Einzelnummer 15 Pfenmige
Bel wöchentlich 7maligem Erſchelnen vom 4. Januar
bſs 31. Januar 2.18 Reichsmark und 22 Pfennig
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſf. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 4
Sonntag, den 4. Januar 1931.
194. Jahrgang
27 mm brelie Zeile im Kreſſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reſchspfg. Rellamezelle (92 mm
breit 2 Reichsmart.Anzelgen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz=Alnzeigen 60 Reichspfg. 92 mm breite
Rellame=
zelle 3.00 Reſchsmart. Alle Preiſe in Reichsmart
(1 Dollar — 420 Mark). — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streil uſw., erliſcht
jede Verpfliſchtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
auffräge und Teiſſung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlſcher Beſtrelbung ſäll jeder
Rabatt weg. Bankkonto Deuiſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Die Verſicherungsanftalk der Bergleuke in einer ſchweren finanziellen Noklage. — 80 bis 100 Millionen Mk.
Defizits. — Neue Erhöhung der Verſicherungsbeikräge bei gleichzeikiger Lohnrednzierung unmöglich.
* Stegerwalds Ausweg.
Durchgreifende Reform der Knappſchaftsverſicherung
angebrachl.
Allmählich ſickert mancherlei über die Angelegenheiten durch,
die in der Freiburger Miniſterbeſprechung vom Freitag eine recht
erhebliche Rolle geſpielt haben müſſen, und die wohl auch Herrn
fahren und nicht erſt abzuwarten, bis er wieder in Berlin
ein=
trifft. Im Mittelpunkt der Unterhaltung ſtand der
Bergarbeiter=
konflikt an der Ruhr. Es iſt bekannt, daß der Reichskanzler den
Führern des Ruhrbergbaus vor einigen Monaten freimütig
er=
klärt hatte, daß ſie mit einer Lohnſenkung rechnen dürften, wenn, wieder her und verhaftete die Anführer. Auf der Zeche
Rhein=
ſie ſich bereit, finden würden, die Kohlenpreiſe zu ſenken. Der
Kanzler erhielt einen zuſtimmenden Beſcheid, ſodaß er in einer
ſeiner letzten großen Reden vor dem Reichstag, in der der Beginn umgebung der Schachtanlage von Streikenden geſäubert.
der Preisſenkungsaktion offiziell angekündigt wurde, darauf
hin=
weiſen konnte, daß durch eine Senkung der Kohlenpreiſe der
An=
fang zu einer merklichen Erleichterung unſerer Wirtſchaft gemacht
würde. Tatſächlich hat dann auch der Ruhrbergbau vorgeleiſtet in
der Erwartung, daß dann auch eine entſprechende
Lohnreduzie=
rung folgen würde. Daraus iſt bisher noch nichts geworden. Wohl
aber hat ſich durch die Kündigung der Belegſchaften an der Ruhr
eine wenig erfreuliche Situation ergeben. Wenn auch die
Ge=
werkſchaften vorläufig noch gegen Streiks und Ausſtände
Front machen, ſo ſcheint es doch richtig zu ſein, daß ſie vor
einem Arbeitskampf nicht zurückſchrecken werden, Streikziffern auf. In den Bezirken der Polizeipräſidien Bochum
„wenn am 7. Januar ein Schiedsſpruch zuſtandekommt, der ſich mit
ihren Zugeſtändniſſen nicht deckt, ſondern weiter geht und eine anlagen umfaſſen, ſtreiken zurzeit lediglich 500 Bergarbeiter, da=
Lohnkürzung vorſieht, die vielleicht bei 8 Prozent liegt. Die
Drohung mit einem großen Arbeitskampf hat aber
ihre tieferen Gründe. Es iſt wenig bekannt, daß die
Ver=
ſicherungsanſtalt der Bergleute ſich in einer
ſchweren finanziellen Notlage befindet. Der geſamte
Etat der Knappſchaftsverſicherung beträgt etwa 200 Millionen
Mark. Aber ſchon jetzt macht das Defizit 80 bis 100
Mil=
lionen Mark aus. Wenn auch die bisherigen
Sparmaßnah=
men nicht ausreichen, ſo kann man natürlich auch nicht ſo weit den Terror zu verhindern.
gehen, daß man durch eine Halbierung der Perſonenanteile die
Finanzen der Knappſchaftsverſicherung wieder in Ordnung bringt.
Man müßte alſo ſchon zu einer Beitragserhöhung kommen, die von
den Bergarbeitern ganz erhebliche finanzielle Opfer verlangt.
Herr Stegerwald hat eingeſehen, daß es nicht gut möglich
iſt, die Löhne empfindlich zu reduzieren,
gleich=
zeitig aber auch die Knappſchaftsbeiträge
hin=
aufzuſetzen. Er hat nun in Freiburg unter Vermittlung des
Kanzlers Subventionen zur Sanierung der Knappſchaftsverſiche= leßten Zeit erheblich vermehrt. In Berlin ſind in der
Silveſter=
rung verlangt, damit er um die Beitragserhöhung herumkommt von unbekannten Tätern erfchoſſen worden. Der Reichsbanner=
und im Sinne der Brüning’ſchen Politik, einen Schiedsſpruch für
verbindlich erklären kann, der ſich einigermaßen mit der
Vor=
leiſtung des Bergbaus deckt. Bisher hat die Knappſchaft aus den
Ueberſchüſſen des Lohnſteueraufkommens, alſo aus der
ſogenann=
ten Lex Brüning, Zuwendungen erhalten. Die Lex Brüning iſt
aber inzwiſchen aufgehoben worden. Der Reichsfinanzminiſter hat
ſich aber in Freiburg recht hartnäckig gezeigt. Immerhin ſcheint
doch die Hoffnung zu beſtehen, daß 80 bis 100 Millionen frei
ge=
macht werden können, um die Knappſchaft zu ſanieren. Sehr
wahr=
ſcheinlich wird dann aber auch eine durchgreifende Reform mit ein= demokratiſchen „Vorwärts” mobil gemacht, der unter der
Ueber=
ſchneidenden Sparmaßnahmen erfolgen, die gleichzeitig auch alle
aus politiſchen Erwägungen geborenen Vergünſtigungen beſeitigt
und der Knappſchaft den tatſächlichen Charakter einer Verſicherung
verleiht.
Keine Beſprechungen des Reichskanzlers
mit den Berkrefern des Ruhrbergbaues.
Der Reichskanzler Dr. Brüning iſt am Samstag vormittag
wieder in Berlin eingetroffen. Infolge der Zuſpitzung des Reichsbanner in Erſcheinung treten und die Aufgaben der Poli=
Konflikts im Ruhrbergbau dürfte man annehmen, daß Dr.
„Brüning die Vertreter des Ruhrbergbaues empfangen würde.
Das iſt aber nicht der Fall geweſen. Er will vielmehr die
Eut=
ſcheidung des Schlichters erſt abwarten, der wahrſcheinlich am
7. Januar ſchon ſeinen Schiedsſpruch fällt. Inzwiſchen will er
es der Polizei überlaſſen, die Ordnung im Ruhrgebiet wieder
ſchaft und der Gewerkſchaften ſteht man allgemein auf dem
Standpunkte, daß das Treiben der Kommuniſten nur von kurzer
Dauer ſein werde. Der größte Teil der ſtreikenden
Bergarbei=
ter iſt nicht gewerkſchaftlich organiſiert, fo daß den Streikenden
lehr raſch die Geldmittel ausgehen und ſie wieder zu ihrer Ar= gebracht, wonach der Reichsinnnenminiſter Dr. Wirth und der
beitsſtätte zurückkehren werden.
Der Slurm auf die Zechenkore. —Die Polizei greift ein.
Der Bergbauverein teilt über die Streiklage im
Ruhrberg=
bau mit: Heute nachmittag war die Streiklage faſt unverändert.
Ausſtändiſch waren insgeſamt 13,90 Prozent der Belegſchaft
gegen 14,85 Prozent in der geſtrigen Mittagsſchicht. Die ſtärkſte
Beteiligung am Streik iſt im linksrheiniſchen Bezirk zu
verzeich=
nen, wo die Kommuniſten beſonders ſtark vertreten ſind, und ſich
auf vielen Gruben die Hälfte der Belegſchaft dem Streir
ange=
ſchloſſen hat. Auf neun Schächten, auf denen heute früh noch
geſtreikt wurde, ſind die Belegſchaften in der Mittagsſchicht
voll=
zählig eingefahren. Allerdings mußten ſich die Belegſchaften auf
einzelnen Schachtanlagen gewaltſam Zutritt zu den Zechen
ver=
ſchaffen, da die Zechentore wieder von radikalen Elementen,
Arbeitsloſen uſw. beſetzt waren. Teilweiſe griff die Polizei ein,
wobei es an verſchiedenen Stellen zu Zuſammenſtößen kam.
Auf der Schachtanlage Rheinpreußen wurde ein Bahnwärter,
der das Zechentor ſchließen wollte, von ſtreikenden Arbeitern
er=
ſchoſſen. Die Art der Verletzung — fauſtgroßes Loch in der Bruſt
— läßt annehmen, daß ein Dum=Dum=Geſchoß verwendet
wor=
den iſt. Die Polizei machte ſofort von der Waffe Gebrauch und
ſäuberte die anliegenden Straßen der Zeche. Auf Schacht
Fried=
rich Thyſſen 4—8 fanden große Anſammlungen während der
Einſahrt vor dem Zechentore ſtatt, die ſich beim Herannahen der
Polizei auflöſten. In Meiderich wurde ein Steiger von den
Streikenden verprügelt. Auf der Zeche Schlägel und Eiſen 3—4
Stegerwald veranlaßt haben, ſchleunigſt dem Kanzler entgegenzu= wurden die zuletzt von der Zeche kommenden Bergleute von 300
Streikenden der Zeche Weſterholt zurückgehalten. Der
Polizei=
ſchutz iſt ausreichend. Auf der Zeche Graf Moltke 3—4 iſt die
Belegſchaft von etwa 100 Streikenden, die unter Führung von
drei Kommuniſten in das Zechengebäude eingedrungen waren,
an der Einfahrt behindert worden. Polizei ſtellte die Ordnung
preußen kam es zu kleineren Zuſammenſtößen zwiſchen Polizei
und Streikenden. Die Polizei griff energiſch durch und hat die
Umfangreiche Borkehrungen der Polizei
im Ruhrgebief.
Der Polizeipräſident von Bochum teilt mit: Die Streiklage
hat heute keine weſentliche Veränderung erfahren. Im
allgemei=
nen kann geſagt werden, daß lediglich das nördliche Randgebiet
des Ruhrbergbaues von der Streikwelle erfaßt worden iſt. Das
Zentrum des Gebietes und der Südrand weiſen ganz geringe
und Dortmund, die einen großen Teil der weſtfäliſchen
Schacht=
von in Wanne=Bickel 300 und in Mengede 200 Mann. Die
kom=
muniſtiſchen Verſuche, mit Gewalt eine
Arbeits=
driederlegung zu erzwingen, ſind bis jetzt in den
Gebieten reſtlos geſcheitert. Den Anzeichen nach werden
die Kommuniſten in den nächſten Tagen mit verſtärkter Kraft
verſuchen, eine Arbeitsniederlegung auf den Zechen zu
erzwin=
gen. Die Polizei hat alle Vorkehrungen
getrof=
fen, um die Arbeitswilligen zu ſchützen und je=
Der polikiſche Terror.
Drohungen des Reichsbanners.
* Die Zahl blutiger politiſcher Zuſammenſtöße hat ſich in der
nacht zwei Sozialdemokraten, darunter ein Reichsbannermann,
mann befand ſich in einer Silveſtergeſellſchaft, die die Wohnung
ſeines Vaters verlaſſen hatte. „Nationalſozialiſten bedrohten
dieſe Geſellſchaft, die ſich darauf wieder zurückzog. Statt nun
aber polizeiliche Hilfe in Anſpruch zu nehmen, wurde ein
Reichs=
bannerkommando alarmiert, das dann auch mit den
National=
ſozialiſen ſehr handgemein wurde, ſo daß ſchließlich ein
Ueber=
fallkommando für Ruhe ſorgen mußte. Erſt lange Zeit danach
fand der oben erwähnte Reichsbannermann, der ſeine Gäſte
be=
gleitet hatte, den Tod. Das Reichsbanner hat nun den
ſozial=
ſchrift: „Das Maß iſt voll!” ſehr heftige Anklagen gegen die
Nationalſozialiſten erhob. Dann wird aber noch bekannt, daß der
Bundesvorſtand in Mägdeburg über beſtimmte Maßnahmen
be=
rät, die dazu dienen ſollen, die Angehörigen der
Sozialdemokra=
tie und des Reichsbanners vor Angriffen der politiſch
Anders=
denkenden wirkſam zu ſchützen. Wie dieſe Maßnahmen
aus=
ſehen werden, ſoll die Oeffentlichkeit ſchon in der nächſten Zeit
erfahren. Wenn allerdings nach dem Berliner Rezept verfahren
wird, dann dürfte wohl bei jeder politiſchen Schlägerei das
zei übernehmen, ſo daß ſich dann die Sozialdemokraten und
Reichsbannerleute nicht darüber wundern dürfen, wenn nun
wieder die andere Geite mit verdoppelter Wucht auf ſie
ein=
ſchlägt. Da aber erſt kürzlich wieder der Ruf nach Waffen aus
ſozialdemokratiſchem Munde ertönt iſt, erſcheint es uns nicht
ausgeſchloſſen, daß ſich die Reichsbannerleute mit Schußwaffen
herzuſtellen. In den Kreiſen der rheiniſch=weſtfäliſchen Wirt= verſehen, und daß dann erſt recht der politiſche Mord nicht mehr
abreißt.
„Wirkh und Groener vor den Staatsgerichtshof.”
Die Nationalſozialiſten haben einen Antrag im Reichstag ein=
Reichswehrminiſter Dr. Groener wegen Verletzung der
Reichs=
verfaſſung vor dem Staatsgerichtshof für das Deutſche
Reich angeklagt werden ſollen. Die
Verfaſſungsver=
letzung Dr. Wirthswird in dem Antrag, in dem nach Anſicht
der Nationalſozialiſten bewußt unwahre Behauptungen, die
NSDAP. verfolge hochverräteriſche Ziele und Mitglieder der
NSDAP. dürften infolgedeſſen nicht als Polizeibeamte verwandt
werden, ſowie ferner in der Sperrung der Reichszuſchüſſe für
Polizei=
zwecke für das Land Thüringen geſehen. Die Rechts= und
Ver=
faſſungswidrigkeit ſeines Vorgehens habe Dr. Wirth ſelbſt
zuge=
geben, indem er am 22. Dezember 1930 die Sperre der
Polizei=
gelder habe wieder aufheben laſſen. Die
Verfaſſungsver=
letzung des Reichswehrminiſters Groener wird in
dem Erlaß vom Jahre 1929 geſehen, wonach alle in
Reichswehr=
betrieben beſchäftigten Arbeiter und Angeſtellten, die der NSDAP.
angehörten, zu entlaſſen ſeien. Die Verfaſſungswidrigkeit dieſes
Erlaſſes ſei in einem Urteil des Amtsgerichtes Wilhelmshaven
von Anfang Dezember 1930 feſtgeſtellt worden.
Nordofteuropäiſche Bilanz 1930.
Rückblick und Ausblick.
Von
Rolf Wingendorf, Danzig.
I.
Kampf um die Macht innen und außen.
Von den letzten 10 Jahren, d. h. alſo nach dem
ruſſiſch=
polniſchen Kriege und dem Raub Wilnas, iſt wohl in dem
zer=
riſſenen Nordoſteuropa das Jahr 1930 eins der bewegteſten
ge=
weſen, obgleich dieſe Bewegung äußerlich manchmal kaum in
Er=
ſcheinung trat. Innenpolitiſch wie außenpolitiſch hat ein zähes
Ringen um die Macht begonnen. In Polen ſind die
Militär=
kreiſe vorläufig Sieger geblieben, in Finnland die Bauern, in
Eſtland und Lettland und in Litauen, wo die politiſche Richtung
eigentlich ſtets die Stellung gegenüber Polen kennzeichnet, iſt die
Gruppe aus Ruder gekommen, die eine Verſtändigung mit dem
polniſchen Nachbarn erſtrebt.
Auch Danzig kann man im Rahmen einer ſolchen
nordoſt=
europäiſchen Bilanz nicht unerwähnt laſſen, da es wirtſchaftlich
ſo eng mit den polniſchen Verhältniſſen verknüpft iſt, wenn es
auch innenpolitiſch und kulturell keinerlei Beziehungen zu den
Staaten Nordoſteuropas hat, ſondern darin ganz ein Teil des
deutſchen Mutterlandes geblieben iſt. Die Danzig=polniſche
Frage aber näher zu behandeln, ſoll dem zweiten Artikel
vorbe=
halten bleiben.
Der größte der nordoſteuropäiſchen Staaten und vor allen
Dingen derjenige, der als Pufferſtaat gegen Sowvjetrußland von
Weſteuropa eine beſondere Förderung erfährt, iſt Polen. Es
erübrigt ſich, auf die politiſchen Ereigniſſe des letzten Jahres, die
Wahlen, den Terror gegenüber den Ukrainern und der deutſchen
Minderheit, die furchtbaren Ereigniſſe von Breſt=Litowſk und
anderes näher einzugehen, da dieſe Geſchehniſſe zu gut im
Ge=
dächtnis aller ſind. Neben dieſen äußerlich bemerkbaren Kämpfen
geht aber ein ſtiller, nicht weniger ernſter Kampf in dem
polni=
ſchen Staate vor ſich, der Kampf der einſichtigen Politiker und
Wiſſenſchaftler um die Berechtigung Polens, ſich noch zu den
Kulturvölkern zählen zu dürfen. Die Kriſe des
Parlamentaris=
mus, die Polen ebenſo erfaßt hat wie faſt die ganze übrige Welt,
hat in dieſem Lande ganz eigenartige Blüten getrieben. Schon
ſeit mehreren Jahren dringen immer weitere Militärkreiſe in
die Staatsverwaltung, in die Wirtſchaft und ſogar in das
kul=
turelle Leben des Staates ein und verſuchen, das geſamte
Staats=
weſen auf militäriſcher Grundlage umzubauen. Die Kriſen, die
in den übrigen Staaten Nordoſteuropas wirtſchaftlicher Art
ge=
weſen ſind, ſind in Polen militärpolitiſcher Art.
Es iſt gar kein Zweifel, daß man von ſeiten Frankreichs
dieſe militäriſche Tendenz des polniſchen Staates ſtets
unter=
ſtützt hat, und zwar in erſter Linie aus dem Gedanken heraus,
einen militäriſchen Wall gegenüber Rußland errichten zu
kön=
nen. Von dieſem Geſichtspunkt aus ſind auch die von
franzöſi=
ſcher Seite eingeleiteten militärpolitiſchen Beſprechungen zwiſchen
Polen und Rumänien zu verſtehen, ſowie zwiſchen Polen und
Lettland, die im vergangenen Jahr zu einem recht regen
Offi=
ziersaustauſch zwiſchen den drei Staaten geführt haben.
Wenn man aber aufmerkſam die von den Militärs geführte
Außenpolitik Polens betrachtet, ſo muß man zu dem Schluß
kom=
men, daß ſich die Initiative dieſer Politik nicht gegen Oſten,
ſon=
dern gegen Weſten richtet.
Nachdem die Verſuche Polens, einen baltiſchen Staatenbund
unter polniſcher Führung zu ſchaffen, geſcheitert ſind, nachdem auch
die angeſtrebten Militärbündniſſe mit Finnland, Eſtland und
Lett=
land, die Polen mit Unterſtützung dieſer Staaten die
Vorherr=
ſchaft an der Oſtſee ſichern ſollten, nicht in dem von Polen
ge=
wünſchten Sinne zuſtande gekommen ſind, verſucht der polniſche
Militärſtaat jetzt, dieſe Vorherrſchaft aus eigener Kraft zu
er=
reichen.
Das bemerkenswerteſte Wahrzeichen dafür iſt Gdingen, und
zwar das militäriſche, nicht das wirtſchaftliche Gdingen. Für
Danzig und die deutſchen Oſtſeehäfen iſt Gdingen in erſter Linie
als wirtſchaftliche Gefahr empfunden worden. Darauf ſoll in
dieſem Rahmen bei der Behandlung der Danzig=polniſchen Frage
noch eingehend Bezug genommen werden. Für Weſteuropa aber
und für die Staaten an der Oſtſee iſt Gdingen in erſter Linie
eine militäriſche Angelegenheit.
Im Jahre 1930 iſt eine von polniſchen Regierungsſtellen
finanzierte, ſehr aufſchlußreiche Schrift eines polniſchen
Seeoffi=
ziers erſchienen unter dem Titel „Die Seearmee als Garantie
der Sicherheit Polens”. Zu dieſer Schrift hat der Chef der
Militärabteilung bei der polniſchen diplomatiſchen Vertretung
in Danzig ein Geleitwort geſchrieben, das mit den Worten
be=
ginnt:
„Eines der weſentlichſten Merkmale des heutigen Polen
iſt deſſen elementarer Drang zum Meere. Darin unterſcheidet
ſich grundſätzlich der heutige Staat von der früheren Republik.”
Und der Preſſerefent bei derſelben diplomatiſchen
Vertre=
tung ſchreibt dazu noch:
„Man muß es dem Autor zum Verdienſt anrechnen, daß er das
Verſtändnis vorbereitet, für die Notwendigkeit des Beſitzes
einer Kriegsflotte, die nach ſo vielen Jahren der Rückkehr des
Geraubten die Verteidigung unſerer Küſte vollſtändig ſichern
könnte, der Küſte, an der ein neues Werk der geeinten und
geſammelten Volkskraft herangewachſen iſt — Gdingen.”
In der Schrift wird nichts weniger verlangt, als daß der
polniſche Staat eine Kriegsflotte ſchaffen müſſe, die der ruſſiſchen
und der deutſchen, vor allen Dingen der deutſchen, an der Oſtſee
überlegen iſt.
Der Kampf um die Macht an der Oſtſee iſt das
charakte=
riſtiſche Merkmal der polniſchen Außenpolitik. Das Ziel dieſes
Kampfes iſt klar: Sicherung des polniſchen Korridors für alle
Zeiten. In dieſem Sinne gewinnt auch der polniſche Ausdruck
für Gdingen „Anker, der Polen an der See feſthält”, tiefere
Be=
deutung.
Es kann nicht geleugnet werden, daß noch in keinem Jahre
die Frage der deutſchen Oſtgrenzen in der Welt ſoviel beſprochen
worden iſt, wie im Jahre 1930. Immer mehr Stimmen finden
ſich, die auf das Unhaltbare des gegenwärtigen Zuſtandes, der
Zerreißung Deutſchlands und der Balkaniſierung
Nordoſt=
europas hinweiſen. Der polniſche Gegenſtoß iſt die offene
Seite 2
Drohung. Gdingen und die polniſche Kriegsflotte ſind die
Waf=
fen, die Polen den Angriffen der Vernunft entgegenſtreckt. Es
iſt daher natürlich, daß dasſelbe Polen als die ſtärkſte Waffe
Deutſchlands nicht den Appell an die Gerechtigkeit, ſondern das
Panzerſchiff „A4” auſieht und die oben erwähnte Schrift des
polniſchen Marineoffiziers beſchäftigt ſich auf 20 Seiten
aus=
ſchließlich mit dieſem Neubaun der deutſchen Marine.
Die Militärkreiſe Polens, deren ganze Politik bisher
aus=
ſchließlich auf den Kampf mit Deutſchland eingeſtellt iſt, deren
Streben nicht nur in der Erhaltung des Beſtehenden liegt,
ſon=
dern darüber hinausgeht auf den geplanten Raub weiterer
deut=
ſcher Landesteile, ſitzen am Ende des Jahres 1930 feſter im
Sat=
tel als je vorher. Uind doch iſt die Stellung Polens außenpolitiſch
geſchwächt. Die baltiſchen Staaten, für die eine wirtſchaftliche
Verſtändigung mit Deutſchland Lebensbedürfnis iſt, haben ſich
von Polen immer mehr abgewendet. Sie beginnen allmählich
in dem Drang Polens nach der Oſtſee eine Bedrohung für ſich
ſelbſt zu ſehen. Weſteuropa aber, das an einem polniſchen
Puf=
ferſtaat gegen Sowjetrußland intereſſiert iſt, hat für die
polni=
ſchen Großmachtbeſtrebungen, an der Oſtſee kaum das gleiche
Verſtändnis.
Vom militäriſchen Standpunkt aus geſehen, geht Polen, das
darf man nicht außer acht laſſen, in das Jahr 1931 mit geſtärkten
Kräften. Innenpolitiſch ſtehen aber gerade wegen dieſer
über=
ſpannten Militärmacht dem Lande die ſchwerſten Kämpfe bevor.
Außenpolitiſch hat Polen den Rückhalt an den übrigen
nordoſt=
europäiſchen Staaten faſt ganz verloren. Moraliſche Verluſte
hat es auch im Weſten erlitten. Nordoſteuropa iſt heute nicht
mehr eine politiſche Einflußzone Polens. Und ſo wenig
hoff=
nungsfreudig die Dinge wirtſchaftlich ausſehen, vom deutſchen
Standpunkt aus geſehen, iſt der politiſche Einfluß Deutſchlands
im Oſten im Wachſen begriffen. In die Welt beginnt die
Ein=
ſicht einzuziehen, daß das polniſche Großmachtſtreben nicht zur
Befriedung Nordoſteuropas führen kann.
Von der Einſicht bis zur praktiſchen Auswirkung iſt jedoch
noch ein weiter Weg, ein Weg ſtärkſter deutſcher Kraftanſpannung,
ſchwerſter Not deutſchen Volkstums im Oſten, aber ein Weg, der
endlich zum Ziele führen muß und dem deutſchen Reiche die ihm
gebührende Stellung an der Oſtſee als Wirtſchafts= und
Kultur=
träger für alle Staaten Nordoſteuropas bringen wird.
Sonntag, den 4. Januar 1931
Nummer 4
Handelskammer Mainz fordert Eingreifen des
Die Induſtrie= und Handelskammer Mainz als amtliche
Ver=
tretung der Oppenheimer Wirtſchaft iſt bei dem Miniſter des
Innern in Darmſtadt wegen Herabſetzung der
außeror=
dentlich hohen Realſteuerſätze in einer eingehend
be=
gründeten Eingabe vorſtellig geworden. Die Grundſteuerſätze der
Stadt Oppenheim für 1930 ſind die weitaus höchſten von
ſämt=
lichen Städten und Gemeinden Heſſens. Auch die Gewerbeſteuern
für 1930 ſind außerordentlich hoch. Dieſe außergewöhnlich hohen
Steuerſätze ſind von der ſozialdemokratiſchen Mehrheit im
Oppen=
heimer Stadtrat beſchloſſen worden, deren Führer der
Landtags=
abg. Steffan in der Stadtverwaltung ein geradezu diktatoriſches
Regiment ausübt. Angeſichts dieſer Verhältniſſe kann von einer
normal funktionierenden Selbſtverwaltung in Oppenheim nicht
mehr die Rede ſein. Es erſcheint daher der Mainzer Induſtrie=
und Handelskammer unverſtändlich, daß der Herr Miniſter des
Innern, trotzdem er die durch die Steuerſätze erzielte Belaſtung
der Steuerpflichtigen als kaum tragbar bezeichnete und eine
zu=
treffende Würdigung der wirtſchaftsſchädlichen Auswirkungen der
überſteigerten Steuerſätze gegeben hat, glaubte, die Genehmigung
der beſchloſſenen Steuerſätze erteilen zu müſſen. Miniſter Leuſchner
hat ſeine Genehmigung damit begründet, daß kein anderer Weg
geſehen werden könne, wie im Nichtgenehmigungsfalle die
Wirt=
ſchaft der Stadt weiter geführt werden ſolle. Die Handelskammer
weiſt darauf hin, daß durch das Geſetz zur Sicherung der
Haus=
haltsführung der Gemeinden vom 11. Dezember 1930 dem Herrn
Miniſter weitgehende Vollmachten hinſichtlich ſeines Einfluſſes auf
die Haushaltsführung der Gemeinden gegeben wurden. Die
Main=
zer Handelskammer bittet den Miniſter, von den ihm in dem
vor=
erwähnten Geſetz erteilten Befugniſſen in dem vorliegenden Fall
in einer Weiſe Gebrauch zu machen, die der bis an die Grenzen
des Tragbaren belaſteten Oppenheimer Wirtſchaft eine fühlbare
Erleichterung gewährleiſtet. Die Vorausſetzungen für die
Be=
ſtellung eines Staatskommiſſars ſind für den Etat
der Stadt Oppenheim zweifellos gegeben, zumal Miniſter
Leuſchner ſelber die Ordnungsmäßigkeit der
Haushaltsführung der Stadt Oppenheim
ver=
neint. Daß in der ſeitherigen Weiſe in der Stadt Oppenheim
nicht mehr weiter gewirtſchaftet werden kann, hat der Herr
Mini=
ſter ſelber eindringlichſt ausgeführt. Die Handelskammer hofft
daher, daß der Herr Miniſter dahin wirken wird, in Oppenheim
wieder erträgliche Verhältniſſe für die Steuerpflichtigen
herbei=
zuführen.
Vom Tage.
Die Amerikauer haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß es
ihnen vielleicht doch noch gelingen wird, in Deutſchland aus dem Film
„Im Weſten nichts Neues” finanziellen Nutzen zu ziehen. Sie
wollen jetzt eine vollkommen neue Faſſung für
Deutſch=
land herausbringen und, ſobald ſie fertig vorliegt, der Filmprüfſtelle
zur Genehmigung vorlegen.
Auf Grund des in Oeſterreich erlaſſenen Verbotes der
Auf=
führung des Remarque=Films wurde auch eine Vorſtellung
verboten, die in Linz vor einem geladenen Publikum vorgeführt
werden ſollte. Trotzdem wurde der Film vorgeführt. Gegen die
ver=
antwortlichen Perſonen wurde daraufhin das Strafverfahren eingeleitet.
Der griechiſche Miniſterpräſident Venizelos mit
Gemahlin trafen aus Warſchau in Wien ein. Am Nordbahnhof
hat=
ten ſich zur Begrüßung Vizekanzler Dr. Schober, der öſterreichiſche
Geſandte in Athen, ſowie eine Abordnung der Wiener griechiſchen
Ko=
lonie eingefunden. Venizelos iſt während ſeines Wiener Aufenthalt=
Gaſt der Bundesregierung.
Nach der Abreiſe des griechiſchen Miniſterpräſidenten Venizelos aus
Warſchan wurde vom polniſchen Außenminiſterium ein Bericht
heraus=
gegeben, in dem darauf hingewieſen wird, daß die Gemeinſamkeit der
Interefſen auch weiterhin eine harmoniſche und freundſchaftliche
Zu=
ſammenarbeit zwifchen Polen und Griechenland bedinge, vor allen
Din=
gen in der Frage einer lohalen Verteidigiung und Wahrung der
Friedensverträge. Der baldige Abſchluß eines
Schiedsgerichts=
vertrages fei zu erwarten.
Der ungariſche Miniſterpräſident Graf Bethlen
wird erſt nach dem 15. Januar nach Wien kommen. Dieſer
Reiſetermin macht alle Mutmaßungen hinfällig, die an ein
Zuſammen=
treffen mit Venizelos in Wien geknüpft wurden.
Die ſowjetruſſiſche Geſandtin in Schweden, Frau
Kolontai, die, wie bekannt, nach Moskau berufen war, um einen
Bericht über ihre Tätigkeit zu erſtatten, kehrt in dieſen Tagen nach
Stockholm zurück und wird den Geſandtenpoſten wieder
übernehmen. Die ihr gemachten Vorwürfe, wonach ſie
ein der kommuniſtiſchen Ethik wenig entſprechendes Leben geführt habe
konnte ſie widerlegen.
Auf der engliſchen Bergbaukonferenz haben die
Bergarbeiter die Vorſchläge der Arbeitgeber zur Beilegung des
Konflikts endgültig abgelehnt. Die Konferenz wurde hierauf
abgebrochen.
Am Eingang des Banus=Palaſtes in Agram explodierte eine
Höllenmaſchine. Die Bombenſplitter zertrümmerten einige
Fen=
ſterſcheiben und riſſen das Haupttor in Stücke. Verletzt wurde
niemand. Die bisherigen Nachforſchungen ergaben, daß es ſich um
ein kommuniſtiſches Attentat handeln dürfte, das ſich, wie
mit=
geteilt wird, in die Reihe der von kommuniſtiſcher Seite für den
Januar 1931 angekündigten Terrorakte einfügt.
In Rangoon iſt es wieder einmal zu ſchweren
Religionskämpfen gekommen. Die Kämpfe nahmen einen
derartigen Umfang an, daß die Polizei auf die ſtreitenden
Par=
teien ſchießen mußte. Hierbei wurden 15 Perſonen getötet oder
verwundet.
Marſchall Joffre F.
Letzte Aufnahme des Marſchalls Joffre (links),
mit dem jetzt zum Generaliſſimus ernannten General Pétain.
Paris, 3. Januar.
Marſchall Joffre, iſt am Samstag vormittag um 8.23 Uhr
geſtorben. Um 7 Uhr erkannten die Aerzte, daß das Ende
heran=
nahe und vielleicht nur noch Minuten auf ſich warten laſſen werde.
Die Familienmitglieder und die Freunde ſowie die dem Maxſchall
naheſtehenden Offiziere ſeines Stabes wurden telephoniſch
benach=
richtigt. Der herbeigerufene Geiſtliche erteilte dem Kranken das
letzte Mal die Abſolution. Um 8.23 Uhr ſtellten die Aerzte den
Tod feſt. Um 8.50 Uhr erſchien Miniſterpräſident Steeg in der
Klinik und brachte der Witwe Joffres das Beileid der Regierung
zum Ausdruck.
Die Leiche des Marſchalls wird einbalſamiert und dann in
der Ecole Militaire aufgebahrt werden. Bekanntlich war am
29. Dezember Marſchall Joffre operiert worden. Es wurde ihm
das rechte Bein abgenommen. Dann lag er beinahe acht Tage
lang im Todeskampf. Das Bewußtſein erlangte er immer nur
auf fünf bis zehn Minuten.
Joſeph Céſare Joffre, Marſchall von Frankreich, hat ein Alter
von faſt 79 Jahren erreicht. Er wurde am 12. Januar 1852 in
Riveſaltes in den Oſtpyrenäen als Sohn eines Küfers geboren.
Joffre beſuchte die Offiziersſchule und nahm als Pionierofizier an
dem Kriege 1870/71 teil. Später war er in verſchiedenen
Kolo=
nien tätig, bis er 1906 zum Diviſionsgeneral ernannt wurde. Als
ſolcher befehligte er zunächſt die 6. Diviſion in Paris, von 1908 ab
das zweite Armeekorps in Amiens. Im Juli 1911 wurde er Chef
des Generalſtabs und für den Kriegsfall als oberſter Führer
auserſehen. Im Weltkrieg ſpielte Joffre beſonders in der
Marne=
ſchlacht eine Rolle. Nach anfänglicher Zurücknahme des
franzöſi=
ſchen Feldheeres und deſſen Anlehnung an die Feſtung Paris
in=
folge des maſſiven deutſchen Vorſtoßes während der Auguſtſchlacht
1914 geſtatteten Joffre die in Gemeinſchaft mit dem General
Gallieni vorgenommenen Operationen im Marnebogen, wieder
Tarrain nach vorwärts zu gewinnen. Nach der Sommeſchlacht, die
den alliierten Truppen keinen durchſchlagenden Erfolg brachte,
wurde anfangs Dezember 1916 der Oberbefehl an den General
Nivelle übertragen und Joffre zum techniſchen Berater der
Regie=
rung ernannt, wobei er gleichzeitig auch den Vorſitz im Oberſten
Kriegsrat der Alliierten übernahm. Ende 1916 wurde dann Joffre
als erſter General ſeit Beſtehen der Republik zum Marſchall von
Frankreich ernannt. Während des Krieges iſt er militäriſch nicht
mehr hervorgetreten. Vereinzelt führten ihn noch Miſſionen nach
Amerika, wo er durch ein Militärabkommen den Eintritt Amerikas
in den Weltkrieg vorbereitete, nach Spanien und Rumänien. Am
Ende des Weltkrieges iſt er vor den anderen franzöſiſchen
Heer=
führern ſehr in den Hintergrund getreten. Die letzten zehn Jahre
lebte er zurückgezogen in Paris.
Beiſehung Joffres am Mikiwoch.
Das Programm der Beſtattungsfeierlichkeiten für Marſchall
Joffre iſt am Samstag vormittag in einem Kabinettsrat
feſt=
gelegt worden. Die Beſtattung geſchieht auf Staatskoſten. Der
einbalſamierte Leichnam wird am Sonntag vormittag in die
ſo=
genannte Silberne Kapelle der Militärſchule übergeführt werden,
wo er zwei Tage lang aufgebahrt wird. Auf ausdrücklichen Wunſch
des Marſchalls findet die Aufbahrung nicht wie beim Marſchall
Foch unter dem Triumphbogen ſtatt, um das Publikum und das
Militär nicht den Witterungsunbilden auszuſetzen. Bei der
Ueber=
führung zur Notre=Dame=Kirche, wo am Mittwoch die
Trauer=
feier ſtattfindet, wird dagegen der Sarg unter dem Triumphbogen
hindurchgeführt werden. Die Beſtattung ſoll auf ausdrücklichen
Wunſch Joffres nicht in der Marſchallskapelle des
Invaliden=
hauſes erfolgen, ſondern auf ſeiner Beſitzung Louvecienne bei
Paris, wo er die letzten Jahre verbrachte. Zahlreiche politiſche
Perſönlichkeiten haben ſich im Laufe des Vormittags in einer
in der Klinik aufgelegten Liſte eingeſchrieben. Verſchiedene
Bei=
leidstelegramme aus allen Teilen der Welt, u. a. vom belgiſchen
und engliſchen König, von der belgiſchen, ſpaniſchen und
hol=
ländiſchen Regierung ſind bereits eingetroffen.
Die Ausſchreikungen in Schwabsburg.
* In der Schwabsburger Reichsbanner=Affäre hüllt ſich das
heſſiſche Inneuminiſterium ſowie ſeine untergeordneten
Polizei=
ſtellen nach wie vor in Schweigen. Auf unſere Aufragen
erfah=
ren wir lediglich, daß politiſche Auseinanderſetzungen in
Tätlich=
keiten ausgeartet ſeien. Die Unterſuchung ſei noch im Gang.
Weitere Mitteilungen könnten nicht gemacht werden, um den
Verlauf der Unterſuchung nicht zu ſtören. Wir können die
ver=
anttvortlichen Polizeileiter, die vermtlich anf Anweiſung ihrer
vorgeſetzten Behörde die Veröffentlichung des Tatbeſtandes
hin=
auszögern, nur bedquern, daß ſie zu ſolchen Ausflüchten greifen
nnüſſen. Das beſtärkt ns nur in unſerer bereits geſtern
geäußer=
ten Vermutung, daß die Urheber der Schwabsburger
Aus=
ſchreitungen in Reichsbannerkreiſen zu ſuchen ſind.
Das bedeukendſte aſtronomiſche Ereignis 1931.
(Die beſondere Stellung des kleinen Planeten Eros. — Er kommt
der Erde am nächſten. — Die Bedeutung der Erdnähe des Eros. —
Die Sternwarten rüſten ſeit Jahren.)
Das Jahr 1931 — und zwar das Ende des Monats Januar
bringt ein aſtronomiſches Ereignis von großer Bedeutung: die
Erdnähe des Eros. Dieſer „kleine Planet”, der zur Schar der mehr
als 1000 Planetoiden gehört und von dem Berliner aſtronomiſchen
Recheninſtitut (der Zentralſtelle für alle Planetenberechnungen)
die Nummer „433” erhalten hat, nimmt nämlich im „
Planeten=
ſyſtem eine ganz beſondere Stellung durch ſeine merkwürdige
Bahn=
form ein. Als er im Jahre 1898 von Profeſſor Witt in Berlin
entdeckt wurde, war man in aſtronomiſchen Kreiſen darüber ſehr
erfreut, denn die Berechnungen ſeiner Bahn, die übrigens nicht
ganz genau mit den Tatſachen übereinſtimmen, ergaben, daß er der
Erde bis auf ungefähr 21 Millionen Kilometer nahe kommen kann.
Da die größte Erdnähe der Venus 42 Millionen Kilometer und
die des Mars 55 Millionen Kilometer beträgt, ſo iſt die Erdnähe
des Eros im günſtigſten Falle ungefähr doppelt ſo groß wie die
des der Erde nächſten Himmelskörpers (mit Ausnahme des
Mon=
des). Während die anderen bisher beobachteten Planetoiden eine
Bahnbewegung zwiſchen Mars und Jupiter haben, verläuft die
Bahn des Eros zwiſchen Erdbahn und Jupiterbahn, wobei ſie die
Marsbahn ſchneidet. Seit ſeiner Entdeckung war bisher ſeine
größte Erdnähe im Winter 1900/01 — alſo vor 30 Jahren —, wo
ſie 48 Millionen Kilometer betrug. Auch diesmal kommt er uns
nicht ſo nahe, wie es die Form ſeiner Bewegung geſtattet,
ſon=
dern er wird noch ungefähr 26 Millionen Kilometer entfernt
blei=
ben, aber trotzdem ſtellt dieſes Ereignis für die Aſtronomie eine
Senſation dar, denn noch nie iſt ein Himmelskörper in derartiger
Nähe von der Erde geſichtet worden. Von allen größeren
Stern=
warten werden aus dieſem Grunde auch bereits ſeit längerer Zeit
Vorbereitungen getroffen, um die Erdnähe des Eros möglichſt
er=
folgreich auswerten zu können. Es werden nämlich dadurch
Meſ=
ſungen der Entfernungen im Himmelsraum mit größerer
Ge=
nauigkeit möglich als bisher. Durch die Meſſungen der
Entfer=
nung des Eros von den verſchiedenen Sternwarten aus läßt ſich
eine feſte Grundlage für die anderen Berechnungen mit unſeren
Maßen erwerben. Es werden ſich alſo für die Entfernung der Erde
von der Sonne und den anderen Planeten genauere Zahlen
er=
rechnen laſſen. Der Eros dient vielleicht auch als Erdwaage, um
das genaue Gewicht unſeres Heimatplaneten zu beſtimmen. Da
die verbältnismäßig große Erdmaſſe auf die Bahn des erdnahen
Planeten ſich auswirken wird, ſo wird man daraus errechnen
kön=
nen, ob die bisherige Beſtimmung des Gewichtes unſerer Erde
zu=
treffend iſt oder nicht. Man erkennt daraus, daß für die
aſtrono=
miſchen Arbeiten aus der Erdnähe des Eros wichtige Ergebniſſe
ſich ermöglichen laſſen werden. Wenn der Eros ſeine allergrößte
Erdnähe erreicht, alſo ungefähr 21 Millionen Kilometer, dann hat
er die Helligkeit eines Sterns 6. Größe. Im vorliegenden Falle
wird er allerdings nur die Helligkeit eines Sterns 7. Größe
auf=
weiſen, wird alſo nicht mit dem bloßen Auge zu ſehen ſein. Es iſt
aber anzunehmen, daß er bei klarem Wetter ſchon mit kleinen
Fernrohren geſichtet werden kann, ſo daß alſo jeder ihn wird
beob=
achten können, der im Beſitze eines Opernguckers iſt. Die wirkliche
Größe des Planeten iſt genau noch nicht berechnet worden. Man
ſchätzt ſeinen Durchmeſſer auf 25—30 Kilometer. Somit iſt der
Eros vielleicht der kleinſte Himmelskörper, der jemals beobachtet
worden iſt. Sein Gewicht iſt ſo gering, daß auf ihm die
eigen=
artigſten Anziehungsverhältniſſe herrſchen. Er wäre die
geeig=
netſte Heimat für Liliputaner, und phantaſievolle Dichter haben
bereits Romane geſchrieben, in denen derartige
Kleinheitsverhält=
niſſe eines Planeten beſchrieben werden. Denn Eros iſt ein
Pla=
net wie unſere Erde, nicht eines der kleinen Bruchſtücke von
Him=
melskörpern, die den Weltenraum durcheilen. Auf welche Weiſe
die große Zahl der Planetoiden zuſtande gekommen iſt, iſt
ein=
wandfrei nicht feſtgeſtellt. Vielleicht iſt einmal ein großer Planet
der ſich zwiſchen Mars und Jupiter bewegte, in Trümmer
gegan=
gen, und ſeine Teile durchziehen nun ſeit Jahrmillionen die alte
Bahn, abgeſehen von den größeren oder geringeren Aenderungen,
die einige durch die Nähe der großen Planeten erlitten haben. Der
Eros hat eine Umlaufszeit um die Sonne von 643 Tagen. Die
Bahn bewegt ſich zur größeren Hälfte zwiſchen Erd= und
Mars=
bahn.
300 Jahre Chinin.
Im Jahre 1630 wurde Chinarinde zum erſten Male in
Europa angewendet. In London wurde aus dieſem Anlaß dor
einigen Tagen eine Feier mit Eröffnung einer Ausſtellung
ab=
gehalten, die die Entwicklung des Chiningebrauchs
veran=
ſchaulicht.
Bis zur Auffindung der Salichlſäure und des Antipyrins
war Chinin das einzige machtvolle Fiebermittel. Im Jahre
1820 gelang es den franzöſiſchen Forſchern Pelletier und Caventou
zum erſten Male, den wirkſamen Stoff Chinin aus der
China=
rinde zu iſolieren. Vorher hatte bereits Gomes einen anderen
Stoff, das Cincholin, aus der Chinarinde in ſchönen Kriſtallen
erhalten. Die Chinarinde ſelbſt entſtammt der Rinde von
Bäu=
men der Gättung Cinchona, die zu den Rubiaceen gehören und
in den tropiſchen Anden im weſtlichen Südamerika heimiſch ſind.
Von dort aus wurden ſie im Jahre 1852 nach Oſtindien, Java,
Ceylon, Jamaica und anderen Gegenden verpflanzt. Die gaez
überwiegende Menge der Droge kommt heute aus Holländiſch=
Indien. Der Name Cinchona ſoll an den Namen der Gemahlin
des um 1630 regierenden Vizekönigs von Peru, die Gräfin
del Chinchon, erinnern, die ſelbſt von der Malaria durch
China=
rinde geheilt wurde und weſentlich zur Kenntnis ihrer
fieber=
herabſetzenden Wirkung beigetragen, ja die Chinarinde nach
Europa gebracht haben ſoll. Nach einer anderen Anſicht ſtammt
das Wort von Qina — Rinde ab.
Das Chinin wird von alters her beim ſogenannten Wechſel=
und Sumpffieber angewendet. Zweifellos kannten ſchon die
Eingeborenen Perus die heilkräftige Wirkung der Ainde dieſer
ſchönen immergrünen Bäume, aber die Art der Wirkung konnte
erſt näher erforſcht werden, als man den Malariaerreger als
Urſache des Sumpffiebers entdeckt hatte. Heute weiß man, daß
das Chinin die Malaria=Plasmodien direkt ſchädigt und ſo zur
Verhütung und Heilung der meiſten Malariaformen benutzt
wer=
den kann. Nur bei einer beſonders ſchweren Form, der ſogen.
tropiſchen Malaria, verſagt auch das Chinin. Vor einigen
Jah=
ren wurde aber von deutſchen Forſchern ein Präparat, das
Plas=
mochin, hergeſtellt, das auch dieſe Malariaformen beeinflußt und
damit die Wirkung des Chinins ergänzt. Das Chinin hat
zweifel=
los eine ausgeſprochene Wirkung auf Paraſiten und iſt auch viel
fach zur Bekämpfung anderer paraſitärer Krankheiten verwendet
worden, wenn auch nicht mit demſelben Erfolg wie bei Malaria,
Eine ſehr vielſeitige Verwendung fand das Chinin früher
zur Herabſetzung des Fiebers. Heute machen die Aerzte von
dieſer Eigenſchaft des Mittels nicht mehr ſo ausgedehnten
Ge=
brauch. Man ſieht in dem Fieber eine Abwehrreaktion des
Körpers gegen die Krankheitserreger, die nur unter ganz
be=
ſtimmten Bedingungen gehemmt werden darf. Auf eine energiſche
Fieberbekämpfung wie in früheren Zeiten wird daher heute oft
verzichtet und das Hauptgewicht auf Niederkämpfung der
eigent=
lichen Krankheitsurſache gelegt. Dennoch fand das Chinin auch
ſpäter noch bei Infektionskrankheiten Anwendung. So galt es
bei der ſchweren Grippeepidemie, die im Jahre 1918 als ſpaniſche
Grippe alle Länder der Welt heimſucht, als eines der wenigen
wirklich brauchbaren Heilmittel. Auch bei Lungenentzündungen
ſpurden Einſpritzungen mit Chin=Präparaten viel angewendet.
Eine nicht geringe Bedeutung hat heute das Chinin auch als
Mittel zur Verſtärkung der Wehen in der Geburtshilfe.
Außer=
dem wird es als Zuſatz zu anderen Stoffen bei der Herſtellung
von Haarwäſſern und Präparaten zur Anregung der Zelltätigkeit
verwendet.
Die Chinarinde ſelbſt dient auch heute noch als
appetit=
auregendes und die Magenderdauung förderndes Mittel und
bildet z. B. auch einen weſentlichen Beſtandteil des logen.
China=
eins.
Dr. G. K.
Nummer 4
Sonntag, den 4. Januar 1931
die Solderenangent der katptagang.
Anberechtigke Angriffe
gegen den Reichsaußenminiſter wegen des Tauſches
mil Henderſon.
* Der Tauſch um den Ratsvorſitz zwiſchen dem
Reichsaußen=
miniſter Dr. Curtius und dem engliſchen Außenminiſter
Henderſon hat in einem Teil der deutſchen Preſſe eine
ſcharfe Kritik ausgelöſt. Man glaubt offenbar, daß es dem
Außen=
miniſter als Vorſitzender des Rates ein Leichtes ſein werde, für eine
Erledigung der oberſchleſiſchen Minderheitenbeſchwerden in
unſe=
rem Sinne zu ſorgen. Es wird darauf hingewieſen, daß wir
bei der Einſetzung der neuen Dreierkomitees eine Einflußnahme
aufgeben würden, von der wir zu unſerem Vorteil Gebrauch
machen könnten, wenn Herr Dr. Curtius das Präſidium inne
hätte. Dazu iſt zu bemerken, daß die Dreierkomitees, die für
die Minderheitenbeſchwerden zuſtändig ſind, diesmal uns wenig
intereſſieren, weil die oberſchleſiſchen Klagen bereits dem Nat
vorliegen. Ueber die Einwirkungsmöglichkeiten vom
Präſiden=
tenſitz herab haben wir aber bei einer früheren Gelegenheit recht
trübe Erfahrungen gemacht. Als die Saarfrage vor dem
Völker=
bundsrat zur Verhandlung kam, hatten wir ebenfalls den
Vor=
ſitz inne. Damals ſtellte ſich aber heraus, daß es für einen
Prä=
ſidenten ungewöhnlich ſchwer iſt, auch noch Dinge zu vertreten,
die für eine Nation von beſonderer Bedeutung ſind.
Infolge=
deſſen wurde ſchon damals der grundſätzliche Beſchluß gefaßt, in
Zukunft von Doppelfunktionen abzuſehen, alſo darauf zu
verzich=
ten, den Vorſitz zu führen, gleichzeitig aber auch irgendwelche
Beſchwerden vor dem Rat zu vertreten. Die Reichsregierung
hat alſo jetzt aus den Erfahrungen der Vergangenheit die
ent=
ſprechenden Konſequenzen gezogen. Sie ſteht übrigens mit ihrem
Vorgehen nicht allein. Als die ſüdamerikaniſchen
Grenzſtreitig=
keiten den Rat beſchäftigten, hatte es auch Venezuela vorgezogen,
mit Südflawien zu tauſchen, um eben bei der Verteidigung
ſei=
ner Jutereſſen völlig freie Hand zu haben.
Die Zuſammenſehung der deulſchen Delegakion
für Genſ.
* Der Reichsaußenminiſter Dr. Curtius iſt auf eine Woche
nach Baben gefahren. Am 12. Januar wird er gleichzeitig mit
dem Kanzler und dem Reichsfinanzminiſter, ſowie den übrigen
abweſenden Reſſortminiſtern wieder in Berlin ſein. Es werden
dann die letzten Vorbeſprechungen und Vorarbeiten für die
Gen=
fer Ratstagung erfolgen. Die Zuſammenſetzung der deutſchen
Delegation ſteht im weſentlichen feſt. Der Reichsaußenminiſter
Dr. Curtius übernimmt wieder die Führung, während ſein
Staatsſekretär von Bülow ihn in Berlin vertritt. Die
Delega=
tion ſelbſt ſoll nicht allzu umfangreich ausfallen, weil auch das
Auswärtige Amt ſich an die aufgeſtellten Spargrundſätze halten
muß. Von Bedeutung wird die Perſönlichkeit ſein, die dem
Reichsaußenminiſter bei der Vertretung der
Minderheiten=
beſchwerde zur Seite ſtehen wird. Wahrſcheinlich wird der
Lei=
ter der Oſtpolitik im Auswärtigen Amt das ſein.
Selbſtverſtänd=
lich iſt auch der Juriſt Gauß wieder Mitglied der Delegation.
Ferner umfaßt die Delegation moch eine Reihe anderer Herren
des Miniſteriums, die für Wirtſchafts= und Abrüſtungsfragen
zuſtändig ſind.
Beneſch Präſidenk der Abrüſtungskonferenz!
Genf, 3. Januar.
Zwiſchen den europäiſchen Großmächten iſt, wie in hieſigen
gut unterrichteten Kreiſen verlautet, nunmehr eine
Uebereinſtim=
mung dahin zuſtande gekommen, daß der tſchechoſlowakiſche
Außenminiſter Beneſch auf der Januartagung vom
Völker=
bundsrat zum Präſidenten der Abrüſtungskonferenz ernannt
wwird. Als Vizepräſident der Abrüſtungskonferenz ſoll ein
be=
kannter, einer ſkandinabiſchen Macht angehörender Staatsmann,
ernannt werden, der als Anhänger einer allgemeinen
grundſätz=
lichen Abrüſtung bekannt iſt.
Der urſprüngliche Widerſtand von deutſcher Seite gegen die
Wahl Beneſchs, ſoll jetzt aufgegeben worden ſein. Die
Ab=
rüſtungskonferenz wird vom Völkerbundsrat im Januar
voraus=
ſichtlich zum 1. Februar oder 1. März 1932 einberufen werden.
Als Konferenzort iſt vorläufig Genf in Ausſicht genommen
worden, da von ſeiten des Völkerbundsſekretariats gegen eine
Verlegung der Abrüſtungskonferenz nach Wien techniſche Gründe
geltend gemacht worden ſind.
Berliner Premieren.
Nach reiflicher Ueberlegung beſchränkt ſich der Kritiker
dies=
mal auf einen Kleinen Knigge für wohltemperierte
Theater=
beſucher”. Schloß auch das alte Jahr mit ener faſt beiſpielloſen
Premierenflut ab, vermochte keines der neuen Stücke zu
tiefgrün=
digen kritiſchen Gedanken anzuregen. Waren doch die Gedanken
der Autoren ſelbſt ebenſowenig tiefgründig wie welterſchüternd.
Alle Theater ſind eben von Kopf bis Fuß auf leichtgeſchürzte
Unterhaltung eingeſtellt . . .
Selbſt die Lindenoper bot anläßlich der Jahreswende
leichteſte Koſt. Im Rahmen eines Einakter=Abends hörte man da
zum erſten Male die komiſche Oper „Spiel oder Ernſt‟. Das
Textbuch von Knudſen führt hinter die Kuliſſen der
Opern=
bühne, wo ſich eine komiſch=ſatiriſche Eiferſuchtstragödie abſpielt.
Die nette, immerhin aber ſchon etliche Male dageweſene „Idee
wurde von E. N. von Reznicek vertont. Mit Liebe und
Vir=
tuoſität. Ueberaus ernſt kann man dieſe meiſterhaft
gearbei=
tete Partitur natürlich kaum nehmen; ſie ſtellt ſozuſagen ein
„neckiſches” Spiel eines großen Könners dar und erhebt
keiner=
lei Anſprüche auf Ewigkeitswertung.
In der Komödie, ſtieg das neueſte Erzeugnis von Franz
Molnär, betitelt „Die Fee‟. Ein kleines Mädchen als
Glücksengel. Modernes Märchen von heute. Weltanſchauliche
Tendenz gibt es nicht. Es ſteckt überhaupt nichts dahinter.
Kon=
verſationsſtück. Kitſchige Einfallsloſigkeit. Aber: Geiſtreichelnde
Verpackung. Witzelnde Wortſpielerei vollendete Bühnenroutine.
Kurz und ſachlich: Marke Molnar. Natürlich Erfolg. Sieg der
Darſtellung.
Im Renaiſſancetheater hat Miſter Maugham die
höchſt gewichtige Frage aufgeworfen: Muß die Kuh Milch
geben?” Anſatz zur Zeitſatire (Aufeinanderprall der
Genera=
tionen). Maugham bleibt bei dem Anſatz. Ergebnis: Gemäßigt
unterhaltende Komödie mit flott erzählten Binſenweisheiten und
etwas Witz. Nicht zu üppig; angelſächſiſch temperiert. Dazu mirte
man als Schwerpunkt ausgerechnet Baſſermann, den beſten
deut=
ſchen Tragöden. Folglich: Unaufhörliche Hervorrufe
Triſtan Bernard, ewig junger galliſcher Humoriſt,
un=
ermüdlich ſchreibend, bearbeitete in „Jules, Juliette,
Ju=
lien” wieder einmal das „Problem” des Ehedreiecks. Es kommt
hier nur aufs „Wie” an. Farbenbunt, geiſtreich. (Nicht nur
geiſt=
reichelnd, wie der durchaus epigonenhafte Ungar Molnär ähnliche
Nichtigkeiten aufzieht!) Man muß die Neuheit der
Kammer=
ſpiele belachen, herzlichſt. Alſo: Bewußt auf der Oberfläche
bleibend, bejahend. Schmiſſiger Dialog zeitigt doch ſchmiſſige
Lach=
ſalven
Wogegen eine energiſche Verneinung eines anderen
Viel=
ſchreibers im Admiralspalaſt. Der engliſche
Schnelligkeits=
rekorder und Verbrecherſpezialmeiſter Edgar Wallace hat es
hier fertiggekriegt, ein ſogenanntes Senſationsſtück ins Diktaphon
zu diktieren, das ohne Senſation, ohne jegliche Spannung
uninter=
eſſant dahinplätſchert. „Aufden Fleck” heißt der Beitrag zur
vielbeſungenen Unterwelt von Chicago; durchgefallen auf dem
Fleck! (Nebenbei: Zweiter Fehlgriff der Direktion Haller, Folge:
Der „Admiral” iſt aus der Direktion prompt ausgeſchieden
worden ——).
Engliſch=franzöfiſche Zinanzverhandlungen.
„EP. Paris, 3. Januar.
Zwiſchen Mitgliedern des engliſchen Schatzamtes, dem
Finanzberater der hieſigen engliſchen Botſchaft und Vertretern der
Bank von Frankreich, ſowie des franzöſiſchen Finanzminiſteriums
fand geſtern morgen eine Unterredung ſtatt, in der die Wege für
eine engere Zuſammenarbeit zwiſchen den beiden Notenbank=
Inſtituten und die Mittel zur Verhinderung des weiteren
Gold=
abfluſſes der Bank von England nach Frankreich beſprochen
wur=
den. Die Verhandlungen werden in London fortgeſetzt werden.
Der Hauptdelegierte, der für das engliſche Schatzamt mit den
Vertretern des franzöſiſchen Schatzamtes in Paris verhandelt, iſt
der aus den Haager Verhandlungen bekannte Mitarbeiter
Snow=
dens Leith Roß, den zwei weitere höhere Beamte des engliſchen
Schatzamtes begleiten. Es handelt ſich bei der Konferenz, wie der
Matin erklärt, nicht darum, eine Staatsanleihe aufzunehmen,
ſon=
dern gewiſſen privaten engliſchen Unternehmungen zur Hilfe zu
kommen und dem Londoner Markt die Flüſſigkeit wieder zu geben,
die er benötigt, um ohne Gefahr die Konvertierungen
vorzuneh=
men, die die Arbeiterregierung plant. Jede Operation würde
natür=
lich durch Vermittlung der beiden Emiſſionsbanken von ſtatten
gehen. Die Bank von Frankreich würde ihren Beiſtand für eine
ſolche Angelegenheit gerne leihen, denn ihr Ziel ſei, den
Gold=
zuſtrom nach Frankreich, den ſie nicht herbeigeführt habe, ſondern
der die Folge des Vertrauens in die franzöſiſche Währung ſei,
ein=
zuſchränken.
Frankreichs Bedingungen für finanzielle „Hilfe‟.
In Verbindung damit kommt der Außenpolitiker des Matin
auf die Bedingungen zu ſprechen, unter denen die
Bank von Frankreich, die jetzt 54 Milliarden
Francs in Gold angehäuft habe, auch anderen
Ländern zur Hilfe kommen könnte. Dieſe finanzielle
Hilfe müßte an die drei folgenden Bedingungem gebunden ſein:
1. Es ſei von ſeiten Frankreichs nicht übertrieben, zu
ver=
langen, daß man mit ſeinen qualifizierten Vertretern verhandele,
da Framkreich ſchließlich den größten Teil der Beihilfe gewähre.
2. Es würde zu nichts ſühren, wenn man
Gerichtsverhand=
lungen in die Wege leite, vor denen Frankreich als das Land
er=
ſcheinen müſſe, das des Goldbeſitzes ſchuldig ſei und dem man
grundſätzlich die Verpflichtung auferlegen wolle, dieſes Gold mit
den anderen Ländern zu teilen.
3. Zur Beſeitigung des Mißtrquens, das den
für gewiſſe Länder notwendigen Anleihen gegenüberſtehe, ſei es
unerläßlich, bis zur Beſeitigung dieſes Mißtrauens jede
Reviſionspropaganda zu unterlaſſen. Es ſei
das Recht der beſiegten Länder — es könne auch das Recht eines
ſiegreichen Landes ſein — eine Beſſerung der durch die
Friedens=
verträge geſchaffenen Lage zu erſtreben.
Die Verträge ſähen übrigen die Möglichkeit ſolcher
Revi=
ſionen ſelbſt vor; aber man könne nicht zwei Ziele zu gleicher
Zeit verfolgen: von Frankreich eine finanzielle Hilfe verlangen
und gegenüber Frankreich und ſeinen Alliierten das Recht
bean=
ſpruchen — mit der Abſicht, davon Gebrauch zu machen, ja es zu
mißbrauchen — im Drohton Vertragsannullierungen oder
Grenz=
berichtigungen zu fordern. Das ſei eine ſehr widerſpruchsvolle
Politik.
Llond George zur Wellpolitik.
E.P. London, 3. Januar.
In einem Copyright=Artikel der „News Chronicle” unterſucht
Llohd George die Lage der Weltpolitik zu Beginn des neuen Jahres.
Er beſchäftigt ſich ausführlich mit der Weltwirtſchaft und gibt der
An=
ſicht Ausdruck, daß kein Grund zu der Annahme beſtehe, die
Depreſ=
ſionsperiode werde länger als zwei oder gar drei Jahre dauern. Er
verſpricht ſich eine Wiederbelebung des Welthandels durch einen freieren
Umlauf des internationalen Kredits. Eingehend befaßt ſich Lloyd
George mit der in vielen Kreiſen vorhandenen Befürchtung über den
Ausbruch eines neuen Kvieges, wobei er zugibt, daß die
Vorberei=
tende Abrüſtungskommiſion kläglich verſagt habe.
Eine beſondere Garantie für den europäiſchen Frieden ſieht er in der
Tatſache, daß Deutſchland nicht länger mehr iſoliert
ſei und daß die Siegerſtaaten nicht mehr ungeſtraft auf
ihm herumtreten könnten. Eine Reviſion der beſtehenden
Verträge mit Waffengewalt erklärt er für unwahrſcheinlich, da die
revi=
ſioniſtiſchen Mächte ohne die Hilfe Rußlands mit Gewalt nichts
aus=
richten könnten. Rußland habe aber andere Sorgen um den Frieden,
und beſonders um die Durchführung ſeines Fünfjahresplans. Im
übrigen ſei die allgemeine Erkenntnis über die etwaigen ſchrecklichen
Folgen eines neuen Weltkrieges genügend Garantie dafür, daß die
Staatsmänner ſich nicht in ein ſolches gefährliches Abenteuer ſtürzen
würden.
Vollmoeller wartete im Komödienhaus mit einer
Jazz=Komödie auf: „Cocktail” Liebesgeſchichte der unerkannten
Königin in St. Moritz. Rührend! Immerhin: „Ein paar nette
Pointen und gute, melodiſch ſtarke Muſik von Benatzky. (Nicht
immer ſelbſt erfunden!) Gradlinige Regie: Hartung. Einheitliche,
ſtarke Enſemblewirkung. Behaglicher Erfolg. Für alle
zufrieden=
ſtellend, bis auf die Leute, die etwa ein muſikaliſches Luſtſpiel
erwarteten.
Im Theater am Zoo macht man ſich über die Mucker
luſtig. Franz Arnold von der Firma Arnold und Bach ſchrieb
den Schwank der Saiſon für den Komiker Tielſcher Er heißt
„Das öffentliche Aergernis” und erregt öffentliche
Be=
haglichkeit. Sehr flott: Nur nicht „kritiſch” bewerten".
Im Luſtſpiel „Alles für Marion” tat der Verfaſſer
Peter Hell „alles” für ſeine Heldin (eine illegitime junge
Dame, die auf einmal drei Väter bekommt), was er kann. Leider
iſt dies herzlich wenig; er ſammelte lediglich alte Witze. Ort der
entzückend geſpielten Handlung: Theater in der
Behren=
ſtraße.
Operette in der Komiſchen Oper: Peppina”
Text=
buch von Oeſterreicher undiskutabel: Graf und Stenotypiſtin!
(Anno 1930!) Muſik von Robert Stolz. Seine Stärke liegt nicht
in der melodiſchen Urerfindung, ſondern im Rhythmiſchen ſowie
in der meiſterhaften orcheſtralen Verarbeitung. Ebenfalls
Dar=
ſtellungserfolg.
Dreimal drei Novitäten — Neun. Trotzdem: Nein, nein,
nein! Dreimal nein. Möge das neue Jahr das Ende dieſes
Theatervegetierens bringen . André v. Kün.
Wittich=Kalender auf das Jahr 1931.
Der achte Wittich=Kalender, herausgegeben von der L. C.
Wittich=
ſchen Hofbuchdruckerei, Darmſtadt, iſt nunmehr erſchienen.
In der Reihe der ausgezeichneten Druckerzeugniſſe dieſer alten
Darm=
ſtädter Druckerei behauptet auch der achte Kalender einen
hervorragen=
den Platz. Die drucktechniſche Ausſtattung iſt ebenſo wie Einband,
Ent=
wurf und Satzgeſtaltung (Dr. Hermann Bräuning=Oktavio)
wieder ein hervorragendes Zeugnis einheimiſchen Kunſtgewerbes als
ſolches, und auch inhaltlich dürfte der Kalender im Kreis der Freunde
bibliophiler Druckwerke ſehr willkommen ſein. Als künſtleriſchen Schmuck
enthält der Kalender ein Bildnis des Landgrafen Georg II., nach einer
alten Vorlage in der chemigraphiſchen Abteilung der L. C. Wittich’ſchen
Hofbuchdruckerei geſtochen und auf Bütten von Hand gedruckt. Die
ge=
nannte Abteilung hat auch alle Aetzungen zu den übrigen Abbildungen,
vornehmlich der um 1700 und 1772 in der L. C. Wittich’ſchen Offizin
gedruckten Geſangbücher und für Fakſimilia geliefert. Letztere
Abbildun=
gen wurden nach alten Originalen hergeſtellt. Der Textteil, der dem
Kalendarium beigegeben iſt, bringt intereſſante Feſtſtellungen und
For=
ſchungsergebniſſe aus der Geſchichte der Geſangbuchherſtellung.
Eine beſondere Freude iſt es wenn ein Werk heimatlichen
Kunſt=
ſinnes aus dem Nahmen des alltäglichen herausfällt. Das iſt der Fall
bei dem neuen Jahrgang 1931 des Kalenders „Heſſiſche Burgen
und Schlöſſer”, der in dem Kunſtverlag von A. Unland, Kaſſel,
Seite 3
Englands Sorgen an der Jahreswende
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 1. Januar.
Das neue Jahr 1931 beginnt für England in einer
Atmo=
ſphäre, die keineswegs ermunternd und hoffnungsfreudig
ge=
nannt werden kann. Faſt überall, wohin man ſich auch wenden
mag, — trübe, wenn nicht gar düſtre Ausſichten für die Zukunft.
Am unerquicklichſten zeigt ſich vielleicht die Lage im
Inneren des Landes. Sie bietet ſich heute weſentlich
verworrener dar, denn zu Anfang des ſoeben vergangenen
Jah=
res. Das Kabinett Macdonald fühlt ſich immer mehr und mehr
verpflichtet, an die Verwirklichung ſolcher=Maßnahmen zu
ſchrei=
ten, die von rein ſozialiſtiſchen Tendenzen erfüllt ſind. Hierzu
gehört vor allem die Bill zur Abänderung der zurzeit beſtehenden
Gewerkſchaftsgeſetze. Dieſe Geſetze hatte ſeinerzeit Baldwin, nach
dem unſeligen Generalſtreik von 1926, zum Schutze der ſtaatlichen
und ſozialen Ordnung erlaſſen. Nun will die Regierung
Mac=
donalds den Gewerkſchaften ihre alten, den Generalſtreik
legali=
ſierenden Rechte wieder zurückerſtatten. Dieſes in einem
Augen=
blick größter und dauernd wachſender Wirtſchaftsnot! Die Zahl
der Arbeitsloſen iſt zurzeit auf über 2,3 Millionen geſtiegen, zum
Teil ohne Zweifel im Ergebnis der hilfloſen Wirtſchaftspolitik
der Labour=Regierung. Trotzdem ſcheint dieſe geſonnen, ihr
ſozialiſtiſches Programm weiter, unbeirrt um die Folgen,
durch=
zuführen. Um ſich ein weiteres Verweilen im Amte zu ſichern,
iſt ſie in höchſt anfechtbare Abmachungen mit den Liberalen
ein=
gegangen: die Wahlreform=Bill, die, den Liberalen zu Liebe, noch
kurz vor Weihnachten eingebracht worden iſt, verſpricht für
Eng=
land nur wenig Gutes. Sie könnte leicht den Effekt haben, die
bisherigen Parteikonſtellationen völlig umzuwerfen und ganz
neue, in ihrer Wirkung noch unberechenbare Kräfteverhältniſſe zu
ſchaffen. All dieſe Dinge haben im Lande natürlich ein großes
Gefühl der Unſicherheit und Unſtabilität geſchaffen und eröffnen
keineswegs erfreuliche Perſpektiven für das beginnende neue
Jahr.
Zu dieſer verworrenen und unklaren inneren Lage kommen
die Schwierigkeiten hinzu, die auch für England ſchon in ſehr
ſpürbarer Weiſe aus der großen Weltwirtſchaftskriſe erwachſen
ſind. Die Volkswirtſchaft Englands iſt vor allem auf ſeinen
weitverzweigten Ueberſeehandel aufgebaut. Mehr als
irgend=
ein anderes Land der Erde iſt der Wohlſtand Englands daher
von demjenigen der übrigen Welt abhängig. So gut wie
über=
all in der Welt iſt engliſches Kapital inveſtiert. Jeder
Eng=
länder im Einzelnen verſpürt ſchon jetzt ganz unmittelbar das
rapide Ab des Welthandels. Und ein weiteres Fallen der Welt=
Preiſe würde in England einen noch ſtärkeren Rückſchlag als
bisher, auslöſen. Ein anderes nachteiliges Moment iſt die
außerordentliche Unelaſtizität der induſtriellen Struktur
Englands. Schwerer als die meiſten übrigen Länder paßt ſich
England den jeweiligen Veränderungen des Weltmarktes an: die
alten engliſchen Induſtrien (Kohle, Baumwolle, Wolle, Eiſen,
Stahl uſw.) erweiſen ſich als unfähig, die verlorenen Märkte
zurückzugewinnen; die neuen Induſtrien (Chemiſche Produkte,
Kunſtſeide, Automobile, Radioapparate uſw.) entwickeln ſich
da=
gegen nicht ſchnell und nicht rationell genug, um mit Erfolg
gegenüber der wachſenden Weltkonkurrenz beſtehen zu können;
die Herſtellungskoſten ſind hier noch immer viel höher als
anderswo. Und die für das kommende Jahr angekündigten
Lohnſenkungen in Deutſchland, Frankreich, Belgien, den
Ver=
einigten Staaten uſw. könnten, wie man befürchtet, für
Eng=
land den Wettbewerb eventuell vollends zur Unmöglichkeit
machen.
Englands Beziehungen zu ſeinen Dominien
werden von dieſen nachteiligen Wirtſchaftsfaktoren gleichfalls
ſtark beeinflußt und beſchattet. Die britiſche Reichskonferenz
be=
deutete vom wirtſchaftlichen Standpunkt ein ziemlich
ausge=
ſprochenes Fiasko. Der Hauptzweck, den Lebensmittelabſatz der
Dominien einerſeits und die Warenausfuhr Englands
anderer=
ſeits auf eine breitere Baſis zu ſtellen, iſt nicht erreicht worden.
Die Gründe für dieſes Verſagen dürften auf beiden Seiten zu
ſuchen ſein: in den beiden wichtigſten Dominien, in Auſtralien
und Kanada, herrſchen zurzeit, wegen der eigenen aufſtrebenden
Induſtrien, ausgeſprochen protektioniſtiſche Tendenzen vor; in
Auſtralien und in Kanada will man ſich nicht nur gegen die
„fremdländiſche” Einfuhr allein, ſondern ſelbſt gegen die
Kon=
kurrenz des Mutterlandes ſchützen. Andererſeits ſind in der
Labour=Regierung, außer dem Schatzkanzler, Snowden, noch der
Handelsminiſter, Graham, und der Marineminiſter, Alexander,
ſehr einflußreiche und die Dinge entſcheidende Gegner einer
jeden Abweichung vom Prinzip des Freihandels: der Handel
mit den Dominien, ſagen ſie, ſtellt letzten Endes nur ein Drittel
von Englands geſamtem Außenhandel dar; es wäre äußerſt
ge=
wagt, durch Gewährung von Vorzugszöllen an die Dominien,
das übrige Ausland zu Repreſſivmaßnahmen zu provozieren und
ſolcherart eventuell zwei Drittel von Englands Außenhandel
zu gefährden, ohne ſelbſt von den Dominien irgendwie
nennens=
erſchienen iſt. Die diesmalige Sammlung von 15 Einzelblättern in
Kupfertiefdruck bietet in künſtleriſcher Vollendung neu= und einzigartige
Aufnahmen heſſiſcher Burgſtätten in bunter Reihe und von einem Geiſt
beſeelt, der im Sinne wahrer Heimatkultur werbend wirkt. Der Wert
dieſer Blätter beſchränkt ſich nicht nur auf den Charakter des
Kalender=
blattes, ſondern hat darüber hinaus einen vielſeitigen
Ver=
wendungs= und Aufbewahrungszweck, zumal jeweils in
vier Zeilen, ſchlagwortartig, eine kurze hiſtoriſche Erläuterung zu dem
Bild gegeben wird.
— Der „Deutſche Bierkalender 1931” iſt erſchienen. Die vornehme
und inhaltlich intereſſante Ausſtattung laſſen hoffen, daß der mit großer
Liebe und Forſcherſinn verfaßte Kulturkalender auch in der neuen
Auf=
lage dazu dienen wird, ein gutes Propagandamittel für das Bier zu
ſein und allgemeinen Beifall finden wird.
* Reinhold Conrad Muſchler: Inſel der Jugenb. (Verlag Fr. W.
Grunow, Leipzig.)
Geſellſchaftsromane pflegen ſich durch Oberflächlichkeit der Handlung
und pſychologiſchen Zeichnung hervorzutun, der Kategorie ſogen.
Entwick=
lungsromane dagegen haftet leicht etwas Trocken=Lehrhaftes an. Von
Muſchlers neuem Roman kann man ſagen, daß er, ohne in die Fehler
der einen Art zu verfallen, die Vorzüge beider in ſich vereinigt. Man
mag ihn aus bloßem Stoffhunger leſen, er bietet genug an Spannung,
Buntheit, Anregung, er wird beſtimmt nicht langweilen — ſein
Schwer=
punkt aber liegt auf einer höheren Ebene, niemand wird ſich dem
päda=
gogiſchen Ernſt, der aus dem Buch ſpricht, entziehen, und dieſer Ernſt
erwirkt ihm Anrecht auf ernſte Beachtung. Thema iſt die Entwicklung
eines Knaben zum Mann, eines hochbegabten jungen Menſchen aus
be=
gütertem, aber problematiſchen Milien — der Vater rückenmarksleidend,
geiſtreich, ſarkaſtiſch, die Mutter eine ſchöne, dem Leben zugewandte
Sängerin. Neben der prächtig gezeichneten Figur eines hervorragenden
Gelehrten, von dem die entſcheidenden Einflüſſe für die Geſtaltung
ſei=
nes geiſtigen und beruflichen Lebens ausgehen, ſpielen die Frauen eine
große Nolle bei der Erziehung unſeres Helden. Mit feiner, wiſſender
Pſychologie, mit ungewöhnlicher Einfühlung in weibliche Eigenart ſind
die Vertreterinnen verſchiedenſter Frauentypen dargeſtellt. Die hohe
Auffaſſung von der Aufgabe der Frau, die Verehrung für ihren
natür=
lichen Adel wird gerade Frauen zu begeiſterten Leſerinnen dieſes
Buches machen, das doch zugleich männlich in ſeiner Haltung iſt und
nirgends Idealismus mit ſchwärmeriſcher Ideologie verwechſelt. — Daß
Muſchler ſprachlich zu ſehr im Herkömmlichen ſtecken bleibt,
beeinträch=
tigt die Lektüre kaum; doch bleibt es erſtaunlich neben der kräftigen
Eigenart, mit der er Stoff und Figuren zu beleben vermag.
* Roland Anheißer: „Das maleriſche Rheinland”. (Verlag
Breit=
kopf u. Härtel, Leipzig.) Dieſen Titel trägt ein ſchönes und wertvolles
Heimatbuch, das ſich beſonders zu Geſchenkzwecken eignet, weil es
wert=
vollen Inhalts und billigen Preiſes iſt. Dreißig Städtebilder und
Land=
ſchaften nach Original=Radierungen und Zeichnungen des bekannten
heſſiſchen Künſtlers ſind dem Buche beigegeben, zu dem Roland Anheißer
noch kluge und warmherzige Worte der Einführung ſchrieb, fußend auf
geſchichtlichen und künſtleriſchen Quellen und Forſchungen. Die Radies
rungen und Zeichnungen ſind durchweg von der freien und
ausdrucks=
vollen Linienführung, in der Anheißer Meiſter iſt und die eine ſo
wun=
dervolle Hervorhebung des Charakteriſtiſchen in Landſchaft, Stadtbilg
und Kunſtdenkmal bedeuten.
Seite 4
Sonntag, den 4. Januar 1931
Nummer 4
verte Vorteil. zu erhaltent. Somit ſind die Ausſichteit für ein
engeres wwirtſchaftliches Zuſammenarbeiten zwiſchen England
und den Dominien heute keinesegs günſtiger, als vor
Jahres=
friſt. Die Jutereſſengegenſätze ſtehen ſich ſchroffer gegenüber,
denn je. 17ud die im kommenden Jahre in Ottawa
zuſammen=
tretende zweite Reichskonferenz wird wahrſcheinlich von Anfang
an Bon dieſer wirtſchaftlichen Seite die größten Widerſtände zu
gewärtigen haben.
Mit ſeinem koſtbarſten Kronlande Judien hat
Englaud im vergangenen Jahre ſo viel Sorgen gehabt, daß
1930 für Eugland faſt „ein indiſches Jahr” genannt werden
könnte. Die Veröffentlichung des Simon=Berichtes ſtieß in
Oüdien auf eine faſt einſtimmige Ablehnung. Die Bewegung
der bürgerlichen Gehorſamsverweigerung lebte wieder mit
un=
geahnter Stärke auf. Ueberall wurde der Boykott britiſcher
Waren in größtem Maßſtabe in die Wege geleitet. Er
verur=
ſachte einen noch kaum zu überſehenden, getriß in die Millionen
gehenden Schaden. Ghandis Kampagne gegen die Salzſteuer
leitete eine lange Kette ernſter Unruhen ein, die die Verhaftung
des Mahatuia keineswegs noch zum Abebben zu bringen ver=
hatte. Judeſſen, über den Berg iſt Macdonald auch in dieſer
Frage noch lange nicht. Der bisherige, relativ günſtige
Ver=
lauf der Konferenz ſollte über die noch bevorſtehenden
Schwierig=
keiten keineswegs hinwegtäuſchen. Die drei großen
Fragen=
komplexe, über die bisher hauptſächlich verhandelt wurde, — die
Ausarbeitung der Verfaſſung einer zukünftigen indiſchen
Staa=
tenföderation, die Selbſtverwaltung der Provinzen und die
Ab=
trennnng Birmas — ſind praktiſch nur von zweitklaſſiger
Be=
deutung. Die Hauptproblem ſind: die Minderheitenfrage, d. h.
die Regelung der Beziehungen zwiſchen Hindus und Moſlems,
und das von der indiſchen öffentlichen Meinung beharrlich
vor=
gebrachte Verlangen nach einer vollen parlamentariſchen
Ver=
faſſung für die künftige Zentralregierung. Hier harren der
Kon=
ferenzteilnehmer noch die eigentlichen und gefährlichſten Klippen;
auf ſie wird man gleich zu Anfang des kommenden Jahres zu
ſtoßen haben. Und ſehr wenig Urſache beſteht zurzeit uoch für
die Annahme, daß es der britiſchen Regierung gelingen werde,
dieſer ſich hier eutgegenſtellenden Hauptſchwierigkeiten, ſchon
innerhalb der nächſten Wochen oder Monate Herr zu werden.
Das Jahr 1930 ſah endlich in London die Konferenz
zwecks Beſchränkung der Seerüſtungen ihre
Ar=
beiten mit einem Teilerfolg abſchließen. Das Poſitive, das aus
ihr entſproß, war die nicht zu unterſchätzende Tatſache, daß ſie
die Frage der Flottenparität zwiſchen Großbritannien und den
Vereinigten Staaten vor der Hand geregelt und die den Frieden
bedrohende Gefahr eines neuen Wettrüſtens der drei
Seegroß=
mächte glücklich abgewandt hat. Doch dieſer Teilerfolg der
Lon=
doner Flottenkonferenz iſt in den Augen der Weltmeinung ſehr
bald von ſeinen Mißerfolgen völlig verdunkelt worden: die
Auf=
ſtellung der Parität zwiſchen Großbritannien und den
Vereinig=
ten Staaten bedeutete zunächſt ein nicht unbeträchtliches
Auf=
rüſten in gewiſſen Schiffskategorien; in ſeinen Rückwirkungen
auf die europäiſche Abrüſtungsfrage bedeutete die Konferenz gar
einen ausgeſprochenen Rückſchlag; und die Beziehungen zwiſchen
Frankreich und Italien erfuhren nach Eude der Konferenz nicht
nur keine Milderung, ſondern eine ſofortige und zurzeit in ganz
Europa deutlich ſpürbare Verſchärfung. Die zagen Bemühungen
Englands, dieſe Spannung, durch gütliche Vermittlung zu
mil=
dern, ſind bisher geſcheitert. Und auch ſonſt hat England im
Laufe des verfloſſenen Jahres die Erwartungen jener, die da
glaubten, daß eine engliſche Arbeiter=Regierung ſich in Geuf,
Paris und Rom nachdrücklicher als ihre konſervative
Vor=
gängerin, für die Sache des Friedens verwenden würde, recht
arg enttäuſcht.
Somit präſentiert ſich das Geſamtergebnis des
zweiten Jahres der zweiten Labour=Regierung
im allgemeinen als ein recht trübſeliges Bild. In der
Innen=
politik, in der Wirtſchaft, in den Beziehungen zu den Dominien
und zu Indien — überall ſchwere Schatten, wohin man ſich auch
wenden mag. Dieſe, zurzeit ſchwierige Lage Englands ſollte
jedoch keineswegs nur als eine interne Angelegenheit des
Inſel=
reichs betrachtet werden. In die Perſpektive des europäiſchen
Geſamtproblems gerückt, hat die gegenwärtige politiſche und
wirtſchaftliche Kriſe Englands, eine viel weittragendere und
ernſtere Bedeutung, als dieſes auf den erſten Blick erſcheinen.
könute: das vergangene Jahr hat in ganz Europa einen
auf=
fallenden politiſchen Rückſchritt mit ſich gebracht; die Tendenz
der rivaliſierenden Allianzbildungen hat merklich auf Koſten der
völkerbundfreundlichen Verſtändnis=Politik gewonnen; angeſichts
dieſer bedrohlichen Entwicklungen aber hat England es bisher,
eben wegen ſeiner internen Schwierigkeiten, unterlaſſen, zu den
europäiſchen Neubildungen in genügendem Maße Stellung zu
nehmen und deren Gang gegebenenfalls zu beeinfluſſen. Dieſe
außenpolitiſche Trägheit Labour=Englands und die Nachteile,
die aus ihr für ganz Eurova erwachſen dürften, ſind von der
engliſchen öffentlichen Meinung wohl erkannt und ſcharf
miß=
billigt worden: man wirft der Regierung Macdonalds nicht nur
Mißwirtſchaft im Innern vor; man äußert ganz unverhohlen
die Auſicht, daß das internationale Anſehen Englands durch die
ſchwächliche britiſche Außeupolitik der letzten anderthalb Jahre
ſtark gelitten habe. Dieſe kritiſche Stimmung zeigte ſich deutlich
bei ſämtlichen Nachwahlen der letzten Zeit, die alle eine ſtarke
Einbuße der ſozialiſtiſchen Stimmen ergaben. Und ſollte es in
den erſten Monaten des neuen Jahres in England wieder zu
Parlamentswahlen kommen, ſo dürfte nur wenig Zweifel
darüber beſtehen, daß dieſe eine eklatante Niederlage der zurzeit
regierenden Partei ergeben würde.
2as Parleigericht über Eoloſſer.
* Berlin, 3. Januar (Priv.=Tel.)
Die Sitzung der Wirtſchaftspartei, die am Sonntag vor ſich
geht, wird allgemein mit großer Spannung erwartet. Der
Land=
tagsabgeordnete Dannenberg, der gemeinſam mit Coloſſer
aus=
geſchloſſen werden ſoll, will ſich vor dem Parteiausſchuß unter
Beibringung ausreichenden Anklagematerials gegen Drewitz
verteidigen. Coloſſer hat es dagegen vorgezogen, der Berliner
Tagung fernzubleiben. Er hofft offenbar, daß ihn Drewitz doch
noch verklagt, ſo daß er dann vor Gericht ſeine Behauptungen
erhärten kann.
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Nummer 4
Sonntag, den 4. Januar 1931
Seite 5
Landeshauptftadk.
Darmſtadt, den 4. Januar 1931.
In den erſten Morgenſtunden des geſtrigen Samstags verſchied
infolge einer Gallenſteinoperation Direktor Karl Kahlert,
Mit=
inhaber der alteingeſeſſenen, ſeit 1822 beſtehenden Firma J. G.
Kahlert u. Söhne. Der Heimgegangene war am 24. Februar 1868
zu Darmſtadt geboren, ein echtes Kind ſeiner Vaterſtadt, an der
er mit allen Faſern ſeines Herzens hing. Neben ſeiner beruflichen
Tätigkeit widmete er ſich in ganz ungewöhnlichem Umfange dem
Allgemeinwohl. Nachdem er bereits ſeit 1919 führender
Mitgrün=
der und erſter Vorſitzender der Vereinigung des Darmſtädter
Großhandels war wurde er 1921 zum Mitglied der Induſtrie= und
Handelskammer Darmſtadt gewählt, woſelbſt er ſchon im folgenden
Jahre durch das Vertrauen der Kammermitglieder zu dem
ver=
antwortungsvollen Amt eines ſtellvertretenden Vorſitzenden
be=
rufen wurde. Hier entwickelte er — gleichzeitig als Vorſitzender
der Verkehrskommiſſion der Kammer — unter anderem eine ganz
beſonders rege und fruchtbare Tätigkeit auf dem Gebiete des
Ver=
kehrsweſens, wobei er die Intereſſen, ſeiner Vaterſtadt und des
Handelskammerbezirks nach beſten Kräften wahrnahm. Auf
glei=
chem Gebiet lag auch ſeine Tätigkeit als ſtellvertretendes Mitglied
des Landeseiſenbahnrates Frankfurt a. M., dem er ebenfalls ſeit
einigen Jahren angehörte. Einem Vorſchlag der Handelskammer
gemaß war der Verſtorbene zum Ergänzungsrichter bei der
Kam=
mer für Handelsſachen am Landgericht Darmſtadt beſtellt.
Außer=
dem entfaltete er im hieſigen Kartell der Arbeitgeberverbände,
deſſen ſtellvertretenden Vorſitz er ebenfalls innehatte, als
Vor=
ſitzender der Tarifkommiſſion eine für die hieſigen
Wirtſchafts=
kreiſe ganz beſonders bedeutſame Tätigkeit. Für das
Genoſſen=
ſchaftsweſen hatte der Verſtorbene ſtets ein beſonders warmes
Herz; ſo gehörte er ſeit Jahren dem Aufſichtsrat der Darmſtädter
Volksbank e. G. m. b. H. an und hatte ſo Gelegenheit, die Belange
des gewerblichen Mittelſtandes tatkräftig zu vertreten. Durch
ſeinen unerwarteten Tod wird in weite Bereiche des Lebens
unſerer Vaterſtadt eine Lücke geriſſen, die um ſo ſchmerzlicher
empfunden wird, als auch die menſchlichen Eigenſchaften des
Heim=
gegangenen, einer grundgütigen und ſtets auf Ausgleich bedachten
Perſönlichkeit, ſeine Mitarbeit auf allen Gebieten beſonders
ſchätzenswert gemacht hat.
Im Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt: Am Sonntag
und an allen Wochentagen um 11 und 11.30 Uhr vormittags. Die
Kaſſe iſt von 10.45 bis 11.45 Uhr geöffnet. In dieſer Zeit kann
die Madonna des Bürgermeiſters Mayer, von Baſel von Hans
Hölbein dem Jüngeren geſondert von den Führungen beſichtigt
werden.
— Anthropoſophiſche Geſellſchaft Darmſtadt Die Geſellſchaft
veranſtaltet in dieſem Monat drei öffentliche Vorträge, über die
das Nähere aus der heutigen Anzeige zu erſehen iſt. — Was
For=
ſcher der Richtung, wie ſie auch von den Vortragenden der drei
Abende verfolgt wird, erſtreben, was ſie in Anfängen geleiſtet zu
haben beſcheidentlich erklären dürfen, ſtehe hier als Frage: Iſt es
möglich, im Erkennen der Natur und des Menſchen die Grenze zu
überſchreiten, an der der Forſcher immer wieder zurückprallt, ſo
daß heutzutage mehr denn je Menſchen eine Beute der
Ungewiß=
heit werden? Iſt es möglich, mit der Beſonnenheit exakter
Unter=
ſuchung, die in eine Seinsſphäre vortaſtet, in der das Weſen der
Dinge auffindbar ſein muß? Welcher Einſichtige ſähe nicht, daß
die Frage alle angeht, wenn anders Wiſſenſchaft in das Leben
ſtrahlt, lähmend oder weckend, klärend und befruchtend, oder
ver=
dunkelnd und tötend!
— Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen Gymnaſiums.
Die Leſeabende werden am nächſten Mittwoch wieder
aufgenom=
men. Studienrat Dr. Malzan behandelt den Rechenſchaftsbericht
des Kaiſers Auguſtus, das ſogenannte Monumentum Ancyranum.
Gäſte ſind willkommen.
Graf Alexander Stenbock=Fermor ſpricht am Donnerstag,
dem 8. Januar, in der Aula des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums über
„Meine Erlebniſſe als Bergarbeiter‟. Das „Darmſtädter
Tag=
blatt” hatte das Buch ſeinerzeit ganz ausführlich beſprochen und
die Bedeutung dieſes Werkes beſonders hervorgehoben. Das
Stuttgarter Neue Tagblatt” ſchrieb über ſeinen Vortrag: Der
Vortrag machte tiefen Eindruck auf die Zuhörer, die mit lebhaftem
Intereſſe folgten und dem Redner mit herzlichem Beifall dankten.
Weitere Preſſeberichte ſagen: Graf Alexander Stenbock=Fermor
ſprach über ſeine Bergarbeiterzeit; er beſchrieb die harte
mitleid=
löſe, kaum menſchliche Welt der Grube, die zermürbende Arbeit in
niedrigen Schächten, wo der Arbeiter, auf dem Rücken liegend, die
Decke behaut und angeſpannt aufpaſſen muß, um nicht von den
herunterſtürzenden Kohlenmaſſen verſchüttet zu werden. Das
zahlreiche Publikum lauſchte dem Vortrag mit geſpanntem
Inter=
eſſe und dankte am Schluſſe mit warmem, herzlichem Beifall.
Die Buchhandlung Schroth, Rheinſtraße 15, hat die Werke, des
Vortragenden nebſt Bild uſw. ausgeſtellt. Karten zu 0,50 RM.
ſind beim Verkehrsbüro und Buchhandlung H. Schroth,
Rhein=
ſtraße 15, zu erhalten. Für GDA.=Mitglieder und
Familienange=
hörige Eintritt frei (nur auf der Geſchäftsſtelle des GDA.,
Eliſa=
bethenſtraße 34). Alles nähere in der noch folgenden Anzeige.
— Jahresſchlußfeier des D.H.V. Der Deutſchnationale
Hand=
lungsgehilfenverband, Ortsgruppe Darmſtadt, veranſtaltete eine
ſtimmungsvolle Jahresſchlußfeier. Nach Muſikvorträgen der
Haus=
kapelle und dem gemeinſamen Lied „Ein Jahr iſt um” begrüßte
der 1. Vertrauensmann, Kollege Herold, die zahlreich
erſchie=
nenen Verbandsbrüder und die anweſenden Damen. Nach einem
Rückblick auf das Jahr 1930 mit ſeiner gewaltigen Laſt an Sorgen,
den zahlreichen Schickſalsſchlägen für unſer Volk und der
unge=
heuren Wirtſchaftsnot, einem Hinweis auf die Verbindung der
materiellen mit der ſeeliſchen Not betonte der Redner, daß
Will=
kür und eine rein materielle Denkweiſe über die ethiſche
Lebens=
auffaſſung der Verbandskollegen, nicht die Oberhand gewinnen
dürften. Unabläſſig ſollen wir an uns und unſerer
heranwachſen=
den Jugend arbeiten, damit wir der neuen Zeit der Abkehr vom
volkszerſetzenden Materialismus würdig ſind. Als gläubige
Chriſten wollen wir unſer Denken und Handeln auf das Hohe und
Edle im Menſchen einſtellen. Mit dem Wunſche, daß das neue
Jahr unſerem Volk und Vaterland inneren und äußeren
Auf=
ſchwung bringen möge und einem kräftigen Heil!” ſchloß der
Redner. Aus der Fülle der Darbietungen des Abends ſind
beſon=
ders hervorzuheben die Vorträge des Männerchors unter Leitung
von Koll. Späth, die erneut Zeugnis ablegten von der
beträcht=
lich fortgeſchrittenen ſtimmlichen Schulung, gepaart mit
muſikali=
ſchem Einfühlungsvermögen unſerer Sänger ferner mehrere
Zither=Vorträge, wirkungsvoll ausgeführt von Frau Bohnſack und
Herrn Knörzer, und „Wohlauf nun getrunken”, von Koll. Neuber
ausgezeichnet vorgetragen. Die humoriſtiſchen Darbietungen der
Koll. Franck (als „waſchechter” Bayer), Bohnſack (in
unverfälſch=
ter „Köll’ſcher” Mundart) und Feik waren wirklich
zwerchfell=
erſchütternd und entfeſſelten Beifallsſtürme. Selbſtverſtändlich
wurde auch den übrigen Vortragenden mit Recht lebhafter Beifall
gezollt, der nicht zuletzt dem Koll. Bohnſack als Geſelligkeitsobmann
und Leiter der Veranſtaltung galt. Muſikvorträge der Kapelle
und gemeinſame Lieder umrahmten und beſchloſſen den Abend, der
wohl alle Teilnehmer reſtlos befriedigt haben dürfte.
Auch im Dezember 1930 keine Belebung des
kaufmänniſchen Skellenmarkkes.
Nach den Beobachtungen der Kaufmänniſchen
Stellenvermitt=
lung des DHV. hat der kaufmänniſche Stellenmarkt im Dezember
1930 keine Belebung erfahren. Der Bewerberzugang iſt zwar um
13,8 v. H. geſunken, wobei allerdings zu berückſichtigen iſt, daß in
den Vormonat (November) der Quartalkündigungstermin fiel.
An den Kündigungen und Entlaſſungen im Dezember waren alle
Geſchäftszweige faſt ausnahmslos beteiligt; beſonders ſtark jedoch
die Metall= und Textilinduſtrie und das Tabakgewerbe. Der
Zu=
gang an Beſetzungsaufträgen war etwas geringer, während es
jedoch möglich war, die Vermittlungsziffer um weniges zu
ſtei=
gern. Die Vermittlung von Weihnachtsaushilfen war ſchwach, da
die Firmen oft verſuchten, das Weihnachtsgeſchäft mit dem
vorhan=
denen Perſonal zu bewältigen. Auch die Ausſichten für
Vermitt=
lungen zu den Jahresabſchlußarbeiten und Inventurausverkäufen
ſind ſchlecht. Eine neue ſtarke Beunruhigung des kaufmänniſchen
Stellenmarktes bringen die in den letzten Tagen des Dezember
ausgeſprochenen Vertragskündigungen in Nordweſtdeutſchland.
Die ſchwierige Lage des kaufmänniſchen Stellenmarktes wird
durch die von der Kaufmänniſchen Stellenvermittlung des DHV.
errechnete Andrangsziffer gekennzeichnet (Bewerber auf eine neu
gemeldete offene Stelle): 39,6 im Dezember 1930 gegenüber 15,3
im Dezember 1929.
Beachten Sie das heutige
Preis=Ausſchreiben
auf Seite 17 und 19
— Orpheum. Heute Sonntag, abends 8 Uhr, unwiderruflich
letzte Aufführung der Faſchings=Operette „Die Tanzgräfin” in
3 Akten, Muſik von Robert Stolz. — Die anſprechend
heitere Operette, welche vieles überragt, was in letzter Zeit
auf=
geführt wurde, entbehrt nicht der Originalität. — Im Verlauf der
Handlung iſt viel Ueberraſchung und Situationskomik, ja gewiſſe
Spannungsmomente eingeflochten, die der Operette zum Erfolg
verhelfen — Die hübſche, flotte melodiöſe Muſik wird durch
Kapellmeiſter Petunis” Leitung wiedergegeben. — Im
Mit=
telpunkt ſteht Hilde Schröder als vornehme Gräfin Colette
und Ernſt Federlin als Leutnant Oktave. Beide im Spiel und
Geſang reſtlos erſchöpfend. — A. G. Henny Walden, die
ungariſche Tänzerin, mit ihrer unvergleichlichen tänzeriſchen
Be=
gabung und voll ſprudelnder Laune hinreißenden Temperamentes.
Ferner Ottfried Breiholz, als origineller ungariſcher Zigeuner=
Primas. Es wird nochmals beſonders darauf hingewieſen, daß
die Aufführung „Die Tanzgräfin” heute letztmalig in Szene geht
und daß der Beginn mit Rückſicht auf auswärtige Beſucher
pünkt=
lich auf 8 Uhr angeſetzt iſt, um ſpäteſtens 3411 Uhr beendet zu ſein.
Preiſe von 1—3 Mk. Karten: Verkehrsbüro von 11—1 Uhr,
Kiosk am Paradeplatz bis 6 Uhr, Orpheumskaſſe ab 3 Uhr,
tele=
phoniſch unter 389. (Siehe Anzeige.)
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— Volkshochſchule. Der neue Arbeitsplan für Januar/März
1931 iſt erſchienen. Die Anmeldungen werden täglich in der
Ge=
ſchäftsſtelle entgegengenommen. Jeder Teilnehmer muß im Beſitz
einer neuen Teilnehmerkarte ſein.
Geſangverein Frohſinn 1884. Unter ſtrahlendem
Weihnachts=
baum hielt der Frohſinn am Nerjahrstage ſeine diesjährige
Weih=
nachtsfeier im Mathildenhöhſaale ab. Nach einem flott geſpielten
Marſch und dem Weihnachtslied Hymne an die Nacht unter der
Stabführung des Herrn Kammermuſikers Guſtav Adam begrüßte
der 1. Vorſitzende, Herr Eugen Baſtian, die zahlreich Erſchienenen,
worauf ſich das von Herrn Emil Thomas als Spielleiter vollendete
Programm in bunter Weiſe abſpielte. Außer Chören des Vereins
ſang Herr Karl Ewald (Bariton) Lieder von Schubert und aus
der Oper La Traviata. Xylophonvorträge von Herrn E
Hart=
mann ernteten reichen Beifall. Zwei Theaterſtücke (Am Ort, wo
deine Wiege ſtand und Frauenklugheit bildeten den Höhepunkt
des Gebotenen. Die Namen der Mitwirkenden (alles Mitglieder
des Vereins) einzeln zu nennen, erübrigt ſich, da ſie alle reſtlos
ihr Beſtes hergaben. Nicht unerwähnt ſollen die vortrefflichen
Duetteinlagen von Frau A. Größmann und der humoriſtiſche
Vor=
trag von E. Thomas bleiben. Alles in allem kann geſagt werden,
daß der Geſangverein Frohſinn mit ſeiner Weihnachtsfeier einen
würdigen Abſchluß ſeines Jahresprogramms machte.
TVon der Heſſiſchen Induſtrie= und Handelskammer
Darm=
ſtadt wird uns nachſtehendes mitgeteilt: Die Wechſelſteuermarken
alter Art, nämlich die im § 8 der Ausführungsbeſtimmungen zum
Wechſelſteuergeſetz vom 19. September 1923 in der Faſſung des
Art. I Nr. 3 der Verordnung zur Aenderung der
Ausführungs=
beſtimmungen zum Wechſelſteuergeſetz vom 23. Dezember 1924
(Reichsminiſterialblatt Seite 430) bezeichneten, auf Reichsmark
und Reichspfennig lautenden Wechſelſteuermarken dürfen
bekannt=
lich vom 1. Januar 1931 ab nicht mehr zur Entrichtung der
Wech=
ſelſteuer verwendet werden. Soweit vorſtehende Marken
unge=
braucht im Verkehr ſind, wird Erſatz geleiſtet, wenn dieſer
ſpä=
teſtens bis zum 30. Juni 1931 bei dem mit der Verwaltung der
Wechſelſteuer befaßten Finanzamt beantragt wird. Hierfür iſt
für die Provinz Starkenburg — mit Ausnahme der
Finanzamts=
bezirke Offenbach und Seligenſtadt, welch letztere hinſichtlich der
Wechſelſteuer zum Finanzamt Offenbach=Stadt zählen — das Fi.
nanzamt Darmſtadt=Stadt zuſtändig. Die Beantragung auf
Er=
ſatzleiſtung hat ſonach bei dem Finanzamt Darmſtadt=Stadt unter
Einreichung der Steuermarken alter Art zu erfolgen. Der Erſatz
der Marken iſt gebührenfrei. Da nach dem 30. Juni 1931
ein=
gehende Anträge auf Erſatzleiſtung von der Berückſichtigung
aus=
geſchloſſen ſind, müſſen die Firmen auf eine friſtgerechte
Antrag=
ſtellung bedacht ſein.
— Der neue Saal der Städt. Akademie für Tonkunſt. Mit
Beginn des neuen Jahres wurde der Saal des früher Süß’ſchen
Konſervatoriums, Mühlſtraße 70, der Städt. Akademie fur
Ton=
kunſt zur Verfügung geſtellt. Auf dieſe Weiſe wurde es der Städt.
Akademie möglich, die Schule für Körperbildung und
Bewegungs=
lehre und das Heſſ Seminar für Sprecherziehung auszubauen.
Als Leiterin der Kurſe für rhythmiſche Gymnaſtik. Syſtem Bode,
für Kinder und Erwachſene und berufliche Ausbildung wurde
Fräulein Grete Pfuhl gewonnen, für Gymnaſtik nach
Menſen=
dieck: Frau Sigrid Roellenbleck. Der Saal iſt für die Zwecke
der Gymnaſtik beſonders eingerichtet, indem auf Licht, Luft und
Hygiene beſonderer Wert gelegt iſt. Vor allen Dingen wurde auf
einen guten Bodenbelag geſehen. Auch wird ſicher von allen
Teil=
nehmern beſonders begrußt, daß einem ſeither ſtark empfundenem
Mangel durch Einrichtung eines hygieniſch einwandfreien
Duſch=
raums abgeholfen wurde. Die Städt Akademie für Tonkunſt iſt
dadurch in der Lage, allen an rhythmiſcher Gymnaſtik
Intereſſier=
ten einen Raum zur Verfügung zu ſtellen, wie er hier ſonſt in
Darmſtadt nicht anzutreffen iſt. Für das Heſſiſche Seminar für
Sprecherziehung bietet der Saal den Vorteil einer nicht durch
Muſik geſtörten Abhaltung der Kurſe. Auch wird der Saal zur
Abhaltung von Proben an Vereine zu Vorträgen, für
Tanzſtun=
den uſw. weitervermietet. Anmeldungen nimmt das
Sekre=
tariat, der Städt. Akademie, für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße 36,
entgegen.
— Fünftes Sinfoniekonzert. Tſchaikowſky’s vierte Sinfonie
gelangt nach einer Pauſe von mehreren Jahren morgen Montag,
den 5. Januar, unter der Leitung von Generalmuſikdirektor. Dr.
Karl Böhm zur Wiederaufführung. Der Komponiſt ſchrieb an den
Kopf dieſer Sinfonie „Meinem beſten Freunde”; damit meinte er
Frau von Meck, die an ſeinen Kompoſitionen Gefallen gefunden
und ihm von Herbſt 1877 ab eine lebenslängliche jährliche Rente
von 6000 Rubeln ausgeſetzt hatte. Es iſt deshalb anzunehmen, daß
der Komponiſt der edlen Frau ſeine Dankbarkeit durch die
Zueig=
nung eines ſeiner im Jahre 1877 entſtandenen Werke bezeugen
wollte. — Im erſten Teil des Programms, finden drei
Erſtauf=
führungen für Darmſtadt ſtatt. Die klaſſiſche Sinfonie von
Pro=
kofieff das Klavierkonzert in einem Satz von Rimſky=
Korſakoff und die „Bilder einer Ausſtellung”, von
Muſ=
ſorgſky. Soliſtin iſt die hier erſtmalig mitwirkende bedeutende
junge Pianiſtin Meta Hagedorn=Chevalley aus Altona,
die in letzter Zeit große Erfolge aufzuweiſen hat und von
Furt=
wängler, Muck und anderen bedeutenden Dirigenten zur
Mitwir=
kugn in ihren Orcheſterkonzerten bevorzugt wird.
— Johannes Biſchoff gibt am Montag. 12. Januar, 8 Uhr, im
Kleinen Haus einen Liederabend mit Werken von Richard Strauß.
Begleiter am Flügel iſt wieder Kapellmeiſter KarlHauf. Von
beſonderem Intereſſe dürfte die Nachricht ſein, daß diesmal auch
die Tochter des Künſtlers, Erika Biſchoff, ſich beteiligt, und
zwar mit dem Vortrag der Violinſonate von Céſar Franck.
— Muſikverein. Die Proben für die de Haan=Feier beginnen
am Dienstag, den 6. Januar, 8 Uhr, im Vereinshaus, für Damen
und Herren. Auch am Freitag, den 9. Januar, findet
Geſamt=
probe ſtatt. Die de Haan=Feier iſt nunmehr auf den 25. Januar
feſtgeſetzt worden. — Es wird um vollzählige Beteiligung an den
Proben gebeten. Siehe Inſerat.)
Hefſiſches Landeskhegter.
Großes Haus Kleines Haus Sonntag,4. Januar 19.30—22 30 Uhr
Königskinder
Preiſe 1—10 Mk. 20—22.30 Uhr
Wie werde ich reich und glücklich 2
H6, Bühnenvolksbund Zuſatz=Miete 1(I,8, T, Gr. 4
Preiſe 1.50—7.50 Montag
5. Januar 20, Ende gegen 22 Uhr
5 Sinfonie=Konzert
Preiſe 1.20—8 Mk. Keine Vorſtellung Dienstag
6, Januar 19.30—22 Uhr
Miete A 13 T, 2 und 3
Preiſe 1—10 Mk. 20—23 Uhr
Das Glöckchen des Eremiten der Mann, den ſein Gewiſſen trieb
K8 Bühnenvoltsbund
Zuſ.=M. Xl1 1 20—6 Mk. Mittwoch,
7. Januar 19.30, Ende 22.30 Uhr
Die ſchöne Helena
G 8 Darmſt. Volksb. Gr. I-I0
Preiſe 1—10 Mk. Keine Vorſtellung 8. Januar Donnerstag; Anf. 19.30 Ende 22.30 Uhrl Im weißen Röſel
Preiſe 1—10 Mk. 20, Ende nach 22 Uhr
C 12. Die Zauberflöte Geſchl. Vorſt f. d. Erwerbsl,
Kein Kartenverkauf. Freitag,
9. Januar Keine Vorſtellung 20—22 Uhr
Der Mann, den ſein Gewiſſen trieb
Zuſatzmiete IV 7
Preiſe 1.20—6 Mk. Samstag
10. Januar 19.30—22.30 Uhr
F8 Königskinder
Dſt. Volksb. Gruppe I-IV
Preiſe 1—10 Mk. 20—22.30
Wie werde ich reich und glüchlich
T Gruppe 1, 4, 5
Preiſe 1 20—6.00 Mk. Sonntag
11. Januar 12, Ende nach 22 Uhr
Carmen
Heſſenlandmiete IV6
Preiſe 1.20—12 Mk. 19.30—22 Uhr
Meine Schweſter und ich
Außer Miete
Preiſe 1—5 Mk.
— Heſſiſches Landestheater. Humperdincks Oper „
Königs=
kinder” gelangt heute Sonntag im Großen Haus unter
muſi=
kaliſcher Leitung von Karl Maria Zwißler zur Aufführung. Die
Partie der Gänſemagd ſingt Maria Kienzl, in den übrigen
Haupt=
rollen: „Joachim Sattler, Albert Lohmann, Anna Jacobs
Hein=
rich Kuhn. Eugen Vogt, Eva Herrmann. Hans Ney Martha
Liebel, Grete Bertholdt. — Felix Joachimſons bereits fünf Mal
mit ſtarkem Publikumserfolg in Szene gegangener Kurſus in 2
Ab=
teilungen „Wie werde ich reich und glücklich?” wird
heute Sonntag im Kleinen Haus unter muſikaliſcher Leitung von
Erwin Palm wiederholt. Die Beſetzung iſt die der Erſtaufführung.
sind Salamander-Schuhe durch ihre vörbildliche Eleganz
überragende Qualität und bekannte Preiswürdigkeit immer begehrt
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Darmstadt
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[ ← ][ ][ → ]Sonntag, den 4. Januar 1931
Sieuet und Mirſchafskalender
für die Zeit vom 1, bis 15. Januar 1931.
Aufbewahren!
1. (2.) Januar: Letzter Tag für die Entrichtung des
Schul=
geldes für die Darmſtädter höheren Schulen und die ge=
Ausſchneiden!
werblichen Fortbildungsſchulen für Dezember 1930 an die
Stadtkaſſe. (Schonfriſt bis 10. Januar 1931).
5. Januar: Abgabe der Beſcheinigung an die Finanzkaſſe, daß
die Summe der im Dezember 1930 abgeführten
Steuer=
abzugsbeträge mit der Summe der im Dezember 1930
einbehaltenen Steuerbeträge übereinſtimmt. (Keine
Schonfriſt.)
5. Januar: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom
16. bis 31. Dezember 1930 erfolgten Lohnzahlungen Falls
die bis zum 15. Dezember 1930 einbehaltenen Beträge
200 RM. nicht erreicht haben, im Ueberweiſungsverfahren
Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom 1. bis
31. Dezember 1930 erfolgten Lohnzahlungen. (Keine
Schonfriſt.)
5. Januar: Ablauf der Schonfriſt für die am 25. (27)
Dezem=
ber 1930 fällig geweſene fünfte Vorauszahlung (ſtaatliches
Ziel) laut Steuerbeſcheid über ſtaatliche Grundſteuer,
Sondergebäudeſteuer und Gewerbeſteuer für das
Rech=
nungs ahr 1930/31.
5. Januar: Abführung der im Steuerabzugsverfahren
einbehal=
tenen Reichshilfe der Perſonen des öffentlichen Dienſtes
und der Ledigenſteuer.
10. Januar: Zahlung der Börſenumſatzſteuer, ſoweit dieſe im
Abrechnungsverfahren entrichtet wird.
10. Januar: Umſatzſteuer=Voranmeldung und Vorauszahlung
für das vierte Vierteljahr 1930. (Schonfriſt bis 15.
Ja=
nuar 1931)
10. Januar: Einkommenſteuer=Vorauszahlung für das vierte
Vierteljahr 1930. Nicht für Landwirte! (Keine
Schon=
friſt.)
10. Januar; Körperſchaftsſteuer=Vorauszahlung für das vierte
Vierteljahr 1930. Nicht für Landwirte! (Keine
Schon=
friſt.)
10. Januar: Reichshilfe der Aufſichtsratsmitglieder. Näheres
iſt aus dem Zuſchlagsbeſcheid zu erſehen.
10. Januar: Ledigenſteuer für veranlagte Steuerpflichtige.
Nicht für Landwirte!!! Näheres iſt aus dem
Zuſchlags=
beſcheid erſichtlich.
10. Januar: Entrichtung des Zuſchlags zur Einkommenſteuer
für Einkommen über 8000 RM. Nicht für Landwirte!!!
Näheres in dem Zuſchlagsbeſcheid.
10. Januar: Ablauf der Schonfriſt für die Entrichtung des
Schulgeldes für die Darmſtädter höheren Schulen und die
gewerblichen Fortbildungsſchulen für Dezemher 1930
15. Januar: Ablauf der Schonfriſt für die am 10. Januar 1931
fällig geweſene Umſatzſteuer=Voranmeldung und
Voraus=
zahlung.
Steuerkarten für 1931, Bürgerſteuer 1930.
Es wird noch einmal auf die Ausführungen am Schluſſe des
letzten Steuerkalenders in Nr. 347 des „Darmſtädter Tagblatts”
vom 16. Dezember 1930 verwieſen.
Bürgerſteuer in Darmſtadt.
Wegen der Einzelheiten wird auf die eingehenden amtlichen
Bekanntmachungen verwieſen.
Erſtattung der Lohnſteuer für 1930.
Das Verfahren wird ähnlich geregelt werden wie für 1929.
Nähere Mitteilungen folgen im nächſten Steuerkalender. Es wird
empfohlen, mit der Stellung von Anträgen noch zu warten.
Gunsſcaun de eihe ier der Seaugslaun ie dgs.
Kalenderjahr 1930.
Die Lohnſteuerbeſcheinigungen, die Lohnſteuer=
Ueberweiſungs=
blätter, die Steuerkarten 1930 und die Einlagebogen ſind bis
ſpä=
teſtens zum 20. Januar 1931 dem zuſtändigen Finanzamt
einzurei=
chen. Näheres in der Bekanntmachung der Finanzämter
Darm=
ſtadt=Stadt. Darmſtadt=Land. Langen und Reinheim in Nr. 357/358
des „Darmſtädter Tagblatts” vom 28. Dezember 1930.
H. W. Wohmann.
Tagesordnung zur Sitzung des Provinzial=Ausſchuſſes am
10 1. 1931, vorm. 9 Uhr. Klage der Firma Leonhard Tietz A. G.,
Köln, gegen die Entſcheidung des Kreisamts Offenbach a. M. vom
22. Auguſt 1930 wegen Nichterteilung der Erlaubnis zum
Aus=
ſchank geiſtiger Getränke in ihrem Warenhauſe zu Offenbach a. M.,
Frankfurterſtraße 12—16. 2. Klage des Johannes Stuppi zu
Jugenheim gegen die Entſcheidung des Kreisamts Bensheim vom
31. Oktober 1930 wegen Nichterteilung der Erlaubnis zum Betrieb
einer Kaffeewirtſchaft im Hauſe Seeheimerſtraße 14. 3. Berufung
des Ludwig Wolff zu Darmſtadt gegen das Urteil des
Kreis=
ausſchuſſes des Kreiſes Darmſtadt vom 1. September 1930 wegen
Entziehung ſeines Kraftfahrzeugführerſcheins. 4. Beſchwerde des
Michael Cron zu Vilbel gegen den Beſchluß des Kreisamts
Darmſtadt vom 8. Oktober wegen Zahlung rückſtändiger
Innungs=
beiträge.
Nummer 4.—
Unſichkt Vorſichk. nickſchk.
Umſicht und Vorſicht verhüten die Unfälle, die das eigene Leben,
die eigene Geſundheit bedrohen. Rückſicht iſt obendrein notwendig, um
Gefahren abzuwenden, die die Umgebung bedrohen können. Zahllos
ſind die Unfälle, die völlig Unbeteiligte durch den Leichtſinn, die Un=
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— Darmſtädter Künſtler auswärts. Von einer
Mendelsſohn=
feier des Schleſiervereins Offenbach ſchreibt die Offenbacher
Zei=
tung unter anderem: . . Wer den Muſiker Arnold
Mendels=
ſohn noch nicht kannte, lernte ihn am Samstag in Liedern kennen.
Hier iſt der Komponiſt bei kontrapunktlich feſſelnder Durcharbeit
ausgeſprochen volkstümlich und leicht verſtändlich. So wird jedem
Hörer ſein auf Eichendorffs bekannten Text „Des armen Kindes
heilger Chriſt” komponiertes „Weihnachtslied”, das thematiſch
alte, liebvertraute Weihnachtslieder in der Klavierbegleitung
ver=
wendet, ſofort zum Herzen geſprochen haben. Märchenſtimmung
atmen bei feſſelnder Schreibweiſe und betonter Volkstümlichkeit
„Märchen” und „Unkenlied”, ſtarke Eigenart das „Bettellied” und
ganz reizende Melodik und Rhythmik „der Tanz unter der Linde‟
In Frl. Clara Herber aus Darmſtadt hatte der Komponiſt
eine ausgezeichnete Vermittlerin, ſeiner Kunſt. Ihr prächtiger,
paſtoſer Alt, der gerade in der tiefen Lage von beſonderem
Klang=
reiz und beſtrickendem Zauber iſt, aber auch eine reſpektable
klang=
ſtarke Höhe aufweiſt, gewann die Hörer ſofort, und die Muſikalität
der jungen Sängerin entzückte durch die wunderſchöne Wiedergabe
des „Weihnachtslieds”. Aber auch für die anderen Kompoſitionen
fand die Künſtlerin die rechte Märchenſtimmung und frohe Laune.
Daß in der Künſtlerin ſtarke daramatiſche Kräfte ſchlummern
be=
wies die faſzinierende Wiedergabe des „Bettelliedes” Am Flügel
war Frl. Hildegard Menges aus Darmſtadt ihr eine gute
Be=
gleiterin. . .
— Kurzſchrift und Maſchinenſchreiben. Wir empfehlen den
Beſuch der im Anzeigenteil angekündigten, neuen Kurſe des
Gabelsberger Stenographen=Vereins
Ballon=
ſchule.
Alle dahne einmal Ruf
überlegtheit und Gedankenloſigkeit anderer erleiden müſſen. Wie oft
kann man auf Arbeitsplätzen, auf der Straße und beſonders auch in
den öffentlichen Verkehrsmitteln Menſchen beobachten, ſich bewegen, als
ſeien ſie ganz allein da!
Jeder, der irgendwelche langen Laſten zu tragen hat, müßte ſich
eigentlich ſelber ſagen, daß er dabei zu ganz beſonderer Rückſichtnahme
verpflichtet iſt. Ganz gleich, oh es Leitern, Bretter, Rohre, Stangen
oder dergleichen ſind, die ein Menfch ſich über die Schulter gelegt hat
und transportiert; er muß ſich darüber klar ſein, daß er damit eine
Gefahrenquelle für ſeine ganze Umgebung bedeutet. Jede
verhältnis=
mäßig kleine Wendung, die er ausführt, wirkt ſich am Ende der Laſt,
die er trägt, als eine weitausfahrende, heftige und viel ſtärkere
Be=
wegung aus. Mithin kann er anderen Menſchen, die in den Bereich
ſeiner Laſt kommen, ſchon durch die kleinſte Bewegung ſchwere und
un=
angenehme Verletzungen zufügen.
Aber nicht nur bei ſperrigen und langen Laſten iſt derartige
Rück=
ſichtnahme zu beobachten, auch wer einen Sack, einen Ruckſack oder ſonſt
eine Laſt auf dem Rücken transportiert, muß ſich ſtets deſſen bewußt
ſein, daß er entſprechend mehr Raum und Platz einnimmt, und er muß
ſich dementſprechend verhalten und bewegen. Ganz beſonders auf den
Verkehrsmitteln, auf den elektriſchen Bahnen und dergleichen, iſt eine
derartige Erziehung des Publikums zu einer ſolchen Rückſichtnahme noch
außerordentlich notwendig und höchſt wünſchenswert!
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Nummer 4
Sonntag, den 4. Januar 1931
Seite 7
*Die neuen heſſiſchen Realſteuern.
Aufheben!
9 Obwohl unſere Leſer bereits aus den Landtagsberichten darüber
unterrichtet wurden, daß die Koalitionsregierung dem Grundbeſitz ein
neues Steuerbukett noch vor dem Feſt für das kommende Jahr
dar=
geboten hat, erſcheint es doch angezeigt, an Handen der Geſetzestexte
über den Inhalt Näheres mitzuteilen.
Da iſt zunächſt das Geſetz zur Abänderung des
Sonder=
gebäudeſteuergeſetzes vom 5. Dezember 1930 (Reg.=Blatt
Nr. 22 vom 12. Dezember) hervorzuheben, nach deſſen Beſtimmungen
die Veranlagung der Pflichtigen erſtmals für 1931 erfolgt.
Art. 11 Abſ. 2 des Geſetzes vom 11. Dezember 1928 bringt eine
wichtige Aenderung: „Der Steuerpflichtige hat auf Verlangen
der Steuerbehörde binnen einer auf wenigſtens 2 Wochen zu
bemefſen=
den Friſt eine Erklärung über die ſteuerlich erheblichen
Verhältniſſe feines Grundbeſitzes, insbeſondere über
die Höhe der Friedensmiete abzugeben. Der Geſetzgeber
hat ſich damit begnügt, alles Nähere darüber dem Finanzminiſter zu
überlaſſen.
Beträgt, ſo wird in einem neuen Art. 13 2 Abſ. 1 ausgeſprochen, die
Friedens miete mehr als 5 v. H. des Friedens wertes, ſo erhöht
ſich die ſtaatliche und kommunale
Sondergebäude=
ſteuer (SGStG.) in demſelben Verhältnis. Hierbei iſt die in Prozenten
des Friedenswertes auszudrückende Friedensmiete auf volle
Zehntel=
drozente nach unten abzurunden. Unter Friedenswert verſteht das
Ge=
ſetz den gemeinen Wert der ihr unterliegenden Gegenſtände (Gebäude
nebſt Zubehör im Sinne des heſſiſchen
Vermögensſteuer=
geſetzes vom 12. Auguſt 1899; den zugehörigen Hofreitegrund
und die mit dieſem eine wirtſchaftliche Einheit
bilden=
den Grab= und Grasgärten), wie er für die
Gemeinde=
grundſteuer für das Rechnungsjahr 1914 feſtgeſetzt worden
iſt oder bei inzwiſchen neu entſtandenen Gebäuden oder =teilen feſtgeſetzt
ſvorden wäre, wenn ſie damals beſtanden hätten.
Die Vorſchriften des Art. 13a Abſ. 1 finden aber keine Anwendung,
wenn nach den Art. 5, 6, 7 Abſ. 3, Art. 9 Abſ. 1 die Steuer zu
ermäßi=
ſten iſt oder wenn auf die Steuer von gewerblich genutzten Räumen
dieſe darauf entfallende Steuer auf Antrag zu ermäßigen iſt, inſoweit
gewerblich genutzte Räume durch
Betriebsein=
ſchränkungen oder ungünſtigen Geſchäftsgang nicht
nur vorübergehend erheblich geringer ausgenutzt werden
als in der Vorkriegszeit. (Art. 9 c.)
Die Ermäßigung der Steuer berechnet ſich nach dem Verhältnis der
Friedensmiete der begünſtigten Räume zu der Geſamtfriedensmiete des
ſteuerpflichtigen Gegenſtandes. Die Ermäßigung tritt ein vom 1. des
Monats, der auf den Eintritt des die Ermäßigung begründenden
Er=
eigniſſes folgt; ſie iſt für volle Kalendermonate zu berechnen.
— Neue Kurſe. Die Kaufmänniſche Stenographen=
Geſellſchaft e. V. eröffnet, wie aus dem Anzeigenteil
unſe=
res Blattes bereits mehrfach erſichtlich, am kommenden Montag,
dem 5. Januar, und Donnerstag, dem 8. Januar, in ihren eigenen
Unterrichtsräumen, Ecke Zeughaus= und
Schleier=
macherſtraße (Eingang nur Schleiermacherſtraße) neue Kurſe
in Kurzſchrift und Maſchinenſchreiben. Der Unterricht ſteht unter
bewährter Leitung. Das Unterrichtsgeld iſt niedrig bemeſſen und
kann in Raten beglichen werden. Die Geſchäftsſtelle der
genann=
ten Geſellſchaft gibt bereitwilligſt Auskunft. Fortbildungskurſe in
Kurzſchrift und Maſchinenſchreiben können täglich begonnen
werden.
— Von der „Debewag‟, Darmſtädter Bewachungs=Geſellſchaft
m. b. H. ſind im verfloſſenen Jahr 1187 offene Türen geſchloſſen,
743 offene Türen vorgefunden, die nicht geſchloſſen werden
konn=
ten. Es wurden 374 Lampen ausgeſchaltet, 3 Feuer gelöſcht, 57
offene Geſchäftslokale, 12 defekte Türen, 19 zerſchlagene Fenſter
und Rolläden gemeldet, 4 Einbrecher verjagt, 24 defekte Zäune,
104 offene Fenſter und Rolläden feſtgeſtellt; ferner 49
ſteckenge=
bliebene Schlüſſel und ein gefundenes Mietquittungsbuch
abge=
liefert.
— Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie. Die letzte Ziehung
im alten Jahre (3. Klaſſe 36./262.=Lotterie) hat am :17, und 18.
Dezember ſtattgefunden. Dabei fielen die beiden Hauptgewinne
von je 100 000 Reichsmark auf Nr 334 554 in den beiden
Abtei=
lungen, I und II. Das neue Jahr beginnt am 12. und 13.
Ja=
nuar mit der Ziehung 4. Klaſſe, in der neben anderen größeren
Treffern wieder 2 Hauptgewinne von je 100 000 Reichsmark zur
Ausſpielung kommen. Es wird den Spielern empfohlen, die
recht=
zeitige Erneuerung ihrer Loſe nicht zu verſäumen, die planmäßig
ſpäteſtens bis zum 15. Januar 18 Uhr, bei Verluſt
des Anrechts in der zuſtändigen Lotterie=Einnahme zu
geſche=
hen hat.
— Wochenmarkt=Kleinhandelspreiſe vom 3. Januar in Pfd.
bezw. Stück in R.=Pf. Gemüſe; Kohlrabi 4—6, Erdkohlraben
6—8, gelbe Rüben 6—10, rote Rüben 8—10 weiße Rüben 6—8,
Schwarzwurzeln 25—35, Spinat 15—20, Römiſchkohl 10—15.
Rot=
kraut 6—10; Weißkraut 4—10, Wirſing 5—10, Roſenkohl 20—25,
Zwiebeln 6—10, Knoblauch 80, Tomaten 50—80, Kaſtanien 25
bis 30, Feldſalat (Lattich) 60—100 Endivienſalat 10—20,
Kopf=
ſalat 25, Blumenkohl 30—80, Rettich 5—10, Meerrettich 30—60.
Kartoffeln (p. Zentner) 250—300. Obſt: Tafeläpfel 25
bis 45, Wirtſchaftsäpfel 20—30, Nüſſe 50—55, Apfelſinen 10 bis
20, Zitronen 4—10, Bananen 55 Eßwaren: Süßrahmbutter
180—200, Landbutter 120—150, Weichkäſe 25—30, Handkäſe 5 bis
12. Eier (friſche) 17—20. Wild und Geflügel: Gänſe 100
bis 120, Hühner 90—130, Enten 130, Tauben 60—80, Haſen 70
bis 130, Reh 100—200. Fleiſch= und Wurſtwaren;
Rind=
fleiſch (friſch) 90—100, Kalbfleiſch 120 Hammelfleiſch 100,
Schweinefleiſch 90—110, Dörrfleiſch 140. Wurſt 60—140,
Wurſt=
fett 60, Schmalz (ausgelaſſen) 100.
— Neues aus dem Frankfurter Zoo. Um die Luft des
Anti=
lopenhauſes zu verbeſſern und mehr mit Feuchtigkeit zu ſättigen,
wurde im Mittelteil ein wirkungsvoller Aufbau lebender
Pflan=
zen errichtet.” Innerhalb der Pflänzengruppe befindet ſich eine
große Vitrine, die zurzeit eine kleine Ausſtellung von Tierplaſtiken
des bekannten Frankfurter Tierbildners Carl Wagner
ent=
hält. Als neueſtes Geſchenk erhielt der Zoo von Frau Profeſſor
Wilhelm eine ſiameſiſche Hauskatze mit Jungen.
Erfreu=
liches iſt aus dem Menſchenaffenbeſtande zu melden. Eine
beſon=
ders gute Entwicklung zeigt der junge Gorilla „Toto”, der in
jedem Monat durchſchnittlich 5 Pfund zunimmt. Mitte Dezember
hatte „Toto” 60 Pfund erreicht — bei ſeiner Ankunft am 24. Maz
1929 betrug ſein Gewicht 13 Pfund. Der junge Schimpanſe „Max”
hat mit dem Zahnwechſel begonnen. Auch bei dem Orang=Utan=
Weibchen „Nobi” geht die Zahnung günſtig weiter. Das früher
ſo ängſtliche und abweiſende junge Orang=Männchen „Njo” hat
ſeit einigen Monaten urplötzlich ſeine Scheu völlig überwunden
und ſich an ſeine Pfleger angeſchloſſen. Das Befinden des
Silber=
gibbons „Chang”, das unter der Sonnenarmut der Wintermonate
ein wenig gelitten hatte, hob ſich durch die alltägliche Beſtrahlung
mit der Vitalux=Heizſonne zuſehends. Der achtjährige Schimpanſe
„Peter” und das etwa 2½jährige Schimpanſenweibchen „Fine”
ent=
wickeln ſich trotz der Wintermonate gleichfalls beſtens unter
ſtän=
diger Gewichtszunahme.
Ausſchneiden!
(Wir verweiſen hier im übrigen auf „Bemerkungen zum SGStG.
für das Rechnungsjahr 1929”, abgedruckt in Nr. 107 „D. T.” vom 18.
April 1929.)
Anträge auf Steuerermäßigung (Erlaß nach Art. 5 Abſ. 1,
Art. 9 Abſ. 3 und 4 und Art. 13 a ſind bis zum Ablauf des Steuerjahres
1931 (31. März 1932) oder — falls der Steuerbeſcheid bis dahin noch nicht
rechtskräftig geworden iſt — bis zum Ablauf der Einſpruchsfriſt geltend
zu machen.
Beſonders weiſen wir (wie auch in Nr. 107 „D. T.” vom 18. April
1929 geſchehen!) auf die Steuerermäßigungs anträge nach Art.
Abſ. 4 hin. Die Steuer iſt hiernach zu ermäßigen: a) inſoweit
Mieträume ohne Verſchulden des Eigentümers
länger als 1 Monat leer ſtehen; 5) inſoweit die
Einziehung der Miete dem Eigentümer nach Lage
der Sache nicht möglich iſt und die Unmöglichkeit
glaubhaft gemacht wird; c) (ſiehe oben!).
Das weiter beſchloſſene Geſetz betrifft die Erhebung eines
Grundſteuerzuſchlages.
Der Jahresſatz der ſtaatlichen Grundſteuer von
Ge=
bäuden nebſt Zubehör im Sinne des Geſetzes vom 12. Auguſt 1899, dem
zugehörigen Hofreitegrund und den damit zuſammenhängenden Grab=
und Grasgärten ſowie von Bauplätzen wird ab 1. April 1931
von 12 Pfg. auf 36 Pfg. von je vollen 100 Mk. des
feſt=
geſetzten Steuerwertes erhöht. Das nennt das Geſetz:
Grundſteuer=
zuſchlag.
Dieſer Zuſchlag bleibt unerhoben, wenn der
Grundſteuer=
wert des zuſchlagspflichtigen Vermögens für einen Pflichtigen
zufam=
men 4000 Mk. nicht überſteigt.
Der Zuſchlag ermäßigt ſich: a) auf 10 Pfg. (Geſamtſteuerſatz
22 Pfg.) von je 100 Mk. Steuerwert, wenn der
Grundſteuer=
wert des zuſchlagspflichtigen Vermögens für einen Pflichtigen
zuſam=
men 7000 Mk. nicht überſteigt: 6) auf 15 Pfg. (
Geſamtſteuer=
ſatz 27 Pfg.) von je 100 Mk. Steuerwert, wenn der
Grundſteuer=
wert des zuſchlagspflichtigen Vermögens für einen Pflichtigen
zuſammeh 10 000 Mk nicht überſteigt.
Der Zuſchlag iſt in dem gleichen Verhältnis wie die
SGSt. zu ermäßigen, wenn dieſe Steuer nach den Beſtimmungen
des Art. 9 Abſ. 4 des SGStG. vom 11. Dezember 1928 zu
ermäßi=
gen iſt.
Der Finanzminiſter kann Beſtimmungen über die Anpaſſung der
Staatsſteuervorauszahlungen an die nach dieſem Geſetze
feſtzuſetzende Steuer treffen. Die Erhebung der erhöhten
Vorauszahlungen kann auf Grund öffentlicher
Bekanntmachung erfolgen.
— Stenographie und Maſchinenſchreiben. Die Stenographen=
Vereinigung „Gabelsberger” Handwerkerſchule, Ecke Karls= und
Nieder=Ramſtädterſtraße macht unter Hinweis auf die heutige
Anzeige darauf aufmerkſam, daß am Dienstag, den 6. und
Frei=
tag, den 9. Januar, abends, neue Kurſe in Reichskurzſchrift im
obigen Unterrichtslokal beginnen. Die Leitung der Kurſe liegt
in Händen ſtaatlich geprüfter Lehrer der Stenographie.
Außer=
dem beginnen an dem genannten Abend Fortbildungskurſe in
Reichskurzſchrift. — Die Maſchinenſchreibſchule des obigen
Ver=
eins in der Karlsſtraße 23, Erdgeſchoß, iſt täglich nachmittags
geöffnet.
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p. Unfallverhütung und Arbeiterſchutz bei Hoch= und
Tief=
bauten. Die Verordnung vom 7. September 1920/24. Juli 1922 iſt.
neuerlich in verſchiedenen Punkten geandert. Wir heben hervor:
An allen Dachflächen mit einer Neigung über 20 Grad ſind am
Dachfuß Schneefangeiſen und Schneefanggitter anzubringen. An
geknickten Dächern (Manſardendächern) müſſen an jedem Dachknick
Schneefangeiſen und Schneefanggitter vorhanden ſein. Die Stützen
der Schneefanggitter (Schneefangeiſen) dürfen ſeitlich nicht mehr
als 0,80 Meter auseinanderliegen und müſſen einen Querſchnitt
von mindeſtens 7.X 30 Millimetern haben. Von der Anbringung
der Dachhaken, Schneefangeiſen und Schneefanggitter kann
abge=
ſehen werden: a) bei ungeknickten Dächern (Satter=Pultdächern
uſw.), deren Traufkante nicht mehr als 5 Meter und deren Firſt
nicht mehr als 10 Meter, b) auf Manſardenflächen, deren
Man=
ſardenknick nicht mehr als 7 Meter über der Erde liegt.
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Tageskalender für Sonntag, den 4. Januar 1931.
Heſſ. Landestheater. Großes Haus H6. 19.30 Uhr:
„Königskinder”. — Kleines Haus, 20 Uhr, III8, T 4: Wie
werde ich reich und glücklich?‟. — Orpheum, 20,15 Uhr:
„Die Tanzgräfin”. — Konzerte: Schloßkeller, Café Oper,
Café Ernſt Ludwig, Alte Poſt, Spaniſche Bodega, Reſtaurant
Bender, Zur goldenen Krone, Reichshof, Sportpl.=Reſt. am
Böllenfalltor. Café Monopol. — Kinovorſtellungen
Union=, Helia=, Palaſt=Lichtſpiele. — Union=Theater,
vorm. 11,15 Uhr: Film=Morgenfeier.
Zu dem Raubüberfall in Mainz.
Zuſtändigkeitsfragen verzögern die erforderlichen polizeilichen
Maßnahmen.
Auf die Ergreifung der beiden Räuber, die am vergangenen
Dienstag zwei Kaſſenboten der Mainzer Volksbank in der
Ge=
richtsſtraße überfielen und 90 000 RM. raubten, wurde anfänglich
eine Belohnung von 1500 RM. ausgeſetzt. Dieſe Belohnung iſt
nunmehr auf 5000 RM. erhöht worden. In der geraubten
Akten=
taſche befanden ſich außer dem Gelde noch Anweiſungen in Höhe
von 16 000 RM. Die Anweiſungen werden allerdings für die
Räuber ohne Wert ſein, da bei einer Weitergabe derſelben die
Gefahr einer Entdeckung ſehr naheliegt. — Wie jetzt aus einem
offenen Brief des Rechtsanwalts Dr. Jung an den
Mainzer Polizeidirektor bekannt wird, iſt bei der
Mel=
dung des Ueberfalls koſtbare Zeit durch Zuſtändigkeitsfragen
ver=
trödelt worden. Rechtsanwalt Dr. Jung ſah den Ueberfall von
ſeinem Büro aus an und hat ſpäteſtens nach 3 Minuten dem
Main=
zer Polizeidirektor Mitteilung gemacht. Polizeidirektor Vohmann
bedeutete Rechtsanwalt Dr. Jung, daß er ſich mit ſeiner
Mel=
dung an die Kriminalpolizei zu wenden hätte. Bis Dr. Jung
über das Telephonamt und das Stadtamt eine Verbindung mit
der Kriminalpolizei bekam, verging koſtbare Zeit. Da dem Herrn
Dr. Jung durch die Kriminalpolizei der Vorwurf gemacht wurde,
daß durch ſeinen Anruf beim Polizeidirektor wertvolle Zeit
ver=
loren gegangen ſei und die Kriminalpolizei der
Verſicherungs=
geſellſchaft der Verletzten gegenüber erklärte, ſie ſei zu ſpät
benach=
richtigt worden, ſieht er ſich zu der öffentlichen Anfrage genötigt,
wie man in ſolchen Fällen am ſchnellſten die notwendige
polizei=
liche Bereitſchaft in Gang ſetzen kann. Da es nunmehr nahezu
feſt=
ſteht, daß die Räuber durch den Stadtpark fuhren und am
Binger=
ſchlag die Chauſſee nach Finthen erreichten, hätte durch eine raſche
Dispoſition die Sperrung der Straße erfolgen können. Das
Publi=
kum muß für den Wiederholungsfall informiert werden, welche
Schritte am raſcheſten zum Ziele führen und wie der
Polizeiappa=
rat raſcheſtens in Tätigkeit geſetzt werden kann.: Rechtsanwalt Dr.
Jung rief den Polizeidirektor in dem Glauben an, daß bei einer
derartigen Straftat die Zuſtändigkeit des höchſten Beamten
ge=
geben ſei und daß ihm das Ueberfallkommando unmittelbar
unterſtehe.
Es iſt ſehr bedauerlich, daß durch Zuſtändigkeitsfragen die
er=
forderlichen Maßnahmen bei dem Mainzer Raubüberfall verzögert
wurden.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
Erkran=
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der
Haus=
arzt zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am
Sonntag, 4. Januar, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung
bereit: Dr. med. Draudt, Heinrichſtraße 17, Tel. 2520; Dr. med.
Vidal, Stiftsſtraße 25, Tel. 1110; Dr. med. Weyell,
Hölges=
ſtraße 16, Tel. 253.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
an=
ſchließenden Woche, vom 3. Jan. bis 10. Jan, den Nachtdienſt: die
Merckſche Apotheke, Rheinſtraße 9, die Beſſunger Apotheke,
Wittmannſtraße 1.
Lokale Veranſtalkungen.
Dſe bierunter erſcheinenden Nofizen ſind ausſchließlich als Sinweiſe auf Anzeigen zu beirachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritſk.
— Chriſtlicher Verein junger Männere V.,
Darmſtadt, Alexanderſtraße 22 (Infanteriekaſerne) Am
Sonn=
tag, dem 4. Januar, abends, lautet das Thema bei der
Zuſam=
menkunft der Hauptabteilung: „Organismus und Organiſation”
Wir laden unſere Mitglieder zu dieſem Abend dringend ein. Gäſte
und Freunde ſind auch an dieſem Abend herzlich willkommen.
Das Jungvolk iſt nachmittags im Heim. — Es werden neben den
üblichen Dingen noch Lichtbilder gezeigt. Jeder Jugendliche im
Alter von 13½ bis 17 Jahren iſt zu dieſer Veranſtaltung
einge=
laden. — Wir bitten, zu beachten, daß die
Familienkreisbibel=
ſtunde am Mittwoch, dem 7. Januar, anläßlich der
Allianzgebets=
woche nicht im Heim, ſondern in der Evang. Stadtmiſſion,
Mühl=
ſtraße 24, ſtattfindet.
Briefkaſten.
Jedes Anfrage ſt die letzte Bezugsauſttung beſzuflgen. Anonmme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfeigt ohne Rechtsverbindichkeit.
S. hier. Der Mietzins iſt pfändbar, auch wenn er die
Inſtand=
ſetzungsprozente (für laufende Inſtandſetzungskoſten derzeit 17 Prozent,
für große 8 Prozent der Friedensmiete) enthält. Sollte der Vermieter
ſeinen Reparaturpflichten nicht nachkommen, ſo empfiehlt ſich, die
In=
ſtandſetzungskommiſſion (Städt. Hochbauamt) anzugehen. Die Gebühren
für Straßenreinigung und Mülkabfuhr ſind vom Vermieter an die
Stadt abzuführen und haben mit dem Mietzins direkt keinen
Zuſam=
menhang, ſie dürfen deshalb nicht einbehalten werden.
G. W. Gepfändet kann von der Frau in die Ehe eingebrachtes Gut
wohl werden, wegen Schulden des Ehemannes, da es ſich in des
Letz=
teren Gewahrſam befindet. Da aber im geſetzlichen Güterſtande, in
wel=
chem Sie leben, das eingebrachte Gut nicht für Schulden des Mannes
haftet (ſoweit ſich die Frau nicht ſolche zu zahlen verpflichtet hat), ſo
wird ſie dem Gläubiger glaubhaft machen müſſen, daß es ſich um
ein=
gebrachtes Gut der Frau handelt, und wenn er die Freigabe weigert,
mit Klage gegen den Gläubiger vorzugehen gezwungem ſein. Die
ge=
naue Ausfüllung eines Vermögensverzeichniſſes, das von der
Geſchäfts=
ſſtelle des Gerichts zugeſandt wird, muß der Leiſtung des Eides
voraus=
gehen. Die Koſten des Verfahrens gehen zu Laſten des Schuldners.
L. R. Reichswehrminiſterium Berlin.
W. Sch. Ein derartiges Adreßbuch liegt im Büro der
Brauerei=
vereinigung, Saalbauſtraße 4, auf.
W. M. Soweit Störungen durch einen Lautſprecher willkürlich
er=
folgen, dürfte eine Anzeige wegen Erregung ruheſtörenden Lärms beim
zuſtändigen Amtsanwalt wohl zum Ziele führen.
A. St. Sie hätten die Ware auf Mängel unterſuchen ſollen, bevor
ſolche in Gebrauch genommen wurde. In der Ingebrauchnahme der
Ware erblickt Recht wie Geſetz eine ſchlüſſige Genehmigung des
Kauf=
gegenſtandes, ſo daß eine Preiskürzung nur im Wege einer gütlichen
Verſtändigung zu erwirken wäre. Der Vorfall mahnt dazu: Kauft am
Platze!
S. in H. 1. Das kanoniſche Recht geſtattet überhaupt keine
Ehe=
ſcheidung, ſondern nur Trennung von Tiſch und Bert, und zwar
beſtän=
dige Trennung nur wegen Ehebruchs oder der ihm gleichſtehenden
Fleiſchesverbrechen. — 2. Die fragliche Behauptung vermögen wir nicht
nachzuprüfen. Vielleicht ſteht eine Anweiſung von höherer Stelle in
Frage.
D. Die Erhebung der Gebühren für die Müllabfuhr geſchieht
auf Grund der Brandverſicherungskapitalien der Häuſer. Der für
das Hausgrundſtück berechnete Gebührenbetrag wird dem
Eigen=
tümer angefordert und von dieſem im Verhältnis der Mietwerte
auf ſämtliche Benutzer des Hausgrundſtücks ausgeſchlagen und in
den Zahlungsterminen (jeweils am 25. der Monate Mai, Juli,
September, November. Januar und März eines jeden Jahres) an
die Stadtkaſſe abgeliefert. Der Vermieter hat den Mietern eine
genaue Aufſtellung und anteilige Berechnung der Gebühren
vor=
zulegen, damit dieſe in den Stand geſetzt ſind, dieſe Spezifikation
nachzuprüfen.
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Standesamts=
regiſter der Gemeinde ſurden im abgelaufenen Jahre folgende Einträge
vollzogen: 147 Geburten (123), Sterbefälle 55 (59), darunter 6
Totge=
borene, Eheſchließungen 89 (73). Die Zahlen in Klammern bedeuten
die Einträge im Jahre 1939. Gemeinderatsſitzungen fanden im
abge=
laufenen Jahre 34 ſtatt. Die Finanzkommiſſion tagte 25mal, die
Bau=
kömmiſſion 8mal und die Wohlfahrtskommiſſion 31mal. Die Zahl der
Kleinrentner betrug am Ende des Jahres 95, die Zahl der
Sozialrent=
uer 168, die Zahl der Wohlfahrtsunterſtützungsempfänger, 2l4. Im
Jahre 1930 wurden in der Evangeliſchen Gemeinde 130 Kinder getauft.
ei Deir eiſchende uercheiſce de en ier dechef
und der vorjährigen Konfirmanden erklärt ſich daraus, daß jetzt die
Kinder der Kriegsjahrgänge konfirmiert werden. — Die
Weihnachts=
ferien der hieſigen Schule gehen mit Ablauf dieſer Woche zu Ende. Der
Unterricht beginnt wieder am Montag, vormittags halb 9. Uhr.
Hühnerdiebſtahl. In einer der letzten Nächkte wurden aus einer
bieſigen Hühnerfarm 10 junge Gühner geſtohlen. Die Polizei, die an
Ort und Stelle die Spuren des Diebes verfolgte, glaubt, daß man es
hier muit demſelben Dieb zu tun hat, welcher vor einigen Tagen drei
Enten ſtahl, und meint, jetzt auf der richtigen Spur zu ſein.
4a. Eberſtadt, 3. Jan. Eine Nutz= und
Brennholzver=
ſteigerung, findet ſeitens der Gemeinde am Montag, den 5. Januar,
ſtatt. Das Holz ſtammt aus dem Forſtdiſtrikt Woog und wird an Ort
und Stelle verſteigert. — Die nächſte Beratungsſtunde der Mutter=
und Säuglingsfürſorge findet am Montag uachnittag in der
Guten=
bergſchule ſtatt. — Im Hauptgottesdienſt am Sonntag predigt Pfarrer
Orth. Der Kindergottesdienſt fällt aus.
Cp. Pfungſtadt, 3. Jan. Die Bier= und Bürgerſteuer
iſt hier durch das Kreisamt Darmſtadt zwaugsweiſe eingeführt worden.
— Im Alter von 78 Jahren iſt der Altrentner Valentin Steinmetz 3.
geſtorben. — Auf vielſeitigen Wunſch wiederholt der
Kirchengeſang=
derein am Sonntag abend die Aufführung des ſozialen Schauſpiels
„Durch Nacht zum Licht‟. Die Aufführung findet im Gemeindehaus
ſtatt.
G. Ober=Ramſtadt, 3. Jan. Baulandumlegung „
Schachen=
mühlenweg‟. Nachdem das Miniſterium der Finanzen. Abteilung
für Bauweſen, den Plan für die Neueinteilung und den Antrag auf
Umlegung der Grundſtücke. Am Schachenmühlenweg” der Gemarkung
Ober=Ramſtadt genehmigt hat, liegen die Vorarbeiten vom 5. bis
ein=
ſchließlich 15. Januar d. J. während der Dienſtſtunden auf dem
Bürger=
meiſtereibüro zur Einſicht und Erhebung etwaiger Einwendungen offen.
Im übrigen ſei auf die offizielle Bekanntmachung der Bürgermeiſterei
hingewieſen. — Gemeinderatsſitzung. Am Montag, den 5.
d. M., abends 8 Uhr findet eine Sitzung des Gemeinderats ſtatt. —
Offenlage. Die Gemeinde= und Waſſerwerksrechnung für 1929 liegt
vom 5. d. M. ab eine Woche lang auf dem Bürgermeiſtereibüro zur
Einſicht und Erhebung etwaiger Einwendungen offen. —
Bürger=
ſteuer und Gemeindebierſteuer. Durch Bekanntmachung
vom 31. Dezember 1930 hat das Kreisamt Darmſtadt nunmehr auch für
die Gemeinde Ober=Namſtadt die Bürgerſteuer und Gemeindebierſteuer
eingeführt. Die Ortsſatzung über letztere kann vom 3. bis einſchl. 10.
Januar bei der Bürgermeiſterei eingeſehen werden.
f. Roßdorf, 3. Jan. Bürgerſteuer. Nachdem der
Gemeinde=
rat die Zuſtimmung zur Deckung des zuſätzlichen Bedarfs des
Wohl=
fahrtsetats wiederholt abgelehnt hat, hat ſich das Kreisamt als
Auf=
ſichtsbehörde veranlaßt geſehen auf Grund der Notverordnung des
Reichspräſidenten für die Gemeinde Roßdorf die Bürgerſteuer nach dem
Landesſatz einzuführen. Sämtliche Arbeitsloſe ſowie Sozial= und
Kleinrentner ſind von der Bürgerſteuer befreit,
X Dieburg, 3. Jan. Turnverein=
Neujahrsveranſtal=
tung. Flotte Weiſen der Kapelle Weber eröffneten den Abend. Nach
dem Aufmarſch der Turner unter Turnwart Remſpechers Leitung.
folgte ein dichteriſcher Vorſpruch, über die Turnerei von Frl. Erich,
einer kleinen Enkelin unſeres Turnvaters Treber, die ſich hiermit
ver=
dienten Beifall errang. Die Begrüßung erfolgte nach einigen
Frei=
übungen der Turner durch den 1. Sprecher, Jean Rödler, der Not
des Vaterlandes und des Ernſtes der Zeit gedenkend. Dann wechſelten
in bunter Reihenfolge miteinander ab: Frei= und Bodenübungen der
Schüler, unter der vorbildlichen Leitung von „Vater Treber”, die
Jüngſten und Kleinſten” in der Schule des Aelteſten, die Zöglinge mit
Stab=, Frei= und Geſellſchaftsühbungen, unter der bewährten Leitung
von Turnwart Chriſt. Turnwart Remſpecher zeigte vorbildliche
Lei=
ſtungen der Turner mit Blitzſtabübungen, Sportfreiübungen und el.
Keulenſchwingen. Viel Freude erregten unſere Turnerinnen, die
Schüle=
rinnen unter der erſtmaligen Leitung von Frl. Paula Klein, die ſich
dieſer dankbaren Aufgabe mit viel Erfolg entledigte. Die Schülerinnen
zeigten Freiübungen und Tänze, während die älteren Turnerinnen
D.Hinm der 4. Janar 1981. —
ſie bei den rhythmiſchen Tanzformen, unter Rödlers zielbewußter
Lei=
tung. Der zweite Teil des Abends brachte nochmals die Schüler und
Turner am Barren, unter Treber und Remſpecher, die gute Leiſtungen
zeigten und wohlverdienten Beifall ernteten. Darauf fand die Ehrung
verſchiedener verdienter Mitglieder ſtatt, die der erſte Sprecher Rödler
vornahm. Er dankte zuerſt den beiden Turnwarten Remſpecher und
Chriſt für ihre unermüdliche Arbeit, dann Frl. Paula Klein, der neuen
Leiterin der Schülerinnen. Darauf erfolgte die Ehrung der Turner,
die alle 25 Jahre dem Turnverein Dieburg oder der Deutſchen
Turner=
ſchaft angehören. Die Ehrung der Turner Nemſpecher, Klenk, Kolb,
Schvebel, Hock und Lohrum nahm Rödler vor, der herzliche Worte des
Dankes und der Anerkennung ihnen widmete und ihnen Diblome und
Anſtecknadeln überreichte. Turner Kühn dankte Rödler für ſeine 25
jäh=
rige Tätigkeit in warmen Worten und brachte ein dreifaches Gut Heil
auf die Geehrten aus. Turner Remſpecher dankte für die Ehrung, und
ſein dreifaches Gut Heil galt dem Turnverein Dieburg.
* Brandau, 3. Jan. Selten dürfte man ein gleich großes Dorf mit
ſoviel alten Leuten finden, wvie ſie unſer ſchönes Odenwalddörfchen
Brandau hat. Unter den etwa 700 Einwohnern ſind zurzeit drei über
90 Jahre alt. Der älteſte davon, Johann Adam Noth, geht ins 93.
Lebensjahr und arbeitet noch tüchtig in der Landwirtſchaft mit. Von
ihm kann man mit Recht ſagen „Heiterkeit des Gemüts erhält jung”,
deun nur wenige haben einen ſo geſunden Humor, wie dieſer Ein
Dutzend von unſeren Einwvohnern ſteht im Alter zwiſchen 80 und 90
Jahren und 6 werden in dieſem Jahre 80 Jahre alt. Die meiſten dieſer
alten Leute ſind rüſtig und machen ſich noch im Haushalt und in der
Landwirtſchaft nützlich. Allen ein kräftiges Proſit Neujahr!
m. Beerfelden, 3. Jan. Verſchiedenes. Der erſte Vieh=,
Schweine=” und Ferkelmarkt wird hier kommenden Montag abgehalten;
die Auftriebszeit iſt von 410 bis 10 Uhr. — Tags darauf iſt eine
Hand=
wverkerberatungsſtunde, vormittags von 9 bis 10.45 Uhr, im Gaſthaus
zum Ochſen.
Cf. Birkenau, 3. Jan. Vom Standesamt. Der Abſchluß der
Standesamtsregiſter ergab für 1930: 39 Geburten, wovon 19 Knaben und
20 Mädchen ſind, B Eheſchließungen und 19 Sterbefälle, wovon 4
aus=
wärts erfolgten. Gegenüber dem Vorjahr mit 48 Geburten iſt ein
we=
ſentlicher Rückgang zu verzeichnen, und hat 1930 die niedrigſte
Gebui=
tenzahl ſeit 1918. Nächſt dem Jahre 1917 mit nur 26 Geburten, hat
das Jahr 1930 die wvenigſten Geburten ſeit 1876. Die höchſte
Geburten=
zahl hatte das Jahr 1901 mit 99 Geburten, welchen aber auch wieder
im gleichen Jahre 51 Sterbefälle gegenüberſtanden. Die außerordentlich
hohen Sterbeziffern der früheren Jahre erſtreckten, ſich hauptſächlich
auf kleine Kinder. Die Eheſchließungen waren 1930 6 mehr als 1929
und die Sterbefälle 4 weniger. Ueberhaupt iſt ſtandesamtlich im
ver=
floſſenen Jahr die geringſte Sterbeziffer ſeit 1876 zu verzeichnen. Die
höchſte Sterblichkeit weiſt das Jahr 1904 mit 64 Sterbefällen auf, was
um ſo bemerkenswerter iſt, als die Einwohnerzahl damals noch keine
2000 betrug, gegen rund 2600 Einwohner nach der Zählung im
ver=
gangenen Jahr, in welchem einſchließlich der auswärts Verſtorbenen
19 Sterbefälle zu verzeichnen ſind.
d. Rimbach i. Odw., 3. Jan. Die Weihnachts= und
Neu=
jahrszeit brachte der hieſigen Kirchengemeinde eine Fülle von
Ver=
anſtaltungen. Sämtliche Gottesdienſte hatten einen guten Beſuch
aufzu=
weiſen. An Weihnachten und Silveſter bot der hieſige
Kirchengeſang=
verein unter Leitung ſeines Dirigenten, Herrn Lippert=Rimbach, eine
großangelegte und ſehr gut durchgearbeitete Kantate für gemiſchten
Chor, Solo, Orcheſter und Orgel. Sämtliche Stimmen waren von
Rim=
bacher Damen und Herren beſetzt, die ſich der ſchweren Aufgaben als
durchaus gewachſen erwieſen. Herr Lehrer Lippert hat das Verdienſt,
erneut bewieſen zu haben, welch großen Anforderungen der hieſige
Kir=
chengeſangverein gewachſen iſt. Außer den verſchiedenen
Weihnachts=
beſcherungen verfehlte ihren Eindruck die zweimal bei überfüllter Kirche
veranſtaltete Chriſtfeier nicht. In fünf Handlungen, zuſammengeſtellt
von Martin Mohr, zog das Geſchehen der heiligen Nacht an den Augen
der Beſchauer vorüber. Die über 100 Mitwirkenden hatten ſich
vortreff=
lich in die heilige Handlung hineinverſetzt. Herr Lehrer Lippert und
Herr Rektor Haller hatten zuſammen mit dem Geiſtlichen das ſchwierige
Spiel vortrefflich eingeübt. — Eine Feier ganz beſonderer Art war
die Altenfeier, die zum letzten Male an Neujahr in unſerer Gemeinde
gefeiert wurde. Sämtliche Gemeindeglieder, die 70 Jahre und darüber
ſind, waren zu dieſer Feier eingeladen, und viele fanden ſich ſchon zum
Vormittagsgottesdienſt ein. Am Nachmittag bewirtete der
Frauen=
verein im Gemeindehauſe die Alten mit Kaffee und Gebäck. Herr
Bür=
germeiſter und Kirchenvorſteher Schäfer begrüßte die Erſchienenen und
wies auf die einzigartige Bedeutung dieſes Zuſammenſeins hin. Herr
Pfarrer Anthes ließ in ſeiner Anſprache die Zeiten, die die Alten
ver=
lebt haben (ſie ſind alle vor dem Jahre 1860 geboren), in ihre
Erinne=
rung zurückrufen. Allerlei Darbietungen der Jugend füllten den
Nach=
mittag aus. Von beſonderem Intereſſe war zum Schluß der Film
Das Menſchenleben”. In vielen eindrucksvollen Bildern zog das Leben
des Menſchen von der Wiege bis zum Grab an den Beſchauern
vor=
über. Als eine Kurioſität mag erwähnt werden, daß das Geſamtleben
der anweſenden 45 Alten genau 3000 Jahre beträgt.
Nummer 4
2it Leichenegſcuanfs des Gelſeinen Gerverengfs
Johann Bapkiſt Falk.
Mainz, 3. Januar.
Am Samstag mittag 12 Uhr fand auf dem ſtädtiſchen
Fried=
hof in feierlicher Weiſe die Beiſetzung des Geheimen Gewerberats
Johann Baptiſt Falk ſtatt. Der Trauerfeierlichkeit ging
vor=
mittags 9,30 Uhr in der Pfarrkirche St. Joſef eine.
Seelenmeſſe
für den Verſtorbenen voraus. Herr Pfarrer Gallei von St.
Joſef zelebrierte das Requiem, dem außer den Angehörigen eine
große Anzahl Leidtragender beiwohnten.
Die Beiſetzung
des verſtorbenen Geheimen Gewerberats Falk um 12 Uhr gab
Zeugnis von der hohen allgemeinen Wertſchätzung, deren ſich der
Verſtorbene in allen Kreiſen erfreute. Was an unvergänglichen
Worten der Dankbarkeit und Hochſchätzung ein ſelbſtloſes Leben
im Dienſte der ſchaffenden und kämpfenden Mitmenſchen ſich
an=
geſammelt hatte, das zeigte ſich bei der Trauerfeierlichkeit auf
dem Friedhof. Die Totenkapelle konnte nicht alle faſſen, die da
gekommen waren, um dem hochverdienten Manne die letzte Ehre
zu erweiſen. Die trauernde Familie ſah ſich in ihrer ſchweren
Abſchiedsſtunde umgeben von Freunden und Kollegen, von all
denen, die mit dem Verſtorbenen im ſtillen Gebet noch einmal
Ausſprache halten wollten. Der Sarg war auf einem Katafalk
aufgeſtellt, umgeben von Lorberbäumen, Blumen und zahlreichen
Kränzen. Die Fahnen der Mainzer und verſchiedener
auswär=
tiger Metzger=Innungen, ſowie katholiſcher Vereine flankierten
den aufgebahrten Sarg. Außer den Angehörigen hatten ſich zur
Trauerfeierlichkeit eingefunden, der hochwürdigſte Herr Biſchof
Dr. Joſ. Maria Hugo, die Herren Prälaten Generalvikar Dr.
Mayer und Domdekan May, eine Anzahl Geiſtlichen. Herr
Oberbürgermeiſter Dr. Külb, in Begleitung der Herrn
Bürger=
meiſter Dr. Ehrhard und Hiemenz. Die Herren Stadträte
Appel und Zink, als Vertreter der Zentrumspartei. Die
Ver=
treter der verſchiedenen Fraktionen des Stadtrats, Mitglieder
des Kaſinos „Frankfurter Hof”, der Vorſitzende des deutſchen
Flei=
ſcherverbandes, Herr Lammertz=Köln, Herr, Obermeiſter
Schwöbel von der Mainzer Metzger=Innung, eine große
An=
zahl Vertreter des Handwerks und Gewerbes von hier und
aus=
wärts, der Handwerkskammer Darmſtadt und Handwerkskammer=
Nebenſtelle Mainz, der Vorſitzende des Innungs=Verbandes Groß=
Mainz. Herr Schöntag, Vertreter der Fleiſcherei=
Berufsgenoſ=
ſenſchaft u. a. m.
Nachdem ſich die andächtige Trauergemeinde verſammelt,
nahm Herr Pfarrer Gallei die kirchliche Begräbnishandlung und
Einſegnung der Leiche vor. Sodann ſetzte ſich der Leichenzug nach
dem Familiengrab in Bewegung, begleitet von der
Trauerge=
meinde. Am Grabe hielt Herr Pfarrer Gallei die kirchlichen
Gebete und übergab die Leiche der Erde. Hierauf trat der
hoch=
würdigſte Herr Biſchof Dr. Hugo zum Gebet an das Grab, ihm
folgten die übrigen geiſtlichen Würdenträger und die
Familien=
angehörigen uſw.
Damit fand die ernſte Handlung ihren Abſchluß.
Im Anſchluß an die Trauerfeierlichkeit fand in der
Gewerbe=
ſchule in der Schulſtraße ein interner
Trauerakt
des Vorſtandes der Heſſiſchen Handwerkskammern
und des Innungsverbandes Groß=Mainz zu Ehren
des Verſtorbenen ſtatt. Der ſtellvertretende Vorſitzende der
Heſ=
ſiſchen Handwerkskammer, Herr Bauunternehmer Becker=
Gie=
ßen, eröffnete mit einer kurzen Anſprache den Trauerakt. Als
älteſtes Vorſtandsmitglied der Kammer hielt Herr Ehrenmeiſter
Schmuck=Worms eine tiefſchürfende Gedächtnisrede. Er
be=
trauerte aufs tiefſte den Heimgang dieſes ausgezeichneten Mannes,
der mit vorbildlicher Pflichttreue für ſeine Vaterſtadt und das
Gewerbe, beſonders das Fleiſchergewerbe, ein Menſchenalter
ge=
wirkt habe. Er gedachte des Verſtorbenen in unauslöſchlicher
Dankbarkeit und Verehrung. Im ähnlichen Sinne ſprachen noch
der Vorſitzende des Innungsverbandes Gr.=Mainz, Herr
Schön=
tag und Herr Direktor Schüttler=Darmſtadt für die
Beam=
ten und Angeſtellten der Handwerkskammer Darmſtadt.
D= Reichenbach i. Odw., 3. Jan. Fremdenverkehr. Trotz
des ungünſtigen Sportwetters war die hieſige Jugendherberge die
Feier=
tage über ſehr gut beſucht. Es konnten über 100 Uebernachtungen
ver=
zeichnet werden. Der Autoberkehr war ſehr gering.
Hirſchhorn, 3. Jan. Waſſerſtand des Neckars am
2. Januar: 184 Meter; am 3. Januar: 1.96 Meter.
TaBMOTAdA
HIOIIIAHPA
Beginn:
Montag, 8½ Uhr
Oer leIsleMestäTIA
den es seit Jahren degeben hat und der allem Anschein nach auch fürrerrcicht werden durtte, wird mit diesem Ausverkauf zur latsache. Arbeitet doch wohl
me der großte 1eil der Herren- und Knabenbekleldungs-industrie seit Wonaten ohne leden Ver- dienst. Wenn wir dies betonen dann glau ben wir Ihnen das Wichtigste mitgetellt zu haben und wir emptehlen Ihnen darum: Kauten Sie jetzt, kauten Sie, was Sle sofort oder balt d benotigen und selen Sie de essen eingedenk: Carsch Ist out und [ ← ][ ][ → ]
Nummer 4
Jagd im Januar in Heſſen.
Mitgeteilt vom Heſſ. Jagdklub, e. V., Darmſtadt.
Mit Ende des Monats Dezember ſchließt in Heſſen die
Schuß=
zeit auf Faſanen=Hennen. Die Jagd auf den Faſanenhahn bleibt
offen bis Ende Mai.
Der Haſe darf noch bis zum 15. Januar bejagt werden.
Reh=
wild, Auerwild und Rebhühner genießen Schonung. Ente,
Schnepfe, Bekaſſine, Dachs, außerdem Edel= und Damwild,
Schwarz=
wild, wilde Kaninchen und Tauben ſind den ganzen Monat zum
Abſchuß frei.
Die Kaninchenſuche mit dem Frettchen wird eifrig gepflegt
und liefert bei entſprechendem Wetter gute Beute.
Alles Haar=Raubwild trägt den beſten Winterbalg, Füchſe
ranzen und ſind viel auf den Läufen, das Schwarzwild rauſcht.
Bei anhaltender Kälte kommen die Enten auf eisfreie Stellen
in Bächen und Wieſen, wo ſie anzubirſchen ſind, auch auf dem
Strich werden ſie geſchoſſen. Manche ſeltenere nordiſche Arten
be=
ſuchen jetzt unſere Reviere.
Reichliche Beſchickung der Fütterungen, Salz und Ruhe vor
jeder Störung ſind dem Wilde in der Notzeit des Winters
Lebens=
bedingung, darum ſtets ſtrenge Aufſicht, namentlich auch in der
Nähe von einzelnen Gehöften und Zäunen!
Bb. Bensheim, 3. Jan. Der neu gegründeten hieſigen
Bezirksſpar=
kaffe wurde durch Verfügung des heſſiſchen Innenminiſters vom 24.
De=
zember die ſtaatliche Anerkennung als öffentliche Sparkaſſe auf Grund
des Artikels 2 des Heſſiſchen Geſetzes über die öffentlichen Sparkaſfen
vom 8. Auguſt mit Wirkung vom 1. Januar 1931 zuteil. Damit
zu=
gleich wurde der Kaſſe die Rechtsfähigkeit verliehen.
j. Bon der Bergſtraße, 3. Jan. Dem 20jährigen Chauffeur Jakob
Böhm in Leutershauſen flog, als er in der Neufahrsnacht einen Schuß
abfeuerte, ein Sprengkörper in ein Auge. Der Verunglückte wurde in
die Heidelberger Klinik überführt. Die Sehkraft des rechten Auges
gilt als verloren.
— Gernsheim, 3. Jan. Waſſerſtand des Rheins, am
2. Januar: 0,58 Meter; am 3. Januar: 0,95 Meter.
A. Groß=Rohrheim, 3. Jan Gemeinderatsbericht. Der
Abſchluß einer Schülerverſicherung, wie ſie vom Heſſ. Kreisſchulamt
Bensheim empfohlen wird, wird abgelehnt, da die Geldmittel der
Ge=
meinde zu knapp ſind und die Gemeindekaſſe durch die ſozialen
Ver=
pflichtungen zu ſtark in Anſpruch genommen iſt. Auch erſcheinen die
Verſicherungsbeiträge gegenüber den Leiſtungen der Kaſſe zu hoch. In
der Wilhelmſtraße ſollen dringend notwendig gewordene
Reparatur=
arbeiten, insbeſondere an den Fußſteigen, vorgenommen werden. Ebenſo
ſollen die Hauseigentümer in der Wingertſtraße gebeten werden, ſolche
an den Banketten daſelbſt vorzunehmen, bis die Gemeinde ſelbſt dazu
in der Lage iſt. Der wichtigſte Punkt der Tagesordnung bildete die
Einführung der Bürgerſteuer. Nach Aufklärung durch Herrn
Bürger=
meiſter Olf, daß nach der Notverordnung des Reichspräſidenten vom
1. Dezember 1930 alle Gemeinden zur Einführung dieſer Steuer zwecks
Ausgleichung des Gemeindebudgets gezwungen werden können
— Staatskommiſſar! —, inzwiſchen auch eine Staffelung der Steuer
durch Geſetzesbeſtimmung möglich iſt, ſo ſah ſich der Gemeinderat einer
neuen Situation gegenüber und beſchloß, entgegen einem früher
gefaß=
tem ablehnenden Beſchluß, nun doch, auch hier die Bürgerſteuer mit
der Bierſteuer einzuführen.
Bm. Hofheim (Ried), 3. Jan. Hohes Alter. Heute feierte unſer
älteſter männlicher Einwohner, Herr Makler Jakob Schmahl 2., ſeinen
85. Geburtstag. Unſer Ortsälteſter iſt noch einer von echtem Schrot
und Korn; außer einem, durch Unfall erlittenen Beinbruch, erfreut ſich
der Alte noch der beſten Geſundheit. Er war lange Jahre hieſiger
Fleiſchbeſchauer, und durch ſeinen Beruf über die Grenzen unſeres
Hei=
matdorfes beſtens bekannt. Zum Ehrentag herzlichen Glückwunſch!
A-t. Goddelau, 3. Jan. Rathausprojekt. Bereits einige
Jahre trägt ſich der Gemeinderat mit dem Gedanken, für
Bürgermei=
ſterei und Standesamt andere Räume zu ſchaffen, da in dem alten,
unter Denkmalſchutz ſtehenden Rathäuslein am gefährlichen Eckplatze
hierfür nur ein einziges Zimmer zur Verfügung ſteht, das den heutigen
Verhältniſſen nicht mehr entſpricht. Wohl ſollten Rathaus= und
Schul=
hausprojekt zuſammen erledigt werden, aber infolge der allgemeinen
Notlage mußte das letztere als das koſtſpieligſte noch etwas zurückgeſtellt
werden. Die Rathausfrage ſoll nun in folgender Weiſe gelöſt werden:
Das Haus Bahnhofſtraße 3, in dem ſich zurzeit eine
Lehrerdienſtwoh=
nung befindet, wird dadurch freigemacht, daß man für den Lehrer eine
entſprechende Neuwohnung ſchafft. Da gleichzeitig für den hieſigen
Gen=
darmeriemeiſter eine Dienſtwohnung nötig iſt, wird für beide Beamte
ein zweiſtöckiges Wohnhaus mit fe 4 Zimmern und Garten in der
Hin=
denburgſtraße errichtet, und ſoll bis Herbſt bezogen werden. Dadurch
werden in der jetzigem Dienſtwohnung des Lehrers 4 Räume frei, ſo
daß hierin ſowohl Bürgermeiſterei und Standesamt wie
Gemeindeein=
nehmerei untergebracht werden können. Den monatelangen
Bemühun=
gen des Bürgermeiſters und eines Gemeinderatsmitglieds iſt es jetzt
endlich gelungen, zu dem Neubau einen erheblichen Bauzuſchuß zu
bil=
ligem Zinsfuß zu erhalten, worauf in der geſtrigen Gemeinderatsſitzung
der Neubau beſchloſſen wurde. Vier Gemeinderatsmitglieder ſtimmten
dagegen.
Db. Urberach, 3. Jan. Gemeinderatsſitzung. Der
gefähr=
liche Bahnübergang beim Bahnhof Urberach, Straße nach Oberroden,
wo ſich wiederholt ſchon ſchwere Unfälle ereigneten, ſoll durch eine
Schranke geſichert werden. Gegen die ablehnende Haltung der
Reichsbahn=
direktion Mainz ſoll durch eine neue Eingabe des Gemeinderats, des
Miniſteriums des Innern ſowie des Heſſiſchen Verkehrsvereins, die
hier=
zu ebenfalls Stellung nehmen. Einſpruch erhoben werden. — Zwecks
Verbreiterung der Provinzialſtraße Urberach-Oberroden, die dem
heu=
tigen Verkehr nicht mehr gänzlich gewachſen iſt, iſt die Gemeinde bereit,
ſoweit die hierzu benötigende Fläche Gemeindegelände betrifft, zu dieſem
Zwecke abzugeben. Die Straße ſoll eine Verbreiterung von 1,50—2.00
Meter bekommen. — Zur Arbeitsbeſchaffung bzw. Beſchäftigung der
Ausgeſteuerten hat die Gemeinde beim Kreis ein Darlehen von 25 000
RM. mit Zinsverbilligung erhalten. — Die Kiefernſamenernte wird
zum Preiſe von 2,50 RM. pro Zentner nur an angewieſenen Plätzen
an eine Darmſtädter Firma vergeben.
Sonntag, den 4. Januar 1931
(Nachdruck verboten.)
1s. Der Diplomingenieur S. fuhr am 27. Auguſt 1929 mit
ſeinem Kraftwagen von Frankfurt a. M. nach Darmſtadt.
Auf der Provinzialländſtraße am Ausgange des Dorfes Egelsbach
war ein entgegenkommender Radfahrer in eine Gruppe Kinder
hineingefahren, die zu einem Schulausflug gehörten und ſich auf
der Landſtraße balgten. Durch den plötzlich auftauchenden
Rad=
fahrer wurden die Kinder auseinandergeſcheucht, dabei rannte ein
10jähriger Knabe in den von der entgegengeſetzten Seite
kommen=
den Kraftwagen hinein. Dem Knaben wurde vom Türgriff des
Kraftwagens die Schädeldecke zertrümmert, ſo daß der Tod auf der
Stelle eintrat. — Der Ingenieur S. wurde vom Landgericht
Darmſtadt wegen fahrläſſiger Tötung zu 300 Mark Geldſtrafe
verurteilt. Die Fahrläſſigkeit dieſes Angeklagten wird in der
angeſichts der Sachlage übermäßig hohen Geſchwindigkeit (20 Km.)
erblickt, denn der Angeklagte hätte bei dem auf der Landſtraße
herrſchenden ſtarken Verkehr und angeſichts der Schulklaſſe ſeine
urſprüngliche Geſchwindigkeit (60 Km.) auf bedeutend weniger als
20 Km. herabmindern müſſen. Aber auch der Radfahrer E. iſt vom
Landgericht wegen fahrläſſiger Tötung zu 150 Mark Geldſtrafe
verurteilt worden. Seine Fahrläſſigkeit wird darin gefunden,
daß er in die Gruppe Knaben hineingefahren iſt. Er hätte bei
Beobachtung der erforderlichen Verkehrsſorgfalt unter
Berückſich=
tigung des entgegenkommenden Kraftwagens abſteigen müſſen.
Die von beiden Angeklagten beim Reichsgericht eingelegten
Reviſionen hatten keinen Erfolg und ſind vom 1. Strafſenat als
unbegründet verworfen worden. „Reichsgerichtsbriefe‟. (1 D
1226/30. — Urteil des RG. vom 23. Dezember 1930.)
Aus Mainz.
— Spar=Debatte im Mainzer Finanzausſchuß. Der ſtädtiſche
Finanz=
ausſchuß ſetzte in ſeiner Sitzung am Freitag die Erörterung und
Be=
ſchlußfaſſung über Anträge betr. Umorganiſation ſtädtiſcher
Dienſtſtelken. Einſparungen im Perſonaletat,
Aen=
derung der Voranſchlagsberatungen uſw., fort. Der Antrag auf
Prü=
fung der Angliederung des Gartenamtes an das
Tief=
oder Hochbauamt wurde abgelehnt, ſonach verbleibt das
Gartenamt auch künftig als ſelbſtändiges Amt. Die Anträge betr.
Ein=
ſchränkung der Tätigkeit des Wohnungsamtes wurden für erledigt
er=
klärt, nachdem die Verwaltung darauf hingewieſen hatte, daß bereits
Perſonaleinſparungen beim Wohnungsamt erfolgt ſind. Bemerkenswert
waren hierbei auch die weiteren Ausführungen der Verwaltung.
Hier=
nach nimmt das Wohnungsamt Beſchlagnahmungen von freiwerdenden
Wohnungen mit einer Friedensmiete von über 800 RM. regelmäßig
nicht mehr vor. Auch was die Reichsmiete für Wohnungen mit einer
Friedensmiete von über 1500 RM. angeht, ſowie die
Mieterſchutzbeſtim=
mungen für gewerbliche Räume über 4000 RM. Friedensmiete ſtehen
ge=
ſetzliche Aenderungen bevor. Intereſſant war auch die Mitteilung, daß
nach dem Stand vom 1. Dezember 1930 von den ehemals
beſchlagnahm=
ten Wohnungen pridater Hausbeſitzer lediglich 52, und dazu meiſt
grö=
ßere Wohnungen leer ſtehen. Der Antrag auf Abbau der Kleiderſtelle
wurde ebenfalls als erledigt erklärt. Dieſe Stelle wird nämlich mit dem
31. März 1931 in ihrer bisherigen Form aufgehoben und dem
Wohl=
fahrtsamt angegliedert. Die Verwaltung weiſt bei dieſer
Gelegenheit auf die immer noch anwachſenden
Wohlfahrtslaſten hin. Der Deutſche Städtetag habe
wieder=
holt eine neue Laſtenverteilung beantragt. Es ſei damit zu rechnen,
daß die Reichsregierung und der Reichstag ſich in Bälde mit der
Umge=
ſtaltung der Finanzierung der geſamten Arbeitsloſen=, Kriſen= und
Wohlfahrtserwerbsloſen=Fürforge befaſſen werden. Ein Vorſchlag gehe
hierbei darauf hinaus, daß das Reich künftig 50 Prozent, die Länder
25 Prozent und die Kommunen ebenfalls 25 Prozent der Koſten dieſer
Erwerbsloſenfürſorge im weiteren Sinn tragen ſollten. — Die Anträge
betr. Aenderung der Aufſtellung und der Beratung des kommenden
Voranſchlages wurden nicht angenommen. Es verbleibt alſo bei dem
bisherigen Zuſtand, wonach die Verwaltung den Voranſchlag aufſtellt,
über den zunächſt die Fachdevutationen und dann der Finanzausſchuß
und der Stadtrat beraten und Beſchluß faſſen. Künftighin wird die
Verwaltung jedoch dem erſten Entwurf des Voranſchlages alle
Unter=
lagen beifügen, woraus die Entwicklung des Voranſchlages gegenüber
den Vorjahren erſichtlich iſt, ebenſo die in den einzelnen Kapiteln
ent=
ſtehenden Defizite und die Abdeckungsvorſchläge der Verwaltung.
Schließlich lehnte der Finanzausſchuß noch einen Antrag ab, der die
Entlaſſung ſämtlicher bei den Bauämtern nicht im
Beamtenverhält=
nis befindlichen Angeſtellten verlangte, nachdem die Verwaltung erklärt
hatte, daß auch bei den Bauämtern Perſonaleinſparungen vorgeſehen
ſeien und durchgeführt würden. — Die Ausſprache über den
Perſonal=
etat erhitzte in der Sitzung beſonders die Gemüter. Der
Perſonaldezer=
nent Dr. Kraus erklärte, daß ein Perſonaletat von 14 Millionen Mark
für die Stadr Mainz auf die Dauer untragbar ſei und unter den
ob=
waltenden Verhältniſſen nicht auf längere Zeit verantwortet werden
könne.
— Mainzer Tageskalender für Sonntag, den 4. Januar 1931.
Stadttheater: 11.30 Uhr: Sonja Korty mit Enſemble tanzt.
Kleine Preiſe (0.30 bis 3,50 RM.), Ende gegen 13 Uhr. 15 Uhr:
„Knecht Rupprechts Flieger=Abenteuer, und ſeine
Folgen‟ Ein Spiel aus der Weihnachtszeit mit Muſik in 6 Bildern
von Hans Ludwig Linkenbach. Kleine Preiſe (0,30 bis 3,50 RM.),
Ende gegen 17.30 Uhr. 19,30 Uhr: Außer Abonnement: „Das Land
des Lächelns”, Romantiſche Operette von Franz Lehär. Kleine
Preiſe (0,30 bis 3,50 RM.). Ende 22 Uhr. — Johanniskirche. 20 Uhr:
Konzert der Madrigalvereinigung Darmſtadt. — Sportplatz Fort
Bin=
gen: 14,30 Uhr: Fußballſpiel Mainz 05 — Kickers Offenbach. — Ufa=
Palaſt. Tonfilm: „Stürme über den Montblanc‟ —
Schiller=Lichtſpiele: Tonfilm: „Eine Freundin, ſo goldig wie
du‟. — Thalia=Theater: Tonfilm: „Din unvollkommeneEhe‟
— Kötherhof=Lichtſpiele: Tonfilm: „Zwei Menſchen. — Kurhaus
Wiesbaden: 16 Uhr: Sinfonie=Konzert. 20 Uhr: Operetten=Abend. —
Seite 15
Mainz, 3. Janug
Kaum hatte ſich in Mainz die Erregung über den Ueberfall auf
die Kaſſenboten der Volksbank etwas gelegt, als die Gemüter erneut
erregt wurden durch die Nachricht, daß der 54 Jahre alte berheiratete
Photograph Ferdinand Metz in ſeiner Wohnung,
Ste=
phensberg, ermordet aufgefunden worden ſei. Die Leiche wies 2 Stiche
in der Bruſt und 2 Stiche im Oberarm auf. Da an dem Tatort kein
Meſſer aufgefunden wurde, war die Mordkommiſſion ſogleich der
An=
ſicht, daß es ſich um einen Mord handelt. Die Tat iſt während der
Abweſenheit der Familie des Getöteten geſchehen.
Ueber die Auffindung der Leiche erhalten wir noch folgende
Ein=
zelheiten. Am Freitag abend um 5 Uhr entfernte ſich die Frau des
Ermordeten und ſeine Tochter, um in der Stadt noch einige
Beſorgun=
gen zu machen. Als die Frau kurz vor 6 Uhr zurückkehrte, bemerkte
ſie, daß, entgegen ſonſtige Gewohnheit, die Fenſterläden ihrer
Woh=
nung geſchloſſen waren; auch als ſie ihre Haustüre öffnen wollte, ſtieß
ſie auf Schwierigkeiten. Sie holte daher einen benachbarten
Küfer=
meiſter herbei und betrat mit dieſem die Wohnung. In der Küche
fand ſie ihren Mann hemdsärmelig auf dem Stuhle ſitzen. Da er vor
ihrem Weggehen guter Dinge war, glaubte ſie ihn zunächſt ſchlafend.
Sie mußte aber zu ihrem Entſetzen feſtſtellen, daß er tot war. Ein
herbeigerufener Arzt konnte nur den Tod durch Verbluten feſtſtellen.
Die Mordkommiſſion nahm nach ihrem Eintreffen ſofort eine
ein=
gehende Unterſuchung vor. Da weder eine Waffe gefunden wurde,
noch irgend welche Unordnung in der Wohnung zu bemerken war,
glaubte man zunächſt, der Tote habe Selbſtmord verübt und vor ſeiner
Verblutung die Waffe, mit der er ſich den tödlichen Stich beigebracht
hätte, beſeitigt. Bei näherer Unterſuchung bemerkte man aber die
Stichverletzungen, die ſich der Tote unmöglich ſelbſt beigebracht haben
konnte.
Im Verlaufe des Samstag nachmittag wurde der Mörder in der
Perſon des 23jährigen Kaufmanns Elbing aus
Wies=
baden, der ſich im Paulinenſtift befand, feſtgeſtellt. Elbing war der
Bräutigam der Tochter des Ermordeten. Er war bei Biebrich mit
einem Hunde im Waſſer liegend aufgefunden worden, wurde gerettet
und in das Paulinenſtift eingeliefert. Seine Entdeckung erfolgte durch
einen Brief, den der Mörder an ſeine Braut mit der Poſt geſchickt
hatte, in dem er mitteilte, daß er den Photographen erſtochen habe
und im Rhein Selbſtmord verüben werde. Der Brief traf am
Sams=
tag mittag ein, als ſich die Mordkommiſſion noch am Tatorte befand.
Elbing, der geiſtig minderwertig ſein ſoll, wurde in das Städtiſche
Krankenhaus Mainz in eine Haftzelle gebracht. Die Tochter des
Er=
mordeten wurde unter dem Verdacht der Mordbegünſtigung verhaftet.
Ueber den Grund der Tat iſt man noch im unklaven.
* Mainzer Polizeibericht. Einem Privatmann, der auf der
Eiſen=
bahnfahrt von Wiesbaden nach Mainz mit einem Manne bekannt
wurde, mit dem er ſpäter eine Wirtſchaft beſuchte, iſt das
Porte=
monnaie mit geringem Inhalt entwendet worden. Der Täter
wurde von dem Beſtohlenen ſpäter am Hauptbahnhof geſehen, ſo daß
er ſeine Feſtnahme veranlaſſen konnte. Es handelt ſich um einen
woh=
nungsloſen Ausländer. — In das Lager eines Althändlers
iſt eingebrochen worden. Der Täter gelangte über eine Mauer
in das Innere des Lagers, drückte eine Fenſterſcheibe ein und ſchob den
Riegel zurück, ſo daß er das Fenſter öffnen konnte. Am Schreibtiſch
öffnete er die Schublade, an der noch der Schlüſſel ſtak, und ſtahl zehn
RM. in kleinem Geld. An einem Kaſſenſchrank, deſſen äußere Türe mit
einem Nachſchlüſſel geöffnet worden war, wurde eine kleinere innere
Türe mit Gewalt aufgeſprengt. Aus dem Kaſſenfchrank
wurden 5 RM. geſtohlen. — In einem Geſchäftshauſe in der
Flachs=
marktſtraße iſt einer Studentin, während ſie dort Einkäufe beſorgte, der
Schirm geſtohlen worden. Als Täterin kommt wahrſcheinlich eine
Frau in Betracht, die in dem Geſchäft war. — Ein junger Mann, der,
auf einem Fußſteig gehend, von einem Mann angeſtoßen wurde, und ſich
nach dieſem umſah, erhielt von dem Mann einen Schlag in das
Geſicht, der ihn am Auge leicht verletzte. — Auf der Großen Bleiche
wurde am Mittwoch nachmittag ein Radfahrer von einem
Perſonenkraft=
wagen angefahren. Der Radfahrer kam zu Fall. Obwohl der
Chauffeur ſeinen Wagen ſofort bremſte, konnte er es nicht verhindern,
daß das rechte Vorderrad ſeines Wagens den Radfahrer erfaßte. Der
Radfahrer wurde leicht verletzt.
— Weihnachtskonzert der Darmſtädter Madriaalvereinigung in
Mainz. Auf das am Sonntag, den 4. Januar, abends 20 Uhr, in der
Mainzer Johanniskirche ſtattfindende Weihnachtskonzert der
Madrigal=
vereinigung Darmſtadt unter Leitung von Herrn Profeſſor Dr. Friedr.
Noack und Mitwirkung des Organiſten Herrn Hermann Hüther ſei
hierdurch nochmals hingewieſen.
Ab. Worms a. Rh., 3. Jan. Worms die Stadt der 50000!
Im Jahre 1930 haben ſich Geburtsfälle und Eheſchließungen in Worms
ungefähr in gleicher Höhe bewegt wie in 1929, die Zahl der Sterbefälle
iſt dagegen zurückgegangen. Es ergibt ſich dadurch eine Zunahme der
Bevölkerungszahl. Beurkundet wurden 1065 Geburten (im Jahre 1929:
1058), 535 (543) Heiraten, und 662 (691) Sterbefälle. Die
Bevölkerungs=
zahl iſt im Laufe des Jahres von 49 190 auf 49 775 angewachſen.
— Wafſerſtands=Nachrichten vom 3. Januar. Rhein: Hüningen
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im 84. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Kaiſer
Miniſt.=Amts=Ob.=Geh. i. R.
Darmſtadt, den 2.
Kahlertſtraße 1, II.
Januar 1931.
Die Beerdigung findet Montag, den 5. Januar,
vorm. 11 Uhr, von der Kapelle des alten
Fried=
hofes, Nieder=Ramſtädterſtraße, aus ſtatt. (502
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
ſowie die zahlreichen Blumenſpenden bei dem
Heimgange unſerer lieben Entſchlatenen, unſeren
herzlichſien Dank. Dank ſagen wir auch Herrn
Pfarrer Wagner für ſeine troſtreichen Worte und
den Schweſiern der Reformationsgemeinde für
die liebevolle Pflege.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen.
Peter Stephan
Schuhmachermeiſter.
Darmſiadt, den 4. Januar 1931.
Todes=Anzeige.
Schmerzlich und tief bewegt erfüllen wir hiermit die
traurige Pflicht, von dem unerwarteten Ableben unſeres
Vorſitzenden,
Herrn Direktor
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute vormittag entſchlief nach kurzem, ſchwerem Leiden,
plötzlich und unerwartet mein herzensguter Gatte, unſer
innigſt geliebter, treuſorgender Vater, Schwiegervater,
Bruder, Schwager und Onkel
Direktor
ſtellvertr. Vorſihender der Hefſiſchen Induſtrie=
und Handelskammer
im 63. Lebensjahre.
Pauline Kahlerk, geb. Praſſel
Dr. med. Margarete Haſſelmann, geb. Kahlerk
Lina Richler, geb. Kahlerk
Dr. med. Max Haſſelmann
Dipl. Ing. Walther Richler
Darmſtadt, Manila, den 3. Januar 1931.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 6. Januar 1931,
vormittags 11 Uhr, auf dem alten Friedhof ſtatt. (540
Von Beileidsbeſuchen bitten wir Abſtand zu nehmen.
Für die uns beim Heimgang unſerer
lieben Entſchlafenen erwieſene
Teil=
nahme danken wir herzlichſt.
Familie Ludwig Dietz.
Rhönring 60,
Kenntnis zu geben. Der Verſtorbene war im Jahre 1919
führender Mitgründer unſerer Vereinigung und hat ſeit
dieſer Zeit bis zum heutigen Tage das Amt des
Vorſitzen=
den bekleidet. Seine reichen Kenntniſſe und Erfahrungen,
ſeine unermüdliche, auf das Geſamtwohl gerichtete
Tätig=
keit, insbeſondere auch ſein ausgleichendes und von hoher
Menſchlichkeit getragenes Weſen haben das ihm von allen
Seiten entgegengebrachte Vertrauen ſtets gerechtfertigt.
Der Darmſtädter Großhandel und darüber hinaus die
ge=
ſamte hieſige Wirtſchaft haben durch ſein Dahinſcheiden eine
bewährte und ſtets arbeitsfreudige Führernatur verloren,
der ein immerwährendes ehrendes und dankbares Andenken
gewahrt ſein wird.
Darmſtadt, den 3. Januar 1931.
Bereinigung des Darmſtädker Großhandels
Joſeph May
ſtellv. Vorſitzender.
Dr. Schäfer
Syndikus.
Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht von dem
Hin=
ſcheiden unſeres allverehrten Seniorchefs
Herrn Oirektor Karl Kahlert
ſtellv. Vorſitzender der Heſſ. Induſtrie= und Handelskammer
Kenntnis zu geben.
An dem Entſchlafenen verlieren wir einen Chef von
ſeltener Herzensgüte und Verſtändnis für ſein Perſonal.
Wir werden desſelben ſtets in Treue und Dankbarkeit
gedenken.
Das Perſonal der Firma
J. G. Kahlert & Söhne
Darmſtadt, den 3. Januar 1931.
(539
Tief erſchüttert geben wir von dem heute früh plötzlich
er=
folgten Ableben unſeres ſtellvertretenden Vorſitzenden
Herrn Direktor Karl Kahlert
Kenntnis.
Der Heimgegangene hat ſeit 1921 unſerer Kammer als
Mit=
glied angehört, im Jahre 1922 wurde er als ſtellvertretender
Vorſitzender in den Vorſtand berufen. In ſteis unermüdlicher
und ſelbſtloſer Weiſe hat der Verſchiedene unſerer Kammer und
damit der einheimiſchen und der deutſchen Wirtſchaft ſeine reichen
Kenntniſſe und Erfahrungen zur Verfügung geſtellt. Die Kammer
gedenkt in Dankbarkeit der ſtets tatkräftigen Mitarbeit des
Heim=
gegangenen und wird das Andenken an ſeine ſo gütige
Per=
ſönlichkeit ſiets in hohen Ehren halten.
Darmſtadt, den 3. Januar 1931.
Hefſiſche Induſtrie= und Handelskammer
Darmſtadt
Dr. Roeſener
Schenck
I. Shndikus.
Vorſitzender.
Beiſetzung: Dienstag, den 6. Januar, vormittags 14 Uhr, auf dem alten Friedhof
an der Nieder=Ramſtädterſiraße.
(R
Seite 12
Sonntag, den 4. Januar 1931
Nummer 4
OM
Nachruf.
Lucſe Grünberg
Artur Morgenstern
Geſtern verſchied nach lurzer Krankheit
unerwartet unſer Vertreter, Herr
Todes-Anzeige.
Franz Ober
Heute wurde mir unerwartet nach kurzem, ſchwerem
Leiden mein langjähriger, mir treu zur Seite ſtehender
Bruder und Teilhaber, der Senjorchef der Firma J. G.
Kahlert & Söhne,
Seit mehr denn 20 Jahren war er in
unſerer Firma tätig, und wir verlieren in ihm
einen pflichttreuen und unermüdlichen
Mit=
arbeiter, deſſen Andenken wir ſtets in Ehren
halten werden.
Kohlenhandlung.
Jacob Groh & Co.
Herr Direktor
Verlobte
ulda
Darmstadt
Ober-Ramstadt
ſiellvertr. Vorſitzender der Heſſiſchen Induſirie= und
Handelskammer
us beſter Schaffensluſt entriſſen.
Wargarete Dannewald
Wihelm Benz
Was ich an dem Heimgegangenen verliere, weiß nur
der zu würdigen, der die vorzüglichen Eigenſchaften von
Herz, Geiſt und Gemüt, ſowie ſeine großen Kenntniſſe auf
allen Gebieten gekannt und ſchätzen gelernt hat.
Verlobte
Arheilgen am 4. Januar 1931
Darmſtadt, den 3.
anuar 1931.
Allen, die an unſerem großen Schmerze Anteil
jahmen und unſerem lieben Verſtorbenen die letzte
Ehre erwieſen, ſprechen wir hiermit unſeren
herz=
lichſten Dank aus. Insbeſondere danken wir Herrn
Pfarrer Becker, den Dienſtſtellen und Verbänden für
die ehrenden Nachrufe.
Hermann Kahlerk
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 6. Januar 1931,
11 Uhr vormittags, auf dem alten Friedhof ſtatt. (541
Eliſabeth Frank u. Kinder.
(493
Heute entſchlief unerwartet meine geliebte
Frau, unſere liebe Tante
Schachtſtraße 4.
[ ← ][ ][ → ]Sonntag, den 4. Januar 1931
Nummer 4
Berein
ehem. 61er Artilleriſten
Todes=Anzeige.
Unſer innigſigeliebter Vater, Schwiegervater,
Großvater, Schwager und Onkel
Wir erfüllen hiermit die traurige
Pflicht, unſere Mitglieder von
dem Ableben unſeres lieben
Kameraden
Herrn
Heute nacht entſchlief ſanft nach kurzem Leiden mein
lieber, treuer Gatte, unſer guter Bruder, Schwager
und Onkel
Kaufmann
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Der Vorſtand.
Beiſetzung! Montag, den 5.
Ja=
nuar 1931, 330 Uhr nachmittags.
auf dem Waldfriedhof.
Treffpunkt: 31 Uhr am Portal.
ZahlreicheBeteiligung erſpünſcht.
Metzgermeiſter, Sparkaſſen= und Kirchenrechner
im Alter von 62 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Anna Hönig, geb. Klein.
Gräfenhauſen, den 3. Januar 1831.
Die Beerdigung findet am Montag, den 5. Januar,
nachmittags 3 Uhr ſiatt
Oekonomierat
iſt heute abend nach langem Leiden im 70.
Lebens=
jahre ſanft entſchlafen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
Marg. Cullmann, geb. Schmidt.
Dankſagung.
(Statt Karken).
Für die uns beim Heimgang
unſerer lieben Mutter erwieſene
herzliche Teilnahme ſagen innigen
Dank.
Groß=Zimmern, Ueberau, Ober=Hilbersheim,
Darmſtadt, Mainz, den 3. Januar 1931.
Die Beerdigung ſindet am Dienstag, den 6. Januar, nachmittags
3 Uhr, in Groß=Zimmern ſiatt.
(598
Darmſtadt,
den 3. Januar 1931.
Nach langem, ſchwerem, mit großer Geduld geiragenem Leiden iſt am
Freitag Abend 10 Uhr meine innigſtgeliebte Frau und treuer
Lebens=
gefährte, unſere unvergeßliche treue Tochter, Schweſter, Schwägerin und
Tante
Für die vielen Beweiſe, herzlichſter Teilnahme
und die überaus großen Kranz= und
Blumenſpen=
den, ſowie die tröſtenden Worte des Herrn Pfarrer
Zimmermann am Grabe der Dahingeſchiedenen,
meinen innigſten Dank.
Statt Karten.
Mein herzensguter Mann, unſer treubeſorgter
Vater, Sohn, Schwiegerſohn, Bruder,
Schwager und Onkel
geb. Stein
durch einem ſanften Tod erlöſt worden.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
Wilhelm Cramer.
entſchlief heute früh nach kurzer, ſchwerer
Krankheit im 42. Lebensjahr.
Für die Hinterbliebenen:
Minna Ober, geb. Birx.
Darmſtadt, Mauerſir. 15, Bad Soden (Taunus),
den 3. Januar 1931.
Die Beerdigung findet am 5. Januar 1931,
nachmittags. 512 Uhr, auf dem Waldfriedhof”
ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.
Darmſtadt, den 3. Januar 1931.
Die Beerdigung ſindet am Montag Nachmittag 3½2 Uhr auf dem alten
Friedhof ſkatt.
R
Von der Reiſe
zurück
Dr. med.
Statt Karten.
Für die vielen Geſchenke und
Aufmerk=
ſamkeiten, die uns anläßlich unſerer
Verlobung in ſo reichem Maße
von allen Seiten zuteil wurden, ſagen
herzl.,Dank.
Marga Röhm
Karl Korb
Darmſtadt
Schloßgarienſtr. 51, Liebfrauenſtr. 66
Allen denen, die uns beim Verluſte unſeres einzigen, innigſtgeliebten
Sohnes und Bruders=
Ad
Rheinſtraße 37.
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Schulſtraße. (V5021
aufrichtige Teilnahme bezeugten, ſagen wir unſeren herzlichſten Dank.
Er gilt ganz beſonders Herrn Stadtpfarrer Vogel für die liebebollen,
tröſtenden Worte, den ſtets um ihn bemühten Herren Aerzten, der
lieb=
reichen, treuen Pflege der nie ermüdeten Schweſtern des
Stadtkranken=
hauſes und vor allem ſeiner immer treubeſorgten, verehrten Oberſchweſter
Eliſe. Ferner innigen Dank Herrn Med.=Rat Ox. Friedrich, allen ſeinen
Kameraden und Kameradinnen vom Schwimmklub ,„Jung=Deutſchland”
für das treue Gedenken und den herrlichen Kranz und endlich allen, die
ihm die letzte Ehre erwieſen und die ſein Grab ſo reich mit Blumen
ſchmückten.
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Marie Hild.
(511
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Nummer 2
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Nummer 4
Sonntag, den 4. Januar 1931
Seite 1
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In unſer Handelsregiſter, Abteil.
purde heute bezüglich der Firma
Ge=
verkſchaft Meſſel auf Grube Meſſel
ein=
jetragen:
Durch Beſchluß der
Gewerkenverſamm=
ung vom 9. 10 1930 ſind die Satzungen
geändert bezüglich 8 17 Ziffer 4, 8 20 Näh. Luiſenſtr. 42,II.
Satz 1, § 22, § 24, 8 28 Satz 4 8 30,
§ 32. § 24 hat bezüglich der
Vertre=
tungsbefugnis folgende Beſtimmung:
Der Repräſentant oder Grubenvorſtand
vertritt die Gewerkſchaft in allen ihren
Angelegenheiten gerichtlich und
außer=
gerichtlich.
Falls ein Grubenvorſtand vorhanden
iſt, ſo genügt zur Vertretung der
Ge=
werkſchaft die gemeinſchaftliche
Willens=
erklärung zweier
Grubenvorſtandsmit=
glieder oder eines
Grubenvorſtandsmit=
gliedes und eines Prokuriſten.
Dr. Raſche iſt als Repräſentant
aus=
geſchieden. Zu
Grubenvorſtandsmitglie=
dern ſind beſtellt:
1. Direktor Dr. Walter Raſche auf
Grube Meſſel bei Darmſtadt,
2. Direktor Ludwig Lennartz zu
Halle a. S.
(510
Reinheim, den 31. Dezember 1930.
Heſſiſches Amtsgericht.
Bürgerſteuer 1930.
Um Härten bei der Einbehaltung der
Bürgerſteuer durch Lohnabzug zu
ver=
meiden, ſind die Arbeitgeber ermächtigt,
in den Fällen der wöchentlichen
Lohn=
zahlung die Lohnabzüge auf 2
Lohn=
zahlungen zu verteilen. Es können alſo
die am 10. Januar (März) 1931 fällig
werdenden Bürgerſteuerraten von 3.—
RM. bezw. 4.50 RM. gleichmäßig in
Höhe von je 1.50 RM. bezw. 2,25 RM.
auf die beiden in die Zeit vom 11. bis
24. Januar (März) 1931 fallenden
Lohnzahlungen verteilt werden. Eine
Einſchränkung dieſer Ermächtigung gilt
dann, wenn ein Arbeitnehmer aus dem
Arbeitsverhältnis bei dem Arbeitgeber,
in deſſen Dienſten er am 10. Januar
oder 10. März 1931 geſtanden hat, vor
Ablauf des 14tägigen
Verteilungszeit=
raums ausſcheidet. In dieſen Fällen
hat der Arbeitgeber den an der vollen
Bügerſteuerrate noch fehlenden Betrag
bei der letzten Lohnzahlung
einzube=
halten.
Die Abführung der auf dieſe Weiſe
einbehaltenen Beträge an die
Stadt=
kaſſe hat mit dem ganzen Betrag (3.—
RM. bezw 4.50 RM.) ſpäteſtens bis
zum Ablauf einer Woche nach der letzten
in den Verteilungszeitraum fallenden
Lohnzahlung unter Beachtung der auf
Seite 4 der Steuerkarte aufgedruckten
(St.593
Anordnung zu geſchehen.
Darmſtadt, den 3. Januar 1931.
Der Oberbürgermeiſter.
holzverſkeigerung.
Donnerstag, 8. Januar 1931, werden
verſteigert aus Diſtrikt I. Eichen Abt.
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Eichennutzſcheiter aus Abt. 37 und 38,
und zwar:
Nutzſcheiter, rm.: Eiche 15. Ferner
Scheiter, rm. Buche 170. Eiche 98 (
dar=
unter nutzholztaugliches): Hainbuche 3.
Erle 4: Knüppel, rm Buche 69. Eiche
46, Kiefer 16. Hainbuche 11, Birke 7.
Ulme 1. Knüppelreiſig, rm.: Buche 49
Eiche 124, Kiefer 9. Birke 4. Stöcke,
rm.: Buche 21, Eiche 45.
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Sonntag, den 4. Januar 1931
Nummer 2.
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gehaust. Selbst vor den niedrigsten
Preisen hat er nicht Halt gemacht,
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Qualitäten schwer hergenommen!
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b) Wie heißen die abgebildeten Fabrikate, Waren= oder Schaufenſterzeichen?
Wir ſind überzeugt, daß unſere heutige Preisfrage großes Intereſſe bei unſeren Leſern finden wird. In den Tagen vom
4. bis 11. Januar
veröffentlichen wir Photos hieſiger Geſchäftshäuſer, bei denen das Firmenſchild ganz oder teilweiſe fortgelaſſen iſt, ferner auch Abbildungen von Fabrikaten bekannter
Marken=
ſimen. Unſere Leſer können zeigen, wieweit ihnen die Geſchättehäuſer Darmſtadts bekannt ſind. Wer ein gutes Gedächtnis hat und auch jeweils dem Anzeigenteil des
O T. ſeine Aufmerkſamkeit entgegenbringt, wird manche Abbildungen erkennen, ohne daß er ſich die Fronten der Häuſer beſieht, aber den größten Teil wird er nur löſen
können, wenn er ſich auf die Suche begibt. Die Löſung der Aufgabe iſt alſo gar nicht ſchwer, mag auch etwas Zeit dazu benötigt werden. Die Mühe der Tüchtigſten
wird belohnt durch Preiſe in Geſamthöhe von
1 erſier Preis .... . Mk. 250.— in bar
1 fünfter Preis .. . . Mk. 50.— in Gutſcheinen
1 zweiter Preis .... . M. 150.— in bar
3 ſechſie Preiſe."
Mk. 25.— in Gutſcheinen
1 dritter Preis . . . . Mk. 100.— in Gutſcheinen 6 ſiebente Preiſe . . . Mk. 20.— in Gutſcheinen
1 vierter Preis .. . . Mk. 75.— in Gutſcheinen 28 achte Preiſe ..
M. 10. — in Gutſcheinen
Die Gutſcheine werden bei Einkauf in hieſigen Geſchäften, die am Preisausſchreiben beteiligt ſind, in Zahlung genommen.
Teilnahmebedingungen:
1. Die Teilnahme ſieht allen Abonnenten des „Darmſtädter Tagblatt”, frei, mit Aus= 4. Maßgebend für die Verteilung der Preiſe iſt die Anzahl der in der Einſendung
nahme der Betriebsangehörigen der L. C. Wittich’ſchen Hofbuchdruckerei, der
richtig angegebenen Namen und Adreſſen. Wer die meiſten richtigen Löſungen
Graphiſchen Anſtalt Haußmann und der Photo=Ateliers Roſt und Perabo
genannt hat, erhält den erſten Preis und ſo ſinngemäß weiter. Bei gleichwertigen
2. Die gefundene Löſung iſt in der Form einzureichen, daß die Namen und Adreſſen
Einſendungen entſcheidet das Los.
der Firmen oder Waren deutlich lesbar aut eine Liſtie, die der heutigen Aus= 5. Die Verteilung der Preiſe erfolgt unanfechtbar durch den Verlag des „
Darm=
gabe unſeres Blattes beiliegt, geſchrieben werden, und zwar in der Reihenfolge
ſtädter Tagblatt‟
der in den Photos angegebenen Nummern. Gleichzeitig iſt der Löjung die Januar=
Bezugsquittung beizufügen!
Alle Einſendungen müſſen mit der Aufſchrift „Preisausſchreiben” an das „
Darm=
ſtädter Tagblatt” gerichtet werden. Die Löſungen müſſen ſpäteſtens am 28 Januar
abends im Beſitz des „Darmſtädter Tagblatt” ſein. Rückfragen können nicht
be=
antwortet werden.
6.
Die Namen der Preisträger werden gleichzeitig mit der Auflöſung der Preisfrage
Anfang Februar veröffentlicht. Die Preiſe werden den Teilnehmern, jofort zugeſandt.
Darmſtädter Tagblatt
Verlag L. C. Wittich.
Sette 18
Sonntag, den 4. Januar 1931
Nummer 4
Von Karl Wilhelm Leyerzapf.
Darmſtädker Sporkkalender.
Sonntag, den 4. Januar 1931.
Fußball.
14,00 Uhr: Rennbahn: Union — Haſſia Dieburg.
Deutſchlands Schwimmſport, der ſeit zwei Jahren einen merklichen
Stillſtand zu verzeichnen hat, war mit großen Hoffnungen in das Jahr
1930 gegangen, ſollten doch die großen internationalen Ereigniſſe des
zu Ende gegangenen Jahres den Beweis erbringen, daß der deutſche
Schwimmſport immer noch führend in Europa iſt. Heute, an der
Schwelle eines neuen Jahres, bei einem Rückblick auf den verfloſſenen
Abſchnitt, fragt man ſich unwillkürlich, ob dieſe Hoffnungen in
Er=
füllung gegangen ſind. Bei objektiver Beurteilung müſſen wir dieſe
Frage leider verneinen. Seit der Olympiade in Amſterdam kann man
im europäiſchen Schwimmſport eine ſtetige, wenn auch langſame
Kräfte=
verſchiebung feſtſtellen, die ſich für unſere frühere dominierende
Stel=
lung nicht zum Beſten auswirkt. Schon über zwei Jahre lang ſehen
wir zu, wie ſich eine Nation nach der anderen mehr und mehr
vor=
drängt, während wir ſtehen bleiben, ja ſogar in manchen Diſziplinen
zurückgehen. Schauen wir uns nur einmal unſere Rekordtabelle an, ſo
ſehen wir mit erſchreckender Deutlichkeit, daß in den beiden letzten
Jahren faſt kaum neue Höchſtleiſtungen geſchaffen wurden, daß nur alte
bekannte Namen vertreten ſind. Wo kann aber da noch die Rede von
Fortſchritt ſein, wenn wir beiſpeilsweiſe nun ſchon jahrelang auf den
Mann warten, der die 100 Meter unter einer Minute zurücklegt?
Ge=
rade die wichtigſte Diſziplin, das Kraulſchwimmen, bleibt nach wie vor
unſer Schmerzenskind. Beſchämend ſind hier unſere Leiſtungen, wenn
man andere Nationen zum Vergleich heranzieht. Unſere olympiſche
Staffel (4 mal 200 Meter), die 1926 und 1927 überlegener Europameiſter
werden konnte, weiſt innerhalb von drei Jahren eine Verbeſſerung von
ſage und ſchreibe vier Sekunden auf, während ſich andere
Länder=
ſtaffeln (Ungarn, Italien, Frankreich) um mehr als eine halbe Minute
verbeſſert haben, und deren Leiſtungen wiederum von
Klubmannſchaf=
ten Amerikas und Japans erreicht werden. Dieſe Tatſache allein
ge=
nügt ſchon, um unſere Stellung zu kennzeichnen. Ungarn hat im
Kraulſchwimmen in Europa die abſolute Führung an ſich geriſſen;
Frankreich hat in dem phänomenalen Taris einen Mann, der glänzend
Schule macht; Italien hat einen Stamm ausgezeichneter Leute gezogen,
und aus Belgien, der Tſchechoſlowakei, Oeſterreich und anderen
Län=
dern hört man dauernd von neuen Höchſtleiſtungen.
Was die deutſche Spitzenklaſſe anbelangt, ſo iſt hier nicht viel
Neues zu berichten. Eigentlich nur die Bruſtſchwimmer konnten
in ihrer Arbeit befriedigen. Der neue Meiſter Koppen (Leipzig) und
der junge Berliner Wittenberg haben ſich ſtark nach vorne geſchoben
und in ſchweren Kämpfen mit Schwarz (Göppingen), der Rademachers
200 Meter=Rekord erreichte, Sietas (Hamburg), Kunniger (Leipzig) und
Budig (Köln) eine erfreuliche Verbeſſerung des allgemeinen
Durch=
ſchnitts erreicht. Wer von ihnen wird berufen ſein, den 200 Meter=
Weltrekord Tſurutas, den wir bis 1929 immer im Beſitz hatten,
zurück=
zuerobern? Rademacher, der an Einzelkämpfen nicht mehr
teilgenom=
men hat, konnte in Staffeln ſein großes Können mehrfach beweiſen
und iſt dieſer Spitzengruppe durchaus noch ebenbürtig. Keinen
Fort=
ſchritt verzeichnet das Rückenſchwimmen. Nach den fabelhaften
Rekordleiſtungen von Küppers im Jahre 1929 konnte er 1930 infolge
beruflicher Arbeit auf der „Europa” ſeinen Traum, den 100 Meter=
Weltrekord zu verbeſſern, nicht verwirklichen. Die anderen
Rücken=
ſchwimmer weiſen keine nennenswerten Ueberdurchſchnittsleiſtungen auf.
Ueber das Kraulſchwimmen wurde bereits in der Einleitung
das weſentliche geſagt. Keine Verbeſſerungen, keine neuen Leute bis
auf Bode (Hildesheim), der von 400—1500 Meter als kommender Mann
gilt. Gerade hier wird er ein dankbares Feld vorfinden, denn auf
dieſen Gebieten iſt unſere Stellung geradezu troſtlos, wenn man
be=
denkt, daß heute unter den 15 bis 20 beſten Langſtreckenſchwimmern der
Erde kein Deutſcher zu finden iſt. Seit 1928 iſt in dieſer Hinſicht ein
erſchreckender Rückgang zu verzeichnen, während man auf der anderen
Seite aus Amerika und dem fernen Oſten von erſtaunlichen Leiſtungen
hört. Obwohl in den kurzen Strecken eine kleine Hebung des
Durch=
ſchnitts feſtzuſtellen iſt, ſo reichen die Leiſtungen unſerer Spitzenſchwim=
mer Derichs, Schubert, Balk, Schweitzer, Schulze u. a. doch nicht zu
großen internationalen Ehren aus..
Bei den Springern haben ſich erfreulicherweiſe eine ganze
Reihe neuer Leute in die Spitzengruppe emporgearbeitet, ſo daß der
Verluſt von Luber, Mundt und Lechnir ſo, gut wie ausgeglichen iſt.
Dem Ausland gegenüber fehlt infolge Mangel an großen
internationa=
len Sprungkonkurrenzen im verfloſſenen Jahre jede
Vergleichsmög=
lichkeit.
Ueber den Stand des Waſſerballſportes wurde nach dem
großen Europaturnier in Nürnberg, das Deutſchland hinter Ungarn an
zweiter Stelle ſah, an dieſer Stelle bereits ausführlich berichtet.
Ob=
wohl wir bedeutend beſſer abſchnitten als 1929 in Budapeſt, ſo konnten
wir auch heuer nicht unſeren Weltmeiſtertitel von Amſterdam
erfolg=
reich behaupten. Die Ungarn bleiben weiterhin in Führung was ihre
5:3= und 4:1=Siege gegen uns — beide dazu noch in Deutſchland
er=
fochten — beweiſen. Bis auf Schluze (Magdeburg 96) konnte ſich
keiner der jungen Anwärter in der Nationalmannſchaft behaupten.
Was die Verhältniſſe innerhalb der deutſchen Vereine
an=
belangt, ſo erſtritt ſich Poſeidon Leipzig zum erſten Male den Titel
„Deutſcher Vereinsmeiſter‟. Durch Abwanderungen guter Leute dürfte
ihm eine erfolgreiche Verteidigung ſchwer werden. Magdeburg bleibt
auch weiterhin Hochburg, denn, obwohl Hellas ſchwächer geworden iſt,
hat ſich Magdeburg 96 von ſeinen ſchweren Verluſten wieder glänzend
erholt. Köln, Berlin, und beſonders München haben ſich gut nach vorn
gearbeitet, während Göppingen zurückgefallen iſt.
Auch über den deutſchen Damenſchwimmſport iſt nicht
viel Neues und Erfreuliches zu melden. In ſeiner Stellung dem
Aus=
land gegenüber gilt das gleiche wie bei den Herren; auch hier iſt ſeit
drei Jahren ein Stillſtand, ja ſogar Rückgang eingetreten.
Weſentliche Rekordverbeſſerungen brachten nur das 100 Meter=
Rückenſchwimmen, durch Elfriede Saſſerath (Rheydt); außerdem
konnte Hertha Wunder (Leipzig) in der wenig geſchwommenen 500=
Meter=Bruſtſtrecke einen neuen Weltrekord aufſtellen. Aber ſonſt,
beſonders im Kraulſchwimmen, iſt von Fortſchritt keine Rede.
Unſeve Spitzenklaſſe iſt zurückgegangen, während in anderen Ländern,
neue Damen mit bedeutenden Verbeſſerungen hervortraten, ſo daß der
Underſchied ſtark zu unſeren Ungunſten gewachſen iſt. Hoffentlich iſt
das beſſere Durchſchnittskönnen vieler Vereine ein Vorzeichen dafür,
daß es in der Spitzenklaſſe wieder einen Aufſchwung gibt.
Die lang angeſtrebte Reform der
Wettkampfbeſtim=
mungen wurde durch den Verbandstag in Braunſchweig
durchge=
führt. Die Erfahrungen des letzten halben Jahres haben jedoch
ge=
zeigt, daß hier noch nicht der Weisheit letzter Schluß vorliegt, ſondern
noch manche Abänderung vorgenommen werden muß. Die Einführung
einer inoffiziellen „Liſte der drei Beſten” hat ſich glänzend ausgewirkt,
da viele Einzelkönner und Staffelmannſchaften den Ehrgeiz hatten, hier
vertreten zu ſein. Das gegenſeitige Anſpornen bewirkte dann auch in
den letzten Monaten eine gute Verbeſſerung, beſonders in den
Staffel=
leiſtungen.
Gerade die verſtärkte Breitenarbeit in der letzten Zeit
gibt uns für das kommende Jahr die Hoffnung, daß wir aus unſerer
Stagnation heraustreten werden und neue Spitzenleiſtungen
heraus=
bringen, denn das Jahr 1931 ſtellt uns vor große, ſchwere Aufgaben.
Im Auguſt finden zum dritten Male, und zwar in Paris,
Europa=
meiſterſchaften ſtatt: 1926 in Budapeſt und 1927 in Bologna hatten wir
im Geſamtklaſſement einen überlegenen Sieg errungen und
Deutſch=
lands Namen Ehre gemacht. Diesmal muß eine gewaltige Arbeit
ge=
leiſtet werden, wollen wir dieſe großen Erfolge wiederholen.
Wir vertrauen auf das Können deutſcher Sportsleute und
wün=
ſchen für das neue Jahr dem deutſchen Schwimmſport im
internatio=
nalen Wettſtreit zum Anſehen des deutſchen Vaterlandes eine Erhaltung
und Feſtigung ſeiner früheren Vormachtſtellung in Europa.
Ski=Hochtouriſtik in Stichworten.
Gemeinplätze.
Zwiſchen einer Ski=Wanderung in wegereichen, markierten
Mittel=
gebirgen und der Beſteigung eines öden Hochgipfels auf Skiern beſteht
ein gewaltiger Unterſchied. Der Ski iſt im Hochgebirg kein Sportgerät
im eigentlichen Sinn, ſondern ein Mittel zu touriſtiſchen Zwecken.
Ab=
fahrten auf ſteilem Hochgelände oder gar über Gletſcher ſind keine
ſport=
lichen Angelegenheiten, wenn Rekordſucht ſie auch vielfach zu ſolchen zu
ſtempeln ſucht. Der einfache Skiwanderer, der mehr Wert auf
land=
ſchaftliche Schönheit als auf ſportliche Leiſtung legt, wird die Alpen
niemals als eine Rennbahn betrachten. Er wird beſtrebt ſein, unter
Schonung ſeiner Kräfte zu ſteigen und ebenſo rationell zu Tal zu
kom=
men. Dieſer Grundſatz gilt für den großen Durchſchnitt — nicht für
alpine Uebermenſchen — und bedingt daher im allgemeinen ſowohl die
Wahl der winterlichen Tourenziele, als auch die Anlage der Skiroute.
Ausrüſtung.
Stoffart und Schnitt der Bekleidung paſſen ſich der des
Hochtouri=
ſten an. Ein Unterſchied beſteht vielleicht darin, daß im Winter die
lange Hoſe (Einſteck oder Ueberfall=Form) der kurzen vorgezogen wird.
Wärmeſchutz bleibt Hauptzweck. Eleganz und Buntheit treten zurück.
Ab=
ſolut waſſerdichte Kleidung gibt es nicht. Der zünftige Skihochtouriſt
muß damit rechnen, daß er hin und wieder gründlich naß wird. Im
Frühjahr, bei längerer Sonnenbeſtrahlung, iſt leichtere Kleidung
ge=
ſtattet; im Vollwinter gehe man nie ohne warme Reſervekleidung ins
Gebirge. Die Fußbekleidung muß beſonders ſorgfältig angepaßt und
auch höchſt eigenhändig „behandelt” werden. Ohren= und Handſchutz
ſind bei grimmiger Kälte eine Selbſtverſtändlichkeit. Ueberkluge, die
verächtlich glauben, ſie brauchten weder Sonnenbrille noch Gletſcherſalbe,
werden ihren Irrwahn über eine gewiſſe Höhe durch Sehſtörungen
(Schneeblindheit) und mehr oder minder ſchwere Hautentzündungen
büßen. Seil und Steigeiſen ſind außerhalb der Gletſcherregion im
all=
gemeinen entbehrlich. Ein kleiner Skipickel — neuerdings
zuſammen=
legbar konſtruiert und daher im Ruckſack mitzuführen — iſt auch für
Touren in unvergletſchertes Steilgelände zu empfehlen. Die Skier
ſol=
len für Hochtouren nicht zu ſchmal (durchſchnittlich 8—9 Zentimeter
breit) und ſo lang ſein, daß ihre Spitzen mit den Fingern der
ausge=
ſtreckten Hand erreicht werden können. Das Bindungsſyſtem iſt nicht
nur Geſchmacks=, ſondern auch Erfahrungsſache. Das Gewicht der Skier,
das nicht nur von Länge und Breite, ſondern auch von der Holzart
ab=
hängt, ſoll in einem gewiſſen Verhältnis zum Körpergewicht des
Eigen=
tüimers ſtehen. Biegſame Bambusſtöckchen gehören auf die
Uebungs=
wieſe. Der bis zur Achſelhöhe reichende Skiſtock aus Haſelholz dient
nicht nur der Gleichgewichtserhaltung, ſondern auch Schwung=,
Um=
ſprung oder nötigenfalls Bremshilfezwecken. Lawinenſchnur iſt nicht,
wie Naive glauben, ein Mittel, um ſich gegen Lawinen zu ſchützen,
ſon=
dern erleichtert nur die Auffindung bereits Verſchütteter (wer ſoweit
iſt, daß er ſich eine ſolche Schnur umbinden zu müſſen glaubt, der laſſe
es lieber ſein und kehre gleich um). Im übrigen hat der Ruckſack des
Skihochtouriſten alles zu enthalten, was zu Skireparatur= und alpinem
Rüſtzeug gehört (vor allem Kartenmaterial, Kompaß, Taſchenapotheke,
Meta=Kocher, Wachs, Klebfelle und Taſchenlampe).
Zeiteinteilung.
Bei der Berechnung der Zeit für eine Skihochtour muß man ſich nach
der Leiſtungsfähigkeit des ſchwächſten Teilnehmers richten. Andernfalls
bleibt gerade der unterwegs auf der Strecke und man erlebt
unange=
nehme Ueberraſchungen. Man gehe gleichmäßig und nicht zu raſch.
Aufſtiege und Abfahrten in Olympia=Rekordzeit überlaſſe man den
Renn=
läufern. Wer ſchon vom Hotel aus im Langlauftempo loslegt, kommt
ſelten als erſter auf den Gipfel. Das Verhältnis zwiſchen der
Leiſtungs=
fähigkeit im winterlichen und ſommerlichen Aufſtieg darf man heute
etwa mit 2:3, das im Abſtieg mit 5:1 und mehr einſetzen.
Unmathe=
matiſch ausgedrückt heißt dies, daß man heute beinahe ſo raſch auf
Skiern ſteigt, als im Sommer zu Fuß, nämlich 4—500 Meter pro
Stunde, daß man aber, je nach dem Gelände und Können, auf den
Bret=
tern fünf bis zehnmal ſo raſch zu Tal fährt als ohne. Deshalb braucht
man auch nicht mehr ſo früh aufzubrechen, wie einſt, als die Alpen noch
Terra incognita waren. Für geübte Läufer fällt die Abfahrt gegenüber
dem Aufſtieg zeitlich kaum mehr ins Gewicht. Autobusverbindung und
Bergbahnen zur Verkürzung des Anſtiegs zu benutzen, beweiſt
keines=
wegs „unſportliche” Geſinnung, ſondern zeugt höchſtens von geſundem
Menſchenverſtand.
Aufſtieg.
Man legt die Spur zuerſt mit den Augen und dann mit den Skiern
an. Kehren werden horizontal ſoweit als möglich „ausgegangen”.
Ge=
ländewellen und Mulden müſſen ſtets ſo gequert werden, daß man dabei
keine Höhe verliert. Jede Gegenſteigung bedeutet vermehrten
Kraftauf=
wand. Bei tiefem Schnee wechſelt man im „Spuren” paritätiſch ab. Da
die phyſiſche Leiſtungsfähigkeit mit der Höhe abnimmt, gebe man ſich
nicht zu raſch aus. Krafterſparnis im Aufſtieg bleibt das Weſentliche.
Wo das Gelände ſo ſteil oder der Schnee ſo vereiſt iſt, daß man zu Fuß
beſſer vorwärtskommt als auf Brettern, iſt Abſchnallen ehrenvoller und
einſichtiger als das Bewußtſein, ſich in mühſam gekantetem
Treppen=
ſchritt auf Skiern bis zum Gipfel hinaufgeſchunden zu haben. Solange
die Steilheit des Hanges es geſtattet, wendet man „bergwärts”, alfo
mit dem Bergſki zuerſt. In engen Rinnen kann man eine Kehre oft
durch einige Treppenſchritte nach rückwärts vermeiden. Die
zurückgelaſ=
ſenen Skier müſſen feſt im Schnee eingerammt werden; ſonſt kann es
geſchehen, daß ſie ſich lockern und allein zu Tal fahren. Seehundsfelle,
zum Trocknen aufgehängt, müſſen ſo befeſtigt werden, daß der Wind ſie
nicht entführt. Das gleiche gilt für abgelegte Ruckſäcke, die oft das
merkwürdige Beſtreben zeigen, der eigenen Schwerkraft zu folgen, und
über glatte Hänge in unerreichbare Tiefe zu rollen.
Abfahrt.
Im Hochgebirge kommt es nicht ſo ſehr auf ſtilvolle, als auf
ſturz=
freie Abfahrt an. Ob man nun aufrecht oder in Kauerſtellung, mit
Telemark= oder Chriſtianiatechnik. mit Stemmbögen oder mit
Umſprün=
gen arbeitet, bleibt ſich gleich. Das Geheimnis der Abfahrt beſteht
im=
mer nur darin, in jedem Schnee die einfachſte, am wenigſten ermüdende
Technik anzuwenden. Ein guter Alpiniſt, der ſeinen Stock bei der
Ab=
fahrt zu Hilfe nimmt, gilt auf der Hochtour mehr als ein ſchneidiger
Schußfahrer, der ſtürzt und eine Lawine loslöſt. Der Grundſatz, das
Körpergewicht am Steilhang möglichſt nach vorne und möglichſt tief zu
legen, iſt ſeit 25 Jahren Gemeingut des alpinen Abfahrtslaufes (und
nicht, wie viele glauben, eine Erfindung der Arlbergſchule). Die
Er=
rungenſchaften der modernſten Slalomtechnik: Abfahrt in Schräg= oder
Stemmſtellung. Gegenhangſchwünge, Benutzung des Stockes als
Dreh=
punkt und andere Feinheiten mehr, ſind auch keine Neuerfindungen,
ſondern im Grunde ſo alt, wie der alpine Skilauf ſelbſt.
Gletſcher und Lawinen.
Gletſcher verſtehen keinen Spaß. Daher: lieber einmal zu viel als
einmal zu wenig anſeilen. Zwiſchen Séraes und Längsſpalten alpine
Abfahrtsrennen zu veranſtalten, überlaſſe man den Auserwählten. Wem
ſeine Geſundheit oder ſein Leben lieb iſt, der halte ſich ſtreng an die
Auf=
ſtiegsſpur und ſeile erſt ab, wenn er der Gefahrenzone der Spalten
ent=
ronnen iſt. Gegen Lawinen gibt es keinen theoretiſchen, ſondern nur
einen Erfahrungsſchutz. Und der zünftige Alpiniſt, der die winterlichen
Berge liebt und ihre Gefahren kennt, verzichtet eher auf eine Skitour als
daß er ſein und ſeiner Gefährten Leben dadurch aufs Spiel ſetzt, daß er
einen Gipfel zu erzwingen ſucht.
7. Akademiſche Ski=Wettkämpfe in Gſtaad
11.—15. Februar 1931.
Die internationalen Skiwettkämpfe des Schweizeriſchen
Aka=
demiſchen Skiklubs, die dieſen Winter in Gſtaad, Berner
Ober=
land, bereits ihre ſechſte Wiederholung finden, ſind in den letzten
Jahren zu einem Anlaß erſter Bedeutung im internationalen
Studentenſport geworden. Die regen Erkundigungen, die jetzt
ſchon von allen Seiten eingehen, zeugen für das große Intereſſe,
das auch den diesjährigen Rennen vom 11.—15. Februar in
Gſtaad entgegengebracht wird, und laſſen eine Beteiligung von
etwa 10 Ländern und 150 Wettkämpfern erwarten. Es kommen
folgende Konkurrenzen zum Austrag: Langlauf, Sprunglauf,
Ab=
fahrt und Slalom, ſowie ein Staffellauf über 30 Kilometer für
Univerſitätsmannſchaften zu 5 Läufern. Der Staffellauf, der
letztes Jahr anläßlich der Akademiſchen Welt=Winterſpiele zum
erſtenmal ausgetragen wurde hatte bei Wettkämpfern und
Zu=
ſchauern ſo großen Erfolg, daß beſchloſſen wurde, ihn auch
weiter=
hin im Programm der Akademiſchen Skiwettkämpfe
beizubehal=
ten. Dem Schweizeriſchen Akademiſchen Skiklub iſt es gelungen,
wiederum für die Teilnehmer Fahrpreisermäßigung auf den
Bahnen und Reduktion der Hotelkoſten zu erlangen. Für jede
Auskunft ſteht das Zentralſekretariat des Schweizeriſchen
Aka=
demiſchen Skiklub, Gſtaad, Tel. 151, jederzeit zur Verfügung.
Kraffſporl.
Polizei Darmſtadt II—Pfungſtadt.
Am heutigen Tage, vormittags 10.15 Uhr, findet der fällige
Ver=
bandsrückkampf der A=Klaſſe gegen obigen Verein in der
Polizeiſport=
halle (Eſchollbrücker Straße 24) ſtatt. Der Kampf iſt entſcheidend ob
die Mannſchaft Ausſicht hat, an dem Schlußkampf um die Meiſterſchaft
teilzunehmen. Die Halle iſt geheizt.
Die erſte Mannſchaft fährt am gleichen Tage nach Mainz, um
dort einen fälligen Verbandskampf auszutragen. Die Abfahrt erfolgt
um 12 Uhr 21 Min. vom Hauptbahnhof.
Handball.
14,00 Uhr: Polizei Damen — S.V. Weiterſtadt
14,30 Uhr: Müllersteich: Fr. Tgde. — Fr. T. Bierſtadt.
Kraftſport.
10,15 Uhr: Pol.=Halle: Polizei II. — Pfungſtadt.
10,30 Uhr: Soderſtr. 30: Dſtdt. 10 — Frankfurt 86.
Handball.
Schwanheim — Polizei Darrftadk.
Am Sonntag, den 4. Januar, muß die Polizeimannſchaft zum
fäl=
ligen Rückſpiel nach Schwanheim. Die Schwanheimer Mannſchaft iſt
zur Genüge bekannt, um zu wiſſen, welchen Kampf es die
Polizeimann=
ſchaft koſten wird, das Spiel ſiegreich für ſich zu geſtalten. Der
Spiel=
beginn iſt auf 2 Uhr feſtgeſetzt. Die Mannſchaft fährt um 11.31 Uhr am
Hauptbahnhof ab. — Die zweite Mannſchaft empfängt auf eigenem
Platze um 3 Uhr die Reſervemannſchaft des Sp.V. 98. Beide
Mann=
ſchaften liegen an der Spitze ihrer Gruppe; es iſt ſomit ein raſſiger
Kampf zu erwarten.
Nach langer Pauſe tritt auch die Damenmannſchaft zum erſten
Male wieder auf den Plan. Als Gegner hat ſie die Damen des Sp.V.
Weiterſtadt. Das Spiel beginnt um 2 Uhr auf dem Polizeiſportplatz.
Zußball.
Union Darmſtadt — Haſſia Dieburg.
Wir weiſen auf das heute nachmittag 2 Uhr auf der Rennbahn
ſtattfindende Spiel obiger Gegner hin. Dieburg wird alles daranſetzen,
um beide Punkte aus Darmſtadt entführen zu können. Aber Union,
das den Vorteil des eigenen Platzes genießt, wird ſich die günſtige
Ge=
legenheit nicht entgehen laſſen, ſeine Stellung in der Tabelle zu
ver=
beſſern. Vorher treffen ſich beide Liga=Reſerven.
Turn= u. SpV. Meffel E. V. 1877.
Am 4. Januar empfängt Meſſel Wixhauſens 1. und 2. Mannſchaft
zu den fälligen Rückſpielen. — Wixhauſens erſte Elf errang in
glänzen=
dem Stil die Meiſterſchaft der A=Klaſſe des Dreieichgaues mit
beträcht=
lichem Vorſprung. Man iſt hier allgemein auf das Auftreten des neuen
Gaumeiſters geſpannt. Mit einem ſchönen Spiel iſt zu rechnen. — Vor
dem Spiel der 1. Mannſchaft meſſen ſich beide 2. Mannſchaften in einem
Freundſchaftsſpiel.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6,15: Wetter, Gymnaſtik.
O 6.45: Gymnaſtik. 7.30: Konzert. 6 8.30: Waſſerſtand. 6 12:
Zeit, Wirtſchaftsmeldungen, Nachrichten, Pgramm. O 12.15: Wetter.
O 12.20: Schallplatten. O 12.55: Nauener Zeit. 13: Schallplatten.
0 14: Werbekonzert. 14.40: Nachrichten. O 14.50, 15.50: Zeit,
Wirtſchaftsmeldungen. S 15.55: Wetter. e 17.45:
Wirtſchafts=
meldungen. O 18.30: Zeit. O 19: Zeit, Wetter, Wirtſchaft. o Ca.
22.15: Nachrichten, Sport, Wetter.
Sonntag, 4. Januar.
7.00: Hamburger Hafenkonzert. — Die Glocken vom Großen Michel.
8.15: Katholiſche Morgenfeier. Univ.=Prediger Dr. Nielen,
Frank=
furter A=capella=Chor für geiſtliche Muſik.
9.45: Stunde des Chorgeſangs. Deutſche Romantiker. Ausf.:
Män=
ner=Quartett, Langen.
10.45: Ernſt Glaeſer: Das neue Rußland.
11.15: Stunde der Kammermuſik. Rudolf Hindemith (Violoncell)
und Hans Rosbaud (Klavier).
12.00: Von Königsberg: Konzert des Funkorcheſters.
14.00: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
14.10: Dr. Hugo Horny: Die Landwirtſchaft in der Preisſenkungs=
Aktion. — Albert Dobler: Die Gefahren für die Geſundheit
des Landwirts und ihre Verhütung.
15.00: Stunde der Jugend: „Schneeweißchen und Roſenrot”. —
Ein luſtiger Kaſperlſtreich.
16.00: Stuttgart: Konzert des Rundfunkorcheſters. U. a.: Däniſche
Lieder. Soliſten: Paul Madſen (Tenor), Käthe Mann (Sopran),
Hans Hanus (Tenor).
18.00: Prof. Karl Roedemeyer: Proſadichtung in Luxemburg.
18.50: Von Köln: Eine Stunde Kurzweil.
19.30: Sportnachrichten.
19.45: Alphons Paquet: Reiſekameraden.
20.15: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorcheſters. Märſche und
Tänze.
21.00: Konzert des Rundfunkorcheſters.
22.35: Von Berlin: Tanzmuſik. Fred=Bird’s=Orcheſter.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Weritags=Programm. 6.20:
Zeit, Wetter für den Landwirt. O 6.55: Wetter für den Landwirt,
O 7: Gymnaſtik. O 10.30, 13.30: Nachrichten. O 12.00: Schallplatten.
12.25: Wetter für den Landwirt (So. 12.50). O 12.55: Nauener
Zeit. o 14: Schallplatten. O 15.30: Wetter, Börſe. 0 19.55:
Wetter für Landwirte. o Ca. 22: Wetter, Tages= u. Sportnachr.
Deutſche Welle. Sonntag, 4. Januar.
7.00: Hamburger Hafenkonzert. — Glocken vom Großen Michel.
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.25: Oberreg.=Rat Dr. Peterſen: Landwirtſchaftl. Arbeitsvermittlung
8.50: Morgenfeier. Stundenglockenſpiel der Potsdamer
Garniſon=
kirche. Anſprache: Pfarrer W. Görnandt. Ausf.: Berliner Bach=
Vereinigung. Irmgard Reimann=Rühle (Alt), Kuhlo=Hornſextett.
Anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms.
11.00: Richard Tauber ſingt! Schallplatten.
11.30: Dr. Hildegard Hetzer und Rektorin Edith Paeslack: Wo
findet das Elternhaus in Erziehungsfragen Rat und Hilfe?
12.00: Aus Königsberg: Mittagskonzert. Funkorcheſter.
14.00: Jugendſtunde. „Vom Wünſchen‟ Drei erzählen um die Wette.
14.30: Konzert. Maria Proelß (Flügel). Werke von Max Reger.
15.00: Zur Unterhaltung. Ausf. u. a.: Roſl Seegers (Sopran),
16.00: Ludwig Finckh lieſt eigene Dichtungen.
16.30: Unterhaltungsmuſik. All Pach und ſein Orcheſter.
18.00: Prof. Dr. Peter Zylmann: Aberglauben auf dem Lande.
18.30: Dr. Alice Salomon: Die Engländerin als Lebenskünſtlerin.
19.00: Feſtgemeinſchaft in der Arbeiterfamilie. (Geſpräch).
19.30: Albert Daudiſtel lieſt aus eigenen Werken.
20.00: München: Abendkonzert. Funkorcheſter. Soliſtin; Margot
Leander (Sopran).
Ca. 22.15: Tanzmuſik. Fred Bird=Tamzorcheſter.
Amkliche Winkerſporknachrichken.
Herausgegeben von der Heſſiſchen Oeffentlichen Wetterdienſtſtelle am
Landwwirtſch. Inſtitut der Univerſität Gießen am 3. Januar 1931.
Vogelsberg: Hoherodskopf. Stärkerer Schneefall. —2 Grad. 8 Ztm.
Pulverſchnee. Sportmöglichkeit für Ski und Rodel vorhanden.
Herchenhainer Höhe. Stärkerer Schneefall. —5 Grad 5 Ztm.
Pulverſchnee. Sportmöglichkeit für Ski und Rodel vorhanden.
Taunus. Kleiner Feldberg. Leichterer Schneefall. —3 Grad. 9 Ztm.
Pulverſchnee. Ski und Rodel gut.
Rhön. Waſſerkuppe. Bewölkt. —4 Grad. 15 Ztm. Verweht. Sfi
und Rodel mäßig.
Alpen. Garmiſch=Partenkirchen. Bewölkt. —1 Grad. 7 Ztm.,
ver=
harrſcht. Ski und Rodel gut.
Harz. Schierke. Bewölkt. —1 Grad, 12 Ztm., 6—10 Ztm.
Pulver=
ſchnee. Ski und Rodel ſehr gut. — Braunlage: Bewölkt. —2
Grad, 25 Ztm., 11—15 Ztm., Pulverſchnee. Ski und Rodel gut.
Thüringer Wald. Oberhof. Bewölkt. —3 Grad. 18 Ztm., 3—5 Ztm.
Pulverſchnee. Ski und Rodel gut.
Weiterberichl.
Ausſichten für Sonntag, den 4. Januar: Zunächſt noch bedeckt, mit
zeit=
weiſen Niederſchlägen; wärmer, ſpäter mehr wechſelnd wolkig und
wieder kühler.
Ausſichten für Montag, den 5. Januar: Bewölkt mit Aufklaren, kälter,
keine oder nur vereinzelte Schauer.
WWHIIA
Aa
e
pran)e
Beachten Sie bitte die Ausgabe vom Dienstag, dem 6. Januar 1931, welche die Fortſetzung des Preisausſchreibens enthält.
500
Sonntag, den 4. Januar 1931
Nummer 2
teung! Lösung der Frage am Montag, den 5. Januan bei
Ladasigstra
Zuſämtlichen Krankenkaſſen zugelaſſen
Pros’t Neujahr 1931
In ſchwerſte Zeit hinein ſtellt Ihr mich,
Vater, Mutter.
Soll ich Euch Künder ſein
Vom Nahen beſſirer Tage, ſo ſchafft Euch keine Pein
Durch müß ge Klage, laßt nicht in Eurer Hoffnung nach
Die Eurem feſten Willen zum Siege über alles Ungemach
Den Rücken ſtählt und Euren Mut ſtets neu beſeelt.
Bedenkt, daß Eurer Generation als Ziel geſetzt,
Den echten deutſchen Geiſt und deutſchen Volkes heil’ge
Für die im Krieg Ihr alles wagtet bis zuletzt, [Güter,
Zu wahren ſtets in feſter Hand als treue Hüter,
Neu zu gewinnen, was ſchon faſt verloren
Im Stürmen dieſer unheilvollen Zeiten,
Und uns, die wir in dieſe Not hinein geboren,
Den Weg zu weiſen und in Treue zu bereiten,
Auf dem in freud’ ger Arbeit ſtets bereit zu Schutz und
Wir Deutſchland führen auf zu Glück und Ehr. (Wehr
Daß Ihr erleben mögtet Eurer Tat Gewinn,
Dies wünſcht Euch allen recht von Herzen heut”
Hans Joachim.
prakt. Arzt
Heidelbergerſtraße 83
Sprechſtunden vorm. von 8—9 Uhr, nachmitt. von 3—5 Uhr
Telefon 4646
(415b
Zu ſämtlichen Krankenkaſſen zugelaſſen
Dr. med. M. Stieler
prakt. Arztin
Riedeſelſtraße 2 Telephon 2721
Sprechſtunden: täglich von 2— 5 Uhr. (416b
Darmſtadt, Heinrichſtr. 186. — Städt. Krankenhaus.
Inſhroposonhische Geseisehaf Darmsſall.
Ehrenfried Pfeiffer:
Dienstag, den 13. Januar (mit Lichtbildern)
Heue Wege zur Erforschung der Formkräfte der Hatur.
Dr. Walter Joh. Stein:
Samstag, den 24. Januar
Tristan und Lsolde in ihrer Beziehung aur Minnedichtung.
— Ein Beitrag zu Darstellung verweltlichter
Goktesliebe.
„Dr. med. Kaelin:
Donnerstag, den 29, Januar (mit Lichtbildern)
Die Frähdiagnose des Krehses auf Grund geisteswissen-
Schaftlicher Menschenkunde.
Die Vorträge finden in der Hulg des Ludwig-Georgs-Gymngslumg Siall.
Der praktiſche Ratgeber
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Sonntag, den 4:Janarf 5
Seite 21
Aus dem deutſchen Oſten.
Beurfcarbensoarg and Hiadt Bromtderg
Vorgeſchichtliche Funde aus der Zeit der römiſchen
Repu=
blik und der erſten Kaiſer deuten mit großer Wahrſcheinlichkeit
darauf hin, daß eine der Handelsſtraßen, die im Altertum vom
Süden nach der Bernſteinküſte führten, über die Stätte der
heutigen Stadt Bromberg geführt hat, und daß hier ein
Ueber=
gang — Furt oder Brücke — über die Brahe beſtanden hat.
Dieſer Brahe=Uebergang hat ſeit alten Zeiten eine recht
bedeu=
tende Rolle geſpielt und war ein in dem Kampf zwiſchen
Sla=
wen und Germanen ſtark umſtrittener Platz, der ſehr oft aus
germaniſchem Beſitz in ſlawiſche bzw. polniſche Hände und
um=
gekehrt wieder in germaniſchen Beſitz gewechſelt hat.
Schon lange bevor die Deutſchordensburg Bromberg erſtanden
iſt, ſtand an ihrer Stelle eine der vielen Ring=und Burgwälle, im
Volksmunde auch „Schwedenſchanzen” genannt. Es waren
be=
feſtigte Wohnſtätten, die im Falle eines feindlichen Ueberfalls
den im offenen Lande wohnenden Gaugenoſſen als
Zufluchts=
ort dienten. Dieſe Ring= oder Burgwälle waren auch oft heilige
Opferſtätten: mithin kann der Ring= oder Burgwall, der ſich
auf der Stelle der heutigen Stadt Bromberg auf dem rechten
Uſer der Brahe an der bereits erwähnten wichtigen
Handels=
ſtraße befand, als germaniſche Fliehburg mit einem
Götter=
altar angenommen werden. Erſt als die Germanen in der
Völkerwanderung den deutſchen Oſten den nachdrängenden
Slawen überließen, wurde dieſer Burgwall an der Brahe eine
Grenzbefeſtigung des ſlawiſchen Stammes der Polen gegen ihre
nördlichen Nachbarn, die ihnen feindlich geſinnten Pommern.
Das Land und Volk der Polen tritt in der zweiten Hälfte
des 10. Jahrhunderts zum erſten Male mit dem Deutſchen
Reiche in Beziehung, als dieſes unter dem großen Sachſenkaiſer
Otto I. in der Fülle ſeiner Macht daſtand. Mieczyslaus oder
Miesko war der damalige Beherrſcher des Polenreiches, der
das Chriſtentum und abendländiſche Kultur in Polen einführte.
Sein großer Nachfolger Boleslaus, genannt Chrobry, dehnte
ſeine Herrſchaft über ganz Pommern bis zur Oſtſee aus. Als
aber nach ſeinem Tode im Jahre 1025 das große Polenreich
zerfiel, da riſſen die Pommern ſich los und gewannen ihre alte
Unabhängigkeit wieder. Hierbei kam auch der „Rundwall an
der Brahe” wieder in den Beſitz der Pommern — alſo
Ger=
manen — die ihn nunmehr zu einer vollſtändigen Grenzburg
im damaligen Sinne ausbauten: auf den aus der Urzeit
ſtam=
menden Wall wurde eine ringsum laufende Mauer aus
Fach=
werk errichtet, innerhalb derſelben wurde ein mächtiger Holzbau
als Behauſung für den Burgherrn und ſeine Reiſigen erbaut,
der Wallgraben wurde vertieft und mit der Brahe verbunden,
ſo daß die Grenzburg rings vom Waſſer umgeben war; die
Verbindung mit der Außenwelt ſtellte nur eine hölzerne
Zug=
brücke her.
Nach einem Jahrhundert pommerſcher Herrſchaft überzog
der Polenkönig Boleslaw III., Schiefmund, das Pommernland
mit Krieg und machte es ſich zum größten Teile wieder
unter=
würfig. Während die nahe pommerſche Weichſelfeſte Wyſzogrod
— d. h. Hohenburg — ſich nach kurzem Widerſtande ergab,
lei=
ſtete die Bromberger Grenzburg, gut verproviantiert und in
beſten Verteidigungszuſtand verſetzt, dem Polenkönige
hart=
näckigſten Widerſtand. Dieſer ließ Belagerungswerkzeuge aller
Art, u. a. hölzerne, auf Walzen bewegbare Türme, ſowie
Erd=
maſſen und Reiſig zum Ausfüllen des Wallgrabens,
herbei=
ſchaffen. Die tapferen deutſch=pommerſchen Verteidiger ſetzten
die hölzernen Belagerungsbauten und das Reiſig drei Mal mit
Feuerpfeilen, die in Pech getränkt waren, in Brand; mit
Todes=
verachtung wurde auf beiden Seiten gekämpft; die Verteidiger
wollten lieber ruhmvoll im Kampf fallen als ihre Nacken
ſchimpf=
licher Hinrichtung beugen”. Als endlich nach langen Kämpfen
auf beiden Seiten Ermüdung eintrat, kam es zu
Unterhand=
lungen, die der heldenmütigen Beſatzung mit ihrer Habe freien
Abzug gewährte, während die Grenzfeſte Bromberg in polniſchen
Beſitz überging.
Ein Schleier von undurchdringlichem Dunkel breitet ſich
über die Geſchichte der Braheburg Bromberg, als das polniſche
Reich nach ſeines Königs Boleslaw III. Schiefmund Tode
abermals zerfällt; ſie muß aber wieder in den Beſitz der
Her=
zöge von Pommern gekommen ſein, denn die Chronik meldet,
daß im Jahre 1239 der Herzog Konrad von Maſowien und
Kujawien — dieſer hatte im Jahre 1226 den deutſchen
Ritter=
orden zum Schutz gegen die heidniſchen Preußen gerufen — die
Braheburg dem Herzog Swantopolk von Pommern wieder
ab=
genommen und mit Beſatzung belegt habe; von einer
Rück=
eroberung durch den Pommernherzog wird nichts berichtet. Ein
Jahrhundert ſpäter — im Jahre 1329 — eroberten die Ritter
vom Deutſchen Orden in den Vergeltungskämpfen für einen
polniſchen Beute=Kriegszug in das Kulmer Gebiet des
Deutſch=
ordenslandes die Burg an der Brahe und pflanzten auf ihren
Zinnen ihr Banner mit dem ſchwarzen Kreuz im weißen Felde
auf.
Die Polen behaupten, um den polniſchen Urſprung
Brom=
bergs zu beweiſen, daß der alte Name Bydgoſzez heiße; in der
Geſchichte wird dieſer Name zum erſten Male in der Form
er=
wähnt, daß „Herzog Swantopolk von Pommern das Caſtrum
Bidgoſtienſe überfallen, eingenommen und eine Zeitlang beſetzt
gehalten habe, bis es im Jahre 1329 dem Herzog Konrad von
Maſowien gelungen ſei, es wieder zurückzugewinnen‟. Wenn
Bythgoſtia aus Bythgottia entſtanden iſt, wie viele glauben,
dann würde es ſo viel bedeuten wie „Wohnſtätte der Gothen”
denn byth — Wohnung; nimmt man aber an, daß der Name
Bythgoſtia polniſchen Urſprungs iſt, ſo würde es ſo viel
bedeu=
ten wie „ein Ort, an dem die Feinde totgeſchlagen werden”.
Aber ſchon in früheſter Zeit hat die alte Burg an der Brahe
neben ihrem Namen Bydgoſzez noch einen zweiten,
unzweifel=
haft deutſchen Namen beſeſſen, der uns in der Geſtalt von
Praburch, Bramburg, Bramberg — ſo noch im 13. Jahrhundert
— und endlich Bromberg begegnet; in den Chroniken des
Deutſchen Ritterordens wird nie ein anderer Name erwähnt,
wie auch dieſe Bezeichnungen die Namen des Ortes in deut=
ſchem Munde waren. Alle dieſe deutſchen
Namensbezeich=
nungen beſagen aber dasſelbe, nämlich „Burg an der Brahe‟.
Dieſe „Burg an der Brahe” an der großen Handelsſtraße
hatte allmählich an Bedeutung gewonnen, ſie war Zollſtätte und
Mittelpunkt eines großen Bezirks geworden.
Der Deutſche Ritterorden mußte die Braheburg oder
Bram=
burg neu aufbauen, da die alte Holzburg bei ihrer Eroberung
ein Raub der Flammen geworden war. Aus dieſer
Deutſch=
ordenszeit ſtammen wohl die mächtigen Mauern der Burg, die
durch den König Kaſimir III. von Polen, den Großen, noch
vervollſtändigt wurden. Ebenſo wie der uralte Ringwall, ſo
wechſelte auch die ſteinerne Braheburg ſehr oft ihren Beſitzer:
ſchon nach einjährigem Ordensbeſitz ging die Burg im Jahre
1330 wieder in polniſchen Beſitz über, um ſchon im Jahre 1331
wieder Deutſchordensburg zu werden; damals wurde Bramburg
Stapelplatz der Danziger Kaufleute. Durch den Frieden von
Kaliſch, der im Jahre 1343 zwiſchen dem Deutſchen Ritterorden
und dem König Kaſimir dem Großen geſchloſſen wurde, und
der eine längere Waffenruhe zwiſchen den beiden Nachbarſtaaten
bedeutet, ging die Bramburg in polniſchen Beſitz über und
blieb mit einigen Unterbrechungen bis zur erſten Teilung Polens
im Jahre 1772 mit Polen verbunden. Die Gerechtigkeit gebietet,
feſtzuſtellen, daß König Kaſimir der Große auch für Bromberg
und für das ganze Bromberger Gebiet ſehr ſegensreich gewirkt
hat: in großen Scharen zogen die deutſchen Koloniſten ein,
führten vornehme Baulichkeiten mit Malereien auf — auch die
alte Burg erhielt hohe Schutzmauern —, ganze Häuſerviertel
entſtanden, und auch das flache Land wurde in Ackerboden
ver=
wandelt. So wurde deutſche Sitte und deutſches
Recht auf Veranlaſſung eines großzügigen
Polenkönigs wieder an der Brahe heimiſch!
Die Geſchicke der deutſchen Stadt Bromberg und ihrer Burg
waren weiterhin ſo wechſelvoll, daß ſie hier unmöglich lückenlos
geſchildert werden können, es ſei aber erwähnt, daß nach König
Kaſimirs des Großen Tode im Jahre 1370 in den folgenden
22 Jahren bis 1392 ſchleſiſche, pommerſche und littauiſche
Fürſten über Bromberg geherrſcht haben. Als die Bromberger
im Jahre 1409 vor den Mauern der Weichſelſtadt Thorn
erſchie=
nen und mit ihren Fahrzeugen das Salz von zwei beladenen
Schiffen fortführten, und als der Staroſt von Bromberg ſogar
durch Liſt ſich des Komturs von Schwetz, des nachmaligen
großen Hochmeiſters Heinrich Reuß von Plauen bemächtigte,
da wurde ihm der Rückweg durch die Scharen des Deutſchen
Ordens verlegt, der ſich auch der Burg und Stadt Bromberg
bemächtigte. Aber nicht lange währt dieſe Herrſchaft des
Ordens in Bromberg, die Polen eroberten die Burg und Stadt
zurück, und durch den erſten Frieden von Thorn nach der Schlacht
bei Tannenberg wurde den Kriegshändeln ein Ende bereitet.
Die Stätte an der Brahe, in deren Ringwall in grauer
Vorzeit ein edler Häuptling reſidiert hatte, ſah jetzt den ganzen
Glanz eines königlichen Hofes: in der Burg zu Bromberg gingen
nunmehr Geſandte des Kaiſers, päpſtliche Legaten, Sendboten
der mit Polen verbündeten Städte und Edelleute ein und aus,
in feierlicher Audienz geheimnisvolle Zwiegeſpräche führend. Hier
erſchien auch Polens bedeutendſter Geſchichtsſchreiber des 15.
Jahrhunderts, der Krakauer Kanonikus Johannes Dlugofz, der
ſeine hiſtoriſch=politiſche Streitſchrift gegen den Deutſchen
Ritterorden verfocht. In ſeinem Geſchichtswerk ſchildert er die
Burg als eine hervorragend ſtarke Feſte.
Es iſt wohl nur wenig bekannt, daß der erlauchteſte Gaſt des
polniſchen Königs in der Burg zu Bromberg der Kurfürſt
Friedrich II. „Eiſenzahn” von Brandenburg aus dem Hauſe
Hohenzollern war: ſchon als Knabe mit der Tochter des Königs
Wladislaus Jagiello, Hedwig, verlobt, galt er, ſo lange der
alternde König keine männlichen Nachkommen hatte, als der
be=
rufene Erbe des polniſchen Thrones. Die vielgeliebte Braut
ſtarb; trotzdem wurde dieſer Kurfürſt von Brandenburg, als
König Wladislaus III. — der älteſte, Wladislaus II. Jagiello,
im Alter von 76 Jahren in ſeiner vierten Ehe geborener Sohn —
im Jahre 1444 bei Varna im Kampfe gegen die Türken
ge=
fallen war, auf dem Reichstage zu Petrikow am 28. Mai 1446
zum König von Polen gewählt: aber der Hohenzoller ſchlug die
Krone aus und verwies auf des gefallenen Königs Bruder
Kaſimir, der daraufhin auch zum König gewählt wurde. Die
Handlungsweiſe des Kurfürſten von Brandenburg erfüllte
Europa mit Bewunderung, und der Kardinal Aeneas Sylvius,
der ſpätere Papſt Pius II., rief aus: „Das iſt der weiſeſte Fürſt
ſeiner Zeit.”
Faſt anderthalb Jahrhunderte — in dieſe Zeit fällt auch die
Erbauung des großen Bernhardinerkloſters in unmittelbarer
Nähe der Burg — haben die Staroſten aus dem Hauſe
Koſzezielecz in Bromberg reſidiert; mit dem Ausſterben dieſes
Geſchlechtes verblaßt auch der Glücksſtern für Burg und Stadt
Bromberg, und gleichzeitig brach auch die Zeit des Niedergangs
für das ganze polniſche Land an. Bromberg, eine der
blühend=
ſten Handelsſtädtte des Königsreichs, wurde eine Stätte der
Verödung und des Elends: die kaiſerliche Soldateska des
Wal=
lenſteinſchen Heeres unter Arnheims Oberbefehl, den
befreun=
deten Polen als Hilfe gegen Guſtav Adolf von Schweden
ge=
ſchickt, hauſte in Bromberg.
Im ſchwediſch=polniſchen Kriege zogen zum erſten Male ſeit
der Tannenberger Sihlacht wieder Feinde des polniſchen Reiches,
Schweden — Germanen — im Jahre 1655 in Bromberg ein;
gegen ihre Bedrückung empörten ſich die Einwohner der Stadt,
verhandelten heimlich mit den Polen, überfielen im Fruyjahr
1656 die ſchwediſche Beſatzung und öffneten den Polen die Tore.
Aber das Strafgericht folgte: des Schwedenkönigs Bruder, der
Herzog Adolf Johann, Pfalzgraf bei Rhein, ergriff wiederum
Beſitz von Bromberg.
Es iſt nicht feſtſtellbar, bei welchem dieſer Wechſelfälle die
alte Burg zu Bromberg zerſtört worden iſt. Die Bromberger
Ratsakten vom 27. Januar 1657 weiſen eine Eintragung auf,
die beſagt, daß das Schloß verwüſtet und durch Feuer verbrannt
ſei und keiner mehr auf der Burg wohne.
Auf dem Marktringe zu Bromberg wurde am 6. November
1657 der Tags zuvor geſchloſſene hochbedeutſame Bromber=
ger Vertrag, der den Vertrag von Wehlau ergänzte, von
dem König Johann Kaſimir von Polen und von dem Großen
Kurfürſten unter freiem Himmel feierlichft beſchworen: Dieſer
Bündnisvertrag gegen Schweden ſprach dem Großen Kurfürſten
die Souveränität über das Herzogtum Preußen
zu, das ein halbes Jahrhundert ſpäter dem Königreich
Preu=
ßen ſeinen Namen verlieh.
Dem Glanz und Pomp raffiniert=üppigen höfiſchen Lebens,
der dieſe feierliche Szene begleitete, folgte im Mai des
folgen=
den Jahres der Handſtreich des ſchwediſchen Generals von
Bülow, durch den Bromberg ſchwediſcher Beſitz wurde, um aber
im Frieden von Oliva am 3. Mai 1660 wieder an Polen
zu=
rückgegeben zu werden. Die ſtolze einſtige Deutſchordensburg,
deren baulicher Zuſtand zur Zeit des Abſchluſſes des
Bromber=
ger Vertrages zwar nicht mehr zur Aufnahme der
Fürſtlich=
keiten, wohl aber zur Beherbergung ihrer Miniſter genügt hatte,
war in den Wirren des Schwedenkrieges durch Minen ſo
voll=
ſtändig zerſtört worden, daß eine Wohngelegenheit nicht mehr
vorhanden war.
Auch der „nordiſche Krieg” ging nicht an Bromberg
vorüber, ſowohl Truppen des Schwedenkönigs Karls XII. als
auch Ruſſen und Tataren bezogen in Bromberg Quartier,
wo=
bei ſie nicht verſäumten, den Bernhardinerkloſterbrüdern
unlieb=
ſamen Beſuch abzuſtatten und ihnen ſämtliches Getreide, alle
Hülſenfrüchte und das neuerdings gebraute Bier fortzunehmen.
Die Wogen des Siebenjährigen Krieges ſchlugen bis ins
Brahetal hinein, obgleich das Königreich Polen ſich neutral
erklärt hatte, aber Ruſſen und Preußen kehrten ſich nicht daran.
Mit der erſten Teilung Polens im Jahre 1772 kam Bromberg
unter des Großen Königs Szepter. An der epheuumrankten
Ruine der alten Deutſchordensburg, die ſpäter Staroſtenburg
geworden war, hatten Wind und Wetter an Zinnen und
Tür=
men geriſſen und genagt, im Oktober 1773 wurde die Burg aus
ihrem Schlummer jäh erweckt: Hacken, Brechſtangen und
Pulver=
minen arbeiteten, um aus ihren Steinquadern am jenſeitigen
linken Braheufer eine preußiſche Huſaren=Kaſerne zu erbauen.
Nach der zweiten Teilung Polens eroberten die Polen
Brom=
berg, aber gerade der Fall Brombergs führte zu den
Verhand=
lungen zwiſchen Preußen und Frankreich, die zum Frieden von
Baſel führten, demzufolge Bromberg wieder preußiſcher Beſitz
wurge.
Als Napoleon am 7. Juli 1807 den Frieden von Tilſit
dik=
tierte, wurde der ganze Netzediſtrikt mit Bromberg als „
Brom=
berger Departement” dem Herzogtum Warſchau zugeſprochen:
ſchon damalsarbeitete Frankreich Handin Hand
mit Polen feindlich gegen den deutſchen Oſten!
Aber der Wiener Kongreß teilte das geraubte deutſche Oſtland
— und damit auch Bromberg — wieder Preußen zu.
Die altehrwürdige Braheburg Bromberg oder Bydgofzcz
ſteht nicht mehr, im Jahre 1895 ſchlug ihr letztes Stündlein, ſie
wurde dem gewinnheiſchenden Erwerbsſinn der Gegenwart
geopfert: die Ruine wurde verkauft und abgebrochen! Ein von
Bäumen beſchatteter, im Strauchwerk und Gebüſch verſteckt
lie=
gender Hügel bezeichnet ihre Stätte am Braheübergang, um die
über ein Jahrtauſend zwiſchen Deutſchen und Polen gekämpft
worden iſt. Seit etwas über einem Jahrzehnt erfreuen ſich die
Polen wieder ihres Beſitzes: vor ihrem ſtolzen Uebermut mußte
das Erzſtandbild des großen Königs Friedrich von Bromberg
nach Schneidemühl flüchten. Von dort ſchweifen die großen
blauen Königsaugen über die weiten Strecken des deutſchen
Oſtens, denen ſein Wirken für ewige Zeiten den Stempel
auf=
gedrückt hat: der Bau des „Bromberger Kanals” —
27 Kilometer lang, 20 Meter breit, mit 9 Schleufen —, durch den
das geſamte Oder= und Weichſelgebiet verbunden und Handel
und Verkehr in großzügiger Weiſe gefördert wurde, iſt eine
ge=
waltige Großtat für die dämalige Zeit! Und des großen
Königs erhobener Krückſtock ruft uns ſeine dem Bromberger
Kammerdirektor ſtrickte erteilte Weiſung ins Gedächtnis: „So
muß Er mit den Polen keine Komplimente
machen, denn dadurch werden ſie noch mehr
ver=
dorben, ſondern Er muß ſcharf darauf achten,
daß ſie den Ordres gehörig nachleben”. Ei.
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Sonntag, den 4. Januar 1931
Nummer 4
Seite 24
Fünf Jahre Oeutſche Lufthanſa.
„D. 1”, das erſte deutſche Verkehrsflugzeug. — Oben links Direktor Wronſky, rechts Direktor Milch,
die ſeit der Begründung der Lufthanſa in deren Vorſtand wirken.
Am 6. Januar feiert die Deutſche Lufthanſa, die große deutſche Luftverkehrsorganiſation, ihr
fünf=
jähriges Beſtehen. Mehr als 43 Millionen Kilometer wurden in dieſer Spanne von den Lufthanſa=
Flugzeugen beflogen, die ſich im In= und Auslande den Ruf der Sicherheit und Zuverläſſigkeit
errungen haben.
Militär beim Winterſport.
Oeſterreichiſche Soldaten bei einer militäriſchen Skiübung im Wiener Wald.
Ende Januar werden auf dem Semmering die öſterreichiſchen Militär=Skiwettbewerbe ausgetragen
werden, bei denen die Soldaten Proben der Nutzbarmachung des ſchönen Winterſports für
mili=
täriſche Zwecke ablegen werden.
Der Staudan
eren Nil eingeweihl.
Oben: Der neue Nil=Staudamm bei Nag Hammadi.
Unten: König Fuad von Aegypten zerſchneidet das Band.
Mit der Einweihung des neuen Staudammes am oberen Nil iſt ein jahrtauſendealtes Problem der
Menſchheit, die Regulierung der Nilüberſchwemmung, ſeiner Löſung näher gebracht. Der Bau
ver=
ſchlang 50 Millionen Mark, ein Betrag, der durch die Sicherung der Baumwollernten bald wieder
eingebracht ſein dürfte.
Reich und Ausland.
Zoowärter von einer giftigen Puffotter
gebiſſen.
Frankfurt a. M. Im Frankfurter Zoo
ereignete ſich ein bedauerlicher Unglücksfall, der
aber glücklicherweiſe noch glimpflich abgelaufen
iſt. Der Aquariumwärter Müller war mit dem
Reinigen eines Terrariums beſchäftigt, in dem
ſich einige junge Puffottern befanden. Die
Puff=
otter, die bis 1,50 Meter lang wird und die
Dicke eines Mannesarmes erreicht, iſt eine der
giftigſten Schlangen Afrikas. Schon die jungen
Tiere beſitzen Giftzähne und ſind deshalb nicht
ungefährlich. Müller, der im Verkehr mit den
Giftſchlangen vielleicht einen gewiſſen Leichtſinn
an den Tag gelegt hat, wurde von einer
Puff=
otter in den linken Zeigefinger gebiſſen. Er
hatte aber die Geiſtesgegenwart, die leicht
blu=
tende Wunde mit aller Kraft auszuſaugen.
Müller begab ſich ſofort in ärztliche Behandlung.
Feuer im Elektrizitätswerk Deſſau.
Deſſau. Ein ſchwerer Kellerbrand
ent=
ſtand am Samstag vormittag gegen zehn Uhr im
Elektrizitätswerk Deſſau. Das ganze Werk iſt in
Rauch gehüllt. Die Mannſchaften der Feuerwehr
drangen mit Gasmasken in den Keller, um den
Brand zu bekämpfen. Es wird dauernd
Sauer=
ſtoff von außen zugepumpt. Die Bekämpfung des
Brandes iſt außerordentlich ſchwierig. Das
Feuer iſt im Heizungskeller entſtanden. Bisher
iſt die Stromlieferung noch nicht unterbrochen.
Das Feuer konnte noch nicht gelöſcht werden.
Folgenſchwere Exploſion einer Lokomobile.
Neu=Brandenburg. Auf dem Gut
Rödlin explodierte geſtern nachmittag beim
Dreſchen der Keſſel der Lokomobile. Der Heizer
Pitter wurde auf der Stelle getötet. Durch
um=
herfliegende Eiſenſtücke wurden drei Arbeiter
ſchwer verletzt. Einem von ihnen wurden beide
Beine abgeriſſen. Er wurde in bedenklichem
Zuſtande in das Neuſtrelitzer Krankenhaus
geſchafft.
Amy Johnſon in Tempelhof gelandet.
Berlin. Die engliſche Oſtaſienfliegerin
Amy Johnſon iſt geſtern gegen 11,15 Uhr in
Köln zum Weiterflug nach Berlin geſtartet. In
der Nähe von Lubz mußte ſie zwecks
Orientie=
rung eine ziemlich ſchwierige Zwiſchenlandung
vornehmen. Die konnte aber bald wieder zu
ihrem beabſichtigten Etappenflug nach Berlin
aufſteigen, und iſt um 17.30 Uhr auf dem
Tem=
pelhofer Flughafen glatt gelandet.
Die Ueberreſte von „R. 101” nach England
gebracht.
Paris. Die letzten Ueberreſte des
ehemali=
gen engliſchen Marineluftſchiffes „R. 101” ſind
nunmehr nach England gebracht worden. Die
Geſamttonnage der Trümmer des Luftſchiffes
betrug etwa 80 Tonnen.
Neuer Weltrekord der Mercedes Gleihe
Mercedes Gleitze,
die fabelhafte engliſche Schwimmerin, hat in
Wellington (Neuſeeland) einen neuen
Dauer=
weltrekord für Frauen mit 42 Stunden 30 Min.
aufgeſtellt.
Der Bankraub in Marienhafe.
Emden. Die Vermutung, daß die
Bank=
räuber von Marienhafe den letzten von Norden
kommenden Abendzug benutzen würden, um zu
entkommen, hat ſich nicht beſtätigt. Mehrere
Kriminalbeamte nahmen beim Einlaufen des
Zuges eine eingehende Unterſuchung ſämtlicher
Wagen des Zuges vor, ohne jedoch die Räuber zu Wichlen. Beim Ueberſchreiten eines
Runſen=
finden. Da die Landſtraßen geſperrt ſind, iſt an
ein Entkommen der Banditen nicht zu denken.
in der Umgebung von Marienhafe ſind die Nacht
über mit der Suche nach den drei Unbekannten
beſchäftigt. Die Flüchtlinge haben ihre
Kopfbe=
deckungen in dem in Bad Zwiſchenahn in
Olden=
burg geſtohlenen Auto liegen gelaſſen. Der
Raubüberfall hat manche Aehnlichkeit mit dem Kanton Glarus wird weiter bekannt: Wie der
auf die Filiale der Deutſchen Bank und Dis= Leiter des Skikurſus der 90 deutſchen Gäſte, Dr.
kontogeſellſchaft in Köln=Lindental verübten. Es
heißt, daß einer der Bankräuber in der
ver=
gangenen Woche bei der beſtohlenen Bank
hol=
ſcheinlich, um ſich über die Lokalitäten zu
infor=
mieren.
Schneeſtürme und Unwetter in Rumänien.
Bukareſt. An der Moldau und in der
Bu=
kowina herrſchen ſtarke Schneeſtürme, die zu
Perſonen= und Güterzüge blieben auf offener; ſelbſt befreien konnten, blieben die drei Opfer
Strecke verſchneit ſtecken. In Galatz wurde nur 2 Meter tief im naſſen Schnee begraben
geſtern abend ein Erdſtoß verſpürt. In
Can=
ſtanza wurden Notrufe zweier Dampfer aufge= noch als Leichen geborgen werden. Die Leichen
fangen. Der Rettungsdampfer „King Lear”, werden in die Heimat der Verſtorbenen
über=
deſſen Kapitän einſt Angehöriger der Wrangel= geführt.
armee war, war zur Hilfeleiſtung ausgelaufen,
um den einen der beiden Dampfer, den
norwe=
giſchen Dampfer „Expero”, zu retten. Als aber
feſtgeſtellt wurde, daß ſich der „Expero” in den Wagner iſt bei der Beſteigung des Veſuvs in
ruſſiſchen Hoheitsgewäſſern befinde, mußte der
wechſeln. Inzwiſchen dürfte der „Expero”
un=
tergegangen ſein.
Der weiße Tod.
Elm (Kanton Glarus). Ein ſchweres
Ski=
unglück ereignete ſich Freitag abend oberhalb
von Elm. Im Hotel=Kurhaus hatten 90
Ber=
liner Touriſten längeren Winteraufenhalt zum
Skilauf genommen. Eine Gruppe von 15
Per=
ſonen begab ſich am Freitag nach der Alp
Ober=
bettes löſte ſich eine Schneewächte, wodurch 13
Perſonen verſchüttet wurden. Zehn von ihnen
Sämtliche Landjägerpoſten und Polizeiſtationen konnten noch lebend geborgen werden; die
übri=
gen drei wurden in der Nacht als Leichen durch
die Rettungskolonne ins Tal gebracht. Es
han=
gelt ſich um einen Dr. med. Clare=Berlin, Frl.
Gelpke=Berlin und Frl. Klöppner aus Gladbach.
Zürich. Zu dem Skiunglück bei Elm im
Spiller, mitteilte, begab ſich am Freitag
nach=
mittag eine Partie von 15 Teilnehmern zu einer
Tour in das an ſich abſolut ungefährliche
Ski=
ländiſche Gulden gewechſelt haben ſoll, wahr= gelände der Wichlenalp. Beim oberen Staffel
unweit der Hütte wurde der Alpelibach zu
über=
queren verſucht. An der betreffenden Stelle war
jedoch derkoberſte Rand zum Bachbett mit einer
etwa 10 Meter langen Wächte eingefaßt, die
unter der Laſt der Skifahrer abbrach und alle
Teilnehmer etwa 20 Meter in die Tiefe des
ſchweren Verkehrsſtörungen führten. Mehrere Bachbettes riß. Während ſich 12 Teilnehmer
und konnten von der Rettungsmannſchaft nur
Ein Deutſcher am Veſuv abgeſtürzt.
Rom. Ein Deutſcher namens Friedrich
eine Schlucht geſtürzt, wobei er ſchwere Ver=
Rettungsdampfer umkehren, um den Kapitän zu letzungen davotrug. Er mußte ins Krankenhaus
geſchafft werden. Nähere Einzelheiten fehlen
noch.
Der Eepreßzug
Edinburgh-London enkgleift.
Eiwa 50 Perſonen verunglückk.
London. Der Expreßzug Edinburgh—
Lon=
don iſt am Samstag nördlich von Carlisle
ver=
unglückt, indem er beim Ueberfahren einer
Weiche aus dem Gleis ſprang. Die Lokomotiven
und mehrere Wagen ſtürzten den Abhang am
Eiſenbahndamm hinunter und gruben ſich tief
in das Erdreich ein. Sie wurden dabei faſt
gänzlich zertrümmert. Die nachfolgenden Wagen
ſtellten ſich quer über den viergleiſigen
Bahn=
körper, während die zwei hinter der Lokomotive
laufenden Wagen auf der anderen Seite
hin=
unterſtürzten. Obwohl die genaue Anzahl der
Verunglückten noch nicht feſtſteht, nimmt man
an, daß ungefähr 50 Perſonen verunglückt ſind.
Bisher konnten vier Leichen aus den Trümmern
gezogen werden. Zwölf Verletzte mußten
Kran=
kenhäuſern zugeführt werden. Alle
Eiſenbahn=
wagen ſind ſchwer beſchädigt worden. Hilfe war
ſchnell zur Stelle. Eiſenbahnbeamte, Aerzte,
Polizeibeamte und Soldaten konnten das
Ret=
tungswerk ſofort aufnehmen.
Schwere Bluttat in Frankreich.
Paris. In der Nähe von Bar le Duc
er=
eignete ſich am Freitag ein ſchweres Verbrechen.
Ein Eiſenbahnbeamter, der dort ein kleines
Haus mit Frau und drei Kindern bewohnt,
wurde, während er ſich im Dienſt befand, von
einem Bekannten beſucht. Als dieſem nach
wie=
derholtem Klopfen nicht geöffnet wurde und er
ſich Eingang verſchaffte, bot ſich ihm beim
Ein=
tritt ein entſetzliches Bild. In ihren Betten
la=
gen die Ehefrau und der 10jährige Sohn tot in
großen Blutlachen, während die beiden im
Ne=
benzimmer ſchlafenden Kinder leiſe um Hilfe
riefen. Sie erklärten, daß ſie kurz nach dem
Fortgang des Vaters einen Mann aus dem
hin=
teren Fenſter hätten einſteigen hören und dann
Ohrenzeugen des Kampfes geweſen ſeien, der ſich
im Schlafzimmer ihrer Mutter abgeſpielt habe.
Aus Furcht vor Entdeckung hätten ſie jedoch
nicht geſchrien. Die polizeilichen Unterſuchungen
laſſen darauf ſchließen, daß der Doppelmord von
einem Mann ausgeführt wurde, der mit den
örtlichen Verhältniſſen und den Gewohnheiten des
Eiſenbahners wohl vertraut war. Aus einer
Kaſſette hat der Mörder 2000 Franken geraubt.
Mord an einem Privatdetektiv.
Belgrad. In Agram wurde nach einer
Meldung der „Prawda” der Privatdetektiv
Jo=
ſeph Stefek von dem Handlungsgehilfen
Rado=
mir Ilic getötet. Stefek hatte ſich am
Neujahrs=
tage bei einer Frau Mocnak eingefunden, bei
der auch Ilic zu Gaſte war. Nach den Ausſagen
des Ilic ſei er mit dem Stefek in Streit geraten,
in deſſen Verlauf er ihn durch mehrere Beilhiebe
niedergeſchlagen habe. Stefek iſt im
Kranken=
haus ſeinen Verletzungen erlegen; Ilic ſtellte ſich
ſelbſt der Staatsanwaltſchaft. — Es iſt noch nicht
geklärt, ob der Privatdetektiv bei einer
Eifer=
ſuchtsſzene getötet wurde oder ein Opfer ſeines
Berufes geworden iſt.
Neun Todesopfer einer Keſſelexploſion.
Warſchau. In einem Dampfbad des
ſüd=
oſtgaliziſchen Grenzortes Horodenka explodierte
der Dampfkeſſel, als ſich gerade 25 Frauen im
Baderaum befanden. Wie „Kurjer Poranny”
meldet, wurden durch umherfliegende Eiſenſtücke
vier Frauen auf der Stelle getötet, zwölf
Be=
ſucherinnen des Bades wurden ſchwer verletzt.
Von dieſen ſtarben noch vier weitere Frauen.
Auch der Heizer, der das Unglück verſchuldet
haben ſoll, iſt ſeinen Verletzungen erlegen, ſo daß
die Geſamtzahl der Todesopfer ſich auf neun
be=
läuft. In dem zumeiſt von Juden bewohnten
Städtchen hat dieſes Unglück einen furchtbaren
Eindruck gemacht.
Wieder Erdſtöße in Südamerika.
New York. In dem in den letzten Wochen
mehrfach von Erdbeben heimgeſuchten Gebiet in
Südamerika, vor allem an der chileniſchen
Pa=
zificküſte, wurden erneut heftige Erdſtöße
ver=
ſpürt. Die Bevölkerung flüchtete in paniſchem
Schrecken. Sachſchäden wurden nicht verurſacht.
Nummer 4
Sonntag, den 4. Januar 1931
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Ich litt ſeit langer Zeit
an Rücken= und
Hämor=
rhodial=Beſchwerden ſowie an
Wadenkrampf. Deshalb ließ
ich mir Fregalin kommen,
und ich muß ſagen, die
Wir=
kung hat meine
Erwartun=
gen übertroffen. Die
Be=
ſchwerden ſind vollſtändig
verſchwunden auch das
All=
gemeinbefinden iſt ein ſehr
gutes.
Oskar Hentſchel.
t Brſ6
Es iſt wirklich nichts
Uebertrie=
benes in Ihren dielen
Dankſchrei=
ben; im Gegenteil! Ich war ſehr
leidend. Das ganze Neroenſyſtem
war zerrüttet. Bittern der Glieder,
3 Appetitloſigkeit nnd Mattigkeit.
Zeitweiſe war ich auch im Kopf
ganz verwirrt. — Das alles hat
3 ſich durch Ihr Fregolin ſehr
ge=
beſſert. Auch hatte ich
immerſchreck=
liche Anzſtzuſtände. Dieſelben ſind
völlig verſchwunden. Ich fühle mich
z wie umgewandelt.
Mit aufrichtigem Dank.
Hans Teichmann.
Nußbaum bei Bretten in
Baden, den 5. 10. 30.
Ich kann Ihnen mitteilen,
daß ich durch Fregalin von
meinem Händezittern und
den Rückenſchmerzen befreit
bin. Herzl. Dank dafür, ich
werde Fregalin jedem
emp=
fehlen.
Frau Ilſe Biſchoff.
Wennetsweiler (Saargebiet),
Friedrichtr. 17, den 6. 10.30.
Nach Gebrauch von drei
Schachteln Fregalin bin ich
z von meinen Herzklopfen und
Schwindelanfällen völlig
be=
freit. Ich kann Ihnen nur
Dank ſagen und werde
Fre=
galin überall empfehlen.
Auch als Turner kann ich
Ihre Tabletten nur ſchätzen
und beſtens empfehlen.
Johann Gilges.
Nieberwurszbach b. St.
Ing=
bert (Scargebiet),
Haupt=
ſtraße, den 8. 9. 30.
Hocherfreut kann ich Ihnen
mitteilen, daß ich durch 9
Schachteln Fregalin, wieder
volſtändig hergeſtellt bin.
Habe keine Schmerzen mehr,
kann wieder arbeiten und
habe guten Appetit.
Jakob Lampel.
Weißenhorn in Schwaben
(Untere. Mühlſtraße 1).
den 6. 4 30.
Nach Gebrauch von
Fre=
galin bin ich wieder ſo
her=
geſtellt, daß ich mich ſo wohl
fühle wie nie. Ich habe
wie=
der guten Appetit, ich kann
wieder alles eſſen, was
vor=
her immer zum Erbrechen
geführt hat. Ich habe auch
beſonders ſchwver an
Unter=
leibskrankheiten gelitten, und
ich fühle jetzt gar nichts mehr.
Frau Barbara Schmidt.
Fürſtendauſen (Loſt Völklingen).
Fürſtenſtraße 7. (Saargebiet).
den 5. 10. 30.
Meine Frau litt an einem
voll=
ſtändig. Nervenzuſammenbruch,
ſo daß ich mir keinen Nat mehr
wußte. Da las ich zufällig von
Ihrem Fregalin und ließ es mir
ſchicken. Ich war ſehr erſtaunt
denn es wurde immer beſſer mit
ihr, und nach Gebrauch von 8
Schachteln fühlte, ſie ſich wie
neu=
geboren. Sie hat auch eine
Ge=
wichtszunahme von 20 Pfd. zu
verzeichnen.
Karl Siegenthaler.
Breslau 9 (Hedwigſtr. 62),
den 12. 10. 30.
Meinen herzl. Dank für
Ihr Fregalin. Ich bin ſehr
zufrieden damit. Schon nach
der erſten Sendung hatte ich
keine Gelenkſchmerzen mehr,
ich kann jetzt noch ſo ſchwer
arbeiten und ſpüre trotzdem
keine Schmerzen.
Frl. Martha Malcharezik.
Das Sute empfiehlt ſich ſelbſt!
Deshalb machen wir auch nicht viel ſchöne Worte, ſondera laſſen unſere Abnehmer ſelbſt ſprechen:
Leſen Sie bitte recht genau, was die hier Abgebildeten unaufgefordert über die
Virkung des „Fregalin” ſchreiben und Sie werden ſich danach ein Urteil bilden.
Außerordentlich bewährt hat ſich „Fregalin” bei Nervoſität allgemeiner Schwäche, Mattigkeit,
Schwindelanjällen und rheumatiſchen Teiden. — Fragen Sie Ihren Arzi.
In unſerem Archib ſind noch viele tauſend derartige Dankſchreiben aus dem In= und Auslande,
die unaufgefordert eingegangen ſind und die Sie jederzeit in unſerem Büro einſehen können.
Alle Dankſagungen ſind notariell beglaubigt. — „Fregalin” iſt in allen Apotheken
zu haben. — Verſand durch die Minerva=Apotheke, Berlin=Charlottenzurg.
Die Herſtellung erfolgt unter wiſſenſchaſtlicher Abet wachung.
Wir verſenden böllig umſonſt und ohne Verbindlichkeit
80.000 Probepackungen
dazu erhält jeder, ebenfalls koſtenlos, das kl. Werk:
„Wie erhalte ich meine körperlichen und geiſtigen Kräfte?"
Schreiben Sie bald, bevor die Proben vergriffen ſind an:
Dr. med. H. Schulze G. m. b. H., Berlin=Charlottenburg 2 /2831
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Ich erſuche um eine Probe „Fregalin”= Blut= und Nerven=Regenerationsmittel nebſt dem goldenen
Buch des Lebens, u mſonſt und ohne jede Verbindlichkeit.
Sbylutten bei Neidenburg
(Oſtpr.), den 4. 10. 30.
Ich teile Ihnen mit, daß
ich nach Gebrauch von drei
Packungen „Fregalin” trotz
meiner 73 Jahre wieder ganz
geſund bin.
Franz Raßmus.
Brſcau HDrlan Sciet,
den 6. 10. 36.
Ich litt ſchon ſeit einem
Jahr an Rückenſchmerzen,
nachdem ich 9. Schachteln
Fregalin verbraucht habe,
fühle ich mich ſo munter wie
ein Fiſch im Waſſer. Früher
konnte ich meine Beine kaum
ſchleppen, ſo müde waren ſie,
und jetzt laufe ich den ganzen
Tag. Ich bin froh, daß mir
Fregalin ſo geholfen hat.
Franz Rotzek.
döhlen Guben 95—
den 38. 9. 30.
Fregalin wirkt
wunder=
bar. Ich kann mit
dank=
barer Freude mitteilen, daß
mir Ihr Fregalin
außer=
ordentlich gut geholfen hat.
Ich hatte ſeit längerer Zeit
heftige. Magenſchmerzen.
Nach Gebrauch der Fregalin=
Tabletten ſind die
Schmer=
zen ganz verſchwunden, und
ich habe wieder Appetit.
Minna Roſe.
Name
Stand
Ort—
Straße
Abreſſ bite deutſich mi Bieiſtiſt ſchreibenl 2934.
(Uvo7:
— R6
bs. 30, den 24. 11. 30.
Bin in dieſem Jahr 63 Jahre alt
geworden u.litt ſeit zirka 30 Jahren
an Verdauungsbeſchwerden,
wel=
che ſich alnächtlich nach wenigen
Stunden Schlaf ſchmerzhaft
be=
merkbar machten. Schon Ihre
Pro=
beſendung brachte mir eine
auffal=
lende Erleichterung, odaß ich mich
zu einer Beſtellung entſchloß. Ich
mußbekennen, daßicheine Beſſerg.
meines Leidens merke, und nun
ohne Schmerzen ſchlafen kann. Ich
kann Ihr Präparat beſtens
emp=
fehlen.
A. Fürſt.
Schwerin i. M. (
Schleif=
mühlenweg 9), den 21. 7.30
Meine Herzbeſchwerden
Ohren=
ſauſen und Schwindelanfälle ſind
durch Ihr wertes Präparat völlig
verſchwunden. Es hat wirkl. Wunder
bei mir gewrkt. Ich kann jetzt auch
wieder rauchen und fühle mich wie
neugeboren. So ein wunderbares
Mittel müßte bei der kranken
Menſchheit vielmehr bekannt ſein.
IchſprecheIhnen hierdurch meinen
herzl. Dank aus.
Heinr Carrelmann,
Wäſcherei.
Frankkugt
Zeil 12—82
Nummer 4
Sonntag, den 4. Januar 1931
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[ ← ][ ][ → ]Seite 28
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Nur geringe Beanſpruchung der Reichsbank im Dezember.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Dezember 1930 hat ſich
die geſamte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und Schecks,
Lom=
bards und Effekten um 727,8 Mill. auf 2930,0 Millionen RM. erhöht.
Im einzelnen haben die Beſtände an Handelswechſeln und =ſchecks um
400,5 Millionen auf 2365,6 Millionen RM., die Beſtände an
Reichsſchatz=
wechſeln um 162,6 Millionen auf W6.0 Millionem RM. und die
Lom=
bardbeſtände um 164,7 Millionen auf 256,0 Millionen RM.
zuge=
nommen.
An Reichsbanknoten und Nentenbankſcheinen zuſammen ſind 545,5
Millionen RM. in den Verkehr abgefloſſen, und zwar hat ſich der
Um=
lauf an Reichsbanknoten um 502,9 Millionen auf 4778,3 Millionen RM.,
derjenige an Rentenbankſcheinen um 42,6 Millionen auf 439,1 Mill.
RM. erhöht. Dementſprechend haben ſich die Beſtände der Reichsbank
an Rentenbankſcheinen auf 7.4 Millionen RM. ermäßigt. Der geſamte
Zahlungsmittelumlauf ſtellte ſich unter Einbeziehung von etwa 1001
Millionen RM. Scheidemünzen und etwa 190 Millionen RM.
Privat=
banknoten auf rund 6408 Millionen RM. gegen 6622 Millionen RM.
Ende 1929. Die fremden Gelder zeigen mit 651,8 Millionen RM. einen
Zuwachs um 200,5 Millionen RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich um
66,7 Millionen auf 2685.0 Millionen RM. ermäßigt. Im einzelnen
haben die Goldbeſtände um 0,2 Millionen auf 2215,8 Millionen RM
zugenommen und die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen um 66,9
Mil=
lionen auf 469,2 Millionen RM. abgenommen.
Die Deckung der Noten durch Gold allein verminderte ſich auf 46,4
Prozent gegen 51,8 Prozent in der Vorwoche, diejenige durch Gold und
deckungsfähige Deviſen auf 56,2 Prozent gegen 64,4 Prozent.
die Lage am Geldmarkt.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 30. Dezember 1930.
Die auf den Stichtag des 30. Dezember berechnete
Großhandelsindex=
ziffer des Statiſtiſchen Reichsamtes iſt mit 117,1 gegenüber der Vorwoche
(117,4) um 0,3 v. H. geſunken. Von den Hauptgruppen iſt die
Inder=
ziffer für Agrarſtoffe auf 109,4 (—0,5 v. H.) und die Indexziffer für
Kolonialwaren auf 102,4 (—1,7 v. H.) zurückgegangen. Die Inderziffern
für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren mit 109,3 und für induſtrielle
Fertigwaren mit 142,4 weiſen keine Veränderung auf.
Befſerung im Stickſtoffabfatz. Im Inlande hat ſich die Nachfrage
nach Stichſtoffdüngemitteln gegen Ende Dezember, angeregt durch den
Unterſchied zwiſchen den Dezember= und Januar=Preiſen, gehoben. Die
Abrufe ſind in einer Zahl eingegangen, daß der bisher gegenüber der
gleichen Zeit des Vorjahres vorhanden geweſene Rückgang ausgeglichen
iſt. Erzeugung und Verſand verliefen programmäßig. Im Auslande
war der Abſatz normal.
Metallgeſellſchaft — Stolberger Zink. Die Metallgeſellſchaft hat per
Ende 1930 die vor etwa drei Jahren verabredete Option auf die
Be=
teiligung der Erben des früheren Generaldirektors Weidtmann an der
A.=G. für Bergbau=, Blei= und Zinkfabrikation zu Stolberg ausgeübt.
Es handelt ſich um etwas mehr als 1,5 Mill. Aktien, die zu einem Kurs
von 230 Prozent übernommen werden mußten. Die Metallgeſellſchaft
hat aber ſchon bei der Uebernahme Vorkehrung getroffen, nachdem ihr
jetzt erhebliche Verluſte nicht mehr erwachſen können. In der
Verwal=
tung der Geſellſchaft wirkt ſie bekanntlich ſeit der Vereinbarung vor
etwa drei Jahren mit der Großaktionärgruppe Otto Wolff=Mansfeld
zuſammen.
Kündigung von Angeſtelltentarifen in Oberheſſen und im
Lahn=
gebiet. Vom Arbeitgeberverband für Lahngau und Oberheſſen wurde
das Gehalts= und Mantel=Abkommen für die kaufmänniſchen und
tech=
niſchen Angeſtellten in Induſtrie und Großhandel in Gießen gekündigt.
Ferner ſprach die Ortsgruppe Wetzlar des Verbandes die Kündigung
des Kollektivabkommens aus. Im Rahmen der Wetzlarer Maßnahme
wurde auch den Angeſtellten der Buderusſchen Eiſenwerke vorſorglich
gekündigt. Die Kündigung erfolgte zum Zwecke der Neuregelung der
Gehälter.
Um die Verbandserneuerung im ſüddeutſchen Eiſenhandel. Im
ſüd=
deutſchen Eiſengroßhandel hoffte man bis Ende d. M., die ſchon ſeit
Auguſt beſtehenden Auseinanderfetzungen durch eine neue
Verbands=
gründung zu beſeitigen. Eine Einigung konnte aber weder unter den
drei Partnern ſelbſt, noch miteinander in allen Punkten erzielt werden.
Aehnlich wie im Weſtdeutſchen Handel wird man auch im norddeutſchen
Eiſenhandel die jetzige Situation zunächſt bis 31. Januar 1931
unver=
ändert laſſen. Durch die inzwiſchen laufenden Verhandlungen will man
die Differenzen in Süddeutſchland endgültig beilegen können.
Nürnberger Herkules=Werke A.=G., Nürnberg. Bei der Geſellſchaft,
die im Vorjahre einen Reingewinn von rund 46 600 RM. erzielt hat,
iſt, wie ein Nürnberger Zeitung erfährt, für das am 30. September
ab=
gelaufene Geſchäftsjahr ein Ergebnis, etwa in Vorjahrshöhe zu er=
Sl egung au der Hütte Ruhrort=Meiderich. Nachdem die Hütte
Ruhrort=Meiderich /er Vereinigten Stahlwerke während des ganzen
letz=
ten Jahres bereits ’mit Kurzarbeit und Feierſchichten gearbeitet hatte,
hat ſich infolge derFanhaltenden Abſatzſchwierigkeiten und des Mangels
an Aufträgen die Nkwendigkeit ergeben, in nächſter Zeit einige
Betriebs=
abteilungen der Hütte vorläufig ſtillzulegen. Von dieſer Maßnahme, die
am 1. Februar d. J. in Kraft treten ſoll, werden bei einer
Geſamtbeleg=
ſchaft von rund 7000 Perſonen etwa 3500 Arbeiter betroffen.
Die Herkunftsbezeichnung für Hopfen. Durch Verordnung des
Reichsminiſters für Ernährung und Landwirtſchaft vom 24. Dezember
1930 iſt die ſich aus Artikel 2 8 1 Nr. 2 der Verordnung über das
In=
krafttreten des Geſetzes über die Herkunftsbezeichnung des Hopfens vom
28. Mai 1930 ergebende Friſt um ſechs Monate verlängert worden. Da
ſich in den Händen des Handels noch größere Mengen Hopfen alter
Ernte aus Anbaugebieten befinden, iſt die Friſtverlängerung
vorgenom=
men worden; ſie hat zur Folge, daß dieſer Hopfen noch weitere ſechs
Monate lediglich unter Beobachtung des § 1 des Hopfenherkunftsgeſetzes
in den Verkehr gebracht werden darf. Es muß angenommen werden,
daß es dem Handel möglich ſein wird, ſeine alten Lagerbeſtände
inner=
halb der verlängerten Friſt vollends dem Verbrauch zuzuführen.
* Mainzer Produktenbericht. Großhandelseinſtandspreiſe per 100
Kilo loco Mainz, am Freitag, den 2. Januar: Weizen 27,
Rheinheſſ. Noggen 17, Hafer 15,5; Braugerſte 20—23; Induſtriegerſte
18,5—W; Futtergerſte 18—19: Malzkeime 10,5—11,5; Südd. Weizenmehl
Spezial 0 42,15; Roggenmehl 60proz. 26,5—27; Weizenkleie fein 9,75
bis 10; grob 10,75—11; Roggenkleie 9,5; Biertreber 10,5; Erdnußkuchen
12,75—13,5; Cocoskuchen 13,5—18; Palmkuchen 10—10,5; Rapskuchen
9,25—9,75; Kleeheu loſe 6: geb. 6,40; Wieſenheu loſe 5,5: geb. 6:
Maſchinenſtroh 3,5: Drahtpreßſtroh 4; Weiße Bohnen 27,5. — Tendenz:
leicht befeſtigt.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Der hieſige Markt liegt ſehr
ruhig und neigt eher zur Schwäche. Bei kaum nennenswertem
An=
gebot war der Abſatz zwiſchen den Jahren ſehr gering. Die
Preisrück=
gänge betrugen im allgemeinen 0,5—1 Pfg. Kühlhaus= und Kalkware
wurde zwiſchen 10,5 und 12 Pfg. gehandelt. Es notierten in Pfg. pro
Stück ab loko Frankfurt a. M.: Bulgaren 11,50—12; Jugoſlawen 11.50
bis 11,75; Rumänen 11,50; Polen 11,00; Chineſen 9—10; Holländer
11—14: Dänen 10,75—14; Belgier 12,50—13,50; Schleſier 12—13,50;
Bahern 12—13,50: Norddeutſche 12—13; Italiener, Ruſſen und
Fran=
zoſen nicht am Markte.
Frankfurter Butter=Großhandelspreiſe. Bei ſehr ruhigem Geſchäft
notierten Auslandsbutter (holländ,, däniſche oder eſtniſche) 1 Faß — 50
Rilo, 1.88, ein halbes Faß 1,90, in Halbpfundſtücken 1,92;
argentini=
ſche Butter 1,45—1,50; deutſche Molkereibutter im Faß 1,54. per 50=
Pfund=Packungen 1,57, in abgepackter Form 1,60. Die Preiſe
ver=
ſtehen ſich für 1 Pfund in RM.
Verliner Produktenbericht vom 3. Januar. Die Produktenbörſe
naym am Wochenſchluß einen feſteren Verlauf. Das Inlandsangebot
vou Brotgetreide war ziemlich gering und für Weizen hält die gute
Dachſrage infolge des ſcharfen Vermahlungszwanges und angeſichts des
hohen Einfuhrzolles in allen Landesteilen an, zumal ſich die Belebung
des Weizenmehlgeſchäftes erhalten hat. Forderungen und Gebote ſind
alerdings nicht immer im Einklang zu bringen, ſo daß die
Umſatztätig=
keir kein größeres Ausmaß erreicht. In Promptgeſchäft lauten die
Ge=
bote für Weizen etwa 2 bis 3 Mark höher als geſtern, und auch für
Roggen werden von den Mühlen etwa eine Mark beſſere Preiſe
bewilligt. Am Lieferungsmarkte ſetzte Weizen bis 2 Mark, Noggen bis
125 Mark höher ein. Weizenmehl hat zu erneut 25 Pfennig höheren
Preiſen etwas beſſeren Abſatz, Roggenmehl iſt dagegen, ſelbſt zu
unver=
anderten Forderungen, ziemlich ſchwer unterzubringen. Hafer wird vom
Fonſum laufend gefragt und iſt in den Preiſen gut behauptet. Gerſte
ruhig, aber ſtetig.
Die letzten Tage des abgelaufenen Jahres wurden durch eine
zuneh=
mende Verflüſſigung des Geldmarktes charakteriſiert. Hatten die
bevor=
ſtehenden Weihnachtsfeiertage infolge der naturgemäß ſtärkeren
Bean=
ſpruchung eine leichte Verſteifung gebracht, ſo konnte man nachher als
Reaktionserſcheinung eine Entſpannung beobachten, die dann vor allem
nach der glatten Ueberwindung des Ultimo deutlich zum Ausdruck kam.
Bei Tagesgeld waren Angebot und Nachfrage ziemlich ausgeglichen.
Stärkeres Intereſſe zeigte ſich an den Tagen vor Jahresſchluß für
Monatsgeld, ſo daß ſich der Satz hierfür auf 7 Prozent, zeitweiſe ſogar
auf 7.,5 Prozent ſtellte. Am Deviſenmarkte ergaben ſich keine
nennens=
werten Veränderungen, da das Geſchäft wegen des Jahresſchluſſes nur
in recht beſcheidenen Grenzen blieb. Die Tatſache der New Yorker
Dis=
kontermäßigung blieb auf Deutſchland bis fetzt noch ziemlich ohne
fühl=
bare Auswirkung, und hat ſich bisher lediglich in dem Verhältnis des
Engliſchen Pfundes zum Dollar ausgeprägt, indem ſich das Pfund
gegenüber der amerikaniſchen Deviſe erheblich befeſtigen konnte. Am
Wochen=Ende fiel die ſtarke Nachfrage für den Dollar auf, der
infolge=
deſſen kräftig im Kurſe anzog. Demgegenüber muß die Schwäche des
franzöſiſchen Franken erwähnt werden, die auf die Diskontſenkung der
Bank von Frankreich zurückzuführen iſt. Auch Madrid und die
ſüdame=
rikaniſchen Deviſen waren ſchwach veranlagt. Die Deviſe Zürich
ver=
kehrte zunächſt in ſehr feſter Haltung, doch vermochte ſie ſich ſpäter der
internationalen Schwäche auch am hieſigen Platze nicht zu entziehen.
Frankfurker und Berliner Efſektenbörſe.
Frankfurt a. M., 3. Januar
Der Wochenſchluß brachte für die Börſe, nachdem bereits geſtern
abend eine leichte Erholung eingetreten war, weiter befeſtigte Kurſe.
Geſtützt wurde die Börſenſtimmung durch den ſehr feſten Verlauf der
New Yorker Börſe. Auch die franzöſiſche Diskontermäßigung ſtimmte
zuverſichtlicher. Die Nachrichten aus dem Nuhrgebiet laſſen erkennen,
daß die wilden Streiks, denen man bereits geſtern keine große
Bedeu=
tung beigemeſſen hatte, eher am Abflauen ſind. Dem heute zur
Ver=
öffentlichung kommenden Reichsbankausweis ſieht man mit Intereſſe
entgegen. Störend wirkten die neuen Stillegungen beim Stahlverein,
ſowie die weitere Verzögerung der Eiſenpreisermäßigung. Das
Börſen=
geſchäft iſt bei ſehr großer Zurückhaltung ſehr klein und beſchränkt ſich
auf nur wenige Werte. Zum amtlichen Beginn lagen Farben 1,25
Prozent feſter, daneben Erdöl 0,75, Rütgers 0,75 Proz. gebeſſert. Am
Elektromarkte Siemens 4,5 Proz., Schuckert 1 Proz., Lahmeher feſver.
„Montanaktien durchſchnittlich um 1 Proz. erhöht. Bankwerte ruhig.
Barmer ſogar 0,5 Proz, ſchwächer. Stärker waren die Erholungen am
Kalimarkt, wo Aſchersleben 3 Proz. und Weſteregeln 2,5 Proz.
ge=
wannen. Zellſtoffwerte ſtill doch gut behauptet. Kunſtſeideaktien eine
Kleinigkeit gebeſſert, um 0,5—1 Proz. Von Verkehrswerten
Schiff=
fahrtsaktien 0,75 Proz, höher. Von Einzelwerten konnten ſich Deutſche
Linoleum ſtärker erholen und 4,25 Proz. gewinnen. Auch Holzmann
3,5 Proz. höher, daneben Metallgeſellſchaft 0,5 Proz. gebeſſert. An den
Anleihemärkten lagen die Kurſe für Pfandbriefe etwas freundlicher.
Von Auslandsrenten Bosnier bei 22,5 Proz. geſucht. Im Verlauf der
Börſe konnten die Kurſe ihren Höchſtſtand nicht behaupten und
bröt=
kelten wieder eine Kleinigkeit ab um ſpäter wieder anzuziehen. Am
Geldmarkt iſt Tagesgeld unverändert bei 5 Proz. Von Deviſen hörte
man Dollar 4.19.921 Pfunde—Mark 20.39½, London-New York
4.85.65. —Paris 123.70. Das Pfund liegt gegen Paris feſter in
an=
betracht der franzöſiſchen Diskontermäßigung.
Verlin, 3. Januar.
Die heutige Samstagbörſe eröffnete in feſter Haltung. Vormittags
hatten die ſich widerſprechenden Nachrichten aus dem Ruhrrevier eine
gewiſſe Unſicherheit ausgelöſt. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs
hat=
ten Momente, wie die Pariſer Diskontſenkung auf 2 Prozent, die auch
für Berlin neue diskontpolitiſche Möglichkeiten eröffnet, und der feſte
Schluß in New York Deckungen der Spekulation zur Folge. Der
Jah=
resbericht der Reichskreditgeſellſchaft machte einen günſtigen Eindruck.
Für Farben, die auf 126 anzogen, regte der beſſere Stickſtoffabſatz Ende
Dezember 1930 an. Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich, und
die Aufwärtsbewegung machte weitere Fortſchritte. Später kam es zu
Berliner Kursbericht
vom 3. Januar 1931
einem vorübergehenden Rückſchlag, da neue Nachrichten aus dem
Ruhr=
gebiet verſtimmten. Das Kursniveau ſenkte ſich bis etwa 1 Prozent
unter Anfang. Noch vor Ablauf der erſten Börſenſtunde ſetzte ſich
je=
doch eine neue kräftige Befeſtigung durch, zumal auch für Prager und
Wiener Rechnung Deckungen zur Ausführung gelangten. Die
Beſſerun=
gen betrugen bis zu 2 Prozent; lebhafter waren beſonders Farben, die
bis 127,75 notiert wurden. Anleiben=Altbeſitz auf 53. Prozent befeſtigt,
von Ausländern waren 5proz. Mexikaner feſter.
Viehmärkke.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am 3. Januar
wur=
den 413 Tiere zugeführt. Verkauft wurden 404, und zwar Milchſchweine
zum Preiſe von 15 bis 21 Mark, Läufer von 23 bis 45 Mark. D
Marktverlauf war gut.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft” ſtellte ſich am 30. Dez
1930 auf 78,4 gegen 76,7 am 22. Dezember 1930 (Durchſchnitt 1909—13:
100), ſtieg alſo um 2,2 Prozent.
Der Reichsverband der Deutſchen Schuhinduſtrie hat, gleichzeitig
im Namen und im Auftrage ſämtlicher ſchhinduſtriellen
Arbeitgeber=
verbände, den ſeit dem 1. April 1928 in Geltung befindlichen Reichs
tarifvertrag für die Schuhinduſtrie gekündigt. Gleichzeitig wurde das
geltende Lohnabkommen gekündigt. Es wird eine Ermäßigung des
Ecklohnes um 15 Prozent verlangt.
Die deutſche Produktion von Original=Hüttenweichblei einſchließlich
kleinerer Mengen Hartblei ſtellte ſich, wie der Geſamtausſchuß zur
Wahrung der Indereſſen der deutſchen Metallwirtſchaft, Berlin, auf
Grund der Berechnungen des Statiſtiſchen Bureaus der Metallgeſel
ſchaft A. G., Frankfurt a. M., mitteilt, im November 1930 auf 9905 To.
gegen 8713 To. im Oktober 1930.
Die Bilanzſitzung der Wandererwerke vorm. Winkelhofer u.
Jä=
necke A. G., Schönau bei Chemnitz, findet Mitte Januar ſtatt. Da das
Werk dauernd zufriedenſtellend beſchäftigt iſt, könnte unter der Voraus
ſetzung, daß die Abſchreibungen keine Verſchärfung erfahren müſſen, mit
einem kleinen Gewinn gerechnet werden. Jedoch wird das
Stamm=
aktienkapital wieder dividendenlos bleiben.
Die Geſellſchaft Kaſſewitz u. Weil, Frankfurt a. M. befindet ſich
in Zahlungsſchwierigkeiten und erſtrebt bei 200000 RM. Paſſiven
einen Vergleich. Für nächſte Woche iſt eine Gläubigerverſammlung nach
Berlin einberufen.
Die Süddeutſche Mühlenvereinigung hat den Preis für Weizenmehl
Spezial Null erneut um 25 Pfg. auf 42 RM. pro 100 Kilo erhöht.
Die Aufſichtsratsſitzung der Zellſtoff Waldhof A. G., die die
Ver=
legung des Verwaltungsſitzes von Mannheim nach Berlin beſchließen
wird, findet, wie wir aus zuverläſſiger Quelle erfahren, bereits in der
kommenden Woche ſtatt. Die G.V., welche die endgültige Entſcheidung
über dieſe Frage treffen ſoll, wird ſobald wie möglich erfolgen.
Die Zahl der unterſtützten Erwerbsloſen in Wien allein iſt Ende
Dezember 1930 auf rund 106 000 geſtiegen. Es iſt dies der höchſte
Stand, der jemals zu verzeichnen war.
Die ſchwediſchen Textilarbeiter haben beſchloſſen, am 7. Januar in
den Streik zu treten. Wahrſcheinlich wird der Ausſtand zunächſt nur
die Hälfte der dem Verband angeſchloſſenen 33000 Textilarbeiter
um=
faſſen.
Die Rückgabe der belgiſchen Konzeſſion in Tientſin, die am 1. Jan.
erfolgten ſollte mußte auf unbeſtimmt Zeit verſchoben werden, da
die chineſiſche Regierung die Entſchädigung, die ſie auf Grund des
bel=
giſch=chineſiſchen Vertrages zu zahlen hat, nicht aufbringen konnte.
Nach der Wirtſchaftszeitſchrift „L’Uſine” iſt die Gußeiſenproduktion
in Frankreich im November auf 782 000 To. zurückgegangen, was die
niedrigſte Ziffer des Jahres iſt. Die Stahlproduktion iſt im November
gleichfalls auf die niedrigſte Ziffer des Jahres, nämlich auf 706 000
Tonnen, gefallen.
Der Verband der chemiſchen und pharmazeutiſchen Induſtrie
Ita=
liens hat unter dem Druck der Regierung die Ermäßigung der
phar=
mazeutiſchen Erzeugniſſe um 5 Prozent bewilligen müſſen. Dieſe
Er=
mäßigung wird auf Apotheken, Induſtrielle und Großhändler
gleich=
mäßig verteilt. Ausländiſche Spezialmedikamente werden von der
Er=
mäßigung nicht betroffen.
Oeviſenmarkt
vom 3. Januar 1931
Berl. Handels=Geſ.
Danatbank
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
Nee
145.25
110.25
110.25
62.25
153.25
KRe
94.—
54.50
49.—
107.—
31.625
109.—
103.50
62.25
Me ee
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f. elektr. Untern
Harpener Bergbau
Soeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben.
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Baw
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppe
92.75
127.—
82.
92.375
77.50
64.75
72.50
131.—
56.25
69.75
63.375
29.75
43.50
68.50
42.125
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoſ
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln, Alkal
Agsb.=Nrub. Maſch
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drah
Wanderer=Werke
144.75
45.875
00.50
101.—
85.—
57.50
136.—
61.50
24.50
43.25
40.—
137.—
50.50
37.50
Helſingfors
Wien
Prag
Budape
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhage:
Stockholm
London
Buenos=Aire?
New Yorf
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. M
100 Schillingl
100 Tſch.Kr
100 Pengo
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
12. Stg.
1 Pap. Peſ
Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Francs
Gelt
10.558
12.441
73.37
3.03
168.96
112.20
112.18
112.36 112.5‟
20.382
1.30*
4.197
58.575 58.69
21.975 22.01
16.46‟
100 Franken 1.33 81.49 59.05 59.17 Spanien
100 Peſetas 44.01 44.09 12.4621 Danzig 100 Gulden 81.47 8 1.,63 73.31 Japan 1 Den 2.07 2.08 3.044 Rio de Janeiro 1 Milreis 0.389 C.291 169.3 Jugoſlawien 100 Dinar 7.42 7.436 112 42 Portugal 100 Escudot 18.81 17.75 12.40 W
Athen. 100 Drachm 5.43: 5.447 Iſtambu= 1 türk. 2 20.422 Katro 1ägypt. * 20.90 20.943 1.309 Kanada 1 canad. Doll 4. 189 4. 197 4.205 Uruguay 1 Goldpeſo 3 017 3.023 Jsland
100 eſtl. Kr. 91.85 22.03 Tallinn (Eſtl.) 100 eſtl. Kr 111.57 18.5091 Miga 100 Lats s0.77 80.93
Frankfurter Kursbericht vom 3. Januar 1931.
Me
Intern.,
6‟ Baden .......
8% Bahern ......
½ Heſſen v.
v. 29
Preuß. Staat
% Sachſen. ...
.
7%0 Thüringen.
100.5
85.05
77
74
98
82.25
84.25
89
94
98
76
80.4
Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen .Goldobl./ 97.75
8%Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr. / 99
85
30 Naſſ. Lundesbr./100
85
4½% „Liqu. Obl./ 87.5
2 Dt. Linol. Werke)
glöckner=Werke
6 Mainkrw. v. 26
% Mitteld. Stahl.
% Salzmann u. Ce
% Ver, Stahlwerk=
8% VoigtckHäffne
91
76
A. 6
93
Dtſche. Anl. Auslo
ſungsſch. X‟/=
Ab=
löſungsanl. . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
fungsſch. (Neub
Mendir Stge
bietsanleihe.
2 Baden=Baden
3% Berlin .....
30 Darmſtadt v. 2
v. 2
% Dresden
8% Frankfurt a. M.
v. 2
v. 26
20 Mainz
8% Mannheim v. 2‟
v. 27
2 München.....
3½ Nürnberg ..."
6% Wiesbaden ..
26 Heſſ. Landesbk
Golbobli
4½% Heſſ. Lds.=
Hyp.=Bk.=Liquid
.26 „Kom.=Obl.
% Preuß. Lds..=Anſt. G. Pf.
8% „Goldoblig
1.55
81
67
91
79.5
n5.75
94.5
80
70
86.75
69.9
91
98.5
91.75
94
78,5
Dt. Komm. Sam
mel=Ablöſ.-Anl.
*Ausl. Ser, I
„ Ser. III
Dt. Komm. Samm
Abl. (Neubeſitz).
% Berl. Hhp.=Bk.
4½% „Liqu.=Pfbr
Frkf. Hyp.=Bk..
4½% „ Lig.Pfbr. 81.25
Pfbr.=Bk. /100.75
„ Liat
2 Mein. Hhp.=Bk.)
„ Lig. Pfbr.
8% Pfälz,Ghp.=Bl.
4½% „ Lig. Pfb=
8% Preuß.
Boden=
ered.=Bank....!
4½%0 „ Lig. Pfbr.
80 Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bank.ſ.
4½% „ Lig. Pfbr./ 87
3% Rhein. Hyp. Bk.
% Lig. Pfbr., / 89
80 Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit ... ..
8% Südd. Bod.=
Cred.=Ban ....
4½%. Lia. Pfbr.
8% Württ. Hyp.=B
50.8
67.5
131,
98
96
101
96.75
96.5
91
100.75
95
87.2
100
89.5
100.75
87.75
100
99.5
95
99.5
99
98.5
J. G. Forben Bonbsl 85
5% Bosn. L.E.B./ 22
L. Inveſ
Oſt. Schatze/ 39.2
4% Oſt. Goldrente
5 %vereinh. Rumän 8.”
4½%0
6.f
4% Türk. Admin.
„ 1. Bagdad
Zollanl.
3. 2
%o Ungarn 1919
4
1914
Goldr. 17.I
1910
Aktien
6% Daiiler=Benz 64.5
Rlg. Kunſtziide Und
A. E. G...
AndregeNoris Bahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bemberg, J. P..
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie
Buderus Eiſen...
Eement Heidelberg)
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſellu
Chem. Werke Alber
Chade ........."
Sontin. Gummiw./
Linoleum /
Daimler=Benz
Dt. Atl. Telegr.
Erböl
Gold= u. Silber
cheide=Auſtalt
43
91.5
71
Dt. Linoleumwerke
Eiſenhandel. ..
Dyckerhoffu. Widm
Eichbaum=Werger..
Elektr. Lieferg=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwert..
Eßlingen Maſchinen
EttlingenSpinnerei
Faber & Schleicher!
J. G. Farbeninduſtr. 1
Feinmech. (Jetter
Felt. & Guilleaumel
Frankfurter Gas ../119
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwer!
Geſ. f.eleltr Untern.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
Dafenmühle Frrft.
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau/
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfbr.
Hindrichs=Aufſerm.
Hirſch Kupfer. .. . . /116
Hochtief Eſſen
Holzmann. Phil
Flie Bergb. Stamml
Genüſſe
Junghans.
Kalt Chemie
Aſchersleben.
Kammgarnſpinn. .
Karſtadt, R.... . ..
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke ...."
Lahmeyer & Co. ..
Laurahütte ...
Lech. Augsburg
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall!
Lutz Gebr. Darmſt.
Re
96
28.5
49
110
80.5
55.5
61
70
1110
115
34.75
Mi ue
Mainz. Akt.=Br.
Mannesm.= Nöhrer
Mansfeld Bergt
Metallgeſ. Frankf..
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtad
Deutz
Oberurſel
Oberbedarf
Phönix Bergbau.
Reiniget. Gebbert
Rh. Braunkohlen
„Elektr. Stamm.
Metallwaren
„ Stahlwverke ...
Riebeck Montan.
Roeder Gebr.
Mütgerswerte
Sachtleben A. G...
Salzdetfurth Kali.
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind..
Schramm. Lackfabr.
Schriftg. Stempel.
Schudkert Eleltr.
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halskel
Südd. Immobilien
Zucker=A. G.
Svenska Tändſtidks
Tellus Bergbau.
Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard ..."
Tucher=Brauere
unter ranken
Beithwerle
Ver. f. Chem. Ind.
Stahliverke
Strohſtoffabr.
Uiltramig
Vogtländ. M
Boigt & Haefſner.!
61.5
40
40
49.75
71
78
66-75
82.75
43.75
124
92
200
185
61
88
120
63
70
102.5
62
120
14
Freyta
Wegelin Rußfabr;
Weſteregeln Kali".
Zellſtoff=Verein
Waldhof..
Meme!.
Alllg. Dt. Creditan/t.
Badiſche Ban1
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBanlverein
Bayer. Hyp. u. W.
Berl. Hanbelsgeſ.
Hhpotherbl.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=B1
Dt. Bank und Didc.
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Ban:...
Frankf. Bant.
Hyp.=Ban!
Pfdbr.=B1
Mein.Hyp. Ban!..
Oſt. Creditanſtalt
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Seite 30
Sonntag, den 4. Januar 1931
Nummer 2
Farlin Vottferstenn
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(Nachdruck verboten.)
Nach einigen Minuten trat Lady Durham zu Berndt ins
Arbeitszimmer.
„Herr Groth!”
„Mylady!”
„Sie waren verwundert über die Unterredung mit
Batten=
berg?”
„Ich kann’s nicht leugnen. Sie ſind gewiß nicht böſe, wenn
ich im Anfang nicht gut mitkann. Ich werde mir aber alle
Mühe geben.”
Sie wehrte ab. „Das weiß ich, Herr Groth! Sie wiſſen
heute noch nicht, was es für mich bedeutet, daß Battenberg ſagt:
Er ſchrieb, daß er bald über neun Millionen Pfund verfügen
könne.”
„Ich weiß es nicht, was das zu bedeuten hat. Ich kenne auch
dieſen Er” nicht. Ich vermute doch recht, daß es .. . ein
Deck=
nome iſt?”
„Ja! Es iſt der Deckname meines ärgſten Feindes, Herr
Groth. Wir müſſen gewappnet ſein!“
Dann lenkte ſie ab.
„Wollen Sie heute abend ausgehen?”
„Ja, ich wollte Sie um zwei Stunden Urlaub bitten.”
„Gut! Sie wollen nach Berlin?”
„Ja!”
„Iſt es Ihnen recht, wenn wir gegen halb acht Uhr fahren,
und wollen Sie mich gegen zehn Uhr bei Lord Segrave im
„Adlon” abholen?”
„Gewiß, Mylady!”
Sie ſchien förmlich erleichtert aufzuatmen.
„Ich danke Ihnen!“
Am Abend traf er, nachdem er Lady Durham bis zum
„Adlon” begleitet hatte, ſeine geliebte Daniela, und zwar wie
das letztemal, am Potsſamer Platz.
Des Mädchens Augen ſtrahlten vor Freude, als ſie ihn
end=
lich ſah. Sie hatte ſchon eine Viertelſtunde gewartet.
„Verzeih mir, daß ich ſo ſpät komme! Ich mußte Lady
Dur=
ham zum „Adlon” begleiten.”
„Du biſt da, Liebſter, — dann iſt es gut!” ſogte ſie innig.
„Wohin wollen wir gehen, Dana? Möchteſt du Müſik hören,
willſt du tanzen? Nein, liebe Dana, heute beides nicht. Komm,
laß uns in ein kleines, ſtilles Lokal gehen, wo wir uns
aus=
tauſchen können. Die Zeit iſt ſo kurz. Ich habe heute nur zwei
Stunden Urlaub. Ich muß Lady Durham wieder abholen. Sie
will um zehn Uhr mit dem Auto heimfahren.”
„Schade!” ſagte ſie bedauernd.
„Wir werden noch viel glückliche Tage haben! Ein ganzes
Leben lang, Dana! Ich will lieber ein halbes Jahr Geduld
haben und jede Unbequemlichkeit auf mich nehmen. Es geht ja
um das neue Leben. Ich will, daß dieſe Stellung — ſie wird
nicht ewig dauern — nur als Sprungbrett für das
Vorwärts=
kommen dient. Ich möchte dich bald heimholen können in ein
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Nun ſtrahlten die Braungugen, die in einem ſo ſeltſamen
Kontraſt zu dem leuchtenden Blondhaar ſtanden, wieder
glück=
lich auf.
Tapfer entgegnete ſie: „Ja, Berndt! Ich wills dir nicht
ſchwer machen und will wie du Geduld haben!“
Sie ſuchten ein kleines, nettes Lokal auf.
Es waren nur wenig Gäſte im Raum. Sie hatten einen
kleinen Tiſch für ſich, und als der Wein auf dem Tiſche ſtand,
tranken ſie ſich zu. Ihre Augen tauchſten ineinander und ihre
Hände fanden ſich.
Dann begann er zu erzählen. Offen und klar, ohne etwas
zu verſchweigen, erzählte ihr von dem Seltſamen, das um die
Frau war, der er diente und von vielen Ueinen Dingen.
Wenn ich dich recht verſtanden habe, ſo iſt eine Gefahr um
die Fraut?”
Es ſcheint ſo, Liebſte! Ich kenne ſie ganz burz, aber ich
glaube, ſie iſt ſo ehrenhaft, wie nur ein Menſch es ſein kann, und
ich fühle, es iſt nicht unwert meiner Mannesehre, ihr zu dienen,
ihr Helfer zu ſein und, wenn es ſein muß, ein .. . Kamerad!“
„Ein Kamerad! Glaubſt du, daß das auf die Dauer
mög=
lich ſein wird?” fragte das Mädchen nachdenklich. Eine leiſe
Angſt klang in ihren Worten.
„Es iſt möglich, Dana! Weil ich dich liebe, Daua, drum
wird es immer möglich ſein!” entgegnete er feſt und ſah ihr in
die Augen.
„Verzeih!” ſprach ſie leiſe. „Ich bin ſo töricht, weil ich
dich liebe!”
Sie ſchritten dem Hotel „Adlon” zu. Der Tag — es war im
Juli — war warm.
Währenddeſſen ſaß Lady Durham mit Lady Segrave, der
Gattin des engliſchen Lord Segrave, in eifriger Unterhaltung
zu=
ſammen. Die Uhr hatte die zehnte Stunde bereits geſchlagen,
aber Groth war immer noch nicht gekommen.
Lady Segrave merkte, wie ihr Gaſt unruhig zu werden ſchien.
„Was beunruhigt Sie, Lady Viola?”
„Mein Sekretär wollte mich um zehn Uhr abholen. Es iſt
bald eine Viertelſtunde darüber.”
„Sie haben ſich einen Sekretär engagiert, Viola?”
„Jal Einen Deutſchen, einen Herrn Groth einen Ritter,
einen Mann, auf den ich mich, ſo glaube ich feſt, in allen Dingen
verlaſſen kann.”
„Solche Männer ſind wertvoll, Viola, aber ſelten. Seit dem
Tode Ihrer Zwillingsſchweſter, liebe Freundin, ſind Sie ſehr
verändert. Oft packt Sie eine ſeltſame Unruhe, die wir uns alle
nicht erklären können."
„Ja, Sie haben recht, Lady Ellinor. Iris ſtarb ſo
plötz=
lich ſtarb ſie. Keiner wollte es damals glauben. Ich ſelber lag
ſchwer krank, und Iris pflegte mich. Sie ſtarb dann, und keiner
hat feſtſtellen können, woran ſie ſtarb. Die Aerzte ſagten:
Herz=
ſchlag, aber es war wohl nur aus Verlegenheit.”
Erſchrocken blickte die alte Dame.
„Sie glauben doch nicht, liebſte Freundin, daß .. . eine
andere .. . eine ... vielleicht ſogar gewaltſame Todesurſache
vorlag?"
Tiefernſt waren Violas Züge, ein gequälter Ausdruck lag
auf ihrem Antlitz.
„Ich ... weiß es nicht!“
Es klopfte.
Der Kellner trat ein und meldete: „Herr Groth, Mylady!”
Lady Durham erhob ſich und atmete wie erleichtert auf.
Da erſchien guch ſchon Berndt. Etwas erregt trat er ein. Er
begrüßte die Damen, dann ſagte er zu Lady Durham: „Ich muß
um Verzeihung bitten, Mylady ." ich habe mich verſpätet, aber
ohne meine Schuld. Ich bin auf dem Wege nach dem „Adlon”
von zwei Burſchen angerempelt worden, ſie ſchoben mir die
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Nummer 4
Sonnkag, den 7. Januar 1931
Seite 31
Shuld zu, zivei Paſſanten ſprangen den Wurſchen bei, und bald
ſwäre es zu einer . . . Sihlägerei gekonnien, wwen nicht zwwei
Poli=
ziſten gekonunent wwiren. „Jeh mußte mit zur Wahe. Das hielt
auſ.”
Lady Durham hörte es erſchroken.
„Herr Groth . . . dag . daß iſt wichſt ohne Bedeutung!“
„E.9 ſwird nicht viel zu ſagen haben, Mylady! Die Burſchen
ſchienen ctung augetrunken."
Sie verabſchiedeten ſich und traten aus den Hotel.
Der Wagen wartete bereits.
Als ſie am Wagen ſtanden, erkaminten ſie, daß es nicht der
Chauffeur James war der am Steuer ſaß.
„Wer ſind Sie?” ſragte die Lady.
„Verzeihung, Mylady . ein Freund Ihres Chauſſeurs,
der plötzlich erkraukt iſt. Herzſchſvſiehe. Er iſt in die Charité
ein=
geliefert wworden, und hatte noch ſoviel Kraft. miieh zu
verpflich=
ten, rechtzeitig hier zu ſein, daß ich Sie nach Wannſee ſachre.
Wenn Mykady wwünſchen, haun ich Jannes ſolange bertreten, bis
er wieder geſund iſt.”
„Herzſchtviiche . . . James? Das verſtehe ich nicht!‟ Dabei
ſah ſie Berndt ſragend an.
Der verſtand ihren Blick und zwandte ſih an den Chauſſeur:
„Hier, lieber Freund, haben Sie ein Pfund für Ihre Dienſte.
„Nch fahre den Wagen ſelber heim!“
Das ſchien dem Chauffeur nicht zu paſſen. Er umermielte
ſeinen Dank, nahm daß Pfund und verließ den Wagen. Man ſah
ihnn die Enttäuſchung deutlich an.
Lady Durhonr ſtieg ein und nahm neben Verndt, der am
Steuer ſaß, Platz.
Verndt gab Gas. Der Wagen zog ant.
Aber nah wenigen Augenblicken hielt Berndt wieder.
Er=
ſtaunt ſah ihn die Lady an.
Ernſt ſagte Berndt: „Lady Durham, wir ſind es uns
ſchul=
dig, daß twir uns, bevor wwir heimfachren, unu Jameg Fümimern.”
„Sie haben recht, Herr (roth,” ſagte ſie einſah.
UInweit uar eine Polizeiſvahe. Verudt ſuhr dicht heran und
tnot in das große Wachtzimmer.
Ein Wachteiſter ſragte nah ſeinen Wünſehen.
Gern erteilte er Berudt die Erlanbnis, zu telephonleren.
Die Limſrage bei den Kranlenhäuſern ergab, daß Jaies
wir=
gendg eingelieſert ſworden war,
Berndt erſchrak. Hler woar eine Sahurkerei im Spiele. Er
erMlärte dem Wghtmeiſter, gerade ald der inſpizierende
Polizei=
leutnant dazu ram, une ſung es ſſh handelte.
Die beiden Beamten waven äußerſt liebencſpülndig und ſetzten
ſſh ſoſort mut dem Präſidlum in Verhindung. Dort zſtte man
auch nichts vont Janex, aber man fragte bei den einzelnen
Ne=
vieren an.
Wald Fanr aus Neurölln die überraſchende Meldung, daß ein
betoußtloſer Mann in Chauſſeurtracht und ſcheinbar betänbt
ein=
geliefert wworden wuar.
Seine Papiere lauteten auf James Kent Zlotting. Ex wwar
alſo der Geſuhte.
Verndt bedaucte ſſch und ſtürzte hinang zum Wagen. Lady
Durham erwuartete ihn voll Spannung. Verudt ſah ihr Fragen,
aber er ſprang, ohne Auſclärung zu geben, auf den Führerſie
und aab (Gas.
„Er iſt geſunden, Laty! Ein Verbrechen!“
„Tot?” fragte ſie erbleichend.
„Nein? Beivnßtlos in Neurölln, Hermaunſtraße, auf dem
Polizeirevier eingeliefert. Eine Schurkerei war imt Epiel!“
„Sie haben ſie abgewendet, Herr (roth!”
„Weil ſch den 1inberannten aun Steuer entlohnte? Das vwar
ſelbſtverſtändlich, Laby!“
Sie ſanden James halb bei Bewußtſein.
Er ſtarrte ſeine Herrin und Verndt an, als könne er alles
nicht begreiſen.
„Mylady” ſtotterte er. „Jch ... ſuas . . . ſuas iſt mit mir
geſchehen? Ich wweiß nicht!“
„Wie fühlen Sie ſich, „Tautc8?"
„Es geht . . . lanaſamt wleder! Aber der Wagen, Molady
der Wagen!”
„Iſt draußen, alles in Ordnung! Sind Eie lvieder ſo weit,
daß die mit uns nmhr Wanuſee fahren fünnen?e
„MMady .. . ſch . . . ich kautnt Woch nticht fabren. Alles",
ſchwarz vor den Augen!“
Bernbt wwarſ ein:
„Michen Zie ſich keine Zoigen, Jamest Nh fohre ben
Wagen. Zu Hauſe erzählen eie uns alles genan, iuenn Zie
wvieder voll auf der Hühe ſud."
Verudt erledlate auf der Nevierſtübe die Förmlichkelten,
dau halſen ihm die Weqaniten, den moch Taumelnden in das Auto
zu bringen. „ames zitterte und fror am ganzen Leibe.
Selnr nach Wannſee aing es.
„Was ſagen Sie letzt Herr Groth?‟
„Eine Schrkerei iſt im Sptel, das iſt geſoiß! Warunn und
weshalb ſch babe reine Aönung. Aber Zie, Mulady, reunen
dab Ihre Feinde.”
JJa,” ſante ſie leiſe. „Jch ... ahlle ſle!"
ſoir ſwiſſen es nicht, aber ich
„Was Jüuen bevorſtaud
wverde einen anderen Wer wach Wannſee fahren, Lady Durbahn.
Es iſt ſſherer ſo. Das Auto laſſen wir an der Wrilcke in der
Zei=
ſoirtſchaft ſtehen und fahren boi dert aus mit den Matorboot
iber den See. Irgendein Uinhell tvartet auf Zie, das ſühle ich!“
Sie erreichten mit dem Motorboot ungefährbet die Villa.
Als ſte in den Salon traten, fuhr Lady Durbam zuſamien.
Zun bequenten Fautenil ſaß .. . Lord Durhan, ihr Gatte.
Er ſelſlen einen Augenblſik etſuns erſtqutſt, dann ſagte er mit der
Mleſchadttigen, uachtäſſigen Stinnne, ivie inan ſie an ihm nicht
auders geſoöhnt wwar:
„Nh... zurilk, Viola, voi einene Meinen Ausflug?"
„Wie du ſlehſt, Victor!” entgegnete das lunge Weib Taugſam.
„Dch wuähnte dich auſ der Fahrt uach Prüſſel!”
„Hat ſuch um einen Tag verſchoben. „ſihr Veramt Zchnſucht
nah meinem, nein . . . verzeihe ... nach peinem gemätlſchen
Heim.”
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Kan-Hitrtien 45
Nummer 2
Sonntag, den 4. Januar 1931
Morgen, Montag früh, 8½ Uhr, tritt der niedrige
Tiefz-Preis, der Liebling des Publikums, seinen
großen Preisrutsch in unserm Hause an. Schwere
Zeiten liegen hinter ihm: Preisabbau, Woche um
Woche, Tag um Tag. Monatelang ohnehin schon
niedrige Tietzpreise! jetzt aber müssen wir
un-
sere Läger räumen! Wir brauchen Platz für, die
neue Frühjahrs-Ware. So mußte er nochmals
herunter, der niedrige Tiefz-Preis! Tief und noch
tiefer in beispiellosem Rutsch! Er weiß, was er
seinen treuen Anhängern schuldig ist. Er wird
ihre kühnsten Erwartungen weit
übertreffen-
er , der kühne Bannerträger der Preissenkung!
Anr
[ ← ][ ][ → ]Aummer 2.
4. Zanuar 1931
„Heiße Liebe — 411!‟
Eine Stunde „Hauptpoſtlagernd”.
Das iſt der intereſſanteſte Schalter in jedem
Poſtamt, der Schalter, an dem die poſtlagernden
Briefe abgeholt werden: der Schalter des
Ge=
heinisvollen, durch den ſich unbekannte
Men=
ſchen zum erſten Male nähertreten.
Geſchäfts=
verbindungen werden hier angeknüpft,
Lieb=
ſchaften beginnen und enden, Cragödien,
Komö=
dien und Dramen des Alltags gehen durch den
Lagerſchalter der Hauptpoſt.
Unſer Jorü=Mitarbeiter erzählt hier leine!
Beobachtung an dieſem ſchickſalsſchweren
Schal=
ter und berichtet von Menſchen, die „
Hauptpoſt=
lagernd” ihren Weg zum Glück ſuchen.
Eintönig klopft es nebenan: tack=bumm, tack=bumm im
gleichmäßigen Rhuthmus der Stempelmaſchine . . . Hundert,
tauſend . . . zehntauſend Briefe ſind aus den Käſten
zu=
ſammengetragen und werden zur Reiſe fertig gemacht. In
der Halle jagen und haſten die Menſchen.
„Vier zu zehn, eine zu acht, drei zu fünfzehn!” — „
Drän=
geln Sie bitte nicht, es geht alles nach der Neihe!” — „Was
koſtet Doppel=Einſchreiben Honolulu?” — „Eine
Poſtan=
weiſung bitte . . ." — „Celegramme Schalter 5 der Herr!”
Ja, es iſt Hochbetrieb zwiſchen 5 und 6 Uhr, kurz vor
Geſchäftsſchluß, Druckſachen und Pakete und Briefe
häu=
fen ſich in erſchreckender Menge am Stempeltiſch . . .
Mar=
kenbeſtände werden aufgefriſcht. . . . Unentwegtes Kommen
und Gehen in der großen Schalterhalle, es ſummt wie im
Bienenſtock: Geſchäftigkeit, Betriebſamkeit des Cors in
die Welt: Poſt!
Vorn an der Eingangshalle, abſeits vom Cohuwabohu
ein ſtiller Schalter! Mit dem weithin ſichtbaren Schild:
„Lagerſendungen”. Hin und wieder kommt eine
Frau, ein Mann, ein Kind, ſagt einen Namen, zeigt einen
Paß, erhält einen Brief. Vielleicht auch keinen. Geſichter
wechſeln die Mienen ... Lachen, Schulterzucken,
Reſigna=
tion . . . Auswirkungen des anonymen Vermittlers und
— Kupplers: „Hauptpoſtlagernd!”
Gewiſſenhaft und diskret, korrekt und höflich arbeitet
drinnen am Schalter der Beamte und ſieht ſich über die
Brille die „Kundſchaft” an . . . wohlbewußt ſeiner
Wichtig=
keit als Mittler. .. Vermittler. Eine Stunde
hauptpoſt=
lagernd . . . Hauptbetrieb von 17 bis 18 Uhr . . .
Hochbe=
trieb am Chiffreſchalter.
17 Uhr 2 Minuten. Ein eiliger Herr kommt durch die
Eingangstür direkt auf den Lagerſchalter zu und zieht den
Daß aus der Caſche. Der Beamte ſtudiert den Namen im
Daß und kramt dann in den Briefſchaften, die alphabetiſch
ſortiert in den Fächern liegen. Ergebnis: ein
Cele=
gramm. Der eilige Herr reißt es ſofort auf und
über=
fliegt es. Dann knüllt er es wütend zuſammen und klopft
wieder an die Scheibe: „Weiter nichts?” fragt er. Der
Beamte ſchüttelt den Kopf, und der Herr faltet das
Cele=
gramm wieder auseinander und ſtudiert es von neuem.
Dann ſteckt er es mit einem unterdrückten Fluch in die
Manteltaſche, ſieht ſich verſtört um und geht.
Aha, kombiniere ich aus der ſtillen und bewegten Mimik
den ungefähren Inhalt des Celegramms: „Verlangte
Geld=
ſendung leider unmöglich ..
17 Uhr 15 Minuten. Pausbacken, Hängezöpfe,
Schul=
mappen unter dem Arm. Kichernd und ſich gegenſeitig durch
Püffe ermunternd kommen drei Backfiſchlein durch den
Schalterraum. Der Beamte am Schalterfenſter ſtrahlt über
das ganze Geſicht — er ſcheint die jungen Damen durch
regen „Geſchäftsverkehr” ſchon zu kennen — und nickt den
Dreien freundlich zu: „Drei Stück ... für jede eien ..."
lacht er und gibt den jungen Damen die bunten Kuverts,
die bis zu mir duften.
Eins, zwei, drei. .. in die Ecke! Gemeinlam wird
ge=
leſen und gekichert, und weitergelelen und weitergekichert.
„Ob ich hingehe?” — „Ich ſage, ich muß mit dir
Schul=
arbeiten machen und kratze aus!” — „Ich komme aber
mit und ſehe ihn mir an . . ." — „Pfui, das iſt nirht nett..
ich will allein gehen.” — „Wehe dir, wenn du petzt!”
Kichernd und knuffend gehen ſie zum Ausgang, jede hat
einen bunten Brief in der Hand. .. der erſte Kavalier.
O ſchöne Seit der jungen Liebe. . . und ſooo gehemnisvoll!
17 Uhr 25 Minuten. Der junge Mann hat bereits zehn
Minuten gewartet und ſchon einmal nach Poſt gefragt.
Jetzt wartet er auf die letzte Beſtellung. Endlich klopft der
Beamte an die Scheibe, und der junge Mann ſpringt mit
wohrem Feuerereifer an den Schalter . . .
„Sehen Sie bitte doch noch einmal nach . . . vielleicht iſt
jetzt doch ein Brief da.” Pflichtgemäß ſieht der Beamte
no cheimnal nach . . . es dauert eine ganze Weile . .. dann
gibt er dem jungen Mann ein grünes Geſchäftskuvert. Der
nimmt’s mit vielem Dank, reißt es auf und überfliegt den
Brief.
Enttäuſcht läßt er ihn ſinken . . . ſieht ihn noch einmal
an und klopft dann zaghaft an die Scheibe: „Weiter
michts?" — „Nichts.. .!" — „Schade. . . ich hatte auf
meine vielen Bewerbungsbriefe mehr erwartet . .
*
17 Uhr 30 Mivuten. „Mal n bißchen dalli, ſehr
ver=
ehrter Herr... Ich weiß gar nicht, warum Sie nicht
gleich den Schalter öffnen? Sie ſehen doch, daß ich ſchon
— „Ihren Namen
ine geſchlagene Stunde hier ſtehe.
bitte . . .
— „Sehen Sie mal nach für Olbram . . . O wie
Otto, L wie Leo, B wie Berta, N wie Nichard, A wie
Anna, M wie Max ... Olbram!”
Päuſe. „Niſcht? Na hörenſemal, ſehr verehrter Herr,
das iſt doch hauptpoſtlagernd hier .. . Nicht wahr? Na
ja, dann muß alſo etwas da ſein für mich
Sehen Se mal nochmal ganz genau nach!"
Olbram..
„Niſcht?‟.. . Aiſo eine Wirtſchaft iſt das bei Ihnen ...
das muß man lchon ſagen .. .‟ Er zieht ſich grollend zrück,
und der Beamte ſieht ihm kopfſchüttelnd nach ..."
17 Uhr 35 Minuten. „Bitte für Chiffre XXZ!‟ Er
öffnet die Aktentaſche ſofort und bekommt einen Schwung
Briefe. Einen großen Schwung, vielleicht 150 Stück.
„Mehr nicht??? So arg ſcheint’s ja gar nicht zu ſein mit
der Arbeitsloſigkeit.. .!"
So, ſo, na, das Angebot kaun ich mir ſchon denken:
„Nedegewandte junge Leute mit kleiner Kaution finden
ſofort Stellung ..
17 Uhr 40 Miten. „So ein Lauſejunge . .. Alſo
poſt=
lagernd läßt du dir Briefe kommen. . . Und ine Braut haſt
du auch ſchon!” Wütend zerrt die Mama den ungeratenen
Sohn an den Schalter und klopft an die Scheibe.
„Sie, Herr Poſtminiſter, machenſe mal auf. . ." Der
Poſtbeamte öffnet den Schalter und ſieht erſtaunt auf die
Mama vor ihm, die den Herrn Sohn feſt an der Hand
ge=
packt hat. „So, nun verlange mal deinen Brief... Was
ſagſt du, du weißt nicht mehr die Adreſſe. . .? Na, warte
mal, dann werde ich dir mal nachhelfen!”
Ein Knuff in die Seite wirkt Wunder. Der Junge hat
einen krebsroten Kopf bekommen und verlangt zaghaft und
ſtotternd: „Aeh . . . heiße heiße Liebe 411!‟
Drei kleine Briefe ſind das Ergebnis. Die Mama
nimmt ſie energiſch in Empfang, betrachtet ſie einen
Augen=
blick und läßt den Jungen los, der ſich heulend in eine Ecke
verzieht. „Drei Stück gleich, na ſo’n Lauſejunge . . . ſo ne
Sachen macht die Poſt alſo, das iſt ja direkt unmoraliſch ...
verklagen müßte man Sie, Herr Poſtmmiſter . . . na, komm
du mir erſt nach Hauſe!”
Sie nimt den Herrn Sohn bei der Hand und verläßt
grollend das Poſtgebäude. Die drei Briefe, die drei
Gor=
pora delicti, ſchwingt ſie wie eine Sahne..
17 Uhr 50 Minuten. Die junge Dame im Feemantel,
ſchwarzes Käppchen, Lackpumps, ſieht ſich verſtohlen im
Schalterraum um, ehe ſie an die Scheibe klopft. Ich habe
mich diskret in die Ecke zurückgezogen, die junge Dame
nimmt ein Stück Papier aus der Handtaſche und ſchreibt
einen Namen darauf. Der Beamte entziffert mühſelig durch
die Brillengläſer den Namen und gibt dann der jungen
Dame einen Brief. Großes Kuvert, ausländiſche Marken,
energiſche Schriftzüge.
Die junge Dame nimmt den Brief und will ihn gerade
öffnen, um ihn zu leſen, als vom Markenſchälter her ein
Herr auf ſie zukommt und ſie begrüßt. Die junge Dame iſt
— rot geworden, und man ſieht ihr ihre Verlegenheit an.
Sie verſucht, den großen Brief in ihrer Caſche zu
ver=
bergen. . . . Es gelingt ihr, der junge Mann hat ſcheinbar
nichts bemerkt, nur ſein erſtauntes Geſicht ſpricht Bände.,
„Ich denke, du wollteſt in die Stadt fahren?"
„Ich... ich . . . wollte noch ein paar Marken kaufen.”
„So... na, ſchön!
Er lüftet den Hut. „Ich bin um halb acht zum Eſſen
zu Hauſe.” ... Er geht und läßt die junge Dame etwas
verdutzt zurück.
Ja, ja, hauptpoſtlagernd — Eheſcheidungsgrund?
Hauptpoſtlagernd, hauptpoſtlagernd! Eine intereſſante
Angelegenheit. . . . Allerhand gibt es hier zu ſehen, meine
Damen und Herren, am Lagerſchalter der Hauptpoſt. ..
Augen auf, hier ſind die Heimlichkeiten, die Schwächen und
kleinen Seitenſprünge unſerer lieben Mitbürger. Diskretion
ſelbſtverſtändlich, Ehrenſache..
„Hauptpoſtlagernd .. . . Poſte reſtante . . . . Liſta de
correo . . . " eine internationale Angelegenheit, gleich
amü=
ſant und gleich geheimnisvoll in England, Frankreich und
Amerika, in. Spanien und Italien. . . . Hauptpoſtlagernd,
der Cupido, der Vermittler, der Anonymus für alle, die
im Dunkeln bleiben wollen, Suchende, Geſchäftsleute,
Lie=
benden — und ſolche, die es werden wollen. . . .
Hauptpoſt=
lagernd!
nnnan
HHAAIHAAAHHAHAAABHAHAAHHAAHAAHAHAAAAnAnAAnnnpannannaßauennn!
Geſchichten mit Sragezeichen.
Von Sritz Nec=Malleczewen.
Nein, es handelt ſich nicht um Geſpenſtergeſchichten. Es ſind
kleine und zum größten Leil ſelbſt erlebte Epiſoden, die
gewiſſer=
maßen Sleichungen mit einer oder auch zwei Unbekannten
vor=
ſtellen und in denen Sie überall das große R vorfinden werden.
Damit Sie mir aber nicht vorwerfen, ich ſetzte Ihnen
unkon=
trollierbare Dinge vor, ſo ſollen Sie zuerſt bekannt werden mit
Catſachen, die um eine hiſtoriſche Perſönlichkeit der allerjüngſten
Vergangenheit ſieh gruppieren und die in allen Einzelheiten
bo=
zeugt werden können von Menſchen, die heute noch leben.
Itom, wiſſen Sie, was geſchah, als im Juni 1914 der
öſter=
reichiſche Chronfolger Sranz Serdinand jenen Salonzug beſtieg,
der ihn zu ſeiner letzten Inſpektionsreiſe nach Serbien, und damit
zu ſeiner Ermordung brachte?
Es verſagte im Augenblick, als der Erzherzog den Wagen
beſtieg, das elektriſche Licht.
Wiſſen Sie, was er ſagte, als daraufhin die bereitgehaltene
Kerzenbeleuchtung angezündet wurdes
Er ſagte, es ſähe ſo aus, als ſolle ein Coter aufgebahrt
werden..
Wiſſen Sie, was (ich ſelbſt habe dies alles von einem
jahre=
langen Adjutanten) ..." was ſeine gewohnheitsmäßige
Redens=
art war, wenn er irgendeine Maßnahme begründen wollte?
„Das und das iſt mein Prinzip.”
Wiſſen Sie zufällig noch, wie der Mann hieß, der ihn am
28. Juni 1914 tödlich durch den Hals ſchoß?
Sie wiſſen es, da ſeither ja allerlei paſſiert iſt auf dieſem
irrſinnigen Plaueten, nicht mehr?
Er hieß Princip.
Eino ganz nette Sülle von Sufällen, die, wie geſagt, von
ſo=
undſo viel heute noch lebenden Augenzeugen erhärtet werden..
Und da wir nun einmal beim Hiſtoriſchen und aktenmäßig
Bezeugten halten, lo ſollen Sie gleich da hören, was Ihnen auf
Wunſch die äguptologiſche Abteilung des Britiſchen Muſeums
beſtätigen wird.
Im Jahre 1904 nämlich erwirbt das Muſeum die Mumie
einer Ammonsprieſterin aus der Seit des „Mittleren Reiches”
und rangiert ſie katalogmäßig unter der Nummer I, 22 542 ein.
Dieſe Mumie hat inſofern ſchon damals eine üble Vorgeſchichte,
als von denjenigen britiſchen Herren, die ſie ausgegraben hatten
1. der eine am nächſten Cag ſich durch ſein unverſehens
los=
gehendes Jagdgewehr den Arm zerſchmetterte,
2. der nächſte im kommenden Jahre ſtarb,
5. der dritte ebenfalls im kommenden Jahre auf der Jagd
erſchoſſen wurde,
4. der erſte Beſitzer der Mumie nach ſchwerem finanziellem
Suſammenbruch ſtarb, ſeine Samilie aber ſchwerſten
Schickſals=
ſchlägen ausgeſetzt war.
Als die Mumie dem Britiſchen Muſeum geſcheukt wurde,
ſtirbt von den beiden Leuten, die ſie dorthin bringen, der erſte in
der folgenden Woche, der zweite infiziert ſich an einem roſtigen
Nagel und liegt ein Jahr lang krank darnieder. Der erſte Photo=
Die Arbeitsloſe.
Skizze von Fritz Droop.
Keiner ſah ihr an, daß ſie einmal die Prüfung als Lehrerin
mit Note eins beſtanden hatte.
Dann war ſie Braut geweſen und junge Srau. Bis der
Kampf um Verdun ihr den Satten nahm. An Wiederanſtellung
war nicht zu denken. Das Arbeitsamt wies ihr Aushilfspoſten
zu, für Wochen und Cage.
Da ſaß ſie denn in der Dachſtube, die ſie gemietet hatte, und
dachte an die Cage, über denen heller Himmel ſtand. Es war nicht
leicht, die Sülle der Erinnerung zu tragen. ..
Dann kam das Nichts.
„Suerſt die Männer!” hieß es beim Arbeitsamt. Es war
nichts mehr mit der Emanzipation. Der Kampf ums Daſein
ſchmiedet Waffen, die die Frau nicht zu führen vermag. ..."
Das letzte Spargeld iſt verbraucht. Ein grauſames Geſpenſt
ſcheucht ihren Schlaf; ihr Abendgebet — ſie kann nicht mehr.
Not lehrt nicht immer beten. Not macht auch hart. Hier riß
das Schickſal einen ſtolzen Cempel ein.
An tauſend Cüren hat ſie geklopft. Sie kennt die immer
gleiche Antwort: „Nein.” Sür ſie iſt keine Arbeit. Immer:
„Nein!”
Anſtehen! Cäglich auf dem Arbeitsamt. Und immer wieder
Von 2Nännern, die in gleicher
fragen... nutzlos fragen..
Vordammnis ſind, und die die Sauſt der Not noch härter ſchlug,
geſtoßen und mit finſterem Blick verfolgt.
Wie lange noch wird man ihr die Dachkammer laſſen? Die
Miete war längſt fällig. Noch hat ſie ein ſchützendes Dach. Wie
lange noch?
Geſtern hat ein Mann ſie gefragt; ob ſie abends in den Park
kommen wolle; ſie ſei doch noch jung und ſchlank. Es klang wie
bitterer Hohn. Sie iſt davongerannt; faſt wäre ſie geſtürzt. „Bin
ich jetzt Freiwild?” Ihre Augen brennen im kalten Sturmwind
der durch die Gaſſen pfeift.
Wie oft ſchon hat ſie auf der Brücke haltgemacht, wo die
Wollen gluckſen
Das Waſſer iſt kalt. Sie hat es mm Dnnkel der Nacht ge=
graph, der von der Mumie auftragsmäßig eine Aufnahme macht,
ſtirbt binnen einer Woche, em zweiter zerquetſcht ſich den Dcmen,
ein dritter verliert ein paar Cage nach der Aufnahme ein Kind.
Die Muſeumsdiener erzählen ſich, als die Mumie endlich
auf=
geſtellt iſt, ſo lange von ihr und ihrem geſpenſtigen Augenrollen
Schauergeſehichten, bis die Muſeumsleitung die Mumie im Oopot
verſchwinden läßt.
Dort entdeckt ſie ein amerikaniſcher Gelehrter, erwirbt ſie
für ſeine Heimat und verfrachtet ſio .. . auf welchem Schiff?
Auf der „Citanic”.
Die Ammonsprieſterin aus dem Mittleren Reich hat gegen
5000 Menſchen mit ſich genommen. Und das Britiſche Muſeum
mag Ihnen dieſe Dinge beſtätigen, wonn Sie Wert darauf legen
ollten. ..
Im Frühwinter 1918/1919 lerne ich in München eine junge
Dame kennen, die ich hier, wo ihr voller Name zunächſt auch
nicht angedeutet werden ſoll, einfach „Hella” nennen mag. Im
Januar 1919 ſind wir gemeinſam bei einer damals in der
Münchener Leopoldſtraße wohnenden Dame Ceegäſte, unterhalten
uns von dieſem und jenem, von den Skilauf=Ausſichten und vom
Saſching, ſind in denkbar beſter Laune, als folgendes ſich ereignet.
Eine Schülerin der Münchener Mal=Akademie, die geladen
iſt, ſich aber verſpätet hat, kommt herein, ſoll eben vorgeſtellt
wer=
den, ſieht „Hella” (die ſie notabene bis dahin nicht gekannt hat!),
ſchlägt mit einem wilden Aufſchrei die Hände vors Geſicht, läuft
auf den Korridor hinaus, wirft ſich in eimen Stuhl und beginnt
hemmungslos zu weinen.
Befragt, was denn eigentlich geſchehen ſei, antwortet ſie nur,
daß ſie, „Hella” gegenübertretend, etwas Entſetzliches geſehen
habe. Daß man ſie in Ruhe laſſen ſolle. Daß ſie hier unter
keinen Umſtänden bleiben werde. . ..
Sagt es und geht.
Muß wirklich, der ihr bis dahin ja ganz unbekannten „Hella‟,
gegenübertretend, etwas ganz Entſetzliches geſehen haben.
Was nämlich „Hella” anbetrifft, ſo handelt es ſich um die
junge Gräfin W. . . . . . . , die, als Geiſel verhaftet, von den
Münchener Bolſchewiken am 29. April 1919 im
Luitpold=
gumnaſium erſchoſſen worden iſt.
*
Was aber meinen alten Kameraden v. ANk. angeht, ſo kann
ich abſolut nicht beſtätigen, daß er das war, was man in
Nord=
deutſchland einen „Spoekenkieker” nennt; daß er an
Halluzina=
tionen gelitten oder ſich für okkultiſtiſche Angelegenheiten
inter=
eſſiert hätte.
Er war ein reſoluter und robuſter Kerl, der ſich nicht für
Okkultismus, ſondern alle acht Cage für eine neue ſüße Lady
intereſſierte, dem Leben aus vollen Backen ms Geſicht pfiff und
ſich jetzt, wofern er überhaupt im Himmel und nicht an einem
heißeren Ort arrwiert iſt, damit vergnügt, daß er den lieben
kleinen Engeln die Schwanzfedern ausreißt. . .
So war os. Im Jahre 1905 machte ich mit M. einen
Spazier=
gang bei Jena durch dasjenige einſame Quertal der Saale, in
dem ſich damals die Schießſtände des damals dort
garniſonieren=
den Bataillons befanden. Wir ſind in allerbeſter Stimmung,
wollen nachher in Swätzen einen Braten am Spieß eſſen und aus
Holzkrügen Weißbier trinßen, erzählen uns höchſt amüſante
Hiſtorien. . ..
Daß er, als Student ohne oien Pfennig durch Frankreich
wandernd, in Paris ſich eines Cages bei einem Friſeur am
Boule=
vard St. Michel vermietet habe als Demonſtrationsmittel für eme
Hfmfmamfmrffffamfafffffamamkmafmrfmmfſf
fühlt. Das Grab iſt warm — kichert ein Geiſt. Sie wehrt ſich
„Noch nicht!” Noch ſpiegelt ein Stern ſich im ſchwarzen Sluß.
Der Stern, den ſie auch damals gegrüßt und — geliebt. Noch iſt
ſie nicht reif. Noch hofft ſie; noch!
Sehn Monde iſt ſie jetzt arbeitslos. Da ruft eine
Ver=
ſammlung die Armen zuhauf. Eine alte Frau zerrt ſie mit ſich
fort.
Wer kennt noch die einſtige Lehrerin? Um ihre mageren
Schultern flattert ein Cuch. Den Mantel hat ſie längſt verſetzt.
Wer löſt ihn ein? Wer zieht ihn an? Auch der kluge Nedner
weiß es nicht. Er agitiert für ſeine Partei. Dem Eimzelnen
helfen? Das kann er nicht.
Sie zieht mit Schmurbändern und Seife von Haus zu Haus.
Der letzte Verſuch.
Wächſt keine Roſe mehr an ihrem Weg?
Da öffnet einer. Den kemt ſie doch, obgleich er keinen
Kragen mehr trägt. Der war doch einmal ſehr angeſehen. Sie
nenut ihren Namen. Dann ſitzt ſie bei ihm. Er iſt zu den
Nadi=
kalen gegangen. Nur Sewält kamn helfen! Ob ſie mitmachen
will. . . Sie weiß nicht recht, ob ſie ja ſagen ſoll. . . . Er tiſcht
ihr auf; zum erſten Male ſeit langer Seit ißt ſie ſich ſatt.
Der Mann glaubt, was er ſagt; aber er kemt die Gefahr.
Sie ſoll die Schriften, die man bei ihm ſuchen wird, in ihrer
Dachkammer verbergen. Der Cag der Erlöſung ſei nabegerückt.
Gott wolle, daß der Menſch ſich ſelber helfe. Der Lohn )ei
groß=
ein neuos Slück.
Die PPolizei hat die Sährte entdeckt. Qualvolle Unterſuchung
folgt. Die Augen der Frau werden hart wie Stahl. Einſt waren
ſie weich wie Samt und warm. Und ihre Cränen ſind verſiecht.
In ihrer Bruſt iſt keine Stille mehr; nur Sturm.
Die Strafe hat ſie nicht kleiner gemacht. Nur feſter, zäher
iſt ſie geworden. Die Selle gab ihr bei der Kälte Schutz. Nun iſt
ſie wieder allein in der Not. Soll ſie den Gashahn öffnen, um
endlich erlöſt zu ſein? Sie bebt vor dem Vorhang, der alles
ver=
birgt.
Dann aber greift ihr etwas ans Herz. Auch ſie hat eine
Mutter gehabt, die um ſie bangte, die ſie liebend begte.
Sie denkt an die Kinder, die ſie einſt lehren durfte. Die
ſollen ſehen, wie ſie wieder hochkommen wird. Von ihrer Stirne
haarfärbende Cinktur, und daß er dort, die eine Scheitglhälfte
rot und die andere ſchwarz koloriert, auf dem Crottoir vor
den Läden geſeſſen und den Fauſt rezitiert habe.."
Wie den xten Küraſſieren bei einer Schwimmübung (nackt
auf nackten Pferden) die Gäule durchgingen, und wie die ganze
Schwadron mit ſplitternackten Reitern in die Kaſerne zurück-.
galoppiert ſei, mitten durch den Nachmittagskorſo der jungen
Damon von Nieſenburg..
Wie er, in Polen auf Wolfsjagd ſich begebend, in heller
Mondnacht auf etwas geſchoſſen habe, was ihm wie ein Bär
vorgekommen ſei, und gebrummt habe es auch, und getroffen
habe er es auch, und nachher ſei os der Kontrabaß einer
be=
trunken im Straßengraben liegenden Dorfmuſik geweſen.
Ja, ſolche Geſchichten erzählen wir uns. Und mitten in
dieſen zierlichen Geſprächen ſetzt M. (wir waren noch immer auf
dem Schießſtande) ſich hin, ſtiert auf die Erde, iſt blaß gewordent
und iſt auch nicht zu bewegen, irgendeine Auskunft zu geben über
ſein ſonderbares Verhalten..
Und ſchließlich gehen wir weiter, kommen wohl auch an
Swätzen, trinken Weißbier und eſſen Braten am Spieß. . . . Wer
denkt in dem Alter denn lange darüber nach, was ihm vor einer
Stunde begegnet iſt mit einom Kameraden, den am Ende nur das
graue Elend gefaßt hat?
Wer denkt noch ſpäter darüber nach, wenn das Leben den
einen nach Meſeritz oder Krotoſchin und den andern nach San
Francisco verſchlägt?
Ja wer? Och habe am Ende ſpäter doch an jene Stunde
denken müſſen, . . . Ja, ich habe ſogar ſehr ſcharf darüber
nach=
gedacht, ohne zu einem weſentlichen Reſultat gekommen zu ſein.
Mein Kamerad M. nämlich hatte ei paar Jahre ſpäter in
einer betrunkenen Neujahrsnacht in Jena ein betrunkenes
Ren=
contre, das mit einem Duell auf eben jenen Schießſtänden endete.
Mein Kamerad M. fällt mit einom Schuß durch die
Wirbol=
ſäule, iſt auf der Stelle tot, bleibt — ich bin in der Lage bindend
Auskunft zu geben über dieſe Catſache — genau auf dem Sleck
liegen, auf dem er damals ſaß, als er, mitten in zierlichen und
unbeſchwerten Geſprächen, mit verzerrtem Geſicht die Erde hat
anſtarren müſſen.
Es gibt in der engliſchen Armee ein Soldatenlied, deſſen
Cext mit den Worten „Soldiers, ſoldiers” anfängt, das ſehr alt
ſein muß, da Haudn die Melodie ſeines Refrauns für das Scherzo
ſeiner Oxfordſinfonie verwendet hat und das näher zu bezeichnen
ich mich wohlweislich hüten werde, da es mir, ob ich’s ſelbſt ſinge
oder ob ich’s nur höre, regelmäßig ſchweres Unglück bringt. Jch
gebe hier ein Verzeichnis desjenigen groben Unfugs, den es in
meinem Leben angerichtet hat beſchränke mich dabei auf die
großen Ereigniſſe und laſſe alle kleinen und inzwiſchen auch halb
vergeſſenen Verdrießlichkeiten beiſeite..
Freitag, 6. Soptember 1912. Sch habe mich in den Londoner
Docks an Bord des nach der Weſtküſte Südamerikas abgehenden
Dampfers Aſſuan” eingeſchifft, als (die Situation iſt mir aus
naheliegenden Gründon noch in überdeutlicher Ermnerung) ein
Crupp vorübermarſchierender Pfadfinder das bewußte Lied an=
klammt Entſchloſſenheit: ſie wird das Schickſal zwingen — wenn
nicht im Guten, dann im Böſon.
Nun ringen Gott und Ceufel um ſie..
Swei Spitzbuben.
Von Geoswald Bauer.
Der Jörgel und der Peterhans, das ſind zwei, die es mit der
Ehrlichkeit nicht gar gefährlich nehmen, und deswegen iſt kein
Mitmenſch davor ſicher, daß die Spitzbuben nicht darauf aus ſind,
ob ihm nicht aus einer Caſche etwas herausſchaut, das
mitge=
nommen werden könnte. In ihrem Heimatsort geht man ihnen
hein fürſichtig aus dem Weg, weil man die zwei Brüder
gründ=
lich kennt, aber dem Jörgel und dem Peterhans nimmts
dieſer=
wegen nicht die Luſtigkeit, die ſie ſich bewahrt haben, trotzdoem
ſie ſchon mehr als einmal hinter eiſernen Gardinen haben ſitzen
müſſen. Von Seit zu Seit tun lie ſich auf, die zwei, wandern
ziol=
los übers Land und halten die Augen offen, damit ihnen nicht
etwa eine Gelegenheit zu einem hurtigen Griff auskommt. Es
geht ihnen nicht ſchlecht dabei, und ſo quält ſie die Sorge ums
Daſein weit weniger als dieſenigen Leute, die ehrlich ihrer
Ar=
beit nachgehen und fein ſorgſam Nickel auf Nickel legen, damik
ſie ein bißchen etwas für die ſchlechten Seiten oder fürs Alter
haben.
Der Schimmelwirt, der ſein Gaſthaus neben der Landſtraße
in einem kleinen Garten hat, kennt die zwei, die eines Cages in
die Stube treten, nicht, und ſo macht er, weil das Geſchäft
ohne=
dies nicht arg gut geht, einen ſchönen Diener und fragt nach dem
Begehr der Fahrenden ſo höflich und ergeben, daß der Jörgel
den Poterhans bedeutſam anſchaut und dann ein doppeltes
Su=
laſch mit zwei Humpen Dunkelbier für ſich und den Kumpan
be=
ſtellt. Der Schimmelwirt ſagt: „Bitte ſehr, meine Herren!”
zieht ſich in die Küche zurück, weiſt ſein Eheweib an, beim Gulaſch
mit dem Paprika nicht zu ſparen, weil er ſich davon eine erhöhte
Durſtigkeit der Sreiden verſpricht, und klettert in den Keller
hinunter nach dem Bier. Derweilen wiſpert der Jörgel dem
Peterhans etwas ins Ohr, worüber dem das Seſicht ſo arg in
die Breite geht, daß der Wirt, wie er mit dem Bier Mr.
ſtimmt. Im gleichen Augenblick, unmittelbar bevor das Schiff die
letzte Croſſe loswirft, erreicht mich ein Celegramm, das die
Agen=
tur mir noch eben nachſchickt und das mir den Cod einer
außer=
ordentlich geliebten Verwandten mitteilt. —
April 1919. Sch ſoll in meiner Wohnung von den Münchener
Bolſchewiken verhaftet werden, bin telephoniſch gewarnt worden,
bleibe aber, weil ich die Sache nicht ſehr ernſt nehme, ruhig in
meiner Wohnung, nehme das Cello und fange, ganz in Gedanken
und halb unbewußt, mit einer ganz primitiven Pizzicatobegleitung
das Lied zu ſummen an. Sch habe kaum die erſten Akkorde
ge=
griffen, als es unten klingelt. Es ſind die Notgardiſten, die mich
verhaften und mir (ſiehe oben) damals um ein Haar das Schickſal
der kleinen Gräfi Hella W. . . . . bereiten. Einige Cage darauf
gibt zur Feier meiner Befreiung ein Bekannter von mir ein Feſt,
das mit Canzen begimnt und — es war damals ſo etwas wie
Weltuntergangsſtimmung in München — mit einem gewaltigen
Dauerhaſard erſt am nächſten Morgen um zehn Uhr früh endet.
Ganz gegen meine ſonſtige Erfahrung auf dieſem Gebiete
verliere ich konſtant, verliere, obwohl meine liebenswürdigen
Gaſtgeber ſich alle erdenkliche Mühe geben, mich wieder
ge=
winnen zu laſſen .. . . verliere, verliere ... verliere die ganze
Nacht hindurch und ſtehe am Morgen vom Ciſch auf ſozuſagen
als geſchlagener Mann. Ohne einen Pfennig in der Caſche.
Cotal vermöbelt. Es fällt mir leider zu ſpät ein, daß ich beim
Spiel die ganze Nacht ganz leiſe das Lied „Soldiers, ſoldiers”
geſummt habe. —
Das Lied ſpielt mir Streich auf Streich. Im Frühjahr 1925
ſumme ich es motorradfahrend auf der Münchener
Ungerer=
ſtraße, als unmittelbar vor mir die Leitung der elektriſchen
Straßenbahn von oben kommt und mit ihrem Strom ein paar
vor mir paſſierende Reichswehrpferde erſchlägt. Sch pfeife es,
als ich zwiſchen Großhadern und Paſing in tiefer Winternacht
am Volant ſitze und vor einem inkorrekten Fahrer mit achtzig
Stundenkilometern in den Straßengraben raſe, ich erlebe im
Jahre 1926 in Oſtafrika die kritiſche Stunde einer ſchweren
Cropenkrankheit, als es vor meinen Fenſtern ein engliſcher
Dragoneroffizier pfeift. . . .
Das Lied wird mir peinlich und unhemlich . . . . es iſt
in=
zwiſchen zu einem Jazz verarbeitet worden, und ich beginne, es zu
meiden und hüte mich wohl, danach zu tanzen. . .."
Ich werde in München im Oktober 1929 von einem Auto
überfahren, werde zunächſt nur leicht verletzt, bleibe aber unter
den. Wagen ſo eingeklemmt liegen, daß man mich nicht ohne
weiteres herausziehen kann, leite (zwiſchen Kurbelwanne und
Aſphalt eingeklemmt) aus meinem nicht ſehr angenehmen Priſon
heraus die Befreiungsmaßnahmen, als auf der Straße jemand
vorbeigeht, der aus vollen Backen das ominöſe und vermaledeite
(und inzwiſchen, wie geſagt, verjazzte) Lied pfeift. . .
Ich bin in keiner ſehr angenehmen Lage ... ich kann doch
ſchließlich nicht gut anordnen, daß man die Rettungsaktion
unter=
bricht und zuerſt den Pfeifer erſchießen, ihn in der Iſar ertränken,
ihn mit Petroleum übergießen, ihm zum mindeſten mit
Leuko=
plaſt den Mund verkleben ſoll. . . .
Nicht wahr, das wäre ja wohl nicht gut angängig geweſen...
Und während der Unbekannte munter weiterpfeift, ſchaltet
einer der mit meiner Befreiung beſchäftigten Eſel, ohne mich zu
fragen natürlich, den Nückwärtsgang des Wagens ein. Ganz
ſanft, ganz langſam .. . immerhin ſo, daß er mir, während auf
der Straße unbewegt der peſtige Jazz gepfiffen wird, das
zu=
fällig in die Speichen des Hiterrades verhakte Bein bricht...
Fünfundzwanzig Minuten, nachdem ich, vom Auto über= der größten Maler der Welt. Er kann in ein Porträt jenes
fahren, ſo gut wie unverletzt geblieben war. . ..
Unter den Klängen des Liedes „Soldiers, ſoldiers”
Was, mein Herr, würden Sie an meiner Stelle mit einem
Mann beginnen, der es in ihrer Gegenwart zu ſingen, z pfeifen
oder auch nur auf einer Okarina pianiſſio zu flöten ſich unter= ihn kam. Er war ein Dämon, und darum konnte er in ein
fangen würde?
Die vier ſtärkſten Eindrücke von
Srauenportrats inmeinem Lebert trachtet, daß dieſes Geſicht vom Coufel beleſſen iſt, daß es aber
Von Kaſimir Edſchmid.
Als ich mir dieſe Frage überlegte, tauchte eine merkwürdige
Galerie von Frauenköpfen, Frauenfiguren und Frauenbewegungen
vor mir auf. Ich kenne die meiſten Sammlungen und faſt alle
Muſeen Europas und noch einiges mehr auf anderen Kontinen= jähriger vor der Mona Liſa geſtanden und war eine Seitlang
ten. Ich erinnerte mich an eine vollendet jüße Figur Dürers im
Prado in Madrid, an die glaszarten, überzüchteten und doch ſo
herben Frauen Memlings in Brügge, an die Sigur der Synagoge
am Portal von Straßburg und von Bamberg, an gewiſſe Damen
HIfrff
MI
Cür hereinkommt, vermeint, die fahrenden Geſellen ſeien von
jener Heiterkeit erfüllt, die das Bewußtſein eines gefüllten
Geldbeutels verleiht. So ſchenkt er mit ſeinem ſonnigſten Lächeln
den dunklen Saft in die Gläſer der zwei Gäſte, ſetzt ſich neben
den Peterhans und tut ein paar Fragen nach dem Woher und drauf beim Laufen, gelt ja?‟
Wohin, und wie es gehe und nach den ſonſtigen Dingen, die
ein=
fache Leute jeweils intereſſieren. Die Swei geben artig Antwort,
blinzeln dabei begierig auf die Stubentür, weil ſie den
Gulaſch=
duft aus der Küche ſchon längſt erſchnuppert haben und beginnen
dann eine Unterhaltung miteinander, die den Wirt verwundert
aufhorchen läßt.
„Weißt,” ſagt der Peterhans zum Jörgel, „’s letzte Mal ham
mir Pech ghabt, weil die Straßen ſo weich gweſt is. Ich bin
immerzu ausg’rutſcht, und deswegen ſein uns die andern zwei Der Peterhans beeilt ſich, ſeinen Humpen auszuſaugen, damit
voraus kommen.” — „Und der Schiedsrichter hat aa nix taugt!”
ſtellt der Jörgel beſtimmt feſt. „Es is ſchon beim Starten nit mit
rechten Dingen zu gangen.”
„Ja, und dabei ſein mir beſſer wie einſt in Form gweſt.." von der Cür zurück: „Freilich, freilich, meie Herren!”
nicht heraus, worüber die Swei reden, weshalb er ſich ein Herz
faßt und eine beſcheidentliche Frage tut:
„Entſchuldigen die Herren,” ſagt er, „entſchuldigen Sie, von
was reden die Herren da eigentlich? Wie iſt das mit dem
Schieds=
richter und den weichen Straßen?”
Da ſteckt die Wirtsfrau den Kopf bei der Cür herein und
verkündet:
S Gulaſch iſt fertig, Ferdl.”
Der Wackere ſchleppt darauf herbei, was ſeiner Eheliebſten
Kochkunſt bereitet, legt Meſſer und Gabel zurecht, tut einen
Brotlaib auf den Ciſch, läßt ſich in der Nähe nieder, und
wäh=
rend der Peterhans und der Jörgel kräftig Mahlzeit halten,
wiederholt er ſeine Frage von vorhin: was es mit dem
Schieds=
richter und mit der weichen Straße für eine Bewandtnis hälte?
Om Kauen gibt der Jörgel ihm Auskunft, daß er und ſein
Sreund Sportsleute ſeien, deren Spezialität darin beſtehe, daß
lie eine beſtimmte Strecke in einer Seit durchlaufen, die vorher
angegeben wird. Wenn alſo beiſpielsweiſe zwei Kilometer zu
durchlaufen wären in fünf Minuten, ſo würden ſie am Siel uicht
eme Sekunde früher oder
iter ankommen als pünktlich, mit
von Cranach, beſtimmte Engel aus Holz von Niemenſchneider —
und während, ich nachdachte, wurde halb Europa um mich
lebendig.
Sch erinnerte mich ſchließlich des Frühlings in Madrid und
Coledo, an den Duft Andaluſiens, den Glanz der Straßen vor
dem Prado. Und mir fiel das Frauenporträt des Goya ein, das
Donna Cadea de Enriquez genannt iſt. Dies Bild hat mich eine
lange Weile beſchäftigt. Es iſt ein Porträt, eine Dame mit
hoch=
gekräuſelten auf die Schulter fallenden Haaren, mit einem
wei=
ten Nock, der doch die Schuhe noch ſehen läßt, ziemlich
hoch=
ſitzender Caille und tiefem Dekolleté. Der rechte Arm iſt halb
gedankenlos in die Luft geſtreckt, während der linke Arm über
der Hüfte anliegt. Es iſt das Porträt einer Dame, die feſt auf
der Erde ſteht, aber es hat doch etwas, als ob die Dame ſchwebe
und hoch in der Luft ſtände. Der Maler Goya iſt für mich einer
Ueberſinnliche legen, das ein Porträt über die dargeſtellte Figur
hinaus erſt wirklich intereſſant macht. Goya war ein
merkwür=
diger Menſch, er war beliebt am Hof, vielleicht war er aber
ein Mörder, und er brach in Nonnenklöſter ein, wenn es über
höfiſches Bild den Dämon hineinmalen — ſo, daß man das
Dämoniſche zuerſt nicht richtig ſieht, aber dann entflammt das
Bild plötzlich von dieſer Kraft. Darum beſchäftigt mich dies
Bild ſehr longe. Man ſieht auf dieſem Bild, wie hinter der auch bemerkt?
herkömmlichen Haltung des Auges eine furchtbare Leidenſchaft
flackert, man ſieht, wenn man ganz lange dieſes Geſicht be=
Anmut zu geſtalten. Und man bemerkt hinter der ſcheinbaren
Starre der Sigur das zuckende, bebende Leben, das in dieſer
Sigur ſteckt. Um dieſes geheimnisvollen Doppellebens wegen
liebte ich dieſes Porträt ungemein. Auch ich habe als
Achtzehn=
traurig, als es einmal geſtohlen war — aber das Geheimnisvolle
in den Sügen der Mona Liſa erſchien mir nie ſo geheimnisvoll
und wild, nie ſo groß und unbändig wie in dem Porträt Gogas
der Donna Cadea de Enriquez.
A
Ablauf der fünften Minute, und wenn dafür eine Minute mehr
zugegeben würde, ſo kämen ſie eben dieſe eine Minute ſpäter an.
Der Wirt tut ungläubig. „No ja,” meint er endlich, „Sie
ham halt a Uhr bei Ihnen, und da ſchauen s' immer wieder amal
Der Peterhans wehrt energiſch ab:
„Keine Spur nit, Herr Wirt!” behauptet er. „Mir brauchen
dazu keine Uhr nit. Bei uns is s Gefühl, was uns die Seit
an=
zeigt. Das iſt unſere Leichtathletik.”
Der Jörgel zuckt die Schultern.
„Mein Gott, bis uns der Herr Wirt erſt amal g’ſehn ham
wird . . .‟" Er leert ſeinen Krug und ſchiebt ihn auf den Ciſch
zurück. „Ich trink noch einen.”
der Schimmelwirt nicht zweimal in den Keller muß, und weil das
Brot ſchon einmal daliegt, ſchneidet er ſich ein mächtiges Crumm
ab. „Wenn a Speck da wär?” deutet er an, und der Wirt nickt
Der Schimmelwirt ſitzt dabei und kriegt beim beſten Willen ! „Ja,’s is g’wiß intreſſant,” läßt ſich, nachdem der weite Krug
angetrunken iſt, der Jörgel vernehmen, „ſchad”’, daß wir nit amal
in der Näh da a Veraſtaltung ham. Dann könnt” der Herr Wirt
zuſchaun kommen, gelt ja?"
Da ſtößt der Peterhans die beiden Arme kraftgeſchwellt
von ſich:
„Ja ’s is wirklich ſchad! ’s is ſchon arg was Schön’s um ſo
ein” Nenner, ſo ein’ tüchtigen!”
Der Schimmelwirt, der in ſeinem ganzen Leben noch wie einen
Läufer geſehen hat, ſchaut bewundernd auf den Peterhans,
über=
legt noch ein bißchen und äußert dann vorſichtig: „Wenn’s die
Herren nit ungut aufnehmen täten..
„Was denn?” fragte der Jörgel.
Der Wirt drückt noch ein Weilchen herum und rückt dann
heraus: daß er gern einmal ſo ein Straßenrennen anſchauen tät,
weil er’s nicht glauben kann, das mit der uhrgenauen Seit..."
Der Peterhans tut entrüſtet, aber der Jörgel beruhigt ihn.
„Er hat’s halt noch nit g’ſehn. weißt,” ſagt er, und dann erhebt
er ſich. „s wird’s G’ſcheiteſt” ſein, mir zeigen’s ihm amal, gelt?”
„No ja, wenn grad willſt. .." knurrt der Peterhans, ſteht
Ich liebe nun allerdings nicht ſo ſehr wie die meiſten
Men=
ſchen die ſtille Anmut in Frauengeſichtern. Für mich iſt, in der
Kunſt wenigſtens, ein Srauenkopf erſt vollendet ſchön, wenn er
irgendwie an das Bedeutende grenzt. Oft habe ich mir überlegt,
wie wohl die Frauen ausgeſehen haben müſſen, die das
Nibe=
lungenlied und die anderen großen deutſchen Epen ſchildern. Ihre
Darſtellungen aus der modernen Seit haben mir nie gefallen, ſie
waren zu ſentimental oder zu pathetiſch. Eines Cages ſtieg ich
nun in Arezzo aus, einer kleinen Stadt ſüdlich von Florenz, in
der, wenn ich nicht irre, Boccaccio geboren iſt, es kann aber auch
Petrarka ſein. Ich entſinne mich des nicht genau, denn ich ſtieg
deshalb nicht aus, ſondern um ein paar merkwürdige Kirchen zu
ſehen, und ſchließlich hauptſächlich, um in der Kirche San
Fran=
cesco mir die großen Fresken Piero della Francescas zu
be=
trachten. Für mich gehören dieſe Fresken zu den wichtigſten und
ungeheuerlichſten in der ganzen Welt. Sie haben nicht die zarte
Gottſeligkeit der Fresken Giottos und nicht den Glanz der
Fres=
ken, die Gozzoli im Palazzo Niccardi in Florenz von der
medi=
zeiſchen Epoche entwarf. Die Fresken in Arezzo ſind heldiſch
ſchlechthin. Sie ſind von wunderbarer Gewalt. Eines der
Bil=
der ſchildert das Suſammentreffen der Königin von Saba mit
König Salomo. Die Königin kniet nieder, um das heilige Herz
anzubeten. Ihre Begleiterinnen ſtehen. Und in den Köpfen der
Begleiterinnen entdeckte ich zum erſten Male Geſichter, die
gleichzeitig ſo füß und ſo hart und ſo heroiſch waren, wie ich ſie
Kriemhilde und Brünhilde gegeben hätte, wenn ich Maler wäre.
Die Köpfe ſind, obwohl ſie aus der Mitte des 15. Jahrhunderts
ſtammen, entzückend modern, voll Gehalt, voll Schwere der
Ge=
danklichkeit, voll Linie und ganz einfach. Sie haben mich ſehr
beeindruckt.
Aehnlich hat mich der Kopf der Hatſchepſut getroffen, als ich
ihren Cempel in Luxor beſuchte, einen Säulentempel, den ſie in
eine rieſige Selswand der Wüſte gebaut hat. Sie war, bei
An=
fang des Neuen Reiches, etwa 1500 v. Chr., Königin von
Aegupten, die erſte Frau von Bedeutung in der Weltgeſchichte,
eine Art Kleopatra, nur von ganz anderem Ausmaß, Gattin ihres
Bruders Chutmoſis 5, der einer der größten äguptiſchen Könige
war und ſeine Gattin und Schweſter ſo haßte, daß er nach ihrem
Cod ihre Bilder in allen Tempelwänden ausmeiſeln ließ. Für
mich iſt dieſe Frau das Sinnbild jener märchenhaften Epoche, die
man nur verſteht, wenn man Aegypten kemnt, jener Epoche, deren
Kultur ſich durchaus mit unſerer meſſen konnte, wo die Menſchen
ſich mehr um ihr Leben nach dem Cod, als um das gegenwärtige
kümmerten, Bruder und Schweſter ſich heirateten und in einer
merkwürdigen Beziehung zu den Göttern und Sumbolen ſtanden.
Und dann hat mich für lange Seit das Bild einer Frau
erobert, die ſeltſamerweiſe keinen Kopf beſitzt. Aber der Kopf
iſt bei dieſem muthologiſchen Weſen nicht ſo wichtig, dem er
iſt leicht zu ergänzen, da es ſich um eine griechiſche Figur
han=
delt. Sie ſteht im Nationalmſeum zu Athen, vielmehr ſie litzt
auf einem Pferderücken — und ſelbſt da ſchwebt ſie noch. Es iſt
eine Amazone. Alles, was heroiſch und zugleich weiblich, was
ſpörtlich und zugleich graziös, alles was ſtark und doch bezaubernd
an einer Frau ſein kann, iſt für mich in dieſer Amazone
dar=
geſtellt. Sie bedeutet für mich Griechenland, die Nähe einer
göttlichen Kultur, die Weitherzigkeit alles deſſen, was den
Körper und ſeime Schönheit, und die Weitherzigkeit alles deſſen,
was den Geiſt und ſeine Offenbarungen betraf. Die Amazone iſt
für mich das Hellas meiner Jugend und das Hellas, das ich wie
jeder gebildete Menſch in mir trage, nachdem ich mir überlegt
habe, auf welchen Grundfeſten unſer geiſtiges Leben puht. Sie iſt.
zugleich einer der reizvollſten Frauenkörper, die ich kenne.
Autos haben Augen!
Von Klari
Meine lieben Kolleginnen, Herrenfahrerinnen, habt Ihr es
Es gibt nichts Schöneres, als durch die Nacht zu ſauſen. Der
Motor ſurrt vertraulich zu deinen Füßen, und vor dir bohrt ſich
das ſtille gelbe Licht eine Spame weit in die Finſternis, gerade
dem Maler gelungen iſt, den Wahnſinn des Kopfes zu reier ſo weit, um einen ſicheren, kleinen, beleuchteten Naum für deine
Pneus zu ſchaffen, gerade ſo weit, um das Unheimlich=Heimliche
der Nacht um dich nicht zu zerſtören. — Und angſtvoll, doch
ver=
trauend auf den Freund Motor, liegt dein Körper in dem kleinen
rollenden Kaſten. Plötzliche Alleen öffnen ſich, geſpenſtiſch
kriechen Nebel über das Feld, und du frierſt und ſtarrſt vorwärts
in die geſpaltene Finſternis, ſchaudernd und angezogen von dem
Ungewiſſen. Schon erfaßt dich jener unperſönlich=morbide Nauſch
der Ferne und Gefahr — du biſt nicht mehr du, ſondern ein
Häuflein raſende Materie in der Nacht — da — blitzt eine helle
gleichfalls auf und ſtülpt ſein Hütl auf den Kopf. „Aber weit lauf
ich fein nit, du, für ein” einzigen Suſchauer!”
Die Drei treten vor das Gaſthaus hinaus und ſtellen lich
mitten auf die Landſtraße. Der Wirt zieht ſeine Uhr, und der
Jörgel zeigt ihm mit ausgeſtreckter Hand die Strecke?
„Bis zum Waldl dort wird’s grad achthundert Meter ſein,
nit? Cun S” quet aufpaſſen, Herr Wirt, wie lang als mir
brau=
chen bis dorthin. Wie viel Minuten ſollen’s dann ſein?”
Der Schimmelwirt ſteht mit der Uhr da. Seine Hand zittert,
ſo aufgeregt iſt er.
„Sagen wir zwei Minuten!” ſchlägt er vor.
„Guet!” ſtimmt der Jörgel bei. „Komm her da, du!” Er
zieht den Peterhans neben ſich, ſtellt ſich neben ihm auf. „Wenn
der Sekundenzeiger auf ſechzig is, Herr Wirt, dann tun S‟ den
Arm heben!”
„Jetzund!” ſchreit da der Schimmelwirt ſchon aufgeregt und
wirft die Nechte hoch. „Los!”
Die Swei laufen. Ihre Beine wirbeln nur ſo. Die Köpfe
haben ſie vorgeneigt, ſo, als würden ſie damit den Luftwiderſtand
beſſer ſchneiden können. Ein Weilchen hat der Peterhans
einen Vorſprung, dann überholt ihn der Jörgel, und nachher
tra=
ben ſie faſt nebeneinander dahin.
Der Schimmelwirt ſieht ihnen begeiſtert nach. „Neugierig
bin ich,” ſagt er halblaut vor ſich hin, „ob ſie grad in der zweiten
Minute beim Waldl ſein!”
Nach fünfhundert Metern kann der Peterhans das Lachen
nimmer verhalten. Er platzt heraus, bleibt ſtehen und ſchnappt
nach Luft, aber der Jörgel gibt ihm einen Stoß in die Nippen
und ſchimpft: „Bleib nit ſtehen, Maulaff, dummer, ſunſt merkt
er’s, bevor mir weg ſein!‟ Er rennt voran, und der Peterhans
läuft folgſam hinter ihm drein, ſo lang, bis ſie beim Wald
ange=
kommen und mit paar gewaltigen Sätzen zwiſchen dem Geſtänm
verſchwunden ſind.
Der Schimmelwirt ſteht ſolang auf der Straße vor ſeinen
Gaſthaus wartend auf die Nückkehr der beiden Läufer, bis ſeine
Frau ihn hereinholt und ihm die leeren Gulaſchteller an den
Kopf wirft dafür, daß er den beiden loſen Vögeln aufgeſeſſen iſt,
die derweil ſich eins lachen über die beſondere Art, in der ſie ſich
mal wieder verdient haben...
ihr Mittag
Gloriole über jenem Hügel auf — ſie wird weiß und ſtark —
dann ſind es auf einmal zwei rieſige blendende Lichtaugen.
Hallo! Ein Kollege, ein Brüderchen deines Wagens!
Und ſogleich biſt du wieder du ſelbſt, ein Menſch voll Ich und
Selbſtbewußtſein, eine junge Frau der Verkehrsregeln, der nicht
Fernenrauſch in den Gliedern ſitzen darf — denn ſiehe, der obon
freudig begrüßte blendet nicht abl — Statt verſchämt und ſitt=
Jam, wie es Achtung vor dir und Polkzeivorſchrift fordern, ſeinen
ſtrahlenden Blick zu ſenken, fährt er puſtend, brutal glotzend an
dir vorbei, voll frocher Glanzſucht ſeiner Spiegelaugen, ſo daß
du deinen Lauf hemmen und geblendet die Augen ſchließen mußt.
Und da biſt du ſchon ganz gerettet. Vergeſſen Angſt und Rauſch
und ſogar die Freude über die Autonähe des anderen — du
ärgerſt dich ſchon, und wenn du auch nicht fluchſt, weil du
wohl=
erzogen biſt und dein kleines Stimmchen nicht ausreicht — du
warteſt voll geſpannter Nachſucht auf den Nächſten — ſo lehr
biſt du wieder auf dieſer Erde angelangt.
Und nun merkſt du erſt, daß Autos Augen haben! Und
wie viele Cupen, indwiduelle Blicke es da gibt!
Kleine, höfliche — beſonders, wenn deine Lampen ſtärker
ſind — die ſchon kilometerweit beſcheiden verdunkelt werden,
dann aber plötzlich voll Cücke, zwei Meter vor dir, die
Schein=
werferaugen aufreißen, um höhniſch hupend vorbeizuſchießen —
das ſind die Boshaften, die kleinen Cückiſchen. Man erkennt ſie
von weitem an ihren dünnen, kleinen Pneus und quietſchenden
Signalinſtrumenten.
Es gibt die großen, pompöſen Jamilienwagen. Sie haben
die gediegenen „blendfreien”. Augen des Familienvaters, der nicht
einmal blinzeln, geſchweige denn blenden darf. — Es gibt große,
ungezogene Laſtwagen, die es vorziehen, in den Graben zu
fahren, bevoraſie densblitzenden Bauernblick von dir wenden.
Bernhardle.
Wenn am Morgen die Hähne krähen, herrſcht noch Nuhe
— aber über ein Weilſchen — die Sonne ſchickt kaum ihre erſten
Strahlen durch die Ladenritzen, wird es im Kinderzimmer lebendig.
Nach langem Gähnen und Strecken iſt endlich der Schlaf aus den
blauen Guckäugele gerieben, und es wird zunächſt einmal
ein=
gehend die Umgebung betrachtet. Der Bär — Billi — wird mit
Händepatſchen und kleinen Cönen der Zärtlichkeit begrüßt. Dann
nuß man mal die Stimme probieren. Erſt leiſe, dann lauter, mit
tiefem Ernſt und heiligem Eifer beginnt Bernhardle ſein
Mor=
genkonzert. Erſt kommt die Höhenlage dran, zu der man noch
nicht ſo viel Anſtrengung nötig hat. Leiſe und vorſichtig ertönt
das PPiepsſtimmchen. Man wird langſam wacher, und mit der
Seit ſcheint ein ſtärkerer Con angemeſſen. Man muß ja wohl auch
allmählich die Mama wecken, die immer ſo verdächtig feſt ſchläft.
Der große Bruder, der jetzt auch lebendig wird, wird mit
Be=
geiſterung begrüßt und ſein erſtes Morgengeſchäft voll
Aufmerk=
ſamkeit verfolgt. Aber Bernhardle hat bereits erſpäht, daß die
Mama ſich bewegt, wenn ſie auch noch ſo tut, als ob. .. Man
läßt ſich aber nicht beſchwindeln, und es bleibt der Mama nichts
übrig, als ſich zu erheben. Manchmal gelingt ihr aber auch eine
kleine Beſtechung und ſie kann ſich durch einen kleinen
Früh=
imbiß noch etwas Nuhe orkaufen. Endlich kann man aber doch
mit der Colette, dem ſchmerzvollſten Punkt in Bernhardles
Da=
ſein, beginnen. Aber auf Negen folgt Sonnenſchein, und für
Bernhardle kommt dann das Schönſte: das Oefenputzen. Wenn
Denn es muß wohl nicht geſagt werden, daß Augenſchließen
immer auf Gegenſeitigkeit zu beruhen hat. —
Aber es gibt vielerlei Caktik und Art der Kriegführung,
ſogar des Sichverſtändigens. Erſcheint vor dir ein Wagen, dem
du mißtrauſt, beginnſt du ſchon 200 bis 300 Meter vorher zu
zblinzeln”. Ja, blinzeln iſt unfein, aber es führt zum Siele. Du
gibſt, auch hier, damit deine Neigung kund, eventuell, bei
zuvor=
kommender Behandlnug uſw. uſw — abzublenden. — Entweder
er geht darauf ein und ſchließt die Augen — oder aber, und das
iſt der ſchwerere Fall — er blinzelt wioder. Und dann, o Kollegin,
iſt es ſchwer, dir zu raten. Nimm deine Intuition, die ja immer
bei der Hand iſt, und verſuche es damit. Mein Rat wäre dieſer:
Iſt es ein altes, pruſtendes Ungetüm, das voll Auspuffgeruch,
kolbenklopfend, unartig ſich naht, und hinter ihm blitzen noch
etliche Scheinwerferaugen, blende ihn, bis er ſich ergibt und laſſe
nicht locker!
Iſt es aber ein ſchmales, raſſiges Autotier, mit leiſem
ſchmeichelndem Summen, einer guten Silhouette und flottem
Cempo im Leib, und es iſt auf der Landſtraße dein einziger
Gegner — dam ſchlage deine Seißaugen nieder, o Kollegin, ſchon
weil ein markanter, ſportlich bemerkenswerter Kopf und ein
Paar gut konſtruierte Schultern hinter der Scheibe zum
Vor=
ſchein kommen kömnten — und die ſiehſt du bei blendendem Lichte
nicht!
Immer aber, wenn Angſt und dunkle Metaphuſik auf
nächt=
licher Chauſſee dich quälen, ſchlage Scheinwerferſchlachten, und
du wirſt ſehen, wie amüſant ſolcher Krieg don Frioden ſtört! Denn
wenn deine eigenen Augen ſchon viel Unheil tun können, was
vormag erſt der ſtrahlende Blick deines Wagensl Verſuche os,
und du wirſt entdecken, daß es im Jahrhundert der Cechnik
abſolut unnötig iſt, mit den eigenen Augen zu flirten,
die Mama ſich mit Schaufel und Schürhaken bewaffnet, ſauſt
er auf ſeinen kleinen wackeligen Beinchen herbei, ſo ſchnell es nur
gehen mag, und ſtarrt voll Begeiſterung im die rote Glut, in der
Mama herumwühlt. Mit Jubelgeſchrei wird der Aſchekaſten
begrüßt, und man kann es einfach nicht begreifen, daß man nicht
damit ſpielen darf. Neulich hat die Mama mal einen Augenblick
die Ofentür aufgelaſſen, und da hat Bernhardle den Ofen geputzt.
Aber man konnte das mit den Händchen viel beſſer, als die
Mama mit ihrem dummen Schürhaben. Nur nachher hieß es
Reißaus nehmen, dem die Mama hat ein bitterböſes Geſicht
gemacht.
Bernhardle kann aber noch viel mehr. Er kann in den
Spiel=
ſchrank klettern und ſich die ſchönſten Spielſachen des Bruders
rausholen. Und wenn der ſie ihm wieder abnehmen will, dan
wird Bernhardle wütend. Er brüllt und haut mit allen Kräften
um ſich, daß der Bruder ſchleunigſt die Flucht ergreift. Der
Spielſchrank iſt überhaupt ein herrliches Möbel.
Viertelſtunden=
lang kann man drinhocken mit Billi im Arm, oder man ruft mal
Huhu und begückt ſich die Welt durch die Scheiben. Aber ganz
ſchlimm iſt es, wenn alle ihn allein laſſen. Angſt kennt
Bern=
hardle nicht, aber er will Geſellſchaft haben. Er rennt an die
Cür und werſucht, ſie aufzumachen. Geht das nicht, ſtimmt er ein
ohrenzerreißendes Gebrüll an und donnert mit ſeinen kleinen
Fäuſten dagegen, und wenn die Mama dann eilig geſprngen
kommt, lächelt ihr unter dicken Krokodilstränen ein von
An=
ſtrengung und Empörung puterrotes Geſichtle entgegen. Kann
man da böſe ſein?. Nem, die Mama kann os nicht! Aber
manch=
mal erhärtet ſelbſt Mamas weiches Herz, wem Bernhardle gar
zu böſe war, und er muß alles mögliche anſtellen, damit ſie wieder
gut wird. Er ſteckt ſein kleines Händchen im Mamas
Bluſen=
ausſchwitt und kuſchelt es da ein wie ein kleines Bögelchen, er
verdreht die Aeugelchen und blinzelt vielſagend wie ein kokettes,
kleines Mädchen. Er zieht das Näschen kraus und lächelt über
das ganze kleine Vollmondgeſicht, bis die Mama ſchließlich lachen
muß, und dann hat Bernhardle gewonnen.
Seine große Liebe ſind Pferde — „Hü‟. Jede Ueberſchrift,
jedes Bild in der Seitung iſt ein Hü, und über jedes Hü auf der
Straße gerät er in einen Glückstaumel. Etwas noch nie
da=
geweſenes hat Bernhardle: er kann nicht nein ſagen. Sein erſtes
Wort war ja, und Bernhardle ſagt zu allem ja. Und ſein zweites
Wort war Baba. Baba, den er zärtlich liebt, den er
hundert=
mal ruft am Cag. Mama ſagt er nicht. Er weiß auch nicht, wer
die Mama iſt, trotzdem er ein großes Mamakind iſt. Das ſchönſte
Geſchäft iſt aber entſchieden eſſen und trinken. Wenn er nur.
das Wort eſſen hört, ſperrt, er ſein Mäulchen auf wie ein
Scheunentor, ſpricht man aber von trinken, dann zieht er die Luft
ein und ſchmeckt mit Sunge und Lippen, wie es der größte
Ge=
nießer und Kenner aller herrlichen Getränke nicht beſſer kann.
Und auch ſchlafen tut Bernhardle arg gern. Aber er kann
nicht ſchlafen ohne Billi, den Bär, ohne Caſchenuuch in der Hand
und Fingerchen im Mund und ohne Abendkonzerk. Aber diesmal
muß die Mama lingen. Andächtig hörte er da zu, gibt der Mama
dam einen Kuß und ſchläft zufrieden ein, einem neuen Cag
ent=
gegen.
Und da meint ihr vielleicht, Bernhardle ſei nur ſo eine kleine
Nebenſache?
M. K.
Lavendelduft.
Von 5. Kramer.
An einem trüben Novemberabend, der Sturm heulte um
das Haus und rüttelt an den Läden, ſaß ich in meinem
Bieder=
meierſtübchen. Obgleich der Kamin eine behagliche Wärme
aus=
ſtrahlte und der helle Feuerſchein freumdliche Lichter auf alles
um mich her warf, konnte ich doch nicht Herr werden einer
trüben, verzagten Stimmung. Da führte mich mein raſtloſes Hin=
und Herwandern im Zimmer an den alten wurmſtichigen, von
der Urahne ererbten Sekretär. Ich ziehe die Schublade auf und
meine Hände gleiten gedankenvoll durch alte, vergilbte Blätter.
Emn feiner, zarter Lavendelduft weht mir daraus enkgegen. Der
Sufall ſpielte mir einen alten Brief in die Hände; ſo fein, ſo
zart war er geſchrieben, die ganze Beſinnlichkeit der damaligen
Seit prägte ſich darin aus. Ich vertiefte mich in die Seilen; es
war ein Brief der Urahne an ihren Sohn, zur Seit der
Frei=
heitskriege 1813. Wie rührend gottergeben waren dieſe Seilen,
wieviel Suverſicht und frohes Hoffen ſprach aus jedem Wort!
Sie ſchrieb: „Will unſer Vater im Himmel es, ſo wirſt Du
wie=
derkommen, mein Sohn, in die Arme Demer Mutter. Will
unſer Herrgott es anders, ſo müſſen wir uns fügen, dann weiß
unſer Herrgott, warum er uns das auferlegt.” Ferner ſchrieb
ſie: „Wie gerne würde ich Dir Geld ſchicken, damit Du Dich
pflegen kannſt, aber Oeine Mutter hat keme irdiſchen Güter,
und nur uendlich viel Liebe kann ich Dir ſenden, ſchöpfe daraus
Kraft und Mut, um in Ehren für die Befreiung des
Vater=
landes zu beſtehen.”
Da legte ich ganz ſtill die vergilbten Blätter wieder in den
Schrein. Ein Flüſtern und Raunen ging durch den Naum, ich ſah
empor zu dem Bild der Ahne, welches vor mir an der Wand
hing. Es war mir, als lächelte ſie mir gütig zu; lie laß da ſo
friedlich; vor ſich hatte lie die Bibel liegen, in der ſie ſcheinbar
geleſen — es war mir, als ſpräche ſie zu mir: „Verzage nicht,
ich bin bei Dir!” — Da ſchämte ich mich meiner
Kleingläubig=
keit und Verzagtheit und ſchöpfte friſchen Mut aus ihren lieben
Sügen. —
Der Sturm hatte nachgelaſſen, ſein wildes Spiel zu treiben,
im Kamin flackerte das Feuer noch einmal auf — dann verſänk
alles in ſtilles Cräumen. —
Schach I
5ch.ach
Nummer 396.
K. Fabel in Braunſchweig.
Ehrenpreis im 8. Thematurnier der „Schwalbe‟, 1929/30.
e
* g
b
Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Kg8 D81 Net L03 Bb3 k2 (6),
Schwarz: Ka1 Ib1 8b2 Ba2 a4 (5); 3R.
Dr. A. Meurs in Medan, Sumatra.
„The Obſerver” 1928.
Weiß: Ke6 Dc1 Tb5 Lb6 h1 Ba4 b4 c5 (8);
Schwarz: Ke6 Le4 8a8 Bb7 e7 k5 (6.
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 559—562.
559. J. Scheel. Caſ. Ceſ. Sach. 1916. (Kr7 Dh2 Th4 Sc5 Ba5b5b6 64; Kd4
Be3 et; 34) 1. Dn9—02i K:e4 2. Th5 Kib5 3. Da44r; 1..... Kes
2. Sret Kd4 3. D;e8. Dieſe Variante iſt das Gchoſpiel zur vorigen, nur hat ſich
die Stellung um einen Röſſelprung verſchoben. Wenn 1.: ... Kie5, ſo 2. D:es
e3 3. Da3cr.
560. H. Cudmore. 1. Preis, Hackneh Mereurh, 1892. (Kg5 Da8 Ta7 42 Lc5
e4 Bb2, Ke6 Te7 Le4 Bb3 (7 g6 g7; 24.) 1. Td2—e2: Fluchtfeldvermehrung
für den ſchw. K auf 3 durch Errichtung einer direkten Läuferbatterie.
561. A. Verveen. 1. Preis, „De Maasbobe‟, 1918. (Kg7 Da8 Uh4 Se4 f4 Be5
42 h2 h5: Ke5 Sg6 h3 Be2 e6 15 g4; 34.) 1. 8e4—g5! 8:h4 2. 8e2 3. d4
oder St74k: 1. : .. Be18 2. Da14; 1. . ... Kd42. Bgie6t31.::.. Kik4
2. Kk6; 1. . . . . Sgſh):k4 2. 8f3+ 3, L.k64; 1. . . . . 8:g5 2. Lf2; I. . . . . 8ks
2. Dd8; 1. . . . . Be1D 2. Se2 (broht 3, Sr74k). Eine tief angelegte, großartige
Aufgabe!
562. J. A. Schiffmann. 1. Pr. Brisb. Sportſ. Referee, 1929—I. (Kd2 Dh4
To8 e3 1a2 18 Sk7 Bb2k2f3: Kd4 Da5TgTgS Uh8 Se8 Bbs bGdBe4, 24.)
1. Dh.4—d8: broht 2. D:d5c. z. V. 1..... Bbt (g5) 2. Tet (:e4)P.
Doppelte Turmentfeſſelung durch Linienverſtellung.
Löſerliſte: Franz Buchty in Mainz (alle; auch 555, 556, 558);
Adam Hammann in Pfungſtadt (559, 560); Hermann Garnier: Georg
Peter in Schwarz, Oberheſſen (560, 562); Jung in Alsbach; Joh. Lang
in König (560).
Briefkaſten: H. G.: 563.
1. Tg52 TgRLe6!
II
Kätſel
I1
2a
e eis — .2 eis . . 2 . eis . — . . eis .. . . . eis 0 —
—. eis e — eis
eis
An Stelle der Punkte ſind Buchſtaben zu ſetzen, ſo daß Wörter von
folgender Bedeutung entſtehen: 1. menſchliches Weſen, 2. Nahrungs=
mittel, 3. Inſekt, 4. Klebemittel, 5. deutſcher Dichter, 6. Operette von
Johann Strauß, 7. Vogel, 8. ſtillt den Hunger.
Die auf die ſtarken Punkte fallenden Buchſtaben nennen eine
Win=
tererſcheinung. Zur Verwendung kommen folgende Buchſtaben, a a —
e — d — eeee —f— gg—h—i—kk—IIII— mm—
Carl Deubel.
p—rrr—ſ—ttt— w— z.
Röſſelſprung.
Auflöſungen der Rätſel aus Nummer 1
Was alle erwarten.
1. Nicolai, 2. Urania, 3. Rio, 4. Gellert, 5. Urban, 6. Tee,
7. Elektra, 8. Sperber. — „Nur Gutes!”
Der verwandelte Stahl.
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt, Fernſpr. 1, 2389—2392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verboten.
[ ← ][ ][ → ] Soooche, aach däß weer widder mol glicklich iwwerſtanne,
un mir läwe nu endlich widder in geordente
Kallennerverhält=
niſſe, un wiſſe widder, wie mer dro ſin, un was hinne un vorne
is, un wo die Woch affengt, un wo ſe uffheert.
Hach — däß war e Leiſtung! Dann wie geſagt, in de
letzte zwaa Woche hawwe mer värrzeh. Däg verlebt, wo mer
aus de Feierdag kaum noch eraus kumme ſin, un wo mer kaum
noch en Sunndag vun=eme Werkdag unnerſcheide konnt. No es
haaßt o net umſunſt: nix is beſſer zu verdrage, als ſo e Reih
bun ſcheene Dage; un außerdem haaßt’s noch, wann ich mich
recht entſinn: „Korze Woche, frohe Feſte”, odder ſo ehnlich. Un
was die verdorwene Mäge bedrifft, die wo jo bekanntlich e
abſolud ſicheres Zeiche defor ſin, daß mer einiche vergnichte
Feſtdäg hinner ſich hott, ſo hoff ich un winſch ich, daß mer
aller=
ſeits gehatt zu gehawwe hawwe gehatt hott, um mich ſo gebild
wie nor meeglich auszudricke.
Iwwrichens wärd ſich’s mittlererweil aach bereits ſchun
all=
gemein erum geſproche hawwe, daß mer in de Zwiſchezeit mit
aller Fendemenz in etwas enei gedräte ſin. Nemlich ins neie
Johr. Un daß mer däß, ſo glorios verkorxte
Sexhunnerdjohr=
feier=Juwiläumsjohr mit Glanz un Krach de Dier enaus
ge=
ſchmiſſe hott. — Unner uns geſagt, s hott’s aach net beſſer
ver=
dient. — Awwer drotzdem, ich will kaa alde Geſchichte uffwärme,
un will=em nix Beeſes mehr noochſage; dann erſtens: es heert’s
jo doch net mehr, und zweidens bis zwölftens wärd ſich’s aach
verflucht wenich draus mache. No un ſchließlich un endlich:
wann mer immer widder die alde Sache uffriehrt, do haaßt’s
ſchließlich, mer hott kaan Stoff.
Alſo, ſage mer in Goddes Nome: eier Schuldbuch ſei
ver=
nichtet! — Un jetzt lege mer e Neies a”, un ſchreiwe mol e
zeit=
lang neunzehlhunnderdaansundreißich. Däß is aach e ganz
ſchee Zahl, un was die Haubtſach is: mer hawwe jetzt ſo en
langbaaniche, ſteifſchächderne „Aanzer” net bloß vorne
ſun=
dern aach noch hinne, ſo daß mer wunners glaawe kennt,
was for=en hochnowele Johrgang mer do verwiſcht hette.
Awwer no, mer nimmt’s, wie’s kimmt, un was kimmt wärd
a gebunne; un der Aanzer is ſchließlich immer noch beſſer, wie
däß uffgeblooſene Null wo mer ſeither hinne hadde. Un nis
is als noch beſſer, wie gornix, hott ſäller Mann geſagt, der wo
e Brill hatt mit ohne Gläſer drinn.
Iwwrichens kenne mer noch froh ſei, daß uns net aaner,
unner de Hand, aach noch den Johreswäxel unnerſchlage
hott. Was wärklich net zum Erſtaune gewäſe weer, wann mer
denkt, was äwe ſoviel un alles meegliche unnerſchlage wärd.
Sogar, wie mer ſich erzehlt, vun Leit, die wo ſich großkotzich
als Retter vun de deitſche Wärtſchaft uffſpiele, un die wo ſich
däßhalb ſage: wann mer die Verhältniſſe beſſern will, do
niuß mer de erſt emol bei ſich afange. Un in dem Sinn
fange ſe uff annern Leits Koſte, erſt emol a', ihr „
Ver=
hältniſſe” zu beſſern —
No un däß Wort: „Der brave
Mann denkt an ſich ſälbſt zuletzt”, däß is jo lengſt außer Kurs
geſetzt, un hott iwwrichens in de Bolledick nie was richdiches
gegolde —
Awwer mit de Bolledick will ich mich heit net weiders
bemengſele; s Johr hott jo kaum a gefange, die Däg wärrn
alſo noch net ſo ſchnell all, ſo daß mer hoffe kenne, daß mer
gach in dem Johr des Unheils, wo ſich
neunzeh’hunnderd=
aansundreißich ſchreibt, allerhand uff zu rode krieje, un daß
int obicher Beziehung in de bollidiſche Dambfweſcherei „Gudedel”
allerhand dräckich Weſch geweſche wärd
Un iwwrichens, wie mer ſo heert un lieſt, hawwe ſich jetzt
aach die annern Baddeie dene Natzi ihr Sprichelche „Wir
trommeln weiter” zu eiche gemacht, un es ſolle bis zum
Frieh=
fohr enei allerhand bollidiſche Großkambfdäg ausgefochte wärrn,
ſp daß vermudlich Berg und Dhal widderhalle dhut, for lauder
„Gedrummel‟ . .
Mir ſoll’s recht ſei, dann was mich bedrifft, uffm aane
Ohr heer ich ſowieſo nis mehr; no un ſoviel Wadd wärd ſich
noch uffdreiwe loſſe, for um s annere Ohr mit zuzuſtobbe. Vun
mir aus kennte alſo die gewärbsmäßiche Miß=
Stimmungs=
kannone „drummele”, ſo lang wie daß ſe wolle; wann ſe nor
wvenichſtens unſer Jugend ausm Spiel ließe
Unſer Jugend! — Ja, was mit däre äwe geſchieht, un wie
ier die aach noch for die Baddeiindräſſe nutzbar mache dhut,
däß is gradezu en Jammer, un wärd ſich eines Dags emol
bidder räche. Un am eichene Leib — awwer wann’s zu ſpeed
is! — Dann weer Wind ſeet, wärd Storm ernde .
Unſer Jugend! — Wos verlangt ſe eichendlich: For allem
doch Bäckerbrot, un dann noch Seelebrot! — Un was
gibt mer’n? — Unverdauliche hadde Brocke aus de
Baddei=
dockdrinkiche! — Jawohl! — Un do maan ich abermals net bloß
aa beſtimmt Baddei: naa, ich maan eich allmitnanner, die wo
ihr unſer Jugend verhetzt, un lärnt ſe uff Rechte poche, eh daß
ſe nor hinner de Ohrn drucke is; uff Rechte, die mer ſich erſt
erwärwe muß, um ſe zu beſitze. Ihr awwer macht ſe
dorch=
enanner, mit eiere verlogene, uffgedunſene Schlazſoörter, un
Eraicht eich dann net zu wunnern, wann kaan Reſchbäckt mehr
do is. Ihr blanzt’n den dumme Ehrgeiz un Graggel in’s
Härn, un lärnt ſe, mitm Läwe ſpiele, anſtatt es Läwe zu
maaſtern. — Ihr malt’n e Wäld, in däre wo’s bloß Beſtje un
Deiwel gibt, — nor ihr allaans ſeid die „Enge1” — Ihr fiehrt
die Jugend uff die Straß, un loßt ſe Spricheicher kreiſche. Ihr
lärnt ſe, ihrn Nechſte zu verachte, anſtatts ſe immer an daß
Wort in de Schrift zu maane, nemlich daß die Hand verflucht
is, die wo en Bruder erſchlegt—
Un do mecht ich emol jetzt e Wort an Eich richte, ihr
Midder! — Kennt ihr däß noch länger mit aſehe? — Ich maan,
ihr mißt doch eier Kinner beſſer kenne, wie der verbohrte
Vadder! — Umklammert eier Kinner mit aller Kraft un aller
Lieb, ſchitzt ſe vor dem baddeibollidiſche Kinnermord! — Loßt
eich net dumm mache mit dem Schlagwort „Pollidiſierung der
Jugend” — Grad ’s Gäjedaal is richdich: „Entbollidiſierung
der Jugend” muß es haaße! — Eier Kinner miſſe eich zu gut
ſei zu Dekoratzionszwecke; laßt ſe net als Bobbe in die Schau=
um den Kambf wäje de bollidiſche A’ſchauung auszufächte.
Erhalt eire Jugend die Jugend, ſo lang wie meechlich, dann was
nitze alle ſcheene Sportblätz, wann mer die Jugend innerlich
verkribbele leßt. — Laßt ſe net zu baddeibollidiſche Gaſſebuwe
wärrn; bewahrt ſe for dem rickſichtsloſe Baddeihaß. Schenkt=en
eier Lieb, eier ganz Lieb, ihr Midder, an eich wend ich mich,
dann ich glaab, bei eire Menner is es bereits zu ſpeed.
Ich bidd vielmols um Entſchuldichung, ich hab zwar verſproche, ich
wollt mich heit emol net mit de Bolledick bemengſele. Awwer was
mer jetzt do ſo aus de Fädder kumme is, däß mußt ich mer mol
pum Härz ſchreiwe. Grad weil mer erſt Weihnachte hatte, un
weil noch ſo e bißche Weihnachtsduft in de Stuwwe liggt, ſo e
— — No un valleicht bleibt do
bißche wie: „Friede uff Erde‟
doch noch e bißche was henke, valleicht fellt doch hie un do e
Kernche uff gude Boddem.
Dann wärklich, daß mei Geſchreibſel doch net ganz ohne Zwäck
um Wert is, deß hab aach ich wider an Weihnachte un Neijohr
an eichene Haut erfahrn därfe. Un ſo dank ich halt nochdräglich
vielmols for all die liewe Schreiwe un Glickwinſch, „un ſo‟
Soweit die Name a gäwe warn, hab ich’s ſchriftlich gemacht; un
die, wo ſich in ihr Inkochnido gehillt hawwe, müſſe halt ſo vorlieb
nemme.
Iwwrichens, unner dene Liewes=Kärtcher war aach aans aus
Friedberg (!), mit=eme ſchöne Verſelche druff. Nemlich:
„Satt, warm und Ruh,
Das winſch ich Dir,
Nun winſch Du Dir
Was Beſſeres dazu!”
Alſo däß Versche hott es Schwazze unnerm Nagel gedroffe.
Satt, warm un Ruh! — ich wißt net, was ich mer do „Beſſeres”,
dezu winſche ſoll. Freilich, warm un ſatt, däß ſind zwar zwaa
ſehr reladiefordiche Begriffe. Awwer du liewer Gott, mei
Blatt=
öfche brauch net viel, un wann mer gärn Gequellte un
Schmier=
kees ißt, kann mer ſich manchen ſcheene Dag mache.
No un die Ruh?! — Däß is, meiner unmaßgäbliche A’ſicht
nooch, widermool die erſte Bircherflicht. Aus em allgemeine
Dorchenanner is noch nie was Geſcheides erauskumme; däß wiſſe
mer zur Genieche, s geht do, wie in de Famillje, im Geſchäft,
in jedem Bedrieb un aach in de Bolledick: wer die Ruh behellt,
bleibt owwe!
No un dann waaß ich däß noch aus meim Schorſch ſeim
Exer=
zierreſchelemang, do hott’s gehaaße: „Immer Ruhe nach der
Wen=
dung!“ — Alſo, mag des neie Johr bringe, was will, mag ſich’s
wenne, wie’s will, die Haubtſach is: Immer mit der Ruhe
awwer dann mit aam Ruck!
Un wie ſeegt Wilhelm Raabe: „Es kommt immer ganz
an=
ders!‟ Däß is e ſchee un e wahr Wort, un de beſte Droſt in alle
Läwenslage: „Es kimmt immer ganz anderſt! — Un in dieſem
Sinn ſag ich, wie’s der Brauch is, un wie ſich’s geheert, nooch emol
noochdräglich, freibleibend, hochachdungsvoll un ergäbenſt: „Proſt=
Neijohr, und alles Gude allerſeiz!“
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: No, iwwrichens, wann ich ſchun
emol in Obichtem devo geredd hab, jedenfalls: ganz is unſer
Jugend dene „bollidiſche Bellachiene” un „Raddefenger, noch net
ausgeliwwert, gottſeidank. Mir brauche uns bloß noch an de
Auguſt vum letzte Johr zu erinnern, wo die deitſche Jugendbind
in unſere Mauern e Dräffe hatte. Do konnt mer wärklich ſage:
„Wie anderſt wirkt dies Zeichen auf mich ein!“ — No, unſer
heſſiſch Jugendpfleg is jo aach, unnerm Heinrich Haſſinger,
fieh=
rend in Deitſchland. Un dene ihr Dewieſe laut: „Miteinander
und Füreinander!” — awwer net: Gäächeanner un
Uff=
enanner!“ — Un es is zu hoffe un zu winſche, daß es Gude in
un=
ſere Jugendpfleg emol däß, was ſunſt an unſere Jugend geſindicht
wärd, widder aushaale dhut.
Ja, do fellt mer grad ei”, daß mer in däre Beziehung widder
e nei Errungeſchaft hier uffzuweiſe hawwe, nemlich die
Mudder=
ſchul vum „Alieſe=Frauenverein!“ — Nadierlich ſäh ich mei
liewe Darmſtädter wie gewehnlich emol ſpöddiſch lache:
„Mudderſchul? Wer hott uns frieher Mudderſchul gäwwe?‟
Ja gewiß, frieher hott mer däß aach wenicher gebraucht, do worn
ſo neu Drawande de Dorchſchnitt in de Famillje, un do hott aans
des annern großziehe hälfe, ich waaß däß aus eichener
Erfah=
rung. Awwer heit, wo mitunner die Mudder gorkaa Zeit mehr
hott, die Dochter azulärne, weil ſe valleicht allebaad im Beruf
drinn ſteh, heit is däß annerſt. No un es wärd doch for jeden
Beruf heit en Befähigungsnoochweis verlangt (mit Ausnahm vun
de ſogenannte „bollidiſche” Berufe, do geniecht allaans die groß
Klabb!). — Warum verlangt mer grad kaan
Befähigungsnooch=
weis for den wichtigſte aller Berufe, alſo for den Mudderberuf?
No alſo, dem is dorch die Mudderſchul abgeholfe. Do kann mer
en korze Korſus nemme un do wärd mer in die wichdichſte
Uff=
gawe ei gewieſe; mer kann ſogar im Säuglingsheim hoßbidiern.
Nadierlich ſoll mer ſo=en Mudderſchulkorſus net erſt nemme,
wann’s „ſoweit” is, ſundern je frieher, je beſſer. Er is alſo
net bloß for die Verheirade beſtimmt, ſundern haubtſächlich for die
Leddige, aach wann ſe noch kaa „Ausſichte” hawwe, odder ſo
Und es ſchad aach nix, wann die Großmudder noch emol ſo=eme
Korſes daalnimmt, damit ſe mol ſieht, daß mer aach in de
Kinner=
pfleg e, gud Stick weider is, als wie zu „ihrer” Zeid, un damit
ſe mit ihre aldfränkiſche Aſichte net mehr ſchlecht, wie gud macht.
No, was ſoll ich viel redde, geht hie in die Friedrichſtroß
Nummer vier, do erfahrt ihr s weidere. Ergreift die ginſtich un
billich Geläjenheit, ’s is zu eierm Beſte un zum Beſte vun eiere
Kinner, un damit zum Beſte vun unſerm Vaderland un
de deitſche Zukunft!
Schuhwerk „ſchneedicht” zu machen. Der beſte
Schutz gegen kalte Füße iſt bekanntlich möglichſt dichtes Schuhwerk,
das keine Näſſe eindringen läßt. Man ſtellt ſich dieſen ſicheren
Fußſchutz ſelbſt her, wenn man die Sohlen ſämtlicher Winterſchuhe
mit gut erwärmtem Leinölfirniß ſolange einpinſelt, bis ſie nichts
mehr aufzuſaugen vermögen. Das Oberleder dagegen iſt
waſſer=
dicht zu machen mit reinem Rizinusöl, das man mit einem
ande=
ren kleinen Pinſel aufträgt und mit dem Handballen gründlich
in das Leder verreibt. Dieſe beiden Lederabdichtungsmittel haben
noch den weiteren Vorzug, dieſes zu konſervieren, ſo daß der
be=
kanntlich mehr oder weniger ſchwefelhaltige Schnee nicht zerſetzend
wirken kann und das Schuhwerk doppelt ſolange gebrauchsfähig
bleibt.
Verquollene Fenſter. Nur zu häufig ſchließen die
Fenſter bei anhaltend feuchter Witterung ſchlecht, zumal jene, bei
denen der Anſtrich lange nicht erneuert, die Falze mangelhaft
in=
einandergreifen oder abgeſplittert ſind. Aber auch loſe ſitzende
Fenſterſcheiben und abgebröckelte Kittfalze tragen dazu bei, daß
der herabfließende Regen, von innen die an den kalten
Fenſter=
ſcheiben ſich niederſchlagende feuchte Zimmerluft zwiſchen die
un=
dichten Stellen drängt und das Holz verquellen läßt. Die
ſtän=
dige Zufuhr kalter Außenluft durch verquollene, ſchlecht ſchließende
Genſter ſetzt aber die Zimmertemperatur ſehr herab, und ſchon
als Sparſamkeitsgründen ſollte die Hausfrau den Schaden ſo
ſchnell wie möglich beheben. Sie ſollte deshalb vom Fachmann
die betreffenden Klemmſtellen mit dem Falzhobel beſeitigen
taſſen oder, wenn ſie ſelbſt eingreifen will, mit grobem
Glas=
papier ſo lange abſchleifen, bis das Fenſter gut ſchließt. Die
be=
kreffenden Stellen müſſen aber ſofort mit Leinöl angeſtrichen
wer=
den, damit die rohe Holzfaſer gegen das Eindringen der Näſſe
geſchutzt iſt. Sodann halte man eine brennende Kerze in die
Nahe der Falze, um damit feſtzuſtellen, ob weiterhin kalte
Außen=
luft durch dieſe eindringt. Das iſt ſtets der Fall, wenn die
Kerzen=
flamme mehr oder weniger ſtark flackert. In die Falze der
un=
dichten Fenſter müſſen dann gegebenenfalls noch Dichtungsſtränge
eingelegt werden, nachdem man zuvor einen der beiden
Falz=
teile mit Kleiſter eingeſtrichen hat, damit die Stränge darin Halt
bekommen. Locker ſitzende Scheiben befeſtigt man durch
Einſchla=
gen von kleinen, dreieckigen Blechplättchen an den Außenfalzen
und Nachkitten der abgebröckelten Stellen. Plättchen und Kitt
W. K.
ſind bei jedem Glaſer käuflich.
Auch das Schnitzel= und Kotelettbraten will
verſtanden ſein. Wohl den wenigſten Hausfrauen gelingt
es, ein ſaftiges, mürbes und goldbraunes Schnitzel oder Kotelett
auf den Tiſch zu bringen. In den meiſten Fällen wird es wohl
das letztere ſein, jedoch innen noch halbgar oder roh. Obgleich
es nun heißt, brate bei ſchnellem Feuer, ſo muß man in
die=
ſem Falle von der Regel abweichen, wie ich im letzten Sommer
von einer tüchtigen Gaſthausköchin erfuhr. Nach deren Rezept
wer=
den die Schnitzel nach dem Panieren mit Oel oder Pflanzenfett
langſam von beiden Seiten angebraten, alſo mehr
gar=
gedämpft, dann das Fett abgegoſſen und dann mit Zuſatz von
Butter bei flottem Feuer goldbraun gebraten.
I.
Punſchgelee. Im nochmals erhitzten Punſch löſe man
rote Gelatine auf, und zwar rechnet man auf ½ Liter
Flüſſig=
keit 6—8 Blatt. Dann mit Zucker oder Süßſtofflöſung nach
Be=
darf, ſowie Rum oder Arrak oder dem ausgepreßten Saft von
Apfelſinen abgewürzt, fülle man das Geele entweder in flache
Gläſer oder eine Glasſchüſſel. Erſtarrt, garniere man es mit
klei=
nen Makrönchen, geſtiftelten Mandeln oder Schlagſahne und
ſer=
viere es mit einer ſchaumigen Vanille= oder Mandelſoße. E.
Speiſezettel.
Sonntag: Rote Apfelſuppe, Roſenkohl mit Haſenläufchen,
Punſchgelee.
Montag: Iriſh Stew.
Dienstag: Serbiſches Reisfleiſch.
Mittwoch; Grünkohl mit Bratkartoffeln und Bratwurſt.
Donnerstag: Königsberger Klopſe.
Freitag: Fiſchauflauf mit Krautſalat.
Samstag: Hefeplinſen mit Apfelmus oder eingemachten
Preißelbeeren.
Grammatik. Lehrer: „Wenn ich ſage, ich habe fortgegangen
ſo iſt das falſch! Und warum iſt es falſch. Erich?‟
„Weil Sie noch immer hier ſind!
(Tit=Bits.)
Ehemänner. „Entſetzlich iſt das, wenn eine Frau nicht weiſ
was ſie will
„Du Glücklicher! Meine weiß es immer!“
(Götz.)
Amerika über alles.
„Wonderfull, ſerr ſchön, dieſes Veſuv — aber uir haben drüben
eine Uaſſerfall, uas würde auslöſchen dieſes Feuer in ſzuei
Se=
kunde.”
Leiſe Mahnung. „Jedesmal, wenn ich dich treffe, muß ich an
unſeren Freund Kunze denken.”
„Merkwürdig, ſehe ich ihm denn ſo ähnlich?
„Das nicht — aber er iſt mir auch fünf Mark ſchuldig!“
(Herold.)
In der Schule. „Nun, Klaus, wer ſchlug die Philiſter?
„Ich weiß es nicht, Herr Lehrer — ich habe heute den Sport=
(Berlingske Tidende.)
bericht noch nicht geleſen.”
Größtes Lob. „Kannſt du mir eigentlich deinen Schneider
empfehlen?
„Ich bin ſehr zufrieden — ſieh mal, dieſer Anzug zum
Bei=
ſpiel hat bis zur letzten Ratenzahlung gehalten." (Answers.)
„Kurt, ſage mir, bin ich die einzige
„Bitte frage mich nicht, ob du die einzige Frau biſt, die ich je
geliebt habe! Du weißt, daß du es biſt
„Ich wollte fragen, ob ich die einzige bin, die dich haben
(Tit=Bits.)
wollte!
Seitvertreib für lange
Winterabende.
Wenn an langen Winterabenden die
Hausarbei=
ten alle beſorgt ſind, die Eſſenszeit noch nicht
ge=
kommen iſt, man ſeine Einkäufe erledigt hat und
kein Buch mehr zur Hand nehmen will, iſt immer
der Augenblick da, eine kleine Handarbeit
vorzu=
nehmen, die einem der Abwechſlung halber ſicherlich
immer Freude bereitet, vorausgeſetzt, daß es ſich um
etwas wirklich Nettes handle, für das man
ſpäter=
hin auch gute Verwendung hat, um eine Arbeit alſo,
die — wenn ſie fertiggeſtellt iſt — tatſächlich gerne
in Gebrauch genommen wird und nicht unbenützt
und überflüſſig im Schranke liegen bleibt.
Das Wichtige bei einer Handarbeit, die nicht
er=
müden, ſondern gewiſſermaßen dem Ausſpannen und
der Erholung der Nerven dienen ſoll, iſt die
Tat=
ſache, daß ſie raſche Fortſchritte mache, daß man alſo
von Tag zu Tag feſtzuſtellen in der Lage ſei, daß
man wirklich etwas geſchaffen habe.
Mühſelige Arbeiten wären darum von
vorn=
herein zu vermeiden, da ſie faſt niemals Freude
be=
reiten können, weil eben ihre Herſtellung zu
kom=
pliziert und zu anſtrengend wäre.
Im übrigen ſchreibt die neue Mode faſt
aus=
ſchließlich Handarbeiten mit kunſtgewerblicher Note
vor, bei denen mit verhältnismäßig geringen
Mit=
teln ſehr Schönes, geſchaffen werden, kann, ſo daß
eine ermüdende Tätigkeit im vorhinein ausſchaltet.
Vor Inangriffnahme einer Handarbeit iſt
aller=
dings eine gewiſſe Vorſicht am Platze, denn es gilt
als alte Erfahrungsſache, daß man bei
Handarbei=
ten unbewußt oft einer gewiſſen kitſchigen Manier
verfällt, ſo daß man ſich vorerſt durchaus klar darüber
ſein müßte, ob die fertige Stickerei wirklich ſchön
ausſehen, verwendbar ſein und allen Geboten
moder=
ner Wohnkultur entſprechen werde.
Erſt wenn man „in ſich” die Gewißheit hat,
daß die Arbeit das abſolut Richtige ſei, ſollte man
ſich endgültig entſcheiden!
Im allgemeinen ſtrebt die neue Mode immer
mehr den dekorativen Effekten zu, ſo daß oft unkomplizierte, aber
künſtleriſch wirkende Handarbeiten den zarten, mitunter etwas
belangloſen Dingen (die aber ſehr viel Mühe verurſachen)
vorzu=
ziehen wären.
Um dieſe beiden Gebiete genau auseinanderhalten zu können,
wollen wir einzelne Handarbeiten, die die Frau von heute in der
Hauptſache beſchäftigen, auf Grund einiger Skizzen beſprechen.
Zu den beliebteſten Stücken gehören ſicherlich die Sofapolſter,
denn davon gibt es — ſelbſt wenn man noch ſo viele beſäße —
immer noch zu wenig, weil ſie ſich jedem Rahmen vorzüglich ein=
Die richtige Dreß für die Eisbahn
muß verſchiedene Bedingungen erfüllen, die bei einem guten
ſport=
lichen Stücke niemals außer acht gelaſſen werden dürfen; da iſt
vor allen Dingen die ganz beſondere Strapazfähigkeit, da ja die
ſportliche Garderobe Feuchtigkeit und Schnee ſtandhalten muß,
ohne aus der Form zu kommen, ohne die ſchönen Farben einzu=
büßen und ohne unſcheinbar zu werden, wie dies bei vielen
Stoff=
ſachen der Fall iſt.
Die letzte Neuheit ſind lange, in der Taille gegürtete Kaſaks,
die mit reicher „Intarſienarbeit” verſehen werden und ſchon durch
ihre originelle, durchaus kunſtgewerblich eingeſtellte Ornamentik
auffallen müſſen. Die ſchicke Wirkung wird oft noch dadurch
ge=
fördert, daß man ein derartiges Strickmodell „aufrauht” — wie
der Fachausdruck lautet —, worunter ein wollig=flauſchiger Effekt
zu verſtehen iſt, der eine ſchöne Neuheit darſtellt und darum
all=
gemein intereſſiert.
In Form der enganliegenden Kopfbedeckungen, der
Stulpen=
handſchuhe und des ſchmalen, flotten Schals entſtehen aparte
Gar=
nituren, die die Farbe und oft auch die Deſſinierung der
betreffen=
den Kaſak wiederholen. Ein gefältelter Strick=Jerſey oder Panama=
Shetland=Rock iſt von einem ſtarken Stoffe kaum zu unterſcheiden
und bietet die Gewähr, ſelbſt bei größter Strapaz nicht aus der
Form zu kommen, ſondern Falten und Faſſon tadellos beizube=
W. U.
halten (Skizze).
Wie man Hermelinreſte verwendet.
Bekanntlich findet ſich oft ein Streifchen Hermelin im Hauſe
vor, ohne daß man das geringſte damit anzufangen wüßte (etwa
eine kleine Schleife, die an ſich zu wirkungslos iſt, um ſie in der
urſprünglichen Form zu belaſſen!). Darum wird oft nach der
richtigen Verwendungsmöglichkeit geſucht, aber oft jahrelang
nicht das Richtige getroffen; heuer aber gibt es endlich eine
aus=
gezeichnete Art, ſelbſt die kleinſten Streifen gut zu verarbeiten
da die neueſte Mode Hermelinfell bekanntlich in jeder Beziehung
begünſtigt. Eine kleine Krawatte mit Schweifchen als Abſchluß
(wie man ſie vor einigen Jahren ſehr häufig ſah) wird zum
Bei=
ſpiel derart verwertet, daß man aus dem glatten Fell eine Art
Steh=Leiſtchen ſchafft, das eine entzückende Umrahmung des Aus=
zufügen vermögen und immer nett ausſehen, vorausgeſetzt, daß ſie
bei aller Phantaſie und allem Farbenreichtum „ſachlich” bleiben
und nicht jener „überladenen” Note verfallen, die für einen
man=
gelhaft gepflegten Geſchmack ſpricht.
Sehr nett ſind die einfärbigen Polſter mit grob aufgenähten
Applikationen in bunten Schattierungen; man kann, für dieſen
Zweck jedwedes kleine Materialreſtchen, das ſich im Hauſe
vor=
findet, verwenden und muß auch bei der Arbeit nicht allzu exakt
ſein, da gerade in der groben Anarbeitung der einzelnen Motive
eine gewiſſe künſtleriſche Saloppheit liegt, die in dieſem Falle gut
ſchnittes ſichert. Wenn noch genügend Fell vorhanden iſt, um als
Abſchluß eine kleine Maſche vorzuſehen, ergibt ſich ein ſehr
kulti=
vierter Effekt, der der Wirkung jedes dunklen Seidenkleides
außerordentlich förderlich ſein muß. Die Hermelin=Schweifchen
aber, die hier nicht verwendet wurden, montiert man ebenfalls
in Maſchenform als aparte Hutgarnierung und gewinnt auf dieſe
Weiſe einen ſehr originellen Aufputz, der gerade durch ſeine
An=
ſpruchsloſigkeit höchſte modiſche Kultur verrät (Bild). W. U.
„Sportlicher Schick”
iſt ein Begriff, der eigentlich erſt während der letzten Jahre
ent=
ſtand, denn vorher war nur die „Schwerſportlichkeit” beliebt und
an der Tagesordnung und wurde mitunter ſogar ſehr übertrieben,
da man der Meinung war, daß die Betonung irgendwelcher
modiſcher Momente beim Sport durchaus, fehlangebracht wäre.
Mittlerweile hat ſich natürlich die Auffaſſung grundlegend
ge=
ändert, denn heute will jede Frau auch am Sportplatze in ihrer
Aufmachung intereſſant ſein, und die neueſte Mode beweiſt, daß
dies ſogar mit verhältnismäßig beſcheidenen Mitteln möglich
zur Geltung kommt. — Wir zeigen links unten einen
derartigen Applikationspolſter, der beiderſeits mit
Quaſten garniert iſt und die ovale Form hat, die
bedeutend ſchöner wirkt als die hergebrachten
Rund=
polſter. In dem kleinen Bilde merkt man übrigens
genau, wie entzückend, ein ſolcher Polſter beim
Lehn=
ſeſſel, bei der Stehlampe oder in der improviſierten
Bücherecke ausſieht.
Als beſondere Neuheit, die — weil es ſich hier
um eine jener Handarbeiten handelt, die ſehr raſch
fertigzuſtellen ſind — ſicherlich beifällig begrüßt
wer=
den wird, ſind, die beſtickten
Frühſtücks=
gedecke zu werten. Sie werden aus grobem
Leinen verfertigt, und zwar nicht in Weiß, ſondern
in ſchönen „ſonnigen: Farben, wie Gelb, Roſa oder
Blau, und ſind mit Wolle, (die natürlich abſolut
waſchecht ſein muß!) in Form verſtreuter
Zweig=
oder Blütenmotive, die entſprechend ſtiliſiert ſein
ſollen, beſtickt, wobei Tiſchtuch und Servietten die
gleichen Motive wiederholen. (Skizze links oben.)
Für „formelle”, Gelegenheiten, alſo in erſter
Linie für größere Abendgeſellſchaften, iſt es Mode
geworden, das Tiſchtuch vollkommen zu vermeiden
und es — nach amerikaniſcher Sitte — durch die
ſo=
genannten „Sets” zu erſetzen, worunter man
einerſeits ein geſticktes Mittelſtück für die
Servier=
platten (Anrichte=Taſſen), andererſeits für jedes
ein=
zelne Gedeck ein mittelgroßes Stickereimotiv als
Unterlage der Teller und außerdem noch kleine.
Stücke, für die Gläſer zu verſtehen hat.
Selbſtver=
ſtändlich müſſen dieſe „Sets” oder „Gedeck=
Garni=
turen” einheitlich geſtickt ſein, und zwar gefällt für
dieſen Zweck insbeſondere eine Arbeit, die der
„Brüſſeler” Technik nachempfunden iſt und darin
beſteht, daß man einen gut ſtrapazfähigen
Waſch=
tüll mit zarten Börtchen in Form von Blüten und
Zweigen benäht. Ein heller Beigeton iſt hier viel
beliebter, als Reinweiß, da dieſe Farbe wärmer
wirkt und überdies auch das Holz der Tiſchplatte
beſſer zur Geltung kommen läßt (Skizze rechts oben).
Die ſchmalen Deckchen für Serviertaſſen werden
nach wie vor aus weißem Materiale hergeſtellt und
in traditioneller Art mit Richelieu oder
Madeira=
ſtickerei verſehen und mit Klöppelſpitzen gerandet
(Mittelſkizze).
Auch für den abgedeckten Tiſch ſind Toledodecken ſehr ſchön,
weshalb man ſie gerne für die kleinen Ziertiſchchen in der
Zimmer=
ecke oder in der Fenſterniſche verwendet. (Bild rechts unten.)
Handarbeiten ſind alſo — wie man ſieht — keineswegs als
erledigtes Kapitel zu betrachten, da die Frau von heute trotz
Emanzipation und trotz aller Selbſtändigkeit ſehr gerne der
Ab=
wechſlung wegen, auch auf dieſe Art, ihre Zerſtreuung ſucht und
damit eine Tätigkeit für ihre Mußeſtunden findet, ein Beweis dafür,
daß die betont burſchikoſe Einſtellung vorüber zu ſein und einer
„verweiblichten” Auffaſſung, das Feld geräumt zu haben ſcheint.
ſei. Im Brennpunkte des Intereſſes ſteht augenblicklich die
Ski=Dreß. Sie baſiert nach wie vor auf der Zuſammenſtellung
der Norwegerhoſe mit einem geſtrickten Oberteil, der jetzt meiſt
eine Kaſakform mit der Sweateridee verbindet und überdies die
eigenartigen „Intarſien” verwendet, die ungemein originell in
ihrer Ornamentik ſind. Der Gürtel deutet die hohe Taille an.
Wenn man in Erwägung zieht, daß das farbenreiche Kolorit
dieſer Erzeugniſſe im Sonnenlichte der Schneelandſchaft von
faſzinierender Eigenart iſt, wird man verſtehen, daß die
mode=
orientierte Frau von dieſer Standard=Dreß nicht mehr abgeht. . .
Große Pelzkragen
bleiben — trotzdem ſie große Mode ſind — faſt immer nur ein
„Wunſchtraum”, denn wie ſollte man daran denken können, eine
ſo koſtbare Garnierung für ein Promenadeſtück erwerben zu
kön=
nen? Andererſeits iſt es aber eine bekannte Erfährungsſache, daß
alle Frauen, wenn es ſich um eine neue Mode handelt, zu wahren
Künſtlerinnen werden und dementſprechend auch in dieſem Falle
oft aus verhandenem Pelzwerk Effekte ſchaffen, die geradezu in
Erſtaunen verſetzen müſſen! Manchmal iſt es ja tatſächlich nicht
ſchwer, eine ſchon unverwendbar gewordene Umhülle für dieſe
Zwecke umzuarbeiten und noch immer blendende Effekte zu
erzie=
len. Darum haben wir verſucht, in unſerem Bilde einige
modern=
markante Kragenpartien feſtzuhalten. Da iſt vor allen Dingen
der hohe, ſchultertuchähnlich gelegte Kragen, für den ſich natürlich
nur dünnes Pelzwerk eignet. Zu den aparteſten Kragenformen
zählt eine Verbindung der ſtehenden Faſſon mit einem
Schal=
kragenſchnitt, die den Vorteil gewähren, jedwedes Pelzwerk
heran=
ziehen zu können. Unſere Skizze (rechts) iſt aus Perſianer in
ab=
ſchattiertem Grau oder Braun, gedacht, eine Fellart, die ſich für
Trotteurſtücke hervorragend gut eignet.
Für den Abendmantel kombiniert man in letzter Zeit gerne
kurzhaariges Fell mit langhaarigem Pelzwerk, womöglich in
ab=
ſtechenden Farben, um eine gute Kontraſtwirkung zu erzielen
Die ideale Kombination wäre Hermelin mit ſchwarzem Fuchs
oder Skunks, doch iſt ein faſt ebenſo intereſſanter Abendeffekt aus
der Zuſammenſtellung von Imitationspelzwerk (und zwar vor
langhaarigem Haſenfell mit in Streifen geſchnittenem „
raſier=
tem” weißem Kaninchenpelz) zu holen. (Unterſtes Bild.) W. U.
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