzen,
zunächſt einmal innerpolitiſch und wirtſchaftlich die eiternden
Wunden zu ſchließen. Im übrigen mahnte er zur Geduld
und vertrat den gleichen Standpunkt wie der Zentrumspolitiker,
Prälat Kaas, der erſt vor wenigen Tagen die Gerechtigkeit
als unſere ſtärkſte Waffe im völkerpolitiſchen Ringen bezeichnet
hatte. Eindringlich warnte der Kanzler vor politiſchen
Abenteuern. Es ſei töricht, zu glauben, mit politiſchen
Ex=
perimenten die Wirtſchaft des Oſtens auf eine geſunde
Grund=
lage ſtellen zu können.
„Es gibt für uns nur eines”, erklärte der Kanzler: „Klar
zu ſehen, frei von Illuſionen zu ſein, zu ſparen, uns auf die
Lebensmöglichkeiten zurückzuziehen, die uns zur Zeit gegeben
ſind, mit dem vorhandenen Gut zu wirtſchaften und Reibungen
auszuſchalten. Entſcheidend iſt auch für den Oſten der Mut zur
Selbſthilfe‟. Der Kanzler hat energiſch die Sinnloſigkeit
einer Politik verurteilt, die im Oſten bei jeder Gelegenheit ſehr
ſtarke agitatoriſche Worte gebraucht, aber nicht die Kraft
auf=
bringt, im Reichstag durchzuſetzen, daß ſeine Abgeordneten die
Mittel, die nötig ſind zur Rettung des deutſchen Volkes,
auf=
bringen. Die Zeit der Phraſen und Illuſionen
iſt vorbei.
Um dieſe Erkenntnis und um die Erkenntnis der vollen
Gefahrenlage, in der ſich heute unſer ganzes Vaterland
befin=
det, hat der Kanzler wiederholt gebeten. Mit aller Schärfe hat
er ſich gegen die heute weit verbreitete Anſicht gewandt, die
darauf abzielt, zunächſt alles zu zerſchlagen, um dann von Grund
auf wieder aufzubauen. Der Kanzler hat auch durchblicken
laſſen, daß wir mit einer Subventionspolitik in dieſer kritiſchen
Zeit nicht weiter kommen. Verſprechungen, die nicht gehalten
werden können, hat er nicht gegeben. Aber er hat doch die
Hoff=
nungen nicht zerſtört, daß auch unter den ungünſtigen
Verhält=
niſſe viele Maßnahmen möglich ſind, wenn enge Fühlungnahme
zwiſchen dem pulſierenden Wirtſchaftsleben draußen und den
verantwortlich Handelnden in der Regierung vorhanden ſeien.
Dahin gehört vor allem, daß manche Diskrepanzen zwiſchen
der Wirklichkeit und der Ueberlegung am grünen Tiſch
aus=
geſchaltet werden. Der Oſten iſt und bleibt die
Grenz=
wacht an der gefährdetſten Stelle des Deutſchen
Reiches und bedarf ſchon aus dieſem Grunde der beſonderen
Aufmerkſamkeit der Reichsregierung. Hindenburgs
Segens=
wünſche begleiten unſere Regierungsvertreter auf ihrer Reiſe
durch den Oſten. Wiederholt hat der Kanzler in ſeinen
Be=
ſprechungen während der letzten Tage Hindenburgs Wünſche für
die Bevölkerung des Oſtens übermittelt und auf den
Reichs=
präſidenten von Hindenburg als ein Muſter der Pflichterfüllung
auch in ſchwerſter Zeit hingewieſen. Pflichterfüllung
fordert auch heute die Stunde von uns allen. Heute mehr als
je. Wenn wir unſere Pflicht erfüllen, dann kann auch ein ſo
ſchwer geprüftes leidendes Volk, und beſonders das in der
Grenzmark, Ungeheueres leiſten.
ber.
Kommuniſtiſche Ueberfälle in Inſterburg.
Während der Anweſenheit des Reichskanzlers kam es hier zu
blutigen Ueberfällen von Kommuniſten auf
Na=
tionalſozialiſten und auch auf unbeteiligte
Straßen=
paſſanten, wobei u. a. drei Nationalſozialiſten durch
Dolch=
ſtiche ſchwer verletzt wurden. Es handelt ſich um planmäßig
vor=
bereitete Ueberfälle. Die Täter ſtachen auch auf harmlos
Vorüber=
gehende ein und verſchwanden dann ſofort, ſo daß ſie bisher nicht
ermittelt werden konnten. Wie bisher verlautet, ſollen im
gan=
zen fünf Perſonen ſchwer und drei leicht verletzt worden ſein. Die
Täter ſchlugen auch Fenſterſcheiben ein und brachten Niederrufe
gegen die Regierung aus.
Heſiſche Polikik.
Beginn der Ausſchußberakungen.
* Als der Landtag im Dezember auseinanderging, rechnete
man mit dem Beginn der Etatsberatungen in der zweiten Hälfte
des Januar. Wie verlautet, dürfte dieſer Termin etwas
hinaus=
geſchoben werden. Der Finanzausſchuß tritt dagegen am Dienstag
der kommenden Woche zu einer vorausſichtlich dreitägigen
Bera=
tung zuſammen. Auf der Tagesordnung ſtehen zunächſt zahlreiche
Anträge zum Problem der Arbeitsloſigkeit, der finanziellen
Not=
lage der Städte und Gemeinden infolge der ſteigenden.
Wohl=
fahrtsunterſtützungen, und zur Abſtellung der Doppelverdiener.
Auch der Antrag der Koalitionsparteien zur Wiedergewährung
des Kindergeldes für Kinder vom 16.—21. Lebensjahr ſteht zur
Beratung. Punkt 13 iſt der ſozialdemokratiſche Antrag auf
Vor=
lage eines neuen Beſoldungsgeſetzes. Die übrigen 30 Punkte
be=
faſſen ſich mit Filialſteuer, Riedgeſetz und zahlreichen Eingaben
aus allen Reſſorts.
Um das Pädagogiſche Inſtikut.
In dem Meinungsſtreit um die Zuſammenlegung der
Päda=
gogiſchen Inſtitute Mainz und Darmſtadt iſt eine
Ver=
lautbarung des Mainzer Lehrervereins, ſehr
intereſſant, der die Forderung aufſtellt, die
Aus=
bildung des Lehrnachwuchſes nach Gießen zu
verlegen. Dort wirke eine international anerkannte
Auto=
rität auf dem Gebiete der Pädagogik, Profeſſor Dr. Meſſer.
Der Mainzer Lehrerverein wolle es ſich nicht gefallen laſſen,
daß man in der Lehrerausbildung zum alten Seminarſyſtem
zurückkehre. Gerade aus dieſem Grunde müſſe er ſich gegen
eine Zuſammenlegung der Inſtitute in Mainz
wenden. Es gebe in den Lehrerkreiſen wohl kaum jemand,
der glaube, daß Männer von wiſſenſchaftlichem Ruf nach Mainz
an das Pädagogiſche Inſtitut gehen. Weil der Mainzer
Lehrer=
verein die Folgen einer Abſeitsbildung aus Erfahrung kenne,
wehre er ſich gegen eine Verewigung eines ſolchen Zuſtandes.
Parteipolitiſche oder klerikale Einflüſſe auf die Geſtaltung der
Lehrerbildung lehnt der Mainzer Lehrerverein ab, von welcher
Seite ſie auch kommen mögen. Alle Anſprüche in
wiſſenſchaft=
licher, pädagogiſcher, praktiſcher und techniſcher Hinſicht an die
Lehrerausbildung könnten am Orte einer Hochſchule wie Gießen
am beſten erfüllt werden.
Staaksſekrefär Kempkes †.
Berlin, 7. Januar.
Der langjährige Leiter der Geſamtorganiſation der Deutſchen
Volkspartei, Staatsſekretär z. D. Kempkes, iſt am Dienstag
abend einem Herzſchlag erlegen.
Adolf Kempkes hat ein Alter von faſt 60 Jahren erreicht. In
Eſſen geboren, war er dort lange Jahre als Rechtsanwalt tätig.
Von 1919 bis 1928 vertrat er als Abgeordneter der Deutſchen
Volkspartei Düſſeldorf=Oſt im Reichstage. Von da an bis 1930
war er auf der Reichsliſte gewählt. Bei den letzten Wahlen
ver=
zichtete er auf eine Wiederaufſtellung. Dr. Streſemann, deſſen
beſonderes Vertrauen der Verſtorbene beſaß, berief ihn 1921 als
Vorſitzenden des Geſchäftsführenden Ausſchuſſes der Partei an 2ie
Spitze der Organiſation. 1923 war er unter Streſemanns Ka
lerſchaft Staatsſekretär der Reichskanzlei. Auf Wunſch von Dr.
Scholz behielt er nach Streſemans Tod ſeine Aemter in der Partei
vorläufig bei. Ende 1930 trat er dann von den Parteiämtern
zurück.
Das Programm für den Reichsgründungskag.
UNB. Berlin, 7. Januar.
Anläßlich der 60. Wiederkehr des Tages der Reichsgründung
wird die Reichsregierung am 18. Januar im Neichstage
einen Feſtakt veranſtalten, der entſprechend unſerer
gegen=
wärtigen Lage einfach und würdig geſtaltet werden ſoll. Die
Feier, an der Reichspräſident und Reichsregierung teilnehmen,
beginnt um 11,15 Uhr. Für die muſikaliſche Ausgeſtaltung iſt
das Berliner Funkorcheſter unter Leitung ſeines Dirigenten
Bruno Seidler=Winkler gewonnen worden. Die Feſtrede wird
Profeſſor Dr. D. Kahl halten, der vor 60 Jahren auch
an der Ausrufung des Reiches im Spiegelſaal
von Verſailles teilgenommen hat. Auch
Reichs=
kanzler Dr. Brüning wird eine kurze Anſprache halten. Im
Anſchluß an die Feier wird der Reichspräſident die Front der
vor dem Reichstage aufgeſtellten Ehrenkompanie abſchreiten und
ſich ſodann zu der Reichsgründungsfeier des Kyffhäuſerbundes
nach dem Sportpalaſt begeben. Vor dem Feſtakt im
Reichs=
tage nimmt der Reichspräſident an dem Feſtgottesdienſt im
Dom teil.
Der moderne Raum iſt „freizügig, locker und
rhyth=
miſch gelenk” geworden. Der Begriff der Zeit= und
Wandel=
barkeit bezeugt ſich ſtark in ſeiner Geſtaltung: er richtet ſich
weni=
ger auf Beſchaulichkeit als nach der leiblichen Bewveglichkeit des
Wohners. Einſt behutſam ſtatiſch geordnetes Gehäuſe, — jetzt:
beweglich=angepaßtes Zweckgefüge. Statt ſtarren Seins
nun=
mehr: „relative Ordnung‟ . So leſen wir im ſoeben
er=
ſchienenen Januarheft der von Alexander Koch
heraus=
gegebenen „Innen=Dekoration” (Beginn des 42.
Jahr=
gangs), dem international anerkannten erſten Fachblatt für das
ſchöne Heim, das, wie der Herausgeber im Vorwort betont:
„aus der Praxis heraus die lebendige Gegenwart im
Wohn=
bau und in der Wohnraum=Geſtaltung in Kunſt und
Kunſt=
gewerbe zeigt.” Wem es danach heute ſcheinen könnte, als
müſſe der moderne Wohnraum ganz zu einer Angelegenheit
nlichterner Zweckbedienung werden, dem hält das Heſt an
an=
derer Stelle entgegen, daß auch in der Geſtaltung des
Wohn=
raums die künſtleriſche Tat das Entſcheidende iſt, wie im
mo=
dernen Bauen überhaupt. Nichts wird „von ſelbſt” Auch wenn
man Stahlmöbel verwendet, gibt dennoch erſt die künſtleriſche
Prägung, bei der Wiſſen und Gefühl zuſammenwirken, die
über=
zeugende und lebensfähige Geſtalt und Form.
Ueberſchaut man mit einem freien Blick die Räume und
Bauten in dem reichilluſtrierten Januarheft (55 große
Abbil=
dungen, 2 farbige, 4 Sepiatonbeilagen, Einzelheft 3 Mk.,
Ver=
lagsanſtalt Alexander Koch=Darmſtadt), dann freut man ſich,
wie weit und ſchön das Feld iſt, auf dem ſich die moderne
Ge=
ſtältung bewegt. Eine warme, formenfrohe Stimmung liegt
der dem „Haus am Prater” (von Fritz Reichl=Wien), über
Lein Wohnraum mit Wintergarten, den Speiſe= Herren= und
S(Naſräumen. Das „Landhaus an der Havel” (von
Oldck u. Ebert=Berlin) iſt das Muſter eines reizvoll in die Land=
Gafk eingefügten Landſitzes, mit ſeinem modernen Sportraum
d der großen Terraſſe. — Sportliche Lebensluſt, blitzende
Grlſche von Sonne, Waſſer, Wind und Bewegung ſpricht aus
dem „Teehaus mit Freiluftſchwimmbad im
Park”, — einem reinen Betonbau mit weitvorſpringendem
Flachdach, entzückend bewegt mit viel Schatten und Licht,
Ge=
ſtange, Treppen: ein Bild heiterer Lebensfreude. So auch noch
ein „Tennisklubhaus mit Geſellſchaftshalle‟
(von Fritz Hitzbleck=Düſſeldorf). Weiter eine Reihe von „
Räu=
men mit neuen Stahlmöbeln‟. Die Abbildungen ſind
ein überzeugender Beleg dafür, wie freundlich die Räume mit
dieſem neuzeitlichen Mobilar ausfehen. Ein Artikel über die
„Veuen Materialien im Wohnraum” gibt dazu eine vortreff=
liche phyſiognomiſche Deutung. Einige neue Arbeiten der
Staatl. Porzellanmanufaktur in Berlin, Standlampen und
Service, ferner ſeidene Polſter, Einzelmöbel uſw. führt das Heft
noch vor Ein ſtets zuverläſſiger, ſicherer, hochkultivierter
Führer durch die Welt der guten modernen
Ge=
brauchsform im gepflegten Heim könnte man die „Innen=
Dekoration” füglich nennen, wobei noch beſonderer Ton
auch auf die Textbeiträge zu legen iſt, die in geiſtig ſehr belebter
Weiſe auf weſentliche Fragen moderner Geſtaltung eingehen.
Redensarken.
„Es iſt die höchſte Eiſenbahn”, ſo ſagen wir wohl in Fällen
beſonderer Eile. Die Wendung iſt uns ſo geläufig geworden,
daß wir heute nichts Ungewöhnliches oder auch nur Spaßiges
mehr dabei empfinden; ſie iſt ſo abgegriffen, daß wir uns der
Komik, die in dieſer Ausdrucksform liegt, kaum noch je bewußt
werden oder uns gar die Frage nach der Entſtehung der
wun=
derlichen Redensart vorlegen. Sie rührt von Adolf
Glaß=
brenner her, dem bekannten Berliner Humoriſten und Satiriker,
der in einer komiſch=dramatiſchen Szene aus dem Berliner
Volksleben einen Briefträger vorführt: eine gute brave Seele,
nur hochgradig zerſtreut. So bekommt er denn gegen Ende der
Szene mit einem Male, da ihm einfällt, daß die Leipziger Poſt
eingegangen ſei und er die mitgekommenen Briefe austragen
müſſe, die höchſte Eile und begründet nun ſein plötzliches
Auf=
brechen mit den Worten: „Es iſt allerhöchſte Eiſenbahn, die Zeit
iſt ſchon vor drei Stunden angekommen.” — Solche Vertauſchung
von zwei Worten, wie hier von Eiſenbahn und Zeit, müſſen in
jenen uns heute ſo ſchlicht, ſo bieder, aber auch ſo anſpruchslos
erſcheinenden Großvätertagen außerordentlich erheiternd gewirkt
haben. Wie bei dieſer Wendung von der Eiſenbahn, ſo geht
es uns mit zahlreichen anderen deutſchen Redensarten; wir
ge=
brauchen ſie, empfinden nichts Unmögliches mehr dabei und
fragen wohl kaum je nach dem Urſprung. Und doch iſt dieſer
oft ſehr wiſſenswert und die Beſchäftigung mit den alten
Redens=
arten höchſt anregend, ja ergötzlich. Mancher unſerer Leſer wird
ſich ſchon mit Hilfe des ſoeben in 5., erweiterter Auflage
erſchie=
nenen Erläuterungsbuches: Albert Richter, „Deutſche
Redens=
arten”, das unſer bewährter Sprachmeiſter Oscar Weiſe
be=
arbeitet und fortgeführt hat und das ein hübſches Geſchenkbuch
darſtellt, eine heitere und lehrreiche Stunde verſchafft haben;
denn es ſpiegelt ſich ein gut Teil Volksleben und auch
Volks=
humor in den hier in 253 Abſchnitten erläuterten etwa 530
Redensarten wider (Verlag Fr. Brandſtetter, Leipzig
Preis 4.— RM.).
Sind wir bei manchen Redensarten wegen einer Erklärung
überhaupt in Verlegenheit, ſo verfallen wir bei anderen auf
eine falſche. Mancher Familienvater, z. B. der Sonntags „mit
Kind und Kegel” hinauszieht in die ſchöne Natur, wird
un=
galant genug ſein, unter dem „Kegel” ſeine beſſere Hälfte zu
verſtehen, und doch wäre dieſe Erklärung völlig verfehlt: Kegel,
ein ſonſt längſt ausgeſtorbenes Wort aus alter Zeit, das ſich
nur noch in dieſer einen Wendung erhalten hat, bezeichnet
viel=
mehr die illegitime Nachkommenſchaft, Kind und Kegel bedeutet
alſo die geſamte Nachkommenſchaft, d. h. die ganze Familie.
Wer alſo z. B. nicht weiß, woher Wendungen wie „Matthäi
am letzten” „Unter aller Kanone” „Krokodilstränen kommen”
oder warum man jemanden „in den April ſchickt” und deshalb
das Volk ſingt: „Angeführt mit Löſchpapier, morgen kommt
dein Schatz zu dir” der greife zu dieſem Buche! Es wird ihm
znar nicht die Weisheit „mit dem Nürnberger Trichter”
ein=
gießen, aber es wird ihm doch ſoviel beibringen, daß ihm manche
bisher gedankenlos gebrauchte gut= und altdeutſche Wendung
weniger „ſpaniſch vorkommt” und er hinfort, wenn dergleichen
Fragen „aufs Tapet” kommen, auch „ſeinen Senf dazu zu
geben” und dabei manchen anderen „in den Sack zu ſtecken”
vermag.
Ap. Unkepunz. Ein deutſches Geſicht. Von Moritz Jahn.
(Verlag von Carl Spielmeyer Nachf., Göttingen. Preis kart. 2 RM.)
Ein merkwürdiger Zeitgenoſſe, aber jedenfalls ein ſehr origineller!
Unkepunz kommt aus ſeiner ſtillen Gelehrtenſtube mit einer befreienden
Evolution des Geiſtes: er lehrt uns Abſtand von den Dingen zu
ge=
winnen, die uns bedrücken, und das Mittel dazu iſt ſchöpferiſcher Humor
und tiefſte Lebensweisheit, die dieſem 46 Gedichte enthaltenden Büchlein
ſeine Weſenheit verleihen und es zu einem wertvollen Beitrag ; zur
Seelengeſchichte unſerer Zeit machen. Unkepunz macht ſeiner Zeit nur
die allernotwendigſten Zugeſtändniſſe, die durch das Leben an ſich bedingt
ſind. Geiſtig erhebt er ſich über Reſignation, Nichtverſtehenwollen und
verſchließt ſich in einer faſt ſeligen Heiterkeit und
weltalldurchbrauſen=
m Raum.”
gen. „Nur in ſich ſelber ſchauend ſteht
Er
uns alle iſt hier das befreiende Lachen gefunden. Das Buch nennt ſich
mit Recht ein deutſches Geſicht; denn es iſt von echt deutſchem Geiſte
erfüllt.
Berichtigung. Zu dem Aufſatz über die Ueberfremdung
unſerer wiſſenſchaftlichen Sprache von Dr. Bergmann in Nr. 6
des „Darmſtädter Tagblatts” ſei ergänzend bemerkt, daß die
darin mitgeteilten Verhältniszahlen über die Abiturienten ſich
auf Preußen beziehen. Für die anderen Länder liegen natürlich
die Verhältniſſe ähnlich. So betrug in Heſſen die Zahl der
Gymnaſialabiturienten 172 im Jahre 1924 und 227 im Jahre 1930:
die Zahl der Oberrealſchulabiturienten dagegen ſtieg von 148
im Jahre 1924 auf 531 im Jahre 1930. Während 1924 nur 278
Schüler an Realanſtalten (Realgymnaſien, Oberrealſchulen und
Studienanſtalten) abgingen, erhöhte ſich dieſe Zahl im Jahre
1930 auf 848.
Seite 4
Donnerstag, den 8. Januar 1931
Nummer 8
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0.48
Tid Ta
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Wegen Auftöſung des Haushalts
des verſtorbenen Privatiers G.
Möller Ww. verſteigere ich im gefl.
Auftrag der Erben Samstag, den
10. Januar, vormittags ½10 Uhr
beginnend, in dem Hauſe
3 Ballonplatz8
Mittelbau, 1. Stock rechts
(an der Schule)
nachfolgend bezeichnete Möbel ge
gen ſofortige Barzahlung:
2 weiß lack. eiſerne Betten mit
Feder=
zeug. 1 Baſchtommode mit weißer
Mar=
morplatte, 2 Nachtſchräntchen, 1
Wäſche=
ſchrank (nuß=pol.), 1 zweitür.
Kleider=
ſchrank (nuß=pol.), 1 Bücherſchrank
nuß=
pol.), 2 elntür. Kleiderſchränke, 1
Kom-
mode, 1 Rauchtiſch, 2 — Tiſche, 1
Eta=
gere, 4 Rohrſtühle, 1 Liegeſeſſel, 1 roter
Pläſchdiwan, 1 Trumeanſpiegel, 3 kleine
Splegel, 1 Regulator, 2 runde Uhren,
Gaszuglampen, Vorhänge, 1 Stehleiter
u. vieles mehr.
1 Küchenſchrank. 1 Anrichte. 1
Putz=
ſchrauk, 1 Küchentiſch, 1 Gasherd, drei
Stühle, 1 Waage mit Gewichten. 1
Speiſe=
ſervice, 1 Partie Geſchirr aller Art.
1Piano mit Stuhl, ſchwarz pol.
(Fabrikat A. Jörſter)
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1 Nähmaſchine.
Darmſtadt, den 8. Jan. 1931.
Kunſt= und Auktionshaus
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und Taxationen.
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nſtraße 76, pt.
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(*ds)
Die Inſtallation der elektr. Licht=
und Klingelanlage
für den ſtädt. Häuſerblock an der
Beſſunger=
ſtraße ſoll alsbald öffentlich vergeben
werden. Pläne u. Arbeitsbeſchreibungen
liegen auf Zimmer Nr. 27, der
unter=
zeichneten Direktion, Frankfurterſtr. 100
zur Einſicht offen, wo auch
Angebots=
formulare erhältlich ſind.
Angebote ſind bis Montag, den
12. Januar, vormittags 10 Uhr hier
(St.77
einzureichen.
Darmſtadt, den 7. Januar 1931.
Direktion der nädt. Betriebe.
Offenlage der Handbücher der
Stadtkaſſe und Betriebskaſſe
für das Rechnungsjahr 1928.
Von Montag, den 12. Januar 1931,
ab liegen die Handbücher der Stadtkaſſe
und der ſtädtiſchen Betriebskaſſe während
der Friſt von einer Woche in den
Dienſt=
räumen der betreffenden Kaſſen (
Stadt=
kaſſe, Grafenſtraße 28 — Betriebskaſſe
Frankfurterſtraße 100) zur Einſicht offen.
Während der Offenlage kann von der
Handbüchern Einſicht genommen und
ſchriftliche Bemerkungen dazu eingereicht
werden.
(st,745
Seftäenprafangen Leo4.
Darmſtadt.
Anmeldung für die Prüflinge
aller Innungen und Vereinigungen
des Hanowerks, die um Oſtern
aus=
gelernt haben, von Dienstag, den 13
bis Fre tag, den 16. Januar 1931,
bei Herrn Weißbindermeiſter G. Kraus,
Luiſenſtraße 40, im Hofe links, nur it
der Zeit von 12‟/, bis 17 Uhr.
Hier=
ſelbſt wird Auskunft erteilt und die
An=
melde= uud Lehrzeugnis=Formulare
aus=
gegeben.
Die Prüflinge von der Induſtrie
melden ſich bei ihren Betriebsleitern,
woſelbſt auch jede Auskunft erteilt wird
und die erforderlichen Formulare
er=
hältlich ſind.
Die Prüfungsgebühr beträgt 7 Mark
und iſt mit der Anmeldung ſofort zu
entrichten. Ferner iſt noch mitzubringen
der Lehrvertrag und ein
ſelbſtgeſchrie=
bener Lebenslauf (Aktenformat). Spätere
Anmeldungen können nur unter
Zu=
ſchlag, der entſtehenden Unkoſten
berück=
ſichtigt werden.
(747
Der Geſellenprüfungsausſchuß des
Ortsgewerbe=Vereins u. der
Hand=
werker=Vereinigung Darmſtadt
Georg Kraus, Vorſitzender.
Frdl. Schlafſtelle a.
Berufstät. zu verm.
Ludwigſtr. 18, II.
Vohn-u. Schlafz.
2 Betten, m. Küch.
benutzung ſof. z. vm.
Waldſtraße 34, pt.
Karlſtr. 21, I. I.. gt.
möb. Zim. z. vm.
Pankr. -Str. 33
möbl. 3. z. b. (1880b möb. 3.
Mollerſtraße 41, pt.
möbl. Zimmer mit
elektr. Licht z. vm.*
Martinſtr. 66½, I.
2 gut möb. Zim. m.
od. oh. Küchenben
z. 1. Febr. z. vm.
4. Brennholz=Berſteigerung
Montag, den 12. Januar 1931,
vormittags 9/, Uhr, werden in der
Reller’ſchen Gaſtwirtſchaft zu
Wem=
bach aus den Staatswalddiſtrikten,
Hohenſtein 2, Großer Heegwald 16a
Neuer=Schlag 21a und 23 ſowie aus
ver=
ſchiedenen Diſtrikten der Förſterei
Kolo=
niewald verſteigert:
Scheiter, rm: 55 Buche 23 Eiche.
2 Eſche, 8 Birke, 3 Erle, 73 Kiefer, 5
Fichte, 9 Tanne; Knüppel, rm: 85 Buche
2 Hainbuche, 96 Eiche, 3 Eſche, 21 Birke.
132 Kiefer, 4 Lärche, 30 Fichte, 5 Tanne:
Stammreiſig, 100 Wellen: 43,9 Buche
36.0 Eiche; Aſtreiſig, 100 W.:. 6,30 Buche
2,3 Birke, 0,9 Eiche.
Die Stammwellen lagern in Neuer=
Schlag 21a und 23. — Unterſtrichene
Nummern kommen nicht zum Ausgebot
— Nähere Auskunft durch
unterzeichne=
tes Amt ſowie Herrn Förſter
Schnei=
der zu Rohrbach.
(726
Ober=Ramſtadt, den 6. Jan. 1931.
Heſſiſches Forſtamt Ober=Ramſtadt,
Mühlſtr. 37, ſepar.
Z. m. 1 od. 2 Bett
u. Kochgelegh. z. v.*
Beckſtr. 78, I.,, 1—2
gt. möb. Z., el. L.,
Schr., g. heizb., z. v.
Amerik. Leghorn,
Ia legend, a 5ℳ zu
verkaufen. Ang. u.
P. 121 a. d. Gſchſt.
Riedeſelſtr. 70, II.
gut möb. Z. m. od.
oh. Penſion z. vm.
V
amer. Leghorn
geſchloſſen o. teilw.
abzug. Zum Teil i.
und am Legen.
Ober=Ramſtadt.
Neugaſſe 35.
Am Freitag, den 9. Jan. 1931,
nachmittags 3 Uhr, verſteigere ich in
meinem Verſteigerungslolal,
Ludwigs=
platz 8, verſchiedene Gegenſtände,
zwangs=
weiſe meiſtbietend gegen Barzahlung.
1 Kappel=Schreibmaſchine, 1
Adler=
ſchreibmaſchine, 1 Ruhebett, 3
Blumen=
krippen, 1 Kaſſenſchrank, 1
Bücher=
ſchrank, 2 Schreibtiſche, 1
Bronzedenk=
mal des Gutenbergdenkmals, eleitr.
Lampen aller Art u. and. mehr.
Beſtimmt:
1 Roßhaarmatratze, Zteilig, mit Keil,
16 Haustuchbettücher.
Anſchließend an Ort u. Stelle:
1. Regiſtrierkaſſe (Krupp), 1
Laden=
thele (Marmor), 1 Fleiſchhackmaſchine
mit Motor, 1 Eisfchrank, 1
Schnell=
waage, 1 Grammophon mit
Eleftro=
werk, 2 Notenſchränke, 1 Ladentheke.
Darmſtadt, den 7. Jan. 1931. (757
Noſtadt
Gerichtsvollz. Kr. A., Bismarckſtr. 42, pt.
Am Freitag, den 9. Januar
1931, nachm. 3 Uhr, verſteigere ich in
meinem Verſteigerungslokale, hier,
Hü=
geiſtraße 27, verſchiedene
Gegen=
ſtände öffentlich zwangsweiſe gegen
Barzahlung.
(767
Vorausſichtlich beſtimmt
ver=
ſteigert wird:
1 Bürokleiderſchrank (ſechstür ), 1
Feld=
ſtecher, 1 Diplomatſchreibtiſch.
Hieran verſteigere ich an Ort
und Sielle nachm. 3‟, Uhr:
1 Hanomag, 2 Motorräder, ſehr ſtark
verbraucht.
An Ort u. Stelle, Pallaswieſenſtr. 106:
Verſchiedene landwirtſchaftl. Maſchinen
nebſt Werkzeugen,
Büroeinrichtungs=
gegenſtände.
Hieran verſteigere ich an Ort u. Stelle:
ca. 30 Ztr. Heu, 1 Sofa mit Umbau,
1 Schreibtiſch und 1 Bücherſchrank.
Darmſtadt, den 8. Jan. 1931.
Böhm
ſtellvertr. Gerichtsvollzieher des Ger.=
Vollz. Portner
Heinrichſtraße 93, I.
Am Freitag, den 9. Jan. 1931,
vormittags 10 Uhr, ſollen in meinem
Verſteigerungslokale Luiſenſtraße 32, 34
ſolgende Pfänder zwangsweiſe gegen
Barzahlung verſteigert werden,
ins=
beſondere:
(777
10 Kanarienvögel mit Käfig. 1
Schreib=
tiſch. 1 Sofa, 1 elektr. Motor (7 PS.),
3 Schreibmaſchinen (Adler,
Mo=
narch und Remington), 1 Rollſchrank,
1 Kleiderſchrank (2tür.), 1 gr. Trommel,
1 Ausz ehtiſch, 4 Stühle mit Lederſitz,
1 Sekretär, 3 Kiſten Porzellanſteckdoſen
(6000 Stück), 2 elektr. Tiſchlampen,
Möbel all. Art u. a. m., 1 Auto (Fa ag).
Ferner hieran im Anſchluß an Ort
und Stelle (wird noch näher bei
Ver=
ſteigerung bekanntgegeben):
1 Reifenglühofen, 1
Reifenauf=
ziehapparat.
Datmſtadt, den 7. Jan. 1931.
Jungermann
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.
Nummer 8
Donnerstag, den 8. Januar 1931
Seite 5
Aus der Landeshaupifiadt.
Darmſtadi, den 8. Januar 1931
— Landestagung der Kriegsbeſchädigten und
Kriegerhinter=
bliebenen. Die im Zentralverband deutſcher
Kriegsbeſchä=
digter und Kriegerhinterbliebener (Sitz Berlin),
Landes=
verband, Starkenburg=Rheinheſſen”
zuſammengeſchloſ=
ſenen Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen halten am
kommenden Sonntag in Darmſtadt ihren 7. (ordentlichen) Landes=
Verbandstag ab. Die Tagung findet ſtatt, nachdem am Samstag
eine Sitzung des Geſamt=Landesvorſtandes des Landesverbandes
vorausgegangen iſt im „Fürſtenſaal” in Darmſtadt, Grafenſtr. 18
und beginnt der Landesverbandstag daſelbſt vormittags 10 Uhr
mit einer öffentlichen Kundgebung. Zu dieſer öffentlichen
Kund=
gebung ſind die Vertreter der Behörden, Körperſchaften, Parteien,
Berufsorganiſationen uſw. eingeladen und haben ihre Teilnahme
zugeſagt. Die Vormittagstagung iſt mit einer Gefallenenehrung
verbunden, die von Muſik= und Geſangvorträgen umrahmt iſt und
bei der Herr Schulrat Haſſinger (Darmſtadt) die Gedächtnisrede
halten wird. Den Hauptvortrag der öffentlichen Tagung am
Vormittag wird der Leiter der Rechtsabteilung bei der
Verbands=
leitung des Zentralverbandes deutſcher Kriegsbeſchädigter und
Kriegerhinterbliebener in Berlin, das Hauptvorſtandsmitglied
Michel halten. Herr Michel wird ſich verbreiten über „Stand
der Verſorgung und die Forderungen, der Kriegsopfer”. Am
Sonntag nachmittag findet dann die geſchloſſene
Landesverbands=
tagung ſtatt, die den Geſchäfts= und Kaſſenbericht des Vorſtandes
entgegenzunehmen, die Neuwahl des Vorſtandes und der
Kaſſen=
prüfer für die künftige Geſchäftsperiode zu vollziehen und die
Be=
ratung und Beſchlußfaſſung über die vorliegenden Anträge
durch=
zuführen hat. In den Kreiſen der Verbandsmitglieder hat die
Angelegenheit größte Beachtung gefunden und iſt mit einem
ſtar=
ken Beſuch der Tagung zu rechnen.
Ein Neunzigjähriger. In völlig geiſtiger und körperlicher
Rüſtigkeit begeht am 12. d. Mts. der bei der Staatsbahn tätig
geweſene Werkführer i. R. Karl Barth, hier, Moosbergſtr. 58,
die Vollendung ſeines 90. Lebensjahres.
— Frühjahrs=Geſellenprüfungen 1931. Wir verweiſen auf
die heutige Anzeige, betreffend Anmeldung zu den
Geſellenprü=
fungen. Anmeldung für alle Prüflinge der Vereinigungen und
Innungen, welche um Oſtern ausgelernt haben, von Dienstag,
den 13. bis Freitag, den 16. Januar 1931, bei Herrn
Weißbinder=
meiſter Gg. Kraus, Luiſenſtraße 40, im Hof links, nur in der
Zeit von 12½ bis 17 Uhr. In dieſer Zeit wird auch Auskunft
erteilt, Anmelde= und die Lehrzeugnis=Formulare ausgegeben.
Die Prüflinge der Induſtrie melden ſich bei ihren Werkmeiſtern.
(Siehe Anzeige.)
— Graf Alexander Stenbock=Fermor, der Verfaſſer des Buches
Meine Erlebniſſe als Bergarbeiter”, ſpricht heute
in der Aula des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums. Karten im
Vor=
verkauf beim Verkehrsbüro und Buchhandlung H. Schroth,
Rhein=
ſtraße, ſowie an der Abendkaſſe. Für GDA.=Mitglieder nur auf
der Geſchäftsſtelle des GDA.
— Evangeliſche Markusgemeinde. Der erſte Vortragsabend im
neuen Jahre findet am kommenden Montag, den 12. Januar, im
Gemeindehaus. Kiesſtraße, ſtatt. Herr Pfarrer Vogel ſpricht über
die entſcheidende Frage: „Wie erleben wir Gott?” um damit zum
Mittelpunkte des religiöſen Lebens zu leiten. Schon das Thema
erinnert an die Offenbarung Gottes im Leben des Einzelnen und
an die Heilige Schrift, z. B. der Berufung Samuels (1. 3, 10) und
deſſen Erleben: „Rede, Herr, denn dein Knecht höret!” In unſerem
Zeitalter der prahlenden Gottloſenvereinigungen gibt der Vortrag
eine beſonders beachtenswerte Darlegung. Alle Mitglieder und
Freunde der Markusgemeinde ſind zum Montag abend herzlich
ein=
geladen.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. In einem Konzert das
Alfred Höhn im Frankfurter Saalbau mit ſeinen
Meiſterſchüle=
rinnen gab, wirkte die junge Darmſtädter Pianiſtin Ilſe
Reichenbach mit. Die Preſſe urteilt darüber folgendermaßen:
„Gen.=Anz.”: .. . „Recht friſch und in klarer Profilierung ſpielte
Ilſe Reichenbach Schumanns echt romantiſche Variationen; wie
dies bei der pianiſtiſchen Qualität des Lehrers nicht anders zu
erwarten war zeigte ſie durchweg ſorgſame Schulung.”
„Nachr” ſchreiben: ... „Ilſe Reichenbach gab in den Variationen
von Schumann vor allem ihre rhythmiſche Zucht zu erkennen; die
betonte Hartnäckigkeit der verwandten Rhythmen wurde mit
aus=
dauernder Energie durchgehalten und das dynamiſche
Einver=
nehmen mit der Begleitung getroffen.” — . .. „Ztg.‟: . . . „Bei den
ſelten aufgeführten Variationen von Schumann für zwei Klaviere
mit Begleitung von 2 Celli und Horn bewährte ſich Ilſe
Reichen=
bach durch diſzipliniertes Zuſammenſpiel.”
— Louis Graveure iſt erkrankt. Das für heute abend
feſt=
geſetzte 6. Akademie=Konzert muß deshalb verlegt
werden. Das Datum wird noch bekannt gegeben. Bereits gelöſte
Karten behalten ihre Gültigkeit.
— Drumm=Quartett. In dem am Dienstag, den 13. Januar,
vom Drumm=Quartett ſtattfindenden 4. Beethoven=Abend
im Kleinen Haus des Landestheaters kommen Streichquartett
Op. 132, Nr. 6 Op. 18 und Nr. 1 Op. 59 zu Gehör.
Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus Kleines Haus Donnerstag,8. Januar 19.30— 22 30 Uhr
C 12. Die Zauberflöte
Preiſe 1—10 Mk. 20. Ende nach 22 Uhr
Im weißen Röſſel
Geſchl. Vorſtell f Erwerbsl
Kein Kartenverkauf. Freitag,
9. Januar
Keine Vorſtellung 20—22 Uhr
der Mann, den ſein Gewiſſen trieb
Zuſatzmiete 19 7
Preiſe 1.20—6 Mk. Samstag
10. Januar 19.30—22.30 Uhr
F6 Königskinder
Dſt. Volksb. Gruppe I-IV
Preiſe 1—10 Mk. Meſh
Wie werde ich reich und glülcklich
T Gruppe 1. 5, 6
Preiſe 1 20—6.00 Mk. Sonntag
11. Januar 19,. Ende nach 22 Uhr
Carmen
Heſſenlandmiete IV6
Preiſe 1.20—1 Mk. 19.3 —22 Uhr
Meine Schweſter und ich
Außer Miete
Preiſe 1—5 Mk. Montag
12. Januar Keine Vorſtellung 20, Ende gegen 22 Uhr
Liederabend
Johannes Viſchoff
Preie 0 80—2.50 Mk Dienstag
13. Januar 20—2 Uhr
Uraufführung
414. Die 25. Frau
Preiſe 1 2.—12 Mk. 20—21.30 Uhr
Vierter Beerhoven=Abend
des Drumm=Quartetts
Preiſe 1, 2, 3 Mk.
— Heſſiſches Landestheater. Mozarts „Zauberflöte”
ge=
langt heute Donnerstag im Großen Haus unter muſikaliſcher
Lei=
tung von Erwin Palm mit Hexrmann, Sattler, Stoſch, Walter,
Stralendorf, Mitrovic, Liebel, Jacobs, Lohmann. Vogt, Kienzl,
Saggau, Bertholdt, Spira und Overlack zur Aufführung. — Für
die Sonntag, den 11. Januar, im Kleinen Haus außer Miete bei
kleinen Preiſen ſtattfindenden Aufführung „Meine
Schwe=
ſter und ich” beginnt heute Donnerstag an der Tageskaſſe des
Großen Hauſes und bei Verkehrsbüro und C. L. Külp der
Vor=
verkauf. — „Carmen” von Bizet wird Sonntag, den 11. Jan.,
im Großen Haus in der Neuinſzenierung von Carl Ebert, unter
muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl Böhm mit der erfolgreichen
Premierenbeſetzung (Mitrovic, Schocke, v. Stoſch, Lohmann, Ney,
Vogt, Kienzl, Liebel, Heyer) wiederholt. — Die Erſtaufführung
der Opexette „Viktoria und ihr Huſar” findet Samstag,
den 17. Januar, im Großen Haus unter muſikaliſcher Leitung von
Fritz Bohne ſtatt. Inſzenierung: Arthur Maria ,Rabenalt;
Bühnenbild: Elli Büttner.
E
Städtiſche Skraßenbahn Darmſtal
üer Heug.
und die Stromp
Die Direkkoren der Heag ſprechen zu den vielfachen Beſchwerden vor dem Verkehrsverein Darmſtadl.
Klärung von Mißverftändnifſen. — Erweikerungsmöglichkeiten und Tariſe der Straßenbahn.
Weiterer Strompreisabbau unmöglich.
Der Verkehrsverein hatte geſtern zu einer Verſammlung im
Rathausſaal eingeladen, die Gelegenheit zur Ausſprache über die
vielerlei Beſchwerden, die Maßnahmen der Heag der letzten
Monate hervorgerufen haben, geben ſollte. Herr Ferd. Schmidt
begrüßte die Erſchienenen namens des Verkehrsvereins, beſonders
die Herren Direktoren der Heag Bohnenberger und Brandis und
erläuterte kurz den Standpunkt des Verkehrsvereins zu den
bren=
nenden Fragen, der im Einverſtändnis mit dem Herrn
Oberbür=
germeiſter der Anſicht iſt, daß dieſe Fragen vor der Oeffentlichkeit
behandelt werden ſollen, nicht nur weil die Bürgerſchaft ein Recht
darauf hat, ſondern auch im Intereſſe der Heag ſelbſt. Zwar
kann man das nicht in großen Volksverſammlungen, wohl aber
vor einem Forum von Sachverſtändigen und gewählten Vertretern
der Bürgerſchaft. Er erteilte dann zunächſt das Wort Herrn
Direktor Bohnenberger, der über
Tariſe und Erweikerungsmöglichkeiten der
Skraßen=
bahnen Darmſtadts
ſprach. An Hand großer graphiſcher Darſtellungen legte der
Refe=
rent zunächſt dar, daß die Straßenbahn ſeit langem nicht mehr
rentiert, ſondern ein Zuſchußbetrieb geworden iſt. Im November
1929 wurde der 7½=Minuten=Verkehr geſchaffen im Intereſſe des
Publikums, aber auch um zu verſuchen, den Verkehr noch intenſiver
zu geſtalten. Es war uns klar, daß das ein Riſiko in ſich barg,
denn wir wußten, daß es in Darmſtadt kaum noch Luxusfahrer
gibt daß alle Straßenbahnbenutzer „Mußfahrer” ſind. Tatſächlich
brachte der 7½=Minutenverkehr kaum eine Frequenzſteigerung,
vielmehr eine Erhöhung des Zuſchußbedarfs. (Der Referent wies
das an Hand der graphiſchen Darſtellungen und rechneriſch nach.)
Im ganzen ſpiegeln die Kurven der Straßenbahn die allgemeine
wirtſchaftliche Lage wider. Es kommt hinzu, führte der Redner
weiter aus, daß wir Ausbauten an das Stadtinnere
vorgenom=
men haben, die noch nicht einmal die Betriebskoſten, geſchweige
denn Verzinſung und Amortiſation des Anlagekapitals decken.
Ich darf hier daran erinnern, daß ſeitens des Publikums
ſchärf=
ſtens darauf gedrängt worden iſt, eine Verbindung nach dem neuen
Stadtviertel am Dornheimerweg zu ſchaffen. Unſere Berechnungen
für dieſe Strecke ſchloſſen derart, daß, wenn alle Unkoſten
ge=
deckt werden ſollen, rund 5000 Perſonen im Tage fahren müſſen.
Es fahren aber tatſächlich einſchließlich der Kinder und Schüler
und Wochenkarten=Inhaber nur 577 pro Tag. Sie können ſich
alſo vorſtellen, daß hier weitere Verluſte entſtehen werden. Das
gleiche gilt für die Strecke Oberwaldhaus und für den Ausbau
nach der Landskronſtraße; alles Strecken, die die
Geſamtein=
nahmen herabdrücken, da ſie noch nicht einmal das erforderliche
Betriebskoſtenkonto zu löſchen in der Lage ſind.
Rechnet man ſich den Unterſchied aus auf den
Rechnungskilo=
meter, ſo ergibt ſich eine Minus=Einnahme von 11,52 Pfg. pro
Rechnungskilometer. Aber auch in anderer Richtung läßt ſich der
Nachweis führen, daß der 7½=Minuten=Betrieb nicht das Richtige
iſt zur Einführung auf Straßenbahnen, ohne die Luxusfahrer.
Wir mußten alſo den 10=Minuten=Verkehr wieder einführen.
Nachdem nun die Grundlagen beſprochen worden ſind, komme
ich zum zweiten Teil meiner Ausführungen, der Tariffrage,
Im Oktober 1929 hatten wir bereits eine definitive Vorlage
für eine Tarifänderung in Darmſtadt ausgearbeitet. Dieſelbe
kam jedoch nicht zur Beſprechung, geſchweige denn zur
Durch=
führung, weil eine Neuwahl des Stadtrates bevorſtand. Die
Beachten Sie
die Fortſetzung unſeres
Preis=Ausſchreibens
verſchiedenen Verhandlungen, auch im Stadtkollegium wurden
erſt im Jahre 1930 geführt und ſind bis heute unerledigt
geblie=
ben. Inzwiſchen kann natürlicherweiſe von einer Tariferhöhung
nicht mehr geſprochen werden. Die Ueberlegungen haben uns auf
einen weiteren Weg geführt und das iſt derjenige, der jetzt
ein=
geſchlagen iſt, nämlich Aenderung des viel zu hohen Rabattes für
Fahrſcheinhefte und Wiedereinführung des 10prozentig. Rabattes.
Wir haben ſeinerzeit freiwillig und aus eigenem Ermeſſen
Fahrſechinhefte eingeführt zu einem Preiſe von RM. 2.— mit
einem allgemein üblichen Rabattſatz von 10 Prozent, ſo daß alſo
Fahrſcheinhefte eingeführt zu einem Preiſe von RM. 2.— mit
und für 5—6 anſtatt RM. 2,50, RM. 2,25 koſteten. Leider das
muß ich hier ſagen, haben wir uns unſer Geſchenk an die
Fahr=
gäſte erweitern laſſen müſſen durch Einſpruch einzelner gegen
unſere Rabattſätze und ſind ſchließlich, weil es ja nur „
Abrun=
dungen” ſind, auf RM. 1,50 für 3—4 Teilſtrecken und RM. 2,00
für ein Fahrſcheinheft für 5—6 Teilſtrecken gekommen. Das hat
ſich bitter gerächt! Denn der Ausfall an Einnahmen aus
Fahr=
ſcheinheftchen iſt nunmehr durch die ſtarke Benutzung, weil eben
der Preis ſo enorm billig war, ſehr gefallen. Dieſe
Fahrſchein=
heftchen ſind nunmehr auf den früheren Rabattſatz
von 10 Prozent, alſo ein Fahrſchein frei, gebracht worden.
Dieſe Maßnahme dürfte nach dem heutigen Ermeſſen
aus=
reichend ſein, um den Ausfall durch die wirtſchaftliche Lage
ſteuern zu können. Die zweite Maßnahme iſt die Aenderung des
7½=Minuten=Betriebs in einen 10=Minuten=Betrieb, wie er früher
war. Dadurch fallen die ſeit November vorigen Jahres
einge=
ſetzten Mehr=Wagen weg und es werden ca. 25 Wagenführer und
Schaffner frei, die alſo nicht mehr die Straßenbahn belaſten. Auf
dieſe Weiſe hoffen wir das Defizit, das der 7½=Minuten=Betrieb
gebracht hat, zum größten Teil zu reduzieren.
Und nun komme ich zum Schluß meiner Ausführungen. Man
hat uns möglichſt breit den Vorwurf gemacht, daß wir rigoros
in unſeren Maßnahmen vorgegangen ſind. Das dürfte nicht der
Fall ſein. Unter Berückſichtigung der Aenderungen in unſeren
Geſchenken haben wir alle Straßenbahnheftchen abgeſtempelt mit
der Notiz „gültig bis zum 30. November 1930” und wir dürfen
wohl annehmen, daß ein Straßenbahnheftchen mit 10 Fahrſcheinen
innerhalb 6 Wochen abgefahren ſein dürfte. Ferner haben wir
uns mit unſerem Aufſichtsrat dahin verſtändigt, daß an Hand
eines Vortrages und der Kurvenblätter der 7½=Minuten=Betrieb
aufgehoben und der Rabatt der Fahrſcheinheftchen wieder auf
10 Prozent herabgeſetzt wird.
Ich gebe zu, daß die Zeit eine der ungünſtigſten iſt, wenn Sie
aber an Hand der Ihnen vorgeführten Darlegungen als Leiter
eines Betriebes pro Tag mit einem Ausfall von Tauſenden von
Mark rechnen müſſen, dann ſchreiten Sie auch zu einer
Aende=
rung in einer wirtſchaftlich ungünſtigen Zeit, denn es dürfte wohl
bekannt ſein, daß mit dem allgemeinen Rückgang auf allen
Gebie=
ten wie Gas, Elektrizität und Straßenbahn ſelbſtverſtändlich auch
die Abgaben aus dem Brutto=Gewinn, die geleiſtet werden müſſen,
betroffen werden, und ich möchte im ſpeziellen darauf hinweiſen,
daß die Stadt Darmſtadt ſelbſtverſtändlich auch größtes Intereſſe
daran hat, ihre Einnahmen aus der Heag nicht gekürzt zu ſehen,
infolgedeſſen müſſen auch die Maßnahmen von uns ergriffen
werden, die außerhalb des Tarifrahmens möglich ſind, um das
Verluſtgeſchäft auf ein erträgliches Maß zurückzuſchrauben.
Was den Omnibusbetrieb angeht, ſo hat dieſer nach den
ge=
ſammelten Erfahrungen des Verbandes der Deutſchen
Verkehrs=
verwaltungen in Berlin, ſelbſt in Berlin bis jetzt kein Plus,
ſon=
dern ein Minus gebracht, und man müßte von Rechts wegen die
Preiſe für die Fahrten der Omnibuſſe mindeſtens um —.10
er=
höhen, wollte man die Geſamtausgaben, die dieſer Betrieb
ver=
urſacht, decken Von einem Nutzen kann hier gar nicht geſprochen
werden. Die Verſuche in Darmſtadt, durch Errichtung von
Ring=
linien uſw. das in entlegeneren Stadtteilen wohnende Publikum
ebenfalls zur Fahrt nach dem Stadtzentrum zu bewegen, ſind
fehl=
geſchlagen. Ich erinnere an die Linie von dem Roßdörferplatz,
Ecke Nieder=Ramſtädterſtraße bis an die Heidelbergerſtraße, an
der Pauluskirche vorüber, die trotz mehrfachen, in den Zeitungen
bekanntgegebenen Ermahnungen keine neuen Fahrgäſte gebracht
hat, ſondern nur den Abonnenten der Linie 1 und 2 Gelegenheit
gab, etwas näher an die Wohnung heranzufahren. Eine
Maß=
nahme die ſich mit Rückſicht auf das hohe Anlagekapital nicht
durchführen läßt. Der Omnibus=Betrieb hat uns monatlich
meh=
rere Tauſend Mark Ausgaben verurſacht, die ungedeckt blieben
und die man eigentlich nicht der Straßenbahn zur Deckung
über=
weiſen darf. Nach vielem Hin und Her wurde dann die Linie
ge=
ſchloſſen, und es verkehrt heute nur noch die Linie nach dem
Riegerplatz und dem Ring, die auch ſehr zu wünſchen übrig läßt.
Ein Auto=Omnibus bedarf bereits nach 1½jähr. Benutzung
einer gründlichen Reparatur und bald folgt darauf eine General=
Reparatur, die ſo viel Geld koſtet, daß man mindeſtens mit 50
Prozent des Anſchaffungswertes rechnen muß. Infolgedeſſen kann
ein kaufmänniſch geleiteter Betrieb mit Omnibuſſen nur mit einer
Abſchreibung von 25 Prozent geführt werden ſodaß, alſo der
Wagen nach 4 Jahren, abgeſchrieben iſt, denn bis, dahin iſt er
beſtimmt unbrauchbar.
Es wäre alſo ein großes Verſchulden und ein großer Fehler,
wollte man Linien für Omnibuſſe errichten, die von vorn herein
als unrentabel zu bezeichnen ſind, und das trifft die Linie von
der Wilhelminenſtraße nach Beſſungen. Was ſtellt die Linie dar?
Sie iſt an und für ſich eine Konkurrenz der Linie 3 und gibt nur
ganz wenigen Leuten Gelegenheit, an ihr Geſchäftslokal zu
fah=
ren. Es geht dieſer Linie genau ſo, wie es der Straßenbahnlinie
nach dem Dornheimerweg gegangen iſt, und zweimal einen ſolchen
Verſuch zu machen, kann von der Heag nicht verlangt werden.
Die Preisſtellung des Omnibusbetriebs in der Stadt und im
Anſchluß an die Straßenbahn muß bleiben, dagegen wird ſich aller
Wahrſcheinlichkeit nach eine Aenderung der Außenlinie (Ober=
Ramſtadt) bemerkbar machen, nach welcher der Teilſtrecken=Tarif
nach Ober=Ramſtadt in einen Zonen=Tarif umgewandelt werden
muß.
Im Anſchluß daran gab Herr Direktor Brandis
Erläukerungen zu den Skrompreiſen der Heag.
Der Referent führte aus: Ich möchte gleich da anknüpfen, was
gegenwärtig im Brennpunkt des wirtſchaftlichen Intereſſes ſteht,
d. i. die Preisſenkungs=Aktion, die von der
Reichs=
regierung ausgeht und in deren Auswirkung nun in der
Oeffent=
lichkeit u. a. auch Strompreisſenkungen verlangt werden, ohne zu
unterſuchen, in welcher Höhe die Strompreiſe ſich überhaupt
be=
wegen. Soweit ich es beurteile, wird mit der ganzen Aktion
an=
geſtrebt, die Preisverhältniſſe einem Normal=Standard
zu nähern, wie er vielleicht in den Vorkriegspreiſen zum
Aus=
druck kommt. Von dieſem Geſichtspunkt aus kommt für unſere
Strompreiſe eine Senkung nicht mehr in Betracht, weil wir
ſeit der Mark=Stabiliſierung fortgeſetzt im Bereich des irgend
möglichen Preisſenkungen vorgenommen haben, obgleich
gleich=
zeitig Erhöhungen der Steuern, der Gehälter, Löhne
und aller Betriebsſtoffe ſich geradezu jagten. Unſere
Strom=
preiſe haben bereits den Vorkriegsſtand
unter=
ſchritten, ſo daß das, was angeſtrebt wird, nicht nur von uns
erfüllt, ſondern ſchon überholt iſt. Der allgemeine
Licht=
ſtrompreis, der 1914 in der Stadt 45 Pf./knh betrug, wurde
nach der Mark=Stabiliſierung auf 50 Pf. feſtgeſetzt wurde dann
am 1. Juli 1926 auf 45 Pf. und am 1. April 1928 auf
40 Pf.lknh herabgeſetzt. Eine viel weitgehendere Ermäßigung
ſtellen aber die Sonder=Tarife, die wir für die verſchiedenen
Ab=
nehmergruppen eingeführt haben, dar. Von dieſen Sonder=
Tari=
fen intereſſiert allgemein der ſeit 1925 eingeführte
Woh=
nungs=Tarif, weil derſelbe für faſt alle Kleinabnehmer in
Betracht kommt. Durch dieſen Wohnungstarif iſt eine ſtarke
Preis=
ſenkung für Licht= und Haushaltungsſtrom eingetreten.
Sie erſehen, in welch beachtlichem Umfange unſere
Strom=
preiſe fortgeſetzt geſenkt worden ſind und daß dieſelben tatſächlich
mit rund 29 Pf. weniger als zwei Drittel des
Vor=
kriegspreiſes von 45 Pf. betragen. Aus einer
ver=
gleichenden Statiſtik der Elektrizitätswerke Deutſchlands
geht hervor, daß unſere Strompreiſe zu den niedrigſten gehören,
und zwar bewegen ſich dieſelben im unterſten Viertel, d. h. 75
Pro=
zent der Werke berechnen einen höheren Preis und nur 25
Pro=
zent haben zum Teil die gleichen, zum Teil geringere Preiſe. Mit
der Einführung des Wohnungs=Tarifs ſind wir
bahnbre=
chend geweſen, denn wir waren ſo ziemlich das erſte Werk, das
einen ſolchen Tarif auf dieſer Baſis eingeführt hat, und iſt unſer
Wohnungs=Tarif für viele Werke vorbildlich geworden.
Die Herren von der Induſtrie wird es intereſſieren, wie es ſich
mit der Entwicklung der Großabnehmer=
Kraftſtrom=
preiſe verhält. Die Induſtrie=Strompreiſe werden nur auf
Grund eines mehrjährigen Vertrages gewährt, bei dem die Preiſe
für die ganze Vertragsdauer im voraus feſtgelegt ſind und ſich
entſprechend der Kohlenpreisentwicklung verändern. Für die
Auswirkung der Veränderung der Strompreiſe auf Grund der
Kohlenpreiſe war ein Coeffizient von 0,3 in den Vertrag
eingeſetzt. Da die Kohlenpreiſe aber ſeit Mai 1928 unverändert
geblieben waren, wir aber unſeren Stromabnehmern etwas
Be=
ſonderes bieten wollten, haben wir den Coeffizient im Frühjahr
vorigen Jahres auf 0,25 herabgeſetzt, was eine
Ermäßi=
gung von im Durchſchnitt 0,37 Pf./kwh ausmacht, und als
eine Ermäßigung von rund 5 Prozent zu bewerten war. Ebenſo
haben wir ſeit einiger Zeit darauf verzichtet, den Zuſchlag
ent=
ſprechend der Umſatzſteuer von 0,85 Prozent zu berechnen,
obgleich uns dieſe Berechnung ohne weiteres vertraglich zuſteht.
Außerdem haben wir über die vertragliche Feſtlegung hinaus die
Benutzungsdauer=Rabatt=Staffelung von 25
auf30 Prozent erhöht und weiterhin geringere
Preis=
ſtaffelung für höheren Verbrauch eingeführt.
Ferner=
hin gewähren wir über die vertraglichen Feſtlegungen hinaus
einen 20prozentigen Sonder=Rabatt für
Strom=
abnahme in der Nachtzeit. Es iſt alſo auch hier zu erkennen,
wie wir fortgeſetzt einſchneidende Preisſenkungen vorgenommen
haben, obgleich vertraglich die Preiſe auf längere Zeit feſtlagen.
Auf dieſe Preisſenkungen kommt nun vom 1. Dezember 1930 die
Ermäßigung dazu, die ſich auf Grund der
Kohlenpreis=
ermäßigung ergibt. Wenn wir unſere Preiſe fortgeſetzt
ſenken konnten, ſo iſt dies darauf zurückzuführen, daß wir unſere
beſtehenden Anlagen durch Erſchließung neuer
Abſatz=
quellen, für die keine Erweiterung erforderlich wurde, beſſer
ausnützen konnten. Infolge der Möglichkeit von
Fremdſtrom=
bezug brauchten auch unſere Erzeugungsanlagen nicht erweitert
zu werden. Wir konnten uns dadurch von Kapitalinveſtierungen
*
Brungenschriften durch das Farkeinger Zentralbüro,
Berlin 108 Ws, Wilhelmstr. 38. Erhältllch in Filneralwasserhandlungen, Apotheken, Drogerlen
uu=
sowie bei Friedrich Schacfer, Darmstadt, Ludwigsplatz 7, Telefon 45
Seite 6
Donnerstag, den 8. Januar 1931
Nummer 8
für den Mehrbedarf in größerem Umfange freimachen.
Natür=
lich waren für den Ausbau des Leitungsnetzes noch größere
Ka=
pitalinveſtierungen notwendig, wie dies aus unſeren
Anlage=
werten hervorgeht, die 1914 4,5 Millionen betrugen, 1924 auf
11,8 Millionen geſtiegen waren, und Ende 1929 bereits 19,6
Mil=
lionen ausmachten.
Unſere Tarif=Maßnahmen zur Erſchließung neuer
Abſatz=
quellen werden aber vielfach verkannt, ſo daß ich bei dieſer
Ge=
legenheit näher darauf eingehen möchte. Es handelt ſich um
unſe=
ren Sonder=Tarif für die Aufheizung von
Heißwaſſer=
peichern während der Nachtzeit, für welche Zwecke der Strom
6 Pf./kwh beträgt.
Es will vielen Abnehmern nicht einleuchten, daß der gleiche
Preis für andere Verwendungsarten nicht ebenfalls
gewährt werden kann. Hierbei iſt aber zu bedenken, daß die
Auf=
heizung von Heißwaſſerſpeichern einen höheren Preis wie 6 Pf.
nicht verträgt, und andererſeits, daß keine Ausnutzung ſo
regel=
mäßig und konſtant die ganze Nacht hindurchgeht, wie bei der
Aufheizung von Heißwaſſerſpeichern. Ferner werden für dieſen
Verwendungszweck keinerlei Neuanlagen nötig,
und es entſtehen uns dafür außer den reinen Erzeugungskoſten
keinerlei Mehrausgaben, weil die beſtehenden Netzanlagen
voll=
kommen ausreichen und alle feſten Koſten dafür ſchon durch den
Be=
leuchtungsſtrom aufgebracht werden. Wenn man den Strom
für dieſe Abnahme mit anderen Preiſen vergleichen
will, dann muß der Stromabſatz für Beleuchtungszwecke und
das Erträgnis dafür hinzugerechnet und daraus das Mittel
ge=
zogen werden. Gerade dadurch, daß wir uns durch den
billi=
gen Strompreis von 6 Pf. die nötige Nachtbelaſtung
ſchaf=
fen, ohne eine höher bewertete Tagesbelaſtung aufgeben zu
müſſen, und daß wir außerdem durch Abgabe von
Haushaltungs=
ſtrom, der mit 10 Pf. berechnet wird, auch die Täler in unſerer
Tagesbelaſtung etwas auszufüllen vermögen, waren wir ſeither
in der Lage, trotz der noch nicht ermäßigten ſteuerlichen Belaſtung
und trotz der bis jetzt angehaltenen, ſtetig zunehmenden
Verteue=
rung auf allen Gebieten, unſere Strompreiſe ſoweit zu ſenken, wie
ich dies vorhin mit Zahlen belegt habe.
In der
Diskufſion
ſprach zuerſt Herr Reg.=Rat Dr. Roeſener. Was die Tarife
betrifft, ſo hat ſich nirgends bewährt ein Einheitstarif auf Koſten
der Kurzſtreckenfahrer. Es darf alſo an dem Darmſtädter
15=Pfennig=Mindeſtpreis nicht gerüttelt werden, wobei aber
dar=
auf hingewieſen werden muß, daß die 15=Pfg.=Strecke nach dem
Hauptbahnhof die Kürzeſte iſt. Zur Frage der Heftchen bleibt die
Tatſache beſtehen, daß die Herabſetzung des Rabatts einer
Tarif=
erhöhung gleichkommt, und daß dieſe gerade in eine Zeit der
all=
gemeinen Preisſenkung hineinfiel. Das finanzielle Endergebnis
bleibt zweifelhaft und das pſychologiſche Moment iſt völlig außer
acht gelaſſen worden. Das bleibt bedauerlich. Gegen den wieder
eingeführten 10=Minuten=Verkehr wird ſich nach den Darlegungen
der Referenten vernünftigerweiſe nichts ſagen laſſen. Die
Fahr=
planſchilder an einzelnen Halteſtellen bedürfen dringend der
klareren Angaben. Bei den Fahrſcheinheftchen ſollte man in
Er=
wägung ziehen, ob nicht auch für 15=Pfg.=Strecken ein Rabatt
ge=
geben werden kann. Nach wie vor bleibt der Wunſch nach einer
Omnibuslinie vom Luiſenplatz nach dem „Beſſunger Leuchtturm”
(durch Wilhelminenſtraße), wie denn der Omnibusverkehr
über=
haupt mehr ausgenutzt werden könnte, wo Straßenbahnverkehr
nicht iſt. Man ſollte mit Omnibuſſen den Verkehr „abtaſten
Das Warten auf Anſchlußlinien, deſſen Verſagen vielfach auf das
Fahrplanperſonal zurückzuführen war, iſt jetzt beſſer geworden.
Der Wunſch nach Ausbau der Bergſtraße= und Odenwald=
Vor=
ortlinien bleibt nach wie vor dringend. — Dieſen letzten Wunſch
unterſtrich beſonders Herr Dr. Moeßner, ebenſo weitere
Aus=
führungen des Vorredners. Zu prüfen ſei die Frage, ob nicht
auch für Inhaber von Monatskarten die Mitfahrt für ein Kind
freizugeben iſt. Ob nicht der Kraftſtrom oder auch der
Licht=
ſtrom doch noch etwas herabgeſetzt werden kann, möge
nachge=
prüft werden.
Herr Oberregierungsrat Dr. Krebs begrüßt die heute in
den beiden Referaten gegebenen Berechungen. Richtig iſt, daß die
Verkehrsintenſität ihre Grenze hat, aber die Frage, ob nicht
innerhalb dieſer Grenze doch noch eine Ausdehnung des Verkehrs
möglich iſt, bleibt offen. Redner übte dann Kritik an der
Be=
rechnung des Wagenkilometers beim Autobusverkehr. Die
Ver=
zinſung mit 8 Prozent und die Amortiſation mit 25 Prozent ſei
zu hoch. Beim weiteren Ausbau des Autobusverkehrs würde
ſich die Berechnung des Wagenkilometers je nach der gegebenen
Intenſitätsſtufe auch ändern. Das bedürfe genaueſter
Nach=
berechnung. — Herr Geheimrat Berndt iſt der Meinung, daß
die Mißſtimmung gegen die Heag im weſentlichen darauf
zurück=
zuführen iſt, daß die Heag die Pſychologie der Fahrgäſte nicht
kennt. Vor allem wird zu wenig Rückſicht auf die Kurzfahrer
genommen. Auch in Frankfurt geſchieht das durch Ausgabe von
Heftchen für Kurzſtreckenfahrer. Hier machte man es umgekehrt.
Darum und auch wegen des 10=Minuten=Verkehrs fahren viele
Kurzſtreckenfahrer überhaupt nicht mehr. Auch die
Wagenbezeich=
nung iſt hier mangelhaft man kann von der Seite kaum ſehen,
welche Linie der Wagen fährt. Kein Menſch wird im Ernſt von
der Straßenbahn verlangen, daß ſie Zuſchußbetrieb iſt. Aber die
Rentabilitätsmöglichkeiten müſſen genaueſt erfaßt und errechnet
werden. Am Bahnhof ſtehen oft Wagen vor dem Hotel Poſt,
es darf aber nicht eingeſtiegen werden, und das Publikum ſteht
in Wind und Wetter. Kommen die Wagen dann vor dem
Bahn=
hof an, wird ſehr eilig abgefahren. Man muß unrentable Strecken
durch rentable halten. Es bleibt beſtreitbar, ob die Heag ihr
Defizit durch Herabminderung des Verkehrs decken kann oder ſoll.
Der Bau der Straßenbahn nach der Bergſtraße ſollte intenſiver
betrieben werden.
Herr Oberbürgermeiſter Mueller betonte, daß allgemein
anerkannt wurde die Tatſache, daß man der Heag keinen
Zuſchuß=
betrieb zumuten könne. Im übrigen werden alle Anregungen
ge=
naueſt geprüft und ſoweit irgend möglich auch verwirklicht
wer=
den. Dem Verkehrsverein gebührt Dank für die Ausſprache, die
ſicher zur Beſeitigung der beſtehenden Differenzen beitragen werde.
Auch die Heag begrüßt die Ausſprache in dieſem Sinne durchaus.
Die vorgelegten Ziffern ſind von der techniſchen Kommiſſion
ge=
nau geprüft und erheben Anſpruch auf reſtloſe Zuverläſſigkeit. —
Herr Rechnungsrat Schneider erſucht nochmals, alles zu tun,
die Vorortbahnen zu verwirklichen.
Herr Direktor Brandis ſtellt nochmals feſt, daß
die Strompreiſe, die der Straßenbahn
berech=
netwerden, weit unter den Selbſtkoſten liegen.
Herr Geheimrat Geibel faßt die Ausſprache dahin
zuſam=
men, daß eigentlich die vorgebrachten Umſtände doch ſehr
gering=
fügig ſind, von einer erheblichen Erregung im Publikum ſei doch
recht wenig zu bemerken. (Widerſpruch.) Die Ueberfüllung der
Wagen, beſonders der Linie 3, ſollte man vermeiden. In
Kleinig=
keiten ſollte die Heag großzügiger ſein. — Der Vorſitzende des
Verkehrsausſchuſſes Oberes Modautal beantragt nochmals
den baldigen Ausbau der Bahn Ober=Ramſtadt uſw.
Herr Mindt führt Beſchwerde darüber, daß der letzte
Wagen vom Bahnhof nach der Stadt ſchon 12,05 Uhr nachts fährt,
während der letzte Frankfurter Zug erſt um 1 Uhr hier eintrifft.
— Herr Direktor Bohnenberger erwidert, daß wegen 1—3
Perſonen ein Wagen nicht mehr geſtellt werden könne, doch
wer=
en die Verhältniſſe hier nochmals nachgeprüft werden. — Herr
Stud. May (Verkehrsamt der Studentenſchaft) ſtimmt dem
Vor=
redner zu. Das Bedürfnis ſei gering. Durch einen
Autozuſam=
menſtoß in den letzten Tagen an der Ecke Neckarſtraße war der
geſamte Verkehr über eine Stunde lahmgelegt, obwohl der
Un=
fall ſelbſt ſehr geringfügig war. Das müſſe in Zukunft
vermie=
den werden. — Herr Reg.=Rat Dr. Kayſer ſagt Nachprüfung
des Falles zu. — Damit ſchließt die Ausſprache. Herr Ferd.
M. St.
Schmidt dankt nochmals allen Teilnehmern.
Tageskalender für Donnerstag, den 8. Januar 1931.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, 19.30 Uhr, G 12
„Die Zauberflöte”. — Kleines Haus, 20 Uhr: „Im weißen
Röß’l. — Orpheum; Geſchloſſen. — Konzerte:
Schloß=
keller, Café Oper, Café Ernſt=Ludwig. Alte Poſt, Spaniſche
Bodega, Reſt. Bender. — Kinovorſtellungen; Union=,
Helia=, Palaſt=Lichtſpiele. — G. d. A., 20.30 Uhr, im Ludwig=
Georgs=Gymnaſium: Vortrag.
Zer Aoieſtannismas an der June.
wende 1930-31.
Von Pfarrer Dr. Bergér, Darmſtadt.
EPH. In ungeheurer Spannung befindet ſich ſeit einigen Jahren
die ganze religiöſe Welt Deutſchlands. Die drohende Gefahr der
Auf=
löſung und des Zerfalles wird ſeit zehn Jahren empfunden. So war
man denn auch namentlich angeſichts der geſteigerten Tätigkeit der „
Gott=
loſen” in Rußland mit bangen Gefühlen in das Jahr 1930 eingetreten.
Es darf wohl heute geſagt werden, daß der Proteſtantismus eine
grö=
ßere Feſtigkeit bewieſen hat, als ihm ſelbſt ſeine Freunde zugetraut. Es
zeigt ſich allenthalben ein früher nicht gekannter Wille zur Kirche
und eine Verinnerlichung der Predigt und des evangeliſchen
Lebens. Die Kirche als „Volkskirche” mag in einzelnen
beſchränk=
ten Bezirken Deutſchlands und namentlich einigen Großſtädten nicht
mehr vorhanden ſein, aufs Ganze geſehen, und namentlich auch in
un=
ſerem Heſſenland hat ſie noch den breiten Boden aller
Volks=
ſchichten unter ſich. Das eine Prozent der Ausgetretenen iſt kaum
grö=
ßer geworden. Eine natürliche Regeneration führt die Kinder der
Aus=
getretenen größtenteils wieder durch die Taufe der Kirche zu. Aber in
den Miſchehen hat der Proteſtantismus zweifelsohne den größten
Ge=
winn an Zahl und Wert. Auf der anderen Seite fängt der
Proteſtan=
tismus an, was er vierhundert Jahre nicht gebraucht, und darum in
dem erſten Anſturm der neuen Zeit nicht verſtanden, ſein öffentliches
Leben zu organiſieren. Es ſei nur erinnert an die Maſſenfeiern dieſes
Jahres in Augsburg, gelegentlich der Auguſtana=Feiern in Nürnberg,
gelegentlich des Deutſchen evangeliſchen Kirchentages, in Stuttgart bei
der Tagung des Guſtav=Adolf=Vereins, in Koburg zum Evangeliſchen
Bund. Jedesmal Hunderttauſende oder Zehntauſende. Das
Gemeinge=
fühl iſt erwacht, wie wir es früher nicht gekannt. Die Gottesdienſte,
namentlich in den Städten, weiſen ſteigende Zahlen auf. Im heſſiſchen
evangeliſchen Frauenvereinsverband ſind 42000 evangeliſche Frauen des
Landes organiſiert zur Stärkung des Gemeinſchafts= und
Verantwor=
tungsbewußtſeins. Im Evangel. Bunde ſind es 20000, im Verband der
weiblichen Jugend, der nur einen Teil der weiblichen Jugend umfaßt,
5400 in 20 Vereinen und 11 Kreisverbänden. Das alles allein in
Heſſen. Es entſteht das Bild einer ſtarken, in evangeliſcher Freiheit
mannigfacher, aber doch zielbewußter Arbeit.
Dieſe geſteigerte Kraft hat bewußt den Schritt ins öffentliche
Leben getan. Die evangeliſche Partei iſt da, man mag es gutheißen
oder nicht. Der Evangeliſche Bund hat es als ſeine wichtigſte Aufgabe
erklärt, die politiſche Mobiliſierung ſeiner Mitglieder zu betreiben, nicht
im Sinne einer Partei, aber im Sinne proteſtantiſcher Blockpolitik. Er
hat dieſer Aufgabe ſeine Koburger Tagung gewidmet, der Heſſiſche
Hauptverein ſeine Landesverſammlung in Schlitz. Die evangeliſchen
Ar=
beitervereine haben in mehrfachen Kundgebungen zu
Oeffentlichkeits=
fragen Stellung genommen. Freilich muß auch geſagt werden, daß es
höchſte Zeit iſt, daß der Proteſtantismus auch politiſch erwacht. Viel iſt
nicht mehr an öffentlichem Einfluß zu verlieren. In Preußen iſt man
1½ Jahre nach dem Abſchluß des römiſchen Konkordates immer noch nicht
zum Staatsvertrag mit der evangeliſchen Kirche gekommen. In Heſſen
hat das Schiedsgericht zwiſchen Kirche und Staat immer noch keine
Lö=
ſung gefunden. Die Benachteiligung evangeliſcher Beamten gegenüber
katholiſchen und freidenkeriſchen iſt unerträglich geworden. Einen
weſent=
lichen Erfolg hatte ein evangeliſcher, einheitlicher Wille: der 31. Oktober
iſt endlich wenigſtens für Schüiler und Lehrer unter Schutz geſtellt
wor=
den. Es müſſen ihm auch die anderen Feiertage folgen, namentlich der
Karfreitag in reichsgeſetzlichen Schutz. Es darf auch geſagt werden, daß
der Preſſeverband es verſtanden hat, ſeine Stellung gegenüber der
Ta=
gespreſſe weſentlich zu verbeſſern, während andererſeits die evgl. Preſſe,
d. h. die Sonntags= und Gemeindeblätter in der Auflagenhöhe die
Ta=
geszeitungen für Heſſen bereits erreicht haben.
Nicht minder tätig war der Proteſtantismus auf dem Gebiete der
Liebestätigkeit. Das neue, muſtergültig eingerichtete
Kranken=
haus des Eliſabethenſtiftes in Darmſtadt iſt Zeuge davon. Der
Diakonie=
verein hat ſeine Wohlfahrts= und Pfarrgehilfinnenfchule weſentlich
er=
weitern können. Dem einen Kurſus gehörten 16. dem anderen 22
Mäd=
chen an. Der Guſtav=Adolf=Verein, der in ganz Deutſchland 2 Millionen
Mark für die Hilfe an den Brüdern in der Diafpora ſammelte, hat in
unſerem Lande 100 000 Mark aufgebracht. Der Landesverein für Innere
Miſſion konnte in Nieder=Ramſtadt ein Handwerkerheim für
Schwach=
begabte eröffnen. Ein Lehrgang für Trinkerfürſorge und eine
Arbeiter=
freizeit zeugen von ſeinem Willen, den Notleidenden zu helfen.
Ver=
geſſen ſoll auch nicht werden die Reichstagung des Bundes Deutſcher
Jugendvereine in Darmſtadt, zu der 4000 Jungen und Mädchen aus
allen Teilen des Reiches gekommen waren, und die mit ihrer neuen
Loſung vom „Freien Gehorſam” bezeichnende Wegweiſung für
evan=
geliſche Jugendbewegung und ihre innere Einſtellung gab.
Ueberall regſte Arbeit. Der Sturm der Zeit hat dem Baum Aeſte
abgeriſſen. Er ſcheint wurzelſtark genug, mit neuen Trieben neues
Leben hervorzubringen. Gott gebe es zum Segen des beutſchen Volkes
und unſeres Landes.
Riviera—Neapel=Expreß. Mit voller Pünktlichkeit lief am
geſtrigen Vormittag um 8.51 Uhr der aus Neapel und Cannes
kommende Expreßzug 1. und 2. Klaſſe in Darmſtadt ein. Der
ſtattliche, in ſeiner Ausſtattung auch den verwöhnteſten
Anſprü=
chen gerecht werdende Zug wurde in Darmſtadt planmäßig
ge=
teilt; der Berliner Zugteil fuhr mit dem Packwagen, einem
Speiſewagen und vier Schlafwagen weiter, während eine neu
beigeſtellte Lokomotive den Holländer Zugteil, beſtehend aus
Packwagen, zwei Schlafwagen und einem in Darmſtadt
angehäng=
ten Speiſewagen mit der Aufſchrift „Darmſtadt-Köln—
Amſter=
dam auf dem für die Beförderung von Reiſezügen bisher
un=
gewöhnlichen Wege über die Biſchofsheimer Mainbrücke
unmittel=
bar nach Wiesbaden weiterbeförderte. Zum Empfang des Zuges
hatte ſich eine größere Anzahl von Verkehrsintereſſenten
eingefun=
den, ſo bemerkte man Vertreter der Induſtrie= und
Han=
delskammer Darmſtadt, des Heſſiſchen
Verkehrs=
verbandes, des Verkehrsvereins Darmſtadt und
des Verkehrsamtes der Studentenſchaft der
Tech=
niſchen Hochſchule. Wie wiederholt bemerkt ſei, iſt der Zug
auch für den innerdeutſchen Verkehr unbeſchränkt zugelaſſen;
aller=
dings iſt die Entrichtung eines beſonderen Zuſchlags zu den FD=
Zug=Fahrpreiſen vorgeſchrieben; für die Verbindung Darmſtadt—
Berlin müſſen beiſpielsweiſe in der 1. Klaſſe 26,70 RM. und in
der 2. Klaſſe 21.— RM. an erhöhtem Zuſchlag bezahlt werden.
— Orpheum. „Die FrauimHermelin”. Jean Gilberts
beſtens bewährte Zaktige Operette, zieht am Freitag, dem 9.
Ja=
nuar, ins Orpheum ein. Abgeſehen davon, daß Meiſter Gilberts
Komponiſten=Weltruf die volle Garantie für etwas
Außergewöhn=
liches bietet, verſpricht auch noch der Umſtand dem Stück zu
einem ganz beſonderen Erfolg zu verhelfen, daß Guſtav
Ber=
tram und Marga Peter zum letzten Male zu Gaſt ſind.
G. Bertram tritt in der Tenorpartie des Kroaten=Oberſt Paltitſch
auf, während Marga Peter in der Titelrolle als Mariana
ga=
ſtiert. Auch Henny Walden zeigt ſich in dieſer Operette zum
letzten Male dem Darmſtädter Publikum; man wird ihre
mun=
tere Lebendigkeit nicht ſo ſchnell vergeſſen. In dieſer Operette
hat ſie auch für die Einſtudierung der Tänze, verantwortlich
ge=
zeichnet. Alles in allem: Die Aufführung „Der Frau im
Herme=
lin”, die Freitag zum erſten Male in Szene geht und bis
ein=
ſchließlich Montag, den 12. Januar, wiederholt wird, wird alle
bis=
herigen Aufführungen bei weitem übertreffen. Es gelten kleine
Eintrittspreiſe von 1 Mk. an. Karten an den bekannten
Vorver=
kaufsſtellen. (Siehe Anzeige.)
— Stenographie und Maſchinenſchreiben. Die Stenographen=
Vereinigung „Gabelsberger”, Handwerkerſchule, Ecke Karls= und
Nieder=Ramſtädter Straße, macht unter Hinweis auf die heutige
Anzeige darauf aufmerkſam, daß am Freitag, dem 9. d. M., neue
Kurſe in Reichskurzſchrift im obigen Unterrichtslokal beginnen.
— Darmſtädter Schulen im Dienſte der Stenographie! Der
Gabelsberger Stenographenverein von 1861 eröffnet bekanntlich
allmonatlich in der Ballonſchule und in der Beſſunger
Knaben=
ſchule neue Anfängerkurſe in Reichskurzſchrift. Auch morgen
be=
ginnen wieder ſolche Kurſe. Am Donnerstag, den 8. Januar
be=
ginnen auch neue Wiederholungs= und Redeſchriftlehrgänge. Wir
verweiſen auf die Anzeigen in der heutigen Ausgabe.
Aus den Parkeien.
— Reichsgemeinſchaft junger Volksparteiler. Heute
abend auf dem Geſchäftszimmer: Arbeitskreis, Pflichtabend. Ausſchuß
tagt bereits 7.15 Uhr.
Surdurgericht.
Aw. Am Mittwoch begann das Schwurgericht ſeine Tagung
unter Vorſitz von Landgerichtsdirektor Lehr.
Ange=
klagt iſt der Schleifer Johann Oppermann aus
Rüſſelsheim wegen Totſchlags und
Totſchlagsver=
ſuchs. Der Angeklagte ſitzt mit ſcheinbar vergnügtem Lächeln auf
der Anklagebank, was recht wenig zu ſeiner augenblicklichen
Situation paßt. Langſam und unbeholfen gibt er Auskunft auf
die Fragen, die an ihn geſtellt werden, und man gewinnt bald
den Eindruck, es mit einem keineswegs ſehr intelligenten
Men=
ſchen zu tun zu haben. 1920 heiratete er die Frau, die ihm zum
Verhängnis werden ſollte, und es ſcheint von ſeiner Seite wahre
Zuneigung beſtanden zu haben. Wenigſtens lebte er bis 1928
ganz zufrieden, bis er plötzlich am Weihnachtsabend 1928 und
Neujahr 1929 mit ihr der Kinder wegen — ein Kind ſtammte
von ihm, ein Kind aus der erſten Ehe der Frau — Krach
be=
kam, der merkwürdig leicht und ſchnell die Ehe
auseinander=
brachte. Sie lebten vier Wochen nebeneinander, ohne ein Wort
miteinander zu reden, dann ging er mal acht Tage fort, und als
er wiederkam, ging die Frau fort. Sie ging auch auf
verſchiedent=
liche Verſöhnungsverſuche, die der Bürgermeiſter von Rüſſelsheim
herbeiführte, nicht ein, ſagte vielmehr, ſie verzichte auf alle
Unterſtützung für ſich und das Kind, wenn ſie nur von dem Mann
fortkomme. Es kam dann zum Scheidungsprozeß, in deſſen
Ver=
lauf der Untermieter des Ehepaares Oppermann, der
Hilfsarbei=
ter Täubert, als Zeuge auftrat und bekundete, der Angeklagte
habe bei einem gemeinſamen Ausflug nach Frankfurt mit einer
Kellnerin angebändelt, und hauptſächlich auf Grund dieſer
Aus=
ſage wurde die Ehe dann im Dezember 1929 geſchieden und das
Urteil gab dem Angeklagten die Alleinſchuld. Der Angeklagte
hatte ſich wohl allmählich damit abgefunden und begann auch
Ende Januar ein Verhältnis mit einem anderen Mädchen, das
er zu heiraten gedachte. Doch bald machte ihm die Frau einen
Strich durch ſeine Heiratsgedanken, indem ſie auf Grund des
Scheidungsurteils mit Zahlungsforderungen an ihn herantrat. Er
ſcheint ſich darüber ſehr aufgeregt zu haben, da ſie doch vorher
ausdrücklich auf jede Unterſtützung verzichtet hatte, und doppelt,
als er plötzlich arbeitslos wurde, und er erwog nun anſcheinend den
Gedanken, das Kind zu ſich zu nehmen, da es ihn dann wohl nicht
ſo viel koſten könne. Außerordentlich erregte ihn wohl auch die
Nachricht, daß ſeine Frau ſich mit Täubert verlobt hatte, und er
äußerte unverblümt, der ſei an ſeinem ganzen Unglück ſchuld, und
er hält die Zeugenausſage des Täubert für abgekartetes Spiel,
denn er behauptet, von dem ganzen Vorgang nichts zu wiſſen.
Es wird ihm weiter von befreundeter Seite erzählt, ſeine Frau
habe ſeinem Kinde geſagt, er ſei nicht ſein Papa, ſondern der
Täubert, und als ihm die Frau eines Tages, vier Tage vor der
Tat, nach anfänglicher Zuſtimmung das Kind nicht auf einem
Ausflug zu ſeinen Eltern mitgab, reifte, wohl anſcheinend ſchon
manchmal erwogen, der Rachegedanke in ihm. Zeugen, bei denen
er einen Tag vor der Tat war, bekunden, daß er ganz abweſend
geweſen ſei, keine rechten Antworten gegeben, oder plötzlich irgend
etwas vor ſich hingemurmelt habe. Er hatte ſich für den Sonntag
mit ſeinem Mädchen verabredet, doch erſchien er da nicht, ſondern
ging vielmehr ſeiner früheren Frau und deren Liebhaber nach.
Raunheim nach, wo er die Beiden dann des Kindes wegen zur
Rede ſtellte. Es kam dann zu einer kurzen Prügelei mit dem
Bräutigam der Frau, der angeblich geſagt haben ſoll: „Da habe
ich doch auch noch mitzureden”, und plötzlich hatte der Angeklagte
einen Revolver in der Hand und ſchoß den am Boden liegenden
oder hockenden (es kann das heute nicht mehr ganz geklärt
wer=
den) Täubert in den Kopf ſo daß er ſofort tot war. Er lief
dann noch mit erhobenem Revolver hinter der in ein Wirtshaus
flüchtenden Frau her, doch verſagte der Revolver. Er warf ihn
fort und lief weg. Am nächſten Tage kam er jedoch wieder und
wurde von dem Polizeiwachtmeiſter verhaftet, in vollkommen
auf=
gelöſter Verfaſſung. Er behauptet heute, er habe ſich auch
erſchie=
ßen wollen, doch die Waffe habe ja nicht funktioniert. Seine
Be=
kannten ſtellen ihm ein durchaus gutes Zeugnis aus: ein ruhiger,
gutmütiger und arbeitswilliger Menſch, dem keiner die Tat
zu=
getraut hätte. Die Frau behauptet heute, er ſei jähzornig
ge=
weſen, auch habe er ihr immer Geld „unterſchlagen”, indem er ihr
nicht ſeinen ganzen Lohn abgeliefert hätte. Sie beſtreitet jede
näheren Beziehungen zu dem Getöteten vor ihrer Scheidung. Der
Sachverſtändige, Obermedizinalrat: Dr. Heid.
bekundet in ſeinem Gutachten, daß der Angeklagte ein ſtark
belaſte=
ter ſchwachſinniger Pſychopath ſei, typiſch dafür das auch heute
auffallende Schwachſinnigenlächeln. Eine freie
Willensbeſtim=
mung, ſei nicht ausgeſchaltet, jedoch ſeien weitgehend mildernde
Umſtände am Platze.
Der Saatsanwalt Dr. Orth würdigt in objektiver
Weiſe die Perſönlichkeit des Angeklagten und die Vorbedingungen
der Tat und beantragt unter Zubilligung mildernder Umſtände
eine Gefängnisſtrafe von insgeſamt dreieinhalb Jahren.
Das Gericht ſchließt ſich dem Antrag an, entgegen der Auffaſſung
des Verteidigers, der glaubt, den Schutz des § 51 oder der
ver=
meintlichen Notwehr für den Angeklagten geltend machen zu
kön=
nen und Freiſpruch beantragt hatte. Das Gericht iſt der
Auf=
faſſung, daß der Angeklagte den Willen zum Töten hatte. Es
er=
kennt aber ſtrafmildernd den ſchwergereizten Zuſtand des
An=
geklagten an, dem vielleicht auch ein normal veranlagter Menſch
erlegen wäre, und verurteilt ihn wegen eines vollendeten
und eines verſuchten Totſchlags zu drei Jahren
und ſechs Monaten Gefängnis, abzüglich vier Monate
Unterſuchungshaft. Oppermann erkennt das Urteil an.
Die Verhandlung verlief außerordentlich ruhig und bar
irgendwelcher, vielleicht erwarteter Senſationen. Merkwürdig
mutet der im Schwurgerichtsſaal gehandhabte Brauch für den
Zu=
ſchauerraum — ein anſcheinend vergeſſener Zopf aus alten
Tagen — an: nämlich der Brauch der Geſchlechtertrennung; die
Frauen müſſen hinauf auf die Galerie, während die Männer unten
im Saal ihre Plätze haben.
Heute Donnerstag beginnt die Verhandlung gegen den
Er=
bacher Mörder, der mit 61 Zeugen und 3 Sachverſtändigen
minde=
ſtens zwei, wahrſcheinlich ſogar drei Tage in Anſpruch nehmen
wird.
Lokale Beranſtalkungen.
— Wanderabteilung der Turngemeinde
Darm=
ſtadt 1846. Am Sonntag, den 11. Januar, findet unſere 9.
Wan=
derung ſtatt. Treffpunkt Oſtbahnhof. Fahrt bis Lengfeld (
Sonn=
tagskarte Lengfeld) Von hier aus Marſch über den Otzberg und
die Haſſenrother Höhe nach Böllſtein und von hier nach Nieder=
Kainsbach. In Böllſtein halten wir Mittagsraſt, wobei die Wahl
eines neuen Wanderausſchuſſes ſtattfinden wird. (S. auch Anz.)
— Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Wander=
Abteilung. Unſere Mitglieder laden wir zu unſerer erſten
Wanderung im neuen Jahre freundlich ein. Der Abmarſch
er=
folgt vom Monument aus und führt auf ſchönen Wegen rund um
Darmſtadt. Zu dem anſchließenden gemütlichen Beiſammenſein
laden wir alle Mitglieder freundlich ein. Näheres darüber noch
in unſerem Turnhaus. Siehe Anſchlag.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage ift die letzie Bezugsaulttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantworfet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechisverbindlichkeit.
P. P. 1. Nein. Im Jahre 1917 war in Deutſchland ſelbſt noch keine
Entwertung des Geldes in Erſcheinung getreten. 2. Derlei Anlagen follte
ein Mieter nicht ohne vorherige ins Einzelne gehende Vereinbarungen
mit dem Vermieter herſtellen. Der Gasmeſſer iſt Eigentum der Stadt
und wird von der Gaswerksverwaltung beim Wegzuge entfernt. Die
Inſtallationsleitung wieder wegzunehmen ſind Sie berechtigt und
ver=
pflichtet, da Sie ja mangels Vereinbarung mit dem Vermieter den
früheren Zuſtand auf Ihre Koſten wiederhevſtellen müſſen.
J. M. 2. Der Anſpruch auf Preisminderung bezüglich der
Kauf=
ſache erliſcht bei beweglichen Sachen in 6 Monaten von der Ablieferung
an, wenn nicht dieſe Verjährungsfriſt vertragsmäßig verlängert wurde.
Das Letztere dürfte hier durch Uebernahme einer einjährigen Garantie
anzunehmen ſein. Fällt daher der zutage getretene weitere Mangel in
dieſe einjährige Garantiezeit, ſo dürfte dieſe Preisminderung berechtigt
ſein. Dabei würden Sie allerdings beim Beſtreiten ſeitens des
Verkäu=
fers dafür beweispflichtig ſein, daß eine einjährige Garantie geleiſtet
wurde, daß in dieſer Zeit die hervorgehobenen Mängel zutage getreten
ſind, die eine Preisminderung rechtfertigen. Gegen Zahlungsbefehl wäre
Widerſpruch zu erheben.
ſummer 8
Donnerstag, den 8. Januar 1931
Seite 7
26. He
ſiſche Landwirtſchaftliche Woche.
Vy
ſerkenswerke Ausführungen des Zührers des ſchweizeriſchen Baueraverbandes über die landwirkſchaftliche Markklage uuter beſonderer Berückſichkignng
der Schweizer Landwirkſchaft. — Dr. Schindler ſprichk über das Problem des Abſaßzes landwirkſchaftlicher Produkke.
** Geſtern vormittag hatten ſich die Teilnehmer der Heſſiſchen
andwirtſchaftlichen Woche im Städtiſchen Saalbau eingefunden. In
ortſetzung des Vortragskurſus waren zwei bedeutende Fachreferate
zer „Die Lage des internationalen Marktes in Erzeugmiſſen der
Land=
irtſchaft und die Maßnahmen der bäuerlichen Wirtſchaftspolitik der
chweiz” und Das Abſatzproblem in der deutſchen Landwirtſchaft”
vor=
eſehen. Der Beſuch war wiederum außerordentlich ſtark, der Saalbau
ar überfüllt. Unter den Ehrengäſten befanden ſich außer den geſtern
reits erſchienenen Herren Miniſter Korell und Miniſterialdirektor
ſecker, die Präſident Henſel beſonders begrüßte.
Zunächſt referierte Profeſſor Dr. E. Laur=Zürich über:
er Aundnfäſchef und die Wchnahnen der Hüer.
ſichen Wuuſcaftsponair in der Sanzeiz.
Es wurden zunächſt die Urſachen der gegenwärtigen
Weltwirtſchafts=
iſe unterſucht und dabei feſtgeſtellt, daß unter den verſchiedenen
Grün=
n, welche die Kriſis verurſacht haben, der Rückgang der Kaufkraft der
ſeltlandwirtſchaft in vorderſter Linie ſteht. Sodann wurden die
Ur=
chen der landwirtſchaftlichen Kriſis geprüft. Letzten Endes beſtehen ſie
Mißverhältnis zwiſchen Rohertrag und Produktionskoſten. Es
urde gezeigt, weshalb die landwirtſchaftlichen Produktionskoſten den
t dem Kriege ſinkenden Preiſen nicht in genügendem Maße folgen
nnten, und daß wenig Ausſicht auf eine weſentliche Verbilligung der
eoduktion beſteht. Die Löſung dieſes Mißverhältniſſes müſſe in erſter
nie in den Preiſen geſucht werden. Es wurden die Gründe der
un=
nügenden Preiſe ſowohl auf Seiten der Nachfrage als des Angebotes
rgelegt. Wichtiger als der Rückgang der Kaufkraſt bei den
Konſu=
eten ſei die Verſchiebung des Bedürfniſſes, und auch die langſamere
rnahme der Bevölkerung. Dieſe Einflüſſe müßten verhängnisvoll
wer=
n, da ſie mit einer ſtarken Zunahme der landwirtſchaftlichen
Pro=
ktion zuſammenfielen. Die Notlage des Bauernſtondes führte auch
einem forcierten Verkauf der Erzeugniſſe. Der Angelpunkt der Kriſis
ge im Getreide, deſſen Ueberproduktion vor allem durch vermehrte
achfrage nach tieriſchen Erzeugniſſen beſeitigt werden könnte. Die
1sfuhrſtaaten ſollten ſich durch die internationale Organiſation des
eportes helfen. So lange ſie das nicht tun, könnten ſie ſich auch nicht
ſchweren, wenn die Einfuhrſtaaten die heimiſche Landwirtſchaft gegen
Schleuderpreiſe des Weltmarktes ſchützen.
Im zweiten Teil des Vortrages wunde gezeigt, welche Maßnahmen
den europäiſchen Induſtrieſtaaten für die wichtgſten Erzeugniſſe,
=treide, Kartoffeln, Zuckerrüben. Milch und Molkgreiprodukte.
Maſt=
eh, Zuchtvieh, Schweine, Eier, Obſt und Weine, in Betracht kommen.
abei wurde an die ſchweizeriſchen Erfahrungen angeknüpft und
dar=
tan, welches Programm die ſchweizeriſche Landwirtſchaft unter
Lei=
ng des ſchweizeriſchen Bauernverbandes für die köſung dieſer Frage
rfolgt hat. Wenn dabei auch mehrfach auf die ſeſtehenden deutſchen
whältniſſe hingewieſen wurde, ſo überließ es der Vortragende doch
erſter Linie den Zuhörern, die ſich für die deutſche Landwirtſchaft
gebenden Schlüſſe zu ziehen.
Präſident Henſel, dankte dem Referenten, dem ſtarker Beifall
vollt wird, für ſeine ganz ausgezeichneten Ausführungen, die für die
ſſiſche Landwirtſchaft von großer Bedeutung ſeien und durch die
leb=
ſte Anregungen gegeben wurden.
Anſchließend behandelte Dr. Schindler vom Deutſchen
Land=
rtſchaftsrat in Berlin:
Is Abſahproblem in der deutſchen Landwirlſchafl.
Redner ging zunächſt auf die Schwierigkiten ein, die uns vom
Welt=
irkt aus bedrücken. Gleichzeitig behandelte er die Möglichkeiten der
hilfe, Bezugnehmend auf die Ausfihrungen ſeines Vorredners
ichte er auf einige Faktoren aufmerkſem, die für Deutſchland nicht
rliegen, ſo vor allem auf den Schweizer Fremdenverkehr, der
zweifel=
ſtark zum erhöhten Verbrauch landwirtſchaftlicher Produkte in der
zweiz beitrage. Er beleuchtete die Stuukturwandlungen infolge
Preis=
d Produktionsverhältniſſen auf dem Weltgetreidemarkt in Kanada
v.). Der Weizenzoll allein bilde kenen ausreichenden Schutz, wohl
er glaube er, daß durch Weizenzol. und Vermahlungszwang der
eizenpreis losgelöſt wenden könne von der Preisentwicklung auf dem
eſtmarkt. Anders lägen die Verhälniſſe bei Roggen und Hafer, weil
utſchland hier ſelbſt Ueberſchußlan ſei. Kohlehyzdrate=Futter würden
rk eingeführt; eine Regulierung m Anbau von Roggen könne hier
fen. Er bezeichnete die derzeitige deutſche Landwirtſchaft als eine
brik mit 2 Abteilungen. Die Oſt=Abteilung mußte ſeither ihren
berſchuß an Kohlenhydrate (Katoffeln, Roggen uſw.) mit Verluſt
etzen, und die Weſt=Abteilung jührte bei ihrer ſtarken Viehhaltung
teuven Preiſen Kohlenhydrate in Form von Auslandsfuttermitteln
Der Rückgang in der Roggnausſaat um 10 Prozent bedeute eine
rminderung der Roggenernte für 1931 um 7—800 000 Tonnen. Die
Wei=
anbaufläche hat ſich um 15 Pryz. ausgedehnt. Eine Umſtellung im
An=
r in ſehr vielen Gegenden eicht möglich. Der Redner behandelte
an die Lage der Viehwirtfhaft. Das Kühlfleiſch, das eingeführt
rde, ſei eine ſtarke Konku=renz für das einheimiſche Friſchfleiſch.
rsreichende Staatslilfe ſei zu verlangen.
Privat=
etſchaftliche Verträge bei der Landwirtſchaft, etwa wie bei
Induſtrie, zu erreichen, ſi noch nicht ſo ſchnell möglich. Die
rführung eines Preis=Moopols wäre zwar die ſchärfſte und
durch=
ifendſte Maßnahme, aber man müſſe eben bedenken, daß dieſe Waffe
h ſehr gefährlich für die eigene Landwirtſchaft werden könne. Er
ube, daß der deutſchen Landwirtſchaft gegen die Schwierigkeiten, die
n Weltmarkt kommen, in abſehbarer Zeit geholfen werden könne,
n er glaube, daß die Zeit für die Landwirtſchaft arbeite. Weiter
andelte der Redner des Abſatzproblem der deutſchen Landwirtſchaft.
rbei ſtellte er in den Vordergrund die Selbſthilfe der Land=
1 tſchaft, die unbedingt noch größer werden müſſe. Auch der
kaufmän=
he Geiſt der Landwrtſchaft müſſe geſtärkt werden. Dem Landwirt
ßten klare Preisfeſtſetzungen für Qualitätsunterſchiede gegeben wer=
Durch richtiges Erkennen der Schwankungen bei verſchiedenen
alitätsklaſſen Geträide, Vieh uſw.) könne der Landwirt beſſer kalku=
lieren. Die Gründe der Schweinemiſere z. B., aus der man vorerſt
nicht herauskomme, beruhe auf der Unkenntnis der notwendigen
Markt=
entwicklung. Durch eine gemeinſame Abſatzpropaganda und
Organiſa=
tion werde das Abſatzproblem am beſten gelöſt. Die im
Handelsklaſſen=
geſetz mit vorgeſehene Standardiſierung der Getreideerzeugung muß mit
allen Mitteln gefördert werden, damit die beſſere Ware höher und die
ſchlechtere Ware entſprechend geringer bezablt wird. An Hand von
oſt=
dreußiſchen Buchführungsergebniſſen weiſt Redner nach, wie gering
lei=
der noch die genoſſenſchaftlich erfaßte Erzeugung iſt. Der
Zuſammen=
ſchluß in 40 000 Genoſſenſchaften bedeute noch kein einheitliches
An=
gebot, ſondern erſt die Zuſammenfaſſung in einer einzigen
Dachgenoſſen=
ſchaft, wie ſie zurzeit in Amerika vollzogen wird. Seitens der
Land=
wirte dürfen andererſeits die Genoſſenſchaften nicht als ſoziale
Wohl=
fahrts= und Kredit=Einrichtung betrachtet werden. Nicht durch
Handels=
geſchäfte, ſondern durch kommiſſionsweiſen Verkauf der Erzeugung
ge=
wvinnen die Genoſſenſchaften das Vertrauen aller Landwirte, welche
durch Ausſtellung einer Ausſchließlichkeitserklärung dann ihr Erzeugniſſe
nur auf dem Wege über die Genoſſenſchaft an den Börſen anbleten
laſſen.
Miniſter Korell ergriff nach Beendigung der Referate das Wort
und nahm zu einzelnen Ausführungen Stellung. Vor allem halte er
jetzt, im Gegenſatz zu früher, ein Preismonopol für die Landwirtſchaft
von Vorteil, und zwar ſei zu erſtreben, daß eine planmäßige Verteilung
der landwurtſchaftlichen Produkte vorgenommen werde, die ſchließlich
erfolgen müſſe und — ohne die Landwirtſchaft ſozialiſieren zu wollen—
durch ſtaatliche Maßnahmen geſtützt werden müſſe. Es müſſe zu einer
einheitlichen großen landwirtſchaftlichen Organiſation kommen. Den
Gedanken, daß die Genoſſenſchaften in größerem Maße „Kommiſſionäre‟
würden, könne man wohl nicht durchführen, ſchon aus dem Grunde da
der deutſche Bauer zu ſtark individualiſtiſch eingeſtellt ſei. Jedenfalls
ſtehe feſt, daß der bäuerliche Betrieb heute nicht mehr ohne
kaufmänni=
ſches Prinzip beſtehen könne. Der deutſche Bauernſtand könne nur durch
eine gut geleitete Genoſſenſchaft beſtehen, nud nur durch eine
gemein=
ſame Verwertung ſeiner Produkte. Für das Jahr 1931 wüinſchte der
Miniſter eine Beſſerung für die Landwirtſchaft.
Profeſſor Dr. Laur, nahm nochmals in einem Schlußwort zu den
Ausführungen Dr. Schindlers Stellung und unterſtrich, daß ſeine
Aus=
führungen ſich auf Schweizer Verhältniſſe bezogen hätten. Unterſtreichen
müſſe er aber, daß der Fremdenverkehr in der Schweiz auf die
Produk=
tion und Konſumtion keinerlei Einfluß habe. Er würde es lebhaft
be=
grüßen, wenn es gelänge, alle Länder Europas dahin zu bringen, daß
ſie ſich gegenſeitig über Abſatzſchwierigkeiten ihrer Produkte beſprechen
und gemeinſam verſuchen, den Abſatz zu regeln, und dadurch die Lage
der Landwirtſchaft zu beſſern verſuchen.
Präſident Henſel dankte nochmals allen Referenten und ſchloß
nach 1 Uhr die Verſammlung.
Die Landesverſammlung des Heſſ. Landbundes
fand nachmittags im Saalbau ſtatt. Im Gegenſatz zu früheren Jahren,
die den Saalbau ſtets überfüllt ſahen, war der Saal ſchwächer beſetzt.
Nach dem Einzug des Junglandbundes eröffnete der Vorſitzende des
Heſſ. Landbundes, Landtagsabgeordneter Dr. b. Helmolt, die
Ver=
ſammlung. Er teilt mit, daß der Referent des Tages, Reichstagsabg.
Höfer, einen Unfall erlitten habe, bei dem er mehrere Rippenbrüche
davontrug. Der Vorſitzende gedenkt in beſonders herzlichen Worten des
dahingeſchiedenen Landtagsabgeordneten Gußmann=Eberſtadt. Die
Verſammlung erhebt ſich zu Ehren des Verſtorbenen. Dr. v. Helmolt
bezeichnet das Jahr 1930 als eines der traurigſten, deren ſich die
Land=
wirtſchaft überhaupt erinnern könnte. Trotz aller Angriffe und
Be=
fehdungen von links und rechts, aber auch aus dem eigenen
Berufs=
ſtand, habe Reichsminiſter Schiele, der beſte Mann der Landwirtſchaft,
mancherlei erreicht, wofür ihm aufrichtiger Dank gebühre.
Den Rechenſchaftsbericht erſtattete Landtagsabgeordneter Glaſer,
der heftige Kritik an den Maßnahmen der deutſchen
Nachkriegsregie=
rungen übt. Der politiſche Himmel zeigt heute Sturmzeichen. Die
Saat der wirtſchaftsfeindlichen und vor allem landwirtſchaftsfeindlichen
Nachkriegsregierungen ernten jetzt die radikalen Parteien der Rechten
und Linken. Bedauerlich und ſchädlich wirkt die Beſtellung von
Staats=
kommiſſaren in Städten und Gemeinden. Der Redner verweiſt dann auf
die bekannten Sparvorſchläge des Landbundes im Heſſ. Landtag hin und
infolge rüchläufiger Einnahmen weiter ſteigen. Der Landbund wird ſeine
vaterländiſche Politik in allen Organiſationen durchführen, die
Kataſtro=
phenpolitik der Nationalſozialiſten lehnen wir alle ab (Beifall). Wir waven
ſeit Generationen national geſinnt und verabſcheuen den gehäſſigen
Bru=
derkrieg unter den Rechtsparteien. Der Redner ſetzt ſich dann mit den
Nationalſozialiſten ausginander. In der Winterbeihilfe, den
Zoll=
fragen, der Notverordmung mit Lohn=, Gehalts= und Sozialabbau, dem
Metallarbeiterſtreik, den Fragen des Privatbeſitzes haben uns die
Nationalſozialiſten ihr wahres Geſicht gezeigt. Sie ſteuern auf die
Kataſtrophe hin, deren erſtes Opfer die Landwirtſchaft ſein wird.
Not=
wendig iſt dazu Behebung der Arbeitsloſigkeit, daß wir die Konkurrenz
des Auslandes unterbieten, damit das Ausland ſieht, was es uns mit
dem Young=Plan auferlegt hat. Die Kapitalflucht hat ihre tiefſte
Wur=
zel in dem Mißtrauen gegen das politiſche Syſtem von heute, denn der
Regierungsapparat iſt morſch. Wenn in Deutſchland ein
Ausnahme=
zuſtand eintreten ſollte, dann müſſen Männer an leitender Stelle ſtehen,
die das allgemeine Vertrauen genießen. Darum müſſen wir
zuſammen=
ſtehen, und dann mit Gott für Ar und Halm, für eine Geſundung
unſeres Vaterlandes. (Lebhafter Beifall.)
Reichstagsabgeordneter Henſe=Thüringen ſprach dann über „Die
deutſche Landwirtſchaft im Freiheitskampf. Er
ſtizziert eine trübe Prognoſe für das Jahr 1931 ſowohl in
außenpoli=
tiſcher als innenpolitiſcher Hinſicht. Inmitten all der Bruderkämpfe
ſteht die Landwirtſchaft, auf die man einfach die eigenen Laſten
abwäl=
zen will. Je näher die Entſcheidung rückt, deſto mehr tritt das wahre
Geſicht der angeblichen Freunde der Landwirtſchaft hervor. Freiheit
der Wirtſchaft, Freizügigkeit und Zwangsbewirtſchaftung der
Arbeits=
zeit iſt ein Widerſinn. Der Ruf: „Zurück aufs Land!” wird erſt wirken,
wenn die Landwirtſchaft wieder eine Rente beſitzt. Die letzte
Notver=
ordnung hat die Landwirtſchaft ſchwer enttäuſcht. Eine auf die
Sozial=
demokratie geſtützte Reichsregierung kann keine den nationalen
Be=
freiungswillen entſprechende Außenpolitik treiben. Die
Nationalſozia=
liſten müſſen daher an der Regierung beteiligt werden, damit auch ihre
wahre Politik zutage tritt. Die Landwirtſchaft verlaugt ausreichenden
Zollſchutz für Veredelungsprodukte, für Gemüſe und Obſt, und ein
Monopol auf Südfrüchte, das deutſche Volk hungert nach den Früchten
der deutſchen Scholle im Augenblick, wo die dem deutſchen Erzeuger
ge=
zahlten Preiſe noch nicht die Ernte= und Transportkoſten decken, ſo daß
die Erzeugniſſe verfaulen. Die bedeutende Verſchlechterung des
Brot=
geſetzes haben die Deutſchnationalen ermöglicht. Wenn Schlimmes
ver=
hüftet werden ſoll, dann müſſen alle Verantwortlichen jetzt in letzter
Minute den Ruin der Landwirtſchaft aufhalten. Sämtliche Führerkreiſe
der Nationalſozialiſten haben ihre Führerqualitäten noch zu erweiſen.
Gerade in unſerem Thüringen iſt nicht Herr Frick der „Hauptkerl”,
ſon=
dern der Miniſterpräſident Braun hat den Etat balanciert, und er muß
das einrenken, was der andere vermaſſelt hat. Für uns gilt es, ſich
einmütig um die grüne Fahne mit den 3 goldenen Aehren zu ſcharen
für Chriſtentum, Volkstum und Bauerntum. (Beffall.)
Die Entlaſtung der Leitung wird ohne Debatte genehmigt. — In
ſeinem Schlußwort fordert Dr. v. Helmolt zu dem Gelöbnis auf, den
Kampf für das Bauerntum und damit für das deutſche Volk bis zum
vollen Erfolg weiter zu führen. Die Verſammlung ſtimmte begeiſtert
in das Hoch auf das Vaterland ein, und unter Händkelatſchen zieht das
Junglandvolk mit den Fahnen aus dem Saal.
Außerordenkliche Haupkverſamnlung des
Landes=
velandes der Off und Galfellauerelieheſens.
Im Rahmen der landwirtſchaftlichen Woche fand geſtern eine
außer=
ordentliche Hauptverſammlung des Landesverbandes der Obſt= und
Gar=
tenbauvereine im Saale des Rummelbräu ſtatt. Herr Präſident von
Hahn. der Vorſitzende des Landesverbandes, eröffnete die
Verſamm=
lung mit herzlicher Begrüßung der zahlreich erſchienenen Mitglieder
und Gäſte, darunter die Vertreter der Behörden. Wie in den
Vor=
jahren, wurde eine den Obſthau beſonders intereſſierende Frage durch
einen ſachverſtändigen Vortrag behandelt. Ueber „Vogelſchutz und
Schädlingsbekämpfung” referierte der Sachverſtändige für
Vogelſchutz in Bayern, Forſtrat Haenel, Bamberg. Der Redner
führte u. a. folgendes aus: Ueberblickt man die Fachzeitſchriften für
Obſtbau, dann findet man zahlreiche chemiſche Mittel zur Bekämpfung
von Schädlingen empfohlen. Es handelt ſich bei den Schädlingen in der
Hauptſache um Inſekten, die durch dieſe Mittel abgetötet werden ſollen,
Hier werfe ſich die Frage auf, ob man nicht das Auftreten der
Schäd=
linge an ſich verhindern könne, alſo mit anderen Worten, eine
vorbeu=
gende Bekämpfung treiben könne. Die ungeheure Vermehrung, wie ſie
uns bei vielen dieſer Schädlinge bekannt iſt, wird dadurch begünſtigt,
daß der Menſch die Natur verändert und hierbei die natürlichen Feinde
dieſer Inſekten vernichtet bzw. ihnen die Möglichkeit zur Vermehrung
nimmt. In der natürlichen Bekämpfung ſpielt der Vogelſchutz eine
ent=
ſcheidende Rolle. Leider ſei es dem Vogelſchützer nicht ſp leicht, den
Nachweis der Wirkung zu erbringen, wie dies bei der Anwendung
chemi=
ſcher Mittel möglich ſei. In äußerſt intereſſanter Weiſe ſchildert nun
der Redner, wie er in eigenen Beobachtungen von Kind auf
Erfahrun=
gen über die Nützlichkeit der Vogelwelt, gerade für den Obſthau,
geſam=
melt habe. Ueber die Menge der Nahrung, die z. B. eine Meiſe
aufzu=
nehmen in der Lage iſt, ſtellte Forſtrat Haenel feſt, daß die Meiſe im
Laufe eines Tages ſoviel Nahrung verzehren könne, als ihr eigenes
Ge=
wicht beträgt. Am wertvollſten in der Bekämpfung der Inſekten ſeien
die Standvögel, weniger die Zugvögel. Für die Winterbekämpfung
ſeien die Standvögel beſonders nützlich, da ſie dann meiſt die Eier der
Inſekten verzehven. Bezüglich des Froſtſpanners bemerkte der Referent.
daß bei der Anlegung von Leimringen und dem Verzehr der am Leim
hängenden Inſekten ſich für die Meiſen keinerlei Schaden ergebe.
Daß einzelne Schädlinge von ganz beſtimmten Vögeln allein
ange=
nommen werden, habe ein Verfuch auf einem Gut in Unterfranken
be=
wieſen; dort hätten Zwetſchenbäume infolge übermäßigen Befalls mit
Schildläuſen jahrelang keine Früchte getragen. Auf ſeinen Rat hin
habe man ſieben Bruten von Blaumeiſen in der Obſtanlage ausgeſetzt
mit dem Erfolg, daß im darauffolgenden Jahre die ſo ſchwer zu
be=
kämpfenden Schildläuſe faſt reſtlos verſchwunden ſeien.
Ein beſonderer Lebenskünſtler der Natur ſei der Star. Er ſei
teils nützlich, teils ſchädlich, und wechſſe den Aufenthalt während des
Jahres je nach den ſich ihm bietenden Nahrungsverhältniſſen. Bei der
Aufzucht der Jungen ſei er nützlich. Großen Schaden richte er an
Kirſch=
bäumen und in Weinbergen an. Zeitweiſes Abſchießen wäre
erforder=
lich. Auch vom Sperlina ſagte der Redner, daß er teilweiſe nützlich ſei,
indem er Raupen im Sommer vertilge. Infolge der ſtarken
Vermeh=
rung trete er jedoch oft in großen Schwärmen auf und richte dann,
namentlich in Getreidefeldern, erheblichen Schaden an. Auch hier ſchieße
man nur die Weibchen ab. Die natürlichen Feinde des Sperlings ſeien
zu ſchützen; unter dieſen ſind die Raubvögel in erſter Linie zu nennen,
wie die Raubvögel überhaupt unſeres beſondeven Schutzes bedürfen.
Mäuſebuſſard. Turmfalke und Eulen leben in der Hauptſache von
tie=
riſchen Schädlingen. Die Ohreule z. B. von 85 Prozent Mäuſenahrung.
In Bayern ſtänden ſelbſt Sperber und Habicht unter Schutz, die man
keinesfalls ausrotten dürfe. Der Bekämpfung der Krähen ſei der
Ha=
bicht beſonders wertvoll. Zwei Gruppen unter den Vögeln ſeien es, die
für den praktiſchen Vogelſchutz in der Hauptſache in Frage kommen,
nämlich die Meiſen und die Raubbögel.
Der Redner ſchloß ſeine Ausführungen mit dem Hinweis, daß es
im Rahmen dieſes Vortrages nur möglich geweſen wäre auf einige
wenige Gebiete des Vogelſchutzes und ſeine Bedeutung für die
Schäd=
lingsbekämpfung einzugehen. Reicher Beifall lohnte die
außerordent=
lich intereſſanten Ausführungen des Redners.
In einer längeren Diskufſion wurden noch auf Wunſch einzelner
Zuhöver einige weitere Fragen von Herrn Forſtrat Haenel behandelt,
ſo die Winterfütterung der Meiſen, für die er die freihängenden
Mei=
ſenkaſten oder das Futterholz empfahl. die Bekämpfung der Krähen, die
angebliche Schädigung der Bienenzucht durch Rotſchwänzchen u. a. m.
Als Kronzeugen für die Unſchädlichkeit der Vögel, namentlich des
Rot=
ſchwänzchens den Bienen gegenüber, konnte Herr Forſtrat Haenel die
von allen Bienenzüchtern anerkannte Autorität, Herrn Prof. Dr. Enoch
Zander, anführen.
Mit Worten des Dankes an den Referenten, wie auch an die
Zu=
hörer, ſchloß darauf Herr Präſident von Hahn die Verſammlung.
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Donnerstag, den 8. Januar 1931
Nun
Aus Heſſen.
Dd. Arheilgen, 7. Jan. Generalverſammlung. Der
Ge=
ſangverein „Liederzweig” hält am Sonntag, den 11 Januar, nachmittags,
ſeine Generalverſammlung ab. Auf der Tagesordnung ſteht u. a. auch
die Ausgeſtaltung des 70jährigen Stiftungsfeſtes. — Zu derſelben Zeit
hält der Reichsbund der Kriegsbeſchädigten eine öffentliche
Ver=
ſammlung ab mit dem Thema: „Rückblick auf das Jahr 1930 in
bezug auf die Verſorgung. — Am Abend veranſtaltet der hieſige
Poſaunenchor ein größeres Konzert im Gemeindehaus unter
Mit=
wirkung des Kirchengeſangvereins.
Aa. Eberſtadt, 7. Jan. Einbruchsdiebſtahl. In der
vor=
vergangenen Nacht drangen unbekannte Diebe in eine hieſige
Kohlen=
handlung ein und entwendeten aus dem Lagerhof eine größere Menge
Kohlen.
Ck. Dieburg, 7. Jan. Diebſtahl. Aus der Hühnerfarm des
Jakob Nikolaus Roßkopf in Münſter bei Dieburg wurden in der Nacht
von Freitag auf Samstag 32 Hühner geſtohlen. Von den Tätern
fehlt jede Spur. Für Namhaftmachung der Diebe iſt eine gute
Beloh=
nung ausgeſetzt. — Einführung eines Beigeordneten. Im
Kreisorte Sickenhofen wurde am Montag der neugewählte
Bei=
geondnete Hickler eingeführt. Die Einführung wurde durch Herrn
Bürgermeiſter Spiehl vorgenommen.
Le. Groß=Umſtadt, 5. Jan. Autobusfahrten. Von
Mon=
tag, den 5. Januar, ab iſt die von Martin Salomon vor vier Jahren
gegründete Omnibuslinie Groß=Umſtadt—Semd—Dieburg in den Beſitz
der Reichspoſt übergegangen. Der Fahrplan bleibt vorerſt der alte, nur
kommen die Wagen 11.20 Uhr und 14.30 Uhr ab Groß=Umſtadt in
Weg=
fall. Dafür wird ein Wagen ab Groß=Umſtadt 12,20 Uhr (Dieburg an
12,50 Uhr) und ab Dieburg 14,15 Uhr (Groß=Umſtadt an 14,46 Uhr)
eingelegt. — Der Poſtneubau iſt bereits unter Dach und wird im Laufe
des Sommers ſeiner Beſtimmung übergeben werden können. — An
Weihnachten waren es 40 Jahre, daß Georg Huber bei dem
Mühlen=
beſitzer Martin Hax 7. in den Dienſt getreten iſt. Von ſeiten der
Heſſiſchen Landwirtſchaftskammer wurde dem Jubilar die Silberne
Me=
daille für 40jährige treue Dienſte und von dem Herrn Miniſter für
Arbeit und Wirtſchaft eine Ehrenurkunde übermittelt. Von ſeiten ſeines
Arbeitgebers wurden ihm reiche Geſchenke zuteil. — In dem nahen
Habitzheim konnte Jakob Gerbig 2., der bei dem Gutspächter Georg
Heil in Arbeit ſteht, ſein 40jähriges Dienſtjubiläum begehen.
Ct. Groß=Bieberau, 7. Jan. Der Reit= und Fahrverein des
vor=
deren Odenwaldes hält am Sonntag, den 11. Januar, ſeine Jahres=
Hauptverſammlung ab. Neben der üblichen Tagesordnung (
Be=
richt über das abgelaufene Geſchäftsjahr, Rechnungsablage, Neuwahl
des Vorſtandes und Feſtlegen eventueller Veranſtaltungen für 1931
dürfte ein Vortrag des Herrn K. Freiherr Roeder von Diersburg,
Ritt=
meiſter a. D., Geſchäftsführer des Landesverbandes der Reit= und
Fahr=
vereinigungen des Volksſtaates Heſſen, über das Thema: „Landwirtſchaft
und ländliche Reitervereine” ſowie der Bericht über die Verbandsſitzung
in Berlin und die zukünftige Weiterarbeit im ländlichen Fahr= und
Reitweſen beſonderem Intereſſe begegnen. Die Vereinsleitung wird
ſich freuen, bei dieſer Gelegenheit auch Gäſte begrüßen zu dürfen, um
für die Sache der ländlichen Reit= und Fahrvereinstätigkeit wieder neue
Freunde zu gewinnen.
* Groß=Bieberau, 7. Jan. Höhere Bürgerſchule. Zu Oſtern
1931 können im Einzelfalle beſonders leiſtungsfähige Schulkinder ſchon
nach dreijährigem Beſuch der Grundſchule zur Aufnahme in die Sexta
der hieſigen Höheren Bürgerſchule zugelaſſen werden. Die beſondere
Leiſtungsfähigkeit eines Kindes wird feſtgeſtellt auf Grund ſeiner
Klaſ=
ſenzeugniſſe, eines eingehenden Gurtachtens des Grundſchullehrers, eines
Gutachtens eines beamteten Arztes über ſeine körperliche Eignung und
Leiſtungsfähigkeit und des Ergebniſſes der Aufnahmeprüfung.
Schrift=
liche Anträge der Erziehungsberechtigten ſind bis 15. Januar an das
zuſtändige Kreisſchulamt zu machen.
* Niedernhauſen, 6. Jan. Am Sonntag hielt der Deutſche
Turn=
verein im Vereinslokale von Jakob Schanz ſeine
Abendunterhal=
tung ab. Nach der Anſprache des 1. Vorſitzenden, Herrn Hch. Mark,
begann das, ſchön zuſammengeſtellte Programm. Das Vorſpiel war
„Ein Deutſcher — Ein Fremder” Im allgemeinen wurde Großes
ge=
leiſtet. Dem 1. Turnwart, Hans Haag, iſt beſonderer Dank zu widmen
für die Aufführungen der Schüler, die durch ſeine Mühe und Arbeit
voll zur Geltung kamen. Das Stück „Ein deutſches Leben” fand großen
Anklang! Auch das Luſtſtück „Der gebfändete Bürgermeiſter”, hatte
beſten Erfolg. Beſonderer Dank den Turnerinnen von Fränkiſch=
Crum=
bach: ihre Leiſtungen waren einzig. Gut auch wirkte die Operette „
Meiß=
ner Porzelan”.
Bg. Unter=Moſſau, 7. Jan. Hohes Alter. Die älteſte
Einwoh=
nerin unſeres Dorfes, Frau Anna Maria Heckmann, vollendet am 9.
Januar in guter Friſche und Nüſtigkeit ihr 92. Lebensjahr. Bis vor
kurzem wohnte die Greiſin als Urahne mit vier Generationen ihrer
Familie unter einem Dach. Wir gratulieren ihr recht herzlich zu ihrem
Geburtstag. Glückauf zum 100. — Lichtbildervortrag. Pfarrer
Clotz hält am Samstag. 8 Uhr, in Unter=Moſſau, am Sonntag in Ober=
Moſſau einen Lichtbildervortrag über das „Dunkle Afrika” (von der
Leipziger Miſſion).
j. Von der Tromm, 7. Jan. Das Trommhaus des Touriſtenvereins
„Die Naturfreunde” hatte im abgelaufenen Jahre 3362 Uebernachtungen
aufzuweiſen, und zwar übernachteten darin 1220 Mitglieder, 423
Nicht=
mitglieder 1238 Kinder und 481 Jugendherbergsmitglieder Ein noch
beſſerer Beſuch des Trommhauſes iſt für das Wanderjahr 1931 als
dringend erwünſcht zu bezeichnen.
=O= Reichenbach i. Odw., 7. Jan. Unfall. Dieſer Tage ereignete
ſich hier ein bedauernswerter Unfall. Beim Holzhacken flog einem
hieſi=
gen Maurerpolier ein Stück Holz ſo unglücklich gegen das Auge, daß
er dabei das Augenlicht verlor. — Standesamt. Im Jahre 1930
hatten wir hier 45 Geburten. Als Vergleich ſeien noch angeführt die
Geburtsziffern von 1904: 81. 1911: 69, 1918: 19. und 1929: 39. An
Sterbefällen hatten wir 1930: 22, 1929: 19, im letzten Jahre alſo
immer=
hin noch einen Geburtenüberſchuß von 100 Prozent. Eheſchließungen
wurden im Jahre 1930 vollzogen 15, im Jahre 1929 16.
Bd. Hähnlein, 7. Jan. Kein Sparkommiſſar! Hier und
in der Umgebung gehen Gerüchte um, als ſolle die Gemeinde Hähnlein
unter Aufſicht eines Sparkommiſſars geſtellt werden. Wir ſind in der
Lage, mitteilen zu können, daß dieſe Gerüchte bis jetzt noch jeder
Grund=
lage entbehren. Die Gemeinde Hähnlein kommt ganz im Gegenteil noch
ſehr gut mit ihrem Voranſchlag aus und wurde auch die Erhebung einer
Bürgerſteuer in der letzten Gemeinderatsſitzung abgelehnt. — Die
Pro=
vinzialſtraße Alsbach-Hähnlein—Gernsheim ſoll ſicherem Vernehmen
nach in dieſem Jahre von Grund auf wieder neuhergeſtellt werden. Die
Straße, befindet ſich ſchon ſeit einigen Jahren in einem ſehr ſchlechten
Zuſtand, ſo daß ſchon mancher Autofahrer an ſeinem Wagen entweder
Reifenſchaden oder Federbrüche erlitt. Hoffentlich wird mit den Arbeiten
im früheſten Frühjahr begonnen, denn auch viele hieſige Erwerbsloſe
und Ausgeſteuerte warten ſchon auf baldige Arbeit und Verdienſt.
Bt. Auerbach, 5. Jan. Familienfeier des Turnvereins
„Gut Heil‟. Die Ausgeſtaltung des Abends lag in den Händen des
Herrn Lehrers Gg. Wall. Der Bläſerchor, unter Leitung des Herrn
Obermuſikmeiſters Urbach, eröffnete die Feier mit einem
ſtimmungs=
vollen Muſikvortrag. Der erſte Sprecher des Vereins, Herr
Berufs=
ſchullehrer Scherer, hob bei ſeiner Begrüßung die Pflege des deutſchen
Volkstums in der Deutſchen Turnerſchaft hervor. Einen beſonderen
Gruß entbot er Herrn Lehrer Adolf Wall aus Hirzenhain, der in
be=
ſonderer Zuneigung zu dem Verein dieſem das von ihm verfaßte
Luſt=
ſpiel: „Mehr Recht” oder „Krieg den Männern” überlaſſen habe. In
einem von vier Mitgliedern vorgetragenen Vorſpruch wurde das
Tätig=
keitsfeld der Deutſchen Turnerſchaft gewürdigt, dabei wurde dem
neun=
jährigen Hänschen Schubert, Söhnchen des Sportwarts Jakob Schubert.
für ſein ſelbſtbewußtes Auftreten reicher Applaus gezollt. Die
tur=
neriſchen Darbietungen, unter der Leitung des Turnwarts Gg.
Jähr=
ling, ernteten allſeitigen Beifall. Es folgten auf Freiübungen Uebungen
am Barren und Hochreck; eingelegt waren außerdem Stuhlpyramiden
von vier Turnern. Anſchließend wurde den Siegern aus dem Jahre
1930 die Urkunden über die errungenen Siege überreicht; es waren
dies Teilnehmer am Kreis=, Gauturn= und Gauſportfeſt ſowie
Feldberg=
feſt. In beſonderer Anerkennung wurden die Leiſtungen des Mitglieds
Peter Volz gewürdigt. Die Aufführung des Luſtſpiels „Mehr Recht”
oder „Krieg den Männern” verriet in allen Einzelheiten ſorgfältige
Vorbereitung. Allen Mitwirkenden wurde großer Beifall gezollt. Aus
Dankbarkeit und Anerkennung wurde dem Verfaſſer ein
Blumenarrange=
ment überreicht. Größte Anerkennung verdienen auch die Leiſtungen
der Turnerſingmannſchaft, unter der Leitung des Herrn Gg. Wall.
Bb. Bensheim, 6. Jan. Herr Polizeioberinſpektor Wahlig, bisher
Amtsvorſtand des Lampertheimer Polizeiamtes, trat an Stelle des in
den Ruheſtand verſetzten bisherigen Amtsvorſtandes des hieſigen
Poli=
zeiamtes, Herrn Oberinſpektor Biecker, am 1. Januar ſeinen Dienſt als
Amtsvorſtand des Polizeiamtes Bensheim an.
D. Biblis, 7. Jan. Unfall. Bei den Arbeiten am Brückenumbau
der Eiſenbahnbrücke über die Weſchnitz verunglückte geſtern nachmittag
der zur Partie der Hamburger Brückenbauer gehörige Vorarbeiter
Loch=
mann ſchwer. Beim Abnieten ſprang dem Bedauernswerten ein
Nieten=
kopf ins Geſicht, zerſchlug die Naſe, ſowohl als auch die linke
Geſichts=
ſeite, wodurch der Verunglückte das linke Auge verlor. L. wurde ſofort
ins Krankenhaus nach Worms gebracht; ein ſofortiger overativer
Ein=
griff konnte das Auge nicht mehr retten.
a. Aus dem Kreiſe Offenbach, 7. Jan. Die erſten Ge
ſteuern. Amtliche Bekanntmachungen beſagen, daß nach eine
nung des Staatskommiſſars und mit Genehmigung de.
ſters des Innern vom 30. Dezember 1930 vom 1. Januar ab
Orten Bieber und Mühlheim unſeres Kreiſes eine Ste.
nung über die Erhebung der Getränkeſteuer eingeführt iſt. Biebe
Mühlheim ſind die erſten Gemeinden unſeres Kreiſes, die die Ge
ſteuer erheben müſſen. In Mühlheim ſind Bierſteuer und Bürge9 er
ebenfalls zwangsweiſe enigeführt worden, und die Kreisbehörde h bis
jetzt in 19 von 34 Gemeinden zur Sicherung der Wirtſchaftsführung,
in=
greifen müſſen.
P. Rüſſelsheim, 7. Jan. Hochwaſſer. Das Hochwaſſer des Mainsll
iſt in den letzten Tagen weiter geſtiegen und hat ſich unterhalb
Rüſſels=
heim bis zu den Hochwaſſerdämmen ausgebreitet. Die Schleuſenwehre
des Untermains ſind niedergelegt. Die ſtädtiſchen Hochwaſſerpumpen
werden in Bereitſchaft gehalten. — Obdachloſenheim. Das
von der Stadt Rüſſelsheim unterhaltene Obdachloſenheim mit
Ver=
pflegungsſtation wurde im Jahre 1930 von 4538 Perſonen benützt. Um
einem Mißbrauch der Verpflegungsſtation durch Landſtreicher zu
begeg=
nen, hat die Bürgermeiſterei angeordnet, daß die Station nur einmal
im Vierteljahr benützt werden darf. Bei Nichtbefolgung dieſer
Vor=
ſchrift erfolgt Zurückweiſung oder Unterbringung in dem alten
primi=
tiven Obdachloſenheim ohne Verpflegung. — Neues
Schieß=
haus. Während der Ueberreichung der Ehrenbürgerbriefe der Stadt
Rüſſelsheim an die Brüder von Opel regten letztere die
Zuſammen=
legung des von verſchiedenen hieſigen Vereinen betriebenen Schießſports
in dem Gelände des alten Schützenhauſes an der Darmſtädter
Land=
ſtraße an. Die Brüder von Opel haben in Ausſicht geſtellt, das ſeit
1914 infolge des Weltkrieges nicht mehr benützte, zu Ruinen verfallene
Schützenhaus wieder herſtellen und aufſtocken zu laſſen. Außerdem
ſollen auf Koſten der Wohltäter nicht nur die alten, 300 Meter langen
Schützenſtände des Schüitzenvereins Rüſſelsheim wieder hergeſtellt
wer=
den, ſondern es ſoll auch noch im Anſchluß an das Schützenhaus
Wald=
gelände zur Anſegung von Ständen für das Kleinkaliber= Flobert=
und Luftgewehrſchießen hinzuerworben werden. Am nächſten Freitag
abend findet eine Verſammlung von Vertretern ſämtlicher hieſigen
Schießſportvereine ſowie des Militärvereins ſtatt, um weitere Schritte
in dieſer Angelegenheit zu beraten.
Rheinheſſen.
Aus Mainz.
* Vergehen gegen 8 6 des Spionagegeſetzes. In der geſtrigen
Sitzung des Vezirksſchöffengerichts Mainz hatte ſich unter Ausſchluß der
Oeffentlichkeit der 33jährige Autogenſchweißer Guſtav
Emmer=
macher aus Luckempalde, zurzeit im hieſigen Landgerichtsgefängnis
in Haft, wegen Vergehens gegen 8 6 des Spionagegeſetzes zu
verant=
worten. Dem Angeklagten wurde zur Laſt gelegt, am 22. Mai 1930 mit
einem Spionageagenten einer ausländiſchen Macht in Verbindung
ge=
treten zu ſein und zum Zwecke der Spionage bei der Reichswehr 100.—
Mark erhalten zu zaben. Das Gericht verurteilte den E. im Sinne der
Anklage zu 7 Moxaten Gefängnis und Stellung unter Polizeiaufſicht.
5 Monate der erlittenen Unterſuchungshaft wurden ihm in Anrechnung
gebracht. Die 100.— Mark verfielen der Staatskaſſe.
* Dexheim, 7. Jan. Turnhalle. Nach Abzug der Beſatzung
erwarb der hieſige Turnverein zu mäßigem Preiſe eine der
Reichsver=
mögenshallen in Mainz, die nach Abbruch durch die Fuhrwerksbeſitzer
des Vereins hierhergebracht und als Neubau an der Nierſteiner Straße
wieder aufgeſtellt wurde. Die Turnhalle, die einen Innenraum von
320 Quadratmetern umfaßt, Raum für etwa 1000 Perſonen hat und ſich
auch zur Abhaltung von Veranſtaltungen aller Art eignet, ſoll
voraus=
ſichtlich im Laufe des Vorſommers ihre feierliche Beſtimmung erhalten,
Ax. Gau=Algeshein, 7. Jan. Nachts wurde in ein
Manufaktur=
warengeſchäft im benagbarten Appenheim eingebrochen.
Entwen=
det wurden hierbei Hemden= und Anzugſtoffe, Hoſen, Strümpfe,
Arbeits=
kleider ſowie 1 ſilbernes Eßbeſteck im Werte von 600—700 Mark.
— Waſſerſtands=Nachrichten vom 7. Januar. Rhein; Hüningen
1.42, Kehl 3,11. Maxau 5 30 Mannheim 4,94, Mainz 2,57, Bingen 3,54,
Caub 4,29, Köln 5,98 Meter. Main: Schweinfurt 2,97 Würzburg
3,20, Lohr 3,52. Steinheim 3,27 Hanau 3,36, Koſtheim (Staatspegel)
2,33, dito Waſſertiefe 4,40, diſo Fahrtiefe 2,30 Meter.
— Gernsheim, 7. Jan. Waſſerſtand des Rheins am
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Nummer 8
Donnerstag, den 8. Januar 1931
Seite 9
Die glückliche Geburt
eines Sohnes zeigen
in dankbarerFreude an
Darmstadt, 7. Jan. 1981.
z. Z. Krefeld, Westwall 8.
Statt beson
19e
Prof. Dr. C. Schöpf
undFrauLotte, geb.Fell
Lodeg=unzeige.
Unſer lieber Vater
Chlliinn Mauinamm
durfte heute früh ſanfte Erlöſung von längerem Leiden
finden.
Im Namen der Trauernden:
Hans und Hella Kullmann=Hochſtetter
Paula Kullmann
Darmſiadt, 7. Januar 1931.
Roqueiteweg 4.
Die Beſtattung ſindet in der Stille ſiatt.
(TV. 751
In aufrichtiger Trauer geben wir hiermit bekannt, daß uns
unſer lieber Seniorchef
Herr Chriſtian Kullmann
durch den Tod entriſſen wurde.
Wir verlieren in ihm einen Chef von ſeltener Herzensgüte
und werden dem Heimgegangenen jederzeit ein treues, ehrendes
Gedenken bewahren.
Die Angeſtellten der Firma
Chriſtian Kullmann.
Darmſtadt, den 7. Januar 1931.
(UV,753
Todes=Anzeige.
Nach kurzem, ſchwerem Leiden,
im Glauben an ſeinen Herrn
und Heiland, verſchied mein
lieber Mann, Vater, Bruder
und Onkel
Gbher Schheiber
im 58. Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Walburga Schneider Bw.
und Kinder.
Meder=Ramſtadt, 6. Jan. 1931.
Die Beerdigung findet am
Frei=
tag, den 9. Januar, nachmittags
3 Uhr, ſtatt.
Trauergarderoben
werdenin einigen Stunden ſchwarz gefärbt
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Dankſagung.
Anläßlich des Heimganges unſeres
lieben Entſchlafenen, Herrn
Johannes Roßmann
lagen wir allen für die vielen Beweiſe
herzlicher Anteilnahme unſeren beſten
Dank. Insbeſondere danken wir Herrn
Pfarrer Becker=Ernſthofen für ſeine
troſtreichen Worte am Grabe, dem
Kriegerverein Tützelbach=Neunkirchen
für die(hrenbezeugung, dem
Schützen=
verein Kl.=Bieberau ſowie dem
Oden-
waldklub, Sekt. Neunkirchener Höhe,
fEr die Kranzniederlegung. (739
Im Namen der trauerndenHinterbliebenen
Margarethe Roßmann Ww.
Klein=Bieberau, den 6. Jan. 1931.
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Mein lieber Mann, unſer herzensguter Vater,
Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager
und Onkel, Herr
Steuerbeamter i. R.
iſt heute an den Folgen eines im Kriege
zuge=
zogenen Leidens ſanft entſchlafen.
Im Namen der trauernden Sinterbliebenen:
Frau Anna Laubach, geb. Bub.
Darmſtadt, den 6. Januar 1931.
Eckhardtſtraße 13.
Die Beerdigung findet auf Wunſch des
Entſchla=
fenen in aller Stille ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.
Anzeige.
Codes=
Heute Nacht verſchied ſanft im Alter von 76 Jahren,
wohlverſehen mit den hl. Sterbeſakramenten, unſere
liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter,
Urgroßmutter und Tante
Einabety Haub Bwe.
geb. Glöckner.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Heinrich Mattheß
Familie Georg Doll
Familie Gottfried Schrodt
Familie Leonhard Mager
Georg Mahr
Fritz Mohr
Friedrich Haub
nebſt Enkel und Urenkel.
Darmſtadt, den 7. Januar 1931.
(744
Die Beerdigung findet Freitag, den 9. Januar,
nach=
mittags 3 Uhr, auf dem Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße ſtatt.
Heute Vormittag entſchlief nach langen, ſchweren
Leiden unſere gute Mutter, Schwiegermutter,
Groß=
mutter, Urgroßmutter, Schweſter, Schwägerin und
Tante
Sophie Vierheller
geb. Feller,
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Georg Vierheller
Guſiav Vierheller
nebſt Enkel und Urenkel.
Darmſtadt, den 7. Dezember 1930.
Die Beerdigung findet am Freitag, den 9. Januar
1931, nachm. ½2 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die
trau=
rige Mitteilung, daß unſere herzensgute, treubeſorgte
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter u. Schweſter
Frau Margarethe Haß, geb. Seiſt
im Alter von 56 Jahren Dienstag Abend 11 Uhr nach
langem, mit Geduld ertragenem Leiden ſanft
ent=
ſchlafen iſt. Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Hch. Haas, Werſau
Familie Leonh. Müller, Lehrer,
Fränkiſch=Crumbach
Familie Ludwig Becher, Reinheim.
Werſan, den 6. Januar 1931.
(740
Die Beerdigung findet Freitag nachmittag um 3 Uhr
vom Trauerhauſe aus ſtatt.
Statt beſonderer Anzeige.
Montag, den 5. Januar entſchlief unerwartet
im Alter von 9 Monaten unſer liebes, gutes
Töchterchen
Og
Zm Namen der trauernden Himterbliebenen
Heinrich Meher und Frau Lieſe
geb. Löb.
Darmſtadt, Hobrechtſtr. 23.
Die Beerdigung fand in der Stille ſtatt.
Es wird dringend gebeten, von
Beileids=
beſuchen Abſiand zu nehmen
lch bringelünen
im Inwentur-
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Meiner werten Kundschaft zur gefl.
Kennt-
nisnahme, daß ich das Geschäft meines
ver-
storbenen Mannes in der bisherigen Weise
weiterführe. Gleichzeitig bitte ich das
seit-
herige Vertrauen in wohlwollender Weise
auch auf mich zu übertragen. Es wird stets
mein eifrigstes Bestreben sein, meine
Kund-
schaft aufmerksam und zuvorkommend zu
bedienen und bitte um geneigten Zuspruch.
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ich das seit 31 Jahren unter dem Namen
Konrad Stein
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bestehende Geschäft in unveränderter Weise
und im selben Sinne meines verstorbenen Mannes
weitertühren werde.
Für das meinem Manne erwiesene große
Ver-
trauen danke ich herzlichst und bitte auch mir
dasselbe entgegen zu bringen. lch werde bemüht
sein, unsere werten Kunden, wie bisher
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Elisabethens
Donnerstag, den 8. Januar 1931
Nummer 8
Die italieniſchen Geſchwaderflieger in Braſilien.
Das Kommandoflugzeug, in dem Luftfahrtminiſter Balbo die Fahrt
über den Ozean ausführte, nach der Landung.
Miniſter Balbo (X) inmitten ſeiner Begleiter
bei dem Geſchwaderflug.
Reich und Ausland.
Gedenkſeier für Generalpofkmeiſter von Skephan.
Profeſſor Dr. Siemerling f.
Berlin. Der bekannte Pſychiater,
Geheim=
rat Prof. Dr. Ernſt Siemerling, iſt am
Diens=
kag abend im Alter von 73 Jahren nach kurzem
Krankenlager in Berlin geſtorben. Siemerling,
der eine anerkannte Kapazität war, entſtammt
einer alten mecklenburgiſchen Familie. Er war
der erſte Aſſiſtent des bekannten Nervenarztes
Prof. Weſtphal an der Charité und ſchon im
Alter von 35 Jahren Profeſſor an der
Univer=
ſität in Tübingen. Er ging dann nach Kiel,
gründete und leitete dort die Pſychiatriſche
Uni=
verſitätsklinik. Bekannt iſt Siemerling auch
durch ſeine mediziniſchen Werke.
Schweres Schiffsunglück.
Swinemünde. Ein ſchweres
Schiffs=
unglück hat ſich geſtern morgen im Hafen von
Swinemünde ereignet. Bei ſchwerſtem
Schnee=
treiben ſtieß der von See kommende ſchwediſche
Dampfer „Themis” mit dem Kieler Dampfer
„Karl”, der von Swinemünde aus in See gehen
wollte, zuſammen. Der Dampfer „Karl” wurde
vorne ſchwer beſchädigt und ſank in wenigen
Mi=
nuten. Die aus neun Mann beſtehende
Beſat=
zung konnte nur das nackte Leben retten. Sie
wurde von dem Lotſendampfer aufgenommen.
Der untergegangene Dampfer „Karl” befand ſich
mit Gütern auf der Fahrt von Lübeck nach
Königsberg und hatte des Sturmes wegen
Swi=
nemünde als Nothafen angelaufen.
Achtet auf die kleinſte Verletzung!
Koblenz. Auf tragiſche Weiſe iſt hier ein
junger Mann zu Tode gekommen. Ein 24 Jahre
alter Gerichtsreferendar, der ſich aus
Lieb=
haberei mit Kaktuspflanzen beſchäftigte, ſtach ſich
an einem Kaktusſtachel in den Finger. Da er
die geringfügige Wunde nicht beachtete, trat eine
Blutvergiftung hinzu, an deren Folgen der
Un=
glückliche ſtarb.
Die Vorunterſuchung gegen Kürten abgeſchloſſen.
Düſſeldorf. Die Juſtizpreſſeſtelle
Düſſel=
dorf teilt mit: In der Strafſache gegen den
Maſſenmörder Kürten haben ſowohl die
vor=
läufige Unterſuchung durch Profeſſor Sioli als
auch die kliniſche Unterſuchung in der
Landes=
heilanſtalt Bedburg=Hau ergeben, daß Kürten
für ſeine Taten verantwortlich iſt. Die
gericht=
liche Unterſuchung iſt nunmehr in allen Fällen
abgeſchloſſen. Die Staatsanwaltſchaft iſt, ſoweit
ihr die Akten bereits zugegangen ſind, mit der
Abfaſſung der Anklageſchrift beſchäftigt. Zeit
und Ort der Hauptverhandlung können erſt
be=
ſtimmt werden, wenn das Hauptverfahren
er=
öffnet iſt.
Mutter und drei Kinder durch Exploſion einer
Petroleumflaſche ſchwer verbrannt.
Uelzen. Als eine Arbeiterfrau in
Alten=
medingen auf eine brennende Lampe Petroleum
nachgoß, explodierte plötzlich die
Petroleum=
flaſche. Die Frau und ihre drei Kinder ſtanden
ſofort in hellen Flammen. Sie wurden mit
ſchweren Brandwunden ins Krankenhaus
ge=
bracht, wo eins der Kinder bereits geſtorben iſt.
Werner von Siemens bei einem
Anko=
unfall verletzl.
Werner von Siemens,
der bekannte Induſtrielle, erlitt in Berlin einen
Autounfall. v. Siemens konnte nach Anlegung
eines Notverbandes ſeine Wohnung aufſuchen.
Berlin. Aus Anlaß der 100. Wiederkehr
des Geburtstages des Generalpoſtmeiſters von
Stephan veranſtaltete das Reichspoſtminiſterium
in der Berliner Singakademie eine Gedenkfeier,
die von muſikaliſchen Vorträgen umrahmt war.
Die Begrüßungsanſprache hielt
Reichspoſt=
miniſter Dr. Schätzel. Er führte u. a.
fol=
gendes aus: Wir haben uns hier vereint, um in
ſchlichter Form des geſchichtlichen Tages zu
ge=
denken, an dem vor 100 Jahren Heinrich von
Stephan, der Gründer und Organiſator der
Deutſchen Reichspoſt, der Schöpfer des
Weltpoſt=
vereins geboren wurde. Der Weltpoſtverein,
heute eine Selbſtverſtändlichkeit, ſeinerzeit eine
Tat von überwältigender Kühnheit, die auf dem
Verkehrsgebiet nicht etwa nur die Idee von
Paneuropa verwirklichte, ſondern alle
Kultur=
nationen der Erde unter Niederlegung aller
Grenzſchranken zu einer Verkehrseinheit
zuſam=
menſchloß, iſt in ſeinen Grundzügen heute noch
wie ihn Stephan ins Leben gerufen hat. Wenn
die Deutſche Reichspoſt im Laufe der Jahre eine
geſunde und kräftige Aufwärtsentwicklung
ge=
nommen und feſtgefügt für die weitere Zukunft
daſteht, ſo verdankt ſie dies in erſter Linie dem
Verdienſte Heinrich v. Stephans. Trotz Krieg,
Wiederaufrollung des Gattenmordprozeſſes
Werner.
Karlsruhe. Am Dienstag, 20. Januar,
vormittags 9 Uhr, wird vor dem hieſigen
Schwurgericht eine neue Verhandlung in dem
Prozeß gegen die Ehefrau Märkle beginnen und
vorausſichtlich drei Tage dauern. Die Anklage
lautet wiederum auf Mord. Wie erinnerlich
war Frau Märkle vom Karlsruher
Schwur=
gericht von der Mordanklage, die ſich damals
auch gegen den zum Tode verurteilten und
in=
zwiſchen zu lebenslänglicher Zuchthausſtrafe
be=
gnadigten Kriminalkommiſſar Werner richtete,
freigeſprochen worden. Werner hatte ſeine Frau
durch Arſenik vergiftet. Auf die vom Erſten
Staatsanwalt Dr. Pfeifer, der die Anklage
ver=
tritt, eingelegte Reviſion wurde vom
Reichs=
gericht entſchieden, daß die Sache, ſoweit ſie
Frau Märkle betrifft, zur nochmaligen
Ver=
handlung an das Schwurgericht
zurückzuver=
weiſen ſei, weil im freiſprechenden Erkenntnis
nicht die Frage der fahrläſſigen Tötung geprüft
wonden ſei.
Vier Knaben ertrunken.
Wending. Auf dem in der Nähe der
Stadt gelegenen Weiher ſind acht Knaben im
Alter von acht bis zehn Jahren auf dem Eis
eingebrochen. Vier von ihnen konnten gerettet
werden, während die anderen vier ertranken.
Revolution, Inflation und Weltwirtſchaftskriſe
ſind die Grundformen des organiſatoriſchen
Auf=
baues und die Grundſätze der Betriebsführung
der Verwaltung und Finanzgebarung, die
Stephan der Deutſchen Reichspoſt gegeben hat,
geblieben und haben ſich allen Veränderungen
des Wirtſchaftslebens gegenüber und allen
Schwierigkeiten zum Trotz bewährt als ein zu=
verläſſig funktionierendes Inſtrument des
öf=
fentlichen Verkehrs. In unerſchütterlicher, tiefer
Dankbarkeit beugt ſich daher am hieutigen Tage
die Deutſche Reichspoſt vor dem Genius Heinrich
v. Stephan. Der Reichspräſident, der leider an
der Teilnahme verhindert iſt, bringt in einem
beſonderen Schreiben an mich die dankbare
An=
erkennung zum Ausdruck, mit der er der hohen
Bedeutung Heinrich v. Stephans gedenke. Der
Reichskanzler und die Reichsregierung nehmen
lebhaften Anteil an der Feier für den großen
Sohn des deutſchen Volkes.
Die Feſtrede hielt Staatsminiſter a. D. von
Sydow, der ausführlich den Werdegang, die
außergewöhnlich ſchnelle und glanzvolle
Lauf=
bahn Heinrich v. Stephans, ſein Weſen und ſeine
Perſönlichkeit ſchilderte.
„Do. X” ſtartet am 1. Februar zum Trans=
Ozeanflug.
Hamburg. Kapitän Chriſtianſen, der
Kommadant des Flugſchiffes „Do X”, der die
Weihnachts= und Neujahrszeit in ſeiner
ſchles=
wig=holſteiniſchen Heimat verlebte, hat
vor=
geſtern abend die Ausreiſe nach Liſſabon
ange=
treten. Er gewährte Preſſevertretern eine
Un=
terredung, in der er u. a. ſagte: Die
Ausbeſſe=
rungsarbeiten an dem verbrannten Flügel des
„Do. X” machen gute Fortſchritte. Schon am
14. oder 15. Januar hoffe ich, mit den
Probe=
flügen beginnen zu können und ſie ſolange
fort=
zuſetzen, bis die Belaſtungsproben ein
einwand=
freies Funktionieren der ganzen Anlage
erge=
ben. Das Ziel der erſten Flugſtrecke werden die
Kap=Verdiſchen Inſeln ſein. Dort beginnt die
eigentliche große Reiſe, die über die längſte
Strecke des ganzen Fluges führen und etwa 14
bis 15 Stunden in Anſpruch nehmen wird. Der
Flug wird dann von Natal nach Pernambuco
fortgeſetzt. Im Intereſſe des Deutſchtums
wer=
den wir dann auf dem Rückflug nach Natal
mehrfach Station machen. Von Natal bis zu den
Weſtindiſchen Inſeln iſt die Entfernung nicht
mehr groß. Die Hauptladung unſeres Flugzeugs
iſt Briefpoſt. Ueberhaupt handelt es ſich in erſter
Linie darum, Schnellverbindungen für die Poſt
zu ſchaffen. Der Perſonen= und
Schwerfracht=
verkehr liegt meines Erachtens noch in weiter
Ferne
Rom. Nach einer amtlichen Beſtätigung
über die Ankunft des italieniſchen Geſchwäders
in Port Natal wurden die 3000 Kilometer des
Transozeanfluges in wenig mehr als 16
Stun=
den mit einer Durchſchnittsgeſchwindigkeit von
185 Kilometern in der Stunde zurückgelegt. —
Die beiden nicht angekommenen Apparate haben
nach einer Kabelmeldung des „Popolo d’Italia”,
infolge geringfügiger Störungen, wie Verſagen
der Waſſerkühlung uſw. auf das Meer
nieder=
gehen müſſen. Die Notlandungen boten keine
beſonderen Schwierigkeiten. Das italieniſche
Geſchwader wurde mit großer Begeiſterung
emp=
fangen.
Karte der Flugſtrecke.
36 Verletzte beim Gleiwitzer Eiſenbahnunglück.
Gleiwitz. Von den Sanitätern ſind in
dem Lokomotivſchuppen 36 Verletzte behandelt
worden. Der ſchwerverletzte Heizer wurde nach
ſeiner, Wohnung übergeführt. Die
Aufräu=
mungsarbeiten werden mit größter
Beſchleuni=
gung durchgeführt. Die ſchwere
Schnellzugsloko=
motive konnte mit den zur Verfügung ſtehenden
Hilfsmitteln nicht im ganzen wieder hochgeſtellt
werden und wird auseinandergeſchweißt. Nach
Freilegung der Gleiſe ergab ſich, daß dieſe nur
unerheblich beſchädigt worden ſind. An der
Un=
fallſtelle erſchien Oberſtaatsanwalt Dr. Wolf,
um den Tatbeſtand aufzunehmen.
Ein Zugzuſammenſtoß verurſacht eine
ſchwere Exploſion.
Drei Menſchen verbrannt.
London. Auf der Bahnſtation
Northum=
berland Bark in Tottenham bei London
ereig=
nete ſich am Mittwoch ein ſchweres
Eiſenbahn=
unglück, dem drei Menſchen zum Opfer fielen.
Das Unglück entſtand dadurch, daß ein Güterzug,
der einen Benzintankwagen mit ſich führte, mit
einer Lokomotive zuſammenſtieß, die ebenfalls
einen Benzintankwagen zog. Die Lokomotive
und der Tankwagen entgleiſten ſofort, wobei ein
Feuer entſtand, das auch auf den
Benzintank=
wagen des Güterzuges übergriff. Es ereignete
ſich eine furchtbare Exploſion, und das brennende
Benzin ergoß ſich über die Gleiſe. Das Feuer
verbreitete ſich ſo ſchell, daß ſich drei Zugbeamte,
darunter ein Lokomotivführer und ein
Schaff=
ner nicht mehr retten konnten und bei
leben=
digem Leibe bis zur Unkenntlichkeit
verbrann=
ten. Erſt nach drei Stunden konnte der Brand
gelöſcht werden.
Rieſenbrand auf der Inſel Guadeloupe.
Paris. Auf der Inſel Guadeloupe der
Klei=
nen Antillen iſt, wie die Blätter melden, in
Pointe=ä=Pitre ein Rieſenbrand ausgebrochen,
durch den etwa 40 Häuſer zerſtört wurden, bevor
es gelang, der Flammen Herr zu werden. Ueber
die Urſache des Brandes konnte noch nichts
feſt=
geſtellt werden.
Amy Johnſon gibt auf.
London. Die engliſche Fliegerin Amp
Johnſon hat ihren Plan, nach Peking zu fliegen,
aufgegeben, nachdem ſie ſich von den großen
Ge=
fahren, die ein ſolcher Flug in der jetzigen Jah=,
reszeit bietet, überzeugt hat.
Mac Laren und Beryl Hart erneut zum
Ozean=
flug geſtartet.
New York. Der Flieger Mac Laren und
die Fliegerin Beryl Hart ſind geſtern vormittag
in Hampton Roads mit ihrem Flugzeug „Trade
Wind” zu einer Ueberquerung des Atlantiſchen
Ozeans aufgeſtiegen. Wie erinnerlich, mußten
die Flieger vor einigen Tagen auf dem Fluge
von New York nach den Bermudas umkehren
und in Hampton Roads notlanden. Sie
beab=
ſichtigen auch jetzt wieder, Zwiſchenlandungen
auf den Bermudas und dann auf den Azoren
vorzunehmen.
Mac Laren auf den Bermudas eingetroffen.
New York. Der Flieger Mac Laren und
ſeine Begleiterin Beryl Hart ſind geſtern
nach=
mittag 13 Uhr auf ihrem Ozeanflug
wohlbehal=
ten in Hamilton auf den Bermudas eingetroffen.
Zwei Amerikanerinnen wollen den
Dauer=
flugrekord brechen.
Los Angeles. Die beiden Fliegerinnen
Bobby Trout und Edaa May Cooper ſchlugen
den bisherigen Dauerflugrekord für Frauen, der
42 Stunden und 16 Minuten betrug. Sie fliegen
weiter in der Luft, da ſie verſuchen wollen, auch
den Rekord für Männer zu ſchlagen.
Rettung der 50 abgetriebenen ruſſiſchen Fiſcher.
Moskau. Die im Kaſpiſchen Meer auf einer
Eisſcholle abgetriebenen 50 Fiſcher ſind gerettet.
Sie wurden durch den Wind ans Ufer getrieben.
Die Opfer des Taifuns auf den Philippinen.
Manila. Während des ſchweren Taifuns,
der im Herzen der Philippinen wütete, ſind
nach den letzten Meldungen mindeſtens 150
Per=
ſonen umgekommen. Davon ſind 27 ertrunken,
als der Dampfer „Lozano” unterging, und etwa
30 an Bord geſunkener Fiſcherboote. Der
Sach=
ſchaden beträgt mindeſtens 1 250 000 Dollar
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Seite 1.
Donnerstag, den 8. Januar 1931
Nummer 8
Sport, Spiel und Zurnen.
„Halte deinen Mann!”
Eine Plauderei.
Handball.
SV. Darmſtadt 1898 — 55b. Frankfurk.
Im letzten Gruppenverbandsſpiel ſtehen ſich am kommenden
Sonn=
tag, nachmittags 3 Uhr, der Sportverein Darmſtadt 1898 und
der Tabellendritte, Fußhallſportverein Frankfurt, gegenüber. Dieſes
Spiel wird aus verſchiedenen Gründen die Beachtung der Darmſtädter
Handballenthuſiaſten finden. Ganz abgeſehen davon, daß die
Bornhei=
mer Elf ſchon ſeit mehreren Jahren zu den ſpielſtärkſten Mannſchaften
des Bezirkes Main=Heſſen zählt und auch in dieſem Jahre ihre große
Schlagkraft wieder bewieſen hat — wir weiſen z. B. nur auf den Sieg
der Frankfurter gegen den hieſigen Polizeiſportverein hin —, wird es
die Darmſtädter Handballgemeinde beſonders intereſſieren, den neuen
Torwächter Fuchs des Fußballſportvereins in Wirkſamkeit zu
ſehen: mit Fuchs iſt eine neue Torwächtergröße dem Bezirk erſtanden,
was ſchoen daraus hervorgeht, daß der ſeitherige repräſentative
Tor=
wächtér Irion ſeinen Mannſchaftspoſten im Fußballſportverein dem
grö=
ßeren Können von Fuchs abtreten mußte.
Die 98er haben zum letztenmal vor Beginn der Süddeutſchen
End=
ſpiele, die bekanntlich ſchon am 18. Januar beginnen, und im erſten
Spiel die 98er mit dem Saarmeiſter in Darmſtadt gedaart ſehen,
Ge=
legenheit, gegen einen anerkannt guten Gegner ihr Mannſchaftsgefüge
zu feſtigen. Gerade weil das bevorſtehende Spiel für die
Gruppen=
meiſterſchaft vollkommen bedeutungslos iſt und die Einheimiſchen ſomit
den Kampff ohne jede Nervoſität aufnehmen können, ſollte das Treffen
gegen Fußballſportverein Frankfurt dazu angetan ſein, daß die
Sport=
vereinler ihr ganzes Können entfalten, um durch eine gute
Lei=
ſtung das Selbſtvertrauen in das eigene Können, das zu einer
erfolg=
eichen Durchführung der Endſpiele unbedingt notwendig iſt, zu ſtärken.
Die 98er werden daher zu dem Spiel auch in ſtarker Beſetzung antreten.
Dabei wird allerdings der Sturmführerpoſten, da Fuchs noch verletzt iſt,
Fiedler anvertraut ſein, von dem jedoch zu erwarten ſteht, daß er auch
als Innenſtürmer ſich bewähren wird.
Von den weiteren aktiven Mannſchaften iſt nur die 3. Mannſchaft
beſchäftigt; dieſe ſpielt am Sonntag vormittag in Arheilgen gegen die
Mannſchaft der dortigen Sportvereinigung.
Zußball.
T. u. Sp.=Verein Meſſel — F.C. Union Wixhauſen 2:2 (2:0).
Um es vorweg zu ſagen, das Spiel, das auf einem ſchlechten Platz
ausgetragen wurde, ſtand auf keiner hohen ſpieleriſchen Stufe. Bei
Spielbeginn ſtellten ſich dem Schiedsrichter die kräftige Elf des F. C.
Union gegen die kleinen, flinken Leute aus Meſſel. Es glückte Meſſel
gleich nach Spielbeginn, durch einen hohen, weiten Ball, den man ins
Aus glaubte, in Führung zu gehen und auch während der erſten
Halb=
zeit den zweiten Treffer zu buchen. Trotzdem Wixhauſen techniſch die
heſſere Mannſchaft iſt, und auch in der erſten Halbzeit ſehr viel
Tor=
chancen ausarbeitet, geht es 2:0 in Halbzeit.
Nach Beginn der zweiten Halbzeit wird nun Wixhauſen drückend
überlegen, und hat auch bald das Ergebnis 2:2 herausgeholt, bei dem
as bis zum Schluſſe bleibt. Dem Spielverlauf nach hätte Wixhauſen das
Spiel hoch gewinnen müſſen. Zu erwähnen wäre noch, daß der
Schieds=
richter, der in der erſten Halbzeit eine ganz gute Figur abgab, in der
Zveiten Halbzeit vollſtändig verſagte. Eine Menge Fehlentſcheidungen,
Nachgiebigkeit auch bei ſchweren Vergehen, brachten ihn um die
Sym=
vathien der Zuſchauer. — Zweite Mannſchaften: Meſſel —
Wixhau=
ſen 4:1.
Union Darmſtadt — Haſſia Dieburg 3:4 (3:1).
Der SC. Haſſia Dieburg übermittelt uns eine Ergänzung zu
un=
ſerem Bericht in Nr. 5, der wir folgendes entnehmen:
„Abgeſehen von einem unliebſamen Vorkommnis, das auf ein äußerſt
hartes Spiel des Union=Mittelſtürmers zurückzuführen iſt, verlief die
erſte Halbzeit zufriedenſtellend. Nach Beginn der zweiten Halbzeit
konnte der Halbrechte von Dieburg das Reſultat auf 2:3 ſtellen, und
hald darauf der jugendliche Rechtsaußen auf 3:3. Der Ausgleich war
für die Unionſpieler das Signal zu einer Reihe von Unſportlichkeiten,
auf die im einzelnen im Intereſſe unſerer Sportſache nicht näher
ein=
gegangen werden ſoll. Doch darf nicht unerwähnt bleiben, daß der
äußerſt fair ſpielende Rechtsaußen Dieburgs von dem Uniontorwächter
Aßmuth, der ihm nach dem Ausgleichstor bis zur Mitte des
Spielfeldes nachſetzte, einen Fauſtſchlag ins Geſicht erhielt, wodurch er
eine klaffende Wunde am Unterkiefer davontrug. Nicht genug damit
verſetzten unſerem Spieler auch der Mittelläufer Noller noch einen
Fuß=
tritt ins Kniegelenk und der Verteidiger Noller einen Schlag ins
Ge=
ſicht, einzig und allein, weil es dieſem Spieler
ge=
lungen iſt, das Ausgleichstor zu ſchießen.
Der Schiedsrichter verhängte nur noch Strafſtöße gegen Union, zu
Platzverweiſen hat er nicht den Mut gefunden. Ein rückſichtsloſes
Durch=
greifen hätte die Vorkommniſſe verhüten können.
Wir geben auch dieſe Darſtellung wieder, da uns das Vorkommnis
Aßmuths auch von nicht intereſſierter Seite beſtätigt wird. Allerdings
ſpielte ſich der Vorgang hinter dem Rücken des Schiedsrichters ab.
Schwere Strafe für Alemannia Worms.
Die Bezirksſpruchkammer des Bezirks Main=Heſſen veröffentlicht
etzt das Urteil im Verfahren gegen Alemannia Worms wegen der
Vor=
ſommniſſe, die ſich am 30. November beim Spiel Alemannia gegen SV.
„Viesbaden auf dem Platze von Alemannia ereigneten. Alemannia iſt
üickwirkend ab 30. November mit einer Platzſperre von drei
MMonaten belegt worden. Die Spieler Chriſt, Ebert und Thalmeyer
ſurden auf drei, ſechs bzw. zwölf Monate disqualifiziert. Einige
andere Spieler erhielten Geldſtrafen.
Auf der in gutem Zuſtand befindlichen Eisbahn in Mödling bei
Wien kam am Dienstag die öſterreichiſche Eiskunſtlaufmeiſterſchaft der
Damen zur Durchführung, die Fritzi Burger mit Erfolg verteidigte.
UInter ihren Konkurrenten, die ſich ſtark verbeſſert zeigten, gefielen
be=
ſonders Ilſe Hornung und Lilly Weiler.
Deutſche Eishockeyſiege in der Schweiz. In Aroſa ſchlug
Branden=
burg Berlin den Club. Star” Lauſanne 5:0 in Zürich beſiegte der
Ber=
liner Schl.=Club eine Mannſchaft des EHC. Davos 5:2.
Ehe der engliſche Junge die erſten Fußballſtiefel geſchenkt erhält.
weiß er ſchon, daß eine der erſten Erforderniſſe iſt, wenn er in einer
Fußballmannſchaft ſpielen will, daß er ſich frei für die Empfangnahme
des Balles von ſeinem Nebenmann ſtellen muß. Gleichzeitig weiß er
auch, daß der Junge in der gegneriſchen Mannſchaft dies zu verhindern
ſucht durch das „mark the man”, das Abdecken des Spielers.
Es iſt ſo, daß der junge Engländer, der Fußball lernt, zu gleicher
Zeit, da er den erſten guten Paß gelernt hat, auch ſicher imſtande iſt,
den Geaner wirklich abzudecken.
Bei uns iſt vielleicht keine Kunſt des Spieles ſo primitiv geblieben,
wie die des genauen Deckens in allen Lagen und Phaſen des
Fußball=
ſpiels. Wir brauchen uns wegen unſerer Balltechnik, ſogar bis zur
Ball=
artiſtik bei vielen Spielern gehend, vor keinem Fußball=Land der Welt
zu verſtecken. Dagegen iſt die Wichtigkeit des genauen und dauernden
Deckens des Gegners ſelbſt bei den deutſchen Spitzenmannſchaften noch
lange nicht erkannt bzw. erſichtlich. Einmal erſt habe ich vor einigen
Jahren in einem entſcheidenden Spiel um die ſüddeutſche Meiſterſchaft
das Decken des Mannes in einer gewiſſen Vollendung geſehen. Das
war damals ſo neuartig, daß dieſes Decken den Mittelpunkt aller
Fach=
kritiken bildete und Erſtaunen hervorrief.
Das Fußballſpiel, das Schachſpiel des grünen Raſens, mit lebenden
ſelbſtändig denkenden Figuren, verlangt ein ſolches Zuſammenarbeiten
von elf Leuten, daß jeder Spieler darauf bedacht ſein muß, dieſes
Zu=
ſammenarbeiten ſo leicht wie möglich zu machen. Dies geſchieht in erſter
Linie durch das Stellungsſpiel, das Sich=Frei=Stellen jedes einzelnen
Spie=
lers einer Mannſchaft. Wenn, theoretiſch gedacht, dieſes Stellungsſpiel
fehlerlos durchgeführt wird, ſo werden die Erfolge allein kommen.
Der Gegner muß alſo beſtrebt ſein, ein noch beſſeres Stellungsſpiel
zu zeigen. Die Mannſchaft, die nicht im Beſitz des Balles iſt, darf ſich
alſo nicht darauf verlaſſen, daß der Gegner durch einen Paß= oder
ſon=
ſtigen Fehler den Ball verliert, ſondern ſie muß die paſſive Seite des
Stellungsſpieles anwenden, nämlich das Abdecken jedes Mannes des
Gegners. Nachdem jede Seite die gleiche Anzahl Spieler beſitzt, ſo iſt
es möglich, dies in jeder Phaſe des Kampfes zu verwirklichen.
Der Grundfehler, den man oft ſieht, iſt der, daß die
abweh=
renden Spieler ſich meiſt zu weit entfernt vom abdeckenden Gegner
hal=
ten. Sie ſtehen meiſt zwiſchen zwei gegneriſchen Spielern, ſtatt bei dem
einen oder anderen Gegner ſich aufzuhalten. Sie decken alſo ſozuſagen
den freien Raum, ohne zu bedenken, daß es unbeſtimmbar viele
Mög=
lichkeiten gibt, durch entſprechendes Sich=Stellen immer wieder neue freie
Räume zu ſchaffen, zwiſchen denen dann der falſch abdeckende Spieler
her=
umiagt. Dieſes Decken, das in Wirklichkeit keines iſt, kommt auch daher,
daß bei uns der Spieler, der nicht in Aktion iſt. zu wenig beachtet wird.
Er darf vom ruhenden Gegner nicht zum handelnden werden. Je
weni=
ger Gegner handeln können, je leichter iſt es, die ganze Aktion des
Geg=
ners unwirkſam zu machen.
Wie muß das paſſive Stellungsſpiel, das Decken,
gehand=
habt werden? Jeder freiſtehende Spieler muß in ſeiner
Bewegungsmög=
lichkeit gehemmt werden. Er darf nicht imſtande ſein, den zugeſpielten
Ball ungeſtört aufnehmen zu können. Das Abdecken muß alſo ſo
vor=
genommen werden, daß der Gegner keinen Raum zur Behandlung des
Balles hat. Der deckende Spieler darf alſo von ſeinem Gegner nicht
weiter als einen Meter entfernt ſein. Dieſe Diſtanz erlaubt ſelbſt dem
beſten Ballbehandler nicht, daß er ohne große Schwierigkeiten den Ball
in ſeine Gewalt bringt. Eine Ausnahme machen die Verteidiger, als
letztes Feldbollwerk vor dem Tor. Sie ſpielen ein angreifendes Decken,
das in Tätigkeit tritt, wenn die letzte Angriffswelle des Gegners in
Tätigkeit geſetzt wird. Sie halten ſich alſo als einzige Linie der
Mann=
ſchaft nicht ſchon beim ruhenden Spieler in Meterentfernung auf,
ſon=
dern etwas weiter entfernt, um dem Gegner die leichteſte Stelle des
Durchſtoßes nicht von Anfang an zu verraten.
Beim modernen Spitzenfußball iſt das Nützlichſte, wenn die
Deckung etwa ſo vor ſich geht: Die drei Läufer decken den Innenſturm,
alſo die Leute, die den nächſten Weg zum Tor haben. Dieſer nächſte
Weg ſoll möglichſt frühzeitig verſperrt werden. Die Verteidiger decken
die Außenſtürmer. Schon hieraus erſieht man, daß die Verteidiger ſich
nicht beim ruhenden Flügelmann aufhalten können, ſonſt würden ſie
den Weg zum Tor aufzeigen, der durch die Mitte in Form eines
Wett=
laufes nach dem weit vorgelegten Ball führen könnte, d. h. führen müßte.
Da aber auch der Außenſtürmer normalerweiſe zur letzten
Angriffs=
welle gehört, ſo iſt erſt im letzten Moment erſichtlich, welcher von beiden
eingeſetzt wird. Die Stellung des Verteidigers iſt alſo ſo weit von
ſei=
nem Flügelmann entfernt, daß er beim Flügelmann gleichzeitig mit dem
Ball ſein kann. Da ein Paß zum Außenmann normalerweiſe ein langer
ſein wird, ſo iſt hier die Schätzung nicht zu ſchwer. Eine ſcharfe
Beob=
achtung der entwickelnden Angriffsaktion iſt notwendig, damit das
wech=
ſelſeitige Decken des Mannes durch die beiden Verteidiger erfolgen kann.
Die Entfernung beträgt etwa zehn Meter. Bei dieſer Diſtanz hat der
Verteidiger die gleiche Chance, den Ball zu erreichen, wie der
Flügel=
ſpieler, dem ein Langpaß zugeſpielt wird. Iſt der Halbſtürmer nahe
bei ſeinem Flügelmann, ſo iſt ja auch der Läufer zur Stelle, es ſind alſo
drei Mann in dem kleinen Raum, zu denen der Verteidiger als Vierter
hinzu kommt. Auf der anderen Seite deckt bei Aktionen des
Innen=
ſturms der Flügelmann den Verteidiger. Ebenſo iſt die Arbeit des
Halb=
ſtürmers bei Einwürfen, daß er den gegneriſchen Halbſtürmer deckt.
Eine beſondere Abdeckung erfordert der Eckball. Hier muß
natürlich beachtet werden, daß der eine Flügelſtürmer den Ball tritt.
Er braucht alſo keinen Deckungsmann. Das Bild iſt daher folgendes:
Der eine Verteidiger deckt den Außenſtürmer, auf deſſen Seite der
Eck=
ball nicht getreten wird. Die Läufer markieren die Innenſtürmer. Die
Halbſtürmer, die Läufer, wobei ſich Verteilung nach dem Stand des
an=
greifenden Mittelläufers richtet, der, wenn er näher als ſeine
Flügel=
läufer aufrückt, von einem Halbſtürmer gedeckt wird. Wenn er dagegen
weiter als ſeine Spieler der gleichen Linie zurückliegt, ſo nimmt die
Abdeckung der Mittelſtürmer vor.
Bei einem Strafſtoß in einer Entfernung von etwa 30 Metern
vor dem Tor beginnend, wird die Abdeckung geändert. Fünf Spieler
oder mehr, je nach der Entfernung, bilden eine lebende Mauer mit
einem Zwiſchenraum von nicht mehr als 30 Zentimeter zwiſchen den
ein=
zelnen Spielern. Nur der direkte Weg zum Ball bleibt für die Sicht
des Torwartes zum Ball etwa einen Meter offen. Dabei iſt zu beachten,
daß der Raum hinter dieſer lebenden Mauer unbedingt ein Abſeitsraum
ſein muß. Wenn die Deckwng in Vollendung geſpielt wird, dann werden.
auch die Spieler, die nicht im unmittelbaren Kampf um den Ball ſind
und von der Kampfzone weiter entfernt ſtehen, ſich faſt immer in einer
gewiſſen Bewegung befinden; denn es wird gedeckt und aus der Deckung
zu gehen verſucht. So bedeutet alſo die Abdeckung auch für den
Zu=
ſchauer daß Bild, das außer dem Ball alles in Bewegung iſt. Ball und
Mann immer in Bewegung, iſt die Schönheit des Fußballſpieles. Mit
Recht kann man aber auch vom taktiſchen Standpunkt ſagen, daß ein
gutes Decken allein ein Spiel gewinnen kann. Daher: Mark hour man!
Mar Schmeling disgualifizierk.
Ein Beſchluß der National Boxing=Afſociation.
Die National Boxing=Aſſociation hat den Boxwveltmeiſter aller
Kate=
gorien. Max Schmeling, auf unbeſtimmte Zeit disqualifiziert. Dieſe
Maßnahme wird damit begründet, daß ſich Schmeling geweigert habe,
nochmals gegen Jack Sharkey anzutreten. Es iſt ſehr wahrſcheinlich,
daß dieſer Disqualifikation Schmelings die Aberkennung ſeines Titels
folgen wird, da die meiſten der amerikaniſchen Box=Verbände der
Na=
tional Boxing=Aſſociation unterſtehen oder angeſchloſſen ſind. Die
Na=
tional Boxing=Aſſociation will einen Kampf Sharkeys gegen den beſten
Anwärter auf die Weltmeiſterſchaft austragen laſſen, der dann um den
Titel geht. Am wahrſcheinlichſten kommt Young Stribbling als Gegner
Sharkeys in Frage. — Trotzdem alſo Schmelings Manager Joe Jacobs
augenblicklich in Amerika weilt, um mit den maßgebenden Verbänden
zu verhandeln, wurde dem Deutſchen der Titel ſo gut wie aberkannt,
Die Amerikaner ſcheinen ſich immer noch nicht daran gewöhnt zu haben,
daß der Weltmeiſterſchaftstitel einmal nicht einem Amerikaner zufiel.
Es konnte Schmeling niemand verdenken, daß er ſich weigerte, noch
ein=
mal gegen einen Boxer anzutreten, der ihn durch einen einwandfreien
Tiefſchlag „ins Land der Träume” ſchickte. Dieſe Weigerung als Grund
für Schmelings Disqualifikation anzugeben, iſt ſo lächerlich, daß
eigent=
lich ein Kommentar vollſtändig überflüſſig wäre. Es geht jedoch noch
um eine Kardinalfrage: Iſt es nicht einmal möglich, daß ein Nicht=
Amerikaner Box=Weltmeiſter wird — und eventuell auch eine Zeitlang
bleibt.
Schmeling will in Chicago kämpfen.
Wie zu erwarten war, kündigte Jacobs, der Manager Schmelings,
nach Bekanntwerden des Beſchluſſes der New Yorker Boxkommiſſion, an.
daß er bereit ſei, Schmeling im kommenden Juni in Chicago
ge=
gen Stribbling antreten zu laſſen. Der Chicagoer Unternehmer
hat für dieſen Kampf zwei Millionen Mark angeboten.
Die argentiniſche Meiſterelf Gymnaſtica Escrima La Plata, die im
nächſten Monat auch eine Reihe von Spielen in Deutſchland austrägt,
we nach ihrer Ankunft in Europa eine kombinierte Mannſchaft von
Real Madrid und FC. Barcelona mit 2:1.
Rundfunk-Brogramme.
Frankfurt a. M.
Donnerstag, 5. Januar.
15.20: Stunde der Jugend. Joachim Lutz mit dem Afrikaforſcher
Frobenius auf der Afrikareiſe. — Blicke in die Welt und
Werk=
ſtätte von Erfindern.
16.30: Konzert des Rundfunkorcheſters.
18.15: Zeitragen.
18.55: Dr. Heymann: Möglichkeiten einer Reviſion des
Young=
planes.
9.15: Franzöſiſcher Sprachunterricht.
19.45: Aus Stuttgart: Unterhaltungskonzert des Funkorcheſters.
20.30: Aus Stuttgart: Elſäſſiſche Volfslieder. Ausf.:
Madrigal=
vereinigung Kipp — Lucie Weinmann (Gitarre).
21.15: Aus Stuttgart: Deutſchland im 16. Jahrhundert. Hörwerk
von Paul Enderling. — Der Teufel mit dem alten Weibe.
Faſt=
nachtsſpiel von Hans Sachs.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Donnerstag, 8. Januar.
10.00: Mitteilungen des Verbandes der Preuß. Landgemeinden.
10.10: Schulfunk. Von richtigen und falſchen Fiſchen.
11.30: Tierzucht und Tierhaltung: Betrachtungen über die Koſten
verſchiedenartiger Geſpannhaltungen.
15.00: Kinderſtunde. Kunterbunt.
15.45: Trude Herrmann: Geſundheitsſport der Frau im Winter,
16.00: Oberſtudienrat Dir. Dr. Aug. Leffſon: Von Geiſt und Form
unſerer Schulfeiern.
16.30: Berlin: Nachmittagskonzert.
17.30: Prof. Dr. Haus Mersmann: Hausmuſik.
17.50: Geh. Juſtizrat Prof. Dr. Heilfron: Rechtsfragen des Tages.
18.30: Prof. Dr. Rothacker: Neue Probleme der Erkenntnislehre,
19.00: Reg.=Präſdent Dr. Simons: Was erwarten wir vom
Völker=
bund?
19.30: Oberamtmann Thilo: Wirtſchaftliche Schafhaltung.
20.00: Bruno Neliſſen=Haken: Die ſeeliſchen Auswirkungen der
Arbeitsloſigkeit.
20.30: Hamburg: Erſtes europäiſches Konzert. Werke von Johannes
Brahms. Ausf.: Philharmoniſches Orcheſter, Hamburg.
Ca, 22.30: Tanzmuſik. Mitia Nikiſch und ſein Orcheſter.
Bekterbericht.
Ausſichten für Donnerstag, den 8. Januar: Teils bewölkt, teils
aufkla=
rend, Froſt, vereinzelte leichte Schneefälle.
Ausſichten für Freitag, den 9. Januar: Weiterhin Froſtwetter.
Veranwortlich ſür poltilk und Wiriſchaft: Rudolf Maupe: für Feulſleion, Reich un
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhman
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; fi
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort Dr. Herbert Nette.
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuble:
Druck und Verlag L. C. Wittich — ſämilich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripie wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten
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Nummer 8
Donnerstag, den 8. Januar
eſNeueſte
(Von unſerem ſtändigen Wiener Mitarbeiter.)
Zu Beginn dieſes Jahres iſt in Oeſterreich ungefähr jeder
fünf=
zehnte Menſch, die Säuglinge und die Greiſe mitgerechnet, ohne Arbeit.
Das Heer der Erwerbsloſen iſt auf rund vierhunderttauſend
angewach=
ſen, alſo um genau ein Drittel größer geworden als um die gleiche Zeit
des Vorjahres, und dabei iſt der Höhepunkt der Arbeitskriſe noch lange
nicht erreickt. Sehr vorſichtige Schätzungen rechnen mit einer Ziffer von
zindeſtens einer halben Million, die Ende Februar zu verzeichnen ſein
wird, aber es iſt durchaus möglich, daß auch die Zahl noch eine
Steige=
gung erfährt, wenn etwa ein verſpäteter Frühjahrsbeginn das
Wieder=
einſetzen der Bautätigkeit verzögert. Mit dieſer ungeheuren Zunahme
der Arbeitsloſigkeit hält der fortſchreitende Zuſammenbruch der
Arbeits=
loſenverſicherung beiläufig Schritt. Der Arbeitsloſenfonds iſt im Laufe
des Jahres 1930 mit mehr als hundert Millionen Schilling paſſiv
ge=
worden und man hat in der Weihnachtswoche die Beitragsleiſtungen um
15 Prozent erhöhen müſſen, um eine weitere Steigerung des Defizits
zu verhindern, oder doch wenigſtens zu verlangſamen. Aber es iſt mehr
als fraglich, ob im gegenwärtigen Augenblick gerade eine neue Belaſtung
der Wirtſchaft das richtige Mittel ſein kann, die Krife einzudämmen.
Eine Steigerung der Produktionskoſten um 20 Millionen jährlich auf
dem Titel der erhöhten Arbeitsloſenfürſorge wird auf den Arbeitsmarkt
kaum belebend wirken und die Mehrleiſtungen der Arbeitnehmer in der
gleichen Höhe werden überhaupt illuſoriſch, wenn die Vermehrung der
Produktionskoſten nur wieder eine abermalige Produktionseinſchränkung
zur Folge hat und die Zahl der noch verfügbaren Arbeitsplätze neuerlich
vermindert.
Die bisherige Droſſelung der Produktion in Oeſterreich ſei an der
Hand einiger Ziffern beleuchtet. In der Zeit vom Januar bis
Dezem=
ber iſt in der Erzförderung ein Rückgang auf 63 Prozent der
Normal=
beſchäftigung zu verzeichnen, in Roheiſen von 45,6 auf 21,6, in Rohſtahl
von 74,5 auf 43,1 Prozent, in Walzware von 722 auf 39,9 Prozent; die
offenen Beſtellungen in der Eiſeninduſtrie ſind von 91,7 auf 41.9
Pro=
zent zurückgegangen. Die Textilinduſtrie hat ihre Kapazität nur zu
etwa 60 Prozent ausnützen können und gegen Jahresende einen
neuer=
lichen Rückſchlag erlitten, die Beſchäftigung in der Papier= und in der
chemiſchen Induſtrie, die noch im Vorjahre relativ günſtig war, hat
etwa ein Drittel ihrer Produktionsmöglichkeiten eingebüßt und nur in
einem Teil der Lebensmittelinduſtrie ſind die Verhältniſſe noch ungefähr
normal. Die Kohleneinfuhr iſt von 47 Millionen Doppelzentner auf
33 Millionen geſunken, wozu noch ein zwanzigprozentiger Rückgang der
heimiſchen Kohlenproduktion kommt, und die Einfuhr an Rohſtoffen iſt
von 528 Millionen Schilling auf 429 Millionen herabgegangen. In
die=
ſen Ziffern drückt ſich natürlich auch der fortſchreitende
Schrumpfungs=
prozeß der öſterreichiſchen Induſtrie aus. Wichtige Betriebszweige haben
ſich zu weitgehenden Zuſammenlegungen entſchließen müſſen und eine
große Anzahl von Fabriken iſt überhaupt ſtillgelegt oder hat zur
Kurz=
arbeit gegriffen. Bezeichnend, daß bei der Alpinen Montangeſellſchaft
heute nur noch ein einziger Hochofen unter Feuer ſteht. Dieſer
erſchrek=
kende Niedergang der Gütererzeugung findet ſein Gegenſtück in den
Verluſten auf anderen Gebieten. Die Zahl der Konkurſe und Ausgleiche
iſt ſprunghaft angeſtiegen. Bei den Konkurſen beträgt der Zuwachs 20
Prozent, bei den Ausgleichen ſogar 32 Prozent gegenüber dem Vorjahre,
aber dieſe Ziffern laſſen natürlich nur einen verſchwindenden Bruchteil
der wirklichen Verluſte erkennen. Es hat eine Unmenge ſtiller
Aus=
gleiche gegeben, bei denen die Gläubiger freiwillig in einen Abſtrich ihrer
Forderungen einwilligten und auch die Banken als Großgläubiger vieler
Firmen mußten ſich häufig zu ſolchen Transaktionen herbeilaſſen, bei
denen dann ofr mehr als die Hälfte des inveſtierten Kapitals verloren
gegangen iſt. Noch eine Ziffer gehört hierher: In Wien ſind in dem
nun abgelaufenen Jahre nicht weniger als 650 000 Steuer=Exekutionen
durchgeführt worden. Das heißt, zu jedem dritten Menſchen, den
Säug=
ling mitgerechnet, iſt in den letzten zwölf Monaten der Gerichtsvollzieher
gekommen.
Daß ſich Wirtſchaftskriſen nicht durch Regierungsmaßnahmen löſen
laſſen, leuchtet ein. Aber es wird andererſeits kaum ein Land geben,
in dem ſich Regierung und Parlament ſo völlig tatenlos verhalten, wie
in Oeſterreich, weil hier eben der politiſche Streit alles beherrſcht und
weil einfach keine Zeit übrig bleibt, ſich nebenher auch noch um die
Wirtſchaft zu kümmern. Seit dem verfloſſenen Sommer hat es zwar
eine Unzahl von Enqueten und Konferenzen darüber gegeben, wie man
der wachſenden Not begegnen könnte, aber alle Verhandlungen ſind ohne
poſitives Reſultat geblieben, und die Verſicherung der Regierung, ſie
würde diesmal alle im neuen Jahre vorgeſehenen Staatsaufträge ſchon
im Jänner und Februar vergeben, um Arbeit zu ſchaffen, wird ſich aus
dem Grund kaum verwirklichen laſſen, weil die Kaſſen leer ſind und die
Steuerrückſtände nur ſehr langſam einfließen. Aber trotz der
Wirtſchafts=
kriſe, trotz der ungeheuren Arbeitsloſigkeit und trotz der auf ein
Mini=
mum geſunkenen Kaufkraft breiter Schichten, rechnet das Budget für das
neue Jahr mit einer Erhöhung der Staatseinnahmen um 166 Millionen.
Um ſoviel ſind nämlich die Ausgaben geſtiegen, für die nun eine
Dek=
kung gefunden werden muß und — wenigſtens auf dem Papier — auch
gefunden worden iſt. Daß die Rechnung jedoch unmöglich ſtimmen kann,
liegt ſchon jetzt auf der Hand. Man hat eine Steigerung der
Zollein=
nahmen um beinahe 70 Millionen Schilling veranſchlagt, aber dabei
müſſen die neuen Handelsverträge erſt abgeſchloſſen werden und ſie
wer=
den, wenn ſich ſolche Zollpoſitionen, wie ſie die Agrarier fordern,
über=
haupt durchſetzen laſſen, gerade in den wichtigſten Nahrungsmitteln eine
kaum noch ertragbare Teuerung hervorrufen. Ein Plus von 62
Millio=
nen ſoll dann überdies noch aus den Verbrauchsſteuern, ein Plus von
28 Millionen Schilling ſogar aus den direkten Steuern
herausgewirt=
ſchaftet werden. Bei dieſem kataſtrophalen Rückgang des geſamten
Lebensſtandardes wird weder das eine noch das andere gelingen, und ſo
droht die Gefahr, daß im neuen Jahre auch der Staatshaushalt aus
dem Gleichgewicht kommt, das ſeit der Genfer Sanierungsaktion, wenn
auch unter manchen Schwierigkeiten, noch immer aufrechterhalten
wer=
den konnte. Die Ausſichten für die nächſte Zukunft ſind ſo nichts
weniger als roſig.
R. W. P.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metalltermine vom 7. Januar ſtellten ſich für
Kupfer: Jan. 87 (87.75), Febr. 87.50 (88.50) März 88 (88.75),
April und Mai 89 (89.50), Juni und Juli 89.75 (90.25), Auguſt
89.75 (90) Sept. 90 (90.25) Okt und Nov. 89.75 (90), Dez. 90
(90.25). Tendenz: feſter. — Für Blei: Jan. 27 (29) Febr. 28
(28.75), März bis Mai 28.50 (28.75), Juni bis Sept. 28.50 (29),
Okt. 28.50 (28.75), Nov. und Dez. 28.50 (29) Tendenz: luſtlos.
Für Zink: Jan. 26.75 (27.75) Febr. 27.50 (27.75), März 27.75
(28.25) April 28 (28.50) Mai 28.25 (29), Juni 28.50 (29.25) Juli
28,75 (29.50) Aug.bis Okt. 29 (29.75), Nov. und Dez. 29.50 (29.75).
Tendenz: ſtill. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
Klam=
mern Brief.
Biebmärkke.
* Mainzer Viehhof=Marktbericht. Amtliche Notierung vom 5./6.
Januar 1931. Zum Verkauf auf dem Markte ſtanden 17 Ochſen, 7
Bul=
len, 374 Kühe oder Färſen, 187 Kälber, 1040 Schweine Marktverlauf:
Mäßig belebt, ausverkauft. Die Preiſe ſtellten ſich: Ochſen a) 52—58,
) 40—46, Bullen c) 40—45, Kühe a) 40—45, b) 32—38. c) 24—30, d) 18
bis B, Färſen a) 50—56, Kälber c) 62—72. d) 50—60, Schweine c) 62
bis 63, d) 64—67 RM. pro 50 Kilo Lebendgewicht.
Produkkenberichke.
Frankfurter Produktenbericht vom 7. Januar. Am Getreidemarkt
erhielt ſich noch einiges Intereſſe für Weizen und Roggen, da das An=
Bebor weiter Hlein war. Das Geſchäft hielt ſich jedoch in engen
Gren=
zei Weizenmehl lag heute abermals um 0,25 RM. per Doppelzentner
eryoht, Roggenmehl unverändert. Im übrigen zeigten die Preiſe keine
weſentlichen Veränderungen. Es notierten in RM. (Getreide je Tonne,
alles ubrige per 100 Kilo): Weizen 275—276, Roggen 177,50,
Sommer=
gerſte 215, Hafer 155—160, Weizenmehl ſüdd. 41,50—42,50, dito
nieder=
rhein. 41,25—42,25, Roggenmehl 26,50—27,50, Weizenkleie 8,75—8,30,
Roggenkleie 8,60.
Berliner Produktenbericht vom 7. Januar. Die leichte
Abſchwä=
chung, die ſich geſtern nachmittag und heute vormittag auf Grund
ver=
mehrten Inlandsangebotes im Produktenverkehr gezeigt hatte, machte zu
Vörſenbeginn wieder einer ſtetigen Tendenz Platz. Das
Inlands=
angebot von Weizen und Roggen war zwar, gemeſſen an der
vorſich=
tigen Nachfrage, ausreichend jedoch wurden von Mühlen und
Repor=
keuren geſtrige Preiſe bewilligt. Am Lieferungsmarkt zeigte ſich die
geiche Preisbewegunz, nur Mai=Roggen eröffnete kaum beheuptet,
Weizen= und Roggenmehle haben nur Umſätze für den täglichen Bedarf
zu verzeichnen, die Forderungen ſind unnachgiebig. Hafer iſt im
Prompt=
geſchäft am hieſigen Platze ausreichend offeriert, aber bei einiger
Kon=
ſumnachfrage im Preiſe behauptet. Gerſte ruhig. — Im
handelsrecht=
lichen Lieferungsgeſchäft werden ab Donnerstag, den 8. Januar 1931,
die Juli=Sichten zur Notiz gelangen.
Frankfurker und Berliner Efſekienbörſe.
Frankfurt a. M., 7. Januar.
Die heutige Börſe eröffnete nach den leichten Abſchwächungen an
der geſtrigen Abendbörſe auf kleine Deckungen der Spekulation in etwas
freundlicherer Haltung. Anregend wirkte der feſte Schluß der geſtrigen
New Yorker Börſe und verſtärkte Käufe in Reichsbankanteilen, die
an=
geblich von Auslandsſeite etwas gefragt waren. Die
Unternehmungs=
luſt der Kuliſſe war jedoch nicht groß, da andererſeits auch einige
un=
günſtige Nachrichten vorlagen. So wirkte der Kursrückgang der Young=
Anleihe an den Auslandsbörſen, der verminderte Kaliabſatz im
Dezem=
ber etwas retardierend. Das Geſchäft war im ganzen ziemlich klein
und die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich. Die Reden Dr. Dietrichs,
und Dr. Brünings machten kaum irgend welchen Eindruck, begegneten
allerdings auch verſchiedenen Meinungen. Die Kursfeſtſetzung ging ſehr
ſchleppend vor ſich; die Umſätze zu den erſten Kurſen waren infolge der
Orderloſigkeit daher ſehr klein. Von Chemiewerten konnten ſich J. G.
Farben leicht beſſern, während Metallgeſellſchaft weiter zur Schwäche
neigten. Am Elektromarkt lagen A. E.G. 17/8 Prozent höher. Von
Ne=
benwerten dieſes Marktes büßten Mainkraftwerke 1 Prozent ein. Der
Montanmarkt ſtand im Zeichen der ungeklärten Lage im Ruhrbergbau.
Das Geſchäft war äußerſt klein. Mannesmann ſetzten 1 Prozent
nied=
riger ein. Kaliwerte unverändert. Am Bankenmarkt zogen Reichsbank
1 Prozent an, beſſerten ſich aber im Verlaufe weiter etwas. Commerz=
und Dresdner Bank gaben dagegen je 1 Prozent nach. Von ſonſtigen
Werten verloren Südd. Zucker, Zement Heidelberg und Schiffahrtsaktien
bis zu 1 Prozent. Anleihen ruhig. Neubeſitz eröffneten unverändert.
Ausländer vernachläſſigt. Pfandbriefe ſtill, doch gut behauptet.
Im Verlaufe kam das Geſchäft faſt vollkommen zum Stillſtand. Die
Kurſe lagen zunächſt im allgemeinen faſt unverändert bzw. knapp
be=
hauptet. Nur Elektrowerte gaben auf Schweizer Abgaben bis zu 1½
Prozent nach. Am Geldmarkt machte die Erleichterung weitere
Fort=
ſchritte. Tagesgeld wurde auf 3½ Prozent ermäßigt. Auch
Monats=
geld war mit 62/s Prozent leichter. Am Deviſenmarkt lag das Pfund
international ſchwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2018, gegen
Pfunde 20,3934. London=Kabel 4,8546, —Paris 123.66, —Mailand 92,75,
—Madrid 45,70, —Schweiz 25,05½, —Holland 12.0590.
Die Abendbörſe verkehrte beſonders unter dem Einfluß
wei=
terer gebeſſerter New Yorker Kurſe in etwas freundlicherer Haltung,
wobei jedoch das Geſchäft infolge des herrſchenden Ordermangels ſehr
klein war. Lediglich die Kuliſſe nahm kleine Deckungen vor, ſo daß
gegen den Berliner Schluß Beſſerungen bis zu 1 Prozent eintraten.
Bemberg eröffneten zunächſt 1 Prozent niedriger, gaben im Verlaufe
aber weiter 1 Prozent nach, da der ungünſtige Abſchluß verſtimmte.
Aku konnten ſich dagegen etwas befeſtigen. Von Banken gewannen
Reichsbank 1½ Prozent und Danatbank 1 Prozent. Weſentlich feſter
lagen im freien Markt die Kurſe für amerikaniſche Kunſtſeideſhares.
Berlin, 7. Januar.
Nachdem im heutigen Vormittagsverkehr hauptſächlich außenpolitiſche
Betrachtungen, die durch den Rückgang des Younganleihekurſes im
Aus=
lande ausgelöſt worden waren, auf die Stimmung gedrückt und eine
Unſicherheit in die Märkte gebracht hatten, eröffnete die Börſe ſelbſt,
allerdings bei ſehr kleinen Umſätzen, gegen die geſtrigen
Schlußnotie=
rungen geſehen, in wenig veränderter Haltung. Das Angebot, das
ſei=
tens der Kundſchaft vorlag, war nicht übermäßig groß und fand bei der
Kuliſſe ziemlich ſchlank Aufnahme. Hierbei wunde die Spekulation in
der Hauptſache durch feſtere Auslandsmeldungen beeinflußt, auch machte
das Intereſſe, das auf das bevorſtehende Bezugsrecht für
Reichsbank=
anteile beſtand, einen guten Eindruck. Die Kursgeſtaltung war keine
einheitliche, Abweichungen von mehr als ein Prozent waren aber ſelten.
Nach der uneinheitlichen Eröffnung wurde die Tendenz ſpäter auf
Deckungen allgemein feſter, das Geſchäft nahm aber an Lebhaftigkeit
nicht zu. Später gingen die hierbei erzielten Gewinne teilweiſe wieder
verloren, und die Kurſe gaben noch unter Anfangsniveau nach, als
be=
kannt wurde, daß die heutigen Schlichtungsverhandlungen an der Ruhr
ergebnislos abgebrochen werden mußten. Allevdings wird es gegen
Ende der Woche zu neuen Verhandlungen kommen. Anleihen lagen
behauptet.
Amerikaniſche Kabelnachrichten
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 7. Januar:
Getreide. Weizen: März 80.75, Mai 81.75, Juli 67: Mais:
März 72½, Mai 73.75, Juli 74½; Hafer: März 34.25, Mai 34.75,
Juli 33½; Roggen: März 43.25, Mai 44½, Juli 44.50.
Schmalz: Jan. 8.95, März 9, Mai 9.17½, Juli 9.30.
Speck, loko 11.50.
Schweine; leichte 8—8.20, ſchwere 7.35—7.70;
Schweinezu=
fuhren: Chicago 28 000, im Weſten 119 000.
Baumwolle: Januar 10.05, März 10.35.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 7. Jan.;
Schmalz: Prima Weſtern 9.70: Talg, extra, loſe 4.50.
Getreide. Weizen: Rotwinter 95.25; Mais, loko New York
86.25; Mehl, ſpring wheat clears 4.15—4.40; Fracht: nach
Eng=
land 1,6—2,3 Schilling, nach dem Kontinent 7—8 Cents.
Kakao. Tendenz: kaum ſtetig; Umſätze: 65: Loko: 6.25;
Januar 6.10, Februar 6.14, März 6.19, Mai 6.33, Juli 6.48,
Sep=
tember 6.62, Oktober 6.68.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Der Lohn= und Manteltarif für Arbeitnehmer in Geſchäfts= und
Induſtriehäuſern in Berlin iſt von Arbeitgeberſeite zwecks Lohnſenkung
zum 31. März 1931 gekündigt worden.
Nach Mitteilungen des Eſſener Einzelhandelsverbandes hat der
Ver=
band ſeinen etwa 10 000 Angeſtellten zum 31. Januar die Kündigung
zugeſtellt. Die Maßnahme erfolgte zwecks Neuregelung der
Gehalts=
ſätze. Die Arbeitgeber wollen die Gehälter über 125 RM. monatlich
um 6 Prozent kürzen. Es haben bereits Vorbeſprechungen mit den
Ge=
werkſchaften ſtattgefunden. Die Schlichtungsverhandlungen ſind für den
Anfang nächſter Woche angeſetzt.
Der über ſeinen früheren engeren Wirkungskreis hinaus bekannte
Bankdirektor Auguſt Hermann Malz, Frankfurt a. M., iſt 70 Jahre alt.
geſtorben. Er gehörte den verſchiedenſten Gremien und Korporationen
an. So war er u. a. Mitglied des Geſamtbörſenvorſtandes der
Frank=
furter Börſe. Vorſitzender der Zulaſſungsſtelle.
Die Rheiniſche Hypothekenbank beantragt Zulaſſung von je 20 Mill.
GM. 8= und 7proz. Pfandbriefe, Reihe 36 und 39 bzw. 37 und 38, ſowie
10 Mill. Gm. 8proz. Kommunalſchuldverſchreibungen zur Frankfurter
Börſe.
Die Süddeutſche Mühlenvereinigung hat den Preis für Weizenmehl
Spezial 0 um 0,25 RM. auf 42.25 RM. ab Mühlenſtation erhöht.
Die Deutſche Linoleumwerke A.=G. hat in dem Werk Maximiliansau
die Hälfte der Belegſchaft, und zwar 120 Arbeiter, auf 8 Wochen
ent=
laſſen. Nach Ablauf dieſer Zeit ſoll die andere Hälfte ausſetzen.
Be=
gründet wird dieſe Maßnahme mit dem ſchlechten Geſchäftsgang.
In dem Lohnſtreit der mitteldeutſchen Kalk= und Zementinduſtrie
wurde in Magdeburg ein Schiedsſpruch gefällt, wonach mit Wirkung
ab 5. Januar der Ecklohn der Lohntafel 66 Rpf. (bisher 70 Rpf.)
be=
trägt. Alle übrigen Beſtimmungen des Tarifs ſind dieſelben geblieben
wie bisher. Die Organiſation der Arbeitgeber und die der
Arbeitneh=
mer haben das Abkommen, das erſtmals zum 15. Juli 1931 gekündigt
werden kann, angenommen.
Die in Privatbeſitz befindliche Bank Isnard in Draguignan im
De=
partement Var hat ihre Schalter ſchließen müſſen. Die Ueberſchuldung
beträgt 11 Millionen Franken. Der Inhaber der Bank hat einen
Selbſt=
mordverſuch gemacht und liegt zurzeit ſchwer verletzt im Krankenhaus.
— Ein früherer Direktor einer Bank im Puy de Döme iſt wegen
Unter=
ſchlagung in Höhe von mehreren Millionen Franken verhaftet worden.
Die Kurve der engliſchen Arbeitslofenziffer iſt noch immer in ſtarker
Aufwärtsbewegung. Nachdem in der vorletzten Woche die Zahl der
Ar=
beitsloſen um 108 000 geſtiegen war, betrug die Steigerung der letzten
Woche 234 756, womit ſich die Geſamtziffer der Erwerbsloſen auf
2 643 127 erhöht hat. Gegenüber dem Vorfahr beträgt die Erhöhung
1 132896.
Der Vorſitzende des vom Präſidenten Hoover eingeſetzten
Ausſchuſ=
ſes zur Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit, Woods, ſchätzt die Zahl der
Erwerbsloſen in Amerika auf Grund, der bisherigen Unterfuchungen
der Kommiſſion auf rund fünf Millionen. — Inoffizielle Schätzungen
dagegen ſprechen bereits von ſieben bis acht Millionen Arbeitsloſen.
Berliner Kursbericht
vom 7. Januar 1931
Deviſenmarkt
vom 1. Januar 1931
Berl. Handels=Geſ
Danatbank
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
Naf
143.50
410.50
111.—
61.625
120.75
62.375
91.875
53.625
46.50
105.50
29.75
110.50
103.—
59.875
„e ene
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben .
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw./
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel
92.50
126.25
82
92.50
7.
63.125
27.50
55.25
68.50
62.25
30.— C
42.—B
66.25
41.25
Poly
w
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln. Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hobenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
139.50
44.75
196.25
103.-
84.75
58.25
135.25
62.—
43.—
38.75
138.50
48.—
33.25
Helſingfors
Wien
Prag
Budape
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhager
Stockholm
London
Buenvs=Aires
New York
Belgien
Italien
2
Paris
Währung”
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
1100 Pengo
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
12=Stg.
* Pap. Pe
1 Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Francs
Geid
0.56
19.04
2.442
3.37
3.040
168.97
112.11
112.17
112.3:
0.379
1.305
4.1975
58.56
21.98
16. 473
Brief
59.16
12.462
73.51
3.046
69.31
112 40
12.57
20.41‟
1.30
4.2055
58.68
22.02
16.513
10.58 Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janeiro
Portugal
112.39 Athen
Iſtambul
Kairo
Kanada
Uruguay
Jsland
Tallinn (Eſtl.)/100 eſtl. Kr.
Riga
Währung
100 Franken
100 Peſetas
00 Gulden
1 Yen
1 Milre:
Jugoſlawien 1100 Dinar
100 Escudos
100 Drachm
11 türk. 2
1ägypt. 2
1 canad. Doll.
11 Goldpeſo
00 eſtl. Kr.
100 Lats
Beide
81.34 81.50
44.61
81.46
2.078
0.376
7.420 „438
18.81
5.43.
20.90
1.181
2 927 2 933
91.85
111.58
80.75
Br ie
44.69
8i.62
2.C82
(.:78
17.75
5.445
20.94
4. 189
92.03
7I.80
80.91
*
Frankfurter Kursbericht vom T. Januar 1931.
7% Dtſch. Reichsanl
5½%Intern.,
60 Baden......"
80 Bahern ....."
8% Heſſen v. 2
v. 2‟
82 Preuß. Staat
3% Sachſen......
...
725 Thürimgen .
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. +:/.
Ab=
löſungsanl.. . . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſugsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ...
8% Baden=Baden.
6% Berlin ......"
8% Darmſtadt v. 26
8
A4
79 Dresden ..."
3% Frankfurt a. M.
v. 26
6N
v. 26
8% Mainz......"
8½ Mannheim v. 26
6‟
b. 27
8% München ....
80 Nürnberg ..."
62 Wiesbaden ..
100.3
2.
Ta25
86
89.5
94‟
98.55
76
81.25
1.65
82
67
81
81
76.75
96
79.5
70
80.25
86.5
70
92.25
91.75
26 Heſſ. Landesbk. /100
Goldoblig/ 94
Hefſ. Lds.
Hhp.=Bk.=Liqui”
„Kom.=Ol
Preuff.
pfbr.=Anſt. G. Pf. 10
% „Gelbobligl 97
7.55
8½ Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen. Goldobl.
8%Kaſſeler Land. Goldpfbr.
88 Naſ. Landesbl.
4½% „Lic. Obl
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
FAusl. Ser. I
Ser. I
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)
8% Berl. Hhyp.=Bk.
4½%„Ligu.=Bfb
8% Frkf. Hyp.=Bf.
4½% Lig. Pfb
„ Pfbr.=Bk.
„ Liqu.
Mein. Hyp.=Bk.
- Lig. Pfbr.
8% Pfälz. Hyp.=Bk.
4½% „ Lig. Pfbr.
8% Preuß.
Boden=
cred.=Bank ....
4½%„Lig. Pfbr. .
3%0 Preuß. Centrl.,
Bodencr.=Bank.
4½% „ Lig. Pfbr
8% Rhein.Hyp. Bk.
4½%0 n Lig. Pfbr.
8% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit ..
80 Südd. Bod.=
Cred.=Ban!.
Lig. P
Württ. Hhp.=
62 Daimler=Benz! 66
97.75
98.5
85
84.75
88.25
50.6
67.5
13
92.75
96
87.5
101
96.75
87.45
96.5
90.75
100.75
96.75
88.75
90
101
88.75
100.5
87.
95
88.6
8% Dt. Linol. Werke
Si. Aüſtneegirene
Mainkrw. v. 26.
Mitteld. Stahl.
8% Salzmann u. Co.
7% Ver. Stahlwerke
8% BoigtckHäffner
J. G. Forben Bonds
% Bocn. 8.6.B.
L. Inveſt.
59
4½% Oſt. Schätze
Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½½
49
4% Türk. Admin.
1. Bagdad
4%
Bollanl.
% Ungarn 1913
A4
4½%
Goldr
1910
*2
Aktien
Alg. Kunſtziide Unte
A. E. G..
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
Bellſtoff
Bemberg, J. P...
Bergm. El.=Werke.
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen...
Cemen: Heidelberg
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſel
Chem. Werke Alber
Chade .........."
Contin Gummiw.
Linoleum
Daimler=Benz.
Dt. Atl. Telegr. ..
Erdöl
Gold= u. Silber
Gheide=Anſtalt
33.25
R
21
39
8.675
13.1
6.8
18.5
22.2!
22.15
18
49
92.25
123
Dt. Linoleumwerke
„Eiſenhandel. ..
Dyckerhoffu. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwert..
EßlingenMaſchinen!
Ettlingen Spinnerei
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaumel
Frankfurter Gas ..
Hof
Seilmg & Cte.
Gelſenk. Bergwer
Gef. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.).
dafenmühle Frrft..
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger. Kempf.
HilpertArmaturfbr.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer.
Hochtief Eſſen".
Holzmann. Phil.
Flie Bergb. Stamml.
Genüſſe
Junghans.
Kali Chemte. . .
Aſchersleben..
Kammgarnſpinn.
Karſtadt. R... . . .."
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke
Lahmeyer & Co. ..
Laurahütte .. .. ..
Lech. Augsburg
Löwenbr. Münch=
Lüdenſcheid Metalll
Lutz Gebr. Darmſt.
Ve
125
111
197
28.5
112
94
125.75
48
82‟l.
35
30
167.5
110
R
123
80.5
56
115
62.5
711/,
176
129
100
Maint.=W. Höchſt
Mainz. Akt.=Br.
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Bergb.
Metallge). Frankf.
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſell
Oberbedarf
Phönix Bergban.
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen".
Eleftr. Stamm.
Metallwaren".
„Stahlwerke ...
Riebeck Montan. .
Roeder Gebr. ..
Rütgerswerke
Sachtieben A. G.
Salzdetfurth Kali.
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfabr
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske
Südd. Immobilien
Zucker=A. G.
Svenska Tändſticks
Tellus Bergbau.
Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard ..
Tucher=Brauere ..
Inter ranken
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind.
„ Stahlwerke
Strohſtoffabr.
Ultramatin ..
Vogtländ. Maſchin.
Zoiat & baefmer. 1148
Re
Re
66.5
63
a0.75
40
47.5
114
78.5
67.75
83.5
45
124
197
188
6!
82.5
110.25
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136
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16
*
126
128
Mi e
Wegelin Rußfabrik
Weſteregeln Kali
Zellſtoff=Verein.
„ Waldhof....
Memel!
Aig. Dt. Creduuanſ=
Badiſche Bant.
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBanwerein
Baher. Hyp. u. W.
Berl. Handelsgeſ..
Hypothekbl.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=B1
Dt. Bant und Disc
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Rhein. Hyp.=Ban).
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7% Dt. Reichsb. Vzc
Hapag
Nordd. Llotzd.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Alltanz. u. Stuttg.
Verſicherung ..
„ Verein. Verſ.
FrankonaRück= u. M
Nannh. Verſich.
Otavt Minen".
Snannae
97.5
100
127
220
111
144
110.25
95.25
10
93
148.5
148.5
154.5
27.4
127
Rre
134
1a0
92/z
135
g7.5
113
85.75
627.
62-
86
148
160.75
*
Ta5.
[ ← ][ ][ → ] Sorttzunn uns Deuisanssraitans (Mr. 61-74)!
21. Wie heißen und wo befinden ſich die abgebildeten Geſchäfte und Lokale?
In den Tagen vom 4. bis 11. Januar
veröffentlichen wir Photos hieſiger Geſchäftshäuſer, bei denen das Firmenichild ganz oder teilweiſe fortgelaſſen iſt, ferner auch Abbildungen von Fabrikaten bekannter
Marken=
fimen. Anſere Teſer können zeigen, wieweit ihnen die Geſchättshäuſer Darmſtadts bekannt ſind. Wer ein gutes Gedächtnis hat und auch jeweils dem Anzeigenteil des
O T. ſeine Aufmerkſamkeit entgegenbringt, wird, manche Aoblldungen erkennen, ohne daß er ſich die Fronten der Häuſer beſieht, aber den größten Teil wird er nur löfen
können, wenn er ſich auf die Suche begibt. Die Löſung der Aufgabe iſt alſo gar, nicht ſchwer, mag auch etwas Zeit dazu benötigt werden. Die Mühe der Tüchtigſien
wird belohnt durch Preiſe in Geſamthöhe von
1100.— Mark in bar oder Gutſcheinen.
Darmſtädter Tagblatt.
Verlag 2. C. Wit ich.
Die Photos Nr. 1—60 ſind in den Ausgaben vom 4., 6. und 2. Januar 1934, die Teilnahmebedingungen in der Nummer vom 4. Januar 1931 beröffentlicht.
Beachten Oie bitte die morgige Ausgabe, welche die Foriſetzung des Preisausſchreibens enthält.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 8
Donnerstag, den 8. Januar 1931
Seite 15
*
Aiie Vohlersien
UEAEBER-BEcHTSSchUTZ DURCH VERLA6 OSMAR MEISTER, WERoau
(Nachdruck verboten.)
Nur ſtockend, langſam ſetzte die Unterhaltung wieder ein.
Lord und Lady Segrave ſaßen ſtill an der Tafel und ſie
verab=
ſchiedeten ſich kurz darauf. Alle verſtanden ſie, denn ſie begriffen,
daß die Herzen der beiden aufgewühlt waren.
Der Abſchied des Ehepaares von Berndt war von größter
Herzlichkeit getragen.
Als der kleine Kreis dann zuſammengerückt war und Lady
Viola Berndt an ihre Seite gebeten hatte, ergriff ſie ihr Glas und
ſagte zu ihren Gäſten: „Meine Freunde, dieſes Glas dem tapferen,
edlen Menſchen . . . Herrn Groth!”
Die Gläſer klangen. Berndt ſaß ſtumm und mit geſenktem
Haupte.
Allmählich kam eine fröhlichere Stimmung auf.
Berndt beteiligte ſich auch wieder lebhaft und griff in die
Unterhaltung zwiſchen Miß Colleen und Mr. Kingsley ein.
Viola unterhielt ſich mit Sir Colleen. Sie ſprachen über die Lage
Englands, ſeine politiſche Stellung und die gewaltigen
Schwierig=
keiten, mit denen das Rieſenreich zu kämpfen hatte.
Sir Colleen war peſſimiſtiſch geſtimmt.
„Es ſieht ſchlim aus, Lady! Indien Indien ... das
iſt der Schwerpunkt jetzt! Wir können uns nicht mehr vor der
Tatſache verſtecken: Indien erwacht, und wir können ein ſolches
Rieſenreich nicht auf die Dauer mit unſeren Bajonetten zur Ruhe
zwingen.”
„Das ſieht heute ſchon jeder einſichtige Engländer ein.”
„Noch nicht genug! Es iſt ja ſchließlich auch nicht nur
In=
dien, ganz abgeſehen von den Problemen des Heimatlandes. Die
Grenzländer . . . Afghaniſtan Perſien vor allen Dingen
Perſien! Die Nachrichten aus Perſien ſind denkbar ſchlimm.”
„Ich habe das Gegenteil gehört!“
„So, Lady? Nun . . . erlauben Sie mir eine Frage: Sind
Sie in Perſien engagiert?”
„Nein!”
„Werden Sie ſich in die perſiſchen Geſchäfte ſtürzen?”
„Ich ſehe vorläufig noch keine Veranlaſſung dazu.”
„Sie wiſſen doch, Lady, daß eine Gruppe engliſches, auch
deutſches Kapital im Begriffe ſteht, die neuentdeckten
Erzlager=
ſtätten auszubeuten?”
„Ich habe davon gehört!“
„Sie wiſſen, daß Prinz Huſſein, der ungekrönte König von
Perſien, in Berlin weilt und bereits Verhandlungen pflegt?”
„Ich habe auch davon gehört, weiß aber nicht, ob er
berech=
tigt iſt und die entſprechenden Vollmachten der perſiſchen
Regie=
rung hat.”
Sir Colleen ſah nachdenklich vor ſich hin. Donn ſogte er:
„Das weiß keiner!“
„Nicht einmal Sie, Colleen, der ſeine Naſe doch überall hat?”
„Nicht einmal ich! Tatſache iſt: Huſſein verhandelt. Mir ſind
die Konzeſſionsbedingungen, die er oder die perſiſche Regierung
durch ihn ſtellt, teilweiſe bekannt.”
„Sind ſie ein Geheimnis?”
„Ja! Aber ich will ſie Ihnen mitteilen, nur Ihnen, Lady.
Prinz Huſſein verlangt zwei Millionen Pfund bar auf den Tiſch
und einen Anteil an der Ausbeutung, deſſen Höhe noch nicht
ge=
nannt iſt.”
„Halten Sie den Preis für angemeſſen?”
Er zuckte die Achſeln. „Sehr ſchwer zu ſagen, Lady
Dur=
ham.”
„Liegen bereits Schürfergebniſſe über die Erzfunde vor?”
„Ja!”
„Und die ſind?"
„So glänzend, daß Wynsdal ſogar zwanzig Millionen Pfund
und eine Beteiligung für tragbar hält.”
Lady Durham ſchrak zuſammen.
„Wynsdal . . . James Wynsdal?”
„Ja, Sie kennen ihn doch! Stand er nicht Ihrer
verſtor=
benen Zwillingsſchweſter nahe?"
„Ich glaube wohl!” entgegnete die Frau gepreßt.
„Er iſt in Berlin, iſt vor drei Tagen aus Perſien
zurückge=
kommen mit Ergebniſſen, die die Kommiſſion in einen Taumel
der Freude verſetzt, mich aber ſtutzig gemacht haben.”
„Warum, Sir Colleen?”
„Weil auch die perſiſche Regierung bzw. Prinz Huſſein dieſe
Berichte kennt. Sie verſtehen: Spionage .. glänzende Spionage.
Aber das Seltſame iſt, das Angebot iſt daraufhin nicht erhöht
worden.”
„Das gibt zu denken!“
„Zweifellos! Hier kann irgend etwas nicht ſtimmen.”
Gedankenvoll ſah die ſchöne Frau vor ſich hin. Bald aber
nahm ſie wieder das Wort: „Wynsdal . . . ich habe ihn lange
nicht geſehen! Wie geht es ihm?”
„Oh, nicht ſchlecht! Er hat geheiratet!”“
„Geheiratet?”
„Ja! Wiſſen Sie das noch nicht? Eine nicht gerade bübſche,
aber . . . um ſo vermögendere Dame aus Schottland. Miß
Mabel Surby."
„So ... er hat geheiratet! Wie ſchnell die Menſchen doch
vergeſſen! Einſt hat er Iris geliebt, und . . . und als man
ſie begrub, iſt er am Grabe bald zuſammengebrochen! Ich weiß
es noch ganz genau und jetzt eine Geldheirat?”
„Ja!”
„Seine Hoheit, Prinz Huſſein!” meldete der alte
Haus=
meiſter würdevoll.
Wie ein Ruck ging es durch die Geſellſchaft.
Erwartungs=
voll blickten alle nach der Tür.
Sir Colleen ſagte zu Lady Viola: „Sie haben ihn wohl
eingeladen, wollen ſich alſo doch für das perſiſche Geſchäft
intereſſieren?“
„Ja und nein, lieber Colleen!"
Sie erhob ſich und ſchritt dem Gaſt, der eben eintrat,
entgegen.
Prinz Huſſein war ein ſchlanker, intereſſanter Menſch,
wohl Anfang der Dreißig, mit einem wundervoll gleichmäßigen
Geſicht, das, wenn es nicht die dunkle Hautfarbe des Orientalen
aufgewieſen, gar nicht ausgeſprochen orientaliſch gewirkt hätte.
Etwas ſtreng war ſein Geſicht, ganz im Gegenſatz zu dem Ton
ſeiner Stimme, die verſchleiert, weich und zart wirkte.
Er küßte Lady Durham die Hand und bedankte ſich in
wohlgeſetzten Worten, in reinem, faſt akzentfreiem Engliſch für
die Einladung.
Als Berndt das Geſicht des Orientalen in der Nähe ſah,
kam es ihm ſehr bekannt vor. Er wußte, daß er dieſes Geſicht
oder ein äußerſt ähnliches Geſicht bereits einmal geſehen hatte.
Aber als ſich die beiden Männer begrüßten und ihre Blicke
ſich trafen, blieb des Prinzen Geſicht ganz teilnahmslos.
„Wahrſcheinlich irre ich mich!” dachte Berndt.
Die Erſcheinung des Mannes machte auf ihn wie auf alle
Anweſenden Eindruck. Weltmann, Gentleman, Kavalier! Das
ſah jeder ſofort.
Sir Colleen wurde von Prinz Huſſein faſt kollegial begrüßt.
„Wir kennen uns, Sir Colleen!"
„Aus der Ferne, Hoheit!”
„Es iſt ſo! Sie hatten großes Jutereſſe für unſere
Ver=
handlungen, Sir. Iſt ja ſehr verſtändlich. Sie als Leiter des
allmächtigen Zeitungskonzerns in England! Wer würde nicht
begreifen, daß Sie ſich für alle dieſe ſenſationellen Dinge
intereſſieren!“
„Ich leugne es nicht ab, Hoheit! Ich bin es meinen Leſern
gegenüber ſchuldig.”
Der Prinz, dem Berndt neben Viola Platz gemacht hatte,
lächelte wieder.
„Sie haben geſchickte Leute, Sir Colleen. Aber . . . nehmen
Sie es mir nicht übel . . . das Hotel hat den einen
Etagen=
kellner entlaſſen ... wie hieß er denn gleich? Ah, jetzt weiß
ich: Patty.”
Sir Colleen wurde blaß vor Aerger.
„Der junge Mann hat ſeine Sache gut gemacht! Ein
tüch=
tiger Kerl, Sir Colleen. Rechnen Sie es ihm nicht an, daß
er Sie enttäuſchen muß. Wir ſind maßlos auf dem Poſten.
Alſo . .. einen noch tüchtigeren Menſchen. Sir Colleen!”
Colleen antwortete nicht gleich. Vor Aerger darüber, daß
man ſeinen tüchtigſten Agenten entdeckt und unſchädlich gemacht
hatte, kam ihm faſt die Galle hoch.
(Fortſetzung folgt.)
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wird ausschliesslich aus Bohnen allerfeinster Qualität
bereitet und hat daher einen ganz hervorragend feinen
Geschmack. — Ausserdem ist Van Houten’s Cacao
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