Einzelnummer 10 Pfennige
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Mai gem Erſchelnen vom 1. Dezember
r —.18 Reichsmark und 22 Pfennig
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mworſltkal .r Aufnahme von Anzeigen an
mmien Täg wird nicht übernommen. Nichte
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hig da glelleher nicht zur Kärzung des
igepreſſet 4 Uungen und Abbeſtellungen durch
rni ohnge türzdlichkelt fär und. Poſtſcheclonio
aPfurt a. M. 1301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierie Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſebenen Original=Aufjätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 349 Donnerstag, den 18. Dezember 1930. 193. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 23 Reſchepſg.
Finanzalnzeigen 60 Reſchepſg. 92mm breite
Rellame=
zeile 3.00 =Reſchemarl. Alle Preiſe in Reichsmar”
(41 Dollar — 4.20 Martl. — Im Falle, höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streil nſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſfung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichticher Beſtreibung fällit ſeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Banl und
Darm=
ſädter und Natſonalbank.
MAniſche Barbarei im 20. Jahrhundert.
ee Minſegefängris von Breſt=Likowfk. — In den Händen der polniſchen Polizei. — Scheinhintichkungen.
Pilſudſki für das Schickſal der Gefangenen verankworklich.
belgiſchen Saarbahnſchutztruppen nehmen und die Neuwahlen zur
BNhänge in Breſk=Likowofk vor dem
Regierungskommiſſion des Saargebietes vornehmen, deren Man=
lie fticzt bare Mißhandlung der eingekerkerken
oppoſilionellen Polikiker.
polniſchen Seim.
Warſchau, 17. Dezember.
lun Weniup) inuten vor Schluß der heutigen Nachtſitzung des
„n wuml on den Abgeordneten der Zentrolinken Partei
Inte üntion eingebracht, in der die furchtbare Be=
„idlumwer im Militärgefängnis von
Breſt=
owfſſlin gekerkerten oppoſitionellen
Poli=
er geuſt iert wird.
Die /eiwpellation betont, daß die oppoſitionellen Führer,
ohne brahtsbeſchluß auf Verfügung des Innenminiſters,
ſerals 1el dkowſki, verhaftet worden ſind, in geſchloſſenem
Aegen in neekannter Richtung verſchleppt wurden. Auf der
jahmirt wut, ſie beſchimpft und bedroht. Der ſozialiſtiſche
reiſ, Hamſurer Dixli=bermann wurde auf dem Weg nach Breſt von den
etzenhzueiten dm ? oliziſten ſo lange geſchlagen, bis er das
Bewußt=
verlucht /twas ſpäter blieb das Auto in einem Walde
u, umc’iebermann wurde mit Kolbenſtößen in den Wald
eben. Um. Walde ſchlug ihn ein Polizeikommiſſar zweimal
Veihnzt Geſichitſ), daß er zu Boden ſtürzte. Liebermann wurde
entlw/t und nochmals derart geſchlagen, daß er über
R2NNutige nden davontrug. Gleichzeitig rief man ihm zu:
buesie y haft Egrwagt, deine Stimme gegen den Herrn Marſchall
erhebe 1n4
jedrigekk
Im Akignis wurden die Gefangenen von wachthabenden
M
zierenAn). Gendarmen mit den gemeinſten Schimpfworten
RhSielt ſie zu den ſchwerſten Arbeiten an. Lieber=
Prldſſor Prager und der ehemalige Miniſterpräſident
8 mutfnt mit Lappen oder mit einem kurzen kleinen Beſen,
Afaſt /Yploßen Händen, Aborte reinigen und Fußböden
ern IK! Liebermann erlitt bei dieſer Arbeit einen Herz=
Bh Wenmile Abgeordneten die Gefäugnisordnung irgendwie
ſpſewut etzten, hrte man ſie in finſtere Zellen ein, in denen nicht
mö henal K01 für die natürlichen Bedürfniſſe ſtanden. Das
er beſiſtd aus einer Bettſtelle ohne Strohſack mit
von=
fue under ſtechenden Holzleiſten. Als Nahrung erhielten die
zusteangenemnnr etwas Brot und warmes Salzwaſſer.
Der teordnete Popiel wurde eines Nachts auf Befehl
s Hauynanns in einen dunklen Raum geſperrt. Als er die
welle iſinrat, wurde er von zwei Gendarmen auf einen
h gewitzrn. Dann legte man ihm ein naſſes Tuch auf den
ken unddvrſetzte ihm mit eiſernen Stäben 30 Hiebe. Popiel
or dadchk die Beſinnung.
Nach () Mißhandlung ſperrte man Popiel einige Tage in
Kellenn Ebenſo wie Popiel wurden auch noch Korfanty
der bumnabgeordnete Baginfki verprügelt. Andere
Ab=
rdnete micen barbariſch ins Geſicht geſchlagen, wie
bei=
lSweiſſeer, Ukrainer Kohut. Während des Prügelns wurbe
der 2ſor des Waſſerwerks in Bewegung geſetzt, um durch
Geräſu) vie Schreie der mißhandelten Opfer zu übertönen.
Der Bärgniskommandant Oberſt Biernacki erklärte Dr.
ermannt daß das Schickſal der Gefangenen vom Befehl
rſchall IAſardfkis abhänge. Ein anderer Offizier fügte hinzu:
nn ders iffſchall befiehlt, die Gefangenen zu töten, ſo würden
getötet tiwen, und wenn er befiehlt, ſie zu verſtümmeln, ſo
zrden ſi eifſtümmelt werden.
Weiteineſrätigt die Interpellation die ſchon bekannt
gewor=
den Sihinhinrichtungen. Die Unterzeichner der
terpellacin fragen ſchließlich, was der Miniſterpräſident zu
uR beabſſttge, um die Schuldigen der verdienten Strafe
zuzu=
dren.
Die ſterpellation erregt natürlich ungeheures Aufſehen,
rd abensuu, in einem Teil der heutigen Morgenpreſſe
ver=
eiM entlichtrl
Die „uomaldemokratiſche „Gazeta Warſzawſka” bezeichnet
utglnt Regbrungsblock als moraliſch mitſchuldig,
i er inſir geſtrigen Seimſitzung gegen die Dringlichkeit der
iräge aAimmt habe, die eine Aufklärung der Vorgänge von
eſt=Litotz Herbeiführen ſollten. Als Antwort auf dieſe
Verbellglun iſt der Seim in die Weihnachtsferien gegangen.
ſeh” Nächſtzöntzung wird erſt in der erſten Januarhälfte ſtatt=
eie Polmhen Terrorakke auf der Tagesordnung der
Muar-Tagung des Völkerbundsrakes.
den.
dat vorausſichtlich ohne Aenderung auf ein weiteres Jahr
ver=
längert wird. — Es ſtehen auch drei Wirtſchaftsfragen, in denen
der deutſche Ratsvertreter Berichterſtatter iſt, auf der
Tagesord=
nung, darunter die Ergebniſſe der zweiten Zollfriedenskonferenz.
— Politiſch von beſonderer Bedeutung iſt die Beratung der
Er=
gebniſſe des Abrüſtungsvorausſchuſſes des Völkerbundes, da in
dieſem Zuſammenhang der Völkerbundsrat den endgültigen
Zeit=
punkt für die Einberufung der Weltabrüſtungskonferenz feſtlegen
muß. Vom Völkerbundsſekretariat iſt außerdem ein beſonderer
Bericht über beſtimmte wichtige Verfahrensfragen bei der
Zu=
ſammenſetzung der Minderheitendreierausſchüſſe und für die
Be=
handlung von Minderheiteneingaben vorgeſehen. Außer dieſen,
z. T. ſehr ſchwierigen Fragen, wird ſich der Völkerbundsrat noch
mit den üblichen Berichterſtattungen über die Mandate, die
Opiumbekämpfung, die Rechtskodifizierung, die Hygienearbeiten,
die geiſtige Zuſammenarbeit, Jugenderziehung, Lehrfilmweſen,
Statiſtiken und Flüchtlingsfürſorge beſchäftigen. Nach der üblichen
Reihenfolge wird den Vorſitz der Januar=Ratstagung der deutſche
Reichsaußenminiſter Dr. Curtius führen.
England ſuchk einen Diktator ...
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
EP. Genf, 17. Dez.
Eine =hläufige Aufſtellung der Tagesordnung des
Völker=
ſnosratelts ir Januar 1931 läßt erkennen, daß dieſer Tagung
de außeunwü hnlich große politiſche Bedeutung zukommt. Neben
„ deutſclg Beſchwerdenote wegen der Terrorakte, gegen die
iüiſchen Aderheiten in Oberſchleſien ſtehen noch weitere acht
Werſchleſiſi Minderheitenbeſchwerden zur Behandlung, darunter
aige Fählborr größter, grundſätzlicher Wichtigkeit. Auch die noch
en gebllenen Fragen der deutſchen Memelbeſchwerde müſſen
handelsleiden, ſowie eine neue Berichterſtattung über den
auiſch=prukſchen Konflikt erfolgen.
Dn duEScarfrage wird der Rat Kenntnis von der Durch=
4ng 5s Beſchluſſes zur Zurückziehung der franzöſiſchen und
G. P. London, 15. Dezember.
Das ſoeben veröffentlichte Memorandum Sir Oswald
Mos=
leys, in welchem dieſer ehrgeizige, junge Politiker eine draſtiſche
Reform der britiſchen Geſamtwirtſchaft und die Einſetzung einer
aus nicht mehr als fünf Staatsmännern beſtehenden „
Nationa=
len Regierung” verlangt, hat in der engliſchen Preſſe eine
über=
aus angeregte Erörterung hervorgerufen. Und vor allem
inter=
eſſiert die Frage: welche fünf im öffentlichen Leben Englands
ſtehenden Männer ſich am eheſten für die Rolle der
vorgeſchla=
genen Diktatoren eignen dürften?
Sir Oswald Mosley hat es, in einem Interview, ſelbſt
an=
gedeutet, welcher Art ſeiner Anſicht nach, dieſe fünf Männer ſein
müißten: „Eine nationale, aus allen Parteien zuſammengeſetzte
Regierung zu bilden”, lagt Sir Oswald, „hat keinen Sinn, wenn
ſie lediglich aus fünf alten, freundlichen Herren beſtehen würde.
Dieſe alten Herren würden England nur in einen noch größeren
Schlamaſſel bringen, als es das bisherige Parteienſyſtem
be=
reits getan hat. Die fünf zukünſtigen Regenten Englands
müſſen junge, energiſche, weitſichtige Männer darſtellen und
müſſen vor allem ein gemeinſames, feſtumriſſenes Programm
aufzuſtellen und auszuführen fähig ſein .. ."
Lord Dorcheſter, ein auf dem Lande lebender Edelmann,
ſchlägt in einem Brief an den „Expreß” als zukünftige britiſche
Regierung „der nationalen Errettung” folgenden Fünferrat
vor: 1. Lord Hailsham — ehemaliger Lordkanzler, einer von
Englands größten Rechtsgelehrten und oft als kommender
Füh=
rer der Konſervativen genannt; 2. Lord Melchett — einer der
größten engliſchen Induſtriekapitäne, beſitzt, wie kein anderer,
eine tiefgründige Kenntnis der wirtſchaftlichen Probleme der
Gegenwart; 3. Sir John Simon — der große Liberale, eine
Perſönlichkeit von ſkrupelloſer Honorigkeit und ein mit
außer=
gewöhnlich klarem politiſchen Blick begabter Staatsmann; 4. Mr.
Reginald McKenna — ausgezeichneter Kenner der Weltfinanzen
und am beſten geeignet, die ſchwierigen Wirtſchafts=Probleme
Englands in Ordnung zu bringen; und endlich 5. Sir Oswald
Mosley ſelbſt — verfügt über eine große Anhängerſchaft bei
allen Parteien und hat in bezug auf die Zukunft Englands
über=
raſchend klare Vorſtellungen, die viſuell und konſtruktiv zugleich
ſind.
Eine Reihe anderer Leſer machen noch weitgehendere
Vor=
ſchläge. Das aus fünf Männern beſtehende britiſche Direktorium
der Zukunft, ſagen dieſe Leute, ſoll auf genau fünf Jahre
feſt=
geſetzt werden und ſoll einen Plan der Reorganiſation und
Rationaliſierung von Englands Wirtſchaft und
Staatsmechanis=
mus ausarbeiten, der innerhalb von nicht mehr als höchſtens
fünf Jahren durchgeführt werden müſſe. Ein britiſcher „Fünf=
Jahres=Plan” alſo, ganz nach dem Rezept der Moskauer
Diita=
toren.
Außer den erwähnten Fünf, werden von den Zeitungsleſern
jedoch auch Einzeldiktatoren vorgeſchlagen: vor allem Winſton
Churchill, „weil er ſchon alles geweſen iſt und daher ſehr gut
jetzt auch Diktator Englands werden könnte”; dann Neville
Chamberlain, „weil er im letzten konſervativen Kabinett das
Wohlfahrtsminiſterium mit autokratiſchen Methoden verwaltet
und ſich als ein Staatsmann von Format und großer Enersie
gezeigt hat”; und endlich Lloyd George, „weil er ſchon einmal
der große Organiſator und Erretter Englands war und weil
anzunehmen iſt, daß er, der große Zaubermeiſter, der ſchon ſo
oft Millionen mit ſich geriſſen hat, nun auch als Diktato= die
britiſchen Maſſen für ſich und die neue Politik wird b=geiſtern
können ..
In Kürze, zur Zeit, da in der ganzen Welt die Aktien der
Diktaturen hoch ſtehen, ſucht auch England einen Diktator! Nicht
das England natürlich, das in der Zahl von 600 Abgeordneten
in Weſtminſter ſitzt und die wirkliche Politik des Landes macht,
ſondern das England der Schreiber von „Briefen aus dem
Leſerkreiſe‟ Alles nicht ganz ernſt gemeint, natürlich. Alles
nur ein Ausdruck der engliſchen Vorliebe für ulkige Diskuſſionen
und der berühmten engliſchen „playing attitude”, die ſich oft
auch in politiſchen Fragen zu äußern pflegt. Aber es iſt ſtets
intereſſant, zu ſehen, mit welchen Gedanken ein Volk in ernſten
Augenblicken ſeines Werdeganges ſpielt. Und noch intereſſanter
wird es ſein, weiter zu beobachten, was ſich letzten Endes aus
dieſem Spiel herauskriſtalliſieren dürfte ..
Ende der Answanderung?
Von
Otto Corbach.
Im Laufe der letzten hundert Jahre ſind etwa ſechs
Millio=
nen Menſchen aus Deutſchland nach den Vereinigten Staaten
ausgewandert. Trotz immer ſtärkerer Droſſelung der geſamten
Einwanderung durch die Waſhingtoner Regierung nahm die
Union auch noch nach dem großen Kriege die überwältigende
Mehrheit deutſcher Auswanderer auf. Im Jahre 1929 gingen
von 48 734 deutſchen Auswanderern 38 734 nach den Vereinigten
Staaten, die übrigen bis auf einen Reſt von einigen Hundert,
die in Europa blieben, nach andern überſeeiſchen Ländern.
Kanada nahm 4 625, Argentinien 2 799 auf. Nun ſcheint ſich das
Ventil der Auswanderung für alle europäiſchen Länder
voll=
kommen ſchließen zu ſollen. Das Einwanderungskomitee des
Repräſentantenhauſes der Union wurde vom Weißen Haus
da=
von in Kenntnis geſetzt, daß die Ausgabe von Viſas für
euro=
päiſche Auswanderer durch die amerikaniſchen Konſuln ſo
be=
ſchränkt werden ſolle, daß während des am 30. Juni 1931
enden=
den Rechnungsjahres ſchätzungsweiſe 135 000 Fremde, die unter
normalen Verhältniſſen unter dem Quotengeſetz hätten
einwan=
dern können, daran verhindert werden würden. Kommt das
ſchon einer völligen Unterbindung der Einwanderung faſt gleich,
ſo ſcheint eine Mehrheit in beiden Häuſern ſogar auf eine
her=
metiſche Abſchließung der Häfen und Grenzen gegen jegliche
fremde Menſchenzufuhr zu drängen. Darüber hinaus ſollen die
geſetzlichen Deportationsmöglichkeiten für Fremde erweitert
wer=
den, die ſich durch Verſtöße gegen die amerikaniſchen Geſetze oder
auch nur als „Radikale”, worunter nicht nur Revolutionäre,
ſondern auch oft harmloſe Reformer verſtanden werden,
unlieb=
ſam bemerkbar gemacht haben. In Kanada, das ſeine Tore für
die Einwanderung ebenfalls bereits ſo gut wie abgeriegelt hat,
iſt die Provinz Alberta dazu übergegangen, ſämtliche „Fremden”,
die arbeitslos wurden, ſoweit ſie unverheiratet ſind, in die
Hei=
matländer abzuſchieben. Inzwiſchen hat Braſilien eine weitere
Verſchärfung ſeiner Einwanderungsbeſchränkungen angekündigt.
Die andern lateinamerikaniſchen Länder werden zweifellos
die=
ſem Beiſpiel folgen. Auſtralien hat ſoeben 140 Italienern, die
auf Grund der beſtehenden Geſetzgebung Zulaß zu finden
heff=
ten, nach der langen und koſtſpieligen Seereife die Landung
ver=
weigert. So ſchließen ſich nicht nur überall die Tore, durch die
Europamüde bisher den Weg zu wirklichen oder vermeintlichen
überſeeiſchen Fleiſchtöpfen zu finden hoffen konnten, ſondern den
überfüllten europäiſchen Arbeitsmärkten droht außerdem eine
wachſende Rückwanderung abgeſchobener Einwanderer,
Die Droſſelung der überſeeiſchen Einwanderung, erſt recht
die einſetzende Rückwanderung, muß naturgemäß in europäiſchen
Ländern zwangsläufig eine wachſende Abneigung gegen die
Be=
ſchäftigung von Ausländern auf dem eigenen Arbeitsmarkte mit
ſich bringen. Selbſt Frankreich, das in der Nachkriegszeit gegen
eineinhalb Millionen fremde Arbeiter aufnehmen und
beſchäf=
tigen konnte, dürfte nunmehr zu dem Syſtem geſchloſſener
Arbeitsmärkte übergehen, nachdem die Aufgaben des
Wieder=
aufbaues der zerſtörten Gebiete, der Auswertung neuer
in=
duſtrieller Entfaltungsmöglichkeiten, die der Sieg mit ſich brachte,
der Entfaltung eines neuen kolonialimperialiſtiſchen Elans zur
Verwirklichung des Traums von einem „größeren Frankreich”
einigermaßen gelöſt ſind, und im übrigen die Schonzeit verſtrichen
zu ſein ſcheint, die die Weltwirtſchaftskriſe der franzöſiſchen
Wohlſtandsinſel gewährte. So ſcheint ein allgemeines
Zurück=
fluten der Zerſtreuten aller Nationen in ihre Stammländer
be=
gonnen zu haben, um dort den ſowieſo ſchon übermäßigen
Bevölkerungsdruck ins Unerträgliche zu ſteigern und die
Rei=
bungsmöglichkeiten mit den Nachbarn außerordentlich zu
ver=
mehren.
Nach hat ſich der weltwirtſchaftliche Horizont nirgends
er=
hellt, aber ſelbſt im Falle einer baldigen Ueberwindung der
Weltwirtſchaftskriſe iſt kaum damit zu rechnen, daß die
über=
ſeeiſchen Einwanderungsländer aus eigenem Antriebe in
ab=
ſehbarer Zeit dazu übergehen werden, ihre Tore für eine
Ein=
wanderung größeren Umfangs wieder zu öffnen. So dünn dieſe
Teile der Erde auch im großen und ganzen erſt bevölkert ſind,
ſo geben ihnen doch die Fortſchritte der modernen Technik noch
auf viele Jahre hinaus die Möglichkeit, ihre Nachfrage nach
Arbeitskräften aus dem natürlichen Bevölkerungszuwachs zu
befriedigen. In den Vereinigten Staaten konnten innerhalb fünf
Jahren mehr als drei Millionen Menſchen vom Lande in die
Städte abwandern, während die landwirtſchaftliche Erzeugung
auf verminderter Anbaufläche infolge wachſender
Inanſpruch=
nahme mechaniſcher Kräfte noch ſtieg. Die Mechaniſierung der
Landwirtſchaft, ſchreitet aber in Kanada, Argentinien und
Auſtralien in immer raſcherem Tempo fort, und da auch in den
Induſtrien noch immer weiter menſchliche Arbeitskräfte durch
maſchinelle „freigeſetzt” werden, ſo iſt ſelbſt nach Wiederlehr
nor=
maler Verhältniſſe nicht ſo ſchnell mit einem neuen größeren
Bedarf für fremde Arbeitskräfte zu rechnen.
Für die „Völker ohne Raum” iſt dieſe Tendenz zur Bildung
geſchloſſener Arbeitsmärkte umſo verhängnisvoller, als auch die
Zollmauern trotz aller auf ihren Abbau gerichteter Beſtrebungen
noch immer weiter erhöht werden, wobei ebenfalls die führende
überſeeiſche Macht, die nordamerikaniſche Union, mit ſchlechtem
Beiſpiel vorangeht. Deshalb drohen ſich auch die Möglichkeiten,
„Waren ſtatt Menſchen auszuführen”, weiter zu verringern,
um ſo mehr, als die Induſtrien in den dichteſt bevölkerten
Ländern in wachſendem Maße auf finanzielle Hilfe aus dünner
beſiedelten und gerade durch die Verfügungsgewalt über
unaus=
geſchöpfte natürliche Hilfsquellen reicheren Ländern angewieſen
ſind. Immer größere Teile der europäiſch=amerikaniſchen
Kultur=
menſchheit drohen infolgedeſſen von den zukunftsreichſten
Arbeits=
wie Abſatzmärkten mehr oder weniger ausgeſchaltet zu werden.
Es leuchtet ohne weiteres ein, daß ſich aus dem
Zuſammen=
wirken von Einwanderungsdroſſelungen und Erhöhungen der
Zollmauern nur neue Kriegsgefahren ergeben können, wenn nicht
maßgebende Kreiſe in allen Ländern durch die
Weltwirtſchafts=
kriſe, die in Wirklichkeit nur ein Ausdruck für eine allgemeine
Kriſe der Kultur des Abendlandes bedeutet, zu voller
Beſin=
nung kommen und ſich dazu aufraffen, zu wirklich großzügigen
Entſchlüſſen miteinander Fühlung zu nehmen, aus der
gegen=
wärtigen Weltmißwirtſchaft durch eine vernünftige
Weltwirt=
ſchaftsführung herauszukommen. Es mag notwendig ſein, die
alte, ungeregelte Auswanderung zu liquidieren, aber es iſt nicht
minder notwendig, einer neuen, geregelten Auswanderung durch
planmäßige Erſchließung unentwickelter Gegenden die Wege zu
ebnen. Der ehemalige Reichsbank=Präſident Dr. Schacht hatte
vollkommen recht, als er während ſeines Aufenthaltes in den
Vereinigten Staaten auf einen Einwand, Deutſchland müſſe
ver=
nünftig werden, ſchlagfertig antwortete, die Welt müſſe
ver=
nünftig werden. Entweder kommen die derzeitigen Herren der
Erde von ſelbſt zu der Einſicht, daß ſie die Arbeitsloſigkeit in
den verſchiedenen Ländern, ſoweit ſie auf gemeinſame
welt=
wirtſchaftliche Urſachen zurückzuführen iſt, auf neuen Wegen
inter=
nationaler Arbeitsbeſchaffung, vor allem durch koloniſatoriſche
Unternehmungen größten Stils, die die Vorausſetzung für eine
neue Maſſenauswanderung aus übervölkerten Ländern ſchaffen
würde, überwinden helfen müſſen, oder es kommt, wenn auch
vielleicht erſt nach neuen kriegeriſchen Verwicklungen, ſchließlich
zu einem ſo mächtigen Zuſammenſchluß von „Völkern ohne
Raum”, daß derem Anprall keine chineſiſche Mauern ſtandhalten
können.
Der Reichspräſident empfing die Führer der
Grünen Front: Graf Kalckreuth, Dr. Brandes, Dr. Hermes und
Dr. Fehr und nahm von ihnen einen gemeinſamen Bericht über die
ernſte Lage der deutſchen Landwirtſchaft, insbeſondere der bäuerlichen
Wirtſchaft entgegen.
Die Reichsbahnverwaltung und die
Gewerkſchaf=
ten verhandeln zur Zeit über die Einlegung einer
wöchent=
lichen Feierſchicht, um die Entlaſſung von 26 000
Werkſtättenarbeitern zu verhindern.
Zwei neue Vorſtöße gegen die engliſche Regierung.
EP. London, 17. Dezember.
Die Veröffentlichung von Manifeſten und politiſchen
Erklä=
rungen ſcheint in England zur Tagesordnung geworden zu ſein.
Nach der Veröffentlichung des Mosley=Memorandums, das keine
ſonderliche Beachtung gefunden hat, haben nun vier prominente
konſervative Unterhausmitglieder in Form eines Briefes ein
Manifeſt veröffentlichen laſſen, in dem eine draſtiſche Beſchränkung
der Staatsausgaben, ein gewiſſes Maß an Protektion für die
Induſtrie und die Wiedereroberung der England verloren
gegan=
genen überſeeiſchen Abſatzmärkte als der Ausweg aus der Kriſe
bezeichnet werden. Viel Beachtung findet die Stelle in der
Er=
klärung, derzufolge ein Ausbau der Sozialpolitik unter den
der=
zeitigen Umſtänden nicht erfolgen dürfe. Das Manifeſt iſt
unter=
zeichnet von Sir Robert Horne, Oberſt Buchan, Major Elliot und
Major Oliver Stanley.
Eine zweite wichtige Erklärung iſt von dem vor einiger Zeit
ins Leben gerufenen Nationalausſchuß der Induſtrie und des
Handels veröffentlicht worden. Dieſe Erklärung, die von dem
bekannten Automobilinduſtriellen Sir William Morris
unter=
zeichnet iſt, fordert in indirekter Weiſe zur Bildung einer
nationalen Partei auf, in der die jungen
Ele=
mente der drei vorhandenen Parteien ſich
ver=
einigen ſollten. Mit Hilfe dieſer jungen
Ele=
mente, die ſich um Mosley und ſeine Anhänger gruppieren,
ſoll England aus ſeiner jetzigen Kriſe wieder zu
wirtſchaftlichem Wohlſtand geführt werden. Die
Erklärung Morris’ ſchließt mit den Worten, der Tag ſei nicht
mehr fern, an dem England zu Nutz und Frommen von Induſtrie
und Landwirtſchaft ein neues und neu belebtes Regierungsſyſtem
haben werde.
Das Arbeitsloſenproblem und die Regierungspolitik auf
die=
ſem Gebiet löſten in der Sitzung des Unterhauſes am Dienstag
eine ausführliche Debatte aus, in der es zu einem lebhaften
Rede=
duell zwiſchen Churchill und Lloyd George kam. Churchill
kriti=
ſierte die Regierung wegen ihres Mißerfolges. Nach Churchills
Worten ſei das Todesurteil über die Arbeiterregierung bereits
gefällt worden, lediglich der Tag der Hinrichtung ſei noch ungewiß.
Mit beſonderem Nachdruck ſetzte ſich der Arbeiterabgeordnete
Brown, der das Mosley=Memorandum mit unterzeichnet hatte,
für eine überparteiliche Behandlung des Arbeitsloſenproblems
ein. Eine Diktatur ſei nicht erforderlich, aber es könnte kein
Zweifel darüber beſtehen, daß das engliſche Volk von
Parteipolitik nichts mehr wiſſen wolle.
Moskau, 16. Dezember.
Die Sowjetregierung veröffentlicht ein Dekret über eine
neue Regelung der Einſtellung und der Verteilung der
Arbeits=
kräfte. Das Dekret ſtellt eine völlige Beſeitigung der
Erwerbs=
loſigkeit in der Sowjetunion feſt, die der erfolgreichen
ſozia=
liſtiſchen Induſtrialiſierung und dem raſchen
Kollektivierungs=
jempo zu verdanken ſei, und weiſt darauf hin, daß der weitere
wirtſchaftliche Fortſchritt des Landes nicht nur die Vorbereitung
bedeutender Cadres von Qualitätsarbeitern erfordere, ſondern
auch deren planmäßige Verteilung. Die Regierung überträgt
dieſe Aufgabe den Organen des Arbeitskommiſſariats. In dem
Dekret iſt eine Reihe weſentlicher Vergünſtigungen für die
Ar=
beiter, Techniker und Jngenieure vorgeſehen, die ſich entweder
durch Stoßtrupparbeit oder Erfindungen und wertvolle
Betriebs=
neuerungen ausgezeichnet oder lange Zeit hindurch in dem
glei=
chen Betriebe gearbeitet haben. Gleichzeitig werden die
Per=
ſonen, die ohne zwingenden Grund eine Tätigkeit in ihrem Fach
ablehnen, ſechs Monate lang aus den Evidenzliſten der Organe
des Arbeitskommiſſariats geſtrichen.
Am Donnerstag wird ſich der Wahlausſchuß des Berliner
Stadt=
barlaments mit der Wahl des neuen Berliner
Oberbür=
germeiſters beſchäftigen. Vorgeſchlagen ſind von der Volkspartei
Bürgermeiſter Dr. Scholtz und der Präſident des Deutſchen Städtetages
Dr. Mulert, von den Sozaildemokraten Oberbürgermeiſter Brauer=
Altona, von den Deutſchnationalen Dr. Lehr=Düſſeldorf.
Im Braunſchweigiſchen Landtag wurde der
national=
ſozialiſtiſche Antrag, die Miniſtergehälter auf 12000 M
herabzuſetzen, angenommen. Die Sozialdemokraten, die
in der Ausſprache dagegen waren, ſtimmten für den Antrag. Die
bürger=
liche Einheitsfraktion war dagegen.
Die „Germania”, das führende Blatt der Zentrumspartei,
konnte am 17. Dezember auf ein 60jährige s Beſtehen
zurück=
blicken.
Nachdemr am Montag unter dem Vorſitz des litauiſchen Geſandten
Dr. Zidzikauskas in der litauiſchen Geſandtſchaft in Berlin die
polniſch=litauiſchen Verhandlungen eröffnet
wor=
den ſind, findet am Mittwoch um 11 Uhr die zweite Sitzung der beiden
Delegationen ſtatt.
Der Geſundheitszuſtand. Poinearés hat ſich
ge=
beſſert.
Die Lage in Spanien iſt unverändert. Zu neuen ernſtlichen
Zwi=
ſchenfällen iſt es nicht gekommen. — Der 100jährige Todestag des
Be=
freiers Südamerikas, Bolivar, wurde geſtern in Gegenwart des Königs,
der Regierung und des diplomatiſchen Korps gefeiert. — Innenminiſter
Matos erklärte der Preſſe, daß die Lage in Spanien ſich merklich
ge=
befſert habe. Der Streik in Barcelona nehme einen ruhigen Verlauf.
Die Streikbewegung in den anderen Provinzen ſei im Abflauen begriffen.
Mit nur einer Stimme Mehrheit beſchloß der amerikaniſche
Senatsausſchuß für auswärtige Angelegenheiten, ſeine Berichterſtattung
über das Beitrittsprotokoll Amerikas zum Weltſchiedsgerichtshof bis
zur Sitzung des neuen Kongreſſes im Dezember 1931 zu vertagen. Für
den Vertagungsantrag ſtimmten zehn, dagegen neun Senatoren.
Nach Meldungen aus Mexiko iſt in Guatemala eine
Revo=
lution ausgebrochen. Nach heftigen Straßenkämpfen, bei denen der
Kriegsminiſter getötet wurde, iſt die Regierung von
Guate=
mala am Mittwoch geſtürzt worden. Die neue vorläufige
Regie=
gierung ſteht unter der Führung des Generals Orellana.
New York, 17. Dezember.
Hinter verſchloſſenen Türen fand am Dienstag die
kommiſſa=
riſche Vernehmung des früheren italieniſchen Hauptmanns
Migli=
orati ſtatt, den Werner Abel in dem von Hitler gegen ihn
ange=
ſtrengten Meineidprozeß als Kronzeugen für die Behauptung
anführte, daß der deutſche Führer der Nationalſozialiſten von
Muſſolini mit Geld unterſtützt worden ſei. Angeblich ſollte
Mig=
liorati der Vermittler zwiſchen Hitler und Muſſolini geweſen
ein. Der Italiener gab zu, Abel zu kennen, beſtritt jedoch
ent=
ſchieden, Hittler zu kennen und jemals die angekündigte
Vermitt=
lerrolle geſpielt zu haben. Abel forderte ihn danach auf, ſeine
Ausſage unter Eid vor dem Münchener Gericht zu widerholen.
Migliorati erklärte ſich hierzu gegen Vergütung der Unkoſten
vereit. Abel hinterlegte daraufhin 1500 Dollar bei einer hieſigen
Bank für den Fall, daß das Münchener Gericht Migliorati als
Zeugen vorlädt. Das Protokoll über die bevorſtehende
Verneh=
nung wird durch die deutſche Botſchaft der Münchener Behörde
zugeleitet.
Bonn, 17. Dezember.
Wieder iſt es in Bonn zu blutigen Zuſammenſtößen zwiſchen
Kommuniſten und Nationalſozialiſten gekommen. Ein Trupp von
12 Nationalſozialiſten zog am Mittwoch früh gegen 2 Uhr durch
die dunkle Altſtadt, wo ſie von Kommuniſten beſchoſſen wurden,
Dabei erhielt ein Nationalſozialiſt einen Schuß in die Leber und
ein anderer einen Armſchuß. Zu gleicher Zeit gingen zwei
Studenten, die keiner politiſchen Partei angehören ſollen, durch
die Altſtadt. Drei Männer kamen ihnen entgegengelaufen, ſchrien
ihnen zu „Straße frei” und mißhandelten ſie. Einem Studenten
wurde dabei, ein Meſſerſtich in den Unterleib beigebracht. Die
Polizei nahm verſchiedene Verhaftungen vor.
Der Dichterpreis der Stadt München (drei
tauſend Mark) wurde ſoeben Hans Brandenburg
ver=
liehen. Der 1885 in Barmen geborene, ſeit 1903 in München
lebende Dichter iſt in hohem Grade dieſer Auszeichnung würdig,
war er doch immer ein Eigener und Eigenwilliger, von ſeiner
dichteriſchen Miſſion Erfüllrer und nicht ein Konjunktur=Literat.
Sein dichteriſches Werk liegt auf dem Gebiet der Lyrik, des
Dramas, des Romans, der Novelle, des Tanzes, der Choriſchen
Bühne und der Theater=Erneuerung. Seine bekannteſten Bücher
ſind: „Sommerſonette” (Haeſſel, Leipzig 1926), „Pankraz, der
Hirtenbub” (Haeſſel 1925), „Das Zimmer der Jugend” (Deutſche
Buchgemeinſchaft 1927), „Feſtliches Land‟. Durch München zum
Hochgebirge (Knorr und Hirth 1930), Joſef von Eichendorff,
ſein Leben und ſein Werk” (Ch. Beck 1922), „Friedrich Hölderlin,
ſein Leben und ſein Werk (Haeſſel 1924), „Legende des heiligen
Rochus” (Hgeſſel 1924), „Traumroman” (Haeſſel 1926), „Der
moderne Tanz” (Georg Müller, neue Auflage 1921), „Das neue
Theater” (Haeſſel 1926). Von beſonderem Intereſſe dürfte es
ſein, daß im kommenden Sommer Brandenburgs Moſes=Spiel
„Der Knecht Gottes” in der Talhoffſchen Feſtſpielhalle im
Aus=
ſtellungspark in München durch das Enſemble der Münchener
Kammerſpiele mit einem berühmten Gaſt in der Titelrolle und
einem Sprech= und Bewegungschor aufgeführt werden ſoll.
Dr. B. 8.
Der ſſerbende Don Juan.
Novelle von Hans Brandenburg.
Don Juans Felſenſchloß an der Küſte Andaluſiens ſetzte
ſeine Wellenbrecher ſcharf in den Prall der Flut. Es war wie
zu fahren. Sein wachsbleiches, adliges Geſicht trug die Spuren
aller Luſt, aber auch aller Schmerzen, nur die Reue war ihm
fremd geblieben, ſtatt ihrer hauſte kühner Trotz in den
Säbel=
narben. Schwül drang es herein durch die Ritzen der
verſchloſſe=
nen Fenſter und drohte ſeine keuchenden Lungen zu verſanden.
Das war ſchlimmer als die teufliſchen Geiſter, die im Kamine
winſelten und an den Läden wie mit Ketten raſſelten. Doch
nun ſchlurfte es auch auf dem Korridor, und Don Juan richtete
ſich in wilder Herausforderung auf. Hier in dieſem Schloſſe
lohnte es ſich, jeden Rächer würdig zu empfangen. Denn hier
hatte er, ein Pirat der Luſt, in Jahrzehnten die Beute gelandet,
die durch das Sieb ſeines wahlloſen Begehreus nicht im gleichen
Augenblick durchgefallen war, jene Stolzeſten, die ihm den
Augenblick des Beſitzes zu Wochen verlängert, die Wochen zum
Augenblick verkürzt hatten.
Es war nur der greiſe Leporello, der eintrat, der einzige
Menſch, dem noch Zugang zu ihm verſtattet war, ſein treuer
Diener und geweſeuer Genoſſe aller ſeiner Fahrten und
Aben=
teuer, der nun drunten in der Pförtnerwohnung als
Hausver=
walter des ſonſt leeren Schloſſes mit ſeinem greiſen Weibe auf
aus einem Stück mit dem aufſpringenden Steinklotz des
Vor=
gebirges, als wären einem ſchwebenden Gebild der Baukunſt, die
Fundamente und Felſenfüße ins Waſſer gewachſen, oder als
hätte Menſchenhand nur das Riff zu dem Kriſtall aus Wänden
und Winkeln geſchliffen. Ein heißer Wind von drüben, vom
Strande Afrikas, peitſchte Schaumkronen heran und ward
See=
adler, Blitze aus trockenem Staubgewölk, gegen das Gemäuer,
in das ſie mit ihren Schwingen einzuſchneiden ſchienen.
Im Saale oben lag der Sterbende. Ueber ihm ſchiamm die
üppige Freske ſeines vergangenen Lebens an der Decke, aber
die Wände um ihn waren kahl, nur mit glattem Seidendamaſt
beſpannt. Er war entſchloſſen, ohne Arzt und Prieſter zur Hölle
dem Altenteile ſaß. Von ihm war nichts zu befürchten.
„Alter Burſche” ſprach Don Juan matt zurückſinkend, „
ſoll=
teſt du außer dem Leben mit mir, auch ein eigenes geführt haben,
ein kleines, ein flaches, unſcheinbares, ſo erzähle mir davon.
Es muß ſchlimm mit mir ſtehen, daß ich mich und dich zum erſten
Mal danach frage. Aber wenn das Geſchick des Herrn im
Er=
löſchen iſt, ſo mag es am Geſchick des Dieners wie an grauem
Gewölk noch einmal aufleuchten.”
„Gnädiger Herr” antwortete Leporello, „Ihr wißt, daß ich
kein anderes Glück beſaß, als mein Weib. Denn unſere Kinder
ſind früh geſtorben”
„Du grauer Sünder” lachte Don Juan und preßte mit den
Händen ſeine Bruſt, die ihn ſchmerzte. „Jetzt auf deine alten
Tage willſt du es wohl nicht mehr wahrhaben, daß du doch auch
den Abfall, den ich dir ließ, nicht verſchmäht, und daß du mit
großem Vergnügen viele von mir gebrochene Herzen zu heilen
verſucht haſt. Ich habe dich über manche Mauer ſteigen und
von mancher Leiter fallen ſehen.” — „Ich will es nicht leugnen”
verſetzte der Diener, „und bereue es auch nicht, denn daß man
ohne Reue leben kann, habe ich wie jenes andere, auf das Ihr
anſpielt, von Euch gelernt. Aber es wäre dergleichen nie
ge=
ſchehen, das darf ich Euch verſichern, wenn mich Eure ewigen
Reiſen nicht zu ſo vielen und langen Trennungen von meinem
wahren Glück verdammt hätten. Denn es waren alles nicht die
Richtigen, bei der einen kam die Luſt zu ſchnell, bei der anderen
zu langiam, bei der einen zu ſchwer, bei der anderen zu leicht,
die eine war zu groß, die andere zu klein, die zu dick und die
zu dünn, die zu hart und die zu weich, die zu kalt und die zu
Die Vorgeſchichke des Verbots: Reichsbann
Ulkimakum an Hikler.
Magdeburg, 17. Dezc
Der Polizeipräſident von Magdeburg hat die für den
zember in der Magdeburger Stadthalle angeſetzte
gebung der Nationalſozialiſten, in der
Hitä=
chen ſollte, verboten. Darüber hinaus ſind verſt
die Gegenkundgebungen des Reichsbanne
Schützenhaus und im angrenzenden Gelände, der beos
Umzug des Reichsbanners, ſowie die Kund
gen der Kommuniſten, die u. a. eine Maſſenverſin,
vor der Stadthalle abhalten wollten, und endlich ſärf
Umzüge und Verſammlungen unter freienn
mel aller Parteien und Verbände in der
18. Dezember 1930 bis 5. Januar 1931.
Die Gründe, die den Magdeburger Polizeipräſidentein ſizt
ſem allgemeinen Verbot veranlaßt haben, ſind in dem prorwign
dem Verhalten des Reichsbanners zu ſuchen. Der AbA/ M.00t
nete Lemmer hatte am vorigen Freitag in einer s (0s/
bannerverſammlung in Magdeburg daumt
matum geſtellt, daß die Hitlerverſammlun
weder mit Diskuſſion oder gar nicht ſtattr
werde. Dieſes Reichsbanner=Ultimatum hat die Nau.
ſozialiſtiſche Deutſche Arbeiterpartei
Erklärung veranlaßt, in der es u. a. heißt:
„Das bedeutet eine in aller Oeffentlichkeit erhobene
der ſich zu beugen für die NSDAP. nicht die mindeſth
laſſung beſteht. Die NSDAP. hat in einem zehnjährigen1 19
aller Oeffentlichkeit bewieſen, daß ſie ſtets bereit iſt, maut!
politiſchen Gegner die Klinge zu kreuzen. Sie wird ſichau
und nimmer dem anmaßenden Diktat eines Vertreters ou
net der Staatspartei unterwerfen. Sie erklärt deshalbl"
daß in dieſem Falle eine Diskuſſion, da ſie durch poliüiſ
preſſung zu erzwingen verſucht wird, nicht ſtattfinda,00
Reichsbanner legt es in ſeiner Drohung offenbar dalF
mit Gewalt Zuſammenſtöße zu provozieren und doon
preußiſchen Regierung einen Grund zune
Redeverbot gegen Adolf Hitler oder
einem Parteiverbot gegen die NSDAP. zu
Die NSDAP. erhebt gegen, dieſe von derii
widerſpruchslos geduldete ſtrafbare Erpreſſung Fhnn bier, in
und vor aller Oeffentlichkeit Proteſt. Sollte es imm Miluſt mit einenſ
ieſer Provokation in Magdeburg zu Blutvergießen kochzuiſtwchaftliche Arbel
fällt die Schuld ausſchließlich auf die preußiſchen Polizecſt 4 m Leuſel ei
und die in ihrem Schutz hetzenden Reichsbannerfühl=Aphuſent aul Oie
NSDAP. hat keinen Grund, den mutmaßlichen WedsuNAgebehen Aun
dieſes vom Reichsbanner gewollten Konfliktes aus dem ru60 N., Miclſarde
gehen. Die Verſammlung iſt erlaubt, ſie findet ſtatt, dasſomen die Enl
recht im Saale gehört der NSDAP. Sie läßt es ſich i/440c und klein
unter keinen Umſtänden abpreſſen. Verſagt die Polizei d wwim Maße eimit
Staatsbürger zuſtehenden Schutz, dann wird die Partei n90u0bhrden jolge
beſchützen, die Verantwortung für die Folgen trägt ausuf! 9 1nd Hünge.
Nud: zuseinanderzi
die preußiſche Regierung.”
Wu tiſcher Ohn
M Lpfer hinzt
Die Begründung des Magdeburger Verſaumt
4Die Welt iſ
verbols.
Eui ſie gerade
In der Begründung des Verbotes ſämtlicher politiſſs;k zwroffen hat
anſtaltungen ab 18. Dezember weiſt der Polizeipräſilimß ncht zu
Magdeburg, Dr. Bärenſyrung, auf eine vor einigen T9 hudert von
gehaltene Konferenz hin, zu der er die Vertreter der 29.7
ſozialiſten, des Reichsbanners und der Kommuniſten gelaut When Rriege
Die Kommuniſten waren nicht erſchienen. Der Verſuch, jwrſin Form
Nationalſozialiſten und Reichsbannervertretern Mittel u. Dmriſ,
zu beſprechen, auf welche Weiſe der friedliche Verlauf därt.
anſtaltungen gewährleiſtet werden könne, habe zu keinenn
nis geführt. Die Begründung fährt dann wörtlich fort 4.00fbeutſchen
Der behördliche Vorſchlag, die Veranſtaltungen örn.// Fowen. Abe
zeitlich zu trennen, wurde abgelehnt. Aus der HaltfTſichem ihre
Führer war zu entnehmen, daß dieſe ihre Gefollſ SMt und
nicht feſt in der Hand haben, daß ſogar mit de 190hgerland
lichkeit zu rechnen iſt, daß ſie teilweiſe ni id kwen, daß
mal den Verſuch zu unternehmen beabſichtfnchen Meth
beruhigend auf ihre Leute einzuwirken. PWPſchirie
ſozialiſten, Mitglieder des Reichsbanners und der Koma k07 4hru
wollten alſo zu gleicher Zeit auf einem engen Raum deychk:! ? mit
ren, nachdem lange vorher in der Preſſe und in den AAAſg dur
lungen zu gegenſeitigen Terrorakten aufgerufen war unduw 700 ung
eigniſſe der letzten Zeit bewieſen haben, daß Ausſchrngehuagt
gen an der Tagesordnung ſind.
Aut. Ihr
warm; ich ſelbſt verſchleuderte dabei die Gaben, die ich 47, I hieltet
und die ich austeilte, und genoß ſie nicht vor allzu jähl —ſſch daß ſi
Erſt wenn ich zu dem geliebten Weib zurückkehrte, II,2.Wgeſehen hatte
mein Schiffchen mit voller Fracht an ſeine Heimatbuchc ;/f, konnten,
Wie? Dieſe niedrige Seele kannte auch das Ung ch ich war
Nun, es war gewöhnlich geblieben, es hatte ſie nur in de0 .½ Lfder Neuen
getrieben und nicht von Luſt zu Luſt, nicht in die Unerol. wols ich immer
der unerſättlichen Meere. Und Don Juan vermochte nüſb. Me As noch
höhniſchen Trumpf zurückzuhalten: „Aber eines weißt 1 . n, Senligen und
in nicht übel.
nämlich, daß mir dein Weib auch zu Willen war."
„Ich weiß es” entgegnete der Alte, „obwohl um n n Kahl
herriſcher Befehl, Eure fürſtlichen Geſchenke und unſeih e AaA
Abhängigkeit von Euch ſtets und in allem zum Schweieh.
pflichtete, ſogar zum Schweigen voreinander. Ich mich Sne
daran, daß ſie mir niemals mehr meine Treuebrüche !ſ
daß ſie mich nun noch mehr liebte und daß auch ſie nun ! ..
gelernt hatte, und zwar ſolches, was Ihr mich ohne Gln. I
mittlung nicht hättet lehren können. Ihre Liebe zu wir ih.
groß, daß ſich ihre neuen Künſte in meinen Armen h.
Natur verwandelten. Meine Eiferſucht ſchürte mein Fe))e
ich genoß es mit Jammer und Dank, daß mein gnädich.
ſtolzer Herr ſie nicht verſchmäht und nun auch auf den .
Beſitz, den ich mir ſelbſt zu verdanken glaubte, ſei. 2
drückt hatte.”
„Guter Kerl”, ſagte Don Juau und ſtreckte die ſch00d
Hand dem Diener hin, „du erſparſt es einem, der im
h=
zum Teufel zu gehen, dich um Verzeihung zu
binei=
recht daran, da ich dich alſo noch beſchenkt habe, wo."
einziges Mal zu beſtehlen ſchien.” Aber zum zweiten De
dem ſterbenden Herrn vor dem Diener bange. — 1204
beneideteſt du mich nie um meine Bahn, die ſche
kleinen Schatz ſo feurig zeichnete? Oder zog ſie Mie”
übrigen ſpurlos an deinem geborgenen Dunkel vorul.
„Nein, beneidet habe ich Euch nicht”, erwiderte Lehl
einem Reſt von Verſchmitztheit in den würdigen Aue.
„wohl aber habe ich Euch oft bedauert. Denn mich 20h. P
Euch Eure Glut verzehrte, ohne Euch zu erwärmen.
zu erleuchten
Mir jedoch warf ſie Wärme und Licht. a
beſcheidenen Weg. Verzeiht, gnädiger Herr, zud. .
allen, daß ich doch wohl kein eigenes Leben geſühte.
dern nur durch Euer Leben lebte und in allen uhl.
gänzlich Euer Geſchöpf war. Wie ſollte ich aber Li
R.
in irgend etwas unberührt von Eurer großen Da"
ſein?. Ich war von Eurer Hitze toll, wenn ich zu wed.
zurückehrte. Und wenn ich ihr dann — ſo ganz im b
natürlich, ohne das geringſte auszuplaudern — vol.
kühnen Schwäuken erzählte, oder Ihr gar hier prohe.
Eure üppigen Liebesfeſte feiertet, ſo fuhr das ais
249
Donnerstag, den 18. Dezember 1930
Seite 3
z die mekratie hat verſagt. Verſagt hat lediglich ein
er=
ſicher 29 Der deutſchen Menſchen, weil er mit dem
Parla=
tarismm och nichts rechtes beginnen konnte. Das jetzige
lamenu; verfälſcht in ſeiner Weſensart durch
Intereſſen=
reter 44e verantwortliche Bindung gegenüber dem
Allge=
ninteronſ und geſtört durch Parteien, die das Chaos und
Bürgſyigg als Mittel zur Heilung der Not des deutſchen
ſukes anm „So muß eine Reichsregierung, die nicht
gegen=
r den iflſſelten Leidenſchaften und nackten
Intereſſenver=
i iſch abdanken, ſon
nen ſchcten. Nur durch eine ſolche, jede einſeitige
Intereſ=
olitik ᛋe ſich weiſende und dem grundſätzlichen und
dema=
ſchen „Merſtand der antiparlamentariſchen Oppoſition
hin=
ſegender zſchloſſene Regierungspolitik kann die
Reichsregie=
d heutte’s große Erbe des deutſchen Volkes vor dem Zerfall
zen undis vor dem äußerſten bewahren. Und die
vernünf=
undd e antwortungsbewußten Parteien des Reichstags
ren insſeem Falle Ehre und politiſches Anſehen des Par=
Zentes, ua ſie der Reichsregierung dabei zur Seite ſtehen.
ſo veigem wir die Taktik der antiparlamentariſchen
Grup=
erſt diſellbeit des Parlaments lahmzulegen und dann
hohn=
nd inſle Welt hinauszuſchreien: „Seht doch, das Parla=
Dt verſoht das iſt das Ende des parlamentariſchen Regimes,
der Dſitter kann uns retten!“ — Nein,
kein Dikkator kann uns reiken!
ſe*Würfe, eutſchland ſich heute einem Diktator, etwa von der
des Hien Bitler, in die Arme, was wäre damit gewonnen?
en wür) mit einem Schlage das Vertrauen, das Deutſch=
8 wirucſritliche Arbeit und Kraft heute immer noch in der
beſitzti un Teufel ſein. Die geſamten bei uns arbeitenden,
iVertraxt auf die Aufrechterhaltung der Ordnung in
nutmſli ſſchlamld egebenen ausländiſchen Gelder würden fluchtartig
flins w ckgezoyg Milliarden ſtrömten ab. Rieſenhafte
Arbeiter=
ſie finn Eiſſung /üten die erſte Folge. Zuſammenbrüche der mitt=
Sie line!, kleizm und kleinſten Geſchäftsleute würden in noch nie
rſagt zu gweſenis Maße eintreten. Außenpolitiſche Schwierigkeiten
wird mEndei ſü den folgen und im Innern des Landes würden
gerkrietgund Hungerrevolten das ihrige tun, um unſer
rlandſikeinanderzuſprengen und die einzelnen Teile in
ger paliſcher Ohnmacht jedem außenpolitiſchen Gegner als
ommerAppfer hinzuwerfen.
Unſerefea tſche Not von heute iſt nicht nur auf uns
be=
unkt. 1B/:Welt iſt krank, ſie leidet an den Folgen eines
ges, dſiſe gerade in ihren höchſtkultivierten Teilen bis
Mark groffen hat und von denen ſie ſich noch auf lange
hinaumsucht zu erholen vermag.
Nan 1bſert von uns Deutſchen als Tributzahlungen aus
verlongin Kriege in einer in der Menſchheitsgeſchichte noch
gekanmüt Form und Härte jährlich Milliarden. Jeder
Ver=
kige wie daß wir dieſe Milliarden, wenn überhaupt, ſo
höch=
nur möo chlieferungen, in Waren, in Erzeugniſſen deutſcher
it um= ſeitſchen Gewerbefleißes und deutſcher
Ingenieur=
leiſtein önnen. Aber man nimmt uns die Waren nicht ab
erſchwuxzt zudem ihren Abſatz auf dem Weltmarkt durch
über=
ene Shr= und Zollmaßnahmen. Europas Völker und das
e Gläütlyerland jenſeits des großen Ozeans müſſen zu der
icht kamen, daß wir mit den gegenwärtigen
Wirtſchafts=
politikſct Methoden nicht weiterkommen, ſondern den
Zu=
des Aſhlriegschaos noch verewigen. Nur wenn ſich überall
Mut z/ABrüſtung findet und gleichfalls zu der Erkenntnis
es einneu rtſchaftliche Solidarität der Menſchheit gibt, die
praktcſ burch eine falſche und törichte Wirtſchaftspolitik
daueush ungeſtraft verleugnen darf, darf die heute lebende
erationſ f eine Beſſerung ihrer Lage rechnen.
Graf Bernſtorff über die Genfer
Abrüſtungskonfe=
renz. — Dr. Curkius über ſeine Königsberger Reiſe.
* Berlin, 17. Dez. (Priv.=Tel.)
Das Reichskabinett hat am Mittwoch ſeine wahrſcheinlich
letzte Sitzung vor den Weihnachtstagen abgehalten und ſich mit
den üblichen „laufenden Angelegenheiten” beſchäftigt. Eine
Denkſchrift über die Beſteuerung der
Kraftfahr=
zeuge ſoll dem Reichsrat zugeleitet werden. Es ſteht aber ſchon
heute feſt, daß eine grundſätzliche Aenderung der zurzeit
beſtehen=
den Regelung nicht erfolgen ſoll, daß es ſich alſo nur um
gering=
fügigere Abänderungen handeln kann. Zur Debatte ſtand weiter
die Aufhebung der Beförderungsſperre
inner=
halb der Miniſterien, wo man einige Milderungen
vor=
genommen hat. Natürlich wurde die Fortſetzung der
Preisſenkung erörtert, wobei das Kabinett im
weſent=
lichen den Vorſchlägen ſeines Ausſchuſſes vom Dienstag
zuge=
ſtimmt hat. Ueber die Art der Feier des 60jährigen
Gedenktages der Reichsgründung am 18. Januar
ſoll der Reichsinnenminiſter Vorſchläge ausarbeiten.
Wahr=
ſcheinlich wird ſich die Feier in denſelben Formen halten wie
der 11. Auguſt. Anſchließend hat Graf Bernſtorff über
die Genfer Verhandlungen berichtet, worüber am
Donnerstag der Auswärtige Ausſchuß beraten wird. Im
Zu=
ſammenhang damit berichtete der Außenminiſter über
ſeine Königsberger Beſprechungen. Zwiſchendurch
hatte der Kanzler die Vertreter der „Grünen Front” empfangen,
die noch einmal eingehend ihre Forderungen begründeten.
Dingelden beim Kanzler.
* In der Berliner Preſſe wird ſehr viel Weſens gemacht von
einem Beſuch des volksparteilichen Führers Dingeldey beim
Kanzler. Der Beſuch war aber ſchon ſeit längerer Zeit in
Aus=
ſicht genommen. Herr Dingeldey war ja doch in der letzten
Frak=
tionsſitzung der Volkspartei beauftragt worden, dem Kanzler den
Wunſch ſeiner Fraktion auf weitere 300 Millionen Abſtriche im
Ctat perſönlich noch einmal vorzutragen. Vermutlich ſind dem
Kanzler dabei auch Möglichkeiten angedeutet worden, wie dieſe
300 Millionen herausgeſpart werden können, aber auch, welchen
Wert die Volkspartei auf dieſen Antrag legt, weil eine
Ableh=
nung weittragende Folgen haben könnte. Wir nehmen aber nicht
an, daß mit der Möglichkeit einer ſolchen Ablehnung überhaupt
zu rechnen iſt, da ja der Kanzler ebenfalls Wert darauf legt, die
Ausbalanzierung des Etats von allen Schwankungen unabhängig
zu machen. Inzwiſchen wird der Reichsfinanzminiſter ſich den
Antrag anſehen, ſodaß nach den Feiertagen die Beſprechungen
weitergehen können.
Arbeitsgemeinſchaft der Wirkſchaft.
* Durch eine Indiskretion ſind Einzelheiten über die
Be=
ſprechungen zwiſchen den Vertretern der gewerkſchaftlichen
Spitzenverbände und den Unternehmerorganiſationen über den
Abſchluß einer Arbeitsgemeinſchaft zur Ueberwindung der ſich
namentlich in dieſem Winter wegen das Ablaufs zahlreicher
Tarifverträge ergebenden Schwierigkeiten bekannt geworden.
Of=
ſenbar herrſcht in gewiſſen Kreiſen, die auf eine
Stö=
rung der Ordnung hinarbeiten und auch ſchon ſeit
ge=
raumer Zeit eine handfeſte revolutionäre Propaganda
treiben, das Beſtreben vor, durch derartige
Ver=
trauensbrüche die Verhandlungen zu ſtören. Durch
die Indiskretionen iſt bei beiden Verhandlungsteilen eine
ſchwere Verſtimmung erweckt worden, die leicht eine
Weiterver=
handlung erſchweren kann. Wir hoffen, daß das nicht der Fall
ſein wird, zumal das Reichsarbeitsminiſterium an einem
poſi=
tiven Ausgang der Beſprechungen ſtark intereſſiert iſt.
Eine Arbeitsgemeinſchaft zwiſchen
Wirt=
ſchaft und Gewerkſchaften iſt das Gebot der
Stunde und ſie liegt auch im Rahmen der Politik des
Ka=
binettes zur Ueberwindung der Kriſe, in der ſich das deutſche
Volk befindet. Bereits zu Beginn dieſes Monats hat der Reichs=
arbeitsminiſter Stegerwald in einer Rede in Düſſeldorf einen
Appell an den Reichsverband der Deutſchen Induſtrie, an die
Vereinigung der Arbeitgeberverbände und die Spitzenverbände
der großen Gewerkſchaften gerichtet, ſich im Sinne der früheren
Zentralarbeitsgemeinſchaft wieder zuſammenzuſchließen. Man
er=
innert ſich, daß ein ſolcher Verſuch bereits im Sommer einmal
gemacht wurde, um die Lohn= und Preisſenkung gemeinſam
anzu=
packen. Dieſe Bemühungen ſcheiterten, weil man ſich nicht
dar=
über einig wurde, ob die Preis= oder die Lohnfrage den Vortritt
haben ſollte. Diesmal ſteht das Problem der
Arbeits=
beſchaffung im Mittelpunkt. Man hat wohl auch
einge=
ſehen, daß z. B. eine geſetzliche Arbeitsſtreckung für die
Wirt=
ſchaft unbequemer ſein würde als eine freie Verſtändigung der
Ar=
beitgeber und Arbeitnehmer, die ſich den Bedürfniſſen beider
Faktoren und der einzelnen Induſtriezweige viel elaſtiſcher
an=
paſſen könnte. Der Reichsarbeitsminiſter hat deswegen
Einzel=
beſprechungen mit den verſchiedenen Induſtriebranchen gehabt.
Er hat auch mit der Poſt, der Eiſenbahn und anderen Stellen
verhandelt, bei denen eine Arbeitsſtreckung möglich erſcheint. Die
Bemühungen Stegerwalds, die freilich erheblichen
Schwierig=
keiten begegnen, haben für die deutſche Wirtſchaft eminente
Be=
deutung. Die Reichsregierung ſieht jetzt ihre wichtigſte Aufgabe
neben der Beendigung ihrer Preisſenkungsaktion in dem
Pro=
blem der Arbeitsbeſchaffung. Wenn es gelingt, in kurzer Zeit
einen Burgfrieden zwiſchen Arbeitgebern und
Arbeitnehmern in Angriff zu nehmen, ſo würde ſeine
Lö=
ſung naturgemäß erleichtert. Man würde es auch ſchon als
einen bedeutſamen Gewinn für die deutſche Wirtſchaft und die
ſoziale Geſtaltung der nächſten Zukunft anſehen müſſen, wenn es
dem Reichsarbeitsminiſter gelänge, wenigſtens in den
Haupt=
fragen eine Verſtändigung herbeizuführen.
CNB. Berlin, 17. Dezember.
Der Geſamtvorſtand des Deutſchen Beamtenbundes hat in
ſeiner heutigen Sitzung zu der durch den Erlaß der
Notverord=
nung vom 1. Dezember 1930 geſchaffenen Lage Stellung
genom=
men. Grundſätzlich wendet ſich der Geſamtvorſtand des D.B.B.
in Uebereinſtimmung mit der Stellungnahme des 7. Bundestages
erneut mit aller Entſchiedenheit gegen die Finanzpolitik der
Reichsregierung, die Finanznöte des Reichs, der Länder und
Gemeinden in erheblichem Maße einſeitig durch Kürzung der
Beamtengehälter zu beheben. Unter Berufung auf Artikel 134 der
Reichsverfaſſung fordert der Geſamtvorſtand eine Steuer= und
Finanzpolitik, durch die alle Staatsbürger ohne Unterſchied im
Verhältnis ihrer Mittel zu allen öffentlichen Laſten
herange=
zogen würden. Beſonders ſei zu beanſtanden, daß die in der
Notverordnung getroffene Regelung die durchaus gebotene
Rück=
ſichtnahme auf die geringſtbeſoldeten Beamtenſchichten vermiſſen
laſſe.
Die als Ausgleich der Gehaltskürzung in Ausſicht geſtellte
Preisſenkung habe bisher keine praktiſche Bedeutung erlangt.
Die Preisgeſtaltung gerade von Gegenſtänden des täglichen
Be=
darfs habe ſich zugunſten der Verbraucher nur unmerklich
ge=
ändert. Die Gehaltskürzung ab 1. Februar 1931 bedeute daher
eine bedeutende Verſchlechterung der Lebenshaltung der Beamten.
Der Geſamtvorſtand beauftragt den geſchäftsführenden
Vor=
ſtand, alles zu tun, um die Rechtslage zu klären und den
Reichs=
tag zu veranlaſſen, die Gehaltskürzung durch Staffelung ſozialer
zu geſtalten. Daneben ſei der Preisbildung beſondere
Aufmerk=
ſamkeit zu widmen.
Die neuen Pofgebühren.
* Berlin, 17. Dez. (Priv.=Tel.)
Dem Verwaltungsrat der Reichspoſt ſind die Vorſchläge über
die Ermäßigung der Poſtgebühren zugegangen. Darnach iſt
folgendes geplant: Für dringende Fernſprechgeſpräche ſoll nicht
mehr die dreifache, ſondern nur noch die doppelte Gebühr der
einfachen Gebühr erhoben werden. Die Gebühren auf
Ent=
fernungen von 25—50 Km. werden von 70 auf 60 Pfg. ermäßigt.
Außerdem ſind weitere kleinere Erleichterungen beabſichtigt. Die
Gebühren für die Aufſtellung von Anſchlußdoſen ſoll ermäßigt
werden. Auch die Gebühren, die bei der Ablehnung eines
Fern=
geſpräches entſtehen, ſollen eine Verminderung erfahren. Bei
dringenden Telegrammen iſt eine Herabſetzung auf die doppelte
einfache Gebühr vorgeſehen. Der Mindeſtſatz für
Brieftele=
gramme wird nicht mehr 1,50, ſondern 1 RM. betragen. Die
Mindeſtgebühr für telegraphiſche Poſtanweiſungen, Zahlkarten
und Ueberweiſungen wird auf 2,50 RM. herabgeſetzt. Für
Druckſachen wird eine neue Gebührenſtufe bis 20 Gr.
eingeſchal=
tet, die 4 Pfg. koſtet. Poſtwurfſendungen werden auf 2 und 5
Pfg. ermäßigt. Weſentlich ſind die neuen Gebühren im
Paket=
verkehr. Herabgeſetzt werden die Zuſchläge je Kg. für Pakete
von mehr als 10 Kg., und zwar in der 2. Zone von 20 auf 15
Pfg., in der 3. Zone von 30 auf 20 Pfg., in der 4. Zone von
35 auf 25 Pfg. und in der 5. Zone von 40 auf 30 Pfg. Die
Gebühren für ein Paket von 20 Kg. ermäßigt ſich alſo in der
2. Zone um 50 Pfg. in den weiteren Zonen um je 1 RM.
ng ing lat. Ihr habt auch oft gerühmt, niemals alt zu
Sen, unmöSr hieltet auch Euren Diener und Eure Dienerin
ehren rig, daß ſie einander länger genoſſen, als Gott ur
nglich ſrgeſehen hatte, und noch in einem Alter ein
Liebes=
ſchen Anen konnten, wo es ſonſt braven Eheleuten längſt
agt iſti jad ich war jedesmal glücklich darüber, daß das.
Euch ſh eder Neuen Vergnügen bereitete, nichts anderes
als liſßz äch immer wieder bei meiner einen Alten fand,
aber ihuns noch ein Anderes und das Beſte
hinzukam=
innige ſenügen und Behagen des Herzen.”
„Das Eſtticht übel,” murmelte Don Juan finſter, „du haſt dir
n mein, hohlen hübſch dein Süppchen gekocht.” Seine Augen
ſen ſichh, ber dann öffneten ſie ſich wieder und ſprangen groß
ihren Iyumen und tiefen Höhlen. „Doch wie ihr nun endlich
alt ww?” rief er frohlockend. „Wie dein Weib fett und
impig „(nde, ihr Auge triefend, und ihr die Zähne und die
jre auskien-?
„Ich ſtches nicht, gnädiger Herr,” verſicherte der Greis treu=
9i9, „Gſixtſei mein Zeuge, ich ſah es nicht. Ich ſah nur ihr
es Geſichund ihre liebe Geſtalt, die ja im Grunde auch immer
Bleichenh lie ben und ſich in den Runen der Jahre immer noch
ausdmkten, als hätten ſie unſer beiden Geſchichte
aufge=
ſeben. A wie ganze Welt iſt ja immer noch ſo jung oder ſo
wie wict lſoſt. Wie ſie aber meinen Blicken ohne Hülle
wirk=
nicht Uhr gefallen hätte, da trübte das Alter mein Augen=
* in miien. Armen jedoch blieb ſie mir vertraut und behielt
in ihreigbnäutlichen Umriß. Und wie meine Begier erloſch,
liebte i hie erſt recht, und mich dünkt, daß ein liebendes und
ſiebtes 9Ab am ſchönſten iſt und erſt völlig unſer Beſitz, wenn
Ne Begiuuie mehr erreicht, weder fremde, noch auch die eigene
Jachgauß iſt der wahre Genuß, denn er ſammelt alle Trop=
Aule gmſſenen Augenblicke zu einem unverſieglichen Trank.
ihr SEß unfruchtbar und kalt geworden iſt, leben in uns
9 die A5der wieder auf, die er mir einſt geboren und die
ak uns eſtiſſen hat. Und wir liegen jetzt in ſchlafloſen Näch=
2” anein ner wie zwei ermattete Wolken, durchleuchtet und
keint volimem Abendrot, das auch im Tode nicht erlöſchen
nn.
Don Iinrpard ungebärdig und winkte mit ſeiner irren
Fie=
tbebärdgs). „Du wirſt faſelig und geſchwätzig wie alle Greiſe.
eA din nruin Sterbender und kein Greis. Geh, laß mich allein,
zmuß ruch.
„Nuhels vochl, gnädiger Herr”, ſagte Leporello und ſchlurfte
din danners
Aleinlin Juan ruhte nicht. Angſt befiel ſein Herz, die erſte
Ssſt unde ſowohl die letzte. Oder hatte er nicht ſein ganzes
wen langungſt empfunden — niemals vor den Klingen ſeiner
Sder umſe benbuhler, aber Angſt vor jeder Schönen, der er
ſich näherte? Das Geſchwätz des Alten hatte ihn ſchwach gemacht.
Wenn Don Fernando noch lebte, der einzige, mit dem er reden
konnte! Warum hatte den Freund auch ſchon eher der Teufel
ge=
holt als ihn! Die Leute hatten Fernando ſelbſt für den Teufel
gehalten, dem Don Juan ſeine Seele verſchrieben hatte und der
ihm dafür dienen mußte. Und vielleicht war es auch Teufelsdienſt
geweſen, den jener ihm geleiſtet hatte, der Krüppel mit
unver=
mögenden Lenden und alles vermögenden Händen, der in jede
Luſt ſeines Auftraggebers und in jedes Geſchöpf ſeiner Luſt
hin=
einſchlüpfte und das Vergängliche unvergänglich an die Leinwand
bannte. Ein paar flüchtige Striche nach dem Modell genügten
ihm, oft nur ein einmaliger Anblick oder gar nur eine
Schilde=
rung und Erzählung, um ein Frauenbild in lebendigen Farben
feſtzuhalten, und zwar jedes in dem Augenblick, wie ſich die Seele
des Urbildes unter Don Juans Liebe zur höchſten Blüte entfaltet
hatte. So war eine Galerie entſtanden, von der kein Menſch
wußte, ſelbſt Leporello der Diener nicht, da der erfindungsreiche
Fernando in langen Nächten Vorrichtungen ſchuf, die ſie für die
Augen der Welt unſichtbar machten.
„Du biſt nach meiner letzten Luſt vorangegangen, alter und
einziger Freund,” flüſterte Don Juan mit erſterbenden Lippen,
„aber dein Werk lebt, es lebt ſo lange ich lebe, und auch dies
Werk lebt durch mich!‟ Er drückte mit letzter Kraft auf
verbor=
gene Knöpfe und Federn in der Nähe ſeines Bettes. Verſteckte
Reſſorts begannen in Kraft zu treten, Mechanismen zu ſpielen,
Schnüre und vielfältige Verbindungen ſich in Bewegung zu ſetzen,
es kniſterte und rauſchte im glatten Damaſt, Vorhänge rollten ſich,
Klapptüren taten ſich auf, Blendrahmen glitten in Verſenkungen,
Wände rückten auseinander. Und der ganze Saal um den
Ster=
benden erſtrahlte von aller weiblichen Schönheit dieſer Erde in
Erfüllung und Gewährung. Da war Hoheit und Demut, Stolz
und Furcht, Jungfräulichkeit und Schamloſigkeit, jedes Bildnis die
ewige Gebärde eines einmaligen und unvergleichlichen Weſens,
und in allem, im freien Sichverſchenken und =verlieren, aber auch
in Entſetzen und Flucht, die letzte Hingabe.
„Ich habe euch zu dem geſchaffen, was Ihr hier ſeid,” ſprach
Don Juan, und er hob ſich zum letzten Male in ſeinen Kiſſen wie
ein Sieger im Sattel ſeines ſchneeigen Schlachtenhengſtes, „ich
war euer Schickſal, ihr bleibt mein Beſitz. Ich fürchte kein Gericht
und nehme in euren Anblick ſelbſt das Urteil der ewigen
Ver=
dammnis mit Freuden entgegen. Denn ihr wenigſtens konntet
mich höchſtens verdammen in der Erdenſchwäche eures diesſeitigen
Lebens, doch jetzt nicht mehr, denn ihr ſteht, von mir gemeißelte
und in meiner Glut gehärtete Statuen eurer ſelbſt, vollkommen
auf den Stufen zum höchſten Thron.”
Da zog eine Gewitterwolke draußen vor die rotgelbe
Wüſten=
ſonne des Untergangs, das Meer empörte ſich, und Reflexe wie
Blut und Schwefel, von unten geworfen, rauchten über die
lächelnden und leidenſchaftlichen Reihen an den Wänden. Die
Ge=
ſtalten grüßten ihren Herrn und Gebieter, den Geliebten und
Verfluchten, mit dem unbewußten Weibeswiſſen, daß alle
Er=
füllung ein Abſchied auf immer iſt, jede einzelne fiel von ihm ab
wie die reife Frucht vom Aſt, der ſie nährte, jede kehrte
majeſtä=
tiſch in ihr eigenes Reich zurück.
„Bleibt!” ſchrie Don Juan. „O Gott! O Teufel! Bleibt ihr
Geliebteſten! Ich habe jede von euch erkannt! Weh, aber ich kann
auch nicht mehr unterſcheiden. Und euch zu unterſcheiden war doch
meine höchſte, meine einzige Luſt. Jede von euch war anders.
Tauſend Seelen habe ich mir zugezündet und die meinige um
ſie vermehrt. Wo ſoll nun dieſe Seele hin?”
Aber es blieb nichts als eine ſiedende Wolke, in der alle ihre
Leiber zu einem Leib verſchwammen, zum Chaos der blinden
Wolluſt. Und auf dieſer Wolke fuhr Don Juans Seele unter Blitz
und Donner dahin.
Leporello und ſein Weib fanden den Leichnam ihres Herrn
auf ſeinem Liebes= und Todeslager, vergraben unter eingeſtürzten
Lattengerüſten, toten Leinwänden und leeren Rahmen.
Bayreuther Bühnenfeſtſpiele. Nach kurzer Ruhepauſe haben die
Vorarbeiten für das Spieljahr 1931 begonnen. In der Leitung der
Bühnenfeſtſpiele iſt inſofern eine organiſatoriſche Aenderung eingetreten,
als der bisher aus Frau Winifred Wagner, Dr. Knittel und
Dirketor Fries beſtehende Verwaltungsausſchuß eine etwas andere
Form erhielt. Der Verwaltungsausſchuß beſteht nunmehr aus den
genannten Herren und tagt unter dem Vorſitz von Frau Winifred
Wagner. Die Tätigkeit der Mitglieder des Verwaltungsausſchuſſes
iſt eine ehrenamtliche. Dr. Knittel hat das Referat über Rechts= und
wirtſchaftliche Fragen, ferner iſt er der Mittler zwiſchen Verwaltung und
Oeffentlichkeit. Direktor Fries obliegen die übrigen
Verwaltungsauf=
geben.
Der Uebung entſprechend werden die Feſtſpiele des Jahres 1930 im
nächſten Jahr wiederholt. Das Programm bleibt alſo unverändert
be=
ſtehen. Der Beginn iſt auf den 21. Juli feſtgeſetzt; die Feſtſpiele ſchließen
am 19 Auguſt.
Tannhäuſer wird am 21. 7., 1. 8., 5. 8., 8. 8. und 17. 8. aufgeführt,
Parſifal am 22. 7., 2. 8., 6. 8., 9. 8. und 19. 8.
Triſtan am 23. 7., 3. 8. und 18. 8.,
Der Ring vom 25.—30. 7. und 11.—15. 8.
In der künſtleriſchen Beſetzung der einzelnen Werke finden keine
erheblichen Veränderungen ſtatt.
Eine Erweiterung der Bühne in Form einer Seitenbühne iſt
vor=
geſehen und ſoll in den nächſten Monaten durchgeführt werden.
Mancherlei Unbequemlichkeiten brachte bisher die Trennung von
Verwaltung und Feſtpielhaus. Die vor allen Dingen für die
Feſtſpiel=
beſucher unzulänglichen Schalter und Auskunftsräume zwangen dazu,
dem Gedanken einer Vereinigung der geſamten Verwaltungsräume im
Feſtſpielhaus näher zu treten. Beabſichtigt iſt, eine Auskunftsſtelle in
der Nähe des Bahnhofes zu errichten, im übrigen aber den geſamten
Betrieb im Feſtſpielhaus zu vereinigen.
Donnerstag, den 18. Dezember 1930
Geſiern Abend verſchied nach langem,
ſchwerem Leiden mein herzensguter Mann,
mein lieber Vaier
Oberamtsrichter
Zott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigſtgeliebten Mann, meinen
herzensguten, treuen Vater, unſeren lieben Bruder, Schwager und Onkel
Wäsche-Po
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Landwehrstraße.
Trauergarderi
nach langem, ſchwerem Leiden und einem Leben voll Mühe und Arbeit, viel zu
früh von uns zu nehmen.
In tiefem Schmerz:
Minna Stein, geb. Kölling
Paul Stein.
Darmſtadt, Bismarckſtr. 26, den 16. Dezember 1930.
(18432
New=York, Wiesbaden.
Die Beerdigung findet Freitag, den 19. Dezember 1930, um 12 Uhr, von dem
Portale des Waldfriedhofs aus ſtatt.
werden in einigen Stunden
im Alter von 58 Jahren. (UV 18435
In tiefer Trauer:
Clara Jgeger, geb. Müller
Theodor Jaeger, aand. dpl. 1u8.
Zwingenberg (Heſſen), den 17. Dez 1930.
Die Einſegnung findet im Hauſe ſtatt
Sams=
tag, den 20. Dezember 1930, nachmittags
2½ Uhr, anſchließend Ueberführung nach
Darmſtadt zur Einäſcherung.
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nommen worden.
Die trauernden Hinterbliebenen;
J. d. N.:
Ludwig Haas.
Reinheim, den 16. Dezember 1930. (18436
Die Beerdigung findet am Freitag, den 19. Dezember
1930, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe aus
ſtatt.
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lieber Weiſe perſönlich und ſchriſtlich zur Seite ſtanden,
ſei hiermit heißeſten Herzeus gedankt.
Im Namen der trauernden Angehörigen:
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Beſonders danken wir herzlich Herrn Kirchenrat
D. Waitz für die zu Herzen gehenden Worte, der
Direktion der ſtädt. Betriebe, der Metzger=Jnnung,
der Stadtmiſſion und der Gewerkſchaft Heſſiſcher
Gemeindebeamten, für die Kranzniederlegung am
Grabe, ferner den Herren Tierärzten, Beamten und
Arbeitern des Schlachthofes für die Kranzſpenden,
dem gemiſchten Chor der Stadtmiſſion für den
er=
hebenden Geſang, ſowie all den Vielen, die den
Entſchlafenen zu ſeiner letzten Ruheſtätte geleiteten.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
Lina Nöll Wwe., geb. Stein.
Darmſtadt, den 17. Dezember 1930.
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igs der Landeshaupkftadk.
Darmſtadt, den 18. Dezember.
neisabbau in der Möbelbranche.
rage des Preisabbaues befaßten ſich die Spitzen=
Möbelinduſtrie und des Möbelhandels in einer
ge=
itwung am 2. Dezember 1930
ſe allgemein anerkannt, daß ein Abbau der Preiſe,
der ganzen Linie erfolgt und von einer
gleichzeiti=
der Selbſtkoſten begleitet iſt, erheblich zur Stärkung
Konſucſäfft und damit zur Belebung des Abſatzes und
Min=
heurweitsloſigkeit beitragen kann.
iDer Auiterhe Eea Een äch Daec en ſarie.
blgl i der größte Teil der Selbſtkoſten, insbeſondere die
Laſten, Steuern, Frachten, ſtetig geſtiegen ſind.
Unſtitut für Konjunkturforſchung veröffentlichte
LMöbelgroßhandelspreisindex um nur 7.1 Prozent
1029 entſpricht keineswegs den wirklichen
Verhält=
bitatſächlichen Verkaufspreiſe liegen vielmehr um 15
un unter denen, die im Herbſt 1929 gültig waren,
Tayjäufe noch nicht einmal berückſichtigt ſind.
homn heutigen verluſtbringenden Preiſe ſind für die
belindtee, bei den jetzigen Selbſtkoſten auf die Dauer
un=
har. Tönnen nur dann gehalten werden, wenn ſich die
ſtkoſtdeſurch Abbau der Löhne, Steuern, ſozialen Laſten und
hten zwingern.
Eine zut re Preisſenkung iſt daher in der Möbelinduſtrie
ſchaftüchernfach nicht mehr möglich, wobei ja auch zu
berück=
gen i ſos die Preiſe für Serienmöbel infolge weitgehender
litſun g zum Teil nur noch unerheblich über dem
Frie=
ſtand ürm.
zin wihires Zurückhalten im Einkauf kann daher dem
Jonſungtim keinen Vorteil bringen, muß aber die Lage
desß emmten Möbelgewerbes ernſtlich gefährden.
Vetkehr mit Feuerwerkskörpern.
Dalk ofizeiamt ſieht ſich veranlaßt, die über den Verkehr mit
rwverka/ſten beſtehenden geſetzlichen Beſtimmungen nachſtehend
Renntnu ue Intereſſenten zu bringen.
I.
Wen — Feuerwerkskörpern — Kanonenſchlägen, Fröſchen,
ärmermz rndplättchen uſw. — Handel treiben will, hat, falls er
auflaü nicht mehr als 2½ Kilogramm und im Hauſe außerdem
mehr/ /3 10 Kilo vorrätig hat, ſolches dem Polizeiamt
anzu=
luf Mrh—s eines beſonderen Bedürfniſſes kann ausnahmsweiſe
uſe z w lig eine Lagerung bis zu 15 Kilo geſtattet werden.
Meinhrung muß in einem auf dem Dachboden (Speicher)
utt einem Schornſteinrohr in Verbindung ſtehenden,
abge=
en „Ar. erfolgen, welcher beſtändig unter Verſchluß gehalten
Luelmit 98 micht betreten wird. Die Behälter müſſen den
Beſtim=
ige Kyuzzſen deskösbſ. 1 und 2 der Verordnung, den Verkehr mit
Spreng=
betr.eitd— vom 21. September 1905 entſprechend und mit feſt
ge=
ne Dane
en „Den verſehen ſein.
rEitze aals die unter I1 angegebenen Mengen ſind außerhalb
ksſonderen Magazinen aufzubewahren, die der
Geneh=
del kſofizeibehörde bedürfen.
Die ABe von Sprengſtoffen an Perſonen, von denen ein
Miß=
h zu ßihten iſt, insbeſondere an Perſonen unter 16 Jahren,
rboten dies gilt insbeſondere auch von ſolchen Feuerwerkskörpern
onenſch=ſe, und dergleichen), von ſolchen Knallkörpern (Knallkor=
Knalliuſtbrn und dergleichen) und von ſolchen phrotechniſchen
ſrzartiki) riit deren Verwendung eine erhebliche Gefahr für Per=
* oder= ſgrntum verbunden iſt. Dagegen findet dieſe Vorſchrift
Anwrrutg auf Spielwaren, die ganz geringe Mengen von
haſtoffagre thalten. Zündplättchen (Amorces) ſowie Knallkorken,
ſehr a//75 Gramm Sprengmiſchung (Knallſalz) auf 1000
Plätt=
mthall.* ürfen als Spielwaren nicht in den Verkehr gebracht
en. 4mlorken dürfen im Inland nur in Schachteln von je
tück voſteven werden, und zwar darf der Verkauf nur in ganzen
hteln lxen. Jede Schachtel muß in deutlich lesbarer Schrift
U atflackſtekpe Aufſchrift tragen:
Vorſicht, Knallkorken!
rkauf en in ganzen Schachteln und nur an Perſonen über 16
hren. i Herausnahme des Knallkorken darf das Holzmehl
nicht entfernt werden.
das Rhiaxen von phosphorhaltigen Sppengſtoffen (Radaukörper,
zalſter rſcwacher uſw.) iſt nach 8 3 Ziffer 5 bee vorgenannter
Ver=
ung beifsitrt.
Zuwide=nolungen werden nach § 367 Ziffer 5 des
Reichsſtrafge=
niches 1RGeldſtrafe bis zu 150 RM. oder mit Haft beſtraft, ſoweit
höheris tfen — Gefängnis von 3 Monaten bis zu 2 Jahren —
8 9 dk=unchsgeſetzes vom 9. Juni 1884 verwirkt ſind.
II.
In beluuen oder von Menſchen beſuchten Orten iſt das
Abbren=
von F ſnzrkskörpern verboten.
ulvidrAnolungen werden nach 8 367 Ziffer 8 des
Neichsſtrafge=
ichs mi ei dſtrafe bis zu 150 RM. oder mit Haft bis zu 6 Wochen
wWenn rſra, Vormünder oder andere Perſonen, deren Obhut Kin=
„Aniter —fahren oder ſonſtige unzurechnungsfähige Perſonen
an=
nut ſiüſſes an der erforderlichen Aufſicht haben fehlen laſſen, und
ue” dieſei h tr onen während der Zeit, in der ſie ohne ſolche Aufſicht
n, die ircsnannten Beſtimmungen übertreten haben, ſo werden
Artikeſt” oes Heſſiſchen Polizeiſtrafgeſetzes die zur Beaufſichtigung
Aichteteiirrſonen beim erſten Falle polizeilich verwarnt, im Wie=
Dungs ſt rnit der im Geſetz vorgeſehenen Strafe belegt.
Di0 Sie Polizeibeamten und Polizeianwärter der
Be=
chaftsznzai Darmſtadt und der Landespolizeiſchule wurde
„Samwurg für die Armen der Stadt Darmſtadt
veran=
iſſet. Dhcmmmlung ergab den Betrag von 576 Reichsmark.
cher hſte durch die Poſt an die durch das Wohlfahrtsamt
anntent gmilien zur Verſendung kam.
— DaAutä dter Juriſtiſche Geſellſchaft. Am Freitag, den 19.
ember,5 ſends 8 Uhr, ſpricht im Saal des Hotels zur Traube
feſſor I Rudolf Ruth von der Univerſität Halle, ſeinerzeit
Sgerichltar am Amtsgericht Offenbach, über „Die
Unterneh=
igen di höſt entlichen Hand im Rechtsverkehr”.
APyüllm=Morgenfeier wird am Sonntag vormittag ge=
„Däy=Tagebuch vom Euchariſtiſchen Kongreß
Karzgg o 1930‟ Ein fünfteiliger Film von D. H. Rütters
er Miuſrkang von Pfarrer Mainertz=Köln.
dover. Ir weltberühmte, auch in Darmſtadt durch ſeine
ver=
deneng (ſt piele bekannte Don=Koſaken=Chor, Dirigent Serge
eff, iſtüter zum erſten Male im Film zu ſehen und zu hören.
Heßlischegter. Ab heute Michael Bohnen Tonfilm=Debüt
Krßuutren”. Regie: Felix Baſch. Michael Bohnen ſingt
ſpieltse Hauptrolle. Ferner wirken mit: Olga Tſchechowa,
itka Glöchtr. Trude Lieske, Ralph Arthur Roberts u. a.
Weihe der neuhergeſtellten Stadtkapelle.
Am 3. Advent konnte die Kaplaneigemeinde ihre Kirche
wie=
der in Gebrauch nehmen, die wegen dringlicher
Wiederherſtel=
lungsarbeiten ſeit Pfingſten geſchloſſen war. Pünktlich um 9.30
Uhr betraten die Geiſtlichen in Begleitung des Kirchenvorſtandes
das dicht beſetzte Gotteshaus unter den feſtlichen Klängen des
vom Kirchenchor der Stadtkapelle und
Schloß=
kirche geſungenen Adventchorals: „Macht hoch die Tür, die Tor
macht weit!‟ Drei Kirchenvorſteher trugen Bibel, Kelch und
Hoſtienbehälter auf den Altar. Nach dem durch den
Gemeinde=
pfarrer Heß gehaltenen Altardienſt nahm Herr Oberkirchenrat
Dr. Müller die Weihe des Gotteshauſes vor. Seiner Anſprache
legte er den Text Maleachi 4 V. 2 zugrunde. Er betonte dabei,
wie ſehr die ſchlichte, einfache Neugeſtaltung des Innenraumes
dem evangeliſch=proteſtantiſchen Geiſt entſpreche und daß eine
zahl=
reich verſammelte Gemeinde, der ſchönſte Schmuck des
Gottes=
hauſes ſei.
Nach dem Weihegebet ertönte zum erſtenmal die Orgel in
ihrer neuen Geſtalt und begleitete den Gemeindegeſang.
Die Predigt hielt Pfarrer Heß über den Text Hebr 13 8:
Jeſus Chriſtus geſtern und heute und derſelbe auch in Ewigkeit.
Nachdem der Kirchenchor noch den 100. Pſalm in der
Ver=
tonung von F. Mendelsſohn geſungen, ſprach Herr Prälat D. Dr.
Diehl, der vor Jahren der erſte Pfarrer der Kaplaneigemeinde
nach deren Begründung geweſen war, über Hebr. 10, 23—25. Er
verglich, aus ſeiner reichen Kenntnis der kirchlichen
Vergangen=
heit ſchöpfend, einſt und jetzt, wie es beſſer geworden und
ſchlim=
mer geworden. Schlußgebet und Segen ſprach Herr Dekan Zim=
Berufsheralungsabend des G. 2.A.
Der Einladung des Gewerkſchaftsbundes der Angeſtellten (G. D.A.
hatte erfreulicher Weiſe eine große Zahl von Schülern und Eltern Folge
geleiſtet. Der Geſchäftsführer des G. D.A. Darmſtadt, Hugo Weinberg,
wies in ſeiner Begrüßungsanſprache darauf hin, daß die Wirtſchaftslage
die Berufsberatung heute ſchwieriger denn je geſtaltet habe. Wenn
des=
halb der Berufsberatungsabend veranſtaltet wurde, dann war dies aus
der Erkenntnis heraus geſchehen, daß den Eltern und Schülern
un=
bedingt mit Rat zur Seite geſtanden werden muß. Amtmann
Schorlem=
mer, Leiter der Berufsberatung des Bezirkes Darmſtadt, unterſtrich
dieſe Ausführungen noch beſonders ſcharf. Er wies darauf hin, daß
gerade heute die Berufsberatung eine ſehr ernſte Sache ſei. Von der
Schule ausgehend, alſo mit dem Lehrer gemeinſam, müſſe ſchon die
Be=
ratung einſetzen. Mit den Eltern, Lehrern und den Schülern unter
Hinzuziehung des Arztes ſuche man die beſte Eignung herauszufinden.
Habe man dieſe Eignung gefunden, dann müſſe man die Frage der
Lehrſtelle prüfen. Dies ſei aber jetzt das ſchwierigſte, denn zurzeit ſeien
faſt überhaupt keine Lehrſtellen vorhanden. Alſo auch die Frage der
offenen Lehrſtellen müſſe beachtet werden. Hier müſſen nun Eltern und
Schüler mit der Berufsberatung zuſammenarbeiten. Die
Berufsbera=
tung des Arbeits=Amtes Darmſtadt befindet ſich Bismarckſtraße 70 und
kann täglich aufgeſucht werden.
Adam Jayme, kaufm. Angeſtellter, Darmſtadt, gab einen kurzen
Ueberblick über die Entwicklung zum heutigen Angeſtellten. Er zeigte
alſo, was ein Angeſtellter heute iſt und welche Aufgaben er zu erfüllen
hat. Hierzu brauche der Angeſtellte ein ganz beſtimmtes Rüſtzeug.
Gutes Rechnen und richtige Orthographie ſind die Hauptbedingungen.
Ohne dieſe Vorausſetzungen ſei es beſſer, die Finger davonzulaſſen.
Wenn jemand in der Schule verſagt, und er glaubt dann noch im
kauf=
männiſchen Beruf unterzukommen, dann irre er ſich. Eine abgebrochene
Schulbildung hindere den Angeſtellten immer in ſeinem weiteren
Fort=
kommen. Die Anforderungen an den kaufmänniſchen Angeſtellten ſind
heute ſo groß, daß eine gute und abgeſchloſſene Schulbildung die erſte
Vorausſetzung iſt.
Doktor Zeiger, Direktor der Städtiſchen Handelsſchule in
Darm=
ſtadt, wies nun darauf hin, daß neben der praktiſchen Lehre eine
theore=
tiſche Ausbildung notwendig ſei. Die heutige Entwicklung des
Wirt=
ſchaftslebens ermögliche es nicht mehr, daß ſich der Lehrling über den
Betrieb einen Ueberblick derſchaffe. Ein guter Kaufmann müſſe aber
dieſen Ueberblick beſitzen. Auch die Ausbildung der Lehrlinge könne
nicht mehr ſo eingehend erfolgen wie früher, weil die Arbeitsweiſe im
Betrieb hier hemmend entgegenſtände. Die kaufmänniſchen
Berufs=
ſchulen in Heſſen ſeien erfreulicherweiſe auf einem hohen Stand
an=
gelangt. Daneben ſeien aber noch die Fachſchulen wie die Städtiſche
Handelsſchule in Darmſtadt vorhanden. Der Volksſchüler könne dieſe
Handelsſchule beſuchen, um vor der Lehre ſchon eine gute Ausbildung
zu erhalten. Der Schüler der höheren Schule habe die Möglichkeit die
höhere Handelsſchule zu beſuchen. Anſchließend hieran ſei ihm die
Mög=
lichkeit geboten, ſich für den Diplom=Kaufmann oder Diplom=
Handels=
lehrer auszubilden. Die Schulzeit wird bei der Lehre als Teil der
Lehr=
zeit angerechnet. Zum Schluſſe warnte er noch vor den ſogenannten
Schnellbleichen, die in kurzer Zeit angeblich eine kaufmänniſche
Aus=
bildung vermitteln wollen.
Auf dieſe Ausführungen folgte eine ſehr lebhafte Ausſprache, da
viele Schüler, Eltern und Lehrer Fragen ſtellten, die alle beſtens
befür=
wortet wurden.
Der Geſchäftsführer des G.D.A., Weinberg betonte dann noch, daß
der Vortrag gezeigt habe, wie notwendig eine ſolche Veranſtaltung war,
denn viele Anfragen zeigten, wie wenig Klarheit hier beſtände. Er wies
ferner darauf hin, daß eine gute Lehrfirma und ein richtig
abgeſchloſſe=
ner Lehrvertrag notwendige Vorausſetzungen für eine gute Ausbildung
ſind. Hier ſei der Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten, Darmſtadt,
Eliſa=
bethenſtraße 34, I., gerne bereit, koſtenlos jede weitere Auskunft zu
geben. Man ſolle ſich nur an ihn wenden. Mit einem Dank an die
Redner, die ſich völlig koſtenlos zur Verfügung geſtellt haben, ſchloß er
die Verſammlung.
Erfreulicherweiſe hat ſich hier der Gewerkſchaftsbund der
Angeſtell=
ten (GDA.) in den Dienſt der Allgemeinheit geſtellt, denn auch für ihn
bedeutet dieſe Veranſtaltung keinerlei perſönlichen Vorteil. Seine
Auf=
gabe iſt damit erfüllt, daß er den Eltern und Schülern mit Nat zur
Seite ſteht.
Das
Darmstädter Fahrplanbuch
(Winter-Ausgabe) ist
in allen bekannten Verkaufsstellen zum Preise von
80 Pfennig
erhältlich.
(Bereitſtellen von Wärmeſtuben. Im Benehmen mit dem
Städt. Wohlfahrts= und Jugendamt hat ſich der Verein
Volks=
küche auch in dieſem Jahre wieder gerne bereit erklärt, ſeine
Räume im Hauſe Waldſtraße Nr. 18 als Wärmeſtuben zur
Ver=
fügung zu ſtellen. Alle, die deſſen bedürfen, ſind freundlichſt
ein=
geladen, dieſe Räume als Wärmeſtuben unentgeltlich zu benutzen.
Nur an Samstagnachmittagen und an Sonn= und Feiertagen ſind
die Räume nicht verfügbar. Von der Inanſpruchnahme dieſer
Gelegenheit wird es abhängen, ob nach und nach weitere
Räum=
lichkeiten als Wärmeſtuben zur Verfügung geſtellt werden müſſen.
mermann. Unter den zahlreichen Beſuchern des Gottesdienſtes
war außer den Gemeindegliedern und den Mitgliedern des
Lan=
deskirchenamtes auch Herr Oberbürgermeiſter Mueller und
Herr Miniſter Korell, letzterer als früherer Pfarraſſiſtent in der
Stadtgemeinde, erſchienen. Die Neugeſtaltung der Kapelle lag in
den bewährten Händen, des Herrn Architekten Dipl.=Ing. Pfuhl.
Die dringlichſte Aufgabe war Beſeitigung der Bauſchäden in der
Decke und im Mauerwerk, daneben eine beſſere Geſtaltung des
Innenraumes. Der Einbau einer zweiten Treppe zu den
Em=
poren erhöht die Sicherheit, eine andere Anordnung der Orgel
gibt dem Chor und gegebenenfalls einem Orcheſter beſſeren Platz.
Die Sakriſtei, die der neuen Treppe Platz machen mußte, wurde
in den Chor verlegt und bildet nun mit Kanzel und Altar ein
geſchloſſenes Bild von eigenartigem Reiz. Da verhältnismäßig
ſehr geringe Mittel nur zur Verfügung ſtanden, verzichtete die
Bauleitung auf allen unnötigen Schmuck und bemühte ſich, durch
einfache Formen und ſorgfältig gewählte Farbenſtimmung den
Raum zu ſchmücken: Hierbei zeigte. Herr Kunſtmaler Kienzle
ſeine Kunſt. Nur der Altarraum zeigt etwas reicheren Schmuck,
den die Frauenvereine geſtiftet haben. Ebenſo wurde eine ſchöne
Altarbibel von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog geſtiftet.
Außerdem zwei Altarleuchter von einer hieſigen Familie.
Am Nachmittag vereinte noch einmal eine kirchenmuſikaliſche
Feier unter Leitung des Herrn Muſikoberlehrer Pfaff, eine
große Gemeinde in der Kapelle.
Außer dem Kirchenchor wirkten mit Herr Studienrat
Born=
gäſſer (Orgel), Frau Horn=Stoll (Sopran) und Herr
Pietſch (Cello).
Heß.
Techniſche Hochſchule Darmſtadt. Der Beſuch der
Tech=
niſchen Höchſchule Darmſtadt ſtellt ſich für das laufende
Winter=
ſemeſter wie folgt: 2809 Studierende, 12 Hörer, zuſammen alſo
2821, die ein regelrechtes Fachſtudium betreiben. Dieſe Zahl
ver=
teilt ſich auf die einzelnen Abteilungen wie folgt: Architektur 260,
Bauingenieurweſen 385, Maſchinenbau 752.
Papieringenieur=
weſen 86, Elektrotechnik 581. Chemie einſchl. Elektrochemie
Ger=
bereichemie, Celluloſechemie und Pharmazie 159, Mathematik und
Naturwiſſenſchaften 230, Kultur= und Staatswiſſenſchaften 368.
Zu dieſen 2821 kommen noch 326 Gäſte, ſo daß ſich die
Geſamtbe=
ſucherzahl der Techniſchen Hochſchule für das laufende
Winter=
ſemeſter auf 3147 ſtellt. Die Beſucherzahl hat ſich daher im
lau=
fenden Winterſemeſter im Vergleich zum letzten Semeſter (2898)
erhöht.
Zur geplanten Verlegung der Pädagogiſchen Akademie. Der
Kreis=Lehrer=Verein Darmſtadt=Land wendet ſich mit
Entſchieden=
heit gegen die geplante Aufhebung des Darmſtädter Pädagogiſchen
Inſtituts und ſeine Verlegung nach Mainz. Er erblickt darin die
Beſeitigung der akademiſchen Lehrerbildung und die Gefahr, daß
der geſamte Lehrernachwuchs unter einſeitig klerikale Einflüſſe
gerät. Er bittet die Staatsregierung dringend, von dieſer
Maß=
nahme Abſtand zu nehmen.
— Proteſtkundgebung des Darmſtädter Lehrervereins. Die
Gefahr, daß das Darmſtädter Pädagogiſche Inſtitut aufgehoben
und nach Mainz verlegt wird, iſt in den letzten Tagen ſtändig
ge=
wachſen. Gegen die Beſtrebungen veranſtaltet der Darmſtädter
Lehrerverein am Donnerstag, den 18. Dezember, nachm. 5 Uhr, in
der Krone eine Proteſtverſammlung.
— Neue Verhandlungen im Tarifſtreit im Bankgewerbe. Wie
der Deutſchnationale Handlungsgehilfen=Verband mitteilt, hat
der Schlichter für Freitag, den 19. Dezember, Nachverhandlungen
für das Bankgewerbe angeſetzt.
Poſt=Schalterdienſt. Sonntag, 21. Dezember.
Paketannahme bei den Poſtämtern in der Rheinſtraße und am
Hauptbahnhof 9.00—12.00 und 15.00—18.00 Uhr geöffnet.
Poſt=
ämter in der Hermannsſtraße und Stiftsſtraße ſowie
Poſtagen=
turen in der Schwanenſtraße und Roßdörferſtraße wie ſonſt an
Sonntagen geſchloſſen. Sonntag, den 21. Dezember, und
1. Weihnachtsfeiertag Paketzuſtellung vormittags.
Heſiſches Landestheaker.
Großes Haus Kleines Haus Donnerstag, I.18. Dezember 20—22 Uhr
411. Die erſte Frau Selby
Preiſe 1—10 Mk. Keine Vorſtellung Freitag,
19. Dezember 19.30—22.45 Uhr
Simone Boccanegra
H5 Bühnenvolksbund
Preiſe —10 Mr. 20, Ende gegen 22 Uhr
* 93
Bſ.=Miete Vl7, T, Gr. 1,5 u,6
Preiſe 1.20—6 Mk.
Samstag
20. Dezember 14.30—17
Die Pantoffeln des Glücks
und das Wunderbuch der Technik
Preiſe 0.50—2 50 Mk.
19.30—22.30
Königskinder
C 11, T. Gr. 2 und 3
Preiſe 1—10 Mk. Keine Vorſtellung
Sonntag
21. Dezember 14.30—17
Die Pantoffeln des Glücks
und das Wunderbuch der Technik
Preiſe 0.50—2.50
19.30 Ende gegen 22.15
Das Glöckchen des Eremiten
D 11. Preiſe 1—10 Mk. 20—22.30 Uhr
Zum erſten Male
Wie werde ich reich und glücklich 2
Zuſatz=Miete V6
Preiſe 1.50—7.50 Mk. Montag
22. Dezember Keine Vorſtellung Keine Vorſtellung Dienstag
23. Dezember 14.30—17 Uhr
Die Pantoffeln des Glücks
und das Wunderbuch der Technik
Preiſe 0 50—2.50 Mk. Keine Vorſtellung
— Heſſiſches Landestheater. Letztes Gaſtſpiel
Her=
mine Körner. Mit der Komödie „Die erſte Frau
Selby”, deren letzte diesjährige Aufführung heute Donnerstag
im Großen Haus ſtattfindet, beendet Frau Hermine Körner ihr
Gaſtſpiel am Heſſiſchen Landestheater, um ſich zu den Proben für
die nächſte Neueinſtudierung Profeſſor Max Reinhardts nach
Berlin zu begeben. Die große Künſtlerin, die das Darmſtädter
Publikum mit unvergeßlichen Eindrücken beſeelter
Menſchengeſtal=
tung beſchenkt hat, wird ſicherlich an ihrem heutigen
Abſchieds=
abend nochmals erfahren können, wie ſehr den Darmſtädter
Theaterfreunden an ihrer recht baldigen Wiederkehr gelegen iſt,
Wie werde ich reich und glücklich?”, eine Revue
in 10 Bildern von Felix Joachimſon (Muſik von Miſcha
Spoli=
anſky), gelangt Sonntag, den 21. Dezember, im Kleinen Haus in
der Inſzenierung von Renato Mordo (Bühnenbild: Lothar
Schenck v. Trapp) unter muſikaliſcher Leitung von Fritz Bohne
zum erſten Male zur Aufführung. Die Revue hat bei der
Urauf=
führung in der Berliner „Komödie” einen nachhaltigen
Publi=
kumserfolg finden konnen, der dem Werk auch bei den inzwiſchen
erfolgten Erſtaufführungen an führenden Provinzbühnen treu
geblieben iſt.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Aus dem Gericlsſal.
Aw. Zwei Autounfälle mit tödlichem Ausgang
beſchäftigten am Mittwoch das Bezirksſchöffengericht. Im
erſten Fall iſt ein Mannheimer 52jähriger Geſchäftsführer
angeklagt. Er fuhr mit ſeinem Auto, in dem außer ihm noch ſeine
Frau und ſein Bruder mit ſeiner Frau ſaßen, im Juli dieſes Jahres
nach Frankfurt. Kurz vor dem Rhönring ſah er ein Motorrad von
rechts den Rhönring herkommen, das nach ſeinen Angaben anſcheinend,
entgegen den beſtehenden Vorſchriften, an ſeiner rechten Seite an ihm
vorbei wollte, ſo daß er, dem nachgebend, nach links auszuweichen
ver=
ſuchte. Das Motorrad habe dann anſcheinend doch noch in letzter
Se=
kunde nach der rechten Seite hinüberwollen, ſo daß ein Zuſammenſtoß
erfolgte. Der Motorradführer ſelbſt wurde getötet, ein mitfahrendes
Mädchen und ein Kind verletzt. Der Angeklagte behauptet, 30—40 Km.
gefahren zu ſein, doch geht aus den Zeugenausſagen und der 15 Meter
langen Bremsſpur hervor, daß die Geſchwindigkeit weſentlich höher
ge=
weſen ſein muß. Das Gericht iſt in Uebereinſtimmung mit dem
Sach=
verſtändigen der Anſicht, daß der Angeklagte durch ſeine zu hohe
Ge=
ſchwindigkeit den Unfall verſchuldet hat, und verurteilt ihn wegen
fahrläſſiger Tötung in Tateinheit mit
fahrläſſi=
ger Körperverletzung zu einer Gefängnisſtrafe von
drei Monaten.
Im zweiten Fall fuhr ein Wormſer Lokomotivführer
an einem Januarabend von Lorſch in der Richtung nach Worms. Er
hatte, nach ſeinen Angaben, kurz vor Büvſtadt eben ein
entgegenkom=
mendes Auto gekreuzt, als ihm plötzlich durch einen Stoß die
Fenſter=
ſcheibe eingedrückt wurde. Auf Bitten der Mitfahrer fuhr er jedoch
weiter und meldete dann den Vorfall gleich auf der Polizei in Worms.
Es ſtellte ſich heraus, daß er einen auf der Straße gehenden Arbeiter
angefahren und getötet hatte. Der Angeklagte behauptet, den Mann
nicht geſehen zu haben, wahrſcheinlich habe ſeine Lampe verſagt. Durch
Zeugen= und Sachverſtändigen=Ausſagen wird erwieſen, daß es ſehr gut
möglich war, daß eine Lampe plötzlich verſagt hatte. Der Staatsanwalt
iſt der Anſicht, daß der Angeklagte auf jeden Fall Schuld an dem
Un=
fall trage. Wenn er das Verſagen der Lampe nicht bemerkt habe, dann
laſſe das darauf ſchließen, daß die Lampe entweder doch funktioniert
habe, oder man müſſe eben eine grobe Fahrläſſigkeit darin erblicken.
Er beantragt drei Monate Gefängnis. Das Gericht hält eine Schuld
des Angeklagten für erwieſen, da er nicht mit der nötigen Vorſicht
ge=
fahren ſei, wvenn auch eine Mitſchuld des Getöteten, der auf der
Fahr=
bahn ging, feſtgeſtellt werden muß, und erkennt auf zwei Monate
Gefängnis.
Es hat ſich dann noch ein Mörfelder Handlungsgehilfe,
der die Vertretung einer Bensheimer Textilwanenfirma für Worms
übernommen hatte, wegen fortgeſetzter Untreue,
Unterſchla=
gung Urkundenfälſchung und Betrug zu verantworten.
Der junge Mann erhöhte auf den ihm von der Firma übergebenen
Rechnungen den einzukaſſierenden Betrag und verwendete den
Ueber=
ſchuß für ſich. Als die Dinge rauskamen, verlangte ſein Arbeitegeber
für die Zahlung der Schulden eine Bürgſchaft der Eltern des
Angeklag=
ten, die dieſer auch beibrachte, die ſich aber ſpäter als gefälſcht
heraus=
ſtellte. Der Angeklagte verlegt ſich in der Verhandlung auf die
Ver=
teidigung ziemlich unwichtiger Dinge und geht über die Hauptſache
hin=
weg, ſo daß der Staatsanwalt notgedrungen zu der Anſicht kommen
muß, daß der Angeklagte ſich keineswegs der Tragweite ſeines Handelns
bewußt iſt, und beantragt unter Anrechnung mildernder Umſtände, da
der Angeklagte noch nicht vorbeſtraft iſt, ein Jahr Gefängnis. Das
Ge=
nicht verurteilt ihn zu neun Monaten Gefängnis und rechnet
ſieben Wochen der Unterſuchungshaft an.
Polizeibericht! Diebſtahl. In der Nieder=
Ramſtädter=
ſtraße wurden aus einem Schaukaſten zwei Bilder (Aquarelle),
das eine eine Waſſerlandſchaft mit Kahn und Inſel, und das
an=
dere einen Hundekopf darſtellend, geſtohlen. Sachdienliche
An=
gaben können bei der Kriminalpolizei, Hügelſtraße 31—33,
Zim=
mer 27, vorgebracht werden. — Wer hat das Luftgewehr
gekauft? Ein Hilfsarbeiter W. D. aus Darmſtadt kat ſich
durch unwahre Angaben Ende Oktober, oder zu Anfang
Novem=
ber 1930 ein Luftgewehr erſchwindelt und dieſes angeblich in
ſeiner Wohnung an einen ihn unbetaniten Mann verkauft. Der
Käufer des Gewehres wird zwecks Vermeidung evtl.
ſtrafrecht=
licher Verfolgung erſucht, umgehend ſeine Adreſſe auf Zimmer 12
des Polizeiamts, Hüngelſtraße 31—33, anzugeben —
Feſt=
nahmen. Feſtgenommen wurde ein 18jähriger Arbeiter aus
Worms und auf Anordnung der Wohlfahrts= und Jugendbehörde
in Worms durch die Darmſtädter Kriminalpolizei in eine
Er=
ziehungsanſtalt überführt. — Wegen mehrfacher erheblicher
Be=
trügereien und Heiratsſchwindel wurde ein Darmſtädter 48jähr.
Techniker feſtgenommen — Manteldiebſtähle in
Bens=
heim. Am 16. Dezember 1930 wurden in einer höheren Schule
in Bensheim vier Herrenmäntel geſtohlen, die wie folgt
be=
ſchrieben werden: 1. Grauer Regenmantel, in den Taſchen
be=
fanden ſich eine braune Regenmütze, ein weißes ſeidenes
Taſchen=
tuch mit der Nummer 52 und ein Paar, Herrenhandſchuhe,
2. Bräulicher Wintermantel mit Gürtel, in den Taſchen
be=
fand ſich Schülermonatskarte auf den Namen Joſef Berkes
lau=
tend. 3. Bläulich=ſchwarzer Tuchmaitel mit Gürtel, in den
Ta=
ſchen befand ſich Schülermonatskarte auf den Namen Joſef Koch
lautend. 1. Blauer Regenmantel mit Gürtel, in den Taſchen
be=
fanden ſich ein Paar braune Lederhandſchuhe. Nach den
krimi=
nalpolizeilichen Feſtſtellungen ſind in Worms am gleichen Tage
aus dortigen Schulen ebenfalls einige Mäntel geſtohlen worden,
deren Beſchreibung zurzeit noch nicht angegeben werden kann.
Am 11. Dezember 1930 ſind in der Ludwigs=Oberrealſchule in
Darmſtadt auf dieſelbe Art und Weiſe drei Mäntel geſtohlen
worden, die im Polizeibericht bekannt gegeben wurden. In
die=
ſem Falle handelt es ſich um einen zweireihigen Mantel von
brauner Farbe und um einen blaukarierten Mantel mit
Rings=
gurt verſehen, in dem einen Mantel befanden ſich ein Paar
braune Nappahandſchuhe und in dem anderen ein Paar
Krüm=
merhandſchuhe. Die Annahme iſt nicht von der Hand zu weiſen,
daß es ſich bei den Dieben um Perſonen handelt, die von Stadt
zu Stadt fahren und Diebſtähle wie oben geſchildert in den
Schu=
len ausführen. Es iſt daher zu empfehlen, daß die Leiter der
Schulen Vorſorge treffen, weitere Diebſtähle möglichſt
auszu=
ſchließen. Sachdienliche Anhaltspunkte in bezug auf dieſe
Mantel=
diebſtähle werden von jeder Polizei= und Gendarmeriebehörde
entgegengenommen.
Bühnenvolksbund. Am Sonntag, den 28. Dezember, iſt unſere
jährliche Feier, diesmal vormittags 11.30 Uhr im Heliatheater
in der Wilhelminenſtraße. Sie iſt als Jahreswendfeier gedacht.
Es wirken mit: „Maria Künzel, Kurt Weſtermann. Erwin Palm
vom Landestheater und der Organiſt des Heliatheaters. Der
Ueberſchuß gehört den Armen der Stadt. Deshalb bitten wir
beſonders unſere Mitglieder, ſofort Karten bei Chriſtian Arnold
am weißen Turm zu löſen.
— Orpheum. Märchentheater. Am kommenden
Sonn=
tag, 21. Dezember, nachmittags ½4 Uhr, iſt eine einmalige
Auf=
führung der Kinderkomödie „Frau Holle” oder das fleißige
und das faule Mädchen in 6 Bildern von C. A Görner. Gaſt:
Henny Walden als Brigitte. Preiſe 30 Pfg. bis 1,25 Mk. zu
jeder gelöſten Karte erhält man ein Freilos. — Abends 8 Uhr iſt
eine einmalige Aufführung des tollen Situationsſchwankes
„Frau Staatsanwalt” von Curt Kraatz in 3 Akten.
Henny Walden nebſt Enſemble wird auch dieſem Schwank
zu ſeinem verdienten Erfolg verhelfen. Karten für die beiden
Vorſtellungen in den bekannten Verkaufsſtellen und telephon, 389.
Donnerstag, den 18. Dezember 1930
Nummm
Gaskoks. Um ſowohl der vom Reich und den Behörden
ge=
forderten Preisſenkung in weitgehendſtem Maße zu entſprechen,
als auch der heutigen ſchlechten wirtſchaftlichen Lage Rechnung zu
tragen, hat das ſtädtiſche Gaswerk bereits im vorigen Monat die
Preiſe für Gaskoks geſenkt. Der Einwand, daß Gaskoks zwar
billig, aber dem Zechenkoks an Qualität nicht gleichkommt, iſt
bereits durch die Praxis und durch wiſſenſchaftliche
Unterſuchun=
gen an mehreren wärmetechniſchen Inſtituten entkräftet worden.
Die Verkokungsanlagen im hieſigen Gaswerk haben im Laufe der
Jahre techniſche Verbeſſerungen erfahren, die die Lieferung
erſt=
klaſſigen Kokſes ermöglichen. Ebenſo iſt die Auswahl der zur
Vergaſung kommenden Kohlen nach dieſem Geſichtspunkt erfolgt.
Auf geringen Aſche= und Waſſergehalt iſt beſonderer Wert gelegt,
da der Heizwert von dieſen Beſtandteilen abhängig iſt. Backende
Schlacke, Beſchädigung des Roſtes und des Heizkörpers durch
Schmelzen der Schlacke ſind bei Verwendung des Darmſtädter
Gaskokſes ausgeſchloſſen, da die Schmelztemperatur in keinem
Heizofen erreicht wird. Zum Schluſſe ſei auf die verſchiedenen
Körnungen aufmerkſam gemacht. Aus der heutigen Anzeige
er=
gibt ſich, welche Körnung in jedem einzelnen Fall zu verwenden
iſt. Im Zweifelsfall ſtellt das Gaswerk unentgeltlich einen
Hei=
zungsfachmann zur Verfügung, der jede gewünſchte Auskunft
er=
teilt. Die Lieferung erfolgt durch das ſtädtiſche Gaswerk
Darm=
ſtadt und zu gleichen Preiſen und Bedingungen durch die
Darm=
ſtädter Kohlenhändler.
— In den Palaſt=Lichtſpielen. Grafenſtraße, läuft heute und
folgende Tage ein ausgezeichnetes Stummfilm=Doppelprogramm.
„Gaukler” nach der Operette „Les Saltimbanques” von Ganne
mit Käthe von Nagay in der Hauptrolle. Dazu ein weiterer
ſpan=
nender Film „Der Sieg des Herzens”.
Aus den Parkeien.
Deutſch=nationale Frauen=Gruppe. Es wird
nochmals herzlichſt zur Weihnachtsfeier unſerer deutſch=nationalen
Frauengruppe eingeladen morgen Freitag abends, im Saal bei
Sitte. Herr Pfarrer Stuckmeier=Frankfurt wird
ſprechen. Außerdem werden Weihnachtslieder vorgetragen.
—Reichsgemeinſchaft junger Volksparteiler
Gruppe Darmſtadt. Heute Arbeitskreis Pflicht=Abend. Referat
Kalbfleiſch, Dipl.Ing. Geſchäftszimmer.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugéqulttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Dle Beantwortung erfolgt ohne Nechtsverbindlichkeſt.
L. H. in R. 1 Unbeeidigt ſind Perſonen zu vernehmen, die
wegen mangelnder Verſtandesreife oder wegen Verſtandesſchwäche
von dem Weſen und der Bedeutung des Eides keine genügende
Vorſtellung haben. Ob eine geiſtig minderwertige Perſon
unbeei=
digt zu vernehmen iſt, muß der Prüfung des Richters im
Einzel=
falle überlaſſen bleiben.
2. Die Verfolgung leichter vorſätzlicher, ſowie aller durch
Fahrläſſigkeit verurſachter Körperverletzungen tritt nur auf
An=
trag ein, inſofern nicht die Körperverletzung mit Uebertretung
einer Amts=, Berufs= oder Gewerbspflicht begangen worden iſt.
Der Strafantrag iſt binnen drei Monaten zu ſtellen. Die Friſt
beginnt mit dem Tage, ſeit welchem der zum Antrage Berechtigte
von der Handlung und von der Perſon des Täters Kenntnis
ge=
habt hat.
E. R. Wenden Sie ſich an die Deutſche Bank.
B. 125. 1. Nach Art. 137 der Reichsverfaſſung beſteht keine
Staats=
kirche. Jede Religionsgeſellſchaft ordnet und verwaltet ihre
Angelegen=
heiten ſelbſtändig innerhalb der Schranken des für alle geltenden
Ge=
ſetzes. Sie verleiht ihre Aemter ohne Mitwirkung des Staates oder
der bürgerlichen Gemeinde. Die Religionsgeſellſchaften ſind berechtigt,
auf Grund der bürgerlichen Steuerliſten nach Maßgabe der
landesrecht=
lichen Beſtimmungen (heſſ. Geſetz vom 14. Dezember 1928), Steuern zu
erheben. 2. Von den einzelnen Religionsgeſellſchaften und
Religions=
gemeinden. Die Kirchenſteuern werden vom Landesfinanzamt und den
ihm unterſtellten Finanzämtern verwaltet. Für dieſe Tätigkeit zahlen
die Religionsgemeinden und Religionsgeſellſchaften den
Reichsfinanz=
behörden eine Gebühr, die zurzeit 5 Prozent der eingegangenen
Steuer=
beträge beträgt, im übrigen erfolgt Abführung der Steuern an die
ge=
nannten kirchlichen Organe. 3. Darüber werden nur die Voranſchläge
der letzteren Aufſchluß geben können. Anfragen dieſer Art hätten die
Kirchengemeindevertretungen zu erteilen. Wir empfehlen die Lektüre
des Kommentars von Olt zum obigen Geſetz, das in der
Landesbiblio=
thek erhältlich iſt.
„Waſchküche.” Wurde die Hausordnung beim Vertragsabſchluß (auch
mündlicher Vertrag genügt!) als Vertragsbeſtandteil ausdrücklich
be=
zeichnet oder iſt wvenigſtens eine ſtillſchweigende Unterwerfung des
Mie=
ters, insbeſondere in ſeinem ſpäteren Verhalten, anzunehmen, ſo kann
ſie als Auslegungsquelle des Vertragsverhältniſſes dienen. Geſtützt
hier=
auf, kann der Hausverwalter — als vom Vermieter beſtellter
Vertre=
ter — die Befugniſſe des Vermieters, die ſich nach der Hausordnung
ergeben, für dieſen wahrnehmen. In dieſem Sinne wird er auch die
Intereſſen des Vermieters vor Gericht wahrnehmen können. Wenn ſich
der Mieter dieſer Hausordnung widerſetzt, kann er durch das
Amts=
gericht zu deren Befolgung unter Strafandrohung für den Fall der
Zuwiderhandlung angehalten werden. Vielleicht probieren Sie es
zu=
nächſt mit einem gerichtlichen Güteverſuch. Die gerichtlichen Koſten
dürf=
ten gering ſein; der dem Koſten zu Grunde zu legende Streitgegenſtand
wird vom Gericht feſtgeſetzt und nach dem Intereſſe an Befolgung der
Hausordnung in fraglicher Nichtung bemeſſen. Eine einſtweilige
Ver=
fügung würde nur eine proviſoriſche Regelung bringen und
er=
ſchiene weniger empfehlenswert, da ja doch wohl eine endgültige
Rege=
lung der Frage erſtrebt wird.
W., hier. Nach 8 30 Abf. 2 M.Sch. G. kann die oberſte
Landes=
behörde andrönen, daß in Fällen, in denen die geſetzliche Miete gilt, der
Vermieter wie der Mieter berechtigt iſt, zu verlangen, daß der Mietzins
wöchentlich oder monatlich bezahlt wird. Im Jahre 1923 iſt für Heſſen
bezügliche Anordnung ergangen.
M. hier. Sie werden einen Sachverſtändigen (Ofenſetzer)
zuziehen müſſen, um feſtzuſtellen, ob der Ofen durch ſchuldvolles
Verhalten des Untermieters zerbrochen ging oder nicht. Wäre
ſolch ſchuldvolles Verhalten nicht feſtzuſtellen, ſo wären Sie nach
dem Geſetze wohl gehalten, einen gebrauchsfähigen Ofen
ſetzen zu laſſen.
H. H, T. Es dürfte Sache der Staatsanwaltſchaft ſein, hier
nach=
zuprüfen, ob der Tatbeſtand des Betrugs erfüllt iſt. Es empfiehlt ſich
deshalb, eine bezügliche Anzeige zu erſtatten.
A. F. Wenden Sie ſich an den Verkehrsverein in Dresden.
G., hier. Für laufende Inſtandſetzungskoſten 17 Prozent, für
große 8 Prozent.
Winter=Unterkleidung und Hygiene.
Wenn wir auch bisher noch unter keinem ſtrengen
leiden hatten, ſo muß doch in den nächſten Wochen dann
net werden, und damit erwächſt der Frauenwelt, vor
Müttern, eine Pflicht, die ſie oft viel zu leicht nehmes
geſamte Unterkleidung iſt in den letzten Jahren ſo lent
den, daß von einem wirklichen Schutz durch dieſe bei Käüut
lich gar nicht geſprochen werden kann. Dazu kommt.t
Mode immer wieder enganliegende, ſchlankmachende Klu/
vorzugt und deshalb jede Frau nach Möglichkeit zu ſio
tragende Unterkleidung verhütet, zumal neuerdings wir
kleider modern ſind, die ohnedies die Figur ſtärker
laſſen wie ſeidene Kleidung. Wie manche Erkältungskrof
all ihren oft ſo verhängnisvollen Folgen iſt aber aluuf
zu leichte Bekleidung zurückzuführen. Genügt eis
neswegs, den Körper nur von außen mit warmen Mänt
Pelzkragen und den bekannten Ueberſöckchen gegen. AN
Wetter zu ſchützen. Auch die Leibwäſche und
Unterklenuß=
der Jahreszeit entſprechend verändert werden.
Wie iſt nun die geſamte Unterkleidung im WinterrN
ten, um den Körper vor geſundheitlichen Störungen annl
ſchützen? Da ſind einmal die feinen baumwollenen oda.
miſchten Trikothemdchen und Kombinationen zu nenner=
Gegenſatz zum Linon= oder Batiſthemd und =beinkleidaſſa
nahmslos mit rundem Ausſchnitt und dadurch beſſerem At
Bronchien angefertigt werden. Dann gibt es zum Traut”
den feinen, halbſeidenen und ſeidenen Strümpfen äußäzücht
maſchige Ueberziehſtrümpfe, die nur ganz unweſentlich damk
heit des Beines verſtärken. Bekanntlich war es bisher „6h.
tenheit, unter den hochmodernen hellfarbigen. Seidermt
im Winter ganz deutlich rot= oder gar blaugefrorene 9.4
durchſchimmern zu ſehen, aber keine der ſo geſchädigten
würde wohl geſtehen, daß allein ihre Eitelkeit die Froßſt
Schienbein und Waden verurſachte. Die Störungen
umlaufs und mancherlei Beſchwerden, die ſich danach
würden ſie erſt recht nicht auf das Konto dieſer ſchwerm”
gegen ihr eigenes körperlicher Wohl geſchrieben habes
ſollten zum größeren Schutz des Unterleibes unbedingt
fil=
wollene oder Wolle mit Seide gemiſchte Beinkleider, 79
Schlüpfer, über Hemd oder Hemdhoſe getragen, werut.
ſchließlich zum beſſeren Schutz der Bruſt, des Magens:1,
Nieren eines der modernen Leibchen aus dichtem Waſsith
per Rips uſw. Was nun von der Frauenunterkleidunoi
trifft natürlich in vermehrtem Maße auch auf unſere 79M
Hier, wo die Eitelkeit noch gar nicht mitſpricht, ſind natzte! 4N0
leichter ſichtbare Vorſichtsmaßregeln gegen Erkältungskt 4el/t
durch mangelhafte, weil zu dünne und ungeeignete Unt.=zu.0 M
zu treffen, und es wäre ein ſchwerer Vorwurf für jedt Mhuäl
wenn ſie nicht rechtzeitig dafür Sorge tragen vo t Mlzſlot, I. Del
ſollte ſich dabei auch nicht von der ſcheinbar milden M4Ml mu
und der Abneigung ſo mancher Kinder gegen warme / 4w müt
FEut
zur Nachſicht in dieſer Hinſicht beſtimmen laſſen.
En
Wie bleiben Gardinen am längſten haltbar und gebrarukt
Von R. S.
Als ich kürzlich in einem Spezialgeſchäft Gardiner=
Eckzimmer kaufen mußte, traf ich dort eine alte Bekanntl.
auf dem gemeinſamen Heimweg erzählte, daß man einl,
ordentlich lange Gebrauchsdauer des empfindlichen Gewund
jährlich mehrmaliges Reinigen derſelben erreichen fäc
ſetzte mir auseinander, daß durch das anhaltende Ra1 15
Ehemannes und ihrer beiden Söhne ihr Fenſterſchmuck e
ſein klares, ſchneeiges Weiß verlöre und Straßenſtaub ur/
der induſtriereichen Gegend, in der die Wohnung lag, act
ges dazu beitrüge, das duftige Gewebe unanſehnlich zu
Um es nicht erſt ſchmutzig werden zu laſſen, habe ſie 4
wöhnt, es raſch einmal abzunehmen und zu reinigen,
allerdings äußerſt ſchonungsvoll zu Werke gehe und dioſt
niemals fremden Händen überließe. So ſei es ihr möglick 4
ſämtliche Gardinen ihres Heimes, ſchon über ein Jall ſtü0 A8 ich
beſitzen.
Um eine Erfahrung reicher trennten wir uns, denmitMnirct zut geſtoi
ſteht feſt, daß ich künftig dem Rat dieſer erfahrenen und u29Sen, u.
Hausfrau folgen werde, auch meine Gardinen öfter M iM 1 Merſtützen.
von Ruß, Rauch und Staub zu befreien, die als die ſch”tzüülnlen und
Zerſtörer unſeres unerläßlichen Fenſterſchmucks erkannt. Mühe Nehen
FAu.
mu
Hiene n9.
Käalen, 1. Dez.
Mtalend in dem
H. die Rolle
Bogelalender ſie Daunestan den L. Duenier Lunt.
Heſſ Landestheater Großes Haus Anfang 20 Uhr, Ende
22 Uhr: „Die erſte Frau Selby” — Kleines Haus: Keine
Vor=
ſtellung. — Orpheum: Keine Vorſtellung. — Konzerte:
Schloßkeller, Café Oper, Zum Datterich, Reſtaurant Bender,
Maxim, Spaniſche Bodega. Sportplatz=Reſtaurant am
Böllen=
falltor, Hotel Poſt. — Kinovorſtellungen: Union=,
Helia= und Palaſt=Lichtſpiele. — Gartenbauverein
Darmſtadt, 8,15 Uhr im Fürſtenſaal: Feier des 95jähr.
Beſtehens.
Eiüickentgen mi
Soll ich meinem Kinde ſeine Lektüre vorſchreiben”eſm mirn Sprecht
Derlei Fragen ſind immer nicht einfach zu beantwredl 490 Mn 4.
kommt ſtets auf das Kind und ſeine Veranlagung an. Ie Mcſtel
chen Fällen — ich ſpreche hier aus Erfahrung — gelingr4) 0
Kinde klar zu machen, wie belanglos, unwahr und ſchl19 u
vermeintlich intereſſante Räuber= und Backfiſchlektüre in1
Kinder haben Verſtändnis, wenn man langſam und vorch
einer Weiſe, die das Kind intereſſiert, ſeine Aufmerkatv!.
Fragen des Stils, der Darſtellung und des inhaltlichen 2
lenkt. So wird es von ſelbſt die Minderwertigkeit ſeineg9
erkennen. Außerdem muß ein Kind durchaus nicht ſchogk
Jahren volles Verſtändnis für klaſſiſche Literatur aufbri9
gibt eine Anzahl von ſpannender unterhaltender um
Jugendliteraturwerke, ich erinnere an „Niel. Holgers 9
ſame Reiſe mit den Wildgänſen” oder an Auerbachs „Boſct
die den Uebergang bilden können. Strenge Verbotg 09
haben zumeiſt die entgegengeſetzte Wirkung. G. A.
Weihnachtsſpeiſezettel.
Da die nächſte „Gegenwart” erſt am Donnerstag, 1. Fens
ſcheint, bringen wir ſchon heute an dieſer Stelle den gdt Leibr
Speiſezettel.
C
Sonntag: Flädleſuppe. Kalbsnierenbraten mit
kohl. Weincreme. — Montag: Ireſh Stew — Diet6
Kalbsgekröſe mit Roſinenſoße und Semmelklößchen.
woch (Heiligabend); Brennſuppe mit Peterſilie. 69f diesem
mit Reis. — Donnerstag (1. Weihnachtsfeiertagl”
turtleſuppe. Rehblatt mit Weinkraut, Haſelnußereis, 2
Vanilleſchaum. — Freitag (2. Weihnachtsfeiertag):
brühſuppe mit Eierſtich. Gebr. Wildſchwein mit Schwarzd”,
Vanilleäpfel. — Samstag: Weiße Bohnen mit Sch004
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Htiäf ge die der Laſſäide. Der Nalg Af
hlaſcke=
gen Bericht über das vergangene Vereinsjahr, nachdem er
ſes jüngſt verſtorbenen Vorſtandsmitgliedes, des Herrn
smann, und ſeiner Verdienſte um den jungen Verein
„Worten gedacht hatte, und nachdem der Schriftführer, Herr
Pfirſching, das Protokoll über die letzte General=
Serleſen hatte. Der Verkehrs= und Verſchönerungsverein
g. des Marienplatzes geſchaffen, wofür der verſtorbene Herr
io rienſäule geſtiftet hat; Herr Direktor Wagner, der
seirat des Vereins, hatte den Entwurf geliefert, während
Rüurg Herr Gärtner Ott beſorgte. Einer Anregung des
ſarch eine merkliche Verſchönerung der Bahnhofſtraße durch
wprltung zu verdanken. Endlich ſchuf Herr Direktor Wagner
zur die Eingangspforte zum Schloßgarten, wozu der Verein
ſe beitrag gab. Durch Zuſammenarbeit zwiſchen dem Verein
ſtir iſt ſchon manches Erſprießliche geleiſtet worden. Im
geigſcerbſt hat auch der Verein alle Bürger von Dieburg, die
mim Sre Häuſer mit Blumen geziert hatten, durch über 20
zun igerer Arbeit angeeifert. Zu den großen Feſten des
Som=
bog euurſammlung des Ode A aldklubs, Landesfeuerwehrtag u. a.,
ſeirr die Stellung der Quartiere beſorgt und weitere
Or=
ſatioeatksit geleiſtet. Auch gegen die beabſichtigte Aufhebung des
umtch ) burg hat der Verein die erforderlichen Schritte getan.
r Blrt wurde mit Befriedigung entgegengenommen. Das gleiche
ſeg enſchaftsbericht des Herrn Kaufmann Ernſt Reh: die
beträgt darnach etwa 210. Unter dem Vorſitz des Herrn
Rödler wurde dann der geſamte Vorſtand durch
Zu=
ſtitmg wiedergewählt: an Stelle des verzogenen Forſtrats
Kirch=
gel. Nachfolger Müller. Vorſtandsmitglied Gemeinderat
uver dankte dem erſten Vorſitzenden für deſſen eifrige
Mütigkeit. Nun wurde das Programm der Vereinstätigkeit
gr. 349
Aus Heſſen.
Donnerstag, den 18. Dezember 1930
Seite 7. 38
ſtallbrücken, 17. Dez. Die Wiederherſtellung des
ſeammes. Die Wiederherſtellungsarbeiten an dem durch
geſchädigten Sandbachdamm ſind in vollem Gange. Gleich=
Foss überſchwemmte Gelände vom Schlamm befreit. Mittels
woard der auf den Wieſen und Aeckern liegende Schlamm auf
öglangleis weggeſchafft, damit er beim Aufrichten der Dämme
riVerwendung finden kann. Man darf damit rechnen, daß
en der Hauptſache bis zur Jahreswende beendigt ſind.
Aamſtadt, 17. Dez
„Njochen, worunter als wichtigſter Gegenſtand die Errichtung
Ekfzy mals für die Gefallenen der Stadt Dieburg das
In=
in ſtſ ruch nimmt. Herr Direktor Wagner hat hierfür zwei
ie au 4utSeitet und in kleinen Modellen veranſchaulicht: das eine
run Friedhof in der Umgebung der Wallfahrtskirche, die
ge=
trwo die dort ſtattfindenden Grabungen im Mittelpunkt des
Zh—, das andere für den neuen Friedhof außerhalb der
ſiſdätter Plan, in Verbindung mit anderen notwendigen
„n) von Bürgermeiſter Wick vertreten. An Mitteln ſind
A. worhanden. Eine angeregte Ausſprache ſchloß ſich an die
ſa=ſtandsmitglied Amtsgerichtsrat Becker ſprach darüber.
je linzw llen Kulturgüter aus Dieburgs Vergangenheit möglichſt
Aibſet zugänglich zu machen ſein, und ſagte auf eine Auf=
3 der Mitte der Verſammlung einen Vortragsabend dar=
½ Mitternacht ſchloß Herr Notar Lüft die anregend ver=
Cßy=lverſammlung.
1. iſhiclſtadt, 17. Dez. Eine in der Umgegend ſehr bekannte
ntiönliauckt ſwwurde geſtern hier zu Grabe getragen. Herr Wilhelm
mbel ud mitten im öffentlichen Leben, war Vorſitzender verſchiede=
Verbtche und Vereine. So war er allein über 30 Jahre
Vorſitzen=
des Aſlsverbandes der Ziegenzuchtvereine, weiter führte er lange
re dekuſg ſitz der Begräbniskaſſe Michelſtadt und war unermüdlich,
Itbar I
nes 3A. Für dieſes gemeinnützige Inſtitut zu arbeiten. — Im
Ge=
derazut:. Herr Köbel bis 1928 tätig, um welche Zeit er mit noch
(Germians der bürgerlichen Fraktion wegen Differenzen mit der
tvermtung zurücktrat. — Gemeinderatsſitzung. Am
gendtut/freitag, 19. Dezember, findet abends 5.30 Uhr in den
nöh e nächſte öffentliche Gemeinderatsſitzung ſtatt.
17. Dez. Bezirksfparkaſſe Erbach. Die Be=
Srbach gibt ihre Zinsſätze ab 1. Januar 1931 bekannt. Sie
Spareinlagen a) mit täglicher Kündigung 6 Prozent pro
ſonatlicher Kündigung von 3000 RM. an 6½ Prozent pro
Catthaben im Kontokorrentverkehr (proviſionsfrei) 4 Proz.
mnt SSollzinſen werden berechnet im Kontokorrentverkehr (
pro=
re5iltz Proz, pro Jahr, für Hypotheken 8 Proz, pro Jahr.
ſchusſchäne an Kreis und Gemeinden 73 Prozent pro Jahr, und
Schuichſeme an Private 8½ Prozent pro Jahr.
erfe gel 2 Bs, 1ihihurn, 16. Dez. Der hieſige Arbeiter=Sportverein hielt ſei=
So ſei güt: Theatzbend in dem Wolfſchen Saale ab. Vor gut beſuchtem Saal
on über ſde gatt „Als ich Abſchied nahm”, Volksſtück in 4 Akten von W.
PLanniml 2 ie Rollenbeſetzung war gut und es wurde von allen
Mit=
vir u endent ch- gut geſpielt.
nm=m. Breeſben, 17. Dez. Gewerbliches. Die Handwerkskammer=
Feinſtellickzuf terſtützen Handwerk und Gewerbe fortlaufend durch ihre
ſie G atungstnven und halten Sprechtage ab: die Nebenſtelle Darmſtadt
ſ5 Ortzide Nebenſtelle Friedberg an 11 Orten und in Friedberg an
glichere ſochentagen mit Ausnahme von Mittwoch und Samstag und
Nhün uute auswähtge n Sprechtage; die Nebenſtelle Gießen an 9 Orten und in
ßen 4ftzh von 9—12 Uhr, ausgenommen Samstags und
Donners=
u3: die Anrmſtelle Mainz in Mainz täglich von 9—12 Uhr, mit
Aus=
me v mllittwoch und Samstag: die Nebenſtelle Offenbach an vier
en. aſſtiem iſt das Büro in Offenbach außer Samstags täglich
9—Aiw für den Verkehr geöffnet: die Nebenſtelle Worms an
rten, m ABorms ſelbſt ſind außer Mittwochs und Samstags täglich
rechkzeiztz lon 9—12 Uhr und 3—4 Uhr.
HSſorn, 17. Dez. Waſſerſtand des Neckars am
Dezerzar! 1,75 Meter; am 17. Dezember: 1,57 Meter.
d. Rimbach, 16. Dez. Generalverſammlung des evangel.
Frauenvereins. Als Einleitung wurde von der Verſammlung das Lied
Nr. 158 unter Bandoniumbegleitung des Herrn Pfarrers Anthes
ge=
ſungen. Die Vorſitzende des Frauenvereins, Frau Beigeordnete Schmitt=
Nimbach, begrüßte die Verſammlung, ganz beſonders die
Kreisveu=
bandsvorſitzende, Frau Poſtmeiſter Glenz=Heppenheim, und deren
Stell=
vertreterin, Frau Pfarver Eitel=Wald=Michelbach. Herr Pfarrer Anthes
hielt einen längeren Vortrag über die im Jahre 1930 von dem
Frauen=
verein geleiſteten Arbeiten und Anſchaffungen. Der Redner konnte
be=
kannt geben, daß ſich der hieſige Frauenverein im Laufe dieſes Jahres
dem Kreisverband Heppenheim angeſchloſſen hat, und daß die
Mit=
gliederzahl unſeres Vereins zurzeit die erhebliche Zahl von 180 erreicht
hat. Alsdann wurde der Verſammlung von den im folgenden Jahre
bereits feſtgelegten Vorträgen und Veranſtaltungen ſowie von dem
Vor=
haben des Vereins Kenntnis gegeben. Die Kreisverbandsvorſitzende,
Frau Poſtmeiſter Glenz=Heppenheim, gab der Verſammlung einen
klaren Ueberblick über die Arbeiten des Kreisverbandes. Sie teilte mit,
daß dem Kreisverband Heppenheim zurzeit 11 Frauenvereine angehören.
Deren Stellvertreterin, Frau Pfarrer Eitel=Wald=Michelbach, hielt einen
längeren Vortrag über ſoziale Arbeit in den kirchlichen Vereinen. Herr
Pfarrer Anthes dankte den Rednerinnen für ihre intereſſanten
Vor=
träge und gab dem Wunſche Ausdruck, die ſozialen Einrichtungen ſobald
als möglich auch für unſere Gemeinde einführen zu können.
Anſchlie=
ßend ließ Herr Pfarrer Anthes einen ſchönen Verkehrsfilm „Wie ſchütze
ich meine Kinder vor Unfällen” laufen, der große Beachtung hervorrief.
* Jugenheim, 17. Dez. Förſter Klipſtein hat uns verlaſſen. Er
iſt ein Jäger und Forſtmann vom Scheitel bis zur Sohle. Wie ſehr
war ihm die Natur hier ans Herz gewachſen, wie betreute er ſeinen
ge=
liebten Wald! Dem fleißigen Spaziergänger iſt ſicher nicht entgangen,
was unter Förſter Klipſteins Initiative alles geſchaffen wurde; viele
Bänke wurden an geeigneter Stelle errichtet. Wege vorteilhaft
ausge=
beſſert, Ausſichten geſchnitten. Als mitfühlender Menſch ging eben ſein
ganzes Streben dahin, dem Wanderer den Aufenthalt in ſeinem Bezirk
ſo angenehm wie möglich zu machen. Aber auch als Geſellſchafter
ver=
lieren wir ihn ungern. Stets freundlich und hilfsbereit und gern dabei,
wo es luſtig zuging.
j. Von der Bergſtraße, 17. Dez. Der Teilſtreik bei der Stuhlfabrik
Ph. Leinenkugel in Weinheim a. d. B. iſt beendet. Die jugendlichen
Arbeiter haben die Arbeit zu den neuen Bedingungen wieder
aufge=
nommen
A. Nieder=Liebersbach, 16. Dez. Generalverſammlung des
Kreisobſtbauvereins. Unter Vorſitz des Herrn Kreisdirektors
Pfeiffer fand hier die Generalverſammlung des Kreisobſtbauvereins
Heppenheim ſtatt. Als Referent des Tages war Herr
Oberſtudiendirek=
tor Beiſinger=Heppenheim gewonnen worden, der über Vogelſchutz,
Vogelwohnung und Vogelfütterung, beſonders im Winter, ſprach.
Ver=
tieft wurde deſſen Vortrag durch ſelbſtaufgenommene Lichtbilder,
be=
ſonders intereſſant waren auch deſſen Schilderung und
Lichtbildvorfüh=
rung vom Vogelſchutzpark des Freiherrn von Berlebſch in Thüringen.
Reicher Beifall belohnte den Redner. Aus dem Tätigkeitsbericht wäre
noch beſonders hervorzuheben, daß die Umpfropfung im letzten Jahre
beſonders gute Fortſchritte machte, ſo daß die bereitgeſtellten
Reichs=
mittel nicht ausreichten. Die Blumenverloſung findet auch bei den
ein=
zelnen Ortsgruppen immer mehr Anklang. Die Rechnungsführung
wurde gutgeheißen, der Voranſchlag für das kommende Vereinsjahr
beraten und der Geſamtvorſtand einſtimmig wiedergewählt. Beſonders
dankbar wurde die Tätigkeit des Herrn Kreisobſtbauinſpektors
Ohrt=
mann anerkannt, der ſehr zur Belebung der Vereinstätigkeit beitrug.
Gegen Ende der Tagung traf die Nachricht vom tragiſchen Ableben des
Vorſtandsmitglieds Bürgermeiſter Wetzel=Unterabtſteinach ein, deſſen
Andenken die Verſammlung durch Erheben von den Sitzen ehrte. Mit
herzlichem Dank an den Referenten und die Verſammlung ſchloß Herr
Kreisdirektor Pfeiffer die harmoniſch verlaufene Tagung.
e. Aus dem Neckartal, 16. Dez. Weidenanlagen. Die letzten
Jahre her wurde faſt in allen Gemeinden des Neckartales der
Weiden=
kultur mehr Aufmerkſamkeit geſchenkt, als in früherer Zeit. Ueberall
ſieht man ganze Aecker mit Weidenanlagen, die nach zwei bis drei
Jah=
ren ſchon eine gute Bodenernte abwerfen. Dieſer Tage wurden die
Weiden geſchnitten, und was nicht zum eigenen Gebrauch zurückgehalten
wurde, kam in den Handel. Für den Zentner grüner Weiden werden
2,50 bis 3 RM. bezahlt, ein Beweis, daß der Weidenanbau weit
lohnen=
der iſt, als ſonſtige Kulturpflanzen. Jedes Jahr werden noch Tauſende
von Zentnern Weiden aus Frankreich bezogen, da der inländiſche Bedarf
mit eigenen Weiden nicht gedeckt werden kann. Die Anſicht, daß Weiden
nur an naſſen Stellen wachſen, iſt ganz verkehrt. Sie gedeihen überall.
am liebſten allerdings an kühleren Stellen, alſo in der Nähe von
Waſ=
ſer, von Wäldern, und nehmen mit jedem Boden vorlieb. Jeder
Land=
wirk ſollte jetzt nicht verſäumen, an einem Wald oder auf der Höhe ein
Stück Land umzugraben, um im nächſten Frühjahre Weiden
anzupflan=
zen, die nur grasſauber zu halten ſind.
e. Bad=Wimpfen, 17. Dez. Verſchiedenes. Dieſer Tage kehrte
Ernſt Hafſinger von hier nach einer fünfjährigen Dienſtzeit in der
franzöſiſchen Fremdenlegion, in ſeine Heimatſtadt zurück, zur größten
Freude ſeiner Eltern, die ſchon ſeit 1929 keine Nachricht mehr von ihm
hatten, und die daber die Hoffnung bald aufgeben wollten, ihn jemals
in der Heimat wieder begrüßen zu können. — In der Nacht zum 12.
zember d. J. iſt aus dem Landesgefängnis Heilbronn der Strafgefangene
led. Bierbrauer Rudolf Melzer, geboren am 13. September 1909 zu St.
Gallen, der eine Strafe wegen ſchweren Diebſtahls zu verbüßen hat,
entwichen. Melzer iſt 1,74 Meter groß, ſchlank hat dunkelblonde Haare.
Schnurrbartanflug, dunkelbraune Augen, vollſtändige Zähne und trug
Anſtaltskleidung, die er aber wohl inzwiſchen mit bürgerlicher
Klei=
dung vertauſcht haben dürfte.
— Gernsheim, 17. Dez. Waſſerſtand des Rheins am
16. Dezember: 1,03 Meter; am 17. Dezember: 104 Meter.
4f. Neu=Fſenburg, 16. Dez. Volksküche. Am Montag
eröff=
nete die Arbeiter=Wohlfahrt in der Schulbaracke der Peſtalozziſchule eine
Volksküche. An der Speiſung können alle hieſigen Einwohner, die ſich
in bedrängten wirtſchaftlichen Verhältniſſen befinden; gegen geringes
Entgelt teilnehmen. — Neue Tarife. Der Gemeinderat hat den
Preis für elektriſchen Strom auf 51 Pfg. pro Kilowattſtunde, für Gas
auf 21 Pfg. pro Kubikmeter erhöht und alle Sondervergünſtigungen
auf=
gehoben. Die Erhöhung tritt mit der Dezember=Ablöſung in Kraft.
Bezirksſparkaſſe Langen. Auf ihrer Mitgliederverſammlung.
die erſtmals in unſerer Stadt ſtattfand, waren 18 Gemeinden vertreten.
Der Vorſitzende des Aufſichtsrates, G. H. Koch von hier, erſtattete den
Jahresbericht, demzufolge ſich die Kaſſe auch in dieſem Jahre günſtig,
weiterentwickelt hat. Bei der hieſi=en Nebenſtelle werden zurzeit B79
Sparkonten geführt, mit über 2 Millionen Mark Einlagen. Die
Durch=
ſchnittseinlage beträgt 850,40 Mark. Im Kontokorrentverkehr entfallen
auf unſere Stadt 134 Konten. Der Zinsfuß für Ausleihungen erfuhr
im April, Juli und Oktober eine Senkung und beträgt zurzeit für
Ge=
meindedarlehen 7.5 Prozent, für Hypotheken 8 Prozent und für
Bürg=
ſchaftsdarlehen 8,5 Prozent. Für Einlagen werden 6 Prozent vergütet
und im Kontokorrentverkehr 8,5 Prozent Soll= und 4 Prozent Haben=
Zinſen berechnet.
Db. Oberroden, 16. Dez. Geflügelſchau. Der Bezirk Dreieich
des Geflügelzuchtverbandes veranſtaltete hier ſeine 25. Jubiläumsſchau
Dreizehn Vereine des Bezirkes ſtellten zahlreich alle Raſſen Geflügel
zur Schau, ſo daß die ſehr ſtattliche Zahl von ungefähr 700 Tieren
zu=
ſammen kam. Da die hier zur Verfügung ſtehenden Räumlichkeiten
etwas knapp bemeſſen ſind zu ſolchen Ausſtellungen, mußte man ſchon
zu zwei Sälen greifen, um all die gemeldeten Tiere zu dem ſtarken
Wettbewerb unterzubringen. In den beiden Gaſthaus=Sälen „Zum
Löwen” und „Schützenhof” konnte man nun nach der Prämiierung ab
Samstag die ſchönſten der Tieren bewundern, von denen wieder die
auserwählteſten einen Ehrenpreis erringen konnten. Ungefähr 70 Preiſe
gelangten zur Verteilung.
p. Offenbach, 17. Dez. Vor dem Oberlandesgericht in Darmſtadt iſt
nun die Berufung einer Reihe von Mietern in ſtadteigenen Häuſern
gegen die Stadt Offenbach zur Verhandlung gekommen. Bekanntlich
be=
trifft der Streit auch die auch in anderen heſſiſchen Städten
intereſſie=
rende Frage, ob die heſſiſche Regierung befugt war, eine
Miet=
ſteigerung mit rückwirkender Kraft durchzuführen. Die
Entſcheidung des Berufungsgerichts ſoll am 24. Dezember verkündet
werden.
* Mainz, 17. Dez. Bis auf weiteres hat das heſſiſche Polizeiamt
Mainz Verſammlungen, Kundgebung unter freiem
Him=
mel, Umzüge. Aufzüge, Durchmärſche, ſowie überhaupt jedes
Marſchie=
ven in geſchloſſenen Gruppen innerhalb des Bezirkes der Stadt Mainz
wegen unmittelbarer Gefahr für die öffentliche Sicherheit verboten.
— In der letzten Sitzung der Deputation der Verwaltung für die
Straßenbahn wurde Bericht über die derzeitige
Ver=
kehrslage gegeben. Der Verkehrsrückgang iſt recht ſtark und wird
in erſter Linie auf die allgemeine wirtſchaftliche Notlage zurückgeführt.
Die Ergebniſſe der letzten Monate zeigen, daß gegenüber dem Vorjahre
mit einem Mindereinkommen von 20 Prozent zu rechnen iſt. Aus dem
Rechenſchaftsbericht der Straßenbahnverwaltung für das Jahr 1929
er=
gibt ſich ein Defizit von 170 000 NM., das weniger auf verkehrstechniſche
Mängel als auf die hohen Penſionslaſten zurückzuführen iſt, die allein
etwa 140 000 RM. ausmachen. — In Gumbsheim (Rhh.) ſchoß ein
junger Mann mit einem Flobertgewehr auf Spatzen. Anſchließend gab
er das Flobertgewehr ſeiner 6jährigen Schweſter, die es in das Haus
tragen ſollte. Das Kind ging in die Küche und zielte mit dem Rufe
„Mutter, eben ſchieß ich” auf die Mutter, als auch ſchon der
Schuß losging und die Mutter eine Schrotladung in die Bruſt traf. Die
tief eingedrungenen Schrotkörner konnten noch nicht entfernt werden. Die
Frau liegt in bedenklichem Zuſtand im Alzeher Krankenhaus.
Oberheſſen.
v. Friedberg, 17. Dez. Beamtenſchaft und Preisabbau.
Das hieſige Ortskartell des Deutſchen Beamtenbundes, das 800
Mit=
glieder zählt, hat ſich in einer öffentlichen Bekanntmachung an die
hie=
ſige Geſchäftswelt gewandt und um Preisangabe für folgende
Bedarfs=
artikel bei Barzahlung gebeten: Brot, Eier, Milch, Fleiſch, Wurſt.
Be=
kleidungswaren, Schuhwaren. Von dem Ergebnis der Beantwortung
will die Beamtenſchaft ihre weiteren Schritte abhängig machen. — Auch
in der Nachbarſtadt Bad=Nauheim wollen die Beamten
gemein=
ſam mit den übrigen Verbraucherorganiſationen in der Frage der
Preis=
ſenkung aktiv vorgehen. Eine ſtark beſuchte Beamtenverſammlung nahm
folgende Entſchießung einſtimmig an: „Die Bad=Nauheimer
Beamten=
ſchaft iſt von dem Ergebnis der bisher mit den wirtſchaftlichen
Organi=
ſationen in der Preisſenkungsfrage gebflogenen Verhandlungen nicht
befriedigt. Die Verſammlung beauftragt daher den Vorſtand des
Orts=
kartells Bad=Nauheim des Deutſchen Beamtenbundes, gemeinſam mit
den übrigen Verbraucherorganiſationen nochmals vor den Einzelhandel
und im beſonderen auch an die Innungen heranzutreten, um in
gemein=
ſamer Beſprechung zwiſchen Käufer und Verkäufer feſtzuſtellen, was
im gegenfeitigen Intereſſe nach der Einkommenminderung weiter Kreiſe
der Käuferſchaft in bezug auf Angleichung der Preiſe geſchehen kann
und muß. Die Bad=Nauheimer Beamtenſchaft war bisher immer
be=
ſtrebt, ein gutes Einvernehmen mit Handel und Gewerbe zu erhalten
und hat es daher auch abgelehnt, nach dem Beiſpiele anderer
Ortskar=
telle zur Selbſthilfe zu greifen. Bad=Nauheims Beamte würden es
da=
her auch bedauern, wenn ihnen die Möglichkeit der geimeinſamen
Be=
ratung nicht gegeben und ihnen damit der Weg zur Eigenhilfe
aufge=
zwungen werden ſollte. Die Beamtenſchaft wünſcht eine verſöhnliche
Löſung der dringenden Frage auch ſchon aus dem Grunde, um eine
Ab=
wanderung der Käuferſchaft von Bad=Nauheim zu unterbinden.”
WSN. Cronberg (Ts.), 17. Dez. Hochzeit im Heſſenhauſe.
Am Montag fand in der hieſigen Johanniskirche die Trauung des
Prinzen Chriſtoph von Heſſen mit der Prinzeſſin Sophie von
Griechen=
land, einer Nichte des Königs Konſtantin und Tochter des Prinzen
Andreas von Griechenland, ſtatt. Als Sohn der Landgräfin Friedrich
Karl, einer Schweſter des ehemaligen Kaiſers, iſt der Bräutigam ein
Enkel der Kaiſerin Friedrich, die früher lange Jahre in Schloß
Fried=
richshof in Cronberg wohnte. An der Hochzeitsfeier nahmen u. a. teil
die Herzogin von Cumberland, die Prinzen Georg mit Gemahlin und
Paul von Griechenland, die Prinzeſſin von Bourbon, der Großherzog
und die Großherzogin ſowie der Erbgroßherzog von Heſſen mit ſeiner
Braut, ebenfalls einer griechiſchen Prinzeſſin, der Markgraf und die
Markgräfin von Baden, Prinz und Prinzeſſin Adalbert von Preußen,
die Prinzen Louis Ferdinand und Waldemar von Preußen, der Herzog
und die Herzogin von Braunſchweig und andere fürſtliche Gäſte aus
dem Kreiſe der nächſten Verwandtſchaft.
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Seite 8
Donnerstag, den 18. Dezember 1930
Numme
A.oc.e." Bauslberfammtang.
Eine Sportkagung von Bedeukung. — Das Sporkprogramm 1931.
Berlin, 16. Dezember.
Das muß man dem ADAC. laſſen: er verſteht es, ſeine
Veranſtal=
tungen großzügig aufzuziehen, und heute hat ers wiedermal gemeiſtert.
aus einer an ſich nüchternen Hauptſporttagung eine Veranſtaltung von
Bedeutung zu ſchaffen. Staatsminiſter a. D. Dominieus hielt als
Vorſitzender des Deutſchen Luftfahrer=Verbandes einen Vortrag, und als
Ergebnis des Vortrages und ihm vorangegangener Beſprechungen
zwi=
ſchen ADAC.=Präſidium und Luftfahrer=Verband kann verbucht werden,
daß der ADAC. nunmehr auch Förderung der Luftfahrt in ſein
Pro=
gramm aufnehmen wird und gemeinſam mit dem Deutſchen Luftfahrer=
Verband deutſchem Motor= und Segelflugweſen nützlich ſein zu
können hofft.
Sportpräſident Kroth eröffnete die von allen ADAC.=Gauen gut
beſchickte Hauptſporttagung im Flugverbandhaus, gab davon Kenntnis,
daß der Streit zwiſchen dem ADAC einerſeits und den Vertretern der
Reifeninduſtrie und des Handels andererſeits nunmehr ſein Ende
gefun=
den hat, indem der Reichsverband des Kraftfahrzeughandels und =
Ge=
werbes ſeine gegen die Wirtſchaftsorganiſation des ADAC. angeſtrengte
Klage unter Uebernahme der Koſten zurückgezogen hat. Beiderſeits iſt
hierfür die Erkenntnis maßgebend geweſen, daß ein freundſchaftliches
Zuſammenarbeiten zwiſchen dem ADAC. und Reifeninduſtrie= und
Han=
del für beide Parteien angeſtrebt und verwirklicht werden muß. Kroth
gab ſodann Ueberblick über Entwickelung des Kraftfahrſports und
ver=
wies auf den gerade im Motorradſport zutage getretenen Hauptkampf
Deutſchland — England. Motorrad= und Autoſport müſſen weiter
ge=
pflegt werden: daneben aber babe ſich der ADAC. vorgenommen, auch
dem Flugſport ſein Intereſſe und ſeine Unterſtützung zuzuwenden.
Schon am Samstag war von der ADAC.=Sportleitung der Flugplatz
Staaken beſichtigt worden und die Mehrzahl der Sportausſchuß=
Mit=
glieder hatte an Rundflügen auf Sportflugzeugen teilgenommen.
Von den Anträgen mögen als bemerkenswert kurz erwähnt ſein:
Annahme des Antrages von Gau 3 Württemberg und Hohenzollern, der
fordert, der ADAC. möge ſich bei OMB. und ONS. dafür einſetzen,
daß die Teilnahme an Zuverläſſigkeitsfahrten bis 400 Kilometer, ſoweit
ſie ſich innerhalb geſchloſſener Gaugebiete abſpielen, ohne Ausweiſe und
Lizenzen geſtattet wird. Dadurch hofft man, den provinziellen Sport
beleben zu können. Nicht genehmigt wurde ein Baukoſtenzuſchuß zum
Bau einer Rennſtrecke auf den Hochwald bei Waldenburg i. Schleſ.,
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doch wird dieſem Wunſch des ſchleſiſchen ADAC.=Gaues 9 in anderer
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Form entſprochen werden können. Beantragte Erleichterung der
Bedin=
gungen zur Erlangung des ADAC.=Sportabzeichens wurde abgelehnt,
ſoll doch das ADAC.=Sportabzeichen Auszeichnung für tatſächliche
Höchſt=
leiſtungen bleiben. Für Großleiſtungen im Laufe der letzten Sportjahre
wurden auf dieſer Hauptſportverſammlung 48 Auto= und
Motorrad=
fahrer ausgezeichet. Die höchſten Auszeichnungen, goldene
Sport=
abzeichen, wurden den Fahrern Toni Bauhofer, Brand, E. G.
Burgal=
ler, Otto Glöckler, Wilhelm Glöckler, Hiller, Hüth. Klein, Kotte=
Dres=
den, von Krohn, Kürten, H. Lang, Macher, Joſeph Maier, von Morgen,
Mühlbacher, Prybilſki. Roſenbaum. Sommer=Plauen, Steinweg=
Mün=
chen, Tennigkeit, Winkler=Chemnitz, und Kleemann=Homburg zuerkannt.
Silberne Sportabzeichen erhalten: Bernſtein, Ebſtein, Fleiſchmann, Karl
von Gnilleaume (München), Heiſe, Kohlrauſch, Körner, Levi (Dresden),
Ley (Nürnberg), Lur (Berlin), Mader, Mittenzwei, Neiſſe, Dr. Riſſe
(Solingen), Rudat, Schleſinger (Görlitz) Schneider.
Burgaller, von Morgen, Macher, Mittenzwei, Lux, Schleſinger und
Körner waren ſelbſt erſchienen und erhielten ihre Auszeichnungen mit
anerkennenden Worten Kroths und von der Verſammlung lebhaft
be=
klatſcht, überreicht.
Dominieus Vortrag fand beſonderen Beifall und Beachtung, weil
er ja nicht zu Luftfahrt=Fachleuten ſprach, ſondern zu Freunden des
Motorſports, die deutſcher Luftfahrt gewonnen werden ſollen. Aus
ſeinem Vortrag intereſſierten beſonders einzelne Ziffern: daß deutſches
Kleinflugzeug dank der Reichsſubvention jetzt ſchon zum Preiſe von
4000 Mark zu haben iſt, daß der Mitgliederbeſtand des Deutſchen
Luft=
fahrer=Verbandes durch ihm angeſchloſſene Vereinigungen auf 50 000
Mitglieder angewachſen iſt, daß die Kaskoverſicherung eines Flugzeugs
etwa 20 Prozent, die Abſchreibung für Abnützung etwa 25 Prozent pro
Jahr betrage, und daß der Beſtand deutſcher Privatflugzeuge ſich von
18 im Jahre 1926 auf 90 im Jahre 1930 erhöht hat, daß dieſe 18
Flug=
zeuge 1926 204 Flüge zurücklegten, die 90 Flugzeuge in dieſem Jahre
ſchon rund 28 000 Flüge zurückgelegt haben. Sein Wunſch, der ADAC.
möge die Patenſchaft für Flugſchüler durch Beihilfen übernehmen, fand
einmütige Zuſtimmung. Der Verſammlung wurde ein Entwurf zur
Einrichtung einer ADAC.=Luftfahrt=Abteilung unterbreitet, eine von
Beauftragten des DVV. gefertigte Ausarbeitung, die ſehr intereſſant
iſt und die zunächſt Ausgaben für 3 Kleinmaſchinen, 3 Maſchinen von
40 PS und 3 Maſchinen von 80 PS, insgeſamt alſo 9 Maſchinen,
vor=
ſieht, ferner Koſten für Geräteunterhaltung. Verſicherung, Flugplatz,
Hallenbau uſw. veranſchlagt.
Der Lichtbildervortrag des oſtpreußiſchen Gauvorſitzendö,
(Königsberg) zur Werbung für die große Oſtpreußenfahrt 66 hochintereſſant und hat ſeinen Werbezweck fraglos erf,
Reichspräſident von Hindenburg das Protektorat über die 4
fahrt übernommen hat, iſt beſonders erfreulich. Dr. JunghEu
der ADAC.=Sportabteilung, gab Richtlinien für die Veranſtt
Wettbewerben. Sternfahrten werden künftig die deutſchen
nicht mehr zwingen, weite Startorte im Ausland
aufzuſuchs=
es werden Fahrten mit Tagesetappen=Scheitelpunkten geſtatten
Dipl.=Ing. Stadtrat Filſer (Augsburg) hielt als Wao=
Vortrag über techniſche Aufgaben des ADAC.: Regelung d.
o=
turpreiſe, der Sachverſtändigengebühren, Fahrzeugüberwackn,
durch geplantes Zuſammenarbeiten mit den deutſchen Reviſiag=
Verbeſſerung der Garantiebeſtimmungen, Feſtigung in der
frage, Klärung der Erfindungsfrage neuer Erfindungen undo
eines Laboratoriums zur Prüfung neuer Erfindungen hat ſiſ
niſche und techniſch=wiſſenſchaftliche Abteilung des ADAC. zurm
geſtellt.
Das Sportpräſidium wurde einſtimmig wiedergewählt.
Gau Danzig beantragte Huldigungsfahrt nach dem deutſchem
Beſuch von Danzig, Zoppot, Maſurens und der ſamländiki
wird durchgeführt werden. Der ADAC.=Sportterminkalende
gende Veranſtaltungen für 1931 vor:
30. Januar mit 1. Februar: 8. Winterfahrt Garmiſch=Pa=
(Gemeinſchaftsveranſtaltung mit dem Bayeriſchen AC.;
13.—19. April: 144=Stundenfahrt für Motorräder auf dem 1
ring, oder Internationale Länderfahrt.
1.—2. Mai: Oſtpreußenfahrt des ADAC.
11.—13. Mai: ADAC.=Dreitagefahrt für Krafträder (im Harn.
Ende Mai: ADAC.=Reichsfahrt für Kraftwagen mit
Sondex=
im Riefengebirge und in Schleſien.
6. und 7. Juni: Eifelrennen 1931 auf dem Nürburgring.
21. Juni: Avusrennen für Wagen und Räder.
21. oder 28. Juni: Schleizer Dreieck=Rennen.
26. Juli: Internationaler Bergrekord und Großer Bergttf
Deutſchland auf der Freiburger Schauinsland=Strecke.
31. Mai: ADAC.=Motorboot=Regatta auf dem Templiner Se4
Geſamteindruck der großen Tagung: der ADAC. weiß, wad
Geſchickte Männer arbeiten auf geeigneten Poſten. 133000 L7
geben dem ADAC. ſportliche, touriſtiſche und wirtſchaftliche
tionskraft und Macht. Und wenn eines Tages der ADAC. dies
als international anerkannter Club; übernimmt, — angeſichts
überragenden Könnens wäre das weder unberechtigt noch erſtan.
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Das führenge Blall
der Rheinzialz.
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arrier: Bilanz für Gott. Eigenbrödler=Verlag, Berlin=
Bilanz gibt es, wie einſt in der guten alten Zeit bei
bZegel war, verſchleierte Werte. Ein Lebensbekenntnis,
ie die Abrechnung einer entwurzelten Generation, die
Dſen Zynismus verſinkt, als nach dem Strohhalm der
ſoes Optimismus greift. Und doch iſt es in der
Wirklich=
ihn ei eines ſtarken Individuums, der unter der Laſt eines
geigeſteigerten Verantwortungsgefühls zuſammenbricht oder
mihen droht. — Ueber Jugend und über Generationen
iel geſchrieben, wie es in einer Zeit, in der Kategorien
d viduen nichts ſind, ſelbſtverſtändlich iſt. Auch bei dem
„=Sriers iſt man geneigt, zuerſt die Auseinanderſetzung
wün n mit der Umwelt zu ſehen, einer Generation, die den
— mitmachte, aber in ſeinem Schatten aufwachſen mußte,
bxis in ſeiner unmittelbaren Schrecklichkeit verſagt wurde
ger ſtumpfen Verzweiflung und Hoffnungsloſigkeit ihren
„Asöchte man das Bekenntnis Becker=Triers nur ſo werten,
weiEindrücke, die dem Leſer ſich zuerſt aufzwingen — und
chr m Schrecken jagen — vielleicht richtig. Ein Stil, der kein
Zu miſammengeballte, wild hingeworfene Sätze, die manchmal
Aſan, wo es doch bloß loſe Gedankenfetzen ſind; ein
Lebens=
mr einen Fiebertraum in ſeiner Unſtetigkeit und ſtellenweiſe
2mitenſität erinnert. — Vernichtende Kritik an allem Vor=
;—hmal gerät man in Verſuchung über poſitive Werte, die
iffenglen; über Ideen, die uns aus einer abſichtlich verekelten
nwans! Ausweg zeigen, Rechenſchaft zu fordern. Aber ſolche
kon yn —— zum Glück — nicht; es handelt ſich da nicht um ein
jprommri, ſondern um ein Bekenntnis, dem es nur auf die
eit Yommt. Man denkt ſtellenweiſe an Rimbauds „Une Saiſon
r- wo die Perſönlichkeit des Autors ſich nicht mehr hinter
Gennirn verſteckt. Und deshalb und auch wegen des inneren
z. de e m Buche nicht abzuſprechen iſt, und es von jedem
Vor=
oralität befreit, wird man ſeine Unausgeglichenheit und
ſo.h, der ab und zu mit der Sprache getrieben wird, ver=
Eucjährliches Buch vielleicht für den, der nicht kritiſch leſen
A. ganz entſchieden kein Leſebuch für Mädchenpenſionate.
ihd— Satire und der ſcheinbare Nihilismus der Urteile
ent=
ſ is Amoralität. Nur langſam kriſtalliſiert ſich etwas
sr, vielleicht nicht immer nötigen Konfuſion der Erzählung;
tez entdecken, aber wenn man auch dieſen ganzen Ideen=
„Heißt, ihm den Wert abſprechen, hieße ihn verkennen.
ta nie klar, ſie müſſen nicht geleſen, ſondern gedeutet
Ferja gewöhnlich nur für Eingeweihte da ſind. d. p.
tleider= G. /bilde eröchktes, von Max Hochdorf. Deutſch=Schweizeriſche
Auszieh. hrlagigſtalt (Eigenbrödler=Verlag A.G.), Berlin, Zürich,
ig zu 50 30. Sseiten, in Ganzleinen 7,50 RM.
necht=
Ktu geſchichte oder beſſer geſagt Sittengeſchichte in
Kurz=
chtenn,) nnöchte man dieſes Werkchen bezeichnen, d. h.
Werk=
nichFroo ſeinem recht ſtattlichen Umfang, ſondern nach der
ſchen; i leriſchen und feſſelnden Art, wie hier die Großen
irde un Uldam und Eva bis auf die Gegenwart ihrer „Größe‟
zu v.—enittzickleidet werden. Und ſo etwas lieſt der Leſer, zu=
8, pt hnh werntyes Buch, wie hier, ebenſogut wie geiſtvoll geſchrieben
Eſhv nig iſt manches aus der Kammerdiener=Perſpektive
en, auß wer hat ſo manchen großen Herrn beſſer gekannt als
—Kammtiener! Der Verfaſſer, der ſich auf den verſchiedenſten
ßc eten m* Schrifttums einen Namen gemacht hat, gilt als der
zer eyürr ganz neuen Geſchichtsphiloſophie, und in den
Eben=
nGſes hat er zu einer Art Raritätenkabinett Reflexionen
Soktves und Napoleon, über Eliſabeth von England und
—n dal ſnclos, über Metternich und Victor Hugo — um nur
uitſMiesſe Nawn zu nennen — vereinigt, die eine vielleicht nicht un=
Ang ſhet otten s ber zum mindeſten neue und reizvolle Art
geſchicht=
hler Deruhs darſtellen. Ein Kapitel über die hiſtoriſche Anekdote
umßt vit=Fruch ab. Heben wir noch einmal hervor, daß „Die
bildalrhattes” ſich zwar ſehr amüſant und leicht leſen, aber
an auſ Orten zu tieferem Nachdenken anregen.
berl agmA Mhyle: New York. Phaidon=Verlag, Wien.
Faul /Arand ſtellt ſich in dieſem Buche eine ſehr ſchwer zu erfül=
Aufige. Er wollte New York dem Leſer verſtändlich machen.
Aißke eine andere Definition zu geben, wäre unzutreffend,
ü— Standardwerk, nach keiner Richtung hin. Eine unge=
Uib on Angaben, aber trotzdem iſt es kein Baedecker, ja man
eimh einmal einen Ueberbgedecker nennen. Denn Morand
tercyri, Anſprüche, und man ſtellt welche auch an ihn.
Spazier=
in r26 ork in der Morand eigenen Sprache; mancher könnte
„einmm ſiin, Morand ließe ſich beſſer im Franzöſiſchen leſen. Das
eein Akwarf. Solche Bücher, Gebrauchsanweiſungen zu einer
n.odetzi, ſollte man ſie nennen, ſind leider ſelten. Gerade über
Yorkr pem wir aber ſchon eine ungeheure Anzahl von
Schilderun=
aller ms mehr in der Tagespreſſe geleſen; jetzt haben wir ein
—me 1mnoch den Vorzug hat, nicht allein auf Objektivität
auszu=
ſm, der es widerſpiegelt den Standpunkt eines bekannten Schrift=
Eiülers. Abe York von Paris aus geſehen, das ergibt ſich ſelbſt in die=
Falle/ (ns nicht das New York der jetzigen Wirtſchaftskriſe, ſon=
* jenexs as in einer Hochkonjunktur damals jede Rechtfertigung
— Aafſchwankt peinlich zwiſchen zwei Gefühlen: ſoll man ſich
ſden ſiSen Schilderungen auseinanderſetzen denn ſie drängen
auf, ᛋibeer ſogar ermüdend und faſt banal. Man ſoll das Buch
weiſe ſießen — oder mit dem Schriftſteller Paul Morand. Denn
* Per’ſiikeit iſt genug wichtig, um gegebenenfalls jede ſachliche
ſtellurügerenſächlich zu machen. Ein höchſt intereſſantes Buch trotz
n, unuh enn man es mit dem Gefühl välliger Konfuſion und
Ver=
zung Achef+, ſo iſt das wahrſcheinlich mehr die Schuld New Yorks,
d. p.
die PMMorands.
Vert „Sfan: Mani. Verlag für ſchöne Wiſſenſchaften. Dornach
nd Shgart.
ſich Rie LeG es Religionsſtifters Mani und ihre Bedeutung iſt im
emeineitpmig bekannt. Um das Jahr 200 nach Chriſti trat Mani
und vieenoete in Perſien, ſowie in den Nachbarländern ſeine Lehre,
jahrhumrslang große Wirkung ausübte. Mani war Perſer und
von il mon gründete Religion war eine Syntheſe des damals
dog=
ſch no ycht herauskriſtalliſierten Chriſtentum mit dem perſiſchen
nenkulke— Manichceismus zeigt aber ganz deutlich auch griechiſche
Einflüſſe. Albert Steffens Schrift — zwei Vorträge, gehalten im
Goetheanum — bringt wohl für den Fachmann manch wichtige
An=
regungen, iſt aber wenig geeignet, den Laien in dieſes ſchwierige Gebiet
der Religionsforſchung einzuführen. Wir vermiſſen vor allem eine
klare Einleitung; am Vortragstiſch iſt es möglich, in medias res
zu ſpringen, und der unmittelbare Kontakt zwiſchen Redner und Hörer
mag vielfach die ſyſtematiſche Darſtellung erſetzen. Doch der Leſer ſtellt
andere Forderungen auf. Selbſt dann, wenn er mit der Lehre Rudolf
Steiners, die dem Verfaſſer in der Auseinanderſetzung mit dem
Manichaeismus vielfach als Leitfaden dient, bekannt iſt.
d. p.
Führer und Völker. Von Hans Schlange=Schöningen.
Ver=
lag Paul Parey, Berlin 1931. 225 Seiten. Broſchiert 5,50 RM.
Ft. Die Geſtalten von Clemenceau, Lloyd George, Wilſon und
Nikolai Nikolgjewitſch ſind es, deren politiſches Wirken und deren
Ein=
fluß auf ihre Völber und damit auf das Weltgeſchehen der Verfaſſer in
ausführlichen, glänzend geſchriebenen Würdigungen umreißt.
Clemen=
ceau, deſſen Wort von den 20 Millionen Deutſchen, die zu viel auf der
Welt ſind, wir nie vergeſſen werden, Lloyd George, der vom kleinen
Dorfjungen in Wales über die Advokatur und den Sitz im Parlament
zum grundſtürzenden Reformer, zum Staatsmann des Krieges und zum
Führer zum Siege wurde, der Vertreter des alten Grundſatzes von der
„balance of power”, jenem nie durchbrochenen Charakteriſtikum der
eng=
liſchen Politik, auf dem Englands Sicherheit und Größe wuchs und
ruhte. Und als Lloyd George nach dem Kriege dieſen Grundſatz
ver=
letzte, ſteht England jetzt in der größten Wirtſchaftskriſe ſeiner Geſchichte
gegenüber der völligen Finanzherrſchaft der Amerikaner und der
Vor=
herrſchaft Frankreichs in Europa. Zu dieſen beiden Männern tritt
Wilſon, der ſmarte Geſchäftsmann, der den Reichtum Amerikas durch
blutbefleckte Dollars ins ſchier Unermeßliche erhöhte und ſich dann in
puritaniſcher Selbſtgerechtigkeit zum Friedensrichter des Erdballs berufen
fühlte. Auch für Amerika waren, wie einſt für die Loslöſung von
Eng=
land und den Bürgerkrieg, ſo auch für den Eintritt in den Weltkrieg,
eſchäftliche Gründe maßgebend, es galt die Zahlungsfähigkeit der
euro=
päiſchen Gläubiger zu ſichern, die darum nicht unterliegen durften. In
Nikolai ſchildert der Verfaſſer den Mann, der vielleicht 1917 hätte
Ruß=
land retten können, wenn er den Gehorſam gegenüber dem lebendigen
Willen ſeiner um innere Freiheit ringenden Nation höher geſtellt hätte
als den Gehorſam gegenüber dem falſch beratenen Zaren.
Das Schlußkapitel des Buches. Das Vermächtnis des Freiherrn
von Stein”, entwickelt die praktiſchen Folgerungen für die deutſche
Poli=
tik der Gegenwart und Zukunft, in Steins Sinne endlich das bewußte
Staatsvolk zu ſchaffen, mag die Staatsform dabei heißen, wie ſie will.
Das Buch iſt ein Dokument von biographiſch=politiſchem Gehalt und
Wert.
* Robert Neumann: Jagd auf Menſchen und Gebanken. J. Engelhorns
Nachf., Stuttgart.
„Sachberichte über abenteuerliche oder ſonſt etwa der Mitteilung
werte Erlebniſſe . . .” ſteht über dieſen nicht immer gleichwertigen
No=
vellen und Schilderungen, als ob es uns intereſſieren würde, ob dieſe
Skizzen reſtlos in einer in dieſem Falle ziemlich belangſoſen Realität
entſprechen. Es kommt ja letzten Endes doch nur auf die
Geſtaltungs=
kraft des Erzählers an. Und dieſe verſagt an einigen Punkten, dort,
wo die „lebendige Welt” ſich ihn in allzu plumpen und banalen Formen
aufdrängt. Es gibt zu oft geſchilderte Dinge, wie etwa ein türkiſches
Bad oder das Dirnenviertel einer Hafenſtadt, die, ſelbſt geſehen, und
ſogar zum erſtenmal geſehen, ſchemenhaft, abgeleiert und banal wirken.
Die ſchönſten und gelungenſten Skizzen ſind die von Meeresfahrten;
zwiſchen ihnen findet man packende und ſpannende. Scheinbar iſt die
„lebendige Welt”, vom Meere aus geſehen, am wenigſten banal. Eine
der Skizzen, „Nebel vor Gibraltar”, verdient beſonders erwähnt zu
werden; ſie iſt ein kleines Meiſterwerk.
d. p.
Schlagſchatten. Sechsundzwanzig Schickſalsfragen an Große dieſer Zeit
von George Sylveſter Viereck. Deutſch=Schweizeriſche
Ver=
lagsanſtalt (Eigenbrödler Verlag A.=G.), Berlin und Zürich. 368
Sei=
ten. In Ganzleinen 8.50 RM.
*t. Biographiſche Werke ſind heuzutage „gefragt”, und wenn ein
Mann wie George Sylveſter Viereck, der mit ſo manchen führenden
Männern der Zeit zuſammengekommen iſt, dieſe Perſönlichkeiten
aus=
fragt und die Ergebniſſe in einem Werk zuſammenſtellt, dann iſt es
be=
greiflich, wenn eine ſolche Zuſammenſtellung einen ſehr intereſſierten
Leſerkreis findet. Natürlich haben ſich in die Antworten der großen
Männer auch manche Plattheiten eingeſchlichen, denn auch ein Großer
iſt nicht immer „groß”, aber Viereck verſteht es meiſterlich, durch direkte
dem Befragten ſichtlich oft peinliche Fragen an die Punkte
heranzukom=
men, die er erörtern will. Gerhart Hauptmann, Hindenburg, Graf
Keyſerling, Schacht, Kronprinz Wilhelm und andere ſind es neben
aus=
ländiſchen Männern, die Viereck in den Kreis ſeines unbedingt
leſens=
werten Buches zieht. Daß das Werk mit einem Kapitel. „Duell mit
Emil Ludwig” abſchließt, mag nicht erforderlich geweſen ſein. Der
Ver=
faſſer freilich ſtellt ſich in dieſem Kapitel in ſcharfen Gegenſatz zu Emil
Ludwig, zu deſſen Stellungnahme zu Keyſerling und Wilhelm II., aber
für den politiſch und hiſtoriſch Denkenden ſollte das Kabitel. Emil
Lud=
wig” bereits abgeſchloſſen ſein! Anſonſten gehört „Schlagſchatten” zu
den Büchern, die man mit Aufmerkſamkeit leſen ſollte, nicht zuletzt alles
das, was Muſſolini zu dem Verfaſſer über das Verhältnis zu
Deutſch=
land und zu der Südtiroler Frage ſagt!
Dr. Johann Strunz: Der Völkerbund. Entſtehung und Satzung,
Organe und Geſchäftsordnung, Entwicklung und Wirkung in der
großen Politik. Reclams Univerſal=Bibliothek Nr. 7106. Geh.
40 Pf., geb. 80 Pf.
Das ſoeben erſchienene Werk „Der Völkerbund. Entſtehung
und Satzung, Organe und Geſchäftsordnungen. Entwicklung und
Wirkung in der großen Politik” herausgegeben von Dr. Johann
Strunz. Leiter des Staatsbürgerkundlichen Seminars an der
Deutſchen Hochſchule für Politik, bringt die kürzeſte und objektiv
beſte Darſtellung, die die Erſcheinung des Völkerbundes bisher in
der deutſchen Literatur gefunden hat. Das Werk wird für jeden
Intereſſenten und beſonders für die Durcharbeitnng zu
Studien=
zwecken wertvoll durch die Abſchnitte „Völkerbund und Verſailler
Vertrag, „Völkerbund und Locarno=Vertrag", „Völkerbund und
Kelloggpakt. „Deutſchland und der Völkerbund” und zwei
Zeit=
tafeln, deren erſte die Entwicklung bis zur Gründung des
Völker=
bundes zeigt und deren zweite unter der Ueberſchrift „Völkerbund
und große Politik” die Entwicklung von 1919 bis 1930
charak=
teriſiert.
Herzveilchen und andere ulkige Gewächſe. Humoresken von E. von
Adlersfeld=Balleſtrem. Preis 4,50 RM. Frawin=
Ver=
lag, Leipzig.
Die neue Auflage dieſes Büchleins der bekannten Verfaſſerin wird
mit ſeinem ſprudelnden Humor, den farbigen, teilweiſe ſatiriſchen
Zeit=
bildern auch den ärgſten Griesgram erheitern.
Seite 9
* Hiob. Der Roman eines einfachen Mannes. Von Joſeph Roth.
Guſtav Kiepenheuer Verlag, Berlin.
Die Lebensgeſchichte eines jüdiſchen Lehrers, oder richtiger die
Ge=
ſchichte der zahlreichen Familie, deren Oberhaupt er iſt, wird uns in
dieſem Roman erzählt. Das ſchon etwas zu oft geſchilderte Milieu der
armen ruſſiſchen Juden im Vorkriegsrußland enrſteht vor unſeren
Augen. Wir ſehen den Helden, eine Art von machtloſen Patriarchen,
vergebens gegen das Elend ankämpfen, Schickſalsſchläge fromm und
geduldig ertragen, nach Amerika auswandern, die Kinder eines nach
dem anderen verlieren und ſchließlich unter dem vielen Unglück
zuſam=
menbrechen. Dieſer unaufhaltſame Zuſammenbruch, auch wenn er zu
ſtark motiviert wird, iſt nicht ohne Wucht und dramatiſche Kraft.
Schade, daß ihm eine Art von Happy end angehängt iſt; der in
Ruß=
land verſchollene krüppelhafte Sohn, der inzwiſchen zu einem berühmten
Komponiſten geworden iſt, erſcheint auf der Bildfläche und verſöhnt
dem vom Schickſal zermürbten und an ſeinem Glauben irre gewordenen
Patriarchen mit Gott. Uns kann er aber mit dem ſüßlichen Unterton,
der durch ſtellenweiſe übertriebenen Realismus gemildert werden ſoll,
und mit der Idealiſierung der Geſtalten nicht verſöhnen. Der Roman
iſt flott geſchrieben und entbehrt nicht literariſch ſchöner Seiten. d.p.
„Du?” Roman von Peter Flamm (Paul Tſolnay=Verlag
Berlin=Wien, Leipzig).
Ap. Ein Abenteuerroman. Der Sohn eines reichen
Hambur=
ger Senators van Steen, der ein liederliches Leben geführt hat,
will eine Schuld ſühnen und ganz von neuem anfangen, er
ver=
ſchmäht die Unterſtützung ſeines Vaters und verläßt nur mit ein
paar Mark in der Taſche die Heimat. Die Schuldfrage — er ſoll
den Tod eines Jungen auf ſeinem Schiffe verſchuldet haben—
leibt wie manches andere in dieſem Roman unklar. Er geht fort,
hungert, bettelt, wird Leichenwäſcher, Fabrikarbeiter, Heizer,
hauffeur. Komparſe im Film und ſchließlich Kellner in einem
Hotel in Tirol, wo er eine Liebſchaft mit einer Signora unterhält,
mit deren Hilfe er Spionage betreibt, wird von ihr aus Eiferſucht
denunziert und verfolgt, entkommt mit Hilfe ſeiner Geliebten, die
ihm aus Hamburg nachgereiſt iſt und verſteckt ſich als blinder
Paſ=
ſagier in das Rettungsboot eines Schiffes, das nach Buenos Aires
fährt. Er verdingt ſich unter falſchem Namen als Maſchiniſt auf
das Schiff, wird Boxer in Buenos Aires und feiert als ſolcher
Triumphe. Als er erkannt wird und verhaftet werden ſoll, boxt
er den Poliziſten nieder, entflieht und verſteckt ſich in dem
Bunker=
raum eines Schiffes, das nach Oslo fährt. Er wird auf Grund
eines durch den Draht übermittelten Signalements erkannt und
als Gefangener nach Oslo gebracht, gelangt durch das Bullenauge
der Kammer ins Freie und erreicht ſchwimmend ein Boot, das
ihn ans Land ſetzt. Darauf kehrt er in die Heimat zurück, wo er
ſeine frühere Geliebte, ein dirnenhaftes Mädchen, das nach einem
beſchmutzten und weggeworfenen Leben einen anderen Mann
be=
tört hat, im Sterben trifft. Nach ihrem Tode fährt er nach Paris,
ſtellt ſich ſelbſt der Polizei und wird als Gefangener nach St.
Pierre auf der Inſel Martinique gebracht. Bekanntlich wurde die
Stadt St. Pierre durch den furchtbaren Ausbruch des Mont Pelé
am 8. Mai 1902 mit 28 000 Einwohnern vernichtet. Nur ein
ein=
ziger Menſch, ein Sträfling, der in einem unte irdiſchen Gefängnis
ſaß, blieb am Leben. Der Roman läßt dieſen Einzigen van Steen
ſein. Im letzten Abſchnitt des Romans finden wir den
Aben=
teurer in Berlin. Wie er dahin gekommen iſt, bleibt unklar. Auch
müſſen viele Jahre dazwiſchen liegen, denn es iſt Nachkriegszeit.
In Berlin ſchreibt er Bücher über Philoſophie, Ethik. Kunſt uſw.,
und wird als großer Gelehrter gefeiert und hoch geehrt. Plötzlich
entſchließt er ſich, alles aufzugeben und zu verlaſſen, ſein
Ver=
mögen an Bedürftige verteilen zu laſſen und in ein Land „fern
im Oſten” zu wandern. Gemeint iſt zweifellos Indien.
Der Zuſammenhang der Geſchehniſſe und die Motive der
han=
delnden Perſonen bleiben vielfach unklar. Was mit einigen
Wor=
ten klargeſtellt werden kann, wird verſchwiegen oder geheimnisvoll
verſchleiert, eine Manier, die dem Roman nicht zum Vorteil
ge=
reicht. Abgeſehen davon zeichnet er ſich durch ins Einzelne
gehende Schilderungen, die in der ſpannenden Beſchreibung des
Boxerwettkampfes in Buenos Aires und der grandioſen
Schilde=
rung des Unterganges von St. Pierre ihren Höhepunkt erreichen
und die phildſophiſchen Analyſen aus, die allerdings etwas mit
Ballaſt beladen ſind.
Knut Hamſun: Frauenſieg. Novellen. Mit einem Nachwort von Erwin
Magnus. Reelams Univerſal=Bibliotoek Nr. 6901. Geh. 40 Pfg.,
gebd. 80 Pfg.
Die in dieſem Bändchen vereinigten Nobellen geben ein vorzügliches
Bild von der Geſtaltungskraft des größten norwegiſchen Dichters der
Gegenwart. Vor allen Dingen ſpiegelt ſich in ihnen der echt
Hamfun=
ſche Humor, der meiſt bitter und ſcharf, zuweilen ſogar grauſig iſt. Der
Schauplatz iſt zum Teil der wilde Weſten Amerikas, wo ſich der Dichter
ſelbſt jahrelang als Gelegenheitsarbeiter, Holzfäller,
Straßenbahnſchaff=
ner uſw. aufgehalten hat. Mit überlegener Sachlichkeit zeichnet er die
menſchlichen Schwächen in ihren verſchiedenſten Spielarten.
Der Aquamarin. Roman von Ernſt Norlind. Ins Deutſche übertragen
von Emil Schering. Deutſches Verlagshaus Bang u. Co., Berlin
W. 57. Preis Ganzleinen 5,50 Mk.
Emil Schering, der als Ueberſetzer einem Strindberg die Bahn in
Deutſchland erſchloſſen hat, führt in Ernſt Norlind einen neuen Autor
von ſtarker Eigenart bei uns ein. Ihm iſt eine tiefe Verwandtſchaft mit
deutſchem Weſen eigen, ſo feſt ſeine Wurzeln auch in der ſchwediſchen
Heimat ruhen. Im Mittelpunkt ſeines bewegten und ergreifenden
Ro=
mans ſteht die Ehe zweier innerlich vornehmer, nach Freiheit
verlan=
gender Menſchen, die ſich aus innerer Einſamkeit heraus
zueinander=
finden. Wie dieſe beiden Hauptgeſtalten des Romans, ſind auch die
Neben=
figuren von hoher Originalität, ſo z. B. der hünenhafte Jäger und
Schloßherr Ragnar, deſſen kindhafte, unbeholfene Seele ſich im Leben
verirrt. Immer bietet die ſchwediſche Heimat mit ihren Schlöſſern.
Wäl=
dern und Seen, ihren ziehenden Schwänen und ihrer großen Einſamkeit
einen Hintergrund, der ſeltſam ergreift.
Ins Zauberreich des Films. Von Dr. Gg. Viktor Mendel. Mit 170
Abbildungen. Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57. Preis
Halb=
leinen 5.— Mk.
In die Filmwelt, die ſich ſo gern abſchließt, um ihre Geheimniſſe
zu wahren, führt uns hier ein Fachmann und genaueſter Kenner ein,
feſt überzeugt, daß es dem Film keineswegs ſchaden kann, wenn man
die Summe von Geiſt, Erfindungskraft und Geduld erſieht, die ſchon
zur Herſtellung der kleinſten Trickaufnahmen notwendig iſt. Was uns
Gg. Viktor Mendel in ſeinem friſchen, ungemein feſſelnden Buch bietet,
ſind nicht lehrhafte Auseinanderſetzungen; vielmehr läßt er den Leſer
an dem abenteuerreichen Entwicklungsgange teilnehmen, der dieſen durch
Ule Gebiete des Films und der Filmtechnik führt.
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Seite 10
Donnerstag, den 18. Dezember 1930
Schiff auf dem Trockenen.
Verſuche zur Wiederflottmachung des „trocken gelandeten” Schleppers.
Bei Dresden=Kemnitz fuhr während des Hochwaſſers ein Schlepper auf einer Elbwieſe feſt, wo er
jetzt nach dem Rückgang des Waſſers vollſtändig im Trockenen liegt. Mittels langer Baumſtämme
verſucht man, das Schiff wieder ins Waſſer zu transportieren.
Der neue Groß=Rundfunkſender für Oſtdeutſchland in Bekrieb genar
Rundfunkſender Heilsberg, unweit von Königsberg (Oſtpreußen),
der neue Großſender für Oſtdeutſchland, der mit Quarz=Steuerung ausgerüſtet iſt, wurdl
trieb übergeben. Die funktechniſchen Einrichtungen der Station ſind nach den neueſten
E=
des Pachw
einem plötz
auf dem Gebiete des Fernmelde= und Funkweſens geſchaffen.
werden m
Große Zerſtörungen an Fernleitungen.
Berlin. Umfangreiche Zerſtörungen ſind
in der vergangenen Nacht von Kupferdieben
auf der Strecke zwiſchen Bernau und Melchow
an der Stettiner Bahn angerichtet worden. Es
wurden in einer Ausdehnung von zwei
Kilo=
metern von 38 Telegraphenſtangen die
Bronze=
drähte der Fernleitung abgeſchnitten. Die Drähte
haben ein Geſamtgewicht von über 30
Zent=
nern. Es ſcheint, daß verſchiedene Banden ſich
zuſammengetan haben, denn es iſt ausgeſchloſſen,
daß wenige Perſonen die Rieſenmenge Draht
hätten fortſchaffen können. Bronzedraht von der
Art, wie er zu Fernleitungen benutzt wird,
kommt niemals in den Handel. Auch die älteren
Drähte, die durch neue erſetzt werden, verkauft
die Poſt nicht, ſondern ſchmilzt ſie ein. Da die
Diebe nicht damit rechnen dürfen, für die Drähte
in urſprünglicher Form einen Abnehmer zu
fin=
den, ſo müſſen auch ſie über eine Schmelze
ver=
fügen.
Originelles Denkmal.
Heidelberg. Im Hofe des
Marſtallge=
bäudes in Heidelberg wird zurzeit ein originelles
Denkmal errichtet. Auf einem Steinſockel erhebt
ſich eine Pyramide aus etwa 50 ſteinernen
Ka=
nonenkugeln, die von der „Artillerie” um 1500
benutzt wurden. Die Kugeln ſind aus
Muſchel=
kalk und haben einen Durchmeſſer von 15 bzw.
40 Zentimeter. Sie wurden in verſchiedenen
Tei=
len Heidelbergs, namentlich in der Altſtadt,
ge=
funden.
Schwerer Kampf der Polizei mit einem
Fürſorgezögling.
Harburg. Einen ſchweren Kampf hatte die
Polizei mit einem ausgerückten Fürſorgezögling
zu beſtehen, der bei ſeinen Eltern Unterſchlupf
gefunden hatte. Da die Eltern die Herausgabe
des Jungen verweigerten, begann eine
regel=
rechte Belagerung. Von den Fenſtern und Türen
aus wurde mit verſchiedenen Gegenſtänden auf
die Beamten geworfen. Auch wurden ſie mit
kochendem Waſſer begoſſen. Schließlich gelang es
mit vieler Mühe, in das Haus einzudringen,
nachdem zwei Schüſſe abgegeben worden waren.
Der Zögling iſt dabei verletzt worden. Er mußte
ins Krankenhaus geſchafft werden. Die Eltern,
die anſcheinend die Abſicht hatten, im Hauſe
ſo=
gar Feuer anzulegen, wurden verhaftet.
Schwerer Unglücksfall bei einer Uebung
mit Handgranaten.
Prag. Aus Komotau wird gemeldet, daß
auf dem dortigen Schießübungsplatz ein
Unter=
offizier, der die Handhabung einer ſcharfen
Handgranate demonſtrierte, auf dem naſſen
Boden ausglitt und ſtürzte. Die Handgranate
fiel zu Boden und explodierte. Drei Offiziere
wurden ſchwer verletzt.
Ikaliens „Dichkerfürſt” in Berlin.
Marcheſe Lanza del Vaſto,
aus dem ſizilianiſchen Fürſtengeſchlecht der Lanza
ſtammend, iſt in Berlin eingetroffen. Der jetzt
30jährige Marcheſe lebt in Florenz als einer der
repräſentativſten jungen Dichter Italiens. Er
ſchreibt, in Franzöſiſch und Italieniſch lyriſche
Werke und leitet ſich von deutſcher
Abſtammung her.
dwig Wangels „Tor der Hoffnung” vor der Schließung.
Die Schauſpielerin Hedwig Wangel, deren
Das „Tor der Hoffnung” bei Berlin,
das Heim für entlaſſene weibliche Strafgefangene. „Lebensarbeit dem „Tor der Hoffnung”, galt.
Hedwig Wangel, die vor einigen Jahren bei Berlin das Heim für entlaſſene weibliche
Straf=
gefangene gründete, will ſich von ihrer Lebensarbeit zurückziehen, da das Wohlfahrtsminiſterium
die Zwangsverwaltung über ihr Werk verhängt hat. — Frau Wangel hatte ohne vorherige
Ge=
nehmigung des Miniſteriums private Geldſammlungen veranſtaltet.
Die italieniſchen Geſchwaderflugzeuge zum Aklankikflug geſtarkel.
Die Flugzeuge auf dem Orbetello=See vor ihrem Abflug nach Braſilien.
Rom. Das aus zwölf Bomben=
Waſ=
ſerflugzeugen beſtehende italieniſche
Flugzeuggeſchwader iſt unter Führung
des Generals Balbo am Mittwoch um 7.45 Uhr
in Orbetello nördlich von Rom nach Partagena
in Spanien, dem erſten Ziel auf ſeinem
Ueber=
ſeeflug Italien-Braſilien abgeflogen. Der Ab=
flug wurde am Montag und Dienstag wegen
eines Sturmes über den Balearen verſchoben.
Das in vier Gruppen zu je drei Flugzeugen
ein=
geteilte Geſchwader wird zunächſt von zwei
Re=
ſerveflugzeugen begleitet, ſo daß in Orbetello am
Mittwoch früh 14 Flugzeuge unter dem Jubel
der Anweſenden aufgeſtiegen ſind.
Die entwichenen Morphiumſchmuggler.
New=York. Zu der Beſchlagnahme einer
Morphiumſendung im Werte von etwa einer
Million Dollar wird jetzt noch berichtet, daß die
Behörden von ihren Geheimagenten in Stambul
auf die Sendung aufmerkſam gemacht worden
ſeien, die in Holzkiſten verpackt und als
Pelz=
waren deklariert war. Die New Yorker
Zoll=
beamten hielten die Kiſten zunächſt mehrere
Tage lang unter ſchärfſter Bewachung. Man
hatte ſogar Maſchinengewehre ringsherum
auf=
geſtellt, in der Hoffnung, die Eigentümer faſſen
zu können. Dieſe hatten aber offenbar Wind
von der Sache bekommen und ließen die
wert=
volle Sendung im Stich.
Zuſammenſtoß zweier engliſcher U=Boote.
London. Zwei nach Hongkong beſtimmte
engliſche U=Boote ſind bei Gibraltar
zuſammen=
geſtoßen. Einzelheiten über die Kolliſion ſind
noch nicht bekannt geworden,
Schweres Eiſenbahnunglück in Spanien.
14 Tote.
Madrid. Bei Robledo ſtieß geſtern der
Aſturien=Expreßzug infolge
Nichtbeach=
tung eines Signals mit einem Güterzug
zuſam=
men. Das Unglück forderte 14 Todesopfer. 18
Perſonen wurden zum Teil ſchwer verletzt.
Frecher Raubüberfall in einem Eiſenbahnzug.
Paris. Ein frecher Raubüberfall wurde in
einem Eiſenbahnzuge in der Nähe von Lyon
ver=
übt. Zwei Räuber zwangen einen Polen, der
nach Agen reiſte, mit vorgehaltenem Revolver
zur Herausgabe ſeiner Brieftaſche, die 1500
Franken enthielt. Die Banditen ſprangen aus
dem Zuge, als er in langſamer Fuhrt die
Vor=
ſtädte von Lyon durchfuhr.
Großſeuer im Bremer Freult
Bremen. In den Abendſtunders
den Lagerräumen der Firma Nilſen1
Reismühle und Stärkefabriken im Frag/
Großfeuer aus, das zurzeit ſämtliche 804
abteilungen Bremens beſchäftigt. — ſu
22,15 Uhr ſteht das große Lagergezäxy:!der Höhenſt
Firma Nilſen u. Stephan in Brand. 50 führ nachts am
verfügbaren Feuerwehren weilen zurzuiszuſand des O
Brandſtätte. Das Feuer hat inzwiſchen e chzolger ſtand,
drohlichen Umfang angenommen. Ten u der Aufg
ſtöckige rieſige Gebäude gleicht einem nzufühlen”.
Flammenmeer, das ſich am Nachthimmm/ nüſcht jogleich erk.
abzeichnet. Die Zugangsſtraßen ſind. 4 Alchenſteuer eint
unabſehbare Menſchenmenge verſtopft.4 Qzhswirlung ei
ſache des Brandes iſt noch nicht bekoln zünzuflechten, da
Feuer erhält ſtändig neue Nahrung dare lbiverſtändlid
Mengen Reisſtärke und Kartoffelflocku.) ſuſn muß, wobei
dem Lager aufgeſtapelt ſind, Unmittelhl end eneben ſeinem
brennende Gebäude ſchließt ſich die 2üſhehen iſt,
an. Auf die Erhaltung dieſes Betriebot abwärts geneigte
ſich zurzeit die geſamte Tätigkeit der WM unmtändigen wei
Zu dem Großfeuer im Bremer Freſſcasmengen von
weiter zu melden: Gegen 23 Uhr tratxcſam und die Ko
unmittelbar am Brandherd vorüber: werſtärkt ha
Hauptarm der Weſer ein Dampflöſchboühe Imußte nunm
tigkeit, das mit ſieben Rohren von den hellen, zumal ar
ſeite aus die Arbeit der Feuerwehr:h, ſoie Folge ſein,
ſtützte. Kurz nach Mitternacht war Bsmnkleiner Löcher
ſoweit abgedämmt, daß eine Gefahr Aiſtm ausgeſchle
verſtändigem Urteil nicht mehr be=fſ, ſo konnte n
Hauptgebäude der Reismühle und des / 40 Folge ſein,
fabrik ſowie die übrigen Lagerräumne Enweile werden zu
gerettet werden. Der Betrieb erleidet /4 boem Höhenſte
Brandunglück keine weſentliche Beeintri== henzuſtellen.
Der Gebäude= und Materialſchaden, 1 Iff geführt hätte, e
Verſicherung gedeckt iſt, iſt außerordena ffllaum vor Abl=
Kurz nach Mitternacht rückte bereits einlng uNs Schiffes
Wehren wieder ab. Das große Lagerges9-huch die Ausm
hört der Firma Gebrüder Nilſen, Resa
und Stärkefabrik m. b. H. (nicht Näſt
Stephan).
Der Zuſammenſtoß der „Bremen” mr
„Britiſh Grenadier”,
London. Der Britiſche Admiront,
beſchäftigte ſich geſtern mit dem Zuſauw
des deutſchen Dampfers „Bremen” mit
liſchen Oeltankſchiff „Britiſh GrenadUE=
Dungeneß am 24. April dieſes Jahres um
feſt, daß die Führung beider Schiffe an N
ſammenſtoß die Schuld trage. Beide S0sUMIINEM
in dichtem Nebel nach der Auffaſſung Fa); teitgem
richtshofes zu ſchnell gefahren.
Ahnachtsgesc
Heibendem
Der Weihnachtsmann in Tadk 11RM 26o-
Mendieh Lonlungserlei
MNDERER.wEI
SchGMau. C6
Armstag
ein
Tabe
Teleion 648
Manturtin
Er beſucht im Luftballon die 1e
Japanerkinder.
Dieſe originelle Reklame macht eil
ſchäftshaus zur Weihnachtszeit. D*
fernen Oſten wird in vielen Famillel.
Abend gefeiert, und wie bei uns Ne”
lange vorher die Feſtſtimmung in. L
der japaniſchen Hauptſod=
nchungsergebnis über die Skrandungsurfache von „R. 101‟
Donnerstag, den 18. Dezember 1930
Seite 11
Von Korvettenkapitän a. D. Bcelitz, Berlin.
der Unterſuchungsausſchuß über die
Strandungs=
ache 6Xuftſchifſes „N. 101” in den erſten Dezembertagen
dieeſa verſtändigen angehört het, ſind die in Frage
kom=
ideu üſi=ehnungen nunmehr zum Abſchluß gelangt. Die
ammaal ung des Ergebniſſes wird zu Anfang nächſten
res Aſemier längeren Denkſchrift des britiſchen
Luftfahrt=
iſterözs bekanntgegeben werden. Gleichwohl liegt für die
fentli/ii die ja im weiteſten Umfange zu den
Verhand=
gen zzlrſſen war, bereits jetzt das geſante Material
zu=
ſo ſty mnan in der engliſchen Preſſe gegenwärtig ſehr
in=
ſantcht) lehrreiche Schlußbetrachtungen über die Urfachen
Luftlufrataſtrophe leſen kann.
Verßichil=cherweiſe wird der Schwerpunkt auf die Aus=
Sachverſtändigen gelegt. Ihr Urteil darf
urh für uns Deutſche maßgeblich und von großem
ZZu den Sachverſtändigen gehörte in erſter Linie
ferner der Geſchwaderführer R. F. Booth, der
tart von „R. 100” und der engliſche Fachgelehrte Prof.
Dieſe haben unabhängig von einander das Akten=
merkbar gemacht haben. Der wachhabende Offizier wird an ein
ſofortiges Opfern von Brennſtoff auch deshalb nicht gern
gedacht haben, weil dies möglicherweiſe die Durchführung der
ganzen Aegyptenreiſe in Frage geſtellt hätte. Deshalb wird er
wohl erſt nach Ablauf dieſer Zeit die Feſtſtellung gemacht haben,
daß das Schiff mit dem Höhenſteuer allein nicht mehr in
hori=
zontale Lage zu bringen war und wird nun wahrſcheinlich auch
Ballaſt abgeworfen haben. Das brachte dann vielleicht den Bug
vorübergehend wieder hoch, aber jedenfalls wird infolge dieſes
Manövers ein ſtarker Geſchwindigkeitsverluſt
eingetre=
ten ſein, zumal, wenn in ſolcher Bewegung das Höhenſteuer hart
nach oben lag. Bei dem zugleich langſamer und immer
ſchwerer gewordenen Schiff konnte aber die dynamiſche
Hubkraft, auf die das Schiff bei dieſer Fahrt ja ohnehin
angewieſen war, nicht mehr derart wirkſam ſein,
daß es ſich wieder hätte motoriſch aufſchwingen können. Als
ſchließlich die Schiffsführung erkannt hatte, daß eine Strandung
bevorſtand, tat ſie mit dem Kommando zum Abſtellen der
Mo=
toren und vermutlich dem Abwerfen des reſtlichen Ballaſtes das
einzige, was noch in ihrer Macht ſtand.
Dieſe gewiß ſehr plauſible Darſtellung der Sachverſtändigen
läßt indeſſen eine Reihe von Punkten unbeſprochen,
die vielleicht in Wirklichkeit eine entſcheidendere Rolle geſpielt
haben. Die dargelegte Störungsfolge hätte jedenfalls nicht ein
derartig kataſtrophales Ende zu finden brauchen, wenn das
Luft=
ſchiff von vornherein in Anbetracht des nebligen Wetters eine
größere Fahrhöhe gewählt hätte. Deshalb wird der Seemann
ungefähr das richtige treffen, wenn er ſeine Stellungnahme zu
dem tragiſchen Ende des engliſchen Luftrieſen in den einfachen
Satz zuſammenfaßt, daß hier „ein großes Schiff bei
Nebel=
wetter wohl allzu nahe längs der Küſte fuhr.”
ſehen und ſind dann zu einer nahezu übereinſtim=
394 t über die urſächlichen Ereigniſſe vor dem Unglück
Rieſen=Betrugsprozeß in Prag.
Eine Abenkenrerlaufbahn. — Ungeheuere Schwindeleien eines ehemaligen Kellners. — Zwei Todesopfer.
Ausdtzens von der durch funkentelegraphiſche Meldungen
be=
n Tiuice, daß ſich das Luftſchiff noch kurze Zeit vor der
ſſtronwhir einem völlig normalen und in keiner Weiſe
be=
ahigetmin Zuſtand befand, kommen die Sachverſtändigen zu
Annogke, daß die Urſache entweder allein in der
Durch=
runxſes Wachwechſels um 2 Uhr nachts, oder
ver=
gen um inem plötzlich eingetretenen ſtärkeren Gasver=
Segafrt werden muß.
Die 19hrechnung der ſtatiſchen Auftriebs= und
Gewichts=
ältninſſergab, daß das Luftſchiff infolge Regenbelaſtung
Mſl einamn gewiſſen Grenzen zuläſſigen Undichtigkeit um
den Aoi a 4 /2y nen ſchwer war, was einen durchaus
einwand=
man Geſth=szuſtand darſtellt, da von einem fahrenden
Groß=
hiff ſoſ= zwölf bis vierzehn Tonnen „Schwere” oder
htheüutlonne Schwierigkeit dynamiſch ausgeglichen werden
en. „ASieſem Falle alſo mußte das Luftſchiff mit dem
nury :wenig hochgehalten werden, um auf der Fahrhöhe
eiben;ler Höhenſteurer derWache, der von derZeit derAbfahrt
8 2 „Mf nachts am Steuer geſtanden hatte, wird mit dieſem
ichtssgur. d des Schiffes allmählich vertraut geworden ſein.
Naahfger ſtand, um mit Dr. Eckeners Worten zu ſprechen,
ichſt un er Aufgabe, ſich in die ſtatiſchen Verhältniſſe des
fes wizü fühlen”. Vielleicht hat er die Bugſchwere des
fes wiüt / ogleich erkannt und möglicherweiſe die bei waage=
Im Aſiemſteuer eintretende Abwärtsbewegung zuerſt nur
die Aſtwirkung einer vorübergehenden Fallböe gehalten.
iſt ſichutflechten, daß eine vorſchriftsmäßige
Wach=
abe ſhrtverſtändlich von einer mündlichen Erläuterung
itet uſi Siuß, wobei der abgelöſte Rudergänger noch einige
ſind Unbligten ben ſeinem Nachfolger ftehen zu bleiben hat. Ob
ſchließt 6 gefſckh en iſt, bleibt eine offene Frage.) Innerhalb
9 dieis ietzt zzwbarts geneigten Schiffes werden nun, ſo vermuten
nte Täütu Sachwitämdigen weiter, die aus den Undichtigkeiten
ſtam=
uer im Bies ſen diſamengen von der Spitze des Schiffes nach dem Heck
Gegen 5Atet ſrumd die Kopflaſtigkeit des Schiffes nicht
un=
andhe Flich ſorſtärkt haben. Bei erhöhter Schräglage nach
ſer ein Da.n abuamußte nunmehr auch eine erhöhte Beanſpruchung
ſeben Roſin Gaszikllt; zumal an Stellen, wo dieſe ſich in dieſer Lage
beit der ſerhrtenm 2 Folge ſein, ſo daß beſonders in der Gegend ſchon
Mitternuct underz kleiner Löcher jetzt das Einreißen einer
Gas=
daß eint Er mrch ausgeſchloſſen war. Erfolgte folch ein Zellenriß
1 niät 7Vorſaii ſo konnte nur ein weiteres Durchſacken des
smütlt e s 7 olge lein.
igen Ar kittle-Mile werden zweifellos Anftrengungen gemacht worden
Beinie2 mit an Höhenſteuer wieder die Gleichgewichtslage des
Der Zuſammenbruch einer Vorſchußkaſſe. — Lumpereien.
Gb. Prag, 17. Dezember.
Der gegenwärtig vor dem Prager Schwurgericht zur
Durch=
führung kommende Prozeß gegen den ehemaligen Kellner
Gott=
lieb Zeithammer und ſeine Genoſſen iſt ein Fall, wie ihn auch
die kühnſte Phantaſie eines Filmautors nicht bunter zu
kon=
ſtruieren vermag. Dieſer Zeithammer, Typus einer Zeit, in der
gewiſſenloſe Geſchäftemacher, Spekulanten übelſten Genres
ſozu=
ſagen alle Trümpfe in den Händen halten, während der ehrlich
Schaffende in vielen Fällen kaum mehr ein menſchenwürdiges
Daſein zu führen vermag, darf als der geriſſenſte und zugleich
großzügigſte Betrüger der letzten Zeit bezeichnet werden. Ein
bedenkenlos erfundener Abenteurerroman iſt in der über dreißig
Schreibmaſchinenſeiten ſtarken Anklageſchrift niedergelegt, mit
deren Verleſung das Prager Geſchworenengericht faſt einen vollen
Tag in Anſpruch genommen war.
ſentlich ”fes !
vteriali=Schif.u
guiß ste HähN
uirtellen. Dr. Eckener ſagte aus, daß, wenn er ſelbſt
fahrt hätte, er die Entſchließung zum Abwerfen von
iſt, iſt wianſtofif lunn vor Ablauf von 12 bis 15 Sekunden der
Tauch=
zt rüche huegungills Schiffes gefaßt haben würde, denn ſo lange
ich die Auswirkung einer gewöhnlichen Fallböe be=
Eine Karriere.
Vor einigen Jahren tauchte Zeithammer, der ſich ſeinen
Lebensunterhalt als Kellner erwarb, in Prag auf. Dort wird er
nach einiger Zeit im Weg einer Vernunftsehe Beſitzer einer
Schirmhandlung, in der er recht zufriedenſtellende Umſätze erzielt.
Aber er ſtrebt nach Reichtum, nach einem Leben voller Ueppigkeit,
nach Luxus. Nach kurzer Zeit übernimmt er eine Stock= und
Schirmfabrik in Pardubitz und eröffnet ein Konto bei der
Pra=
ger bürgerlichen Vorſchußkaſſe, deſſen Direktor Spoboda in der
Geſchichte der Zeithammerſchen Betrügereien eine tragiſche Rolle
zu ſpielen beſtimmt iſt. Es dauert nicht lange, und die Fabrik
Zeithammers iſt mit einer Schuld von über vier Millionen
Kro=
nen belaſtet, ein Umſtand, der bei einer Reviſion der
Vorſchuß=
kaſſe dazu führt, daß der Schirmfabrikant aufgefordert wird,
ent=
ſprechende Sicherſtellungen beizubringen.
Der erſte Trick.
Nun, die Anglo=Elementar=Verſicherungsgeſellſchaft findet ſich
gern bereit, die Schirmfabrik in Pardubitz gegen Feuer zu
ver=
ſichern. „Setzen Sie ein paar Millionen ein!” befiehlt
Zeitham=
mer. „Es ſteckt viel Geld in der Ware.‟ Es wird ein ſchönes
Prämiengeſchäft für den abſchließenden Beamten. . . Die Polize
erhält den Vermerk, daß bei einer eventuellen Erſatzpflicht die
Entſchädigung an die bürgerliche Vorſchußkaſſe in Prag
auszu=
zahlen ſei. Als die Fabrik dann eines Tages wirklich in
Flammen aufgeht und bis auf die Grundmauern
nieder=
brennt, bleibt der Verſicherungsgeſellſchaft nichts anderes übrig,
als anderthalb Millionen Tſchechokronen an die Prager
bürger=
liche Vorſchußkaſſe zu berappen. Die Schuld Zeithammers ſchmilzt
damit auf zweieinhalb Millionen Kronen zuſammen.
Der Staatsanwalt wittert Betrug.
Die Staatsanwaltſchaft findet das Zeithammerſche
Arrange=
ment nicht ganz einwandfrei, erhebt die Anklage, muß ſie aber
wieder fallen laſſen, als Direktor Spoboda der Vorſchußkaſſe
be=
ſtätigt, daß die in der niedergebrannten Fabrik Zeithammers
be=
findlichen Warenvorräte einen höheren Wert als die
Verſiche=
rungsſumme repräſentiert hätten . . .
Gaunertum am laufenden Band.
Nach einiger Zeit meldet Zeithammer Konkurs an, befriedigt
ſeine Gläubiger mit 35 Prozent und — gründet eine geheime
Spiritusbrennerei in Weinberge bei Prag. Sie wird entdeckt,
und Zeithammer muß eine hohe Gefällsſtrafe erlegen, die er durch
Direktor Spoboda überweiſen läßt. Die Affäre wirbelt viel
Staub in der Tſchechoſlowakei auf, aber nach wenigen Monaten
ſchon erſteht in Pardubitz eine neue Schirmfabrik und in
Nim=
durg eine zweite Geheimbrennerei. Freilich hat Zeithammer
wie=
der Pech: die Brennerei wird ausgehoben, und diesmal ſoll ihr
Beſitzer anderthalb Millionen Kronen Gefällsſtrafe bezahlen.
Di=
rektor Spoboda hilft: er übergibt der Frau Zeithammers
450 000 Kronen, von denen ſie als Taſchengeld 50 000 behält,
wäh=
rend ſie den Reſt der Gefällsbehörde überweiſt. Das übrige ſoll
in Raten bezahlt werden. Aber da ſtockt die Geldquelle — es
droht die Verhaftung. Dem will Zeithammer ausweichen:
er flieht im Flugzeug nach Oeſterreich,
wird aber in Linz zuſammen mit einem ſeiner Freunde, einem
Architekten, feſtgenommen und an die Tſchechoſlowakei
ausge=
liefert.
Zwei Tote klagen an .. .
Der unglückſelige Direktor Svoboda, der dem
verbreche=
riſchen Einfluß Zeithammers ſo ſehr unterlegen war, daß er ſich
zu Hadlungen hergegeben hatte, die den Beſtand der von ihm
ge=
leiteten Kaſſe gefährdete, ſieht keinen anderen Ausweg als den
Selbſtmord. Auch der Präſident des Verwaltungsrates greift
zur Waffe und tötet ſich durch einen Schuß. Die erſte bürgerliche
Prager Vorſchußkaſſe falliert.
Die Anklageſchrift enhält ſo zahlreiche
Lumpereien
Zeithammers und ſeiner Mitarbeiter, daß es an dieſer Stelle
nicht möglich iſt, ſie alle anzuführen.,
Sieben Mitſchuldige haben ſich mit Zeithammer in dieſem
Monſtreprozeß,
deſſen Dauer auf vierzehn Tage geſchätzt wird, vor den
Volks=
richtern zu verantworten. Unter ihnen befindet ſich die Frau
Zeit=
hammers, die während der zeitweiligen Abweſenheit ihres Gatten
die anrüchigen Geſchäfte weitergeführt hat. Es iſt der größte
Betrugsprozeß ſeit Jahren in der Tſchechoſlowakei, und daher
iſt auch das außerordentliche Intereſſe begreiflich, mit dem die
Oeffentlichkeit ſeinem Verlaufe entgegenſieht.
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[ ← ][ ][ → ] Generalverſammlung des Cenkralverbandes
des deutſchen Bank= und Bankiergewerbes.
Der Geſchäftsbericht des Centralverbandes des Deutſchen Bank= und
Baukiergewerbes für das Jahr 1930 hebt einleitend hervor, daß man
den Ereigniſſen des abgelaufenen Jahres nicht gerecht werden würde,
wenn man an ſeiner Ausgangsſchwelle von einem Fehlſchlagen der
Hoffnung auf einen Geſundungsprozeß ſprechen wollte. Die
Erkennt=
uis der nationalen Notwendigkeiten auf finanziellem und
wirtſchaft=
lichem Gebiet hat ſich zum Teil bereits in Taten umgeſetzt, deren
Bedeu=
tung die Heftigkeit der politiſchen Kämpfe kennzeichnet, unter denen ſie
geboren wurden. Der Bericht gibt ein eingehendes Bild der
finan=
giellen und wirtſchaftlichen Geſamtentwicklung des Jahres und weiſt auf
deren Beeinfluſſung durch die Reichstagswahlen hin. Es bedeute einen
bemerkenswerten Vertrauensbeweis der internationalen Finanz
gegen=
uber Deutſchland, wenn Mitte Oktober gerade in kritiſcher Zeit dem
Deuetſchen Reich von einem internationalen Konſortium ein
Ueber=
brückungskredit von 125 Millionen Dollar gewährt warde. Während
das Abebben der Vertrauenskriſe in einer ſchnellen Beruhigung der
Lage am Deviſenmarkt ſichtbar zum Ausdruck gelangte, iſt dem ſcharfen
Kursrückſchlag an der Börſe eine dauernde Erholung nicht gefolgt, und
noch heute ſteht die kursmäßige Bewertung maßgebender deutſcher
Dividendenpapiere zu deren innerem Werte in einem Mißverhältnis.
Mehr als irgendein vorausgegangenes Jahr hat das Jahr 1930 vom
deutſchen Bankgewerbe Leiſtungen und Opfer im Intereſſe von Staat
und Wirtſchaft gefordert. Die Mitglieder des Centralverbandes ſind den
aus der allgemeinen Lage für ſie folgenden Aufgaben in vollem Maße
gerecht geworden. Der Bericht warnt davor, die mit Schlagworten
arbeitende antikapitaliſtiſche Propaganda gewähren zu laſſen. Die
Ver=
nichtung des Kapitalismus, die von den Wortführern ſolcher
Beſtrebun=
gen gefordert wird, würde einer Selbſtvernichtung der Wirtſchaft und
der Kultur Deutſchlands gleichkommen. Um der privaten Wirtſchaft die
Lage erträglicher zu machen, müſſe ein Ausgleich auf drei Gebieten
zu=
ſtandekommen. 1. Befreiung der Kreditbeſchaffung und des
Kapitalver=
kehrs von wirtſchaftsſchädlichen Hemmungen. 2. Milderung von Härten
der überhöhten direkten Beſteuerung zugunſten der innerbetrieblichen
Kapitalbildung. 3. Beſeitigung ſteuerlicher Vorrechte der im Beſitze der
öffentlichen Hand ſtehenden Unternehmungen und Betriebe.
Eine Senkung der Börſenumſatzſteuer und ſteuerliche Erleichterung
für Kapitalverwaltungsgeſellſchaften ſeien bisher noch nicht erfolgt. Zur
Bekämpfung von Auswüchſen der Zinskonkurrenz ſind mit den
Organi=
ſationen der Sparkaſſen und Genoſſenſchaften Abmachungen über eine
Ausgeſtaltung des Wettbewerbsabkommens von 1928 getroffen worden.
Sehr zu wünſchen wäre allerdings, daß auch im Bankverkehr von Land
zu Land eine Grenzlinie zwiſchen legitimem und unzuläſſigem
Wett=
bewerb ſtärker berückſichtigt würde. Die durch ausländiſche Propaganda
geförderte Kapitalabwanderung iſt für die Beteiligten mit erheblichen
Zinsverluſten verbunden. Aus der richtigen Erkenntnis, daß einer
Stärkung des Vertrauens zu den inländiſchen Kreditinſtituten für die
Ueberwindung der Gefahr der Kapitalabwanderung beſondere
Bedeu=
tung zukommt, iſt von anderer Seite die Forderung nach
Wie=
derherſtellung des Bank= und
Sparkaſſengeheim=
niſſes zum Gegenſtand eines Initiativantrages im Reichstage gemacht
worden. Die Rückwirkungen der ungünſtigen Wirtſchaftslage haben ſich
auch für das private Bankgewerbe fühlbar gemacht. Trotzdem kann von
einer Kriſis des Privatbankierſtandes als ſolchen nicht geſprochen
wer=
den. Der vorläufige Entwurf des Geſetzes über Aktiengeſellſchaften und
Kommanditgeſellſchaften hat die Entwicklung der Reformarbeiten um
einen großen Schritt gefördert. Die zur Vorbereitung der
Stellung=
nahme des Centralverbandes berufene Kommiſſion hat ihre Beratungen
noch nicht abgeſchloſſen. Der Sonderausſchuß für Hypothekenbankweſen
hat ſich u. a. mit dem Problem des Zinstyps eingehend befaßt. Trotz
ſchwerer und komplizierteſter politiſcher Verhältniſſe iſt die Aufhebung
der Kapitalertragsſteuer für feſtverzinsliche Werte endlich durchgeführt
worden. Dabei darf nicht vergeſſen werden, daß der Uebergang zum
Tprozentigen Pfandbrief erſt mit durch die beſtimmt erwartete Aufhebung
der Steuer ermöglicht wurde.
Die Beſtrebungen der Reichsregierung, die Grund= und
Gewerbe=
ſteuer zu ſenken, können vom Standpunkte des Realkredits nur warm
begrüßt werden. Bei der Neuordnung der Hauszinsſteuerverhältniſſe
muß entſcheidendes Gewicht darauf gelegt werden, daß die in Preußen
ſchon geltende Beſchränkung der Bevorrechtigung des dinglich geſicherten
Steuerrückſtandes auf ein halbes Jahr in die Reichsgeſetzgebung
über=
nommen wird.
Die Generalverſammlung des Centralverbandes des Deutſchen Bank=
und Bankiergewerbes (E. V.) Berlin, nahm nach Erſtattung des
Ge=
ſchäftsberichtes, zu dem eine Ausſprache nicht ſtatrfand, eine
Entſchlie=
ßung zur Frage des Stimmrechts der Banken bei den Depotaktien an.
Die Generalverſammlung wählte Geheimrat Dr. Rieſſer einſtimmig zum
Immerwährenden Ehrenpräſidenten. Zum neuen Verbandspräſidenten
iſt von dem Ausſchuß Dr. Georg Solmſſen, Vorſtandsmitglied der Dedi=
Bank, gewählt worden. Dr. Solmſſen eröffnete ſeine Tätigkeit mit
einer Anſprache, in der er einleitend die großen Verdienſte von Geh.
Nar Rieſſer um das Bankgewerbe würdigte.
Witkſchaftliche Rundſchan.
Weitere Ausdehnungspläne des RWE. Die Verwaltung der
Rheiniſch=Weſtfäliſchen Elektrizitätswerke A.G in Eſſen wird,
wie wir hören, über die bevorſtehende Uebernahme der
Vereinig=
ten Elektrizitäts=Werke Weſtfalen A.G. in Dortmund und die
dadurch bedingte Kapitalerhöhung von 87 auf 330 Mill. RM.
hinaus weitere Transaktionen vornehmen, um die Einheitlichkeit
in der Elektrizitätsverſorgung von Rheinland=Weſtfalen zu
ſtär=
ken. In dieſer Richtung hin ſind Verhandlungen aufgenommen
wegen Uebernahme der großen Elektrizitätswerke der Stadt
Düſſeldorf, wobei ein Kaufpreis von etwa 50 Mill. RM. den
Ver=
handlungen zugrunde liegt. Die Stadt Düſſeldorf hat ſchon früher
ein großes Aktienpaket der RWE. erworben, das inzwiſchen auf
etwa 25 Mill. RM. angewachſen ſein ſoll.
Die Frage der endgültigen Verlängerung des Rheiniſch=
Weſt=
fäliſchen Kohlenſyndikats. Am 19. Dezember findet eine
Zechen=
beſitzerverſammlung ſtatt, die über eine anderweitige Regelung
der Umlagefrage Beſchluß faſſen ſoll. Gemäß § 47 des Vertrages
endet das Syndikat mit dem 31. März 1931, wenn die Regelung
nicht bis Ende des laufenden Jahres mit den Stimmen aller
Mitglieder erzielt wird. Wie unſer Eſſener Vertreter erfährt,
ſoll für dieſen Fall Beſchlußfaſſung über einen vorliegenden
An=
trag erfolgen, der dahin geht, das Syndikat bis 1940 fortzuſetzen
mit der Maßgabe, daß es am 30. Juni 1931 endet, falls nicht bis
zum 30. April 1931 die anderweitige Regelung der Umlagefrage
einſtimmig beſchloſſen wird.
Amerikaniſche Kabelnachrichten
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 17. Dez.:
Getreide. Weizen: Dezember 76,75 März 79,25, Mai 81½
Juli 69,50: Mais: Dezember 69,25, März 72,75, Mai 74½, Juli
76½; Hafer: Dezember 33½, März 33½ Mai 341/s, Juli 33;
Roggen: Dezember 45¾½ März 43,25, Mai 45¾, Juli 4438.
Schmalz: Dez. 9,825, Jan. 9.00, März 8,85, Mai 9,00.
Speck, loco 12,50.
Schweine: Leichte 8,00—8,10 ſchwere 7,65—7,85:
Schweine=
zufuhren in Chicago 27 000, im Weſten 106 000.
Baumwolle: Dezember 9,84—9,97, Januar 9,97.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Die der Braunkohlen= und Brikettinduſtrie A.=G. Bubiag, Berlin,
gehörige Grube und Brikettfabrik Bismarck bei Poley, ſoll wegen
mau=
gelnder Rentabilität am 1. Januar 1931 ſtillgelegt werden. Der
offi=
zielle Stillegungsantrag iſt von der Bubiag bereits eingereicht worden.
Die am Montag und Dienstag dieſer Woche geführten
Verhand=
lungen wegen einer Verlängerung des Weſtdeutſchen Zementverbandes
über den 31. Dezember hinaus haben noch kein Ergebnis gebracht. Es
wird weiter mit den Außenſeitern wegen deren Beitritt verhandelt.
Innerhalb eines einzigen Monats iſt der Zementabſatz weiter um
nicht weniger als 30 Prozent zurückgegangen; einem Verſand von
4153 000 Tonnen im Oktober 1930 ſtehen 317 000 Tonnen im November
gegenüber. Der Novemberabſatz 1929 belief ſich auf 499 000 Tonnen; er
war alſo um beinahe 60 Prozent höher.
Das Bankhaus J. G. Haertl Nachf. in Stuttgart hat geſtern ſeine
Jahlungen eingeſtellt. Die Veranlaſſung ſollen einige beſonders große
induſtrielle Beteiligungen und Kredite ſein, die infolge der
gegenwärti=
gen ungünſtigen wirtſchaftlichen Verhältniſſe zurzeit nur teilweiſe wieder
bereinzubringen ſein dürften.
Der Ausweis der Reichsbank.
Geſamtentlaſtung um ca. 230 Millionen RM.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Dezember hat ſich
in der zweiten Dezemberwoche die geſamte Kapitalanlage der
Bank in Wechſeln und Schecks, Lombards und Effekten um 229,7
Mill. auf 2015,0 Millionen RM. verringert. Im einzelnen haben
die Beſtände an Handelswechſeln und Schecks um 224,4 Millionen
auf 1775,8 Millionen RM., die Beſtände an Reichsſchatzwechſeln
um 11.0 Mill. auf 455,3 Mill. RM. abgenommen und die
Lom=
bardbeſtände um 5,7 Mill. auf 81,4 Mill. RM. zugenommen. An
Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 183,5
Mill. RM. in die Kaſſen der Bank zurückgefloſſen, und zwar ent=
fällt die geſamte Umlaufsverminderung auf die Reichsbanknoten.
Der Umlauf an Rentenbankſcheinen iſt mit 410,0 Mill. RM.
un=
verändert geblieben. Dementſprechend ſtellten ſich die Beſtände
der Reichsbank an Rentenbankſcheinen wiederum auf 36,8 Mill.
RM. Die fremden Gelder zeigen mit 301,3 Mill. RM. eine
Ab=
nahme um 43,1 Mill. RM. Die Beſtände an Gold und
deckungs=
fähigen Deviſen haben ſich um 39,3 Millionen auf 2766,6 Mill.
RM. erhöht. Im einzelnen haben die Goldbeſtände um 25,4 Mill.
auf 2215,7 Mill. RM. und die Beſtände an deckungsfähigen
De=
viſen um 13,9 Mill. RM. auf 550,9 Mill. RM. zugenommen. Die
Deckung der Noten durch Gold allein erhöhte ſich von 49,3 Prozent
in der Vorwoche, auf 52,1 Prozent, diejenige durch Gold und
deckungsfähige Deviſen von 61,4 Prozent auf 65 Prozent.
Frankfurker und Berliner Effekienhörſe.
Frankfurt a. M., 17. Dezember.
Im heutigen Vormittagsverkehr machte ſich im Anſchluß an
die wieder ſchwache geſtrige New Yorker Börſe ſtarke
Zurückhal=
tung bemerkbar. Die offizielle Börſe eröffnete in abgeſchwächter
Haltung, da aus der Induſtrie und Wirtſchaft wieder
überwie=
gend ungünſtige Momente vorlagen. So wurden die weiter
an=
ſteigenden Arbeitsloſenziffern, der erneut rückgängige
Zement=
abſatz und die weitere Nervoſität in U. S.A. als verſtimmende
Symptome gewertet. Da namentlich am Elektromarkt wieder
größere Abgaben vorgenommen wurden, vermutete man, es könne
ſich um neue Auslandsverkäufe handeln, ſo daß die Spekulation
auch an den übrigen Märkten zu ſtärkeren Abgaben ſchritt. Die
Kursverluſte betrugen allgemein 1—3 Proz. Größeres Angebot
beſtand am Elektromarkt: A.E.G. und Geſfürel lagen je 3 Proz.,
Siemens 3½ Prozent und Schuckert ſogar 4 Prozent niedriger.
Auch am Chemiemarkt herrſchte etwas mehr Angebot, ſo daß in
J. G. Farben ein Verluſt von 2½/ Prozent zu verzeichnen waren.
Von Bankaktien ſetzten Dedibank 1½ Prozent niedriger ein; ſonſt
waren die Kurſe wenig verändert. Etwas höher lagen noch
Zell=
ſtoff Aſchaffenburg mit plus ½ Prozent. Anleihen lagen meiſt
gut behauptet. Ausländer nur wenig verändert. Pfandbriefe
ſtill. Im Verlaufe konnte ſich die Stimmung auf den etwas
ge=
beſſerten Reichsbankausweis leicht beſſern; die Kurſe zogen um
1 Prozent an. Licht und Kraft kamen trotz der unveränderten
Dividende mit minus 2 Prozent zur Notiz. Gegen Schluß der
Börſe wurden einige Deckungen der Spekulation vorgenommen
und es ergaben ſich meiſt kleine Beſſerungen gegenüber dem
An=
fang. Am Geldmarkt machte die Erleichterung für Tagesgeld
weiter kleine Fortſchritte. Der Satz wurde auf 4½ Prozent
er=
mäßigt. Am Deviſenmarkt lag Madrid ſehr feſt. Die Mark und
der Schweizer Franc lagen ebenfalls etwas feſter. Man nannte
Mark gegen Dollar 4.1930, gegen Pfunde 20,36½, London — Kabel
4,85¾/s. — Paris 123,60. — Mailand 92,73. — Madrid 45,00,
— Schweiz 25,02½, — Holland 12.06½/8.
Im Verlaufe verringerte, ſich das Geſchäft aber eher noch
weiter, die Kurſe bröckelten vielfach um Bruchteile eines
Prozen=
tes ab. Eine gewiſſe Stütze bot der Reichsbankausweis für die
zweite Dezemberwoche. Später nahm die Abgabeneigung etwas
zu, zumal man von kleinen amerikaniſchen Verkäufen wiſſen
wollte. Vereinzelt traten Rückgänge bis zu 2½ Prozent ein.
Gegen 1 Uhr bewirkten Deckungen der Spekulation eine leichte
Erholung. Anleihen behauptet.
Die Abendbörſe eröffnete gut behauptet, wurde jedoch nach den
erſten Kurſen wieder ſchwächer. Störend wirkte der uneinheitliche
Be=
ginn der New Yorker Börſe im Zuſammenhang mit der dortigen
Si=
tuation. Die Berliner Bankinſolvenz berührte den Markt nicht.
Be=
feſtigt waren Chadeanteile, die bei 270 geſucht waren. Auch Licht und
Kraft auf den Jahresbericht weiter erhöht. Farben vm
0,5 Prozent niedriger. Siemenswerte 1 Prozent gedriit
Schluß blieb die Börſe ſehr widerſtandsfähig, Farben ſchloſſi.
Berlin, 17. B
Zu Beginn der heutigen Börſe waren wieder AN.
gen von 1 bis 3 Prozent feſtzuſtellen, die ſich ſelbſt bei
ſichtigung der 1= bis 2prozentigen Beſſerungen an de
Frankfurter Abendbörſe ergaben. Schon vormittagsr
Vorbörſe ging die freundlichere Stimmung wieder vm
der flaue Schluß der Börſe in New York, von dem r
auch die deutſchen Werte, die dort gehandelt werden,
wurden, die Unternehmungsluſt hemmte. Der Geſchäfte=
Licht und Kraft A.G. ließ eine Abwärtsbewegung",
Elektro=Induſtrie erkennen. Die Zahlungseinitelluno;
kaniſcher Provinz=Banken dauern an und auch in B.
heute die Bankfirma Gebrüder Bonte ihr
ter geſchloſſen. Bedeutet dieſe Inſolvenz für die
keine direkten Verluſte, ſo war ſie als Symptom docht
verſtimmendem Einfluß. Zu den erſten Kurſen konnte
über den Vorbörſen=Taxen eine leichte Beruhigung;
Wirtſchaftsliteralur.
„Südweſtdeutſchland als Einheit und Wirtſchaftsraum”
lag W. Kollhammer, Stuttgart 1930, erſchienen,
faſſer Willi Ehmer iſt mit großer Genauigkeit in die von n
delte Materie eingedrungen und hat zum erſtenmal den
Vex=
nommen, ein geſchloſſenes Bild von dem ſchwäbiſch=alemannnz
ſchaftskreis zu entwerfen. Dieſer Verſuch iſt ihm voll an
wird anſchaulich gezeigt, daß Südweſtdeutſchland in wirtſchom
ziehung als Einheit gilt, wobei allerdings die großen allgemm
ſchaftsbeziehungen zu dem übrigen Deutſchland nicht außer
werden dürfen. Dem Verfaſſer kam es aber in der
Haupty=
an, die Zuſammengehörigkeit des enger umriſſenen Wirtſch
Südweſtdeutſchlands, das er behandelt, in ihren tieferen
Urſi=
forſchen und die alten gemeinſamen kulturellen Wurzeln
Die Parallele zwiſchen Geſchichte und lebendiger Wirtſchaftt
mäßig verfolgte Entwicklung iſt außerordentlich reizvoll undd
ſie erhalten einen exakt wiſſenſchaftlichen Wert durch die
umfangreichen Statiſtiken, die Karten und Aufſtellungen, dii
gehenden Vergleich mit der Wirtſchaft der deutſchen Staatu
ander bieten. Im einzelnen wird auf die Grundlage und
der Wirtſchaft eingegangen und ein eigenes Facit gezogen.
behandelten Wirtſchaftsraum vorkommenden Induſtrie=,
und Gewerbezweige, der Handel und Verkehr und der A0=/
verden beleuchtet und einer Würdigung unterzogen. Schlie ri
tigt ſich der Verfaſſer noch mit den Staatskörpern Südweſtit
deren enge wirtſchaftliche Einheit er unterſtreicht, dabei allir
meinſame Löſung aller wirtſchaftlichen Fragen mit den arn1
Gebieten keineswegs von der Hand weiſt. Speziell für Heöe
ſchaft ſind aufſchlußreiche Statiſtiken und Hinweiſe eingri
Werk, das in knapper klarer Form nicht nur eine geſchichtlifle
lung der Wirtſchaft bietet, ſondern auch im einzelnen ihrr
Stand berückſichtigt, iſt für Wirtſchaftler, Politiker und Anznt
Fundgrube wertvollen Materials zur Vervollſtändigung unn
rung des Wiſſens über wirtſchaftliche Fragen beſonders unſeiet
41
Heimat.
Muſterbetriebe deutſcher Wirtſchaft. Der Landma/ſ
bau: Heinrich Lanz A.=G., Mannheim. Dr. M
Band 10 der Schriftenreihe „Muſterbetriebe deutſcher Wirtry1
ganiſation Verlagsgeſellſchaft m. b. H. (S. Hirzel), Berlin ?//4
Nord= und
ften, dies
Nach de
mit je
kunn über
leinem 2,75 RM. — Mit dem vorliegenden Band erſche,F um Meiſter keine
Abteilung Oſt
Schriftenreihe „Muſterbetriebe deutſcher Wirtſchaft” die erſte /
eines Großbetriebes des Maſchinenbaues. Teſi”
gen Darſtellungen werden durch dieſe Schrift übertroffen, M.
Reichhaltigkeit des Anſchaungsmaterials über den durchgefül7
arbeitungsgang beim Bau der Dreſchmaſchinen und des Graic
als auch in der gemeinverſtändlichen Darſtellung der Problenn
waltung, Organiſation und Fabrikation. Auf knapp
hunn=
wird die Bedeutung der Technik in der Landwirtſchaft, werin ᛋ,
großen Maſchinentypen der Heinrich Lanz A.=G. in ihrem
Eigenart gekennzeichnet und ein lebendiges Bild von der BA.
gegeben. Beſonderes Intereſſe verdienen in dem Verwaltrrg
Abſchnitte über den Finanzbericht und die Monatsſtatiſtike
Leſen dieſer kleinen Schriften iſt keine Anſtrengung, ſonder m
regende Erholung.
ſonſtanz u
Verliner Kursbericht
vom 17. Dezember 1930
Oeviſenmaſiu 4 Puz u
W Jahr
vom 17. Dezemrs) t, 18
Me
Danatbank
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
119.50
146.—
07.75
108.625
63.75
120.50
65.875
96.875
50.—
56.75
116.—
28.625
112.—
104.25
58.50
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ.f.elektr. Unter,
Harpener Bergbau
Goeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgir=
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel
Ned
26.87!
48.—
99.25
74.25
68.75
68.25
136.—
55.125
74.—
63.625
29.25
47.25
66.—
42.25
Mee
Rütgerswerke
Salzbetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Stahlwverk
Weſteregeln, Alkali/1a1.50
Agsb.=Nrnb. Maſchl
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hobenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drah=
Zanderer=Werke
86.—
58.75
62.50
22.50
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm 42.75 London 113.— Buenos=Aires 11 Pap. Peſ New York 135.— Belgien 50.75
Italien". 35.—
Paris
Mi
100 Schillingl
100 Tſch. Kr.
100 Pengo
100 Leva.
00 Gulden
1100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
12=Stg.
Dollar
100 Belga
00 Lire
00 Francs
Geld
0.542
59.00
12.429
73.27
3.036
168.63
112.43
20.342
1.369
4.1890
58.50
21.93
16 455
Krieſ
10.56‟
59.14
2.449
73.41
3.04
68.9*
112.01/112 23
112.03/112.2
112.6:
20.38
1.373
4.1970
58.62
21.97
16.495)
Währung 0 krſ.=Aner
100 Frankenmiſt 19.
100 Peſetas W
00 Gulden
Yen
1 Milrens (Eait.
100 Dinar
100 Escudos 2u
100 Drachm. .i/ 4
1 türk. 2
ägypt. 4
canad. Doll.
1 Goldpeſo
100 eſtl. Kr.
100 eſtl. Kr.
Honalbant, Kommänengefenſchaft
Frankfurter Kursbericht vom 12. Dezember 1930.
Dtſch. Reichsan
„Inter., „
10 Baden ......
80 Bayern ......
...
3 Heſſen b. 28
v. 29
80 Preuß. Staat
8‟ Sachſen......
7% Thüringen ..
Diſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. /=
Ab=
löſungsanl. . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche Schutzge
bietsanleihe ...
8% Baden=Baden.
6‟ Verlin ......"
8O Darmſtadt v. 26
v. 28
0 Dresden .....
8% Frankfurt a.M
v. 2
6%
v. 26
80 Mainz.......
8% Mannheim v. 2
(S
v. 2
8% München.. . . .
80 Nürnberg ....
82 Wiesbaden ...
896 Heſſ. Landesbl!
80 Goldoblie
4½% Heſſ. Lds.
Hyp.=Bk.=Liquid
4/.% „Kom.=Ob
8% Preuß. Lds.,
pfbr.-Anſt. G. Pf. 100
98.5
86.5
97.5
82.25
83.75
88.25
94.25
98
Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen. Goldobl
8½Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr.
88 Naſ. Landesbl
4½2 „Ligu. Obl
51.5
5.65
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
+* Ausl. Ser.
Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
30 Berl. Hyp.=Bk.
1.9
94
80
69.75
87
92
99.25
30.75
93.5
„Liqu.=Pfbr.
3% Frkf. Hyp.=Bk.
4½% „ Lig. Pfbr.
„ Pfbr.=Bk.
„ „ Ligu.
% Mein. Hyp.=Bk
84.5
81-
Goldobligl 97
„ Lig. Pfbr.
0 Pfälz. Hyp.=Bk.
4
„ Lia. Pfbr.
8% Preuß.
Boden=
cred.=Bank ....!"
„Lig. Pfbr. .
Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bank".
1% „ Lig. Pfbr
8% Rhein. Hyp. Bk.
% „ Lig. Pfbr
Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit.....
8% Südd. Bod.
Cred.=Ban ..."
„ Lig. Pfhr
Württ. Shp.=B
6% Dainler=Ben
% Dt. Linol. Werke
glöckner=Werke
97.75
Mainkrw. v. 26.
Mitteld. Stahl.
98.5
85 1 8O Salzmannu. Co
100 7% Ver. Stahlwerke
841/, 18% Voigtck Häffner
85.75
50.
Ke
97.5
96
86
100.25
96.75
85.25
100.25
91.5
88
9911,
94.25
86
100
87.9
J. G. Farben Bonds
3 Bosn. L.E.B.
L. Inveſt.
Oſt. Schätze
42 Oſt. Goldrente
5 %vereinh. Rumän
4½%
49
4%0 Türk. Admin.
410 „ 1. Bagdad
Zollanl.
4½” Ungarn 1913
1914
4½2
Goldr.
1910
42
Aktien
100
87.25
100
84.55
93.5
86.95
Rr 6
93
86.5
98
65
A1g.Kunſtziide Unie
A. E. G........."
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bemberg, J. P. ..
Berqm. El.=Werke.
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen....
Cement Heidelberg
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſe
Chem. Werke Albert
Chade ..........
Contin. Gummiw
Linoleun
Saimler=Benz..
Dt. Atl. Telegr.
„ Erdöl.
Gold= u. Silber
ſcheide=Anſtalt
96.5
81.25
91
77
78
91.5
Rw
18
38.5
7.5
E.2
2.9
18.75
22.75
52.5
98
95
74
48
151
23".
110
104.5
A.
59
Dt. Linoleumwerke
„ Eiſenhandel. . .
Dyckerhoffu. Widm
Eichbaum=Werger
Flektr. Lieferg=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk..
EßlingenMaſchinen
EttlingenSpinnerer
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter
Felt. & Guilleaume
Frankfurter Gas ..
Hof..
Geiling E Cie. ...."
Gelſenk. Bergwverl
Geſ. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf
HilpertArmaturfbr.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. . .
Hochtief Eſſen ..."
Holzmann, Phil.
Ilſe Bergb. Stamm
„ „ Genüſſe
Junghans.
Kali Chemte.
„ Aſchersleben..
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R... . . .."
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerle ..."
Lahmeyer & Co. ..
Laurahütte .. ....
Lech. Augsnurg .
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.
102
61
125
115.5
195
125
94
127
49
81
118
82.5
98.25
AR.J
28.5
159
110
152
130
81
113
61
68.5
155.5
95
30
116
1.38
73
Ar
34.25
176.5
11.5
Mainkr.=W. Höchſt
Mainz. Akt.=Br. . ..
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Bergb. .
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſel
Oberbedarf ......
Phönix Bergbau ..
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen".
„Elektr. Stamm
„ Metallwaren ..
„Stahlwerke . . .
Riebeck Montan. . .
Roeder Gebr. .. ..
Rütgerswerke ...
Sachtleben A. G. ..
Salzdetfurth Kali.
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm. Lackfabr
Schriftg. Stempel.
Schuckert Eleftr. .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske
Südd. Immobilien
Zucker=A. G.
Svenska Tändſtids
Tellus Bergbau ...
Thür. Liefer.=Gef.
Tietz Leonhard ...
Tucher=Brauere:..
Unterfranlen.
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind.
„ Stahlwerke .
„ Strohſtoffabr.
„ Ultramarin . . .
Vogtländ. Maſchin.
Voigt & Haeffner. 150
41.25
53
30.5
73
111.75
67.5
78
42.75
123
212
1862
62.5
97
114.75
7
132.25
63
78
105
92
63
120
120.5
34
Mie
Wegelin Rußfoi”in
Weſteregeln 9a4 Uh.
Memel..
allig. Dt. Credutau
Zellſtoff=Vereinnt Ku,dr
Waldhof.. — RMtzfch
Badiſche Bank II.
Bk. f. Brauinduſte. 4
BarmerBanlveng
Baher, Hyp. u.
Berl. Handeleg
Shpothenle
Comm. u. Privaßd=
Darmſt. u. N0l
Dt. Bantund 2G.
Dt. Eff. u. Wechs
Dresdner Bont 17
Frankf. Ban”
Shp.= Balt
fobr. Bl.
Mein. Hyp. BaulklI
Oſt. Creditanſtallx /.
Pfälz. Hyp. Banklu
Reichsbank=Auk. 1
Rhein. Hyp. Bauw
Südb. Bob. G.”
Wiener Banlberut 9
Württb. Notenbacb N.
A.,0. 1. Beriehrcr
Alg. Lokalb. grolt
79 Dt. Reiched.”
Hapag
Nordd. Aohd
Südd. Giebe”.
miogt, 1 Sict.
Verſichen
Rln
Mannh. Be
Otavi
dont
Schantung6
Sport. Spiel und Turnen.
zeutſche Handball=Rundſchau.
Rund um den Burfkreis.
Gr—ll=Verbandsſpiele innerhalb des Süddeutſchen
Fußbalſ=
ik=Verbandes nähern ſich langſam ihrem Ende. Die
ſal erdings noch nicht überall ermittelt, jedoch ſtehen auch
Eheidungen in den nächſten Wochen bevor. Es iſt dazu
äöchſte Zeit, da bereits am 18. Januar mit den Spielen
ma haft der Abteilungen Oſt und Weſt, dem erſten Stadium
des ſüddeutſchen Meiſters, begonnen werden muß. Das
ſprtem bedingt den Beginn der Spiele zu dieſem Termin,
ſcher Meiſter und Zweiter nicht mehr rechtzeitig zu den
Die Deutſche Meiſterſchaft gemeldet werden können.
leicht für den nicht genau mit der Materie Vertrauten.
Ser ſüddeutſchen Handballgruppen zu entwirren. Nicht
Spielgruppen analog der Fußballgruppen eingeteilt.
naull der Vereine und die oft ſehr weiten Entfernungen
enr Handball innerhalb der betreffenden Gruppe
erſchloſſe=
ar dazu geführt, daß einzelne Gruppen untergeteilt
wur=
ahl der Vereine nun wieder zu erhöhen, griff man zu
Erreine der unteren Klaſſen aufſteigen zu laſſen, ſo daß
Laga” vielfach verwäſſert wurde. Der ſeinerzeitige Ver=
/1ruß, den Bezirken die Feſtlegung des Handball=
Spiel=
ur aſſen, hatte ſein Gutes und auch ſeine Nachteile. Es iſt
rfreitch daß vom kommenden Jahre ab alle Handballgruppen
deun /alleinteilung, die ſich allerdings bis dahin ſelbſt
geän=
habenx te, eingeteilt werden ſollen. Die Behörde wird aber
zugeben müfſen.
In Main=Heſſen,
echt die ſüddeutſche Handbalſ=Hochburg genannt, iſt die
zwei Gruppen von je 8 Vereinen durchgeführt; jedoch
Gebietslage nicht analog der Fußballeinteilung, da die
B nicht mit den Gruppen Main und Heſſen identiſch
ärkſten iſt hier naturgemäß die Gruppe, in der die
bei=
e- Großvereine ſpielen, die Gruppe A. Hier ſteht der
3.— Darmſtadt, der ſeit ſechs Jahren mit einmaliger
Un=
un ſüddeutſchen Meiſtertitel nach Hauſe brachte, ſoweit an
—hm nur noch ein Punkt an der Meiſterſchaft fehlt. Der
Btſden Darmſtädter Poliziſten, in dieſem Jahre ſchwächer
nieenen, noch nicht ſicher. Der Fußballſportverein
Frank=
gurthafteſte Konkurrent für die Placierung. Dem Abſtieg
Frankfurt mit ziemlicher Sicherheit verfallen. In der
ſ. der FSV. Mainz 05 ſeit einigen Jahren auf die
Mei=
hert. Auch diesmal wird den Mainzern dieſer Titel nicht
fehlen ihnen doch nur noch zwei Punkte. Der zweite
gn Sportverein Wiesbaden fallen, während die im
Vor=
hnete Hakoah Wiesbaden dem Abſtieg nicht mehr entgehen
Württemberg.
. die Stuttgarter Kickers vor dem bereits im letzten
Torm befindlichen Polizeiſportverein Stuttgart die Ta=
Voliziſten haben durchaus noch die Möglichkeit, die
füh=
zu überholen, jedoch ſteht dieſe Möglichkeit in erſter
Wapier. Nach der bisherigen Form werden die Kickers,
iur Punktverluſt erlitten haben, wahrſcheinlich ihren
Mei=
vir et riverben. Zuffenhauſen und Reutlingen ſtreiten ſich um
Baden.
wpe Baden kommt der Handball überhaupt nicht auf die
Juſow= und Mittelbaden gab es im vergangenen Jahre noch
Nannplfen, diesmal haben ſich nur drei zu den Spielen
zuſam=
fundns Mach der „Vorrunde” ſtehen hier Karlsruher FV. und
ſtaſtaEnc je drei Punkten vor Spogg. Baden=Baden an der
mn über dieſe Gruppe zur Tagesordnung übergehen, da
ills echMeiſter keine Möglichkeit haben wird, ſich in den
End=
der bzilung Oſt zu placieren. Aus Südbaden, wo früher
wwehrit hiitanz und Freiburg an den Spielen teilnahmen, ſind
Nachrichten zu erlangen. Der füddeutſche
Handball=
mut daran tun einmal ſein Augenmerk auf die Zuſtände
udball zu lenken.
Gruppe Rhein.
Vhutidsſpiele, an denen heute noch 10 Mannſchaften
teil=
hlmt fpät begonnen und ziehen ſich noch geraume Zeit hin.
ge üſſzenblicklich ſehr unüberſichtlich. Pfalz Ludwigshafen, der
ge ſBarmeiſter der Gruppe, führt zurzeit mit 18:6 Punkten vor
of wnſA annheim 08. Polizei Mannheim und Frankenthal
be=
e M
dier tm Plätze. Bei der Gleichwertigkeit der an der Spitze
den 2Iatfſchaften iſt es möglich, daß hier die Entſcheidung erſt
ſallenHr
An der Saar
in ziu i5 uuppen geſpielt. In der Abteilung I ſpielen vier Mann=
Dafen vorn f1lz und Nahe. Hier hat ſich bereits der VfR.
Kaiſers=
m. ſoſrzührend der ernſteſte Gegner der Darmſtädter in den
vom 144ßſpielelc a-s Meiſter qualifiziert. Die zweite Abteilung, Saar=
„Moſelyeur umfaſſend, beſteht aus ſechs Mannſchaften und ſieht in
ſtark r ihren Meiſter. Der FV. Saarbrücken ſteigt hier aus
Siga giſ 1 m die Gruppenmeiſterſchaft ſtanden ſich Kaiſerslautern
=Trier Aſn am Sonntag gegenüber. Kaiſerslautern gewann 2:1
benötirmtus dem Rückſpiel in Trier ein Unentſchieden zur
Grup=
eiſterſi r, allerdings kein leichtes Beginnen.
Südbahern
in eilfſtruppe mit 7 Mannſchaften. München 1860 iſt hier kla=
Neiſterrſtorden und hat ein Torverhältnis von 118:23 errungen
alle 9Randsſpiele der 1860er endeten zweiſtellig. DSV. Mün=
und 1m44 halten zurzeit den zweiten Platz. Wieder abſteigen
der AcSV. München, wenn man die Gruppe nicht auf 8 Ver=
erhöhtzy,
Nordbahern
eder jh Gruppen, Oſt und Weſt, untergeteilt. In der Oſtgruppe
er 1. —5 Kürnberg in dem Nürnberger SC. einen ſchweren
Kon=
nten /lten, die es fertig brachten, nach Abſchluß aller Spiele
gleich At Ihm zu ſtehen. Ein Entſcheidungsſpiel am kommenden
ſtag AM ven Oſt=Meiſter ermitteln, der dann mit der Spogg.
Mh um RiATeiſterſchaft von Nordbayern ſpielen muß. Die Fürther
in „ſe (öruppe Weſt ohne Niederlage ihre Meiſterſchaft nach
gebyn ind gehen auch gegen den „Klub” als Favoriten ins
en. X ernem Abſtieg iſt dann nicht zu reden, wenn die beiden
„Aungern ertuell zuſammengelegt werden. In dieſem Falle würde
Schur diu beſtimmt ausſcheiden, während Sportring Bayreuth in
Oſtgrurmv rloren iſt. Polizei und Bar Kochba Nürnberg müßten
* Entſichtungsſpiele austragen.
Für die ſüddeutſchen Endſpiele
n ſich / Eisher nur zwei Mannſchaften qualifiziert, und zwar
ſchen 14 Hü die Meiſterſchaftsſpiele der Abteilung Oſt, für die noch
die Meiſter von Nordbahern, Württemberg und Baden fehlen. In der
Meiſterſchaft der Abteilung Weſt iſt überhaupt noch kein Meiſter
ermit=
telt. Lediglich der vorjährige ſüddeutſche Pokalmeiſter Darmſtadt ſteht
bisher als Teilnehmer dieſer Runde feſt. Wahrſcheinliche Teilnehmer
ſind SV. 98 Darmſtadt, FSV. Mainz 05 und evtl. VfR. Kaiſerslautern.
Wiener Akhletikſporkklub in Darmſtadk.
Die Verhandlungen des Sportvereins Darmſtadt 1898 mit
Oeſter=
reichs zweitbeſter Handballmannſchaft, der Ligaelf des Wiener
Athletik=
klub, ſind in den letzten Tagen zum endgültigen Abſchluß gekommen.
Damit ſtehen für den 26., 27. und 28. Dezember 1930 drei Handballſpiele
ganz beſonderer Güte bevor, die ſicherlich bei den Darmſtädter
Handball=
enthuſiaſten, die aus dem früheren Auftreten von Wiener
Handball=
mannſchaften deren großes Können ſchätzen gelernt haben, großen
An=
klang finden werden. Im einzelnen ſind folgende Veranſtaltungen
geplant.
Die Wiener Mannſchaft wird zuerſt in einem Feldſpiel auf dem
Platze am Böllenfalltor dem Sportverein 1898 gegenübertreten. Dieſes
Spiel iſt angeſetzt auf den 2. Weihnachtsfeiertag,
nachmit=
tags 3 Uhr. Zu dieſem erſten Treffen werden die Wiener aller
Vor=
ausſicht nach mit ihrer ſtärkſten Elf antreten, alſo in folgender
Auf=
ſtellung:
Schnabel
Wurmböck
Chriſtian
Kammer
Schmid
Dreßler
Woitek
Myziſchek Fialla
Meiſel Verwein
Die internationalen Spieler Schnabel, Wurmböck und Pevwein ſind
in Darmſtadt nicht unbekannt; ihr vorzügliches Können konnten wir ja
bei dem im September in Darmſtadt ſtattgehabten Länderkampf
Deutſch=
land — Oeſterreich bewundern.
Am darauffolgenden Tage, am Samstag, den N. Dezember,
findet dann in der Feſthalle auf dem Exerzierplatz das
große Hallenturnier
ſtatt, an dem neben dem Wiener A.C. noch der hieſige
Polizei=
ſportverein. Eintracht Frankfurt und die 98er
teilneh=
men. Die Mannſchaften werden gemäß einer erſt am
Veranſtaltungs=
abend vorgenommenen Ausloſung gegeneinander gepaart werden. Die
beiden Sieger ſpielen dann im Endſpiel des Turniers den erſten und
zweiten Platz heraus, während die Beſiegten der beiden erſten Spiele
um den dritten und vierten Platz gegeneinander antreten. In dem
Hallenturnier ſind die Wiener Gäſte durch dieſelbe Mannſchaft vertreten,
mit der ſie im Januar dieſes Jahres das große Berliner
Jubiläums=
turnier im Endſpiel gegen den Deutſchen Meiſter — den
Polizeiſport=
verein Berlin — gewonnen haben. Hier heißt alſo die Aufſtellung:
Schnabel
Wurmböck
Chriſtian
Dreßler
Meiſel
Perwein
Schmid
In der Schlußveranſtaltung vom 28. Dezember hat der
Unter=
legene aus dem erſten Feldſpiel Gelegenheit, das Reſultat zu
korrigie=
ren, denn nochmals ſtehen ſich an dieſem Tage, nachmittags 3 Uhr, auf
dem Böllenfalltorplatz Wiener Athletik=Club und Sportverein 1898 im
Feldſpiel gegenüber.
Der Veranſtalter iſt ſich bewußt, daß bei der derzeitigen
Wirtſchafts=
depreſſion ein großer Teil der Sportanhänger die Spiele nur dann
be=
ſuchen kann, wenn die Preiſe niedrig gehalten ſind. Dieſem Umſtand
iſt in jeder Beziehung Rechnung getragen. Ganz beſonders gilt dies
für die für den Vorverkauf feſtgeſetzten Preiſe. Im Vorverkauf
wer=
den nur für die beiden erſten Veranſtaltungen zuſammen Karten
ausgegeben, alſo für das Feldſpiel des 26. Dezember und das Hallen=
Turnier. Karten für die Einzelveranſtaltungen werden nur an der
Tageskaſſe abgeſetzt. Vorverkauf iſt ab heute eingerichtet bei
Zeitungs=
verkauf Skurnik (im Schalterraum der Reichspoſt), bei Friſeur Ott
(Riegerplatz), Zigarrenhaus Becher (Grafenſtraße) und in der
Stadion=
gaſtſtätte. Wegen Höhe der Preiſe ſiehe demnächſt Inſerat.
Handball im Odenwaldgan der 9.T.
Der 14. Dezember brachte folgende Ergebniſſe:
A=Süd: König 2. — Steinbuch 2. 0:0: Jell 1. — K.=Brombach 1. 2:5.
A=Nord: Lenafelb 1. — Groß=Bieberau 1. 2:3.
Freundſchaftsſpiele: Klein=Zimmern 2. — Semb 1. 3:1.
Die Pflichtſpielreihe nähert ſich ihrem Ende. Es finden nur noch
ſolche Spiele ſtatt, die aus irgendeinem Grunde früher ausfielen. Das
anhaltende Regenwetter, das viele Plätze unſpielbar gemacht hat, wird
allerdings dafür ſorgen, daß ſich die glatte Abwicklung dieſer Reſtſpiele
bis in den Januar hinzieht. Auf den Tabellenſtand haben ſie keinen
ent=
ſcheidenden Einfluß mehr. Kirchbrombach iſt Beſter in A=Süd geworden
und Groß=Bieberau hat in A=Nord durch ſeinen Sieg über Lengfeld
ſeinen Punktvorſprung ſo vergrößert, daß es nicht mehr einzuholen iſt.
Auch in der B=Klaſſe ſind die Beſten ihres Bezirkes ermittelt, nämlich
Steinbach 1. in B1. Langſtadt 1. in B2, Altheim 1. in B3. In B3 war
urſprünglich Reinheim Tabellenführer; durch einen Spruch des
Schieds=
gerichts bekam Altheim zwei Punkte zugeſprochen und gelangte auf
dieſe Weiſe an die Spitze. In der C=Klaſſe haben ſich Erbach 3., Groß=
Umſtadt 3. und Hergershauſen 2. durchgeſpielt.
Die Spiele am Sonntag litten unter dem aufgeweichten Boden.
Obwohl König dauernd überlegen war, konnte es zu keinem Erfolg
kom=
men, weil Steinbuchs Tormann gut abwehrte. Das Treffen Zell 1. —
Kirch=Brombach 1. fand in Erbach ſtatt. Zell, das mit Erſatz antrat,
konnte in der erſten Halbzeit gegen ſeinen Gegner nicht aufkommen. Erſt
nach dem Wechſel fand es ſich zuſammen und geſtaltete nun das Spiel
offen. Die beſſere Technik beſaß Lengfeld, die flinkere und ſchnellere
Elf ſtellte Groß=Bieberau. Wäre der Lengfelder Sturm wendiger und
raſcher geweſen, das Ergebnis hätte anders lauten können. Semd, das
ſich unſerem Gau angeſchloſſen hat, trug in Klein=Zimmern ſein erſtes
Spiel aus. Wir rufen ihm ein herzliches „Gut Heil” zu. Das Treffen
ſelbſt wurde in vorbildlicher Weiſe durchgeführt. Semd, das zu Beginn
des Spieles großen Eifer enfaltete, ließ bald nach und verſchuldet ſo
ſeine Niederlage. — Tabelle der A=Klaſſe:
A.=Nord:
48:18 14 Momart 1. 1 39:20 10 König 2. .: 16:28 Zell 1... . . 2.= 14:21 Steinbuch 1. . . „ „
„9 11:41 Kommenden Sonntag, den 21. Dezember, ſpielen: Meiſterklaſſe Michelſtadt 1. — Erbach 2., um Uhr.
A=Klaſſe=Nord: Lengfeld 1. — Hergershauſen 1., 3 Uhr.
A=Klaſſe=Süd: König 2. — Kirch=Brombach 1., 3 Uhr; Zell 1.
Steinbuch 1., in Erbach, um 3.15 Uhr.
C=Klaſſe: Spachbrücken 1. — Reinheim 2., 1 Uhr.
Das meiſter Intereſſe beanſprucht das Spiel in Michelſtadt. Es iſt
das letzte Spiel der Meiſterklaſſe und bringt die Entſcheidung, wer
Tabellenzweiter werden wird.
Fußball.
T. H. Darmſtadt — Polizei Darmſtadt 0:2 (0:1).
Das Spiel, das auf dem Hochſchulſtadion ausgetragen wurde, hielt
nicht das, was man ſich verſprochen hatte. In erſter Linie lag das an
dem äußerſt ſchwachen Schiedsrichter. Auch die beiderſeitigen
Stürmer=
reihen konnten nicht ganz befriedigen. Während der Polizeiſturm eine
gewiſſe Schußunſicherheit an den Tag legte, erging ſich der Sturm der
Hochſchule in Ueberkombinationen. Das Feldſpiel war beiderſeitig
zu=
friedenſtellend, wobei die Polizei etwas ſchneller, vielleicht auch etwas
härter ſpielte. Die erſte Halbzeit verlief bei leichter Ueberlegenheit der
Polizei, die kurz vor Halbzeit zu ihrem erſten Tor gelangte, 5
Minu=
ten nach Beginn der zweiten Halbzeit erhöhte ſie durch ein ſehr klares
Abſeitstor auf 2:0. Trotz verteilten Spiels blieb es bei dieſem Stande
bis zum Schluß. Der Sieg der Polizei iſt verdient, zumal die
Studen=
ten manche Schußmöglichkeiten nicht auswerteten.
Tebdy Sandwina wurde in New York von dem Amerikaner Stanley
Poreda über 10 Runden nach Punkten geſchlagen.
Geſchäftliches.
Eine radioaktive Quelle in Bensheim a. d. Bergſtraße.
Wie wir hören, iſt die vor zirka zwei Jahren gebohrte Quelle
in neuen Beſitz übergegangen. Der ſeitherige Name „Kunold=
Quelle” erfuhr eine Aenderung. Die derzeitigen Beſitzer nennen
den Mineralbrunnen jetzt „Baſinusquelle‟. Dieſer Name iſt ſehr
glücklich gewählt; denn Baſinus war bekanntlich ein fränkiſcher
Ritter, auf dem die Gründung Bensheims zurückgeführt wird.
Durch die jetzige fachmänniſche Leitung wird die Quelle auch zu
der Geltung kommen, die ihr gebührt. Das dem Brunnen, der
eine Bohrung von 168 Meter Tiefe hat und deshalb ſchon eine
große Keimfreiheit gewährleiſtet, entſtromende Waſſer iſt
kriſtall=
hell, ſchmeckt weich, prickelnd, iſt ohne jeglichen läſtigen
Beige=
ſchmack und hat verhältnismäßig viel eigene freie Kohlenſäure.
(Siehe heutige Anzeige.)
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Donnerstag. 18. Dezember.
11.00: Aus Wiesbaden: Frühkonzert am Kochbrunnen.
15.00: Aus Stuttgart: Stunde der Jugend.
16.00: Aus Stuttgart: Konzert des Funkorcheſters.
17.00: Aus Freiburg: Alte Geſangsmuſik. Altitalieniſche
Geſangs=
muſik. Deutſche Lieder. Mitw.: Marta Martin (Sopran) Aug.
von Manoff (Bariton).
18.05: Zeitfragen.
18.35: Dr. h. c. Bongard: Das Regime des Völkerbundes im
Saargebiet.
19.05: Franzöſiſcher Sprachunterricht.
19.30: Unterſuchung über die Kataſtrophe des Luftſchiffes R101.
20.10: Johann von Paris. Komiſche Oper von Boieldieu.
21.45: Ungariſche Hengſte. Aus dem Buch „Hallo, Welt” von
Kaſimir Edſchmid.
22.35: Von Berlin: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Donnerstag, 18. Dezember.
9.05: Schulfunk: Ernſt Schenke trägt aus eigenen Werken vor,
(Uebertragung Breslau).
10.00: Mitteil, des Verbandes der Preuß. Landgemeinden.
10.10: Schulfunk: Winterſtreifen im pommerſchen Jagd= und
Forſt=
revier.
15.00: Jugendſtunde: Reiſen und Abenteuer: Weihnachten in der
Sertao.
15.2b: Dr. Konrad Dürre: Hinweis auf neue Bücher für die
Jugend.
15.45: Dr. Elſe Möbus: Der nervöſe Haushalt.
16.00: Dr. phil. Jgnaz Gentges: Schul= und Laienſpiel: Stufe
des Schulſpiels.
16.30: Berlin: Nachmittagskonzert.
17.30: Prof. Dr. Hans Mersmann: Hausmuſik.
18.00: Prof. Dr. Oswald Floeck: Der ſudetendeutſche Menſch im
Spiegel der modernen Literatur.
18.30: Prof. Windelband: Die Aera Bülow. Zum Erſcheinen der
Tenkwürdigkeiten des Fürſten Bülow.
19.00: Min.=Rat Joachim: Aus der Praxis des Arbeitsrechts.
19.30: Oek.=Rat Keiſer: Was muß der Landwirt von den
Aus=
führungsbeſtimmungen zum Reichsmilchgeſetz wiſſen?
20.00: München: „Der Vogelhändler”. Operette von Carl Zeller,
Ca. 22.30: Berlin: Tanzmuſik.
Bekkerbericht.
Ausſichten für Donnerstag, den 18. Dezember: Neblig=wolkig mit
Auf=
klaren, Temperaturen ſinkend unter Null, meiſt trocken.
Ausſichten für Freitag, den 19. Dezember: Weiterhin Froſt, teils wolkig.
teils aufklarend.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Veranwortlich für Pollik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Fenilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für=
„Die Gegenwart” Tagesſplegel in Bild und Wort: Dr. Herbert
Neite=
für den Inſeratenteit und geſchäftliche Mitteilungen: Willv Kuhle:
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
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(Nachdruck verboten.)
mnd Genoſſen triumphierten. Nach der plötzlichen
räſidenten der Asiatic Society of Japan herrſchte
züukmge Hochbetrieb, dann verloren ſich auch die
an=
in Gäſcn die Weite. Teils rief ſie ihr Pflichtenkreis, teils
ihrſthmen nach anderen Bildern. Und nicht nur Pro=
Epſt Erug einen niedlichen Korb nach Hauſe — auch
ge guhle vorwitzige Herren wurden damit bedacht
Zan Stſei: war wohl eine vorbildliche Gaſtgeberin, gehörte
de nichtat den Frauen, die den luſtig ſprudelnden Quell
Flirtwz bas Meer der Ehe münden laſſen.
3Nun unochte wieder jene erſehnte arkadiſche Ruhe auf
„Fslaſy wie ſie ſich das kleine Heer der Dienerſchaft längſt
Uſchte. / ſau en auch die mehr oder weniger exzentriſchen
Lau=
der Hß41, noch zu befürchten, ſo artete doch die
Beſchäfti=
nichzſeſr in Arbeit aus.
Heuteſt ſgde Miß Lilian über Migräne und hatte das Bett
nichtte rrſſen. Dieſen Umſtand benützte Sidneh Jones,
ſchefur kleinen Sicherheitstruppe, während der erſten
6nittag un den hinab an den Strand zu pilgern, um ein
iſchendg Bad zu nehmen. Sein Weg führte ihn durch
dnenhatzi wie ihn fremden Blicken entzogen. Dabei machte
GHerr/ m mandant” recht oft Station, zog, vorſichtig
Um=
haltee än ſchlankes Fläſchchen aus der Taſche und führte
zum Mhrde
Ah. ddeile Jamaika=Rum rann wie Feuer durch die Kehle!
güchetinf, der gleichzeitig das Amt des Kellermeiſters
ver=
un war u)h eine gute Seele. Er hatte dem Kollegen das
urwaſſttzie mlich zugeſteckt. Ein halbes Liter. Und fünfzig=
Intig!/ 4:. Jones labte ſich ausgiebig. Er war vor nicht
r Zeiſtus dem alkoholfeindlichen Nordamerika nach Sun=
MAMpüllind ve lichtet worden. Und wenn es auf der Inſel auch
zu kmreilig war, wie in einer der großen Metropolen
Na Euda) gstaatugt läns hatte dieſes glückliche Eiland dem
Mutter=
ünzs voroy:: Es ignorierte die Prohobition! Grund genug,
und Lu a eden zziſän ..
eſtbeſtänden Bevorr ſr Weg aus dem letzten Pandanusgebüſch auf den
uoſen, heſan Som rnündete, griff der Bachusfreudige noch einmal
fn yſw. Flaſchziesste ſie an die Lippen, und — hätte ſie beinahe
von 10-zu „inemrt chreckenslaut fallen laſſen: Vor ihm ſtand, wie aus
Barzahlm, Bodetmervachſen, ein Fremder im Lederdreß, die
Sturz=
in uikmnd.
der Konhu
BGooalvorning, Sſt!” grüßte en mit gewinnendem
s wayl=nulf Berling.
V. Kapitel.
Zwei Tage und zwei Nächte trieb der deutſche Pilot mit
ſeiner Maſchine kraftlos auf dem Meere. Von Stunde zu Stunde
verfiel ſeine Hoffnung. Der Gedanke an ein großes Unglück
daheim krampfte ihm das Herz zuſammen. Aber was ſellte
paſſiert ſein? Es blieb nur eine ſchrecklich auszudenkende
Mög=
lichkeit, eine Annahme, die das Hirn zum Wahnſinn peitſchen
konnte — man hatte ein Verbrechen verübt. Und er trug zu
einem guten Teil ſelbſt die Schuld an ſeinem wenig
beneidens=
werten Los: Erſtens hätte er noch vor ſeinem Amerikaflug die
Spur des Verdachtes verfolgen müſſen, und zweitens durfte er
nicht verfehlen, einen Radioſender an Bord zu nehmen, ſelbſt auf
die Gefahr hin, die Maſchinengeſchwindigkeit dadurch zu
reduzieren.
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Nun war er auf Gedeih und Verderb dem Wetter und dem
Meeresgott ausgeliefert. Aber der kleine „Paradiesvogel”
be=
wies ſeine Seetüchtigkeit. Er beſtand die Probe aufs Exempel.
Und kein Schiff, keine Rauchfahne, kein Segel ließ ſich
blicken. Das bedeutete, daß Berling von der Dampferroute
ſchon ſtark nach Süden abgetrieben worden war Seine
Berechnungen ſtimmten. Er befand ſich nördlich der Bermudas,
nur noch wenige Stunden von Neuyork entfernt.
Am Morgen des dritten Tages trieb ihn der Wellenſchlag
auf den Strand von Sun=Jsland.
Gerettet! Ein Wunder war geſchehen. Zwar wurde der
„Paradiesvogel” durch das Aufſtoßen auf den Strand in ſeinem
empfindlichſten Teil, dem Empfänger, beſchädigt, aber das ſtörte
den Piloten im Moment wirklich nicht. Seine Stoßgebete waren
erhört worden.
Beim Aufgang der Sonne zog er ſeine Maſchine, ſo gut es
ging, auf den Strand der Zauberinſel. Die kleine Bucht lag
geſchützt. Strandkörbe verrieten, daß hier moderner, geſelliger
Badebetrieb herrſchte. Kein Zweifel: Dieſes Märcheneiland
konnte nur das winzige auf den Seekarten kaum erkennbare
Sun=Jsland ſein!
Und nun die Begegnung mit Sidney Jones. Der Herr
Kommandant nahm ſofort militäriſche Haltung an.
Seite 15
Sie ſind ohne Erlaubnis hier gelandet, folgen Sie mir!”
Mit dem ganzen gravitätiſchen Stolz ſeiner Würde ſchritt
er voran.
Berling lächelte mokant. Welchem Narren war er da in
die Hände gefallen? War das der Herr auf dieſer paradieſiſch
ſchönen Inſel? Vergebens ſuchte er ein Geſpräch in Gang zu
bringen. Der andere verſchanzte ſich hinter ſeinem Yankee=Stolz.
Maleriſche Durchblicke, idylliſche Parkſzenerien nahmen
bald den ſchönheitstrunkenen Deutſchen gefangen. Und dann
das Schloß. Dieſe Faſſade aus Marmor und Alabaſter! Hier
konnte nur unumſchränkter Reichtum im Verein mit
märchen=
hafter Prachtliebe regieren. Arnulf Berling kam ſich vor, wie
vom Himmel gefallen.
Während er in der Halle wartete und ſein bewunderndes
Auge über die exotiſchen Teppiche, die antiken Skulpturen und
die hohen Flügeltüren ſchweifen ließ, ſpielte ſich in den oberen
Räumrn ein beluſtigendes Intermezzo ab.
Lilian Spencer hatte eben ihre Toilette beendet und ſaß,
noch ein wenig bleich und abgeſpannt, beim Frühſtück. Ihr
Kopfſchmerz hatte ſich gelegt, aber ſie war keineswegs beſter
Laune.
Sidney Jones meldete die Ankunft des fremden Fliegers
und erbat diesbezügliche Inſtruktionen. War es nun die nicht
mehr völlige Beherrſchung ſeiner Zunge oder war es der
ver=
räteriſche Rum=Hauch, der aus ſeinem Munde ging, — kurz,
die Lady ſagte ihm ſein Vergehen auf den Kopf zu.
„Sie wollen Kommandant ſein und gehen den anderen mit
dem ſchlechteſten Beiſpiel voran?! Schämen Sie ſich! Gehen
Sie mir aus den Augen, Sidney Jones!”
Das war vernichtend. Und wer trug letzten Endes die
Schuld, daß er, der Allgewaltige, in Ungnade fiel?
Jener hergelaufene Abenteurer!
Jones würgte einen Fluch hinuter, während er durch
einen rückwärtigen Ausgang in den Park entwich. Mochte der
fremde Flieger in der Halle ſtehen bis zum jüngſten Tag.
Als unmittelbar darauf die Herrin der Inſel ihre
Morgen=
promenade antrat, ſtieß ſie auf den Harrenden. Wie angewurzelt
ſtanden ſich die beiden jungen Menſchen gegenüber. Es gibt
Situationen, die auch den nüchternſten, tatkräftigſten Menſchen
entwaffnen.
Die Dollarprinzeſſin fand zuerſt die Sprache wieder.
„Miſter Berling aus Deutſchland!!” Wohl nie war die
ver=
wöhnte junge Dame ſo vollkommen überraſcht worden.
Der Flieger lächelte erlöſend.
„Mylady!‟ Er beugte ſich über die ſchmalen zuckenden
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