Darmstädter Tagblatt 1930


09. November 1930

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Einzelnummer 1.5 Pfenſige

Trltf
Tädter
A4
Tatt
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit e verſebenen Original=Auffjätze und elgenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtanet.
Nummer 310
Sonntag, den 9. November 1930. 193. Jahrgang

2 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichepfa.
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zeile
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(1 Dollar 420 Markl Im Faſſe böberer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strelk uſw., erſiſcht
ſede Verpfliſchtung auf Erfüllung der Anzelgen=
aufträge
und Teſſtung von Schadenerſatz. Bel
Kondurs oder gerſchiſcher Beiteſbung fänlt ſeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bani und Darm=
ſtädter
und Nationalbane

Beuſcer Tolſtop i Gelf.
mit eutſchA nkrag auf Herabſekzung der ausgebildeken Reſerven durch Erfaſſung der jährlichen Rekruken=
enkuu
d Herabſekzung der akkiven und Reſervedienſktzeit mit zwölf gegen ſechs Stimmen abgelehnk.
chen Jahres 33 000 Offiziere, 109 000 Unteroffiziere, 250 000 Kapi=
de
Inn Söſtic orientterte Grußpe tulanten, 250 000 Rekruten und 220 000 Reſerviſten, insgeſamt
alſo 862000 Mann Waffendienſt geleiſtet haben. Ueberhaupt
nicht in Erſcheinung tritt dabei aber noch, daß Frankreich jeder=
Miete iokiert die Abrüftung.
zeit die drei Jahrgänge der ſogenannten Diſponibilität mit
etwa 750 000 Mann und ſeine ſämtlichen Reſerveoffiziere, über
NrSLNN
150 000 Mann, jederzeit auf Grund einfacher Heeresbefehle und
Mere Michad mit Stimmenthalkung Englands
ohne Mobilmachungsorder zum Dienſt einberufen kann, ſo daß
trotz der offiziellen Angabe von 490 000 Mann das franzöſiſche
1 Amerikas niedergeftimmt.

* Genf, 8. November. (Priv.=Tel.)
hAorbereitenden Abrüſtungsausſchuß iſt heute vor=
Encheidung über die ſeit Jahren von Deutſchland
ent derung der ausgebildeten Reſerven als der ent=
ützlaktor
endgültig gefallen. Der erſte Feſtſtellungs=
rer
Bernſtorff auf den Genfer Abrüſtungsverhand=
IPlarheit darüber gebracht, daß die Militärmächte
i daran denken, die ausgebildeten Reſerven und
eirutenkontingente zu beſchränken und ihre Wehr=
hütz
n. Nach längerer bewegter Ausſprache wurde
Mrrg auf Herabſetzung der ausgebildeten Reſerven
zder jährlichen Rekrutenkontingente und Herab=
ſter
und Reſervedienſtzeit vom Ausſchuß mit zwölf
Shfien bei 14 Stimmenthaltungen abgelehnt. Für
ykrag ſtimmten: Holland, Schweden, Norwegen,
ufland, Deutſchland, gegen den deutſchen Antrag
ad.e Türkei, Frankreich, Polen, Rumänien, Süd=
Girhoſlowakei, Italien, Belgien und Japan. Der
ſäe und amerikaniſche Vertreter enthielten ſich der
emnne. Die von der deutſchen Regierung auf der
wrgung des Abrüſtungsausſchuſſes verfolgte Feſt=
ue
Klärung der künftigen Schuldfrage, hat damit
dinden Frage der Abrüſtung eine eindeutige Klar=

Ane Erklärung Bernſtorffs.
ſei der deutſchen Regierung im Abrüſtungsausſchuß,
inſtant gab nach Bekanntgabe des ablehnenden Abſtim=
Migeb muis über den deutſchen Antrag eine kurze Erklärung
der an der weiteren Abſtimmung über die vorliegen=
ſrägte
yerlei Intereſſe mehr habe, da das Kernſtück des
Amtges über die Herabſetzung der ausgebildeten Re=
falühe
Sein Wille ſei, die Arbeiten ſo zu fördern, daß
glichſſamell vor die letzte Inſtanz, die endgültige Ab=
kon/in
; gelange. Deutſchland habe immer erklärt, daß
bezighg der ausgebildeten Reſerven, die man durch den
indeich urſchen Antrag auf indirektem Wege beſchränken
ebenſſwe die Feſtſetzung eines beſtimmten Jahreskon=
unuie
Einbeziehung des gelagerten Heeresmaterials
dendAt Teine Haltung zu einem künftigen Abrüſtungs=
ſen
ſüh eute gehe die Wehrpflicht in vielen
einſſin der Wiege bis zum Grabe. Von die=
ſuſtAw
in dem künftigen Abrüſtungsab=
AIne Notiz zu nehmen, ſei unmöglich.
woeutih wwäre in dieſer Form die Tinte nicht wert, mit
ſchl tien werde.
A0Mlrunde Begrändung der Milikärmächke.
Soen ung, welche die Militärmächte in der Aus=
Alblehnung des deutſchen Antrages vorbrachten,
eſſigli=Frankreich in der Hauptſache in
3, daß eine Beſchränkung des jährlichen Rekruten=
li
ne Bevorteilung gewiſſer Staatsbürger gleich=
Mromkreich jedoch alle die gleiche Wehrpflicht hätten,
Müngers=Holland entgegnete, wenn man die Wehr=
be
ja abänderungsfähig ſeien, als Gegenbeweis
9e,A h ſei das verhängnisvoll für die geſamte Ab=
diß
drrch in eine Sackgaſſe gerate.
IoMry an verlangte, daß das jährliche Rekrutenkon=
Deiſßerlich bleibe und man eine Beſchränkung der aus=
en
Akewen durch die Feſtſetzung der mittleren Effektiv=
Ne2 9Mcänſchränkung der allgemeinen Dienſtzeit verſuche.
* biſche Vertreter wies darauf hin, daß man
EüDeR= Ausſchaltung der ausgebildeten Reſerven und ein
uychneingent beſchloſſen habe. Wenn, man zu einer
* * hman wolle, müſſe Graf Bernſtorff auf ſeinen An=
erzicht

Id0iu ert Cecil=England ſtimmte dem deutſchen

Nwmu Unterſcheidung zwiſchen Aktiv= und Reſerve=
2 bundte ſich jedoch gegen die Feſtlegung eines jähr=
ekMeirontingents
.
bicee Haltung nahm der kanadiſche Vertre=
Iſch für eine Verkürzung der Aktivdienſtzeit aus=
Deit Werteidigungsausbildung eines Mannes eine be=
Zeit genüge als zur Ausbildung einer Armee
lieniſche Vertreter General de Ma=
ach
darauf, daß er ſchon in früheren Jahren die
is jährlichen Rekrutenkontingents und die Ein=
2 Runsgebildeten Reſerven abgelehnt habe.

Ner Ablehnung des deutſchen Ankrages.

Mns des deutſchen Antrages durch den Abrüſtungs=
Dacht jede Klärung der wirklichen Rüſtungsverhält=
Abrüſtungsabkommen unmöglich. Der heutige
2 dur praktiſchen Folge haben, daß in Zukunft
Eietivſtärke ſeines Heres im Jahre durchſchnitt=
Nann angeben kann, obwohl im Laufe des glei=

Heer im Laufe eines Tages auf 1 762000 Mann gebracht werden
kann, ohne daß dadurch die Beſtimmungen des künftigen Ab=
rüſtungsabkommens
verletzt würden. Die übrigen 3,5 Millionen
ausgebildeter Reſerviſten werden durch die jetzigen Beſtimmun=
gen
überhaupt nicht erfaßt, und ebenſo kann Frankreich innerhalb
des Rahmens ſeiner Wehrpflicht vom 17. bis 48. Jahre jede Ver=
ſchiebung
der Aktiv= und Reſervedienſtpflicht vornehmen, die ihm
aus politiſchen Gründen angebracht erſcheint. Demgegenüber
würde das Berufsheer der Reichswehr ſowie die militäriſch
organiſierten Polizeiverbände Deutſchlands in dem Abrüſtungs=
abkommen
in voller Höhe in Erſcheinung treten und bewertet
werden.
Völliger Fehlſchlag in Genf.
Die Ablehnung des deutſchen Vorſchlages in Genf, die
ausgebildeten Reſerven in die Abrüſtung mit einzubeziehen,
wird in der Londoner Preſſe als ein ausgeſprochener Sieg
Frankreichs und ſeiner Verbündeten bezeichnet. Die Tatſache,
daß England und Kanada ſich der Abſtimmung enthielten, be=
deutet
nach den Verhandlungen der Weltreichskonferenz über die
Abrüſtung keine Ueberraſchung. Es war von London aus mehr=
fach
betont worden, daß England den franzöſiſchen Wünſchen
in der Frage der ausgebildeten Reſerven nachzugeben bereit
war, und wiederholt war geſagt worden, daß die Dominions dem
Standpunkt des Mutterlandes Folge leiſten würden. Es iſt
nunmehr endgültig klar, daß auch nicht die leiſeſte Hoffnung
mehr beſteht, den Abrüſtungsvertrag zu entwerfen. Die britiſche
Regierung verſchanze ſich hinter ſchwachen Ausreden. Sie unter=
ſtütze
ein Syſtem, das tatſächlich gar keine Bedeutung habe. Das
Ergebnis würde darin beſtehen, daß ein Entwurf zuſtande käme,
der nur der Oeffentlichkeit Sand in die Augen ſtreue. Die
jetzige Sitzung der vorbereitenden Abrüſtungskonferenz könne
ſchon jetzt als ein vollſtändiger Fehlſchlag angeſehen werden.
Eniſtellte Wiedergabe der Erklärungen Bernſtoffs
in den offiziellen Sikungsprokokollen.
In deutſchen Kreiſen iſt in dieſen Tagen von neuem die Er=
fahrung
gemacht wörden, daß die Erklärungen des Grafen Bern=
ſtorff
im Abrüſtungsausſchuß in den offiziellen Sitzungsproto=
kollen
des Völkerbundsſekretariats in einer weitgehend entſtell=
ten
und vielfach den tatſächlichen Erklärungen keineswegs ent=
ſprechenden
Weiſe wiedergegeben worden ſind. Damit iſt die
Gefahr gegeben, daß in den gedruckten Dokumenten des Völker=
bundsſekretariats
, die ſämtlichen Regierungen zugehen, die Hal=
tung
Deutſchlands in der Abrüſtungsfrage in einer falſchen, die
Intereſſen Deutſchlands ſchädigenden Weiſe wiedergegeben wird.
Es beſtätigt ſomit von neuem, daß das Völkerbunds=
ſekretariat
und vor allem die eindeutiginfran=
zöſiſchem
Intereſſe arbeitende Informations=
abteilung
Methoden anwendet, die zum minde=
ſten
nicht als korrekt angeſehen werde können.
Die von vielen Seiten ſeit langem geforderte eingehende Berich=
tigung
der Perſonalfragen des Völkerbunds=
ſekretariats
durch die deutſche Regierung fixdet damit eine
neue Beleuchtung.
Neue Kriſe im Memelgebiek.
Differenzen im Memeldirekkorium. Ein Alkimakum
der Landesdirekkoren an Landespräſidenk Rensgies.
CNB. Memel, 2. November.
Erſt nach ſtarkem Druck von deutſcher Seite bei der litauiſchen
Regierung in Kowno hat der nationallitauiſche Landespräſident
Reysgies den Gouverneur des Memelgebietes durch ein Schrei=
ben
gebeten, ihn und die beiden Direktoren Bürgermeiſter
Schulz und Landwirt Sziegaud von den Pflichten der Regierung
des Memellandes zu entbinden. Das Rücktrittsgeſuch iſt, wie
wir meldeten, von dem Gouverneur zwar angenommen worden,
doch hat dieſer noch keine Fühlung mit den Landtagsparteien
wegen Bildung eines neuen Direktoriums genommen. Es hat
den Anſchein, als ob der Gouverneur ſolange warten will, bis
der Landtag zuſammentritt, was aber vor dem 11. November
kaum zu erwarten iſt. Bis dahin ſoll Reysgies Gelegenheit
gegeben werden, zu regieren. Die beiden Landesdirektoren
Schulz und Sziegaud, die bei der Umbildung mit Zuſtimmung
der Mehrheitsparteien in das Direktorium eintraten, verlangen
von ihm die Aufhebung verſchiedener Verfügungen. Reysgies
ſträubt ſich aber dagegen und iſt der Anſicht, daß das allein
ſeine Sache wäre. Infolgedeſſen haben die Direktoren Schulz
und Sziegaud Landespräſident Reysgies ein Ultimatum ge=
ſtellt
und erklärt, daß ſie ihre weitere Mitarbeit von der Erfüllung
ihrer Forderungen abhängig machen. Reysgies hat verſprochen,
ſeinen Entſchluß den beiden Direktoren am Montag mitzuteilen,
jedoch iſt dieſe Angelegenheit bis zur Stunde noch nicht geklärt.

*Die Woche.
1918 Grauer Novemberhimmel im Wald von Com=
piegne
ſteht der Salonwagen Fochs, ſeit einem halben Jahr
Generaliſſimus der alliierten und aſſoziierten Mächte. Ich habe
keine Vorſchläge zu machen, ſondern nur Bedingungen zu ſtellen.
Wie einſt Breunus wirft er ſein Schwert in die ſinkende Waag=
ſchale
. Vae viotis! Der größte aller bisherigen Kriege hatte
ſein formales Ende gefunden. Der letzte der Kriege ſollte es
geweſen ſein, ſo wurde der Welt feierlich verkündet und Phan=
taſten
glaubten es. Gerade 12 Jahre ſind ſeitdem vergangen.
12 Jahre, während denen Revolutionen, Kriege und Kriegs=
vorbereitungen
die Völker immer wieder aufs neue erſchütterten.
Es iſt eine trübe und bitterernſte Bilanz, die wir in dieſen
erinnerungsſchweren Tagen überdenken ſollten. Und wo ſtehen
wir heute? Mit gewaltigen Schwierigkeiten in Kleinaſien, in
Aegypten und insbeſondere in Indien hat das engliſche Welt=
reich
zu kämpfen. In Oſtaſien ringen 400 Millionen Chineſen
um neue Geſtaltung ihres politiſchen Lebens, wird das japa=
niſche
Uebervölkerungsproblem immer brennender. In Süd=
amerika
jagt eine Revolution die andere, in den Vereinigten
Staaten Nordamerikas hat das Wahlergebnis dieſer Tage die
allgemeine Mißſtimmung zu deutlichem Ausdruck gebracht. Im=
mer
gefährlicher haben ſich die Dinge in Europa entwickelt, bis
an die Zähne gerüſtet ſtehen ſich die beiden lateiniſchen Schwe=
ſtern
gegenüber, nicht nur an den Seealpen, die zur gigantiſchen
Feſtung geſvorden, auch in Südoſteuropa ringt ihre Diplomatie
erbittert um jeden Fuß breit Boden. Noch völlig ungelöſt ſind
die Probleme der deutſchen Oſtgrenzen, rätſelhaft wie am erſten
Tage die ruſſiſche Sphinx. Wird Moskau wie ſchon ſo oft aber=
mals
verſuchen, durch außenpolitiſche Expanſion die Aufmerk=
ſamkeit
des ruſſiſchen Volkes von den fürchterlichen innerpoliti=
ſchen
Zuſtänden abzulenken? In Genf tagt die Abrüſtungskom=
miſſion
des Völkerbundes ohne die geringſte Ausſicht, daß aus
dieſen Verhandlungen auch nur das kleinſte Poſitivum heraus=
kommen
könnte. Ueber allen Völkern aber der abendländiſchen
Ziviliſation hängt das Damoklesſchwert einer Weltwirtſchafts=
kriſis
von bisher unerhörten Ausmaßen. Ueberall ſtocken die
Geſchäfte, wachſen noch immer die Millionenarmeen der Arbeits=
loſen
. Werden die Völker den furchtbaren Ernſt der Lage end=
lich
verſtehen, werden ſie ſich aufraffen können zu den großen
gemeinſamen Entſchlüſſen, die notwendig ſind, um das
Steuer noch in letzter Stunde herumzuwerfen, oder werden ſie
ſich von Toren in neues Elend von unvorſtellbaren Ausmaßen
ſtürzen laſſen. Eine Welt ging aus den Fugen, ſie wieder ein=
zurenken
iſt in 12 langen Jahren noch nicht gelungen.
Die engen Zuſammenhänge zwiſchen Politik und Wirtſchaft,
zwiſchen Neparationsproblem und Weltwirtſchaftskriſis, faſt
bis zum Ueberdruß hat man ſie immer und immer wieder er=
örtert
. Die Folgerungen daraus zu ziehen, dazu hat man ſich
bisher noch nicht aufzuraffen vermocht. Aus leitenden Kreiſen
Waſhingtons wird ein tiefernſtes Wort berichtet: Wenn nicht
die Abrüſtungskonferenz im Jahre 1931 ſtattfindet, dann wird
es im Jahre 1934 eine Friedenskonferenz geben. In
Wallſtreet und im Weißen Haus ſcheint Erkenntnis aufzudäm=
mern
. In amerikaniſchen Zeitungen berichten amerikaniſche
Reiſende über das, was ſie in Europa erlebt und geſehen. Der
Proſperity=Rauſch der Nachkriegsjahre iſt verflogen, nicht mehr
die Rede iſt von der Selbſtgenügſamkeit der amerikaniſchen Wirt=
ſchaft
, auf der Hoover ſeine Zollmauern errichtet. Zu eng ver=
flochten
iſt Wallſtreet mit der Wirtſchaft der ganzen Erde, als
daß man dort nicht die ſchweren Erſchütterungen verſpüren
ſollte. Aufmerkſame Ohren fanden unter dieſen Umſtänden die
ernſten Worte Dr. Schachts. Man hat ihn bei uns viel angefein=
det
den früheren Reichsbankpräſidenten. Politiſche Gegnerſchaft
wollte auch die unvergänglichen Verdienſte vergeſſen machen, die
er ſich in ſchwerſter Zeit um die Stabiliſierung der deutſchen
Währung erworben. Aber auch ſeine ſchärfſten Gegner werden
nicht beſtreiten können, daß ſeine jetzige Amerika=Reiſe nicht nur
zum perſönlichen Erfolg für ihn geworden.
Kein Volk iſt für ſich allein in der Lage, die gegenwärtige
Wirtſchaftskriſis zu überwinden. Nur eine gemeinſame Aktion
kann wirkſame Hilfe bringen. Aber für eine ſolche gemein=
ſame
Aktion fehlen im Augenblick ſo gut wie alle Vorausſetzun=
gen
. Das iſt das bedenklichſte Kennzeichen dieſer Zeit. Selbſt
ein unerhoffter Erfolg der Genfer Abrüſtungsverhandlungen
wurde daran wenig ändern, aber mit einem ſolchen Erfolg iſt,
wir ſagten es ſchon, nicht zu rechnen. Die Vereinigten Staaten
haben Herrn Gibſon als Beobachter entſandt, einen recht akti=
ven
Beobachter allerdings, der die Aufgabe hat, wenigſtens die
Ergebniſſe der Londoner Seeabrüſtungskonferenz auszubauen.
Verhandlungen aber über die Ausdehnung des bekannten Drei=
Mächte=Abkommens auf Frankreich und Italien bedeuten
zwangsläufig weitgehende Konzeſſionen an Frankreich in der
Frage der Landabrüſtung. Man muß ſchließlich verſtehen, daß
für Herrn Hoover eine etwa möglich werdende Einſchränkung
der koſtſpieligen eigenen Seerüſtung wichtiger iſ, als alle Reſer=
ven
europäiſcher Landheere, und Herr Hoover braucht, die
amerikaniſchen Wahlen haben es gezeigt, einen greifbaren
Erfolg.
Verſtändigung der Völker? In der franzöſiſchen Kammer
hat die Rede Franklin Bouillons gezeigt, was er darunter ver=
ſteht
. Gewiß, ähnliche Reden werden gelegentlich auch in ande=
ren
Parlamenten gehalten, und es wäre verfehlt, wenn man aus
einem ſolchen Erguß zu weitgehende Folgerungen ziehen wollte.
Mit umſo größerer Spannung aber erwarten wir nunmehr, was
die franzöſiſche Regierung in der kommenden Woche über die
außenpolitiſchen Fragen und insbeſondere über das Verhältnis
zu Deutſchland zu ſagen hat.
Weitgehend bedingt durch die außenpolitiſche Entwicklung iſt
die Innenpolitik aller Völker. Auf uns, in unſerer bedrängten
Lage, trifft dies noch in erhöhtem Maße zu. Daß der Young=
Plan dringend einer Reviſion bedarf, wird außerhalb Frank=
reichs
kaum noch irgendwo ernſtlich beſtritten. Das bedeutet
auch für niemanden eine Ueberraſchung. Daß der Young=Plan
von uns niemals als eine endgültige Löſung des Reparations=
problems
angeſehen worden iſt, darüber iſt genug geſchrieben
und geſprochen worden, als wir ihn unter dem Druck der Not
unterzeichneten. Aber wenn wir eine wirkliche Reviſion an=
ſtreben
, müſſen wir Vorſorge treffen, daß wir nicht wiederum
ungerüſtet in die Verhandlungen gehen. Mit Recht legt daher

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Seite 2

Sonntag, den 9. November 1930

die Reichsregierung entſcheidendes Gewicht darauf, daß zunächſt
die geplante durchgreifende Finanzreform durchgeführi wird.
Nur ein ausgeglichener Reichshaushalt, der uns von dem Druck
des franzöſiſchen Geldmarktes befreit, ſchafft die Vorausſetzun=
gen
für einen erfolgreichen Verſuch zu einer endgültigen Löſung
des Reparationsproblems, macht uns die Bahn frei für eine
aktive Außenpolitik. Es iſt von kaum zu überſchätzender Be=
deutung
für unſere ganze Zukunft, ob es der Regierung Brüning
gelingt, ihr großzügiges Reformprogramm auf dem verfaſſungs=
mäßigen
parlamentariſchen Wege durchzuſetzen. Wir hoffen,
daß ſie bei ihrem Verſuch bei weiteſten Kreiſen des deutſchen
Volkes trotz aller Bedenken im Einzelnen grundſätzliche Unter=
ſtützung
findet. Aber man darf ſich auf der anderen Seite doch
auch nicht verhehlen, daß dieſe grundſätzliche Zuſtimmung nicht
das Verlangen nach mancher dringend notwendigen Verbeſſe=
M.
rung ausſchließen kann.
Das Ende der 1. Leſung im Reichsrak.
Prokeſt gegen die Tabakſtener.
Der Reichsrat hat im weſentlichen die erſte Leſung der
ihm auf Grund des Wirtſchafts= und Finanzpro=
gramms
der Reichsregierung zugeleiteten Vorlagen
beendet. Damit iſt nun Raum geſchaffen für Verhandlungen
zwiſchen dem Kanzler und den Ländervertretern über etwaige
Abänderungen der eingebrachten Geſetze. Der Kanzler hatte ja
ſchon bei der Ueberreichung der Geſetzentwürfe darauf aufmerk=
ſam
gemacht, daß ſeine Reiſe nach Stuttgart und Dresden und
die Berliner Beſprechungen mit den nord= und ſüddeutſchen Re=
gierungen
einen hundertprozentigen Erfolg nicht erzielt hat.
Einige Schwierigkeiten ſind geblieben, die noch aus dem Weg ge=
chafft
werden müſſen. Dazu wird jetzt Gelegenheit ſein. Ein
Streitobjekt iſt, ſoweit man aus den Kreiſen des Reichs=
rates
Näheres darüber hört, die Tabakſteuervorlage.
Diejenigen Länder, die Tabak produzieren, über eine Tabakindu=
ſtrie
verfügen oder an der Tabakeinfuhr intereſſiert ſind, haben
in der Samstagsabendſitzung des Reichsrates Proteſt erhoben und
auch erreicht, daß dieſe Vorlage der Reichsregierung eine Mehr=
heit
nicht findet. Es handelt ſich in der Hauptſache um preußiſche,
Bremer, Hamburger und heſſiſche Vertreter, die den Wunſch haben,
daß verſchiedene Aenderungen mit Rückſicht auf Tabakhandel,
=bauern und =induſtrie vorgenommen werden. Nach den uns ge=
wordenen
Informationen laufen die Erörterungen etwa in der
Richtung, daß der Tabakzoll nicht verfünffacht, ſondern lediglich
verdoppelt wird, alſo eine Erhöhung auf 100 RM. erfährt und
daß für den dadurch entſtehenden Einnahmeausfall die Banderole=
ſteuer
für Zigaretten von 33 auf 40 Prozent erhöht wird. Die
Zigarre würde ebenſo wie der Rauchtabak geſchont, während die
Kleinverkaufspreiſe der Zigaretten hinaufgeſetzt werden müßten.
Wie ſchließlich die Beſprechungen auslaufen werden, ſteht noch
nicht feſt. Die zweite Leſung über die Tabakſteuervorlage ſoll am
nächſten Samstag vor ſich gehen. Bis dahin hofft die Reichsregie=
rung
, einen Ausweg gefunden zu haben, der den Ländern nicht
allzu wehe tut, aber doch im weſentlichen das zu erwartende
finanzielle Ergebnis der Vorlage nicht weiter beeinträchtigt.
Die Deutſche Volkspartei hat, übrigens in ihrer
Fraktionsſitzung am Samstag mittag ebenfalls ſtarke Be=
denken
gegen die Tabakſteuer vorgebracht. Sie hat ſich
darüber hinaus auch mit der allgemeinen politiſchen Lage be=
ſchäftigt
, hat auch ſozialpolitiſche Dinge behandelt, ſo die Kür=
zung
der Arbeitszeit auf 40 Stunden in der Woche,
und hat dieſem Problem gegenüber ihre ablehnende Hal=
tung
zum Ausdruck gebracht. Die Stimmung ſelbſt ging dahin,
daß man bereit iſt, der Regierung, im Reichstag
keine Schwierigkeiten zu machen, wenn ſie auf
der eingeſchlagenen Bahn bleibt und energiſch
daran weiter arbeitet, die Reichsfinanzen, in
Ordnung zu bringen und die Lage unſerer Wirt=
ſchaft
zu erleichtern.
Amerikaniſche Demokrakenſührer für Zuſammen=
arbeif
mit Hoover.
Von weit größerer Bedeutung iſt eine öffentliche Erklärung
von ſieben führenden Vertretern der demokratiſchen Partei,
wonach die Partei keine Obſtruktion treiben, ſondern in Zuſam=
menarbeit
mit Hoover und den Republikanern alle Kräfte für
den Wiederaufbau der Wirtſchaft einſetzen werde. Um eine Be=
unruhigung
des Wirtſchaftslebens zu vermeiden, ſeien die Demo=
kraten
auch gegen eine allgemeine Reviſion der Zolltarife. Die
Demokraten ſcheinen danach nicht geneigt zu ſein, ſich auf das
Programm des fortſchrittlichen Republikaners Brookhard
feſtzulegen, ſie wollen vielmehr die weitere Entwicklung abwar=
ten
, ohne irgendeine Verantwortung zu übernehmen.

Mozark-Berein Darmſtadk.
Uraufführung: Was ſagſt 2u jehk?
Revue von Arno Egelaſa.
Sie ſind ſeit einer Reihe von Jahren zur ſtehenden Einrich=
tung
im geſellſchaftlich=künſtleriſchen Leben unſerer Stadt ge=
worden
, die Egelaſa=Revuen, die in ſo ausgezeichneter,
Weiſe, köſtlicher Humor und Satire gepaart mit Geiſt, Eſprit
und ſcharfem Witz, die lokalen Ereigniſſe des Jahres und auch
ſolche, die über lokales Intereſſe hinausgehen, in feine dich=
teriſche
Form geprägt im Mozartverein fröhliche Auferſtehung
feiern. Und der Mozartverein läßt dieſen Uraufführun=
gen
eine glänzende Ausſtattung angedeihen und verpflichtet
ausgezeichnete Kunſtkräfte neben bewährten Dilettanten aus
den eigenen Reihen.
So haben ſich die alljährlichen Mozartvereinsfeſte längſt
erſten Rang im Geſellſchaftsleben Darmſtadts erworben. Darum
darf dieſer Verein es auch in wirtſchaftlich ſchwerer Zeit wagen,
ſeinen Mitgliedern und Gäſten ein Feſt zu bieten. Der Saal=
bau
war auch geſtern ausverkauft!
Wie immer beſtritt den muſikaliſchen Teil des Abends, der
die Revue umrahmte und die Geſänge und Tänze begleitet, das
Mozart=Haus=Orcheſter unter Siegfried May.
Die Orcheſterklänge halfen über die übliche Verſpätung hin=
weg
, und dann ſtieg die mit Spannung erwartete Revue= Urauf=
führung
. Wir verſuchen nachſtehend, den Inhalt der Revue
zu ſkizzieren.
Müller und Hoffmann, zwei Sproſſen alter Darmſtädter
Familien, hatten gewaltige Vorbereitungen für das 600jährige
Jubiläum Darmſtadts getroffen. Schwer enttäuſcht über den
Zuſammenbruch der Feierlichkeiten, die nach ihrer Erwartung
das Sängerfeſt in Wien und das Gutenbergfeſt in Mainz über=
treffen
ſollten, kommen ſie von ihrem Abendſchoppen an den
leeren Sockeln der Landgrafendenkmäler vorbei. Müller iſt
über dieſen Skandal entrüſtet, über dieſen Schandfleck in Wort
und Kunſt empört, er wird die Bürgerſchaft aufwühlen. Hoff=
miann
, der nüchterne Betrachter des heutigen Tempos der Zeit,
meint, Tauſende werden, wenn die Denkmäler wieder aufgeſtellt
ſind, daran vorbeigehen und ſie gar nicht beobachten. Er hat
Erfahrungen gemacht mit der Gedankenloſigkeit und Haſt der
Menſchen. Er will ſofort den Beweis für ſeine Behauptung
autreten, er wettet ſogar um 10 Ringel Fleiſchwurſt und ein
Faß Kronenbier, daß kein Menſch von ihnen Notiz nimmt, wenn
ſie ſich einmal abends verkleidet als Landgraſen auf die Sockeln
ſtellen. Müller iſt vom Gegenteil überzeugt. Die Wette kommt
zu ſtand. Soweit das Vorſpiel.
An einem ſchönen Sommerabend, in einem Augenblick, da
die Straße menſchleer iſt, ſteigen ſie auf die Poſtamente: Müller

Vom Tage.
Der Reichsparteitag der Deutſchen Demokrati=
ſchen
Partei hat am Samstag abend in einer Sitzung nach mehr=
ſtündiger
Ausfprache einen Antrag angenommen, die Demokrati=
ſche
Partei aufzulöſen, ihr Vermögen der Deutſchen Staats=
partei
zu übertragen und in der Deutſchen Staatspartei auf=
zugehen
. Von insgeſamt 334 anweſenden Delegierten ſtimmten 16
gegen den Antrag.
In Ausführung des zwiſchen der deutſchen Regierung und der Re=
gierung
der Vereinigten Staaten abgeſchloſſenen ſeparaten Kriegsſchul=
den
=Abkommens hat die deutſche Regierung dem amerikaniſchen Schatz=
amt
Bonds im Betrage von 3 169 700 000 Goldmark überreicht. Das
Schatzamt ſeinerſeits hat alte Bonds in Höhe von 99 050 000 Reichsmark
zurückgegeben, welche durch dieſe Operation wertlos werden.
Im Sitzungsſaal des Reichstags beging die Deutſche Hoch=
ſchule
für Politik in Anweſenheit zahlreicher Vertreter der
Reichsbehörden und bekannter Perſönlichkeiten der Wiſſenſchaft, Sams=
tag
mittag das Feſt ihres zehnjährigen Beſtehens.
General Kreß v. Kreſſenſtein, der während des Krieges
Befehlshaber der türkiſchen Truppen an der Paläſtinafront war, war
am Freitagabend Ehrengaſt der Offiziere der 53. engli=
ſchen
Diviſion, die im Kriege gegen ihn gekämpft hat. Der
General, der eine Rede in deutſcher Sprache hielt, wurde von allen An=
weſenden
mit größter Herzlichkeit begrüßt.
Die aus den Femeprozeſſen bekannten Oberleutnant Schulz und
Feldwebel Klapproth ſind, der Bayeriſchen Staatszeitung zu=
folge
, in den Vorſtand der Nationalſozialiſtiſchen Par=
tei
berufen worden. Sie ſollen ſpäter Poſten als ſogenannte
Standartenführer in Oſtdeutſchland erhalten.
Der nationalſozialiſtiſche Reichstagsabgeordnete Dr. Goebbels
wollte am Samstag abend in Prag bei einer Kundgebung ſprechen,
die der nationalſozialiſtiſche Studentenbund veranſtaltet hatte. Die
Prager Polizei hat jedoch die Rede Goebbels verboten.
Am Samstag nachmittag fand in Warſchau eine von etwa 2000
Perſonen, in der Hauptfache Studenten, veranſtaltete Kundgebung
gegen die deutſchen Reviſionsbeſtrebungen ſtatt. Die
Verſammlungsteilnehmer verſuchten eine Demonſtration vor der deut=
ſchen
Geſandtſchaft, wurden aber von der Polizei daran gehindert. Die
Menge zog dann vor ein Lichtſpielhaus, in dem gerade ein deutſcher
Tonfilm lief, und zertrümmerte dort einige Fenſterſcheiben.
Wie aus Moskau berichtet wird, iſt der Vorſitzende des Rates der
Volkskommiſſare der Sowjetunion, Rykow, aus dem Polit=Büro der
Kommuniſtiſchen Partei der Sowjetunion ausgeſchieden. Seine
Stelle im Polit=Büro wurde mit dem Leiter der O.G.=
P.U., Menſchinſki, beſetzt.
Im Zuſammenhang mit der Kaltſtellung Rykows wurde eine An=
zahl
höherer Funktionäre der ſowjetruſſiſchen Armee und einige Offi=
ziere
der ſogenannten Moskauer Diviſion der Roten Fahne, die ge=
plant
hatten, Stalin und ſeine Anhänger zu verhaften und eine Mili=
tärdiktatur
unter der Führung eines Direktoriums, mit Rykow an der
Spitze, zu errichten, verhaftet.
Wie aus Moskau berichtet wird, fanden am Vorabend der
Revolutionsfeier ſechs Hinrichtungen von durch die
O.G. P.U. verurteilten Perſonen ſtatt. Die Verurteilten waren angeb=
lich
an einer Verſchwörung gegen die Sowjetregierung beteiligt und
ſollen den Verſuch unternommen haben, die Lebensmittelverſorgung zu
erſchweren.
Die ägyptiſchen Liberalen und die Wafd=Partei haben beſchlofſen, bei
den kommenden Wahlen Stimmenthaltung zu üben, wenn dieſe auf der
Grundlage der neuen Verfaſſung ſtattfinden ſollten.
Wie aus Waſhington berichtet wird, hat die amerikaniſche Regiernng
die neue braſilianiſche Regierung anerkannt.

Verbof der Roken Fahne‟
* Berlin, 8. November. (Priv.=Tel.)
Die in Berlin erſcheinende kommuniſtiſche Rote Fahne iſt
von dem Berliner Polizeipräſidenten Grzeſinſki auf die Dauer von
acht Tagen verboten worden. Die Urſache des Verbots bildet ein
Zwiſchenfall im Berliner Kriminalgericht. Hier trat der eben
aus dem Dienſt geſchiedene ehemalige Berliner Polizeipräſident
Zörgiebel in der Berufungsverhandlung eines Prozeſſes, der ſich
auf die Berliner Maiunruhen bezog, als Zeuge auf. Nach ſeiner
Vernehmung wurde er beim Verlaſſen des Saales von einem jun=
gen
Erwerbsloſen mit der Fauſt ins Geſicht geſchlagen. Die
Rote Fahne brach darüber in einen hemmungsloſen Jubel aus.
Auf der erſten Seite ſtellte ſie unter großer Ueberſchrift feſt, daß
Zörgiebel durcheine Proletarierfauſt gezüchtigt
worden ſei. An anderer Stelle wird ſie in ihren Ausdrücken noch
maſſiver und ſchließlich bringt ſie noch eine Gloſſe, die ebenfalls
auf einen hetzeriſchen Ton abgeſtellt iſt und den Vorfall am Ber=
liner
Kriminalgericht verherrlicht. Der Täter ſelbſt iſt zunächſt
auf drei Tage feſtgeſetzt worden. Er hat aber noch ein gericht=
liches
Nachſpiel zu erwarten. Die Rote Fahne aber darf eine
ganze Woche hindurch nicht erſcheinen und das mit Recht. Es
geht ſchließlich nicht ſo weiter, daß die kommuniſtiſche Preſſe fort=
geſetzt
den Aufruhr predigt und dann noch ihre Leſerſchaft auf=
fordert
, es jenem Erwerbsloſen gleichzutun, der ſich im Gerichts=
ſaal
auf den früheren Polizeipräſidenten geſtürzt hat.

Heſſiſche Polikik.

Deutſchnalionaler Ankrag fordert

* Die Flut der Anträge im Heſſiſchen Landtag 97;
zu Tag. Jetzt iſt von ſeiten der deutſchnationalen
eine Reihe zum Teil recht intereſſanter Forderun,
worben. So wird die Regierung erſucht, einen Entma=
faſſungsänderung
dahingehend vorzulegen.
Zahl der Landtagsabgeordneten von 00,
abgeſetzt wird:
2. neben dem Landtag (Volkskammer) noch eif
ſtändiſche aus 12 Mitgliedern beſtehend
gebildet wird. Letztere ſoll ſich aus Vertretern H.
Berufszweige wie Arbeiterſchaft, Landwirtſchaft, vo
werbe, Induſtrie, Handwerk. Beamtenſchaft u. a. zu
Die Vertreter werden von den zuſtändigen Berufsan
vorgeſchlagen und von dem Staatspräſidenten ernan
rufsſtändiſche Kammer hat das Recht, gegenüber 92,
Landtages, durch die der Staatshaushalt eine weit
erfährt, Einſpruch zu erheben (Veto=Recht). Beſchli
tags dieſer Art werden nur Geſetz, wenn die berufsſti
mer innerhalb vier Wochen keinen Einſpruch erhebtt
halb eines Jahres derſelbe Beſchluß vom Landtage
faßt und von der berufsſtändiſchen Kammer abgelen
Landtag das Recht, eine Volksabſtimmung hieriß
führen.
3. Das Wahlalter wird heraufgeſetzt. Die R
weiter erſucht, in Anbetracht der kataſtrophalen Q
im Reichsrat dahin zu wirken, daß die Einfuhm
wendiger ausländiſcher Waren verbotenny
jede Einfuhr fremder Waren neben dem Zoll
Abgabe (Reparationsabgabe) zu entrichten iſt.
In allen Betrieben, auf die der Staat oder Bieſ,
mittelbar oder unmittelbar Einfluß haben, ſoll dem!
ländiſcher Waren verboten werden. Auslandsware
kaufsläden und Schaufenſtern ſind kenntlich zu me=
ferner
in der heutigen Zeit verwerflich, nicht noto
landsreiſen zu machen, da das im Ausland ausgege
das deutſche Volk reſtlos verloren iſt und die deutſi

Hotels, Fremdenpenſionen uſw. über ſchlechten ſr
klagen.

Außerdem liegt eine Reihe von Sparantröi
im weſentlichen die vorjährigen Forderungen enthif=

lich wird die Regierung erſucht, dahin zu wirken, deß
der öffentlichen Feſte dem Ernſte der Zeit
ſchaftlichen Notlage entſprechend möglichſt eimtite
und die Genehmigung zur Abhaltung von Feſtverannw M
n beſonderen Fällen erteilt wird; 2. am Weihn cüm hund
die Ladengeſchäfte im Intereſſe der Familie=/welung
und ſeiner Angeſtellten um 5 Uhr nachmittaggmot
ſen werden, aber auch der Verkauf von Waren 42),yſump
händler und Hauſierer verboten wird; 3. an Sonn/
der Zeit des Vormittags=Gottesdienſtes, jedenfar

11 Uhr, offizielle Veranſtaltungen, an denen ſich
beteiligen, nicht ſtattfinden.

rhert

Die Meinungsverſchiedenheiten im ei
Kabinekk.

Pm

Der engliſche Miniſterpräſident läßt die Geräiy
bevorſtehenden Kabinettskriſe dementieren. Es ᛋᛋ.
lich betont, daß die Behauptungen, die von Mei=
denheiten
zwiſchen verſchiedenen Miniſtern wiſſe=
wahr
ſeien.
Dieſe Dementis ſind wohl inſoweit zutreffend.
nächſten Tagen noch nicht zu einer Kriſis im englü
kommen dürfte. Andererſeits iſt es aber ein offem?
daß im Kabinett inſofern Meinungsverſchiedenhy=
als
ſich zwei Gruppen, nämlich eine freihändler r9
ſchutzzöllneriſche, gebildet haben. Dieſe beider.,
ſtehen ſich hartnäckig gegenüber. Die erſtere Grury
Schatzkanzler Snowden, die zweite vom Dor
Thomas vertreten. Wie lange dieſe beiden Rich-
einander
in der engliſchen Regierung beſtehen kIn
geſichts der zu Entſcheidungen drängenden Wirtſſſu
eine Frage der Zeit.

Rechtlosmachung deutſcher Wähler im

Kattowitz, 8

Bisher war es aufgefallen, daß in den Wahln.

Pleß, Bielitz und Teſchen gegen die Wahlberechtiger

ſchen keine Einſprüche eingelegt worden ſind, wähm=
kreiſe
Kattowitz allein 30 000 Deutſchen das Wahll=
chen
wurde. Der Deutſchen im Wahlkreis Rybnik.!
ſich jetzt auf einfachere Weiſe entledigt. Die Liſtean
Wahlgemeinſchaft für den Schleſiſchen Seim in die
iſt heute für ungültig erklärt worden.

als Philipp d. Gr., und Hoffmann als Georg I. Und wirk=
lich
, Menſchen aller Art gehen an den Denkmälern vorbei: keiner
hat ein Auge für die neuerſtandenen Denkmalfiguren. Da
kommt der abgebaute Junglehrer vorbei, auf den Sparkommiſſar
ſchimpfend, da ſchleicht das Defizit vorbei, vom Rathaus zum
Landestheater ſeinen beliebten Weg tänzelnd, Schupo kommt
vorüber, auf der Straße nach Nazis ſpähend, ohne den Blick zu
erheben. Auch der vorbeiſchleichende Reichstagskandidat, ſeine
Tagegelder ausrechnend, läßt weiten Blick vermiſſen, die Som=
mernacht
lockt die Liebespärchen in den Herrengarten, auch ihnen
iſt in ihrem Glücksgefühl die Denkmalpflege fremd; ein ſchwär=
meriſches
Mädchen tändelt nach dem Theater, um den ſchönſten
aller Männer, Hans Grahl, mit Blicken anzuſchwärmen. Ueber
ihrem Theaterſchwarm Hans vergißt auch ſie Philipp und Georg.
Auch die Stadtverwaltung geht vorüber, verſunken in ihre Welt=
flughafenpläne
, die Paddler richten ihre Blicke nach dem Rhein
und ſeinen Freuden. Die Klavierlehrerin, die Laborantin, die
Privatſekretärin klammern ſich ſo in die Gegenwart, daß ſie den
Denkmalsſinn ganz verloren haben. Auch die Olympiagirls,
die ſich an einen Italiano geheftet haben, vergeſſen ſchnell und
leicht ihre heſſiſche Vergangenheit. Selbſt König Ludwig der
Bayer, der einſt Darmſtadt das Stadtrecht verlieh, der aus ſei=
ner
Gruft geſtiegen war, um am Jubiläumsfeſtzug teilzuneh=
men
, geht an ſeinen Kollegen achtlos vorüber, ſich ſelbſt an=
klagend
, daß er ſeinerzeit nicht die Beſſunger mit beſonderen
Privilegien ausgeſtattet habe. Bedenklicher wird die Sache, als
zivei wilde Umſtürzler nahen, denen die Revolution keine Pöſt=
chen
gebracht hat und die nun ihre Wut an den überſehenen
Denkmälern loslaſſen wollen. Bei den blutigen Reden fährt
Müllern das Herz in die Hoſen, ſo daß er ſeinen Sockel ſchmäh=
lich
verlaſſen will.

Aber die Bilderſtürmer bewegen ſich dem Verkehrshäusche
zu. Hoffmann kommt ſo ſeiner Fleiſchwurſt und ſeinem Fäßche
immer näher. Oft geſchieht gar nichts. Beide ſind einſam ar
weiter Flur. Da lauſchen ſie den Klängen aus dem Café Op
oder ſie unterhalten ſich über Einſt und Jetzt. So zerren
alles in übermütigem Spott durch ihre Unterhaltung, was
das Jubiläumsjahr Sonderbares hervorgebracht hat. Nal
liegen Betrachtungen über das benachbarte Theater, ſein Defiz
ſeine Regiſſeure, ſeine Künſtler, ſeine Freiplatzhaſcher. E
innerungen an das alte Hoftheater tauchen auf: Weber, Rie
mann, Hacker, Spemann werden lebendig. Die Vereine werde
durchgehechelt; Sparmaßnahmen kritiſch beurteilt, Schutzpoli
Verkehrsordnung, Reiſewut und Schuldenmacherei, Oberbürg
meiſterurlaub und Stadtratsumfall, Niebergallbrunnen, Dree
eimer, Parteigründungen, Steuerqualen, Gemäldeausſtellunge
Gymnaſtik, Penſion Rundeturmſtraße, Verkehrshäuschenn=
Strandbad am Woog, Wiedererweckung der Schleppe, die ſto
zen Regimenter der Reſidenz, die Studentenolympiade, d.
Zeppelinlandung und der Aufſtieg der Unfreiwilligen, die Palo

gartenmauer, Buxbaums Scheiden, die Akademie
die weiblichen Berufe, Nazis und Sozis, Antiſem
und Helia: alles wird mit der Gründlichkeit ur
ſinn behandelt, die die Unverantwortlichen zum
tragen pflegen, natürlich erklingt alles in echteſter 7
Hoffmann behält recht, keine Menſchenſeele hat di
mäler beachtet, nur der eine Muſeumslöwe hat die!
bemerkt. Er nähert ſich, als ſich Müller und Hool
über einen bei Saraſſani ausgebrochenen Löwe=
Der Löwe beruhigt ſie, er ſchüttet ſeine Erfahru
hört die Urteile der Menſchen, die aus dem Mu
die aus dem Großen Haus heimwärts wandern.
Schlupps Standkonzerten zuſammenſcharen, die iſ=
verſammlungen
auf dem Paradeplatz einfinden.
noch Freude an den Kindern, die auf ſeinem Bual
vierbeinige Menſchenverächter zieht ſich zurück,
winnt ſeine Wette, der Abend endet in der 77
Fleiſchwurſt rund und dick.
In einer großen Reihe von Einzel=Bildern n.u
und Spiel in köſtlicher Darſtellung und in Geſoe
gegeben. Von Bild zu Bild ſteigert ſich der E:
dieſem der herzliche Beifall. Er dankte beſonde
Schelmenliedern, die geſungen wurden von Heinkw.
Hertha von Hagen, Hans Heinz, Hermanm.
und Marga Peter! Die Künſtlerin, die
mit ihrem Gatten Guſtav Bertram in Dar
war in letzter Stunde für eine Erkrankte eingeiprr!
ledigte ſich ihrer Aufgabe mit gewohnter Charml.
dieſer Gelegenheit mitgeteilt, daß Guſtav Beritol
Herrn Beines auf den Heldentenor arbeitet.)
Im Spiel wirkten außer den Genannten Ou
die Damen Käthe Darmſtädter, Lene Aun.
Fleck, Annelieſe Gündner, Hedi Nu=
Streckert, und die Herren E. L. Grün, Ha=
Karl Darmſtädter, Hermann Freh.
Tänze zwiſchen den einzelnen Revueſzenen beie
Zum Türkiſchen Marſch tanzten Irmgard Pae
Mitglied der Münchener Kammertanzbühne, mie
rinnen in ſtrengem Rhythmus und ſpäter eine he
hübſche Gymnaſtikparodie. Ilſe Graffweg (e‟
lin) bot drei Tänze in orginellen Koſtümen:
Silber und Rot und Der Boy‟. Ein entzuckeſl
gut durchtrainiert und Tanzkunſt feiner Grotesle."
Marga Peter, Hertha v. Hagen und Ilſe G!
den beſonders gefeiert und erhielten Blumel.
man ſtürmiſch Profeſſor Köſer!
Büfettbetrieb und Tanz beſchloſſen, wie 1ch!
eſſanten Abend.

[ ][  ][ ]

Sonntag, den 9. November 1930

Seite 3

ier Lohnabbau in der Metallinduſtrie.

arz u urſprünglich feſtgeſekzten Lohnherabſekung von 8 Prozenk eine ſolche von 3 Prozenk.
jafaur 1931 Kürzung der Löhne um 8 Prozenk. Der Schiedsſpruch iſt bindend für beide Teile.

er nauch des Schiedsgerichts.

e Beilegung des Konfliktes in der

Berlin, 8. November.
wirz ſahren, hat das Schiedsgericht für die Berliner
duſtyzude m Reichsarbeitsminiſter a. D. Dr. Brauns
itzenheuund Reichsminiſter a. D. Oberbürgermeiſter Dr.
fürg Arbeitgeber und Profeſſor Sinzheimer für
itneſtchn als Beiſitzer angehören, den Konflikt in der
Metyahiduſtrie endgültig beigelegt. Heute abend wurde

ſch gueſitz, der einſtimmig erfolgte und dahin lautet, daß

urſpysylEch feſtgeſetzten achtprozentigen Lohnherabſetzung
nur ſett ſolche von drei Prozent erfolgt, während eine

ntiget kuminderung erſt im Januar eintritt. Die Ent=
des
giedsgerichts wird heute abend einſchließlich einer
Beeydung bekannt gegeben werden. Wie wir hören,
Schieſchunuch bindend und beide Teile gezwungen, ihn
due gen. 9

der roulichen Verlautbarung heißt es darüber: Das
SpanuſchiehBricht für den Konflikt in der Berliner Metall=
derungn
g hat // Samstag abend folgenden Schiedsſpruch gefällt:
ü Diſ er zum3e it geltende Lohntarif bleibt bis zum 16. No=
930 buüit haltlich in Kraft.
er lyſſtenäge tarifliche Mindeſtlohn wird vom 17. No=
930 webis einſchließlich 18. Januar 1931 in allen Grup=
drei
m Hundert gekürzt.
ſitſht kung vom 19. Januar 1931 vermin=
von
Aun ch A// läs zum 16. November 1930 geltenden Tarif=
3mcklöſſche um weitere drei vom Hundert für männliche
enſtes ülichet ntendliche unter 18 Jahren und um weitere
denc m ändert für alle übrigen Gruppen.
ſeſe uhelung iſt mit Mindeſtfriſt, kündbar erſtmalig zum
er Li woche, in die der 30. Juni 1931 fällt. Der Schieds=
untgerid
net von den Schlichtern Dr. Brauns, Dr. Jarres
* Al Sirrzheimer.

Aütſtgründung des Schiedsſpruchs.

Begludung des endgültigen Schiedsſpruches für die
Mellunsuſtrie lautet wie folgt: Die Berliner Metall=
befimn
ſich ebenſowie die geſamte deutſche Wirtſchaft in
werantüſe. Die Zahl der Arbeitsloſen iſt in Deutſch=

dras killionen angewachſen und droht, noch weiter zu
Gütſ Kriſe auch weltwirtſchaftlichen Charakter hat,
us iſſeicee Volk nicht von der Pflicht, alle ſeine Kräfte
iſte Daß die Not nicht ſteigt, und alles zu tun, was
ußfarwarten läßt. Dazu bedarf es wirkſamer Preis=
auf
ſteht Gebieten. Wenn dies auch nicht allein von der
heutt ſchehen darf, ſo iſt das Lohnkonto doch ein ſo wich=
ſtanſah
der Geſtehungskoſten, daß an ihm nicht vorüber
wgün Fann. Von einer Lohnſenkung kann allerdings
nſcheinser te Belebung der Wirtſchaft nur dann erwartet
werti=apurch die Kaufkraft der Maſſen nicht dauernd
pirdn ie Schlichter haben deshalb erwogen, ob nicht die
ſungs jeime feſte Beziehung zur Senkung der Preiſe, ins=
de
Gensmittelpreiſe, gebracht werden ſollte. Die
ſichwenſdieſes Gedankens ſcheiterte indeſſen an der Un=
eit
Iſet allgemeinen techniſchen Durchführung. Wenn
chl duezch lichter im vorliegenden Falle eine Lohnſenkung
SeEiswruch für unvermeidlich hielten, ſo geſchah das

tnish wiſſer bereits eingeleiteter Maßnahmen zur Sen=
Leilßnittelpreiſe und in der ſicheren Erwartung, daß
emegngerabſetzung der Preiſe der gewerblichen Pro=
wohlll
ie auch der Lebensmittel von allen verantwort=
ſtellech
it größter Energie auch weiter verfolgt wird.
dei khmt es alſo darauf an, daß dieſe Preisſenkung ſich
letziß hwonſumenten durchſetzt. In den Schlichtungsver=

handlungen erklärte der Vertreter der Berliner Metallinduſtrie,
daß eine erhebliche Senkung der Preiſe ihrer Produkte bereits
erfolgt ſei und eine weitere Senkung bevorſtehe.
Was das Ausmaß der Lohnſenkung anbetrifft, ſo haben die
Schlichter erwogen, daß die Senkung der Lebensmittelkoſten ſich
erſt auszuwirken beginnt und der Arbeiterſchaft Zeit gelaſſen
werden muß, ſich auf die Lohnkürzung in ihrer vollen Höhe ein=
zuſtellen
. Mit dieſer Erwägung haben ſich die Schlichter Inhalt
und Begründung des erſten Schiedsſpruchs zu eigen gemacht.
Die Schlichter ſind ſich bewußt, daß der Schiedsſpruch eine
über die Beilegung des vorliegenden Streitfalles hinausgehende
grundſätzliche Bedeutung hat. Damit ſoll jedoch nicht geſagt ſein,
daß die Einzelheiten dieſes Schiedsſpruchs ſchematiſch auf andere
Fälle übertragen werden könnten. Unter Berückſichtigung der
oben dargelegten wirtſchaftlichen Geſichtspunkte wird vielmehr
jeder Fall nach ſeiner Eigenart zu beurteilen ſein.
Die Schlichter waren bei der Geſtaltung an den Inhalt des
noch laufenden Manteltarifvertrages, in dem ohne feſtſtehende
Einwilligung der Tarifvertragsparteien ein Eingriff nach einer
bekannten Entſcheidung des Reichsarbeitsgerichts im Eiſenkon=
flikt
Nordweſt im Jahre 1928 nicht möglich iſt, gebunden. Aus
dieſem Grunde mußte es bei der im Manteltarif geregelten Feſt=
ſetzung
der Löhne der Arbeiterinnen über 18 Jahre ſein Bewen=
den
haben. Aus dem gleichen Grunde konnte auch die Frage der
Arbeitszeit in dieſem Verfahren nicht behandelt werden. Auf
Grund dieſer Erwägungen fällten die Schlichter einſtimmig den
Schiedsſpruch.

Ueber 3 Millionen Arbeiksloſe im Reich.

Nach dem Bericht der Reichsanſtalt für Arbeitsloſenverſiche=
rung
für die Zeit vom 16. bis 31. Oktober 1930 hat die zweite
Hälfte des Monats Oktober in annähernd ähnlichem Ausmaße
wie im Vorjahre die Arbeitsloſenverſicherung mit einem Zu=
ſtrom
neuer Hauptunterſtützungsempfänger belaſtet. Der Zu=
gang
um rund 70000 (im Vorjahre 106 000), zu dem noch ein
Mehr von rund 22000 (im Vorjahr 7 000) Krifenunterſtützten
hinzukommt, brachte die Geſamtzahl der Unterſtützten in beiden
Einrichtungen auf zuſammen rund 2 072000, wovon rd. 1 561 000
auf die Arbeitsloſenverſicherung, 511 000 auf die Kriſenunter=
ſtützung
entfallen. Die Ueberlagerung gegenüber dem Vorjahre
iſt ungefähr dieſelbe geblieben.
Aehnlich ſind auch die Meldungen von Arbeitſuchenden bei
den Arbeitsämtern geſtiegen. Sie beliefen ſich am 31. Oktober,
dem letzten Stichtag, auf rund 3 323 000. Setzt man von dieſer
Zahl diejenigen ab, die noch in gekündigter oder ungekündigter
Stlellung oder in Notſtandsarbeit beſchäftigt ſind, ſo verbleiben
etwa 3 253 000 oder rund 136000 mehr als am vorigen Stich=
tage
, die als arbeitslos angeſehen werden müſſen. Wie im
letzten Bericht ſo iſt auch diesmal ein Teil der Zunahme der
Arbeitsloſenziffer auf die fortſchreitend beſſere Erfaſſung der
Wohlfahrtserwerbsloſen zurückzuführen.
Das Abſinken des Beſchäftigungsgrades, das im ganzen
der Bewegung des Vorjahres entſpricht, iſt zu einem erheblichen
Teil auf den der Jahreszeit entſprechenden Rückgang der Arbeit
in den Saiſon=Außenberufen zurückzuführen. Doch ſind auch
die meiſten übrigen Berufsgruppen daran beteiligt. Die rück=
läufige
Bewegung hat, wie auch ſchon im vorigen Berichtszeit=
raum
alle Landesarbeitsamtsbezirke ergriffen. Die Mehrbe=
laſtung
der Unterſtützungseinrichtungen iſt verhältnismäßig am
ſtärkſten in Oſtpreußen und Pommern.

Reichsarbeitsminiſter Stegerwald über die

In einer Vertrauensmännerverſammlung der Berline Zen=
trumspartei
ſprach am Freitag Reichsarbeitsminiſter Dr. Ste=
gerwald
über die Arbeitsloſenfrage. Er führte u. a. aus:
Die Urſachen der gegenwärtigen Weltwirtſchaftskriſe ſind klar
erkennbar. Die Erzeugungskapazität iſt in 1½ Jahrzehnten ſehr viel
ſtärker gewachſen als der Verbrauch. Dazu kommt die ungeheuere
Rationaliſierung, ſo daß heute viele Millionen Menſchen ohne Ar=
beit
ſind. Kriegs= und Reparationsregelung haben dann bewirkt,
daß ein Land in Geld ſchwimmt und das andere mit Kapital=
knappheit
zu kämpfen hat. Die Arbeitsloſenfrage in Verbindung
mit der Reparationsfrage hat Deutſchlands Finanzen nahezu an

Werariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft.)
Mſtiten von Bedeutung gaben den beiden erſten
ſen iterariſch=Künſtleriſchen Geſellſchaft das Gepräge.
Ghibenius, den Afrikaforſcher, folgte Dr. Hans

1eDichter.
DechCrimm iſt nicht Dichter im äſthetiſchen Sinne. Er
Eich W M erſönlichkeit, die ein reich erfülltes Leben hinter
und ten Dichtung von der Zweckſetzung geleitet iſt.
ag m. Hans Grimm in Südafrika: als Handlungs=
und! Enrer im Kapland, als Schriftſteller in den Dia=
ſedekr
in Lüderitzbucht und nach dem Krieg vor zwei
m Eice füiheren Deutſch=Südweſt. So lernte er den Wert
* Nckhlſigkeit der Kolonien für Deutſchland kennen, ſo
Er 90crirchtigen Roman von der Not des Volkes ohne
98ar jetzt in der vorderſten Reihe der Kämpfer für
En Kfl jalbeſitz.
gicheweckſetzung forderte daher Hans Grimm
T ſalichl ätigen Aufruf, den er vom Vortragstiſch an die
* Litzu richtete. Größer als das Ich iſt das Ich und
Dei meinſchaft. Unſere tüchtigſte Mannheit ging an
eiſlih Leiteratur vorbei, weil ſie ihr bei der morbiden
W Bnhalts keine Achtung abnötigte. Wir müſſen
beberſchau und zum neuen kämpferiſchen Auf=
findelm

wlaſtiſcher Anſchaulichkeit und ſtarkem geiſtigen
weei ſüdafrikaniſche Geſchichten, die Hans Grimm

rt Die Steppe brennt ernſt und tragiſch.
Kalla engſt voll überlegenen Humors.
Ein De Rrruß der Dichtung verband ſich der Reiz der ſtar=
Seom De chen Perſönlichkeit Grimms, der dank ſeiner vollen,
Sidh inn dem vollbeſetzten Saale ſeinem Werk ein guter
pret
X.

WIhoven-Abend des Drumm-Quarkeiks

Hnskien Mou, im Kleinen Haus des Heſſ. Landestheaters.
* Abend brachte nach dem leichtfaßlichen, ſehr

U8 Nr. 3 zwei Werke, die, ſolange es Kammer=
9 AMA bevorzugte Stellung behaupten werden. Im
us W,cpft der Meiſter, losgelöſt von allen Vorgängen,
Melen ſeiner eigenen Originalität und überraſcht
Wer iſtoem Satz durch das eigene Wachstum neuer Ge=
Eir Jnaus mufktaliſchen Ausdrucks. und Op. 130 vollends
Rritdißch r Offenbarungen menſchlichen Geiſtes, die in
Seilen. Eine Beſchäftigung und Auseinander=
erie
zalrtzten Quartetten Bethovens, in denen das in

ſich gekehrte Genie ſein geiſtiges Vermächtnis in eigenwilligſtem
Ausdruck niederlegte, iſt für jeden, der ſich mit Muſik ernſthaft
befaßt, eine Quelle ernſter Sammlung und fruchtbarſter innerer
Erhebung. Ueberall, wo ſie erklingen, bilden ſie belebende An=
regung
zu bedeutſamen Geſprächen. Sind ſie doch, die ſeiner
Zeit, kaum verſtehbar, weit vorauseilten, noch jetzt eigentlich die
modernſte Muſik, die man hören kann. Auch heute haben ſie
dieſ Kraft zu lange nachhaltender Wirkung entzündet.
Die Aufführung aller drei Werke ſtand auf der hohen Stufe,
die wir von den Drummleuten gewohnt ſind. Mir ſchien, wäh=
rend
alles von Beethovenſchem Geiſte aufs ſchönſte erfüllt war,
das Zuſammenſpiel im Schlußſatz des erſten, der Zuſammen=
klang
im zweiten, die virtuoſe Individualiſierung im merkwür=
digen
dritten Satz des letzten Quartetts am vollendetſten ge=
weſen
zu ſein. Der Abend war erfeulicherweiſe wiederum ſehr
v. H.
gut beſucht.

Ein wichkiges ausländiſches Echo der Ausſtellung
Der ſchöne Menſch.

Die bedeutende Pariſer Kunſtzeitſchrift Formes ( Ver=
lag
Quatre chemins) bringt an erſter Stelle einen größeren
Aufſatz von Eugenio D Ors Die Ideen und die Formen.
Nachdem er darin dieſe Frage behandelt, ſkizziert er die Kunſt=
entwicklung
von der Romantik über den Naturalismus, Im=
preſſionismus
und die Faures zu dem Kubismus und fährt
fort: Aber wir haben mit unſerem Kurs ſchon das Kap der
romantiſchen Stürme hinter uns gelaſſen. Der Wächter vom
Ausguck unſeres Herzens ſcheint uns mit einem frohen und
triumphierenden Schrei anzukündigen: Land der Schönheit am
Horizont! Zweifellos wird in dieſem neuen Land, an dem
wir uns morgen erfreuen werden, die deutſche Stadt Darm=
ſtadt
einen der erſten Häfen vorſtellen. Ein kleiner Hafen
zwar, der noch nicht alle Sicherheiten bietet. Er iſt zwar von
mehr als einer Seite denſelben Beunruhigungen des Kurſes
ausgeſetzt, die wir ſoeben hinter uns gelaſſen haben, ſtellt aber
in jeder Beziehung ein Symbol in der Folge der Häfen zur
wiedereroberten Schönheit dar. In der Tat hat man in Darm=
ſtadt
zum erſten Male die Idee gehabt, eine Kunſt=Ausſtellung
von Malerei und Bildhauerei einzig auf das Thema der Vol=
lendung
der menſchlichen Körperform zu ſpezialiſieren. In dem
Künſtlerwinkel, genannt Mathildenhöhe einer ruhigen
Stätte neben der ruſſiſchen Kapelle, inmitten der anmutigen
Stadt, die ſo anziehend iſt mit ihrem ſchlichten Ausſehen und
ihrem freien und ſympathiſchen Geiſt, und die außer anderem
das Vorrecht bat, die Schule der Weisheit des geräuſchvollen
und beweglichen Grafen von Keyſerling zu beherbergen,
wurde uns im vorigen Sommer eine Schau geboten, die unter
dem Titel Der ſchöne Menſch faſt ausſchließlich Akte zeigte.
Aber Akte, bei denen man oft ein Ideal der Einfachheit be=

den Abgrund gebracht. Deutſchland iſt ein übervölkertes Land.
Wir befinden uns in derſelben Lage, die Caprivi ſeinerzeit dahin
formuliert hat, wir müſſen Menſchen oder Waren ausführen!
Sowohl der Waren= wie der Menſchenausfuhr ſtehen jedoch große
Hemmungen entgegen. Selbſt der wirtſchaftliche Sieger des Welt=
krieges
, Amerika, hat ein Arbeitsloſenheer von 56 Millionen.
Der Sinn des Sanierungsprogramms der Reichsregierung iſt,
alles aufzubieten, um der Arbeitsloſigkeit beizukommen. Im gan=
ſen
iſt die Generalaufgabe, vor der wir ſtehen, die Wiederher=
ſtellung
des Vertrauens zu Staat und Wirtſchaft. Dieſe Aufgabe
zerfällt in folgende Einzelaufgaben: Ordnung der Finanzen der
öffentlichen Hand in Reich, Ländern und Gemeinden, vernünftige
wirtſchaftliche Regelung der Reparationsfrage, Wiederherſtellung
der Rentabilität der Landwirtſchaft, Senkung der Geſtehungs=
koſten
in der deutſchen Wirtſchaft, Arbeitsbeſchaffung, eventuell
vorübergehende Arbeitsſtreckung und Fürſorge für die Menſchen,
die arbeiten wollen und nicht arbeiten können.
Preisabbauverhandlungen für Lebensmitkel
im Reichsernährungsminiſterium.
Im Anſchluß an die Verhandlungen mit dem Bäcker= und
Fleiſchergewerbe und dem Milchhandel fanden am Samstag im
Reichsminiſterium für Ernährung und Landwirtſchaft Beſprechun=
gen
mit der Hauptgemeinſchaft des Deutſchen Einezlhandels ſtatt.
Die erſchienenen Vertreter des Lebensmittelhandels legten dar,
welche Preisſenkungen auf verſchiedenen Gebieten im Laufe der
letzten Monate bereits eingetreten ſeien. Sie betonten den ernſt=
lichen
Willen, den Wünſchen der Reichsregierung auf eine allge=
meine
Preisſenkung auch ihrerſeits im Rahmen des Möglichen
Rechnung zu tragen. Sie werden dem Miniſterium in den näch=
ſten
Tagen konkretes Material über die Preisbildung und die Höhe
der Handelsſpanne unterbreiten. Die Verhandlungen werden fort=
geſetzt
.
Tagung des Deutſchen Städkekages.
Krilik der Städke am Finanz= und Wirtſchafts=
programm
der Reichsregierung.
Berlin, 8. November.
Im Anſchluß an die heutige Vorſtandsſitzung des Deutſchen Städte
tages fand eine Preſſebeſprechung ſtatt, in der der Präſident des Deut=
ſchen
Städtetages, Dr. Mulert, über die Stellung der Städte zum
Finanz= und Wirtſchaftsprogramm der Reichsregierung berichtete. Er
führte u. a. aus, daß die deutſchen Städte Reichsregierung und Reichs=
tag
bei allen Maßnahmen unterſtützen werden, die geeignet ſind, die
Schwierigkeiten zu beſeitigen oder zu erleichtern. Die Gemeinden müß=
ten
aber darauf hinweiſen, daß die Regierungsvorſchläge ſie nicht be=
rückſichtigen
. Die Städte würden, während das Regierungsprogramm
eine Soforthilfe für die Kommunen nicht vorſehe, ihre eigenen Maß=
nahmen
fortſetzen, die ſachlichen Ausgaben für den Reſt des Rechnungs=
jahres
und für 1931 zu droſſeln und eine mißbräuchliche Inanſpruch=
nahme
ſtädtiſcher Wohlfahrtsmittel zu bekämpfen. Dennoch würden
die Gemeinden ohne ſofortige Maßnahmenn des Reiches und der Län=
der
mit den großen Schwierigkeiten nicht fertig werden können. Unter
Hinweis auf die Lohnſenkungsaktion und den für heute abend bevor=
ſtehenden
Schiedsſpruch im Berliner Metallkonflikt betonte Dr. Mulert,
daß es ſelbſtverſtändlich wäre, auch die Beamten in dieſe Aktion einzu=
beziehen
. Zur Frage der Preisſenkungsaktion erklärte Dr. Mulert, daß
die Senkung der Preiſe erfolgen müſſe. Gerade bei den wichtigſten
Lebensmitteln ſei vielfach eine unberechtigte Gewinnſpanne feſtzuſtellen.
Die Stadtverwaltungen müßten ſich mit größter Energie einſchalten,
um dieſe Spanne einigermaßen erträglich zu geſtalten.
Der Vorſtand des Städtetages ſei jedenfalls der Meinung, daß
eine erhebliche Herabſetzung der Preiſe möglich ſei. Allerdings ſei dabei
nicht daran gedacht, eine Kriegswirtſchaft wieder aufzuziehen. Dr. Mu=
lert
entwickelte ſodann die Stellung des Vorſtandes des Städtetages zum
Finanzplan der Regierung. Zum Entwurf eines Gehaltskürzungs=
geſetzes
wird gefordert, daß die dadurch erzielten Einſparungen der Ge=
meinden
in vollem Ausmaße auch den Gemeinden zugute kommen. Außer=
dem
ſei es auch zweckmäßig, die Dauerangeſtellten der öffentlichen Kör=
verſchaften
einzubeziehen. Das Geſetz über die Einſchränkung des Per=
ſonalaufwandes
wird dagegen abgelehnt, da es in die kommunale Be=
amtenſchaft
unnötige Beunruhigung hineintragen würde. Eine Droſ=
ſelung
des Wohnungsbaues käme auf eine unerträgliche Neubelaſtung
des Arbeitsmarktes heraus. Die Hauszinsſteuer für den Wohnungsbau
müſſe dem örtlichen Aufkommen entſprechend zur Verwendung gelan=
gen
. Die Weiterführung der Gemeindefinanzwirtſchaft ſei nur möglich,
wenn die volle Beweglichkeit der Einnahmegeſtaltung geſichert würde.
Dazu gehöre vor allem auch die Einführung des Zuſchlagsrechts zur
Einkommenſteuer zum 1. April.
Auf dieſe Weiſe werde am beſten die Ueberlaſtung der Realſteuern
vermieden. Eine allgemeine ſchematiſche Senkung der Realſteuern hält
der Städtetag aber nicht für möglich. Zuſammenfaſſend verwies Dr.
Mulert nochmals auf das Anwachſen der Wohlfahrtserwerbsloſen. Die
immer wieder geforderte Neuregelung der Kriſenfürſorge und die
Uebernahme des Gemeindeführers auf das Reich müſſe deshalb ſofort
geſchehen. Grundforderung ſei jedenfalls, daß die Gemeinden ihre
Selbſtverantwortlichkeit behielten.

merkte und ſelbſt eine Abſicht nach dem Urtyp hin, die man
nicht nur in den ausgeſtellten Arbeiten fand, ſondern in der
ganzen Atmoſphäre, in den Aufforderungen zu den Studien, zu
denen die Schau hindrängte, ſelbſt in der Struktur des
Kataloges.
Dieſer Katalog enthielt in der Tat etwas mehr als eine
Liſte der Künſtler und Werke. Er enthielt eine Anzahl theore=
tiſcher
Artikel bis zu einer Art von wiſſenſchaftlichem Repertoir
von Analyſen und Canons über die beſten Bedingungen für
die Verhältniſſe des menſchlichen Körpers. Das Repertoir
wurde von Künſtlern, Schriftſtellern, Philoſophen, Phyſiologen
und ſelbſt Gymnaſtikern geliefert.
D:Ors fährt mit ſeiner Schilderung des Katalog=Inhalts
fort, wendet ſich einer Beſprechung der ausgeſtellten Werke zu,
um zu ſchließen:
Die Akte, die wie ſpaniſche Künſtler arbeiten, unter=
ſcheiden
ſich ſchon nicht mehr von jenen, die uns die Künſtler
anderer Länder in dieſem Tal von Joſaphat bieten, das die
Ausſtellung in Darmſtadt iſt.

* Frankfurker Opernhaus.
Neueinſtudierung Roſſinis Barbier von Sevilla.
Dieſes herrliche Werk iſt die Luſtſpieloper der Weltlitera=
tur
. Sie hat nicht die tragikumwehte, orcheſterliche Schwere der
Meiſterſinger, ſie iſt auch keine Volksoper wie die Verkaufte
Braut‟. Die Neueinſtudierung hielt ſich von den neuerlichen
Berliner Experimenten frei, man ſpielte Stegreifkomödie, ſchuf
primitive Figuren, die ſich ſelbſt anſagten, und ging damit ein
wenig in die Entwicklung zurück, die gerade mit dieſer Oper
ihren Abſchluß fand. Zweckmäßigerweiſe war eine in drei Sek=
toren
eingeteilte Drehbühne eingerichtet, die die weſentlichſten
Bilder enthielt. (L. Sievert.) Im großen und ganzen konnte man
mit dieſer kleinen ſtiliſtiſchen Umdeutung ſich einverſtanden erklä=
ren
, zumal das immer reifer werdende Können des Regiſſeurs
W. Scheel in der minutiöſen Verarbeitung der einzelnen Par=
tien
Wertvolles zuwege brachte. A. Permann ſingt den Bar=
bier
mit der Beweglichkeit ſeines warmen, geſchmeidigen Organs,
C. Ebers iſt eine darſtelleriſch und geſanglich wirkungsvolle Ro=
ſine
. A. Griebel, ein humorvoller, pointierter Doktor Bartolo,
E. Weill ein ſehr plaſtiſcher Baſilio und P. Reinecke ein geſchmack=
voll
, wenn auch klanglich eintönig ſingender Graf Almapiva.
Die muſikaliſche Leitung Seidelmanns konnte in ihrer Friſche
Dr. W. Kn.
und Natürlichkeit gefallen.

Amerika=Rad. Nach dem Deutſchland= und Europa=Rad hat die
Franckſche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, nunmehr auch gerade recht=
zeitig
zu Weihnachten ein Amerika=Rad herausgebracht. Buchſtäblich im
Handumdvehen gibt dieſes Amerika=Rad Auskunft über Hauptſtadt,
Landesflagge Geldeinheit, Hauptausfuhrartikel und die wichtigſten geo=
graphiſchen
Daten von ſämtlichen 28 Staaten Süd= und Nordamerikas.
Unſtreitig auch ein glänzendes Lehrmittel für die Jugend. da5 bei dem
Preis von 3. Mk. ſicherlich viel Anklang finden wird.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Sonntag, den 9. November 1930

Die Verlobung ihrer Tochter Anne=Sofie
mit dem o. Profeſſor für Mineralogie an
der Techniſchen Hochſchule Aachen, Herrn
Dr. Paul Ramdohr beehren ſich anzu= Paul Ramdohr
zeigen
Bergwerksdirektor Bergaſſeſſor a. 2. L. Sbuheur
und Frau Sofie, geb. Wennberg.
Aachen, im November 1930.

Anne=Soſie Souheur
Verlobte

(16437

Uhre Verlobung beehren sich anzuzeigen:

Ela Emma Bertsch
Dr. Hans Wiske

Stockholm.
New-Vork, Oktober 1930.

Todes=Anzeige.

Allen Verwandten, Freunden und Bekannten machen wir die traurige
Mitteilung, daß meine liebe Frau, unſere gute Mutter, Schwiegermutter
und Großmutter

Frau Margarete Menzer
verwitw. Reichert, geb. Breitwieſer

nach langem, ſchwerem Leiden im Alter von 62 Jahren ſanft ent=
ſchlafen
iſt.
Im Namen der tranernden Hinterbliebenen:
Heinrich Menzer
Familie Willi Reichert
Familie Leonh. Manl.
(16435
Darmſtadt, Mollerſtraße 6.

Die Beerdigung findet Montag Nachmittag 3 Uhr vom Portale des
Friedhofs an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt

Heute erhielten wir die Gewißheit, daß unſer herzensguter
Sohn, Bruder und Schwager

ferdinand
am 27. Oktober in Chicago verſchieden iſt.

wird einge=
Kkaut ſchnitten.

Schubkegel,
Stiftsſtraße 52.

Verlobte.
Hannah Landau
Ludwig Wahrhaftig

Frankfurt a. M.
Oſiendſtr. 11

Darmſiadt
Friedrichſtr. 1

Helene Schäfer
Daniel Heß
grüßen als
Verlobte
Darmſiadt, den 9. November 1930

VERLOBTE

Darmstadt
Alezanderstr. 10

Rudolf Wagner
Bertha Zehle

Hofheim

den 2. November 1930

Statt Karten!

Anläßlich unseres 25jährigen Geschäfts-
Jubiläum sind uns aus allen Kreisen der
Bevölkerung, unserer treuen Kundschaft
Bekannten sowie Freunden aufrichtige
Glückwünsche, Blumenspendenund
Geschenke zugegangen.
Auf diesem Wege herzlichsten Dank!

Hugo Jacob und Frau
in Firma
Möbelhaus Julius Wagner
Darmstadt, Karlstraße 30. (16422

Darmſtadt, Chicago, den 8. Nov. 1930.
In tiefer Trauer:
Ferdinand Kurtz und Frau Antoinette, geb. Wulf
Reinhardt Kurtz und Fran Erna, geb, Feinſtein
Otto Kurtz und Frau Ebba, geb. Niehſen.

Für die anläßlich unſerer Silber=
Hochzeit überſandten Blumen,
Geſchenke und Glückwünſche jagen
auf diefem Wege herzlichen Dant

Richard Erel u. Frau.

Todes=Anzeige.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſeren lieben Vater, Bruder, Schwieger=
vater
, Großvater, Onkel und Schwager

Johann Otto

Eiſenbahn=Oberſekretär i. R.
nach ſchwerem Teiden, wohlverſehen mit den
hl Sterbeſakramenten, im Alter von 22 Jahren
zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.

Die trauernden Hinterbliebenen:
Geſchwiſier Otto.

Darmſtadt. Lübeck, den 8. November 1930.
Gutenbergſtr. 28.
(16436

Die Beiſetzung findet am Montag, den 10. November,
nachmittags 3½ Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Das Seelenamt iſt am Montag, den 10. November,
vormittags 7 Uhr, in der St. Eliſabethenkirche.

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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme, ſowie für die reichen
Blumenſpenden anläßlich des Heim=
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ſagen herzlichen Dank
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Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme und
Blumenſpenden bei dem Heimgange unſeres lieben
Sohnes
Heinrich Seelbach
ſagen allen Bekannten und Verwandten herzlichen
Dank. Beſonders danken wir Herrn Pfarrer Weiß
für die troſtreichen Worte am Grabe, für die Kranz=
niederlegung
der Singmannſchaft und Handball=
abteilung
der Turngemeinde Beſſungen.

Dankſagung.
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Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme für unſeren,
bei Ausübung ſeines Berufes ſo jäh aus dem Leben
geriſſenen, lieben Entſchlafenen

Herrn poſiſchaffner Karl Ritter

ſei Allen herzlichſt gedankt. Ganz beſonders danken wir
Herrn Pfarrer Lebrecht für die ſo troſtreichen Worte
am Grabe. Ferner danken wir der Oberpoſtdirektion,
der Direktion des Poſtamtes II, ſowie den Vorgeſetzten
und Kollegen, die in ſo großer Zahl ihm die letzte Ehre
erwieſen. Herrn Poſtdirektor Vogt, der ſich ganz be=
ſonders
mir und meiner beiden Kinder in ſo väterlicher
Weiſe annahm, ſowie für ſeine troſtreichen Worte
am Grabe ſei nochmals mein beſonderer Dank ausge=
ſprochen
. Leider iſt es mir nicht möglich, jedem Ein=
zelnen
für die Kranz und Blumenſpenden, ſowie Bei=
leidsbezeugungen
zu danken. Es ſei hiermit allen dieſen,
ſowie denjenigen, die ihm das letzte Geleit gaben, herz=
licſt
gedant:. Im Namen der Himterbliebenen;
Frau Karl Ritter und Kinder.
Groß=Zimmern, den 7. November 1930.
(16393

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nach Mainz, Bing.,
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[ ][  ][ ]

Sonntag, den 9. November 1930

Seite 5

der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 9. November.
ſpooſitive Vereinigung für Heſſen. Anläßlich ihres
ſyens hält die Vereinigung in unſerer Stadt eine
zwar auf Luthers Geburtstag, Montag, den
ie erwartet dazu ihre Mitglieder und Freunde
Hottesdienſt findet um 5 Uhr in der Stiftskirche
Feierabend=Verſammlung wird feſtlichen Cha=
Den Hauptvortrag dabei wird Univerſitätspro=
värſer
aus Marburg halten über das Thema;
Koburg während des Reichstags zu Augsburg.
R. Hörr 80 Jahre! Am 11. d. M. begeht der in
Forſtkreiſen weitbekannte heſſiſche Förſter i. R.
Darmſtadt, Roßdörfer Straße 59, bei körper=
und geiſtiger Friſche ſeinen 80. Geburtstag. Er
gor 1870/71. Bis zum Tode des Prinzen Alexan=
oar
er 12 Jahre lang deſſen Leibjäger und ſteter
eſuche von Fürſtlichkeiten im In= und Auslande.
ades Prinzen trat er in das Forſtfach über und
fütrwarteien Schwanheim, Groß=Hauſen, Maulbach
ro tätig. Durch ſeinen feſten, biederen Charakter
n Vorgeſetzten und den Einwohnern genannter
and geachtet.
chöne Damenheim im Hauſe von Heyl. Wey=
ſt
jetzt fertig geworden. Es bietet alleinſtehen=
egenen
Möbeln ſchöne Wohn= und Schlafräume
Herrliche Ausſicht in den zum Haus gehörigen
ze te Stock iſt auch neu hergerichtet und mit Zen=
ſhen
; er iſt hauptſächlich für berufstätige jüngere
Es gibt dort möblierte. Einzelzimmer und
ligwer, je nach Wunſch. Die Preiſe ſind durchweg
ltic Eine Anzahl von älteren Damen ſind ſchon ein=
Führnſthafte Reflektanten iſt das Haus nach Tele=
241t 4 beſichtigen.
Zwtadt Verein für Ortsgeſchichte und Heimat=
äch
5/l eranſtaltung Donnerstag abend im Ein=
ſe
Studienrat Pickert berichtet über Die
lungen des Wortſchatzes der heſſiſchen
irtgei! In unſerer Zeit, wo die Frage der Mundart=
ſtaniln
Vordergrund ſteht, werden die Ausführungen
ſten nnuers der Mundart und ihrer Geſchichte ſicher
ereſſiun. Gäſte können eingeführt werden
Aklzmſe=Konzert. Ein Pianiſt großen Formats wird
rammes 4. Akademie=Konzertes Montag, den 17. Nov.,
41Großen Saal, des Städt. Saalbaus, beſtreiten.
5oeen Frankfurt a. M., Beſitzer des Rubinſtein=
en
un imzerten unter Furtwängler, Fritz Buſch, Nikiſch,
ſchar ſt auß u. a. größte Erfolge, zu verzeichnen hat,
eng cuf ger Zeit mit einem Klavier=Abend, der ein be=
gewää
)ls Programm aufzuweiſen hat, vor die Oeffent=
retem
Geiſtige Biegſamkeit, echtes Muſizier= Tempera=
ſkelnAſCechnik
geben ſeinem Stil monumentalen Charak=
Sonate 4s=Dur op. 110. von Beethoven, durch
traei Künſtler, ſeinen Namen als Beethovenſpieler
uzſeweiſen wird. bringt das Programm noch den
eiltrneval op. 9, ſowie kleinere Werke von Händel,
Fri. Reger, Hindemith, Debuſſy und Bartok.
Sieltrriat der Städt. Akademie für Tonkunſt, Eliſa=
e
üFernſprecher 3500 (Stadtverwaltung).
eſiſches Landestheater.

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*Barbier von Bagdad
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2021.45 Uhr
Fatme
Zuſatzmiete V,
Preſe 1.206 Mk.

2022.30 Uhr
Meine Schweſter und ich
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Gruppe III und IV
Preiſe 1.206 Mk.

20, Ende gegen 22 Uhr
Lieder= und Arien=Abend
franz Tibald. und Maria Kienzl
Preiſe 1, 2 und 3 Mk.

20, Ende gegen 22 Uhr
Zum erſten Male: X PZ
Zuſatzmiete 10
Preiſe 1.206 Mf.

1517.30 Uhr
Meine Schweſter und ich
Heſſenlandmiete I. III,
Preiſe 1 206 Mk.

20, Ende vor 22 Uhr
Erſter Kammermuſikabend des
Schnurrbuſch=Qumtetts
Preile 1, 2, 3 Mk.
22.30 Ende nach 23.30
Klabund=Feier
Preiſe 1 2, 3 Mk.

19 3022.15 Uhr
Die ſchöne Helena
Geſſenlandmiete IV,

11.30 Ende gegen 12.30 Uhr
Siegfried=Wagner=Gedenkfeier
7022 Uhr
Der Glasſchrank
Preiſe 110 Mr. Heſſiſche Spielgemeinſchaft
Preiſe 0.502 50 Mk.
Beſicht gandestheater. Meine Schweſterund ich
DoA ch erfolgreiche muſikaliſche Luſtſpiel von Berr und
D0ic won Robert Blum, gelangt mit Muſik und Ge=
Een 19N alph Benatzky heute, Sonntag, im Großen Haus
m Marten Male zur Aufführung. Muſikaliſche Leitung:
Paute un den Hauptrollen: Schmitz, Hinz, Pfaudler,
Maldes c allinger, Baumeiſter und Jürgas. Zum erſten
Dic lcwielzeit wird heute, Sonntag, im Kleinen Haus
konce Oper Fatme in der Inſzenierung von Re=
ordg
üuchnenbild: Lothar Schenck von Trapp) zur Dar=
. Muſikaliſche Leitung: Fritz Bohne. In den
Wi Arter. Jacobs, Stralendorf, Overlack, Kuhn und

Dinand Bruckners Bühnenwerk. Eliſabeth
MN
Dienstag, den 11. November, und Donnerstag,
im Großen Haus fortſetzen. In neuer Ein=
Der Barbier von Bagdad. Oper von
S mnter muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl Böhm,
November, im Großen Haus mit Herrmann,
Jacobs, Stralendorf, Vogt, Heyer, Bunſel und
eu ptrollen in Szene gehen. Bei dieſer Aufführung
de Bearbeitung von Mottl zu Gehör kommen.

40 Jahre Kindergottesdienſt in der Petrusgemeinde.

Was Conrad Ferdinand Meyer von Martin Luther geſagt
hat, das kann man in freier Anwendung von der Gegenwart, die
wir durchleben, auch ſagen; ſie iſt zweier Zeiten Schlachtgebiet.
Materialismus und Idealismus liegen miteinander in ſchwerem
Ringen. Noch verſuchen die Geiſter der Selbſtſucht und der Geld=
gier
die Oberhand über die Menſchen zu behaupten. Aber mehr
und mehr ruft die Seele des modernen Menſchen, des alten und
des neuen Rationalismus müde, nach den irrationalen Gütern,
ein Hunger nach geiſtigen Lebenswerten, nach einem Unbeding=
ten
, nach einem letzten Halt im Daſein iſt erwacht. Freilich
drängt der furchtbare Kampf um das tägliche Brot heute noch
oft die geiſtige Lebensbewegung zurück. Um ſo nötiger iſt es, der
Jugend beizeiten Auge und Herz zu weiten, für Schönheit und
Tiefe eines höheren Lebens. Hier liegt die große Bedeutung des
Kindergottesdienſtes in heutiger Zeit.
Es iſt eine alte und doch immer wieder neue ſchöne Sache;
um die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts begann man in
England mit der Sonntagsſchule. In einer Zeit, da längſt nicht
alle Volkskreiſe von der allgemeinen Schulbildung erfaßt wurden,
haben ſich Einzelne aus religiöſem Verantwortungsgefühl ver=
armter
und verwahrloſter Kinder angenommen. 1825 findet die
Sonntagsſchule Eingang in Hamburg. Johann Hinrich Wichern, der
Gründer des Rauhen Hauſes, iſt einer der freudigſten Mitarbeiter
geweſen. Mit dem Durchdringen der Volksſchule im öffentlichen
Leben und der allgemeinen Einführung des Religionsunterrichts
wurde die Sonntagsſchule entlaſtet, aber auch genötigt, ſich auf
ihr eigenſtes Gebiet zu beſinnen. Bekamen die Kinder an den
Wochentagen Unterweiſung in der Geſchichte und den Grundſätzen
der chriſtlichen Religion, ſo mußte der Sonntag die Erbauung
und Vertiefung bringen. Was an religiöſen Kenntniſſen gegeben
wurde, bedurfte der Einſchmelzung in den Strom wahren und
frohen religiöſen Erlebens. Bei allen auch den modernen Wen=
dungen
der Pädagogik, kriſtalliſierte ſich für den pſychologiſchen
Scharfblick die eine Tatſache unumſtößlich heraus, die Tatſache der
religiöſen Anlage des Kindes. Hieran anknüpfend bildet ſich die
Aufgabe, die Kinder nicht nur einzuführen in die kirchlichen Ord=
nungen
, in die Kenntnis des Gemeindelebens, ſondern vor allem
in das Leben mit Gott und die praktiſchen Aufgaben des Chriſten=
glaubens
. Es gibt nicht nur eine Gemeinde der Erwachſenen, ſon=
dern
auch eine Kindergemeinde. Ihr in kindlicher Art und durch=
aus
dem kindlichen Verſtändnis angemeſſen, die kirchliche Feier=
ſtunde
zu halten, den Ernſt, aber auch die Freude des Zuſammen=
lebens
mit Gott zu zeigen, das iſt Zweck der Einrichtung, die wir
Kindergottesdienſt nennen. So iſt im Lauf der Jahrzehnte aus
einer oft verachteten Arbeit privater Kreiſe ein Gemeingut der
evangeliſchen Kirche, aus der Tätigkeit der inneren Miſſion eine
ſelbſtverſtändliche, überaus wichtige Einrichtung der evangeliſchen
Gemeinde geworden.

Eigenartig, wie ſich dieſe intereſſante Entwicklung wider=
ſpiegelt
in der Petrusgemeinde. Auf Anregung des Pfarrers
Dr. Krätzinger wurde bereits 1882 in Beſſungen die ſog. Sonn=
tagsſchule
eingeführt. Jahrelang hat man ſie Sonntags mittags
um 2 Uhr in der Kinderſchule gehalten. Schon im Anfang unter
großer Beteiligung. Einzelne Damen der Gemeinde, beſonders
ein Fräulein Kalbfuß, ſtellte ſich dem Dienſt an den Kindern in
rührender Treue zur Verfügung. Und doch war die Exiſtenz der
neuen Gründung manchmal ſtark gefährdet. Die Augen waren
gehalten, man konnte die weittragende Bedeutung noch nicht recht
erkennen, bis im Jahre 1890 die Entſcheidungsſtunde ſchlug. Zum
erſten Mal zog eine große Schar von Kindern zu eigenem Gottes=
dienſt
in die Kirche ein. Sinnbild und Beweis dafür, daß von
nun an die immer ſtärker wachſende Gemeinde ihre ſchützende
Hand über den Kindergottesdienſt zu breiten entſchloſſen und
bereit war. Der damalige Pfarraſſiſtent Richard Vogt hat daran
ein großes Verdienſt. Es kam im Jahre 1902 die Trennung der
Beſſunger Gemeinde mit ihren Kindern in zwei ſelbſtändige Ge=
meinden
, Petrus= und Paulusgemeinde. Im Jahre 1907 mußte
die Kirche geſchloſſen, werden, um in 1½jähriger Bauzeit die
große Erweiterung an ſich vollziehen zu laſſen. Es rückte die
Kriegszeit heran mit ihren furchtbaren Erſchütterungen, von
denen auch die Petrusgemeinde nicht verſchont blieb. Die In=
flationszeit
fiel über das Gemeindeleben und brachte Entwer=
tung
und Entziehung der finanziellen Grundlagen. Die Pfarrer
wechſelten in 40 Jahren erſtaunlich oft. Helfer und Helferinnen
kamen und gingen. Trotz alledem ging in lückenloſem Weiter=
ſchreiten
der Kindergottesdienſt ſeinen Segensweg bis zum heu=
tigen
Tag. 29 Pfarrer und 137 Helfer und Helferinnen haben
ſich bemüht, im Wechſel der Zeiten den Kindern, das Beſte zu
geben, eine religiöſe Heimat in der Unbeſtändigkeit der irdiſchen
Erſcheinungen.
Mit dankbewegtem Herzen ſchaut die Gemeinde am Sonntag
auf das von einem Höheren wunderbar geſchützte und geförderte
Werk heiligen Dienſtes an den Kinderſeelen. Aus den 200 Kin=
dern
, die es einſt waren, ſind heute 500 und mehr geworden, die
in 15 Gruppen betreut werden. Kirchenvorſtand und Gemeinde
blicken mit ſtolzer Freude ſonntäglich auf die liebe Schar der
kleinen Majeſtäten, durch deren Herzen ein Regen und Raunen;
ein Suchen und Fragen klopft nach des Lebens wertvollſtem Gut,
Möchte der fromme und frohe Geiſt dem Kindergottesdienſt er=
halten
bleiben und klein und groß als leuchtendes Ziel immer
vor Augen ſtehen, von der Morgenfrühe bis zum Abendrot das
Leben mit Gott zu führen. Das wäre ein Stück beſter Mitarbeit
an Erneuerung und Wiederaufſtieg unſeres ſo ſchwer ringenden
deutſchen Volkes.
W.

Muſikverein. In der Anſetzung der Proben muß eine
Aenderung gegenüber der letzten Bekanntmachung eintreten. Am
Dienstag, den 11. November, findet Geſamtprobe für Damen
und Herren ſtatt.
Volkshochſchule. Herr Dr. Ernſt Zeh wird am Montag,
den 10. November ſeine Vortragsreihe mit dem Lichtbildervor=
trag
Altgermaniſche Kunſt und Kultur fortſetzen. Der Vortrag
iſt für jedermann, alſo auch Nichtmitgliedern, zugänglich. Karten
ſind am Saaleingang zu haben.
Elektrola=Konzert. Seit einigen Jahren veranſtaltet die
Firma K. Jäger, Autoriſierte Elektrola=Verkaufsſtelle, im Kleinen
Haus des Heſſiſchen Landestheaters Konzerte. Durch die Güte der
Darbietungen haben dieſe Konzerte ſtets einen großen Zuſpruch
gefunden Auch in dieſem Jahre tritt die Firma Jäger mit einem
großen Konzert am 24. November, im Kleinen Haus, vor die
Oeffentlichkeit. Die zu hörenden Inſtrumente haben in den letz=
ten
Wochen durch die unerreichte Klangſchönheit der Wiedergabe
bei Konzerten in Berlin, Köln, Frankfurt u a. den größten Bei=
fall
der Hörer und der Preſſe gefunden. Die Firma Jäger darf
auch in dieſem Jahre, wie immer, mit einem vollen Hauſe rech=
nen
. (Siehe Anzeige.)

Neue Winter=

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Formen u. hochwertiger Qualität
mit Edeipelz-Besätzen wie: Australisch. Opossum, Skunks-
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Carl Schürmann & Co.

Orpheum.

Schlierſeer Sonder=Gaſtſpiel.
Einen vollen Erfolg brachte die im Orpheum von dem Schlierſeer
Enſemble erſtaufgeführte ergötzliche Geſchichte der Brüder Atzinger;
Wer ko, der ko wer hot der hot. Man denke ſich einen waſchechten
Bauern in eine ſtädtiſche Wohnung verſetzt, dazu noch in eine Luxus=
wohnung
mit mehveren herpſchaftlichen Dienern, mit einer Kammerzofe
für die Gnädige und dann einen Galabend, an dem eine Exzellenz
erwartet wird! Man ſtelle ſich einen bayeriſchen Kleinbauern in ſeiner=
ganzen
Derbheit und Offenheit vor, wie er plötzlich zu ungezählten In=
flationspapierſcheinen
kommt, mit denen er nur ſo um ſich werfen und
die Welt kaufen kann, wie er nun im Frack als vornehmer gnädiger
Herr, Chef eines großen Konzerns, auftritt, und man fühlt bei dieſen
Gedanken ſchon die ganze Komik der Situationen, die ein derartiger
Naffke im Leben abgeben muß. Uns dieſe Figur auf der Bühne ſo ver=
körpern
, wie es Waſtl Witt als Oekonom Martin Atzinger mit einer
läſſigen Selbſtverſtändlichkeit tut, iſt eine Glanzleiſtung. Der Künſtler
gibt die Figur, die gewiſſermaßen in dem in einem Frack in großſtäd=
tiſches
Milieu verſetzten Wiesbacher Bauern eine Doppelrolle in einer
Perſon darſtellt, mit einer Urwüchſigkeit, die geradezu bewundernswert
iſt. Durch meiſterhaftes Spiel, das nicht als ſolches empfunden wird,
ſondern durch das der Zuſchauer mitten in das Geſchehen im Hauſe
Atzinger hineinverſetzt wird, iſt der durchſchlagende Erfolg dieſes leben=
digen
Volksſtückes geſichert. Neben ihm Waſtl Atzinger, von dem un=
verwüſtlichen
Xaver Terofal dargeſtellt, dieſer kernige und gerade
Bauerntyp, der ſeinen ſtädtiſchen Bruder in München beſucht und der
in der ihm fremden Umgebung mit ſeiner Familie ſo herzerfriſchend
offen auftritt, gibt mit ſeiner Rolle dem ganzen Spiel Geſtalt und
ſpinnt die humorreiche Handlung durch ſeine Originalitäten immer
weiter. Die Partnerinnen und Partner dieſer beiden Brüder paſſen
in ganz hervorragender Weiſe in den Rahmen dieſes einheitlichen
Schlierſeer Enſembles, bei dem jeder Künſtler die gleiche Fähigkeit der
natürlichen, lebendigen Darſtellungskraft hat. Die Gegenſätze beſonders
ſind bei dieſer hübſchen Raffkegeſchichte ſchon in der Rollenbeſetzung
ſo gut hervorgebohen, daß die Situationskomik noch unterſtrichen wird
und das herzliche Lachen der Zuſchauer ganz ſpontan einſetzt. Frau
Fannerl Mittermayr=Terofal als Neureiche im Gegenſatz
zu Mirzl Staller als Bauersfrau; Marie Ehrhardt, das friſch=
frohe
, herzige Bauerndirndl im Gegenſatz zu Thea Aliprandi, dem
neugebackenen Stadtfräulein, daneben Karl Mittermayr als herr=
ſchaftlicher
Diener und all die anderen köſtlichen Bauerntypen bringen
ein geſchloſſenes, friſches Volksſpiel auf die Bühne, deſſen Beſuch jedem,
der ſich wirklich einige Stunden herzlich freuen will, empfohlen werden
kann. Die Pauſen wurden durch ausgezeichnete muſikaliſche Dar=
bietungen
des Schlierſeer Künſtlertrios verkürzt. Lebhafter Beifall
dankte dem Enſemble für ſeine trefflichen Leiſtungsn.

Die Preſſe zu Otto Bruders heldiſchem Spiel Beowulf.
Dieſes Spiel hält ſich abſeits von glatten Tendenzen der Tages=
politik
und will als ein Spiel für Feſte und Feiern aufrufen,
wachſam, rein und ſtark zu bleiben. Nicht allein die Sprache des
Spieles klingt manchmal an Hölderlins Hymnen an, auch in der
Haltung des Dichters zum Heiligen und Heldiſchen wird ver=
wandter
Geiſt ſpürbar. (Die Wohlfahrt.) Aus einem Guß iſt
dieſes Spiel und voll ſtarken Schwunges. Es iſt eines jener ſel=
tenen
Spiele, die hinaufweiſen über alle kleinen Dinge des
Tages. (Neuland.) Ein Zeitſpiel voll Mark und Kraft, knapp
und klar geformt, echt und wahr in ſeinem Gehalt, eindeutig und
unerbittlich in ſeinen Forderungen. Eines der beſten, echteſten
Werke der neuen Laienſpielliteratur. (Volkskunſt.) Auf die
Aufführung dieſes Spieles am Dienstag, den 11. November 1930,
abends 8.30 Uhr, im Gemeindehaus, Eichwieſenſtraße 8, ſei hier=
durch
nochmals einladend hingewieſen. Numerierte Eintritts=
karten
ſind erhältlich zum Preiſe von 50 Pfg. bei Kirchendiener
Kropp, Eichwieſenſtr. 8, Papierhandlung K. F. Bender, Beſſunger=
ſtraße
47. Buchhandlung Johs. Waitz, Eliſabethenſtraße 16, und
an der Abendkaſſe.
Bildniſſe Darmſtädter Hochſchuldozenten. Die Ausſtellung
des Malers Bialla in der Buchhandlung Bergſtraeßer hat in
den letzten Tagen Hunderte von Beſuchern angelockt. Es wurde
allgemein anerkannt, daß die Bilder ebenſo ähnlich wie charak=
teriſtiſch
ſind; geniale Impreſſionen, die in Verbindung mit einer
ſouveränen, Zeichentechnik ihre Wirkung nicht verfehlen. Die
Ausſtellung iſt bis zum 15. November täglich von 919 Uhr un=
entgeltlich
zu beſichtigen.

Orpheum. Heute Sonntag, nachmittags 3.30 Uhr, findet
eine einzige Aufführung des ſchönſten deutſchen Märchens, Schnee=
weißchen
und Roſenrot, in drei Bildern ſtatt. Erſtes Bild: vor=
dem
Hauſe, zweites Bild: in der Stube, drittes Bild: im Walde,
Das von Robert Bürkner bearbeitete Grimmſche Märchen ver=
ſetzt
die Kinder ſo richtig ins Märchenland und läßt ſie viel ſehen.
und hören. Dieſe Neueinſtudierung wird den Kinderherzen
dreieinhalb Stunden lang durch das Erſcheinen des Bären, des
böſen Zwerges uſw. Freude über Freude bereiten, zumal der Mär=
chenonkel
die Preiſe ſehr billig gehalten hat: 30 Pfg., 50 Pfg.,
60 Pfg.. 80 Pfg., 1 Mk. und 1,25 Mk. Es iſt ſomit jedem Kinde
der Beſuch dieſes ſchönen Märchens ermöglicht. Vorverkauf bei
Hugo de Wal, Rheinſtraße 14, und Verkehrsbüro, telephoniſch
unter 389, außerdem heute ab 2 Uhr an der Orpheumskaſſe. (S.
Anzeige.)
Orpheum. Gaſtſpiel Terofals Schlierſeer.
Heute, abends 8 Uhr, findet die einzige Sonntags=Aufführung des
mit großem Erfolge aufgenommenen Stückes. Wer ko, der ko,
wer hot, der hot ſtatt. Es iſt dies eine ergötzliche Geſchichte der
Brüder Atzinger, genannt die bayeriſchen Sklareks, in einem
Vorſpiel und zwei Akten von Karl Mittermayr. Die beiden Ko=
miker
=Rollen ſind vertreten durch Taver Terofal und Waſtl Witt
und garantieren dieſe durch ihre treffliche Darſtellung allein
ſchon den Erfolg. Im Zwiſchenakt ſpielt das bekannte Künſtler=
trio
. Die Preiſe ſind volkstümlich von 1 Mark an, und ſind Kar=
ten
zu haben im Verkehrsbüro von 11 bis 1 Uhr. Kiosk am Pa=
radeplatz
, gegenüber dem Theater, von 1 bis 6 Uhr abends, Or=
pheumskaſſe
ab 3 Uhr, telephoniſch unter 389. Mit Rückſicht auf.
auswärtige Beſucher nimmt die Vorſtellung präzis um 8 Uhr
ihren Anfang. (Siehe Anzeige.)
Wiederholung der Bremer Stadtmuſikanten‟. Des großen
Erfolges und der bei Publikum und Preſſe allgemein beifälligen
Aufnahme wegen findet eine Wiederholung der luſtigen Kantate
Die Bremer Stadtmuſikanten von Fr. Nagler durch den Schüler=
chor
und das Orcheſter des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums am
Dienstag, den 11. November, im Feſtſaal des Gymnaſiums ſtatt.
Die Leitung hat Studienrat Kaiſer, die ſoliſtiſch Mitwirkenden
ſind dieſelben von neulich, Frl. Ottenheimer und Frl. Herber,
Herr Dr. Stiefenhofer und Herr Penk. Der Reinertrag ſoll dem
Landheim des Gymnaſiums zugute kommen. (Siehe Anzeige.)

[ ][  ][ ]

Sce 6

Sonntag, den 9. November 1930

Maßnahmen zur Behebung der geiſtigen
und ſeeliſchen Not der Erwerbsloſen.

Die furchtbare Arbeitsloſigkeit, deren Behebung zunächſt nicht mög=
lich
iſt, bildet beſonders deshalb eine große volkswirtſchaftliche Gefahr,
weil ſie vor allem die Jugendlichen bedroht. Dies erfüllt alle am Be=
ſtand
des Volkes intereſſierten Stellen mit ernſter Sorge. Die beſte Ab=
hilfe
, für alle Arbeit zu beſchaffen, ſteht zunächſt außer der Macht der
maßgebenden Stellen. Um wenigſtens einer weiteren Bedrohung der
geiſtigen Subſtanz unſeres Volkes zu begegnen, hatte der Referent für
Volksbildung und Jugendpflege im Miniſterium für Kultus und Bil=
dungsweſen
, Schulrat Haſſinger, im Verein mit dem Landesverband der
Heſſiſchen Volksſchulen und des Landesausſchuſſes Heſſen der Deutſchen
Jugendverbände eine Einladung an Organiſationen und Verbände, an
das Landesarbeitsamt für Heſſen und alle in Frage kommenden amt=
lichen
Stellen, beſonders auch die Arbeitsämter, Jugendämter, Volks=
hochſchulen
uſw., ergehen laſſen, um in gemeinſamem Zuſammenwirken,
wie es an anderen Orten bereits in die Wege geleitet wurde, über ge=
eignete
Maßnahmen zur Behebung der geiſtigen Not zu beraten. Schul=
rat
Haſſinger, der ſchon jahrelang bemüht iſt, dieſes Problem zu löſen,
konnte mit Befriedigung feſtſtellen, daß dieſer Einladung außerordent=
lich
zahlreich Folge geleiſtet worden war, und daß der einmütige Wille
beſteht, nach Möglichkeit zu helfen. Die Verſammlung fand im Mozart=
ſaale
(Schulſtraße) ſtatt.
Schulrat Haſſinger begrüßte die verſchiedenen Vertreter der
Vereine, Organiſationen und Bünde und übermittelte die Grüße des
Herrn Staatspräſidenten Dr. Adelung, der die Zuſammenkunft als höchſt
bedeutungsvoll bezeichnet hatte und den Beratungen und ihrem Ergeb=
niſſe
mit dem wärmſten Intereſſe entgegenſehe. Schon oft habe der
Herr Staatspräſident den dringenden Wunſch geäußert, daß die Bil=
dungsmöglichkeiten
des Theaters, der Volkshochſchulen und ſonſtiger Ein=
richtungen
den Erwerbsloſen erſchloſſen werden ſollten, daß man mit
allen Mitteln verſuchen müſſe, ihr hartes Los zu erleichtern, wenn man
es denn nicht völlig abwenden könne. Der Geiſt des Mitein=
ander
möge walten, ein Ausdruck gemeinſamen Wollens und ge=
meinſamer
Hilfsbereitſchaft ſoll ſich zeigen. Denn darum
handele es ſich, alle Träger der Volksbildungs= und Jugendarbeit
mobil zu machen für eine Aktivität, die beſtimmt ſei durch die
Härte und Schwere der Gegenwart.
Schulrat Haſſinger betonte nun, daß man nicht zuſammengekom=
men
ſei, von eigenem Wollen und eigenen Zielen zu reden, die
Arbeit, die man leiſten wolle vertrage keine Nebenzwecke, ſie werde ge=
tan
nur der Menſchen wegen, um die es ſich handele, um der Erwerbs=
loſen
und beſonders der jugendlichen Menſchen und ihrer ſeeliſchen Not
willen. Er fuhr fort: Deswegen ſoll es nicht in erſter Linie darauf an=
kommen
, wer handelt, ſondern daß überhaupt gehandelt wird. Einen
edlen Wetteifer der Hilfsbereitſchaft gilt es zu ent=
feſſeln
. Einen Wetteifer, der nicht belohnt werden kann und ſoll mit be=
ſonderer
Anerkennung, ſondern ſeinen Lohn in ſich ſelber tragen
wird. Ich hege den Glauben und die Hoffnungen, daß gerade die Men=
ſchen
, die hier zuſammenkommen, zu ſolchem ſelbſtloſen Dienſt
nicht nur berufen, ſondern auch befähigt ſind. Die Arbeitsloſigkeit hat
ja ihre verſchiedenen Seiten, von denen man ſie anpacken kann, wirt=
ſchaftliche
, politiſche und ſoziale. Das alles muß durch andere Stel=
len
geſchehen und kann von uns nur inſoweit mit in Angriff genommen
werden, als wir zugleich Menſchen ſind, die auch der politiſchen, wirt=
ſchaftlichen
und ſozialen Willensbildung verpflichtet ſind. Hier aber
finden wir uns zuſammen in der Frage, wie der ſeeliſchen Not
der Arbeitsloſen nicht nur der jüngeren, auch der älteren unter ihnen
geſteuert werden kann. Als Mithelfer ſind wir zuſammenge=
kommen
. Wir wiſſen wohl, daß nur Teilarbeit auch von uns ge=
leiſtet
werden kann. Wir alle haben die Ueberzeugung, daß ein Ge=
meinſames
zwiſchen uns im Glauben an die Kräfte der Volkwerdung
beſteht. Ein Glaube aber, der nicht gute Werke tut,
iſt tot an ihm ſelber. Laſſen Sie uns über dieſe Werke im
Vertrauen zueinander ſprechen und im Vertrauen zum Geiſt der Be=
wegung
, der wir dienen. Nicht ſo wollen wir die guten Werke an=
ſehen
, daß unſerem Tun irgendwie auch nur im geringſten der Geruch
eines Almoſens, eines ſchwächlichen und wehleidigen Mitleids anhaftet.
Die Erwerbsloſen ſind nicht Objekte unſeres Tuns, ſind nicht etwa
Gegenſtand des Erbarmens, ſondern ſie ſind ein Teil unſeres
Volkes, ein Teil unſerer ſelbſt. Ein Teil, der genau ſo Anſpruch

Ewige Jugend das neue Bühnenſpiel der Turngemeinde
1846, wird unter Mitwirkung des Stadtorcheſters heute im Gro=
ßen
Haus des Landestheaters veranſtaltet.
Auf die Kunſtausſtellung veranſtaltet von der Firma
Blumen und Kunſt. Inhaber Erich Schulenburg, Wilhelminen=
ſtraße
33, wird nochmals hingewieſen. Heute Sonntag iſt die
Ausſtellung zur Beſichtigung bei freiem Eintritt von 1118 Uhr
offen.
Lokale Beranſtalkungen.

ſcheimenden Notigen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen in betrachten.
im keimem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritl.

Vereinigung früherer Leibgardiſten Darm=
ſtadt
. Wie unſeren Mitgliedern bereits bekannt, findet heute
nachmittag ein Familienſpaziergang über die alten ehemaligen
Militärſchießſtände und durch das Griesheimer Lager nach Gries=
heim
ſtatt. Abmarſch an der Eiſenbahnbrücke (Rheinallee). Bei
ungünſtiger Witterung Abfahrt Verkehrsbüro mit Linie 9 der
elektriſchen Straßenbahn.

Hausfrauenbund. Dienstag, den 11. November,
zur gewohnten Stunde, findet unſere Mitgliederverſammlung
wieder in unſeren Räumen, Heidelberger Straße 47, ſtatt. Nach
der Kaffeeſtunde wird Frau Händel einen Vortrag über Fuß=
bodenpflege
halten, ein Thema, das unſere Hausfrauen gewiß
intereſſieren wird.

Verband der weiblichen Handels= und
Büroangeſtellten E.V., Ortsgruppe Darmſtadt. Wir er=
innern
noch einmal daran, daß der Feſtabend anläßlich der 11.
Gründungsfeier der Ortsgruppe heute Sonntag, den 9. Novem=
ber
, nachmittags, im Fürſtenſaal, Grafenſtraße 18 ſtattfindet.
Zur Darbietung kommen Klavier= und Geſangsvorträge, Theater=
aufführungen
, Loheland=Bewegungsſpiele und anſchließend alte
und neue Tänze.

Chriſtlicher Verein junger Männer e. V.,
Darmſtadt. Wir weiſen nochmals auf den Vortrag heute
abend im Heim Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſerne) über das
Thema: Die Bedeutung des bibliſchen Schöpfungsberichtes für
die Gegenwart hin. Jedermann iſt herzlich eingeladen. Ein=
tritt
frei.

Herrngarten=Café. Während des Umbaues geht
der Innenbetrieb nach wie vor ungeſtört weiter. Gleichzeitig
hört man am Sonntag nachmittag und abends den Zitherkünſtler
Emil Liebeck. (Siehe Anzeige.)

Im Datterich, Kiesſtraße 27, Telephon 4297, finden
die täglich ſtattfindenden Konzerte ſchon nachmittags ab 4 Uhr
ſtatt. Am Dienstag, 11. November, gaſtiert einmalig eine
Negerkapelle Johnſon.

auf Freude und Hilfe hat, wie jeder andere. Sie ſtehen ja nicht außer=
halb
unſeres Kreiſes, ſie gehören ihm ſelbſt an.
Weiter betonte Herr Schulrat Haſſinger, daß der oft feſtgeſtellte
gemeinſcme Boden geeignet ſei zu gemeinſamem Werk. Es gelte die
Aktivierung der verſchiedenſten Bewegungen, die geiſtig und ſittlich
unſerem Volke etwas zu geben hätten, in eine beſtimmte Richtung zu
bringen. Niemand ſoll entbehrt und niemandes Mithilfe für überflüſſig
gehalten werden.
Anſchließend ſprach der Leiter der Offenbacher Volkshochſchule über
das Thema:

Wie kann der ſeeliſchen Not der Erwerbsloſen geſteuert werden?"
Er wies zunächſt auf die erſchreckende Zahl der Erwerbsloſen hin, die
in Heſſen rund 62000 betrage, davon zirka 53 000 Männer und über
8500 Frauen. Beſonders hoch iſt die Zahl der Erwerbsloſen zwiſchen
25 und 30 Jahren. Die Not greife um ſo tiefer an den Einzelnen, als
die Intereſſenabnahme am Geſchehen der Zeit bei den Arbeitsloſen
immer größer werde, da ja die Spannkraft des Menſchen bekanntlich
durch die Aufgaben, die ihm geſtellt würden, lebendig erhalten werde.
Es komme die Depreſſion bei den Arbeitsloſen hinzu, die ſich durch die
Not bedrückt fühlten. Hilfe, aber nicht wohltätige, ſondern ernſthafte
Hilfe tue not. Von Menſch zu Menſch müſſe geholfen werden, indem
innerhalb der Organiſationen beſtimmte Menſchen ſich der Miterwerbs=
loſen
annehmen. Zur Unterſtützung dieſer Bemühungen müßten Ver=
anſtaltungen
unterhaltender und belehrender Art getroffen werden. Als
Ablenkung im öden Einerlei arbeitsloſer Tage komme Film, Rundfunk,
Schallplatte, in den Großſtädten Konzert und Theater in Betracht. Ziel
einer ſyſtematiſchen Arbeit in der Zeit der Erwerbsloſigkeit könne ſein,
ſich beſſer für den Beruf vorzubilden (Sprachkurſe, Buchführung
uſw.), oder auch ſich die Vorausſetzungen für eine Mitarbeit im öffent=
lichen
Leben zu ſchaffen. Bei etwaigen Kurſen müßte inſofern eine Er=
leichterung
für die Erwerbsloſen eintreten, als dieſen bei Teilnahme an
den Kurſen der Stempel gegeben werde, ſodaß ein Anſtehen für die
Kurſusteilnehmer vermieden werde. Es ſei eine Dezentraliſation inſo=
fern
vorzunehmen, als Träger dieſer Arbeitsleiſtung die Verbände und
Organiſationen ſeien.
In der folgenden Ausſprache betonten die Vertreter der ein=
zelnen
Verbände, daß ſie grundſätzlich mit den Gedankengängen des
Referenten einverſtanden ſein. Herr Weinberg vom G.D.A. be=
tonte
, er halte ein gemeinſames Vorgehen, alſo keine Dezentraliſation,
für angebracht. Staat und Stadt ſollen Räume zur Abbaltung ſolcher
Kurſe zur Verfügung ſtellen. Der G.D,A. habe bereits Schritte unter=
nommen
, um der geiſtigen Not der Arbeitsloſen zu ſteuern Herr
Grötzner=Frankfurt a. M. macht auf die großen Schwierigkeiten der
Durchführung der vorgetragenen Gedanken aufmerkſam. Herr Hütſch
klagt über mangelndes Verſtändnis mancher Kreiſe für die Erwerbs=
loſen
. Der Vertreter der ſoz. Jugendbewegung erläutert die Stellung
der Arbeitsämter und die bereits in Angriff genommene Arbeit in der
ſozialiſtiſchen Jugendbewegung.
Miniſterialrat Dr. Müller als Vertreter des Finanzminiſters
wünſchte der Beratung poſitiven Erfolg; aber auch er betont die Wich=
tigkeit
des Vorhandenſeins einer zentralen Stelle, von der aus die
Aktion geleitet werde. Dr. Gebhardt als Vertreter des Rhein=
Mainiſchen Verbandes für Volksbildung erklärte namens des Südweſt=
deutſchen
Rundfunkes, daß dieſer die Beſtrebungen weitgehendſt unter=
ſtützen
werde. Oberregierungsrat Dr. Bleß als Vertreter des
Landesarbeitsamtes wünſcht eine enge Fühlungnahme in dieſer Aktion
mit dem Landesarbeitsamt, das im übrigen die Arbeit ſeinerſeits unter=
ſtützen
werde. Der Vertreter der Turnerſchaft Herr Roth erklärte
die Bereitwilligkeit, Turn= und Lehrplätze zur Verfügung zu ſtellen.
Frau Abg. Hattemer unterſtreicht den Wert der Kurſe für erwerbs=
loſe
Frauen und Mädchen, wie ſie der Referent gefordert hatte.
Nach einem Schlußwort Dr. Neundörfers wurde auf Vor=
ſchlag
des Herrn Schulrat Haſſinger ein Arbeitsausſchuß
gebildet, der in der nächſten Woche die weiteren Einzelfragen beraten
ſoll. Mit dem Wunſche, in jedem Einzelnen möge das Gefühl höchſter
Verantwortung für dieſe ſo wichtige Aktion lebendig werden, ſchloß
A6
Herr Schulrat Haſſinger die Verſammlung.

Aus den Darmſtädker Lichkſpieltheakern.

Panflavine
T pasruuen

Hia

Nakionaliozialiſkiſche verammim

* In der recht kühlen Feſthalle hatten ſich geſtern
ſchen eingefunden, um die beiden nationalſozialiſtiſchen
Litzmann und Gottfried Feder, ſprechen zu hörn
nahm einen durchaus friedlichen Verlauf, da auch diß
keine aufregende Sprache führten. Im üblichen Rahmen,
und Pfeiferkorps Marſchlieder der ehemal. Militärn
beim Einzug der Fahnen und Führer, Blumen für Germ
eröffnet Stadtrat Abt die Verſammlung. Wenn die
er, vom Boden der Verfaſſung abweicht, wird ihr die
folgen. General Litzmann, der jetzt 8ljährige er,
ziny, gedenkt des prachtvollen Frontgeiſtes beſondene
Truppen im Weltkriege. Erinnerungen aus der Krie=
der
Schlacht an den Maſuriſchen Seen, klingen aus r:
der damals bewieſene Kampfgeiſt gegen dreifache Uebern
jetzt im politiſchen Kampf führend ſein. Das jetzige
ganges werde unter Führung der NSDAP. durchſchri=
glanzvollen
3. Reich enden. Dann ſprach, von
empfangen, der in Darmſtadt nicht unbekannte Proo=
Nationalſozialiſtiſchen Partei, Gottfried Feder. Hatt
aktuellen Vortrag gerechnet, ſo erfüllte Herr Feder
heute nicht. Er zeichnete vielmehr einen Werdegang.
der Zelle der 6 Erkennenden im Jahre 1918 bis zun
1930. Der Redner erklärte, der Weg ins Parlament f
der Macht durchaus notwendig. Bei der nächſten Walh
legalem Wege die beherrſchende Poſition erkämpfen.
Abgeordneter Straſſer Vorſitzender des Ausſchuſſes m.
Rechte der Volksvertretung ſein. Dann werden wir
ſung ſchützen gegen diejenigen, die ſie ſchufen. Die
arbeitet ganz offenſichtlich auf einen Staatsſtreich hirn
iſt bereits ausgeſchaltet. Nach den neueſten Abſichten
ber einige Tage beraten und dann bis März vertagt
ordnungen werden alles regeln, und die Linke wirit
ſtillſchweigend billigen. Gegen die Peitſche des Kanzlu
Drohung mit der Sprengung der Preußen=Koalition
der Pfründe, wagt die Sozialdemokratie nicht zu löckk.
gehorcht, wird es keine Diktatur BrüningGeneral 0
bankdirektor Luther geben. Der Redner bezeichnet di:
habe beim Hitlerputſch ſein Bankkonto in Sicherheit
oft widerlegte Lüge. Wir Nationalſozialiſten ſind Paz
aber Terroriſten nach außen. Bei den marxiſtiſchen P=
gekehrt
. Zum Schluß umriß der Redner das nationaug
gramm. Unterordnen, einordnen im Dienſte des
iſt der Leitkern. Die Herren der Wirtſchaft, wie man

ſind in unſerem Reich nicht Selbſtzweck, ſondern mi
Volke dienen.

Gaſtſpiel des Japaniſchen Theaters im Graz
Generaldirektion des Heſſiſchen Landestheaters hau

Theater aus Tokio, das unter Leitung des berührr
Schauſpielers Tokujiro Tſutſui ſteht, für ein oe
ſpiel im Großen Haus am 20. November d. J. ve
das erſte Mal nach dem Kriege, daß eine Tr.=
Schauſpieler nach Deutſchland kommt. Die Finam
ternehmens iſt nur dadurch ermöglicht worden, dei
ſchild, der Beſitzer des Théatre Pigalle in Par=
Reiſekoſten der Truppe aus ſeinem privaten Verm=
um
ein Auftreten des weltberühmten Japaniſckk
Europa zu ermöglichen. Das Japaniſche Theate
ſation von Paris und hat kürzlich auch in Berlii
begeiſterte Aufnahme gefunden. Das Gaſtſpiel
Theaters in Darmſtadt wird einen Höhepunkt de
dieſes Winters bilden.
Autoliſten. Soeben iſt Autoliſte Nr. 50 Si
verzeichnet alle Meldungen (Ab= und Zugänu
fahrzeugen jeder Art in den 18 Kreiſe
ſtaates Heſſen (Kennzeichen 18. IR, 10)
vom 1631. Okt. 1930. Die Autoliſten enthalt.
in derſelben Reihenfolge wie die Hauptausgabe=
Wohnort des Kraftfahrzeugbeſitzers, Type, Motau
raum in cem (und PS), Art des Fahrzeugs. Fary
ſind durch X kenntlich gemacht. Die Meldunge=
nach
den drei Provinzen (VS, VR, V0) und Kreiſe
dieſer nach Polizeierkennungsnummern. Abgemeldut
den beſonders geführt. Die Autoliſten ſind
Ergänzung des Auto=Adreßbuches (Adreßbuck
zeugbeſitzer im Volksſtaat Heſſen), Ausgabe 1928, weil ſie laufend neueſtes Ad
rial liefern. Sie erſcheinen alle 14 Tage, alſo
Liſten. Die ſpäteſtens am 10. eines Monats a

Helia
bringt den ſehr guten Film (der trotz einiger Geräuſche kein Ton=
film
iſt) Wilde Orchideen mit Greta Garbo. Nils
Aſther und Lewis Stone in der ausgezeichneten Regie von
Sidney Franklin. Ein Film, der ſowohl durch die nicht all=
tägliche
Handlung, wie vor allem durch die große Auswahl un=
gemein
reizvoller Bilder intereſſiert, die ſowohl landſchaftliche
Schönheiten, wie auch ſolche aus den Märchenſchlöſſern indiſcher
Prinzen in berauſchender Fülle abrollen. Greta Garbo trägt die
Reize ihrer verführeriſchen raſſigen Schönheit bis in die tiefſten
Dſchungel Javas, wo nächtens beim Lagerfeuer im Zelt und auf mör=
deriſcher
Tigerjagd der Kampf um ihres Leibes Schönheit und um
ihre Liebe entbrennt zwiſchen dem Gatten und einem indiſchen Prin=
zen
, der immer wieder verſucht, die ſchöne Frau durch ſeine ſüdliche
Leidenſchaft zu bezwingen. Schließlich aber vergeblich. Wenn ſie auch
mehrfach dem ſtürmiſchen Liebeswerben zu erliegen droht, bleibt
ſie im letzten dem Gatten treu, der ſeiner Rache ſchon ſo weit die
Zügel ſchießen ließ, daß es dem Inder um ein Haar das Leben
koſtete. Die Handlung iſt reich an Abwechſlung und unerſchöpf=
lich
reich an Szenerie. Greta Garbo’s Spiel nicht übertrieben,
überzeugend. Das Ganze einer der beſten Filme, die neuerdings
gedreht wurden.

enthält die Meldungen vom 16. bis 30 (31.) desst
nen Monats und die ſpäteſtens am 25. eines Alt
bene Liſte die Meldungen vom 1. bis 15. des ge
Wegen des Bezugspreiſes vgl. Anzeige!
man an den zuſtändigen Verlag L. C. Wittich in 2u
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen pu=/
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zundcrt
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichhar iſt, dann ſiür
den 9. November 1930, folgende Aerzte zu de‟
bereit: Dr. med. Hof. Gervinusſtraße 46½=
Dr. med. J. Stern, Wendelſtadtſtraße 5, Telexru
Dr. med. Dörr=Aſal, Heinrichſtraße 62, Telex!
Sonntagsdienſt und Nachtdienſt in den Apothr‟
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daramf
den Woche den Nachtdienſt, vom 8. November E
15. November, die Merckiſche Apotheke,
Beſſunger Apotheke, Wittmannſtraße 1.

Kunſknokizen.

T G. B. 1865. Am Sonntag, den 16. d. M., feiert die
Frauen=Abteilung der T. G. B. 1865 ihr 30jähriges Beſtehen.
Aus dieſem Anlaß findet nachmittags ab 2,30 Uhr ein Schau=
turnen
ſtatt. Ein Feſtſpiel von unſerem hochgeſchätzten Geiſtes=
turnwart
, Herrn H. Wenderoth, gibt der ganzen Veranſtaltung
den Auftakt. Abends ab 8 Uhr: Bunter Abend zu Ehren der
Turnerinnen. Bildfolge: 1. Alt Wien, 2. Sketch Hallo 1930 (Was
ein jeder ſiingt).
In dem jagdlichen Monatskalender hat ſich ein Druckfehler
eingeſchlichen. Es heißt dort: Der Abſchuß von Rehwild ſollte
wie bei den anderen genannten Wildarten nur mit der Kugel
getätigt werden, weil jedoch die Verhältniſſe in unſerem Lande in
zahlreichen Fällen dies nicht zulaſſen, hat die Regierung für die
Staatsjagden ausdrücklich verordnet, daß die Regulierung des
Geſchlechtsverhältniſſes auch auf kleinen Drückjagden durch we=
niger
geübte Schützen mit dem Schrotſchuß erfolgen kann.
Soll natürlich heißen: durch wenige geübte Schützen..

Jungens. Mit den Nerothern in Griechen 1.
erfreuten uns die ſchönen und immer wieder anl
Lichtbild= und Filmvorträge der Nerother Wande
immer bis zum letzten Platz gefüllten Säle bewie
der, welches Intereſſe ein großer Teil der Darm.
ner der Entwicklung dieſes, frohen Jungenbundess=
Dieſes Mal iſt es ein ganz beſonders ſchöner
Jungens den eine kleine Schar mit ihremu
Oelbermann in dieſem Jahre auf der Fahrt nach
land ſelbſt aufgenommen hat. Erinnerungsreiche G
die Jungens auf dieſer großen Fahrt, die in ge
in dem Film feſtgehalten ſind. Herrliche Aufna
Landſchaft, von den Bewohnern und den prack:
Griechenlands ziehen an unſeren Augen vorü=
ſehenswert
ſind die zum erſten Male gefilmten, au
und Klippen erbauten Klöſter der unzähligen M)
das Leben und Treiben in ſolch einer frauenloſſ!
blik. Waghalſige Kletterpartien mußten die Jum
nehmen, um zu den gen Himmel ſtrebenden Klöſte
Aber tapfer und mutig, wie deutſche Jugend nur?
zwangen ſie alle Hinderniſſe, um zu dem erſtrell=
langen
. Die Nerother haben hier ein Werk
nicht nur die Jugend, ſondern auch die Alten
Vor dieſem Hauptfilm läuft ein kleiner Film u.
Bundestreffen auf der alten, ehrwürdigen Feſtru
ſtein zu Pfingſten dieſes Jahres, an dem auch ein
Darmſtädter Nerother teilnahm. Der Film läuft .
14. November, im Hörſaal 234 der Techniſchen He
(Eingang Hochſchulſtraße). Wir verweiſen au
Aezeige.

C

Geree

durch
Dar Togleogt

CARL LINDSTROM •AG-BERLIN SO 36
Parlophon-Musikapparate und -Platten werden bereitwilligst ohne jede
Kauwerpflichtung in allen guten Fachgeschäften vorgeführt

Aus unserem November-Programm empfehlen wir:
WAR ANDRESEN
mit grossem Opernorchester, Leitung: Dr. Weissmang
P9534 Tristan und ſsolde, Tatest du’s wirklich‟
EMMT BETTENDORF mit Orchester
F9535 Hallelujah (ummel)
Caro mio ben
EDITH LORAND-ORCHESTER
P9531 Die Czardasfürstin (E. Kalman), Pofpourn
LILIAN HARVET UND WILLF FRITSCH
in dem Ufa-Tonfilm Die Drei von der Tankstelle‟
B12266 Liebling, mein Herz lässt dich grüssen . . .
Ein Freund, ein guter Freund . . . .
HARRY STEIER mit Orchester
B12294 Mondscheinwalzer
Schunkelwolzer
BARNABAS VON GEcZT
und sein Orchester spielt täglich im Hotel Esplanade
B12268 Keiner hat dich je so heiss geliebt wie ich . . . .!
aus dem Tonfilm Die grosse Sehnsucht‟
Weisst du, was das ist ...!
dufeh Eautobhane, dieideale Vorbindung v. Spfechmgschineu edell f

MUSIKAPPARATE AUcH AUF TELLZAHLUNR

[ ][  ][ ]

ſchor Darmſtadk. Herbſtkonzerk.
tüch für die Not unſerer Zeit, daß der Volkschor
im den letzten Jahren Oratorienaufführungen mit
ſzädtiſchen Saalbau darzubieten imſtande war, in
vemn großen Kreis ſeiner Freunde zu billigſtem Ein=
es
Aula des Realgymnaſiums ſein wertvolles Pro=
zl
darbietet, um alle irgendwie vermeidbaren Un=
zuätmöglichkeiten
zu umgehen. Der nach wie vor
glige Chor wartete mit einem bunten Lieder=
das bei allem Reichtum an Abwechſlung doch einen
rnd geſchmackvolle Anordnung erkennen ließ, was
gt. die Profeſſor Dr. Noack zuſammenſtellt, eigent=
ſctlich
iſt. Faſt war der Chor zu groß für die Aula,
mſhallte es mächtig, aber die Lieder waren gut ab=
richmal
konnte man noch feineres Piano erwarten.
weiſcke begann mit einem Freiheitschor des vor zehn
vatve nen G. Ad. Uthmann, dem ſich zwei ruſſiſche
Uckloſſen. Ihre eigenartige Stimmung klang dann
uen von Rubinſtein weiter. Sie unterſcheiden ſich
de whim romantiſchen Duettſtil ſtark durch die ſelbſtän=
ſchrrng
. Beſonders friſch ſang dann der Chor drei
015. Jahrhunderts, deren heiterer Inhalt durch die
geoitragsweiſe ſehr anſprach. Das Hennlein von
nzie zweimal geſungen werden. Die Chorleiſtung
uleſonders anzuerkennen, denn alle drei ſind recht
ſiobe ſonders Wenn wir hinausziehn von B. Donati.

molgten wechſelnd Duette und Chöre. Sehr ſchön
untzegi ſen die Volkslieder, überraſchend gut gelang das
ge Lied Ein Friedhof von Robert Kahn, das
Futzen Programms. Nach zwei der ſchönſten Lieder
ſhhr=Bartholdy, die beide ſtarken Anklang fanden,
ſitt das im Vorjahre erſtmals geſungene lgunige
Baul Ottenheimer Stoffele und Bärbele, das
fübſch und ausdrucksvoll erklang und wiederholt
In der Mitte des Programms ſtanden zwei
Uendwolke von Friedrich Noack, das harmoniſch
dern eirmführung recht ſchwierig iſt und deſſen feiner
zuet1., ſehr gut, die Harmonie nicht immer ganz rein
taure dann Nacht von Erwin Lendvai, eine her=
euctmoſition
moderner Linearität, die, abgeſehen von
Inühſtzwonsſchwankungen, verblüffend gut geriet. Für

ſoltzsk deſſen Mitglieder doch faſt alle nur nach dem
ngenavr die Wiedergabe der umfangreichen Vortrags=
ne
viverragende Leiſtung, die der vorzüglichen Ein=

noder Konzentration der Singenden das beſte Zeug=
Lu Zu Anfang des Konzertes hielt der Chor auch
Eonhöhe ſehr gut, und wenn dies gegen Schluß
Wenſo gelang, ſo mag in erſter Linie die ſehr ver=
ſity
dem Saal daran ſchuld geweſen ſein. Was be=
zür
war die Freiheit, mit der die Geſtaltung durch

ſwimahme hierher.

mu wollzogen werden konnte, vor allem gehört die

ſuckte wurden geſungen, von den Damen Gudrun
indrra Cramer. Beide verfügen über gutgebildete,
ſimmen, die eine hell und klar, die andere dunkler
uite hatten ſich in die teilweiſe recht ſchwierigen
ie ebt und gaben ſie ſtimmungsvoll und zum Teil ſehr
ſwles. Außer dem Rubinſtein erklangen zwei leben=
Irt. von R. Schumann, das bekannte. Herbſtlied‟
0d Isſohn und die ſelten gehörte wilde Walpurgis=
4u ms, das da Gavo verlangt wurde. Eine ſehr
nuir Konzertſaal noch wenig vorkommende Aufgabe
9 amen weiter geſtellt, in den drei Kanons von
guc inther Ramin und Robert Kahn. unbegleiteten
r großer tonlicher Sicherheit und hübſchem Vortrag
gnmen. Auch die Soliſtinnen und ihr ſtilſicherer Be=
derütes
des Konzertes, erhielten reichen und dankbaren
u des kleinen Rahmens machte das Konzert einen
Murt und ſeine Wiederholung am kommenden Sams=
Ru ſGelegenheit bieten, die wertvollen Darbietungen
vſiyinung. Nach den an den Kliniken für innere Krank
ᛋmllen Erfahrungen iſt das natürliche Franz=Joſef äußerſt wohltuendes Abführmittel. (UV10123

V. 9.A.-Tagung in Frankfurk a. Main.
Die alljährliche Herbſttagung, die der Hauptausſchuß des
Vereins für das Deutſchtum im Ausland abzuhalten pflegt. fin=
der
in dieſem Jahre vom Freitag, dem 7. November, bis Sonn=
tag
, dem 9 November, in Frankfurt a. M. ſtatt. Es wird dort
der Geſchäftsbericht erſtattet werden und der Ausſchuß für die
Wahl des Hauptvorſtandes berufen werden. Im Mittelpunkt der
Tagung dürfte der Erlaß des preußiſchen Kultus=
miniſters
über die Tätigkeit des V.D. A. in den Schulen ſtehen.
Der Erlaß, der die VD.A.=Arbeit, d. h. die Erhaltung und
Unterſtützung der auslandsdeutſchen Volksgenoſſen, für eine
Privatangelegenheit erklärt, hat die ſeit Jahrzehnten außer=
ordentlich
erfolgreiche Aufklärungs= und Sammeltätigkeit in den
Schulen ſehr erſchwert. Der Verein ſteht auf dem Standpunkt,
daß die Unterſtützung des V.DA. durch die Schule eine Selbſt=
verſtändlichkeit
ſein ſollte, da der Verein ja nicht Selbſtzweck iſt,
ſondern für die Erhaltung deutſcher Kultur und Sitte unter den
auslandsdeutſchen Volksgenoſſen, beſonders in den Grenzgebieten,
ſich einſetzt. Der Appell des Vereins für dieſe überparteiliche
Volkstumsarbeit hat in der Schule und Jugend bisher einen ſo
ſtarken Widerhall gefunden und iſt früher von allen Behörden
aufs wärmſte gefördert worden, weil ſich hier das deutſche Ge=
meinſchaftsbewußtſein
über ſtaatliche Grenzen, Par=
teien
und Konfeſſionen hinaus beſonders wirkſam als
praktiſche Hilfstat bekundet hat. Es iſt nach Anſicht der
im V.D.A. vertretenen Schulkreiſe unverſtändlich, warum man der
nach nationaler Betätigung drängenden Jugend gerade dieſe
aus dem Parteifanatismus herausführende und
menſchlich erzieheriſche Arbeit erſchweren will. Auch
in auslandsdeutſchen Kreiſen iſt über den Erlaß der
preußiſchen Regierung ſtarke Beunruhigung entſtanden, weil
wichtige zur Erhaltung des Deutſchtums unbedingt notwendige
Kultureinrichtungen, beſonders in den Deutſchland entriſſenen,
jetzt polniſchen Gebieten, ſchwer gefährdet werden.
Im Rahmen der Hauptausſchußtagung in Frankfurt wird
außerdem das 50ährige Jubiläum der Frankfur ter
VDA.=Ortsgruppe gefeiert werden, Bekanntlich hat ein
Frankfurter Arzt, Dr. Lodz, durch ſeine Schrift über die Tätigkeit
des Kuraten Mitterer in Südtirol den Anſtoß zur Gründung der
deutſchen Schulvereine, zunächſt in Wien, gegeben.

Wichtig für Kraftfahrer: Vorausſehbarkeit. Wie
der Kraftfahrer im Straßenverkehr verpflichtet iſt, ſich auf uner=
wartete
Zufälle einzurichten und ſelbſt mit einem unverſtändigen
Verhalten der auf der Straße verkehrenden Perſonen zu rechnen,
ſo darf er ſich auch nicht darauf verlaſſen, daß ein anderer Kraft=
fahrer
ſich bei plötzlich auftretender Gefahr unter allen Umſtänden
ſachgemäß verhalten werde. Vielmehr muß er auch mit deſſen
Unbeſonnenheit und den ſich hieraus ergebenden Folgen für
die anderen Straßenpaſſanten rechnen. Dabei kommt es nicht
auf die Vorausſehbarkeit aller Einzelheiten an; es genügt, wenn
dieſe ſich nicht ganz außerhalb der gewöhnlichen Lebenserfahrung
erhalten. (Urt. d. Reichsgerichts v. 20 1 1930, 3 7 1064 129.
Mitgeteilt vom Starkenburger Automobil=Club. A. D. A. C.
Rechtsabt.)
Korpulenz iſt unſchön, auch ungeſund
daher nehmen Sie früh, mittags und abends 23 Toluba=
Kerne, die Sie in Apotheken erhalten.
(I. K6.10072

Foelender Iie Sanig den 2. Narnke ut.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 14 Uhr: Ewige Ju=
gend‟
: 19.30 Uhr, G4. I und II. T58: Meine Schweſter
und ich. Kleines Haus, 20 Uhr, II 3: Fatme‟. Or=
pheum
, 2015 Uhr: Wer ko, der ko‟ Konzerte:
Schloßkeller, Café Oper, Zum Datterich, Reſt Bender Maxim,
Rheingauer Weinſtube, Spaniſche Bodega, Reſt. Boßler, Zum
Palaisgarten. Zur Stadt Malaga, Brauerei Schul, Reichshof,
Reſtaur, Poſt, Martinsbierhalle, Rummelbräu, Ludwigshöhe
(4 Uhr), Herrngartenkaffee Helia=Lichtſpiele vor=
mittags
11,15 Uhr: Film und Vortrag Das Schweizerland.
Märchentheater: Orpheum nachm. 3,30 Uhr; Perkeo
nachm 3 Uhr. Kinovorſtellungen: Union=, Helia=
und Palaſt=Lichtſpiele.

Aus den Parkeien.
Dankadreſſe und Appell der R. j. V. an Dingeldev.
Der Arbeitskreis Darmſtadt der R. j.V. hat in ſeiner Ver=
ſammlung
vom 7. d. M. nach eingehender Ausſprache über die
politiſche Lage einſtimmig beſchloſſen, nachſtehendes Dankſchreiben
an Herrn Rechtsanwalt Dingeldey zu richten:
Die Reichsgemeinſchaft junger Volksparteiler, Ortsgruppe
Darmſtadt, hat Ihre grundſätzlichen Ausführungen als ſtellver=
tretender
Parteiführer in der Reichsausſchußſitzung vom 2. No=
vember
1930 mit größter Befriedigung zur Kenntnis genommen.
Sie beglückwünſcht Sie zu dieſem Tagungserfolg und erwartet,
daß Ihnen auch in der Folgezeit in Ihrer Eigenſchaft als ſtell=
vertretender
Parteiführer eine konſequente und maßgebende
Tätigkeit für dieſe Zielſetzung ermöglicht wird. Die dement=
ſprechende
Regelung der Stellvertreterfrage in der Parteiführung
iſt insbeſondere für die jüngere Generation der D.V.P. und für
die Reichsgemeinſchaft junger Volksparteiler eine Vertrauensfrage
grundſätzlicher und ernſteſter Art.
Als eine der dringlichſten Aufgaben der Parteiführung wird
der Angriff gegen die preußiſche Sozialiſtenpolitik angeſehen. Wir
erblicken in der Regierung Braun und Severing eine unerträg=
liche
und unmittelbare Bedrohung der von uns gebilligten bür=
gerlichen
Reichspolitik und fordern dementſprechend Kampf= und
Abwehrmaßnahmen. Es iſt eine Pflicht der Deutſchen Volkspartei,
alle Kräfte zur Auflöſung der preußiſchen Regierungskoalition
einzuſetzen und die Erreichung dieſes Zieles erforderlichenfalls
durch ſchärfſten Druck auf die Koalitionsparteien der Reichsregie=
rung
zu erzwingen. Die unterzeichneten, heute verſammelten Mit=
glieder
des Arbeitskreiſes der Reichsgemeinſchaft junger Volks=
parteiler
ſprechen Ihnen in den erwähnten Zuſammenhängen als
dem ſtellvertretenden Parteiführer und Sprecher der jungen Ge=
neration
ihr vollſtes Vertrauen aus und geloben rückhaltloſen
Einſatz für das Programm vom 2. November 1930. Mit deutſchem
Gruß gez. . .. Unterſchriften.
Dieſer grundſätzlich ſo bedeutungsvollen Maßnahme ſchloß ſich
ein ausführliches Referat von Herrn Nothnagel=Griesheim über
Die Not der Landwirtſchaft an, das gleichermaßen durch die
ſehr objektive Schilderung der zollpolitiſchen Entwicklung wie
durch die Darlegung der tatſächlichen Geſtaltung des Preis=
problems
bemerkenswert war. Die ſchwere Kriſe der Landwirt=
ſchaft
wurde vornehmlich an Hand der Preisſchere mit Induſtrie=
produkten
klar erſichtlich. Die Einzelheiten über den Niedergang
bäuerlicher Wirtſchaften, illuſtriert an typiſchen Beiſpielen, gaben
ein nur zu lebenswahres Bild der Not dieſes Berufsſtandes. In
der nachfolgenden Diskuſſion wurde der Fragenkomplex vom
Standpunkt des Konſumenten (Herr Ahl) ſowie namentlich unter
dem Geſichtswinkel der Geſamtwirtſchaft, insbeſondere der In=
duſtrie
(Herr Dipl.=Ing. Henco) beleuchtet. Hierbei wurde das
entſcheidende Koſtenproblem der landwirtſchaftlichen Erzeugung
ſowie die durch Selbſthilfemaßnahmen zu verbeſſernde
Abſatzfrage aufgezeigt. Nüchtern und nachdrücklich mußte auf
die aus der deutſchen Kapitalknappheit, der natürlich bedingten
geringen Rentabilität der Landwirtſchaft einerſeits und der
grundſätzlich höher rentierenden Induſtriewirtſchaft andererſeits,
ſowie des deutſchen Menſchenüberſchuſſes zu ziehenden Konſe=
quenzen
hingewieſen werden. Bei aller Anerkennung der Be=
deutung
Deutſchlands als vorwiegend Induſtrieſtaat herrſchte je=
doch
volle Einmütigkeit darüber, daß die Lebensmöglichkeit der
deutſchen Landwirtſchaft aus bevölkerungspolitiſchen, ſozialen und
höchſt nationalen Gründen zu verbeſſern iſt, allerdings wird ſie
hierzu nicht zuletzt aus Gründen der Privatwirtſchaft, ſich ſelbſt
gleichfalls durch poſitive Eigenhilfe, betreut von ſtaatlich geförder=
ter
wiſſenſchaftlicher Schulung helfen müſſen, um die Notzeit mög=
lichſt
bald zu überwinden. An der ausgedehnten Diskuſſion be=
teiligten
ſich noch in ſehr hervorragender Weiſe die Herren Dipl=
Ing. Kalbfleiſch und Sbresny.
Deutſche Volkspartei Darmſtadt. Unſere
Frauengruppe veranſtaltet am kommenden Dienstag abend im
gelben Saal bei Sitte einen politiſchen Abend, bei dem die lang=
jährige
Reichstagsabgeordnete Frau Klara Mende=Berlin
einen Vortrag halten wird. Zu dem Vortrag ſind alle Mitglie=
der
der DVP. alſo auch die Herren, willkommen. Gäſte können
durch Mitglieder eingeführt werden. Die übliche Mittwochs=
zu
ammenkunft fällt in der nächſten Woche aus.

amen Sie schon das jüngste Erzeugnis der Rersilwerke, W Henkel 8 Autwaschs, Spill= und Reinigungsmittell

[ ][  ][ ]

Seite 8

Sonntag, den 9. November 1930

J. Griesheim, 7. Nov. Der Main=Rheingau der Deutſchen Turner=
ſchaft
begeht im nächſten Jahre ſein 50. Gauturnfeſt. Zur Uebernahme
dieſes Feſtes hat ſich die Turnerſchaft Griesheim gemeldet. Obwohl noch
eine Anzahl Meldungen zu erwarten ſind, wird allgemein angenommen,
daß der Ende dieſs Monats ſtattfindende Vereinsvertretertag in Darm=
ſtadt
ſich für Griesheim entſcheiden wird. Sollte man gleichzeitig mit
dem 50. Ganturnfeſt auch noch das 12. Gau=Frauenturnen, wie ſchon
teils erwogen, in Verbindung bringen, ſo kann das Ausmaß des Feſtes
vorläufig noch nicht überſehen werden, doch dürfte die Zahl der Wett=
kämpfer
und Wettkämpferinnen 1000 weit überſteigen. An einem der
letzten Abende wurde in der Nähe des Waſſerwerks auf der Chauſſee
GriesheimEſchollbrücken ein Motorradfahrer von zwei jungen Bur=
ſchen
angehalten und überfallen. Nachdem die Burſchen von ihrem Opfer
wieder losließen, und in der Richtung nach Griesheim verſchwanden,
fuhr der Ueberfallene mit ſeinem Motorrad nach Eberſtadt und er=
ſtattete
von dort aus telephoniſch Anzeige bei der hieſigen Polizei. In
den letzten Tagen ſind verſchiedentlich Fuhrwerke, die bei Dunkelheit
aus dem Felde heimkehrten, wegen Nichtbeleuchtung ihrer Fuhrwerke
von der Polizei angehalten worden. Bei dem zurzeit herrſchenden ſtar=
ken
Autoverkehr kann bei fehlender Beleuchtung ſehr leicht ein großes
Unglück verurſacht werden, das für den Fuhrwerksbeſitzer leicht ſchwer=
wiegende
Folgen nach ſich ziehen kann. Die Polizeiorgane ſind ange=
wieſen
, gegen derartige Verfehlungen rückſichtslos mit Strafanzeige vor=
zugehen
. Wer ſich vor Strafe ſchützen will, verſehe bei einbrechender
Dunkelheit ſein Fuhrwerk mit einer hellbrennenden Laterne, wie dies
polizeiliche Vorſchrift iſt. Dasſelbe gilt auch für Fuhrwerksbeſitzer, die
ſchon in den frühen Morgenſtunden bei noch herrſchender Dunkelheit
fortfahren.
* Mörfelden, 8. Nov. Brotpreis=Abſchlag. Fünf hieſige
Väckereien haben einen großen Brotpreis=Abſchlag eintreten
laſſen: Ab heute koſtet das Brot (ins Haus geliefert): 4 Pfund Miſch=
brot
75 Pfg., 4 Pfund Roggenbrot 60. Pfg., Brötchen (Stück) 3 Pfg.
F Eberſtadt, 8. Nov. Spülung des Waſſerleitungs=
netzes
. In der nächſten Woche findet eine außerordentliche Spülung
des Waſſerleitungsnetzes ſtatt, und zwar am Mittwoch, den 12. Novem=
der
, für den nördlichen, am Donnerstag, den 13. November, für den füd=
lichen
Ortsteil, und am Freitag, den 14. November, für die Villenkolonie.
Man wird gut tun, ſich an den genannten Tagen rechtzeitig mit Waſſer
zu verſorgen. Beratungsſtunde. Am Montag, den 10. No=
vember
, nachmittags von 34 Uhr, hält die Mutter= und Säuglingsfür=
ſorge
in der Gutenbergſchule wieder eine Beratungsſtunde ab.
Aa. Eberſtadt, 8. Nov. Die Bürgermeiſterei teilt mit, daß das
Reiſig von der Brandfläche in der Klingsackertanne unentgeltlich ab=
gegeben
wird. Am Dienstag abend findet im Odeontheater auf Ver=
anlaſſung
der Bezirksſparkaſſe Zwingenberg ein Lichtbildervor=
trag
der Oeffentlichen Bauſparkaſſe für Heſſen ſtatt. Am Mittwoch,
den 20. November, findet eine kirchenmuſikaliſche Abendfeier durch
den Kirchengeſangverein ſtatt. Der diesjährige Feuerwehrball
wird am Samstag, den 15. November, abgehalten.
Cp. Pfungſtadt, 8. Nov. Die Saatzeit geht hier und im nahen
Nied ihrer Beendigung entgegen. Durch die vielen Regenfälle in den
letzten Wochen hat die Ausſaat vielfach eine Verzögerung erfahren. Das
Korn iſt durchweg geſät. Weizen kann noch geſät werden. Leider iſt
das friſch geſäte Korn vielfach von Schnecken gefreſſen, ſo daß eine Neu=
ſaat
erforderlich iſt. Jubiläum des Geflügelzuchtver=
eins
. Der hieſige Geflügelzuchtverein, der in dieſem Jahre auf ein
25jähriges Beſtehen zurückblicken kann, hält am 29. und 30. November
eine Jubiläums=Geflügelausſtellung ab. Die Ausſtellung wurde als Be=
zirksausſtellung
erweitert. Dem Verein gehören noch eine Anzahl
Gründer an. Der Ortsgewerbeverein hält am Freitag
abend (14. November) im Lichtſpielhaus Stoltze einen Filmabend ab.
Cd. Michelſtadt, 8. Nov. Aus dem Gemeindeparlament.
Die geſtrige Gemeinderatsſitzung wurde von Bürgermeiſter Neff kurz
nach 7 Uhr eröffnet. Es fehlten: Beigeordneter Künzel ſowie die Ge=
meinderäte
Marquardt, Rein und Schaab. Vor Eintritt in die Tages=
ordnung
fragt Gemeinderat Weber an, warum ſein Antrag betr. Win=
terbeihilfe
für die Erwerbsloſen nicht auf die Tagesordnung geſetzt
worden ſei. Bürgermeiſter Neff erwidert darauf, daß eine Beſchluß=
faſſung
über dieſen Antrag nicht eher möglich ſei, bis das Kreisamt
den Zuſchuß des Kreiſes hierzu bekanntgegeben habe. Der Gemeinde=
rat
beſchloß dann auch gegen die Stimme des Kommuniſten Weber dem=
gemäß
. Die erſten drei Punkte der Tagesordnung hatten Gelände=
erwerb
zum Gegenſtand. Das erſte war Gelände der Mairhofenſchen
Verwaltung an den Arztſchen Häuſern in der Friedrich=Ebert=Straße,
und wurde einſtimmig beſchloſſen, nur ſo viel Gelände zu erwerben,
daß die entſtandenen Fußſteigkoſten, die ſich dieſe Verwaltung geweigert
hatte, zu zahlen, damit verrechnet werden könnten. Der Kaufpreis be=
trägt
0,50 RM. pro Quadratmeter. Der zweite Geländeerwerb betraf
ein Grundſtück zwiſchen Friedhofſtraße und Wingertsweg, durch das
ein Weg projektiert iſt. Der Gemeinderat beſchloß einſtimmig den An=
kauf
dieſes Grundſtückes zum Preiſe von 0,75 RM. pro Quadratmeter.
Das Angebot Weyrauch=Steinbach betr. Ankauf von Gelände am ſo=
genannten
Kutſchenweg wurde abſchlägig beſchieden, da das dort wach=
ſende
Futter nicht zu verwerten iſt, ſondern verbrannt oder ſonſtwie
beiſeite geſchafft werden muß; auch ſieht der Gemeinderat ſonſt keine
Verwendungsmöglichkeit. Dem Geſuch der Anton Frey, Rudolf=
Marburgſtraße, um Errichtung eines Gartenzaunes ſtimmte der Ge=
meinderat
einſtimmig zu. Zum nächſten Punkt: Vergebung der Hei=
zungsanlage
im Krankenhaus, lag ein Angebot der Firma Nohl= Darm=
ſtadt
im Betrage von 1149,46 RM. vor. Im Voranſchlag waren dafür
1200 RM. vorgeſehen. Es handelt ſich hier nur um die Erweiterung
der Heizungsanlage durch den Stockwerksaufbau im Krankenhaus, und
erteilte der Gemeinderat in anbetracht, daß die Firma Nohl auch die
übrige Heizungsanlage im Krankenhaus ausgeführt habe, dieſer Firma
den Zuſchlag. Weiter wurde beſchloſſen, einen Zementrohrkanal nach
dem Vorſchlag der Verwaltung am Grundſtück Schneider=Kaffenberger
in der Friedrich=Ebertſtraße verlegen zu laſſen. Unter Verſchiedenem
ſtimmte dann der Gemeinderat dem Vorſchlag der Verwaltung zu, das
bei dem Bau des Waſſerreſervoirs nicht ganz aufgebrauchte Kapital für
weitere Notſtandsarbeiten zu verwenden. Weiter fragt Gemeinderat
Weber wiederholt an, wann ihm der ausführliche Gemeindeetat aus=
gehändigt
werden würde. Der Bürgermeiſter antwortet ihm darauf,
daß er ja einen Zahlenvoranſchlag erhalten habe; im übrigen ſtellte er
es in das Ermeſſen des Gemeinderats, ob der ausführliche Voranſchlag
vervielfältigt und den Gemeinderäten ausgehändigt werden ſolle. Die
darauf vorgenommene Abſtimmung ergab Ablehnung gegen die Stimme
Webers. Damit war die Tagesordnung erſchöpft und die öffentliche
Sitzung geſchloſſen.
Hirſchhorn, 8. Nov. Waſſerſtand des Neckars, am
7. November: 1,89 Meter; am 8. November: 2,18 Meter.
Gernsheim, 8. Nov. Waſſerſtand des Rheins am
7. November: 2,65 Meter; am 8. November: 2,76 Meter.
Cc. Seeheim, 7. Nov. Ehrung. Gelegentlich der Vertreterver=
ſammlung
des Haſſia=Bezirks Bensheim=Heppenheim wurde dem lang=
jährigen
Rechner unſeres Kriegervereins, Herrn Johann Philipp
Liſt, das Haſſia=Ehrenkreuz für treue Mitgliedſchaft überreicht. Möchte
die bewieſene Treue dieſes Mannes, der auch Ehrenvorſitzender des
Männergeſangvereins iſt, den er mehr als ein Jahrzehnt als 1. Vor=
ſitzender
betreute, vielen namentlich den jungen Mitgliedern ein
leuchtendes Vorbild ſein! Letzten Sonntag nachmittag fand ein
Probealarm der beiden Feuerwehren ſtatt, an dem ſich der Ar=
beiter
=Samariterbund beteiligte. Der Bund Königin Luiſe,
Ortsgruppe Seeheim=Jugenheim, hatte am Montag abend ſeine Mit=
glieder
zu einem Verpflichtungsabend für einige Kameradinnen ins
Hotel Hufnagel eingeladen. Nach herzlichen Begrüßungsworten der
Ortsgruppenleiterin, Frau Roſa Dürr, und nach muſikaliſchen Vorträ=
gen
ſprach die Landesverbandsführerin, Frau v. Collas, über die heu=
tige
Jugend und ſtellte ſie in Vergleich mit der früheren Jugend, wie
ſie unter ganz anderen Verhältniſſen aufgewachſen ſei. Den Beſchluß
des in echt kameradſchaftlichem Geiſte verlaufenen Abends bildeten er=
hebende
Worte der Gauführerin, Frau Stübler.

Ein polizeiwidriger Eiſenbahnübergang.
Automobilfallen.
(Nachdruck verboten.)
js. Faſt täglich werden Automobil= und andere Unfälle durch Eiſen=
bahnübergänge
verurſacht, die jeder Beſchreibung ſpotten. Keine Schran=
ken
, mangelhafte Sicht, mangelhafte Beleuchtung und ebenſo mangel=
hafte
Ankündigung des Bahnüberganges durch Warnungstafeln. Die
Reichsbahn, die bei derartig verurſachten Unfällen erheblichen Schaden=
erſatzanfprüchen
ausgeſetzt iſt, würde wirklich im eigenen Intereſſe gut
daran tun, derartige Uebergänge gefahrloſer zu geſtalten.
Der als vorſichtiger Fahrer bekannte Gutsbeſitzer F. kehrte am
19. Mai 1929 gegen 19 Uhr mit ſeiner Mercedes=Limouſine von einem
Beſuch des Waldfriedhofes in der Nähe von Neuhaus bei Biele=
feld
zurück. In ſeinem Wagen befanden ſich ſeine beiden Schweſtern
mit ihren Töchtern und ein gewiſſer T. Kurz hinter der Friedhofsmauer
mußte ein ungeſchützter Eiſenbahnübergang der Strecke Bielefeld
Paderborn paſſiert werden, deſſen Erkennbarkeit durch Hecken und
ein Roggenfeld ſtark beeinträchtigt war. Als F. etwa 68 Meter von
dem Uebergang entfernt war, wurde er plötzlich durch Rufe: Halt, der
Zug kommt! auf einen herannahenden Eiſenbahnzug aufmerkſam ge=
macht
. Infolge ſofortigen Bremſens kam der Wagen nur noch mit den
Vorderrädern über die Schienen, die Hinterräder blieben zwiſchen den
Schienen ſtehen. Der Wagen wurde von der Lokomotive erfaßt und
40 Meter weit geſchleift. Sämtliche Inſaſſen trugen ſchwere Verletzun=
gen
davon; drei Perſonen, mit ihnen der T., der neben dem Führer
geſeſſen hatte, wurden getötet.
Gegen den Gutsbeſitzer F. wurde wegen fahrläſſiger Tötung, fahr=
läſſiger
Körperverletzung und Eiſenbahntransportgefährdung Anklage
erhoben. Das Landgericht Paderborn kam zu einem Frei=
ſpruch
. Das Gericht nahm an, daß der Angeklagte ohne ein 22 Meter
vor der Uebergangsſtelle befindliches Warnungsſchild und, ohne die Ge=
leiſe
geſehen zu haben, auf 68 Meter an den Uebergang herangefah=
ren
iſt. In dieſem Augenblick war der Bremsweg ſchon länger, als
die Entfernung des Wagens von den Gleiſen. Die in dem nahen Heran=
fahren
liegende Fahrläſſigkeit des Angeklagten war aber nicht urſächlich
für das Unglück; denn der Zug war von der Straße aus erſt dann zu
ſehen, wenn er bis 150 Meter an den Eiſenbahndamm herangefahren
war. Im übrigen iſt dem Angeklagten die Behauptung nicht widerlegt
worden, daß das nach der erſten Ueberraſchung vorgenommene voreilige
Bremſen durch erneutes ſofortiges Gasgeben nicht wirkungslos gemacht
werden konnte, weil der neben dem Angeklagten ſitzende T. die Hand=
bremſe
feſt angezogen hielt, was der Angeklagte in dem Augenblick der
defahr nicht bemerkt hatte. (Tatſächlich wurde bei dem zertrümmerten
Wagen die Handbremſe feſt angezogen gefunden.) Durch dieſes Ein=
reifen
des T. ſei der urſächliche Zuſammenhang zwiſchen der Fahrläſſig=
keit
des Angeklagten und dem eingetretenen Erfolg unterbrochen.
Auf die Reviſion der örtlichen Staatsanwaltſchaft hat der 3. Straf=
ſenat
des Reichsgerichts unter Vorſitz von Reichsgerichtspräſi=
dent
Dr. Bumke das freiſprechende Urteil aufgehoben und die Sache zu
neuer Verhandlung und Entſcheidung an die Vorinſtanz zurückverwieſen.
Mit folgender Begründung: Das Landgericht hat feſtgeſtellt, daß der
Angeklagte bei der nötigen Aufmerkſamkeit in einer Entfernung von
etwa 22 Metern von dem Bahnübergang ſowohl die Tatſache, daß dort
ein Uebergang iſt, wie auch die Tatfache, daß in einer Entfernung von
150 Metern ein Zug mit hoher Geſchwindigkeit herankam, hätte erken=
nen
müſſen. Daß der Angeklagte dies nicht erkannte, nimmt das Land=
gericht
ſelbſt als Fahrläſſigkeit an. Es unterläßt aber die weitere Prü=
fung
, ob dieſe Fahrläſſigkeit nicht urſächlich geweſen iſt für alle ſpäteren
Verwickelungen. Hier zeigt das Urteil des Landgerichts einen weſent=
lichen
Mangel, und ein weiterer liegt noch darin, daß das Landgericht
glaubt, eine etwaige Fahrläſſigkeit ſei dem Angeklagten nicht zur Laſt
zu legen, weil der urſächliche Zuſammenhang durch das Eingreifen des
T. unterbrochen worden ſei. Eine ſolche Unterbrechung würde dem An=
geklagten
nach der feſtſtehenden Rechtſprechung des Reichsgerichts nur
dann zugute kommen können, wenn ein vorſätzliches ſtrafbares Tun des
T. in Frage käme. Nach Lage der Sache kommt aber nur ein fahr=
läſſiges
Handeln des T. in Frage. Was der Angeklagte in der Revi=
ſionsinſtanz
geltend machte, nämlich, daß ſeine Aufmerkſamkeit durch
Fußgänger und Kinder gefeſſelt und von der Warnungstafel abgelenkt
und daß die Sicht durch Spiegelung von Sonnenſtrahlen in den Scheiben
ſeines Wagens behindert worden ſei, kann nur in der neuen Verhand=
lung
berückſichtigt werden. (3 D 579/30. Urteil des Reichsgerichts
vom 6. November 1930.)
S. Bensheim, 8. Nov. Kreisausſchußſitzung. Die Bahn=
hofſtraße
zu Auerbach, die bekanntlich mit Kleinpflaſter verſehen wurde,
hat bei den Anliegern böſes Blut verurſacht, nachdem jetzt die Anfor=
derungszettel
für die Fußſteigherſtellungen kamen. Die Anlieger bean=
tragten
Entſcheidung durch den Kreisausſchuß, ob die Anforderung der
Hemeinde Auerbach rechtlich zuläſſig ſei. Es wurden Beträge bis zu
1600 RM. pro Anlieger verlangt, die zu zahlen wohl den meiſten Be=
troffenen
recht ſchwer fallen, wenn nicht geradezu unmöglich gemacht
werden. Der Vertreter der Klägerin (vorläufig ſoll nur ein Fall be=
handelt
werden) bemängelt, daß die Anlieger über das Bauvorhaben
überhaupt nicht unterrichtet geweſen ſeien, deshalb könne man heute
nicht kurzerhand kommen und recht hohe Beträge fordern. Der Ver=
treter
der Gemeinde, Bürgermeiſter Blickensdörfer, hält das Vorgehen
der Gemeinde für richtig und will ſich auf eine Ortsbauſatzung ſtützen.
Der Kreisausſchuß beſchloß, vor definitiver Entſcheidung eine Ortsbeſich=
tigung
und weitere Verhandlung unter Zuziehung ſämtlicher Anlieger,
um zunächſt Klarheit zu bekommen. Aus dieſem Grunde wurde die
Verhandlung vertagt.
S. Bensheim, 8. Nov. Bürgermeiſterverſammlung. Im
Gaſthaus zur Mühle in Zell tagten die Bürgermeiſter des Kreiſes unter
Vorſitz des Herrn Kreisdirektors Reinhart. Als Tagesordnung ſtanden
zur Beſprechung 1. der Entwurf einer neuen Gemeindeordnung an
Stelle der jetzigen Landgemeindeordnung. Weiter wurde ein Vortrag
eines Vertreters des Heſſ. Unfallverſicherungsverbandes für Städte
und Gemeinden über den Zweck und den Geſchäftsumfang des Verbandes
ſowie ein weiterer Vortrag durch einen Vertreter der land= und forſt=
wirtſchaftlichen
Berufsgenoſſenſchaft über die Anmeldung von landwirt=
ſchaftlichen
Betriebsunfällen gehalten. Es waren ſämtliche Bürgermeiſte=
reien
vertreten, und die nahezu ſechsſtündigen Ausführungen zeigten die
Notwendigkeit der Tagung. Ein gemeinſchaftliches Mittageſſen im Hauſe
Vetter, das den guten Ruf des Hauſes aufs neue in jeder Weiſe be=
ſtätigte
, entſpannte die Teilnehmer auf kurze Zeit ihrer dienſtlichen Auf=
gaben
. Als nächſter Tagungsort wurde Seeheim beſtimmt.
=O= Reichenbach i. O., 8. Nov. Begräbnis. Am Freitag nach=
mittag
wurde der Nachtwächter Georg Rettig von hier begraben. Er
war nahezu 87 Jahre alt und verſah noch bis zu Beginn des Jahres
ſeinen Poſten als Nachtwächter in unſerer Gemeinde. Infolge eines
Beinbruches mußte er ins Bensheimer Spital gebracht werden, wo er
dieſer Tage an Altersſchwäche geſtorben iſt.
A. Schlierbach, 8. Nov. Renobierung der Kirche. Die
Renovierungsarbeiten an der Kirche ſchreiten rüſtig fort. Nachdem der
äußere Bewurf und die Weißbinderarbeiten faſt vollſtändig fertig ſind,
haben auch die Dachdecker mit dem Herumdecken des Turms, der nun
ganz geſchiefert wird, begonnen. In den nächſten Tagen wird wohl mit=
tels
Fahrſtuhls zum Schluß die Spitze des Turmes ausgebeſſert. Damit
iſt dann die Kirche auch außen, wie bereits voriges Jahr innen, veno=
viert
. Schlechte Saatbeſtellung. Durch das andauernde
Regenwetter iſt es den Landwirten nicht möglich, die Ausſaat des Win=
tergetreides
zu beenden. Allem Anſchein nach wird, ein Teil des Feldes
nicht mehr beſtellt werden. Soweit die Saat bereits aufgegangen iſt,
kann man beobachten, daß auch ſie unter der zu großen Näſſe ſtark ge=
litten
hat und ſtellenweiſe ganz ausgeblieben iſt. Bei der Näſſe iſt auch
die Schneckenplage groß, denn ein Teil der Saat wird von den Schnecken
abgeweidet. Hausſchlachtungen. Da die Schweine ſo niedrig
im Preiſe ſtehen, werden dieſes Jahr beſonders viele Hausſchlachtungen
vorgenommen. Manche Leute greifen zur Selbſthilfe, ſchlachten die
Schweine und verkaufen Fleiſch und Wurſt unter Ladenpreis ſelbſt, was
von den Metzgern nicht gern geſehen wird, obwohl dieſe die angebotenen
Schweine gar nicht alle verwerten können.

Peu

Frank Matzke: Jugend bekennt: So ſind wir
6,50 Mk., kartoniert 4,50 Mk. Verlag Pbilivp ?u
Leipzig.
Ein junger Autor zwiſchen 20 und 30 ſchildert 55
ſtellung dieſer Generation zum Leben. Sie iſt nicht
flußt vom Vorkriegsdeutſchland, der Krieg iſt ihr
Kindheitserlebnis, formend waren die Jahre derni
und Inflationszeit. Er ſtellt als das Weſentliche
ration die Form dar, in der ſie an alles herantritt u
handelt; den Stil der Jugend, die ſeeliſche Haltur
ration will er klarlegen. Das Kennzeichnende iſt d.
Wie, des Denkens und Handelns, und dann erſt
Eine zwingende Weltanſchauung im Sinn von Wo=
gibt
es für uns nicht. Dies Buch iſt das Bekem
Generation, ohne Ueberhebung und doch nicht ohne e
ſein, es wird die begeiſterte Zuſtimmung aller Lebem
Jugend finden. Es wird aber auch denen, die ſie keh
wollen, einen wertvollen Aufſchluß darüber gebu
kommende Generation iſt.
Die Liebesgeſchichte einer Wildgans. 1.15. Tauſend.
dern. Leinenband 8. Mk. Verlag von Dietrich Reinn
Bengt Berg erzählt von ſeinen Wildgänſen, die er
ſich aufgezogen hat, und die im Winter nach Frankreich
ziehen, um im Frühjahr wieder zu ihm zurückzukehren, i
ten zu brüten und aus ſeinen Händen ihr Futter zu nmm
erfahren wir die wunderbare Geſchichte von der kleinennu4!
gans, die in einen flügellahmen kanadiſchen Gänſerich vmf
aus dem Süden zu ihm zurückkehrt, um bei ihm und MM
fangenſchaft ihre Jungen großzuziehen, obwohl die gerz,
offen ſteht. Bengt Berg ſelbſt lernen wir als Gänſevatte;
freuen uns an ſeiner Art, mit ſeinen befiederten Kinde-0.0
Unſere ganze Zuneigung aber hat das Gänſeliesl, dan M
Wort und Bild als richtige und tüchtige Gänſemutter vad
Es handelt ſich um eine wahre Begebenheit. Das belem!0
wie damals im Regenpfeifer mit ſeinen Bildern. Und Ai
phantaſievoller und merkwürdiger als ein Roman. Es ./4
bezaubernder Schönheit und von herzhaftem Humor, G=äFimſ
die man Tränen lacht.
Hans Heinrich Ehrler: Die Friſt. 20 Seiten. Leijndei
München 1930. Georg Müller Verlag.
Lu
Wer Ehlers frühere Bücher kennt, dem iſt dies 71
Ueberraſchung, aber eine große tiefe, fromme
ſagen: heilige Beglückung! Fromm im allerwmf
weltergeben, weltſelig, weltverſöhnt . . . Eine Uebermit,
Aeußeren zum Ergebnis des erſt recht und ganz zu= e=
Ich bin hingegeben und habe mich empfangen .. ." bit lähm
dieſem Satz das ganze Buch, in welchem ein Sterbender.=EA
nur noch die Friſt zweier oder dreier Monate gen
Leben ſchreibt, die Erlöſung ſeines Lebens vom Tode letztz
alles klarer und wie durchſchienen, gereinigt, man kör-7n/0
wird ewigkeitlich verklärt, und es iſt doch auch dies Eſdx
als menſchliche Verklärung .. . Zuletzt wird ſogar 4
Sterbenden einfach, klar, unbewußt faſt wie kindhafte 1910
So alſo erwacht dies ſterbende Leben in ſeiner engenn9./0
Dingen erſt zum eigentlichen Leben ... auch im Hinbl:I40
Deutſchland, auf Vergangenheit, Glück und Schuld .. 177
wunderbarer Weiſe zu Marianne, der Gattin und Gell.!
alles wiederum im Sinne der letzten milden Wiſſenſchätfl,
jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort ... uwſ,
ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin .. . Alles bedeutt L.a0
iſt! Wer beim Tod geweſen iſt, kann nicht mehrn
mehr als alle anderen mögen dieſe beiden Worte dess
ſprechen und empfehlen .. .!
Erie!
* Mutter und Kind von Hedda Walther (Verlag 2
(Ernſt Vohſen), A. G., Berlin SW. 48, Wilhelmſtraf.
Mutterglück, rein und innigſter Herzlichkeit voll, ſchesn
gehen, iſt mindeſtens rar geworden in unſerer Zeit
und innerer Zerriſſenheit. Unſere Zeit, die immer mehci
erbarmungslos in den Lebenskampf treibt, der ihr Glük
wandelt. Hedda Walther verſtand es, in den 48 Bildre
köſtlichen Buches, denen Ina von Kardorff Begleitworte /
kennen und Können der Materie Mutter und Kind
Mutterglück wie auch der Kindheitsſonne ein Denkmal
nicht ein Erinnern allein, das ein Beſinnen ſein kIiſ
wiederbringlich Dahinſchwindendes feſtzuhalten mir Simrf
das wundervolle, leidgeſchwängerte, Opfer heiſchern
Mutter.
Jungborn 1931. Das Jahrbuch für unſere Jugend.
Alfred Willgeroth. Wilhelm Limpert=Verlag,
Es iſt ein ergiebig Brünnlein, daraus junge
und Anregung ſchöpfen können und ſollen. Was Q
feld als Bearbeiter an erwählter Jugendliteratur N
tern aus Technik, Sport, Geſundheitspflege. Naru
und Volksmuſik auf 32 Seiten zuſammengetragen
feinem Verſtändnis für die Jugend zuſammengeſt
Guckkäſtlein 1931. Das fröhliche Buch unſerer ſechs=
rigen
Schuljugend für nur 10 Pfennig im Wil I
Verlag, Dresden=A. 1.
Wieder iſt das treffliche Jahrbüchlein für unſ
neuen und wie immer bisher reizvollen Gewa=
Wieder waren die beiden Meiſter auf dieſem Gebii=
mann
und Kurt Rübner am Werke und haben für
10jährigen etwas geſchaffen, was hellen Jubel bei
wird: Reizende Geſchichten und Reime und ebenſo
Kaſperle 1931: Das Jahrbuch für die Kleinſten de
10 Pfg., erſchienen im Wilhelm Limpert=Verlag.)
Hurra, Kaſper iſt wieder da! Das heißt, ſelbſſ
ganz neuer Aufmachung. Und dieſelbe Freude, da
wie im Vorjahr wird er auch diesmal bei unſeren 1
löſen, die an prächtigen Reimen und Späßen zun
ihre neu erworbenen Leſekenntniſſe beweiſen ko d
wird’s ihnen nicht gemacht, denn die ſchöne klare
ſich ganz vortrefflich. Und der Inhalt der aus A.
Feder ſtammenden ergötzlichen Geſchichten vom Kau
von Pumpel reizt zu immer neuem Buchſtabieren.
Heſſenkunſtkalender 1931. Herausgeber Dr. Chr. 2
N. G. Elwert, Marburg. Preis 2.50 Mark.
Es iſt ein großes Plus dieſes Kalenders, daß
Heſſen nicht nach Staatsgrenzen feſtlegt, ſondern di
kulturelle Zuſammengehörigkeit als Motiv nimnn
ſchmuck F. Klipſteins zeigt Partien aus Lembach un
berg. Ein Artikel behandelt die Kunſtdenkmaler
Schaumburg, ein anderer die Glasmalerei in d.
Eliſabethkirche. Fachwerkhäuſer aus Wildungenn
Gegenſtand der Betrachtungen wie Kaſſeler Fayen(8
ſätzen iſt reiches photographiſches Material beigegeld.
Verſchiedenheit des Gegenſtandes zieht ſich doch durd
der Faden einer gemeinſamen heſſiſchen Kunſt. An.n
lebendiger Ausſchnitt heſſiſcher Kultur.
* Weihnachtsvorboten. Viel Freude bereiten alljah (
chener Weihnachtskalender (Adventskalender.
auf eingeſtellt ſind, auf humorvolle oder gemütstiefe An
zen in Weihnachtsſtimmung zu verſetzen, die Spannung 1
zugleich in das Myſterium der Weihenacht, dieſes ſchol
Kinder aller Lebensalter, einzugehen. Der Verlag Re*
München 25, erwirbt ſich ein Verdienſt mit der Heraust2
denen, von Künſtlerhand geſchaffenen Ausgaben, die 1e
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[ ][  ][ ]

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November 1930

Seite 9

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[ ][  ][ ]

Nummer 310

Aarrr Tdg

Sonntag, den 9.

Die franzöſiſche Regierung beſchwichkigk.

Die Lage der Börſe und die Schwierigkeiten des Ouſtric=Konzerns
ſollten, wie allgemein erwartet wurde, in der Kammer zur Sprache
kommen, da die Sozialiſten vier Interpellationen darüber eingebracht
hatten. Der Regierung, der die Beſprechung dieſer Affäre im gegen=
wärtigen
Augenblick höchſt unangenehm geweſen wäre, beſonders, weil
bekannt geworden iſt, daß der Juſtizminiſter Peret bei der Ouſtric=
Gruppe den Poſten eines Rechtsberaters bekleidet hat, gelang es, offen=
bar
im Einvernehmen mit dem Kammerpräſidenten Bouiſſon, der zu
befürchtenden Offenſive der Oppoſition auszuweichen und die Debatte
auf den Freitag nächſter Woche vertagen zu laſſen. Merkwürdigerweiſe
gab aber ſpäter Finanzminiſter Reynaud die Erklärungen, die die Re=
gierung
der Kammer vorenthalten hat, in den Wandelgängen der Kam=
mer
ab. Er ſuchte die in parlamentariſchen Kreiſen herrſchende Er=
regung
über die verſchiedenen Bankzuſammenbrüche zu beſchwichtigen
mit dem Hinweis, daß es ſich um Einzelfälle und nicht um Anzeichen
einer allgemeinen Kriſe handele. Aehnliche Vorkommniſſe hätten ſich
an ausländiſchen Börſen ſchon vor mehreren Monaten ereignet. Frank=
reich
verdiene wegen ſeiner in jeder Hinſicht bevorzugten Lage das Ver=
trauen
des Auslandes.
Am Abend fand in der Kammer eine längere Beſprechung zwiſchen
zahlreichen nordfranzöſiſchen Abgeordneten, dem Finanzminiſter und
dem Miniſterpräſidenten ſtatt. Die Abgeordneten forderten dringend
eine ſchnelle Intervention zugunſten der Provinzbanken, die ihre Schal=
ter
geſchloſſen haben, ſowie geeignete Maßnahmen zum Schutze der klei=
nen
Sparer. Den Banken müſſe Solidarität und nötigenfalls die Bil=
dung
eines gemeinſamen Fonds oder einer Betriebsgenoſſenſchaft zur
Pflicht gemacht werden. Der Miniſterpräſident und der Finanzminiſter
berichteten über ihre bisherigen Bemühungen zur Löſung der Kriſe und
erklärten, bei der verwickelten Lage ſei mit einer Regelung nicht vor
Anfang nächſter Woche zu rechnen. Für heute iſt eine Konferenz zwi=
ſchen
dem Finanzminiſter, den nordfranzöſiſchen Parlamentariern und
dem Gouverneur der Bank von Frankreich vorgeſehen.

Das Handelsgericht hat nach Prüfung der Bücher über die Bank
Ouſtric u. Co. die gerichtliche Liquidation verhängt.
Das Schickſal des Bankhauſes Adam iſt noch immer ungewiß. Die
Verhandlungen, um die Bank wieder flott zu bekommen, ſind noch nicht
abgeſchloſſen. Zwei Abgeordnete des Nord=Departements, in dem die
Bank ihren Hauptſitz und ihre größte Geſchäftstätigkeit hatte, erklärten
nach einer Unteredung mit dem Finanzminiſter Reynaud, daß die Re=
gierung
und die intereſſievten Perſönlichkeiten alles tun würden, um die
Rechte der Gläubiger zu wahren.
Die hieſige Börſe verhielt ſich geſtern ausgeſprochen abwartend.
Gegen Schluß machte ſich ein leichtes Anziehen der Kurſe bemerkbar.

Der Geldmarkt in der vergangenen Woche.

Nur zögernde Entſpannung.

Während an den ausländiſchen Geldmärkten die Flüſſigkeit nach wie
vor ſehr ſtark war, konnte ſich am deutſchen Geldmarkt nach der Ultimo=
verſteifung
bis jetzt nur eine verhältnismäßig geringe Entſpannung
durchſetzen. Die Urſachen für dieſes Anhalten der Geldknappheit ſind
vor allem darin zu ſuchen, daß die hohen Lombardverpflichtungen von
über 250 Mill. RM. bei der Reichsbank, wie ſie im Ultimoausweis er=
ſchienen
, abgedeckt werden müſſen. Außerdem waren auch die Wechſel=
einreichungen
recht höch. Daneben ſcheint der erwartete Bedarf ſeitens
der Kommunen in manchen Fällen bereits in Erſcheinung getreten zu
ſein. Die Erleichterung des Marktes konnte durch Geldzuflüſſe aus dem
Auslande nicht weſentlich gefördert werden, da die Swapſätze zu hoch
ſind, um zur Aufnahme von Auslandsgeld anzuregen. Immerhin muß
die Abdeckung der Verpflichtungen bei der Reichsbank im Laufe der
Woche ſchon weit fortgeſchritten ſein, denn für Tagesgeld und am Pri=
vatdiskontmarkt
trat ſchließlich doch eine fühlbare Entſpannung ein. Am
Privatdiskontmarkt machte ſich ſeitens der Banken ſtärkere Nachfrage
bemerkbar, der nur geringes Angebot gegenüberſtand. Die Sätze für
kurze und lange Sichten konnten daher nacheinander um je ½s Prozent
auf 4,75 Prozent ermäßigt werden. Aber auch danach hielt die Anfrage
an, die die Reichsbank wieder durch Begebung von Reichsſchatzwechſeln
zu befriedigen ſuchte. Für Monatsgeld war zum Wochenſchluß ebenfalls
eine kleine Erleichterung zu verzeichnen. Die weitere Entwicklung des
Geldmarktes glaubt man allgemein mit etwas größerem Optimismus be=
trachten
zu können, da in einigen Tagen die Gelder des Ueberbrückungs=
kredites
für das Reich eingehen werden. In der Woche vom 3. bis
8. November 1930 nahmen die Geldſätze am Frankfurter Platz folgende
Entwicklung: Tagesgeld 65,5543,5 Prozent, Monatsgeld erſte
Adreſſen 6,56,25, zweite Adreſſen 7,5 Prozent, Warenwechſel 5,55,25

Prozent.

Wirkſchaftliche Rundſchau.

Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 5.November be=
rechnete
Großhandelsindexziffer des Statiſtiſchen Reichsamtes hat ſich
mit 120,8 gegenüber der Vorwoche (120,6) um 0,2 v. H. erhöht. Von
den Hauptgruppen iſt die Indexziffer für Agrarſtoffe um 1,2 v. H. auf
112,3 (111.0) geſtiegen. Die Indexziffer für Kolonialwaren lag mit 109,8
(108,8) um 0,9 v. H. höher als in der Vorwoche. Die Indexziffer für
induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren iſt mit 113,6 (114,0) um 0.4 v. H.
zurückgegangen. Gleichzeitig hat auch die Indexziffer für induſtrielle
Fertigwaren weiter auf 145,8 (146,3) oder um 0,3 v. H. nachgegeben.
Für baldige Feſtfetzung des Aufwertungszinsſatzes. Wie wir erfah=
ren
, hat jetzt der Sonderausſchuß für Hypothekenbankweſen beim Zentral=
verband
des Deutſchen Bank= und Bankier=Gewerbes das Kabinett ge=
beten
, die Feſtſetzung des vom 1. Januar 1932 geltenden Zinsfuſſes für
Aufwertungshypotheken nach Möglichkeit zu beſchleunigen. Dieſes iſt
mit Nückſicht darauf geſchehen, daß die Banken ihre Entſchlüſſe noch vor
dem 1. Januar 1931 treffen müſſen. Bis dahin müſſen ſie ihre Auf=
wertungsſchuldner
in Kenntnis geſetzt haben, ob ſie von ihrem Kündi=
gungsrecht
Gebrauch machen das wird vorausſichtlich nur bei perſön=
lichen
Forderungen und bei nicht erſtrangigen Aufwertungshypotheken
der Fall ſein , oder ob ſie die Aufwertungshyeotheben prolongieren
wollen. Für die Prolongation wird ſicherlich ausnahmslos der
von dem Kabinett mit Zuſtimmung des Reichsrates feſtzuſetzende Auf=
wertungszinsſatz
zugrunde gelegt werden.
Sanierung Veithwerke A. G., Sandbach bei Höchſt i. Odw. Das am
30. September abgelaufene Geſchäftsjahr dieſer Gummireifenfabrik hat
gegen das Vorjahr weſentlich beſſer abgeſchnitten. Nach Informationen
des Fwd. iſt ein Nettoüberſchuß von rund 203 000 (82000) RM. erzielt,
der auch nach erhöhten Abſchreibungen die Wiederaufnahme der Divi=
dendenzahlungen
geſtatten würde. Bankſchulden ſind kaum vorhanden.
Die Verwaltung wird aber zwecks Korrektur der in der Goldbilanz zu
hoch angeſetztenn Anlagenwerte die längſt beabſichtigte Sanierung nun
durchführen, wobei man angeſichts der günſtigen Geſchäftsentwicklung
auf die früher angeſtrebte Wiedererhöhung des Aktienkapitals verzichten
kann. Die Erwägungen gehen, wie wir weiter erfahren, dahin, das
jetzige Stammkapital im Verhältnis 2:1 von 12 auf 0,6 Mill. RM.
zuſammenzulegen, wodurch künftig eine dividendentragbare Kapitalbaſis
geſchaffen ſei. Die Bilanzſitzung und Sanierungsbeſchlüſſe ſind Ende
November zu erwarten

Amerikaniſche Kabelnachrichken

Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 8. Nov.:
Getreide. Weizen: Dezember 73 50, März 77 50. Mai 795
Juli 80½: Mais: Dezember 72½ März 76½, Mai 78,25. Juli
79½; Hafer: Dezember 32½ März 34, Mai 35,25; Roggen:
Dezember 42,25 März 46½, Mai 48,50.
Schmalz: November 11,10. Dezember 10,80, Januar 10.40,
März 10.45.
Speck, loco 14,50.
Schweine: Leichte 99,20 ſchwere 9.109,25; Schweinezu=
ſuhren
in Chicago 15 000, im Weſten 35 000.
Baumwolle: Dezember 11,18. Januar 11.33.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 8. Nov.:
Schmalz: Prima Weſtern 12.25; Talg, extra loſe 434.
Getreide. Weizen: Rotwinter neue Ernte 93,75. Hartwinter,
neue Ernte 85.50; Mais: loco New York 90,75: Mehl: ſpring
wheat clears 4.204,50; Getreidefracht nach England 1,62,3 sh.
nach dem Kontinent 48 C.

Arbeitsmarkklage in Heſſen und Heſſen=Naſſau.

Nach den Feſtſtellungen des Landesarbeitsamtes Frankfurt a. M.
iſt die Zahl der Arbeitsſuchenden in der zweiten Oktoberhälfte um wei=
tere
7296 auf 220 944 geſtiegen. Die Beſchäftigung flaute wiederum be=
ſonders
ſtark ab in der Metall=Induſtrie (Zunahme 1835 Arbeits=
ſuchende
), im Baugewerbe (Zunahme 1991) und in der Lohnarbeit wech=
ſelnder
Art (Zunahme 1091). Auch Holzgewerbe (Zunahme 525) und
Gaſtwirtsgewerbe (Zunahme 475) wurden empfindlich belaſtet. Die Lage
in den Bekleidungsgewerben, in denen ſeit Mitte Auguſt eine leichte
Entſpannung zu beobachten war, hat ſich wieder verſchlechtert. Nennens=
werte
Unterbringungsmöglichkeiten beſtanden nur in der Forſtwirtſchaft
durch den Beginn des Holzeinſchlages und in den Zuckerfabriken. Ende
Oktober wurden insgeſamt 152 225 Hauptunterſtützungsempfänger ge=
zählt
(Arbeitsloſenunterſtützung 99 131, Kriſenunterſtützung 33 094) gegen
126 071 (94 642 und 31 492) zu Beginn der Berichtszeit.

Frankfurker und Berliner Effekienbörſe.

Frankfurt a. M., 8. November.
Zum Wochenſchluß zeigte die Börſe eine weiter ſchwache Haltung.
Der ſchwache Verlauf der New Yorker Börſe ſowie die neuen Opfer,
welche die Ouſtric=Kriſe in Paris forderte, wirkte verſtimmend auf die
Börſe. Beachtung fanden Meldungen über eine Ermäßigung der Ace=
tat
=Kunſtſeidenpreiſe im Farbenkonzern. Die New Yorker Kupfer= Kon=
ferenz
iſt entgegen anderweitigen Gerüchten erfolgreich beſchloſſen. Die
Weltkupferproduktion wird um 12 bis 15 Prozent eingeſchränkt. Man
erwartet in Händlerkreiſen bereits eine Kupferpreiserhöhung. Das
Börſengeſchäft iſt äußerſt zurückhaltend, da ſich der Ordermangel fühl=
bar
bemerkbar macht. Auch die Spekulation iſt äußerſt zurückhaltend.
Für das wenige herauskommende Material wirkte die Marktleere ſtär=
ker
abſchwächend. Zum amtlichen Beginn lagen Farben 1½/ Prozent
niedriger. Am Elektromarkte gewannen Schuckert 3‟/s Prozent, dagegen
wurden AEG. 1.2, Licht und Kraft 0,5, Geffürel. 0,25 Prozent nied=
riger
genannt. Auch Montanwerte durchweg ſchwächer, ſo verloren Gel=
ſenkirchen
2, Harpener 0,75, Rheinſtahl 1,5, Stahlverein 0,5 Prozent,
eine Ausnahme machten Mannesmann, die 0,5 Prozent anziehen konn=
ten
. Am Bankaktienmarkt ſtanden wieder Danatbank im Vordergrunde
der Bewegung, die auf Baiſſe=Angriffe 1,25 Prozent verloren. Da=
neben
Commerzbank 1, Dresdner 0,5 Prozent ſchwächer. Am Kalimarkt
waren Aſchersleben und Weſteregeln behauptet, Salzdetfurth 2,5 Prozent
niedriger. Von Zellſtoffwerten Waldhof unverändert. Kunſtſeidewerte
nur knapp behauptet, zum Teil etwas ſchwächer. Scharf ermäßigt waren
auch Schiffahrtswerte, die faſt bis 2 Prozent verloren. Von Einzel= und
variablen Werten gaben Zement Heidelberg 1, Holzmann 0,25, Wayß
und Freytag 1,5 Prozent nach, ſtärker angeboten und zunächſt ohne Auf=
nahme
waren Veltohm.
Im Verlaufe der Börſe blieb die Stimmung ausgeſprochen luſtlos,
die Kurſe gaben weiter leicht nach. Der Rentenmarkt lag ſtill, doch
waren auch hier die Werte meiſt weiter abgeſchwächt. Von deutſchen
Renten Altbeſitz ½/ Prozent niedriger. Am Geldmarkt iſt eine weitere
Entlaſtung zu verſpüren. Tagesgeld angeboten bei 4 Prozent. Am
Deviſenmarkt nannte man Dollar gegen Mark 4,1967, Pfunde gegen
Mark 20,38½, LondonNew York 4,8572, Paris 123,66.

Schwarzer Tag an der New Yorker?

Die New Yorker Börſe erlebte am Freitag einen neum
Tag, der in vieler Beziehung an die Panik im Novemben
Zwei Stunden lang war der Markt mit Verkaufsom
ſchwemmt. Induſtrie= und Eiſenbahnwerte erlitten nem
rückgänge. 3 367 00 Titel wechſelten ihre Beſitzer. Die o
verluſte werden auf zwei Milliarden Dollar geſchätzt.
daß die Verkäufe von Eiſenbahnwertel für Rechnung 7/
Finanzgruppe vorgenommen wurden.

Brödukkenberichke.

Mainzer Produktenbericht vom Freitag, 7. Noſlh
handelseinſtandspreiſe pro 100 Kilo loko Mainz: Weizer=

heſſiſcher Roggen 1616,50; Hafer ohne Umſatz; Brag

Induſtriegerſte 1717,50; Futtergerſte 1616,50; Malzg
Südd. Weizenmehl Spezial Null 42,15; Roggenmehl 60
26,25; Weizenkleie fein 7.,00, desgl. grob 7,758;
Weizenfuttermehl 8,75; Biertreber 1010,50; Erdnußtk
11,75; Kokoskuchen 1316,50; Palmkuchen 8,759,B;
bis 9,50; Kleeheu loſe 6,00, desgl. geb. 6,50; Wieſenhen A
geb. 6,20; Maſchinenſtroh 2,80; Drahtpreßſtroh 3,30; We
Tendenz: Stetiger.

Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Am Frankfurr
ten die Preiſe für Auslandsbutter wieder zur Schwäche.
tion in den Randſtaaten wieder umfangreicher geworden,
naturgemäß auf die Preiſe drückt. Deutſche Butter bAu
nächſt noch unbeührt, und war gegen die Vorwoche im
dert. Im einzelnen notierte: Auslandsbutter 1 Faß (50//
halb Faß 1,64, in Halbpfundſtücken 1,66 RM. Deutſchen=

im Faß 1,52, per 50 Pfd. Packungen 1,53, in Halbofundſtt,
das Pfund im Großhandelsverkehr.

Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Die Tendenz dess
tes iſt unverändert feſt, doch kam die Aufwärtsbewegungg!
Stillſtand. Die Umſatztätigkeit konnte ſich etwas ſteigen
friſche Ware mehr Beachtung fand. Es notierten in Pf
loco Frankfurt: Italiener nicht am Markt, Bulgaren 13,5
ſlawen 13,5014,50; Rumänen 13,2514,00; Ruſſen nu
Polen 12.,5013,00; Holländer 16,0019,00; Dänen 15,500
18,0019,00; Franzoſen nicht am Markt; Schleſier nin
Bahern nicht am Markt; Norddeutſche 14,0016,00.
Rumänen 12,0012,50; Holländer 14,0014,50; Bulgarn

Kleine Wirkſchaftsnachrichken.,

Berlin, 8. November.
Angeſichts des frühen Samstagsbeginnes war das Geſchäft wie
üblich äußerſt gering. Die Börſe blieb völlig unter ſich. Ein ſpäterer
Börſenbeginn am Samstag wäre eine Maßnahme des neuen Börſen=
präſidenten
, die ſicher im allgemeinen Intereſſe der Börſe läge. Zu den
Anfangskurſen ergaben ſich heute durchweg Abſchwächungen von 12
Punkten, die ſich im Verlauf der Börſe noch etwas erhöhten. Die Spe=
fulation
ſchritt unter Hinweis auf die Baiſſe in New York zu Abgaben.
Beſonders Schiffahrts=, einzelne Elektrowerte und Farben wurden hier=
von
betroffen. Die Unternehmungsluſt war in Erwartung des Schieds=
ſpruchs
in der Metallinduſtrie und der Verfaſſung der Pariſer Börſe
recht gering.

Biebmärkke.

Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. b. B. am Samstag, den
8. November, waren 402 Tiere zugeführt worden. Verkauft wurden
352 Stück, und zwar Milchſchweine das Stück von 1116 Mk., Läufer
das Stück von 2038 Mark. Der Marktverlauf war gut.

Der auf den 7. d. M. angeſetzte Vergleichstermin:
Pianowerke A.=G. in Braunſchweig iſt vertagt worder,
gleichsverhandlungen noch nicht abgeſchloſſen ſind.
Bei den führenden Berliner Brauereien beſchäftig
der Frage, ob man nicht die Arbeitszeit verkürzen und E
einführen ſolle. Es könnte dadurch verhindert werden, di
läufigen Abſatz im Winter weitere Entlaſſungen unver Te
Verhandlungen mit den Gewerkſchaften werden voranſ
Woche aufgenommen werden.
Wie wir erfahren, dürfte für das am 30. Septer
laufene Jahr bei der Friedr. Krupp A.=G., Eſſen, wahr)
keine Dividende zur Verteilung gelangen.
In der Preisverſtändigung der Wandplattenhepſtellek
ſchritte erzielt werden. Es iſt beabſichtigt, die Grundpr- zu regeln.
Die ſeit 1699 beſtehende Firma Zickwolf und die
Paſſavant u. Sohn, die 1804 aus der Firma de Bary u.
vorging, haben ſich fuſioniert. Maßgehend für dieſes Efü
den Eiſenhandels=Großfirmen war die Abſicht, zu ſtark
triebs= und Einkaufskoſten zu gelangen, um eine Unmii
zu erreichen.
Nach der geſtrigen Mehlpreiserhöhung hat die Südr/
vereinigung eine erneute Preisheraufſetzung für Weize
vorgenommen, und zwar um 50 Pfg. auf 42,25 RM. mu
Bei der Osloer Sparbank iſt man dieſer Tage Und=
Höhe von rund 400 000 RM. auf die Spur gekommen. 2./
der 35jährige Prokuriſt der Bank, Eyblin, feſtgeſtellt.

Berliner Kursbericht
vom 8. November 1930

Oevifin
vom 8. No=

Me He
Danatbank
Deutſche Bant u. 1
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Llotzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
F. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl

He
A
110.
110.
72.125

72.25
113.
55.625
68.
132.
33.
25.
109.
66.50

Miete Heee
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klödnerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Kolsw.
Orenſtein & Koppel

114.50
138.375
S6.25
119.25
23.50
73.75
75.50
188.25
61.75
76.25
71.*0
34.25
59.
25.
45.

Miiee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werte

Nacc
49.25
260.
117.50
100.
67.50
182.
68.
26.875
48.50

62.
134.50
65.
35.25

Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofig
Holland.
Kopenhagen
Eslo
Stockholm
London
Buenos-Atres
New York
Belgien
Italien
Paris

Währung
u00 finn. Mk.)
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Pengo
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 L=Stg.
Pap. Peſe
1 Dollar.
100 Belga
100 Lire
100 Franes

Geld

0.548
59,035
12.436
73.345

3.057f 3.043

168.72
112.13
112.13
112.42
20.361
1.445
4.192
58.46
21.94
16.468

Brieſ

10.568
59.155
12.456
73.485

169.06
11235
112.35
12.64
20.40
4.200
59.38
16.508

Schweiz
Spanie!
Danzig
Japan
Nio de Janerrolt Mil 14
Jugoſlawien
Portugal
Athen
Iſtambu.
Kairo
1.449 Kanada teanan3
Uruguay 1 Gol kel
Jsland
21.98 Tallinn Eſtl. /100 ef7
Riga

Wält=
100 F
100 Ele
u0d G
1 Aem
100 2=
100 C*-
100 23
1 türt. 1.
t äohr
10d ern
100 22

*

Frankfurter Kursbericht vom 8. November 1930.

78 DiſchReichsan!
3%
zB Baden......"
8½ Bahern......
5
......!
8% Heſſen v. 28
v. 29
6% Preuß. Staat.
8½ Sachſen ... ...
6% Sachſen ......
7½ Thüringen ...

98.75
87

Weu4
Bk. Girozentr. für
Heſſen .Goldobl.
8½Kaſſeler Land.,
fredit Goldpfbr.

3½ Nafſ. Landesbl.

23
4½½

Liqu. Obl.

84
847751

Madn
% Kiöchner=Werke
Mainkrw. v. 26
% Mitteld. Stahl.
8% Salzmann u. Co.
7½Ber. Stahlwerke
8% Boigtck Säffner

Dtiche. Anl. Augo.
ſungsſch. 4/,Ab.
löſungsanl.. . . .
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.)

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
*Ausl. Ser. 1
FAusl. Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).

J. G. Farben Bondt

69

Dtſche. Schusge=
Gietsanleihe ....

8% Baden=Baden.
6% Berlin ......."
8% Darmſtadt v. 261
8%
v.28
7% Dresden ....
8½ Frankfurt a. M.
Schätze. . .v. 29
7% Frankfurtv. 261
6%
v. 261
8% Mainz..... ..
82 Mannheim v. 26
6%
v. 27
8% München ....
8½ Nürnberg.
8½ Tiesbaden .

% Berl. Hyp.=Br.
4½%-Liqu.=Pfbr.
8% Frrf. Hyp.=Bt..
½% Lla. Pfbr.
Pfbr.=Bk.

78

8 % Hef. Landesbt.
Goldpfbr.. . . ..
% Goldpfbr
8½ Goldoblig.
4½½ Heſſ. Lds.-
Hhp.=Bk.=Liauid
Ll.% Kom.-Obl.
8% Preutz. LdT..=Anſt. G. Pf.
8½ Golboblig.

96
91.75
94

83
75.5

99
96.5

4½% -Lig. Pfrb.,
8% Mein. Hyp.=Bk.
4½% -Lig. Pfbr..
8% Pfälz.Hyp.=Bk.
4½% Lig. Pfbr.
8% Preuß. Boden=
ered
.=Banl ..."
4½% Lig. Pfbr.
8% Preuß. Centrl.
Bodencr.=Ban!".
4½% Lig. Pfbr.
8% Rhein. Hyp. Bf.).
*
4½%- Lio. Pfbr.
8% Rhein.=Weſtſ.=
Bd.-Credit .. . . .
8% Südd. Bod.=
Cred.=Ban 1....
43% Lia. Bfbr.
8% Württ. Hhp..-B.

84.4
100
93.5
84.15
100
931/.
86
99

5% Bosn. L.E.B.
L. Inveſt.
4½% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrentel
5 %vereinh. Rumän
4½2
4%
4% Türk. Admin.
4% 1. Bagdad
4% Bollanl.
4½% Ungar 1913
4½2
1914
Goldr.
42
42
1910
Altien

86.5
100

98
86.6

96.75
84
100
91.5
85.7

98

97.5

Alg. Kunſtziide Uni
A. E. G.........."
AndregeNoris Zahr
Aſchaffbg. Brauereil
Zellſtoff
Bemberg J. P. ..
Bergm. Gl.=Werke.
BrownBoverickCie
Buderus Eiſen...
Cemen Seidelbere
Karlſtadt
J. G. chemie, Baſell
Chem. Werle Albert
Chade ...."
Contin. Gummiw.
Linoleum
Daimler=Benz AG.
Dt. Atl. Telegr.
Erdöl"
Golb= u. Silber=
ſcheide
=Anſtalt . 1

83.5
92
80
80.25

79.5
93

93

14.25
6.9

68.5
113
101

81

75

86.75

125
125
23.75

Dt. Linoleumwerke
Eiſenhandel. . .
Dyckerhoffu. Widm.
Eichbaum=Werger.
Eleftr. Lieſerg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk,
EßlingenMaſchinen
EttlingenSpinnerei
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaume
Frkſt. Gas .......
Hof
Geiling & Cte.
Gelſenk. Bergwerk
Gef. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.

Hafenmühle Frift.
Hammerien (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbaul
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfbr.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. ...
Hochtief Eſſen
Holzmann. Phil.
Ilie Bergb. Stamm
Genüfſe
Junghans
Kall Chemie.. . . . .
Aſchersleben.
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R. . . . . .
Flein, Schanzlin ..!
Klöcknerwerle".

ahmeher & Co. ...
Laurahütte . . .
Lech, Augsburg ..
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metan
Lutz Gebr. Darmſt.

R

120.25
203
32
145
98.5
138.25
58

47

120
43.25
28.25
156
115

83
60
117
63.5
75.75

115
27.5

123

93
120
70.5

145.5

Maine Nche
Mainzer Akt.=Br.,.
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Bergb.
Metallgeſ. Frankf.,
Miag. Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Cberurſel

Oberbedarf
Phönix Bergbau ..

Reiniger, Gebbert.
Rh. Braunkohlen
Eleftr. Stamm.
Metallwaren".
Stahlwerte..
Riebeck Montan. ..
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerie

Zachtleben u. G...
Salzdetfurth Kali
Salzw. Heilbronn.
Schöfferhof=Bind..
Schramm. Lackfabr.
Schriftg. Stempel.
Schudert Eleftr.
Schwarz=Storchen
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halste
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Tucher=Brauerei.

Unterfrante
Beithwerte
Ber. ſ. Chem. Ind.
Stahlwerke ..
Strohſtoffabr.
Ultramarin ..
Vogtländ. Maſchin.
Boigt & Haeffner.

89

80.25

135
257
210
186
66
104
132.5
124

17
3

79

150

Mie
Wegelinz?
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ſchtba9 ſowie Angabe von
en uu 141 an die Geſchäfts=
(IV 16343

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a-rRichungsfachmann?
rwiols wverden? (1 16324
A. &. bi teit hrende Verſicherungs
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tauſende
ſtrömen zum Winter=
markt
in die Tietz=Häuſer..."
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deur u eines Angeklagten verwickel
AGder Polizei ſind bereits über
en wreommen worden, die aus Gefällig=
ſerhard Kokain erhielten; dieſ
ich mit einem polizeilichen Straf
wwerden. Leider iſt es trotz
mühzuen ſeitens der Polizei nicht ge=
dimsauptzweck
der ganzen Aktion
es 2.mufurter Koks=Kollegium zu er=
nämzll
jene Perſonen zu ermitteln, die
anel ſerbsunig mit dem Kokainhandel be=
ſßei
lſtr engen Vertraulichkeit und dem
ſen, um ſem die Hintermänner des Ko=

ſels goäten, dürfte es der Polizei
eren karnte in dieſen Kreiſen alle be
ind, und glich ſein, das Uebel an der
aussutten. Die Verhandlung dürfte
ſchtli hde es ſich im weſentlichen um
jexunali handeln wird, unter Aus
Qüfirlichkeit ſtattfinden.

zurteln Augsburger Giftmordprozeß.
sbiütl- Im Giftmordprozeß Lutzen=
purd
arfitag nacht das Urteil gegen die
Ziber gte rſu Lutzenberger gefällt. Das Ge=
ſt
zu ᛋüendem Urteil: Franziska Lutzen=
wirdan
der Anklage auf vier Verſuche
brectw des Mordes, verübt an ihren
er), fr eiſt rochen. Sie iſt ſchuldig eines
Mordes, verübt an ihrem Stief=
29 tſepkd Frie, und wird deshalb zum Tode
ſt ſchuldig in fünf Fällen des
ſues und wird zu zwölf Jahren
ſehn Jahren Ehrverluſt ver=

ſtätte in München aufgedeckt.

mit

Der Münchener Polizei iſt es
WFulſchmünzerwerkſtätte in Mün=
Ein 28jähriger Elektromonteur
iſte Freunden, einem 32jährigen
ſund einem 39jährigen Graveur
eilisen Bierkeller die Anfertigung
won falſchen Ein=Mark=Stücken
Pi. Die Falſchſtücke müſſen gut
weil ſie bis jetzt noch nicht be=
41 ſind. Insgeſamt ſind etwa 30
et worden. In den letzten Tagen
dr auch mit der Herſtellung fal=
ſtſticke
beſchäftigt. Bei der Durch=
Bhe ftsräume und Wohnung konnte
Irhmünzgerät vorgefunden wer=
ſend
geſtändig und werden dem
Heigeſtellt.

Kinderlähmung in Bayern.

NRh.. Nachdem erſt kürzlich die
ane Kindheilmung in Troſtberg ein Todes=
ufordrſuhat
, wurden in Inzell bei Siegs=
r
a4bings leichtere Fälle feſtgeſtellt.
Aulklinung der Krankheit zu verhin=
Vaurdeh: Schule der Ortſchaft geſchloſſen.

*)d aſſher Trabrennbahn Ruhleben.
iehtSferde verbrannt.
linſt nider Nacht zum Samstag brach
Trdum bahn in Ruhleben ein Stall=
us
, em ſieben ein= bis zweijährige
um ber fielen. Der Brand wurde erſt
algß Flammen aus dem Stall em=
ben
. h’s die Feuerwehr aus Spandau
Bralbllge eintraf, war wenig mehr zu
Die tranzenden Stallungen, in denen
ſallsk rwolle Pferde befanden, konnten
verh! Die ſieben Pferde ſind vermut=
erſtAlund
dann verbrannt. Die Ent=
Andees wird auf Fahrläſſigkeit zu=

10. Geburkskag.

ſurat Prof. Dr. Joſef Schm
Dreußiſchen Akademie der K
ongember ſeinen 70. Gebur
Bigenießt als Spezialiſt für
ſe Nürnberger St. Lorenz=K
haldus=Kirche ſind unter
Ehergeſtellt, die Adalbert=
Mon Würzburg von ihm ge
worden.

Sonntag, den 9. November 1930

Seite 13

Amerika bauk das größke Luftſchiff der Welk.

Die Luftſchiffhalle der Goodyear=Zeppelinwerke in Akron
(Ohio), in der das größte Luftſchiff der Welt
ſeiner Vollendung entgegengeht.

Das Rieſengerippe des neuen Fabeltiers der Lüfte iſt ſchon bald fertig, und
ein ebenſo gigantiſches Schweſterſchiff wird nach Fertigſtellung des Erſt=
geborenen
in Bau gegeben werden.

Die Hochwaſſerkakaſkrophe im Odergebiel.

Reichswehrſoldaten bauen Notbrücken über die vollkommen überſchwemmten Straßen
von Frankfurt a. d. Oder.

Die Fluten bedrohen das Großkraftwerk von Frankfurt a. d. Oder. Zahlreiche Fabrikbetriebe
mußten bereits eingeſtellt werden, da die Keſſelräume unter Waſſer ſtehen.

Start der Do. K nicht vor Dienstag.
Amſterdam. Die Do. X wird am Sams=
tag
wegen des ſchlechten Wetters nicht nach Sout=
hampton
ſtarten. Die Motören ſind abgedeckt
worden. Der Start nach Calshot findet wahr=
ſcheinlich
erſt am Dienstag oder Mittwoch ſtatt.

Ein zweiter Fall Tetzner vor der Aufklärung.
Raſtenburg. Wie erinnerlich, war vor
tigen Monaten in Raſtenburg der 30 Jahre
Möbelhändler Safran unter ſehr merkwür=
gen
Umſtänden verſchwunden. Das Gebäude
s Schwiegervaters von Safran, namens Platt,
ar in der Wahlnacht abgebrannt, und man hatte
äter unter den Trümmern eine Leiche gefun=
n
, die zunächſt nicht identifiziert werden
inte. Da Safran plötzlich verſchwunden war,
hm man zunächſt an, daß es ſich um ſeine
iche handelte, tatſächlich handelte es ſich aber
n einen zweiten Fall Tetzner einem Verſiche=
uingsbetrug
in größtem Umfang. Wie ſich näm=
ſpäter
herausſtellte, war Safran in einem
raftwagen geflüchtet, nachdem er Betrügereien
größerem Umfange verübt hatte. Nunmehr
Safran nach langem Suchen der Kriminal=
lizei
in Wittenberg (Elbe) im Berlin- Ham=
rger
D=Zuge verhaftet worden. Damit dürfte
Fall Safran ſeiner Aufklärung entgegen=
en
. Die Verhaftung kam Safran ſo über=
chend
, daß er ſein Vorhaben nicht ausführen
nnte. Nachdem die Kriminalpolizei in Berlin
nachrichtigt worden war, wurde der Verhaf=
te
noch am Freitag abend nach Berlin über=

Das Hochwaſſer am Unterlauf der Oder.
Stettin. Die Hochwaſſerwelle ſcheint ihren
Höhepunkt erreicht zu haben. Am Unterlauf der
Oder iſt bisher keine weitere ernſthafte Gefahr
eingetreten. Nur die Straße von Greifenhagen
nach Meſcherin ſteht unter Waſſer und iſt unbe=
fahrbar
geworden. Der Waſſerſtand reicht in
Gartz bis an den Rand des Bollwerks. Wie die
Stettiner Waſſerbaudirektion berichtet, halten
die Deiche und Bollwerke dicht, ſo daß eine Ueber=
ſchwemmung
größerer Gebiete höchſt unwahr=
ſcheinlich
ſei.
Tod zweier Kardinäle.
Paris. Der Erzbiſchof von Rennes, Kar=
dinal
Charoſt, iſt im Alter von 90 Jahren plötz=
lich
geſtorben.
Florenz. Am Freitag um 22,18 Uhr iſt
Kardinal Miſtrangelo, Erzbiſchof von Florenz,
nach mehrtägiger ſchwerer Krankheit geſtorben.
Infolge des Todes der Kardinäle Miſtrangelo
und Charoſt ſinkt die Mitgliederzahl des Kar=
dinalkollegiums
auf 59. Elf Kardinalsſitze ſind
infolgedeſſen frei.
Schweres Segelbootunglück an der ſpaniſchen
Küſte.
Madrid. In der Bucht von Aroſa (Prov.
Pontevedra) iſt nach einer Meldung aus Vigo
ein Segelboot geſunken. Der Beſitzer, ſeine drei
Söhne und ein Matroſe ſind ertrunken. Die
übrige Beſatzung konnte ſich durch Schwimmen
retten.

Schwere Skurmſchäden
an der franzöſiſchen Aklankikküſſe.
Paris. Durch die ſeit längerer Zeit an der
atlantiſchen Küſte und in Nordfrankreich herr=
ſchenden
Unwetter ſind bedeutende Sachſchäden
angerichtet worden. Allenthalben treten die
Flüſſe über die Ufer. Auch die Seine hat in
Paris einen bedrohlichen Stand erreicht. Bei
Biarritz iſt der italieniſche Dampfer Santa
Nita, der mit 3000 Tonnen Phosphaten aus
Tunis kam, vom Sturm auf die Felſen geworfen
worden. Das Schiff zerbrach in zwei Teile. Die
23 Mann ſtarke Beſatzung wurde nach längeren
Anſtrengungen gerettet. Aus den bretoniſchen
Häfen, ſo aus La Rochelle und Douarnenez, wird
gemeldet, daß zahlreiche Fiſcherfahrzeuge geſun=
ken
oder ſchwer beſchädigt worden ſind. In
der Vendée wurde ein unmittelbar vor der
Vollendung ſtehender großer Deich, der 20 000
Hektar Land vor dem höher gelegenen Meer
ſchützte und deſſen Bau mehrere Jahre gedauert
hatte zerſtört. Der Schaden beläuft ſich auf fünf
Millionen Franken.
Schwere Taifunſchäden in Indochina.
Paris. Wie aus Saigon berichtet wird, hat
ein ungewöhnlich ſtarker Taifun die Inſel Pulo=
kondor
vollkommen verwüſtet und zahlreiche
Menſchenleben gefordert. Zwei Gebäude des
dortigen Zuchthauſes ſtürzten ein und begruben
die Inſaſſen unter den Trümmern. Die genaue
Zahl der Toten iſt noch nicht bekannt. Das elek=
triſche
Kraftwerk iſt vollkommen zerſtört. Die
Telegraphenverbindungen mit der Inſel ſind
unterbrochen. Eine große Anzahl von Fiſch=
dampfern
, die ſich in der Nähe der Inſel aufhiel=
ten
, wurden vom Sturm überraſcht und ſanken
mit der geſamten Beſatzung.
Hunderte von Menſchenleben einem Taifun
zum Opfer gefallen.
Paris. Der Taifun über den Inſeln Pulo
und Condor (Franzöſiſch=Cochinchina) hat, wie
aus Saigun gemeldet wird, Hunderten von
Menſchen das Leben gekoſtet. Man hat jetzt
bereits über 100 Tote aus den zuſammen=
geſtürzten
Häuſern herausgegraben. Die Auf=
räumungsarbeiten
werden mit fieberhafter Eile
fortgeſetzt. Auch der äußerſte Südzipfel des Feſt=
landes
iſt von dem Unwetter berührt worden.
Dort wurden bisher acht Tote feſtgeſtellt. Am
Kap St. Jacques gingen mehrere Fiſcherboote
unter. 17 Fiſcher ertranken.
Ein Dorado der Wilderer.
Mailand. Auf einer Inſel der Adda im
Bezirk Codegno hat ſich ein tragiſches Drama
abgeſpielt. Die Inſel, auf der ſich zahlreiches
Wild befindet, gehört einem Großgrundbeſitzer,
der dort auf die Jagd geht. Sie iſt durch eine
ſchmale Brücke mit dem Feſtland verbunden. Seit
einigen Tagen waren auf dieſer Inſel Schüſſe
gehört worden, die unzweifelhaft von Wilderern
herrühren mußten. Der Wildhüter Folino, der
auf die Suche ging, kehrte von ſeiner Streife
nicht mehr zurück und wurde ſpäter erſchoſſen
aufgefunden. Bei Nachforſchungen mit verſtärk=
ten
Polizeikräften wurde auch ein Karabiniere
rücklings erſchoſſen aufgefunden. Zuletzt fand
man einen jungen Wilderer mit einem Kopf=
ſchuß
tot vor. Es handelt ſich um einen Ange=
ſtellten
mit beſtem Leumund, der jedoch als lei=
denſchaftlicher
Jäger bekannt war. Da man ſich
ſeinen Tod nicht recht erklären kann, werden die
Nachforſchungen fortgeſetzt. Die Polizei ver=
mutet
, daß ſich noch ein Wilderer auf der Inſel
befindet.
Banditen ſtecken eine Stadt in Brand.
Managua. Etwa 200 Banditen bemäch=
tigten
ſich der kleinen Stadt Matagalpa im Nor=
den
von Nicaragua und ſteckten ſämtliche öffent=
lichen
Gebäude in Brand. Die Regierung hat
ſofort Flugzeuge zur Verfolgung der Banditen
entſandt. Bei einem Kampf zwiſchen Regie=
rungstruppen
und den Räubern haben die Re=
gierungstruppen
ſieben Tote und zwanzig Ver=
wundete
zu beklagen. Dagegen ſollen den Ban=
diten
durch Bombenabwürfe ſchwere Verluſte
beigebracht worden ſein.
Banditenüberfall auf einen Perſonenzug
in U. S. A.
New York. Fünf mit Maſchinengewehren
bewaffnete Räuber überfielen in der Nähe des
Ortes Nobel im Staate Kalifornien einen Per=
ſonenzug
. Sie zwangen den Lokomotivführer zum
Halten und plünderten den Gepäckwagen aus.
Die Räuber, denen Poſtſäcke mit Geldſendungen
von insgeſamt über 40 000 Dollar in die Hände
fielen, flüchteten in einem Automobil ins Ge=
birge
.

[ ][  ][ ]

Seite 14

onntag, den 9. November 1930

Sport, Spiel und Turnen.

Handball.
Sp. 5. Darmſtadt 1898 5.5.V. Fraukfurt 6:2 (2:1).
Am Samstag nachmittag um 3,45 Uhr ſpielt die Handballiga der
98er eines ihrer ſchwerſten Verbandsſpiele gegen die an 2. Tabellenſtelle
ſtehende Handballiga des Fußballſportvereins Frankfurt. Die Spiele,
die ſeither gegen die ſpielſtarke Frankfurter Mannſchaft geſpielt wurden,
waren immer ſchon für die 98er eine ſehr ſchwere Klippe. Die meiſten
Reſultate waren ſehr knapp bzw. die Spiele gingen verloren. Auch
dieſes Mal ſetzte der Fußballverein den Lilienträgern einen recht ſtar=
ken
Widerſtand entgegen. Beſonders die Frankfurter Hintermannſchaft
ſpielte mit ganz beſonderem Eifer und ſehr oft auch recht glücklich, wäh=
rend
der blauſchwarze Sturm weniger produktiv ſich erwies und ſehr zu=
ſammenhanglos
ſpielte. Die Stürmer gingen wenig auf die Inten=
tionen
ihres Sturmführers Leonhardt ein, der aus ſeinen Darmſtädter
Hochſchulſpielen doch ein ganz anderes, flüſſiges Kombinationsſpiel im
Sturm kennt. Die Frankfurter Angriffe wurden daher verhältnismäßig
leicht abgeſtoppt; doch hatten die Darmſtädter Stürmer ſchwer zu arbei=
ten
, umſomehr, als das ſehr naſſe, glatte Spielfeld ſchnellen und flüſſi=
gen
Kombinationen ein ſtarkes Hindernis war. Einige ſehr ausſichts=
reiche
Sachen wurden auch glatt vor dem Kreis verſchoſſen. Der neue
Tormann des Fußballſportvereins, Fuchs, hielt dazu auch ſehr ſicher.
In der erſten Minute ſtellt Feick ſchon die Partie durch Strafſtoß
auf 1:0. Ihm gelingt es in der dritten Minute, ebenfalls durch
Strafſtoß, zu erhöhen, nachdem Freund in ausſichtsreicher Stellung un=
fair
gelegt wurde. Doch jetzt gibt Fußballſportverein alles aus ſich her=
aus
. Lange Zeit iſt das Spiel ſehr ausgeglichen, bis kurz vor der Pauſe
Marſchall durch Schwingball das Reſultat auf 2:1 ſtellt. Ein ſchönes
Zuſammenſpiel zwiſchen Fuchs und Freund ergibt 3:1 durch Freund
kurz nach der Pauſe und Feick ſchießt eine Abgabe von Fuchs zum vier=
ten
Tor. Ein Strafſtoß in der 15. Minute läßt Frankfurt ein Tor auf=
holen
, muß gehr bald das 5. Tor durch Feick und das 6. Tor durch Fuchs
hinnehmen. Werner ſpielte wieder ſehr ſelbſtlos, muß aber ſelbſt auch
mehr ſchießen.
Leider wurde kurz vor Schluß Fiedler, als er ſich gegen einen der
häufigen anfairen Angriffe des linken Läufers Benedick wehrte, heraus=
geſtellt
. Das Spiel fand vor zirka 200 Zuſchauern ſtatt, die aber ihre
Lieblinge recht tüchtig unterſtützten. Schiedsrichter Müller=Wiesbaden
leitete wohl durch die Platzverhältniſſe beeinflußt ziemlich genau,
traf aber auch manche unverſtändliche Entſcheidung gegen beide Mann=
ſchaften
, die man an ihm ſonſt nicht gewöhnt iſt.
Fußball.
SV. 1922 Roßdorf SV. Beerfelden.
Zum letzten Verbandsſpiel der Vorrunde empfängt der Sportverein
Noßdorf heute nachmittag um halb 3 Uhr den Sportverein Beerfelden.
Nachdem Roßdorf durch ſeinen Sieg am vergangenen Sonntag in Ober=
Nanſtadt die Tabellenführung übernommen hat, gilt es heute, dieſen
ſchwer erkämpften erſten Platz zu verteidigen. Die Gaſtgeber dürfen
deshalb ihren Gegner durchaus nicht leicht nehmen; hat doch Beerfelden
ſchon voriges Jahr den Roßdörfern 2 Punkte abgenommen, und dies=
mal
ſind die Odenwälder weit ſpielſtärker als damals, was ihre in letz=
ter
Zeit erzielten Reſultate beweiſen. Die einheimiſchen Spieler müſ=
ſen
deshalb ſchon alls aufbieten, um Sieg und Punkte für ſich zu be=
halten
. Vor dieſem Spiel trifft ſich Roßdorfs zweite Mannſchaft mit
der in der B=Klaſſe an vorderſter Stelle liegenden erſten Mannſchaft
des SV. Groß=Ulmſtadt zum fälligen Verbandsſpiel.
Pferdeſporl.
Hoppegartener Vollblut=Auktion.
Einen erfolgreichen Verlauf nahm die am Freitag vom Union=Club
in der Hoppegartener Auktionshalle veranſtaltete Verſteigerung von
Vollblutpferden. Zahlreiche Intereſſenten hatten ſich eingefunden und
die Kaufluſt war erfreulich rege, zumal wenn wirklich gute Pferde im
Ning erſchiemen. Beſonderes Intereſſe erregten die zuerſt vorgeführten,
im Training befindlichen Rennpferde des Hauptgeſtüts Graditz,
von denen der dreijährige Napoleon, ein Hengſt, dem einſt große Er=
wartungen
galten, für 10 300 Mark in Direktor Spee einen neuen Be=
ſitzer
erhielt. Das war das überhaupt teuenſte Pferd der Auktion. Der
ſchelle Laotſe wurde für 8800 Mark vom Stall Landswerth erſtan=
den
, die mehr als nützliche Charitas fand für 4000 Mark in Trainer
A. Waugh einen Käufer. Ein guter Ankauf ſollte auch der zweijährige
Gengſt Hanſtein ſein, für den R. Goetſchke 3600 Mark anlegte. Die
zweijährigen Stuten Griſette und Leſſie brachten 2000 bzw. 2400 Mark.
Von den fünf Graditzer Mutterſtuten wurde Gemma, die erſt jetzt ihre
Geſtütslaufbahn antreten ſoll. mit 7000 Mark vom Stall Bink erſtanden.
Insgeſamt brachten die elf Pferde des Hauptgeſtütes Graditz 40550 Mk.,
wvas einem Durchſchnitt von rund 3680 Mark entſpricht. Der Durch=
ſchmitt
für Pferde im Privatbeſitz ſtellte ſich erheblich ſchlechter, da viele
Vollblüter in den Ring kamen, die kein großes Intereſſe erwecken konn=
ten
und daher beinahe für Pfennige die Beſitzer wechſelten. Es wurden
39 Pferde für einen Geſamterlös von 40 900 Mark verkauft, was alſo
einem Durchſchnitt von etwas über 1000 Mark gleichkommt. Beſſere
Preiſe brachten vor allem die zum Verkauf geſtellten Vollblüter des
Stalles M. Böhm, von denen der Jährlingshengſt von Pergoleſe aus
der Peeres für 6000 Mark und der dreijährige Gerodias für 5500 Mark
von Kommiſſionsrat A. Schumann erworben wurden. Roderich und
der Jährlingshenaſt von Graf Ferry a. d. Doremie brachten je 2100 Mk.
Der Stall Heinz Stahl dürfte in dem für 4000 Mark erworbenen Weiler
Herzoa Wilhelm einen guten Kauf gemacht haben. Als Käufer trat
auch die Reichswehr auf, und zwar erwarb das Reiterregiment 9 die
dreijährige ausrangierte Weilerin Flunder, für die 120 Mark angelegt
wurden. Zu erwähnen iſt noch, daß vier Zweijährige aus dem Stall
Weinberg insgeſamt nicht mehr als 4900 Mark brachten.

Internationales New Yorker Reit=Turnier.
Der zweite Tag.
Am Freitag, dem zweiten Tage des Internationalen Reit=Turniers
im New Yorker Madiſon Square Garden, ſtand eine Sprungkonkurrenz
für Privatpferde im Mittelpunkte der Ereigniſſe. Unter den 75 Be=
werbern
waren ſich Bacearat unter Baron von Weißenfels und
die iriſche Stute Moxana unter J. Warrick faſt gleichwertig, doch
konnte die letztere mit geringem Vorteil aus dem Wettbewerb als Sieger
bervorgehen.

In der Vorrunde um die deutſche Mannſchafts=Meiſterſchaft der
Amateurboxer überließ Heros=Beuthen den Sieg kambflos Tennis= Bo=
ruſſia
Berlin, die in der nächſten Runde vorausſichtlich auf den Titel=
verteldiger
Colonia Köln treffen wird.
Ueberlegen nach Punkten wurde in Detroit Johnny Risko über 10
Runden vom Exweltmeiſter im Mittelgewicht, Micket Walker, geſchlagen.
Ueber 210 000 Mark fielen dem Sieger des Pimlico Futurity Stakes
in Baltimore, eines der wertvolſten amerikaniſchen Rennen, C. V. Whit=
nehs
Eauipoiſe, als enſter Preis zu.

11,00 Uhr:
14.30 Uhr:

10,30 Uhr:
11,00 Uhr:
15,00 Uhr:
15,00 Uhr:
15,00 Uhr:
15,00 Uhr:
15,00 Uhr
15,00 Uhr:

Sporkkalender.
Sonntag, den 9. November 1930.
Fußball.
Rheinallee: Rot=Weiß Olympia Hahn.
Stadion: Sportverein 98 F.C. Langen.
Handball.
Kranichſteinerſtraße: Tgde. 46 T.V. Eberſtadt.
Ererzierplatz: Eintracht Union Wixhauſen.
Exerzierplatz; Polizei T.S.V. Langen.
Rennbahn: Tgde. Beſſungen T.V. Heppenheim.
Dornheimerweg: Reichsbahn Ober=Ramſtadt.
Kranichſteinerſtraße: Tgſ. 75 T. V. Wolfskehlen.
Müllersteich: Fr. Tgde. 1b Erzhauſen.
Maulbeerallee: Merck Sportverein 98 3.
Kraftſport.

9,00 Uhr: Polizeihalle: Polizei Roßdorf.
11,00 Uhr: Polizeihalle: Polizei Hellas Mainz.
16,00 Uhr: Bürgerhof: Athletik=S. V. 91 Jügesheim.

Um den Hukkon=Pokal.
Helene Mayer ſiegt nach Stichkampf.
Im internationalen Damen=Fechtturnier um den Hutton=Pokal wur=
den
am Freitag abend vor einem auserleſenen Publikum die Entſchei=
dungskämpfe
ausgetragen. Wie erwartet, endeten die Treffen mit einem
Sieg der deutſchen Olympiaſiegerin Helene Mayer, die die wertvolle
Trophäe zum zweiten Male vor der Siegerin des Vorjahres, der Eng=
länderin
Miß Butler, gewinnen konnte. Helene Maher hatte jedoch
ſchwer zu kämpfen, da ſie in den Finalgefechten gegen die Engländerin
Miß Neligan eine 5:4 Niederlage einſtecken mußte. Dadurch wurde ein
Stichkampf mit Miß Butler erforderlich, in dem jedoch die deutſche Ver=
treterin
klar mit 5:2 Treffern erfolgreich blieb. Auf dem zweiten Platz
endete damit Miß Butler, der an dritter Stelle ebenfalls eine Englän=
derin
, Miß Daniell, folgt.
Beginn der Sechskage‟=Saiſon.
Verheißungsvoller Auftakt im Berliner Sportpalaſt.
Das 24. Berliner Sechstagerennen nahm am Freitagabend im Ber=
liner
Sportpalaſt einen vielverſprechenden Beginn. Schon die Vor=
Rennen ſchafften in dem gut beſuchten Haus eine ausgezeichnete Stim=
mung
. Ein 100=Runden=Punktefahren gewann der Berliner Feder mit
15 Punkten in 24:01,4 Min, vor ſeinen Landsleuten Balke (11) und dem
neuen Berufsfahrer Engelmann (8). Im Verfolgungsrennen zwiſchen
den Brüderpaaren Wolke und Nickel wurden erwartungsgemäß die Brü=
der
Nickel nach 19 Runden in 3:58 Min, geholt. Beim Malfahren kam
der Stettiner Carpus kurz vor Schluß des Endlaufes durch einen Sturz
um ſeine Chancen. Kantorowiez ſiegte mit zwei Längen vor Gilgen
und Kuhn. Während ſich das Haus immer mehr füllte, wurden dann
die 15 Paare für das Sechstagerennen unter dem mehr oder minder
ſtarken Beifall der Zuſchauer vorgeſtellt.
Pünktlich um 10 Uhr fiel der Startſchuß für das lange Rennen.
Nach einer halben Stunde unternahm die amerikaniſch=kanadiſche Kom=
bination
Horder=Elder den erſten Vorſtoß, der aber ſchon bald zum
Scheitern gebracht wurde. Nach Abſchluß der erſten Stunde waren 39,880
Kilometer zurückgelegt. Es begannen die erſten Wertungsſpurts, die
ſich ſchon bald zu einer heftigen Jagd ausdehnten. Während des zwei=
ten
Spurts ſtießen Lehmann=Wiſſel vor, die Franzoſen Lemoine=Peix
führten zwar das Feld wieder heran, aber Kroſchel ſetzte die Jagd fort.
Bei der Ablöſung ſtürzten die Amerikaner Dempſey=Walthour, ſo daß
für dieſe das Rennen neutraliſiert werden mußte. Die Jagd hielt an,
jedoch blieb das Feld ziemlich gut zuſammen. Nur die Ueberſeeiſchen
Horder=Elder fielen immer weiter zurück und büßten ſchließlich als Erſte
eine Runde ein. In den Punktekämpfen dominierte das deutſch hollän=
diſche
Paar Piet ban Kempen=Schön, das ſich in jedem Spurt placieren
konnte. Nach Abſchluß der Wertung war der Stand des Rennen
wie folgt: 1. Piet van Kempen=Schön 26 Punkte: 2. Rieger=Kroſchel 17
P.: 3. Dinale=Tonani 11 P.; 4. Petri=Stübbecke 10 P.; 5. Ehmer=Tietz
und van Hevel=Debruycker je 9 Punkte: 7. Krüger=Funda 7 P.; 8. Le=
moine
=Peix 6 P.; 9. Jan ban Kempen=Mandelkow und Lehmann=Wiſſel
fe 4 P.; 11. Pinenburg=Braspenning 3 P.; 12. Dempſeh=Walthour und
Mantheh=Maezinſky je 2 Punkte; 14. Rauſch=Hürtgen 0 Punkte. Eine
Runde zurück: 15. Horder=Elder 0 Punkte.
Vor faſt ausverkauftem Hauſe nahm die erſte Nacht des 24. Berliner
Sechstagerennens einen außerordentlich lebhaften Verlauf. Kurz nach
Mitternacht entfeſſelten die Franzoſen Lemonie=Peix eine Jagd und
von da ab kamen die Fahrer bis nach der 2 Uhr=Nachtwertung nicht
mehr zur Ruhe. Es war ein einziges wildes Jagen bei dem unter
ſtarke Anteilnahme des Publikums ſtändig das Bild des Rennens wech=
ſelte
. Als endlich wieder Nuhe einkehrte zeigte es ſich, daß ſich die
Paare Krüger=Funda und Mantheh=Maczinſky am beſten gehalten hat=
ten
; ſie lagen eine Runde vor dem übrigen Feld. Eine ſtarke Enttäu=
ſchung
war das amerikaniſche Paar Horder=Elder, das nicht weniger
als neun Runden verlor und kurz vor Eintritt der erſten Neutraliſation
aus dem Rennen genommen werden mußte.
Am Samstag gab es wieder neue Jagden. Noch vor dem
erſten Teil der Wertung ſetzten einige Vorſtöße ein, die aber den Stand
des Rennens wenig beeinflußten. Der Stand des Rennens um 17 Uhr
Samstag=Nachmittag: 1. Krüger=Funda B P.; 2. Mantheyz=Maczinſkh
5 Punkte, eine Runde zurück; 3. Ehmer=Tietz 31 P.; 4. Rauſch=bürtgen
7 P. zwei Nunden zurück; 5. Rieger=Kroſchel 81 P.; 6. Dinale=Tonani
30 P.; 7. Lehmann=Wiſſel 15 P.; 8. Piinenburg=Braſpenning und
Jan van Kempen=Madelkow je 10 Punkte. Drei Runden zurück: 10.
Petri=Stübbecke 65 P.; 11. Piet van Kempen=Schön 62 P.; 12. Le=
moine
=Peix B P.; 13. van Hewel=Debruycker 12 P.; 14. Dempſeh=
Walthour 5 Punkte.

Die Tagung des Deutſchen Tennis=Bundes am 15. und 16. Februar
findet nicht, wie urſprünglich vorgeſehen, in Königsberg, ſondern in
Weimar ſtatt.
Franz Dübbers, der deutſche Exmeiſter im Federgewichtsboxen, ver=
lor
in Brüſſel gegen den früheren Europameiſter Scillie nach Punkten.

Geſchäftliches.

In den Geſchäftsräumen der Fa. Adam & Co. Köln, Sachſen=
ring
58, ſollen mehrere tauſend Kilo nicht ſortierte Miſſionsbriefmarken
von Miſſionen, Klöſtern uſw., ſeit langen Jahren in der ganzen Welt
geſammelt, mit vielen alten und ſeltenen Marken ohne Unterſchied des
Wertes nach Gewicht verkauft werden. Intereſſenten erhalten ſofort
plombierte oder verſiegelte Original=Probe=Kilos von 110 Kilo. Siehe
Veröffentlichung in der heutigen Nummer.

Rundfunk-Programme.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6 u. 6.30:
Gymnaſtik. o Ca. 7: Konzert. o 11.45: Werbekomen
Wetter, Wirtſchaftsm. Waſſerſt. o 12.10, 12.15: Wet
Schallplatten. O 12.55: Nauener Zeit. 8 13: Schallvig
Werbekonzert. O 14.50, 15.50: Zeit, Wirtſchaftsm. o 19
Handelsk. (Dt. u. Fr.). o 17.45: Wetter, Wirtſchaftsm
des Nachm.=Konzerts: Vereisnachrichten.o 18.,05, 19.15 Ir=
Wirtſchaftsmeldungen. O 22.15: Nachrichten, Sport, Wet==
Sonntag, 9. November.
7.00: Hambürg: Glocken vom Großen Michel.
815: Morgenfeier der ev=luth. Freikirche. Bach: Bräſif
Bach: Du Friedefürſt, Herr Jeſu Chriſt. Bibelworte
leb hab’ ich dich, o Herr. Alte Weiſe. Anſpracher
Schneckenbacher. Mendelsſohn: Einer iſt König.
Mendelsſohn: Lob Gott getroſt mit Singen. Reger=M
i G=dur für Flöte.
9.30: Stunde des Chorgeſangs.
19.15: Vortragsſtunde von Lilly Freud=Marlé: Rainer 7.
10.45: Latenmuſik. Kompoſitionen von Weber, Schubert.
und Jenſen. Ausf.: Mitgl. eines Singkreiſes, Anne=?
(Sopran), H. Fehſe (Oboeſ.
11.30: Pfarrer Erich Meyer: Fünfzig Jahre Arbeit amk.,
Volkstum im Auslande.
12.00: Konzert.
13.00: Landwirtſchaftskammer Wiesbaden: Die Behan//
Saatkartoffeln im Winterlager. Zweck und Bed 44
Moſtunterſuchung. Was iſt beim Pflanzen eines 291
beachten?
13.10: Haltung und Fütterung der Ziege.
13.25: Dipl=Landw. Dr. Goecke: Das Landmädchen.
14.00: Stunde der Jugend: Tartüffel.
14.50: Anſage und Einführung in die folgende Oper.
14.55: Staatstheater Kaſſel: Die Perlenfiſcher. Oper
17.00: Albrecht Schaeffer lieſt aus eigenen Werken.
17.30: Stuttgart: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchei=
Bauernmarſch. Joh. Strauß: Roſen aus dem Südell E
Translateur: Rokoko=Gavotte. Jeſſel: Schwarinil w
Potpourrt. Jones: Der verliebte Goldfiſch und .)
kleine Geiſha aus Die Geiſha. Ziehrer: Näſchſt
Mazurka. O. Straus: Niki=Marſch. Soliſtin: .
ler=Steuer.
18.30: Rheiniſche Charakterbilder: Pater Martin von
19.30: Hundert Minuten Oeſterreich Ein bunter Abenk!.
21.10: Gaſtſpiel Hermine Körner: Mittagswende. Siy
drei Akten von Paul Claudel.
23.15: Tanzmuſik der Kapelle Jan und Patrik Hoffn
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werltags=Progron
Wetter für den Landwrt. O 6.30: Gymnaſtif 6.55::9
den Landwirt. o Ca. 7: Konzert. O 10.30. 13.30:
O 12.25: Wetter für den Landwirt. (So. 12.50). 0 12
Schallplatten (außer So.). o 12.55: Nauener Zeit.
Schallpl. O 15.30: Wetter, Börſe. O 19.55: Wetter für14
Deutſche Welle. Sonntag, 9. November.
7.00: Funk=Gymnaſtik.
8.00: Mitteil. und prakt. Winke für den Landwirt.
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.20: Reg=Baumeiſter Ahrends: Neue Wege im larnd
8.50: Morgenfeier. Uebertr. des Stundenglockenſpie
damer Garniſonkirche. Allerſeelen.
Anſcht.: Uebertr. des Glockengeläuts des Berliner Dur
11.00: Bach=Kantate: Nur Jedem das Seinel, Kant4
pran, Alt, Tenor und Baß von Bach.
11.30: Elternſtunde: Kinder, die ihre Eltern erziehen.
12.00: Leipzig: Der Tanz in der Sinfonie. Leipziger S
1400: Jugendſtunde: Feuerwehr.
14.40: Siegfried von der Trenck.
45.05: Lieder von Schubert, Richard Wintzer und Robs=
Roland Hell (Tenor).
15.20: Prof. Dr. Thienemann: Forſchungsreiſen aut
matra und Balt.
15.40: Handball=Städteſpiel Berlin gegen Hamburg P.
16.10: Volkstümliches Orcheſterkonzert. Außer: Qup. zuu
vold. Thießen: Romanze für Streichorcheſter m
tett. Pringsheim: Kleine Suite im alten Stil
orcheſter. Schmalſtich: Faſchings=Suite. J.4
Cſardas aus Ritter Pasman; Perpetuum mobile
ſtimmen, Walzer. Berliner Sinfonie=Orcheſter.
17.30: Willi Schaeffers und ſein Studio.
18.00: Stunde des Landes: Bris Pilniak Erde an 17
18.30: Heinz Karl Heiland: Jagderlebniſſe in Kaſchm=
19.00. Julius Bab: Das Theater der Gegenwart.
19.30. Jakob Martin Dolata lieſt eigene Dichtungenn
20.00: Staatsoper Unter den Linden: Fürſt Igor
Borodin. Dirigent: Leo Blech. Mitw.: H. Janſf
Friedrichs, H. Roswaenge, Th. Scheidl, E. Liſt, A
M. Noe, O. Helgers, W. Henke, Ida von Si
Elfriede Marherr.
Ca. 23.30: Tanzmuſik. Kapelle Dajos Bela,
Als Einlage: Beim Sechstagerennen.

Wetkerbericht.

Obwohl der Luftdruck bei uns durch den Vorſtoß de
kräftig angeſtiegen iſt und ſchon nahe an 770 Millimeter. d
ſich gegenwärtig noch Ausläufer der Nordmeerſtörung aub
Luft fließt uns vorerſt aus ſüdweſtlicher Richtung zu, bru
ten Temperaturanſtieg und zeitweiſe etwas Regen mit V
den im Laufe des morgigen Tages durch die Rückſeitt
Winde über Weſten drehen und kühlere Luft heranbe=
klart
ſich der Himmel zeitweiſe auf und der hohe Baronn
weiter geſtützt werden, ſo daß etwas ruhigeres Wettes
der Temperaturgegenſätze zwiſchen Tag und Nacht bevuch
Ausſichten für Sonntag, den 9. November: Vorerſt nock4
kig mit etwas Niederſchlag, mild, ſpäter mehr auſt 4
friſchend, dabei vereinzelte Schauer.
Ausſichten für Montag, den 10. November: Stellenwo
tagsüber mehr aufheiterndes Wetter, Temperaturge31
Tag und Nacht ſich wieder verſchärfend.

Hauptſchriftleltung: Rudolf Maupe
Veranworſich für Poltit und Wirtſchaſt: Rudolf Maupe: ſir Fell
Ausland und Heſſche Nachrichten: Mar Streeſe; für Sports Re
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch: für den Schlußdlenſi: Andigr:i!
Die Gegenwart. Tageeſpſegel in Bild und Wornt. Dr. Herd
für den Inſergienteil und geſchäftiche Mittelungen: Wil?0
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Telephon 2188

[ ][  ][ ]

Bohne gut und billig.

(t5ü der modernen Wohnkultur: was zweckmäßig iſt
iſt ſchön.
Von Gerhard Stahl.
ſu der Wobnungsnot, die zum großen Problem
nage wurde und jeden ſechſten Hausſtand Deutſch=
das
härteſte betrifft, gibt es noch eine zweite
BBohnens, die im Verborgenen wirkt und wenig
weden macht. Es kommt ja nicht allein darauf an,
wiberhaupt wohnt, auch das Wie des Wohnens
gu Bedeutung. Was nützt es dem Wohnungsſuchen=
Fau er endlich ſeine vier Wände hat, und nun erſt
t u iem ſchwierigen Problem ſteht, ſich mit möglichſt
ſchy Mitteln eine Dreizimmereinrichtung für Kind und
elßzu chaffen. Was nützt es ihn, wenn er mit Mühe
ATpie 1500 Mark, die ſo eine Wohnung an Abſtand
üikoſtenzuſchuß koſtet, auftreibt und wem er
Frbiſtande iſt, die weiteren 3000 Mark aufzubringen,
* duſzlvormale Simmereinrichtungen und eine Küchen-
armiräiverſchlingen
. Unſeren Vätern war die Einrich=
9A4ler Grundſtock ihres Vermögens, ſie lebten unter
rhElſſen, die es ihnen möglich machten, dieſes Ver=
gei
mehr oder weniger wertvollem Mobiliar anzu=
genR
? räumten von Mahagoniholz und Marmorplatten,
on hitſtenen Lüſtern und ähnlichen Dingen, die ſehr viel
eld Mteien, und ihre Einkünfte waren derart, daß dieſer
Faunh iber oder ſpäter in Erfüllung gehen konnte. Sie
aitenh aich reichlich Seit. Sie heirateten ſpäter als unſere

die Ausſteuer mit. Eben den erträumten Maha=
x
, die Marmorplatten und die Bronzelüſter...
Allegen in einer anderen Welt. Uns iſt es nicht, wie

unſeren Vätern, ſelbſtverſtändlich, daß man überhaupt
wohnen kann, wir träumen nicht von einem luxuriöſen
Wie ſondern von der rauhen Sachlichkeit des Ueber=
haupt
. Wir wollen ein Dach überm Kopf haben, ein Bett
zum Schlafen und einen Stuhl zum Sitzen, uns iſt es ſehr,
ſehr wurſt, ob dieſes Bett aus Paliſander iſt und der Stuhl
mit echtem Nindsleder bezogen, und die Not hat uns gelehrt,
auf Bronzelüſter zu pfeifen. Und dieſe Not hat unſere
Künſtler beeinflußt, ſie hat ihnen die Erkenntnis gebracht,
daß der einfache Sweckgegenſtand, der Stuhl und das‟
Bett weitaus ſchöner ſind als die phantaſtiſchen Aufbauten
unſerer Väter, hinter deren Umriſſen der eigentliche Sweck
nur noch zu erahnen war.
Sie haben erkannt, daß ſchon der leere Naum allein in
ſeiner lichtdurchfluteten Sweckgeſtalt ſchön iſt, ſchön
ohne Draperien an den Wänden, ohne geſchnitzte Cüren
und Fenſter, ohne Stuck=Amoretten an den Decken. Sie
haben erkannt, daß jeder Einrichtungsgegenſtand ſchön iſt,
wenn er ſich den einfachen, klaren Linien des Naumes
anpaßt.
Und dieſe ehemalige Erkenntnis gebar ſtets neue Wun=
der
. Man ſah, daß jedes Möbelſtück in jeden Naum paßte,
wenn ſeine Linien nur klar und einfach waren. Die klaren
Linien ergaben ſich aber ganz von ſelbſt, wenn der Entwurf
allein auf Sweckmäßigkeit eingeſtellt war. Wenn ein Ciſch
eine Platte mit vier einfachen Beinen war. Wenn ein
Stuhl eine Sitzgelegenheit und nur eine Sitzgelegenheit war.
Wenn eine Lampe Licht, möglichſt viel Licht an die geeig=
nete
Stelle warf. Da konnte man dann einfach keine
Schnörkel und Sierate anbringen, denn ſie hindern das
Möbelſtück an ſeiner Sweckerfüllung und ſtörten ſeine rhyth=
miſche
Beziehung zum Naum.
Das neue Möbelſtück, das ſo entſtand, wirkte durch ſeine
Form, und nicht durch das Material, aus dem es verfertigt
war. Man konnte alſo darauf verzichten, teure Hölzer zu
verarbeiten. Und dadurch, daß dieſe Eirichtungsgegen=
ſtände
aus billigſtem Material auf einfachſte Art hergeſtellt
wurden, mußten ſich ihre Herſtellungskoſten auf ein Minimum
herabdrücken laſſen, ſo daß die moderne Eirichtung weit=
aus
billiger iſt, als jede andere.
Mit dem Sieg der Sweckmäßigkeit ſind zahlreiche Be=
griffe
, die zum Mobiliar von früher gehörten, verſchwun=
den
. So die komplette Garnitur‟. Die Anſprüche und
Bedürfniſſe der Menſchen ſind verſchieden, die Wohnräume,
ihre Größe, ihre Lichtverhältniſſe ſind verſchieden, es geht
nicht an, überall die gleiche Garnitur hinzuſtellen. Man
wird allenfalls die Stühle und Nuhebetten mit dem gleichen
Bezug verſehen, man wird in einem Naum abgeſtimmte
Farben verwenden. Aber das iſt auch alles. Denn das
moderne Möbelſtück ſoll ja überall ſeinen Sweck erfüllen,
überall ſich in den Raum einfügen.
Der Schrank von früher iſt ein typiſches Beiſpiel, wie
es war und nicht mehr ſein ſollte. Man ſollte ihn ſich einmal
daraufhin anſehen. Er war ein Nieſe in ſeinen Ausmaßen,
ein Swerg in ſeiner Leiſtung. Er war mindeſtens zwei Meter
hoch, und barg doch nur Kleider, die allenfalls einen bis
anderthalb Meter lang waren. Der Neſt des Naumes ging
verloren. Dabei war er niemals tief genug, um ein be=
quemes
Unterbringen der Kleider zu ermöglichen. Wem es
die Umſtände nicht geſtatteten, ſich die Schränke gleich in
die Simmerwände einbauen zu laſſen, wird die Behälter
nach folgenden Seſichtspunkten anlegen: ein Kleid, ein An=
zug
, an einem Bügel befeſtigt, iſt ſchlimmſtenfalls einen
Meter 50 Sentimeter lang, im allgemeinen viel kürzer. Es
genügt alſo, wenn der Behälter anderthalb Meter hoch iſt,
man kann dann auch ſeme Oberfläche benützen. Er braucht
auch nicht allzu tief zu ſein. Denn eine einfache Vorrichtung
geſtattet es, die Kleiderbügel kuliſſenartig drehbar zu be-
feſtigen
, ſo daß ſie nur ſehr wenig Naum einnehmen. Man

erhält dann ein Gebilde, das lang und niedrig, entweder eine
Wand einnimmt, ohne den Naum weſentlich zu verengen,
oder aufgeteilt in zwei Einzelſtücken ſehr ſchön zur
architektoniſchen Gliederung des Naumes beitragen kann.
Ein Kapitel für ſich iſt die Küche. Sie iſt als abſoluter
Sweckraum, als Werkſtatt der Hausfrau einfach, prak=
tiſch
und hugieniſch. Ihre Gliederung in Ciſch, An=
richte
und ſo fort entſpricht nicht dieſen Bedingungen. Der
Herd, der Arbeitstiſch, der Spültiſch, Eisſchrank und Be=
hälter
für Geſchirr und Kochtöpfe bilden eine Einheit, die
ſo angeordnet iſt, daß jeder Arbeitsvorgang ein Mindeſt=
maß
an Bewegung, alſo an Energieverbrauch erfordert.
Die Sußböden ſind dunkel gebeizt oder mit Oelfarbe
geſtrichen und gewachſt. Man belegt ſie mit Kokos= oder
Binſenmatten, Linoleum oder Velour, je nachdem, wie es
der Beutel verträgt.
Ueberhaupt der Beutell Er darf die moderne Woh=
nung
am freudigſten begrüßen, denn die Wohnung des
Unbemittelten braucht nicht weniger ſchön und nicht weniger
praktiſch zu ſein, als die des Bemittelten. Sie unterſchei=
den
ſich nur im Material, aber nicht in der Form. Und
der Unbemittelte wird dabei von ſeiner Wohnung immer
noch ſagen können, daß ſie ſtilechter ſei, weil ſich Fich-
tenholz
oder Eichenholz beſſer mit der betonten Einfachheit
verträgt, als die ſibiriſchen Birken und kaukaſiſchen Nuß=
bäume
der reichen Leute.
Was die Bekleidung der Wände anbetrifft, ſo iſt eine
gute Capete einem empfindlichen Farbanſtrich entſchieden
vorzuziehen. In der Seit nach dem Kriege lag die Capeten=
induſtrie
ſo danieder, daß vielfach mit Erfolg eine Abkehr
von der Capete gepredigt wurde. Heute hat die deutſche
Capeteninduſtrie in jeder Weiſe die Kriegsfolgen über=
wunden
, und ihre Erzeugniſſe ſind untrennbar verbunden
mit dem Begriff einer ſchönen modernen Wohnung. Bei
der Wahl der Capeten berückſichtige man insbeſondere auch,
welche Möbel man in den betreffenden Naum hineinſtellen
will. Es iſt lelbſtverſtändlich, daß die Farbe der Capete mit
der Farbe der Möbel harmonieren muß. Darüber hinaus
müſſen auch die Lichtverhältniſſe des Naumes in Betracht
gezogen werden. Ein Simmer, das wenig Licht erhält,
braucht eine hellere Grundfarbe als ein Naum, der vom
Licht überflutet wird.
Im allgemeinen wird es ſich empfehlen, die Capeten
bis an die Decke heraufzuziehen. Es iſt nicht recht einzu=
ſehen
, warum die Wandbekleidung in einer gewiſſenHöhe plötz=
lich
abbrechen ſoll. Die räumliche Wirkung verlangt zumeiſt
im Gegenteil, daß alle ſinnloſen, weil nicht räumlich begrün=
deten
Unterbrechungen unterbleiben ſollen. Bekanntlich iſt
es einem geſchickten Innenarchitekten möglich, durch ge=
eignete
Farbgebung der Wände und entſprechende ornamen-
ale
Gliederung einen Naum größer oder kleiner erſcheinen
zu laſſen, als er wirklich iſt. Mit Rückſicht darauf, daß
moderne Wohnungen gewöhnlich über recht kleine Näume
verfügen, dürfte es ſich empfehlen, dieſe Möglichkeiten
weiteſtgehend auszunützen. Es würde zu weit führen, an
dieſer Stelle Einzelheiten zu erörtern, auf welche Weiſe
derartige Wirkungen erzielt werden können. Es mag
genügen, wenn darauf hingewieſen wird, daß im allgemeinen
hellere Näume größer ausſehen als dunklere, und daß
liedrige Wände höher wirken, wenn das Capetenmuſter
von oben nach unten verläuft.

[ ][  ][ ]

Wovor ich mich am meiſten
fürchte
Eine Umfrage zwiſchen Alltag und Bernf.
Furcht iſt em ſehr relativer Begriff, er hängt
ganz ab von dem Einzelindividuum und ſeien
Lebensumſtänden. Wir haben eine Neihe von
Angehörigen aus verſchiedenen Berufen gefragt,
wovor ſie ſich am meiſten fürchten. Hier die
Antworten:
Der Verkäufer eines Modewarenhauſes:
Wovor ich mich am meiſten fürchte? Vor den Freun=
dinnen
der Käuferinnen. Wem ich ſchon ſehe, daß zwei, gar
drei Frauen miteinander kommen, um einen einzigen Stoff, ein
einziges Kleid auszuſuchen, dann weiß ich, was mir blüht. Statt

eines Kopfes und einer Meinung, habe ich drei Köpfe und
zwanzig Meinungen. Denn jede der beratenden Frauen gibt
nicht nur ihre eigene Anſicht zum Beſten, ſondern auch noch die
Anſicht anderer Bekannter, Freunde, Freundinnen. Des weiteren
haben alle drei Frauen ſicher ſchon ſämtliche Geſchäfte der
Gegend abgelaufen, haben Modelle probiert, Proben von ſämt=
lichen
paſſenden und unpaſſenden Stoffen in den Handtaſchen,
vergleichen, lehnen ab, bemängeln alles, vom Preis bis zum
Material, und reden ſolange auf meine Käuferin ein, bis die
nach einer Stunde der Wahl und der Qual ergebnislos das
Geſchäft verläßt. Wir bleiben abgekämpft inmitten von Bergen
von Kleidern und Ballen von Stoff zurück, haben Seit, Nerven,
Geduld daran geſetzt und bekommen vielleicht noch einen böſen
Rüffel vom Abteilungsleiter, weil wir keinen Erfolg hatten.
Der Dienſt am Kunden iſt manchmal leichter geſagt als getan,
einer allein geht noch, aber eine Invaſion wegen eines Gegen=
ſtandes
ſehen Sie, davor fürchte ich mich.
Die Filmſchauſpielerin.
Wovor ich mich fürchte? Davor, daß beim Confilm die
Siſchlaute meiner Stimme ſo klingen, als ob ich ewig mit der
Sunge anſtieße. Die Frauenſtimme in ihrer höheren Lage iſt ja
überhaupt ſchwer aufzunehmen. Und jeder Commeiſter muß ſich

Ol u ck.
Erzählung von Luigi Pirandello.

auf eine neue Stimme immer erſt einſtellen. Wem der
Silm im Vorführraum zum erſten Male vorgeführt wird, zittere
ich jedesmal vor Angſt ob auch alles in Ordnung ſein wird,
die Stimme, das S, das Nichtliſpeln und ob ich gut ge=
ſchmikt
war. Vor dem Vorführraum und dem erſten Wieder=
ſehen
und Wiederhören mit mir ſelbſt davor fürchte ich mich
am meiſien.
Der Arzt.
Wovor ich mich fürchte? Vor den hoffmngsloſen Fällen,
be: denen mit dem beſten Willen, mit dem größten Können nichts
zu machen iſt. Bei denen dann der Augenblick kommt, wo man
den Angehörigen, einer verzweifelten Frau, einem zitternden
Elternpaar das Codesurteil bekannt geben muß. Soviel wunder=
volle
Momente man als Arzt auch hat, Momente des tiefſten
Slückes, wenn es gelang, zu helfen, auszurichten, Arzt des
Körpers wie der Seele zu ſein das alles verſchwindet in der
Stunde, in der man ſeine Ohnmacht gegenüber der Natur er=
kennen
und den Menſchen, die um einen geliebten Kranken
bangen, die letzte Hoffmg nehmen muß. Davor fürchte ich
mich.
Der Arbeitsloſe.
Waren Sie einmal arbeitslos ohne Mittel, ohne Eſſen,
ohne Geld, die Miete zu zahlen? Daheim eine Frau, die auch
nichts verdient, und kleine Kinder, die ewig hungrig ſind und
nicht begreifen können, warum die Stulle immer kleiner und
magerer ausfällt? Haben Sie ſchon emmal den Weg aufs
Arbeitsamt gemacht, was ſag ich, einmal, nein, hundertmal
immer und immer wieder vergeblich? Wenn ich ſchon in die
Straße einbiege, in der der Arbeitsnachweis liegt, fange ich an,
zu zittern ich fürchte mich vor dem ergebnisloſen Suchen und
Suchen, vor all den unnützen Wegen vor dem neuen Cage,
der anfängt, vor der Nacht, die einen vor Sorge und Hunger
nicht ſchlafen läßt ich fürchte mich vor dem Leben.

Sorm fällt einem ein, kein Satz ſitzt richtig m
ſchreiben, ſchreiben, vielleicht Blödſinn, aber ſie ſchrmil
und die Seit geht hin, als ob ſie pro Minute ber
Dabei weiß man: wenn man wieder eine Arbeit ver=
mulmig
aus mit der Verſetzung. Die Klaſſenadeie,
fürchte ich mich.
Der Wirt eines Ausflugslokals.
Ich bin nicht ſchreckhaft. Aber wovor ich müß.
ſind die verregneten Sonn- oder Feiertage. Sehen 80
für uns iſt ja nur kurz, die Sonn- und Feierton,
bringen. Die Laſten an Steuern, Perſonal, Belgun
ſind faſt imerträglich. Nun kommt der Somnr
rausreißen ſoll wir haben Hilfskellner engagen
angeſchafft und ſtatt des erwarteten Gäſteſtm,
der Negenſtrom ein. Em paar verregnete Sonntao=
können
Konkurs anmelden. Vor den verregneten 1/
ich mich.

Der Schüler.
Wovor ich mich fürchte? Vor der Klaſſenarbeit. Man
hat daheim geochſt und geochſt, ſich ralle möglichen Vokabeln,
alle Chemen überlegt, die dem ausgeruhten Kopfe des werten
Lehrers einfallen können aber es kommt immer anders, als
man denkt. Das Chema wird ein ganz anderes, und ausgerechnet
immer ein ſolches, das einem nicht liegt die geochſten Voka=
bein
ſind weg wie verhext. Man ſitzt vor dem Heft keine

Der Medizinſtudent.
Wovor ich mich fürchte? Daß beim Phyffſy
lich geſchmierte Anatomiediener die Präparate varn
her hat er uns geſteckt, welches Präparat ich bee
ein anderer zu erwarten hat und wir haben
dende Kenntniſſe geſammelt. Wir rechnen auf ein
es kann uns ja nichts paſſieren aber das
und der Menſch verwechſelt die Präparate. Au
ſchön aus. Davor fürchte ich mich hoffentlich
ausgerechnet mir.
Der Schauſpieler.
Wovor ich mich fürchte? Es gibt ſo manckk
giſche Stücke, die an irgendeiner Stelle eine Klin=
Satz, ein einziges Wort nur, das einen kleinen
hält und das geliebte Publikum fängt an zu lar)
zu toben dann iſt es aus, und unglückſeligr!
meiſten Autoren ſo voll Affenliebe für die Kind.
daß ſie um jedes Wort kämpfen und nicht auf jr
Bau hören, die wir eine feine Witterung haber
man dem Publikum zumuten kann. Vor ſoldA
augenblicken, wo die Grenze zwiſchen Cragik un
liegt, fürchte ich mich.
Der Nichter.
Wovor ich mich fürchte? Vor dem Fehll;
aller Mühe, alles Wiſſens und Gewiſſens jedem 59
unterlaufen kann. Strafprozeſſe, bei denen nurr
liegen, und ſeien es ſelbſt faſt lückenloſe, bereita

zurückzukehren.
wollen, verzog ſie ſchmerzhaft das Geſicht, als ob ſie im Innern
hatte, einen grauſamen Poſſen geſpielt.
man ſie an, ließen ſie ein Wehklagen hören.
den Nacken wie unter einem Joch gebeugt, ging ſie über die Schlag erhalten.
hochflaumigen Ceppiche durch viele halbdunkle Simmer, in denen
um das Geſicht zu verdecken.
ihre Schulter:
Liebe Cochter, verkündete ſie ihr, er hat zugeſtimmt. ſeiner Enkel?
Lachen und Weinen, die Frage ausſtieß:
Ja? Ja? Wie doch? Ja?
als mit der Stimme.
Hat er geſchrien? War er wütend?
Nein, gar nicht ...
Nun?
entdrennen, zugeſtimmt hatte.
ten laſſen, die vor kurzem das Haus verlaſſen hatte.
Die vom Väter ohne Entſetzensſchreie, ohne Wutausbruch
erteilte Suſtimmung hatte für ſie eine ganz andere Bedeutung
als für die Mutter.

Hamnmfrnfnfrmarnanarnäfanranranrfäff
Ke
Eine ganz andere, aber nicht minder ſchmerzhafte.
Vielleicht deswegen, weil ſie ein Mädchen und die Sweit=
geborene
, vielleicht deswegen, weil ſie unhübſch war, beſcheiden,
ſcheu und ſtill. Vielleicht deswegen hatte ſie der Vater nie als
Die alte Herzogin trat verſtört aus dem Simmer, i das ſich Cochter, ſondern vielmehr als ein überflüſſiges Ding im Hauſe
ihr Gatte ſeit dem Cage eingeſchloſſen hatte, an dem ſeine betrachtet; ein überflüſſiges Ding, das ihn ärgerte, ſo oft er von
Schwiegertochter mit den beiden Enkeln das Palais und die ihm bloß angeſehen wurde. Es lohnte ſich daher wohl nicht der
Stadt verlaſſen hatte, um zu ihren Verwandten nach Nicoſia / Mühe, ſich zu ärgern und darüber aufzuhalten, wenn ſie einen
Diener, einen Volksſchullehrer, heiraten wollte; in ſeinen Augen
Beim klagenden Knarren der Cür, die ſie leiſe hatte zuziehen war ſie vielleicht einer beſſeren Ehe nicht würdig.
Die Mutter hingegen, die in inniger Liebe der Cochter ver=
etwas
zerreißen fühlte. Was hatte dieſes Knarren zu bedeuten? bunden, ſo angſtvoll mit dieſer Bitte vor den Gatten getreien
Nichts. Vielleicht hatte es der Herzog gar nicht wahrgenommen. war, kannte ſehr wohl deſſen fanatiſchen und ſtrengen Stolz, der
Crotzdem verharrte die Herzogin lange in verwirrter Erregung, ſich immer mehr ſteigerte, je ſchlechter allmählich die finanziellen
als hätte ihr die Cür, die ſie doch mit ſolcher Vorſicht behandelt Verhältniſſe der Familie wurden. Ebenſo kannte ſie die maßloſe
Wut, die ihn bei jeder neuen Errungenſchaft des Volkes ergriff,
Nicht nur die Seelen, auch alle Gegenſtände dieſes Hauſes, die ihm ein neuer Anſchlag gegen ſeine adeligen Vorrechte ſchien.
das ſo viele Familienandenken in ſich barg, ſchienen ſeit einiger Und ſie dachte, daß nun, wo er ſeinen ſonſt ſtärkſten Negungen
Seit von einem heftigen Krampf beſeſſen zu ſein: kaum rührte entſagte, zweifelsohne die letzte Auflöſung ſeines Geiſtes begonnen
habe, der durch ſeinen Sohn, den einzigen Erben ſeines Namens,
Eine Weile horchte ſie. Dann, verſtört und bleich im Geſicht, der mit der Schauſpielerin durchgegangen war, einen ſo harten
Don Gaſpare Griſanti, Herzog von Noſabia, Marquis von
zwiſchen den altertümlichen Möbeln und den dunklen, düſteren Collemagno, Baron von Jontana und Gibella, der der ehemali=
Möbeln ein ſeltſamer Hauch auf die Lungen drückte, ein Alp der gen Negierung der Swei Sizilien noch ergeben und von den letz=
Vergangenheit. Sie betrat die Schwelle des entfernten Simmers, ten Sproſſen der gefallenen Dynaſtie dadurch geehrt wurde, daß
in dem Eliſabetta, ihre Cochter, in ängſtlicher Spannung wartete, ſie mit ihm in brieflichem Verkehr ſtanden; er, der täglich zur
Als Eliſabetta den Ausdruck im den Mienen der Mutter Seit des Corſos in der Via Marqueda von der Höhe ſeiner
wahrnahm, glaubte ſie, ſterben zu müſſen. Das Ungeſtüm, mit altertümlichen Karoſſe auf der rückwärts zwei Pagen mit
dem ſie ihr nach der langen Erwartung entgegenlaufen wollte, Perücken unbeweglich ſtanden, während ein dritter neben dem
verlief ſich, und in allen Gliedern fühlte ſie eine derartige rieſenhaften Kutſcher ſaß wie von einem Chron herabſah,
Schwäche, daß ſie nicht einmal die ſchmalen Hände heben konnte, ohne jemanden zu grüßen, ſteif, finſter, verächtlich, um zum ein=
ſamen
Park der Favorita zu fahren: dieſer Mam gab ſeine
Doch die Mutter näherte ſich ihr und legte leiſe die Hand auf Zuſtimmug zur Ehe ſeiner Cochter mit einem Herrn Fabrizio
Pmgiterra, Volks= und Curnlehrer, ehemaligem Hauslehrer
Das Mädchen erzitterte und ſah die Mutter mit verzerrtem Er hatte gehofft, ſeinem Geſchlecht durch die Ehe des fungen
Antlitz an. Der Gegenſatz zwiſchen der Freude, die die Botſchaft Herzogs mit einer ſehr reichen Erbin, der einzigen Cochter eines
der Mutter in ihr erweckte, und dem Erſtickungsgefühl, das ihr / Barons vom Lande, neuen Glanz zu verſchaffen. Doch hatte ſich
der Anblick der verſtörten Miene der Mutter verurſachte, war / der Unglückſelige mit ſchändlicher Liebe beſudelt, ſodaß er ſchließ=
ſo
heftig, daß ſie, die Hände ringend, zwiſchen krampfhaftem lich durchgehen mußte. Und die Schwiegertochter hatte trotz aller
Bitten vom Gericht die vollſtändige Crennung der Ehe erlangt
und war zu ihren Eltern zurückgekehrt. Alles war aus. Er
Ja, wiederholte die Mutter, mehr mit eier Kopfbewegung, brachte jedes Opfer, nur um die Prunkkaroſſe mit den drei
Pagen für ſein tägliches Erſcheinen in der Oeffentlichkeit zu
behalten und um zu ermöglichen, daß vor ſeinem Palais der
Pförtner in voller Gala mit dem Stab ſtehen köme, obwohl ſeit
einem Monat, nämlich ſeit dem Cage, an dem die Schwiegertoch=
Doch gleich begriff ſie, daß die Mutter eben deswegen ſo ter das Palais verlaſſen hatte, die Pforte, die zur Freitreppe
verſtört war, weil der Vater, ohne zu ſchreien, ohne in Wut z führte, geſchloſſen geblieben war, um niemandem Einlaß zu ge=
währen
.
Sie hatte den Vater um die Suſtimung zu ihrer Hochzeit ! Biſt du micht geſtorben? hatte er die Gattin gefragt. Ich
mit dem Haslehrer der beiden Kinder der Schwiegertochter bit= ſchon hatte er hinzugefügt. Sie im Schmutz und wir dazu,

Die Mutter wollte in irgendwelcher Form Q=
mildern
, die der Vater mit ruhiger und kühler
keinen Widerſpruch duldete, geſtellt hatte. Doch,
ſie, ihr alles zu ſagen.
Ja ..., du weißt ja, daß er ſeit einiger Se?
ſehen will ...
Er will ihn alſo nicht ſehen. Und dam?
Dann ..., die Freitreppe, du weißt ja, il)
ſeit deine Schwägerin . . .
Er will alſo, daß er weiter die Dienertreppe
Die Mutter zauderte. Sie wußte nicht, wie ſiü
ſagen ſollte, daß ſie nach der Ehe nicht einmal ar?
betreten dürfe.
Um . . . um dich zu ſehen . . .", ſtammeltee!
ja, dann . . ., wenn du verheiratet ſein wirſt,
Cag zu dir kommen.
Eliſabetta ergriff die Hand der Mutter, kür
netzte ſie mit Cränen.
Arme Mama . . . . arme Mama . . . .
Weißt du . . . .?" fuhr dieſe fort, ichk 1
lachen . . . . Du weißt ja, welche Stücke er 2
hält . . . mr . . . die nicht, ſagt er, die nicht.
Und als ob es wirklich eine gar ſo lächerliche
wäre, begann die alte Herzogin zu lachen, zu lacn
tat, als ob ſie dieſer Lachanfall daran hindern kinl
ter auch dieſe, dieſe lächerliche Bedingung bekatd
Er will, daß ich einen kleinen Wagen aufm!.
zu fahren . . ., doch erlaubt er, daß wir zuſanin
aber nur mit dem aufgenommenen Wagen .. ."
nicht! Mit dieſer nicht! Ach dieſe . . . . dieſe
Wieviel will er mir geben? fragte Eliſaball
Wieder tat die Mutter, als ob ſie nicht beg.!
gehört hätte, um Seit zu gewinnen und die Anti*
ten, die ihr die peinlichſte war.
Was meinſt du?"
Die Mitgift, Mama?
Eliſabetta gab ſich keinen Cäuſchungen hin.
der Lehrer ſie nur deswegen heiraten würde.
um ſieben Jahre älter als er, und ſie wußte, 92
welkt war, mehr als verwelkt! Verdorrt, i 9e
Schatten dieſes Hauſes, das von ſo viel toten
wurde, ohne je geblüht zu haben. Sie hatte niche‟!
an ſich, das das Verlangen eines Mams
können. Ohne Geld würde auch der Ehrgeif,

mur dem Namen nach des Herzogs von Vge1

ſchon halbtot, ſetzen unſere Maskerade fort.
Eliſabetta erwachte ſeufzend aus ihren Gedanken und fragte
die Mutter:
Was hat er geſagt?

nicht die Macht haben, ihn an ſie zu ketten. E‟
ſchon in der ſicheren Annahme zu verſtehen 99e
Herzog nie herablaſſen würde, ihn als Schwiegr ?
und zu behandeln. Er hatte ſogar gewagt, iM.
er, Fabrizio Pingiterra, da er, genau wie Ve
deſſen Freund er war, demokratiſch und liberd!
nahe ein Opfer bringe, wenn er mit einem Pſl-u
rückſtändig galt, in Verwandtſchaft trete. Sür 9
gern, für ſie, die ſo gut und beſcheiden war, en!"
lich, einzig für das Geld, hatte ſie ſich geſo9.
Abſchen zu fühlen.
Nein, nein: weder Ekel mch Abſcheu, hoch,

[ ][  ][ ]

riffe gegen die Nechtſprechung und gegen die
Find ja jetzt an der Cagesordnung. Aber nie=
tikorn
denkt einmal daran, daß der Nichter ja
von Paragraphen eingeengt iſt, wie der An=
niſ
nnen die Geſetze noch ſo weitherzig auslegen,
terize da und es iſt auch für uns keine Klei=
ſchlüſſige
Beweiſe zu verurteilen. Kritik üben
nber vielleicht ſollten die Kritiker ſich auch ein=
fiche
verſetzen. Sum Vergnügen verurteilen
ſu=ſten von uns. Aber davon, daß man auch mal
widerfahren läßt, habe ich noch nicht viel

Pförtner

Vortierfrauen, es glbt ſicherlich auch ſehr nette und gute mr
ich habe noch keine getroffen.
Der Acgniſiteur.
Kennen Sie die ſogenannte Klinkenfurcht?, die einen
überkommt, wenn man den ganzen Cag von Haus zu Haus, von
Cür zu Cür geht und Waren anpreiſt, mögen es Staubſauger
elektriſche Bohner, Ceppiche und was auch immer ſein? Ent=
weder
wird überhaupt nicht geöffnet, oder die Cür wird immer
eiem vor der Naſe zugeſchlagen. Gelingt es einem doch, unter
der Oeviſe: PPerſönliche Angelegenheit, perſönlich empfohlen von
Herrn X. 9. bis zu der Hausfrau, bzw. dem Chef vorzudringen,
ſo ſieht man ſchon an der ungeduldig unaufmerkſamen Art des
Suhörens, wie läſtig man iſt. Und doch muß man immer wieder
weiter, immer wieder verſuchen, denn man muß doch leben. So
läuft man mit ſchweren Caſchen und Paketen treppauf, treppab,
weiß genau, daß bei den ſchlechten Seiten nichts abzuſetzen iſt,
und daß man keinen einzigen Lieferſchein unterſchrieben mit=
bringt
. Im Craume ſehe ich mitunter eine endloſe Neihe von
Klinken, die ſich herauf= und herunterdrücken, immer wieder
immer gleich die Klinke davor fürchte ich mich.
Capfere Salerie.
Von H. v. Schad.
Blaßgrau ſteigt der Morgen über der Stadt herauf. Feiner,
halter Dunſt liegt auf dem Häuſermeer und verſchwimmt in den
Wolken.
Es iſt tote Seit für eine Großſtadt, um 8 Uhr morgens, an
einem Sonntag im Witer. Vereinzelte Kirchgänger eilen zum
Dom, Autos mit klirrenden Schneeketten fahren die Linden hin=
unter
. Straßenkehrer kratzen den Schnee von den Bürgerſteigen.

Imitten des breften Fahrdammes reftet ſeit Jahrzehnten der alte
Fritz. Ein Spatz hält Morgentoilette auf ſeinem Dreiſpitz mit
viel Gepulſter und Geſchüttel, daß der Schnee in weichen Kaskaden
auf die ſcharfe Naſe ſtäubt.
Vor der Staatsoper ſteht ein Crüpplein Menſchen, ſeltſam
iſoliert in der morgenleeren Straße eine Schlange vom Portal
bis zur Ecke der Vorderfront. Das wäre an ſich nichts Beſon=
deres
, denn man ſtand oft an in jenen Cagen, nach amerika=
niſchem
Schweineſchmalz, nach billigen Schuhen, nach Deviſen.
Aber dieſen Geſichtern fehlt der Ausdruck der dumpfen Neſigna=
tion
es liegt eine geſpannte Bereitſchaft in den Sügen, die
doch alle die Spuren der Entbehrung tragen.
Um elf Uhr beginnt der Vorverkauf der billigſten Plätze
für die Opernvorſtellungen der ganzen Woche. Um acht Uhr
ſteht bereits die Schlange vom Portal bis zur linken Ecke der
Vorderfront. Den Mantelkragen hochgeſchlagen, die Hände
tief in den Caſchen vergraben, warten ſie. Jeder Atemzug er=
ſtarrt
zu einer kleinen weißen Wolke.
So früh ſind die meiſten noch ein wenig wortkarg, noch
etwas benommen vom haſtigen Wechſel zwiſchen dem warmen
Bett und der froſtklirrenden Winterfriſche. Aber allmählich
tauen ſie auf. Sprechen über Oper und Schauſpiel, über Künſtler,
tauſchen Anſichten aus über Wert und Lücken neuer Inſzenie-
rungen
. Menſchen, die der verzweifelte Kampf um das Mindeſt=
maß
von Lebensmöglichkeit, das ihnen geblieben iſt, ſpröde und
unzugänglich gemacht hat, fangen an zu reden und verlieren
hre Scheu.
Schüler der Muſikhochſchule, Studenten, Angeſtellte aus
Büros und Warenhäuſern, kleine Kaufleute, Symnaſiaſten.
Ind ein Häuflein Aufrechter, die nicht klein beigeben, trotz
Papiergeldhochflut, und nicht untergehen wollen im Verzicht
auf Schönheit und Kultur.
Eine kleine, zarte Frau, blaß und mager, mit ſchwarzen

Die Hausfrau.
mich fürchte? Sie werden lachen aber es iſt
ch fürchte mich nicht vor Cod noch Ceufel
birkierfrau fürchte ich mich. Kein Menſch, der es
uhr hat, ahnt, was eine Großſtadtportierfrau in
ſietsst/; für Macht hat. Steht man mit ihr gut, dann
prus man dies Gutſtehen auch mit allerlei Geld be=

. Pſe aber, wenn man aus irgendeinem Grunde es
ſer ſerd n hat. Und das iſt leicht geſchehen. Die Kinder
mnt in=al mit unabgewiſchten Füßen das Creppenhaus
ſaufnsnu ſein, oder man hat zuviel Beſuch, der die
ſehtit’s Mädchen braucht nur einmal die Herrſchafts-
att
ASintertreppe benutzt zu haben, das Waſchbuch
ctdr länger als vorgeſchrieben im Haushalt ge=
ein
, //4 es gibt tauſend und einen Grund, um die Ge=
intsltu
erzünen. Wenn man das getan, dann gnade
in weder funktioniert die Heizung plötzlich nicht
eagr- Stock hinauf, in dem man wohnt, oder die
eeet. immer auf FreitagSamstag gelegt, weil alle
Mengeblich ſchon eingeſchrieben haben und was
rie mehr ſind. Dann aber werden die Dienſtboten
ch iänmal drei Jahre hindurch allmonatlich Wechſel
ſüin erſt erfahren, daß man mir die Mädchen auf=
( als ich dahinter kam und Verleumdungsklage
Nuhe. Seitdem fürchte ich nichts ſo wie die

urd verſteckt wollte ſie den Adel und die Nein=
ele
und Gedanken halten, damit ſie ſich bei un=
ſehrungen
nicht beſchmutze. Sich bis zu ihm er=
ſm
= niedrigſten Gefühle zumuten laſſen, ſich demüti=
eſth
überlaſſen . . . .: das durfte ihr weder Ekel
Mrabrufen, weil es notwendig, weil es unvermeid=
MS,Siel zu erreichen. Sie wollte leben, leben: das
Mutter ſein; ein Kind wollte ſie beſitzen, das ihr,
hr Collte.
ſtice Wunſch war in ihr erſtanden, als ſie aus
erſſie auus tiefſter Seele, alle Mutterſorgen und den
neit icte den beiden Neffen gewidmet hatte, die ſeit
Aonſnutht mehr da waren; den beiden Kindern der
eriſe om erſten Augenblick an nicht nur das Dunkel
aiS, de rn auch ihre Seele erhellt hatten. Es war ein
echAyn ildes und erfriſchendes Licht geweſen, das ſie
aſivert laſſen.
D eknCmal, die beiden Kider durch tauſend und aber=
RüſAlne Umarmungen nicht zu ihren Kindern, zu Kin=
Ans und ihres Fleiſches, zu unumſchränkten Herr=
erN
) machen zu können. Wie ſie mit ihren roſigen
aufts/Geſicht traten, auf die Bruſt.
Numtllt nicht auch ſie ein Kind haben können, ein
Mincke S ie würde vor Freude wahnſinnig werden! Jede
Bauttkerre Schande würde ſie ertnagen für dieſes Glück,
züu ban!
We 94 junge Lehrer das nicht fühlen, der berufen wor=
T. dſcheiden Kmdern die erſten Qualen des Alphabetes
* Mur davon ab, ob er die vom Vater geſtellten Be=
Wu Aeehmen würde. Leider keine Mitgift: nur eine
M9M mpanzig Lire täglich und die Koſten für die Ein=
2Mdsſcheidenen Häuschens. Eliſabetta wußte, daß,
er E00 Bedingungen waren, ſie ihr Glück um ſo teurer
M wiM, Falls er annehmen ſollte.
Rai. vor Spannug zitternd, als die Mutter ihm
We Bilt=gungen bekannt gab. Er war dal Arme, heilige
Enmnißte ſie leiden in dieſem Augenblick! Und ſie?
TIz2e Hände, verdeckte die Augen, preßte die Schlä=
R M Srhnreihen aneinander, und ihre Seele ſchrie ihm
Stpmril. Nimm anl. Du weißt nicht, was du von mir
annmckyr nn du animmſt! Dann horchte ſie: Wenn er
nor 2 würde die Mutter mit herabhängenden Armen
RDcn, zur Cüre hereintreten; arme Mutter!. Wenn
Si crems, da würde ſie rufen. . . . Mein Gott, wann?
enhatten erſchien die alte Mutter in der Cür,
9wubte, ſterben zu müſſen. Doch wie am Morgen
Die Mutter, legte die Hand auf ihre Schulter
er angenommen hatte. Er war nur darüber
Daß er weiter über die Dienertreppe kommen
Notz, wenn die Freitreppe für alle geſperrt war!
Dor entrüſtet, und um ihr mit dem Anblick ſeiner
Der nur geſagt? .. ja, ſeiner Empörung nicht
Meiten, war er fortgegangen, um nie, nie wieder
Detreten. Sie würden ſich täglich außer Haus
Degen der Wahl des Hauſes und wegen des

Ankaufs der Einrichtung. Er wollte, daß alles raſcheſt beſorgt
werde.
Aber jal Sofort! Wie wenn ihr die Freude Flügel ge=
ſchenkt
hätte. Schön nicht, ſchön konnte Eliſabetta nicht werden,
doch welch ein Licht brannte in ihren Augen, welch milden,
traurigen Hauber hatte ihr Lächeln! Welche Anmut hatten
ihre Bewegungen, um die Entrüſtung jenes Mannes zu beſänf=
tigen
, um ihn für die ſeiner Würde zugefügten Beleidigungen
zu entſchädigen, um ihm, wenn nicht gerade Liebe, ſo doch
Ergebenheit und Dankbarkeit zu erweiſen.
Das Häuschen wurde am Nande der Stadt, beinahe auf
dem Lande draußen, bald gefunden, in der Via Cuba; nach
Jasmin duftend. Die an Spitzen, Bändern, Stickereien reiche
Ausſtattung war ſchon ſeit langem fertig. Kaum waren die
einfachen Möbel gekauft, wurden ſie gleich aufgeſtellt, und die
Ehe, ohne Einladungen und ohne Erſcheinen des Herzogs, in
der kürzeſten, zur Erledigung der zivilen und kirchlichen For=
malitäten
nötigen Seit, beinahe im Geheimen geſchloſſen.
Crotz dieſer Eile keine Braut hatte ſich je mit beſſerem
Bewußtſein der Heiligkeit des Aktes gebunden als Eliſabetta.
Durch vier Monate verſtand ſie es, mit dem Glück, das wie
ein Hauber aus ihrem Körper leuchtete, ihren Gatten liebe=
voll
an ſich zu ketten, ſo lange ſie ihn nämlich brauchte. Dann
erblindete ſie gewiſſermaßen im Nauſch des erſten Seichens,
das ihr die Mutterſchaft offenbarte, und ſie ſah nichts mehr:
nichts berührte ſie mehr. Wenn er ausging und ſpät nach
Hauſe kam; wenn er überhaupt nicht heimkam; wenn er ſie
beleidigte und mißhandelte; wenn er ihr die wenigen Lire der
Anweiſung, die ihr die Mutter jeden Cag brachte, wegnahm
und Gott weiß wie, wo und mit wem verbrauchte. Sie wollte
ſich über nichts kränken, ſich um nichts kümmern, um das hei=
lige
Walten der Natur nicht zu ſtören, das ſich in ihr vollzog
und das ſich in Freude vollziehen mußte. Sie trank mit ganzer
Seele das reine Blau des Himmels, den Hauber der Berge,
die in erglühender und ſchwingender Luft atmeten, als wären
ſie nicht aus Stein, und die Sonne, die Sonne, die in ihr
kleines Simmer drang, wie ſie nie in die düſteren Säle des
väterlichen Palais gedrungen war.
Aber ja, Mama, ſiehſt du es nicht! Ich bin glücklich!
Glücklich!
Der kleine Mietwagen fuhr im Schritt, um die Schwangere
nicht zu rütteln, und alle wandten ſich auf der Straße um und
blieben ſtehen, um mit einem Ausdruck des Mitleids die alte
Herzogin Noſabia mit der Cochter neben ſich in dieſem
Wägelchen zu ſehen. Eliſabetta war ſo armſelig gekleidet, ſo
verfallen, vom Vater verfagt, im Geheimen verheiratet, Gott
weiß wann und mit wem, mehr denn je elend, von der
Schwangerſchaft verunſtaltet, und doch immer lächelnd! Die
Arme, dort ſaß ſie, lächelnd unter den Augen der Mutter, die
voll des Mitleids war.
Und die Herzogin von Noſabia, vom Frohſinn ihrer
Cochter getäuſcht, wäre nie darauf gekommen, daß der
erbärmliche Gatte es ſo weit gebracht hatte, ihr Kind hungern
zu laſſen, wenn nicht Eliſabetta eines Cages, als die Mutter
vor einem Zuckerbäckerladen dem Kutſcher ein Seichen gab, zu
halten, die Gelegenheit ausgenützt hätte, ihr ſcherzend zu ſagen,
daß, wenn die Mutter Geld zum Ausgeben hätte, ſie lieber

etwas Ausgiebigeres vorziehen würde. Sie würde ihr zeigen,
wo ſie ihr etwas zum Eſſen verſchaffen könnte: neben ihrem
Häuschen, in einem Garten, in der Hütte einer alten Bäuerin,
die eine Menge Cauben und Hühner hatte und ihr jeden Cag
Cier verkaufte! Hunger, Hunger, ſie hatte Hunger!
Oßt du denn nicht bei Ciſch? fragte ſie die Mutter, als
ſie die Cochter einige Stunden ſpäter bei einem rohgezimmerten
Ciſch vor der Hütte im Garten jener Bäuerin ſah, wie ſie
heißhungrig ein gebratenes Huhn verſchlang.
Lachend, ohne ſich im Eſſen ſtören zu laſſen, erwiderte
Eliſabetta:
Aber jal Ich eſſe ſo viel ... ſo viell Doch bi ich nie
ſatt! Ich eſſe für zwei!
Während ſie ſprach, machte die alte Bauersfrau der Her=
zogin
mit Augen und Kopf gewiſſe Seichen, die dieſe nicht ver=
ſtand
.
Sie verſtand aber bald darauf, als ſie eines Cages, das
Häuschen der Cochter betretend, eine Anzahl Wachleute er=
blickte
, die eine Hausdurchſuchung vornahmen: Fabrizio Pingi=
terra
, wegen Fälſchung und als Mitglied einer Betrügerbande
angeklagt, war, man wußte nicht, ob nach Griechenland oder
nach Amerika, geflüchtet.
Als Eliſabetta die Mutter ſah, lief ſie ihr entgegen, wie
um ſie zu ſchützen, um ihr den Anblick dieſer Amtshandlung zu
erſparen, und ſagte ihr raſch:
Nichts, Mama, nichts! Erſchrick nicht! Siehſt du, ich
bin ruhig. . . . Danken wir lieber Gott, Mama, danken wir
Gott! Und leiſe zitternd ſagte ſie ihr ins Ohr: So wird er
es nicht ſehen! Er wird es nicht kennen, verſtehſt du? Es wird
mehr mein ſein, ganz mein, ganz mein!
Doch dieſe Aufregung beſchleunigte die Geburt, nicht ohne
Gefahr für die Mutter und das Kind. Als ſie ſich dann mit
ihrem Kinde gerettet wußte, ihr Fleiſch, von ihr getrennt, leben
und weinen ſah und blind nach ihrer Bruſt, nach ihrer Wärme
ſuchen ſpürte, die dem Kinde fehlte; als ſie ihrem Kinde die
Bruſt bieten konnte, glücklich darüber, daß in dieſes kleine
Körperchen, das ſich ſoeben von ihrem Körper getrennt hatte,
das warme Mutterblut eindringen konnte, ſo daß das Kleine
in der Wärme der Milch noch die Wärme des Mutterleibes
fühlen mußte, ſchien ſie vor Freude beinahe wahnſinnig zu
werden.
Und ſie konnte nicht begreifen, warum die Mutter, ob=
wohl
ſie ſie ſo glücklich ſah, jeden Cag, wenn ſie zu ihr kam,
trauriger und betrübter ſchien. Weshalb bloß?
Die alte Mutter ſagte es ihr endlich: ſie hatte gehofft,
daß der Vater nun, da die Cochter allein und verlaſſen war,
ſich doch entſchließen würde, ſie wieder in ſein Haus aufzu=
nehmen
: nein, er wollte nicht.
Deswegen? rief Eliſabetta. Arme Mama! Deinet=
wegen
ſchmerzt es mich. Doch glaube mir, ich würde weien,
wenn ich meinen Sohn in jene traurige, atembeklemmende
Atmoſphäre hintragen müßte! Memen Sohn, der hier ſoviel
Licht, ſoviel Freude hat!
Und inmitten der nackten, heiligen Einfachheit des Häus=
hens
hob ſie ihr Kind hoch in die Sonne empor die durch die
weit geöffneten Senſter feſtlich mit der angenehmen Kühle der
Härten ins Simmer drang.

[ ][  ][ ]

Baumwolilhandſchuhen, hat ein Klappſtühlchen bei ſich, weil dem
unterernährten Körper das lange Stehen ſchwerfällt. Sie muß
es, da die Schlange wächſt und die Reihen ſich enger zuſammen=
ſchließen
, von Seit zu Seit ein Stückchen vorrücken. Sie hört
lächelnd zu, wie das junge Volk debattiert und darüber ſtreitet,
ob Schlusnus nach Amerika gehen wird oder nicht. Aber man
einigt ſich zur allgemeinen Beruhigung: er wird nicht gehen
er wird nicht ſo gottvergeſſen ſein, ſeine Stimme in den Nieſen=
ſälen
Amerikas zu ruinieren. Und wenn alle vom Ceufel beſeſſen
ſind und überm großen Ceich Dollar ſcheffeln wollen, Schlusnus
wird nicht gehen. Schlusnus das iſt wie eine Glocke, die zur
Andacht ruft, wenn einer den Namen ſagt. Sie haben eine ganz
beſondere Art, ihn auszuſprechen: ſo, wie man in einer Kirche
auf Sehenſpitzen geht, ſo ſprechen ſie den Namen aus.
In dieſer Woche ſingt Schlusnus den Bajazzo, und natür=
lich
will jeder Karten für die Vorſtellung haben. Und Barbara
Kemp als Salome, während Schillings, ihr Mann, dirigiert! Das
darf ſich nicht entgehen laſſen, wer in höchſter Vollendung erleben
will, wie aus einem katzengeſchmeidigen Frauenkörper dämoniſche
Leidenſchaft hervorbricht und ſich in klingender Schönheit nie
erſchöpft.
Sie kennen jeden Künſtler mit ſeinen kleinen Menſchlich=
keiten
, wiſſen die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen. Und
während umſtrittene Motive gepfiffen und leidenſchaftliche Aus=
einanderſetzungen
über franzöſiſche Oper und Neuromantik ge=
führt
werden, ſchlagen die erſtarrten Füße Step im Schnee, der
ſich unter den vielen Critten in naſſen, eiſigen Großſtadtſchmutz
verwandelt.
Inzwiſchen iſt die Schlange ſchon im rechten Winkel um die
Mauer herumgewachſen. Scharf wird darüber gewacht, daß, wer
neu hinzukommt, ſich nicht unberechtigterweiſe vordrängt. Erſt
wenn er an dem Platz ſteht, den er nach Sug und Necht be=
anſpruchen
kan, wird er in die allgemeine Rückſicht und Freund=
lichkeit
aufgenommen. Die meiſten ſind Stammkunden, die jeden
Sonntag vormittag hier ſtehen. Sie kennen, ſelten, daß einer
den Namen des anderen weiß, ihre gegenſeitige Einſtellung zur
Kunſt im allgemeinen und Muſik im beſonderen und fühlen ſich
untereinander verbunden durch die Gemeinſchaft der Not und
Begeiſterung.
Glockentöne ſchwimmen in der Luft, die nach Schnee und
Friſche riecht. Die Großſtadt iſt nun voll im Gange. Berittene
Poliziſten, Autos in langen Reihen, Muſeumsbeſucher, Paſſan=
ten
in Lumpen und Paſſanten im Sonntagsſtaat. Ein Kuliſſen=
wagen
ſchwankt rieſig hinter der Oper hervor und verſchwindet
ſchwerfällig in der Nichtung nach dem ſtaatlichen Schauſpielhaus.
Man packt Stullen aus und frühſtückt. Thermosflaſchen
dampfen und werden, entkapſelt, zum Händewärmen herum=
gereicht
. Die erſten Ablöſungen kommen, Schweſtern Freunde
treten in die Reihe. Man ſtampft und haucht in die Hände und
reibt blaurote Naſen und Wangen.
Einmal wird es am längſten Vormittag elf Uhr; endlich
einmal ſteht jeder einzelne am Schalter und trägt den Lohn für
ſeine zähe Geduld, den er erkämpft, erhungert, erfroren hat,
mit klammen Fingern nach Hauſe. Und wenn um Mittag der
Schalter ſchließt, ſind allſonntäglich die billigen Plätze bis auf
den letzten ausverkauft.
Geſpannte, erwartungsvolle Stille im verdunkelten Haus.
Ein paar leiſe TCaktſchläge die erſten Cöne der Ouvertüre
brauſen zur Kuppel empor.
Kopf an Kopf ſitzen ſie oben, nah dem Dach, vorgebeugt
die einen, als wollten ſie das Dunkel dort unten und die Gewalt
der Cöne mit der ganzen Spannkraft ihrer Körper und Seelen
erfaſſen reſtlos gelöſt die anderen, mit geſchloſſenen Augen, in
lächelnder Hingebung. Sie kauern auf den Creppen und ſtehen
regungslos hinter den letzten Neihen. Ihre laute Kampfbereit=
ſchaft
gegeneinander iſt geſchwunden, ſie ſind alle miteinander
gläubige, leidenſchaftlich brennende Jünger einer heiligen Sache.
Unter einer Notlampe ſteht ein junge Mädchen in dunklem,
weich fließendem Kleid. Ihr Geſicht, ſchmal und edel wie ein
Gedanke von Gainsborough, leuchtet weiß im gedämpften Licht,
ihr Mund iſt in innerſter Erregung leicht geöffnet. Sie hält die
Partitur im Arm und wendet geräuſchlos Blatt um Blatt. Ihr
ganzes Weſen iſt mit jeder kleinſten Negung ſo völlig konzen=
triert
auf die Eindrücke, die ihr entgegenſtürmen, daß ihre
Seele ſelbſt zu Muſik wird und mitſchwingt in tauſendfältigem
Wechſel von Lachen und Weinen.
Sie iſt nur eine von den vielen hier oben, die in dieſen Stun=
den
abgeriegelt ſind gegen irgendeine andere Empfindung, als ſie
ihnen durch die klanggewordene Schönheit, die das ganze Haus bis
unters Dach erfüllt, vermittelt wird. Schönheit, die ſieghaft alle
Sorgen und Kämpfe überſtrahlt, in die die Seele wie in einen
ſungbrunnen taucht und neue Kraft aus ihr ſchöpft, trotz Hunger,
Cod und Ceufel.

Und während der Sturm leiſe verebbt und eine Menſchen=
ſtimme
emporſteigt, wunderbarer und reiner als das vollendetſte
Inſtrument, tritt ein gläubiges Lächeln auf die Lippen all derer,
denen das Leben ſo wenig zu lächeln gelaſſen hat.

Wie Peter einen Charakter
bekam.

Eme Kindergeſchichte von Bernhart Nehſe,
Peter ſaß im Kinderzimmer und dachte, während die Cränen
auf ſeinen Backen eintrockneten, über ein tiefes Problem nach.
Die Grundfeſten ſeiner Weltanſchauung waren erſchüttert. Heute,
an ſeinem fünften Geburtstage, war der Craum ſeines Lebens in
Erfüllung gegangen. Auf dem Geburtstagstiſch ſtand neben dem
Kuchen mit den fünf kleinen Lichtern und dem großen in der
Mitte ein wunderſchöner Noller mit Gummirädern. So ſchnell
war er noch nie mit dem Frühſtück fertig geworden, damit er auf

die Straße durfte. Hei, wie der Noller flitzte. Schnell wie ein
Auto ſauſte er über den Aſphalt.
Dazu waren die Freunde aus den Nachbarhäuſern ge=
kommen
, der Kurt, der Otto, der Heinz, der Erich, und alle
hatten ſeinen Voller bewundert. Suletzt war der Fritz ge=
kommen
. Fritz war der Sohn des gefürchteten Hausmeiſters und
ging ſchon in die Schule. Das erforderte Neſpekt. Und Fritz
hatte dieſe beiden Eigenſchaften, die von einer ſchnellen, gleich
zuſchlagenden Hand und einem geſchickten Mundwerk unterſtützt
wurden, dazu benutzt, ſich zum Anführer der kleinen Schar zu

kriegſt dafür meinen. Sein Herrſcherblick lief
ſpruch verſtummen. Dam flitzte er davon und kehrt=
Voller zurück, den er Peter übergab. Es war ein gla,
liches Vehikel. Das Hinterrad hatte einen Viß
Augenblick aus der Achſe. Er iſt noch ſo gut wir
ſicherte Sritz, nur hat er keine Gummiräder.
macht das nichts, weil du kein Hauptmam diſt.*
er Peter ſtehen und fuhr ſtolz auf den Gummirn
Die Freunde kannten das traurige Jahrzeug, und
ſich wohl im Stillen ein, daß Peter einen ſchlechten
macht habe. Aber keiner wagte ein Wort dage,
Fritz war der Herrſcher, und ſie waren die Sklavem
Da ſtahl ſich Peter aus dem ſtillen Kreis min
Hauſe. Als er die Haustüre hinter ſich hatten
Cränen hervor. Und aufgelöſt vor Schmerz warf
Schoß ſeiner Mutter. Als dieſe aus der zerriſſenu,
endlich das Furchtbare, das ſich zugetragen hatte, gril
wollte ſie die Magd ſchicken, den Noller zrückzutt //k
Da war das Unerhörte geſchehen: der Vatk=
Eingreifen einer höheren Gewalt in der Geſtalt Aul
erklärte: Wenn der Junge den Noller nicht fel./1
mag ihn der Fritz behalten. Und fürchterlich j
Augen den armen Peter durch die Brillengläſer
wirſt du endlich einen Charakter bekommen?
dieſe Frage keine andere Antwort wußte, als
Geheul auszubrechen, ſo hatte der harte Befehl
ihn ins Kinderzimmer gewieſen.
Da ſaß er nun in ſeinem Schmerz und verſſ
in das Chaos zu bringen, in das ihn die Ereigniſſe
Drei Mächte kämpften in ſeiner Seele. Wenn
wieder haben wollte, dann mußte er ihn ſelber ha
Vater geſagt. Der Fritz gibt ihn aber nicht he=u
mit ihm raufen. Aber die Mutter ſagt, raufen
Aber der Vater iſt ſtärker als die Mutti, das A04
werde ich mit dem Fritz raufen. Aber wenn ich im

ernennen, dem alle unbedingt zu gehorchen hatten. Im Kinder=
ſtaat
der Straße herrſchen harte, uerbittliche Geſetze, diktiert
von einem abſoluten Herrſcher, wie bei den Nomadenvölkern
der Frühzeit.
Fritz prüfte den Noller mit fachmänniſchen Blicken. Eine
Probefahrt, die er ohne die Erlaubnis des Eigentümers unter=
nahm
, fiel ſo zu ſeiner Sufriedenheit aus, daß er ſofort ein neues
Geſetz erließ: der Voller iſt ſchneller als meiner. Der Haupt=
mann
muß den ſchnellſten Voller haben. Er gehört mir. Du

abnehme, dam ſagt er, ich bin ein Feind, und ihM
geſtoßen. Kein Bub darf mich dann mehr anſehab
ich allein ſpielen. Und das iſt langweilig.
In dem Wirbel der jagenden Gedanken fand rltm!
weg, und ſeufzend ließ er den heißen Kopf hänge=
das
Wort des Vaters ein: Wann wirſt du endle
rakter haben. Aber was war Charakter? Er w.
Cränenſpuren ab und ging in Vaters Simmer. Dor
Schreibtiſch, und als er aufblickte, war er gar nicn
Da ſtellte Peter ſich vor ihn hin: Vater, ich willlek
ter haben. So fröhlich hatte Peter ſeinen Vz.
geſehen. Er ſprang auf, nahm ihn auf den 22/1Inm 9
Hurral Mein Sohn hat einen Charakter!. Der /r
ganz feierlich zmute. Vater, flüſterte er, iſtheli F an N
ſo was Schönes? Und ob das etwas Sca)
Junge. Das iſt das Schönſte, was ein Mann
du ein klemer Mann geworden haben kan
ihn und ſtellte ihn wieder auf die Süße. So, mriſt
jetzt geh und erobere dir dein Eigentum zurück.
Peters Kopf glühte. Was brauchte er mal
Jetzt mochte ihn der Fritz aus der Gemeinſchaft
er ihm den Noller wieder abnahm. Es gab etwar
ſchöner war, als mit andern Buben zu ſpieler:
kleiner Mann, ſo wie der Vater ein großer war.
Sich ſeiner jungen Kräfte bewußt, ſtürmte
Simmer, die Creppe hinunter, auf die Straße h5 d
Dort fuhr der Hauptmann auf ſeinem Vollemd
an. Her mit meinem Noller! fuhr ihn der klIn
Der Näuber lachte ihn aus und ſauſte davon. Doa=
ihm
nach und gab ihm einen Stoß, daß Fritz und
Aſphalt flogen. Das ſchadenfrohe Gelächter der
gleitete den Fall des Häuptlings. Der raffte ſich-
ſich
mit einem Wutgeheul auf den Empörer. Docr
nicht wie ſonſt unterwürfig die Schläge des Hauu
ging ſelbſt zum Angriff vor: Ich habe einen Ch.
er den Verdutzten an und hämmerte mit ſeinen /9
auf den Gegner los, ſo daß dieſer, an der Geg=
felnd
, laut aufheulend die Flucht ergriff und, n
folgt, in ſeinem Hauſe verſchwand.
Der ſchöne Spitzenkragen war zerriſſen un?
wunden hatte er an den Händen. Aber ſein Im
in ſtolzer Freude. Charakter iſt Kampf gegen Un
es in ihm auf. Ein Jubelgeſchrei der Freurde emr!
Der Fritz iſt ein Seigling. Du ſollſt unſer 24
Peter, rief es im Chor. Da packte ihn Staurt
iſt Sieg und Triumph, jubelte es in ſeinen
Knabenſeele.

Nummer 388.

Aufgabe 555.
E. Opitz in Dresden.
d. Pr. i. Probl.=Turn. d. Arbeiterſchachklubs München u. d.
Münchener Poſt, 1926.)
a b d
8

Endche an ao.
Prüfſtelung: weg: Tag net ras an 9ag Bat es i4 70 0.
Schwarz: Kd5 Th6 Sh8 Be5 d8 (5); 3--
Aufgabe 556.
Arnaldo Ellermann in Buenos Aires.
(2. Preis, Alfiere di Re‟, 1922.)
Weit: Xds D46 Ta4 as 8a5 Bbs 16 g2 g4 (9);
Schwan: Kot Dbt Td1 Lbld8 Ses (6).
Matt in zwei Zügen.
Partieſtellung Nr. 9.
Die Pertie Flander=Darmſtadt Dr. Schweißguth= Als=
feld
, geſpielt am 19. Oktober 1930 im Wettkampf DarmſtadtEberſtadt
gegen GießenAlsfeld um die Heſſiſche Bezirksmeiſterſchaft, führte nach
dem B. Zug zu folgender Stellung:

Schwarz: Dr. Schweißguth.
b

Beiß: Flander.
Es folgt eine ſchöne Schlußkombination:
24. Tc7f7!
8b6d7
Auf 24. . . . Dc8 oder Ld7 folgt 25. Auf 27. . . Bb7406
8h.51 mit der Drohung 28. Tg7+ 27. Matt.
Sgöct bezw. 26. 8f6 + und 27. Sgockt. 28.Tt7b71(Sc6Rd8: Teskeltt!)
Auf 24. . . . D18 (7) folgt der Text. 28..
zug:
29. Telc5
25. Sg3X15!
Be6xt5
30. Dröxd7
Nicht 8:e5 wegen 26. 8:h6 + u. 27.
31. Tb7Kd7
Dh7c.
32. Tebd5
26. Dd3X15
Sd7f8
83. 7d548

27. SeßKeg! Tagc8! führt 28. T:e6 zum Teße7 Dd8d7 Te7kd7 Sf8xd7 8d718 Aufgegeben.

Hochzeitspaar die erſte Nacht noch im Hauſe ſchle u
Morgen ſtürmt ſie an die Schlafzimmertür, klor/
Köpfchen hinein und fragt ganz heimlich: 6 91)
4 56 12 13 12 13 10 7 3?
Schlüſſelwörter: 1 2 3 4 5 67. Baumfrucx
friſchung, 11 12 13 Mineral.
Ein kleines, unſcheinbaro=

ah be ch ch da eb el el
hn il im ir le le II II I
or öſ rd üb zar
Obige 30 Buchſtabenpaare ſch
30 Felder der Figur, ſo daß die
Reihen Wörter von folgender:!
halten: 1. Naturerſcheinung,
3. Ziffer, 4. Körperteil, 5. keiny
6. Weltgegend, 7. Teil des
9. Inſel in der Nordſee, 10.
Zahl, 12. mehrſtimmiger Geſau=
Tirol, 14. Vogel, 15. bibliſcher
Die Anfangsbuchſtaben nennen. 0
ſcheinbares Ding, das aber ſche
glück angerichtet hat.

Kätſel
II

Mite
Klein Emma hat die erſte Hochzeit mitgemacht. Sie iſt furcht=
bar
ſtolz und kommt aus dem Fragen gar nicht heraus, zumal das
Druck. Verlag u. Kliſches: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. Verantwortl, für die Redaktion: Dr. 5. Nette, Darmſtadt,

Auflöfung der Rätſel aus Nun
Die verwandelte Farbe.

Silbenrätſel.
1 Dohle, 2 Apoſtel, 3 Savonarola, 4 Wand
lypſe 6 Hummer, 7 Raffinade, 8 Exaudi, 9 Inſa.
11 Tſingtau, 12 Ediſon, 13 Inſelsberg, 14 Nor=
16 Forelle 17 Aargau, 18 Champagner, 19 Kardl
Der Spruch lautet: Das Wahre iſt eine F0
geheure.

Fernſpr. 1, 23892392. Alle Rechte vorbehalten.

[ ][  ][ ]

4 vun allem hawwe, hott ſäller geſagt, den wo
in en bollidiſche Dißkortzionsawend gefiehrt hott,
miwwer unnerhalde hawwe, uff welch brackdiſch
Uſte un ſicherſte des deitſche Volk herrliche Zeide‟
ſann, un wo ſe ſich bei däre Geläjenheit mit Bier=
Gummiknibbel, Schlagring un ſunſtiche ſchla=

KN=

hab die Erfahrung gemacht, daß mer mei Kundſchaft allemol ihr
Abbonnemang uffſchwätzt, wann die Kridicker däß Stick iwwer die
Hutſchnur lowe, un ſpaldelange Addickel driwwer ſchreiwe; wann
dohärngäje die Kridicker e Stick erunner reiße, un ſage gar, es
weer Kittſch un ſo, do geht mei Kundſchaft ſällwert nei, un
es Therjader is meiſtens ausverkaaft. .
Un ſo hab ich halt ſälde mehr e Erbauungsſtund im Ther=
jader
, dann was ſo die modärne Sticker ſin, do gibt’s nix zum
greine, un noch wenicher was zum lache. Awwer. gottlob ſei
Dank, ich bin jo aach uff’s Therjader net mehr a gewieſe, dann
däß kann mer heit alles viel billicher hawwe, mer brauch bloß
als enuffzugeh, uff’s Rodhaus, wann Sitzung is, do hott mer alles
däß, was mer im Therjader vermiſſe dhut. Un die Rollefächer, die
ſin net nor eins a brima beſetzt, ſundern aach noch drei=, vier= un
fimffach; und ganz nooch em alde Räzäbbt. Do gibt’s noch die
ächte Heldenväder, mit dem Bruſtton der Iwwerzeichung in de
Kähl; es gibt die Heldenmütter, die wo ihr Versche mit ſchmärz=
verkleerte
Aage herſage kenne; mir hawwe die Helde, die wo
mit dunnerehnlichem Rolle deklamiern: Nichtswirdich iſt die
Baddei, die nicht ihr alles ſetzt in ihr Brinzibje aach die
jugendliche Liebhawer fehle net, heechſtens valleicht die jugend=
liche
Naive; dofor ham=mer awwer e paar komiſche Alte, die
wo ſtets im ungeeichenſte Momend de annern ins Wort falle;
aach äldere Komiker gibts, mit der bewußte Drene im Knobb=
loch
; un an jugendliche Komiker, un ſogenannte Nadurburſche‟
is iwwerhaubt kaan Mangel; ſälbſt Indrigande gibt’s, mit
dem Dolch im Gewande, nor haaße ſe ſich do Stänker, wie mer
letzthie zu ſeim allergreeßte Erſtaune hott erfahrn miſſe. Bloß
a Rollefach is net beſetzt, un grad des liewenswärdichſte, nem=
lich
de Bowiewah; un den muß dann unſer Herr Owwerowwer
im Notfall ſällwer ſpiele..
Un was des ſchennſte is, aach mir, die Zuſchauer drowwe uff
de Gallerie, därfe mitſpiele, uff dene Brädder im Rodhaus, die,
wann aach net grad die Wäld, awwer doch immerhie Darm=
ſtadt
bedeide; mir därfe im baſſende Moment es Volksgemurmel
mache, un därfe Rabarwer ſage, wann’s haaßt: Und Bruduß
war ein ehrenwerter Mann.
Alſo, wie geſagt, unſer Rodhausſitzunge dhun mer ganz des
Therjader erſetze; hier bin ich Menſch, hier darf ich’s ſein. Un es
is ſo e Art Volkskunſt, wo aam do gebodde wärd: kräfdich,
worzelächt un ſaffdich; die Schlierſeer draus im Orfeum kenne’s
aach net beſſer. Un do kann mer ſein Wortſchatz bereichern un uff=
friſche
, un Ausdrick kann mer do heern, un Redensarde lärne, alſo
ſchun ganz nowele, un allgemein verſtendliche, un ſtets immer
widder neie, die wo mer bei Geläjenheit ſällwer mal abringe
kann, um damit daß die annern ſähe, daß mer aach e Bildung
am Ranze hott. Dann wie ich neilich mol in de Unnerhaldung
aam geſprechsweis ſo en ſaffdiche Ausdruck an de Kobb gefeiert
hab, den wo ich in unſerm ſtadträtliche Hoftheater uffgefange
hatt, do hott mich der ganz verdutzt gefrogt, wo ich dann uff aamol
die nei Bildung her hett. Un wie ich dem mit Stolz geſagt hab:
Vun ere Rodhausſitzung! do hott der mich ſo vun de Seid a ge=
guckt
un hott gemaant, do dhet’s en allerdings net wunner
nemme; awwer wann er mir en gude Rot gäwwe därft, dann
ſollt ich vorerſt emol im Indräſſe vun meim Bildungshunger, mein
Verkehr uffm Rodhaus nor uff’s aißerſte beſchrenke, un ſollt mich,
anſtatts mit unſere Stadträt, liewer e Zeitlang mitm Herr
Knigge beſchäfdiche.
No, for mei Bildung is mer nix zuviel. Leider hab ich ver=
gäſſe
zu froge, wo der wohnt, der Herr Knigge, un wer er is.
Ich hab alſo des ganze Darmſtädter Adräßbuch dorchgebläddert,
vun vorne bis hinne, un vun hinne bis vorne, awwer den Nome
Knigge hab ich net endecke kenne. Jedenfalls, dacht ich mir, is
er valleicht erſt vor korzem friſch zugezoge, ich hab alſo uff em
Bollezeiräffier gefrogt, un die hawwe uff’s Bollezeiamt dellefo=
niert
, awwer do is mer der Beſcheid worrn, uff de Bollezei weer
der Nome Knigge unbekannt. Dodruffhie hab ich gedenkt, der
hett ſich noch net bollezeilich agemeld, un hab ſunſt noch mei
Fiehler ausgeſtreckt: uff de Borjemaaſterei, uffm Kreisamt, uffm
Finanzamt, uffm Amt für Bildungswäſe, uffm Amt fier Leiwes=
iewunge
, uffm Wohlfahrtsamt, vo un was waaß ich all for
Aemter: ich bin vum Ponzius zum Piladus geſchickt worrn, awwer
iwwerall hotts gehaaße: vun dem p. p. Knigge weer hieſiſchen
Orts nix bekannt.
Es liggt alſo die Vermudung nah, daß derjenige welcher, der
wo mir den p. p. Knigge ſo warm embfohle hott, denſälwichen
iwwerhaubt ſällwert net kennt, odder valleicht bloß dem Nome
nooch. s bleibt mer alſo im Indräſſe vun meine Bildung vorerſt
nix annerſter iwwrich, als wie, end oder weder uff’s Rodhaus,

odder in’s Orfeum. Ich glaab, ich zigg emol es letztere vor,
välleicht fin’ich den Knigge bei de Schlierſeer..
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Daß Darmſtadt vun Frankfort
ſchlecht behannelt wärd, däß is unſeraam nix Neies. Awwer
ſcheinbar is es aach jetzt in Stadtratsgreiſe langſam dorch=
geſiggert
. Dann wus de Herr Eduard Schneider is, der hott ſidh
beiſpielsmeßich neilich wäjem Frankforter Sender ins Mittel
gelegt. Bidde: Eduard Schneider: E wie Ewerſcht, D wie
Draaſe, U wie Urwerach, A wie Arhällje, Rwie Roßdorf, D wie
Darmſtadt. Mer muß däß nemlich beſunners betone, dann mir
hawwe äwe en Haufe Schneider uffm Rodhaus, daß mer aus
däre Stichelerei kaum noch draus eraus kimmt; s fehlt bloß noch
de Rowert Schneider, awwer der hott ſcheints annern Katze
zu bärſchte. . . . Alſo, de Herr Stadtrat Eduard Schneider hott
neilich for die Darmſtädter Radiobelange e Lanz gebroche, odder
zwaa, un mer kann ſeine Ausfiehrunge nor beiflichte, dann for de
Frankforter Sender ſin mir Darmſtädter Luft, s weer däßhalb
nor zu winſche, daß die Bemiehunge vun Erfolg gekrönt ſin, un
daß mer for Darmſtadt un es geſamte Heſſelendche en Näwe=
ſender
krieje, damit mir aach in de Radiowäld zur Gäldung
kumme. Freilich, ob mer aach die Stadtratsſitzunge uff de Sen=
der
iwwernemme ſoll, däß mecht ich net ſo ganz for radſam halde.
Dann bei allem Reſchbäckt for unſere Volkserwehlte, un wann
ich rerſeenlich aach mein Spaß hab an dene volkstiemliche Dar=
biedunge
, wie ich im Owichen klar un deitlich bewieſe hab; awwer
es gibt doch valleicht innerhalb un außerhalb de Mauern Darm=
ſtadts
Hörer, die wo in Bezugnahme uff die geiſtiche Geniß
annere Aſprich ſtelle, wie ich, un die wo beiſpielsmeßich un
im Hieblick uff die letzte Stadtratsſitzung der Maanung ſin, daß
ſowas en Hund jammern kann. .

ijeſeidich ihr Maanunge un Aſichte beigebrocht
Soorn nor ſo in de Luft erum gefloge ſin, un
zLähler, Knorrn, Löcher und Naſebaabrich, als einſt=
Absſtg un Vorſchuß uff die herrliche Zeide, gradies
an ge Daalnehmer vun däre bollidiſche Verſammlung

ſin; mer muß net vun allem hawwe, hott
hott ſich ſachte rädderiert, un hott die Bolle=
iwwer
die Ausſichte uff die herrliche Zeide
loſſe.

n neunch, mer glaabt gornet, wie viel Schmärze e aanz=
ſtenſicherdrage
kann, wann ſe e annerer hott, un wie
im =Gud genumme die Leit ſin, wann ſich’s drum dreht,
äbbelslegenehmes, äbbes Schmärzliches, wie zum Bei=
Knotwan Kobb, odder dergleiche eidrickliche Sache winke.
ne =ſun Härze ihrm liewe Nechſte, den wo ſe liewe,
nſchulſet geht, un wann er gor vun de eichene Baddei is,
in min Härze bedauern, un ſin=em ſogar dankbar,
m ihnſeftnd zum Bedauern gibt. Dann es Bedauern koſt
war au mackzich gud; awwer im iwwriche: Mer muß net vun

wwe
un un ſnich abedräffe dhut, ſo ſag ich aach als geläjend=
nir
ſrätet: Mer muß net vun allem hawwe beſunners
Fäfüvo der Inhalt vun meim juchtelädderne Bort=
in
=am geradezu hohnbrillende Mißverhältnis zu dem
ichſn wärn leiſte mecht, wann un ſo; ſundern ich hab
deunle, awwer grundehrliche Sprichwort abgefunne,
htt rnud ſchennt net, ſie drickt bloß un hab mich,
ſiäte bollidiſche Verſammlung, bei Zeide gedrickt,
al /),ändem ich mir, wie geſagt, geſagt hab: mer muß
allemſarvwe, un mer muß aach net iwwerall debei ſei.
eif jo en aſch pennedrander Zuſtand, wann mer ſo
Ff manches, was am ſo zur liewe Gewohnheit
zichte muß; awwer’s is alles nor bis mer’s ge=
ſiller
Has geſagt, wie=ſem es Fäll iwwer die Ohrn
ſtals frieher, wo ſich’s unſeraaner noch ehnder hott
ſrn in’s Therjader gange; aanesdaals vun wäje
ci anesdaals vun wäje, weil mer ſich als gor ſo
hie un zwiſchenei ſo härzlich hott greine kenne, ſo
f acht Dag leichter war; beiſpielsmeßich, wann
backer de Parrer vun Kärchfäld gemacht hott,
ſeſuhe zum Beſte gäwwe: Verlaſſen, verla=haſen,
... un ſo, alſo do hott im Handumdrehe des
anner Waſſer geſtanne, un die Leit im Spärrſitz
Fſchärm uffſpanne miſſe, weils vun owwe runner
el hott; odder aach wann ſe: Mein Leobold
ſidder Alt=Heidelbärch, un was ſo die Tiddel
rae Sticker ſin. Alſo, do hab ich immer mir en
netüßlatz gekaaft, Juchhee, zweide Reihe, Mitte, un
orchA u for mei Bildung un for mei Gemied brofidiert,
wngelärnt debei un hott e Bewußtſein krickt vum
Funs.
uic mer däß leider net mehr leiſte un bin in
Als Therjader uff die Kadde a gewieſe, die wo ich
unfhat abſitze därf. Däß hott zwar den Vordaal, daß
genſſ uyxaß, was heit in de modärne Lidderadur geſpielt
loß) ledabbels net, s henkt mer zu hoch. Awwer ich

Awwer no, mer därf’s jo aach ruhich ſage, daß mer, was die
geiſtiche Aſprich abelangt, aſch beſcheide ſin worrn; ich maan, däß
weer frieher annerſter gewäſe. No, un weil ich heit emol widder
vun alde Therjaderzeide geſchwätzt hab, do fellt mer ei, daß die
Anna Ethel am nechſte Samsdag, de fuffzehnte November,
ihrn achzichſte Geburtsdag feiern därf. s is aach noch a vun
de alde Garde, die wo uns an Darmſtadts Theaterglanzzeide
erinnern dhut; an die Zeide, wo mer mit ſo wenich Perſonal ſo
Großes geleiſt hawwe. Heit dräde ſe ſich am Theater gäjeſeidich
die Fieß ab, un wann wärklich aans zeiche ſoll, was es kann, is
es en Gaſt. Wann ich do denk, was die Ethelſen zu ihrer Zeid
for e Räbbedewah zu bewäldiche hatt! Awwer däß hott ſe aach
jung erhalte, jung im Geiſt un jung im Härz! Un mir wolle
ihr aach net vergäſſe, daß ſe ſtets bereit war, ihr Kunſt in den
Dienſt der Wohltädichkeid zu ſtelle. Nie war’s e Naa, wann’s
gegolde hott, ſich for die annern zu obfern, ſälbſtlos for die
annern zu wirke! Sowas is heit aſch ſälde! Awwer däßhalb
is unſer Anna aach unvergäſſe, wenichſtens bei de aldei geſäſſene
Bärjerſchaft, un mer wärd ihrer am achzigſte Geburtsdag in
Liewe gedenke. Un unſer Herrgott, der immer e Härz hatt for’s
ächte Komediandedum, un hotten ihrn Läwenswähk ſo leicht wie
meglich gemacht, wärd aach unſere Anna Ethel weiderhie gud ſei;
ſie hott’s verdient.
Däßhalb Annache, alles Gude zum Achzichſte. Bleib weider=
hie
ſo jung, un drag die Jährcher ſo ſtolz dorch die Wäld, wie
ſeidher. In dieſem Sinn, un nooch aldem Theaderbrauch vun
Härze: Hals= un Baabruch!

gehört vor allem ein pfleglicher Umgang und Beachtung folgen=
der
Winke: So ſollte man darauf achten, daß durch wackelnde
Glühbirnen die Glühfäden beſchädigt werden und die Lampen
dienſtunfähig werden können. Beim Auswechſeln der Glühbir=
nen
ſchalte man ſtets zuvor das Licht aus, um evtl. elektriſchen
Schlägen vorzubeugen. Ferner achte man ſtets darauf, daß die
Schnuren von Ständerlampen, Bügeleiſen, Wärmeplatten, Koch=
töpfen
uſw. immer möglichſt glatt bleiben, alſo nicht geknickt oder
gar verknotet werden, da ſonſt die inneren Drähtchen geknickt
werden, wodurch ſehr leicht Kurzſchluß entſtehen kann. Auch
dürfen die Stecker und Kontakte niemals loſe ſitzen, man ſollte
an erſteren die Stife feſtſchrauben und an letzteren eine neue
Schraube einziehen, oder ſie aber durch eine neue Schutzdoſe er=
ſetzen
. Auch derartige Defekte können zu Kurzſchlüſſen führen.
Beim Gebrauch von elektriſchen Kochtöpfen fülle man dieſe nie=
mals
bis zum Rande mit Waſſer, um beim Kochen ein Ueber=
laufen
zu vermeiden.
Gänſeklein mit Backobſt. Man koche das vorberei=
tete
Gänſeklein mit Waſſer und friſchem oder getrocknetem
Suppengrün weich. Ebenſo 1 Pfund am Abend zuvor in kaltem
Waſſer eingeweichtes Backobſt mit fingerlang Zitronenſchale,
etwas Zimt und 1 blütenloſen Nelke als Gewürz. Die Brühe
des Backobſtes wird zur Hälfte durch Auffüllen mit der Gänſe=
kochbrühe
erſetzt und dann entweder mit dickem Honigkuchen oder
einer dunklen Mehlſchwitze ſämig verkocht und mit Salz, Eſſig
und Zucker oder 1 Eßlöffel Süßſtofflöſung pikant ſüß=ſauer abge=
ſchmeckt
. Dazu reiche man entweder Kartoffel=, Grieß= oder
Semmelklößchen.
Gans in Sauerkraut (weſtfäliſches Gericht). Die vor=
bereitete
Gans wird roh in Portionsſtücke geteilt, die dann, mit
Paprika beſtreut, in hoher Bratpfanne, in der man zuvor ¼Pfund
kräftig geräucherten Speck ausbraten ließ, mit 12 mittleren
Zwiebeln, vollſtändig mit Sauerkraut bedeckt und mit Waſſer zur
Hälfte gefüllt, unter öfterem Beſchöpfen 2 Stunden verdeckt ge=
ſchmort
werden. Auf heißer Schüſſel angerichtet, wobei man das
Sauerkraut kranzartig darum ordnet, reiche man dazu in Butter
geſchwenkte kleine Kartoffeln oder roh in Fett gebratene Kar=
toffelſchnitze
dazu.
Pikant gebratene Gänſeleber mit Maronen=
püree
. Dazu ſchneide man 12 Gänſelebern in Streifen, die
man in Ei und Semmelmehl wendet, in reichlich Butter licht=
braun
bratet und dann erſt ſalzt und pfeffert.
Speiſe=Zettel.
Sonntag; Nockerlſuppe, Zunge mit Madeiraſoße, ge=
ſchmorte
Birnen. Montag: Gänſeklein mit Backobſt.
Dienstag: Spinat mit Setzeiern. Mittwoch: Schwar=
wurzeln
mit gebratener Leber. Donnerstag: Ireſh
Stew. Freitag: Hamburger Fiſchtopf. Samstag
Gefüllte Kalbsbruſt.

zeitgemäße Haushalt.

Enfant terrible.

f ieTinktur ſelbſt herzuſtellen. Wenn
Wk) Roſtflecken entdeckt, ſo ſollte man dieſe noch vor
ecrit ernen, da dieſe bei längerer Dauer die Gewebe=
Freichie EMan miſche ſich in einem kleinen Fläſchchen mit
wm ! kil iertem Waſſer 10 Gramm ausgepreßten Zitro=
unde
Wramm Salz, ſowie 10 Gramm Sauerkleeſalz.
her Aſkurr benäßt, halte man den ſtraffgeſpannten Stoff
beßilnene Fläche. Zuletzt mit warmem Waſſer
0 nſiewaſchen, ſind ſie reſtlos getilgt.
Heigluen= und Selleriegrün als haltbarer
WerFoſſchene und ſehr feingewiegte friſche Grün unter=
Nama t lauem, zerlaſſenem Rindsnierentalg, ſo daß es
Di grüner Brei erſcheint, fülle es dann in kleine
m dicheßblichschen und gieße nach dem Erkalten eine Schicht
Muind dals darüber. Mit Pergament verbunden, hat man
wencinner über Vorrat an dieſen wohlſchmeckenden Sup=
No Aenwürzen, die ſich angebrochen 8 Tage lang und
hahu umd verbrauchen laſſen. Im Notfall iſt auch
werwendbar, muß jedoch ebenfalls mit Rinds=
ſalg
/egoſſen werden.
L.
Tößſtl en werft keine Tüten weg! Beim
Ahedenen Kolonialwaren ſammeln ſich im Laufe
9M Mengen Tüten an, wenn ſie nicht gleich nach dem
E 94 Nnhalts zerknüllt und wegeworfen werden. Ein
fren,.

Na, Mäxchen, willſt du mir für den Apfel nicht einen Kuß
geben?
Nein, Tante, Papa ſagt, du biſt heute wieder ſo giftig!
Der Poet. Darf ich Ihnen dieſe kleine Gabe zu Füßen legen,
Fräulein Käthe? Nein, Herr Braun, ich nehme von Herren
keine Geſchenke an! Aber, warum denn nicht? Es iſt ein
Band meiner Gedichte! Ach ſo ich dachte, es ſei etwas
Wertvolles.
(Herold.)
Die Witwe. Rechtsanwalt: Ich möchte Ihnen abraten, liebe
Frau Schmidt, ein zweitesmal zu heiraten! Ihr verſtorbener
Gatte hat ausdrücklich im Teſtament vermerkt, daß in dieſem Fall
das ganze Vermögen ſeinem Bruder zufällt. Den heirate
ich ja!"
(Pages Gaies.)
Schlechtes Gewiſſen. Ihr Fritz iſt ein guter Schüler aber
er lügt ſoviel! Vater: Von wem mag er das bloß haben?
Seine Mutter lügt niemals und ich bin doch ſo ſelten zu Hauſe.
(Karikaturen.)
Das nene Dienſtmädchen. Warum knallt denn eure Minna
immer die Türen ſo zu? Das iſt ſie von zu Hauſe aus ge=
wöhnt
ihr Vater iſt Bahnſteigbeamter bei der Eiſenbahn.
(.Paſſing Show.)
Einfachſte Löſung. In meinem Beruf iſt es ſo, daß ich an
einem Tage verdiene, am nächſten Tage wieder nichts! Da
würde ich doch nur einen um den anderen Tag arbeiten!

SS Uen und als naſſes Bündel auf die Kohlenglut
ſoanach die Feuerungstür zugeſchraubt, entwickeln
Nämpfe, die im Innern des Ofens rußlöſend

[ ][  ][ ]

Im Cheater.
Wenn man die abendliche Mode des
Herbſtes genau kennen lernen und ſie
auch in all ihren Einzelheiten ſtudie=
ren
will, muß man nur das Parkett
bei einer intereſſanten Erſtaufführung
in einem prominenten Theater gut
beobachten.
Im Wandelgange kann man dann
während des Zwiſchenaktes immer viel
Sehenswertem begegnen und zugleich
feſtſtellen, welche Linien es ſind, die
ſich für die Saiſon durchſetzen.
Dieſer Anſchauungsunterricht iſt um
ſo wertvoller, als ja unter dem äußerſt
bunt durcheinandergewürfelten Thea=
terpublikum
alle Geſchmacksrichtungen
vertreten ſind und man ſomit einen
wirklich vollſtändigen Ueberblick zu
gewinnen vermag. Da gibt es manche
Damen, die die große Aufmachung
unter allen Umſtänden ablehnen und
ſelbſt für den Theaterabend das kleine
Kleid wählen, in dem ſie ſich reſtlos
wohlfühlen.
Dann treten wieder jene in den
Vordergrund, die eine Aufmachung be=
vorzugen
, die nachmittäglichen wie
abendlichen Zwecken gleicherweiſe dien=
lich
ſein kann. Man hat ſich darunter
vor allen Dingen die mannigfaltigen
Fregoli=Modelle vorzuſtellen, die wie
ſchon der Name ſagt große Wand=
lungsfähigkeit
beſitzen. Zu dieſen
Schaffungen zählen gewiß letzten Endes
auch die verſchiedenen Jäckchencom=
plets
, jene Kleider alſo, die mit der
kleinen Mode=Umhülle eine reizende
Aufmachung für den Nachmittag,
ohne Jacke (alſo ärmellos) aber
ſicherlich die beſte Abendkleidung dar=
ſtellen
.
Wer für das Theater in der Haupt=
ſache
die neue Modeform wünſcht,
wird natürlich unter allen Umſtänden
ein Kaſak=Kleid wählen, das in den
großen Modeſalons von der allerein=
fachſten
bis zur pompöſeſten Auf=
machung
gezeigt wird und gelegentlich
auch durch Pelzverbrämungen, durch
koſtbares Material (Brokat uſw.) oder
durch reiche Stickereien ausgezeichnet
zur Geltung kommt.
Ein beliebtes Kompromiß zwiſchen
Nachmittags= und Abendaufmachung
ſtellen die ſchönen Spitzenkleider
der neuen Saiſon dar, da hier ſelbſt langärmelige Modelle ſehr
am Platze ſind, weil Spitzenmaterial durchſcheinend iſt und ſomit
gerade den Anforderungen entſpricht, die an die Wirkung eines
Theaterkleides geſtellt werden.
Einen breiten Raum in der neuen Mode nehmen die kom=
binierten
Modelle ein, die ungemein wirkungsvoll ſind, da
gerade durch die Zuſammenſetzung verſchiedenartigen Materials
ausgezeichnete Effekte erzielt werden können. Zu den dominie=
renden
Kombinationen zählt Georgette mit Spitze oder Satin mit
Die Dame am Volant,
die der Baskenmütze, die jahrelang in Modewar, nun anſcheinend
doch müde geworden iſt, ſucht ſchon längſt nach einer neuen Kopf=
bedeckung
, die kleidſam und praktiſch zugleich iſt.
Ganz fraglos bietet die neue Hutmode gerade für den Sport
viel Eigenartiges, da die vielen mondänen Südweſter=Typen
ſich für dieſen Zweck vorzüglich verwenden laſſen. In farbigem
Leder ausgeführt, ergeben ſich ſportliche Schaffungen von ganz
ungewöhnlichem Schick. In letzter Zeit kombiniert man den ſport=
lichen
Hut ſogar mit einem Schutzrand aus Marienglas, das
brillenartig angebracht mit der Hutform ſelbſt eng ver=
quickt
iſt.
Es ergibt ſich damit eine höchſt beachtenswerte Neuheit, die
ſicherlich ſportbefliſſene Kreiſe außerordentlich zu intereſſieren
vermag.
W. U.
Der Blaſebalg=Muff
gilt unter den zahlreichen Modellen, die uns die großen Salons
für die neue Saiſon zeigen, ganz unſtreitig als eines der eigen=
artigſten
, denn der Schick dieſer Schaffung liegt ja nicht allein in
ſeiner aparten Grundform, ſondern auch in der graziöſen Trag=

immerhin ſchon dageweſſſ,
germaßen erprobt, ſo gil
nation von Schwarz min
abſolute Neuheit und düut
ſchreitender Saiſon gewo=
prominente
Rolle ſpielern
jahre Schwarz=Roſa zugee

Die Silhouette der konm

iſt entgegen allen ann=
zeiungen
durchaus v.n
Fuß auf Schlankheit einn
Gerüchte über das 23
werden=dürfen der mod au
ſind durchaus unzutreffe suntz
richtig iſt es, daß die
der führenden Modehäun=/s
vollſchlanken Figuren g9u
und der grundlegende 2in
einzig und allein dararn
ren ſein, daß manche 00
die betont kurze, dem 5
empfundene Taille etwas
ken, woraus Uneingeweck
kommen irrigen Schluu /
üppig wieder modern

art, die übrigens durchaus an die modiſche Aufaſſung der 80er
Jahre gemahnt.
Man verfertigt die neuen Muffe aus dem Material des
dazu gehörigen Garderobeſtückes, alſo entweder aus Stoff oder
aus Samt, gelegentlich ſogar aus glänzender Seide, gibt dem
Modell durch querlaufende Fadenzüge eine aparte Note und be=

Spitze, aber auch Velourſchiffon mit Tüll, ſowie Taft mit Tüll
u. dgl. mehr.
Neben den verſchiedenen Materialzuſammenſtellungen gibt es
auch vorzügliche Effekte, die lediglich aus der Verſchieden=
heit
der Farbe geholt werden. Hier wäre natürlich in erſter
Linie Schwarz=Weiß zu nennen, das die verſchiedenen Mode=
künſtler
wegen der großen Möglichkeiten ſchon lange Zeit beſchäf=
tigt
, weil ja auch dieſe Kombination eine elegante, im beſten
Sinne damenhafte Note gewährleiſtet. Iſt dieſe Zuſammenſtellung
ſetzt beide Seiten mit ſtulpenartigen Fellſtücken, die den Effekt
noch erhöhen.
Natürlich muß ein ſolches Stück immer entſprechend mit
Wattelin eingefüttert ſein, um dem Verwendungszweck reſtlos ge=
recht
zu werden und wirklich warm zu halten.
Wir zeigen die aparte Blaſebalg=Muff=Form in unſerer
Skizze, und zwar oben das Modell, wie es tatſächlich ausſieht,
unten den Muff wie er richtig getragen wird. W. U.
Pelzmäntel für die Übergangs=Saiſon
werden heute ausnahmslos aus dünnem, ſchmiegſamem Fell ge=
arbeitet
und innen mit Kamelhaar. Duvetine oder ähnlichem
Material eingefüttert und haben die beaueme, loſe Form, die man
an ſportlichen Stücken ſo ſehr liebt

Es kommt hier in erſter Linie Fohlen=, dann aber auch ge=
preßtes
Lammfell in Frage, das in Beige und Grau vorzüglich
ausſieht.
Wie man in den großen Salons munkelt, iſt übrigens für den
Winter der weiße Broadtail=Mantel als Allerneueſtes
in Ausſicht genommen, der mit einem grellfarbigen Hütchen
und einem flotten Schal in der Schneelandſchaft ſicherlich ganz
entzückend ausſehen wird.
Solche Typen laſſen ſich angeſichts der Leichtigkeit des Fells
faſt wie Trotteurmäntel arbeiten, ſo daß man hier die kompli=
zierteſten
Schnitte erwarten darf.

Außerordentlich eigem
Proportion der neuen
durch die höherrückende
tere Partie ſtark vo=
ſcheint
, ein Effekt, der I
die langen Röcke noct
wird, um die Geſtalter
groß erſcheinen zu 1...
Einige neue Silhoue;
eſſante modiſche Anre=
wir
mit unſerer Bildgmn
Blick in den Wandelgang
ters geſtattet und mit
Schöpfungen vertraut
An erſter Stelle ſiehtt:
originelle, ſchwarz=weie
ſtellung in Form einer
Satin=Kaſak, die untan
Fellſtreifen abgeſchloſſi
einem ſchwarzen Rock
Seidenſamt kombiniertr
der weißen Kaſak vorz /
Daß, geſtickte Sachem
Triumphe feiern dürfe-,
früheren: Jahren beſſ
womit der Mode vor
Akzente gegeben werd nl
nächſte Bild, ein ſchwen
Abendkleid mit eigem
len Glockenpartien und
Taille.
Satin oder Brokat ergibt ſchicke, mantelann
dunklen einfärbigen Röcken (vorletzte Skizze).
Unſer letztes Bild aber vertritt die neueſte=
nierten
Schaffungen, indem ſie ein dunkles Samttd
ger Rockpartie und enganliegender Prinzeßform
Augen führt und damit einen ſehr eigenartigen.
Verbindung bringt, der mit gleichartigen Aermeln
ein Effekt, der heuer außerordentlich beliebt iſt
Theaterkleider gerne angewandt wird. Wi
In unſerer erſten Skizze iſt ein Fohlenman
Raglanfaſſon zu ſehen, der einen ſchalartig geknog.
bringt und durch ſeitlich eingearbeitete Quetſchfall=
den
Mantel ſchlank und eng erſcheinen laſſen un.
Ausſchreiten nicht behindern.
Wenn man einen ſolchen ſportlichen Mantell
Lammfell arbeitet, pflegt man ihm ſehr viel Wei.
durch eine beſonders ſchöne Silhouette gewährleiſte=

Federn als Hutaufputz
waren ſchon viele Jahre nicht zu ſehen, und eben
wieder einen ganz neuen und ungewohnten E
dürften ſie allenthalben lebhaftem Intereſſe bege
Wie dies immer der Fall iſt und der Fall
Neuheit auftritt, bemächtigen ſich die großen S=
erſtaunlicher
Geſchwindigkeit und trachten ſie
nur angeht, zu verwerten.
Daher kommt es, daß man in allernächſter
keineswegs nur auf ſportlichen Hüten, ſondern or
mittäglichen Modellen ſehen wird, natürlich in
ner Wiedergabe und Anordnung und in den
Varianten.

Während nämlich für den ſportlichen Vel
Linie flott geſteckte Raubvogel=Federkiele Verwen
gebraucht man für das nachmittägliche Moden
Phantaſiegeſtecke (z. B. gebogene Hahnenfedern
eines originellen, kappenartigen Samtmoden=,
Mittelbilde vor Augen führen.)
Auch kleine, in Vogelform angeordnete Fod‟
vielfach zu ſehen ſein und ſind dazu beſtimmt. "
Mode die bisher gebräuchlich geweſene Schmut-
ſetzen
(Figur 1).

[ ][  ][ ]

Sonntag, den 9. November 1930

Seite 21

NA.

atkeine anstrengen-
ewaltkuren
, Hungern
ſnwitzen, sondern eine
i Gewichtsabn ahme.
zuwlch, unschädlich und
isWtLutauffrischen d und
stecl wirkt der ange-
schwl
- u. ärztl. emp fohl.
Lgrust Richters
Eri iic kskräutertee.
wirdanfschlank, elastisch
bleikwieind u. leistungsfähig.
. MMf.1w L. schreibt: Ohne Diat
PiNNT- tadellos bekömmlich.

Schmerzen die
Füsse?
Geh zu Speier‟!
15017a

Fet MMl Kurpack. RM. 10.-.

G. erh. Anz., Mant
Schuhe (40) f. 15j.
z. kf. geſ. Preisang.
u. H. 189 Geſchſt.

poth Aidrogerien., wo nicht:
muesw sDrik pharm. kosm.
MAwer SW 7,Güllstraße 7.
V
zer/ Beamter, 30 J., ev.,

H..,
Fa.,
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bischt t2 hell, einſamt, w.

ſtetAtän=
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I.üfa
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nſst
Rur
trut
henn.
P15

atrzurd
ſtet18 uch
ür o
Kmyrt.

wünſcht hübſch. geb.
Mädel vom Lande,
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te= Vermög. erw. Ausf.
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Guterh. eich. Fleiſch=
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30 J., ver=
wi
t. nur gebild., unabh.
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il-Zuſchr. unt. H. 199
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Südſee= u. Afrika=
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[ ][  ][ ]

Seite 22

Sonntag, den 9. November 1930

Rampf im Dunkeln /

Ein Roman aus der Wirklichkeit
Don Theo vom Berge

(Nachdruck verboten.)
18.
Warum?
C 25 fragte naiv.
Wegen der Netze, Minen und Leinen, die ſie hinter ſich
herſchleppen. Aber es kann auch ein heimkehrendes Geſchwader
ſein oder ein Geleitzug
Noch hatte er das Wort nicht ganz ausgeſprochen, als er
inne hielt. Er preßte ſeine Augen noch mehr in die Gummi=
faſſung
des Okulars und ſtarrte intereſſiert auf das, was dort
draußen über den Horizont kroch. Wie Hammerſchläge fielen
ſeine Worte in die Nervenſpannung des Bootes.
Donnerwetter das iſt ein Geleitzug wahr=
haftig
zwei große Panzerkreuzer als Deckung und vier
Zerſtörer Torpedo klar!
Sekundenlang trat er vom Sehrohr weg.
Wenn Sie mal durchſchauen wollen?
Nach dem Prinzen nahm auch C 25 die ſeltene Gelegenheit
wahr. Und da ſah er weit draußen fünf große Kauffahrteiſchiffe,
flankiert von Kriegsſchiffen, die ihren Kurs kreuzen mußten.
Die Maſchinen wurden geſtoppt. Faſt ohne Fahrt pendelte
das Boot durchs Waſſer. Die Spannung, durch gelegentliche
Erklärungen des Kommandanten im Telegrammſtil bis zum
Platzen geſteigert, wurde auf die Dauer unerträglich. Ganz ſtill
war es in der ſtählernen Röhre.
Achtung! Torpedo klar!
Das war die Erlöſung. Faſt ging es wie ein Aufatmen
durch das Schweigen. Meldungen kamen. Befehle gingen. Dann
war wieder Ruhe.
Von Backbord waren leiſe Schraubengeräuſche zu verneh=
men
. Jetzt mußten die droben ganz nahe ſein
Achtung!
Torpedoſchuß!
Alles hielt den Atem an. C 25 kaute nervös an ſeinen Fin=
gern
. Er hätte ſchreien mögen. Warum war der Kerl da am
Sehrohr ſo ruhig, als ginge ihn das um ihn her nichts an, als

Bamen-Hortrag

Frau Ruisinger, Stuttgart
eine der besten Kennerinnen deegesamten Frauenlebens
spricht am Montag, 10. Nov., 8 Uhr, im Fürsten-
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wie jahler, gelber Hautfarbe, Sommersprosseu, Pickeln,
Warzen, schrundigen Händen, Mitessern, Faiten,
Frauenbart samt Wurzel.
Warum so viele Frauen vorzeitig altern, Alters-
verhütung
und Verjüngung. Was muß man tun,
um unschö e Korpuienz und Magerkeit zu beeeitigen.
Hygiene der Wechsellahre.
Die Frau von 40 Jahren. Was muß die Frau von
Wechseljahren wissen? Das gefährliche Alter und die
Frauennerven, Gemütsleiden Hysterie, Wechseljahre
und Ehenot. Warum verstehen so viele Männer in
dieser Zeit ihre Frauen nicht mehr?
Glücklose Ehen
Ihre Ursachen und Ueberwindung.
Das Seelenleben der Frau.
Eintrittspreise! I. Platz Mk. 1., II. Platz Mk. 0.60.
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nur die Frau zur Frau erörtern kann. Der Vortrag
war ein Erlebnis für die hiesige Damenwelt.
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Der Vorſtand.

ſei da oben gar nichts los? Er fieberte vor Aufregung. Nicht,
weil die oben heranfahrenden Schiffe Landsleute waren. Daran
dahte er im Augenblick gar nicht.
Los!
Eine leichte Erſchütterung ging durch das Boot. Mechaniſch
zählte jeder die Sekunden
zwei vier zehn zwanzig da!
Wieder eine Erſchütterung. Dumpf und fern. Ein wahrer
Begeiſterungsſturm kam aus den unterem Räumen.
getroffen
Kurz und abgehackt flogen Kommandos.
Ruder hart Steuerbord!
Beide Maſchinen volle,
Kraft voraus. Auf zwanzig Meter gehen!"
Faſt ſteil ſank das Boot. Es ſchlug einen Haken und kam
wieder empor. Sekundenlang peilte der Kommandant.
Achtung! Torpedoſchuß!
Aus dem Bugraum klang das Klappen des Deckels.
Fertig!
Los!
Da ! Seitlich voraus das ſingende Mahlen einer
ſchnellen Zerſtörerſchraube.
Der Kapitänleutnant zuckte zuſammen. Raſend drehte er
das Handrad des Sehrohrs um ſeine Achſe. Zog es ein.
Schnelltauchen! Ruder hart Backbord! Aeußerſte
Kraft!
Aber das Geräuſch kam näher. Raſend ſchnell. Gleich
gleich mußte er da ſein dann
Schon glaubte C 25 ahnungsvoll den Stoß zu ſpüren. Zu
fühlen, wie das Waſſer durch das Leck gurgelnd ins Boot ſchoß.
Sah den Kapitänleutnant mit verzerrten Mienen dem Geräuſch
lauſchen, mit nervöſen Fingern gegen die Glasſcheibe des Tie=
fenmanometers
klopfen, nein trommeln.
Da, in letzter Minute gehorchte das Boot dem Druck der
Tiefenruder und ſchoß hinab in ſein Element. Ueber ihm ſtieß

der ſcharfe Bug des Zerſtörers ins Leere. Und im.
kam von irgendwoher ein dumpfer Schlag. Ganz a=
terte
er in die Erregung der Nerven.
Der zweite Torpedo hatte getroffen.
Mechaniſch hielten ſich der Prinz und (
als ſie plötzlich, wie von einem gewaltigen Schliage m
am Boden rollten. Dunkle Nacht ringsum. Ateml
Stille. Sogar das ſingende Arbeiten der elektriſo
war verſtummt. Nur das Boot ſank weiter. Leiſe
Das war doch eine Exploſion geweſen! Ganz
Herrgott, es wird doch nicht der Zerſtörer:
Angeſtrengt lauſchte alles, ob nicht irgendwou ten

Boot rauſchte. Da! Wieder ein Schlag. Etwas fennen u
Schraubengeräuſche in der Höhe.
Es wurde wieder licht. Mit ſchmerzenden Gſif
ſich die beiden. Der Komandant gab einige Befeba,
Räumen kamen die Meldungen.
dicht dicht alles dicht
Aufatmend drehte ſich Gerſon zu den beiden m ſo
Wirklich, er lächelte.
Verdammt noch mal, das hätte ſchief gehen
Sein befreiendes Lächeln ſtreifte das Tiefenmnnte
zeigte dreißig Meter. U 25 hätte ihm vor Freudesa-4

fallen mögen. So hatte ihm dies Wort des KomstL-vM
getan.
Der lauſchte ſekundenlang nach oben. Ruhe du
von Backbord her ein dumpfes Geräuſch, das ſüchö
ſtärkte. Das war keiner der Zerſtörer, die jetzt ſiche
Auffiſchen der Schiffbrüchigen dort vorne beiſchhn
Das konnte nur ein Dampfer ſein, oder der zweitt
den Schluß des Geleitzuges bildete.
Seine Mienen ſtrafften ſich zu verzweifelter E
Sehrohr einfahren!
Gehorfam ſtieg das Boot in die Höhe. Wie=
Torpedo fertig gemeldet. Wieder ſteckte der Kapittn
U=Bootsfühler zu blitzſchnellem Rundblick aus.

Und da ſahen ſeine ſchadenfrohen Augen gern

der ſchwerbeladenen Dampfer qualmend und mit
ſeitlich voraus aufkommen. Von den beiden angen

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[ ][  ][ ]

ſehen. Auf der Stelle, auf der ſie ſoeben gur=
hfe
verſchwunden ſein mußten, lagen die beiden
hw die Zerſtörer raſend umherzuckten. Gerade
ſch euwai, zu dem letzten der Dampfer zurückzukehren.
alſo h/e Zeit zu verlieren.
der zwie das Boot, als der Torpedo hinauslief, um
4 Vehzhen zu ſpeien. Abermals vergingen dreiund=
Sehzwu peinlicher Spannung. Dann eine Erſchütte=
ymfr
Vulkan, rieſenhaft und majeſtätiſch, grauſig=
*z mwwll, ſtieg eine zweihundert Meter hohe und
nfzichy ſtier breite Waſſerſchutle in die Höhe.
warz Rache für den mißglückten Bombenangriff des
agohant wartete nichts mehr ab, zog das Sehrohr
ließ große Tiefe gehen. Er hatte genug.
den nrzelten wütende Schraubengeräuſche ohnmächtig
mehwr Stunden ununterbrochener Fahrt legte ſich
fendtwm Sande der Nordſee auf Grund. Die Nerven
drihm) der Ruhe.
vie S=wrmpen wieder ſangen, mußte es droben heller
Brin ud ſein neuer Freund ſtanden wie gewöhnlich
o hm Rſckärileutnant im Turm und verfolgten aufmerk=
Voyunteni des Zeigers auf dem Tiefenmanometer.
atte nye Laune.
habteboheit geſchlafen?
dre ſ.egut. Aber, wenn ich etwas bemerbem darf
i eſterruuch um ein Haar ſchief gehen können
KKommdant drehte ſich nach ihm um. Seine Augen
deur iriz ſehr angegriffen war, und aich das Geſicht
en irm bleich und übernächtigt.
eſthandtch wieder dem Okular des Sehrohrs zu.: Stille
Bryu Noch etwa drei Meter mochte der Turm unter
Cerſptäl ſein.
lauf=ch angeſtrengt und unwillkürlich auf irgendwelche
digrm außen ins Boot drangen, deſſem Druckkörper
ſen Aug em =Koianzboden wirkte. Nur ſo war es möglich,
end un das kublen der Schrauben von Hochſeeſchiffen recht=
en
beiden te ug durrch erneutes Tauchen ſich der Gefahr eines
verdyt entzog. Droben aber ſchien weit und breit
m beſe iich tatz ein Glitzern und Binken über das Glas.
ſe böhnusſenu nſchten ſich dazwiſchen. Herrſchten eine Zeitlang
mus draußen hell.
memvete klar und leuchtend die Nordſee mit leerem,
Im ſtzont. Triefend hob ſich der Rumpf aus der
fünnm Das Durmluk flog auf. Die Ventilatoren
kührlhlebende Luft der See durch alle Räume des

zn auſſern ſonnigen Turm ſaßen die beiden ſeltſamen
umdingen die Beine ins Luk hinunter. Und mit
50 zu m Rua einer ſchweren Rohölmotoren lief U 406 der
mm=Het
7, Graf

15. Kapitel.
In dieſen Tagen erhielt Herr Mattheſſus in Berlin, der Lei=
ter
des großen Hauſes in der Königgrätzerſtraße, ein Telegramm
Man ſagr:Wer
FüfckKdefftertter
kiukt, der-ißt!
(V 6140
mit Necht, deun
1arelKädfffertter
iſt viermal nahrhafter
as Siſthvruge.
So lchrt e
Jetzt die Ernährungs=
wiſſeuſchaft
!
*Dieſe Mäſchung: halb Mälch,
halb recht ſtarker Kathreiner
wird jetzt von unſern Apten
viel empfohlen!

aus Zürich, das um die ſofortige Lieferung eines Waggons
Kols für ein dortiges Hotel bat. Der Heine, hagere Mann mit
den dichten Koteletten an den vorſpringenden Backenknochen und

den unruhigen Augen blickte erſtaunt und etwas verävgert auf.
Was iſt das nun wieder? Muß dieſer Kerl auch noch an=
fangen
? Habe ich nicht meine liebe Not mit meiner Mitarbei=
terin
Annemarie Leſſer, der Frau Doktor, deren rapider Ver=
fall
durch dieſes verdammte Gift von Tag zu Tag zunimmt?
Das von dem deutſchen Agenten in Zürich Verlangte war
nichts mehr und nichts weniger als ein Kilo Kokain, und zwar
ſofort. Faſt wütend warf der gewiegte Mann das Papier auf
den Tiſch und trommelte nervös mit ſeinem Zirkel auf der
Platte. Sein flüchtiger Blick ſtreifte die Uhr. Es war halb
ſieben.
Es hatte keinen Zweck, ſchon jetzt zu ſeiner Mitarbeiterin
zu gehen, deren Räume neben den ſeinen lagen. Er wußte ge=
nau
, daß ſie jetzt noch nicht zu ſprechen war. Sicherlich lag ſie
im Augenblick auf ihrer Ottomane, verkatert, und wartete auf
die Schatten der Nacht. Dann dann würde ſie lautlos über
die mit ſchweren Teppichen belegten Korridore kommen und ſich
ſtill an ihren Platz neben ihn ſetzen. Dann würden ihre Augen
leuchten, ihr Teint glühen. Eine Ordonanz würde ebenſo
ſchweigſam und leiſe eine Platte mit wenigen Scheiben Toaſt
und Kaviar und ſchweren Wein bringen. Und erſt, wenn ſie
dieſe faſt einzige Nahrung offenſühtlich widerwillig hinunter=
gewürgt
hoben würde, würde ſich dieſes immer noch bildhübſche
Weib zurücklehnen und das Schweigen brechen. Nun? würde
ſie fragen und es würde wie eine kindliche Bitte um Verzeihung
klingen und doch ſo überlegen groß. Und er, Mattheſius, würde
duldſam lächeln, wie immer. Sie war ja Deutſchlands größte
Spionin. Da konnte man ſchon etwas nachfehen. In dieſen
Nächten funktionierte ihr Gehirn ſcharf, präziſe und faſt hell=
ſichtig
.
Morphium und Kokain
Es kam, wie er es faſt erwartet hatte, Frau Doktor las auf=
merkſam
das Telegramm und ſchob es mit der ſchmalen, weißen
Hand läſſig von ſich. Tief in den Seſſel lehnte er ſich zurück. Ihre
ſtrahlenden Augen ſtarrten eine Zeit lang irgend wohin ins Dun=
kel
der Nacht. Dann nahm ſie den Hörer zur Hand und nannte
eine Nummer.
Halloh! Hier Maſchinenfabrik Bergmann!
Iſt Herr Sauter ſchon im Hauſe?
Noch nicht? Bitte, wol=
len
Sie dann ſo freundlich ſein und ihm ſagen, der Chef möchte ihn
noch einmal ſprechen, er ſoll ſofort ins Büro kommen
danke ſchön!
Sie wendete ſich dem Manne an ihrer Seite zu.
Haben Sie noch nichts vom Prinzen gehört?
Doch. U 406 meldete heute Standort nördlich Hoek van Hol=
land
. Wenn weiter nichts dazwiſchen kommt, dürfte es Ende der
Woche in Kiel anlegen.
Und Paris?
Böhm hat alles wieder feſt in der Hand. Er iſt in die Rue
Frangois Nummer 8 gezogen und hat dort eine Firma für Schwei=
zer
Artikel errichtet.
Die Augen der Frau zuckten keinen Moment. Aber innerlich
war ſie doch ehrlich erſtaunt.
Ein tollkühner Kerl. Mir wäre die Nähe des Hotels Garni
in Nummer drei nach den Vorfällen der letzten Tage ein wenig
peinlich.
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Dienstag, den 11. Nov., abends 7 Uhr
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Regie: Rolf Randolt
Das frohe Leben am Neckarstrand hat für manche ein
schweres unerwartetes Ende gefunden. Einen neuen
Studenten rief der Ernst des heutigen Tages ins
Leben, den Werkstudenten, der um sein täglich Brot
schwer ringen muß.

Gouus Kon=
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Beginn 2, 4.05, 6.10, 8.15 Uhr.
Ehren- und Freikarten aufgehoben.

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den 14. Nov. 1930, abenos 8 Uhr, ein Film

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Deutſcher Jungens in Griechenland
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der Nerother zu Pfingſten in Koblenz
Frohe Wander= und Landsknechtslieder
werden von der Darmſtädter Gruppe ge=
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Der Bund der Prei
Regie: Hans Behrendt
Ein Bildwerk von größter Spannung von Liebe, Haß
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Das Fräulein vom Kleiderlager
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Heute Sonntag, den 9. November
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Herrngarten-Kaffee

vo

der kol, der kol

Während des Umbaues geht der Innenbetrieb
nach wie vor ungestört weiter. Gleichzeitig hört
man am Sonntag nachmittag und abends den
Zitherkünstler Emil Liebeck.

wer hot, der hot?

die ergötzliche Geschichte der
Brüder Atzinger‟
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