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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
ess Nechenat, duch ge Moigenzeitung ver Lanveshauptſtaut
Wöchentliche iUlnſtrierte Beilage: „Die Gegenwart=, Tagesſpiegel in Bild und Wort
min infolge höherer Gewall Nachdruck ſämtlicher mit • verſebenen Original-Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 324 Sonntag, den 23. November 1930. 193. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflſchtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſſung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtliſcher Beſtreibung fänl ſeder
Nabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nallonalbans
Hanzit überprüft die Ausſichken für das Finanzreformwerk im Reichskag. — Die Regierung zur
ue durchſhrung des Geſehgebungswerkes feſt enkſchloſſen. — Konflikt mit Sachſen wegen der
Noerordnung. — Anrufung des Stgalsgerichtshofes oder Einſekzung eines
Zivil=
kommiſſars in Sachſen zur Durchführung der Nolverordnung?
noch andere, politiſche Abſichten verbergen, laſſen wir
dahinge=
ſtellt. Es wäre immerhin denkbar, daß dem Ernährungsminiſter,
Au Kanzler verhandelt.
Dr. Schiele, damit ein kleiner Hieb verſetzt werden ſoll, weil er
mit den Brotfabriken auf der Grundlage eines feſten Preiſes
polt tzut kei wünſcht Eingreiſen Brünings verhandelt hat.
den Skreik mit Thüringen.
* Berlin, 22. Nov. (Priv.=Tel.)
ſeichs=lyler hat bereits am Freitag nach der Verab=
Ades fian zprogramms durch den Reichsrat die
Ver=
ngemm it den Führern der
Reichstags=
nenuugenommen. Er hat zunächſt Herrn Dr.
Per=
ſom n3n trum empfangen. Am Samstag hat er mit
ingmley von der Deutſchen Volkspartei
undaa Montag will er die Beſprechungen fortſetzen,
enn iſen) möglich, bis zum Mittwoch zu Ende zu
brin=
er ium einen Ueberblick über die Möglichkeiten hat,
ſKabimt in Reichstag überhaupt zur Verfügung ſtehen.
Werblitt Mehr aber nicht. Denn es iſt unwahrſcheinlich,
Partewrir ohne Rückdeckungen durch ihre Fraktionen
che Zſlſien geben können oder wollen. Vermutlich wird
futwinühx erſt durch den Gang der Beratungen im
ſſelbſth ſtirnmt. Der Kanzler hat vor dem Reichsrat
er=
tietPxierung entſchloſſen ſei, dafür zu
ſor=
tzun zreformwerk möglichſt raſch Geſetzeskraft
er=
ſer i0 Abſicht wird der Kanzler auch im Reichstag
peifel i” ſſen und dann abwarten, ob in der Zeit vom
uber büsſleihnachten eine Verabſchiedung der Vorlage
Parltauyck möglich iſt.
einen4 Gurechungen mit dem Reichskanzler hat übrigens
barteziſe Abg. Dingeldey den Wunſch
ausge=
ſaß 18 rüningſich inden Streit mit
Thü=
eimilſal tet, und wenn irgend möglich, ohne
Ein=
dasun bem Staatsgerichtshof ſchwebende
Schiedsver=
ſten zeua4 vivendi findet, um das Land
Thürin=
ſteiſyn finanziellen Schaden zu
bewah=
zack zu ehnk die Nokverordnung ab.
Recütusſchuß des ſächſiſchen Landtages hat den merk=
Beſas) Eefaßt, daß er allen Warnungen des ſächſiſchen
ſiſterss um Trotz die Reichsnotvervordnung über die
9 dunſ=meindebierſteuer, der Bürgerſteuer und der
teuers (eonte. Damit iſt unter Umſtänden eine ſehr
age Ma fen, denn das iſt eine unverhohlene Kriegs=
MngA’s ſächſiſchen Landtages gegen das
Kabüſtzite. Zunächſt freilich handelt es ſich nur um
ſſchlußhs Ausſchuſſes, hinter dem aber außer den Par=
Limkt auuch die Nationalſozialiſten, die
Deutſchnatio=
n9 dilß ſirtſchaftspartei ſtehen. Zahlenmäßige
Voraus=
ſür, 9 8 das Plenum dem Beſchluß beitritt, iſt alſo
gegelk. Man wird indeſſen doch noch hoffen dürfen, daß
diel tnunft ſiegt, weil ſonſt das Reich zu ener=
Eiller ifen gezwungen wird. Der Reichs=
NentAſn es ſich nicht gefallen laſſen, daß
Vergeiyngen einfach mit einer Handbewe=
Indel bapierkorb geworfen werden. Stimmt
ächſi UtLrndtag dem Ausſchußbeſchluß zu, dann muß ſich
Bereatilng, dagegen wehren. Sie könnte den Weg über
Mat=trächtshof gehen, der aber unter Umſtänden
Meil / / Taß er recht umſtändlich iſt. Weil es ſich um
ſoeroptun”, handelt, kann die Reichsregierung nicht war=
W vell: äine Entſcheidung des Staatsgerichtshofes nach
Monatkzt o gt, wenn nicht etwa der Staatsgerichtshof im
N u4 AAlfsherigen Rechtsauffaſſung des Innenminiſte=
Sprähſent hat aber darüber
mit Jür einſtweiligen Verfügung hervortritt. Der
hinaus zweifellos
echt Mä ſen zur Durchführung der
Notver=
ngeArzſ wingen. Er könnte dazu ſogar im Wege der
LiyA nen Zivilkommiſſar, nach Sachſen
Er iſche mber auch durch eine neue Notverordnung dem
Entiocnurde Sachſen die Form der Durchführung der
Sonark ko ichreiben. Jedes dieſer Mittel würde aber auf
Siopr4 hrrauslaufen, wozu ſich die Reichsregierung aus
Den Alyeen nur ſehr ungern entſchließen würde, weil
Sin, In genug Schwierigkeiten hat. Im Endeffekt iſt ja
Sin desſpruch des ſächſiſchen Landtages wirkungslos.
Weneilollte es ſich die Mehrheit auch überlegen, ob es
Din eF Cinn hat, dagegen einen politiſchen Kampf zu
Weudl wender die Karkellverordnung an.
larmpf unter den Berliner Brotfabriken hat das
Sminiſterium zum Eingreifen veranlaßt. Es iſt
Wärie, daß die unter ſozialdemokrati=
1B ſtehende preußiſche Regierung
8 der Notverordnung des
Reichs=
äum erſten Mal praktiſch anwen=
N Notverordnung, die von den
Sozial=
m Reich bekämpft wird. Auf dieſer
den Berliner Brotfabriken eine Vereinbarung
ſcetzung unterſagt und ihnen eine Ordnungs=
A- der Uebertretung angedroht. Es iſt ja auch
Quſtand, daß die Mehrheit der Brotfabriken
erhindern will, zu billigeren Preiſen zu
ver=
iſt das Vorgehen der preußiſchen Regierung
Aewendig. Inwieweit ſich dahinter aber auch
Kein Tabak=Monopol.
Die Tabakſteuervorlage in ihrer jehigen Geſtalk.
In der Vollſitzung des Reichsrates wurde am Donnerstag, wie
bereits gemeldet, auch die Tabakſteuervorlage der Reichsregierung
mit den durch die Reichsratsausſchüſſe vorgeſchlagenen
Aende=
rungen angenommen.
Die Vorlage ſieht nunmehr eine Erhöhung des Rohtabakzolles
auf 200 Reichsmark für einen Doppelzentner vor. Der ſogenannte
ſteuerbegünſtigte Feinſchnitt wird auch weiterhin wie
Pfeifen=
tabak verſteuert. Die durch dieſe beiden Maßnahmen bedingte
Preisſteigerung für Inlandstabak bietet die
Ge=
währ, daß die Tabakpflanzer künftig unter allen Umſtänden
ange=
meſſene Preiſe für ihre Erzeugniſſe erzielen. Die weiterhin in der
Vorlage enthaltenen Vorſchriften über die Kontingentierung des
Tabakbaues ſchaffen Sicherheit dafür, daß durch übertriebenen
Mengenanbau die Vorteile der Zollerhöhung für die Pflanzer
nicht hinfällig werden. Außer der höheren Zollbelaſtung hat die
Zigarre noch die Erhöhung der Zeichenſteuer von
20 auf 23 v. H. zu tragen, während der übertrieben hohe Satz
der Zeichenſteuer bei Feinſchnitt von 60 auf 50 v. H. geſenkt
wor=
den iſt. Bei der Zigarette wird mit Rückſicht auf die höhere
Zoll=
belaſtung die Materialſteuer von 500 auf 450 RM. für einen
Doppelzentner herabgeſetzt. Dagegen wird die Zeichenſteuer von
33 auf 38 v. H. erhöht.
Es iſt nicht zu beſtreiten, daß die dem Tabakgewerbe damit
auferlegten neuen Laſten namentlich in der jetzigen Zeit noch
immer eine ganz ſcharfe Anſpannung für das
Ge=
werbe bedeuten, die gern vermieden worden wäre, wenn
nicht die unbedingte Zwangslage für dieſe Mehrbelaſtungen
be=
ſtünde. Andererſeits kann nunmehr das Tabakgewerbe der
Zu=
verſicht ſein, daß es künftig mit weiteren Abgabebelaſtungen
ver=
ſchont bleiben wird, weil kein vernünftiger Menſch der Anſicht
ſein kann, daß ſteuerlich über die Vorlage hinaus noch mehr aus
dem Tabak wird herausgeholt werden können. Die nunmehrige
Abgabenbelaſtung bringt in künftigen Normaljahren ein
Erträgnis von rund 1½ Milliarden RM., alſo eine
Summe, die auch durch anderweitige Geſtaltung der
Abgabenbe=
laſtung beim Tabak insbeſondere auch durch Monopoliſierung nicht
wird überboten werden können. Der Monopolgedanke darf
menſch=
lichem Ermeſſen nach als überſtanden angeſehen werden.
Im übrigen enthält die Vorlage eine Reihe von
Sonderbe=
ſtimmungen zum Ausgleich von Härten insbeſondere während der
Ueberganszeit für Tabakwarenherſteller, Tabakarbeiter und
Ge=
meinden.
Begrenzler Generalpardon.
* Aehnlich wie nach der Inflation macht die Reichsregierung
auch diesmal wieder den Verſuch, durch eine Art Generalpardon
für Steuervergehen das ins Ausland entflohene Kapital wieder
zurückzuholen. Der Generalpardon iſt allerdings begrenzt. Er
gilt nur für diejenigen Steuerpflichtigen, die bis zum 30. Juni
nächſten Jahres nachträgliche Anmeldungen über die
verſchwiege=
nen Teile ihres Vermögens oder Einkommens erſtatten. Wenn
der gleiche Erfolg erreicht wird wie nach der Inflation, könnte der
Finanzminiſter zufrieden ſein. Wir glauben aber, daß es
not=
wendig iſt, die Steuerlaſt ganz beträchtlich zu ſenken, um das ins
Ausland gegangene Kapital zurückzuholen. Dazu dürfte auch die
Entſpannung im Innern von ausſchlaggebender Bedeutung ſein.
Kulkusminiſter auf Abruf.
* Im preußiſchen Landtag flüſtert man davon, daß die Tage
des ſozialdemokratiſchen Kultusminiſters Grimme, der erſt
vor einigen Monaten in ſein Amt berufen wurde, bereits wieder
gezählt ſeien, und zwar weil er ſeinen eigenen Parteifreunden
zu weich ſein ſoll, hauptſächlich gegenüber den
nationalſozia=
liſtiſchen Studenten. Als ſein Nachfolger wird der
Abgeord=
nete König genannt, den die Sozialdemokraten ſchon bei dem
letzten Wechſel vorgeſchlagen hatten, deſſen Kandidatur aber
dann ſcheiterte, da er als katholiſcher Diſſident vom Zentrum
nicht akzeptiert wurde. An dieſer Einſtellung des Zentrums
dürfte ſich inzwiſchen kaum etwas geändert haben. Für das
Zentrum iſt es an ſich ſchon peinlich genug, den
ſozialdemokra=
tiſchen Kultusminiſter dulden zu müſſen. Dieſe
Belaſtungs=
probe aber, daß ein ſolcher Kultusminiſter nun gar der
katho=
liſchen Religion den Rücken gekehrt hat, wird die Partei nicht
aushalten können. Auf der anderen Seite iſt aber unverkennbar,
daß der Miniſterpräſident Braun ſich auf eine Untermauerung
der ſozialdemokratiſchen Stellung in Preußen einrichtet. Zu
dieſem Zweck hat er Herrn Severing zurückgeholt, und es wäre
ſchon denkbar, daß er nun plötzlich auch Herrn Grimme
aus=
bootet, um einen „ſtärkeren Mann” als Kultusminiſter und als
weitere Stütze im Kabinett zu haben. Herr Braun iſt klug
genug, um zu ſehen, daß mindeſtens mit der Möglichkeit einer
Beibehaltung des jetzigen Kurſes im Reich gerechnet werden
muß. Verſtändlich alſo, wenn er ſich bemüht, ſeine
Verteidi=
gungswaffe in der preußiſchen Stellung möglichſt zu verſtärken.
Aber ebenſo ſelbſtverſtändlich ſollte es ſein, daß das Zentrum,
gegen deſſen Kanzler ſich dieſe Verteidigungsoppoſition ja in
erſter Linie richtet, rechtzeitig dagegen Einſpruch erhebt.
Die Woche.
Ueber 2 Millionen Deutſche waren es, die während des
vier=
jährigen gigantiſchen Ringens ihr Leben für ihr Vaterland
hin=
gegeben. Wir gedenken ihrer am heutigen Tage in Ehrfurcht
und Dankbarkeit. Sie gingen unter in jenem Meer von Blut
und Tränen, aber ſie ſtarben, damit wir leben. Damit wir
leben, auch wenn ihr Opfer uns vor dem Zuſammenbruch nicht
zu bewahren vermochte. Sie legten Zeugnis ab für die
Lebens=
kraft, den Lebenswillen des deutſchen Volkes, ein Zeugnis
blei=
bender als Erz, und die Zukunft wird erweiſen, daß trotz allem
ihr Opfer nicht vergeblich geweſen. Eine düſtere Gegenwart ſoll
uns die Erinnerung nicht trüben an jene Zeit, zu der das ganze
deutſche Volk ohne Ausnahmen bereit war, das Leben
einzu=
ſetzen für ſeine Zukunft.
Vor dem Reichsrat hat der deutſche Reichsaußenminiſter
Herrn Tardieu geantwortet. Mit unmißverſtändlicher
Deutlich=
keit. Er hat die Auffaſſung des franzöſiſchen
Miniſterpräſiden=
ten über die Abrüſtungsfrage einer ſcharfen Kritik unterzogen,
und er hat insbeſondere ein für alle Mal feſtgeſtellt, daß das
deutſche Reich niemals auf die wenigen Rechte, die ihm das
Verſailler Diktat gelaſſen, insbeſondere nicht auf das Recht der
Reviſion, verzichten werde. „Iſt es nicht ſeit langem für die
ganze Welt eine notoriſche Tatſache, daß es das deutſche Reich
nicht für möglich hält, ſich mit dem gegenwärtigen Stand der
Dinge, insbeſondere im Oſten, einfach abzufinden? Tardieu
greift fehl, wenn er meint, daß der Reviſionsgedanke von
Deutſch=
land leichtfertig angeſchnitten ſei. Er begeht darüber hinaus
meiner feſten Ueberzeugung nach als Staatsmann einen ſchweren
Fehler,wenn er die Anſicht vertritt, daß ſchon das Aufwerfen
ge=
wiſſer Fragen gleichbedeutend mit Krieg ſei. Wäre das
rich=
tig, dann wäre — das muß mit allem Ernſt ausgeſprochen
werden — jede Hoffnung auf eine gedeihliche Zukun nicht
nur Deutſchlands, ſondern Europas verloren!” Wir begrüßen
dieſe Feſtſtellungen Dr. Curtius” die nötig geworden waren nach
der ſeltſamen Rede Tardieus. Wir ſind nach wie vor der
Mei=
nung, daß eine deutſch=franzöſiſche Verſtändigung den Intereſſen
beider Völker am beſten dienen würde. Aber wir brauchen
end=
lich Klarheit darüber, wie ſich die franzöſiſche Regierung die
weitere Entwicklung der Dinge denkt. Herr Tardieu hat, wenn
wir recht unterrichtet ſind, vor ſeiner Rede dem deutſchen
Bot=
ſchafter mitteilen laſſen, daß er verſchiedenes für uns
Unange=
nehme werde ſagen müſſen. Das iſt vielleicht eine diplomatiſche
Höflichkeit, mit der wir aber ſehr wenig anfangen können.
Eben=
ſo wenig wie mit der unſtreitigen Tatläche, daß die
Ausfüh=
rungen Tardieus ſehr weitgehend innerpolitiſch bedingt waren.
Die Rede des Reichsaußenminiſters bringt zum Ausdruck,
was im Augenblick zu ſagen war, und ſie fügt ſich damit ein in
die gerade Linie, welche die deutſche Außenpolitik verfolgte ſeit
dem Augenblick, in dem Streſemann die Leitung übernahm. Um
ſo merkwürdiger die Verſuche im In= und Ausland, dieſe Rede
zu einer Art Senſation zu ſtempeln. Bei Franzoſen vom Schlage
des Herrn Pertinax iſt das noch allenfalls verſtändlich. Wenn
aber Blätter der deutſchen Rechten in der Rede Curtius” ſo etwas
wie eine „Bekehrung” ſehen wollen, ſo kann man nur
anneh=
men, daß ſie die bisherige Außenpolitik planmäßig
mißver=
ſtanden haben. Bedeutet das Echo, das dieſe Rede gefunden,
vielleicht eine Wendung zum Beſſeren? So wünſchenswert es
wäre, wenn die Oppoſition der deutſchen Rechten wenigſtens in
den Fragen der Außenpolitik gemäßigtere Formen annehmen
und auf die deutſchen Jutereſſen dem Ausland gegenüber etwas
mehr Rückſicht nehmen würde, ſo ſcheint eine derartige
Hoff=
nung leider doch noch reichlich verfrüht. — Wie ſchwach der
poli=
tiſche Inſtinkt des Deutſchen manchmal iſt, hat die Ehrung
Muſſo=
linis durch eine Stahlhelmdeputation wieder einmal mit
er=
ſchreckender Deutlichkeit erwieſen. Angehörige einer
Organi=
ſation, die angeblich nichts weiter will, als für die nationalen
Intereſſen des deutſchen Volkes einzutreten, überreichen einem
fremden Machthaber ihr Abzeichen, einem Mann, der durch ſeine
agitatoriſche Tätigkeit unendlich viel dazu beigetragen hat, daß
Italien gegen uns in den Weltkrieg eintrat, einem Mann, der
verantwortlich iſt für die unerhörte Unterdrückung des
Deutſch=
tums in Südtirol. Wenn man ſo handelt, hat man nur noch
wenig Recht, ſich zu empören über Leute vom Schlage des
Pazi=
fiſten Förſter, der ſich von den Polen als Freund feiern läßt,
während die Deutſchen in Polen unter einem geradezu
beiſpiel=
loſen Terror der Warſchauer Machthaber zu leiden haben.
Das umfangreiche Geſetzgebungswerk, das die Grundlage
der von der Reichsregierung geplanten durchgreifenden
Finanz=
reform bildet, hat der Reichsrat in rund 14tägiger Arbeit ſachlich
durchberaten und verabſchiedet. Die Durchhaltung dieſes „14=
Tage=Rennens” iſt in Anbetracht der gründlichen Behandlung der
Dinge eine ganz außerordentliche Leiſtung, die in erfreulichem
Gegenſatz ſteht zu ſonſtigen parlamentariſchen Gepflogenheiten.
Es liegt auf der Hand, daß die Annahme der Sanierungsgeſetze
durch den Reichsrat den Reichstag bei ſeiner Dezember=Tagung
unter ſtarken moraliſchen Druck ſetzen wird. Aber darüber hinaus
hat die ſtärkere Heranziehung des Reichsrats durch die
Regie=
rung Brüning auch noch eine ſehr erhebliche grundſätzliche
Be=
deutung. Es ſind neue Wege, die man hier durchaus im Nahmen
der Weimarer Verfaſſung gegangen iſt, und zwar ganz
offen=
ſichtlich mit Erfolg. Nach Art. 69 der Reichsverfaſſung bedarf
die Einbringung von Geſetzesvorlagen der Reichsregierung der
Zuſtimmung des Reichsrats. „Kommt eine Uebereinſtimmung
zwiſchen der Reichsregierung und dem Reichsrat nicht zuſtande,
ſo kann die Reichsregierung die Vorlage gleichwohl einbringen,
hat aber hierbei die abweichende Auffaſſung des Reichsrats
dar=
zulegen.” Nach Art, 74 ſteht aber auch dem Reichsrat ein
Ein=
ſpruch gegen vom Reichstag beſchloſſene Geſetze zu, der von
die=
ſem nur durch einen mit 2⁄=Mehrheit gefaßten Beſchluß beſeitigt
werden kann, worauf der Reichspräſident dann immer noch einen
Volksentſcheid anordnen kann. Indirekt iſt alſo durch die jetzt
im Reichstag erfolgte Annahme des Brüningſchen
Geſetzgebungs=
werkes der Reichstag bereits bis zu einem gewiſſen Grade
ge=
bunden. Wenn man in dieſen Verfaſſungsbeſtimmungen bisher
mehr oder weniger nur eine Formalität geſehen hat, ſo hat man
unſtreitig gegebene Möglichkeiten nicht voll ausgeſchöpft. Darüber
hinaus aber hat dieſe Aktivierung des Reichsrats auch noch
inſo=
fern eine erhebliche grundſätzliche Bedeutung, als dadurch der
Seite 2
Sonntag, den 23. November 1930
gefährliche Dualismus zwiſchen Reich und Preußen auf dem
Gebiet der Innenpolitik an Bedeutung verliert. Denn im
Reichs=
rat iſt ja auch Preußen vertreten, und alſo durch die Beſchlüſſe
des Reichsrats ohne weiteres feſtgelegt, was umſo wichtiger iſt,
als durch die einſchränkende Beſtimmung des Art. 61 der
Reichs=
verfaſſung kein Land durch mehr als ;/ aller Stimmen vertreten
ſein darf. So bahnen ſich hier neue verfaſſungsrechtliche Wege
an, ohne daß an der Weimarer Verfaſſung auch nur ein
Buch=
ſtabe geändert wird.
Der ungariſche Miniſterpräſidenk
In Berlin.
Feſtigung der freundſchaftlichen Beziehungen.
* Berlin, 22. November. (Priv.=Tel.)
Der ungariſche Miniſterpräſident Bethlen iſt einer Einladung
des Reichsaußenminiſters entſprechend am Samstag mit großer
Begleitung in Berlin eingetroffen. Er hat einen ſehr herzlichen
Empfang gefunden. Der Kanzler und der Reichsaußenminiſter
begrüßten ihn perſönlich am Bahnhof. Der Reichspräſident hatte
ihn zum Frühſtück eingeladen, und am Samstag abend fand ein
Feſtmahl beim Kanzler ſtatt.
* Zwölf Jahre lang ſind die Deutſchen und Ungarn eigene,
getrennte Wege gegangen, unter der furchtbaren Laſt von
Ver=
ſailles und Trianon. Nun hat Ungarn wieder den Weg zu ſeinem
einſtigen Waffenbruder zurückgefunden, den Graf Bethlen ſtets
für den ausſchlaggebenden Faktor der ungariſchen. Zukunftspolitik
gehalten hat. Das große Ziel eines ſpäteren Zuſammenwirkens
mit Deutſchland hat die ungariſche Politik nie aus den Augen
ver=
loren. Wenn auch Bethlens Berliner Beſuch mit keinerlei neuen
politiſchen Gruppierungen in Zuſammenhang ſteht, ſo hat er doch
zweifellos den Wunſch, in unmittelbaren Verhandlungen mit den
führenden politiſchen und wirtſchaftlichen Perſönlichkeiten des
Deutſchen Reiches die freundſchaftlichen Beziehungen zwiſchen den
beiden Völkern noch zu vertiefen. Laufen doch die deutſchen und
ungariſchen Intereſſen parallel zueinander. Dieſer Umſtand muß
die bisher ſchon beſtehende Freundſchaft nur noch enger knüpfen.
Bethlen ſelbſt hat noch kurz vor ſeiner Abreiſe Preſſevertretern
gegenüber erklärt, daß er aus den Ausführungen des
Reichsaußen=
miniſters Dr. Curtius vor dem Reichsrat mit Befriedigung
feſt=
ſtellen konnte, daß die ungariſche und die deutſche Außenpolitik
parallele Ziele verfolgen, nämlich die Förderung des
Friedens=
werkes. Die deutſche und die ungariſche Außenpolitik laufe weder
in ihrer Zielſetzung noch durch ihre Mittel der Aufrechterhaltung
des Friedens zuwider. Sie ſei im Gegenteil geeignet, den Frieden
zu ſtabiliſieren. Der „Peſter Lloyd” knüpft daran die Hoffnung,
daß bei den Unterhandlungen, die Graf Bethlen in Berlin führen
wird, die völlige Uebereinſtimmung in dieſen Leitgedanken der
beiderſeitigen Politik abermals zutage treten werde, und erwartet
davon zuverſichtlich, daß der hier wie dort vorhandene aufrichtige
Wille zur Regelung der gegenſeitigen wirtſchaftlichen Beziehungen
aus dieſen Beſprechungen den Impuls zu einer erfolgreichen
Lö=
ſung der deutſch=ungariſchen Wirtſchaftsprobleme gewinnen wird.
Gewiſſe Schwierigkeiten für den Abſchluß eines deutſch=ungariſchen
Handelsvertrages beſtehen allerdings nach der Richtung, daß
Ungarn auf die Unterbringung ſeines
agrari=
ſchen Ueberfluſſes angewieſen iſt und daß gerade
auf dieſem Gebiet bei der Notlage der eigenen
Landwirt=
ſchaft Deutſchland ſtarke Zugeſtändniſſe nicht machen kann. Auch
Graf Bethlen verkennt dieſe Schwierigkeiten für Deutſchland nicht.
Noch vor wenigen Tagen hat er im Auswärtigen Ausſchuß des
ungariſchen Abgeordnetenhauſes auf die Schwierigkeiten in den
beiderſeitigen Wirtſchaftsbeziehungen hingewieſen. Das Deutſche
Reich habe, ſo führte er vor dem Ausſchuß aus, im Abwehrkampf
gegen die Weltwirtſchaftskriſis einen ſo weitgehenden Schutz
ſeiner Landwirtſchaft für notwendig erachtet, daß die Intereſſen
der ungariſchen Landwirtſchaft dadurch ſchwer belaſtet worden
ſeien. Es müſſe nun der Boden" für neue Verhandlungen
vor=
bereitet werden. Bei dem unzweifelhaft auf beiden Seiten
vor=
handenen guten Willen aber ſollte es doch möglich ſein, zu einer
Verſtändigung zu kommen, die den Intereſſen der beiden Länder
gerecht wird. Auch der „Peſter Lloyd” meint, Gegenſätze, für die
keine Ueberbrückung gefunden werden könnte, ſeien zwiſchen den
beiden Völkern nicht vorhanden, und ſo wird ſich der Weg zur
Verſtändigung ſicherlich finden laſſen zur glücklichen Ergänzung
der treuen Freundſchaft und Schickſalsgemeinſchaft zwiſchen dem
deutſchen und ungariſchen Volke durch ein Verſtändigungswerk auf
wirtſchaftspolitiſchem Gebiet.
br.
vom Tage.
Am Samstag begann vor dem Staatsgerichtshof für das Deutſche
Reich Enter dem Vorſitz des Reichsgrichtspräſidenten Dr. Bumke die
Verhandlung in der Staatsklageſache des Deutſchen Reichs und
der Länder Baden Bayern, Sachſen und Württemberg wegen
Benen=
nung von Mitgliedern zum Verwaltungsrat der Deutſchen
Reichsbahngeſellſchaft. Das Urteil wird am Dienstag
ge=
fällt werden.
Wegen der Studentenkrawalle in der
Königsber=
ger Univerſität hat der preußiſche Kultusminiſter den Rektor
der Albertina zum mündlichen Bericht aufgefordert.
In Wien begann die diesjährige Tagung der deutſch=
öſter=
reichiſchen Arbeitsgemeinſchaft, zu der ſich zahlreiche
Teil=
dem Deutſchen Reiche eingefunden hatten.
Der Gouverneur der Federal Reſerve Bank.
Har=
riſon, hat am Freitag ſeine Beſprechungen mit dem Gouverneur der
Bank von Frankreich abgeſchloſſen. Er iſt am Samstag nach
Ber=
lin weitergereiſt, um mit dem Reichsbankpräſidenten
Luther Fühlung zu nehmen.
Sämtliche Londoner Konſumvereine haben den Preis
für das Vierpfundbrot abermals um einen halben Penny
herabgeſetzt. Gegenüber dem Preis des Jahres 1927 iſt damit eine
Verbilligung um zwei Pence — 16 Pfennig eingetreten.
Im Baffaneſi=Prozeß fällte das Bundesgericht von Luaano am
Samstag nachmittag folgendes Urteil: Baffaneſi erhält vier Monate
Gefängnis abzüglich der Unterſuchungshaft vom 2. Auauſt ab. Feruer
muß er ein Drittel der Koſten tragen, d. h. 200 Franken. Die übrigen
Zweidrittel trägt der Bund. Sämtliche übrigen Mitangeklagten werden
freigeſprochen. Das Verfahren gegenüber dem Franzoſen Guſtave
Bra=
bant, der nicht erſchienen war, bleibt aufgeſchoben. Das Urteil wurde
von dem überfüllten Saal mit großem Jubel und Beifall aufgenommen.
Anläßlich der Anweſenheit des königlich ungariſchen
Miniſter=
präſidenten, Grafen Stefan Bethlen, hatte der hieſige ungariſche
Geſandte für heute nachmittag zu einem Tee in der Geſandtſchaft
geladen, zu dem zahlreiche Vertreter der in= und ausländiſchen
Preſſe erſchienen waren. Miniſterpräſident Graf Bethlen
be=
grüßte die Gäſte und führte in ſeiner Rede u. a. aus: Es
er=
gab ſich aus unſerer Lage und der Natur der in der
internatio=
nalen Politit auftauchenden Fragen, daß die beiden
Na=
tionen ſich in ihrer Außenpolitik wiederholt au
parallelen Linien bewe gten.
Das höchſte Ziel beider Nationen iſt die
Wie=
dererlangung der völligen Handlungsfreiheit
mit friedlichen Mitteln ſowie die
Wiederher=
ſtellung der Gleichberechtigung der Völker im
internationalen Leben. Aus dieſer Politik folgt die
gleichartige Haltung, die wir in der Frage der Abrüſtung
ein=
nehmen. Am meiſten charakteriſtiſch für das Verhältnis zwiſchen
Deutſchland und Ungarn ſind vielleicht jene innigen kulturellen
Bande, die zwiſchen beiden Völkern beſtehen. In Ungarn iſt
eine der wichtigſten Quellen deutſcher Kultur und der Liebe zu
dem deutſchen Volkstum die mehr als eine halbe Million Seelen
zählende deutſche Minderheit. Sie iſt ein ſehr geſchätzter
Beſtand=
teil des ungariſchen Staates und bewirkt, daß die Sympathie für
deutſche Sprache, deutſches Weſen und deutſche Individualität bis
ins Innere des häuslichen Lebens dringt. Es war deshalb ſtets
mein Herzenswunſch und wird auch in Hinkunft mein vornehmſtes
Beſtreben ſein, daß das wertvolle deutſche Element im ungariſchen
Staat mit ſeinem Schickſal zufrieden, im freien Gebrauch ſeiner
Sprache und Kultur an der gemeinſamen Arbeit des
Wiederauf=
baues teilnehmen möge.
So klar die Umriſſe des politiſchen und kulturellen
Verhält=
niſſes zwiſchen den beiden Staaten vor dem ungariſchen Volk
er=
ſchienen, ebenſo unbeſtimmt iſt noch die künftige Geſtaltung unſerer
wirtſchaftlichen Beziehungen. In allen maßgebenden
wirtſchaft=
lichen Kreiſen Ungarns hat ſich der Wunſch geäußert, es möchten
die wirtſchaftlichen Bande zwiſchen den beiden Völkern in
freund=
ſchaftlichem politiſchen Verhältnis Deutſchlands zu Ungarn
ange=
paßt werden. Schwer empfindet die geſamte ungariſche Wirtſchaft
jene Veränderung, die in der deutſchen Wirtſchaftspolitik der
Nach=
kriegszeit zutage getreten iſt.
Ich wünſche aufrichtig, daß die unmittelbare Berührung mit
den maßgebenden deutſchen Staatsmännern das Beſtreben
begün=
ſtige, ungeachtet aller beſtehenden Schwierigkeiten ſolche
wirtſchaft=
lichen Beziehungen zwiſchen den beiden Nationen zu ſchaffen, die
den Intereſſen beider Staaten in gleicher Weiſe dienen.
Zum Schluß geſtatten Sie mir, meine Herren, den
wärm=
ſten Ausdruck jenen innigen Wünſchen zu verleihen, mit denen die
ungariſche Nation das Gedeihen des deutſchen Volkes und die
ſchier übermenſchlichen Anſtrengungen der deutſchen Regierung
be=
gleitet. Die ſelbſtbewußte Arbeit und die Opferbereitſchaft, die
Sie geduldig entfalten, ſteht als beherzigenswertes Beiſpiel vor
uns, und ich bitte Sie, überzeugt zu ſein, daß wir wiſſen, wie ſehr
der Erfolg dieſer Arbeit die Vorbedingung für das Aufblühen
ganz Europas iſt.
De Gtavee i deis.
Zum Totenſonntag.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
HI. F. Mauthen (Kärnten), November.
Vergeblich kämpft die Glocke des Kirchleins von Sankt
Loren=
zen gegen die zähe Weichheit der Wolken, die das Gailtal bis
in den letzten Winkel füllen. Matt und immer matter klingt das
Morgengeläut durch den Nebel und die nächtliche Finſternis, die
noch nicht gewichen iſt. Der matte Lichtſchein der Laterne tanzt
über den aufgeweichten Weg, der von dem Dorf ſteil herunter in
das tiefe, ſchmale Bett führt, das ſich die Gail gegraben hat. Man
ahnt nichts davon, daß im Sommer dort auf halber Höhe heiße
Sonne auf weite grüne Matten herniederbrennt, zwiſchen denen
als romantiſche Unterbrechung das tiefe Bachtal mit ſeinen
dun=
kelgrünen Tannen nur eine angenehme Abwechſlung bietet.
Jetzt hat das Brauſen der Gail das Geläut verſchlungen und
es geht herauf auf das andere Steilufer und dann weiter, immer
weiter hinein in die Karniſchen Alpen, auf deren höchſter Höhe
ſich die Grenze zwiſchen Oeſterreich und Italien entlang zieht,
und deren Bergeinſamkeit vor anderthalb Jahrzehnten zerriſſen
wurde von dem dumpfen Krachen gigantiſcher Sprengungen, von
der hellen Exploſion der Schrapnells und dem mörderiſch
gleich=
gültigen Tacken der Maſchinengewehre.
Das letzte Dörflein bleibt hinter uns zurück, der irrende
Schein der Laterne ſchlägt ſekundenlang auf ein Kreuz, das am
Wege ſteht und nun umfängt uns der Wald, den wir mehr ahnen
als ſehen. Es iſt eine merkwürdig breite Straße, die wir gehen.
UInd eigentlich doch auch wieder keine Straße, denn ganze
Berg=
halden ſind ſtellenweiſe über ſie herabgegangen. Nicht erſt heute
und geſtern, ſondern ſchon vor langem, denn auf dieſen Halden
ſtehen ſchon mannshohe Bäume. Seit Jahren ſchon wurde dieſe
Einſamkeit durch keinen fleißigen Arbeitertrupp mehr
unter=
brochen, ſeit Jahren ließen die Menſchen der Natur ſreies Spiel,
die ſie damals, im großen Krieg, mit Waffenlärm erfüllten. Die
Straße ſelbſt wird langſam wieder zum Wald und wie lange
wird es dauern, bis keine Spur mehr von dieſem Werk
vor=
handen iſt, das im Kriege in wenigen Wochen geſchaffen und
ausgebaut wurde?
Ein ſeltſames Zwielicht dringt durch die Nebelmaſſen. Ein
Licht, das die Formen aller Dinge verzerrt. Rumpelt dort vorn
eine ſchwere Haubitze über den Weg? Nein, es ſind einige
Felsblöcke, die der Berg auf die Straße geworfen hat. Steben
dort nicht in Reihen Gewehrpyramiden? — Beim Näherkommen
ſehen wir, daß es eine Schonung iſt, und das Donnern, das
gerade jetzt von droben das Tal herunterrollt, um ſich dann von
allen Seiten im Echo zu wiederholen und zu vervielfachen — es
iſt kein Kanonenſchuß, eine Steinlawine geht herab.
Immer heller wird es — wir ſehen, daß der Wald
zurück=
bleibt, der ſchlammige Weg wird hart, einzelne Schneefelder
ſchließen ſich immer dichter zuſammen zu dem großen weißen
Tuch, das nur durch ſchwarze Steilabfälle und Geröllhalden
rechts über und links unter dem Wege unterbrochen wird. Und
als auch der Nebel zerreißt, da ſehen wir vor uns auf einem
urweltlichen Felsblock ein kleines Kirchlein. Eine Tafel nennt
das Regiment, das ſie erbaute, als es in den Baracken lag, deren
morſche Trümmer noch hier und da aus der Schneedecke ragen.
Treppenſtufen, nein, eine Leiter führt herauf zu dem
ſchwanken=
den Bauwerk, das doch fünfzehn ſtürmiſche Winter überdauerte
Friſche Kränze hängen drinnen — die Leute aus dem Gailtal
drunten grüßen die Seelen derer, die hier droben für ſie ſtarben.
Droben? Wir ſind noch lange nicht droben. Der Krieg
be=
gnügte ſich nicht mit dieſen Hochtälern, er ſtieg auf die Päſſe, er
ſtieg auf die Gipfel. Hier an der Kapelle war ja nur eine
Ruhe=
ſtellung, und erſt eine Stunde höher taucht an Wänden, auf
denen man keine Gemſen vermuten würde, der erſte Stacheldraht
auf. Unter Lebensgefahr wurden die Pflöcke, die ihn halten, in
Riſſe und Spalten des Geſteins geſteckt. Wer ſollte ſie unter
Lebensgefahr herunterholen? Und erſt als wir nach fünf, ſechs
Stunden durch immer tieferen Schnee an den Wolayer See
ge=
langt ſind, und am Wolayer Paß — einer Felſenſcharte — erſt
da ſind wir in dem eigentlichen Kampfgebiet. Der Führer zeigt
eine wenige Meter tiefe Höhle, die dem Wind ausgeſetzt iſt und
in der doch noch heute, nach fünfzehn Jahren, der ſüßliche
Man=
delduft des tödlichen Gaſes liegt,
Drüben, jenſeits des Sees, ragen Felſentürme weit über
die 3000=Meter=Grenze hinaus. Sie ſtehen als ſtarre braune
Wand, an der auch der Schnee nicht haftet. Von dort aus
wur=
den die Stellungen der Oeſterreicher und der Deutſchen immer
wieder beſchoſſen. Beobachtungspoſten, die auf dieſer Seite in
Felſenneſtern lagen, in denen man ſie nur durch primitive
Seil=
aufzüge mit Lebensmitteln verſorgen konnte, lagen dauernd
unter Feuer. Wo ſtanden die Maſchinengewehre, wo lagen die
italieniſchen Scharfſchützen? Die Türme an der Südſeite des
Sees boten ihnen keinen Halt, kein Verſteck. Das Geheimnis
löſte ſich, als man einen ſcharzen Punkt an dieſer unerſteiglichen
Wand entdeckte: das Ende eines Stollens, den die Italiener
durch die ganze Breite des Felſens hindurchgetrieben hatten.
Dort oben auf dem Felsvorſprung, faſt ſenkrecht über dem
Paß, lag eine kleine Abteilung wochenlang abgeſchloſſen. Sie
wurde erſt befreit durch den großen Vorſtoß über den Wolayer
Paß hinunter nach Süden, der mit einem Schlag das ganze Tal
das in der ſchwachen Winterſonne vor uns leuchtet, in öſter=
Revolukionäre Strömungen iu
gegen den Stalin=Kurs.
Es iſt durchaus verſtändlich, wenn mon
aus Rußland über Unruhen und gegenrevolutionäre 51
mißtrauiſch gegenüberſteht. Namentlich die Emigror
durch ihre Tendenzmeldungen dafür geſorgt, daß kein=
Nachrichten über die Verhältniſſe in der Sowjetung
hinnimmt; hinzu kommt, daß auch die ſowjetamtlin
ſtattung dauernd übertreibt. Wir haben aber von gu
die ſehr gut unterrichtet iſt, eine Schilderung übeu
hältniſſe in Rußland erhalten, aus der beo
tatſächlich eine ſtarke Unruhe in der BexM.
herrſcht, die bereits einen repolutionären
anzunehmen beginnt. Stalin hat zwar imm n
Macht in den Händen. Kein
Menſchweil=
lange das noch der Fall ſein wird.
Ern=
wärtig alle Anſtrengungen, um eine Beſſerung deu
herbeizuführen. Sämtliche Miniſterien ſind mit neue
fähigem Perſonal verſehen worden. Auch draußen
ein großer Perſonalwechſel ſtattgefunden. Wenn
wird, daß der General Blücher, der im fernnn
reiche Siege über die Chineſen erfochten hat, vern
den iſt, ſo geht daraus hervor, daß Stalin vorlilly
Armee hinter ſich hat. Sein Gegenſpieler iſt aber
kommiſſar Woroſchilow, der genau wie nu/s
ernd Differenzen mit Stalin hat. Groſeul!
bereitet den Machthabern im Kremel die Leb unel.
verſorgung des Landes. Brotgetreide iſt vonich
genügender Menge vorhanden; es fehlt aber rezuV
anderen Lebensmitteln. Das kommt daher, weil der
und Verteilungsapparat nicht funktioniert und miſ rMc
das Verkehrsweſen vollkommen verſſthnM
Erſchießungen der letzten Tage hängen mit dem ſuernW.
tionieren namentlich der Lebensmittelverſorgung g iſer mnt
der Fülle der Verhaftungen und Hinrichtungen Him
geſchloſſen werden, daß die revolutionären Strömurnz/ AuA
bereits einen ſehr großen Umfang angenommen I4
Stalin eben nichts anderes mehr übrig bleibt, als su
dung von Gewaltmaßnahmen die Macht der Sowjj= feſtigen. Authentiſch ſteht feſt, daß am 21. Nommmſſe
11 und 12 Uhr Stalin trotz ſeiner Todſagung durweir =uſtöl
diſche Preſſe noch am Leben war und in ſeinem Rürxr/60
Gorki, wo Lenin ſtändig lebte, nach dem Zenti/-Mcl
Partei gefahren iſt, wo er Parteigeſchäfte erledigtr M2ſhhien
berichtet wird, iſt im Einvernehmen zwiſchen Staum/ on eull
ſchilow beſchloſſen worden, den Kommiſſar für die ſchirnn eint
der Roten Armee und Marine, Gararnik, von ſeij. aul /menit
entfernen und durch einen Anhänger Stalins zu esguduge
Fün
* In Berlin ſowie in London und Paris ſin. hum 3.
abend Gerüchte im Umlauf, die von einer Revolut AF m
aber von einer ernſten Revolte, in Moskau wiſſſ
zrnſt, ſol
wird ſogar behauptet, daß Stalin ermordet: H0 ud
zwei Bataillone junger Bauernſöhne gemeutert häfgeiun Vor
von Straßenkämpfen mit vielen Toten und VerrmfMuemus
Mün
geſprochen, allerdings mit dem Zuſatz, daß es der
gelungen ſei, die Bewegung niederzuſchlagen. enſem Siat
Regierung ſelbſt verbreitet ein geharnf ſr
menti. Was Wahrheit iſt, läßt ſich ſchwer feſtſtaU/ſſ
das mag der Ausgangspunkt für die Gerüchte ſein
phonverbindungen mit Moskau ſind
ſes=
mittag geſtört und zwar auf der Strecke zwiſi
Moskau. Die Ruſſen führen das auf Unwetterſchätd,
merhin berührt es merkwürdig, daß auch die 4mnen
Gerüchke über Rußland. Kräfſiy,
Regierungsſtellen keine Verbindunvelt
können und daß ihnen auf ihre Anfrage mitgeteilt
tung ſei „geſperrt”. Man iſt alſo auf den
kehr angewieſen. Telegramme an den deutſchen Ety
Rußland ſind abgeſchickt. Eine Antwort iſt aber bähu
eingetroffen. Vielleicht wohl auch deswegen, weill=1M
tenzenſur ſich eingeſchaltet hat. Die Verſuche
regierung, auf telegraphiſchem Wege
bar in Verbindung mit der deutſche
zu kommen, haben bisher keinen Erfi
Dagegen iſt auf dem Umwege über Helſingfors ein!
getroffen, daß in Moskau alles ruhig ſei. Es I
danach in der Tat hauptſächlich um
Drahtſtörungr=
die auf Schneefälle und Stürme zurückzuführen ſin.
reichiſchen Beſitz brachte. Und erſt nach Woches
toten Kameraden heruntergetragen werden, denen
in der Stille der Nacht nur ein Grab aus Steimr
ten können. Man ſieht noch die Balkenverſchaltf
punktes und roſtig braun zieht ſich über die flachk.
Kammes, die mit Schnee bedeckt ſind, das Gewin!
drahtpfählen. Man muß ſchon recht behende Lan
wenn man in friedlicher Mittagsſtunde hier hinal
wie mag es geweſen ſein, als feldgraue Soldaie?
und Lebensmittel zur Nacht hier hinaufſtiegen, in
vor der verräteriſchen Leuchtrakete?!
Hier oben liegen die erſten Gräber. Die Hutt
bevor ſie im Oktober ins Tal herunterſtiegen, ean
oben gelaſſen. Hier ſteigen weder zu Allerſeelen n.
ſonntag Menſchen herauf, hierher dringen zu
dun=
nur Gebete und die Gedanken. Der Strom
del=
hat ſich ja längſt verlaufen, die Skifahrer ſind noc.
Schnee und Wetter noch trügen und ſelten nur kon?
der oder ein Einheimiſcher in dieſem Monat hiel:
Ja, drüben am Plöckenpaß, auf den eines
Straße führt, wo Bauernhöfe und Gaſthäuſer dic
bewirtſchaftet werden, dort drüben ſind die Friedh.‟”
Gedenktagen der Toten leicht zugänglich. Don
benutzte Straße von Mauthen in ſanften Windung‟
berührt unmittelbar die alten Stellungen und Mk.
und noch heute ſucht der Wanderer, den das We*
in den Unterſtänden Zuflucht, deren Balken ohne )4
heute noch halten. Und wenn man vom Plogen.”
ſteigt, den Blick von der freien Höhe auf die grun.!
Tales gerichtet, dann wird das Auge feſtgehalten."
Flächen, die Winters im Schnee, Sommers im
leuchten. Von den Flächen, die beim Näherkona
ſind von Hunderten, nein von Tauſenden boſ
kreuzen, auf denen ein Name nur und einige 2
gen, daß hier einer Mutter Sohn für ſein Vatelt=
Man iſt hier in den Bergen ſparſam mit bei
den Toten gibt. Winzig klein nur ſind die
Bre=
um die Kirche jedes Bergdorfs drängen. Man.!
Boden zur Verfügung in den engen Tälern, deie”
für Jahr von neuen Schutthalden, die von den 47
ſtürzen, durchſchnitten werden. So wie man de
Berghang klebt, ſo ebnet man ein kleines, aber I.
Stückchen Erde für den Friedhof ein. Dieſe iſt
bei weitem nicht für die Opfer des Krieges. It"
in dieſer Höhe weiteren Raum ſchaffen. Es ſius
es ſind Felder, weite Aecker des Todes, die
abrang. Und von dieſen Felsgräbern aus ſiem.!
tigen Berge, um die eben dieſe Toten einſt kamn
Sonntag, den 23. November 1930
Seite 3
Mentcaftsverhanslängen m Senf!
ianickhtzeſprechungen über den engliſchen Borſchlag auf Herabſekung der einzelnen Zollkarife
für die engliſche Warenausfuhr.
induſtriellen Einfuhr ſchreiten würden. Das Streben
äge Meensnſchen Gegeierftanlg. nach wirtſchaftlicher Gerechtigkeit ſei eine der Hauptaufgaben
mnd f verk Beſeikigung der Schwierigkeiken
Mr die ukſche Ausfuhr nach England.
Genf, 22. November.
Europäiſchen Wirtſchaftskonferenz finden
ßlaufend vertrauliche Beſprechungen über den
uſhen Regierung auf Herabſetzung der
ein=
n die engliſche Warenausfuhr, in erſter Linie
gliſches zxtilien= und Maſchineninduſtrie ſtatt. Von
ßeite ſyſoe auch von anderer Seite iſt darauf
hinge=
oden, U die Verhandlungen ſämtliche intereſſierenden
wen hm Ausfuhr umfaſſen müßten. Ferner iſt von
ſeite But Frage der engliſchen Gegenleiſtung behandelt
d zwou icht nur die Herabſetzung der engliſchen
Zoll=
einzelmGruppen der deutſchen Warenausfuhr, wie
mment oidern auch die Schwierigkeiten der
deut=
uhr r/ England auf dem Gebiete der
Urſprungs=
ſowien terinärfragen. Es beſteht Uebereinſtimmung
aß dian egliſche Regierung mit den intereſſierten
Re=
einztele Handelsvertragsverhandlungen über die
Senzug der Zolltarife führen ſolle, deren
Ergeb=
miteiignder in Verbindung gebracht werden ſollen.
Fatzürungen der füdoſteurepäiichen
Agrarſtaaken.
mänizſt Handelsminiſter Manoilescu legte auf der
n Wünhaftskonferenz im Namen von Rumänien,
n. Umig, Bulgarien und Polen das Programm der
renz zw Bukareſt vor und faßte die Forderungen der
ſäiſchein 5 aaten in folgende fünf Punkte zuſammen:
vor en europäiſchen Einfuhrländern den
euro=
grarſiuuen einzuräumende Vorzugsſyſtem muß als
ſie undvegrenzte Ausnahmeregelung von der Meiſt=
Wngsklaful angeſehen werden, die nach wie vor die
nor=
llung u ds internationalen Handels bildet. 2. Das
ſtem ura ſämtliche landwirtſchaftlichen Produkte
euro=
nkunfn mfaſſen, in erſter Linie Mais, Weizen, Gerſte,
Roglg. 3. Das Vorzugsſyſtem muß ohne
Ein=
der jAnge ſämtliche europäiſchen Agrarerzeugniſſe
Einſe )rabſetzung der Zolltarife für die landwirt=
Erzeiugiſſe, ſowie Stabiliſierung der Zölle auf eine
ſe Höh und Garantien, daß die ſich aus dem
Vor=
vergemon Vorteile nicht durch Maßnahmen des in=
Frotek irismus vernichtet werden. Das
Vorzugs=
voye mitlichen europäiſchen Einfuhrſtaaten
einge=
den. 5Die gegenwärtig durch zweiſeitige
Handels=
bunk em Staaten erkennen an, daß das den
euro=
uſndwmhaftlichen Ausfuhrſtaaten eingeräumte
Vor=
nurn me Ausnahme von der
Meiſtbegünſtigungs=
and u Verhandlungen mit den
Donan=
ſtagken bereil.
alk aernen Ausſprache unterſtützte der Vertreter
uhs duforderungen der ſüdoſteuropäiſchen Staaten.
Ndirekw Or. Poſſe erklärte, daß Deutſchland
ſBerhandlungen mit den
Donau=
inz ureten. Er ſei überzeugt, daß in dem
gegen=
früttett Zuſtand der europäiſchen Wirtſchaft nichts
als)“ Buſammenarbeit. Die vorgeſchlagene Ver=
„ſwiſchanden ſüdoſteuropäiſchen Agrarſtaaten und den
bpäiſſch Induſtrieſtaaten ſei eine wichtige und erſte
keing 4n onaliſierung der Wirtſchaft Geſamteuropas.
Aſerigh in des Problems für Deutſchland ergeben ſich
taus, * R Deutſchland den Charakter eines
ge=
ſirtſiäftlichen Landes habe. Auch bei den
leng es für die exportierenden Staaten ſchwer,
Narkt k ſüdoſteuropäiſchen Staaten zu kommen.
ſüewandte ſich gegen die Bukareſter
ß/0g, in der es heißt, daß die ſüdoſteuropäiſchen
ter gllſtanden zu einer Reglementierung der
n Not unberührt hervorgingen und die es ge=
und is die Jahrzehnte die Spuren des großen
ſi der um ſie tobte. Man ſieht auch weit
Mir, in denen die Menſchen noch heute kämpfen
Naturghealten, die auf dieſem harten Boden nichts
frei=
de Alülkte Kriegsſtraße herauf zum Wolayer See
Eilemg hisehnt vom Berg verwiſcht und von der Natur
Dmmeewurrde, ſo nimmt die Natur auch dieſe
Fried=
e OE)t. Alpenroſen wachſen zwiſchen den Gräbern
NecheAr Das nächſte Frühjahr wieder ihre rote Pracht.
vou betfſchenhand gepflanzt, wuchert zur
Sommers=
bben ternen, und wer Geduld hat zu warten, der
diel im ſen, die die Nähe der Straße meiden, die
SSteingmer des Friedhofs nicht ſcheuen ..."
M Mdeutſchlands Hohen Schulen.
9erofeſſor Dr. Friedrich Pietruſky hat den
Mn Ruf auf den Lehrſtuhl der gerichtlichen und
am der Univerſität Bonn als Nachfolger von
e=Heß angenommen. — Hier ſtarb der
be=
drr Tierheilkunde und der Anatomie der Uni=
Nwlf Diſſelhorſt, im Alter von 86 Jahren.
Nu dwig Nürnberger hat den an ihn ergan=
Lehrſtuhl der Geburtshilfe und Gynäkologie
Königsberg als Nachfolger von Profeſſor W.
Lelehnt.
mrat Illgen in Dresden hat der hieſigen
Tiftung von 500 000 Mark überwieſen, die zur
Geethe=Ehrenhalle an der Univerſität anläßlich
danden Goethe=Jubiläums und für kulturelle
nar finden ſoll.
a.0 Profeſſor Dr. phil. et med. Rob. Fricke
Greifswald angenommen und bereits ſeine Er=
L=ilungsvorſteher am Chemiſchen. Inſtitut der
Swald und zugleich zum ord. Profeſſor in der
iſchen Fakultät erhalten.
watdozent Gerichtsaſſeſſor Dr. Ernſt Cohn in
E vom Kultusminiſter für das Winterſemeſter
Dertretung der durch das Ausſcheiden des Prof.
wordenen Profeſſur für bürgerliches und Han=
Neſigen Univerſität beauftragt worden.
des Völkerbundes, und es ſei deshalb ſchwierig, die
vorgeſchla=
gene Idee im Rahmen von Völkerbundskonferenzen praktiſch zu
behandeln. Er ſei mit der weiteren Beratung durch einen
be=
ſonderen Ausſchuß einverſtanden, wünſche aber die praktiſche
Verfolgung der Fragen in Verhandlungen zwiſchen den
einzel=
nen Staaten.
Die Verhandlungen über das ſüdoſteuropäiſche
Agrarpro=
blem verlaufen bis jetzt wenig ausſichtsreich, da hier die
Widerſtände von polniſcher und franzöſiſcher Seite ſehr ſcharf zu
Tage treten. Um den Weg zu praktiſchen Verhandlungen zu
öffnen, hat der Vorſitzende der Konferenz, Coliin, angeregt, für
die Beratung über die Vorzugsbehandlung der Agrarſtaaten
einen beſonderen Ausſchuß zu bilden und die Frage der
Agrar=
kredite, die von Frankreich betrieben wird, vollſtändig
auszu=
ſchalten. Dem beſonderen Ausſchuß gehören außer den
Agrar=
ländern Deutſchland, Oeſterreich, Italien, die Schweiz, die
Tſchechoſlowakei und Frankreich an, während England nicht
Mit=
glied iſt.
Die Genſer Wirkſchaftsverhandlungen
vor dem Abſchluß.
Die Genfer Wirtſchaftsverhandlungen nehmen ſowohl
hin=
ſichtlich der engliſchen Vorſchläge zur Herabſetzung der Textil=
und Maſchinenzölle als auch inbezug auf die ſüdoſteuropäiſchen
Agrarfragen einen Verlauf, der vorausſehen läßt, daß die zweite
Zollfriedenskonferenz den intereſſierten Staaten empfehlen wird,
die ſie unmittelbar angehenden Abſatz= und Zollfragen in
direk=
ten zweiſeitigen Handelsvertragsverhandlungen zur Regelung
zu bringen. Dieſe Verhandlungen werden ſpäteſtens Anfang
Januar eingeleitet werden. Deutſcherſeits kämen
Handelsver=
tragsverhandlungen einerſeits mit England und vielleicht
gewiſ=
ſen nordeuropäiſchen Staaten, andererſeits mit Ungarn,
Rumä=
nien, Jugoſlawien und Bulgarien in Frage, die zum Teil
inner=
halb der bereits vorgeſehenen Handelsvertragsverhandlungen
zwiſchen Deutſchland und dem einen oder anderen dieſer
Staa=
ten geführt werden dürften. Die zweite Zollfriedenskonferenz
wird nach Erledigung der verſchiedenen Berichte vorausſichtlich
am Freitag kommender Woche ihren Abſchluß finden.
Neue Einſchüchkerungsverſuche
in der Abrüftungsfrage.
Berſuche, die einſeikige Abräſtung Deutſchlands
als internakiongl zu Recht beſtehend feſtzulegen.
* Genf, 22. Nov. (Priv.=Tel.)
Lord Robert Cecil hat beim Abrüſtungsvorausſchuß des
Völkerbundes zu dem für Deutſchland entſcheidenden Artikel
E. A. des künftigen Rüſtungsabkommens einen Antrag
einge=
bracht. Dieſer Artikel E. A. ſoll die einſeitige Verſailler
Ab=
rüſtung Deutſchlands unter Zuſtimmung der neutralen
ver=
tragsſchließenden Staaten als international zu Recht beſtehend
nochmals feſtlegen. Der Antrag Lord Robert Ceeils geht dahin,
daß durch das künftige Rüſtungsabkommen, früher eingegangene
Abrüſtungsverpflichtungen nicht beſchränkt oder betroffen
wer=
den. Da die Grundſätze und Methoden der Waſhingtoner und
Londoner Flottenabkommen vollkommen auf den
Seerüſtungs=
teil des geplanten Abkommens Anwendung finden, eine
beſon=
dere Betonung der Aufrechterhaltung dieſer beiden
Flottenab=
kommen ſich alſo erübrigt, richtet ſich der engliſche Antrag
prak=
tiſch nur auf die Aufrechterhaltung der Verſailler
Abrüſtung. Er bedeutet ein weiteres Zugeſtändnis an die
franzöſiſche Forderung, von deren Anerkennung durch England
Frankreich ſeinen Beitritt zum Londoner Flottenabkommen
ab=
hängig gemacht bat.
Die deutſche Delegation wird dieſem neuen
Einſchüchterungs=
verſuch ebenſo wie den Drohungen Maſſiglis und der
franzö=
ſiſchen Preſſe gegenüber an der Beratung des Artikels E. A.
wie es von Anfang an ihre Abſicht war, die in der Entſchließung
des Auswärtigen Ausſchuſſes vorgezeichnete Linie der
Feſt=
ſtellungspolitik weiter innehalten und eine Klärung darüber, ob
Heſſiſches Landeskheaker.
Großes Haus. — Samstag, den 22. November.
Der raſende Sperling.
Komödie von Paul Schurek.
Paul Schurek iſt vor vierzig Jahren in Hamburg=
Fuhls=
büttel geboren und wohnt daſelbſt im Lönsweg. Er iſt von Beruf:
a) Gewerbelehrer, b) Schriftſteller, oder, wie er wohl lieber hören
dürfte: a) Schriftſteller, b) Gewerbelehrer. Als letzterer, bzw.
erſterer, hat er Romane, geſchichtliche Erzählungen und mehrere
Komödien niederdeutſcher Art verfaßt; darunter 1921 die
Komö=
die „Stratenmuſik”, die geſtern das Landestheater in mehr
oder weniger hochdeutſcher Faſſung als „Straßenmuſik” oder „Der
raſende Sperling” brachte.
Die Eigenart Schureks geht aus der Komödie klar hervor.
Seine Begabung liegt mehr auf der epiſchen als auf der
dra=
matiſchen Seite. Er gibt in ſeiner „Straßenmuſik” eine lebendige,
luſtige Kleinmalerei aus dem Leben der kleinen Leute an der
Hand von drei Stadtmuſikanten.
Der Erſte Trompeter (Hermann Gallinger) iſt der
ver=
kannte Künſtler mit dem Stroh=Temperament, der „raſende
Sperling”. Die Zweite Trompete (Hugo Keßler) vertritt
die reſignierende Philoſophie. Troſt und ſeeliſche
Ausgeglichen=
heit findet im Alkohol der Baß (Paul Maletzki).
In die gewohnten Adagio=Klänge des Trios kommen
beleb=
tere Allegro=Paſſagen, als der Baß einen Brillantſchmuck von
Millionen= oder Milliardenwert findet. Phantaſtiſche Pläne
ſteigen auf. Ein nächtliches Zechgelage feiert den Fund. Doch
bald ebben die Wellen ab. Aus der Gefahr des Fundes und der
Fund=Unterſchlagung rettet die praktiſche Haushälterin wenigſtens
den Finderlohn, und wieder klingen die alten ſtillen Adagiotöne
der Straßenmuſik
Keine dramatiſche Angelegenheit! Aber eine nette,
freund=
liche Milieuſchilderung, im zweiten Aufzug zu breit, aber im
ganzen doch anſprechend und unterhaltend.
Günter Haenel und Elli Büttner bauten ein
anhei=
melndes Kleine=Leute=Milieu auf. Hätten ſie ihm mehr Licht
gegeben, ſo hätten ſie unſere Augen weniger angeſtrengt.
Von den Stadtmuſikanten Gallinger, Keßler und
Maletzki war jeder eine originelle Type; am köſtlichſten
Ma=
letzki, der geruhliche Baß mit der Schnapsflaſche als Tröſter
und Feuerwehrmann! Die niederdeutſche Mundart hatten die
Muſikanten zugunſten anderer deutſcher Länder verlaſſen; welcher
Länder, war ſchwer zu entſcheiden; man ſollte es zum Gegenſtand
einer Preisfrage machen wie einſt im „Hexer”!
die übrigen Mächte tatſächlich die Abſicht haben, ſich nicht nur
ihrer vertraglichen Abrüſtungspflicht zu entziehen, ſondern auch
noch doppeltes Maß an ihre eigenen und die Rüſtungen
Deutſch=
lands anzulegen.
Die Flucht vor der Veröffenklichungspflicht
für das Kriegsmakerial.
Im Abrüſtungsvorausſchuß des Völkerbundes entwickelte ſich
am Samstag eine höchſt bemerkenswerte Ausſprache über die
Auslegung und die Tragweite des Artikels 8 der
Völkerbundsſatzung, der die Staaten verpflichtet, auf
das Mindeſtmaß abzurüſten, das mit ihrer
Sicher=
heit vereinbar iſt, und ſich untereinander
er=
ſchöpfend und offen Auskunft über den Stand der
Rüſtungen zu geben.
Die holländiſche Vertretung, unterſtützt von den Deutſchen
und den Italienern, verlangte auf Grund dieſes Artikels in das
künftige Rüſtungsabkommen die Aufnahme der Liſten, an Hand
deren die Staaten genaueſte Angaben über Zahl, Kaliber, Größe
uſw. ſämtlicher Waffengattungen der Land=, See= und
Luft=
rüſtungen ſowohl des Dienſt= als auch des Reſervematerials
ma=
chen ſollten
Die Militärmächte, als deren Wortführer Sato=Japan
auftrat, verſuchten jedoch, den Artikel 8 die Auslegung zu geben,
daß die Völkerbundsſatzung nicht zur Abrüſtung, ſondern zum
Un=
terhalt eines ſo großen Heeres verpflichte, daß unter allen
Um=
ſtänden die Sicherheit eines Landes gewährleiſtet ſei. Die
For=
derung der Völkerbundsſatzung zur Aufrechterhaltung der
Sicher=
heit laſſe nicht zu, daß durch Veröffentlichung des Rüſtungsſtandes
einem etwaigen Gegner ein Vorteil geboten werde, deſſen er ſich
im Kriege bedienen könne. Die Beſtände an Kriegsmaterial
müß=
ten immer Staatsgeheimnis bleiben.
Maſſigli=Frankreich beſtritt, daß die Veröffentlichungspflicht,
wie ſie für das künftige Rüſtungsabkommen vorgeſchlagen werde,
überhaupt etwas mit Artikel 8 der Völkerbundsſatzung zu tun
habe. Die Angabe von Ziffern für das Rüſtungsmaterial ſei
außerdem nutzlos, nachdem der Ausſchuß lediglich die Feſtſetzung
der Heeresausgaben als Begrenzungsmaßnahme angenommen
habe. Eine Veröffentlichung ſei nur in dem Falle zuläſſig, wenn
eine direkte Beſchränkung des Kriegsmaterials beſchloſſen und
durchgeführt werde, was aber nicht der Fall ſei.
Gibſon=Vereinigte Staaten und Riddel=
Ka=
nada bezeichneten aber die Offenlegung der
Rüſtungen und die gegenſeitige
Auskunftsertei=
lung als grundlegend und entſcheidend für das
Geſamtabkommen, das nur auf der Grundlage
gegenſei=
tigen Vertrauens beruhen könne. Vertrauen laſſe ſich jedoch nicht
ſchaffen, wenn das Abkommen Verdacht und Mißtrauen über den
wirklichen Rüſtungsſtand der Welt zulaſſe.
Auch Lord Robert Cecil bezeichnete die
Veröffent=
lichung als eine derjenigen Pflichten des Artikels 8 der
Völker=
bundsſatzung, die für alle Staaten bindend ſei.
Da die Auffaſſungen in dem Ausſchuß über die
Veröffent=
lichungspflicht ſich ſo unvereinbar gegenüberſtehen, ging man
einer Abſtimmung über den Grundſatz der
Veröffentlichungs=
pflicht aus dem Wege und beſchloß lediglich die Einſetzung eines
Unterausſchuſſes von militäriſchen Sachverſtändigen, der die
An=
gaben näher ausarbeiten ſoll, die in das künftige
Rüſtungsab=
kommen über den Rüſtungsſtand aufgenommen werden ſollen.
Graf Bernſtorff ſtellte die Forderung, daß dieſer Ausſchuß
nicht nur das Dienſtmaterial, ſondern auch das gelagerte
Heeres=
matexial in den Kreis ſeiner Arbeiten einbeziehen ſolle.
Calonder greift ein.
Beſchwerde der deutſchen Minderheit in
Oſtoberſchleſien gegen den polniſchen Wahlterror.
Kattowitz, 22. November.
Der Deutſche Volksbund überreichte geſtern dem
Präſiden=
ten der Gemiſchten Kommiſſion, Calonder, eine
Beſchwerde=
ſchrift wegen der gegen die deutſche Minderheit verübten
Wahl=
terrorakte. Der Präſident verſprach gründliche Prüfung der
Be=
ſchwerde und begibt ſich bereits heute nach Ober=Wileza, um
dort einen beſonders kraſſen Terrorakt zu unterſuchen.
Hierzu erfahren wir noch von unterrichteter Seite, daß
wegen der brutalen Ueberfälle in Hohenbirken dem Präſidenten
der Schiedsgerichtskommiſſion Calonder eine beſondere
Be=
ſchwerdeſchrift zugeſtellt worden iſt. Calonder hat den Fürſten
Pleß und den polniſchen Vertreter in der Schiedskommiſſion
ge=
beten, gemeinſam mit ihm im Laufe des heutigen Tages die
Vorfälle in Hohenbirken nachzuprüfen. Der ſtellvertretende
deutſche Generalkonſul in Kattowitz, Illgen, iſt als Reichs= und
Staatsvertreter bereits geſtern in Hohenbirken geweſen, um ſich
über die Richtigkeit der Terrorakte gegen die dortigen Deutſchen
zu vergewiſſern.
Zwei Damen belebten ſympathiſch, das muſikaliſche
Jung=
geſellenheim: Käthe Gothe prächtig als die treue Haushälterin
mit den warmen Tönen der künftigen Ehefrau und Mutter, —
Elſe Knott unwiderſtehlich in ihrer erſchütternden Komik als
liebelüſterne Nachbarin.
Es war ein zwar undramatiſcher, aber behaglicher und
luſti=
ger Abend!
* Konzerl.
Der Richard=Wagner=Verband deutſcher Frauen hatte zu
einer Coſima=Siegfried=Wagner=
Gedächtnis=
feier in das Haus v. Selzam geladen, der viele Freunde der
Bayreuther Sache gefolgt waren. Sie wurden belohnt durch eine
ſtilvoll zuſammengeſtellte Vortragsfolge von Werken des Vaters
und des Sohnes, und eine eindrucksvoile, ſehr fein geſaßte
Ge=
dächtnisrede von Herrn Dr. Kulz.
Das hier vor nicht allzulanger Zeit gehörte Violinkonzert
Siegfried Wagners, welches das Konzert eröffnete, iſt ein
dank=
bar und klangſchön geſchriebenes Werk, das Herr
Budden=
hagen virtuos zu Gehör brachte. Frau Johanna Heſſe,
die hier unvergeſſene Primadonna, ſang die fünf Weſendonck=
Lieder in meiſterhafter Weiſe. Es iſt bewundernswert, wie die
reife, alle Kunſtmittel überlegen beherrſchende Künſtlerin ihre
große und immer noch wundervolle Stimme in die kleineren
Formen des Liedes einzufangen verſteht, um ihnen den tiefften
ſeeliſchen Ausdruck zu geben. Sie krönte die ſtimmungsvolle
Ver=
anſtaltung durch die vollendete Wiedergabe des Schlußgeſangs
Brünnhildes aus „Götterdämmerung”.
Am Flügel ſaß Hans Simon, der allen Vorträgen ein
unübertrefflicher Begleiter und Führer war.
v. II.
* Amalthea=Almanach 1931. Wenn man das Buch zu Ende geleſen
hat, muß man geſtehen, daß man auf faſt allen geiſtigen Gebieten etwas
Wertvolles zugelernt hat. Ob Politik, Wirtſchaft, Geſchichte, ob
Philo=
ſophie, Ethik, Literatur — ganz gleich. Ueber alle akruellen Fragen
findet man eine wertvolle Arbeit, die — ſoweit es möglich — umfaſſend
iſt. Am beſten definiert der Schlußſatz des Geleitsworts die Aufgabe,
die ſich der Almanach geſtellt hat: „Was aber in neueſter Zeit zur
Ent=
wicklung kommt, erheiſcht gebieteriſch die ernſthafteſte und werktätigſte
Beachtung.” (Churchill.) — Die Aufgabe iſt glänzend gelöſt. Aus der
Fülle der Arbeiten ſeien erwähnt: Churchill: Das Ende der Weltkriſis
1916/18” Bernhard: „Diktatur und Wirtſchaft” Ermatinger: „Kriſen
und Probleme der neueren deutſchen Dichtung” und Müller=
Sturm=
heim” „Ford und Gandhi‟. Dazu noch ein Kalendarium
Bücherver=
zeichnis und gute Abbildungen. Der Almanach iſt unbedingt zu emp=
Eam.
fehlen.
Seite 4
Sonntag, den 23. November 1930
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Sonntag, den 23. November 1930
Seite 5
zuder Landeshaupkfkadk.
Darmſtadt, den 23. November.
rechken und heiligen Traner.
Von Reinhold Braun.
Herz, das ich im Ewigen weiß,
fühlet den lebend’gen Kreis;
der ihm ſtarb, bleibt ihm Geſtalt,
die es immer lichter lebt
und in die es ſich verwebt
mit der Liebe Lichtgewalt.
aſeſte ſoll es ſein wie mit dem Weihnachtsfeſte.
jſſoieſer beiden müßten im Laufe unſeres irdiſchen
unach einer ſchönen, immer leichter werdenden
fen. Die einzelnen Erlebniſſe müßten immer
whaben, entſprechend unſerem nach oben
gerich=
z Innentum. Wir müßten uns gleichſam dem
äüürweltlichen immer näher feiern, immer weiter
hntinen Talſchicht des Lebens dem
Durchſchnitt=
uſten unſerer hieſigen Wallerſchaft.
dtemfeſt muß uns dem unſterblichen Leben näher
dann ein Liebes, vielleicht das Liebſte ſtarb,
nuus ſolcher ſteigenden Weſenhaftigkeit bald um=
Elemente der rechten und heiligen Trauer.
ſten Ueberlaſt des Schmerzes, im ſchweren Dun=
Aſem ſſens werden wir wie aus einer ſeltſam
ſeg=
en ſtigkeit alles tun, was not iſt. Die nachtvolle
wehuenGeſchehens wird uns als die lichtvoll
Wider=
finderi
werdenaald erfüllt ſein von der großen, beiligen
Ener=
de ech würdige Trauer beſeelt.
gibt /e Energie der Trauer.
s iſt ) allergrößte, die ein Menſch aufbringen kann,
FAuslak und Eindruck ſeiner ſtarken, gottverknüpften
mergigelr Trauer.
Und was ſagt ſie uns?
ſingtrie dunkle, feierliche Stimme:
ſwanwoe üüber dieſe Erde, für die das Entſchwundene
iſr nuu ſch minderen Wert hat. Viele ſind ſo klein in
ſen, d.ufſie mit dem, was ihnen der Tod entführte,
ſr anzungen wiſſen. Sie kennen nicht die hohe Kunſt,
ſGewwgines ins Reich ihrer innerſten Wirklichkeit auf=
ueEnergie der rechten, heiligen Trauer beſitzt, der
20t Umſchaffung des Entſchwundenen, der weiß
ſie Tagiteit des echten Leidweſens, um jenen heiligen
enu ite Auswege ſucht, ſondern mitten durch das
ſeid=Lim ſeinen Weg nimmt, der den Dornen zu
be=
üß umc ſuter den Wolken mit dem inneren Auge Gottes
ernen ſakt.
cLiebe hat, beſitzt auch die Energie der Trauer;
ſützlüält ſtand über alle Entrücktheit hinaus, über
tſelnſot Ferne, die der Tod zwiſchen uns legt, ja ſein
zu mer Höhe auf oder dringt in eine Tiefe hinab.
nrdiſchte nd irdiſch Kleine nicht mehr herzu kann.
genes gud immer reicherer Gewinn; Leid wird
Helfer=
ahrem zuoßen Lebendigkeit des inneren Menſchen.
Seelezeit wird offenbar, und eigene Leidwunde wird
fraws Leid, und der Blick der ſchmerzreichen Seele
windnach und immer lichter ſich in Ewigkeitsſchau.
Lils Hoffnung werden zum heroiſchen Gefühl ge=
Hſllug der ſtarken Seele ſchafft an der eigenen
Ge=
ſeig die ihr begegnen.
Tſitper Tat und erfüllt ſich alſo zu ihrer
gottgewoll=
was un entrückt iſt zu neuem Weſen in ſeine Ewigkeit,
er unſs u eigenen in unſerer Bruſt
TrauumMenſchenſeele, zeigt, ob ein Funke „vom ewigen
„ſt, zeigt deinen Gehalt und deine letzte
Schön=
lems (anz deiner Gotteskindſchaft.
deinie rauer als einen Teil deiner heroiſchen
Lebens=
ſesck ſtiesauftrages, der dir ward auf deinem Wege
Iain!
nüßtz u heilig trauernde Seele!
der 2t5uumeskirche findet am Totenfeſt nachmittags ½6
rgtaß Gottesdienſt ſtatt, in welchem der Kirchenchor
Boh ghe Cantate und ſchöne alte Chöre vortragen
ſtengeglckſeier in der Pauluskirche. Wie alljährlich
c am=rht gen Tag in der Pauluskirche um 5 Uhr eine
und Gedächtnisfeier für die Gefal=
Aikrieg ſtatt. Unter Mitwirkung von Frl.
this igt der Kirchenchor außer einer Reihe von
elnrequiem von Franziskus Nagler. Frl.
Aß=
auß hem zwei Lieder von Joh. Wolfgang Frank vor.
uiſches Kolloquium. Das erſte photographiſche
IS. 1930/31 findet im Inſtitut für wiſſenſchaft=
„die Photographie der Techniſchen Hochſchule am
Aov, abends, ſtatt. Es werden allerlei
Licht=
un d Neuerſcheinungen auf dem Gebiete des
geiggt. Zu zwangloſer Ausſprache über Probleme
Eſt Gelegenheit gegeben. Das Kolloquium iſt
tu von jedem Freunde des Lichtbildweſens
das Deutſchtum im Ausland. Die Akademiſche
ſe ein mit der Frauenortsgruppe veranſtaltet
27. November, 20 Uhr, im Hörſaal 330 der
einen Vortrag und lädt alle Mitglieder
9.D.A. zu dieſer Veranſtaltung ein. Es ſpricht
Mannhardt aus Marburg über das
det die deutſche Jugend neuen
u07 Die Perſönlichkeit des Redners, der das
Mar=
ſtitu Grenz= und Auslandsdeutſchtum leitet und
Blide ganze Welt bereiſt hat, und der Gegenſtand
5ANene brennende Gegenwartsfrage erörtert,
kön=
ſtoechend Intereſſe beanſpruchen.
Angen ſe Martinsgemeinde. Am Montag, den 24. ds.
Noangeliſchen Gemeindehaus, Liebfrauenſtraße 6,
fihidhe Gemeindeabend dieſes Winters ſtatt. Die
nd vorträge führt, in dieſem Winter in ernſte
von namhaften Kennern behandelt werden. Hat
Berrn Prof Dr Cahn von Frankfurt über
uzialismus lebhaftes Intereſſe erweckt, ſo wird
urmenden Montag nicht weniger ernſte Fragen
Studentenpfarrer von Frankfurt Lic. Fricke
andere Aufgabe der Kirche:
Reli=
iäk” Wie weit religiöſes und politiſches Leben
hung haben, iſt eine in der Gegenwart von ver=
Cut en aus lebhaft behandelte Frage. Es dürfte
derden, daß ein Mann, der ſich ſeit langem ein=
Nie Fr age beſchäftigt hat, zu uns reden wird. Es iſt
zachlreicher Beſuch zu wünſchen.
Dne‟ Meiſterprüfungs=Vorbereitungskurſe in Darm=
Jandwerkskammer=Nebenſtelle. Darmſtadt teilt
breitungskurſe für die Kandidaten der nächſt=
Meilhru fung nächſter Tage in Darmſtadt ihren
An=
er. 2 meit Anmeldung noch nicht erfolgt ſein ſollte iſt
genl d bei, der Geſchäftsſtelle Darmſtadt.
Wilhel=
e F nachzuholen, wo auch etwaige weitere Auskunft
Wen in der Johannesgemeinde. Die geſellige Zuſam=
Arieder des Frauenvereins am Mittwoch, den
Dem Schießhaus findet bei jedem Wetter ſtatt.
wollen, werden aber gebeten, ſich bis Montag
werberat Löſſer, Fuchsſtraße 10, anzumelden,
D für alle Gäſte vorbereiten kann
Auf dem Gottesacker
herrſcht auch unter den Lebenden, die mit den Blumen der
Er=
innerung und dankbarer Liebe die Gänge, zwiſchen den feſtlich
geſchmückten Hügeln durchſchreiten, jene andachtsvolle Stille die
uns der Gedanke an Tod und Sterben immer aufzwingt. Es iſt
der Tag, an dem die Entſchlafenen ihr Recht an Liebe und
geliebten Toten dar, ſie bringen den kleinen Strauß oder das
koſtbare Gewinde in dem Bewußtſein, daß nicht nur das Leben
an uns ein Anrecht hat. Unſere Vergangenheit, unſere Jugend
hat keine Stätte in unſerem bewegten Arbeitsleben und
Arbeits=
denken — trotzdem wir wiſſen, daß eine Einkehr uns manchmal
Gräber fern der Heimat: Deutſcher Soldatenfriedhof in Nordfrankreich.
Freundſchaft einmal im Jahr einfordern, als letzten Zoll als
Mahnung, wie not es tut, der Vergänglichkeit tapfer ins Auge
zu ſehen.
Die Luft iſt von Novemberhauch durchweht, wie Tränen
haben Nebelſchleier, ſich auf die Hügel, geſenkt, und unrettbar
würde tiefe Traurigkeit alle Lebenden erfaſſen, wenn ſie nicht in
dem liebevollen Ausſchmücken der Gräber mit friſchen Blumen,
mit zarten oder tiefen Farben des Lebens, einen verſöhnenden,
gütigen Ausgleich fühlen dürften. Liebesopfer bringen ſie den
— Der Deutſche Sprachverein hielt eine Feier ab zur
Sieben=
hundertjährung des Todes Walthers von der Vogelweide. Der
Obmann, Herr Oberſtudienrat Pickert, konnte vor übervollem
Saale darlegen, daß neben dem Kampf gegen die Fremdwörter
der Verein ſeine Hauptaufgabe in der Pflege des edlen Guts
unſerer Mutterſprache ſieht. So lag ihm denn auch die
Würdi=
gung eines Dichters wie Walther von der Vogelweide ſehr am
Herzen. In Herrn Studienrat Dr. Anton Büchner war ein
vor=
trefflicher Redner gewonnen worden, der die Geſtalt des reifſten
Minneſängers ſo lebendig formte, daß man wohl „um ihn
herum=
gehen” könnte. Walther erſtand als der Sänger der hohen und
der niederen Minne, als fahrender Mann, als Gaſt an den
Höfen der Fürſten und ſchließlich auch als Beſitzer eines
beſcheide=
nen Lehens; er wurde lebendig als Meiſter der Liedformen und
als Spruchdichter, als Erzieher ſeiner Zeitgenoſſen zu ſeinem
Hoch=
bild der edlen Frau und des edlen Mannes, als leidenſchaftlicher
politiſcher Kämpfer mit der Waffe des packenden Worts und des
Tons — und nicht zuletzt als Deutſcher, der ſein Vaterland über
alles liebte, der aber auch mit Inbrunſt der religiöſen Heimat
zu=
ſtrebte. Der Vortrag war inhaltlich voll ausſchöpfend, ſeine Form
war geſchliffen und ſeine Darbietung lebendig und klar, der
Bei=
fall wohlverdient herzlich. Und doch wird der Vortragende ſelbſt
erfreut ſein, daß ihm ſeine friſchen Schülerinnen den Rang
ab=
liefen in der Gunſt der Hörer. Die jungen Damen brauchten ja
auch nicht über den Dichter zu reden. Sie ſprachen und ſangen
den Dichter ſelbſt. Und es wird manchem Hörer ſo
ge=
gangen ſein wie dem Berichterſtatter, daß ihm Walthers Gedichte
nie ſo nah gekommen ſind wie durch ihren Vortrag. Es iſt keine
hohle Schmeichelei, daß Fräulein Schröder und Fräulein
Iſen=
bügel die Gedichte vollendet gut ſprachen — echt in der
Aus=
ſprache des Mittelhochdeutſchen warm und voll in Klang und
Deutung und ſo erfriſchend ſchlicht und natürlich! — Und da
Fräulein Handrak und Fräulein Fölſche mit feinen. Stimmen
und gutem Gelingen zwei Waltherſche Lieder ſangen (mit der
Laute von Fräulein Hanauer und am Klavier von Fräulein
Iſenbügel begleitet) und Bilder von und um Walther gezeigt
wurden, wird manchem der Anweſenden eine Dichtergeſtalt
le=
bendig geworden ſein, die ſeither bei ihm nur im Klang eines
Namens und in unbeſtimmten Vorſtellungen ein ſchattenhaftes
Leben friſtete. Den Veranſtaltern und den Darbietenden gebührt
das Verdienſt eines gelungenen Gedächnisabends.
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ter den geſunden, abhärtenden Schwimmſport auszuüben. Nicht gewonnen. Der Salzburger Dom=Chor wird dabei Werke alter
weniger geſundheitsfördernd iſt die Benutzung der übrigen Bäder, Salzburger Meiſter zum Vortrag bringen. Wir nennen davon
übrigt ſich, in erſter Linie iſt das regelmäßige Baden von polt Mozart, W. A. Mozart, Michael Haydn. Das Konzert ſteht
allergrößtem Wert. Jedem Deutſchen zum mindeſten wöchentlich unter Leitung von Domkapellmeiſter Joſeph Meßner, der ja auch
dient.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
Erkran=
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt zunächſt der Hausarzt zu mitgeteilt wird, unter Berufung auf den Evangeliſchen Bund und
rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag, den evangeliſchen Frauenverein Unterſchriften für eine
Buchbe=
dem 23. November 1930, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung ſtellung zu gewinnen. Er verfügt über große Redegewandtheit und
Dr. med. Rahn, Saalbauſtraße 76. Telephon 763; Frl. Dr. med. gewieſen, daß der Mann mit dem Evangeliſchen Bund nichts zu
Kalcher, Rheinſtraße 37, Telephon 3296
von Herzen gut täte und uns verinnerlichen würde. Mit den
Blumen, die wir an die Gräber unſerer Lieben tragen, verſenken
wir uns in jene Zeit, da ſie noch bei uns waren, und wir ebenſo
gehetzt wie jetzt verabſäumten, ihnen Augenblicke der
Freundlich=
keit zu ſchenken, die ſie wie Blüten auf dem harten, unwirtlichen
Lebensweg hätten pflücken können.
Auf dem Gottesacker, herrſchen Liebe und Erinnerung am
heutigen Tage und alle Gräber tragen noch lange ihre Zeichen.
Kein Hügel bleibe ungeſchmückt am Feſt der Toten!
Landesbibliokhek.
Neue Erwerbungen (Auswahl), vom 24. November an auf
14 Tage im Leſeſaal aufgeſtellt:
Bab, Julius: Das Theater im Lichte der Soziologie.
Leip=
zig 1931. Bonn, J. M.: Das Schickſal des deutſchen
Kapitalis=
mus. Berlin 1930. Calalogue, a, of Britiſh ſcientific and
technical books. London 1930. Croce, Benedetto: Geſammelte
philoſoph. Schriften: 1. Reihe: Piloſophie des Geiſtes, Bd. 4:
Feiſt, Hans: Theorie und Geſchichte der Hiſtoriographie.
Tübin=
gen 1930. Forſchungen, betriebs= und finanzwirtſchaftliche,
II. Serie, Heft 44. Berlin 1929 Forſchungsberichte,
philoſophiſche Hefte 1—4. Berlin 1930 Handbuch der geſamten
Augenheilkunde, Bd. 9. Abt. 1. Kapitel XIII. Berlin 1930.
Haſſia ſacra, hrsg. v. P. Diehl, Bd. 4; Pfarrer= und
Schul=
meiſterbuch für die heſſen=darmſtädtiſchen Souveränitätslande,
hrsg. v. Wilhelm Diehl. Darmſtadt 1930. Heidegger,
Mar=
tin: Was iſt Metaphyſik? Bonn 1930. Heimatſchutz, der deutſche.
Ein Rückblick und Ausblick Hrsg. v. d. Geſellſch d. Freunde d.
deutſch. Heimatſchutzes. München 1930. Liſt, Friedrich:
Kor=
manns Einführung in die Praxis des deutſchen
Verwaltungs=
rechts. 2. Aufl. Tübingen 1930. Loeſche, Georg: Geſchichte
des Proteſtantismus im vormaligen u. im neuen Oeſterreich.
Leipzig 1930. Lucka, Emil: Michelangelo. Ein Buch über den
Genius. Berlin 1930. Pohlenz, Max: Die griechiſche
Tra=
gödie. Leipzig 1930. Reichwein Adolf: Mexiko erwacht.
Leipzig 1930. Ruggiero, Guido: Geſchichte des Liberalismus
in Europa. München 1930. Sammlung, Guttentagſche
deut=
ſcher Reichsgeſetze, Nr. 177: Huyke, Wilhelm: Offenbarungseid u.
Haft im Zivilprozeß. Kommentar. Berlin 1930 Schürer,
Oskar: Prag. Kultur, Kunſt. Geſchichte. Wien 1930. Studien
zur ſpätantiken Kunſtgeſchichte, Bd. 3: Friſchauer, A. S.:
Alt=
ſpaniſcher Kirchenbau. Berlin 1930. Studien
kunſtwiſſenſchaft=
liche. Bd. 7: Brieger, Peter: Die deutſche Geſchichtsmalerei des
19. Jahrh. Berlin 1930 Trotzki, Leo: Die permanente
Revolu=
tion. Berlin 1930. Werlé, Heinrich: Methodik d.
Muſikunter=
richts auf der Grundſtufe. Leipzig 1930. Wieſer, Max: Der
Volksbüchereibau. Stettin 1930.
Vom 8. Dezember an verleihbar. Vormerkungen werden im
Leſeſaale entgegengenommen.
Außerdem die neueſten gebundenen Zeitſchriftenbände.
— Der Salzburger Dom=Chor in Darmſtadt. (Zweites
Konzert des Muſikvereins.) Die großen Erfolge, die
der Salzburger Dom=Chor im Rahmen der Salzburger Feſtſpiele
— Hallenbad. Wie uns mitgeteilt wird iſt die Damen= erntete haben dieſem Chor eine große Zahl von Gaſtſpielanträ=
Schließung für einige Zeit erforderte, wieder geöffnet. Die rege uſw. ſtattfanden, erzielten auch dort eine außergewöhnliche Wir=
Benutzung der vielſeitigen und muſtergültigen Einrichtungen des kung auf das Publikum. Auf ſeiner kurzen Reiſe durch Deutſch=
Hallenbades kann nur empfohlen werden. Vor allem dient der land hat ihn der Muſikverein für ſein zweites ordentliches
Kon=
insbeſondere der Heilbäder, die in vielerlei Art zur Verfügung heute nur folgende Komponiſten: Pietro Bonamino Georg
Muf=
ſtehen. Ueber den geſundheitlichen Wert des Bades zu reden, er= fat Steffano Bernardo, H. F. v. Biber, Antonio Caldara,
Leo=
ein Bad! Das Hallenbad gewährleiſtet eine zuvorkommende Be= als Komponiſt einen großen Namen hat und in Deutſchland
häu=
handlung, Wünſche der Badegäſte werden, wenn irgendwie mög= fig aufgeführt wird. Joſeph Meßner wird auch als Orgelſoliſt
lich, gerne berückſichtigt. Es empfiehlt ſich ein Beſuch, der perſön= mitwirken. Weitere Soliſten ſind: Maria Kehldorfer=Gehmacher
liche Vorteile bringt und nebenbei der öffentlichen Wirtſchaft (Sopran) und Profeſſor Karl Stumvoll vom Mozarteum
Salz=
burg (Violine).
— Warnung. In der Stadt ſucht ein älterer Mann wie uns
bereit: Dr. med. Holzmann, Schwanenſtr. 73, Telephon 22; zeigt allerhand Papiere vor. Es wird ausdrücklich darauf
hin=
tun hat.
Darmſtadt — und die Chemie.
Die Wohltätigkeitsveranſtaltung des
Heſſiſche=
zes (Heſſ. Landesverband vom Roten Kreuz und
verein), die alljährlich zum Beſten der Darmſtädret
Herr Profeſſor Dr. Lothar Wöhler, der derzeitige Rektor der
Techniſchen Hochſchule, ſprach über dieſes im Jubiläumsjahr unſerer
Stadt beſonders intereſſante Thema in der Otto=Berndt=Halle vor einer
Reihe von Darmſtädter Vereinigungen, die fachlich, geſchichtlich und
heimatkundlich daran intereſſiert ſind. Es iſt in der Tat auffallend,
daß kaum eine zweite Stadt eine ſolche Fülle von ausgezeichneten
Che=
mitern hervorgebracht oder doch auf ihrem Boden zur
Fruchtergiebig=
keit hat gedeihen laſſen als gerade Darmſtadt. Allerdings gab es
zur=
zeit der Stadtgründung noch keine Chemie als zielbewußte Lehre von
der Wandlung des Stofflichen. Chemeia war vielmehr ſeit dem vierten
Jahrhundert bis zu Agricola und Paracelſus im 16. Jahrhundert
ſchlechthin die Kunſt, Gold und Silber zu erzeugen. Wegen der
poli=
tiſchen Folgen einer etwaigen Goldentwertung durften nur geheim die
Verſuche angeſtellt werden und konnten nur durch geheimnisvolle
Sym=
bole und Schriftzeichen, durch den Einfluß der Klöſter des Mittelalters
auch nur in lateiniſcher Sprache mitgeteilt werden. Nur ſehr langſam
war daher der Fortſchritt in der Erkenntnis von der Unrichtigbeit der
Ari=
ſtoteliſchen Elemente. Erſt durch Boyles Definition eines Elements
als eines einfachſten homogenen Stoffes und die Mißerfolge der
Gold=
macher war wiſſenſchaftliche Chemie möglich.
Im Zuſammenhang mit der Stoffwandlung im menſchlichen
Kör=
per waren es bis zu Marggraf (1780) — dem Entdecker des
Rüben=
zuckers — nur Aerzte geweſen, die ſich mit Chemie beſchäftigten. Gold
und Geſundheit beherrſchten ſchon damals das Leben. Danach —
be=
ſonders in Deutſchland — waren es die Apotheker, wie
Döber=
einer, der von Goethe berufene erſte Jenger Klaproth, der erſte
Berliner Chemieprofeſſor, und zu Anfang auch Liebig. Sein Freund
Friedrich Wöhler hatte Medizin ſtudiert. Auch zeitlich beginnt daher
Liebig die Reihe bedeutender Darmſtädter Chemiker.
Da nur Fürſten Gold zu machen verſuchen durften, ſo kann man
erſt mit Landgraf Georg I. Alchimiſten als Vorläufer der Chemiker in
Darmſtadt erwarten. Wynther und Poſtelles hießen die Probierer, die
dem Landgrafen halfen, in 800 Schmelztiegeln aus Queckſilber mit
„Boras, Victriol und Spießglas”, wie man aus den Kammerrechnungen
erfährt, Gold zu machen. Alchimie trieb ferner der prachtliebende und
ſtark verſchuldete Landgraf Ernſt Ludwig, der Erbauer des
Schloſ=
ſes und der Orangerie=Anlagen u. v. ., von dem die Alchimiſten ſeiner
Zeit rühmten, daß er aus Blei Golddukaten und die Speciesthaler der
Prägung hergeſtellt habe „sic deo placnit in trioulationibus”. Von den
Adepten um Ernſt Lundwig hat nur Joh. Konrad Dippel, der
Pfarrersſohn vom Frankenſtein, Bedeutung erlangt, der auch Erfinder
des nach ihm benannten Dippelsöl, das bis Ende vorigen Jahrhunderts
als Hausmittel benutzt wurde, bekannt iſt, als Miterfinder auch des
Berlinerblaus, und am preußiſchen Hofe — unter Friedrich I. — als
Alchimiſt, am däniſchen und ſchwediſchen Hofe als hochgeſchätzter Arzt
eine Rolle ſpielte, in der Theologie aber als Pietiſt noch bekannter iſt.
Der Dippelshof bei Traiſa gehörte ſeinem Bruder. Die letzten Jahre
verbrachte er beim Grafen Wittgenſtein — einem aus dem
Drei=
grafenminiſterium — auf ſeinen Schlöſſern Laaſphe und Berleburg.
Der große Irrtum der ehnlichen Alchimiſten war, die auffallende
Goldfarbe für das Weſen der Goldeigenſchaft anzuſehen, daher hat
tingere — färben die Bedeutung des Golderzeugens, und tinctura die
des Mittels dazu, der guinta essentia. Der bewußte oder unbewußte
Betrug der Alchimiſten war daher ein verfälſchender Zuſatz zu den
Edelmetallen oder die naſſe Vergoldung oder die trockne mit Amalgam
oder die Herſtellung goldfarbiger unedler Legierungen.
Liebigs Hauptverdienſt iſt die Förderung der Landwirtſchaft
durch die künſtliche Düngung des Bodens nach ſeinem Geſetz des
Mini=
mums, das die Pflanze an allen Nährſtoffen braucht. Der bedeutendſte
Wegbereiter ſeiner Lehre iſt der jüngſt verſtorbene Geheimrat Paul
Wagner der hieſigen Landwirtſchaftlichen Verſuchsſtation, der auch
der Hauptförderer der Düngung mit Thomasmehl iſt. Der erſte
ſyſte=
matiſche chemiſche Unterricht iſt Liebig zu danken, alſo etwa 100
Jahre alt, das Gießener Laboratorium war Muſter faſt aller folgenden.
Schon vor 100 Jahren aber konnte der Enkel eines tüchtigen Schuſters
der Kaplaneigaſſe, der Sohn eines unternehmenden Krämers der großen
Ochſengaſſe und einer klugen Mutter, obwohl ſie uneheliches Kind war,
durch einſichtsvolle Fürſten und ihre weitblickenden Ratgeber mit 21
Jahren Univerſitätsprofeſſor und mit 42 Jahren zum Freiherrn
er=
hoben werden.
Heinrich Emanuel Merck, durch ſeine Mutter ein Enkel
des Kriegsrates und Goethefreundes, kündigte ſchon 1827 die
Fabri=
kation der kurz zuvor endeckten Heilmittel Morphin und Chinin u. a.
an und ſeit 1836 in der Rheinſtraße 9 auch Santonin, Codein u. a.
Er war mit Liebig befreundet und einige Jahre auch Mitredakteur der
„Annalen”. Sein Sohn Georg Franz und ſeine drei Enkel, der
verſtorbene Geheimrat Louis Merck und die beiden Brüder, der
verſtorbene Geheimrat Emanuel Auguſt Merck wie der 70jährige
Geheimrat Willi Merck, haben alsdann die Firma zum Weltwerk
gefördert, das Darmſtadts Namen auf der ganzen Erde bekannt werden
läßt. Sie iſt auch an der Cocginſyntheſe Willſtätters beteiligt.
Erfinderin von Luminal und Phanodorm, Fabrikant des
antirachi=
tiſchen Vitamins, Hauptproduzent des reinen Waſſerſtoffſuperoxyd u.
v. a.
Durch Liebigs Großtaten und die Erfolge der Firma Merck in der
Anwendung der Chemie haben dann viele junge Darmſtädter Chemie
als Beruf gewählt. Liebig ſelbſt hat außer dem Gießener A. W.
Hofmann, deſſen Büſte das Denkmal der Kaiſerin Friedrich vor dem
Brandenburger Tor ziert, den Darmſtädter Jacob Volhard,
Sohn des Rechtsanwalts von der Philologie zur Chemie bekehrt,
Auguſt Kekulé, Sohn des Oberkriegsrates und aus vornehmem
Bürgerhauſe der Neckarſtraße, von der Architektur zur Chemie.
Lie=
big und Kekulé waren nach Anlage und Erziehung Antpoden.
Während Liebig als ſeinen Hauptvorzug — wie auch Goethe —
den bezeichnet, in Erſcheinungen zu denken, und ſeine Haupterfolge in
der Anwendung der Chemie liegen, lebt Kekulé von Kunſt und
Klaſſizismus beeinflußt, mehr in Vorſtellungen in Gedanken, ſo daß
ſein beſonderes Verdienſt auf dem Gebiete der Form, der Konſtitution
insbeſondere des Benzols liegt, und hier von weiteſtgehender Bedeutung
wurde. Volhard, deſſen Familie mit der Liebigs befreundet war,
er ſtarb als Ordinarius 1910 in Halle, war nicht nur ein verdienſtvoller
Chemiker ſondern vor allem Verfaſſer der großen zweibändigen
Bio=
grophie Liebigs. Der Biograph Kekulés iſt nun ebenfalls ein guter
Darmſtädter, ſein Aſſiſtent und ſpäterer Nachfolger auf dem Bonner
Lehrſtuhl, Geheimrat Profeſſor Dr. Anſchütz, der hier im 79.
Lebens=
jahre otium cum dignitate genießt, getreu dem Sprichwort: et Von
rerient toujours 2 ges premiers amours. Kekulés berühmtes
Ge=
mälde von Angeli aus der Berliner Nationalgalerie hängt jetzt im
neuaufgebauten Liebighauſe in der Kaplaneigaſſe.
Kekulés erſter Lehrer der organiſchen Chemie und Aſſiſtent Liebigs
war der bedeutende Chemieprofeſſor in Chriſtiania, Tübingen und
Würzburg, A dolf Strecker wiederum ein Darmſtädter
Sohn, ebenſo wie ſein vortrefflicher Schüler und Aſſiſtent Wilhelm
Staedel, der ſpätere Profeſſor der Chemie unſerer Hochſchule und
Erbauer des Chemiſchen Inſtituts und unmittelbarer Amtsvorgänger
des Vortragenden. Ein anderer Aſſiſtent Liebigs und ſpäterer
ordent=
licher Profeſſor der chemiſchen Technologie an unſerer Hochſchule war
Carl Eugen Thiel, ein weiterer Darmſtädter Aſſiſtent Kekulés
Karl Böttinger, aus der hieſige Brauerei ſtammend ſpäter
Chef=
chemiker der Heylſchen Lederwerke und Privatdozent in Braunſchweig.
Der erſte Chemieprofeſſor an der hieſigen Höheren Gewerbeſchule,
der Vorläuferin unſerer Hochſchule, war Friedrich
Molden=
hauer, Lehrer von Kekulé der Erfinder der Phosphor=
Zünd=
hölzer ſein Amtsnachfolger Phil. Büchner, ein ausgezeichneter
Experimentator. Büchners Aſſiſtent Carl Heumann wiederum
ein Darmſtädter Sohn und ſpäterer Profeſſor des Polytechnikums in
Zürich, ſchrieb daher eine Anleitng zum Experimentieren in
Vor=
leſungen, die noch jetzt allgemein benutzt wird. Heumann iſt auch der
Erfinder der berühmten techniſchen Indigo=Syntheſe, hat auch ein Werk
über Anilinfarben geſchrieben, ſtarb aber frühzeitig 1894 an den
Fol=
gen einer Chlorvergiftung. Etwa gleichzeitig ſtarb ein anderer
Darm=
ſtädter Chemiker, Karl Schorlemmer, Profeſſor der organiſchen
Chemie an der Univerſität Mancheſter und Mitglied der Rohal
So=
ciety, bekannt durch viel benutzte Lehr= und Handbücher, die er mit Sir
Henry Roscoe verfaßte. Ein dritter Bruder der beiden berühmten
Vüchners — des Dichters Georg und des Verfaſſers von Kraft und
Stoff, Ludwig, war der Chemiker Wilhelm, der in Pfungſtadt bis 1892
Ultramarin fabrizierte. Unter den gegenwärtig mehr als einhundert
Chemikern der Firma Merck waren an leitender Stelle manch
bedeu=
tende Männer, die nach außen nicht ſehr in Erſcheinung traten, wie
die jüngſt verſtorbenen Direktoren Flimm und der gute Kenner der
Alkaloide, Profeſſor Seriba.
Von den anderen Darmſtädter chemiſchen Induſtrien iſt die
Meſſe=
ler Grube nach der Merckſchen Fabrik zuerſt zu nennen, die ihre Blüte
dem Dr.=Ing. e h. Ad. Spiegel verdankt, dem verdienten 70
jähri=
gen, während die Firma Röhm u. Haas mit einem großen Stab
von Chemikern erſt dem Beginn dieſes Jahrhunderts entſtammt.
Aelter als ſie alle iſt die höchſt wichtige Leimung des Papiers in der
Maſſe, die erſt unſere ganze Papierinduſtrie ermöglicht hat, und die
1805 von Moritz Fr. Illig erfunden wurde, der in Armut 1845 in
Darmſtadt ſtarb, obwohl er ein ungewöhnlich geſchickter und kluger
Uhrmacher war, der auch 1835 wieder mit neuem Gehwerk unſer
Glok=
kemſpiel verfah, das im nächſten Jahre ſeinen 250. Geburtstag feiert.
Die Kultur einer Stadt iſt die ihrer Bürger, und eine Häufung
bedeutender Männer geſtattet einen Rückſchluß auf ihr hohes Niveau.
Ebenſoiſt es mit der Bedeutung einer Techn. Hochſchule, für die Induſtrie
des Landes, deren Blüte die der Techniſchen Hochſchulen vorausſetzt,
weil es die Köpfe ſind, die das Wohl der Induſtrie bedeuten, und die
ihre Ausbildung auf der Techniſchen Hochſchule erhalten.
— Abſchieds=Vorſtellungen der Schlierſeer im Orpheum. „Der
Herrgottſchnitzer von Oberammergau”. Heute
Sonntag, abends 8 Uhr, gelangt zu Ehren des großen
Volksdich=
ters Ludwig Ganghofer deſſen Meiſterwerk „Der Herrgottſchnitzer
von Oberammergau” einmalig zur Aufführung. Terofal und ſein
hervorragendes Enſemble verſpricht eine Glanzaufführung dieſes
meiſtgeſpielten Stückes der Schlierſeer (in 25 Jahren über 1000
Aufführungen!) Anläßlich der 1000. Aufführung in Schlierſee und
der 1001. Aufführung in Tegernſee wurden Xaver Terofal große
Ehren in dieſem Sommer zuteil. — In Anweſenheit der Kinder
Ganghofers, der Behörden und unzähliger Beſucher von den
Ober=
ammergauer Feſtſpielen gingen dieſe Glanzaufführungen der
Schlierſeer in Szene. — Morgen Montag iſt als letzte Vorſtellung,
zugleich Benefiz= und Ehrenabend von Xaver Terofal, die luſtige
Komödie. Das Maderl mit den 4 Nullen” mit Terofal als
Auf=
wertungs=Hypotheken=Bauer angeſetzt. Sonntagskarten im Ver=
kehrsbüro von 11 bis 1 Uhr, Kiosk am Paradeplatz, gegenüber dem
Landestheater, von 10 Uhr vorm. bis 6 Uhr, ſowie Orpheumskaſſe
ab 3 Uhr und telephoniſch unter 389 — Noch im Umlauf
befind=
liche Vergünſtigungsſcheine haben heute, für numerierte Plätze
Gültigkeit. (Siehe Anzeige.)
— Orpheum. Märchen=Tbeater. Heute (Totenſonntag),
23. November, nachm. 3.30 Uhr, findet unwiderruflich die letzte
Aufführung des ſchönſten deutſchen Märchens.
Schneeweiß=
chen und Roſenrot” in 3 Akten, von R. Bürkner bearbeitet,
ſtatt. Dieſes Märchen hatte wohl den ſtärkſten Erfolg bei den
Kleinen und iſt heute zum letzten Male auf den Spielplan geſetzt,
um denjenigen Kindern Gelegenheit zu geben, welche es noch nicht
ſahen. Gegen Vorlage der heutigen Anzeige zahlt man für Eſtrade
25 Pfg., Saal 40 Pfg., Sperrſitz 50 Pfg. 2. Balkon 50 Pfg., 1.
Bal=
kon 60 Pfg. Seitenparkett 60 Pfg., 2. Parkett 70 Pfg., 1. Parkett
und Mittelloge 1 Mk. Dieſe Sondervergünſtigung iſt heute
letzt=
malig gültig, und zwar: für drei Kinder oder Erwachſene, jedoch
nur an der Kaſſe des Orpheums ab 11 Uhr vorm.
Kartenvorver=
kauf im Verkehrsbüro von 11 bis 1 Uhr und telephoniſch 389.
(Siehe heutige Anzeige.)
— Vortrag. Gouvernementsſekretär a. D. Dietz
ſpricht am Mittwoch, den 26. Nov im GDA.=Heim über:
Allerlei aus meiner Tätigkeit in Afrika. Der Vortrag iſt von
vielen, teilweiſe farbigen, Lichtbildern begleitet. Der Eintritt iſt
frei. Gäſte ſind herzlich willkommen.
Unſer neuer Roman
Der Paradieswogel
Roman von Friedrich Lange
Im Mittelpunkt des Romans ſteht ein junger Erfinder, der
ein Flugzeug konſtruiert hat, bei dem der Motor überflüſſig
ge=
worden iſt, da es fernelektriſch getrieben wird. Intrigen der
ver=
ſchiedenſten Art ſtellen ſich der Schöpfung in den Weg, bis der
junge Erfinder und ſeine ſchöne Braut, die auch ihrerſeits mit
Schwierigkeiten aller Art zu kämpfen hat, ſiegreich, ihren Plan
vollenden können.
findet, wird in dieſem Jahr am Samstag, den s
ſtädtiſchen Saalbau ſicher wieder viele hundent og.
wachſene um den Nikolaus vereinen.
Im Mittelpunkt der künſtleriſchen Aufführu
Unterhaltungen werden diesmal, wie ſchon ma
führungen der Kinder=Tanz= und Spiellieder von
ſtehen. Die Proben zu dieſen Aufführungen, in dch.
ſtädter Kinder mitwirken werden, haben bereits
iſt eine glückliche Idee, Kinder für Kinder wirkemn! ſo im Geben und im Nehmen Verſtändnisün,=,
mitteln, daß wohlzutun, daß opfern für Arme irin
der ſchönſten Tugenden bleibt. Die Aufführunn=
und Spiellieder werden um 17 Uhr beginnen.
pünktlich hat der Nikolaus dann ſeinen Beſuch /
kleinen Beſucher des Feſtes werden zu einer Pollg
und dabei vom Nikolaus auch beſchenkt werden. 22/
lich nur artige Kinder das Feſt beſuchen dürfen, ad
ihr Nikolausgeſchenk erhalten.
Ab 19.30 Uhr wird dann die Unterhaltung emſa!
wachſene. Konzert, Tanz, künſtleriſche Tanzvowü=
Luiſe von Weſternhagen, eine reichhaltige ui
Tombola u.v.a. ſind dieſem Unterhaltungsprograw
Die Eintrittspreiſe ſind den Zeitverhältniſſſſ.
etwas heruntergeſetzt. Der Eintritt koſtet 4— Mi14u/
ab 19 Uhr abends 2,50 Mk. Kinder bezahlen aram
die Hälfte.
— Loheland=Vorführung. Die Volkshochſchuleun
glieder auf die am 24. November, 20 Uhr, im
ſtattfindende Gymnaſtik=Vorführung von Loheu
empfiehlt den Beſuch.
— Berenys ungariſche Zigeuner=Sinfoniker. Erfolg ihres erſten Auftretens inm
Sonntag, den 30. November, nachmittags 3½ 1
Programm nochmals zu uns kommen, haben im
ihrer erſten Deutſchlandtournee einen Beſuch zuu
habt, der auf dem Gebiet des Muſiklebens einen
Allein in zehn weſtdeutſchen Städten ſpielten dar
22 000 Zuhörern. (Vgl. auch Anzeige.)
* Der D.H.V. zum Preisabbau. Der
Deutſchä=
lungsgehilfen=Verband, Ortsgruppe Darmſtadt, hor
rat zu Händen des Herrn Oberbürgermeiſters ein
richtet, in dem er beſtimmte Vorſchläge zur Förderu
abbaus macht. Vor allem müſſe eine ſehr raſcie
Preisabbaumaßnahmen eintreten, wenn die
Preu=
men der Reichsregierung den allſeits gewünſchtennd
derlichen Erfolg haben ſollen. Weſentlich erſcheinn
der Stadt die Firmen öffentlich genannt würden
lich ihre Preiſe in allerjüngſter Zeit herabgeſeit
D.H. V. ſchlage daher vor der Herr Oberbürgermeit
öffentlichen Aufruf an alle Gewerbetreibenden erliſ
weiſe über eine Preisherabſetzung ſeit 1. Nove
Vor allem habe das für Lebensmittelgewerbezun
Eine Nachprüfung dieſer Nachweiſe möge durch ſe
erfolgen, der aus Kreiſen des Hausfrauenvereinn
ſchaften und ſonſtigen Verbraucherorganiſationenr!
Der D.H.V. verſpreche ſich von einer ſolchen Mſt
Erfolg, er ſtehe dem Herrn Oberbürgermeiſter
Beſprechung gerne zur Verfügung und ſehe deru
des Stadtrats entgegen.
Heſſiſches Landesthealer.
Großes Haus
Klez.
Sonntag,
23. November
Montag,
24. November
Dienstag,
25. November
Mittwoch,
26. November
Donnerstag,
27. November
Freitag,
28. November
Sam’tag,
29, November
Sonntag
30. November
20—21.45 Uhr
Außerordentl. Volkskonzert
2. Sinſonie v. Guſt. Mahler
Preiſe 1—5 Mk
R
pSS
Grup
Prer?
Geſchloſſen
20, EndeiM
Elekt-b
Preiſe 0
19.30—21.30
Der Barbier von Bagdad
K4 Bühnen=Volksbund
T Gr. 1 u. 6 Pr. 1—10 Mk.
Zum erſterr.
Zuſatzmiet=
Preir
19.30 bis n. 2230 Uhr
Eliſabeth von England
G 5D. Volksb. Gr. III u. 1V
Preiſe 1—10 Mk.
20 bis geg. 22 Uhr
C 10 Der raſende Sperling
Preiſe 1—10 Mk.
20 bis 4
Die erſſ:
Bſ.=M. V.2
19.30 bis nach 22 Uhr
D 9 Königskinder
Preiſe 1—10 Mr.
19.30—22 30 Uhr
Die Zauberflöte
F4, Dſt. Volksb., Gr. 1—4
Preiſe 1—10 Mk.
15—17.30
Kabale und Liebe
Heſſenlandmiete II., III.
U 1, Gr. I—1V Dſt. Volksb.
Preiſe 0.70—7 Mk.
15—
Meine eichl
Außer Miei=
20, Endoo
*
Zuſatzmiett=
Ar=
19.30, Ende gegen 22 Uhr
E 10 Königskinder
Preiſe 1—10 Mc.
— Heſſiſches Landestheater. Humperdincks *,
„Königskinder” wird für Freitag, den 2.
einſtudiert. Bühnenbild: Lothar Schenck v. Trapa=
Renato Mordo; muſikaliſche Leitung: Karl Mark,
den Hauptrollen: v. Stoſch, Sattler, Lohmann.
Vogt, Kuhn, Overlack.
W spaft und Heickt
Zu Weihna u
gang ucnennelct!
Die Mein Zriau
Schreilkl
Wilh. Heckmann
Mühlſtr. 72. (16402a)0
Wäsche, die längere Zeit gelegen hat oder falsch
behandelt wurde, nimmr leicht einen grauenoder
gelblichen Ton an. Weichen Sie solche Wäsche
zunächst in Henko, Henkel’s Bleichsoda ein.
Darauf legen Sie die Stücke in die kalt bereitete
Sillauge und kochen einmal eine
Viertel=
stunde. Der Erfolg überrascht: herrlich
schneeweiß und köstlich duftend gehr das
Waschgut aus dieser Behandlung hervor.
Damen Sohlen
2.50, 3.50, 3.90
Herren Sohlen
3.50, 4.50. 4.90
Jakob Wöhrt
Transparel
wirkuresvoll und
Kennen Sie schon
nis der Persilwerke: ( Henkels Aufwasch-, Spül- und Reinigungsmittel!
nul
durch
B
Elektro In
Ree
Sonntag, den 23. November 1930
Seite 7
eutverein und Handwerkervereinigung
Darmſtadt.
r ungünſtigen Witterung gut beſuchten zweiten
gag am 20. ds. Mts. hielt Herr Dr. von
Ger=
ſt Frankfurt a. M.) einen hochintereſſanten
„Vortrag über: „Wirtſchaftskriſen, ihr
ite Entſtehung. Der Vorſitzende des
Vor=
r Prof. Dr. W. Sonne, begrüßte die zahlreich
und Herren und wies mit einigen
einleiten=
ſie z. Zt. herrſchende Preisabbau=Pſychoſe hin,
gurſchaftskriſe in engem Zuſammenhang ſteht.
adt erläuterte zunächſt an Hand von
anſchau=
nuter Beleuchtung der verſchiedenen Wirtſchafts=
Phoem der Güterproduktion und Güterverteilung,
turwriff und die Gründe, welche zur Entſtehung
fcüſe führen können. Eine Wirtſchaftskriſe ſei
vortſchaftlichen Gleichgewichts. Die Gründe der
Wirtſackeskriſe führte der Redner zurück auf die
Um=
welöchſer Krieg auf dem ganzen Gebiete des
Wirt=
naſundig machte, und auf deren ſpätere Folge=
Stillſtand unſerer Wirtſchaft während des
m Konzentration lediglich auf den Kriegsbedarf,
ſhau mn der menſchlichen Arbeitskraft, die überſtürzte
ungu.e: Zwang zur Unterbringung der aus dem
rückkehtsen in der freien Wirtſchaft oder in der
öffent=
rwaltym die Notwendigkeit zur öffentlichen
Unter=
ihtrotz aller Zwangsmittel nicht wieder in den
i reiht werden, konnten, das alles ſeien
Ur=
heut Kriſe. Hierzu kämen die Folgen der durch
Geld hervorgerufenen Inflation und der
gro=
zeulte, die ſich bei der Stabiliſierung trotz der
n Blüſiſtder Wirtſchaft herausſtellten. Die öffentliche
der roeneinen Verarmung nicht Rechnung getragen,
urch züin großzügige Ausgabenpolitik eine nie
dage=
elaſtunzyſer Steuerzahler und damit die Einſchränkung
vaten =Aträge verurſacht. Hierzu kämen die
Repara=
n. die nu durch eine Exportſteigerung aufgebracht wer=
DMExportſteigerung ſcheiterte jedoch an der
man=
ſatzmzſichkeit. Für das Maß der Arbeitsloſigkeit ſei
n Betyiung: die Beſeitigung der allgemeinen Wehr=
ᛋ Zunuahe der Erwerbstätigkeit der Frau, das
Wieder=
vong irlonen auf dem Arbeitsmarkt, die durch die
ihr Aßnö gen verloren haben. Zur Einſchränkung der
ſigkeit aſke man an die Einführung der
Arbeitsdienſt=
prodeutve Anlagen und in Preußen an die
Verlänge=
schuſzcht. Z. Zt. bedeute die Arbeitsloſigkeit eine
ntlich ſiſke Belaſtung für die noch Arbeitenden.
Gegen=
uingem hhere Laſten und Steuern keine größeren
Ein=
onderſmgekehrt größere Ausfälle. Sie ſeien deshalb
zueibſetzung der Löhne und Gehälter, müſſe ein
Preſüfollgen, wenn der Umfang des Verbrauchs nicht
„und, neue Arbeitsloſigkeit ſchaffen ſoll. Ein
raupsßungen" für die Steigerung des
Auftragsum=
öirthäft und damit für die Ueberwindung der Kriſe.
1im der Redner noch auf die Weltwirtſchaftskriſe
Folg zech inungen für Deutſchland zu ſprechen, die
ſeln, un wir im Welthandel nicht annähernd das
ver=
nnen, „o wwir an Tributleiſtungen und Zinſen für
Aus=
ehen ileen müſſen. Die Streichung der Tributlaſten
„Wgangspunkt des Weges, der zur Geſundung der
Virtzücht und damit zur endgültigen Ueberwindung
barting Kriſe führe. — An den von den Zuhörern mit
Beifichlaufgenommenen Vortrag ſchloß ſich eine kurze,
anrenn)e Beſprechung, an der ſich Herr Eckhard, Herr
5/ ½eiling, Herr Syndikus Dr. Lindemann und
murot beteiligten. Der Leiter der Verſammlung
Relun im Namen des Gewerbeverbandes und teilte
eiſer 3. Verſammlung am 11. Dezember Herr
S. Nuß über „Gas und Waſſer in ihrer
Be=
ue mrnunale Wirtſchaft” ſprechen wird.
Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
Palaſt=Lichtſpiele
yſen Goldgräberfilm mit Dolores del Rio im
ſi andlung, Clarence Brown führt die Regie. Er
„ehiem Aufwand an Menſchen und Material eine
Eſymrung an die Zeit, da in Alaska, vor allem in
e un Goldfunde bekannt wurden und ſich bald eine
erumſdorthin ergoß. Eindringlich erzählt der Film
oiden an geſchickt geſtellten Bildern, aber auch in den
n Lcnſheftsausſchnitten von den beiſpielloſen Qualen
hren ih erſten Goldgräberzüge, die nach Alaska gingen
denem zuhlige ſchon auf dem Wege zum Goldland
zu=
uingeng fine ungemein reiche Fülle von Bildern
veran=
das (Sikſal dieſer Goldgräber, von denen die wenigſten
umtelg Cic: fanden.
Tſchönes olöres del Rio muß viele dieſer Höllenqualen
Aky endloſe Schneewüſten und =Stürme muß ſie
ſo onfſie auch zuſammenbricht. Sie muß ſich gefallen
on eiumSchneelawine verſchüttet zu werden und durch
umpf Rwvoken. Aus allen Fährniſſen aber geht ſie ſelbſt=
Dich ſie no hervor, um ebenſo ſelbſtverſtandlich am Schluß
Ndramar uch den Mann ihrer Liebe zu finden.
Heipſwamm bringt einen intereſſanten Ufa=Kulturfilm
Entpuiung der Uhrenkunſt. Von der älteſten
Waſſer=
wuhr Fik die Sonnenuhr bis zu den feinſten und modern=
Werkenhſip die Entwicklung des Zeitmeſſers gezeigt.
*
Biulat.
Zur 0 Bſellung im Hefſiſchen Landesmuſeum
November—Dezember.
ſahrgk)t dem Omnibus durch die Stadt. Es iſt ein
Lag uceigentlich müßte ich mich freuen, daß es ſo ſchön
Deruſaſt, daß die Sonne lacht, daß die Menge auf den
Mos uert, aber wir haben gar keine Zeit, nein, gar
Suebesiahe ich es erſt einem Bekannten verſichert. Und
grußr in ich ſchon auf die Plattform des Autobus
ige. T Iin Gott, was iſt das ſchon für ein Leben. Der
Nmu line Kurve und liegt ſchräg zu den Häuſern an
SeieE ler da drüben ſind ja zwei große Köpfe, die
we7 2 her wie ich, die zu mir herabzulächeln ſcheinen,
Feiblick, aber ich habe ſie nicht vergeſſen, den
Veckopf und die weiche kokette Stupsnaſe und
202 Rme der ins Profil geſtellten Frau. Da an der
En Scosd Nie wieder. Jetzt ſehe ich auch ein Stück Zei=
Menig e Aufforderung zum Opernball zu kommen.
Der R. Es nicht, das vergeſſe ich jetzt ſicher nicht mehr.
Din mic huar einen Augenblick freuen und vergeſſen, daß
Er u hüchſten Ecke ſchon zur Untergrundſtation laufen
De Fein, da vor mir links hängt ein großes Stück
eWit iſkt eigentlich gar kein Papier. Das iſt entſtoff=
Bwinl us noch Fläche, vibrierende Fläche ohne Begren=
De 2 G etwas Schwingendes, Schwebendes, und mitten
Der 2 Im Sicht von oben eine kleine Taſſe mit einer
Sien Weützgkeit und darüber ein kleines Schlänglein, ein
DSo, das mir direkt in die Naſe zu ſteigen ſcheint.
Sitihr 1 Brachtvoller blauer Schrift le aaf6 Uart m. Ja
SiSplhe man dann nicht am Place de 1Opera im Cafs
L Din fio recht genießeriſch ſitzen und die weiche Luft
ſen urß=
*öarten Farbtöne eines nachmittäglichen Boule=
Schie thrrund die Frauen mit ihren gepflegten Geſichtern
Bein Denr Mund. Ja natürlich, da habe ich doch erſt
Sine anuenkopf geſehen, ſicher doppelt ſo groß wie
er, und
Er Mitte, etwas leicht ſchräg und aſymmetriſch
2 Nctiges Rechteck, durch das mich das Geſicht
Fraud
anpM Bärter, mit rotem Mund und tief verheißenden
bagl!. Darunter: Marquerite Jamois. Ich weiß
*P Eſt, ob Geſichtsmaſſage oder Lippenſtift oder
nicly einlich doch Geſichtsmaſſage —, der Franzoſe
Aoi c. Man weiß es ſchon, und wird es nie ver=
Tafs Martin und nicht Marguerite Jamois,
*Die neue Heag=Ausſtellung.
Die im Heaghaus in der Luiſenſtraße durch umfangreichen
Umbau im Kellergeſchoß nunmehr fertiggeſtellte neue ſtändige
Ausſtellung, über deren Vorbeſichtigung wir bereits berichteten,
war geſtern am erſten Tag der Neueröffnung außerordentlich
zahl=
reich beſucht. In der Tat, dieſe ſtändige Ausſtellung iſt,
wenn=
gleich nur eine Ausſtellung, die reiner Zweckmäßigkeit dienen ſoll,
eine hochintereſſante Bereicherung der Sehenswürdigkeiten
Darm=
ſtadts. Beſonders abends bei künſtlicher Beleuchtung wirkt der
Geſamtausſtellungsraum mit all den blitzſauberen Geräten
un=
gemein imponirrend und anziehend. Die Fa. Markwort und
Seibert hat hier mit Darmſtädter Handwerksmeiſtern und
Arbeitern eine Leiſtung vollbracht, die in Art und Umfang einzig
daſtehen dürfte. In genau 6 Wochen Bauzeit iſt der ſchwierige
Umbau vollendet worden, der aus dunklen Kellerräumen einen,
feenhaften Feſtſaal geſtaltete, der, als Ganzes genommen, ein
Muſterbeiſpiel, dafür iſt, wie Zweckmäßigkeit und Schönheit ſich
einen, wie künſtleriſches Wollen ſich in vorbildlicher Weiſe
zweck=
mäßigen Notwendigkeiten einordnen und ſo aus Zwang und
künſt=
leriſcher Freiheit einen Feſtraum von ſchöner Harmonie ſchaffen
konnte.
Das ganze Kellergeſchoß mußte, um dem großen
Ausſtellungs=
ſaal die erforderliche Höhe zu geben, um faſt einen Meter tiefer
gelegt werden. Die ſo freigelegten Konſtruktionen der tragenden
Fundamente uſw. wurden in außerordentlich geſchickter Weiſe in
die Architektur des Raumes einbezogen. So entſtanden zwei
tra=
gende Säulenreihen, die mit grauem Marmor umkleidet und
unter der Decke von ebenfalls durch die Konſtruktion bedingten,
eigenartigen Beleuchtungsflächen gekrönt ſind. Die Säulenſtutzen
wurden zu Tiſchen oder Vitrinen umgeſtaltet, ſodaß auch hier jede
Möglichkeit ausgenutzt iſt, Vorhandenes den erforderlichen Zwecken
einzuordnen. Die Deckenbeleuchtung war ebenfalls zum größten
Teil durch die Konſtruktion bedingt. Die hier liegenden
Leitungs=
rohre wurden umkleidet und nehmen eine Kranzbeleuchtung auf
(Halbzylinder), die in Verbindung mit der ſauberen Beleuchtung
und den gleichgeſtalteten Beleuchtungskörpern an den Wänden ein
ungemein angenehmes, ausgezeichnet verteiltes Licht geben.
Abgeſehen von den Säulen iſt auf eigentlichen Schmuck überall
verzichtet. Trotzdem bietet die ruhige, vornehme Raumaufteilung
— und Einteilung — die Wände ringsum ſind zu offenen Kojen
ausgebaut — dem Geſamtbild etwas Feſtliches.
Es wurde ſchon mitgetilt, daß in dem großen, neuen
Ausſtel=
lungsraum betriebsfertig eingebaut ſind eine Küche, ein
Bade=
zimmer, eine Waſchküche, ein Bügelzimmer und ein Raum mit
landwirtſchaftlichen Apparaten und Maſchinen. Küche und
Bade=
zimmer ſind Schmuckſtücke. Sie zeigen eindringlichſt die durch nichts
ſonſt erreichbare Sauberkeit der elektriſchen Einrichtungen. Sie
zeigen aber gleichzeitig, wie in einem auch beſchränkten
Küchen=
raum die Apparate zweckmäßig angelegt und vor allem zweckmäßig
beleuchtet werden. Eine allgemeine Beleuchtung in der
Decken=
mitte wird ergänzt durch vorbildliche Anordnung von
Beleuch=
tungskörpern über jeder Arbeitsſtelle, Herd, Spültiſch uſw. Alles
iſt weiß und vernickelt oder verchromt und erzieht von ſelbſt zur
Sauberkeit. Alles aber iſt auch — ebenfalls ein Vorzug elektriſcher
Apparaturen — leicht ſauber zu halten. In dem Badezimmer mit
Friſiertiſch uſw. iſt der neuerdings ſtark propagierte elektriſche
Warmwaſſerſpeicher eingebaut, der den Badeofen erſetzt.
Selbſt=
verſtändlich iſt dieſer Warmwaſſerſpeicher auch in der Küche
vor=
handen. In der Waſchküche werden ſtändig die neueſten Waſch=
und Trockenmaſchinen vorgeführt. Auch das Bügelzimmer zeigt
vorbildliche Einrichtungen, und in den übrigen Kojen rings an
den Wänden ſind alle überhaupt gebräuchlichen Apparate und
Maſchinen ausgeſtellt, die im Haushalt und in der Landwirtſchaft
Verwendung finden können. Vom kleinſten Tauchſieder und
Zi=
garrenanzünder bis zur großen Landwirtſchaftsmaſchine kann alles
im Betrieb gezeigt werden.
Beſonders praktiſch in Anordnung und Ausſtattung iſt der
unmittelbar an den Ausſtellungsraum grenzende Vortragsſaal.
Hier iſt die Muſterküche mit mehreren Herden auf der Bühne
an=
gebracht, ſodaß etwa 150 Zuſchauer den Betrieb gut ſehen können.
Die Küche ſelbſt iſt auch völlig abzuſchließen und kann ſo zu
Koch=
kurſen zur Verfügung ſtehen, ohne den Vortragsſaal zu
beeinträch=
tigen. Die techniſche Einrichtung des Vortragsſaals, der auch zu
Filmvorführungen durch einen Knopfdruck völlig verdunkelt
wer=
den kann, iſt ebenſo, wie die geſamte Inſtallation der Licht= und
Kraftanlage ausgezeichnete Arbeit des Herrn Oberingenieurs
Herzog. Herr Architekt Seibert nahm nach der
Preſſebeſich=
tigung Gelegenheit Herrn Herzog für die vorbildliche Arbeit und
das verſtändnisvolle Eingehen auf die durch Zeit und Raum
be=
dingten Erforderniſſe des Umbaues herzlichſten Dank
auszuſpre=
chen. Mehrmals wurde aus berufenem Munde aber das Verdienſt
des Herrn Architekten Seibert geprieſen, der hier ſchlechthin
Beiſpielloſes ſchuf.
Nach dem Beſuch der Ausſtellung war den Vertretern der
Preſſe auch Gelegenheit gegeben, die in dem früheren Keſſelhaus
des Werkes, das ebenfalls durch die Fa. Markwort und Seibert
umgebaut wurde, untergebrachte Zählerabteilung zu beſichtigen.
Gerade der Einblick in dieſe Abteilung der Heag war von
außer=
ordentlichem Intereſſe. Es ſind im Verbreitungsgebiet der Heag
insgeſamt 75 000 Zähler verſchiedenſter Art und Konſtruktion in
Betrieb. Dieſe ſämtlichen Zähler, müſſen, wie Herr Inſpektor
Spengler, dem dieſe Abteilung unterſteht, mitteilte, im
Zeit=
raum von 5—6 Jahren ſämtlich überholt werden. Es ſind alſo
in jedem Monat 1000 Zähler hier zu überholen, d. h. ſie müſſen
vollſtändig demontiert, gereinigt, lackiert und vor allem geprüft
werden. Dieſe Prüfungsapparate ſind außerordentlich kompliziert,
aber ſie geben unbedingt Gewähr dafür, daß die geeichten Zähler
zuverläſſig und richtig anzeigen. Die Zählerabteilung umfaßt eine
Werkſtatt, ein großes Lager und die Prüfungsſtätte. Intereſſant
iſt auch die Karthotek. Ueber jeden Zähler und über jeden
der=
zeitigen Mieter wird ein genauer „Perſonalbogen” geführt, aus
dem jederzeit feſtzuſtellen iſt, wo der Zähler — jeder Zähler iſt
numeriert — eingebaut iſt, wann er montiert, überholt iſt uſw.
Lokale Beranſtalkungen.
— „Alt=Darmſtadt”. Verein für Ortsgeſchichte und
Hei=
matkunde. Am nächſten Vereinsabend, Donnerstag abend, im
Eintrachtſaal Eliſabethenſtr. 12. veranſtaltet „Alt=Darmſtadt”
einen Walter=Schweter=Abend. Wer den feinſinnigen
Heimatdichter und Naturbeobachter, der uns ſchon ſo oft mit
ſeinen Büchern und Erzählungen erfreut hat, kennt, wird Walter
Schweter auch gerne an dieſem abend lauſchen, wenn er alte und
neue Dichtungen aus ſeinen Werken zu Gehör bringt. Freunde
des Dichters ſind als Gäſte herzlich willkommen.
— Vortrag. Die unerhört große Zahl von Kataſtrophen
in der ganzen Welt, die zahlloſen Nachrichten von Aufſtand und
Empörung auf dem ganzen Erdball, ſollten doch jedem denkenden
Menſchen Anlaß ſein, nach Grund und Urſache dieſer
Erſchütterun=
gen zu fragen und nachzuſinnen, wie man den Schlüſſel der
Er=
kenntnis finden könnte, um der Lage Herr zu bleiben und dem
Uebel zu ſteuern. Wenn man auch anerkennt, daß es zu allen
Zeiten Kataſtrophen gab, große und kleine, muß man doch zugeben,
daß ſie niemals das Ausmaß von heute hatten, noch jemals in ſo
raſcher Aufeinanderfolge ſtattfanden. Warum jetzt auf einmal?
Gott redet mit den Menſchen! Näheres darüber in den Vorträgen
der kommenden Woche, die ab Montag täglich im Saal
Zimmer=
ſtraße 4 (Haus Alter) ſtattfinden. Näheres ſiehe Anzeigen in
dieſer Zeitung.
— Ev. Jugendbünde der Petrusgemeinde. Aus
Anlaß des Totenſonntags veranſtalten wir am Montag, den 24.
ds. Mts., eine ernſte Feierſtunde, zu der wir die Eltern und
An=
gehörigen unſerer Mitglieder recht herzlich einladen; auch Gäſte
ſind uns willkommen. Im Mittelpunkt dieſes Abends ſoll die
Aufführung des Streit= und Troſtgeſpräches „Der Ackermann aus
Böhmen” von Johannes von Saaz (1400) ſtehen. Begeiſtert
nennen die Gelehrten dies Werk „die höchſte dichteriſche Schöpfung
der geſamten Reformationszeit. Die Feier findet ſtatt im
Ge=
meindehaus. Eichwieſenſtraße 8.
— Chriſtlicher Verein junger Männer e V.
Darmſtadt, Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſerne). Wir laden
noch einmal zur Totengedächtnisſtunde Sonntag, den 23.
No=
vember abends herzlich ein. Es ſpricht Herr Photograph Zinſel
über Kriegsgräber in Feindesland. (Lichtbildervortrag.)
Ein=
tritt frei.
Aus den Parkeien.
— Auflöſung der Ortsgruppe Darmſtadt der
Demokr. Partei — Gründung der Ortsgruppe
Darmſtadt der Deutſchen Staatspartei. Am
Mon=
tag, den 24. ds. Mts., abends, findet im großen Saal des
Reſtau=
rants „Zur Krone, Schuſtergaſſe 18, die letzte Verſammlung des
demokratiſchen Ortsvereins, zum Zwecke ſeiner Auflöſung ſtatt.
Anſchließend um 8.30 Uhr beginnt die Gründungsverſammlung
einer Ortsgruppe der Deutſchen Staatspartei, Landesverband
Heſſen. Herr Univerſitätsprofeſſor Dr. Gieſe=Frankfurt (ehem.
Mitglied der Deutſchen Volkspartei) wird ſprechen über: „Ziele
und Aufgaben der Deutſchen Staatspartei”. Neben den
Mitglie=
dern des bisherigen demokratiſchen Ortsvereins hat jedermann
Zutritt zu der Gründungsverſammlung, der entweder vorher oder
ſpäteſtens bei Eintritt in den Saal ſeinen Beitritt zur neu zu
gründenden Ortsgruppe der Staatspartei erklärt.
Tageskalender für Sonntag, den 23. November 1930.
Heſſ. Landestheater, Gr. Haus, 20 Uhr:
Außerordent=
liches Volkskonzert: 2. Sinfonie von Mahler. — Kl. Haus,
20 Uhr, M 2. P2
V: „Miſſiſſippi” — Orpheum, 15,30
hr: „Der Herrgottſchnitzer von
Uhr: „Schneeweißchen".
Oberammergau”, — Konzerte: Schloßkeller, Café Oper,
Zum Datterich Reſtaurant Bender, Maxim. Spaniſche Bodega,
Rheingauer Weinſtube, Sportplatzreſtaurant am Böllenfalltor,
Hotel Poſt, Brauerei Schul. — Kinovorſtellungen:
Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele — Helia=
Licht=
ſpiele 11.15 Uhr: Morgenfeier — Perkeo, 14 und 17.30
Uhr: „König Rübezahl”. — Waldfriedhof, 16 Uhr:
Totengedenkfeier.
Stuhlverſtopfung. Nach den an den Kliniken für innere Krank
heiten geſammelten Erfahrungen iſt das natürliche „Franz=Joſef”=
Zitterwaſſer ein äußerſt wohltuendes Abführmittel. (TV10123
auch nicht les eriminels Pitoeff und nicht le theatre Pigalle.
Das iſt Pariſer Reklame. Das iſt Pariſer Plakat.
Schlagkraft muß das Plakat haben und Kürze. Es muß
einfach unvergeßlich ſein. Dann hat es ſeine Wirkung erreicht.
Unſere Lebensführung iſt dahin gekommen, daß alles zugeſpitzter
und kürzer wird. Auf unſere abgeſtumpften Nerven, auf die
täglich ſoviel an Geräuſchen und Lichteffekten eindringt, kann
nur das Prägnante ſchlagkräftig wirken. Es gab einmal eine
Zeit, die noch gar nicht ſo lange her iſt, da war es anders. Da
gab es noch kunſtvolle Schrift mit viel Schnörkeln und Ornament.
Da gab es noch ganze Szenen und Bilder, deren Inhalt erſt nach
längerem Betrachten Verſtehen oder Lachen auslöſte, ſo daß wir
es behielten. Und ſie waren darum nicht weniger gut. Wenn
man etwa das Simpliziſſimus=Plakat nimmt oder die
Ankün=
digung der „11 Scharfrichter” oder der Kammerbühne mit Maria
Delvard, vielleicht das beſte Plakat im erſten Saal, oder die vom
„Intimen Theater”, dann liegt über allem ein Hauch von
Gemüt=
lichkeit, vom Genießeriſchen, vom Reiz des geradezu langſamen
Abtaſtens mit dem Auge. Denn es war ja auch immer noch eine
feſtliche Vorbereitung, zur Delvard oder in den Wintergarten
Saharet zu gehen, zu dem eine ſchöne Wade unter fliegenden
Röcken ſo verheißungsvoll einläd. In ihnen, die in der Zeit
der Münchener „Jugend”, und des Simpliziſſimus entſtanden
ſind, liegt etwas von der Stimmung Th. Heines oder
Gulbranſ=
ſons, ein gemütlicher Zug, eine feine Ironie, ein leiſes Gelächter.
Ja, ich muß ſagen, geradezu Witz. Wenn man die Galerie
betritt iſt auf dem Treppenhaus ein Plakat, ſchmal rechteckig,
darauf ſteht oben, Paleool abrutit, darunter Taleool ruine, aber
ſchon nimmt das Wort ruine eine Kurve nach unten und droht
uns durch das ſtändig Größer=werden der Buchſtaben gefährlich
auf den Leib zu rücken. (Man vergleiche das Nachkriegsplakat
„Radiola” bei ſonſt anderer Haltung von ähnlicher Wirkung),
unten aber ſteht nunmehr groß und blutrot /alcool tue. Man
möchte geradezu einen Eid ablegen, nie mehr zu trinken, ebenſo
wie man Bruno Taut ſchwören möchte, ſicher nie eine ſolche
Wohnung zu beziehen, die das rote Kreuzmal der Stuttgarter
Werkbundausſtellung durchſtreicht.
Mit zu den beſten Plakaten der letzten Jahre rechne ich das
Plakat: Geſund und friſch durch Fiſch. Man ſieht nur das
Kind, das an der Hand der Mutter vom Markt kommt und
einen delikaten Fiſch im Netz. Aber das Kind in ſeiner
ſtrahlen=
den Geſundheit und Friſche gibt ſuggeſtiv auch die Ueberzeugung
von der Sauberkeit und Geſundheit der Fiſchkoſt. Auch die
Kinoplakate des Münchener Phoebuspalaſtes ſind vorzüglich.
Etwa Caſanova, ein kleines Kreisrund mit dem Profil der
Dame und des Kavaliers, daneben aus dem Blau mit magiſcher
Verzauberung die Märchenſtadt Venedig verdämmernd — man
weiß genug, den Wunſch zu verſpüren, hinzugehen. Oder
Napo=
leon. Der große rote Kreis, darin das Bild Napoleons, die
ſchräg in den Raum gehämmerte Schrift, das vergißt man nicht.
Dieſes glasklare, harte, unvermittelte Geſtalten findet man bei
den Schweizern vielleicht noch ſtärker. Der Schweizer kann es
wagen, einen Mann darzuſtellen, der auf eine Uhr ſchaut und
darüber Türler zu ſchreiben. Oder einen großen Schinken zu
zeigen mit dem Wort Bell. Jedes Kind kennt und behält Türler
Uhren und die Bellſchen Schinken. Dieſer Schlagkraft, alles mit
lauten, kräftigen und ungemiſchten Farben zu drucken, kann man
nicht entgehen.
Es iſt unmöglich auf alles einzugehen. Etwa auf den
Edel=
tiſch (man verzeihe mir das Wort, aber es iſt ſo) im
Treppen=
haus, mit dem England ſeine Tennisſpieler, ſeine Bräute
über=
ſchüttet. Sehr intereſſant iſt auch die Zuſammenſtellung der
Kriegs= und Parteiplakate. Nun aber zu Darmſtadt. Ich will
von den Künſtlerkolonieplakaten der Vorkriegszeit nicht ſprechen.
Man gehe hin und freue ſich an ihrem edlen und vornehmen
Kunſtgewerbe. Aber das Plakat der letzten 10 Jahre
inter=
eſſiert, denn man ſieht deutlich, daß wir einige vorbildliche
Druckereien und mehrere treffliche Plakatkünſtler in Darmſtadt
haben. Aber eines fiel mir auf, was mir ſymptomatiſch zu ſein
ſcheint für die augenblickliche Lage überhaupt. Man verzichtet
zu ſehr auf das Bildmäßige und ſieht oft genug ſeine Aufgabe
nur in der geſchickten Verteilung des gedruckten Wortes auf die
Fläche, wenn auch in vielen Fällen Drucktype und Anordnung
ein vorteilhaftes Bild ergeben. Wie ſehr bewundere ich das
Plakat Pfeils von Strauß und Meyer. Es iſt in dem ganzen
Saal kaum ein gleich bedeutſames und hat doch nur zwei Worte.
Oder das Plakat von Cartharius: ohne viel Worte die
unentrinn=
bare Suggeſtion, hier gibt es Photoartikel. Dann das Narhalla=
Plakat, der Herr und die Dame (man vergleiche das franzöſiſche
Opernballplakat), in ſeiner Prägnanz ausgezeichnet. Ebenſo
Wendiſchs Plakat vom Tagblatthaus mit dem verſchoben
grell=
gelben Straßenkreuz, dem langen Ludwig auf Rot mit der
ſpar=
ſamen Schrift. Man verwende auf dieſen Raum Muße und
Sorg=
falt, auch wenn alle zu nennen mir nicht möglich iſt.
Zum Schluß ein Wort des Dankes an Herrn Dr. Freund,
der dieſe Ausſtellung zuſammen brachte. Dadurch kann das
Muſeum tatſächlich in Fragen eingreifen, deren Löſung breite
Kreiſe intereſſieren, die nach Möglichkeiten einer fruchtbaren
Diskuſſion ſuchen. Der lebhafte Beſuch des Vortrags am
Mitt=
woch nachmittag, dem hoffentlich noch viele folgen, hat bewieſen,
wie ſehr, allem gegenteiligem Gerede zum Trotz, das JLereſſe
an aktuellen künſtleriſchen Veranſtaltungen rege iſt.
Dr. Guſtav Barthel
Aus Heſſen.
Aa. Eberſtadt, 22. Nov. Eine Warnung der
Ortspoli=
zeibehörde. Die hieſige Ortspolizeibehörde gibt die folgende
War=
nung aus: „Seit längerer Zeit gehen die unglaublichſten Gerüchte in
Eberſtadt, Darmſtadt und auch ſchon in weiterliegenden Gemeinden um.
die von einem Todesfall unter beſonderen Umſtänden ſprechen. Der
Todesfall ſoll nach den verſchiedenartig lautenden Gerüchten im
Eber=
ſtädter Wald oder in der Griesheimer Tanne oder auch in der Nähe
des Böllenfalltores eingetreten ſein. Es wird auch behauptet, daß ein
Transport in ein Krankenhaus nach Darmſtadt erfolgt ſein ſoll. Da
im Zuſammenhange mit dieſen Gerüchten auch Eberſtädter Bürger
ge=
nannt wurden, ſahen wir uns gezwungen, polizeilich den Gerüchten
nachzugehen. Wir haben feſtgeſtellt, ſowohl bei den umliegenden
Poli=
zeiſtationen als auch bei dem Polizei= und Kriminalamt Darmſtadt, daß
dieſe Gerüchte auf Unwahrheit beruhen. Es iſt auch kein Fall ähnlicher
Art feſtgeſtellt worden, obgleich ſämtliche Polizeiämter und
Kriminal=
polizei den Gerüchten weitgehendſt nachgegangen ſind. Wir warnen
daher, ſolche Gerüchte weiterzukolportieren. Jeder, der hiergegen
ver=
ſtößr, zieht ſich ſtrafgerichtliche Verfolgung zu.”
Aa. Eberſtadt 22. Nov. Die Feier des Totenfeſtes wird
hier zunächſt durch einen Vormittagsgottesdienſt begangen, in dem der
Kirchengeſangverein mitwirkt. Am Sonntag nachmittag findet eine
Toten= und Gefallenen=Gedenkfeier auf dem Friedhof ſtatt. Sie wird
zum erſten Male in dem neu hergerichteten Teil der Friedhofshalle
ab=
gehalten. Außer dem Poſaunenchor der evangel. Gemeinſchaft wirken
die Schülerinnen der beiden oberſten Schulklaſſen mit.
Aa. Eberſtadt, 22. Nov. Die Modau führt durch die ſtarken
Regengüſſe verurſacht, Hochwaſſer. Am Eberſtädter Pegel iſt der
Waſſerſtand der Modau rund 75—80 Zentimeter hoch. — Hohes
Alter. Altveteran Ludwig Handſchuh in der Alten Darmſtädter
Straße kann dieſer Tage ſeinen 85. Geburtstag begehen.
Cp. Pfungſtadt, 20. Nov. Die Weihnachtslotterie
des Einzelhandels ſieht dieſes Jahr nicht die Verloſung
von Gegenſtänden vor, ſondern ſoll in Form von Gutſcheinen zum
Warenbezug eine Bargeldverloſung ſein. Die Lotterie iſt mit der
Ausgabe von Freiloſen verbunden. Zur Verloſung ſind ungefähr
2500 Mark bereitgeſtellt. Als beſonders hervorzuheben erſcheint
der Beſchluß des Einzelhandels, für die Pfungſtädter Ortsarmen
einen Betrag von 750 Mark bereitzuſtellen, der durch die
Bürger=
meiſterei zur Verteilung gelangen ſoll. — Der Ortsgewerbeverein
und die Handwerkervereinigung hielten dieſer Tage einen
Film=
abend ab. Dabei gelangte zuerſt der Film „Menſch in Gefahr”,
dann ein Film über erſte Hilfe bei Unglücksfällen, ein Film über
die Schönheiten Rothenburgs und zuletzt ein Film über die
Her=
ſtellung des Biers zur Vorführung. Im Anſchluß an den letzteren
Film plant man demnächſt eine Beſichtigung der Brauerei
Hilde=
brand.
Cp. Pfungſtadt, 22. Nov. Gemeinderatsſitzung. In der
letzten Gemeinderatsſitzung hatte die kommuniſtiſche Fraktion einen
Dringlichkeitsantrag auf Auflöſung des Gemeinderates geſtellt, da ſeine
Zuſammenſetzung den jetzigen Verhältniſſen nicht mehr entſpreche. Die
Dringlichkeit des Antrages wurde mit allen gegen vier Stimmen
ver=
neint, ſo daß die Entſcheidung auf die nächſte Sitzung vertagt wurde.
Im weiteren Verlaufe der Beratungen erfolgte die Vergebung von
Ar=
beiten und Lieferungen für die zur Beſchäftigung der
Wohlfahrts=
erwerbsloſen als Notſtandsarbeiten auszuführenden
Straßenher=
ſtellungen. Der Bauausſchuß hatte in dieſer Angelegenheit gut
vorgearbeitet. Nach Möglichkeit wurden Pfungſtädter Unternehmer
be=
rückſichtigt. — Dann befaßte man ſich nochmals eingehend mit der
Holzhauerei. Mit Rückſicht auf die Wirtſchaftslage hatte nämlich
hierzu das zuſtändige Forſtamt Eberſtadt vorgeſchlagen, in dieſem
Win=
ter nicht den ganzen für dieſes Jahr vorgeſehenen Hiebſatz
durchzufüh=
ren. Der Gemeinderat ſchloß ſich aber dem Urteil des Waldausſchuſſes
an, daß eine Kürzung des vorgeſehenen Hiebſatzes (5400 Feſtmeter) nicht
in Frage käme. Das Forſtamt Eberſtadt hatte gleichzeitig vorgeſchlagen,
in den Diſtrikten Malcher Tanne und Klingsackertanne in zwei
Zeitab=
ſchnitten je 30 Mann zu beſchäftigen, ſo daß insgeſamt 120 Mann in
Betracht kämen. Zur Klärung dieſer Frage ſoll mit den Holzhauern
eine Ausſprache ſtattfinden. Dann befaßte man ſich mit der bereits viel
beſprochenen Frage des Ortsbürgernutzens. Der
Finanzaus=
ſchuß, der ſich ebenfalls mit der Angelegenheit nochmals befaßte, hatte
ſich mit vier gegen eine Stimme für die Aufhebung des Beſchluſſes vom
25. Auguſt ausgeſprochen, nach dem der Ortsbürgernutzen in Wegfall
kommen ſolle. Der Geſamtgemeinderat gab acht Stimmen bei neun
Stimmenthaltungen für die Aufhebung des in Frage ſtehenden
Beſchluſ=
ſes ab. Die Satzungen für den Land= und Fanggrabenverband wurden
genehmigt. Desgleichen erklärte ſich der Gemeinderat mit der
Einfüh=
rung einer neuen Polizeiverordnung für Pfungſtadt, wonach luftbereifte
Kraftfahrzeuge ohne Anhänger höchſtens 20 Km. und ſolche ohne
Luft=
bereifung und mit Anhänger höchſtens 12 Km. Geſchwindigkeit innerhalb
des Ortes entwickeln dürfen, einverſtanden. Die Beſchlußfaſſung über
die Erhebung einer Bier= oder Bürgerſteuer wurde auf die nächſte
Sitzung zurückgeſtellt, die bereits am Montagabend ſtattfinden ſoll.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 21. Nob. Gemeinderatsbericht.
Einem vielſeitigen Wunſche der Stromabnehmer entſprechend, befaßte
ſich die Elektrizitätskommiſſion mit der Frage der Einführung des
ſo=
genannten Wohnungstarifs für das hieſige Elektrizitätswerk.
Gemeinde=
rat Steiger erſtattete hierüber eingehend Bericht und wies im
beſonde=
ren auf die Vorteile, die mit dieſem Tarif verbunden ſind, hin. Der
Gemeinderat ſteht der probeweiſen Einführung des Tarifes nicht
ableh=
nend gegenüber. Bevor endgültiger Beſchluß gefaßt wird, ſoll bei den
Stromabnehmern eine Umfrage gehalten werden darüber, inwieweit
dieſe geſonnen ſind, ſich der Neuerung anzuſchließen. Zwiſchendurch ſoll
durch einen Sachverſtändigen ein Aufklärungsvortrag über die ganze
Angelegenheit gehalten werden. — Dem Baugeſuch des
Stadtoberſekre=
tärs Peter Weber aus Darmſtadt, betr. Wohnhausbau im Villenviertel
„Trautheim”, wird ſtattgegeben. — Ebenſo wird das Baugeſuch eines
weiteren Darmſtädter Intereſſenten, betr. Wohnungsbau auf der
Dorn=
wegshöh (außerhalb des Ortsbauplans) genehmigt unter der Bedingung.
daß er auf alle, den Ortsbewohnern zuſtehenden gemeindlichen
Vergün=
ſtigungen verzichtet. — Das durch den Wegzug des Hausbeſitzers
freige=
wordene Haus Weißkopf ſoll nochmals freiwillig verſteigert werden
un=
ter Zulaſſung auswärtiger Intereſſenten. — Das Gewerkſchaftskartell
beantragt die Gewährung einer Winterbeihilfe an die Klein= und
So=
zialrentnerunterſtützungsempfänger, kinderreichen Erwerbsloſen und
ſon=
ſtige Hilfsbedürftige. Im Hinblick darauf, daß jedenfalls wieder von
ſeiten des Bezirksfürſorgeverbandes eine derartige Hilfsmaßnahme in
die Wege geleitet wird, beſchließt der Gemeinderat Zurückſtellung bis
zum Vorliegen der näheren Beſtimmungen. — In Erledigung des wei=
teren Antrages auf Bereitſtellung von Arbeiten für die Notſtands= Notgemeinſchaft des Mainzer Mittelſtandes ausführlich 5*
arbeiter wird beſchloſſen, die ſeinerzeit in Ausſicht genommenen Arbeiten den Ausführungen des Oberbürgermeiſters ſteht zu
bhit=
nunmehr zu beginnen. — Der Landwirt J. Kühn beantragt Herab= ſparſamſte Wirtſchaftsführung und unter Zurückſtellunnb
ſetzung des Pachtgeldes für ſeine von der Gemeinde gepachtete Wieſe, an und für ſich notwendigen und im Stadtintereſſe ermtyu
da der Pachtpreis im Verhältnis zu den anderen Grundſtücken zu hoch ten, ſowie unter Inangriffnahme früher gemachter 0
ſei. Obſchon der Gemeinderat dieſe Tatſache nicht verkennt, kann er Fehlbetrag auf etwa eine halbe Million zurückgeſchraun
dem Antrag der Konſequenz halber nicht ſtattgeben. — Für die Dampf= falls nicht unerwartete Ausgaben, bzw. weitere Einnaou
heizungsanlage im Schulhaus ſollen die notwendigen Arbeitsgeräte be= eintreten. Der Herr Oberbürgermeiſter ſchlug vor, d0
ſchafft werden. — Gemeinderat Keil beantragt, den Rentenempfänger H. durch die Einführung der Bürgerſteuer weiter herabzumketiſt
Müller 4. dahier in die Provinzialpflegeanſtalt Eberſtadt einzuweiſen, beantragte er zunächſt nur die grundſätzliche Zuſtimnny
da es aus Gründen der perſönlichen Sicherheit des p. Müller nicht mehr gerſteuer, da dieſe evtl. noch eine Abänderung durm *
weiter verantwortet werden könne, wenn dieſer ſich auch weiterhin allein erfahren werde. Der Finanzausſchuß lehnte jedoch faſtnd
überlaſſen bleibe. Der Antrag wird der Verwaltung als Material über= den Antrag ab. — Die Ortsgruppe Mainzu
wieſen. — Den Schluß der Sitzung bildeten noch Steuerſtundungsange= nationalen Handlungsgehilfenverbanuc
legenheiten.
Ak. Nieder=Ramſtadt 21. Nov. Rundfunkſtörungen. Der Vorſchläge zur Preisabbauaktion gemacht w4t
Betrieb von Rundfunk=Empfangsanlagen wird in ſteigendem Maße vorgeſchlagen, daß von ſeiten der Stadt diejenigen 3,
durch Störungen beeinträchtigt, welche von anderen elektriſchen genannt werden, die nachweislich ihre Preiſe in allerfürnſk.
Geräten, z. B. Fönen, Zahnbohrmaſchinen Haarſcheidemaſchinen, Heiz= geſetzt haben. Dieſes Herausſtellen der mit dem Praty 1 Pu
kiſſen mit Temperaturregler und ganz beſonders von Hochfrequenz=Be= gehenden Firmen wird unzweifelhaft erzieheriſch und no0d
ſtrahlungsapparaten, ausgehen. Die Bürgermeiſterei hat daher eine übrigen Firmen des betreffenden Geſchäftszweiges wirim
Bekanntmachung erlaſſen, wonach die Inhaber der Störgeräte erſucht prüfungsausſchuß aus den Verbraucher=Vertretungen ſoſl)
werden, auf die Rundfunkteilnehmer Rückſicht zu nehmen und Stör= ſchiedenen Gewerbezweigen aufgegliedert, gebildet weusty—n0
ſchutzmittel einſchalten zu laffen. — Mäuſeplage. Gegen das Ueber= prüfen hat, ob tatſächlich bei den einzelnen Firmen eine „Wi=w
handnehmen der Feldmäuſe iſt von ſeiten der Gemeinde eine allgemeine ſtattgefunden hat. — Nach einer Verfügung des Oberbie / ch
Vertilgungsmaßnahme geplant. In den nächſten Tagen werden die Külb, ſoll jeder ſtädtiſche Angeſtellte einum
Kleeäcker und Raine der Gemarkung auf Mäuſelöcher abgeſucht und unterſchreiben, in der er ſich verpflichtet den
in dieſe Giftkörner gelegt. Auf dieſe Art hofft man der Mäuſeplage haltsabzug in Kauf zu nehmen, wie ihn die ſtädtiſche
zu ſteuern.
1. Februar (6 Prozent) zu erwarten hat. Gegen diefr/ /.0md
G. Ober=Ramſtadt, 22. Nov. Wandergewerbeſcheine und
Reiſelegitimationskarten für 1931. Reiſende und
Händ=
ler werden darauf aufmerkſam gemacht, daß es zweckmäßig iſt, die
vor=
bezeichneten Legitimationspapiere für das Jahr 1931 ſchon jetzt bei der
Bürgermeiſterei zu beantragen, da ſich die Anträge erfahrungsgemäß
gegen Ende des Jahres in einem Maße häufen, daß nur bei rechtzeitiger
Antragſtellung damit gerechnet werden kann, daß die Papiere zum
1. Januar im Beſitz der Antragſteller ſind. — Schuttabfuhr. Am
Montag, den 24. November, läßt die Gemeinde durch ein Fuhrwerl in
den einzelnen Ortsſtraßen wieder altes Blechgeſchirr und ſonſtige
Gegen=
ſtände abholen und nach der Schuttabladeſtelle am Eichelberg verbringen.
Die Ortseinwohner werden erſucht, abzuliefernde Gegenſtände bereit zu
halten und müſſen dieſe zum Wagen verbringen laſſen.
* Höllerbach, 22. Nov. Hohes Alter, Leonhard. Ad. Reeg
von hier, Altveteran von 1870/71, feiert am 23. November ſeinen 80.
Ge=
burtstag.
e. Bad=Wimpfen, 2. Nob. Hochwaffer
Uhr brach Hochwaſſer über die ganze Gegend here
in den Gräben, Dolen uſw. ſeinen Lauf zum Neckar
über die Ufer trat und das ganze Offenauer Tal u
Das Waſſer brach mit elementarer Schnelligkeit herein
Ställe und niedergelegene Räume unter Waſſer
die Feuerwehr zur Hilfeleiſtung alamiert. Auch im
Rappenau trat der Mühlbach über die Ufer und ſett
ſtedter Tal unter Waſſer. Das Waſſer drang auch d
und niedergelegene Räume ein, und zwar ſo ſchnell, daß z.
nern ſchwer fiel, nur das Notwendigſte in Sicherheit zu 7.
Vieh mußte zum Teil aus den Ställen gebracht werd
verwaltung trat das Waſſer ſo ſtark auf, daß das Viebm
Mühe in Sicherheit gebracht werden konnte. Viele St
ſtanden bis zu 1 Meter unter Waſſer. Seit Menſchengedes
hier ein Hochwaſſer, das ſo großen Umfang annahm min,
Schnelligkeit hereinbrach, nicht zu verzeichnen. Der S.5
jetzt noch nicht überſehen werden. Mehrere Geſchäfte
Eindringens des Waſſers in die Geſchäftsräume den Beh
nehmen. Gegen 9 Uhr vormittags konnte erſt ein langſe
Waſſers feſtgeſtellt und die Gefahr als beſeitigt angeſehr,
— Hirſchhorn, 22. Nov. Waſſerſtand des
21. November: 1,96 Meter; am 22. November: 435 g0
Gernsheim, 2 Nov. Waſſerſtand des
21. November: 2,00 Meter; am 22. November: 2,63 M,
Rheinheſſen.
* Mainz, 22. Nov. Chronik. In der
Finan=
ſitzung des Mainzer Stadtrates wurde g
den Materials die allgemeine Finanzlage dac
ſprochen. Oberbürgermeiſter Dr. Külb gab hierbei
ſicht über die Rechnung 1929 ſowie über den vorausſicht
der Rechnung 1930 und nahm gleichzeitig auch zu den
Eingabe an den Mainzer Oberbürgermeiſter gerichtet,
erheben nun die ſtädtiſchen Angeſtellten Einſpruch, f 4
hinweiſen, daß ſie ſaſt alle in den unterſten Gehaltsau
Fium Kredt
ſind, daß ſie gegenüber den Beamten in keinem ſickh
ſiehen, keinen Ruhegehalt bekommen und außerdem gert
4Mu
amten mit der Zahlung ſehr hoher Sozialverſicherunn9
ſind. — Der wegen Tötung ſeines Sohnes durch Erſtech -Mlhndd M
gerichtsgefängnis in Mainz inhaftiert geweſene Landri=uſo
garten aus Nieder=Ingelheim, iſt, da wegen Abſol
interſuchung Verdunkelungsgefahr und Fluchtverdachtrn0 d
wieder auf freien Fuß geſetzt worden. Nack=!-f
Ergebnis der Ermittelungen ſoll die Schutzbehauptungn//cm m M
Vaters, er habe ſeinen Sohn in Notwehr getötet, nick: ſhnu. A
den ſein.
— Dietersheim (Kreis Bingen), 22. Nov. HoheMM
24. November wird der älteſte Bürger unſerer Heimn/1 7mſt
nand Bender, ſein 90. Lebensjahr erreichen. Das /4
agskind erfreut ſich noch einer körperlichen und geiſtiger Um
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Eonntag, den 23. Nov.
GeſſNeueſte Nachrchten
Rediobeanſpruchung.
cunden Erleichterung und Konſolidierung der
Ver=
urrEt trat in dieſer Woche eine Stockung ein. Die
ſo waren größer geweſen, als man vorher allgemein
waren außer den Medioverpflichtungen auch die
die Vermögensſteuer zu leiſten, doch konnte man
„i—üflüſſen aus dem Ueberbrückungskredit und der
Ein=
z0 MzRM. Reichsſchatzwechſeln rechnen. Trotzdem ſtiegen
ge an.; er letzte Reichsbankausweis gab zum Teil dafür die
Dayz ſind die Wechſelverpflichtungen erneut ſtark
redu=
m; esubdelt ſich dabei wohl vor allem um die Rückzahlung
ochſelkruhe, die zur Zeit der Deviſenkriſe langfriſtig
aufge=
vordenrgen. Die zur Zurückzahlung erforderliche Sumime,
Narkten zogen wurde, belaſtete dieſen naturgemäß ziemlich
mentlihagesgeld war zu ſteigenden Sätzen lebhaft gefragt.
dern bche ging die Entwicklung am Berliner und
Frank=
glinrit auseinander, anſcheinend infolge mangelnden
gögeeld war in Frankfurt unverändert knapp, während
eine fhüare Erleichterung eintrat, die auf eine Verſtärkung
ſotes gig kihdeviſen zurückgeführt wurde. Am Markte für
d hielig Verknappung an. Namentlich Zwei= und
Drei=
d war ruter ſtark geſucht. Am Privatdiskontmarkt beſtand
ſtens ſp=Banken weiter Kaufneigung, als jedoch ſpäter das
rößer zude, mußte eine Erhöhung des Satzes für kurze Sicht
rozentr ef 4,75 Prozent vorgenommen werden, ſo daß der
vnt füxüde Sichten zunächſt 4,75 Prozent betrug. Das
An=
nſchlitſt ſo ſtark zu, daß beide Sätze erneut um ½⁄₈ Prozent
rozentr haufgeſetzt werden mußten. — Am Frankfurter Platz
Geld üä in der Woche vom 17. — 22. November 1930
fol=
wicklur)Tagesgeld 5,5—5—5,5—6—5,5 Prozent, Monatsgeld
——6,25 Prozent, für 2 Monate 6,25—6‟/—6.5 Pro=
ASſmm 1 Prozent mehr, Warenwechſel 51/s—5‟/g—5,5
Driſchaftliche Rundſchau.
Viehmärkke.
Verkelmarkt vom 19. November. Auftrieb: 493 Stück.
* Miark das Stück. Der nächſte Ferkelmarkt findet
Eib, borm, von 830 Uhr ab. auf dem Marktvlatz in
inderzuſfe ber Großhandelspreiſe vom 18. November 1930.
en St.ähg des 18. November berechnete Großhandelsinder=
Statiacher Reichsamtes iſt mit 120,1 gegenüber der
Vor=
unz 3 v. H. zurückgegangen. Die Inderziffern für die
hunn. Agrarſtoffe 111.8 (Rückgang 1.0 v. H.), Kolonial=
(m m 1,1 v. H.), induſtrielle Nohſtoffe und Halbwaren
„4InH) und induſtrielle Fertigwaren 144,5 (minus 0,4
2½=Aſonen=Kredit für Dörr und Reinhart, Worms.
ungaktar) zugunſten der Lederwerke Dörr und Reinhart
vernnnicht zu werden. Am nächſten Donnerstag wird ſich
inu Grrns mit der Gewährung eines Darlehens von 2,6
ſchdznrl an die Firma Dörr und Reinhart befaſſen. Das
ewHindung mit dem heſſiſchen Staaten gewährt
wer=
dieſe inlwdit könnte eine Stillegung des Werkes, das
zur=
r600 =eter beſchäftigt, vermieden werden.
umenlirorg der Induſtrie= und Handelskammern Wetzlar und
a. Mll lauan. Die Induſtrie= und Handelskammern Wetzlar
tfurt naM./Hanau geben in einer gemeinſamen Erklärung
auu hrund gleichgehender Beſchlüſſe die Induſtrie= und
ramkfurt a. M./Hanau und Wetzlar die Zuſammen=
Ikk beim preußiſchen Miniſter für Handel und
Ge=
bben. Der Miniſter hat daraufhin die Vereinigung
tchesirke mit Wirkung vom 1. Januar 1931 genehmigt.
ſes Beſchluſſes treten vom 1. Januar 1931 an acht
o Kreiſe Wetzlar in die Frankfurter Kammer ein.
niſtrie= und Handelskammer Wetzlar wird unter dem
rEstle Wetzlar” der Frankfurter Kammer mit dem
glei=
ng=ie wie bisher weiterbeſtehen. Darüber hinaus wird
iſten vergrößerten Bereich der Frankfurter Kammer
Siße für alle Belange des Bergbaues, der Eiſen= und
ute der optiſch=feinmechaniſchen Induſtrie.
Mation ule ung der engliſchen Werftinduſtrie. Der
ſyſtemati=
eng in der engliſchen Werftinduſtrie ſind drei weitere
Scyfwarften zum Opfer gefallen. Wie die zum Zwecke
S Wmtiker und unrationell arbeitender Werften gegründete
Shiblnſers Security Ltd. bekannt gibt, hat ſie je eine der
ſow, ümlrdroſſan- (Arſhire) und Loweſtoft gelegene
Schiffs=
erworbeun ſie ſtillzulegen. Die Geſellſchaft ſtehe mit
meh=
deren raffswerften an der engliſchen Nordoſtküſte in
Unter=
um —u dieſe aufzukaufen und ſtillzulegen.
Produkkenberichte.
tier „Körktenbericht. Großhandelseinſtandspreiſe per 100
Maismim Freitag, den 21. November 1930: Weizen
Nhe fiſſ. Roggen 16,5—16,75; Braugerſte 19,5—22,5; Indu=
KG-3 Futtergerſte 17—17,5; Malzkeime 10—11: Südd
Weut Sülm 9 ull 42,40: Roggenmehl 60proz. 26; Weizenkleie fein
Roo 95 tangenkleie 8—8,5; Biertreber 9,75—10,75; Erdnuß=
E3 4vkoskuchen 14—17; Palmkuchen 9—9,75: Rapskuchen
kleie wſe 6: geb. 6,5: Wieſenheu loſe 6.2; geb. 6,50;
eitrom 19rahtpreßſtroh 3.40; Weiße Bohnen 30,5. — Tendenz:
el, jhntzſtmdere Kleie, feſt, im übrigen ſtetig.
Mfurtelh ier=Großhandelspreiſe vom 22. November. Die
Stim=
hieſtin Markt iſt weiter feſt, doch war der Abfatz in friſcher
Wemlich ſetwend. Dagegen konnten Kühlhaus= und Kalk=Eier
* hgers werden. Es notierten in Pfg. per Stück:: bulgariſche
uaeiſche 14,5—15; rumäniſche 14—14,5; volniſche 13 bis
enichr7 —2,5; holländiſche 14—18; däniſche 14—18; belgiſche
nd rtu ſche 13—16; Kühlhauseier: Rumänen 12,5; Bul=
3: GollLier 14,5 Pfg.
Eiſcher B3ducktenbericht vom 22. November. Bei mäßigen Um=
SiMe 09 Ar duktenbörſe am Wochenſchluß ein ſtetiges Ausſehen.
Richosschbut bleibt gering, für Weizen beſtand angeſichts der
Sueigee rlwlung an den Auslandsmärkten einige Nachfrage,
woms gauns Lieferungsgeſchäft zu Preisbeſſerungen von einer
mre. 9 daren iſt am hieſigen Platze etwas vernachläſſigt, da=
Zeim Ri yr Der Küſte und an den binnenländiſchen Waſſerſtatio=
W Ah rege Nachfrage zu unveränderten Preiſen. Auch hier
ZFAh au am Prompt= und Lieferungsmarkte behauptet.
kammehle werden zu unveränderten Preiſen für den
Deei glkauft. Hafer liegt bei ausreichendem Angebot ſtetig.
ralitäten findet zu behaupteten Preiſen Unterkunft.
Aerikaniſche Kabelnachrichken
2 horeſin nach Meldungen aus Chicago am 22. Nov.:
SDAe M izen: Dezember 76. März 79 Mai 80,75. Juli
eriber 76½, März 788, Mai 80½, Juli 81,50;
D Tr :34½, März 363, Mar 38½; Roggen: Dezember
Märpau5. Mai 48,25.
Dd 2E ovember 980, Dezember 980. Januar 9,70.
ed,. W41.00.
SwDeriDn2 ichte 800—8.20, ſchwere 8.10—8,30; Schweinezu=
R Loras 10 000, im Weſten 41 000.
Stmpeh: Dezember 10,94. Januar 11,13.
De r nach Meldungen aus New York am 22. Nov.
dn särma Weſtern 10,65: Talg, extra loſe 434.
Getreiug
Aeizen: Rotwinter „neue Ernte 97, Hartwinter,
Sie Mais: loco New York 94½: Mehl: ſpring wheat
Getreidefracht nach England 1,6—2,3 sh. nach
4—7 C.
En3 kaum ſtetig. Umſätze 17, loco 61 November
3. Januar 1931 6.15, März 6.35, Mai 6.52, Juli
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. b. B. am Samstag, den
22. November, waren 445 Tiere zugeführt worden. Verkauft wurden:
318 Stück, und zwar Milchſchweine 12 bis 19 Mark pro Stück; Läufer
25 bis 45 Mark pro Stück. Marktverlauf; mäßig.
Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 22. November.
Auch an der Wochenſchlußbörſe konnte keine Geſchäftsbelebung
ein=
treten. Die Stimmung war nicht gerade unfreundlich, und im Grundton
eine gewiſſe Widerſtandskraft nicht zu verkennen. Da aber wieder keine
Anregungen und Aufträge vorlagen, verhielt ſich die Kuliſſe ſehr
reſer=
viert und ſchritt teilweiſe zu weiteren Abgaben. Die im Verlaufe
ge=
beſſerte geſtrige New Yorker Börſe bot keine Anregung, zumal deutſche
Aktien nach wie vor dort ſchwach liegen. Gegenüber der geſtrigen
Abend=
börſe war die Kursgeſtaltung nicht ganz einheitlich, doch überwogen
meiſt kleine Abſchwächungen. Größeres Angebot beſtand wieder am
Kalimarkt, da die Erzeugungseinſchränkung in der Wintershallgruppe
weiter verſtimmte. Auch ſollen in dieſen Werten wieder franzöſiſche
Ab=
gaben vorgenommen worden ſein. Weſteregeln eröffneten 4 Prozent
und Aſchersleben 3,5 Prozent niedriger. Salzdetfurth waren hiervon
kaum berührt und konnten leicht anziehen. Mit Minus=minus=Zeichen
erſchienen Ilſe Bergbau, die zirka 13 Prozent, und Tellus Bergbau, die
zirka 8 Prozent niedriger taxiert wurden. Im übrigen war die
Um=
ſatztätigkeit nicht groß. Am Chemiemarkt konnten J. G. Farben leicht
anziehen, während Dt. Erdöl bis 1 Prozent ſchwächer lagen. Etwas
mehr angeboten waren noch von Elektrowerten Licht und Kraft und
Geffürel mit je minus 2,5 Prozent, nachdem dieſe beiden Aktien von der
Abwärtsbewegung der vergangenen Tage relativ weniger betroffen
wur=
den. AGG. und Siemens lagen etwa 1 Prozent erholt. Bis zu 1,5
Prozent niedriger eröffneten noch Karſtadt und Wayß und Freytag. An
den übrigen Märkten waren die Veränderungen nur klein, und gingen
nach beiden Seiten kaum über 0,5 Prozent hinaus. Feſter eröffneten
noch Conti Gummi mit plus 2 Prozent. Am Anleihemarkt neigten
Alt=
beſitz weiter nach unten. Pfandbriefe waren überwiegend angeboten
und niedriger.
Nach den erſten Kurſen neigte die Tendenz im Zuſammenhang mit
Glattſtellungen zum Wochenſchluß und einem weiteren Vorſtoß der
Baiſſepartei zur Schwäche. J. G. Farben, Siemens und AEG. büßten
bis zu 1,5 Prozent ein. Im übrigen gingen die Rückgänge bis zu ein
Prozent. Der Schluß der Börſe war ausgeſprochen ſchwach. Stark
un=
ter Kursdruck ſtanden erneut Kaliwerte, die nochmals zirka 5 Prozent
einbüßten. Teilweiſe konnten auch auf kleine Wochenſchlußdeckungen
ge=
ringfügige Erhöhungen eintreten, doch lagen alle Werte immer noch
unter Anfangsniveau. Am Geldmarkt wurde der Satz für Tagesgeld
auf 5,5 Prozent ermäßigt, nachdem noch im Vormittagsverkehr größere
Nachfrage beſtanden hat. Am Deviſenmarkt lag die Mark gegen
De=
viſen etwas feſter. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1955 gegen Pfunde
20,37½, London-Kabel 4.8560, gegen Paris 123,61, Mailand 92,76;
Madrid 42,90; Schweiz 25,05½; Holland 12.07.
Berlin, 22. November.
Die Börſe ſchien zu Beginn des Verkehrs eine gewiſſe
Widerſtands=
fähigkeit aufzuweiſen. Zwar lag das Kursniveau überwiegend 1—3
Prozent unter dem geſtrigen Schluß, doch konnte man angeſichts der
Abſchwächungen an der Frankfurter Abendbörſe. Anſätze zu einer
Er=
holung feſtſtellen. Das Geſchäft bewegte ſich, ſchon mit Rückſicht auf
den frühen Samstagbeginn, in recht engen Grenzen. Das ſtarke
Ange=
bot des Auslandes ſchien etwas nachgelaſſen zu haben, die Börſe nahm
zum Wochenſchluß kleinere Deckungen und Rückkäufe vor, während das
Publikum weiter zum Ultimo Verkaufsneigung bekundete, da die
Ab=
ſchläge der letzten Zeit vielfach Engagementsmüdigkeit hervorgerufen
haben. Aus der Wirtſchaft meldete man faſt 10 Millionen Tonnen
Kohlen auf den Halden, Maſſenentlaſſungen beim Stahlverein,
Einfüh=
rung des Einſchichtenſyſtems beim Wintershall=Konzern und andere
wenig erfreuliche Dinge. Andererſeits wurden die
Kohlenpreisermäßi=
gungen um 9 Prozent, die geplante Steueramneſtie und der feſte New
Yorker Schluß mit Befriedigung aufgenommen. Durch größere
Ver=
luſte fielen Weſteregeln und Aſchersleben mit fe 6 Prozent Einbuße auf.
Ilſe erſchienen wieder mit Minus=minus=Zeichen, um dann neuerlich
12 Prozent niedriger feſtgeſetzt zu werden. Das Privatpublikum hält
anſcheinend den fetzigen Kursſtand dieſes Papieres, das vermutlich
wie=
der 10 Prozent Dividende zahlen dürfte, für zu hoch und realiſiert aus
dieſem Grunde; da die Paketkämpfe aufgehört haben, beſteht auch von
dieſer Seite kein Intereſſe mehr an der Erhaltung des hohen Kurſes.
Jedenfalls waren auch heute nur zirka 30 Mille angeboten. Im
Ver=
laufe trat vorübergehend eine leichte Beſſerung ein, dann wurde es
aber allgemein wieder ſchwächer. Anleihen kaum verändert.
Die Kohlenpreis=Ermäßigung.
Durchſchnittlich 8 Prozent.
Die Mitgliederverſammlung des Rheiniſch=Weſtfäliſchen
Koblenſyn=
dikates beſchloß folgende Einzelheiten bezüglich der bereits
angekündig=
ten Kohlenpreisermäßigungen mit Wirkung vom 1. Dezember: Die
Er=
mäßigung beträgt für Fettförderkohle 1,50 RM. ie Tonne; die Preiſe
für die übrigen Kohlen=, Koks= und Brikettſorten werden in ungefähr
gleichem Verhältris herabgeſetzt. Dieſe Preisſenkung geht über den
angekündigten Prozentſatz von 6 Prozent im Durchſchnitt hinaus. Nach
überſchläglicher Berechnung iſt eine brozentuale Ermäßigung von
durch=
ſchnittlich 8 Prozent erfolgt. Auf den Geſamtabſatz bezogen, iſt der
Preisermäßigungsumſatz geringer, da das Syndikat nur für einen Teil
des Abſatzes die vollen Preiſe erhält. Es wird erneut darauf
hingewie=
ſen, daß die zwiſchen Regierung und Ruhrbergbau vereinbarte Senkung
der Kohlenpreiſe eine entſprechende Herabſetzung der Löhne vom 1.
Ja=
nuar nächſten Jahres an zur Vorausſetzung habe.
Ueber die Marktlage wurde u. a. mitgeteilt, daß der laufende
Mo=
nat noch eine weitere Verſchlechterung gegenüber dem ſchon ſehr
ungün=
ſtigen Ergebnis des Monats Oktober gebracht hat. Die Haldenbeſtände
betragen jetzt 8,2 Millionen Tonnen, wozu noch 1,4 Mill. Tonnen aus
den Syndikatslagern kommen, insgeſamt alſo von 10 Millionen Tonnen.
Anfang des Jahres waren nur 1,7 Mill. Tonnen auf Lager, im Juni
hatte ſich bereits eine Anhäufung auf 6.1 Mill. Tonnen eingeſtellt. Der
augenblickliche Abſatzmangel betreffe alle Kohlenarten, auch Koks= und
Briketts. Das winterliche Hausbrandgeſchäft habe noch nicht eingeſetzt.
Der Wettbewerb in den deutſchen und ausländiſchen Revieren habe ſich
weiter verſchärft.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
In der geſtrigen Berliner Samstagsbörſe wurde der Privatdiskout
um 1is auf 4:/s v. H. erhöht.
Bei der Tabakfabrik von Arnold Böninger in Andernach haben
ſämtliche 60 Angeſtellte ihre Kündigung zum 1. Januar 1931 erhalten.
In der Kündigungsbegründung heißt es, daß durch die kommende
Tabakzollerhöhung der Verbraucherkonſum ſtark zurückgehen werde und
daß dadurch eine weitere Beſchäftigung nicht mehr ſtattfinden könne.
Auch die ganze Belegſchaft, 300 Arbeiter und Arbeiterinnen, haben ihre
Kündigung zum 1. Januar 1931 erhalten.
Am 25. November finden in Berlin die Nachverhandlungen über
den Schiedsſpruch im Ruhrbergbau ſtatt, der, wie gemeldet, von den
Arbeitnehmern abgelehnt und von den Arbeitgebern angenommen wurde.
Die Schuhfabrik Herz A.=G., Offenbach a. M., die ihr Aktienkapital
von 1 Mill. RM. um bis zu 300 000 RM. erhöhen will, bleibt für 1929=
30 wieder ohne Dividende. Der ſich ergebende kleine Gewinn ſoll
vor=
getragen werden (i. V. 12000 RM. Gewinnvortrag.).
Der Aufſichtsrat der Heidelberger Aktienbrauerei vorm. Kleinlein
AG., Heidelberg, beſchloß, der G.=V. am 10. Dezember die Verteilung
einer Dividende von wieder 12 Prozent vorzuſchlagen.
Der Aufſichtsrat der Brauhaus Würzburg (Würzburger Hofbräu),
Würzburg, beſchloß, der auf den 16. Dezember einzuberufenden G.=V. die
Ausſchüttung einer Dividende von wieder 11 Prozent für 1929/30
vor=
zuſchlagen.
Die Verſammlung des Vereins Baſalt=Lava=Werke für Mayen und
Umgegend hat faſt einſtimmig den Zuſammenſchluß beſchloſſen, um auf
Grund eines Vertrages die geſamte Baſalt=Lava=Induſtrie
zuſammen=
zufaſſen.
Der iriſche Freiſtaat hat einen Schutzzoll für ausländiſche Butter
eingeführt, der geſtern in Kraft trat. Der Regierungsantrag für die
Einführung dieſes Prohibitivzolles wurde zur Ueberraſchung der
Abge=
ordneten geſtern vom Finanzminiſter Blythe im Parlament eingebracht.
Der Antrag fand die Annahme durch das Haus mit allen gegen eine
Stimme.
Die Lage des ſchweizeriſchen Arbeitsmarktes hat ſich weiterhin
ſai=
ſonmäßig und auch konjunkturell verſchlechtert. Die Zahl der
Stellen=
ſuchenden hat ſich zur Vergleichszeit des Vorjahres verdoppelt.
Die Zahl der während der letzten fünf Tage zuſammengebrochenen
Banken in den Vereinigten Staaten von Amerika wird mit 110
ange=
geben. Elf Banken, die ihre Zahlungen vorläufig bis zum Freitag
die=
ſer Woche eingeſtellt hatten, konnten auch geſtern nicht ihre Schalter
wie=
der öffnen.
Wir wir hören, ſind dem Deutſchen Aktionärverein außer dem
Ver=
ein für die Intereſſen der Fondsbörſe in Hamburg, der Verband der
Württembergiſchen Privatbankiers korporativ beigetreten.
Berliner Kursbericht
vom 22. November 1930
Oeviſenmarkt
vom 22. November 1930
Berl. Handels=Geſ
Danatbank
Deutſche Bank u. 1
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
125.25
146.—
107.—
107.—
67.50
121.—
68.875
102.875
51.—
65.75
126.—
33.25
110.50
105.—
58.50
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppell
109.—
131.50
81-—
111.25
78.—
69.50
72.—
161.—
65.50
75.50
65.125
30.125
58.125
65.25
45.—
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kal
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
145.—
44.625
228.—
113.—
95.—
64.—
160.—
63.—
25.75
47.25
60.25
130.—
58.125
35.—
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aires
New Yort
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Pengo
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
12.Stg.
1 Pap. Peſol
1 Dollar
00 Belga
100 Lire
100 Franes
10.549
58.98
12.43
73.2‟
3.038/ 3.04
168.6.
112.0c
112.07
112.47
20.35‟
1.43e
1915
8.42
21.94
GeldBrieff
10.56‟
59.10
12.45
73. 43
168.9
112.30
12.29
112.69
20.3941
1.444
1995
58.54
21.98
6.464 16.504
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Jane roll Milreis
Jugoſlawien /100 Dinar
Portugal
Athen
Iſtambu
Kairo
Kanada
Uruguay
Island
Tallinn (Eſtl.)
Riga
Brief
&:35
7.35
81.57
2.0e4
0.403
„432
18.24
5.442
20.22
4.204
3.313
92.16
111.83
80.83
„4
Frankfurter Kursbericht vom 22. November 1930.
22 Dtſch Reichsan!
6O
„
89 Baden......."
6% Bayern ......
82 Heſſen v. 28
v. 29
88 Preuß. Staat
8% Sachſen... . . "
6% Sachſen. . . . . .
7% Thüringen ..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 44/-
Ab=
löſungsanl. . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe .. ..
—
8% Baden=Baden.
6% Berlin ......"
8% Darmſtadt v. 26
v. 28/
82
7% Dresden ...."
8% Frankfurt a. M.
Schätze. . . v. 29
% Frankfurt v. 26
v. 26
6
8% Mainz .....
8% Mannheim v. 26
Aee
88 München...
8% Nürnberg ..
8½ Wiesbaden...
8% Heſſ. Landesbk.
Goldpfbr. . ..
Goldpfbr.
88 „ Goldobligl
4½% Heſſ. Lds.-
Hyp.=Bk.=Liquid
4/.% „Kom.=Obl.
8½ Preuß. Lds..=Anſt. G. Pf.
7‟
82 „Goldoblig
98.15 • 8¾ Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen.Goldobl.
n6.75
8½Kaſſeler Land.=
99
kredit Goldpfbr..
83.7
85.9 T6‟
88.5 1 8% Naſſ. Landesbk.
(5
6%
98.5 14½% „Liqu. Obl
.
82
85
77
94.6
91.5
0
84.5
89.5
3
93.25
86‟.
96
91.75
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
+Ausl. Ser. I
+Ausl. Ser, III
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
—
8% Berl. Hyp.=Bk.
7%
4½0 Liqu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp.=Bk..
7% „
4½% — Lig. Pfbr
8% „ Pfbr.=Bk.
4½% „Lig. Pfrb.,
8% Mein. Hyp.=Bk.
7%
4½% Lig. Pfbr.
8% Pfälz. Hyp.=Bk.
4½% „ Lig. Pfbr
8% Preuß.
Boden=
cred.=Bank . . ."
4½% „Lig. Pfbr.
8% Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bank".
4½% Lig. Pfbr
8% Rhein. Hyp. Bk./
72
4½% n Lig. Pfbr..
80 Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit.. . . .
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank .. ..
2 „
4½% Lig. Pfbr.
8% Württ. Hyp.=B.
6% Daimler=Benzl 66.5
99.75
8411,
93
5111,
K
Ad
R.
93.5
83.5
.25
93.5
86‟.
85.25
97.5
87.5
Ra
83:,
98"
92.5
84.25
98
85.75
97.5
8% Dt. Linol. Werke
82 glöchner=Werke
7% Mainkrw. v. 26.
2o Mitteld. Stahl.
8½ Salzmann u. Co.
7% Ver. Stahlwerke
8% VoigtckHäffner
97
83.25
81.25
78
78.5
91.5
J. G. Farben Bondsl 89.75
5% Bosn. L.E.B.
5%
L. Inveſt.
4½% Oſt. Schatze
4% Oſt. Goldrente
5 %vereinh. Rumän
4½%
4%0
4%0 Türk. Admin.
4% „ 1. Bagdad
4½ „ Zollanl.
4½” Unganr 1913
4½% „ 1914/
Goldr.
470
4½ „. 1910
Aktien
Alg. Kunſtziide Uni
A. E. G..........!.
AndregeNoris Zahn/100
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bemberg, J. P. ..
Bergm. El.=Werke.
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen.. ..
Cement Heidelberg
„ Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſell157
Chem. Werke Alber:
Chade ..........
Contin. Gummiw./110.75
Linoleum
Daimler=Benz ....
Dt. Atl. Telegr. ..
Erdöl .......
„ Gold= u. Silb.=
„ ſcheide=Anſtalt 1128.5
20
20
36‟,
76.25
—
13.15
6.6
23
64.5
102.5
Du
66.5
20.25
110
95
Dt. Linoleumwerke
„ Eiſenhandel. ..
Dyckerhoffu. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg=Geſ
„ Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk.
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaum.
Frkft. Gas ......."
„ Hof...."
Geiling E Cie. ....
Geſlenk. Bergwerk
Geſ. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frrft..
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfbr.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer.. . . .!
Hochtief Eſſen ...
Holzmann, Phil.
Flſe Bergb. Stamm
„ Genüſſe
Junghans.
Kali Chemie. ... .
„ Aſchersleben..!
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R... . . .
Klein, Schanzlin".
Klöcknerwerke ...
Lahmeyer & Co. ..
Laurahütte . . . . .
Lech. Augsnurg .
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt
09.5
131
109.75
198
30
46
80
125
61
72
168‟
100.5
28
110
162
82.25
113
125.25
11.75
Miit R.che Mainz. Akt.=Br. .. . 146 Mannesm.=Röhren 65‟. Mansfeld Bergb. 38 Metallgeſ. Frankf.. 84.25 Miag, Mühlenbau. MontecatiniMaild. Motoren —rmſtadt 45 Deutz Oberurſell Obervedarf ..... Phönix Bergbau .. Reiniger, Gebb. .. 85 Rh. Braunkohlen — „Elektr. Stamm. 118.5 „Metallwaren .. „Stahlwerke . . . . 69 Riebeck Montan. . . Roeder Gb. Darmſt. 80 Rütgerswerke jachtleben A. G...
Salzdetfurth Kali.
Salzw. Heilbronn.
Schöfferhof=Bind..
Schramm. Lackfabr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. . .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske
Südd. Immobilien
Zucker=A. G.
Svenska Tändſticks
Tellus Bergbau ...
Thür. Liefer.=Geſ.
Lietz Leonhard ..."
Tucher=Brauerei..
Unterfranten
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind.
„ Stahlwerke ..
„ Strohſtoffabr.
Ultramarin . . .
Vogtländ. Maſchin
Zoigt & Haeffner.
131
238
210
87
66
103
120
165
30
134
80
M 45.75 Wegelin Rußfabrik Weſteregeln Kali". 163 Zellſtoff=Verein. . 55 „ Waldhof...... 143 „ Memel .. . .. Allg. Dt. Creditanſt. 96 Badiſche Bank ... 139 Bk. f. Brauinduſtr. 109.5 BarmerBanwerein 100 Baver. Hyp. n. W 121.5 Berl. Handelsgeſ.. Hypothekbk. 220 Somm. u. Privatb 109 Darmſt. u. Nt.=B1. 146 Dt. Bank und Disc 106.8 Dt. Eff. u. Wechſel 96 Dresdener Bank.. 107 Frankf. Bank.." 91 „ Hyp.=Ban: .. 150 „ Pfdbr.=Bt. ... 149.75 Mein. Hyp. Bant 159 Oſt. Creditanſtalt 27.2 Pfälz. Hyp. Bank .. 131 Reichsbank=Ant. . 213.5 Rhein. Hyp.=Bank. 136.5 Südd. Bod.=Cr. Bk. Wiener Bankverein 9.7 Württb. Notenbank 135 A.G. f. Vertehrsw. 53 Allg. Lokalb. Kraftw 7% Dt. Reichsb. Vzol Hapag ......" 68 Nordd. Lloyd.. . ." 69.5 Südd. Eiſenb.=Gef. 92 Allianz. u. Stuttg. Verſicherung .. 158 „ „ Verein. Verſ. 166 FrankonaRück= u. M Mannh. Verſich. Otam Minen Schantung Handels 33 [ ← ][ ][ → ]7
Aufklärung!
Mache hiermit jedermann darauf
aufmerkſam, daß nicht Georg Bechk,
Beſſungerſtr. 35, ſondern ich aus
gewiſſen Gründen die Verlobung
aufgegeben habe.
Gretel Weinmann
Beſſungerſtraße 72.
Von der Reise zurück
Dr. Isaak
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Kriekwesten
Pullovers, Kostüme
Sportstrümpfe
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Wienerstraße 82, II.
17061
Nach Goltes heiligem Willen entſchlief am Donnerstag, den 20. Nob.
fanft nach kurzem, aber ſchwerem Leiden unſere innigſtgeliebie Mutter,
unſere liebe Großmutter, Schwiegermutter, Schweſter, Schwägerin
und Tante
Frau Anna Geißner
geb. Marx
im 70. Lebensjahre, wohlgeſtärkt durch den Empfang der hl.
Sterbe=
ſakramente.
In tiefem Schmerze:
Im Namen aller Hinterbliebenen:
Victor Geißner u. Frau Eliſabeth, geb. Schaefer
Hans Geißner u. Frau paula, geb. Krichel
Franz Geißner u. Frau Eliſabeth, geb. Kapp
Rudolf Geißner u. Frau Eliſabeth, geb. Bachmann
Karl Geißner u. Fran Dina, geb. Heger
(17069
und 10 Enkelkinder.
Darmſtadt, Eſſen, Weinheim, Heimersheim, den 23. Nov. 1930.
Die Beerdigung fand auf Wunſch der lieben Entſchlafenen am
Sams=
tag, den 22. November in aller Stille ſtatt.
Das feierliche Seelenamt wird am Montag, den 24. November,
vor=
mittags 8‟/. Uhr, in der St. Ludwigskirche ab gehalten.
Statt Karten.
Meine liebe Frau, meine herzensgute Mutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
Marie Kolb
geb. Nordmann
iſt nach kurzer, qualvoller Krankheit heute Abend 7‟/, Uhr
von uns gegangen.
Prof. Wilh. Kolb, Studienrat
Hildegard Kolb, Gerichtsreferendar.
Darmſiadt, den 21. November 1930.
Georgenſtraße 8.
Die Einäſcherung ſindet Montag, den 24. November, nachmittags
4 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
(17064
Dankſagung.
Auf dieſem Wege allen lieben Freunden und Bekannten unſeren
innigen Dank und Händedruck für die überaus herzliche, große
Teil=
nahme, die ſie uns beim Heimgang unſerer unvergeßlichen
Frau Mina Grab
in ſo reichem Maße bewieſen haben. Noch einmal an dieſer Stelle
gedankt den Herren Aerzten, Pfarrer und Schweſtern des
Eliſabethen=
ſtifts für alles Liebe und Gute, das ſie unſerer teueren Entſchlafenen
während ihrem ſchweren Kampfe geſchenkt haben. Ferner ſei gedankt
Herrn Pfarrer Beringer für die troſtreichen Worte und dem geſamten
Perſonal der Firma Reingold für den warmen Nachruf und
Kranz=
niederlegung am Grabe.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Valentin Grab.
Darmſtadt, den 22. November 1930.
(17091
Todes=Anzeige.
Heute vormittag entſchlief plötzlich
und unerwartet, unſer lieber, guter
Vater, Großvater u. Schwiegervater
Herr
Friedrich Noll
im Alter von 20 Jahren.
Zuschneide und
Mähkurse
Neuanfertigen. Umändern. Gründl.
ge=
wiſſenh. Ausbild. Tages= und Abendkurſe.
Adele Bachrach
Neiſterin, nur Wendelſtadtſtr. 47, part
(26864a)
Steuerfachmann
Familie Friedr. Günther
Familie Konr. Vollhardt
Familie paul Gitſchel
Familie Otto Fröde.
Darmſtadt, Bad Kreuznach,
den 21. November 1930.
Übernimmt ab 1. Januar 1931
Buch-
führungsarbeiten, Ausarbeitung von
Steuer-Erklärungen, Schriftsätzen
usw. (inshesondere auch für freie
Berufe, in und außer Abonnement).
Zwecks Arbeitseinteilung schon jetzt
Anfragen erbeten unter K 87 an
Geschäftsstelle.
jeder Art
trümpfe znsstickt
werden
121
Die Beerdigung findet am
Mon=
tag, den 21. November, nachm.
3 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
auch engl. Sohlen, sodaß solche
gut im Spangenschuh getr. werd.
können. Füße nicht abschneiden
Strickerei Schmidt
Teichhausstr. 34, 1, Tel. 2536
Nach kurzem Teiden verſchied heute mein
lieber Mann und treuſorgender Vater
ſeines Kindes
Dankſagung.
Alfred Hentſchel
Für die ſo überaus herzl. Anteilnahma
Heimgang unſerer lieben Entſchlafenen
Darmſtadt, den 21. November 1930.
wir hiermit unſeren innigſien Donk
Eliſabeth Hentſchel
und Kind.
Im Namen der trauernden Hinterin
Die Beerdigung findet Montag um ½/.3 Uhr
auf dem Waldfriedhofe ſtatt.
Lud. Breitwieſer.
Dankſagung.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme, ſowie
für die vielen Kranz= und Blumenſpenden beim
Heim=
gang unſeres lieben Entſchlafenen
Wilhelm Rau
beſonders Herrn Pfarrer Müller für die troſtreichen
Worte, Herrn Dr. Hammer, den Brüdern des Herz=
Jeſu=Hoſpital für die liebevolle Pflege, wie dem
Ort’ſchen Männer=Chor nebſt Kegelklub, der
Studen=
tiſchen Wirtſchaftshilfe, der Firma Röhm & Haas und
allen Verwandten und Bekannten, ſagen wir unſeren
herzlichſten Dank.
Frau Karoline Nau, geb. Engel und Kinder.
Darmſtadt, den 19. November 1930.
Ludwigshöhſtraße 12.
Dankſagung.
Allen, die bei dem Ableben unſeres lieben
Ver=
ſtorbenen, Herrn
Martin Ruppel
Ehrenmeiſter
ſo innigen Anteil nahmen, ſagen herzlichen Dank.
Der Schuhmacher=Innung für Kranzniederlegung
und Nachruf herzlichen Dank.
Für die Hinterbliebenen:
Franz Schäfer und Frau.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
bei dem Verluſie unſerer lieben Enn=—
ſagen auf dieſe Art ihren herzlichſtern
Inbeſondere danken wir Herrnhe‟
Beringer und den Schweſtern des SS HM
Krankenhauſes, ſowie der Direktion i
Betriebe und der Aufnahme Erheberrtel”
Im Namen der trauernden Hinternit
Otto Burck und
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2. Dienstag: Der Weg zum wahren Glück
3. Mittwoch: Die zwei verlorenen Söhne
4. Donnerst.: Eine große Errettung
5. Freitag: Ein Blick ins Jenſeits
6. Samstag: Wächter, wie weit iſt’8 in der Nacht?=
7. Sonntag: Das kommende Weltgericht und
Der jüngſte Tag
Sonntagnachmittag 4½ Uhr: Bibelſtunde über ein
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ſchließlich Freitag, nachmitu,
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kfurt M. Die ſtarken Regengüſſe
Tagw aben den Flüſſen ungeheure
ſen zugeihrt, ſo daß ſie überall
Hoch=
gen. .N Main dürfte vorausſichtlich
ren Aſſſerſtand als im Oktober
er=
ſamstagmorgen zeigte der Lohrer
ſits 3/AMeter und es iſt mit einem
4500½ 5 Meter zu rechnen gegen
ſin Oülſter. Damit beſteht auch für
die Geihr, daß das Waſſer über die
doch iud uns verſichert, daß ein ge=
Hochwfaſr nicht zu erwarten iſt.
ſchwaſpieienſt der
Rheinſtrombau=
erwaltung.
enz. /0. Hochwaſſerdienſt der
Rhein=
brwaltauy iſt im Laufe des geſtrigen
finet uuden, da die Marke 1 (
Fünf=
übeckſeirten iſt. Mit
Ueberſchrei=
bochmhſrlinie treten für die
Rhein=
erheblſie Beſchränkungen ein. Der
dert lafn, die Moſel und Saar
Der Vulkan Kilauea auf Hawai.
Der Vulkan Kilauea auf den Hawai=Inſeln iſt wieder in heftiger Tätigkeit. Aus dem Krater
lodern zehn gewaltige Flammenſäulen empor. Dem Ausbruch ſind bereits 40 Menſchen zum
Opfer gefallen.
Stunta)äden in der Eifel und im
Hochwald.
DaMoſelwaſſerſtand betrug in
(Freitseum 22 Uhr 4,73 Meter. Die
uhr himhren Betrieb zwiſchen
Zeltin=
ſerncaceeingeſtellt. Ebenſo wurde der
mrbetnlie auf der Moſel eingeſtellt.
ſifel uundern Hochwald werden ſchwere
den gilnldet. In Trier wurden in der
ſcht diih den ſtarken Sturm Bäume
und elrere Dächer abgedeckt. An
en Sckuurg ſind Felder und Wieſen
ſt überwernmt. In Saarburg wurden
2s Hofhuſſers bereits einzelne
beſon=
hrdetes ſüſer der Unterſtadt von den
mn ger ät. Am Ausgang des Cochemer
ſin Echſu ſtürzte die etwa 10 Meter
Wbergs9wr infolge der ſtarken
Regen=
mehresn S tellen ein.
hehments Sochwaſſer der Saar.
2ibrüſtn. Die Saar iſt weiter im
begrif / Der Hochwaſſerſtand vom
der d. üiſt bereits um 20 Zentimeter
ſten, ſonß diesmal weit größere
Schä=
beſürchſtz ſind. Der Fiſchbach hat die
lund Kick eines ganzen Straßenzuges
mmt. R1 den Stadtteilen St. Johann
ſtatt Quag das Grundwaſſer bereits in
n unds der gelegenen Häuſer ein. In
1In iſt iEzTamm eines Weihers gebor=
Waſſeenſen bahnten ſich den Weg ins
9 drasha in Keller und Wohnungen
S Blicest Sildet einen großen See.
Venübſchv emmung in Belgien.
Mel. t der Gegend von Charleroi
Dmbretzier ihre Ufer getreten und hat
wen 19 Häuſer in den Gemeinden
Me, Mibigmies, Couillet und Chatelet
PP DPſementfabriken von Charleroi
Mer Aler. Tauſende von Säcken
Ze=
i vevBſter. Die Straßen, an denen
Hge 7Xhnuube „La Providence” liegen,
Werbc In Montignies ſind einige
durgh’s Waſſer von jedem Verkehr
ſiten. re Mauern ſind zum großen
gekürzite n Charleroi ſind einige Stra=
Sichneckt. Das Waſſer hat die Höfe
Pnſtal P reicht.
züberſaklu einen Sparkaſſenkaſſierer.
niuha. M. Auf einen Kaſſierer der
oniſche kia eſt Uſchaft wurde am Samstag
der l ör elder Landſtraße ein Raub=
A prite neinem Hausgang überfiel ein
DeAiſtäter herausſtellte, der 27jähr.
„Raſſierer und verſuchte, ihm
er treißen. Der Kaſſierer ſetzte
9rief um Hilfe. Darauf floh
T Nſchwoß auf die ihn verfolgenden
ia tete ſchließlich in ein Haus,
oget ait gefunden werden konnte.
Singesichie Ueberfallkommando riegelte
Sowerchide5 und nahm Wien feſt.
e Beitzdition in die Antarktis.
LLa a nanien). Der Polarforſcher
Doon hat mit dem
Expeditions=
ſeine zweite Forſchungsreiſe
gſeiet angetreten.
Dealſchlands flütener Kandfantſender MBeitid.
Der neue 75=Kilowatt=Sender Mühlacker bei Stuttgart.
Oben: Blick auf die Sendeſtation. — Unten: Die Zentralſchaltanlage des Senders.
iſte.
Schwer
Der engliſche 14000=Tonnen=Dampfer „Highland Hope‟,
der mit 700 Paſſagieren vor der portugieſiſchen Küſte ſtrandete. Ueber das Schickſal des
geſtran=
deten Schiffes, das nach Südamerika unterwegs war, fehlt noch jede nähere Nachricht.
Schweres Bauunglück bei Budapeſt.
Eine Tote, zehn Verletzte.
Budapeſt. In Ujpeſt ereignete ſich ein
ſchweres Bauunglück. Das Gerüſt eines
fünf=
ſtöckigen Neubaues ſtürzte plötzlich ein und
be=
grub 24 Leute unter ſich. Acht Schwer= und drei
Leichtverletzte mußten von der
Rettungsgeſell=
ſchaft ins Krankenhaus gebracht werden. Eine
Tagelöhnerin iſt bereits kurz nach der
Einliefe=
rung in das Krankenhaus ihren Verletzungen
er=
legen.
Schweres Erdbeben in Süd=Albanien.
Tirana. Am Freitag wurden im Bezirk
Valona (Südalbanien) 8 Dörfer von einem
hef=
tigen Erdbeben heimgeſucht. Zahlreiche Häuſer
ſind eingeſtürzt, viele andere wurden ſchwer
be=
ſchädigt. Dem Erdbeben ſind 30 Menſchen zum
Opfer gefallen. Zahlreiche Perſonen wurden
ver=
letzt. Die Einwohner der betroffenen Orte ſind
zum größten Teil obdachlos und müſſen im
Freien kampieren. Aerzte und Hilfsmannſchaften
ſind ſofort nach Bekanntwerden des Unglücks in
das Erdbebengebiet entſandt worden.
Ein Unglückskag für die
franzöſiſche Eiſenbahn.
Ein Eiſenbahnzug in die Loire geſtürzl.
Paris. Am Freitag abend gegen 10.15 Uhr
entgleiſte der Schnellzug Paris—Nantes zwiſchen
Oudon und Clermont infolge eines durch die
Regengüſſe der letzten Zeit und das Eindringen
des Loirewaſſers verurſachten Erdrutſches. Die
Lokomotive ſtürzte in die Loire. Die beiden
erſten Wagen legten ſich auf die Seite und
glit=
ten ganz oder teilweiſe in den Fluß. Die übrigen
Wagen ſind mehr oder weniger ſtark beſchädigt
worden. Die meiſten Reiſenden, die ſich in den
beiden erſten Wagen befanden, haben ſich nicht
freimachen können und den Tod gefunden. Auch
der Zugführer iſt ertrunken, während der Heizer
ſich durch Abſpringen retten konnte. Man
be=
fürchtet, daß viele Tote zu beklagen ſind. Mehrere
Reiſende ſind verletzt. Ein Lazarettzug aus
Nan=
tes hat ſich an die Unfallſtelle begeben, um die
Verletzten zu bergen. Ein Weichenſteller aus
Clermont, der den Erdrutſch bemerkte, lief dem
Zuge entgegen, um ihn durch Zeichen zum Stehen
zu bringen und die Kataſtrophe zu vermeiden.
Er wurde von der Lokomotive des Schnellzuges
erfaßt und zermalmt, ſo daß die von ihm
beab=
ſichtigte Warnung mißlang.
Der Umfang des Zugunglücks bei Nantes.
Die Zahl der bei dem Zugunglück in der Nähe
von Nantes ums Leben gekommenen Perſonen
läßt ſich noch nicht mit Sicherheit feſtſtellen.
Doch ſcheinen ſich die erſten Befürchtungen, daß
viele Todesopfer zu beklagen ſeien, nicht zu
be=
ſtätigen. Der Präfekt des Departements Loire
Inférieure, der ſich an die Unfallſtelle begeben
hatte, erklärte bei ſeiner Rückkehr, wie der „
Ma=
tin” in einer Spätausgabe berichtet, der Unfall
ſei nicht ſo ſchwer, wie man anfänglich
angenom=
men habe. Nur der Lokomotivführer ſei ums
Leben gekommen. Was die Verletzten betreffe, ſo
gebe ihr Befinden zu keinerlei Befürchtungen
Anlaß.
Nach den letzten Meldungen hat die
Ent=
gleiſung des Schnellzuges Paris-Nantes außer
dem Zugführer keine weiteren Todesopfer
ge=
fordert. 17 Perſonen ſind leicht verletzt worden,
darunter der Senator Grand. Alle Paſſagiere
des in die Loire geſtürzten Wagens 1. und 2.
Klaſſe konnten rechtzeitig geborgen werden. Die
Lokomotive, deren Keſſel im Augenblick des
Sturzes in die Fluten explodierte, hat ſich
ziem=
lich tief in das Bett der Loire eingegraben, ſo
daß die Bergung auf größere Schwierigkeiten
ſtößt und kaum vor Rückgang des zurzeit ſehr
hohen Waſſerſtandes möglich ſein wird.
Außer der Kataſtrophe bei Nantes ereigneten
ſich am Freitag in Frankreich nicht weniger als
drei leichtere Eiſenbahnunfälle. In der Nähe
von Chartres entgleiſte ein Schnellzug, von dem
der Packwagen und ein Perſonenwagen eine 15
Meter hohe Böſchung hinunterſtürzten. Drei
Eiſenbahnbeamte und ein Reiſender wurden mit
ernſten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.
Bei Mortagne im Departement Orne
ent=
gleiſte ein Zug beim Paſſieren einer Brücke,
wo=
durch erheblicher Sachſchaden angerichtet wurde.
Schließlich ſtieß im Bahnhof von Longuyon
ein aus Nancy kommender Perſonenzug mit
einem Güterzug zuſammen. Dabei wurde eine
Frau getötet und drei Reiſende erlitten ſchwere
Verletzungen.
Ein italieniſches Verkehrsflugzeug vermißt.
Paris. Ein Waſſerflugzeug der italieniſchen
Luftverkehrslinie Genua—Marſeille-Barcelona,
das mehrere Paſſagiere an Bord hat, wird, wie
das Luftfahrtminiſterium bekanntgibt, ſeit dem
vorgeſtern früh erfolgten Start von Barcelona
vermißt. Man befürchtet, daß die Maſchine, ein
viermotoriger Dornier=Superwal, aufs Meer
niedergehen mußte und bei dem hohen Seegang
geſunken iſt. Mehrere Rettungsboote ſind von
Port Vendres und Marſeille ausgelaufen.
Havas meldet aus Port Vendres: Das
ita=
lieniſche Waſſerpoſtflugzeug, das, wie bereits
gemeldet, vermißt wird, hatte fünf Mann
Be=
ſatzung und zwei Paſſagiere an Bord. Das
Surren der Motoren iſt zum letzten Male auf
einer Schaluppe 50 Kilometer von der Küſte
entfernt vernommen worden. Das
Motoren=
geräuſch verſtummte plötzlich. Seitdem fehlt von
dem Flu
Vulkanausbruch auf Hawai.
zeig derk weiht ſeine neue Auko=Hochſtraße ein.
[ ← ][ ][ → ]Seite 14
Sonntag, den 23. November 1930
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mafor a. D. Dr. Ernſt Bethcke. Verlag Tradition / Wilhelm
Kolt, Berlin 1930. 186 Seiten.
Moltke und Roon, Manteuffel und Stoſch, Walderſee und Verdy
ſind die Planeten, die um die große Sonne Bismarck kreiſen. Es liegt
eine eigene Tragik darin, die durch manche mündliche und ſchriftliche
Aeußerungen des großen Kanzlers belegt iſt, daß er, der auch auf der
militäriſchen Stufenleiter die höchſten Stufen erklomm, doch nicht über
militäriſche Autorität verfügen konnte. Ein Verhältnis, wie es ſich
zwiſchen Bismarck und ſeinen politiſchen Mitarbeitern herausbildete,
zwiſchen ihm und ſeinen Staatsſekretären, war zwiſchen dem erſten
Kanzler und den führenden Generälen unmöglich. Der Grund hierfür
lag zum großen Teil in der Perſon des alten Kaiſers, der in den
Tradi=
tionen des alten preußiſchen Offiziers aufging und wenigſtens in dieſem
Punkte ſeine Selbſtändigkeit behauptete. Auf der anderen Seite hatten
es aber auch die Generäle, an ihrer Spitze der große Schweiger nicht
leicht, dem großen Haſſer Bismarck gegenüberzuſtehen. In dieſe
Be=
ziehungen, die mit Walderſee bis in unſere Zeit hinüberreichen, leuchtet
das Werk von Bethcke hinein, knapp und das Weſentliche heraushebend
und doch für den, der in erſter Linie die großen Zuſammenhänge
durch=
forſchen will, erſchöpfend. Allen politiſch Intereſſierten — wer muß
das heuzutage nicht ſein? — wird das Buch, das Sachregiſter und eine
ſehr ausführliche Literaturangabe ergänzen, ein willkommener Führer
im Geſtrüpp der Politik der letzten Jahrzehnte von dem Weltkriege
ſein.
Angewandtes Rechnen mit Formelſammlung für den Kraftfahrer und
Mechaniker. Von Oberingenieur Fritz Hofbauer,
Hauptſchrift=
leiter der Neuen Kraftfahrer=Zeitung, 234 Seiten mit 52 Abbildungen
und 2 Tabellen. Taſchenformat in Leinen gebunden 3,50 RM. Chr.
Belſer A.=G., Verlagsbuchhandlung, Abtlg. Neue Kraftfahrer=Zeitung,
Stuttgart.
Durch die ungeheure Verantwortung, die Kraftfahrer und
Mecha=
niker beim Lenken und bei der Inſtandſetzung der Kraftahrzeuge
geſetz=
lich tragen, ſind ſie unerläßlich gezwungen, ſich nicht nur blindlings auf
ihre Praxis und auf Schätzungen zu verlaſſen. Taufende von Aufgaben,
die dem Kraftfahrer und dem Mechaniker in ihrem Berufe begegnen,
können nur durch Rechnen zuverläſſig gelöſt werden. Jeder kann
rech=
nen und kann es leicht erlernen, wenn er richtig angeleitet wird und
auch nur ein wenig Entſchlußkraft aufbringt, ſich mit den
Anfangsgrün=
den zu beſchäftigen. Mit der Kenntnis des praktiſchen Rechnens
gewin=
nen Kraftfahrer und Mechaniker nicht nur mehr Selbſtvertrauen,
ſon=
dern ſchaffen ſich auch in vielen Fällen eine wichtige Entlaſtung vor dem
Strafrichter. Das Buch iſt aus der Praxis für die Praxis geſchrieben
und wird dem Kraftfahrer und Mechaniker ein treuer Berater und
ſtän=
diger Begleiter in ihrem verantwortungsvollen Berufe ſein.
— Von Walter Schweter, unſerem Mitarbeiter und Herausgeber
der bekannten, wohlfeilen, bebilderten Monatshefte „Unſer Vaterland”
die monatlich kaum 40 Pfg. koſten, ſind zwei neue Bücher
erſchie=
nen, und zwar „Im Waldland des Freiherrn vom Stein”,
mit vielen Bildern von Prof. H. v. Volkmann, Karl Fr. Bantzer, dem
Sohn des bekannten großen heſſiſchen Malers, Rob. Eckert, J. Göbel u.
a. in ſtark. fein. Pappb. zu 50 Pfg. (bei Großbezug für Schulen und
Vereine weſentlich billiger) im Verlag von W. Schweters
Buchhandlung in Darmſtadt. Ueber dieſes ſchreibt im „Fährmann”
der Bezirksjugendpfleger Fr. Grebenſtein: „Nicht nur
die Freunde unſerer ſchönen Heimat werden dem liebenswürdigen
Dich=
ter danken für dieſes neue Bekenntnis tiefer Heimatverbundenheit,
ſon=
dern auch die Lehrerſchaft wird im Jubiläumsjahr unſeres großen
Landsmannes für ein ſo eindringliches Büchlein, das ſich ſehr wohl als
Klaſſenleſeſtoff eignet und in die Hand jedes deutſchen
Kin=
des gehört, dankbar ſein.‟ Das zweite Buch iſt die Dorf= und
Waldgeſchichte „Dörſthecks” mit Bildern von Karl Fr. Bantzer
in feinem Pappb. 100 RM., in Leinen=Geſchenkb. 2,00 RM Verlag
Mich, Laßleben in Kallmünz. Die Geſchichte einer deutſchen, ſich ſchwer
durch die böſe Gegenwart ringenden Kaufmannsfamilie. Auch von
die=
ſer naturfriſchen Erzählung kann man wieder ſagen, daß man beim
Leſen ein „ganz anderer, froher, ſtillerer Menſch” wird. — Beide Bücher
ſind für den geringen Preis ausgezeichnet im Aeußeren und für
Ge=
ſchenkzwecke ſehr geeignet.
„Arbeit und Eigentum”. Die in Berlin=Lichterfelde erſcheinende
Monatsſchrift, Zeitſchrift für organiſche Wirtſchaft, bringt in ihrer
No=
vemberausgabe u. a. folgende Artikel: 1. Berechtigtes Mißtrauen gegen
die Reichsregierung. 3. Die finanzielle Unfähigkeit deutſcher
Staats=
männer und Wirtſchaftsführer. 3. Betrogenes Baugewerbe und
ge=
täuſchte Hausbeſitzer. 4. Arbeitsminiſter Stegerwald über die
Beſei=
tigung der wirtſchaftlichen Notlage. 5. Dr. Silverberg über die
Kadi=
talzerſtörung. 6. Moskau in Deutſchland. 7. Rundſchau. a) Rückgang
der Welthandelsgewinne; b) Rückgang der Sachlieferungen: c)
Aufwer=
tung der Sparkaſſenguthaben in Preußen; d) Warum lehnt Hoover
eine Reviſion der Kriegsſchulden ab?; e) Sowjetpropaganda im
eng=
liſchen Weltreich; k) Internationales Recht und Privateigentum; g.
Wiener Inveſtitions=Anleihe und deutſche Anleiheablöſung; h)
Eng=
liſche Kohle in Deutſchland; 1) Indirekte Steuern und Kaufkraft; k)
Agrarkriſe iſt Gewerbekriſe uſw.
Arbeitsausſchuß Deutſcher Verbände. Die Zeitſchrift „Der Weg
zur Freiheit” bringt in ihrer Nr. 22 vom 15. November den von
führenden Männern der Wirtſchaft und der großen Organiſationen
unterzeichneten Aufruf gegen die drohende Annerion Deutſch=
Oſt=
aſrikas und kennzeichnet die Lage, wie ſie durch das Mandatsſyſtem
gegeben iſt. Ergänzend tritt ein Aufſatz von Dipl.=Kaufmann
Schnei=
der=Landmann. „Die Berichte des Völkerbundes und des
Arbeits=
amtes über die Eingeborenenpolitik der Mandatsverwaltung” hinzu.
Ein weiterer Beitrag wendet ſich gegen einen kürzlich vom „Temps”
unternommenen Verſuch, eine Kette deutſcher „Einfälle” in
franzöſiſch=
belgiſches Gebiet ſeit dem 16. Jahrhundert zu konſtruieren; ſozuſagen
alſo die Kriegsſchuldanklage von 1914 bis in dieſe Zeit ſchon
zurückzu=
verlegen und weiſt demgegenüber nach, daß gerade ſeit fener Zeit die
franzöſiſchen Vorſtöße nach Oſten, nach dem Rhein zu, erfolgreich
be=
ginnen. Ein Beitrag zur Pſychologie der franzöſiſchen Ueberfalls= und
Sicherheitspſychoſe, in der dieſe Dinge ſich verkehrt ſpiegeln.
Guſtav Schröer: Die Flucht aus dem Alltag. Einmalige Volksausgabe.
15.—30 Tauſend. 310 Seiten. In Leinenband 2,85 RM. Verlag
von Quelle u. Meyer, Leipzig.
Zum erſten Male liegt einer der großen Romane des Thüringer
Heimatdichters zu dem erſtaunlich niedrigen Preis von 2,85 RM. vor.
Dieſe wahrhaft gediegene „Voltsausgabe” iſt ein Geſchenk an Schröers
ausgedehnte Leſergemeinde, dopelt begrüßenswert, weil die „Flucht aus
dem Alltag”, zu den tiefſten und ſchönſten Schöpfungen des Dichters
gehört.
Revolutionsbriefe 1848. Unveröffentlichtes aus dem Nachlaß König
Friedrich Wilhelms IV. Herausgegeben von Karl Haenchen. Leipzig
1930. K. F. Koehler, Verlag. 450 Seiten, gr. 8‟. Ganzleinenband
15 Mark.
Es war ein glücklicher Gedanke des bewährten Hiſtorikers, aus der
Fülle des im Brandenburgiſch=Preußiſchen Hausarchiv aufbewahrten
Briefwechſels Friedrich Wilhelms IV, das ereignisreiche Jahr 1848
her=
auszugreifen und daraus einen Band zuſammenzuſtellen, der der
Wiſ=
ſenſchaft Neues bietet und der durch geſchickte Auswahl auch dem
ge=
ſchichtlich intereſſierten Laien einen erleſenen Genuß verſchafft. Ueber
260 Briefe, bis auf vier unentbehrliche Stücke ungedruckt, zeugen von
dem regen Gedankenaustauſch des Königs von Preußen mit faſt
ſämt=
lichen ausländiſchen und deutſchen Fürſten, ſeinen Staatsmännern und
perſönlichen Vertrauten, ſie geben ein im höchſten Maße feſſelndes Bild
der Zeitgeſchichte des Revolutionsjahres, das mit der Ablehnung der
Kaiſerkrone durch Friedrich Wilhelm IV. abſchließt. Beſonderes
In=
tereſſe verdienen auch einige Druckſchriften und Sitzungsprotokolle des
Staatsminiſteriums, ſo für die kritiſchen Märztage die Eintragungen
des Adiutanteniournals.
Das kleine Wunder. Aus dem Leben einer Katze. Von Julie
Schloſ=
ſer. Mit dem erſtmals veröffentlichten Bilde Julie Schloſſers.
32 Seiten. Kaſchiert 1.— RM. Furche=Verlag G. m. b. H.,
Ber=
lin NW. 7.
„Das kleine Wunder” iſt ein Meiſterſtück der Erzählergabe Julie
Schloſſers, geboren aus zarteſtem Miterleben mit der Kreatur, ohne den
leiſeſten Hauch einer „pädagogiſch” wirken ſollenden Lehrhaftigkeit führt
es unvermerkt zur Ehrfurcht vor dem Lebendigen, es lehrt Sehen und
gibt eine bleibende Freude und Dankbarkeit.
B6 Yin Ra: Das Geſpenſt der Freiheit. 20 Seiten. Gebunden 6,00
RM. Baſel=Leipzig. Koberſche Verlagsbuchhandlung.
Das Werk nennt ſich „Das Geſpenſt der Freiheit” und
meint damit den wie ein böſer Spuk umgehenden, ſchillernden
Irr=
begriff vom Weſen der Freiheit. Das Buch hat entſchieden
inner=
halb des Geſamtwerkes der Schriften von B6 Yin R4 eine ganz
bedeu=
ende Sonderſtellung. Es wäre ſchwerlich zu viel geſagt, wollte man
den Inhalt als eine tiefgründige Philoſophie des ſozialen Lebens
kenn=
zeichnen, wenn nicht andererſeits dadurch die Vorſtellung aufkommen
könnte, als handle es ſich um ein ſchwer lesbares wiſſenſchaftliches Werk.
Das Buch iſt aber, wie alle Bücher B6 Yin Ras, in der ihm erwachſenen
reichen dichteriſchen Sprache geſchrieben und wirkt geradezu ſpannend
bis zur letzten Seite. Alle anſcheinend ſo komplizierten Probleme des
ſozialen Lebens ſind auf den einfachſten Nenner gebracht. Die
verwir=
rende Vielgeſtalt der Lebenserſcheinungen wird auseinandergelegt und
alsdann gebündelt im Allgemeingültigen.
Ludwig Diehl: Ahasver. Raſſen= und Lebensroman eines Dichters.
9.—11. Auflage Verlag Adolf Bonz u. Comp., Stuttgart. Geheftet
4,50 RM., in Ganzleinen 6,50 RM.
Ahasver, die Geſchichte vom Ewigwandernden, könnte zu keiner
geeigneteren Zeit neu erſchienen ſein, als gerade jetzt, wo die
Raſſen=
fragen im Vordergrund der ganzen Welt ſtehen. Ludwig Diehl iſt
be=
kanntlich nicht nur der Dichter feinbeſeelter Geſtalten, wie Suſo und
Aton, ſondern auch ein anerkannter Forſcher in Urgeſchichts= und
Raſſen=
fragen. Er war daher gerade der richtige Mann, dieſes ſchwierigſte aller
Themen in Romanform zu behandeln. Heine, der Jude und deutſche
Dichter, iſt der Träger des Werkes und die Zeit der Romantiker der
Hintergrund dazu. Noch nie wurde Heines Doppel=Ich und die Kämpfe
ſeiner zwei Naturen gegeneinander ſo ſcharf, aber auch ſo unparteiiſch
beleuchtet.
Barbra Ring: Die Schweſter aus Paris. 255 Seiten. In Leinen
6,50 RM. Kartoniert 4,80 RM. München 1930. Georg Müller
Verlag.
Ein neuer Roman von Barbra Ring bedeutet eine Bereicherung
unſerer Unterhaltungsliteratur. Diesmal iſt es nicht das Mädchen
vom Lande, das ob ſeiner einfachen Natur Verwicklungen zwiſchen
über=
ziviliſierten Menſchen der Stadt löſt, ſondern eine Malerin, die als
Schweſter der verbürgerlichten Frau des Amtsſekretärs auf Grund ihrer
vorausſetzungsloſen Menſchlichkeit, durch Güte und Schuld, welch letztere
auch Güte und Liebe iſt, die Verwirrung löſt und, nachdem ſie abgereiſt
iſt, ſelbſt nicht gerade in Glück und Seligkeit hinein, alles in gutem
Frieden und einer gewiſſen äußeren Ordnung zurückläßt. So iſt das
Buch bewegt und ſpannend, wenn auch in den Motiven nicht ſo ſehr
pſychologiſch als mehr äußerlich durch das Geſchehen und manchmal auch
Erich Bockemühl.
durch Zufall beſtimmt.
Helene Chriſtaller: Peterchen. Eine Geſchichte für
Kinder=
freunde. Druck und Verlag von Friedrich Reinhardt in Baſel
In elegantem Leinenband 6.80 RM. (8.50 Fr.)
Dieſe neue Erzählung wird man zweifellos zu den feinſten
und beſten Büchern von Helene Chriſtaller zählen müſſen. Wohl
ſelten iſt eine Dichterin ſo tief in die reine Atmoſphäre der
Kin=
derſeele eingedrungen. Ein kleiner Junge iſt denn auch die
Haupt=
perſon; an ihm ſpürt man noch die paradieſiſche Herkunft. Er
iſt verbunden mit Menſchen, Tieren und Pflanzen in
brüder=
licher Liebe, und ein Zauber der Unſchuld umgibt das blonde
Peterchen dem niemand widerſtehen kann. Wenn auch die
Dich=
erin in Peterchen ein ſo ſonniges Perſönchen gezeichnet hat, daß
es unbedingt das ganze Buch beherrſcht und jede Frau begeiſtern
wird, ſo ſind doch auch die Mutter und die Großmutter des Kindes
ſehr fein gezeichnet; erſtere mit ihrem zarten, biegſamen, nach
Freude hungrigen Weſen, letztere in ihrer herben Strenge und
Rechtſchaffenheit. Die Heiterkeit, der köſtliche Humor und die
ſtarke Naturverbundenheit aber machen das Buch zu einer
erfri=
ſchenden Lektüre, an der auch die ganze Familie ihre Freude
haben wird.
Ap. Anna Sethe. Die erſte Liebe eines berühmten Mannes in
Briefen, ſo lautet der Titel eines Buches, das im Verlag von Carl
Reißner, Dresden N 6, (Preis geh. 4 RM.) erſchienen iſt. Der
berühmte Jenenſer Naturforſcher und Darwiniſt Ernſt Haeckel
(geb. 1834, geſt.31919) war in erſter Ehe mit ſeiner Kuſine Anna
Sethe, Tochter des Provinzial=Steuerdirektors Sethe in Stettin,
vermählt, die er nach vierjährigem Brautſtande im Jahre 1862
heiratete, die ihm aber nach anderthalbjähriger glücklichſter Ehe
durch den Tod wieder entriſſen wurde. Sie war eine ſchlichte und
natürliche Frau, abgeneigt allen Aeußerlichkeiten der Welt,
glück=
lich im Genuß der ſchönen Natur und mit ihrem Gatten in gleichem
Streben für alles Wahre, Gute und Schöne verbunden. Sie
ge=
hörte, ſo ſchreibt Haeckel, zu jenen ſeltenen weiblichen Naturen,
die mit allen Reizen edelſter Weiblichkeit die männliche
Erkennt=
nisluſt unerſchrockenen Forſchens verbinden. In beſtändigem
Ge=
dankenaustauſch mit ihr reiften in ihm ſeine naturphiloſophiſchen
Ueberzeugungen. Er widmete ihr das erſte Heft ſeiner populären
Vorträge aus dem Geſamtgebiete der Entwicklungslehre in
dank=
barer Erinnerung an den hervorragenden Anteil, den dieſe ſelten
begabte Frau an der Entſtehung dieſer Vorträge gehabt hat. Aus
den in dieſem Buche veröffentlichten Briefen Haeckels an ſeine
Braut, die die Jahre 1858—1862 umfaſſen und ſeinem Glücksgefühl
in überſchwenglicher Weiſe Ausdruck verleihen, leuchtet uns das
verklärte Bild der geliebten Frau entgegen. Glanzpunkte dieſer
Briefe ſind die Schilderungen der herrlichen Umgebung von Jena.
In den Briefen an ſeine Eltern aus dem Jahre 1862 offenbart
ſich das Glück ſeiner jungen Ehe. „Ich bin” ſo ſchreibt er, ebenſo
wie meine herzige Anna, ſo vergnügt übermütig und glückſelig,
als es in dieſem Leben nur möglich iſt und beneide keinen Gott
um ſeinen Olymp. Das Glück war, wie geſagt, nur kurz. Haeckel,
der nach ihrem Tode der Verzweiflung nahe war, ſuchte Troſt in
der Wiſſenſchaft und auf Reiſen. Die Briefe Haeckels ſind ein
ſchönes Bekenntnis echter und reiner Liebe und erwecken inſofern
noch ein beſonderes Intereſſe, als ſie zeigen, daß ſich in ihm der
Gelehrte und der ſchwärmeriſch=romantiſche Liebhaber in ſeltener
Weiſe vereinigten. — Haeckel war in zweiter Ehe mit Agnes
Huscke, Tochter des Jenenſer Anatomen, ſeit dem Jahre 1867
ver=
mählt. Aus der Ehe entſtammten drei Kinder, von denen die
älteſte Tochter die Gattin des bekannten Afrikaforſchers und
Mit=
inhabers des Bibliographiſchen Inſtituts in Leipzig, Hans Meyer,
wurde.
* „Die Arbeitsloſen”, Roman aus der Gegenwart von Richard
Eu=
ringer. (Hanſeatiſche Verlagsanſtalt. Hamburg.)
Dieſer gute ſoziale Roman, der ſchlagartig eines der tiefſten
Pro=
bleme unſerer Zeit beleuchtet, ſtellt ein ſchlichtes, tapferes Arbeiter=
Ehepaar aus der roten Erde mitten hinein in den brodelnden Keſſel
des Induſtrie=, beſonders des Kohlengebietes. Ein Menſchenpaar, das
— köſtlich gezeichnet — aus all den tiefen Kümmerniſſen herrlich
kraft=
voll und rein ſich durchringt zu mutiger Obensbefahung, geſtützt auf
feine Liebe und auf die zum, wenn auch ſchweren und
entbehrungs=
reichen. Daſein.
„Der heimliche Kampf”, die Geſchichte der Eſther Raleigh. Roman
von Michael Corvin. (Volksverband der Bücherfreunde.
Weg=
weiſerverlag. Berlin.)
Ein Roman aus der Gegenwart. Eſther Raleigh iſt eine begabte
deutſche Journaliſtin, die das Schickſal auf vorgeſchobenen iſolierten
Poſten ſtellt. Aus informatoriſcher Tätigkeit erwächſt Induſtrieſpionage
mit all ihren Fährniſſen und wechſelvollen Erfolgen, bis die junge
Deutſche ganz dem faſzinierenden heimlichen Kampf verfällt und nur
durch die ſtarke, reine Liebe eines ruſſiſchen Kampfgenoſſen vor der
Hinrichtung gewahrt wird. Ein gut geſchriebener, ſpannender
Roman.
* Norbert Jacques: „Fünf in der Südſee”, Roman. (Knorr u. Hirth,
G. m. b. H., München.)
Ein deutſcher Auswanderer=Roman, köſtlich geſchildert mit
anſchau=
lichen Bildern und eindringlicher Zeichnung von Land und Leuten und
mit viel Humör. Die Fünf ſind drei deutſche Ausreißer, ein
Ham=
burger Jung, ein Student und ein Muſiker, ein holländiſcher Pflanzer
und eine ſchöne Amerikanerin, die ihm in die Hände fällt, aber
ſchließ=
lich von den Dreien nach Abenteuern mannigfacher Art befreit und —
gefreit wird, letzteres natürlich nur von einem der Drei.
.
* Knut Hamſun: Auguſt Weltumſegler. Roman.
in Leinen 8,00 RM. Verlag Albert Langen in
Auguſt Weltumſegler — wir kennen ihn au
ſtreichern” — iſt zurückgekehrt in die ſtille Bucht
Leben in ſie. Die Menſchen verändern ſich nicht.
ſelbe, der er vor zwanzig Jahren war: ein Mann.
lebendige Zeitung, ein Waghals, in Geſchäften drei
Nahrung für das Traumleben der Bucht; aber auch
laſt, feig und abergläubiſch. Was er in fremden Länd
in der Bucht zu verwerten: er baut ein ſchönes Haus
— denn die Bucht hat gute Heringsjahre gehabt; er b=
Bald iſt die wenige fruchtbare Erde zu einer Stadt
Leben, da iſt moderne Entwicklung, aber ohne orgamich
Die Stadt bekommt auch ein Poſtamt und dann eine Bom
Heringsmehlfabrik baut Auguſt — bis auf den Schorn
Maſchinen: man braucht ſie im Augenblick ja noch nis=
Heringsſchwärme bleiben aus. — Als aber der Winter ſam
die Bucht in Elend und Hunger; Aufruhr und Raub
waich=
ſonſt nichts mehr. Das iſt es Ezra, der Unmoderne, der
der die Stadt rettet. — Auguſt, der es für ſich nie zu etwasg
wieder davon. Er iſt der Menſch der ewigen Unruhe
Ahasver, der den Fortſchritt nur um des Fortſchritte wiſſ.n
nichts gut genug iſt, der alles ſchon geſehen hat und alle;
Sinnbild des entwurzelten Mannes aus dem Land, der
mehr Ruhe finden kann. — Das Buch iſt mit der ganzen R
digkeit und Heiterkeit Hamſuns geſchrieben, daß man es
kann, wenn man zu Ende iſt.
— Grazia Deledda: Schilfrohr im Winde. Roman. Ben
tragung aus dem Italieniſchen. 276 Seiten. 80.
.
6,50 RM., broſchiert 4,50 RM. Verlag Georg Weſterm
ſchweig, Berlin W. 10, Hamburg.
Herbe Romantik und tiefe Schwermut der ſardiniſchä 6
kraftvolle Eigenart und tiefwurzelnde Menſchlichkeit ihrm /½21
ein tiefſchürfendes Verſtehen und Fühlen für das Leid deus
unerſchütterlicher, alle Bitterkeit des Lebens mildernder r
der Glaube an die Allweisheit des Schickſals, an die wund.
Gottes prägen auch den Charakter dieſes neuen Romaneu/
ſchen Dichterin, heben ihn heraus aus der Unraſt heutiger
ſkeptiſchen, in allzu irdiſchem Getriebe verlorenen Well=
Städte, ſchenken ihm zur Beſinnung und Einkehr mahm,
Wir ſind das Schilfrohr und das Schickſal iſt der Windu it
ſchlichten, demutsvollen Worten liegt der Schlüſſel zu einürtw
ten, ſtimmungsſtarken Handlung, zu den düſteren, ſchwerem !
lich erfüllenden Geſchicken ſeiner Menſchen.
— Frida Schuhmacher: Auf dem Sonnenbühl. Roman.
4.— RM. Verlag Martin Warneck, Berlin W. 9.
Auf dem Sonnenbühl ſteht ein altes Haus, von ſelmeme!
halb vergeſſen, den Bewohnern der Stadt faſt zur Legrnd
In ihm wird ein Stück neuer Familiengeſchichte lebendic WFEichk 2
Geſchicke verſchiedenſter Art. Die Hauptgeſtalt des Roma=n
die Schweſter des Thomas Baldenreich, ein von Träumeu / E
erfülltes Geſchöpf, das keine Grenzen kennt und keine He0:t4—che
jeden, mit dem es in Berührung kommt, zu Liebe und OixA Jeil
das nur dem Locken des eigenen Herzens lauſcht und mAunchn
Schickſal verfällt. Neben Sylvia ſchreiten Männer und Faſm
vor allem die Zwillingsſchweſter Maria, die ſich durch da /9
ſter Entſagung zur wahren Beglückung der anderen dur zf! n Hl
Hal, met
feinſinniges Buch!
Rumpelſtilzchen: Piept es? (Jahrgang 1929/30.) Broſche
Leinen 7,50 RM. Brunnen Verlag / Karl Winckler. 24
Wenn einem heutzutage einmal zum Erſticken iſt, atrtiEuminis
frei auf, ſobald man einen Band Rumpelſtilzchen zurn 9h— Sche
Diesmal iſt es ſchon der zehnte. Was alljährlich aus da
fürder ſind
erſchöpflichen Füllhorn an Ernſt und Humor,
Männlichlä=
haftigkeit, Zorn und Satire in der Schilderung des BeEir IIFm den
deutſchen Lebens hervorquillt, das iſt Befreiung und w aue
Hunderttauſende. Die Berliner Plaudereien laſſen
meb=
ſein Recht, machen jeden Umdüſterten wieder licht,
ſind=
den geſtrengen Hausvater, ſondern für die ganze Familli Fam
mütsarzenei in unſerer nervöſen, ſorgenvollen Gegenw/
ein Buch für Leute, die nicht krank werdeurat zdem
Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lokfh
E
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wrtihort
Fm ud !
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1. Tag, 2. Klaſſe. In der Vormittags=Zie Weh‟
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auf Nr. 209 714 215 810 215 847 233 517 256 908
352 719 360 647 368 840; 48 Gewinne zu je 800
3543 14 710 33051 53806 59 574 115 184 123486 Hat
192 412 215 617 258 000 267 009 269 944 273 119 27
313 941 321 488 332 728 359 272 359 649 391 421 :97mn
46 Gewinne zu je 500 Mark, 142 Gewinne zu ie m41
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Geſchäftliches.
Angſt vorm Winter?
Wohl nur wenige Kraftfahrzeugbeſitzer werdemn!!
den, im Winter auf ihr Fahrzeug zu verzichten.
und Gefahren im Winterbetrieb, die vielleicht da
ſein ſollten, gibt es für moderne Kraftfahrzeuge N
Es iſt ſo einfach, ſicher zu gehen, nur einige M
möglichſt heute noch auszuführen. Die Batterie!
geladen werden, die Zündung in Ordnung ſein;
und Froſtſchutz im Kühlwaſſer ſind unerläßlich, SAl
hören in den Wagen.
Die einfachſte Vorausſetzung iſt ſchließlich — rind
öl für Motor und Getriebe. Friſches Winterol
verbrauchtes Sommeröl und bequemer. Richtige?
rung gewährleiſtet ſchnelles Anlaſſen und
leichtese-
hindert Leiſtungsverluſt und verringert den Verſan
nach dem Gargoyle Wegweiſer iſt überall erhältln=
Jetzt iſt die Zeit des „Schnupfens”; bemühen Sie*
hüten: Sobald Sie das nächſtemal auch nur ein Rel
ſchleimhäute bemerken, reiben Sie einmal die Ncienl
und außen mit Nivea=Creme ein. Verteilen Sie die Eie
ſieren der Naſe und gleichzeitigem Hochziehen gut im K
Sie werden feſtſtellen, daß die Reizerſcheinungen ſchel
Schnupfen wird gar nicht erſt zum Ausbruch kommel-”
Betterbericht.
Unſere Wetterlage ſteht weiter unter den
dauernd vorüberziehenden Störungen. Ein Tieforclt
heute morgen über den Britiſchen Inſeln und e
deſſen Südſeite noch feuchtmilde Ozeanluft nach Ve‟
fließt. Somit geſtaltet ſich das Wetter weiterhin. 4
zum Teil auch regneriſch. Ueber Irland haben 9
nach Weſten umgedreht, auch ſind dort die Leſe
zurückgegangen. Es dürfte alſo durch die Zunüh.
Luft für ſpäter leichter Temperaturrückgang 30 *"
Ausſichten für Sonntag, den 23. November: Vielſt.
weiſe noch Regen, leichte Abkühlung.
Ausſichten für Montag, den 24. November: Sl*
ſtändiges Wetter.
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zung wud Skandalſzenen bei ſportlichen Veranſtaltungen
„wr etwas Neues noch etwas Seltenes. In jedem
zöch Aedauerlich, manchmal erklärlich, niemals aber
ent=
ſiü wnder auf einzelne Sportarten, noch auf beſtimmte
tew’ſchränkt. Bei Ring= und Boxkämpfen oder
Sechs=
al hat ſich der Mob ſchon ebenſo hervorgetan, wie
bei Fußball, Handball oder Rugby uſw. Auch
ale Trab= und Galopprennen ſind nichts
Ungewöhn=
grgdenen und Leichtathletikfeſte hatten ſchon lärmende
uch an einzelne oder beſtimmte Verbände für
Lei=
de unerquicklichen Zuſtände nicht gebunden. Bei
adr Deutſchen Turnerſchaft ging es ſchon ebenſo
„nden Fußballkämpfen des Deutſchen Fußballbundes
deu bände. Es braucht daher niemand den Splitter
törer zu ſehen.
rohäufigſten hat es bei Fußballſpielen
An=
ge n Es iſt dies die am meiſten verbreitete
Sport=
h og’es Kampfſpiel, und die Regelkenntnis erfordert
w Wiſſenſchaft. Es iſt kein rohes Spiel,
zim johe Spieler Aufnahme in Mannſchaften
gefun=
jimger iſt es ein Sport unter unfairen Sportgeſetzen,
9 bin manchmal unfair interpretiert werden. Der
Unytrchkeiten inner= und außerhalb der „Barrieren”
ge 3 ur ausſichtslos erſcheinendes Bemühen, ſo lange
und ½ in unzulänglichem Maße — den Auswirkungen
ſigitzt ie Urſachen zu ermitteln und die Wurzeln
auszu=
ns intttſchland mißt man die Hauptſchuld den
Schieds=
wenn= Fußballſpiel verunglückt iſt. Mit größter
Vor=
nhegnen ihnen Spieler und Zuſchauer, mit
Miß=
i—e Ehmheit. Vollkommen zu unrecht. In den ſeltenſten
man jiſt er „Schiebung” zeihen, ganz vereinzelt gar über=
Darmſtädter Sporkkalender.
Sonntag, den 23. November 1930.
Handball.
14,30 Uhr: Müllersteich: Fr. Tgde. — Fr. T. Mainz.
Kraftſport.
14,30 Uhr: Soderſtr. 30: Kr. S.V. 10 — Oberſtein 96.
Aaftaf ver 2.2.
eutſſch Schiedsrichter iſt ehrlich in ſeinem
Wenſw roſig ſteht es allerdings mit ſeinem Wiſſen, ſehr
ihm am die körperliche Eignung oder geiſtige Befähigung.
gelungau erſtklaſſiger Spielleiter muß man ſich jedoch mit
ſchen rahl oder übel abfinden. Jeder, der als Spieler
enm Sportplatz betritt, hat mit den bekannten
Unzu=
m allet rdiſchen zu rechnen und muß das Riſiko einer
eirty ohne Murren in Kauf nehmen. „Ertrags
der Kernpunkt engliſcher Sportauffaſſung. Wir
uns dazauliſche Vorbild zu eigen zu machen. Ein
Vor=
ß dem ſhedsrichtern aller Länder gemacht werden: Sie
dem uhht des Platzverweiſes viel zu wenig
b. Belä ätlichkeiten, Roheiten groben Fahrläſſigkeiten und
gen ſo Munbedingt und rückſichtslos ſofort und bei
Un=
m und gfachen Fahrläſſigkeiten im erſten Wiederholungs=
Aluß v mSpiele erfolgen. Auch hier macht nur der
eng=
ſchottiſachSchiedsrichter eine rühmliche Ausnahme. Die
einern krtei durch Platzverweis, die man, wenn irgend
rmeideza ill, wiegt bei weitem nicht ſo ſchwer wie der un=
„teil, 4eſich eine Mannſchaft durch unerlaubte Spielweiſe
„Vor gilla aber hat es jeder Spieler ſelbſt in der Hand,
ſſchluß zha Spiel zu vermeiden.
lunk ſent nis ſind meiſt die Urſache zu unſchönen
De=
ſen. 1 he Schiedsrichter beherrſchen die „Feinheiten” der
An nianner ſind nicht geiſtesgegenwärtig und
geiſtesge=
zg, um ie theoretiſches Wiſſen praktiſch anzuwenden. Auch
ſielern,r ſbſt bei den Spielern der erſten Ligamannſchaften,
Internratnalen”, hapert es erwieſenermaßen ſtark mit der
Zuſihe und Regelverſtändnis ſind ſchon ganz und gar
widettbende Begriffe. Meinungsverſchiedenheiten über
htung zm ſnerlaubte Einmiſchungen in das Spiel ſind da
bielen ard zudem von ihren Anhängern eine
Wichtig=
gmeſſenc, fe ihnen nicht zukommt. Selbſt das „wichtigſte‟
iſt, aimVeltgeſchehen gemeſſen, eine völlig belangloſe An=
Begtirrng für ein Spiel iſt ſchön, Fanatismus wegen
hugesy übel. Sportliche Auffaſſung kann ſchwer in vor=
Lebslreihren erworben. Es muß in früheſter Jugend
an=
ſden, 1übfes im Sport darauf ankommt mit erlaubten Mit=
Ennennyzeigen; nicht mit Tricks und Mätzchen den Gegner
in ml m Schiedsrichter zu hintergehen.
ſient rE Geſundung allein. Jede geſundheitliche
Schädi=
ſichtlits der fahrläſſig, iſt ein Armutszeugnis für den Ur=
Bankomerklärung für die Erziehungsmethode. Wir ſollten
Vorb: nachahmen: ein Spieler, der einen Gegner
ver=
ſo laly von ſeiner ſportlichen Betätigung ausgeſchloſſen
Der Vorſtand der Deutſchen Turnerſchaft bittet alle Vereine
der Deutſchen Turnerſchaft herzlichſt, ſich, ſoweit es irgend geht,
um das Schickſal unſerer
arbeitsloſen Turnbrüder
zu kümmern und ihnen nach Möglichkeit in ihrer wirtſchaftlichen
und ſeeliſchen Not zu helfen.
Wege zu ſolcher Hilfe ſieht der Vorſtand z. B. in folgendem:
Halten turneriſcher Zeitſchriften (Deutſche Turnzeitung und
Turnerjugend) für einzelne Arbeitsloſe oder Gruppen von
ihnen;
Uebertragung bezahlter Beſchäftigung (Ausbeſſern und
In=
ſtandſetzen von vereinseigenen Hallen, Plätzen und Räumen,
Einziehen von Mitgliedsbeiträgen, Einbinden von
Zeitſchrif=
ten uſw.)
Koſtenloſe Ueberlaſſung von Plätzen, Hallen und Räumen zu
offenen Turn=, Spiel= und Leſezeiten;
Bevorzugung von Arbeitsloſen bei Auswahl für Lehrgänge in
Gauen und Kreiſen;
Veranſtaltung örtlicher Freizeiten, Vortrags= und Leſeabende,
Wanderungen und ähnlicher Veranſtaltungen für Arbeitsloſe;
Erleichterte Benutzung der Vereinsbüchereien;
Regſte Mitarbeit bei den Hilfsmaßnahmen der Behörden für
die arbeitsloſe Jugend, z. B. dadurch, daß Plätze, Hallen und
Heime, Vorturner und Turnwarte, womöglich arbeitsloſe,
zur Verfügung geſtellt werden.
Wir machen darauf aufmerkſam, daß vielfach den Behörden
Mittel zur Verteilung an Vereine, die ſich ernſthaft um die Sorge
für die arbeitsloſe Jugend kümmern, zur Verfügung ſtehen. Wir
empfehlen den Vereinen, ſich danach bei ihren zuſtändigen
Behör=
den zu erkundigen. Vor allem aber an die Arbeit! Es geht um
unſer Volk, für deſſen Schickſal mitverantwortlich zu ſein immer
der Stolz der Deutſchen Turnerſchaft geweſen iſt!
Der Vorſtand der Deutſchen Turnerſchaft.
Dominicus. Neuendorff. Thiemer. Steding. Schill.
ſeinnſlester Gegner wieder voll aktionsfähig iſt.
Waſſerball.
Näh geidelberg — Techniſche Hochſchule.
ontagw n 24. November, abends 10,30 Uhr, findet in der
ſe des ädriſchen Schwimmbades ein Freundſchaftsſpiel
zwi=
ſten 9:Amſshaft von Nickar Heidelberg und der erſten
Hoch=
ſchaft ſ01 DDie Heidelberger verfügen über eine ſehr
ſpiel=
äußerk mie Mannſchaft. Die Hochſchulmannſchaft, die
ver=
boche eühlnentſchieden gegen den SSC. Jungdeutſchland
er=
ſie, wil ou ihrer Höchſtform auflaufen müſſen, wenn ſie ſich
Ia ſichrmvſl. Der Beſuch wird ſich lohnen, zumal der Ein=
Fußball.
Freie Turngemeinde Darmſtadt.
Auch das zweite Spiel um die Bezirksmeiſterſchaft ſieht
die Darmſtädter Mannſchaft auswärts, und zwar muß ſie in
Bür=
ſtadt antreten. Wenn die Mannſchaft den Anſchluß an die
Spitzen=
gruppe nicht verpaſſen will, muß ſie mindeſtens mit einem Sieg
heim=
kehren. Dazu ſind aber andere Leiſtungen, als die des vergangenen
Sonntags nötig, insbeſondere muß der Sturm eine produktivere
Spiel=
weiſe zeigen. Bekanntlich hängen aber auch in Bürſtadt die Trauben
— wir erinnern nur an das 4:2 gegen Arheilgen — ſehr hoch.
Auf dem Platze „Müllersteich” findet vormittags 10 Uhr ein
inter=
eſſantes Jugendſpiel, das ausſchlaggebend für die Gruppenmeiſterſchaft
iſt, ſtatt. Darmſtadt 1. Jugend—Egelsbach 1. Jugend
heißt die Begegnung. Darmſtadt liegt in der Tabelle einen Punkt
hin=
ter Egelsbach. Da das Spiel das letzte in der Serie iſt, iſt der
Ge=
winner Meiſter. — Weitere Spiele: Zwingenberg 1.—
Darm=
ſtadt 2.
Kreisliga Südheſſen.
Für dieſen Sonntag ſind alle Spiele abgeſetzt, ſelbſtverſtändlich
auch für den Gau Ried. Juſt in der Pauſe der diesjährigen Saiſon
hat man nun noch einen Ruhetag; die Nachzüglerſpiele der Vorrunde
ſind auf den letzten Sonnag im November feſtgeſetzt. Es lohnt ſich
wohl ein kurzer Ueberblick: Alte Kreisligakämpen, wie Olympia
Lam=
pertheim und Worms kamen diesmal nicht in Schwung — die
Lampert=
heimer befinden ſich ſogar in Abſtieggefahr. Die beiden Neulinge —
Gernsheim und Neuhauſen — ſind nach Lage der Dinge am ſtärkſten
vom Abſtieg bedroht. Sozuſagen geſichert und in der Mitelgruppe
placiert befinden ſich Hochheim, Horchheim, Olympia Worms, V. f. L.
Lampertheim und Starkenburgia Heppenheim. An der Spitze liegen
mit knapper Diſtanz Lorſch und Bürſtadt, und weiter in knappem
Ab=
ſtand Biblis und Pfiffligheim. In ſonſtigen Jahren war in der „
Halb=
zeit” die Meiſterſchaftsfrage immer ſo gut wie geklärt — dieſes Jahr
geht der „Rummel” in der Rückrunde erſt richtig los! Es iſt ſtark
da=
mit zu rechnen, daß die beiden erſten Plätze, die evtl. von großer
Wich=
tigkeit bei neuer Einteilung der Bezirke uſw. ſein können, von Lorſch
und Bürſtadt beſetzt werden. Im Gau Ried haben Hofheim und
Bens=
heim, evtl. noch Bobſtadt, die beſten Ausſichten, Meiſter zu werden. Da
keine Abſtiegsgefahr beſteht, intereſſieren hier naturgmäß nur die Erſten
bei einer Ueberſicht.
Das Hockeyſpiel Offenbacher Ruderverein — Techniſche Hochſchule
konnte geſtern nicht ſtattfinden, da die Offenbacher Mannſchaft in
letz=
ter Minute abgeſagt hatte.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.15: Wetter, Gymnaſtik.
O 6.45: Gymnaſtik. o 7.30: Konzert. O 8.45: Waſſerſtand. O 12:
Zeit, Wirtſchaftsmeldungen, Nachrichten. O 12.15: Wetter. O 12.20:
Schallplatten. O 12.55: Nauener Zeit. 13: Schallplatten. o 14:
Konzert. O 14.40: Nachrichten. O 14.50, 15.50: Zeit,
Wirtſchafts=
meldungen. O 15.55: Wetter. 17.45: Wirtſchaftsmeldungen.
18.30: Zeit. 19: Zeit, Wetter, Wirtſchaft. Ca. 22.15:
Nach=
richten, Sport, Wetter.
Sonntag, 23. November.
8.15: Morgenfeier der Evangel. Landeskirche Frankfurt a. M.
Ausf.: Pfarrer Karl Knodt und Wallau, die Chorgruppe der
Zentralſtelle für Kirchenmuſik.
9.15: Den Gefallenen zum Gedächtnis: Leichenrede des Perikles.
9.45: Totenfeier des Kulturkartells der mod. Arbeiterbewegung
Frankfurt a. M.
10.45: Feierſtunde von der Trauerhalle d. Sachſenhäuſer Friedhofs.
Ausf.: Der Frankfurter Motettenchor, Walter Heuſer (Bariton)
Heinrich Sonntag (Orgel).
11.45: Stuttgart: Konradin Kreutzer: Die Alpenhütte.
12.45: Orgelkonzert. Liſzt: Präludium und Fuge über Bach. Ausf.:
Reinhold Merten.
13.00: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
13.10: Breslau: Sinfoniſcher Prolog zu einer Tragödie von Max
Reger. Das Orcheſter der Schleſiſchen Philharmonie.
14.00: Stunde der Jugend: Kalif Storch. — Matroſe auf einem
Scnelſchiff.
15.00: Beurteilung von Legehennen nach äußeren Merkmalen. —
— Muſit auf dem Lande.
16.00: Karlsruhe: Geiſtliche Muſik. Ausf.: Hermine Zepp (
So=
pran), der gem. Chor der Johanneskirche Karlsruhe.
17.00: Freiburg: Prof. Dr. Witkop lieſt aus: Kriegsbriefen
ge=
fallener Studenten.
17.15: Aus einem Stuttgarter Privathaus: Toten=Gedenkfeier.
Aus=
geführt vom Philharmoniſchen Orcheſter Stuttgart. Soliſten: Erika
Müller (Sopran), Lore Fiſcher (Alt), Wallishauſer (Tenor),
Müller (Bariton), Holtz (Baß), Wendling=Quartett.
18.00: Prof. Roedemeyer: Proſadichtung in Luxemburg.
18.30: Dr. Benjamin: Alte und neue Graphologie.
19.30: Auguſtinus=Feier. Anl. des 1500jähr. Todestages. Ausf.:
Das Philharmoniſche Orcheſter Stuttgart, Kirchenchor St.
Niko=
laus, Stuttgart.
20.45: Stuttgart: Kammermuſik. Mozart und Verdi. Das Peter=
Quartett.
21.40: Stuttgart: Bibliſche Geſtalten in der Dichtung.
Rezita=
tionen von Ludwig Hardt.
22.00: Karlsruhe: Kompoſitionen für Rundfunk. Franz Philipp:
Serenade. Mitw.: Spittel (Flöte), Peiſcher (Violine), Pauzer
(Bratſche).
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle (1635).
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.25:
Zeit, Wetter für den Landwirt. O 6.55: Wetter für den Landwirt.
O 7: Gymnaſtik. Konzert. O 10.30: 13.30: Nachrichten. O 12.25:
Wetter für den Landwirt (o. 12.50). O 12 bzw. 12.30:
Schall=
platten (außer S.). O 12.55: Nauener Zeit. O 14: Berlin:
Schall=
platten. O 15.30: Wetter, Börſe. O 19.55: Wetter für Landwirte
Deutſche Welle. Sonntag, 23. November.
8.00: Reinhold Michaelis: Ein Gang über Berliner Friedhöfe.
8.50: Morgenfeier. Glockenſpiel der Potsdamer Garniſonkirche.
11.00: Elternſtunde. „Vater und Sohn”
11.30: Bach=Kantate „O. Ewigkeit, du Donnerwort”, Soliſten=
Eliſabekh Trappé, M. Willimsky, H. E. Hey.
12.00: Breslau: Konzert. Mozart: Requiem. — Reger: Sinfoniſcher
Prolog zu einer Tragödie. Mitw.: Roſe Book (Sopran), Kaete
Nick=Jaenicke (Alt), C. Brauner (Tenor), W. Hiller (Baß).
14.00: Jugendſtunde. „Die Gattin des Todes”
14.30: Orgelkonzert. Kompoſitionen von M. Reger. Mechan. Muſik.
15.00: Suite A=moll op. 103a von M. Reger. Violine: H. Neumann.
15.30: Schubert—Neumann. Willy Hezel (Baß).
16.00: Reichskunſtwart Dr. Redslob: Das Vermächtnis Gefallener,
16.30: Schallplattenkonzert. Kompoſitionen verſtorbener Künſtler.
17.30: Robert Muſil lieſt eigene Dichtungen.
18.00: Kurt Geucke: Der Gedanke der ewigen Wiederkunft im
Sptegel der Geiſtesgeſchichte und der Dichtung.
18.45: Stille Stunde: „Durchſichtiges Antlitz”
19.30: Arno Nadel lieſt ſeine Novelle „Der Hauslehrer”.
20.00: Königsberg: Aus der Stadthalle: Ein deutſches Requiem,
op. 45, von Brahms. Soliſten: Mia Neuſitzer=Thoeniſſen, Rud.
Watzke. Chöre. Funkchor und Funkorcheſter.
21.15: Stuttgart: Bibliſche Geſtalten in der Dichtung. Rezitationen
von. Ludwig Hardt.
22.50: Kammermuſik. Streichquartett von Mozart und Beethoven.
Ausf.: Havemann=Quartett.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polliſk und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuiſleion, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle=
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1 Schlafzimmer, beſtehend aus 2 Betten, 1 Baſchkommode
mit Marmor und Splegel, 2 Rachtſchränkchen mit Marmor, zwei
zweitür. Spiegelſchränke, 2 Stühlen. 1 Handtuchhalter (faſt neu).
1 Kücheneinrichtung (modern), 2 Schränke, 1 Tiſch. 2 Stühle,
1 kleiner Eisſchranf.
Einzelne Möbel:
1 Diwan. 1 Ruhebett. 1 Liegeſtuhl mit Kiſſen, 1
Backen=
ſeſſel. 1 Korbtiſch. 1 Korbſeſſel, 2 viereckige Tiſche, 1 Ze
chen=
tiſch, 1 Rauchtiſch. 4 Rohrſtühle. 1 Hocker. 1 Zigarrenſchränkchen,
1 Hausapotheke, 1 Barometer, 1 Flurgarderobe, 1 Nähmaſchine,
1 Teppich, 4 Vorlagen, 1 Partie Linoleum, 2 faſt neue
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2z. Nobember 1930
Illuſtrierte Wochenbeilage
Nummer 4¾
und im den Nullpunkt.
Colavon Erich Boyer,
Seiughuigen von Wooping.
Das ſigt lo an:
Einesg ſuxes ſtürzt jemand aufgeregt
Fenſt „Jeſſas, das Chermometer iſt
Nurl Und das iſt dann der Begimn
ſchurg, die wir Winter nennen.
Mdfunk meldet ſich die ölige
MAnſagers. Das nordeuropäiſche
iche von Skandinavien nach
Os=
beriy. Es führe auf ſeiner
Süd=
kauf(Auftmaſſen nach Mitteleuropa,
2 EAhl keine Ausſicht, daß das über
erfüllt ſie uns mit Abſcheu. Unſere
Ge=
danken liebkoſen das Cief, das ſich über den
Balearen herumtreibt, mag es auch noch ſo
tief ſein. Wir appellieren an alles
Unbeſtän=
dige, erhoffen ſchleunigen Wechſel und
nähren in unſerem Inneren phantaſtiſche
Ideen: Es könnte vielleicht ein
Durchein=
ander entſtehen im Neich des
Meteoroiogi=
ſchen, es könne ein handfeſtes Cief aus der
Sahara das ſkandinaviſche Hoch für immer
Seine Sonne ſcheint, und der
Hauswirt heizt ihm käglich
mit der Rechnung ein. So
iſt’s bei ihm eigentlich recht
mollig.
zum Ceufel jagen, ſich feſt in Europa
eta=
blieren, und dem Winter ein Schnippchen
ſchlagen. Wir haben gewiſſe Stützpunkte
dieſer Hoffnug. Die Großväter erzählen
immer, „zu ihrer Seit” ſei es viel kälter
geweſen. Danach muß es alſo immer
wär=
mer werden. Und warum ſollte nicht
ge=
rade in dieſem Jahr der endgültige
Um=
ſturz kommen, der Frühling, der den Herbſt
ablöſt —
Während wir ſolcherart dieſen
Ge=
danken nachhängen, ſinkt das Chermometer
hübſch weiter unter den Nullpunkt. Man
kann zwar den Finger dranhalten, das hilft
für ein paar Sekunden, aber nachher ſinkt
es wieder. Wärmer wird es auf dieſe Art
jedenfalls nicht. Und ſo muß das Schickſal
ſeimen Lauf nehmen.
Am Anfang des Schickſals ſteht der
Wollſweater. Man zieht ihn heimlich unter
der Weſte an, damit die anderen es noch
nicht merken. Und während man ſtolz
er=
zählt, man ſchlafe geſundheitshalber ſelbſt bei
dieſer Kälte mit offenem Fenſter, iſt ſogar
die letzte Nitze fürſorglich mit jenen
wun=
derbaren Wollſchläuchen verſtopft worden,
die irgendwer erfunden hatte, als er gerade
eine gottbegnadete Stunde und einen
Schnup=
fen dazu hatte.
Aber das ſind Prälmnarien
unterge=
ordneter Art. Die Lawine des Winters
kommt ins Vollen. Eines Cages glaubt es
kein Menſch mehr, ich liefe nur deshalb im
Tegenmantel herum, weil draußen eine
un=
erträgliche Hitze herrſche. Eines Cages muß
man ſchon wohl oder übel den Weg zum
Leihamt antreten. Es iſt mir, als ſäße dort
hinterm Schalter Herr Winter perſönlich.
Er hat einen ſchwarzgeränderten Kneifer
und eine borſtige Fliege unter der rötlichen
Naſe. Sein Geſicht ſtrahlt Ablehnung aus,
die entſprechend eiſig iſt. Wem er die
Summe nennt, die zu berappen iſt, wachſen
ſichtlich Eisblumen vor meinen Augen, und
die blauen Scheine fallen wie herbſtliches
Laub aus meiner Brieftaſche. Aber dafür
bekomme ich auch meinen Wintermantel
wieder. Und es iſt ein fröhliches
Wieder=
ſohen. So ein Wintermantel iſt wie eine
Erbtante. Man ſieht ſie nicht gern, aber
man braucht ſie. Und man muß, wenn man
ſie ſieht, eim freundliches Geſicht machen.
Die Lawine rollt weiter. Das
Chermo=
meter denkt nicht daran, über den Nullpunkt
zu klettern. Es macht ſeine Bockſprünge
— aber, es macht ſig nach unten.
Es genügt nicht mehr, im Wintermantel
ſeinen Man zu ſtellen. Der Winter kriecht
jetzt auch durch die wohlverwahrten
Fenſter=
fugen. Er ſchleicht durch die Schlüſſellöcher.
Er niſtet ſich hinter der Capete ein. Er
dringt durch das Schuhwerk, er ſieht ſich
bemüßigt, kleme hügelartige Erhebungen
auf der menſchlichen Epidermis
hervorzu=
zaubern. Die erſte Gänſehaut iſt dal Da
ſchreibt man dem Kohlenmann einen
freund=
lichen Brief: Er ſolle nicht etwa glauben,
die Nechnung aus dem Vorjahr ſei aus
Böswilligkeit nicht bezahlt worden. Man
habe vielmehr noch im März 1930 das
Mädchen mit der Poſtanweiſung zur Poſt
geſchickt. Die Poſt habe den Adreſſaten
nicht gefunden, obwohl er doch ein ſo
be=
kannter und geachteter Mam ſei. Das
läge eben an der Poſt, die menſchliche
Ver=
dienſte nicht einzuſchätzen wiſſe und
über=
haupt unzulänglich ſei. Als das Geld
zu=
rückkam, habe man den ganzen Sommer
hindurch verſucht, die Nechnung ſelber zu
bezahlen. Aber ſeine Hochwohlgeboren, der
Kohlenmann, ſei nie zu Hauſe geweſen. Ob
er Kummer in der Familie gehabt, habe?
Oder viele Laufereien wegen der Steuer?
Ja, die Steuern, die hätten es i ſich! Aber
e Gcien an der Heizröhre ſind ſehr
ſwrativ, aber —
ouen liegende Mittelmeer-Ciel
Nen vordringen würde. Wir hät=
uer des beſtändigen Wetiers zu
ewarſch
igkreit iſt eine alte Bürgertugend.
D 2 Beſtändigkeit im allgemeinen zu
Euß zu verehren. Diesmal aber
Müller hat ſein ganzes Vermögen in eine Erfindung geſteckt —
ſetzt würde die Rechnung ſofort beglichen
werden. Augenblicklich ſei das Geld zwar
in einem großen Geſchäft angelegt. Aber in
den nächſten Cagen würde es reiche Früchte
tragen. Dann ſei man ſelbſtverſtändlich
ſo=
gar zu einem Vorſchuß für die geſamte
Winterheizung bereit. Wenn man
inzwi=
ſchen nur ergebenſt bitten dürfe, alſogleich
20 Sentner zu ſchicken. —
Die Lawine rollt weiter. Das
Chermo=
meter hat den zehnten Ceilſtrich unterm
Nulpunkt erreicht.
Megers haben Sentralheizung. Aber ſie
leben in Unfrieden mit dem Hausbeſorger.
Als ſie die Sentralheizung andrehten,
ge=
ſchah es, daß an den Vöhren Eiszapfen
wuchſen. Die Eiszapfen waren ſehr
deko=
rativ. Aber der Nachbar Meyer mußte ſich
tagsüber in die Steppdecke hüllen und
be=
kam es trotzdom mit dem Sipperlein.
Die Hausbeſorgerin hat ſich eine
Feder=
voa gekauft. Sie hat jetzt fette Cage. Weny
ſie die Creppe ſcheuert, machen die
Haus=
bewohner einen tiefen Bückling vor ihr. Der
Verſicherungsagent aus dem dritten Stock
hat ſie am Sonntag zur Autofahrt
mitge-
nommen. Der Oberlehrer hat ihr einen
Band Goethe mit perſönlicher Widmung
geſchenkt. Die ungezogenen Nangen von
Müllers aus dem Hinterhaus heulen den
ganzen Cag, weil ſie der Hausbeſorgerin
nicht mehr „Alte Hexel” nachrufen dürfen.
Es ſind ſchlechte Seiten....
Die Lawme rollt weiter.
Den Nachbar Müller haben ſie jetzt imn
die Heilanſtalt bringen müſſen. Die
Ver=
wandten wollen ein Entmündigungsverfahren
gegen ihn vom Stapel laſſen. Er hat einen
neuen Klubſeſſel erfunden und ſein geſamtes
Barvermögen m die Fabrikation geſteckt.
Der Klubſeſſel beſteht aus lauter
Sentral=
heizungskörpern.
Die Lawime rollt weiter.
Dem Maler Wooping drohen die
Far=
ben einzufrieren. Da malt er ſich ein großes
Bild, auf dem die Sonne vom ſüdlich=blauen
Himmel unbarmherzig auf eine verdorrende
Landſchaft herabſticht. Und da ihm der
Hauswirt alltäglich auch noch mit der
Nech=
mung einheizt, hat er’s jetzt eigentlich recht
mollig.
Wenn das Chermometer den fünfzehnten
Ceilſtrich unterm Nullpunkt erreicht hat,
nützt eben nur noch die Phantaſie. Sie
gau=
kelt uns dann eine warme Sandkuhle an den
Geſtaden des Nils mit 50 Grad im Schatten
vor. Die Phantaſie iſt des Menſchen
Hin=
melreich, in dem er nicht mr leben kann,
ſondern auch leben muß.
Es ſei denn, ſie friert eines Cages auch
noch ein. Damn hilft freilich beſtenfalls nur
noch das Krematorium.
znaanannzangnnnnnnnnnnznnnntznngag
Hahrannannnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnarngas
Von Aſchinger bis Adlon.
Menſchen beim Eſſen.
Von Mario Mohr.
Es gibt vielerlei Möglichkeiten, die Menſchen einzuteilen.
Es gibt Cauſende von Unterſcheidungsmöglichkeiten. Man
rubri=
ziert ſie nach den Anſchauungen, die ſie äußern; nach dem Geld,
das ſie verdienen; nach den Kleidern, die ſie tragen; nach ihren
Berufen; nach ihrem Umgang; nach ihrer Herkunft. Nirgends
aber verrät ſich der Menſch, der ſich ſonſt immer verſteckt hinter
ſelbſtgewählter oder aufgezwungener Maske, mehr und ſetzt ſich
wiſſenden Augen ſtärker erkennender Kritik aus, als beim Eſſen.
Vier Millionen Menſchen eſſen täglich in Berlin. Freilich
— nicht alle Menſchen eſſen allen Menſchen ſichtbar in
Neſtau=
rants. Aber eine ſechsſtellige Sahl wird ſchon zuſammenkommen.
Wo eſſen ſie? Wie eſſen ſie? Schauen wir ſie uns einmal an.
Die im Stehen eſſen.
Bei den Buchhändlern an den SeineKais in Paris, bei
denen man ungeſtört ſtundenlang wühlen kann, da fand ich eines
Cages ein Buch eines Franzoſen über Berlin. Alles, was dieſem
in Berlin auffiel, war reichbebildert beſchrieben. Ein langes
Ka=
pitel war den Menſchen gewidmet „aui mangent debout”, den
Leuten, die im Stehen eſſen.
Der Franzoſe trinkt oft in den kleinen Bars ſeinen Kaffee
ſtehend, trinkt faſt immer ſeinen obligaten Aperitif im Stehen,
aber außer einem Sandwich oder einem Cake nimmt er ſo nichts
zu ſich. Das Eſſen im Stehen iſt uns — Eiligeren? Aermeren? —
vorbehalten. Und wie viele leben, um Seit zu ſparen, um Geld
zu ſparen, wenigſtens mittags ſo? Springen in emes der vielen
„Schnellreſtaurants”, in eine „Bierquelle” oder einen
Auto=
maten, holen ſich einen Celler voll Eſſen und ein Bier dazu,
nehmen ſelbſt aus einem Kaſten Meſſer und Gabel und, wenn es
hochkommt und vornehm iſt, noch eine Papierſerviette, hauen ſich
in eine Ecke und eſſen los. Hier iſt der Vorgang des Eſſens auf
die nüchternſte, banalſte Form gebracht: der Motor muß
Be=
triebsſtoff haben, man ſchüttet ihn in ihn hinein. Nicht viel
anders iſt es im
Einheitspreisreſtaurant.
Das verbirgt, ohne viel anders zu ſein, den Charakter des
Auto=
matiſchen. Und doch iſt es ſo aufgebaut. Es gibt nur ein Eſſen.
Wer das nicht mag, muß eben wo anders hingehen. Hwar
be=
dient man ſich nicht ſelbſt wie in den amerikaniſchen Vorbildern,
aber der Kellner ſchränkt, höchſter Criumph der Kalkulation, ſeine
Hilfreichungen und Gänge ein. Ohne zu fragen, ſtellt er Suppe
und Nachtiſch in einem hin. Nur ein zweiter Gang iſt noch nötig,
der die Hauptmahlzeit bringt. Wem es noch nicht ſchnell genug
geht, für den ſind ein paar beſondere Ciſche reſerviert: auf jedem
von ihnen glänzt ein Schild: Eiltiſch.
Das iſt, wenn man es in Nuhe überlegt, das Furchtbarſte und
am wenigſten Einladende, und doch nimmt man an dieſen Ciſchen
Platz und freut ſich über ihre Exiſtenz, denn zum ruhigen
Ueber=
legen iſt in dieſen Stunden nicht Seit.
Aber wir ſind nicht alle und ſind nicht immer ſo. Manchen
gelingt es, die Stunde der Mahlzeit nach alter Gewohnheit zu
einer Pauſe, zu einer Seierſtunde zu geſtalten.
Hier kaun man futtern wie bei Muttern.
Haben Sie ſchon einmal in etwas abſeitigeren Straßen dieſen
lockenden Nuf geleſen? Gewöhnlich ſteht er auf einem dicken
Koch aus Karton. Die Hand mit einem großen Löffel
ausge=
ſtreckt, weiſt den Weg in einen Keller, auf dem unförmigen
Bauch klebt ein fetter Settel, auf dem mit ungelenken
Schrift=
zügen die Herrlichkeiten ſtehen, die die Cagesküche bietet. Ein
merkwürdiges Publikum trifft man dort. Arbeiter, die in die
Stadt zugewandert ſind, junge Burſchen, Landſtreicher, kleine
Vertreter, Hauſierer. Kritiſch prüfen ſie das Bier, aber mit
den Speiſen ſind ſie immer zufrieden. Wie bei Muttern, bei der
ſie auch nicht mäkeln durften und froh ſein mußten, wenn es ſatt
zu eſſen gab. Das ſind alles kleine Globetrotter, dieſe Leute,
und ſie können mehr erzählen, als mancher Bürgersmann, der
eine weite Neiſe machte. Sie erzählen, wie man ohne Paß über
die Grenze kommt, wie man es anſtellt, bei den Bauern
über=
nachten zu können, wie man ohne Eiſenbahnbillett doch Eiſen=
bahn fahren kann, wie man ſich durch die Welt ſchlägt ohne Geld,
wie man reiſt ohne Komfort. Sie wiſſen, wie man die
Wohl=
fahrtsämter klein bekommt und wie man die geiſtlichen Herren
aller Konfeſſionen zu Cränen rührt. Sie haben eine hohe
Mei=
nung von den Wohlfahrtseinrichtungen und verraten den
un=
gedruckten Kommentar, wie man ſich ihrer am zweckmäßigſten
bedient.
Spießerkneipe.
Sie iſt faſt in jedem
Stadt=
teil, an jeder Straßenecke zu
treffen und beweiſt, daß auch
Berlin noch eim Dorf iſt. Hier
wird nur ein Ceil des Eſſens
und beſonders das Gebäck
be=
ſtellt. Das andere bringt man
ſich ſelber mit. Der eine hat
ſein eigenes Brot. Der andere
päckt eine Boulette aus und
läßt ſich mr Kartoffeln dazu
ſervieren. Die Neſte von
Mut=
tern am Mittag müſſen
ver=
wertet werden. Und dann wird
als Hauptmahlzeit ein kleines
Spielchen gemacht und die
Nachbarſchaft durch gehechelt.
Drüben am Ciſch an der
Cür ſitzt ein fremder Gaſt. Der
bringt Unruhe in den Kreis. Was
ein Fremder hier wohl macht?
Vielleicht iſt es der neue
Bräu=
tigam von der Ama, was
drü=
ben im Käſeladen die Ver=
Die wunderſame Nacht
eines Dorfes.
Legende aus dem Dreißigjährigen Kriege.
Von Herbert Leſtiboudois.
Es war am letzten Cage des 16. Jahres aus dem großen
Kriege, der dreißig endloſe Sommer hindurch Schrecken, Not
und Erbarmungsloſigkeit über die Heide trug. Kein Menſch im
Lande wußte mehr, wer Freund, wer Feind war. Hatten heute
die Cilluſchen Söldner gemordet und gebrandſchatzt, ſo kamen
morgen die ſchwediſchen, brannten ab, was noch über den
Erd=
boden ragte, und mordeten bedenkenlos. Und wenn es von den
Männern, Frauen und Kindern der Dörfer nicht gelang, in die
undurchdringlichen Heidewälder und unwegſamen, nur ihnen ſelbſt
vertrauten Moore zu flüchten, war ein Spielball des Codes
zwi=
ſchen proteſtantiſchen und katholiſchen Soldaten. Kein Cag
ver=
ging, daß nicht blutrote Slammenbündel zum Himmel aufſchoſſen,
und kein Cag war ſo mitleidig, die Heide vor dem Wehklagen
und dem Geſchrei der Sterbenden zu verhüllen. Unerſättlich raſte
die Kriegsfurie über das Niederſachſenland, entſtellt und verzerrt
durch ihre furchtbare Sinnloſigkeit und Unverbundenheit mit
irgendeiner Idee.
Nun geſchah es, daß am letzten Cage dieſes als ſechzehnten
gezählten Kriegsjahres die Cilluſchen Soldaten ihr Lager weſtlich
der kleinen Stadt Celle aufgaben, um weiter nördlich zu ziehen,
wo ſie in wenigen Stunden Weges ein Dorf vermuteten, das
bis=
her unberührt von jeder Plünderung, Brandſchatzung und
Schän=
dung geblieben ſein ſollte. Sie brachen alſo am Morgen dieſes
Cages ihr Lager ab, voll guter Hoffnung auf reichliche Beute
und kräftige, hüftenbreite Frauen. Nauher, trunkener Geſang
wanderte ihnen voraus über die in ein dichtes, weißes Gewand
gekleidete Heide. Selbſt während des Marſchierens ging der
gefüllte Becher unabläſſig von Hand zu Hand und ſchuf unter
ihnen jene laute, prahleriſche und zotige Art. Nur die Führer
enthiolten ſich des Crunkes, ſtudierten ihre mangelhaften
Wege=
karten und ſuchten unaufhörlich den weißen Horizont ab, ob nicht
ſchon ein Dach des Dorfes auftauchte. Wie eine Nieſenſchlange
wälzte ſich das Heer über das blendend weiße Cuch, ſingend und
Iahend, kligenden Spieles — bereit, mit ugebändigter Gier,
mit Mord und Naub und Vergewaltigung das neue Jahr
ein=
zuleiten.
Das kleine von Kriegesnot und Kriegestod verſchonte
Heidedorf, unſichtbar und verſteckt in einem Eichenham gelegen,
ahnte nichts von Verhängnis, wenngleich es nicht verſäumte
Cag und Nacht Horch= und Lauſchpoſten bis an den Nand des
Wäldchens vorzuſchieben. Auch hatte man es nicht unterlaſſen,
Wälle aufzuwerfen, Fallgruben anzulegen und das Waſſer des
nahen Moores in breite Schutzgräben abzuleiten. Sogar ein
langer unterirdiſcher Gang war gegraben worden, der in der
Mitte des Dorfes ſeinen Eingang hatte, unter die Häuſer
hin=
durchführte und etliche hundert Meter davon i Schutz einer
kleinen Calſenke auslief. Fünfzehn Jahr hatte das abgeſchiedene
Heidedorf in dieſem vorbereiteten Zuſtande gelebt, ſtets bedacht,
ſich und ſeine Semeinde vor dem Untergang zu bewahren. Nichts
hatte ſich ereignet, das die Bewohner zu Beſorgnis hätte
ver=
anlaſſen können. Es war daher nicht merkwürdig, daß
allmäh=
lich alle ihr Sicherheitsgefühl wiederfanden, ohne jedoch dabei
die gewohnten Vorſichtsmaßregeln zu vernachläſſigen. —
Am Nachmittage dieſes Cages, der für das ſtille Heidedorf
noch einen bedeutungsvollen Abſchluß finden ſollte, fanden ſich
— wie immer am letzten Jahrestage — die Männer und Frauen
zur Verſammlung unter der großen Dorfeiche ein. Harte, rauhe
Geſichter waren es, die ſich um den Vorſteher Oelſchen Dierks
ſammelten; Geſichter, in denen die Spuren qualvollen Wartens
und bedrückender Ungewißheit zu leſen waren. Oelſchen Dierks
überragte alle. Bald zwei Kopf wuchtete ſeine Geſtalt über die
anderen hinaus. Nuhig und ernſt ſtand er unter der
weitaus=
holenden Eiche, ließ ſeine warmen, ſtets etwas lächelnden Augen
über jeden einzelnen gehen und reckte dann plötzlich den Kopf
weit vor, als vermiſſe er unter den Anweſenden jemanden. „Gerd,
Wolf, Lutjen, Older und Jochen ſind auf Poſten?” fragte er
lauf. —
„Ja, Vorſteher”, erwiderte der alte Bauer vom Deershof
und nickte beiſtimmend. Eine Weile ſchaute Oelſchen Dierks
über die Häupter der Leute. „Und wo iſt Malve Karſtens?”
fragte er dann mit auffallender Beſorgnis. Ein jeder ſpürte
un=
willkürlich das leichte Vibrieren in ſeiner Stimme, das ihr etwas
Aengſtliches und doch Aergerliches verlieh. Doch keiner wußte
es. Malve, die kleine, zarte Blonde war nicht da. Der alte
Karſten wurde unruhig. Eiligen Schrittes lief er ſemem Hauſe zu;
als er langſam und bedrückt zurückkam, merkten die Bauern
käuferin iſt. Vielleicht iſt es auch der ne
der Ecke den neuen Laden aufgemacht hat.
Aber dann erkundigt ſich der Wirt und ſtel
zens neuer möblierter Herr iſt. Da wird er zum 9
gefordert, ſagt gleich einen Grand mit Vieren am
kerl, und ſchmeißt eine Nunde. Stundenlang ſitzen
zeitgeſchwärzten Ciſch ſteht nicht ein Schild „E
wie in der guten alten Seit „Stammtiſch”
Schnitzel mit Pſychoanalyſe.
Das iſt ſchon ein Neſtaurant, das ſich zu den
„Bleiben Sie mir mit der Katarſis vom 221, üer
Dicker und kaut an einem Schnitzel, „und die TAnem d
ſinnung hat im modernen Drama auch keine Exiſtie,z m iem d
mehr.”
„Was halten Sie von dem neuen Werk über P
„Senf,” ſchreit der Gefragte, „Senf, Herr O2A knu ze 6
ſteak ohne Senf iſt wie eine Premiere ohne Kerrn!"
Da ſitzt die Literatur und ißt zu Nacht. Hier 7Ehn eintee
zeit zur Börſe. Man handelt mit den letzten Kurlrnd mſchen o
Aber das hier iſt nur für die „Arrivierten” aletcm Orchide
dannk väterlicher Nente ſich dazu rechnen dürfen. im
Stammgäſte beim
Privatmittagstiſch für naturgemäße Lebrass M Pon4
Das iſt in einer ruhigen, etwas abſeitigen St:n
Stock rechts. Das Cürſchild gibt an, daß eine Wd
hier hauſt, unten verriet ein Schild, daß man hiet Wn
Mittag eſſen könne, und zwar auf eine „naturges=?
viduelle‟ Weiſe.
In einem kahlen Simmer ſtehen neun CiſchtWn
einander. Ein Mann in Filzpantoffeln legt das Ge‟/ Puhne
Papierſervietke, eine Gabel und einen Löffel. 2E2/ huuſch,
Auch Aſchbecher und Streichhölzer ſparen die 25/1 in
denn man kann ſich denken, daß bei einer naturg in M ege
dividuellen Lebensweiſe nicht geraucht wird. Sal= LäwFchlmr
nichts als Salate, köſtliche allerdings, Obſt I —4ummi
bergeweiſe. Ehe man ſich darüber klar iſt, ob mar Wliſ
köſtlern oder Vegetariern iſt, fällt das erlöſendd W30
dasnan. Hier iſt das Eſſen noch Geſinnungsfragr. 90
Von „Schlemmern” und „Eier=im=Glas=Kel
Man müßte, hätte man Naum, noch einman k
zuſehen, die es ſich auch heute noch mit Seit T.
können, das Mahl zu einer Schlemmerei zu geſtaltia
den Leuten beim Eſſen zuſehen, die auch dabei .
tun, als hätten ſie Geld, und die doch den Groſch arſi
Der Berkiner hat ſie, weil ſie ſich meiſt nur eini /
Café leiſten, die „Eier=im-Glas=Kavaliere‟
müßte. . ., aber ich finde, wir müſſen jetzt dringnet
etwas eſſen gehen. Suchen wir uns etwas aus, a /l/
zwiſchen Adlon und Aſchinger, für jeden Magen, /ikk
men, für jede Börſe. Alſo: guten Appetit.
Speiſekarte, bitte.
ſchon, daß er die Cochter nicht gefunden hattin
Flüſtern ging von Mund zu Mund, man fragte Nk
niemand konnte Auskunft über das Mädchen !
Vater wußte, daß er ſie zuletzt um die Mittagsicht
als ſie vom Dorfpfarrer heimkam.
Oelſchen Dierks fuhr mit einer ſcharfen:!
durch die kalte Winterluft und gebot Nuhe. „Sud
mit dem leichten Sittern in der Stimme, „ge)‟
Suche nach dem Mädchen. Ihr alle kennt ſie V
ſeltſam und eigentümlich oft Malves Gebaren IM
ſie aufzufinden; ich habe Sorge.”
Die Männer ſtoben nach allen Nichtungen
ſtreiften bis zum Dunkelwerden das ganze Wacl
das Mädchen blieb verſchwunden. Entmutigt Feic
lich zurück und gaben dem Vorſteher Berichl.
wurde bis unter das Kinn blaß, als er dieſe Van.
Sur gleichen Stunde brach er nochmals ſelbſt mit
und laternenausgerüſteten Männern auf, um Micze
laſſen, das Mädchen aufzufinden.
Sur ſelben Seit hatte das Cilluſche Heer 90
unweit des Dorfes ein Lager aufgeſchlagen.
Unde=
herrſchte jene gereizte Stimmung, die ſich einzüſtet
man ſich um etwas betrogen fühlt. Su ſehr 90
und mädchenlüſternen Krieger gehofft, noch all
ſagenhafte, reiche Dorf zu erreichen, als 909 21
Enttäuſchung rieſengroß ſein mußte. Wem lie
wie dicht ſie vor dem Dorfe ſtanden, das mit
Augen verbarg, wären ſie weitergezogen, Ni
Dunkelheit über die Bauern herzufallen. O0*
nichts anderes übrig, als auf ihre Art ihrer Ell.
druck zu geben. Es währte nicht lange, daß."
Enden und mitten im Lager rieſige Seuer auſpſe. Schein weithin durch die Nacht warſeill.
die dunklen Wacholderbüſche aus der weißen 2
aus, den trunkenen Soldaten allerlei ſeltſame Mie"
ſtalten vortäuſchend. Unheimlich wurde ihneh. V
lich i immer größeren Gruppen an die Lage"
Köpfe zuſammen und dämpften ihre heileren. ?"
ſamen, krächzenden Flüſtertönen.
Als die erſten Feuer, Flammenſäulen 9ie1
leuchteten, wußten die Männer, die am Vcle
wäldchens für ihr Dorf wachte, daß ie *
ihle der jungen Kolonialpiontere. hof ſteht prächtiges Vieh, auf Höchſtleiſtung
je Kolloplſchnle in Witzenhauſen an der Werra.
Bon Rudolf Gläſer.
den Sütz ſagte Dr. Arning, der Leiter der Kolonial=
„öitzenhrwuin, als Seliman bin Jumo, der „Sohn des
” denn üffee mit dem ſelbſtgebackenen Schwarzbrot der
hüler Fütrug, „dieſer Neger bildet einen ſchlagenden
gegen irſict loniale Schuldlüge. Er war nach dem Kriege
Mematcwi zurückgekehrt. Nach wenigen Wochen meldete
ſieder rhe in Witzenhauſen, weil er einfach unter den
„nn zu; hüſe nicht zurechtkam." —
Mir= ſpäter erleben wir einen zauberhaften
Kon=
ur ſchwein durch den ſchweigenden Hof des alten
Wil=
ſoſtersn dem die Schule untergebracht iſt, einen
vier=
ſraspltactznt Spitzbogen in den Häuſerfronten und einer
Brunmſehale, auf der ſtändig eine weiße Caube ſitzt.
eiten ruch den Speiſeſaal mit gotiſchen Pfeilern und
ſölben uuu einen gepflegten deutſchen Garten. Und dann,
Glasütüern eines Gewächshauſes, umfängt uns
feucht-
lpenlurt v’ſchen verwirrendem Grün und fremdartigen,
in Bliſüt. Orchideen ſchlingen ſich durch das Dickicht,
ſem Blnwollkapſeln herunterhängen und die ſeltſamen
die dimLifaſchwamm liefern. Pfeffer gedeiht hier,
reifen’s er Papurus treibt hohe Stauden. Der Kakao
ſue d der e Kbeerfruchtbaum läßt bisweilen ſeine köſtliche
aife
zrſtiges Aimnaterial enthält dieſes Gewächshaus für die
m zung den Rle nialſchüler, die umfaſſend und durchaus
prak=
md ſiahanſendfach draußen bewährt hat. Man lernt
mm Botam=kCr erheilkunde und Cropenhugiene, Vermeſſung,
niemen, Liſt ch inenbau, Cierzucht und Obſt= und Wembau.
wie „Alaiiſch, Hauſſa und Kiſuaheli, Kolonialpolitik
enkunwedirfen nicht fehlen. Aber nicht das
Kollege=
hnderrk is eigene Sugreifen macht den Kolonialpionier.
ſüt er ſuwt nur ſelbſt Bodenanaluſen in chemiſchen und
WUek wer im tierärzilichen Laboratorium auszuführen,
„ ſernc n der Schmiede des Inſtituts ſem Pferd be=
Un dau ich loſſerei und Stellmacherei ſchwingen kräftige
den Hſapr, in der Sattlerei baſteln ſie an allerhand
. ömiſen den Gebäuden des Wirtſchaftshofes fließt
bach &y verſchwindet donernd und rauſchend unter
binenhrut, wo der Strom für das ganze Anweſen er=
Gyrübt eine der modernſten Mühlemanlagen, die
in Oſeuchlland gibt. Nahebei liegt die Molkerei mit
Einen nhoratorium und die Bäckerei, wo die Schüler
/Brot/ ſcren. Vierzig Brotlaibe braucht dieſe kleine
Rtägli Alles, was verzehrt wird, iſt eigenen Wachs=
Mi dich heule verfügt über tauſend Morgen Land und
Nehhewlt Alusgedehnte Obſtanlagen ziehen ſich über die
„9e, d9mderten iſt wohlbeſtellt. Auf den Feldern führen
lenten Aerhändig die Miſtgabel und ſteuern ihre Ma=
Nie ſie dax ſo dirigieren lernen müſſen, wie ihre
Auto=
ind ihykK itpferde.
In den Ställen auf dem Vorwerk
Gelſter=
gezüchtet. Dieſe Ställe ſind mit raffinierten
Fütterungsanlagen ausgeſtattet, und im
Hüh=
nerſtall gibt es eine ſinnreiche Vorrichtung für
die Legekontrolle. Das ganze Gut iſt ein
wahr=
hafter Muſterbetrieb. Auch ei ausgedehnter
Forſtbeſtand gehört zur Schule.
Noch ein Stück fremde Welt birgt das
Muſeum. Die Schädeltrophäe eines
Menſchen-
freſſerſtammes, ein kleiner, brauner Kopf mit
krauſem Haar, grinſt immitten von
Ceufels=
fratzen und geſchnitzten Götterbildern,
Signal=
trommeln, deren dumpfer Klang Nachrichten
über weite Strecken ruft, ſtehen neben Slöten,
Canzſpeeren und grotesken Masken. An den
Wänden hängen ſchöne Baſtmatten und
zier=
liche Geflechte, dazwiſchen die Häute rieſiger
Schlangen. Eine geflochtene Hohlkugel erzählt
von emer ſeltſamen Sitte eines afrikaniſchen
Stammes, bei dem die Jünglinge erſt dann als
Männer gelten, wen das Haupthaar die
Höh=
lung des über den Kopf geſtülpten Flechtwerks
ausgefüllt hat. Em Glaskaſten zeigt die bunte
Federpracht erotiſcher Vögel, weiche Löwen=
und Panther=Felle ſchmiegen ſich über den
Boden.
Einhundertfünfzig Studenten leben vier Semeſter lang nach
Art engliſcher Collegeſchüler in dem Inſtitut. Erfordernis zur
Aufnahme iſt Oberſekundareife und noch jene beſonderen
Eigen-
ſchaften, die der Koloniſt braucht, da er auf ein kämpferiſches
Leben voll Arbeit eingeſtellt ſein muß. Eine Probezeit weiſt über
die Eignung aus. Das Studium ſchließt mit einer Prüfung, deren
Beſtehen zu gar nichts berechtigt. Man kan damit im Inland
nichts werden und ſieht ſich darauf verwieſen, ſich draußen das
Leben zu erobern. Ein Gedanke, der etwas Heldenhaftes m
ſpartaniſchem Sinne hat. Die Schule ſteht ja auch einzig in der
Welt da, denn weder das franzöſiſche Kolonialinſtitut im Algier,
noch einige engliſche Anſtalten vermitteln jene glückliche
Verbin=
dung von Wiſſen und praktiſchem Können wie die Witzenhäuſer
Schule, die mfolgedeſſen im letzten Jahre ſiebenhundert
Be=
werber hatte abweiſen müſſen. Sogar das Ausland ſchickt junge
Leute zur Ausbildung nach Witzenhauſen, womit die Lebens=
Eine Cotentrommel, aus einem Baumſtamm geſchnitzt.
Ke
ſe ffüteh n Jahre vorbereitet hatten. Der ſchnellſte
Meiltes 1 Dorf zu Oelſchen Dierks, der noch mit wenigen
m Hlohely Eiſch ſaß, denſelben, die nochmals mit ihm auf
9e ge chm waren, um Malve Karſtens aufzufinden.
19 hril enühen war vergeblich geblieben. Finſter ſtarr=
Rammtzier ſich hin, als der Bote Kunde brachte, daß
Des Wiühts Feuer die Nähe eines Heeres ankündigten.
chen Flre ſich zuerſt. Er jagte den Boten los, lämtliche
de8 Rkfes zuſammenzurufen und ſich kampfbereit zu
Lackerigen Minuten klang das Schärfen der Beile,
M2 Si cert er drohend durch die nächtlichen Dorfſtraßen.
MMigekh a und da ächzend in den Angeln, und uner=
R BeſtRicr eilten aneinander vorüber. Und doch herrſchte
W ehe Aergültige Organiſation. Kaum hatte der Bote
m Dcch en ſeinen Poſten eingenommen, knackte und
E 2 hMk hm im Unterholz. Es waren die Bauern, die,
Mr gegtlzie grimmige Kälte, wortlos und mit zuſammen=
N Sc i ähre Plätze einnahmen. Eine halbe Stunde
See. DEu gen ſein, da lag wieder Cotenſtille über dem
Reie Aichr Stelle, wo ſich der Wald am weiteſten in die
Deigertiar d Oelſchen Dierks mit den Neckenhafteſten
ZiwppesE 4 Angſt um Malve umdüſterte ſein Antlitz, und
Sdick doßd lich in die Nacht, die wunderſam ſchnee=
WeS OMFüfste er doch noch irgendwo das Mädchen
auf=
eDeuc Aeehe ihr, wenn ſie in die Hände derer dahinten
erke: Den anderen zu und deutete in der Richtung
en Fu
De Mi Aoisder ihre Geſichte haben”, lagte einer, zund
Hindig Dic ie Nacht irren.‟ Der Vorſteher nickte. „Der
er Mos 2in Auge auf ſie haben”, murmelte er. Dann
S Wciel feſter, lehnte ſich gegen einen der Baum=
ES im Alest, entiſchloſſen mit den Seinen auf den kommen=
Sicderien Daren wei Stunden nach Mitternacht ver=
Deuer des tillyſchen Heeres flackerten nur noch
und
* und nur an den vier Ecken des Lagers ſtan=
An käulen ſtarr und rieſengroß in der nächtlich
en Wilek
r. Vereinzelt rollten die Würfel, kreiſten die
Sin arn. die meiſten Söldner ſchliefen bereits durch=
SDna Lim warme Felle und Decken eingehüllt. Kaum
an den vier großen Wachfeuern geſprochen.
Nentt
Rint mohl zu Sim. Unhemlich war ringsim
alles: das weiße Schweigen, die düſteren Wacholderbäume, und
irgendwo das verlorene Nufen eines Cotenhuhns. Mürriſch
um=
kauerten ſie die rote Glut, ſich durch Aneinanderlehnen ſo gut
wie möglich wärmend. Dort, wo ſich die Nordſpitze des
Lager=
vierecks, die am nächſten dem Dorfe zugewendet war, befand,
war die Winternacht von herzbeklemmender Schreckhaftigkeit.
Unmittelbar bei ihnen wuchſen rieſengroße Wacholderbäume mit
beängſtigenden Schatten in die Nacht. Das Licht des Seuers,
des Mondes und des flimmernden Schnees formte Untiere
daraus.
„Es iſt verteufelt hier!” fluchte einer der Söldner und
wagte es kaum, den Blick in die Nacht hinauszuwenden. Nur
ſcheu ſtreifte ſein Blick die allernächſte Umgebung ab. In dieſem
Moment begab es ſich, daß ſein Blick wie feſtgebannt haften
blieb. Die Kameraden merkten zuerſt gar nichts; nur, als der
Nächſtſitzende rein zufällig das Geſicht zu dem Starrgewordenen
wandte, ſah er die tödliche Erſchrockenheit in deſſen Sügen. Er
folgte dem Blick und ſtieß einen Nuf der Beſtürzung aus. Nun
wurden auch die beiden letzten hockenden Geſtalten munter. Sie
ſprangen auf, um jedoch im nächſten Moment mit bleichen
Ge=
ſichtern und aufeinanderſchlagenden Sähnen zu verharren.
Durch die Vacht kam eine lichte, hohe Frauengeſtalt
ge=
ſchritten. Lange, weiße Gewänder hüllten ihre Glieder, und der
Glutſchein des Seuers breitete um das blonde Haupt einen
gol=
denen Schimmer. „Jeſus, Maria!” kreiſchte der eine und ſackte
in die bebenden Knie, während gleicherzeit ſeine drei Genoſſen
neben ihm niederfielen. „Alle Heiligen ſtehen uns bei!” floh
es unaufhörlich über ihre zitternden Lippen.
Doch es war, als ob die Frau das weder ſah noch hörte.
Vorüber ging ſie an den knienden Soldaten, weiter hinein in
das Lager. Ihre großen Augen gingen in weite Ferne, immer
umſponnen von dem goldenen Schimmer ihres blonden Haares,
der über ihrem Haupte ſie geleitete.
Panik brach aus. Entſetzen glitt über die Geſichter der
teu=
felswütigen Mord= und Brandſöldner. Und zwiſchen dem Cumult
ſchritt die knabenhafte Geſtalt Malve Karſtens, die nichts wußte,
die einem gütig lächelnden Geſicht nachging, das von nirgendwo
und überall lockend verheißungsvoll zu ihr hinüberblickte.
Verzweifelt verſuchte dieſer oder jener der Führer, die
Sol=
daten zu halten. In wilder Flucht jagten die erſten in die Nacht
hinaus. Als jedoch ein beherzter Offizier mit blanker Klinge
vor das Aädchen ſprang und mit zerſpringender Stmme fragte:
berechtigung der Schule zur Genüge dargetan iſt und ſich ſogar
noch die Erwägung weiteren Ausbaus erhebt.
Dr. Arning, der zu Wißmanns Seit als Arzt nach Deutſch=
Oſtafrika gegangen und dann Pflanzer, Minenbeſitzer,
Schrift=
ſteller und Parlamentarier war, hat der Schule zu einer bewuns
dernswerten Organiſation verholfen. Suſammen mit ſemem Stab
tüchtiger Lehrkräfte gibt er einer auserleſenen Schar deutſcher
Jungen die Summe aller kolonialen Erfahrungen mit, die in
Jahrzehnten von Deutſchen und Fremden in aller Welt
geſam=
melt worden ſind. Wem Deutſchland auch keine Kolonien mehr
hat, ſo finden die Cräger ſeiner kolonialen Erfahrung auch bei
Fremden Aufnahme, wem nicht die deutſchen Koloniſten, die nach
dem Kriege draußen blieben oder neu anfingen, ſie zu ſich rufen.
Beglückendes Erlebnis.
Von Lili von Baumgarten.
Erlebniſſe gibt es, von denen man ſich ſcheut zu ſprechen, aus
Angſt, die Beglückung, die weich und warm wie Streicheln
von geliebter Hand von ihnen ausgeht, köme ſich verflüch tigen,
golden verklärender Sauber köme erlöſchen vor grauer Worte
ſchattender Kühle. Dieſe Erlebniſſe aber ſind es, die es einzig
vermögen, uns, wemn auch nur auf kurz, der Hoffnungsloſigkeit
unſeres Alltags zu entrücken, indem ſie uns höhern Sinn ahnen
laſſen, der hinter äußerer Erſcheinung ſteht.
Ein fahler Herbſtmorgen dämmerte über der Stadt. An
einer Halteſtelle der Elektriſchen, die zum Friedhof führt, ſtanden
em halbes Dutzend Leute: ein paar ſchwarzgekleidete Frauen mit
roſa und blauen Aſtern in Cöpfen, ein Greis mit einer kleinen,
grünen Gießkanne und ein verweintes junges Mädchen mit einem
Kranz von weithin leuchtenden, feuerfarbenen Dahlien.
Bei ihnen wartete einer, den Einſamkeit noch ſtärker
um=
witterte als die andern. Er wartete mit leeren Händen, pflegte
er doch ſeine Blumen erſt am Friedhofseingang bei einer
Händ=
lerin zu kaufen, die ſeine Mutter noch gekannt hatte und ſtets
einige Worte von ihr mit ihm ſprach.
Die Elektriſche erwies ſich als überfüllt, und die
Neueinſtei=
genden mußten froh ſein, im Innern der beiden Wagen ſtehend
PPlatz zu finden. Die Fahrgäſte, faſt alles Friedhofsbeſucher,
waren aus einem Gefühl von Schickſalsgemeinſchaft höflich und
„Wer biſt du?” traf Malve Karſtens Blick das Geſicht dieſes
einen Menſchen. Der Offizier wich zurück, ſeine Augen brachen
vor der Klarheit und Helle dieſer großen Mädchenaugen. Er
kniete nieder, taſtete nach dem Saum ihres Gewandes und
flüſterte: „Maria ſei mir armen Sünder gnädig!‟ Dann riß er
ſich hoch und floh dem auseinanderwirbelnden Croß des Heeres
nach.
Mählich dämmerte der Neujahrsmorgen des ſiebzehnten
Not= und Kriegsjahres. Lange wunderten ſich Oelſchen Dierks
und die Seinen, daß ſämtliche Feuer drüben erloſchen waren. Und
als der helle, lichte Cag klingend und neuer Hoffnung übervoll
über die Heide kam, ſahen ſie kein lebendes Weſen zwiſchen den
vereinſamten Markatender=Wagen. „Leute” ſagte Oelſchen
Dierks, „ich muß wiſſen, was eigentlich vor ſich geht. Ihr: Gerd,
Wolf, Older begleitet mich. Wir werden m großem Bogen ans
Lager ſchleichen.”
Im ſelben Augenblick machten ſich die vier auf den Weg,
gedeckt durch Wacholderbüſche und Heidhügel. — Da winkte
Oelſchen Dierks ab.
„Kommt nur”, ſagte er lachend, „ich glaube, wir haben von
dorther nichts mehr zu befürchten.”
Sie richteten ſich auf, gingen vorüber an ausgebramnten
Feuerſtellen, paſſierten die verlaſſenen Wagen, Schleudermaſchinen
und Kriegsgeräte. Dort ſaß Malve Karſtens im verlaſſenen
Lager auf einem Bündel alter Decken und blickte mit großen
Kinderaugen auf die Männer.
„Malvel” ſchrie Oelſchen Dierks, „wie ſollen wir das
ver=
ſtehen?”
Das Mädchen ſchüttelte den Kopf und ſteckte die Ame
unter die ſchützende Decke. „Was fragſt du, Oelſchen Dierks”,
ſagte ſie herbe. „Meine Mutter ſah ich, meine tote Mutter,
ihr Antlitz, das mir winkte, und dem ich folgte — bis hierher.”
Sie hob ihre Augen auf, die weitentfernten, und ließ den Blick
über das verlaſſene Lager gehen.
Schweigſam legten die Männer den Heimweg zurück,
wort=
los brachte der Vorſteher Malve in das Haus ihres Vaters.
Der alte Mann wollte fragen. Oelſchen Dierks ſchnitt ihm das
Wort ab. „Iſt alles gut ſo!” ſagte er und ging. Und als er
nachher vor ſeinem Hausbuch ſaß und die wunderſame
Begeben=
heit wortwörtlich eintrug, ſchrieb er zum Schluſſe: „. . . und ſo
geſchah es, daß die blonde Malve uns alle rettete, ohne daß ſie
lebber und ein anderer etwas davon weiß, außer Oelſchen Dierks.”
wag, größeren Komfort geſteht ſie ihm nier
Gottes Leiſtungen durchaus nicht unterſchätzt.
ihm doch hoch an, daß er den Menſchen bei
Knochen verſehen hat. „Sonſt wäre ihm der
gerutſcht.” Aber ſie findet es auch richtig. „ℳ
ſo feſt um die Knochen gewickelt hat‟. Sie
Geſchicklichkeit, mit der er das gemacht hat. Küh
Sie ſagt einfach: „Ich glaube, daß der liebe Go
große runde Scheibe iſt wie die Sonne und wie der
Auch das Intereſſe für das Gottproblem hoben
ererbt. War doch ihr Urgroßvater Julius Nupp. 1a0
emer freireligiöſen Gemeinde, auch für dieſe noch
ganzes Leben lang als ein wahrer Chriſt für Gotz
indem er für Gütergemeinſchaft, freie Verantwortu
zelnen und vollkommene Gleichſtellung der
Klaſſen=
ſchlechter kämpfte.
Die drei Kinder in Lichtenrade ſind ganz moder
und ſeeliſch wohltrainiert, gewöhnt an simple
unſentimental. Die zärtliche Einladung der Großmu
ihr dieſe Woche einmal zu uns nach Berlm kommin
wortet ſie mit der Frage: „Was eßt ihr denn ſo /41
ihr Sohn, ei echter Aenſchendoktor wie ſein Vater, mit eier
jungen Künſtlerin vermählt, die mit Recht den klaſſiſchen Namen
Ottilie trägt. Dort leben Peter, Jordis und Jutta, Käthes
Enkelkinder, mit lichten Augen, als ſähen ſie in eine beſſere,
von Käthe Kollwitz erträumte Welt, und mit Haaren, ſo
ſonnen-
hell wie der Weizen, aus dem Käthe Kollwitz gern das Brot für
alle Hungrigen der Welt backen möchte.
Wenn Käthe Kollwitz in Lichtenrade iſt und Peter beim
Eislaufen auf dem gefrorenen Cümpel zuſchaut, dann ſieht ſie
weder traurig noch erhaben aus, ſondern ganz wie eine glückliche
und freundliche Großmutter. Ueberwältigt ſteht ſie vor ſo viel
Anmut und Lebenskraft und vor dem Stück Künſtlertum, das
ſicher ſie an dieſe Kinder vererbt hat, und das ihnen aus jeder
Falte guckt. Sie iſt ganz Auge und Ohr. Denn ſie verfolgt mit
kollegialem Verſtändnis den kunſtleriſchen Aufbau ihrer
Aeuße=
rungen.
Peter berichtet eine wilde Sache von einem furchtbaren
Halsweh. Das davon geplagte Weſen iſt augenſcheinlich ein Kmd,
vielleicht er ſelbſt. Aber im Eifer des Erzählens ſagt er plötzlich
— ihm ſelbſt überraſchend: „Und da haben ſie ihm einen Wickel
um den Hals gemacht, ſo lang wie von Berlin nach Lichtenrade‟,
rückſichtsvoll: den Frauen und den Alten wurden Sitzplätze
ei=
geräumt.
Der vereinſamte Sohn ſtand und hielt ſich mit der Rechten
am dazu beſtimmten Deckenriemen; um den Aermel ſeines
Man=
tels, deſſen Stoff die Mutter noch ausgewählt hatte, ſchlang ſich
ſchlechtgehefteter Crauerflor. Gleichgültig glitten ſeine Blicke
über die angelaufenen Scheiben des Wagens, über ein grelles
„lakat, das irgendein Putzmittel anpries. Da plötzlich ſchrak er
zuſammen und ſtarrte auf die kleme, zarte Frauengeſtalt, die
neben der Cür ſaß.
Das ſchmale, blaſſe Geſichtchen unterm braumen Filzhut, das
billige graugrüne Negenmäntelchen, die handſchuhloſen,
verarbei=
teten Hände, die Einkaufstaſche, der plumpe baumwollene
Negen=
ſchirm — dieſe ganze rührende Anſpruchsloſigkeit, ja, gab’s dem
das noch einmal auf der Welt?
Er wagte keine Bewegung, aus Furcht, die Erſcheinung zu
verſcheuchen. Saß ſie da nicht wie ſie leibte und lebte, die heiß
Beweinte, die Unerſetzliche, die er niemals mehr ſo zu ſehen
ge=
glaubt hatte? Cränen verſchleierten ſeme Augen. Ward
Ver=
gangenheit wiederum zur Gegenwart? Durften ſie noch eimal,
wie ſie es ſo oft getan, zuſammen hinausfahren nach dem Wald,
den ſie ſo ſehr liebte? Immer von neuem hatte ſie ihn überredet,
mit ins Freie zu kommen in Gottes ſchöne Natur; für ihn zu
ſeinem Beſten, wollte ſie’s, wie alles, was ſie dachte und tat.
O friedſame Stunden weltentrückter Naſt! Sie komte nicht mehr
weit gehn in der letzten Seit, ruhte am liebſten halb liegend auf
einer Bank, das müde Köpfchen an ſeine Schulter gelehnt.
Erimerung überwältigte den Vereinſamten. Um ihn flutete
ein Meer von Sehnſucht und zag hoffender Ahnung. War ſie
nicht gänzlich von ihm gegangen, die geliebte Entſchwundene,
weilte ſie noch in ſeiner Nähe, umſchwebte ſie ihn in dieſem
Augenblick? War es ihr Wille, der einer fremden, kleinen Frau
dieſe verwirrende Aehnlichkeit mit ſich aufzwang, um ihn zu
grüßen, um ihn wiſſen zu laſſen: Du biſt nicht allein, wie du
glaubſt, ich bin bei dir? — Ja, ja, du biſt bei mir. Inbrünſtig wie
ein Gebet dachte es der Vereinſamte.
Die Elektriſche hielt. Der Schaffner rief einen
Straßen=
namen. Die zarte, kleine Fremde erhob ſich, um auszuſteigen. Sie
gig wie ihr Ebenbild, und all ihre Bewegungen glichen denen
der Verſtorbenen. Bem Verlaſſen des Wagens aber wandte
ſie ſich noch eimmal um und nickte ihm ganz leiſe zu. Nein, er
täuſchte ſich nicht, ſie hatte ihm zugenickt. Er mußte mit aller
Gewalt an ſich halten, um ihr nicht nachzueilen, die mit tapferen,
ſachlichen Schrittchen die Straßenkreuzung überquerte.
Wie im Craum ſah der von Jenſeitigem Berührte das weiße
Friedhofsportal auftauchen, wie im Craum erſtand er ſeine
Blumen, ſprach mit der Händlerin und wandelte ſtille, mit welken
Blättern überſäte Wege bis an ſein Grab. Dieweil er es
ſchmückte, hatte er zum erſten Male das Gefühl, ſie, der ſeme
Sorgfalt galt, weile nicht mehr unter ſener naßkalten Erde, und
noch Stunden ſpäter ſchwang in ihm wie feierlicher Glockenton
ſein tief geheimnisvolles, beglückendes Erlebnis.
Die Enkelkinder der
Käthe Kollwitz.
Von Dr. Eugenie Schwarzwald.
Wer von uns kennt nicht das Antlitz der Käthe Kollwitz,
dieſes erhabenſte Kunſtwerk, das ſie je geſchaffen hat: mater
dolorosa und Weltgewiſſen zugleich. Das Antlitz, vor dem alle
menſchliche Bosheit erſchweigt, und bei deſſen Anblick in jedem
die Freude aufblüht: auch du biſt em Menſch. Wie ſie ſich ſelbſt
geſehen hat, ſo ſehen wir ſie alle, und ſo wird ſie auf die
Nach=
welt kommen.
Wer Käthe Kollwitz aber auch noch anders ſehen will, der
muß ſich nach Lichtenrade hinausbegeben. Dort wirkt nämlich
und ſetzt ſofort erklärend hinzu: „Er hatte einen ſo langen Hals,
er war nämlich ein Giraffe.”
Die Großmutter glaubt ihm die Giraffe. Sie glaubt alles.
Auch iſt ſie jederzeit bereit, mit Jördis die Frage zu ventilieren,
ob wohl die Hunde in Hamburg anders ausſehen als die Hunde in
Berlin. Jördis nimmt das als ſicher an. Denn es wäre ihr
peinlich, wenn auch unter den Hunden Gleichmacherei herrſchte.
Sie liebt die Senſationen, und das Wenſchenleben kann ihr gar
nicht bunt, gar nicht prächtig, gar nicht exotiſch gemg ſein. Nur
das Daſein des lieben Gottes liebt ſie ſich in beſcheidenen Grenzen
abſpielen zu ſehen. Er hat eine nur kleine Wohnung, aus
zwei=
einhalb Stuben beſtehend. In der einen wohnt er ſelbſt, in der
anderen die Engel; die Kammer dient dazu, die Flügel der Engel
aufzubewahren. So oft ſie auch von Gottes Lebensform ſprechen
ſches neues Wort: „Kahuleia”. Wenn Jutta Kahr./)
kann Käthe ſo lachen, als ob ſie noch kei Erd4ſmu
hätte. Ja, mehr als das, ſie vergißt m ſolchen Augist
alles, was ſie iſt und was ſie kann. So kommt es, Ku
von der Bedeutung ihrer Großmutter keine Ahnz//
ſich Peter, fünfjährig, zum erſten Male verliebte, i!0
das Lottchen Meyer hieß, fragte er Käthe verzücktt.,
möchteſt du nicht auch gerne Lottchen Meyer heifäu
Wenn ihre Enkelkinder es wünſchen, iſt
ſicher bereit, fortan Lottchen Meyer zu heißen.
Kreuzworträtſel.
Kreuzworträtſel.
Aufgabe 559.
J. Scheel in Slemdal bei OSlo.
(Caſ. Ceſ. Sach. 1916.)
Die Wörter bedeuten von links nach rechts‟
6 kleines Raubtier, 8 Schmarotzertier 10 Blasinſi4
Antilope, 14 Kleiderſtoff, 15 inneres Organ 16 eum
ſtadt 18 männlicher Vorname, 20 Teil des Beines,”
22 Erlöſer.
Von oben nach unten: 2 Gewürz= und Heilvil/
ſtoff 4 Beſucher, 5 Glasbehälter, 7 Erzengel,
11 Papſtname, 12 Wurfgerät 13 Stadt an der
wandter, 19 Raſenſtück, 20 Hebemaſchine.
Anflöfung der Rätſel anz Nunn
Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: K17 Dh2 Th4 Se5 Ba5 b5 b6 c4 (8):
Schwarz: Kd4 Bc3 e4 (3); 3-.
Aufgabe 560.
H. Cudmore.
(1. Preis, Hackney Mercury. 1832.)
Weiß: Kg5 Da8 Ta7 d2 Lc5 et Bb2 (7);
Schwarz: Ke6 Te7 Lo4 Bbs c7 g6 g7 (7).
Matt in zwei Zügen.
Briefkaſten. J. L.: 553. 1. Ka22 Tf3!
Anfragen, Beiträge, Löſungen uſw. nur an die Schriftleitung des
Darmſtädter Tagblatts” mit der Aufſchrift „Schach”.
Röſſelſprung=Aufgabe.
Vorſtehende 7 Quadrate enthalten 7 Wörter, die mit
Röſſel=
ſprung zu ſuchen ſind; ihre erſten und vierten Buchſtaben nennen
einen niederdeutſchen Dichter.
Carl Deubel.
Carl Deubel.
Druck. Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei. Rheinſtr. 23.
Verantwortl, für die Redaktion: Dr. H Nette. Darmſtadt. Fernſpr. 1. 2389—2392. — Alle Rechte vorbehalte.
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äwe ſei Zeidung mit Adacht un Verſtand läſe
gedre Erfahrung mache, daß es doch net ſo ruhich
in de zud hergeht, als mer ſich’s dehaam hinner ſeim
eſtelle tſt. s is allerhand los, wos net agebunne is;
aſſert i Dag was Neies. Mer kimmt faſt kaum noch
in Endegage wärrn gemacht, Endeckunge, alſo do ſtaunt
un deuahmann ſtutzt! Un die Endeckunge wärrn net
einzera beſunners dezu berufe un geſcheide Leit
ge=
indern uwze Gemeinde un Stadtverwaldunge gehn uff
ge aust 5o hott beiſpielsmeßich die Stadt Darmſtadt
bervoryuand Endeckung gemacht, indem ſe nemlich ihr
endecktu ſt. Freilich, die Endeckung is zwar net
be=
nei, ſiuern die wärd grundſätzlich alle Johr gemacht,
ſogar uarmol. Awwer nei hie, nei her, s is
immer=
deckunst
er ne lloß unſer hochwohllöblich Stadtverwaldung
ndeckung ſundern aach unſer noch hochwohllöblichere
hierumgort en diesbeziechliche Ehrgeiz un macht alle
uie Enkzun ge. So hott ſe neilich unner annerm e ganz
d Entzung gemacht, indem ſe — de Fennich endeckt
ſie wmuf die Endeckung ſo ſtolz, daß ſes uns in=eme
brt kurzoin zu wiſſe gedoh hott. — Freilich, ganz ſo aſch
u der garch ie Endeckung net, ſundern ſie ſtammt eichentlich
Urgrogſidderszeide, wo die Redensart gang un gäwe
er demuſnnich net ehrt, iſt des Dahlers nicht wert.” —
is iu mahie erfreilich, daß die Reichsreſchierung vun
z uff=chſm die Endeckung macht, wann aach valleicht e
ed. Uu alleicht behärzigt die Reichsreſchierung die
un ſſiez net bloß uns, mir mißte widder mit m
Fen=
die lärms undern geht uns im Knaußern mit gutem
Bei=
ußerdemhott unſer Reichskawinädd noch e Endeckung
die moulleicht noch fullminander is, wie die vum
Nemlrſtie hott e ganz brobad Middel endeckt, wie mir
6e Hahsaue de Breisabbau fördern kennte. Un däß
naßt: t.aufe nur dort, woſtes gut un billich krickſt!“
chlich iſe Endeckung muß ich ſage: allerband Hochach=
Dannn ) glaab, vun ſich aus wer kaa deitſch Hausfraa
iſache tGanke kumme; un wann’s uns vun de
Reichs=
gnet roude weer worrn, mir weern in unſere Dumm=
„weide: die Geſchäfte gelaafe, wo mer for’s deierſte
neßtan teick uffgehenkt krickt. s war alſo, wie geſagt,
beit, di wunſer Reichsreſchierung die rein wärtſchaftlich
1 gemanc hott, wodenooch mer nor dort kaafe ſoll, wo’s
die un billuſte weer. Un in Abedracht vun der Greeße
tung 10 mich’s bloß emol indreſſiern, wieviel Sitzunge
iedich ſwrr, un ob mer gor e Wünſchelruhd dezu
ge=
ut, bils er dodruff kumme is —
nbeducz derart großardiche Endeckunge hab ich mir
ge=
annens nne, kannſt du noch lang, un hab mir alſo
vor=
ich mut ſtandepee aach e paar Endeckunge mache, un
gar fu nin agelniggelneie. Zu dem Zweck hab ich mich
ſochmcttig hinner enanner dehaam hiegeſetzt, hab mer
ſers ſtiue Kaffee gebraut, mit dobbelt ſoviel Zigorie
ſunſt,Fu hab die Zeidunge dorchgeſchniffelt. Un do hab
die ho chühdich Endeckung gemacht, daß de Breisabbau
ſchumu lia ſt ei geſetzt hott; S hott’s bloß noch niemand
Awrtpe wann mer die „Erklärunge” lieſt, vun de
Metzie de Aanzelhennler und de Milchhennler, dann
ſtan Zſfel, daß däß horrente „Breisringe” ſchun lengſt
WAis uu mer Reichsreſchierung, die Länderreſchierunge,
gmters n Gemeinde widdermol e naſeleng hinnenooch
it ihusbreisabbaubeſträwunge
Die Gſuſckung, die wo ich do in Bezugnahme uff den
zu geungt hab, die wärd mer jedenfalls als ganz nei
e tenntſann ich glaab, nor die wenichſte hawwe was
ſrkt, diaſie Breiſe bereits ſchun ſo rabied erunner gange
dar garuoun ſällwer. — Es gibt jo zwar aach Breiſe, die
frunnnm ange; awwer aach net in die Heeh; un däß is
blich eug ſchun was, un ſieht in de heidiche Zeit eme
-beryſt ehnlich.
Dann hab ich die nei Endeckung gemacht, daß es glenzend
gelunge is, des Eikumme mit de Miete in Eiklang zu bringe.
Nemlich, die Miete wärrn afach um vier Brozent erheeht, un
die Eikumme um’s dobbelte gekärzt, un do gleicht ſich die Sach
widder aus ..
Freilich, bei Licht bedracht ſin däß ziemlich ſchmärzliche
En=
deckunge, awwer mer kann immerhie noch froh ſei, wann mer
debei mit=eme Läwe devo kimmt, dann es gibt genug Endecker, die
wo bei ihre Endeckunge ſchun dro glaawe hawwe miſſe...
Beinoh neilich ich ſälbſt. Dann do bott mich mei
Endeckungs=
fimmel ſpeed owends noch emol ins Städtche gefiehrt, un eh ich mich
verguckt hatt, war ich im ſchennſte Ufflaaf drinn. No, däß kann
aam jo heit baſſiern, ohne daß mer’s will. Awwer ich hett im
ganze Läwe net gedenkt, daß mei ald, unſchuldich Kaboddche als
ſtaatsgefehrlich in Betracht kemt, odder gar als
reack=
zioneer. Awwer es muß ſchun ſo ſei; dann daß der Schubbo
mir uff de Kobb haage wollt, kann ich net gud glaawe, ich bin
doch lengſt bekannt als des unſchuldigſte, lammfrommſte
Weibs=
bild vun Darmſtadt und de neehere Umgäwung. Alſo’s kann nor
meim Kaboddche gegolte hawwe. Ich bin nadierlich ſchleunigſt
haam, mit meine rebbublickfeindliche Kobbedeckung; un die Nacht
im Bett hab ich mich als im Duſel gefrogt: wie kimmt nor die
Kadoffel uff dei Kobbekiſſe? — bis ich de annern morjend die
En=
deckung gemacht hab, daß däß en Knibbel war, den wo ich am Kobb
hatt. Hoffendlich endeckt mei Hausherr am End vum Monat den
erheehte Waſſerverbrauch net, dann ich bin de ganze Dag an de
Krahne un hab mei Sackduch naß gemacht — — Un ſowas nenne
die „Radiergummi” un „Migreeneſtift”, wo mer Knibbel devo
krickt, ſo dick wie en Saladkumbe.
Daß mer unner dene Umſtend kaa Endeckerfreide erläwe
kann, is klor. Un ſo hab ich das Endecke widder for=e Weil
uff=
geſteckt, un muß es ſchun unſere liewe Stadtverwaldung ſällwert
iwwerloſſe, uff welche Art ſe ihr Defeſidd widder wägendecke will.
— Wie ich mer ſage hab loſſe, hott ſe zu dem Zweck e paar neie
Steiern endeckt. Die „Knibbelſteier” is zwar noch net drunner,
awwer was net is, kann noch wärrn, un valleicht miſſe mer aach
noch die Knibbel verſteiern, die wo mer aus Verſähe an Kobb
ge=
haage krieje.
Awwer ich hab ſowas leide heern als ſoll’s e Gedränkeſteier
gäwwe. No was däß bedrifft, de Schlammbanjer kenne ſe
meints=
wäje verſteiern ſo hoch ſe wolle; aach de Brandewei, dann ſo Sache
drink ich net; wann ich mich emol „fiehl” do drink ich heechſtens en
Geſpritzte, der dhut’s aach; un aus Brandewei mach ich mer
brin=
zibinäll nix, ich drink bloß hie un doe Kunnjäckelche, odder im Notfall
eKärſchewäſſerche, un däß is kaan Brandwei. Aach der aane
aans=
linge Fennich am Bier dhut mer net weh. Was dohärngäje de Kakao,
Tee und Kaffee bedrifft — ich drink Schoggelad, Himmbeerblädder
un Zichorie, un däß nor dehaam. Allerdings, mei effentliche
Kaffekranzſchweſtern, die wärrn Hoorn loſſe miſſe; awwer ich denk,
aach dene wärd ihr „Unnerhaldung” noch en Fimfer wärt ſei. —
Peinlich weer’s nor, wann mer wäje der Steiererhewung hinner
jed en Gedrenkeſteierbiamte ſtelle dhet, der wo genaa uffſchreibt,
wieviel Taſſe als ſich die aa odder anner eiverleiwe dhut; dann
weer’s aus mit de „Unnerhaldung”
Jedenfalls, die Steiern wärrn ſich ſchließlich noch
mam=
deniern loſſe, un dodewääche wärd niemand uffſchnabbe. Wie
awwer ſteht’s mit däre Negerſteier, odder
Hodden=
doddenſteier, odder gar Kannibableſteier, die wo ſe
do unner dem ſchei heiliche Nome „Bircherſteuer” eifiehrn wolle?—
Was ſoll mer däß bedeide, un wo laaft däß druff enaus?! — Mir
läwe doch immer noch in=eme ziffeliſierte Staat, wann’s aach net
immer de Aſchei hott — — Alſo, do haaßt’s uffgebaßt, hier geht
was vor, wo ’s Licht zu ſcheie hott, ſunſt kemde ſe net mit=ere
Steier aus em dunkelſte Erddaal. Un mir loſſe uns jo vun unſere
Stadtverwaldung ſchun allerhand gefalle, awwer en Verglich mit
Hoddendodde un Kannibahle — alſo däß geht dann doch e bische
zu weit. Schließlich verlangt ſe nechſtens aach noch, mir ſolle uns
mit Kigrubs ſchwazz mache, un ſolle uns e Weißkrautblatt
vorbinne.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Halt, do is mer en falſcher Fehler
unnerlaafe, die Sach is annerſter, wie ich ſo hinnerum erfohrn hob.
Nemlich net die Negerſteier dhun ſe mit dem ſchei heilige Nome
„Bircherſteier” belege, ſundern — rumgedreht is aach gefahrn —
däre Bircherſteier hawwe ſe den unfreundliche Nome „Negerſteier”
uffgehenkt. Awwer em Sinn nooch hannelt ſich’s um e „
Kobb=
ſteier”, die wo jeder Bircher gleichermaße endrichte ſoll, wie’s bei
de Negervölker aach is. — ’s is alſo ſo gewiſſermaße e „Freiheit=,
Gleichheit= un Briederlichkeits=Steier”, wo kaaner beſunnere
Vor=
rechte genieße dhut, ſundern wo aaner ſo viel gilt, wie de anner.
Un es drifft aan wie de annern edwa ſo fuffzich Fennich de Monat,
gewiſſermaße nooch dem Moduß: Gleiche Brieder, gleiche Kahbe.
—— Gleiche Rechte, gleiche Pflichte.
Was awwer dhun ſe in unſerm Stadtrat? — Sie lehne ſe ab!
— Un zwar net bloß die Bircherſteier, ſundern unſere
Stadtver=
waldung ihr ganz Deckungsbrogramm. — Zu oleicher Zeit
bewil=
liche ſe awwer großmiedich e Winderbeihilfe, ohne ſich
weider drum zu kimmern, wo s Gäld herkumme ſoll. —
No, for ſo beſunners geſcheid hab ich ſe jo nie gehalte, awwer der
Schenieſtraach iwwerſteicht doch des Maß alles däſſe, was uff
Rod=
haiſer im allgeneine ieblich is.
Un ausgerächent de Herr Abt, der kimmt uff den glorioſe
Gedanke, die Middel for die Winderbeihilfe dorch e —
Samm=
lung uffzubringe. Un er nimmt in ſeine kindliche Unſchuld a,
unſer Borjemaaſter gingte als erſte mit dem gude Beiſpiel vora.
—— No, die Idee, ſich uff die Art for ſei notleidende
Mit=
menſche eizuſetze, is unmeechlich uff ſeim Miſt gewaxe, ſundern
vermudlich wärd däß bereits in alle faſchiſtiſche Staats= un
Gemeindeverwaldunge ſo gemacht; beiſpielsmeßich in
Braun=
ſchweich un Thieringe, do ſin die Miniſter un Borjemaaſter mitm
Exiſtenzminimum zufridde; s iwwriche obfern ſe ihrm
„Idealismus”. . .. So ſiehſte aus!
No, unſer Klaa= un Sozialrentner, Erwärbsloſe un ſunſtiche
Wohlfahrtsempfenger, die hawwe jetzt emol e Ahnung krickt, was
ſe vun all dem leere Geſchwätz zu halte hawwe. Mer kennt lache,
wann die Sach net zu ernſt un zu draurich weer. — Dann net
helfe will mer, ſundern die Unzufriedenheit ſchiern — do kimmt
mehr debei eraus!... O Herr, ſieh dein Volk an!...
Iwwrichens, wie ich geläſe hab, ſcheint im Muſſolinie ſeim
Muſterſtaat aach net alles Gold zu ſei, was funkelt. Dann aach
dort is, drotzdem die Herrſchafte ſchun neu Johr am Ruder ſin, die
Not groß, un ſie wolle jetzt ihrn Staat domit redde, daß ſe die
Gehälter un Löh abbaue, genau wie bei uns. Ich nemm a, daß
aach do der große Muſſolinie mit gudem Beiſpiel vora geht, un
is mit dem zufridde, was er frieher als Maurer verdient
hott.
Offe geſtanne, mir kimmt doch nooch un nooch zum
Bewußt=
ſein, daß mer mit ſcheene Wahlverſammlungsſprich, rechtſe odder
linkſe, doch kaa vernimfdich Bolledick mache kann. Ich kann däßhalb
aach de Herr Leuſchner net verſteh, daß er amtlich mit ſo Sprich
um ſich ſchmeißt. Die baſſe for Wahlredner, awwer net for=en
Miniſter, un ich vermud däßhalb, daß er mit ſeim bewußte Daume
recht grindlich in’s Fättnäbbche gedräde hott. . . .
Awwer, ich ſag’s jo immer. Wem net zu rode is, dem is aach
net zu helfe. —
Den zeitgemäße Haushalt.
an jähoch ſchlafen könnte. Mehr oder weniger
ſſtlich in man dieſen Ausſpuch immer wieder von alt
Rlören: Aie oft iſt aber eigenes Verhalten am ſchweren
ſen ſchuu Es kommt ja ſo ſehr viel auf die körperliche
9g ang der ſich der zu Bett gehende Menſch befindet.
ſregung/: Nerven, die kurz vor dem Schlafengehen
ſtatt=
ahindemina türlich auch das Nahen des Schlafes. Aus
brunden ſie der an Schlafloſigkeit Leidende weder kurz
Sclchugchen aufregende Lektüre leſen, noch derartige
Fwie Meund Kaffee zu ſich nehmen. Muß er ſchon etwas
1 wülwilm ein kleines Glas Bier beſſere Dienſte dazu
Ganz Atazeichnet erweiſt ſich als einſchläferndes Mittel
er Stweigang in ziemlich raſchem Tempo, mit tiefem
1R ders hleren Abendluft, alſo Zufuhr friſchen
Sauer=
ein hu8 Fußbad mit mehrmaligem Zugießen, kalten
iedockair bis wenig über die Knöchel reichend, und ein
—10f044 Mackenumſchlag. Schließlich darf eine Löſung
Noriantgimicht gebrüht und gekocht, ſondern nur kalt aus=
2Ialo iſt am Morgen aufgeſetzt und bis zum
Schlafen=
gedeck uſbewahrt, nicht unerwähnt bleiben. Meiſt
ge=
n ein lder angegebenen direkten Mittel in ſeiner Ein=
Tauf WKörper, um die aufgeregten Nerven zu beſänfti=
2 Bluck on. Kopfe abzuleiten und den erſehnten Schlaf
Mbrenthir ſonſt beharrlich ſein Einſtellen zur erwünſchten
verwekit.
R Solltenbad des Haares. Wenn ein ſtiller Bal=
* lnbltä tetes Fenſterplätzchen zu Gebote ſteht, dann
dier rAont die gelockerten Haare dem Sonnenlicht aus=
Derdensl Auppen und Schinnen pflegen meiſt raſch beim
2 Men 4 öa uptſchmuckes zu ſchwinden, das Wachstum wird
A undAite empfindliche Kopfhaut, oft die Urſache des
Sſallesk rio gekräftigt.
den Aim üdung der Füße nach langen
Wan=
gend ern die Füße nach großen Leiſtungen ſchmerzen,
Ne neui kaltes Fußbad an, in dem man auf etwa
2 Dolens Pfund Salz auflöſte. Der Schmerz ſchwindet
Mi Hlilwpern die Füße ſind auch am nächſten Tage
wie=
eugeſtärt-And leiſtungsfähig.
Fühe ſchwarzer Lackſchuhe., Sollen dieſe
E Hiltesh 3. Briche erhalten, ſo iſt es wichtig, ſie noch fuß=
2 DiaAha Leiſten zu ziehen, oder feſt mit Papier aus=
L i Ahuicht mit Sägeſpänen gefüllte Füßlinge eignen
Ain ppeRit- Haben ſie ihren Glanz verloren, ſo reinige
Mitithir, überſtreiche zunächſt die Falten mit Enilo=
Sene Waumn Trochnen desſelben die Schuhe tüchtig mit
Dn Sntzihr ab und überziehe ſie nun ſtrichweiſe mit dem
ei Saarpinſel. Den erzielten ſchönen Glanz erhält
HDuesck, i wen nan die aufgeſpannten Lacſchuhe mit
ZF halbie
Zwiebel abreibt.
Uovon nicht mehrtragfähigem Pelz=
SDn 2 Jam Pelze handel, die ein Ausbeſſen, Aufarbei=
Sas dlereniſieren nicht mehr lohnen, da rangiere man
baß man alles das zurückbehält und mit ſchar=
Meier k
Sdientes Raſiermeſſer ſehr gut dazu geeignet)
ſtreifenweiſe zerſchneidet. Was noch für Beſatzzwecke zu verwenden
iſt, kann man noch ſehr gut zu ſehr warm, haltendem
Weſten=
rückenfutter für Herren und Knaben und ſchließlich zu Fellſohlen
verbrauchen, wenn man dieſe, nach aufgelegtem Muſter
zugeſchnit=
ten, auf Pappſohlen klebt, um ſie dann als prächtigen
Wärme=
ſchutz für Haus= und Straßenſchuhe auszunutzen.
Einfache und ſchmackhafte Kartoffelgerichte.
Senf=Kartoffeln. 1—2 Pfund nicht zu mehlige
Kar=
toffeln werden nach dem Kochen geſchält. Dann bereite man von
reichlich 2 Eßlöffeln Fett und einer großen Zwiebel, die man
darin bräunt, und 1½ Eßlöffeln Mehl eine braune Einbrenne,
die man mit ½—½4 Liter heißem Waſſer auffüllt und dann
lang=
ſam unter Beigabe von 3 Eßlöffeln Senf ausquellen läßt. Füge
dann die in Scheiben oder Würfel geſchnittenen Kartoffeln bei
und ſchmecke das Ganze mit Salz, Eſſig und Zucker äußerlich ab
und reiche gekochtes Schweine= oder Schwarzfleiſch dazu.
Birnen=Kartoffeln, ein ſchleſiſches Rezept.
In eine Auflaufform oder einen hochwandigen Topf ſchichtet man
lagenweiſe halbgar geſchmorte, geſchälte und geviertelte oder kleine
Birnen, ſowie gekochtes Schwarzfleiſch und halbgar gekochte
Kar=
toffeln. Fülle mit etwas Birnen= und Schwarzfleiſchbrühe auf
und dünſte das Ganze noch 20 Minuten durch. Dann mit Eſſig,
Salz, wenig Pfeffer und Zucker oder Süßſtofflöſung ſüß=ſauer
ab=
geſchmeckt, füge man noch reichlich gebräunte Zwiebel bei.
Würzige Zwiebelkartoffeln. 2 Pfund geſchälte, in
Scheiben geſchnittene rohe Kartoffeln ſchichte man mit 3 Pfund
kleinſcheibig geſchnittenen Zwiebeln und 125 Gramm ebenſolchen
Würſtchen in eine gut gefettete Form, gieße 2 ganze Eier mit
½ Liter Milch, Salz und Paprika gewürzt, darüber, laſſe die
Speiſe etwa 1 Stunde bei Mittelhitze gar werden und reiche ſie
mit Tomatenſoße.
Speiſezettel.
Sonntag: Markſuppe mit Peterſilie, Hirſchblatt mit
Rot=
kraut, Apfelmus. — Montag: Birnenkartoffeln. —
Diens=
tag: Selleriegemüſe mit gebr. Hammelfleiſch. — Mittwoch:
Sauerkraut mit Erbsbrei und gek. Schweinefleiſch. —
Don=
nerstag: Kalbsgekröſe mit Roſinenſoße und Sammelklößchen.—
Freitag: Gefüllter Seelachs mit Peterſilienſoße. —
Sams=
tag: Zwiebelkartoffeln.
Triftiger Grund.
Vt
Humor
at
Die ſparſame Hausfrau. Gnädige Frau, die vier Herren ſind
da, die beſtellt ſind, um ihre Staubſauger vorzuführen.” — „Sehr
gut, führen Sie jeden Herrn in ein Zimmer, und achten Sie darauf,
daß die Teppiche gründlich gereinigt werden!‟ (Humoriſt.)
Einleuchtend. „Hellmuth, wie kommt es denn, daß deine
Ab=
ſätze immer ſo ſchief getreten ſind?” — „Weil die Erde rund iſt,
(Götz.)
Mama!”
Der Sparſame. Er: „Kennſt du den Unterſchied zwiſchen einer
Straßenbahn und einem Taxameter?‟ — Sie: „Nein!” — Er:
„Gut, dann können wir ja Straßenbahn fahren!” (Goblin.)
Freundinnen. Ruth: „Mein Vater hat mir zehntauſend Mark
verſprochen, wenn ich mich bis zu meinem zwanzigſten Jahre von
keinem Manne küſſen laſſe.” — Ellen: „Und was hätteſt du mit
(Herold.)
dem Geld angefangen?”
„Wollen wir uns nicht vor dieſer faden Geſellſchaft drücken?
„Kann leider nicht. Ich bin der Hausherr!”
Die Perle. „Ich muß die Stellung wieder verlaſſen, gnädige
Frau! Ich merke, Sie haben kein Vertrauen zu mir!”
„Aber Marie, ich habe doch ſogar die Schlüſſel zu meinem
Schmuckkaſten und zum Schreibtiſch meines Mannes offen liegen
gelaſſen!”
(Berlingske Tidende.)
„Ja, aber es paßt keiner!“
Der Freund. „Mir fehlen gerade zweitauſend Mark, damit
ich mir den Friſeurladen an der Ecke kaufen kann. Können Sie
mir nicht helfen, Herr Reinhardt?”
„Gut, ich verſpreche Ihnen, mich dreimal in der Woche bei
(Humour.)
Ihnen raſieren zu laſſen.
Am Strande. „Sagen Sie mal, wie werden denn eigentlich
die Netze gemacht?” verſucht ſich ein Sommerfriſchler bei den
Fiſchern anzubiedern.
„Das iſt furchtbar einfach!” iſt die trockene Antwort. „Man
nimmt eine ordentliche Handvoll Löcher und verbindet ſie mit
(Herold.)
Bindfaden!"
Es ſtimmt. „Haben Sie in dieſem Winter viel Schnee
ge=
habt?” — „O ja ziemlich viel, aber mein Nachbar hatte noch
mehr!” — „Wie kommt denn das?” — „Weil ſein Garten größer
(Texas Ranger.)
iſt als meiner!“
In der Schule. Die Lehrerin hat den Begriff „Wunder”
er=
klärt und will feſtſtellen, ob es die Schülerinnen verſtanden haben:
„Wenn alſo jemand von der 4. Etage aus dem Fenſter fällt und
vollkommen unverletzt bleibt, was iſt das?" — „Zufall!”
„Wenn er nun ein zweites Mal herausfällt und wieder nicht
ver=
letzt iſt?” — „Auch Zufall!” — „Wenn es nun aber ein drittes
(Tit=Bits.)
Mal paſſiert?” — „Gewohnheit!”
Von Mund zu Mund. „Iſt die Firma groß, in der du
ange=
ſtellt biſt?” — „Das kann man wohl ſagen! Es dauert 14 Tage,
bis ein Witz von Lehrling bis zum Chef gelangt!” (Mouſtiaue.)
Die drei Pelzmantel.
Der Pelz ſteht, — wie man weiß —
wie=
der im Mittelpunkt modiſcher Diskuſſionen,
und dies kommt ſicherlich nur daher, daß er
von einem ſchier unerreichbaren Wunſchtraum
zu einem Garderobeſtück geworden iſt, das ſich
vielleicht auch jetzt noch nicht jede Dame
anſchaffen kann, deſſen Beſitz aber immerhin
im Bereiche der Möglichkeit liegt, da die
ein=
ſchlägigen Werkſtätten endlich (dem
Zeit=
geiſte Rechnung tragend) Pelze bringen, die
nicht mehr unerſchwinglich ſind.
Natürlich kann es ſich unter dieſen
Umſtän=
den nicht immer um die edelſten Felle
han=
deln, doch will dies nicht ſagen, daß ein
der=
artiges Stück nicht trotzdem mehrere Saiſons
vorhalten und mitunter viel beſſer ausgenützt
werden könne, wie ein Stoffmantel, der ſich
in ein paar Monaten ſehr abnützt und
darum niemals reſtlos elegant ausſehen
kann, während man mit einem Pelze doch
immer tadeklos wirkt.
Hier gibt es natürlich eine ganze Reihe
von Möglichkeiten, und — theoretiſch
geſpro=
chen — müßte man drei Pelzmäntel
be=
ſitzen, um das Bewußtſein zu haben, über eine
wirklich komplette Garderobe zu verfügen.
Was aber vielleicht im Augenblicke nicht
möglich iſt, kann eine Frage der Zeit ſein,
denn Geduld bringt bekanntlich Roſen ...
Beginnen wir alſo mit dem wichtigſten,
dem Trotteurpelz: Er ſoll natürlich eine „
ge=
deckte” Farbe haben, um wirklich praktiſch zu
ſein, ſoll auch aus beſonders guten Fellen
ge=
arbeitet werden, da ein ſolches Stück im
all=
gemeinen großen Strapazen ausgeſetzt iſt, da
es bei jedem Wetter, ob ſchön, ob Regen,
ge=
tragen wird und letzten Endes ja auch nicht
nur eine winterliche Umhülle darſtellt,
ſon=
dern gelegentlich auch für die
Uebergangs=
ſaiſon (auch für die Sommerreiſe an Stelle
eines Reiſemantels) herangezogen wird.
Am empfehlenswerteſten und modernſten iſt
ſicherlich Fohlen, das ſich überdies als
ganz beſonders dauerhaft erwieſen hat und
jene Mittelfarbe bringt, die Blondinen und
Brünetten kleidet. Solchen Fohlenmänteln
gibt man entweder einen dekorativen
Kra=
gen aus gleichem Pelzwerk oder verſieht ſie
mit einer langhaarigen Garnierung (Fuchs,
Luchs. Dachs oder Seewolf), die in den
mei=
ſten Fällen noch vorteilhafter ausſieht.
Außer den Fohlenmänteln gefallen auch die
aus verſchiedenen kleinen und ſchmalen Fellen
zuſammengeſetzten Pelze, unter denen
ſicher=
lich die Murmel=Umhüllen die
gebräuch=
lichſten ſind. Ihr ſchönes Braun iſt ganz
frag=
los jener Farbton, der der neueſten
Mode am beſten entſpricht. Zu einem
derartigen Mantel, den wir in
unſe=
rer erſten Skizze feſtgehalten haben,
arbeitet man häufig einen ganz
klei=
nen Muff, der plötzlich wieder in die
Mode Eingang fand und viel Beifall
erregt. Murmelmäntel pflegt man
prinzipiell mit keinem anderen
Pelz=
werk in Verbindung zu bringen,
ſon=
dern die Wirkung des Kragens aus
ſeiner ſchicken Form und der
Verſchie=
denheit der Streifenrichtung zu holen.
Daneben aber gibt es noch eine
ganze Reihe von Fellen, die für
Sport= und Trotteurzwecke gut
gefal=
len und für Wochenendfahrten uſw. in
Frage kommen. So wäre zum Bei=
ſpiel Naturbiſam zu nennen, 1 00.
haft und ſchön in ſeiner Schattt
Hier legt man auf Schmiſt
Weichheit beſonderen Wert ud un
erſter Linie die dunklen Aunel
vornehm wirken und den Vorfg u
legentlich auch für abendlichen 70
ein „größeres” Kleid getragen
können.
Wer es ſich leiſten darf, gr
vor zu einem Perſianermanun, g Und
Fell geradezu unverwüſtlich iſtäu /M
„für’s Leben” darſtellt. Allem!
Einwand, daß dieſes Pelzweckwiſmn
lich” ſei, einigermaßen berechäw
viele die „Perſianer=Klauen”:/7 10 0
ziehen, die einerſeits bedeutem i.,)
iſt, andererſeits — wenn es sintkn I
„gezeichnete” Felle handelt —9
Breitſchwanz kaum unterſchä.
kann, überdies natürlich auch Akuſ Bel
ger iſt als Perſianer. Auch 1whnn 50
den Kragen aus gleichem PM4 urn Has
den, doch ſieht langhaarige: fintee beild
ſchwarzer Fuchs) für dieſen ZoFfungsb
dekorativer aus, da das Geic Mpiße 9
ſchöner Art „gerahmt” wird. ſc üü der
Außer Perſianer und der MMd8 9
Stücken zuſammengeſetzten „Klau- Madc.
vielfach auch „Breitſchwanz=Fißtu Summe
dung.
u4met biell
Wer aber trotz aller Einwandm m han
mittagsfellmantel in heller Han/ſchünelt
entſcheidet ſich unbedingt I intacht zwmit
Lammfell, das eigentlich auch zit170 vill m
zeiten in Frage kommen X nſocht iſteil
„Allerwelts=Pelz” der modeoun
Au” Milet.
darſtellt.
Wir haben ein ungemein 4 Ffnr lendt
dell mit verbreitertem Vorde =füſymn Freſe
übergeſchlagen wird und mit: nünſich
langhaarigen Kragen kombinieſu gie er da.
Füem nun der
Mittelbild ſkizziert.
Der Abendpelz wird ; gmm Mitel
chen noch immer als ausgeſtiaieen Reſt
betrachtet, doch gibt es viel ku./ i Scht
fern für praktiſch halten, alle ſie imon
daß er jahrelang als Abernſühr uct beiſ
wendbar ſei und mancherlei:*
dieſem Gebiete (etwa für Jh
letots aus Samt. Brokat
helfe, um ſo mehr, als ſolck.
(vorausgeſetzt, daß ſie nich:
auch nachmittags getragen r=
Uebrigens pflegt man Mänid
aus wohlfeilen Imitationspe
u=
ſo daß ein derartiges Stück 3.
bedeutenden materiellen Opf!=
In unſerem Bilde zeigen .
glockigen Paletot aus mri
das echtes Hermelin
ſchend nachzuahmen
man einen reichen, lann
gen aus ſchwarzem F.
winnt man mit gerinn=
Umhülle von blenden
Falls es ein Mantel 10
und Abend ſein ſoll,
nur beigefarbenes odereh
Frage.
Im übrigen iſt die99
Angelegenheit des gir
und der Tüchtigkeit eii=
Kein Wunder alſo, n:
thema der Herbſtmode/
nicht anders lauten kIn
Pelzmantel." Wiin
Handſchuhe, Handſchuhe, Handſchuhe . ..
lautet der Schlachtruf der neuen Mode, denn die „behandſchuhte‟
Frau iſt nachgerade zur Selbſtverſtändlichkeit geworden, ſo daß
Ech auf dieſem Gebiete während der letzten Wochen ein nie
ge=
ahnter Luxus entwickelt, womit aber auch viele intereſſante
Neu=
heiten entſtehen. Natürlich ſind die originellſten Schaffungen nicht
ſo ſehr unter den Trotteurhandſchuhmodellen zu ſuchen, als
viel=
mehr unter den vielen ſchönen Modellen für den Nachmittag und
Abend.
Was bier gebracht wird, grenzt allerdings mitunter ans
Märchenhafte, denn es gibt eine Pracht und einen
Phantaſiereich=
tum, der ſchier unvergleichlich iſt! Da ſieht man geſtickte
Handſchuhe und prächtige, mit Applikationen verſehene
Mo=
delle, reizvolle Schaffung mit Knopf=Effekten, und auch viele
Handſchuhe, die durch kogtraſtierende Farben eine höchſt
Tgeſtartige Note erhalten. Einige ſchicke und letztmoderne
Muſter bringt unſer Skizze, und zwar links: einen
ſchwarz=
weißen Handſchuh mit ſchönem Stulpeneffekt, der in ſeiner
Orna=
mentik an züngelnde Flammen erinnert. In der Mitte: ein halb=
langer Handſchuh, der an der Oberſeite mit feinen Onyx=Kugeln
durchgeknöpft iſt, in allen erdenklichen Kontraſtſchattierungen
ge=
bracht wird und immer entzückend ausſieht. Letztes Bild; das
hier ſkizzierte Modell mit bunten Applikationen in Blüten=
Moti=
ven zählt wohl zu den pikanteſten Erſcheinungen der kommenden
Saiſon und zeigt die Handſchuhmode auf der höchſten Höhe, W. U.
Pelzverbrämte Kaſaks
ſind in der Nachmittagsmode heuer keine vereinzelten
Erſchei=
nungen und dienen beſonders der Kombination der beliebten und
uparten Schwarz=Weiß=Effekte. Natürlich muß es ſich hier immer
um ſehr dünnes Pelzwerk handeln, das zur Garnierung in Frage
gezogen wird, damit es ſich unter dem Mantel nicht in
unangeneh=
mer Weiſe bemerkbar mache, indem es „aufträgt” und die Figur
ſtärker erſcheinen läßt.
Deshalb müßte man in dieſem Falle in erſter Linie an
Breitſchwanzfelle denken, oder aber an dünnes Fohlen, das ſehr
ähnlich wirkt. Mitunter begnügt man ſich auau
ſchiedenen Fellnachahmungen aus Plüſch, die ha
als Talmi=Eleganz gewertet werden, ſondern U
Zeit!) ſogar in die eleganteſten führenden Modie
finden konnten.
Unſere Skizze veranſchaulicht ein ausgezeiche
kleid, das aus einer ſchräg gekreuzten, weißen 2
einem glockigen, ſchwarzen Rocke zuſammengeſechl
bei die Kaſak in Form des Schalkragens und
ſowie am unteren Rande mit ſchwarzem Fell o000
dem Plüſch beſetzt wird.
Der lange Abendmantt
vertritt — wie die großen Modeſalons einſtimmn:!
die richtunggebende Note der kommenden Saiſoln
dieſe Modelle einigermaßen theatraliſch wirten.
bei den großen Feſten oft zu ſehen
ſein, denn ſie ſtellen — neben den
kur=
zen Jäckchen — die einzige Möglichkeit
dar, das moderne lange Kleid in
rich=
tiger Weiſe zu ergänzen.
Dieſe Mäntel werden am liebſten
in dunklem Materiale gearbeitet,
vor=
nehmlich in Schwarz, da eine ſolche
Umhülle jene „Neutralität”, zu
ge=
währleiſten vermag, die man von
einem Abendmantel fordern muß. Am
beſten eignet ſich für dieſen Zweck
Samt oder Velourschiffon.
Die Linie iſt immer einfach, dabei
aber, doch ſchwungvoll
und trägt deutlich die Merkmale des
„Neu=Empire=Stils” —
kombiniert man einen
mantel mit hellem
ſten mit einer guten
ahmung, die dekorativ
ſpielig iſt.
und maleriſch
In der Regel
ſolchen Abend=
Fell, am lieb=
Hermelinnach=
d nicht koſt=
Sonntag, den 23. November 1930
Seite 23
eon von Friedrich Lange.
Martin Feuchtwanger, Halle a. d. S.
(Nachdruck verboten.)
1. Kapitel.
iever!”
a breitete die Arme und Jutta Förſter
Kſn. Ihre Braunaugen hingen voller
Span=
mmn des Geliebten. Eine große Frage brannte
Blick.) 5umm. Schickſalhaft.
hude Mann, eine reckenhafte Siegfriedgeſtalt
iſtig. w Beſicht, das ihn älter erſcheinen ließ, als es
Lw bedingten, ſenkte beſchämt den Kopf.
Frage ſtahl ſich über die Lippen des
Mäd=
wihohlene Angſt zitterte in dem einen Wort
Berſcy ſchüttelte müde den Kopf.
Verhawlungen mit der amerikaniſchen Kommiſſion
zerſch zſen, weil die Herren meine Erfindung
drü=
zzunützze gedachten. Fabrikation, Vertrieb,
Organi=
alles 1zm den Vereinigten Staaten Nordamerikas aus.
rich wurlich nicht mitgehen. Unter keinen Umſtänden
meingu uuptbedingung fallen laſſen, daß der Sitz der
unden „5uikationsgeſellſchaft in Deutſchland iſt.”
ſunge „Genieur hatte ſich in Eifer geſprochen. In
ſei=
n glonmdas Feuer der Begeiſterung.
atmewk. Es war ein unterdrückter Seufzer.
rdings9 niulf . . . Aber".
ßeſtalt 4) Mannes ſtraffte ſich.
über du poen des Mädchens quälte ſich die leiſe, bange
Was manl”
„ub gri=ünd in die Fliederbüſche des Gartens. Die
n Doluu die weißen und die vielfarbenen, ſchienen ihm
zuzuni=d. Und drüben in den Erlen und Birken des
artensu ſieten die verliebten Amſeln ihre ſchönſten
Jjahm „Aulf Berling die ſchmalweiße Mädchenhand
ſeine yrigen Finger, preßte ſie und ſagte leiſe: „Ich
nicht, Ura, was werden foll. Aber . . . es wird ſich
peg fimn, verlaß dich drauf!‟ Doch ſeine Worte
ſenig Iſunangsvoll.
ſetzte zſyoße Hoffnungen auf die amerikaniſche
In=
mmiſſör die der Flugzeugkönig James W. Spencer
dem iRidle des Aufkaufs deiner Erfindung nach Ber=
* ſaguſt as Mädchen leiſe. Und etwas lebhafter
fort=
mit einw Stimme, in der innige Teilnahme fibrierte:
it dienbrien vielleicht doch beſſer hier empfangen . .
m Atelü an Hand von Detailzeichnungen.
ff Berzüy ſchüttelte energiſch den Kopf. Eine ſchmale
ſ ſich rickr echt zwiſchen ſeine Brauen.
eſi; neimul ch will mir nicht zu tief in die Karten ſchauen
u ſas Plmkt iſt erledigt. Sprechen wir nicht mehr
da=
ſchwireevtrletzt.
lurunge gEinder lenkte ein. Er gab weitere Aufklärung:
um mmerzyſierat Freſe will das Riſiko nicht eingehen. Er
in w Werkek et kürzlich auf Schwerölflugmotoren umgeſtellt,
we fer Mülcſiue er das Patent um ſchweres Geld kaufte.”
Probeee von der Größe deiner Erfindung ſind heute
ineider iſte Mittel vorhanden . . ." In des Mädchens
a achwanng tiere Reſignation. O, ſie ſah keinen Ausweg.
i 6 ſer Valie (in Schulkamerad des reichen Theodor Freſe,
ur ſch dieſt äflation ſein Vermögen verloren. Er konnte
hanzi=llticht beiſpringen. Nach der Markſtabiliſation
hatte er ein größeres Darlehen bei dem Kommerzienrat
aufge=
nommen, mit deſſen Hilfe er die Weiterführung ſeiner kleinen
Armaturenfabrik ermöglichte.
Berling zog die Geliebte feſter an ſich.
„Kopf hoch, Jutta! Wenn wir den Mut verlieren, geben
wir uns ſelber auf!“
Er ſah dem lieben Mädel tief in die Augen, aus denen
er ſich noch immer neuen Lebenswillen holte. Aber heute hielt
ſie ein nicht zu bannender Peſſimismus in ſeinen Krallen.
„Liebſter — warum ſind wir ſo bettelarm? Uind Armut iſt
der Totengräber allen Fortſchritts ..
Er küßte ſie ſtumm. Soeben kam ihm eine Idee . . . Ein
ganz vorzüglicher Gedanke! Der letzte Rettungsanker . . .
Dann eilte er hinab zur ſchmalen Pforte. Es trieb ihn fort.
Nicht länger in die ſchwermütigen, fragenden Braunaugen ſeines
Mädels ſchauen müſſen! Aus dem blühenden, lachenden
Lenz=
morgen heim in ſeine ſtille Klauſe, in ſein Zeichenzimmer. Dort
fiel das goldene Licht der Sonne gedämpft durch
Milchglas=
ſcheiben. Dort beruhigte ſich das Herz und das Blut pulſte
nicht mehr ſo ungeſtüm durch die Adern. Bei ſeinen
Erfinder=
plänen würde ihm die Vernunft wiederkehren. Und die
Hoffnung.
Da ſtand die junge, ſchlankfüllige Jutta Förſter, die das
Leben viel zu tragiſch nahm für ihre zweiundzwanzig Lenze,
und ſah mit geweiteten Augen dem Geliebten nach. Und ſeltſam:
machten es die lüſternen Düfte des Flieders, der Wonnehauch
des Maientages, der Zauber grünender, blühender Gärten, daß
dem Menſchenkinde der Atem ſo beklemmend aus der Bruſt ging?
Oder war es ein leiſes Ahnen: junge Liebe in Gefahr — bedroht
von unberechenbaren Ereigniſſen
Zagenden Schrittes ging das Mädchen in das väterliche
Haus. Der dunkle Rachen eines kühlen Flures verſchlang ſie.
Im Nachbargarten waren die Amſeln verſtummt.
2. Kapitel.
Dauernde Erfolgloſigkeit iſt der Tod des Strebens.
Arnulf Berling war am Ende ſeiner Kraft. Was ihm, dem
Vollwaiſen, an Vermögenswerten aus dem Nachlaß ſeines
Vaters blieb, hatte ſich erſchöpft.
Nun galt es, ſeine Erfindung, das elektriſch betriebene
Flug=
zeug, ſchnellmöglichſt an eine kapitalkräftige Firma zu verkaufen.
Unter allen Umſtänden ſollte ein deutſches Unternehmen under
ſeiner dauernden Mitarbeit dieſe epochemachende Neuerung auf
dem Gebiete des Luftverkehrs herausbringen!
In Gedanken verſunken, ſchritt der Ingenieur in ſeinem
Zeichenzimmer auf und ab. Aber ſo ſehr er auch grübelte und
ſich den Kopf zermarterte mit Zukunftsproblemen — es beſtand
herzlich wenig Ausſicht, in der heutigen wirtſchaftlichen
Kriſen=
zeit ein Werk zu finden, das Zeit und Geld für den Berlingſchen
Elektroplan riskierte.
„Herr Berling?”
Der Erfinder wandte ſich um. Seine Wirtin betrat ſchüchtern
den Raum, in dem Zeichentiſche und Tafeln die einzige
Möblierung darſtellten.
„Da iſt ein Herr ...
Der Ingenieur folgte ihr auf den Korridor hinaus. Ein
junger Mann in Lederkleidung verbeugte ſich devot. Er
über=
reichte eine Beſuchskarte.
Berling las:
Lilian Spencer
bitte dringend um eine Unterredung im Hotel „Kaiſerhof”,
Für einen Moment beherrſchte vollkommene Ueberraſchung
das Geſundheit atmende Antlitz des Leſers. Lilian Spencer —
— — war das nicht die Tochter des amerikaniſchen
Flugzeug=
königs, mit deſſen Ingenieurkommiſſion er erſt vor wenigen
Stunden verhandelt hatte? Was mochte die Miß von ihm
wvollen? Hatte er nicht ſelbſt die Brücken abgebrochen, die über
den Atlantik führten?
Schon wollte er ſich mit einer Frage an den Chauffeur
wen=
den — da entſchied er: „Ja, ich fahre!”
„Miß Lilians Wagen wartet.”
Der junge Mann in Leder verneigte ſich.
In ſchneller Fahrt brachte die Pullmanlimouſine der
Ame=
rikanerin den Ingenieur nach dem bezeichneten Hotel. Berling
ſog nervös den Duft des die Atmoſphäre ſchwängernden
Par=
füms ein. Heliotrop. Das Innere des raſſigen, ſchweren
Reiſe=
wagens trug gleichſam die Note der Beſitzerin.
. . . Die Herrſchaften von drüben verſtehen zu leben! Das
muß man ſagen! . . . monologiſierte der Paſſagier.
Es iſt für einen ehrlich ringenden Menſchen immer bitter,
andere im Luxus ſchwelgen zu ſehen, während ihm ſelbſt
gerade=
zu das Glück aus dem Wege geht. Die beſten Ideen, die
frucht=
barſten Pläne können deshalb ſehr oft nie zur Tat reifen.
Die ſchönſten Zimmer des erſten Hotels der kleinen
In=
duſtrieſtadt waren gerade gut genug, Lilian Spencer für einige
Stunden als Aufenthaltsort zu dienen. Arnulf Berling wurde
ſofort empfangen.
Aus einem Meer von Blumen trat eine junge Dame von
un=
gewöhnlicher Schönheit auf ihn zu.
„Ich habe Sie erwartet, Herr Berling. Wie ich mich freue,
daß Sie den Weg zu Lilian Spencer fanden!“
Sie ſprach in einem tadelloſen Neuhochdeutſch, ohne fremden
Akzent. Der Beſucher kämpfte eine leiſe Befangenheit nieder.
Soviel ſieghafte Schönheit hatte er nicht erwartet.
„Mylady, es iſt mir eine hohe Ehre, die Bekanntſchaft der
Tochter des auch bei uns populären Flugzeugkönigs ſchließen zu
dürfen, um ſo mehr, als ich wohl vermuten darf, daß Sie
Mit=
teilungen für mich haben, die meine Erfindung betreffen.”
Er folgte ihrem Beiſpiel und nahm in einem der Klubſeſſel
Platz. Und blitzſchnell jagten ſich ſeine Gedanken: Was mochte
Miß Lilian bewogen haben, ihn zu rufen? War das nicht
un=
gewöhnlich? Durfte er neue Hoffnungen faſſen? . . . Seltſam,
da ſaß er einer der reichſten und ſchönſten Frauen der Welt
gegenüber! Immerhin eine Annehmlichkeit, die nicht jedem
Sterb=
lichen zuteil wurde!
„Herr Berling, ich weiß, daß es der Kommiſſion meines
Vaters nicht gelang, Ihre Patente für die Vereinigten Staaten
anzukaufen und zu ſichern. Da ich zufällig in Berlin weilte,
ließ ich mich dauernd auf dem Laufenden halten. Meine
Be=
ſuche in Europa ſind nun erledigt. Morgen oder übermorgen
ſticht meine Jacht in See. Und da ich gern eine gute Nachricht
mit nach Hauſe bringen möchte, wende ich mich direkt an Sie.
Es iſt der kürzeſte Weg.”
Der Ingenieur hörte ihre Worte wie aus weiter Ferne.
Das Ohr war nicht recht aufmerkſam, weil die Augen zu ſtark
in Anſpruch genommen wurden. Dieſe ſchlanken, zarten Glieder
unter der weißen, fließenden Seide verrieten ein
außerordent=
liches, ſportliches Training. Die ganze, lichte Geſtalt atmete eine
wunderbar beherrſchte Schönheit, der ſich niemand entziehen
konnte. Wie ein geheimnisvoller Zauber ging es von dem
jun=
gen Weibe aus. Alles an Miß Lilian vereinigte ſich zur
Har=
monie. Bis auf die Augen
Der ſtumme Beſucher hatte wohl die Antwort auf des
Mäd=
chens Einleitung vergeſſen. Vielleicht war auch gar keine
er=
wartet worden. Er hörte ſchon wieder die klangvolle Altſtimme
mit dem zwingenden Unterton:
„Mein Vater weiß, daß Sie ein genialer Kopf ſind. Er
ver=
ehrt Sie! Wiſſen Sie, Miſter Berling, was es heißt, von James
W. Spencer bewundert zu werden? O — no— Sie können es
nicht wiſſen Vater iſt ein großer Peſſimiſt, der jeder
Neu=
erfindung ſkeptiſch gegenüberſteht und keinen Cent riskiert,
ſo=
lange er nicht ſelbſt überzeugt iſt . . . Sehen Sie, ſchon deshalb
dürfen Sie ihm nichts abſchlagen!“
Fortſetzung folgt.
Seite 34
Musikverein
ZWEITES KONZERT
Montag, den 1. Dezember, 20 Uhr
in der Stadtkirche
Salzburger Domchor
unter Leitung von Domkapellmeister
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Die faszinierende, rätselhafte Frau,
der ideale Typ, den der verfeinerte
Geschmack unserer Zeit erträumt.
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Lebens — Herrin über alle die sich
an ihr entzünden.
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Hessisch. Landestheater, Kleines Haus
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vollendete Liebespaar, in einem
Film-
werk voll dramatischer Wucht und
psychologischer Feinheiten. — Das
tragische Schicksal einer schönen
und vielbegehrten Frau, die ihr
Leben um der Liebe und eines
freiwilligen Opfers willen verspielt,
wird in einer Bilderfolge v. eminenter
Eindringlichkeit geschildert.
Die in der damaligen Zeit ungeheures
Aufsehen erregende Affäre um das
Halsband der Königin Marie Antoinette
von Frankreich ist der Stoff dieses
hochdramatischen Films, der auch in
Bildern von faszinierendem Reiz den
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