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B1. Oktober 2.18 Reichsmark und 22 Pfennig
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ch inen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
nGüigt den Bezieher nicht zur Kürzung des
wugspreiſes. Beſtellungen und Abbeſſellungen durch
mruf obne Verbindlichteit für uns. Poſiſcheckkonto
Frantfurt a. M. 1301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſebenen Origlnal=Alufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quelſenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 283
Montag, den 13. Oktober 1930.
193. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichepfg.
zeſſe 200 Reſchemar. Ale preiſe in Reſchemart
(1 Dollar 4.20 Mark). — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strell uſw. erlicht
ſede Verpſlſchtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz.* Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beſtrelbung fäſl ſeder
Nabatt weg. Banfkonto Deutſche Vank und
Darm=
ſtädter und Nationalbant.
ſor dem Mekallarbeikerſtreik in Berlin?
Mehnung des Schiedsſpruches durch die Funkkionäre
UNB. Berlin, 12. Okt. (Eig. Meld.)
Die freigewerkſchaftlichen Funktionäre der Berliner
Metall=
ſrcebe haben Sonntag vormittag in einer Verſammlung zu dem
Hiedsſpruch des Schlichters, durch den die Löhne der
Metall=
weiter ab 3. November um 8 bzw. 6 Prozent herabgeſetzt wer=
(dr ſollen, Stellung genommen. Nach einem Bericht des
Bevoll=
uchtigten des Deutſchen Metallarbeiterverbandes. Max Urich,
ür die Lohn= und Schlichtungsverhandlungen und nach
eingehen=
fde Ausſprache wurde in einer Abſtimmung der Schiedsſpruch
ein=
tamig abgelehnt. Ferner billigten die Funktionäre den
Vor=
ſtag, am Montaginden Betrieben der Berliner
Metall=
juſtrie eine Urabſtimmung über den Eintritt in
ſon Streik vorzunehmen, an dem ſich nach dem Beſchluß
ü Hauptvorſtandes auch die Unorganiſierten beteiligen
ibten. Zu dem Ergebnis der Urabſtimmung, das nach der
Stim=
jung der Funktionäre aller Vorausſicht nach einen Streikbeſchluß
heuten wird, nehmen am Dienstag früh die Obleute der
Funk=
ünäre in den einzelnen Betrieben Stellung, und von den
weite=
m Beſchlüſſen wird es dann abhängen, für welchen Termin die
Anitsniederlegung erfolgen wird, falls die Urabſtimmung dazu
oe Grundlage bietet. Daß mit großer
Wahrſcheinlich=
ſtt mit einem Streikbeſchluß zu rechnen iſt, geht
ſar eine Reihe von Anträgen hervor, die in der Diskuſſion zur
ſcatte geſtellt wurden und in denen man verlangte, die
Funk=
enärkonferenz ſolle ſofort einen Streik beſchließen, ohne die
Be=
ſabe erſt noch in einer Urabſtimmung zu hören. Eine
Abſtim=
ſang über dieſe Anträge fand jedoch nicht ſtatt, weil dies den
ſta=
iriſchen Beſtimmungen des Deutſchen Metallarbeiterverbandes
zuerſpricht, die vor einem Streikbeſchluß eine Befragung der
Be=
ube verlangen. Gleichfalls nicht abgeſtimmt wurde über einige
Rräge, die im kommuniſtiſchen Sinne die Bildung von
Kampf=
ſuſchüſſen verlangte. Hierzu wurde von den Vertretern des
Ver=
judes erklärt, daß man derartige Ausſchüſſe als Gewerkſchaft
ſut kenne, ſondern der Funktionärkörper ſelbſt „Kampfaus=
198” ſei.
Die Bolksnakionalen zur Lage.
Die Reichstagsgruppe des Chriſtlichſozialen
Iksdienſtes hat dieſer Tage über die politiſchen
Gegen=
utsaufgaben beraten. Angeſichts des Ernſtes der Lage des Rei=
und der ungeheuren Schwierigkeiten der deutſchen Wirtſchaft
ſplärt ſich der Volksdienſt bereit, die jetzige Regierung ſo
ſe und ſo weit zu unterſtützen, als ſie den dringenden
Kichen Notwendigkeiten der Gegenwart unter Berückſichtigung
Forderungen ſozialer Gerechtigkeit Rechnung trägt. Die
ſehstagsgruppe des Chriſtlichſozialen Volksdienſtes iſt nicht in
GLage, zu den Einzelheiten des ihr amtlich noch nicht
zugegan=
ſtn Programms der Regierung ſchon jetzt Stellung zu nehmen.
Aſieht aber in dieſem Programm den ernſten Willen der
ſierung zu durchgreifenden Maßnahmen. Angeſichts der für die
ſer untragbaren Belaſtung des deutſchen Volkes muß aber
ge=
mett werden, daß die Regierung die Reviſion des Young=
Ichnes in Angriff nimmt. Gleichzeitig erklärt der Chriſtlich=
Rile Volksdienſt, daß er in der Bekämpfung der Lüge von der
Minſchuld Deutſchlands am Kriege eine der wichtigſten Aufgaben
Undeutſchen Außenpolitik ſieht.
Die Arbeiten des J.A. A.-Berwalkungstals
abgeſchloſſen.
EP. Brüſſel, 12. Oktober.
Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat
in diesjährigen Arbeiten abgeſchloſſen und als Datum der
InAten Sitzung den 28. Oktober 1931 und als Tagungsort Genf
9Ehlt. Der ſchweizeriſche Delegierte Schürch hat in einer
Awen Rede ſeinen Antrag auf genaue Prüfung des Ar=
Lhßtsloſenproblems ſowie die zu dieſer Prüfung mög=
I cr Mittel erläutert. Die Arbeitsloſen=Kommiſſion des Arbeits=
GM ſolle von drei auf neun Mitglieder erhöht werden. Man
EAe dann Unterkommiſſionen ernennen, die ſich mit den ein=
65 mn Faktoren des Problems zu beſchäftigen hätten. Er be=
UüAuferner die Notwendigkeit, die
Arbeitsloſenverſiche=
rIIg weiter auszubauen. Der Verwaltungsrat hat
9MAnregungen gutgeheißen und beſchloſſen, eine Prüfung der
A Mitsloſenfragen vorzunehmen, und zwar nach folgenden Haupt=
EAMſtspunkten: Internationale Zollpolitik, Verteilung der
natio=
in Anr Einkommen unter die verſchiedenen Klaſſen der Bevölke=
IIM Verteilung der internationalen Kapitalien und Rohſtoffe,
Acſſeing der Produktion an die Bedürfniſſe des Verbrauchs,
SNicklung neuer Induſtriezweige uſw.
WMParkeiprogramm der Radikalſozialiſtiſchen Parkei
EP. Paris, 12. Oktober.
der radikalſozialiſtiſche Kongreß in Grenoble iſt heute mit
des Annahme einer Parteierklärung abgeſchloſſen worden. In
DN0 Reſolution wird das Programm der Radikalſozialiſtiſchen
Wei unter teilweiſer wörtlicher Beifügung der bereits ange=
NAmienen innen= und außenpolitiſchen Tagesordnungen
darge=
e Im Innern Freiheit, ſoziale Gerechtigkeit und Frieden, im
Aseien unbedingter Friedenswille, nationale
Slerheit auf der Grundlage einer modernen
DSikärorganiſation und allgemeine Abrüſtung,
DAlie franzöſiſche Regierung die Initiative durch Beibrin=
Biernes konkreten Abrüſtungsvorſchlages im Geiſte des Genfer
Pclolls auf der nächſten Vorbereitenden Abrüſtungskonferenz
EEfen müſſe. Die Partei bleibe in ſchärfſter Oppoſition gegen
EeERegierung, d. ſich auf klerikale, konſervative und nationa=
Libche Rechte ſtütze, und ſei bereit, wenn die Stunde gekommen
EEde Verantwortung der Regierung zu übernehmen. Die Ver=
DAch ung der außenpolitiſchen Folgerungen erfordere Einigkeit
ben Linksparteien, deren lebendigſte Kraft die Radikal=
D Aiſt iſche Barrei ſei. Sie wünſche ſehnlichſt eine ſolche Einigung,
De A be ſei Nöerzeugt, daß die Einigkeit aller republikaniſchen
1 nStts ſei, ur. ihr Programm on verwirlk bede
Vom Tage.
Reichspräſident v. Hindenburg iſt von ſeiner Rheindlandreiſe
zurüickkehrend, am Sonntag wieder in Berlin eingetroffen.
Geſtern wurde in Berlin das Ibero=amerikaniſche
Ju=
ſtitut eingeweiht. Reichsaußenminiſter Dr. Curtius widmete dabei
der Freundſchaft zwiſchen Deutſchland und den ibero=amerikaniſchen
Staaten warme Worte.
Die Umbauarbeiten im Plenarſitzungsſaal des Reichstages
ſind am Sonntag vormittag abgeſchloſſen worden. Es fehlt nur ein
Stuhl, der für den nachträglich hinzugekommenen 577. Abgeordneten
nachbeſtellt werden mußte.
Die deutſchnationale Reichstagsfraktion hielt am Sonntag eine
Fraktionsſitzung ab. Dem Parteiführer Dr. Hugenberg wurde „der
einmütige Dank für ſeine klare Führung und aufopfernde Arbeit
aus=
geſprochen. Die von der Fraktionsführung für die nächſte Zeit
vorge=
ſchlagenen politiſchen Maßnahmen wurden gebilligt. Die Fraktion
be=
ſchloß u. a. die Einbringung eines Mißtrauensvotums
gegen die Reichsregierung.”
Die privaten Beſprechungen zwiſchen den Leitern der
Noten=
banken wurden auch am Sonntag in Baſel fortgeſetzt.
In Poſen kam es geſtern zu deutſchfeindlichen
Aus=
ſchreitungen gegen Zeitungsſtände, Bücherläden und Zeitungen.
Vor dem deutſchen Generalkonſulat griff dann die Polizei ein.
Der neue deutſche Botſchafter beim Quirinal v. Schubert, traf
am Sonntag in Rom ein. Er wurde am Bahnhof vom deutſchen
Botſchafter beim Heiligen Stuhl, von Bergen, ſowie dem
Geſchäfts=
träger beim Quirinal, Botſchaftsrat Smend, empfangen.
In Moskau wurde geſtern die auf Grund des Protokolls von
Chabarowſk vom 12. Dezember 1929 über die oſtchineſiſche Bahn
einbe=
rufene ruſſiſch=chineſiſche Konferenz mit einer Anſprache
des Sowjetdelegierten Karachan eröffnet.
Abſchluß der Balkankonferenz.
EP. Athen, 12. Oktober.
In der letzten Vollſitzung der Balkankonferenz wurden eine
Anzahl Kommiſſionsvorſchläge verabſchiedet. Darunter befinden
ſich Projekte über die Schaffung eines Balkan=
Wirtſchafts=
rates, in dem alle wirtſchaftlichen Organiſationen der
Balkan=
ſtaaten vertreten ſein ſollen und deſſen Aufgabe die Verbeſſerung
der wirtſchaftlichen Beziehungen unter den Balkanſtaaten, ſowie
ganz allgemein die Förderung der Wirtſchaft in den
Balkanlän=
dern iſt. — Luftlinien, Verbeſſerung des Eiſenbahn=
und Straßennetzes, eine Poſtunion ſowie eine
Verkehrs=
vereinigung ſollen die Balkannationen enger mit einander
ver=
binden und zu einem regeren wirtſchaftlichen und geiſtigen
Austauſch beitragen. Der Vorſitzende Papanaſtaſiu hat einen
Antrag auf Gewährung der inländiſchen Poſttarife im Verkehr
zwiſchen den Balkanſtaaten eingebracht. Alle dieſe Fragen werden
bis zur nächſten Balkankonferenz in den Miniſterien der einzelnen
Länder geprüft werden.
In Delphi fand geſtern abend ein großes Feſtbankett ſtatt,
das die griechiſche Regierung zu Ehren der ausländiſchen
Dele=
gierten gab. In den Tiſchreden gaben die Redner ihrer
Befrie=
digung über die geleiſtete Arbeit und ihren Optimismus für die
Zukunft Ausdruck. Miniſterpräſident Veniſelos betonte
insbe=
ſondere, daß das Minderheitenproblem, wenn auch nicht
gelöſt, ſo doch zur allgemeinen Befriedigung
behan=
delt worden ſei, denn die Minderheiten bildeten ein koſtbares
Glied in der Solidarität der Balkanvölker. Die einzelnen Führer
der Delegationen dankten der griechiſchen Regierung für die
ge=
währte Gaſtfreundſchaft und ſprachen den Wunſch aus, daß die
Idee der Balkan=Union bald in die Wirklichkeit umgeſetzt werden
könne und gute Früchte tragen möge.
Revolukionäre Berſchwörung in Spanien aufgedeckk.
EP. Paris, 12. Oktober.
Das „Journal” berichtet aus Madrid, daß die ſpaniſche
Sicherheitspolizei in letzter Minute einer revolutionären
Ver=
ſchwörung auf die Spur gekommen ſei, welche in den Großſtädten
Spaniens Barcelona, Madrid und Valencia gleichzeitig
aus=
biechen ſollte. Im Innenminiſterium haben Beſprechungen
ſtatt=
gefunden, an denen der Miniſterpräſident, der Chef der
Sicher=
heitspolizei und der Gouverneur von Barcelona teilgenommen
hätten. In Barcelona ſeien 14 Verhaftungen vorgenommen
worden. Unter den Verhafteten befinden ſich der Führer der
Gewerkſchaften, Peſtana, der ehemalige Abgeordnete Compagni,
mehrere Redakteure der Arbeiterzeitung „Solidaridad” und
Tele=
graphenbeamten. Der Fliegerkommandant Franco, deſſen
mißglückter Ozeanflug noch in Erinnerung iſt, ſei ebenfalls
ver=
haftet worden, weil er ſich öffentlich als Republikaner bekannt
habe. Alle dieſe Nachrichten ſeien dem Korreſpondenten des
Blat=
tes von dem Direktor der Sicherheitspolizei beſtätigt worden,
der noch hinzugefügt habe, daß die revolutionäre Bewegung in
Madrid geſtern abend hätte ausbrechen ſollen, daß ſie aber dank
den energiſchen Maßnahmen der Regierung verhindert worden
ſei. Dazu wird aus Madrid gemeldet, daß die Sicherheitspolizei
bedeutende Kräfte in mehreren Hauptſtädten der Provinz
zuſam=
men gezogen habe. Die Truppen ſeien mit Maſchinengewehren
ausgerüſtet.
Die revolulionäre Bewegung in Braſilien.
EP. New York, 12. Oktober.
Flugzeuge der braſilianiſchen Aufſtändiſchen haben,
Meldun=
gen aus Buenos Aires zu folge, die Stadt Sao Paolo mit
Bom=
ben belegt. Der Vormarſch der Aufſtändiſchen in
dem Staat Sao Paulo mache gute Fortſchritte. Die
Auf=
ſtändiſchen ſollen mit zwei Armeen auf die Stadt Sao Paolo
marſchieren. Die Garniſon von Santa Cruz habe gemeutert und
ſei zu den Rebellen übergegangen. Bei Yuritos iſt es zu einem
Gefecht zwiſchen Regierungstruppen und der Vorhut der
Auf=
ſtändiſchen gekommen. Die Aufſtändiſchen haben die Stadt
ein=
genommen. Andererſeits wiſſen Meldungen aus Rio de Janeiro,
die von der Regierung ausgegeben worden ſind, von Siegen
der Regierungstruppen zu berichten. Die Rebellen
ſeien an der Brenze des Staates Mines derge” beim
Brückew=
kotf von hangüera g. Fhlor— Borde.
* Eine Wahrang Karsr Hau oben.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
(Nachdruck, auich mit Quellenangabe, verboten!)
P. Konſtantinopel, Anfang Oktober 1930.
Auf Vorſchlag des Miniſterrates hat der türkiſche
Staats=
präſident plötzlich die Abgeordneten der Großen
Nationalver=
ſammlung zu einer außerordentlichen Tagung nach Angora
zu=
ſammenberufen. Er hat ſelber ſeinen Ferienauſenthalt in
Kon=
ſtantinopel vorzeitig abgebrochen und iſt nach Angora
zurückge=
tehrt. Dieſe außerordentliche Tagung dürfte bis Ende Oktober
dauern und dann unmittelbar in die am 1. November
begin=
nende ordentliche neue Seſſion überleiten. Wenn die türkiſche
Regierung trotz ihres Sparprogramms eine ſolche immerhin mit
nicht unbeträchtlichen Mehrkoſten verknüpfte Maßnahme trifft,
ſo müſſen ſchon triftige Gründe vorhanden geweſen ſein. Die
Finanzlage hat eine merkwürdige Wendung genommen, die
die türkiſche Wirtſchaft in noch ſchwerere Gefahr bringt, und die
Begründung der neuen Partei, der liberalen Oppoſition,
hat alle Geiſter derart durcheinander gewirbelt, daß ſich die
Re=
gierung und die hinter ihr ſtehende, ſtark zum
Parteibürokratis=
mus verſchrumpfte, bisher einzige Republikaniſche Volkspartei
völlig neu einſtellen, ja umorganiſieren müſſen. Inzwiſchen iſt
auch die Umbildung des Kabinetts erfolgt, in das
einige jüngere, unverbrauchte und unbelaſtete Abgeordnete
ein=
traten. Der Unterrichtsminiſter geht als Geſandter nach Bern.
Der ſchwer angegriffene und durch verſchiedene Fehlgriffe ſchwer
belaſtete Juſtizminiſter ſiſt der zweite Mann, dem der Boden
un=
ter den Füßen wankte; wie es heißt, ſoll er als Botſchafter nach
Warſchau kommen. Gegen den Wirtſchaftsminiſter wurden nicht
nur von der Oppoſition ſchwere Vorwürfe erhoben, weil er grobe
Verſäumniſſe in der Fürſorge für die Landwirtſchaft Ziliziens
begangen hat. Bei den heftigen Angriffen, denen das
Geſamt=
kabinett ſeitens der Oppoſition ausgeſetzt iſt, mußte der
Miniſter=
präſident Ismet Paſcha natürlich darauf bedacht ſein, alle
An=
griffsflächen ſeines Kabinetts zu beſeitigen, ehe der eigentliche
Kampf einſetzte.
Wie ſchon geſagt, hat ſich eine in umgekehrter Richtung wie
früher laufende ſchwere Gefahr aus der türbiſchen Währung
er=
geben. Das Türkenpfund, das bisher einen gefährlichen
Hang zum Abgleiten gezeigt hatte, iſt plötzlich anderen Sinnes
geworden und will duchaus aufwärts klettern. Dieſe
bei der türkiſchen Währung verblüffende Erſcheinung hat aber
einige triftige Gründe. Eine ſtellenpeiſe fogar gute, ſonſt aber
über mittel liegende Getreideernte hat die Türkei der
Notwen=
digkeit überhoben, wie früher Getreide einzuführen. Die
Ein=
fuhr anderer Artikel wurde durch den ſeit Jahresfriſt immer
wie=
der gepredigten Boykott fremder Waren und durch
die Beſtimmungen der Deviſenhandelsordnung vom 1. März
dieſes Jahres, die den Deviſenbezug der Importeure überaus
erſchwerten, derart heruntergedrückt, daß die türkiſche Wirtſchaft
geradezu am Abſterben iſt, während die früher mit 60 Millionen
Türkpfund paſſive Handelsbilanz der Türkei faſt oder gar
vol=
lends in eine aktive verwandelt wurde. Fehlte ſo der große
Be=
darf an Deviſen auf der einen Seite, ſo trat mit dem Beginn der
Exportſaiſon ein unerwartet hoher Zufluß an
De=
viſen ein. Die türkiſche Exporternte iſt zwar nicht übermäßig
reich ausgefallen, in den Exportprodukten der Türkei ſonſt aber
ſtark konkurrierende Länder haben ſchwache Ernten zu
verzeich=
nen gebabt oder qualitativ geringwertige. Dazu ſind infolge
des ſehr günſtigen Wetters die meiſten Exportprodukte der Türkei
um Wochen früher als ſonſt gereift, ſo daß ſich die Ernte auf
eine kürzere Zeit zuſammenballte. Dem ſo erfolgten plötzlichen
und abflußloſen Zuſtrom von Deviſen iſt der türkiſche Bedarf
nicht gewachſen. Dank des ſtarken Mangels an Banken auf dem
breiten Lande kann der türkiſche Bauer mit Deviſen nichts
an=
fangen, er trägt jedes Jahr für ſeine Ernte die Türkpfunde
nach Anatolien, weshalb regelmäßig um dieſe Zeit ſchon früher
ein Türkpfundmangel in Konſtantinopel und damit ein Anziehen
der türkiſchen Währung zu verzeichnen war. Nur das vorige
Jahr bildete dank des großen Deviſenbedarfs der Regierung
eine Ausnahme; damals begann ja die Gefahr der Inflation
akut zu werden, die dann in dem plötzlichen Ruf nach einem
Moratorium ihren Ausdruck fand.
Als vor wenigen Wochen der Deviſenſtrom einſetzte, kaufte
das zur Stützung der türkiſchen Währung im März gegründete
Deviſenkonſortium, dem zur Hälfte der Staat, zur anderen die
Konſtantinopeler ausländiſchen Großbanken angehören, zunächſt
den vorher zur Stützung auf den Markt geworfenen Betrag von
400 000 Sterling zurück und darüber hinaus noch eine Reſerve
in gleicher Höhe. Dann jedoch mußte die Regierung zu
kaufen beginnen. Aber je mehr ſie kaufte, umſo mehr Deviſen
ſtrömten herein. Und ſchließlichwar die verfügbare
türkiſche Valuta erſchöpft. Die Nachfrage nach ihr
wurde ſtärker, und damit ſetzte die Gefahr einer ſtarken
Wert=
ſteigerung des Türkpfundes ein. Bei den überaus gedrückten
Weltmarktpreiſen in faſt allen Produkten, die die Türkei
expor=
tiert, denen in der Türkei infolge der faſchen Steuerpolitik ſehr
hohe Selbſtkoſtenpreiſe gegenüberſtehen, hätte aber ein auch nur
beſcheidenes Anziehen des Türkpfundes den Export einfach
un=
verkäuflich gemacht, die Kataſtrophe der türkiſchen Wirtſchaft
wäre die unumgängliche Folge geweſen.
Die einzige im Augenblick mögliche Abhilfe iſt die mehr
Türkpfunde auf den Markt zu bringen, und dazu hat ſich die
Regierung denn auch entſchloſſen. Durch das im Frühſommer
verabſchiedete Staatsbankgeſetz iſt die Inumlaufſetzung neuer
Noten jedoch der Staatsbank vorbehalten. Dieſe aber iſt noch
nicht gegründet, und es ſcheint vorerſt auch noch am nötigen
Kapital dazu zu fehlen. Infolgedeſſen muß die
Nationalverſammlung in ihrer
außerordent=
lichen Seſſion die Regierung zur Herausgabe
neuer Notenermächtigen. Iſt das geſchehen, dann kann
die Regieru g auf die bei der Ottomanbank ruhende Reſerve
für den Umtauſch beſchädigter Noten in Höhe von 113 Millionen
Türkpfund zurückgreifen. Dabei iſt anſcheinend dem oben
er=
tvähnten Konſortium eine Art Staatsbankerſatz=Rolle zugedacht.
Sobald die Exportſaiſon abgeflaut iſt und Deviſenbedarf in der
Privatwirtſchaft eintritt, ſoll das Konſortium wieder mit dem
Einziehen der über den geſetzlichen Umlauf von 159 Millionen
in Umlauf befindlichen türkiſchen Noten beginnen, die wieder
der Ottomandank als Reſerve zuzuführen ſind. An dieſer
Seite 2
Montag, den 13. Oktober 1930
Nummer 283
Operation iſt an ſich nach Lage der Dinge nichts auszuſetzen, ſie
ermöglicht die de facto Stabiliſierung des Türrpfundes auf
einem Stand von 1030 Piaſtern für den Sterling wenigſtens für
einige Monate. Vorausſetzung iſt allerdings daß die
Wieder=
einziehung rechtzeitig gelingt, denn ſonſt müßte eine neue
Ab=
wärtsbewegung des Türkpfundes die unbedingte Folge ſein.
Die zunächſt für dieſe Finanzfragen angeordnete Tagung der
Nationalverſammlung wird aber auch einmal für eine dringliche
Sitzung der Republikaniſchen Volkspartei benutzt
werden, in der man ſich klar werden will, wie der von allen
Seiten anſetzenden Kritik an den Handlungen der Regierung und
ihrer Partei zu begegnen iſt. Auch die Partei will ſich
reorgani=
ſieren und jüngere Kräfte in ſich aufnehmen. Dann aber will
Ismet Paſcha in einer großen Rede auf die Kritik der Oppoſition
antworten. Denn dieſe Oppoſition erſcheint ſchon bei der Tagung
durch die Abgeordneten, die das Lager gewechſelt haben, vor allem
den Generalſekretär der neuen Partei, den Abgeordneten von
Kutahia Nuri Bey. Aber auch der Oppoſitionsführer Fethi Bey,
„der bisher nicht Abgeordneter war, ſoll bald auf der
Parlaments=
tribüne erſcheinen, da er mit dem erledigten Abgeordnetenmandat
von Gümüſchhane den Eintritt in die Nationalverſammlung
fin=
den ſoll. Es werden ſich alſo zum erſten Male an verantwortlicher
Stelle vor aller Oeffentlichkeit die beiden Parteiführer, der
Mi=
niſterpräſident. Ismet Paſcha und der bisherige Pariſer
Bot=
ſchafter Fethi Bey, der ſeinerſeits als Miniſterpräſident 1925 von
Ismet Paſcha geſtürzt wurde, gegenübertreten. Ismet Paſcha
wird ſagen müſſen, wie er Beſſerung ſchaffen will, und Fethi Bey
muß Farbe bekennen, wie er ſich die Beſſerung denkt. In ſeinen
bisherigen Reden außerhalb des Parlaments war darüber nichts
zu entnehmen. Oder aber man wird jetzt erkennen müſſen, ob das
„wirklich wahr iſt, was in vielen eingeweihten Kreiſen geſagt
wird, daß nämlich die ganze Oppoſitionsbildung eine
Komödie geweſen ſei, um das bis aufs äußerſte
unzufrie=
dene Volk mit Hoffnungsgebilden wieder in ſeine orientaliſche
Ruhe einzuwiegen.
Beſichkigungsreiſe Doumergues nach Marokko.
WTB. Paris, 11. Oktober.
Der Präſident der Republik Doumergue tritt
übemor=
gen eine Reiſe nach Marokko an. Er ſchifft ſich am Montag an
Bord des Panzerkreuzers „Colbert” in Toulon ein, der von
einem weiteren Panzerkreuzer begleitet wird. Präſident
Dou=
merque trifft am Mitwwoch, den 15. Oktober, in Caſablanca ein
und wird am 23. Oktober wieder nach Paris zurückkehren. Er
wird auf ſeiner Reiſe, in deren Verlauf alle wichtigen Städte
von Franzöſiſch=Marokko beſucht werden, von Kriegsminiſter
Maginot und Marineminiſter Dumesnil begleitet ſein.
Schiffsunfall am Kaiſer=Wilhelm=Kanal.
TU. Brunsbüttelkoog, 11. Okt. Am Samstag abend
gegen acht Uhr wurde der Lotſendampfer „Pilot” vor dem
Ein=
fahrtstor Neue Schleuſe von dem in Oslo beheimateten Dampfer
„eloe” gerammt. „Pilot” ſank ſofort. Mehrere Fahrzeuge
be=
gaben ſich ſofort zur Unfallſtelle, um die im Waſſer ſchwimmende
Beſatzung des Lotſendampfers und die Lotſen zu retten. Einem
Brunsbüttelkooger Lotſen gelang es, ſchwimmend das Land zu
erreichen. Aufgefiſcht wurden ein Heizer Hanſen und ein
Decks=
mann, letzterer mit einer ſchweren Beinverletzung. Vermißt
wer=
den der Schiffer Wilkins, zwei Heizer, ein Decksmann und ein
Hamburger Lotſe.
Braſilianiſcher Milikärzug mit 1000 Mann abgeſtürzk
TU. London, 11. Okt. Nach bisher noch unbeſtätigten
Gerüch=
ten aus Sao Paolo entgleiſte ein Eiſenbahnzug, der 1000 Mann
Regierungstruppen nach Santos bringen ſollte, in einer Kurve
und ſtürzte aus beträchtlicher Höhe ab. Die meiſten Soldaten
ſollen ihr Leben verloren haben. Weitere Einzelheiten fehlen
noch, insbeſondere darüber, ob das Unglück durch kriegeriſche
Maßnahmen der Aufſtändiſchen verurſacht worden iſt.
Eine Wollſpinnerei niedergebrannt.
1½ Mill. Lire Sachſchaden.
EP. Mailand. In Biella iſt das ganze Lager einer
Woll=
ſpinnerei niedergebrannt. Der Waſſermangel erſchwert die
Löſch=
arbeiten, ſo daß die Arbeiter mit Mühe und Not das brennende
Gebäude verlaſſen konnten. Es entſtand ein Sachſchaden von
1½ Mill. Lire.
Furchtbare Exploſion bei einer Filmaufnahme.
New York. In Flagſtaff (Arizona) ereignete ſich bei
Außenaufnahmen für einen neuen Film in dem abgelegenen
Dinoſaur Canyon eine folgenſchwere Exploſion. Infolge falſcher Enten 140. Tauben 70—80 Haſen 100—150, Ziegenlämmer 80 bis
Berechnung kam eine Miſchung von Schwarzpulver und Dynamit
vorzeitig zur Entzündung. Dabei wurden 15 Perſonen, darunter
der Aufnahmeleiter, ſchwer, 25 leicht verletzt.
Von Hans Sturm.
Eine große japaniſche Schauſpielertruppe,
darun=
ter — eine Seltenheit im japaniſchen Theaterweſen
— mehrere weibliche Darſteller, gaſtierten mit
gro=
ßem Erfolg in Paris und treten augenblicklich in
Berlin und danach in anderen deutſchen Städten
auf.
In mythiſchem Dunkel liegen die Anfänge des japaniſchen
Dramas; es ſoll aus den Tänzen zu Ehren der hohen
Sonnen=
göttin Amateraſſu entſtanden ſein. Schlichte Chorgeſänge
be=
gleiteten die rhythmiſch wohlgegliederten Darbietungen, die in
vielen Variationen Amateraſſus Leid über die Wildheit ihres
göttlichen Bruders und über die Verſchlagenheit der übrigen
Götter ſchilderten, Jahrhunderte hindurch. Erſt zu Beginn des
15. Jahrhunderts gaben gelehrte Buddhaprieſter — es war unter
der Regierung des die Künſte fördernden Fürſten Yoſchimaſſa
— den Schauſtellungen eine vielfältigere Form; ſie ließen auf
freiem Platz erhöhte Holzbühnen errichten, und dem Chor zwei
Schauſpieler zur Seite ſtellen, die durch dramatiſches Rezitieren
den bisher monotonen Chorgeſang nicht nur begleiteten, ſondern
ihm auch für ſeine lyriſchen Partien die Richtung wieſen.
Hieraus entwickelte ſich nach und nach das klaſſiſche japaniſche
Drama, das weitberühmte „No‟. Eine viereckige hölzerne, von
einem niedrigen Gitter umgebene Plattform ſtellt die Bühne
dar, die meiſt und nicht abſichtslos von einem japaniſchen
Tem=
peldach überragt wird. Kuliſſen fehlen, den Hintergrund bildet
eine Bretterwand mit einer aufgemahlten Föhre, die wohl an
die Zeiten erinnern ſoll, da die No=Bühne noch in
dämmer=
dunklen Lichtungen freier Föhrenwälder ſtand. Die Taten und
Untaten der Götter und Heroen wurden dargeſtellt, der in den
„Hintergrund gerückte Chor machte dazu auf Flöten und kleinen
Trommeln eine für unſere Begriffe merkwürdige Muſik, nach
der ſich die ſchöngewandeten Darſteller in abgemeſſenen ernſten
oder grotesken Reigentänzen bewegten.
Die Vorführungen erſtrecken ſich in Japan über den größten
Teil des Tages. Jedes Stück dauert etwa eine Stunde, und
fünf bis ſechs Stücke werden an einem Tage geboten. Die
ein=
gelegten längeren Pauſen werden durch heitere Spiele
ausge=
füllt, in denen die gleichen Darſteller agieren. Um dieſes reiche
Tagesprogramm bewältigen zu können, bedarf es langer
Vor=
arbeit. Die japaniſchen Schauſpieler beginnen ihre Laufbahn
mit vier, fünf Jahren, ſehen jahrelang in ſtummen Kinderrollen
den Großen zu oder huſchen, durch eine ſchwarze Kapuze als
Zunüichthar”, gefennseichnet, heree nrd lagen die koſtharen
Darmſtadt, den 13. Oktober.
* Herbſtfeſt des Orih’ſchen Männerchors.
Der Orthſche Männerchor, Darmſtadt, hatte ſeine Mitglieder und
Freunde zu einer originellen Herbſtveranſtaltung eingeladen, die den
Titel führte: „Mit Graf Zeppelin durch alle Zonen‟. Der hübſche
Gedanke der die Beſucher mit unſerem ſtolzen Luftrieſen in alle Welten
führte, ſtammte von dem Vorſtandsmitglied Liebig, der dem
Männerchor ein tüchtiger Veranſtaltungsleiter iſt. Dem Rufe zu
der Zeppelinfahrt waren alle gerne gefolgt, der geſamte Vorſtand, der
Ehrenvorſitzende Herr Bitter, zahlreiche Gäſte und Freunde. Und
keiner bereute ſeine Teilnahme an dieſer Rundfahrt, die nach einer
herzlichen Begrüßungsanſprache durch den „Kapitän” des Schiffee
Lie=
big, und nach einem hübſchen Chor zunächſt nach Spanien führt,
wo L. Schaaf einige hübſche Lieder vortrug und Frl. Aenne Reiß
vom Landestheater flotte und temperamentvolle Tänze aufführte. Die
nächſte Station war in Amerika. Eine ausgezeichnete Kopie von
Pat und Patachon, von Charly Chaplin und natürlich die beliebten
Girls traten auf, und zahlreiche bekannte Schlager bekam man zu hören.
Auch im Lande des Lächelns, in Japan, klangen eine ganze Reihe
bekannter Couplets und Schlagermelodien an unſer Ohr. Das weitaus
ſchönſte und packendſte Bild war zweifellos Rußland. Hier ſang
Herr Liebig das Wolgalied, während der Chor die „Wolgaſchlepper”
zu Gehör brachte. Weiter ging die Fahrt in das luſtige feſche Wien,
man ſah das Praterrad, die vielen anderen Wahrzeichen Wiens, luſtige,
quirlenden Wiener Madels, und hörte auch hier die neueſten Schlager
und Tänze. Schließlich kam man bei einer Zwiſchenlandung nach
Darm=
ſtadt, wo auf dem „Griesheimer” die waſchechten Heiner und
Heiner=
mädchen verſammelt waren, natürlich fehlte auch Bienchen
Bimmber=
nell bei dem großen Ereignis nicht. Nach Landungen am Rhein
und Neckar bildete die Rückkehr und die Ankunft in Friedrichshafen,
wo das Deutſchlandlied geſungen wurde, in das alle Beſucher begeiſtert
einſtimmten, einen eindrucksvollen Abſchluß.
Dieſe ganz beſonders originell zuſammengeſtellte Revue, die den
Beſuchern wirklich genußreiche und fröhliche Stunden bereitete, iſt, wie
geſagt, das Hauptverdienſt des Vorſtandsmitglieds Liebig. Er wurde
durch die ſehr treffenden Bühnenbilder, die Herr Bauer mit
außerordent=
lichem Geſchick und Geſchmack in verhältnismäßig kurzer Zeit geſchaffen
hatte, aufs beſte unterſtützt. Auch die zahlreichen Mitwirkenden gaben
ihr Beſtes; man konnte die große Luſtt und Freude an deren lebendigem
Spiel in jedem Bilde bemerken. Die hübſchen Geſangsſchlager,
ins=
beſondere die ausgezeichneten Chordarbietungen des Orthſchen
Männer=
chors unter der Chorleitung des Herrn Carl Diether, fanden vollſte
Anerkennung. Der Vorſitzende des Orthſchen Männerchors, Herr
Wag=
ner, dankte anſchließend allen Mitwirkenden von ganzem Herzen,
und überreichte den Damen herrliche Blumenangebinde. Die Firma
H. Geil hatte durch paſſende Beleuchtungseffekte die einzelnen Bilder
noch unterſtrichen. Das Luftſchiff war zum Teil, beſonders mit der
Führergondel, im Vordergrund der Bühne ſichtbar. Das Publikum
ſpendete nach jedem Bilde jubelnden Beifall. Die Veranſtaltung wird
allen in angenehmer Erinnerung bleiben. Bei Tanz und froher
Unter=
haltung blieb man noch einige gemütlich= Stunden zuſammen.
— Braſilianiſches Kaleidoſkop, ein ſenſationelles Gaſtſviel im
Orpheum. Auf der Durchreiſe nach der Schweiz wird die größte
und anerkannt intereſſanteſte und erfolgreichſte Bühnenſchau, die
gegenwärtig Europa bereiſt, das ſogen. Braſilianiſche Kaleidoſkop,
unter Leitung ſeines Schöpfers, des Komponiſten Prof. W. C.
Doorlay, Rio de Janeiro, kommenden Donnerstag, der
16. Oktober, im Orpheum einige Gaſtvorſtellungen gebem
die berechtigtes Aufſehen erregen werden. Das Braſilianiſch
Kaleidoſkop beſchäftigt zurzeit rund 45 Bühnenmitwir
kende, worunter mehr, als 6 verſchiedene
Menſchen=
raſſen vertreten ſind. U. a. neuerdings 6 Neger un
Negerinnen, mehrere Indianer, Chineſen u. a. m. Der Star
des Enſembles iſt die weltberühmte indianiſche Schlangentänzerir
Saſcha Morgowa. Eine Parade fremdländiſcher
Frauen=
ſchönheit ſtellen die 20 famous Doorlay=Girls dar, di
in ihren berühmten Treppentänzen (mit gleichzeitiger
Ver=
wandlung der Dekoration) als einzigartig zu bezeichnen ſint
Fremdländiſche Prachtkoſtüme und Dekorationen in ſeltener Rie
ſenauswahl erzwingen bei jedem Zuſchauer Staunen und
Bewuy=
derung. Das Blitz=Tempo dieſer etwa 3 Stunden währenden
Dar=
bietung, die fremdländiſchen Muſikmelodien und die ſtets
wechſely=
den Bühnenbilder verſetzen den Beſchauer in einen Zuſtand von
Feſſelung und Hingeriſſenheit, wie man dies nicht wieder erleb.
Der Kartenverkauf beginnt heute bei Hugo de Waal urd
am Zeitungsſtand im Schalterraum der Hauptpo
(Kleine Gaſtſpielpreiſe.) (Siehe heutige Anzeige. Weitere
Mk=
teilungen folgen.)
Lokale Veranſtalkungen.
Die Mitgliederverſammlung des Arch.= un
Ing.=Vereins findet heute abend eine Stunde früher ſtan
(Vgl. beſ. Anzeige.)
Heſſiſches Landestheater.
— Eine würdige Jubelfeier in einfachem Rahmen hatte der
Katho=
likenverein aus Anlaß des 90. Geburtstages ſeines Ehrenmitgliedes Ph.
Streb am Sonntag, 12 Uhr, veranſtaltet. In dem hübſch mit Blumen
gezierten Vereinslokale hatte ſich der Vorſtand mit Familien
einge=
funden, worauf der Vorſitzende, Stadtrat Notar Geißner, an die
Zeiten erinneste, die der Jubilar als Begleiter des früheren Prinzen
Alexander von Battenberg an Deutſchlands und ausländiſchen Höfen
nahezu in der halben Welt miterlebte und wie er dann, in ſeine Heimat
zurückgekehrt, als Vorſtandsmitglied ſich in verdien” ller Weiſe in
dem Verein betätigte, wobei ſein allzeit heiterer, hilfsbereiter,
liebens=
würdiger Charakter ihm beſondere Wertſchätzung ſicherte. Herr
Geiß=
ner zollte dem vorbildlichen Freunde aus tiefſtem Herzen Dank mit dem
Wunſche, daß es ihm noch recht lange vergönnt ſein möge, in gleicher
Rüſtigkeit dem Verein erhalten zu bleiben. In tiefer Rührung ſprach der
Gefeierte warme Dankesworte. Konzertſtücke einer Muſikabteilung leiteten
die Feier in erhebender Weiſe ein und verſchönten die anſchließende
ge=
mütliche Unterhaltung.
Wochenmarkt=Kleinhandelspreiſe vom 11. Oktober 1930 (pro
Pfund bzw. Stück in Pfennigen); 1. Gemüſe; Kohlrabi 4—8,
gelbe Rüben 4—8 rote Rüben 8—12, weiße Rüben 8—12,
Schwarz=
wurzlen 30—50, Spinat 10—15. Rotkraut 8—12, Weißkraut 5—8,
Wirſing 6—10. Roſenkohl 30—40, Stangenbohnen 35—55. Erbſen
40. Zwiebeln 5—10, Knoblauch 80, Tomaten 20—35, Kaſtanien 20
bis 25, Feldſalat, Lattig 50—80, Endivienſalat 5—10, Kopfſalat
8—12. Salatgurken 5—40, Blumenkohl 20—80, Rettich 5—10,
Meerrettich 70—100. 2. Kartoffeln: Frühkartoffeln 250
bis 350. 3. Obſt: Pfirſiche 35—45, Tafeläpfel 25—40,
Wirt=
ſchaftsäpfel 15—25, Falläpfel 10—15, Tafelbirnen 25—35,
Wirt=
ſchaftsbirnen 15—25, Zwetſchen 35—40, Quitten 30, Trauben 30
bis 45, Nüſſe 40—50, Apfelſinen 10—20, Zitronen 4—10. Bananen
55. 4. Eßwaren: Süßrahmbutter 180—200, Landbutter 170
bis 180. Weichkäſe 30—35. Handkäſe 5—10 Eier friſche 15—17.
5. Wild und Geflügel: Gänſe 140. Hühner 100—130,
150. 6. Fleiſch und Wurſtwaren: Rindfleiſch, friſch 90
bis 100, Kalbfleiſch 120. Hammelfleiſch 100, Schweinefleiſch 130 bis
150, Dörrfleiſch 180. Wurſt 80—160, Wurſtfett 60, Schmalz.
aus=
gelaſſen 120.
Brokatgewänder der Hauptdarſteller während des Spiels in
ſchöne Falten. Dann werden ſie von einem Meiſter adoptiert,
nehmen deſſen Familiennamen an und kommen in eine ſtrenge
Schule, wo ſie außer Sprechtechnik, die ſie zu einer acht= bis
zehnſtündigen intenſiven Bühnentätigkeit befähigt, noch Tanzen,
Fechten, geſellſchaftlichen Umgang und die Fiſtelſtimmen der im
klaſſiſchen japaniſchen Drama immer noch von Männern
geſpiel=
ten Frauenrollen lernen. Der Fünfzehn= oder Sechzehnjährige
erhält ſeinen endgültigen Künſtlernamen und wird vom Vater
und dem Meiſter dem Publikum vorgeſtellt. Er muß alles
ſpielen können, einen hochgewachſenen Helden und einen ſich
duckenden Intriganten, eine blühende Achtzehnjährige und eine
grauenerregende Xantippe oder gar ein böſes Geſpenſt; und das
kann er nur durch ſeine geradezu phänomenale
Wandlungs=
fähigkeit, die in der Kunſt des Schminkens eine große Hilfe hat.
Die formal eingeſtellte Bühnenkunſt der Japaner läßt das eigene
Geſicht des Mimen verſchwinden unter einer dicken
Schmink=
ſchicht, die nach feſtſtehenden Regeln für jede Rolle beſonders
gemiſcht und aufgelegt wird. Ebenſo wird auch das Koſtüm
jeder Rolle von demjenigen Meiſter feſtgelegt, der die neue Rolle
zum erſtenmale ſpielt. Die Eigenart der Rollen erfährt oft
mehrere Generationen hindurch kaum ſichtbare Veränderungen.
Seinen perſönlichen Ausdruck kann der Schauſpieler nur in
be=
ſondere Feinheiten legen, da nicht nur die Stimmführung,
ſon=
dern auch die Art des Schreitens und der Geſte, die äußere
Er=
ſcheinung und die innere Haltung abſolut feſtſtehen und vom
Meiſter auf den Schüler vererbt werden.
In den letzten Jahren haben bedeutende Schauſpieler das
japaniſche Theaterweſen glückhaft moderniſiert, ohne ſich dem
be=
denklichen Einfluß Amerikas oder Europas zu fügen. Sie laſſen
die Frauenrollen von Frauen darſtellen, legen neue Tänze ein
und legen Wert auf ſtarklinige neuartige Dekorationen. Ihre
Darſtellungen, Kampfzenen und Tänze jedoch ſind nach wie vor
älteſtes Volksgut und werden nach den uralten ſtrengen Geſetzen
gegeben. Die mit hoher Meiſterſchaft ausgeführten Kampfſpiele
wirken wie künſtleriſch umkleidete ſportliche Leiſtungen, die von
einer primitiven, aber ſehr ſuggeſtiv wirkenden Muſik
unter=
malt werden.
Der Oſten hat von uns in den letzten Jahrzehnten ſo viel
übernommen, hier könnten wir manches für uns Nützliches
lernen; wenigſtens die japaniſche Seele werden wir tiefer zu
er=
faſſen vermögen.
„Europa” und „Bremen” im Film.
Morgenfeier im „Helia”.
Die beiden ſchönſten und ſchnellſten Schiffe der Welt, der
Stolz der deutſchen Handelsflotte und deutſchen Technik, wurden
13. Oktober Keine Vorſtellung 20—22.15 Uhr
Miſſiſſippi
G 2 Darmſtädter Volksbühn/
Gruppe III und IV
Preiſe 1—5 Mk. Dienstag,
14. Oktober 19.30—22 Uhr
45 Kabale und Liebe
Preiſe 1—10 Mk. 20—21.45 Uhr: Fatme
K2, Zuſatz=Miete Xl
Bühnen=Volksbund
Preiſe 1 20—6 Mk. Mttwoch,
15. Oktober 19—2215 Uhr
E6 Die Zauberflöte
Preiſe 1—10 Mt. 20— 22,30 Uhr
Meine Schweſter und ich
Bf. M. II 2. Pr. 1 20—6D Donnerstag,
18. Ortober 19.3 —22.15 Uhr
G 6 die Herzogin von Chicago
Preiſe 1—10 Mk. 20 Ur
Darb etungen eurhytmiſcher Kuu
Preiſe 1—4 Mk. Freitag,
17. Oktober 19.30—22 Uhr
H2 Büynen Volksbund
Kabale und Liebe
Preiſe 1—10 Mk. 20—22.30 Uhr
Meine Schweſter und ich
Zſ.=M. 10 2 Pr. 1.20—620 Samstag,
18. Oktobe 20—22 30 Uhr—
F 2 Dſt. Volks. Gr. 1—1V
Im weißen Röff!
Preiſe 0.80—8 Mk. 20.30—22.15 Uhr
K2 Bühnenvolksb. Zſ.=M.X
Fatme. Preiſe 1.20—6AIl Sonntag,
19. Oktober 19.30—22 Uhr
Heſſenland=Miete 1V1.
Ein Sommernachtstraum
Preiſe 1—10 Mk.
14.30—17 Uhr
Außer Miete. Meine Schwer
und ich. Preiſe 1.20—6 T7
20—22.30 Uhr
Volksvorſtellung:
Außer Miete. Der Waffen
ſchmied. Preiſe 1—3 Tu
— Landestheater. Wiederaufnahme „Fatme‟, Mufſ
gen, Dienstag, kommt Flotows komiſche Oper „Fatme”, eind
der ſtärkſten letztjährigen Opernerfolge, in der Inſzenierung vu
Renato Mordo (Bühnenbild: Lothar Schenck v. Trapp) mit Well
ter. Jacobs, Stralendorf, Kuhn, Vogt, Overlack, in den
Hau=
rollen zum erſten Male in dieſer Spielzeit unter muſikaliſcher Liſ
tung von Fritz Bohne zur Aufführung. — Neueinſtudierung
„Die Zauberflöte. Mozarts „Zauberflöte” wird Mit
Harre, Stralendorf, Vogt in den Hauptrollen in Szene gehen,
Arthur Maria Rabenalt und Wilhelm Reinkin
deren Neuinſzenierung des „Barbier von Sevilla” an d4
Berliner Krolloper eine lebhafte Diskuſſion in der Berliner Tag!
preſſe hervorgerufen hat, werden im Dezember d. J. in Berlin niſ
den Aufnahmen zu ihrem erſten Tonfilm beginnen.
— Spielplan=Neuheiten des Heſſiſchen Landestheaters. Do
zarts Zauberflöte” gelangt nach längerer Unterbrechuy
Mittwoch den 15. Oktober, in der vom Publikum und Preſſe 11
ſtarkem Beifall aufgenommenen Inſzenierung Ernſt Legals, mut
kaliſch neueinſtudiert durch Generalmuſikdirektor Dr. Karl Bökn
zur Aufführung. In derOper ſind weiterhin in Vorbereitung
das Kleine Haus Donizettis „Lucia von Lammermoo
ſowie für das Große Haus Wagners „Triſtan und Iſolde
und Cornelius' „Barbier von Bagdad”, im Schauſpiel
zunächſt die Erſtaufführung des Luſtſpiels „XY 3” von Klab=”
für das Kleine Haus vorgeſehen; für das Große Haus wird Fl
dinand Bruckners neues Bühnenwerk „Eliſabeth von En)
land” vorbereitet.
in der geſtrigen Morgenfeier im „Helia” im Film gezeigt. Ein
der intereſſanteſten Filmwerke, das je gedreht wurde! Darumſ
ſehr intereſſant, weil dieſer Film ſich nicht darauf beſchränkt, du
Leben an Bord in den ſchönſten Farben gemalt zu zeigen Ln
vielleicht noch die landſchaftlichen Schönheiten der angelaufer=
Gegenden, ſondern weil er — in geradezu meiſterhafter Regie
in einem Zeitraum von knapp zwei Stunden die ganze Ene
ſtehung des Schiffes, vom Beginn der Erzeugung der Span?
und Platten im Stahlwerk an bis zur Vollendung ſeiner erſ?
Reiſe zeigt. Und zwar die Herſtellung des Rieſenſchiffes in al)
Stadien ſo, daß man es erſtehen ſieht, faſt aus dem Nichts, 4I
man im lebenden Laufbild ſieht, wie ſich die Spanten fügen Li
wie aus den daran genieteten Stahlplatten, 50 Millimeter Oe.
in präziſeſter Sicherheit der eigentliche Schiffskörper ſich fügt, r.
dann dieſer in den zehn Stockwerken übereinander ſich aufbel
und jedes Stockwerk in waſſerdichten Einzelſchotten ſich aufte!
wie jeder der einzelnen Räume ſeiner Beſtimmung zugeführt w.
durch Einbau der Rieſenkeſſel und Rieſenmaſchinen, die Hunde‟
tauſende von Pferdeſtärken entwickeln, von Turbinen und Elek4)
zitätswerken etwa in dem Umfange der einer kleinen Stadt, 20
dann die fabelhafte Ausſtattung der Innenräume planmäßig
ſich geht, bis das Schiff zunächſt zum Stapellauf vollendet
Dann der Stapellauf ſelbſt, mit dem Auge des Filmappara”
geſehen, alſo von allen Seiten aus, ſo wie man es als Augenze19
ſelbſt nicht ſehen kann. Wie dann die Ausrüſtung weitergefün
wird, bis für Tauſende von Paſſagieren und die Beſatzung Wo!0
räume und gemeinſame Geſellſchaftsräume fertig daſtehen, 2.
das Schwimmbad entſteht und die Sportplätze, wie Lichtmaſchir”
und Rettungsweſen (in unkenterbaren Booten) funktionieren u"
uſw. Und dann endlich, wenn das ſtolze Bauwerk ganz vollen*
iſt, wie es „abgenommen” wie es letzten Prüfungen ſtandhal.”
muß und dann endlich, wie Poſt und Paſſagiere an Bord geh‟
wie 80 Automobile und Poſtflugzeug verſtaut werden, wie ſt!
der unmodern gewordenen Kohlen Oel an Bord gepumpt w‟
und dann die erſte Fahrt nach Amerika geht, die 7)
ebenfalls im Film miterleben kann.
Nun kommt der Widerſchein gleich einem Spiegelbild 1
intereſſanten und geſchäftigen Lebens an Bord, von der Kor
mandobrücke mit dem Commodore Johnſon und ſeinem Offizie?
ſtab über die Paſſagierdocks mit dem buntbewegten Leben bis 47
hinunter in die Maſchinenräume und dann wieder bis oben
einen Tag vor der Ankunft in New York das Flugzeug „ab?
ſchoſſen” wird und dann endlich Ankunft, Aufenthalt und Rü
fahrt.
Zu dem Film, der, ein Meiſterwerk ſelbſt, für ein Meiſterw‟
deutſchen Könnens zeugt, gab Oberingenieur Blecken=Hanno.,
illnſtrative temperamentvolle Erläuterungen.
Nummer 283
Montag, den 13. Oktober 1930
Seſte 9
Monakskalender des Aquarien-n. Terrarienvereins
„Hokkonia” Darmſtadt.
Jetzt iſt es höchſte Zeit, ſeine gleichartigen Fiſche im
Geſellſchafts=
gruarium unterzubringen, um die Ausgaben für die koſtſpielige Heizung
zur ſparen. Vor allen Dingen achte man darauf, daß immer ſauberes
Altwaſſer in den Becken iſt, dem man möglichſt in Zeiträumen von
8—10 Tagen temperiertes Friſchwaſſer zuſetzt. Iſt zuviel Mulen auf
dem Boden, ſo ſaugt man dieſen durch einen Schlammheber ab. Wer
Arhänger des Mulens iſt, mag ihn ruhig im Behälter laſſen, doch
zu=
viel von dem Zeug ſchadet und iſt der Herd mancher Fiſchſeuchen.
Gerade in den Monaten von Oktober bis Dezember iſt die Sterblichkeit
urſerer Zierfiſche am größten. Darum ſoll jeder Liebhaber beſtrebt
ſan, dieſem Maſſenſterben einen Damm entgegenzuſetzen: er ſoll allen
Arankheiten vorbeugen dadurch, daß er ſeine Fiſche naturgemäß pflegt.
Schau die Fiſche in der Natur, und du wirſt nie kranke Tiere im Waſſer
biwbachten. Darum müſſen auch wir unſeren Aquarienfiſchen einen
behälter geben, der wirklich einen Teich im kleinen darſtellt, in dem
dis ſpezifiſche und biologiſche Gleichgewicht durch die Mikroflora und
urd Mikrofauna. Flora und Fauna geſchaffen iſt. Denn Krankheiten
hugen wir vor, wenn wir die Aquarien ordentlich bepflanzen, damit
die Tiere ſtets Sauerſtoff haben. Im Winter bepflanze man nigt ſo
dicht, denn während der langen Dunkelheit entwickeln die Pflanzen
Kohlenſäure, und viele Pflanzen ſterben ab und verpeſten das Waſſer.
dre Fäulnis nimmt den wenigen Sauerſtoff aus dem Waſſer, und die
Fiſche erſticken. Der Erſtickungstod tritt aber auch dann ein, wenn die
Becken mit Fiſchen übervölkert ſind. Anfänger können nie Fiſche genug
u ihr Becken bekommen und ſind erſtaunt, morgens viele Leichen in
dernſelben zu finden. Iſt der Sauerſtoff des Waſſers verbraucht, dann
ſangen die Tiere ängſtlich an der Oberfläche und ſuchen den fehlenden
Sauerſtoff aus der Luft zu entnehmen, ſie ſchnappen und ſchnalzen
ndentlich nach ihm, die Kiemendeckel fliegen, und bald ſinkt der Fiſch
afchöpft auf den Boden. Das aufgeſperrte Maul gibt Zeugnis, daß das
Sier erſtickt iſt, und zwar durch die Unwiſſenheit, oft auch durch die
Keichgültigkeit ſeines Pflegers.
Die Sperre des Seetiertransportes iſt von nun an wieder aufgehoben.
Darum forſche der Marineaquarianer zur jetzigen Zeit, ſofern er auf
üiverſe Arten übergeht, aus der Nordſee nach Seeſtichlingen, Seewalzen
ud Seehaſen; aus dem Mittelmeer nach Lappenſternen, Aſciten,
Röh=
enwürmern und Seeſternen; dagegen Aktinien zu jeder Jahreszeit zu
rhalten und transportabel ſind. Man vermehre die Futterabgabe der
urdlichen Seetiere durch zweimal wöchentliche abwechſlungsreiche Füt=
terung, welche für die ſüdlichen dagegen beibehalten wird. Eine
Hei=
zung iſt für die Letztgenannten über 12 Grad Celſius unerforderlich.
Ganz beſonders aber halte man die mittels Durchlüftung hergeſtellte
Waſſerbewegung im Auge; nämlich je ſtärker dieſelbe iſt, um ſo ſchöner
entfaltet werden die Tiere ſein.
Die Beſitzer von Landſchildkröten ſorgen für Inſtandſetzung der
Ueberwinterungskäſten. Hierzu genügt ein Holzkiſtchen, das mit
Torf=
mull gefüllt wird. Bei einſetzendem Froſt ſetze man die Schildkröte
hinein, decke ſie mit Torfmull zu und ſtelle das Kiſtchen in den Keller,
wo es bis zum Frühjahr ſtehen bleibt. Dies gilt aber nur für die euro=
Das
Darmstädter Fahrplanbuch
(Winter-Ausgabe) ist
in allen bekannten Verkaufsstellen zum Preise von
80 Pfennig
erhältlich.
päiſche Art, die ſogenannte griechiſche Landſchildkröte. Die afrikaniſche
Landſchildkröte muß in einem warmen Zimmer überwintert werden, da
ſie nicht in einen Winterſchlaf fällt. Die Tiere, die als griechiſche
Land=
ſchildkröten auf den Markt kommen, gehören meiſt der afrikaniſchen Art
an. Man erkennt letztere an dem hohen runden Rückenſchild, der bei
der europäiſchen Art mehr flach iſt. Außerdem beſitzt die afrikaniſche
Landſchildkröte am Kniegelenk der Hinterbeine kleine hornartige Höcker.
Der Beſitz der afrikaniſchen Art bedeutet keine lange Freude, da dieſe
Tiere im Winter meiſtens eingehen, wenn ſie nicht ſehr warm gehalten
werden.
(Mitgeteilt vom Aquarien= und Terrarienverein „= tonia‟
Darm=
ſtadt. Sitzung jeden erſten und dritten Samstag im Monat, abends
8 Uhr, im Heſſiſchen Hof (1. Stock). Gäſte ſtets willkommen.) A. H.
Briefkaſten.
Jede: Anfrage iſt die letzte Bezugsgulttung beizufägen. Anenyme Haf
A
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichtrtt.
H. B. War der Mietzins auf ein Jahr bemeſſen worden, aber i
monatlichen Terminen zu entrichten, ſo hat, wenn nichts anderes
ver=
einbart iſt, die Kündigung auf den Schluß des Kalendervierteljahres,
ſpäteſtens am 3. Werktage des Vierteljahres, zu erfolgen.
E. W., Darmſtadt. Hugo Eckener iſt am 10. Auguſt 1868 in
Flens=
burg geboren. Er iſt alſo Norddeutſcher. Im Kriege war er
Inſtruk=
teur der Marine=Luftſchiffabteilung.
Tageskalender für Montag, den 13. Oktober 1930.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Keine Vorſtellung! —
Kleines Haus, 20 Uhr, G2. III und IV: „Miſſiſſippi —
Konzerte: Schloßkeller, Café Oper, Zum Datterich, Reſt.
Bender, Maxim, Sportplatz=Reſtaurant Bollenfalltor. —
Feſt=
halle: Lehrausſtellung „Technik im Heim” von 10—19 Uhr.
— Kinovorſtellungen: Union=, Helia= und Palaſt=
Licht=
ſpiele. — Städt. Saalbau, 20 Uhr: Lieder= und Arien=
Abend (2. Akad. Konzert).
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde, Hauptſynagoge.
Schlußtage des Laubhüttenfeſtes.
Montag, 13. Oktober: Vorabendgottesdienſt 5.45 Uhr.
Dienstag, 14. Oktober: Morgengottesdienſt 8.45 Uhr (Schmini=
Azeres). Abendgottesdienſt 6.25 Uhr.
Mittwoch, 15. Oktober: Morgengottesdienſt (Simchas=Thora).
Anſprache an die Jugend. Feſtesſchluß 6.20 Uhr.
Freitag, 17. Oktober: Beginn des Sabbats 5.30 Uhr.
Samstag, 18. Oktober: Morgengottesdienſt 8.45 Uhr.
Sabbat=
ausgang 6.15 Uhr.
Gebetszeiten in der Synagoge der iſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft.
Dienstag, den 14. Oktober: Schmini Azeres. Vorabend 5 Uhr
20 Min. — Morgens 8 Uhr. — Nachmittags 4 Uhr 30 Min.
Mittwoch, den 15. Oktob.: Simchas Tauroh. Vorabend 6 Uhr
25 Min — Morgens 8 Uhr. — Nachmittags 4 Uhr 30 Min. —
Feſtes=
ausgang 6 Uhr 20 Min.
Wochentags: Morgens 6 Uhr 15 Min. — Abends 5 Uhr.
Schöne Worte, tiefe Verbeugungen,
konven-
tionelle Lägen, Unnatärlichkeit . . . so sah sie
aus, die Gesellschaft um 1900. Zu ihr gehörte
die Cigarette mit Mundstück. Das glitzernde
Gold war wichtiger als der reine Tabak-
genuß. — Uns dagegen gehört die große
ge-
sellschaftliche Freiheit. Unsere Bewegungen
sind frei — ungehemmt die Unterhaltung.
Ent-
wickelt hat sich die Mode, der Geschmack.
Und wir rauchen die Cigarette ohne Mundstück!
Mundstuck
selbstserstündlich ohne
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Montag, den 13. Oktober 1930
Rummer 283
Kreistag des O. H. V. in Darmſtadt.
Geſtern fand hier der Kreistag des D.H.V. in den Räumen
des Stadtiſchen Saalbaues ſtatt. Vom Kreis Main—Neckar des
Deutſchnationalen Handlungsgehilfen=Verbands hatten ſich über
300 Vertreter der 31 Ortsgruppen eingefunden, um zu den
bedeut=
ſamen wirtſchaftlichen und politiſchen Fragen der Gegenwart
Stel=
lung zu nehmen. Die Tagung eröffnete Kreisvorſteher
Zim=
mermann. Dann erſtattete der Kreisgeſchäftsführer Klaue
den Jahresbericht, der über die gewerkſchaftliche und
ſozialpoli=
tiſche Arbeit, über Berufs= und Allgemeinbildung, über die
Jugendarbeit, die Stellenvermittlung und Wohlfahrtspflege, die
Krankenkaſſe und Kreisorganiſation und die Mitgliederbewegung
Aufſchluß gab. Der Kreis Main=Necker hatte im abgelaufenen
Jahre einen Mitgliederzuwachs von 1049 Perſonen, er umfaßt in
den 31 Ortsgruppen heute nahezu 10 000 Mitglieder. Der
umfang=
reiche Jahresbericht wurde mit Anerkennung genehmigt. Ebenſo
wurde der Rechenſchaftsbericht genehmigt und Entlaſtung erteilt.
Der Kreisvorſtand wurde in ſeiner ſeitherigen Zuſammenſetzung
wiedergewählt.
Im Mittelpunkt der Tagung ſtand der Vortrag des
Kreis=
geſchäftsführers Klaue=Frankfurt a. M. über
„Die Standesnot und ihre Ueberwindung."
Der Referent befaßte ſich zunächſt mit den wirtſchaftlichen
Huäfſd duich ichier Seialſif Auteaſchen Ne
man zu ſeinem Aufſtieg beitragen. Aber Gerechtigkeit müſſe
herr=
ſchen, den neuen Kurs der Reichsregierung müſſe er ſcharf
ver=
urteilen, da er eine antiſoziale Note verrate. Der Referent ging
Dei Wnoe de gerliſteung aus ie ſil den Gogeranfen neteft
Mittelſtand bilden. Der Berufsverband kämpfe für die durchaus
erfüllbaren Forderungen der Angeſtellten. Zu ſehr habe ſie die
Regierung noch als Stiefkinder behandelt. Die Angeſtelltenſchaft
habe durch die Rationaliſierung und die bereits durchgeführten
Gehaltsſenkungen ſchwere Opfer gebracht. Heute, bei der Arbeits=
Anlaß ſein, nunmehr eine noch weitere Verſchlechterung der
wirt=
ſchaftlichen Lage der Angeſtellten einzuleiten. Gegen die Erhöhung
der Beiträge in der Arbeitsloſenverſicherung die eine weitere
ſchwere Belaſtung bedeute, müſſe man in ſchärfſter Form
Stel=
lung nehmen, die Einführung von Erſatzkaſſen für Angeſtellte ſei
dringend zu fordern. Wohin man ſehe, herrſche heute ſchwere
Standesnot. Aber man dürfe die Hoffnung nicht aufgeben. Nur
durch geſchloſſenen Willen, durch eine ſtarke Gewerkſchaft könne
man im öffentlichen Spiel der Kräfte wirkſam werden und etwas
erreichen. Hinter der geſchloſſenen Haltung der Kollegen ſtehe der
Verband eingreifbereit. 37 Jahre der Mühe und Arbeit lägen
hinter dem D.H.V., Jahre des Aufſtiegs und Fortſchritts. Auch
für die Zukunft gelte für alle Kollegen, die ein Ehrenamt
be=
kleiden, aber auch für jedes Mitglied des D.H.V. gleich in
welchem Betrieb er ſteht, das Geſetz der Pflichterfüllung im
Be=
rufe und der Gemeinſchaft, dem Verbande gegenüber, dann werde
man auch Erfolge erringen.
Nach dieſen, mit lebhaftem Beifall aufgenommenen
Aus=
führungen wurde einſtimmig folgende
Entſchließung
angenommen: Die im Kreiſe Main=Neckar des D.H.V.
zuſammen=
geſchloſſenen 10 000 Kaufmannsgehilfen wenden ſich mit
Entſchie=
denheit gegen die im Sanierungsprogramm der Reichsregierung
erkennbare Abſicht, den notwendigen Preisabbau auf dem Wege
der Lohn= und Gehaltsherabſetzungen durchzuführen. Das Ziel
der Ankurbelung der Wirtſchaft kann durch derartige Maßnahmen
nicht erreicht werden. Es kommt darauf an, neue
Abſatzmöglich=
keiten zu ſchaffen, um der Wirtſchaft einen Auftrieb zu geben.
Darum iſt es notwendig, die Preiſe unter voller Aufrechterhaltung
und möglichſter Stärkung der Kaufkraft der Arbeitnehmer zu
ſen=
ken. Der Kreistag fordert die Reichsregierung auf, unter vollſter
Ausnutzung der ihr durch die Kartellverordnung gegebenen
Be=
fugniſſe gegen die willkürlichen Preisbindungen in der Wirtſchaft
vorzugehen.
Das gegenwärtige Ausmaß der Arbeitsloſigkeit macht nach
Anſicht des Kreistages grundlegende Aenderungen im Aufbau der
Arbeitsloſenverſicherung notwendig. Es iſt auf die Dauer nicht
tragbar, daß die Angeſtelltenſchaft, in deren Reihen es heute über
300 000 Stellenloſe gibt, in eine ſtarre Einheitsverſicherung
hinein=
gepreßt wird, die ihren beſonderen Bedürfniſſen in keiner Weiſe
Rechnung trägt. Der DH.V. fordert darum die Möglichkeit der
Einführung von Erſatzkaſſen für Angeſtellte, die den
Berufsbedürf=
niſſen beſſer gerecht werden können. Gegen die Heraufſetzung der
Beiträge der Arbeitsloſenverſicherung auf 6½ Prozent erhebt der
Kreistag ſchärfſten Widerſpruch.
Die Verſammelten fordern den D.H.V. auf, in Wahrung der
berechtigten Intereſſen der Kaufmannsgehilfen alle Angriffe auf
das feſte Monatsgehalt der Angeſtellten zurückzuweiſen. Das
Ein=
kommen der Kaufmannsgehilfen, das bereits vor dem Eintritt der
Wirtſchaftskriſe durchaus unzureichend war, iſt durch Beſeitigung
von Leiſtungszulagen, Herabgruppierungen und untarifliche
Be=
zahlung ſchon ſo geſchmälert, daß die Beſeitigung des feſten
Monats=
gehalts das Verſchwinden des beſonderen Angeſtelltenſtandes über=
haupt bedeuten würde. Das Vorhandenſein einer gehobenen
lei=
ſtungsfähigen Angeſtelltenſchicht iſt aber ſowohl im wirtſchaftlichen
wie im allgemeinen ſtaatspolitiſchen Intereſſe ein unbedingtes
Er=
fordernis.
Anſchließend ſprach Gaubildungsobmann Martens über
Bildungs= und Jugendfragen; weiter wurden noch
or=
ganiſatoriſche Fragen behandelt. Den Abſchluß der Tagung
bil=
dete ein Schlußwort des Gauvorſtehers Auerbach=Frankfurt,
der darauf hinwies, daß die ſich im Youngplan feſtgeſetzten
Re=
parationslaſten als zu hoch erwieſen haben und durch die
Sen=
kung des internationalen Preisniveaus um 10 Prozent geſtiegen
ſind. Zur Ueberwindung der ungeheuren Arbeitsloſigkeit würde
wahrſcheinlich eine generelle Kürzung der Arbeitszeit notwendig
werden. Eine betriebsweiſe Verkürzung der Arbeitszeit mit
gleichzeitiger Gehaltsſenkung ſei jedoch abzulehnen. Der D.H.V.
habe ſtets ſeine Arbeit unter große ideale Geſichtspunkte geſtellt
und hoffe, auch die gegenwartigen Nöte durch unermüdliche Arbeit
im gleichen Maße zu überwinden.
Ein Feſtabend
fand im Anſchluß an dieſe Tagung in dem überfüllten Städtiſchen
Saalbau ſtatt. Es war eine erleſene Vortragsfolge
zuſammen=
geſtellt. Den muſikaliſchen Teil hatte das Orcheſter ehemaliger
Militärmuſiker, unter perſönlicher Leitung des Obermuſikmeiſters
a. D. M. Weber, übernommen der, ſturmiſch begrüßt, mit
einem flotten Armeemarſch den Abend einleitete. Nach einem
weiteren Muſikſtück aus der Oper „Die Meiſterſinger”, trug der
Männerchor von D.H.V. Frankfurt a. M. und Darmſtadt, unter
gemeinſamer Leitung des Dirigenten Gg. Späth=Darmſtadt,
tonſchön das wundervolle Weihelied von Mozart vor. Der
Ver=
trauensmann der Ortsgruppe Darmſtadt, Herold begrüßte die
Feſt=
teilnehmer in herzlichen Worten. Nach ſauren Wochen beſtehe die
Berechtigung, auch frohe Feſte zu feiern, und ſo wolle man im
Kreiſe der Kollegen einige ſchöne Stunden verbringen. Als
Ver=
treter des Herrn Oberburgermeiſters hieß er Herrn Dr. Zeiger
von der Städtiſchen Handelslehranſtalt beſonders willkommen,
ferner die Herren des Kreisvorſtandes und alle Mitglieder und
Freunde. Er gab dann einen kurzen Ueberblick über die
Entwick=
lung des D.H.V., in dem heute weit über 400 000 Mitglieder
zu=
ſammengeſchloſſen ſind. Schließlich verwies er auf den Tag der
33. Wiederkehr der Gründung der Ortsgruppe Darmſtadt im
D.H.V., den man heute begehe. Im D.H.V., der bekanntlich nur
männliche Mitglieder führe, finde ſich die Schwungkraft der
Jugend und die Erfahrung des gereiften Alters zuſammen. Er
wünſchte dem D.H.V. einen weiteren glücklichen Aufſchwung.
Dr. Zeiger ſprach im Namen der Stadt und übermittelte
die beſten Wünſche des Oberbürgermeiſters und des Kollegiums
der Handelslehranſtalt. Dieſe Anſtalt arbeite eng zuſammen mit
dem D.H.V. inſofern, als ſie dieſelben Ziele verfolge:
charakter=
feſte, tüchtige Kaufleute mit wirtſchaftlicher und gediegener
kauf=
männiſcher Berufsbildung heranzuziehen.
Gauvorſteher Auerbach=Frankfurt a. M. beleuchtete in
ſeiner Ausſprache zunächſt die politiſche und wirtſchaftliche Lage
in Deutſchland. Heute gelte es, Einigkeit im Willen nach
Frei=
heit und Größe zu ſchaffen, der Einzelne trete zurück hinter dem
Macht= oder Gemeinſchaftswillen. Er kam auf die Leiſtungen
moderner Technik zu ſprechen und auf die Kunſt der
Menſchen=
behandlung und =führung. Er erinnerte weiter an das gewaltige
Aufflammen des heroiſchen deutſchen Menſchen und des nationalen
Hochgefühls im Auguſt 1914, erinnerte an das gewaltige Ringen
des deutſchen Volkes während der Kriegsjahre und an die
fol=
genden Jahre des Niederganges und mahnte eindringlich an
Ein=
kehr und Einſicht, um die Wendung zum Beſſeren zu erreichen.
Jedem Deutſchen erwachſe eine ſchwere Aufgabe, die er zu erfüllen
habe, die deutſche Frau, deren Platz im Hauſe und in der Familie
ſei, ſei die berufene Hüterin der ſeeliſchen und ſittlichen Kräfte,
auch ſie muß zu ihrem Teile am Aufſtieg helfen. In die Herzen
der Jugend müſſe die Vaterlandsliebe gepflanzt werden.
Der D.H.V. wolle das Seine dazu beitragen, die jungen deutſchen
Männer mit Berufsſtolz und ſtarkem Lebenswillen zu erfüllen,
er wolle helfen, die Jugend zu ſtählen und wolle ihr ein
leuch=
tendes Symbol von Freiheit, Macht und Größe unſeres Volkes und
Vaterlandes aufrichten. Das ſeien die hehren Bildungsziele und
kulturellen Aufgaben, die der D.H.V. in unſerer großen
Zeiten=
wende an der Kaufmannsjugend habe. Wie es die
Standesvor=
kämpfer vor dreißig und vierzig Jahren taten, die ſich vor der
Not nicht fürchteten, ſondern ſie mutig und entſchloſſen
bekämpf=
ten, ſoll es auch heute noch ſein, auch heute möge man auf eigene
Kraft vertrauen, und die Worte, die einer der erſten Führer,
Richard von Pein, ein Jahr nach Gründung des Verbandes 1894
ausgeſprochen habe, mögen auch heute noch gelten: „Den
Ver=
zweifelten friſchen Mut, den Verzagenden neue Hoffnungen und
den Hoffnungsfreudigen die feſte Zuverſicht des Gelingens
ein=
zuflößen, muß unſere vornehmſte Aufgabe ſein.”
Begeiſtert wurde nach dieſen Ausführungen das
Verbands=
lied „Auf, deutſche Brüder” gemeinſam geſungen. Im weiteren
Verlauf der Vortragsfolge erfreute der Deutſche Mandolinen= und
Gitarrenſpieler=Bund, Ortsgruppe Darmſtadt, unter Leitung des
Kammermuſikers Kreß mit ſehr guten Muſikvorträgen, die
Turnergilde im D.H.V. Frankfurt a. M. führte ſchwieriges Boden=
und Barrenturnen vor. Die erſtaunlichen Leiſtungen der
ge=
wandten und kraftvollen Turner fanden mit Recht lebhafte
An=
erkennung. Allen Darbietungen wurde dankbarer Beifall gezollt.
Ein Feſtball beſchloß den harmoniſch verlaufenen Feſtabend und
damit die Tagung des Kreiſes Main=Neckar im Deutſchnationalen
Handlungsgehilfen=Verband.
Einnahmen und Ausgaben der weiblichen
Angeſtellken.
Anläßlich einer Tagung ſeiner ſatzungsmäßigen Körperſchaften
in Breslau veranſtaltete der Verband der weiblichen Handels=
und Büroangeſtellten eine von allen maßgebenden Behörden und
Körperſchaften beſuchte Kundgebung. In ihrem Mittelpunkt ſtand
ein Vortrag der Verbandsvorſitzenden Katharina Müller über die
wirtſchaftliche Lage der Angeſtellten, in dem ſie die
Einkommens=
verhältniſſe, die Ausgaben ſowie die Arbeitsbedingungen
beleuch=
tete und das Vorurteil zu zerſtreuen ſuchte, als ob die
berufs=
tätige Frau in Handelsbetrieben oder in Büros es beſonders gut
habe. Zunächſt ſei bemerkt, daß die Zahl der verheirateten,
ver=
witweten oder geſchiedenen Angeſtellten ſehr gering iſt, weit über
neun Zehntel ſind ledig. Nach einer Umfrage, die vor einiger
Zeit unter den Angeſtellten erhoben wurde und die rund 25 000
Perſonen beantworteten, bezieht mehr als die Hälfte ein Gehalt
zwiſchen 101 und 200 RM. und gegen 18 v. H. haben ein
Gehalts=
einkommen von 201—300 RM., nur 3,4 v. H. gelangen darüber.
Das ſind aber Bruttogehälter. Davon gehen die Pflichtbeiträge
für Kranken= Angeſtellten=, Arbeitsloſenverſicherung ſowie die
Lohnſteuer ab. Unter Einbeziehung der Ledigenſteuer und bei
einem Arbeitsloſenbeitrag von 6½ v. H., wie er jetzt verordnet iſt,
hätte eine Angeſtellte mit 150 RM. Einkommen einen Abzug von
19,55 RM., eine ſolche mit 180 RM. einen Abzug von 24,85 RM.,
bei 225 RM. Monatseinkommen 34,60 RM. Kirchenſteuer,
Ver=
bandsbeiträge und dergleichen ſind nicht einbegriffen, ebenſo nicht
freiwillige Verſicherungen. Eine alleinſtehende Angeſtellte in
Großſtädten kann mit dem verbleibenden Einkommen ſich kaum
über Waſſer halten, da ſie auf das teuere möblierte Zimmer und
mindeſtens für das Mittageſſen auf das Gaſthaus angewieſen iſt.
Etwas niedriger mögen die Ausgaben in Mittel= und Kleinſtädten
ſein, dafür ſind aber auch die Gehälter niedriger. Man denke
weiter daran, daß mit dem Berufe Anforderungen an Kleidung
verknüpft ſind, die an andere Erwerbstätige nicht geſtellt werden.
Ein großer Irrtum iſt ferner die Anſicht, als ob die ledigen
Angeſtellten das geſamte Einkommen für ſich zur Verfügung
hätten. Groß iſt die Zahl derer, die rechtliche oder moraliſche
Unterſtützungsverpflichtungen haben. Unter den 25 000 Perſonen,
die den oben genannten Fragebogen durch Vermittlung des
Ver=
bandes der weiblichen Handels= und Büroangeſtellten beantwortet
haben. berichten über 7000 überhaupt und davon 6200 Ledige von
Unterſtützung an Angehörige; dabei iſt eine Zuwendung von
weniger als 100 RM. jährlich nicht als Unterſtützung gerechnet.
Die Unterſtützungen werden zum größeren Teil geleiſtet an Eltern
oder einen Elternteil, meiſt die Mutter, dann auch an Geſchwiſter
für deren Unterhalt oder Ausbildung, hier und da auch an
an=
dere Verwandte.
Darum können zahlreiche Angeſtellte keine Erſparniſſe machen,
ſondern müſſen ſich ſtark einſchränken.
Aa. Eberſtadt, 10. Okt. Vom Standesamt. Nach den
Auf=
zeichnungen des Standesamtes betrug im Monat September die Zahl
der Geburten 14, und zwar kamen neun Knaben und fünf Mädchen zur
Welt. Die Zahl der Eheſchließungen betrug vier. Todesfälle kamen
drei vor. — Preisabſchlag. Die hieſige Bäckerinnung hat den
Brotpreis ſeit Beginn der Woche um 6 Pfennig für den Laib
herab=
geſetzt. Auch die Metzgerinnung hat einen Abſchlag in den Fleiſch= und
Wurſtpreiſen eintreten laſſen.
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— Traiſa, 13. Okt. Kreiskonferenz. Am kommenden
Sonntag, den 19. d. Mts., vormittags, findet im Gaſthaus „Zur
Krone” hier die Herbſtkonferenz des Reichsbundes der
Kriegs=
beſchädigten und Kriegerhinterbliebenen, im Kreiſe Darmſtadt
ſtatt. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert, daß alle
Orts=
gruppen die ihnen zuſtehende Anzahl Delegierter beſtimmt
ent=
ſenden. Ueber das derzeit beſonders aktuelle Thema „Die
Not=
verordnung und ihre Auswirkungen auf die Verſorgung der
Kriegsopfer” wird ein eingehendes Referat gehalten werden.
G. Ober=Ramſtadt, 11. Okt. Klein= und
Sozialrent=
nerfürſorge. Am Mittwoch, den 15. Oktober, vormittags
von 8—12 Uhr, werden die Bezüge der Klein= und Sozialrentner
für den Monat Oktober bei der Gemeindekaſſe ausgezahlt. —
Theaterabend. Am Sonntag, den 26. Oktober veranſtaltet
die Turngeſellſchaft 1900 im Schützenhofſaal einen Theaterabend,
bei welchem ein Volksſtück, und zwar: „Sieben Bilder aus dem
Leben Friedrich Ludwig Jahns, eines deutſchen Volksmannes
Schickſalsweg” (Verfaſſer Willy Reeg) zur Aufführung kommen
wird.
— Roßdorf. 11. Okt. Von beſonderem Intereſſe dürfte es für
die Geſamtbevölkerung von Roßdorf ſein, daß heute Montag im
Saale des Gaſthauſes „Zur Sonne” abends ein Vortrag der Heag
ſtattfindet, welcher die verſchiedenen Anwendungsmöglichkeiten
der Elektrizität in Haushalt, Gewerbe und Landwirtſchaft
behan=
delt. Redner iſt wieder Herr Albert Heß. Mit dem Vortrag iſt
eine Freiverloſung verbunden; außerdem Filmvorführungen in
Verbindung mit Schallplattenkonzert.
Ch. Hainſtadt, Kr. Erbach i. Odw., 10. Okt. Die
Kartoffel=
ernte geht ihrem Ende entgegen. Der Ertrag iſt durchſchnittlich gut,
ſo daß Abſatzmöglichkeiten gefunden werden müſſen. Die Preiſe
be=
wegen ſich zwiſchen 2—3 Mark. — Am Sonntag, den 5. d. M., fand auf
dem bieſigen Schießſtand ein Schießen des Klein=Kaliber=Schützen=
Ver=
eins ſtatt. Die Beteiligung war wegen des regneriſchen Wetters ſchlecht.
Vereinheiklichung im ländlichen
Genoſſenſchaftsweſen.
Am 11. Oktober tagten gleichzeitig die Verbände und Zentro
geſchäftsanſtalten der ländlichen Genoſſenſchaftsorganiſationen
Frank=
furt a. M. und Wiesbaden in der Feſthalle in Frankfurt a. M.
Di=
vorgelegten Rationaliſierungs= und Verſchmelzungsverträge ſowie di
Satzungen wurden beiderſeits einſtimmig angenommen. Durch dieſ
Beſchlüſſe iſt bereits eine Teilrationaliſierung im rhein=mainiſchen
Wirt=
ſchaftsgebiet erfolgt. Es vereinigen ſich die beiden Verbände (Raiffeiſem
Verband Frankfurt a. M. und Verband der naſſ. landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaften Wiesbaden) mit der Firma „Ländlicher
Genoſſenſchafts=
verband — Raiffeiſen e. V” unter der Führung des Verbandspräſidem
ten Dr. Nolden. Die Genoſſenſchaftsbank für Heſſen=Naſſau bilde
zuſammen mit der Genoſſenſchaftsbank=Raiffeiſen die „
Genoſſenſchaf=
liche Zentralkaſſe” e. G. m. b. H., während die Raiffeiſen=
Hauptgenoſſer=
ſchaft und die Landwirtſchaftliche Zentralgenoſſenſchaft Wiesbaden ſic
zuſammenſchließen zur „Landwirtſchaftlichen
Hauptgenoſſenſchaf-
e. G. m. b. H. Alle drei Inſtitute haben ihren Sitz in Frankfurt a. M.
Die geſamte Organiſation umfaßt nunmehr rund 950 Genoſſer
ſchaften.
Le. Groß=Umſtadt, 11. Okt. Aus dem Gemeinderat. E
wurden in der geſtrigen Sitzung folgende Beſchlüſſe gefaßt: 1. Von der
Wohlfahrtsmarken ſollen 50 Stück zu je 12 Pfg. und 100 zu je 20 Pfg
angekauft werden. 2. Der Rhein=Main=Turn=Gau beabſichtigt, im
Ra=
bacher Tal in der Nähe der Knollenmühle, dicht am Walde, ein größere
Jugendwanderheim zu errichten. Die Gemeinde genebmigt das
Baz=
geſuch. Sie übernimmt ferner die erforderlichen Planierungsarbeiten
ſowie die Herſtellung des Rohrgrabens, jedoch ohne Lieferung des Mat.. 3. Das Baugeſuch der Marie Döppel, Raibacher Tal, um
Erric=
tung einer Autogarage nebſt einem Tanzſaal wird genehmigt. 4.
Ebey=
ſo erhält das Baugeſuch des Auguſt Landzettel um Errichtung eing
neuen Einfriedigung an ſeinem in der Mühlſtraße gelegenen
Wohnhar=
die Genehmigung. 5. Gegen die Anlage von unterirdiſchen
Telegraphey=
leitungen in verſchiedenen Ortsſtraßen hat der Gemeinderat nichts ei
zuwenden. 6. Dagegen ſoll gegen die Verfügung des Kreisamtes
Di=
burg vom 11. 9. 30 betr. Erhebung von Mahn= und Pfändungsgebühre
bei den Gemeinde=, Kreis= und Provinzialumlagen Einſpruch erhober
werden bei dem Herrn Miniſter des Innern. 7. Die Märkte i. J. 1930/
ſollen an folgenden Tagen ſtattfinden: 1. am 15. 9. 32 Pferde=, Fohler,, I. E
Faſel= und Zuchtviehmarkt, 2. am 7. 11. 32 Krämermarkt, 3. am 12. 1.u iſnige
32 Weihnachtsmarkt. 8. Die diesjährige Obſtverſteigerung wird gene/=Aterung 3
migt. 9. Das Grundſtück Fl. 25 Nr. 2 in der Semder Gemarkung wi düis ſu der
dem Georg Müller 30. in Semd auf 12 Jahre gegen eine jährliche Packnncht
ab=
von 15 Mark verpachtet. 10. Die Lieferung eines neuen Ofens für Ee0 —Id
Stadtkaſſe wird ausgeſchrieben. 11. Die Herſtellung von Kreisſtraßen
abfahrten durch Pflaſterung wird erneut abgelehnt. 12. Beim KreisauySNS
ſoll die Genehmigung von Baudarlehen zur Herſtellung von 10 Klei, Mri aug
wohnungen erwirkt werden. 13. Die Anwohner der Hügel= Schwaneu /Hien eiege.
Enten=, Brunnen=, Rodenſteiner=, Wall= und unteren Marktſtraße ſowelltz des G
die Anlieger am Stadtgraben, ſoweit ſie an die Kanaliſation angeſchlr m die Spie
ſen ſind, müſſen ab 1. 10. 29 Kanalbenutzungsgebühr bezahlen. 14. Dem 13:1 P.
Firma Dr. Anton u. Comp., Groß=Zimmern, ſoll 20 000 Stück Eiſe 3/n Kamp
klinker, das 1000 zu 119 Mark. liefern.
b. Erbach, 11. Okt. Beſitzwechſel. Das Hornſche A.0 denu et
weſen in der Grabenſtraße iſt heute zum Preiſe von 16 000 Rmſch Autz vor,
an Herrn Friedrich Eich 4. in Fa. Georg Eich 2.=Erbach überg.Amtia
gangen. Die Familie Eich betreibt hier ſeit Generationen eiicie im 0.0 Holzdreherei (Spezialität Spunden und Querſcheiben
und wird ihre Geſchäftsräume in den Hinterbau des Anweſens, s0 üer M
dem ſeither Fortbildungsſchulklaſſen untergebracht waren,
v=
legen. Die Diamantſchleiferei, die ſchon ſeit langen Jahren „. Ni
Obergeſchoß des Anweſens betrieben wird, wird auch für echim unt
Folge dort bleiben. — Die Meiſterprüfung vor der Hardwe 13.
werkskammer Darmſtadt beſtanden aus Erbach Georg Ewadweſhlagen
Schloſſer, und Wilhelm Engelhardt, Zimmermann. — Selb im der Fre
morde. Im Jahre 1929 ſtarben durch Selbſtmord im Krec=
Erbach 7 Perſonen, darunter 3 Frauen. — Verkehrsu
fälle. Der Kreis Erbach weiſt mit 10 Verkehrsunfällen in di
Zeit vom 1. April bis 30. Juni 1930 die niedrigſte Ziffer der Py
vinz Starkenburg auf. Bei den Unfällen wurden 10 Perſonen v c ol.
Wr, der i
letzt. Menſchenleben waren nicht zu beklagen.
Bn. Aus dem Neckartal, 11. Okt. Eingleiſiger Verke 40 w
auf der Neckartalbahn. Wegen Gefährdung einer Stückmau m VR.
infolge Bergrutſches mußte ein Gleis, der Strecke Schlierbach-Neck eiſt
gemünd der Neckartalbahn Mannheim-Würzburg bis auf weiteres
ſperrt und eingleiſiger Betrieb eingerichtet werden. Der durchgeher)
Verkehr wird voll aufrecht erhalten. Es handelt ſich hier um eine Stele en vot
zwiſchen der orthopädiſchen Klinik und dem Kümmelbacher Hof, 270pum
allgemein unter dem Namen „Gumpental” bekannt iſt. Früher I Wblättler 1
dort ein Steinbruch im Betrieb und wurde ſpäter die neue „Wad2” ſeim.
ſtraße”, welche von der „Aue” herkommt, hindurchgelegt. An cheinellt fürth d
kommen hier lagernde größere Geröllmengen, die von dem Straßenk/=wolle Pu
herrühren, in Betracht. Die Eiſenbahnverwaltung iſt damit beſchäft Anung
be=
die drohende Gefahr zu beſeitigen, läßt aber zur Verhütung von evn
tuellen Unfällen die gefährdete Stelle ſcharf bewachen. Die Züge er!
ten zum größten Teil geſtern nachmittag nicht unerhebliche Verſpät -den
gen, oft bis zu einer Stunde, die auch heute noch nicht aufgehört habn.
— Tagung des badiſchen Waldbeſitzerverbandes.
Neckargemünd eröffnete geſtern Herr Bürgermeiſter Diplom=Kaufmall.
Müßig=Neckargemünd in Anweſenheit der Herren Vorſtände der bei 2/at
badiſchen Forſtämter Neckargemünd und Schönau in Neckargemünd ſo 0
des Herrn Oberforſtmeiſters Krutina aus Heidelberg und einer Anz9
von Bürgermeiſtern des Bezirks ſowie der Forſtſchutzbeamten im By/ 19.
gerſaal mit einer Begrüßung die Verſammlung des badiſchen Wcd
beſitzerverbandes, worauf Herr Forſtaſſeſſor Nücker aus Heidelberg, p. Lußz
derzeitige Leiter des Waldbeſitzerverbandes, die Anweſenden über ſ94 mm
derzeitige ſchlechte Lage des Holzmarktes unterrichtete. Redner füEtMdenſpie
aus, daß leider die Ausſichten für das kommende Jahr als recht tr berüſußten
zu bezeichnen ſeien. Schuld hieran trage in erſter Linie die Waldwu
ſchaftskriſe, die Ueberproduktion ſowie die hohen Arbeitslöhne Sterr:”, der 9
und Soziallaſten. Ueberall müſſe Vereinfachung und Abbau Platz g1—
fen. Wenn auch die Gemeinden und manche Privatwaldbeſitzer zu7 1
Holzeinſchlagen einer gewiſſen Holzmenge gezwungen ſind, ſo ſoll Mtn
Einſchlag doch auf das allernotwendigſte beſchränkt bleiben. Von auEu en
ordentlichen Holzhieben möge unter allen Umſtänden Abſtand gen ur Miſe
men werden, da bei den jetzigen Preiſen doch kaum etwas übrig bler 290
wird. Anſchließend gab der Vortragende einen kurzen Ueberblick 1jen
den in= und ausländiſchen Holzmarkt. In der Hauptſache ſei es Rf)S,,,,0
land, welches in der letzten Zeit als großer Lieferant, insbeſondere
Papierholz. auftrete. Sodann verbreitete er ſich über die Abſatzmög/4;
keiten einzelner Holzarten wie Gruben= Kiſten= Schwellen=, Laub= —:
Nadelſtamm= ſowie Eichengerbholz. Beſonders empfohlen wurde
Einigkeit der Verkäufer und eine einwandfreie Ausſortierung des Such
zes. Ein von der Reichsbahnverwaltung zugeſagter verbilligter Trc.sD
porttarif könne zur Preishebung etwas beitragen. In der ſich V
ſchließenden Ausſprache machten die Herren Forſträte v. Schauenb?
und Fürſtenwerth aus Neckargemünd und Herr Oberforſtmeiſter Kru4
7
noch auf verſchiedene einſchlägige wichtige Punkte aufmerkſam.
Lebensrettung. Maurer Schneckenberger von Kleingemünd.
obachtete geſtern beim Angeln am Neckarufer, wie ein ungefähr 4 Jcl
alter Knabe von einer in der außer Dienſt geſtellten alten Fähre 7.
lenden Kinderſchar über Bord ins Waſſer ſtürzte. Durch ſein tate 7M
tiges, entſchloſſenes Zugreifen konnte er den im hochgehenden Nel
bereits ſchon abtreibenden Knaben noch rechtzeitig vom ſicheren Tode /0
Ertrinkens retten.
Nen=Iſenburg, 12. Okt. Das Feſt der goldenen Hochz
begehen am Dienstag, den 14. Oktober, die Eheleute Lehrer i.
Gg. Reeg.
Offenbach, 12. Okt. Großfeuer in Offenbach. Sonz0
nachmittag brach in der Halle einer Althandlung im Hafenlager Feſ.
aus, das die große Halle mit den großen Vorräten an Papier, Lum?
Knochen uſw. vernichtete. Den Bemühungen der Feuerwehr gelang”
ein Uebergreifen des Feuers auf ein in der Nähe befindliches Ben”
lager zu verhüten, ſo daß ein größeres Unglück verhindert wea‟
konnte. Der Brand konnte erſt in den Abendſtunden zum Erlöf z
gebracht werden.
Weikerbericht.
Die Warmluftwelle des franzöſiſchen Tiefausläufers hat uns ben
im Laufe des geſtrigen Tages überquert und dabei enhaltenden Ri.
verurſacht. Nunmehr wird ſich die Rückſeite der heute morgen über
Nordmeer liegenden Störung auswirken, ſo daß ſich das Wetter
nächſt etwas wechſelhaft geſtaltet. Durch das Vordringen der Kal.”
wird ſich vorübergehend Bewölkung zeigen, jedoch tritt auch AufHen
rung ein. Die Temperaturen, die im allgemeinen etwas zurucge
werden zwiſchen Tag und Nacht wieder ſtärkere Gegenſätze erfak”.
Ausſichten für Montag, den 13. Oktober 1930. Stellenweiſe F*
nebel, ſonſt teils heiter, teils wolkig, etwas kühler, keine oder nur
ganz vereinzelt leichte Schauer.
Ausſichten für Dienstag, den 14. Oktober 1930. Keine weie
Aenderung der Wetterlage.
Rummer 283
Montag, den 13. Oktober 1930
Seite 5
Die Punktekämpfe im
leringer Spielbekrieb am 12. Okkober.
In Süddeutſchland traten am zweiten Oktoberſonntag nur 32
ſu den 64 Bezirksligamannſchaften in Aktion. Es waren zwar
ſuch einige Spiele mehr angeſetzt, jedoch fielen dieſe der ſchlechten
füterung zum Opfer. In der Gruppe Saar gab es kein Spiel.
ſöir hat der FK. Pirmaſens erſt vier Spiele abſolviert, und es
ſütnicht abzuſehen, wie er aus ſeiner Terminnot herauskommen
1 — In den übrigen Gruppen hat das Gros der Vereine
be=
ſees die Spiele der erſten Serie hinter ſich. In der Gruppe Main
lionte auch diesmal der ſüddeutſche Meiſter Eintracht Frankfurt
eien Siegeszug fortſetzen, er ſchlug Rot=Weiß Frankfurt auf dem
ütze des Gegners vor 12 000 Zuſchauern 6:3 (4:1) und hat
da=
lui die Spiele der erſten Serie ungeſchlagen mit 33:6 Treffern
m 113:1 Punkten beendet. Der Fußballſportverein Frankfurt,
ſpet Kampfkraft ſich wieder zuſehends hebt, rückte durch ſeinen
nörnau erzielten 2:0=Sieg über den FC. 93 Hanau auf den
drit=
li Platz vor. — In Heſſen blieb die mit 11:1 Punkten führende
Grmatia ſpielfrei. Der Tabellenzweite, Alemannia Worms,
ſüte im 0:0=Spiel gegen SV. 98 Darmſtadt einen Punkt ein.
5 Wiesbaden verbeſſerte ſeine Poſition etwas durch einen 2:0 über Mainz 05. — Die Gruppe Rhein hatte nur ein, dazu
ſw belangloſes, Spiel auf der Tagesordnung. Der Neuling
Müihheim unterlag erwartungsgemäß auch gegen Sandhofen, und
Jur 0:3. — In der Gruppe Baden fiel das Spiel zwiſchen dem
Aneſchlagen führenden Karlsruher FV. und Phönix Karlsruhe
hu.! Der Freiburger FC., der jetzt langſam wieder nach vorn
ſumt, aber ſchon acht Verluſtpunkte hat, beſiegte den Neuling
05. Karlsruhe, 4:2. — Württembergs Hauptereignis war, das
ättgarter Lokalderby zwiſchen VfB. und Kickers. Das Spiel
nete mit einem 0:0, und der lachende Dritte war der FC.
Pforz=
ſher, der jetzt zwei Punkte Vorſprung vor dieſen Mannſchaften
un vor Union Böckingen hat. Böckingen ſiegte im Lokaltreffen
ſen VfR. Heilbronn 4:1. — Eine kräftige Ueberraſchung gab es
ſoder in Nordbayern, wo die von Spiel zu Spiel beſſer werden=
M Würzburger Kickers gegen den 1. FC. Nürnberg ein
Unent=
äden von 1:1 herausholten. Die Sp.Vg. Fürth hat damit ihren
ſchſprung vor dem „Club” auf drei Punkte ausgedehnt. Die
eblättler kamen aus Bayreuth mit einem bemerkenswerten 4:0 heim. Im Wettbewerb um den dritten Platz ſicherte ſich der
ſc. Fürth durch ſeinen 3:1=Sieg über den ASN. Nürnberg zwei
wtvolle Punkte. Die Gruppe Südbayern erlebte ihre
Ueber=
ſchung bereits am Samstag mit dem 2:1=Sieg von Wacker Mün=
G über München 1860. Profitiert hat davon am meiſten
ſteern München. Die Bayern fertigten am Sonntag in einem
iſten Kampf Schwaben Augsburg 2:1 ab und haben nun als
ſchellenführer vier Punkte Vorſprung vor Schwaben Augsburg.
Etonia München und Jahn Regensburg trennten ſich mit einem
Untſchieden von 2:2.
SV. 98 Darmſtadk-Alemannia Worms 0:0.
Trotz der großen niedergegangenen Regenmengen war der
At am Böllenfalltor in gutem Zuſtand, ſo daß das letzte
Vor=
üdenſpiel glatt zur Durchführung kommen konnre. Allerdings
ſenflußten die Witterungsverhältniſſe den Spielverlauf ſehr
. Der Regen, der während der geſamten Spieldauer anhielt,
ſte bald den Ball derart glatt und ſchwer gemacht, daß eine
1ſuue Ballkontrolle nahezu unmöglich war. Beide Sturmreihen
mten ſo auch nie zu einem ſyſtematiſchen Zuſammenſpiel ge=
Ichen. Faſt jeder Angriff blieb ſchon an der gegneriſchen
Läu=
geihe hängen, wodurch das Spiel im Mittelfeld ſtark überwog.
1 .ſa allerdings einmal die Stürmerlinie durch, dann gab es,
ver=
mßt durch die erſchwerte Ballberechnung, gefährliche Momente
nStrafraum. Wenn das Spiel trotzdem 0:0 ausging, ſo iſt
nit ſchon geſagt, daß auf beiden Seiten das Abwehrtrio
vor=
rliche Arbeit leiſtete. In der Tat waren bei beiden, Mann=
Aiten die Verteidiger und die Torhüter, die beſten Leute. Ganz
1ſch war beſonders der Alemannentorwächter, der gleich zu Be=
Am zwei ſchwere Bälle gerade noch auf die Torlatte bannte, wäh=
1ch auf der anderen Seite Bärenz, der zuerſt einen nicht ganz
ſhren Eindruck machte, in der Schlußphaſe des Spieles zuerſt
10h energiſches Herauslaufen und wenig ſpäter bei einer
Robin=
ade faſt ſichere Torerfolge der Gäſte verhinderte. Damit ſind
Rwirklich ſpannenden Spielmomente nahezu reſtlos erſchöpft.
9Reſt war, wie ſchon betont, im weſentlichen Spiel in der Feld=
Nie, wenig aufregend und wenig durchdacht. Den Spielern
Aaus einen Vorwurf zu machen, dürfte nicht angehen, da nach
19e der Verhältniſſe ein vernünftiges Vorhaben und ein ſyſtema=
1her Spielaufbau nicht verwirklicht werden konnten. Allerdings
Aſen auch in dieſem Spiele wieder die 98er die beſſeren und
kla=
an Torchancen, ohne daß es jedoch zu mehr als einem Unent=
Aden langte. Das Spiel war im übrigen, von den aufgeregten
*huten zu Spielbeginn abgeſehen, fair und anſtändig. Sein Lei=
18Herr Surſch (Kickers Stuttgart) amtierte korrekt.
Auch die Ligareſerven ſpielten gegen Alemannia Worms.
Nerkämpften die Einheimiſchen einen 4:1=Sieg, wodurch ſie nach
Xdigung der Vorrunde mit 9 Punkten aus 7 Spielen, einen
W in der vorderen Hälfte der Tabelle einnehmen.
13. Mannſchaft—Eintracht Darmſtadt 2. Mannſchaft 2:2.
S.V. Wiesbaden — F. S.V. Mainz 05 2:0 (1:0).
1Obwohl die Gäſte, die mit einer neuen Sturmaufſtellung er=
Shen waren, in der erſten Halbzeit ein recht flottes Spiel
vor=
ſen und Wiesbaden in dieſer Zeit weit unter ſeiner ſonſtigen
In ſpielte, kamen die Einheimiſchen doch in der 9. Minute
D7) Ehren Rechtsaußen Schulmeyer zum Führungstreffer. Mainz
IIhte ſich gegen die gut arbeitende Verteidigung der Einheimi=
9 nicht durchſetzen. Nach der Pauſe wurde Wiesbaden beſſer
1Mirm zu einer klaren Ueberlegenheit. Wieder war es
Schul=
wer, der in der 55. Minute auf 2:0 erhöhte. An dieſem Reſultat
Mrte ſich bis zum Schluß nichts mehr, da die Mainzer
Vertei=
alle Angriffe abzuſtoppen verſtand. Wiesbaden kam erſt
miten Falbzeit zu ſeiner gewohnten Form. Die Gäſte
TAoveaſcen Hapoan.
hatten eine gute Verteidigung, litten aber an einer großen
Un=
entſchloſſenheit ihres Sturmes. Schiedsrichter Keller=Karlsruhe
leitete den Kampf einwandfrei.
Vorrunde um den 25B.-Pokal.
Alle drei Spiele erſt nach Verlängerung entſchieden.
Die Vorrundenſpiele um den Pokal des Deutſchen Fußball=
Bundes, bei denen Süddeutſchland, ſpielfrei war, brachten am
Sonntag ſehr harte Kämpfe. Alle drei Spiele konnten erſt nach
Verlängerung entſchieden werden. Beſonders aufgeregt ging es
in Chemnitz zu, wo Mittel= gegen Norddeutſchland 5:4 gewann,
nachdem das reguläre Spiel ein 4:4=Ergebnis gebracht hatte. Bei
Halbzeit führte Norddeutſchland 3:2. — Knapp mit 4:3 (3:3, 1:1)
ſiegte in Dortmund vor 7000 Zuſchauern Weſtdeutſchland über die
zweite Garnitur von Berlin. Mit dem gleichen Ergebnis ſiegte
in Königsberg Südoſtdeutſchland über den Baltenverband. Auch
hier endete die reguläre Spielzeit mit einem 3:3, nachdem der
Südoſten bei der Pauſe 1:0 geführt hatte. Der nur knapp
ge=
ſchlagene Baltenverband ſtellte eine überraſchend ſtarke
Mann=
ſchaft.
In der Zwiſchenrunde ſpielen alſo Süddeutſchland,
ſo=
wie die in der Vorrunde ſiegreich gebliebenen Mannſchaften von
Weſt=, Mittel= und Südoſtdeutſchland. Es iſt damit zu rechnen,
daß Süd= mit Weſtdeutſchland gepaart wird.
Der Berliner Fußball=Sonntag.
Die Berliner Verbandsſpiele erfreuten ſich am Sonntag bei
ſchönem Herbſtwetter auf allen Plätzen eines regen Beſuchs. Allein
der Doppelveranſtaltung auf dem Geſundbrunnen=Platz wohnten
etwa 18 000 Zuſchauer bei. Hertha B.S.C. ſchlug hier den Polizei=
Sportverein überlegen 6:0 (3:0). Norden=Nordweſt gewann
da=
gegen über V. f. B. Pankow mit 1:0 (0:0) weſentlich knapper. —
Union Oberſchöneweide teilte mit Tasmania beim Stande von
1:1, der ſchon vor Halbzeit erzielt worden war, die Punkte. —
Hoch intereſſant verliefen die Kämpfe in der Abteilung B. Der
bisher noch ungeſchlagene Spandauer Sportverein erlitt gegen
Weißenſee 1900 mit 2:3 (1:2) die erſte Niederlage und ſteht
nun=
mehr mit Tennis Boruſſia, die Halley=Concordia 5:0 (1:0)
abfer=
tigte, punktgleich an der Spitze der Tabelle. Nur einen Punkt
zurück liegen der Sportverein 92 und Minerva 93, die ſich vor
6000 Zuſchauern torlos trennten.
Fußball im Kreis Starkenburg.
Ergebniſſe des Sonntags.
Germania Pfungſtadt—Sportverein Münſter .
1:0 (0:0)
2:0 (2:0)
FV. Sprendlingen—SV. Neu=Iſenburg".
Viktoria Walldorf-Viktoria Griesheim
4:1 (2:0)
Polizei Darmſtadt—FC. Egelsbach . . . . . . . 6:0 (1:0)
SpV. Mörfelden—Union Darmſtadt . . . . . 2:2
Haſſia Dieburg—SpVg. Arheilgen ausgefallen.
Mörſelden-Union Darmſtadk 2:2 11:1).
Wer Union zu dieſem Spiel keine Chancen gab, ſah ſich
an=
genehm enttäuſcht. — Ein Unentſchieden in Mörfelden
herauszu=
holen, will ſchon etwas heißen, und in dem Spiel war ein Sieg
verdienter wie je. Nur dem unter ſeiner ſonſtigen Form
amtie=
renden Schiedsrichter Sommer=Viernheim verdankt Mörfelden
ſein Unentſchieden. Zwei klare Handelfer, in höchſter Bedrängnis
verurſacht, überſah er, dann pfiff er Aßmuth, der den Ball vor
ſich aufs Tor unbehindert ſpurtet, abſeits. Auch beide Tore
Mör=
feldens waren nicht gerecht, das erſte war ein Abſeitstor, wie es
klarer nicht ſein konnte. Mörfelden ſpielte hart, zuweilen ſogar
foul.
Das Spiel der Unioniſten war äußerſt eifrig und fair, es
findet in dem Ueſultat ſeinen Niederſchlag. Union geht bald durch
Strafſtoß in Führung, wodurch eine große Nervoſität im
Zu=
ſchauerraum entſtand, die ſich auch auf die Mörfelder Spieler
über=
trug. Kurz vor dem Wechſel ſchoß der Mörfelder Linksaußen den
Ausgleich aus Abſeitsſtellung. — Nach dem Wechſel iſt Union
voll=
ſtändig dem Gegner über, und Roß gelingt auch bald der
Füh=
rungstreffer. Mörfelden wehrt ſich mit Händen und Füßen gegen
die ſichere Niederlage und kann ſie auch mit Hilfe des
Schieds=
richters abwenden. Für einen vom Mörfelder Halblinken
aus=
getretenen Ball gibt der Schiri noch Eckball, den Mörfelden mit
allen Mann vom Uniontor zum Ausgleich eindrückt. Union legte
trotz der 5 Erſatzleute ein ſo gutes Spiel hin, wie es ſich der größte
Optimiſt nicht hätte träumen laſſen. Beſonders gut ließ ſich der
Erſatztormann Eberhard an, der für den den Verein im Stich
laſſenden Aßmuth einſprang.
Die Alten Herren ſpielten vor dem Spiel der Erſten und
ver=
loren 6:1, in der Hauptſache deshalb, weil der Linksaußen eine
Menge ſicherer Sachen ausließ. — Die 2. Mannſchaft ſchlug die
gleiche von Griesheim hoch 7:1.
Polizei Darmftadt-FC. Egelsbach 6:0 (1:0).
Unter der umſichtigen Leitung von Uhrig=Bürgel ſtanden ſich
obige Mannſchaften auf dem Polizeiſportvereinsplatze gegenüber.
Trotz des in den letzten Tagen ſtark niedergegangenen Regens
be=
fand ſich der Boden in einer ſehr guten Verfaſſung.
Wohl zum erſtenmal auf eigenem Gelände konnte die
Poli=
zeielf, ohne die Mannſchaft einer näheren Einzelkritik zu
unter=
ziehen, in ihrer Geſamtheit reſtlos gefallen.
in dieſen Kampf. Und ſo mußte es kommen, daß die erzielten
ſechs Tore nach vorhergegangener durchdachter Kombination wie
Mannen aus Egelsbach die größte Mühe, das 1:0=Ergebnis zu
egaliſieren, fandem aber bei der aufmerkſamen Polizeideckung
keine Gegenliebe.
In der zweiten Hälfte leiſteten die Egelsbacher nur noch
wenig Widerſtand. Es ſoll dieſer Elf eine Entſchuldigung ſein, daß
ſie mit erſatzgeſchwächter Mannſchaft und durch ihre vorläufige
Platzſperre mit wenig Hoffnungen in Darmſtadt antrat.
Last not least: Beide Mannſchaften befleißigten ſich einer
fairen Spielweiſe, wobei der vorzügliche Schiri ſelten
einzugrei=
fen brauchte.
Fk. Tgde. Darmſtadt-Fr. SDg. Roßdorf 5:0 (4:0).
Wegen Platzſchwierigkeiten mußte auch dieſes Serienſpiel auf
vormittags verlegt werden. Darmſtadt trat in durch Erſatz
be=
dingter veränderter Aufſtellung an. Auch bei Roßdorf ſah man
einige neue Geſichter. Roßdorf iſt gegen das Vorſpiel ſchlecht
wiederzuerkennen. Hat die Mannſchaft in Roßdorf trotz der
be=
deutend höheren Niederlage einen in jeder Beziehung
vorzüg=
lichen Eindruck gemacht, ſo hat ſie bei dem geſtrigen Debut in
Darmſtadt dieſen Eindruck vollſtändig verwiſcht. Das war ein
ewiges Zurufen und Kritiſieren untereinander, daß die wenigen
Zuſchauer aus dem Kopfſchütteln nicht herauskamen. Leider ahmte
die Darmſtädter Mannſchaft, durch den Gegner nervös gemacht,
dieſe Eigenſchaft des Gaſtes nach. Das Spiel ſelbſt ſtand auf
keinem allzu hohen Niveau. Die Darmſtädter Mannſchaft konnte
nur in ganz kurzen Spielphaſen während der erſten Halbzeit
ge=
fallen. Die Tore erzielten Halbrechts (2), Mittelſtürmer (1) und
Halslinks (2). — Darmſtadt, 2. — Arheilgen, 3. 7:0; Erzhauſen,
Jugend — Darmſtadt, Jugend, 1:1.
Im Weſten ſtändig Neues.
Die Kriſe treibt weiter.
Die Ereigniſſe in der deutſchen „Amateur=Kriſe” überſtürzen
ſich. Es vergeht kein Tag, an dem nicht neues Material über die
unhaltbaren Zuſtände im deutſchen Amateur=Fußballſport an
das Licht kommt und es vergeht kein Tag, an dem nicht deutlicher
wird, wie verfehlt es war, daß ſich der Bundestag in Dresden
mit einer durchaus ungenügenden Zwiſchenlöſung begnügte.
Selbſt wer vor wenigen Wochen noch der Meinung ſein konnte,
daß die offizielle Einführung des Berufsſpielertums für die
deut=
ſchen Verhältniſſe noch nicht tragbar ſei, wird allmählich anderen
Sinnes. Die Dinge drängen zu einer radikalen Löſung. Es
wäre an der Zeit, daß der Bund mit dem
Reichsfinanzminiſte=
rium Verhandlungen über die Frage der Beſteuerung des
deut=
ſchen Berufs=Fußballſportes aufnimmt. Denn die Steuerfrage
wird als ernſteſtes Hindernis für eine reinliche Klärung der
Situation angeſehen. Es müßte aber doch möglich ſein, dem
Berufs=Fußballſport in Deutſchland eine Sonderſtellung zu
ſchaffen, die ihn vor einer allzu hohen Beſteuerung bewahrt, denn
auch von den Erträgniſſen etwaiger Berufs=Fußballſpiele würde
ein weſentlicher Teil dazu dienem müſſen, die allgemeinnützigen
und hulturellen Beſtrebungen der großen Vereine zu ſinanzieren.
Steht aber erſt einmal feſt, daß die großen Vereine bei der
Ein=
führung des Berufsſportes auf Grund erdroſſelnder
Beſteuerun=
gen nicht einem Fiasko zutreiben, ſo wird ein weſentlicher Teil
des Widerſtandes gegen die wünſchenswerte Löſung der
Ama=
teurkriſe gebrochen ſein. Die Zeit drängt, 99 Prozent der
deut=
ſchen Fußballvereine ſind Amateurvereine, nur in einem kleinen
Teil der Clubs — es ſind allerdings die größten und
einfluß=
reichſten — herrſcht der verkappte Berufsſport und wegen dieſes
Brichteiles darf nicht der geſamte deutſche Fußballſport in
ſtän=
diger Unruhe belaſſen werden.
Die Haupt=Triebkräfte, die auf eine ſchnelle Radikallöſung
drängen, geben vom Weſtdeutſchen Spielverband aus. Im Weſten
gibt es auch in der Frage der Amateur=Kriſe täglich „Neues”.
Schalke 04 klagt an.
Der Vorſtand des FC. 04 Schalke hat dem Weſtdeutſchen
Spielverband Anklagematerial gegen eine Reihe von deutſchen
Groß=Vereinen zur Weiterleitung an das Bundesgericht
über=
reicht. Das Material bezieht ſich u. a. auf die Vereine
Ein=
tracht Frankfurt, 1. FC. Nürnberg, Sp.Vg. Fürth,
Bayern München, Hertha=BSC., Tennisboruſſia
Berlin und Dresdener SC. Es wird behauptet, daß in
all dieſen Vereinen die Spieler ſeit langem hohe Bezüge
erhal=
ten, die dem Amateurgedanken in kraſſeſter Weiſe widerſprechen.
Der Weſtdeutſche Spielverband will vom DFB. die Eröffnung
des Verfahrens gegen die genannten Vereine verlangen.
Der DFB. wird handeln müſſen. Ein Verſchleiern der
wirk=
lichen Zuſtände iſt nicht mehr möglich. Man ſoll übrigens nicht
auf den Gedanken verfallen, Schalke 04 befinde ſich in der Rolle
des Denunzianten. Die Handlung des Schalker Vereins iſt
durchaus zu verſtehen. Warum ſoll ausgerechnet er allein das
Opfer der „Säuberungsaktion” ſein?? Mindeſtens ein Dutzend
Vereine hat genau ſo die Spieler bezahlt wie Schalke auch und
die anderen ſollen ſtraffrei ausgehen, während Schalke an den
Rand des Ruins getrieben ſiſt? Schalke will allerdings gar nicht,
daß auch den anderen Vereinem die Schlinge angelegt wird, die
Weſtdeutſchen verlangen vielmehr lediglich, daß entweder der
Berufsſport allgemein eingeführt oder eine Amneſtie für
Ver=
gehen in der Zeit vor dem Dresdener Bundestag erlaſſen wird.
Köln=Sülz erklärt . .
Die Vereinsleitung von Köln=Sülz erklärt, daß ſie zur
Klärung der umlaufenden Gerüchte ein Verfahren gegen die
Spieler ihrer erſten Mannſchaft beantragt habe. Sie ſagt weiter,
daß in ihrem Verein keine Vorkommiſſe zu verzeichnen ſeien,
die außergewöhnlich wären und daß alle Funktionäre
ehrenamt=
lich tätig ſeien.
Natürlich ſind die „Vorkommniſſe” die man dem Kölner
Ver=
ein vorwirft, nicht außergewöhnlich, denn ein Gleiches hat fich
bei mehr als einem Dutzend deutſcher Vereine gezeigt. B. G.
Das erſte Berufs=Fußballſpiel in Elberfeld
zwi=
ſchen Schalke 04 und dem 1. FC. Wuppertal brachte vor 11000
Die Poliziſten gingen von Anfang mit dem nötigen Schneid Zuſchauern (!) den Leuten aus Schalke einen 4:0 (2:0)=Sieg.
Sparta Prag ſchlug am Sonntag in Prag vor 35 000
Zu=
ſchauern den italieniſchen Meiſter Ambroſiana Mailand 6:1 und
reife Früchte fielen. In der erſten Hälfte gaben ſich wohl die qualifizierte ſich damit für das Endſpiel um den Mitropa=Pokal.
Im Fußball=Städtekampf ſchlug Paris in Paris vor über
1.4000.Zuſchauern Leipzig. mi. 23 (Halbzeit 1:0).
Seite 6
Montag, den 13. Oktober 1930
Rummer
Die erwarkete Handball=Riederla=
Weſideuiſchland-Süddeutſchland 3:0.
Im Stadion zu Trier kom am Sonntag der mit großer
Spannung erwartete Repräſentativ=Handballkampf zwiſchen
Süddeutſchland und Weſtdeutſchland zum Austrag. Der Weſten
konnte die auf ihn geſetzten Hoffnungen erfüllen, die
Süddeut=
ſchen verdient 3:0 ſchlagen und damit den großen Aufſchwung
des weſtdeutſchen Handballs dokumentieren. Das Trierer
Sta=
dion befand ſich nicht in ſpielfähigem Zuſtande, da es am
Sams=
tag als Schauplatz des Hindenburg=Empfanges gedient hatte und
von den begeiſterten Hunderttauſenden völlig zertrampelt wurde.
Man hatte bereits die Abſicht, das Spiel auf einem anderen
Platz auszutragen, entſchloß ſich aber dann doch zur
Durchfüh=
rung auf der Kampfbahn des Stadions. Das Treffen hatte eine
ſehr große Anziehungskraft ausgeübt, die durch die Rekordzahl
von 4000 Zuſchauern bekräftigt wurde. Dieſe ſahen eine
enttäu=
ſchende Geſamtleiſtung der Süddeutſchen, bei denen außer dem
Torwart faſt niemand den Erwartungen entſprach, während
Weſt=
deutſchland gut eine Klaſſe beſſer war und einen durchaus
ver=
dienten Sieg landete. Voſſenkaul brachte den Weſten vor der
Pauſe in Führung, Hellmeiſter und Kniep erhöhten nach dem
Wechſel auf 3:0 und der vom Süden durch Seif erzielte
Ehren=
treffer wurde vom Unparteiiſchen nicht gegeben. Schiedsrichter
Müller=Wiesbaben war dem Treffen jederzeit gewachſen, hatte
allerdings bei dem betont fairen Spiel der beiden Mannſchaften
einen leichten Stand.
Der Spielverlauf:
Bereits in der 3. Minute kam der Weſten zu einem
über=
raſchenden Führungstreffer. Voſſenkaul ſchoß und der von
Wal=
ter abgelenkte Ball landete für Bender unhaltbar im Netz. Beim
Süden fehlte jeder Zuſammenhang, und nur Bender im Tor
konnte zufriedenſtellen. Er hielt zahlreiche ſchwierige Sachen
ausgezeichnet. Der Süden kam in der erſtem Halbzeit kaumn zu
einem einheitlichen Angriff. Der Mittelſtürmer Seif wurde
wenig beſchäftigt und der Halblinke Zacherl fiel ziemlich aus
Mit 1:0 für den Weſten wurden die Seiten gewechſelt.
Nach Halbzeit trat Holzwarth=Nürnberg für Zacherl ein.
Süddeutſchlands Angriff wurde nun zwar etwas beſſer und
lag einige Zeit in Front. Ungenaues Zuſpiel verdarb aber alles.
Der Trierer Mittelſtürmer wurde ausgeſchaltet. Als Bender in
der 17. Minute bei einem Schuß von Hellmeiſter ausrutſcht, fällt
der zweite Treffer des Weſtens und eine ausgezeichnete Leiſtung
der Weſtdeutſchen bringt ſie zwei Minuten ſpäter durch Kniep auf
3:0 in Führung. Süddeutſchlands Ehrentreffer, von Seif erzielt,
wurde vom Schiedsrichter nicht gegeben und in einen Strafwurf
umgewandelt, der verſchoſſen wurde. So endete das Treffen mit
einem verdienten Sieg des Weſtens, der die weitaus beſſere
Ge=
ſamtleiſtung bot.
Kritiſches.
Weſtdeutſchland war in allen Reihen beſſer.
Auffal=
lend war das ausgezeichnete Verſtändnis im Sturm, wo mam bei
der Aufſtellung Wert darauf gelegt hatte, möglichſt Einheitlichkeit
zu wahren. Das Ergebnis gibt die Ueberlegenheit der
Weſtdeut=
ſchen nicht richtig wieder. Der beſte Mann der Weſtdeutſchen war
der Mittelläufer Witte, der den ſüddeutſchen Sturmführer
be=
ſonders gut bewachte. Ein Lob verdient noch Peltzer im Tore
des Weſtens, der ebenfalls eine ſehr gute Leiſtung zeigte.
Süddeutſchland fand ſich mit der
zuſammengewürfel=
ten Aufſtellung, wie man erwartet hatte, nicht zurecht. Der beſte
Mann war noch der Schwanheimer Torhüter Bender, ohne den
die Niederlage wahrſcheinlich noch höher ausgefallen wäre.
Ver=
teidigung and Läuferreihe gingen an, hatten allerdings gegen den
flinken weſtdeutſchen Sturm einen ſehr ſchweren Stand. Sehr
ſchrach ſpielte der ſüddeutſche Angriff, wo ſich die beiden Flügel
rit dem Führer nicht verſtanden. Man war ſomit auf
Einzel=
altionen angewieſen, die bei der ausgezeichneten weſtdeutſchen
Ahlwehr zu keinen Erfolgen führen konnten.
Repräſenkakivkämpfe.
Der Handballſport ſtand am Sonntag im Zeichen zahlreicher
Repräſentativkämpfe. In Berlin gab es zwei Begegnungen
zwiſchen einer Herren= und Damenmannſchaft der Turner gegen
Sportler. Der ſeit dem Jahre 1926 aufgenommene Kampf zwiſchen
den Handballern des Kreiſes IIIb und des Verbandes
mitteldeutſcher Ballſpielvereine ſah
erwartungs=
gemäß wiederum die Sportler ſiegreich. Die Verbandsmannſchaft,
zumeiſt aus den bewährten Internationalen der Polizei beſtehend,
zeigte ſich den Turnrn um Klaſſen überlegen und brachte dieſen
eine Niederlage mit 14:4 (10:2) bei. — Im voraufgegangenen
Frauenſpiel revanchierten ſich die Turnerinnen und gaben
ihren Kameradinnen aus dem anderen Lager verdient, mit 4:1
(1:1) das Nachſehen.
Ein torreiches Treffen lieferten ſich bei ſchönem Wetter und
vor 4000 Zuſchauern die Mannſchaften von Südoſt= und
Mitteldeutſchland in Breslau. Das ſchön verlaufene
Spiel endete 9:9.
Zwei Städteſpiele trug Hamburg am Sonntag auf
eige=
nem Boden aus. Die erſte Repräſentativmannſchaft abſolvierte
mit Hannover den alljährlichen Städtekampf und mußte, ſich
abermals mit 7:4 (5:2) von den Hannoveranern geſchlagen
be=
kennen. Die zweite Garnitur zeigte ſich einer Städteelf von
Har=
burg mit 7:3 (4:3) verdient überlegen.
Handball-Ueberraſchungen in Main=Heſſen.
verbeſſerte Alemannia Worms mit 10:0 Punkten an die Spitze.
Hakoah Wiesbaden iſt nur noch ein Schatten des einſtigen
Kön=
nens und verlor gegen Polizei Wiesbaden glatt mit 1:5. In der
Tabelle führt Mainz 05 vor Wormatia Worms. Dritter iſt der
S.=V. Wiesbaden mit 8:2 Punkten. Es folgen Polizei Wiesbaden
(6:2), Poſt Wiesbaden (4:8), Polizei Worms (2:6), Hakoah
Wiesbaden und Alemannia Worms (je 2:12).
Rol=Weiß Darmiſtadk-Rol=Weiß Frankfurk 7:3 (3:0).
Bei ſehr ſchlechtem Wetter, anhaltendem Regen und ſehr
wewigen Zuſchauern wurde das Spiel ausgetragen. Es war das
letzte Verbandsſpiel, das „Rot=Weiß‟ Darmſtadt in der Vorrunde
auszutragen hatte. Trotz der ungünſtigen Witterung entwickelte
ſich ein verhältnismäßig flottes Spiel. Die Frankfurter nehmen
zunächſt das Heft in die Hand und drücken bedenklich. Doch an
der guten Arbeit der Darmſtädter Hintermannſchaft ſcheiterten
die noch ſo gut gemeinten Angriffe. Gegen Ende der erſten
Halbzeit kommen die Einheimiſchen mächtig auf und können bis
zur Halbzeit mit drei Toren in Führung gehen. In der zweiten
Halbzeit machtew der durch den anhaltenden Regen ſtark
aufge=
weichte Boden ſowie die Glätte des Balles allen gut angeſetzten
Spielaufbau zunichte. „Rot=Weiß” Frankfurt komt gegen Ende
der Spielzeit wieder mehr auf und wird des öfteren vor dem
Darmſtädter Tor ſehr gefährlich. In dieſer Drangperiode
gelin=
gen den Gäſten drei Erfolge, denen „Rot=Weiß‟ Darmſtadt vier
weitere Tore entgegenſetzte.
Repräſentativſpiele.
In Trier; Süddeutſchland—Weſtdeutſchland 0:3 (0:1).
In Breslau: Südoſtdeutſchland—Mitteldeutſchland 9:9.
Verbandsſpiele in Süddeutſchland.
Main=Heſſen A: FSV. Frankfurt—TSV. Langen 0:0.
Rot=Weiß Darmſtadt—Rot=Weiß Frankfurt 7:3. Main=
Heſ=
ſen B: FSV. Mainz 05—Alemannia Worms 3:0. SV.
Wies=
baden-Wormatia Worms 9:1. Hakoah Wiesbaden-Pol.
Wies=
baden 1:5. Rhein: SpVg. Mannheim 07—V. f. R.
Mann=
heim 6:2. MTG. Mannheim-Polizei Mannheim 3:3. Saar
(Abteilung 1): Phönix Kaiſerslautern—V. f. B. Zweibrücken 9:2.
1. FC. Idar—V. f. R. Kaiſerslautern 1:7. Südbayern: 1860
München—SSV. Ulm 11:4. Poſt München—ASV. München 0:4.
Nordbayern: Nürnberger SC.—Polizei Nürnberg 6:1. FC.
Bayreuth—Sportring Bayreuth 1:1. 1. FC. Nürnberg —
Bar=
kochba Nürnberg 10:2. Siemens=Schuckert—ASV. Nürnberg 4:4.
2. Gaugruppe.
Kreisklaſſe: Walldorf — Bickenbach 1:1 (1:1); Groß=Umſtadt —
Pfungſtadt ausgefallen; Griesheim — Arheilgen 3:6 (2:2).
Ein ausgeſprochener Punktkampf wurde in Walldorf
aus=
getragen, den Wenner=Beſſungen mit der Herausſtellung eines
Walldörfer Spielers unter Dach bringen konnte. Beide Tore
fielen vor der Pauſe durch Strafſürfe. In der Hintermannſchaft
waren ſich beide Parteien ebenbürtig. Die Stürmer hatten
in=
folge der Glätte des Platzes einen ſchweren Stand und konnten
genaue Schüiſſe kaum anbringen. Im Aufbau gefiel Walldorf,
doch zeigte Bickenbachs Stürmerreihe durch ſchönes Zuſpiel die
beſſere Leiſtung. Arheilgen wird nun mit einem
Verluſt=
punkt kaum noch ſtraucheln und wie im Vorjahr wieder die
Mei=
ſterehre einheimſen. Wohl ſetzte Griesheim energiſchen
Wie=
derſtand entgegen. Nach 10 Minaten fiel das erſte Tor für die
Gäſte. Poſtwendend glich Griesheim aus. Ebenſo ſtellte ſich das
Treffen auf 2:2. Nach der Pauſe ging Griesheim mit 3:2 in
Führung und verſuchte mit aller Macht den Sieg zu halten. Doch
konnte ſich Arheilgen zu einem famoſen Endſpurt aufraffen,
Griesheims Kräfte waren erſchöpft, ſo daß noch vier Tore für
die Gäſte fielen. Die gute Leiſtung der Arheilger verdiente den
Sieg. Die Spiele der Oſtgruppe finden erſt am komenden
Sonntag ſtatt.
Main=Rhein=Gau.
Das main=heſſiſche Handballprogramm war in der Gruppe A
durch das Repräſentativſpiel in Trier, zu welchem die beiden
Darmſtädter Favoriten und Schwanheim Spieler abſtellten, nur
auf zwei Spiele beſchränkt. Von dieſen endete eines mit einer
großen Ueberraſchung. Nachdem ſich der Fußballſportverein
Frankfurt erſt am vergangenen Sonntag von Rot=Weiß
Darm=
ſtadt auf eigenem Platze ſchlagen ließ, reichte es ihm diesmal
gegen den T. S.V. Langen nur zu einem 0:0. Es war ein Spiel
der Hintermannſchaften, wobei ſich die beiden Torhüter in ihrem
glänzenden Können gegenſeitig übertrafen. Rot=Weiß Darmſtadt
ſiegte gegen Rot=Weiß Frankfurt 7:3 (4:0), wobei der Erfolg
weniger durch beſſeres ſpieleriſches Können, denn durch eine
vir=
tuoſenhafte Geſchicklichkeit im Verwandeln von Strafwürfen erzielt
wurde. Allein vier der Darmſtädter Tore reſultieren aus
Straf=
würfen, die der „Spezialiſt” Rettig verwandelte. In der Tabelle
wird die Führung des ſüddeutſchen Meiſters, S.=V. 98 Darmſtadt,
nicht berührt. Rot=Weiß Darmſtadt ſchob ſich durch den eigenen
Sieg und das Unentſchieden zwiſchen F.S.V. Frankfurt und
Langen mit 8:6 Punkten hinter den mit 10:0 Punkten führenden
S.=V. 98 Darmſtadt auf den zweiten Platz. F. S.V. Frankfurt und
T. S. V. Langen belegen mit 7:3 bzw. 7:5 Punkten den dritten und
vierten Platz. Die Placierung der „vier Letzten” iſt unverändert.
In der Gruppe B gab es zunächſt eine Wiederholung der
Auf=
ſtiegsentſcheidung zwiſchen Poſt Wiesbaden und Spvg.
Biſchofs=
heim. Nach Schluß der Aufſtiegſpiele waren beide Mannſchaften
punktgleich und im Entſcheidungsſpiel kam es zu einem durch
Biſchofsheim verſchuldeten Spielabbruch, wodurch Poſt Wiesbaden
in die Bezirksliga aufſtieg. Da aber Poſt einen nicht berechtigten
Spieler verwandte, wurde durch Urteil des Verbandsgerichts das
Spiel beiden Mannſchaften als verloren angerechnet. Beide
ſtan=
den ſich am Sonntag in Bingen zum Entſcheidungsſpiel
gegen=
über, das wiederum Poſt Wiesbaden, diesmal mit 6:0 (0:0)
ge=
wann. Die Poſtſportler bleiben damit weiterhin in der
Bezirks=
liga. — Im Uebrigen gab es in der B=Gruppe eine große
Senſa=
tion, indem der bisherige Tabellenführer, die Wormatia Worms
in Wiesbaden vom Sportverein Wiesbaden vernichtend 9:1
ge=
ſchlagen wurde. Nur in der erſten Hälfte hielten die Wormſer
noch ſtand, jedoch fielen ſie nach dem Wechſel völlig zuſammen, ſo
daß die Wiesbadener faſt mühelos einen hohen Sieg landen
konn=
ten. Mainz 05 ſetzte ſich durch einen 3:0=Sieg über die weſentlich
Meiſterklaſſe: Beſſungen — Bensheim ausgefallen. Eberſtadt —
Sprendlingen ausgefallen. Tgde. 1846 Darmſtadt —
Heppen=
heim 5:2 (2:2); Erfelden — Büttelborn 0:5 (0:2); Tgſ.
Darm=
ſtadt — Worfelden 1:4 (1:3)!; Wolfskehlen — Nauheim 3:2
(2:2)!.
A=Klaſſe: Hähnlein — Reichsbahn 4:4 (1:4); Ober=Ramſtadt —
Lorſch 3:5 (2:2)!; Groß=Gerau — Wallerſtädten 1:2 (0:1)!;
Stockſtadt — Roßdorf 2:3 (0:0).
B=Klaſſe: Zell — Birkenau 1:2 (1:0); Groß=Rohrheim —
Hütten=
feld ausgefaklen; Biebesheim — Groß=Hauſen ausgefallen;
Nieder=Ramſtadt — Erzhauſen ausgefallen; Buchſchlag
Crumſtadt Schiri blieb aus.
Untere Mannſchaften: Egelsbach — Tgſ. Darmſtadt 0:0; Groß=
Gerau — Langen ausgefallen; Walldorf — Bickenbach 1:1;
Griesheim — Arheilgen 0:8: Tgde. 1846 — Heppenheim 1:2;
Erfelden — Büttelborn 0:11; Ober=Ramſtadt — Lorſch 2:2.
Jugend: Heppenheim — Bickenbach ausgefallen; Pfungſtadt
Reichsbahn ausgefallen; Lorſch — Birkenau ausgefallen;
Langen — Arheilgen 1:3: Nieder=Ramſtadt — Egelsbach
10:1: Erzhauſen — Sprendlingen ausgefallen; Groß=Gerau
— Gernsheim 1:4!; Griesheim — Walldorf kein Schiri; Tgde.
1846 Darmſtadt — Nauheim 1:1.
Das Regenwetter beeinträchtigte die Spiele, ſoweit ſie
aus=
getragen wurden, ſtark. Ein Teil wurde bald nach Beginn
wie=
der abgebrochen und faſt die Hälfte fiel ganz aus, namentlich in
den unterem Mannſchaften. Von den Hauptſpielen gelangten die
meiſten zur Durchführung. Heppenheim konnte daheim nicht
ſpielen und fuhr mit ernſtem Siegeswillen nach Darmſtadt. Bis
zur Pauſe ſtand die Partie 2:2. Trotz des energiſchen
Wider=
ſtandes konnte die Turngemeinde 5:2 ſiegen und führt ſomit die
Tabelle weiter. Allerdings mß man beachten, daß Bensheim
erſt ein Spiel hinter ſich hat, und einen Punkt aus Darmſtadt
mitnahm! Es wäre ein Wunder, wenn es im Ried in der
Mei=
ſterklaſſe diesmal unintereſſant werden ſollte. Nur haben ſich die
Kräfte verſchoben. Erfelden mußte mit vier Erſatzleuten
antre=
ten. Büttelborn erſchien vollzählig und bot die beſſere Leiſtung.
Erfelden wehrte ſich mit großem Eifer und hatte das Pech, daß
ſein kleiner Hüter den hohen Bällem aufs Tor durch den naſſen
Boden faſt machtlos gegenüber ſtand. Dadurch holte Büttelborn
einen reichlich hohen und nicht beſonders mühevollen 5:0=Sieg
heraus. Schiedsrichter Büttel=Pfungſtadt gefiel diesmal ſehr.
Erfelden wird ſomt vom Tabellenende kaum noch wegkommen
Worfelden war ſtandfeſter, ſchlug die Tgſ. Darmſtadt
glatt 4:1 und hat damit nur zwei Verluſtpunkte. Ebenſo ſchlug
Wolfskehlen die Nauheimer 3:2 und ſteht mit Worfelden
punkt=
gleich; „Nauheim mit einem Punkt wenig dahinter. Anfangs
klappte es bei Nauheim vorzüglich und bald lag die Elf 2:0 in
Führung. Doch Wolfskehlen wurde zuſehends beſſer und zog
gleich. Nach der Pauſe verteiltes Spiel. Diehl im Nauheimer
Tor hatte viel zu tun und hielt ſich wacker. Kurz vor Schluß
hätte er den Siegestreffer der Wolfskehler mit einem
unheim=
lichen Sprung faſt verhindert. Sein Gegenüber ſtand ihm kaum
nach. Die Reichsbahn hatte einen unglücklichen Tag in
Hähnlein. Bis zur Pauſe lag die Elf durch ſchönes Zuſpiel
wit 4:1 klar in Führung. Dann nahm Schweickert bei Hähnlein,
der zuerſt den Hüter erſetzt hatte, ſeinen alten Poſten als
Mittel=
läufer wieder ein und gab der Elf ein ſtarkes Rückgrat. Von den
Gäſten wurden zwei Mann vom Platz geſtellt. Man mußte ſich
dadurch ein 4:4 gefallen laſſen. Aehnlich erging es Ober=
Ram=
ſtadt daheim gegen Lorſch. Drei Erſatzleute machten ſich
ohne=
dies bemerkbar, doch ſtand das Spiel bei der Pauſe noch 2:2.
Dann mußten zwei Spieler des Platzvereins das Feld verlaſſen.
und die Elf fiel auseinander. Um die Tabellenführung ging es
in Groß=Gerau. Wallerſtädten erfocht einen glücklichen 2:1=Sieg
nur dadurch, daß die Elf ſehr ſtark verteidigte und Groß=Gerau
im gegneriſchen Strafraum gänzlich verſagte. Allerdings konnte
ein Stürmer nur als Statiſt mitwirken. In Stockſtadt war der
Platz in ſchlechter Verfaſſung. Nach der Pauſe wurde der Hy.
ohne erſichtlichen Grund vom Platz geſtellt, ſo daß die Elf kn.
2:3 gegen Roßdorf verlor. Zell war wohl beſſer als Birkern
doch konnten die Stürmer wenig genaue Schüſſe anbringen.
der glatte Boden ſie behinderte.
Tgde. Darmſtadt 1846—Tv. Heppenheim 5:2 (2:2).
Naſſes Wetter, naſſer Sport! Unter dieſem Zeichen abſolvi
eſtern die Turngemeinde ihr letztes Verbandsſpiel der Vorrun
Heppenheim hielt nicht das, was man ſich verſprochen hatte. Re
lich hart ſpielend, verſuchte es, manglehaftes Können durch
i
A
faires Spiel zu erſetzen. Was ſich Heppenheim an Reklamation 1
geleiſtet hat, iſt kein Sport mehr. Allerdings beeinträchtigten
ſchlechten Platzverhältniſſe beide Parteien. Durch 13=Meter=W
des Halbrechten geht die Turngemeinde in Führung. Bis
975
Pauſe ſteht das Spiel nach intereſſantem Verlauf 2:2. Nach Ec
tenwechſel kann T. G.D. noch 3 weitere Tore einſenden. Hätten
Heppenheimer nicht mit 10 Mann verteidigt, ſo wären wei
Torerfolge ſichergeſtellt geweſen. Schiri Eckert=Langen war
Spiel ein beſter Leiter, ſeine Entſcheidungen waren korrekt
ſicher. Es wäre zu wünſchen, Schiedsrichter von dieſer Güte öft
bei uns zu ſehen. Mit dieſem Spiel führen die Heiner ungeſeil
gen die Tabelle an. Die 2. Mannſchaft verlor nach ebenfalls M
tem und unſchönem Kampf 2:1. Der Pfeifenmann, der das Sy
in keiner Phaſe des Kampfes in der Hand hatte, zeichnete
durch völlige Unkenntnis der Regeln aus. Die Jugend konnte
tbwechſelungsreichem Spiel gegen Nauheim 1:1 ſpielen.
Tgſ. 1875 Darmſtadt—Tv. Worfelden 1:4 (1:3).
Bei ſtrömendem Regen fand geſtern nachmittag obiges Sy
ſtatt, das auf dem glatten Boden bei den völlig durchnäßten S
lern keine beſonderen Leiſtungen aufkommen ließ. Zuerſt find m
ich Darmſtadt ſehr gut zuſammen und ihr Mittelſtürmer korny
ſ=
zum erſten Erfolg. Drei Minuten ſpäter gleicht Worfelden a kon
Durch Deckungsfehler der Darmſtädter Hintermannſchaft komnnl
die Gäſte bis zur Halbzeit zu zwei weiteren Erfolgen. In Mkaue
2. Halbzeit zeigte ſich der Darmſtädter Sturm nicht von der bei / nien
Seite, manche Torgelegenheit wurde ausgelaſſen oder der 5xſ
endete im Aus. Worfelden findet ſich ſehr gut zuſammen u faMe
kommt noch zu einem Erfolg. Der Schiedsrichter war in ſein=ncht
Entſcheidungen zu langſam und ungenau. Die 2. Mannſch0 —ie
konnte dagegen 4:1 gewinnen. Die 3. Mannſchaft ſpielte in Eg.//5 Mei
bach 0:0. Das Spiel der Schülermannſchaft fiel am Samstag u4.)
Fr. Tgde. Darmſtadt-Griesheim 4:3 (2:0).
Ein Spiel, ſpannend vom Anfang bis zum Schluß, das le/Fm
durch Regen ſtark beeinträchtigt wurde. Der Platz war ſtark ℳ Fmn
geweicht; ſo kamen die gewohnten Leiſtungen nicht auf. Dd)mm
höher iſt das zu bewerten, was trotzdem von beiden Mannſchaf
/-
gezeigt wurde. Die zahlreichen Zuſchauer hielten mit Beifall ai /—nd
zurück. Die 1. Halbzeit waren es die Platzherren, welche mehr u/2
Spiel hatten. Nach der Pauſe ſetzte ſtärkerer Regen ein, was /ᛋ3M
Luſt am Spiel beeinträchtigte. Griesheim ſetzte ſich jetzt eifrig
was die Hintermannſchaft von Darmſtadt ſtark beſchäftigte,
dieſe löſte ihre Aufgabe glänzend. Wo allerdings eine Lücke
ſtand, da war Griesheim erfolgreich. Bei ſchönem Wetter hif
nan jedenfalls ein erſtklaſſiges Spiel geſehen. Wünſchen wi
uns für die Nachrunde. Der Schiri leitete gerecht.
Die 1b Mannſchaft weilte in Dietzenbach und konnte ein
überzeugenden 5:0=Sieg mit nach Hauſe nehmen. Leider wun
as Spiel vorzeitig wegen Regens abgebrochen. — Die 2. Ma
ſchaft weilte in Langen und mußte dort eine knappe Nieder!
5:4 hinnehmen. Ein ſchönes Ergebnis bei 4 Mann Erſatz.
Jugend konnte in Erzhauſen 5:0 gewinnen.
Schluß der Frankfurker Golfwoche.
Am Sonntag wurde bei ſtändig regneriſchem Wetter die Fro
furter Golfwoche mit einem großen Zahlwettſpiel abgeſchlo
Infolge der ſchlechten Bodenverhältniſſe waren dabei keine ü d
ragenden Ergebniſſe zu erzielen. Nach dem Brutto=Ergebnis 19kzinz
36 Löcher belegte Frl. Lindheimer=Frankfurt mit 188 Schläy1.
den erſten Platz vor Schuhmacher=Wien mit 190 Schlägen.
der Netto=Wertung kam Wittich=Darmſtadt mit 178 Sch
gen vor von Wangenheim=Wiesbaden und Kahnweiler=Frank)
mit je 163 Schlägen auf den erſten Platz.
Tennis.
Tennis=Entſcheidungen in Meran.
Beim Tennis=Turiner in Meran fielen am Sonntag
erſten Entſcheidungen. Bei den Herren ſiegte im Einzel Arz
über ſeinen öſterreichiſchen Landsmann Mateika, und das Do)
holten ſich erwartungsgemäß die Favoriten Bouſſus=Dupl
während im Damen=Einzel die Pariſerin Adamoff Frau Sck)
burgk glatt mit 6:3, 6:4 überſpielte. Im Wettbewerb um
Lenz=Pokal verlor die vollkommen überſpielte Rheinländ
Cilly Außem auch das Spiel gegen die Italienerin Valerio 9
6:3, 9:7. Die Entſcheidungen ſtehen hier noch aus. Im Gem
ten Doppel haben Frau Schomburgk=Artens als Erſte die Schu
runde erreicht, nachdem Frau Friedleben=Kuhlmann verzicht
Hans Schönrath bleibt Meiſter.
Die Dortmunder Weſtfalenhalle hatte am Sonntag abend
der Eröffnung ihrer Boxſportſaiſon einen großen Erfolg.
zugkräftige Programm und die verbilligten Eintrittspreiſe
ten gemeinſchaftlich für ein faſt ausverkauftes Haus. Das P
kum befand ſich in beſter Stimmung, denn ihm wurden ſpanmn
Kämpfe und gute ſportliche Leiſtungen gegeben. Sehr bewegt
lief der Hauptkampf um die Deutſche Schwergewichtsme
ſchaft zwiſchen dem Titelverteidiger Hans
Schönrath=
feld 178,1 Pfund) und dem ehemaligen Meiſter Rudi Wagen
Duisburg (183,2 Pfund). Vom Gongſchlag weg griff Wasn
ſtürmiſch an, er ſuchte ſichtlich ſein Heil in der k.o.=Chance. So
rath blockte aber gut, boxte vorſichtig und gab ſeinem Gel
keine Blöße. So verliefen die erſten ſieben Runden. Wag)
war faſt ſtändig im Angriff, ſchlug aber ungenau, während
techniſch beſſere Schönrath zahlreiche Haken auf Geſicht und KEN
ſeines Gegners anbrachte. Die achte Runde brachte den D
matiſchen Höhepunkt des Kampfes. Wagener
Schönrath mit einem ſchweren rechten Haken, der Meiſter m
bis „neun” zu Boden und war auch dann noch „groggy”. Wag?
ſetzte energiſch nach und ſchickte Schönrath noch zweimal, das
Mal bis „zwei” und dann bis „acht” zu Boden. Die Maſſen w2
in heller Aufregung, man glaubte, Schönrath ſei am Ende. 1
lich ging aber auch Wagener bis „neun” zu Boden. Beide 2N
waren nun ſtark angeſchlagen und boxten ziemlich wild, bis
Gong das Ende der bewegten Runde brachte. In der nein
Runde war Schönrath gut erholt, während Wagener ſtark
genommen ſchien und unter Luftmangel litt. In der 10. N1
wurde Wagener wiederholt klar getroffen, er nahm dabei
Verletzung am linken Auge mit, der ihn dann auch bald zur
gabe zwang. Schönrath, der ohnehin ſicher nach Punkten n.1,
hatte damit ſeinen Titel erfolgreich verteidigt.
Der Deutſche Bantamgewichtsmeiſter „Pfitzner und
Franzoſe Petit Fiévez gaben über ſechs Runden eine 1
Vorſtellung mit dem Reſultat Unentſchieden. Ex=Amateur=Sc)?
gewichtsmeiſter Neuſel (179) zwang den Dortmunder S"
mann in der fünften Runde zur Aufgabe, nachdem er ſe‟
Gegner ſtändig mit ſchweren Schlägen zugedeckt hatte. — E
ſchönen und verdienten Punktſieg erzielte der Deutſche. We‟
gewichtsmeiſter Eder=Dortmund im Kampf gegen den O‟
zoſen Barbotteux. Der Franzoſe war in den erſten der
Runden etwas im Vorteil, von der dritten Runde ab übern
dann aber Eder den Angriff. Der Deutſche war im Schlag 2.
ſaomer und holte ſich einen klaren Punktvorſprung.
Nummer 283
Montag, den 13. Oktober 1930
Seite 7
Bau=Herbflwaldläufe in Darmſtadk.
Am geſtrigen Vormittag kamen mit Start und Ziel im Sta=
Fo am Böllenfalltor die diesjährigen Herbſtwaldläufe des
aues Bergſtraße zum Austrag. Während — den im Gau
ge=
ſo nen Verhältniſſen entſprechend — die Beteiligung in den drei
tiſtungsklaſſen der Aktiven und in der Alt=Herren=Klaſſe
immer=
n zufriedenſtellend war, ließ die Beteiligung der einzelnen Ver=
R” gerade bei den Pflichtwaldläufen der Jugendlichen ſehr zu
ütſchen übrig. Gewiß, die Zahl der in den Jugendklaſſen
Geſtar=
ten war immer noch eine beachtliche, aber ſie entſprach nicht
an=
hernd dem tatſächlichen Beſtand. Erwähnt ſei, daß dabei der
(13. 1898 Darmſtadt in allen Klaſſen, und überdies gerade bei
z u Jugend, auch zahlenmäßig am ſtärkſten vertreten war, vom
her zigjährigen bis zum Zehnjährigen, eine Tatſache, die der
ſklichen Breitenarbeit das allerbeſte Zeugnis ausſtellt. Daß das
ſiu unbeſtimmte Wetter leider mit ein Grund für viele Vereine
an:, ihre Meldungen nicht einzuhalten, ſcheint leicht verſtändlich
ſein, iſt aber um ſo mehr zu bedauern, als einmal dieſe
Witte=
rag gerade für Waldläufe durchaus keine ſchlechte, ungeeignete
ü und als zum andern bei der Wahl des Austragungsplatzes
harders daran gedacht wurde, daß vor allem auch Umkleide=
„wv. Badegelegenheit auf dem Stadion einwandfrei und gut iſt.
aß dann einige Vereine immer noch eine geſundheitliche
Schä=
dung ihrer Mitglieder befürchten und dies als willkommene
Kgründung der Nichtteilnahme anführen, zeigt, daß es ſehr ſchwer
füt, die bald ſchon „ewig” Unbelehrbaren von dem
ausgleichen=
ſhr Wert des Laufſportes zu überzeugen. In dieſem Jahr kamen
. Jugendwaldläufe nur als Mannſchaftspflichtläufe zum
Aus=
ig. Deshalb mußten auch — da einige Vereine nicht alle Ge=
„ldeten zur Stelle hatten — kombinierte Mannſchaften laufen,
natürlich nicht bei der Wertung der „reinen”
Vereinsmann=
uften berückſichtigt werden konnten. Bei den Kleinſten kam
ſs — übrigens auch bei der Jugend viel beliebtere —
Wett=
ümpfmoment zur Geltung, da hier zwei Poliziſten” den Kampf
ihnt zahlreichen Sportvereinlern wagten. Daß trotz einwandfreier,
ſtdarer Markierung der Strecke in der A=Klaſſe die zuerſt
Ge=
trteten freiwillig die Strecke verlängerten, beweiſt wohl nur,
z dieſe „auf Zeit” geſchloſſene „Sport=Ehe” zwiſchen Polizei und
ᛋt=Weiß gar harmoniſch war, denn geſchadet hat es keinem,
ſch nicht den Alten Herren, die durch falſche Richtungsangabe
Streckenkontrolle mit den Läufern der Klaſſe III auch einige
Meter mehr als beabſichtigt liefen. Dabei hielten ſich unſere
9H. ganz vorzüglich gegen viele der gleichzeitig über dieſe
Erecke geſtarteten Klaſſe III, in der die Poliziſten dominierten.
Desmal konnte auch Mayer=Polizei recht ſicher vor Schröck und
eil (S.=V. 98) das Alte=Herren=Rennen gewinnen, während
„ißicel (98) und Kaltwaſſer (Merck) in alter Freundſchaft
zu=
hmen durch das Ziel liefen. Leider klappte hier das
Zeit=
tſumen nicht. Im letzten Lauf waren über etwa 7 Kilometer die
haſſen I und II am Start. Während in der erſten Klaſſe Habich
tSvartungsgemäß von ſeinen Klubkameraden Gellweiler und
Eikel den Einzellauf gewann, ſiegte in der zweiten Klaſſe eben=
Als der Sportverein 1898 im Einzellauf durch Bernſee vor Luley
MAS. C.), der recht ſicher Geſſer (Rot=Weiß” auf den dritten Platz
weiſen konnte. Im Mannſchaftslaufen ſiegte in beiden Klaſſen
ſihrederum der S.=V. 1898, in der zweiten allerdings nur knapp
v Rot=Weiß Darmſtadt.
Ergebniſſe:
Leiſtungsklaſſe I (etwa 7 Kilometer) — Mannſchaftslauf:
Sger: S.=V. 1898 Darmſtadt (Habich, Gellweiler, Merkel, Leiſz)
m6 Punkten. — Einzellauf: 1. Habich 22:15 Min.; 2.
Gell=
ſciler 22:58 Min.; 3. Merkel.
Leiſtungsklaſſe II (etwa 7 Kilometer) — Mannſchaftslauf:
15=V. 98 (Bernſee, Hebel, Preiß, Krauth) 13 Punkte; 2. Rot=
Aiß Darmſtadt (Geſſer, Kürſchner, Krichbaum, Kieslich) 15 P.
Einzellauf: 1. Bernſee, 98, 22:58 Min. 2. Luley, A. S. C., 23:31
An. 3. Geſſer, R.=W., 24:14 Min. 4. Kürſchner, R.=W. 5. He=
N 98. 6. Ritter, Viktoria Griesheim.
Leiſtungsklaſſe III (etwa 4,5 Kilometer) — Mannſchaftslauf:
4Polizei Darmſtadt, 1. Mannſchaft mit 13 Punkten und Polizei
Armſtadt, 2. Mannſchaft, mit 13 Punkten; 2. Rot=Weiß mit 22
ſAnkten; 3. S.=V. 98 mit 35 Punkten. — Einzellauf:: 1. Weber,
A. 15:59,2 Min. 2. Fornoff, Pol., 16:05 Min. 3. Bünſack,
P., 16:07 Min. 4. Hofmann, Franz, Rot=Weiß, 16:31 Min.
Erb, Pol. 6. Bertſch, Pol.
Alte Herren über 32 Jahre (etwa 4,5 Kilometer) — Mann=
Iüftslauf: Sieger: S.=V. 98 mit 9 Punkten. — Einzellauf:
4Mayer, Pol.; 2. Schröck, 98; 3. Pfeil, 98; 4. Krichel, 98,
u Kaltwaſſer, Merck=Darmſtadt.
Pflichtwaldläufe der Jugend.
Jugendklaſſe A. — Mannſchaftslauf über 3 Kilometer:
1. S.=V. 98 11:50 Min. 2. S.=V. 98 14:39 Min. 3. S.=V. 98
14:58 Min. — Als kombinierte Vereinsmannſchaften ſtarteten
ferner: a) Polizei—Rot=Weiß kombiniert; b) Eberſtadt—Münſter
—Weiterſtadt kombiniert.
Jugendklaſſe B. — Mannſchaftslauf über 2 Kilometer:
1. S.=V. 98 9:32,4 Min. 2. Polizei 9:48,4 Min. 3. Haſſia
Die=
burg 9:49,8 Min. — Die komb. Mannſchaft Braunshardt—Münſter
durchlief die Strecke in 9:07 Min.
Jugendklaſſe C. — Mannſchaftslauf über 1,5 Kilometer:
Sieger: S.=V. 98. — Einzellauf: 1. Wieſeneck, 98, 5:24,8 Min.
2. Front, 98, 5:26 Min. 3. Lehn, 98, 5:28 Min. 4. Heldmann,
98, 5:30 Min. 5. Ahl, Pol., 5:31 Min. 6. Klar, 98, 5:34 Min.
7. Kolberg, 98, 5:34 Min. 8. Wenzel, 98, 5:34 Min. 9. Weber,
98, 5:36 Min. 10. Flackus, 98, 5:49 Min. 11. Becker, Ernſt, 98,
5:51 Min. 12. Krauth, Pol., 5:56 Min.
Deutſche Leichkakhlekikſiege in Lyon.
Das Internationale Leichtathletikſportfeſt in Lyon ſtand unter
keinem günſtigen Stern. Der andauerde Regen beeinträchtigte
den Beſuch und naturgemäß auch die Leiſtungen recht erheblich,
ſo daß auch der angekündigte Rekordverſuch Ladoumegues über
1000 Meter zum Scheitern verurteilt war. Die deutſchen
Ver=
treter konnten ſich recht gut aus der Affäre ziehen und in faſt
allen Konkurrenzen, an denen ſie teilnahmen, ſiegreich bleiben.
Lediglich der franzöſiſchen Mittelſtreckler=Elite mußten ſich die
deutſchen Athleten beugen. So konnte Engelhardt über 400
Me=
ter nur Fünfter werden, während Danz im 1100=Meter=Lauf
immerhin hinter Ladoumegue und Sera Martin Dritter wurde.
Die Ergebniſſe: 110 Meter Hürden: 1. Welſcher (Eintracht
Frank=
furt) 16 Sek.: 2. Adelheim 3 Meter zurück; 3. Bernard. — 100
Meter: 1. Jonath 11,8 Sek.: 2. Beigbeder 2 Meter zurück; 3.
Par=
rain. — 400 Meter: 1. Mouline 52 Sek.; 2. Reliat 5 Meter zurück;
3. Galtier; 4. Feger; 5. Engelhardt. — 1000 Meter: 1.
Ladou=
megue 2:33,4: 2. Sera Martin 2:34,2; 3. Danz 2:42; Keller bei
700 Meter aufgegeben. — 5000 Meter: 1. Cuignet 16 Min.; 2.
Mi=
chot (weit zurück). — Hochſprung: 1. Köppke 1,80 Meter: 2.
Me=
nard 1,75 Meter; 3. Sabatier 1,75 Meter. — Kugel: 1. Schneider=
Rüſſelsheim 14,50 Meter: 2. Winter 13,83 Meter; 3. Noel 13,46
Meter. — Weitſprung: 1. Belfort 6,75 Meter; 2. Jonath 5,78
Meter.
Hohenſyburger Mokorrad=Sporkfeſt.
Eines der größten Motorſportfeſte des Jahres veranſtaltete
am Sonntag der Gau 5a des A. D.A. C. auf der fünfmal zu
durch=
fahrenden 15=Kilometer=Rundſtrecke von Hohenſyburg, die von
etwa 100 000 Zuſchauern umſäumt war. Für die Schwierigkeit der
Strecke ſpricht die Tatſache, daß von den 31 geſtarteten
Lizenz=
fahrern nur 13 das Ziel erreichten. Die beſte Zeit des Tages
er=
zielte der Dresdener Lecy auf Bugatti in 44:06, mit einem
Stun=
dendurchſchnitt von 100,6 Kilometern. Bei den Rädern war
Kür=
ten auf Tornac in 45:15 (gleich 98 Stundenkilometer) der
Schnellſte. — Während der Veranſtaltung ereignete ſich ein Sturz,
bei dem der Dortmunder Ceyer ein Bein brach.
Ueberraſchungsſieg beim Rakibor-Rennen.
Fathia ſchlägt Sichel in Hoppegarten.
Die letzte große Zweijährigen=Prüfung am Sonntag in
Hoppe=
garten erbrachte von neuem den Beweis, daß die Vertreter des
jüngſten Jahrganges wenig Klaſſe darſtellen. Bis jetzt hat es
keinen Hengſt unter den Zweijährigen gegeben, der ſo favoriſierte
Stuten wie Sichel, Adrienne und Filmenau geſchlagen hätte.
Das iſt immer ein ſchlechtes Zeichen. Doch auch die Stuten zeigen
keine konſtante Form. So wurde zum Beiſpiel Adrienne, die in
Köln den Preis der Winterfavoriten mühelos gewann, am
Sonn=
tag in dem großen, mit 21 500 Mark ausgeſtatteten Ratibor=
Rennen von Halmas Fathia und Sichel leicht geſchlagen.
Ins=
geſamt gingen acht Bewerber an den Start, von denen ſich
Adrienne, Sichel und Fathia mit Thüringen ſofort nach dem
Ab=
lauf freimachten. Auf halbem Wege ging dann Adrienne allein
in Führung, es ſah ſo aus, als ob ſie Siegerin werden würde.
kurz vor dem Ziel griffen Sichel und Fathia die Oppenheimerin
erfolgreich an, Fathia, von H. Schmidtz gut unterſtützt, übernahm
dann allein die Führung und ſiegte ſicher. Die Stute brauchte
für die 1400 Meter 1:31,8 Minuten, eine Zeit, die ebenfalls für
die derzeitige ſchwache Form der Zweijährigen ſpricht.
Berggeiſt=Rennen: Zweijährige, 2800 Mk., 1000 Meter: 1.* S. A.
v. Oppenheims Clematis (Munro), 1.* v. Weinbergs Marie
Louiſe, 3. Melodei.
Durchgänger=Rennen: 3900 Mk., 1200 Meter: 1. S. A. v.
Oppen=
heims Walzertraum (Munro).
Wolkenſchieber=Rennen: 6500 Mk., 3200 Meter: 1. Halmas Pale
(Grabſch).
Ratibor=Rennen: Zweijährige, 21 500 Mk., 1400 Meter: 1. Halmas
Fathia (H. Schmidt), 2. Sichel, 3. Adrienne. Toto: 161. Platz:
20, 13, 11. H.—1. Ferner: Agathon, Elſaß, Thüringen,
Fil=
menau, Idylle.
Erzlump=Rennen: Dreijährige, 5200 Mk., 2000 Meter: 1. S. A.
v. Oppenheims Mafalda (Munro), 2. Präfekt, 3. Majordomus.
Weltmann=Rennen: 3300 Mk., 1400 Meter: 1. Butzkes Fürſt
Emmo (Grabſch).
Hortari=Rennen: Dreijährige, 2900 Mk., 1600 Meter: 1. Negeleins
Morgenwind (Pretzner).
Rundfunk=Programme.
Kriterium der Aſſe in Mailand. Auf einer Rundſtrecke in
den Straßen von Moiland kam am Sonntag unter ſtarker
Be=
teiligung deutſcher Fahrer, das italieniſche Kriterium der Aſſe
zum Austrag. Nach jeder 1400 Meter langen Runde des über
100 Km. führenden Renens erfolgte eine Punktwertung. Sieger
blieb der Italiener Piemonteſi mit 37 Punkten in der
ausgezeich=
neten Zeit von 2:30:24 Stunden. Eine große Ueberraſchung
be=
deutete der zweite Platz des Weſtfalenmeiſters Stübecke, der mit
25 Punkten keinen Geringeren als den Weltmeiſter Binda mit
nur 13 Punkten auf den dritten Platz verweiſen konnte.
Im Kunſtturnen ſiegte der Gau Frankfurt mit 934 Punkten
über die Gaue Heſſen (867½ Punkte) und Rhein/Moſel.
Im Schwimm=Städtekampf ſiegte Mainz über Wiesbaden mit
25:17 Punkten.
Der Heidelberger Rugby=Klub ſchlug die bekannte Rugby=
Mannſchaft von Stade Frangaiſe Paris 3:0.
Der Hallen=Tenniskampf England—Frankreich in London
en=
dete mit einem klaren 9:6=Sieg der Engländer. Am letzten Tage
ſchlug der junge Engländer Auſtin nach Brugnon noch den
Fran=
zoſen Borotra.
Der Belgier Sybille blieb durch einen Punktſieg über den
Franzoſen Vuillamy Europameiſter im Leichtgewichtsboxen.
Frankfurt a. M.
Montag, 13. Oktober.
11.30: Hersfeld: Lullusfeſt.
16.00: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters.
18.05: Prof. Dr. Artur Kutſcher: Wedekind=Erinnerungen.
18.35: Stunde der Bühne. Zur Erſtaufführung von „Mahagonny”.
19.20: Richter und Verteidiger. Geſpräch zwiſchen Amtsgerichtsrat
Dr. Alfred Unger und Rechtsanwalt Dr. Max Alsberg.
19.50: Engliſcher Sprachunterricht.
20.15: Konzert des Roth=Quartetts.
21.15: Phädra. Trauerſpiel in fünf Aufzügen von Jean Racine.
Ueberſetzt von Friedrich Schiller.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Montag, 13. Oktober.
14.30: Kinderſtunde. O. Wollmann: Wir machen ei,ne Kinderzeitung.
15.00: Jugendſtunde. Selbſterziehung des jungen Fußballſpielers.
16.00: Prof. P. Oeſtreich: „Frauenbildung und Kultur”, Kongreß
vom 1.—4. Oktober, veranſtaltet vom Bund „Entſchiedener
Schulreformer” (Bericht.)
16.30: Berlin: Nachmittagskonzert.
17.30: Rumäniſche Muſik. Pof. Viktor Bickerich, Aenne Bickerich
(Geſang).
18.00: Geh. Reg.=Rat Prof. Dr. E. Roſt: Nahrungsmittelpreis und
Nahrungsmittelwert.
18.30: Prof. Dr. Leiſegang: Moderne Religioſität. Religion der Tat,
19.00: Engliſch für Anfänger.
19.30: Landforſtmeiſter „Gernlein: Anbauwürdigkeit und
Anbau=
formen der Buche.
20.00: Hamburg: Konzert. Volkstümliche Opern. Norag=Orcheſter.
21.00: Aus Hannover: Sophienfeier zum 300jährigen Geburtstag
der Kurfürſtin Sophie von Hannover.
Danach: Aus Budapeſt: Zigeunermuſik.
Hauptſchriftleitung. Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feutlleion, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann; für
den Handel: Dr. C. H. Que iſch; für den Schlußdienſt: J. V. Karl Böhmann:
für „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herberi Nette:
für den Inſeratenteil und geſchäftlſche Mitteilungen: Willy Kuble.
Druck und Verlag: L. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſtadt
Fär unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 8 Geiten
Reichsbund ehem. Militärmuſiker e. V.
Ortsverein Darmſt a d t
Unſer langjähriges Mitglied
Otto Wundenberg
Obertelegraphenſekretär i. R.
(15069
iſt unerwartet entſchlafen.
Wir werden ihm ein treues Andenken bewahren.
Wir bitten unſere Mitglieder, recht zahlreich an der
Montag 3 Uhr ſtattfindenden Beiſetzung teilzunehmen.
Zuſammenkunft mit Inſtrumenten um 2¾ Uhr am
Der Vorſtand.
alten Friedhof.
Reichsbund der
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dienſiberechtigten
Verein Darmſtadt
Nachruf.
Arn 11. Oktober verſchied
plötz=
lich unſer lieber Kamerad (15072
Wtto Wundenberg
Obertelegraphenſekretär i. R.
Wir verlieren in dem Entſchlafe=
Aun eines unſerer älteſten Mit=
IAläeder und Mitbegründer unſeres
Buundes, deſſen Andenken wir
ſtets in Ehren halten werden.
2re Beerdigung findet heute
nrchmittag 3 Uhr von der
apelle des alten Friedhofs aus
ſtatt. Wir bitten um zahlreiche
Beteiligung.
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