Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
rnaligem Erſcheinen vom 1. Dezember
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tranifur a. M 1304
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit + verſebenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 343
Freitag, den 12. Dezember 1930.
193. Jahrgang
2I mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
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breit/2 Reichsmarl. Anzeigen von auswäris 40 Reichspfg.
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Rellame=
zelle 300 Reichsmark. Alle Preiſe in Reichsmart
(41 Dollar — 420 Martl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg. Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
jede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichtlicher: Beltreibung fäll jeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Banl und
Darm=
ſtädter und Nationalbant.
Moorder OmmagsittTeſtenmchis kenen
gem erabſehung des Anſehens der Wehrmacht, wegen Schädigung des geſamken deutſchen Anſehens
und wegen Gefährdung der öffenklichen Ordnung.
der Remarque=Film
14 Filmoberprüfſtelle für ganz Deukſchland
verbolen.
Berlin, 11. Dezember.
MNANK A Diet ſarroberprüfſtelle hat die Gefährdung des
deut=
miten uſehens durch den Film „ImWeſten nichts
zueusls gegeben erachtet und die weitere
Auffüh=
etenhan trg 3 Filmes für Deutſchland verboten.
1I0 Swehr- und Reichsinnenminiſterium
dtrka
gegen den Remargue=Film.
1I60 HEuN Vouxſt Filmoberprüfungsſtelle begann heute vormittag im
„ſchsinmnminiſterium die Prüfung des Films „Im Weſten
Iſts Y=ls” mit einer Vorführung des in Deutſchland zugelaſſe=
BihcſeFfens. Nach der Vorführung des Films wies der
Vor=
nde —M/ Pberprüfſtelle darauf hin, daß die Verhandlungen von
Faſſ ſiy auszugehen hätten, in der der Bildſtreifen gezeigt
udennſ Sodann gab er den beiden Sachverſtändigen das
Hldlihrt. „A erſter äußerte ſich der Vertreter des
Reichswehrmini=
ums /1 an das ſeinerzeitige ablehnende Gutachten ſeines
Mi=
aebriumvor der Filmprüfſtelle erinnert. Die offenen
Beleidi=
ſgen nlüelmen ſeien allerdings im Verlaufe der letzten Jahre
ſchwrmet; an die Stelle ſolcher Filme wären aber jetzt
an=
genei, in denen der Deutſche verunglimpft und als
lächer=
hintselt werde. Die heutigen antideutſchen Filme ſeien ſo
Aufufinierntergeſtellt, daß ſie nur aufs ſchärfſte verurteilt werden
ſiten Ziä dem Film „Im Weſten nichts Neues” komme dies
allctm Stofflichen zum Ausdruck. So habe der Soldat
„zym ſeime ausgeſprochene Verbrecherviſage. Als Träger der
oiditimes alten Heeres verwahre ſich das
Reichswehrminiſte=
geim bieſe Filme. Dies habe nichts mit
Ueberempfindlich=
zu zc Der Sachverſtändige erwähnte in dieſem
Zuſammen=
g dicl nängſt einmal zuſammengeſtellten Urteile engliſcher
der ayen über ſolchen Filmen, aus denen hervorgehe, daß
ein=
ſtlich E) feindliche deutſche Soldat als brutal und grauſam be=
WFFElctetAurd en ſei, während man den engliſchen Soldaten als
ſer ahnkannte. Dadurch würde die Phantaſie der Kinder ver=
, AV tet. /Berdem werde von den Herſtellern des Films nicht
be=
ſtten,A Bdder Film in Deutſchland in einer anderen Faſſung
has im ſielande erſcheine, daß für Deutſchland alſo alle
ungeeig=
ſen Silen, entfernt worden ſeien.
Den eittreter des Reichswehrminiſteriums betonte, daß das
ſehergr Wehrmacht durch den Film geſchädigt werde. In der
rabſeutig des Anſehens der Wehrmacht liege aber auch eine
1 OMädigan d es geſamten deutſchen Anſehens. Das
Wehrminiſte=
im triidrher wiederum für ein Verbot des Films für
Deutſch=
gſchen b eiua
Ders acverſtändige des Reichsinnenminiſteriums
brſchhelie ſahte g Frage, ob die Vorführung des Films
ge=
gneſat, die öffentliche Ordnung zu gefährden.
dndulietel
Friſtel 2051 4swärkige Amt befürworkek das Berboi.
Made Fümls Auswärtige Amt gab der vortragende Legationsrat
ſuſtebeltlediglich die kurze Erklärung ab, ſeit der erſten Stel=
M Rguabc bes Auswärtigen Amtes vor dem Filmprüfungs=
Meicht Alen inzwiſchen dem Auswärtigen Amt Nachrichten zu=
Janget die das Amt nunmehr veranlaßten, das Verbot des
mes W1befürworten. Es kam hierbei zu einem Zuſammen=
6 zwſſen dem Verteidiger der Univerſal Pictures Corpora=
Müh milen: Vertreter des Auswärtigen Amtes, da der Ver=
Vgerg ihere Angaben ſowie überhaupt ein Gutachten
ver=
ie. =Vorſitzende mußte mehrere Male eingreifen. Dar=
Of kante
Ar
die Länderverkreier
WWorAfüir Sachſen ſprach Miniſterialrat Poetzſch, der auf
De T ſtardtspannung im ganzen Lande hinwies, deren Uirſache
Ne Eade Awnn Kriegserlebnis liege, das in dem Film gezeigt
i Ode. kreits das Buch Remarques enthalte peinliche
Ein=
nobKſtigteidls wie im Film noch viel ſchärfer hervortreten. Der
Lakl dertreter an. Necht temperamentvoll geſtalteten ſich
Ausklrungen des Vertreters Bayerns, Exe, vom
Im=
bon dem Film auch eine entſittlichende, ja ſogar ver=
NDg TſirEung auf das Volk und auf die Jugend befürchtete.
D Nch erhebenden Momente des Opfermutes und des
harrens kämen in dem Film überhaupt nicht zum
rürttemberg ſprach dann Miniſterialdirektor
gleichfalls von der entſittlichenden Wirkung des
vies beſonders auf die Einfeitigkeit der Darſtellung
„en Sergeanten Himmelſtoß im Typ des Unteroffi=
Laemmles Berkeidigung.
Zaßller Paufe von zehn Minuten gab für die Univerſal
Sisturech imporation Rechtsanwalt Dr. Frankfurter in
ündigen Plädoyer ſeiner Meinung Ausdruck. Die
aß die amerikaniſche Firma den Film für Deutſch=
Wzogen habe, begründete er damit, daß die
Herſteller=
i 2 Aioment der geſtörten Orduung aus der möglichen
Entſcheidung des unabhängigen Gerichtes völlig ausf heiden
wolle. Er ging dann in ſehr weitgreifenden Ausführungen auf
die einzelnen Momente des Filmes ein und verlas ein
Tele=
gramm des Präſidenten der Univerſal Pictures Corporation,
des alten Laemmle, der erklärte, das Buch Remarques habe ſo
ſehr für ſeine alte deutſche Heimat in den Vereinigten Staaten
geworben, daß er gerade deswegen und aus dieſem Geiſte der
Verſtändigung der Völker heraus für dieſen Film begeiſtert die
Herſtellung übernommen habe. Der Verteidiger ſetzte ſich denn
weiter mit dem Gutachten des Reichswehrminiſteriums und des
Reichsinnenminiſteriums ſowie mit dem Fehlen des Gutachtens
des Auswärtigen Amtes auseinander. Abſchließend ſtellte er
feſt, daß der Film entſittlichend und verrohend in keiner Weiſe
ſein könne, im Gegenteil noch eher geeignet ſei, die Sittlichkeit
zu heben. Es handle ſich hier um Weltanſchauungen. Die
Gefährdung der öffentlichen Ruhe und Ordnung komme nicht
mehr in Frage, nachdem der Film zurückgezogen ſei. Auch das
Anſehen Deutſchlands gegenüber dem Auslande ſei in keiner
Weiſe geſchädigt, im Gegenteil gerade dieſer Film ſei nur
ge=
eignet, das deutſche Volk ſo, wie es gelitten und gerungen habe,
in den Jahren der Not wahrhaft und für das deutſche Volk
ehrend zu ſchildern.
Nach 15 Uhr zog ſich darauf das Gericht zur Beratung
zurück.
Die Begründung des Film-Berbols.
Zur Begründung des oben gemeldeten Spruches der
Film=
oberprüfſtelle führte Miniſterialrat Seeger mündlich etwa
fol=
gendes aus: Die Film=Oberprüfſtelle hat ſich im Gegenſatz zu
Rechtsanwalt Dr. Frankfurter auf den Standpunkt ſtellen müſſen,
daß die Behauptung eines Landes, die Anwendung des
Film=
geſetzes durch die Filmprüfungsſtelle ſei irrig erfolgt, genüge,
damit ſich die Film=Oberprüfſtelle damit befaſſen müſſe. Das
entſpreche auch dem Sinn des Geſetzes nach ſeiner
Entſtehungs=
geſchichte. Die Film=Oberprüfſtelle ſoll die Möglichkeit haben,
auch die Wirkungen zu erfahren, die die Aufführung eines
Fil=
mes gehabt habe. Hiernach betrachte die Film=Oberprüfſtelle die
Anwendung des § 4 des Geſetzes als gegeben. Die Film=
Ober=
prüfſtelle hat ſich weiter auf den Standpunkt des Rechtsanwaltes
Frankfurter geſtellt, daß der Film eine pazifiſtiſche
Weltanſchau=
ung verkörpere. Dann könnte er aber nicht, wie der
Vertei=
diger behauptet habe, das Schickſal von neun Freiwilligen allein
kennzeichnen. Handele es ſich aber um Weltanſchauungsfragen,
dann ſeien die im Film ſpielenden Perſonen Typen. Dieſe
dargeſtellten Typen haben das Anſehen der Kriegsteilnehmer
auf das Empfindlichſte verletzt. Es iſt unbeſtritten, daß in
dieſem Film nur deutſche Soldaten in den
Un=
terſtänden jammern und ſchreien, nur deutſche
Soldaten im Lazarett ſterben uſw. Daß aber die
gegen den Stacheldraht anrennenden
Fran=
zoſen ſchweigend ſterben. Die Film=Oberprüfſtelle iſt
der Anſicht, daß dieſer Film der Gemütsverfaſſung
der Teilnehmer an dem Weltkriege in keiner
Weiſe gerecht wird. Sie ſchließt ſich ferner dem
Stand=
punkt des Reichsinnenminiſteriums an, daß der Film nicht
ein Film des Krieges, ſondern der deutſchen
Niederlage iſt, und ich möchte das Volk ſehen, das ſich
die Darſtellung der eigenen Niederlage gefallen läßt. Die
Ent=
ſcheidung der Film=Oberprüfſtelle iſt nicht, dies möchte ich
beſon=
ders betonen, unter dem Druck der Straße erfolgt. Auch die
Drohung des Rechtsanwaltes Frankfurter, daß
die amerikaniſche Firma ihre Produktion aus
Deutſchland zurückziehen würde, hat das Urteil der
Film=Oberprüfſtelle nicht beeinflußt.
* Das Verbot des amerikaniſchen Hetzfilms „Im Weſten
nichts Neues” iſt alſo erfolgt. Leider 14 Tage zu ſpät. Wenn
die Zenſurſtelle ihre Aufgabe richtig erfaßt hätte, dann würde
ſie durch ein rechtzeitiges Verbot vermieden haben, der
deut=
ſchen inneren Zerriſſenheit noch weitere Wunden zu ſchlagen.
Die Ober=Prüfſtelle hat übrigens auch feſtgeſtellt, daß das
An=
ſehen des deutſchen Volkes durch den Film ſchwer geſchädigt
werde. Man könnte die Dinge aber auch ſo formulieren, daß
die Amerikaner den Verſuch gemacht haben, aus der militäriſchen
und ſeeliſchen Niederlage des deutſchen Volkes ein Geſchäft zu
machen und ſich vom deutſchen Publikum den größten Teil der
Unkoſten zu holen. Sie haben dabei im letzten Augenblick
ver=
loren und den Film zurückgezogen. Hätten ſie den früheren
Vor=
ſtellungen des deutſchen Generalkonſuls in San Franzisko
recht=
zeitig nachgegeben, dann wären ſie ſicherlich auch geſchäftlich
da=
bei herausgekommen.
Für uns aber bleibt die Bilan= dieſes peinlichen
Zwiſchen=
ſpiels häßlich genug. Es iſt eine Ungeheuerlichkeit, daß die
Polizei in Berlin ſich tagelang damit abgeben mußte, die
Vor=
führung eines deutſchfeindlichen Filmes zu ſchützen, was von
den Nationalſozialiſten geſchickt ausgenutzt wurde. Es wird
höchſte Zeit, daß eventuelle Mängel des Lichtſpielgeſetzes
ſchnell=
ſtens ausgemerzt werden, damit derartige Schauſpiele mit
poli=
tiſchen Wirkungen unmöglich werden.
Zurückziehung des Hekfilms durch die Herſtellerfirma
Während der mehrſtündigen Verhandlungen vor dem Film=
Oberprüfungsgericht im Reichsinnenminiſterium gab zu Beginn
ſeines Plädoyers der Vertreter der Univerſal Pictures
Corpo=
ration, Rechtsanwalt Frankfurter, die Erklärung ab, daß
gleich=
viel, wie die Entſcheidung des Ober=Prüfungsgerichtes fallen
werde, die Herſtellerin des Filmes, die genannte
amerikaniſche Firma, den Film für die Aufführuigin
Deutſchland zurückziehe. Der Film werde alſo nicht
mehr geſpielt werden, es ſei denn, daß inzwiſchen mit der
Uni=
verſal Pictures Corporation und den Behörden ein Einver=
nehmen darüber erzielt zei.
Der Schädlingsprozeß.
Wem nützt er?
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
N. Moskau, 8. Dezember.
Der große „Schädlingsprozeß”, der am 25. Nobember im
Kolonnenſaal des Gewerkſchaftshauſes eröffnet wurde, hat mit
den fünf Todesurteilen am 7. Dezember ſeinen Abſchluß
er=
reicht. Einen Tag ſpäter hat das Präſidium des
Zentralvoll=
zugskomitees von ſeinem Begnadigungsrecht Gebrauch gemacht
und allen Verurteilten die Todesſtrafe in eine zehnjährige
Ge=
fängnisſtrafe umgewandelt. Sie wurden in das an der Lubjanka,
jetzt Dſerſhinſki=Straße, gelegene Gefängnis der GPU. abgeführt.
Das ſind die nüchternen Tatſachen.
Das Schauſpiel iſt beendet. Langſam fällt der Vorhang.
Zur Vervollſtändigung des Bildes dieſer Vorſtellung muß aber
auch noch der fehlende Satz ergänzt werden: die Zuſchauer
klatſchen raſend Beifall. In der Tat: als Wyſchinſki
mit ſeinem Gerichtshof am Sonntag abend wieder erſchienen
war, als er in atemloſer Stille das Urteil verlas und der Bann
ſich gelöſt hatte, ſetzte minutenlanger ſtürmiſcher Beifall ein.
Die Menge im Gerichtsſaal tobte und raſte vor Begeiſterung.
Den Forderungen der „kochenden Volksſeele”, die zehn Tage lang
„Tötet ſie, tötet ſie!” geſchrieen hatte, die Blut ſehen wollte, war
Genüge getan. Es fragt ſich nur, ob die Begründung der
Be=
gnadigungsinſtanz, „die Organiſation der Induſtriepartei ſei
ja ohnehin zuſammengebrochen” und „die Sowjetmacht ſei heute
ſo feſt begründet, daß ſie es ſich leiſten könne, Milde zu zeigen”,
— ob dies ebenſo ſtürmiſch begrüßt und bejubelt wird.
Die Verhandlung war auch äußerlich glänzend. Wieder
einmal hat es ſich gezeigt, daß die Ruſſen Meiſter der Regie
und der Organiſation ſind. Der große Kolonnenſaal des „Dom
ſojuſow” das Gebäude des ehemaligen Adelklubs an der
Dmittrowka Ecke Ochotny;, war zehn Tage lang der
Anziehungs=
punkt für ungezählte Menſchenmaſſen. Sie drängten ſich vor
dem Eingang und verlangten ſtürmiſch Einlaßkarten, die ſtreng
rationiert und längſt zuvor auf die Vertreter der großen Werke
und Fabriken verteilt waren, die man aus politiſchen Gründen
dabei haben wollte. Der Saal gehört zu den größten und
ſchön=
ſten Moskaus. Von den großen Kronleuchtern in ein Meer
von Licht getaucht, erſtreckt er ſich durch zwei Stockwerke und iſt
berühmt durch ſeine zwölf korynthiſchen Säulen aus weißem
Marmor. Am Kopfende iſt eine proviſoriſche Bühne für das
Gericht errichtet — die Verhandlung erinnert auch
durch dieſe Aeußerlichkeit an ein Schauſpiel.
Rechts ſteht der Tiſch des Staatsanwalts, links die Bänke der
Angeklagten und zwei Drittel des Saales ſind mit Stühlen
und Bänken für die Zuſchauer ausgefüllt. Vor dem
Vorſitzen=
den Wyſchinſki, dem Anklagevertreter Krylenko und dem
Haupt=
angeklagten Ramſin ſtehen Mikrophone, und auf halber
Höhe ſind die rieſigen Jupiterlampen der
Photo=
graphen und Kinomänner angebracht. Wyſchinſki, der
Gerichtsvorſitzende, iſt ehemaliger Profeſſor juris. Er zeigt ein
intelligentes, gepflegtes Ausſehen. Mit ſeinem geſcheitelten
Haar, den klug blickenden Augen und im ſchwarzen Anzug ſieht
er faſt gewollt europäiſch aus und ſticht z. B. angenehm von
dem Staatsanwalt ab. Dieſer erſcheint in
Wickel=
gamaſchen und grüner Lodenjoppe. Als
Sports=
mann, Jäger, Wanderer, Naturliebhaber. Seine Augen gehen
prüfend über den Raum, bleiben an den Angeklagten haften . . ."
Er verfolgt jedes ihrer Worte. Findet aber nur ſelten
Gelegen=
heit, ſie zu unterbrechen, ſelbſt eine Frage zu ſtellen. Es wickelt
ſich alles wie am Schnürchen ab.
Im gleichen Saal fand der Schachty=Prozeß ſtatt, in ihm
war auch Lenins Leiche vor ihrer endgültigen Beiſetzung
auf=
gebahrt. Das Ganze macht aber dennoch auch heute noch keinen
„ſowjetiſtiſchen” Eindruck.
Wer ſind die Angeklagten? Sie gehören ſamt und ſonders
zur ruſſiſchen Intelligenz. Schon zur Zarenzeit waren ſie zum
größten Teil anerkannte Wiſſenſchaftler, von denen einige
inter=
nationalen Ruf beſitzen. Nach der bolſchewiſtiſchen Revolution
haben ſie ſich nicht, wie die meiſten ihrer Geſinnungsgenoſſen,
ins Ausland begeben und ſtanden in der Folge vor der Frage,
wie ſie ſich zu dem Syſtem ſtellen ſollen. War für ſie die mit
dem Eintritt in den Sowjetdienſt verbundene Berechtigung auf
Bezug von Lebensmittelkarten uſw. entſcheidend, als ſie ihre
Dienſte den neuen Machthabern zur Verfügung ſtellten? Mag
ſein, daß auch dies eine Rolle geſpielt hat. Aber ohne Zweifel
hat für die meiſten von ihnen das ideelle Motiv, Mithilfe
am Aufbau des gemeinſamen Vaterlandes, den
Ausſchlag gegeben. Zudem wurden ihnen für dieſe Mitarbeit
von den Räten auch die verlockendſten Verſprechungen gemacht.
Sie bewährten ſich als ſachverſtändige Kenner der Wirtſchaft und
rückten bald zu den höchſten Stellen auf. — Da wurde eines
Tages ein neues „Verſchwörerneſt ausgehoben”, einer der
üb=
lichen Schädlingsprozeſſe war in Sicht. Erſt ſpäter ergab es ſich,
das geheimnisvolle, aber hochmögende Kräfte aus der Gegend
des Kreml aus ihm einen neuen Monſtreprozeß zu machen
ge=
willt waren. Unzählige derartige Prozeſſe fanden ſchon und
finden jetzt noch in der Sowjetunion ſtatt. Unzählige werden
infolge ihrer Schädlingsarbeit erſchoſſen, ohne daß die
Oeffent=
lichkeit je etwas davon erführe. Warum hier der Lärm? Es
gehört zu den Unbegreiflichkeiten dieſes Prozeſſes, daß die
Exiſtenz der Induſtriepartei, wie die Anklageſchrift behauptet,
der GPU. ſchon ſeit Jahren bekannt ſein ſoll. Warum hat man
ſie erſt im Auguſt aufgedeckt? Und warum begann erſt ein
Monat ſpäter „die diplomatiſche Vorbereitung” des Prozeſſes?
Der unbeteiligte Zuſchauer konnte ſich in ſeinem ganzen
Verlauf eines Empfindens des Grauens nicht
erweh=
ren. Was veranlaßte den Hauptangeklagten Ramſin, einen
Wiſſenſchaftler von Weltruf, der auch der deutſchen
Oeffentlich=
keit durch ſeine Teilnahme an der Berliner Phyſikertagung 1929
bekannt iſt, zu ſeiner hemmungsloſen Offenheit, zu jenen
ufer=
loſen „Geſtändniſſen”, die in Wahrheit mit ſolchen nichts mehr
zu tun hatten, ſondern eine Anklage par excellence darſtellten?
Erhat die Namen der 2 000 Mitglieder der
Par=
tei preisgegeben, allen ihnen wird jetzt der Prozeß
ge=
macht, aber ſie dürften nicht ſo gut wegkommen wie er ſelbſt —
er hat in einer nahezu ſadiſtiſchen Selbſtzerfleiſchung Verbrechen
„geſtanden”, die (im Laufe eines knappen halben Jahrzehnts!)
nitmals begangen werden konnten, wenn die Sowjets ſich
nicht ſelbſt damit das größte Armutszeugnis ausſtellen wollten.
Er hat von ſich und ſeinen Genoſſen wahre Schauermärchen
diaboliſcher Verderbtheit und raffinierter, geradezu
übermenſch=
lich ſyſtematiſcher Schädlingsarbeit erzählt . . . Die Lokomotiden
ſeien bewußt zu ſchwer gebaut worden, um die Eiſenbahnen in
Grund und Boden zu fahren; die Bahnen habe man mit
un=
nützen Tauſend=Tonnen=Laſten überladen, um die Bahnhöfe zu
verſtopfen und den Verkehr zu desorganiſieren; unter dem
Firmenſchild von Motor=Zementfundamenten ſeien
Beton=
ſtände für die künftige Artillerie und unter
dem der Arbeiterbaracken in Wahrheit
Luft=
ſchiffhallen errichtet worden für die
Inter=
ventionsarmee. — Und das alles haben 2000 Menſchen
im Verlaufe eines halben Jahrzehnts ſyſtematiſch betrieben,
ohne daß die glänzende Organiſation von Partei und Staat
in Rußland etwas gemerkt hat? Und erſt der GPU., der
poli=
tiſchen Polizei, die wenig wirtſchaftliche Kenntniſſe beſitzt, ſoll es
gelungen ſein, dieſes Teufelswerk aufzudecken? — — Esblieb
ein Rätſel. Bis zum letzten Tage der Verhandlung blieb
der eine Teil der Verhandlung, der Prozeß gegen Ramſin und
Genoſſen, ein Rätſel.
Aber auch der andere Teil, der Prozeß gegen Frankreich,
war geheimnisvoll. Namen tauchten hier auf — Deterding,
Briand, Poincaré, Vickers — Namen, die ſtets genannt werden,
wenn es angezeigt erſcheint, eine neue Kriegstreiberei gegen die
Union aufzudecken. Es regnete Dementis aus aller Welt, die
Anklageſchrift hat zwar nicht mit Beweiſen aufzuwarten — es
iſt kein einziger Beweis im europäiſchen Sinne
darin enthalten — aber Ramſin hielt ſeine Geſtändniſſe
aufrecht. — Es iſt von hier aus ſchwer feſtzuſtellen, weliher
Wert den franzöſiſchen Dementis beizulegen iſt. Es mag zu
verſchiedenen Zeitpunkten der Nachkriegszeit dort
Interventions=
freunde gegeben haben, — aber die wahren Hintergründe dieſes
Prozeſſes gegen Frankreich werden ſvohl ewig unaufgeklärt
blei=
ben. Zumal Frankreich ſchweigt, beharrlich ſchweigt. Und
Ruß=
land zwar die ſchwerſten Anklagen gegen Paris ſchleudert, aber
ebenſo wenig irgendwelche diplomatiſchen Folgerungen aus
dieſer angeblich ſo einwandfreien Lage zu ziehen wünſcht,
ob=
wohl Botſchafter Herbette hier ohnehin ſchon ſeit geraumer
Zeit nicht mehr ein gern geſehener Gaſt iſt. Auch hier alſo ein
Rätſel.
Finden beide Rätſel ihre Aufklärung in dem
Begnadigungs=
akt? „Schaut her” ſagt Kalinin, der Präſident, „es war ja
alles garnicht ſo ernſt gemeint”. Auf den erſten Blick: ein neues
Rätſel. Aber wenn einem geheimnisvoll ins Ohr geflüſtert
wird, daß die Angeklagten wohl gar nicht erſt ſitzen werden,
wenn man erfährt, daß Ramſin ſogar einen
Privat=
ſekretär gehabt haben ſoll, der die
Ausarbei=
tung ſeiner Geſtändniſſe (natürlich in engem
Kontakt mit den berufenen Stellen) zu
beſor=
gen hatte, wenn man ſchließlich bedenkt, daß ſeine
Selbſt=
anklagen durch Lautſprecher in die fernſte Provinz verbreitet
wurden und daß die bleichen, tränenbedeckten und reuezerfreſſenen
Geſichter der Angeklagten jetzt in allen Kinos zu ſehen ſind,
wenn man das alles weiß, dann verſteht man allerdings, daß
auch dieſer Dienſt, der dem Diktator erwieſen
wurde, einen Lohnanſpruch vorausſetzt.
Wenn der Juriſt die Frage „Wer hat den Nutzen?” zum
Ausgangspunkt ſeiner Unterſuchung macht, ſo trifft er
zweifel=
los den Kern. Und — eui bono?, ſo muß man auch hier fragen.
Die innere Lage des geſamten Landes und die bedrohliche
Ju=
nahme der Zerſetzungserſcheinungen in der Sowjetwirtſchaft in
den letzten Monaten laſſen die Entlaſtungsoffenſive, die Stalin
mit dem Ramſin=Prozeß angetreten hat, begreiflich erſcheinen.
Denn in dem waldreichen Lande wird neuerdings ſogar das
Holz rationiert; die Preiſe ſind im Laufe der letzten ſechs Wochen
etwa um das Fünffache geſtiegen, die Geſchäfte werden
buch=
ſtäblich geſtüemt, man hungert, man friert, man geht in Lumpen.
Und die zwei wichtigſten Punkte: die Unzufriedenheit hat
min=
deſtens teilweiſe auf die Armee übergegriffen, während der
Retter aus jeder ruſſiſchen Not in der ganzen tauſendjährigen
Geſchichte dieſes Reiches, der Bauer, nach wie vor nicht
mitmacht.
Aus allen Maßnahmen ſpricht die Furcht von dem
Miß=
erfolg, davor, daß die Geldnot doch keine vorübergehende
Er=
ſcheinung bleiben könnte, daß die Preife nicht heruntergingen,
die Induſtrie auch weiter verfagen und der Bauer in der
Zu=
kunft ebenſowenig Anleihen zeichnen wie ſein Brot für den
Papierrubel verkaufen könnte, wie er es heute tut.
Vor acht Wochen ſetzte über Nacht und für die meiſten völlig
überraſchend ein Kommiſfarwechſel ein, wie ihn ſelbſt
Moskau bisher noch nicht gekannt hat. Alle Behörden wurden
ergriffen, faſt alle Kommiſſariate. Unzählig ſind die Namen
derer, die in die Wüſte geſchickt wurden. „Tſchecharde” nennt
man das im Ruſſiſchen, Bockſpringen. Stalin war wie
ein Windgott dazwiſchengefahren, für jeden Fehler fand er einen
Bock, einen Sündenbock. Aber erſt jetzt erfährt man die
Einzel=
heiten. Das Defizit im verfloſſenen Jahr hat danach die enorme
Höhe von einer Viertel Milliarde erreicht, der Bauer hat nur
einen verſchwindenden Bruchteil ſeiner Steuern bezahlt — die
Wie verlautet, ſind die Vorarbeiten zur
Aktienrechts=
reform ſoweit gediehen, daß mit der alsbaldigen Vorlage im
Reichs=
kabinett zu rechnen iſt. Auch der Referentenentwurf zur
Zivilpro=
zeßreform dürfte in abſehbarer Zeit fertiggeſtellt ſein.
Auf den däniſchen Sozialminiſter wurde während der
Parlaments=
ſitzung ein Revolveranſchlag verübt. Es iſt niemand verletzt worden: der
Täter wurde verhaftet.
Die vereinigte Schweizeriſche Bundesverſammlung
hat am Donnerstag mit 158 von 160 gültigen Stimmen den jetzigen
Vizepräſidenten Bundesrat Heinrich Häberlin zum
Bun=
despräſidenten und mit 162 von 181 gültigen Stimmen zum
Vizepräſidenten Bundesrat Guiſeppe Motta
ge=
wählt, Bundesrat Häberlin übernimmt damit zum zweiten Male
die höchſte Ehrenſtelle des Landes.
Die Bank von Frankreich ſetzt ihre Goldkäufe fort. Ihre
Wochen=
bilanz weiſt eine neue Goldzufuhr von 385 Millionen Franken auf. Der
Goldbeſtand des franzöſiſchen Noteninſtituts iſt dadurch auf 52 351
Mil=
lionen Franken geſtiegen.
Präſident Hoover hat im Senat das Profekt zum Beitritt Amerikas
zum Haager Internationalen Schiedsgerichtshof zur Ratifizierung
hin=
terlegt mit dem Bemerken, daß es den Vereinigten Staaten jederzeit
frei ſtünde, ſich von dem Weltſchiedsgerichtshof zurückzuziehen.
finanziellen Grundlagen des Fünfjahresplanes wanken. Es
fehlen Zahlungsmittel, die jeder hamſtert, und ſchon wird dazu
übergegangen, Notgeld zu drucken — um die Inflation zu
ver=
ſchleiern. Wird ſich die Entbehrungsgrenze des ruſſiſchen
Men=
ſchen noch weiter nach unten ſchieben laſſen? — Woroſchilow,
der Kriegskommiſſar, hat neuerdings die Treue der Armee
be=
ſonders unterſtrichen. Aber — ſollte es zutreffen, was
Ge=
rüchte behaupten — daß er — dies auch nicht umſonſt getan hat,
daß er ſchon eine Art Kontrolle ausübt?
Das iſt der dritte Teil des Prozeſſes Ramſin, der Prozeß
um den Fünfjahresplan, der Prozeß Stalin. Das Urteil
mag hier noch fern ſein — wenn nicht alles trügt, iſt man aber
dabei, die Plaidoyers zu halten.
franzöfiſche Regier=
Paris, 10. Dezember.
Der franzöſiſche Senator Laval hat den Auftrag zur
Bil=
dung des neuen Kabinetts am Mittwoch ſpätabend dem
Präſi=
denten der Republik zurückgegeben. Nach mehrtägigen
Bemühun=
gen hat Laval im letzten Augenblick auf die Regierungsbildung
verzichten müſſen. Nachdem die Konzentration wegen der
Oppo=
ition der Maringruppe und der Radikalen unmöglich geworden
war, verſuchte Laval den ihm von verſchiedenen Seiten
ge=
gebenen Rat zu befolgen und eine Art Kabinett der Minderheit
zu bilden unter Ausſchluß der Maringruppe und der Radikalen,
um auf dieſe Weiſe niemand vor den Kopf zu ſtoßen. Damit
waren jedoch Louis Barthou, Painlevé, de Jouvenel und
Germain Martin, die in das Kabinett Laval einrreten ſollten,
nicht einverſtanden. Sie erklärten, daß ein derartiges Kabinett
veder dem Willen des Senates noch dem Wunſch= des Landes
entſpreche und ſie deshalb Laval ihre Mitarbeit verſagen müßten.
Damit waren ſämtliche Möglichkeiten, die ſich Laval boten,
erſchöpft, und ihm blieb nichts anderes übrig, als ſeinen
Auf=
trag zurückzugeben.
Der Beginn des ſiebenten Kriſentages drückt ſich in der
Morgenpreſſe durch allgemeine Ratloſigkeit aus, mit der man
ſich fragt, auf welche Weiſe und durch welche Perſönlichkeit die
Kriſe endlich gelöſt werden könne. Nachdem der Senator Laval
mit ſeinen Bemühungen Schiffbruch erlitten hat, hat der
Präſi=
dent der Republik, Doumergue, den radikalen Senator
Steeg mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt.
Steeg hat den Auftrag grundſätzlich angenommen. Er verſolgt
den gleichen Kreislauf in ſeinen Beſprechungen mit den
politi=
ſchen Perſönlichkeiten wie ſeine erfolgloſen Vorgänger Barthou
und Laval. Darum ſteht man auch in parlamentariſchen Kreiſen
den Bemühungen Steegs ſkeptiſch gegenüber und wird ſich
keines=
wegs überraſcht zeigen, wenn der Senator morgen oder
über=
morgen dem Präſidenten der Republik ſeinen Auftrag zurückgibt.
Allgemeiner Fünf-Uhr=Ladenſchluß am Heil.
Nolſtandsakkion für die Hochwaſſergeſchädt
* Berlin, 11. Dezember. (Präu
Die radikalen Parteien des Reichstags haben en
Unterhaltungsſpiel für das Parlament erfunden; die
ſozialiſten haben erklärt, daß ſie die Reden der mo
Parteien nicht mehr anhören und jedesmal den
Saaln=
wollen. Sozialdemokraten und Kommuniſten haben
da=
gehört und exerzieren dieſes Spiel bereits mit. Wie
Wetterhäuschen iſt alſo meiſt eine Fraktion nicht im Seu
bei dem Redebedürfnis gerade die radikalen Parteien don
lichſten Teil der rethoriſchen Unkoſten beſtreiten. Uebn
Kinderſpiel „Verwechſelt das Bäumchen” geht das Sao.”
das im Reichstag eigentlich gekämpft werden ſollte, n.
Man ſtreitet ſich, hält Agitationsreden zum Fenſter himu
ſich, wenn ein Redner der anderen Partei aus dem K7,
bracht wird, wenn ihm das Wort entzogen wird. Die
des Tages iſt ſchließlich, daß der Natonalſſſ
Goebbels aus dem Saal gewieſen wird.
vom Hohen Haus und unverſtändlich für die Tribüne;
Ausſprache über den Ladenſchluß am Weihnachtsabend
wird ſchließlich beſchloſſen, daß der Ladenſchluß
mein um 5 Uhr, für Gaſtſtätten um 7 Uhr und für
läden ſpäteſtens um 6 Uhr ſein ſoll. Der zweite Teil da=)ſim 10000 St
iſt ausgefüllt mit Anträgen über die Hochwaſſſt
ſtrophe. Der Ausſchuß ſchlägt eine umfaſſende Norſt
aktion vor, die ſich auf das Rheingebiet, Oſtpreußen
ſächſiſche Lauſitz ausdehnen ſoll. Am Freitag will nun
tag in die Ferien geben. Die Oppoſition hat darauf fhzum verden kon
ihre Anträge auf Beſprechung der auswärtigen Politikün, mds Volk ab.
mal zu ſtellen. Außerdem gab es auf der Rechten ſova
daß eine Mehrheit doch nicht zuſtande gekommen wäre.”
reiztheit der Parteien gegeneinander nimmt aber faſt
zu. Nur ſo iſt es verſtändlich, wenn das Zentrum den
ſchuß ſprengt, weil der Nationalſozialiſt Rechtsanwal!
tags zuvor im Plenum gegen das Zentrum einige ſſ
griffe gerichtet hatte — ein mehr als ungewöhnliches /00
das, wenn es Schule machen ſollte, den ganzen Parlameu
lahmlegen würde.
Die khüringiſche Reichsbanner-Affäre
* Berlin, 11. Dezember. (Pr.),
Zu Beginn des Monats hatte der nationalſozialiſtin“ A ſie Deu
miniſter Thüringens beim Reichsinnenminiſter um da m
mung zum Verbot der Reichsbannerortsgruppe Geri,
Herr Frick hatte den Brief im vollen Wortlaut veröffermt
in Berlin zu einer ſtarken Verſtimmung führte. Herr M
unter dem 4. Dezember Herrn Frick geantwortet, wok)i
ſeine Verärgerung zum Ausdruck kommt.
Kind der
vzen bereit
Abeiterteit) Tr.
zallafer (Komm
nir Fen. Mit allen
Nacht,
(L
FA
iuerRt
* Wie wir hören, wird das Auswärtige Amt alsbald wegen
der Vorgänge in Oſtoberſchleſien eine ergänzende Note an, den
Völkerbund ſenden mit Material, das den Wahlterror in
einzel=
nen Fällen nachweiſt. Eine zweite Note wird ſich ebenfalls mit
den polniſchen Wahlen befaſſen, und zwar mit den
Wahlrechts=
entſcheidungen der deutſchen Wähler in Pommerellen. Die Noten
werden vermutlich gleichzeitig den Ratsmächten übergeben, um
dafür zu ſorgen, daß der Tatbeſtand völlig geklärt wird und die
Polen keine Möglichkeit mehr haben, einem Urteil des Rates im
Januar auszuweichen.
buf iNe
Dr. Wirth weiſt in ſeiner Antwort darauf hin, daſi
Bericht des Polizeiamts Gotha vom 6. Juni 1930 die zſſu 705 Lan
ſozialiſten in Uniform, mit Torniſtern, Lederzeug und pky
ausmarſchiert waren, auf dem ehemaligen Exerzie nbum nn ein Ka=
1. Bataillons Infanterieregiments 95, auf dem Krahc5ſu inen Teil
meinde Trügleben, Bewegungsübungen in Abteilungeu fℳ ih der ſeinerz
führt und dann noch einen Appell abgehalten hatten.
berichtet, daß das Reichsbanner Schwarz=Rot=Gold entteme
unternommen hätte. Das thüringiſche Staatsminiſtes ᛋᛋ=cnde
damals den Standpunkt eingenommen, daß ein ſolchex Fiku
kleidung vorgenommener Ausmarſch und die damit vaiß
Bewegungsübungen, Appelle uſw. keinen Anlaß zum E039 9
auf Grund des Verſailler Vertrages böten. Nach dem L‟
liegenden Bericht müſſe er den vorliegenden Fall als vö.1
liegend anſehen.
P.
Bevor er in der Sache eine Entſcheidung treffe, 14
daher zunächſt um Angabe, ob und welche weiteren Targy
für vorlägen, daß es ſich um ein Gefecht gehandelt hall. im
lich erſuche er um Ueberſendung der mit Unterſchrift Hu
Originalberichte ſowie um Angabe derjenigen Perſonerſu
vorliegenden Bericht auf Grund eigener Wahrnehmurn
hätten und bereit ſeien, dieſe Angaben nötigenfalls areß
eidlich zu erhärten.
In der Antwort des Reichsinnenminiſters heißz
Schluß: Ich kann nicht umhin, mein Befremden darüuk
drücken, daß Sie es für angezeigt halten, bevor ich in M
eine Entſcheidung treffen konnte, die vorliegende Anze/.30
Nichterfüllung des Verſailler Vertrages der Oeffentliä Aud iſt
damit zugleich der Kenntnisnahme der ehemaligen 8/
mächte zu unterbreiten. Ein derartiges Verhalten iſt A
keinem deutſchen Miniſter geübt worden.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.
Warſchau, Anfang Dezember 1930.
Aus Anlaß der Goethe=Ausſtellung in Danzig hat der
be=
kannte Literarhiſtoriker und Profeſſor an der Jagelloniſchen
Univerſität in Krakau, Dr. SP. Wukadinowic, eine Schrift über
„Goethe und Polen” veröffentlicht. Prof. Wukadinowic verſucht
anhand hiſtoriſcher Tatſachen und verfügbaren Quellenmaterials
das Verhältnis Goethes zu Polen, zum polniſchen Geiſtesleben
und zu den polniſchen Menſchen darzuſtellen. Vor allen Dingen
iſt er natürlich bemühk, der Meinung, Goethe habe für Polen
weder ein Intereſſe noch ein Verſtändnis gehabt, wodurch er zu
abfälligen Urteilen über Polen und das polniſche Geiſtesleben
neigte, entgegenzutreten. Im Gegenſatz zu Schiller, der in
Polen ſehr raſch populär und beliebt wurde, galt, nach
Mei=
nung Prof. Wukadinowic, Goethe den Polen als „kühler
Ver=
ſtandesmenſch, als treuer Diener ſeines Fürſten und
ausgemach=
ter Feind jeder Rebellion, als weltkluger bedächtiger Egoiſt und
Realiſt, der nur mit dem Gegebenen rechnet”,
Wenn es Goethe auch an begeiſterten Verehrern in Polen
nie gefehlt hat, ſo waren es doch nur wenige Einzelne. Der
„polniſche Herder” Brodzinſki hat als erſter verſucht, ſich zu einer
ſachlichen Erfaſſung Goethes durchzuringen. Er war es auch,
der durch ſeine Schriften das Intereſſe für Polen entfacht hat,
das ſeither auch nicht mehr erloſchen iſt. Die erſte Sammlung
ſämtlicher in polniſcher Sprache erſchienenen Schriften über
Goethe ſowie alle Ueberſetzungen Goethes ins Polniſche bis
zum Jahre 1913 hat zum erſten Mal Edmund Kolodziejczyk in
einer Bibliographie unter dem Titel „Goethe in Polen”
ver=
öffentlicht. Trotzdem kann nach Meinung Prof. Wukadinowic
von einer eigentlichen Goetheforſchung in Polen heute noch
kaum die Rede ſein, zumal es bis jetzt in Polen weder eine
Geſamtausgabe von Goethes Werken in polniſcher Sprache, noch
eine wiſſenſchaftlich fundierte Monographie gibt. „Aber Goethes
Genius hat nicht nur auf die polniſche Forſchung befruchtend
eingewirkt, er hat auch in der polniſchen Poeſie deutliche Spuren
hinterlaſſen.” Hierbei erwähnt der Verfaſſer u. a. einige
Mei=
ſterwerke der größten polniſchen Dichter, wie Mickiewicz, Slo=
wacki, Kraſinſki, deren Werke von großem Einfluß Goethes
zeugen.
Alsdann befaßt ſich Prof. Wukadinowie mit Goethes
Ein=
drücken, die er auf ſeiner bekannten Reiſe im Jahre 1780 von
Breslau aus über Tarnowitz nach Krakau und Czenſtochau von
Polen gewonnen hatte. Obwohl nur ſehr ſpärliche perſönliche
Aufzeichnungen des Dichters über ſeine Reiſeeindrücke vorliegen
— Wukadinowic nimmt an, ein Teil dieſer Aufzeichnungen
wären möglicherweiſe verloren gegangen — ſteht feſt, daß dieſe
Eindrücke nicht die beſten geweſen ſind, was Wukadinowic auf
die beſonderen damaligen Verhältniſſe und zum großen Teil
auch auf Goethes Einſtellung zurückführt. Aus dieſer Zeit
ſtammt der berühmte Ausſpruch Goethes, den er kurz vor dem
Ueberſchreiten der polniſchen Grenze in das Fremdenbuch der
Friedrichsgrube zu Tarnowitz am 4. September 1780
eingetra=
gen hatte: „Fern von gebildeten Menſchen, am
Ende des Reiches.." Und in einem Brief an Herder
berichtet Goethe, kurz nachdem er wieder nach Breslau in das
Hauptquartier ſeines Herzogs zurückgekehrt war: „Ich habe in
dieſen acht Tagen viel Merkwürdiges, wenn es auch nur meiſt
negativ merkwürdig geweſen wäre, geſehen‟. Der ſchlechte
Zu=
ſtand der polniſchen Wege, die ungemütlichen und unzulänglichen
Unterkunftsverhältniſſe haben wohl viel dazu beigetragen, daß
der Eindruck Goethes von Polen nicht der beſte ſein konnte.
Selbſt die Stadt Krakau, „das polniſche Nürnberg” befand ſich
zu der Zeit in einem Zuſtande, das kaum den Blick des
Kunſt=
freundes feſſeln konnte. Das Haus, in dem Goethe in Krakau
wohnte, iſt heute noch durch eine Gedenktafel gekennzeichnet.
Daß gerade Krakau bei Goethe einen ſchlechten Eindruck
hinter=
ließ, verſucht Prof. Wukadinowic noch auf folgende zwei
Um=
ſtände zurückzuführen. Der erſte war die bekannte Abneigung
Goethes gegen jedwede Gotik. Und die größten
Sehenswürdig=
keiten Krakaus, wie die Berühmten Tuchlauben am Krakauer
Ring, die dicht daneben ſtehende Marienkirche und ſchließlich
die größte Sehenswürdigkeit Krakaus, die Königsburg Wawel,
ſind alles Bauten gotiſchen Stils. Der zweite Umſtand, und
nach Meinung des Verfaſſers auch nicht der unwichtigſte, war die
Tatſache, daß die ſchleſiſch=polniſche Reiſe Goethes beinahe
aus=
ſchließlich im Zeichen naturwiſſenſchaftlichen Intereſſes und vor
allem mineralogiſcher und botaniſcher Studien ſtand. Dafür
iſt bezeichnend, daß ſich Goethe in ſeinen Reiſeaufzeichnungen
unter Krakau nichts weiter notiert hatte, als den Namen des
dortigen Mineralogen Prof. Scheidt.
„So hat Goethe einen verſchwindend kleinen Teil dieſes
weiten Landes flüchtig kennengelernt, aber deſſen Bräuche, deſſen
Menſchen blieben ihm fremd . . ., die polniſche Seele ſollte ihm
erſt auf deutſchem Boden zugänglich werden, und zwar in ihren
verfchiedenſten Aeußerungen”. Nun ſchildert Prof. Wukadinowic
die Bekanntſchaften Goethes mit Mitgliedern des polniſchen
Adels, die er während ſeiner zahlreichen Badeaufenthalte kennen
lerute, ſowie deſſen Verkehr mit den Vertretern der polniſchen
Kunſt und Literatur, die ihn direkt oder indirekt in Weimar
aufſuchten. Befonders begeiſtert war Goethe von den pol=
niſchen Frauen: „Die Grazie iſt ihnen eingebores
Verſe „Ausſöhnung” am Schluſſe ſeiner „Trilogie da
ſchaft” ſind, nach Meinung von Prof. Wukadinovic, aufft Eſi
Goethes von polniſchen Frauen zurückzuführen.
bedeutendſten Polen, die Goethe in Weimar aufſuchter!
größte polniſche Dichter Mickiewicz, den Goethe moh
Wukadinowic entgegen der in Polen vielfach vertreinn
nung ſehr herzlich empfing und mit Auszeichnungen
Es war gerade zur Zeit ſeines 80jährigen Geburtsik 2ſ
nähere Beziehungen zu Goethe trat u. a. auch der FI0
Radziwill, der damalige Stadthalter des Großhue
Poſen, der als Vertoner und Propagator des „Fauſt.
Beſtrebungen das größte Intereſſe des Dichters erweſl.
verſucht Prof. Wukadinowic nachzuweiſen, daß Ee‟
„Schöpfer des Begriffs Weltliteratur, der alles, was
Poeſie war, woher es auch kommen mochte, mit de‟
künſtleriſchen Anteilnahme umfaßte”, auch der nachbarme
niſchen Literatur großes und ernſtes Intereſſe enige.”
Allerdings ſtellt hierbei Prof. Wukadinowie feſt, daß
an den notwendigen deutſchen Ueberſetzungen polniſe
gefehlt haben mag, die es ihm ermöglicht hätten, ſiche
weiſe mit der polniſchen Geiſteskultur ſo zu befäſſell
mit der ſerbiſchen getan hat.
„Weit weniger fühlte ſich Goethe mit der Bie
Staatsgeſchichte des Nachbarlandes verbunden. Wie
den Teilungen des unglücklichen Reiches geſtellt hal
bekannt geworden.” Zum Schluß befaßte ſich Prof. 304
mit Goethes Aufſatz Vorſchlag zur EinlI
der deutſchen Sprache in Polen”, der anl
er (Nat.=”
erzeichn
hre Zei
in (Ontl.) ſtit
ſi: em Vorredner
drr aufwärts führ
ſeller (D.
dun ab, die Volk
Müge bei, wohl
Wiler
Lnlenge z1
frage bei Goethe, auf welche Weiſe man den durch !"
an Preußen zugefallenen polniſchen Einwohnern.."
Intereſſe für die deutſche Sprache beibringen konnie.
ter verfaßt wurde. Von dieſem Aufſatz hatte, 1o0le
iſt, weder ein
Zeitgenoſſe Kunde, noch iſt das Proielt 14
licht worden. Dennoch hat es Anlaß zu zahlreiche‟
von polniſcher Seite auf den Dichter gegeben. Es W
fach, ohne genauere Kenntnis des Aufſatzes und Vi
gründe, von polniſcher Seite behauptet, Goethe Mc
Vorſchlag „ſeinen germaniſatoriſchen Gelüſten ſI.‟"
laſſen” und hätte ein Rezept gegeben, wic."
den Polen in kürzeſter Zeit gute 2e0
chen könnte. Den Gipfel literariſcher Falſchült.
bildet wohl in jüngſter Zeit ein Feuilleton eines 9.
Blattes, worin Goethe der „erſte Hakatiſt” genanil.
die möglichſt ſchnelle und vollſtändige Germaniſelll.
niſchen Bevölkerung für unbedingt notwendig, er9!
her Stücke empfahl, in denen nach des Dichters D
Ueberlegenheit der deutſchen Kultur” zur Anſchoßſhie
Freitag, den 12. Dezember 1930
if
er Landtag ging in Ferien.
Landiages abgelehnk. — Berſtärkker Tierſchuh. — Der Staatskommiſſar für „
verankwor=
kungsloſe” Stadträke beſchloſſen.
geigge 91. Sitzung des Landtags ſtand in einem
ſchar=
ſontrac” den Beratungen am Mittwoch. Die Gemüter
mn bag)t, Beratung der Anträge, den Landtag
auf=
fenzeſ er nicht mehr der Stimmung des Volkes ent=
und Koalitionsparteien eigenmächtig und geſetzwidrig
Nahlig4 m ein Jahr verlängert hatten, mit Gewalt
auf=
der.
hg. 05 m (Komm. Opp.) ging noch einmal auf die
Vor=
zurüüde ſich bei der Verlängerung des Landtags
abge=
habezun), warf dem Landbund vor, daß er um einiger
Mi=
eſſel venn dieſe Verlängerung der Legislaturperiode
er=
ht huch abei aber ſelbſt hineingefallen ſei. Der Redner
f Aupüun g des Parlaments, das keine Mehrheit mehr im
beſitzt”.
ha. A0emer (Nat.=Soz.) plädiert für ſeinen Auflöſungs=
S 119 verzeichneten die Sozialdemokraten in Heſſen
Verl uſn 170 000 Stimmen. Machen Sie Ihre Rechnung,
der Drer, Ihre Zeit der Weimarer Koalition iſt längſt
ufeny hr Kind der Landtagsverlängerung wird. Ihnen
ſttere hmierzen bereiten, deshalb machen Sie ihm heute ein
Entpbeiterkeit.) Treten Sie ab, die anderen, die neues
briwer, werden kommen. Die jetzt von Ihnen gefaßten
iſſe Ließ Das Volk ab.
ſg. Sisſäfer (Komm.) tritt ebenfalls für die Auflöſung
ndtargeim. Mit allen Mitteln klammere ſich die
Sozial=
hun atie muldte Macht, die ſie im Volke längſt verloren.
„ig. DiſtM üller (Landbund) polemiſiert in ſeiner lauten
gen rül,wolitiſche Brunnenvergiftung”, der Landbund habe
ndtaget längerung ermöglicht. Der Landbund habe bei
ten jüftäſungsänderung nur ermöglicht, daß ſich das
Par=
in rZuuaft mit Zweidrittelmehrheit ſelbſt auflöſen könne.
us ſazchcheen Gründen ſei der Landbund nicht in die
Koali=
nnget en. Dr. Werner war der „Hebammerich” der
Land=
irlänxguing. Wir treten für die Auflöſung jetzt ein.
jg. Kſa! (Soz.) lehnt den Antrag ab. Der augenblickliche
der nNtionalſozialiſten beruhe auf dem Zulauf verärgerter
r. AMdäe Deutſchnationalen würden auch die Nazi
zuſam=
rumprite
ig. Bſchtr (Dntl.) ſtimmt der Auflöſung des Landtags zu
widetſemn Vorredner, daß die Linie der Deutſchnationalen
wienht rufwärts führe.
jg. DitK eller (D. Volksp.) gibt für ſeine Fraktion die
Erkläng ab, die Volkspartei trete zwar nicht der
Begrün=
ſit darauf hu er Aſnäge bei, wohl aber ihrem Sinn. Die ſeinerzeitige
1. Jun 1igerum des Landtags widerſpreche dem Sinn jeder
geſun=
urrmokmge.
begürt nun ein Kampf meiſt perſönlicher Polemik. Dr.
), auf dn y ninm einen Teil ſeiner Behauptungen über Dr.
Wer=
e jaltumsbe i der ſeinerzeitigen Abſtimmung zurück.
ſga. Aſſeher (Dem.) ſtellt feſt, daß die beiden
Verfaſſungs=
ingerzi (inem gewiſſen Zuſammenhang ſtanden. Die
Oppo=
hatten ſin der Hand, durch Fernbleiben von der
Abſtim=
die Acllage zu Fall zu bringen.
Nſtodth (Volksp.) hält feſt, daß der Vorredner heute
ſamnwhinge zugebe, die damals der Volkspartei gegenüber
net und n.
ähreundder Ausführungen der Abgg. Galm, Kaul, Schäfer,
Du4ſerner, die noch einmal die Rednertribüne beſteigen,
ſchau/ Zwviſchenrufe, der Landbund ſei düpiert
unbſe Koalition treibe unehrliches Spiel. Abg.
nimrmnach einmal das Wort und erteilt ſeinem früheren
und itz gen Vorſitzenden der Sozialdemokratiſchen Frak=
7aul ee bittere Lektion. Herr Kaul, der beſonders das
ige Aſſiean” der Debatte kritiſierte, habe ihn zu einem
mpf ſütusgebeten. Das lehne er ab, der Streit möge von
ſibünghtrunter ausgetragen werden. Abg. Kaul betritt
nichw’s Rednerpult. Wir glauben zudem, er wäre auch
umpf 7) Zungen unterlegen. Auch zwiſchen den Abgg.
Soz.)n). Sumpf—Schäfer (Komm.) kommt es zu Dro=
Fen. /ſet Präſident, dem einige Beleidigungen in der
7 Auſlanderfolge entgehen, ruft die Abgg. Müller, Galm,
ſr. Lurßaul zur Ordnung.
ſie Aläge auf Landtagsauflöſung werden von der
Koali=
ind dieVolksrechtpartei abgelehnt.
m ſor!/ PProf. Wukadinowic verurteilt Auswüchſe ſolcher
auf=s härfſte und nennt ſie gewiſſenloſe Uebergriffe
ein=
dieß emeder Senſation um jeden Preis ſuchen oder das
F abüchtlih trüben, um bequemer darin fiſchen zu können.
Wuk4ſwwie ſchließt mit folgenden Worten Goethes, der
hats , daß nicht die Rede ſein könne, die Nationen
ubeirzdenken, ſondern ſie ſollen nur einander gewahr
, ſiohegreifen, und wenn ſie ſich wechſelſeitig nicht lieben
Pſichſ nander wenigſtens dulden lernen”.
— Ar während man ſich ſo ruhig und ſachlich mit dem
u debuhen Dichter beſchäftigt, während man vielerorts
Newogiß veranſtaltet, geht die Deutſchenhetze von Kattowitz
M dieß ſlbinſel Hela unvermindert weiter.
efſiſches Lansesthegker.
Fleſhes Haus. — Donnerstag, den 11. Dezember.
Kwmiſche Oper von L. Maillart.
Die ſmſige Spieloper aus den fünfziger Jahren des vorigen
undein — alſo nach Lortzing und Nicolai — wurde hier
zunge g Mt gegeben. Sie iſt das einzige Werk, das Maillarts
Ee werttägt, der mit Auber, Boieldieu, Adam, Flotow als
Ser ihnfranzöſiſchen komiſchen Oper genannt zu werden ver=
* Mislium wurde der kleinbürgerliche Biedermeierton durch
Velega gui p eltmänniſche Note abgelöſt.
Sus 2’ſtchen, deſſen Melodien Erinnerungen an alte Zeiten
er LNe eitens Erwin Palms eine exakte Einſtudierung
Nen UYwar von Heinz Arnold nett in Szene geſetzt. Die
Wenbire Elli Büttners erwieſen ſich wie immer brauch=
Ns Fe9t, allerdings etwas matt und vorwiegend auf den
Nngord geichnitten, der mit ſeiner Sentimentalität in unſere
nicht inr hineinpaßt.
Roſe Ichliet iſt von je eine Paraderolle. Sie hat die
Hand=
on Iäfl, und der Löwenanteil der muſikaliſchen Aus=
Fauna 9 4 ihrer Perſon. Sie iſt wie gemacht für unſere Käte
teräſt, ſie trotz eines kleinen Unfalls tapfer und mit
Dem Cuche zum Siege führte. Ihr zur Seite behauptete ſich
1n ſel als Sylvain, der heute auch geſanglich viele
opote hatte. Karl Stralendorf ſtellte einen
ge=
temt Belamy, deſſen ſtimmliche Leiſtung freilich des
ees entbehrte. Ueber Grete Berthold kann man
Neuen Auftreten mehr freuen. Sie weiß aus jeder
ze machen, hat zweifellos große Spielbegabung,
Der Ablehnung verfällt der Antrag der Komm. Oppoſition,
Artikel 14 der Verfaſſung aufzuheben, alſo
Volksabſtimmun=
gen über Steuern und Finanzgeſetze zuzulaſſen.
Sittliche Forderungen des Tierſchutzes,
wie ſie der Internationale Tierſchutzkongreß in Wien aufſtellte,
ſind Gegenſtand eines Antrages Dr. Werner. Der Ausſchuß hat
einige Forderungen abgemildert.
Der Antragſteller anerkennt die Arbeit des Ausſchuſſes, hält
jedoch an dem Verbot des betäubungsloſen Schächtens feſt.
Gegen die modernen Methoden der Betäubung der Schlachttiere
könnten auch keine religiöſen Gründe ins Feld geführt werden.
Ein Verbot des Schächtens ſei nicht beantragt, wohl aber die
vor=
herige Betäubng der Schlachttiere. In dieſer
Forde=
rung ſeien alle deutſchen Schlachthof=Tierärzte einig, weil es gelte,
eine grauſame Schlachtmethode human zu geſtalten.
Ohne weitere Ausſprache ſtimmt das Haus den
Ausſchuß=
beſchlüſſen zu.
Wegen einiger Beleidigungen der komm. Abgg. Schäfer und
Sumpf iſt die Aufhebung der Immunität beantragt.
Das Haus lehnt ab, da es ſich um Aeußerungen aus der
Wahl=
zeit handelt. Die Immunität des Abg. Steffan=Oppenheim
(Soz.) wird dagegen aufgehoben. Abg. Steffan hat im gleichen
Sinne an den Ausſchuß geſchrieben.
Abg. Dr. Werner (Nat.=Soz.) kritiſiert die Haltung der
Koalitionsparteien im Geſetzgebungsausſchuß, der erſt geſtern unter
dem Zwang gewiſſer Einflüſſe ſich für die Aufhebung der
Immu=
nität in dieſem unerhörten Fall ausſprach. Der Ausſchuß=
Bericht=
erſtatter habe vorhin wohl abſichtlich vergeſſen, zu erwähnen, daß
der von dem Abg. Steffan mit der Hundepeitſche mißhandelte
junge Mann einen Schädelbruch davongetragen habe.
Abg. Kaul (Soz.) polemiſiert gegen die Vorredner und
er=
innert an die Fälle Goebbels, Feder, Frick, die ſich ebenfalls
hin=
ter den Schutz ihrer Immunität ſtellten.
Es beginnt dann die Beratung des
Ausführungs=
geſetzes zur Notverordnung des Reichspräſidenten in
bezug auf die Landesſätze der Bürgerſteuer. Der
Geſetz=
entwurf ſieht die Einführung der Bürgerſteuer und der
Ge=
meindebierſteuer durch Stadt= (Gemeinde=)ratsbeſchluß vor,
außer=
dem die Ermächtigung zur behördlichen Feſtſetzung dieſer Steuern.
Verbunden iſt der Geſetzentwurf zur Sicherung der
Haushaltsfüh=
rung der Gemeinden durch die Ernennung von
Staats=
kommiſſaren.
Innenminiſter Leuſchner bekennt ſich als ſtrenger
Anhän=
ger der Selbſtverwaltung. Nur ſchweren Herzens lege er den
Geſetzentwurf über die Staatskommiſſare vor, denn ſeit
100 Jahren verzeichne man keinen derart
ein=
ſchneidenden Vorgang. Hoffentlich bleibe die
Selbſtver=
antwortung der Gemeinden ſo groß, daß in Heſſen nirgends ein
Staatskommiſſar eingreifen müſſe. Zahlreiche Gemeinden gerieten
jedoch in dieſem Winter in die ſchwerſte Bedrängnis, wenn ihr
Haus=
halt nicht gedeckt werde. Zunächſt werde der Geſetzentwurf auf die
Dauer von 2 Jahren beſchränkt.
Abg. Beſt (V.R.P.) wünſcht, daß die zuſtändigen
Kreisdirek=
toren als Staatskommiſſare für die betr. Gemeinden ernannt
werden. Die Ausgaben für die Kleinrentner will er vor
Abſtri=
chen durch Staatskommiſſare geſchützt ſehen.
weil ſie in vielen Gemeinden die Bürgerſteuer hinausgezögert
hätten in der Erwartung, daß ihnen durch den Eingriff „von
Oben”, wie er in der Vorlage ermöglicht werde, eine politiſche Preisſenkung, die die wirtſchaftliche Leiſtungsfähigkeit überſteigt,
Verantwortung vor den Wählern nicht zufalle. Durch ſolches
Ver=
halten breche die kommunale Selbſtverwaltung und
Selbſtverant=
wortung zuſammen.
Abg. Dr. Niepoth (D. Volksp.) proteſtiert gegen die Art,
wie auch dieſe Vorlagen eingebracht würden. Der Innenminiſter
gebe derart weitreichende Geſetzentwürfe den Abgeordneten, der
Oppoſition eine Viertelſtunde vor der Ausſchußberatung in die
Hand. Es ſei unmöglich, eingehend Stellung zu nehmen. Jeder den Fragen des ehemals beſetzten Gebietes im Weſten dauernde
verantwortungsbewußte Politiker, der nicht den
Koalitionspar=
teien angehöre, werde dadurch von der poſitiven politiſchen
Ar=
beit ausſchaltet. (Lebhafter Beifall.) Die Staatskommiſſar=
Vor=
lage erweiſe ebenfalls den Bankerott eines Syſtems, Deutſchen Induſtrie= und Handelstages bei und fordert eine
Sen=
deſſen Geſetzgebung Selbſtverwaltung und
Selbſtverantwortung untergrabe. Mündliche
Erklä=
rungen, daß vor allem die Ausgabenſeite nachgeprüft werde, wenn
eine Gemeinde die Einſetzung eines Staatskommiſſars verwirke,
genügten nicht. In der vorliegenden Faſſung lehne die Deutſche
Volkspartei die Vorlage ab.
Seite 3
Die Abgg. Schäfer (Komm.) und Werner (Nat=Soz.)
er=
heben, ſchwere Vorwürfe gegen dieſe diktatoriſchen Gelüſte des
Innenminiſters. Eine Selbſtverantwortung der Parteien, werde
noch ſtärker in Frage geſtellt.
Nach neuerlichen Erklärungen des Innenminiſters werden die
beiden Vorlagen von den Koalitionsparteien verabſchiedet.
Mittlerweile iſt es ½2 Uhr geworden und es geht an, das
Aufräumen der Tagesordnung. Zahlreiche kleine Vorlagen
gehen ohne weſentliche Debatte über die Bühne. So die
Erwei=
terung der Fernſprechanlage im Juſtizgebäude in Mainz,
Anwen=
dung der Reichsverdingungsordnung in Gemeinden und
Gemeinde=
verbänden, Zollſchutz für Obſt und Gemüſe, Einführung der
Ret=
tungsmedaille, Verbeſſerung der Lehrpläne der landwirtſchaftlichen
Winterſchulen, Maßnahmen gegen Firmenverſchleierung,
Nachprü=
fung der widerrechtlichen Beſtimmungen, Behandlung der
Weſt=
hilfe, Umwandlung von 6 Kriminalſekretärſtellen. Eine Eingabe
des Darmſtädter Rentnerbundes findet die Unterſtützung
des Abg. Axt, der für eine Aenderung der Beſtimmungen zur
Ge=
währung von Mietzuſchüſſen an Sozial= und Kleinrentner plädiert.
Abg. Schäfer (Komm.) rächt ſich an ſeinen weniger roten
Freunden und bezweifelt die Beſchlußfähigkeit des
Hauſes, als Abg. Weber (Soz.) für den in den Reichstag
ab=
gewanderten Abg. Ritzel zum Mitglied des Heſſiſchen
Staats=
gerichtshof gewählt werden ſoll. Das Haus iſt ſelbſtverſtändlich
beſchlußunfähig. Für ½4 Uhr wird eine neue Sitzung anberaumt
und der Reſt der Tagesordnung bewältigt.
Erfreut über den glatten Gang der Vorſtellung entläßt
Prä=
ſident Delp nach ½4 Uhr die Abgeordneten mit Wünſchen für ein
frohes Weihnachtsfeſt und Glück im neuen Jahr. Mit der
Etats=
beratung werde früheſtens in der zweiten
Januar=
hälfte begonnen.
So iſt denn die Weihnachtsperiode des Heſſenparlaments
aus=
geſtanden. Die jetzigen Regierungsparteien haben dem heſſiſchen
Volke noch raſch einige Ueberraſchungen beſchert, wie das des
Lan=
des Sitte. Die Empfänger der neuen Steuerzettel, der
Miet=
erhöhungen, der abgeknappſten Winterbeihilfe, der
herabgeminder=
ten Beamten= und Anwärterbezüge werden ſich der freigebigen
Spender gerne erinnern, weshalb wir auch in den Wunſch für die
auseinandergehenden Abgeordneten, das neue Jahr möge ihnen
Glück bringen, herzlich einſtimmen müſſen.
Die Abgg. Haury und Fraktion (D.V.P.), Dr. Wolf (V. R.P.)
beantragen:
„Der Heſſiſche Landtag wolle beſchließen: Die Errichtung der
von dem Heſſiſchen Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft
geplan=
ten oder gar ſchon angeordneten Zweigſtelle der Heſſiſchen
Dampfkeſſelinſpektion in Gießen unterbleibt. Die
Heſſiſche Dampfkeſſelinſpektion bleibt ungeteilt in Darmſtadt.
Gründe: Der Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft will in
Gie=
ßen eine Zweigſtelle der Heſſiſchen Dampfkeſſelinſpektion Darmſtadt
errichten. Dieſe Mitteilung erſcheint faſt unglaubhaft, da die
Er=
richtung dieſer Zweigſtelle mit beträchtlichen Unkoſten verknüpft iſt
und deshalb kaum mit der bedrängten Finanzlage des Landes
in Einklang gebracht werden kann. Auch widerſpräche ſie der
zentraliſtiſchen Entwickelung des Heſſiſchen Staates.”
Mainz, 11. Dezember.
In einer Sitzung der Induſtrie= und Handelskammer wurde
über die wichtigſten wirtſchaftspolitiſchen Ereigniſſe im Bezirk der
Heſſiſchen Induſtrie= und Handelskammer berichtet. Man ging
auf die neue Preisſenkungsaktion ein und behandelte
im Zuſammenhang, damit die Beſprechungen mit der heſſiſchen
Abg. Galm (Komm. Opp.) attackiert die Sozialdemokraten, Regierung. Die Handelskammer ſteht auf dem Standpunkt, daß
man die Preisſenkung von einſeitiger falſcher Behandlung
fern=
halten müſſe. Der Syndikus warnte vor allen Dingen vor einer
denn die Preisſenkung ſei nicht von dem Willen des einzelnen
abhängig. Eine Reihe von Unkoſtenfaktoren habe gerade in den
letzten Jahren ſehr ſtark preistreibend gewirkt. Bezüglich der
Wirtſchaftsverhältniſſe des beſetzten
Gebietes=
wurde ausgeführt, daß die Kammer Mainz beauftragt worden ſei,
Aufmerkſamkeit zu ſchenken. Die Handelskammer Mainz, als
Vorort der heſſiſchen Handelskammern, tritt den Forderungen des
kung des Poſttarifs. Um eine ſchnellere Verwaltungsreform und
Verbilligung der Verwaltungskoſten durchführen zu können, hält
die Handelskammer die Aufhebung des Kreiſes
Oppenheim für notwendig, wenn ſich dadurch finanzielle
Er=
ſparniſſe und Vorteile erzielen laſſen.
ſtarke Muſikalität und wird bei ihrem ſchönen Material bald auch
geſanglich wachſen. Eugen Vogts Thibaut war wieder eine
vir=
tuos durchgeführte Charakterzeichnung. Ernſt Overlack ſang
den Prediger. Die Chöre, originell angeordnet, wirkten flott.
Eine unterhaltſame, reizvolle Vorſtellung, die im Zuſammen=
V.HI.
ſpiel in den Wiederholungen noch gewinnen wird.
* 905 Reich Gokkes in Böhmen.
(Zur Uraufführung von Franz Werfels jüngſter Tragödie im
Wiener Burgtheater.)
Es iſt zur Zeit der Huſſitenkriege. Nach dem Tode Zizkas hat
Prokop die Führung der Taboriten übernommen. Er hat den
Höhepunkt ſeiner Macht und ſeines Anſehens bereits überſchritten,
ſein letzter großer Sieg über das deutſche Kreuzheer bei Taus
liegt ſchon hinter ihm. Im Innern des Landes beginnt ſich die
Ordnung immer mehr zu lockern, der Anführer muß ſelbſt des
öfteren dem Radikalismus der Brüder Einhalt gebieten. Der
Pöbel raubt und plündert Städte und Klöſter. Und Prokop der
ehemalige Prieſter, der ſelbſt keine Waffe anrührt, wiewohl er
das Reich Gotes mit Feuer und Schwert verbreiten will, wächſt
nun immer mehr in eine Einſamkeit hinein, die auch die Menge
inſtinktiv fühlt. Die Bande, die ihn mit ſenem Volke verbinden,
ſind nicht mehr ſo feſt wie früher, eine innere Uneinigkeit mit ſich
ſelbſt läßt ihn oft in ſeltſamer Iſoliertheit daſtehen. Dieſe
allmäh=
liche Entfremdung beginnt zunächſt in ſeinem engſten Kreiſe. Seine
Frau, unbefriedigt von dem Manne, der nur ſeinen Ideen lebt,
wendet ſich von ihm ab und dem Freunde zu, mit dem ſie
ſchließ=
lich flieht. Seine Mutter verſteht ihn nicht (ſymboliſch dafür der
feine Schluß; als die halberblindete Mutter zur Leiche des Sohnes
tritt, fragt Julian: „Seht ihr nicht euren Sohn?” Worauf ſie ein
„Nein” ſpricht als letztes Wort des Dramas), ſeine Schweſter wird
zur Dirne. Schließlich läßt er ſich bewegen, zum Konzil, nach
Baſel zu gehen, wo Kardinal Julian eine Verſtändigung zwiſchen
der römiſchen Kirche und den Taboriten herbeiführen will. Aber
dieſer Verſuch einer Verſtändigung ſcheitert an den ſich
widerſpre=
chenden Anſchauungen der beiden und endet in einem wüſten
Tu=
mult. Prokop bekennt ſpäter einem Mitbruder, daß es ſein
größ=
ter Fehler geweſen ſei, vom urſprünglichen Wege abgewichen und
Unterhandlungen eingegangen zu ſein: „Daß ich an inneren
Frie=
den ohne Waffenzwang gelaubt hab, war die größte Dummheit
meines Lebens. Nach Baſel zu gehen, war die größte Schwäche,
nein. Schuld meines Lebens.”
Und nach dieſer inneren Schwäche, die er vor ſich ſelbſt
be=
kennt, erfolgt nun auch äußerlich ſein Sturz. Rottmeiſter
Tva=
roch, der wieder ein Regiment roher Gewalt aufrichten will wird
nun Führer. Der gebrochene Prokop aber wird in der Stunde
höchſter Gefahr noch einmal von ſeinen Leuten gerufen. Und nun
nimmt er, der nie eine Waffe getragen, das Schwert und folgt den
Brüdern in die Schlacht. In dieſer Entſcheidungsſchlacht hei Lipan
wird das Huſſitenheer vernichtend geſchlagen. Prokop ſelbſt auf den
Tod verwundet. Den Sterbenden verſucht Kardinal Julian noch
ein letztes Mal zu bekehren. Im Angeſicht des Todes aber
er=
wacht die trotzige Kraft des Huſſitenführers. Er hat ſeine
Schwach=
heit übermannt, er will nicht Frieden, er will Kampf. Und
pro=
phetiſch verkündet er: „Die Harten kommen bald, die über ihr
Ge=
wiſſen nicht ſtolpern.” So bleibt Prokop mit ſeiner Forderung nach
Gewalt und Kampf gegenüber Julians Mahnung zur Verſöhnung
und Milde zuletzt innerer Sieger.
Dieſe Fülle des Geſchehens, die ſich in einer Reihe bunter
Bilder entrollt, iſt realiſtiſch=gegenſtändlich geſchaut. Werfel iſt
längſt nicht mehr der romantiſche Phantaſt ſeiner früheren
Dra=
matik, er wendet ſich einer neuen Wirklichkeit zu, über die der
böſe Geiſt der Romantik”, wie er es nennt, keine Macht hat. Denn
Romantik, ſofern ſie Flucht vor der Wirklichkeit bedeutet, iſt für
Werfel der „Dämon unaufgeräumter ſchwulſtiger Gemüter, der
Abgott erſtorbener Sinnlichkeit verbotener Reiz, ſcheinheiliger
Gebärden‟. Dieſe realiſtiſche Wendung Werfels findet in ſeinen
Romanen und auch in ſeinen jüngſten Bühnenwerken Ausdruck.
Was nun „Das Reich Gottes in Böhmen” betrifft, ſo iſt hier
Wer=
fels Realismus im Grunde mit wenig dramatiſcher Energie
ge=
laden. Es entſteht wohl ein lebensvolles Bild der vergangenen
Epoche, aber kein eigentlich dramatiſches Kunſtwerk. Die
Gegen=
ſätzlichkeit der beiden Prinzive, deren wechſelnder Kampf zur
Dar=
ſtellung gelangt, iſt vom Dichter zu wenig herausgearbeitet. Auch
fehlt es im einzelnen an der feinen Kontrapunktik, die
beiſpiels=
weiſe. „Juarez und Maximilian” bis ins kleinſte belebt. Alles in
allem: die epiſche Geſtaltung des Stoffes wäre Werfels
Veran=
lagung adäquater geweſen.
Nichtsdeſtoweniger wurde der Abend dank der künſtleriſchen
Darſtellung des Burgtheaterenſembles ein voller Erfolg.
Dr. Adalbert Schmidt, Wien.
Von Deutſchlauss Hohen Schulen.
Freiburg (Br.): Der Berliner Privatdozent Dr. Heinz Hopf hat
einen Nuf auf den Lehrſtuhl der Mathematik an der hieſigen Univerſität
erhalten.
Marburg: Die rechts= und ſtaatswiſſenſchaftliche Fakultät der
Uni=
verſität hat beſchloſſen, beim preußiſchen Kultusminiſterium die
Wieder=
berufung des bisherigen Reichsjuſtizminiſters Dr. Bredt in ſeine alte
Stellung zu beantragen.
Göttingen: Dr. Dr.=Ing. C. Wieſelsberger, bisher an dem
Kaiſer=Wilhelm=Inſtitut für Strömungsforſchung in Göttingen, iſt zum
ordentlichen Profeſſor für angewandte Mathematik und Strömungslehre
an der Techniſchen Hochſchule in Aachen ernannt worden. — Der
Ordi=
narius der klaſſiſchen Philologie, Profeſſor Dr. Eduard Fraenkel,
hat einen Ruf nach Freiburg i. B. erhalten.
Hohenheim: Der Profeſſor der Volkswirtſchaftslehre an der
Land=
wirtſchaftlichen Hochſchule Dr. Ernſt Jenny hat einen Ruf an die
Abteilung für Landwirtſchaft Tetſchen=Liebwerd der deutſchen Techniſchen
Hochſchule in Prag erhalten. Profeſſor Jenny hat den Ruf abgelehnt.
Hamburg: Prof. Dr. jur. Gerhard Laaſer hat einen Ruf an den
Lehrſtuhl für öffentliches Recht an der Univerſität Greifswald als
Nach=
folger von Prof. Neuwiem erhalten.
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[ ← ][ ][ → ]he 343
Freitag, den 12. Dezember 1930
Eus der Landeshaupkftadt.
Darmſtadt, den 12. Dezember.
Kongreßſtadt Darmſtadt.
Jahre 1932 wird Darmſtadt der Schauplatz einer
be=
ſportlichen Veranſtaltung ſein. Der Deutſche
t=Sport=Verband von 1891, e. V., hält ſeine
„cHhaften hier ab, die nunmehr nur alle vier Jahre
Es lagen die Einladungen der Oberbürgermeiſter
mumd, Köln und Darmſtadt vor. „Bei der Abſtimmung
ſenſtadt 12 Stimmen, Dortmund 7 und Köln 4
Stim=
ßir mit einer Teilnahme von 2000 bis 3000 aktiven
ſortlegei aus ganz Deutſchland und mit einem nennenswerten
bſuch zu auswärtigen Zuſchauern zu rechnen. Bei der großen
edeutigt Die dieſen Meiſterſchaften zukommt, bedeutet es für
Stey)armſtadt einen ſchönen Erfolg, daß ſie zum
Austra=
ingsoenuervählt wurde.
karznt wurden: Am 17. Nov.: der Oberamtsrichter bei
m Aumuricht in Pfeddersheim Dr. Wilhelm Weiffenbach
m diltzan fſichtführenden Richter bei dem Amtsgericht in Bad
Jguheimm t der Amtsbezeichnung Amtsgerichtsdirektor; am 4.
i Mtruckereibeſitzer „Rudolf L Wittich in Darmſtadt,
rauerutiliser Juſtus Hildebrand in Pfungſtadt, Kaufmann
Wil=
ilm 8,0 Ingenieur Dr. Emil Schenck, Bankdirektor Hugo
frink, hmrmerzienrat Ludwig Joſeph, Fabrikdirektor Philipp
ſiirnann Ludwig Fiſcher, Kaufmann Fritz Beckex, Direk=
Klefenz. Direktor Konrad Heſſe. Direktor Friedrich
ich in Darmſtadt, zu Handelsrichtern: Direktor
dert, Fabrikant Dr. Karl Merck Kaufmann, Robert
icektor C. Bohnenberger, ſämtlich in Darmſtadt. zu
näſyungsrichtern bei der Kammer für Handelsſachen
Laugejichts der Provinz Strakenburg in Darmſtadt für die
ſit vam! Januar 1931 bis 31. Dezember 1933; am 4.
Dezem=
deirerdarmeriehauptwachtmeiſter a. P. Wilhelm Schmitt
Offeruich a. M. zum Gendarmeriehauptwachtmeiſter, mit
Wir=
ng vig 1. Dezember 1930 an Am 2. Dezember wurde der
Inell ntsgegitt rat Pauli in Mainz auf Nachſuchen ſeines Amtes
fſtelllweretendes richterliches Mitglied des tierärztlichen
Ehren=
richtsy Mainz enthoben und der Landgerichtsdirektor Erck=
IIIIS annu/Mainz gemäß Art. 34 Abſ. I der Tierärzteverordnung
zm 291 eiember 1925, Reg.=Bl. 1926 S. 1 ff. zum
ſtellvertreten=
rickzlichen Mitglied des tierärztlichen Ehrengerichts in
gginz nuskelle des Amtsgerichtsrat Pauli ernannt.
— Nden Ruheſtand verſetzt wurde am 5. Dezember der
ſtizſeichä- bei der Staatsanwaltſchaft in Gießen Friedrich
Fer=
ſand g) tz mit Wirkung vom 1. April 1931 an.
/ H3=0 Alter. Am 13. Dezember 1930 feiert Frau Karl
migſ ſeuerſtraße 8, ihren 80. Geburtstag in voller
geiſtige=
iſche 4u Rüſtigkeit.
MVerſorgungsamt teilt uns mit: Ruhegehaltsempfänger
Dilentzätrentner ſowie die Hinterbliebenen von ſolchen Per=
„ien ungei die ihnen zugeſtellten Steuerkarten für das Steuer=
19Hſngeſäumt dem Verſorgungsamt zuſenden, damit
ſteunenere Betrag bei der Anweiſung der Januargebührniſſe
gückſiſchtt werden kann. Hierbei wird darauf aufmerkſam ge=
Ficht, un die Bürgerſteuer am 1. Februar und am 1. April 1931
den nmieſchriebenen Teilbeträgen vom
Verſorgungs=
nt aun en Gebührniſſen gekürzt und an die betreffenden
Ge=
ſindeleſrden abgeführt wird.
9 Aluszahlung der laufenden Zuſatzrenten für nicht im
werhshem ſtehende Schwerkriegsbeſchädigte, Kriegshinterblie=
Alſei tner und Atlrentnerinnen erfolgt am Montag dem
Dez evir d. J., vormittags von 8—12 Uhr, durch die Stadt=
19 Beratungsſtelle für Volks= und Jugendmuſikpflege
Beſchen Kultusminiſterium veranſtaltet am Dienstag, dem
iever, abends, im Saale des Heſſiſchen Gewerbemuſeums,
ſune 3, ihre dritte offene Singſtunde. Die Darmſtädter
aüd ihre Freunde ſind hierzu herzlich eingeladen. Es wer=
And neue Weihnachtslieder geſungen. Inſtrumente und
cer ſind mitzubringen.
Hymergruppe des Vereins für das Deutſchtum im Aus=
Dienstag, den 16. Dezember, ſpricht ein Mann zur
Ni Bevölkerung, der durch ſeine aufſehenerregenden
Mahner des deutſchen Gewiſſens geworden iſt Paul
ch, deſſen neues Werk „Deutſchland. Tod oder Leben?
dkachtstiſche zieren wird, behandelt das Thema: „Die
lküurbung der deutſchen Nation‟. Dabei wird
Nouſand igkeit zutage treten, die Arbeit an der Erhaltung des
utſchſaus in der Welt mit verdoppelter Kraft fortzuſetzen.
je Wt ige.)
Gingeliſcher Bund. Was hat der „moderne Menſch” noch
eſigiöſen ſittlichen, kulturellen, politiſchen Werten, die
iſt me Frage, die viele Tauſende beſchäftigt, die aus
aller=
irſmern und äußeren Gründen ſich noch nicht vom Proteſtan=
93t haben, aber doch auch kein rechtes Verhältnis mehr
S einer Lebenskraft haben. Vielleicht auch, daß durch
Ag=ſtion des einen oder anderen Gegners
reformatoriſch=
chemblaubens und Lebens ihnen Zweifel gekommen ſind an
übgeſerten Hochſchätzung des reformatoriſchen Erbes. Es
deskun dankbar zu begrüßen, daß ein vorzüglicher Sachkenner,
Mirer Rohrbach aus Frankfurt a. M., zu
Aricag über das Thema: „Das reformatoriſche
ben modernen Menſchen” gewonnen, werden
r ſpricht heute abend im Saale des „Feierabend”,
Stifts=
aße 7 Bei dem unerwartet großen Erfolg, den die eben in
Enſerery ſtaot durchgeführte Werbeaktion des Evangeliſchen
Bun=
es haſkeigt es ſich, wie ſtark die breite evangeliſche
Oeffentlich=
ſeit vonſer Frageſtellungen des Bundes berührt wird. Es iſt
*shall ninehmen, daß gerade dieſes Thema geeignet iſt, über
bedanzüwellt und Arbeit des Evangeliſchen Bundes zu
unterrich=
en. 2bEintritt iſt frei.
— ſtete Bereitſchaft, das müheloſe, ſaubere Kochen, die
achls gefahrloſe Bedienung Erhaltung der Nährwerte uſw.
Fauptvorzüge des elektriſchen Herdes. Die
grundlegen=
hſchaften der elektriſchen Beheizung — gute Anpaſſung
Seite 5
Organiſationsfragen des Darmſtädter Omnibusverkehrs
Das Verkehrszentralamt der Deutſchen Studentenſchaft, Sitz
Darm=
ſtadt, hat Ende Oktober 1930 angeregt, die in und von Darmſtadt aus
verkehrenden Omnibuslinien zur beſſeren Kennzeichnung mit
Buch=
ſtaben zu bezeichnen. Die Anregung ging unmittelbar an die
beteilig=
ten Omnibusbetriebe (Heag, Reichspoſt, Reichsbahn und die privaten
Unternehmungen), ſowie an die ſonſtigen, für Verkehrsfragen
zuſtändi=
gen Stellen (Miniſterium des Innern, Kreisamt, Oberbürgermeiſter,
Handelskammer, Verkehrsverein, Preſſe). Das Heſſiſche Miniſterium
des Innern und der Herr Oberbürgermeiſter haben den Vorſchlag
be=
fürwortet. Er beſchränkte ſich nicht auf eine allgemeine Anregung,
ſon=
dern brachte gleich ausführliche Angaben mit einem Bezeichnungsplan.
Bei deſſen Aufſtellung wurde davon ausgegangen, daß die
Linienbe=
zeichnung nicht fortlaufend nach dem A.B.C. erfolgen ſoll, ſondern
möglichſt ſinnfällig durch Benutzung der Anfangsbuchſtaben der
wichtig=
ſten Zielorte.
Inzwiſchen ſind die Buchſtaben=Schilder an den Wagen der meiſten
Linien angebracht worden oder werden in den nächſten Tagen
ein=
geführt. Als erſte ging die Omnibuslinie nach Jugenheim (Linie I)
voran. Seit dem 12. Dezember verkehren die beiden Linien der Heag
als Linie P (Ningſtraße=Riegerplatz=Roßdörferſtraße) und als Linie 0
(nach Ober=Ramſtadt). Die Linie nach Büttelborn führt die
Bezeich=
nung B. die Linie nach Crumſtadt (Philippshoſpital) ein C, und die
nach Gräfenhauſen (Mörfelden, Worfelden) ein G. Die Linien der
Reichsbahn nach Roßdorf—Habitzheim und nach Meſſel werden mit II
bzw. M bezeichnet werden. Die Pfungſtädter Linie iſt durch ein P
kennt=
lich. Es iſt zu hoffen, daß auch die Reichspoſt in Bälde folgen wird.
Daß die Heag den beiden anderen Großbetrieben der öffentlichen Hand
(Reichspoſt, Reichsbahn) beiſpielgebend vorangegangen iſt, mag
aner=
kennend feſtgeſtellt werden.
Wenn der Vorſchlag Anklang und bereits größtenteils
Verwirk=
lichung gefunden hat, ſo iſt das zunächſt wegen der erreichten beſſeren
Ueberſichtlichkeit im Darmſtädter Omnibusverkehr zu begrüßen.
Wichti=
ger und von grundſätzlicher Bedeutung iſt jedoch, daß es einmal
ge=
lungen iſt, die ſich im allgemeinen gleichgültig oder teilweiſe gar
un=
freundlich gegenüberſtehenden Omnibusbetriebe in einer für die
Ver=
kehrsbedienung immerhin beachtlichen Angelegenheit unter einen Hut
zu bringen.
Bei dieſer Neuerung allein ſollte es aber nicht bleiben. Die
Mög=
lichkeiten, durch einfache Mittel für den Omnibusverkehr zu werben,
ſind zahlreich; einige Vorſchläge mögen folgen: Die Kennzeichnung der
Linien darf ſich nicht auf eine ſolche an den Wagen ſelbſt beſchränken;
ſehr wichtig iſt eine ausreichende Beſchilderung der Halteſtellen an
denen möglichſt auch Abfahrtstafeln einfach und überſichtlich
anzubrin=
gen ſind. Daß dabei auch die Linienbuchſtaben deutlich ſichtbar ange=
geben ſein müſſen, iſt ſelbſtverſtändlich. Die Halteſtellen=Schilder der
verſchiedenen Linien ſollten einheitlich ſein, da ſie ſich dann dem
Ge=
dächtnis am beſten aufdrängen. Auch geſchmackliche Erwägungen
ſpre=
chen dafür. Schilder in Verbindung mit anderweitiger Firmenreklame
ſind abzulehnen. Die Verhältniſſe liegen hier noch ſehr im argen; doch
haben auf Anregung des Verfaſſers hin einige Betriebe (vor allem die
Reichsbahn) mit Verbeſſerungen bereits begonnen oder ſolche zugeſagt.
Necht wichtig iſt ferner die Ausgeſtaltung der Fahnpläne der
ein=
zelnen Linien. Es ſollte unbedingt verſucht werden, dieſe möglichſt
aufeinander und auf die Fahrpläne der Straßenbahn und der
Eiſen=
bahn einzuſtellen, um wenigſtens hie und da einen günſtigen Anſchluß
herzuſtellen. Gewiß dienen manche Linien faſt ausſchließlich dem
Be=
rufs= und Schülerverkehr zwiſchen beſtimmten Orten, ſo daß bei dieſen
Fahrten ein Anſchlußbedürfnis kaum beſteht. Andererſeits aber laſſen
ſich ſicherlich manche Anſchlußmöglichkeiten ſchaffen, die, wenn ſie erſt
einmal bekannt geworden ſind auch ausgenutzt werden. Zu denken
wäre z. B. an gute Anſchlüſſe verſchiedener Linien mittags an die
Linie C nach Crumſtadt=Philippshoſpital, um dortige Krankenbeſuche
zu erleichtern. Im Verkehr von Jugenheim=Seeheim nach
Philipps=
hoſpital wären alſo Anſchlüſſe in Eberſtadt und Eſchollbrücken
vorzu=
ſehen. Die Herausgabe eines gemeinſchaftlichen, fachmänniſch
bearbei=
teten Fahrplans, u. U. auch die Ausgabe durchgehender Fahrſcheine für
gewiſſe Verbindungen wären weitere Schritte zur Annäherung an eine
als Endziel erſtrebenswerte Verkehrs= und vielleicht auch
Betriebsge=
meinſchaft, wenigſtens eines Teiles der hieſigen Omnibusbetriebe. Die
hier entgegenſtehenden Schwierigkeiten werden jedoch nicht verkannt.
Sie liegen in der vielfach unfreundlichen Einſtellung der einzelnen
Be=
triebe zueinander, an ihrer ungleichen wirtſchaftlichen Lage, und als
deren Folge auch an dem unterſchiedlichen Unterhaltungszuſtand der
Wagen. Schon die teilweiſe Durchführung der vorgebrachten Wünſche
hinſichtlich der Fahrplangeſtaltung und der durchgehenden Abfertigung
wuird unter dieſen Verhältniſſen leiden. Aber trotzdem werden ſich bei
allſeits gutem Willen Fortſchritte im angedeuteten Sinne erzielen
laſſen.
Die Herſtellung guter Anſchlußmöglichkeiten bedingt ſchließlich noch
die Schaffung einer gemeinſchaftlichen Omnibus=Endhalteſtelle für
mög=
lichſt alle Linien, die heute unüberſichlich auf zahlreiche Plätze in der
Stadt verteilt ſind. Hinſichtlich der Verkehrslage, der Zufahrts= und
Wendemöglichkeiten wäre ſicherlich der Marktplatz am günſtigſten; er
wird jedoch für Marktzwecke zeitweiſe in ſeiner ganzen Ausdehnung
benötigt. Es kommt daher wohl nur der Paradeplatz für einen „
Om=
nibus=Bahnhof” in Betracht, da er, abgeſehen vom Marktplatz, dem
Ernſt=Ludwigs=Platz als Verkehrsmittelvunkt am nächſten liegt.
Jeden=
falls drängt der heutige Zuſtand nach Abhilfe.
6. Maey.
— Heſſiſche Spielgemeinſchaft. Die ſo überaus erfolgreiche
Neueinſtudierung von H. Rüthleins, Glasſchrank” gelangt am
kommenden Sonntag, 14. Dezember, 20 Uhr, im Kleinen Haus
des Landestheaters zur vorläufig wohl letztmaligen
Wieder=
holung. Die kleinen Preiſe (0 50—2,50 Mk.) ermöglichen es jedem,
für einige Stunden für alle die quälenden Sorgen dieſer Tage in
einem wirklich herzerquickenden Lachen das beſte Heilmittel zu
finden. Der Vorverkauf an der Kaſſe des Großen Hauſes hat
be=
gonnen.
Der vollkommenste
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Albertina-, Bruckmann-, Hanfstaengl-,
Medici-, Piper-Drucke
gerahmt und ungerahmt
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MÜLLER &RÜHLE
KUNSTHANDLUNG
Elisabethenstraße 5
Fernruf 220
— Das Weihnachtsſpiel der Kleinkinderſchule der
Barm=
herzigen Schweſtern, Darmſtadt, Nieder=Ramſtädter Straße 30,
findet ſtatt am Sonntag, den 14. Dezember, nachmittags 4 Uhr,
für die Eltern, abends ½8 Uhr und Montag, den 15. Dezember,
nachmittags 5 Uhr, für die Wohltäter des Hauſes. Es kommen
zur Aufführung „Goldchen”, Weihnachtsſpiel in einem Vorſpiel
und vier Aufzügen. Karten ſind zu haben im Barmherzigen
Schweſternhaus. Alle Wohltäter, Freunde und Gönner des
ſiedeutſche Reformation Luthers geweckt worden ſind? Hauſes ſind zu dieſer Veranſtaltung herzlichſt eingeladen. Wir
nehmen dazu gerne dieſe Gelegenheit wahr, um auch an dieſer
Stelle unſeren verehrten Wohltätern, die uns in dieſem Jahre
wiederum ſo gütig unterſtützt haben, unſern aufrichtigſten Dank
auszuſprechen. Dieſen Worten des Dankes fügen wir allerdings
gleichzeitig die ergebenſte Bitte bei, daß dieſelben auch in aller
Zeit uns und unſerem Hauſe ihr ſeitheriges Wohlwollen
erhal=
ten mögen. — Am 19. Dezember findet nachmittags um 3 Uhr
die Beſcherung der Kinder ſtatt. Am gleichen Tage ſchließt auch
die Schule, welche am 5. Januar wieder beginnt.
Oberhemden
mit 10 Prozent Sonder-Rabatt
nur bis 12. Dezember (17941b
Geiger & Günther
Spezialhaus feiner Herrenmoden, Ludwigstraße 17
— Orpheum. Walter Kollos luſtige Operetten:Neuheit
geben weſentliche Rückwirkungen auf den Zubereitungs= „Olly Polly” wird am Samstag, 13. und Sonntag, 14.
De=
veß Kuſch. Die Aufgabe des Waſſers als Temperaturbegrenzer dember, wiederholt. Die Titelrolle liegt in Händen der
charman=
ten Soubrette Henny Walden. Der Vorverkauf im
Ver=
kehrsbüro und bei de Waal, Rheinſtraße 14, hat begonnen und
gelten Preiſe von 80 Pf. bis 2,50 Mk. Gegen Vorlage der
heu=
ten auch weniger Wärme zuzuführen. Ein weiteres tigen Anzeige zahlt man für Eſtrade 60 Pf., Saal 80 Pf. und auf
Tweratur bei völlig gleichbleibender
Temperaturvertei=
ällt m isw wird bedeutend eingeſchränkt, d. h. die Hausfrau
Speiſen mit geringen Waſſermengen an und braucht
bichtich Argument iſt die Erſparnis an Fett welche beim numerierte Plätze 50 Prozent Ermäßigung. (Siehe Anzeige.)
Vektrißim „Kochen und Braten nicht nur in beträchtlichem
Um=
lange umli ch, ſondern zwangsläufig iſt. Auch das Backen im
Neif
llettriſig Backofen bedeutet für die Hausfrau eine große Er=
18801-Kahd6 Fisch geröstet BOhnlSfT. 10 (sc
leichteng, denn ein Mißlingen iſt ſo gut wie ausgeſchloſſen.
Der hA ubend 8 Uhr ſtattfindende Vortrag im Heaghaus wird
— Notzeit und Maskenbälle. Der Vorſtand der Lieder=
An in keſſierten Hausfrauen Gelegenheit geben, ſich von dem tafel Darmſtadt, e V. hat beſchloſſen, ſeinen großen Masken=
„Tbenghtſten ſelbſt überzeugen. Der Beſuch iſt daher nur zu ball im Februar 1931 abzuſagen. Maßgebend für dieſen Beſchluß
empfekine
war die Erwägung, daß viele Volksgenoſſen im ſchärfſten Lebens=
E0 übeikbrand. Geſtern früh lief bei der Firma Gebrüder kampf ſtehen, und daß es deshalb nicht verantwortet werden kann,
Roeden armſtadt, ein Teerkeſſel über und geriet dabei in Brand, in dieſer Zeit rauſchende Feſte zu feiern. Der Verein hofft,
Es gesly der Feuerwehr, mit Handfeuerlöſchern und einer bei ſeinen Mitgliedern und bei der Einwohnerſchaft Verſtändnis
für dieſe aus der Not der Zeit geborene Maßnahme zu finden.
290racllitung raſch Herr des Brandes zu werden.
— Orpheum. — Märchentheater. Sonntag, den 14.
Dezem=
ber, nachmittags ½4 Uhr, findet eine einmalige Aufführung ſtatt
von dem ſchönſten deutſchen Märchen in drei Akten „
Rot=
käppchen und der Wolf”, für die Bühne bearbeitet von
P Dietrich. Vorkommende Perſonen ſind: die Mutter,
Rot=
käppchen Peter ein Bauernburſche, der Bauer Jürgen, der Jäger.
der Wolf, die Großmutter der Zwergenkönig, der Zwerg Habakuk,
ſechs Zwerge und das Märchen=Ballett. — Während der
diesma=
ligen Vorſtellung findet eine Gratis=Preisverteilung von ſchönen
Geſchenken ſtatt. Zu jeder gelöſten Eintrittskarte erhält man
ein Freilos. Die Eintrittspreiſe ſind von 30 Pfg. bis 1.25 RM.,
jedoch zahlt man gegen Vorlage der heutigen Anzeige (Anzahl
unbeſchränkt) für: Eſtrade 25 Pfg., numerierter Saal 40 Pfg.,
Sperrſitz 50 Pfg., 2. Balkon 50 Pfg., 1. Balkon 60 Pfg., Seiten=
Parkett 60 Pfg. 2. Parkett 70 Pfg. 1. Parkett 1 RM.,
Mittel=
loge 1 RM., aber nur an der Kaſſe des Orpheums, täglich von
2 bis 5 Uhr nachmittags und Sonntags vormittags von 11 bis
1 Uhr erhältlich. — Allgemeiner Vorverkauf Verkehrsbüro, Hugo
de Waal, Rheinſtraße 14, und telephoniſch unter 389. (Siehe
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Hefſiſches Landeskkeaker.
Großes Haus Kleines Haus Freitag,12. Dezember 20—22 30 Uhr
Kabale und Lebe
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13. Dezember 15, Ende gegen 1730 Uhr
Die Pantoffeln des Glücks
und das Wunderbuch der Technikl
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Zar und Zimmermann
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14. Dezember 14 bis gegen 16.30 Uhr
Die Pantoffeln des Glücksl
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Der Glasſchrank
Preiſe 0 50—2 50 Montag
13. Dezember Geſchloſſen Geſchloſſen
— Heſſiſches Landestheater. In der Aufführung
Königs=
kinder” am Sonntag, den 14. Dezember ſingt Maria Kienzl
erſtmalig die Partie der Gänſemagd. Im Kleinen Haus
wieder=
holt die Heſſiſche Spielgemeinſchaft die beliebte Poſſe von
Rüth=
lein „Der Glasſchrank”. Auf die Vorſtellung Zar und
Zimmermann” im Großen Haus am 13. Dezember, in der
Regina Harre nach längerer Erkrankung wieder die Partie der
Marie ſingt, ſowie auf das muſikaliſche Luſtſpiel „Meine
Schweſter und ich”, das im Kleinen Haus ſtattfindet, ſei
be=
ſonders hingewieſen.
Das Schauſpiel bereitet für Sonntag, den 22. Dezember, die
von vielen Bühnen mit großem Erfolg aufgeführte Revue von
Spolianſky. Wie werde ich reich und glücklich?” vor.
Inſzenierung; Renato Mordo; muſikaliſche Leitung: Fritz Bohne.
— In der Oper wird eine vollkommene Neuinſzenierung der
Carmen” vorbereitet. Johannes Schocke, der von ſeiner
längeren Erkrankung geneſen iſt, wird die Partie des Don Joſé
ſingen.
Theaterfreunde mit einem ſchönen Weihnachtsgeſchenk zu
er=
freuen bietet ſich eine günſtige Möglichkeit durch die Einrichtung
von Wahlmieten, Weihnachtsmieten und Weihnachtsſchecks.
Aus=
kunft erteilt die Mietabteilung des Landestheaters.
Das Preisrätſel, das im Märchenheft gelegentlich der
Aufführung „Die Pantoffeln des Glücks und das
Wunderbuch der Technik” erſcheint, hat rege Beteiligung
gefunden. Es ſind ſchon eine große Anzahl richtiger Löſungen bei
der Leitung des Theaters eingegangen. Falls die Zahl der
aus=
geſetzten Preiſe nicht reicht, entſcheidet das Los. Für die
Ge=
winner kommen ſehr ſchöne Weihnachtsgeſchenke zur Verteilung.
Große Freude bereitet den Beſuchern des Kindermärchens die
Verteilung von Lebkuchen und Luftballons während der Pauſe
im Foyer.
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dürfen Sie für die zarte und
empfindliche Haut Ihres
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Sie müssen sich vor dem Einseifen mit Nivea-Creme einreiben, jedoch
nicht zu stark, damit die Schaumerzeugung nicht beeinträchtigt wird.
Sie werden dann sehen, dass auch tägliches Rasieren Ihre Haut nicht
angreift. Sie werden nicht mehr unter schmerzenden Rötungen und
aufgesprungenen Stellen zu leiden haben. Sie werden gleichzeitig
feststellen, dass Ihr Aussehen jugendlicher, straffer und gepflegter wird.
Zu ersetzen ist Nivea-Creme nicht, denn nur sie enthält das
hautpflegende Eucerit, und darauf beruht ihre besondere Wirkung.
Dosen: RM o.20, o.30, 0.60 und 1.20 Zinntuben: RM 0.60 und 1.00
Meie Bortagen iin Siaokat.
Lie Gründung einer Wohnungsbau=A.-G. abgelehnk. — Die Skädliſche Feſthalle iſt billiger zu vermieten!
Die Tagesordnung zur geſtrigen Stadtratsſitzung hatte keine
einſchneidenden Punkte. Die ſeit vier Jahren ſchwebende Vorlage
der Gründung einer Wohnungsbau=A.=G., die von den
bürger=
lichen Parteien befürwortet wurde, fand geſtern abend ihre
Er=
ledigung. Die Gründung der A.=G. wurde allerdings, trotz der
warmen und eingehenden Ausführungen des Berichterſtatters,
Stadtrat Berndt abgelehnt. Der Antrag der Fraktion der
Sozial=
demokratiſchen Partei wegen Kürzung der Beamtengehälter, der
durch die Reichsnotverordnung längſt überholt war, gab
willkom=
menen Anlaß, daß namentlich die Sozialdemokraten, die
Natio=
nalſozialiſten und des Kommuniſten weite Redeexkurſionen in die
hohe Politik des Reiches und der Länder machten, bis ſie ſich
ſchließlich wieder in den Stadtrat zurückfanden. In der dann
fol=
genden Abſtimmung wurde der Antrag mit ſtarker Mehrheit
ab=
gelehnt. Die übrigen Vorlagen waren verhältnismäßig ſchnell
verabſchiedet.
Der Hitungsverlauf.
Oberbürgermeiſter Mueller teilt vor Eintritt in die
Tagesordnung mit, daß Stadtrat Geyer aus der Poſitiven
Ar=
beitsgemeinſchaft ausgetreten, ſei und ſein Mandat beibehalte.
Stadtrat Rudolf (P. A.) erklärte, nach einem Vorfall mit
Herrn Geyer, den man als Betrug bezeichnen könne (für das Wort
erfolgt der erſte Ordnungsruf), ſei ihm nahegelegt worden, aus
der Partei auszutreten und ſein Mandat niederzulegen. Herr
Geyer habe zwei Briefe geſchrieben, im erſten habe er erklärt,
ſein Mandat niederzulegen, der zweite Brief habe ein merkwürdig
anderes Ausſehen gezeigt. Im erſten Brief ſei Herr Geyer
ehr=
lich geweſen, im zweiten aber nicht mehr. (Zweiter
Ordnungs=
ruf.) Er bedauere, daß er ſich für einen Menſchen, mit dem er
ein Jahr zuſammengearbeitet habe, ſchämen müſſe. Ueber den
Abſchluß der ſtädtiſchen Betriebskaſſe für 1929
Kürzung der Beamtengehälter
erſtattet Stadtrat Metzler (Soz.) Bericht. Die Abſchlüſſe und
Bilanzen der ſtädtiſchen Betriebe für das Kalenderjahr 1929
haben nach Prüfung durch die Bilanzkommiſſion dem Betriebs=
Ausſchuß vorgelegen.
Bezüglich des Abſchluſſes des Gaswerks hat der Betriebs=
Ausſchuß gutgeheißen, daß die Ablieferung des Gaswerks für 1929
in der voranſchlagsmäßig feſtgeſetzten Höhe von 603 550 RM.
er=
folgt, und daß ſtatt der normalen Abſchreibungen von 268 500
RM. nur der bei obiger Ablieferung verbleibende Reſtbetrag von
94 174 RM. dem Erneuerungsfonds zugeführt wird.
Bezüglich des Abſchluſſes des Waſſerwerks hat der Betriebs=
Ausſchuß beſchloſſen, daß ſtatt der voranſchlagsmäßigen
Abliefe=
rung von 657 216,13 RM. nur der Bruttogewinn von 625 696,65
RM. an die Stadtkaſſe abgeliefert wird, wobei keinerlei
Ueber=
weiſung von Rücklagen an den Erneuerungsfonds möglich iſt.
Die Abſchlüſſe und Bilanzen der ſtädtiſchen Betriebe für das
Kalenderjahr 1929 in der vorliegenden Form ſeien von den
Aus=
ſchüſſen genehmigt worden. Die Abſchlüſſe ſeien in tadelloſer
Ordnung und man müſſe beſondere Arerkennung für dieſe gute
Führung ausſprechen. Gegen die Stimme des Kommuniſten
Fröba werden die Abſchlüſſe und Bilanzen genehmigt. — Uber die
Aenderung des Tarifs für die Vermietung der Städtiſchen
Feſthalle
erſtattet ebenfalls Stadtrat Metzler Bericht. Die Erfahrung hat
gezeigt, daß die Vermietung der Städtiſchen Feſthalle zu
Vergnü=
gungszwecken ſeither nur ſelten möglich war. Die Urſache liegt
in der Hauptſache darin, daß der Tarifſatz für dieſe Zwecke, mit
1000 RM. pro Tag, den Intereſſenten zu hoch ſchien. Um die
In=
anſpruchnahme der Feſthalle auch für Vergnügungszwecke zu
för=
dern wird vorgeſchlagen, den Tagestarif von 1000 RM. auf
750 RM. zu ermäßigen und gleichzeitig auch für derartige
Ver=
anſtaltungen die Vermietung nach einem Stundentarif vorzuſehen,
wobei als Miete 150 RM. je Stunde in Vorſchlag gebracht
wer=
den. Gleichzeitig erſcheint es angebracht, die Koſten für die Ein=
und Ausräumung der Feſthalle mit Rückſicht auf die geſtiegenen
Löhne von 55 RM. auf 60 RM. zu erhöhen. Der Wirtſchafts=
Ausſchuß hat in ſeiner Sitzung vom 28. November d. J. den
vor=
geſchlagenen Tarifänderungen zugeſtimmt. Es wird Zuſtimmung
zu dem Beſchluß des Ausſchuſſes für die ſtädtiſchen
Wirtſchafts=
betriebe vom 28. November 1930 beantragt.
Stadtrat Fröba widerſpricht, dem Beſchluß des Ausſchuſſes
wird aber einſtimmig zugeſtimmt.
Neufeſtſetzung der Gebühren für Schlachtungen außerhalb
der regelmäßigen Schlachtzeiten.
Auf Anfrage der Direktion der ſtädtiſchen Betriebe und im
Einvernehmen mit der Metzger=Innung wurden die Gebühren
den Zeitverhältniſſen entſprechend neu feſtgeſetzt. Mit
Zuſtim=
mung der Schlachthofdeputation wird Genehmigung erteilt.
Auf Wunſch erſtattet dann Stadtrat Altendorf Bericht
über
Erhebung von Gebühren für die Tätigkeit in
Staats=
angehörigkeitsſachen.
Nach der Verfügung des Miniſters des Innern vom 7.
Okto=
ber 1930. M. d. J. 40 805, kann für beſtimmte näher zu
bezeich=
nende Fälle der Bearbeitung von Staatsangehörigkeitsſachen eine
Koſtenerhebung durch die Stadtverwaltung auf Grund des
Arti=
kels 193 der Städteordnung genehmigt werden. Es wird daher
der folgende Gebührentarif vorgeſchlagen und um Zuſtimmung
ge=
beten: 1. Formloſer Ausweis über die Staatsangehörigkeit zum
Zwecke der Vorlage beim Standesamt zur Eheſchließung (ohne
Mitwirkung des Kreisamts) 1.50 RM. — 2. Für Erwirkung:
a) eines Staatsangehörigkeitsausweiſes oder Heimatſcheines
100 RM.; b) eines Heimatſcheins für im Ausland befindliche
Deutſche 1.50 RM. — 3. Für Bearbeitung von Aufnahmegeſuchen
Deutſcher in den heſſiſchen Staatsverband 2 RM. — 4. Für
Be=
arbeitung von Einbürgerungsgeſuchen: a) für Ausländer bis zu
20 RM.; b) für ehemalige Deutſche, die ihre angeſtammte
Staatsangehörigkeit durch zehnjährigen Aufenthalt verloren
ha=
ben (8 31 R.St. A.G.) frei; c) für die geſchiedene Ehefrau oder
Witwe eines Ausländers, die vor ihrer Verheiratung Deutſche
war (8 10 R. St. A.G.) frei: 4) desgleichen für die Fälle der
88 11, 12. 15 und 34 des R.St. A.G. frei. Erſatz der Porto=,
Tele=
phon= und ſonſtiger barer Auslagen hat in den Fällen unter
Po=
ſition b, e und d zu erfolgen. — 5. Für Bearbeitung von
Ein=
bürgerungsgeſuchen ehemaliger Elſaß=Lothringer, ſowie ſolcher
deutſchſtämmiger Perſonen, die die deutſche Staatsangehörigkeit
infolge der Beſtimmungen des Verſailler Vertrags vom 11. 6.
1919 verloren haben, frei.
Da Stadtrat Aßmuth (Soz.) den
Verwaltungs=
bericht erſtattet, übernimmt Stadtrat Ziegs (Soz. den Vorſitz.
Der Berichterſtatter referiert zunächſt über die
Steuerüberwei=
ſungen aus dem Reich an die Städte und die verhängnisvolle und
ſchwierige Lage der Städte und Länder; weiter ſprach er über
Preis= und Lohnpolitik. Er ſprach der Verwaltung den
beſon=
deren Dank aus.
Oberbürgermeiſter Mueller gab dieſen Dank weiter an die
Mitglieder der Verwaltung und die Beamten. Stadtrat Ziegs
ſprach namens der Stadtverordnetenverſammlung dem Herrn
Oberbürgermeiſter der Verwaltung und den ſtädtiſchen
Beam=
ten und Angeſtellten ebenfalls den Dank aus
Es wird dann über den Antrag der Sozialdemokratiſchen
Partei, betreffend.
debattiert, über den Stadtrat Kollbach Bericht erſtatten ſoll.
Der Berichterſtatter verlieſt den Antrag, der eine Kürzung von
Beamtengehältern vorſieht und empfiehlt, den Antrag
zurückzu=
ziehen, da er nach der neuen Notverordnung überholt ſei.
Stadtrat Friedrich (Soz.) gibt einen geänderten Antrag
bekannt, nach dem ein Gehaltsabbau nach ſozialen Geſichtspunkten,
alſo ein geſtaffelter Gehaltsabbau, verlangt wird. Keineswegs
beſtehe eine Tendenz der Gleichmacherei, auch ein Hineinſchlittern
in ruſſiſche Verhältniſſe. (Zuruf des Kommuniſten: Was ſehr
er=
wünſcht wäre; Lachen im Haus) ſei nicht zu befürchten.
Oberbürgermeiſter Mueller erklärt, er habe der
Sozial=
demokratiſchen Partei keineswegs Gleichmacherei vorgeworfen.
Er halte es für richtig, wenn man heute den Antrag erledige.
Stadtrat Schneider (Dn.) betonte, der Antrag ſei bereits
überholt, da die Notverordnung einen Gehaltsabbau vorſehe,
Wenn man aber etwas Poſitives tun wolle — er erinnere an die
Sperre der Beamtenaufrückung und an die Bedrängung der
Be=
amtenanwärter —, ſo möge man darauf hinwirken, daß dieſe
Be=
ſchlüſſe zurückgenommen würden.
Stadtrat Abt (N.S.D.A.P.) erklärt, wenn auch der
ſozial=
demokratiſche Antrag nach mancher Seite etwas für ſich habe, ſo
könne man dem Antrag doch nicht zuſtimmen, da er nur ein
Agi=
tationsantrag ſei. „Mit dieſer plötzlichen Beamtenfreundlichkeit,
die man ſonſt nicht bei den Sozialdemokraten kenne, wolle man
nur den Maſſen Sand in die Augen ſtreuen.
Stadtrat Goſenheimer (Dem.) nahm zu der Auswirkung
der Notverordnung Stellung. Wenn man auch dem Antrag in
manchem zuſtimmen könne, ſo ſei er doch heute überholt. Es ſei
aber ungeheuerlich, daß man 6 Prozent gleichmäßig von allen
ab=
bauen wolle. Im übrigen ſoll man doch die Anträge dort
anbrin=
gen, wohin ſie gehören, im Reichstag, dort möge man
Beſtrebun=
gen einer Staffelung unterſtützen.
Stadtrat Fröba (Komm.) bezeichnet die Anträge als
dema=
gogiſch. Dem Antrag könne er nicht zuſtimmen. Man könne dann
dem Antrag zuſtimmen, wenn eine Freigrenze etwa bis 3000 Mark
eingeſetzt werde.
Frl. Walz (V. R.P.) verlangt ebenfalls eine Freigrenze bis
3000 Mark und dann eine Staffelung.
Stadtrat Wieſenecker (Soz.) erklärt nochmals den
An=
trag. Er ſetzt ſich dann mit den Nationalſozialiſten auseinander.
Stadtrat Altendorf (D.V.P. erklärt, daß ſeine Fraktion
den Antrag ablehne, weil er vollſtändig überholt ſei. Es werde
ſo dargeſtellt, als handele es ſich um eine Beſteuerung der
Beam=
ten in der Notverordnung; es handele ſich aber nicht um eine
Be=
ſteuerung, ſondern um eine Gehaltskürzung die nur prozentual
möglich war. Wenn man dem Antrag nachkommen würde ſei die
Beſoldungsordnung ins Wanken geraten. Er müſſe aber betonen,
daß die Sozialdemokratie ein Doppelſpiel treibt, auf der einen
Seite ſtimme ſie der Notverordnung zu, auf der anderen Seite
ſtelle man ſolche Anträge.
Stadtrat Abt (N.S.D.A. P.) antwortete den Stadträten
Fröba und Wieſenecker. Die vorliegenden Anträge müſſe er
ab=
lehnen.
Stadtrat Kollbach (H.u. G.) beantragt Schluß der Debatte.
Stadtrat Friedrich (Soz.) tritt nochmals lebhaft für den
Antrag ein. Er wandte ſich dann ſcharf gegen die
Nationalſozia=
liſten und kommt dabei ſtark in parteipolitiſches Fahrwaſſer.
Nachdem Stadtrat Fröba (Komm.) nochmals einige
kommu=
niſtiſche Ausführungen gemacht hatte, ſchritt man zur
Abſtim=
mung. Der Antrag wird mit Stimmenmehrheit abgelehnt.
Stadtrat Berndt (Dem.) erſtattet nun ausführlichen
Be=
richt über die
Gründung einer Wohnungsbau=A. G.
Er ſchildert zunächſt ſehr ausführlich die Vorarbeiten zu dieſer
Gründung, die ſehr lange zurückliegen und zum Teil noch von
Bür=
germeiſter Buxbaum geleiſtet wurden. Die Frage, ob eine ſolche
Wohnungsbau=A. G. notwendig ſei, müſſe er bejahen. Die Zahl
der erforderlichen Wohnungen habe noch
zuge=
nommen. Das Wohnungsamt ſei der Anſicht, daß 1800
Zwei=
zimmer=, 900 Dreizimmerwohnungen und 300 Wohnungen mit vier
Zimmern benötigt würden. Die Vierzimmerwohnungen ſcheiden
zunächſt aus, aber die übrigen 2700 Wohnungen zu bauen würde
27—30 Mill. Mark erfordern, die die Stadt aufwenden müſſe.
Dazu komme noch der Bedarf von zirka 300—400 Wohnungen pro
Jahr für Neuverheiratete. Da die Stadt nicht allein das Geld
für die benötigten Wohnungen aufbringen könne, müſſe ein
ande=
rer Weg geſucht werden.
Stadtrat Bender (D. V.P.) hält die Angelegenheit für ſo
wichtig, daß er es für richtig halte, dieſen Gegenſtand von der
heu=
tigen Tagesordnung abzuſetzen, zumal die Beachtung in der
heu=
tigen Sitzung für dieſe Frage nicht mehr die beſte ſei, eine
Feſt=
ſtellung, die offenbar zutraf, denn die Reihen der Stadträte
wie=
ſen große Lücken auf.
Stadtrat Richter (Soz.) beantragt die Weiterberatung
die=
ſes Punktes. Der Antrag auf Vertagung wurde in der folgenden
Abſtimmung abgelehnt. Stadtrat Richter führte aus es drehe ſich
in der Hauptſache um kleine Wohnungsſuchende. Er müſſe vor
der Gründung warnen und erinnere an die Heag und die Hekoga.
Die Gründung ſei aus dem Grunde abzulehnen, da durch die
pri=
vate Bauwirtſchaft und die bereits beſtehenden Baugeſellſchaften
der Bedarf an Wohnbauten gedeckt werden könne, außerdem habe
die Stadt kein Geld, um eine Geſellſchaft zu finanzieren.
Stadtrat Kollbach (H. u. G.) hält das Problem in der
gegen=
wärtigen Zeit nicht für ſpruchreif, da auch das ungeheure
Zahlen=
material noch nicht eingehend geprüft werden konnte. Er halte es
für unverantwortlich, daß man jetzt abſtimmen wolle. Er werde
ſich der Abſtimmung enthalten.
Stadtrat Krug (D.V.P.) erklärt namens ſeiner Fraktion,
daß die Deutſche Volkspartei zuſtimmen werde. Man ſchließe ſich
der Auffaſſung des Stadtrats Berndt an und ſtimme daher der
Vorlage der Verwaltung zu, um dadurch auch den Baumarkt zu
beleben.
Stadtrat Fröba (Komm.) lehnt die Gründung der
Woh=
nungsbau=A. G ab.
Stadtrat Schneider (Dntl) erklärt es als bezeichnend, daß
heute nach vier Jahren noch Unklarheiten herrſchten. Uebrigens
halte er es für unangebracht, das ganze baureife Gelände auf
einmal der Wohnungsbau=A.G zu geben, man könne es bei
jeweiligem Bedarf abgeben. Er ſtimme der Gründung der A.G.
zu, im einzelnen ſetzt er ſich rechneriſch mit Stadtrat Richter
aus=
einander Wenn man etwas für den Wohnungsbau tun wolle,
dann gäbe es jetzt das eine Mittel: die Gründung dieſer
Woh=
nungsbau=A. 6
Stadtrat Bender (D.V.P. ſtellt klar feſt, es drehe ſich jetzt
darum: Liegt es im Intereſſe der Allgemeinheit, dieſe Geſellſchaft
zu gründen oder nicht? Er ſei der Auffaſſung, daß dieſe
Geſell=
ſchaft leichter bauen kann als die Stadt, da ſie ſchon leichter ſich
Geld verſchaffen könne als die Stadt. Seiner Anſicht nach lehne
die Sozialdemokratie aus politiſchen Gründen die Gründung der
Geſellſchaft ab. Eine Entſchließung über Details könne auch in
ſpäterer Sitzung geſchehen. Er halte es für unbedacht, einfach die
Gründung grundſätzlich abzulehnen. Das wäre ein ſchwerer Fehler.
Bürgermeiſter Ritzert glaubt, daß eine Ablehnung in
ſpäte=
ren Jahren nicht mehr verſtanden würde. Die eine Frage ſei: Wie
kann ich das Bauen finanzieren? Unverſtändlich ſei ihm, daß man
durch die Gründung Kapital verſchwenden wolle. Es ſei doch kein
Unterſchied, ob man die Stadt Darmſtadt oder die Wohnungsbau=
A.G. finanziere, wenn 9934 der Aktien im Beſitz der Stadt
Darmſtadt wären. Die Stadt Darmſtadt könne aber im ie
ſatz zu einer Geſellſchaft keine. Gelder aufnehmen. Das
zent, das der Staat in der Hauptſache von den Aktien da
beſitzen würde, gebe gar keinen Ausſchlag.
Stadtrat Tempel (Soz.) befürchtet eine Kataſtrome
die Mietpreisgeſtaltung; Stadtrat Metzler (Soz.) mon
Verwaltung den Vorwurf, daß die Vorlage nicht mit mo
wiſſenhaftigkeit eingebracht worden wäre. Er weiſt
wei=
die in der letzten Zeit zugrunde gegangenen Geſelſchaftf,
Es ſprach weiter zu dieſer Frage Stadtrat Richter (Ss.
ſeinen ablehenden Standpunkt begründete.
Bürgermeiſter Ritzert erklärte, der Vorwurf, die
ſei nicht gründlich genug ausgearbeitet, treffe die Pann=
Herrn Metzler ſelbſt, hätte ſie Herrn Bürgermeiſter Burbch=
Amt gelaſſen, ſo wäre die Vorlage gründlich bearbeitet.
In ſeinem Schlußwort wandte ſich Stadtrat
Bernd=
ders an Stadtrat Richter und glaubt, daß Herr Richck
„Debewag=Gründen” gegen die Gründung der A.=G. ſei,
werde von den Sozialdemokraten gerufen, man möge Arl=t
Gelegenheit zum Bauen geben, und wenn jetzt einmal einv
genheit da ſei, dann ſtimme man dagegen. (Zuruf rechts ſehr z1
Die Gründung der A.=G. wurde dann gegen die Stimm
Deutſchnationalen, Deutſchvolksparteiler und der Demokra=e
gelehnt.
Ueber die
Fußſteigherſtellung auf der Weſtſeite der Schleiermachenc
referiert Stadtrat Berndt.
Bewohner der Schleiermacherſtraße haben gebeten, eimnn
ſteig auf der Weſtſeite dieſer Straße, von Haus Nr. 12
Zeughausſtraße, herzuſtellen. Im Einvernehmen mit der
ausſchuß wird beantragt, der Fußſteigherſtellung auf Kon
Anlieger zuzuſtimmen.
Der Referent bat, man möge genehmigen, daß das
mit billigem Randſtein und mit billigen Platten gemach3t
Stadtrat Schneider (H. u. G.) hält die Herſtellunn
Bürgerſteigs in der Schleiermacherſtraße für unnötig um
für gefährlich, da dann der enge Schlund der Straße noc
werde.
Stadtrat Ziegs (Soz.) wünſcht beſſere Beleuchtungg0t
Schleiermacherſtraße. Der Antrag wird ſchließlich angenm
Für das
2. Heſſiſche Sängerbundesfeſt
beſteht noch eine Nachforderung von 2000 RR0h0
Miete der Feſthalle. Zur 1000=Mark=Zahlung erklärt /74
Heſſiſche Sängerbund bereit. Außerdem habe Oberbürgenztn,
Dr. Gläſſing ſeinerzeit verſprochen, die Miete werde erlag!
wird gegen 4 Stimmen (des Kommuniſten und der Natiorau
liſten) beſchloſſen, es mit der Zahlung von 1000 RM. bäy!
zu laſſen.
Unter „Mitteilungen” verlas Oberbürgermeiſter M: /10
ein Schreiben des Rechtsanwalts K. Dingeldey, daß er ſüyerit
als Mitglied des Städtiſchen Rechtsbeirats niederlege. Zu=/un
bung der Arbeitsloſigkeit hat die ſozialdemokratiſche FIMſt
einen Antrag geſtellt, in dem der Oberbürgermeiſter erſus=
ita
1. Weitere Arbeitsmöglichkeiten feſtzuſtellen und beſchleunn)/e Mſ Wer u. M
lage zu machen. — 2. Die beſchloſſenen Arbeiten umgeher / MMwrode das N
fangen, bzw. durchzuführen, damit eine möglichſt große ZM.
Arbeitern Beſchäftigung erhält. — 3. Bei Durchführung 4zunranm läuft
Arbeitsbeſchaffungsprogramms die Arbeitszeit auf wöy/nahni Ne Naturreiz
40 Stunden feſtzuſetzen, um zu erreichen, daß mit den gleicht (hühr gutes P
teln mehr Arbeiter als bei einer längeren Arbeitszeit zr/
und Lohn kommen.
Anregungen betr. Erleichterungen bei Zahlung der Zuungeliche Män
ſteuer und betr. Winterbeihilfe werden vom Herrn Obe=y Wüſich einer Erg
meiſter weitgehend Berückſichtigung finden. Es ſoll demnäam n beichtigen.
Bekanntmachung erſcheinen, in der die Perſonenkreiſe Aſtchun dem Vo
werden, die befreit ſind von der Bürgerſteuer. Ein Hinrr/ Amung, in dene
Stadtrats Weſp (Zentr.), daß das Schwimmbad ſehr ſche gunzl ind ſolche, die
ſucht ſei, am Abend aber, nicht allein von den Sportrinuüſnien können.
Sportvereine, ſondern auch von deren Frauen und Kirzaſtzwlncht, die be
einem geringen Preis benutzt würde, wird eine Prüfurz /utgling uns ihre he
Angelegenheit zur Folge haben. Am Samstag vor 14 229½aten Tagen
führte Stadtrat Weſp aus ſeien 180 Perſonen eines Spomz! 6Mhien wohnen
abends zu billigem Preis im Schwimmbad geweſen. Mzücenen Möbelt
kleineren Anfragen wird dann die Sitzung um 21. 1470 Anſtalt leit
krunen aus dem
ſchloſſen.
In tiſſntlichem K
faüfin Treyſa bei
Bitr19d für männ
atltlt in der Hüs
Aw. Ein hieſiger Spenglermeiſter hatte, im Herbſt) ſw; ſuſtmeiſterſtraß,
Jahres ſehr wenig, zeitweiſe gar nichts zu tun, ſo daß MA ire jetzige B
ſchloß, den einen der beiden Söhne, die im Geſchäft mitar sl. Aud vielen Schm
als erwerbslos anzumelden. Die Arbeitsbeſcheinigung,
* Aus dem Gerichtsſaal.
junge Mann auf dem Arbeitsamt vorlegte, war jedoch nu)
tig ausgefüllt, und es wurde ihm eine zweite Beſcheinig.n
Richtigſtellung der gemachten Angaben übergeben. Ung ſſchauuſteis geſchaffe
zweite Beſcheinigung unterſchrieb der Angeklagte ſelber.
in der Donnerstag=Verhandlung vor dem Bezirksſch
gericht an, der Vater ſei auf längere Zeit verreiſt. A
und er habe ja auch Geſchäftsvollmacht gehabt. Das Geruß
urteilt den Angeklagten unter Anerkennung mildernel
ſtände, da es möglich iſt daß er gutgläubig war,
ſchwerer Urkundenfälſchung, an Stelle einer 5M10 Uer Kind
nisſtrafe von 10 Tagen, zu einer Geldſtrafe von 2
Ein zwanzigjähriger Kraftfahrer aus, I knhut iſt heute d
ſitzt dann wegen fahrläſſiger KörperverlIgMIi ggenwärtige
auf der Anklagebank. Am 11. April d. J. fuhr er mir 04M vei ſehr wen
Chevraulet von Guſtavsburg nach Biſchofsheim „Rechts 9 MM lier den Eltei
war ein Radfahrer, den er vor dem Ueberholen durch 114ſverlſcha
liges Signal warnte. Er war kurz hinter dieſem, als dourßn.i in der
fahrer, nach den Angaben des Angeklagten, plötzlich ſchcf!
links fuhr, ſo daß der Angeklagte, ſcharf bremſend, nad
auszuweichen ſuchte. Er fuhr trotzdem das Fahrrad an, d030h
rollte weiter und fuhr einen Werkmeiſter an, der geradeſt.
an der Straße liegendes Haus hineingehen wollte, ſo d00
einen Nervenſchock und verſchiedene ſchwere Verletzungen
mit denen er über fünf Monate im Mainzer Krankenhc
tärei zu bekomm
Em Huß ime.
Euc die jetige E
WA AuLichtſpiele b
Flulges wegen
ueieſſanten Skifil
Mituien Arlberg
Aülien Zutrit.
und
Der Radfahrer, der behauptet, immer auf der rechten Sc
radeaus gefahren zu ſein, wird unbeeidigt vernommen, /9
Verdacht einer Mitſchuld naheliegt. Die Vernehmung der 1
Zeugen vermag den Unfall nicht reſtlos zu klären, doch glulg
Staatsanwalt in der Kopfloſigkeit des Angeklagten, im
nach dem Zuſammenſtoß mit dem Radfahrer handelt, eim
läſſigkeit zu erkennen und beantragt eine Geldſtrafe von 10.
hilfsweiſe 20 Tage Gefänguis. Der Verteidiger verſuchtt
nahe einſtündigem Plädoyer, die Beweiſe, der Unſchulbl
Klienten zu erbringen. Das Gericht ſchließt ſich dem Antn)
Staatsanwalts an und erkennt wegen fahrläſſige
ververletzung in zwei Fällen auf eine Geldd
von 100 RM., indem es ein Verſchulden des Autofahrn.
in dem Zuſammenſtoß mit dem Radfahrer erblickt, der im n
lichen durch die zu große Geſchwindigkeit des Autos hervo:o
wurde.
— Billige achttägige Weihnachts=Alpen=Reiſe. Das
bergiſche Reiſe= und Verkehrsbüro veranſtaltet vom 25. 94
bis 1. Januar 1931, eine Geſellſchaftsreiſe mit Sonder84
Stuttgart und Pfronten. Unterkunft, Verpflegung und 0.
Veranſtaltungen ſind in dem Preis der Reiſe einbegriſttl
bereits voraus beſtellt, ſodaß dem Reiſenden alle Vorberen
erſpart werden. Die Preiſe liegen, je nach den Anſprüchen.
62.— RM. und 79— RM. Die Reiſe zwiſchen Darmſta t
Stuttgart iſt im Preiſe nicht mit einbegriffen. Es iſt ab6 M
lich, den Sonderzug ohne Uebernachtung in Stuttgart zu He
Nähere Auskunft erteilt das Reiſebüro des Verkehrsvereini 5
teleuropäiſches Reiſebüro), Rheinſtraße 24, Darmſtadt.
Praktisches Weihnachtsgeschenk:
MAGGIS Würze • MAGGlS Suppen in Würfeln• MAGGlS Fleischbrühwürfel.
[ ← ][ ][ → ] den Durmftädier Eiclſvielhellen.
Palaſt=Lichtſpiele.
Ernſt Legal filmt!
„trndant Ernſt Legal ſpielt in dem Film „Es
ſafm au, die dich niemals vergißt” (Regie
) eine kleine, aber nicht unbedeutende Sprech=
Worſitzenden in dem Schwurgerichtsprogeß gegen
umd verführeriſch ſchöne Schauſpielerin Tilly Fer=
Dagover in bewunderswertem Spiel verkör=
Eleine Rolle Legals hier beſonders erwähnt w
Freitag, den 12. Dezember 1930
Seite 7
ſd beff unt udsralf auch ſolche Weineren Auſs
uß dem künſtleriſchen Ernſt durchdringt, der ſeine
zeleherrſcht. Sprache, Mimik und Geſte ſind in den
ge von ſeltener Eindringlichkeit.
ſ e, ſcharen ſich um Lil Dagover, die in dieſem Film
üt ifft, eine große Reihe hervorragender Darſteller.
inrtlerin gleichwie Iwan Petrovich, der diesmal
ſchlicht und ernſt und reif ſpielt, ganz abſeits
veMann”, ſich dem Enſemble zu abgerundeter
künſt=
üng einordnen.
ſſtiebbel behandelt — im Anfang etwas arg „
ſchmal=
iſt ehr gut — das alte Lied von Liebe und Eiferſucht
Hy. Der dramatiſche Konflikt iſt originell
konſtru=
uſte Schauſpielerin erſchießt ihren abgedankten
Lieb=
mitzeſn ſie eine Szene zu ſpielen hat, in der ſie nach einem
seail den Geliebten in der Notwehr erſchießt)
wirk=
oüſſe: Szene. Der Revolver war ſcharf geladen, aber
mn da Erſchoſſenen ſelbſt, der ſo den Tod finden wollte
ſeinigurglücklichen Liebe. Angeklagt wegen vorſätzlichen
es pustnßkt ſie den Freiſpruch der Mutter des Erſchoſſenen,
en Aſien er ſtarb. Der tragiſche Held iſt der Schöpfer
jedesy is gibt eine Frau, die dich niemals vergißt”.
er euch 50proz. Tonfilm iſt wirklich ſehenswert. — Ein
ſtumom Luſtſpiel läuft im Beiprogramm.
„U. T."
tesfel denu szrezeichneten 100prozentigen Tonfilm „Mach mir
von zu Pelldurm Paradies”. Meiſterhaft die Regie Dr. Paul
mähaſch und ganz hervorragend das Spiel von Göſta
Ek=
dan uu dArnita Dorris, auch in Sprache und Geſang.
Mete no dietcig rade in der Schlichtheit ſo hervorragenden, ganz
nun dl ſtraltMſn Darſtellung dieſer beiden ſympathiſchen Künſtler
mannz wirklich guter Revue=Sänger — verſinkt die
Hand=
ſes Alls völlig, obwohl auch dieſe zu den beſten zählt, die
er Boilm bisher überhaupt gebracht hat. Im weiteren
ſle zpſten erfolgreich Rolf van Goth, Karl
Huszar=
ſy unf r. Die Handlung führt in das immer wieder
ſantes ſlieu hinter den Kuliſſen einer Revue. Sie iſt
piela c aber zu 90 Prozent in einer ſonnigen Heiterkeit
fen aut erade das lebendig=warme Spiel Ekmanns ſo ſehr
ſifft. 7—
m B’kogramm läuft ein intereſſanter und ſchöner
Land=
filmzut ſvie Naturreize der Rhön wirkſam und einprägend
„Gil hr gutes Programm.
Das4angeliſche Männerheim in der Heidelberger Straße
huins gunblich einer Erweiterung ſeiner Räume Gelegenheit,
E0rbim ru beſichtigen. Auf dem Grundſtück. Heidelberger
Leiſunt 21 limn in dem Vorderbau und einem Seitenbau 25
Zim=
n ür Werg ung, in denen alleinſtehende Herren, insbeſondere
Herug tnd ſolche, die einer Pflege bedürfen, ein
freund=
vn dun ſ= Heimm ſnl en können. In ſauberen, hellen Räumen ſind 17
Fraun z ſ unt zr) racht, die bei vorzüglicher Verpflegung und liebe=
-Behalnurg uns ihre herzliche Freude über das ſchöne Heim,
in j n alten Tagen gefunden haben, zum Ausdruck
brach=
die Siiſſen wohnen in Einzel= oder in Doppelzimmern, die
ſihrsuigenen Möbeln ausgeſtattet haben. Der Oberdiakon
R. diBlie Anſtalt leitet, und die Diakone, die die Pflege
in, 1cmen aus dem heſſiſchen Brüderhaus der Anſtalten
fa müſfentlichem Krankenhaus und ſtaatlicher
Kranken=
rſchullzen Treyſa bei Kaſſel. Die Diakonenſtation, die am
ſembim9ich für männliche Krankenpflege ihren erſten Wohn=
Darrni)t in der Hügelſtraße aufſchlug, hat dann längere
im derr ſarſtmeiſterſtraße ein Haus innegehabt und konnte
ſrbſt E18 ihre jetzige Beſitzung in der Heidelberger Straße
en. 1Nä vielen Schwierigkeiten, die dortigen Wohnungen
ſnd mluftei zu bekommen, hat ſie jetzt bis auf einen kleinen
us g9i Haus inne. Der ſegensreichen Tätigkeit der Diako=
7d jach die jetzige Erweiterung ihres Altersheims ein
Wirzäm=ckreis geſchaffen.
Die 4lug=Lichtſpiele bringen am Sonntag, den 14. Dez.,
roßen kiolges wegen, die letzte Wiederholung des
gran=
hochyeieſſanten Skifilms „Der feinſte Sport”, Bilder aus
Fpagagen Arlberg und Engadin, zur Vorführung.
Pdlichex ilen Zutritt.
Wesoll unſer Kind lernen? Man ſchreibt uns: Viele
ſonh/Akädels und Jungen legen ſich dieſe Frage heute
die Aſwart iſt heute doppelt ſchwer, einmal deshalb, weil
Beruf=en gegenwärtigen Augenblick keine Ausſicht bieten,
weite ymeeil ſehr wenig Lehrſtellen im Augenblick
vorhan=
nd. „Uhier den Eltern mit Rat zur Seite zu ſtehen,
ver=
ſtet disbewerkſchaftsbund der Angeſtellten am Montag, den
Dezem!l in der Aula des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums,
ſtodt” tu sſtraße 2, einen Berufsberatungsabend mit dem
a: „üchen Beruf ſoll ich ergreifen?‟ Herr Amtmann
emmal Leiter der Berufsberatung des Arbeitsamts Darm=
Herr ir., Zeiger, Direktor der Städtiſchen Handelsſchule,
Herrn lam Jayme, kaufm. Angeſtellter in Darmſtadt, haben
Ur disteVeranſtaltung zur Verfügung geſtellt. In der
Aus=
am Sming, den 14. Dezember, wird in einer Anzeige noch
Ps Ul ß)eſen für die Eltern ſo wichtigen Vortrag geſagt
Briefkaſten.
R Marfk 4lole fetzie Bezugeguſtung belufigen. Anonyme Anftragen werden
Ncrs hiwortet. Die Begnütoortung erfolgt ohne Rechtsverbindſchkeſt.
Lebensthſich erung Kosmos”. Wenden Sie ſich an das Aufſichts=
Mr Pikitterſicherungen in Berlin (dieſe Anſchrift genügt) und
um üſhelr ſchrift des für „Kosmos” beſtellten Treuhänders. An
Nen welut Sie ſich dann um Auskunft.
Der Schiedsſpruch im Bankgewerbe.
Berlin, 11. Dezember.
In dem Tarifſtreit der Bankangeſtellten hat die vom
Sonder=
ſchlichter gebildete Schlichterkammer am 10. Dezember 1930
fol=
genden Schiedsſpruch gefällt:
Der zum 31. Dezember 1930 ablaufende Reichs=Tarifvertrag
wird mit Wirkung vom 1. Januar 1931 ab mit folgenden
Aende=
rungen verlängert:
1. Die Mindeſt=Monatseinkommen aller derienigen
Angeſtell=
ten und Arbeiter (8 21 4. und B), bei denen Aufrückungen nach
Geburts= Berufs= oder Dienſtjahren für den 1. Januar 1931
vor=
geſehen ſind, erfahren während der Dauer dieſes Tarifvertrages
die vorgeſehene Aufrückung in die nächſte Gehaltsſtufe nicht.
Die Gehälter der Angeſtellten und Arbeiter (8 21 4. und
B) und der im 8 22 Ziffer 8 genannten Aushilfskräfte werden
um 5 Prozent gekürzt.
Die ſozialen Zulagen bleiben in der bisherigen Höhe
be=
ſtehen.
2. Anſtelle von § 32, Abſatz 1, Satz 2 tritt folgende
Be=
ſtimmung:
„In der Regel ſoll der Urlaub zwiſchen dem 1. April und dem
31. Oktober liegen. Wird der Urlaub auf Verlangen des
Arbeit=
gebers in vollem Umfang außerhalb dieſer Zeit genommen, ſo
erhöht er ſich um drei Tage.
3. Dieſer Reichs=Tgrifvertrag und die Gehaltsregelung treten
mit Wirkung vom 1. Januar 1931 ab in Kraft und laufen bis
zum 31. Dezember 1931
Die Erklärungsfriſt über Annahme oder Ablehnung dieſes
Schiedsſpruches läuft bis zum 18. Dezember 1930, mittags 12 Uhr.
Der Schlichter empfiehlt den Tarifvertragsparteien,
inner=
halb drei Monaten miteinander über 8 22 Abſatz 7 des
Tarif=
vertrages in Verhandlungen einzutreten.
Der Schlichter empfiehlt dem Reichsverband der
Bankleitun=
gen, auf ſeine Mitglieder dahin einzuwirken, daß bei Angeſtellten,
deren Gehalt im Laufe des letzten Jahres durch Umgruppierungen
gekürzt worden iſt, bei den Kürzungen der Gehälter weitgehende
Rückſicht genommen wird.
Es lst billiger
wonn Sle Ihre Liköre mit Relchel-Eosenren zu Hause
gelbst machen. Dabel schmeoken sie s0 gut. Eo glbt
135 Sorton, Vorsuchen Sle einmal, in Drogerion und
Apotheßen erhältlich, Lassen Sio aloh daselbst auch
Dr. Reiohels Roxsptbllchleln goben, es Kostet nlchta.
Wo nicht erhältl, duroh Oto Relohel, Berlin-Neukölln.
* Wohltätigkeit. Die Turngemeinde Beſſungen
veranſtaltete in der Nähe des Moosbergs ihre Nikolausfeier. Die
Feier, die durch Abſingen eines gemeinſchaftlichen Liedes, dem ein
Violinvortrag vorausging, eröffnet wurde, war gut beſucht. Der
Nikolaus entledigte ſich ſeiner Aufgabe mit großem Geſchick und
verſtand es in ausgezeichneter Weiſe, den Jungen und Alten des
Vereins den dieſen zugedachten Geſchenkgaben zu überreichen. Die
Turngemeinde Beſſungen hatte ferner eine größere Anzahl Jungen
der Anſtalt für Geiſtesſchwache „Aliceſtift” zu dieſer
Feier eingeladen und jeden der Jungen ebenfalls in hochherziger
Weiſe mit einer Nikolausfreude bedacht. Die Teilnahme an der
Feier bat bei den armen ſchwachen Kindern große Freude
aus=
gelöſt. Die Kinder, die ſich ſehr dankbar zeigten, werden ſich ſtets
gern des Erlebten erinnern. Die Turngemeinde Beſſungen hat
durch dieſen Wohltätigkeitsakt ihr Wohlwollen, dieſen Kindern
gegenüber in anzuerkennender Weiſe zum Ausdruck gebracht, was
beſonders in der heutigen Notzeit, lobend anerkannt zu werden
verdient.
— Das Union=Theater bringt am Sonntag, den 14. Dezember,
die bei der Darmſtädter Jugend beliebten Märchen Brüderchen
und Schweſterchen”, im 2. Teil. Hampelmanns Traumfahrt”
ſo=
wie einen Kater=Felix=Kurztonfilm „Unrecht Gut gedeihet nicht”
zur Vorführung.
Lokale Veranſtalkungen.
Dir Merruter urſtheinenden Rotliyen ſind autſchließlich als Hinweiſe auf Ameigen m betrach
m keinem Falle irgendwie alt Beſprechung oder Krilt.
—Chriſtlicher Verein Junger Männere. V.
Darm=
ſtadt, Alexanderſtr. 22 (Infanteriekaſerne). Am Sonntag, dem 14.
Dezember, findet in der Männerabteilung ein Lichtbildervortrag
über „Das deutſche Danzig” ſtatt, wozu wir hiermit herzlich
ein=
laden. Dieſer Abend iſt auch für unſeren Familienkreis beſtimmt
und laden wir deshalb auch die Angehörigen und Eltern unſerer
Mitglieder und Freunde ein. Für das Jungvolk iſt das Heim am
Nachmittag geöffnet und wird etwas erzählt von Fahrten an der
Oſt= und Nordſee, auch an Hand von Lichtbildern (eigene
Auf=
nahmen).
Gottesdienſt der iſrgelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrt hſtraße).
Freitag, den 12, Dez.: Vorabendgottesdienſt 4 Uhr 30 Min.
Samstag, den 13. De.: Morgengottesdienſt 8 uhr 45 Min.
— Sabbatausgang 5 Uhr 15 Min.
Sonntag, den 14. Dez.: Beginn des Chanukafeſtes,
Jugend=
gottesdienſt und Predigt 4 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen.
Morgens 7 Uhr 30 Min. — Abends 6 Uhr 00 Min.
Gebetszeiten in der Synagoge der Iſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft.
Samstag, den 13. Dez.: Vorabend 4 Uhr 00 Min. — Morgens
8 Uhr. — Nachm. 4 Uhr. — Sabbatausgang 5 Uhr 15 Min.
Wochentags: Morgens 7 Uhr 15 Min. — Abends 4 Uhr 00 Min,
Montag, den 15. Dez.: 1. Tag Chanuckoh.
Tageskalender für Freirag, den 12. Dezember 1930.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 20 bis 22.30 Uhr:
Kabale und Liebe‟, D 10, T. Gr. 1 4 und 5. — Kleines Haus:
Geſchloſſen. — Konzerte; Schloßkeller. Café Oper. Zum
Datterich, Reſt. Bender. Maxim, Span. Bodega, Sportplatz=
Reſtaurant am Böllenfalltor, Hotel Poſt. —
Kinovorſtel=
lungen: Union= Helig= und Palaſt=Lichtſpiele. —
Oden=
waldklub, 20 Uhr, „Zur Krone‟: Hauptverſammlung. —
Vereinigung der Freunde des humaniſt.
Gym=
naſiums, 20 Uhr, im Gymnaſium: Vortrag von Wilhelm
Michek; anſchließend Mitgliederverſammlung.
Aus Heſſen.
Die Slurmſchäden.
* Am Mittwoch wurden die Sturmſchäden in der
Oberförſte=
rei Jägersburg, die bei dem Unwetter am 23. November
entſtan=
den ſind, eingeſehen. Als Vertreter des Miniſteriums,
Forſtabtei=
lung, war der Herr Oberlandforſtmeiſter ſelbſt anweſend. Bei
dem Rundgang konnte man feſtſtellen, wie der Sturm ſtrichweiſe
gehauſt hat. Man konnte Abteilungen im Walde vorfinden in
denen 3 und 4 Bäume aufeinander lagen Es iſt wirklich
ſehens=
wert, und war das Verhalten des Oberförſters des Forſtamts
Jägersburg jedenfalls das richtige, daß er dieſe Sturmſchäden den
Herren Miniſterialvertretern unangetaſtet und in der vollen
Wir=
kung zeigte und nicht gleich aufarbeiten ließ. Das Holz, das durch
den Sturm umgeriſſen wurde, wird etwa 5—6000 Feſtmeter geben
Es kann damit für eine ganz abſehbare Zahl Erwerbsloſer für 3
bis 4 Wochen Arbeit geſchaffen werden. Aller Vorausſicht nach
wird jedoch der Preis für das diesjährige Holz ein geringer
wer=
den, ſo daß der Erlös kein erfreuliches Ergebnis für den heſſiſchen
Staat ſein wird.
Cp. Pfungſtadt, 11. Dez. Todesfälle. Im Alter von 62
Jah=
ren iſt der Weißhindermeiſter Peter Böttiger 7. geſtorben. Böttiger
war unter anderem Ehrenvorſitzender des Radfahrervereins 1898. —
Wie aus Lörrach in Baden gemeldet wird, iſt dort der Prokuriſt Otto
Hofmann im Alter von 43 Jahren geſtorben. Er wird hier beerdigt.
— Eine öffentliche Bürgerverſammlung findet ſeitens der Bürgerlichen
Vereinigung am Sonntagnachmittag im „Rheiniſchen Hof” (Koch) ſtatt.
In dieſer Verſammlung werden die bürgerlichen Gemeinderäte über ihre
Tätigkeit auf dem Rathaus Bericht erſtatten.
—Wirhaufen, 11. Dez. Das Konzert des Muſikvereins Wirhauſen
wurde ein voller Erfolg. Die muſikaliſchen Darbietungen wurden vor
gut beſetztem Hauſe glänzend zu Gehör gebracht. Beſonders gefielen die
Solis der Herren Hedler (Piſton) und Ikler (Poſaune), welche durch die
Vorträge „Der Schweizer Bub” und „Die Uhr” den ungeteilten Beifall
aller Zuhörer fanden. Wiederholt mußte ſich die Kapelle zu Zugaben
bequemen.
r. Babenhauſen, 11. Dez. Feueralarm. Am Donnerstag
vor=
mittag heulte plötzlich in langen Tönen unſere auf dem Rathaus
an=
gebrachte Alarmſivene. In der Scheune des Landwirts Freund,
Fahr=
gaſſe, war vermutlich durch Kurzſchluß ein Brand ausgebrochen. Die
Feuerwehr war, dank der vorzüglich und erakt arbeitenden Alarmſirene,
die zum erſtenmal bei einem Feuer in Täligkeit trat, alsbald zur Stelle,
und durch ihr energiſches Arbeiten konnten die Flammen auf ihren
Brandherd beſchränkt werden.
— Gernsheim. 11. Dez. Wafſerſtand des Rheins am
10. Dezember 1.17 Meter, am 11. Dezember 1.11 Meter.
— Hirſchhorn, 11. Dez. Waſſerſtand des Neckars am
10. Dezember 1,56 Meter, am 11. Dezember 1.46 Meter.
Rheinheſſen.
* Mainz, 11. Dez. Chronik. Die Leiche des ſeit 4. November
d. J. vermißten, 59jährigen Mineralwaſſerhändlers Mag aus Vilbel
wurde im alten Winterhafen geländet. Der Verdacht, daß ein
Ver=
brechen vorliegen könne, fand keine Beſtätigung. An der Leiche konnten
keinerlei Merkmale einer Gewaltanwendung feſtgeſtellt werden. Der
Inhalt der Taſchen war noch vollſtändig vorhanden. — Die
Schieße=
reian der Nahe bei Bingen, hat eine überraſchende
Aufklä=
rung erfahren. Die gerichtliche Obduktion des angeblich erſchoſſenen
Eiſenbahners Weinheimer aus Niederheimbach ergab, daß der Tod
nicht auf den Flobertſchuß zurückzuführen iſt, ſondern infolge einer
vor=
geſchrittenen Lungenentzündung eingetreten war. Der Techniker, der den
Schuß abgegeben hatte und der wegen Verdunkelungsgefahr in
Unter=
ſuchungshaft genommen worden war, wurde ſofort nach dem Ergebnis
der Unterſuchung auf freien Fuß geſetzt. — Einige junge Burſchen
nah=
men abends beim Spiel in Bubenheim (Rhh.) Verſteck in einem
Zement=
rohr, das Ortswäſſer ableitet. Einige Kameraden, die dies gemerkt
hatten, verſtopften den Ausgang des Rohres mit Spargelkraut und
zün=
deten das Kraut an, das einen ſtarken Rauch entwickelte. Dann
ver=
ſchwanden ſie. Dem Erſticken nahe, riefen die Eingeſchloſſenen um Hilfe.
Einigen Nachbarsleuten gelang es ſchließlich, die Eingeſchloſſenen, die
inzwiſchen das Bewußtſein verloren hatten, zu retten. — Um der
Er=
werböloſennot durch Arbeitsbeſchaffung zu ſteuern, hat der
Finanzaus=
ſchuß des Mainzer Stadtrats 109 000 RM. zur Ausführung von
Notſtandsarbeiten bewilligt. Mit dem Abbruch von Gebäuden
auf dem ehemaligen Feſtungsgelände kann nunmehr begonnen werden.
wenn der Stadtrat ſeine Genehmigung zu dieſer Ausgabe erteilt.
Upd. Oppenheim, 11. Dez. Unerfreulichkeiten aus
Op=
penheims Kommunalpolitik. Die bürgerlichen Parteien
der Stadt Oppenheim beſchloſſen vor einiger Zeit, ihre Vertreter aus
dem Stadtrat zurückzuziehen, bis von ſeiten des Innenminiſters die
Löſung eines Konfliktes herbeigeführt worden iſt. Nun beſchloß der
Stadtrat in ſeiner — ſozialdemokratiſchen — Mehrheit, die
bürger=
lichen Vertreter unter Bezugnahme auf den Artikel 20 der
Städteord=
nung wegen ihres Nichterſcheinens mit einer Geldſtrafe von je 100 Mk.
zu belegen. Es wird zu einer weiteren Sitzung eingeladen werden mit
dem Hinweis, daß, wenn die bürgerlichen Vertreter weiter nicht
er=
ſcheinen, die weiteren Folgen aus Artikel 20 (Verluſt der
Ortsbürger=
rechte, Entzug des Wahlrechts, Geldſtrafe bis 500 Mark) über ſie
ver=
hängt werden. Bei einer Ausſprache über die ſattſam bekannte
Bürg=
ſchaftsfrage für das zuſammengebrochene Mittelrheiniſche Möbelwerk
kam es zu Sturmſzenen, an denen ſich auch die vielen Zuſchauer
betei=
ligten. Im Laufe der Auseinanderſetzung warf Bürgermeiſter Dr.
Nhumbler, dem Stadtratsmitglied Bockmann vor, er habe gelogen,
worauf dieſer erwiderte: „Jetzt lügen Sie” Als ſich dann
Beigeord=
neter Rüffer auf die Seite von Stadtratsmitglied Bockmann ſtellte, hob
Bürgermeiſter Dr. Rhumbler die Sitzung plötzlich auf und verließ in
ſtarber Erregung den Saal. Damit hat ſich die Serie der
unerfreu=
lichen Bilder aus der Oppenheimer Kommunalpolitik um ein weiteres
vermehrt. — An die Fülle der traurigen Bilder aus dem Oppenheimer
kommunalen Leben reiht ſich immer wieder ein neues. Dienstag flog
die Stadtratsſitzung auf, am Mittwoch kam es nicht einmal zur
Ver=
handlung. Der Bürgermeiſter hatte zu einer nichtöffentlichen Sitzung
eingeladen, in der u. a. die Frage der Winterbeihilfe und der
Notſtands=
arbeiten verhandelt werden ſollte. Die ſozialdemokratiſche Mehrheit
beſchloß die Oeffentlichkeit der Sitzung. Der Bürgermeiſter lehnte
trotz=
dem eine Verhandlung vor der Oeffentlichkeit ab. Darauf traten die
ſozialdemokratiſchen Mitglieder nicht in die Verhandlung ein.
Anſchlie=
ßend an die nicht zuſtande gekommene Sitzung begab ſich die
ſozial=
demokratiſche Fraktion zum Kreisdirektor auf das Kreisamt und
er=
klärte, daß die ſozialdemokratiſchen Stadtratsmitglieder ſolange an
kei=
ner Sitzung mehr teilnehmen würden, bis die Aufſichtsbehörde hier
ein=
gegriffen hat. Es iſt alſo jetzt ſoweit gekommen, daß die bürgerlichen
Vertreter nicht wegen der ſozialdemokratiſchen, dieſe aber nicht wegen
des Bürgermeiſters zu den Sitzungen erſcheinen. Man darf geſpannt
ſein, was jetzt die Aufſichtsbehörde unternimmt.
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Unterfertigter C. C. erfüllt hiermit die
ſchmerzliche Pflicht, von dem am 9. Dez.
1930 zu Heppenheim erfolgten Ableben
ſeines lieben A. H.
Reg.=Baurat
K. Zimmermann
(rec. 24.:7. 88.)
geziemend Kenntnis zu geben.
J. A. d. C. C. der „Rhenania”
Krauſe XXX
(18088
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei dem
Hinſcheiden unſeres lieben Entſchlafenen
Herrn Ludwig Maul, Milchhändler
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren innigſten Dank.
Ganz beſonders danken wir Herrn Pfarrer Beringer für
die troſtreichen Worte am Grabe, ſowie den Schweſtern
der Martinsgemeinde für die liebevolle Pflege und dem
Kameradſchaftl. Kriegerverein 1874 Darmſtadt für ſeine
überans zahlreiche Beteiligung und der
Kranznieder=
legung.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Marg. Maul, geb. Heinlein
Fritz Maul und Frau
Kätchen Maul
Aenne Möſer, geb. Maul
Adam Möſer.
Darmſtadt, den 11. Dezember 1930.
(18106
Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es
ge=
fallen, meine liebe Frau, unſere liebe
Mutter und Großmutter
Burodeu Biemer
im Alter von 20Jahren nach langem,
ſchweren, mit großer Geduld
er=
tragenem Leiden zu ſich zu nehmen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Juſtus Wiemer,
Schuhmacher=
meiſter
Fritz Wiemer, Worms
Anna Wiemer, Berlin
Friedrich Müller, Chicago.
Nied.=Ramſtadt, den 11. Dez 1930.
Die Beerdigung ſindet Sonntag
nachmittag 2½ Uhr ſiatt.
(18105
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme, ſowie für die zahlreichen
Blumen und Kranzſpenden beim
Hin=
ſcheiden meines lieben Mannes
Philipp Röder V.
ſage ich auf dieſem Wege meinen
herz=
lichſten Dank. Beſonderen Dank Herrn
Pfarrer Erkmann für die troſtreichen
Worte, ſeinen Kollegen von der
Eiſen=
bahn, ſowie dem Krieger= u. Militär
verein für ſeinletztes Geleit und Ehrung
am Erabe.
Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen:
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Casablenca
FEiT
Karuti
343
Freitag, den 12. Dezember 1930
Kirche mit
Seite 11
das Maſenſterben ſeinen Ausgang?
Wee
ſi neue evangeliſche Kirche in Köln=Zollſtock (Architekt: Theodor Merrill).
Unteutſchoß iſt eine große Turnhalle eingerichtet, im Erdgeſchoß Vereinsräume. Die eigent=
Kinſg lefindet ſich im erſten Obergeſchoß. Dieſer ſehr moderne Bau iſt ganz und gar aus
Lavabeton gegoſſen.
Lich und Ausland.
Einer ſuse Familie nach dem Genuß
on Sauerkraut vergiftet.
Frauſert a. M. Nach dem Genuß von
erkracuſt eine ganze Familie, auf der
Kör=
vieſe xolnhaft, erkrankt. Es handelt ſich nach
ſicherr 4f aſſung um eine
Ammoniakvergif=
dasßih bei verdorbenem Sauerkraut zu
9
ſeodernech i . mco
Ein 17jähriger Wüterich.
oegeh=Kafl/g! Ein bei ſeinen Eltern
wohnen=
l7jähizet. Arbeitsloſer hatte ſeine
Unter=
ge Rerzelung aubholt und ſie in Alkohol umgeſetzt.
„Selil
ehner, A” er nu Hauſe kam und ihm ſeine Eltern
ſchtigtg ſorwürfe wegen ſeiner Trunkenheit
ſten, ſarde er derart wütend, daß er die
ſie Wollhuf gseinrichtung zertrümmerte und
kallel n Vace mit einem ſtumpfen Gegenſtand
er=
ſch an:ſoof verletzte. Nachbarn alarmierten
Anfalluage, die den Wüterich ins Karls=
Meinde ſtal it ferte.
ten für zu Bravikliak eines 13jährigen Schülers.
O
au=Eine lobenswerte Tat vollbrachte
deren l. 4Zjährnf Schüler Wilhelm Napp. Als bei
— Zinyribrand in der Bahnhofsſtraße das
ſährign Kind des Wohnungsinhabers in
ter Gühr ſchwebte, drang der Schüler,
be=
noch jhun d etwas von dem Brand bemerkt
„kurt entſchloſſen in das Zimmer und
zte dar se rohte Kind.
Im Aſallſcbruch von ſtürzendem Geſtein
erſchlagen.
NarſnHerg. In den Steinbrüchen der
ſa Reileiunglückte ein verheirateter
Bruch=
eſiter au Aangenbach tödlich durch
herabſtür=
es Geitn. Wahrſcheinlich unter dem
Ein=
des eFſſtrwetters löſte ſich aus der
Bruch=
einis 4ſaltblock in etwa 2 Meter Breite
begrund dem darunter arbeitenden Mann.
Arbelſct wurde auf der Stelle getötet.
Pe Uſtrſchlagungen bei der Bayeriſchen
ſtrizic=Dieferungs=A.=G. in Bayreuth?
Bayyrat h. Der Prokuriſt Behniſch der
eriſchan Elektrizitäts=Lieferungs=A.=G. in
keuth nücte am Mittwoch nachmittag, ge=
43 Uc im den Anlagen des Röhren=Sees
ſtmori duurch Erſchießen. Wie verlautet,
dieſertt in Zuſammenhang mit den vor
gen Ahn bei der Geſellſchaft aufgedeckten
erſchleihi., Behniſch ſollte ſich am Mittwoch
demſlnſterſuchungsrichter verantworten.
bits v. linigen Tagen wurde der kaufmän=
Der neue Stettiner Schuppenſpeicher
* DirAbr der Geſellſchaft, Scherber,
friſt=
entlotzi! Der techniſche Leiter, Direktor für Stückgut mißt die koloſſale Länge von 210 Metern. Das ſechsſtöckige Gebäude iſt ganz aus
umerzilſtat de Laporte, der am Dienstag Eiſenbeton unter Verwendung der „Pilzdeckenkonſtruktion” ausgeführt, die die Ueberſichtlichkeit der
öüs aſſen ſoide, ſoll wegen Fluchtverdachts ver= Räume erhöht und hohe Belaſtung erträgt. Das überaus feſte Baumaterial ermöglicht es,
weit=
et wagſ ſein. Die Unterſchleifen, die in
Hundesnu ſende gehen ſollen, bilden zurzeit
Gegestuw ſtaatsanwaltſchaftlicher
Unter=
ung. 2m der Bayreuther Polizei war über Schwere Verfehlungen bei der Breslauer
Verhailſig des Kommerzienrats de Laporte
Ortskrankenkaſſe.
ier nich zur erfahren.
Breslau. In der Verwaltung der
Bres=
lauer Allgemeinen Ortskrankenkaſſe ſind ſchwere
Zu d Umterſchlagungen bei der Bayeri= Verfehlungen aufgedeckt worden, die jahrelang
N Elühiu täts=Lieferungs=A.=G. in Bay= zurückreichen und dem Reich einen Schaden von
ch wiriſl on der A.E.G. mitgeteilt: Reviſion etwa 200 000 RM. verurſacht haben. Es handelt ſches Lazarett entdeckt, von deſſen Beſtehen man
Geſchöäüichrung habe im Herbſt d. J. Un= ſich um Mehrverrechnungen, die zwei Abteilungs= bisher noch nicht unterrichtet war. Die Schule,
elmäßfüſtten ergeben, deren das Vorſtands= leiter der Krankenkaſſe dem
Hauptverſorgungs=
glied (Richer überführt worden iſt. Die amt gegenüber gemacht haben, durch die dem war in den letzten Wochen um ein Stockwerk
lichtsbis den haben ein Verfahren einge= Verſorgungsamt eine Mehrbelaſtung von etwa
ſet. DAAufſichtsrat hat alle in die Vor= 40 000 RM. jährlich und insgeſamt 200 000 RM.
nge beAncke lten Perſonen friſtlos entlaſſen in den letzten fünf Jahren erwuchſen. Der
Vor=
den Fbeſt auf das Vermögen der Beteilig= ſtand der Krankenkaſſe hat gegen die ſchuldigen Genaue Unterſuchungen führten dann zur
Frei=
erwiri400s Ergebnis des gerichtlichen Ver= Beamten ein Dienſtverfahren eröffnet und legung des ehemaligen Lazaretts, das in ver=
Rens uMoSgewartet werden. Nach den Er= Strafmaßnahmen beantragt. Um die
Angelegen=
ſungen 26 Aufſichtsrats handelt es ſich ins= heit reſtlos aufzuklären, hat die Ortskrankenkaſſe
amt u5 nGerfehlungen in Höhe von rund eine Generalreviſion angeordnet und eine Ber=
0000 9A. ſo daß die finanzielle Lage der liner Treuhandgeſellſchaft hinzugezogen, die auch
den übrigen Betrieb genau prüfen ſoll.
d iſelſchatf ngetührt bleibt.
Seit Monaten überfällige Flieger aufgefunden.
Eine Zinkfabrik im Maastal bei Engis.
Noch hat man nicht die Löſung des grauenhaften Rätſels des Todesnebels gefunden, der im
roman=
tiſchen Magstal an 100 Menſchen dahinraffte. Die größte Wahrſcheinlichkeit hat die Annahme, daß
die giftigen Abgaſe der zahlreichen dortigen Zinkfabriken das Unglück verurſachten.
Die Fliegerin Marga von Ehdorf an der Goldküſte
gelandef.
Die Flugroute Marga von Etzdorfs,
die von Berlin über Frankreich, Spanien,
Nordafrika nach Teneriffa führt. — Oben
links: Marga von Etzdorf, die bekannte
Berliner Fliegerin, die auf ihrem
Allein=
flug im Kleinflugzeug nach Teneriffa die
Goldküſte erreichte. Die kühne Pilotin
legte an einem Tag die 700 Kilometer=
Strecke von Caſablanca bis Kap Juby
zurück.
Ein neuer Großſpeicher im Skekkiner Hafen.
ausladende Kräne auf dem Dache ſelbſt laufen zu laſſen.
Drei iste Zuchthaus wegen
Amtsunter=
ſchlagung.
Zpeſſtü cken. Vor dem Erweiterten
Dienanßzi ſtand am Mittwoch der 41 Jahre
de Kaſiailckbriſtian Fuß, der bei der hieſigen
eöirk
hat”4, rund 27 000 RM veruntreut. Fuß.
ider wegeskltückfaldiebſtahls, Betrugs und Un=
ESſcaguch vorbeſtraft iſt, ethielt drei Jahre
Rothaug 27d fünf Jahre Ehrverluſt.
Vancouver. Faſt zwei Monate lang
hatten kanadiſche und amerikaniſche Flugzeuge
die vermißten Flieger Burke, Kading und
Mar=
ten, die ſeit Anfang Oktober im Felſengebirge
verſchollen waren, geſucht. Heute wird nun
ge=
meldet, daß Kading und Marten völlig erſchöpft
in den öden Gebieten des Nordens in einem
Lager neben der Leiche Burkes gefunden
wur=
den. Von den Fliegern, die die Suche nach den
Vermißten aufgenommen hatten, ſind ſeit Ende
Oktober drei verſchollen.
Noch keine Nachricht
von der Grönland=Expedikion.
Hamburg. Wie uns mitgeteilt wird,
be=
ruht die dem „Hamburger Fremdenblatt” von
einem Leſer zugegangene. Nachricht über die
deutſche Grönlandxepedition auf einem Irrtum.
Das in dieſer Meldung erwähnte Telegramm iſt
nicht von der Weſtſtation der Expedition
aus=
gegangen, ſondern wurde von dem inzwiſchen in
Kopenhagen eingetroffenen Ingenieur der
Expe=
dition Schiff, von Bord des Dampfers „Disko”,
aufgegeben. Von der Expedition unmittelbar iſt
bisher keine Nachricht eingegangen.
Zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt.
Karlsruhe. Das Staatsminiſterium hat
den früheren Kriminalkommiſſar Karl Werner
aus Dilsberg, der vom Schwurgericht in
Karls=
ruhe am 17. Mai 1930 wegen Ermordung ſeiner
Ehefrau zum Tode verurteilt worden war, zu
lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt.
Ein holländiſcher Forſcher und ſein Begleiter
in einem Lavaſtrom verbrannt.
Den Haag. Aus Sumatra wird gemeldet,
daß der holländiſche Forſcher Profeſſor
Bos=
ſchoardt und ſein Diener auf ſchreckliche Weiſe
am Krater des Vulkans Merapi den Tod
ge=
funden haben. Die beiden Männer ſeien bei
der Beſteigung des Kraters von einem Ausbruch
des Vulkans überraſcht worden und bei
leben=
digem Leibe in dem glühenden Lavaſtrom
ver=
brannt.
Der „Empreß of Scotland” brennt weiter.
London. Der auf dem Ozeandampfer
„Empreß of Scotland”, dem früheren deutſchen
Paſſagierdampfer „Kaiſerin Auguſte Victoria”,
ausgebrochene Brand wütet noch weiter. Falls
es nicht gelingt, das Feuer bald zu löſchen, wird
innerhalb von zwei Tagen das ganze Schiff
aus=
gebrannt ſein. Um wenigſtens einen Teil des
Innenausbaues des Dampfers zu retten, will
man das ganze Schiff verſenken, um dadurch die
Flammen zu löſchen. — Die „Empreß of
Scot=
land” war im Oktober aus dem Schiffsdienſt
der Canadian Pacific gezogen und zum
Ab=
wracken nach Blyth verkauft worden.
Der weiße Arm des Geſehes.
Ein ehemaliges deutſches Lazarett unter einer
franzöſiſchen Mädchenſchule entdeckt.
Paris. Unter einer Mädchenſchule in
Fouquiéres les Lens wurde in etwa acht Meter
Tiefe ein ſauber eingerichtetes ehemaliges
deut=
die im Laufe der Jahre zu klein geworden war,
erhöht worden. Es zeigten ſich bald Riſſe in den
Grundmauern ſo daß die Baubehörde die
An=
ſicht vertrat, daß das Fundament zu ſchwach ſei.
ſchiedene große Säle eingeteilt war. Angeſichts
der Einſturzgefahr mußte das Gebäude ſofort
geräumt werden. — Bei Bauarbeiten in Neuve
Chapelle wurden die Leichen von ſechs deutſchen
Soldaten freigelegt, deren Identifizierung
un=
möglich war, da bei ihnen keine
Erkennungs=
marken gefunden wurden. Die ſterblichen
Ueberreſte wurden den Militärbehörden
über=
geben, die für die Beiſetzung auf einem der
deut=
ſchen Kriegerfriedhöfe Sorge tragen werden.
Schweres Erdbeben in der Türkei.
Paris. Havas meldet aus Ankaras, daß
ſich am Mittwoch in der Gegend von Erzindjan
ein ſchweres Erdbeben ereignete. Sämtliche
Verbindungen mit dem Erdbebenherd ſeien
un=
terbrochen, ſo daß man ohne jede Nachricht über
den Umfang der Kataſtrophe ſei.
Berliner Verkehrsſchutzmann mit weißen
Ueber=
ziehärmeln, die jetzt verſuchsweiſe eingeführt
wurden.
Dieſe Neueinrichtung ſoll den Führern von
Kraft= und Pferdefuhrwerken ſchon weithin die
rkehrsweiſungen der Poliziſten ſichtbar machen
Seite 12
Deutſche Bauern in Bulgarien.
So manche kleine deutſche Gemeinde oder Kolonie friſtet
irgendwo draußen in der Welt ihr einſames Daſein, arbeitſam
und unbekümmert, ohne daß man es auch verhüten könnte, wenn
ſie einmal in ihrer Vereinſamung und in ihrem
Abgeſchnitten=
ſein von jedem Zuſammenhang mit dem deutſchen Kulturleben
notwendig im fremden Volkstum aufgehen muß. Gelegentlich
aber ſtößt doch jemand auf dieſe einſamen Voltsgenoſſen oder
reißt ſie, wenn noch eine Kunde von ihnen lebt, aus der
drohen=
den Vergeſſenheit. — So iſt im allgemeinen bekannt, daß auch in
Bulgarien neben den reichsdeutſchen Kolonien in den Städten
einige kleine deutſche Bauernſiedelungen beſtehen — die beiden
deutſchen Dörfer Brdarſki=Geran und Endſche in Nord=
Bul=
garien. Erſt neuerdings hat man die Aufmerkſamkeit auf eine
dritte deutſche Bauernkolonie gelenkt, die ſich in der Nähe von
Burgas befindet. — Es handelt ſich um den kleinen Weiler
Nemſko Selo (Deutſches Dorf) bei Devetak, weſtlich von
Karno=
bat. Hier befindet ſich ein größeres Landgut, deſſen Beſitzer
Bulgaren ſind, welche ſeit Jahrzehnten Deutſche im
Arbeitsver=
hältnis haben. Um das Gut herum gruppieren ſich fünf bis
ſechs ſaubere Bquernhäuſer, in denen ebenſoviele deutſche
Fami=
lien wohnen. Dieſe beſinden ſich ſeit etwa 35 Jahren in
Bul=
garien und ſind von der Dobrudſcha eingewandert. Vorher
haben ſie teilweiſe in Rußland (Beſſarabien) gelebt. Ihre
Ur=
heimat iſt, wie auch aus dem Dialekt noch deutlich erkenntlich,
Süddeutſchland, und zwar angeblich die Gegend von Mannheim,
oder auch Unter=Elſaß. Die Familienangehörigen ſprechen unter
ſich deutſch. Deutſch leſen und ſchreiben können von den
Er=
wachſenen nur einige Männer. Die anderen und die Frauen
Freitag, den 12. Dezember 1930
Numm
en-
haben z. T. nie deutſchen Unterricht gehabt. Es ſind etwa
fünf=
zehn Kinder vorhanden, von denen zurzeit acht ſchulpflichtig ſind.
Dieſe werden von einer bulgariſchen Lehrerin in einem als
Schulzimmer eingerichteten Wohnraum unterrichtet. Die
Leh=
rerin muß von den Deutſchen mit 20 000 Lw. jährlich bezahlt
wer=
den, ſo daß der Schulbeitrag der einzelnen Familien im
Ver=
hältnis zum geringen Einkommen ſehr hoch iſt. Die Kinder, die
noch durchaus deutſches Ausſehen haben, blond mit blauen
Augen, beginnen die deutſche Sprache zum Teil zu vergeſſen,
was auf die bulgariſche Schule und die rein bulgariſche
Um=
gebung zurückzuführen iſt. — Um nach Möglichkeit dieſen Leuten
ihr Deutſchtum zu erhalten und zu verhindern, daß die nächſte
Generation die deutſche Sprache ſchon vergeſſen hat, wird in
Zu=
kunft eine Lehrkraft der deutſchen Schule über das Wochenende
nach Devetak geſchickt, wo die Kinder dann deutſch ſchreiben und
leſen, ſpielen und ſingen ſollen.
Mobiliſierung des Maharadſcha=Goldes?
(k) London. Während man in London am rundem Tiſch über die
politiſche Zukunft. Indiens berät und ſchachert, ſucht man in Bombay
ganz außerhalb jeder Politik das Gold der indiſchen Maharadſchas zu
erringen. Selbſtverſtändlich werden die regierenden oder abgeſetzten
Fürſten Indiens ihre Reichtümer, die ſie im Laufe von Jahrhunderten
hindurch ſammeln ließen, nicht ohne weiteres hingeben aus purer Liebe
zur Bank von England.
In den Panzergewölben der Maharadſcha=Schlöſſer, in den
Ver=
ließen der Burgen indiſcher Nabobs liegen Millionen Pfund dieſes
koſt=
baren Metalls. Vor Jahrhunderten ſammelte man die Gold= und
Sil=
berkörner, um daraus Armbänder, Ringe und andere Schmuckſachen zu
formen. Aber dann begann das Gold ſich zu häufen. Als bleibenden
Wert, freilich ohne Zinſen zu tragen, hatten Indiens Fürſteng
gleich bei ſich zu Hauſe im Keller. Dieſer Unrentabilität winn
abhelfen, und zwar auf Grund folgenden Vorſchlags; die
ladet die Goldbeſitzer ein, ihre Schätze bei einer ſtaatlichen Baic
terlegen. Dafür erhalten ſie ein ſogenanntes Gold=Zertifikat 1.
läufig für fünf Jahre gilt. Dieſe ausgeſprochene
Goldanleibe=
ganz gutes Geſchäft, wenn man nicht von ſo mancherlei Frimi=
Kriegsanleihen böſe Erinnerungen hätte. Die
Maharadſchas=
nur 80 Rupees einzuzahlen und erhalten dann ein Zertifikatnu
Prozent, die in fünf Jahren auszahlbar ſind.
Mit dieſen von Künſtlerhand entworfenen und ſchön
Zertifikaten hofft man die regierenden Prinzen und die
Fürſten, die Handelsmagnaten und Tempelherrſcher und ar
Hüter großer Goldſchätze zur Herausgabe des wertvollen 9.
bewegen. Ob es freilich gelingen wird, jene (
ſchätzungsweiſel=
lionen in Gold aus Indiens Schatzkammern hervorzulockem
andere Frage, deren Beantwortung wir der Zeit überlaſſen
(5)
Kahenfarbenſymphonie.
London. Vor einiger Zeit hörte man erſt von
ex=
die vor Schreck ergraute; ſelbſtvevſtändlich avancierte das Tioju=
Varietéſtern und wird allabendlich in einem Londoner Orpheumf ſtM/ B GolheSit
Nun wird dieſes Naturwunder von zwei ebenfalls Londoner
übertrumpft. Der eine Rattenfänger weiſt marineblaue Haann
andere feuerrote; beide Katzen wurden jetzt im Rahmen einin
ausſtellung öffentlich zur Schau geſtellt und allgemein
bewurn=
blaue Katze ſoll — aus bislang unerforſchten Gründen — dö
von Italien zum Geſchenk erhalten. Worauf die höchſt eigenon
bung der Tiere eigentlich zurückzuführen ſei, konnte noch nichtzuf
werden.
A
Warenabyabe gur an Mitglieder
Zum
Ree
Für unſere werten Mitglieder:
ff. Röſtkaffee, unſere bekannt guten und preiswerten
Spezial=Miſchungen in /, Pfund=Packungen: weiß 0.65,
gelb 0.80, rot 0.95, in Cellophan 1.10, ff. GEG=
Kakao, GEG=Tee, GEG=Schokolad., GEG=Pralinen
Feinſter Edamerkäſe . . . . Pfd. 1.20, 1.00, 76
Feinſter GEG=Camembertkäſe, 80 gr=Schachtel 30 g
Bergfreundkäſe mit und ohne Kümmel . . . . 23 d
ff. Oldenburger Mettwurſt.
.. Pfd. 1.60
ff. Holſeiner Plockwurſt.
Pfd. 1.90
Pfd. 2.20
ff. Cervelatwurſt, Ia
Friſche ſaftige Orangen
Pfd. 24
la Mandarinen.
Pfd. 40 ₰
la 1929 er Weißwein, in 5 Liter=Korbflaſchen
85 H ohne Flaſche
4 Liter ...
ff. Weiß= und Rotweine, Süßweine, Weinbrand,
Kirchwaſſer, Zweiſchenwaſſer, Liköre Fruchtſäfte.
N. Weihnachtsgebäck, Buttergebäck, Makronen,
Anis=
gebächk, feine Lebkuchen in Paketen,
LebRuchen=
herzen, Keks.
ff. Weizenmehl, Butter, Margarine, Kokosfett,
ff. GEG=Backpulver, Puddingpulver,
Maiskern=
puder, Oblaten.
Kokosnuß, geraſpelt, fein und mittel
7. Pfd. 11 5
Haſelnußkerne
½. Pfd. 25 9
Süße Mandeln
/. Pfd. 35 d
.Pfd. 45 8
Herzmandeln und bittere Mandeln.
.Pfd. 38H
Zitronat".
Orangeat
/. Pfd. 30 ₰
Sultaninen Exelſior.
1/. Pfd. 20 8
Sultaninen M.
¼. Pfd. 15 8
Aus uſeren drei Fleiſchabgabeſtellen=
Beſtes Ochſenfleiſch
Pfd. 1.10
ff. Roaſtbeef mit Beilage
Pfd. 1.40
ff. Schweinefleiſch
Pfd. 1.10
ff. Schweinekotelett.
Pfd. 1.20
ff. Bauchlappen.
Pfd. 1.00
Beſtes Kalbſleiſch, Hals und Bruſt
Pfd. 1.10
Ia friſche Leberwurſt, Fleiſchwurſt, Schwartemagen,
Blutwurſt, feinſte Mettwurſt, Plokwurſt,
Cerve=
latwurſt, Schinken, Aufſchnitte.
5), Rüchvergütung auſ alle Waren und auf die volle
Einkaufsſumme.
Die Mitgliedſchaft kann von jedermann in unſeren
Ver=
teilungsſtellen koſtenlos erworben werden. Auskunft
bereit=
willigſt durch das Verkaufsperſonal. 18124
Nichtmitglieder machen ſich und ihre Anſtifter durch Einkauf in unſeren Verteilungsſtellen nach
8 152 des Genoſſenſchaftsgeſetzes ſtrafbar. — Soweit wir Nichtmitglieder beim Einkauf im
unſeren Verteilungsſtellen ermitteln, werden wir dieſelben bei der Polizei zur Anzeige bringen.
deon-„Columbia-
und Derby-Platen
in großer Auswahl
nur im
Muſikhaus Bund
Schuchardſtr. 9. 16260a
Radio
Netzanſchluß=Gerät
konkurrenzlos 75 ℳ
ev. Teilzahlung.
Gg. Hahn,
Schwanenſtraße 20.
Ecke Schloßg.=Platz.
(18120b)
Schüler (in)
findet in Einfamil
n=
haus volle Penſion.
Angeb. unt. K. L. 880
Geſchäftsſt 18066
Für Schüler od. jg.
Kfm. Z.m.voll. Pen).
bill. Heinrichſtr. 69.
(17649a)
1½ Tonn.=
Nercedes=
Laſtwagen
Zwilling Cordber.,
ſehr preiswert.
Heinrichſtraße 52.
Werkſtatt. (18127b
Brennabor
6=Sitzer, gut
erhal=
ten, neu bereift, a.
Teilzahl. abzugeb.,
evtl. wird fahrbare
Holzſchneidemaſch.
getauſcht. Ang. u.
M. 220 a. d. Geſch.
(18052b)
Fard Amſine
neu, wegen
Todes=
fall zu jedem
an=
nehmbaren Preis
abzugeben. Off. u.
J. M. 525 an die
Geſchäftsſt. (18126b
Hanomag=Limouſ.,
2/10 PS., in gut.,
fahrber. Zuſt.,
um=
ſtandeh. bill. zu vk.
Nieder=Ramſtadt,
Kirchſtr. 68. (*fsg
Hanomag
gut erh., zu kaufen
geſucht. Ang.m. Prs.
unt. M. 243 Gſch.
824 Brennab.
Wagen, auch als
Lieferwagen
ſehr geeign.,
preis=
wert zu verkaufen.
Eberſtadt.
Pfungſtädterſtr. 26.
Opel=Kaſten=
4/16, ganz tadellos.
Heinrichſtraße 52.
Werkſtatt. (18129b
Ford=
Fritſchenwagen
ſehr billig.
Heinrichſtraße 52.
Werkſtatt. (18128b
KA
Ampfänkin ehte
Ma=
ohl ſie keine
ſicher
1
BMüin zum bierten
Fetder in ihm nich
telländiſck
Ameud zum Skat
Mich ihen ſie einme
Aud fein!”
neid gehört dieſer
Tünzſihen Stellen de
Brmt Stelle dich
titu im dich. Der
hus Aeſten: Dort i
Stu uch vorn: Du
i uus dem Okziden.
ſi tungl trennt Aſien
Eu 1mn einem Ufer
Fa 4 Die künſtliche
in=bunt man
dahin=
ſtuhe‟
3e
zier,
ſuch den Kan=
dHer von Telefunken erbaute erste deutsche
Riesensender Mühlacker hat die Vorbedingungen
für einwandfreien Radio-Empfang grundlegend
geändert, Weitere Groß-Stationen sind im Bau.
Ihre endtmen Sende-Energien überstrahlen die
Gebiete örtlicher Sender und machen schärfste
Trennung notwendig.
Der neu erfundene Selektionswähler.
Die neuen Telefunken 3-Röhren-Geräte,
Telefunken 33 W und Telefunken I2, sind mit
dem neuen Selektionswähler ausgerüstet. Er
gibt dem Ungeübten sicheren Orts-Empfang und
ermöglicht durch hohe Trennschärfe
unbeein-
trächtigten Radio-Empfang ohne Gberstrahlung
durch einen benachbarten Großsender.
TELEFUNKEN 33 W.
das 3-Röhren-Gerät für Anspruchsvolle, gibt auch
ohne Hochantenne große Reichweite bei voller
Trennschärfe im Fern-Empfang. Das schöne
Gehäuse aus hochglänzendem Isoliermaterial ist
nahezu unverwüstlich.
TELEFUNKEN 33 W.
betriebsfertig ausgerüstet . . . . . . . RM 165.-
Dazu verwendet der Kenner den Telefunken-
Lautsprecher ARCOPHON 5 mit der „atmenden‟
Falzmembran und Ton-Modulator . . RM 98. Arcophon 3 RM 73.-, Arcophon 4z RM 32.-
TELEFUNKEN I2,
„Empfänger und Lautsprecher in Einem”,
konnte durch die Verwendung der neuen
Telefunken-Stäbe erheblich vereinfacht werden.
Telefunken I2, betriebsfertig
ausgerüistet . . . . . RM 168.-
Beide Apparate können mit
Schirmgitter -Endröhre
ausge-
rüstet werden.
TErErihkEuss w eu 165. Telefunken-Lautsprecher
RM 98.-
ARCOPHON3
die 3-Röhren-Anlage für Anspruchsvolle
ſietkram!
actüigihriges Jubil
Jatſſuppelt ſo breit
w36it ſchlucken au
Biſu an ihre art
hwungegeiſt. Was
Buo uf dem Kopf
Eutm muß), muß
Normft. Vier Stur
Hü u gelegen, um
M hier mal
Be lieber Freun
MMlingft zwei St
F4Alhren, der e
Auiwaſſer ſchwämt
ELinen wir ganz
Mande, in 24 Stu
M iweien Ihrer Li
AMM B Stunden
Na3 Eie ſelbſt jagen
L Fcht iſt es gar n
1ubem ich wieder
WM Ren Lag das
melke freut, die das
Aiu c Erlebnis.
RM Ur nachmi
Butne giohlt und
Fängen über der
EAmr einen Lotzſe
Ludenent haben
Anf u kommen.
Ben aiseint unſe
idikerderneh. V
Rwmer auf der
Rri em Bau
Mifitiong
ſichtet.
Woſten
TELEFUNKEN ra mit Selektlonswähler
„Empfünger und Lautsprecher in Einen"
zu 168.-
Prima geſunde
tierärzt=
lich unterſuchte (TV17697
Abſak=Ferkel
der ſchweren weſtfäl.
ſo=
wie hannoverſchen Raſſe, langgeſtreckt,
breitbücklig, m. Schlappohren, die beſten
zur Zucht u. Maſt. Liefere hiervon jed
Poſten reell unter Nachn. freibleibend!
6-8wöch. 13—17 ℳ 8-10wöch. 17—22 ℳ
10-12 „ 22—27ℳ 12-15 „ 27—36 ℳ
Garantie für geſunde und einwandfreie
Ankunft noch 8 Tage nach Empfang.
Verpackg, w. berechnet, aber auch
zurück=
genommen. Langjähr. Fachkenntniſſe.
Joſef Klöſcher Nachf., Hövelhofjed:zurü
Hövelhof, Kr.
Joſef Klöſener Nachſ. Paderborn.
Größtes und älteſtes Geſchäft am Platze
Verloren
goldene Vorſtecknad.
mit 6 blau. u. ein.
weiß. Stein.
Wil=
helminen=,Riedeſel=
Weyprecht=, Heinr.=
Straße. Abzug. gee
Belohnung (*df
Heinrichſtraße 39.
Broſche gefunden
a. Fronleichnamstag
Ludwigskirche,
Wilhelminenplatz.
Näh. Waldſtraße 3
Hinterh., von 8—9
Uhr vormittags.
Erusius
Größte Auswahl.
Jung. ſchwarz=weiß.
Kaker enklauf.
Geg. Belohn. abz.
Eliſabetbenſtr. 70, II.
EAZL imn
Mühlst!
am
uigstt
AEnnnnne
Karlstraße 1, Ecke Schulstr. (HotelI
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſie Nachrichten
M ich eine Million Einnahme.
In Indien iſt eine in ihren Folgen nicht
abzu=
ſchätzende „lautloſe Revolution” am Werke, für die uns
ein bei F. A. Brockhaus gerade erſchienenes Buch von
wildungen und einem Autogramm Gandhis, geheftet
wermag.
Real bezpt.
ſordengowohl ſie keine Konkurrenz haben.”
n ſie 19 Million ſicher vollgekriegt.
Gamiz u es Geſchäft, der Kanal, Kapitän!”
dig ter in ihm nichts als einen Graben durch die Wüſte,
hen iy Mittelländiſchen und dem Roten Meer. Sie ſetzen
ſauke ſſchen ſie einmal flüchtig auf und ſagen: „Wir ſchei= und Zwietracht deutſcher Gegenwart.
durcht ein!”
Aen muſchen Stellen der Erde. Erübt den Zauber einer zwie= 1930.
blickein dich. Der Kompaß ſteht genau auf Nord=Süd.
naaußiſten: Dort iſt Afrika. Blicke nach Oſten: Das iſt
SiAnach vorn: Du fährſt in den Orient. Sieh zurück:
amſt nB Dem Okzident.
ſer Heul trennt Aſien von Afrika. Aber in fünf Minuten
Orienn Die künſtliche Nabelſchnur iſt 168 Kilometer lang. immer Niederlage iſt.
ſam Mltirt man dahin: zwiſchen den Erdteilen, den Hemi=
Den, in Kulturen. Zwiſchen Sahara und Sinai. Vom
WIuen Bän zum Südlichen Kreuz. Von der „Unraſt”
Euro=
ſer züſtlenen Nuhe” des Orients.
ſagitta Brenze! Zauberort!
en:
ſechyſfähriges Jubiläum. Da iſt Zeit genug geweſen,
ſanall pwelt ſo breit zu machen oder einen zweiten Kanal
gen. fi ſchlucken auch genug Geld und zahlen verdammt
ge Büti an ihre arabiſchen Arbeiter. Aber es fehlt der
nehmauge geiſt. Was iſt das für n Verkehr hier! Wer
ſtrom ”u dem Kopf hat (das heißt, wer gegen die
Strö=
ſteus, muß), muß jedesmal feſtmachen, wenn ihm wer
genkotmt. „Vier Stunden haben wir in der Nacht allein
Jantaag=legen, um ſieben Dampfer vorbeizulaſſen. Wenn
deutſith hier mal .
Fch Eug Tieber Freund! Wenn wir Deutſchen hier mal. . ,
gäbeälllängft zwei Suezkanäle, einen zum rauf= und einen
runtguhren, der Strom käme immer von achtern, und
m Stüpn ſſer ſchwämmen wir in Bremer Lagerbier. Aber
uſig 1mim wir ganz zufrieden ſein, daß wir, zehn Jahre
Kriegr tor, in 24 Stunden fünf deutſchen Schiffen begegnet
avorn prien Ihrer Linie. Wenn Ihr Ballin das geahnt
Ra jall der 18 Stunden im Kanal, das is in büſchen zuviel,
nüſſe ſi= ſelbſt ſagen ...
Mein, uu iſt es gar nicht zuviel. Vielleicht wird es mir
ſeinn enn ich wieder heimfahre, wenn jede Stunde zählt,
man din Tag das Mittagsbeſteck ablieſt und ſich über
MSeemns) ſgreut, die das Schiff über den Durchſchnitt läuft.
iſt es in Erlebnis.
m fühuhr nachmittags ſind wir in Port Said
einge=
e hafkt gekohlt und dann „Klar Schiff” gemacht. Seit
ühr lſtgen über der Brücke drei weiße Signallampen:
cen Shmreinen Lotſen!” Man hißt ſie ſo früh als möglich;
dem Aülernent haben die Kanallotſen anderthalb Stunden
an Ab su kommen.
m nanlerſcheint unſerer. Er ſiehtz aus wie ein Kommer=
Aut aufs biderneh. Weißer Anzug, ſteifer Kragen, ſchwarzer
8, Kllner auf der Naſe — und Strohhut. Eine goldene
Mie übkdem Bauch. Grieche. Das Lotſenkorps des Suez=
Fiſt fürnational. Sogar einen deutſchen Lotſen hat man
wiedens ſroflichtet.
Die Llchpoſten im Suezkanal ſind eine Sinekure. Der
iſt lüſt, zwiſchen Port Said und Iſmailah zu ſteuern
wiſac Fſmailah und Suez iſt ein Kinderſpiel. Im
gibſl k ine Stürme, man geht ſo ſicher an und von
wie 4 Paſſagier erſter Klaſſe. Man weiß immer, wo
liſt: dikeiEkometerſteine am Ufer begleiten den Kanal wie
4. Schicenſt rang. Ob man halten ſoll oder weiterfahren,
Siſieresllie „Gares”, die Uferſtationen. Mehr als zwölf
beter iühzer Stunde darf nicht gefahren werden. Und
über=
leibtilie Verantwortung beim Kapitän. Der Lotſe iſt,
Mlich Bfrichtet, nur der „Berater”.
Die Kahylatſen werden nicht ſchlecht bezahlt. Sie ſind vor=
e Leuck Lange nicht ſo vornehm allerdings wie ihre
Kol=
die Iſchen Kalkutta und Rangoon Dienſt machen: die
En ihuchſeigenen Proviant an Bord und ihren eigenen
und lunz den Kapitän zum Eſſen ein.
lnge Awdemn Lotſen iſt ein Boot mit fünf wild ausſehenden
wein lältſeäts gekommen. Sie laufen barfuß, tragen
Deige Ackentücher um ihren Fes gewunden und haben,
i eiuck emtzündete Augen. Trachom. Wir hieben dieſe
Leligen Akhuſtier ſamt ihrem Kahn an Deck. Es ſind die
ſnachers lngeſtellte der Kanalverwaltung. Wenn eine der
N leichen analſtationen am Ufer uns den Befehl zum Halten
werdeiſe ausgeſetzt und befeſtigen die gewaltigen
Halte=
an de Käreinpfoſten, die in je 100 Meter Abſtand beide
ſäumeckl
De Riſticher führen auf dem Vorderdeck ihr eigenes,
Naliſchcewben. Kochen ab, brühen ihren arabiſchen Kaffee,
ien —GEn ihrem kleinen Boot. Außerdem haben ſie einen
Beſonielst Rebenberuf. Sie verkaufen der Mannſchaft und
3Beiagain. Andenken”. Glasketten aus Gablonz. „
Gobe=
mit 1 Phyramiden aus Chemnitz. Unanſtändige
Poſt=
i ausK la ſeille. Solange ſie an Berd ſind, flehen die
Pads i0 Faſagiere an, die Kabinen verſchloſſen zu halten.
Imane, Novellen, Erzählungen.
2 hile- 3. Hans des Dr. Prede. Noman, Leipzig 190. Kochler
AnelaauBerlag. Ganzleinenband 5,50 Mk.
Harl IIt. der Verfaſſer des belannten Kriegserlebnisbuches
n; hibt in dieſem feſſelnd geſchriebenen Roman ein
von Menſchen verſchiedenſter Lebensart und ſozialer Stellung bewohnt,
Inflation, die die Lebensmöglichkeiten des Einzelnen in den Grundlagen ten. In Ganzleinen 7.— RM.
erſchüttern. Doch ringt jeder in ſeiner Art mit zäher Kraft um ein
V. 3. Klötzel: „Indien im Schmelztiegel” (mit 56 Ab= das ungeheure Erlebnis des Krieges und ſeiner erdrückenden Folgen und Beſinnlichkeit, deſſen Kraft und Humor aufhorchen ließen. Es
menſchlich ergreifend nahebringt.
S RMl. Ganzleinen 7 RM.), die Erklärung zu geben Georg Schmücle: Engel Hiltensverger. Der Noman eines deutſchen erſchittert von den Dingen, die es erzählt, erregt von dem Bild
„Kahliu, was haben wir für die Fahrt durch den Suez= feinem Leinenband 10 RM. (Strecker u. Schröder, Stuttgart.)
„Ruchl 000 Mark. 74 Goldfrank pro Tonne. Das letzte, rollt die gewaltige Handlung ab. Hart und unerbittlich iſt das Schickſal, 320 Seiten, mit buntfarbigem Umſchlag= und Innenbild, in Ganz=
4koſtzlſes 25 Goldcentimes mehr. Sie ſind etwas billiger das über die einzelnen Menſchen wie über das ganze Volk hereinbricht, leinen geb. 3,90 Mk. Phönix=Verlag Carl Siwina,
aber es findet auch kernige, männliche Geſtalten, die mutig aller Not die Berlin SW. 11.
Ich ſuh= ſchnell eine kleine Rechnung. 18 Stunden ſind Stirne bieten. Derb und geſund iſt der Humor, aber auch zarte, ſüße In dieſem Roman werden die ruhmreichen und ſchmerzlichen
Wechſel=
im nſtell geweſen. In dieſer Zeit ſind wir 13 Schiffen Glück, ein Singen und Klingen hebt an von der Schönheit und den zogin von Eboli hat ſich als Mann verkleidet, Truppen angeworben
gnettt Schiffe fuhren, uns ſichtbar, vor uns her. Wenn Wundern der deutſchen Lande, ſo daß man meint, Walter von der und ſich unter dem Namen „Hauptmann Tempeſta” in dem
Türken=
vornfill rechnen, ſind mit uns wenigſtens 6 Schiffe in Vogelweide hätte bei dieſen Stellen Pate geſtanden. Weit geſpannt iſt heere, das auf der Inſel Cyvern gelandet iſt, um ſie den Venezianern
cher Acſtl ng gefahren. Macht im ganzen 19 Schiffe. Davon der Rahmen dieſes Romans. Geſchichtliche Perſönlichkeiten, wie Kaiſer zu entreißen, einen gefürchteten Namen gemacht. Nur als Mann kann
ſen eiunlatzahl kleiner als die „Duisburg”, 4 ganz erheblich Maximilian, Karl V., Luther, Hutten, Sickingen, Florian Geher und ſie nämlich hoffen, ihren Verlobten, der den Feinden in die Hände ge=
Nere 7000 Tonnen können als Durchſchnitt gelten, andere treten vor die Augen des Leſers; der Geiſt altdeutſcher Kunſt, fallen iſt, zu befreien. Es gelingt ihr nach vielen ſchweren Kämpfen,
ſt eiunesminahme für die Suezkompante von 760 000 Gold= das Rom Michelangelos und Leos T. wird lebendig. Die mächtige Ge= in denen ſie ſich ebenſo ritterlich wie tapfer zeigt, ihr Vorhaben
auszu=
in ioskunden. In den reſtlichen 6 Stunden des Tages Frundsperg und Waffenmeiſter des herriſchen Fürſtabts von Kempten,
ſteht im Mittelpunkt der Handlung, und iſt ſo eng mit der Geſchichte wonnen hat, mit Einſatz des eigenen Lebens hilft. Als der ſchon ge=
Ich füat Zum vierten Male durch den Suezkanal. Es gibt reichen Jahrhundertwende erhalten. Der groß angelegte Roman, in fällt, nimmt der junge Türke den Chriſtenglauben an, um der
Herzo=
zuſammengeballt iſt., redet eine eindringliche Sprache, die wir nicht
über=
n Paufsaid zum Skat, und wenn es wieder anfängt, leiſe und Zwietracht deutſcher Vergangenheit iſt, in anderer Geſtalt, die Not Ganzleinen 480 NM. Adolf Sponholz Verlag, Hannover.
— Der tolle Mönch. Zwanzig Novellen von Werner Bergengruen.
ür uint kehört dieſer Rinnſtein zwiſchen zwei Kontinenten In Ganzleinen 4,80 NM. Frundsberg=Verlag G. m. b. H. Berlin
Griest! Stelle dich oben auf das Peildeck deines Schiffes Dieſe Geſchichten Werner Bergengruens haben alle jenen „Falken” Milieu iſt neuartig, der engliſche Literaturbetrieb, amerikaniſches
der unvergänglichen Novelle Boccaceios, den Hehſe einmal als das
un=
trügliche Kennzeichen der echten Novelle bezeichnet hat: den
unverwechſel=
baren, haarſchanf umriſſenen Kontur einmaligen Geſchehens, das in
ſei=
ner unvergeßlichen Beſonderheit ein Menſchenſchickſal enthält und
ver=
deutlicht. Der Heroismus ungebrochener Gefühle und unbeugſamer
mander einem Ufer zum andern. Er verbindet Okzident Kämpfe durch bis zum Siege oder zur Vernichtung, die durchaus nicht J. Engelhorns Nachf, Broſchiertes Bilig=Buch 3 NM. Leinen 7 RM.
Ap. Die Unruhe der Frauenaugen. Ein Roman von vier Frauen
und ihrer Liebesſchickſale. Von Rudolf von Delius,
(Verlag von Carl Reißner, Dresden N. 6.)
Es ſind vier Frauen, die dem Dichter Tino begegnen und
eigene Wege der Liebe gehen. Iſolde, ein alleinſtehendes Mädchen,
finen sciffsoffizier, der ſeine hundert= oder hundert= läßt ihn des Nachts in ihr Zimmer ein und unterhält ein freies
Ygmank uch den Kanal gefahren iſt, darf man damit nicht Liebesverhältnis mit ihm. Aber dann kam „der ſchlimme
Boden=
ſatz, der Rache iſt für das gar zu Gewollte. Vergeudung des Feſt=
Magulé chietkram! Die Suezkompanie feiert im Oktober lichen grenzt bald an Ekel.” Sie fühlt, daß das auf Sinnlichkeit
beruhende Verhältnis ihn bald langweilen werde und trennt ſich mit denen man ihm nach Lektüre des erſten Bandes entgegenſa).
von ihm. Die Zweite, Leonore ſeine Jugendgeſpielin, die er in
der Heimat wiederfindet, iſt freier Liebe nicht zugänglich, da ſie
kommene Liebe nur anerkennt, wenn ſie durch das weiße
Braut=
kleid und den Altar beſiegelt wird, und widerſteht der
Ver=
im Büro kennen lernt, in dem beide arbeiten, und die er „vom
Geiſte her erobern” wollte, hält ihn in Schranken und bleibt ihm
in Geiſtesfreundſchaft verbunden. Die Schwedin Aſtrid, die vierte,
in deren Liebesleben Tino eine Epiſode bildet und die „das
Spiel in überlegener Feinheit lenkt” und ihm Vorwürfe wegen
ſeiner Untreue macht, bewahrt ihre Freiheit und kehrt zu ihrem
Frauen iſt ein Problem der weiblichen Pſpche behandelt, hinter ein Film unſerer Zeit!
dem das eigentlich Perſönliche zurücktritt. Der Don Juan Tino
Ehe”, viel Geiſt verwandt hat.
Flucht von Francesco Nitti. Verlag Müller und J. Kiepenheuer
G. m. b. H., Potsdam. Mit 10 Bildern.
lich von allen Uebertreibungen, die Obiektivität, die dem Verfaſſer die charakteriſieren, lebendige Situationen heraufzuführen und ſie
werten, Ergebniſſe, die allerdings dem Leſer tiefe und beklemmende durch ſeine Grazie und ſeine Heiterkeit. Wenn André Birabeau,
ſchen Italien, im gelobten Land des Duce, mit Freiheit und Leben der muß es die gleiche Atmoſphäre atmen wie ſeine Theaterſtücke. „Sein
Vorwort geſchrieben hat, wird der jugendliche Verfaſſer als Gegner Situationen der Brave dabei gerät, das iſt mit unwiderſtehlicher
des herrſchenden Faseismus verhannt und verlebt mit zahlreichen ande= Komik geſchildert.
ren Verbannten Jahre auf den Inſeln, die der Staat für die politiſchen
Deportierten ausgeſucht hat. Beſonders quälende Zeiten muß Nitti
auf der fasciſtiſchen Teufelsinſel Lipari durchmachen, von der ihm und
zwei Gefährten nach langen, mühevollen Vorbereitungen die Flucht
nach dem neutralen Ausland mittels eines ſchnellen Motorbootes ge= Wilhelm Raupp: Eugen dAlbert. Ein Künſtler= und Menſchenſchickſal.
lingt. Man leſe dieſe ſachlichen Schilderungen, durch die immer
wie=
der die heiße Liebe zu des Verfaſſers Vaterland, zu Italien,
hindurch=
klingt, man leſe, wie volle 18 Monate lang die Vorbereitungen zu der
gefahrvollen Flucht betrieben wurden, und man muß höchſte Anerken= heißumſtritten als Charakter, iſt dAlbert eine der intereſſanteſten
Per=
nung dieſen Menſchen ſchenken, die ſich durch nichts von ihrem Eut= ſönlichkeiten der Muſikgeſchichte. Naupps Biographie iſt ein Meiſterſtück.
ſchluß abbringen ließen. Man gewinnt aber auch Einblicke in das Er ſchildert den kaum glaublichen Aufſtieg des Virtuoſen, der als
Acht=
eignet ſind, dieſem Syſtem Sympathien zu erwecken. Ein Buch, ſpan= Geſamtſchaffen des Komponiſten mit allen Vorzügen und Schwächen
nend wie ein Abenteurer=Roman und feſſelnd wie ſelten ein politiſches dem Leſer leicht faßlich nahe, in kurzen Notenbeiſpielen das Charakte=
Werk, das ein beſtimmtes Shſtem geißelt.
Ap. Eiferſucht. Roman von Margot Starke. (Verlag von Maßloſigkeit der Gefühle hat d’Albert zum genialen Künſtler, aber auch
Alexander Fiſcher, Tübingen).
motive Eiferſucht und Untreue ſind. Eiferſucht iſt es, die ein ihn und an ihm. Raupp kennt das warme Herz des Meiſters, aber auch
dömoniſches Weib, das eine bewegte Vergangenheit als Dirne, ſeine kraftüberſpannten Negungen, er klärt mit größtem Takt, mit fei=
und Hochſtaplerin hinter ſich hat, zur Mörderin an ihrem Manne nem Verſtändnis die unlösbaren Rätſel, die ſechsmalige Heirat und
werden läßt, von den Geſchworenen des Mordes für ſchuldig er= Scheidung der Mitwelt aufgegeben haben.
achtet wird, aber „wegen Bewußtſeinsſtörung bei Begehung der
Tat” freigeſprochen wird: Eiferſucht iſt es, die die Gattin des
Rechtsanwalts ſeeliſch martert, die ihn aber durch ihre Güte
wie=
dergewinnt, Untreue der Frau treibt den Bürovorſteher des
Rechtsanwalts in den Tod, Eiferſucht iſt von der Frau
überwun=
den, deren Mann mit dem Tippfräulein durchgeht. Verfaſſerin Norwegers. Mit ihm verlor die Welt ihren hervorragendſten
Polar=
hat ſich in alle Liebe und Ehe betreffende Fragen vertieft. Ihre forſcher. Aber er iſt mehr. — Sein Jugendwerk „In Nacht und Eis”
Auffaſſung iſt im Grunde peſſimiſtiſch, und ſie übt an allen Er= ſtempelte ihn zum Helden der Jugend für alle Welt. Die Kraft ſeiner
ſcheinungen der Nachkriegszeit auf ſozialem und ſittlichem Gebiet Stimme erwirkte in kritiſcher Zeit eine friedliche Löſung der Union
ſcharfe Kritik. In dem 24 Seiten umfaſſenden Bekenntnis der zwiſchen Schweden und Norwegen. Geniale Einfälle, verwegene Pläne,
glück Ausdruck. Von den Verirrten und Entgleiſten, die Schiff= lichen Leiſtungen ebenſolche Erfolge wie ſeinen, wiſſenſchaftlichen
Ar=
bruch leiden, hebt ſich die reine, um ihr Lebensglück bangende beiten. Nanſens Leben hört ſich an wie ein unglaubliches 2benteuer.
Frau des Rechtsanwalts, die ihren Mann durch ihre Güte ent= Ein Märchen iſt Wirklichkeit, Träume ſind zur Tat geworden. Mutig,
waffnet und beſiegt. Die Verfaſſerin, die alle Fragen und Pro= kühn, entſchloſſen, mit ſteifem Nacken, ſo ſteht Norwegens größter Sohn
bleme mit Ernſt behandelt läßt in der Schilderung der Charak= vor der Welt. Wartenweilers Arbeit iſt aufgebaut auf Nanſens
Wer=
tere und der ſeeliſchen Motive, die in der Charakteriſtik der Mör= ken und Taten, den Mitteilungn ſeiner Vertrauteſten und perſönlicher
derin ihren Höhepunkt erreicht, eine ungewöhnliche Begabung er= Freundſchaft.
kennen.
Ernſt Wichert: Die Flöte des Pan. Sieben Novellen (Grote’ſche von E. R. Weiß. Verlag R. Piver u. Co., München.
Sammlung von Werken zeitgenöſſiſcher Schriftſteller Bd. 188.)
Geh. 4 Mk., geb. in Ganzleinen 6 M. G. Grote, Berlin.
Durch die Preiskrönung der Novelle „Der Hauptmann von ſcheinung. Nun hat ihr Maurois eine glänzende Darſtellung gewidmet.
Kapernaum”, die in dem vorliegenden Bande enthalten iſt, wurde Schon lange hat Maurois ſich mit Byron beſchäftigt, immer wieder
von neuem das allgemeine Intereſſe auf einen Dichter gelenkt der tauchte die Geſtalt des großen engliſchen Dichters im Werke Maurois”
abſeits vielbetretener literariſcher Pfade mit Inbrunſt dem Ideal auf. Nach Maurois „Shelleh” und „Disrgeli” weiß man, daß niemand
dichteriſcher Durchleuchtung allen Lebens nachgeht. Die Stärke dies Zeitalter Englands beſſer kennt als er und daß ihm die ganze
Ernſt Wicherts, die ſich auch in ſeinem neuen Novellenbande doku= Atmoſbhäre und die Hintergründe, vor denen ſich das genialiſche Leben
mentiert, iſt die faſt lege idäre Formel, auf die er das Ringen Byrons abſpielt, beſonders vertraut ſind. Maurois hat in der Tat hier
von Natur und Menſch zu bringen weiß. Man ſtaunt ob dieſer ſein Meiſterwerk geſchaffen. Die große Geſtaltungskraft. Maurois”
Kraft, allen Dingen und Verſtrickungen ihren urtümlichen letzten konnte ſich an dieſem ſo ungeſtüm dahinbra=
und einfachſten Sinn zu geben.
12. Dezember 1930
lebendiges Zeitbild aus den Jahren 1908—1928. Ein Achtfamilienhaus, — Das Wirtshaus zur Schönen Frau. Roman von Roland
Dor=
geles. Autoriſierte Ueberſetzung von Wilhelm Maria Lüsberg.
— ein Deutſchland im Kleinen — durchlebt Krieg, Revolution und Montana=Verlag A.=G., Horw=Luzern, Leipzig, Stuttgart. 272 Sei=
Das literariſche Deutſchland hat durch den Roman „Die hölzernen
Vorwärtskommen. Ein Buch, das vom Standpunkt der Heimat geſehen, Kreuze” in Roland Dorgeles einen Autor kennen gelernt, deſſen Glut
wird das neue Buch von Dorgeles, faſziniert vom Reiz der Sprache,
Aufrührers. 717 Seiten auf holzfreiem Pavier. Geh 750 RM., in menſchlicher Leidenſchaft und Leidensfähigkeit, die es enthüllt, zu den
wertvollſten Erſcheinungen des Jahres zählen.
— Mit dramatiſcher Wucht und in mächtig dahinſtrömender Sprache Hauptmann Tempeſta. Abenteuerroman von Emilio Salgari,
Stimmen erwachen. Da raunt und rauſcht es von Liebe, Sehnſucht und fälle einer jungen und ſchönen italieniſchen Herzogin erzählt. Die
Her=
ſtalt des Engelbert Hiltensperger, Mönch und ehemaliger Feldpfaff des führen, wobei ihr der „Löwe von Damaskus”, ein ſympathiſcher junger
Türkenfeldherr, den ſie im Zweikampf beſiegt, und deſſen Herz ſie
ge=
jener Zeit verflochten, daß wir ein großartiges Gemälde dieſer ſchickſals= rettete Verlobte in letzter Stunde einer türkiſchen Kugel zum Opfer
dem die ganze Sehnſucht, Not und Leidenſchaft einer aufgewühlten Zeit gin, von der ihn nun nichts mehr trennt, in die Heimat zu folgen.
hören dürfen. Doppelt eindringlich in unſeren Tagen, denn die Not — Grete von urbanitzky: Sekretärin Vera. Roman. 256 Seiten.
Wie ein junges Mädchen aus einer verarmten Mittelſtandsfamilie
ſich ſachlich mit den veränderten Verhältniſſen abfindet, mit Tapferkeit
jeder Situation ſtandhält und ſich klug und überlegt eine eigene
Exi=
ſtenz und ihr perſönliches Glück zimmert, das wird in dieſem Buche
realiſtiſch und ſpannend, ohne jede Sentimentalität erzählt. Das
Managertum und die deutſche Verlagswelt geben einen intereſſanten
Hintergrund ab. Dieſer Roman der bekannten Wiener Dichterin iſt
ein ganz neuer Typus des wertvollen Buches für junge Menſchen,
be=
ſonders für die heranwachſende weibliche Jugend.
Willen ſteht hier gegen das Schickſal auf und ficht ſeine ſchrecklichen — Hugh Walpole: „Jeremy und ſein Hund”. Roman. Stuttgart 1930.
Halbleder 10 RM.
„Die pſhchologiſche Meiſterſchaft, die ſouveräne Kunſt der
Zuſammen=
faſſung kleiner Einzelzüge zu einem ſchönen abgerundeten, in ſich
voll=
kommenen Geſamtbilde läßt an Goethes Davſtellung ſeiner Kindheit
in „Dichtung und Wahrheit” denken. Die Schilderung des famoſen
kleinen Köters „Hamlet” iſt eines der beſten Tierporträts der neueren
europäiſchen Literatur. Es ſtimmt froh und erwartungsvoll, daß noch
zwei Fortſetzungen erſcheinen ſollen. So urteilte Dr. E. Sander im
Leipziger Sender über „Jeremy”, den erſten Roman der „Jeremh”=
Trilogie. Der zweite Band iſt nun unter dem Titel „Jeremy und ſein
Hund” erſchienen und erfüllt in reichem Maße die großen Erwartungen.
Av. Als Band 1 der im Glöckner=Verlag, Berlin=Wien,
erſcheinen=
in der heimiſchen Sitte ihrer Väter verwurzelt iſt und die voll= den „Glöcknerbücher” mit Illuſtrationen (Preis in Ganzleinen je 1 Mk.)
erſchien ein „Karrierenroman von heute” von Ernſt Klein: „Der
Ueber=
fall im Tiergarten‟. Durch die Zeit nach dem Kriege, die für viele
ent=
ſuchung. Mara, ein ſelbſtändiges, modernes Mädchen, die Tino wurzelte Exiſtenzen ein Lotterieſpiel geworden iſt. gibt der Roman einen
intereſſanten Querſchnitt. Ein ehemaliger Offizier, der durch
miß=
glückte Spekulation ſein Vermögen verloren hat und hungernd in den
Straßen Berlins umherirrt, gewinnt durch einen Ueberfall auf einen
Spaziergänger im Tiergarten alles wieder, ſoziale Stellung, Vermögen
und eine kluge Frau. Der Roman will den Beweis dafür erbringen,
daß ſo etwas möglich ſein könnte. Ein geſchickter Filmregiſſeur könnte
Freunde in die Heimat zurück. In dem Liebesleben dieſer vier daraus einen wirkſamen Film machen: „Der Ueberfall im Tiergarten”,
— Neue Ullſteinbücher. Nach Potsdam verſetzt der neue
Ro=
iſt nur die Folie, auf der ſich dieſe Frauengeſtalten abheben, auf man von Franz Xaver Kappus „Der Sprung in den
deren Schilderung der Verfaſſer, „der Pſychologe der Liebe und Kuxuszug”. Zwiſchen korrekter Bürgerlichkeit und der leichten
Welt der Künſtler= und Luxusmenſchen ſucht eine ſchöne Frau
ihren Weg zu finden. Ihr Leben ſchwingt zwiſchen den Polen der
Alltäglichkeit und des Abenteuers. Die Heldin und die Geſtalten
um ſie ſind mit der ſicheren Schreibweiſe Kappus' geformt. Sie
*t. An dieſem Buch iſt bemerkenswert die ſachliche Ruhe, fern ſicht= ſind erfüllt von ſeiner Weltklugheit, ſeiner Fähigkeit, beweglich zu
Feder geführt hat. Um ſo mehr ſind die Ergebniſſe des Buches zu pſychologiſch zu begründen. — Das franzöſiſche Luſtſpiel iſt bekannt
Eindrücke vermitteln über die Art und Weiſe, in der man im fasciſti= einer ſeiner bewährteſten Vertreter, daher ein Buch ſchreibt, dann
Nichtfaseiſten umſpringt, wie wenig dort Recht und Geſetz gelten, einziges Abenteuer” entrollt das Schickſal eines biederen
Schuh=
wenn es den politiſchen Gegner zu treffen gilt. Ein Neffe des früheren warenfabrikanten, der auch einmal einen Seitenſprung machen
italieniſchen Miniſterpräſidenten Nitti, der dem Buche ein treffliches möchte. Wie er das anſtellt, in welch verzwickte und luſtige
Biographiſche, Geſchichkliche und Reiſewerke.
Leipzig 1930. Koehler u. Amelang, Verlag. Reich illuſtriert.
Ganz=
leinenband 12.— Mk.
— Unerreicht als Klavierſpieler, ungeheuer vielſeitig als Komponiſt,
Weſen und in die Methoden des Faseismus, die alles andere als ge= zehnjähriger das Erbe Franz Liſzt’s antritt; er bringt das umfangreiche
riſtiſche feſthaltend, und weiſt, ungeblendet von dem großen Erfolg von
„Tiefland”, auf die Werke hin, die noch der Auferſtehung harren.
zum leidenden Menſchen gemacht. Die Frauen, untrennbar von ſeinem
Ein ſpannender, elegant geſchriebener Roman, deſſen Haupt= Leben und Werk, geleiteten ihn auf die Höhen des Ruhms, zerbrachen
Fritz Wartenweiler: Fridtjof Nanſen. Eine Biographie. Mit 5
Bild=
niſſen. 300 Seiten. Gebunden 7,50 Fr., 6 RM. Rotapfel=Verlag,
Erlenbach=Zürich und Leipzig.
— Meiſterlich zeichnet Wartenweiler hier das Lebensbild des großen
Mörderin gibt ſie ihre Anſicht über Ehe und Liebe und Lebens= unermüdliche Ausdauer, nie erlahmender Fleiß ſicherten ſeinen ſport=
André Maurois „Byron”, br. 8 Mk.. Leinen 12 Mk. Einbandzeichnung
— Die Geſtalt Byrons war für eine ganze Generation Vorbild und
Abgott. Auch uns Heutige feſſelt immer wieder dieſe blendende
Er=
iden Leben beſonders
be=
währen.
Nummer 21
Likeratur und Kunſi
Ap. Mein Volk. Des Deutſchen Heldengeſang. Von Hans Falke.
(Eichblatt=Verlag, Leipzig=Gohlis. Preis broſch. 1.80 M.)
Das Buch, das „dem Vaterland, dem großen, deutſchen,
liebe=
voll geweiht” iſt, behandelt die Geſchichte und das Schickſal des
deutſchen Volkes vom Urvolk an bis zum Rieſenvölkerringen im
Weltkrieg, indem es die hervorragendſten Repräſentanten und
Bahnbrecher des Deutſchtums von Armin an bis Richard Wagner
in 19 Gedichten verherrlicht. Der Dichter hat ſich die ſchwierige
Aufgabe geſtellt, den ſpröden geſchichtlichen Stoff in Verſe zu
bringen, und ſie war nicht gut anders zu löſen, als es hier
ge=
ſchehen iſt. Wo das Perſönliche in den Vordergrund tritt, ſpricht
aus den Verſen echte, formbeherrſchende Poeſie. Verfaſſer iſt
poli=
tiſch wie man es kurz bezeichnen kann, rechts eingeſtellt und
ent=
wirft in dem Schlußgedicht „Vorwärts und aufwärts” ein
hoff=
nungsreiches Zukunftsbild für das ganze deutſche Volk.
Henri Nathanſen: Jude oder Europüer. Porträt von Georg
Brandes. Mit 8 Bildniſſen. Geh. 4 RM., in Leinen 6,50 RM.
Rütten u. Loening Verlag, Frankfurt a. M.
— Mit Georg Brandes iſt der letzte Literaturkenner und =entdecker
von internationaler Geltung dahingegangen. Dieſer Kämpfer für alle
wahre Kunſt, dieſer Meiſter feinſtgeſchliffenen Stils in vielen
europäi=
ſchen Sprachen, droht in Vergeſſenheit zu geraten. Solche Gefahr
ab=
zuwenden, kommt Nathanſens Buch gerade zur rechten Zeit, als das
erſte Buch ſeiner Art, aufregend zu leſen, geſchrieben mit Liebe und
Verſtändnis. Der Leſer erlebt Georg Brandes in einem Gefühl
perſön=
lichſter Nähe. Doch daneben läuft ein Zweites: die große
Auseinander=
ſetzung über das Problem „Jude oder Europäer”.
Michard Katz: „Heitere Tage mit braunen Menſchen” Verlag Ullſtein,
Berlin. Preis: broſchiert 4 Mark, Leinen 6 Mark.
— Nach den Südſee=Inſeln zwiſchen Hinterindien und Auſtralien
führt Richard Katz in ſeinem neuen Reiſebuch „Heitere Tage mit braunen
Menſchen” (Verlag UUſtein, Berlin). Auf Bali und Lombok hat er
monatelang gelebt mitten unter den Eingeborenen. Er hat ihr
täg=
liches Leben kennen gelernt und in verborgenſte Dinge Einblich bekommen.
Paradieſiſch ſchöne Bilder ſteigen vor uns auf; ſumpfiger Dſchungel,
dichteſter Urwald, Sonnentage und mondhelle Südſeenächte. Wir
machen Volksbeluſtigungen und Theaterſpiele beim Sultan mit, gehen
mit den Kindern in die Schule und werden in die Kunſt der Inſulaner
eingeführt. Dies Buch ſchrieb einer, der nicht durch die Welt raſt,
ſon=
dern über die Erde reiſt, einer, der ſich von keinem Terminkalender
treiben läßt, ſondern verweilt, wo es ihm gefällt und ſo mit Muße
ſchärfer ſieht als manch anderer. Eine große wehmütige Liebe zu den
braunen Menſchen ſteckt in dieſen Berichten, aber auch etwas Angſt vor
den Tropen, in denen der Weiße nie völlig heimiſch werden kann.
— Grock, Ich lebe gern! 236 Seiten mit 34 ganzſeitigen Photos
und 12 Karikaturen von R. Lindner. Mit vielfarbigem
Bildumſchlag. Geh. RM. 3.90, in Leinen RM. 5.40. (Knorr &
Hirth G. m. b. H., München.)
Grock, Ich lebe gern! So überſchreibt Grock, der
der=
zeit berühmteſte Clown der Welt, ſeine von ihm ſelbſt erzählte
Lebensgeſchichte. Wahrlich, ein optimiſtiſches Buch, aber ein
Buch des unerhörten Erfolgs aus härteſten Anfängen heraus und
deshalb auch ein Buch voll tiefer menſchlicher Tragik. Jetzt, auf
dem Höhepunkt ſeiner Laufbahn, erzählt Grock, der Schweizer,
ſtolz und froh des Erreichten, wie er geworden iſt; wie er
Uhr=
macher war, Aufwäſcher, Erzieher, Ausgeher, Kindermädchen,
Klavierſtimmer, Reiſender, Tauſendkünſtler und Hansdampf in
allen Berufen, und wie er Grock, die Senſation aller Erdteile,
wurde. Unſere trübſelige, mit aller Welt hadernde Zeit ſoll nach
dieſem Lebenslauf eines Optimiſten mit allen Händen greifen,
auf daß jeder mit Grock ſagen kann „Ich lebe gern!“.
— Der unſterbliche Oeſterreicher. Von Anton Kuh. 160 Seiten.
Verlag Knorr u. Hirth G. m. b. H., München. Geheftet 5,60 RM.,
Leinen 6,60 RM.
Der Geiſt Oeſterreichs, jenes Oeſterreichs, deſſen Staat im Jahre
1918 zerſchlagen wurde, iſt unſterblich. Elegiſch blicken die früheren
In=
ſaſſen jenes Staates nach ihm zurück wie nach einem verlorenen
Para=
dies. Dieſes Oeſterreich hatte etwas Wunderbares. Es war das letzte
Beiſpiel von Staatsromantik. Zum letzten Male zeigte ſich der
Ord=
nungswille ſo pittoresk durch die Menſchlichkeit gelockert, ja zerbröckelt;
zum letzten Male trug die Humanität eine Amtskappe. Denn die
Ge=
ſchichte hatte hier ein neues Weſen geſchaffen: den vielſprachigen, den
entnationaliſierten Menſchen. Es ſind 50 Kabinettſtücke, und ſie
um=
faſſen wahrhaft den ganzen Oeſterreicher von heute und von einſt. Und
die vielen berühmten Originale, einſchließlich des ſich immer wieder
ſelbſt ironiſierenden Anton Kuh, verſchmelzen zu dem einen Original,
dem unſterblichen Oeſterreicher. Ein Buch für die Feinſchmecker von
Berlin bis Budapeſt, das aber nicht nur Tränen des Lachens
hervor=
lockt!
Bildende Kunſt, Theaker, Muſik.
Hollywood, wie es wirklich iſt. 61 Bilder, eingeleitet und erläutert von
Dr. Erwin Debries. Schaubücher 33. Herausgeber Dr. Emil
Schaeffer. Geb. 3.— Fr., 2,40 Mk. Orell Füßli Verlag, Zürich und
Leipzig.
Filmſtadt Hollywood! Wir ſprechen dies magiſche Zauberwort,
und augenblicks leuchten märchenprunkende Paläſte, über breite
Boule=
vards ſauſen die eleganteſten Autos, in denen die ſchönſten Frauen
thro=
nen und die beſtangezogenen Männer der Welt. . Hollywood!!
Blen=
dender Wunſchtraum ungezählter Mädchen, ungezählter Jünglinge.
Das „Hollywood”, wie es wirklich iſt, lernen wir durch den jüngſten
Band der „Schaubücher” kennen, aus ſeinen 61 meiſterlichen Abbildungen,
von denen eine immer intereſſanter iſt als die andere, und durch die
Be=
gleitworte von Erwin Debries, die zu leſen einen literariſchen Genuß
bedeutet.
„Handbuch der Filmwirtſchaft” Gerade in dieſen Tagen, wo
zwei Gewaltige der amerikaniſchen Filmwirtſchaft, Will H. Hays
und Miſter Warner vom Warner=Bros=Konzern, ſich aus beſonderem
Intereſſe an der deutſchen Filmwirtſchaft in Deutſchland aufhalten
und neben einigen anderen wichtigen Erſcheinungen der deutſchen
Filmwirtſchaft ſich mit beſonderem Intereſſe der Frage der
Rege=
lung der Kontingentierung zuwenden, gewinnt das ſoeben
er=
ſchienene „Handbuch der Filmwirtſchaft von Dr. A. Jaſon eine
be=
ſondere Bedeutung. Der Kontingentfrage iſt in dem vorliegenden
Handbuch durch die Behandlung von Dr. Berthold Kuhnert, Leiter
des Außenhandelsausſchuſſes Filme, in ſachkundigſter Weiſe
Rech=
nung getragen. Sie ſteht aber in einem unlösbaren
Zuſammen=
hang mit den Geſamterſcheinungen in der Filmwirtſchaft
über=
haupt. — (Preis 5 RM. Verlag für Preſſe, Wirtſchaft und Politik,
Berlin SW 48, Friedrichſtraße 240/41.)
Karl Gröber: Alte Oberammergauer Hauskunſt. Dr. Benno
Filſer Verlag, Augsburg.
Herrgottsſchnitzer kennen wir in Oberammergau ſchon ſeit dem
16. Jahrhundert. Ihre einfachen Erzeugniſſe religiöſer Volkskunſt,
ihre Krippen und ihr ſchlichtes Spielzeug waren, ſchon längſt
bevor im 19. Jahrhundert das Paſſionsſpiel Oberammergau zum
bekannteſten Dorf der Welt gemacht hatte, überall beliebt und
geſchätzt. Das Buch zeigt in lückenloſer Reihe an prägnanten
Bei=
ſpielen und an Hand von über hundert erſtklaſſigen
Reproduktio=
nen, was die Oberammergauer künſtleriſche Hausinduſtrie im
Laufe der letzten Jahrhunderte hervorgebracht hat. Zugleich gibt
es einen Einblick in die Entwicklung des Handels mit
Oberammer=
gauer Ware, in das eigenartige Verlegerweſen und in die Technik
der verſchiedenen Kunſtarten.
„Pantheon”, Dezemberheft 1930. Verlag F. Bruckmann A.=G., München
Das neue Heft der Münchener Monatsſchrift für Freunde un
Sammler alter Kunſt „Pantheon” befaßt ſich mit der Privatſammlun
des Mr. Jules Bache in New York, der als großzügiger Sammler be
kannt iſt und von deſſen Sammlungen in den letzten Jahren ſoviel d
Rede war. Neben Gemälden von Holbein, Raffael, Tizian, Roger var
der Heyden uſw., die aus alten europäiſchen Sammlungen bekannt ſin
befinden ſich darin etliche in der Literatur noch nicht, bzw. erſt jüng
eingeführte Meiſterwerke. Von Florentiner Bildern ſind das Mädche
bildnis des Domenico Veneziano und das Doppelporträt von Domeni
Ghirlandaſo allgemein bekannt, weniger dagegen die Marienkrönur
von Botticelli und die vorzügliche Madonna mit der Roſe von Fr
Filippo Lippi, letztere ein völlig eigenhändiges Werk, das um 1440 g
malt iſt. Porträts von Paolo Veroneſe aus der Sammlung Lazzaror
in Paris und anderem Privatbeſitz, — Mailänder Glyptik der
Renai=
ſance in Geſtalt von Kriſtallvaſen, Platten und Frieſe —, franzöſiſe
Möbel, Meiſterwerke altkirchlicher Kunſt, — ſaſanidiſche Kunſtſchä
uſw., werden in vielen Abbildungen mit Beſchreibungen hervorragend
Kunſtkenner vorgeführt. Den Beſchluß bilden die reichilluſtrierten T
richte über die Bewegungen und Neuigkeiten auf dem internationale
Kunſtmarkt.
Oberammergauer Paſſionsſpiel. Eine hochaktuelle, übera
intereſſante Neuerſcheinung: Anton Lang. „Aus meinem Leben
bringt zu den Paſſionsſpielen Oberammergau 1930 der Münch
ner Verlag Carl Aug. Seyfried u. Comp.: Fern von jeder (
ſchraubtheit oder Aufregung atmet das Büchlein von Anton La=
Aus meinem Leben” eine wohltuende, beruhigende Einfachhe
So nur und nicht anders kann ein Chriſtusdarſteller ſprechen, d
den Sinn des irdiſchen, leidenden Lebens des Erlöſers erfaßt h.
Mit Kraft läßt das Büchlein uns die Gewalt der Paſſion
ſtehen, mit Liebe unterrichtet es uns über die Schönheiten der
Heimat des Künſtlers, ſeinen geliebten Ammergau, über Sinn
und Herkommen des Paſſionsſpiels, mit ſonnigem Humor ſtreut es
heitere Epiſoden hinein, wie ſie ſich dem, der ſie zu ſchauen verſteht,
ins tägliche Leben geſellen.
Theo Malade: Von Amiens bis Aleppo. Ein Beitrag zur
Seelen=
kunde des großen Krieges, aus dem Tagebuch eines Feldarztes. (J. F.
Lehmanns Verlag, München.) In der großen Reihe der Kriegsbücher
ine der wertvollſten, weil ernſteſten Erſcheinungen. Der Verfaſſer hat
zunächſt als Unterarzt und ſpäter in leitender Stellung den Krieg
mit=
gemacht, eingangs im Weſten und ſpäter, bis zum Ende, in den Tropen,
in Paläſtina, Meſopotamien uſw. Sein Buch ſtützt ſich auf
Tagebuch=
aufzeichnungen, die ſpäter wohl überarbeitet wurden und denen durch
dieſe Ueberarbeitung eine außergewöhnliche literariſche Note gegeben
wurde. Die künſtleriſche Geſtaltung dieſer ſachlichen Aufzeichnungen
wir=
ken oft wie ſpannende Romanerzählungen, ohne den Boden der
Sachlich=
keit je zu verlaſſen. Was aber dieſes Buch beſonders wertvoll macht, iſt
die Tatſache, daß der Autor den Krieg und ſeine Begleiterſcheinungen
von der Warte eines den Durchſchnitt weit überragenden gebildeten und
gereiften Menſchen aus ſah und erlebte und das Geſehene und Erlebte
nicht kritiklos hinnahm. Das ſoll heißen, daß er ſich auch gegen
Wider=
ſtände zu behaupten verſtand und ſo nicht nur ein kleines und wichtiges
Rädchen in dem großen Getriebe blieb. Seine Kritik an Sache und
Per=
ſon iſt oft nicht ohne Schärfe. Aber auch wenn man ihr nicht reſtlos
zuſtimmt, kann man ihr den Ernſt und das Verantwortungsbewußtſein,
die ſittliche und ethiſche Grundlage, von der aus die Kritik geübt wird.
nicht verſagen. Ein Buch, das ſicher Vielen ſehr viel geben wird. **
Franz Seldte: Dauerfeuer. Leipzig 1930. K. F. Koehler.
Steifkar=
toniert 4,50 RM., Ganzleinenband 6.— RM.
Dieſes neue Kriegsbuch Franz Seldtes wird nicht nur von den
An=
gehörigen des „Stahlhelm” ſondern auch von allen Leſern ſeines
Buches „M. G. K.” mit Spannung erwartet, zeigt es doch wie der
Führer des größten Frontſoldatenbundes, der Mann der Tat und
kühne Draufgänger, ſich nach dem Rauſch des Vorwärtsſtürmens im
Bewegungskrieg mit dem Problem des Stellungskrieges, ſeinem öden
Einerlei, den ſtets wachſenden Schwierigkeiten, die die zermürbende
Dauer des Krieges mit ſich bringt, auseinanderſetzt. Mit dem
Rieſen=
gemälde der Sommeſchlacht, auf die ſich das Regiment Altmark,
beſon=
ders aber die M. G.K., planmäßig vorbereitet hät, ſchließt das Buch
ab. Aber ſelbſt hier kein Gemälde „grau in grau”; auch unter
tage=
langem Trommelfeuer behält das Leben ſein Recht.
Politiſche Geheimbünde, Band I. Von Eugen Lennhoff.
Amalthea=Verlag, Zürich, Leipzig, Wien 1931. 557 Seiten mit 156
Abbildungen.
*t. Die politiſch=hiſtoriſchen Werke, die der bekannte Verlag nun
ſeit längerer Zeit herausgibt, zeichnen ſich ebenſo durch Aktualität wie
urch gründliche Behandlung des Stoffes durch berufene Sachkenner
aus. Eugen Lennhoff, deſſen Werk. Die Freimaurer” preisgekrönt
wurde, liefert mit dem vorliegenden Werk wieder einen
ausgezeich=
nieten, feſſelnd geſchriebenen Beitrag zu der ſogenannten „hiſtoriſchen
Reportage”, die die oft, ſprechen wir das doch ruhig offen aus,
lang=
weilige Geſchichtsſchreiberei früherer Zeiten ablöſt und an ihre Stelle,
ohne ſie natürlich erſetzen zu wollen und zu können, glänzend c formte
Geſchichtsbilder von Einzelbewegungen ſetzt, die doch einen
Geſamt=
eindruck vermitteln und einen Geſamtüberblick über beſtimmte
Per=
ſonen, Epochen oder Syſteme verſchaffen.
Mit einer begrifflichen Darſtellung des Weſens der Geheimbünde
überhaupt beginnend ſchildert der Verfaſſer die Illuminaten, die
Carbonari, die Dekabriſten, Geheimbünde im fernen China und auf
dem nahen Balkan. Beſonderem Intereſſe werden bei uns die
ausführ=
lichen Kapitel begegnen, die dem Dorado der Geheimbünde, Irland,
gelten und die den Ku=Klux=Klan behandeln, jene amerikaniſche
Bewe=
gung, die mit den Nachtreitern von 1866 beginnt und in unſeren
Tagen etwa ſeit der zweiten Weltkriegshälfte im 100prozentigen
Ameri=
kanismus eine neue „Blüte” erfahren hat.
Das Buch wird bereichert durch ein ſehr ausführliches
Literatur=
verzeichnis, das für jedes Kapitel geſondert die Literatur angibt und
dem, der weiter forſchen will, ſehr willkommen ſein wird. Aber auch
der Leſer, der ſich auf die Lektüre des Werkes ſelbſt beſchränkt, wird es
nicht aus der Hand legen, ohne ſein Wiſſen von ſo manchen geheimen
Bewegungen gründlich bereichert zu haben."
—Zeitſchrift für Geopolitik. 7. Jahrgang 1930. Heft 9. Mit Recht
rinnert die „Geopolitik” in ihrer zum Sonderheft ausgeſtalteten
Sep=
tembernummer daran, daß ja mit der Rheinlandräumung die Fragen
noch nicht bereinigt ſind, die zwiſchen Deutſchland und Frankreich ſtehen.
Vor allem ſind es drei Komplexe, die zur Erörterung geſtellt werden
müſſen und über die das Sonderhefr der „Geopolitik” einen guten
Ueber=
blick gibt: 1. Internationaliſierung des Rheins unter Ausſchaltung des
deutſchen Einfluſſes, damit verbunden die Frage der Ableitung des
Rheins in ſeinem Oberlauf auf franzöſiſches Gebiet durch den geplanten
Kanal Straßburg-Baſel. 2. Die Schädigung des geſamten badiſchen
Wirtſchaftslebens durch die Zoll=Linie gegen das Elſaß, mit dem Baden
geopolitiſch unzertrennlich verbunden iſt. 3. Die Saarfrage, über deren
Einzelheiten man im allgemeinen viel zu wenig weiß. Wir halten es
für wichtig und notwendig, daß auf dieſe Fragen nachdrücklichſt
hin=
gewieſen wird und empfehlen, als Informationsquelle das
ausgezeich=
nete Heft der „Geopolitik” heranzuziehen.
J. v. Uexküll: „Die Lebenslehre”. In der Sammlung „Das Weltbild”
des Verlages Müller u. Kiepenheuer, Potsdam. In Leinen 4.80 Mk.,
broſch. 3.30 Mk.
Die Lebenslehre iſt die Lehre von den lebenden Weſen mit dem Ziel
der Erforſchung ihrer Baupläne, ihrer Entſtehung und ihrer Leiſtung.
Sie will die Einheit der immateriellen Beziehungen zwiſchen den Teilen
eines lebenden Körpers aufzeigen; ſie ſteht im Gegenſatz zu der
mecha=
niſtiſchen Lehre, die den Tierkörper wie eine Maſchine erklären zu
kön=
nen glaubt. Die mechaniſtiſche Lehre geht dabei an der Tatſache vorbei,
daß ſich der lebende Körper aus ſich heraus leiſtungsfähig erhält und
aus ſich heraus, dank ſeines Bauplans, neue unvorhergeſehene Leiſtungen
zu vollbringen fähig iſt, wozu ein Mechanismus nie im Stande iſt.
Mit anſchaulicher Klarheit und Schlichtheit verfolgen wir die
Ent=
wicklung vom Protoplasma bis zum hochentwickelten Tier und tun einen
Blick in die verwickelten Vorgänge, die die Wahrnehmung einer Tatſache
und die dadurch hervorgerufene Handlung verbinden.
Dr. W.
— Nutria, das Pelztier der Zukunft. Trotzdem der Sumpfbiber
(Nutria) erſt verhältnismäßig kurze Zeit in Deutſchland gezüchtet wird,
ſo vermehrt er ſich ohne Schwierigkeiten, ſo daß bei vorſichtiger
Schätzung mit 2 Würfen im Jahr zu rechnen iſt, wenn nicht
durchſchnitt=
lich mit 5 Würfen in 2 Jahren. Dabei iſt die Nutria ein äußerſt
ge=
nügſames Tier, beſonders im Futter, und unterſcheidet ſich von den
bis=
her gezüchteten Pelztieren grundſätzlich, dadurch, daß ſie ein reiner
Pflanzenfreſſer iſt, alſo ausſchließlich mit Futter pflanzlicher Herkunft
ernährt werden muß. Die Eigentümlichkeiten des Sumpfbibers, die
Verhältniſſe, unter denen ſeine Zucht ratſam erſcheint, Gehegebau und
alle anderen Fragen, die mit der Nutria=Zucht zuſammenhängen, werden
in dem neuen Buch Prof. Dr. Walther: „Die Nutria (Sumpfbiber) und
ihre Zucht” eingehend erläutert. (Verlag „Der Deutſche
Pelztierzüch=
ter”, F. C. Mayer G. m. b. H., München 2 C., Sparkaſſenſtraße 11.)
— Der Totentanz von Lübeck von Dr. med. JuliusMoſes M. d.
R. und Mitglied des Reichsgeſundheitsrates. Umfang 84 Seiten.
Broſchiert 1.— MMM. Verlag Dr. Madaus u. Co., Radebeul=Dresden.
Die Schrift iſt äußerſt eindringlich geſchrieben, in der Diktion ſehr
einfach und verſtändlich, in den Unterſuchungen und Folgerungen
durch=
aus ſachlich und zurückhaltend. Die Schrift von Dr Moſes gehörte in
die Hand jedes Menſchen, der am öffentlichen Wohl und an der
Ge=
ſundheit ſeiner Angehörigen intereſſiert iſt. Sie ſollte auch von den
Abgeordneten des Reiches und der Länder ſehr beachter werden, ſie ſollte
ein wichtiges Material für die Geſundheitsbehörden ſein, das dieſe zur
Vorſicht und Zurückhaltung gegenüber allen nicht genügend erprobten
Impfmitteln anhält.
Die Familienärztin, von Dr. med. Bella Müller. 1128 Seiten und
125 Tafeln und Kunſtbeilagen ſowie zerlegbare Modelle. (Preis 32
RM.) (Süddeutſches Verlagsinſtitut Julius Müller, München.)
Univ.=Med. Dr. A. Jerzabeck, Oberſtadtarzt und Nationalrat,
Wien, urteilt über dieſes Werk: Angeſichts der unangenehmen
Wahr=
nehmungen auf dieſem Gebiete darf ohne Lobhudelei behauptet werden,
daß der Verlag mit der Herausgabe der „Familienärztin” von Dr. med.
Bella Müller dem deutſchen Volke einen nicht hoch genug
anzuſchlagen=
den Dienſt erwieſen hat. Denn dieſes Buch ragt turmhoch über die in
den letzten Jahrzehnten erſchienenen Schriften ähnlichen Inhaltes empor
und hält ſich in der Tat frei von allen Mängeln und Fehlern, die immer
willkommenen Anlaß zu abfälliger Kritik geboten haben. Die
Verfaſſe=
rin bietet darin eine geradezu unerſchöpfliche Fundgrube des
Wiſſens=
werten auf allen Gebieten der Heilkunde in einer ſo überſichtlichen
An=
ordnung und allgemeinverſtändlichen, feſſelnden Schreibweiſe, daß es
nicht bloß der Frau als Ratgeber in allen Erkrankungsfällen
unſchätz=
bare Dienſte leiſten wird, ſondern überhaupt als Volksbuch bezeichnet
werden kann. Einen beſonderen Vorzug des Werkes bilden
Einſeitigkeit vermeidende Haltung, welche die Verfaſſerin un=
Berückſichtigung der neueſten Errungenſchaften, der
ärztlichem=
tätigkeit gegenüber den verſchiedenen Heilmethoden einnimmt
von großem ſozialpolitiſchem Verſtändnis und ſtreng ethiſ
kungsart zeugende Behandlung, die ſie den Fragen über
Körperkultur, Ehe, Geburtenbeſchränkung, Kinderpflege. RR
der Geſchlechtskrankheiten, Tuberkuloſe u. dal. widmet. Abon
Kapitel über Krankenpflege, erſte Hilfe und Heilkunde übens
ſo gründlich ausgearbeitet, daß es jedermann ein Leichtes ;
die nötige Belehrung ſich anzueignen und im Bedarfsfo=
Nutzen zu ziehen. Das Buch ziert überdies eine Unmengen
meiſterhaft und naturgetreu ausgeführter Illuſtrationen, m
Verſtändnis des Inhaltes noch um ein Beträchtliches er
Ueberhaupt hat der Verlag dem Werke eine ſo prachtvolle=n
gene Ausſtattung gegeben, daß im Hinblicke darauf ſein Preg
als ein abnorm niedriger angeſehen werden muß. Die aun=
Kritik, die dem Werke in Aerztekreiſen und in der Preſſe bck f
geworden iſt, ſetzt mich durchaus nicht in Verwunderung.
greife es vollkommen, wenn dieſes Buch als das beſte ärztlichhM
buch, das die deutſche Literatur gegenwärtig aufweiſt, bezeichh
denn dieſem Urteil ſchließe ich mich vollinhaltlich an.
Norm und Form bei Geſchäftsdruckſachen. Hundert Mun=
Herausgegeben unter Mitwirkung des Deutſchen
Normom=
ſes. Verlag des Bildungsverbandes der Deutſchen
Buchdro=
b. H., Verlin SW. 61, Dreibundſtraße 5. Beuth Verlag 00
Berlin, Preis 3,50 Mk.
— Zweierlei muß man vom Briefbogen, von der Regen
der Geſchäftskarte und allen ſonſtigen Geſchäftsdruckſachenne
Sie müſſen zweckmäßig ſein und gut ausſehen. Sowohl dä
ils auch der Buchdrucker haben bisher noch viel zu weniam
achtet, die Geſchäftsdruckſachen in dieſem Sinne zu geſtalte:n
deshalb verdienſtvoll, daß der Bildungsverband der Deumß
drucker einen Wettbewerb zur Erlangung muſtergültiger.
Geſchäftsdruckſachen veranſtaltete. Aus der großen Anzahl I
hervorgegangenen Entwürfe iſt in dem Heft „Norm und
kleine, aber gute Auswahl zuſammengeſtellt.
ſch
Das Kleinhaus. Seine Konſtruktion und Einrichturg
Baukoſten 6000 bis 15 000 Mark. Von Guido Harben
Baumeiſter und ſtädtiſcher Baurat in München.
Großquart mit 208 Abbildungen und Zeichnungenm
Tabellen. (München, Verlag Georg D. W. Callwey;/
6.60 M.)
Dieſes neue Buch über das freiſtehende kleine Eiu
haus wird allen den Unzähligen willkommen ſein, 10
lichſter Wunſch es iſt, ein wenn auch noch ſo beſcheidesel
heim zu beſitzen, denn es will nichts mehr und nicht”
als dieſer Sehnſucht die heute praktiſch möglichen und an
teſten Wege der Verwirklichung weiſen. Das bedeutztt
und Wertvolle an dem Buch, das es von ähnlichen 19
lichungen unterſcheidet, iſt, daß es von feſten ſozialwir :d
und rechneriſchen Unterlagen ausgeht, daß es eine ſt=tn
tete, auf die am häufigſten vorkommenden Fälle beſchwi
wahl von bewährten Kleinhaustypen bis zum 6= und
daus bringt, die den verſchiedenen Lebensbedürfniſſen .
bürger= und Mittelſtandes durchaus gerecht wird.
Die Rohkoſtküche. Geſundheit durch vitaminreiche No.RM
Lisbeth Ankenbrand. 308 Rezepte, erprobt und heruf
Speiſenfolge. Anweiſung zur Herſtellung von Rohkik
deutſches Verlagshaus G. m. b. H., Stuttgart, V.P
ſtraße 44.)
Lisbeth Ankenbrand iſt eine der Frauen, die dassKMu. Me
Be=
ein Grünkoſt= und Rohkoſtbuch zu ſchreiben. Der Kean
ſofort: dieſe Rezepte ſind wirklich in großer, langjähr ad
rung gewonnen. Sie ſind in Reihenfolge und Zuſanm wiſl
bis in die Einzelheit durchdacht und abgeſtimmt. Zahlruck
graphiſche Abbildungen beweiſen auch noch Fernſtel:n üchtig
ein Rohkoſt= und Grünkoſttiſch ſehr anſehnlich, vielſeitig g
ausſchauen kann. Beſonders begrüßen werden alle Nr/cſlſſM
die Fruchtkaltſchalen, jene wundervollen ſommerlichen 1i.
die in Süddeutſchland viel zu wenig bekannt ſind.
Heun=
Dr. med. Adolf Brauchle: Gekocht oder roh? Neuzeitliche Mh
kunſt. Reclams Univerſal=Bibliothek Nr. 6994. Geheftf.
ſanlien
gebunden 80 Pfg.
1.,0 J mit
orzuſt
Der Verfaſſer des vorliegenden Buches iſt leitender Arzs
nitz=Krankenhauſes in Berlin=Mahlow. Er. gibt eine leich /Ailſe Exi
Einführung in alle Fragen der modernen Ernährungswiſſemn. PImzüſtung eines ſel
ſie jeder Menſch, insbeſondere die Hausfrau, kennen muß. ſtüniguntigen Betn
Ge Inſt etwas Kap
— Reck=Malleezewen: Des Tieres Fall. 269 Seiten. Leinm ſſhmn lein Verkauf
Aau Buſchrften unt
München 1930. Georg Müller Verlag.
Es ſind die uralten Probleme: Knechtende Gewalt und /4h. 2
Einzelnen, individualiſtiſche Macht der Gehirnpotenzen, bisi
ten Peripherien des äußeren Lebens organiſiert und Sozizam
der Triebkraft der Unterdrückten und Mißbrauchten . . . dieich
bleme: Geiſt und Seele=Natur; Elihu Grand, der Baal dick
Zeit und Chriſtus — die verſchiedenen Zitate von Doſtojemn)
einzelnen Kapiteln ſind keineswegs zufällig da.
Daß Bücher dieſer Art in unſerer Zeit immer häufger, 0hdeT
ein Zeichen dafür, daß wir mit dieſen Fragen, ſehr beſein Miſin Belor
Ueberſteigerung der Mechaniſierung des Lebens, der Induu gik=” Zeitung
ſof=
der Welt: Elihu Grand läßt kilometertiefe Schächte bauen, Me Mch Geldau
teilen, um die Energien aus dem Erdinnern für ſeine B
winnen. Ein Werk. aus den innerſten Impulſen unſere Zesu/,Mbei Rack
und unſerer Zeit in ihren Problemen ſehr dienlich . . inhau
eſſant und mitreißend, nicht ſelten viſionär geſteigert und
Ganzen eine große Viſion unſerer Zeit und möglichen übon
europäiſchen Zukunft.
— Zwanzig Jahre Großtier=Fang (Wanderfahrten in 9.
teilen). Von Joſeph Delmont. Reich illuſtriert.
336 Seiten. In Leinen gebunden 9.50 RM. (Schliefe
Berlin W. 35.)
Ein neuer Delmont; diesmal die Erlebniſſe des
Großtierfänger. Wie beneidenswert iſt doch dieſer Scl
Wer, wie er, darf die Welt ſo ſehen? Von der erſiſ
letzten Seite lieſt man das hochintereſſante Werk, ime
ſteigt die Spannung und läßt den Leſer nicht wieder
fünf Erdteile, durch Dſchungel, Urwald, Steppe, Wüſten
über Schneefelder und Weltmeere führt uns der Ver=
uns einen Blick in eine für uns fremde Welt tun.
von Elefanten, Tigern. Nashörnern, Löwen, Pantheis
den, Nilpferden und Tauſende andere Lebeweſen 9e
Länder lernen wir in einer für uns vollkommen neul.
weiſe kennen.
Paul Madſack: Tamotua, die Stadt der Zukunft. B4 Seine
nen 6,50 Mk. (München 1930. Georg Müllev Verlag.)
— Die Sonne mit dem Syſtem der Sterne und Planeisie
meten und Finſternen, iſt eine Filmanlage des menſchlichen. 1
ſich in der Materie verloren hat und da iſt es erklärlich, Mid
motua, die Stadt der Zukunft, ein großer kunſtvoller mechſm.
rat iſt und die Menſchen dieſer Stadt nichts als Maſchinerkal
eine Anzahl von Drähten von einem Kraftzentrum aus beis
ihrem Tun und Treiben mehr oder weniger beſtimmt. Me
iſt der Zauberer, der es mit Hilfe ſeines Schirmes, eiſſel
Fernglaſes und anderer wunderlicher Dinge vermag, den Besb
Buches ins Innere der Erde, darin ſich die Zukunftsſtad.
vohl als in die Sonnen= und über ſie hinaus in die ewihſ. 2
zu führen. Bei der tieferen Lebens= und Menſchheitside 1 5
wunderbar erheiternd. Der Leſer mag, durch gute Beichnht.
untenſtützt, denken, daß der Verfaſſer gänzlich unbekümmertti oN
phantaſiert. Aber er muß doch immer wieder erkennen, wie.
unmögliche Geſchehen innerhalb des phantaſtiſchen Kreiſes.
in dem er das ſonderbare Weltbild ſah, kauſal und organſch
E. G. Kolbenheher: „Stimme‟. Eine Sammlung von Ahle.
Oktav. Kartoniert 5,20 Mk., Halbleinen 6,80 Ml. (oe.*
Verlag. München.)
— E. G. Kolbenheyer, der als einer der eigenwie
ſtärkſten Dichter der Zeit neben ſeinen großen Romanſche.
rade jetzt mit ſeinem dramatiſchen Schaffen, den Schallte.
Brücke” und „Jagt ihn — ein Menſch!” ſeine überrageſ..
im geiſtigen Kampf der Gegenwart immer nachdrückliche.
bringt, gibt im Verlage Georg Müller, München, eine 30l
„Die Stimme” heraus. Man iſt überraſcht, wie ſehr I
auch als Cſſahiſt und Zeitkritiker erſten Ranges erweiſt.
R
weſentlichen politiſchen und künſtleriſchen Fragen de"
zum Verſailles=Diktat, dem Paneuropa=Problem, dem .
Anſchlußgedanken, dann zum modernen Drama, zur .
und vielem anderen ganz Außerordentliches, Aufſchluhreſ.
aber ſehr viel Neues zu ſagen hat. Gerade in der Krlbe.
augenblicklich wieder das deutſche Schickſal befindet, ſot"
rechten Zeit kommende Buch in der Hand eines ſjieden ”i
retiſch und praktiſch mit den Problemen der Gegenwat.
ſetzen hat.
beſcahitgnung
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Ddinomtr. Ang.
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Seite 16
Freitag, den 12. Dezember 1930
Nummer 74
Reichsbahn Darmſtadt.
An den Beutſchen Heicstag.
Die drei Spitzenverbände der deutſchen
Leibes=
übungen — der Deutſche Reichsausſchuß für
Leibes=
übungen, die Zentralkommiſſion für Arbeiterſport
und Körperpflege und der Reichsverband für deutſche
Jugendherbergen — haben ſich am 2. Dezember mit
nachfolgend wiedergegebenen Ausführungen an den
Reichstag gewandt, um auf die gefährlichen Folgen
einer rückſichtsloſen Senkung der öffentlichen Mittel
für Leibesübungen hinzuweiſen. Trotz der noch nie
dageweſenen öffentlichen Finanznot darf die öffentliche
Aufmerkſamkeit und Teilnahme ſich nicht ohne
ſchwer=
ſten Schaden für das Volksganze gegen die
Forderun=
gen eines Lebensgebietes unſeres Volkes, das, wie
Turnen und Sport, nur dem oberflächlichen Urteil
als nebenſächlich erſcheinen kann, verſchließen.
Wenn die unterzeichneten drei Spitzenverbände für Leibesübungen
— der Deutſche Reichsausſchuß für Leibesübungen, die
Zentralkommiſ=
ſion für Arbeiterſport und Körperpflege und der Reichsverband für
deutſche Jugendherbergen — es trotz ſchwerſter Notlage der öffentlichen
Finanzen, der Wirtſchaft und des ganzen Volkes wagen, dem Deutſchen
Reichstag die Bitte zu unterbreiten, ſeine Aufmerkſamkeit, der
öffent=
lichen Förderung der Leibesübungen zuzuwenden, ſo geſchieht dies in
der Erkenntnis, daß lebenswichtige Allgemeinintereſſen unſeres Volkes
bei der jetzigen Entwicklung unſerer öffentlichen Finanzen unmittelbar
bedroht erſcheinen.
Als berufene Vertreter der deutſchen Leibesübungen und, wie wir
glauben, als berufene Sprecher für die Erhaltung der deutſchen
Volks=
kraft, für die jetzige und zukünftige körperliche Unverſehrtheit und
Lei=
ſtungsfähigkeit der Bevölkerung Deutſchlands ſehen wir mit tiefſter
Be=
trübnis und ernſter Sorge, wie bei Reich, Ländern und Gemeinden die
ohnehin ſo kümmerlichen Haushaltspoſten für die körperliche
Ertüch=
tigung erbarmungslos und vielfach ſchematiſch zuſammengeſtrichen
werden.
Jeder Eingeweihte und jeder, der nicht einzelne Auswüchſe in
Be=
triebe der Leibesübungen kritiklos verallgemeinert, weiß, wie ſehr wir
trotz äußerer Erfolge immer noch am Anfang der Entwicklung ſtehen,
Leibesübungen zu ſelbſtverſtändlicher Bürgerpflicht zu machen. Dabei
dürfte die Wahrheit, daß der Staat letzten Endes ſpart, wenn er Turnen,
Sport und Wandern fördert, wohl nirgends mehr ernſtlich beſtritten
werden.
Dann aber möge man auch den Mut und das
Verantwortungsbe=
wußtſein vor der Zukunft haben, nach dieſer Erkenntnis in
entſcheiden=
den Zeitläuften zu handeln! Wer aber wollte behaupten, daß die
öffent=
liche Förderung der Leibesübungen bisher auch nur einigermaßen der
Wichtigkeit und Größe der Aufgabe, die der deutſchen Turn= und
Sport=
bewegung für unſer Volk geſetzt ſein ſollte, entſprochen hätte.
Seit Jahren erſtreben wir eine Reichsbeihilfe von 5 Millionen RM.
für die Förderung der Leibesübungen. Auch dieſe Summe iſt ein Nichts
gegenüber der Geſamtheit des Reichsaufwandes. Im Rechnungsjahre
1930 war eine ganze Million für unſere Zwecke in den
Reichshaushalts=
plan eingeſetzt; ſie wurde im Laufe des Jahres noch um 20 Prozent
ge=
kürzt. Nur 800 000 RM. alſo hatte das Reich für Turnen, Sport und
Wandern, d. h. für Geſundheit, Frohſinn und Glück ſeiner Jugend übrig.
Unſer Volk hat in den Zeiten höchſter Not ſtets alles daran geſetzt,
um wieder hochzukommen. Meiſt ging es dabei nur um die
Behaup=
tung nach außen; heute aber geht es um mehr: die Arbeitskraft unſeres
Volkes ſteht auf dem Spiele. Wir erinnern an den Ausſpruch Liſts:
„Wichtiger als das Vermögen iſt die Kraft, die Vermögen ſchafft.”
Wie ſteht es heute damit? Eine viel zu wenig beachtete Folge der
ungeheuren Arbeitsloſigkeit unſerer Tage iſt, daß Millionen von
Volks=
genoſſen durch erzwungene Arbeitsruhe körperlich herunterkommen,
er=
ſchlaffen und verſteifen und zwangsläufig damit auch die geiſtige
Spann=
kraft verlieren. Künftige Geſchichtsſchreiber würden es nicht verſtehen,
daß unſere Verantwortlichkeit bei dieſer Lage die deutſche Volfskraft
nicht mit allen Mitteln ſelbſt unter ſchwierigſten Umſtänden intakt zu
halten ſuchten; ſie würden es nicht verſtehen, daß man neben den
Mil=
liarden öffentlicher Beihilfen für den Lebensunterhalt nicht auch einige
wenige Millionen für die Beſtrebungen übrig zu haben glaubte, die
kommenden Geſchlechtern die Fähigkeit geben ſollen, ſelbſt ſich Brot zu
ſchaffen.
Ueber das, was hier auf dem Spiele ſteht, kann es unſerer
Mei=
nung nach nur eine Einheitsfront über alle Unterſchiede der Partei und
Weltanſchauung hinweg geben. Ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, ob
Freund der Wehrmacht oder Pazifiſt: niemand wird wollen, daß unſer
Volk körperlich verfällt und damit den lebensnotwendigen phyſiſchen
Unterbau für jede politiſche, kulturelle und wirtſchaftliche Leiſtung
verliert.
Wir, die deutſche Turn= und Sportwelt, wollen nicht Rentner des
Staates werden, wollen uns, ſoweit es irgend geht, ſelbſt helfen. Die
unterzeichneten Spitzenverbände rufen in dieſer Notzeit eindringlicher
denn je ihre Verbände und Vereine zu höchſt geſpannter Selbſthilfe auf.
Aber dieſe hat ihre Grenzen. Hunderttauſende von Mitgliedern der
Turn= und Sportvereine ſind arbeitslos; ſie werden von unſeren
Ver=
einen ohne Beitragsleiſtung gehalten. Stiftungen, die im Vereinsleben
eine wichtige Rolle ſpielen, ſind zu großen Seltenheiten geworden.
Der Steuerdruck laſtet auch auf den Turn= und Sportvereinen immer
drückender. Kein Wunder, wenn Mutloſigkeit immer weitere Kreiſe
er=
greift, wenn immer mehr Vereine für Leibesübungen ihre gemeinnützige
Arbeit unter dem Zwang der Verhältniſſe einſtellen. Was ſoll werden,
wenn aus Mangel an öffentlicher Unterſtützung eine Uebungsſtätte nach
der anderen geſchloſſen wird, wenn die deutſche Turn= und
Sportbe=
wegung ihre freiwillig übernommenen Aufgaben in der Jugendpflege
und vorbeugenden Geſundheitfürſorge aus wirtſchaftlicher Schwäche nicht
mehr erfüllen kann.
Wir erinnern an die Größe und Tragweite der Entlaſtung des
öffentlichen Haushaltes durch die Tätigkeit unſerer Vereine. Und
ge=
rade heute müßten unſere Vereine in den Stand geſetzt werden, noch
mehr zu leiſten als bisher. Mit vollem Recht hat man den Turn= und
Sportvereinen eine hervorragende Rolle in der Bekämpfung der
leib=
lichen und ſeelichen Schäden, die unſerer Jugend durch die
Arbeitsloſig=
keit drohen, zugewieſen. Sie können dieſer Aufgabe nur gerecht
wer=
den, wenn ſie wirtſchaftlich über dieſe Notzeit zu halten ſind.
Unſerer Anſicht nach iſt das Reich als vornehmſte Hüterin der
deut=
ſchen Volkskraft berufen und verpflichtet, den Ländern und der
Kommu=
nalverwaltung in der Behandlung dieſer Fragen ein Vorbild zu geben.
Darum richten wir an den Reichstag die herzliche und dringende
Bitte, an den Haushaltspoſten für Turnen, Sport und Wandern
gegen=
über dem vorjährigen Anſatz keine Abſtriche vornehmen zu wollen.
Der Reichstag wird ſich vielmehr den Dank kommender Generationen
erwerben, wenn er trotz der Schwere der Zeit dieſen Fonds auf eine
wirklich angemeſſene Höhe bringt. Wir ſind überzeugt, daß dieſes
Bei=
ſpiel des Reichstages auch auf Länder und Kommunalverwaltung
zu=
rückwirken wird und den unheilvollen Abſtrichen an den
Haushalts=
poſten für die Leibesübungen auch dort einen gewiſſen Riegel vorſchieben
würde.
Die unterzeichneten Spitzenverbände werden, ſich ſelbſt eine Ehre
daraus machen, die Gebote der Einfachheit und Sparſamkeit nach jeder
Richtung hin ſtreng zu beobachten, und in dieſem Sinne auch die ihnen
angeſchloſſenen Verbände und Vereine beeinfluſſen.
Mit dem Ausdruck der vorzüglichen Hochachtung
Deutſcher Reichsausſchuß für Leibesübungen
gez. Lewald.
1. Vorſitzender.
gez. Dominiens.
gez. Linnemann.
2. Vorſitzender.
3. Vorſitzender.
Zentralkommiſſion für Arbeiterſport und Körverpflege
gez. Wildung.
Reichsverband für Deutſche Jugendherbergen
gez. Münker.
und Turnen.
Der Spork des Sonnkags.
Der zweite Dezember=Sonntag bringt auf dem Raſen wieder ein
reichhaltiges Programm, das auch durch die nahen Feſttage nur geringe
Einbuße erleidet. Lediglich im Hockey und Rugby iſt das Programm
etwas geringer, während Fußball und Handball mit vollem Programm
aufwarten.
Fußball.
Im Vordergrund des ſüddeutſchen Fußballprogramms ſteht das im
Frankfurter Stadion ſtattfindende „Nord—Südſpiel”, in dem es zwiſchen
den beiden Verbänden um den Goldpokal des Frankfurter Stadions geht.
Zweimal haben die Süddeutſchen hintereinander die Trophäe errungen,
die mit einem dritten Sieg in ihren endgültigen Beſitz übergeht.
Süd=
deutſchlands Mannſchaft hat eine weitere Umſtellung erfahren, da außer
dem Münchener Schäfer auch deſſen Landsmann Hofmann nicht auf
Linksaußen ſpielen kann. Die Elf wird jetzt aller Vorausſicht nach in
folgender Aufſtellung ſpielen: Kreß=Frankfurt; Schutz und Stubb=
Frankfurt; „Engel=Frankfurt, Leinberger=Fürth, Heidkamp=München;
Welker, Haringer, Pöttinger, Lachner=München, Kundt=1. FC.
Nürn=
berg. Die Norddeutſchen laſſen ſich von einer als ſtark
anzuſprechen=
den Elf vertreten, die mit dem Angriff des Norddeutſchen Meiſters
Holſtein Kiel und deſſen Torhüter ein ſtarkes Gerippe erhielt. Sie ſpieit
mit: Kramer=Kiel; Meier=Hannover, Riſſe=Hamburg; Stölting=Altona,
Halvorſen=Hamburg, Wolpers=Hannover; Voß, Ritter. Ludwig,
Wid=
maher, Eſſer=Kiel. Als Schiedsrichter wurde Fuchs=Leipzig beſtimmt.
Man rechnet mit einem dritten Sieg der ſehr ſtark aufgeſtellten
Süd=
deutſchen.
Mit Spannung ſieht man den ſonntäglichen Begegnungen in der
ſüddeutſchen Bezirksliga, beſonders in den Gruppen Württemberg und
Rhein, deren Meiſter noch nicht ermittelt ſind, entgegen. In den
übri=
gen Gruppen iſt die Frage nach den Zweiten und Dritten zum größten
Teile noch akut. Im einzelnen verzeichnet das Spielprogramm folgende
Treffen: Gruppe Nordbayern: ASV. Nürnberg-Bayern Hof, VfR.
Fürth—FV. Würzburg 04, Kickers Würzburg—FC. Bayreuth; Gruppe
Südbayern: Wacker München-Jahn Regensburg, DSV. München—
VfB. Ingolſtadt=Ringſee; Gruppe Württemberg: Kickers Stuttgart —
VfR. Heilbronn, Germania Brötzingen—Union Böckingen, FC.
Pforz=
heim—FV. Zuffenhauſen; Gruppe Baden: FC. Freiburg—Phönis
Karlsruhe, VfB. Karlsruhe-Karlsruher FV., SpVg. Schramberg—
FC. Villingen, FV. Raſtatt—SC. Freiburg; Gruppe Rhein: FG.
Kirchheim—SV. Waldhof, „VfR. Mannheim-Phönix Ludwigshafen,
SpVg. Mundenheim—FC. Mannheim 08; Gruppe Saar: FK.
Pirma=
ſens—Sportfr. Saarbrücken. — Neben den Verbandsſpielen werden
auch bereits einige Privatſpielabſchlüſſe gemeldet. So
wei=
len die SpVg. Fürth und der 1. FC. Nürnberg in Mitteldeutſchland;
die Fürther gaſtieren bei dem VfB. Koburg, der „Klub” bei Fortuna
Leipzig. Weitere Privatſpiele: FV. Saarbrücken—Wormatia Worms,
SV. Wiesbaden—FSV. Frankfurt, Boruſſia Fulda—1. FC. Hanau 93.
International gibt es am Sonntag keine beſonders wichtigen
Er=
eigniſſe im Fußballſport.
Hockey und Rugeby.
In dieſen beiden Sportarten iſt das Programm an den Sonntagen
vor den Feiertagen geringer, da die meiſten Vereine auf ſportliche
Betätigung verzichten.
Handball.
Auch hier reifen langſam die Entſcheidungen heran. Ermittelt
ſind allerdings erſt wenige Meiſter. Der kommende Sonntag bringt
mit Ausnahme von Main=Heſſen, Württemberg und Rhein ein ſtark
vermindertes Programm. Es ſpielen: Bezirk Main=Heſſen, Gruppe 4:
S. V. 98 Darmſtadt — Rotweiß Frankfurt; Polizei
Darmſtadt—Eintracht Frankfurt; TSV. Langen—VfR.
Schwanheim; Rotweiß Darmſtadt—FSV. Frankfurt; —
Gruppe B: Polizei Wiesbaden—SV. Wiesbaden; Poſt Wiesbaden—
FSV. Mainz 05; Wormatia Worms-Polizei Worms; Hakoah
Wies=
baden—Alemannia Worms.
Tennis.
Ein intereſſantes und wichtiges Turnier geht in der Eſſener
Halle vor ſich. Der rheiniſche Nachwuchs mit Nourney,
Heit=
mann, Hauß, Strauß, Meffert und Staatz tritt den Meiſtern der
Vorkriegszeit, und zwar Froitzheim, O. Kreuzer, Bergmann,
Rahe, O. v. Müller und Markotty gegenüber. Das ſeltene Ereignis
dürfte in Weſtdeutſchland viel Intereſſe finden. Ein weiterer
Hallen=
kampf führt in Berlin den dortigen LTC. Blauweiß mit dem THC.
Magdeburg zuſammen. — In Kopenhagen kommt es zu einem
inoffi=
ziellen Länderkampf Dänemark—Frankreich.
Im Berliner Sportpalaſt wird ein internationales
Eishockey=
turnier veranſtaltet, an dem ſich neben dem Berliner
Schlittſchuh=
klub die Oxford Canadians, der LTC Prag und eine brandenburgiſche
Auswahl=Sieben beteiligen.
Schwimmen.
In Dresden ſteigt ein Hochſchulwettkampf zwiſchen den Techniſchen
Hochſchulen Dresden und Brünn und der Berliner Hochſchule für
Lei=
besübungen. In Nürnberg veranſtaltet der Süddeutſche Schwimmkreis
einen zweitägigen Kurſus für Waſſerballſpieler unter Leitung von Dr.
Nußbaum=München.
Radſport.
In Deutſchland laufen außer einem Amateurrennen in Stuttgart
mit Rückſicht auf die bevorſtehenden Feſttage keine Hallenrennen.
Tagungen.
In Berlin hält der A. D. A. C. drei Tagungen ab. Der Sonntag
bringt die Hauptverſammlung mit der Feſtlegung des Programms für
1931 als wichtigſtem Punkte. — Der Geſamtvorſtand des D. F. B. tritt
in Hannover zuſammen und wird ſich mit den Tagesfragen im
Fuß=
ball, vor allem wohl mit der Aktion der Großvereine, befaſſen.
2. Gaugruppe.
Kreisklafſe: Bickenbach — Walldorf, Pfungſtadt — Groß=Umſtadt,
Ar=
heilgen — Griesheim. Erbach — Damm. Tv. Obernburg — Tgſ.
Obernburg.
Meiſterklaffe: Sprendlingen — Bensheim, Büttelborn — Nauheim.
Wolfskehlen — Tgſ. Darmſtadt.
A=Klaſſe: Auerbach — Seeheim, Urberach — Wallerſtädten.
B=Klaſſe: Birkenau — Zell, Hüttenfeld — Groß=Rohrheim, Groß=
Hauſen — Biebesheim.
Jugend: Bickenbach —Reichsbahn, Erzhauſen — Sprendlingen, Tgde.
1846 Darmſtadt — Walldorf. Nauheim — Griesheim.
Es geht wichtigen Entſcheidungen entgegen. Während „Vorwärts”
Langen bauſiert, kämpfen die übrigen vier Vereine um den Abſtieg.
Eine Tatſache, die ſeit dem Beſtehen des Turnerhandballs noch nicht zu
verzeichnen war. Walldorf und Griesheim treten gegen die beiden
füh=
renden Mannſchaften Bickenbach und Arheilgen an, wo wenig Ausſicht
auf Punktegewinn beſteht. Pfungſtadt trägt ſein letztes Spiel auf
eige=
nem Platze aus und darf ſich dieſe Chance nicht entgehen laſſen. In
Erbach erwarten wir ein hochklaſſiges Spiel, ohne Punktejagd. Die
bei=
den Obernburger Turnvereine ſtehen ſich im Rückſpiel gegenüber. Die
Meiſterklaſſe bringt drei Treffen von entſcheidender Bdeutung. In
Sprendlingen kommt das ſeit langem mit Spannung erwartete Spiel
gegen Bensheim zum Austrag, wo dem Sieger die Tabellenführung
winkt. Im Ried muß ſich Nauheim nur einen Punkt in Büttelborn
holen, um ebenfalls die Führung zu erlangen. Wolfskehlen wird wohl
gegen Tgſ. Darmſtadt ſiegen, doch hängt ſeine Stellung von dem
Büttel=
borner Ergebnis ab. Auerbach hat eine Niederlage gegen Seeheim
wett=
zumachen, und die Reichsbahn befindet ſich in ſo guter Verfaſſung, daß
ſie auch in Lorſch die Punkte holen wird. Das bedeutendſte Spiel der
B=Klaſſe findet in Birkenau gegen Zell ſtatt.
Am Sonntag fahren 1. und 2. Mſchft. zum letzten Pflichtſhiſ
Lorſch. Dieſes Spiel mußte ſchon am 2. Dezember ſteigen, wurt=
ſ. Zt. auf Antrag Tv. Lorſch wegen Platzſchwierigkeiten vom Gol
ausſchuß abgeſetzt. Das Vorſpiel endete 8:1 zugunſten der Reiche
Wenn es auch der Reichsbahn gelang, nach einem anfangs ſche
Start ſich durch eiſernen Kampfgeiſt an die Spitze der A=Klaſſe zun
ſo dürfte die Elf ſehr ſchwer in Lorſch gewinnen. Nicht wenio
fünf guten Spielern iſt die Spielerlaubnis für dieſes Spiel ohn=
Begründung vom Gauſpielausſchuß entzogen worden. Die Punkit
den für das Aufrücken in die Meiſterklaſſe von der Reichsbahm
mehr gebraucht. Unter einem einwandfreien Schiri dürfte es inmo
zu einem ſehr ſpannenden Spiele kommen.
Fußball.
FV. Sprendlingen — Pol. Darmſtadt.
Am Sonntag begibt ſich Polizei=SV. nach Sprendlingen, unm
den dortigen FV. das 2. Verbandsſpiel der Rückrunde auszutragen
lingt es den Poliziſten, Sprendlingen auf eigenem Gelände, nms
nach dem letztſonntäglichen Spiel nicht für ausgeſchloſſen halten. 1u
ſiegen, werden ſie weiterhin ihre Poſition befeſtigen. Aber auch oe
lingen hat genau dieſen Vorteil, da beide Vereine gleiche Punktx:
ſitzen. Jedenfalls kommt es zu einem ſehr intereſſanten Kampf.
nit den Schlußminuten feſtſtehen dürfte. Polizei fährt mittels AUß
12.45 Uhr ab Polizeihaus Holzhofallee=Nord. — 2. Mſch. — 389
FC. Union, dort, 10 Uhr.
Zum Schneider=Pokal 1931 haben bis jetzt Italien und Frmu
je vier Waſſerflugzeuge gemeldet.
Ueber eine Million Mark gewann bis jetzt der amerikaniſchch /
jährige Galant Fox, das erfolgreichſte Pferd des amerikaniſchenns
In ganz Deutſchland ſind insgeſamt nur 137 Hallenbäder vornw=
Ferdl Swatoſch, der vom Weſtdeutſchen Spielverband zum
ſpielen erklärt wurde, hat jetzt ſeinen früheren Verein Köln=Sülzgm
dem Arbeitsgericht auf Zahlung von zwei Monatsgehältern vonni
Mark verklagt.
u.
Die Intereſſengemeinſchaft der Berliner Bezirksligavereine Au4
mit aller Energie gegen höhere Speſenforderungen einzelner
einzuſchreiten, ferner verpflichtete man ſich ehrenwörtlich, die it
grenze von 7,50 Mk. nicht zu überſchreiten.
Als Deutſcher Rekord beſtätigt wurde die Leiſtung Elfriede SEſf
m 100 Meter=Rückenſchwimmen von 1:26.2 Min.
3u
Geſchäftliches.
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Um in Zukunft die Bezeichnung „Pilſner” zu vermeiden
die indirekt Reklame für die tſchechiſchen Biere gemacht win
ſich die Dortmunder Union=Brauerei, die bekanntlich acf
Weltausſtellung in Lüttich 1930 die höchſte Auszeichnunm
„Grand Prix” erhielt, dazu entſchloſſen, ihr ſtark gehopfte im
von jetzt ab unter der Bezeichnung „Dortmunder U-
Quell” auf den Markt zu bringen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Freitag, 12. Dezember.
11.00: Wiesbaden: Frühkonzert am Kochbrunnen.
15.00: Elternſtunde: Ein Vater kommt in die Sprechſtunde.
15.25: Stunde der Jugendbewegung: Eine Führerbeſprechung
Reportage durch Jugendleiter Willi Obländer.
16.00: Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Kurorcheſters.
17.55: Wolfgang Kaehler: Theaterkriſe vom Schauſpieler
au=
ſehen. Statiſtiſches und Erlebtes.
18.05: Bernhard Wieſengrund=Adorno: Buch und Film.
18.35: Freiburg: Wiſſenswertes für den Rundfunkhörer auf 7
Gebiet des Funkrechts.
19.05: Stuttgart: Aerztevortrag: Kann man porzeitigem AuFlUnhrabatt von
vorbeugen?
19.30: Stuttgart: Wiener Muſik, geſpielt vom Philharmon.
20.00: Stuttgart: Der erſte Schuß. Hörſpiel von Erich Noether
21.15: Liederſtunde. Luiſe Richartz. Lieder von O. Schoeck,
Falla, R. Straub.
yi. Darmſtadt:
ſherfahren.
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Fhs ft 2.
FM Au A. G., Man
Hiatzmn vorgeſehene
WIſtzen Mitte 7
HAtlungen ſein
Mwar die C
21.40: Stuttgart. Gaſtkonzert. Violin=Konzert von Cyril
W Awiverbilligun
FMwr Vereinbarung
Mrinfüirmen in
MMAtrwreis für Ber
ſtrret jetzt weite
Diein gleichfal
Mtet Die Ermäſ
Hie von Bremer
FM. Württe
uds Ureis b
Ausf.: Philharmoniſches Orcheſter Stuttgart. Soliſt: Albert Apſ. dm Mter, mit A
ſänger, London (Violine).
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Freitag 12. Dezember.
10.10: Schulfunk: Geſchichtliches vom Tiſch und ſeine Bauud PMAnsger
1.30: Ob.=Landw.=Rat Krug: Die Vorbedingungen für den „4AMbs M
mäßigen Gemüſebau.
14.30: Kinderſtunde: Märchen und Geſchichten.
15.00: Jungmädchenſtunde. Was wir leſen.
13.40: Dr. Lindner: Wertarbeit und Kitſch.
16.00: Min.=Rat Prof. Keſtenberg: Aufgaben und Ziele der Rid Püriab
arbeit in der Schule.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Langheinrich=Anthos: Bücher für die Frau.
18.00. Prof. Dr. Prion: Gefahren der Kapitalflucht.
8.30: Staatsminiſter a. D. Prof. D. Dr. Becker: Europäiſiſe
der Islamiſchen Welt.
19.00: Engliſch für Fortgeſchrittene.
19.30: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Zahnärzte.
20.10: Aus der Singakademie: Sinfonie=Konzert. Solocello;
nuel Feuermann. Berliner Funk=Orcheſter.
Ca. 22.30: Tanzmuſik.
Hahn
Eidschtichliag 5.
RHD. M
Hmt
Dm
Weiterbericht.
Der hohe Druck über Frankreich hat ſich nach dem ſüdlichen 2.
land und dem Alpengebiet ausgebreitet. Dieſiges und nebliges
mit Temperaturen um Null und etwas darunter herrſchen in ihale
zu erwartende Witterungsumſchlag, welcher ja geſtern ſchon uber
zu erkennen war, hat raſch weitere Fortſchritte gemacht. „m
zwiſchen Island und Irland iſt ein kräftiges Fallgebiet erſchielleh
deſſen Südſeite ſich Ausläufer bereits bis über Frankreich ern
Dabei wird die Warmluftwelle und das an ſie gebundene Rege,”,
auch unſeren Bezirk überqueren und vorübergehend Temperaman
bringen. Mit dem raſchen Drehen der Winde nach Weſten zu.
jedoch alsbald maritime, kühlere Luft zum Vorſchub, welche Ai*
diges Wetter verurſacht. Die Temperaturen werden erneut ſiht.
Wolkendecke wird durchbrochen und in Begleitung von Böenwoll.
Schauer — in höheren Lagen als Schnee — auf.
Ausſichten für Freitag, den 12. Dezember: Nach ſtärkerer Simai.
mit Niederſchlägen und Erwärmung wieder wechſelnd wo.”
ler, lebhafte ſüdliche, dann nach Weſten drehende Winde.
Ausſichten für Samstag, den 13. Dezember: Kälteres und wechen
Wetter mit vereinzelten Regen=, in höheren Lagen Schneeſch
Hauptichriftlettung: Rudolf Maupe
Veranwornich für pollik und Wirtſchaſt: Rudolf Maupei ſür Fenſleienh. .
Ausland und Heſche Nachrichten: Mar Streeſei für Sporte Kail Benl
für den Handel: Dr. C. H. Que tſch: für den Schlußdlenſt: Andreo‟ DNe
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für den Inſeraienteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willp KlN"
Druck und Verlag. L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtag!
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Rückendung nicht Dersweiche.
Die heutige Nummer ha 20 Geiten
[ ← ][ ][ → ] heingarankie in der
Aukomobil=
indafteie.
„Automobilinduſtrie wird uns von maßgebender Seite
mit=
giechrzeuginduſtrie ſtellt ein Erzeugnis her, deſſen Qualität
wzur Erfüllung ſeiner Aufgaben weder der Fachmann noch
)— Laie auf den erſten Blick oder bei der erſten
Probe=
wieſe auch noch ſo ausgedehnt ſein — zu erkennen
ver=
praktiſchen Gebrauch, auf ſchlechten Straßen, bei un=
Utiungsverhältniſſen und harter Dauerbeanſpruchung
er=
züirwandfreie Funktion aller Teile, die Güte der
Konſtruk=
ſei als und der Verarbeitung. Im Hinblick auf die Größe
koth/y S für jeden Käufer eine erhebliche Kapitalsanlage
dar=
ieſer naturgemäß eine Gewähr für das tadelloſe
Funk=
j=chlrigens. Die Automobilinduſtrie garantierte deshalb den
Tatz aller Teile, die ohne Verſchulden des Fahrers und
Verſchleißes infolge konſtruktiver Mängel, infolge von
Materials oder der Verarbeitung ſchadhaft oder
un=
urden, ſoweit ſich ſolche Mängel innerhalb beſtimmter
ier Beit oder der Kilometerleiſtung des Wagens) zeigen.
mer Fabriken geleiſtete Gewähr kann jedoch nur als eine
mSezeichnet werden, da die Fabrik wohl das Erſatzteil
irt, der Beſitzer des Wagens aber die Koſten des Aus= und
chef muß. Erfahrungsgemäß überſteigen dieſe die Koſten
tzru m ein Vielfaches, da ſie durch Einzelarbeit entſtehen,
nichen es dem Händler leicht, die Koſten des Erſatzteiles
eitt alkulieren.
Pirrgarantie ſchafft alſo dem Automobilkäufer keinerlei
t rmfnvorhergeſehenen Koſten; eine wirkliche, wertvolle
Ga=
ſtnf vor, wenn der Herſteller außer der koſtenloſen Liefe=
Gitreiles auch den koſtenfreien Aus= und Einbau mit
ge=
eiſtet, wät die Beſchädigung nicht auf ein Verſchulden des
Fah=
dre Schmierung uſw.). auf normalen Verſchleiß oder auf
Verkzhuifall, ſondern auf Mangel der Konſtruktion, des
Ma=
z odeir!ᛋ Verarbeitung zurückzuführen iſt.
lanchin it ere Enttäuſchung könnte durch eine ſolche Garantie
nund die Sicherheit, daß dem Käufer keine anderen als
ſht ien Koſten entſtehen werden, iſt geeignet, dem
Auto=
ſatzt teße zu erſchließen, denen das Riſiko eventueller
Repa=
oſten aſhr zu groß war. Gerade in der gegenwärtigen
Situa=
blltenn Daher die Automobilherſteller entſchließen, ihre
Schein=
tie duw /Einſchluß der Ein= und Ausbaukoſten in eine echte
eitie ziletrwandeln.
Witkſchafkliche Rundſchau.
ortmun ekurchien ichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Veſtſoren. Friedberg: Zimmermeiſter Georg Booz.
An=
riſt 21411 Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 2. 1.
„Idetelenkurſe. Gießen: Kfm. Ernſt Wyel,
Zigarren=
tsinhlnb. Darmſtadt: Kfm. Jſaak gen. Iſidor Plaut. Neue
lei hvsrfahren. Worms: Kaufmann Jgnatz Ziegellaub.
ichstemm 27. 12. Mainz: Hans Groll, Photohandlung.
Ver=
termira /, 12.
einrian us A.=G., Mannheim. Die während der Monate Dezem=
00 Jcaw vorgeſehene Geſamtſtillegung bei der Geſellſchaft wird
ſſichtl achſcon Mitte Januar nächſten Jahres beendet ſein. Der
ſoll Pg=lungen ſein, größere Aufträge hereinzubekommen, ſo
Er)canuar die Geſamtbelegſchaft wieder beſchäftigt werden
biterer 4uxinverbilligung im Reich. Nachdem vor einigen Tagen
gundug Vereinbarungen mit den freien Pumpenbeſitzern die
nbetrwlt ffirmen in Düſſeldorf, Köln und Umkreis den offi=
Zapk herpreis für Benzin um 1 Pfg. geſenkt haben — auch der
nnte x4v hrrabatt von 3 Pfg. iſt noch weiter in Geltung
die Abret, jetzt weiter beſchloſſen, von heute ab in einer Anzahl
rGaße gleichfalls eine Ermäßigung um einen Pfennig
ein=
zu laiſſt! Die Ermäßigung betrifft Pommern und einen Land=
„der ſiihon Bremen bis in die Gegend von Magdeburg erſtreckt,
Bayſt Württemberg und Sachſen. In den bezeichneten
Ge=
war 8 Freis bisher verhältnismäßig hoch. Er ſtellte ſich dort
Pfg. 79 Liter, mit Ausnahme der Bremer Gegend, wo ein Preis
Pfgilte iI.
raleie rſchlag der Mannheimer Gummi=, Guttavercha= und
ſabrik 40., Mannheim. Der Vergleichsvorſchlag, der am 22.
wenhit, ber AmAmtsgericht zur Beſtätigung vorgelegt wird, ſieht vor,
orderrmn bis 200 RM. einen Monat nach Rechtskraft voll
be=
wewir nagegen Forderungen über 200 RM. 50 Prozent ihrer
ellten ir erungen unter Verzicht auf den Reſt erhalten, und
Prsct am 15. März, 10 Prozent am 15. Juni, je 5 Prozent
Aucwmnd: 1. September,die reſtlichen 10 Prozent am 1. Oktober
Das Aler kapital wird im Verhältnis 10:1 zuſammengelegt und
Mitn yung einiger Geſellſchaftsbanken und einer Lieferfirma
ſchendan Eis mindeſtens 400 000 RM. wieder erhöht mit voll
ei nen Aktien, um der Firma neue Betriebsmittel zuzuführen.
ſerkau=fim. Gelände iſt bei Sanierung der Geſellſchaft ebenfalls
Sfue AMi-brüche an der New Yorker Börfe. Die hieſige Börſe
geſter— ſnen neuen ſchweren Kurseinbruch zu verzeichnen.
Ini ispapiere haben ihren niedrigſten Stand in den letzten
Hhrem re cht. Beſonders die Eiſenbahnwerte gingen auf
Kurs=
ungeng zürk wie man ſie ſeit 1925 nicht mehr erlebt hat. Zum
elen / E2 Punkte. Nach einer Statiſtik iſt der Geſamtwert der
Newi Elsr Börſe notierten Papiere des Monats November um
Milliorx Aollar zurückgegangen.
Meßhaltung. Gegen 12.30 Uhr hörte man im nichtoffiziellen
e Rurſe pro 100 Kilo waggonfrei Mannheim in RM.:
3—27,50, ausl. 34,50—36,50, Roggen inl. 17,75—18. Hafer
ſugzerſte inl. 22—24, Futtergerſte 19—20, ſüdd. Weizen=
4—,50, ſüdd. Auszugsmehl Dez.=Febr. 45,50, ſüdd. Wei=
AFebr. 27,50, füdd. Roggenmehl ſe nach Fabrikat 27,75
MWeizenkleie 9,75, Biertreber 10,50—10,75, Leinſaat 30.
neve Erchuktenbericht vom 11. Dezember. Die ruhige Stim=
* hu tagsverkehrs übertrug ſich auch auf den Beginn der
Eu Prmctenbörſe. Die Umſatztätigkeit war weiterhin gering,
wüderes lilk Weizen infolge des ſchleppenden Mehlabſatzes völlig
Miäſige 4t) war im Preiſe erneut am Prompt= und Lieferungs=
DE Am AA2 2 Mark gedrückt. Noggen zur prompten Verladung
eutienah un guten Qualitäten, nach wie vor gefragt und ver=
2E Mark höher als geſtern bezahlt, nachdem vormittags
9 niedriger gelautet hatten. Am Lieferungsmarkt war
Anehalten, während ſich in den ſpäteren Sichten ver=
BAAIngebot zeigte. Weizenmehl hat ſchleppenden Abſatz,
u ſind die Mühlci zu Preiskonzeſſionen bereit.
Rog=
legBlei chfalls ruhig, aber ziemlich ſtetig. Am Hafermarkt
2 2hff durch die von den Berliner Händlern geforderten
ſteih Bsbes aungſen beeinträchtigt, die Preiſe waren etwa behauptet.
F in WH eränderter Marktlage.
Viehmärkke.
Wiehmarkt vom 11. Dezember. Zufuhr und Preiſe:
. 30 Schafe 40—42, 161 Schweine nicht notiert, 713
Ferkel bis vier Wochen 13—18, über vier Wochen
—37. 4 Ziegen 12—24. Marktverlauf: Kälber mittel,
und Läufer mittel.
Schlachtviehmarkt vom 11. Dezember. Rinder (vom
Mälber 805, ſeit dem letzten Markt 64, zuſammen 869,
I. Markt 46, zuſ. 357, Schweine 367, ſeit d. I. Markt
— Litaler), zuſammen 1355. Marktverlauf: Kälber
Mafe lebhaft, geräumt; Schweine ruhig, ausverkauft.
71—75, c) 66—70, d) 61—65. Schafe al) 45—48,
37. Fleiſchgroßhandelspreiſe: Ochſenfleiſch 1 80—90,
llenfleiſch 82—87, Kuhfleiſch 2 60—70, dito 3 45—55
05, Hammelfleiſch 90—100, Schweinefleiſch 79—78.
68—72. Geſchäftsgang; ruhig.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 11. Dezember.
Bereits im heutigen Vormittagsverkehr ſetzte ſich der Kursabbau
weiter fort, und man hörte erneut recht ſchwache Kurſe. Zu Beginn
des offiziellen Marktes verſtärkte ſich die Abgabeneigung. Es ſollen
wieder kleine Auslandsverkaufsaufträge an den Markt gekommen ſein,
ſo daß auch die Baiſſepartei weitere Vorſtöße unternahm, und bei der
Aufnahmeunluſt der Börſe ergaben ſich gegenüber der geſtrigen
Abend=
börſe teilweiſe wieder beträchtliche Kurseinbußen. Die geſtrige ſchwache
New Yorker Börſe, die unter ſtürmiſchen Lärmſzenen verlaufene
Reichstagsſitzung und weitere Bankſchwierigkeiten in den Vereinigten
Staaten trugen ſtark zu der erneuten Abſchwächung der Börſe bei.
Die weiter feſte Haltung der Mark machte demgegenüber keinen
Ein=
druck. Die Umſatztätigkeit bewegte ſich im allgemeinen in engſten
Gren=
zen, doch war auf einzelnen Marktgebieten das Geſchäft etwas lebhafter.
Die Kursrückgänge betrugen auf allen Märkten ziemlich einheitlich 1
bis 2 Prozent. Am Chemiemarkt eröffneten J. G. Farben mit minus
½₈ Prozent relativ weniger abgeſchwächt, doch ſank dieſes Papier gleich
nach Feſtſetzung des erſten Kurſes auf 128½ Prozent. Von
Elektro=
werten waren A. E.G. mehr angeboten und lagen mit minus 2 Prozent
unter Pari. Licht u. Kraft und Schuckert büßten je 1½ Prozent ein.
Stark angeboten waren auf unkontrollierbare Gerüchte Lahmayer, die
ca 8 Prozent niedriger taxiert wurden. Recht ſchwach lagen außerdem
Siemens und Felten mit je minus 3 Prozent. Am Montanaktienmarkt
gaben Gelſenkirchen, Mannesmann und Rheinſtahl bis 1½ Prozent
nach. Bauunternehmungen büßten bis 2 Prozent ein, Wayß u. Freytag
konnten ſich aber um 2 Prozent beſſern. Angeboten waren außerdem
auf eine wahrſcheinliche Dividendenreduktion Südd. Zucker, die im
Ver=
laufe 3 Prozent verloren. Bis zu 2½ Prozent ſchwächer ſetzten noch
Deutſche Linoleum, Salzdetfurth und Hapag ein. Von internationalen
Werten gaben Chedeaktien auf die Peſetenſchwäche ca. 5.—Mk. nach.
Am Anleihemarkt lagen deutſche Anleihen knapp gehalten. Ausländer
ſtill. Pfandbriefe ebenfalls ſtill bei kleinen Veränderungen.
Im Verlaufe kam die Abwärtsbewegung der Kurſe zum Stillſtand,
doch war gleichzeitig eine große Luſtloſigkeit feſtzuſtellen, und Umſätze
kamen faſt kaum mehr zuſtande. Die Kurſe lagen auf dem ermäßigten
Niveau behauptet. Gegen Schluß der Börſe zeigte die Kuliſſe einiges
Deckungsbedürfnis und die Kurſe zogen gegen Anfang bis zu 2
Pro=
zent an. — Am Geldmarkt wurde der Satz für Tagesgeld auf 4¾
Pro=
zent erhöht. — Am Deviſenmarkt lag Madrid ſchwach, die Mark und
Schweiz dagegen feſt. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1904, gegen
Pfunde 20,36. London=Kabel 4,8587½, Paris 123,60, Mailand 92,75,
Madrid 45,00, Schweiz 25,04½, Holland 12,05¾.
Die Abendbörſe hatte bei ſehr geringen Umſätzen wieder
ſchwächere Kurſe zu verzeichnen. Beachtet wurde das Verbot des
Remarque=Films, da man ſich davon eine Beſeitigung eines politiſchen
Unruhemomentes verſpricht. Verſtimmend wirkten die ſchwächeren
Auslandsbörſen und die Schwierigkeiten in der amerikaniſchen
Bank=
welt. Farben eröffneten ¼ Prozent niedriger. Am Elektromarkt
Sie=
mens 2 Prozent ſchwächer. Von Montanwerten Ilſe 3 Prozent
ge=
drüickt. Auch Südzucker 1 Prozent ſchwächer. Im Verlaufe trat ein
Tendenzumſchwung nicht ein. Farben ſchloſſen mit 1297/.
Berlin, 11. Dezember.
Der bei Eröffnung der Börſe vorherrſchende Eindruck, daß ſich das
geſtrige Schlußniveau werde knapp behaupten können, erwies ſich ſpäter
als trügeriſch. Beſonders bei den Nebenwerten waren relativ
erheb=
liche Abſchwächungen feſtzuſtellen, während die Rückgänge ſich ſonſt im
Rahmen von 1 bis 1½ Prozent hielten. Das Ausland war wieder als
Abgeber im Markte, während die Spekulation zunächſt eher
Deckungs=
neigung bekundete. Die Meldungen aus der Wirtſchaft, wie die
Lohn=
ſenkung im oberſchleſiſchen Steinkohlenbergbau, die geplante
Tarifſen=
kung der Reichspoſt, der Liquiditätsbericht der Banken im Rahmen der
Ausführungen des Inſtituts für „Konjunkturforſchung, die
ergebnis=
loſen Ruhrverhandlungen, der Schiedsſpruch im Bankgewerbe, waren
keine Anregungen beſonderer Art. Beſondere Beachtung fand der
ſchwache Schluß in New York und die Vorgänge in der amerikaniſchen
Banbwelt. Umfangreiche Abhebungen bei mehreren Filialen der United
States Bank machten eine ſofortige Nachtſitzung in den Räumen der
Federal Reſerve Bank in New York notwendig. Auch der Antrag auf
Verlängerung der Farb=Zölle im engliſchen Oberhaus wirkte, beſonders
für Farben, verſtimmend.. Im Verlaufe ſetzten ſich die Rückgänge fort,
und es ergaben ſich bei kleinem, aber anhaltendem Angebot Verluſte bis
zu 2 Prozent.
Metallnokierungen.
Die Berliner Metalltermine vom 11. Dezember ſtellten ſich
für Kupfer: Dez 88 (90), Jan. 88 (88.75), Febr. 88,75 (89.25),
März 89 (90), April, Mai und Juni 89.50 (90.50), Juli bis Nov.
90 (90.50). Tendenz: abgeſchwächt. — Für Blei: Dez. 29 (31),
Jan. 29.50 (30.50), Febr. 29.75 (30.25), März 29.75 (30), April 30
(30.25), Mai und Juni 29.75 (30), Juli bis Okt. 30 (30.25).
Ten=
denz: luſtlos). — Für Zink: Dez. 27 (27.75), Jan. 27.25 (27.75),
Febr. 28 (28.25), März 28 (28.50) April 28 (28.75), Mai 28.50
(29), Juni 28.50 (29.25), Juli 28.75 (29.25) Auguſt 29 (29.50),
Sept. 29.50 (29.75), Okt. 29.50 (30), Nov. 29.50 (29.75). Tendenz:
ſtetig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern
Brief.
Amerikaniſche Kahelnachrichten
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 11. Dez.:
Getreide. Weizen: Dez. 77½, März 79.25, Mai 81, Juli 72½;
Mais: Dez. 72½, März 74.75, Mai 76.75, Juli 78.25; Hafer:
Dez. 34½, März 35½ Mai 36.50, Juli 35½; Roggen: Dez. 4738,
März 47.75, Mai 48, Juli 45.25.
Schmalz: Dez. 9.57½, Jan. und März 9.05, Mai 9.22½.
Speck, loko 13.
Schweine, leichte 7.80—8.00; ſchwere 7.65—7.75;
Schweine=
zufuhren: Chicago 55 000, im Weſten 133 000.
Baumwolle: Dezember 10.01, Januar 10.04.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 11. Dez.:
Schmalz: Prima Weſtern 10.30; Talg, extra, loſe 48.
Getreide. Weizen: Rotwinter, neue Ernte 96.50, Hartwinter,
neue Ernte 93½; Mais, loko New York 90½: Mehl, ſpring wheat
clears 4.15—4.50; Fracht: nach England 1,6—2,3 Schilling, nach
dem Kontinent 7—8 Cents.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Die Opel=Werke, Rüſſelsheim, teilen dem W. T.B.=Handelsdienſt auf
Anfrage mit, daß ſie der Vereinigung Deutſcher Fahrrad=Induſtrieller
angehören und nach wie vor die Beſtrebungen dieſer Vereinigung,
ſo=
weit ſie eine Geſundung der Fahrrad=Branche zum Ziele haben,
unter=
ſtützen. Die Geſchäftsausſichten ſeien auch für die Fahrrad=Abteilung
für das Jahr 1931 günſtige. Dies beweiſe, daß ſich Opel ſowohl
fabrika=
toriſch wie auch verkaufstechniſch auf dem richtigen Wege befinde.
Die Arbeiten in den Betrieben der Bielefelder Metallinduſtriellen
wurden überall aufgenommen. Die Betriebsleitungen verhandeln
zur=
zeit mit den Arbeiterräten über die Frage, in welchem Umfange die
Belegſchaften wieder eingeſtellt werden können. Der volle Betrieb kann
heute noch nicht überall durchgeführt werden, da zum Teil noch größere
Vorarbeiten (Anheizen uſw.) zu erledigen ſind. Man hofft, daß die
Wiederingangſetzung der Betriebe und die Wiedereinführung der
Ar=
beit ſich glatt vollzieht.
Die Vertrauensleute der Gewerkſchaften und die Betriebsräte der
Breslauer Metallinduſtrie lehnten den Vorſchlag des
Reichsarbeits=
miniſteriums zur Regelung der Lohn= und Akkordverhältniſſe einmütig
ab. Der Vorſchlag des Reichsarbeitsminiſteriums bezweckte eine
Ver=
einbarung, wonach die Akkordverdienſte um 7½ Prozent und die
Lohn=
ſätze um 5 Prozent gekürzt werden ſollten. Alle anderen ſtrittigen
Akkordbeſtimmungen ſollten einem Sonderſchiedsgericht zur nochmaligen
Entſcheidung vorbehalten bleiben.
Im Nobember 1930 ſtellten, die deutſchen Hochofenwerke (ohne
Saargebiet) 636 564 Tonnen Roheiſen her d. h. 7,4 Prozent weniger
als im Oktober 1930. Die arbeitstägliche Herſtellung iſt bei 30
Arbeits=
tagen mit 21 219 Tonnen um 958 Tonnen oder um 4,3 Prozent
niedri=
ger als die des Oktobers (31 Arbeitstage). Sie entſpricht 46,2 Prozent
des durchſchnittlichen arbeitstäglichen Aufbringens des Jahres 1913 im
Deutſchen Reich damaligen Umfangs Von 166 (im Oktober 166)
vor=
handenen Hochöfen waren 64 (68) in Betrieb und 37 (36) gedämpft.
Entgegen der anderweitig veröffentlichten Mitteilung, daß
bezüg=
lich des nächſtjährigen Reifenvertrages eine Einigung erzielt ſei, horen
wir aus zuverläſſiger Quelle, daß ſchon aus dem Grund von einer
Einigung keine Rede ſein kann, weil große und maßgebende Werke ſich
den derzeitig vorliegenden Beſchlüſſen noch nicht angeſchloſſen haben.
Die nächſte Sitzung findet am kommenden Samstag in Berlin ſtatt.
Berliner Kursbericht
vom 11. Dezember 1930
Deviſenmarkt
vom 11. Dezember 1930
Berl. Handels=Ge
Danatbank
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
122.50
148.—
Kan
109.—
G6.—
123.—
67.25
100.375
49.75
61.125
119.—
28.—
114.50
106.—
60.25
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelf. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Rlöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Baw
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Kopp=
103.25
129.25
84.25
105.—
76.—
69.12:
71.—
141.—
59.25
76.—
65.125
30.—
50.—S
65.75
43.50
Polyphonwerte 146.50
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoft
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkalil
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hobenlohe=Werke
Lindes Eismaſch. 138.—
BogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke 35.—
44.—Br
217.—
09.25
89.75
61.50
140.—
63——
23.75
45.75
116.—
54.50
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mk
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Pengo
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 2=Stg.
11 Pap. Peſo
1 Dollar
100 Belge
100 Lire
100 Franes
Geld
58.93
12.422
73.21
3.036
168.6e
111.94
112.00
20.339
1.414
4.186
58.495
1.99
16 45
Brief
10.535/ 10.555
59.05
12.44:
73.35
8.04
169.00
112 20
112.2
112.34 112.5
0.379
1.418
4. 194
58.615
1.96
16.493)
Schweiz
Danzig,
Japan
Jugoſlawie: 100 Dinar
Portuga)
Athen
Iſtambul
Kairo
Kanada
Uruguan
Jöland
Tallinn (Eſtl.)
Riga
Frankfurter Kurebericht vom 11 Dezember. 1930.
DMe
6%
5½%Intern., „
6% Baden ......
8% Bahern.
6%
8% Heſſen v. 28
v. 29
30 Preuß. Staat
82 Sachſen... ..
..
3% Thüringen ..."
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. X‟/.
Ab=
löſungsanl. . . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.,
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ...
8% Baden=Baden.
6% Berlin ......"
8% Darmſtadt v. 26
v. 21
7½% Dresden ...
8% Frankfurt a. M.
v. 20
v. 26
82 Mainz .....
8% Mannheim v. 26
v.27
88 München.....
80 Nürnberg ....
8½ Wiesbaden ...
8½ Heſſ. Landesbk./ 99.5
V Golbobligl 94
4½% Heſſ. 2d8.,
Hyp.=Bk.=Liquid./ 84.05
4:/.% „Kom.=Obl./ 80
8% Preuß. Lds..=Anſt. G. Pf. 100
x „Gebobigl 97
98.5
96.5
73
5
97.5
82.75
83.75
88.25
941.
98.75
75.5
52.1
5.65
0
81.5
82
76
94
80
0
82
88
91.5
90.75
O Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen .Goldobl
8½Kaſſeler Land.,
kredit Goldpfbr.
89 Naſſ. Lundesbk
4½%
Diqu. Ob
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
+ Ausl. Ser.
Ser, II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz)
8% Berl. Hhp.=Bk.
„Liqu.=Pfb
% Frkf. Hyp.=Bk.
4½% Lig. Pfbr.
„ Pfbr.=B.
„ Liau
80 Mein, Hyp.=B
Lig. Pfbr.
0 Pfälz. Hyp.=B
„ Lig. Pfbr.
88 Preuß.
Boden=
cred.=Bank
4½% „ Lig. Pfbr.
8% Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bank
4½% „ Lig.Pfb.
8% Rhein. Hyp. Bk.
4½%„ Lig. Pfbr.
8% Rhein.=Weſtf.
Bb.=Credit ...."
8% Südd. Bod.
Creb.=Bank..."
4½% „ Lig. Pfhr
Württ. Shp.
6% Daimler=Benz! 65
97.5
98.5
85
100
841
85.5
50.2
67.5
13.5
96
87.5
100.25
96.75
85‟
100
91.5
88
99.25
94:
86
100
Anr6
87.25
100
84.75
100
93.5
86.9
99
98"
93
8% Dt. Linol. Werke
825 Klöchner=Werke
7% Mainkrw. v. 26.
7% Mitteld. Stahl.
8% Salzmann u. Co.
7% Ver. Stahlwerke
8% Boigt&Häffner
J. G. Farben Bond=
—
% Bosn. L. E.B.
L. Inveſt.
4½% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
%vereinh. Rumän
4½½
½o Türk. Admin.
1. Bagdad
Bollanl.
4½% Ungarn 1913
1914
½ 2
Goldr
1910
Aktien
Alg. Kunſtziide Unie
A. E. G........."
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bemberg, J. P. ..
Bergm. El.=Werke.
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen...
Cement Heidelberg
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſel
Chem. Werke Albert
Chade ........."
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215
210
197
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FrankonaRück= u. 9
Mannh. Verſich 25
Otavi Min
Schantung Han=
Seite 18
Freitag, den 12. Dezember 1930
Oan Poralinsssank.
Rummen
Roman von Friedrich Lange.
Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle a. d. S.
19)
(Nachdruck verboten.)
21. Kapitel.
In dieſen Tagen wandelte Arnulf Berling auf Roſen.
In ſeinen Augen war das Leuchten der Freude und
Zu=
verſicht. Und nicht einmal bangte er vor der nahen Zukunft.
Kein Zweifel regte ſich in ſeinem Herzen, ob ſein Flug
ge=
lingen möchte. Der Glaube, jener felſenfeſte, Berge verſetzende
Glaube des wahrhaft Ueberzeugten beherrſchte den Erfinder.
Und täglich peitſchte er ſich ſelbſt noch an, auch nur den
Ge=
danken einer Schwäche verſcheuchend: Ich muß! Ich will!
Der „Paradiesvogel” fertig! Die Sendeſtation vollendet!
Vorwärts, Arnulf Berling, zeige, was du kannſt! Die Welt
verhält den Atem. Sie lauſcht der unfaßbaren Kunde von
dei=
nem Werk.
„Hallo, Miſter Wentley, was iſt’s mit Ihrem Arm?” fragte
der Ingenieur.
Der Inder (wie man den Fremden allgemein nannte) trug.
den linken Arm in der Binde. Er zwang beim Anruf Berlings
ein kaltes Lächeln auf die Lippen.
„Eine Kleinigkeit ohne jede Bedeutung. Ich bin neulich
beim Photographieren in den Felſen drüben am Fluſſe geſtürzt.
Sie wiſſen, Miſter Berling: Wer einem Sport mit Begeiſterung
huldigt, muß auch Opfer bringen.”
Der Erfinder ſah den Sprecher mit langem, ſeltſamem Blick
in die Augen. Sonderbar. Höchſt ſonderbar! Beim
Photo=
graphieren konnte ſo etwas paſſieren . . . Weshalb mußt
Ar=
nulf Berling an ſeinen Schuß in der Nacht denken?
Und langſam, jedes Wort mit ſtarker Betonung belaſtend,
fagte er eindringlich:
„Es iſt da nicht zu ſpaßen, Miſter Wentley, Sie könnten
heute auch ein toter Mann ſein!“
Niemand merkte des Fremden befreites Aufatmen, als ihn
die herzutretende Tochter des Generaldirektors einer Antwort
enthob.
„Guten Morgen, meine Herren!” Sie reichte ihnen beide
Hände. Und zu Berling gewandt, raunte ſie, nur ihm
ver=
ſtändlich:
„Mein Parſival und reiner Tor wird mich inzwiſchen über
ſeinem Elektroplan vergeſſen haben .. ."
Der Chefkonſtrukteur ſchüttelte ernſt den Kopf. Er konnte
den Blick nicht von Eva wenden. Sie war der verkörperte
Sommer. Ihr Kleid — erdbeerfarbener Crepe=Georgette, der
Rock aus mehreren mit Straß eingeſäumten Volants beſtehend,
bildete eine entzückende Folie für ihre reife, blonde Schönheit.
Und der Andächtige wußte: wer ſich an dieſes herrliche Weib
verlor, mußte ſich ſelbſt aufgeben bis zur Entperſönlichung.
Eva Freſe war wie ein ſüßes Opiat, wie ſchwerer,
be=
rauſchender Wein. Ihr auf Arnulf Berling eingeſtelltes Sehnen
verlieh ihrem Weſen jenen weichen, paſtellartigen Schmelz, ſür
den es keine Bezeichnung gibt.
Man ſchlug den Weg zur Sendeſtation ein. Unterwegs
entſchuldigte ſich der Inder. Drüben vor dem Tore wartete ſein
Kraftwagen.
Die Tage ſeines Aufenthaltes waren gezählt. Er wollte nur
den Start des Elektroplans zum Fernflug und ſeiner Rückkehr
beiwohnen, dann gedachte er auf dem regulären Luftweg
Lon=
don-Kalkutta heimzureiſen.
„Es iſt alles fertig. Wollen Sie mir nicht einmal die
Kraft=
ſtation perſönlich zeigen und erläutern, mein lieber Kamerad?”
„Gern, mein gnädiges Fräulein. Nun, nachdem ſich Wentley
verabſchiedete, ſteht Ihrem Wunſche kein Hindernis entgegen.”
Eda ſah lächelnd zu ihm auf. Arme und Hals trug ſie
unbekleidet. Jeder Zoll ihres ebenmäßigen Körpers ſang das
Hohelied der Schönheit. Doch Arnulf Berling fühlte ſich immun.
Venus ſelbſt hätte ihm nun, nach Fertigſtellung ſeines Werkes,
nichts anhaben können. — Er hatte ſich der Arbeit verſchrieben
und wußte nicht: War es ein Opfer oder ein Verdienſt
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„Sie mißtrauen dem Briten?”
„Ich glaube Grund dazu zu haben . . ."
Eva Freſe kletterte eifrig mit auf die Galerie der
Schalt=
anlage und ließ ſich die Wirkungsweiſe des Senders von ihrem
Führer erklären.
„Da unten ſehen Sie die mit einem ſtarken Motor
gekup=
pelte Hochfrequenzmaſchine. Dort in jenem ſchwarzen Kaſten
befindet ſich das eigentliche Geheimnis der ganzen Anlage, mein
Starkſtromſender, von dem aus die Energie ohne Verluſt in die
auf dem Dach montierte Antenne geleitet wird. Im Nebenraum
ſind noch einige Gleichſtromdynamos, Droſſelſpule und
Trans=
formator untergebracht. Solange das ganze ſtörungslos arbeitet
und in Betrieb iſt, kann ſich der „Paradiesvogel” in der Luft
halten. Der Sender iſt ſo ſtark gebaut, daß der Aktionsradius
meines Verſuchselektroplans unbegrenzt iſt, ebenſo natürlich die
Flughöhe.”
Eva hörte begeiſtert zu. Unten, zu ebener Erde, prüften die
Monteure die letzten Kabelſchlüſſe nach, zogen da eine Mutter
an, füllten dort ein Lager mit Oel auf. In zwei bis drei Tagen
begannen die Probeflüge. Dann mußte alles fix und fertig ſein.
„Und wieviel Flugzeuge kann dieſe Anlage mit Strom
verſorgen?"
„Mühelos fünfzig Maſchinen von der doppelten Stärke des
„Paradiesvogel‟. Das iſt ja ein Hauptvorteil meiner Erfindung,
daß ſie beiſpiellos billig arbeitet. Die Rentabilität einer großen
Landeszentrale, die viele tauſend Elektroplane ſpeiſt, ſteht außer
allem Zweifel.”
Sie waren wieder unten angekommen. Mit warmem
Hände=
druck ſchied Eva Freſe. Arnulf Berling atmete erleichtert auf.
Das Intermezzo von neulich hatte ſcheinbar keine Folgen für
ihn. Man würde den Kuß vergeſſen".
Edwin Förſter war zur letzten Ruhe gebettet wonde
große Schar Vereine, Freunde und Bekannte gaben
letzte Geleit. Blumen und Palmenzweige türmten ſiof
nem Grab.
Wohl als letzte trat Jutta den Heimweg an
tief verſchleiert. Das ſtumpfe Schwarz der Trauerklei”
der herben Schönheit des jungen Mädchens eine eign
Wohl nie ſahen die großen, dunklen Augen ſchwermüſſ,
weltverlorener in den Tag hinein, als heute.
Der Einſamen hatte ſich Arnulf Berling zugeſem
widerſprach nicht. Seite an Seite traten ſie den Heif
„Herzlieb, was ſoll nun werden? Ich bitte dich
gib dein Schickfal in meine Hände! Wir wollen uns ;
Wochen verloben. Inzwiſchen reift mein Erfolg, und
uns nichts im Wege, einen eigenen Hausſtand zu gründg
weis mich nicht wieder von dir! Sieh, ich werde nie
dich zu lieben, und nicht ruhen, bis du mein Weib geworol
Sie hörte ſeine Worte wie aus weiter Ferne.
Balſam legten ſie ſich auf ihr troſtbedürftiges Gemmt
nun half kein Gott. Nun war es zu ſpät.
„Sorg dich nicht um mich, Arnulf. Ich habe mich
begleiterin nach Berlin verpflichtet. Ueber das Vermöge
unglücklichen Vaters iſt der Konkurs verhängt worden.
Zukunft iſt geſichert. Mein Entſchluß iſt unabänderlühe
Sie hatten das Haus erreicht.
„Und du läßt mir nicht einmal die Hoffnung auf f
einigung in nicht allzu ferner Zeit, Jutta?‟ Namenbuſt
ſetzen ſchwang in den Worten des Mannes.
Da reichte ſie ihm freimütig die Hand.
„Ich bin dein, Liebſter. Laß uns nie den Glauku
ander verlieren.”
9.
Er zog ihre Hand an die Lippen.
FTgrupp
„Wo du auch weileſt, Herzenskönigin, ich werdg
finden wiſſen. Und dann halte ich dich feſt, und wa.
nach den Wochen der Not das große Glück finden!“
Das Verhältnis zwiſchen Eva Freſe und Mr. Wen=ll
ſich in letzter Zeit überraſchend gebeſſert. Während da
des Generaldirektors den Briten anfangs nie ernſt ru
faſt nicht anders als einen Hofnarren behandelte,
ihm neuerdings manches Stündchen in ihrer Nähe.
An den heißen Sommertagen ſaßen ſie oft beim 19 hefüdd
irgendeiner ſonnengeſchützten Laube des Parkes, vert .ßf
Feinheiten des Spiels. So auch heute. Wentley MſtKüdter u Freunde
Arm nicht mehr in der Binde. Die Wunde war gehes”ſſenine zind einge-
Eva hatte ſoeben ihren unaufmerkſamen Partnsy. .-
Unkosten-
matt geſetzt und freute ſich kindlich über ihren Erfolg, 4) gzeh Belieben.
höher zu bewerten war, als ſich anfangs Mr. Wentleu.
überlegener Spieler erwies.
„Wie ſagt man doch auf Deutſch: . . . Unglück
Glück in der Liebe . . .‟ Es klang gewollt reſignieftl
die blitzenden Augen des Fremden verrieten die SehnfitMElE TURN
Herzens. Und, nicht gewöhnt, ſeiner Galanterie Züſ=/
legen, flüſterte er ſeiner Partnerin heiß zu:
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„Wie ſchön Sie ſind, Darling! Wie Eos, die 05
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