Darmstädter Tagblatt 1930


08. November 1930

[  ][ ]

ummer 10 Mfentige

*
P
N
NN
Tar

Tau
DT
Tart
Bezugspreis:
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Anzeigenpreis:
ſeete m Erſcheinen vom 1. Novemder

2a8 Reichtmart und 22 Pfennig
eislt 2.25 Reichsmart, durch die
insmart ſrei Haus. Poſibezugsprele.
Aleid monatlich 2.45 Reichemart.
zir Aufnahme von Anzelgen an
urd nicht Übernommen. Nicht=
ſuummern
infolge höherer Gewalt
ſpwer nicht zur Kürzung des
zMtiengen und Abbeſtellungen durch
mirichſelt für uns. Poſtſcheckonie
ftart a M. 1301

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche ilnſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſebenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſi. Tagbl. geſtattet.
Nummer 309
Samstag, den 8. November 1930. 193. Jahrgang

2I mm breittt Zeile m Kreſſe Darmſfadt 25 Reichepfs.
Finanz=Anzelgen 40 Relſchepfg. Reilamezelle (92 mm
brein/ 2 Reichsmark. Anzelgen von auswärte 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reichspfg. 92 mm breite Rellame=
zelle
3.00 Reichtmart. Alle Preiſe in Reichemart
4 Dollar 420 Marfl. Im Falle böberer
Gewalt, wie Krleg. Aufruhr, Streik uſw., erliſche
ſede Verpflſchtung auf Erfüllung der Anzelgen=
aufträge
und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konturs oder gerichtlicher Beltreibung fäſl ſeder
Rabatt weg. Banſkonto Deuſche Banl und Darm=
ſädter
und Nationalban.

eangoſtſchelapengonmver Kaminer
Forderung nach Sicherheit der Grenzen und Aufrechkerhalkung der Berkräge.
Keine Bereitſchaft zur Reviſion.
währenden Ruf nach Sicherheit für Frankreichs Grenzen hat
Franblin Bouillon ſeinem Lande ſicherlich keinen guten Dienſt er=
ebreden
gegen Deutſchland.
wieſen. An eine Bedrohung der franzöſiſchen Grenzen durch
Deutſchland glaubt im Ernſte kein vernünftiger Menſch mehr.
Winde Abg. Hcapint will von geheimen Die öffentliche Meinung iſt der ewigen franzöſiſchen Sicherheits=

Weutſchen Rüſtungen wiſſen.
EP. Paris, 7. November.
üfche Kammer ſetzte am Freitag vor halb leerem
it ſchwach beſuchten Tribünen die Ausſprache über
baf der Regierung fort. Der kriegsblinde Abge=
ſpf
ni (Gruppe Maginot) rief gleich zu Beginn
ſirſengen lärmende Proteſte der Linken
pen gegenwärtig in Gang befindlichen Feldzug
ſiü gegen den Krieg und für den Frieden um jeden
Der Redner unterſuchte dann eingehend die
WVölkerbund ſeine Rolle, den Frieden zu ſichern
6ü einander näher zubringen, erfüllt habe. Er kam
auf das Zeugnis Paul=Boncours zu dem
iy Völkerbund dieſe Aufgabe noch nicht gelöſt habe.
de er, beſonders ſeitdem das Projekt der euro=
Eual ion zur Erörterung ſtehe, erſt recht die Gegen=
hen
den Völkern aufgedeckt, vor allem
mVölkern, die die Reviſion der Verträge
und denjenigen, die dieſe Reviſion
tſch=franzöſiſchen Annäherung über=
ſte
Scapini, Deutſchland habe die franzöſiſche Poli=
hſonen
mit immer neuen Forderungen, mit den
Stahlhelm=Kundgebungen und geheimen
er Reichswehr (!) beantwortet. Die Kam=
bisher
getäuſcht worden. (Stürmiſcher Lärm
ſeitährkiche Bündnispolitik in Europa
gelebt, ſo daß ein Zwiſchenfall jederzeit zu
i Die franzöſiſche. Außenpolitik
Verſuch machen, alle früheren Alliier=
zuſammenzufaſſen
und dem Krieg eine
fen.
Misnsarlikel 19 des Völkerbundspakkes
nach franzöſiſcher Auffaſſung nur
die europäiſche Ordnung.

2emokratiſchen Volkspartei angehörende Abgeord=
Gerrührte in ſeiner Rede, welcher der inzwiſchen in
hin oge erſchienene deutſche Botſchafter v. Hoeſch mit
ſih Sntereſſe folgte, das Reviſionsproblem.
Wtex behandelte es in ſcharf ablehnendem
* Artikel 19 des Völkerbundspaktes, der von der

iFeun=durchführbar gewordenen Beſtimmungen ſpreche,
PAnwendung finden, denn die Reviſionsfor=
Rürden die ganze Ordnung in Europa
Witellen und den Frieden ernſtlich ge=
der
Danziger Korridor ſei für Polen
Totwendig und es könnten höchſtens kleinere
Run gen oder Verkehrserleichterungen zugunſten
AIS Auge gefaßt werden. Im übrigen ſei Mittel=
cſer
organiſiert als vor dem Kriege. Die deutſch=
Mei enspolitik müſſe nicht trotz, ſondern gerade wegen
nen Schwierigkeitn und Intreſſengegenſätze weiter
wen. Unter keinen Umſtänden dürfe man an einen
Momflikt denken und den Krieg als die einzige
Eſt henden Schwierigkeiten hinſtellen; vielmehr müſſe
lchem Wege eine Löſung ſuchen. Frankreich
beitragen, Deutſchland von der fixen
: Einkreiſung zu befreien, wogegen
die Beſorgniſſe Frankreichs um
Dei heit zerſtreuen könne. Falls Deutſchland
riedlichen Organiſation Europas nicht beteiligen
um dieſe Organiſation ſo ſtark machen, daß Deutſch=
ehin
en Willen hineingezwungen werde.
Müihrungen Pezets fanden wiederholt die lebhafte Zu=

Wm hanzen Hauſes mit Ausnahme der äußerſten Rech=
emminiſter
Briand klatſchte dem Redner wiederholt
dr Abgeordnete die Tribüne verließ, wurde er von
eaten Tardieu und Außenminiſter Briand beglück=
S=chluß hielt der nationaliſtiſche Abgeordnete Delſol
Dſichen Hetzreden. Er erklärte, alle franzöſiſchen
alſich einig in der Forderung nach Sicher=

EGrenzen und Aufrechterhaltung der
In den harten Friedensbedingungen, die Deutſch=
Le eines Sieges angeblich den Alliierten habe auf=
m
, ſuchte der Redner den Nachweis zu erbringen, daß
Beutſchland gegenüber nach Beendigung des Krie=
2BSeigt habe. Darauf wurde die Debatte auf
Merstag vertagt.
E3öſiſche Kammer hat am Donnerstag und Freitag
eutſch=franzöſiſchen Problem auseinandergeſetzt
ie zu erwarten war zu einer weſentlich an=
aig
als der franzöſiſche Chauviniſt Hervé gekom=
Mr letzten Zeit mit ſeinem Ruf nach deutſch=franzö=
Neigung viel von ſich reden machte. Franklin Bouil=
A=ſtrigen Donnerstag der Welt das oft widerlegte
Einer engen Zuſammenarbeit zwiſchen dem deut=
mah
und der ſowjetruſſiſchen Armee von neuem
Die Tatſache, daß Deutſchland endgültig abgerüſtet
* beſtritten. Derartige Angriffe werden durch ihre
E-Iplungen nicht glaubwürdiger, und mit dem fort=

forderungen ſchon lange müde. Auch die Erllärung Franklin
Bouillons, die polniſche Grenze ſei Frankreichs
Grenze vermutlich eine Beſchwichtigungspille für den durch
Hervés Reviſionsfeldzug etwas nervös gewordenen polniſchen
Bundesgenoſſen iſt nicht der geringſten Auf=
regung
wert. Ebenſo konnte Scapini, der am Frei=
tag
in der Kammer das Wort ergriff, nur mit alten Ladenhütern
aufwarten. Größeres Intereſſe verdient jedoch die Rede des
Abg. Pezet, der zwar Reviſionen ſehr ſcharf ablehnte, im übrigen
aber doch einer deutſch=franzöſiſchen Verſtändigung allerdings
entſprechend der ſranzöſiſchen Mentalität das Wort redete,
was oſtentativ den Beifall Tardieus und Briands auslöſte.
Schon jetzt werden die Ausführungen Franklin Bouillons von
dem einſichtigen Teil der franzöſiſchen Preſſe, abgeſehen von der
Rechtspreſſe, als widerſinnig und ſchädlich zurückgewieſen.
Scapini dürfte das gleiche Mißgeſchick widerfahren. Unter dieſen
Umſtänden darf man geſpannt ſein, was die franzöſiſche Regie=
rung
, die vorausſichtlich während der Interpellationsdebatte zur
Außenpolitik das Wort ergreifen wird, zu den Ausfällen Frank=
lin
Bomillons und Scapinis gegen Deutſchland zu ſagen hat.
ber.
3
Reparakionen ohne Goldkkanſel.
Bei ſteigender Kaufkraft des Goldes die
deukſche Leiſtungsfähigkeit überſchritken.
Ein Grund mehr zur Reviſſon.
Der Youngplan hat aus dem Dawesplan die Goldklauſel, die
bei einer Verſchiebung des Goldwertes automatiſch zu einer Re=
viſion
führen ſollte, nicht übernommen. Das haben in Paris die
Amerikaner verhindert, die damals glaubten, daß die Preis=
bewegung
bereits ausgependelt ſei. Sie waren feſt davon über=
zeugt
, daß ein Index von 150, alſo eine Entwertung der Kauf=
kraft
des Goldes um ungefähr die Hälfte, der allgemeinen welt=
wirtſchaftlichen
Lage entſpräche und eine weitere Verſchiebung
nicht mehr zu erwarten ſei. An dieſer Auffaſſung hielten ſie trotz
des Drängens des deutſchen Wirtſchaftsminiſteriums feſt. Sie
haben ſich bei den übrigen Mächten dann auch durchgeſetzt. Seit=
her
haben wir eine Revolutionierung der Preiſe bekommen, die
alle Erwartungen der Amerikaner über den Haufen warf. Die
wichtigſten Rohſtoffe ſind gefallen, die übrigen Preiſe ſind gefolgt
oder gleiten noch nach unten, ſo daß die Kaufkraft des
Goldes heute erheblich größer iſt als vor einem
Jahre. Umgekehrt geſehen iſt dadurch auch der Real=
wert
der deutſchen Kriegsentſchädigungen we=
ſentlich
größer geworden. Dafür einen beſtimmten Maß=
ſtab
zu gewinnen, iſt natürlich recht ſchwer.
Das Magazin der Wirtſchaft macht einen ſehr intereſſanten
Verſuch, indem es den Großhandelsindex in 20 Ländern, ſowohl
Gläubigerländern als auch neutralen großen und kleinen Län=
dern
, zugrunde legt. Es kommt dabei zu dem Ergebnis, daß wenn
man einen durchſchnittlichen Großhandelsindex von 100 im Nor=
maljahr
des Dawesjahres, alſo 1928, annimmt, dieſer bereits
Ende 1929 auf 95,1 Prozent, im 2. Vierteljahr 1930 auf 86,5 Pro=
zent
und im 3. Vierteljahr ſogar auf 83,8 Prozent fiel. Auch
wenn dabei erhebliche Fehlerquellen eingeſchloſſen ſein mögen.
wird doch das Bild im großen Ganzen richtig ſein, d. h. daß der
Goldwert ſich in den zwei Jahren um etwa 15 Prozent gehoben
hat. Das würde praktiſch heißen, daß wenn in Paris unſere
Kriegsentſchädigung auf 2 Milliarden jährlich bemeſſen wurde,
das von uns heute dafür gezahlte Gold hinreicht, um für über
½ Milliarde mehr einkaufen zu können. Der Youngplan war
nicht nur nach deutſcher Auffaſſung eine politiſche Löſung, er
wollte die Maximalgrenze der deutſchen Leiſtungsfähigkeit er=
reichen
, tatſächlich aber hat er durch die Umgeſtaltung der Preiſe
dazu geführt, daß unſere Maximalleiſtung um ein Erhebliches
überſchritten iſt. Wir zahlen alſo praktiſch mehr, als man glaubte
uns zumuten zu können. Auch aus dieſer Erwägung heraus iſt
den Gläubigerſtaaten klarzumachen, daß die Vorausſetzungen, un=
ter
denen der Youngplan entſtand, inzwiſchen überholt ſind und
daß infolgedeſſen eine Neuregelung mit dem Ziele einer weſent=
lichen
Ermäßigung notwendig iſt.
Preußiſch=rumäniſcher Tauſch.
* Berlin, 7. November. (Priv.=Tel.)
Die preußiſche Regierung hat in der Provinz Hannover
große Gelände mit Oelbaurechten erworben, die ſich bisher im
Beſitze der Raky=Akt.=Geſ. befanden. Der Jungdeutſche weiß
nun mitzuteilen, daß dieſes Gebiet ſchon früher einmal der preu=
ßiſchen
Regierung gehörte, dann aber gegen rumäniſche Intereſ=
ſen
des Raky=Konzerns ausgetguſcht wurde. Unſere Verſuche,
an zuſtändigen preußiſchen Stellen etwas über die Richtigkeit zu
hören, ſind ohne Erfolg geblieben. Es iſt ja in Preußen Ge=
pflogenheit
, ſich auch dann noch in Schweigen zu hüllen, wenn
Angelegenheiten von öffentlichem Intereſſe ſchon längſt bekannt
ſind. Wenn der preußiſche Staat ſich Oelvorkommen auf ſeinem
eigenen Gebiet geſichert hätte, dann wäre das nur zu bearüßen.
Fragt ſich nur, welche finanziellen Opfer für den Rückkauf zu
bringen ſind. Bedauerlich iſt, daß die ölführenden Gebiete Nord=
deutſchlands
, faſt ganz Oldenburg und der überwiegende Teil
von Hannover, in amerikaniſchen Beſitz übergegangen ſind.

* Die heſſiſche höhere Schule erneuk
in Gefahr!
Von
Studienrat Holzhäuſer, Worms.
(Im Auftrage des Vorſtandes des Heſſiſchen Philologenvereins.)
Es iſt ein tragiſches Verhängnis, daß die heſſiſche höhere
Schule nicht der Ruhe und Stetigkeit teilhaftig werden ſoll,
deren ſie zur Entfaltung ihrer erziehenden und bildenden
Kräfte bedarf. Schon ſeit Jahren ſehen ſich alle die, welche die
Bedeutung unſeres höheren Bildungsweſens für Gegenwart
und Zukunft von Volk und Staat erkannt haben, ohne Unterlaß
gezwungen, ſich ſchützend vor die durch immer wiederholte
Angriffe mächtiger Feinde ſchwer bedrängte und in ihren
Grundlagen erſchütterte heſſiſche höhere Schule zu ſtellen. Drei=
mal
hintereinander hat man im Ablauf weniger
Jahre die höhere Schule Heſſens zum Gegenſtand bedenklicher
und folgeſchwerſter Sparexperimente gemacht. 1925 und
1927 führten äußerliche und ſchematiſche finanzielle Erwägungen
zu brutalen Eingriffen in das empfindliche Werk unſeres höhe=
ren
Bildungsweſens, und vor einem halben Jahr erſt hat man
im Staatsvoranſchlag für 1930 die Zahl der Lehrer an unſeren
heſſiſchen höheren Lehranſtalten erneut um 52 verringert. Uner=
trägliche
Ueberfüllung der Klaſſen und ſtärkſte Belaſtung der
Lehrer waren die Folgen dieſer Sparmaßnahmen und wirkten
ſich umſo kataſtrophaler aus, als ſie in eine Zeit fallen, in der
die Schulreform die höhere Schule vor neue und ſchwere Auf=
gaben
ſtellte.
Obwohl von ſachkundiger Seite immer wieder mahnend
darauf hingewieſen wurde, daß die unheilvollen Auswirkungen
dieſer wiederholten Sparexperimente notwendigerweiſe zu einem
bedenklichen Rückgang der Leiſtungshöhe unſerer höheren Schule
führen müſſe, bereitet ſich in dieſen Tagen ein neuer,
geradezu vernichtender Schlag gegen das
höhere Schulweſen Heſſens vor. Daß man allen
ernſten Warnungen und aller beſſeren Einſicht zum Trotz in ge=
wiſſen
politiſchen Lagern den abwegigen Gedanken weiter ver=
folgen
wird, den Staat durch einen Abbau der Bildung zu feſti=
gen
, zeigte Ende des vergangenen Monats das Sparpro=
gramm
des Heſſiſchen Landbundes, das radikal
den Abbau von ᛋᛋ= unſerer höheren Schulen verlangt. Mit der
Grundtendenz dieſes Vorſtoßes einer Partei ſtimmt es leider
durchaus überein, wenn ſicherem Vernehmen nach das Finanz=
miniſterium
zum Staatshaushaltsplan für 1931
verlangt, daß erneut 97 Stellen an höheren Schulen auf den
Inhaber geſetzt, alſo in Zukunft eingeſpart und ganze Schu=
len
aufgehoben werden ſollen.
Dieſer konzentriſche Angriff von Regierung und Parteien
iſt zwingende Veranlaſſung, die jüngſte Entwicklung und den
heutigen Stand des heſſiſchen höheren Schulweſens einmal rück=
haltlos
darzulegen und die Schlagworte und Argu=
mente
, mit denen dieſer Vernichtungsfeldzug gegen
die höhere Schule geführt wird, öffentlich auf ihre Stich=
haltigkeit
hin zu prüfen.
Zur Rechtfertigung dieſes Sturmlaufs wider das höhere
Bildungsweſen könnte man, ſo ſcheint es zunächſt, auf die ſo
häufig beſprochene Inflation der höheren Schulen, auf die
ungeſunde Vermehrung und das anormale Anſchwellen die=
ſer
Bildungseinrichtungen hinweiſen. Wie ſteht es in dieſer Hin=
ſicht
mit dem heſſiſchen höheren Schulweſen? In Wirklichkeit
liegen die Verhältniſſe ganz anders, als es die von jenen oberfläch=
lichen
Schlagworten geſchaffene öffentliche Meinung annimmt:
Die Zahl der höheren Knabenſchulen, deren
Koſten der Staat trägt, iſt in Heſſen heute nicht
nur nicht größer, ſondern ſogar geringer, als
ſie 1913 war. Die höheren Mädchenſchulen zeigen dagegen eine
Zunahme, die ſich leicht dadurch erklärt, daß gerade die Entwick=
lung
des höheren Mädchenſchulweſens infolge politiſcher und
wirtſchaftlicher Gründe nach dem Krieg einen ſtarken Antrieb
bekam: politiſche Gleichberechtigung der Frau, Vermehrung der
Zahl der berufstätigen Frauen. So hat Heſſen heute 57 ſtaat=
liche
höhereKnabenlehranſtalten,während es 1913 deren 66 aufwies.
Der Vergleich der Vollanſtalten führt zu demſelben Ergebnis:
Während heute der heſſiſche Staat die Koſten für 20 Vollanſtal=
ten
rrägt, hatte er 1913 22 Vollanſtalten zu unterhalten. Wo
in den letzten Jahren ein Ausbau von früheren Nichtvollanſtal=
ten
zu Vollanſtalten erfolgte, haben die Gemeinden, teils auch
die Eltern in Form eines beſonderen hohen Schulgeldes die
Koſten übernommen; der Ausbau erfolgte alſo nicht zu Laſten
des Staates. Einzig und allein das Lyzeum Bingen iſt vom
Staate nach dem Kriege zu einer Vollanſtalt ausgebaut worden.
Die Behauptung alſo, daß die Zahl der höheren Schulen Heſ=
ſens
geſtiegen ſei, iſt nicht ſtichhaltig; ſie iſt eine Irreführung
der öffentlichen Meinung.
Und wie verhält es ſich mit dem ſogenannten Anſchwellen
der einzelnen Schulen, mit der Behauptung von der Aus=
powerung
der Volksſchule durch die höhere Schule? Da iſt
zunächſt zu betonen, daß die Zunahme der Schüler=
zahlen
der höheren Schulen in den Nachkriegsjahren
eine allgemein feſtſtellbare Erſcheinung iſt, aber
auf der Unterſtufe heute ſchon ganz deutlich eine rückläufige
Bewegung ſich vollzieht. Daß die Prozentzahl der Grund=
ſchüler
, die in die Sexta der höheren Schule übertraten, 1930
geringer war als in den vorhergehenden Jahren, haben
ſtatiſtiſche Erhebungen in Heſſen, Preußen und Thüringen er=
wieſen
, die übrigens auch zeigten, daß der Prozentſatz in Heſſen
hinter dem preußiſchen zurückbleibt. Ebenſo offenbart eine Zu=
ſammenſtellung
der Geſamtſchülerzahl der höheren Schulen
Heſſens, wenn man aus den ſchon erwähnten Gründen die höhe=
ren
Mädchenſchulen, nicht in die Rechnung einbezieht, eine
kontinuierliche Abnahme ſeit 1921, ſo daß die
Geſamtſchülerzahl, der höheren Knabenſchulen Heſſens
im Jahre 1929 noch unter dem Stand von 1909
bleibt. Wenn alſo die Behauptung von der Inflation auf
den heutigen Zuſtand zutreffen ſoll, dann muß bei uns in Heſſen
dieſe Inflation ſchon vor 20 Jahren unerkannt und unbeanſtan=
det
von Regierung, Parlament und Oeffentlichkeit beſtanden
haben!
Wenn ſo auch die Schülerzahl auf der Unter= und Mittel=
ſtufe
und entſprechend die Geſamtſchülerzahl im Rückgang be=

[ ][  ][ ]

Samstag, den 8. November 1930

Seite 2

griffen iſt, ſo tritt auf der anderen Seite die Zunahme der
Schülerzahl auf der Oberſtufe klar zu Tage. Aber
das iſt eine Erſcheinung, mit der Heſſen, ja noch nicht einmal
Deutſchland allein ſteht. Es wird immer noch nicht genügend
bedacht, daß die Zunahme der Schülerzahl, die die Oberſtufe
durchläuft und den Erwerb des Reifezeugniſſes erſtrebt, in
wirtſchaftlichen Gründen bedingt und eine Seite
des großen internationalen Arbeitsloſenproblems iſt. Es iſt des=
halb
eine Utopie zu glauben, man könne durch ſchulorganiſato=
riſche
Maßnahmen wie die Einſchränkung der Zahl der Schulen
dieſe Erſcheinung beſeitigen. Sie iſt notgedrungen entſtanden,
weil die jungen Menſchen keine Unterkunft im Berufsleben
fanden; ſie wird von ſelbſt verſchwinden, wenn die Wirtſchaft
wieder erſtarkt und ein Angebot von Arbeitskräften erheiſcht.
Es iſt ein übles politiſches Kurpfuſchertum, wenn man einen
volkswirtſchaftlichen Krankheitszuſtand dadurch heilen zu können
wähnt, daß man an ſeinen ſchuliſchen Auswirkungen herum=
kuriert
.
Wie ſteht es nun mit den Erſparniſſen, die
durch die neuen Abbaupläne erreicht werden
ſollen? Was würde für die Staatsfinanzen etwa bei der
Befolgung des radikalen Rezeptes des Landbundes gewonnen
werden? Die Schüler der aufgehobenen Schulen würden z. T.
in andere höhere Schulen Heſſens übertreten. Nun ſind aber
bekanntlich infolge der früheren Sparmaßnahmen die Klaſſen
der höheren Schulen Heſſens im Durchſchnitt ſchon über das
noch erträgliche Maß hinaus aufgefüllt. Ein Zuſtrom neuer
Schüler würde alſo in den meiſten Fällen zur Teilung von
Klaſſen führen: die Erſparnis iſt recht illuſoriſch. Das Er=
gebnis
wäre auch negativ, wenn die Schüler der abgebauten
höheren Schulen in die Volksſchulen übertreten würden, weil
die Klaſſen der Volksſchule ebenſo überfüllt ſind wie die der
höheren Schule. Die Erſparnis wäre in dieſem Falle noch
aus einem anderen Grunde problematiſch: dem Thüringer (!)
Gutachten des Reichsſparkommiſſars iſt zu entnehmen, daß der
Zuſchußbedarf für die heſſiſchen höheren Schu=
len
, auf den Kopf der Bevölkerung ausgeſchla=
gen
, unter dem Reichsdurchſchnitt liegt, wäh=
rend
der Zuſchußbedarf für die heſſiſchen
Volksſchulen ſich auf das Doppelte des Reichs=
durchſchnitts
beläuft. Und wenn die ehemaligen Schü=
ler
einer abgebauten höheren Schule ſich ſofort einem Beruf
zuwenden? Dann würde ſich bei der heutigen Lage das Heer
der Arbeitsloſen noch vermehren, dem Staat würden neue Laſten
erwachſen.
Auch vom ſozialen Standpunkt aus ſind die
ſchwerſten Bedenken gegen die vom Landbund empfoh=
lene
gewaltſame Methode zu erheben. Wer wäre der Leid=
tragende
, wenn das Netz von höheren Schulen, das ſich jetzt
über Heſſen ausſpannt, weitmaſchiger würde? Der finanziell
leiſtungsfähige Vater würde auch dann noch kraft dieſes
Vorteils Mittel und Wege finden, ſeinem Sohn eine höhere
Schulbildung zuteil werden zu laſſen. Aber der finanziell
Schwächere müßte oft darauf verzichten, ſein Kind, das viel=
leicht
über beſte Anlagen zu einer vertieften geiſtigen Bildung
verfügt, einer höheren Schule zuzuführen. Der Vorſchlag, die
Zahl der höheren Schulen zu vermindern, die jetzt über das
Land ſo verteilt ſind, daß ſie dem Begabten bei möglichſt ge=
ringen
finanziellen Aufwendungen ſeiner Eltern den Aufſtieg
zur höheren Bildung ermöglichen, klingt wie ein Hohn auf den
Artikel 146 der Reichsverfaſſung, wie eine Ver=
lengnung
einer Grundidee des heutigen Staates
Auf die Pläne der Regierung trifft dasſelbe zu, was eben
zu den Vorſchlägen des Landbundes geſagt wurde, ſoweit dieſe
Pläne auf den Abbau von Schulen zielen. Den Abſichten der
Regierung, eine weitere und einſchneidende Verminderung der
Zahl der Lehrkräfte vorzunehmen, iſt mit allem Nachdruck ent=
gegenzuhalten
, daß bereits die Erſparnismaßnahmen der ver=
gangenen
Jahre und dieſes Jahres zu einer das Werk der Er=
ziehung
und des Unterrichts auf Schritt und Tritt hemmenden
Höhe der Klaſſenbeſuchsziffer und zu einer Ueberſpannung der
Belaſtung der Philologen geführt haben, die auf die Dauer
nicht zu ertragen iſt. Der heſſiſche Philologe iſt am Ende ſeiner
Kraft. Wenn man ihm nun durch erneute Verminderung der
Stellen noch mehr aufbürdet, dann muß darunter notgedrungen
die Qualität und Intenſität der Erziehungs= und Bildungs=
arbeit
leiden. Ein ſchematiſcher Stellenabbau führt zu einer
Senkung der Bildungshöhe unſeres Volkes.
Aus dieſen Gründen lehnt die Berufsorganiſation der heſſi=
ſchen
Philologen, der Heſſiſche Philologenverein, jeden ſchema=
tiſchen
und mechaniſchen Abbau im Bildungsweſen ab. Dabei
iſt er durchaus bereit, ſinnvolle und gangbare Wege auffinden
zu helfen, auf denen der Staat ohne Gefährdung der Bildungs=
höhe
unſeres Nachwuchſes zu einer Erſparnis im höheren
Schulweſen kommen kann. Einen ſolchen ſinnvollen Weg ſtellt
nach der Ueberzeugung des Heſſiſchen Philologenvereins die
ſchärfere Betonung des Leiſtungsprinzips der
höheren Schule. Er hat auf Grund der Beratungen einer

Vom Tage.

Im weiteren Verlauf der Verhandlungen der Reichsratsaus=
ſchüſſe
, bei denen wieder Reichsfinanzminiſter Dietrich den Vorſitz
führte, wurde das Ausgabenbegrenzungsgeſetz in erſter Leſung er=
ledigt
. Die Ausſchüſſe erledigten ferner in erſter und zweiter
Leſung die Novelle zum Einkommenſteuergeſetz. Es handelt ſich
um die Weitererhebung der Ledigenſteuer, des 5prozentigen Zu=
ſchlages
zur veranlagten Einkommenſteuer und der Aufſichtsrats=
ſteuer
, die auf 6 Prozent des Geſamteinkommens feſtgeſetzt wird.
Von amtlicher deutſcher Stelle wird dementiert, daß ein Ab=
bau
der Leiſtungen für die Kriegsopfer beabſichtigt ſei.
Die Schlichterkammer im Berliner Metallarbeiter=
konflikt
hat geſtern bis gegen 7 Uhr abends beraten. Der
Schiedsſpruch wird für Samstag abend erwartet.
In dem Streit innerhalb der Wirtſchaftspartei haben alle
maßgebenden Inſtanzen der Partei dem Führer Drewitz ihr Ver=
trauen
ausgeſprochen.
Der Vorſitzende des Rats der Volkskommiſſare, Rykow, iſt
beurlaubt worden. Er wird wahrſcheinlich nicht mehr auf ſeinen
Poſten zurückkehren.
Major Pabſt wird am 12. November, dem öſter=
reichiſchen
Staatsfeiertag, aus Venedig nach Innsbruck zu=
rückkehren
.
Der öſterreichiſche Bundeskanzler Vaugoin
gab einem Vertreter des Petit Pariſien eine Erklärung über
die Innenpolitik ſeiner Regierung ab, deren Ziel darin beſtehe,
alle Kräfte zu vereinigen, die wirkſam an der Wiederher=
ſtellung
der wirtſchaftlichen Feſtigung des Lan=
des
mitarbeiten könnten.
Das neue engliſche Schulgeſetz, das die Erhöhung
des ſchulpflichtigen Alters um ein Jahr vorſieht, iſt in zweiter
Leſung vom Unterhaus mit 294 gegen 227 Stimmen an=
genommen
worden. 33 Liberale haben für die Regierung
geſtimmt. Der Geſetzentwurf wurde darauf an einen Ausſchuß des
ganzen Unterhauſes überwieſen.
Die Gegenſätze in der Wirtſchaftspolitik des brit. Weltreiches
ſcheinen ſich jetzt auch zu Gegenſätzen innerhalb der Regierung zuge=
ſpitzt
zu haben. Daily Telegraph berichtet in ſenſationeller Auf=
machung
, daß Schatzkanzler Snowden entſchieden gegen die An=
nahme
des von der Regierung vorgeſchlagenen Quotenſyſtems für
Weizen ſei. Snowden ſoll ſogar gedroht haben, bei An=
nahme
des Quotenſyſtems durch die engliſche Re=
gierung
ſeinen Poſten niederzulegen.
Wie eine amtliche italieniſche Mitteilung beſagt, wurde vor
dem Jahrestag des Marſches auf Rom in verſchiedenen Orten
Oberitaliens ungefähr 20 Perſonen verhaftet, die in Beziehung
mit antifasciſtiſchen Elementen von Paris verbrecheriſche An=
ſchläge
gegen das fasciſtiſche Regime vorbereitet hatten. Sie wur=
den
dem Außerordentlichen Gericht zum Schutze des Staates in
Rom überwieſen. Weitere Fahndungen ſind im Gange.

vor kurzem ſtattgefundenen Vertreterverſammlung, die ſich in
einmütiger Ueberzeugung zu dieſem Standpunkt bekannte, der
Regierung Richtlinien unterbreitet, die eine wirkungsvolle Mög=
lichkeit
zur Ausſcheidung der für die höhere Schule ungeeigneten
Schüler bieten und auf dieſe Weiſe zu einer organiſchen, aus
der Bildungsaufgabe der höheren Schule abgeleiteten Ein=
ſparung
führen ſollen.
In dieſem Sinn leiſtet die heſſiſche Philo=
logenſchaft
poſitive Mitarbeit, um den Staatsfinan=
zen
jede zweckloſe Belaſtung durch Ausgaben für das höhere
Schulweſen zu erſparen. Sie ſagt aber gleichzeitig
vor aller Oeffentlichkeit allen jenen ſchädlichen
Beſtrebungen ſchärfſten Kampf an, die nun zum
vierten Male innerhalb kurzer Zeit die höhere
Schule Heſſens zum Gegenſtand rein ſchemati=
ſcher
, in ihrem finanziellen Ergebnis recht
zweifelhafter und dazu ſozial, bedenklicher
Sparmaßnahmen machten.

Die Polizeibeamten Heſſens an den Abg. Werner.
Der Landesverband der Polizeibeamten Heſſens hat an den
Abg. Prof. Dr. Werner (Naz=Soz.) ein längeres Schreiben gerich=
tet
, in dem es u. a. heißt: Wie wir aus einer Preſſenotiz ent=
nehmen
, haben Sie u. a. im Landtag den Antrag geſtellt, die
Einſparungen bei Kapitel 33 im Staatsvoranſchlag ſo vorzuneh=
men
wie ſie in der Sondernummer der Heſſiſchen Polizei vom
20. Januar 1930 gemacht worden ſind. Wir halten es aus ſtaats=
politiſchen
wie auch aus anderen Gründen für notwendig, auf fol=
gendes
hinzuweiſen:
Der Zweck der Herausgabe der zitierten Sondernummer der
Heſſiſchen Polizei war, unter allen Umſtänden zu verhindern,
daß es zu einem Perſonalabbau bei der Polizei kommt. Daß die
Sondernummer vorwiegend dieſem Zwecke diente, ergibt ſich nach
Aufführung der einzelnen Sparpunkte aus dem letzten Abſatz, in
dem es heißt:

* Der dichter des Bavoikl.
Zur Verleihung des Nobelpreiſes für Literatur
an Sinclair Lewis.
Von Charles B. Miller.
Der Dichter des Muſteramerikaners. Sinclair Lewis als
Erzieher des amerikaniſchen Volkes. Der Dichter als Sprach=
ſchöpfer
. Was Sinclair Lewis verdient.
Der amerikaniſche Romanſchriftſteller Sinclair Lewis iſt
mit dem literariſchen Nobelpreis gekrönt worden. Das Nobel=
preiskomitee
hat auch hier wieder ſeinen Grundſatz befolgt, ohne
Rückſicht auf Nation und Raſſe denjenigen Dichter zu krönen,
der am tiefſten in ſeinem Volke wurzelt und die Seele dieſes
Volkes mit Meiſterſchaft bloszulegen verſteht. Wie Thomas
Mann im vorigen Jahre den Nobelpreis für ſeine Budden=
brooks
erhalten hat, dieſe urdeutſche Geſchichte einer urdeutſchen
Familie, ſo kann man annehmen, daß Sinelair Lewis als
Schöpfer des Babbitt geehrt worden iſt. Die Bedeutung, die
dieſer Roman von Lewis, der im Jahre 1922 erſchienen iſt,
für das amerikaniſche Volk gehabt hat, kann ein Außenſtehen=
der
kaum ermeſſen. Hier iſt der Muſteramerikaner geſchildert,
der alle Vorzüge und Fehler des Amerikaners aufweiſt und
wie eine feinſinnige Kritikerin einſtmals erklärte, ein amerika=
niſcher
Bürger iſt, der eine nach dem Taylorſchen Syſtem gebil=
dete
Seele und mit tayloriſierten Vorurteilen hat‟. Hier iſt der
völlig unheroiſche Vertreter des amerikaniſchen Volkes mit köſt=
lichſtem
Humor und mit tiefſter Eindringlichkeit in allen ſeinen
Leidenſchaften bzw. Leidenſchaftsloſigkeiten, in ſeinem bürger=
lichen
und politiſchen Leben, in ſeinen Geſchäften und geiſtigen
Beſtrebungen geſchildert, der Mann, der ſich für einen braven
und gediegenen Bürger hält, für einen Menſchen von vollen=
deter
Moral, und ſich doch nicht ſcheut, geſchäftliche Tricks anzu=
wenden
, um ohne Rückſicht auf ſeine Mitmenſchen ſich zu be=
reichern
. So iſt Babbitt geradezu zu einer Perſonifikation
des Amerikaners geworden. Die Amerikaner ſind humorvoll
genug, in dieſer Figur ihr Spiegelbild zu erblicken, und mit
leiſem Spott ihre Zeit eine Babbittſche Epoche zu nennen.
Wo ein Amerikaner eine typiſch amerikaniſche Geiſtesrichtung voll
religiöſer Unbildung, voll moraliſcher oder ſexueller Heuchelei
und rückſichtsloſen Geſchäftsgebahrens in Reinkultur ſieht, da
wird er den Namen Babbitt nennen. Es iſt ein Zeichen für
die große Schöpferkraft des Dichters, daß er mit dieſer Figur
ſo umfaſſend im Großen wie im Kleinen den Serientyp des
Amerikaners geſtaltet hat. Dabei iſt Babbitt völlig eine Indi=
vidualität
für ſich. Er iſt nicht eine Maſſenfigur mit Maſſen=
eigenſchaften
, ohne perſönlichen Charakter, ſondern er hat trotz

ſeiner individuellen Eigenſchaften eine ſo vielgeſtaltige und um
faſſende Seele, daß in ihr alle Einzeleigenſchaften des Amer
kaners wiedergefunden werden können. Dieſe gewaltige dich
teriſche Leiſtung von Sinelair Lewis iſt aber nicht rein formal
denn Lewis hat tiefere Abſichten, als nur das Leben nach=
zubilden
. Er will erziehen. Er will das amerikaniſche Voll
deſſen tüchtigen Kern er vollkommen anerkennt, von ſeinen
Kleinlichkeiten und Unwürdigkeiten befreien. Er will es weg
führen von ſeiner moraliſchen Heuchelei. Von ſeiner lächer
lichen Sucht nach Superlativen, der ſich in dem Rekordwahnſin=
äußert
. Von ſeiner Verachtung der Perſönlichkeit und ſein
ungewöhnlichen Hochſchätzung des Dollars, in dem er die ehren=
werten
Männer und Frauen des amerikaniſchen Lebens mi
feinem Humor und leiſer Satire in allen ihren Fehlern und
Kleinlichkeiten zeigt. Er weiſt den Gegenſatz auf zwiſchen dem
Neden und dem Handeln, zwiſchen der ſcheinbaren öffentliche
Moral und ihrem wahren Wert. So iſt er in jedem ſeine
Romane mindeſtens mit irgendeiner Figur oder Handlung ein
unerbittlicher Spötter, der ſeine Mitbürger in ihrer ganze
Lächerlichkeit enthüllt. Dieſe Tendenz gibt allen ſeinen Werke
eine Bedeutung, die noch durch die künſtleriſche Geſtaltung er
höht wird, denn Lewis vermeidet es mit größter Meiſterſcha
mit erhobenem Zeigefinger auf die Fehler des Volkes hinz
weiſen und belehrend Beſſerung zu predigen. Er zeigt den All
tag, ſchlicht, kaltſchnäuzig und ironiſch. Aber wie er dieſe Me=
ſchen
malt und ſo naturgetreu malt, daß man glaubt, Mr. Smit
oder Mr. Harriman nebenan habe als Modell gedient, ſo klin
doch immer ſtets ſein feines Gelächter über den typiſch amerika
niſchen Heuchler mit. Lewis hat ſich auch eine beſondere Sprack
geſchaffen, die gewiſſermaßen ein Extraki der Volkstümlichkei=
des
Alltags iſt, und die den Duft des Lebens hat. Auf wir
ſchaftlichem Gebiete war Lewis ſehr erfolgreich, denn er iſt heu=
einer
der beſtbezahlten amerikaniſchen Dichter. Sein Ein
kemmen aus ſeinen Werken wird jährlich auf 500 000 Dolla
geſchätzt.
* Veranſkallungen der Inkernakionalen Geſellſchaf
für Erneuerung der kakholiſchen Kirchenmuſik
in Frankfurk a. M.
Im Oktober 1929 iſt die obige Geſellſchaft, deren Vorſitzender der
Oberpräſident der Rheinprovinz Dr. Fuchs iſt, in Frankfurt a. M. ge
gründet worden. Die Aufgabe dieſer Geſellſchaft iſt es, ſich als kultun
volitiſcher Faktor auf einem bedeutſamen Teilgebiet der allgemeine
Muſikübung zu betätigen, um auf der Grundlage perſönlicher un
nationaler Eigenart durch internationale Gemeinſchaftsbildung d.
Völkerverſöhnung und Völkervereinigung zu dienen und die Allgemein
kultur zu fördern. Die Geſellſchaft pflegt deshalb die zeitgenöſſiſd

Nummen=

Der Beamtenabbau bei der beſſiſchen Polizei hat ſo
Grad erreicht, der nicht überſchritten werden darf, wenn e.
zei, insbeſondere aber die Bereitſchaftspolizei, noch eine
haben ſoll. Wir dürfen daran erinnern, daß bei
nen Beamtenabbau auch am Polizeietat über 500 Stei
chen werden ſollten. Um das zu verhüten, haben wir um
Standpunkt geſtellt, daß, ſelbſt in ſolchen Fallen, wo on
noch Sparmöglichkeiten vorliegen, noch Einſparungeng
werden ſollten, ehe auch nur 1 Beamter der Polize
wird. In der Zwiſchenzeit, d. h. vom Zeitpunkt de
der Sondernummer (Januar 1930) bis heute haben
ſchen Verhältniſſe ſo entwickelt, daß nicht nur ein 9
bei der Polizei untragbar iſt, ſondern daß ſogar eine V.ſ
der Polizei vorgenommen werden müßte. Eben durchh
wicklung der politiſchen Verhältniſſe iſt aber auch eine
bare Inanſpruchnahme der techniſchen Hilfsmittel do,
notwendig geworden. Die in den letzten Monaten außeu

regſame und in ihren Formen bedenkliche Betätigungg
kalen politiſchen Parteien hat eine fortgeſetzte Bennt
Polizeikraftwagen uſw. notwendig gemacht. Das beden=
gemäß
ein Anſchwellen der Ausgaben der Polizei füſ
Zwecke. Aus dieſem Grunde wäre es nicht vertretbarn!
weiſe für eine Verminderung des Kraftfahrzeugporkit
Polizei einzutreten. Nach dieſer Richtung hin bewegig
nicht unſere Kritik. Unſere Vorſchläge zielten vielmn
ab, zu erreichen, daß die Ergänzung des Kraftfahrzeum
der Polizei in einer zweckdienlichen Weiſe vorg
wird. So haben wir, wie ſich aus dem Kapitel Kro=
der
Sondernummer ergibt, feſtgeſtellt, daß beim Aufbö,l
reitſchaftspolizei in der Beſchaffung der Polizeikraftfalg=
falſcher
Weg eingeſchlagen worden iſt. Anſtelle ſchm
Einſatzwagen, die bei Unruhen, die gleichzeitig an vo
Orten einſetzen, notwendig ſind, wurden bei der heſſiſoe
ſchaftspolizei ſchwere Laſtkraftwagen mit Anhänger ze
port der Beamten angeſchafft. Dieſe Wagen ſind niſ
durch ſehr teuer, daß ſie einen hohen Brennſtoffverbran=, ſondern ihre Geſchwindigkeit iſt auch ſehr gerinnP
alſo der Kern unſerer Kritik an dem Kraftfahrzeund
heſſiſchen Polizei geweſen. Nicht aber haben wir den
vertreten, daß die Bereitſchaftspolizei über zu viel Krar/ u wſo
verfüge. Was unſere Kritik in anderen Punkten der imruſt
anbetrifft, ſo iſt ſie durch Reformen, die in der Zwiſc n
genommen worden ſind, zum größten Teil überholt, GNZaAn
unſerer Kritik halten wir aber nach wie vor aufrecht.
der, der ſich mit dem Kapitel Uebergangsgebührniſſe
der Bereitſchaftspolizei ausſcheidenden Beamten bo

könnten nach unſerer Auffaſſung weſentliche Einſparuu
nommen werden, die in ihrer Auswirkung von größz
tung ſind, als alle übrigen noch etwa möglichen Abſſ
wir, im Geſamtrahmen betrachtet, nicht für eine Voi
der ſachlichen Ausgaben bei der Polizei eintreten wor
ſich ſchon daraus, daß die ſachlichen Ausgaben bei darſt!
Polizei noch nicht 10 Prozent des Geſamtetats ausnnds mi zu
rend faſt ſämtliche übrigen Länder 20 und mehr Prosrymz
ſamtausgaben bei der Polizei für ſachliche Zwecke

Die heſſiſchen Einnghwen und Ausgat
im Sepkember.

* Im Monat September 1930 des Rechnungs=
zeigen
die heſſiſchen Finanzen gerade kein beſſeres;
ordentlichen Haushalt ſind keine Steuereim,
verzeichnet, dagegen 2.107 Millionen Steuern abgebh
der tatſächliche Eingang 1929 jetzt nur noch 79,363 II.
trägt. Die Einnahmen betragen zuſammen 4,
lionen, und zwar aus der Juſtizverwaltung 0.5201
aus Volksbildung, Kunſt, Kultus und Wiſſenſchaft 20
nen, aus der übrigen Landesverwaltung 0.112 Millin
Ausgaben im ordentlichen Haushalt belaufen /.
tember auf 10, 491 Millionen RM., und zwar
an Steuern uſw. 2.107 Mill., Zuſchüſſe an Unternehd=
Betriebe 0.099 Mill., für Juſtizvflege 0.737 Mill., fir
dung, Kunſt, Kultus und Wiſſenſchaft 4.074 Mill., fün?
weſen 3,343 Mill., für Schuldendienſt 0,094 Mill. umn
gehälter 0,037 Mill. RM. Es verbleibt alſo in dieſem
Fehlbetrag von 5,533 Millionen RM. Der Geſil
betrag beträgt jetzt 9, 286 Millionen RM.
Im außerordentlichen Haushalt ſteher
lionen Einnahmen 4,003 Millionen Ausgaben, und zumd
kehrsweſen 0,024 Mill., für Wohnungsweſen 3,61r1
Sonſtiges 0,536 Mill., gegenüber. Dem außerordend
halt ſind außerdem 0,168 Millionen aus den Untk
zurückgefloſſen. Das Geſamtdefizit im auße=
Haushalt beträgt 11.,909 Millionen RM.
5 Millionen eingelöſter 6½prozentiger Schatzanwein
5,427 Millionen Ausgaben aus früheren Rechnungeid

ia. 1 witer,
amiwe
MMn der 2

katholiſche Kirchenmuſik und ſucht ſie im Sinne einer 19
gemäßen Entwicklung liturgiſch und künſtleriſch zu beei.Fi
Richtung dieſer alſo gekennzeichneten Ziele hielt die Geſea0
ihre erſten größeren Veranſtaltungen in Frankfurt a. M. ,
gramm gliederte ſich in eine Arbeitswoche und repräſenta:
Konzerte, die neuzeitlichen, kirchenmuſikaliſch=ſchöpferiſcher!
ten. Die Arbeitswoche umfaßte einen unter der Leitun?,
Domin. Johner (Beuron) ſtehenden Choralkurs und eimn
der Kirchenchöre. Zur Aufführung gelangten Werke be.
Desderi, Philipp. Kraft, Lemacher, Siegl und Jochum.
konzerte galten ähnlichen, der Form und dem Inhalt nr.
ſteckten Zielen. Hervorzuheben iſt ein überaus wirkungsbo g
ſprechern übertragenes Pontifikalamt, das im Dom ſtan?
unter der Führung namhafter Kirchenmuſiker wie des An*
tor (Beuron), Dr. Baſilius Ebel (Maria Laach), Dra‟
typiſche Erſcheinungsformen des gregorianiſchen Chorals 2
bezwingender Weiſe zu Gehör brachte. Auf ähnlicher Hue
Darbietungen des Kölner Domchors (Profeſſor Mölders)..
kleinen, ganz ausgezeichneten z cappella=Chor ſich derſelber.
annahm, im übrigen vier= bis ſechsſtimmige Geſänge, Hu
Orlando di Laſſo, Senft uſw. mit einer faſt unwahrſchn
leriſchen Ausdruckskraft wiedergab. Es folgten als Prone!
ßen Konzerte eine anſprechende, erfühlte Meſſe G. Mu‟
geiſtliche Geſänge H. Lemachers, eine Brautmeſſe‟ Dſich
eine durch die Einfachheit ihrer Struktur wirkende Melle
ners. Während dieſe Kompoſitionen noch im weſenill
Wege gehen, ſucht Joſef Lechthaler ſein Stabat maſer
Formungen, denen atonale Klänge nicht fehlen, der ſoee
Kirchenmuſik einzuordnen. Die Linie iſt indeſſen nicht
innerungen aus dem dritten Akt des Triſtan verwi l
das aus verſchiedenen, ſtiliſtiſch widerſprechenden Farbenn
Tedeum P. Müllers, F. Malivieros Oratorium
riumsſchüler hätten ſich als Kommentar die Partitur be.*
der Butterfly mitnehmen ſollen! und der 46. 4
Schmitts legten nichts weiter als Zeugnis von dem i
und ehrlichen Streben der Komponiſten ab. Der Mum.
(Prof. Berberich) gab ſich mit der Wiedergabe dieſer *
Mühe.
Den Abſchluß des Feſtes bildete ein Konzert des iſe
lien= und Rühlſchen Geſangvereins. W. Brefels
Kleine Meſſe ein Excerpt aus der vor Jahren 04.
Großen Meſſe , Dr. Desderi kam mit der bibliſchk!
zu Wort, ohne daß trotz der ſicheren und überlegenen S
Frankfurter Opernkapellmeiſters C. Kretzſchmar, der *
Einſtudierung aller drei Werke auf ſein Konto buchen
haltiger Eindruck geblieben wäre. Nicht viel anders w.?
ſtiſche, von dem Komponiſten geleitete Halleluia des *
dius von D. Siegl. Von den Soliſten ſind mit aller "
beſondere Marcelle Bunlet (Paris) ſowie R. Gime‟,
Willy und V. Singer zu nennen.
Das Geſamtergebnis der Tagung iſt, was die zum
modernen Kompoſitionen angeht, nicht bedeutend. Meſe
gezeigt worden. Alles iſt noch im Suchen nach we."
bleibenden Ausdrucksformen. Immerhin zeigt die 20
dung dieſer Geſellſchaft die Ernſtlichkeit, mit der man D.
ſellſchaft verfolgt, und das iſt in unſerer ſonſt ideeniole , *
zu unterſchätzender Faktor.

[ ][  ][ ]

Aie alten Gegenſätze in Genf.
zifta Berkreker gegen eine Neuaufrollung der Frage der ausgebildefen Reſerven.Graf Bernſtorfſ
ſieskragt Einbeziehung der ausgebildeken Reſerviſten in die allgemeine Abrüſtung.

die Landabrüftung.

Feanforf gegen die Regelung der Land
aſiſtlung in franzöſiſchem Sinne ...."

Genf, 7. November.
Abrörugsausſchuß hat heute vormittag die artikel=
ſeſungzr
noch offenſtehenden Punkte des Abkommens=
des
bsguen. An den Verhandlungen nahm auch der
Außummiſter teil. Der Beginn der Verhandlungen
ſofug daß der Ausſchuß die bereits im franzöſiſchen
ſereggull Hauptbeſtimmungen der Landabrüſtung, vor

Froder militäriſch ausgebildeten Reſerven als end=
Feregezu blieht.

Berechnung der Dienſtzeit.

B=zuforff gab ſogleich eine grundſätzliche Erklä=
nauchder
die deutſche Regierung den entſprechenden
Ar= des Abkommens, der lediglich von einer Be=
g
der given Truppenbeſtände ſowie der militäriſch or=
ſen
Zſſnationen ſpricht, ablehnt. Die deutſche Abord=
zrzichte
grauf, in Zukunft bei jedem einzelnen Punkte
zu ſtumen und erkläre hiermit ihre geſamte ablehnende
zu huer Art der Regelung der Landabrüſtungsfragen.
.undie gen die Zweideukigkeit in der
u der räge der Bemeſſung der Dienſtzeit hier ſieht
wurſy ne eine Unterſcheidung in aktive Ausbildung
erveinhngfen zu machen und ohne die jährlich einzube=
Nekwunjahl zu beſchränken, vor, daß unter Dienſtzeit
mtzürffe der im aktiven und Reſervedienſt verbrachten
utrach uewerden ſoll erklärte der deutſche Vertreter,
ernſtwf rveiter, dieſe Frage gebe dem Ausſchuß noch
Gelegyſalt, die ausgebildeten Reſerven zu beſchränken
mit i ſanzweideutigen Willen zu einer weſentlichen
ig dan ſerſonalbeſtände zu zeigen. Dazu ſei es notwen=
Geſchuert der Dienſtzeit klar in aktive Dienſtzeit und
ibunag zu ſcheiden und außerdem das jährlich einzu=
Reltenkontingent genau feſtzuſetzen. Ein folches
euem ien ſetu nerläßlich, wenn man klar ſehen wolle; ohne das
r noch Ru; dagt ſelreben der vertragſchließenden Parteien geſtellt,
zuſamu fürchufüt ge Verteilung von aktiver und Reſervedienſtzeit
ichmenerd auf dieſe Art Illuſionen über den Rüſtungs=
ſvormuft n. Die deutſche Delegation beantrage außer=
6übterlie jenigen Perſonen, deren Militärdienſtzeit ab=
ſei
, i ei Liſten mehr geführt würden. Man wolle dadurch
m, zuu dieſe ausgebildeten Reſerviſten im Falle der
rſerungg orh einmal eingezogen werden können. Graf
Uy Eif biturngte, daß über dieſen deutſchen Antrag ſofort
mmit wids; Präſident Loudon jedoch hob die Sitzung
vereng die Ausſprache auf Samstag vormittag 10 Uhr.
AaLngnderſekung zwiſchen den Seemächken.
ſer milt iſrr Abrüſtungsausſchuß auseinanderging, gab es
uihe ſolßye Auseinanderſetzung zwiſchen den Seemächten
Anpka. Japan und auch Italien auf der einen Seite
FLan=ungſten unter Führung Frankreichs auf der anderen
ben uhrübesol, für die Marineſtreitkräfte in den künftigen
ungsa Fühmen die Geſamthöchſtziffer oder eine Untertei=
Offüze, Unteroffiziere und Mannſchaften aufgenommen
ſoll. A6 großer Teil der Seemächte, wie die Vereinigten
Enjald und Japan, traten für eine Geſamtangabe ohne
mAAntgmillng ein. Es wurde ihnen jedoch von Maſſigli=
en
9 Adinow=Rußland und Rütgers=Holland entgegnet,
Amſteill ung in Offiziere und Mannſchaften ſchon des=
ſorwgim
ei, weil der ausgebildete Offizier als techniſches
jechlſklotte die größte militäriſche Bedeutung beſitze,
Mhüungsfaktor klar hervorgehoben werden müſſe.

Da man ſich trotz dreiſtündiger Ausſprache im Ausſchuß nicht
einigen konnte, ſetzte man einen Redaktionsausſchuß ein, der eine
vermittelnde Formel finden ſoll.
Die Verhandlungen unter den fünf Seemächten England,
Vereinigte Staaten, Japan, Frankreich und Italien, über eine
Vermittlungsformel für die Berechnungsmethode der Perſonal=
ſtärke
der Seerüſtungen, die heute nachmittag in Genf unter Teil=
nahme
des ſowjetruſſiſchen Vertreters Litwinow ſtattfanden,
haben vorläufig zu keinem Ergebnis geführt. Man hört bereits
jetzt in Genf in vielen Delegationen Klagen darüber, daß
die Seemächte, obwohl ſie unter Berufung auf
die Londoner Verhandlungen den Fortgang der
Geſamtabrüſtungs=Verhandlungen jahrelang
verzögerten, nun doch wieder mit ihren Lon=
doner
Intereſſen aus der Tagung des Abrüſtungs=
vorausſchuſſes
eine Art Seeabrüſtungsverhand=
lung
machen und, obwohl ihnen ſeit April 1929 Zeit genug
gegeben war, zu einer Einigung zu gelangen, in Genf ihre
Streitigkeiten wieder von vorne aufnehmen
und dadurch die eigentlichen Abrüſtungsver=
handlungen
in den Hintergrund drücken. Beſon=
ders
macht ſich dieſe Mißſtimmung bei den kleinen See=
mächten
bemerkbar, die darauf hinweiſen, daß ſie nicht ohne
weiteres die Londoner Methode übernehmen könnten, beſonders
dann nicht, wenn die großen Seemächte vorher ohne Rückſicht auf
die kleinen auf dem Rücken dieſer ihre politiſchen Gegenſätze aus=
handelten
und damit die Abänderungsmöglichkeiten weitgehend
einſchränkten. Politiſche Gegenſätze, wie die Frage
der Parität zwiſchen Frankreich und Italien,
müßten auf diplomatiſchem Wege z wiſchen den
Staaten oder auf der endgültigen Abrüſtungs=
konferenz
ausgetragen werden, dürften aber
keinen Vorwand dazu geben, die Arbeiten des
Ausſchuſſes noch weiter zu verzögern. Man hat ſehr
ſtark den Eindruck, daß die franzöſiſche Delegation,
an deren Widerſtand heute eine Vermittlung geſcheitert iſt, die
Abſicht hat, die Seeabrüſtungsfrage ſolange hin=
auszuzögern
, bis die Landabrüſtungsfragen
vollſtändig erledigt ſind und Frankreich in allen
Einzelpunkten der Landabrüſtung die gewünſchten Zuge=
ſtändniſſe
erhalten hat, ſo daß es nachher die Verwei=
gerung
ſeiner Zuſtimmung zu den Rahmenvorſchlägen für die
Seeabrüſtung zu einem Druck auf Italien ausnutzen kann, um
dieſes zu einem Nachgeben in der Paritätsfrage zu veranlaſſen.
Konſervakiver Wahlſieg in England.
Niederlage der Arbeiterregierung bei einer
Nachwahl in Shipley.
Große Ueberraſchung hat in politiſchen Kreiſen das Ergeb=
nis
der am Donnerstag abgehaltenen Nachwahl in dem Be=
zirk
von Shipley in Yorkſhire hervorgerufen. Der Kandidat der
Arbeiterpartei, der bei den letzten Parlamentswahlen in dieſem
Wahlbezirk eine Mehrheit von etwa 5000 Stimmen über die
Konſervativen erzielte, unterlag bei der jetzigen Wahl dem kon=
ſervativen
Kandidaten mit 1665 Stimmen. Dieſer erhielt ins=
geſamt
15 338 Stimmen, der Kandidat der Arbeiterpartei 13 573
und der liberale Kandidat 12785; ein vierter, kommuniſtiſcher
Kandidat vereinigte auf ſich 701 Stimmen.
*
Der Sieg des konſervativen Kandidaten bei der Erſatzwahl
in Shipley unmittelbar nach den Gemeindewahlen, deren Er=
gebniſſe
den Konſervativen ſo erſtaunlich günſtig geweſen ſind,
wird in hieſigen politiſchen Kreiſen als ein Anzeichen dafür an=
geſehen
, daß die Tage der gegenwärtigen Negie=
rung
gezählt ſind. Mit der Unterſtützung der Liberalen
verfügt die Regierung noch über eine anſehnliche Mehrheit, je=
doch
zeigen die Gegenſätze, die im Verlauf der letzten Wochen
zwiſchen der Arbeiterpartei und den Liberalen, von denen viele
für die Konſervativen ſtimmten, in Erſcheinung getreten ſind,
eine wachſende Unzufriedenheit mit der Politik der Arbeiter=
regierung
. Außerdem betont man, daß die Geſundheit Mac=

Seite 3
donalds durch die Feindſchaft der Oppoſition und einer Gruppe
ſeiner Anhänger ſtark erſchüttert ſei. Die Kriſe kann jeder=
zeit
ausbrechen, es iſt jedoch möglich, daß infolge der Indien=
konferenz
, die am Mittwoch kommender Woche
beginnt, und wahrſcheinlich bis zum Neujahr dauern wird,
eine Verſchiebung eintritt.
Der Reichswehrminiſter an das
Offizierkorps.
Die Reichswehr haf überparkeilich zu bleiben
und nur dem Staak zu dienen.
* Berlin, 7. Nov. (Priv.=Tel.)
Die Berliner Preſſe veröffentlicht den kurz nach der Urteils=
fällung
im Leipziger Prozeß von Reichswehrminiſter
Groener an das Offizierskorps gegebenen Erlaß, in
dem der Miniſter zu den durch den Prozeß gegen die
Ulmer Offiziere akut gewordenen Fragen Stellung nahm,
Wie das Berliner Tageblatt, dem wir die Verantwortung da=
für
überlaſſen müſſen, wiſſen will, ſoll der Erlaß von dem Nach=
richtendienſt
der nationalſozialiſtiſchen Fraktion des ſächſiſchen
Landtages erſtmals veröffentlicht worden ſein. Das Blatt knüpft
daran die Bemerkung, daß die Dresdener Nachrichtenſtelle der
Nationalſozialiſtiſchen Partei nur durch eine Indiskretion, die
wohl nur aus Reichswehrkreiſen ſtammen könne, von dem Er=
laß
Kenntnis erhalten haben könne. Eine Nachricht, deren Rich=
tigkeit
wir nicht verbürgen können. In dem Erlaß ſelbſt heißt
es u. a.:
Die Reichswehr iſt und muß ihrem ganzen Weſen nach
im höchſten Maße national ſein. Es iſt aber eine Ueberheblich=
keit
ohnegleichen und ein tiefbedauerlicher Mängel an Auto=
ritätsgefühl
, wenn junge Offiziere ihren
höchſten Vorgeſetzten, alſo auch dem Reichsprä=
ſidenten
v. Hindenburg, Mangel an National=
gefühl
vorwerfen und ſich anmaßen, allein zu
wiſſen, was national iſt. Es iſt aber eine Vermeſſen=
heit
und eine erſtaunliche Ueberſchätzung ihrer Urteilskraft, wenn
junge Offiziere, die die außenpolitiſchen und finanziellen Mög=
lichkeiten
in keiner Weiſe beurteilen können, von unzureichenden
Landesſchutzmaßnahmen ſprechen und offen Kritik daran üben.
Die Reichswehriſt überparteilich und rein ſtaat=
lich
eingeſtellt. Sie muß unbedingt aus dem
Streit der Parteien und den politiſchen Tages=
einflüſſen
herausgehalten werden. Es gibt
alſo keinen Rechts= oder Linkskurs. Alle mili=
tärpolitiſchen
Maßnahmen und Anordnungen
ſind allein von dieſem Geſichtspunkte diktiert.
Es iſt eine üble Nachkriegspſychoſe, daß jeder junge Offizier ſich
berechtigt glaubt, an allen Befehlen der Führung Kritik üben
und für jede Maßnahme eine Begründung und Erklärung ver=
langen
zu können. Die Feſtigkeit jeder Wehrmacht
beruht auf einem vorbehaltsloſen, uneinge=
ſchränkten
Gehorſam. Soldaten, die vor Ausführung
von Befehlen prüfen wollen, ob dieſe Befehle ihrer Anſchauung
entſprechen, ſind keinen Schuß Pulver wert. Solche Gedanken
bedeuten die Vorſtufe zur Meuterei, zur Auflöſung der Reichs=
wehr
und in der weiteren Folge zum Kampfe Aller gegen Alle.
Für die junge Wehrmacht war es einer der ſchwärzeſten Tage,
an dem Offiziere vor dem Reichsgericht ähnlichen Gedanken=
gängen
Ausdruck gegeben haben. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß
Offiziere mit derartigen Anſichten nicht in der Reichswehr blei=
ben
können. Ich erwarte daher von jedem Offizier,
der Ehrgefühl und den Mut zur Wahrheit hat,
daß erſofort aus der Reichswehr ausſcheidet,
wenn er ähnlichen Gedankengängen huldigt.
* Wir ſehen in dem Erlaß nur eine Beſtätigung unſerer
ſeinerzeitigen Stellungnahme zum Leipziger Urteil. Es ver=
ſteht
ſich von ſelbſt, daß nicht nur der einfache Soldat, ſondern
in noch viel höherem Maße der zur Führung berufene Offizier
gehorchen muß. Denn nur wer gelernt hat zu geherchen, iſt be=
fähigt
zu befehlen. Von der Reichswehr und ihren Offizieren
wird mit Recht verlangt, daß ſie unparteiiſch dem Staate dienen.
Entſprechend dem Geiſte des alten preußiſchen Heeres, der von
jedem Heeresangehörigen unbedingten Gehorſam fordert. Nichts
anderes bezweckt der Erlaß des Reichswehrminiſters, als dieſen
Geiſt unſerem Reichsheere zu erhalten. Wir haben zur Führung
der deutſchen Reichswehr das Vertrauen, daß ſie dieſen Geiſt
pflegen und dafür Sorge tragen wird, daß nicht parteipolitiſche
Sympathien oder Antipathien im Heere Platz greifen. In die=
ſem
Sinne begrüßen wir den Erlaß des Reichswehrminiſters
an das Offizierskorps.
b.r.

beſſiſches Landeskheaker.
us. Freitag, den 7. November.
Die Boheme.
Oper von G. Puccini.
end uigen Gaſt Max Adrian ſtellte ſich in der
Nulah ein Künſtler von nicht gewöhnlichen Fähig=
Kſechter lyriſcher Tenor mit großem, klingendem,
M Material, ausgezeichnetem geſanglichen Können
Afrei quellender Höhe. Mit günſtiger äußerer Er=
Vkideet er hemmungsloſe Sicherheit auf der Bühne
whſi ches Weſen. Alles, was er bringt, hat Kultur
ſchilernz ſeine Stütze. Er wird für alle lyriſchen und
A Selden=Partien ein vortrefflicher Vertreter ſein
uemble eine willkommene Stütze.
v. HI.

Kleines Haus.
Gaflel Harry Liedke und Berliner Enſemble.

Ein idealer Gakte.
ar ss geiſtvolle Komödie Ein idealer Gatte, die
M Oda ggeſchliffene und mit einem ſtarken Einſchlag von
Eiden Mämnungsmomenten bühnenwirkſam geſtaltete Satire
Ee Lo her Geſellſchafts= und politiſche Leben, geſpielt zu

Du Suen EEnſemble ausgezeichneter Künſtler, die über eine

iwe AAlwutine verfügen, die zum großen Teil ihre letzte
Weriſche ſtaltungskraft in der Schule des Films vollen=
Dric enr Abend der Unterhaltung von beſonderem

ZnAhalde es verſtanden hat, die 4 Akte dieſer Komödie
Ner. A Juumatiſchen Spannung etwa einer Kriminglaffäre
SS M2des leicht und elegant fließenden Dialoges, als
2 Akt mit Humor, ſo gab dieſes ausgezeichnete
uter Berliner Künſtler, in deſſen Mittelpunkt
ſand, der ſich aber durch ungewohnt beſcheidene
S au.Szeichnete, eine Darſtellung aus einem Guß. Ge=
Ee hrnd neben allem Künſtleriſchen, das er bot, zu
äſtzithem Genuß.
S Heil es ſo gepflegt, ſo kultiviert in dieſem Spiel,

ie Lich, ſo untheatraliſch wirkte. Gepflegt die ariſto=
ten
mit dem leicht arroganten Einſchlag, die Eng=
auch
in Affektmomenten, gepflegt die Sprache, die
Rüſige Konverſation, die leicht blieb auch wenn
Ang, gepflegt und ungeheuer elegant auch die
Nelach gewechſelten Roben neueſter Modeſchöpfung.
Bich ſtärkſtes Können des Bühnenkünſtlers, daß
Einß Aausfringlich wirkt. Kein Mitglied des Enſembles,

das dieſe Kunſt nicht reſtlos beherrſcht, mit Ausnahme viel=
leicht
von Roma Bahn, die als Mabel Chiltern nicht ganz den
rechten Ton, das rechte Gemiſch von burſchikoſem Backfiſch und
Diſtinktion fand. Ganz hervorragend aber Carola Toelle.
Dieſe Dorothy Chiltern war eine überragende darſtelleriſche
Leiſtung in jedem Wort, jeder Geſte, auch in den echten
Tränen. Und ausgezeichnet auch die lächelnde Erpreſſerin Mrs.
Cheveley von Traute Carlſen, die mit Harry Liedtke zu=
ſammen
den dritten Akt in der dramatiſch höchſt geſteigerten Duo=
ſzene
zu ſtärkſter Wirbung hob. Olga Limburg als Lady
Marlby erzielte in der köſtlichen Art, wie ſie dieſe ewig redende
und ewig nichts ſagende Lady verkörperte, Beifall bei offener
Szene.
Köſtlicher aber noch die beiden Caversham’s, Max Landa,
der Vater, der Earl, und Harry Liedtke, der Sohn, der Vis=
count
. Wie dieſe beiden Künſtler es verſtanden, warmes Gefühl
hinter blaſiertem Spiel, betonteſter Vornehmheit zu verbergen,
das war einzig. Und Arthur Schröder endlich war in
Sprache und Spiel ein überzeugender Staatsſekretär Chiltern.
In Dienerrollen rundeten Ernſt Pittſchau und Paul
Marx ſehr gewandt das Enſemble.
Die neue Uebertragung von Bruno Frank hat die Komödie
angenehm moderniſiert und Prof. Dr. Eugen Roberts Regie
ſchuf einen echten Wilde. Das Publikum dankte den Darſtel=
lern
mit herzlichen Ovationen für den intereſſanten Abend. *.*
Zum 2. Beeihoven=Abend des Drumm=Quarkeits.
Das Quartett Opus 18 Nr. 3, mit deſſen Vortrag der zweite Beet=
hoven
=Abend des Drumm=Quartetts eröffnet wird, bietet dem Verſtänd=
nis
des Hörers keinerlei Schwierigkeit. Wenngleich in dem Werk der
Tonſetzer ſich im ganzen noch der ihm von ſeinen Vorgängern überkom=
menen
Figuren und Paſſagen rokokohafter Art bedient, ſo weiſt eine
gewiſſe Langatmigkeit der Periodenbildung, Bevorzugung des kan=
tabiliſchen
Elements ſowie der individuelle Charakter der Themen ſchon
auf den ſpäteren Entwicklungsgang Beethovenſcher Quartettkunſt hin.
Die zarte Melodie des 3. Satzes muß auch Schubert beſonders gut ge=
fallen
haben, denn er benutzt ſie in dem Liede Tränenregen, einem
der ſchönſten Stücke aus den Müllerliedern. Opus 59 Nr. 3 beginnt
mit einer langen Einleitung grübleriſchen Charakters. Eine Kette exzen=
triſcher
Akkordfolgen ſpinnt ſich ſcheinbar ziellos ins Unbeſtimmte hin:
da plötzlich bezeichnen unerwartet zwei leiſe, aber rhythmiſch beſtimmte
Akkordſchläge den Beginn des Hauptſatzes. Die 1. Violine tänzelt hervor
und führt in leichtem Spiel zur geſteigerten Wiederkehr der Akkord=
ſchläge
. Wieder phantaſtiſches Getändel der erſten Geige. Die Akkord=
ſchläge
erklingen eine drittes Mal und leiten nun in großer Steigerung
in das jubelnde Hauptthema eine echte C=Dur=Melodie ein. Dem
taghellen, munteven Charakter des ganzen Satzes gemäß, iſt das zweite
Hauptthema nicht wie gewöhnlich weſentlich kantabil gehalten, ſondern
es bildet ſich aus einer luſtig emporſprudelnden Figur, durch deren Imi=
tation
die Wirkung der immerhin ſich einfindenden, mehr gefühligen
Elemente des Themas beſchränkt wird. Erſtaunlich iſt es, wie Vet=

hoven jene oben erwähnten, an ſich ganz alltäglichen und nur durch
ihren Platz eigentümlich wirkſamen zwei Akkordſchläge im weiteren Ver=
lauf
des Satzes ausnützt. Sie werden zu höchſt originellen Neubildungen
verwendet und helfen damit Durchführung und Coda beſonders reizvoll
zu geſtalten. Der zweite Satz iſt ein melancholiſches Allegretto von
rührender Schönheit. Die Paſſage, mit der nach dem erſten Abſchluß in
C=Dur das Cello allein die Durchführung eröffnet, hat Richard Wagner,
der ja bekanntlich ein großer Verehrer der Beethoven=Quartette war, ſo
gut gefallen, daß er ſie in der traurigen Hirtenweiſe in dem 3. Akt des
Triſtan benutzte. Der dritte Satz iſt, da der zweite von etwas beweg=
tem
Charakter iſt, zugunſten des Kontraſtes kein lebhaftes Scherzo, ſon=
dern
ein graziöſes ruhiges Menuett, deſſen Coda in den feurigen
Schlußſatz hinüberleitet. Dieſer, eine Art Pepetuum mobile, hebt ſich
nun auch ſeinerſeits aufs beſte von dem ſinnigen Menuett ab und führt
in fugierter Behandlung zu dem ſehr effektvollen Schluß des Quartetts
wobei ſich die vier Inſtrumente zu einem ſo luſtigen Lärm ſteigern, daß
man faſt ein ganzes Orcheſter zu hören glaubt.
Opus 130 iſt eines der an Gehalt gewichtigſten und an äußerem
Umfang größten Quartette. Es umfaßt nicht weniger als ſechs Sätze,
deren erſter mit einer ausdrucksvollen langſamen Einleitung beginnt.
Im anſchließenden Allegro läßt die zweite Violine zu rauſchenden Figu=
rationen
der erſten Violine das fanfarenreiche Hauptthema ertönen, das
aber ſchnell wieder verſtummt, um Klängen aus der Einleitung Platz
zu machen. Auch dieſe brechen ſogleich wieder ab, und die erſte Violine
ſtimmt die Allegro=Fanfare an, aber in der Dominanttonart. Erſt wo
in der weiteren ſchnellen Entwicklung das Cello die Fanfare in der
Haupttonart erklingen läßt, iſt der entſchiedene Beginn des fortan ſich
regelmäßig entwickenden Hauptſatzes. Es darf den Hörer nicht verwir=
ren
, daß in der Ueberleitung zur Durchführung ſowohl wie in der Coda
Nachklänge des zu Anfang vernommenen phantaſtiſchen Wechſelſpiels zu
hören ſind. Dieſe Stellen bedeuten kein Zerbrechen der Form, ſondern
dienen dazu, ähnlich wie in Opus 127, die konſtruktiven Einſchnitte zu
markieren und zugleich zu überbauen. Die lange Durchführung bildet
ſich durch Kombination eines aus der Einleitung entwickelten Seufzer=
motivs
mit der Fanfarenmelodie, in welches Gewebe das Cello eine neue
Melodie wirkt, die ſpäter von der erſten Violine aufgenommen wird
und zur Repriſe führt. Nachdem Reminiſzenzenjäger heute ſchon zwei
hübſche Brocken geſchnappt haben, mögen ſie ſich auch noch einen dritten
ſchmecken laſſen. Schuberts Lied Geheimes iſt in der Begleitung ganz
und gar auf das Seufzermotiv der Durchführung unſeres Quartettſatzes
aufgebaut. Der zweite Satz iſt ein mürriſches Moll=Scherzo mit einer
famos lebendigen Rückleitung aus dem in Dur ſtehenden Mittelſat in der
variierten Wiederkehr des Hauptſatzes. Der dritte Satz iſt eine Art
Allegretto, leicht für die Hörer, ſchwer für die Spieler. Dieſe höchſt
eigentümliche Muſik läßt mich immer an eine Voliere mit allerhand
exotiſchen Vögeln denken. Der vierte Satz iſt ein behaglicher Walzer,
Kleinbürgerglück, ſub ſpecie geterni geſehen. Als fünfter Satz folgt eine
über alle Worte ſchöne, von Ausdruck triefende Cavatine. Beethoven
ſoll bekannt haben, er könne dieſes Stück nicht leſen, ohne Tränen
unterdrücken zu müſſen. Der ſechſte und letzte Satz iſt ein reizvolles
Rondo Beethovenſcher Kompoſition überhaupt. Urſprünglich ſtand am
Schluß des Opus 130 die als Opus 133 erſchienene große Fuge. Kon=
deſzendenz
gegen Spieler und Hörer veranlaßte Beethoven, dieſen un=
glaublich
phantaſievollen, großartig angelegten und durchgeführten Satz
kondo zu erſetzen.
durch das ſchöne, leichter zugängl
delsſohn.

[ ][  ][ ]

Seite 4
Trägerhemd
chinesische
Handklöppelspilze
und
Slickerel-Einsalz
Büstenhalter
Linon.
mit
leiner Spitze.
Vorderschluß
.65
Pigué-
Bubikragen
mil doppellem
Böiſchen
50
Damenweste
relne Wolle, Russenform.
in geschmack voller
Ausführung
Damen-
Handschuhe
Leder imillert, moderne
Schlüplerform, oder mit
zuei Druckknöpſen und
breiler Aufnahl, durch=
gefüller
!
50
Hemdentuch
slorklädig.
erproble Qualilöl.
80 cm breil,
Nieler
50
Halbleinen
hervorragende Quallät.
mit Flachseinschlog.
150 cm breu.
ler
2
Cerstenkorn-
Handtücher
gesäumt und gebandert.
vollgebleicht, mit roler
Konle, ca. 46X100 cm
groß. Sidc
.50
Schlofdecken
Plaldmuster, hochwertige
mellige Qualllot.
130/200 cm groß. Stüch
K

Hemchose
aus echl ägypt. Mako,
mit Bandträgern und
kurzen Beinen
2
Strumplhalter-
gürlel

aus kunstseldenem
Jacquordgewebe.
brelle Form
R
Bubikrogen
mit
doppellem Bsfichen,
Kunsiselde
15
Lumberiocks
für Knaben u. Mädchen.
mit Kragen und Reiß-
verschluß
. Jocauordm
Größe
Jede weit Gr. 0.50 mehr
Nappo-
Handschuhe
für Damen, Siepper, mit
molligem Fuller, guter
Sitz, in allen Gröben
K
Haustuch
ganz besonders gule
Siyopozierqugliläl,
150 cm breil,
Neler
Bettuchbiber
Koper, molllg und
Bußerst sollde.
150 cm breil.
Heler
Wischtächer
Halbleinen, vol korlen.
gute Qualltät., gesäuml
und gebändert.
co. 60X80 cm .. . ..70
ca 60X60 cm groß. Si0d

Frottier-
Handtücher
schöne Jacquardmuster.
gule. griftige Wore.
ca 50X100 cm giob.
Stück
o0

Bubi=
Nachthemd
weiß. mit chinesischer
Handklöppelspitze.
Slickerei- und Klöppel-
einsolz

Hüfthaltel
ſester Dreil.
mil Rückenschnürer
hlieben
Reizende
Garnitur
aus Crepe de Chine.
mit doppellem Böiſchen,
kleidsame Bubllorm
50
Bettuch
aus grifligem Heustuch
mit Hohlsaum
150/240 cm
3'
Jacquard-
Handtücher
vollgebleicht.
sollde im Gebrauch.
ce 46X100 cm groß.
Stück
65
Küchen-
Handtuch
60X120, mit lmil. Klöppel-
Einsatz. Lochstickerel u.
ringsum m. Spitze beselzi

Samstag den K No emher 1930
Unterkleid
Schlupfhose
gestreille Kunstselde
Kunstselde.
mit
innen gerouhl.
breiter Valenciennes-
Größe 42-48
Sollze
2
2
Jumper-
Norgenrock
Wus molligem Fleusch.
Schürze
mit eleganlem, gesteppt.
bleu Trochtensloff.
kunstseid. Schalkragen,
gemuslerte Blende.
Taschen und Armel- Auf-
mit
Paspel,
schläge gepospell. in
zwel Toschen
vielen Farben
50
V.
Dufliger
Damen-
Ceorgette-
strümpfe

künstliche Waschselde.
Bubikragen
schönes klares Gewebe
mit langem Böfichen.
moderne Farben.
Plissee-Verzierung
aſach verstärkt
50
2
Lr2

O
2
Damast-
Tischdecke
Tischtücher
Kunstseide, in versch.
vollgebleicht hübsche
interessantenMustern
Muster, aus gulem Ma-
150XI6o groß
lerlol, 130X160 cm groß.
Stück
00
00
O
Paradekissen: Kissenbezug
mil Klöppeleinset und
mit Hohlsaum
Spibe. Fälichengarnilur
und Stoſfvolant, aus guf.
und gestickten Ecken
Unon
O
3
Herren-
Koffeedecke
schirme
130X160 cm. aus gulem
Haus uch, mit flollen,
mit Fulteral. Halbselde.
modernen Kreuz- und
schöne Nalurgrifte
Spannslichmustern
3

Damenröcke
Kunsiselde mil Fuller,
warm und haltbar.
Größen 4248
2
Hauskittel
amerlkanische Form.
Scholkragen.
aparle
Besolzgornilur
Seidenflor-
Damenstrümpfe
slropozierfählg. in
schönen Stroßenſarben,
dfsch verslärkl

Kamelhadr,
schuh
(Wolle mil Baumwolle)
slarke Ellz- und Voche-
ledersohle

50
Oberhemden
veiß mit eleganlen
Popeline-Einsöten, eig.
Berliner Fobrikel
A.
Herren-
Schlofanzug
aus
weichem.
värmendem
Flonell
A
Normalhosen
wollgemischt.
gewaschene Wore.
Größen 46
2.
Lumberjocks
für Herren, reine Wolle.
mit Reißverschluß und
Patentrand
8'
Cachenez
co. 85X85 cm. künstl.
Selde, neue Farben-
zusammenstellungen

2

Taschen-
fücher

für Damen, seit
Hohlsaum, rein Helle
35 cm groß, 4 Hütz
10
Taschentuc:
behälter
in hübscher
Ausführung
Taschen-
fücher

füe Hercen, bunkau
und karleri, indonl
Jorbig. 42 cm gau
Süchk
Damen-
schirme
:
Kunsiselde, 16leilleg
schmockv. Grille. B3
Siceiſen
Herren
Nachthem
Aufs Beſſols.
Ihrenlarbene B
Blelefelder FoEt
Selbstbin
Fgucen=
und Strellenme-4
breile Forrn
Herter
Trikothein
hallbar und
moderne Elns 3
Größen 4-
Phanla
socker
olle plolkterl.
gule Deig:
Herrer
Handsdt.
Wildleder imt *
sehr hallbor.
Gröhe-

[ ][  ][ ]

Samstag, den 8. November 1930

us der Landeshaupkfkadt.
Darmſtadt, den 8 November.
wialſchiedsgericht. Auf Grund von Art. 11 Abſ. II.
Rechtsverhältniſſe der Gemeindebeamten betref=
ärz
1929 und des § 2 der Schiedsgerichtsordnung
1930 ſind durch Entſchließung des Miniſters des
worden: 1. für das Provinzialſchiedsgericht für
Foldungsangelegenheiten bei der Provinzialdirek=
burg
; Kreisdirektor Pfeiffer in Heppen=
tfchzenden
, Provinzialrat Dr. Voltz in Darmſtadt
eier des Vorſitzenden; 2. für das Provinzialſchieds=
meindliche
Beſoldungsangelegenheiten bei der Pro=
Oberheſſen; Regierungsrat Braun in
mlorſitzenden, Regierungsrat Nanz in Lauterbach
eier des Vorſitzenden; 3. für das Provinzialſchieds=
mindliche
Beſoldungsangelegenheiten bei der Pro=
Rheinheſſen: Provinzialdirektor. Dr.
Mainz zum Vorſitzenden, Oberregierungsrat Dr.
Mainz zum Stellvertreter des Vorſitzenden.
wwurde am 2. November 1930 der Amtsvorſtand
Kabenau, Forſtmeiſter Dr. Guſtav Zimmer zu
gſeicher Dienſteigenſchaft in das Forſtamt Düdels=
Reinc uanzverwaltung Landesfinanzamt Darmſtadt.
Nouwor wurde Regierungsaſſeſſor. Dr. Haag beim
grum Darmſtadt zum Regierungsrat beim Finanzamt
uings Lrndesfinanzamtsbezirk Karlsruhe, ernannt.
HohchAllter. Am Sonntag, den 9. November d. J., be=
raunuigarete
Volz Wwe., Erbacher Straße 67, ihren
!. Die hochbetagte Frau erfreut ſich geiſtiger und
ſcherut ſilche.
Diel kindungsfeier des G.D.A. unter Mitwirkung des
wirr vom Heſſiſchen Landestheater (Rezitationen),
ſta Herber (Alt), den Herren Hans Nold (Baß),
ymacher (Cello), Heinrich Crößmann (Violine), am
rödt Hildegard Menges, findet heute, am 8. Novem=
Minigten Geſellſchaft ſtatt.
Heſſiſches Landestheaker.

930, Ende nach 22.30 Uhr
Eliſabeth von England
Preiſe 110 Mk. 2021 30 Uhr
Zweiter Beethoven=Abend
des Drumm=Quartetts
Preiſe 1, 2 und 3 Mk. 1417 Uhr Em Bühnenſpielder Tgde 1846 2021.45 Uhr Ewige Jug Preiſe 0.802 Mk. Fatme In neuer Einſtudierung KKomiſche Oper vo 193022 u Dſt. Volksb. Gr. I Zuſatz=Miete I1 3
u. II Meine Schweſter und ich
Gruppe 5, 6, 7 und 8 Preiſe 1.206. Mk. Preiſe 0.808 Mk

20 bis 21.30 Uhr
3. Sinfonie=Konzert
Guſtav Havemannl

,8 nach 22.30 Uhr
ſabeth von England
Prelſe 110 Mc.

2022 Uhr
ſen neuer Einſtudierung
Barbier von Bagdad
B8
Preiſe 110 Mk

150, Ende nach 22.30 Uhr
Eliſabeth von England
Preiſe 110 Mk.

D, Ende gegen 22 Uhr
i Barbier von Bagdad
Preiſe 110 Mk.

2022.45 Uhr
Herzogin von Chicago
iser Miete zu halb Preiſen
Hulbe Preiſe 0.505 Mk.

19 3022.15 Uhr
Die ſchöne Helena
Heſſenlandmiete IV,

Keine Vorſtellung

2021.45 Uhr
Fatme
Zuſatzmi te V,
Preiſe 1.206 Mk.

22.30 Uhr
Meine Schweſter und ich
G 4 Darmſt. Volksbühne
Gruppe III und IV
Preiſe 1.206 Mk.

20, Ende gegen 22 Uhr
Lieder= und Arien=Abend
Franz Tibald und Maria Kienzl
Preiſe 1, 2 und 3 Mk.

20, Ende gegen 22 Uhr
Zum erſten Male: X XZ
Zuſatzmiete 10
Preiſe 1.206 Mr.

1517.30 Uhr
Meine Schweſter und ich
Heſſenlandmiete 1. III.
Preiſe 1 206 Mk.

20, Ende vor 22 Uhr
Erſter Kammermuſikabend des
Schnurrbuſch=Qugr tetts
Preiſe 1, 2, 3 Mk.

22.30 Ende nach 23.30
Klabund=Feier
Preiſe 1, 2, 3 Mk.

11.30, Ende gegen 12.30 Uhr
Siegfried=Wagner=Gedenkfeier
2022 Uhr
Der Glasſchrank
Preiſe 110 Mk. Heſſiſche Spielgemeinſchaft
Preiſe 0.502 50 Mk.
s Pandestheater. Eliſabeth von England,
en werk von Ferdinand Bruckner, deſſen gleichzeitige
un Berlin, Bremen, Darmſtadt, Hamburg und Leip=
Anren deutſchen Preſſe ſtärkſten Nachhall finden und
AELundestheater viele auswärtige Beſucher zuführen
M ucre, Samstag, im Großen Haus mit Frau Hermine
0mſt in der Titelrolle wiederholt. Frau Hermine
oe Einladungen des Württembergiſchen Landes=
mtgart
und des Nationaltheaters in Mannheim
wung ihres Darmſtädter Gaſtſpiels Folge leiſten.
1ufführung des ungewöhnlich zugkräftigen muſi=
iels
Meine Schweſter und ich findet mor=
m
: Großen Haus unter muſikaliſcher Leitung von
ntt Schmitz, Hinz, Pfaudler, Gothe, Maletzki, Gal=
ſiter
und Jürgas in den Hauptrollen ſtatt. Flo=
lOper
Fatme gelangt morgen, Sonntag, im
mter muſikaliſcher Leitung von Fritz Bohne mit
S. Stralendorf, Overlack, Vogt und Kuhn in den
%. erſten Male in dieſer Spielzeit zur Aufführung.
vember ausgefallene Klabund=Feier wird
ng, den 15. November, um 22.30 Uhr im Kleinen
Ittwirkung von Hermine Körner und Carl
übeen. Die bereits gelöſten Karten behalten für
acl e Wültigkeit.

Seite 5

Alexander Koch 20 Jahre.

Mit 70 Jahren mit jugendlicher Schaffenskraft und
Schaffensfreudigkeit, mitten im pulſierenden Leben zu ſtehen, in
einem Leben, das Kampf iſt, Kampf um eines der Güter, die
des Lebens höchſte ſind, Kampf um die Kunſt und mit der Kunſt
für die Kunſt, das iſt wenigen beſchieden. Alexander Koch, Hofrat
und Dr. h. c., Herausgeber der weit über die Grenzen des deut=
ſchen
Vaterlandes hinaus bekannten Zeitſchriften Deutſche
Kunſt und Dekoration und Innendekoration, um nur dieſe
beiden bedeutendſten aus vielem zu nennen, iſt einer der weni=
gen
Glücklichen. Wer ſeine nie raſtende Tätigkeit kennt, wer
weiß, wie er mit allen jungen Strömungen der Kunſt jung
und temperamentvoll mitgeht, wie er ihr Wege ebnet und Ge=
folgſchaft
ſichert, wer ſeine letzten eigenen ſchriftſtelleriſchen Er=

güſſe lieſt, wer weiß, wie er ſelbſt inmitten ſeines Stabes von
Mitarbeitern ausſchlaggebend bleibt für die Herausgabe, für
die innere und äußere Geſtaltung ſeiner Verlagswerke, der wird
nicht glauben können, daß Hofrat Dr. h. c. Alexander Koch 70
Jahre alt wird.
Doch iſt es ſo. Am 9. November vor 70 Jahren wurde
Alexander Koch geboren. Wir wollen heute darauf verzichten,
den Lebensgang aufzuzählen von der erſten Jugend an. Es
genügt zu wiſſen, daß Alexander Koch ſich ſehr bald, reif ge=
worden
, dem Kunſtgewerbe und der Kunſt zuwandte, und daß
ſeine geniale Veranlagung, ſein unbeirrbar ſicherer Blick für die
praktiſche Wirkung theoretiſcher Beſtrebungen ihn ſehr bald an
führende Stelle hob, ihn in den Mittelpunkt künſtleriſchen und
kunſtgewerblichen Schaffens ſtellte, ſoweit es in Wort und Schrift
um Anerkennung, um Wahrheit, um Propagierung alles für gut
und ſchön Erkannten zu kämpfen hatte.
Daß Alexander Koch bei all ſeinen Erfolgen, die ſeinen
Namen weit hinaustragen über Darmſtadt, über Heſſen, über
Deutſchland und über Europa unſerer Stadt treu blieb, auch
auf der Höhe ſeiner Erfolge, daß in ſteter Wechſelwirkung der
Name der Kunſtſtadt Darmſtadt und der Aiexander Kochs an=
einander
in die Höhe rankten, ſoll ihm heute gedankt ſein. Sicher
iſt, Alexander Koch hat überragend Anteil an der Tatſache, daß
der Name Darmſtadt als Kunſtſtadt in der Welt mit Achtung
genannt wurde. Wenn er es heute noch wird, iſt das Kochs
weſentliches Verdienſt.
Alexander Koch iſt einer der wichtigſten Pioniere der
kunſtgewerblichen Erneuerung der 90er Jahre, der er mit ſeiner
1889 begründeten Monatsſchrift Innen=Dekoration das heute
noch in führender Reihe ſtehende internationale Organ für Woh=
nungskunſt
gab. Auf ſeine Anregungen geht die Gründung der
Darmſtädter Künſtlerkolonie zurück. Verbindungen zwiſchen der
Kunſt und dem Leben zu ſchlagen, namentlich mit Hinblick auf
eine zeitgemäße, gepflegte Wohnform, war der hauptſächliche An=
trieb
ſeiner ganzen Tätigkeit. Seine 1896 begründete Deutſche
Kunſt und Dekoration bedeutete, das Aufkommen eines neuen
Typs der Kunſtzeitſchrift. Zum erſten Male wurde hier die Kunſt
als die Formkraft behandelt, die nicht nur auf den engeren Gebie=
ten
Malerei und Plaſtik wirkt, ſondern auch im ganzen Bereich
der Gebrauchsdinge. Das Bild und die Skulptur, das Möbel und
alle zum Wohnen gehörigen Requiſiten, das Haus und der Gar=
ten
, Metall, Gewebe, Keramik, Glas all dies fand ſich zum
erſtenmale nebeneinander geſtellt unter der Führung des neuen
Gedankens, daß Kultur ein einziger Zuſammenhang iſt:
geformtes Leben. Zum Verbreitungsgebiet der Koch’ſchen
Zeitſchriften, namentlich der Deutſchen Kunſt und Dekoration
gehören alle Kulturländer der Erde. In Deutſchland ſelbſt ( ein=
ſchließlich
Oeſterreich) ſind ſie ein unſchätzbarer Faktor künſtleriſcher
Volkserziehung geworden. Sie haben die Auswirkung des künſt=
leriſchen
Schaffens mächtig erweitert, ſie bedeuten Außerordent=
liches
als Quellen der Anregung, der Belehrung, der Kunſtfreude
und der Geiſtesbildung. Wenn Deutſchland heute in der Woh=
nungsgeſtaltung
beſonders auch in der Ausſtattung unſerer Hotels
führend iſt, ſo hat daran Alexander Koch ein weſentliches Ver=
dienſt
. Alexander Koch’s Handbücher der neuzeitlichen Woh=
nungskunſt
(Abbildungswerke mit ſorgſam gewähltem Anſchau=
ungsſtoff
) haben ſich als praktiſche Enzyklopädien moderner Raum=
geſtaltung
überall eingeführt. Ihnen ſchließt ſich eine Reihe von
Sonderveröffentlichungen an, von denen genannt ſeien: Das
neue Kunſthandwerk in Deutſchland und Oeſterreich, 1000 Ideen
zur künſtleriſchen Ausgeſtaltung der Wohnung, Farbige Wohn=
räume
der Neuzeit. Das Haus eines Kunſtfreundes‟. Das
neueſte Werk aus dieſer Reihe iſt der ſoeben erſchienene Band
Einzelmöbel und neuzeitliche Raumkunſt, der die jüngſten Er=
rungenſchaften
der Möbelgeſtaltung in über 200 großen Abbil=

dungen auswertet; vor allem das bewegliche Element des Einzel=
möbels
, das der modernen Raumgeſtaltung ſo viele neue Möglich=
keiten
gibt.
Alexander Koch ſieht an ſeinem 70. Geburtstage viele Gedan=
ken
, die er als Erſter vertreten hat, in der Wirklichkeit durchgeſetzt,
fruchtbringend und weiterführend. Mit ſeinen 4 Kunſtzeitſchrif=
ten
, die ihre tonangebende Bedeutung bewahrt haben, und mit
ſeinen Handbüchern, die durchgehends ſeine perſönliche Arbeit ſind,
beherrſcht er heute wie ſeit Jahrzehnten den ganzen Umkreis
künſtleriſcher Formung.
Viele Tauſende verehren in Alexander Koch einen der wich=
tigſten
Vorkämpfer deutſcher Arbeit, zu deren Weltgeltung er mit
ſeiner eigenen ſchöpferiſchen, ſowie propagierenden Tätigkeit
Unſchätzbares gewirkt hat.
Soweit. Alexander Kochs geſchäftliche und künſt=
leriſche
Tätigkeit. Sie iſt von dem Menſchen Koch kaum
zu trennen. Wilhelm Michel ſchreibt von ihm in der Junen=
dekoration
:
Alexander Koch war niemals Theoretiker. Er war ſtets
ein Mann der praktiſchen Wirkung. Aber was dieſer
ſeiner Wirkung an Geſinnungen, an Antrieben zugrunde lag,
das gibt ſich erſt heute der gedanklichen Faſſung klar in die
Hand. Er gehörte zu den Menſchen, die um 1890 ſchon die
Form einer nahe bevorſtehenden Zukunft hatten. Er hatte den
Begriff des kulturellen Zuſammenhanges, er hatte
die Forderung nach einer gleichmäßigen Geltendmachung des
Zeitſtils auf allen Gebieten gleichſam im Leibe‟. Er war ein
neuer Menſchentyp und führte das in dieſem Typ Angelegte zum
Siege. In einer von ihm geprägten Faſſung lautet ſein Leis=
gedanke
: Die Kunſt im Dienſte des Lebens. Ein
Wort, das heute wie eine Selbſtverſtändlichkeit klingt, und dem
doch zu ſeiner Zeit nur durch angeſpanntes Mühen und Kämpfen
Geltung verſchafft werden konnte. Es iſt bei aller Schlichtheit
eine ausgezeichnete Formulierung. Sie deutet auf den Durch=
bruch
des äſthetiſchen Menſchen der ſich in jener Zeit vollzog
und der die Vorherrſchaft des Geſchmacks, die Forderung des
Wohllauts in der Geſtaltung, den Kultus der Senſibilität mit
ſich führte; vor allem auch den Sinn für die einheitliche Geſamt=
Wirkung, der in der Raum=Ausſtattung ſo große Bedeutung ge=
winnen
ſollte.
Alexander Koch erfuhr zu deutlich an ſich die Befriedigung,
die gute Form zu ſpenden vermag, er reagierte zu genau auf
alles, was aus dem Rahmen der Harmonie herausfiel, um nicht
den dringenden Wunſch zu empfinden, für eine Erziehung
des Geſchmackes in allen Wohndingen zu wirken. Man
ſieht in ihm die unbedingte Hochſchätzung des Aeſthetiſchen als
Grundtrieb angelegt. In ſeinen Zeitſchriften lebte er alle Sei=
ten
ſeines Weſens aus: die ſichere Kritik in allen Geſchmacks=
dingen
, die Luſt am Anregen, am beſtimmten Weiterwirken auf
Andere, die Luſt an der harmoniſchen typographiſchen Geſtal=
tung
, den Trieb zum Erziehen. Bezeichnend dafür iſt, daß er
ſich von Anfang an nicht darauf beſchränkt hat, vorhandenes
Material zu publizieren: er rief Schaffen hervor, er intereſſierte
ſich für die Löſung beſtimmter Aufgaben. Seine redaktionellen
Preisausſchreiben zogen immer wieder neue Begabun=
gen
aus der Künſtlerſchaft hervor. Wo er nur konnte, erwirkte
er den Künſtlern Aufträge, Verkäufe oder Arbeitsfeld. In vielen
Fällen gab er ihrem Schaffen unmittelbare Direktiven, die den
Betreffenden zum Segen wurden, die ſie zu Erfolg und Anſehen
führten.
In der Deutſchen Kunſt und Dekoration widmet Kuno
Graf von Hardenberg dem Geburtstagskind einen länge=
ren
Aufſatz, in dem er in ſeiner liebenswürdigen Art und Forn=
über
die Gründe des Jungbleibens des Siebzigjährigen ſchreibt.
Er ſagt u. a.:
Man muß ihn geſehen haben, wie er mit ſeinen Künſtlern,
mit ſeinen Angeſtellten, mit Beſuchern verhandelt, muß beobach=
tet
haben, wie da bei ſcheinbarer polhafter Ruhe, bei ſchlichter
Einſilbigkeit echte Lebendigkeit und echtes Temperament,
unter der Oberfläche klug zurückgedämmt, zucken und arbeiten,
um ſich plötzlich in Tönen bedeutſamer Doktrinen, wichtigſter
Anregungen, klar formulierter Meinungen zu befreien, oder aber
in Reden eines köſtlich knabenhaften Trotzes, der typiſchen Eigen=
ſchaft
aller Führernaturen, emporzulodern, um ſich endlich in
das verſöhnlichſte, jugendlichſte Lächeln der Welt zu verflüch=
tigen
. Ja, er verſteht es, die Regiſter ſeines Weſens zu ziehen
wie kein anderer.
Ja, jung war er und jung iſt er geblieben, und das Köſt=
liche
an dieſem Jungbleiben iſt, daß er nie aufgehört hat, ſeinen
zahlloſen Werken das weſentliche Gepräge zu geben! Keines,
das nicht zu ſeiner Zeit blutjung und friſch aus dem pulſieren=
den
Schaffen des Tages gekommen wäre und das nicht heute
noch als ein Dokument deſſen, was die jungen Künſtlerſeelen der
jeweiligen Periode leiſteten, gelten könnte! Immer wieder
ſpiegelt ſich Alexander Koch und mit ihm der junge Tag in jedem
Hefte ſeiner Zeitſchriften, immer wieder hat der Leſer den feſt=
lichen
Eindruck, vor einem ganz Neuen, einem ſtrotzend Jungen
zu ſtehen! Wir haben kaum eine Parallele in der geſamten
Biographie für eine ähnliche Kongruenz des Schöpfers mit dem
Geſchaffenen, eine Kongruenz, die ſich in Jahrzehnten und in
Tauſenden von Heften und Bänden immer wieder zu Apotheoſen
alles deſſen erneut, was friſch und froh zum Lichte drängt.
Darin liegt denn wohl auch der große Zauber, den Alexander
Kochs Werke nun ſchon ſo viele Jahre auf den ungeheuren
Leſerkreis ausüben. Nur ſo verſteht es ſich, daß der Auſtralier,
der Japaner, der Nord= und Süd=Amerikaner, der Franzoſe und
der Niederländer, der Spanier und der Ungar ſo gerne zu den
Kochſchen Arbeiten greift. Es iſt der Jugendhauch, der ewig
verführeriſche, der ewig köſtliche, der ewig anziehende, der aus
ihnen unverfälſcht und rein hervorſtrömt und der ihnen die
Liebe der Nationen immer geſichert hat und immer ſichern wird,
der Jugendhauch, in deſſen Wunderkräften jeder Wiedergeburt
und Erneuerung findet, der Jugendhauch, in deſſen Bewunde=
rung
und Schätzung ſich alle Welt zu einer einzigen, großen Ge=
meinſchaft
findet.
Wünſchen wir dem verehrten Anwalt der ewigen Jugend
Glück und Segen zu ſeinem Geburtstage, wünſchen wir ihm noch
lange Zeit der täglichen Erneuerung und Wiedergeburt, damit
noch manches Jahr die Welt ſich ſeines Wirkens erfreue.

nd boxstiefel
einsohle

Einige Beispiele:
Herr.-Schnürstiefel, echt /490
Boxkalf m. Zwischensohl.
Herren-Tourenstiefel,
Sportschnitt m. Zwischens. 10
Herr.-Schnürstief., braun /950
Boxkalf m. Zwischensohl.
Herren-Schnürstiefel,
echt Boxkalf m. Zwischen-
50
sohl., i. Orig.-Good.-Welt 2

halten auch beinaßkaltem Wetter
Ihre Füße warm und trocken

e., G. m. b. H.
Verkaufsstelle Conrad I
Darmstadt, Ludwigstr. 17, Fernsprecher 2137

[ ][  ][ ]

geschaffen für den modernen Wielzwlinderwagen
Gutes Fließvermögen bei tießen Temperaturen
Zuverlässige Schmierung sofort beim Starten

Palaſt=Lichtſpiele
bringen ein intereſſantes Doppelprogramm. Ein franzöſiſcher
Film mit Dita Pärlo in der Titelrolle Das Fräulein
vom Kleiderlager, gibt dem Regiſſeur Julian Duvi=
vier
Gelegenheit, gutes Können und ausgezeichnete Ausnutzung
techniſcher Möglichkeiten zu ſtarkem dramatiſchen Ausdruck beſon=
ders
in Bild=Impreſſionen zu zeigen. Schade, daß ſo viel Auf=
wand
an techniſchem regielichem und auch darſtelleriſchem Können
an ein ſo wertloſes Objekt verſchwendet wurde. Um eine alberne
Liebeshandlung rankt ſich eine gigantiſche Folge techniſch ausge=
zeichneter
und gut bewegter (nach ruſſiſchem Vorbild!) Bilder
und Bildſzenen, der Verſuch, im bewegten Bild den Fortſchritt
im Kampf mit der Vergangenheit, das Rieſenwarenhaus als
Sieger über kleine Ladengeſchäfte zu zeigen. Aber es bleibt ein
Verſuch am untauglichen Objekt. Die ſentimentale Handlung
gibt keine Grundlage zur Löſung dieſes grandioſen ſozialen
Problems, und Dita Parlo bleibt das kleine Ladenmädel, der
man den großen Sieg des Fortſchritts wahrlich nicht glauben
kann. Aber, wie geſagt, das Ganze doch ein intereſſanter Film.
Starke Spannungsmomente und guten Ablauf der Handlung,
die eine originelle und bis zum Schluß ſpannende Kriminal=
affäre
darſtellt, iſt der zweite Großfilm Der Bund der
Drei eine ausgezeichnete Regiearbeit von Hans Behrendt.
Jenny Jugo immer noch eine der reizvollſten Kinoſchönheiten,
findet Gelegenheit, in dieſem Film nicht nur ihren entzückenden
Augenaufſchlag, ſondern auch ihr ſchön gebautes Körperchen mit
möglichſt, wenig Koſtüm zu zeigen, ſie zeigt aber auch, daß ſie
große Robe ſehr anmutig tragen kann. Es kommt ihr dabei nicht
ſehr darauf an, im Handumdrehen aus einem armen Barmädchen
zur glänzend ausgeſtatteten Lebedame zu werden, die im teuer=
ſten
Hotel Berlins wohnen kann. Das ſind ſo kleine Regiefehler,
die im Rahmen des Ganzen nicht ins Gewicht fallen. Jedenfalls
ſpielt Jenny Jugo wie immer, ſehr animiert, und der Kreis ihrer
Mitſpieler im Enſemble iſt ſehr gut ausgewählt. Die kriminelle
Handlung findet erſt im allerletzten Bild ihre Löſung. Wir wollen
von ihr nichts verraten, um die Spannungsmomente nicht zu be=
einträchtigen
. Das Programm iſt jedenfalls ſehenswert. *

C. Fiedler=Federzeichnungen. Man ſchreibt uns: Im Schau=
fenſter
der Buchhandlung Johs. Waitz, Eliſabethenſtraße, ſind zur=
zeit
wieder eine Anzahl Zeichnungen des in Sportkreiſen als
Handballer des S.V. 98 beſtbekannten Stud. Carl Fiedler aus=
geſtellt
. Die Bilder zeigen ein Waldſtück aus dem Darmſtädter
Park; ferner, in beſonderem Auftrag ausgeführt. Das Löwen=
denkmal
für die Gefallenen des 115er Infanterieregiments auf
dem Paradeplatz, ſowie Anſichten von Neuſtadt i. O. und der
Burg Breuberg, u. a.: die Hauptſtraße mit Kirche, ein Fachwerk=
haus
mit dem Zentgerichtskreuz, den Markt, die alte Mümling=
brücke
, alter Hof und von der Burg verſchiedene Anſichten. In
ſämtlichen Bildern erkennt man, daß Fiedler außerordentliche
Fortſchritte gemacht hat und in ſeinen Ausführungen ſehr in der
Art an Ubbelohde erinnert. In einer weiter demnächſt vorgeſe=
henen
Ausſtellung wird Fiedler eine Anzahl Bilder der Fried=
berger
Burg bringen.
Schloßmuſeum. Am Sonntag ſowie an allen Wochentagen
in nächſter Woche ſind um 11 und 11,30 Uhr vormittags Füh=
rungen
. Die Kaſſe iſt täglich von 10,4511.45 Uhr vorm. geöffnet.
In dieſer Zeit kann die Madonna von H. Holbein d. Jg. getrennt
von den Führungen beſichtigt werden.
Dem Ski=Club Darmſtadt=Odenwald iſt es gelungen, den
bekannten Sportsmann und Schriftſteller C. J. Luther für
Mittwoch den 12. November, zu einem Lichtbildervor=
trag
zu gewinnen. Von weißen Bergen und wilden Waſſern
wird er ſprechen. Die Münchener Neueſten Nachrichten ſchrei=
ben
über dieſen Vortrag: In leuchtenden Farben, in einer begei=
ſternden
Art hat C. J. Luther uns das Skiläuferleben geſchildert.
Denen, die ſchon ſelbſt die Schönheit der winterlichen Bergwelt
gekoſtet haben, hat er Stunden heiligſter Erinnerung geſchenkt,
den anderen aber, beſonders unſerer Jugend, hat er die Sehn=
ſucht
zu dieſem reinſten und herrlichſten Sport ins Herz gepflanzt.
Carl J. Luther verbreitete ſich in feſſelnder Form über die Trieb=
kräfte
und Urſachen der Großſtadtflucht und über den neuen Weg
zurück zur Natur, wie ihn nun ſeit Jahren der Flußwanderer
geht. Mit empfindſamer Seele wandert der Faltbootfahrer un=
berührte
, ja abenteuerliche, anderen verſchloſſene Pfade, die Seele
der Natur zu ſuchen und in ihr zu ſeiner Erholung in echter
Freude aufzuſehen. Nicht rennſportlich raſen, ſondern mit offenen
Augen wandern, ſehen, und das Leben mit den Abenteuern des
Naturerlebniſſes fühlen, will und ſoll der Flußwanderer im Falt=
boot
. Auch wie das Faltboot mit den Uranfängen der Schiff=
fahrt
verknüpft und wie es ſich aus natürlichen Verhältniſſen
heraus entwickelte, war Gegenſtand des Vortrages, dem ſich aus=
gezeichnete
Lichtbilder, filmmäßig aneinander gefügt anſchloſſen.
Wie ſich dieſe Touriſtik in den natürlichen Kreislauf der vom
Meere zurückwandernden Waſſer einfügt, wurde auch im Bilde
überzeugend gezeigt. (Siehe heutige Anzeige.)
Volkstheater Darmſtadt. Direktor E. Werner. Man
ſchreibt uns: Am Sonntag, den 9. November, nachmittags, be=
ginnt
das Darmſtädter Volkstheater mit der Aufführung einer
Serie Kindermärchen. Als erſtes iſt das Märchen Rumpelſtilz=
chen
und die Goldſpinnerin angeſetzt. Dieſes entzückende Mär=
chen
bringt alles, was ein Kinderherz erfreuen kann. Infolge der
ſehr guten Beſetzung der einzelnen Rollen iſt eine ſehr gute Auf=
führung
gewährleiſtet, ſo daß auch die mitkommenden Erwach=
ſenen
ihre Freude haben werden. Die Märchenaufführungen des
Darmſtädter Volkstheaters ſind wohl aus früherer Zeit in beſter
Erinnerung Die Hauptrollen liegen in den Händen von Elſe
Werner, Willy Werner, Erich Franke, Irene Sänger. Zur Müh=
len
, Doris Beutke (die entzückende Darſtellerin des Peterchen in
Peterchens Mondfahrt, Stadttheater Mainz). Die Rolle des ur=
komiſchen
Müllers ſpielt Richard Hinz, welcher durch ſeine Mit=
wirkung
bei der heſſiſchen Spielgemeinſchaft beſtens bekannt iſt.
Die Aufführung findet im großen Saal des Perkeo, Alexander=
ſtraße
14, ſtatt. Die Preiſe ſind für Kinder und Erwachſene
0.30 Mk und 0.50 Mk. Der Beſuch iſt warm zu empfehlen.
(Siehe Anzeige )
Diebſtähle. Aus einer Gartenhütte, gegenüber dem Karls=
hof
, wurden 2 größ. Hämmer 1 kl. Hammer. 1 Beiß= u. 1 Rohr=
zange
, 1 Schraubenzieher, 1 Schraubenſchlüſſel, 3 Meißel u verſch.
Kleinigkeiten entwendet. Am 4. 11. 1930 wurde im Südaus=
gang
des Hauptbahnhofs ein Herrenfahrrad mit einem Damen=
ſattel
geſtohlen. Desgleichen aus dem Hofe des Hauſes Schwanen=
ſtraße
Nr. 31 von einem Fahrrad die beiden Schlauchreifen von
roter Farbe. Am 6. 11. 1930 wurde von einem Fahrrad, das
im Hofe Frankfurterſtraße Nr. 42 untergeſtellt war, ein Dynamo
abgeſchnitten und geſtohlen.

Schlierſeer Sonder=Gaſtſpiel. Die ergötzliche Geſchichte der
Brüder Atzinger in einem Vorſpiel und 2 Akten Wer ko,
der ko: wer bot, der hot! von Karl Mittermayr, die
geſtern im Orpheum erſtaufgeführt wurde, iſt mit Xaver Tero=
fal
und Waſtl Witt in den Hauptrollen ſo voll goldenem
Humor, daß ein Beſuch dieſer Aufführung wirklich empfohlen
werden kann. Wir werden morgen auf die Erſtaufführung zu=
rückkommen
.
Orpheum. Gaſtſpiel Terofals=Schlierſeer
wiederholen heute und folgende Tage das geſtern zum erſten Male
aufgeführte aktuelle Stück Wer ko', der ko, wer hot, der hot.
Es iſt dies eine ergötzliche Geſchichte der Brüder Atzinger ge=
nannt
die bayeriſchen Sklareks in einem Vorſpiel und 2 Akten
von Karl Mittermayr. Dieſer Schlager iſt geſtern mit großem
Efolg aufgenommen worden. Die beiden Komiker=Rollen ſind ver=
treten
durch Xaver Terofal und Waſtl Witt und garantieren dieſe
durch ihre treffliche Darſtellung allein ſchon den Erfolg. Im
Zwiſchenakt ſpielt das bekannte Künſtlertrio. Die Preiſe ſind
volkstümlich von 1 Mark an und ſind Karten in den bekannten
Verkaufsſtellen erhältlich, telephoniſch unter 389. Es wird heute
ſchon darauf aufmerkſam gemacht, daß die morgige einzige Sonn=
tags
=Aufführung mit Rückſicht auf auswärtige Beſucher pünktlich
um 8 Uhr abends beginnt. (Siehe Anzeige.) Sonntag, den
9. November, nachmittags 3,30 Uhr, findet eine einzige Auf=
führung
des ſchönſten deutſchen Märchens Schneeweißchen und
Roſenrot in drei Bildern ſtatt. Erſtes Bild: vor dem Hauſe,
zweites Bild: in der Stube, drittes Bild: im Walde. Das von
Robert Bürkner bearbeitete Grimmſche Märchen verſetzt die Kin=
der
ſo richtig ins Märchenland und läßt ſie viel ſehen und hören.
Dieſe Neueinſtudierung wird den Kinderherzen 2½ Stunden lang
durch Erſcheinen des Bären, des böſen Zwergen uſw. Freude über
Freude bereiten, zumal der Märchenonkel die Preiſe ſehr billig
gehalten hat (30 Pf. 50 Pf., 60 Pf., 80 Pf., 1 M. und 1.25 M.).
Es iſt ſomit jedem Kinde der Beſuch dieſes ſchönen Märchens er=
möglicht
. Vorverkauf bei Hugo de Waal, Rheinſtraße 14, und
Verkehrsbüro, telephoniſch unter 389 außerdem heute von 25
Uhr nachmittags an der Orpheumskaſſe. (Siehe Anzeige.)
Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Die Ausſtellung von
farbigen Reproduktionen, die die Bücherſtube in ihren Räumen
zeigt, bringt Werke von Deutſchen, Italienern, Franzoſen und
Spaniern. Wie die Drucke ſelbſt weit entfernt ſind von bloßer
mechaniſcher Arbeit, ſo ſind auch die Rahmen nicht aus den ſonſt
üblichen Fabrikleiſten zuſammengeſchlagen, ſondern mit der Hand
gearbeitet, im Ton aufs feinſte abgeſtimmt und möglichſt dem
Original angepaßt; ſo entfalten die Drucke erſt ihre volle Wir=
kung
. Anfangs der nächſten Woche wird die Ausſtellung ergänzt
durch eine Reihe neuer ſehr ſchöner Vincent v. Gogh=Bilder. Die
Ausſtellung iſt täglich von 97 Uhr unentgeltlich geöffnet. (Heute
ab 5,30 Uhr nachm.)
Evangeliſche Martinsgemeinde. Am kommenden Sonntag
begeht die Evangeliſche Martinsgemeinde ihren Martinsgemein=
detag
. Morgens findet Feſtgottesdienſt ſtatt. Nachmittags iſt in
der Turnhalle am Woogsplatz eine geſellige Feier. Die Konzert=
ſängerin
Frau Suſanne Horn=Stoll hat ihre Mitwirkung zugeſagt,
ebenſo der Kammermuſiker Alfred Fillſack und Herr Willi Horn
(Violine). Wie ſtets, wird auch der Poſaunenchor unter Leitung
von Herrn Breitrück die Feier verſchönen. Außer dieſen muſika=
liſchen
Darbietungen wird namentlich das Feſtſpiel Luther auf
der Koburg den Hauptinhalt des Programmes bilden. Der Ein=
tritt
beträgt für Mitglieder der Gemeindevereine 40 Pf., ſonch
1 Mark. Vorverkauf bei Geiger, Riegerplatz.
Verhüteter Unglücksfall. Man ſchreibt uns: Einem hie=
ſigen
Fahrzeug, welches mit Stadtgeſchwindigkeit die Stiftsſtraße
herauffuhr, lief am Mittwoch den 5. November ein 45 Jahre
altes Kind direkt vor das Auto. Der Fahrer des Wagens be=
diente
ſich ſofort des an ſeinem Fahrzeug angebrachten Perſonen=
Sicherheits=Apparates und fing das Kind mit einem ausgelöſten
Rechen auf, wodurch das Ueberfahren des Kindes verhütet, und
ein Unglucksfall verhindert wurde. Durch das automatiſche An=
ziehen
der Bremſen, ſowie der ſelbſttätigen Auslöſung der Zün=
dung
ſtand das Fahrzeug auf 2 Meter. Irgendwelche Verletzungen
wurden an dem Kinde nicht feſtgeſtellt.

Prassel-Kaffee

Ne
trisch geröstet

Sohnlstr. 10

Betrüger an der Arbeit. Feſtgenommen wegen Betrugs
und Diebſtahls wurde der angebliche Photograph Fritz Retten=
maier
aus Pforzheim. Rettenmaier hatte ſich mittellos im
Bahnhofshotel einlogiert und in einem hieſigen Sportshaus
ziemlich umfangreiche Einkäufe getätigt, in der Abſicht, ſich die
Waren durch einen geſchickten Trick in ſeinem Hotel ohne Bezah=
lung
aushandigen zu laſſen. Die gelegentliche nächtliche Bekannt=
ſchaft
eines Beamten nutzte er dazu aus, um deſſen Barſchaft um
6 RM. zu erleichtern. Weil ſeine Perſonalien noch nicht mit
Sicherheit feſtgeſtellt werden konnten wurde er dem zuſtändigen
Richter zwecks Erlaß eines Haftbefehls vorgeführt. Feſtgenom=
men
wurde der Kunſtmaler Johannes Proell aus Wien.
Proell hatte am 3. 11. 1930 von dem Verein bildender Künſtler
in Frankfurt a. M. eine Unterſtützung von 30 Mark erhalten,
worauf er ſofort ein Café beſuchte und dort ein junges Mädchen
aus Darmſtadt kennen lernte, mit dem er dann zechte und abends
ein Hotel aufſuchte. Am nächſten Morgen waren die 30 Mark
alle und Proell ließ das Mädchen im Mohnköpchen ſitzen mit dem
Bemerken, auf die Bank zu gehen und auch wegen einer großen
Summe Dollars telephonieren zu müſſen. Vor ſeinem Weggang
ließ er ſich von dem Mädchen die goldene Armbanduhr geben,
damit er das Telephongeſpräch bezüglich der Zeit kontrollieren
könne, um nicht zu hohe Geſprächskoſten bezahlen zu müſſen. Der
Kavalier kam aber wieder zurück mit dem Bemerken, er habe dem
Freund viel Geld überwieſen und die Dollars ſeien noch nicht ein=
getroffen
. Jetzt habe er aber kein Geld mehr. Das Mädchen gab
dann noch her was es an Bargeld hatte, und wurde an die Bahn
gebracht. Auf dem Wege dahin verſuchte Proell, das Mädchen
zu beſtimmen, ihm für ein Telegramm nach Amerika 50 RM. zu
beſchaffen, was jedoch nicht möglich war. An den beiden folgen=
den
Tagen verſuchte er nun, von dem Mädchen in Darmſtadt
Geld für Betriebsſtoff zu ſeinem Auto zu erhalten. In Darm=
ſtadt
konnte dann die Feſtnahme erfolgen. Es ſtellte ſich heraus,
daß Proell auch von der Staatsanwaltſchaft in Marburg wegen
Einbruchdiebſtahls geſucht wird. Die Uhr iſt bereits verſilbert
und das Geld ausgegeben. Feſtgenommen wegen Blutſchande
wurde ein hieſiger Angeſtellter, der ſeit Jahren in unerlaubten
Beziehungen zu ſeiner jetzt erſt 16 Jahre alten Tochter ſtand.

Aw. Eine Witwe aus Offenbach, Hausbeſitzer
ſtadt, muß ſich jeden Tag von neuem über die Schi
Menſchen aufregen, was um ſo beſſer geht, als ſie ein
erregbare Frau zu ſein ſcheint, und infolgedeſſen anff
der Nachbarſchaft ſich einen wahren Spaß daraus mo
mer wieder zu hänſeln und zu uzen. Beſonders dief
ſich in dieſer Hinſicht hervor und greift da manchmal
artigſten und derbſten Mitteln. Daß ſie ſich, ohne
werden, kaum mehr auf die Straße wagen kann, ſch5
Geringſte zu ſein. Das Reparieren ihrer Fenſter
aufgegeben, ſo oft werden ſie kaput geſchlagen. Nr.,
an einem Abend im Auguſt, daß ein paar Lausbuc
faßten, wieder einmal irgendeinen Unfug anzuſtel.
Objekt war wieder beſagte Frau. Sie beſchloſſen.
fangen, ihr eine Blechbüchſe an den Schwanz zu biff
im Hof, wenn möglich gar in der Küche der Frau dies
der zu ſchenken. Man ging auf die Suche nach einee
ſuchte in Höfen und Dreckeimern mit und ohne Belei=
der
Lausbuben, das 20. Lebensjahr hat er bereits;
auch mit Hilfe eines Streichholzes auf dem Kücher!
der Witwe an zu ſuchen, und unverſehens ging dem
hang in Flammen auf. So wenigſtens ſchildert enn
wegen verſuchter Brandſtiftung auf derr
ſitzend, den Vorgang. In der Vorunterſuchung habes
er habe den Vorhang abſichtlich angeſteckt, weil rn
eine Belohnung ausgeſetzt worden war für die Alf
Täters. Allerdings eine etwas merkwürdige Ide
Täter dann Hoffnungen auf das Geld hatte. Das=
ihm
denn in dieſer Hinſicht auch keinerlei Glauben
auch in die Ausſagen eines ſeiner Kameraden der
in der Hoffnung auf dieſe Belohnung, angezeigt
Gericht einige Zweifel ſetzen. Kurz und gut das
von ihm entfacht worden, und es war von Glück
ſich gleich ein geiſtesgegenwärtiger Helfer fand.
hänge kurz entſchloſſen herausriß, und im Hof den B.
denn den Geiſt der Frau hielt eine ſanfte Ohnmacht:
ſie zu irgendwelchem Handeln unfähig machte. Doim
anwalt iſt es an ſich auch gleichgültig, ob man am
gung oder auf verſuchter Brandſtiftung erkenne,
tragt auf jeden Fall eine Gefängnisſtrafe von ſſh
Das Gericht erkennt auf Sachbeſchädigung
den Angeklagten zu drei Monaten Gefängn
ein Monat der Unterſuchungshaft in Anrechnung

Kunſktnokizen.

deder Werte, Künfkler oder Künfſieriſche Veranſfaltungen, deren im Nachfit

geſchiebt, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.

Rich.=Wagner=Verband deutſch
Am 16. November vormittags wird vom Landestheer=
Haus eine Gedächtnisfeier für Siegfried Wagner verm
empfehlen unſeren Mitgliedern den Beſuch dieſer
auf das wärmſte.

Lokale Veranſtaltungen.

9
ettheinenden Notlzen ſind ausſchlleßiich als Hinwelſe auf Zm /
m ſeinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Krictz ſt=
Die Bedeutung des bibliſchen St
berichtes für die Gegenwart iſt das Thiy
Herr Studienrat Knöpp kommenden Sonntag, e
abends, im Heim des Chriſtlichen Vereins Jun
Alexanderſtraße 22 (Infanterie=Kaſerne), anläßli,
tages des Reichsverbandes der evangeliſchen Jurn
ſprechen wird. Ein Beweis, daß ſich die Menſchkii
Gedanken über die Entſtehung des Weltalls gemae
es mehrere hundert Bücher gibt, die ſich mit der
Welt beſchäftigen. In dieſer Flut der verſchiedenſtf
iſt es wichtig, daß der evangeliſche Chriſt zu einer Fg
zum bibliſchen Schöpfungsbericht kommt. Jederman;
Vortrag herzlich eingeladen. Eintritt iſt frei.
Stahlhelm Bund der Frontſol
gruppe Darmſtadt. Am Samstag, den 8. November
in der Turnhalle am Woogsplatz ein Wohltätigkat
Beſten der Hinterbliebenen des letzten ſchweren Bew!
in der Maybach=Grube ſtatt. Der Beſuch des Konz.
eines jeden Kameraden. Ferner iſt es Pflicht einee
raden, für dieſes Konzert in den Vereinigungen, der
gehört uſw. zu werben.
Brauerei Schul, Schloßgaſſe. He
den 8. Nov., und morgen, Sonntag, den 9. Nov.,
in Schuls Brauerei, Schloßgaſſe, wieder Konzertu
führt von einem Enſemble des Stadt=Orcheſters.
preiswerte Küche. Spezialität: Dippehas und Lebe:
Hotel=Reſtaurant Poſt (am Haumft
anſtaltet, wie aus der Anzeige erſichtlich, heute, Sa r=
Sonntag, abend wieder Konzert und Tanz. Dinel
Abende im Hotel Poſt finden ſtets beſonders ſta=
Im Ausſchank Federweißer (Weſthofener Rieslinn
Mark. Reichhaltige Abendkarte mit großem Preis=

Aus den Parkeien.

Heute abend Maſſenverſammlung
Soz. Deutſchen Arbeiterpartei in der
ner: General Litzmann und Gottfried Feder.
Anzeige.)

Tageskalender für Samstag, den 8. Noveml!
Heſſ. Landestheater Großes Haus, 19.
Eliſabeth von England, Kleines Haus, 2014
hovenabend des Drumm=Quartetts. Orphe
Wer ko, der ko, Konzerte: Schloßkelkl!
Zum Datterich, Reſt. Bender, Maxim, Rheingarc
Spaniſche Bodega, Reſt. Boßler, Zum Palaisgarel
Malaga, Brauerei Schul. Kinovor
Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.
halle, 20 Uhr: Wohltätigkeitskonzert. P"
16 Uhr: Promenadekonzert. Konkordiaſ
Abend=Unterhaltung d. Kfm. Stenogr.=Geſ.
20 Uhr: Revue des Mozartvereins. Vgte. G.!
20 Uhr: 10jähr. Gründungsfeier des G.D.A.

[ ][  ][ ]

m. die Woche vom 9. bis 15. November 1930.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
urpidurchgangsſtraßen in Heſſen:
Groß=GerauMainz (Ortsdurchfahrt Groß=Gerau,
Hraße) vom 31. 10. bis 12. 11. geſperrt. Umleitung: Klein=
kadt
oder GriesheimWolfskehlen.
illanden Weſthofen (Ortsdurchfahrt Flomborn in der
styofen) vom 31. 11. bis 15. 12. geſperrt. Umleitung:
er-Windecken wegen Brückenbauarbeiten an der Nidder
es geſperrt. Umleitung: EichenOſtheim.
Gießen (Ortsdurchfahrt Grünberg) vom 1. 9. bis auf
ſrtt. Umleitung: Londorferſtraße in Grünberg.
Sanau zwiſchen Ilbenſtadt-Kaichen vom 18. 9. bis auf

r Nendel, Klein=Karben. Umleitung: von Gronau nach

Aus Heſſen
Straßenbericht

rt4. Umleitung: Aſſenheim-Bönſtadt-Kaichen.
Gelnhauſen vom Abzweig nach Vonhauſen bis zur Lan=
rt
. Umleitung: Vonhauſen, Diebach a. Haag, Alt= und
Langenſelbold, Nieder=Gründau.
Wetzlar (zwiſchen PohlgönsNiedergleen bis zur Lan=

nS. 10. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Langgöns.
Straße in Vilbel vom 16. 10. bis auf weiteres geſperrt.
der=Erlenbach-Harheim-Bonames.
Sungen (Ortsdurchfahrt Hungen) vom 10. 11. bis auf

ſrt. Umleitung: Ortsſtraße an der neuen Schule vorbei.

der-Wetzlar (Ortsdurchfahrt Klein=Linden) vom 3. 11.
geſperrt. Umleitung: Garbenheim-DorlarAtzbach
eßen.
ſeDenGronau vom 6. 11. bis auf weiteres geſperrt. Um=
iederdorfelden: nach Frankfurt a. M. über Bergen, nach

aM. über Vilbel, Nieder=Erlenbach, Harheim, Bonames.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Balkhauſen (Ortsdurchfahrt Auerbach, vom Eingang der
dis zum Rathaus) vom 10. 10. bis 22. 11. geſperrt. Oert=
Pangen (Ortsdurchfahrt Egelsbach zwiſchen Lutherſtraße

raße) vom 13. 10. bis 15. 11. geſperrt. Umleitg.: Langen.
ſchlSach-Mainz=Bretzenheim in dieſer Richtung vom 28. 10.
bei geſperrt. Umleitung: Von der Straße Wildgraben
Altach durch die Lanzelhohl und Römerſtraße.
Grebenhain vom 1. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umlei=
ffahrt
Wieſeck vom 18. 9. bis auf weiteres geſperrt. Um=
und LollarDaubringen.
6ncalheim-Bad=Salzhauſen vom 18. 9. bis auf weiteres
Netung: Unter=WiddersheimSteinheimRodheim a. d.
GSchweiſel vom 18. 9. bis auf weiteres geſperrt. Um=
iWeiſel
Oſtheim.
aabringen vom Abzweig der Straße Gießen-Lollar bis
ü. 18. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lollar=

Liſhufſadt, 7. Nov. Vom Standesamt. Im Laufe des
ſRtek wurden hier nach den ſtandesamtlichen Eintragungen
hiel oren, und zwar vier Knaben und ein Mädchen. Die
Sb fälle betrug im Oktober vier. Eheſchließungen wurden
riem en. Das diesjährige Herbſtkonzert der Sängerver=
iel
am Sonntag abend in der Krone ſtatt.

Ak. Nieder=Ramſtadt, 7. Nov. Gemeinderatsbericht. Die
beabſichtigte Errichtung neuer Häuſer in dem Quartier zwiſchen der
Odenwaldbahn, Traiſaer Kreisſtraße und der Kreisſtraße Schachen=
mühlen
Emmelinenhütte erfordert eine Aenderung der Fluchtlinien. Das
Hochbauamt hat zwei Vorſchläge mit entſprechenden Planſkizzen gemacht.
Der Gemeinderat gibt dem Profekt die Zuſtimmung, daß die Straßen=
führung
nicht dem Bahnkörper entlang hat, ſondern die neu vorgeſehene
Strecke B führt. Eine Beſchwerde der Gemeinnützigen Baugenoſſen=
ſchaft
Wildnis an das Kreisamt wegen Verlegung des Sportplatzes,
wird zur Kenntnis genommen. Finanzielle Schwierigkeiten und Mangel
an geeignetem, anderweitigen Gelände laſſen eine Verlegung derzeit nicht
zu. Nach Eröffnung der Angebote wurde das Verlegen des Fuß=
bodens
in den unteren Räumen des Rathauſes dem Hrch. Heppenheimer,
und die Errichtung der Bachſtützmauer bei der Kilianſtraße dem Maurer=
meiſter
Plößer Nieder=Beerbach als Wenigſtfordernden zum Angebots=
breis
übertragen. Der Vorſchlag der Elektrizitätswerks=Kommiſſion
auf Nachentrichtung der Stromgeldbeträge wegen Nichterreichung des
feſtgeſetzten Mindeſtjahresquantums wird genehmigt. Das infolge
Wegzug frei gewordene Haus Weißkopf in der Hochſtraße ſoll möglichſt
ſofort anderweitig verkauft werden, nötigenfalls im Wege der Verſteige=
rung
. Der der Hebamme Luckhaupt erwachſene Koſtenaufwand an
Pflegegeld für die Dauer eines Wiederholungslehrganges wird aus=
nahmsweiſe
auf die Gemeinde übernommen, ohne damit irgendwelche
Rechte auf die Dienſtbezeichnung Gemeindehebamme anzuerkennen.
Ein Antrag des H. Wittersheim auf Gewährung eines Darlehens zur
Errichtung einer Autogarage, wird abſchlägig beſchieden. Die Ein=
gabe
des evangeliſchen Wohlfahrtsdienſtes Darmſtadt auf Wiederverwen=
dung
des ehemaligen Feldſchützen Reitz im Gemeindedienſt, wird zur
Kenntnis genommen, ohne an den ergangenen Beſchlüſſen etwas zu än=
dern
. Die Behandlung der gemeindlichen Obſtbäume wird dem Baum=
wart
Liebermann als Wenigſtfordernden zum Angebotspreis von 70 Mk.
übertragen. Der Entwurf einer Polizeiverordnung über den Kraft=
fahrzeugverkehr
innerhalb des Ortsbereichs, wird unverändert angenom=
men
. Ein Antrag des Georg Gruß auf Erhöhung ſeines verbilligten
Baudarlehens mußte abſchlägig beſchieden werden, da die Gemeinde für
dieſes Jahr keinerlei Mittel mehr hat. Ein Anſinnen einer Firma auf
Erſtellung von Weidenkulturen wird zur Kenntnis genommen und der
Verwaltung zur gelegentlichen Beachtung empfohlen. Der Antrag des
Kapitäns a. D. Voit auf Wiederherſtellung des an ſeinem Anweſen
entlang ziehenden Weges wird genehmigt. Architekt Kern dahier führt
Beſchwerde darüber, daß er bei Vergebung gemeindlicher Bauarbeiten
bis jetzt noch keine Berückſichtigung gefunden habe. Wenn die angeführ=
ten
Gründe auch nicht als ſtichhaltig betrachtet werden konnten, ſo ſoll
der Beſchwerdeführer dennoch für die Zukunft ebenfalls berückſichtigt
werden. Die Beſchwerde des J. Hohlmann über die Neuverpachtung
der Gemeindegrundſtücke am Bruchacker muß als unbegründet zurück=
gewvieſen
werden, da die Pachtbedingungen in Ordnung gehen. Im
übrigen wird die ſtattgefundene Neuverpachtung genehmigt. Die in=
zwiſchen
vorgenommene Beſichtigung an den Häuſern Hohlmann und
Ströher in der Hochſtraße ergab, daß das Eindringen des Waſſers nicht
auf einen Baufehler zurückzuführen iſt. Damit entfällt jede Entſchädi=
gungspflicht
der Gemeinde.

Ober=Ramſtadt, 7. Nov. Am Sonntag, den 9. November, begehen
die Eheleute Peter Widerſchein und Frau Luiſe, geb. Schulz. Neu=
gaſſe
48, in voller Rüſtigkeit das Feſt der Goldenen Hochzeit.

Gegen
Raucherkotannh
uuna Tabaligeresch

Kaiser"
Brust-Capamellen

mitden 5 Tannen

Erhältlich in Apotheken, Drogerlen und wo Plakate sichtbar

G. Ober=Ramſtadt, 7. Nov. Goldene Hochzeit. Das ſeltene
Feſt der Goldenen Hochzeit feierten am 7. d. M. die Eheleute Peter
Widerſchein 2., Neugaſſe 48, bei guter Geſundheit und geiſtiger Friſche.
Dem Jubelpaar wurde durch den Bürgermeiſter ein Glückwunſchſchreiben
des Herrn Miniſters des Innern überreicht.
Gernsheim, 7. Nov. Waſſerſtand des Rheins am
6. November: 2,43 Meter; am 7. November: 2,65 Meter.
Hirſchhorn, 7. Nov. Waſſerſtand des Neckars, am
6. November: 2,06 Meter; am 7. November: 1,89 Meter.

Rheinheſſen.

* Mainz, 7. Nov. Chronik. Die Vorarbeiten zur Verbrei=
terung
der Straßenbrücke ſind in den letzten Tagen in An=
griff
genommen worden. Mittels eines Dampfhammers hat man vier
eiſerne Pfoſten in das Strombett eingerammt, auf welchen eine brücken=
artige
, hölzerne Anlage vor dem erſten diesſeitigen Brückenpfeiler er=
richtet
iſt und freiſtehend aus dem Strom hervorragt. Ein 18jähriges
Dienſtmädchen, das die üble Gewohnheit hat. Nadeln in den
zu nehmen, verſchluckte eine ſolche. Es mußte in das Krankenhaus
aufgenommen werden, wo durch Röntgendurchleuchtung der Sitz der
Nadel feſtgeſtellt und ſie durch einen operativen Eingriff entfernt wurde.
Ein ſtädtiſcher Arbeiter verlor ſeinen vollen Wochenlohn. Als er
ſeinen Verluſt auf dem 4. Polizeibezirk anmelden wollte, wurde ihm eine
frendige Ueberraſchung zuteil, denn ein junger Mann von hier hatte den
Betrag von 50 RM. nebſt der Geldtaſche ſchon auf dem Polizeibezirk
abgeliefert. Es gibt alſo auch noch ehrliche Finder. Die Zahl.
der in der Mainzer Stadtbibliothek ausgeliehenen
Bände im Monat Oktober betrug 10 810, eine Ziffer, die bisher noch
nie erreicht worden war. Die Zahl der Entleiher ſtieg auf 4643, unter
denen ſich 282 Perſonen befanden, die bisher die Stadtbibliothek noch
nicht benutzten. In das Wirtſchaftsgebäude des am ehemaligen Fort
Stahlberg gelegenen Turnplatzes iſt eingebrochen worden. Die
Eingangstür wurde mit einem Beil gewaltſam aufgeſprengt. Geſtohlen
wurden: Mehrere Flaſchen Rot= und Weißwein und Rauchwaren.
Zwei Arbeiter, die ohne feſten Wohnſitz ſind, begaben ſich in eine beſſere
Wirtſchaft und machten dort eine größere Zeche, obwohl ſie zuſammen
nur über eine Mark verfügten. Die beiden ſind wegen Zechbetrugs
feſtgenommen worden. Der Kreisausſchuß des Kreiſes
Oppenheim nahm in ſeiner Sitzung vom 3. November Veranlaſſung,
einſtimmig die eingeleiteten Maßnahmen zum Preisabbau
zu begrüßen. Hieran knüpfte er die Mahnung, daß es die Pflicht aller
Kreiſe iſt, zur günſtigen Auswirkung dieſer Abſicht beizutragen. Der
Abbau der Löhne kann nur erfolgen, wenn auch die Preiſe für die wich=
tigſten
Lebensmittel, insbeſondere für Fleiſch und Brot, baldigſt ent=
ſprechend
. den Geſtehungskoſten abgebaut werden. Es iſt Pflicht ſeitens
der zuſtändigen Behörden, Verbände und Organiſationen, ſofort die eut=
ſprechenden
Verhandlungen einzuleiten. Den Binger Berg=
Steuerleuten iſt dieſer Tage die überraſchende Mitteilung gemacht
worden, daß die größeren Reedereien ſich entſchloſſen hätten, die Füh=
rung
ihrer Schiffe auf der Strecke BingenMainz nicht mehr den ſtaat=
lich
geprüften Steuerleuten, ſondern den Kapitänen der einzelnen Schiffe
zu übertragen. Dieſer Entſchluß bedeutet die Vernichtung eines
lten Binger Gewerbeſtandes! In der Binger Stadt=
catsſitzung
wies Bürgermeiſter Dr. Sieglitz auf den Uebelſtand hin)
daß Bingen, trotzdem der Stadtrat die Koſten für drei Wachtmeiſter be=
willigt
habe, vom Miniſterium die erforderlichen Polizeibeamten nicht
zugewieſen erhalte. Weiter wurde in der Binger Stadtratsſitzung die
Frage der Hindenburgbrücke beſprochen. An den Maßnah=
men
der Reichsbahn wurde ſchärfſte Kritik geübt. Bürgermeiſter Dr.
Sieglitz betonte, daß der Stadt Bingen ein ungeheures Unrecht ge=
ſchehen
ſei, daß man ihr einen wichtigen Verkehrsweg abgedroſſelt habe
und es darum die Aufgabe des Staates und des Reiches ſei, dieſes Un=
recht
wieder gut zu machen. Eine Fähre ſei nur ein jämmerlicher Erſatz
für die Sperrung der Brücke. Entweder müſſe eine neue Brücke geſchaf=
fen
oder die Hindenburgbrücke verbreitert werden.

Mttichten des Standesamts Darmftadk.

. Am 31. Oktober: Peter Neu, Händler, 60 Jahre,
Am 1. November: Joſeph Meffert Lokomotivführer,
ſardtring 1: Hugo Strauß, Kaufmann, 55 Jahre,
Am 2. November: Kurt Daab, 5 Monate, Gräfen=
.55. Am 1. November: Sigmund Lehmann Kauf=
hie
, Hoffmannſtraße 12. Am 2. November: Hermann
Sſ unden, Mühlſtraße 7: Maria Rebbeka Mahr, geb.
Ehefrau des Weißbinders, Schwanenſtraße 8. Am
Shereſe Sander 1 Jahr, Waldſtraße 1½; Babette
0 Veutel, 53 Jahre, Ehefrau des Landwirts, in Wilms=
rbacher
Straße 25; Margarete Lommel geb. Bux=
z
1, Ehefrau des Hochſchuloberpedellen. Hochſchulſtraße 1.
wber: Ludwig Kreuz, Händler, 58 Jahre, Eſchollbrücker
iſswagen wohnhaft), hier, Grafenſtraße 9. Am 4. Novem=
cülecker
, geb. Jung, 50 Jahre, Ehefrau des Gaſtwirts,
3. Am 5. November: Johannes Veith Oberpoſtſchaff=
Uichre, Sandbergſtraße 45. Am 4. November: Karl Hein=
5 Jahre, Oberforſtmeiſter i. R., Hoffmannſtraße 49.

Kirchliche Nachrichken
Evangeliſche Gemeinden.
Sonntag nach Trinitatis (9. November).
h Samstag, 8. Nov. abends 8.30 Uhr: Andacht.
Mov., vorm. 8 Uhr; Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß.
Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Vogel. Vorm.
Umfmdergottesdienſt. Pfarrer Heß. Abends 5 Uhr:
goyſſth ianſt. Pfarraſſiſtent Becker.
paüfſche iſt wochentags von 94 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet. Eingang Nordtüre.
ſcſſtelre. Wegen Wiederherſtellungsarbeiten geſchloſſen.
chustae. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan Zim=
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Dekan
an denſaal im Schloß. Dienstag, 11. Nov., abends
Mhrnvereinigung der Schloßgemeinde. Mittwoch, 12.
15. Nov., nachm. 24 Uhr: Handarbeitsſchule der
E Freitag, 14. Nov., abends 8 Uhr: Jugendver=
7Stadtgemeinde, Poſaunenchor. Samstag, 15. Nov.,
Rh: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde, Singe=

ehaus (Kiesſtr. 17). Sonntag, 9. Nov vormittags
hirndergottesdienſt in der Stadtkapelle. Pfarrer
Funds 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde.
w 1e. Nov., abends 8 Uhr: Jugendbund der Lukas=
ei
tire und jüngere Abteilung). Dienstag, 11. Nov.,
r. Kirchenchor der Stadtkirche. Jugendvereinigung
Mnf inde (ältere Abteilung) Mädchenvereinigung
Matwonsgemeinde (jüngere Abteilung). Frauenver=
amneigemeinde
. Mittwoch, 12. Nov., nachm. 4 Uhr:
1 Stadtgemeinde. Abends 6 Uhr: Bibelſtunde.
Abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle und
Jugendbund der Markusgemeinde (ältere und
Sei=ung) Mädchenvereinigung der Reformations=
lere
Abteilung) Donnerstag, 13. Nov., abends
eriverein der Lukasgemeinde (Nothilfe=Kreis).
gung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung).
m der Markusgemeinde: Vortrag von Profeſſor
(Freitag, 14. Nov., abends 8 Uhr: Mütterabend der
9. Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Eno (Stiftsſtraße 51). Montag, 10 Nov., abends 8.15
Eig des Univerſitätsprofeſſors D. Dr. Bornhäuſer=
Luther auf der Coburg während des Augsburger

Sulllungen an Auswärtigen: Pfarrer Vogel.
yclege durch Diakonen: Hauptſtation im Diakonen=
rger
Straße 21; Fernſprecher 2883.
rahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. Vorder=
Me: Sprechſtunden vormittags von 10 bis 12 Uhr und
ſrrußer Sams
nſpr. 4584.

hr.: Pfarramtskandidat Vogel.
12: Nov., abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Martins=
S1: Ich glaube an eine heilige chriſtliche Kirche‟
Ahr: Betſtunde im Gemeindehaus. 1 Moſe 2.

Sm. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Dr. Bergér.
ltche. Vorm. 10 Uhr; Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Nurm. 11.15 Uhr; Kindergottesdienſt. Montag, 10.
Uhr: Helferſitzung für den Nord= und Südbezirk.
M Uhr: Kirchenchor und Mütterabend Mittwoch,
N2S 8 Uhr: Bibelſtunde im Gemeindehaus. Pfarrer

A urche iſt wochentags von 7.305 Uhr zu ſtiller An=
dacht
geöffnet.

Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vor=
mittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker. Vor=
mittags
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr: Feſt=
gottesdienſt
zum 40jährigen Jubiläum des Kindergottesdienſtes.
Kollekte für den Kindergottesdienſt. Pfarrer Weiß. Vorm.
11.15 Uhr: Feſtkindergottesdienſt. Miſſionsinſpektor Mundle,
Barmen.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Müller. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Müller.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Waldeck. Vorm. 11.15 Uhr=Kindergottesdienſt. Ev. Sonn=
tagsverein
: Nachm. 4 bis 7 Uhr: Vereinsſtunden. Montag, 10.
Nov., abends 5 Uhr: Feſtgottesdienſt in der kirchlich=poſitiven
Vereinigung. Pfarrer Ausfeld=Gießen. Donnerstag, 13. Nov.,
abends 8 Uhr: Betſtunde.
Lutheriſcher Gottesdienſt (ſelbſt. ev.=luth. Kirche). Sonntag,
9 Nov, im Feierabend, Stiftsſtraße 51: 9.30 Uhr: Beichte. 10
Uhr: Predigt mit Feier des hl. Abendmahls. Pfarrer Müller=
Erbach.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebets=
ſtunde
. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 3.30 Uhr:
Bibelſtunde. Prediger Kleinſchmidt. Montag, nachm. 4 Uhr:
Miſſionsarbeitsſtunde. Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibel=
ſtunde
. Prediger Bringmann. Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=
Bibelſtunde. Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Gemiſchter Chor.
Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Prediger Bringmann.
Freitag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule,
Beſſunger Straße 80 Prediger Menne. Samstag, abends
6 Uhr: Eiſenbahner=Vereinigung. 8.15 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr 24). Sonntag, nachm. 2.30
Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. Nachm. 4.45 Uhr:
Bibelbeſprechung für junge Mädchen. Dienstag, abends 8.30
Uhr: Mädchenkreis Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund.
Abends 8.15 Uhr: Freundeskreis für junge Männer. Donners=
tag
, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22
Infanteriekaſerne, Hof links) Sonntag, 9. Nov., vorm. 9.30 Uhr:
Treffen im Heim zum gemeinſamen Kirchgang. Anläßlich des
Reichswerbetages der evangeliſchen Jungmännerbünde abends
8 Uhr im Heim: Vortrag von Herrn Studienrat Knöpp: Die
Bedeutung des bibliſchen Schöpfungsberichtes für die Gegen=
wart
Mittwoch, 12. Nov., nachm. 4 Uhr: Jungſcharſtunde.
Abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Donnerstag, 13. Nov., abends 8.30
Uhr: Jungvolk=Abend. Freitag, 14. Nov., abends 8.15 Uhr:
Turnen in der Turnhalle der Ludwigs=Oberrealſchule. Sams=
tag
. 15. Nov., nachm. 4 Uhr: Jungſcharſtunde.
B.=K. Darmſtadt, im Bund deutſcher Bibelkreiſe, Alexander=
ſtraße
22. Samstag, 8. Nov., nachm. 4 Uhr: Spielen und Singen.
Abends 6 Uhr: Andacht für Aeltere. Mittwoch, 12. Nov.
abends 7.30 Uhr: Heimabend für Treuburg. Donnerstag, 13.
Nov., abends 8.15 Uhr: Heimabend für Aeltere. Sonntag, 16.
Nov.: Tageswanderung. Näheres im B.=K.

Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städtiſchen Akademie für
Tonkunſt, Eliſabethenſtraße), Sonntag, 9 Nov., 10 Uhr: Men=
ſchenweihehandlung
mit Predigt. 11.20 Uhr: Kinder= Sonntags=
handlung
.
Sonſtige Gemeinſchaften.

Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian. Science
Society) Aula der Landesbauſchule. Neckarſtraße 3. Gottes=
dienſte
jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und dritten
Mittwoch im Monat, abends 8.15 Uhr.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm.
11.15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 4.30 Uhr: Wortverkündi=
gung
. Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Gebetſtunde. Freitag,
abends 8.15 Uhr: Wortbetrachtung.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Darm=
ſtadt
. Grafenſtraße 20 (Fürſtenſaal): Jeden Dienstag, abends
8 Uhr: Bibelſtudium mit Diskuſſion. Sonntags, vormittags
10 Uhr: Kinderverſammlung
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauer=
ſtraße
17. Sonntag, den 9. November, vorm. 10 Uhr: Gottes=
dienſt
. Um 11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. um 4 Uhr: Predigt.
Abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde. Freitag, den 14. November,
abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde. Freitag, den 14. November,
abends 8.30 Uhr: Gebetsſtunde.
Möttlinger Freundeskreis Mittwoch, den 12. Nov., abends
8 Uhr, im Feierabend, Stiftsſtraße 51: Bibelſtunde.
Evangeliſche Gemeinſchaft. Schulſtr. 9. Sonntag, vorm. 10
Uhr: Predigt; 11 Uhr: Sonntagsſchule; abends fällt der Gottes=
dienſt
aus. Gem. Chor: Abfahrt nach Langen 15.18 Uhr. Mon=
tag
. abends 8.15 Uhr: Jugendverein (Spielabend). Dienstag,
nachm. 3 Uhr: Frauenmiſſionsverein. 8 Uhr: Singſtunde. Mitt=
woch
. nachm. 3Uhr: Katechetiſcher Unterricht. Donnerstag,
abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde
Die Heilsarmee. Schulzengaſſe 3 Sonntag, vorm. 8 Uhr:
Gebetsſtunde. 10 Uhr: Heiligungsverſammlung. 11 30 Uhr: Kin=
derverſammlung
, nachm. 3 Uhr: We weiſerunterricht, 5 Uhr: Kin=
derverſammlung
, abends 7 Uhr: Freiverſammlung am Parade=

pkatz, 8 Uhr: Oeffentliche Heilsverſammlung für jedermann.
Montag, abends 8 Uhr: Jugendliga. Dienstag, 8 Uhr: Sol=
datenverſammlung
. Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Liebesbund,
5 Uhr: Kinderverſammlung, 5.30 Uhr: K.K., 8 Uhr: Heilsver=
ſammlung
. Donnerstag, abends 8 Uhr: Heimbund=Werbeabend.
Freitag, 5 Uhr: Kinderverſammlung, 8 Uhr: Heiligungsver=
ſammlung
.
Advent=Gemeinde, Waldſtraße 18. Samstag, vorm. 9.30 Uhr:
Sabbatſchule und Predigt. Nachm. 3 Uhr: Jugendſtunde. Sonn=
tag
, vorm. 9 Uhr: Kinderunterricht.
Methodiſtengemeinde (Evang. Freikirche) Wendelſtadtſtr. 38.
Sonntag, 9 Nov., vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule, abends 8 Uhr:
Predigt. Prediger: E. Bültge. Mittwoch, 11. Nov., abends
8 Uhr: Bibel= und Gebetsſtunde. Prediger E. Bültge. Freitag,
13. Nov., abends 8 Uhr: Frauen=Miſſionsverein.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt 1 (Hindenburgſtraße,
ehem. Kaſino) Sonntag, den 9. Nov., vorm. 9.30 Uhr, nachm.
4 Uhr, und Mittwoch den 12. Nov., abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II. (Bismarckſtraße 54).
Sonntag, den 9. Nov., vorm. 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr, und Mitt=
woch
, den 12. Nov., abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Auswärtige Gemeinden.
Evangeliſche Gemeinde Eberſtadt. Sonntag, den 9. November, vor=
mittags
9.45 Uhr: Hauptgottesdienſt. Vorm. 11 Uhr: Kindergottes=
dienſt
. Montag: E. J. G., Mädchenjungſchar 1: Ringabende der Jun=
gengruppe
. Dienstag: Frauenabend. Mittwoch: E. J. G., Bubenjung=
ſchar
; Kirchenchor. Donnerstag: E. J. G., Mädchenjungſchau 2: Mäd=
chenabend
. Freitag: E. J. G., Führerkreis. Samstag: Kirchenchor,
Singſtunde in der Kirche.
Provinzial=Pflegeanſtalt. Sonntag, den 9. November, nachmittags
1.30 Uhr: Gottesdienſt.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 9. November, vor=
mittags
10 Uhr: Gottesdienſt. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienſt
der Großen. Mittags 13 Uhr: Kindergottesdienſt der Kleinen. Mon=
tag
: Singabend der Mädchengruppe. Mittwoch: Bubengruppe.
Donnerstag: Frauenverein.
Evangeliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 9. Novem=
ber
, vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dienstag: Jungmädchen=
verein
. Mittwoch; Kirchenchor und Jugendvereinigung.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 9. November,
vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Vorm. 11 Uhr: Kindergottes=
dienſt
. Montag: Jugendverein. Dienstag: 67 Uhr:
Bücherausgabe. ½9 Uhr: Bibelſtunde Mittwoch; Kirchen=
chor
. Donnerstag: Mütterabend. Poſaunenchor im Schul=
ſaal
. Helferbeſprechung im Pfarrhaus. Freitag: Mädchen=
verein
. Samstag: Jugendverein.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. 21. Sonntag nach Trinitatis, den
9. November, vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Vormittags 11 Uhr:
Chriſtenlehre. Nachmittags 3 Uhr: Evangeliſcher Arbeiterverein. Abends
8 Uhr im Saal Kaffenberger: Lutherabend des Evangeliſchen Bundes.
Dienstag: Kirchengeſangverein und Poſaunenchor. Donnerstag:
Jungmädchenverein. Freitag: Jugendbund Wartburg.

Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt (Weingartenſtraße 35).
Sonntag, den 9. Nov., vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den 13.
Nov abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt (Bahnhofſtr. 25).
Sonntag, den 9. Nov., vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den 13.
Nov, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte Darmſtädterſtr. 14.
Sonntag, den 9. Nov., vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den 13.
Nov., abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf (Dieburgerſtraße 22).
Sonntag, den 9. Nov., nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 12. Nov.,
abends 8 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim (Groß=Gerauerſtraße 3),
Sonntag, den 9. Nov., nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 12. Nov.,
abends 8½ Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt (Bahnhofſtraße 22)
Sonntag, den 9. Nov., nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 13.
Nov. abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Eber=
ſtadt
, Pfungſtädter Straße 7I (Reſtauration zur Harmonie):
Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr; Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Rein=
heim
i. O., Kirchſtraße 93. Jeden Samstag, abends 8 Uhr: Bibel=
tudium
mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Auer=
bach
. Darmſtädterſtraße 28. Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr:
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Bicken=
hach
, Darmſtädterſtraße 69. Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr;
Bibelſtudium mit Diskuſſion.

English people absist the Services in the Anglican Church
St. Boniface, at Frank fort, Staufenstr. 52, Ecke Freiherr vom Stein
Stße und Bockenheimer Landstraße: Sundav. November 91h
8 30 a. m. Holy Communion. 10.30 a. m. Matins, Sermon and
Holy Communion, 6.30 p. m. Evensong and Sermon.

[ ][  ][ ]

Seite 8

Samstag, den 8. November 1930

Soodel D TadTernadf Nogen Oilde
Mur mit Gualitätsschuhen

zu solch billigen Preisen kann gespart werden

Benützen Sie zum Einkauf
die Vormittagsstunden!

Schuhhaus Friedrich Soee

Ludwigstraße 12

Inhaber Paul Mathäs

Ludwis

UHRE VERLOBUNG
BEEHREN SICH ANZUZEIGEN

ANNEMAREE BERO
A.TEK KADRE 1Oor1/41

DARMSTADT
8. NOVENB. 1930.

HOFFMANNSTR. 22
WALDSTRASSE 4

Brß

Stat Karten.
Ihre Vermählung geben bekannt
Franz Riehle
Liesel Riehle. geb. Germann
Kirchl. Trauung: Samstag. 8. November,
a6334
1 Uhr, in Reichenbach 1, O.
Darmstadt, Bessungerstr. 106 Reichenbach i. O.

Uhre Vermählung zeigen an
Dipl.-Ing. Karl Robert Willms
Minni Willms, geb. Halberstadt
Düsseldorf-Rath
Darmstadt
Raiher Markt 5
Heiorichsstr. 108
den 8. November 1930

Gottes unerforſchlichem Ratſchluß hat es gefallen,
heute mittag 12 Uhr meinen lieben Mann, unſeren
guten, treuſorgenden Vater, Bruder, Schwager und

und Mieter!
Empfehle mich in
allen vorkommend.
Weißbinderarbeiten
bei billigſter Be=
rechnung
Ang. unt.
H. 150 Gſch. (16364

Todes=Anzeige.
Gott der Allmächtige hat heute
unſere liebe Mutter, Großmutter,
Urgroßmutter, Schwiegermutter,
Schweſter, Schwägerin u. Tante
Frau Marg. Rückert
geb. Harimann
im 86. Lebensi. zu ſich genommen,
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Joh. Rückert,
Schneidermeiſter.
Spachbrücken, Darmſtadt, Crumſtadt.
Die Beerdigung findet Sonntag.
9. November, nachm. 3 Uhr ſtatt.
naI

Todes=Anzeige.
Heute nacht entſchlief unſere liebe Mutter, Groß=
mutter
, Schwiegermutter, Tante und Schweſter

ie Dell
im Alter von 82 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Hechtsheim und Pittsburg,
den 7. November 1930.
Die Beerdigung findet am Montag, den 10. November
um 3 Uhr auf dem Waldfriedhof ſtatt.

Onkel

Herrn

Johannes Heppert
Juſtizbürodirektor i. R.
nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden,
geſtärkt durch den Empfang der heiligen Oelung,
im vollendeten 64. Lebensjahr zu ſich in die Ewig=
keit
abzurufen.
In tiefer Trauer:
Joſefa Hepperi, geb. Wiedemann
Karl Heppert
Heinrich Heppert.
Gernsheim a. Ab., Genthin, den 6. November 1930.
Die Beerdigung findet am Sonntag um 3 Uhr
vom Trauerhaus in der Darmſtädterſtraße 26
aus ſtatt.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
bei dem Heimgange unſeres lieben Entſchlafenen
Herrn Hermann Zimmermann
ſagen allen Bekannten und Verwandten für
ihre Kranz= und Blumenſpenden unſeren innigſtien
Dank. Ganz beſonders danken wir den
Schweſtern des Städt. Krankenhauſes für ihre
ſorgfältige Pſiege, Herrn Pfarrer Köhler für
ſeine ſo troſtireichen Worte am Grabe, der Land=
wirtſchaftskammer
und den Angeſtellten für ihre
Kranzniederlegung, ſowie der Leibgardiſien=
Vereinigung und der Turngemeinde 1846 für
ihre Kranzſpenden, ihren erhebenden Grab=
geſang
, mit der ſie unſerem lieben Entſchlafenen
die letzte Ehre erwieſen.
Im Namen aller Hinterbliebenen:
Friedericke Zimmermann Wwe.

Todes=Anzeige.
Wir betrauern das Ableben unſeres
lieben A. H.

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
während der Krankheit und dem Heimgange
unſerer lieben Entſchlafenen
Frau Margarete Lommel
geb. Buchsbaum
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren innigſten
Dank.
Heinrich Lommel
und Tochter.

O
heite
5149). Reſormhäusgrs Hedz-Prüchtewürfel

In meinem Spezial-
HandarbeitsgeschäftK
sind alle
Handarbeitstechniker
in geschmackvoller und vornehmer Aus:
führung zu finden. Ebenso werden alle

Stick-, Strick- u. Häkelwollen, Seide, Baumt
wolle ete, in nur bester Oualitätsware geführ-

Chriſtl. Ehen beid. )
Konfeſſ. Keine
Miſchehen d. Ehe=
hilfsſtelle
Veritas;,
Mainz, Parkusſtr. g.
Leiterin; Frauwerb=
mann
. In Darmſtadt
zu ſprech,(1V. 16098

Louise Blum
Wilhelminenstraße 17½

152735

Dankſagung.
Wie ich v. ſchwerem
Lungen=Leiden
Tuberkuloſe
geheilt wurde, teile
lich jederm, gernm.
Frau Ph. Kaiſer,
Zweigſtraße 2.
(16319b)

Dr. med. Riemenschri
hat seine ärztliche Tätigk il
wieder aufgenommeh.
Sprechstunden: 89. 35 Uh.)
Ecke Bismarck- und Wolfskehl

S
Continental und
Kleinadler, gegen
Kaſſe zu jedem an=
nehmbar
. Angebot.
Kaiſerslautern. Pf. Beſichtig: Schloß=
gaſſe 12, II., lks,
Samst. v. 15 U.*

Immer
am billigſten!
Fahrraddecken 2.25
Schläuche.
Pedale.
Ketten
Lenker
Sättel
Karbidlampen 290
Glocken..
Erſatzteile
jeglicher Art ſtau=
nend
billig! Nur bei
B. Orio,
Karlsſtraße 14/18.
(üfial

Hänorths
Opergtion dauernd gehei
liche Sprechſtunden in Fr.
zer Landſtraße 133, I.,
und Samstag von 812l

630
165
1.65
3.50
2.35
0.40/7

Achenbach-Gar!
ab Lager
Wellblech- und /
jeder drt
Gebr. Achenbach G. m. b. H., We!
Eisen- und Wellblechwerke, Postfach
Vertreter: W. Röper. Darmstadt. Orangerfe-A-d

Vier geſpielte
Pianos
darunter ein Ibach
billigſt
Csgi
Piano=Berg
Heidelbergerſtr. 88.
Telefon 128.

Gelegenheit!

Puppenwagen
30% Rabatt.
Donges & Wiest
Heinrichſt 52, (187ta
Heppiche
Zeutsche Qual., liet.
ohns Anzahl.
in 12 Monatsraten
Teppichhaus
Orient
Frankkurt a. M.
reil 25 Schret!
ben Sie sokori=
1486½

Nähmaſchinen
zu ermäßigt. Preiſ.
Zahlungserleichtg.
Reparaturen.
ſchnell und aller=
billigſt
. (16081b
Carl Lorſch,
Pankratiusſtr. 214.

Winkerkhe

Schwelzerische
Untalwverslcherungs-
Gartn

Unfall-,
Makteniehte,
Kautlons-,
Elnbruch-Dlebstahl-,
Hr

Knnnngnn
Gare

Meate
mit ung
Gewinn
Bens

Versicherunt

Prospekte und Auskünfte bereite!
Direktlonen für das Deutsche R0
BERLIN SWG8, Cherlottenstre
Für Bezirk Hessen
Subdirektlon Frankfurk a.
Malnzerlandstraße 19
Mikarbelter Überall gesue

[ ][  ][ ]

Mhnachtsfreude
Mausstanduhr
chMMllle Lieferung dlrekt ab
wleldhik an Prlvate zu billgslen
si. 80. an
ah. Mehrjährige doraade
Murh Fachleule Wand- und
b großer Auswahl.
Wre zum Selbstelnbauen
eDlenlos Kalalog von der
Jundististit Gebr. Jauch
DMMIngen a. N. bei
womshtm a. N. (schwrarsweich

(1580a
0. Mk.
ntiete kommen meiner
zgute. Wollen auch Sie
enießen, ſo kommen Sie
Sie ein Bild kauſen oder
In meinen Ausſtellungs=
e
alles, vom einfachſten
ſuum beſten Oelgemälde,
pirte Wohn= und Schlaf=
Konkurrenzlos im Preis
Alexanderſtr. 10.

oßhe Abſchlag!
½pfd. 95 3
Bratlim ter .
ſſ. Ltikter . . ½pd. 85 8
be hich L. Sledeier . 13178
½Pfd. 308
melerk.
Pfund 50 8
iit ihr d/eln
Pfund 50
Säller Rahm
Sclhgrahm
Spleseguark nur im
(5259a
Hiadlaus
ſcſtkrasse 11
Trequeme
ſel und Sofas
Hf und Leder (* d:m
Aok itätsarbeit
Preislage
IIHerber
Mffln-alt. Polaisgart, Tel. 194
Srmasehinen
Pockt zschiedene Oysteme

Guf lohnende
u. leicht ausführb.
Heiinntverk
f. Damen u. Herr.
zu vergeb. Bewerb.
an E. Dreſſel, Soh
(Vogtland).
(I. L. 16345)

MK.

ständig greifbau
WMnfitemtal, Adler
PniHdes, Stöwer,
raſin, Underwood
ebrMfit; zu außersten Preisen
iEiei terung auf Wunsch
Winkel
taMMdosa Rheinstr. 28
leuhon 4205
Usleeiche 23 el. 5554

Praspekte
kastenlos.

FFARKASSE GNRK
ElGENHEIMA
a Mauskauß
DTHEKEN-ABLOSUNG
Eunsfreien Gelde!

80Pfg.

1 Pfund Weißlack
FARBEN-KRAUTH
Eschollbräckerstr. 3. e146 a

Abonnenken=
kommen
geſ. Off. u. f. bekannte Woch.=
H. 124 a. d. Gſch. * Zeitung geſ. Ang.
H. 142 Geſchſt.

Vertreter
für gut verkäuflich.
Art. mit groß. Ein= werberlinnen)

Selbständige Existenz
und hohes Einkommen
ſichern Sie ſich durch die Ueber=
nahme
einer Vertretung in unſ. geſ.
geſch. Spezialpräparaten. Monat=
liches
Eink nachweisl. RM. 500.
u. mehr. Beſteingeführte, durchaus
reelle u. riſikoloſe Sache. Herrenu
Damen, die vertraut ſind imVerkehr
der Privatkundſch, wollen, umgeh.
ſchreiben unt. M. 5. 2384 a. d. Ann.=
Exp. Hugo Aechersberg, Köln=Ehrenfeld.

WEißLIcN

Zuverläſſ., fleißig.
Laufmädchen
f. Geſchäft geſucht.
Becker,
Wilhelminenſtr. 11

Große 5=3.=Wohng,
i. ſch. Lage, neu her=
ger
., m. Badez., Küche
u. Zubeh., ſof. od. ſp.
zu vm. Näh. Gſchſt.
(15654b)

Wegen Verheirat.
des jetz. Mädchens
tüchtiges Mädchen
nit gut. Zeugn. z.
1. Dezemb. geſucht.
Damenheim.
Saalbauſtr. 79.

beiter gesucht.
M 16230

enwagen
m Auswahl werden
AbHlig verkauft. (15191a
im Lehrbach
hi.-Ierplatz.

Jagdhütten
Lagerschuppen
Autogaragen

HHegen G. m. b. 11.
DMb, Siesen (Postfach 291
1/Bieldr. Rettig. Darmstadt,
Tel 3394 ((V 5202

MANNLICH

Pap. Fabrik
ſucht branchekundig
Bertteler

Offerten u. H. 145
ds. ſa. d. Geſch. (163501

Alleinmädchen
welches gut kochen
kann u. beſte langj.
Zeugn. beſitzt, z. 15.
Nov. o. 1. Dez. geſ.
Näh. Geſchäftsſt. (
Sauberes, ehrliches
evang. Mädchen
nicht über 19 Jahre
alt, welches auch im
Servieren etwas be=
wandert
iſt, in Bär=
kerei
und Café nach
Geinsheimper 15. No=
vember
geſ. Voller
Familienanſchluß.
Ang. erb. an. (16369
Jakob Bierbaum
Bäckerei und Café
Geinsheim
Kr. Groß=Gerau.

A

WElBLICH
Gut empf. Mädchen
ſucht dreimal 3 St.
Laufſtelle.
Soderſtr. 44½, I.
Unabh. Frau, 38 J.
ſucht tagsüb. Beſch.
i. Haush., a. ſtund.. Fr. Hahn,

Junge Frau geht
Waſchen. Ang. unt.
H. 154 a. d. Gſchſt.*
Halbwaiſe, alleinſt.,
ſucht Laufſtelle, auch
waſchen, putzen, =
geln
, Laden u. Büro
reinigen. Angeb. u.
MANNLICH
J9. Chauffeur
Führerſch, 3b, ſucht vermieten.
Stell. Rep. w. ſlbſt.
usgef., übern. alle
and. Arb. Ang. u
H. 123 a. d. Gſch.
Höh. Schüler
ſucht. Heimarbeit
rgendw. Art. Ang
unt. H. 148 Gſchſt.

Beſchlagnahmefreie
3.Zim. Wohng.
mit Küche u. Kell.
per 1. 12. oder 1. 1.
1931 zu vermieten.
Martinſtr. 62, I.
(16335)

2 große, helle Zim.
mit groß. Küche z.
15. 11. zu vermiet.
Näh. Geſchſt. (*fs

Kf

Nd.=Ramſt. Str. 51
ſchöne Werkſtatt zu
vm. Näh. 1. Stock.*

Zunfenſtrape 32/01

350 qm großer, heller, trockener, Nanm
(Zentralheizung, bequeme Einfahrt, Keller
Büro) als Lager, Arbeitsraum oder Ver=
kaufsraum
ganz oder geteilt zum 1. No=
vember
oder ſpäter zu vermieten. 13792a
Heinrich Funk, Wichelmſtraße 40

4=Zimmer=Wohnung
Darmſtadt, Beſſungerſtraße
mit Etagenheizung, kompl. Bade=
einrichtung
, Manſarde, Keller uſw.
ſofort zu vermieten.
Intereſſenten wollen ſich wenden an
Gemeinnützige Wohnungsbau A.=G.
Frankfurt a. M., Allerheiligenſtr. 89.

Große Wohnung
Rheinſtr. 4II. u6s71
ganz oder geteilt, ſofort zu vermieten.

Schlafz. m. el. Licht
p. ſof. od. ſpäter an
berufst. Hrn. z. vm.
(13169a)

trechts)
m. el. L.

71, II.
möb. 3,
ill. z. v.

Nähe Karlſtraße
möb. Zim. z. 15. 11.
geſucht. Offert. u.
H. 139 a. d. Gſch.

Mauerſtr. 18, I.
möbl Zimm. z. vm.
(16237a)

Aliceſtr. 8, I., möbl.
Zim. m. Penſ. (*ds

N.=Ramſt. Str. 36, II.
möbl. 3. z. vm.*ds

Wendelſtadtſtr. 8, I.
ch. möbl. Zim. mit
el Licht z vm*ids

Eſchollbr.=Str. 1. I.
. möb. Z. z. vm.
(14731a)

Heinrichſtr. 11, II.
gut möb. Zim. mit
el. Licht z. verm. (*

Dle richtlge, warme
Unterkleidung

für Damen, Herren und Kinder
In allen Grössen und Welten
In jeder Preislage

Racenbautge

Benger’sRibana
Unterwäsche

Rheinstraße 1

Kübler’s
Schlupfhosen

Waldſtraße 24. I.
möbl. Zim. z. vm.*

Heidelb. Str. 15, II.
H. 152 a. d. Gſchſt.* gut möbl. Zim. m.
el. Licht an berufs=
tät
. Herrn z. vm.
Magdalenenſtr. 5,p.
möbl. W., u. Schlz.
ev. mit 2 Betten z.
(*

Karlſtr. 65½ I (Ecke
Annaſtr.) ſchön mb
Schlafz. m. 2 Bett.
u. Wohnz. (ev. m.
.), el. L. z. vm.

E.=Ludwigſtr. 7, II.
möbl. Zim. z. vm.*

N.=Ramſt. Str. 57,pt.
möb. Manſ.=3.b.z.v.
(*sm) Heinrichſtr. 142, pt.
möbl. Z. m.el. L.z. v.
(*sg) Karlſtr. 30, I., einf.
mb. 3., el. L., z.v.* möbl. Zimmer mi Ludwigſtr. 20, II.
Penſion zu verm.
(16349a) Liebfrauenſt. 85,III.
ſchön möb. Zim. m.
el. Licht z. vm. (*s Schön möbl. Zim.,
gut heizb., an allſt Fr. o. Frl. f. 15
mon. zu verm. Off.
u. H. 119 Geſchſt.
Mollerſtr. 29, II.
gut möbl. Zim., ev. mit Wohnz., an be
rufst. Herrn z. v.
Wir erhielten einen Waggon

Kiesſtraße 129, II.
bei alleinſt. Dame
ſchön. möbl. gr. Zi.
mit el. L. an ber.
Dame zu verm. An=
zuſeh
. v. 111 Uhr.
(*sms)

Per 1. Dezbr.
a. berufst. Hrn. od.
Dame gr., ſonn. beſt=
möb
. Z., gt. Wohn=
lage
, bei alleinſteh.
Dame z. vm. Evtl.
etw. Kuchenbenutz.*
Anfr. u. H. 147 Gſch.
Kittlerſtr. 43, pt.
nöbl. Zim. z. v.

Deutſche Schäfer=
hündin
, 3 J. alt, g.
dreſſ., ſchönes Tier,
Schutzhund=Prüf. m.
g. b., z. vk. Sand=
bergſtr
. 60, H. pt.*

Beſchlagnahmefreie
5=Zimm.=Wobnung
per 1. Januar 1931
zu vermieten. (*fs
Hochſtraße 8, I.

Beſchln.=freie, eleg.
3-Zim.=Wohn.
mit Küche u. Neb.=
Räum., teilw. möb.
Z.=Hz., Bad vorh.,
ſof. od. ſpät, z. ver=
(*dsg
mieten.
Eichbergſtraße 9.

Steingut
darunter sind besonders
Wasch-Garnituren
hervorzuheben.
Neue Formen! Neue Dekorel Billigste Preise!
Auf diese billigen Preise
gewähren wir heute noch 10 DAaoatt
Nützen Sie diesen Vorteil aus!
(16353
Küchen-
Magazin /Mlelstlllliäft.k
Ludwigstraße 10

Penſion
Inkernakionale
Darmſt., Saalbau=
ſtraße
72, Tel. 2499.
Behagliches, gutge=
führtes
Haus für
alleinſteh. od. berufs=
ät
. Herren u. Dam.
(ev. mit eig. Möb.)
gegen mäßig. Mo
natspreis. Zentral=
heizg
., Bäder, vor=
zügliche
Küche. Beſ.:
L.u. M. Conzelmann.
(15650a)

Waldſtr. 33, II. lks
möb. 3. ſof. z. vm.

Kiesſtr. 55, I., möb.
Z. m. el. L. z. vm.

Soderſtr. 44½, I.
ſaub. mb. Zim. z.v.

Inſelſtr. 15, II., ſ.g.
möb. Z. m. 2 Bett.,
auch a. Einzelz. z. v.
Eids)

Mathildenplatz 10,1I
gut möbl. Wohn= und
Schlafzim., 2 Betten,
m.el L.,z vm (14677a

Vornehm möblierte
Zimmer

ſof. beziehb.
Hügelſtr. 15,

(10379a
Laden.

Frdl. möb. Zim. m.
ſep. Eing. el. L., b
alleinſt. Dame z. v.
Liebigſtraße 13, I.* Luiſenſtraße 32/34
trockener Parterre=
raum
, 150 qm, für
alle Zwecke geeign.,
ſofort z. vermieten.
Heinrich Funk,
Wilhelmſtraße 40.
(13793a) 1 bis 2 möbl. Zim.,
el. Licht, Tel.=Ben.,
an beſſ. Herrn od.
Dame zu verm. (*
Wendelſtadtſtr. 38, I. Möbliertes Zimmer
im Zentrum z. vm.
Näh. Geſchäftsſt. (*
Waldſtraße 50, I.
ſchön möb. Zim. p.
1. Dez. zu verm. (*
Herdweg 64, part. ch. möb. ruh. Zim.
m. el. Licht, ev. m.
Bad= u. Telef.=Be= nutzung, z. verm.
Wendelſtadtſtr. 8, II.,
möbl Manſ.=Z mit
elektr. L. zu vm. (* Garage und Lager=
raum
z. vm. (15893a
Hermannſtraße 39. Suche Privatunter=
richt
in Stenogra=
phie
u. Handſchrift.
Preisangebote unt.
H. 156 a. d. Gſchſt.* Auch Ihr Mann

Frühere Volksſchüler
die neben ihrem Beruf Oberſekunda=
reife
oder Abiturium nachholen wollen,
wenden ſich unt J B 15869 a. d. Geſchſt.

KAr

W.14705

hat Sorgen.

Er weiß, wie ſchwer heute das Leben iſt. Er-
leichtern
Sie es ihm und ſtreichen Sie die friſche
Reſi aufs Broi.
Margarine iſt neben Butter und Schmalz nach
Wämeeinheiten (Kalorien) eines der höchſt-
wertigen
Nahrungsmittel und weilt gegenüber
der Vorkriegszeit wohl den geringſten Preis-
auftrieb
von lämtlichen Nahrungsmitteln auf.
Und wenn Aerzte, wie Profellor von Noorden.
die Margarine logar zu Maſikuren mitverwen-
deten
, lo lollten auch Sie, als rechnende und
wirtſchaftlich denkende Hausfrau, die bav-
riſche
Tafelmargarine Peſi mit dem herrlichen
Alpenmilcharoma probieren. Das halbe Pfund
koſtet nur 50 Pfennig.

[ ][  ][ ]

Seite 10

Samstag, den 8. November 1930

Reich und Ausland.

der Angsburger Giftmordprozeß.

Augsburg. Der dritte Verhandlungstag
brachte zunächſt die Vernehmung des Unter=
ſuchungsrichters
, Landgerichtsrat Schumann, der
u. a. von einer Ausſage des geſchiedenen Ehe=
manns
der Angeklagten Mitteilung machte, wo=
rauf
Frau Lutzenberger ſehr boshaft geweſen und
ihr ein Giftmord wirklich zuzutrauen ſei. Der
Sachverſtändige, Landgerichtsarzt Dr. Heinzen=
Augsburg, der die Unterſuchung der Leichen der
beiden Zerles vergenommen hat, erklärte, Ver=
änderungen
, die den Tod der beiden Leute hät=
ten
herbeiführen können, ſeien in den inneren
Organen nicht feſtzuſtellen geweſen. Frau Lutzen=
berger
ſei wohl beſchränkt, nicht aber anormal.
Dr. Sedlmayer von der gerichtlich=chemiſchen Un=
terſuchungsſtelle
in München berichtete über den
Befund der Milch= und Kartoffelbreiproben.
100 Gramm unterſuchter Milch ſeien 0,03 Milli=
gramm
Arſen enthalten geweſen. Auch in den
Leichenteilen tei einwandfrei Arſen feſtgeſtellt
worden. Von Joſef Zerle ſeien 1100 Gramm von
inneren und anderen Teilen unterſucht und da=
bei
23 Milligramm Arſen feſtgeſtellt worden. Die
eingehende Prüfung habe ergeben, daß das Gift
zu Lebzeiten in den Organismus der Leute ge=
langt
ſei. Von den beiden Giftfläſchchen habe
das eine etwa 27 Gramm Arſenik enthalten, das
ſachgemäß in einer ſodahaltigen Löſung aufge=
löſt
worden ſei. In der zweiten Flaſche ſei eine
arſenhaltige Flüſſigkeit geweſen, die offenſicht=
lich
von einem Laien hergeſtellt worden ſei.
Den Schilderungen des Hausarztes der Familien
Zerle und Lutzenberger widerſprechen die Aus=
ſagen
, die von der Landwirtsfrau Altſtetter aus
Höfen und ihrem Sohne Xaver gemacht werden.
Sie behauptet, daß Zerle in den drei Monaten
vor ſeinem Tode offenſichtlich geiſtig geſtört ge=
weſen
ſei. Aehnlich äußert ſich ihr Sohn Xaver.
Beide bleiben wegen des Verdachtes einer beab=
ſichtigten
oder unbeabſichtigten Begünſtigung un=
vereidigt
. Hierauf wurde eine Kuſine der An=
geklagten
, Frau Braun aus München, vernom=
men
, die von der Angeklagten ſchwer belaſtet
war. Als man die Zeugin der Angeklagten
gegenüberſtellte, wurde die Angeklagte unſicher
und ſchränkte ihre Angaben weſentlich ein. Zum
Schluß marſchierte noch eine lange Reihe von
Zeugen auf, die mit dem Verſtorbenen in einem
freundſchaftlichen Verhältnis geſtanden haben.
Alle dieſe Ausſagen beſtätigen immer wieder,
daß Vater und Mutter der Angeklagten noch
recht lebensluſtig waren und an einen Selbſt=
mord
nicht zu denken ſei. Daß Zerle ein Arſen=
eſſer
geweſen ſei, ſei nicht einmal ſeinen beſten
Freunden bekannt.

Grundſteinlegung zur Fuldaer Landesbibliothek.

Fulda. Die Arbeiten zum Neubau der Ful=
daer
Landesbibliothek ſind ſo weit fortgeſchrit=
ten
, daß dieſer Tage der Grundſtein zu dem
neuen Gebäude gelegt werden konnte. Zu der
ſchlichten Feier war äls Vertreter des Bezirks=
verbandes
Landesrat Dr. Schellmann=Kaſſel er=
ſchienen
. Auch die Mitglieder der Anſtaltskom=
miſſion
des Landesausſchuſſes wohnten der Feier
bei, ferner Vertreter der Behörden, Körper=
ſchaften
und Schulen Fuldas.

Mißglückter Raubüberfall.

Berlin. Geſtern abend wurde auf ein Lie=
ferauto
des Beumtenwirtſchaftsvereins aus Pots=
dam
ein Raubanſchlag verübt. Das Auto hat an
verſchiedenen Tagen der Woche die Landkund=
ſchaft
in den einzelnen Orten zu beliefern.
Geſtern abend, auf der Heimfahrt nach Potsdam
ſah der Chauffeu: Walter Hopf quer über die
Chauſſee geſtellt einen Perſonenwagen ſtehen. Er
gab zweimal Hupenſignal. Da das andere Auto
ſich aber nicht rührte, mußte er abſtoppen. Im
ſelben Augenblick ſprangen zwei Männer hervor
und ſchwangen ſich auf das Trittbrett des Liefer=
autos
. Der eine ſchlug mit einer Stahlrute nach
dem Geſicht des Hopf. Geiſtesgegenwärtig beugte
dieſer ſich vor, und der Schlag traf nur den
Rücken. Hopf ſah aber zur gleichen Zeit, daß der
zweite Wegelagerer eine Piſtole in der Hand
hatte. Blitzſchnell gab er Gas, und der Wagen
ruckte heftig an. Dadurch wurden die beiden
Räuber ihres Haltes beraubt und fielen zu
Boden. Es gelang Hopf, mit ſeinem Wagen an
dem anderen Auto vorbeizukommen. Soweit der
Chauffeur feſtſtellen konnte, muß der Wagen
eine vier= oder ſechsſitzige Horch=Limouſine ge=
weſen
ſein. Die Nummer konnte Hopf nicht er=
kennen
.

Profeſſor Emil Sauer zum Ritker der
Ehrenlegion ernannk.

Profeſſor Emil Sauer,
der berühmte Pianiſt, iſt zum Ritter der fran=
zöſiſchen
Ehrenlegion ernannt worden, eine
Ehrung, die bisher noch keinem deutſchen
Künſtler zuteil geworden iſt.

00. K* im Waſſerflughafen von Amikerdam.

Links im Vordergrunde Pilot Schildhauer im Geſpräch mit dem Sekretär der holländiſchen
Dornier=Werke.

Do. K ſteigt zum Rundflug über Holland auf.
Amſterdam. (Sonderdienſt der Telegra=
phen
=Union Copyright für Deutſchland, TU.).
An Bord der Do. K Freitag früh: Machen
ſoeben das Flugſchiff klar für den Rundflug über
Holland. Eingeladen ſind etwa 20 Paſſagiere.
Dr. Dornier inſpiziert augenblicklich die Maſchine.
An Bord iſt alles in beſter Ordnung, das Wetter
iſt klar.

Do. X über Amſterdam.
Geſtern mittag gegen ein Uhr MEZ. iſt die
Do. X zum Rundflug über Amſterdam und der
Zuider=See geſtartet. Schon etwa eineinhalb
Stunden vorher begannen die Motoren zu lau=
fen
. Die große Menge der Zuſchauer erwartete
mit Spannung den Augenblick des Abflugs von
der Ankerſtelle vor dem Flughafen Schelling=
woude
. Auch in der Stadt Amſterdam ſelbſt
zeigte man ſehr großes Intereſſe für den Rund=

flug. Auf dem Dam dem Hauptplatz Amſter=
dams
, vor dem königlichen Palaſt, an allen
Straßenecken, auf den Plätzen und den vielen
Brücken und Grachten und den Dächern der Häu=
ſer
ſtanden viele Tauſende von Menſchen. Wie
ein großer Vogel glitzernd im Sonnenſchein, und
begleitet von einem Militärflugzeug, flog Do.
K etwa 20 Minuten nach dem Start über die
Stadt. Um 1.47 Uhr MEZ. ging das Flugſchiff
wieder auf ſeinen Ankerplatz bei Schellingwoude
nieder.

Amerikaflug der Do. K nicht vor dem
16. November.
Berlin. Der Abflug des Do K zum
Amerikaflug ab Liſſabon iſt verſchoben worden
und wird vorausſichtlich am 16. November ſtatt=
finden
. Der Einſendeſchluß für Poſtſendungen,
die dem Flugſchiff zur Beförderung übergeben
werden ſollen, wird infolgedeſſen vom 8. auf den
12. November 14 Uhr verlegt.

Das größte Hochwaſſer ſeik 1854.

Die überſchwemmte Oderſtadt Croſſen.
Ein Bild der Verwüſtung, aber doch voll des maleriſchen Reizes. Das Schloßtor von Croſſen
ſpiegelt ſich in den Waſſerfluten.

Der Hochwaſſerſtand der Oder.

Frankfurt a. d. O. Bei Frankfurt a. d. O.
hat das Fallen des Flutſtandes der Oder ange=
halten
, ſo daß man nunmehr keine Befürchtung
mehr hinſichtlich des Oderdamms und der Damm=
vorſtadt
zu hegen braucht. Auch auswärts in
Croſſen iſt der Waſſerſtand zurückgegangen. In
der Nähe des Dorfes Oſtritz wurde in der Nacht
in Zwiſchendamm durch die Flut zerſtört, ſo daß
die Ortſchaft geräumt werden mußte. Reichs=
wehr
und Techniſche Nothilfe ſind in Frankfurt
und oderaufwärts zurückgezogen worden. Die
Hochwaſſerwelle hat zur Zeit Küſtrin erreicht,
der Stand wird mit 4.10 Meter angegeben. Im
Warthe=Netze=Bruch ſcheint die Ueberſchwemmung

noch zuzunehmen, doch iſt man durch die getroffe=
nen
Maßnahmen gegen alle Ueberraſchungen ge=
ſichert
.
Die Oder erreichte geſtern nacht im Frank=
furter
Stadtgebiet mit 5,35 Metern ihren höch=
ſten
Stand. Ab 4 Uhr morgens fiel dann das
Waſſer um einen bis zwei Zentimeter. Auch in
Croſſen und Bürſtenberg ſinkt der Waſſerſpiegel
langſam. Dagegen werden von weiter oberhalb
des Stromes erhöhte Pegelſtände gemeldet. In
Ratibor wurde geſtern ein Stand von 5,80 Me=
tern
verzeichnet, alſo nur 48 Zentimeter weniger
als in der Vorwoche. In der letzten Nacht wurde
bei dem Dorfe Reipzig mit den Vorarbeiten für
einen Dammdurchſtich begonnen, da man eine
Entlaſtung für das untere Stromgebiet für zweck=
mäßig
hielt.

Für 25 000 RM. Zigaretten geſtohlen.
Köln. In einer der letzten Nächte wurden
aus einem hieſigen Fabriklager etwa 600 Mille
Zigaretten im Werte von 25 000 RM. geſtohlen.
Die Einbrecher machten ſich ihre Sache ſehr

Neue Senſakionen bei der und
der engliſchen Luftſchiffkakan
London. Auch in der Freitgg,

Kommiſſion zur Unterſuchung de
kataſtrophe kam es zu einer Senſ;
Vorſitzende, Sir John Simon,
wichtige Dokumente zur Ve
bisher vom Luftfahrtmii
verheimlicht wurden und erſtt=
tag
, man weiß nicht recht wie, in 7.
Kommiſſion gelangten. Mit erhoh=
erklärte
Sir Simon, er werde die 7
Vorenthaltung der Dokumente ſtreng
Das erſte der Dokumente iſt ein
ſchriebener Bericht von Oberſt Rij
bei der Kataſtrophe ums Leben
Erbauer des R. 101, aus dem he
das Ausſtrömen ungewöh,
ßer Gasmengen aus den 0
tern feſtgeſtellt worden ſei u)
dringenden Worten erſucht wird.
den Gasbehältern auszubeſſern.
Dokument iſt ein vertraulicher Bee
ſpektors im Luftfahrtminiſterium
Dieſer berichtet darin über de
nicht einwandfreien Efin
Gasbehälter, die ſich an den
des Luftſchiffes rieben, wodurch Q
den. Die Zahl der Reibungs
in dem Bericht mit über tauſſſ.
ben. Der Inſpektor verlangte einn
der Reibungsſtellen mit Watte.
ein höchſt unzureichender Notbehell.
Watteverkleidungen während dem
löſen könnten. Auf dieſe Eingaueſ
das Miniſterium, es ſei nicht mell=
Konſtruktion des Luftſchiffes abz in
einzige Hilfsmittel ſei nur die
Watteverkleidung der betreffendon
Der Inſpektor wurde im Laufe des
vernommen. Er erklärte auf eii
Vorſitzenden, er hätte, wenn mam /
Antritt der Indienfahrt um ſeino R
fragt hätte, das Schiff unter keim=
für
flugfähig erklären können. Do=
ſeinerzeit
eine bis zum 19. Julii
Flugerlaubnis, weigerte
drücklich, die Flugerlaubnis weite=

Raubüberfall bei Eiſem

Eiſenach. Am Freitag frür=
zwei
Beamte des Eiſenacher Arf
Kraftwagen nach Liebenſtein, urn
Erwerbsloſen die fälligen Untern
auszuzahlen. Kurz hinter der Horin
der Wagen bei einer abſchüſſigen
zwungen, langſam zu fahren. In
blick ſprangen fünf Männer aus
zwangen mit vorgehaltener Piſta. zum Halten. Die beiden irn
den unbewaffneten Beamten muß
ſehen, wie die Straßenräuber in
Auto nach Geld unterſuchten. He
beuteten zwei Geldkaſſetten urn
taſchen, die aber nur Formulare
enthielten. Das Geld war andern
bracht und von den Banditen nicht
den. Dieſe flohen nach dem UN
Wälder zurück. Voi Eiſenach uns.
den Gendarmerieſtationen iſt einn=
bot
von Polizeibeamten eingeſe-t!
der Räuber habhaft zu werden.

Zuchthausſtrafen für die Ducha‟
geſellen erkannt.

Schwerin. Im Ducherows=
gegen
die Mörder des Paſtors Ku
der Staatsanwalt bei beiden An
Mord und beantragte lebenslännl
ferner für die Einbruchsdiebſtärl
ſtrafen bis zu einem Jahre, wäh
diger für Verurteilung wegen
traten. Das Gericht verurteilte.
Kidrowſky wegen Mordes zu I.
Zuchthaus, ferner wegen zweie
vier vollendeten ſchweren. DieEke
Jahren Zuchthaus. Der Ange=.
wurde zu 12 Jahren Zuchthauss!
zu weiteren drei Jahren wegem
und fünf vollendeter ſchwerer. .
tödlichen Schuß hat nach Annaln
Kidrowſky abgegeben.

Zugzuſammenſtoß im Olderok
Oldenburg. Am Donnemtl
auf dem Bahnhof Rieſte der Stte
Vechta ein Perſonenzug auf eine
ſonenzug auf. Mehrere Reiſenden
Die Züge konnten nach etwa zuu!
ſpätung weiterfahren. Bald darn
die Verletzten ihre Reiſe fortſett!
des Zuſammenſtoßes iſt noch nickk

Nobelpreiskräger Proſ.

leicht. Sie luden die Zigaretten auf einen in
dem Lager befindlichen Lieferwagen der beſtoh=
lenen
Firma und fuhren ſie weg. Der Wagen
wurde ſpäter in der Nähe des Ubier=Rings ge=
funden
. Von den Tätern fehlt jede Spur.

Profeſſor Dr. Chriſtian=
der
berühmte holländiſche Ge.
Lebensjahre in Amſterdam
bedeutendſte wiſſenſchaftliche 2
Erforſchung der Beri=Beri, der
krankheit. Eykman erhielt
den Nobelpreis für 2

[ ][  ][ ]

ewenn die Sportſaiſon abgeſchloſſen und auch das
ſtill geworden, können deutſche Automobil=,
Reifenfabriken eine ſtattliche Serie von Aus=
lerbuchen
. Zwar iſt ob der amerikaniſchen In=
gßlands
Kraftfahrzeug=Außenhandel immer noch
ar Hemmungen zum Trotz aber gehts vorwärts,
lönnen wir bei Winteranbruch feſtſtellen: Deutſch=
qu
trie (Mercedes=Benz) baut den ſchnellften ſerien=
atwagen
der Welt, auf dem Caracciola Europa=
Senne auf deutſcher BMW.=Maſchine fuhr Welt=
Zeppelin mit deutſchen Maybach=Motoren iſt
ücherſte Luftſchiff der Welt, deutſche Rohöl= Moto=
umwälzung
im Laſtkraftwagenbau, die Zſchopauer
M(DKW.) ſind die größte Motorradfabrik der Welt,
der 1. Europa=Meiſterſchaft für Sport= und
ſy wurden auf deutſchen Continental=Reifen ge=
ſind
Erfolge, die, allen Unkenrufen und Beſſer=
wrotz, klar und unwiderleglich beweiſen: das made
odeutet heute wieder, daß Beſſeres auf dem Welt=
nichtt
ſchaffen wird.
cen benz, älteſte aller Automobilfabriken, hat die
heſtrie zu verbuchen. Caracciola auf Mercedes=
ö
8e gen wurde Europameiſter, gewann alle ſieben
fljfe, an denen er teilnahm, und in allen ſieben
ztiafen ſchuf er neue Rekorde. Italieniſche, eng=
ſtwrkaniſche
, ungariſche, franzöſiſche, tſchechoflowa=
rſchi
ſche und Schweizer Wettbewerbe wurden auf

Bu gewonnen, und ausländiſche Fahrer, ſowie die
zcet ſtein, Spandel, Graf Arco=Zinneberg, v. Dojmi
ßuernen Ländern erſte Preiſe und Sonderpreiſe für
19 ſchwerſten internationalen Dauerprüfungen, die
unach Riga, nach Monte Carlo, nach Garmiſch=
zutach
Kattowitz, endeten mit Mercedes=Benz= Er=
wiüwaren
es ſerienmäßige Tourenwagen, die über=
itrungsbeweiſe erbrachten. Wo auf ausländiſchen
ſeiredes=Benz=Wagen an Schönheitswettbewerben
berall wurden ſie ausgezeichnet, in Luzern und
ſttaßburg und in Karlsbad mit erſten Preiſen oder
Adenen Band als höchſter aller Auszeichnungen
er wurde ſo manche Bravourleiſtung in europäi=
ſcmezielt
. Clairenore Stinnes und Axel Söderſtröm,
nudie=Welt=Fahrer, ſiegten ab Madrid in der Stern=
wEholm
. Sternfahrtsſieg wurde der Wettbewerb
Mtip. Der König von Dänemark kaufte auf der
zulutoſchau einen Adler=Standard=8. Im Pariſer
ſaun dre Adler=Wagen mit Karoſſerien nach Profeſſor
ntzide ſchönſten der internationalen Heerſchau.
Ahſen konnten ihren Fahrern in langen Sternfahr=
mhiellen
Berg= und Flachrennen in der Schweiz
eir ich erſte Preiſe erringen.
mih or zeigte ſich mit Erfolg auf den internationa=
M=usſtellungen. In Paris, Amſterdam und Prag
obor=Wagen ausgeſtellt, und neben den ſchon be=
ibor
4= und 6=Zylinder=Typen war das Erſtauf=
rchnabor
8=Zylinders bemerkenswerter Werbe=

Magen haben ſich durch Zuverläſſigkeit und Schnel=
weiſyver
Deutſchland hinaus gut eingeführt. Siege in
amtel=tomobil=Wettbewerben und Erfolge in Lang=
ahm
,/ erbrachten den Beweis, daß der DKW.=Zweitakter
ſaſiler ſich iſt, die Qualität mit Preiswürdigkeit eint.
rarßnn der Tſchechoſlowakei, der Schweiz, Oeſterreich
ſchſnelbrachten DKW.=Wagen Beweiſe, daß es keine
n für die ſeng v keine zuverläſſigeren Kleinwagen gibt.
uo mag beendeten 2 Fahrer die Rallye Monte
nigsberg geſtartet, erfolgreich. Ueberragender Be=
Aleis war die jüngſt beendete 10 000= Kilometer=
ſtyughert
der Herren von Raffay und Hoepfner. Der
Arlbei ſeiner Abfahrt von einer ADAC.=Kommiſ=
M lamben verſehen worden. Keine Plombe verletzt,
nomh indellos in Schuß, ſo kam er nach dieſer ſchwer=
hruch
,e ſe ein Kleinwagen vollbrachte, in tadelloſem Zu=
iſüm
. Ausgangsort Hannover wieder an.
roßtidank der Qualität ſeiner 8=Zylinder, Fabrikat
eltlmige worden, das auf den Ausſtellungen in Amſter=
gen
, Genf, Mailand, Oslo, Agram, Paris, Prag
Mlen eutſame Erfolge erringen konnte. In den Schön=
ücheſrhen
von St. Moritz, Danzig und Zandvoort
1d) Airden Horchwagen preisgekrönt.
Ei M aybach=12=Zylinder mit Schnellganggetriebe
80meiſtbewunderten Ausſtellungsſtücke vom Pariſer
eM aybach gilt in allen Ländern der Welt als eine
2 uind die Maybach=12=Zylinder=Motoren im Graf
wfiſen auf jeder Zeppelinfahrt aufs neue, wie be=
Sliet ind makellos zuverläſſig und leiſtungsfähig ſie
9 apbach=Schnellganggetriebe wird auch von anderen

führenden Automobilfabriken in deren Markenwagen einge=
baut
. Daß der in St. Moritz vorgeführte Maybach goldene
Plakette erhielt, war ſelbſtverſtändlich.
Der Nationalen Automobil=Geſellſchaft iſt
es gelungen, mit ihrem NAG.=Protos=Sport einen der ſchönſten
Wagen der Welt zu ſchaffen. Der NAG.=Protos von Frau
Elfes (Berlin) wurde auf dem Schönheitswettbewerb von
Luzern mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Im Engadiner Auto=
turnier
von St. Moritz erhielt derſelbe NAG.=Protos das
Blaue Band von St. Moritz als ſchönſter ſämtlicher dort vor=
geführten
Wagen.
Röhr=Wagen waren auf den Ausſtellungen in Genf,
Prag, Paris und Amſterdam vertreten. Es iſt der Röhr=Auto=
A.=G. gelungen, auf dem Schweizer Markt guten Abſatz zu er=
zielen
, und trotz großer Zoll= und Einfuhrſchwierigkeiten Ver=
tretungen
in Spanien, Tſchechoſlowakei, Oeſterreich, Polen,
Holland, Jugoſlawien, Ungarn, Bulgarien, Tunis und Algier
aufzuziehen.
Simſon=Supra verbuchte mit dem neuen Simſon=
Supra=8=Zylinder Erfolg durch die Rekordfahrt von Auguſt
Momberger, der ab Ceuta in Nordafrika in 56ſtündiger Ohne=
Halt=Fahrt quer durch Sanien und Frankreich zum Automobil=
turnier
nach Baden=Baden fuhr, und mit dieſer Fahrt ſchlagen=
den
Bewährungsbeweis für Schnelligkeit und Zuverläſſigkeit des
Simſon=Supra=8=Zylinders erbrachte.
Die Stoewer=Werke haben mit ihrem preiswerten und
ausgezeichneten 8=Zylinder guten Export=Erfolg erzielt. Beſon=
ders
Spanien und die Schweiz ſind gute Abnehmer von
Stoewer=Wagen. Erſte Preiſe und beſondere Auszeichnungen
errangen Stoewer=Wagen in der Schönheitskonkurrenz von
Luzern, auf der internationalen Automobilausſtellung in Riga,
in der Berglandsfahrt des Steiermärkiſchen Motorſportklubs,
in der Rallye Monte Carlo und im Genfer Autoſalon.
Die Wanderer=Werke bewieſen die große Qualität
und Zuverläſſigkeit ihres 10/50er=6=Zylinders in der Stern=
fahrt
nach Monte Carlo, die Karl Kappler in Saloniki begann.
Kappler hat danach durch verſchiedene Länder Europas ſeine
30 000=Kilometer=Fahrt mit plombiertem Motor und zugeſchweiß=
ter
Haube zurückgelegt, eine Leiſtung, die weit über das Sport=
liche
hinaus Beweis makelloſer Leiſtungsfähigkeit des Wan=
derer
=Wagens war.
Schier endlos iſt die Auslandserfolgsliſte deutſcher
Reifenfabriken. Hans Stuck, Spandel, Roſenſtein,
Burgaller und Oeſterreicher errangen ihre Erfolge auf
Continental. Auch die Europameifterſchaften der Renn=
wagenklaſſe
von Stuck und die Europameiſterſchaften der Sport=
wagenklaſſe
von Caracciola wurden auf Continental=Reifen ge=
wonnen
. Die bedeutendſten Auslands=Motorraderfolge auf der
Tour de France (erſter Preisträger J. v. Krohn) und dem
großen Preis von Ungarn (durch Stegmann) wurden auf
Continental errungen. Auf Excelſior=Reifen war Lang im
Klauſenpaßrennen, Klein in der Ungariſchen Touriſt=Trophy
und Macher im Mafaryk=Ringrennen erfolgreich. Simons,
H. v. Morgen, Rudolf Steinweg, Alfred Bernſtein, Prinz zu
Leiningen und Prinz Lobkowicz verdanken Peters=Union=
Reifen ihre Siege in den großen Rennen in Frankreich, in
der Schweiz, der Tſchechoſlowakei und Oeſterreich.
Deutſche Laſtkraftwagen gelten mit Recht in allen
Ländern der Welt als die beſten der Welt. Das Aufkommen
der Rohölmotoren bedeutet eine neue Entwicklungsſtufe für den
Güterverkehr. In allen Ländern, in welchen Mercedes=
Benz=Nutzwagen geliefert wurden, erregten insbeſondere die
Fahrzeuge mit Rohöl=Motor berechtigtes Aufſehen. Die Welt=
ausſtellung
in Barcelona und die Spaniſch=Marokkaniſche Aus=
ſtellung
in Melilla brachten der Daimler=Benz A.=G. Große
Goldene Medaillen. Liſſabon kaufte 29 Mercedes=Benz Feuer=
wehr
=Wagen, nach Mittelaſien wurden 60 Mercedes=Benz Laſt=
wagen
für ſtändigen Verkehr im ſchwerſten Wüſtengebiet ab=
geliefert
. Omnibuſſe und Dieſel=Laſtwagen mit dem bekannten
Dreiſtern wurden nach Afrika, Süd= und Nord=Amerika, nach
Sowjet=Rußland und in faſt alle europäiſchen Ländern ausgeführt.
NAG.=Schnell=Laſtwagen wurden auf der Jahrhundert=
ausſtellung
in Quito (Ecuador) mit 1. Preis und Goldener
Medaille für Hochleiſtung in ſtarker, beſonders nordamerika=
niſcher
Konkurrenz ausgezeichnet.
Auch die VOMAG. hat ſich, dank der überlegenen Quali=
tät
der VOMAG=Wagen, gerade jene Märkte erobern können,
in denen von Fahrzeugen wirkliche Höchſtleiſtungen verlangt
toerden. Nach Perſien und in den fernen Oſten, nach Spanien,
Rußland und Afrika wurden VOMAG.=Wagen geliefert.
Der Krupp=Kraftwagenbau beſchickte 1930 die Automobil=
Ausſtellung in Amſterdam, Mailand und Poſen. Krupp= Laſt=
kraftwagen
mit 35 Tonnen, Nutzlaſt wurden nach Polen,
Italien, Holland, Luxemburg, Spanien, Portugal, Schweden,
Norwegen, Lettland und Argentinien ausgeführt. Rußland hat
erſt jüngſt 14 dreiachſige Krupp=Schnellaſtwagen, davon 7 als
Hinterkipper ausgebaut, beſtellt. Weitere dieſer 4=Tonner gingen
nach Ungarn.
MAN. war auf der Internationalen Ausſtellung in Poſen
hervorragend und erfolgreich beteiligt, Büſſing=Wagen er=
wieſen
in der Türkiſchen Heeresprüfungsfahrt ihre überragende
Leiſtungsfähigkeit, Hanſa=Lloyd erzielte in Polen, Danzig,
Lettland und den Balkan=Ländern erfreuliche Exporterfolge.

Die Siegesliſte deutſcher Motorradfabriken iſt
gewaltig groß. Es iſt intereſſant, zu beobachten, wie ſich im
Motorradbau Deutſchlands Kraftinduſtrie gegen die einſt füh=
rend
geweſene engliſche Induſtrie ſiegreich durchgeſetzt hat.
Auf BMW.= und DKW.=Maſchinen wurden die meiſten
Motorraderfolge erzielt. Die NSU=Sport hat ſich als
ſchnellſte Sportmaſchine in allen Wettbewerben erwieſen, in
denen die NSU=Sport von Bullus gefahren wurde. Vik=
toria
gilt als eine der zuverläſſigſten und wirtſchaftlichſten
Beiwagenmaſchinen, und Viktoria=Auslandserfolge auf Ma=
ſchinen
mit und ohne Beiwagen wurden in Wettbewerben der
Tſchechoſlowakei, Jugoſlawien, Oeſterreich, Ungarn und der
Schweiz herausgefahren. Standard=Motorräder der Lud=
wigsburger
Standard=Fahrzeugfabrik brachten ihren Fahrern
bedeutſame Siege in ſcharf beſtrittenen Rennen in der Schweiz,
Frankreich und der Tſchechoſlowakei.
Sporterfolge und Exporterfolge ſind Beweiſe für Qualität,
Zuverläſſigkeit, für Raſſe und Klaſſe deutſcher Wagen, Motor=
räder
, Reifen. Nur zu gern gibt der Deutſche ausländiſchem
Erzeugnis bedenkenlos den Vorzug und glaubt an tönende Ver=
heißungen
. Ueber Schlagworten aber ſtehen deutſche Tatbeweiſe.
Die alljährlichen Auslandserfolge der deutſchen Fabrikate be=
weiſen
mehr als Worte die tatſächliche Ueberlegenheit des deut=
S. D.
ſchen Wagens und des deutſchen Motorrades.

Stierkampf.
Text und Zeichnungen von Erna Pinner.
Der Stierkampf iſt, ſo grotesk es klingen mag, ſchön. Schon
die Stiere, die in den Ganaderias auf der andaluſiſchen Steppe
gezüchtet werden, ſind erleſene Tiere. Sie tragen die Farbe ihres
Geſtüts wie bei uns die Rennpferde. Eine Corrida verläuft
folgendermaßen: Nach dem prunkvollen, von Ratsdienern zu
Pferde geführten Einzug der Toreadores, Banderilleros, Capea=
dores
(Mantelſchwinger) und Pikadores, alle in Gold und Silber
mit violett, grün, orange oder königsblauen Eskarpins auf dem
Kopf den vorſchriftsgemäßen, knapp gebundenen Zopf und den
flachen Dreimaſter, gibt der Präfekt das Zeichen für den Stier.
Dieſer Moment iſt atemberaubend. Nun erſcheinen die Ban=
derilleros
und reizen mit flatternden Armbewegungen den Stier,
ihm kleine bunte Pfeile in den Nacken ſteckend. Dann kommen die
Pikadores auf den traurig abgetriebenen Schindermähren, eine
Phaſe des Kampfes, die in ihrer heutigen Form nichts als eine
ſcheußliche blutige Konzeſſion an den Pöbel iſt. Jetzt ſpielt ſich
das, ſelbſt für eine Frau unerhört ſchöne und waffenloſe Spiel der
Mantelſchwinger ab.

Die Corrida iſt nämlich nicht nur ein Kampf, ſondern ſie iſt
auch eine Art Tanz mit vielen Figuren. Im Spiel mit der
Muleta, dem ſcharlachroten Tuch, gibt es Figuren, die Veronica=
und Navarra heißen. Auch der Espada, der in der letzten Phaſe
den Stier töten muß, hat eine Zeitlang darin zu brillieren. Es iſt
beinahe ein Pas de deux, den er mit dem Stier ausübt, wenn er
im Tanzſchritt die Muleta ſchwingt, unter der der Stier immer
wieder durchläuft, ein Fußſpitzenballett, wenn er, im höchſten
Moment auf den Zehen ſtehend, unmittelbar vor dem Stier nur
Hüfte und Schulter dreht.
Ihn belohnt für die geſchmeidigſte Kurve ſpontaner Beifall.
Auf das Trompetenſignal greift er dann zum Degen, und es ſetzt
nun das Finale ein, der Todesſtoß, der nur erträglich iſt, wenn der
Espada den Stier genau durch den Nacken in das Herz trifft. Er
gewinnt dafür den größten Ruhm, den der Espada in der Arena
erleben kann, er darf dem getöteten Tier ein oder zwei Ohren
abſchneiden, manchmal ſogar den Schwanz, und damit durch die
Arena ſtürmen, von 10 000 Menſchen raſend umjubelt.
Eine Corrida iſt, wie geſagt, ein Geſetzbuch voll Regeln, und
die erregte Maſſe auf der Sonnenſeite der Arena rügt jedes Ab=
weichen
mit grauſamem Johlen. Ihre Sympathie gilt zu gleichen
Teilen dem Stier und dem Kämpfer. Iſt der Stier beſſer als der
Espada, ſo läßt man die zahmen Ochſen in die Arena, ſie begleiten
den lädierten Helden zurück auf ſeine Steppe, wo er den Reſt
ſeines Lebens unbekümmert friſten kann.
Es läßt ſich noch viel für und wider den Stierkampf ſagen.
Aber im Süden Spaniens, unter andaluſiſchem Himmel, ſeine erſte
Corrida zu erleben, gehört zu den größten Senſationen und be=
deutet
noch darüber hinaus ein Erlebnis, weil die ſtrenge Gebun=
denheit
von Schönheit, Mut und Können dem Stierkampf eine
tiefere Bedeutung gibt und ihn ins Heroiſche ſteigert.

und doch strömt alles den Weg zur Sparsamkeit
in das moderne OPRalathaus em Biatze
ve Gaalität, Auswahl und Billigkeit
auf höchster Stufe stehen.

Damen- Schlupfhosen
Gr. 4246, besonders schwere Oualität
Wollgem. Herren-Hosen
besonders gute Oualität . . . . . 1.95

echlup fhosen

Frt, besonders gute Oualität
Veerren-Socken
leit tend unter Preis . 1.25

Darmstadt, Ludwigstrasse 15.

-beiten wir Ihnen die
uuns gekauften Stoffe für
Lnu-

[ ][  ][ ]

Samstag, den 8. November 1930

Weiterer

Die großen sestände werden ununteldwchen enälltt.
Di misunahd istammnerwelkannen.
Reidhe Ausstattung u. gute Stoffe Wekeikern mit.
Einander u. die Preise sind erstaunlich Hleint

e Mäntel
Pazierfähigen
modernen
Formen 9.75

molligen, str.
er-Stoffen, in
Onen, häbsche

1Pfd.-Würfel

ge Mäntel
modern ge-
mit
großem,
nEläschkragen 13.50

Fundervollen.
rten Stoffen

blätenweiß, 1Pfd.-Tafel

amerik. Pfd.

gelb, mit Schalen . . Pfd.

Neue große

kaliforn. 1Mäudel ... . Pfa.
garantiert rein, wohlschmek-
kend
, stark entölt . . . Pfd.

Hocheleg
mit

Rückvergütumg
(V.16359)

Aelt. Frl. ſucht per
ſof. einf. möb. Zim=
mer
. Angeb. unter
H. 134 a. d. Gſch.*

der berühmten ſchweren In
ſannoverſchen Raſſe, lan u
bucklig, mit Schlappohren 1
Bucht und Maſt. Offeuern
6 8wöch.1116.4, 811,
1012 2126, 1211
pro Stück per Nachnahme!
packung ſird wie verechn!
men. Es gelangen nur ge1
beſte Ferkel zum Verſandr /
ſelben friſch und widerſten
Ferkel ſind tierärztlich unt
frei, und ich garantiere f7 noch 6 Tage nach Err
Bahnſtation angeben.
Anton Otto, Ferkelverſam
bei Bielefeld, AM
Von meiner Leiſtungsfähig3:
freiw. Dankſchreiben u. RI=

Auswärtiges Unternehmen
sucht einen

neuwert., mit allen
Schikan., b. Verkauf
ein. Wag. in Zhle
gen., preisw. z. vk.
Rheinſtr. 30, Büro.*

MARKT U. ERNST-LUDWIGSPLATZ

DARMSTADT

Rauminhalt ca. 30 50 qm,
mit 1 2 Schautenstern, in
zentraler Lage, per Antang
kommenden Jahres. Getällige
Offerten mit Preis und nähe-
unter
H125 an die Geschäfts-
stelle
dieser Zeitung. (16328

Neuer iriſch. Ofen,
Dauerbr., 15 ält.
Füllofen, gr. Waſch=
komm
. m. Marmor=
platte
u. gr. Spieg
zu verkf. Wilhelm=
Gläſſingſtr. 28, I.

Knabenrad, w. neu
48 . Ballonrad,
wie neu, mit Gar.
78 zu verkaufen.
Karlſtr. 14, Laden
(16348)

Zu verkaufen:
1 Scheibenbüchſe
(Tirolerſchaft.) da=
ſelbſt
ein 34 J. alt.
Drahthaar=Fox
(ſehr ſchönes Tier.
Näh. Geſchäftsſt. (*
Prachtv. . Herd
bill. zu verkaufen.*
Mornewegſtr. 37, II.

Horex .. 600 ccm
U. T. . . . 500 ccm
Viktoria 350 ccm
Viktoria 600 ccm
ſämtliche Maſchinen
in beſter Ordnung.
billig zu verkaufen.
Eidenmüller,
Kahlertſtraße 12.*

4 Röhren=Gerät
komplett, ſehr billig
zu verkaufen
Grafenſtr. 26, I. r.

am billigſten.
am ſchnellſten
nur bei B. Orio,
Karlſtraße 14/16
(11469a)

1 Herrenrad, gut
Stande. 14 (
A. Glatz,Neckarſtr. 24.

Sie finden bei mir die schönsten Neuh

Herren- und Knaben-Mäntell

DARMSTADT (Ludwigsplotz

Ueberraschend billige Preise für meine bekannt gutenu

Aus den Amtsverkündigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 2 Portemonnaies mit In=
halt
, 1 Herrenfahrrad, 1 Brille mit Etui,
1 Aktenmappe, 8 Einkaufsnetze, 1 weißer
Kamm, 2 Damenhandtaſchen, 2 Kinder=
täſchchen
. 1 wildledernes Portemonnaie,
3 Damenhüte, 2 Mützen, 1 Gummireifen
2 Maskenklatſchen, 1 Frottierhandtuch, ein 40den-Mänkel
ſeidener Damenſtrumpf, 1 Zwickeretui, eine
Vorſtecknadel, 1 Reſt blauer Stoff, eine
ſchwarze Krawatte, 1 Reſt weißer Vor=
hangſtoff
, 1 Paar Socken und 1 Hemdhoſe,
1 Kiſſen, 1 Notizblock, 3 Paar lederne
Handſchuhe, 7 Paar Handſchuhe, 5 einzelne
Handſchuhe, 1 Kinderſauger, 6. Damen=
gürtel
, 1 ſchwarzer Damenärmel und ein
Stück blauer Stoff, 1 Kinderſtoffleibchen,
1 Broſche, 1 Paar Glacéhandſchuhe, ein
Kindergummiſchuh, 1 Sturmlaterne, neun
einzelne Schlüſſel. Zugelaufen: 1 ſchw.
Wolfshund, 1 deutſcher Schäferhund.

Winker=Alſter
von 18 an
Mar.-Palekols
von 29 an
von 17.50 an
Knaben=Mänkel
extra billig
empfiehlt (16357

Am Donnerstag, des
ber 1930, wird das Layl
und Schneiſen in den St1 Dienſtbeziris 1:*
bietend verſteigert:
1. Aus dem Förſterbezirk Bu
haus vormittags 90
hausſaal zu Roßdorf;;
2. aus dem Förſterbezirn
nachmittags 3 Uhr
wigshöhe.
Nähere Auskunſt erte:
digen Herren Förſter.
Darmſtadt, den 3. Nor
Heſſ. Forſtamt 2.

Angebei!
In beſter frei. Lage

herrſch. 6Zim.= Woh=
nungen
mit reichl.
Zubehör, 1 Wohng.
f. Käufer frei, gün=
ſtig
zu verkaufen.

Anzhlg. etwa 20000
Mark. Aug. Brück,
Immobilienverwer=
tung
, Schützenſtr. 8,
1. Stock. Tel. 1778.

Benzin.
31XZp. ltr.
Benzin-Benzolgemisch 35 Zp. Itr.
la Winter-Autoöl A. .. 70Jp.Itr.
Josef Horich
Waldstraße 32 Telef. 842

G9Kchment
Spezialgeſchäft
für Qualitätsware

Bäckerei
in Darmſtadt oder
nächſt. Umgeb. als=
bald
zu miet. geſ.
Gefl. Ang. u. H.140
a. d. Geſchäftsſt. (

Gut erhaltene
Pelzjacke
(Wildkatze) z. verk.
Kiesſtr. 10. p. (*sg

zu kaufen geſ.

D.B. 5.- odec
D. B. G.-Anteil
gegen bar, zu kaufen
geſ. Ausf. Ang. unt.
H151 Geſchſt

Guterhalt. Gehrock=
Paletot, mittl. Gr.
für 12 abzugeb.
Jahnſtr. 67, part.

Faſt neues erſtklaſſ.

Faſt neu. Eßzimmer

(Ausſtellungsſtück),
tadl. dtſch. Smyrna=
teppich
, 2½X3½ w.
Zteil. neuer Diwan
ſ. preisw. zu verk.
Herdweg 95. Gths.
g. erh. Nähmaſch.
Ringſch., 1 Wring=
maſchine
zu verkf.
Näh. Geſchäftsſt. (*

uftpumpstation
gratis

im Auftr. für
zu verk
Fiſcher, Pianohdlg.
Rhonrine

Jakob Wöhl

zu verkf. 2 kompl.
Betten uſw. Sams=
tag
ab 2 U. Guten=
dergſtr

Gebr. Rheinwein=

kauft jedes Quantum.
Ang=unt. H 153 an
die Geſchäftsſt. oder
Tel ph. 942. (16363

große, gut erh., er
mit Tiſch bill. z. v!
Waldſtr. 35, pt. (*

hr., weg. Str.
Imleg. bill. z. verk
Näh. Geſchäftsſt. (*

anſchlag unverbind
(12

34000 Mark
gegen gute Sicherb.
zu leih. geſucht. am
liebſten v. Selbſt=
geber
. Angeb. unt.
H. 118 a. d. Gſch. Darleben, Beamt.=
Kredite, Hypothek.=
Gelder i. jed. Höhe
ſchnellſtens durch
Max Brand, Han=
nover
=Badenſtedt.
Am Solbad. Ver=
langen
Sie Kredit=
antrag
. Vertreter
allerorts geſucht.
(IV. 16344)
3000 Mark
v. Selbſtgeber ſucht
gegen jede Sicherh.
hieſiger Geſchäftsm.
kurzfriſtig geg. mo=
natliche
Rückzahlg./9
zu leihen. Ang.
H. 146 a. d. Gſchſt.*1 4X3 Zimi
in gutem Zuſtand für
Anzahlung zu verkau
P. Hellmund
Geſchäfts in prima Verkehrsle
jede Branche geeigne
Wohnung, Preis M
Mr. 10000., zu be
Wolff. Moos & Ber. Dame ſucht f.
dauernd gemütl., g.
A
heizb. möbl. Zim=
Lehrerin
mer. Angeb. unter
ſucht 2 leere Zim./H. 129 a. d. Gſch.
mit Küche in guter Herr ſucht bürgerl.
Lage. Angeb. unt. H. 155 a. d. Gſchſt.* möbl. Zimmer
1 Zimmer m. Küch. im Oſten. Off. unt.
von kinderloſ. Ehe=/H. 106 a. d. Gſch.
paar f. ſof. o. 1. 12.
geſucht. Ang. unter
H. 133 a. d. Gſch. * 2 einfach möbl.
Zimmer mit Küchel Schlafzimmer
b. 15. 11. geſucht. mit voller Penſion,
Ang. mit Preis u. Licht, Heiz., Nähe
H. 132 Geſch. (*so Luiſenplatz, ſuchen Stud. ſucht ſepar. 2 Herren. Preisoff.
erb. an: J. Welſch,
Düren, Goetheſtr. 7.
(16327)
geſchloſſene möbl. Zimmer zum
15. 11. Ang. unte=
H. 127 a. d. Gſch.*
Geſucht al
4-5 Zimm möbl., mit Küche, me
Zentralheizung, in b
od. nähere Umgebung
die Geſchäftsſtelle. Lat

ren Bedingungen sende man [ ][  ][ ]

Samstag, den 8. November 1930

Seite 13

Spolt Shier und Tarnen.

Zußball.
lizeiſporlverein Darmſtadt.
12.4 Uhr, ſtehen ſich Germania Pfungſtadt 2. und
irn Freundſchaftsſpiel auf dem Hauptfeld des Polizei=
ntber
. Treffpunkt der zweiten Mannſchaft um 12.30 Uhr
6 Polizeihauſes Nord. Dje Liga=Mannſchaft iſt
üler gegen 1. Schüler Griesheim, dort.
13 Pfungſtadt FC. Union Darmſtadk.

anſchaften der obigen Vereine ſtehen ſich am nächſten
ugſtadt im Verbandsſpiel gegenüber. Beide Mann=
iiher
mit wechſelndem Erfolg gekämpft, ſo daß eine
Sieges ſchwer fällt. Pfungſtadt hat den Vorteil des
Mür ſich und wird auch zweifellos in dem am kommen=
örnalig
wieder mitwirkenden Sturmführer Bötticher
ene nicht unerhebliche Verſtärkung erhalten, anderer=
die
letzten Jahre ſich ſtets gut in Pfungſtadt geſchlagen
Spielzeit zweimal gewonnen. Unjon hat ſeine Stütze
intermannſchaft, in der Darmſtädter, Rückert und der
Uer Aßmuth überragen. Mit welchen Leiſtungen die
iwartet, muß abgewartet werden, da am Sonntag Bopp
d. Mehring erſetzt werden müſſen. Auf alle Fälle iſt
mimten Kampfe zu rechnen, dem ein energiſcher Schieds=
Nui möge. Vorher ſpielen die Reſerven.
Weiß Darmſtadt Olympia Hahn.
Verlauf der Verbandsſpiele empfangen die Rotweißen
mittag um 11 Uhr die in der A=Klaſſe außer Konkur=
Olympia Hahn. Die Mannſchaft iſt in Darmſtadt
rnuß aber an Hand der erzielten Reſultate eine ganz
ſtirke beſitzen. Gegen Eberſtadt verlor Hahn nur ganz
ſie gegen Eintracht gewinnen konnte. Rot=Weiß tritt
nicht in ſeiner ſtärkſten Aufſtellung an, ſondern wird, da
rin in Ausſicht ſteht, einige Erſatzleute ausprobieren.
edoch auch dieſe Mannſchaft ſtark genug ſein, um den
zu behalten.
ſchaft tritt bereits vormittags 9,30 Uhr der 3. Mann=
98 gegenüber. Die Alten Herren empfangen vor=
die
gleichen der Beſſunger Union zu einem Freund=

FC. Eintracht Darmſtadt.

a-abteilung herrſcht am Sonntag Ruhe; nur die zweite
eim Privatſpiel gegen Viktoria Griesheim aus. Das
dem Spiel der beiden Liga=Mannſchaften, Viktoria
4 Arheilgen, ſtatt.

Freie Tgde. Darmſtadk.

Gerienſpiel dieſer Saiſon begibt ſich Darmſtadts erſte
ar=Modau. Wir erwarten Darmſtadt als Sieger.
au finden hier am Müllersteich folgende Spiele ſtatt:
WMlirgen Jgd., 10 Uhr: 2. Mannſch. Bickenbach 2., 11
Eich Roßdorf 2., 1 Uhr.
Leintlteng des Schwimm-Verbandsgebiekes.
fiülenil, anläßlich des Falles Weſtgau im Kreiſe Süddeutſch=
ſardene
Gedanke einer Neueinteilung des geſamten Ver=
nt
nun allmählich greifbare Formen an. Der letzte
taſchift zur Bearbeitung dieſer Frage eine Kommiiſſon ein=
üiziem
Herbſt den ganzen Fragenkomplex durcharbeiten
dentſchen Kreistag poſitive Vorſchläge unterbreiten ſollte.
unſy hat nun in Bad Harzburg getagt und iſt zu einigen
gle niſſer gekommen.
et Hch um eine Neueinteilung des geſamten Verbandsgebie=
elt
, Andm Richtlinien als maßgebend betrachtet, die eine Kreis=
ſühziV
iſe ermöglichen, daß dieſe noch ehrenamtlich verwaltet
mnun u d keine höhere Belaſtung für den Verbandsetat nach
iche mittelgroßen Kreiſe erleichtern auch die Durcharbei=
ſe
und gewähren damit eine Stärkung des Verbandes.
Aergrößerung der Zahl der Kreiſe eintretende höhere
Kälnig des Verbandes durch die damit automatiſch eintre=
Ghärug des Verbandsvorſtandes (alle Kreisvorſitzenden
ſerzu ewandsvorſtand an) ſoll dadurch unterbunden werden,
Gekſitegung des Vorſtandes nur noch alljährlich einmal ſtatt=
ſurem
der Verbandstag ſelbſt nur noch alle drei oder ſo=
F7zrſammentritt. Man verſpricht ſich durch dieſe Maß=
eine
Mſchenis zu begrüßende Stetigkeit der Führung und größere
AeBlFetze. Man iſt beſtrebt, die Grenzen der Kreiſe nach
ſtArn der Bundesſtaaten und Provinzen anzugliedern und
ichche Einteilung des Reichsgebietes in Arbeitsämter und in
nbrch mit heranzuziehen. e natürlich beſtehende organiſch
ALiece nun neuerdings auseinanderzureißen.
W4Mfinge des Kreiſes V (Süddeutſchland), die ja durch
1.Ateiber dieſes Jahres ſtattfindenden Austritt des Weſt=
ut
ſy,fiſt nicht gelöſt worden. Die Kommiſſion unter=
zwen
kſSläge. Entweder ſoll der jetzige Kreis V in drei neue
Ser) Baden=Württemberg und Heſſen=Pfalz , oder in
ſeAJapern, Württemberg, Baden und Heſſen=Pfalz einge=
der
e: erſtere Vorſchlag dürfte der beſſere ſein, denn Baden
allsrres zu ſchwach. Es iſt aber außerdem ſehr fraglich, ob
Etemberg zuſammengehen will und ob Heſſen und Pfalz
ce brauchbar iſt, da dieſer Kreis geographiſch ſehr groß
Aarp Verwaltungsſchwierigkeiten bringen würde. Poſitiv
i ſer Frage nicht viel erreicht, und ab 1. Januar wird
hN Weſtgau wohl zunächſt einmal als ſelbſtändiger Kreis
Nun. Die Frage der ſüddeutſchen Kreisteilung bedarf einer
ſelägung. Der Wunſch der Kommiſſion, daß der Vor=
ur
breiteſter Oeffentlichkeit durchführen möge, iſt nur zu
ker Endes iſt für den Verband als ſolchen von größter
Hnmltungsgebiete zu ſchaffen, die ſich ſowohl ſelbſt verwal=
me
geich ſportlich ſo orientiert ſind, daß der ſportliche Ver=
igende
Entwicklung ermöglicht.
AAlxeisermäßigung für Jugendliche.
debuh die Beſtimmungen zur Erlangung, einer Fahrpreis=
eu
Fugendpflegefahrten geändert haben, bringt die Deutſche
ENdrmDür Leichtathletik das Rundſchreiben der Reichsbahndirek=
Eſſderang:

iſchrnisermäßigung für Jugendpflege.
Nengen Tarifbeſtimmungen über die 50prozentige Fahrpreis=
e
1*. Jugendfahrten ausgeſtellten Beſcheinigungen auf hell=
Nar üder die behördliche Anerkennung verlieren mit Ablauf
Uahre Gültigkeit. Für die zwei folgenden Jahre 1931/32
mn ung der Fahrpreisermäßigung die Beſcheinigung auf
eh angt. (Vergl. auch unſer Schreiben vom 14. November
) Wir bitten hiervon die Jugendpflegevereine ſchon
oen, damit ſie ſich rechtzeitig um die neue Beſcheinigung
NUmmfalls können ſie zu Beginn des neuen Jahres die
ii ung nicht in Anſpruch nehmen. Die Führerausweiſe
DEms vor ohne Zeitbeſchränkung Gültigkeit.

DA Sieg auf dem New Yorker Reikkurnier.
Zug des New Yorker Reit= und Fahrturniers hat den
Jamern bereits einen großen Erfolg gebracht. Oberleut=
Mf Derby und Oberleutnant Mumm auf Kampf=
A bei einem Fehlerpunkt mit großem Vorſprung das
Soringen vor den Briten mit 7½, Nordamerika mit 9
Au Fehlerpunkten. Der deutſche Sieg wurde von einem
Mn kum mit ſtürmiſchem Beifall aufgenommen.

wer. gelangte bei den Londoner Fechtkämpfen um den
cngeſchlagen in die Endrunde und trifft dort mit den
L Velionn und Buttler und den Dänen Munk und Olſen
SSennisſpieler beſtreiten in der kommenden Saiſon drei
Nan zwar gegen Belgien, Italien und England.
Lſcug, der frühere Europameiſter im Halbſchwergewicht,
Schiedener Vergehen vom italieniſchen Boxverband mit
Erhot, Titelaberkennung und einer Geldbuße beſtraft.

Handball.
Einkracht Frankfurk a. M. Rol=Weiß Darmſtadt.
Morgen, Sonntag (Treffpunkt 11.15 Uhr), fährt die Handball=Liga
zur Eintracht nach Frankfurt. Das Vorſpiel wurde von Rot=Weiß auf
eigenem Platz mit 9:3 gewonnen. Wenn man auch diesmal wieder mit
einem Sieg der Rot=Weißen rechnet, ſo darf doch nicht ungeſagt bleiben,
daß die Eintracht alles daranſetzen wirb, auf eigenem Platz ehrenvoll
abzuſchneiden. Die Rot=Weißen werden deshalb gut tun, den Gegner
nicht zu gering einzuſchätzen und mit Eifer zu ſpielen. Auch werden ſich
die Einzelnen hoffentlich noch deſſen erinnern, was an der Niederlage
in Schwanheim ſchuld war, und ihre Spielweiſe dementſprechend ein=
ſtellen
.
Eintracht Darmſtadt.
Im weiteren Verlauf der Verbandsſpiele empfängt am kommenden
Sonntag die erſte Elf die gleiche von Union Wixhauſen um 11 Uhr auf
dem Sportplatz hinter der Feſthalle. Im Vorſpiel konnten die Grün=
weißen
nur ein Unentſchieden herausholen. Für die Darmſtädter liegt
ein Sieg im Bereich der Möglichkeit, wenn die Mannſchaft ſich bewußt
iſt, um was es geht.
Tgde. Darmſtadt 1846 Tu. Eberſtadk.
Nach der Niederlage des letzten Sonntags muß die Turngemeinde
am kommenden Sonntag, den 9. November 1930, gegen Tv. Eberſtadt
antreten. Trotzdem die Vorſtädter am Tabellenende ſtehen, ſtellen ſie
einen nicht zu unterſchätzenden Gegner dar. Die Mannſchaft kämpfte
im bisherigen Verlauf der Verbandsſpiele mit großem Mißgeſchick. Ganz
knappe Niederlagen, z. B. 4:5 gegen Beſſungen, 3:4 gegen Heppenheim
und das abgebrochene Spiel 1:1 gegen Bensheim, raubten der Elf den
Kampfgeiſt von ehedem. Eberſtadt wird verſuchen, durch Punktgewinn
dem drohenden Abſtieg zu entrinnen. Für die Leute vom Woogsplatz
ſteht noch mehr auf dem Spiel. Mit einem Punktgewinn bleiben die
Mannen der Tgde. 1846 immer noch an der Führung der Tabelle. Wird
nur ein Punkt abgetreten, ſo ſteht vor der Meiſterſchaft ein großes
Fragezeichen. Der Mannſchaft ſei nochmals geſagt, daß nicht Eigenſinn,
wie am letzten Sonntag, ſondern ſchöne Kombination mit geſundem
Torſchuß zum Siege führt. Das Spiel findet vormittags 10,30 Uhr auf
dem Platze der Tgeſ. 1875, Kranichſteinerſtraße, ſtatt. Um 9,15 Uhr ſpie=
len
die 2. Mannſchaften.
Tade. Beſſungen 1865 Tv. Heppenheim.
Am kommenden Sonntag, nachmittags 3 Uhr, ſtehen ſich oben=
genannte
Vereine auf der Rennbahn gegenüber. Das Vorſpiel in Hep=
penheim
fiel ſeinerzeit dem ſchlechten Wetter zum Opfer. Heppenheim,
obwohl Neuling in der Meiſterklaſſe, gibt einen fehr ſpielſtarken und
allgemein gefürchteten Gegner ab. In den bisher ausgetragenen Ver=
bandsſpielen
legten die Gäſte ein erſtaunlich gutes Können an den Tag.
Heppenheim unterlag der Darmſtädter Turngemeinde erſt nach Kampf
5:3. Am vergangenen Sonntag gelang ihnen in Eberſtadt über die
dortigen Turner ein 4:3 Sieg. Aus dieſen Reſultaten erſieht man,
daß die Einheimiſchen am Sonntag/einen ſehr ſchweren Stand haben,
Wollen die Beſſunger nicht noch länger das Tabellenende zieren, ſo kann
für ſie nur eine Parole maßgebend ſein, nämlich: Spiel auf Sieg! Zwar
zeigten die Beſſunger in dem Spfel am vergangenen Sonntag in
Sprendlingen eine kleine Formverbeſſerung; am Sonntag gilt es nun
zu zeigen, ob ihr Können tatſächlich wieder im Kommen iſt. Vorher
ſtehen ſich die zweiten Garnituren beider Vereine gegenüber. Hier wird
die Gäſteelf einen ſicheren Sieg landen.
Reichsbahn Darmſtadt Ober=Ramſtadt.
Sonntag, nachmittags 3 Uhr, ſtehen ſich auf dem Reichsbahnplatze
obige Mannſchaften im Rückſpiel gegenüber. Im /Vorſpiel erlitt Reichs=
bahn
eine unverdiente 3:1 Niederlage, die auf das ſchlechte Wetter, den
faſt unbeſpielbaren Platz und verſchiedenes andere zurückzuführen iſt.
Im morgigen Spiel wird Reichsbahn beweiſen müſſen, daß Technik
nicht immer Körperkraft unterliegt. Unter einem einwandfreien
Schiri dürfte es zu einem ſpannenden Spiele kommen. Reichsbahn wird
mit etlichen Exſatzleuten antreten, die ſich aber beſtimmt in die Elf ein=
paſſen
werden. Vor dieſem Treffen ſpielen die 2. Mannſchaften.
Morgens 10 Uhr findet das Jugendſpiel Reichsbahn gegen Bicken=
bach
ſtatt.
Tgeſ. 1875 Darmſtadt TV. Wolfskehlen.
Das letzte Spiel auf eigenem Platze hat am Sonntag nachmittag
die Tgeſ. 1875 gegen TV. Wolfskehlen zu beſtreiten. Die erſte Elf von
Wolfskehlen marſchiert an der Spitze und dürfte in ihr der zukünftige
Meiſter zu finden ſein. In etwas veränderter Aufſtellung ſtehen ihr
die Einheimiſchen gegenüber. Das intereſſante Spiel beginnt nachm.
3 Uhr auf dem Sportplatz an der Kranichſteinerſtraße. Vorher, um
1.45 Uhr, ſpielen die zweiten Mannſchaften. Die Darmſtädter Mann=
ſchaft
ſteht ohne Punkteverluſt an der Spitze der Tabelle.

Freie Tade. Darmſtadt.

Im erſten Spiel der Nachrunde empfängt die/ 1b Mannſchaft am
Sonntag um 15 Uhr die 1. Mannſchaft von Erzhauſen. Das Vorſpiel
endete unentſchieden. Es treffen alſo zwei gleich ſtarke Gegner aufein=
ander
, was zu einem intereſſanten Spiel führen wird. Darmſtadt wird
wohl den Vorteil des eigenen Platzes ausnützen und einen knappen Sieg
erringen. Die zweite Mannſchaft fährt nach Weiterſtadt. Bei einiger=
maßen
gutem Spiel ſollte es ihr gelingen, die Punkte mit nach Hauſe
zu nehmen. Die Jugend geht nach Arheilgen. Die 1. Mannſchaft iſt
ſpielfrei.
Die 2.5. B.-Termine 1931.
Die Deutſche Sportbehörde für Leichtathletik hat für 1931 nach=
ſtehende
Termine feſtgelegt:
1. März: Zwiſchenrunde um den DSB.=Handball=Pokal.
22. März: Endſpiel um den DSB.=Handball=Pokal.
12. April: Verbands=Waldlaufmeiſterſchaften.
19. April: Vorrunde um die Handballmeiſterſchaft der Männer und
Frauen (DSB.).
26.April: Deutſche Waldlaufmeiſterſchaft (mit DT.).
3. Mai: 1. Zwiſchenrunde u. d. Handballmeiſterſchaft Männer (DSB.)
3. Mai: Jugendtag.
17. Mai: 2. Zwiſchenrunde u. d. Handballmeiſterſchaft, Männer (DSB.)
31. Mai: Endſpiele um die Handballmeiſterſchaft, Männer und
Frauen (DSB.).
17. Juni: Großſtaffelläufe.
14. Juni: Vorrunde um die Handballmeiſterſchaft, Männer u. Frauen,
mit DT.
21. Juni: Vier=Verbandskampf.
28. Juni: Kreis= Bezirks=, bzw. Gau=Meiſterſchaften.
98. Jum: Endſpiele Deutſche Handballmeiſterſchaft, Frauen und
Männer (DT.).
11.13. Julf: Meiſterſchaften der 7. Landesverbände der DSB.
1./2. Auguſt: Deutſche Männer=, Frauen=Meiſterſchaften mit DT.
30. Aug.: Länderkampf gegen Frankreich.
30. Aug. Handball=Länderſpiel gegen Oeſterreich.
12./13. Sept. Sommerſpielmeiſterſchaften.
4. Okt.: Deutſche Meiſterſchaften im 50 Km.=Geben (mit DT.).
11. Okt.: Querfeldeinläufe der DSB.=Verbände.

Kraftſpork.

Darmſtadt 1910 Einigkeit 05 Damm.
Wir verweiſen auf den heute abend 7.30 Uhr in der Turnhalle,
Soderſtr. 30, ſtattfindenden Verbandsmannſchaftsampf im Ringen der
Oberliga zwiſchen obengenanten Vereinen. Die Aſchaffenburger Vor=
ſtädter
werden in ihrer ſtärkſten Aufſtellung, wie folgt, antreten:
Bantam: Mohrhardt; Feder: Schmidt; Leicht: Schmittner; Welter:
Gehrig; Mittel: Sauer; Halbſchwer: Schmittner; Schwer: Stenger.
Die Darmſtädter haben dieſer ſchlagkräftigen Dammer Vertretung fol=
gende
Mannſchaft entgegenzuſtellen: Bantam: Borowſki; Feder: Schnau=
ber
; Leicht: Schwarz; Welter: Heß; Mittel: Keitel; Halbſchwer:
Schuchmann; Schwer: Veith.
Athletik=SV. Darmſtadt 1891.
Obengenaunter Verein beginnt am Sonntag mit ſeinen Serien=
kämpfen
im Ringen um die Bezirksmeiſterſchaft. Da der Verein im ver=
gangenen
Jahr die Meiſterſchaft errungen hat, ſo werden in dieſem Jahr
die Bezirksvereine alles aufbieten, ihm dieſe ſtreitig zu machen. Die
Mannſchaft des Athletik=Vereins wird allem Eifer daranſetzen müſſen,
um den Titel zu behalten. Der erſte Kampf Darmſtadt Jüges=
heim
findet nachmittags 4 Uhr im Bürgerhof, Eliſabethenſtr. 2, ſtatt.
Es werden dort techniſch gute und faixe Ringkämpfe zu ſehen ſein.

Leibesübung für die Erwerbsloſen!
Schwere Nok erheiſcht Hilfe.
Die Arbeitsloſigkeit iſt heute nicht mehr allein eine volkswirtſchaft
liche Gefahr; ſie wächſt ſich immer ſtärker zu einer Bedrohung der geiſti=
gen
Subſtanz des Volkes aus. Nach ein paar Wochen Arbeitsloſigkeit
iſt ſelbſt bei geiſtig regen Menſchen jede Anteilnahme am Geſchehen der
Zeit, jeder Zielwille erlahmt. Dem wäre hinzuzufügen: oder es folgt
Verbitterung, Gereiztheit, Abgleiten in politiſche Engſtirnigkeit oder in=
haltloſer
Müßiggang mit unausbleiblicher Verwahrloſung.
Die Gefahren ſind für die Jugendlichen am ſchlimmſten. In den
Jahren, die für die körperliche, geiſtige und ſittliche Entwicklung be=
ſtimmend
ſind, tritt dieſe Not ein. Noch lange werden Hunderttauſende
von Volksgenoſſen nicht die ſehnlichſt erwartete Arbeit und geregeltes
Einkommen finden können. Darum gilt es, der ſeeliſchen und geiſtigen
Not mit allen Mitteln entgegenzuwirken, ſinnvolle Beſchäftigung zu
bieten.
Ueber ſolche Möglichkeiten ſoll heute unter dem Vorſitz von Schulrat
Haſſinger beraten werden.
Dazu ſei eine Anregung gegeben, die anderwärts bereits ermntigende
Erfolge aufzuweiſen hat:
Die Turn= und Sportvereine können wertvolle Helfer ſein.
Hallen, Spiel= und Sportplätze ſtehen an den meiſten Vor= und Nach=
mittagen
der Woche unbenutzt. Hier iſt ein Feld für geſunderhaltende
und anregende Betätigung geboten. In Schleswig=Holſtein, Hannover,
Sachſen und Weſtfalen iſt dieſer Weg bereits beſchritten. Lehrgänge in
den Leibesübungen werden für erwerbsloſe Jugendliche abgehalten. In
einem Runderlaß der Lüneburger Regierung leſen wir u. a.: Leibes=
übung
treibende Vereine aller Richtungen: Oeffnet die Tore ſol=
cher
Hallen, Spiel= und Sportplätze, die unbenutzt
ſtehen! Lade die Erwerbsloſen ein, als Eure Gäſte unter Aufſicht
und Anleitung erfahrener, vielleicht ſelbſt erwerbsloſer Vereinsmitglie=
der
zu ſpielen. Wendet nicht ein, die Plätze und das Gerät würden da=
bei
leiden. Es ſteht hier Höheres auf dem Spiel. Was beſagt es, wenn
wirklich ein Ball ſchneller abgenutzt wird, der Raſen auf dem Platz
früher als ſonſt abgeſpielt wird, gegenüber der Tatſache, daß junge
Volksgenoſſen dauernden Schaden an ihrer Seele nehmen! Notzeit er=
fordert
außergewöhnliche Maßnahmen und doppeltes Entgegenkommen.
Aus dem Gefühl der Verbundenheit und der Mitverantwortung für
unſere Brüder müſſen wir alle Schwierigkeiten, die ſich Hilfsmaßnahmen
entgegenſtellen, überwinden. Es gilt, junge Menſchen vor
dem ſittlichen Niedergange zubewahren undausder
Gefahr der Verzweiflung zu retten. Es gilt, ein wenig
Freude in das tötende Einerlei ihres Alltags zu bringen.
Wir wiſſen, daß gerade die großen Vereine heute ſchon ihren arbeits=
loſen
Mitgliedern gegenüber weiteſtes Entgegenkommen üben, wir
wiſſen, daß die Wirtſchaftsnot die Vereine mit Jugendabteilungen, die
nur Geld koſten, ſchwer bedrückt. Wir glauben trotzdem, daß der vor=
ſtehende
Vorſchlagpraktiſchdurchgeführt werden kann.
Wir ſind überzeugt, daß gerade dann auch Unterſtützung der Lei=
besübung
treibenden Vereine durch Behörden, durch die Träger
der Krankenverſicherung und Wohlfahrtspflege mit
Berechtigung beanſprucht und gegeben werden kann. Geſchulte Turn=
und Sportlehrer, Gymnaſtiklehrer und =lehrerinnen ſtehen überall
zur Verfügung. Mit nicht allzu großen Mitteln könnte ihr kraft= und
geſundheitsſchenkendes Wirken in der Breite ermöglicht werden.
Schul= oder Sportärzte ſind in den meiſten Gemeinden zu ge=
legentlicher
Mitarbeit ſicherlich bereit. Der Weg über die örtlichen
Ausſchüſſe für Leibesübungen erſcheint kurz und zweck=
mäßig
, da die Vereine hier zuſammengefaßt ſind.
Ebenſo müßten die kommnnalen Einrichtungen
(Schwimm= und Luftbad, Schulturnhallen) herangezogen werden. We=
nig
bedeutet hier unter Umſtänden Viel, oder ſogar Alles‟. Der
Staat darf nicht abſeits ſtehen, weil die ſtaatspolitiſchen
Wirkungen einer ſolchen umfaſſenden Aktion ihm zum Beſten ge=
reichen
.
Hand in Hand können alle intereſſierten Stellen wirkſame Hilfe
und geſunde Betätigung für männliche und beſonders auch weibliche
Erwerbsloſe bringen: Hilfe, die, wenn ſie auch ſpät kommt, endlich
kommen muß, weil ſonſt politiſche und ſittliche Schäden ungeahnter
Größe erwachſen werden.
Woein Wille, da iſt auch ein Wegl
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 8. November.
14.30: Stunde der Jugend: Drachen ſteigen.
15.00: Aus dem deutſchen Liederkranze. Liedervorträge Frankfurter
Schulen.
16.00: Militär=Konzert des Muſikkorps des 1. Gren.=Batl. des
13. (Württ.) Infanterieregiments.
17.00: Tanz=Tee der Kapelle Charly Witzel.
18.05: Prof. Sittig: Der Himmel im November und Dezember.
Das erweiterte Milchſtraßenſyſtem und die Weltinſel.
18.35: Stunde der Arbeit. Hugo Dornheim: Die neuen Beſtimmun=
gen
der Kriſenfürſorge.
19.05: Spaniſcher Sprachunterricht.
19.30: Mannheim: Kammermuſik.
20.15: Wie bleibe ich arm und glücklich? Hörſpiel von Oſſip Dymow.
Muſik von A. Gray.
21.30: Bunte Stunde.
22.45: Tanzmuſik auf Schallplatten.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Sonnabend, 8. November.
12.00: Schulfunk. Allerſeelen. Feierſtunde der 148. Berliner Ge=
meindeſchule
.
15.00: Kinderbaſtelſtunde. Die Karawane kommt!
15.45: Dr. Gertrud Haupt: Ein Vormittag bei der weiblichen
Poltzei.
16.00: Dr. Hans Fleſch und Heinz Monzel: Das Schallplattenarchiv
als Quelle für den ſtaatsburger= und lebenskundlichen Unterricht.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Kurd Kißhauen: Wie weit iſt die Kalenderreform?
18.00: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene.
18.25: Prof. Dr. Robert Saitſchick: Goethes Fauſt.
19.00: Stunde des Arbeiters. Clara Bohm=Schuch: Klara Müller=
Jahnke zum Gedächtnis.
19.30: Stille Stunde Im Gehäus.
20.09: Leipzig: Tauſend und eine Nacht. Phantaſtiſche Operette
in zwei Akten mit einem Vor= und Nachſpiel von Leo Stein und
Carl Lindau. Muſik von Johann Strauß.
Danach: Aus dem Marmorſaal im Zoo, Berlin: Wohlfahrtsball des
Türkiſchen Klubs. Tanzmuſik. Kapelle Marek Weber. Als Ein=
lage
: Vom Sechstagerennen im Berliner Sportpalaſt,

Größte Auswahl
DiO Lehmsnnische Lusdler am)I.
Ernst-Ludwigstr. 18
AOTO Bedenung
Tel. 2140 (3500

Weiterbericht.

Unter ſtarker Abflachun: iſt das franzöſiſche Tief öſtlich weiterge=
wandert
und lag mit ſeinem Kern heute morgen über Weſtdeutſchland.
Bereits im Laufe der geſtrigen Abendſtunden ſetzten in unſerem Bezirk
infolge der aufgleitenden Warmluft der Vorderſeite Niederſchläge ein,
Infolgedeſſen iſt auch der Kälteherd bereits weſentlich zuſammenge=
ſchrumpft
. Die Störung wird vorerſt zu etwas wechſelhaftem Wetter
mit einzelnen Schauern führen.
Ausſichten für Samstag, den 8. November: Uebergang des nebligen und
trüben Wetters in wolkiges; kühl, noch einzelne leichte Niederſchläge.
Ausſichten für Sonntag, den 9. November: Bewölkt mit Aufklaren,
weiter Abkühlung mit Temperaturgegenſätzen zwiſchen Tag und
Nacht.

Hauptſchriftleltung Rudolf Mauve
Veranwwortlich für Polſik und Wirtſchaft: Radolf Maupe; für Feullleton, Reſch und
Ausland und Heſche Nachrichten: Mar Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willn Kuhle:
Druck und Verlag L C. Wittſch ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Mannſtripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

Die beutige Nummer bat 16 Seiten.

[ ][  ][ ]

Nummer 309

Samstag, den 8. N

Der Krach der Bangne Luſtric.

Der Leiter der Banque Ouſtric wird in den nächſten Tagen,
wie der Matin berichtet, eine Unterredung mit dem Miniſter=
präſidenten
Tardieu haben, in deren Verlauf wahrſcheinlich die
Modalitäten der Liquidierung der Bank feſtgelegt werden.
Geſtern wurden bei der Bank vorgelegte Schecks über geringfügige
Beträge ausbezahlt. Inzwiſchen iſt wieder ein Börſenmakler
(der ſechſte) in die Angelegenheit verwickelt worden. Der betref=
fende
Makler ſoll von der Börſe ausgeſchloſſen werden, weil er ge=
wiſſe
Vorſchriften für den Börſenhandel nicht eingehalten haben
ſoll. Nach dem Petit Pariſien prüfe man gegenwärtig die
Möglichkeiten der Regelung, alſo Wiederflottmachung der Bank
mit Hilfe einer anderen Bank, freundſchaftlicher Vergleich oder
gerichtliche Liquidierung. Es handele ſich im Grunde genommen
nicht ſo ſehr um eine Finanzkriſe, als um eine Börſenkriſe.
Inzwiſchen iſt außer der geſtrigen Interpellation auch eine
ſozialiſtiſche eingebracht worden, die von dem Finanzſpezialiſten
dieſer Partei, dem Abgeordneten Vincent Auriol, ausgeht. Der
Finanzminiſter wird im Laufe der Kammerſitzung Angaben
darüber machen, wann er dieſe Interpellation beantworten wird,
was zu einer eingehenden Debatte über die Börſenverhältniſſe in
Paris führen dürfte.

* Der Zuſammenbruch der Ouſtric=Gruppe hat eine ſchwere
finanzielle Kriſe an der Pariſer Börſe in den Bereich der Mög=

lichkeit gerückt, die unter Umſtänden für den franzöſiſchen Geld=
markt
und für die weitere Entwicklung an der Börſe in Frank=
reich
recht unangenehme Folgen haben kann. Vorerſt allerdings
iſt die Rückwirkung der Kriſe noch nicht ſehr erheblich bemerkbar,
da die Großbanken ſich ſchon ſeit einiger Zeit der Ouſtric=Gruppe
gegenüber ſehr zurückgehalten haben. Eine Erſchütterung des
allgemeinen Vertrauens in die Börſe iſt aber heute ſchon im
Publikum ſehr ſtark geworden. Eine Spekulationsmüdigkeit als
Folge der Millionenverluſte in den Ouſtricwerten ſtimmen die
franzöſiſche Kuliſſe außerordentlich ſkeptiſch. Man glaubt, daß
der Ouſtric=Zuſammenbruch, wenn er immer noch weitere Kreiſe
zieht, an der Börſe, ähnlich wie in Deutſchland, eine Stagnation
hervorrufen könnte, die zur Folge hätte, daß ſolide Unternehmun=
gen
und weitere an ſich gut fundierte Häuſer in große Schwierig=
keiten
geraten könnten. Man verſucht daher krampfhaft, eine
Beſſerung durch Durchführung einer organiſatoriſchen Reform an
der Börſe durch Heranziehen von Werten ausländiſcher Geſell=
ſchaften
durchzuſetzen und ſomit die flaue Stimmung in Börſe=
und Publikumskreiſen von vornherein zu beſeitigen. Ob einer
Panikſtimmung jetzt noch vorgebeugt werden kann, erſcheint aller=
dings
fraglich, nachdem der Zahlungseinſtellung der Banque
Adam, deren Aufſichtsrat bekanntlich Ouſtric angehörte, jetzt ſchon
die Zahlungseinſtellung der Banque Lacour et Chaſſeriaud in
Angouleme und der Crédit du Rhöne gefolgt iſt. Die Stimmung
iſt eben ſo nervös, daß nur größte Vorſicht und das Aufrechthal=
ten
von Schwankenden die Gefahr bannen kann, daß auch in
Frankreich etwas Aehnliches wie Kapitalflucht eintreten wird.
Wenn ausländiſche Werte, auf die man jetzt abſichtlich das Publi=
kum
hinweiſt, ſo begehrt werden, daß die Transaktionen die ein=
heimiſchen
Wertpapiere unter ihren Realwert bringen, wird der

heute noch aber ſehr geſund erſcheinen. Einer weiteren Kurz=
arbeit
könnte Arbeitsloſigkeit folgen, von der Frankreich jetzt noch
verſchont iſt, ſchließlich könnten ſich dann auch die 50 Milliarden
Goldreſerven, die ſich Frankreich heute angeſammelt hat und auf
die es ſehr ſtolz iſt, langſam wieder beträchtlich verringern. Die
franzöſiſche Regierung weiß, daß oft kleine Urſachen große Wir=
kungen
haben. Der franzöſiſche Finanzminiſter, der Gouverneur
der Bank von Frankreich und die Leiter der Großbanken waren

zwar zunächſt abgeneigt, die Banque Ouſtric zu ſanieren, da ſie
Ouſtries Kursmanipulationen für die Zukunft doch für ſehr ge=

fährlich hielten, aber ſie entwickeln eine lebhafte Aktivität in der
Stützungsaktion für den Börſenmarkt. Um die Oeffentlichkeit zu
beruhigen, erwägt man nun eine Sanierung der Bank Adam und
verſucht, die wirklichen Werte der durch die Zahlungseinſtellung
der Ouſtric=Gruppe in Schwierigkeit geratenen Unternehmen zu
retten. Auch eine Sanierung der Bank Ouſtric ſcheint man
neuerdings wieder in ernſte Erwägung zu ziehen. Jedenfalls
kann unter Umſtänden der Spekulationseinbruch der Ouſtric=
Gruppe bei unvorſichtiger Regelung der Anfang zu größeren
Schwierigkeiten an der franzöſiſchen Börſe werden.

Zuſammenſchluß der ſechs größken engliſchen
Schiffahrisgeſellſchaften.

Der Daily Herald will wiſſen, daß zwiſchen den ſechs größ=
ten
engliſchen Schiffahrtsgeſellſchaften ein Abkommen zuſtande=

gekommen iſt, durch das der gegenſeitige Wettbewerb ausgeſchal=
tet
und der transatlantiſche Verkehr rationaliſiert werden ſoll.
Die an dem Abkommen beteiligten Geſellſchaften, die dadurch in
keiner Weiſe ihre Selbſtändigkeit verlieren würden, ſeien die
Cunard=Line, die White Star=Line, die Canadian Pacific, die
Red Star=Line, die Anchor=Line und die Atlantic Transport=
Line. Die Geſellſchaften würden künftig gemeinſame Fahrpläne
herausgeben, wobei während der Wintermonate, dem Daily
Herald zufolge, zeitweilig nicht mehr als vier engliſche Dampfer
in einer Woche nach New York fahren ſollen. Dieſe ſechs Geſell=
ſchaften
beſitzen 52 Schiffe und verfügen über ein Kapital von
55 Millionen Pfund Sterling.

Wirtſchaffliche Rundſchan.

Großhandelsindex. Im Monatsdurchſchnitt Oktober ſtellte ſich die
Großhandelsindexziffer des Statiſtiſchen Reichsamtes mit 120,2 um 2.1
v. H. niedriger als im Vormonat (122,8). Von den Hauptgruppen iſt
die Indexziffer für Agrarſtoffe um 3,7 v. H. auf 109,3 (113,5) und die=
jenige
für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren um 1.8 v. H. auf 114,2
(116,3) zurückgegangen. Die Indexziffern für induſtrielle Fertigwaren
iſt weiter auf 146,9 (148,4) oder um 10 v. H. geſunken.
Schiedsſpruch in der oberſchleſiſchen Montaninduſtrie. In dem Ge=
haltskonflikt
der Angeſtellten der oberſchleſiſchen Montaninduſtrie hat die
Schlichterkammer geſtern unter Vorſitz von Oberpräſident z. D. Philipp
einen Schiedsſpruch gefällt, wonach mit Wirkung vom 1. November d. J.
eine Gehaltsermäßigung um 4 Prozent eintreten ſoll. Ausgenommen
hiervon ſind die Gehaltsſätze der Lehrlinge, der Angeſtellten bis 20
Jahre, ſowie das Hausſtands= und Kindergeld. Die neuen Gehaltsſätze
ſollen bis 30. Juni 1931 unkündbar laufen. Für die Annahme oder Ab=
lehnung
dieſes Schiedsſpruches iſt eine Friſt von einer Woche feſtgeſetzt
worden.

Mefallnotierungen.

Die Berliner Metalltermine vom 7. November ſtellten ſich für
Kupfer: November 84,50 (86,50), Dezember 85,25 (86) Ja=
nuar
, Februar, März, April. Mai, Juni, Juli 85,50 (86), Auguſt
85,25 (86) September, Oktober 86 (86,25). Tendenz: ſtetig. Für
Blei; November 29,75 (30,50), Dezember, Januar. Februar
30 (30.50) März. April. Mai, Juni, Juli, Auguſt, September,
Oktober 30.25 (30,50). Tendenz: ruhig. Für Zink: November
29,25 (30,25), Dezember 29,50 (30,75), Januar 29,75 (31), Fe=
bruar
30,25 (31,25) März 30,75 (31,50), April 31 (32), Mai 31.25
(32,25), Juni 31,75 (32,75), Juli 32,50 (33), Auguſt 32,25 (33),
September 32 (33), Oktober 32 (33,25). Tendenz: kaum ſtetig.
Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.

Produkienberichte.

Verliuer Produktenbericht vom 7. November. Wenn auch die höchſten
Preiſe des Vormittagsverkehrs am Lieferungsmarkte ſich nicht behaupten
konnten, zeigte die Produktenbörſe bei Eröffnung doch recht foſte Ten=
denz
. Die Stimmung war allerdings ziemlich nervös. Der hohe Ver=
mahlungszwang
für Inlandsweizen und der die Einfuhr droſſelnde Zoll
wirkten ſich am Weizenmarkte in immer ſtärkerer Nachfrage der Mühlen
aus, zumal das Weizenmehlgeſchäft wieder eine Belebung erkennen läßt.
Da andererſeits das Inlandsangebot nach wie vor knapp bleibt, wurden
eiwa 3 Mark höhere Preiſe als geſtern für prompte Ware bewilligt,
der Lieferungsmarkt ſetzte im gleichen Ausmaße höher ein, im Verlaufe
hörte man jedoch zeitweiſe 1 Mark unter den Anfangsnotierungen lie=
gende
Briefpreiſe. Roggen, der auch für Nahnverladung nur wenia

offeriert wird, folgte der Aufwärtsbewegung. Im Promptgeſchäft lau=
teten
die Gebote etwa 2 Mark höher, am Lieferungsmarkte war lediglich
die Dezemberſicht ſtärker befeſtigt. Weizenmehle werden zu 50 Pfennig
höheren Preiſen lebhafter umgeſetzt. In Roggenmehl zeigt ſich wieder
Nachfrage für billige Provinzfabrikate, die gleichfalls 2550 Pfennig
in den Forderungen erhöht find. Für Hafer hat ſich die Konſumnach=
frage
gebeſſert, und unter dem Eindruck der Befeſtigung am Lieferungs=
markte
war das Preisniveau leicht erhöht. Induſtriegerſte wird zu
ſtetigen Preiſen vereinzelt ſtärker beachtet.

Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.

Frankfurt a. M., 7. Nov.
Im heutigen Vormittagsverkehr war die Stimmung etwas freund=
licher
. Die größeren Auswirkungen der Ouſtric=Affäre in Frankreich
mahnten auch hier zur Vorſicht und Zurückhaltung, obwohl Rückſchläge
für Deutſchland nicht erwartet werden. Die Orderloſigkeit hatte ſich wei=
ter
verſtärkt. Das Anwachſen der Kohlenbeſtände im Ruhrbergbau und
der unbefriedigende Abſatz blieben ebenfalls nicht ohne Einwirkung.
Umſätze wurden nur in geringem Umfange getätigt. Die Kuliſſe gab
verſchiedentlich Material an den Markt, ſo daß ſich gegenüber der geſtri=
gen
Abendbörſe infolge Mangels jeglicher Anregungen zumeiſt Kurs=
abſchläge
ergaben. Die Verluſte nahmen aber kein größeres Ausmaß
an. Eine Ausnahme machten am Chemiemarkt Th. Goldſchmidt, für die
ſich Intereſſe eingeſtellt hatte und 1 Prozent feſter eröffneten. J. G.
Farben lagen bei nicht großem Angebot 1 Prozent gedrückt. Am Elek=
tromarkt
lagen A. E. G. und Siemens zunächſt noch gut behauptet. Nur
Geffürel wurden 1 Prozent niedriger feſtgeſetzt. Stärker gedrückt eröff=
neten
Conti Gummi, die 2.25 Proz. verloren. Bauunternehmungen
waren unverändert. Am Montanmarkt blieben Phönix und Rheinſtahl
knapp behauptet, Gelſenkirchen beſſerten ſich um Bruchteile eines Pro=
zentes
. Stark angeboten waren Tellus=Bergbau; der Kurs wurde vor=
läufig
ausgeſetzt. Eine Taxe von 84 Proz. entſprach einem Verluſt von
zirka 8 Prozent. Verſtimmend wirkte hier eine beabſichtigte Dividenden=
kürzung
. Am Bankenmarkt war die Stimmung eher etwas beſſer. Bei
überwiegend behaupteten Notierungen lagen Reichsbank und Dresdener
Bank etwas höher. Am Rentenmarkt war die Umſatztätigkeit ebenfalls
gering. Deutſche Anleihen blieben gehalten. Von Ausländern beſtand
für Bosnier Nachfrage bei weiter anziehenden Kurſen. Am Pfandbrief=
markt
lagen Reichsſchuldbuchforderungen ſchwächer. Im Verlaufe gaben
die Kurſe unter dem Druck der Geſchäftsloſigkeit weiter um bis zu 1 Pro=
zent
nach. Auch der Schluß der Börſe neigte weiter zur Schwäche, und
das Kursniveau ſenkte ſich abermals um etwa 1 Proz. Am Geldmarkte
machte die Erleichterung für Tagesgeld (4 Proz.) weitere Fortſchritte.
Am Deviſenmarkt lag die Reichsmark gegen Deviſen feſt. Mark gegen
Dollar 4.1953 gegen Pfunde 20.38½/, London-Kabel 4.8582, Paris
123.67. Mailand 92.80, Madrid 42.85, Schweiz 25.03½, Hol=
land
12.06½.
An der Abendbörſe bröckelten die Kurſe überwiegend weiter
etwas ab, da die Geſchäftsſtille und das Fehlen von Orders auf die
Stimmung drückten. J. G. Farben und Schuckert waren angeboten und
je 1,25 Prozent gedrückt. Bankaktien blieben knapp gehalten. Auch
ſpäterhin kamen Umſätze nur noch vereinzelt zuſtande. Renten ohne
Geſchäft.
Berlin, 7. November.
Die Kursveränderungen zu Beginn der heutigen Börſe hielten ſish
in ziemlich engen Grenzen. Die Stimmung war ſchon vormittags etwas
freundlicher, und die Pariſer Bankſchwierigkeiten mit der nun doch er=
folgten
Zahlungseinſtellung der Bank Ouſtric übten keine ſtärkere Wir=
kung
aus. Auch das Anwachſen der Ruhrkohlenbeſtände auf faſt acht
Millionen Tonnen, die Dividendenbefürchtungen in der Montanindu=
ſtrie
und der im letzten Eiſenbericht erkennbare Rückgang blieben ohne
nennenswerten Einfluß. Die geſtrige Rede Dr. Silverbergs in Ueberſee=
Clubs und ſeine Forderungen nach freier Wirtſchaft waren Gegenſtand
der Unterhaltung, und die feſteren Auslandsmeldungen ſowie die Reichs=
ratsgenehmigung
des Geſetzentwurfes über die Deutſche Golddiskontbank
regten etwas an. Im Verlaufe wickelte ſich das Geſchäft in außerordent=
lich
ſchleppenden Formen ab. Bei kleinſten Umſätzen gaben Papiere,
wie Reichsbank, Schultheiß und Waldhof bis zu 1,5 Prozent nach. Im
übrigen hielten ſich die Abbröckelungen im Rahmen von etwa 1 Proz.
Die Verſtimmung am Effektenmarkt wurde durch die ſchwache Haltung
der Reichsſchuldbuchforderungen, die weiterhin bis zu 1.5 Prozent ver=
loren
, zurückgeführt. An dieſem Markt ſtörte die Ausſtattung der neuen
Reichsſchuldbuchforderungen aus dem deutſch=polniſchen Liquidations=
abkommen
mit anderen Zinsterminen, nämlich 15. April und 15. Okt.,
ſtatt 1. April und 1. Oktober, aus der man Lieferungsſchwierigkeiten bei
einem etwaigen Durcheinanderhandeln befürchtet. Anleihen behauptet.

Reichseinnahmen u. =Ausgaben im Sepken

Nach Mitteilungen des Reichsfinanzminiſterium
im September 1930 (alles in Mill. RM.) im ordenti
halt die Einnahmen 685,8 und für die Zeit vom
Ende September 5200,6, während ſich die Ausgaben
bzw. 5655,3 ſtellten, ſo daß ſich für September eine 78
von 410,2 und für die Zeit ſeit Beginn des Rechnum
Ende September von 454,7 ergibt. Im außerordenttt

halt betrugen die Einnahmen im September 11,3 unda
des Rechnungsjahres 631,8, darunter aus Anleihen
rend ſich die Ausgaben auf 30,7 bzw. 158,9 ſtellten. O=
mithin
im außerordentlichen Haushalt für September:
ausgabe von 19,4 und für die Zeit vom 1. April bi=
tember
eine Mehreinnahme von 472,9. Der Abſchal
wie folgt:

ür den ordentlichen Haushalt ergibt ſich unter
gung des Fehlbetrages aus dem Vorjahre von 465.0

der außerordentlichen Tilgung der ſchwebenden Schh.
von 300,0 bei der erwähnten Mehrausgabe aus H
April bis September 1930 von 454,7 ein Fehlbetrau
tember von 619,7; für den außerordentlichen HausHf
der Fehlbetrag Ende September nach Verrechnung de
ges aus dem Vorjahre von 771,7 und der Mehreirm,
den Monaten April bis September von 472,9 auf
geſamt ergibt ſich mithin ein Fehlbetrag von 918,5.
ſollbeſtand des Reichs am 13. September 1930 ber,
wovon 1275,0 verwendet worden ſind, ſo daß ein R1
der Hauptkaſſe und den Außenkaſſen von 14,0 vorhin
Die ſchwebende Schuld hat ſich von 1250,8 Ende Augri,
Ende September 1930 erhöht.

Amerikaniſche Kahelnachrichten.

Es notierten nach Meldungen aus Chicago
Getreide. Weizen: Dezember 74,25, März 78½
Juli 81½; Mais: Dezember 73½, März 76,75, Mai a
Hafer: Dezember 31½, März 33½, Mai 35½; Roggu
42,75. März 47½, Mai 49.
Schmalz: November 11,425, Dezember 10,80, Jamtm0n
März 10,40.
Speck, loco 14,50.
Schweine: Leichte 99,25, ſchwere 9.109,35;
fuhren in Chicago 26 000, im Weſten 77 000.
Baumwolle: Dezember 10,97, Januar 11.10.
Es notierten nach Meldungen aus New York
Schmalz: Prima Weſtern 12,35; Talg, extra lou
Getreide. Weizen: Rotwinter, neue Ernte 9698
neue Ernke 86½; Mais; loco New York 918
wheat clears 4,204,50; Getreidefracht nach Englann
nach dem Kontinent 78 C.

Kleine Wirtſchaftsnachrichten.

Die Preisindexziffer der Metallwirtſchaft ſt1
5. November 1930 auf 75,8 gegen 75,2 am 29. Oktobe-
ſchnitt
1909/13 100), ſtieg alſo um 0,8 Prozent.
Nachdem vor einigen Tagen die Berliner Bäcks
beſprechungen über die Brotpreisfrage abgehalten
am Mittwoch im Germaniahaus in Berlin Vertre=
mania
Zentralverband Deutſcher Bäcker=Innung
Sitzung zuſammen. Ueber die Verhandlungen wurdn
herausgegeben ſondern die gefaßten Beſchlüſſe
Reichswirtſchaftsminiſterium mitgeteilt.

furter Hypothekenbank Antrag auf Zulaſſung zu.
Börſe geſtellt.
Die Süddeutſche Mühlenvereinigung hat der
Weizenmehl Spezial 0 um 25 Pfg. auf 41,75 RM.
gramm ab Mühlenſtation erhöht.
In der Aufſichtsratsſitzung der Brauerei Ge
Fürth i. B., wurde beſchloſſen, für das am 30. S
abgelaufene Geſchäftsjahr bei reichlichen Abſchreiburn
ſtellungen die Verteilung einer Dividende von wiedn=
vorzuſchlagen
.
der
verſammlung findet am.

Berliner Kursbericht
vom T. November 1930

Oeviſer
vom 7. Nowzu

Mede
Danatbank
deutſche Bant u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Tonti=Gummi
Deutſche Cont. Ga
Deutſche Erdöl

Afe
150.
110.50
110.75
75.50
122.50
74.25
14.375

69.
133.
35.
25.75
110.75
67.75

Eleftr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bow.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
renſtein & Koppell

Kr
139.875
86.
120.25
84.50
74.
7.375
191.
70.125
77.
72.75
35.
59.50
75.375
47.50

Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoffl
Verein. Stahlwerk
Weſteregeln Alkal
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke

149.
49.75
261.

Anra
68.25
192.50
68.
27.
48.50

63.50
135.
63.50
35.25

Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſ
Sofia
Holland
Kopenhager
Lslo
Stockholm
London
Buenos-Aires
New York
Belgien
Italien
Paris

Mie
100 finn. Mk.)
100 Schilling
100 Tſch.Kr.
00 Pengo
1100 Leva
00 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 2.Stg.
Pap: Peſol
Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Francs

heioBrief
0.5481 10.56
59.02 59.14
12.432/ 12.452
73.345 73.48

3.067 3.04
168.73
112.10
112.13
112.37
20.361
1.452
4.1915
58.45
21.94
6 462

169.0
112 3:
112.*
112.5c)
20.40
1.45
4.199
8.57
21.98
16.502

Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janetroll Milres- 1
Jugoſlawien 1100 Din
Portugal

Athen
Iſtambu
Kairo
Kanada
Uruguay
Jsland
Tallinn Eſtl.)
Riga

Miee
100 Fr1
100 Pe
100 Giz
Den
100 Esc-
00 Dr .
1 türt.
ägypr=
canad
o
1 Goldr
100 eftlr
10eſtr3
00 La

Frankfurter Kursbericht vom T. November 1930.

7% DtſchReichsanl
6%
60 Baden..
30 Bayern..
3
3% beſſen v. 28
v. 2!
6% Preuß. Staat.
8% Sachſen .....
% Sachſen ....."
7½ Thüringen ..

Dtſckie. Anl. Auslo=
ſungsſch
. 4:/,Ab
löſungsanl. . . . .
Otſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.)

Dtſche. Schutzge=
bietsanleihe
..

8% Baden=Baden.
6% Berlin ......."
8½ Darmſtadt v. 2
8%
v. 28
70 Tresden ..
8% Frankfurt a. M
Schätze. . .v. 29
70 Frankfurtv. 20
6
u 26
8% Mainz......
8% Mannheim v. 26
6%
v. 27
8% München.
8½ Nürnberg
8½ Aiesbaten

98.75
7I.
99
Rre
86.5
89.25
95.5
98.5
80.5

3½ Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſen .Goldobl.
8½Kaſſeler Land. Goldpfbr..

32 Naſ. Landesbl

2.4

85.5
89

78

94.75
82
72

73.5
91.75

86.25

8 ½ beſt. Landesbt.
Goldpfbr. . . . . .
Goldpfbr
8% Goldoblie
4½½ Heſſ. Lds.
Hhp.=Bk.=Liauid
P/.% Kom.-Obl.
8% Preuß. Ode.
pfbr.=Anſ. G. Pf.
s2 . Goldoblig.

83".
75.5

4½½

Liqu. Obl.

Dt. Komm. Sam
mel=Ablöſ.=Anl.
*Ausl. Ser.
*Ausl. Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)

2 Berl. Hyp.=B1
4½%-Liqu.=Pfbr
8% Frkf. Hyp.=Bt.
4½% Lig. Pfbr.
*
Pfbr.=Bk.

Lig. Pfrb.
% Mein. Hyp.=Bi.
½% Lia. Pfbr.
18 Pfälz.Hhp.=Bk.
4½% Nia. Pfbr
8% Preuß. Boden=
cred
.=Banf
½% Lig. Pfbr.
8% Preuß. Centrl.
Bodencr.=Ban?".
4½% Lig. Pfbr.
8% Rhein. Hyp. Bf.
½% -Lia. Pfbr.
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.-Credit .. . . .
8% Südd. Bod.
Cred.=Ban
4½% Lia. Pfbr
8% Württ. Hyp.=B.

Rre

98.5
85
100-,
84.
84.75

51.1
69

13.1

96
96
84.5
96.75
93.5
84.25
98.5
931/.
86
99
94.5
86.9
100
87.5

99

5% Daimler=Benz!

100
84
100
92
BE.6

97.5

R 5
93
86:),
g7.75

% Dt. Linol. Werke
2 Klöckner=Werte
70 Mainkrw. v. 26
% Mitteld. Stahl.
8% Salzmann u. Co.
%Ver. Stahlwerle
8% Boigtck Häffner

.G. Farben Bond=

5% Bosn. L.E.B.
5
L. Inveſt.
4½% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½%
49
420 Türk. Admi.
4
1. Bagdad
49
Bollanl.
½% Ungarn 1913
½‟
1914

Goldr.
1910
Aktien

Aig. Kunſtziide unn
A. E. G.........
AndregeNoris Zahr
Aſchaffbg. Brauerei
Bellſtoff
Bemberg J. P. ..
Bergm. El.=Werfe.
BrownBoverickCie
Buderus Eiſen..."
Cemen. Heidelber
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſel
Chem. Werle Albert
Chade
Contin. Summiw.
Linoleun
Daimler=Benz AG.
Dt. Atl. Telegr.
Erdöl .......
Gold=u. Silber=
ſcheide
=Anſtalt .

A
92
80.5
80.25

Re
93

93.

Ae

14.05
6.85

23.4
23.1

68.75
115
101

80-I.

172
30

124.5
128

99
66.25

134

Dt. Linoleumwerke
Eiſenhandel. . .
Dyckerhoff u. Widm.
Eichbaum=Werger.
Elettr. Lieferg.-Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwert.
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaume
Friſt. Gas.
Hof.
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwert
Geſ. f.elekftr. Untern.
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchiner
Grün & Bilfinge=

Hafenmühle Frift.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfbr
Hindrichs=Aufferm
Hirſch Kupfer.....
Hochtief Eſſen
Holzmann. Phtl
Ilie Berab. Stamm
Genüſſ
Junghans
Fal' Chemie.
Aſchersleben
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R.. . . . .
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerte .

Lahmener & Co.
Laurahütte
Lech, Augsburg
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metalll
Ltz Gebr. Darmſt

122
202.5
32
145
98.5
139.75
60
92.5

47

45
27.25
156

137.25
81
60.5
118

93.75
120

Dra

Miite Rch
Mainzer Akt.=Br...
Mannesm.=Röhren
Mansſeld Bergb.
Metallgeſ. Franrf.
Miag. Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Cberurſel

Oberbedarf
Phöni Bergbau

Reiniger, Gebbert
Rh. Braunlohlen
Elektr. Stamm.
Metallwaren".
Stahlwerte..
Riebeck Montan.
Roeder Gb. Darmſt
Rütgerswerie

Sachtleben u. G.
Salzdetfurth Kalt
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind
Schramm, Ladfab
Schriftg. Stempel.
Schuckert Eleftr. .
Schwarz=Storchen
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halete
Südd. Immobilien
Zucker=A. G..
Soeneio Tändſtias

Zeilus Bergbau.
Thür. Liefer.=Gei.
Tietz Leonharo ..
Tncher=Brauerei.

Antertranter

Beithwerte
Ber. f. Chem. Int
Stahlwerke
Strohſtoffabr.
Ultromarin ...!
Bogtländ. Maſchin.

73.1
149
71..

122.75
80
79.5

92

135
260
210
186
65.5
104
132
124

1.n5
30
132.5

Si.as

128.5
38.:

Boigt & Haeffner. 150

Micke
Wegelin
Weſtereg e:
Zellſtoff-:
Walde
Mem z

Allg. D1.4
Badiſche2
Bi. f. Bre-
BarmerL
Bayer. 2=
Berl. b.-
(r!
Comm.
Darmſt.
Di. Ban-
Di. Eff.
Dresdenr
Frantf. *0
Eyp.1
PſdaZ
Mein. 6ta
Lſt. Cree

Pfähz. Sr-
Reichsber

Rhein. Kx1
Südv. B
Wiener
Bür

Fll. 2o1
7%2.Z
Hapag.
Nordd.
Südd Ex

*
P9
Franlor=
Mann

Orcvi Ar
Rn

[ ][  ][ ]

Billiger als
3 Pfennige
pro Tasse.

Seite 15

Samstag, den 8. November 1930

17.
(Nachdruck verboten.)
tHem aus bekannten Gründen auf meiner Ab=
leiben
. Außerdem gibt es eine Uboots= An=
iralität
, daß Ausländer deutſche Uboote aus
ſohesverteidigung nicht betreten dürſen.
aich ſelte einen ſchnellen Blick mit dem Konſul und
ſchweigend zugehört hatten. Seine Geſtalt
z ſuſche doch, daß dieſer Herr mitfährt. Er hat um
be Heimat mehr.
ndant wandte ſich an den Franzoſen.
*
uucſt Tat heiſcht unbedingte und wärmſte Aner=
ſenher
zu abene) kann die Verantwortung nicht übernehmen.
leiſſch
nugil ihm ins Wort.
dehme ich ſie, Herr Kommandant!

Ein Roman aus der Wirklichkeit
Uin Dufteehr /
Don Thee vom Berge

unten, dann wurden die raſenden Exploſionen rhythmiſcher, und
immer ſchneller nahmen beide Dieſelmaſchinen ihren Hammer=
takt
auf.
U 406 war in Fahrt.
C 25 ſah durch das Turmfenſter, wie ſich der Bug ſcharf ins
ſpritzende Waſſer bohrte, und dann geradeaus der offenen See.
entgegenlief.
Klar zum Tauchen!
Wieder kamen Meldungen von der Zentrale. Plötzlich ſchrillte
eine Alarmglocke. Das Turmluk flog zu, und faſt zugleich ſchwie=
gen
die Dieſelmaſchinen.
Einen Augenblick empfand C 25 einen leichten Druck im Ohr,
der ſich wie ein Sauſen bemerkbar machte. Es wurde ſtill. Aber
es war keine wirkliche Stille. Nur ein Wechſel war es.
Abermals ein Kommando.
Fluten!"
Alle Teile der komplizierten Maſchinerie gerieten vom tiefen
Brummen in pfeifendes Schwingen. Die ganze Tonleiter ſummte
der Tauchorganismus hinunter, und der aufmerkſame Beobachter
hatte das körperliche Gefühl von Einſtrömen gewaltiger Waſſer=
maſſen
.. Dabei ſahen ſeine Augen durchs Turmfenſter, wie der
Bug ins Waſſer tauchte, die Reeling ſchäumend in die Wogen
ſchnitt, die Giſcht den Turm eine Zeit lang umſpülte und dann
draußen alles in das zauberhafte Zwielicht der dämmernden Tiefe
gehüllt war.
Nur die Lampen leuchteten ſanft und matt, und der leiſe
bebende und ſingende Rhythmus der elektriſchen Maſchinen unter=
brach
die jetzt wirkliche Stille.
Noch einmal ein Kommando.
Zwanzig Meter einſteuern! Beide Maſchinen halbe Kraft
voraus!
Der Kapitänleutnant, der bisher ſchweigend durchs Sehrohr
die Vorgänge an der Oberwelt verfolgt hatte, wandte ſich an
ſeine Gäſte.
So, meine Herren, jetzt ſtehe ich zu Ihrer Verfügung. Darf
ich Sie bitten, mir zu folgen!
Hurtig kletterte er die Treppe zur Zentrale hinab. Er warf
einen flüchtigen Blick auf Manometer und Kreiſelkompaß. Das
Boot lag auf der befohlenen Tiefe. Nach einigen Worten mit
dem dienſthabenden Ingenieur führte er ſeine Begleiter durch ver=
ſchiedene
Räume in eine kleine Meſſe hinter dem Bugtorpedo=
raum
.
Hier iſt Ihr Reich für die nächſten Tage!
Der Koch, der einem Matroſen bei der Anbringung einer

we licht ablehnend.
Hugſt befehlen
jeHle es!
api ckeutnant wandte ſich an ſeine Offiziere und den
ſi, ſie haben gehört, daß Seine Hoheit die Ver=
uſich
nimmt.
gt auuſer Franzoſen zu.
w hoher Protektor ſo warm für Sie eintritt,
ir an Bord herzlich willkommen!"
einnmpurde kurz Abſchied genommen. Dann klapp=
iken
gel. Das Deck war mit einem Schlage leer. Das
daſ m Biſuſt auf, fuhr noch einmal um die Yacht herum
1ü te inait aufkommende Biskayadünung. Ebenſo laut=
ound
ar, wie es aus ſeinem Element gekommen, ſank
ſede Kurze Zeit noch zog das Sehrohr einen kleinen
eifenamer ſich her. Dann war auch dieſes letzte, ſicht=
en
m Pootes verſchwunden.
Heimaer tgegen
Mſtg ſchaukelte das Rennboot wieder ſanft an der
Ja wafen von San Sebaſtian.
XII. Kapitel.
ſe huin zufielen, ſtand C 25 neben dem Prinzen im
n Tku und verfolgte mit Spannung die Vorgänge,
mmumtußten. Plötzlich ein Kommando.
hewan Steuerbord! Beide Maſchinen große Fahrt!
Iuſercle kamen Antworten. Das Boot begann wild
Ghunregelmäßiges, wütendes Fauchen ertönte von

zweiten Hängematte geholfen batte, ſervierte eine Flaſche guten
deutſchen Weines. Klingend ſtießen die Gläſer an.
Auf Glück und gute Reiſe!
Die beiden hatten ſich bald in die veränderte Lage gefunden.
Es ſchien, als wolle die Fahrt ohne Zwiſchenfall verlaufen, ſo
ruhig war es an dieſem Tage. Die ganze Zeit über ſaßen die
beiden Kommandanten auf dem Turm oder ſtanden irgendwo im
Boot und ließen ſich alles erklären. Nur die Mahlzeiten ſahen
ſie mit den Offizieren in der gemütlichen, kleinen Meſſe. Dann
klangen gewöhnlich Schallplatten aus den Mannſchaftsräumen
zaghaft herüber, in denen ſich die Freiwachen aufhielten.
C 25 war etwas enttäuſcht. Er hatte ſich die Fahrt auf einem
Uboot aufregender vorgeſtellt. Dauernd umlauert von Gefahren.
Seine Phantaſie hatte ihm manches vorgegaukelt, das ſich an Ort
und Stelle ganz harmlos entpuppte, ja, faſt jeder Romantik ent=
behrte
. Nichts ſchien einfacher, als die Fahrt auf ſolch einem
Schiff.
Am ſpäten Nachmittag, man ſaß gerade wieder beim aro=
matiſch
dampfenden Kaffee, ſchrecktes ein lautes Ahoi in die
fröhliche Stimmung. Der Kapitänleutnant legte die Muſchel
des Sprachrohrs an ſein Ohr.
Was? Komme ſofort!
Er riß ſeine Mütze vom Haken und ſtürmte nach hinten.
Kommandos gellten durchs Boot. Die Alarmglocke ſchrillte ſekun=
denlang
.
Der Koch räumte haſtig den kleinen Tiſch ab. Klappte ihn
und die Stühle zuſammen und ſtellte ſie in irgendeine Ecke. Mit
ein paar geſchickten Handgriffen ſchoben die Torpedomatroſen die
Wände der Meſſe zuſammen und machten aus dem anfangs ſo
wohnlichen Raum einen freien Platz zum beſſeren Hantieren. Der
Prinz ſchaute ihnen erſtaunt zu.
Was iſt los?
Die Leute zuckten die Achſeln.
Wir wiſſen es noch nicht genau. Vielleicht irgendein Kaſten
in Sicht. Hoffentlich gibt’s bald mal wieder einen Schuß.
Der Maat ſtreichelte verliebt die blanken Torpedos in ihren
Geſtellen.
Kommen Sie!
Der Prinz ging mit C 25 in die Zentrale und kletterte die
Turmleiter in die Höhe. Sein Begleiter ſah plötzlich die fie=
bernd
geſpannten Mienen der Leute, die, ohne eine Notiz von
ihnen zu nehmen, ihre Handgriffe taten. Das Boot ſank. Man
tauchte. Da mußte etwas ganz Beſonderes vorgefallen ſein.
Im Turm erſt erfuhr er, um was es ſich handelte. An Back=
bord
voraus ſchoben ſich Rauchfahnen über den Horizont und,
da man nicht wußte, ob man es nicht mit einer Suchgruppe zu
tun habe, hatte man ſich vorläufig einmal geborgen. Mit dieſen
ſei nämlich nicht gut Kirſchen eſſen, meinte der Kommandant.
(Fortſetzung folgt.)

sige Haut, Pickel, Mitesser
zinen Teint beseitigen und verhindem
ERBA-SEIFE
ERBA-CREME
hoken, Drogerlen und Parfümenlen.
3Olſe verstärkt RM 1
.65,
niy Tuben fetthaltig, fetttrei RM -.80, RM..85.
atig RM .80.

ſenſliheater Darmstadt-Perkeo
yntatz, Movember 1930, nachmittags 3 Uhr
1penlllschen und die Goldspinnerin
tmnursng Uhr.
Kaſſenöffnung 2 Uhr.
hrtesikauuf ab Sonntag Vormitta 11 Uhr.

Elinxt. Sperrſitz 50 5, II. Platz 30 5
Direktion E.

Schreib=
Rechen=
und alle anderen
Butd=
maſchinen

liefert neu und ge=
braucht
, repariert
und reinigt
Heinrich Lauk
Darmſt. Ecke Rhein=
und Grafenſtraße.
(16331)

Ihr Sprechapp.
wird in kürzeſt. Zeit
fachgemäß repariert.
Neue Apparate
preiswert!
Schallplatten
von 50 Pfg. an.
Carl Lorſch,
Pankratiusſtr. 2¼.
(16082b)

INTEN-GEDENKFEIER
der Nat. Soz. Deutschen Arbeiterpartei
Ortsgruppe Darmstadt
Morgen Sonntag, den 9. Movember 1930
vormittags 10 Uhr, in der
MooGs-TURNHALLE
Saalöffnung 9.15 Uhr Zutritt frei!

zinkirchweiheinAuerbach
Sonntag, den 2. Nouember 1930,
von nachmittags 3 Uhr ab, findet im
Hotel zur Krone
Wes Tanzvergnügen
Sien statt. Die Musik wird von der Kapelle Lulni-Bensheim
Gerränke und Speisen in üblicher Güte zu soliden Preisen
Neundlichst ein d. Molschenbacher u. Frau.

SIE MOGEN KEINEN ANDEREN
Die Kinder haben recht, denn Van Houten’s Cacao
wird ausschlieslich bereitet aus Bohnen allerfeinster
Qualität, ist schmackhaft, hat einen hohen Nährwert
und ist leicht verdaulich. Van Houten’s Cacao ist
ein absolut reines Nahrungsmittel, weil zur Entfernung
der Schalen die besten und modernsten Maschinen
gebraucht werden. Auch ist Van Houten’s Cacao
vorteilhaft, denn durch das Spezialverfahren, das seit
der Erändung des löslichen Cacaopulvers im Jahre
1828 von C. J. van Houten das Fabrikgeheimnis der
Eirma Van Houten geblieben ist, ist Van Houten’s
Cacao so kräftig dass für die Herstellung einer Tasse
vorzüglichen Cacao äusserst wenig Pulver nötig ist.

Sell Mere

MMF Seeheim, Bergstr.
kragak
ITov., abends 8 Uhr
krabend
uartinsgans-Eesen in
Fäummen.
(16300b

Warum denn E. H. B.7
1 2 Ausnahme age Samstag und Sonn ag!
Rippchen (volle Portion). Krant u. 1 Glas
Rummelbrän 1 Mk., Mittagstiſch v. 0.50 an
bi voller Portion, S.tzg lege heit u. ohne
Bierzwang. Fernei empfehle täal friſch.
u geſalzenes Schweinefleiſch, Brat= und
Hau macher Wurſt in b kannter Eüte
Wirtſchaft u Metzgerei Frz. Buttler
Land vehr jr. 62 (*) Telephon 3187.

VAAATOTdeTS

Seit 100 Jahren die führende Weltmarke"

V15514

[ ][  ]

Seite 16

Samstag, den 8. November 1930

Brauerei Schul
Schloßgasse 25 Telephon 1816
Samstag und Sonntag
KONZERT
tezro Spezialbier
Auswahlreiche preiswerte Küche
Spezialität: Dippehaas, Leberknödel

Rummelhräu-Festsaal
Rheinstraße 101 Telefon 2519
Sonntag, 9. November

8aalöttnung 7 Uhr () Eintritt frei!

Restaurant Reichshof

Spezlal-Ausschank
WürzburgerHefbräu

Sonntag
KONZERT

Hotel u. Restaurant Post
lunks am Hauotbshnhof Tel 2463

Heute Samstag, morgen Sonntag
Konzert u. Tanz

Im Ausſchank diſchinger Erport
ff. Federweiſen Glas 0.25

Patterich
Liesſtraße 2 (t4zöba
7 Täglich Konzert
Guter Mittag= und Abendtiſch.

H
C. J. Luther
der bekannte Sportsmann und
Schri tſteller

in der Aula
des Ludwigs=Georgs Gymnaſiums
mit Lichtbildern. 16329
Sportkameraden ſind willkommen.
Unkoſtenbeitrag 50 Pfg.

Ski=Club Darmſtadt Odenwald

D
Sonntag, den 9. Mov. / Montag, den 10. Nov.
vormittags 11.15 Uhr nachmittags 2½, Uhr
Das hocbinteressante neue Filmwerk

HELI

mit Vortrag des Herrn Oberingenienr Vogelsang, dem Schöpfer des Filmes
Das SchwueizerLaz

Aus dem Inbalt: Einfahrt in den Basler Rheinhafen, In und um die Berneralpen. Rund um den
Thunersee mit den wundervollen Schlössern. Mit der Jungfraubahn hinanf zum ewigen Schnee. Die einzigen
Aufnahmen der Welt. Mit dem Filmsonderzug anf der Lötschbergbahn von Spies durch die Alpen
nach dem Simplon in Wallis. Beim größten Kraftwerkbau Baropas: Das Grimselwerk‟ (300000 PS). Geheim-
nisse
eines Glockengusses in Engelberg Winter in der Schwelz. In St. Morltz. Sensatlon, fabelhafte
Zufallsanfnahme. Erstes Bobbrennennnglick seit 50 Jahren.

Jugendliche haben Zutrltt.

Kartenvorverkanf an der Tagestase.

Nur noch 3 Taxe!

Ein Film für den verwöhnten Geschmack
Ein volkstümlich wirksamer Pablikumsschlager aller
ersten Banges.
Werner Fuetterer, Betty Amann m

ObooeooooedeTesem
7 STADT HAuN
Samstag und Som
Serstkl. KUnstiler-!
Soesoveseevelecsel
esosesosesselesendl

Hente Sonmabend die große Premiere!"

Die gefeiertste Frau der Leinwand und Liebling de
Pablikums in einem Schauspiel mit exotischem
Hintergrund.

Oalle Burschenherrlichkeit

MifR
Das frohe Leben am Neckarstrand hat für manche ein
schweres unerwartetes Ende gefunden. Einen nenen
Stndenten rief der Ernst des hentigen Tages ins
Leben, den Werkstndenten, der um sein täglich Brot
schwer ringen muß.

Im Beiprogramm:
Der neueste Micky-Film:
Das Dampfroß steigt‟

Jugendliche haben Zutritt!
Beginn 3.30, 5.45, 8.10 Uhr.
Heute und folgende Tage!
PALAST

Launis Kon=
Rf
Mic Kchm
Kiung Bnfän

Ein Liebesabentener anf Jara, dem Märchen in
tropischer Glut.
Bilder voller Pracbt und Schönheit. Handlung voller
Spannung und schwüler Atmosphäre.

ür Ingendliche verhoten.
Beginn 3.45, 6.00, 8.10 Uhr.
Ehren- und Freikarten aufgehoben.

Ein Doppelprogranm bester Analität.

PALAST

Jenny Jugo in
Der Bund der Prei
Regie: Hans Behrendt
Ein Bildwerk von größter Spannung von Liebe, Haß
und Leidenschaften, In stürmendem Tempo jagt der
Fim in packenden Szenen durch Berlin

Dita Parlo in
Das Fräulein vom Kleiderlager
Regie: Julien Durivier

Dita Parlo verkörpert hier ein kleines Mädel aus der
Prorinz, das alg verführerisches Mannegnin in der
Liebesstadt Paris Kartiere macht.

Beginn 3.30 Uhr.

G.16320

Beinſtube Ston
Heute Abendo
Dippeh
Smit Kartoffel:

Soderſtraße 6½
MI.
Seeeeeeeeeselleen

Reſitaurant Sil
Inh.: Bilh. Beutler Ecke Son)
Heute Samstags!
morgen Sonri
Schlacht

Restaurallen
Palaisga
Saalbauſtraße
Heute Soblau

mit Konzet
Es ladet ein m

Martinsbiel
Samstag und Sur)
Schlachtfest mill
Spezialltät: Ff. Sch Ui

Es ladet freundlicr!
Ludwig Dorn Liebfrauei

S wozuh
Robert Kümmerleind

Erbscherstraße

Heutel
Metzelſuppema
Rummel=Spezial p.*
Deutscher!
Jnh. Ludwig 7l

Beſuchen Sie
Schweizerhaus in

an Wochentagen 74
und Schallplatten!
eine Port. Café, Tee oder
mit 2 Stck. Kuchen oder
Zentral=Heizu
Beſitz

General Litzmann, der Sieger von Brzeziny
Gottfr. Feder, der Programmatiker der N. H. D. A.
ſprechen heute abend 8 Uhr in der
Saalöffnung 6.30
Unkoſtenbeitrag 50 H. Karten im Vorverkauf auf der Ge=
Nat.=Soz. Deutſche Arbeiter=!)
ſchäftsſtelle der N. S. D. A. P., Soderſtraße 27, in
ſämtlichen Parteilokalen und an der Abendkaſſe.
CoLtTALIU (Sitlerbewegung) Ortsgruppe Da-c

(Dle Halle ist gut durchwärmt.)

Die bekannten Bauernspieler v. Theaterdort
Schliersee bringen hente Samstag, 8. Nov.
und folgende Tage den aktnellen Schlager-

ao

Wer kol, der ko‟

hok, der hok?!

Mew Re 4
Brüder Atzinger‟

genannt Die bayrischen Sclareks in einem Vorspiel
und 2 Akten von Karl Uittermayr
So hat Darmstadt noch nie zelacht!

O eee4
stand Tanptvost 2. De Wa=
(16268

16362)

Hente bis 3 Uhr nachts geöffnet

DIABT. RALSKHLLEK
Samstag und Sonntag
(16333
Spezialität: Has im Topf
Mittag- und Abendessen von Mk. 1.30 an
Fritz Niemann.

Großes Haus 133bisnach 22/ Uhr
Hessisches
E7

Landestheater

Samstag
8. November 1930

Kleines Haus 2021.30 Uhr

Elisabeth von England
Schauspiel von Ferdinand Bruckner
Preise 110 Mk.

Zweiter Beethoven-Abend
des Drumm-Quartetts
Preise 1, 2, 3 Mk

Tagnasburg-Kasine
Dieburgerstraße
16024a
Täglich geöffnet bis 3 Uhr nachts AONOPOL HEUTE
UHR
Bleichstraße (6365)
bis B geölfnet Ke
Während des Umbaues geht der Innenbetrieb
nach wie vor ungestört weiter. Gleichzeitig hört
man am Samstag u. Sonntag nachm. u. abends den
Zitherkünstler Emil Liebeck.

Hafdere

bei
chrlstlan

IRNOLN

am weißen Turm
(15538a1


Netzempf. f404zprk
Inſelſtr. 15, II.

ORPHE

(Märchenthest -.
Sonntag,9. Nov., nache
Einmalige Autarl
Schneeweidechen 1./
in 3 Bildern von R.7
Vorverk: de Waalu V

Preise von 30 Pie bis

Ersles Reinheimer Lichle!

Famstag
den 8. Norember läuft unser den 2.
Großes Doppel-Programm!
Die Goldmineven Santel
In der Hanptrolle: Tom I
II. Programm:
Das Geheimnis vond
Nach dem Roman Der gestohlene bect 7.
Neueste Wochenschaul
Tonntag 3 Uhr H2 u P 4ver2:-

Voranzelge:
Sonntag, 16. November 1930, abends 20 1h4
schausplelschiller Waldemar4ch
als Einlage aus Werken von Geibel und 8e44