Kinzelnummer 10 Pfennige
Nrlel
Tauttr
A4
TatN
Bezugspreis:
Anzeigenpreis:
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
ifegaligem Erſcheinen vom 4. Oktober
:—18 Reſchsmart und 22 Pfennig
Murzeholt 2.25 Reichsmarl, durch die
ettbsmart frei Haus. Poſfbezugspreis.
Mellgeld monatlich 2.25 Reichemart.
Für Aufnahme von Anzelgen an
wird nicht übemommen.
Nicht=
eri-Nummern infolge höherer Gewalt
9Es zieher nicht zur Kürzung des
Me gellungen und Abbeſtellungen durch
Mil indlichkeit für uns. Poſiſchecktonio
ſ rmiſurt a. M. 1304.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iluſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſebenen Origlnal-Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 301
Freitag, den 31. Oktober 1930.
193. Jahrgang
27 mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichepfg. Rellamezelle (92 mm
breit)2 Reichsmark. Anzelgen von auswärte 40 Reſchspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reichepfg. 92 mm breite
Reklame=
zelle 3.00 Reichsmart. Alle Preiſe in Reichsmark
ſ4 Dollar — 420 Markt. — Im Falle, böherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strell uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konſurs oder gerichtlicher Beitreibung fänl ſeder
Rabatt weg. Banſionto Deutſche Banl und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Rrechungen in ven Lanveltehlerangen.
40 payeriſche Miniſterpräſidenk beim Reichskanzler. — Finanzielle Zugeſtändniſſe an Bayern.
iie Kabinektsberakungen.
iniſiat mit Bayern über die Poſtabfindung.
* Berlin, 30. Oktober. (Priv.=Tel.)
30 lichskabinett hat ſeine am Mittwoch wegen der Be=
Auswärtigen Ausſchuſſes unterbrochenen
Be=
uwen Donnerstag mittag und abend fortgeſetzt. Am
Abidie Verhandlungen mit den Ländern
ch zuſſchaltet. Der endgültige Abſchluß der
Kabinetts=
natuſ, daher kaum mehr vor Montag zu erwarten.
Nach=
die m dſätzlichen Entſcheidungen bereits getroffen ſind,
zſich jetzt um die Einzelheiten. Um den Geſchäfts=
HIIdehl in /4 Reſſorts durch die dauernden Beratungen nicht ins
ſen Anten zu laſſen, ſind an den Beſprechungen oft nur
Reſſ keniniſter beteiligt. So hat auch am Donnerstag der
ſhructynäniſter Schiele den Beratungen nicht beigewohnt,
neus Au in politiſchen Kreiſen ſchon wieder neue
Kombi=
ternl. 9.
Kaucen und Finanzminiſter haben ſich inzwiſchen
mſſiden Bayern auseinandergeſetzt. Die
Uer teharren darauf, daß ſie auf die Verzinſung
YAſrüche aus der Poſtabfindung nicht ver=
„en küthner, und in parlamentariſchen Kreiſen behauptet man
PJullits, ihter Kanzler und Dr. Dietrich aus politiſchen
Grün=
nachtiglen hätten, obwohl eine Summe von 5 Millionen
erhintzel tut. Darüber hinaus haben aber auch die Bayern
ſie ſſanpſätzliche Klärung verlangt, wie es denn eigentlich
der Findung ſelbſt werden ſoll. Daß Miniſterpräſident
gleſſſttnit den Führern der Bayeriſchen Volkspartei nach
M1 Beigt, daß man in München ſtarkes Gewicht auf
Fugſzg dieſer Verhandlungen legt.
arbenprentngen über die Kürzung der
Angeſtellten=
gehälfer.
Oe Smo k ichsfinanzminiſterium fanden
Ver=
ndlſügen mit den Angeſtelltenorganiſati=
In nyge n einer Kürzung der
Angeſtellten=
altMtamalog der vorgeſehenen Kürzung der
amtſegehälter ſtatt. Das Reichsfinanzminiſterium
1g deſhlurgeſtelltenorganiſationen den Abſchluß einer Ver=
Uſarumys Inhalts vor, daß durch eine Aenderung der
hſtbentzü ſoer Reichsbeamten durch Kürzung eines Hundert=
8 ohſſmeiteres der entſprechende Abzug bei den
Dienſt=
ſelgen AAngeſtellten eintreten ſolle. Die Vertreter der An=
AltenAtoäride erklärten, zu der Frage der Gehaltskürzung
StlAln, nehmen zu können, ehe die Kürzung der
Be=
r entſchieden ſei.
der Aelkeſtenrak kagk.
* Berlin, 30. Oktober. (Priv.=Tel.)
der Acstag hat auch ſeine Sorgen: Der Aelteſtenrat hat
Donnfetag lange beraten und zunächſt einmal den Verſuch
elehntt m= frühere Beendigung der Ferien zu erzwingen. Es
bt daſ) naß das Parlament erſt am 3. Dezember
derſſammentritt. Wegen der Kürzung der
ätenn urde zunächſt einmal ein Unterausſchuß eingeſetzt.
Hauſhjanre war, ob es nicht doch möglich ſei, das deutſche
auf/ m: Wege über den Rundfunk zum unmittelbaren
An=
en deut (exnarverhandlungen einzuladen. Nach dem mißglück=
Erpos ent im Sklarekausſchuß des Preußiſchen Landtags,
de zu hſt, einmal die Vorſicht als Mutter der Weisheit ein=
haltet A olsei die Anregung aufgetaucht iſt, einen Tonfilm —
ja pſciſch vielleicht nur ein Geräuſch=Film ſein würde —
* den uig stag zu drehen. Es ſollen erſt einmal einige
Pro=
veragiltet werden, dadurch, daß die Redner ihre Weisheit
PlatyEſtrrechen, wobei dann jeder Redner zu beſtimmen hat,
we Allmikte er für die Ewigkeit feſtgelegt haben will. Auf
„und dMe AAusſchnitte wird dann gewiſſermaßen ein Extrakt
Rr Rdwtugsſitzung hergeſtellt, der nach ſeiner Vollendung
Aellllenrat vorgeführt werden ſoll, um eine endgültige
cheidRu vorzubereiten. Alſo eine Vertagung, allerdings
Neielick Matur. Wir meinen, daß in einer Zeit großer Not
der Acsstag wichtigere Aufgaben hat, als auch noch teure
emmoykhyllatten vollzureden.
Zenſum und Bayeriſche Volkspartei reiten
Enwäug gine ſcharfe Attacke gegen die
National=
alſcun., und der Aelteſtenrat mußte ſich ebenfalls mit
der EyN Gefaſſen. Der jetzt nationalſoziailſtiſche Graf
Re=
tow enne ſehr unvorſichtige Bemerkung über die Abwan=
Hug dih ſiuggend aus der katholiſchen Kirche gemacht, die er im
Endgrax, machträglich korrigiert hat. Daraus wird ihm der
RwurfKitet. Fälſchung des ſtenographiſchen Berichtes gemacht.
* Reic aaspräſident hat eingreifen müſſen. Ein hochoffiziel=
Driegshgel hat ſich entſponnen, und die Parteien werden
MnDätzich zn der Frage Stellung nehmen müſſen, wieweit das
Teot de Binselnen Abgeordneten auf Korrekturen des
Steno=
amms A ier Reden gehen ſoll.
Dei WBeſprechung der Platzverteilung im Sitzungsſaal auf
eniclen Parteien ergab ſich wieder die Differenz zwiſchen
* Jatlſteicozialiſtiſchen Partei und der Deutſchnationalen
Aspark Doie Deutſchnationalen verlangten mit der
Begrün=
ans, da ce ldie am meiſten rechts gerichtete Partei ſeien, den
Wberſteni ar der Rechten. Die Nationalſozialiſten wollten dies
AS Bltn Ri. iie He He eit Wien Hete
SSNr E257 wer bisherigen Verteilung. Nur erhalten die ſechs
ei Drd an, der Volksnationalen Reichsvereinigung auf ihren
Ruich. 2 nie Plätze zwiſchen der Deutſchen Volkspartei und
L Shoi a-Sozialen Volksdienſt zugewieſen, während ſie bis=
* MreMütge bei der Deutſchen Staatspartei hatten.
Rückzug Wirkhs gegenüber Braunſchweig.
* Berlin, 30. Oktober. (Priv.=Tel.)
Der Konflikt zwiſchen dem Reichsinnenminiſter Dr. Wirth
und Braunſchweig wird jetzt immer myſteriöſer. Die Berliner
Amtsſtellen ſind nur ſchwer dazu zu bewegen, ſich zu äußern.
In politiſchen Kreiſen legt man den in dem Brief des
Innen=
miniſters ausgeſprochenen Vorbehalt auf Gewährung
der Polizeikoſtenzuſchüſſe ſo aus, daß der
Innen=
miniſter ſich den Weg ins Kabinett offenhalten wollte. Was er
damit aber bezwecken will, iſt höchſt unklar, weil vorher
behaup=
tet wurde, daß der Innenminiſter in voller Uebereinſtimmung
mit der Reichsregierung gehandelt habe. Man kann nur
an=
nehmen, daß der Innenminiſter jetzt nach einer Rückzugslinie
ſucht, wobei ihm das Kabinett die Sache auspauken ſoll. Aus
Braunſchweig wird nun bekannt, daß der Polizeikoſtenzuſchuß am
25. nicht gezahlt worden iſt. Auch darüber hört man im
Innen=
miniſterium nur ſehr vorſichtige Erklärungen. Es ſcheint, daß
der Zuſchuß tatſächlich nicht angewieſen worden iſt, und daß
offenbar von Braunſchweig her eine ganz energiſche
Proteſt=
aktion eingeleitet wurde, die ſchließlich den Innenminiſter
ver=
anlaßt haben dürfte, langſam den Rückzug anzutreten.
Die deutſchfeindlichen Kundgebungen
in Prag.
Abrechnung des Reichsaußenminiſters mit den
tſchechiſchen Nakionaliſten.
Berlin, 30. Oktober.
In der Donnerstagſitzung des Auswärtigen Ausſchuſſes des
Reichsrates berichtet der Reichscßenminiſter Dr. Curtius
ein=
gehend über die Völkerbundstagung in Genf. An dieſe
Bericht=
erſtattung ſchloß ſich eine Ausſprache über die
Minderheiten=
frage an.
Auf eine Anfrage des ſächſiſchen Reichsratsbevollmächtigten
Dr. Gradnauer über die deutſchfeindlichen Kundgebungen in
Prag und den Boykott deutſcher Tonfilme gab der
Reichsmini=
ſter des Auswärtigen folgende Erllärung ab:
„Die Vorgänge in Prag haben das deutſche Volk mit Recht
erregt und empört. Erfolge deutſcher Tonfilme waren Anlaß
zu wüſten Demonſtrationen und Ausſchreitungen gegen deutſche
Kunſt, gegen das Deutſchtum überhaupt. Die Boykottbewegung
gegen den deutſchen Tonfilm iſt vom Magiſtrat der Stadt Prag
und dem größten Teil der tſchechoſlowabiſchen Preſſe gebilligt
worden. Unmittelbar nach den erſten Demonſtrationen hat der
deutſche Geſandte in Prag bei der dortigen Regierung
inter=
veniert. Ich habe in Genf den tſchechoſlowakiſchen Außenminiſter
Dr. Beneſch auf die ernſten Folgen der Vorgänge hingewieſen.
Mit Genugtuung kann ich feſtſtellen, daß die für die
tſchechoſlo=
wakiſche Außenpolitik verantwortlichen Stellen die
Ausſchreitun=
gen vorbehaltlos mißbilligt haben. Der tſchechoſlowabiſche
Außenminiſter Dr. Beneſch hat ſie auch in ſeinen Erklärungen
vor dem Auswärtigen Ausſchuß des Prager Parlaments auf
das ſchärfſte verurteilt. Ich begrüße dieſe Erklärungen im
In=
tereſſe guter nachbarlicher Beziehungen zur Tſchechoſlowakei.
Leider iſt ihnen nicht die Wiederaufführung deutſcher Tonfilme
in Prag gefolgt.
Darin liegt eine ſchwere Benachteiligung deutſcher
Kunſt=
erzeugniſſe. Dieſer Zuſtand hat ſelbſwerſtändlich Rückwirkungen
in Deutſchland zur Folge. Gleich nach den deutſchfeindlichen
Kundgebungen haben deutſche Künſtler ihr Auftreten in Prag
abgeſagt, deutſche Sportvereine ihre Mitwirkung an
Sportver=
anſtaltungen abgelehnt, deutſche Kunſtſtätten gegenüber
tſchecho=
ſlowakiſchen Künſtlern, die die größeren Reſonanzmöglichkeiten
Deutſchlands für ſich nutzbar zu machen wünſchen, kühle
Zurück=
haltung geübt. Dieſe Haltung deutſcher Kunſt= und
deutſcher Sportkreiſe war bei der ganzen
Sach=
lage ſelbſtverſtändlich. Sie wird ſolange weiter dauern,
bis eine Aenderung in Prag zu beobachten iſt. In der Tat
ver=
trägt es ſich nicht mit der Würde der deutſchen Kultur, ihre
Lei=
ſtungen in einem Lande zu zeigen, in dem ſoeben aus
Deutſchen=
haß eine deutſche Kunſtſtätte, wie das Deutſche Theater in Prag,
böswillig geſchädigt worden iſt. Es verträgt ſich ebenſowenig
mit der Würde der deutſchen Kultur, den Kunſtwerken von
An=
gehörigen eines Volkes beſondere Förderung und Pflege
ange=
deihen zu laſſen, in deren Hauptſtadt die Vorführung deutſcher
Kunſterzeugniſſe durch Terrorakte verhindert wird. Es verträgt
ſich auch nicht mit der Würde des deutſchen Sports, ſich in
Wett=
kämpfe wit den Sportverbänden eines Volkes einzulaſſen, bei
dem die Deutſchfeindlichkeit gewiſſer Kreiſe ſo offen zutage tritt.
Solche Feſtſtellungen ſind ſchmerzlich. Die
deutſche Außenpolitik muß eine baldige Aenderung dieſer
Ver=
hältniſſe wünſchen. Sie erwartet im Intereſſe des kulturellen
Austauſches mit dem Nachbarvolk, mit dem ſie gute Beziehungen
weiterpflegen möchte, daß in Prag und der tſchechoſlowaliſchen
Bevölkerung die Würde der deutſchen Kultur und die Bedeutung
des Deutſchtums nicht länger verkannt werden.”
Heſſiſche Politik.
Mandatsniederlegung im Heſſiſchen Landtag.
Bekanntlich hat Landtagsabgeordneter Oberregierungsrat
Ritzel wegen ſeiner Wahl zum Reichstagsabgeordneten ſein
Landtagsmandat niedergelegt. Der auf der Liſte
an zweiter Stelle folgende Staatsrat im Innenminiſterium
Schwamb hat wegen dienſtlicher Belaſtung auf die
Ueber=
nahme des Mandats verzichtet, ſo daß Frau
Stein=
häuſer=Offenbach, die bereits früher dem Landtag
an=
gehörte, wieder in das Heſſenparlament einziehen wird.
Die Zukunfk der Oſthilfe.
Bereits wenige Wochen, nachdem die Oſthilfe zu
funktio=
nieren begonnen hat, befindet ſie ſich in einem
Uebergangs=
ſtadium, das zweifellos ernſte Aufmerkſamkeit erfordert. So
liegen die Dinge nun freilich nicht, wie es im Zuſammenhang
nit der letzten Kabinettsſitzung behauptet wurde, daß die ganze
Frage ſchon feſtgefahren ſei. Im Gegenteil.
Man muß ſich einmal vor Augen halten: die erſte
Maß=
nahme war der Vollſtreckungsſchutz, er hatte den Sinn, über
die nächſte ſchwierige Zeit nach der Ernte hinwegzuhelfen.
Da=
mit hat er praktiſch ſeine Aufgabe erfüllt. Am 31. Oktober
läuft die Antragsfriſt ab, der Vollſtreckungsſchutz alſo Ende
des Jahres. Ohne Zweifel kann der Verzicht auf dieſen Schutz
in manchen Fällen ſehr ernſte Härten herbeiführen. Wenn das
Kabinett ſich aber doch entſchloſſen hat, die Antragsfriſt nicht
zu verlängern, ſo hatte es dafür ſicher eine Reihe wichtiger
Gründe. Eine Verlängerung um ein weiteres Vierteljahr würde
zweifellos, da der Schutz dann gerade zur Frühjahrsſaatzeit,
alſo zu einem äußerſt ungünſtigen Termin abliefe, weitere
Ver=
längerungen nach ſich ziehen müſſen, und damit wäre praktiſch
das Moratorium gegeben, von dem ja in der Preſſe bereits
geſprochen worden iſt. Daß ein ſolcher Zuſtand für die
Ge=
biete, denen die Oſthilfe doch eine Unterſtützung bringen ſoll,
ſchwere kreditſchädigende Auswirkungen haben würde, liegt auf
der Hand und hat ſich auch ſchon in der Praxis bei Fällen
gezeigt, in denen ſogar der beſte Wille der Reichsbank
macht=
los war.
Dazu kommt noch ein anderes: Die Erfahrung hat auch den
Gläubiger gelehrt, daß ſein Vorteil nicht in der
Zwangsvoll=
ſtreckung liegt, wenn die Möglichkeit einer gütlichen Einigung
beſteht. Sie iſt durch die Umſchuldung gegeben. Das
Reich muß alſo den Schwerpunkt ſeiner Hilfsmaßnahmen für
verſchuldete Betriebe in dieſes Problem verlegen, und das iſt
der Uebergang, den das Kabinett und die Leitung der Oſthilfe
in dieſem Augenblick ganz folgerichtig durchführen. Man weiß
natürlich, daß eine großzügige Umſchuldung mit dem Ziel,
kurz=
friſtige bedrohliche Verpflichtungen auf lange Sicht umzulagern,
ſehr viel Schwierigkeiten in ſich birgt. Die Abſicht, eine
Ab=
löſungsbank aufzuziehen, iſt bis jetzt noch nicht verwirklicht
worden. Das dürfte ſeinen Grund einmal darin haben, daß
eine Notverordnung nach Anſicht der zuſtändigen Stellen eine
doch reichlich ſchwankende Baſis für ein ſolches Unternehmen
abgeben würde, während auf der anderen Seite die geſetzmäßige
Fundierung im Augenblick nicht möglich iſt, weil der Reichstag
aus Gründen, die nicht erörtert zu werden brauchen, ſo wenig
wie möglich bemüht werden darf. Dazu kommen wohl auch
noch Schwierigkeiten mit Preußen, wie ſie ja bei all dieſen
Dingen immer wieder in die Erſcheinung getreten ſind. An
ſich ſtehen für die Umſchuldung gewiſſe Gelder zur Verfügung;
ſo iſt die Rentenbank mit 50 Millionen eingeſprungen.
Der=
ſelbe Betrag iſt im neuen Haushaltsplan des Reichs von der
Induſtriebelaſtung abgezweigt worden, und man kann wohl auch
darauf rechnen, daß die Preußenkaſſe mit einem gewiſſen
Be=
trage einſpringt, denn die preußiſche Staatsregierung hat ſich
dafür bekanntlich ſtark gemacht. Natürlich reichen aber dieſe
Mittel noch nicht aus. Man hat ſich bisher mit den ſogenannten
Ablöſungsſcheinen geholfen, die ein zahlungsſtarkes Papier ſind.
Iſt die finanzielle Decke angeſichts der öffentlichen Geldnot
ſchon ohnehin recht dünn, ſo muß man natürlich darauf achten,
daß die verfügbaren Mittel auch wirklich den bedrohten
Oſt=
gebieten zugute kommen. Es iſt ja in den letzten Tagen
ver=
ſchiedentlich von Beſtrebungen die Rede geweſen, die Oſthilfe bis
nach Mecklenburg hin auszudehnen; demgegenüber muß doch
wohl an die urſprüngliche Idee erinnert werden, die der ganzen
Problemſtellung zugrunde liegt: Es handelt ſich um die
Ret=
tung der an Polen grenzenden Gebiete, die durch die
Wunde, die der Korridor für den deutſchen Oſten bedeutet,
ſchwer gefährdet worden ſind. Deshalb iſt ja außer der Inſel
Oſtpreußen nur der öſtliche Teil von Pommern und ein
Grenz=
gürtel die Oder entlang für die Oſthilfe in Ausſicht genommen
worden. Einzig bei Oberſchleſien iſt von dieſer Linie
abgegan=
gen worden, und zwar aus Gründen, die ſich aus der
geographi=
ſchen Zipfellage von ſelbſt ergeben. Es gibt ſehr gute Kenner
der Materie, die einer weiteren räumlichen Ausdehnung der
Oſthilfe ernſte Bedenken entgegenſtellen.
Natürlich verkennt niemand die unbedingte Notwendigkeit,
auch den Gebietsteilen zu helfen, die noch einbezogen werden
möchten. Aber dabei handelt es ſich doch um etwas ganz
an=
deres, nämlich um eine Hilfe für die notleidende Landwirtſchaft.
Das muß man grundſätzlich trennen, ſonſt entſteht die Gefahr
einer Verwiſchung, die dem eigentlichen Oſten ſchaden und den
übrigen Gebieten unter Umſtänden gar nicht nützen kann. Es
wird Sache der Reichsregierung ſein, zu prüfen, mit welchen
Mitteln der Landwirtſchaft im allgemeinen noch ſtärker geholfen
werden kann als bisher. Bei einer weiteren Einbeziehung in
die eigentliche Oſthilfe aber würde man dahin kommen, daß
man ſchließlich gar nicht mehr weiß, wo die Grenze iſt — ein
Zuſtand, der einen bekannten Parlamentarier zu dem ironiſchen
Vorſchlag kommen ließ, die Oſthilfe doch gleich bis Köln=Deutz
auszudehnen.
Ein anderes wichtiges Problem, das innerhalb des
Rah=
mens des Oſtwerkes größter Aufmerkſamkeit bedarf, iſt die
Siedlung. Es ſcheint, als ob man ſich an den zuſtändigen
Stellen jetzt auch ſtärker hiermit beſchäftigt. Der Gedanke
leuch=
tet ohne weiteres ein, daß die großen Güter ihre Schulden zum
Teil mit Grund und Boden bezahlen könnten. Für den
ver=
minderten Beſitz würde auch nur ein geringeres Betriebskapital
notwendig ſein, und die ſomit verkleinerte Exiſtenz brächte den
Vorteil eines größeren Geſichertſeins. Damit würde dann eine
neue außerordentlich wichtige Frage aufgerollt werden,
näm=
lich die Rückſiedlung von der Stadt zur Scholle,
eine Aufgabe, die ſicherlich nicht im Handumdrehen zu löſen iſt,
die aber auch volkspolitiſche Perſpektiven ſo bedeutſamer Art
eröffnet, daß man es nur begrüßen kann, wenn die zuſtändigen
Stellen ſich ihrer mit beſonderer Liebe annehmen.
Seite 2
Freitag, den 31. Oktober 1930
Numm.
Der Auswärkige Ausſchuß forderk
Abrüſtung
enkſprechend der Abrüſtung Deutſchlands.
Berlin, 30. Oktober.
Wie wir bereits geſtern gemeldet haben, iſt ſich der
Aus=
wärtige Ausſchuß des Reichstages in ſeiner Mehrheit einig
in dem Verlangen nach allgemeiner Abrüſtung
entſprechend der deutſchen Abrüſtung und dem
Grundſatz paritätiſcher Sicherheit. In der
Ab=
ſtimmung wurde ein Antrag des Abg. Dauch (DVP.) mit
einem Zuſatzantrag des Abgeordneten Graf Weſtarp (Konſ.)
mit den Stimmen der Deutſchen Volkspartei, der
National=
ſozialiſten, der Chriſtlich=Sozialen, des Zentrums, der
Bayri=
ſchen Volkspartei, der Wirtſchaftspartei und des Landvolkes
gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommuniſten
bei Stimmenthaltung der Deutſchnationalen angenommen. Der
Antrag lautet:
„Der Auswärtige Ausſchuß hat aufgrund des Berichtes
des Reichsminiſters des Auswärtigen von dem gegenwärtigen
Stand der Frage der allgemeinen Abrüſtung, insbeſondere von
dem Ergebnis der Verhandlungen der diesjährigen
Bundes=
verſammlung des Völkerbundes über dieſe Frage mit größter
Enttäuſchung Kenntnis genommen. Er muß danach feſtſtellen,
daß die Bemühungen um die allgemeine Abrüſtung bisher
keiner=
lei praktiſche Erfolge erzielt haben. Die Staaten, die mit der
Erfüllung ihrer rechtlichen und moraliſchen Verpflichtung zur
Abrüſtung ſeit Jahren im Rückſtand ſind, haben bei den letzten
Genfer Beratungen nicht einmal zu einem Beſchluß veranlaßt
werden können, der die ſchnelle Einberufung der erſten
allge=
meinen Abrüſtungskonferenz ſichergeſtellt haben würde.
Deutſch=
land ſteht ſomit vor der Tatſache, daß es die ihm auferlegte
Verpflichtung zu reſtloſer Entwaffnung bis zum letzten Punkt
hat durchführen müſſen, daß ihm aber die vertraglich zugeſicherte,
längſt fällige Gegenleiſtung immer noch in ihrem ganzen
Um=
fange rechtswidrig vorenthalten wird. Darüber hinaus erfolgt
in manchen Ländern ſogar noch eine Verſtärkung der Rüftungen.
Der Auswärtige Ausſchuß iſt der Anſicht, daß dieſer Zuſtand in
graſſem Widerſpruch zu dem Grundſatz der Gleichberechtigung
ſteht, daß er eine ernſte Bedrohung der Sicherheit Deutſchlands
und damit des Weltfriedens bedeutet und daß er aus dieſen
Gründen völlig unhaltbar iſt.
Der Auswärtige Ausſchuß erwartet von der Reichsregierung,
daß ſie mit allen ihr zu Gebot ſtehenden Mitteln auf die
ſchleunige Aenderung der gefahrvollen Lage hinwirkt und daß
ſie mit äußerſtem Nachdruck darauf beſteht, eine Abrüſtung der
anderen Staaten zu fordern, die nach Umfang und Art der
Ab=
rüſtung Deutſchlands und dem Grundſatz paritätiſcher
Sicher=
heit entſpricht und daß ſie Klarheit darüber herbeiführt, ob
die auswärtigen Mächte gewillt ſind, dieſe Forderung
entſpre=
chend den im Verſailler Vertrag feſtgelegten Verpflichtungen
zu erfüllen.”
Der Völkerbund befürchket Aufrollung
des Abrüſtungsproblems. — Beſtrebung zur
Baga=
kelliſierung der deulſchen Forderung.
EP. Genf, 30. Oktober.
Die Stellungnahme des Auswärtigen Ausſchuſſes des
Reichs=
tages zur Abrüſtungsfrage wird im Genfer
Völkerbundsſekre=
tariat, deſſen Regie bei den kommenden
Abrüſtungsverhand=
lungen im November ja wieder eine wichtige Rolle ſpielen wird,
mit höchſtem Intereſſe aufgenommen und kommentiert. In den
Völkerbundskreiſen, macht ſich dabei das Beſtreben geltend, die
neuen, ſcharf umriſſenen Forderungen Deutſchlands hinſichtlich
der Abrüſtung von vornherein zu bagatelliſieren. Obwohl der
Auswärtige Ausſchuß eine Abrüſtung der anderen Staaten
ver=
langt, die „nach Umfang und Art der Abrüſtung Deutſchlands
entſpricht”, gibt man in Genf vor, in der Entſchließung des
Auswärtigen Ausſchuſſes die unveränderte Fortſetzung der
bis=
herigen deutſchen Abrüſtungspolitik im Völkerbunde zu erblicken
— Dasſelbe Beſtreben zur Bagatelliſierung drückt
ſich auch in den Hoffnungen aus, die man wegen der deutſchen
Haltung in den November=Verhandlungen hegt. Man weiſt
Vom Tage.
Der neugewählte memelländiſche Landtag iſt zum
1. November ds. Js. zu ſeiner erſten Sitzung einberufen
worden.
In franzöſiſchen politiſchen Kreiſen verlautet, daß der Londoner
Flottenpakt inwenigen Tagenvon derfranzöſiſchen
Regierung unterzeichnet und bald darauf vom Parlament
ratifiziert werde.
Nach Abſchluß der mündlichen Beſprechungen zwiſchen dem hier
wei=
lenden griechiſchen Miniſterpräſidenten Venizelos und dem türkiſchen
Außenminiſter wurde heute in Angora der griechiſch=türkiſche
Freund=
ſchafts=, Marine= und Handelsvertrag unterzeichnet.
Nach Auflöſung des ägyptiſchen Parlaments hat König Fuad
nunmehr auch die Auflöſung ſämtlicher
Provinzialaus=
ſchüſſe durch königliches Dekret angeordnet. Wie es heißt, ſoll
die Zahl der Ausſchußmitglieder in Analogie zum Parlament
herab=
geſetzt werden. Eine von der Wafd=Partei einberufene
Ver=
ſammlung, auf der zu König Fuads Vorgehen Stellung genommen
werden ſollte, iſt verboten worden.
Der vor einigen Tagen verhaftete Präſident des
Allindi=
ſchen Kongreſſes Jawaharlal Nehru, iſt von dem
Allahabader Provinzialgericht zu einer ſchweren
Gefängnis=
ſtrafe verurteilt worden. Nehru erhielt insgeſamt 2 Jahre
Ge=
fängnis und 700 Rupien Geldſtrafe.
Der auſtraliſche Miniſterpräſident Seullin
er=
klärte in einer Rundfunkrede, in der er ſich ziemlich peſſimiſtiſch
über den Erfolg der britiſchen Weltreichskonferenz
äußerte, die Dominions ſeien nach wie vor der Anſicht, daß Zölle und
Vorzugszölle das einfachſte und wirkſamſte Mittel darſtellen, um die
Richtlinien des Handelsverkehrs zwiſchen Mutterland und Dominions
feſtzulegen.
Die Lage in Braſilien hat ſich bedeutend geklärt. Die
revolutionären Führer erklärten ſich damit einverſtanden, daß Dr.
Var=
gas vorläufig die Präſidentſchaft der Republik
übernimmt.
Der japaniſche Oberbefehlshaber Formoſa hat die Aufſtändiſchen in
einem Ultimatum aufgefordert, ſich innerhalb 48 Stunden von den
japa=
niſchen Truppen entwaffnen zu lafſen. Falls die Aufſtändiſchen der
Aufforderung nicht nachkommen, werden die japaniſchen Truppen
rück=
ſichtslos gegen ſie vorgehen.
darauf hin, daß der Abrüſtungs=Vorausſchuß wegen ſeiner
techni=
ſchen Aufgaben der Ausarbeitung eines Abkommensentwurfes
nicht der gegebene Ort für einen größeren grundſätzlichen
Vor=
ſtoß Deutſchlands in der Abrüſtungsfrage ſei. Die geeignete
Plattform für die Auseinanderſetzungen über die deutſchen
Anſprüche bilde vielmehr die endgültige
Abrüſtungskon=
ferenz, die vielleicht für den April 1932 einberufen werden
könne. Da jedoch der Zeitpunkt der Einberufung der
Abrüſtungskonferenz nach den Vorgängen im September
garnicht abzuſehen, iſt und die Konferenz ſelbſt im Falle
ihres Zuſtandekommens auf Grund der bisherigen
Vorberei=
tungen höchſtens eine Begrenzung der Rüſtungen
auf ihren dann erreichten Höchſtſtand bringen kann, iſt die
offen=
bare Abſicht dieſer Vertröſtung auf die
Abrü=
ſtungskonferenz, zu verhindern daß
Deutſch=
land ſeine propagandiſtiſch ſehr ſtarke Stellung
und die Gelegenheit zur Klärung des
Abrü=
ſtungswillens der übrigen Mächte während der
Novemberverhandlungen ausnutzt. Auf der gleichen
Linie bewegt ſich auch die Hoffnung, daß Deutſchland auf dieſer
für die nächſten Jahre entſcheidenden letzten Auseinanderſetzung
über das Abrüſtungsproblem im November ſich mit einer
Beobach=
terrolle und auf die Stimmabgabe gegen den Abkommensentwurf
beſchränken werde.
Man verfehlt natürlich auch nicht, in Genf auf die
Schwie=
rigkeiten hinzuweiſen, die Deutſchland bei einer gleichzeitigen
Aufrollung des Reparations= und Abrüſtungsproblems und bei
dem heutigen Stand der internationalen Politik
heraufbe=
ſchwören würde, wie dies von Genf aus ſtets geſchieht, ſo oft
Deutſchland einen energiſch betonten Anſpruch auf die
Innehal=
tung der Abrüſtungsverpflichtungen aus den Friedensverträgen
erhebt.
Zur bevorſtehenden Tagung des Vorbereikenden
Abrüſtungs=Ausſchuſſes.
Die Tagung des Vorbereitenden Abrüſtungsausſchuſſes des
Völkerbundes, die am 6. November in Genf beginnt, wird von
der engliſchen Regierung mit einer ſehr ſtarken Vertretung unter
Führung von Lord Robert Cecil beſchickt. Auffallend zahlreich
iſt auch die Vertretung der Vereinigten Staaten, die von dem
Brüſſeler Geſandten Gibſon geführt wird. Als Vertreter
Nor=
wegens wird der frühere Direktor der Abrüſtungsabteilung des
Völkerbundsſekretariats und jetzige Geſandte in Paris, Colban,
entſandt. Japan iſt durch den Geſandten Sato, Griechenland
durch Politis und China durch den ſtändigen Delegierten beim
Völkerbund, Wu Kai=ſeng, vertreten. Für Sowjetrußland
wer=
den der Vollskommiſſar für Auswärtiges, Litwinow, ſowie
Lunatſcharſki Wortführer ſein.
Morgendämmerung.
Zum 31. Oktober.
Von Superintendent Max Dieſtel=Berlin.
Daß der Kern der reformatoriſchem Lehre Martim Luthers
ſchon vor dem 31. Oktober 1517 in dünnen Schalen fertig zum
Keimpen dalag, iſt heute Gemeingut der geſchichtlichen Forſchung.
Daß aus ihm ein rieſiger Länder überſchattender Baum
hervor=
warhſen würde, hat der Wittenberger Profeſſor damals nicht
ahnen können.
Auch eine im tiefſten Grunde rein religiöſe Bewegung reißt
im Zuuge aus der Enge in die Weite viele andersarvige Elemente
in ihren Stromkreis hinein; politiſche, ſoziale,
allge=
mein kulturelle Beimiſchungen laſſen manchmal im
ſpäteren Verlauf der Dinge ſchwer noch überſehen, um
was es ſich urſprünglich handelte: bei Luther ſelbſt
ſicher um ein perſönliches Verhältnis zu dem „
unſicht=
lichen, unbegreiflichen Gott”, alſo nicht um eine neue
Kirchengründung, einen eigengeſetzlichen Staat, eine
ſelbſtherrliche Wiſſenſchaft. Vieles, was man unter
Kulturproteſtantismus als Sammelbegriff verſtanden
hat, iſt dem Auguſtinermönch, auch nachdem er die
Kutte abgelegt hatte, gänzlich fremd. Wenn Goethe
ſein bekanntes Wort über die Reformation einleitete:
wir wiſſen gar nicht, was wir Luther alles zu danken
haben . ., ſo könnte man heute ſagen: wir wiſſen
gar nicht, was wir Luther alles abzubitten haben; im
Lauf der Jahrhunderte iſt vieles mit ihm in
Verbin=
dung gebracht worden, was der Renaiſſance, dem
Humanismus, der neueren Philoſophie,
geſellſchaft=
lichen und politiſchen Theorien, wirtſchaftlichen
Um=
wälzungen urtümlich angehört und ſeiner geiſtigen
Haltung im Grunde völlig fremd, ja oft entgegengeſetzt
iſt. Die neuere Lutherforſchung hat in weſentlichen
Punkten uns eine Klarheit gebracht, die noch im
vori=
gen Jahrhundert, nicht erreicht war. Es bleibt
be=
ſteben, daß von der Reformation her eine Fülle von
Anregungen zu neuen Bewegungen im Staat, der
Ge=
ſellſchaft, der Wiſſenſchaft, der Bildung überhaupt
aus=
gegangen ſind. Aber Luther war in erſter Linie kein
Anfänger einer neuen Kulturepoche, ſondern ein
Menſch, der jenſeits aller Kulturgüter die letzten
Wahrheiten und Werte, die letzten beſtimmenden
Kräfte ſab.
Heute wird dieſe Kulturmiſſion des
Prote=
ſtantismus neu verſtanden. Daran iſt nicht Aus der Lutherſtadt Wittenberg:
bloß die .Pendelbewegung von der materia=
Baldwin bleibl.
Wiederwahl Baldwins zum Führer der Konſg
EP. London, 30.
Die heutige Konferenz der konſervativen Parl,
glieder endete mit einem Siege Baldwins, deſſen Pa=;
in der letzten Zeit heftig angegriffen worden war,
wurde bei ſeinem Erſcheinen auf der Konferenz mü
langem Beifall begrüßt. Nach ausführlicher Darnle
künftigen konſervativen Politik, wobei Baldwin
„freie Hand” auf dem Gebiet der Schutzzölle und E
der Partei forderte, kam es zu einer geheimen X9.
über die Frage der Parteiführung. Der als ſchar-,
Baldwins bekannte Oberſt Gretton brachte eine En
ein, in der ein Wechſel in der Parteiführung im
Intereſſe gefordert wurde. Die Abſtimmung über
ſchließung ergab 462 Stimmen gegen und 116 Stimme
Führerwechſel.
Baldwin hatte vor Beginn der Abftimmung dem
laſſen, damit eine völlig freie Ausſprache über
ſeü=
führung ſtattfinden konnte. Bezeichnend iſt, dof
Beaverbrook, der der Sitzung gleichfalls beiwolr=
Betreten des Rednerpultes ausgepfifff
Erſt nachdem Lord Salisbury die Verſammlungsteil:
eine gerechte Behandlung Lord Beaverbrooks
erſi=
konnte er ſeine Rede beginnen. Zum Schluß der S
einen lebhaften Verlauf nahm, wurde der Parteiexeg
ſtimmig das Vertrauen ausgeſprochen.
Vereikelter Milikärputſch in Akhen.
Athen, 30.
In Athen ſind im Laufe des Donnerstags üben
ſonen wegen umſtürzleriſcher Umtriebe verhaftet wun
der Nacht zum Donnerstag verſammelten ſich über 1C
unter der angeblichen Führung des früheren
Diktators=
in einem Privatgebäude in der Hauptſtadt, um die M
bereitungen für einen Putſch zu treffen, der noch in Zi
Nacht losbrechen ſollte. Bei den Verſchwörern han
um Leute, die mit der Außenpolitik Venizelos und Q
nach Angora unzufrieden ſind und darin eine Verll
griechiſchen Nationalſtolzes erblicken. Die Beteiligt in
jedoch ſchon ſeit längerer Zeit von der Geheimpolizein
und dieſe ſchritt darauf im gegebenen Augenblick ein.
ſelbſt iſt es gelungen, der Polizei zu entkommen.
gung hatte auch bereits auf die Marine übergegriffen.
Die Regierung verfügte haſtige und übernervöſe
men; die Erregung wird dadurch noch geſteigert. Mcn
weitere Verhaftungen. Gegen die Schuldigen ſoll
Prozeß wegen Hochverrats angeſtrengt werden. Wie
ſoll das Offizierskorps den Verſchwörern günſtig gu
weil die Armee und Marine angeblich die Abrü r
nahmen der griechiſchen Regierung, die Einigung mit i0
und ſchließlich die Angora=Reiſe Venizelos mißbilligt
Scharfe Angriffe Poincarés gegen Sowietyſ.
Paris, 30..-
Der regelmäßige Halbmonatsartikel, den Poincaré fün
celſior” und die in Buenos Aires erſcheinende „Nacic.
trägt diesmal die Ueberſchrift: „Die Klauen der 5
union”. Poincaré weiſt zu Beginn auf die „Einfr5
Arbeitszwanges” in Rußland hin, der die Arbeiter ann)
ken, die Werkſtäten oder Bergwerke feſſele wie Leibeigi
Scholle. Poincaré behauptet dann, die leitenden Müſ
Sowjetrußland ſteigerten die Herſtellung von Kriegsm.)
Einverſtändnis mit Deutſchland, (!) und fährt dann äi=k
peinlich, feſtzuſtellen, daß die Nationen, anſtatt ſich amet
ihnen drohenden Gefahren zuſammenzuſchließen, unn
uneinig blieben gegenüber dem umfangreichen Komn
man gegen ihre Ruhe ſchmiede. Gewiſſe Nationen
ſuck=
gar in Rußland die Mittel zu verſchaffen, um raſch//
heimen Beſtrebungen zu verwirklichen. Diejenigen, die
vorſichtigkeiten begingen, würden die erſten Opfer ſei n
würden auch die übrige Menſchheit in den Abgrund /
Es wäre an der Zeit, daß ſich in dieſen Nationen genüM
blickende Leute fänden, um die zu führen, die mit Bl. ſeien. Arnold Rechberg, deſſen Initiativen ex/
careé — nicht immer gebilligt habe, habe diesmal reckd
ſeine Landsleute, die deutſchen Nationaliſten, vor den 70
Kreml warne. Er — Poincaré — wiſſe nicht, ob es wanſ
Moskau fieberhaft daran arbeite, eines
Krieg in Europa zu entfeſſeln. Aber allessN
dieſe Tatſache hin, und das genüge, damit man nichti
Der Sowjetſtaat habe niemals auf die !4
ſetzungen einer ſozialiſtiſchen Weltrem
verzichtet.
liſtiſchen Deutung der Welt zu einer geiſtigen hin ſchuld.
Die Konſequenz des menſchlichen Denkens ſelbſt hat an
die Grenze geführt, wo alles Stoffliche ſich in Kräftebewegungen,
in Spannungsverhältniſſe auflöſte. Der Einwand: darunter
kann ich mir nichts vorſtellen, hat keine Geltung mehr. Das
wiſſenſchaftliche Intereſſe haftet an dem Ausgleich und
Wider=
ſtreit der in der Welt lebendigen Kräfte und ihren Beziehungen
untereinander.
Darum nähern ſich auch wieder Religion und
Wiſſenſchaft. Denn auch in der Religion wie ſie Luther
neu erfaßte im Rückgriff auf die Bibel, iſt das Weſentliche nicht,
was man mit Vorſtellungew oder Begriffen umgrenzen kann.
Hier iſt es immer den Menſchen um lebendige Beziehungen zu
tun, zu Gott, zum Nächſten, zum eigenen Leib, zur eigenen Seele
und denen der Anderen. Dieſe Beziehungen, laſſen y0ſ
in eine mathematiſche Formel bringen. Aber ſie ſind
ken über den Widerſtreit und den Ausgleich der Kräften!
Das ehrfurchtsvolle Erſtaunen des Gelehrten vor mu
neten ungeheuren Kräfteſpiel, das wir Welt nennen9c,
Ergänzung in der Erkenntnis: darin, dahinter, dan
noch eine unmeßbare Welt ganz anderer Art, ein KräffIl
entſcheidendem Ernſt, das große Thema der Geſoſch
Goethe meinte, der Kampf des Glaubens mit dem 10
oder die ganz perſönliche Frage nach der Einordnungh
ſchen mit Willen und Bewußtſein in das Reich Gothr.
wird noch viel von Eigengeſetzlichkeit der Wiſſenſchal!
derer Geiſtesgebiete geredet. Die Verweltlichung i
Schule, Wiſſenſchaft wird als Zeichen der Zeit gewer?
Das Rathaus (1523—42), davor die Denkmäler von Luther
und Melanchthon.
Martin Luther
nach Lucas Cranach.
mer 301
Freitag, den 31. Oktober 1930
Seite 3
de bein unde des Beilnet Meradurbeiterftreils.
dr der kommuniſtiſchen Akkion. — Wiederaufnahme der Arbeit bei Siemens. — Die überwiegende
Mehrzahl der Arbeikerſchaft gegen eine Verlängerung des Skreiks.
nmung der Berliner Mekall
arbeiker.
Für Abbruch des Skreifs.
* Berlin, 30. Okt. (Priv.=Tel.)
heuiner Metallarbeiterſtreik iſt es am Donnerstag zur
imbſtimmung über die Wiederaufnahme
hu t gekommen. Soweit ſich in den Abendſtunden das
Wugsergebnis überſehen läßt, enthält es keinerlei
Sen=
zum2e Beteiligung war im allgemeinen recht matt. Die
sg chaft der Siemenswerke hatte die Arbeit
uskag bereits wieder aufgenommen. Auch die
An ewerkſchaften beteiligten, ſich an der Abſtimmung
icſeiche Teile der Arbeiterſchaft ſind übrigens am
Don=
wiere Arbeitsſtätten zurückgekehrt und der Abſtimmung
derſhi gge gegangen. Auf Grund der Abſtimmung, die die
endt Stimmenzahl für den Abbruch des Streiks ergab,
ahlſnan das Verfahren weitergehen. Allerdings haben
onhn iſten verzweifelte Anſtrengungen gemacht, die
Ar=
ilhun von der Wiederaufnahme der Arbeit fernzuhalten.
ſc Sorgingen, ſtießen ſie aber auf bereitgeſtellte Polizei=
Abihe Terrorkolonnen von den Fabriktoren abdrängten.
eFlle ſind allerdings ernſtere Ausſchreitungen
gelun=
niſdie Einrichtung einer kleineren Fabrik wurde
demo=
zum damit gerechnet werden, daß einige Tauſend
un=
onmmuniſten den Reſt der Woche über noch im Aus=
ſren werden, aber auch ſie werden, nachdem aus ihren
Die Bec en hen die Mehrzahl in die Betriebe zurückkehren will,
r Geheit
tiſcer kommenden Woche wieder zur Arbeit erſcheinen.
entan
tine übere
Lund Nruan
eibilligung der Hausbrandbriketts.
Berlin, 30. Oktober.
roandlungen des Reichswirtſchaftsminiſteriums mit
hit werden foſtel ührn Braunkohlenſyndikat haben dazu geführt, daß das
orern muz ikaut=BBerlin für den Ab=Werks=Preis einen Nachlaß von
larh) f 14 Mark je Tonne zunächſt für die Monate Novem=
Ne Einmm und Aleriber zugeſtanden hat. Das preußiſche Handelsmini=
Mizelos mit „m fülit en Verfolg des Rundſchreibens des
Reichswirtſchafts=
ſtersis m. 25. Oktober 1930 zurzeit mit der
Arbeitsgemein=
derselliner Brikettshandels Verhandlungen, durch welche
eAeA Ageſt elngerden wird, daß in der Senkung der Kleinverkaufs=
Na fdiſn der Produktion zugeſtandene Preisermäßigung mit
Pfdiuje Zentner zur Auswirkung gelangt. Die
Verhand=
den Püll en ſiſt zweiter darauf gerichtet, eine noch ſtärkere Senkung der
geinend „Aaverlspreiſe durch eine Verringerung der Handelsſpanne
Klaue rreiſt. Weiter werden vom 1. November 1930 ab die
auf M Eſe fühire zſteine für das unbeſtrittene Gebiet des oſtelbiſchen
die Arheß mkoAltſrmdikats von 15,10 auf 14,10 Mark je Tonne, eben=
Lſele wie i zurthür ffür die Monate November und Dezember, geſenkt.
die leiten2 Püfze abſetzung hat beſondere Bedeutung für die Provinz
ng von mxreußlwog ihren Hausbrandbedarf ausſchließlich in Heizſtei=
blich
Ind äüt rdeck
angr
fe 7u
Faſte u
erſten
nautltete tkätztr keine Preisermäßigung der ſchleſiſchen
Skeinkohle.
. Dieienm Entglim der erſten Zuſage, nach den Vorſchlägen des
Reichs=
chafyſtznrſteriums eine Kohlenpreisermäßigung um 6 Proz.
n den Ar: Dedſiwes vornehmen zu wollen, hat das oberſchleſiſche Stein=
„Inſynſ 4t beſchloſſen, die Preisſenkung von der Geſtaltung
Löhmſebhängig zu machen. Im oberſchleſiſchen Bergbau iſt
hren, die 7
der ſwwigung der Lohntarife durch die Arbeitgeber und
eren A reblichen Verhandlungen durch den zuſtändigen
jabe d
ſchterhen Schiedsſpruch gefällt worden, nach dem die derzei=
Löllcbes zum 31. Januar 1931 weiter gezahlt werden ſol=
Dieſl ib itgeber haben dieſen Schiedsſpruch abgelehnt, die
ſitnelkn fihn angenommen und ſeine
Verbindlichkeitserklä=
dunſ as Reichsarbeitsminiſterium beantragt. Das Stein=
Inſym)t hat nun beſchloſſen, vor der Stellungnahme des
als )sarbsiem iniſteriums zu der Verbindlichkeitserklärung keine
en 9” sſenbitz uorzunehmen.
Kampfprogramm der
Gewerkſchafts=
inkernglionale
„Zuk Abwehr der Arbeitsloſigkeit ..."
Köln, 29. Oktober.
Die Gemeinſame Kommiſſion des Internationalen
Gewerk=
ſchaftsbundes und der Sozialiſtiſchen Arbeiterinternationale
zur Bekämpſung der Arbeitsloſigkeit hat am Mittwoch und
Dienstag in Köln getagt. Es waren vertreten die
Organi=
ſationen von Großbritannien, Belgien, die Schweiz, Dänemark,
Frankreich, Oeſterreich und Deutſchland. Den Vorſitz führten
abwechſelnd Citrine=Großbritannien, der Vorſitzende des
In=
teinationalen Gewerkſchaftsbundes und de Brouckere=Belgien,
der Vorſitzende der Exekutive der Sozialiſtiſchen Arbeiter=
Inter=
nationale. In den zweitägigen Beratungen wurden die
wich=
tigſten Fragen, die die weltwirtſchaftliche Lage und die
Arbeits=
loſigkeit betreffen, erörtert und ein Kampfprogramm
ein=
ſtimmig beſchloſſen, das, wie erklärt wird, die wichtigſten
unmit=
telbaren Forderungen zur Linderung der Not der
Arbeitsloſen enthält. Als ſolche werden in dem Programm
bezeichnet:
Abwehr jeder Senkung des Reallohnes, Erhöhung der
Maſſenkaufkraft und dadurch Verminderung der Arbeitsloſigkeit
durch Bekämpfung der Maßnahmen kapitaliſtiſcher
Wirtſchafts=
verbände, die die Anpaſſung der Preiſe von Fertigwaren an
die ſinkenden Rohſtoffpreiſe verhindern, Kampf gegen die
künſt=
liche Hochhaltung der Kleinhandelspreiſe trotz Sinkens der
Großhandelspreiſe, Einführung, Erhaltung und Ausbau einer
hinreichenden Sicherung der Lebensmöglichkeiten für die
Ar=
beitsloſen, gerechtere Verteilung der Arbeitsgelegenheit während
der Kriſe durch Verkürzung der Arbeitszeit. Zum Ausgleich
der verſchärften Anſpannung der Arbeitskräfte in der
rationali=
ſierten Wirtſchaft ſei die dauernde geſetzliche
Verkür=
zung der Arbeitszeit international anzuſtreben.
Um die politiſche Quelle der Kriſenverſchärfung zu verſtopfen,
gelte es, alle Kräfte für die Sicherung des Friedens unter den
Völkern zu mobiliſieren durch die internationale
Ab=
rüſtung, durch die allgemeine Streichung der
Kriegsſchulden, durch die Bekämpfung des
Fas=
eismus und der Diktatur, in welcher Form ſie
auf=
treten möge, durch die Sicherung der Demokratie, die die
Grund=
lage jeder ſozialen und freiheitlichen Politik ſei. Außerdem
wurde ein Arbeitsprogramm von 15 Punkten aufgeſtellt. Zur
Vorbereitung der Beſchlußfaſſung über die angeſchnittenen
Fra=
gen wurden Kommiſſionen und Berichterſtatter gewählt, die ihre
Beratungen unverzüglich aufgenommen haben. Die
Vollkom=
miſſion wird anfangs Dezember neuerlich zuſammentreten, um
über die weiteren Phafen der Aktion zur Abwehr der
Arbeitsloſigkeit zu beraten.
„... d2s Zascismus und des Bolſchewismus”.
Im Anſchluß an die Tagung der gemeinſamen
Kommiſ=
ſion der beiden Internationalen zur Bekämpfung der
Arbeits=
loſigkeit fand im Rathaus eine gemeinſame Beratung der
Vor=
ſtände der beiden Internationalen ſtatt. Es waren anweſend
Vertreter der betreffenden Organiſationen aus Großbritannien,
Dänemark, Frankreich, Deutſchland, Belgien, der
Tſchechoſlowa=
kei, Rußland, Holland, der Schweiz und Schweden ſowie die
beiden Sekretäre des Internationalen Gewerkſchaftsbundes und
der Sekretär und der Kaſſierer der Sozialiſtiſchen
Arbeiter=
internationale. Das Verhandlungsthema lautete: „Die
Vor=
ſtöße des Fascismus in Europa”. Man beſprach insbeſondere
aufgrund von Darſtellungen, die Friedrich Adler und Wels
ga=
ben, die Lage in Polen, Oeſterreich, Deutſchland und Finnland.
Es wurde eine ausführliche Entſchließung angenommen, die ein
Bild der gegenwärtigen politiſchen Situation in dieſen Ländern
geben ſoll, die von dem Fascismus und von der Revolution
augenblicklich am ſtärkſten bedroht werden. Weiter wurden die
Möglichkeiten einer Abwehraktion unterſucht. Die Verſammlung
nahm ferner einen Bericht über die bisherigen Arbeiten der
ge=
meinſamen Kommiſſion der beiden Internationalen zur
Be=
kämpfung der Arbeitsloſigkeit entgegen und hieß ſie nach einer
Ausſprache einſtimmig gut.
Franzöſiſche Befürchkungen.
Die Auswirkungen der Muſſolini=Rede.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 30. Oktober.
Die letzte Rede Muſſolinis über die Schönheit der Kanonen
und die Reviſion der Friedensverträge übte eine recht ungünſtige
Wirkung auf das franzöſiſch=italieniſche Verhältnis aus.
Beſon=
ders die Linkspreſſe iſt verſtimmt, während man rechts bemüht
iſt — wie dies immer der Fall war — die Wirkung der
Brand=
rede abzuſchwächen.
Sie kam wirklich ſehr ungelegen, die letzte Rede des Duce.
Für die Wiederaufnahme der franzöſiſch=italieniſchen
Verhand=
lungen wünſcht man eine Entſpannung, eine Art Ruhepauſe, wie
dies Briand, ſelbſt ausgedrückt hat. Immer wieder aber wühlt
Muſſolini mit ſeinen Reden alles auf, ſo daß man hier mehr und
mehr ſkeptiſch zu werden beginnt.
Die franzöſiſche Oeffentlichkeit wurde in der letzten Zeit
mehr=
mals durch unſinnige Alarmgerüchte beunruhigt. Bald hieß es,
daß einzelne Zweige der Wirtſchaft zuſammenbrechen müſſen, bald
fürchtete man ſich vor politiſchen Umſtürzen bei einer Reihe von
europäiſchen Mächten und insbeſondere in Deutſchland. Jetzt
laufen oft Kriegsgerüchte gerade bei dem politiſch am wenigſten
reifen Teil der Bevölkerung um. Daran ſind wohl die vielen
Auseinanderſetzungen über die Sicherheitsfrage ſchuld, wohl auch
die Hetzpropaganda gewiſſer Rechtsblätter. Gewiſſe der Regierung
naheſtehende Kreiſe verſuchen neuerdings, auf eine ſehr
lobens=
werte Weiſe dieſen unſinnigen Gerüchten entgegenzutreten. Aber
ſie tauchen zum großen Schaden des wirtſchaftlichen Lebens
immer wieder auf, und klärt ſich trotzdem die Atmoſphäre auf
einen Augenblick auf, dann kommt beſtimmt Muſſolini mit einer
neuen Rede.
Die Situation in Italien, ſowohl die politiſche als auch die
wirtſchaftliche, beunruhigt die politiſchen Kreiſe in Frankreich mehr
und mehr. Man befürchtet natürlich keinen Krieg, wohl aber
innere Umwälzungen in Italien. Muſſolini iſt hier gewiß nicht
beliebt, man hat ſich aber an ihn ſchon etwas gewöhnt. Ein
poli=
tiſcher Umſturz in Italien könnte aber zu unabſehbaren Folgen
führen .
Vorläufig ſoll die unableugbar ſehr ſchwere Lage jenſeits der
Alpen ſchuld an den ſcharfen Worten des Duce tragen. Er muß
immer wieder, zu ſtärkeren Mitteln greifen, um die fasciſtiſche
„Begeiſterung” wach zu halten.
„Wir haben drei Nachbarn, deren innenpolitiſches
Gleich=
gewicht durch die Frage der Arbeitsloſigkeit bedroht iſt,” hört man
immer wieder. Vielleicht ſieht man hier die Situation zu ſchwarz,
jedenfalls erwägt man dieſe Tatſache immer nervöſer.
Henri Börenger zur Rede Muſſolinis.
EP. Paris, 30. Oktober.
Mit der jüngſten Rede Muſſolinis befaßt ſich der ehemalige
franzöſiſche Botſchafter in Waſhington, Henri Bérenger, in den
„Actualités”. Aus Muſſolinis Aeußerungen, daß Italien nur zu
ſeiner Verteidigung rüſte, und daß es mit ſeinen Verbündeten
durch dick und dünn gehen würde, glaubt Bérenger herausleſen
zu dürfen, daß Italien zwar nicht ſelbſt angreifen wolle, daß es
ſich aber an einem Angriff beteiligen würde, der von einem ſeiner
Verbündeten oder Freunde ausginge. Die Weſt= und
Mittelmeer=
mächte, ganz beſonders aber Frankreich, hätten allen Grund zur
Wachſamkeit, denn eine Art italieniſch=deutſch=ruſſiſcher Dreibund,
der von Ungarn und Bulgarien flankiert werde, habe ſich bereits
in Genf und anderswo klar auf dem europäiſchen Gleiſe
abge=
zeichnet. — Die Erklärungen des Duce über die Reviſion der
Friedensverträge und über die Frage der entwaffneten Länder
bezeichnet Bérenger als die geſchickte Ankündigung einer
deutſch=
italieniſchen Verſtändigung. Die Frage ſei ob Italien den
Deutſchen als Kompenſation lediglich Zugeſtändniſſe in der
Ab=
rüſtungsfrage mache, oder ob es auch eine Rückgabe der deutſchen
Kolonien in Betracht ziehe. In dieſem Falle müſſe man ſich
fragen, was England, das den größten Teil der deutſchen
Kolo=
nien erhalten habe, dazu ſagen werde.
Schließlich veranlaßten Muſſolinis Aeußerungen über den
Fascismus als Exportartikel den Verfaſſer, die Frage
aufzuwer=
fen, ob Muſſolini mit Hitler zuſammengehen wolle, und ob der
jedem Kompromiß abgeneigte Fascismus das Band einer neuen
deutſch=italieniſchen Allianz bilde. Nach Genf, nach den deutſchen
Wahlen und nach der Amerikareiſe Dr. Schachts werde die Rede
Muſſolinis Europa nicht beruhigen. — Der Artikel ſchließt mit
der kategoriſchen Feſtſtellung, daß Frankreich weder für eine
Re=
viſion der Verträge, noch für ein Moratorium der
Reparations=
zahlungen zu haben ſei; vielmehr werde es die ſtrikte Einhaltung
der unterſchriebenen Verpflichtungen von allen Beteiligten
fordern.
Pabelſuelkeimhafte ſtille Wandlung in den führen=
Gelſern überſehen.
Wähſty —n Deutſchland die Naturwiſſenſchaftler und
Theo=
dilk eißte und die Seelſorger, die Volkswirtſchaftler und
Ethinmant runden Tiſche ſich zuſammenzuſetzen beginnen,
cht im ien Rußland wo jener Verweltlichungsprozeß am
lichgt wetrieben wird, die chriſtliche Religion und Ethik
Wy. Abgeſehen von der Unfruchtbarkeit dieſes
Begin=
man dort, daß die Welt des Weſtens, aus der man
Mgſrſe lichen Grundlagen für dieſe neue „Kulturmiſſion”
cu wandeln im Begriffe ſteht. Von innen heraus.
Limung iſt nicht gemacht, ſie iſt geworden. Sie iſt im
M ie iſtunaufhaltſam. Würde ſie in
Deutſch=
rWine bolſchewiſtiſche Welle erſtickt, ſo müßte ſie infolge
Rgheit des Geiſtes anderswo in Erſcheinung treten.
Sher iſt mehr als ein Erinnerungstag. Er trägt in
Biſ ung für die Zukunft, die Proteſtanten und
ſelun gleicher Weiſe angeht: Das wirkliche Vorwärts
neltzu ſtande in demütiger Erkenntnis des „
Irrationa=
desRlſchtlichen und Unbegreiſbaren im Ablauf der Welt
reAleßchichte und in dem Zurück zu den Quellen alles
Meus:
unid der Menſch, der ſich geſtellt
Smh an ſeines Wiſſens Ende,
Skhaut auf einmal eine Welt
Umnerhörter Aufwärtswende.
Heſſiſches Landeskheaker.
e!8 Haus — Donnerstag, 30. Oktober.
„Die Boheme‟
Oper von G. Puccini.
Zweich öſre und eine Neubeſetzung brachten angenehmes
DeT Mu le= Vorſtellung. Anſtelle Max Adrians, den wir aller=
L2 beyl seſoört hätten, weil ſeine Anſtellung in Frage
kom=
konge jang den Rudolf Heinrich Kuppinger als
Rueh tutgart. Anfangs befangen und belegt, kam er
Ruiche t vom zweiten Bild an zu richtiger Entfaltung,
SineRelſarbigen, etwas kleinen aber ſchönen, hochliegen=
Lens )aren und zeigte ein ſympatiſches Spiel. Meta
DSkn n, ſoviel mir bekannt aus Frankfurt, war als
eire Ageſprungen und erfreute mit einer ſehr ſicheren,
Rdt ie hch gerundeten, darſtelleriſch maßvollen Leiſtung.
ertDehemann ſang den Marcell zum erſtenmal. Er
De Ncham Künſtlerquartet gut ein, obwohl ſeine ſchwere
we 2 Wuckini wenig geeignet ſche . Die Beſetung
der übrigen Rollen: Mimi Anny v. Stoſch, Heinrich
Kuhn und Theo Herrmann als Schaunard und Collin,
Hans Ney als Bernard, Eugen Vogt als Alcindor iſt
bewährt und bekannt. C. M. Zwißler dirigierte wie immer
mit temperamentvoller Hingabe. Mir fehlen bei ihm oft die
Nüancen. Dadurch werden die Orcheſterfarben leicht zu dick
und decken die Stimmen zu. Die Chöre und kleinen Rollen
v. H.
waren in Ordnung.
2XGeſchichte.
Kalkutta, 4. Mat.
(Gaſtſpiel des Frankfurter Künſtler=Theaters im Kleinen Haus.)
Eine höchſt überflüfſige Geſchichtsklitterung!
In einem umſtändlichen erſten Aufzug wird in dem
Rah=
men einer Sitzung im Gouvernement=Palaſt von Kalkutta die
Geſchichte der engliſchen Kolonialpolitik geübt.
Allmählich ſchält ſich die Geſtalt des Generalgouverneurs
Warren Haſtings heraus. Er entwickelt ſich als der
Ver=
treter der engliſchen Politik im Sinne einer rückſichtsloſen
Ge=
waltherrſchaft. Jedes Mittel iſt ihm recht: von Beſtechung bis
zur Fälſchung der Rechtspflege. Doch alles nach ſeinen Worten
im Dienſte eines hohen Zieles, der Rettung Indiens!
Er ſchlägt ſeine Gegner zu Boden. Die ihm feindlichen
Vertreter der Oſtindiſchen Kompagnie ziehen kümmerlich ab.
Die dramatiſche Geſtaltung iſt naiv: ein Bilderbuch, wie ſich
der kleine Max den böſen Engländer vorſtellt! Die
Form=
gebung Lion Feuchtwangers liegt Jahre hinter uns.
Das „Frankfurter Künſtler=Theater für
Rhein und Main”, das innerhalb der rot=weißen
Grenz=
pfähle als „Heſſiſches Künſtler=Theater” firmiert, gab unter der
Leitung des Intendanten F. R. Werkhäuſer eine ſaubere
Aufführung.
Die Kräfte halten ſich auf mittlerer Linie. Ihr Vorzug
iſt ihr geſchloſſenes Zuſammenſpiel. Man unterſtrich deutlich,
was für eine Wanderbühne zweckmäßig ſein mag.
Hugo Firmbach gab dem General=Gouverneur Haltung
und Ausdruck. Er hatte in Franz Schmiedbrunn als
Be=
vollmächtigten der Oſtindiſchen Kompagnie einen lebhaften
Widerpart. Richard Grabert war ein wirkungsvoller
Ober=
richter. Wie ein junges, ungeberdiges Füllen tobte Elſe
Hit=
torf luſtig zwiſchen den ernſten Männern — bei 100 Grad
Fahrenheit, wie des öfteren verſichert wurde!
II.
Panama=Skandal.
(Uraufführung im Neuen Theater in Frankfurt a. M.)
Friſcher greift der 24jährige Johann Eberhard Möller
einen geſchichtlichen Stoff an: den Panama=Skandal.
Auf der einen Seite ſteht Ferdinand von Leſſeps, der
Erbauer des Suezkanals, der Beginner des Panamakanals. In
ihm ſieht Möller die ewig gläubige Einzelperſönlichkeit, die im
Namen aller zu handeln glaubt und über deren Kopf hinweg
am Ende doch alles geſchieht.
Auf der anderen Seite ſtehen 800 000 arme Leute, die ihre
Spargroſchen dem Unternehmen geopfert haben, die ewig
gut=
gläubige Maſſe des Volkes, in deren Namen gehandelt wird
und die in Wirklichkeit nichts mitzureden hat.
Zwiſchen beiden erhebt ſich die Korruption, die
Kor=
ruption der jungen franzöſiſchen Republik. Die Miniſter, die
Bankiers, die Journaliſten, kurz die Herrſchenden in der
jun=
gen Republik waſchen ſich im Geld der kleinen Leute die Hände.
Sie ſind die Nutznießer der Zeit: es iſt die Kriſe der Republik,
wie Möller mit einem leichten Fingerzeig auf das heutige
Deutſch=
land durchblicken läßt.
Das Problem iſt in ſeiner Fülle in dem Schauſpiel
Möl=
lers noch nicht vollſtändig herausgearbeitet. Aber es ſind acht
feſſelnde Szenen, die ein ſtarkes dramatiſches Geſchick des
jun=
gen Verfaſſers bezeugen. Sie gewannen ihm bei der
Urauf=
führung im Neuen Theater in Frankfurt einen ſchönen
Erfolg.
Das Paris um 1890 erſchien auf der Bühne: Karl
Gün=
ther in der Maske des greiſen Leſſeps, Franz Maſſareck
ſein älteſter Sohn als Vicepräſident der Panama=Kompagnie,
Günther Lüders ein gutgläubiger Sekretär, Martin Coſta
der an ſeinen Verluſten verzweifelnde Baron Reinach, Lydia
Buſch als Frau von Leſſeps und viele andere. In der Rolle
einer getäuſchten Aktionärin wirkte eine junge Darmſtädterin,
Elſe Monnard, überzeugend im Spiel.
Adolſ Barth hielt als Regiſſeur die Szenen ſchlagkräftig
zuſammen.
Den Nobelpreis für Medizin erhielt der Wiener Arzt, Prof.
Karl Landſteiner, zugeſprochen für die Entdeckung der
menſch=
lichen Blutgruppen.
Leitzig: Mit dem 1. Oktober in den Ruheſtand getreten ſind die
Profeſſoren Geh. Kirchenrat D. Rendtorff in der theologiſchen
Fakultät, Geh. Med.=Rat Dr. Röder in der veterinärmediziniſchen
Falultät, Dr. Banſchinger und Dr. Becker in der philoſophiſchen
Faknltät und D. Thzieme in der theologiſchen Fakultät.
Behaglicist
führtes
alleinſtelar
tät. Hern
men geg. g‟
natspreiei
heizg., 4
Seite 4
Freitag, den 31. Oktober 1930
Rumr,
Mildhret ist jeial billig!!
Friſchgeſchoſſene
Wald=Haſen
(auch geteilt)
Haſen=Pfeffer Pfd. 70 Pfg.
Haſen=Ragout Pfd. Mk. 1.20
SLapinsss
Faſanen, Feldhähner
Wetterauer
Maſt=Gänſe
Pfd. Mk. 1.50
Gans im Ausſchnitt
Gänſe=Ragout Pfd. Mk. 1.20
Ganſeſchmalz
Feinſtgemäſtetes
Tafel=Geflüge!
in reicher Auswahl. (15945
Heinried aumm
Teleph. 115
Schulſtr. 16
Vergebung von Bauarbeiten.
Die Erd=, Maurer= und Betonarbeiten
für die Verlegung der Jiter von
Bahy=
km 2.1—2,4 bei Eberbach a. N. ſollen
öffentlich vergeben werden.
Zeichnungen und Bedingungen können
bei dem unterzeichneten Betriebsamt
und der Bahnmeiſterei 66 in Hetzbach
eingeſehen werden. Angebotsvordrucke
ſind gegen poſtfreie Ein endung von 1,50
RM. in bar (nicht in Briefmarken) bei
dem unterzeichneten Betriebsamte,
ſo=
weit Vorrat reicht, erhältlich. An dieſes
ſind auch die mit entſprechender
Auf=
ſchrift verſehenen Angebote bis zum
Er=
öffnungstermin, am 8. Nov. ds. Js.,
10 Uhr vorm., poſtfrei einzuſenden.
Zuſchlagsfriſt 14 Tage. (1V.15900
Darmſtadt, den 28. Okt. 1930.
Reichsbahnbetriebsamt 2.
Pichtennadelhäder
Römerbad
Zimmerstr. 5-7, Tel 3834
Bel allen Krankenkassen zugelessen. (14873a
BienenHotg
neue
Ernte
garantiert naturrein, verſch. Blütentrachten
loſe gewogen und in Gläſern, billigſt bei
Medizin.=Drogerie
Fr. Beckenhaub,Schalſtraße
41587ual
Aatt
HAUS-STAHDUHREN
das beste Weihnachtsgeschenk
Kaaien Sie nur direkt von der Spezlal-
Fabrik. Trotz bülllester Preise weitere
Preissenkune.
— Rmk. 58.- —
Angenehwe Tellzable Uber 20000 Kunden
Verlangen Sie kostenlos meinen Kataloe.
Achten Sie genau auf die bekannte Firma:
Spexial-Fabrik
E. Lauffer, mod. Haus-Stapduhren
Schwenninten a. N. (Schwarzwalch
So artellen melne Kanden
B. 24 12 D Bln mit der Uhr sehr zufrieden
und heute noch erstaunt aber den bülligen
Preis.
R.. Hauptwachtmeister.
K
Artikel
Hüriker
459
4 Rollen Klosettpapier Krepp: 459
3 Rollen Butterbrotpapier . . 459
1 Dutzend Bleistifte Taber . . . 458
459
2 Block Briefpapier
458
100 Briefumschläge
25 Korrespondenzkarten)
25 gefütterte Umschläge)
459
1. Amateur-Album
458
10 Rasierklingen Stahl
45
1 Parfüm-Zerstäuber
1 Flasche Lavendel-Wasser 453
458
1 Leibwärmfasche
459
1 Spülstein-Einlage
959
1 Briefordner
959
10 Schnellhefter
1 großes Gelluloid-Baby . . . 958
Gummi-Schürze mit Oesen . . . 959
1 Tortenplatte Steingat, Wickelrand 95 9
1 Wäscheleine 30 m Klöppel. . . 958
6 Stück la Kernseife 4 200 gr .959
959
1 Platteisen geschlossen.
1 Isolierfasche A1um, imit. . . . 959
Kuchenform mit 3 versch. Böden 95₰
3 Scheuertücher gute Onal. . . . 959
Wärmſlasche gnte Verschranbg. 959
959
Marktkorb Weiden
1 Klosettwischer weiß lack.
959
oberlan
Tassen mit Utagse, Perlrand 25 9
Dessertteller weis Feston 20 2
weiß Teston
Speiseteller Hiet oder Hach 35 d
Kaffeekannen weis . . . 889
Frühstück-Service
moderne Zeichnung, Steilig . . 1.30
wd
Suppen-Terrine mit Dockel 1.95
Saucieren weis Feston . .959
Speise-Service
Goldrand, für 6 Personen . 19.30
Universalsieb mit 3 Böden 75 9
Kartoffelpresse . . . . 952
Passiersieb mit Stiel ..50 9
Reibeisen stark . . . . 20 9
Kuchendraht rund . . . 50 9
Kohlenkasten mit Deckel, 1.95
Kohlenfüller lackiert 135 50 2
Ofenschirme Goldstreifen 2.95
Brikett-Träger lackiert . 95 d
Küchenwaagen . . 275, 1.95
Gewichtswaagen . . . 8.95
Kaffeemühlen 3.95, 2,95, 1.95
Wandmühlen . . . 350, 2.95
Reibmaschinen . . 250, 1.95
Mandelmühlen . . . . 95 9
Fleischhackmaschinen 4.95
Brotkasten lackiert 2.95, 1.95
Brotkasten emailliert . . 8.95
Krauthobel . . . . . 1.45, 1.15
Darmstadt
15932
Ludwigstraße 14
Haus mit Bäck.
(Dampfofen) prs. zu verk. Näh
u. G. 102 Geſchſt.
rinken Sie regelmäßig die
Wein= oder
Bierlokal
von kautionsfähigen
Fachleuten ſofort od
ſpäter zu mieten geſ.
Angeb. unt. G 67
a. d Geſchäftsſt. (* 1fe
Bürgmöbel-Bürobedart
P
P.
Meinz
Darmstadt Mannheim
Große Bleiche 22 P Rheinstrasse 28 T N. 3. 7/a
Feu,sss-
Tel. 4205
TaL:22u33
altbewährte
Haiser
Friedrich
Ouelle
„das‟ EDELWASSER DELITSCHLANDS
und Sie bleiben gesund!
Seit Dezennien immer wieder bevorzugt
wegen seiner vorzüglichen Wirkung. — Viele,
viele Aerzte empfehlen es ständig bei Gicht,
Rheuma, Blasen- Nieren- und
Gallen-
leiden, sowie bei allen Erkrankungen der
1 15172
Verdauungsorgane.
HMieinvertrieb: Martin Jahn, Darmstadt, Fernraf 305
Eh Waschtag im Hause
ist eine Plage!
Geben Sie ihre Wäsche der
üreb Kascherer Haring
der ältest. Dampfwäscherei Hessens / Jahnstr. 4
mit neuzeitlicher techn. Einrichtung w Tel. 3949
Dort wird Ihre Wäsche am schönsten!
Wäsche
nach
Gewicht
gewaschen und ca. ¼ getrocknet kostet z. B.
15 20 30 45 100 Pfund
Mk. 3.— 3,75 5.25 6.75 12.25
all. Glatte masch. geplättet, Leibwäsche gz. getrockn.
ſe Ffund 30 Ffg. Mindestpreis Mk- 4.50
alles maseh. geplättet ie Ffund 40 Ffg. (mind. M0. 5.-)
Fast schrankfertige Wäsche u. Jedes Ouantum
zu Stückpreisen
schrankfert. Wäsche extrafein
1494.
P
Haaraus
beſeitigt
ſofort und endgültig
Papillan
ein ernſthaftes, wiſſenſcr
probiertes Mittel
Vollkur Rmſ
Ausführliche Proſpekte TUF.
in den Apotheken, Draim
Parfümerien, beſtimmt;
Einhorn Apothebe, gegenüb b.M
Beſſunger Apotheke, Wittmannſt
MN
Oringerie-Allee,
Löwen=Apotheke, Ballonplatz 11ha
Hirſch=Apotheke, Nied.=Ram”nfan
Ecke Hochſtraße,
drogerie Friedrich Schaefer, Luuche
Drogen=Liebig, Luiſenſtr. 4,
Adler=Drog. Ant. Fiſcher, Frankff.1
Drogerie Chr. Schwinn, Rheinf:./0
Parfimerie Th. Frank, Eliſabe-45
Parfümerie Fr. Tillmann, Eliſcr f.
Luiſenſtraße 3/
50 qm großer, heller, trocker-
Zentralheizung, bequeme Einenk
Büro) als Lager, Arbeitsrau u
kaufsraum ganz oder geteilt /.
vember oder ſpäter zu vermie
Heinrich Funk,
Wintertarto
Induſtrie, ab Hof 2.506/0
ferner Weißkraut, Rotkrautt 42
Lauch und Sellerleslk
zu den billigſten Tagesw=f
Vierling, 5‟
Teleph. 184
wird einge=
Kranl ſchnitten
r. Holzſchuh, (*ds
hönring 101. Mſ.
Kt
Gartenteil
Böllen=
falltorweg. Erfrag.
N. Ramſt. Str. 32, II.*
mmer am billigſten
und in allergrößter
Auswahl nur bei
B. Orlo
Karlſtraße Nr. 140
(11470a)
Das führende Blau
der Rheinpfalz=
Freitag, den 31. Oktober 1930
Seite 5
us der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 31. Oktober.
Bedanken zum Reformalionsfeſte.
„Rufen mußt du lernen!”
Von Reinbold Braun.
mußt du lernen!“
„ſcher ſelbſt ſtammt dieſes Wort. Und wenn wir ſein
zuichten von der Zeit an, da er als Kurrendeſchüler
Eindgläubiges Herz in ſeinen Geſang legte, über
wdungsvollen Stationen ſeines Lebens hinweg; die
eu” beim jähen Tode ſeines Freundes, dann die
mu e teriſche Zelleneinſamkeit, den Tag des ehernen
wart= überall die großen Wegpunkte des
Reformator=
greg bis hin zur Sterbebett=Stunde: Immer wieder
gun=s in jeder Lage der Kämpferſchaft die Erfüllung,
herrlich folgerichtige, unerſchrockene dieſes Wortes
nge wuchtvolle Menſch, das harſche klare Denkertum,
iunnende Seele ſtehen dahinter. Es war nicht das
h. der Ruf eines Mietlings, eines ſeichten
Partei=
tan, dieſer Lutherruf war Vollklang aus Geſetz und
venſchſeir, Aufbruchsglanz der um den Sinn echter
Reli=
tät, Sen Adel letzter Wahrheit ringenden, vom großen
gſtfttza Tdurchbrauſten Seele.
Sießſ auf war Folge innerſter Auseinanderſetzungen,
m ind efen Seins, war Wiſſens= und Wahrheitsgrund,
„W hartzteWberlegenheit, dabei doch die echte, unzerbrechliche
rwartert in der Nachfolge des größten aller Meiſter.
undy i! Luther dieſen Ruf nicht nur rief, ſondern auch
te, inn mußte er Gefolgſchaft zeitigen und die wahr=
Chynieb endigen aufhorchen laſſen.
Ja, ſ (war der Ruf der Liebe, die nahe iſt dem Herzen
raſes, / Ruf, der aus dem Geiſt geboren, ward und
hin=
en ug rur Welt des Geiſtes, zu jenen höheren Lebens=
und endai jent wioHne die eine eigenwüchſige, ſich ihres Sinns
voll=
illußte ſee nun einmal nicht atmen kann.
ſhaſte „undi ſer Luther, deſſen ganzes Leben ein ſolcher
Gottes=
par,/ i1 auch wieder in unſere Zeit hinein. Und weil ſein
dasi m aus dem Geiſt und der Wahrheit und der Macht
Rur /Seelz m Ziele hat, darum iſt er nicht veraltet und kann
hriche An,g veurtr.
Apofholy Er 1700 ämmer der Ruf des neuen Menſchen bleiben.
menien hn =Wiry üfſen nur recht verſtehen, in ihn hineinzuhören,
boihetze, gym n Ultſund gleichſam uns wieder lebendig zu hören; dann
pothele, A.) au ſchvas moderne Ohr vernehmen, was der Seele und
rieAle, n Tiſet not iſt, dieſem zeit=zerſtürmten, verwirbelten,
erd=
hes Aüs haft eyvem Zwecke in die Sklavenſchaft geführten.
hebe, Mel
Luthitzu:! Ach und dagegen die Jämmerlichkeit der
Schlag=
ſriehng zu rufen nierer Zeit, jener verantwortungsloſen, hinter denen
bia Auſena 8 ſtüüt! ein Leben voll Tiefe und Kampf, die heute ſo
Ant ſſtind=n ulſ trorgen ſo, die den Mund doppelt voll nehmen
hr. Shum ſten, irm Kopf und Herz leer ſind, deren Ruf oft nur Mittel
A zun ”. Zw it und als Grund nur den äußeren Vorteil hat, die
Fr. äün Püge ih ſcheuen und das Blendwerk, und die von
Wider=
chen” osen, die auf dem Markt und der Gaſſe und nur
—dieſakhreien, Seiltänzer über der gaffenden, ewig
neuig=
ſſüchntſr Menge, wie ſie uns Nietzſche ſchildert.
Tauuſa Schreie ſchrillen durcheinander, zerſpringen wie
iM
hernar ſälle, und keiner fteht ſieghaft über allen, weil ſie
ßer, hele, nuru ſo” ſind und Erde wollen. Wo iſt ein Ruf, der den
ung beilke amel 49 und den Sieg des Geiſtes, die Reinheit des Herzens
ge, Metz denu aten Seelenwert!
fan 4
Da Ainmt er wieder her durch die Jahrhunderte wie
kenexrung, unverbraucht und morgenwindtragend, der
Funh herrunf
„Werg dyen hat zu hören, der höre! Seine Deutſchen ruft
Luthye zaß ſie heimfänden zu ſich ſelbſt und der deutſchen
ile, ihm Wott, der eine feſte Burg iſt!
meilM undü gedert uns auf, mitzurufen durch unſere Geſinnung,
ſre Aude Hoheit unſerer Liebe, durch unſere ganze
Lebens=
ſtrie, 04 und afraſſung!
ſtunt / Der ſ)f aus der Reife aber iſt der beſte und der des ſtillen
gaug un zens,/ kpvortloſe und tatvolle, der gewaltigſte.
ligten Nichtt en gfanal, nicht Fanfarenſtoß! Das Aufrechtbleiben
aller 44t, die unverwelkliche, inbrünſtige Treue gegen die
„lle un ilrr Reich, die ſtille, tapfere Gottswanderſchaft auf
ing
wildy/ſettraßen des Lebens, das bleibt der wirkſamſte Ruf
Lilgt 7 einen as dem Herzen Gottes.
Das Arbeitsbeſchaffungsprogramm für Darmſtadt.
Schaffung von Arbeitsmöglichkeit durch Straßenbau= und Inſtandſehungsarbeiken in Höhe von 1 140 760
Mark. — 18 Ein=, 24 Zwei=Zimmer-Wohnungen, ein Neuban an der Schwanenſtraße für
362 000 Mark genehmigk. — Erregte Auseinanderſekzung zwiſchen
Nakional=
ſozialiſten und Sozialdemokraken. — Keine Anflöſung des Stadtraks.
Der Darmſtädter Stadtrat verfiel geſtern nach einem guten
Anlauf in der vorletzten Sitzung, wieder in ſeine alte
Gewohn=
heit möglichſt viel vor der Oeffentlichkeit zu debattieren. Aber
nicht genug damit, daß man nur zur Sache ſprach, bürgert ſich
ſcheinbar immer, mehr ein, perſönliche Auseinanderſetzungen und
„Anflaumungen” möglichſt öffentlich auszutragen. Leider kam
es dadurch geſtern zu einer ganzen Reihe unliebſamer
Zwiſchen=
fälle. Die Nationalſozialiſten ſtritten ſich heftig und lebhaft mit
den Sozialdemokraten, ohne zu bedenken, daß es der
Oeffentlich=
keit z. B. ganz gleichgültig iſt, ob ſich die Stadträte Kollegen
nennen oder nicht, wenn nur wirkliche Arbeit geleiſtet wird.
Stadtrat Süß antwortete in längeren Ausführungen auf die
An=
griffe eines Wochenblattes; es kam auch hierbei zu
außerordent=
lich unliebſamen Szenen. Die Stadtratsmitglieder, die gerade
nicht „gemeint” waren hörten ebenſo ſtaunend zu, wie das
Pu=
blikum, auf der Tribüne, kurz die unſachliche Ausſprache dieſer
vierſtündigen Sitzung nahm ſoviel Zeit weg, und die
Gehäſſigkei=
ten waren zeitweiſe ſo unſchön, daß man wirklich wünſchen möchte,
die Darmſtädter Bevölkerung könnte einer ſolchen. Arbeit ſeiner
Auserwählten” beiwohnen. Es iſt nur zu hoffen, daß man
end=
lich zur Einſicht kommt und in Zeiten ſo fühlbarer Not nicht das
Hauptgewicht auf Nebenſächlichkeiten legt.
Die wirkliche Arbeit im geſtrigen Stadtrat war
verhältnis=
mäßig ſchnell geleiſtet. Es wurde einſtimmig ein
Arbeitsnotpro=
gramm der Verwaltung angenommen, wodurch vielleicht doch
be=
wieſen werden kann, daß im Grunde ihres Herzens alle
Stadt=
ratsmitglieder von dem Ernſt der Zeit durchdrungen ſind. Auch
die übrigen Punkte der Tagesordnung wurden als ſolche glatt
erledigt. Da der Bau= und Verwaltungsausſchuß vor der Sitzung
tagte, verzögerte ſich der Beginn um 10 Minuten.
UMnrationsfeiern. Am 31. Oktober wird in dieſem
dre en tall g ſchulfrei ſein. Es finden für die Schüler
ſämt=
er DAwtüdter Schulen in allen Darmſtädter Kirchen
vor=
ſtags Gut 4—10 Uhr Gottesdienſte ſtatt. — Am 31. Oktober,
nds 8/ lr. iſt in allen evangeliſchen Kirchen Gottesdienſt, zum
2 Alenber, iſt abends 8 Uhr in der Stadtkirche
Reforma=
sfeſtflei des Evangeliſchen Bundes. Darmſtadt, bei der der
ſitzenlgeus Zweigvereins Pfarrer Dr Bergér, ſprechen
d übet Reeformation — Deutſchlands Schickſal”. Bei dieſer
tzer wützl der Kirchengeſangverein der Martinskirche mit. Der
ſtritt zri. Alle Evangeliſchen ſind zu dieſer Feier herzlichſt
geladechn
* Tllthlaſen. Anläßlich des Reformationsfeſtes wird der
ſaunenaſte Dder Martinsgemeinde heute abend 19 Uhr einige
ſbräle iht Turm der Martinskirche blaſen.
u0 9 — Alntenjubiläen. Die Lokomotivführer der Deutſchen
ſchsbalch rkob Büdinger und Andreas, Hofferberth
Ballhtn ieb Kranichſtein, wohnhaft in Kranichſtein, Kreis=
2be 167 ſegehen am 1. November 1930 ihr 25jähriges
Beam=
liubiläitzt Fünfundzwanzig Jahre haben ſie ihre Kraft als
imte 5N Dienſte der Reichsbahn gewidmet, haben ſich ſtets
Treugin unermüdlichem Eifer ihrem Beruf hingegeben.
Dſtdarmſtädter Juriſtiſche Geſellſchaft eröffnet ihre
dies=
arige lihſungsreihe am heutigen Freitag, dem 31. Oktober
abect, äm Saale des Hotels. Zur Traube‟. Als Referent
den Men Abend hat ſich Herr Profeſſor Dr. Graf zu Dohna
der lyrſität Bonn zur Verfügung geſtellt, der über „Eid
2 falſächllusſage im Prozeßrecht und Strafrecht der Zukunft”
Fliechen Iimd.
Awoltungsgerichtshof, Zeughausſtr. 2. Oeffentliche
Kun An Samstag den 1 November 1930: 9.15 Uhr: Vor=
cheiduſg gegen die Polizeihauptwachtmeiſter Pitthan und
Ba=
hier in ſienbach a. M. 10.30 Uhr: Rechtsbeſchwerde des
and Mlenchauer in Offenbach a. M. gegen ſeine Heranziehung
Fr ſtädt /n Grundſteuer.
Sihungsverlauf.
Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte
Oberbürger=
meiſter Mueller der Opfer der ſchweren Bergwerkskataſtrophen
bei Alsdorf und im Saargebiet. Die Mitglieder erhoben ſich zum
Zeichen der Trauer und Anteilnahme von ihren Sitzen.
In die Tagesordnung wurde 17,20 Uhr eingetreten.
Die Einrichtung eines Obdachloſenaſyls im Männerban des
Verſorgungshauſes
wird einſtimmig genehmigt. Da das vorhandene Obdachloſenaſyl
für die derzeitigen Verhältniſſe nicht mehr ausreicht, war im
Einvernehmen mit dem Bauausſchuß von der Verwaltung bean=
Beachten Sie bitte die Anzeige der Fa.
Ri
do Zin, w. w. b.*.
P
auf Seite 10
d5940
tragt worden im Männerbau des ehemaligen
Verſorgungshau=
ſes ein Obdachloſenaſyl mit einem Koſtenaufwand von 8700 RM.
einzurichten.
Regelung der Verſäumnisgebühren im Städt. Leihamt.
Bei dem Städtiſchen Leihamt hat ſich eine im Intereſſe der
Darlehensnehmer gelegene Aenderung der Satzungsbeſtimmungen
bezüglich der Erhebung der Verſäumnisgebühren als zweckmäßig
erwieſen. Im Einvernehmen mit dem Sozialpolitiſchen Ausſchuß
wird Zuſtimmung erteilt.
Es wird nun über die
Arbeitsbeſchaffung
beraten. Stadtrat Aßmuth (Soz.) erſtattet den Bericht über das
vorliegende Programm: „Bei dem Wohlfahrts= und Jugendamt
werden zurzeit etwa 1150 arbeitsfähige
Wohlfahrts=
erwerbsloſe unterſtützt. Mit einem weiteren Anſteigen
dieſer Zahl im Laufe des Winters iſt beſtimmt zu rechnen. Die
Schaffung von ausreichenden Arbeitsmöglichkeiten zur Verhütung
einer kataſtrophalen Belaſtung der Wohlfahrtspflege iſt daher
Das
Darmstädter Fahrplanbuch
(Winter-Ausgabe) ist
in allen bekannten Verkaufsstellen zum Prelse von
80 Pfemnig
erhältlich.
dringend notwendig. Zur Belebung der Wirtſchaft wird es
wei=
ter beitragen, wenn neben der Arbeit für Wohlfahrtserwerbsloſe
auch das Handwerk mit Aufträgen bedacht wird. Im
Einverneh=
men mit demBauausſchuß wird vorgeſchlagen, folgende Arbeiten
je nach Dringlichkeit und je nach der Finanzlage der Stadt
aus=
führen zu laſſen: a) durch das Tiefbauamt: 1.
Straßen=
bauarbeiten im Koſtenaufwand von 387 200 RM. 2.
Kanalbau=
arbeiten 485 000 RM., 3. ſonſtige Arbeiten 27 500 RM.; b) durch
das Hochbauamt: 1. Inſtandsſetzungs= und
Unterhaltungs=
arbeiten in ſtädtiſchen Gebäuden 106 460 RM., 2. gärtneriſche
Ar=
beiten 24 400. RM: e) auf dem Waldfriedhof:
Umro=
dungsarbeiten 110 200 RM. insgeſamt ein Koſtenaufwand von
1140 760 RM. Mit der Ausführung dieſer Arbeiten wird
Ar=
beitsgelegenheit geſchaffen für etwa 300 Wohlfahrtserwerbsloſe
auf die Dauer von 6 Monaten mit je 156 Tagewerken. Die
Be=
ſchäftigung bringt aber zugleich eine Entlaſtung der
Wohlfahrts=
pflege, vorausſichtlich in Höhe von 282 000 RM. Aus dem 15=
Millionen=Kredit des heſſiſchen Staates ſind für 300 000 RM.
Zinsverbilligung zugeſagt worden. Wegen Gewährung weiterer
Zinsverbilligung für die zur Ausführung der Arbeiten
aufzuneh=
menden Kapitalien ſind Verhandlungen im Gange.
Es wird um grundſätzliche Zuſtimmung gebeten zur
Ausfüh=
rung der vorgeſchlagenen Arbeiten und zur Beſchäftigung von
300 Wohlfahrtserwerbsloſen, ſowie zur Bereitſtellung der Mittel
im Geſamtbetrage von 1 140 760 RM.
Stadtrat Haury (D.V.P.) begrüßte das
Arbeitsbeſchaf=
fungsprogramm, er bedaure nur, daß man ſo ſpät zum Zug
gekom=
men ſei; weiter bedaure er, daß man nicht doppelt ſo viel
Ar=
beit beſchaffen könne. Im Intereſſe des Handwerks und des
Mittelſtandes müſſe man der Vorlage zuſtimmen. Die Notlage
ſei bei allen ſehr groß. Auch die Privatarchitekten müſſe man
jetzt beſonders berückſichtigen.
Bürgermeiſter Delp erklärte, die Verwaltung habe das
größte Intereſſe daran, Arbeit zu beſchaffen, der Stadtrat möge
den Vorlagen zuſtimmen.
Stadträtin Frau Glenz (Dem.) fragte, warum der
beſchloſ=
ſene Kanalbau Soderſtraße—Beckſtraße noch nicht begonnen ſei,
worauf ihr vom Oberbürgermeiſter erwidert wurde, man werde
zum nächſten Frühjahr beginnen, da der Sachverſtändige vor
Ein=
tritt des Froſtes für jetzt abgeraten habe.
Stadtrat Wieſenecker (Soz.) ebenſo wie die Stadträte
Goſenheimer (Dem.), Schneider (Dntl.), Dr. Kollbach
(H.u. G.) und Geißner (Ztr.) begrüßen das
Arbeitsbeſchaffungs=
programm und geben ihre Zuſtimmung,
Stadtrat Rudolph (P.A.) hält das Programm für nicht
ausreichend. Wenn man jetzt Geld aufnehme, möge man ſo viel
beiſchaffen, daß das doppelte Programm durchgeführt werden
könne.
Stadtrat Haury (D.V.P.) bittet, man möge aber
einbei=
miſche Arbeiter bei den vorzunehmenden Arbeiten beſchäftigen.
Bürgermeiſter Delp erklärte, für die vorgeſchlagenen
Arbei=
ten würden Arbeiter aus Darmſtadt verwendet. Man vergebe
nicht nur die Arbeiten die in ſtädtiſchem Auftrage ausgeführt
würden, an Einheimiſche ſondern alle Unternehmer, die
Zu=
ſchüſſe aus ſtädtiſchen Mitteln erhielten, ſeien gehalten,
einhei=
miſche Arbeitskräfte anzuſtellen.
Es entſpann ſich noch eine kleine Debatte, in der von der
Sozialdemokratie der Deutſchen Volkspartei vorgeworfen wurde,
dadurch, daß ſie den Deckungsvorſchlägen des Herrn
Oberbürger=
meiſters nicht zugeſtimmt habe, ſei die Arbeitsbeſchaffung
ver=
zögert worden, worauf von Stadtrat Haury (D. V.P.)
geant=
wortet wurde, daß für den Erlaß der bekannten Sperrmaßnahmen
des Herrn Oberbürgermeiſters gar keine Veranlaſſung vorgelegen
hätte. Stadtrat Schneider (Dntl.) ſtimmte ihm hierin zu,
auch er habe den Deckungsvorſchlägen nicht zuſtimmen können.
Oberbürgermeiſter Mueller gab, ſchließlich noch ſeiner
Freude Ausdruck, daß die Parteien einmütig dem
Arbeitsbeſchaf=
fungsprogramm zuſtimmten. Er hoffe, daß zu gegebener Zeit ſo
einmütig der Kredit bewilligt werde. Die Vorlage wurde
darauf=
hin einſtimmig angenommen.
Es folgte die Beratung über
die Boranſchläge der vier höheren Knabenſchulen für das
Rechnungsjahr 1931.
und zwar des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums, des Realgymnaſiums,
der Liebigs=Oberrealſchule, der Ludwigs=Oberrealſchule.
Stadtrat Klotz (Soz.) iſt der Anſicht, daß bei manchen
höhe=
ren Schulen durch Zuſammenlegung von Klaſſen
Perſonalerſpa=
rungen eintreten könnten.
Stadtrat Kalbfleiſch (D.V.P.) kann dieſer Anſicht nicht
zuſtimmen, da in zwei Schulen in den gleichen Klaſſen ganz
grundverſchiedene Lehrziele und Lehrpläne beſtänden (z. B. in der
Viktoria= und in der Eleonorenſchule) Ein Abbau an
Lehr=
kräften ſei auch deshalb nicht durchführbar, da die Eltern das
hohe Schulgeld bezahlten und Anſpruch auf ausreichende Anzahl
von Lehrern hätten. Es herrſche auch großer Notſtand ebenſo bei
den Volksſchullehrern wie bei den akademiſch gebildeten Lehrern.
Stadtrat Friedrich (Soz.) bedauerte, daß es zwar
einer=
ſeits richtig ſei, was ſein Kollege ausgeführt habe, aber
anderer=
ſeits müſſe man auch die finanzielle Seite der Einſparung von
Stellen berückſichtigen. Er werde ſich in dieſem Punkte der
Ab=
ſtimmung enthalten.
Es kommt nun zu einem Disput zwiſchen den beiden
Schul=
fachmännern, dem Stadtrat Kalbfleiſch (D.V.P.) und dem
Stadtrat Friedrich (Soz.); beide Stadträte halten an ihrem
Standpunkt feſt.
Stadträtin Frl. Walz (V.R.P.) wendet ſich dagegen, daß
man Lehrer abbaue, ebenſo wendet ſich Stadtrat Süß (H.u. G.)
dagegen. Stadtrat Geyer (P.A.) fordert Vertagung dieſes
Punktes und nochmalige Durchberatung im Schulausſchuß, da man
vielleicht doch Erſparungen vornehmen könne.
Dieſer Antrag wird abgelehnt. Dagegen werden die
vorge=
legten Voranſchläge genehmigt mit der Bemerkung, das
zuſtän=
dige Miniſterium möge gebeten werden, zu prüfen, ob im
Per=
ſonalbeſtand noch Einſparungen vorgenommen werden könnten. —
Nach den Voranſchlägen für das Rechnungsjahr 1931 beträgt der
Zuſchuß der Stadt für: a) das Ludwig=Georgs=Gymnaſium 92 788
Reichsmark, b) das Realgymnaſium 166 430 RM., e) die Ludwigs=
Oberrealſchule 70 442 RM., 0). die Liebigs=Oberrealſchule 94 825
Reichsmark.
Fortzahlung der Vergütungen an ſtädtiſche Bedienſtete
in Krankheitsfällen.
Bisher wurde den ſtädtiſchen Angeſtellten, nach den
Beſtim=
mungen über die Fortzahlung der Vergütung in
Krankheits=
fällen vom 18. 6. 1927 im Falle der Krankheit die Vergütung
je nach der Dauer der zurückgelegten Dienſtzeit bis zu 26 Wochen
weitergezahlt. Die Angeſtellten mußten ſich jedoch den Betrag
an=
rechnen laſſen, der ihnen aus einer auf Grund geſetzlicher
Ver=
pflichtung beſtehenden Krankenverſicherung zukam. Durch die
Notverordnung vom 26. 7. 1930 hat der 8 189 R.V.O. einen neuen
Abſatz 1 erhalten, wonach der Anſpruch auf Kranken= und
Haus=
geld ruht, wenn und ſoweit der Verſicherte während der
Krank=
heit Arbeitsentgelt erhält, ſo daß die Stadt für die Folge in
Krankheitsfällen die volle Vergütung für die Angeſtellten
über=
nehmen muß. Um dieſe erneute finanzielle Belaſtung der Stadt,
die den Krankenkaſſen zugute kommt, zu vermeiden, ſind die
Be=
ſtimmungen vom 18. 6. 1927 in neuer Faſſung vorgelegt
wor=
den, nach welchen den Angeſtellten, ſoweit ſie eine Barleiſtung
durch die Krankenkaſſen erhalten, zu dieſen Leiſtungen ein
Zu=
ſchuß gewährt wird. Das finanzielle Ergebnis iſt für die Ange=
und bis zum 10. Jahre
dürfen Sie für die zarte und
empfindliche Haut Ihres
Kindes nur die milde, reine
MIVEA
KINDERSEIFE
verwenden. Nivea-Kinden
seife wird nach ärztlicher
Vorschrift hergestellt; sie
M dringt schonend in, die
Heutporen ein und macht
Preis: sie frei für eine gesunde
70 Pfg. und kräftige Hautatmung.
Angenchmes Rasieren durch
DAAIA ULTIA
Sie müssen sich vor dem Einseifen mit Nivea-Creme einreiben, jedoch
nicht zu stark, damit die Schaumerzeugung nicht beeinträchtigt wird.
Sie werden dann sehen, dass auch tägliches Rasieren Ihre Haut nicht
angreift. Sie werden nicht mehr unter schmerzenden Rötungen und
aufgesprungenen Stellen zu leiden haben. Sie werden gleichzeitig
feststellen, dass Ihr Aussehen jugendlicher, struffer und gepflegter wird.
Zu ersetzen ist Nivea-Creme nicht, denn nur sie enthält das
hautpflegende Eucerit, und darauf beruht ihre besondere Wirkung.
Dosen: RM 0.20, 0.30, 0.60 und 1.20 Zinntuben: RM 0.60 und 1.00
Seike 6
ſtellten, das gleiche, wie bisber. Dem vorliegenden Entwurf
wird zugeſtimmt.
Der nächſte Punkt, die Gründung einer Städtiſchen
Woh=
nungsbau=A.=G., wurde zunächſt zurückgeſtellt.
Ueber den
Antrag auf Auflöſung des Stadtrats,
den die Nationalſozialiſten geſtellt hatten, erſtattete Stadtrat
Altendorf Bericht. Er bemerkte, daß der Antrag ſchon einmal
geſtellt wurde, und, da eine Auflöſung geſetzlich unzuläſſig ſei,
nun in der Form geſtellt werde, daß die Stadträte ihre
Amts=
tätigkeit nicht mehr ausüben, um ſo die Auflöſung nach Art. 237
durch das Miniſterium des Innern zu erreichen. Einer ſolchen
Obſtruktion gegen die eigene Arbeit und Pflichten könne ſeine
Fraktion nicht zuſtimmen.
Stadtrat Abt (N.S.A.P.) verteidigte den Antrag ſeiner
Fraktion. Es kommt zu erregten Zwiſchenrufen.
Stadtrat Wieſenecker (Soz.) erklärt, aus politiſchen
Gründen könne man der Auflöſung zuſtimmen, er halte es aber
nicht für richtig, die Auflöſung durch Sabotage der eigenen
Ar=
beit zu erzwingen.
Stadtrat Zürtz (N.S.A.P.) bezeichnet den Zwiſchenrufer,
der ſeinem Fraktionsvorſitzenden Abt den 8 51 zugerufen habe,
als einen „unverſchämten Burſchen”. (Lebhafte Unruhe.)
Der Zwiſchenrufer wird, ebenſo wie Stadtrat Zürtz, zur
Ord=
nung gerufen.
Stadtrat Freudel (Poſ. A.=G.) erklärte, ſeinerzeit habe
man auch den Antrag auf Auflöſung geſtellt. Heute ſtimme er
dem abgeänderten Antrag nur zu „weil es poſitiv feſtſteht, daß
er abgelehnt wird”
Stadtrat Fröba (Komm.) meinte unter großer Heiterkeit,
daß es auch nicht mehr Arbeit gebe, ob in einem neuen Stadtrat
24 Nationalſozialiſten oder 24 Kommuniſten ſäßen.
Stadtrat Schneider (Dn.) ſprach ſich gegen eine durch
„Streik” erzwungene Auflöſung aus.
Im Laufe der Debatte kommt es noch zu ſchweren und ſehr
unerfreulichen Zwiſchenfällen, als Stadtrat Abt (N.S.A.P.) zu
Wort kommt und ſehr erregt äußert, der Zwiſchenrufer könne froh
ſein, daß er nicht unter dem Schutze des 8 51 ſtehe, ſonſt werde
er gegen den Rufer die Reitpeitſche anwenden. (Sehr große
Er=
regung. Minutenlang ertönt die Schelle des Vorſitzenden.) Im
übrigen lege er keinen Wert darauf, von den Sozialdemokraten
als, Kollege” angeſprochen zu werden, eine Aeußerung, die von
ſozialdemokratiſcher Seite dahin beantwortet wird, daß auch ſie
auf dieſe Kollegen keinen Wert legen.
Bei der Abſtimmung wurde der Antrag auf Auflöſung des
Stadtrats abgelehnt.
Auch der Antrag der Nationalſozialiſten die Einſtufung der
Beamten betreffend, wurde abgelehnt. Selbſtverſtändlich kam
zum Ausdruck, daß etwa als unrecht erwieſene Einſtufungen
ge=
ändert werden ſollten. Auch während dieſer Debatte kam es zu
erregten Auseinanderſetzungen zwiſchen Sozialdemokraten und
Nationalſozialiſten, wobei Stadtrat Wieſenecker (Soz.) dieſe
er=
mahnte, ſie möchten vorſichtig ſein und ſich die Finger nicht
ver=
brennen, ſeither ſei die Republik zu duldſam geweſen.
Stadtrat Geißner, der, ebenſo wie über den vorhergehen=
Kieſſeirt Kälſio dächedt ſchtdeschte Feiſ
Stadtrat geführt würde über derartige Anträge, für keineswegs
fruchtbringend, zumal der Stadtrat ja auch mit der Zuſtimmung
zu dieſen Anträgen nichts erreichen könne.
Stadtrat Friedrich (Soz.) bemerkte, derartige
Beſchluß=
faſſungen zeigten wenigſtens die Stimmung in den
Stadtparla=
menten. Da er gleichzeitig einen Antrag vorbringt, der mit
Rückſicht auf die inzwiſchen im Notprogramm fixierte
Stellung=
nahme des Reiches in dieſen Fragen von dem Antrag abweicht und
neue Punkte bringt, wird er zur geſchäftsmäßigen Erledigung
gegeben.
Die nächſten Punkte der Tagesordnung werden ohne Debatte
erledigt.
Die durch Verlegung der Jugendherberge frei gewordenen
Räume im Erdgeſchoß des der Akademie für Tonkunſt gehörigen
Hauſes Mühlſtraße 70 ſollen für die Zwecke der Abteilung
Gym=
naſtik der Akademie ſowie für das Seminar für
Sprecherziehung benutzt werden. Es hat ſich als notwendig
er=
wieſen, daß die betreffenden Räume für dieſe Zwecke beſonders
hergerichtet werden müſſen. Dieſe Herſtellungen erfordern unter
Bſechränkung auf das Allernotwendigſte nach einem Voranſchlag
des Städtiſchen Hochbauamts einen Koſtenaufwand von rund 5000
Reichsmark. Nachdem das Kuratorium der Akademie, das ſich
auch mit der vorliegenden Angelegenheit befaßte, einſtimmig die
Bewilligung dieſes Betrages befürwortet hat, wird die
Bereitſtel=
lung eines Kredits von 5000 RM. aus Vermögensmitteln
ge=
nehmigt.
Neubau an der Schwanenſtraße.
Es iſt beabſichtigt, die Liebfrauenhäuſer durch Errichtung
eines Neubaues an der Schwanenſtraße zu erweitern. Der
Neu=
bau ſoll 18 Einzimmerwohnungen und 24
Zwei=
zimmerwohnungen enthalten und wird einen
Koſten=
aufwand von 362 000 RM. verurſachen. Im Einvernehmen
mit dem Bauausſchuß wird dieſer Neubau gutgeheißen.
Eine
Neubildung bzw. Ergänzung von Ausſchüſſen und Deputationen
wird infolge der Arbeitsgemeinſchaft der D.V.P. und der
Deutſch=
nationalen Partei im Stadtrat notwendig. Der Wahlausſchuß
hat die Fälle durchberaten. Den Beſchlüſſen des
Wahlvorſchlags=
ausſchuſſes wird zugeſtimmt.
Bauplanänderung am Südbahnbof.
Der Luther=Bauverein beabſichtigt am Südbahnhof die
Er=
richtung einer geſchloſſenen Siedlung. Zur Ermöglichung einer
günſtigeren Aufteilung für die Geſamtſiedlung iſt eine andere
An=
ordnung der Straße im Baublock erforderlich. Mit Zuſtimmung
des Bauausſchuſſes wird Genehmigung der notwendigen
Flucht=
linienänderung beantragt.
Das Heſſiſche Polizeiamt Darmſtadt hat den Entwurf
einer neuen Polizeiverordnung, den Woog
be=
treffend, überſandt, vor deſſen Genehmigung und
Veröffentli=
chung der Stadtrat gemäß Art. 129b der Städteordnung anzuhören
iſt. Der Städtiſche Sportausſchuß hat in ſeiner Sitzung vom
2. Oktober Ifd. Js. dieſer neuen Polizeiverordnung mit einer
un=
bedeutenden redaktionellen Aenderung zugeſtimmt. Es wird
Zu=
ſtimmung zu dem Beſchluß des Städtiſchen Sportausſchuſſes
be=
antragt.
Der Antrag wird zurückgeſtellt.
Unter „Mitteilungen” wandte ſich Stadtrat Süß (H.u. G.)
gegen die Angriffe eines hieſigen Wochenblattes, worauf ihm von
Stadtrat Rudolph geantwortet wurde. Der Herr
Oberbürger=
meiſter rief die Herren nach dem erſten Wortgefecht zur Ordnung.
„ſoweit ſie gegenſeitige Ehren= oder Formalbeleidigungen”,
aus=
geſprochen hätten. Stadtrat Schneider (Dntl.) griff in die
Debatte ein, ſoweit es ſich um den Austritt des Stadtrats Süß
aus der Deutſchnationalen Partei handelte.
Stadträtin Frl. Walz (V.R. P.) machte der unliebſamen
De=
batte dadurch ein Ende, daß ſie die ernſte Frage ſtellte, warum
noch keine Anweiſung von Holz für den Winter vom
Wohlfahrts=
amt ergangen ſei.
Bürgermeiſter Delp erklärte, daß ſoziale Anträge auf
Win=
terbeihilfen im Umfange des letzten Jahres vorlagen und
wahr=
ſcheinlich in der nächſten Sitzung bebandelt würden. Auch ſollen
Wärmehallen errichtet werden.
Bürgermeiſter Ritzert gab einen kurzen Rückblick über die
Ausſtellung „Technik im Heim” die ein Erfolg geweſen ſei.
Zu=
ſchüſſe habe die Stadt keine zu leiſten, die Ausgaben ſeien durch
die Einnahmen voll gedeckt. Er dankte allen Korporationen,
Ver=
bänden und Einzelperſonen für ihre Mitarbeit
Stadtrat Moeßner (D.V.P.) gibt eine Erklärung ab, daß
entgegen der Behauptung des Stadtrats Abt, er und Dr. Kollbach
hätten gegen die Einführung der Warenhausſteuer geſtimmt, das
nicht zutreffe. Die Deutſche Volkspartei habe nicht dagegen
ge=
ſtimmt, es ſei überhaupt in dieſer Sache nicht abgeſtimmt worden.
— Stadtrat Süß (H.u. G.) gab für Stadtrat Kollbach, der die
Sitzung wegen beruflicher Verpflichtungen früher verlaſſen hatte,
die Erklärung ab, er werde in der nächſten Sitzung zu dieſer
Frage Stellung nehmen.
Nach 21 Uhr wurde die öffen
ſchloſſen.
Freitag, den 31. Oktober 1930
* Die Firma Ehrhardk im neuen Heim.
Wer geſtern durch die Ernſt=Ludwig=Straße ging, dem fiel
beſtimmt das neue Geſchäft auf, das ſich ſo ſchmuck und friſch in
die Reihe der anderen eingereiht hat: Das altbekannte Teppich=
und Tapetenhaus Ehrhardt iſt umgezogen. In knapp drei
Mona=
ten haben Fleiß und architektoniſches Können aus dem früheren
Wohnhaus ein vorbildlich modernes Geſchäftshaus gemacht. Und
kaum war der neue Raum geſchaffen, als auch ſchon eine emſige
Tätigkeit für das Einrichten der Geſchäftsräume und Büros
ſorgte.
Und ſo konnte geſtern mit dem 25jährigen Geſchäftsjubiläum
zuſammen die Firma Ehrhardt auch die Einweihung ihres neuen
Heimes feiern. Frohe Stimmung lag über den ganzen Räumen,
und auf den Mienen derer die an dieſem Erfolg mitgearbeitet
hatten, konnte man berechtigten Stolz leſen.
In den blumengeſchmückten Räumen hatten ſich die Inhaber,
Angeſtellten, Freunde des Hauſes und nicht zuletzt die Geſtalter
des neuen Baues eingefunden, um die Stunde und ihre
Bedeu=
tung mit einer ſtilvollen Feier zu würdigen. Herr Ehrhardt
begrüßte im Namen der Firma die Gäſte und dankte für die dem
Hauſe zuteil gewordenen Beweiſe der Freundſchaft und des
Ver=
trauens. Er dankte den Architekten Markwort u. Seibert, die
den Umbau geleitet haben, und er dankte auch den Handwerkern
für die geleiſtete Arbeit. Herr Ehrhardt betonte, daß in dem
neuen, vergrößerten Geſchäft dem Kundenkreis noch mehr geboten
werden könne und ſolle als bisher. Er lud dann zu einer
Beſich=
tigung des Hauſes ein. Herr Franzen, als Leiter der Mainzer
Filiale, überbrachte herzliche Glückwünſche und trug zwei Gedichte
vor, die dem Hauſe Ehrhardt und der Branche ein Lob ſangen.
Die Beſichtigung war für jeden Freund ſachlicher und
ge=
ſchmackvoller Raumgeſtaltung ein Genuß. Man hat unter
Bei=
behaltung der ſchon beſtehenden Anlage eine ſtilvolle und moderne
Ausgeſtaltung der Räume vorgenommen, die trotz großzügiger
Auf=
machung der individuellen Note des Spezialgeſchäfts Rechnung
trägt. Eine glänzende und geſchickte Löſung. Daß auch die
Tep=
piche der Firma Ehrhardt das Ihre dazu beitragen, die drei
Stock=
werke wirkungsvoll zu machen, braucht wohl kaum betont zu
werden.
An der Ausgeſtaltung haben folgende Firmen mitgearbeitet:
Bauarbeiten: Dornbach u. Riedel, Darmſtadt: Eiſenkonſtruktion:
Eiſenbau Donges, Darmſtadt; Zimmerarbeiten: Konrad Haury,
Darmſtadt; Dachdeckerarbeiten: Heinrich Weiler. Darmſtadt;
Schloſſerarbeiten: Heinrich Büdinger, Darmſtadt, Alexander
Köh=
ler, Darmſtadt; Schaufenſteranlage: Heinrich Kahl.
Aſchaffen=
burg; Marmorverkleidung: Hahn u. Sohn, Darmſtadt;
Beſchrif=
tung: Burkhardt u. Schuſter, Frankfurt a. M. Zentralheizung:
Jakob Nohl, Darmſtadt; Aufzugsanlage: Carl Schenck
Darm=
ſtadt; Spengler= und Inſtallationsarbeiten: Jakob Glock,
Darm=
ſtadt, Ludwig Kling, Darmſtadt; Glaſerarbeiten: Karl Mahr,
Darmſtadt, Wilhelm Möſer, Darmſtadt. Müller u. Jacobi,
Darm=
ſtadt; Tapezierarbeiten; Karl Roth, Darmſtadt, Frdr.
Eigen=
brodt, Darmſtadt, Joſef Otto, Darmſtadt, Frdr Schmidt
Darm=
ſtadt: Schreinerarbeiten: Philipp Kunz, Darmſtadt. G. W. Heil,
Fr.=Crumbach (Odw.), A. Made, Darmſtadt; Weißbinderarbeiten:
Wilh. Klein, Darmſtadt, R. u. J. Weber, Darmſtadt:
Beleuch=
tungsanlage: Fa. Seitz, Darmſtadt, Frdr. Gutfreund, Darmſtadt;
Telephonanlagen: Dictograph=Telephongeſellſchaft, Frankfurt am
kaw.
Main".
— Volkshochſchule. Der Beginn des Gymnaſtik=
Unter=
richts von Frl. Kaſten iſt auf Freitag, den 7. November,
zurückverlegt worden.
— Orpheum. Heute Freitag geſchloſſen. Morgen Samstag,
den 1. November, abends 8.15 Uhr, findet die Erſtaufführung des
dreiaktigen Schwankes „Der Brauch von den Probenächten”, des
altbekannten Xaver Terofal mit ſeiner gut beſetzten Künſtlerſchar
ſtatt. Vorverkauf Verkehrsbüro, de Waal, Rheinſtraße 14, und
im Zeitungsſtand der Hauptpoſt, Rheinſtraße. Kleine Preiſe von
1 Mk. an. (Siehe Anzeige.)
Heſſiſches Landeskheaker.
Großes Haus
Freitag,
31. Oktober
Samstag,
1. November
Sonntag,
2. November
Montag,
3. November
Dienstag,
4. November
Keine Vorſtellung.
19.30 bis gegen 22.30
D 7 Eliſabeth vonEngland
Pr. 1.20—12M. Gutſch. ung,
17.30 bis gegen 22 Uhr
Heſſenlandmiete IV,2
Gaſtſpiel Julie Schützendorf, Hans
zrahl Triſtan und Zſolde
Br. 1.20—12M Gutſch ung.
20 bis vor 22 Uhr
Hauptprobe zum Konzert des
Muſihvereins Meſſe von Peterſen
Preiſe 1—4 Mk.
20 is vor 22 Uhr
Konzert des Mnſikvereins
Meſſe von Peterſen
Preiſe 1.50—6 Mk.
Kleines Haus
19.30 bis nach 22 30 Uhr
Figaros Hochzeit
8.=M Vl4, T Gr. 1und 4
Preiſe 1.20—6 Mk.
20—22.30 Uhr
W1. Darmſt. Bolksbühne
Gruppe I bis IV
Der Waffenſchmied
Preis 1—5 Mk.
20—22.15 Uhr
F3. Darmſt. Volksbühne
Gr. 1u. II Miſſiſſippi
Preiſe 1—5 Mk
20—22.15 Uhr
Fs Mifſiſſippi
Gr. III u. 10 Darmſt. Volksb.
Preiſe 1—5 Mk
20—22 15 Uhr
Im weißen Röß’l
Volksvorſtellung
Preiſe 0.50, I.—, 2.— 2
Mittwoch,
5. November
19 30 bis gegen 22.30 Uhr
Eliſabeth von England
B7. Preiſe 1—10 Mk.
Keine Vorſtellung
— Heſſiſches Landestheater. „Figaros Hochzeit”,
ge=
langt heute Freitag im Kleinen Haus zur Aufführung. Das Werk
wird erſtmalig von Karl Maria Zwißler dirigiert. Als Suſanne
gaſtiert Paula Kapper, das in Darmſtadt beſtens bekannte
Mit=
glied des Stuttgarter Opernhauſes. In den übrigen Hauptrollen:
Herrmann, Stoſch, Stralendorf, Harre, Jacobs, Kuhn, Vogt, Ney,
Kienzl. Es wird beſonders darauf hingewieſen, daß die
Vorſtel=
lung bereits 19,30 Uhr beginnt. — Morgen Samstag findet im
Großen Haus gleichzeitig mit Berlin, Bremen. Hamburg und
Leipzig die Uraufführung des Schauſpiels „Eliſabeth von
England” von Ferdinand Bruckner mit Hermine Körner als
Gaſt in der Titelrolle ſtatt. Inſzenierung: Carl Ebert:
Bühnen=
bild: Wilhelm Reinking. Außer Frau Hermine Körner ſind Keim,
Hinz, Nürnberger, Conradi, Pfaudler, Kutſchera, Keßler,
Gallin=
ger, Maletzki, Baumeiſter, Weſtermann, Jürgas, Gothe, Schmitz,
Schindler, Richter. Leitner in den Hauptrollen des Stückes
be=
ſchäftigt. — Richard Wagners Opernwerk „Triſtan und
Iſolde” wird einmalig Sonntag, den 2. November, im Großen
Haus unter muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl Böhm in Szene
gehen. Als Triſtan gaſtiert Hans Gral vom Hamburger
Opern=
haus, der an ſeiner neuen Wirkungsſtätte die gleiche begeiſterte
Anerkennung des Publikums und der Kritik finden konnte wie in
Darmſtadt; für die Partie der Iſolde wurde Julie Schützendorf=
Berlin verpflichtet, die als eine der berufenſten
Wagnerſänge=
rinnen gilt. In den übrigen Partien werden Lohmann,
Herr=
mann, Stralendorf, Jacobs, Overlack, Bunſel und Vogt
beſchäf=
tigt ſein.
Die Harry=Liedtke=Tournee bringt Freitag, den
7. November, im Kleinen Haus Oskar Wildes Geſellſchaftsſtück
Ein idealer Gatte” in der Inſzenierung von Profeſſor
Eugen Robert zur Aufführung. Außer dem beliebten
Filmdar=
ſteller Harry Liedtke werden eine große Anzahl vervorragender
Berliner Schauſpielkräfte, wie Carola Toelle, Roma Bahn, Traute
Carlſen, Olga Limburg, Max Landa. Arthur Schröder, Paul
Marx, Ernſt Pittſchau u. a., im Rahmen dieſes Gaſtſpiels
auf=
treten.
Drikkes Akademie=Konzerk.
Städt. Saalbau. — Donnerstag, den 30. Oktoher
Wir beginnen unſere Beſprechung mit Aeußerlſchkeier
von ihnen zuweilen der Erfolg eines Konzertes abhängt.
ſchwer, mit Aufmerkſamkeit zwei Stunden lang in einem
Muſik zu hören, in dem eine derart verbrauchte Luſt vorm
iſt, wie bei dieſem Konzert, und auch früher ſchon
öfters=
eine Temperatur, die das im geſchloſſenen Raum Erttzu
überſteigt, wenn man die enge Platzanordnung in Rückſicht —
Letztere iſt im Saalbau bei dem erfreulich guten Beſ.n4;
Akademiekonzerte notwendig, die ſchlechte Luft und din
nicht. — Dann: Das ſpaniſche Konzert von Lalo iſt zu
ein außergewöhnlich geiſtvolles und ſchönes Werk, roman
Stil mit romantiſcher Grazie und klanglicher Weichheit anu.
Liſzts Preludes gehören zu den bedeutendſten und bahnl= /
den Werken des Meiſters, typiſchſte Romantik, viel
Klanun=
gerei und Weichheit. Wber zu dieſen beiden Werken mi.
viel ſüßeres, galanteres, üppigeres und dabei weniger
tendes wie die Serenade Opus 48 von Tſchaikowſty, dass
zuviel der Süßigkeit. Man ſagt dem muſihaliſch konſernc e
Darmſtädter Publikum nach, daß es Angſt vor Werken mur z,upl
Stils habe, moderne Komponiſtenabende ſcheue, das iſt „ verſtändlich, denn das gebrannte Kind ſcheut das FF
Aber weniger ſympathiſch und dem Darmſtädter Kunſtſan
träglich iſt es, daß man ſo viel romantiſche Weichheit umm
mit ſolcher Begeiſterung zwei Stunden lang aushält. r
ſtehe, während des Tſchaikowſky gefiel mir in der Erinm
der Toch vom Montag abend noch einmal ſo gut, und i/ /040
fand eine richtige Sehnſucht nach den weniger ſchwüllen uu ieh4
lebensfroheren und keckerem Streichermuſiken von Hindem9
hier in Darmſtadt zum Teil ganz unbekannt ſind.
Das Konzert begann mit der ſchon genannten Serenemeſerü m
Tſchaikowſſty. Sie zeigt alle Vorzüge und Mängel die79 kzuut
meiſtem weſteuropäiſch orientierten ruſſiſchen Romantikergiv /7ſm
Potenz. Hohes Pathos, Schwelgen in ſchönem Klang, 6 h
Harmonie und ſchöner Melodik, daneben aber allzu groop/!
bekümmertheit um die Auswahl der Melodien und Rhräh=‟ /00
die zuweilen bedenklich flach und inhaltlos ſind,
Gleich=
keit gegen inhaltliche Weiterentwicklung, die vor lauter Pſin
Routine vernachläſſigt wird. Selbſt Nebenläufer der doadh ſin ſme
Hauptromantiker wie etwa Robert Volkmann vertiefen imw
entſprechenden Kompoſitionen weit mehr, wenn ſie auch 1 4 rüunde
viel äußeren Prunk entfalten. Bis auf kleine rhythmieſt
ſtimigkeiten im raſchen Teil des erſten Satzes beim Wechtlunnuſucht,
1. und 2. Violine wurde die Serenade ausgezeichnet aul
Dirigent und Spieler, knieten ſich in die für die Inſtrru
überaus dankbar und wirkungsvoll geſchriebenem Sätze,
EMfMn
kann es ſehr gut verſtehen, wenn ſie als Geiger meine V.4, / petacht,
lung des Werkes verwerfen, ich bin aber nur zuhönendd
aufnehmender, nicht geigender Muſiker.
Weit wertvoller iſt die Sinfonie éſpagnole von Eä
Lalo, Opus 21. Sie iſt einer der weniger ſehr gelungenex
Hiüt
ſuche, das ſonſt mit Recht dreiſätzige Inſtrumentalkonzeß pitſs Wble
der vierſätzigen Sinfonieform in Einklang zu bringen, ſ
ſmrm=
im Stil, in der feinem Inſtrumentierung in den pikantes hümſ om
wen Bizets Carmen wie ſeiner Arleſiennemuſik nahe undcFy ſi0
einen guten Geigenwirtuoſen ein überaus danbbares Mrng
werk. Soliſt war Steſan Frenkel=Berlin, der ſeinem
ſtrument einen beſtrickend ſchönen und edlen, wenn auch 14
nismäßig kleinen Ton entlockte, und der techniſch allentf.4
ſeine Ueberlegenheit über die bedeutenden Schwierigkeitt=
Werkes bewies. Beſonders hervorzuheben iſt die Feinh””
rhythmiſchen Prägung, die er vor allem in dem reizenden 19
zando und dem auf ein ganz volkstümliches Thema aufgei
Schlußrondo gab. Die Begleitung des Orcheſters war
me=
gut, an einigen wenigen Stellen war die rhythmiſche Neu
ſtimmung mit dem Soliſten nicht ganz vollkommen zus
hätte mam auf ſeinen feinen Ton noch etwas mehr Rückſick1
men können, was allerdings für ein ſo ſtark beſetztes S‟
orcheſter nicht leicht iſt.
Franz Liſzt iſt in ſeinen Préludes darum ſo befonder/!
benswert, weil das Program dieſer ſinfoniſchen Dichtuy
ganz äußere Tonmalerei und typiſche Programm=Muſt74
ſchaltet, weil die poetiſche Inhaltsmalerei ohne jedes Procnk.
ebenſo verſtändlich und eindeutig wäre. Unſeres Erachtel= Fn
ſich der Inſtrumental=Verein mit dieſem Werk hart m/(Füſh
Grenze deſſen begeben, was er darzuſtellen imſtande iſt. 19ameinr
wegen der Streicher, denn die ſind ſo trefflich geſchult, 417.
auch ſolchen Aufgaben gewachſen ſind, ſondern wegen derrMſt 0s?
bläſer. Werke der Romantik, die wie dieſes die Holzbläh.1 koc mſer
häufig choriſch an wichtigen Stellen herrſchend in akkorn
Führung auftreten laſſen, verlangen, daß die Bläſeralkorat9 Kclender
lig rein erklingen. Ein Einzelinſtrument, das auch nur ein 1.
daneben intoniert, zerſtört die ganze Wirkung. Hierunter!
einige Epiſoden der Kompoſition, die im übrigen ſehr gun’r)
poniert und zum Schluß großartig geſteigert wurde.
Nur derjenige kann die außergewöhnlichen Leiſtungen!.
Inſtrumental=Vereins und Orcheſters der Städt. Mademe * ur
teilen und ſchätzen, der die überaus ſchwierige Arbeit kenun
bei einem Orcheſter zu leiſten iſt, das der Mehrzahl nacho!
Nichtfachmuſikern zuſammengeſetzt iſt. Der wird aber dwur?
Orcheſter wie ſeinem unermüdlich an der Vervollkomm
ſeines Klangkörpers arbeitenden Dirigenten, Prof. Vic
Schmitt, zugeſtehen, daß ein erſtaunlich hoher Leiſtmash
erreicht iſt. Und dieſem hohen Können und idealen künſtlend
Streben galt vor allem der lebhafte Beifall, der den
Orcheſterdanbietungen dankte. Ganz beſonders wurde der. i0Nuſge
Fa,f dem
gefeiert.
— Hubertusjagd des Heſſiſchen Reitervereins. Der 9
Reiterverein, Sitz Darmſtadt, hält Samstag, den 1. Nanc
ſeine diesjährige Hubertusjagd mit daran anſchließenden
nen Rennen und Jagdſpringen auf dem Griesheimer Rich
Die Teilnehmer an der Hubertusjagd verſammeln ſich 1390
an der Landwirtſchaftlichen Halle, Pferdemarkt, Holzhogeldg
von wo aus nach dem Jagdgelände geritten wird. 3000
haben ſich bis ſpäteſtens 14 Uhr auf dem Griesheimer Plchle
zufinden und nehmen den Weg nach Griesheim bis zu.
ſtelle Brauerei durch das Lager nach dem durch Wegweiſet.
gekennzeichneten Rennplatze. Die Meldungen zu der 20000
auch zu den Rennen und den Jagdſpringen ſind ſehr out !
fallen, ſodaß den Zuſchauern guter Sport geboten wede. !
Erfreulicherweiſe beteiligen ſich an der Veranſtaltung 0ud
ziere und Beamte der Schutzpolizei. Eintrittsgeld wird noch
hoben.
— Zentralverband deutſcher Kriegsbeſchädigtg und
Ril=
hinterbliebener e. V., Ortsgruppe Darmſtadt. Das 2‟
kohlenbergwerk und ſeine Gefahren. ueche
Thema ſpricht am Samstag, dem 1. November, abends. O
ſtaurant „Handelshof” unſer Mitglied und Verſorgungsl”.
Kamerad Heinrich Rett, ein ehemaliger Bergman. Lichtbilder wird uns Kamerad Rett einen Ae
intereſſanten Vortrag halten, insbeſondere in das Iſe.
Bergwerks einführen, ſowie alle Einzelheiten und ſorwol.
beſtehende Gefahren genau erläutern. Da dieſes Tyeſe
wärtig aktuell iſt, durfte demſelben allgemeines Iutei.
gegengebracht werden. Die Mitglieder werden hier e,ſch
eingeladen und gebeten, pünktlich und vollzählig.30
Gäſte ſind herzlich willkommen. Eintritt frei. SSiehe 0
tige Anzeige.)
Kaffee Hag morgens, Kaffee Haf
Morka Hag nach Tisch Hag Beß
R
THmer
* Schwurgericht.
dennerstag hatte ſich das Schwurgericht mit einer
„chlägerei in Lampertheim zu beſchäftigen.
24jähriger und ein 46jähriger Arbeiter und ein
Schuhmacher, ſämtlich aus Lampertheim. Am
7ic in der Wirtſchaft des Vaters des erſten Angeklagten
9Schaft zuſammengefunden, die ſich mit Skatſpielen und
„ü. Zeit vertrieb. Man kam dann ſchließlich ins Geſpräch,
e Angeklagte es in politiſche Fahrbahnen lenkte und
an=
je nt. anmaßend ſeine Meinung kundgab, nahm es recht
er=
eit— Als der junge Mann ſchließlich meinte: Da müſſe
. kommen und ihnen die Ohren verſchlagen, tat ihm
Angeklagte mit den Worten: Dann wolle er ſchon mal
Mach kurzem Staunen über dies überraſchende
Vor=
r Geohrfeigte ein Bierglas, im Volksmund „Stein”
ge=
uysſem Moment entſtand ein Tumult, in deſſen Verlauf
mirgte und ein Vierter Hiebe mit dem Bierglas auf den
Der dritte Angeklagte überwand die geringe
Ver=
wicnismäßig kurzer Zeit, die Verletzungen des anderen
„hwer, daß er am nächſten Morgen ſtarb.
waafnahme vermag die ganzen Vorgänge in keiner Weiſe
wie Zeugen vollkommen verſagen und das meiſte nicht
z nicht geſehen haben wollen. Es iſt kaum zu erſehen,
ſes gub eder paſſiv an der Schlägerei teilnahm, ob der erſte
e ſmh dvieder frei war, oder ob er ſich noch gegen ſeine
An=
zmnußte, als er mit dem Bierglas um ſich ſchlug. Der
uaſgät hält die Teilnahme auch des zweiten und dritten
nateng der Schlägerei für erwieſen und beantragt gegen den
Angeſchcen wegen Teilnahme an der Schlägerei in Tateinheit
örvertm ung mit tödlichem Erfolg 1 Jahr und ſechs Monate
mis, zmr Anerkennung mildernder Umſtände; gegen die beiden
n wecm” ilnahme an der Schlägerei je drei Monate Gefängnis,
Ms unu4 nerkennung mildernder Umſtände. Die drei
Ver=
ger; iſen mit großer Redefertigkeit und viel Zeitverbrauch
ſchulk te— Klienten nach und beantragen übereinſtimmend
Frei=
hm h.. Voxla uie Schlägerei im Sinne des Geſetzes könne keine Rede
ſenn 8 keineswegs nachgewieſen, daß ſich jeweils mehr als
etätigw Allenfalls ſei der erſte Angeklagte wegen fahrläſſiger
in zu vwir eilen.
Mcu is Geiui Serurteilte um ½7 Uhr abends den erſten Ange=
Roten togen fahrläſſiger Tötung zu neun
Mo=
ſönem an Gebiſgnis, abzüglich zwei Wochen Unterſuchungshaft, den
aher u.ken üſeklagten wegen Körperver letzung zu
Wo hn Gefängnis, der dritte Angeklagte wird
ſeſp phen, da ihm eine tätliche Beteiligung nicht nachge=
98 ſſh werdmbir nte. Das Gericht iſt der Auffaſſung, daß die anderen,
e hmſeitte Aſnkleagte und der Getötete, wirklich nur dem erſten
An=
enläuſa gen da ölas abnehmen wollten und alſo von einer Schlägerei
ſam „kede 1 k5nne. Der erſte Angeklagte habe die Notwehr
erheb=
vem zerſchrüitz ſ eund ſich alſo ſtrafbar gemacht. Dem evſten
Angeklag=
rden nndernde Umſtände anerkannt.
98
Zeuru geſucht. Am 12. September 1930, gegen 18.45 Uhr.
in daß ankfurter Straße in der Nähe des Hauſes Nr. 16
ſe für d5 Nichihg Arheilgen fahrender Radfahrer von einem
nach=
riebennsden „llorradfahrer angefahren. Der hierdurch verletzte
ſeiger uhrer ſo ds von einem Herrn zu einem in der Nähe wohn=
Arztyu) racht. Eine gleichzeitig anweſende Dame, welche
adfahſn fannte, erbot ſich, deſſen Ehefrau von dem Unfall
in hnitnis zu ſetzen. Der betreffende Herr und die
bagnale h welukeals Zeugen benötigt werden, wollen ſich auf
Zim=
ſeh gen des =Aizeiamts, Hügelſtraße 31/33, perſönlich,
fernmünd=
irmner ſch rilich melden.
zu we Traugiſes Ableben. Die am 27 Oktober 1930 in das
rankelylus Darmſtadt an Veronalvergiftung eingelieferte
M oganditi rſt am 30. Oktober 1930 geſtorben. Ueber die
mahl eggrün ieind von ſeiten der Staatsanwaltſchaft Darmſtadt
us dmfe telunnſ eingeleitet worden. Wir haben den Fall in
un=
rlin mi Polizlereticht vom 28. Oktober 1930 bereits veröffentlicht.
en wm Wegeua oenahme von Straßenbauarbeiten wird die
Beſſun=
zchwiä abe pchen Kattrein= und Eſchollbrückerſtraße bis auf
es fürghrzeuge aller Art geſperrt.
Freitag, den 31. Oktober 1930
Aus den Parkeien.
utce Volkspartei Ortsgruppe Darm=
Wile ereits mitgeteilt, findet heute Freitag abend im
Kre. Darmſtadt, Schuſtergaſſe, im großen Saal eine
ederrrenmmlung der Ortsgruppe Darmſtadt ſtatt, in der
rſitzeund der Reichsgemeinſchaft junger Volksparteiler in
Herm echtsanwalt Dr. Mattern, über die politiſche Lage,
ſtuan giver Vlnzemde der Stadtratsfraktion, Herr
Oberlandes=
tsrat illen dorf, über kommunalpolitiſche Gegenwartsfragen
en wen?ſ.
Briefkaſten.
hier, ’s wird ſich weſentlich fragen, ob der Genannte zur
g ders ſiterſchrift unter dem Schriftſtück widerrechtlich durch
ſteit Ang befüm wurde oder nicht. Nur im erſteren Falle wäre er
af Eigt, diet zgegebene Erklärung anzufechten. Aber das Bedenken
en imſe, daß ait it einer Anfechtungserklärung ſo lange gezögert hat.
„mbfiehluſ h. einen Wormſer Anwalt zur Beratung zuzuziehen.
wäre bil das Arbeitsgericht zuſtändig. Eine beſondere
Sozial=
dei A mung 1/ſht unſeres Wiſſens nicht.
Tagnalender für Freitag, den 31. Oktober 1930.
Lamds theater Großes Haus; Keine Vorſtellung.
Kleinm/ Haus. 19.30 Uhr: „Figaros. Hochzeit”,
ſenzerih; Schloßkeller Café Oper, Zum Datterich,
f. Benkht. Maxim. Concordiaſaal. —
Kinovorſtel=
ngenlnion= Helia= und Palaſt=Lichtſpiele. — Städt.
ademi f ür Tonkunſt, 20½ Uhr: Oeffentl. Vortrag.
Lod4dienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Sauptſynagoge (Friedrichſtraße).
greitag, „9 71, Okt.: Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 00 Min.
us amstage en 1. Nov.: Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min
Nate — aSbatausgang 5 Uhr 50 Min.
Sottesdienſt an den Wochentagen.
ſorgens /t ihr 15 Min. — Abends 6 Uhr 30 Min.
Sieſten Aher Synagoge der Iſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft.
mstags er 1. Nov.: Vorabend 4 Uhr 35 Min — Morgens
—Naſch. 4 Uhr. — Sabbatausgang 5 Uhr 50 Min.
ſochentagit MMorgens 6 Uhr 40 Min. — Abends 4 Uhr 30 Min
Aus Heiſen.
J. Griesheim, 39. Okt. Am Dienstag, den 27. Oktober d. J.,
nach=
mittags, fand in der Angelegenheit „Baulandumlegung in der Poſch”
auf dem hieſigen Rathaus eine Tagfahrt der beteiligten Grundbeſitzer
unter dem Vorſitz von Herrn Bürgermeiſter Feldmann ſtatt. Bei dieſer
Tagfahrt wurden einige Sonderwünſche und Beſchwerden der
Grund=
beſitzer entgegengenommen. Zu Mitgliedern des Umlegungsausſchuſſes
wurden die Herren Karl Mall und Philipp Feldmann 9. beſtimmt.
Als Vertreter der Grundbeſitzer und Stellvertreter der Mitglieder des
Umlegungsausſchuſſes wurden die Herren Juſtus Müller 2. und Philipp
Wahl 3. beſtellt, während als Sachverſtändiger für die Bewertung der
Grundſtücke und deſſen Stellvertreter die Herren Konrad Funk 6. und
Philipp Feldmann 9. ernannt wurden. — Am Samstag, den 1.
Novem=
ber d. J., ab 2 Uhr nachmittags, findet auf dem hieſigen
Truppen=
übungsplatz ein Pferderennen des Heſſiſchen Reitervereins ſtatt. Als
Rennplatz iſt derfenige Teil des Truppenübungsplatzes auserſehen, der
von der Zeppelinlandung her noch ſeine Umzäunung aufweiſt. Die
Ver=
anſtaltung, zu der jedermann freien Zutritt hat, iſt außerdem noch mit
einem Rennen für ländliche Reitervereine verbunden. Für die
Teil=
nehmer aus dem Kreiſe des hieſigen Junglandbundes iſt die
Zuſammen=
kunft nachmittags 2 Uhr am Kaffee Kunz. — Am kommenden Sonntag,
den 2. November d. J., veranſtaltet der hieſige Kleintierzuchtverein im
Gaſthaus „Zum Bürgerhof” hier ſeine diesjährige Lokal=Ausſtellung.
in welcher Kaninchen und Geflügel aller Raſſen zur Ausſtellung
ge=
langen.
Cp. Pfungſtadt, 30. Okt. Proteſt. Das hieſige
Gewerkſchafts=
kartell proteſtiert gegen die Abſicht des Arbeitsamtes Darmſtadt, die
Auszahlung der Erwerbsloſenunterſtützung zukünftig nur noch in
Darm=
ſtadt vorzunehmen, weil dies nicht im Intereſſe der Erwerbsloſen von
Pfungſtadt, Eſchollbrücken und Hahn liege. — Das diesjährige
Herbſt=
konzert des Muſikvereins findet am 16. November ſtatt.
Cp. Hahn bei Pfungſtadt, 30. Okt. Sparmaßnahmen. Der
Gemeinderat hat beſchloſſen, die Gehälter des Gemeinderechners, des
Schutzmanns und des Feldſchützen um 10 Prozent zu kürzen. Das
Bürgermeiſtergehalt wird um 20 Prozent gekürzt. Die
Gehaltskürzun=
gen haben rückwirkende Kraft ab 1. Oktober. Das Gehalt des nen zu
wählenden Bürgermeiſters wird auf 2400 RM. jährlich feſtgeſetzt, ohne
Gewährung von Wohnungsgeld und Aufrückungsmöglichkeit. Der
Schul=
diener wird am 30. November entlaſſen. — Als eine der letzten
Kirch=
weihen in der Umgebung findet am kommenden Sonntag die
Eſcholl=
brücker Kirchweihe ſtatt.
Baad Taiohwauns
erzeugt bei geringem Verbrauch selten schönen Glanz
P Eberſtadt, 30. Okt. Veranſtaltungen. Am Samstag, den
1. November, hält der Geſangverein „Männerquartett Harmonie” im
Saale „Zum Bergſträßer Hof” ſein diesjähriges Herbſtkonzert ab,
wo=
bei die Konzert= und Lautenſängerin Frau Paula Momber=Manecke=
Darmſtadt mitwirken wird. Am gleichen Tage veranſtaltet die Freie
Turnerſchaft im Schwanenſaale ein modernes Turnen im Bühnenbild.
Der Odenwaldklub (Ortsgruppe Eberſtadt) beſchließt am kommenden
Sonntag ſeine diesjährigen Wanderungen mit einem Grenzgang. Am
Sonntag abend findet im „Bergſträßer Hof” das diesjährige
Herbſt=
feſt des Geſangvereins „Germania” ſtatt.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 30. Okt. Warnung vor
Motorrad=
dieben. Die meiſten Motorradfahrer haben es in der Mode, ihre
Motorräder vor Gäſthäuſern unbewacht hinzuſtellen. Dieſe
Leichtfertig=
keit hätte am Samstag abend einem jungen Mann beinahe den Verluſt
ſeines Motorrades gebracht. Ein vor der Gaſtwirtſchaft Karl Bender
dahier aufgeſtelltes Motorrad wurde von einem bis jetzt noch
unbekann=
ten fremden jungen Mann weggenommen. Zum Glück hatte der Beſitzer
des Rades den Motor abgeſchloſſen, ſo daß der Dieb dieſen nicht zum
Laufen bringen konnte. Als letzterer ſich beobachtet fand, ſtellte er
ſchleunigſt das entwendete Motorrad an die erſtbeſte Hausmauer und
verſchwand vermittelſt eines in unmittelbarer Nähe wartenden anderen
Motorrades, deſſen Führer in Bereitſchaft ſtand und offenbar zu dieſem
Zwecke mitgekommen war. Der Führer des in Beracht kommenden
Motorrades wurde zwiſchendurch ermittelt. Die Polizei hat die Sache
in die Hand genommen. Dieſer Fall ſollte alle Motorradfahrer zu
größter Vorſicht aufrütteln. — Ein im vergangenen Jahre in der
Kilianſtraße dahier aufgefundenes, herrenloſes, auf der Bürgermeiſterei
aufbewahrtes Fahrrad, iſt von ſeinem Beſitzer immer noch nicht
abge=
holt. Das Rad war offenbar geſtohlen. Der rechtmäßige Beſitzer muß
ſich nunmehr innerhalb kürzeſter Friſt melden, andernfalls das Rad dem
Finder ausgehändigt wird.
— Nieder=Ramſtadt, 30. Okt. Die Ortsgruppe Nieder=Ramſtadt=
Traiſck des Jugendherbergsverbandes wird am kommenden Sonntag im
Saale „Zum Darmſtädter Hof” von A. Knapp zu Nieder=Ramſtadt einen
Werbe=Abend veranſtalten. Im Mittelpunkt ſteht ein Vortrag von Dr.
Georgi. Nieder=Ramſtadt, über „Geſundheit und Wandern” Im
übri=
gen wird der Abend ausgefüllt ſein mit Liedern nach alten und neuen
Weiſen; auch Kanons, ſowie Tanzſpielen und Muſikſtücken. Auf der
Bühne werden Bilder aus dem Wanderleben ſowie ein luſtiger Schwank
erſcheinen. All das wird von der Jugend der verſchiedenen Gruppen ſeit
Wochen mit großem Eifer vorbereitet. Der Eintritt zu der
Veranſtal=
tung iſt frei, da für die Arbeit des Verbandes Intereſſe geweckt und
geworben werden ſoll. Die von der Jugend geplanten Darbietungen
verſprechen einen herzerfriſchenden Abend. Gelegenheit zu Spenden ſoll
in den Pauſen ge eben werden.
G. Ober=Ramſtadt, 30. Okt. Reformationsfeſt. Am
Refor=
mationstag, Freitag, den 31. Oktober, findet um 8 Uhr abends in
un=
ſerer Kirche ein liturgiſcher Feſtgottesdienſt ſtatt, zu dem alle
Gemeinde=
mitglieder recht herzlich eingeladen ſind. Auch bleibt der
Reformations=
tag in dieſem Jahre erſtmals für die evgl. Lehrer und Schüler nach
einem um 9 Uhr vormittags ſtattfindenden Jugendgottesdienſt ſchulfrei.
— Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz. Auch in
dieſem Jahre wird die Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz einen
Lehrkurſus in „Ausbildung der erſten Hilfe bei Unglücksfällen und in
der Krankenpflege” abhalten, der von den Kolonnenärzten, Herrn Dr.
Moldenhauer und Herrn Dr. Deparade, geleitet wird. Die erſte
Uebungsſtunde findet am Donnerstag, den 6. November, abends, im
unteren Rathausſaal ſtatt. Anmeldungen zu dem Kurſus können
jeder=
zeit bei dem Kolonnenführer, Herrn Johs. Gunkel, den Mitgliedern
und auch zu Beginn des Kurſus im Uebungslokal ſtattfinden. Rege
Beteiligung erwünſcht.
w. Klein=Umſtadt, 30. Okt. Einem hieſigen Landwirt wurde nachts
auf dem Felde ein ſchwerer Wagen voll Kartoffeln geſtohlen. Obwohl
verſtärktes Aufgebot mit Spürhund bald zur Stelle war, konnte man
die Täter nicht faſſen.
Karke der Fernverkehrsſtraßen Deutſchlands
1:800000.
Die außerordentliche Entwicklung des Kraftwagenverkehrs in
Deutſchland nötigt dazu, für den allmählichen Ausbau der
Fern=
verkehrsſtrecken einen feſt umriſſenen Plan aufzuſtellen.
Im Intereſſe einheitlichen Vorgehens bei dem Ausbau der für
den Kraftfahrzeugverkehr wichtigſten Landſtraßen ſind dieſe aus
dem vorhandenen Landſtraßennetz im Reichsverkehrsminiſterium
in einer Karte der Fernverkehrsſtraßen Deutſchlands am
Maß=
ſtab von 1:800 000 zuſammengeſtellt und mit durchlaufenden
Num=
mern 1—138 verſehen worden. Zur möglichen Vereinheitlichung
des Aufbaues ſind ferner in gleicher Weiſe Richtlinien für den
Ausbau der Fernverkehrsſtraßen aufgeſtellt worden, welche die
techniſchen Mindeſtforderungen enthalten, die an die
Ausgeſtal=
tung ſolcher Straßen zu ſtellen ſind. Die Auswahl und
Numerie=
rung dieſes Straßennetzes und die techniſchen Grundſätze der
Richt=
linien für den Ausbau ſind vom Reichsverkehrsminiſterium mit
den Landesregierungen vereinbart worden. Dieſe ſind bereit, den
Plan und die Richtlinien nach Maßgabe des im einzelnen
vorlie=
genden Verkehrsbedürfniſſes und der finanziellen
Leiſtungsfähig=
keit der Wegeunterhaltungspflichtigen durchzuführen.
Die im Verlage des Reichsamts für Landesaufnahme unter
Benutzung der Ueberſichtskarte von Europa und Vorderaſien
1:800 000 herausgegebene Karte der Fernverkehrsſtraßen
Deutſch=
lands 1:800 000 iſt in fünf Farben gehalten. Der Grundriß iſt
ſchwarz dargeſtellt, die Gewäſſer blau, die alten und neuen
Reichs=
grenzen, die Landesgrenzen ſowie die preußiſchen Provinzgrenzen
grün, die Eiſenbahnlinien violett, die Fernverkehrsſtraßen in
2 Millimeter breiten roten Bändern. Die Karte iſt wegen ihres
beträchtlichen Umfanges in zwei Blättern Weſt und Oſt im
For=
mat von je 78X120 Zentimeter aufgeteilt. Die Nummern der
Fernverkehrsſtraßen ſind in der Karte angegeben, ein Verzeichnis
der Fernverkehrsſtraßen mit den von ihnen berührten Hauptorten
wird jedem Blatt beigefügt.
Die Karte, die ſowohl ungefalzt als auch gefalzt verkauft wird,
iſt zum Preiſe von 7 RM. für jedes Blatt von allen
Buchhand=
lungen zu beziehen. Amtliche Hauptvertriebsſtelle iſt die
Ver=
lagsbuchhandlung R. Eiſenſchmidt. Berlin NW. 7. Mittelſtraße 18.
Alleinige amtliche Provinzialvertriebsſtelle für Oſtpreußen die
Buchhandlung Gräfe u. Unzer, Königsberg i. Pr., Paradeplatz 6.
Le. Groß=Umſtadt, 30. Okt. Zuckerfabrik. Die hieſige
Zucker=
fabrik hat bereits ſeit 14 Tagen den Betrieb wieder aufgenommen.
In=
folge des außerordentlich guten Ausfalls der Rübenernte wird Tag und
Nacht mit Hochdruck gearbeitet. Der Zuckergehalt iſt höher als in
vor=
deren Jahren. Infolge verſchiedener Neuerungen in dem Betriebe
kön=
nen in jeder achtſtündigen Schicht rund 5000 Zentner verarbeitet
wer=
den; das ergibt für einen ganzen Tag das ſtattliche Gewicht von 15 000
Zentnern. Der Preis für den Zentner Rüben beträgt 1.40 Mk. — Die
Landwirtſchaftliche Schule läßt mit Rückſicht auf die ſpäte Ernte den
Unterricht erſt am 10. November beginnen. Die Anmeldungen zum
unterſten Kurs ſind zufriedenſtellend. — Nächſten Sonntag und Montag
findet die hieſige Kirchweihe als die letzte in der Umgebung ſtatt. Man
iſt jetzt ſchon mit dem Aufſchlagen der verſchiedenen Buden beſchäftigt.
Ch. Sandbach, Kr. Erbach i. Odw., 30. Okt. Einbruch. In der
Nacht vom 27. zum 28. Oktober, zwiſchen 1—3 Uhr, drangen Diebe in
den hieſigen Verkaufsladen des Konſumvereins ein. Die Einbrecher
öffneten gewaltſam die hintere Eingangstüre und entwendeten Textil=,
Eß= und Rauchwaren im Werte von nahezu 900 RM. Von dem oder
den Tätern fehlt bis jetzt noch jede Spur, trotzdem die Ermittelungen
alsbald aufgenommen wurden.
— Gernsheim, 30. Okt. Waſſerſtand des Rheins, am
29. Oktober 1,53 Meter, am 30. Oktober 1.49 Meter.
— Hirſchhorn, 30. Okt. Waſſerſtand des Neckars am
29. Oktober 1.30 Meter, am 30. Oktober 1.36 Meter.
Cp. Nieder=Roden, 30. Okt. Frecher Hühnerdiebſtahl.
Der Offenbacher Polizei gelang es, einen 30jährigen Gärtner namens
Moritz aus Leipzig feſtzunehmen, der in einer der letzten Nächte in
zwei hieſigen Gehöften Hühnerdiebſtähle verübt hatte. Der Täter hatte
nicht weniger als 24 Hühner geſtohlen und an Ort und Stelle
abge=
ſchlachtet.
Rheinheſſen.
* Mainz, 30. Okt. Chronik. Der chineſiſche Geſandte in Berlin
und der Direktor des China=Inſtitutes in Frankfurt a. M. ſtatteten der
Koſtheimer Zelluloſe= und Papierfabrik einen Beſuch ab und
beſich=
tigten den Betrieb. — Die Pridatwaldungen des Herrn von
Waldt=
hauſen in den Gemarkungen Finthen, Heidesheim und Budenheim ſind
neuerdings wieder der forſtlichen Bewirtſchaftung unterſtellt und dem
Forſtamt Mainz angegliedert worden. Der ſeit langen Jahren völlig
fehlende Forſtſchutz iſt nunmehr wieder vorhanden, ſo daß dieſer Wald
nicht mehr ſchutzlos iſt. — In einer Sitzung der Ortsgruppe
Mainz der Deutſchen Staatspartei wurde beſchloſſen, mit
aller Energie an den weiteren Ausbau der Staatspartei heranzugehen
und auf dem November=Parteitag in Hannoper für ein Aufgehen der
alten Demokratiſchen Partei in die Staatspartei zu ſtimmen. — Die
Städtiſche Sparkaſſe hatte bereits im Frühjahr 1927 als eine
der erſten deutſchen Sparkaſſen den Aufwertungsſatz für die alten
Spar=
einlagen auf vorläufig 25 Prozent feſtgeſetzt und die rückwirkende
Auf=
wertung der nach dem 14. Juni 1922 ausbezahlten Sparguthaben
durch=
geführt. Die genannte Kaſſe gibt nunmehr bekannt, daß ſie den
Auf=
wertungsſatz mit miniſterieller Genehmigung auf 30 v. H. erhöht hat.
Die Aufwertungsverbindlichkeiten betragen nunmehr bei der Städtiſchen
Sparkaſſe Mainz rund 11,9 Millionen RM., denen der gleiche Betrag
an Aufwertungsmaſſe gegenüberſteht. Die bei der 30prozentigen
Auf=
wertung den Altſparern zugute kommende Mehrleiſtung der Städtiſchen
Sparkaſſe Mainz gegenüber dem vorgeſchriebenen Mindeſtſatz von 12,5
Prozent beläuft ſich auf 6,7 Millionen RM. — Ein Beamter eines
Vorortes hatte bei der Polizei den Verluſt eines wertvollen Armbandes
angezeigt. Die ſofort angeſtellten polizeilichen Ermittelungen ergaben,
daß nicht, wie vermutet, ein Einbruchsdiebſtahl vorlag, ſondern daß
ein Papagei, der ſich in dem Zimmer frei bewegen konnte, das
Arm=
band genommen und in ſeinen Käfig geſchleppt hatte, wo es von der
Polizei gefunden wurde. — Ein Filmbrand entſtand abends in dem
Vorführraum des Kinos auf dem Graben. Ein Filmſtreifen hatte Feuer
gefangen, und drohte der Brand weiter um ſich zu greifen. Die
Be=
rufsfeuerwehr war auf Anruf ſofort erſchienen und konnte den Brand
löſchen, ehe größerer Schaden eintrat. Da der Brand kurz vor
Be=
endigung der Vorführung ausbrach, konnten die Beſucher in Ruhe das
Kino verlaſſen.
— Mainz, 30. Okt. Die ſtädtiſche Hoſpizienverwaltung bewilligte
für den Wiederaufbau der Jugendherberge Neumühle bei
Gonſenheim 34000 Mark (einſchl. Vergütung der
Brandverſiche=
rungskaſſe).
Seite 8
Freitag, den 31. Oktober 1930
Sie finden bei mir die schönsten Neuhe-
DARMSTADT
Ladwigsplats
Für die überaus zahlreichen Glückwünſche,
Blumen und Geſchenke anläßlich unſerer
Silber=Hochzeit ſagen wir auf dieſem
Wege herzlichſten Dank.
Familie Heinrich Bütiner
Mollerſtr. 40 II. 15946
Vereinigung
früherer
Leibgardiſten
Darmſtadt.
Am 28. Oftober verſchied unſer
langjähriges, treues Mitglied
Kamerad
Hermann Zimmermann
Kaufmann.
Die Beerdigung findet am
Sams=
tag, den 1. November 1930,
nach=
mittags 3 Uhr, aut dem alten
Fried=
hof (Nieder=Ramſtädterſtraße) ſtatt
Wir bitten die Kameraden um
zahl=
reiche Beteiligung.
15948)
Der Vorſtand.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme, die uns beim
Heim=
gang unſeres teueren Entſchlafenen
zu Teil geworden, danke ich
herz=
lichſt. Auch ſei gedankt den Herren
Aerzten und Schweſtern des Städt.
Krankenhauſes Altbau II für die
liebe, auſopfernde Pflege und Herrn
Pfarrer Weiß für die zu Herzen
gehende Grabrede.
In tiefer Trauer:
Georg Beck Bwe., geb. Grieſer
nebſt Angehörigen.
Darmſtadt, den 30. Oktober 1930.
Sindbeigſtr. 42.
Für die vielen Beweiſe aufrich,
tiger Teilnahme, ſowie für die
reichen Blumenſpenden
anläß=
lich des Heimgangs unſerer
teuren Entſchlafenen jagen
herz=
lichſien Dank
Im Namen
der travernden Hinterbllebenen:
Ria u. Otta Sommer
Georg Franke.
dle auf einen schönen
Die Dame, Schnft u. gute Ondu-
laton sieht, geht zu
Frau Rosenheim
Damen-Frisler-Salon
Neckarstr. 24, I., Vorderhaus, Tel. 3912.
und deshalb machen Sie den
Vorzuch bei Kopischmerz,
Mi-
gröne, Neuralgien oder
rheu-
mefischem Zahnschmerz:
Citro-
wonille nehmen, das
unschsd-
liche, rasch und mild wirkende
MilteL Es haf sich jahrzehnleleng
immer bewährt Als
Taschen-
mitlel ist Citrovonille ein steis
zuverlässiger Begleiter.
Erhält-
lich imn Apolheken in
Pulver-
ode- Obleten-Pockung zu
RM 11K — Achlen Sie auf
den Namen und verlengen Sie
Todes=Anzeige.
Heute früh entſchlief nach kurzem ſchweren
Krankenlager unſere liebe, treubeſorgte gute
Mutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante
Frau
Suhhle Piaff Twe.
geb. Götz
im 87. Lebensjahre.
(15882
Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabethe Pfaff.
Groß=Bieberau i. 9., den 29. Oktober 1930.
Die Beerdigung findet am Freitag, den 31. Oktober
1930, um 13.30 Uhr, vom Trauerhauſe aus ſtatt.
Am 29. d8. Mts., fräh 8 Uhr, entſchlief ſanft nach
6tägiger Krantheit mein lieber, herzensguter Mann,
Bruder, Schwiegerſohn, Schwager und Onkel
Hermann Zimmermann
Kaufmann.
In tiefer Trauer:
Friedericke Zimmermann. geb. Dingeldein
Familte Leonhard Ludwig
Familie Aikolaus Dingeldein.
Darmſiadt, den 30. Oktober 1930.
Lichtenbergſtr. 82.
Die Beerdigung findet am Samstag, den 1. November,
nachmittags 3 Uhr, auf dem alten Friedhof (Nieder=
Ramſtädterſtraße) ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man höflichſt abſehen zu
wollen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme, für die
vielen Blumenſpenden beim Hinſcheiden unſerer lieben
Entſchlafenen
Frau Lina Dell, geb. Kröh
ſagen wir hiermit allen Beteiligten herzinnigſten Dank
Auch ſei für die aufopfernde Behandlung der Herren
Aerzte und die liebevolle Pflege der Schweſtern des
Eliſabethenſtiftes, ſowie dem Herrn Pfarrer Köhler für
ſeine troſtreichen Worte am Grabe hier nochmals gedankt.
Für die trauernd Hinterbliebenen:
Wilhelm Dell.
Darmſtadt, den 30. Oktober 1930
Wenckſtraße 52.
Alle kranken
Puppen jetzt schon
zum
Falx
W.3
Herren- und Knaben-Mäntel
Uberraschend billige Preise für meine bekannt guten 1
E
nur wenige Tage.
lch habe aus meinem Strumpfwarenlager eet
größeren Posten Damen-8trümpfe, hellere !9
mittlere Farben, nur reguläre Qualitäten, erstklaet!
Fabrikate, in Waschseide und plattiert, ausgesd
die ich nach dieser neuen Verkautsmetode
ab heute bis 8. November
einmalig anbiete, das heißt:
Das zweite Paar Strümpfe kostetnu
die Hälfte des ersten Paares-
Wenn Sie also ein Paar Strümpte zum Preise
2. 50 Mk. kauten, kostet das zweite Paar nur 1.256
Daher 1 +½/- —2!
Auslage aut Extratischen.
Schulstr.
Auf alle anderen Strumpfwaren wäh end deser
10% Rabatt.
15885 Markenartikel ausgeschlossen.
Ikalien pp.
Gelegenheit z.
Rei=
ſen u. Wand. mit
ält. Herrn (
Lebens=
ref.) für ſprachkund.
Gleichgeſ. Getr. Kaſſ.
Off. u. G.109 Gſch.*
Dame. Mitte 30er,
eigenes Heim. 200
Mark Eink., ſücht
alt. geb. Herrn in
ſich. Poſition zwecks
Heirat.
Angeb. unter L. 2
Hauptpoſtlag.
AOt
AIS4
Drei geſpielte
Pianos
SehldilßePen
(*mfs
billigſt
Piano=Berg,
Heidelbergerſtr. 88.
Tel. 126.
Bei uns!
Massen-Schuhwaren sind wieder neu eingetroffend
Energ. Nachhilfe
in ſämtl. Fachern,
Examensvorbereitg.
Umſchulun=,
Beauf=
ſicht. d. Hausaufg. dch.
Fachlehrer m. langj.
Unterrichtserfahrg.
Ang. u. G. 87 Gſch.
(15911a)
Ein Posten Damen-Spangenschuhe in schwarz,
gute Paßtorm, Mttel-Absatz . jedes Paar 4.30
Ein Posten Damen-Spangenschuheinbraun,sch ne
eleg. Form mit beauemem Absatz, jedes Paar 9.90
Ein Posten schr schicke Damen-Spangenschuhe in
Lack, mit beauemem Absatz , jedes Paar DI90
Em Posten Damen-Spangenschuhe, schicke Form,
in echt Boxealf .... . jedes Paar 6.30
Ein Posten Muster-Schuhe, Ia Marken- Fabrikat in wundervolleb M
Modellen und Farben, bis zur Hälfte des reguldren Wenim
Neue Kurſe
ab 3 November für
Anfänger in Engl.,
Frz., Ital., Span.
u. Ruſſiſch. — Für
Fortgeſchritt. Eintr.
jederzeit.
Handels=
korreſp. Sonderabt.:
Ueberſetzungen.
Berlik=Schnle
Wilhelminenſtr. 19,
Telef. 613. (15797b
Große Mengen Herren-Halbschuhe
Em Posten Herren-Halbschuhe inschwarz, moderne
Form.
jedes Paar 7.50
Ein Posten Herren-Halbschuhe in braun, elegante
Form . . .
. .. jedes Paar nur 8.00
Ein Posten Herren-Halbschuhe in Lack, sehr eleg.
Form . .
..... . . jedes Paar 8.50
Wetterkeste Sportstielel mit Doppelsohlen, für 4
Knaben und Herren . . . 1150, 1050, 850, OiOl
Große Mengen Kinderstiefel unglaublich bilig
Ein Posten Kinderstlefel, in braun, Gr. 20/221 jedes O)
Ein Posten Lack-Schnürhalbschuhe, Gr. 23/8 / Faar Guist
Uaternes aesten
Pickel, Miteſſer werden unter Garantie durch
Stärke A beſeitigt.
VENUS Preis. 4 2,73. Gegen
Sommersprossen StärkeB Preis ℳ 2. 5.
Parfämerie Th. Frank, Eliſabethenſtr. 9
Drogen=Liebig, Luiſenſtr. 4. (II BIn.3785
Friedrich Schaefer. Ludwigsplatz 7.
Parfümerie Fr. Tillmann, Eli abethenſtr 21
altbare Binter=Tafeläpfel
ſchöne, mittelgr. bis große
Wre, verſendet billiaſt und erbittet
Anfragen A. Stahl Wwe., Inhaber
J. Stahl, Obſt=Großhandel,
Friedberg / Heſſen Nr. 3. Gegr.
1363. Telephon 4072. (II.15902
... . jedes Paar 2.307 0)
Ein Posten Stiefel, Größe 23/26 „
in verschiedenen Farben
Ueberschuhe auch in Gsbardine, 650, ArBc R
zroße Mengen Hausschuhe in Kamelhaar u. Leder stachtbekennt !ME Em
Kommen Sie bitte zu uns, Sie werden überraseht ?c0
Oa
ab 1. November unſere
Beachten Sie
Schaukäſten.
Intereſſengemeinſchaft Darmſtädter
Photographen.
VLI86
Handeren
Limousine, 5ſitzig, 10/50 PS., mit
allen modernen Ausſtattungen, faſt
neuwertig. Seltener
Gelegenheits=
kauf. Sehr preiswert.
159236
Müller & Ober
Rheinſtraße 39.
über Qualität und über die noch billigeren Prels‟
Schälnads Bau
nur Emst-Lndwigstr. 19 Darmskadt nur Erust Lndnlgeic=
19
[ ← ][ ][ → ]je unsere Aualitäten und Preise — dann urteilen Sie seibst?
Schlüpfer
Stoff mit
Kamelhaar-
muster, Pompon
Mk. 0.95
Damen-Spangenschuhe Roßcherreanz, Trott-Absatz. . . 4.50
Kamelhaar-Kragenschuhe .. .. . . . . . . . . . . . . . von 1.75
allpilit en
gut evAit. zu
Amnkren=
15.n14
twäſcht neu)
Privauch ſehr
w. zu 70 Anz.
M vormn 4
eb=
inſt. 7 1IIk.*
krenfaufn) (ſ.
14 Al Sr.. neitl,/4-M1 *
Mrrike 24
heu flaskaſteſtnirt
zuNt Glascolt. o94 frzt.
an fr., 668
Haf
arz pontlit, w.
wenigſ gprelt,
Erbſchiukteil.
„bw. zu / riruf.
ſeb. undti.311
Geſchltk Cfsg
rmdteumns
ſte Fabtztte.
zw. u. iyntig,
Bh. Wollwef.
amſtäbrit. 62.
Eine Klr”.
Frdemrſt. wk.
„mk. Obekuſe 16.
Siser.
Be=
„Abr.
200.4.
MMIOINOr MIIPealLel!
Eine großartige Gelegenheit zum
AiIMtädMToltoIIer Ner eiT
Damen-Mäntel
aus molligen gemusterten Stoffen mit
modernen Kragen . . 19.00, 12.50,
Damen-Mäntel
aus einfarbigen Wollstoffen, mod.
Farben und Vormen, 39.00, 29.00,
Damen-Mäntel
aus gut. reinwoll. Stoff, m. echten
Pelskragen u. Mansch. 58,00, 49.00,
Kinder-Mäntel
aus einfachen u. gemusterten Stoffen,
schöne Verarbeitung . 18.00, 12.50,
Damen-Hüte
fesche Kappen- und Glockenformen
8.50, 4.75,
Damen-Mützen
gestrickt und gewebt, in vielen mod.
Formen und Farben . . 2.90, 1.90,
Baby-Mäntel
aus einfarbigen Stoffen, reizende
. . 950, 6.50,
Formen
Damen-Pullover
haltbare Onalitäten, hübsch gemustert,
9.75, 5.25,
Damen-Westen
mit und ohne Kragen, mit
kunst-
seidenen BFekten .. . 12,50, 7.75,
Kinder-Pullover
bunt gemustert, gute Oualitäten, alle
.. 6.50, 4.50,
Größen .."
Knaben-Anzüge
zum Anknöpfen, Wolle plattiert,
praktische Farben . . . 6.25, 4.25,
Herren-Pullover und Westen
schwere Qualitäten, ganz besonders
preiswert . . . . . . 16.50, 12.20,
Damen-Strümpfe
echt Mako, mit Doppelsohle u.
Hoch-
ferse, viele Farben . . . 1.65, 1.25,
Damen-Strümpfe
Kaschmir-Wolle, neueste
Herbst-
farben . . . . . . . . . 2.95, 2.25,
Damen-Strümpfe
küpstl. Waschseide, feinmaschige,
hochwertige Oualitäten 2.45, 1.95,
Herren-Socken
Wolle gestrickt, grau u.
kamelhaar-
farbig".
.. . 1.45, 0.95,
Kinder-Strümpfe
unsere bekannt guten Oualitäten,
beige, grau und meliert . 1.65, 1.25,
Damen-Schlupfhosen
Baumwolle und mit angerauhtem
Futter, in vielen Farben . 1.85, 1.25,
Kinder-Schlupfhosen
mit angerauhtem Futter, in vielen
Parben, alle Größen . . . 0.78, 0.58, d
Herren-Normalhogen
gute wollgemischte Onalitäten mit
Ueberschlag . . . . . . 3.50, 2.45.
Herren-Normaljacken u. Hemden
wollgemischt, haltbare Onalitäten
3.25, 2.25,
Herr.-Pllsch- u. Futterhosen
unsere bekannt guten Onalitäten,
in allen Größen .. 475, 3.50, 2.50,
Oberhemden
aus Zefr oder Perkal, in allen
Weiten ..
5.75, 3.95,
Steh-Umledekragen
Mako, garantiert 4fach, moderne
Formen".
.. 0.75, 0.50,4
Hosenträger
aus starkem dummi mit
Leder-
patten . . . . . . . 1.65, 0.95,
Cachenez
weiß und farbig Kunstseide,
aller-
neueste Uuster . . . . . 2.95, 1.95,
Herren-Nachthemden
Geishaform oder mit Kragen
4.50, 3.75,
Herren-Sporthemden
mit festem Kragen und Krawatte, aus
guten Stoffen . . . . . 6.90, 4.90,
Hosenträger-Garnituren
3teilig, gute Verarbeitung
im Karton 2.90, 1.90,
Herren-Handschuhe
Trikot, warm angerauht
2.45, 1.65,
Damen-Handschuhe
Leder imitiert, mit und ohne
Manschette . .
... . 1.95, 1.25, 6
Damen-Handshuhe
Trikot, gerauht und mit warmem
Futter.
.. . . . . . 2.25, 1.65,
TOONITZIS
Jg. kinderloſ. Ehep.
ſucht 1—2 Zim. mit
Küche p. 1. od. 15.
Nov. 30. Ang. unt
G.90 a. d. Gſchſt.
Jg. Ehep. m. 1 Kd.
ſucht 1 3. u. Küche,
ev. Küchenben, auch
Manſarde. Ang. u.
G.39 a. d. Gſchſt. *
4—5=Zim.=Wohng.
v. jung. Akademiker
geſucht. Preisangeb.
u. G. 98 Gſchſt. (*fg
Aelt. Frl. ſucht ſaub.
Zim. geg. Hausarb.
Bin ſehr häusl., gut
kochend. Ang. unter
G. 75 a. d. Gſchſt. *
möbliert.
Modern Zimmer
Nähe Gericht geſ
Angeb. unter G. 93
an die Geſchäftsſt. *
Gut möbl. Zimmer,
part, ſep. Eingang,
Stadmitte geſucht
Angeb. unter G. 77
an die Geſchäftsſt.
2 jg. ſol Bauſchüler
od. Hochſchüler find.
bei theor, u. prakt.
erfahr= Bau= u.
Ver=
meſſ.=Techniker
an=
gen. Heim bei
gut=
bürg. Penſion. Ang.
unt. G. 99 Gſch. (*fg
O
Darlehn a. Beamte
kurzfr. bis ℳ500.—
vorſchußfrei. Rückp.
Mathias Keim,
Mainz,
Weintor=
ſtr. 16. (UT.15572
1500 Mark geg. gt.
hyp. Sicherheit zu
leih. geſucht.
Rück=
zahlung monatlich
oder nach
Ueber=
einkunft. Angeb u.
G.84 a. d. Gſchſt.
Barkredite
an öffentl. Beamte
ab Sekretär anerk.
reell. ohne Bürge,
oh. Gehaltsabtxetg.
Tauſ. ausgez.
Dar=
lehen nachweisbar.
Rückporto. Ang, u.
G.79 a. d. Gſchſt. *
Junge
Aihner
faſt ausgewachſen,
billig abzugeben.
Kiesſtraße 13.
Kanarienhähne
Seute Sänger, p. St.
N zu verkaufen
Kl. Bachgaſſe 8, I.*
Freitag, den 31. Oktober 1930
und worauf es ankommt
Unsere geptlegte Kleidung mit tadelloser Innenverarbeit
auch in den billigsten Oualitäten.
Unsere sehenswerte Auswahl auch in den niedrigsten Preislag
Unsere fachkundige, zuvorkommende Bedienung.
Unsere Selbstherstellung tast aler Kleidungsstücke.
Unser Grundsstz: Billiger und besser denn I!
Das sind die Vorbedingungen für einen guten Einks
in unserem Hause.
Herren-Ulster
in tadelloser Beschaftenheit 23.50
lotte Form, solide Stoffe 29.50
Herren-Anzüge
Herren-Ulster
tragfähige Stoffe, solide
Roßhaarverarbeitung
Unsere
Jünglings- und Knaben Kleidu
Herren-Ulster
ist ebenfalls im Preise sehr billig und in unerreiet
Auswahl vorrätig.
erstklassige Velour- und Che- 78.
votstoffe, beste Ausführung 98
Herren-Paletots
Marengo mit Samtkragen 38.
tragtäh. Stoffe, ganz gefüttert 52.-
Na Aifrenir Gand fir ggnale Hntigkkniiing
Sckweinemetzgerei Scherkamp
Verkaufsstellen: Große Ochsengasse und Schustergasse 6
U. A.
Bauchläppchen,mager1. 16 Hausmacher Blutwurst . 0.80 Leberpastete . . . 2.00
Schweint braten n. Wunsch 1.20 Hausmacher Leberwurst 0.30 ff. Fleischwurst . 1.20
Kotelett . . . . . 1.3) / Thür Leber-Z.Holwurst, la 1.40 ff. Schwartenmagen 1.20
Westfälische Bauernbratwurst, Grobschnitt 1.50
Herabgesetzt!
von 2.20 auf 2.00
Westfälischer Schinken .
Feinste Gervelatwurst von 2.80 auf 1.95 . . . . geschnitten //. Pfd. 0.59
Gekochter Schinken, ff. von 3.00 auf 2.40
„./ Pfd 0.60
von 1.20 an
Auswahlreicher Aufschnitt
15949
Geschmack volle Einrahmungen
am billlgsten bei
Franz Langheinz Darmstadt
Karlstraße 25, Ecke Hölgesstraße
Größtes Spezlalgeschäft und
größte Auswahl am Platze
Wſn
währt unser
wegen Geschäftsverlegung
Nätzen Sie die günstige Gelegenheit zum Kauf
gediegener Haus- und Küchen-Geräte
10-200 Rabatt
NasdLinnnier
Schützenstraße 1 und 3 Fernspr. 2905
Darmstadt, Ludwigstr. 4—6
[ ← ][ ][ → ] Freitag, den 31. Oktober 1930
Schleſien in Hochwaſſersnot.
Seite 11
Bei Horka ſteht der Bahndamm unter Waſſer.
Das Görlitzer Domviertel von den Waſſern der Neiße überſchwemmt.
Mich und Ausland.
Aiſot Dr. Auguſtinus Kilian f.
imboug. Im Alter von 74 Jahren iſt
Biſchommn Limburg, Dr. Auguſtinus Kilian,
en Füolen eines jahrealten ſchweren
Herz=
us, verunden mit Altersſchwäche, geſtor=
Der wetorbene Kirchenfürſt, der innerhalb
außerzheb der Diözeſe Limburg die Achtung
Klerun ſer Bevölkerung und auch
Anders=
biger rgcos, wurde am 1. November 1856 zu
ille a. c geboren. Zum Biſchof von
Lim=
wureet am 13. Mai 1913 gewählt und
päpnilhes Breve vom 15. Juli 1913
be=
gt. Sötſizwei Jahren war er hoffnungslos
inkt, 1behalb ihm im April d. J. der geiſt=
Rat 2/0 Hilfrich vom Papſt als biſchöflicher
djutorn fgeteilt wurde.
ei weintee Schwerverletzte von der Grube
Maybach geſtorben.
Saauducken. In der Dienstagnacht und
Mittwwevormittag ſind im Fiſchbach=
Kran=
ſaus dimweitere ſchwer verletzte Opfer von
Grubet lagbach geſtorben. Wie die Leitung
Krankungaſes mitteilt, iſt mit dem Ableben
Serer !kletzter nicht mehr zu rechnen. Die
noch iſnir ankenhaus untergebrachten
Berg=
e befinidn ſich auf dem Wege der Beſſerung.
die Vel=alrung der franzöſiſchen Saargruben
den Fücalien der Hinterbliebenen und
Ver=
en 10010 Mark bewilligt.
00=Malelspende der Reichs= und
Preußen=
ſenierung für Maybach.
Die Rlels= und die Preußiſche Staatsregie=
A habeſſ ir die Opfer der Grubenkataſtrophe
Saarrexur eine Spende von 50 000 Mark zur
fügungn sſtellt.
ſotlandun eines ſchweizeriſchen Verkehrs=
Flugzeuges bei Eſſen.
Eſſeu, Das ſchweizeriſche Flugzeug „C. HI.
das ee Strecke Amſterdam, Mülheim,
w Frcukut, Baſel, Genf befährt, mußte auf
Flugle uach Amſterdam geſtern vormittag
10.20 (Ur nicht weit von dem Flugplatz
in=Müllhen notlanden. Wahrſcheinlich konnte
Pilot nugen des ſehr trüben Wetters den
gplatz müt finden. Das Flugzeug wurde
be=
ſdigt.* 9 aus drei Mann beſtehende
Be=
ung eriſt Verletzungen, und zwar der erſte
göeugfücher Berchthold Schulter= und
Becken=
ſietzungun der zweite Flugzeugführer Sterle
en Armlich und der Funker Wagner
Schnitt=
mden.” Un den drei Fluggäſten, zwei Herren
dem ſag und einem Schweizer aus Baſel,
rde nieimnd verletzt.
ſe dange Schütenkönigin 1930.
EElſe Kämmer aus Jena,
ahr 1930 auf Grund ihrer
aus=
eiſtungen den Titel der deutſchen
chützenkönigin errang.
Duramt zu. 1o4 jagranoe ging.
Enkhüllungen vor Gerichk. — Ungenügende Probefahrt. — Der Luftfahrkminiſter
in Unwiſſenheit gelaſſen.
London. Der zweite Tag der
Verhand=
lungen über die Kataſtrophe des „R 101” brachte
die überraſchende Mitteilung, daß die
Probe=
fahrten des „R 101” am 1. und 2.
Ok=
tober nicht zufriedenſtellend verlau=
Dieſe Anſicht ſteht jedoch im Gegenſatz zu der
von Dr. Eckener vertretenen.
In der heutigen Sitzung der
Unterſuchungs=
kommiſſion über die Urſachen der
Luftſchiffkata=
ſtrophe legte der Generalſtaatsanwalt Sir Wil=
Das Modell des „R. 101” wird in das Londoner Ingenieurvereinshaus zur Unterſuchung getragen
fen ſind. Ein Motor mußte infolge Undichtigkeit
des Oeltanks bald nach der Abfahrt abgeſtellt
werden. Ein anderer konnte nicht mit voller
Geſchwindigkeit laufen. Das Schiff hat daher
niemals nach dem Umbau Verſuche mit der
Höchſtgeſchwindigkeit gemacht, und außerdem
wurde auch die Fahrt auf 16 Stunden abgekürzt,
obwohl ausdrücklich feſtgelegt worden war, daß
die Probefahrt 24 Stunden dauern und
zufrie=
denſtellend verlaufen müſſe.
Ferner ſcheinen die Vorbereitungen zur
Ab=
reiſe nach Indien unter einem gewiſſen Drucke
ſeitens des verunglückten Luftminiſters Lord
Thomſon geſtanden zu haben, der die
Erfah=
rungen mit dem „R 101” auf der Indienreiſe
bereits für die Verhandlungen auf der
Welt=
reichskonferenz ausnutzen wollte. Allerdings
wurde es Lord Thomſon verheimlicht, daß die
Probefahrt nicht 24 Stunden gedauert hatte. Die
Berichte und Berechnungen des Sachverſtändigen
Prof. Cairſtrow zeigen, daß er von den
ver=
änderten Stabilitäts= und Gewichtverhältniſſen
an Bord nicht völlig unterrichtet war.
Der Generalſtaatsanwalt enthüllte, daß nicht
nur die ſchweren Motoren die Tragfähigkeit des
Schiffes beeinflußt hätten, ſondern daß auch das
Schwanzende des Schiffes und dann zum
Ge=
wichtsausgleich auch das Kopfende beſchwert
worden ſeien. Der Vorſitzende bemängelte das
Fehlen jeglicher Akten über die Probefahrt.
Ab=
ſchließend ſtellte der Generalſtaatsanwalt feſt,
daß das Luftſchiff noch nichts weiter als
ein Experiment
dargeſtellt habe. Die Konſtruktion ſei weſentlich
anders, als die des Zeppelins geweſen. Aus der
Ausſage des inzwiſchen verſtorbenen Mechanikers
Church geht hervor, daß dieſer den Befehl
zum Abwerfen von einer halben Tonne
Waſſer=
ballaſt nicht mehr ausführen konnte, weil in
demſelben Augenblick die Kataſtrophe eintrat.
Sachverſtändige vertreten die Auffaſſung, daß die
Schiffskonſtruktion in der Luft keinen Schaden
erlitten, und daß das Niedergehen des Kopfendes
das Schiff um höchſtens 25 Grad aus der
Hori=
zontale gebracht hat. Einem Bericht Stimſons,
des Direktors der Meteorologiſchen Abteilung im
Luftminiſterium zufolge, hat der Höhenmeſſer im
Augenblick der Kataſtrophe richtig gearbeitet.
liam Jowitt ein ſoeben in London
eingetrof=
fenes Blatt aus dem Logbuch eines
Maſchineningenieurs der „R 101‟
vor. Das Blatt war von einem Franzoſen
ge=
funden und, da er es als Andenken behalten
wollte, zunächſt nicht abgeliefert worden. Die
Aufzeichnungen bewieſen das normale
Funktio=
nieren des betreffenden Motors. — Die
Ver=
handlungen waren im übrigen wieder der Frage
gewidmet, ob die Erprobung des Luftſchiffes mit
hinreichender Sorgfalt erfolgt war. In dieſer
Hinſicht war die Feſtſtellung von Bedeutung, daß
der Führer während des Probefluges
eine anormale Gewichtszunahme
durch Regen ermittelt hatte und daß das
Luftſchiff nur durch Abwerfen von erheblichen
Mengen von Ballaſt in der Höhe gehalten
wer=
den konnte.
Als erſter Sachverſtändiger wurde
Profeſ=
ſor Bairſtrow vernommen, der beſtätigte, daß die
Methoden der Kontrolle der Elevatoren und der
Steuerung vollſtändig neuartig waren. Eine
mikroſkopiſche Unterſuchung der Elevatorenkabel
habe ergeben, daß dieſe nicht geriſſen ſind, daß
alſo die Kataſtrophe nicht durch einen ſolchen
Riß verurſacht worden ſein könne, wie man
zu=
nächſt angenommen hatte.
Die Verhandlungen werden am Freitag
fortgeſetzt.
Die Luftſchiffdokumente in der Straßenrinne.
Ein Aufſehen erregender Fund, der gerade
jetzt, während der Tagung der
Unterſuchungs=
kommiſſion über die Urſachen der Kataſtrophe des
Luftſchiffes „R 101” von größter Bedeutung ſein
dürfte, wurde geſtern in London gemacht. In
einer Straßenrinne der Oxford Street
wurden Dokumente über die Konſtruktion des
„R 101” aufgefunden und der Polizei übergeben.
Es handelt ſich um dreißig Briefe, die die
Korreſpondenz zwiſchen dem
Luftfahrtminiſte=
rium und verſchiedenen Firmen enthalten und
den Brennſtoffverbrauch der „R 101” während
der Verſuchsfahrten erörtern. Wie die
Doku=
mente aus dem Miniſterium verſchwinden
konn=
ten, ſteht noch nicht feſt. — Es fällt auch auf, daß
die Abendblätter die Nachricht über dieſen Fund
in ihren ſpäteren Ausgaben unterdrückt haben.
Tauweiker im ſchleſiſchen Gebirge.
Neue Hochwaſſergefahr.
Breslau. Die etwa 70ſtündigen,
unge=
wöhnlich erheblichen Niederſchläge endeten am
Mittwoch vormittag. Bereits in den
Mittags=
ſtunden desſelben Tages ſetzte dann bis zur
Schneekoppenhöhe Tauwetter ein, und ſeitdem
fällt in ganz Schleſien, bis in die höchſten
Ge=
birgslagen, aufwärts, Regen. Das Tauwetter
macht weitere Fortſchritte, und im Schleſiſchen
Mittelgebirge ſind bereits 10 bis 15 Zentimeter
abgeſchmolzen. — Die durch die Erwärmung der
Luft hervorgerufene Schneeſchmelze und die
wie=
der ſtärker einſetzenden Regenfälle bedeuten für
die ganze Provinz Niederſchleſien erneut eine
Hochwaſſergefahr. Aber auch die Waſſerſtände
der Oder ſind ein Beweis für die der Provinz
neuerdings drohende Gefahr, da ein, wenn auch
geringes, Anſteigen des Oderwaſſers gemeldet
wird. Man erwartet, daß die Oder den
Höchſt=
ſtand in Breslau am Samstag erreichen wird.
Auch im Rieſengebirge iſt am Donnerstag
morgen ein Temperaturumſturz eingetreten. Die
großen Schneemaſſen auf den Bergen kommen in
ſchneller Folge zur Schmelze und wandern zu
Tal. Da außerdem in der Ebene gleichfalls ſtarke
Regenfälle eingeſetzt haben, muß auch in dieſer
Gegend mit einer neuen Hochwaſſerwelle
ge=
rechnet werden.
Start von „Do. K” am 2. November.
Amſterdam. Das Flugſchiff „Do. K‟
wird nach neueren, hierher gelangten
Mittei=
lungen am kommenden Sonntag, den 2.
Novem=
ber, von Altenrhein zu ſeiner erſten Etappe nach
Amſterdam ſtarten. Es wird auf dieſem Fluge
im allgemeinen dem Laufe des Rheines folgen,
wobei es nicht ausgeſchloſſen iſt, daß es im erſten
Teil der Etappe aus flugtechniſchen Gründen und
aus ſolchen der Zeiterſparnis eine Abkürzung
vornehmen wird, um die Flugzeit von 5 bis 6
Stunden möglichſt noch verringern zu können.
Den Flug nach England wird, wie man hört,
auch Dr. Dornier mit ſeiner Gattin mitmachen.
Außer Herrn Maurice Dornier, werden an dem
Fluge nach Amerika für die Hearſt=Preſſe auch
Lady Drummond Hay ſowie Herr von Wiegand
teilnehmen. Mit dem Start in Liſſabon nach
den Azoren rechnet man am 12. November.
Kaution für Jack Diamond.
NewYork. Die Frau des im Krankenhaus
ſeiner Geneſung entgegenſehenden
Bandenfüh=
rers Diamond hat 15 000 Dollar Kaution
aufge=
trieben, die von der Polizei gefordert worden
ſind, um ſicherzuſtellen, daß ſich Diamond nach
ſeiner Geſundung den Behörden zur Verfügung
ſtellt.
Furchtbarer Hauseinſturz in Skambul.
Blick in das Hafenviertel Galata von Stambul
mit den Trümmern des eingeſtürzten
Wohn=
gebäudes (rechte Seite), unter denen 20
Men=
ſen den Tod fanden.
Seite 12
Freitag, den 31. Oktober 1930
Weihaiwei.
Nur wenig beachtet ging im September die Notiz durch die
Zeitungen, daß am 1. Oktober Weihaiwei von den Engländern
an China zurückgegeben werden ſolle, und am 1. Oktober ſelbſt
hat man gar nichts von dieſer Sache gehört, und doch handelt
es ſich hier um eine äußerſt wichtige Angelegenheit. 154000
Einwohner hat zwar nur das kleine bis jetzt britiſche
Schutz=
gebiet an der Nordküſte der Provinz Schantung, aber ſein
Hafen iſt der Stützpunkt der engliſchen Flotte im Chineſiſchen
Meer, und es iſt ein Gegengewicht gegen das gegenüberliegende
von den Japanern beſetzte Port Arthur. Beide Feſtungen
be=
herrſchen zuſammen den Eingang in den Golf von Petſchili
und damit den Zugang von der See her nach Peking; beide
hatte daher China bereits frühzeitig modern befeſtigt. (
Wei=
haiwei ſeit 1886), und gegen beide richtete ſich im
japaniſch=
chineſiſchen Kriege 1894/95 hauptſächlich der Vorſtoß der
Japa=
ner. Nach deren Stegen zur See und in Korea griffen ſie
zu=
nächſt mit einer der beiden durch Korea vorgedrungenen Armeen
(der II.) Port Arthur hauptſächlich zu Lande an und nahmen
es am 22. November 1894 im Sturm.
Gegen Weihaiwei wurde dann die III. Armee unter
Mar=
ſchall Graf Ohama aufgeſtellt, beſtehend aus der 6. Diviſion
(ohne 12. Infanterie=Brigade, alſo eigentlich nur eine verſtärkte
Brigade) und der 2. Dibiſion. Das ganze japaniſche Heer
be=
ſtand damals an aktiven Truppen aus 7 Diviſionen. Zunächſt
landeten die Japaner 2000 Mann nach Bombardement von See
aus bei Tengtſchaufu 120 Km. weſtlich Weihaiwei, lediglich um
die Aufmerkſamkeit von letzterem abzulenken. In der Nacht vom
19./20. Januar 1895 aber erſchien die japaniſche Flotte mit 15
Kriegs= und 35 Transportſchiffen vor Yungtſcheng, 45 Km.
öſt=
lich Weihaiwei, landete nach kurzem Gefecht Truppen und botete
an 21. und 22. Januar die III. Armee, etwa 20 000 Mann, aus.
Danit begann der Vormarſch gegen die Feſtung auf ſehr
be=
ſchwerlichen Wegen, während die Flotte den Hafeneingang
blockierte. Der Hafen iſt eine viereckige Bucht, vor deren nach
der See offener Nordoſtſeite die Inſel Liukung ſich vorlegt, zu
deren beiden Seiten ſich die Eingänge in die Bucht befinden.
Forts und Batterien waren auf den drei Landſeiten und auf
der Inſel angelegt; das Gelände iſt gebirgig. Am 29. Januar
1895 begannen die Belagerungsgeſchütze ihr Feuer, und am 30.
Januar nahmen die Japaner die Landforts bis auf einige
un=
bedeutende im Sturm, trotzdem auch die in der Bucht liegende
chineſiſche Flotte gegen ſie mit Geſchützfeuer wirkte. Die Japaner
feuerten nun auch von den genommenen Forts aus gegen die
chineſiſche Flotte und die Inſel Liukung. Gegen dieſe machte
die japaniſche Flotte am 2. Februar einen vergeblichen
Lan=
dungsverſuch, auch ein äußerſt ſchneidiger Torpedobootsangriff
durch die Nordoſteinfahrt ſcheiterte. Am 3. Februar fielen auch
die letzten Landbefeſtigungen. In der folgenden Nacht folgte
ein außerordentlich kühner Torpedobootsangriff, durch den das
chineſiſche Flaggſchiff zum Sinken gebracht wurde; aber auch
die Japaner hatten große Verluſte. Den ganzen folgenden Tag
wurde die Inſel und die Flotte bombardiert, in der nächſten
Nacht abermals drei chineſiſche Schiffe durch Torpedos zerſtört,
aber immer noch hielten ſich die Chineſen tapfer. Ein
Durch=
bruchsverſuch chineſiſcher Torpedoboote mißlang. Ein
aber=
maliger Landungsverſuch der Japaner am 5. Februar ſcheiterte
aber auch nach anfänglichen Erfolgen. So wurde der
Feuer=
kampf bis zum 12. Februar fortgeſetzt, dann aber kapitulierten
die Chineſen aus Mangel an Munition. Der kommandierende
Admiral Ting und vier ſeiner Offiziere begingen Selbſtmord.
Die Japaner hielten Weihaiwei nach dem Friedensſchluß
beſetzt als Pfand für die chineſiſche Kriegsentſchädigung. Am
2. April 1898 pachtete aber England Weihaiwei von den
Chine=
ſen, ſolange die Ruſſen Port Arthur beſetzt hätten. Japan,
dem damals viel an Englands Freundſchaft als Gegengewicht
gegen Rußland lag, mußte in den ſaueren Apfel beißen, räumte
am 20. Mai 1898 Weihaiwei und übergab es den Engländern.
Als im ruſſiſch=japaniſchen Krieg Port Arthur von den Japanern
den Ruſſen entriſſen wurde, dachten die Engländer aber gar
nicht daran, nun vertragsgemäß Weihaiwei zu räumen. Erſt als
die politiſchen Verhältniſſe im Oſten nach dem Weltkrieg ſich
völlig geändert hatten, verſprach England auf der
Seeabrüſtungs=
konferenz in Waſhington im Januar 1922 Weihaiwei zu
räu=
men. Aber erſt 8 Jahre ſpäter, im April 1930, gab es
tat=
ſächlich Stadt und Feſtung an China zurück, aber Weihaiwei
ſollte noch 10 Jahre Sommerhafen der engliſchen Ghpt
bleiben, alſo wohl doch nicht ſo ganz zurückgegeben werd
nun deshalb am 1. Oktober geſchehen iſt, oder
wahrſcheinm=
nur geſchehen ſollte, iſt noch unklar; jedenfalls
ſcheſnt=
ſchönen Reden der Miniſter in London mit den Tou
Marine in Oſtaſien vielleicht nicht ſo ganz genau johl
ſtimmen.
Hotel=Portiers.
Von Kaſimir Edſchmid.
Für die meiſten Menſchen iſt der Beherrſcher der einen
Seite des Hoteleingangs eine Art lieber Gott in blauem Gehrock
mit rot und goldenen Aufſchlägen. Ihm gegenüber beherrſchen
zarte Engel in glatten Cutaways mit diskreten Manieren und
gepflegten Händen die andere Hälfte der Eingangshalle, die
Herren von der Rezeption. Und um ſo zurückhaltender und
leiſer dieſe Herren ſind, um ſo majeſtätiſcher und aktiver wirken
die Bewegungen des Mannes, der über den Schlüſſelpark wacht,
Notizen macht und mit der Allgewalt eines Generaldirektors
über Schlafwagen, Flugzeuge, Taxis und ein Heer von Bohs
und Chaſſeurs kommandiert. Wenn er nur winkt, wird die
Halle wie ein aufgeſcheuchter Taubenſchlag. Er weiß alles. Er
ſagt einem nett, man könne da und dort hin zu Fuß gehen und
brauche bei ſo ſchönem Wetter nicht zu fahren. Er hat aber
auch hübſche Autos an der Hand, auch Führer, er empfiehlt
Reſtaurants und Weine — was du willſt. Er weiß, wer im
Hotel wohnt, iſt auf ſeine Prominenten ſtolz und hat eine
un=
nachahmliche Art, gewiſſe Scheine oder Münzen, die ſich ihm
nähern, verbindlich und kollegial an ſich zu nehmen. Kurzum
— ein überlegener Geiſt mit beſtimmten Zügen von Weisheit
und Verſtehen im Geſicht . ., ſo, nicht wahr, erſcheint der
Hotel=
portier in Romanen. Und gewöhnlich beſitzt er die Fähigkeit,
mit jenem raſchen taxierenden Blick, der ebenfalls nur in
Bü=
chern lebt, ſein Gegenüber zu durchſchauen, ſeinen Beruf, ſeine
Fähigkeiten, ſein Vermögen, ſeine Vorzüge ſeine Laſter, ſeine
Gewohnheiten, kurz ſeinen Charakter blitzhaft zu erkennen, ſich
danach einzuſtellen, verſchwiegen oder diskret leiſe zu ſein und
in ſich hineinzulächeln . . . alſo wirklich ein kleiner lieber Gott,
der das Gebraufe der Menſchen zu ſeinen Füßen wohlwollend
vorüberziehen läßt.
Nun, vielleicht gibt es auch dieſen Typ, und das eine oder
andere dieſer Romanfigur hat natürlich auch dieſer oder jener
Portier. Nur liegt gewöhnlich der Glaube an die
Ueberlegen=
heit des Hotelportiers in der Unterlegenheit der Reiſenden.
Wer den Aufbau und die Organiſation eines Hotels kennt,
weiß, daß der Portier gar keinen Einfluß darauf hat, ob der
Gaſt ſich wohlfühlt oder nicht. Sein Zimmer, ſeine
Bequem=
lichkeit, die Art, wie ihm ſerviert wird, kurz alles, was das
Hotel und ſeinen Komfort betrifft, wird dem Reiſenden von
Kräften beſtimmt, die er gar nicht ſieht, die unſichtbar für ihn
in Büros hauſen, die ſeinen Namen in eine Kartothek ſtecken
oder aus einer Kartothek herausziehen (wenn es ein ſehr
ge=
pflegtes und ſchickes Hotel iſt), oder die nach einem Lageplan der
Zimmer ihm ſein Geſchick diktieren. Der Portier hat damit
nicht das geringſte zu tun.
Der Portier iſt nur für alles übrige da, für Theaterbillette,
für Beſorgungen, für Geſchenke nach Ladenſchluß, für
Schlaf=
wagen, wo es keine mehr gibt, für verlorene Smokingkrawatten,
für das Zuſammenſtellen von Touren, für Vertrauensſachen,
Geldwechſel, Zollgeſchichten, Auskünfte, für das Umgehen von
Schwierigkeiten mit Poſt und Telegramm. .. er iſt dafüir da,
Zeit zu ſparen, Kleinigkeiten abzureagieren, kleine kunſtvolle
Arrangements zu treffen, kurz ein Künſtler der Detail=
Erleich=
terungen zu ſein. Wenn er dies mit Anmut tut, iſt er ein Meiſter.
Es iſt klar, daß, je größer die Hotels werden, um ſo mehr
der Portier in den Hintergrund tritt. Es gibt dann ſchon ein
paar Portiers, und ſie können, ſelbſt wenn ſie übertn
Kräfte beſäßen, den Strom von Leuten, die bei ihnens
paſſieren, nicht im Gedächtnis regiſtrieren.
In den gepflegten Hotels Weſtdeutſchlands, die
gro=
den perſönlichen Stempel ihrer Beſitzer haben, wie zuu
ſpiel im Kurhof in Baden=Baden, im Frankfurter Hof. ”
bergerhof im Schwarzwald, im Europäiſchen Hof in Heu
im Kaiſerhof in Eſſen, in der Traube in Darmſtadt, im
in Hamburg, kennen die Portiers ihr Publikum und
auch gewiſſe Gewohnheiten von ihnen, und es iſt win,
netter Kontakt, wenn einem ſein alter Portier da ſteht
kennend guten Tag ſagt. Manche dieſer Portiers —
vom Stefani in Baden und der vom Exzelſior am 941 4üu
ſeinem ſchwarzen Bart ſind ſogar in die Literatur einond.
Dies alles gilt natürlich nur für einen beſchränkten Itimit
Welt. Bereits in der Schweiz und in Frankreich iſt don feillem
mit dem Titel Portier der Schuhputzer, und der Milezudtru
dem Alleswiſſen iſt der „Concierge‟. Es iſt verbotch.!
trau
beiden Namen miteinander zu verwechſeln. In kleinemſt
die ja oft die ſympathiſchſten ſind, iſt der Portier März//10
alles, Direktor, Empfangschef und Concierge, ſogar :
pfleger. In Südafrika ſinkt er beträchtlich zu einem
wacher über die eingeborenen Boys. Dafür hat er in 9
wieder ſtrahlendes Anſehen wenigſtens während der
Im Sommer ſind aber auch hier die Portiers farbch
hatte einen entzückenden Portier wochenlang im Meus4 kul
Ein Nubier, der deutſch ſprach, und mit dem ich freunf 44
liche lange Geſpräche und Beratungen abhielt, als ichn
einer falſchen Diagnoſe durch einen Augenarzt in den 4
kam, einen Bandwurm zu beherbergen. Unter Führzol
Portiers nahm das ganze farbige Perſonal an der
Vem=
des Untieres teil und freute ſich kindlich, daß das Un dM
nicht exiſtierte. Im Orient werden die Figuren der 97u
bereits mythiſch. In Damaskus zum Beiſpiel liegen die kiluem
diskutablen Hotels nebeneinander, und die Portiers,8
liche Lauſejungens, reißen ſich um den Gaſt, der vor doßMiſl
Hotel abgeſtiegen iſt, um ihn ins andere zu ſchleifen. 7
gibt es noch hin und wieder redliche Portiers nach eurm KM
Manier. Ueberhaupt ſind die Leute im Orient undd
Levante äußerſt ehrlich. Aber im Innern des Landes6i
zwar ehrlich, aber merkwürdig. Mein Portier in guffill
raſierte ſich mit meiner Schuhkrem und der in Spam
ſie ſich auf ſein Brot. Es gibt noch viele Leute an
ſtellen, die weder leſen noch ſchreiben und eine Eit
ſchwer von einem Auto unterſcheiden können. So glattnl
in gepflegten Büchern ſteht, iſt das Leben mit Hotel/ 0
nicht. Es wäre auch abſurd langweilig in der Well
alles ſo ölig glatt ginge, wie es die Phantaſie gewiſſer *
ſteller ſich vorſtellt.
Der ſympathiſchſte Portier iſt derjenige, der kleine
ſchaftsgefühle aufkommen läßt. Der nicht arrogant iſt u
ſeine Gäſte von außen her taxiert, wie es die deutſcheg
kellner früher taten, die den Ehrgeiz zeigten, diſtinguierrr
zuſehen als ihre Gäſte und dabei nur noch dummer m4illt
als dieſe, ſondern der in netter loyaler Weiſe wirtlſg,
bereit iſt.
DTalltdu
AANI De!
PelzBesat
Pelzbesetzter
aus soliden Stoffen, ganz
gefüttert, mit echt amerik.
Mantel
Gon
Opossumkragen .
Für schlanke und auch für starll
Eiguren jede Größe vorrätil
Pelzbesetzter aus soliden Marengo-
stoffen, ganz gefüttert,
mit grocem scht. Silbor=
Mantel
fuchs-Opossumkragen
Pelzbezetzter
reinw. Velour, ganz
ge-
füttert, mit großem Kid-
Mantel
un
Klauen-Schalkragen .
Sehr elegante Modell-Mäntel
Pelzbesetzter
aus la neuesten Stoffen,
ganz gefütt., mit großem
Mankel
echtem Persianerkragen
Gen
sehr aparte Formen mit kostbaren
Pelzbesätzen besonders günstig im Preis
Pelzbesetzter aus prima Velour. gan4
9 gefüttert, mit groß. eeht
MANfey Bisamrücken-Kragen 1.
Manschettengarnitur ..
Unsere Mäntel sind von höchster Oualität und PreiswürdigK-
Frankfurt a. M.
Das große Spezialhaus für Damenkleidung und Pelze
TV.14108
Zeil 10
[ ← ][ ][ → ]g301
Freitag, den 31. Oktober 1930
New York. Zwiſchen Detroit (U.S.A)
und Kanada wird am Samstag ein neuer
wich=
tiger Verkehrsweg, der mit einem
Koſtenauf=
wand von 25 Millionen Dollar erbaute Tunnel,
von Präſident Hoover und dem
Generalgouver=
neur von Kanada feierlich eröffnet werden. Der
Tunnel, der unter dem Detroit=Fluß
hindurch=
geht, iſt die erſte unterirdiſche Fahrſtraße, die
jemals erbaut wurde, um zwei Länder
mitein=
ander zu verbinden. Die Bauzeit betrug nur
ſieben Monate und blieb hinter dem Voranſchlag
zurück, ebenſo wie die Koſten um 10 v. H.
ge=
ringer ſind, als vorgeſehen war. Auf der
kana=
diſchen Seite des Detroit=Tunnels haben ſich
be=
reits etwa 130 amerikaniſche Fabriken
ange=
ſiedelt.
gomſ uch den letzten Meldungen über das
heben/ Mittelitalien wurden bisher 30
und ür 2200 Verletzte feſtgeſtellt. Es ſteht
nochſ h feſt, ob dieſe Zahlen endgültig
Es fhägt ſich, daß der Mittelpunkt des
jebenssi Senigallia gelegen hat, wo etwa
kote zu chwere Sachſchäden zu beklagen
Das) ſ4beben iſt in mehreren Provinzen
zürt riyvem: beſonders heftig in den
Pro=
m Angu Peſaro und Macerata. In
An=
ſind, iz—r bedeutenden Sachſchäden zwei
und us/lerletzte, in der Gemeinde Kaſſaro
Toter,/0 zwei Verwundete, in Fornetto
Totey beklagen. Zu dem Rettungswerk
Trupny und Miliz aufgeboten, außerdem
an dinläederherſtellung der zum Teil
be=
ſgten dexraphen= und Telephonlinien
ge=
ſtet. „MSiſenbahnverkehr iſt nirgends
un=
ochen.
ere /Sagwetterexploſion bei Charleroi.
MKrüſtſ In der Kohlengrube Montigny
li harle mie eignete ſich am Donnerstag eine
re S Ahwetterexploſion. Bisher konnten
Tote ſywr gen werden.
Retflung von ſechs Schiffbrüchigen.
ew inſſr2. Der britiſche Dampfer „Henry
ory” e Fechs Schiffbrüchige an Land, die
inem 4tungsboot des Frachtdampfers
bados dirr am Sonntag früh in einem
n geſthrert iſt, aufgefiſcht worden waren.
Die Opfer der Eiſenbahn=Kataſtropbe
von Périguenx.
Paris. Aus den Trümmern des entgleiſten
Schnellzuges Genf-Bordeaux wurden bis in die
ſpäten Abendſtunden 16 Tote und 30 Verletzte,
darunter 10 Schwerverletzte, geborgen. Die
Ur=
ſache des Unglücks ſcheint in einer Senkung einer
der Schienen gelegen zu haben. Die erſte
Loko=
motive des Zuges entgleiſte zuerſt und zog die
zweite mit ſich. Eigenartig iſt, daß die
Reiſen=
den des zweiten Wagens ſämtlich getötet
wur=
den, während die des erſten Wagens faſt
voll=
kommen unverſehrt blieben.
Noch ein Eiſenbahnunglück in Frankreich.
Paris. Der Schnellzug Puigcerda—
Tov=
louſe entgleiſte in der Nacht zum Donnerstag
vor dem Bahnhof von Auterive, infolge Senkung
der Schienen. Drei Reiſende wurden verletzt.
Der neueröffnete Miniatur=Golfplatz auf dem Dachgarten eines Berliner Hotels.
Zum erſten Male iſt in Deutſchland ein Miniatur=Golfplatz erbaut worden. Das Spiel, das ſich in
England und Amerika großer Beliebtheit erfreut, wird nach den gleichen Regeln wie das Freiluft=
Golfſpiel ausgetragen und erhebt allen Anſpruch, ſich in Deutſchland ebenſo einzubürgern wie etwa
Tiſchtennis.
der „Hhndos” ſind fünf Menſchen
unter=
igen, zon ſndere kamen in einem
Rettungs=
um, din=git drei Tage lang auf den Wellen
ngewcn wurde.
Laufen
ohne
Fussbeschwerden”
Kostenloso
Fußkontrolle
Im patentiorten
Mayspiegel
Vernunttgamaben
S ch uhwor k
fOr Erwachaeno
und K.Ln.d.2
De dastioche
foderlelchte
Supinator-
EInIago
Sachgemaße Bedienug im
8 Jeder Artikel
Jeder Artikel
Darmstadt, Ecke Elisabethen- und Lnigenstr.
Jeder Artikel
95
1 Meter Waschsamt
95 9
1 Meter Klelder-Schotten
1 Meter reinwollene Popellne 95 ₰
1 Meter Haustuch, 140 cm br. 95 ₰
95 3
1 Meter Bett-Damast
95 9
2 Meter Bett-Kattun
95 ₰
3 Meter Krotonne
95 3
3 Meter Handtuchstofk
95 8
2 Meter Sportflanell".
95 ₰
1 Meter Schürzenstofk
95 ₰
1 schöne Kaffeedecke.
95 ₰
1 gebogtes Kopfklssen
1 reinwollen. Kinder-Sweater 95 ₰
1 reinwollen. Kinder-Pullover 95 3
1 Garnltur Hütze und Schal . 95₰
95 9
1 Klnder-Schürze
95 9
1 Damen-8chürzo
1 P. blaue Dam.-Reformhosen 95 ₰
1 P. D.-Schlupfhosen, farbig . 95 3
1 P. kunstselden. D.-Schlüpfer 95 3
1 P. Klnder-Schlupfhosen . . 95 ₰
95 9
1P. Trikot-Hemdhosen
1 P. Damen-Unterzlehhosen . 95 3
1 D.-Träg.-0-Achselschl.-Hemd 95 ₰
. 95₰
1 Strumpfband-Gürtel
1 gutes Frottier-Handtuch . . 953
1 P. gestr. Damen-Handschuhe 95 ¼
1 P. Trlkot-Herr.-Handschuhe 95 3
1 P. D.-8trümpfe, Seidenfor . 95₰
1P. schöne Herren-Socken . 95₰
1 P. reinwoll. K.-Knlestrümpfe 95 3
. 95₰
3 Herren-Kragen.
1 moderner 8elbstbinder . . . 95₰
. 95 3
1P. Hosenträger ...
953
1 Herren-Unterlacke
1 Knaben-Schillerhemd,
. 953
Flanell oder Zefr
1¾ To., fabrikneu, unter ganz
beſon=
ders günſtigen Bedingungen abzugeb
Anfragen unter G 101 an die Ge=
15925
ſchäftsſtelle ds Bl.
Ab ſofort verſende freibleibend
Ia Winter=Tafeläpfel
in ſtabil. Holzkiſten, ſauber u. froſtſicher
verpackt. 50 Pfund Netto=Inhalt, per
Bahnnachnahme. Der Preis beträgt:
Sorte l pro Kiſte 17.50, S. II Kiſte 12.50.
Zum Verſand gelangen folg. Sorten:
Kanada, Goldparmänen, Rambour,
Rei=
netten; bei Sorte II gute
Wirtſchafts=
apfel. Zahlreiche Nachbeſtellungen und
Dankſchreiben geben Zeugnis von
mei=
nem reellen Verſand. (TV.15752
Max Oehmigen, Obſtverſandhaus,
bill. u
leführt.
gernen
hildenſiutt
(Efmm
PS., of
Msecchs=
mit
alwn=
fung, vhern
ut, in bi/t
Wer=
ng, ſehitz vill g.
iller älber
wuir. 39,0 6e24 b
2.95
1 schöne Kaffeedecke
2.95
1 woldes Tkchtuch
Haustuch-Bettuch, 1507220 2.05
2.05
1 Bett-Kolter
2.95
1 farbiger Bettbezng
2 Meter reinwollene Popellne . 2.95
2.95
1 Meter Orepe de chlne
2.95
2 Meter Waschzamt
2.95
1 Meter Mantalstofk
1 P. reinwoll. Damenstrümpfe 2.95
2.95
1 P. D.-Glaus-Handsshuhe
1 welbes Herren-Oberhemd . 2.95
2.95
1 Flanell-Schillerhemd
1 fortkges Flanell-Hauskleld . 2.95
2.95
1 schöne Satin-Schllrze .
1 k'selden. Dam.-Prinzeßrock 2.95
1 gestr. Damen-Untertallle . 2.95
1 Pwoll. Kind.-Pull. od.-Weste 2.95
Möbel
1 Herren-Einzatzhemd
1 Herren-Flanellhemd
1 Herren-Unterhose od. Jacke
1 K.-Schillerhemd, 80u. 90cm
1 gestr. Knabenhose, rein Wolle
1 Kinder-Pullover od. -Weste
1 Kinder-Kleldch. f. 5—6 Jahre
1 D.-Nachthemd mit Stlckerel
1 Kseid. Damen-Prinzeßrock
1 D.-Reformhose, echt Mako
1 k’selden. Damen-Schlüpfer
1 D.-Schlüpf. m. K'geidendecke
1 Satin-Schürze für Damen
1 Regenschirm
1 Biber-Bettuch
1 Bett-Kolter
1 Meter Waschsamt
1 Meter Mantelstoff.
reelle süddentsche
Fabrr-
kate, Schlafzimmer in
eiche und lack., Küchen
lasiert und lackiert
EinzelMöbel
aller Art, Bettstellen,
Ma-
tratzen. Kleiderschränke.
Waschkommoden, Tische.
Stähle. Diwans.
Chaiselon-
gues, Büfetts,Bücherschr.,
Schreibtische.
Flurgarde-
roben, Küchenschränke,
sowie Kleinmöbel allerArt,
Steppdecken, Strohmatr.
Federbetten, Bettkoltern
Chaiselongue-Jecken u. a.
mehr. Große Auswahl in
Herr.-u. Burschen-
Anzügen, Mäntel,
Paletots, Ulster.
Damen-Mäntel
auf leichte Teilzahlung
upelki
0 PS L Rus.
aberätle.
issehen 1 1n3
uf vorzdlseh..
Mk. 170.—
Ilerätibe
beinstnall 39
1582Rc0
rauchtesslotwor=
195 ccnm
knu=
geſucht./ hgeb.
er G. 816n wie
häftsſtetll
Bündosin,
rhocltzu ter
in. auch 9
Lie=
ſutz en,
Norrad
LUDWIGSTR. 9/11
15884
Darmstadt 4841
Karlstr 30 Möbelladen
Jeder Artikel 15
Z 1 P. Trlkot-Herr.-Handschuhe 25 9 1 P. gestr. Kinder-Handschuhe 25 9 1 P. Damen-8trimpfe in braun 25 S 1 P. K.-8trümpfe, schw. o farb. 25 9 1P. gestrickte Herren-Socken 25 3 1 H.-Kragen, weiß oder farbig 2a 79 1 P. Hosenträger 25 3 1 gehäkelte Kindermütze . . 25 8 1 P. gehäkelte Klnderschuhe. 25 3 1 gutes Frottier-Handtuch . . 25 9 1 P. blaue Mädchen-Hosen . . 25 9 .
3 Meter Handtuchstoft 25 9 6 P. Schuhriemen, 100 cm . . 25 9 1 500 Meter-Rolle Nähgarn . 25 9 6 Knäuel Stopfgarn 25 9 4 Strang Perlgarn 25 S 5 Gebind schwarze Wolle 25 79 5 Strängchen Taubenwolle. 25 95
Jeder Artikel 95 [ ← ][ ][ → ]
Sette 14
Freitag, den 31. Oktober 1930
Tadsende
Anzuge • Wanrel
sind bei
Deuster auf Lager
sagen die vielen, vielen
Bewer-
ber des Preisausschreibens.
Uber Eines sind sich Alle einig.
Ein Leichtes ist es bei Deuster
den passenden Anzug oder
Mantel nach seinem Geschmack
zu finden — und was das
Wich-
tigste von Allem ist: auch die
kleinste Börse genügt, um sich
für den Winter gut zu kleiden
Ulsfer teils auf KSelde
110.— 98.— 88.— 78.— 68.—
58.— 48.— 38.— 28.—
Paletofsteils autkselde
98.— 88.— 78.— 68.—
58.— 48.— 38.—
Sacco- u.
Sport-
prachtvolle
Anzüge Muster u. Mod.
88.— 78.— 68.— 58.—
48.— 38.— 28.— 24.—
Ubergangs-Mäntel
aus Gabardine-Stoffen
auch Slipon-Form von
Loden-Mäntel
Imprägniert. . . . . von
Gummi-Mänte
bewährte Qualität . . von
Loden-Joppen
warm gefüttert. . . . von
Knaben-Anzüge und Mäntel
Pullover und Strickanzüge
in großer Auswahl, enorm billig
A00TAn
DARMSTADT u5aos
MARKT — MARKTSTRASSE
Riedh.auu
Artss
der Kaufmannschaft vertritt der Anzeigenteil des
werbestarken Darmstädter Tagblatt; auch der
priva-
ten Ankündigung, der kleinen Anzeige, stellt sich der
propagandistische Teil unseres Blattes zur Verfügung.
Alle, die einen Versuch gemacht haben, wissen es:
Hleine Anzeige, großer Erfolg! Besonders bewährthat
sich die Eleine Anzeige im „Darmstädter Tagblatt‟
bei Stellenangeboten, Stellengesuchen, An- und
Ver-
käufen, Tausch. Mietgesuchen, Vermietungen usw.
I
WElBLICH
TTAOrIA TA
Alle Herbst-Neuheiten
in erprobten Qualitäten
Keine Partie-Posten.
Hachenburge
Rheinstraße 1
FüM
Din urißte Onsre
unr Lisligtte Perit
Bnnges Dite
Haſen (im Fell gewogen) von 80
Pfg. an per Pfund. Rehbraten
in jeder Größe billigſt. Ferner:
la Hafermaſtgänſe, das Beſte,
heute per Pfund 1.40 Mk. Junge
Hahnen, Kapaunen und
Poular=
den, Kochhühner von 95 Pfg. an
per Pfund. Maſthühner v. Pfd
1.40 Mk. — Auf Wunſch wird
Wild geſpickt und
Geflü=
gel bratfertig frei Haus
geliefert.
.Scroder, anesſtr. 15.
Celefon 1969.
Telefon 1969.
Bekannkmachung.
Am letzten Werktag jeden Monats iſt
nachmittags unſere Kaſſe für
Strom=
geldzahlungen geſchloſſen. (15941
Heſſiſche Eiſenbahn=A.=G.
Mit kleiner Anzahlung in kleinen Raten kaufell
heute schon bei größter Auswahl
füin
Puppen / Puppenwagen
Schaukelpferde / Holländer .34
Bubiräder / Kindermöbel Rtielt
Bringen Sle letzt Ihre Puppenreparatuh
Wilhelm Lehrbauf.”
Schillerplatz
Silhelm Sauer, Netzgermeigt.
Im ih
Aelt., fleiß. Mädch.
ſucht ſtundenw.
Be=
ſchaftigung. Angeb.
unt. G. 95 Gſchſt.
Ecke Landwehr= u. Wendelſtadtſtr. — Teleph. 2:/400
Neben meiner erſtklaſſigen Schweinemetgerei fühA /ſn
von heute ab:
w füß
Prima Ochſenfleiſch u. Rindfleiſch, das Pfund zu 1 In o8
friſch gehacktes Ochſen= u. Rindfleiſch, das Pfund zu 1 Im
ſelbſtgemachte Ochſen= u, Mindswürſtchen, d. Pfd. zu tig
ſelbſtausgelaſſenes Ochſen=u Rinderfeti, das Pfd. zu u4
Alle weiteren Fleiſch= u. Wurſtwaren zu den billigleng-6
Tagespreiſen.
Eigene Fabrikſi R H0
Eigene Schlachtung.
Mädchen, das ſchon
in Stell. war, ſucht
Stelle bis z. 1.
No=
vember. Zeugniſſe
vorhand. Bei Joſef
Unger, Griesheim
b. D. (Lager),
Süd=
liche Lagerſtr. 109.*
Lehrerskochter
17 J., ſucht Stell. a.
Haustochter. Im
Koch. u. Hausarb.
bew. u. kinderlieb.
Ang. unter G. 104
a. d. Geſchäftsſt. (
MANNLICH
Jung. tücht.
Herren=
friſeur, g.
Bubikopf=
ſchneider, ſucht f. gl.
od. ſpät. Stellg., am
liebſt., wo er ſich im
Damenfach noch w.
usbild. kann. Ang.
unt. G. 76 Gſchſt.
O
WElßtich
Junges kräftiges
Madchen
ſucht Lehrſtelle
(Lebensmittelgeſch
gleich welcher Art)
Gute Zeugn. Eintr.
ſofort. Gefl. Off. u.
G. 114 a. d. Geſch.*
Geſch. 28jähr. Frau
ſucht frauenl.
Haus=
halt zu führ. Auch
b. einz. Herrn. Ang.
u. G. 110 Geſchſt.
Für Monat Novbr.
ſuche
junges Mädchen
für täglich 1 Std.
zur Hilfe d.
Schul=
aufg. mein. 9jähr.
Tochter. — Götz.
Aliceſtr. 22, I.
Junge
Mädchen
für
Kunſtſeiden=
ſpulerei geſucht.
Sauerborn Nachf.,
Darmſtadt.
Blumenthalſtr. 24.
(15953)
Suche arme ält.
Perſon z. Führ. fr.. Haush. m.
Kin=
dern. Näh. Geſch.
Beſſ. Mädchen
für
geſt
Panl
Haush. u. Café
t. Konditorei
Jetermann.
ratiusſtr. 1. (*
MäNNLICH
Der ſtkebl
nachVerdienſt?
Herren n. Damen
erf. Näh. unt. G 55
an d. Geſchſt. (15858b
Tägl. bis 15 Mk.
z. verdien. Näh. im
Proſp. m.
Garantie=
ſchein. Joh. H. Schultz,
Adreſſenverlag 866
Köln I. (IIKo15903
Die Veriretung
einer angeſehenen mit konkurrenzloſen
Tarifen arbeitenden Kranken=
Berſiche=
rungs=Akt.=Geſ. für den Mittelſtand
iſt für Darmſtadt u. Umgebung zu
ver=
geben. Beſonders hohe Bezüge bieten
rührigen Vertretern und ſoliden Herren
Gewähr für einträgliche Stellung.
An=
geb. u, Df. S. 3031 beförd. Rndolf
Moſſe, Düſſeldorf. (1„K3,45901
Warenabgabe nur un Mitglieder
Wir bieten unſeren werten Mitgliedern an:
Pfund 0.78
ff. Schmalz, gar. rein. Standardmarke
ff. GEG Kokosfett, gar. 100% Feitgehalt . . . 1 Pfund=Tafel 0.46
Pfund 0.46
ff. GEG Kokosfett, gar. 100% Feitgehalt, loſe
Ia Tafelöl . . . . . . . . . . Liter 1.40, Liter 1.20, Liter 0.80
Pfund 2.60
Ia Pfeffer, ſchwarz, gemahlen, doppelt gereinigt
Pfund 0.12
Neues Sauerkraut . . .
Stück 0.02
Ia neue große Salzgurken.
Stück 0.09
Prima neue holl. Vollberinge
GCG Marinaden in reicher Auswahl.
ff. Edamerkäſe . . . . . . . Pfund 1.30, Pfund 1. —, Pfund 0.80
Schachtel 0.80
GEG Emmenthaler, ohne Rinde, 6teilig
Schachtel 0.23
Bergfreund Käſe
Delikateßwürſichen in Doſen. 5 Paar=300 gr Inhalt, per Ooſe 1—
Gegen Erkältung:
Huſtenbonbons, bay. Malzbonbons. Mentholbonbons,
Pfeſſerminz=
tabletten, Bruſikaramellen, Kandiszucker, Fenchelbonig,
GEG — Bienenhonig — Rotwein
Bohnenkaffee, unſere bekannt guten Qualitätsmiſchungen
aus eigener Großröſierei und Abpackerel:
¼ Pfd.=Packung: weiß 0.65, gelb 0.60, rot 0.95, in Cellophan 1.10
GEG Malzkaffee, hochfeine Qualität . . . . . 1 Pfd.=Paket 0.40
GEG Malzkaffee, hochfeine Qualität . . . . . ½ Pfd.=Palet 0.22
GEG Kakao, Tee, Schokolade, in verſchied. Packungen, äußerſt bilg
Aus unſeren Fleiſchabgabeſiellen Karlſtraße 42, Tel. 4481
Kariſtraße 115, Tel. 4643
Eſchollbrückerſtraße 25, Tel. 93
weiterer Preisabſchlag:
Beſies Schweinefleiſch mit nur 100 gr Knochenbeilage pfd. 1.15
ff. Bauchlappen
Pfd. 1.10
ff. Schweinekoteletts
Pfd. 1.25
Pfd. 1.18
Beſtes Ochfenſteiſch mit nur 100 gr Knochenbeilage
Beſies Kalbfleiſch
.. Pfd. 1.40 1.30 1.20
ff. Leberwurft, Fleiſchwurft, Blutwurfi, Schwartenmagen, Krakauel
ff. Mettwurft. Zervelatwurft, Plockwurft, Schinken, Doſenwürſichen
Aus unſerer modernen Großbäckerei:
Prima Roggenbrot. Schrotbrot, Weißbrot, Graubrot, Milchbröſchen
Waſſerbröichen, Mohnweck. Gebäck.
Kuchen Zwieback
Die Mitgliedſchaft kann von ſedermann in unſeren Verteilungsſtellen
koſfenlos erworben werden. Auskunft erteilt das Verkaufsperſond.
Ar.
d591
5% Rückvergütung
Waren und auf die volle Einkaufsſumme.
In dieſem Jahre gelangen bei einem Jahresumſatz von rund 32009
Mark an unſere Mitglieder 185 000 Mark Räckvergütung zur Aussahlcie
Lur shgtbreichk
Masserweraetsru
A
Richtmtglidher machen ſich und ihre Anſtiſter durch Einkauf in unſeren Bertelugseſche.e.
8 152 des Genoſſenchaftsgeſeges Kraſbar. — Soweit wir Nichtmtitglieder beim Cite
unſeren Verteilungsltellen ermitteln, werden wir dieſelben bei der Pelitel zur Kumg. I.
[ ← ][ ][ → ]Oktober 1930
Soll Sprer und Tarnen.
Der Spork des Sonnkags
ſitehende Sonntag verzeichnet wieder ein umfangreiches
vortpronut, bei dem ſelbſtverſtändlich wieder der Raſenſport im
brdergragu ſteht. Breslau, das ſich in der abgelaufenen Saiſon
auch zynrgangenen Jahre nicht über Vernachläſſigung hinſichtlich
Vergweng großer ſportlicher Ereigniſſe zu beſchweren brauchte, iſt
kommyen Sonntag der Schauplatz des fünften
fu ßball=Länderſpieles Deutſchland-Norwegen.
de nü herigen vier Spielen blieben die deutſchen Vertreter
je=
werwarch nur knapp, ſiegreich. Ob es auch diesmal zu einem
en u69— kommt, hängt davon ab, wie ſich die deutſchen
Ver=
chücoe! Durch dauernde Abſagen iſt von der urſprünglich
auf=
ellten „Guächt viel übrig geblieben und die jetzt feſtſtehende
Vertre=
a läß unchen Wunſch offen. Sie lautet: Jakob=Regensburg;
ubh=Fwafurt, Weber=Kaſſel; Kauer=Berlin, Münzenberg=Aachen,
ndel=Wikſhr: „Albrecht=Düſſeldorf. Lachner=München.
Hohmann=
grath, ann=Dresden, Straßburger=Duisburg. Norwegens Fuß=
OI hat ſiür letzter Zeit ſtark verbeſſert. Wir rechnen aber dennoch
einen uiten deutſchen Siege. — Die ſüddeutſchen
Meiſterſchafts=
ſe wen) rnit folgenden Begegnungen fortgeſetzt: Gruppe
Nord=
ſern: 9R. Fürth — 1. FC. Nürnberg, Bayern Hof — Sp.Vg.
Urth, FE Areuth — ASV. Nürnberg, FV. Würzburg 04 — Kickers
irzburg= muppe Südbayern: Teutonia München — Bayern Mün=
; Gryyzp Württemberg: Germania Brötzingen — Kickers Stutt=
FV. ufenhauſen — FC. Birkenfeld, V.f.R. Heilbronn — FC.
rzheimg =B. Stuttgart — Union Böckingen; Gruppe Baden:
1eruheln ? — SC. Freiburg, FV. Raſtatt — Phönix Karlsruhe,
B. Karrnce — Sp.Vg. Schramberg, FC. Freiburg — FC.
Villin=
hruthR hein: V.f. L. Neckarau — Phönix Ludwigshafen, Sp.Vg.
Sp. Vg. Mundenheim, SV. Waldhof — FC. Mannheim
hichleim — V.f.R. Mannheim; Gruppe Saar: V.f.R.
Pir=
pſr. Saarbrücken, 1. FC. Idar — FK. Pirmaſens. Saar
m Boruſſia Neunkirchen. FV. Saarbrücken — V.f.B. Dil=
Cfute Main: Eintracht Frankfurt — Sp.Vg. Fechenheim,
Weiß ;ſukfurt — FSV. Frankfurt, Kickers Offenbach — 1. FC.
nau 12/81 nion Niederrad — Germania Bieber; Gruppe Heſſen:
rmatiah ſorms — Viktoria Urberach; FSV. Mainz 05 — V.f.L.
Mus=ſenhu, SV. Wiesbaden — SV. 98 Darmſtadt. 1. FC. Langen —
mannim Vorms. In Südbahern wurden die Treffen von Jahn
Uensbumgid 1860 München wegen Spielerabſtellungen zum Län=
„ſpiel g e Norwegen abgeſetzt. Ein intereſſantes Privatſpiel
be=
itet WAch München am Samstag in Prag gegen Slavia. Aus dem
irnatiol n Fußball ſind das Länderſpiel Schweiz — Holland in
h hu rich umd 14 Mitropaeupſpiel Sparta Prag — Ravid Wien in Prag
erwährig
Handball.
Auch ſwerger der Handballer gibt es ein Ereignis, das den
ſonn=
lichen 1icieb über ſein normales Niveau hinaushebt, die
Pokalvor=
ſde dern2sB. mit ihren drei Spielen: Brandenburg — Süddeutſch=
6 (in lGlir), Mitteldeutſchland — Südoſtdeutſchland (in Dresden)
Weſttnſchland — Norddeutſchland (in Mülheim), während
Oſt=
ſchlanir” ielfrei bleibt. Süddeutſchland hat gegen den vorjährigen
uinnern0s Pokals in der Hochburg Berlin einen ausſichtsloſen
id. Drüddeutſche Elf mit Bender (Schwanheim); Denzer (Fürth)
thenbuug Darmſtadt); Henninger, Gebhardt (beide Fürth), Delp
ſtads Huber, Werner (beide Darmſtadt), Holzwarth (Nürn=
Frakau) Feigk (beide Darmſtadt) wird lediglich darauf bedacht
ſſeli )ie feſtſtehende Niederlage in erträglichen Grenzen zu
hal=
ſtrhlmd Weſtdeutſchland ſind die Favoriten der beiden übrigen
— de ſüddeutſchen Verbandsfpiele nehmen mit Ausnahme des
Eh.=Seſſem ihren Fortgang.
Hockey.
In dir Slberſchild=Vorrunde werden am 2. November noch zwei
üele ausstragen, nachdem die Begegnung Weſtdeutſchland gegen
idoſtdeun=ſtanrd bereits gelegentlich der Deutſchen Kampfſpiele in
eslau a bomckelt und vom Weſten 7:0 gewonnen. Die beiden
Tref=
des S yntags ſind: Norddeutſchland — Süddeutſchland (in
Han=
ber) unv ſitteldeutſchland — Berlin (in Dresden). Süddeutſchland
ſendet m Hannover folgende Mannſchaft: Henke=Frankfurt; Hen=
und Kwmann=Heidelberg: Peter=Heidelberg, Haag, Schäfer=Frank=
Nt: Houre delberg, Ullrich=Sachſenhauſen, Ell=Nürnberg. Bauden=
1M—kel=Heidllſtrx, v. Ramdohr=München. Die Elf wird gegen den
Nor=
heu einen aſeveren Stand haben. Das zweite Spiel ſollte Berlin
wie=
gewimhr.
Rugby.
Nebem d Verbandsſpielen im Main=, Neckar= und Südkreis gibt
einige zum ſſante Privatſpiele.
Radſport.
Die Sunſaiſon wird in Deutſchland nur mit dem „Tag der
Welt=
ſiſter” in Dortmunder Weſtfalenhalle fortgeſetzt. Leipzig ſteht im
ichen dels malſportes.
Schwimmen.
Waſſeiſiltrrniere von Magdeburg 96 und in Mühlhauſen, ſowie
lokalen ſubkampf in Karlsruhe bilden die wichtigſten Ereigniſſe.
Pferdeſport.
Gier ſtdas Programm diesmal gering. Es gibt nur
Galopp=
ſinen in erausberg, Horſt=Emſcher und Auteuil.
Fußball im Kreis Starkenburg.
Spielbellteh am Sonntag, den 2. November. — Die A=Klaſſe
vor der Halbzeit.
Mit iha kommenden Sonntag beginnen in der Starken=
Urger lreisliga die Verbandsſpiele bereits
m 2.30Uhr mittags. Angeſetzt ſind wieder nur fünf
wiele, oße alle verſprechen recht intereſſant zu werden.
Viſſtia Walldorf — Sportklub Haſſia Dieburg
Um.ſ Darmſtadt — Fußballverein Sprendlingen
Spchperein Münſter — Polizeiſportverein Darmſtadt
Spmperein Mörfelden — Viktoria Griesheim
F.=/03 Egelsbach — S.=V. 1911 Neu=Iſenburg
uten dit Paarungen. In Walldorf darf man annehmen, daß
* Spitz/seicer ſich auch gegen Dieburg durchſetzt; jedes andere
Egebnise uiie eine Ueberraſchung. Reichlich offen iſt dagegen
2Is Spie ſuf der alten Radrennbahn an der Eberſtädter Straße.
Mon iſt ichr ſo ſchwach, als daß ſie nicht dem Tabellenzweiten
a einmnPunkt abknöpfen könnte. Allerdings liegt ein knapper
Drendlium Erfolg doch näher. Immerhin wird gerade dieſes
wel dieſerſterſchaftsfrage ſtark beeinfluſſen. Verliert nämlich
brendlilm, ſo wird Walldorfs Vorſprung ſchon recht groß.
Much ders amapf in Münſter iſt offen; ein Unentſchieden wäre
dA dasg gebene. In Mörfelden ſollten ſich die Einheimiſchen
EEn ihm häſte aus Griesheim knapp durchſetzen können. Offen
dageg=wieder das Egelsbacher Treffen. Man kann aber
euch hiers4 Unentſchieden erwarten.
In der A= und B=Klaſſe des Kreiſes
Dmmt mat dem Ende der 1. Serie näher. Als erſte Gruppe hat
* Dreſſichgau ſeine Vorrunde beendet, mit dem Ergebnis,
R18 Anian, V=xhauſen ungeſchlagen mit 5 Punkten Vorſprung vor
Ei Tahalln weiten führt. Die Ergebniſſe des Sonntags ſind
AVende- =C. 02 Dreieichenhain — Union Wixhauſen 0:5 (0:4),
SortgenBe Sprendlingen — F.=V. Eppertshauſen 2:1 (0:1),
Soottveren Erzhauſen — Tgd. Neu=Iſenburg 1:2 (0:2), T.= u.
P Mls) — Sportverein Offenthal 2:1 (2:1). Es ergibt ſich
” lolhender Tabellenſtand nach Schluß der
Worru uſe
Spiele gew. un. verl. Tore Punkte
Anion 9 Pha uſen .
16
8:7
Spgm. SQnplingen
35:19 11
19:19
Dieichenhain
J. OflKhrl
21:24
Tgd. Nels ſemburg
17:21
1FV. Epps=hauſen
21:11
16:19
Sportkl. A ſetz=enbach
T. u. 470 Meſſel
17:24
Sportvenri
Erzhauſen
9:48
der Dinge iſt gar nicht mehr daran zu zweifeln,
iüAlßirhauſen ſich auch in der zweiten Serie durchſetzt.
Sue Dena November ſind in der Gruppe keine Spiele angeſetzt.
Gruppe Odenwald: SC. Ober=Ramſtadt — V. f. R. Erbach
7:1 (3:1); Sportv. Roßdorf — Sportv. Höchſt 8:0; Sportv.
Leng=
feld — V. f. R. Beerfelden 2:1 (1:1). Dies die Ergebniſſe vom
letzten Sonntag. Die oft recht hohen Zahlen erklären ſich dadurch,
daß einzelne Vereine gerade dieſer Gruppe noch mit viel
Schwie=
rigkeiten zu kämpfen haben und deshalb oft nur recht ſchwache
Mannſchaften auf die Beine bringen. Mit der Zeit wird das auch
anders werden.
Gruppe Bergſtraße—Ried: Germania Eberſtadt — Rot=Weiß,
V. f. R., Darmſtadt 1:1 (0:1): Eintracht Darmſtadt — Germania
Eſchollbrücken 6:2 (3:2); FSV. Seeheim — Chattia Wolfskehlen
0:5; Boruſſia Dornheim — Spv. Weiterſtadt 1:1 (0:0). Dieſen
Ergebniſſen vom Vorſonntag iſt nichts hinzuzufügen; ſie kommen
etwa erwartet.
A= und B=Klaſſe am kommenden Sonntag,
Gruppe Bergſtraße—Ried: Chattia Wolfskehlen — Eintracht
Darmſtadt; Reichsbahn Darmſtadt — Spv. Groß=Gerau; FSV.
Seeheim — Olympia Hahn: „Germania Leeheim — Spv.
Geins=
heim; Rot=Weiß, V. f. R., Darmſtadt — SV. Weiterſtadt (11 Uhr).
Gruppe Odenwald: SC. Ober=Ramſtadt — Spv. Roßdorf;
Spv. Höchſt — V. f. L. Michelſtadt.
Gruppe Dreieich: Spielfreier Sonntag.
B=Klaſſe: V. f. L. Michelſtadt 2. — Viktoria Kleeſtadt 1.;
FSV. Groß=Zimmern 2. — Spvg. Groß=Umſtadt; Vorwärts
Klein=Zimmern — Haſſia Dieburg, 2.
1. FC. Anion — 3b. Sprendlingen.
Zum fälligen Verbandsſpiel treffen ſich am kommenden
Sonn=
tag, 15 Uhr, obige Gegner auf der Rennbahn. Sprendlingen
nimmt zurzeit den 2. Tabellenplatz ein, was ſeine derzeitige
Spiel=
ſtärke zur Genüge bekannt gibt. Die Mannſchaft iſt in allen Teilen
ſehr gut beſetzt. Beſonders die beiden ſchlagſicheren Verteidiger
und der techniſch ſehr gute Mittelläufer ragen hervor. Auch der
Sturm verſteht Tore zu ſchießen. Die Beſſunger können ſich immer
noch nicht ſo finden, wie man es von ihnen gewohnt iſt. War
auch das letztſonntägliche Unentſchieden als Erfolg zu werten, ſo
merkt man doch immer noch das Fehlen ſo guter Spieler wie
Bopp und Noller. Union muß dieſes Spiel unter allen
Umſtän=
den gewinnen, um vom Ende der Tabelle wegzukommen. Wir
erwarten ein äußerſt ſpannendes Spiel, denn auch Sprendlingen
wird alles daran ſetzen, um die Punkte mit nach Hauſe zu nehmen.
Fk. Tgde. Darmſtadt — Fr. T. Pfungſtadi.
Der kommende Sonntag bringt eine äußerſt intereſſante
Begeg=
nung. Pfungſtadt weilt im weiteren Verlauf der Serienſpiele in
Darmſtadt. Darmſtadt, welches zurzeit die Tabelle anführt wird
ſich mächtig ins Zeug legen müſſen, um auch weiterhin
Tabellen=
führer zu ſein. Auf der anderen Seite iſt es Pfungſtadt, welches
den zweiten Tabellenplatz inne hat, und zwar mit einem Punkt
weniger als Darmſtadt. Pfungſtadt hat alſo die Chance, bei einem
evtl. Sieg die Spitze zu führen. Es ſteht daher außer Zweifel,
daß am Sonntag am Müllersteich ein Treffen vor ſich geht, das
das Intereſſe eines jeden Sportanhängers finden darf. Wenn auch
das Treffen lokalen Charakter trägt und es um die
Tabellenfüh=
rung geht, ſo wird trotzdem erwartet, daß es jederzeit ritterlich und
im ſportlichen Geiſte durchgeführt wird.
F.=C. Dreieichenhain — Union Wixhauſen 0:5 (0:4).
Dreieichenhain mußte die erſte Niederlage auf eigenem Platz
hinnehmen, und Wixhauſen iſt es gelungen, durch dieſen Sieg
ungeſchlagen die Vorrunde zu beſchließen. Schon gleich nach
Be=
ginn bemerkte man das reifere Spiel der Unionmannſchaft, die
ſehr bald das Heft in die Hand nahm und in der 18. Minute
durch den Mittelſtürmer Stork in Führung gehen konnte.
Wix=
hauſen wird von Minute zu Minute beſſer und liegt ſtändig im
Angriff, was auch in der 31. Min. durch Weſp den 2. Erfolg
ein=
brachte. Von dieſem Moment zeigte der Platzbeſitzer eine große
Nervoſität, der Ball wird zu lang gehalten und ſchlecht
abge=
ſpielt wodurch Wixhauſen leichte Arbeit hatte. In der 40. und
43. Minute konnte Weſp zweimal erfolgreich ſein. Gleich nach
Halbzeit wurde der Mittelſtürmer Unions verletzt und mußte für
längere Zeit das Spielfeld verlaſſen, was ſich bemerkbar machte.
Dreieichenhain ſtrengte ſich jetzt mächtig an, aber das
Stürmer=
ſpiel war zu planlos, um die gutſpielende Unionverteidigung zu
überwinden. Wixhauſen liegt in der zweiten Halbzeit durchweg
im Angriff, konnte aber nur noch einmal durch Möſer erfolgreich
ſein. Dreieichenhain enttäuſchte. Union bot eine gute
Geſamt=
leiſtung. Schiedsrichter einwandfrei. — Dreieichenhain, 2. —
Wix=
hauſen, 2. 2:7. — Handball: Babenhauſen, 1. — Wixhauſen,
1. 10—5.
Handball.
Polizei Darmſtadk.
Die Ligamannſchaft benutzt den verbandsſpielfreien Sonntag,
um mit dem Spitzenreiter in der Abteilung B. Mainz 05. ihr
ſpieleriſches Können zu meſſen. Die Mannſchaft vom Fort Bingen
iſt in ihrer Abteilung in den diesjährigen Verbandsſpielen bis
jetzt ungeſchlagen. Sie iſt ſeit Jahren Meiſter ihrer Gruppe, und
ihr Kampfgeiſt iſt aus den Bezirksmeiſteſrchaftsſpielen in den
letzten beiden Jahren hier hinreichend bekannt. In dieſem Spiel
werden die Mannen um Jans beweiſen müſſen, daß ſie zu ſpielen
und kämpfen verſtehen. Sollte die Mannſchaft zu derſelben großen
Form auflaufen, wie in der 2. Halbzeit des Spieles gegen Rot=
Weiß Frankfurt, am vergangenen Sonntag, dann ſollte ſie als
knapper Sieger aus dieſem Kampf hervorgehen. Hoffentlich iſt
ſich die Mannſchaft bewußt, daß mit dem Ausgang des Spieles
ihr Anſehen als eine der ſpielſtärkſten Mannſchaften im Bezirk
ſteht oder fällt. Die Mannſchaft ſpielt ohne Huber, der bei dem
Pokalſpiel in Berlin mitwirkt.
Die 2. Mannſchaft muß nach Griesheim, um dort gegen
Vik=
toria Griesheim 1. ein Verbandsſpiel auszutragen. Die Damen=
Elf hat in dem Kampf um die Punkte die Damen der Spvg.
Arheilgen auf dem Polizeiſportplatz um 2.30 Uhr zu Gaſt.
1. und 2. Jugend iſt ſpielfrei. Für ſie findet am Vormittag eine
Schnitzeljagd ſtatt.
Tgde. Darmſtadt 1846 — T.=V. Bensheim.
Am kommenden Sonntag, nachmittags 3 Uhr, ſetzt die
Turn=
gemeinde 1846 ihre Spiele in der Verbandsrückrunde mit dem
Treffen in Bensheim fort. Die Mannſchaft wird vor eine ſchwere
Aufgabe geſtellt. Das haben in früheren Jahren die 1846er
er=
fahren. Knapp geſchlagen, mußten ſie immer den Platz am
Bensheimer Bahnhof verlaſſen. Wenn die Mannſchaft ſich bewußt
iſt, daß mit einem Sieg die Meiſterſchaft einigermaßen gefeſtigt
iſt, dann müßte es gelingen, die Bensheimer auf eigenem Platz
zu ſchlagen. Darmſtadt ſtellt den Bergſträßern heute einen
gleich=
ſtarken Sturm entgegen. Die Hintermannſchaft der 1846er iſt
etwas ſtärker, wie die des Gegners, zumal Seitz wieder mit von
der Partie iſt. Bensheims Stärke liegt im Sturm, in dem die
Halbſtürmer Sommer und Kreutzer die treibenden Kräfte ſind.
Nicht zu unterſchätzen iſt ihr Torwart Semmler. Um ihn zu
ſchlagen, müſſen die Darmſtädter Stürmer alle Regiſter ihres
Könnens aufziehen. Wird es gelingen? Um der Mannſchaft ein
moraliſches Rückgrat zu verſchaffen, werden die Mitglieder
ge=
beten, ſich recht zahlreich an der Fahrt nach Bensheim zu
betei=
ligen. Alles nähere im Turnhauſe. Vor dem Spiel der 1.
Mann=
ſchaften treffen ſich die 2. Garnituren beider Vereine um 1.45 Uhr.
Auch hier geht es um die Tabellenführung. Die 1. Mannſchaft der
46er tritt zum erſtenmal ſeit vier Wochen wieder komplett an,
und zwar mit: Senger: Seitz, Schubert: Schnellbächer, Meyer,
Ehrhard; Foſhag, Bachmann, Klein, Geduldig, Fiſcher.
Kraffſpork.
Kr. S. V. Darmſtadt 1910—,Vorwärts” Groß=Zimmern.
Die Turnhalle in der Soderſtraße iſt auch am kommenden
Sonntag, vormittags 10.30 Uhr, der Schauplatz eines
hochinter=
eſſanten Treffens. Es ſtehen ſich zum fälligen Verbandskampf im
Ringen der Oberliga die erſten Garnituren des Athletenvereins
„Vorwärts 05‟ Groß=Zimmern und des Kraftſportvereins
Darm=
ſtadt 1910 gegenüber.
Seite 15
Rol=Weiß=Boxabend.
Samstag, 1. November, 8.30 Uhr abends, im Mathildenhöbſaal.=
Nachdem die Boxabteilung von Rot=Weiß, V.f. R., bei dem vor vier
Wochen hier ſtattgefundenen Kampfabend gegen FKV. Rüſſelsheim und
erſt vor 14 Tagen gegen den FKV. Frankfurt a. M.=Zeilsheim ihr
Können bewieſen, tritt die Mannſchaft zum Abſchluß der diesjährigen
Veranſtaltungen mit einem Großkampf vor das Darmſtädter Publikum.
Wie bereits kurz gemeldet, wurde als Gegner der in DASV.=Kreiſen
bekannte 1. Aſchaffenburger Boxklub verpflichtet. Es wird in allen
Kon=
kurrenzen ſehr ſpannende Kämpfe geben, und iſt der Beſuch ſehr zu
empfehlen. Es finden neun Kämpfe ſtatt, und zwar:
Papiergew.: Höfling=A. — Staudt=D. Zwei ungefähr gleichwertige
Gegner, der beſſere Techniker wird Sieger ſein. — Fliegengew.:
Steg=
mann=A. — Kuhn=D. Stegmann iſt ein guter Kämpfer, doch dürfte
Kuhn bei einigem Angriffsgeiſt Sieger bleiben — Bantamgew.: Hock=
A. — Blum=D. Blum ſchlägt einen ſehr gefährlichen Linken und iſt ein
guter Kämpfer. Es wird hier zu einem ſpannenden Kampf kommen,
deſſen Ausgang offen iſt. — Federgew.: Keller=A. — Eiſenberg=D.
Letz=
terer bewies in Zeilsheim erneut ſeine derzeit gute Form, dürfte
aller=
dings gegen den als großen Techniker bekannten Keller=A. einen ſchweren
Stand haben. — Leichtgew.: Wenzel=A. — Becker=D. Becker ſtand vor
14 Tagen zum erſtenmal im Ring, wo er ſeine Befähigung zum Boxer
bewies. Man muß abwarten, was er bei ſeinem zweiten Kampf zeigen
wird. — Weltergew.: Rauh=A. — Hechler=D. Hechler ſteht zum
zweiten=
mal im Ring und wird aus ſich herausgehen müſſen, um gegen den
Aſchaffenburger einigermaßen ehrenvoll zu beſtehen. — Mittelgew.:
Schuck=A. — Köhler=D. Köhler bewies in Zeilsheim erneut ſein
Kön=
nen, muß aber damit rechnen, daß auch Schuck gut iſt. Trotzdem dürfte
es ihm diesmal gelingen, gegen ſeinen Gegner vom 6. 9. 30, bei welchem
Kampf ihm vom Punktgericht unverdientermaßen der Sieg abgeſprochen
wurde, zu ſiegen. — Halbſchwergew.: Göhler=A. — Krummeck=D.
Letz=
terer beſtreitet ſeinen dritten Kampf und man muß abwarten, wie er
ſich halten wird. — Im Schwergewicht ſtehen ſich in Pfeiffer=A.
und W. Weckbach=D. zwei äußerlich ſehr ungleiche Kämpfer, denn
Pfeiffer wird ſeinen 1,70 Meter großen Gegner um mindeſtens 1½
Haupteslängen überragen, gegenüber. Wer der Beſſere ſein wird, muß
man abwarten, beide ſind ringerfahrene Kämpfer. Die Kämpfe gehen
über je zwei Runden zu drei und eine zu vier Minuten. Als
Ring=
richter amtiert Gau=Boxwart Kaltwaſſer, als Ringarzt Dr. Wehell.
Zuſammenfaſſend ſei geſagt, daß der Beſuch der Kämpfe niemand reuen
wird.
Boſtoner Internationales Reit=Turnier.
Die Deutſchen wieder placiert.
Auch am zweiten Tage des Internationalen Boſtoner Reit=Turniers
konnten die teilnehmenden deutſchen Reichswehr=Offiziere einige achtbare
Plätze belegen. In einem ſchwierigen Jagdſpringen bekamen die Pferde
„Derby” (Oblt. Haſſe), „Fridericus” (Oblt. Momm), „Showare” (
Ban=
croff) und „Wotan” (Frhr. v. Nagel) die gleiche Punktzahl zugeſprochen,
ſo daß geſtochen werden mußte. Geſamtſieger wurde „Showare” vor
„Fridericus” „Roxana” (Warrick) und „Derby” während „Wotan” ſich
nicht am Stechen beteiligte, da ſein Reiter (Frhr. v. Nagel) als
Hilfs=
richter amtieren mußte. Auch in einem Offiziers=Jagdſpringen reichte
es für die Deutſchen nicht ganz zum Siege. Hier blieb „Proctor” (Capt.
Bradford) vor „Elan” (Oblt. Haſſe) erfolgreich.
Ein Hindenburg=Sternſtaffellauf, der von acht Städten an der
Reichsgrenze nach Berlin führt, iſt von der DT., DSB. und dem DFB.
für den 2. Oktober des nächſten Jahres zur Feier des 84. Geburtsrages
des Reichspräſidenten geplant.
Den Hinterbliebenen des Grubenunglücks bei Alsdorf hat der
Deutſche Fußball=Bund eine Spende von 1000 Mark zur Verfügung
geſtellt.
BV. 1912 Gelſenkirchen wurde bis auf unbeſtimmte Zeit ſuspendiert,
da dieſer Verein am vergangenen Sonntag ſeinen Platz den Schalker
Berufsſpielern zur Verfügung geſtellt hatte.
Czepan und Kuzorra, die beiden Spieler von Schalke 04, haben jetzt
ihren Berufsſpieler=Vertrag mit dem öſterreichiſchen Profeſſional=Club
Vienna Wien endgültig gelöſt.
Als deutſcher Rekord wurde der von Helmut Roſenthal=Königsberg
erzielte Hochſprung aus dem Stand mit 1,50 Meter von der Deutſchen
Sportbehörde für Leichtathletik offiziell anerkannt.
Die Rangliſte des Tſchechiſchen Tennisverbandes ſieht an der Spitze
den Deutſchböhmen Roderich Menzel von Macenauer, Malacek und Dr.
Novotny.
In Rumänien wurde ein offizieller Profeſſional=Fußballverband
ge=
gründet, der dem beſtehenden rumäniſchen Fußhall=Verband als
Unter=
abteilung angegliedert iſt.
Frankfurt a. M.
Freitag, 31. Oktober.
15.00: Ernſt Langenberg: Perſönliches Leben und Gruppenleben
der Jugend.
15.25: Stadtamtmann Baldes: Was die Eltern von der
wirtſchaft=
lichen und ſozialen Bedeutung der Alkoholfrage wiſſen ſollten.
16.00: Nachmittagskonzert.
18.05: Dr. Herbert Graf, Dr. Karl Holl und Ernſt Schoen;
Szeniſche Oper und Rundfunkoper.
18.35: Mannheim: Aerztevortrag über Krebskrankheit.
19.05: Hans Rosbaud: G. Mahler: Zwei nachgelaſſene Sätze aus
der 10. Sinfonie; Lied von der Erde.
19.30: Stuttgart: Unbekannte Arbeiter=Dichter.
20.00: Stadttheater Saarbrücken: Die beiden Schützen. Komiſche
Oper in drei Akten von Lortzing.
22.45: Schallplattenrevue berühmter Schauſpieler.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Freitag, 31. Oktober.
10.00: Schulfunk: Obering. Kattner: „Tempo! Tempo!” (eine
Plau=
derei von Deutſchlands größtem Paketpoſtamt).
11.30: Landfrauenfragen. E. Jacoby: Wie ernähre ich weine
Fa=
milie einfach, billig und geſund
14.30: Kinderſtunde: Fröhliches Muſiklernen.
15.00: Dorle Krückeberg: Jugend zur Jygend. Als Primanerin
in Frankreich.
16.00: Ober=Stud.=Dir. Dr. Bolle: Die Pädagogiſche Arbeit des
Preußiſchen Philologenverbandes in Berlin.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Franz Nabl lieſt eigene Dichtungen.
18.00: Reg.=Rat a. D. Maßmann: Die neue deutſche Siedlungsbank
und ihre Aufgaben.
18.30: Dr. Hauſer: Frühmenſchen und Kulturanfang:
Urmenſchen=
höhe.
19.00: Engliſch für Fortgeſchrittene.
19.30: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Aerzte.
20.00: Wovon man ſpricht.
20.30: Aus dem großen Saal der Muſikhalle, Hamburg:
Nord=
deutſche Komponiſten.
Danach: Abendunterhaltung. Kapelle Leo Bermann.
Weikerbericht.
Das umfangreiche Tiefdruckgebiet mit den beiden Kernen über
Skan=
dinavien und dem Nordmeer nimmt die Wetterlage Deutſchlands mit
in ſeinen Bereich. Mit der zugeführten Warmluftwelle hat in unſerem
Bezirk wie auch im übrigen Teil des Reiches die Erwärmung weiter
zugenommen. Allenthalben lagen die heutigen Morgentemperaturen
über 10 Grad Celſius. Auch die Niederſchlagsverteilung zeigt heute ein
anderes Bild als ſeither. Die Südſeite der Störung bedingt eine
Zu=
fuhr ozeaniſcher Luft, ſo daß das ſeitherige dieſige und trübe Wetter ſich
in wechſelnd wolkiges geſtaltet. Vorerſt ſind noch Niederſchläge von
leichterer Art zu erwarten. Die Temperaturen gehen allmählich wieder
etwas zurück.
Ausſichten für Freitag, den 31. Oktober: Uebergang des dieſigen
Wet=
ters in wechſelnd wolkiges mit vorübergehendem Aufklaren, vorerſt
noch leichte ſchauerartige Niederſchläge, allmählich etwas kühler, um
Weſt drehende Winde.
Ausſichten für Samstag, den 1. November: Im ganzen teils wolkiges,
teils aufheiterndes Wetter, kühler, meiſt trocken.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Manve
Verantwortlich für Politſk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
ſür den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willv Kuhle:
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen,
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 301
Freitag, den 31. Often
GeſſNeueſte Nachricht
Die deutſchen Sparkaſſen im Sepkember.
Ueber 10 Milliarden Einlagen.
Die Spareinlagen bei den Sparkaſſen des Deutſchen Reiches
haben nach Erhebungen des Statiſtiſchen Reichsamts im
Septem=
ber eine Erhöhung von 10 004 Mill. RM. auf 10 148 Mill. RM
erfahren. Den Einzahlungen von 538 Mill. RM., davon 0,7
Mill. RM. Aufwertung und 1,3 Mill. RM. Zinszuſchlag, ſtanden
Auszahlungen von 484 Mill. RM. gegenüber. Im Giroverkehr
zeigt ſich ſeit längerer Zeit wieder ein Rückgang, und zwar von
1,535 Mill. RM. auf 1.493 Mill. RM., d. h. auf den Stand von
etwa Mitte Mai. Bekanntlich zeigten die Giroeinlagen ſeit dem
Ende des Monats Januar, in dem ſie um 4,5 Mill. RM.
abgenom=
men hatten, eine ſtetige Steigerung von der damaligen Höhe von
1353 Mill. RM.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Erneute Zinkblechpreiserhöhung. Nach der geſtrigen Erhöhung um 1¾
Prozent hat die ſüddeutſche Zinkblechhändlervereinigung mit Wirkung ab
heute eine weitere Heraufſetzung ihrer Preiſe um 1 Prozent beſchloſſen.
Geringere Qualität der Roggen= Weizen=, Sommergerſte= und der
Haferernte 1930 in Preußen. Nach der Statiſtiſchen Korreſpondenz iſt
mit der Erntevorſchätzung im September und Oktober gleichzeitig die
vorausſichtliche Güte der Ernte feſtgeſtellt. Die Qualität iſt bei
Winter=
roggen, Winterweizen, Sommergerſte und Hafer geringer als 1929.
Ge=
ringerer Roggen wurde beſonders viel in Schleswig=Holſtein, der
Rhein=
provinz, in Brandenburg und in der Grenzmark Poſen=Weſtpreußen
geerntet. Auch die mindere Qualität in Winterweizen hat ſich gegen
1929 um 10 Prozent vermehrt. Ueber 15 Prozent mehr der
Sommer=
gerſtenernte iſt gegenüber dem Vorjahre minderwertig, ſodaß mit einem
verminderten Angebot von Braugerſte zu rechnen iſt. Der Hafer hat
ganz beſonders durch das ſchlechte Wetter der Erntezeit gelitten. Von
den vier beurteilten Getreideſorten ſind im Staat jeweils 37—40
Pro=
zent mit durchſchnittlicher Güte geerntet worden. Bei Winterweizen,
Winterroggen und Sommergerſte überſteigt das gut Geerntete das
ge=
ring Geerntete um 18,9 bzw. 6 Prozent. Bei Hafer dagegen beträgt
die mangelhaft eingebrachte Menge 36 Proz., die gut geerntete Menge
nur 27 Prozent.
Die Kohlenprobuktion des Deutſchen Reiches im September. Nach
Erhebungen des Statiſtiſchem Reichsamtes wurden im September 1930
11729 117 (i. V. 13 479 854) To. Steinkohle und 1282 873 (14 121 243)
Tonnen Braunkohle gefördert. Die Koksproduktion betrug 2 513 343
(3 258 501) Tonnen. Steinkohlenbriketts wurden 421 496 (435 462)
Ton=
nen und Braunkohlenbriketts 3 192250 (3 560 482) Tonnen produziert.
Für die erſten neun Monate 1930 ergibt ſich ein Rückgang der
Stein=
kohlenförderung um 12,7 Millionen Tonnen auf 108,1 Millionen
Ton=
nen, der Braunkohlenförderung um 17.,5 Millionen Tonnen auf 19,2 Mill.
Tonnen. Die Koksproduktion iſt auf 25,4 (28,5) Mill., die
Steinkohlen=
brikettproduktion auf 3,38 (4,08) Mill. Tonnen und die
Braunkohlen=
brikettproduktion auf 26,0 (31.,5) Millionen Tonnen zurückgegangen.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 30. Oktober ſtellten ſich
für je 100 Kilogramm, für Elektrolytkupfer, prompt cif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 91.50 RM. — Die Notierungen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und
Bezahlung) ſtellten ſich für Orignial=Hüttenaluminium 98= bis
99proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtdarren auf 170 RM.,
des=
gleichen in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 174 RM., Reinnickel,
98= bis 99proz. 350 RM., Antimon Regulus 47—49 RM.,
Fein=
ſilber (1 Kilogramm fein) 49—51 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 30. November ſtellten ſich
für Kupfer: Okt. 86 (89) Nov 86 (86.50), Dez. 86 (86.75),
Jan, 86 (86.50) Febr. und März 86 (86.50) April 86.25 (86.25),
Mai bis Auguſt 86.25 (86.50), Sept. 86.25 (86.25) Tendenz: feſt.
— Für Blei: Okt. 29 (31) Nov 30 (31), Dez. 30 (30.75), Jan.
30 (30.50), Febr. bis Juni 30 (30.75), Juli 30.25 (30.75), Aug.
und Sept. 30.50 (30.75). Tendenz; ruhig. — Für Zink: Okt.
28.50 (29.50), Nov. 29 (29.75), Dez. 29.50 (30.50), Jan. 30 (31),
Febr. 30.50 (31.50) März 30.75 (32). April 31 (32.25), Mai 31.50
(32.50), Juni 32 (33) Juli 32.25 (33.50), Auguſt 32,50 (34),
Sep=
tember 33 (33.25). Tendenz: befeſtigt. — Die erſten Zahlen
be=
deuten Geld, die in Klammern Brief.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 30. Okt.:
Getreide. Weizen: Dez. 77½, März 81½, Mai 83½, Juli
84.25; Mais: Dez. 75, März 77½, Mai 80.50, Juli 81½; Hafer:
Dez. 36, März 37.75, Mai 38½; Roggen: Dez. 48.50, März
52.75, Mai 54.50.
Schmalz: Okt. 11.30, Nov. 10.85. Dez. 10.57½, Jan. 10.47.
Speck, loko 14.52.
Schweine, leichte 9.10—9.20, ſchwere 9.20—9.50;
Schweine=
zufuhren: Chicago 37 000, im Weſten 104 000.
Baumwolle: Dezember 11.32, Januar 11.48.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 30. Okt.:
Schmalz. Prima Weſtern 12.50; Talg, extra, loſe 4.75.
Getreide. Weizen: Rotwinter, neue Ernte 96.50, Hartwinter,
neue Ernte 90; Mais, loko New York 95; Mehl, ſpring wheat
clears 4.40—4,65; Getreidefracht: nach England 1,6—2,3
Schil=
ling, nach dem Kontinent 6—7 Cents.
Kakao, Tendenz: kaum ſtetig; Umſätze: 104; Loko: 6.50;
Nov. 5.97. Dez. 6.10, Jan. 6.21, März 6.40, Mai 6.59, Juli 6.77,
Sept. 6.96.
Diebmärkke.
Darmſtädter Biebmarkt vom 90. Oktober. Aufgetrieben waren
6 Ochſen, 77 Kälber, 2 Schafe. Infolge zu geringen Auftriebs kam eine
normale Notiz nicht zuſtande.
Mannheimer Viehmarkt vom 30. Oktober. Zufuhr und Preiſe: 109
Kälber 60—78 26 Schafe 42—44, 47 Schweine nicht notiert, 900 Ferkel
und Läufer: Ferkel bis 4 Wochen 12—18, über 4 Wochen 19—25, Läufer
28—35; 3 Ziegen 12—24. Marktverlauf: Mit Kälbern ruhig, mit Ferkeln
und Läufern mittelmäßig.
Frankfurter Kleinviehmarkt vom 30. Oktober. Aufgetrieben waren
85 Kühe, 700 Kälber, 362 Schafe und 399 Schweine. Bezahlt wurde
pro Zentner Lebendgewicht: Kälber b) 76—80, c) 70—75, d) 62—69,
Schafe al) 45—48, b) 40—44, c) 35—39. Marktverlauf: Kälber und Schafe
ruhig, ausverkauft; Schweine lebhaft, ausverkauft.
Fleiſchgroßhandels=
preiſe: Ochſenfleiſch 1 85—95, dito 2 75—85. Bullenfleiſch 82—88,
Kuh=
fleiſch 2 65—75, dito 3 45—60, Kalbfleiſch 2 105—115, Hamelfleiſch 95
bis 105, Schweinefleiſch 1 75—85. Geſchäftsgang: ruhig. Eingebracht
waren: 682 Viertel Rinder, 88 ganze Kälber, 38 Schafe, 397 halbe
Schweine.
Produkkenberichke.
hafteren Weizenmehlgeſchäftes recht gut, Umſätze kamen jedoch mangels
paſſenden Angebotes im Promptgeſchäft nur vereinzelt zuſtande. Die
ſchlechten Schiffahrtsverhältniſſe auf der Oder beeinträchtigten
gleich=
falls das Geſchäft. Für märkiſche Waggonware waren etwa 2 Mark
höhere Preiſe als geſtern zu erzielen. Am Lieferungsmarkt lagen wieder
Kaufaufträge aus der Provinz vor, ſo daß die Anfangsnotierungen bis
3 Mark über den geſtrigen Schlußpreiſen lagen. Roggen konnte ſeinen
Preisſtand um 1 bis 2 Mark beſſern. An der Küſte werden
unver=
änderte Preiſe bezahlt. Im Promptgeſchäft waren Preisbeſſerungen im
Ausmaße des Lieferungsmarktes durchzuholen. Weizenmehl wird zu
25 Pfg. erhöhten Preiſen lebhafter umgeſetzt, Roggenmehl hat unter
Be=
vorzugung billiger Provinzfabrikate ruhigen Abſatz zu wenig
veränder=
ten Preiſen. Hafer iſt nur in feinen Qualitäten beachtet, Gerſte
ſchlep=
pend.
Die Lage am rheiniſch=weſtfäliſchen Schrokng
Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 30. Oktober.
Durch die ſchwächere geſtrige New Yorker Börſe und den ſehr
ſpär=
lichen Ordereingang wurde dem heutigen Markt jede Widerſtandskraft
und Belebung entzogen. Anregungen waren nicht vorhanden, ſo daß
ſich Abgabeneigung bemerkbar machte. Die Tendenz neigte weiter eher
zur Schwäche. Gegenüber der geſtrigen Abendbörſe war die
Kursgeſtal=
ung nicht einheitlich; es überwogen jedoch die Abſchwächungen. In
Zellſtof Waldhof war das Angebot etwas größer. Der erſte Kurs wurde
etwa 4 Prozent niedriger feſtgeſetzt. Am Chemiemarkt beſtand etwas
Intereſſe für J. G. Farben, die ¾ Prozent höher eröffneten. Auch am
Elektromarkt lagen A.E.G. leicht gebeſſert, während Siemens und
Schuckert jedoch bis 1½ Prozent und Licht u. Kraft bis 2 Prozent
ver=
loren. In Deutſche Linoleum ſetzte ſich das Angebot fort, doch war es
nicht dringend und der Verluſt von 1 Prozent nicht groß. Am
Montan=
markt lagen Gelſenkirchen 1 Prozent ſchwächer, Otavi Minen und
Rhein=
ſtahl aber leicht erhöht. Banken büßten durchweg bis zu 1 Prozent ein,
Danatbank verloren ſogar 2 Prozent. Cement Heidelberg minus 1
Pro=
zent. Von Kunſtſeidewerten waren Aku auf dem ermäßigten
Abend=
börſenniveau behauptet. Auch am Rentenmarkt war das Geſchäft ſehr
gering. Deutſche Anleihen wieſen kaum eine Veränderung auf.
Mexi=
kaner lagen uneinheitlich, Rumänen etwas freundlicher. Am
Pfand=
riefmarkt war die Tendenz bei ſtillem Geſchäft nicht einheitlich.
Im Verlaufe wurde die Umſatztätigkeit infolge weiteren
Order=
mangels weiter eingeengt. Erneutes Angebot in Deutſche Linoleum=
und Waldhofaktien drückte auf die Stimmung. Die Tendenz neigte
wei=
ter zur Schwäche. Im allgemeinen waren nennenswerte
Kursverände=
rungen gegen Anfang nicht zu verzeichnen. Der Schluß der Börſe war
eine Kleinigkeit erholt, ſo daß das Anfangsniveau zumeiſt wieder
er=
reicht wurde. Am Geldmarkt Tagesgeld mit 4 Prozent unverändert.
Am Deviſenmarkt konnte ſich Madrid weiter befeſtigen. Man nannte
Mark gegen Dollar 4,1970, gegen Pfunde 2,39. London=Kabel 4,8583,
Paris 123,82, Mailand 92,82, Madrid B.30, Schweiz 25,02½,
Hol=
land 12,06½/s-
Abendbörſe. Der Ausfall der Abſtimmung in der Berliner
Metallinduſtrie zugunſten des Streikabbruchs konnte ſtimulieren.
Da=
neben beruhigte auch die Waldhoferklärung, wenn ſie auch noch keine
Er=
holung des Kurſes der Waldhofaktien herbeiführte, die unverändert zum
Berliner Schluß gehandelt wurden. Die Börſe zeigte im Verlaufe ſtilles
Geſchäft. Eine ſonderliche Befeſtigung war nicht zu verzeichnen.
Berlin, 30. Oktober.
Die Tendenz für Effekten war heute ſchon vormittags mehrfachen
Schwankungen ausgeſetzt. Während im Frühverkehr im Anſchluß an die
geſtrige Abendbörſe und im Einklang mit der New Yorker
Börſe ſchächere Kurſe genannt wurden, war die Stimmung an der
Vorbörſe überraſchend feſt. Die Ablehnung der
Oppo=
ſitionsanträge im Außenpolitiſchen Ausſchuß und Hoffnungen auf eine
Diskontſenkung in London waren anregende Momente. Zu Beginn des
offiziellen Verkehrs wurde dann aber eine Preſſemeldung, nach der mit
Ausnahme der Reichsbank wohl keine von den meiſtgehandelten deutſchen
Banken ihre Dividende ungekürzt laſſen würde, ſtärker beachtet, und die
erſten Kurſe lagen nicht immer voll behauptet. Auch die Tatſache, daß
es bei der Wiederaufnahme der Arbeit in den Metallbetrieben
ſtellen=
weiſe zu Tumulten gekommen iſt, verſtimmte etwas. Es kam anfangs
nur wenig Material an die Märkte, und die Verluſte betrugen nur
ver=
einzelt bis zu 2 Prozent. Im Verlaufe kam es allgemein zu
Ab=
bröckelungen, die in der Regel bis zu 1½ Prozent betrugen. Am
Geld=
markt war Tagesgeld mit 6—7¾ Prozent, nur vereinzelt noch mit 5½
Prozent zu haben. Geld über Ultimo ſtellte ſich auf 6—8 Prozent,
Monatsgeld auf 6—7½ Prozent und Warenwechſel auf ca. 5½ Prozent.
Im Laufe des Oktobers iſt auf dem weſtdeutſchen
markt wieder große Stille eingetreten. Die Eindeckuno
Werke für das vierte Quartal, die Ende September einen
Belebung des Schrottgeſchäftes hervorriefen, ſind beendet.
das erſte Quartal 1931 ein größerer Bedarf vorhanden ſeiſe
erſcheint noch recht fraglich. Die Werke ſind durchweg noch
ö=
heblichen Vorratsbeſtänden verſehen, die für viele Wochon
reichen. Die Preistendenz neigte nach Beendigung derr
käufe der Werke ſofort wieder zur Schwäche. Die
augem=
von den Großhändlern gezahlten Preiſe ſchwanken für Staln)
zwiſchen 46 und 48 RM., für Kernſchrott zwiſchen 44 undzu
für Hochofenſpäne zwiſchen 35 und 37 RM., für
Martinofo=
zwiſchen 36 und 38 RM. und für Schmelzeiſen zwiſchen 15
7 RM. pro Tonne. Schrottangebot bzw. Schrottaufkomm
ſtark zurückgegangen, zumal der Neuentfall angeſichts deu
reichenden Beſchäftigung der weiterverarbeitenden Induſtſ
fühlbare Reduzierung erfahren hat. Trotzdem ſind irgenen
Anzeichen für einen Schrottmangel nirgends vorhanden.
Gußbruchmarkt liegt nach wie vor völlig luſtlos. Die T8/
gung der Gießereien iſt durchweg unzureichend. Die Verlro
können von den mitunter günſtigen Einkaufsmöglichkeitenny FI
der Geldknappheit meiſt nur wenig Gebrauch machen,
gebot auf dem Gußbruchmarkt iſt mengenmäßig, nicht
be=
es reicht aber völlig aus, um den Bedarf zu decken.
handel werden für Maſchinengußbruch etwa 54 bis 56 M
Handelsgußbruch etwa 45 bis 47 RM. pro. Tonne bezahlt.
September iſt die Schrotteinfuhr weiter geſunken, ſie
bel=
nur noch auf 9700 To. gegen 12 000 To. in den Vormont,
Schrottausfuhr, die im Auguſt nur 12 000 To. betrug, ſtei
im September auf 20 700 To. Eine Aufhebung oder
des Schrottausfuhrverbotes iſt trotz des anhaltenden DäA
der freien Schrotthändler bisher noch nicht erfolgt. Die
ten für eine derartige Maßnahme ſind ſehr gering, da d
lichen Stellen infolge des Tiefſtandes der ausländiſchen
preiſe Verſchleuderungen deutſchen Schrotts befürchten.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Im Verkündungstermin des Prozeſſes gegen das Deutfſöſt
wegen Erfüllung der Reichsbürgſchaft für die Schutzgebietsanllis
das Landgericht I Berlin die Klage abgewieſen. Die gleiche Entfit
fällte das Gericht bezüglich der Klage wegen Anfwertung der
gebietsanleihe.
einen 3
Wie ſchon in den letzten Jahren, veranſtaltet die Frankfurtet cmw Sardl
(Abteilung Getreide) auch in dieſem Jahre einen Getreidehana=hes So0töl,
Er findet am 4. November ſtatt und verſpricht einen zahlreichens7
ſeitens der Getreide= und Futtermittelhändler Süddeutſchlands
Rheinlands. Aber auch von nord= und oſtdeutſchen Mühlen ſpA volſre
meldungen eingelaufen.
EMA ſeilie gr
Die Verwaltung der Zellſtoff=Fabrik Waldhof beſtätigt auf ! 6W Vc. 9
daß die Geſellſchaft in allen Abteilungen noch voll beſchäftigt
daß Arbeiterentlaſſungen noch nicht notwendig waren. Zum klei;, . Nargau
wird auf Lager gearbeitet. Die Kunſtſeideninduſtrie, die gut beiy
dehos
ſei, hat bisher das von der Zellſtoff=Fabrik benötigte Rohmaterzn
abgenommen. Der Kursdruck der Waldhof=Aktie finde keine „Aauwurſt u
tigung in der inneren Lage des Unternehmens.
Wie wir erfahren, hat der Verein deutſcher Tafelglashütteni
furt a. M., in ſeiner Geſellſchafterverſammlung vom 29. Oktoaln
neuerliche Herabſetzung ſeiner Preiſe für Bauglas mit Wirhuc,
1. November d8. Js. beſchloſſen.
Die Sperrholzplattenfabrik und Fourmiermeſſerei H. Nadgr,
und die Tochtergeſellfchaft, die Firma G. Nadge, Berlin, die d.
trieb der Erzeugniſſe der Muttergeſellſchaft betrieb, ſind in Zaßt
ſchwierigkeiten geraten. Die Verbindlichkeiten betragen etwa 1I.
RM. Im allerungünſtigſten Falle wird eine Quote von 9
erwartet.
In einer Rede i Waſhington erklärte Staatsſekretär
Mellk=
die Vereinigten Staaten als erſtes von allen Ländern, dank der 9
des Präſidenten Hoover, die Wirtſchaftskriſe überwinden würden
Kriſe ſei hauptſächlich durch die Uebererzeugung von Rohſtoff
ſtanden.
Iinbu
PMd, K
Berliner Kursbericht
vom 30. Okiober 1930
Oeviſenmarc,
vom 30. Oktober
Berl. Handels=Geſ.
Danatbank
Deutſche Bant u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Banl
Hapag
Hanſa Dampfſch.
ordd. Lloyd
E. G.
Bahr. Motorenw.
f. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Tonti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
133.—
59.50
113.50
113.50
77.25
124.—
77.125
122.75
56.75
m1.75
137.75
35.—
129.—
114.875
67-
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöchnerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Kolsw.
Orenſtein & Koppell 50.25
Nese
142.125
90.25
127.125
88.375
80.25
n9.875
193.—
0.—
82.—
73.125
36.625
63.—
77.875
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kalt
Leonh. Tietz
Berein. Glanzſtof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkal
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfe:
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drah
Wanderer=Werje
151.25
49.25
Re
100.50
69.75
195.—
69.75
26.75
47.625
121.—
64.——
139.25
65——
37——
Helſingfor=
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Eslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aires
New Yor)
Belgien
Ralien
Parie
Währung
100 finn. Mk.)
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Pengo
100 Leva
100 Gulden
00 Kronen
00 Kronen
100 Kronen
1 2-Stg.
1 Pap. Peſt
1 Dollar
100 Belgo
100 Lire
100 Francs
Geid
10.548
59.85
12.433
73.375
3.037
168.86
112.13
112.17
112.50
0.37
1.432
4.1935
58.435
21.955
16. 448
Brief
10.568
59.205
2.45:
73.515
3.04
69.20
12.3!
12. 34
112.72
0.41
1.436
4. 2010
58.555
1.9951
16.488
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janerro
Jugoſlawien
Portugal
Athen
Iſtambu
e
Kairo
Kanada
Uruguan 1 Goldpeſo
Jsland
Tallinn (Eſtl.
Rigo
Währung
1100 Franken
100 Peſetas
1100 Gulden
11 9en
Milrei=
100 Dinar
100 Eseudol
100 Drachm.
1türt. 2
ägypt. 4
1 canad. Doll.
100 eſtl. Ar.
100 eſtl. Kr.
100 Lats
2.:0
.N
Mnaldant, Kommränditgefeaſcher
Frankfurter Kursbericht vom 30. Oktober 1930.
7% DtſchReichsan!
2% Baden .„...
8% Bahern ......
6%
.
8% Heſſen v. 28
8½
v. 2‟
6% Preuß. Staat.
8½ Sachſen ......
6% Sachſen ......
78 Thüringen ..
Diſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4:/.Ab=
1öſungsanl. . . . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.)
Dtſche.
Schntzge=
bietsanleihe .. .
Mannheimer Produktenbericht vom 30. Oktober. Das Hauptintereſſe
iſt für deutſchen Weizen vorhanden, doch ſind nur wenig Angebote zu
erhöhten Preiſen am Markte. Die Börſe verkehrte bei kleinem Geſchäft
in ſtetiger Haltung. Im Vormittagsverkehr nannte man folgende Kurſe
in RM. pro 100 Kilo waggonfrei Mannheim: Weizen inl. 26—27, ausl.
36—37, Roggen inl. 17—17,50, Hafer inl. 14,75—16, Braugerſte (Durch=
ſchnittsqualität) 20,25—22,50, Futtergerſte 16.50—17, ſüdd. Weizenmehl
Spezial Null Oktober=Januar 41,50, ſüdd. Weizenauszugsmehl Oktober=
Januar 45,50, ſüdd. Weizenbrotmehl Oktober=Januar 27,50, ſüdd.
Rog=
genmehl ſe nach Fabrikat 27—3,50, Weizenkleie 6—6,15, Biertreber 10
bis 10,50, Leinſaat 29.
Berliner Produktenbericht vom 30. Oktober. Der Produktenmarkt
zeigte heute wiederum ein feſteres Ausſehen. Das Inlands=
An=
gebot von Brotgetreide, namentlich von guten Qualitäten, bleibt
am hieſigen Platze gering, während an der Küſte vereinzelt
Offerten=
material herauskommt: die Qualitäten laſſen fjedoch zumeiſt zu
wünſchen übrig. Die Nachfrage für Weizen war angeſichts des leb=
3% Baden=Baden.
6% Berlin .......
8% Darmſtadt v. 26
v. 28
77 Dreiden .
8% Frankfurt a. M.
Schätze. . . v. 29
7½ Frankfurtv. 26
6
„ v. 26
8½ Maiz.... . . .
8½ Mannheim v. 26
6%
v. 27
8% München..
8% Nümberg
8% Tiesbaden
89
95.5
98.5
Au
8½ Landeskomm.-
Bk. Girozentr. für
Heſſen .Golbobl.
8%Kaſſeler Land. Goldpfbr.
6B
8% Raff. Labesbl.
6%
4½% Aim. Obl.
85.5
TA
9411.
83
72.5
88.5
73.1
91.5
93.5
86
2% Heſſ. Landesbi.
Goldpfbr.. . . . .
Goldpfbr
8% Goldoblig
4½9 Heſſ. Lds.-
Hyp.=Bf.=Liauid.
42/.% „Kom.-Obl.
8% Preuß. Lds..=Anſt. G. Pf.
* Goldob
98.5
91.75
93.5
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
+Ausl. Ser. I
+Ausl. Ser, II
Dt. Komm. Samm.,
Abl. (Reubeſitz).
g7.75
98
85
100.25
84.5
84.75
51.2
69
8% Berl. Hyp.=Bk.
4½%-Liqu.=Bfdr.
8% Frkf. Hyp.=Bt.
4½% „ Liy. Pfbr.
Pfbr.=Bk
½% „ Lia. Pfrb..
8% Mein. Hyp.=Bt.
4½% -Lia. Pfbr.
8% Pfälz. Hyp.=Bk
4½% — Lig. Pfbr.
8% Preuß.
Boden=
cred.-Bant .. .."
4½%-Lig. Pfbr..
8% Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bank.
4½% — Lig. Pfbr.
8% Rhein. Hyp. Bk
*
4½%- Bio. Pfbr..
8% Rhei.=Weſtf.
Bd.TCredit .. . ..
8% Südd. Bob.=
Cred.=Ban ...."
„ Lig. Pfbr.
8% Württ. Khp.=B.
96
96
83.4
100
93.25
84.15
100
Rr7
85.75
99
94.5
87
100
86
100.5
* Daimlei=Ben
8% Dt. Liol. Berk=
6% Kbches-Berte
7% Maintrw. v. 26.
7% Mitteld. Stahl.
8½ Salzmann u. Co,
7% Ber. Stahlwerke
8% BvigtckHäffner
J. G. Farben Bonds
5% Bohn. L.E.B.
5% „ L.Inveſt.
4½% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
5 %vereinh. Rumän
4½½
4B
% Türk. Admm.
1. Bagdad
42
4% „ Bollanl.
4½% Ungarn 1918
1914
4½2
4%
Goldr.
42
1910
aräien
Alg. Kunſtziibe Unte
A. E. G.........."
Andrege Noris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtof
Bemberg J. P. ..
Bergm. G.-Werke.
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen...
Cemen Heidelbere
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſel
Chem. Werke Alber
Chade .........!
Contin Gummtw.
„ Linoleum
Taimler=Benz AG.
Di. Atl. Telegr.
Erdöl ........"
Gold=u.
Silber=
c eide-Anſtalt".
96.5
83.5
91.5
81.25
80.5
R
93.75
94.75
38.25
26.5
8.75
6.825
n
Zer6
Ra
AK-K
33
130
132
24.5
98
66.5
Dt. Linoleumwerke
Etſenhandel. . .
Dyckerhoff u. Widm.
Eichbaum=Werger.
Eleftr. Lieferg.-Gef.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwert..
EßlingenMaſchinen!
EttlingenSpinnerer
Faber & Schleicher
J. G. Farbeniduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guillegume
Frkft Gas
Hof
Geilig & Cie.
Gelſenk. Bergwer!
Geſ. f.elettr. Untern
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfiger
1
Dafenmühle Frrft..
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger. Kempf.
HilpertArmaturfbr
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer.
Hochtiet Eſſen
Holzmann. Pbtl
Ilie Bergb. Stamm
„ Genüſſe
Hagte
Kall Chemte..
Aſchersleben
Kammgarnſpin.
Karſtadt. R. . . . . .
Klein, Schanzſin ..
Klöchnerwerie
Lahmeber & Co
Lanmhatte . . .
Lech, Augsburg.
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheibd Metall
76
46
90
42.5
29.5
157
Zxa
Maintr.=W. Höchſt
Mamzer Akt. Br...
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Bergb.
Metallge). Frankf..
Miag. Mühlenban.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſel
Oberbedar)
Phönix Berabau ..
Remiger, Gebbert.
Rh. Braunkohlen
Eleftr. Stamm
Metallwaren
Stahlwerte
Riebeck Montan.
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerie
Sachtleben u. 0.
Salzdetfurth Kalt.
Salzw. Heilbronn./“
Schöfferhof=Bind.
Schramm, Lackfabr
Schriftg. Stempel./
Schuckert Eleftr.
Schwarz=Storchen
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halste
Südd. Immobilien
Bucker=A. G.
Spenslo Tändſtigs
Tellus Bergbau.
Thür. Liefer.=Gei.
Tietz Leonhard ..
Tucher=Brauerer.
Unterfranter
Beithwerte
Ver. f. Chem. Ind
Stahlwerke
Strohſtoffabr.
Ultramarin ..
Vogtländ. Maſchin
Beigt & Haeffner.
85
K
Wegelin, Rußfabrilw,
Weſteregeln Lal..
Zellſtoff=Verein.
Waldhof...
Memel
80.75.
81
93
Aré
136
268
210
195
65.5
105
124
116
Alig. Dt. Kreduer
Badiſche Ban!
Bt. f. Brauinduſt.
BarmerBanweremſ:
Bayer. Hyp. u. L.:
M
Meet
Berl Handelsge
In f
Ehpotbell
Comm. u. Pnvatt.It.
Darmſt. u. R.= Bt.1*
Dt. Ban und 2u./6
Dr. Efl. u. Wechtelln
Dresdener Ba
Frantf. Bat
Hyp.=Ban
Pfdbr..Bl.
Mein. Shp. Bar
Oſt. Creditonſio
Pfälz. Eyp. Ban
Reichsbanf=And.
Rhein Hpp=Bo
Südd. Bob. Cr.
b-
munf!
Wiener Bau
Bürth. Notebelie-17,
—
A.e L.Beriene.
Allg. Lotalb. rufein
79 D.Reichtl. Kie n
Hapag
Nordd. Dond
Südd Eiſen
Alluanz. L. Enw
Berſicherune
Beren.
Franworchid..
erit
Ma
Freitag, den 31. Oktober 1930
Seite 17
St
2 Dame einen eleganten Hut
von
MENNACHFOLGER
Ludwigstraße 10, 1. Stock
ſag bis einſchl. Montag, 3. Nov.
ams& Garfs
baftilige OS.=Jage
AinmEinigmnti piele aus der Fülle unſeres Angebotes:
0.95
3 Pfzßeimen Zucker
0.95
NF2 Douſe Sardinen
0.95
1 Ltrd gratöl.
1 WMPollreis.
1 Pffhelle große Linſen.
1 Pfzeſch. gelbe Erbſen
0.95
urt /2 Pfüſt Nargarine, friſch."
72 Pfüſff Rosfett, garantiert rein . . 0.95
nt1 Meſſiturſt und 1 Leberwurſt, zuſ. 0.95
zirka 200 gr.
ziriait W gr.
0.95
PNASchinken
Vollmilch
M=
Miuid Gramm
0.80
Teeblſter, ½ Pfd..
Hmburger Kaffee-Lager
W
n
Mams & Garfs
wmdt, Karlstr. 7, Telephon 4276
8ieferung frei Haus! (15934
Wdifen WeHterbeadtt
in
R
eht-Uicken
Disc-kMen
kof-
teriisten
üehtaffer
Hekin
2m dhl en
empfehle ich:
Biber-
Bettücher
Bett-
Koltern
Stepp-
Decken
Feder-
Betten
Westten
Pullover.
Strick-Kleider
Golf-Jacken
Strümpfe
Sportstrümpfe
Herren-
Unterwäsche
oße M4klrahl• Weit herabgesetzte Preise
MIPosner
ckeFfankfurter- u. Landwehrstr.
M0drme Lelnnthutotnen
Erkdrlch Slckel, Blelchstraße 39
Athält n irente, saubere Bücher bester Schrittsteller
ia wirdi tnäährend durchNeuerscheinungen ergänzt.
eingebbig jur jeden Band eine Woche 20 Pfg.
WIerr Einsatz noch Pfand. (133300
LLEim
Eilliast
TabtOA
Reiche Auswahl in Formen und Farben für Kinder leden Alters-
Beachten Sie die Auslagen unserer Verkaufsstellen.
Kata-
loge mit den neuen ermäßlgten Preisen kostenlos durch
die Fabrik
Paul Kübler & Oo., G. m. b. H., Stuttgart-O. 166
Kübler-Kleidung führen in Darmstadt:
W. Deuster, K.-G., Marktplatz
Hachenburger, Rheinstraße 1
Heckmann-Schmidt, Ludwigstr. 1
Ph. Heß, Schillerplatz
Nick-Nagel, Ernst-Ludwigstr. 16
Gebr. Rothschild, Marktplatz
Woll-Schmidt, Kirchstraße
Willy Schwab, Schulstraße 2
E. Stegmüller, Schloßgraben
Strumpfhaus Elite, Schulstraße 1
Unsere neuen
herabgesetzten
Schuhapreise
sind größtenteils Vorkriegs-Preise
und nicht mehr — bei gleicher
Qualität — zu unterbieten! (15917
Ueberzeugen Sie sich davon.
125360
Nezialpelzhaus Schlitt
Derlsities 1, Ecke Schulstr. (Hotel Prinz Ksr)
Markt 5
Part. und I. Stock
BuM
Markt 5
Part. und I. Stock
1 Pfund Lackfarbe
FARBEN-KRAUTH
Eschollbrückerstr. 3 2146a
DelterSahutggegen belälung
Unsere beliebten
Reinwollen. Strümpfe und Socken
für Herren und Damen
Ball Band-Ueberschuhe
für breite und schmale Schuhe, mit und
ohne Reißverschlnß, für Damen und Kinder
h5
Reformhaus „Eos‟
Darmstadt, Ecke Elisabethen- und Lnisenstr.
Rampf im Dunkeln
Ein Roman aus der Wirklichkeit
Don Theo vom Berge
10.
(Nachdruck verboten.)
„Sind Sie ſchon lange im Dienſte der Feinde?”
„Nein. Ich bin erſt vor kurzem dazu abkommandiert
worden."
„Iſt der Name Piequard auch erfunden?”
„Nein.”
„Alſo ein Franzoſe — — — woher?”
„Ich weiß es nicht.”
Otto Zimmermann log tapfer. Seine Helfer wollte er um
keinen Preis verraten.
Der Offizier kniff die Augen zu kleinen Schlitzen zuſammen.
„Man hat ihn an der Schweizer Grenze erwiſcht. Wollen
Sie bitte bei der Wahrheit bleiben!”
„Wenn das der Fall iſt, können Sie ihn ja ſelbſt fragen.”
Sein Herz klopfte zum Zerſpringen. Wber der Franzoſe
ſchien befriedigt. Er ſchrieb etwas in die Akten.
„Von dieſem Brief haben Sie doch ſchon Kenntnis erhalten,
nicht wahr?”
Major Baſſard reichte dem erſtaunten und erſchrockenen
Manne das Schreiben, auf Grund deſſen man ihn verhaftet
hatte. Er fühlte, wie der Boden unter ihm wankte. Hatte nicht
der Fremde vom Montmartre geſagt, er habe ihn vernichtet?
Mit nervöſer Haſt überflog er die Zeilen — — alles ſtimmte.
Aber wie kam der Brief in den Beſitz der Behörde? Hatte man
die andern auch ſchon? Dann war alles verloren, jede Rettung
unmöglich. Kalter Schweiß ſtand ihm auf der Stirne.
Der Offizier hatte ihn ſtill und mit ironiſchem Lächeln
be=
obachtet
„Wollen Sie angeſichts dieſer Tatſache Ihr vorgeſtriges
Leugnen immer noch aufrecht erhalten?”
Otto Zimmermann antwortete nicht. Erſt beruhigen, dachte
er. Zeit gewinnen.
Dem Franzoſen ſchien das zu lange zu dauern. Oder glaubte
er, daß der Deutſche jetzt zuſammenbrechen würde?
„Wo wohnen Ihre Pariſer Mitarbeiter?”
Otto Zimermann horchte auf. Nein, man wußte noch
nichts. Nur auf den Buſch klopfen wollte man. Es wurde ihm
merklich leichter ums Herz.
„Ich hatte außer Piequard keine Helfer.”
„Was ſagen Sie aber dazu, daß man einer Dame auf die
Spur gekommen iſt, die zu Ihnen in Verbindung ſtand?"
„Die möchte ich ſelbſt gerne einmal kennen lernen. — Wollen
Sie mir nicht ſagen, als was ſie ſich ausgegeben hat und wie ſie
heißt?"
War es Hohn oder Taktik? — Man mußte es nicht mehr zu
unterſcheiden. Der Deutſche folgte mit angeſpannten Nerven dem
Spiel um Hals und Kragen.
„Ich glaube, daß Ihr Diener doch ein wenig darüber
unter=
richtet iſt, oder halten Sie ihn für einen Lügner?‟
Das war wirklicher Hohn. Otto Zimmermann fühlte das
und gab daher mit gleicher Münze zurück.
„Es iſt ja das unbeſtrittene Privileg der Domeſtiken,
Ge=
ſchichten über ihre Herren zu erfinden.”
„Sie bleiben alſo dabei, dieſe Dame nicht zu kennen?”
„Welche Dame?"
„Nun, Ihre Helfershelferin.”
„Nein, ich hatte keine Helfershelfer, auch keine Liebſchaften.”
Der Franzoſe brach die Fragerei ab. Wieder kritzelte er in den
Akten, dann hob er noch einmal den Kopf.
„Ueber Ihren Namen bin ich noch nicht ganz im Klaren. Sie
bleiben alſo dabei, nur ein Otto Zimmermann zu ſein?”
Er betonte das „nur” in verletzender Weiſe.
Der Deutſche lehnte ab. Er heiße ſo, und nicht anders.
Der Offizier gab es auf. Er war ſichtlich ermüdet und gähnte,
als er hinausging. Drunten in ſeiner Kanzlei nahm er den
Fern=
ſprecher zur Hand und ſprach lange Zeit geheimnisvolle Dinge mit
dem Sekretär der Archives secrets.
In ſeiner Zelle labte ſich der Deutſche ſeit langer Zeit wieder
einmal ausgiebig an dem entbehrten belebenden Naß. Danach
kehrten ſeine Kräfte zurück, und er fühlte ſich ſtark genug, um
ſeinem Schickſal feſt gegenüberzutreten.
IX. Kapitel.
Die Durchſuchung der Wohnung des deutſchen Agenten war
ergebnislos. Man fand lediglich einige Poſt, die er mit ſeiner
fingierten Verwandtſchaft in Aranda gewechſelt hatte und die
ſelbſt mit den beſten Codeſchlüſſeln keine Geheimniſſe preisgab.
Der Mann mußte alſo ſehr vorſichtig geweſen ſein. Der einzige
Beweis, den man in Händen hatte, war der Brief aus Creuſot,
aber dieſer war ſo überwältigend, daß es keines anderen mehr
bedurfte.
Die ebenfalls verhaftete Köchin, eine echte Franzöſin, mußte
man wieder laufen laſſen. Sie kam als Helfer nicht in Betracht.
Ebenſowenig der Diener. Der ſprach zwar im Drucke der
Ver=
handlungen von einer ſchönen Frau mit ihren gelegentlichen
Be=
ſuchen. Auch von einem Briefe redete er, den ihr der Graf
ge=
ſchrieben hatte. Aber bis die Beamten auf der Poſt ankamen,
war das unter Chifre lagernde Schreiben ſchon abgeholt.
Freitag, den 31. Oktober 1930
Abschieds- und Ehrenabend
der Kapelle Paul Kuhl
Am Sonnabend, den 1. November 1930
gastiert
Henry Schaefer
mit seinem
Künstler-Ensemble
15935
M AusScHANK MANAUER NOFARTU HStL UND BUNREL
Großes Haus
Hossisches
Landestheater
Freitag
31. Oktober 1930
Zus. M. NI. 4
T Gr. 1 u. 4
Kleines Haus19.30 bis gegen 22.30
Keine Vorstellung
Figaros Hochzeit
Oper von W. A. Mozart
Preise 1.20—6 Mk.
Premiere — Ein Klasse-Erfolg —
Der Brauch von den Probe-Nächten Bauernkomödie in 3 Akten von J. Pohl (15936 Kartenv. 1 00 bis 3 00 bei l1. Verkelrsbüro, 2. Zeitungstand Hauptpost, 3. De Waal
Freitag, 31. Okfober, Samstag, 1. November
Großes
Schlachtfest
Junge Gans, Portion nur 2.20
Dippe-Hoas mit
Große Schlachtplatte
Klöss 1.40
nur 1.40
Im Ausschank nur Exportbiere
O
Würzburger Bürgerbräu, Kulmbacher
Markgratenbräu 0,45 Ltr. nur 40 Pfg.
Dortmunder Union Pilsener u. Export 0,35 40 Pfg.
inkl.
Komiker Ueberraschungen
Konzerk Walter Reinmann. (15916
Städt. Ratskellen
Freitag ab 6 Uhr und Samstag 1. Nov.
Schlachtfest
1592
Erikz Diemann
Lederſchuhe
mit Holzſohlen
billigſt!
Karl Brückner,
Holzſtraße. (15246a
Hund enklaufen
(Rotweiler),
auf „Arno” hörend.
Abzugeben:
Herdweg Nr. 100.*
Wer verk. an
Ar=
beitsloſen 2.
Deck=
betten u. 2 Kiſſen?
Ang. u. G. 94 Gſch.*
Schlafzim. u. Küch.=
Einrichtung gegen
Sicherheit geſucht.
Angeb. unter G. 73
a. d. Geſchäftsſtelle.
H.=Pelzkragen
auch ältere Stücke
(Opoſſum), zu
kau=
en geſucht. Ang. u.
G. 85 a. d. Gſchſt.
b. 350 Mk.
Pland g. Kaſſe zu
kf. geſ. Preisang. u.
G. 107 a. d. Gſch.*
Bettſt. m. Sprungr.
v. Tiſch b. z. verk.
Daſelbſt Küchenherd
zu kaufen geſucht.
Helfmannſtr. 42.
Gebr. Nähmaſchine
zu kauf. geſ. Ang.
u. G. 113 Geſchſt.
Gebr.kl. Küchenherd
zu kauf. geſ. Ang.
u. G. 112 Geſchſt.
Numma ;)
Es war ſchwer, eine Spnr aufzunehmen. Niemand horn
Dame. Paris iſt groß und hat viele Frauen, einbeimi
aus..
„Donnerwetter!"
C 25 ſtarrte eine Zeitlang erſchrocken auf die Wand a
in ſeinem Denken „auswärtige” ſagen wollen. Aber einer
ſtive Kraft hatte das Wort zu „ausländiſche” umgeſtaltzur
— ſollte die Frau Doktor — — dieſes Teufelsmen
Er nahm den Hörer ab und ließ ſich mit dem
Von=
ſidium verbinden.
„Herr Kommiſſar, ich habe Grund, anzunehmen, daß 7:
berüchtigte deutſche Spionin Mademoiſelle Docteur
wieder=
im Lande aufhält. Wollen Sie bitte das Nötige veranloſſel
So, das wäre erledigt. Daß er daran auch nicht
eher=
hatte. Nichts lag doch näher, als daß dieſes mit allen Hun
hetzte, geniale Weib die Liſte der franzöſiſchen Agenten am
gemacht und ſie dem Feinde vor die Flinte geliefert hattot
der Name Mademoiſelle Docteur genügte, um die beſtiem
naſen des Landes in fiebernde Bewegung zu bringen
Wie hätte der Sekretär geflucht, wenn er gewußt bit
Frau Doktor zur ſelben Stunde in dem ſchönen, alten
der Königgrätzerſtraße zu Berlin einen franzöſiſchen Gen
entlarvte, der ſich dem deutſchen Kundſchafterdienſt als e
Zivilingenieur angeboten hatte.
Sie war Spezialiſtin auf dieſem Gebiet.
Nach der Meinung von O 25 blieb vorläufig nichtst
übrig, als genau feſtzuſtellen, wer eigentlich dieſer m
Conte de Aranda war.
Tags darauf hielt der franzöſiſche Geſandte in Madd
genaue Beſchreibung des Grafen und der Umſtände in deo
die zu deſſen Verhaftung und Ueberführung geführt hattt,
Tage ſpäter wiederum hatte der mit der Angelegenheit
C 25 das Ergebnis der Nachforſchungen vorliegen. Em
große Augen, und er mußte noch einmal hinſehen,
bevo=
überzeugt hatte, daß es keine optiſche Täuſchung war.
„Nom de Dieu, das hätte ich nicht gedacht!
Nachdenklich lehnte er ſich in den Seſſel zurück. Und
er ſich mit genießeriſcher Ruhe eine gute Zigarette am
überlegt er ſich noch einmal im Geiſte die Vorgänge der
Tage.
Die raffiniert einfache Nachrichtenübermittlung aus s
— die überſtürzte Flucht des dortigen Agenten — die Versu mut
des falſchen Spaniers und ſein Gebaren im Gefängnis ſ=ümſe
ihm Bewunderung ab. Piequard war ohne Zweifel enmzüß 7
und hatte vorher den Grafen gewarnt. Sozuſagen unR0
Augen der bereits alarmierten Beamten mußte das vorn
gangen ſein. Kein Anhaltspunkt, als jenes Stück Papier,
zum Verräter wurde. Man hatte alſo ein Genie vor ſioſſ „Amupn=
C 25 ſtarrte wieder auf den Bericht des Madrider Geä./) Nühe
Fortſetzung folgt.
Linoleum / Stragula
Stückware, Teppiche, Läufer, Vorlagen
Tapeten u. Linoleum G. m. b. H., Schulstr. 7
Elegante Damel
in allen Preislagel
Frauenhüte stets 10
Anna Berset:
Schuchardstraße
Samt- sowie Filzhute wei0
Hochaparte Mäntel
mit echt amerik Opossum-
Roll-
kragen, ganz gefüttert, in den
veuest. Modetönen 46.-, 39.-,
e Räum mit
n Kelält auch
Garagy keig=
Büros 4 /,
La=
ſume äfrt zu
ſieten. eliſa=
ſinoſtr., II.
möbl nmer
rmiet. /6778if
Erlent: 41
ſtaditkt 8, I.
zisrentſtr.)
Ai
ſnſtraßen ?
Zim. 1n
Penſ.1)
Tndbic
Seite 1‟
Freitag, den 31. Oktober 1930
Mech eite
dome, a.u
Hütro=
geeitg 4. St.
Geſinoſtift 2,
üine ße.
(1476i4
Jugendliche Mäntel
aus molligen, strapazierfähigen
Winterstocken in moderven
Farbtönen, häbsche Porm. 9,75,
EnglischartigeMäntel
aus wundervollen, modern
ge-
musterten Stofken mit großem
vollen Plüschkragen . . 13.50,
Elegante Mänte
aus gut. hochmod. Fantasiestoff.,
in hübsch. Ausführg, mit groß,
voll. Pelzkragen . . 24.—, 21.-,
Hochelegante Mäntel
mit echt. edlen Pelzkragen in
versch, Pellarten, ganz gefütt.,
tadell. mod. Ansführ. 79.-, 69.-,
une 44
Zumer=
ng, innt Pähe
lten 2 0nHofs
Rit
G.Wlcht.
ſlagnarheireie
im. —2uhng.
lüche u. Nrnſ.
ralhzaz elek.
3. Cüc am
ngartena ſofort
päter uuverml
u. G. üſiſch. *
Reiche Auswahl in
e z-Mänte
in verschied. Farben u.
Fell-
arten, nur streng mod. Formen
HEIDER
Nainz palugeb.
Reinwollene Kleider
in hübschen, jngendl.
Mach-
arten und vielen modernen
Farben . . . . . 12.50, 9.75,
Tweed-Kleider
in aparten, modernen
Unste-
rungen, nur neueste Farbtöne,
Hotte Verarbeitg. 15.75, 12.50,
Charmeuse-Kleider
in gehr aparten
Tweedmuste-
rungen, streng moderne
Aus-
fährungen . . 24.— 18.50,
Hochelegante Kleider
aus wundervollen neuen
Tweed-
stoffen, entzückende Parben,
sehr lotte Vormen 39., 34.,
HüTE
riesengroße
Ans-
wahl, in den
neuesten Kappen-
und
Glocken-
formen, in allen
Farben 4.95,
3.95, 2.95, 2.50,
Reinseidene Kleider
aus erstklassigen Stoffen, in
entzüekenden Farben,
hoch-
elegante Ausführung 49., 39.-,
e 2 Zizmer u.
beſahlnfrei,
mamel., in
Hauſek: ſehr
Lagi, g gen
zveng ung.
(G RrZueTfg
Bismarckſtr. 100, I.
ſch., möb. 3. m. el.
L. an ſol, Hrn. z. v.
(df).
Mühlſtraße 9, I. r.
gut möbl. Zimmer
zu vermieten.
Lauteſchlägerſtr.G.V.
III. lks., gut möb. 3.
m. el. Licht zu vm.
Neckarſtr. 11, II. r.
möbl. Zim. z. vm.*
Kirchſtr. 12, II.
gt. m. 3. m. el. L.
u. heizbar z. vm.
Grafenſtr. 20, II. I.
einf. möbl. Zimmer
per ſofort z. verm.”
Schloßgartenſtr. 7, I.
kl. möbl. Zim. mit
el. Licht z. verm=
Karlſtraße 117, III.
einf. möb. 3. m. ſep.
Eing. ſof. zu vm.
Hübſch möbl. Zim.
mit elektr. Licht u.
fließ. Waſſer z. vm.
Wittmannſtr. 9, I.
(15285a)
Waldſtr. 25, Stb.III.
möb. Z. el. Licht u.
Schrbt. ſof. zu vm.*
Schitzenſtr. 20, part.
möblierte. Zimmer
ſofort zu verm.
Aliceſtr. 8, I., möbl.
Zim. m. Penſ. (*fs
Bleichſtraße 47, II.
möb. Zim. z. vm.
Ludwigshöhſtr. 55, I.
einf möb. 3., evtl.
m. Küche, bill. z. v.*
N.Ramſt. Str. 36, II
möbl. Zim. z. vm.
Liebfrauenſtr.85, III.
ſchönes, möb. Zim.
mit el. Licht z. vm.*
Hermannſtr. 11. pt.
gut möb. 3. mit el.
Licht, Schreibt., gut
heizb., zu vm. (*fs
Schwanenſtr. 63, III.
mb. 3. ſof. z. v. (*fs
Eliſabethenſtr.62,pt.
möb. 3. 3. vm (kfso
Bleichſtraße 36, II.
b. Löffler möbl. 3.
m. el. Licht zu vm.”
Schuchardſtr. 13, pt.
gut möb. 3. z. vm.”
Emilſtraße 30, III.
1. frdl. möbl. Zim.
m. el. Licht z. vm. *
Klappacherſtr. 9, II.
gut möbl. 3. m. el.
Licht zu verm. (*fg
Heidelb.=Str. 74, I.
ſch. möb. Z., ſep. E.,
m. el. L. ſof. z. vm.*
Blumenthalſtr.97, I.
ſchön möb. 3., el. L.,
gut heizb., zu vm.*
Kiesſtraße 71, II.
gt. möb. 3. 3. vm *
Waldſtr. 33, II. Iks
möb. Zim. z. vm. *
Rheinſtr. 28, M. I.Ik.
möb. Zim. z. v. *fs
Dieburgerſtr. 26, I.
ſchön möb. Zim. m.
el. Licht zu verm
Landar.=Georgſtr.64
III. (b. Paſche) kl.
gut möbl. 3. 3. v.*
N.=Ramſt. Str. 53,I.
ſch. 3. n. Zentr., gt.
möb., a.m. Penſ.z. v.*
Ke
enſtr. 312 Jch. 15908
3.z. Zmrd
hildenpdt Ue,1.
fübl. Wlchzernd 3 möbl. Zimm.
afzim, i, Atten, elektr. Licht, Koch=
L.z bmei ti7a gelegenh., zu verm.
igenſtral I. Anzuſeh. v 41 bis
½6 Uhr: Beckſtraße
Nr. 83, II., bei M.*
Hoffmannſtr. 23, III
möb. Manſ.=Zimm.
an berufst. Herrn
od. Dame zu vm.*
Beckerſtr. 23, II. fr.
m. 3., el. L., Schr.,
Porz.=Of., fr.
Aus=
ſicht ſof. zu verm.
Inſelſtr, 28, II.
frdl. möbl. Zim., el.
Licht m. ſep. Eing.
Südlage, gut heizb..
alsbald zu vermiet.
Anzuſehen von 10
b:s 3 Uhr. (15954
Wirtfagen Ihren Wünschen Rechnung und
Verinkt alten bis zum 4. November einen
Sonler-Verkauf mit 10% Rahaft
(auf/A/ Waren mit Ausnahme einiger Marken-Artikel
Detst EMufte Gegenstände werden gerne bis Weihnachten aufbewahrt
Eenst-Ludwiastr. 20
Dinlpp Schadt!
Dawachgeschäft für gediegenen Hausrat
Garage
mit Heizung und geheiztem
Waſch=
platz im Zentrum der Stadt unter
günſtigen Bedingungen zu vermieten.
14922g) Rheinſtraße 19—21.
Grafenſtr. 31, II.
g. m.3. el L. Schr=
2 gut möbl.
Süd=
zimmer p. ſofort zu
vermieten. Bad u.
Telefon im Hauſe
Näh. Geſchſt. Efg
Landgr=Ph.=Anl.4,I
möbl. Zim. ſof.z.v.*
Eſchollbr.=Str. 1, I.I
grß. möb. Z. z. vm.
(14731a)
Schulſtr. 6, I. gut
nöb W.= u. Schlfz.
m. ſep. Eing. p. 1.
Nov z. verm. imds
Wittmannſtr. 25, 11.
2—3
möbl. Zimmer mit
Küchenben,z vm.” ds
Kaupſtr. 5, part., r.,
mbl. Zim.z. vm. Ems!
Lda.=Georg=Str. 34,
III., gr. möb. 3. m.
2 Betten z. vm. (*ds
Beckſtraße 82, III.
eleg. möbl. Zim. m.
Schreibt. u.
Bade=
geleg, z. vermieten.
Emsm)
Vornehm möblierte
Zimmer
ſof beziehb. (10379a
Hügelſtr. 15. Laden
Schleiermacherſtr.18
1. Stock, möb. Zim.
ſofort zu verm. (*d
Zimmerſtraße 3. I
möbl. Zim. z. vm.
Luiſenſtraße 32/34
trockener
Parterre=
rgum, 150 am, für
alle Zwecke geeign.,
ſofort z. vermieten
Heinrich Funk,
r
Wilhelmſtraße 40.
AU
(13793a)
KATTWINKRL O CO.
Gegr. 1883 Schuhfabrik u. Verkauf Gegr. 1883
Rückertstraße 23, an der Heinrichstraße und Viktoriaschule
Ve kauf 8—7 Uhr
Einzelabg be an Jedermann
Nur e stklassige Qualitätsware zu billigsten Preisen brachten uns den
zutriedenen, großen Kundenkreis. — Mur wir können so billig sein,
weil mir keine extra Spesen und Unkosten haben. — Einzelverkant
aller Artikel in unseren Fabrik-Verkanfsränmen.
— Bei uns kaufen — heißt sparen —
Damen-Spangenschuhe, schwarz und braun . . . . 6.50—8.00
scht Boxealf Spangen- und Schnürschnhe
schwarz und 2farbig, Rahmen-Arbeit . . . 9.50—13.50
Lackleder u. Wildleder Spangen u. Pumps 9.00—14,50
Herten-Stiefel, kräftig, Boxcalf, gedoppelt . . . . 12.00—16.00
auch mit Doppelsohle und Rahmenarbeit
Kräftige Herren-Stiefel, wasserd. Putter. 13.00—15.00
Herren-Halbschnhe, schwarz u. braun, Boxealt
. 12.00—15.00
ged. u. Rahmenarbeit ...."
Kräftige Knabenstiefel . . . . . . . 31—35 7.50, 36—39 9.50
.. . von 3,50—7.00
Mäcchen- und Kinder-Stiefel.
Echnes-Ueb-rschuhe, gekättert, 7. (0, Alle Arten Kamelhaar-Sachen.
Abt. B: Reparatur-Annahme für alle Sachen. (7727a
Lifr adg And Fam-Haftdarang
Hetdt
am Sonntag, 2. Mov., vorm. 11.15 Uhr. — Eintritt 40 Pfg.
Mitwirkender: Herr Hans Baumeister vom Landestheater
Ohlen Tutek
Reidkkbund der Kriggsbeschädigten, Kriegsteiinehmer und Kriegerhinterbliebenen, Darmstadt, Heskarstraße 3
[ ← ][ ]Seite 20
Freitag, den 31. Oktober 1930
Numme ;
HELIA
Nächsten Sonntag, vormittags 11.15 Uhr
im Rahmen einer Film-Horgenfeier das hochinteressante Fil
Imwerk
HEEIS
Mit Vortrag von Herrn Oberingenienr Vogelsang, dem Schöpfer des Filmes.
Aus dem Inhalt: Einfahrt in den Basler Rheinhafen. Im Zentralbahnhof Basel: Die stärksten elektrischen Lokomotiven der Welt. Das wundervolle Blumenkorso in Zürich.
um dle Verneralpen: Rund um den Thunersee mit den wunderrollen Schlössern. Am Brienzersee. Geradezu herrlich die Gießbachfälle. Das Rätsel des Trämmelbachfalles. Mit der Uön=
und Wengernalpbahn hinanf zu den Bergriesen: Eiser, Mönch, Jungfran, Weißhorn. Mit der Tunsfranbahn binanf zum ewigen Schnee. Dle einzigen Aufnahmen der Welt,
dem Filmsonderzug auf der Lütschbergbahn von Spies durch die Alpen nach dem Simplon in Wallis. Beim größten Kraftnertbau Buropas: „Das Grimselwerk‟ (300 000 P7
Geheimnisse eines Glockengueses in Engelberg. Winter In der Schweiz. In St. Moritz. Phänomenale Skisprünge auf der Berninaschanze in der Zeitlupe. Skeleton-, Dobbogan,
und Bobbrennen. Sensatlon, fabelhafte Anfallsanfnahme, Arstes Bobbrennennnglick seit 50 Jahren.
Volsktümliche Eintrittsprefse!
JIuzendliche Zutritt!
Karienvorverkauf an der Tageskassp
Zentralverband deutſcher
Kriegs=
beſchädigter und Kriegerhinter=
Or 8gruppe.
bliebener e. V., Darmſtadt.
Am Sam tag, den 1. November 1930
abends 7,30 Uhr, hält im Reſtaurant
„Hundelshof”, Ludwigsplatz, unſer
Mit=
glied und Verſorgungsvertreter Kamerad
Rett, ein ehemal ger Beramaun, einen
Lichtbildervortrag über
„Das Steinkohlenbergwerk
und ſeine Gefahren”.
Die Mitglieder werden gebeten,
vollzäh=
lig und pünktlich zu erſch inen. Säſte
willkommen. Eintritt frei.
Morgen Hamstag
Schlacht-
fest
Spezialit.: ff. Schlachtplatten
für 2 Perſonen zu 1.50.
Es ladet freundlichſt ein
Georg Arnold. Bismarckſtr. 107.
Heute n.
morgen
Seute n.
morgen
Schloßbierhalle
Marktplatz 5
wozu freundlichſt einladet
Teleph. 3459
Ga. Hofferbert.
e
„Zum gold. Stern”
Samstag, den 1. November 1930
Schlacht- Fest
Heute Weilkie sc1 mit Kraut.
Alfred Rausch, Mällerstraße 19 (*
Freitag u. Samstag
„7
A0 Fonfurter Str.
Zum Gaswerk: 3 Gander, uu=
T. 0f MOd V
Zum goldnen Hirſch
Inhaber: L. Doerr (15906
Heute Freitag u. morgen Samstag
in bekannter Güte
10
Hente und ſolzende Tage!
Hente und Folgende Tage!
Das köstlichste Tonfilm-Programm
welches man jemals sah und hörte!
Alles lacht und jubelt
über den witzigsten,
heitersten und originellsten TonFilm der Zeit:
Ein unerhöstes Ereignis für Darmstadt
war dle Premiere des Drerfus-Tonfilmes
Ared
MeFtud
Fritn
Korider
Ecke Frankfurter= und Landwen
Heute Freitag, den 31. 11
Schlachtfef
mit allen Schlachtſpezialitäten.
Unke
KAK
U
mit Liane Haid, Ralph Arthur Roberts,
Panl Morzan, Lncie Englisch.
Regie E. W. Emo
Ein fröhlicher Tonfilm-Schwank
Eine recht lustige Angelegenheit, die uns das
erfrenliche Ergebnis von
2XHOCHZEIT
MitMM
Im Beiprogramm:
Jazzmusik von zarter Hand
Musikalische Darbietung der Damen-Jazzkapelle
The ingenues V 15920
Der Proneß
des Hauptmanns Drepfus
Mie R
FRITZ KORTNER
Dieser prachtvolle Menschengestalter vollbringt hier
eine Meisterleistung nicht vur mimischen, sondern
auch sprachlichen Könnens.
Im Beiprogramm:
Micky Maus in
Heu1 Si2 Aünrn
Restauration Antonn
Bleichstraße 31
Freitag und Samstay
Großes Schlachttl
mit Konzert
wmum
Empfehle:
Friſch geſchoſſene
Wald-Hasem
Hasenrücken
Keule / Läufer
auf Wunſch bratfertig.
H. Zimmermann E4.
Dieburgerſtr. 18
Fernrut
PALASR
Der 8p
Es wird höflichst gete en die Machmitt.-Vorstellungen
zu besuchen und die Anfangsseiten beachten zu wollen
Ingendliche zur 1. Vorstellung Zutritt!
Beginn 3.30, 6.00, 8.30 Uhr
Alle Vergünstigungen aufgehoben.
4b heute:
PALAST
jonage-Großfilm
Gegner des Staates)
mit Gerda Maurus. Gustav Fröhlich, Haruy Hardt
Ein starkes dramatisches Pilmschauspiel, das in einer ergreifenden Handlung die anfopfernde Liebe zweier Menschen
sohildert. Werkzeng aparchistischer Umtriebe ist die Aristokratin Komtess Vera, ihre anfopfernde und hingebende
Liebe zu ihrem Lebevsretter, der ihretwegen in sibirischer Verbannung ein hartes Los erdulden muß, ist das
dramatische Geschehen dieses großen FIlms.
Beginn 3.30 Uhr.
4.. 2. 2.444
Rest. Rehbert
69 Kiesstraße 69
Ab 1. 11. guten reichlichen Milttatlg s ſch dal
von 90 Pfg. au. Teſchr
S0cooe sooeelelieeesainſältig
ALänder
SKrämers Lebensmittellt
S Karlſtraße 53.
Fernruſte
Lirekt vom Faß:
S tsois
SAlter Weinbrand Jakobi g
2 Jak bi=Rum=Berſchnitt 2./,
Immer
am billigſten!
Fahrraddecken 225
6.30
Schläuche
Pedale
1.65
Ketten
1.65
Lenker
3.50
Sättel
295
Karbiblampen 290
Glocken
0.40
Erſatzteile
jegler Art ſtaunend
billig — Nur bei
B. Orio,
Karlsſtraße 14/16.
(11471a)
Schreibmaſchin.
zu vermiefen.
Wilh. Heckmann,
Mühlſtraße 72.
Fernr. 1552. (15913a
Nähmaſchinen!
Verſäum Sie nicht d.
Gelegenheit!
Eine Anzahl
fabrik=
neu. Nähmaſchinen,
nur erſtkl. Fabrik.
geben wir 20%
un=
ter Liſtenpreis.
Mo=
derne Ausſtattung,
langjähr. Garantie.
Benz & Comp.
Grafenſtraße 20/22.
(15920a1-
Kü
u ſe
Stegmillers Spitzenleislungel.
eine sosisle Te‟
Keschäft
VSriesund
Der verehrten Einwohnerſchaſt
Darmſtadt und Umgebung rküſche
Kenntnis, daß ich ab l.Novm 5d.
ds. Js. meine Praxic ncht
Frankenſteinſt. 4
2r Vem
verlegt habe.
Architekt A. Fröhmat.
B. D. A — Telephon 644
ſchraub.
m groß. obe
rund, ohne
Ta belegtes
glas m. Fal
35 ℳ zu veik
Geſchäftsſtell=
Bettſtelle n..
federmatratze
IMark zu werlt
Soderſtr. 4
Guterh.
mittl
zu vk. N
glaue Ueberdandem
äntel
Eesee uge
38.-
Nur: SS. B2. L*
rrenchsoals Allwettermäntel
„eierlei erhen, echlarbise baue Ogligen.
18.—
25.—
Schon zu 35.—
Blaue kammgarn-Anz1ge
dr. jede Fisur Fuslzende Anzugse vorld s
78.- 58.- 45-— 33.— 22
Kranzdrahl
Blumendrahl
Karl Brückner,
Holzſtraße. (15244a
Tiere und Vögel
werd. ausgeſt., Felle
z. Gerben u. Färb.
angenommen.
Tier=
ausſtopf. E. Achen,
Kaſinoſtraße 26.
(14117a)
Umzugsh. zu verk.:
ltür. Spiegelſchrk.
Bett,Bilder, Stühle,
Spiegel u. ſonſtige
Gegenſtände. Ang.
unter G. 83 an die
Geſchäftsſtelle.
Schon zu
jUnglings-Größen
KigHA
entspre‟
Sonntas, den 2. Norember 1930 letzter T2s
chend bllllger
Mie Rnn Bbine
en Ane
Niedtigste Freislagen 22- 24- *
winter-Ulster und Paletel
nFiSlenAPcNruNFeh md Trelälaßet
29.—
45. —
62.—
75.
Ne ue
ee
38 —
48.—
58.—
68.—
Hie
Een e n eieit
fur Einsendung zu unserem Weltbenerd:
vIerMäntel zuchenelnen Namen
janglings-
Nur 29.50 und 25.50
arsgen entsprechend Büllse.
DAs Haus FUR SUTE UND
sBlllier Feerickteivung
SCHLOSSGRABEN N2. 134
binEkr Klursein schigss
2 Kn=Winteryu
Windjacke,
Bullover 1
ſow tadel
If. Mittelig z
Mathildenſ=
Radiol 3.
gut. Ferneng”
Netzanode. A
u. Akku
zim=
Sſitz. 9
gemäldel
Blumenſt
AAbendma
ſehr preis
Herdweg9
Einige vie
erhaltene all
it
mit
Häf
18
r
Dit=
waagen,
Sen=Au
anz
e
bett billie
Weniagt
Ra
Fig) 34
Ri
verk.