Darmstädter Tagblatt 1930


28. November 1930

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Kinzelnmmmer 10 Pfennige

*
Mn
9
Nrter
4
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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n Erſcheinen vom 4. Novemder

1. Reichsmark und 22 Pfennig
2.25 Reichsmark, durch die
gnrrt frei Haus. Poſibezugspreie.
es monatich 2.75 Reichsmant.
Eufnahme von Anzelgen an
in nicht übernommen. Nichte=
rinemern
infolge höherer Gewalt
un nſcht zur Kürzung des
Auren und Abbeſtellungen durch
et /Hltelt für uns. Poſtiſcheckonte
ſiu a. M. 1304.

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iluſtrierte Beilage: Die Gegenwarte, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit + verſebenen Original-Auffätze und eigenen Nachrichten wur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Nummer 329
Freitag, den 28. November 1930.
193. Jahrgang

Amm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzelgen 40 Reichspfg. Rellamezelle (92 mm
breit) 2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichepfg.
Finanz=Anzelgen 60 Reichspfg. 92 mm breite Nellame=
zelle
3.00 Reichsmark. Alle Preiſe in Reichsmart
(4 Dollar 420 Markl. Im Falle höberer
Gewalt, wie Krieg, Aufuhr, Strell uſw erſiſcht
jede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzelgen=
aufträge
und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerſchticher Beltreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Banſkonto Deutſche Bant und Darm=
ſtädter
und Nationalbane

MReichsbankpräſident bei der Induſtrie.

aurglan gehören auch die Borausſekzungen:
opictzue billigen Sähen. Die Rückwirkungen
auch für den Youngplan gelken. Die
entditeſrobleme dieſes Winkers.

wet ber 1ferk Senkung der Geſtehungskoſten
unbreic zur Beſſerung der Zukunfksausſichken.

Berlin, 27. November.
ſäne ſtark beſuchte Sitzung des Hauptausſchuſſes
htds der deutſchen Induſtrie unter dem Vorſitz von
hiberg ſtatt. In ſeiner Begrüßungsanſprache führte
m9uisberg u. a. aus:
ſommil e Winter werde an die Einſicht, Energie und
ſkrazfei politiſchen ebenſo wie der wirtſchaftlichen Fak=
rinſeruslimdes
die größten Anforderungen ſtellen. Die
in dyul= berwindung der Probleme dieſes Winters wür=
heitpe
eein für lange Jahre politiſcher und wirtſchaft=
futwg
tnn. Auch diesmal hänge der Erfolg oder Miß=
enantdees
allein von den Maßnahmen der politiſchen
ale i/ Reichsregierung habe mit ihrem Notprogramm
alje mlles, was in ihrer Macht ſtehe, tun wolle, um
MBrſis für den Wiederaufſtieg zu ſchaffen. Im In=
Emrſanierung müßten daher ſchwerſte Bedenken, die
/1 ſicher berechtigt ſeien, zurückgeſtellt werden.
hurif Reichsbankpräſident Dr. Luther das Wort.
ehl volgendes aus: Wenn noch jemand an der
der deutſchen Währung gezweifelt hat,
n die gegenwärtige Kriſe, in der die Wirtſchaft
KyPolitiſches in Gärung iſt, die Reichsmark aber feſt
ſiseien belehrt haben. Viele von den nach Zahl und
ſetzut überſchätzten Kapitalflüchtlingen in den kriti=
hich
der Reichstagswahl haben inzwiſchen feſtgeſtellt,
wekuliert haben. Die ſieben Jahre alte Reichs=
eiesen
wahrlich nicht fetten Jahre durchgehalten,
bia viele Male ſieben Jahre durchhalten.
onern ſtarkes Deutſchland hat auch
folgsausſichten im außenpoliti=
Kon Geſchloſſener nationaler Wille die Renten=
zſigt
, erzwingt im Auslande Verſtändnis für
Lebchuro gen. Gelänge obendrein die ungeheure Kräfte=
fahſy
zu wirklich einer Regierungsgewalt im Reiche,
die lasreform, ſo würde durch die Einſetzung der ver=
Krchnles Reiches Deutſchlands Lage ſehr erleichtert wer=
ſondesuuſch
zugunſten des deutſchen Oſtens. Man ſoll ſich
ſich Mry irtſchaftskriſe, durch Reparationen und durch den
döichu ud wirtſchaftlichen Umformungsprozeß, durch den
andA burch muß, lähmen laſſen. Es wird auch hier durch=
M ſteigendem Nachdruck muß deutſcherſeits darauf
ſench ſrhen, daß zum Youngplan auch die von
79 Min zu erfüllenden Vorausſetzungen
en.Rie Reparationen ſind auf die Dauer
Mhar, wenn Deutſchland genügend
REndie esausführen kann. Ebenſo wird
hwTan nur durchführbar ſein, wenn
10 langfriſtiges Auslandkapital zu
letzen erhält. Erſt wenn der Alpdruck der
Auslandsverſchuldung weicht, können ſich
Rhm Kräfte entfalten. Auch die Kapitalhortung
en werden, die heute beſonders in Frankreich be=
Eeſteriliſierung erarbeiteter Produktionskraft dar=
RoWdar der toten Hand einer früheren. Wirtſchafts=
Eeſchit mnvorſtellbar, daß die Tatſache der
nanmalen Goldaufwertung nicht Rück=
Inghrauf die Höhe der Reparationen haben
Seitgedanke ſchon des Dawesplanes
tſchland nur im Verhältnis ſeiner
Iacüiſigkeit zu belaſten. Das muß ſelbſtver=
Miürden Youngplan gelten. Auch die Auf=
Miug der ſozialen Lebensbedingungen des deutſchen Vol=
n
un Nem Youngplan beachtet werden. Die in der
WwDeB 3z ſich ſpiegelnde neue Preisformung eröffnet dem
e * Möglichkeiten neuer Betätigungen. Je feſter und
Roen ch g: deutſche Volk danach trachtet, durch Sen=
DeWrt duktionskoſten und Preiſe möglichſt
*IAlen endie neuenUfer zuerreichen, deſto
wan ſeine wirtſchaftlichen Zukunftsausſichten
WerD 4 auch vom Standpunkt des inneren Marktes aus,
PNäce jeder geſunden Ausfuhr iſt, alſo auch für die
ie N Woeutſchlands beſondere Chance. Auch die leiden=
SDdie Rukcämpfer einer Reviſion ſind ſich darüber klar, daß
er Reviſionswunſch dahin gehen
ulden, die privatrechtlichen Charak=
Oder deren Gläubiger Private ſind,
ätig bezahlen zu wollen. Was aus den
üeer das ſogenannte Moratorium oder die Revi=
Dr möge, Deutſchland wird ſeine privaten Schuld=
ordnungsmäßig
und bei Fälligkeit erfüllen.
D wir die deutſche Unterſchrift unter den Young=
9 bindend anerkennen, deſto wirkungsvoller können
Bertragsgegnern fordern, was ihnen vertrags=
Man ſollte darauf rechnen können, daß infolge
icht in die weltwirtſchaftlichen Gefahren der
rionsregelung das, was nicht beſtehen bleiben
wwird.

Ee aſtl behandelte dann im einzelnen die bereits

Slentungsaktion und ſchließlich die Reparations=

Genügend Abſahmärkke und langfriſtiges Auslands=
der
inkernakionalen Goldaufwerkung müſſen
Youngplan=Reviſion unausbleiblich.
frage. Die Verpflichtungen aus dem Young=Plan gingen über
die deutſche Leiſtungsfähigkeit hinaus. Im Anſchluß an die
Ausführungen von Geheimrat Kaſtl nahm der Reichskanzler Dr.
Brüning zu vertraulichen Ausführungen das Wort.
Der Reichsverband der Deutſchen Induſtrie
zur Tarifſenkung.
Präſidium und Vorſtand des Reichsverbandes der Deutſchen
Induſtrie hielten geſtern unter dem Vorſitz des Herrn Geheimrats
Dr. C. Duisberg ihre Sitzungen ab. In der Vorſtandsſitzung wurde
nach einem Vortrag von Direktor Waibel über Möglichkeiten
der Tarifſenkung bei der Reichsbahn und bei der Reichspoſt die
folgende Entſchließung angenommen: Nachdem durch den 6 pro=
zentigen
Abbau der 1927 feſtgeſetzten Beamtengehälter bei der
Deutſchen Reichsbahn zirka 84 Millionen RM., bei der Deutſchen
Reichspoſt zirka 62 Millionen RM. für Tarifermäßigungen ver=
fügbar
werden, wird eine Anpaſſung der Arbeitslöhne bei beiden
Verkehrsanſtalten unabweisbar, um die gleiche Baſis wie bisher
herzuſtellen. Hierdurch werden bei der Deutſchen Reichsbahn wei=
tere
zirka 107 Millionen RM., bei der Deutſchen Reichspoſt 24
Millionen RM., alſo insgeſamt zirka 191 Millionen RM., bzw.
zirka 86 Millionen RM. verfügbar. Der Reichsverband der
Deutſchen Induſtrie fordert, daß dieſe Erſparungen auf dem Wege
von Tarifermäßigungen der notleidenden Wirtſchaft wieder zu=
geführt
werden. Die Tarifermäßigungen müßten vor dem am 31.
März 1931 erfolgenden Ablauf der Tarifverträge im Wege der
Vorleiſtung ſpäteſtens bis zum 1. Februar 1931 erfolgen.
Das Schickſal des Regierungsprogramms
Arkikel 48 oder parlamenkariſche Erledigung?
* BB. Berlin, 27. November. (Priv.=Tel.)
Auf dem innerpolitiſchen Kriegsſchauplatz iſt eine Gefechts=
pauſe
eingetreten. Der Reichskanzler hat ſeine informatoriſchen
Unterhaltungen mit den Parteiführern abgeſchloſſen. Der Frei=
tag
ſoll dazu benutzt werden, die weiteren Maßnahmen in ihren
Einzelheiten endgültig feſtzulegen. Außerdem wird der Reichs=
innenminiſter
erſt am Freitag wieder aus Oberſchleſien zurück=
kehren
. Seine Stimme iſt aber im Kabinettsrat von Bedeutung,
weshalb man die letzte Entſcheidung nicht ohne ſeine Anweſen=
heit
fällen will. Andererſeits aber iſt der Reichsrat mit der
Durchberatung des Steuervereinheitlichungsgefetzes noch nicht
zu Ende. Dieſes Geſetz iſt den Ländern nicht ſonderlich be=
quem
. Es fehlt alſo noch dieſes Glied im Finanzprogramm.
Die Kabinettsſitzung iſt für Samstag anberaumt, obwohl ver=
mutlich
der Reichsrat dann immer noch über den letzten Reſt
des Finanzprogramms beraten wird.
Da die bisher vorliegenden Geſetze zum Teil ver=
faſſungsändernd
ſind, mußte die Frage geklärt wer=
den
, ob es möglich iſt, auch verfaſſungsändernde
Geſetze mit Hilfe des Artikels 48 in Kraft zu
ſetzen. Dieſe Frage iſt in den letzten Tagen von den beiden
Kronjuriſten, Staatsſekretär Zweigert und Staatsſekretär Prof.
Joel, eingehend geprüft worden. Auf jeden Fall beſtehen hier
keine Schwierigkeiten hinſichtlich der Behandlung des Plafond=
geſetzes
und des Ausgabenſenkungsgeſetzes, da der Art. 48 an ſich
ſchon Eingriffsmöglichkeiten ſeitens des Reiches in die Länder=
und Kommunalangelegenheiten vorſieht. Anders liegen die
Dinge bei der Beſoldungskürzung. Möglicherweiſe wird man
dem Geſetz eine Modifizierung geben, die allen Eventualfällen
vor vornherein Rechnung trägt. Es iſt aber unrichtig, wenn be=
hauptet
wird, daß die angerufenen Juriſten ſelber in dieſer
Frage in Widerſtreit geraten wären. Weiter beſteht noch das
Problem, ob in die nunmehr notwendig gewor=
dene
Notverordnung auch der neue Haushalts=
plan
einbezogen werden ſoll. Auch dieſe Frage wird
noch einmal in der Kabinettsſitzung erörtert werden, wobei es
ſich noch nicht überblicken läßt, nach welcher Richtung die Ent=
ſcheidung
fallen kann.
Am Donnerstag iſt der Reichsfinanzminiſter beim
Reichspräſidenten zum Vortrag geweſen, woraus immer=
hin
gefolgert werden darf, daß die Regierung für den äußerſten
Fall beſtimmte Vorbereitungen trifft. Vorläufig freilich hält
der Kanzler noch daran feſt, daß er die Hoffnungen auf eine
parlamentariſche Erledigung nicht aufgegeben habe. Das rüh=
men
ihm ſogar die Sozialdemokraten nach, die das Ausbrechen
der Wirtſchaftspartei benutzen, um neue Forderungen in der
Richtung einer Umgeſtaltung der Bürgerſteuer zu ſtellen. Es
iſt jedenfalls unverkennbar, daß die Haltung der Sozialdemo=
kraten
in den letzten 24 Stunden anders geworden iſt. Sie ver=
langen
Zugeſtändniſſe, die der Kanzler ihnen kaum anbieten
kann. Dr. Dingeldey hat dem Kanzler gegenüber noch einmal
ausdrücklich betont, daß jede Nachgiebigkeit der Regierung den
Sozialdemokraten gegenüber auch die Volkspartei zum Abrücken
nötigen würde. Dr. Brüning ſitzt alſo zwiſchen Schlla und
Charybdis.
Beſondere Aufmerkſamkeit findet daher ſeine Unterhal=
tung
mit Geheimrat Hugenberg, die am Mittwoch
2½ Stunden in Anſpruch nahm. Beide Partner haben ſich auf
ſtrengſtes Stillſchweigen feſtgelegt. Aus der zeitlichen Dauer
der Beſprechung geht aber doch wohl hervor, daß die Unter=
redung
nicht ganz negativ verlaufen iſt, ſondern daß ſich für
eine frühere oder ſpätere Zeit Möglichkeiten ergeben haben,
die eine Annäherung der Deutſchnationalen an eine bürgerliche
Regierung offenlaſſen.
Jedenfalls wird man bis zum Sonntag ſchon wiſſen, wie der
Endkampf ausgetragen wird.

Die Arbeikerunruhen in Spanien.
Vor einer neuen Diktatur?
Von
E. von Ungern=Sternberg.
Das politiſche Leben in Spanien zeigt Fieberſymptome.
Seit etwa drei Monaten brandet durch das Königreich eine Woge
von Streiks, die ſich nicht legen will und die eine allgemeine Un=
ruhe
hervorruft. Sie macht ſich auch im Wirtſchaftsleben be=
merkbar
. Die Peſeta, die bereits einen Tiefſtand von 45 Pfenni=
gen
(Normalwert 80 Pfennige) erreicht hatte, iſt in den letzten
Tagen noch um etwa zwei Punkte gefallen. Die Arbeiterſchaft
fordert eine Anpaſſung der Löhne an die geſtiegenen und in=
folge
des Valutaverfalles immer weiter ſteigenden Lebens=
haltungskoſten
. Sie ſieht ſich in ihren beſcheidenen Bedürfniſſen
bedrängt und gerät deshalb nur allzuleicht unter den Einfluß
des ſyndikaliſtiſch=bolſchewiſtiſchen Sindicato Unico und läßt
ſich auf die Straße treiben. Nun iſt aber Spanien mit Ausnahme
Cataloniens und eines Teiles der baskiſchen Provinzen kein
Induſtrieland. Die Arbeiterſchaft hat deshalb auch nicht die Be=
deutung
als politiſcher Faktor, wie in anderen Ländern des
Weſtens. Die Sozialdemokratie hat auch in der Vordiktaturzeit
keine hervorragende Rolle geſpielt. Sie dürfte auch heute kaum
mehr als etwa dreimal hunderttauſend Mitglieder zählen. In
den Cortes beſaß ſie nur einen einzigen Vertreter von Rang,
Pablo Igleſias, der vor zwei Jahren verſtarb, und an deſſen
Grabe ſich alljährlich ſeine Anhänger verſammeln. Die ſozial=
demokratiſche
Union de Trabajadores huldigten im allgemeinen
recht gemäßigten Tendenzen. Sie ſtand auch in keiner offenen
Oppoſition zur Diktatur Primo de Riveras, der den profeſ=
ſionellen
Arbeiterintereſſen ſtets ſeine beſondere Aufmerkſamkeit
widmete.
In Barcelona hatte ſich in der Vordiktaturzeit das revo=
lutionäre
Sindicato Unico gebildet, das bald einen gewaltigen
Einfluß auf die geſamte Arbeiterſchaft gewann. Die Führer
dieſer Arbeitervereinigung übten ein Terrorregime aus. Auf
ihrem Gewiſſen liegen zahlreiche politiſche Morde, unter anderm
auch der Mord des ſpaniſchen Miniſterpräſidenten, des Herzogs
von Dato. Nach ſeinem Staatsſtreich im September 1923 löſte
Primo de Riveras und der Regierungsantritt des Generals
verſteckten ſich in der Unterwelt und die Führer flohen nach
Moskau, wo ſie mit offenen Armen aufgenommen wurden und
ſich zu Agenten der Kominteren ausbilden ließen. Der Sturz
Primo de Riveras und der Regierungsantritt des General
Berenguer ermöglichte ihnen die Heimkehr. Sie wurden von
Moskau reichlich mit Geldmitteln verſehen und bemühen ſich nun,
leider mit Erfolg, die Arbeiterſchaft auf die Straßen zu hetzen.
Als Gegengewicht gegen das Sindicato Unico war mit Hilfe
der Regierung das Sindicato Libre ins Leben gerufen worden.
Die Mitglieder dieſes Syndikates kümmern ſich ausſchließlich
um profeſſionelle Intereſſen, ſind allen Exzeſſen abhold und
ſtellen auch heute noch die Arbeitswilligen.
Man darf die Bedeutung der Arbeiterunruhen in Spanien
nicht überſchätzen. Denn wenn es auch in Madrid und Bar=
celona
, Valencia, Sevilla uſw. zu recht unliebſamen Straßen=
kravallen
gekommen iſt, ſo fiel es der Regierung doch nicht
ſchwer, Herr der Lage zu bleiben. Nirgends glückte der an=
geſagte
Generalſtreik. Das Sindicato Unico konnte mit ſeiner
Parole An die Barrikaden die Maſſen nicht verführen, um ſo
weniger, als die gemäßigten Arbeitervereinigungen überall zur
Ruhe mahnten. In Spanien ſind, wie die Geſchichte lehrt, nie=
mals
erfolgreiche Revolutionen von unten gemacht worden.
Es waren immer Pronunciamentos von Generälen, die die
Regierungen ſtürzten und ſich ſelbſt an die Spitze des Staats=
weſens
ſtellten. Die Arbeiterbewegungen laufen parallel der
republikaniſchen. Man darf ſie nicht verwechſeln. An der Spitze
der ſpaniſchen Republikaner, von denen häufig die Rede ge=
weſen
iſt, ſtehen Führer der Intelligenz, wie z. B. Profeſſor
Unamuno, Marcelino Domingo, Lerreoux uſw., die mit der
Arbeiterſchaft gar keinen Kontakt haben. Nur die Studenten
allein haben oftmals während der Arbeiterunruhen verſucht,
gemeinſame Sache mit den Arbeitern zu machen. Einige Univer=
ſitäten
wurden geſchloſſen; damit aber hatte es ſein Bewenden.
Es ſind keine republikaniſchen, ſondern Moskauer Einflüſſe,
die ſich bei den letzten Streiks bemerkbar gemacht haben. Da aber
die Regierung im Intereſſe der öffentlichen Ordnung, der
wirtſchaftlichen Erforderniſſe und des ſpaniſchen Preſtiges dem
Ausland gegenüber die weitere Fortdauer der Unruhen nicht
länger geſtatten will, ſo wird der Plan einer neuen Militär=
diktatur
ernſtlich erwogen. Als zukünftige Militärdiktatoren wer=
den
die Namen vom General Martinez=Anido, des früheren
Innenminiſters unter Primo de Rivera, der ſtets eine ſtarke
Hand bewieſen hat und 1923 die Putſche in Barcelona unter=
drückte
, ferner der Name des Militärgouverneurs von Madrid,
General Sarto, und des Generalkapitäns, General Berrera ge=
nannt
. General Berenguer, der die Nachfolgeſchaft Primo
de Riveras übernommen hatte, regiert zwar auch diktatoriſch,
aber er hat das feſte Verſprechen einer Rückkehr zur Verfaſſung
gegeben, und Parlamentswahlen ſind für den 1. März des kom=
menden
Jahres vorgeſehen. Um aber die Arbeiterunruhen zu
unterdrücken, dazu gehören außerordentliche Maßnahmen, zu
denen ſich General Berenguer nur ſchwer entſchließen will. Es
iſt deshalb nicht ausgeſchloſſen, daß er einem energiſchen Dikta=
tor
für eine kurze Zeitſpanne Platz machen wird.

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Seite 2

Freitag, den 28. November 1930

Die Landabrüſtung zugunſten der Seeabrüſtung geopferk. Für die Landabrüſtung iſt nichtis geſchehen.

Nur Aufrechkerhalkung der Abrüſtung für Deutſchland
* Genf, 27. Nov. (Priv.=Tel.)
Der Abrüſtungsvorausſchuß des Völkerbundes griff am Donners=
tag
die Frage der Aufrechterhaltung der Verſailler
Abrüſtung für Deutſchland auf. Die franzöſiſche Dele=
gation
hatte zu dem betreffenden Artikel E. A. des Abkommens=
entwurfs
, der ſich auf die Verſailler Abrüſtung bezieht, folgenden
Vorſchlag gemacht:
Das gegenwärtige Abkommen beſchränkt in keiner Weiſe
diejenigen Verpflichtungen, die ſich aus früheren Verträgen er=
geben
, in denen gewiſſe der vertragſchließenden Parteien es über=
nommen
haben, ihre Land=, See= und Luftrüſtungen zu beſchrän=
ken
, und in denen ſo die Verpflichtungen und Rechte des einen
gegen den anderen in dieſer Frage feſtgelegt ſind. Die hohen ver=
tragſchließenden
Parteien als Unterzeichnerſtaaten dieſer Ver=
träge
erklären, daß die durch das gegenwärtige Abkommen feſtge=
ſetzten
Begrenzungen von ihnen in Ausübung der im vorher=
gehenden
Abſatz aufgeſtellten Verpflichtungen angenommen wer=
den
und daß ihre Aufrechterhaltung eine entſcheidende Vorbe=
dingung
des gegenwärtigen Abkommens darſtellt.
Gegenüber früheren franzöſiſchen Anträgen bedeutet dieſer
neue Vorſchlag eine außerordentliche Verſchärfung, da nach ihrem
Sinne die Aufrechterhaltung der einſeitigen deutſchen Abrüſtung
trotz der im Artikel 8 der Völkerbundsſatzung enthaltenen allge=
meinen
Verpflichtung zu einer Vorbedingung für jede weitere
Abrüſtungsarbeit gemacht werden ſoll. Vor der Beratung dieſes
Antrages ſpielte ſich im Ausſchuß ein ſonderbares Spiel ab. Man
verſuchte, die ganze Ausſprache unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit
in einem Unterausſchuß vorzunehmen. Dagegen wandte ſich Graf
Bernſtorff mit aller Schärfe. Daraufhin entſchloß ſich der Ausſchuß
dann noch zur öffentlichen Beratung.
Als erſter Redner gab der franzöſiſche Vertreter Maſſigli eine
Erklärung ab, nach der die franzöſiſche Regierung das Abrüſtungs=
abkommen
nur dann annimmt, wenn die Beſtimmungen der Frie=
densverträge
beſtehen blieben.
Graf Bernſtorff legt dagegen Verwahrung ein.
Hierzu gab Graf Bernſtorff im Namen der deutſchen Regie=
rung
ſodann eine Erklärung ab, in der es u. a. heißt: Der jetzige
Abkommensentwurf hat mit Abrüſtung ſoweit es ſich um die
Landſtreitkräfte handelt nichts mehr gemein als die Ueber=
ſchrift
. Nimmt die Mehrheit den Artikel A.E. an, ſo werden da=
durch
nur die Staaten betroffen, die einen ſolchen Abkommens=
entwurf
unterzeichnen wollen. Ich gehöre nicht zu ihnen. Im
Gegenteil, ich werde die Gelegenheit des Artikel E.A. benutzen, um
gegen den Abkommensentwurf in ſeiner Geſamtheit zu ſtimmen.
Vielleicht gibt es Delegierte im Ausſchuß, die in dem Glauben
leben, man könnte meiner Regierung einen Vertrag zur Mit=
unterzeichnung
anbieten, der, ſtatt eine wirkliche Abrüſtung zu
bringen, den Rüſtungsſtand der Welt zu Lande verſchleiert oder
gar ſeine Erhöhung geſtattet, und der für mich gleichzeitig eine
Erneuerung der deutſchen Unterſchrift unter die Abrüſtungsbeſtim=
mungen
des Verſailler Vertrages bedeuten würde. Ich muß Sie
bitten, einer ſolchen Illuſion endgültig zu entſagen. Was den
Zuſatzantrag betrifft, den die franzöſiſche Abordnung vorgelegt
hat, möchte ich erklären, daß die Vorausſetzungen, unter denen
die deutſche Regierung den allgemeinen Abrüſtungsvertrag als
eine vertragsmäßige Gegenleiſtung anerkennen kann, allgemein
bekannt ſind. Unſer Standpunkt iſt, daß Deutſchland einen erſten
Abrüſtungsvertrag nur dann als ſolchep anerkennen kann, wenn
er eine gerechte, der Sicherheit aller Staaten Rechnung tragende
Löſung bringt. Deutſchland wird das Abrüſtungsabkommen danach
beurteilen, ob es als Gegenleiſtung für die deutſche Abrüſtung
endlich den Grundſatz paritätiſcher Sicherheit verwirklicht.
Annahme des Arkikels EA.
Der Abrüſtungsausſchuß nahm darauf mit 14 Stimmen bei
Stimmenthaltung Deutſchlands, Italiens, Sowjetrußlands und
der neutralen Mächte den Artikel E.A. in der oben gemeldeten
verſchärften Faſſung an.
Der Annahme dieſes Antrages ging eine große politiſche Aus=
ſprache
voraus, die durch die Erklärung Bernſtorffs aufgerollt
war. Lord Cecil=England proteſtierte ſcharf gegen die
Ausführungen Bernſtorffs, nach denen eine Herabſetzung der =

Zu ſeinem hundertſten Geburtstage am 28. November.
Von Sophie Lederer=Eben.
in leidenſchatlicher Hingabe an die Nüancierungsfähigkeit ſeines
Inſtrumentes, die muſikaliſche Linie impreſſioniſtiſch in einem
klangfarbigen Rauſch auflöſte, und durch das Erlebenlaſſen dieſes
zwang, und wenn Hans von Bülow, ein Herrſcher jeder Zoll, die
muſikaliſche Linie zeichendeuteriſch mit Silberſtift nachzog, und
die Fünf letzten Sonaten Beethovens wie eine glitzernde
Schneelandſchaft vor dem Publikum aufſtrahlen ließ, ſo ſcheint
es, als ob in Rubinſtein der Urinſtinkt der Muſik Geſtalt an=
genommen
habe, wie er in Beethoven Geſtalt annahm. Nicht wild aufgeworfene Unterlippe.
der Geiſt herrſcht hier, nicht der lehrende‟ Geiſt Bülows, dem
das Aufzeigen zum tiefſten Selbſterlebnis wurde, ſondern eben
die Muſik ſelbſt, ungebrochen durch Reflexion. So konnte auch,
wie bei Beethoven, in dem Reproduzieren Rubinſteins die
Improviſation eine ſo ausgebreitete Rolle ſpielen wie ſonſt
nicht mehr in unſerer lehrhaft gewordenen unſchöpferiſchen Zeit.
Beethoven nannte ſeine Cis=Moll, ſeine Mondſchein=Sonate,
Auasi una Fantasia. Rubinſteins Reproduzieren ſteigt aus
dem Wallen und Wogen des Schöpferiſchen, das oft die feſten
Formen der Konzertvorträge überſchwemmt.
Als ſein Gedächtnis für das Geſichtsbild der Noten, für
das Gehörbild, in ſpäteren Jahren nachläßt, ſchiebt ſich unbe=
merkt
vom Publikum kongeniale Improviſation an Stelle
vergeſſener Noten und Uebergänge. Nur die Kritik hat
immer zu mäkeln, wenn Rubinſtein ſpielt, obwohl ihm
ſehr iſt das Schöpferiſche früher für den ſchlichteſten Vortragen=
den
eine Selbſtverſtändlichkeit, aus unſerer Zeit verſchwunden!
An ſeine Stelle trat das Auswendigſpiel Urgrund ſämt=
Podium durch Improviſation zu retten? Rubinſtein iſt der
letzte ſchöpferiſch reproduzierende Geiſt.
Lehre hat ihn nie bedrückt, trat nie dem Elementarflug des
Geiſtes entgegen. Seine Mutter, die ihn zuerſt unterrichtet,
einer der dunkelſten Ecken Rußlands auf einem Dorf geboren
als 1839 der Schüler nach Weimar pilgert zu Liſzt, der auf der päiſche, die deutſche Muſikkultur in ſein Land zu verpflanzen,

ſtungen im Abkommen nicht vorgeſehen ſei. Es ſei ihm unver=
ſtändlich
, wie Bernſtorff derartiges habe erklären können.
Graf Bernſtorff erwiderte Lord Cecil mit der
Frage, ob er der Meinung ſei, daß das Abrüſtungsabkommen eine
Herabſetzung der ausgebildeten Reſerven, des geſamten Kriegs=
materials
und eine Einſchränkung der Heereshaushalte umfaſſe?
Er müſſe feſtſtellen, daß die Herabſetzung der Land=
rüſtungen
der Abrüſtung zur See geopfert worden
ſei. Deutſchland müſſe nach wie vor Sicherheit im
Sinne der Gleichſtellung ſämtlicher Mächte und
Sicherheit für alle fordern.
Der Antrag der italieniſchen, türkiſchen und bulgariſchen Re=
gierungen
, den Artikel E.A. zu ſtreichen und zur Entſcheidung an
die Konferenz zu verweiſen, wurde vom Ausſchuß mit 12 gegen
die Stimmen von Deutſchland, Italien, Rußland, der Türkei und
Bulgariens abgelehnt.
* Wieder einmal hat man in Genf einen Artikel des Ab=
rüſtungsabkommens
rein politiſch ausgeſchlachtet. Zum Nachteil
Deutſchlands. Wieder war es Frankreich, das im Widerſpruch zu
den Gleichberechtigungsgrundſätzen des Völkerbundes die einſeitige
Verſailler Abrüſtung als eine conditio sine aua non hingeſtellt hat,
ohne daß das Abrüſtungsverſprechen der übrigen Mächte jemals
eingelöſt wird. Der gegenwärtige Konventionsent=
wurf
hat mit Abrüſtung, ſoweit es ſich um die Land=
ſtreitkräfte
handelt, nichts mehr gemeinſam als die
Ueberſchrift. Mit der Annahme des Artikels E.A. iſt ein
Scheinwerk entſtanden, zu dem Zweck, die breite Oeffentlichkeit
über die verſchleierte Aufrüſtung der Militärmächte hinwegzutäu=
ſchen
. Graf Bernſtorff hat eine Erneuerung der deutſchen Unter=
ſchrift
unter die Abrüſtungsbeſtimmungen des Verſailler Ver=
trages
nichts anderes würde die Annahme des Artikels E.A.
durch Deutſchland bedeuten mit Entrüſtung von ſich gewieſen.
Er hat die Gelegenheit benutzt, um gegen den Konventionsent=
wurf
in ſeiner Geſamtheit zu ſtimmen. Graf Bernſtorff hat
Frankreich keinen Augenblick darüber im Unklaren gelaſſen, daß
es ſich Illuſionen hingibt, wenn es glaubt, daß Deutſchland ſich
auf eine einſeitige Auslegung der Abrüſtungsbeſtimmungen des
Verſailler Vertrages nachträglich feſtlegen würde.
Die Vorausſetzungen, unter denen die deutſche Regierung
einen allgemeinen Abrüſtungsvertrag als eine vertragsmäßige
Gegenleiſtung anerkennen kann, ſind allgemein bekannt. Seit
Jahr und Tag ſind dieſe Vorausſetzungen von den amtlichen Ver=
tretern
Deutſchlands bei jeder ſich bietenden Gelegenheit ausge=
ſprochen
worden. Unſer Standpunkt iſt, daß Deutſchland
einen Abrüſtungsvertrag nur dann als ſolchen an=
erkennen
kann, wenn er eine gerechte, der Sicher=
heit
aller Saaten Rechnung tragende Löſung
bringt. Dieſe Auffaſſung hat erſt vor wenigen Wochen der
Reichsaußenminiſter Dr. Curtius in Genf wiederholt. Graf Bern=
ſtorff
ſelbſt hat dieſe Auffaſſung vor dem Genfer Forum immer und
immer wieder vertreten. In Deutſchland wird man die Abrü=
ſtungskonvention
nur danach beurteilen, ob ſie als Gegenleiſtung
für die deutſche Abrüſtung endlich den Grundſatz paritätiſcher
Sicherheit verwirklicht. Bis jetzt iſt das nicht geſchehen. Graf
Bernſtorff konnte nur feſtſtellen, daß man die ganze Land=
rüſtung
zugunſten der Einigung über die See=
abrüſtung
geopfert hat. Für die Landabrüſtung
iſt bisher nicht das Geringſte geſchehen.
Wir haben ſchon zu Beginn der Tagung der Vorbereitenden
Abrüſtungskommiſſion ſtarke Zweifel an dem Erfolg der Arbeiten
des Abrüſtungsausſchuſſes geäußert. Nach dem bisherigen Ver=
lauf
der Genfer Tagung muß man mit einem kläglichen Scheitern
des Abrüſtungsgedankens rechnen. Nach fünfjährigen, endloſen,
heißen und leidenſchaftlichen Debatten. Vor dieſem Ende wird ihn
auch die Abrüſtungskonferenz im kommenden Jahre nicht bewah=
ren
. Nach dem endgültigen Fehlſchlag der allgemeinen Abrüſtung
wird der Weg fürDeutſchland frei. Deutſchlands Ab=
rüſtung
war die Vorausſetzung für die Abrüſtung der übrigen
Mächte. Mit allem Nachdruck hat ſich Deutſchland für die Einhal=
tung
der Verträge eingeſetzt und den Siegerſtaaten den Weg ge=
zeigt
, wie er ihnen im Verſailler Vertrag vorgeſchrieben war.
England, Frankreich und ſeine Trabanten haben ihn nicht gehen
wollen. Damit gewinnt Deutſchland wieder ſeine Handlungsfrei=
heit
zurück. Es iſt nur ein Gebot der Klugheit, wenn es nicht
ſchon in nächſter Zukunft von dem durch den Vertragsbruch der
Siegerſtaaten wiedergewonnenen Recht auf Aufrüſtung Ge=
brauch
macht. Umgeben von einem Ring von in Waffen ſtarren=
den
Völkern iſt es nur gerecht, wenn das deutſche Volk durch ſeine
Regierung zu gegebener Zeit ſeinen Anſpruch auf Wehrhaft=
machung
geltend macht. Entſprechend den Gleichberechtigungs=
Höhe des Lebens und Ruhmes ſteht. Am Anfang der Laufbahn
Rubinſteins ſtrahlen Chopins dunkle Schwärmeraugen! Er und
Liſzt ſegnen den Ausgang in die Welt. Lilzt nennt Rubinſtein
jetzt ſchon ſeinen Erben der Junge aber kniet vor Chopin:
Die Muſik, vor der man knien muß, hat Chopin geſchrieben.
Er ahmt den Sänger Rubini in der Kantilene des Klaviers
Wenn Franz Liſzt mit nie erhörtem Glanz und Schwung nach, Geſang auf dem Klavier iſt ſein Chopinſches Ideal. Liſzt
irrt: Rubinſtein iſt nicht ſein Erbe. Er iſt kein primatiſcher
Geiſt, wie dieſer Große, ſein Spiel zeigt die großartigſte Be=
ſchränkung
und wirkt deshalb wie eine Naturgewalt. Schauernd,
Rauſches das muſikaliſche neunzehnte Jahrhundert auf die Knie erſchüttert ſtellen in reiferen Jahren ſeine Zuhörer feſt: nicht nur
ſein Spiel, er ſelbſt gleicht Beethoven: ſo muß Beethovens Ur=
kraft
in die Taſten gegriffen haben, nach den Berichten der Zeit=
genoſſen
, ja: ſo muß Beethoven ſelbſt ausgeſehen haben: hohe
Stirn, volle, wallende Haarmähne, eine Naſe, die auf die untere
Partie des Geſichtes zu drücken ſcheint, das trotzende Kinn, die
Keiner ſpielt wie er die Beethovenſchen Adagios, keiner ſo
tief von romantiſchem Gefühl durchwärmt, keiner ſo ganz ent=
rückt
. Der zweite geiſterhafte Satz des Beethovenſchen G=Dur=
Konzertes wird zur Offenbarung. Viele weinen. Das iſt Beet=
hovens
Geiſt, der umgeht. Er, der Nuſſe, hat ihn beſchworen.
Der Wiener Hanslick hat ſein Weſen ganz empfangen:
Rubinſtein nimmt das Finale von Chopins B=Moll=Sonate
als ein raſend dahinjagendes Uniſono! Wüſtenkönig iſt der
Löwe! Wenn es Rubinſtein gelüſtet, ſich ſo recht als Wüſten=
könig
zu fühlen, ſo ſpringt er auf den Rücken irgend eines
Allegros, ſchlägt ihm ſeine Pranken tief ins Fleiſch, zu eigener
Luſt und Freude. Der Drang unbändiger Naturkraft treibt ihn
zu ſolchem Löwenritt. Trotzdem ſoll man auf Chopin und
Schumann nicht reiten wollen, ſelbſt, wenn man ein Löwe iſt!
Aus Temperament und Raſſe ſtrömt dieſe Naturgewalt zuſam=
Europa, obwohl ihm alle Fürſtenhöfe zu Füßen liegen. So men, die ſchuld ſind an ſeinen Uebertreibungen. Aber das
kulturmüde Europa gab ſich willig ſolcher Tartarenwildheit
gefangen. In Wien, in Paris, in Berlin ſpielte er, in London.
Aber am liebſten immer in Berlin, wohin er den genialiſchen
licher Angſtkrämpfe vor dem Auftreten. Begreifliche Furcht! Impreſario und findigen Konzertdirektor Hermann Wolff ver=
Wer von allen Vortragenden vermöchte ſich heute noch auf dem pflanzte, der alle Konzerte jener großen Liſzt= und Rubinſtein=
Schülergeneration arrangierte.
Ja, ſo ſeltſam es klingt, Rubinſtein lehrte auch, und in ihm
wie in Hans von Bülow trafen ſich die einander durch ihre Natur
ſo feindlichen Typen: Der Virtuoſe und der Lehrer. Rubinſtein
iſt Geiſt von ſeinem Geiſt, bindet dem jungen Genie, das in war ein durch und durch muſik=kultivierter Künſtler. Er über=
ſah
das ganze Europa mit ſeinen muſikaliſchen Urinſtinkten und
wird, nicht die Schwingen. Sein Lehrer Villoing identifiziert Tendenzen und erkannte Deutſchland als das muſikaliſchſte
ſich ganz mit der Perſönlichkeit des jungen Klaviergenies, lebt Land, Berlin als das bedeutendſte Muſikzentrum zu Ende des
ſich ganz in ſeine Pſyche hinein und iſt brennend eiferſüchtig, neunzehnten Jahrhunderts. Leidenſchaftlich ſuchte er die euro=

grundſätzen des Völkerbundes, die gerade Franta)
ſtebung des Bundes nicht laut und deutlich gem
konnte. Dieſe Gleichberechtigung muß Deutſchland
Anſpruch nehmen, wenn es nicht eines Tages m
Spielball der Völker werden will.
Lilwinow klagt die Milikärſtaaken der n4
der Abrüſtung an.
Der ruſſiſche Volkskommiſſar für Aeußeres der
Litwinow, iſt auf der Durchreiſe nach Moskau im
troffen. In einem Geſpräch mit dem Berliner Vern
graphenagentur der Sowjetunion erklärte Litwinun
rüſtungskomitee befaßt ſich derzeit ſehr intenſin
der ſogenannten Publizität der Rüſtungen, undd=
Urſache zu der Befürchtung, daß wenigſtens gewiſſ
beſtrebt ſind, die Abrüſtnug nur durch dieſe Puu
ſetzen. Die Publizität der Rüſtungeny
an und für ſich den Rüſtungswettbewer:
halten, ſie kann vielmehr ſogar zumi
punkt eines ſolchen Wettbewerbs .
Abrüſtungskomitee wurden auch Anträge eingebr
folge ein Staat nur zu erklären braucht, daß er ſigü
um das Recht zu einer Verletzung der Konventice
Die Union der Sowjetrepubliken fühlt ſich nicht mi
fährdet, ſondern dieſe Gefahren werden tagtäglicktt
ſie werden offen in der Preſſe behandelt, und es
objektive, unzweifelhafte Beweiſe für ihr Beſtehem
dert keinerlei Ausnahme zu ihren Gunſten und j
quent und ehrlich jede Verpflichtung, die eine wial
derung der Rüſtungen vorſieht, in gleicher Wen=
Staaten zu erfüllen.
Gewiſſe Staaten, die dank der zu
gen und qualitativen Ueberlegem
Waffen eine herrſchende Stellung iſ
einnehmen, und die beſtrebt ſind.,i
ſchaft aufrechtzuerhalten und am=
ſind
feſt entſchloſſen, für keinen Faln
täriſche Macht zu vermindern. Das Abli
hat ſich gerade auf die Delegationen eingeſtellt,
wähnte Tendenz vertraten und die Abrüſtungg=
ten
. Eine Einmütigkeit iſt aber nichterr
infolge der beſonderen Gegenſätze, iſ
den herrſchenden Staaten ſelbſt beſtſ=
die
Delegationen der künftigen Weltabrüſtungs
gleichen Inſtruktionen mitbringen werden, wie da=
des
Vorbereitenden Abrüſtungskomitees, dann iſt zu
rüſtung oder auch nur an eine Vermirt
Nüſtungen nicht im geringſten zu di
ſelbſt die Weltabrüſtungskonferenz die Abſicht hab en
Ausarbeitung einer internationalen Konvention
ſetzung der internationalen Rüſtungen heranzugehd.
mit der Einſetzung eines neuen vorbereitendenn
ginnen, und das kann einen glänzenden Vorwand 0
teren Verſchleppung des Abrüſtungswerkes.

Vom Tage.
Die Preußiſchen Evangeliſchen 9e
haben geſtern der Regierung ihre Antwort auf)
Vorſchlag des Kabinetts übergeben. Die Vcch
nunmehr in ihr Endſtadium getreten.
Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß eine Ang
engliſchen Kohlenbergbau am kommenden !
vermeiden ſein wird. Die Grubenbeſitzer beſtehen darauf
arbeiter die neuen Lohnbedingungen annehmen, währo=
arbeiter
dieſem Anſinnen widerſetzen.
Imengliſchen Unterhauſe brachte Baldun=
trauensantrag
der Konſervativen gege
rung Macdonald ein, da dieſe nach Anſicht da
Partei den Mißerfolg auf der Reichswirtſchaftskonfers=
land
überaus wichtig ſei, verſchuldet habe.
Bei der Beratung des Wirtſchaftspn
franzöſiſchen Kammer ſtellte Finanzmimiſtet
Namen der Regierung gegen ein Gegenproiekt des
Sozialiſten Chabrun die Vertrauensfrage. Die Kaun
der Regierung mit 331 gegen 253 Stimms
trauen aus.
Der Abrüſtungsausſchuß hat in ſeiner Mittwochfitztn
einer ſtändigen Abrüſtungskontrolle beſchloffen.
Der Friedens=Nobelpreis für 1929
maligen amerikaniſchen Staatsſekretär Kellogg urv
Nobelpreis für 1930 dem ſchwediſchen Erzb=
blom
verliehen.
Am Donnerstag traf der türkiſche Aun
Tewfik Ruchdy Bey zu dreitägigem Aufenthalt
Aus Peru werden ſchwere Unruhen gemrle
ſollen blutige Straßenkämpfe ſtattfinden. Mehrere ſit)
ſchießungen wurden vorgenommen. Die Zenſur verhii=
mittlung
von Einzelheiten.
gründete die erſten Konſervatorien in Moskau Ln
zuſammen mit ſeinem Bruder Nicolaus. Der vea
wenn der für das Podium Geborene die Ruhe inn.
ertrug, wenn es ihn hinausdrängte bis nach Amen
und Gold zu ernten, um die wahren Talente, 1
dürftigen, ohne Entgelt auszubilden.
Als Erſter, der es wagte, in ſieben Abenden ei.
Ueberblick über die Entwicklung der Klaviermuſilſ
er durch die Lande, alle zur Bewunderung hinrein!
ſein ausgebildetes Stilgefühl. So wurde er gaub
Auch in ſeinen Kompoſitionen, von denen die mid
Lehrzeit in Moskau und Petersburg entſtande
nationale ruſſiſche Muſik hat Rubinſtein nicht 9c
nicht in ſeinen zahlreichen Opern, denen ſo 10
Landsleuten tadelnd die Oper Glinkas Das
Zaren entgegengeſtellt worden iſt. Seinen Weus
Schöpferiſche vielfarbiger Erfindung aber ſie 36
der Improviſation, der ſeinem Spiel zugrunde
nicht aus, er vollendete nicht ganz, er hatte nichtſ"
zu der ſchweren Kunſt, die Fertigmachen heißt. 2
meiſten ſeiner Werke vergeſſen. Freilich, ſein II.
wird ſo bald nicht vergeſſen werden. Die h1
Meiſterin, die Walküre des Klaviers, Tereſa Caun
die hinreißende Wucht und Dramatik des erſten!
trug ein Ideal in der Bruſt, dem ſie durch ihre 9.
Laufbahn hindurch nachſtrebte. Es hieß: Anton
Geh. Rak Auguſ Heiſenberg
Am 21. d. M. erlag einem ſchweren Leiden, 99
des letzten Byzantiniſtenkongreſſes in Athen
A. Heiſenberg, der berühmteſte Vertreter
Er ſtudierte in München Klaſſiſche Philologie, wii=
dann
auf Anregung ſeines Lehrers Krumbache:.
tinik und habilitierte ſich an der Würzburde
Seine wiſſenſchaftlichen Fähigkeiten und Forſchung
Heiſenberg 1910 einen Ruf als ord. Profeſſor 00
Univerſität und Nachfolger ſeines Lehrers Krut
neue Leiter des Mittel= und Neugriechiſchen Seſhl.
auch als Hochſchullehrer Weltruf. Zahlreiche Aode
ſich die Mitarbeit des großen Gelehrten und die Me
Athen ernannte Heiſenberg zu ihrem Ehren
neben aber ſchuldet das deutſche Voll A. Heſ
ſonderen Dank für ſeine raſtloſe Bemühungen, Ne.
geſprengten Beziehungen mit den Balanſtagteh n.
zulnüpfen. Sein allzufrüh erfolgter Tod C.
Schwere die deutſche Wiſſenſchaft, wie die Selisk
Athen, Koſtantinopel, Belgrad und Soſic.

[ ][  ][ ]

Mut

Freſtag, den 28. November 1930

Seite 3

Heintſche Snmnerangsgrogrannnn.

u Grundſteuer von 12 auf 36 Pfg. Halbierung der Mielpreisſteigerung. Neuregelung der
ondergebändeſtener. Skellenplanbeſchneidung. Abbau der Polizei=Ausgaben.
vereinfachen, iſt nun der Innenminiſter ermächtigt, für das Jahr
Hicdg des Sinanzausſchuſſes.
1930 anzuordnen, daß die für die Gemeinden, Kreiſe und Pro=
vinzen
zu entrichtende Grundſteuer, Sondergebäude=

Beſtckt. Skeuervorauszahlungsgeſeh.
Bürgerſteuer.
ger Fryzy=ausſchuß des Heſſiſchen Landtages erörterte in
Sitzugyum Donnerstag die beiden Anträge des Land=
undar
Deutſchen Volkspartei über die Verwen=
gerYſeThilfe
. Vom Landbund war gefordert, die

ausſachz äch für landwirtſchaftliche Zwecke Meliora=
Bereitzuſtellen, während die Volkspartei ent=

u dezn üper gemachten Zuſagen Verteilung auf die ein=
Fttzweige verlangte, und die ausſchließliche Ver=
ſ=Verbreiterung der Mainzer Straßenbrücke ab=
qᛋzuräſident
Dr. Adelung wies darauf hin, daß
Beilrungen auch im Reichsrat nicht gelungen ſei,
eſthilfge uernd auf den Betrag von 20 Millionen ſtatt
19311 w=lligten 5 Millionen RM. zu erhöhen. Die
ing bzüichtige, die von der Reichsregierung für die Ver=
der
ſitrel erlaſſenen Richtlinien einzuhalten. Die
fe ſollcten den kommenden Jahren durch die Erlöſe aus
uichseizyen Vermögen im ehemals beſetzten Gebiet ge=
uſerdeng
iin Voranſchlag ſind daher feſte Summen noch
geſtche! Die 1930 auf Heſſen entfallenden Beträge aus
Millſſei=Fonds, nämlich 3,1 Millionen ſollen
MKl onen für die Mainzer Straßen=
unztar je 7800 000 RM. für Landwirt=
unſozewerbe
, Handwerk und Induſtrie
endyug finden. Für die ſpäteren Jahre
bdemerteilungsſchlüſſel offen. Der volks=
he
Alntg fand daher in abgeänderter Form, die Mit=
Undſnit ung von Handwerk, Handel, Landwirtſchaft
duſtrufeiach den Richtlinien der Reichsregierung unter
ctigun ter Wünſche der Berufsgruppen zu verwen=
ſnahntzährend
der Landbundantrag für erledigt er=
Finſtuusſchuß faßte ſodann einſtimmig folgende
Entſchließung:
Fiſnatausſchuß des Heſſiſchen Landtags begrüßt die
Reiatſtsg erung in dieſem Jahr erſtmalig für den Weſten
enen fsmaßnahmen (Reichsweſthilfe) auf das
vent krerade die beſetzt geweſenen heſſiſchen Gebiete
ſchüwet, Laſten der langen Beſatzungszeit und infolge
Swirktuet der neuen Grenzziehung im Weſten ſehr ſtark
ten krun. Der Finanzausſchuß iſt der Auffaſſung, daß
pflickü m des Reichs, die ſich aus den Auswirkungen
ſedensn rings auf den deutſchen Weſten ergeben, auch in
ommſeden Jahren zur Sicherſtellung der
ſwmhlfe führen müſſen. Es wird dabei
tüſſtä tigung Heſſens erwartet, die den
y digungen des Landes und ſeines Be=
gebiestein
der Nachkriegszeit Rechnung trägt und
ſtante sreichend berückſichtigt, daß Heſſen an den
ffonkder Jahre 1927 und 1928 trotz ſtarker
zieſlinsſchäden aus formellen Gründen
betelſat werden konnte. Die auf Heſſen entfal=
Reichlitieel müſſen ſo bemeſſen ſein, daß ſie nicht nur
glichet rheiten, wie die Verbreiterung der
rIktaßenbrücke ſicherſtellen, ſondern auch
Fördhung, der Landwirtſchaft, es Handwerks, von Han=
Inkhuie und für die ſonſtigen vom Reich in Ausſicht
genen verke ausreichen.
ſtimntn genehmigt wurde das Erſuchen der Regierung,
ertſhtffende Arbeitsloſenfürſorge einen
ſbeitrchrzon. 1 Million bereitzuſtellen, damit der gleiche Be=
on
Rck ſſäte aus in Anſpruch genommen werden kann.
den l0lunſen Notſtandsarbeiten ſtehen alſo für den Win=
Genznum, Gemeindeverbänden und Kreiſen zum glei=
ſwecke
lit ere 2 Millionen zur Verfügung.
bonhlk Regierung gewünſchte
Neuſthurg des Steuervorauszahlungsgeſetzes
emſtiſiig gutgeheißen. Bisher waren alljährlich zwei
Sſähl notwendig: die vorläufige und endgültige
etgt. Um dieſe Doppelarbeit der Finanzbehörden zu

ſteuer und Gewerbeſteuer abgegolten ſind durch
die Zahlungen, die vorläufig nach den Beſteu=
erungsgrundlagen
des Vorjahres zu entrichten
waren. In der Praxis gelten alſo für 1929 und 1930 die
1929er Beſteuerungsgrundlagen als endgültige Grundlage. Der
Nachteil, daß im Jahre 1930 ſich die Verhältniſſe des Steuer=
pflichtigen
grundlegend geändert haben können, können im
Wege des Billigkeitserlaſſes beſeitigt werden.
Einſtimmig gebilligt wurde das Ausführungsgeſetz zur Juli=
Notverordnung des Herrn Reichspräſidenten hinſichtlich der
Bürgerſteuer. Nach dem Vorgehen Preußens, Bayerns,
Sachſens gelten in Heſſen als Landesſatz die Mindeſtſätze
der Notverordnung (6 RM., bezw. 3 NM. für ein=
kommenſteuerfreie
Perſonen). Für Vergehen gegen die
Bürgerſteuer finden die heſſiſchen Strafvorſchriften Anwendung.
Der Ausſchuß beſchäftigte ſich ſchließlich noch mit der Sper=
rung
der Hindenburg=Brücke bei Bingen, wobei
die Haltung der Reichsbahnverwaltung ſcharfe
Ablehnung erfuhr.
Die neuen Skeuerpläne.
Wir geben nachſtehend den weſentlichen Inhalt der von der
Regierung geplanten Erhöhungen der Grund= und Sonder=
gebäudeſteuer
wieder:
Erhöhung der Grundſtener.
Der Jahresſatz der ſtaatlichen Grundſteuer von den Ge=
bäuden
, nebſt dem Zubehör, dem zugehörigen Hofreitengrund
und den mit dieſem zuſammenhängenden Grab= und Grasgärten
ſowie von Bauplätzen wird mit Wirkung vom 1. April 1931 an
von 12 Pf. auf 36 Pf. erhöht, je von vollen hundert Mark
des feſtgeſetzten Steuerwertes (Grundſteuerzuſchlag).
Der Grundſteuerzuſchlag bleibt unerhoben, wenn der
Grundſteuerwert des zuſchlagpflichtigen Vermögens für einen
Pflichtigen zuſammen 4 000 RM. nicht überſteigt. Der Grund=
ſteuerzuſchlag
iſt in dem gleichen Verhältnis wie die Sonder=
gebäudeſteuer
zu ermäßigen, wenn dieſe Steuer nach den
Beſtimmungen des Art. 9 Abſ. 4 des Sondergebäudeſteuer=
geſetzes
zu ermäßigen iſt (alſo a)inſoweit Mieträume ohne Ver=
ſchulden
des Eigentümers länger als einen Monat leerſtehen;
b) inſoweit die Einziehung der Mieten dem Eigentümer nach
Lage der Sache nicht möglich iſt und die Unmöglichkeit glaub=
haft
gemacht wird; e) inſoweit gewerblich benützte Räume durch
Betriebseinſchränkungen oder ungünſtigen Geſchäftsgang nicht
nur vorübergehend erheblich geringer ausgenutzt werden als in
der Vorkriegszeit. Die Ermäßigung errechnet ſich nach dem Ver=
hältnis
der Friedensmiete der begünſtigten Räume zu der Ge=
ſamtfriedensmiete
des ſteuerpflichtigen Gegenſtandes. Die Er=
mäßigung
tritt ein vom 1. d. M., der auf den Eintritt des die
Ermäßigung begründenden Ereigniſſes folgt und iſt für volle
Kalendermonate zu berechnen.).
Der Finanzminiſter ſoll ermächtigt werden, die Erhebung
der erhöhten Vorauszahlungen auf Grund öffentlicher Bekannt=
machung
anzuordnen. Das Geſetz gilt nur für das Jahr 1931,
weil es nach Durchführung des Grundſteuerrahmengeſetzes wvie=
der
außer Kraft zu treten hat. Auch wird es nach Anſicht des
Finanzminiſteriums bereits vom 1. April 1931 ab in ſeiner Wir=
ung
durch das Realſteuerſenkungsgeſetz abge=
ſchwächt
werden.
Der Steuerſatz beträgt in Preußen z. Zt. 48 Pf.
Erhöhung der Sondergebäudeſteuer.
Das Geſetz über die Sondergebäudeſteuer 1929 iſt durch Ver=
ordnung
des Geſamtminiſteriums vom 5. d. M. auf unbeſtimmte
Zeit weiter erſtreckt worden. Der neue Geſetzentwurf ſieht vor:
Der Steuerpflichtige hat auf Verlangen binnen einer auf wenig=
ſtens
2 Wochen zu bemeſſenden Friſt eine Erklärung über die
ſteuerlich erheblichen Verhältniſſe ſeines Grundbeſitzes, ins=
beſondere
über die Höhe der Friedensmiete, abzugeben; das
Nähere beſtimmt der Miniſter der Finanzen.
Beträgt die Friedensmiete mehr als 5 v. H. des Friedens=
wertes
, ſo erhöht ſich die ſtaatliche und kommunale

Sondergebäudeſtener in demſelben Verhältnis. Hierbei iſt die
in Prozenten des Friedenswertes auszudrückende Friedens=
miete
auf volle Zehntelprozent nach unten abzurunden.
Die bisherige Steuerberechnung bleibt alſo unverändert be=
ſtehen
; es iſt lediglich am Schluſſe der bisherigen Berechnung
in den in Betracht kommenden Fällen noch eine Berechnung
anzuhängen 5:ms:x (m Friedensmiete in Prozent des Wertes
ausgedrückt, s Steuer nach bisherigem Recht, x die neue Steuer.
Beiſpiel: Friedensmiete (m) 6,2 Prozent des Grundſteuerwertes,
Steuer nach bisherigem Recht (s) 1000 RM., dann iſt die Be=
rechnung
: 5:6,2 1000: x, alſo x 1210 RM. Dieſe Berech=
nungsart
gilt in gleicher Weiſe für die ſtaatliche wie für die kom=
munale
Steuer.)
Von dieſer Erhöhung ſind ausgenommen
die Fälle: in denen Sondergebäudeſteuer bisher ſchon er=
mäßigt
wurde, alſo bei der Halbierung für Neubauten, Steuer=
befreiung
bzw. Ermäßigung für Einfamilienhäuſer bis zu 70
Quadratmeter, Ermäßigung für Objekte, die am 31. 12. 1913
gering belaſtet waren; für Objekte bis zu 6000 RM. Wert und
für gewerbliche Räume, die infolge Betriebseinſchränkung uſw.
nicht voll ausgenutzt werden.
Die Steuererhöhung tritt erſt ab Rechnungsjahr 1931 ein,
weil eine ſicherlich große Arbeit mit der Veranlagung zu er=
warten
iſt, doch ſoll bereits bei den Steuervorauszahlungen für
1931 eine Berückſichtigung ſtattfinden. Das Finanzminiſterium
betont jedoch, in welchem Umfange und mit welcher Genauig=
keit
das geſchehen könne, hänge von den Beſchlüſſen des Land=
tages
ab.
Die Steuererhöhung ſoll ſolange gelten können, bis ein
Reichsgeſetz die Sondergebäudeſteuer allgemein neu regelt.
Erſtrebt wird, die aus den Steuererhöhungen folgende

Miekpreisfteigerung

zwiſchen Hausbeſitz und Mieterſchaft zu hal=
bieren
. Wie verlautet, ſollen ſich die Regierungsparteien über
dieſen Modus bereits geeinigt haben.
Die Aenderung des Beſoldungsgeſetzes
geht dahin, den ledigen Beamten an Stelle des Woh=
nungsgeldzuſchuſſes
nach der nächſt niederen Tarifklaſſe,
wie es das Beſoldungsgeſetz zurzeit vorſieht, die Hälfte des
Wohnungsgeldzuſchuſſes zu zahlen. Außerdem wird die An=
wärtervergütung
, die zurzeit über 80 Prozent des An=
fangsgrundgehaltes
der Stellen beträgt, in der die erſte An=
ſtellung
der Anwärter erfolgt, um 20 Prozent für Anwärter auf
höhere und mittlere Stellen, um etwa 10 Prozent ſür die übri=
gen
Anwärter gekürzt. Um keine allzugroßen Härten ein=
treten
zu laſſen durch das Zuſammentreffen von Reichs= und
Landeskürzung ſoll nur eine Kürzung der Bezüge, und zwar
die höchſte erfolgen. Das Geſetz ſoll am 1. Februar 1931 in
Kraft treten.
Aenderung des Skellenplanes.
Der Geſetzentwurf ſieht vor, daß von allen Stellen der
gleichen Art, die auf mehrere Beſoldungsgruppen verteilt ſind,
40 v. H. in der höheren Gruppe abgeſetzt und in
der nächſt niederen Gruppe zugeſetzt werden. Die ſich hiernach
ergebende Geſamtzahl der Stellen in der niederen Gruppe bildet.
wenn mehr als 2 Beſoldungsgruppen in Betracht kommen, die
Grundlage für die Verminderung der Stellen in dieſer um eben=
falls
40 v. H. dieſer Geſamtzahl. Eine Aenderung der Be=
ſoldungsordnung
tritt hierdurch nicht ein. Alle in den verſchie=
denen
Beſoldungsgruppen wegfallenden Stellen gelten bis zu
ihrem Freiwerden in der jetzigen Beſoldungsgruppe als
auf den Inhaber bewilligt. Auch dieſes Geſetz ſoll am
31. 1. 1934 außer Kraft treten.

Weikere Sparpläne.

Ueber die geſtern gemachten Mitteilungen von Regierungs=
ſeite
hinaus verlautet, daß entſprechend den Einſparungen bei
den Kreisämtern auch eine Stelleneinſparung bei den Kreis=
geſundheitsämtern
, den Kreisveterinärämtern,
den Hochbauämtern und Kreisſchulämtern Hand
in Hand gehen wird. Weſentliche Abſtriche werden vor=
genommen
an den Aufwendungen für die Polizei. Ueber
eine anderweite Organiſation der Landwirtſchaftsſchu=
len
, mit der Erſparniſſe verbunden wären, ſchweben z. Zt. noch
Verhandlungen. Auch einſchneidende organiſatoriſche Maßnah=
men
auf dem Gebiete des Gefängnisweſens laſſen weſent=
liche
Erſparniſſe hoffen. Bereits bei der letzten Etatsberatung
wurde von Verhandlungen mit den Nachbarländern über ge=
meinſame
Führung von Strafanſtalten Mitteilung gemacht, ſo
daß ein Einvernehmen in der Zwiſchenzeit wohl möglich ge=
weſen
wäre.
Finanzminiſter Dr. Kirnberger wird ſeine Vorlagen
vor dem Finanzausſchuß heute ſelbſt vertreten.

Wägige Wekklauf mit dem Tode.

Basl norees Tagebücher erzählen...
Fildnach dem Pol. Die abgeriſſenen Schleppſeile.
RerX dem ewigen Eiſe. Der Marſch durch die
Uhrwüſte. Ermattung und Sterben.
Lrchtie, der kühnen Polarflieger Andree, Strindberg
Somkelal am 11. Juli 1897 von der Däneninſel bei Spitz=

Mr Aim Luftballon Adler aufſtiegen, um im Fluge
owoR erreichen, iſt durch ein ſeltſames Geſchick dem

emrmy wporden. Andrees Tagebücher, die bekanntlich
Beu Achan von der Mannſchaft des Expeditionsſchiffes

ausen wurden, konnten entziffert werden und er=
Den un dem Verlauf der Tragödie der drei Forſcher faſt
De Luchen Einzelheiten zu verfolgen. Wir erkennen aus
SDeu D herr Hinterlaſſenſchaft Andrees, daß die drei küh=
Swerki Luge einen Wettlauf mit dem Tode durchführen
DeE hun der Gewalt der Elemente überwältigt wur=
iis
I wurrdige Buch, das zu den intereſſanteſten Doku=
Niem nichen Strebens gehört, betitelt ſich S. A. Andree
Bu Aldor n Copyright 1930 by Albert Bonnier, Stock=
EA. by Hearſt Enterpriſe Inc., deutſch bei F. A.
öig.) Die Tagebücher ſtammen teils von der
ertinlts und teils von Andree perſönlich, der trotz
M der Lage hin und wieder mit Humor zu be=
VeFh 224 s erſte Mißgeſchick widerfuhr ihnen, als die
Weie Dic einen Mangel der Schrauben ſich von dem
ſatten. Damit war die Möglichkeit, auf den
Du gsueinen Einfluß zu gewinnen, geſchwunden. Am
it Denistent die Polarflieger die Nuhe zum Schlafen, da
Wic iſtoßen der Gondel auf das Eis erheblich geſtört
SenDiſten die Aufzeichnungen nicht Mitteilungen von
Nen Die Schilderungen der Eisfläche ſind ohne Be=
Achlon offenbar ſchwer mit Eis belaſtet war, eut=
ſwrſcher
, nachmittags durch Oeffnen beider Ven=
u
landen. Um 8 Uhr 11 Minuten nachmittags
Wondel. Der Adler ſo hieß der Ballon
: getan und die Männer bis ungefähr 82 Grad
WWicher Breite und 29 Grad 52 Minuten öſtlicher
Iwer furchtbare Teil der Reiſe, die eine Tragödie
Ane Woche lang waren die drei Männer damit
Vorbereitungen für die Fußwanderung auf dem
Sie wollten nach Kap Flora gelangen, da ſie
B mag von ihren Strapazen erhofften. Mit Schlit=
IIwaren ſie in den erſten Wochen mit Erfolg be=
Nen Marſch über das Treiseis zu Ende zu füh=

ren. Strindberg und Fränkel waren aber den Anſtrengungen
nicht gewachſen und bekamen entzündete Füße. Da außerdem
der Wind ſie von ihrer Richtung langſam aber ſicher abtrieb,
beſchloſſen ſie am 13. September, in der Eiswüſte zu überwintern.
Dazu war vor allem die Errichtung einer feſten Hütte notwen=
dig
. Mit ungebrochenem Mut gingen ſie daran, die Unterkunfts=
ſtätte
zu errichten, die aus einer Vorratskammer einem Wohn=
raum
und einer Schlafſtelle beſtand. Mit gutem Humor nannten
ſie die Hütte, die 5,75:3,5 Meter groß war, Daheim. Nach
vierzehntägiger Arbeit war das Häuschen am 28. September ſo=
weit
fertig, daß ſie ſich hier wohnlich niederlaſſen konnten. Noch
entſprach ſie nicht allen Anforderungen an Bequemlichkeit. Aber
die Männer verzagten nicht, ſondern arbeiteien weiter, um dem
Daheim gewiſſermaßen, noch den letzten Schliff zu geben.
Schon vorher ſtellte Andree mit Beſorgnis feſt, daß das offene
Waſſer und das Staueis den Standplatz ihrer Hütte gefährdeten.
Noch hielt aber der gefrorene Grund und Boden, wo das Häus=
chen
ſtand, und alle Befürchtungen ſchienen hinfällig zu ſein. In
der Nacht vom 2. zum 3. Oktober, als ſie gerade mit ihren Bau=
rbeiten
fertig geworden waren, zerbrach die Eisſcholle, auf der
die Hütte ſtand. Nun war alle Mühe umſonſt geweſen. Noch
verſuchten ſie, zu retten, was zu retten war. Insbeſondere galt
ihre Sorge den toten Eisbären, die ihnen für die Zeit ihres
Winteraufenthaltes die Sorge um ihre Ernährung erſparen ſoll=
ten
, und die auf den angeriſſenen Eisſchollen umherſchwammen.
Sie waren aber wohl ſchon zu ſehr entkräftet, um noch einmal
mit voller Energie den Kampf mit dem Tode aufnehmen zu kön=
nen
. Noch 12 Tage hielten ſie ſich auf der klein gewordenen Eis=
ſcholle
, auf der ſie zu überwintern gedachten. Dann kam für ſie
das Ende. 64 Tage hatte ihr gewaltiger Kampf gegen das
Toben der Elemente gedauert. Es war der furchtbarſte Wett=
lauf
mit dem Tode. Der Tod blieb aber Sieger, und einige
vergilbte Blätter blieben zurück, um der Welt von dieſem Ringen
tapferer Männer in der Eiswüſte der Polarländer zu be=
richten
.

Die Nacht der Könige.

Von Julius Maria Becker.
Uraufführung in Mainz.
Wieder erlebten wir eine Uraufführung. Von den Dichtern
der jungen Generation ſprach einer zu uns: Julius Maria Becker.
Wir kennen ihn von der Aufführung ſeines Erſtlingswerkes
Brückengeiſt her.
Dieſe Nacht der Könige iſt die gleiche Atmoſphäre, iſt ſymbo=
liſch
=myſtiſch, ein Gleichnis. Die Fabel unkompliziert und klar:
Winternacht. Zwei Züge raſen ineinander. Tote und Verwun=
dete
. Panik. Unter den Geretteten ſind drei Große; ein Dichter,
ein General und ein Multimillionär. Das fürchterliche Erlebnis

der Nacht greift hart und ſcharf in ihr Leben ein, zwingt alle
Drei zur Umkehr. Und während die Todesſchatten noch umgehen,
die drei Großen noch Worte verſchwenden über das, was ſie be=
wegt
, geſchieht ein tägliches Wunder. In einem nahen Material=
ſchuppen
gebiert ein armes Emigrantenweib ein Knäblein. Das
iſt der Umbruch. Sie gehen hin, alle drei Pate zu ſein bei dem
Kinde. Mettmann, der Erdgeiſt, der Geiſt dieſer Nacht bahnt
ihnen den Weg.
Dieſe. Nacht der Könige iſt ein Myſterienſpiel. Es iſt von
einem tieffühlenden Menſchen geſchrieben, zeigt deutlich geprägt
die Abſicht erzieheriſcher Miſſion. Aber unverkennbar trägt es
auch die Züge des Laienſpieles, und von daher wird ſeine Stellung
zur Bühne gezeichnet. Dieſes Stück wird die großen Bühnen nicht
erobern, weil es ſich nicht an ein vorausſetzungsloſes Publikum
wenden kann, weil es überdies den Anſprüchen nicht gewachſen iſt,
die ein heutiges Theaterpublikum an ſtofflich=dramatiſche Geſtal=
tung
ſtellt. Aber das wird dem Wert des Werkes keinen Abtrag
tun. Es wird beſtehen in der Reihe der neueren dramatiſchen Dich=
tungen
. Und wenn man ihm etwas Gutes wünſchen darf, ſo möge
es religiös fundierte Spielſcharen zur Aufführung begeiſtern, um
weiteren Kreiſen des Volkes bekannt zu werden, die es ſonſt wohl
nicht erreicht
Ueber die Aufführung iſt zu ſagen, daß Joſef Stauder
eine Atmoſphäre ſchuf, in der die Geſtalten des Dichters lebendig
werden konnten. Heinz Helmdachs Bühnenbilder paßten ſich
ſchlicht und eindrucksvoll der Abſicht der Regie an. Ernſt Günther
Schiffner fand ſich in der Rolle Armſtrongs, des reichen Ame=
rikaners
, gut zurecht. Die Geſtaltung des Burmeiſter, des be=
rühmten
Schriftſtellers, war Hermann Weiße keineswegs bis in
die Tiefen und Höhen gelungen. Sehr klar und überzeugend hin=
gegen
verſtand es Auguſt Springer, den General darzuſtellen.
Eine ausgezeichnete Leiſtung ſah man von Martin Jäger=
Weſtphal. In einer bis ins feinſte reichenden Nuancierung
zeichnete er dieſen Mettmann, vielleicht die wertvollſte Figur des
Stückes. Auch Joſef Stauder, der Mann, und Kläre Ruegg.
die Frau, bereicherten die Aufführung um manche zartlyriſche
Nuance. Hans Joachim Schifferdecker vermochte dem Dr.
Wandt eine Geſtaltung zu geben, die über das epiſodenhafte der
Rolle hinausreichte. Auch Ludwig Schwiers der Stationsvor=
ſteher
, und Heinz Hammans, der Eiſenbahndirektor gaben
ihren Rollen eine beſtimmt=perſönliche Färbung. Walter
Schmitt als Sterbender wirkte durch überzeugende Geſtaltung.
Nicht zuletzt ſei erwähnt Carl Goebel als Bauernburſche.
Am Schluß der Aufführung zollte das Publikum dem Autor
warmempfundenen Beife
* Umbruch der Zeit. Ion Karl Anton Prinz Rohan. Im
Anſchluß an die eben zu Ende gegangene Tagung der Schule der Weis=
heit
wird intereſſieren, daß Prinz Rohan ſoeben bei Georg Stilke im
Berlin geſammelte Aufſätze aus den Jahren 192330 unter oben ge=
nanntem
Titel erſcheinen ließ. Rochus Freiherr von Rheinbaben
hat dem Buch eine ausgezeichnete Einleitung gegeben. Die durchweg
politiſchen Aufſätze zeigen ein Bild der meuen Zeit, wie es ſich dem
Nealiſten mit ſcharf umriſſener Ideologie Rohan geſtellt. Ein Zeug=
nis
deutſcher Geſinnung, Beiſpiel europäiſchen Geiſtes.

[ ][  ][ ]

er deutſche Prokeſk gegen den Polen=
kerror
.

Kein Ankrag auf Einberufung
einer außerordentlichen Ratstagung.

* Berlin, 27. November. (Priv.=Tel.)
Die vom Reichskabinett in der Mittwochnacht noch einmal
überprüfte Note an den Völkerbund wegen der polniſchen Terror=
akte
gegen die deutſche Minderheit wird im Laufe des Donners=
tag
dem Völkerbund übergeben. Soweit wir unterrichtet ſind, hat
das Reichskabinett aus beſtimmten Gründen von der Forde=
rung
einer außerordentlichen Sitzung des Völ=
kerbundsrats
Abſtand genommen. Sie hat aber da=
für
ausgiebiges Material über die Gewalttaten der Aufſtändi=
ſchen
und über die Wahlentrechtung des Deutſchtums in polniſch
Oberſchleſien beigelegt. Das Material dürfte im übrigen noch
weitergehend ergänzt werden. Die für Donnerstag vorgeſehene
Kabinettsſitzung wurde verſchoben, weil Reichsinnenmini=
ſter
Dr. Wirth und der preußiſche Staatsſekretär
Abegg ſich zum Oberpräſidenten Lukaſchek nach Oppeln be=
geben
haben. Sie wollen hier unmittelbar an der Grenze
direkte Informationen einziehen und auch mit Vertretern der
deutſchen Minderheit Ausſprache pflegen. Von ihrem Ergebnis
wird ſehr viel für die weiteren Maßnahmen abhängen.
Ueber die Gründe, warum die Reichsregierung von der Bean=
tragung
einer außerordentlichen Ratstagung Abſtand nahm, er=
fahren
wir noch folgendes: Die Reichsregierung hat
zum erſten Male ſich ſchützend vor eine deutſche

Minderheit im Ausland geſtellt. Bisher hatte
ſie nur Beſchwerden der Minderheiten vertre=
ten
. Jetzt hat ſie die Führung ſelbſt in die Hand
genommen. Darin iſt ſchon die ganze Linie ihrer weiteren
Politik abgezeichnet. Sie kann ſich nicht damit begnügen, nur
Sonderfälle zur Debatte zu ſtellen, ſondern ſie wird jetzt das
ganze Problem der Minderheiten erneut auf=
rollen
. Dazu fehlt aber jetzt, daß die Weltpreſſe nicht einge=
ſchaltet
iſt. Wenn jetzt plötzlich, vielleicht in der nächſten Woche,
eine Sondertagung ſtattfinden würde, dann beſtünde die Gefahr,
daß die internationale Preſſe nicht erſcheine, eben weil auch die
Außenminiſter der übrigen Mächte nicht anweſend ſeien, die ſich
durch ihre Berner Geſandten vertreten laſſen würden. Sie wür=
den
die deutſche Beſchwerde nur entgegennehmen und, da wahr=
ſcheinlich
die polniſche Gegenerklärung noch nicht vorliegen würde,
käme nur eine Vertagung heraus. Deutſchland legt aber
größten Wert darauf, daß die ganze Ausſprache
über die polniſchen Greuel vor der großen Oef=
fentlichkeit
erfolgt.
Gleichzeitig hat die Reichsregierung die Bot=
ſchafter
beiden Ratsmächten angewieſen, in feier=
licher
Form die Aufmerkſamkeit der Mächte auf die
Verhältniſſe in Oſtoberſchleſien zu lenken und ſie
auf die deutſche Beſchwerdeſchrift hinzuweiſen.

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UNB. Berlin, 27. November.
Der Oberpräſident der Provinz Brandenburg und
von Berlin hat die Oberregierungsräte Dr. Stein
und Dr. Koppen zu Staatskommiſſaren zur Ver=
beſſerung
der Haushalts= und Kafſenlage der
Reichshauptſtadt beſtellt. Dr. von Stein iſt die Aus=

übung der Rechte des Magiſtrates und Dr. 9o4
übung der Rechte der Stadtverordnetenverfammhum
worden.

* Jetzt iſt alſo das Maß voll, d. h. Berlin
des Reiches, ſteht unter Kuratel. Zwei Stagtsioe

eingeſetzt: einer für den Magiſtrat, einer für die
netenverſammlung. Ihre Aufgabe iſt es, durch

Bürgerſteuer, durch Einführung der Gemeindegetis
durch Sparmaßnahmen das Gleichgewicht im gu
herzuſtellen. Beſchämend genug! Die Berliners
waren aber nachgerade der typiſche Beweis für
tigen Zuſtände, in denen kurzſichtiges Intereſſenten
antwortungsloſes Nachlaufen hinter den Wähc,
Vorausſetzungen jeder Selbſtverwaltung verno
Wiederholte Warnungen der Aufſichtsbehörden dae
fruchtet. Der Aufgabenkreis der Kommiſſare iſt hi.
werden nur 48 Stunden ihres Amtes zu waltet!
dann nach Erfüllung ihres Auftrages verſchwindenn Linge!
iſt Magiſtrat und StadtverordnetenverſammlungpiEeilt
dung über die Finanzfragen entzogen. Sie mögtun
hin herumſtreiten. Eine Möglichkeit, von der in

ausgiebig Gebrauch machen. Die Zuſammenſtöße xKI
ſzenen waren am Donnerstag derart unerhört, daſ
zunächſt die Tribünen räumen und dann die gsu

niſtiſche Fraktion aus dem Saal werfen mußte. Jeiul
die Parteien die Flucht aus der Verantwortune
durchgeführt, ſie brauchen ſich vor den Wählern nnöh=
die
neuen Steuern zu verantworten, ſondern distehl
Hand dem böſen andern zuſchieben. Aber die 44y
und das Anſehen der Stadt haben doch den ſchue
zu verzeichnen. Hoffentlich iſt das Beiſpiiſ=
eine
Mahnung für andere Kommungn

Von

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Feddäl

[ ][  ][ ]

Freitag, den 28. November 1930

Seite 5

ddder Landeshauptſtadk.
Darmſtadt, den 28. November.

ſurde: Am 17. Oktober; die proviſoriſche Hand=
Der Volksſchule zu Worms Maria Roth zur
fu an dieſer Schule mit Wirkung vom 1. No=
tug
. Am Samstag, 29. November, begeht Herr
Mathildenplatz 4, in geiſtiger und körperlicher
Seburtstag. Geſtern beging die Hofwäſche=

höttmann in voller Rüſtigkeit ihren 90. Ge=
ſumann
verwaltet trotz ihres hohen Alters noch
zuß iſche und Kraft ihr Amt und nahm mit dem
vi. die zahlreichen Glückwünſche von Freunden
eſtelltzinder Großherzoglichen Verwaltung entgegen.
mſrenden und Geſchenke gaben den Beweis, wel=
79
wwelcher Beliebtheit ſich die Betagte in allen
hr=Ausſtellung in der Kunſthalle am Rheintor.
ruch in dieſem Jahre die Kunſthalle am Rhein=
ſachtsausſtellung
Künſtlerhilfe zur Verfügung
Künſtlerſchaft von deren Veranſtaltung abge=
wer
Ueberlaſſung des Ausſtellungsgebäudes nicht
woru herangetreten iſt, mußte nach einer anderen
pau gehalten werden, die dank des Entgegen=
ſſoe
von Geheimrat Profeſſor Eugen Bracht aus
iſ im Nachlaß genommen werden konnte. Für den
hr bekögeen Darmſtädter Altmeiſter fand im Jahre 1912
ſeinens Geburtstages eine große Jubiläumsausſtel=
e
die ſämtlichen Räume, der Mathildenhöhe füllte.
der mſverein eine zweite Jubiläumsausſtellung vor=
jenzu
mfolge des plötzlichen Ablebens des Künſtlers
Gedä /t zausſtellung wurde. Dieſe beiden Ausſtellun=
Mübrig=zu (uusſchließlich Oelbilder enthielten hatten Er=
ſie
kſtzht anderen Veranſtaltungen hier gebracht haben.
m 30/*. Mts., dem 1. Advent, zu eröffnenden Schau
zr Kumſerein Arbeiten Profeſſor Eugen Bracht’s, die
hoch wiſten der Oeffentlichkeit gezeigt wurden, Aquarelle
inung zuſnz großen Formats, die auf den drei Orient=
Künur; entſtanden. Die Arbeiten ſind in Motiv,
ind kollaſt ſcher Wiedergabe derart, daß ſie dem großen
aller fu tfreunde begegnen werden. Außer ihnen
ch eingstftung zur Ausſtellung, die Profeſſor Eugen
dr Fyſn Vereinigung Darmſtädter Künſtler gemacht
eiſchungen, die die hervorragende Begabung des
uf l m Gebiete dartun. Im ſüdlichen Kabinett des
s ſsi noch die Gewinne der Weihnachtsverloſung des

auft gr jedes 10. Mitglied ein Gewinn entfällt, der
ſuck deln Vo hnung oder als Geſchenk auf dem Weihnachts=
ſchönn eiwendung finden kann.
chtbiliſteortrag im GDA. Herr Gouvernementsſekre=
Dietzi ſach im GDA.=Heim über: Allerlei aus meiner
in Affra. In glänzender Weiſe verſtand er es, die
von Aunx bis Ende zu feſſeln. Teils ernſte teils hei=
oden
ru ſeiner langen Tätigkeit als Oſtafrikaner ſchil=
und guubo einen Einblick in das Leben und Treiben un=
heren
Kuiien. Dann zeigte er, welchen Verluſt wir
Abtrenug der Kolonien erlitten haben. Jahrzehntelange
Aut unſemſolonien zur Blüte gebracht, die ſpäter den an=
gaten
ne teife Frucht in den Schoß fielen. Dazu zeigte
einue ose Zahl von zum Teil farbigen Lichtbildern,
chönh ein der Kolonie Oſtafrika klar und deutlich vor
hrteng die Bilder zeigten aber ferner, daß deutſcher
rke galtifſen hat, die einen großen Wert darſtellen. Die
uſteuhng der Ein= und Ausfuhr uſw. uſw konnte wei=
ſert
deolonien ins rechte Licht ſtellen. Dietz hatte auf
allel grien gewonnen. Der reiche Beifall zeigte ihm,
ſrememe und willig mitgegangen waren. Damit
A. ſne Veranſtaltungen in dieſem Winter fortge=
Sanwat= dem 29. November, wird bei dem Unter=
Lichtbildervortrag über eine Schweizer Reiſe
endgruppe hält am 2. Dezember einen Vortrag
vöocelſchutz ab. Die Gruppe der weiblichen Ange=
Em 3. Dezember mit dem Thema: Die Frau
erwart. Am 4. Dezember findet ein Vortrag
ebüroorganiſation ſtatt. Redakteur Dr. Quetſch
imber über Die Tageszeitung und ihre Bedeu=
Mſcoaft‟. Daneben findet noch eine Beſichtigung
uſelruß am 7. Dezember ſtatt. Da ßdie Kurſe, die zur
dershſ eſtellten dienen, nicht in den Hintergrund tre=
ſtvckuſnolich
, denn ſie finden regelmäßig jede Woche
hazu fietſitzten Abenden ſtatt.

Volksha chulle Fräulein Block wird im Rahmen ihrer

übers (uglings= und Kleinkinderpflege von Mittwoch,
dezemEtav über Spiel und Beſchäftigung des
ind stprechen. Dieſe letzten Abende können auch von
enten

Anm

Eechck werden, die die bisherigen Vorträge nicht
mgen erfolgen auf der Geſchäftsſtelle der Volks=

e H4ſranen werden es mit Freude begrüßen, daß die
Abende=kträge der Heag nach ſechswöchiger Unterbre=
n
Fortgang nehmen. Die Unterbrechung war
ſtlich Ech, den Umbau unſerer Ausſtellungsräume be=
numir
in neuem Gewande erſtrahlen und zu einem
Weſiche einladen. Auch der neu geſchaffene Vor=
Muſterküche ausgebildeter Bühne dürfte ſich
eE eichlichen Benutzung bei Kochkurſen uſw. er=
beute
abend 8 Uhr von Frl. Hellwig
irag wird insbeſondere Die elektriſche
An. Beſondere Berückſichtigung finden auch die
mae, die ſich als Weihnachtsgeſchenke beſonders
9Gi ferner darauf hingewieſen, daß die Hegg auch
wvieder für jeden gekauften Apparat ein Freilos
uhrslotterie ausgibt, wonach jedes 10. Los ge=
größtem
Intereſſe

Zwiſchen Lokenſonnkag und Advenk!
Die evangeliſche Jugendvereinigung der
Petrusgemeinde hatte zu einem Elternabend in das Ge=
meindehaus
eingeladen. Der Zweck des Abends war, den Eltern
und Freunden unſerer Arbeit wieder einmal einen Einblick zu
geben in den ganzen Ernſt unſerer Arbeit und unſeres Wollens,
ſowie ihre Notwendigkeit in der heutigen Zeit zu erweiſen. Eltern=
ſchaft
und Führerſchaft müſſen ſich treffen auf dem Boden gemein=
ſamen
Erlebens.
Im Mittelpunkt des Abends ſtand, eingeleitet durch Vor=
ſpruch
Lied und erklärende Anſprache, das Spiel Der Ackermann
aus Böhmen von Johannes von Saaz, deſſen Entſtehungszeit 530
Jahre zurückliegt. Es iſt herausgeboren aus dem ſchmerzzerriſſe=
nen
Herzen jenes großen Unbekannten aus der Kanzlei Karls IV.
von Böhmen. Rein Menſchliches und Tiefgeiſtiges ringen mit=
einander
um die Klarheit dem größten und letzten Rätſel gegen=
über
, dem Tode. Was alles nur Scharfſinn menſchlichen Denkens
erwägen kann, kommt darin zum Ausdruck. Was alles nur an
Gefühlen beim Tode des geliebten Weibes aus einer bis ins
Tiefſte erſchütterten Menſchenſeele laut und lebendig werden kann,
wuchtet darin empor. Aber es klirrt gegen das eherne Herz des
Todes, dem die Welt der Gefühle fremd iſt, der nur dem kalten
Verſtand und der nüchternen Berechnung Naum gibt, der Selbſt=
zweck
und Endzweck in einem verkörpert. Er iſt Symbol, einer
jeden rationaliſtiſchen Zeitepoche. Aufbäumendes Leid zerſchmettert
an eiſiger Kälte. Wie wütende Woge an ſteiler Küſte vergiſchtet,
ſo zerprallt wahnſinnige Schmerzensleidenſchaft an der kalten
Stirn des Todes, ſo greifen ſpinnendürre Finger nach dem über=
vollen
Herzen des Leidzerquälten. Tod weiß nichts von Liebe,
die nimmer aufhört. Ihm fehlt, was aus Gott geboren iſt und
im Blute erfühlt wird: die Seele. Natur, Natur, du biſt ohne
Sinn, wo die Seele fehlt!
Aus dem Ringen zweier Welten geboren, ſteigt der Sieg Got=
tes
empor, dem der Tod nur Lehensmann iſt und auch der Sterb=
liche
ſich fügen muß. Heißes Gebet gibt Frieden ins Herz dem
wegmüden Wanderer.
In dem Ringen zweier Welten des Heute reckt mahnend ſich
der Finger Gottes zum Himmel, wird Drohung und Wegweiſung
einer um die Syntheſe der letzten Sinngebung wahren. Lebens
ringenden Menſchheit und läßt uns den Atem anhalten für kurze
Zeit, um zur Sammlung zu kommen vor dem Weiterſchreiten zwi=
ſchen
Totenſonntag und Advent. Sein oder Nichtſein, das iſt die
Frage; Menſch Gottes oder Dämon des Entweder=Oder, das uns
durchzuckt. Du haſt zu wählen! Ende oder Neuanfang liegen in
deiner Hand, ſind beſchloſſen in dem toten Punkt des Heute!!
Es war ein Wagnis für junge Menſchen Laienſpieler
ſolchem Spiel Geſtalt zu verleihen. Aber ſollte um ſolchen Wag=
niſſes
willen das Spiel nicht zur Darſtellung kommen? Sollte
zurückſtehen, was Gebot der Stunde?
Menſchen, die aus ernſter ſchwerer Tagesarbeit kamen, leg=
ten
ihre ganze Seele hinein! Das iſt genug geſagt. Und ein Zit=
tern
und Beben ging durch dieſe ihre Seele im Bewußtſein der
Verantwortung ob ſolchen Gebendürfens. Das weiſt uns den
Weg in die Rechtfertigung ſolcher Darſtellung. Und wenn du den
Atem hören konnteſt deines Bruders zur Rechten und zur Lin=
ken
, und manchmal atemloſe Stille herrſchte, dann bedarf es kei=
ner
Worte, um zu ſagen, was ſolche Stunde an Erleben in ſich
ſchloß. Wir können nur danken ob ſolcher Predigt, für die gilt:
Wer Ohren hat, zu hören, der höre! Wir können nur Buße tun,
wo erklingt das: Siehe, ich ſtehe vor der Türe und klopfe an!
Und wenn das die Folge iſt eines ſolchen Abends, dann iſt es
Lohns genug für Gebende und Nehmende, dann wird Gemeinde=
abend
zur gottesdienſtlichen Feierſtunde und Gemeindehaus zur
Kirche, deren Ort ſolchen Spieles würdig geweſen wäre! Irle.

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(16618a

Zentralverband deutſcher Kriegsbeſchädigter und Krieger=
hinterbliebener
e. V., Ortsgruppe Darmſtadt. In der am Sams=
tag
, dem 29. d. M., in unſerem Vereinslokal Reſtaurant Han=
delshof
, Ludwigsplatz, ſtattfindenden Mitgliederverſammlung
hält uns Herr Poſtſekretär Beutler, der bekannte Fallſchirm=
pilot
und ehemalige Ballonbeobachter, einen Lichtbildervortrag
über das Thema Die Feldluftſchiffer im Dienſte des Feld=
heeres
.
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auf Seite 9

(17265

Das Union=Theater bringt ab heute einen Tonfilmſchwank
mit Fritz Kampers, Fritz Schulz, Paul Heidemann, Jacob Tiedtke,
Elga Brink. Trude Berliner, Truus van Alten, Hedwig Wangel.
Joſephine Dora, Curt Veſpermann. Paul Henkels. Penſion Schöl=
ler
, nach dem gleichnamigen Bühnenſtück bearbeitet. Regie:
Georg Jacobi. Die Palaſt=Lichtſpiele bringen ab
heute ein Drama Ehe in Not frei nach dem Roman. Ehen zu
dritt zur Vorführung. In den Hauptrollen: Walter Rilla. Elga
Brink. Evelyn Holt, Fritz Kampers. Alfred Abel. Regie: Richard
Oswald. Dazu das auserleſene Beiprogramm und die neueſte
Ufa=Wochenſchau.

Mit D. 1422 über den Ozean!
Vor gut beſuchtem Hauſe berichtete am Mittwoch nachmittag
im Union=Theater Herr Eduard Zimmer, Pilot der Akademi=
ſchen
Fliegergruppe Darmſtadt, über ſeinen im Auguſt d. J. mit
Wolfgang v. Gronau unternommenen Flug von Deutſchlands
Küſte nach New York. An Hand einer großen Anzahl von Licht=
bildern
führte Herr Zimmer, in dem man ſofort den begeiſterten
Sportsmann erkennt, den Zuhörern ſeine Erinnerungen und Ein=
drücke
des Fluges von Sylt über Stockholm, Island, Grönland,
Labrador, Halifax nach New York in ſpannender Weiſe vor Augen.
Die ganze Welt bewunderte nach der glücklichen Ankunft der
kühnen Flieger in Amerika wieder einmal mit Recht deutſches
Können und den hohen Stand deutſcher Technik. Die große Begei=
ſterung
in New York war ein ſchlagender Beweis für die unein=
geſchränkte
Anerkennung, die deutſchem Erfindergeiſt, und vor
allem deutſchem Mannesmut ſeitens des amerikaniſchen Volkes
zuteil wird. Denn es gehört ſchon ein ganz gehöriges Quantum
Mut dazu, mit einer gebrauchten Maſchine, wie es dieſer Dornier=
Superwal aus dem Jahre 1924 war, den großen Teich zu über=
queren
und dadurch zu beweiſen, daß ein regelmäßiger Flugverkehr
DeutſchlandAmerika in greifbare Nähe gerückt iſt, daß man heute
mit einem Seeflugzeug genau ſo wie mit Schiffen von Hafen zu
Hafen über den Ozean gelangen kann. Da die Maſchine den be=
hördlichen
Anforderungen nicht mehr entſprach und der Reichs=
verkehrsminiſter
daher niemals ſeine Genehmigung zu dem Unter=
nehmen
hätte erteilen können, aber auch aus pſychologiſchen Er=
wägungen
heraus, ſahen ſich die Flieger veranlaßt, den Flug ſo=
lange
geheimzuhalten bis er gegluckt war. Der Flug warde (als
Nicht=Rekordflug) in ſechs Etappen zurückgelegt und ging recht gut
vonſtatten. Während v. Gronau ſich in der Hauptſache der Navi=
gation
angenommen hatte, ſaß Pilot Zimmer am Steuerknüppel.
Nur einmal, kurz vor Labrador, als die Inſtrumente zu ſtreiken
begannen, wurde man für kurze Zeit etwas nervös. Gewaltig
war der Eindruck beim Empfang in New York, wo bei der Fahrt
der beiden deutſchen Ehrengäſte zum Hotel durch eine Polizei=
eskorte
der Verkehr in den Straßen ſtillgelegt wurde. Der
lebhafte Beifall am Schluß bewies das Verſtändnis der Zuhörer
für die Größe eines Erfolges, der die ganze Welt aufhorchen ließ.
Der Vortrag wird Samstag, um 2.45 Uhr, wiederholt. II. Sch.
Trocken=Skikurſe des Skiklubs DarmſtadtOdenwald. Wir
machen hiermit nochmals darauf aufmerkſam daß am Samstag, den
29. November, abends, in der Turnhalle Soderſtraße 30, ein drit=
ter
Trocken=Skikurs von vier Doppelſtunden beginnt. Anmeldung
und Auskunft im Sporthaus Adelmann.
Darmſtädter Künſtler auswärts. Minna Tramer Mezzo=
ſopran
, aus der Geſangsſchule Käthe Nowack hervorgegangen, ſang
mit großem Erfolg im Herbſtkonzert des Geſangvereins Einigkeit in
Mainz=Weiſenau. Der Mainzer Anzeiger hebt die herrlichen
Stimmittel, deutlichſte Ausſprache und feinempfundenen Vortrag
beſonders hervor.
Orpheum (Märchentheater) Am Sonntag, dem 30. No=
vember
, nachmittags 3.30 Uhr, findet eine einmalige Aufführung
des deutſchen Kindermärchens Das Aſchenbrödel, ſtatt,
Dieſes Märchen in neuer Einſtudierung und Ausſtattung hat drei
Bilder unter Benutzung bekannter Volkslieder und Tänze, für die
Bühne bearbeitet von Maria Clara Keller. Vorkommende Perſo=
nen
ſind: die Stiefmutter, die böſen Schweſtern Bella und Blanka,
das Aſchenbrödel, der Prinz, der Hofmarſchall, der fahrende Geſell,
ſowie das Märchen=Ballett mit vier beſonders gut einſtudierten
Tänzen. Wollen Sie Ihren Kindern eine beſondere Freude be=
reiten
, dann beſuchen Sie mit dieſen die Sonntag=Nachmittags=
Vorſtellung. Allgemeiner Kartenverkauf: Verkehrsbüro de Waal,
Rheinſtraße 14, telephoniſch unter 389. Karten von 30 Pf. an.
(Siehe Anzeige.)
Heſſiſches Landestheater.

Großes Haus Kleines Haus Freitag,
28. November 19.30 bis nach 22 Uhr
D9 Königskinder
Preiſe 110 Mk. 1021.30 Uhr
Arnold Mendelsſohn
Kammermnſi abend
Preiſe 1, 1.50, 2 und 3 Mk. Samstag, 19.3022 30 Uhr
Die Zauberflöte
29. November /F 4, Dſt. Volksb., Gr. 110
Preiſe 110 Mk. 2022.30 Uhr
T Gruppe 2
Meine Schweſter und ich
Preiſe 1.206 Mk. Sonntag,
30. November 1517.30
Kabale und Liebe
Heſſenlandmiete 1I,, III
U 1, Gr. IIV Dſt. Volksk
Preiſe 0.707 Mk.
19.30, Ende nach 22 Uhr
E 10 Königskinder
Preiſe 1/0 M= 15.1517 45 Uhr
Meine Schweſter und ich
Außer Miete Pr. 15 Mk.
20, Ende gegen 22 Uhr
* 9 3
Zuſatzmiete III.
Preiſe 1.206 Mk. Montag,
1. Dezember Geſchloſſen. Geſchloſſen. Dienstag,
2. Dezember 20, Ende gegen 22 Uhr
A9. Der raſende Sperling
T, Gr.5 Preiſe 110 Mk. 2022 Uhr
Lucia von Lammermoor
Zuſatzm. V 5 Pr. 1.507,50 Mittwoch,
3. Dezember 19.30, Ende nach 22 Uhr
B9 Königskinder
Preiſe 110 Mk. 2021.30 Uhr
2ritter Beeihoden=Abend
des Drumm=Quartetts
Preiſe 1, 2, 3 Mk.

Heſſiſches Landestheater. Humperdincks Königskin=
der
gelangen heute, Freitag, im Großen Haus, in neuer Inſze=
nierung
und Neueinſtudierung, unter muſikaliſcher Leitung von
Karl Maria Zwißler zur Aufführung. In den Hauptrollen; von
Stoſch, Sattler, Lohmann, Jacobs, Liebel, Kuhn, Vogt, Overlack.
Die erſte Wiederholung der Königskinder findet übermorgen,
Sonntag, ſtatt Mozarts Zauberflöte wird morgen
Samstag, im Großen Haus, unter muſikaliſcher Leitung von Karl
Maria Zwißler in Szene gehen. Als Tamino gaſtiert zum letz=
ten
Male Max Adrian. In den übrigen Hauptrollen: Herrmann,
v. Stoſch, Walter, Stralendorf, Mitrovic, Liebel, Jacobs, Loh=
mann
, Vogt, Kienzl, Saggau, Bertholdt, Spira, Overlack.
Der Mann, den ſein Gewiſſen trieb ein Werk von
Maurice Roſtand, das bereits von zahlreichen deutſchen Bühnen
mit ſtarkem Erfolg in den Spielplan aufgenommen wurde, wird
als nächſte Schauſpiel=Neuheit des Kleinen Hauſes vorbereitet.
Irene Scheinpflug, Solotänzerin des Heſſiſchen Landesthea=
ters
, gaſtierte auf Einladung der Intendanz des Reußiſchen Thea=
ters
in Gera als Puppenfee‟.

durch Preissenkung von

nur
Mnaiu

Große Packung TA P., jetzt 36 Pfg.
habe Pachung 2 ſetst 12 bfc.
Wer gern wirklich guten Kaffee trinkt und trotzdem sparen will,
braucht Weber’s‟ Weilees die Bohnen besser ausnutzt.
Für Malz- und Wischkaffee ist Weber’serst recht unentbehrlich.
Webens ist jeitt fun leden eschwenglich!

[ ][  ][ ]

Wo findet die deutſche Zugend neuen Lebensraum?

Auf Veranlaſſung des Vereins für das Deutſchtum im Aus=
land
hielt geſtern abend in der Techniſchen Hochſchule der Direktor
des Marburger Inſtituts für Grenz= und Auslandsdeutſchtum,
Herr Prof. Dr. Mannhardt, einen Vortrag, der intereſſante
Einblicke öffnete in die der deutſchen Jugend außerhalb des deut=
ſchen
Reiches gesebenen Betätigungsmöglichkeiten. Der Vortrags=
abend
, zu dem die Akademiſche Ortsgruppe und die Frauenorts=
gruppe
eingeladen hatten, war erfreulich zahlreich beſucht. Das
Intereſſe an den Ausführungen des Redners war doppelt ſtark,
als dieſer erſt kürzlich von einer Weltreiſe zurückkehrte, die ihn in
faſt alle Gegenden brachte, wo Auslandsdeutſche tätig ſind.
Der Vortragende nahm zu Beginn ſeiner Ausführungen Be=
zug
auf ein vor kurzem von ſtudentiſchen Kreiſen erlaſſenes Preis=
ausſchreiben
, das den Zweck haben ſollte, Neuland zu ſchaffen für
die deutſche Jugend. Dieſe Frage, führte er aus, iſt nicht allein
mit irgendwelchen. Nachweiſen zu beantworten, ſie betrifft eng
das Problem des Auslandsdeutſchtums überhaupt. Wir, haben
ſchon jetzt eine große Anzahl von Arbeitsloſen, und die ver=
ſchloſſenen
Türen, an die geklopft wird, mehren ſich zuſehends.
Dabei nimmt die Zahl der Studierenden in Deutſchland ſtändig
zu. Sie hat ſich gegenüber der Vorkriegszeit etwa verdoppelt.
Wenn auch nach dem Kriege die Zahl der akademiſchen Stellen
vermehrt wurde, geſchah das doch nicht in dem Maße, um ein
ſtarkes Stocken zu verhindern. Im Grund iſt es ein ſtarker ethi=
ſcher
Zug gerade im deutſchen Volke, der nach akademiſcher Bil=
dung
, und damit nach erhofftem Vorwärtskommen, Beſſerung der
Lebenslage, drängt. In der Vorkriegszeit waren Beamte und
Offiziere die angeſehenſten Stellen, weil ſie den Staat repräſen=
tierten
. Auch die freien Berufe, wiſſenſchaftlicher Grundlage
kamen zu ſtarkem ſozialen Anſehen. Eltern, die ihre Kinder über
ſich hinauswachſen ſehen wollten, führten ſie daher immer mehr
dem akademiſchen Studium zu. Vor allem war der Drang zum
Beamtentum mit ſeinen geſicherten Lebensſtellungen ſehr erheb=
lich
. Das riſikoloſe Leben wurde als höchſtes eingeſchätzt. Wir
waren reich und konnten es uns erlauben, zu ſtudieren. Heute iſt
das alles anders geworden, und von überallher ertönt der Ruf
nach Einſchränkung des akademiſchen Studiums, weil das
akademiſche Proletariat ſonſt gefahrdrohend vermehrt wird. Wir
haben erkennen müſſen, daß unſer innerer Markt doch ganz
erheblich größer geweſen iſt, als unſer Außenmarkt. Und wenn,
was ſicher anzunehmen iſt, die Kriſe dazu zwingt, die Einkommen
noch mehr zu belaſten und einzuſchränken, wird die Kaufkraft im
Innern immer noch ſinken. Dazu ſchränkt die Weltwirtſchaftskriſe
noch den Auslandsmarkt immer mehr ein. Und alles deutet dar=
auf
hin, daß die Lage, in der wir uns heute befinden von
längerer Dauer ſein wird. Die Frage, die das Thema
dieſes Vortrages ſtellt, iſt alſo ernſt und von größter Wichtigkeit.
Wir machen aber auch ſeit längerem die Erfahrung, daß der
weiße Menſch immer ſeltener wird, der auf dem Lande arbeiten
will nur für den eigenen Bedarf, für die Exiſtenz ausſchließlich
der eigenen Familie. Jeder will produzieren, will Geld verdie=
nen
, mehr als zur Friſtung des Lebens erforderlich iſt. Jeder will
an den Freuden des Lebens teil haben. Immer weniger wird er=
kannt
, daß natürliche Lebensfreude vor allem die Uebernahme
eines Lebensriſikos, das Indiehandnehmen des wundervollen
Lebens als ſolches vermitteln kann.
Unſere Bevölkerung iſt in Deutſchland zurzeit falſch und
ſchlecht verteilt. Daraus ergibt ſich die ſcheinbare Ueberbevölke=
rung
. Es iſt nicht ſo, daß wir zu einer Geburtenkontrolle ge=
zwungen
ſind. Jede Kontrolle dieſer Art hat zu einer Auswahl
des Minderwertigen geführt. Ueberdies würde ſich die Kontrolle
erſt in 30 Jahren bemerkbar machen. Was aber in 30 Jahren

ſein wird, weiß kein Menſch. Wir haben erkennen müſſen, daß
die Verhältniſſe in der alten Welt in keiner Weiſe ſtabil
ſind. Der verſtärkte Lebenswille der jüngeren
deutſchen Generation allein wird die Gefahren
ſchweren Verhängniſſes abwenden können. Die Hoff=
nungsloſigkeit
für die akademiſchen Lebensberufe wird zweifellos
wie ein Menetekel wirken und ſo vielleicht durch Selbſthilfe die
Verhältniſſe ändern. Es muß vor allem wieder dahin kommen,
daß die verſchiedenen Lebens= und Erwerbsgruppen geführt
werden von Führern, die aus dem eigenen Stand hervorgegangen
ſind. Es muß auch eine Auflöſung der übergroß gewordenen Kon=
zerne
kommen, wenn der Einzelne wieder etwas gelten will,
wenn auch Handwerk wieder zu goldenem Boden kommen will.
Auch der junge deutſche Akademiker muß wieder dahin kommen
er kann in dieſer Beziehung ſehr vom Amerikaner lernen daß
er ſich vor keiner Arbeit ſcheut, daß er ruhig etwa als Chauffeur
anfängt und ſich dann hocharbeitet, bis vielleicht zur Uebernahme
einer Garage, auch wenn er ſich die Finger ſchmutzig machen muß!
Und es muß danach geſtrebt werden, die Menſchen wieder aufs
Land zu verpflanzen, wo immer noch Hunderttuſende pol=
niſcher
Arbeiter tätig ſind. (!) In dieſer Beziehung iſt
die Ataman=Bewegung durchaus begrüßenswert Unſer Land
kann noch enger beſiedelt werden, allerdings kann nicht jeder
Rittergutsbeſitzer werden wollen.
Der zweite Weg, der zur Hilfe führen kann, iſt der zur Wie=
dergewinnung
verlorener Gebiete. Wir, können
deutſches Land, das uns durch den Verſailler Vertrag genommen
wurde, nicht auf die Dauer entbehren. (Lebh. Beifall.)
Zur Frage, inwieweit heute die Möglichkeit gegeben iſt zur
Auswanderung für Deutſche, iſt zu ſagen, daß dieſe Mög=
lichkeiten
noch ſehr gering ſind. Amerika und Auſtralien
werden über kurz oder lang ihre Grenzen überhaupt ſperren. Es
kann immer nur gefordert werden, möglichſt wenig
auszuwandern! Vor allem kein Landwirt ſollte auswan=
dern
. Soweit aber ein Auswandererſtrom zu lenken iſt, ſollte das
dorthin ſein, wo ſchon Deutſche ſind, um das Deutſchtum zu ſtär=
ken
. Nicht allerdings in der Ausſicht, dort etwa ſich von den
Landsleuten durchſchleppen zu laſſen. Die Tropen ſind für deutſche
Einwanderer nicht geeignet. Jeder Auswanderer ſollte ſich die
Möglichkeit der Rückkehr offen halten. Ebenſo ſollte die Mög=
lichkeit
eines Austauſches offen bleiben. Menſchen, die ſich drau=
ßen
bewährt haben, ſollen zurückkehren und anderen draußen
Platz machen. Nur ſo können wir wieder weltpolitiſche Bedeu=
tung
erreichen.
Als Auswanderergebiete kommen in Frage Kanada, Braſi=
lien
, Argentinien, Chile, in kleinem Maße Südweſtafrika in grö=
ßerem
das Gebiet der Union, in kleinerem noch Auſtralien und
Neu=Seeland. Was Berufe anbelangt, ſo muß leider geſagt wer=
den
, daß die Akademiker am wenigſten Ausſicht
haben! Tüchtige deutſche Handwerker ſind überall im
Ausland geſchätzt. Landwirte mit Kapital und großen Familien
ebenſo. Die Möglichkeit, ſich ohne Kapital heraufzuarbeiten be=
ſteht
faſt nur noch in Südbraſilien, aber unter den größten Müh=
ſalen
. Grundſätzlich haben immer nur die Tüch=
tigſten
Ausſicht durchzukommen. Mit der Ver=
ſicherung
ausſichtsvoller Hoffnung, trotz allem, für des deut=
ſchen
Volkes Zukunft und mit Dank an die gute Arbeit des
VD.A., die für ſich ſelbſt werben ſollte, weil der V.D.A. die
einzige Organiſation des deutſchen Geſamtvol=
kes
auf der Erde iſt, und weil ihm jeder, ganz gleich, wel=
cher
politiſchen Ueberzeugung er iſt, angehören kann, ſchloß der
Vortragende unter langanhaltendem Beifall.

Mozart=Verein. Das Konzert am Dienstag, den 2. Dezem=
ber
, das das prächtige Chorwerk Hugo Kauns Vom deut=
ſchen
Rhein in Darmſtadt zur erſten Aufführung bringt, iſt
gleichzeitig eine Huldigung für unſeren Mitbürger, Arnold
Mendelsſohn. Einige ſeiner, dem Mozartverein gewidmeten
Volkslieder, in denen der Meiſter neue Wege be=
ſchreitet
, werden ſich als Bereicherungen der Männer=
chorlitteratur
erweiſen. Von den Soliſten hat ſich Johannes
Willy Händel erkoren, Luiſe Richartz hat ſich Schubert

erwählt. Karten für Nichtmitglieder in den Muſikalienhandlun=
gen
, für Mitglieder bei O. Titze, Eliſabethenſtraße 4.

Alte Realgymnaſiaſten. Am nächſten Samstag, abends
8.15 Uhr, wird im Reſtaurant Sitte (Karlsſtraße) auf Veranlaſ=

ſung des Vereins ehemaliger Schüler und der
Freunde des Realgymnaſiums das Mitglied Herr Dr.

G. Schulz aus Höchſt a. M., ein hervorragender Kenner der ein=
ſchlägigen
Materie, über Rauſchgifte und Betäubungsmittel
ſprechen. An den Vortrag ſchließt ſich ein geſelliges Beiſammen=
ſein
bei Orcheſter=, Geſangs= und ſonſtigen Darbietungen an. Alle
ehemaligen Realgymnaſiaſten ſowie eingeführte Gäſte und ins=
beſondere
die Familienangehörigen (auch Damen) der Mitglieder
ſind bei freiem Zutritt herzlich willkommen.
Sportverein Darmſtadt 1898. Es wird auf die heute
abend 8,30 Uhr in der Stadiongaſtſtätte auf dem Sportplatz am
Böllenfalltor ſtattfindende Mitgliederverſammlung hingewieſen.
(Siehe Anzeige.)
Paulusgemeinde. Zum nächſten Sonntag, dem 1. Advent,
wird der Kindergottesdienſt der Pauluskirche nachmittags Das
Kirchenjahr von E. von Bonin zur Darſtellung bringen. Die
Mitwirkung der Chorſchule unter Leitung von Herrn Lehrer A.
Born ſichert der Aufführung eine erhöhte Wirkung. Die Eltern
und die Gemeindeglieder ſind herzlichſt zur Teilnahme eingeladen.
Der vormittägige Kindergottesdienſt fällt an dieſem Tage aus.
Märchenvorſtellungen Perkeoſaal. Die nächſte Vorſtellung
iſt am Sonntag nachmittag: Schneewittchen und die
ſieben Zwerge‟. Weiteres folgt in morgiger Nummer.
Kartenverkauf iſt Samstag, von 11 bis 1 Uhr, und Sonntag, ab
11 Uhr.,
Der Kohlenſparverein Darmſtadt, Viktoriaſtraße 94, hatte
eine außerordentliche Mitgliederverſammlung einberufen. Die
ſehr gut beſuchte Verſammlung hatte die Aufgabe, die Satzungen
dieſes Vereins grundlegend zu ändern. Bei Gründung des Ver=
eins
waren etwa 60 Mitglieder zu verzeichnen, und wurden daher
die Satzungen auch auf dieſen Perſonenkreis zugeſchnitten. Heute
zählt der Verein 2500 Mitglieder, die regelmäßig beliefert wer=
den
. Außerdem beſitzt er ſeit 1925 die Rechtsfähigkeit. Nun galt
es natürlich, den derzeitigen und kommenden Verhältniſſen durch
eine entſprechende Neufaſſung der Satzungen Rechnung zu tragen.
Es dürfte wohl ſelten in der Entwicklungsgeſchichte einer der=
artigen
wirtſchaftlichen Organiſation vorkommen, daß der von dem
Vorſtand vorbereitete Entwurf ohne jeden Einſpruch und ohne

Aenderung durch die Mitgliedſchaft angenommen wird. Die Mit=
glieder
beſchränkten ſich darauf, dem Vorſtand ſowie dem geſamten

Perſonal Dank und Anerkennung für die Sorgfalt, mit der die
Geſchäfte geführt und die Mitglieder bedient werden, offen auszu=
ſprechen
. Der Umſtand, daß die gemachten Erſparniſſe reſtlos an
die Mitglieder zurückfließen und den Mitgliedern in dem neuen
Statut auch der Rechtsanſpruch anteilmäßig auf die Erſparniſſe
eingeräumt wird, geſtatten dem Verein, von jeder lauten Werbe=
tätigkeit
abzuſehen und Taten ſprechen zu laſſen. Außer einem
Beitrittsgeld hat das Mitglied keinerlei Riſiko, dafür die Ge=
währ
nur beſter Qualität, prompter Bedienung und die Annehm=
lichkeit
erleichterter Zahlungsbedingungen.

Die Jahresverſammlung der Mukker=Kirche

Der Erſten Kirche Chriſti, Wifſenſchafter, Boſton.

Es dürfte für die Allgemeinheit von Intereſſe ſein, einige Zahlen
aus einer Bewegung zu erfahren. So wird in der Jahresverſammlung
durch den chriſtlich=wiſſenſchaftlichen Vortragsausſchuß über das am 30.
April 1930 abgelaufene Amtsjahr berichtet, daß über drei Millionen
Menſchen im vergangenen Jahre chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vorträge be=
ſucht
haben. Der Vortragsausſchuß, der vor 32 Jahren durch Mrs.
Eddy mit 5 Mitgliedern gegründet worden iſt, zählt heute 26 Mitglie=
der
. Im Jahre 1898 wurden 100 Vorträge, im Jahre 1929/30 3822
Vorträge gehalten, darunter 58 Vorträge in deutſcher Sprache.
Ferner berichtet die chriſtlich=wiſſenſchaftliche Verlagsgeſellſchaft, daß
die Auflage des Journals jetzt über 123000, des Sentinels über 191 000,
des Herolds der deutſchen Zeitſchrift 34000 und die des Hérauts
18 000 Exemplare beträgt. Der Chriſtian Science Monitor hat eine be=
zahlte
Tagesauflage während des am B. März 1930 abgelaufenen Halb=
jahres
von über 135 000, im Monat Mai von 154 000 Exemplaren
gehabt.
Des weiteren berichtet die Abteilung der Zweige und Ausüber, daß
ſeit der letzten Jahresverſammlung 82 Kirchen und Vereinigungen der
Mutter=Kirche beigetreten ſind, von denen 50 in den Vereinigten Staa=
ten
, 4 in Kanada, 21 in Europa, 2 in Afrika und 5 in Auſtralien ſind.
Die Mutter=Kirche hat demnach jetzt 2451 Zweigkirchen und Vereini=
gungen
und 39 Univerſitäts=Organiſationen. Die chriſtlich= wiſſenſchaft=
liche
Bewegung hat im vergangenen Jahr faſt jede Woche eine neue
Kirche ohne Schulden erbaut.

Machen Sie doch Ihre Liköre selbst.
Die Sache lst mit Relchel-Essenzen so einfach und Sie
sparen Geld. Dabel wird es ihnen besser schmecken.
In Drog. und Apoth. erhältlich. Lassen Sle sich daselbst
auch Dr. Relchels Rezeptbüchlein geben, es kostet nichts.
Wo nicht erhältlich, durch Otto Reichel, Berlin-Neukölln.

Briefkaſten.

Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsqulttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechteverbindlichkelt.

L. M., hier. Das zweite Ziel der Hundeſteuer (Staats= und Ge=
meindeabgabe
) für 1930 war bereits am 15. Auguſt 1930 fällig geweſen.
Die Aufgabe des Beſitzes eines Hundes iſt ſpäteſtens bis zum Ablauf
des Kalenderjahres, in dem die Abſchaffung erfolgt iſt, der Bürger=
meiſterei
des Wohnortes anzuzeigen. Als Beſitzer eines Hundes im
Sinne des Hundeſteuergeſetzes und der Hundeſteuerverordnung gilt jeder,
der einen Hund tatſächlich hält, ohne daß es auf ſein Recht hierzu oder
auf die Abſicht, den Hund dauernd zu behalten, ankommt. Als Beſitzer
von Hunden, die von Perſonen gehalten werden, die mit andern in
gemeinſchaftlichem Haushalt leben, iſt jedoch ſtets der Haushal=
tungsvorſtand
(hier der Ehemann) anzuſehen. Demnach kann die
Hundeſteuer im Fragefalle nur vom Ehemann eingezogen und beige=
trieben
werden. Nach der Reichsabgabenordnung, die aber
nicht für die Hundeſteuer gilt, haften Ehegatten, die zuſam=
men
zu einer Steuer veranlagt werden, für dieſe als Geſamtſchuldner.
T. E. Unter den von Ihnen vorgetragenen Umſtänden könn=
ten
Sie viel eher eine Entſchädigung wegen des durch ſchuld=
volles
Verhalten des anderen Teils veranlaßten Rücktritts begeh=
ren
. Geben Sie auf den Brief keine Antwort und laſſen Sie es
auf gerichtliche Schritte von der anderen Seite ruhig ankommen.

Aus dem Gerichksfaal.

Aw. Der Hähnleiner Krieg dauert nun =
und ſcheint immer noch mit unverminderter Heſt
Eifer geführt zu werden. Diesmal ſaßen ſechs Häm=
Anklagebank des Bezirksſchöffengerichts: der Gep=.
ner und ſein Bruder, der bereits vor einigen
falls wegen Beleidigung des Bürgerm
verurteilt wurde, ein Glaſermeiſter, ein St
ein Schloſſer und die Frau eines Maur=

aus Hähnlein. Der Steinhauer löſt ſich mit einem
dem er ſeine Beleidigung zurücknimmt. Die
beſondere die beiden erſten Angeklagten, verſuchen
Redegewandtheit den Wahrheitsbeweis für ihre
anzutreten. Sie haben den Bürgermeiſter der Untet
ſchuldigt und ihm die ſchönſten Koſenamen beigel
vorbringen in annähernd ſiebenſtündiger Verhand?;
ſelben Dinge, die ſie ſchon ſtets in nahezu 30 Verhn
brachten, dem Gericht und der Staatsanwaltſchaft
und es ergibt ſich, daß der Bürgermeiſter wohl Fehlſ
iſt ihm eine ſtrafbare Handlung nicht nachzuweiſen.

anwalt hält eine Beleidigungsabſicht bei fünf der (
für erwieſen und beantragt Geldſtrafen, die er inmſs

des Gerichts ſtellt. Für den ſechſten Angeklagten imäſ
Freiſpruch, da eine Beleidigungsabſicht bei ihm ch/

wurde. Um 6.30 Uhr verkündet der Vorſitzende foll,
Der Gemeinderechner und der ſechſte Angeklagte Pm
ſprochen. Der Bruder des Gemeinderechners erhäß!
ſtrafe von 50 Mk., hilfsweiſe 10 Tage Gefängniit
meiſter 70 Mk., hilfsweiſe 14 Tage Gefängnis, und
Maurers 20 Mk. hilfsweiſe 4 Tage Gefängnis.
meiſter wird die Publikationsbefugnis zuerkannt.
Eebenfalls wegen Beleidigung des Hi
Bürgermeiſters war ein Bensheimer
angeklagt. Er hatte ihm in einer Hähnleiner Wirtn
ſten Titel gegeben und wird vom Gericht zu einer

100 Mk., hilfsweiſe 10 Tage Gefängnis, verurteilt. 1

Am Mittwoch waren zwei Verhandlungen gege=
nalſozialiſtiſchen
Abgeordneten unn
ſteller Gottfried Feder angeſetzt, in einen
Vergehens gegen das Republikſchutzgeſetz, im andeseinerim äau
er Einſpruch gegen einen Strafbefehl wegen Bol=
hoben
. Da Herr Feder nicht erſchienen war und nn chn 9iſt
Vorführungsbefehl gegen ihn als Reichstagsabgeoshn Mnu
vorgehen kann, wurde der Einſpruch verworfen und 7
auferlegt; die andere Verhandlung mußte bis aufuchmifter e
tagt werden.

msftl
Fru Ke
FFi
ueßen

Gaſtſpiel des Straßburger Operettentheatern /FAM
Ab Sonntag, 30. November, abends 8 Uhr, gibt don /.1 1. 90
Operetten=Tournee=Enſemble im Orpheum einige ſ494 M Ein
lungen, beginnend mit der Operettennovität von 2.ᛋim En
Adieu Mimi. Muſikaliſche Leitung: R. Pechamitn u
Enſemble, das ſeit Jahren als einziges in Elſaß==humutiem
Vorſtellungen in deutſcher Sprache autoriſiert war, E F4mM0,
Ruf voraus. Ein unvorhergeſehenes Verbot dic Hy.n
Miniſteriums hat in den letzten Tagen plötzlich die
dcreen Wn
keit des Enſembles unterbunden Die Titelrollll
Jamiber.
und ſpaßigen Werkes von Ralph Benatzky ſingt r:/nute
Henny Walden. Weitere Mitteilungen folgen. (M

Adventsfeiex im Chriſtlichen Verein junger I.
Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſerne). Wir lader,

Adventsfeier am Sonntag den 30. November, die /
Vereins herzlich ein. Jedermann iſt freundlich eity
Feier iſt für beide Abteilungen, Hauptabteilung
Verwaltungsgerichtshof, Zeughausſtraße 2
Sitzung am Samstag, den 29. November, 9.15 Uhr


Mun d

Brcht N.
Ain Honk
Ermint

dung gegen den Polizeioberwachtmieſter Monnhoin=

Fiäterba

Polizeiwachtmeiſter Humburg und Winkler in Offe=m)

Aufgeklärter Einbruchsdiebſtahl. Der in urn
bericht vom 19. November 1930 veröffentlichte Zigſt
wonach aus einem Gebäude in der Eſchollbrücker
garren geſtohlen hatten, hat nunmehr ſeine Aufkläm=
Als Dieb kommt ein 21jähriger Autoſchloſſer aussB /0
Betracht, der nach längerem Leugnen überführt mcumn
zwecks Erlaß eines Haftbefehls dem zuſtändigen (Mühin n
führt. Die geſtohlenen Zigarren, die noch unverſtikttzim
wurden durch einen Walter Dyroff an verſchiedener MMt
kauft. Alle Käufer dieſer Zigarren erſuchen wir, 1
nen Intereſſe umgehend bei der Kriminalpolizei, Lit tm
Zimmer 27, vorſprechen zu wollen, um damit einer
Handlung vorzubeugen.
Eigentümer geſucht! Die in unſerem Polixt)
27. November 1930 erwähnten, aus Diebſtkählen
Mäntel werden wie folgt beſchrieben: 1. Ein dur
Tuchmantel (Schlüpfer), einreihig, ohne Futter;
zweireihiger Gabardinmantel mit Ringsgurt und 19
das mit roten und hellen Karos durchwirkt iſt; 3. e
Trenchcoatmantel ohne Futter mit Ringsgurt r
Lederknöpfen; 4. ein zweireihiger Trenchcoatmant!
gurt und blauem Futter, das mit hellen und blauu
ros durchwirkt iſt; 5. ein einreihiger Trenchcoatmann
gurt und dunklem Futter, das mit großen, hellen r00
Karos durchwirkt iſt; 6. ein zweireihiger Trenchcoott
Ringsgurt, lila Futter und großen Karos. Die AE
wahrſcheinlich aus Autos, aus der Garderobe de
Hochſchule und ſonſtigen Garderoben entwendet. Eiufd
tigte Perſonen bitten wir, die Mäntel alsbald beiuc
amt, Hügelſtraße 31/33, Zimmer 26 einſehen zu m)

Lokale Veranſtalkungen.

w Tfhrimnenden Rotizen ſind ausſchtließllich als Hinweiſe evl And
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung der Kiülnt

Im Reſtaurant=Café Zum Datt1
ſtraße 27, findet heute abend ein Sonderkonzert ſtau=

Tageskalender für Freitag, den 28. Novemben!
Heſſ Landestheater 19.30 Uhr D 9: Kömſek
Kleines Haus, 20 Uhr; Kammermuſikabend Arn. 1
Konzerte: Schloßkeller, Café Oper, Zum 29
Bender, Maxim, Span, Bodega, Sportplatz=Reſtauig
lenfalltor Rheingauer Weinſtube Kinovorſi
Union= Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.

Eottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgeme
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße).
Freitag, den 28. Nov.: Vorabendgottesdienſt 4 Inn
Samstag, den 29. Nov.: Morgengottesdienſt 89=
Schrifterklärung. Sabbatausgang b uhr 20 M4
Gottesdienſt an den Wochentagen.
Morgens 7 Uhr 30 Min. Abends 6 Uhr 00 Mill.
Gebetszeiten in der Synagoge der Iſraelitiſchen Religiee
Samstag, den 29. Nov.; Vorabend 4 Uhr 05 Mſh.
8 Uhr. Nachm. 4 Uhr. Sabbatausgang 5 Uhr 22
Wochentags: Morgens 7 Uhr 05 Min. Abends*
Donnerstag, den 4. Dezember, abends: Tal um?.

und bis zum 10. Jahre
dürfen Sie für die zarte und
empfindliche Haut Ihres
Kindes nur die milde, reine

KINDERSEIFE

verwenden. Nivea-Kinden.
seife wird nach ärztlicher
Vorschrift hergestellt; sie
dringt schonend in, die
Heutporen ein und macht

Preis: sie frei für eine gesunde
70 Pfg. und kräftige Hautatmung.

Angenchmes Räsieren dur

Sie müssen sich vor dem Einseifen mit Nivea-Creme einrelbell- zu stark, damit die Schaumerzeugung nicht beeinträchlßs
* Sie werden dann sehen, dass auch tägliches Rasieren Ihre ſie‟

angreift. Sie werden nicht mehr unter schmerzenden Rdnm5‟"
aufgesprungenen Stellen zu leiden haben. Sie werden Bi‟
feststellen, dass Ihr Aussehen jugendlicher, straffer und geplieB"
enthö,
Zu ersetzen ist Nivea-Creme nicht, denn nur 2iE.
hautptlegende Eucerit, und darauf beruht ihre besondere.4
Dosen: RM 0.20, 0.30, 0.60 und 1.20 Zinntuben: RMOcMe

[ ][  ][ ]

Stil guten. Da es etwas erhöht liegt und im Hinter=
üdrche
tſbhar iſt, macht das Ganze trotz der hohen Um=

Hafft

ZIGARETTENFABRIk MAKEDON G.AB.H. MAINZ ARH.

Freitag, den 28. November 1930

Seite 7

Aus Heſſen.

ſeim. 717ob Mäuſeplage. Die Mäuſeplage hat.
markungen, ſo auch in der hieſigen Gemarkung
iocungenommen. Hauptſächlich iſt das obere Feld
ſucht z an Gemüſe und Rüben großer Schaden ange=
eg
ün völligen Aberntung der Felder und der jetzt
en 0hirften ſich dieſe Schädlinge wohl in die Mieten
zu wiehen. Um die Plage mit Erfolg bekämpfen zu
zzuu ratſam, jetzt ſchon Vorſichtsmaßnahmen durch
ſitichem uſw. zu treffen. Am Sonntag nachmittag
wgummender Handwerksburſche in einem Hauſe die
ſich berunter und brach dabei ein Bein. Nach An=
wandes
wurde er mittels Krankenautos in das
Aa tadt verbracht. In der Nacht zum Montag
Blwolizei, nicht weniger als ſieben junge Leute
Aſörenden Lärms zur Anzeige gebracht. Für ihren
ſFalls der Weihnachtsmann einen fetten Straf=
agguſch
präſentieren. Anfangs September d. J.
Schr hier ein Fahrrad geſtohlen. Jetzt kommt aus
Nheincen die Meldung an die hieſige Gendarmerie, daß
brrad au der Landſtraße gefunden wurde und in den
n dem ſiser zugeſtellt wird. Der Dieb iſt jedenfalls ein
rſche, id das Fahrrad jetzt läſtig wurde und es einfach
ge liegſglſeß. Bei dem ſchweren Sturm in der Nacht
auf rSc ag, der von Blitz, Donner und Negen begleitet
an vugüidenen Stellen zu größeren und kleineren Be=
an
Gfklen und Einfriedigungen. Auch die elektriſche
purde ſch den Sturm beſchädigt, ſo daß faſt der ganze
U f übern u4 Licht war.
ſtabt, 17Aov. Das evangel Jugendheim, das
wen neich ſem Pfarrhaus errichtet wird, geht ſeiner Fer=
tgegen
die große Ringmauer wurde in der Kurvenlinie
ger Sſcz unterbrochen, ſo daß von dort aus ein be=
na
geülfim wurde. Das Jugendheim iſt in einem durch=
nr
einera ſten Eindruck. Mittelpunkt des Gebäudes, deſſen
der bamen Längsſeite liegt, iſt ein großer Saal, der für
Sitzgzmheit geben ſoll. Dieſer Verſammlungsraum
Linnser Zuſammenkünften der evangeliſchen Jugend
erdemmſc er auch Uebungslokal für den Kirchengeſang=
ſeben
u0 ſeine Uebungsſtunden in der Kleinkinderſchule
n Daſſenädter Straße abhalten muß, werden. An den
ſergunn hließen ſich kleine Nebenräume an. Wie ver=
Einzyung des Heims bereits für die nächſten Tage
MeSie fint worausſichtlich am zweiten Advent ſtatt.
vübrünk 27. Nov Keine Bürgerſteuer. Der
inderau t die Einführung einer Bürgerſteuer einſtimmig
Dſe züden Einbau einer Schleuſe am Sandbach er=
Mauremnchiten wurden durch das Kulturbauamt Darm=
Mauhmen iſtern übertragen.
ſeüvt bei nAugſtadt. N. Nov. Bürgermeiſterkandi=
iſr
diu m 7. Dzember ſtattfindende Bürgermeiſterwahl
reigeor ynen Adam Weicker 2. und Gemeinderat Georg
ipmäber. Der Gemeinderat hat die Ein=
er
Büüſſer ſteuer einſtimmig abgelehnt. Ferner wurde
na der urdeſteuer abgelehnt, die nah wie vor 6 Mark
d betrtät. Zur Frage der Gewährung von Winterbeihil=
n
die =tinien des Kreiswohlfahrtsamtes abwarten.
lut ver=Bſtzuß 27. Rov. Neue Autobusverbin=
kelle
dug Konkurs geratenen Nieder=Beerbacher Autobus=
Uäyſt hnt nau neu ins Leben gerufene Verkehrsgeſell=
mülede
eül erbach eine Autobusverbindung zwiſchen
ach unwflerſtadt ins Leben gerufen. Der Omnibus ver=
nur
bisl e Die Wartehalle der Straßenbahn in Eberſtadt
enſtraf:z n5 Neue Darmſtädter Straße. Der Wagen ver=
e
Ricktitg zunächſt täglich fünfmal und nimmt beſonders
den =ih an die Straßenbahn. Der Fahrpreis zwi=
Muntz icer=Beerbach beträgt 50 Pfg. für die Perſon.
uf, 264 bf. Tonfilm. Am kommenden Samstag und
uſt im weröffneten Lithero=Lichtſpieltheater, hier, am
erſter chſilm in Roßdorf, und zwar Das lockende Ziel
4 Namaſſmger Nichard Tauber in der Hauptrolle. Mit
künſtltah anerkannten Film bringt das neue Theater
ſch Er ſfſ ges, ſo daß jeder Muſik= und Geſangsfreund
ſten zm. Das Luſtſpiel= und Tonfilm= Schlagerbeipro=
ieidie
Aſcztigen auf ſeiner Seite. Eine vielverſprechende
ſt, B. 19. In die Reihe der diesjährigen Winterveranſtal=
der
liwende Sonntag mit einer außergewöhnlichen Dar=

großtmstral Zur Krone (Beſ. K. Scheerer) hält die all=
7u beliebte Kapelle Breitwieſer=Roßdorf in
en Aikzung (20 Mann) ihr erſtes großes Doppelkonzert
Teile Beſetzung von Kavallerie=Muſik, der zweite Teil
eſter=Bſtzu ung, werden ein beſonders abwechſlungsreiches
zu Güll ringen. Um jedermann Gelegenheit zu geben,
ſaltungs ſincht entgehen zu laſſen, hat ſich die Kavelle in lie=

E Weikereit erklärt, nur 30 Pfg. Eintrittsgeld einſchließ=
IM zu gſet ung ihrer beſonderen Unkoſten zu nehmen. Der
Flauf Eliyt bereits am Donnerstag im Gaſthaus zur
durch fühlreder.
ſeder Rlwual t, R. Nob. In der letzten Zeit iſt es immer
Egekom m, Daß der ſogenannte Röderpfad längs des
ds Kaf Waldesruh, obſchon er ſeiner natürlichen An=
ſr
als ßofad gelten kann, von Radfahrern, hauptſächlich
us ſh0emeinde Traiſa, benützt wird. Es hat dies zu
Heiteng t Den Fußgängern und mit den Grundſticksan=
9 Rreisamt Darmſtadt hat daher eine Bekannt=
ſſen
, / nach dieſer Teil des Röderpfades für Radfahrer
Zuugirhandlungen werden beſtraft.

* Zollerhöhung für Tabak und Banderolenſteuer.

S. Benshim, 27. November.
Hier fand unter Vorſitz des Kreisdirektors im Kreisamtsgebäude
eine Beſprechung über die von der Reichsregierung beabſichtigte Tabak=
zoll
= und Banderolenerhöhung, wie ſie jetzt vom Reichsrat verabſchiedet
worden iſt, mit den beteiligten Zigarrenfabrikanten und den in erſter
Linie für die Zigarrenfabrikation in Betracht kommenden Gemeinden
Lampertheim, Lorſch und Klein=Hauſen ſtatt, wobei in eingehendſter
Weiſe auf die großen Gefahren dieſer Zollerhöhung hingewieſen wurde.
Die Fabrikanten erklärten, daß ſie bei Annahme der Vorlage durch den
Reichsrat nicht in der Lage wären, ihre Betriebe fortzuführnen und dies=
bezügliche
Stillegungsanträge mit Wirkung vom 1. Januar 1931 be=
reits
geſtellt hätten. Wenn die Wiederaufnahme der Betriebe wieder
möglich ſei, ſei noch nicht vorauszuſehen; jedenfalls müſſe man jetzt
ſchon damit rechnen, daß die Betriebe ſpäterhin nur in ſtark verkleiner=
tem
Maßſtab arbeiten könnten, da Arbeit auf Lager, wie dies ſeither
der Fall war, bei dem zu erwartenden Konſumrückgang nicht mehr mög=
lich
ſei.
Die Vertreter der Gemeinden wieſen auf die infolge der Stillegung
eintretende vermehrte Arbeitsloſigkeit und die damit verbundene er=
neute
ſtarke Belaſtung der ohnehin finanziell ſehr ſchwachen Gemeinden
hin und baten, doch nichts unverſucht zu laſſen, um die Annahme des
Geſetzes zu verhindern.
Nach eingehender Ausſprache wurde die nachſtehende Reſolu=
tion
gefaßt, die an das Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft, den
Herrn Reichsfinanzminiſter Reichsarbeitsminiſter, den Heſſiſchen Ge=
ſandten
in Berlin, die heſſiſchen Reichstagsabgeordneten, an ſämtliche
Fraktionen des Reichstags durch die Kreisbehörde weitergeleitet wurde.
Gleichzeitig wurde den Heſſiſchen Kreisämtern, in deren Dienſtbezirk
bei Annahme der Vorlage gleiche Verhältniſſe eintreten würden wie
hier, anheimgegeben, gleiche oder ähnliche Reſolutionen zu faſſen und
an die maßgebenden Stellen weiterzuleiten.
Reſolution!
Die heute bei dem Kreisamt Bensheim zu einer Beſprechung über
die von der Reichsvegierung beabſichtigte Tabakzoll= und Banderolen=
erhöhung
anweſenden Vertreter der Zigarreninduſtrie des Kreiſes und

der beteiligten Gemeinden erheben einmütigen Proteſt gegen die Vor=
lage
und begründen demſelben wie folgt:
Die Folgen der beabſichtigten Erhöhung des Zolles in Verbindung
mit der Banderolenerhöhung werden für die Bigarreninduſtrie ſchon
im Hinblick auf die ſtets weiter ſinkende Kaufkraft der Raucher derart
kataſtrophal ſein, daß mit einer Beſchäftigung der in den Landgemein=
den
tätigen Bigarrenarbeitern reſp. =Arbeiterinnen in abſehbarer Zeit
nicht mehr gerechnet werden kann. Die Induſtrie wird gezwungen ſein,
da ſie nicht in der Lage iſt, auf Lager zu erbeiten, ihre Betriebe voll=
ſtändig
ſtillzulegen.
Die Folgen einer ſolchen Stillegung würden ſich für die beteiligten
Gemeinden: Lampertheim, Lorſch, Klein=Hauſen, Groß=Hauſen, Bür=
ſtadt
, Bickenbach und Schwanheim, die an und für ſich finanziell zu den
leiſtungsſchwächſten unſeres Kreiſes gehören, geradezu kataſtrophal aus=
wirken
, zumal eine Unterbringung der durch die Stillegung arbeitslos
gewordenen Arbeiter und Arbeiterinnen in andere Betriebe zur Zeit
im Hinblick auf die wirtſchaftliche Lage vollkommen ausſichtlos ſein
dürfte.
Die beteiligten Gemeinden weiſen noch ganz beſonders darauf hin,
daß durch die Stillegung der Betriebe und die damit verbundene er=
höhte
Arbeitsloſigkeit die noch vorhandene Steuerkraft auf das ſchwerſte
erſchüittert werde, ſo daß ſie nicht mehr in der Lage wären, die ihnen
übertragenen Aufgaben zu erfüllen.
Wir bitten deshalb dringend, in letzter Stunde ſich nochmals die
ungeheuerlichen Folgen der Zoll= und Banderolenerhöhung vor Augen
halten zu wollen und dafür zu ſorgen, daß die Steuerkraft einer In=
duſtrie
, die für unſere Gemeinden Lebensfrage bedeutet, unbedingt er=
halten
bleiben muß.
Die an der heutigen Beſprechung beteiligten Vertreter der Indu=
ſtrie
des Kreiſes und der Gemeinden ſind ſich der ſchweren finanziellen
Notlage, in der ſich das Neich befindet, voll bewußt, ſie bitten aber drin=
gend
darum, daß, falls eine Erhöhung der Tabgkabgaben nicht zu ver=
meiden
iſt, die Mehrbelaſtung in gkeichmäßiger Weiſe auf die geſamte
Tabakinduſtrie umgelegt wird, ſo daß es der Zigarrenfabrikation, welche
als Handarbeitsinduſtrie beſonderen Schutzes bedarf, ermöglicht wird,
ihre Betriebe weiter zu führen,

G. Ober=Ramſtadt, 27. Nov. Holzhauerei. Die Holzhauerei
im Gemeindewald Ober=Ramſtadt hat zu Anfang dieſer Woche begon=. Eine Anzahl Arbeiter hat für einige Wochen ſomit wieder Be=
ſchäftigung
erhalten. Säuglingsfürſorge. Am nächſten Mon=
tag
, den 1. Dezember, nachmittags von 23 Uhr, findet im unteren
Saal des neuen Rathauſes Säuglingsberatungsſtunde ſtatt.
Bz. Reinheim, 27 Nov. Hohes Alter. Am Freitag, den 98.
d. M., begeht Herr Feiſt Lehmann ſeinen 85. Geburtstag, in voller
Rüſtigkeit und Geſundheit.
Bb. Bensheim, 27. Nov. Anläßlich der Stadtratsſitzung, in
der über die Einführung einer Bürgerſteuer, ſowie einer Bier=
und Getränkeſteuer, wie auch über die Erhöhung der Hunde=
ſteuer
beraten wurde, kam es zu lebhaften Demonſtrationen in
der Stadt, und beſonders vor dem Rathaus, bei denen Reden
gegen dieſe Steuermaßnahmen gehalten wurden. Die lebhaften,
ſogar von Schießereien begleiteten Kundgebungen veranlaßten
die Herbeirufung einer Hundertſchaft der Darmſtädter Schupo,
die 40 Mann ſtark um ½8 Uhr abends in drei Automobilen ein=
traf
, den Marktplatz ſäuberte und die Straßen der Stadt und
Zugänge zum Markplatz abriegelte. Polizeiſtreifen bewegten
ſich bis nach 11 Uhr durch die Straßen. Zu beſonderen Zwiſchen=
fällen
kam es nicht, doch litt die Bevölkerung der inneren Stadt
ſehr unter dieſer Beunruhigung.

schmerzlindernd
und belebendbei Rheuma, Jschias,
Kopf=, Nerven= und Erkältungs=
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Karmelitergeiſt

Gernsheim, 2. Nov. Wafſerſtand des Rheins am
26. November 4,10 Meter, am 27. November 3,89 Meter.
Hirſchhorn, 27. Nov. Waſſerſtand des Neckars am
26. November 2,84 Meter, am . November 2,70 Meter.
P. Rüſſelsheim a. M., 27. Nov. Das Erweiterte Bezirksſchöffen=
gericht
Darmſtadt hielt am Mittwoch unter dem Vorſitz des Landge=
richtsrats
Dr. Lehr im hieſigen großen Rathausſaale eine öffentliche
Hauptverhandlung ab. Angeklagt war der 22jährige Land=
wirt
Wahlrab v. Wangenheim zu Hof Hayna bei Leeheim (Nied)
wegen fahrläſſiger Tötung und Körperverletzung. Der Angeklagte wurde
beſchuldigt, am Abend des 30. Juni gegen 9 Uhr auf der Landſtraße
RüſſelsheimBiſchofsheim in fahrläſſiger Weiſe den Tod des 24jähr.
Motorradfahrers Wilhelm Walter und die Körperverletzung des Va=
ters
Adam Walter, der ſich auf dem Soziusſitz befand, dadurch verur=
ſacht
zu haben, daß er, auf einem Motorrad fahrend, eine Linkskurve
auf der Innenſeite und mit großer Geſchwindigkeit genommen habe,
und dabei nicht genügend auf die Fahrbahn achtete, ſo daß ein Zuſam=
menſtoß
beider Motorräder erfolgte. Wilhelm Walter wurde auf der
Stelle getütet, ſein Vater und der Angeklagte von Wangenheim erlitten
ſchwere Schädelbrüche und mußten ins Krankenhaus gebracht werden.
Vor Eintritt in die Hauptverhandlung begab ſich das Gericht mit den
Zeugen und Sachverſtändigen zwecks Augenſcheins an die Unglücksſtelle.
Der Angeklagte, welcher infolge des bei dem Unfall erlittenen Schädel=
bruches
jedes Erinnerungsvermögen verloren hat, beſtreitet die Schuld.
Weder durch die Ortsbeſichtigung noch durch die Beweisaufnahme und
das Gutachten der Sachverſtändigen konnte eine Aufklärung über den

Unfall bezüglich der Schuldfrage erfolgen. Die beiden Sachverſtändi=
gen
ſtellten feſt, daß nach der Art des Zuſammenſtoßes und der Stärke
des Zuſammenpralles beide Fahrzeuge zur Zeit des Unfalles nicht mit
mehr als 40 Stunden=Kilometern Geſchwindigkeit gefahren ſeien. Sie
hielten es nicht für erwieſen, daß der Angeklagte in unvorſchriftsmäßt=
ger
Weiſe von ſeiner Fahrbahn abgewichen iſt und ließen die Möglich=
keit
offen, daß der tödlich verunglückte Motorradfahrer unter dem Ein=
fluß
des durch Zeugen nachgewieſenen ſtarken Alkoholgenuſſes unzweck=
mäßig
gehandelt hat und deshalb die Schuld an dem Zuſammenſtoß
ſelbſt zu tragen hätte. Der Vertreter der Anklage, Staatsanwalt Dr.
Orth=Darmſtadt, hielt beiderſeitiges Verſchulden für vorliegend und be=
antragte
gegen den Angeklagten wegen fahrläſſiger Tötung und fahr=
läſſiger
Körperverletzung eine Geſamtgefängnisſtrafe von drei Monaten,
Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Schwörer=Darmſtadt, beantragte die
Freiſprechung, weil die Beweiskette der Anklage erhebliche Lücken auf=
weiſe
, die zugunſten des Angeklagten gewertet werden müſſen. Es ſei
ſehr wahrſcheinlich, daß nicht der Angeklagte, ſondern der tödlich ver=
unglückte
Motorradfahrer Walter in angetrunkenem Zuſtand die Schuld
an dem Unglück ſelbſt trage. Nach kurzer Beratung verkündete das
Gericht Urteil, dahin, daß der Angeklagte mangels hinreichenden
Beiweiſes freigeſprochen wird, weil nach Anſicht des Gerichts anſtelle
einer ſtrafbaren Handlung eine Verkettung unglückſeliger Umſtände
vorliege, die Veranlaſſung zu dem tragiſchen Unglücksfalle gegeben
haben könne.
a. Seligenſtadt, 27 Nov. Ungetreuer Bürgermeiſter.
Vor dem Erweiterten Schöffengericht Offenbach hatte ſich geſtern und
vorgeſtern der hieſige Bürgermeiſter David Singer wegen falſcher
Beurkundungen, Betrugs, wegen Nichtzahlung von Fernſprechgebühren
und Veruntreuung von Vergnügungsſteuergeldern zu verantworten.
Er wurde zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt, während der Staats=
anwalt
neun Monate beantragt hatte. Bürgermeiſter Singer verſieht
das hieſige Bürgermeiſteramt 26 Jahre und war früher auch Mitglied
des Kreistages und des Kreisausſchuſſes.

Rheinheſſen.

* Mainz, 27. Nov. Chronik. In der nichtöffentlichen Sitzung
wurde nach längerer Ausſprache der von der Verwaltung und dem
Perſonalausſchuß vorgelegte neue Stellenplan verabſchie=
det
. Dieſer Plan hat zum Ergebnis, daß von 1120 Beamtenſtellen
die zurzeit in der Stadt Mainz vorhanden ſind, in Zukunft nur 558
Beamtenſtellen im Stellenplan verbleiben, 78 werden ganz geſtrichen
und 454 ſollen in Zukunft nicht mehr im Beamtenverhältnis, ſondern,
ſoweit ſie überhaupt noch notwendig ſind, im Angeſtellten= oder Ar=
beiterverhältnis
beſetzt werden. Von den 588 verbleibenden Stellen
können 30 in Zukunft entweder im Beamten= oder im Angeſtelltenver=
hältnis
beſetzt werden, und bei 23 Stellen (Schulen) ſollen die neuen
Stelleninhaber in Zukunft nach ſtaatlichen Grundſätzen beſoldet wer=
den
. Bei der Verabſchiedung wurde noch ein Zuſatzantrag genehmigt,
wonach ſämtliche bisher in Beſoldungsgruppe 1 aufgeführten Stellen
in Zukunft in Beſoldungsgruppe 2 einzureihen ſind und es im übrigen
vorbehalten bleibt, ob dieſe Stellen künftighin im Beamtenverhältnis
oder nach Privatdienſtvertrag beſetzt werden. Der neue Stellenplan
wird ſich in etwa 15 bis 20 Jahren voll auswirken und eine Erſparnis
am Perſonaletat von 500 000 bis 600 000 RM. bringen. Wie man wei=
ter
erfuhr, ſind in den letzten Jahren bei Neubeſetzungen von Stellen
105 in allen Beſoldungsgruppen nicht mehr beſetzt worden und manche
Stelle niedrigerer eingruppiert worden. Es wurden dadurch in den
letzten fünf Jahren, in Gehältern ausgerechnet, etwa 500 000 RM. ge=
ſpart
. Durch den Wegfall der örtlichen Sonderzulage konnten 253 000
RM. und durch Ablöſung der Beſatzungszulage 40 000 RM. geſpart
werden. Die vorgeſehene 6prozentige Kürzung der Beamtengehälter
wird eine weiteve Erſparung von 382 000 RM. bringen

Die Oualitätserzeugnisse der Zigarettenfabrik
MAKEDON tragen dazu bei, den Ruf rheini-
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Produkte noch mehr zu verbreiten.
Die hohe Qualität der MAKEDON-Zigaretten
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nachmittags 3 Uhr, in der Martinskirche.

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Generalmajor a. D.
D. Meiſte

Otto Riedlinger
Eliſabeth=Sophie Riedlinger

Ehrenvorfitzender des Verein Heff
Leib=Dragoner in Darmſtadit
iſt in ſeinem 62. Lebensſahre aus dieſemnd
berufen worden. Unſere Kameraden werdel
den allzufrühen Tod des Herrn General tie2)
Wir verlieren den Gründer und hohen Göne
Vereins und werden demſelben treueell
bewahren.
Darmſtadt, den 26. November 1900

Der Verwaltungsausſchuß des

ehem. Leib=Dragoner Darmſiall

geb. Hotz

4. Welter, Vorſitzender.

Vermählte
Darmſtadt
Forſimeiſierſtraße 4
Kirchliche Trauung: Samstag, 29. November 1930, nachmitt.

3½/, Uhr, in der Petruskirche.

geb. Schroth

nach einem arbeitsreichen Leben im Alter von 72 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen.
J. A. Heinrich Lücker.
Arheilgen, den 26. November 1930.
(17288

Die Beerdigung findet Freitag, den 28. November, nachmittags 3 Uhr,
vom Sterbehaus, Mühlſtraße 20 aus ſtatt.

Am 22. November feienn
die Eheleute
Eugen u. Marie Emmerich
geb. Gebhardt, das Fest der
Silbernen Hochzeit
Darmstadt Rhönring 43

Gebr. Krankenfahr=
tuhl
für einige Zeit
zu leihen oder zu
raufen geſucht. An=
gebote
unter L. 14
a. d. Geſchſt. (17259

Heute Nachmittag 3½ Uhr verſct
langem Teiden unſere liebe Schwe

Einrahmungen

a Material und
Arbeit. (16969a

Kunsts. 1. Hernt
Schützenſtr. 13.

Nach fünfzigjähriger treuer
Freundſchaft ſiarb am 26. No.
vember mein lieber Freund

Nach ſchwerem, mit größter Selbſtverleugnung getragenem Leiden entſchlief am
24. November im 62. Lebensjahr uſer letzter Kommandeur

Dung Ragnnan
Suſy und Fina Aau

Darmſiadt, den 26. November 20
Wittmannſtr. 23.

Die Beerdigung findet am Samstag, den 2210
1930, vormittags um 10 Uhr, auf dem Frieiscl
Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.

Herr Kammermuſiker i. R.

Joſef Duras

Die Beerdigung ſindet Freitag,
nachm. 1/.4 Uhr vom Portale des
Friedhofs Nied=Ramſtädterftraße
aus ſtatt.

der Königl. prenß. Generalmajor a. D.

Ritter hoher Orden

Dankſagung.

Beinhard Meiſter.

W. Jungmann
Rechnungsrat i. R.

Aus dem Leib=Dragoner=Regiment (2. Großherzogl. Heſſ.) Nr. 24 hervorgegangen,
war es ihm nach einer glänzenden Generalſtabslaufbahn vergönnt, ſein altes Regiment
2 Jahre im Felde zu führen, gerade in den Feldzügen, die für ſeine Truppe die ſchwerſten,
aber auch ruhmreichſten waren. Sein ungewöhnliches militäriſches Können, ſein per=
ſönliches
Vorbild, ſeine aufopfernde Fürſorge für Offizier und Mann, die er bis in die
letzten Tage ſeines Lebens immer wieder betätigte, haben ihn wie keinen anderen zum
Mittelpunkt der Erinnerung an unſer Regiment gemacht. So lange es heſſiſche Leib=
Dragoner gibt, wird ſein Name mit Liebe und Ehrfurcht genannt werden.

Für die vielen Beweiſe herz=
lichſter
Teilnahme bei dem
Heimgange unſerer lieben
Entſchlafenen, beſonders für
die troſtreichen Worte des
Herrn Pfarier Maix ſprechen
wir hiermit unſeren innigſten
Dank aus

der

Im Namen
trauernden Hinterbliebenen:

Statt Karten.

Im Auftrage des Vereins ehemaliger Offiziere
des Leib=Dragoner=Regiments (2. Großherzogl. Heſſ) Nr. 24
Hermann Riedeſel, Frhr. zu Eiſenbach

Friedrich Haber
Ober=poſtſchaffner 1. R.
Darmſtadt, den 25. Nob. 1930.

Rittmeiſter a. D.

(TV. Pri8

Heute nachmittag 6½ Uhr entſchlief
ſanft nach ſchwerem, kurzen Leiden
meine gute Mutter

Frau
Katharina Sommer Bwe.

geb, Belloff

In tiefer Trauer:
Helene Sommer.

Statt Karten.
Allen, die an unſerem Schmerze Anteil
nahmen, danken wir herzlich.

Darmſtadt den 26. November 1930.
Blumenthalſtr. 101
(17283
Die Beerdigung ſindet Samstag,
den 29. November, vorm. 11 Uhr
auf dem Waldfriedhof ſtatt.

Frau Suſanna Seitz, geb. Aenhardt
im Namen aller Hinterbliebenen.

Darmſtadt, den 27. November 1930.

Dankſagung.
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Freitag, den 28. November 1930

Seite 11

HEiA Anw Aulbland.
Großſeuer.
rantfſut a. M. In der Nacht vom
och zuradonnerstag brannten auf dem
frünhof us vor einigen Jahren in den
ver Stazzüberging und von dieſer an den
gen Pcäur weiter verpachtet wurde, zwei
en niszde die mit Erntevorräten und
räten eüllt waren. Die Frankfurter
jehr, d nut vier Löſchzügen herbeieilte,
die Sochnen nicht mehr retten, ſondern
ſich danmbegnügen, den Brand auf ſeinen
u beſchſuken. Der entſtandene Schaden
nicht ur ge 100 000 RM. ſein. Die Brand=
iſt
nichermittelt, jedoch glaubt der
, daß /Underburſchen durch Unvorſich=
das
Fchu verurſacht haben.
rod eim Frankfurter Chirurgen.
ſankfuen a. M. Hier ſtarb im Alter
Jahremer bekannte Chirurg Profeſſor
ſoppingu einer Gehirnhautentzündung.
außerzuentlicher Profeſſor der Univer=
ſankfur
nd Leiter der Chirurgiſchen Ab=
der
Dizuniſſenanſtalt des Evangeliſchen
ſſenverzeis
berall /Zeickgehen des Hochwaſſers.
bereintingekündigt, hat das Hochwaſ=
Mittwag üüberall ſeinen Höchſtſtand er=
ſom
RDu und ſeinen Nebenflüſſen wird
ſes Zuſigehen der Waſſermaſſen ge=
Die iAſen und Aecker ſind allerdings
ſiterhinn berſchwemmt; hier wird das
erſt a hrihlich zurückgehen. In Frank=
das
zAſſer ſtündlich um einen Zenti=
Die Rorücke am Eiſernen Steg konnte
wiedem bgebrochen werden. Am geſt=
ſachmirty
nahm auch die Hafenbahn
etriebt neder auf.
und Auſe flüchten auf die Bäume.
nmeuſtin (Kreis Neuwied). Eine
ige Ehtcung machte ein Andernacher
der ſütrotz der reißenden Strömung
gehenclerRheines auf den offenen Strom
Zagte zu der Inſel Hammerſtein einen
Sbſtattete Schon aus der Ferne bemerkte
dler inden Baumkronen der von den
umſpülrte Bäume der Inſel eine graue,
he Mcſſſe Bei näherem Zuſehen zeigte
die Auß der Bäume und Sträucher von
Wen vor arten und Mäuſen, die ſich vor
ſchwaſſſiherher geflüchtet hatten, be=
parene
er einem Schlag mit dem Pad=
n
einenn3rauch ſtürzte ein ganzes Ru=
Tiere anden Fluß und ſuchte in wilder
Padſchcmot zu erreichen. Nur durch
ſte Flüiſtic konnte ſich der Paddler vor
ſdringudtr Tiere in das Boot retten.
ne wurche von der Strömung abgetrie=
ertramial

ſerswarlde Richter durch einen Geiſtes=
vörten
erſchoſſen.
ersw de. Der Aufſichtsrichter des
ſichts Eberwalde, Amtsgerichtsrat
ſecke, mue von einem Geiſtesgeſtörten,
ſiſeur AGyſtein, erſchoſſen. Der Täter
ſicke aufelauert, als dieſer ſich auf dem
m Amt sgricht zur Forſtakademie, an der
eſungen ſolk, befand. Unmittelbar vor
ſtakadem ſchoß Bornſtein mit einer Pi=
Amus ichtsrat in den Rücken. Der
erletzten innte trotz der ſofort im Kran=
vorgeyſmn
enen Operation nicht am Le=
nſhaltennywen
. Der ſchon einmal auf
Geiſtese zund unterſuchte, aber für nicht
mzefährliche klärte Bornſtein hatte vor
einen Elbzeß verloren, der von Amts=
rat
Gänz in erſter Inſtanz entſchieden
war. ei dem hatte Bornſtein den
richtsrac nie Eingaben und Beſchwerden
verfoichl
Ma8 auf in D=Zug BerlinStockholm.
ettin)t im Mittwoch, um 21.50 Uhr,
auf den ſchwvedenzug D 17, der Berlin
0 Uhrs nläßt, zwiſchen den Bahnhöfen
En und ſrenzlau ein Anſchlag verübt,
bch ohmufolgen geblieben iſt. Ein 1½
Eur ſchwerk ausgehobener Kilometerſtein
ſige Gellſier teile waren auf die Schienen
worden Oie Lokomotive zertrümmerte
ten Schitenräumern die Hinderniſſe, ſo
Zug uche jeden Aufenthalt nach Paſe=
Hjahvcſtorante. In Angermünde konnte
e Peikz die der Tat verdächtig iſt,
en. Mfte Unterſuchungen ſind einge=
porden
.
Blitz ſc ſſt in den Turm einer Kirche.
laralſcht. Bei dem Unwetter der letz=
noe
ſchlch der Blitz in den Turm der
Rathedräclem. Der prächtige Turm der
en Kiraßvurde zur Hälfte zerſtört. Die
Neor lie Kofort die umliegenden Häuſer
Die ache bietet innen und außen
der kwüſtung. Große Geſteinsmaſ=
D auf dccouch der Kirche geſtürzt, haben
Ne dus 47ü durchſchlagen und die Bänke
E Die Köe mußte wegen Einſturzgefahr
glig geſptzt werden.
Ner eitwſtöße in Albanien.
Dn. W4r Nacht zum Mittwoch wurde
Nen vonc nm neuen Erdbeben heimge=
De die23 wenigen Tagen betroffenen
Doih mesite chädigte. In Gumenice ſind
Der Eing kist und 40 beſchädigt worden.
Noru wu eh 3 Häuſer zerſtört und 75 be=
Se: Gercuwurden die Orte Mattogi, Ra=
Rnch WieLevenike ſtark mitgenommen.
Ris Rirzismal keine Menſchenopfer zu
bgen
21 Tote Alſowaniſchen Erdbebengebiet
geborgen.
*1 amtlichen Mitteilungen ſind
et 291 Leichen geborgen wor=
erſtörte
das Erdbeben ein Kin=
der
wurden getötet. Aus dem
Inſel Sachalin werden gleich=
ſaie
Abive gemeldet.

Deutſche
ſcher verſchollen.

Die Teilnehmer der deutſchen Polar=Expedition.
Von links nach rechts: Dr. Sorge, Prof. Wegener, Dr. Georgi und Dr. Löwe.

Routen=Karte
der bisherigen Grönland=Expeditionen.
Von Prof. Dr. Wegener der ſeit Frühjahr des
Jahres mit ſeinen Begleitern das innere Grön=
land
durchforſcht, fehlt ſeit faſt zwei Monaten
jede Nachricht. Wegener war zuletzt mit Dr.
Löwe, 13 Grönländern und den entſprechenden
Hundeſchlitten von der Beobachtungsſtation auf=
gebrochen
, um Proviant für den Winter zu be=
ſchaffen
. Seit dem 2. Oktober iſt keine Kunde
von den Forſchern mehr eingetroffen.

Das Wrack der Luiſe Leonhardt.

In der Elbmündung beim Großen Vogelſand ſank der Dampfer. Die 31 Mann ſtarke Beſatzung fand den Tod in den Fluten.

Ein Expreßzug ſkürzt 30 Meker kief.

Der Schauplatz der Eiſenbahnkataſtrophe bei Ichiburi (Japan),
Der Expreß OſakaAomori entgleiſte in der Nähe der Stadt Ichiburi, raſte über ein Felsplateau
und ſtürzte 30 Meter in die Tiefe. Viele Reiſende wurden getötet.

Sieben Arbeiter durch einen Erdrutſch
verſchüttet.
Madrid. Bei Arbeiten an einer Eiſen=
bahnſtrecke
in der Nähe von Alicante erfolgte
plötzlich ein Erdrutſch, wobei ſieben Arbeiter
verſchüttet wurden. Sechs konnten nur als Lei=
chen
geborgen werden; der ſiebente wurde in
ſchwerverletztem Zuſtand ins Krankenhaus ver=
bracht
.

Marga von Etzdorf in Madrid gelandet.
Madrid. Die deutſche Fliegerin Marga
von Etzdorf, die in Barcelona geſtartet war und
wegen ſchlechten Wetters am Dienstag eine Zwi=
ſchenlandung
vornehmen mußte, iſt am Mittwoch
auf dem Madrider Flugplatz eingetroffen. Sie
beabſichtigt, nach Sevilla weiterzufliegen. Dort
ſoll der Start nach den Kanariſchen Inſeln er=
folgen
.

23000 Doll. für einen Brief Jefferſons
Bei einer Verſteigerung in der New Yorker
Anderſon=Kunſt=Galerie wurden für einen Brief,
den der ſpätere dritte Präſident der Vereinig=
ten
Staaten, Thomas Jefferſon, im Jahre 1776
an einen anderen Politiker geſchrieben hat,
23 000 Dollar bezahlt. Es iſt dies zwar kein
Rekordpreis, doch gilt der Preis in Anbetracht
der gegenwärtigen Wirtſchaftslage immer noch
als recht anſehnlich. Der von Jefferſon an Wil=
liam
Fleming gerichtete Brief iſt inſofern von
beſonderem hiſtoriſchem Wert, als darin Jef=
ferſon
, der Schöpfer der Unabhängigkeitserklä=
rung
vom 4. Juli 1776, die Aufſtellung dieſer
Erklärung ſchildert und weiter über eine von
den Royaliſten gegen George Waſhington ange=
zettelte
Verſchwörung berichtet. Der Erwerber
des Briefes auf der Auktion war ein Sammler
aus Philadelphia.
Abflug des Do. K nach Liſſabon.
La Coruna. Das Rieſenflugzeug Do. K‟
iſt am Donnerstag, um 12 Uhr mittags M.E. 3.,
bei ſtrömendem Regen in Richtung Liſſabon ab=
geflogen
.
Do. X in Liſſabon.
London. Nach einer hier eingetroffenen
Meldung iſt Do. K um 15 Uhr 10. Orts=
zeit
von La Coruna kommend in Liſſabon ein=
getroffen
.
Dr. Dorniers Dankbeſuch in Madrid.
Madrid. Dr. Dornier iſt in Madrid ein=
getroffen
. Er ſtattete dem Leiter des ſpaniſchen
Flugweſens, General Balmes, einen Beſuch ab.
Skandal bei der New Yorker Sittenpolizei.
New York. Große Senſation riefen die
Ausſagen eines jungen Chilenen vor dem Ober=
ſten
Gerichtshof hervor, der erklärte, daß im
Verlauf der letzten acht Monate er im Verein
mit gewiſſen Polizeibeamten ungefähr vierzig
Frauen ins Gefängnis gebracht habe, die ab=
ſolut
unſchuldig geweſen ſeien. Die Frauen ſeien
wie Verbrecher behandelt worden; viele von
ihnen ſeien ſogar verurteilt worden, weil ſie die
von den Erpreſſern verlangten Summen nicht
bezahlen wollten oder konnten. Der Chilene,
der ſelbſt der Erpreſſung angeklagt iſt, nannte
die Namen von 30 Polizeibeamten, die alle der
Sittenpolizei angehören.

[ ][  ][ ]

Seite 12

Freitag, den 28. November 1930

Haudfbeial auf einen Sielellet.
Berlin. Im Schankraum des Hotels Steg=
litzer
Hof, im Vorort Steglitz, wurde geſtern
nacht von zwei Männern, die als einzige Gäſte
noch anweſend waren, ein Raubüberfall auf den
Hotelbeſitzer verübt. Einer der Verbrecher be=
gab
ſich nach Begleichung der Zeche an den
Schanktiſch und beſtellte noch Zigaretten. Als
der Wirt nach Verabreichung des Gewünſchten
ſeine Geldkaſſette abgeſchloſſen hatte und wieder
aufblickte, ſah er einen Revolver auf ſich ge=
richtet
. Gleichzeitig rief ihm der vor dem Schank=
tiſch
ſtehende Gaſt zu: Heraus mit dem Geld!,
Der Hausdiener, der gerade die Tiſche abdecken
wollte, ſprang dem Verbrecher auf den Rücken
und brachte ihn zu Fall. Der Räuber verletzte
nun den Hausdiener durch Schüſſe ſchwer, am
Knie. Der Helfershelfer des Verbrechers ſuchte
inzwiſchen durch einen Notausgang das Weite.
Eine durch die Schüſſe herbeirufene Polizeiſtreife
befreite den ſchwer bedrängten Hausdiener und
nahm den Räuber feſt.
Raubüberfall auf einen Kaſſenboten.
Hannover. Als am Donnerstag vormit=
tag
ein junger Kaſſenbote der Firma Grastorf,
G. m. b. H., in der Leinförderſtraße, mit einer
Aktentaſche, die den Betrag von 8000 RM. ent=
hielt
, nach dem Geſchäft zurückehrte und in dem
Hausflur ſein Nad anſchließen wollte, ſchlug ihm
ein Unbekannter mit einer Eiſenſtange über den
Kopf, ſo daß er zuſammenbrach. Durch die Hilfe=
rufe
des Kaſſenboten wurden, Vorübergehende
aufmerkſam, verfolgten den Verbrecher nahmen
ihm die geraubte Aktentaſche ab und übergaben
ihn der Polizei, die ihn verhaftete. Es handelt
ſich um einen früheren Angeſtellten der Firma.
Mord aus Eiferſucht.
Paris. Ein echt Pariſer Senſationsprozeß
ſpielte ſich vor dem Schwurgericht des Seine=
Departements in Verſailles ab, wo ſich die
48jährige Frau Fapre=Bulle wegen Ermordung
ihres Geliebten und ihrer Nebenbuhlerin zu ver=
antworten
hatte. Die Angeklagte wurde nach
zweitägiger Gerichtsverhandlung zu 20 Jahren
Zuchthaus verurteilt. Nach Verkündung des
Urteils wurde die Mörderin ohnmächtig; ſie hat
ſofort Berufung eingelegt. Dieſer Prozeß, eine
Pariſer Eheirrungsaffäre, hat den Boulevard=
blättern
reichlichen Stoff geliefert. Bei Beginn
des Prozeſſes am Dienstag, in dem 30 Zeugen
erſchienen, konnte der Verhandlungsſaal bei wei=
tem
nicht alle Neugierige faſſen, die als Zu=
hörer
erſchienen waren. Frau Fapre=Bulle hat
am 31. Oktober in Boulogne=ſur=Seine ihren
Geliebten, den Sekretär eines bedeutenden Hüt=
tenunternehmens
namens Merle, ſowie deſſen
Freundin, eine 40 Jahre alte Frau Julliard,
durch Revolverſchüſſe getötet. Frau Favre=Bulle
iſt ſeit 22 Jahren mit dem Beſitzer einer Uhren=
fabrik
in Beſangon verheiratet. Das Paar
wohnte ſeit langem in Boulogne, doch hatte ſich
Frau Fapre im vergangenen Jahr von ihrem
Gatten getrennt und war zu Merle in deſſen
Wohnung gezogen, die ſie mit der Freundin
Merles, der Frau Julliard, ſechs Wochen lang
teilte. Merle hatte der Frau Fapre urſprünglich
feſt verſprochen, Frau Julliard aus der Woh=
nung
zu beſeitigen, dieſes Verſprechen jedoch
nicht gehalten. Schließlich kam es dann zu den
verhängnisvollen Schüſſen der eiferſüchtigen
Frau auf ihren Geliebten und deſſen Freundin.

dbeben in Japan.
Wieder ei

Blick auf eine typiſche Bucht der japaniſchen Halbinſel Iſu.

Karte Mitteljapans mit der Halul,
die am ſchwerſten vom Erdbeben heimonu
Ein neues Erdbeben hat das an Natdu
ſo reiche Japan heimgeſucht und auf
Jſu furchtbare Zerſtörungen angerichtt.
ſonen ſollen getötet worden ſein, die Sish
iſt faſt vernichtet wordem

Die Grundſkeinlegung der Königsberger Handelshochſchule.

Miniſterpräſident Braun legt den Grundſtein zur neuen Handelshochſchule Königsbera.
Bei der feierlichen Grundſteinlegung zu der neuen Handelshochſchule in Königsberg hielt der
preußiſche Miniſterpräſident eine aufſehenerregende Rede, in der er auf die Unmöglichkeit des
polniſchen Korridors hinwies und die akademiſche Jugend zur freudigen Mitarbeit am Wieder=
aufbau
Deutſchlands aufforderte.

Eiſenbahnunglick bei 20

Ancona. Zu dem Eiſenbaun
der Nähe von Ancona, wo auf dit e
Nebenbahnſtrecke Amandola-Portn *
orgio ein Zug in einer Kurve 2 kaditt
die Wagen aus 30 Meter Höhe gung
ſer ſtürzten, werden folgende Eini,
meldet: Das Unglück wurde durc iM MM
Bremſe verurſacht. Der Zug erraid
ſteilen Strecke eine ſo raſende Geiny
daß die Wagen aus dem Gleiſe ſu
Mauer durchbrachen und in die T: o
Die Paſſagiere riefen verzweifelt :.!
gewaltige Krach des Aufſchlags vewi rto
ſamte Bevölkerung in Schrecken,
ein Erdbeben glaubte und ins Fr4
Im Zuge befanden ſich außer d3mu
18 Reiſende. Die Bergungsarbeit!
ſich ſehr ſchwierig, da die Trümmer!
zum Teil unter den Reſten der 24
die der Zug mitgeriſſen hatte. Zvm
letzte ſind in der Nacht im Spitalu
daß die Zahl der Toten auf neunnt
In der ganzen Umgebung des
herrſcht tiefe Trauer. Die Lädem
ſchloſſen und überall Trauerfahnem!
Exploſionskataſtrophe in einem mn
Dorf.
erialg
New York. Der Korreſponde
BEele
ciated Preß in der Stadt Merikh
dem Dorfe Guadelupe bei Irapuatt=
einer
Benzinexploſion 13 Mitgliede.
kusgeſellſchaft getötet und 16 verllul
der Exploſion entkam eine Anzahl 9
darunter mehrere Löwen, die in deh 45
herliefen, bis ſie erſchoſſen wurdern !

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Seite 15

Freitag, den 28. November 1930

Sport. Spiel und Zurnen.
10 Spork des Sonnkags.
Handball.

va betrieb im Raſen= und Hallenſport.
Fußball.
Digaſpiele nähern ſich langſam ihrem Höhepunkt.
Sruppenmeiſtern ſtehen bereits feſt und am kommen=
er
wahrſcheinlich zwei weitere ermittelt werden, und
FSrankfurt und FK. Pirmaſens, die beide noch einen
ihnaft benötigen. Auch hinſichtlich der Plätze dürfte
Bun fallen, und ſchließlich wird das Schickſal einiger
em7 7Falls am Sonntag unwiderruflich entſchieden wer=
tür
: Kickers Offenbach Eintracht Frankfurt Not=
Union Niederrad, FSV. Frankfurt Spog. Fechen=
nan
1893 Germania Bieber; Gruppe Heffen: V.f.L.
Normatia Worms, Alemannia Worms SV. Wies=
m
FSV. Mainz 05; SV. 98 Darmſtadt Viktoria
ſratzwatſpiel von Bedeutung abſolviert der nordbahriſche
ſeg ürth, in Magdeburg gegen die dortige Stadtmann=
ſndematmen
Landesverbänden des D.F.B. nehmen die Punkte=
backut
hren Fortgang. Aus dem internationalen Fußball
ſia Lifſole, ſtattfindende Länderſpiel zwiſchen Portugal und
zu eiguren.
Hockey.
Hockeybamen treten zum erſten Male in einem offi=
ensu
in die Schranken. Auf dem Platze von Köln= Not=
ſuen
ürigen Wochen in Europa weilende Damenmannſchaft
zu Gegner. Die Auſtralierinnen haben in ihren bis=
9u England keinen überzeugenden Eindruck hinter=
0n gen zweitklaſſiſche Gegner klar verloven, ſo daß an
begnugl ichnt der allgemein an ein Länderſpiel gelegte Maßſtab
deny m. Das Treffen wird für unſere Damen ohne Nück=
den
znfenig keinen beſonderen ſportlichen Wert beſitzen. Die
Nanpaff ſpielt in folgender Aufſtellung: Teichmann ( Frank=
ſagylhahlſtadt
), Lautz (Harveſtehude); Böhninger ( Düſſel=
bimkfurt
80), Voß (Berlin); Reinfrank. Rothe (beide
Murtz (Leipzig), Haff (Harveſtehude), Schmidt (Berlin).
Rugby.
Tieſen Sonntag nur zwei Verbandsſpiele gemeldet,
Rir.8: Offenbacher RV. 1874 Frankfurter TV. 1860;
Etuttgart NK. Pforzheim.

Hanbball.

n der ſüddeutſchen Liga ſchon einige Entſcheidungen
Adirſerslautern. Weſtmark Trier. Kickers Stuttgart,
PSppg. Fürth haben bereits die Meiſterſchaften ihrer
94.! In den übrigen Gruppen ſtehen noch harte Kämpfe
ſchſtimg ſpielen: Bezirk Main=Heffen, Grupe 4: SV. 98
u9- Schwanheim, Rot=Weiß Darmſtadt TSV. Lan=
ſaekfurt
Rot=Weiß Frankfurt, FSV. Frankfurt
SBruppe B: FSV. Mainz 65 Polizei Wiesbaden.
Wltes Hakoah Wiesbaden, Alemannia Worms Poſt
Helt fn, Püki Worms SV. Wiesbaden.
Nabſport.
naſtumden=Mannſchafts=Rennen und einem Omnium, das
whihl öller, Sawall und Chriſtmann beſtritten wird, er=
rſuk
urter Winterbahn am Sonntag ihre Pfor=
tuſtzt
Mannſchaftsrennen nehmen 10 Mannſchaften, darun=
tauiwge
wie Krüger=Funda, Preuß=Reſiger, Schön=Tonani
Aid uttgarter Sportarena läßt Amateur= Ren=
um
d ast außerdem einen Verſuch mit Motorradrennen. In
4M imn Freitag begonnene 5. Sechstage=Rennen

chytet Dortmund noch mit einer Nennveranſtal=
Boxen.
den guten Erfolg der letzten Veranſtaltung gehen
ſts Berufsboxkämpfe in Mainz vonſtatten.
nchutieffen ſich Heuſer=Bonn und der Holländer Piet van
nginwpfen noch Dübbers, Hölzel. Heeſer und Praiß gegen
Gbtz1 In Rom ſoll nach den letzten Meldungen der am
n Barcelona verbotene Senſationskampf Carnera
Hifßen.
Schwimmen.
Mamleampf von Bedeutung, bei dem wahrſcheinlich auch
orkrallen werden, geht in Charlottenburg zwiſchen den
Echwame einen Nire Charlotetnburg und DSC. Magdeburg
Eisſport.
ſtawen den Wiener Eislaufverein und andere namhafte
ffütze Berliner Schlittſchuhklub am Samstag und Sonn=
Maiſta ſion im Berliner Sportpalaſt.
Tagungen.
iSrende Vorſtand des D.FB. berät in Münſter über
ich tüntut und beſpricht ſich wahrſcheinlich mit den Groß=
Verſchiedenes.
Malht ein Feſt der Breslauer Sportpreſſe
beid it ſich im leichtathletiſchen Programm Körnig und Lam=
iGn
0 Metr Dr. Veltzer, Hellpayp und Krauſe ein Duell
M M Stuttgarter Sportarena wird der ſeltſam anmutende
dn orradrennem in der Halle unternommen.
Pferbeſport.
Mt Geſchließt die deutſche Galopp=Saiſon.

Kraftſport.
Polizei 2. Nieber=Ramſtadt.
hderr Sonntag findet der 1. Rückkampf der Verbands=
Aaſſe gegen obigen Verein, in der Polizeiſporthalle
ek naße 24) ſtatt. Der Kampf beginnt um 10 Uhr vor=
Ordrkampf haben die Poliziſten knapp verloren. Die
PAreder=Ramſtadt iſt ſtabil und hat bis jetzt noch keinen
Mhierzeichnen. Am gleichen Tage nimmt Erich Siebert
eimhitzilen an den Auswahlkämpfen im Schwermittelgewicht
Deu 1/ Wannſchaft teil.
Yetik=SV. 95 Darmſtadt Hetzbach 25.
Sakltag abend 8 Uhr findet in der Turnhalle der Lud=
Au (Kapellſtraße 5) der fällige Rückkampf im Ningen
Arhze53. Darmſtadt und KSV. B Hetzbach ſtatt. Den
Woeien Darmſtadt 8:11. Da Hetzbach zurzeit über eine ſehr
aum as verfügt und ſicher umſtellen wird, werden ſpannende
Reu Nägen ſein. Die Mannſchaſt von Darmſtadt ſteht bis
Ente E ehe in der B=Klaſſe und muß am Samstag abend alles
Ben AIhen Sieg auf ihre Seite zu bringen, jedoch ſteht der
Nene * Turnhalle iſt geheizt. Der Zeit entſprechend, macht
Seran bekannt, daß er ebenfalls bereit iſt. Arbeitsloſen.
Bewilchend ſich dem Sport zu widmen und eimen guten Nuf
uu Erlslich Unterricht zu erteilen. Nähere Auskunft Diens=
eSR
2 Uhr Curnhalle, Kapelſtraße 5).
Erlword im Bruſtſchwimmen. Die 16jährige Engländerin
DIme, die erſt vor kurzem den Weltrekord der Leip=
BAunder im 500 Meter=Bruſtſchwimmen auf 8:35,2 ver=
meue
Höchſtleiſtung geſchaffen. Sie ſtellte in Oldham
Derr über 400 Meter mit 6:41,6 eine neue Beſtzeit
Rie Weltrekord gehörte der Holländerin Frl. Braun
e lbon 17 mitteldeutſchen Großvereinen auf die Geneh=
Speſenforderungen wurden vom mitteldeutſchen Ver=

Sporkverein Darmſtadt 1898 V. f. R. Schwanheim.
Die Handball=Ligamannſchaft des Sportvereins Darmſtadt
1898 tritt am kommenden Sonntag auf eigenem Platz gegen
V.f.R. Schwanheim zum Verbandsrückſpiel an. Mit dieſem Tref=
fen
tritt die Verbandsſpielrunde für die 98er in das entſcheidende
Stadium. Bekanntlich führen die Sportvereinler zurzeit mit 16
Punkten aus 8 Spielen die Tabelle an, und zwar vor dem hieſi=
gen
Polizeiſportverein, der, nach Verluſtpunkten gerechnet, nur 2.
Punkte ſchlechter ſteht. Die Entſcheidung über die Meiſterſchaft iſt
alſo noch keineswegs gefallen, wenn ſich auch die Zahl der für die
Meiſterſchaft in Betracht kommenden Vereine auf die beiden ge=
nannten
Darmſtädter Vereine beſchränkt. Im übrigen hängt alles
von den noch ausſtehenden Spielen ab, wobei, wenn keiner der
beiden Konkurrenten in ſeinen ſonſtigen Spielen Punkte verliert,
die am 7. und 21. Dezember ſtattfindenden Spiele 98Polizei die
Klarheit ſchaffen werden. Die 98er werden alſo bemüht ſein, wei=
terhin
die einzig ungeſchlagene Mannſchaft der Gruppe zu blei=
ben
. Gegen den Gegner des kommenden Sonntags wird, dies
ſicherlich erſt nach erbittertem Kampfe gelingen. Die Darmſtädter
haben das Vorſpiel in Schwanheim nur knapp (4:2) für ſich ent=
ſcheiden
können. Und wenn man die Spiele, die die Schwanhei=
mer
in den letzten Jahren den 98ern auf dem Böllenfalltor ge=
liefert
haben, ſich ins Gedächtnis zurückruft, ſo kommt man zu der
Ueberzeugung, daß auch die Gäſte am kommenden Sonntag alles
aufbieten werden, um zu einem günſtigen Reſultat zu gelangen.
Aus den früheren Spielen werden die Einheimiſchen die Erkennt=
nis
herleiten, daß der Kampf in jeder Phaſe ernſt genommen wer=
den
muß. Demgemäß werden die 98er zu dem Spiel, das nach=
mittags
1.30 Uhr beginnt, auch in ſtärkſter Aufſtellung antreten.
Anſchließend findet dann das Fußballverbandsſpiel Sportverein
1898Viktoria Urberach ſtatt.

Sportverein Darmstadt 1898
Heute (Freitag! abends 8½ Uhr (17284
Mitglieder-Versammlung
in der Stadiongaststätte aut dem Sportplatz:

Pol.SV. Darmſtadt.

Die Ligaelf der Poliziſten iſt am Sonntag 11 Uhr, Gaſt des
Fußballſportvereins Frankfurt. Die Elf des Fußball=
ſportvereins
iſt hinreichend bekannt, denn ſchon jeder Verein unſeres
Bezirks mußte in Frankfurt Federn laſſen. Die Frankfurter werden
ihren Ehrgeiz darin ſehen, die als ſpielſtank bekannte Elf der Poliziſten
zu Fall zu bringen. Dieſe Tatſache wird die Grünen zwingen, alles
aufs Spiel zu ſetzen, um einer Niederlage zu entgehen. Es iſt zu er=
warten
, daß die Anhänger des Polizeiſportvereins die Mannſchaft recht
zahlreich auf ihrem ſchweren Gang begleiten. Die 2. Mannſchaft
muß auf dem Wege zur Meiſterſchaft eines ihrer ſchwerſten Hinderniſſe
aus dem Weg räumen. Sie trifft um 15 Uhr in Braunshardt auf die
1. Mannſchaft des dortigen Sportvereins. Die 1. Jugend wird mit
der 2. Jugend des Sportvereins 98 auf dem Stadion ihre Kräfte
meſſen. Eine Stunde ſpäter treffen ſich in Braushardt die 2. Jugend
der Polizei und die 1. von Braunshardt.
Die Damen des Polizeiſportvereins treffen ſich 13.15 Uhr an dem
Eingang zur Underkunft 24 im Sportdreß, um im Anſchluß daran das
fällige Rückſpiel gegen die Damen Offenthals auszutragen. Den Gäſten
gelang es die Damenmannſchaft der Polizei im Vorſpiel zu ſchlagen.
Es gilt, die im Vorſpiel erlittene Niederlage ein zweites Mal unter
allen Umſtänden zu verhindern. Das Spiel, welches auf dem Haupt=
ſeld
ausgetragen wird, dürfte demzufolge ſeine Anziehungskraft nicht
verfehlen.
* Handball in der 2.T.
2. Gaugruppe.
Kreisklaſſe: Bickenbach Griesheim, Langen Pfungſtadt, Welldorf
Groß=Umſtadt, Tv. Obernburg Erbach, Damm Tgſ. Obern=
burg
, Leider Klein=Wallſtadt.
Es geht dem Ende zu. Die wichtigſten Entſcheidungen ſind bereits ge=
fallen
, bis auf die Abſtiegsgruppe in Heſſen. Bickenbach ſteht vor einer
großen Aufgabe, da es in Griesheim 4:12 verlor. Langen konnte ſchon
in Pfungſtadt 4:1 gewinnen und dürfte daheim mindeſtens ebenſo ſtark
ſein. Walldorf kann durch einen Sieg über Groß=Umſtadt zwei wert=
volle
Punkte holen, da aus den anderen drei Spielen wenig zu erwar=
ten
iſt. Zwei intereſſante Spiele gib= es in Obernburg gegen Erbach,
und man iſt geſpannt, wie es den Odenwäldern bei dem Turnverein er=
gehen
wird. Damm ſollte die Obernburger Turngeſellſchaft bezwingen
können. In Leider ſtehen ſich die beiden Tabellenletzten gegenüber.
Nachdem Griesheim in Groß=Umſtadt 3:2 gewonnen hat, ergibt ſich
folgende Tabelle:
Gruppe Weſt:
Spiele gew. unentſch. verl. Tore Punkte
30.19
Arheilgen
3:29
15
Bickenbach
34:389
Griesheim
B:35
Meuse
13:22
Walldorf
..
18:26
Pfungſtadt
17:23
Groß=Umſtadt . . . . .

Main=Rhein=Gau.
Meiſterklaſſe: Bensheim Beſſungen, Sprendlingen Eberſtadt,
Heppenheim Tgde 1846 Darmſtadt, Büttelborn Erfelden,
Worfelden Tgſ. Darmſtadt, Nauheim Wolfskehlen.
A=Klaſſe: Reichsbehn Hähnlein, Lorſch Ober=Ramſtadt, Urberach
Egelsbach Wallerſtädten Groß=Gerau.
B=Klaſſe: Groß=Rohrheim Biebesheim. Schwanheim Birkenau,
Groß=Hauſen Zell, Erzhauſen Nieder=Ramſtadt, Crumſtadt
Buchſchlag.
Auch die angeſetzten Spiele der unteren Mannſchaften und der
Jugend werden ausgetragen. In der Meiſterklaſſe ſpielen die drei
Darmſtädter Vereine auswärts. Beſſungen wird in Bensheim kaum
etwas ausrichten. Dagegen muß die Tgde, 1846 mit beiden Punkten
aus Heppenheim zurückkehren, wenn die Meiſterausſicht nicht ſchwinden
ſoll. Sprendlingen wird Eberſtadt bezwingen. Die Tgſ. Darmſtadt
ſtößt in Worfelden auch auf einen ſtarken Gegner. Büttelborn wird es
gegen Erfelden keinesfalls leicht haben, de die Gäſte noch zwei Punkte
brauchen um eine Entſcheidung mit Tgſ. Darmſtadt um den Abſtieg
herbeizuführn. Das Haupttreffen iſt die Begegnung Nauheim
Wolfskehlen. Die Gäſte führen mit zwei Punkten Vorſppung. In der
4=Klaſſe werden zwei Meiſter ermittelt. Reichsbahn erwartet Hähnlein.
Die Gäſte haben nur einen Punkt Vorſprung und ihr letztes Spiel.
Mit beiden Punkten wird es reichen. Doch hat die Reichsbahn den
Vorteil des eigenen Platzes, ſo daß man ſie als Sieger erwarten kann.
Wallerſtädten ſteht ebenfalls vor derſelben Aufgabe. Das Vorſpiel in
Groß=Gerau wurde 2:1 gewonnen, und jetzt reicht ſchon ein Unentſchie=
den
, das mindeſtens erzielt werden wird. Die beiden anderen Spiele
haben nur Bedeutung für die Plätze. In der C=Klaſſe ſcheint die Lage
auch geklärt zu ſein. Birkenau muß in drei Spielen vier Punkte er=
zielen
, um die Spitze zu behalten. Crumſtadt wird gegen Buchſchlag
gewinnen und damit den anderen Meiſter erringen.

Fußball.

S.V. 1898 (Jugend).
1. und 2. Jgd. in Langen; Abfahrt mit Auto 8.15

Uhr

(Marſtall)
2. Jgd.1. Jgd. Groß=Gerau, hier, 13.30 Uhr.
4. Jgd 2. Jgd Groß=Gerau, hier, 12.30 Uhr.
1. Schüler1. Schüler Roßdorf, dort, Abfahrt 8.30 Uhr Oſt=
bahnhof

2. Schüler: ſpielfrei.

Aufbal im Kreis Slatkenbug.
Nach der Zwangspauſe des 23. November geht der Spiel=
betrieb
im Kreiſe am Sonntag weiter. Die Kreisliga ſteht
noch im Zeichen der Nachtragsſpiele, und zwar ſteigen am 30. Nov.
zwei Spiele:
Germania 03 Pfungſtadt SC. Haſſia Dieburg,
Polizei Darmſtadt Viktoria Griesheim.
Im Pfungſtädter Treffen geht es für beide Gegner um die Ver=
beſſerung
ihres Tabellenplatzes. Gewinnt Dieburg, ſo hat es noch
die Möglichkeit, ſich auf den zweiten Platz vorzuſchaffen, da die
Mannſchaft noch ein Spiel gegen Arheilgen auszutragen hat. Ge=
winnt
Pfungſtadt, ſo rückt dieſes auf den vierten Platz vor, wobei
aber Dieburg (und auch die Darmſtädter Polizei) noch die gleiche
Punktzahl erreichen kann. Beide Mannſchaften haben ihre Kräfte
überhaupt noch nie miteinander gemeſſen, und es hat erſt des
Aufſtiegs Dieburgs zur Kreisliga bedurft, um dieſes Spiel zu=
ſtande
zu bringen. Klarer erſcheint der Tip für das
Spiel auf dem Polizeiſportplatz. Die an letzter Stelle ſtehenden
Griesheimer werden ſich wohl ſehr ſtark wehren, letzten Endes
aber eine Niederlage gegen die Ordnungshüter nicht verhindern
können. Käme es anders, wäre es eine Ueberraſchung. Das
in der Vorrunde noch fehlende Spiel DieburgArheilgen wird
erſt nach Schluß der Rückrunde (März 1931) ausgetragen.
Die A= und B=Klaſſe im Kreis
war am letzten Sonntag ebenfalls ſpielfrei. Nachdem die Tabelle
der Gruppe Dreieich bereits in der vorigen Woche gebracht wurde,
kann dies heute, nach Beibringung der noch fehlenden Ergebniſſe.
auch mit der Gruppe Odenwald geſchehen. Dieſe weiſt
heute folgenden Tabellenſtand aus:
Spiele gew. un. verl. Tore Punkte

V. Roßdorf
FSV. Groß=Zimmern.
SV. Lengfeld
V. f. L. Michelſtadt
Germania Dieburg
Ober=Ramſtadt
SV. Höchſt
. Erbach
V. f. R. Beerfelden

37:14
21:9
13:13
20:22
13:15
25:17
27:32
13:19
14:32

Das eine noch ausſtehende Spiel der Vorrunde zwiſchen V. f. R.
Erbach und Sportverein Lengfeld kommt am Sonntag
zum Austrag, womit die Vorrunde beſchloſſen wird. Die Rück=
runde
beginnt offiziell am 7. Dezember.
In der Gruppe Bergſtraße=Ried iſt eine genaue
Feſtlegung der Tabelle nicht möglich, da hier noch einige Sonn=
tage
vergehen werden, ehe die Vorrunde beendigt iſt. Außerdem
ſpielen hier 4= und B=Klaſſe gemiſcht zuſammen, von denen aber
wieder jede in der Meiſterſchaft geſondert gewertet wird. Wir
bringen heute nur die Spitzengruppe der 4=Klaſſe=
Meiſterſchaft (für ſich allein gewertet) nach dem heutigen
Stand:

Spiele gew. un. verl. Tore Punkte Germania Eberſtadt Rot=Weiß VfR. Dſtdt. 27:10 1. Chattia Wolfskehlen". 5
SV. Geinsheim 13:9

Die anderen fünf Mannſchaften ſcheiden bereits für die Mei=
ſterſchaft
aus, da ſie bei ebenfalls 6 Punkten bereits zwei Spiele
mehr (Groß=Gerau) ausgetragen haben oder aber noch weniger
Punkte beſitzen. Favoriten ſind die drei Erſten der Tabelle.
In der B=Konkurrenz führt Germania Eſchollbrücken vor
Reichsbahn Darmſtadt, doch ſtehen hier noch Ergebniſſe aus
Der Stand in der Gruppe Dreieich wurde bereits vorige Woche
veröffentlicht.
Die 4= und B=Klaſſe am kommenden Sonntag.
Gruppe Bergſtraße=Ried: Eintracht Darmſtadt Ger=
mania
Eberſtadt (11 Uhr), Sportverein Geinsheim Chattia
Wolfskehlen, Olympia Hahn Germania Leeheim, Sport=
verein
Groß=Gerau Germania Eſchollbrücken, Boruſſia Dorn=
heim
FSV. Seeheim.
Gruppe Dreieich: FV. Eppertshauſen Union Wixhauſen,
FC. 02 Dreieichenhain SV. 1928 Erzhauſen. Sportklub
Dietzenbach SV. Offenthal, T.= u. SV. Meſſel Turn=
gemeinde
Neu=Iſenburg.
Gruppe Odenwald: V. f. R. Erbach Sportv. Lengfeld.

Geſchäftliches.

Stuhlverſtopfung ſoll man nicht mit einem beliebigen, ſondern nur
mit einem rein natürlichen Mittel behandeln, wie es die vitamin= und
nährſalzreichen Früchtewürfel Neda ſind. Volſtändig reiz=
loſe
, milde und ſichere Wirkung, keine unangenehmen Nebenerſcheinun=
gen
, keine Gewöhnung. Erhältlich in Apotheken, Drogerien und Re=
formhäuſern
, oder direkt vom Fabrikanten Gduard Palm, München 13.
(Siehe Inſerat in der heutigen Ausgabe.)
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Freitag, 28. November.
15.00: Auswertung der Darbietungen des Schulfunks (Geſpräch).
15.25: Bietet das Handwerk noch Fortkommensmöglichkeit ? Geſpräch).
16.00: Konzert des Rundfunkorcheſter, Mitw.: Trude Kollin.
18.05: Buch und Film.
18.35: Stuttgart: Aerztevortrag
19.,05: Stuttgart: Studienrat Dr. Frey: Schulzeugniſſe.
19.30: Aus dem Württ. Landestheater Stuttgart: Die Zauber=
flöte
. Oper von Mozart.
23.00: Stuttaart: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorcheſters.
Soliſten: Simmlinger (Tenor), Erdmann (Rezitation).
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle, Freitag, 28. November.
10.00: Schulfunk: Bei den Indianern in Mexiko.
11.30: Landw. Rat von Hunnius: Der Braugerſtenanbau=
14.30: Kinderſtunde: Kind und Schallplatte.
15.00: Elly Heuß=Knapp und Klara Maria Schuch: Das funge
Mädchen als Staatsbürgerin.
15.40: Sonette aus dem Portugieſiſchen von Eliſabeth Barret
Browning.
16.00: Stud.=Rat Brüls: Auswahl und Pflege der Schulfunk=
anlage
.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Prof. Dr. Mersmann: Hausmuſik.
18.00: Dr. Tänzler: Die Arbeitsdienſtpflicht.
18.30: Prof. Dr. Wegener: Vulkanismus und Erdbeben.
19.00: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Tierärzte.
19.25: Zwiegeſpräch über Verminderung der Arbeitsloſigkeit durch
Verkürzung der Arbeitszeit?
20.00: Die Schwätzerin von Saragoſſa. Operette von Offenbach.
Danach: Tanzmuſik. Ben Berlin=Orcheſter.

Weiterbericht.

Ausſichten für Freitag, den 28. November: Stellenweiſe dunſtig, ſonſt
bewöllt mit Aufheiterung, vorerſt noch geringe Niederſchläge, all=
mählich
etwas kühler.
Ausſichten für Samstag, den 29. November: Weiterer Temperaturrück=
gang
, meiſt trocken, neblig=bewölkt und aufklarend.

Hauptichriftleltung: Rudelf Mauve
Veranwortich für Polltik und Wirtſchaft: Rudelf Maupe; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neitei
für den Inſeratenteil und geſchäftlſche Mittellungen: Willy Kuble
Druck und Verlag: C. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſſripte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernemmen.

Die heutige Nummer hat 20 Geiten

ages Arpeit

BeRds däste

Sie und Ihre Gäste

Wien andern Tages für die Arbeit wieder frisch sein. Darum als Familiengetränk wie für Abend-
AN.
uschaften den vorzüglichen, viemals Schlafstörungen verfursachenden, völlig unschädlichen KARHLEHN

[ ][  ][ ]

Nummer 329

Freitag, den 28. Nor

Die Steuereinnahmen des Reiches im Okkober.
Im Monat Oktober 1930 ſind, wie das Reichsfinanzminiſte=
rium
mitteilt, an Reichsſteuern insgeſamt 1099 Mill. RM. auf=
gekommen
, und zwar an Beſitz= und Verkehrsſteuern 771,8 Mill.
RM., an Zöllen und Verbrauchsabgaben 327,2 Mill. RM. Bei
der veranlagten Einkommenſteuer betragen die Einnahmen 244,2
Mill. RM., bei der Körperſchaftsſteuer 84,6 Mill. RM., bei der
Umſatzſteuer 192,6 Mill. RM. Die Einnahmen aus der Lohn=
ſteuer
betragen im Oktober 1930 mit 117,5 Mill. RM. 3,5 Mill.
RM. mehr als im September 1930, da ſich der Zuſchlag zur Lohn=
ſteuer
der Ledigen im September noch nicht voll auswirkte. An
Zöllen und Verbrauchsabgaben ſind im Oktober 1930 insgeſamt
61,1 Mill. RM. mehr aufgekommen als im September 1930, und
zwar bei den Zöllen allein 66 Mill. RM. mehr.
Im ganzen ſind in den ſieben Monaten April bis einſchließ=
lich
Oktober 1930 5679,7 Mill. RM. aufgekommen, mithin 308,6
Mill. RM. weniger als ſieben Zwölftel des Jahres=Solls (ſieben
Zwölftel von 10 265,6 gleich 5988,3). Von dieſem Minderaufkom=
men
entfallen 89,8 Mill. RM. auf die Beſitz= und Verkehrs=
ſteuern
und 218,8 Mill. RM. auf die Zölle und die Verbrauchs=
abgaben
. Zuſammenfaſſend kann geſagt werden, daß die erſten
ſieben Monate des Rechnungsjahres gegenüber dem Haushalts=
Soll kein größeres Minderaufkommen, gebracht haben, als das
Minderaufkommen, das die Reichsregierung für den genannten
Zeitraum bei Aufſtellung ihres Finanzprogramms in Rechnung
geſtellt hat.
Wirtſchaftliche Rundſchan.
Motorenfabrik Darmſtadt A.=G. Darmſtadt. Die Generalverſamm=
lung
genehmigte Einſtimmig den Abſchluß 1929/30 mit einem Rein=
gewinn
von 41865 RM., der dieſesmal in der Hauptſache zu Abſchrei=
bungen
verwendet wird (gegen 5 Prozent Dividende im Vorjahr). Vor=
getragen
werden 21385 (10,925) RM. Im erſten Halbjahr 1929/30
brachte das Inlands= und Auslandsgeſchäft volle Beſchäftigung. Im
zweiten Halbjahr ging der Export in Motoren zurück. Der Rückgang
konnte aber zum größten Teil durch die Steigerung des Abſatzes von
Modag=Krupp=Typen wieder eingeholt werden. Die Vorräte wurden
um ca. 10 Prozent gekürzt, auch künftig ſollen weitere Einſchränkungen
hier erfolgen. Die Bilanz zeigt bei unverändert 0,54 Mill. RM. Aktien=
kapital
und 0,54 Mill. RM. Reſerven Hypotheken mit 0,095 (0,097),
Kreditoren 0,31 (0,30), Export=Kredit 0,1 (0,1), Akzepte 0,029 (0,038)
andererſeits Grundſtücke 0,189 (0,189), Maſchinen 0,16 (0,17), Einrich=
tungen
0,07 (0,07), Vorräte 0,/414 (0,456), Außenſtände 0,192 (0,16) und
Wechſel 0,133 (0,11), alles in Millionen RM. Im neuen Jahr konnte
die Beſchäftigung in demſelben Umfange wie im erſten Halbjahr 1930
aufrechterhalten werden. Eine weitere Vorausſage ſei nicht möglich.
Gebr. Adt A.=G Wächtersbach. Seit Jahren wurde die Leitung
der Geſellſchaft von der Aktionärin Frau Maria Adt angegriffen, die
behauptet, die Geſellſchaft, die früher ihren Hauptſitz in Forbach
(Lothringen) hatte, ſei erloſchen und trotz der Eintragung bei deutſchen
Gerichten nicht mehr rechtsgültig. Die Gebr. Adt A.=G. hat deshalb
beim Landgericht in Hanau ein Klage erhoben, um feſtſtellen zu laſſen,
daß ſie zu Recht beſteht und ihren geſetzlichen Sitz in Wächtersbach hat.
Das Landgericht in Hanau hat dieſer Klage ſtattgegeben, ebenſo das
Oberlandesgericht in Kaſſel. Jetzt hat auch das Reichsgericht dieſen
Ctandpunkt beſtätigt, ſo daß nunmehr endgültig feſtſteht, daß die Firma
rechtsgültig iſt und ihren Sitz in Wäcktersbach hat.
Heinrich Lanz A.=G., Mannheim. Wie früher ſchon angekündigt,
ſoll der Betrieb der Hch. Lanz A.=G., Mannheim, nunmehr endgültig
während der Monate Dezember und Januar ſtillgelegt werden. Das
Unternehmen beſchäftigt zurzeit etwa 2000 Arbeiter und 660 Angeſtellte.
Sollte jedoch ſchon vor Ablauf dieſer Zeit eine Geſchäftsbelebung ein=
treten
, ſo wird die Betriebsaufnahme entſprechend früher erfolgen. Von
der Belegſchaft werden etwa 700800 Arbeiter, wenn auch ſtark verkürzt,
in den Stillegungsmonaten beſchäftigt. Die Beamten und Angeſtellten
werden bei einer 153prozentigen Gehaltskürzung weiterbeſchäftigt.
Dörflingerſche Achſen= und Federnfabriken A.=G., Mannheim. ( Sitz=
verlegung
nach Offenbach a. M.) Der GV. am 19. Dezember wird Sitz=
verlegung
vorgeſchlagen. Wir erfahren hierzu, daß die Geſellſchaft aus
ſteuerlichen Gründen den Sitz nach Offenbach a. M. verlegt, wo bereits
das Hauptwerk unterhalten wird. Um der Neubelaſtung der heſſiſchen
Filialſteuer zu entgehen, ſcheine die Sitzverlegung angebracht. Das ab=
gelaufene
Geſchäftsjahr 1929/30 wird wieder dividendenlos (i. V. 4:30
RM. Reingewinn) bleiben, da ſogar ein kleiner Verluſt ausgewieſen
wird.
Regierungsmaßnahmen zur Senkung der Eiſenpreiſe in der
Tſchechoflowakei. Das tſchechoſlowakiſche Eiſenkartell hat mit Wirkung
ab Mittwoch die Eiſenpreiſe um fünf bis ſieben Prozent je nach der
Qualität ermäßigt. Dieſem Beſchluß iſt eine energiſche Aktion der
Negierung vorangegangen, welche darauf verwies, daß der Inlandspreis
des Eiſenkartells fünfzig Prozent über dem Weltmarktpreis liege. Da=
durch
ſeien dem Eiſenkartell jährlich Mehrgewinne von einer halben
Milliarde Kronen erwachſen. Die Preisreduktion koſtet nun, wie das
Eiſenkartell erklärt, ſämtlichen Werken 50 Millionen Kronen. Urſprüng=
lich
hatte die Regierung eine Preisermäßigung von 15 bis 20 Prozent
gefordert. Zur allgemeinen Ueberraſchung hat ſchließlich nicht das
Eiſenkartell, ſondern die Regierung kapituliert, da die Schwerindu=
ſtriellen
mit einer Maſſenentlaſſung von Arbeitern drohten, falls die
Regierung auf ihren Forderungen beſtünde. Auch die Betriebsräte der
einzelnen Werke waren bei der Regierung vorſtellig geworden und hat=
ten
von ihr eine Ermäßigung ihrer Fovderungen verlangt.

Viebmärkke.

Neueſte.

ruhiges Gefchäft. Für Roggenmehl hat ſich die Nachfrage, namentlich
für die billigeren Provinzfabrikate, gebeſſert. Hafer iſt ausreichend an=
geboten
und im Preiſe kaum behauptet, der Lieferungsmarkt eröffnete
dagegen gut ſtetig. Gerſte in unveränderter Marktlage.
Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 27. November.
Im heutigen Vormittagsverkehr neigte die Tendenz infolge der
ſchwächeren geſtrigen New Yorker Börſe eher weiter zur Schwäche. Zu
Beginn des offiziellen Marktes nachte ſich jedoch ein merklicher Tendenz=
umſchwung
bemerkbar. Eine Verlautbarung, wonach die Deutſche
Volkspartei der Regierung Brüning ihre Unterſtützung zugeſagt haben
ſoll, war der Hauptgrund für eine beſſere Beurteilung der allgemeinen
Lage. Daneben werden für den morgigen Zahltag kaum irgendwelche
Schwierigkeiten erwartet. Die Spekulation erhielt dadurch eine ſtärkere
Stütze und nahm nach den geſtrigen Abgaben wieder kleine Deckungen
vor. Die Umſatztätigkeit bewegte ſich jedoch im allgemeinen in engen
Grenzen. Gegenüber der geſtrigen Abendbörſe lagen die erſten Kurſe
überwiegend etwas feſter. Am Chemiemarkt eröffneten J. G. Farben
2 Prozent und Metallgeſellſchaft 1 Prozent gebeſſert. Lediglich am
Elektromarkt waren die Umſätze etwas größer. A.EG. Licht u. Kraft,
Lahmeyer und Siemens zeigten Beſſerungen bis zu 2 Prozent. Nur in
Elektr. Lieferungen kam noch etwas Material an den Markt bei einem
1prozentigen Verluſt. Beruhigend wirkte ferner, daß die Abgaben in
Deutſche Linoleum=Aktien aufgehört haben. Deutſche Linoleum konnten
ſich ca. 1 Prozent erholen. Am Montanmarkt zogen Rheinſtahl 1½
Prozent an. Salzdetfurth lagen weiter im Angebot und nochmals 2½
Prozent niedriger. Von Kunſtſeideaktien ſetzten Aku 2 Prozent höher
ein. Bauunternehmungen uneinheitlich. Wahß u. Freytag verlorea
1 Prozent, Holzmann gut behauptet. Am Markte der Bankaktien beſſer=
ten
ſich Reichsbankanteile um 1 Prozent. Die übrigen Werte waren
meiſt nur knapp gehalten. Am Anleihemarkt gaben Altbeſitz erneut
ctwas nach. Von Auslandsrenten büßten Türken etwa ¼ Prozent ein.
Pfandbriefe ſtill. Reichsſchuldbuchforderungen in den ſpäten Fällig=
keiten
eher ſchwächer.
Im Verlaufe ſetzten ſich weitere, wenn auch nur kleine, Deckungs=
käufe
fort, ſo daß das Kurniveau erneut etwas höher lag. Später
machte ſich jedoch eher Realiſationsneigung geltend, und die im Verlaufe
erzielten Gewinne gingen meiſt verloren. Die Stimmung war jedoch
nicht unfreundlich. Am Geldmarkt war Tagesgeld im Zuſammenhang
mit dem bevorſtehenden Zahltag ſtark geſucht. Der Satz wurde auf
5 Prozent erhöht. Am Deviſenmarkt lagen Deviſen gegen Reichsmark
ſveiter leicht befeſtigt. Madrid lag aber etwas ſchwächer. Man nannte
Mark gegen Dollar 4,1959, gegen Pfunde 20,37½, London=Kabel 4,8557,
Paris 123,60, Mailand 92,78, Madrid 43,70, Schweiz 25,07¾, Holland
12,06 1o-
Die Abendbörſe verlief ruhig, doch allgemein freundlich. Man
rechnet damit, daß der morgige Zahltag glatt überwunden werden wird.
Auch die innerpolitiſche Lage wird etwas beruhigter angeſehen. Farben
½ Prozent freundlicher, daneben Kaliwerte bis 1 Prozent gebeſſert. Auch
Deutſche Linoleum ſtärker erholt um 2½ Prozent. Die übrigen Märkte
lagen ruhig bei meiſt gut behaupteten Kurſen. Etwas Geſchäft war am
Kaſſamarkt. Am Rentenmarkt Liquidationspfandbriefe zu freundlicheren
Kurſen geſucht. Farben ſchloſſen 131½ Prozent.
Berlin, 72. November.
Die Eröffnung des heutigen Effektenverkehrs ließ ziemlich über=
raſchenderweiſe
eine freundlichere Grundſtimmung erbennen. Verglichen
mit dem geſtrigen Schluß, war die Kursgeſtaltung überwiegend nach
oben gerichtet, wenn auch noch verſchiedentlich kleine Rückgänge zu ver=
zeichnen
waren. Bei der Tendenzbeurteilung zu berückſichtigen ſind
jedoch die eher ſchwächeren Frankfurter Abendkurſe. Es kam nur noch
wenig Exekutionsware zum Vorſchein, und da auch Verkäufe zum Zahl=
tag
heute nicht mehr möglich ſind, bekundete die Spekulation beſonders
in den von der Baiſſepartei ſtärker angegriffenen Papieren Deckungs=
neigung
. Der matte New Yorker Schluß fand kaum noch Beachtung, da
aus den oben angeführten Gründen drückendes Angebot nicht beſtand.
Gewinne und Verluſte bewegten ſich im Rahmen von 1 bis 2½ Prozent.
Im Verlaufe ſetzten ſich die Kursbeſſerungen zunächſt fort. Während
die Gewinne hierbei im allgemeinen bis zu 1 Prozent gingen, lagen
Siemens, Schultheiß, Salzdetfurth, Kali Aſchersleben, BMW und Poly=
phon
bis zu etwa 2 Prozent höher. Später ließ das Geſchäft aber
ganz erheblich nach, die Steigerungen gingen vielfach wieder verloren,
teilweiſe ſenkte ſich das Kursniveau ſogar bis under Anfang. Die Stim=
mung
war gegen 1 Uhr als luſtlos und unſicher zu bezeichnen. An=
leihen
behauptet.

Neuer Bankzuſammenbruch in Borden
In Bordeaux iſt erneut ein Wechſelagent unter der
Vertrauensmißbrauches und der Unterſchlagung verhaſtet
war Angeſtellter des Börſenmaklers Ower, deſſen Verl=
ungefähr
15 Millionen Franken belaufen. Im ganzen i
Perſonen verhaftet worden. Die Verluſte, die die 21
durch die mit ihrem Gelde getätigten Börſenſpekulationen=
laufen
ſich auf ungefähr 50 Millionen Franken,
In Reims hat die Filiale der Banque Commercigle
deren Hauptſitz in Paris iſt, ihre Schalter geſchloſſen, da
der Filiale auf Grund von Klagen verſchiedener Kunden
haftet worden iſt. Die Bank hatte in der Hauptſache dieß
der Umgebung als Kundſchaft.
Metallnokierungen.
Die Berliner Metalltermine vom 27. Novembe=
für
Kupfer: Nov. 91 (93) Dez. 91.50 (92), Jan.
Febr. 92.75 (93), März und April 92.75 (93.25), Mai
Juni 93.25 (93.25), Juli 93 (93.50), Aug., Sept. un
(93.50). Tendenz: ſtetig. Für Blei: Nov. 29 (:I.)
Jan. 30 (31), Febr. bis Mai 30.50 (31.50), Juni
Juli bis Okt. 31 (31.50) Tendenz: luſtlos. Für
27 (29) Dez. 27.75 (29), Jan. 28.25 (30), Febr.
März 29 (30.50), April 29.50 (31) Mai 30 (31.251
(31.50), Juli 31 (31.75) Aug. 31.50 (32), Sept. 32
32 (32.50). Tendenz: luſtlos. Die erſten Zahlen bc
die in Klammern Brief.

Kleine Wiriſchaftsnachrichken.
e

Der Berliner Börſenvorſtand hat beſchloſſen, am Min
Dezember, alſo Heiligabend, und Samstag, den 27. Dezens
tag) die Börſe diesmal nicht völlig ausfallen zu laſſen
Börſenverkehr auf die üblichen Samstag=Börſenſtunden ( II=
beſchränken
. Für den Beſchluß war die Erwägung maßger=
in
der augenblicklichen Zeit den Börſenverkehr umögg!
hintereinander ruhen laſſen kann.
Am 24. Dezember findet die Frankfurter Börſe wie
von 1113 Uhr ſtatt. Die Abendbörſe fällt an dieſem
Um einen beſſeren Einfluß auf die Geſtaltung der
am Rhein zu gewinnen und ihren Mitgliedern eine rsweſſt
ſchäftigung zu ſichern, hat das Kontor des Partikulierſam
auf dem Rhein Vorſchläge zur Bildung einer Transpcr=
gemacht
, die die Uebernahme und Vermittlung von 2:7
gemeinſchaftliche Rechnung der Genoſſen bezweckt. Als
wurden 50 RM. für jede angefangene 500 To. feſtgeſetzt.
In Wuppertal (Barmen=Elberfeld) iſt in der Meta u=
Vereinbarung zwiſchen dem Arbeitgeberverband und der
tergewerkſchaften zuſtande gekommen, nach der die Lohnſi;
geſenkt werden. Die Vereinbarung kann früheſtens zum
gekündigt werden.
Eine auf den 22. Dezember einberufene außerordentt.
ſammlung ſoll lediglich über den Verkauf der Quote
Naſſau A.=G., Haiger (Dillkreis) Beſchluß faſſen. BekTu
in der Hauptverſammlung vom 16. 8. 1927 zwecks San:
ſellſchaft das Stammaktienkapital von 475 000 RM. auf 2.4
ſammengelegt und anſchließend die Wiedererhöhung vor
auf 471000 RM. beſchloſſen, die jedoch nicht durchgefüü-
In dem Hauptort der pfälziſchen Diamantſchleiferei.
die Firma Daßbach u. Geier ihren Betrieb mit Begintn
ein. Damit ſind etwa zwei Drittel der geſamten Schlez
ſtillgelegt.
Die Lage bei dem St. Ingberter Eiſenwerk A.=G.
etwas gebeſſert, die Aufträge gehen wieder zahlveicher
Betriebsleitung in dieſer Woche von einer Feierſchicht,
Im Wochenausweis der Bank von Frankreich erſchsy
beſtand mit 51 709 Mill. Franken, was einer Erhöhung
Franken gegenüber der Vorwoche entſpricht.
Der neugebildete Zentralausſchuß für die Kohlenin
eine Verminderung der engliſchen Kohlenerzeugung für .
teljahr 1931. Ihr Ausmaß ſoll der Nachfrage angevaßt 4r
Die amerikaniſchen Börſen waren am Do
tagshalber geſchloſſen.

Deurſche Sunr ind Oibeonts Gefraſcäft

Berliner Kursbericht
vom 27. November 1930

Deviſen
vom 27. Notunl

Darmſtädter Viehmarkt vom 27 November. Aufgetrieben waren
11 Ochſen, 131 Kälber 2 Schafe. Die Preiſe ſtellten ſich für Kälber
a) 5864, b) 5157, c) 4450 Pfg. pro Pfund. Marktverlauf: ſchlep=
bend
, Ueberſtand.
Mannheimer Viebmarkt vom 27. November. Dem heutigen Vieh=
markt
waren zugefahren: 145 Kälber, 32 Schafe, 83 Schddeine, 1070 Fer=
kel
und Läufer, 1 Ziege. Bezahlt wurden für Kälber 5070, für Schafe
4245, für Ferkel bis vier Wochen 1419, über vier Wochen 2229,
Läufer 3138, Ziegen 1224, Schweine nicht notiert. Marktverlauf:
Mit Kälbern rubig, langſam geräumt. Mit Ferkeln und Läufern mit=
telmäßig
.
Frankfurter Viehmarkt vom 27. November. Auftrieb (vom letzten
Markt): 102 Rinder 851 Kälber, 347 Schafe, 622 Schweine. Markt=
verlauf
: Kälber ſchleppend, Schafe ruhig, geräumt, Schweine ruhig,
ausverkauft. Preiſe: Kälber b) 6570, c) 5964, d) 4858, Schafe al)
4447, b) 384, c) 3037. Fleiſchgroßhandelspreiſe:
Ochſenfleiſch 1 84100, dito 2 7082, Bullenfleiſch 8086, Kuhfleiſch 2
6070, dito 3 4055, Kalbfleiſch 2 90105, Hammelfleiſch 90100,
Schweinefleiſch 7582. Tendenz: ſchleppend.
Frankfurter Pferdemarkt. Der letzte diesjährige Frankfurter Pferde=
markt
findet Montag den 1. Dezember ſtatt. Dieſer Markt
bietet vor Beginn des Winters nochmals Gelegenheit, überzählige
Pferde zu verkaufen oder auch ältere Tiere gegen 2= und 3jährige Fohlen
einzutauſchen. Einige Transporte leichterer Arbeitspferde und Tiere
des norddeutſchen Schlages ſind zum Verkauf gemeldet, und wie beim
letzten Markt, wird wieder eine beſonders ſtarke Nachfrage nach Schlacht=
pferden
herrſchen.
Produkkenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 27. November. Die Forderun=
gen
für Auslandsweizen wie auch für Inlandsweizen ſind erhöht. Der
Konſum iſt weiter zurückhaltend. Die Börſe verkehrte in ſtetiger Hal=
tung
. Im Vormittagsverkehr hörte man folgende Kurſe in RM. per
100 Kilo waggonfrei Mannheim: Weizen inl. 2728,25, ausl. 33,50 bis
H. Roggen inl. 1717.25, Hafer inl. 14,7516, Braugerſte, Durchſchnitts=
qualität
2133, Futtergerſte 17,7518,50, ſüddeutſches Weizenmehl
Spezial Null Nov.=Febr. 42, ſüdd. Weizenauszugsmehl. Nov.=Febr. 46,
ſüdd. Weizenbrotmehl Nov.=Febr. 28, ſüdd. Roggenmehl je nach Fabrikat
2728, feine Weizenkleie 8.258,50, Biertreber 9,7510,25. Leinſaat
28.50.
Berliner Produktenbericht vom 27. November. Die feſtere Stim=
mung
des Vormittagsverkehr vermochte ſich an der Produktenbörſe nicht
voll zu behaupten. Während man für Weizen in Erwartung einer
Beibehaltung des 80prozentigen Vermahlungszwanges für Dezember
und Januar vormittags eine bis zwei Mark höhere Preiſe als geſtern
genannt hatte, trat das Angebot an der Börſe infolge Zurückhaltung
der Käufer etwas ſtärker in Erſcheinung, ſo daß lediglich geſtrige Preiſe
durchzuholen waren. Vom Mehlgeſchäft fehlen weiterhin Anregungen.
Roggen lag dagegen auch an der Börſe etwa eine Mark feſter, gute
Nachfrage zeigt ſich weiterhin für Qualitäten mit höheren Natural=
gewichten
. Am Lieferungsmarkt ſetzte Weizen unverändert, Roggen bis
1½ Mark feſter ein. Weizenmehls haben hei mnveränderten Preiſen

Berl. Handels=Geſ
Danatbank
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl

Ne
145.
106.
106.
65.50
118.
67.
102.25
49.
63.75
121.
27.50
112.50
105.125
57.75

Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Kopp=

105.25
130.125
82.
108.50
75.
67.25
68.
144.
65.625
75.50
63.875
30.50
50.
65.625
42.

Maee Ne
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kal
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkal
Agsb.=Nrnb. Maſch
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werje
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drah=
Wanderer=Werke 33.875

43. 75 Helſingfors Bährung
100 finn. Mk. Geld
10.546 Re
10.566 Schweiz Bährenl
100 Fr.znP 223. Wien 00 Schilling 58.995/ 59.11: Spanien 100 Pe .
1100 Guue 112. Prag 100 Tſch. Kr. 12.4311 12.45 Danzig 90. Budapeſt 100 Pengo 73.26 173.40 Japan 1 Yen 63. Sofia 100 Leva 3.035 3.041 Rio de Janeir 1 Milres- 142.25
63.25
24. Holland
100 Gulden 168.71/ 169.0 Jugoſlawien 100 Diri- Oslo 100 Kronen 112.05 112 27 Portugal 100 EsoR! Kol venhagen 1100 Kro nen /1 2.10/112.32/ Atl
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1

Frankfurter Kursbericht vom 27. November 1930.

K
66

5½%Intern.,
8% Baden.
8% Bayern
6%
8% Heſſen v. 2
8
v. 2c
60 Preuß. Staat
8 Sachſen....
6%=Sachſen. . . . ..
7% Thüringen .

Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. +‟/- Ab=
löſungsanl
.. . . . .
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.

Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
. . .

8% Baden=Baden.
6% Berlin .. . ..
8% Darmſtadt v. 26
v. 28
Dresden ....
8% Frankfurt a. M
% Frankfurt v. 26
v. 26
88 Mainz ....
8½ Mannheim v. 26
60
v.27
80 München..
80 Nürnberg.
8% Wiesbaden..

98.25
86.5
71.25
82.8
98"
82.8
84.5
88.5
94.9
98.25
74.5
82

2.05

85

83

91.75
93.1

8½ Heſſ. Landesbk./ 99.5
92
8% Goldobligl 94
4½% Heſſ. Lds.
Hyp.=Bk.=-Liquid./ 83
P/.% Kom.-Obl./ 79
% Preuß. Lds.
pfbr.=Anſt. G. Pf. 100
82 Gobobligl 9.

Wein Leun
Bk. Girozentr. für
Heſſen .Goldobl./ 97.75
8½Kaſſeler Land. Goldpfbr..
652
88
80 Naſſ. Landesbk./100
6%
84
4½% Licn. Obl. / 85

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.-Anl.
+Ausl. Ser. I 49.25
Ser. III 69
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)./ 13.5
D
8% Berl. Hyp.=Bk./ 96.5
96
4½%Ligu.=Pfbr./ 84.1
8% Frkf. Hyp.=Bk. /100
96.75

4½% Lig.Pfbr. 84
Pfbr.=Bk. /100
92.75

Liqu. 86.75
835 Mein.Hyp.=Bk.l 99.5
9411.

Lig. Pfbr.. / 86.25
825 Pfälz. Ghp.=Bk.1100
4½% Lia. Pfbr./ 87.4
8% Preuß. Boden=
cred
.=Bank .. . . 1100-,
4½% Lig. Pfbr. / 87
8% Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bank ./100.25
4½% Lig. Pfbr./ 84.25
80 Rhein. Hyp. Bk./100

93.5
% Lig. Pfbr.. / 85.8
Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit .. . . . ! 98.5
% Südd. Bod.
Cred.=Ban1".
98.5
93
Lig. Pfbr./ 86
82 Württ. Shp.=B./ 98
6% Daimler-Benzl 64.5

Ma He
% Kiöchner=Berke
o Mainkrw. v. 26.
o Mitteld. Stahl.
8½ Salzmann u. Co.
7%Ver. Stahlwerke
8% VoigtckHäffner

J. G. Forben Bond=

5% Bocn. L.E.B.
L. Inveſt.
5%
4½% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
5 %vereinh. Rumän
4½½
461
480 Türk. Admin.
4% 1. Bagdad
4½ Zollanl.
4½% Unganr 1913
4½% 1914
Goldr.
4%o
4½ 1910
Aktien
Alg. Kunſtziide Unie
A. E. G....
AndregeNoris Zahn
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Zellſtoff
Bemberg, J. P. ..
Bergm. El.=Werke.
BrownBoverickCie.
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Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſe
Chem. Werke Albert
Chade ........."
Contin. Gummiw
Linoleum
Daimler=Benz..
Dt. Atl. Telegr.
Erdöl

Gold= u. Silber
ſcheide-Anſtalt

M
82.5

80.5
76.75

91

88.5

20
19.75

17.5

61
103
100

64
73.5

Nat
22

112
99‟I-

94
56.75

A

Dt. Linoleumwerke
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Dyckerhoffu. Widm
Eichbaum=Berger.
Elektr. Lieferg=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk..
Eßlingen Maſchiner
Ettlingen Spinnere
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter
Felt. & Guilleaume
Frankfurter Gas ..
Hof.
Geiling & Cie. .. .."
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frkft..
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Hanauer Hofbrauh.
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Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfbr.
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Hochtief Eſſen ..."
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Genüſſe
Junghans. . .
Kali Chemie. . . . .
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Karſtadt, R. .. . . . .
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Klöcknerwerke ..
Lahmeyer & Co.
Laurahütte .. .
Lech, Augsnurg
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.!

97.5
62
121.5
104.5
116.25
196.5
31
141
94.5
130
51
84.5
44

10

28

Ar

Miite
Mainz. Akt.=Br. . .
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Riebeck Montan. . .
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Boigt & Haeffner.

83
61.25
43.5
45

69

125
224.75
210
187
64.5
102

155
29.5
135

94

62.5

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Freitag, den 28. Nobember 1930

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Freitag, den 28. Prvember I930

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2. Rechnungs- und Prufungsbericht.
3. Wahl des Vorstandes.
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dieser nverhörte Film im einer grandiosen Schan, wie sie die

Welt noch viemals vorher gesehen bat.
Beginn: 3.30, 5.45, 8.10 Uhr (.17288
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Wir bitten die Nachmittags-Vorstellungen besuchen zu wollen, da
die Abend-Vorstellung stets ausverkauft ist.

Ein Flm-Pon nach dem glichnar
Bähnenschwank von
W. Jacoby und Carl Lanfz
Wenn jemand glaubt, in einer Irrenanstalt zu
sein und ist in einer Familien-Pension, dann
kann man sich bereits denken, was daraus wird.
Wenn aber einer, um es mit den Irren nicht
zu verderben, zu allem Ja und Amen sagt.
und die ganze Gesellschaft auf den Hals ge-
laden
bekommt das ist nicht mehr auszu-
denken
, das muß man sich ansehen in .
PENSION SCHOLLER.
Dazu das gute Beiprogramm.

Beginn: 3.30, 5.45, 8.10 Uhr.

in 3 Akten. Musik v. Ralf Benatzky
Musikal. Leitung: R. Pettuni
Titelrolle: Henny Walden.
Die Tanzschlager:

PALAST

Heut‟ Nacht bab’ ich was mit-
gebracht
Du nur Du, hast
gefangen mich im Nu‟ Adien
Mimi, du süße Fee-Mimi Bei
uns in der Vorstadt usw. (17309

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einer Ehe, sachlich und eindringlich zu schildern. Millionen Menschen streifen einander, die schweigend ihr Schicksal
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[ ][  ][ ]

Freitag, den 28. November 1930

Seite 19

Boralinbssgek.
arnan von Friedrich Lange.

by Martin Feuchtwanger, Halle a. d. S.
(Nachdruck verboten.)
iſhen Spuk am hellen Tage?
t eingebildet, eine Kommiſſion Finanzleute,
M.
over auch eine Auslandsdirektion anzutreffen.
wu der vor?
z, deſſen Tochter Eva und Arnulf Berling,
nr/ Elektroplans!!
zellen Vorſtellung kam der Kommerzienrat ſo=
tpeck
der angeſetzten Konferenz zu ſprechen. Er
hlim, nun doch noch den Elektroplan in ſein Bau=
ginehmen
.
0AtSlüffte Jacobi gab eingehende Auskunft über
uu anzlage des Unternehmens und den Beſchäf=
grad
,/ m war beſonders für den Oſten noch gut mit
nin aßen, zweimotorigen Verkehrsmaſchinen verſehen.
l99rar angeſpannt, gab aber zu Beſorgniſſen noch
Zu den Detailzeichnungen, die der Erfinder vor
roAlatte, auf. In ſeinen Augen glühte das Feuer
eiſter w, ener Enthuſiasmus, der ihn aus kleinſten An=
gergs
Buer Aufbietung aller Energie groß werden ließ.
ſchlug it der flachen Hand auf das Papier, ſagte ent=
undd
gelaunt:
ſir bau Ihre Maſchine, mein lieber Berling. Mag
waux /4! Und daß ich erneut aufmerkſam wurde,
e nymuſiner Tochter zu verdanken.
Ingwr wandte ſich mit einem glücklichen Lächeln
rottzzugen Geſicht zu Eva Freſe. Stumm, in wort=
ſber
/regen nicht minder beredtem Dank drückte er
Hand; wußte, daß er in ihr eine Freundin gewann,
ift tſeiy m an ſeinem Geſchick. Sie war noch immer
ſſe, anz ſtigende Mädel von einſt. Man nannte ſie ſtolz
mſinny! Es war möglich. Er perſönlich würde ihr zeit=
hankbteieimi
. In ihm ſollte ſie einen Freund haben, auf
inftä zilllen konnte.
üh= ſaß bleich und apathiſch dabei. Er hatte
vüher in der Gewalt. Was ging ihn die Privat=
iſ
=Aenſchen an? Mit dem nüchternen, kühl ab=
etno
des Egoiſten ſah er ſofort die Vorteile für
tnien.
Sva Freſe und Arnulf Berling einander zu=
gukbarkeit
, Freundſchaft, Liebe oder wie ſie es

ſonſt benennen wollten er beſchloß, im Trüben zu fiſchen.
Sein Ziel hieß Jutta Förſter.
Er ſchoß einen warmen Blick hinüber zu Eva Freſe. Das
war doch ein Prachtmädel! Nahm ihm die ganze Arbeit ab!
Heute hätte er ſich bei dem Chef für den Erfinder ins Zeug legen
müſſen und nun welch’ eine prachtvolle Wendung!
Der Kommenzienrat klingelte, gab dem Diener einen Auf=
trag
für den Weinkeller. Und dann, bei einem wundervollen
alten Jahrgang Aßmannshäuſer, wurde der Vertrag aufgeſetzt.
Man legte ſich zunächſt auf ein kleines, mit verhältnismäßig
geringen Mitteln durchführbares Programm feſt. Schlug das
Ganze ein, ſollte der Betrieb allmählich auf die neue Maſchine
umgeſtellt werden. Als Beſitzer der Aktienmajorität hatte Freſe
unumſchränkte Vollmacht über dieſe hochwichtige Entſcheidung.
Berling war einverſtanden.
Meine erſte Maſchine ſoll mich zu einem Propagandaflug
über den Atlantik führen. Ich will den Herren drüben zeigen,
daß wir auch ohne die rieſigen Betriebsmittel, die ihnen zur
Verfügung ſtehen, Großes zu leiſten imſtande ſind.
O, bitte, nehmen Sie mich mit, Herr Berling. Ich möchte
ſo gern das erſte Mal dabei ſein! fiel Eva begeiſtert ein. Doch
der Erfinder wehrte entſchieden ab.
Ich bedaure, Ihnen dieſe Bitte abſchlagen zu müſſen,
gnädiges Fräulein. Es gilt zunächſt, die Flug= und Seetüchtig=
leit
der kleinen Verfuchsmaſchine zu erproben. Und das iſt unter
Umſtänden nicht ganz gefahrlos.
Die Blondine beſchied ſich ſchmollend.
Theodor Freſe erhob ſich. Die anderen folgten ſeinem
Beiſpiel.
Auf gutes Gelingen, Herr Berling! Möchte Ihre Erfin=
dung
Ihnen, dem Vaterlande und uns zum Segen gereichen.
Die Gläſer klangen mit feinen Stimmchen zuſammen. Der
Wein funkelte und half eine gehobene Stimmung ſchaffen. Der
Optimismus dieſer unternehmungsfreudigen Menſchen ſiegte
allen widrigen Zeitverhältniſſen zum Trotz.
Wenige Stunden ſpäter ſprach Arnulf Berling im Hauſe
Förſter vor. Er wußte, daß er um dieſe Zeit Jutta allein an=
traf
. Ihr Vater ſaß drüben in dem Büro ſeiner Fabrik.
Das Mädchen war ehrlich erfreut, den Geliebten wieder=
zuſehen
. Sie umarmten ſich im Flur der Wohnung. Im Wohn=
zimmer
Berling war bei Edwin Förſter ein gern geſehener
Beſucher berichtete der Ingenieur von ſeinem großen Erfolg.
Kommerzienrat Freſe hat einen Interimsvertrag mit mir
abgeſchloſſen. Er geht mit großer Begeiſterung an den Bau
der Elektroplane. In wenigen Wochen ſchon ſoll die Sende=
ſtation
betriebsfertig ſein. Iſt das nicht glänzend nach all den
Wochen des vergeblichen Hoffens?
Jutta ſtand mit hängenden Armen und ſtarrte mit toten

Augen ins Leere. Wo waren die Roſen ihrer Wangen? Nur
mit Mühe hielt ſie ſich aufrecht.
Arnulf nahm ſie in die Arme.
Was iſt dir, Liebling?
Auf ſeinem Antlitz wich die Freude der Beſorgnis. Er
fühlte ein Erzittern durch den Körper des Mädchens gehen.
Jutta faßte ſich. Unter Aufbietung aller Willenskraft zau=
berte
ſie ein Lächeln auf die Lippen.
Es iſt nichts, Arnulf. Nur eine vorübergehende Schwäche=
anwandlung
. . . Die Freude über deinen Erfolg über=
raſcht
mich.
Der junge Erfinder konnte nicht ahnen, daß es eine andere
Bewandtnis hatte, daß die Geliebte den Umſchwung in ſeinem
Schickſal der Fürſprache Alfred Jacobis zuſchrieb. Und zu einem
gewiſſen Prozentſatz trug er ſelbſt die Schuld, weil er ihr die
Mithilfe von Eva Freſe verſchwieg. Teils aus Eitelkeit, teils
aus falſcher Rückſichtnahme. Jutta ſollte im tiefſten Herzen
durch die Freundſchaft Eva Freſes nicht beunruhigt werden.
Mit einem Ungeſtüm, wie es Berling nie an dem geliebten
Mädchen beobachtete, umhalſte es ihn. Weinend und ſchluch=
zend
preßte es den Kopf an ſeine Schulter. Der Jammer ihrer
Seele, ihres ſelbſt gewählten Geſchicks floß mit ihren Tränen
dahin.
Heute noch durfte ſie Arnulf lieben mit der ganzen Kraft
ihres jungen, weltunerfahrenen Herzens. Vielleicht morgen
ſchon kam der andere und machte ſeine Anſprüche auf ſie geltend.
Dann hatten die kurzen Wochen ihrer Liebe ein Ende und das
Martyrium begann.
Und nur ein Troſt würde ihr bleiben, eine große, ſtille
Freude: Der Mann, dem ihre Liebe bis in alle Ewigkeit ge=
hörte
, kam vorwärts in der Welt, heimſte Ehren und Erfolge
ein, weil ſie ſich für ihn opferte.
So iſt das Leben: ein Spiel der Exiſtenzen. Ein Aufſteigen
und Fallen. Arnulf ſtieg. Jutta fiel".
Berling war noch viel zu ſehr mit der neuen Wendung be=
ſchäftigt
, um dem Gefühlsausbruch der Geliebten tiefere Be=
deutung
beizumeſſen.
Nun wird noch alles gut, mein Kind! Er küßte ſie auf
die Augen. So lind und ſanft, wie eine Mutter ihr Klein=
ſtes
küßt.
Als er gegangen war, ſtand Jutta am Fenſter. Da unten
ging elaſtiſch und federnd Arnulf Berling. Und ſie ſtand hier,
war gezwungen, einen Strich unter ihr Leben zu ziehen.
Nun wird alles noch gut, mein Kind . . . Das war ganz
der naive, das Leben bejahende Arnulf Berling! Draußen
ſchien die Sonne. Für ihn. Die Welt wartete mit ihrem Ruhm,
nit ihren Ehren.
Jutta Förſters Weg aber führte in die Finſternis ...
Fortſetzung folgt.

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