Einzelnummer 1.5 Pfennige
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Nummer 185
Sonntag, den 6. Juli 1930.
193. Jahrgang
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Rabatt weg. Banklonto Deutſche Ba
1 und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Der Reichskanzler beim Reichspräſidenten.
Vorkrag über die polikiſche Lage. — Sonderwünſche der einzelnen Frakkionen. — Auf der Suche nach einer
Mehrheit für das Deckungsprogramm. — Einigungsverſuche mit den Deutſchnakionalen.
Das Ringen um ein Kompromiß.
Noch keine Hoffnung auf eine glakte parlamenkariſche
Erledigung.
Berlin, 5. Juli. (Priv.=Tel.)
Der Reichspräſident hat am Samstag vormittag den
Reichs=
kanzler Dr. Brüning zum Vortrag über die politiſche
Lage empfangen. Herr Brüning hat den Präſidenten noch
ein=
mal kurz über die weſentlichſten Teile des Deckungsprogramms
ins Bild geſetzt. Er hat dann weiter mit ihm die Ausſichten
ſeiner Steuergeſetze beſprochen. Ob er dabei den gleichen
Optimismus zur Schau getragen hat, auf den man im Reichstag
bei jedem Schritt und Tritt ſtößt, wiſſen wir nicht. Wir können
uns auch nicht denken, daß Herr Brüning ſchon jetzt dem
Präſi=
denten Hoffnung auf eine glatte parlamentriſche
Erledigung der Steuergeſetze machen wird. Er weiß zu genau,
daß die Ausarbeitung des Steuerprogramms beinahe noch leichter
war, als es die Bemühungen ſein werden, nun auch für dieſes
Programm eine Mehrheit im Reichstag zu finden. In der
Partei=
führerbeſprechung am Freitag abend iſt ihm ſchon ziemlich deutlich
zu verſtehen gegeben worden, wo die einzelnen Fraktionen der
Schuh drückt, welche Teile der Steuergeſetze ſie glatt akzeptieren
können und welche Steuern auf dem Verhandlungswege den
Frak=
tionen noch ſchmackhaft gemacht werden müſſen. Wenn auch die
Fraktionen ſich noch nicht alle durchweg feſtgelegt haben, ſo
weiß man doch, wie ihre Wünſche im weſentlichen ausſehen, und daß
ihnen manches an den Steuergeſetzen nicht behagt, ja, daß ſie ſogar
eine gründliche Umgeſtaltung fordern werden. Der
Kanzler hat nun zwar zu verſtehen gegeben, daß die
Steuer=
geſetze ein einheitliches Ganzes bilden, und daß ſie in
ihren Grundzügen für die Regierung nicht veränderlich ſind. Im
parlamentariſchen Betriebe ſind aber ſchon oft ſtarke Worte
ge=
braucht worden, die man dann, wenn es erſt einmal ernſt wurde,
ſehr raſch wieder vergaß, um ſich auf Grund der wirklichen
Ver=
hältniſſe zu einigen. Das wird in Zukunft ſowohl für den
Kanz=
ler als auch für die Parteien zu gelten haben. Der eine muß
jach=
geben, um eine Mehrheit zuſtande zu bringen, die anderen verden
ebenfalls ihre Forderungen wieder etwas zurückſchrauben müſſen,
wenn ſie nicht Situationen heraufbeſchwören wollen, die ihnen
nachher wieder leid tun werden.
Die Grundfrage
iſt nun aber, wie eine Mehrheit zuſtande kommen ſoll. Es iſt ſchon
einmal die Rede davon geweſen, daß unter Umſtänden die
Steuer=
vorlage mit wechſelnden Mehrheiten verabſchiedet
wer=
den ſollen. Derartige Gedankengänge ſcheinen jedenfalls im
Ka=
binett ſchon eine Rolle geſpielt zu haben. Zur Stunde ſieht es aber
ſo aus, als ob der Kanzler das Experiment der
wechſeln=
de Mehrheiten wieder an das Ende ſeiner Berechnungen
ge=
ſchoben hat. Es iſt auch wieder recht ſtille davon geworden,
über=
haupt mit den Sozialdemokraten zuſammenzuarbeiten und die
Rechte aus dem Spiel zu laſſen. Dafür hört man, daß der
Kanz=
ler wohl mit Rückſicht auf Herrn Schiele den
Ver=
ſuch machen will, mit den Deutſchnationalen
einig zuwerden. Wenn die deutſchnationale Frak=
Tion auch erklärt hat, daß die Steuergeſetze für ſie
nicht tragbar wären, ſo will das nicht allzuviel heißen. Es
iſt ja bekannt, daß die Fraktion durchaus nicht geſchloſſen daſteht
und daß Herr Weſtarp ſicherlich auch diesmal wieder andere Wege
einzuſchlagen gedenkt als ſein Gegner Hugenberg. Mitteilungen
darüber, mit welchen Mehrheiten ein Hugenbergſcher Antrag,
Steuergeſetze und Oſtprogramm abzulehnen, zu Fall gebracht
wor=
den iſt, wird von beiden Flügeln der Fraktion ebenſo energiſch
dementiert wie Nachrichten darüber, daß ſchon jetzt 5
deutſch=
nationale Abgeordnete bereit ſein ſollen, für die Steuervorlagen
ihre Stimme abzugeben. Wie dem aber auch ſei, die
Deutſch=
nationalen werden es ſich zu überlegen haben, ob
ſie Oppoſition ſpielen und damit auch die Oſthilfe
gefährden ſollen.
Der Zwieſpalt im deutſchnakionalen Lager
ſt für die Bemühungen Brünings allerdings eine Erleichterung.
unächſt wird er aber erſt einmal verſuchen müſſen, mit den hinter
einem Kabinett ſtehenden Parteien einig zu werden. Im Laufe
er kommenden Woche ſollen die am Freitag begonnenen
raktionsführerbeſprechungen fortgeſetzt werden.
dazwiſchen ſollen Einzelbeſprechungen ſtattfinden,
daß alſo allein die nächſte Woche ſchon das Bild wirr
durch=
inanderlaufender Verhandlungen geben wird. Nach außen hin
vird
der Kampf um die Steuern am Monkag im
Reichskagsplenum
einen Auftakt nehmen. Auf der Tagesordnung ſteht die
Be=
atung der Deckungsvorlagen, die der
Reichsfinanz=
tiniſter Dr. Dietrich ſelbſt einleiten wird. Wir glauben nicht, daß
die erſte Leſung ſchon klärend wirken wird. Eher werden die
fraktionsredner ſich alle Mühe geben, einer Feſtlegung im
Ple=
ſum aus dem Wege zu gehen, um nicht ihren Unterhändlern
vor=
greifen. Der Kanzler hat nun wiederholt mitgeteilt, daß er,
ſevor er zum äußerſten Mittel greife, alle
Verhandlungs=
töglichkeiten ausſchöpfen werde. Das bedeutet alſo,
aß er ſolange um ein Kompromiß ringen wird, ſolange
die Ausſicht beſteht, eine gemeinſame Plattform zu finden. Daß
=Situation ſehr ernſt iſt, werden wohl auch diejenigen
nicht beſtreiten können, die jetzt ſo tun, als ob der Kanzler ſchon
über dem Berg wäre. Daß der Reichstag ſchon am 19. Juli zu
ſeiner letzten Sitzung vor der Sommerpauſe zuſammentreten wird,
und daß bis dahin alles in beſter Ordnung iſt, erſcheint uns im
Augenblick doch noch recht fragwürdig.
v. Hoeſch bei Briand.
Ausſprache über die Saar und die
Separakiſten=
verfolgungen.
* Berlin, 5. Juli. (Priv.=Tel.)
Der deutſche Botſchafter von Hoeſch war gegen
Ende der Woche beim franzöſiſchen Außenminiſter.
Ueber die Unterhaltung ſelbſt hat man ſich wieder einmal auf
beiden Seiten ausgeſchwiegen. Wir ſind alſo darauf angewieſen,
uns auf Angaben der franzöſiſchen Preſſe zu ſtützen, die
behaup=
tet, daß über die Saar und
Separatiſtenverfol=
gungen im Rheinland geſprochen wurde. Das erſtere
dürfte richtig ſein, ſteht doch im Augenblick das Schickſal der
Saarverhandlungen im Vordergrund, des
In=
tereſſes. Herr v. Hoeſch und Herr Briand werden ſich
wahr=
ſcheinlich darüber unterhalten haben, wie man es ermöglicht, die
Fäden nicht abreißen zu laſſen und welche Wege nun
eingeſchla=
gen werden ſollen, um zu einem ſpäteren Zeitpunkt die
Saar=
beſprechungen erneut in Gang zu bringen. Es ſieht ſo aus, als
ob auf beiden Seiten das Beſtreben vorhanden iſt, die erzielten
Verhandlungsergebniſſe gelten zu laſſen und über die
neben=
ſächlichen Fragen die Kommiſſionsarbeiten fortführen zu laſſen.
Der Hauptſtreitpunkt iſt das Kohlenproblem. Die
Frage, wie die Beſitzverhältniſſe geregelt werden follen,
wird vorausſichtlich zum Gegenſtand diplomatiſcher
Verhandlungen gemacht werden, um auf dieſe Weiſe zu
verſuchen, daß die Saarverhandlungen ſchließlich doch noch einen
Erfolg zutage fördern.
Ob auch die Separatiſtenverfolgungen in der Unterhaltung
Hoeſch=Briand eine Rolle geſpielt haben, wiſſen wir nicht. Die
franzöſiſche Preſſe iſt zwar ſehr aufgeregt, daß jetzt einer Reihe
von Landesverrätern Denkzettel verabfolgt werden. Daß die
Volkswut im befreiten Gebiet keine Grenzen kennt, iſt nur zu
verſtändlich, es kann nur der die Ausſchreitungen in den
geräum=
ten Städten verſtehen, der namentlich im Jahre 1923 das
Trei=
ben der Separatiſten miterlebt und geſehen hat, als ſie imn ihren
Grauſamkeiten die Franzoſen, in jeder Beziehung zu
über=
trumpfen verſuchten. Sie ſtehen allerdings unter dem Schutz
des Amneſtieabkommens, wonach die Separatiſten und alle
die=
jenigen, die im Dienſt der Franzoſen geſtanden haben, nicht
ver=
folgt werden dürfen. Die deutſchen Behörden haben auch alles
getan, um dieſes Abkommen loyal zu erfüllen. Sie haben
Poli=
zei zum Schutze der Separatiſten zur Verfügung geſtellt. Wenn
aber trotzdem hier und dort Rache genommen werden konnte,
dann iſt daran die Polizei ſchuldlos. Sie darf ſich nur in
geringer Zahl auf dem anderen Rheinufer aufhalten, kann alſo
infolgedeſſen auch den Sicherheitsdienſt nicht ſo verſehen, wie ihn
die franzöſiſche Preſſe plötzlich wünſcht.
Treuebekenninis des Saarbundes.
Trier, 5. Juli.
Der Bund der Saarvereine hat auf ſeiner 10. Tagung in
Trier einſtimmig folgende Entſchließung angenommen:
„Bei der Feier der Befreiung der Rheinlande von dem Druck
fremder Beſatzung in Trier gedenken die Befreiten mit tiefer
Trauer, vereint mit Tauſenden ihrer Brüder und Schweſtern aus
dem Saargebiet, der dort fortdauernden Fremdherrſchaft. Sie
wiederholen, was die Bevölkerung des Saargebietes in einmütigen
Kundgebungen fortgeſetzt fordert: Unverzügliche Rückkehr des
Saargebietes unter die deutſche Regierung als Wiedergutmachung
begangenen Unrechts. Dieſem deutſchen Willen des Volkes an der
Saar haben ſich alle anderen Rückſichten unterzuordnen. Die
Men=
ſchen an der Saar ſind es müde, ſich als ein Anhängſel
wirtſchaft=
licher Belange behandeln zu laſſen. Hand in Hand mit der
Rück=
kehr unter die deutſche Regierung muß der Rückerwerb der Gruben
durch das Deutſche Reich ſo vorbehaltlos erfolgen, wie ihn der
Verſailler Vertrag ſelbſt für den Fall der Rückkehr des Landes
unter die deutſche Regierung vorſieht. Bei gutem Willen läßt ſich
auf den Grundlagen der Rückkehr unter die deutſche Regierung
und des Rückerwerbs der Gruben durch Deutſchland eine Ordnung
der wirtſchaftlichen Beziehungen erreichen, die dem Saargebiet,
Deutſchland und Frankreich zum Segen gereicht. Einer
Miß=
achtung dieſer Grundlagen aber zieht das Volk an der Saar das
Ausharren in der freventlich aufgezwungenen Fremdherrſchaft
noch weitere fünf Jahre vor. Dann wird die Volksabſtimmung
die heißerſehnte Befreiung bringen ohne Bedingungen, ohne
Bin=
dungen und ohne Vorbehalte.
Oberſchleſiſcher Glückwunſch an die befreiken
Beſtgebieke.
Beim Heſſiſchen Landtag iſt das nachſtehende Telegramm der
Vereinigten Verbände heimattreuer Oberſchleſier, Landesgruppe
Norddeutſchland, Berlin, eingegangen:
„Die befreiten Weſtgebiete grüßen wir vom Oſten, die wir die
Nöte einer Beſetzung nur zu gut kennen lernten, mit dem
Wunſch einmütigen Zuſammenſtehens von Oſt und Weſt zu
endgültiger Befreiung aller noch beſetzten und geraubten
Gebiet:.”
4
* Das siasto der „Rleinen.
Von unſerem Berichterſtatter.
S. Wien, Anfang Juli.
Die in dieſen Tagen abgeſchloſſene Konferenz der
Außenminiſter der Kleinen Entente hat weder die
Welt noch auch nur Europa, ja nicht einmal Mitteleuropa
auf=
zuregen vermocht. Der Streit um das Reichsnotopfer, die
inner=
politiſchen Kämpfe in Oeſterreich und die rhetoriſchen
Auseinan=
derſetzungen zwiſchen Rom und Paris haben weit mehr, als
die platoniſchen Geſpräche am Cſorba=See die
Oeffentlichkeit beſchäftigt. Trotzdem kommt jenen Beratungen der
Kleinen Entente einige Bedeutung zu, wenn auch nur
ſympto=
matiſch.
Zehn Jahre iſt es gerade her, daß die Kleine Entente
ge=
gründet wurde, zu dem Zweck, „Mitteleuropa zu ſtabiliſieren”.
wie ſich damals Herr Beneſch ausdrückte. Lag ſchon in
die=
ſer Zweckſetzung allein ein für die Siegerſtaaten recht peinliches
Urteil über die Friedensdiktate, die allein offenbar nicht vermocht
hatten, eine Stabiliſierung in Mitteleuropa herbeizuführen, ſo
hat die Entwicklung der Kleinen Entente von Jahr zu Jahr
im=
mer deutlicher gezeigt, wie dringend die heutigen
Verhält=
niſſe im Mitteleuropäiſchen Raum eine
Konſo=
lidierung fordern. Schon vor drei Jahren, auf der
Joachims=
taler Konferenz der Kleinen Entente, verſuchte man krampfhaft
der Schwierigkeiten in Mitteleuropa Herr zu werden, indem man
die urſprünglich ja als rein politiſcher Zweckverband
ge=
dachte Kleine Entente ſich wirtſchaftlich zu organiſieren bemühte.
Damals wurden große Worte geredet von der notwendigen
Er=
richtung einer Kleinen Wirtſchaftsentente. Und dabei
merkte man anſcheinend gar nicht, wie man ſich ſelbſt ins Geſicht
ſchlug, indem man ſich beſtrebte, mit vieler Mühe aufs neue die
wirtſchaftlichen Bande zu knüpfen, die man wenige Jahre vorher
ebenſo brutal wie töricht durch die Verträge von St.
Ger=
main und Trianon zerſchnitten hatte. Sogar ein
revi=
ſionspolitiſcher Beſtrebungen gewiß nicht allzu verdächtiges Blatt
wie das „Berliner Tageblatt” ſah ſich denn auch jetzt aus Anlaß
der erneuten Beſtrebungen der Kleinen Entente, ſich auf
Wirt=
ſchaft umzuſtellen, veranlaßt, deutlich zu betonen: „Die
Ueber=
windung des ökonomiſchen Atomismus (im Donaubecken. Die
Schriftleitung.) iſt ohne Bereinigung der durch die
Friedensver=
träge von St. Germain und Trianon aufgeworfenen politiſchen
Programme undenkbar.” Tatſächlich bedeutet dieſe Erkenntnis
nichts Geringeres, als daß die Kleine Entente, die ja
urſprüng=
lich gegründet worden war, um den Status quo in Mitteleuropa
um jeden Preis aufrecht zu erhalten, ſich jetzt vor die
Not=
wendigkeit geſtellt ſieht, die durch jene
Frie=
densverträge geſchaffenen unmöglichen
Ver=
hältniſſe durchgreifend neu zu geſtalten.
Zeigt ſich alſo bei Beurteilung der wirtſchaftlichen Debatten
der Konferenz der Kleinen Entente vom Cſorba=See ſchon mit
aller Deutlichkeit das Fiasko, das dieſes Bündnis zur
Nieder=
haltung Ungarns im Laufe der letzten Jahre erlitten hat, ſo
wird dieſe Abwärtsbewegung erſt recht erkennbar, wenn man
die rein politiſche Entwicklung im
mitteleuro=
päiſchen Raum einer genauen Betrachtung unterzieht. Es
ergibt ſich da nämlich überraſchend klar, daß das einſt ſo
herz=
liche Einvernehmen zwiſchen der Tſchechoſlowakei,
Ru=
mänien und Südſlawien, allmählich einer immer größer
werdenden Entfremdung Platz gemacht hat. Am aktivſten
mitge=
wirkt an dieſer Entfremdung haben aber, wie zu erörtern ſein
wird, die Tſchechoſlowakei und Rumänien, während Südſlawien
— wie dies ja auch ſeiner gegenwärtigen außenpolitiſchen
Situ=
ation entſpricht — wohlweislich größte Zurückhaltung übt. —
Beſonders die letzten Wochen und Monate brachten einige
außenpolitiſche Unternehmungen der Prager Regierung, die vor
allem auf Südſlawien geradezu als unfreundliche Akte
wir=
ken mußten. Da iſt beſonders der erſt am 14. Mai zwiſchen der
Tſchechoſlowakei und Bulgarien abgeſchloſſene
Freund=
ſchafts= und Nichtangriffspakt. Es war
ſelbſtver=
ſtändlich, daß dieſer Vertragsabſchluß, der gerade in eine Zeit
fiel, in der man in Südſlawien angeſichts der fortgeſetzten
Maze=
donierattentate Bulgarien gegenüber eher feindliche als
freund=
liche Gefühle hegte, es war ſelbſtverſtändlich, daß dieſer
Ver=
tragsabſchluß in Belgrad Erſtaunen und
Befrem=
dung hervorrief und die ſüdſlawiſche Preſſe zu heftigen
Pro=
teſten gegen dieſe „Verletzung der Kleinen Ententeverträge”
ver=
anlaßte. Aber nicht genug damit. Auch mit Griechenland
wollte Herr Beneſch freundlichere Beziehungen haben. Und ſo
begann er dann auch mit der Athener Regierung zu
verhandeln. Peinlicherweiſe in demſelben Augenblick als
zwiſchen Griechenland und der Türkei in Rom (!) ein
Abkommen unterzeichnet wurde, das nach allen vorhergegangenen
diplomatiſchen Verhandlungen als ein erfolgreiches Werk der
ita=
lieniſchen Politik bezeichnet werden muß. Auch dies gab
natür=
lich Anlaß in Belgrad, den Kopf zu ſchütteln über die
merkwür=
dige Taktloſigkeit des Herrn Beneſch, der es darauf angelegt zu
haben ſchien, ausgerechnet auf Italiens Spuren zu wandeln. Ein
Beginnen, das man begreiflicherweiſe in Südſlawien höchſt
un=
gern ſieht.
Unmittelbar vor dem Zuſammentritt der Konferenz der
Kleinen Entente am Cſorba=See betätigte ſich wieder die
Tſche=
choſlowakei diplomatiſch in einem Sinne, der keineswegs als in
der Linie der Politik der Kleinen Entente liegend bezeichnet
wer=
den kann. So trat der ehemalige tſchechiſche Miniſter Hodza
mit einem Vorſchlag an die Oeffentlichkeit, der neben der Kleinen
Entente die Schaffung eines ſlawiſchen Blocks,
be=
ſtehend aus der Tſchechoflowakei, Polen und Südſlawien
vor=
ſieht, zum Zwecke der Verteidigung der Slawentums gegen
die böſen Deutſchen. Zieht man noch in Betracht, daß erſt
vor kurzem die Tſchechoſlowakei es ablehnte, das tſchechiſch=
rumä=
niſche Bündnis durch eine Mitgarantie der Sicherheit
Beſſarabiens zu erweitern, wie dies von Bukareſt
vorge=
ſchlagen worden war, ſo ergibt ſich klar und deutlich, daß es der
tſchechiſchen Außenpolitik in wenigen Monaten gelungen iſt, ſich
den Intereſſen der Kleinen Entente geradezu entgegenzuſtellen.
Aehnliche Wege hat auch die rumäniſche Politik
beſchrit=
ten. So brachte vor einigen Monaten der Bukareſter „Cuvantul”
Seite 2
einen Artikel, in dem der Chefredakteur dieſes Blattes, der
ſo=
eben von einer Romreiſe zurückgekehrt war, ausführte, daß
Rumänien eigentlich nichts in der Kleinen
En=
tente zu ſuchen habe und daß es den rumäniſchen Intereſſen
weit mehr entſpräche, wenn ſich Rumänien Italien anſchlöſſe.
Bald darauf gingen durch die rumäniſche Preſſe Meldungen, die
die Notwendigkeit betonten, zwiſchen Rumänien und Polen zu
einer engeren wirtſchaftlichen Zuſammenarbeit, wenn möglich
auf der Grundlage einer Zollunion, zu gelangen. In jüngſter
Zeit ſchließlich hat die Rückkehr Carols auf den
ru=
mäniſchen Königsthron erſt recht erkennen laſſen, wie
ſehr man ſich in Bukareſt bereits von der Ideologie der Kleinen
Entente emanzipiert hat. Es iſt ja ein offenes Geheimnis, daß
die Rückkehr Carols nicht nur mit Wiſſen, ſondern ſogar unter
ſtiller Förderung Italiens erfolgt iſt. Und es iſt
eben=
ſo eine nicht mehr wegzuleugnende Tatſache, daß eine analoge
Entwicklung in Ungarn, die Rückkehr der Habsburger
nach Budapeſt, mit dem Flug Carols nach Cotroceni nicht
nur in einem optiſchen, ſondern auch in einem inneren politiſchen
Zuſammenhang zu bringen iſt. Bezeichnete doch ſogar ein
fran=
zöſiſches Blatt, die Pariſer „Liberté”, die Thronbeſteigung durch
Otto als eine ebenſo einfache und naheliegende Angelegenheit,
wie die Rückkehr Carols nach Rumänien. Wobei das genannte
Blatt der Kleinen Entente nur ſo ganz nebenbei einen kleinen
Dolchſtoß verſetzte, indem es erklärte: „Man ſoll doch in Prag,
Belgrad und Bukareſt nicht vergeſſen, daß die Kleine Entente
mit dem Verſuch militäriſcher Maßnahmen gegen eine
Reſtau=
ration der Habsburger, gegen den Antikriegspakt verſtoßen
würde.‟ Darf wan ſich angeſichts ſolcher Entwicklungen noch
wundern, wenn man in Belgrad nachgerade auf die
Kleine Entente pfeift?
Tatſächlich ſieht ſich Südſlawien ſchon heute allein auf
weiter Flur. Eingekreiſt von Staaten, die alle mehr oder
weniger im Schlepptau Italiens ſegeln, muß es immer wieder
die Erfahrung machen, daß ſeine vermeintlichen Freunde,
Rumä=
nien und die Tſchechoſlowakei, ihre eigenen Wege gehen, die ſich
immer häufiger mit denen Belgrads regelrecht kreuzen.
Als vor einem Jahre die Außenminiſter der Kleinen Entente
in Belgrad tagten, damals ſtattete der polniſche Außenminiſter
Zaleſki gerade dem ungariſchen Miniſterpräſidenten einen Beſuch
ab, bei dem bekanntlich viel von einer Polen, Ungarn und
Ita=
lien umfaſſenden ſogenannten „Mittel=Entente” die Rede war.
Und als jetzt am Cſorba=See dieſelben Außenminiſter der
Klei=
nen Entente Statuten und Kommuniques ausarbeiteten, weilte
der italieniſche Außenminiſter Grandi in Warſchau und Budapeſt,
um nach ſeiner Rückkehr nach Rom im Senat bei der Debatte
über den öſterreichiſch=italieniſchen
Schiedsge=
richtsvertrag laut und vernehmlich zu erklären: Die
Natio=
nen, die mit Italien Freundſchaftsverträge abgeſchloſſen haben,
wiſſen, daß ſie in jedem Augenblick und unter allen Umſtänden
auf die Treue und Freundſchaft des fasciſtiſchen Italiens
rech=
nen können." Zufall? Schwer es zu glauben. Vielmehr drängt
ſich dem fernſtehenden Beobachter das Empfinden auf, daß die
Reiſen und Reden damals des polniſchen, und diesmal des
ita=
lieniſchen Außenminiſters wohlerwogene Warnungen an die
Adreſſeder Kleinen Entente darſtellen, hübſch auf dem
Boden der realpolitiſchen Tatſachen zu bleiben und ſich nich
in utopiſche Konſtruktionen zu verlieren, die angeſichts
der immer ſtärker von Italien beherrſchten Lage zwangsläufig
zu ſchweren Enttäuſchungen führen, mit einem Fiasko enden
müſſen.
Die Forderungen der Landbundführer.
Wie bereits kurz gemeldet, hat des Reichskanzler am Freitag
die Führer der Landwirtſchaft empfangen, wobei ihm dieſe eine
Reihe von Forderungen vorgetragen haben. U. a. fordern die
Landbundführer ein Sanierungsprogramm, das ſeit der
Vertreter=
verſammlung des Reichslandbundes in Königsberg vorliegt. Der
Landbund wendet ſich dagegen, daß weiterhin Fehlbeträge
durch Steuererhöhungen gedeckt werden. Er wendet ſich weiter
gegen eine Verquickung der Steuererhöhungen
mit der Oſthilfe. Manerwartet aber von einer
Wieder=
aufnahme der lex Schacht, d. h. eine weitere
Verminde=
rung der inneren Schuldentilgung, wie ſie im
Vor=
jahr als Nothilfe beſchloſſen war, die Möglichkeit einer
vollen Sanierung anſtelle von Teillöſungen.
Weiter iſt, wie dies auf der Tagung in Königsberg ſchon zum
Ausdruck gekommen iſt, kein Zweifel darüber gelaſſen worden, daß
die Reichs= und Verwaltungsreform die Beſteuerung der
öffent=
lichen Hand und die Entlaſtung der öffentlichen Hand von ſozialen
Aufgaben zu den Vorausſetzungen einer ſofort durchzuführenden
Finanzſanierung gehören.
Die ſozialen Aufgaben ſollen einer grundſätzlichen Forderung
der Landwirtſchaft entſprechen, und an die Selbſtverwaltung
über=
führt werden, den Organen der Berufsſtände ſoll eine eigene
Er=
richtung der Arbeitsvermittlung und der Arbeitsloſenverſicherung
unter Aufſicht der Regierung ermöglicht werden.
* Der ruſſiſche Wahn.
Von Oscar A. H. Schmitz.
Die ganze ruſſiſche Literatur des 19. Jahrhunderts nach
Tur=
genjeff bedeutet im Grunde eine große Herausforderung der
abendländiſchen Kultur. Das war die unausbleibliche
Gegen=
wirkung auf das ruſſiſche „Weſtlertum” Für die Weſtler lag
das Heil Rußlands in der Europäiſierung. Ihre Gegner, die
Slawophilen, ſtellten die Selbſtbeſinnung des Ruſſentums dar,
und dadurch, daß auf ihrer Seite die zwei größten lebenden
Dichter, nicht nur Rußlands, ſondern der damaligen Zeit,
ſtan=
den, Doſtojevſkij und mittelbar auch Tolſtoi, horchte Europa auf.
Durch Jahrzehnte glaubte das in Rationalismus und
Mechani=
ſierung erſtarrende geiſtige Abendland, daß vielleicht aus
Ruß=
land ihm ein neues Heil kommen könne. Seit dem
Bolſchewis=
mus iſt dieſer Glaube freilich erheblich geſunken, ſtellt doch der
Bolſchewismus den Gipfel jener Rationaliſierung und
Mechani=
ſierung des Lebens dar, unter der wir ſchon ohnehin leiden, nur
mit dem Unterſchied, daß wir, als wir uns durch die Technik die
Naturkräfte dienſtbar machten, nicht daran dachten, daß dies zu
zunehmender Entſeelung führen würde, während eben dies von
den heutigen ruſſiſchen Machthabern grundſätzlich gewollt wird.
Somit könnte man zu dem Urteil kommen, daß der
Bolſchewis=
mus eigentlich reinſtes Weſtlertum ſei, ſtützt er ſich doch auf die
typiſch weſtliche Lehre Marxens, daß er eigentlich erſt deſſen letzte
Schlußfolgerung bedeute. Demgegenüber belehren uns auch
ſolche Ruſſen, die den Bolſchewismus ablehnen, daß er doch ganz
und gar ruſſiſch iſt durch die religiöſe Ergriffenheit, die er in das
ganze Volk trage. Nur ſo ſei überhaupt erklärlich, daß das
furcht=
bare materielle und ſeeliſche Elend, das ſeit der Revolution das
ruſſiſche Leben verdüſtert, von Millionen, darunter auch
bewuß=
ten Menſchen gern ertragen würde. Den treffendſten Ausdruck
finde ich in einem Aufſatz von Fedor Stepun: „Der ruſſiſche
Menſch” (Europ. Revue, V. Jahrgang, Heft 7), der den
Bol=
ſchewismus eine Pſeudomorphoſe des ruſſiſchen Menſchen nennt.
Der Bogriff ſtammt aus der Kriſtallkunde. Er bedeutet eine
Afterbildung, die ein Mineral annimmt, wenn es in den von
einem verſchwundenen Kriſtall gebildeten Hohlraum gerät oder
aber, wenn ſich auf der Oberfläche eines Minerals ein anderes
kriſtalliſierendes Mineral abſetzt. So kann ein Kriſtall der Form
nach wie Quarz ausſehen, aber der Subſtanz nach Feldſpath ſein.
Der Bolſchewismus wäre alſo eine falſche Kriſtalliſation der
ruſſiſchen Seele, die in den Hohlraum gewiſſer weſtlicher Begriffe
geraten iſt, oder auf deren Oberfläche ſich weſtliche Begriffe
ab=
geſetzt haben. Das Bild ſcheint ſehr treffend für ei Syſtem, das
Sonntag, den 6. Juli 1930
Vom Tage.
Mainz ſteht ſeit Samstag nachmittag im Zeichen der großen
Hul=
digungsfahrt der A. D.A. C. zum freien deutſcher
Rhein. Aus allen deutſchen Gauen ſind Kraftfahrer an den Rhein
geeilt.
„Graf Zeppelin” iſt am Samstag 23 Uhr 30 Min. zum
Be=
reiungsflug nach Köln geſtartet. Das Luftſchiff wird für die
frühen Morgenſtunden des Sonntag in Köln erwartet.
Zum Rheinland=Befreiungsflng ſind geſtern
vor=
mittag in Köln 58 Flugzeuge aufgeſtiegen.
Der Auswärtige und der Handelspolitiſche
Aus=
ſchuß des Reichstages genehmigte, das vorläufige
deutſch=
rumaniſche Handelsabkommen.
Die Reviſionsverhandlung gegen
Oberbürger=
meiſter Böß findet vor dem 2. Senat des Oberverwaltungsgerichts
im Herbſt ſtatt.
Im Thüringer Landtag wurde am Freitag abend nach
einer ſtürmiſchen Ausſprache ein Mißtrauensantrag der
Oppoſition gegen Miniſter Dr. Frick mit
Stimmen=
mehrheit angenommen, die jedoch nach den Beſtimmungen der
Thüringer Verfaſſung hinter der geſetzlich erforderlichen
Abgeordneten=
zahl zurückbleibt.
Am Freitag kam es in Frankfurt a. M. zu einem
Zufammen=
ſtoß zwiſchen Kommuniſten und Nationalſozialiſten.
Es entſtand eine Schlägerei, an der etwa 60 bis 70 Perſonen beteiligt
waren und mehrere verletzt wurden. Von den einſchreitenden
Polizei=
beamten wurden fünf Perſonen feſtgenommen und in das
Polizeigefäng=
nis eingeliefert.
Die Einweihungsfeier für das
nationalſoziali=
ſtiſche Parteiheim in München iſt, wie wir erfahren, von
der Polizeidirektion mit der Begründung verboten
wor=
den, daß es ſich bei dieſer Feier um eine öffentliche Veranſtaltung
inner=
halb der Bannmeile handelt.
Die neue finniſche Regierung iſt auf bürgerlicher
Grund=
lage, aber ohne Hinzuziehung von Führern der Lappo=Bewegung
ge=
bildet worden.
Der franzöſiſche Außenminiſter Briand wird am kommenden
Mittwoch vor dem Kammerausſchuß für auswärtige Angelegenheiten
ſich über die franzöſiſch=italieniſchen Beziehungen
äußern.
Die Bank für internationalen
Zahlungsaus=
gleich veröffentlicht einen Ausweis, wonach die angelegten Gelder am
30. Juni d. J. 494 068 232 Schweizer Franken betrugen, die Anlagen
584 919 695 Franken, die ſonſtigen Aktiven 1612 446 Franken. Das
Kapital und die Paſſiven zuſammen betragen 1085 720 801 Franken.
Kürzung der Reichskagsdiäken.
Berlin, 5. Juli. (Priv.=Tel.)
Am Aelteſtenausſchuß des Reichstages iſt ein ſehr vernünftiger
Beſchluß gefaßt worden, einmal zu überlegen, wie weit auch
die Abgeordneten des Reichstages zur
Reichs=
hilfe herangezogen werden können. Von vornherein muß
allerdings feſtgeſtellt werden, daß der finanzielle Ertrag der
Reichshilfe der Abgeordneten im Vergleich zu der Höhe des
De=
fizits im Haushalt nur verſchwindend gering ſein wird. Aber
darauf kommt es ja nicht an, ſondern lediglich auf die Tatſache,
daß auch die Volksboten ihr Scherflein zur Linderung der
finan=
ziellen Notlage des Reiches beiſteuern ſollen und auf Grund der
herrſchenden Stimmung auch beiſteuern wollen. Nur ſind die
An=
ſichten darüber verſchieden, wie vorgegangen werden ſoll. Die
einen wollen die Diäten um 10 Prozent kürzen, die anderen
wol=
len, daß dabei auch ſämtliche anderen Einkommen der
Abgeord=
neten, die zu einem großen Teil im Beamtenverhältnis ſtehen,
mitberückſichtigt werden.
Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß durch die Verringerung der
Diäten die Exiſtenzgrundlagen der Abgeordneten ſehr erſchüttert
werden. Es gibt viele Parlamentarier, die auf ihr Einkommen
als Abgeordnete angewieſen ſind und über andere Einkünfte nicht
verfügen. Ob nun ſchon bis zur Verabſchiedung der Steuergeſetze
eine Einigung herbeigeführt wird, läßt ſich noch nicht überſehen.
Mit dem Diätennotopfer iſt vorerſt ein Unterausſchuß
des Aelteſtenrates betraut worden. Er ſoll entſprechende
Vor=
ſchläge machen, die an den Aelteſtenausſchuß weitergehen. Dieſer
Ausſchuß hat ſie dann dem Unterausſchuß des Haushaltsausſchuſſes
zu übermitteln. Von hier aus gehen ſie an den
Haushaltsaus=
ſchuß ſelbſt und dann ſchließlich ans Plenum zurück. Es iſt alſo ein
langer Weg, den die erſte Anregung vom Haushaltsausſchuß zum
Unterausſchuß des Aelteſtenausſchuſſes genommen hat und jetzt
wieder zurücklegen muß, wahrſcheinlich wird man das Ergebnis
der Beratungen erſt im Herbſt verwerten, weil dann die Tjäten
überhaupt einmal zur Debatte geſtellt werden ſollen.
von außen wie zyniſchſter Materialismus, dürrſter Rationalismus
ausſieht, von innen aber religiöſe Bewegtheit iſt.
Kein Volk hat ſelbſt ſo viel von ſich geſprochen wie das
ruſſiſche. Alle ſeine Dichter und Denker ſind Bekenner der
ruſſi=
ſchen Kollektivität und darum liegt das ruſſiſche Weſen in all
ſeiner ſchwer verſtändlichen Widerſprüchlichkeit heute offen vor
uns ausgebreitet. Heut iſt es beſonders der unter uns lebende
Fedor Stepun, der in zugleich tiefgründigen und klaren
Schrif=
ten und Vorträgen das ruſſiſche Weſen deutlich zu machen ſucht.
Das gelingt ihm ganz vortrefflich, nur wird ein europäiſch
ver=
wurzelter Geiſt zu weſentlich anderen Folgerungen und
Wer=
tungen kommen. Der Grundgedanke, der uns aus der ganzen
ruſſiſchen Literatur immer wieder entgegentönt und der für uns
zunächſt etwas ſehr Beſtechendes hat, iſt der, daß der Ruſſe
wirk=
lichkeitsnäher — Stepun ſagt geradezu „daſeiender” — ſei, als
der Abendländer, der mehr und mehr in Abſtraktionen lebe.
Da=
her auch das ruſſiſche Intereſſe am Verbrecher. Er lebt dock
wenigſtes aus dem Grund, aus der metaphyſiſchen Realität des
Böſen, was man von dem nichts als anſtändigen Menſchen
aller=
dings nuht ſagen kann. Es iſt erſtaunlich, mit welcher
Schnellig=
keit bei uns Intellektuelle, die kritiſch genug ſind, ſich gegen die
büngerliche Wohlanſtändigkeit aufzulehnen, aus ihrem
Reſſenti=
ment gegen alles Büngerliche dieſe ruſſiſche Lehre vom „
daſei=
enderen” ruſſiſchen Menſchen aufgenommen haben, ohne ſie einen
Augenblick auf ihre ortsbedingte Entſtehungsweiſe und ihre
An=
wendbarkeit auf das Abendland zu prüfen. Schon das Wort
„Bürger” in ruſſiſchen Büchern hätte ſie zum Denken veranlaſſen
müſſen, denn es bedeutet in Rußland etwas ganz anderes als
bei uns. Dort hat es reine ſoziologiſche Bedeutung. Der
Bür=
ger Afanaſſi Pawlowitſch z. B. oder wie er ſonſt heißen mag, iſt
ein Mann, der durch Handel Geld erwirbt und deſſen
ſeeliſch=
geiſtige Bedürfniſſe durch eine abergläubiſche Form der
Fröm=
migkeit völlig gedeckt werden. Weder haben ſeine Vorfahren
ſchon im Mittelalter als ſelbſtändige, wagemütige Kaufherren
die Länder und die Meere durchzogen, noch haben ſie in der
Renaiſſancezeit um ihren Glauben oder ein humaniſtiſches Ideal
gerungen. Weder haben ſie ſich kühn entſchloſſen als dritter Stand
neben die beiden erſten geſtellt, noch um die Befreiung ihres
Vaterlandes gekämpft, auch ſind ſie weder von klaſſiſchem und
romantiſchem Geiſt berührt geweſen, noch haben ſie unter dem
engliſchen Ideal des Liberalismus, wenigſtens Fleiß,
Tüchtig=
keit und Selbſtändigkeit entwickelt. Von alledem iſt nichts bis
zu dieſen bärtigen gemütlichen Dickbäuchen gedrungen. Alles das
aber hat ſeit Jahrhunderten die Wirklichkeit des abendländiſchen
Bürgertums gebildet und bildet noch heute den Lebensinhalt
ſei=
ner beſten Söhne, während allerdings der Durchſchnitt ſich oft in
Abſtraktionen verliert, d. h. nur gutes Fortkommen, ſtatt echtem
Menſchentum, einſeitige Berufstüchtigkeit ſtatt Erkenntnis des
Nummer 185
Unerfreuliche Nachleſe.
Zur Rheinlandräumung ſchrieben die „Times” in einem
Leit=
artikel: „Somit iſt das große Ziel der Politik Dr. Streſemanns
erreicht und die Deutſchen tun recht daran, ſeiner mutigen
Staats=
kunſt gerade in dieſem Augenblick zu huldigen. In der ganzen
ausländiſchen Preſſe findet ſie immer wieder Ausdruck, die
unver=
hohlene Bewunderung dieſes großen deutſchen Staatsmannes. In
Mainz hielt in der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli der
Reichs=
innenminiſter Dr. Wirth als Vertrter der Reichsregierung eine
Rede. Er dankte denen, „die ihr Beſtes einſetzten, ihren guten
Willen, um den Weg zu bereiten, um das deutſche Volk zur
Frei=
heit zu führen”. „Auch über dieſen Platz hinüber”, ſo ſprach er,
„ſollen noch einmal die Namen der Männer ſchallen, die uns
vorangegangen ſind im Kampf um die deutſche Freiheit, die mit
uns gelitten und geſtritten haben Freunde, der Weg war
um=
ſtritten, heute noch wie geſtern. Aber nicht wahr, daß wir dieſen
Tag erleben durften, das ſei der ſchönſte Lohn für die, die zu früh
von uns geſchieden ſind. Sie nannten ihn ſchon, unſeren
Vor=
kämpfer Friedrich Ebert, dann anſchließend Mathias Erzberger,
Walther Rathenau, Konſtantin Fehrenbach, den Hauptreferenten
und Begründer der neuen Verfaſſung Hugo Preuß; darf ich nennen
den Mann,der die Abſtimmung geleitet hat in Schleswig und im
Oſten, den ſo früh verſchiedenen Köſter, der in Belgrad ſo früh
verſchieden iſt. Darf ich ſie alle nennen, den Miniſter Mayer
Konſtantin Fehrenbach in Freiburg und alle anderen. Darf ich
auch nennen den Mann, der den Mut gehabt hat, in Weimar das
Werk der Rettung mit uns zu beginnen, den alten Abgeordneten
Dr. David, der vor mir ſitzt. Wir am Rhein, wir vergeſſen
nie=
mand, uns gilt das Ziel, und wir ehren die Soldaten, die ſich
tapfer geſchlagen haben.” „Wir vergeſſen niemand”, erklärte Herr
Dr. Wirth. Alſo war es kein bloßes Vergeſſen, daß er bei der
Aufzählung derer, die nach ſeiner Meinung an der
Rheinland=
befreiung mitgearbeitet haben, den verſtorbenen Außenminiſter
Dr. Streſemann nicht erwähnte. Gewiß, Herr Dr. Wirth hat
wenig ſpäter in anderem Zuſammenhang auch den Namen
Streſe=
mann erwähnt. „Mancher iſt zuſammengebrochen, mancher hat,
wie unſer unvergeßlicher Kollege und Vorkämpfer Guſtav
Streſe=
mann, noch mit ſeiner letzten Lebenskraft, noch mit der kalten
toten Hand den franzöſiſchen Miniſtern Friede und Freundſchaft
des deutſchen Volkes angeboten.” Wie das deutſche Volk am Rhein
empfindet, bewies die Aufnahme, die dieſe beiläufige Erwähnung
des Namens des großen Toten bei den Hunderttauſenden fand, die
in jener Nacht die Befreiung des Rheinlandes feierten. Wohl
eine Minute lang dauerte es, bis ſich der ſtürmiſche Beifall legte,
bis der Redner weiterſprechen konnte. Der Oberbürgermeiſter der
Stadt Mainz aber hat in ſeiner Rede an jenem Abend den Namen
Streſemann überhaupt nicht erwähnt. Die unvergänglichen
Verdienſte Streſemanns werden dadurch ganz gewiß nicht berührt.
In ehernen Lettern ſteht ſein Name im Buch der Geſchichte
ver=
zeichnet. Das deutſche Volk wird ihn nicht vergeſſen, und ſo hat
der ſozialdemokratiſche Reichstagspräſident Loebe ihm aus dem
Herzen geſprochen, als er in ſeiner feierlichen Anſprache, die er am
30. Juni an den Reichstag hielt, erklärte: „Wir gedenken in
Hoch=
achtung und Ehrerbietung heute aller, die in dieſer Zeit der
Be=
fatzung ihr Leben hingegeben haben, weil ſie mit Treue an ihrer
Heimat hielten und Geſundheit und Gut opferten. Wir legen in
Wehmut einen Kranz auf das Grab des großen, immer wieder
Zuverſicht ſchöpfenden Staatsmannes, der die letzten Hinderniſſe
beſeitigte, und dem ein grauſames Schickſal verwehrte, den Tag
der Befreiung mitzuerleben.”
die engliſchen Wochenſchriften würdigen Skreſemanns
Verdienſte um die Rheinlandräumung.
London, 4. Juli.
Die Wochenzeitſchrift „New Statesman” hebt hervor, daß ſich
die deutſche Bevölkerung in ihrer Freude über die Räumung des
Rheinlandes und die endgültige Befreiung deutſchen Bodens von
der fremden Beſatzung einig ſei und bemerkt, daß die große
Abkürzung der Beſatzungsdauer Deutſchland faſt
ausſchließlich dem Beſtreben Dr. Streſemanns
verdanke. Es liege ein bitterer Kommentar darin,
daß man in dem allgemeinen Jubel über den
Ab=
marſch des franzöſiſchen Heeres dieſen großen
Staatsmann faſt ganz vergeſſen habe. Die
Wochen=
zeitſchrift „The Nation” bedauert, daß Streſemann, dem die
Befreiung des Rheinlandes zum größten Teil zu verdanken ſei, das
Ergebnis ſeiner Geduld und ſeiner Staatskunſt
nicht mehr erlebt habe. Die Wochenzeitſchrift „Spectator”
ſchreibt, die Rheinlandräumung hätte ſchon früher
durch=
geführt werden müſſen. Andererſeits müſſe zugegeben werden, da
ſie vielleicht noch länger gedauert hätte, wenn
Streſe=
mann nicht ein ſo kluger Staatsmann geweſen
wäre. Frankreich werde gut tun, ſofort das Saargebiet
frei=
zugeben.
Lebensſinnes erſtrebt. Will man gegen dies freilich ſchwere Uebe
etwas tun, ſo kann es nur dadurch geſchehen, daß wir uns des
Daſeins unſerer eigenen Subſtanz erinnern, nicht aber in den
Chor ruſſiſcher Intellektuellen einſtimmen, die keine eigene
Kul=
turſubſtanz beſitzen.
Die ruſſiſche Selbſtbeſinnung bezieht ſich daher notgedrungen
auf das Bauerntum. Der Bauer aber iſt in Rußland der
vor=
geſchichtliche Menſch, der tiernahe ſeinen Trieben lebt, freilich
unter der Berührung vergreiſter byzantiniſcher Religionsformen
jähig iſt, plötzlich aus dem phyſiſchen Rauſch in den ekſtatiſchen
umzuſchlagen. Dieſe primitive Form ausſchließlich
gefühls=
mäßiger, nicht ſchauender Religioſität — ohne Zweifel wie jede
wirkliche Religioſität metaphyſiſch verwurzelt — iſt auch dem
Abendland bekannt. Wir beſaßen ſie im Mittelalter, und was
daran wertvoll iſt, hat die Kirche ſehr weiſe in den Bettelorder
aufgefangen. So bleibt auch bei uns für dieſe einfältige Form
des Glaubens, wo ſie echt ift, ein Raum, der ſie erhält, ohne
ihr eine einſeitige Herrſchaft zu geſtatten, die der Kultur
gegen=
über nur zu Barbarei oder Nihilismus führen könnte. Ver
wandte des Aljoſcha Karamaſof oder des Fürſten Myſchkin (des
„Idioten”) wird man auch heute noch in dieſen Orden finden,
nur ſtellen ſie Anachronismen dar, die keine Wirkung mehr auf die
religiöſe Entwicklung haben können, ſo ſegensreich ihr Wirken
im einzelnen ſein mag.
Die heutige Vernichtung des ruſſiſchen Bauern durch di
Bolſchewiken gehört zu der ſchon genannten Pſeudomordhoſ
des ruſſiſchen Menſchen, aber war dieſer Muſchik, deſſen Dar
ſtellung wir ſo meiſterhaft bei Tolſtoi finden, tatſächlich ein ſo
viel wirklicherer Menſch, als der abendländiſche Bauer? Stepun
ſagt von ihm, er hätte nie die Möglichkeit gehabt, ſich die erſte
und letzte Grundlage aller Kultur anzuerziehen: „ſorgſame,
treue, liebevolle, genaue Arbeit auf ſeinem eigenen Fleck Erde.
Hat nun den europäiſchen Bauern wirklich dieſe Art Arbeit der
Wirklichkeit und dem im Metaphyſiſchen verwurzelten Daſeig
entfremdet? Iſt es nicht umgekehrt? Verbindet uns nicht gerade
die treue Hingabe an unſere Arbeit, mag ſie ſich noch ſo ſehr
von dem Boden entfernen, dadurch immer noch ſymboliſch mit
der Erde, daß jeder beſſere Abendländer irgendeine Scholle
beackert? Dieſe urbäuerliche Beziehung zum Werk iſt gerade das,
was dem Ruſſen aller Schichten ſo oft fehlt. Vielleicht wirft er
Samen aus, aber er ackert nicht im wahren Sinn, vor allem fehlt
ihm der pflegliche Umgang mit der Saat, die Geduld des
War=
tens, das Ausharren bei ſchlechten Ausſichten, das Aufſpeichern
der Ernte, das Sparen des Saatgutes, kurz alles dac, was jede
fruchtbare Arbeit, die primitivſte wie die geiſtigſte, zum
Abkömm=
ling eier ſinnvollen Bodenbebauung macht. Wir möchten alſo
eher behaupten, daß der Ruſſe in ſteter Gefahr iſt, alle Beziehung.
erliche Zone verläßt.
zum Daſein zu verlieren, ſobald er di=
Nummer 185
at
d=
as
aP
nd
(d
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a
Deutſchland und Paneuropa.
Ausſprache im Reichskabinekt über Briands
Paneuropa-Pläne.
* Berlin, 5. Juli. (Priv.=Tel.)
Das Reichskabinett hat am Samstag getagt und zunächſt
den Entwurf eines Geſetzes zur Beſſerung der
Marktverhältniſſe für deutſche
landwirtſchaft=
liche Erzeugniſſe (Handelsklaſſengeſetz,
Standardiſierungs=
geſetz und dann den Entwurf des Geſetzes über die
Aufhe=
bung des Reichsausgleichsamtes verabſchiedet. Im
Anſchluß daran fand eine eingehende Ausſprache über die
Paneuropa=Pläne Briands ſtatt. Der Außenminiſter
Dr. Curtius hielt ein längeres Referat über den Inhalt der Note
des franzöſiſchen Außenminiſters. Er kam dann auf die
Ant=
worten zu ſprechen, die verſchiedene auswärtige Mächte bereits
in Paris abgegeben haben. Er hat dann ſchließlich auch ſeine
Gedankengänge über die deutſche Stellungnahme entwickelt. Die
Ausfprach galt lediglich der Vorbereitung unſerer Antwort. Der
Außenminiſter wird am Dienstag im auswärtigen Ausſchuß zum
gleichen Thema ſprechen und dann auch erfahren, wie die
Par=
teien zum paneuropäiſchen Gedanken ſtehen.
Italien lehnk den Briand=Plan ab.
Wie wir hören, wird die Antwort der italieniſchen
Regie=
rung auf die Briand=Denkſchrift im weſentlichen einen
ablehnen=
den Charakter tragen. Die italieniſche Regierung ſoll, wie
ver=
lautet, entgegen dem Vorſchlag Briands die
Unabhängig=
keit der wirtſchaftlichen Fragen von jeder
poli=
tiſchen Einflußnahme fordern.
Die italieniſche Regierung ſcheine in gleicher Weiſe wie die
holländiſche Regierung die Auffaſſung zu vertreten, daß zurzeit
einem europäiſchen Staatenbund noch unüberſehbare Hinderniſſe
entgegegenſtehen, die im weſentlichen auf europäiſche
Grenz=
ziehungen der Nachkriegszeit zurückzuführen ſind. Die italieniſche
Regierung bezieht ſich dabei auf die Erklärungen Muſſolinis in
ſeinem letzten Leitartikel (ſ. Nr. 182. D. Red.), in dem zum erſten
Male öffentlich die Forderung auf Reviſion der
Kriegsverträge erhoben worden iſt, die in der franzöſiſchen
Preſſe großes Aufſehen erregte und von den Blättern aller
Rich=
tungen übereinſtimmend abgelehnt wurde. Die „Volonté” warnt
davor, eine derartige Erklärung auf die leichte Schulter zu
neh=
men, denn ſie ſei ſicher lange vorbereitet und durchberaten
gewe=
ſen. Für Deutſchland ſei es das ſchlimmſte, was es machen könne,
wenn es ſich von den Ausführungen des Duce irgendeinen Vorteil
verſpreche, denn der italieniſche Miniſterpräſident habe nur für
Italien geſprochen.
Die holländiſche Ankwork auf das Briand=
Memorandum.
Das franzöſiſche Miniſterium des Auswärtigen veröffentlicht
die Antwort der niederländiſchen Regierung auf das Briandſche
Paneuropamemorandum. Die holländiſche Regierung führt
da=
rin aus: Das geplante Werk ſcheine ihr nur dann
erfolgverſprechend zu ſein, wenn die Staaten
be=
reit ſeien, in einem gewiſſen Grade die
Aus=
übſng ihren Souvernitärsrechte
einzuſchrän=
ken. Auch müßte alles vermieden werden, was die Autorität
des Völkerbundes ſchwächen könnte. Man dürfe nicht vergeſſen,
daß eine kontinentale Geſamtregierung in der Praxis die zwiſchen
den Kontinenten beſtehenden Differenzen verſchärfen oder neu
ſchaffen könnte. Die holländiſche Regierung, die übrigens nicht
aus den Augen verlieren könne, daß Holland nicht nur in Europa
Beſitzungen hat, iſt der Anſicht, daß dieſe Seite des Problems
ſehr ſchwierig ſei und mit größter Aufmerkſamkeit geprüft
wer=
den müſſe. Ein föderativer Zuſammenſchluß von
Staaten werde nur möglich ſein, wenn er die
In=
tereſſengemeinſchaft zur Grundlage nimmt. Die
europäiſchen Staaten beſitzen zwar eine Anzahl gemeinſamer
In=
tereſſen, wie die Aufrechterhaltung des Friedens, die Herabſetzung
der Rüſtungen und eine beſſere Organiſation des
Wirtſchafts=
austauſches, jedoch tauche hier die Frage auf, ob dieſe
Inter=
eſſen nicht gleichzeitig auch eine Bedeutung für eine
ausgedehn=
tere Sphäre beſäßen. Wenn es ſich aber herausſtellen ſollte daß
eine föderatide Organſiation Europas möglich und
wünſchens=
wert ſei, wäre es nach Anſicht der holländiſchen
Re=
gierung weſentlich, daß die europäiſche
Grup=
pierung ſämtliche europäiſchen Staatsweſen
umfaßte. Nach der franzöſiſchen Regierung ſei
jede Möglichkeit des Fortſchritts auf
wirtſchaft=
lichem Gebiet durch die Frage der Sicherheit, d. h.
tolitiſch bedingt. Nach dieſer Richtung müſſe
die holländiſche Regierung bereits jetzt
Vor=
behalte machen. Sie glaubt nicht, daß eine allgemeine
Herubſetzung der Zolltarife notwendigerweiſe die Vertvirklichung
eines Abkommens auf rein politiſchem Gebiet vorausſetzen
müßte. Denn eine Senkung der Zollſchranken würde
eines der wichtigſten Elemente für die
Schaf=
fung eines Sicherheitsregimes bilden. Die
hollän=
diſche Regierung iſt ferner nicht davon überzeugt, daß durch Be=
ſchränkung der Sicherheitsfrage auf die europäliſchen Staaten
allein die Löſung ſtark erleichtert werden wird. Sie hat nicht den
Eindruck, daß die Schwierigkeiten, die bisher den Erſolg der vom
Völkerbund auf dieſem Gebiete unternommenen Verſuche
verhin=
dert hat, duich die Anweſenheit der nichteuropäiſchen Staaten
verurſ cht oder verhüllt worden ſei. Sie erklärt zum Schluß,
daß nach ihrer Anſicht das Terrain lange noch nicht
ge=
nügend vorbereitet ſei.
Polizeiwillfür in Jugoſlawien.
* Die Folkerknechke von Groß=Bekſchkerek
Von unſerem Berichterſtatter.
H. Belgrad, Ende Juni 1930.
Der Prozeß, der mit dem Freiſpruch Dr. Matſcheks ſein
bla=
mables Ende gefunden hat, ließ die Welt aufhorchen: Wenn das
Wort „Menſchenrecht” überhaupt einen Sinn hat, ſo mußte ſich
hier ein ganz urſprüngliches menſchliches Gefühl empören
ange=
ſichts der unerhörten Folterungen, über die von den
Mißhandelten in öffentlicher Verhandlung ausgeſagt wurde
Bis jetzt hat man noch nichts davon gehört, daß die Schuldigen
zur Rechenſchaft gezogen worden ſeien; der Prozeß hat im
Gegen=
teil ein Poſtludium gefunden, das dem Präludium — der
Inter=
nierung des Hauptverteidigers Dr. Matſcheks, Dr.
Drlje=
witſch —, nichts nachgibt: Als ſich am Tage der
Urteilsverkün=
dung Dr. Matſchek mit ſeinen Freunden in einem
Gartenreſtau=
rant in Semlin, einem Vorort Belgrads am linken Saveufer,
zuſammenfand, wurde plötzlich der gaze Tiſch von der
Polizei ausgehoben, Matſchek und alle a deren
darun=
ter ein höherer ſtädtiſcher Beamter von Semlin zur Wache
ge=
bracht, und vier Perſonen, unter ihnen zwei der energiſchſten,
d. h. „unbequemſten” Verteidiger Matſcheks, auf 30 Tage in die
berüchtigte Glavnijatſcha geſperrt. Als Grund werden „
tenden=
ziöſe, ordnungsſtörende Rufe” angegeben.
Waren wir Deurſche bei dieſen Vorgängen bisher nur
auf=
merkſame Beobachter, die mit Staunen wahrnahmen, wie eine
offenbar mißgeleitete Politik ſtatt Liebe zu wecken, Schrecken
ver=
breitete und Haß ſäte, ſo zwingen uns die kaum glaublichen
Vor=
kommniſſe von Groß=Betſchkerek aus dieſer Haltumg
herauszu=
treten und zu erklären, daß man in der Welt nicht mehr ohne
Folgen unſchuldige Deutſche mißhandeln darf,
bloß weil ſie Deutſche ſind! Was in Betſchkerek geſchehen iſt,
iſt ſo ungeheuerlich, daß es als eine ganz ſchwere Störung des
Verhältniſſes zwiſchen Deutſchland und Jugoſlawien bezeichnet
werden muß, die nur durch eine volle Genugtuung, durch
Be=
ſtrafung der Schuldigen und durch eine grundſätzliche Wandlung
der Minderheitenpolitik behoben werden kam!
In aller Kürze ſei die Vorgeſchichte der Verhaftungen von
Fräulein Hilde Iſolde Reiter. Schriftleiterin der Zeitung
„Neue Zeit”, des Adminiſtrators Urſo und des Rechtsanwaltes
und ehemaligen Abgeordneten Dr. Wilhelm Neuner
darge=
ſtellt, wie ſie ſich auf Grund eingehender Erhebungen an Ort und
Stelle ergibt.
Wie bekannt, ſiedeln die Schwaben dieſes Staates vor
allem in der Woiwodina, der fruchtbaren Landſchaft
zwi=
ſchen Donau und den Ausläufern der Karpathen, die durch die
Theiß in Batſchka im Weſten und Banat im Oſten geteilt wird.
Die Banater Deutſchen, die auch über den beſſeren Boden
ver=
fügen, gelten im allgemeinen als die regeren, und das iſt für die
„Serbianer” gleichbebeutend mit „gefährlicheren”. Auch die „Neue
Zeit”, die, ſelbſtverſtändlich ſtreng im Rahmen der Geſetze, tapfer
für das Deutſchtum eintrat, war ihnen ſchon lange ein Dorn im
Auge. Nachdem nun vor einigen Monaten ein Südſerbe das
Regiment in Neuſatz als Banus angetreten hat, der im
Gegen=
ſatz zu ſeinem Vorgänger den komplizierten Verhältniſſen dieſer
Landſchaft mit ihren zehn verſchiedenen Völkern und Stämmen
völlig fremd gegenüberſteht, iſt jetzt der Schlag gefallen,
der gar keinen anderen Sinn haben kann, als die führenden
Deutſchen und plumper Weiſe einzuſchüchtern! Als Anlaß
be=
nützte man einige anonyme Briefe, die Urſo, ein erblich ſchwer
belaſteter junger Mann, aus eigenem Antrieb an verſchiedene
hochgeſtellte Perſönlichkeiten in Betſchkerek gerichtet hat. Daß ſich
auch in dieſen Briefen nichts „Staatsgefährliches” findet, hat
jetzt ein maßgebend an der Unterſuchung beteiligter hoher
Beam=
ter ſelbſt erklärt; in der Tat ſteht nichts anderes drin, als daß
das Berufungsgericht ſtatt nach Sombor nach
Betſchkerek kommen müſſe, anſonſten die Banater
Bevöl=
kerung leicht unzufrieden werden könne. Daß dieſe Briefe
wirk=
lich nur ein Vorwand waren, iſt leicht damit bewieſen, daß ſie
in der Unterſuchung ſelbſt faſt gar keine Rolle geſpielt haben;
freilich waren ſie gut genug, um Fräulein Reiter und Dr. Neuner
in die Sache hineinzuziehen, obgleich eine ganz einfache
Ueberlegung hätte ergeben müſſen, daß
Fräu=
lein Reiter unmöglich die Urheberin der Briefe
ſein konnte: Sie ſelbſt war mit einem von der Hand Urſos
geſchriebenem Geſuch zur Polizei gegangen, das zur
Identifizie=
rung der Schriften führte; — ganz abgeſehen davon, daß
Fräu=
lein Reiter nicht ſo töricht iſt, anonyme Briefe in Sachen des
Appellationsgerichtes zu ſchreiben. „Macht nichts” — Fräulein
Reiter wurde verhaftet und iſt am Abend des 15. Mai
von 9—12 Uhr in der unmenſchlichſten Weiſe
ge=
prügelt worden, damit ſie in einem „Geſtändnis” Dr.
Neu=
ner und andere führende Perſönlichkeiten belaſten ſollte. Der
Polizeichef, in deſſen Zimmer ſich die Folterung abſpielte, war
wohlweislich von Betſchkerek abweſend; zwei ganz
untergeord=
nete Organe nahmen das Verhör vor. Sie feſſelten
Fräu=
lein Reiter mit eiſernen Handſchellen, zogen ihr
die Arme über die Knie, ſteckten zwiſchen Arme
und Kniee einen eiſernen Stab, warfen ſie auf
den Rücken, riſſen ihr Schuhe und Strümpfe
herunter und prügelten ſie mit einem
ſpani=
ſchen Rohr aufdie Fußſohlen. Unter Flüchen auf den
Schwäbiſch=Deutſchen Kulturbund und ſtändigen Drohungen
haben ſie dieſe barbariſche, aſiatiſche Exekution dreimal
wieder=
holt. Fräulein Reiter wurde gezwungen, die Füße auf dem
kal=
ten Steinboden zu kühlen, nach dem zweiten Mal in kaltem
Waſſer, damit die Unholde von neuem beginnen konnten.
Schließ=
lich konnte ſich Fräulein Reiter nicht mehr rühren und wurde in
ihre Zelle geſchleppt. Um ihr Schreien und Wehklagen zu
dämpfen, hatte man ihr einen Knebel in den Mund geſteckt und
den Kopf mit einem handgewebten Tuch umwickelt. Beim
Herausnehmen des Knebels hatte Fräulein Reiter das
Ge=
fühl, einen Zahn verloren zu haben; zyniſch rief
man ihr zu, ſie ſolle nur warten, ſie werde ſchon noch mehr
Zähne verlieren! Als ein anderer Beamter Zeuge der
Mißhandlungen wurde und die Unglückliche ihn bat, ihr doch zu
helfen, ſchrie er ſie grob an, er ſei kein Gott, den man bitten
könne. Aber immer noch war die junge Dame ſtandhaft
ge=
blieben. Erſt unter dem Eindruck ſtändiger Drohungen mit neuen
Mißhandlungen — der Detektiv mit dem Eiſenſtab wohnte allen
Verhören bei; man verſicherte ihr auch, daß man noch andere
„Patente” an ihr ausprobieren könne; man erklärte
ihr, daß man ſie ebenſo gut wie Pribitſchewiſch (ein bekannter
ſerbiſcher Politiker aus Kroatien) verſchwinden laſſen könne: —
unter dem Eindruck falſcher Vorſpiegelungen über „Geſtändniſſe‟
anderer Verhafteter und unter dem Eindruck des lügneriſchen
Verſprechens, man werde ſie nach dem Geſtändnis ſofort dem
Gericht übergeben, hat Fräulein Reiter dann die belaſtenden
Aus=
ſagen gemacht, die man von ihr verlangte. Wie einem
Papa=
gei ſprach man ihr die Sätze vor, die ſie Herrn Dr.
Neuner ins =Geſicht ſagen mußte, da ſie des Serbiſchen nur
un=
vollkommen mächtig iſt: Dr. Neuner habe ſie zur Abfaſſung der
Briefe angeſtiftet: Dr. Neuner habe ſie zu der Kieler Tagung des
Verein für das Deutſchtum geſchickt (1929), damit ſie dort
reichs=
deutſche Journaliſten ungünſtig über Südſlawien informiere.
Dabei war ihr ſtreng verboten worden, auch nur
mit den Augen eine Bewegung zu machen;
eben=
ſo wurde Dr. Neuner befohlen, ſich dieſe Sätze
ohne Widerrede anzuhören. Wären dieſe
Polizei=
methoden nicht mit einem ſolchen Terror verbunden, man möchte
lachen über die Logik derartiger „Geſtändniſſe‟! Was ſoll man
ſchließlich dazu ſagen, daß man den Kulturbund
kommu=
niſtiſcher Tendenzen verdächtigt, weil angeblich an
jener Kieler Tagung auch Wolgadeutſche teilnahmen und weil
angeblich dieſe Wolgadeutſchen Kommuniſten ſeien!!
In den Verhören hat man dann verſucht, von Fräulein
Reiter Angaben über die Deutſchtumsarbeit zu erfahren, hat
ge=
fragt, ob der VDA. den Bibliotheken des Kulturbundes Bücher
„ſtaatsfeindlichen Inhalts” zur Verfügung ſtelle, wer für
reichs=
deutſche Blätter ſchreibe und anderes mehr.
Herr Dr. Neuner, der zehn Jahre lang aktiver Richter in
Südſlawien war, iſt während der ganzen vier Wochen in einer
Zelle ohne Fenſter gehalten worden; drei Wochen
Dann entſteht leicht ein ſo völlig grundloſes Weſen wie der
Schwätzer Raskolnikof, der Probleme künſtlich ſchafft, die unter
wirklichen Menſchen gar nicht beſtehen, z. B. ob ein armer
Stu=
dent eine alte Wucherin ermorden darf, um ſich ihr Geld
anzu=
eignen. Natürlich darf er das nicht, und darüber wäre kein
Wort zu verlieren. „Aber” wird man argumentieren, „nicht
um einen x=beliebigen armen Studenten handelt es ſich, ſondern
um eine alliebende ruſſiſche Seele, die das Geld der Wucherin für
die Beglückung der Menſchheit verwenden will.” Hier gerade
liegt das Unwirkliche. Abendländiſch geſehen läge das Problem
ſo: ein großer Mann, der den Menſchen ein Segen war, kommt
auf der Höhe ſeines Werks oder nach einem Zuſammenbruch zur
Beſinnung und muß geſtehen, daß er ſich als obſkurer Jüngling
die erſten Mittel für ſeinen Weg durch ein Verbrechen erworben
hat. Das iſt ein wirkliches Problem, denn in dieſem Fall wäre
der große Mann wirklich da, nicht aber ein ſentimentaler
an=
maßender Hohlkopf wie der Student Raskolnikof.
Aber auch von dem ruſſiſchen Bauern gibt Stepun etwas
zu, was nichts anderes iſt, als mangelhafte Beziehung zum
Da=
ſein. Sein Landhunger ſei immer mehr „Sehnſucht nach fremder
Erde” geweſen, als „Liebe zur eigenen Scholle”. Zur Kultur
aber führe immer nur „konkrete, formende Liebe, nicht aber
Sehnſucht und Hoffnung‟. Dieſe iſt nämlich abſtrakt. Hier aber,
in dieſer Unfähigkeit zur konkreten Seinsbeziehung, die jedes
einem Anderen gelungene Werk als Teufelswerk betrachtet, das
einer ohne göttliche Befugnis unter Ausbeutung der Schwachen
geſchaffen hatte, hier liegt die Wurzel jenes Reſſentiments, das
den ruſſiſchen Intellektuellen ſo ſehr bezeichnet und zum Urbild
des Revolutionärs macht: Sehnſucht nach fremder Erde ohne
Beziehung zum Eigenen und ohne die Fähigkeit, ſelbſt einen
konkreten Acker zu beſtellen. Eine ſolche Daſeinsentfremdung
muß notgedrungen zu einem vollſtändigen Leerlauf führen, gegen
den ſich die menſchliche Natur aufbäumt, die um jeden Preis
leben, wirklich daſein will. So erklärt ſich, warum für einen
ſolchen Menſchen als einzige Form, ſein Daſein zu ſpüren, nur
noch übrig bleibt die Zerſtörung deſſen, was er ſelbſt nicht ſchaffen
kann, und ſchließlich der Rauſch des Verbrechens, als Gegenpol
des ekſtatiſchen Rauſchs einer primitiven Religion, der dem
In=
tellektuellen nicht mehr erreichbar iſt.
Religiös erſcheint an dieſem Zerſtörungstaumel die Ekſtaſe,
aber auch hier hilft uns wieder Stepun zum Verſtehen: es iſt
eine religiöſe Haltung „mit einer abſoluten Verneinung des
religiöſen Gehaltes”, alſo Gebärde ohne Inhalt, jenes
Gegen=
teil echten Sinnes, das wir, wenn auch vielleicht unbewußte und
Ungewollte, Poſe nennen. Es gibt nämlich nicht nur ein
ab=
ſtraktes Denken, ſondern auch ein abſtraktes Fühlen. Einen
ſolchen Hohlraum vertrögt nun die Seele des Menſchen nicht.
Etwas muß hineinfließen, und wenn das Bewußtſein erfüllt
iſt mit allerlei Begriffen, ſo ſind es dieſe, an die ſich die
inhalt=
loſe religiöſe Inbrunſt hängt. So erklärt es ſich, daß (übrigens
auch bei uns) Gottloſigkeit, Religionsfeindſchaft, verbrecheriſcher
Cynismus den Charakter des Religiöſen annehmen kann, aber
das ſind Pſeudomorphoſen der Neligion. Das geſchieht dann
mit unfehlbarer Sicherheit, wenn ein Menſch gerade intelligent
genug iſt, um die äußeren Widerſprüche beſtehender, überalterter
Syſteme (religiöſer, politiſcher, wirtſchaftlicher) zu erkennen, nicht
aber dem Erfaſſen echter Ideen gewachſen iſt. Wäre er das,
würde er den ewigen Sinn einer Idee von ihrem fragwürdig
ge=
wordenen Ausdruck zu trennen wiſſen und nach neuem beſſerem
Ausdruck ſuchen. Darin unterſcheidet ſich die aufbauende,
ſchöp=
feriſche Haltung von der zerſtöreriſch=revolutionären.
Man kann dennoch zugeben, daß viele Revolutionäre, weniger
„Henker der Wahrheit, als Opfer des Irrtums ſind”, und daß
ſie weniger aus Willen zum Böſen, als aus inbrünſtigem „Willen
zum Daſein” handelten, aber das iſt der kranke Lebenswille eines
Menſchen, der ſich ſchuldhaft dem natürlichen Daſein entfremdet
hat, in ſeinen eigenen Abſtraktionen erſtickt und nun das Leben
um jeden Preis wieder haben will, wäre es auch in Geſtalt des
Verbrechens. Selbſt wenn er dabei ſcheitert, Gefangenſchaft,
Hin=
richtung erleben muß, lebendiger als die problemloſe
Wohlanſtän=
digkeit oder die endloſen Dispute in den dumpfen Stuben der
Verbannung iſt das jedenfalls. Ja ſelbſt Gottes kann ſich ein
ſolcher Menſch, wenn überhaupt, nur noch durch den größten
Frevel und ſeine Folgen bewußt werden.
Was aber die Maſſen betrifft, die den Revolutionären Folge
leiſtet, ſo erklärt dies Stepun durch die namenloſe Langweile
des ruſſiſchen Lebens, das die Menſchen um ihre Möglichkeiten
betrügt. Sie hofften in der Revolution das phantaſtiſche
Geheim=
nis der Welt zu erleben. So ſah man Zahnärzte als
Volks=
richter, Mathematiklehrer als Generäle, Mönche als
Conféren=
ciers, Dichter als Beamte der Tſcheka”. Alles das aber zeigt
ebenfalls nicht die größere Daſeinsnähe des ruſſiſchen Menſchen,
ſondern nur den Daſeinshunger eines Volkes, das ſeine
bäuer=
liche Wirklichkeit verliert ohne aber eine bewußte
Kulturwirklich=
keit noch gefunden zu haben. Trotzdem kann man der Hoffnung
auf eine ruſſiſche Zukunft nicht widerſprechen. Wer nühts hat,
dem ſteht noch alles zu erwerben bevor. Jeder Beſitz bedeutet
eine Begrenzung. Sehr möglich, daß der metaphyſiſche Urgrund
des Ruſſen einmal eine eigene Form ſchaffen wird, die nicht
Pſeudomorphoſe iſt, aber jede Form iſt Begrenzung, und dazu
entſchließt ſich die breite ruſſiſche Natur ſchwer. Auch uns
Deut=
ſchen iſt das nicht leicht, und darum verſtehen unter den
Abend=
ländern wir den Ruſſen vielleicht noch am beſten ud ſchenken
ihm unſere Sympathie.
Berliner Premieren.
Fünf Minuten vor Torſchluß, am Ende einer an
ausgewach=
ſenen verſagernreichen Spielzeit, brachte das ſtaatliche
Schiller=
theater noch eine Premiere. Und ſiehe da: Aus dem
Lücken=
büßer wurde ein Schlager! Das rumäniſche Volksſtück. Der
Mann mit dem Klepper” hatte nach ſeinen Rieſenerfolgen
auf dem Balkan auch in Berlin einen vollen Erfolg zu
ver=
zeichnen. Die Handlung iſt nicht gerade überwältigend: Ein Hans
im Unglück, der Archivar Chirica, ſetzt alles auf ein Rennpferd,
Pharao V. genannt. Sein Klepper koſtet ihn beinahe ſchon
Kopf und Kragen. Der Mann glaubt aber felſenfeſt an ſein
Tier, „erzieht” den verdorbenen Gaul raſtlos weiter, und eines
ſchönen Tages wird aus dem verwöhnten Klepper Sieger des
Herbſtrennens. Und aus ſeinem Herrn, dem verhöhnten Hans im
Unglück — Hans im Glück, den aber ſeine Erfolge nicht
unbe=
ſcheiden machen; er bleibt auch weiterhin ein biederer
Klein=
bürger, und überdies ein Wohltäter der Armen. Dieſes etwas
unglaubhafte Thema wurde vom Verfaſſer, G. Ciprian,
über=
aus geſchickt zu einer amüſanten Komödie verarbeitet. Die Regie
ſorgte dafür, daß das zeitgemäße Turfmärchen” in einer auf das
Märchenhafte abgetönten, recht flotten Aufführung dargeboten
wird. So wirkte es fniſch und luſtig; das Publikum zeigte ſich
denn auch über alle Maßen dankbar. — Nicht zum erſten Male
geſchah es gerade im Schillertheater, daß ein zum Tode
verur=
teiltes, zu ſpät herausgebrachtes Werk plötzlich einſchlägt. Allem
Anſcheine nach können auch die Theaterdirektoren die Ausſichten
der erworbenen Stücke nicht immer richtig beurteilen! . ."
André v. Kän.
Die „Freie Vereinigung Darmſtädter Künſtler” teilt uns zur
Aeußerung des Herrn Wilhelm Michel über die Jury der
Aus=
ſtellung auf der Mathildenhöhe, in Nr. 182 des Darmſtädter
Tagblatts, folgendes mit: Bei der Veranſtaltung der
Ausſtel=
lung „200 Jahre Darmſtädter Kunſt” haben wir ſelbſtverſtändlich
als eins unſerer Hauptziele betrachtet, daß alle Darmſtädter
Künſtler vertreten ſeien. Die Mitglieder der „Intereſſen=
Gemein=
ſchaft fortſchrittlicher Künſtler” wollten unjuriert ausſtellen. Wir
konnten dieſer Forderung, auch aus Gerechtigkeit anderen
gegen=
über, nicht entſprechen, weil wir mit unſerer Jury die volle
Ver=
antwortung für die Ausſtellung übernahmen. Es wurde dies
ſtets ebenſo von der Intereſſengemeinſchaft allen einheimiſchen
Gruppen gegenüber gehalten. Wir haben aber der
Intereſſen=
gemeinſchaft vorgeſchlagen, einen Vertreter als Mitglied unſerer
Jury zu ſtellen. Dies geſchah leider nicht. Alle Bemühungen
blieben ohne Erfolg. Die Mitglieder der Intereſſengemeinſchaft
Echnſchun angemeldete Werk
Nummer 78
Seite 4
Sonntag, den 6. Juli 1930
ilte er ſie mit fünf gewöhnlichen Verbrechern, von denen einer
auf dem Steinfußboden ſchlafen mußte, weil die Pritſche nur für
fünf Perſonen Platz bot. Der einzige Zeitvertreib war
die ſehrergiebige Jagd aufUngeziefer. Als Frau
Dr. Neuner, auf entſprechende Blutſpuren in der Wäſche
anſpielend den Polizeichef fragte, ob ſie ihrem Mann
Inſekten=
pulver bringen dürfe, befahl er ihr zu ſchweigen und verurteilte
ſie zu 300 Dinar Geldſtrafe wegen „ungebührlichen
Ver=
haltens‟! Daß eine große Reihe von Ungeſetzlichkeiten von der
Polizei begangen worden ſind, — der Haftbefehl wurde
verſpätet und auch dann in ungeſetzlicher Form
ausgeſtellt; man verbot Dr. Neuner, eine Beſchwerde zu
ver=
aſſen, wie ſie ausdrücklich im Geſetz vorgeſehen iſt, ſchließlich und
vor allem wurde die Haft trotz eines vom Staatsanwalt
er=
laſſenen Enthaftungsbefehles verlängert, obgleich eine ſolche
Ver=
längerung nur vom Gericht angeordnet werden kann —, ſei hier
nur angedeutet. Ganz amüſant iſt allerdings, daß ſich die
Poli=
zei von Dr. Neuner mehrfach das Geſetz zum Schutze des
Staa=
tes ausborgte, weil ſie kein Exemplar beſaß! Dr Neuner iſt in
den vier Wochen ein einziges Mal verhört worden;
dabei haben die anomymen Briefe, wie geſagt, keine Rolle
ge=
ſpielt, ſondern man verſuchte auch von ihm nur etwas zu
erfah=
ren, was den Kulturbund und die Arbeit der Deutſchen belaſten
könnte.
Der junge Urſo bietet einen jämmerlichen,
erſchüttern=
den Anblick. Stumpfſinnig, völlig apathiſch ſitzt er da, verweigert
jegliche Lektüre, iſt nicht zu bewegen, das Haus zu verlaſſen.
Man hat den Eindruck, daß er unter einem ganz ſchweren
pſyiſchen Druck ſteht, daß ſeine labile Konſtitution durch die
Behandlung im Polizeigefängnis vollkommen
verwirrt iſt. In einem etwas lichten Augenblick hat er kurz
vor der Entlaſſung den Namen des Detektivs genannt, der ihn
geſchlagen hat. Die Narbe an der Pulsader der
rech=
ten Hand, die von einem Selbſtmordverſuch
her=
rührt iſt deutlich ſichtbar.: Den armen Kerl hatte man
wie einen gemeinen Verbrecher mit Handſchellen gefeſſelt durch
die Stadt geführt. Ob er die Folgen dieſer Behandlungen
je=
mals ganz überwinden wird, erſcheint recht fraglich.
Alle drei Verhafteten ſind bei der Entlaſſung gefragt
wor=
den, ob ſie mißhandelt ſeien; Urſo und Fräulein Reiter haben
den Tatſachen entſprechend mit „Ja” geantwortet. Dr. Neuner
wollte zu Protokoll geben, daß er zwar nicht geſchlagen ſei, aber
inter dem ſtändigen Druck einer möglichen
Miß=
handlung geſtanden habe. Dieſe Protokolle wurden aber
nicht genehmigt. Der Polizeichef ſelbſt entblödete ſich nicht, Frl.
Reiter mit der Rache der beſchuldigten Beamten zu drohen, die
ſie leicht einmal auf der Straße überfallen könnten, ſo daß
Fräu=
lein Reiter in Todesangſt die gewünſchten Erklärungen
unter=
ſchrieb.
Das alles iſt nur ein Ausſchnitt der wirklichen
Geſchehniſſe, es iſt nur manches weggelaſſen, aber nichts
hinzugefügt worden. Aber auch dieſer Ausſchnitt genügt wohl,
um die Frage zu rechtfertigen: Will Jugoſlawien ſeinen Namen
als Kulturſtaat, als ein europäiſcher Staat retten, ſo hoffen
wir, ihm mit dieſem Bericht Gelegenheit gegeben zu haben, die
Verantwortlichen feſtzuſtellen, — ſie mögen ſo hoch ſitzen, wie ſie
wollen. Es kann uns nicht genügen, wenn was
ſelbſtverſtändlich iſt, die eigentlichen Täter ſtreng
be=
ſtraft werden, und den unſchuldig Gequälten und
Geſchä=
digten die erforderliche, auch materielle Genugtnung geleiſtet
wird. Es iſt notwendig, daß mit dem Syſtem gebrochen
wird, das den unteren Organen die Freiheit und die
Möglich=
keit gibt, in voller Willkür gegen unſchuldige Menſchen
vorzu=
gehen. Noch trauen wir dem ſo ſtraff regierten Staat die Kraft
zu, daß er hier Ordnung ſchafft; es gibt dazu Mittel und Wege!
Man ſpreche uns nicht von einer den Geſetzen und
internationa=
len Verträge entſprechenden Minderheitenpolitik, ſolange kein
Deutſcher in dieſem Staat ſicher iſt, daß ihm nicht
morgen das Gleiche geſchehen kann, wie Dr.
Neu=
ner oder Fräulein Reiter. Es muß ein für allemal
klargeſtellt werden, daß Beziehungen der ſüdſlawiſchen Deutſchen
zu den rein kulturell arbeitenden Verbänden, wie dem VDA oder
dem Deutſchen Auslands=Inſtitut in Stuttgart keine Verbrechen
ſind, die jeder untergeordnete Schreiber zum Anlaß nehmen
darf, um Menſchen zu prügeln und zu mißhandeln. Kommen
nicht gerade in dieſen Tagen zu den großen Sokol=Feſtlichkeiten,
deren politiſch=demonſtrativer Charakter eindeutig feſtſteht,
Wen=
den aus der Lauſitz?
Man möge ſich in Belgrad recht klar darüber werden, was
von der Wiedergutmachung jener Unmenſchlichkeiten abhängt.
Vielleicht kann man auch den Völkerbund einmal in
dieſer Angelegenheit bemühen, und wenn auch das nichts
fruch=
tet, dürfte es wohl noch andere Mittel geben, um verſtändlich
zu machen, daß unſchuldige Deutſche mißhandeln,
das ganze Deutſche Volk beleidigen heißt. Und wir
ſchreiben heute nicht mehr das Jahr 1919, in dem die Welt ſich
vermaß, das Wort „deutſch” gleichbedeutend mit „vogelfrei”
an=
zuſehen!
Prokeſt der Darmſkädter Skudenkenſchaft
gegen die unmenſchliche Behandlung der Deutſchen
in Südſlawien.
In der Studentenverſammlung am Mittwoch, den 2. Juli,
nahm die Studentenſchaft der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt
auch Stellung zu den Zuſtänden in Südſlawien, die dort in der
Behandlung deutſcher Volksgenoſſen in letzter Zeit zutage getreten
ſind. Dieſe ſind nicht nur unter politiſchen Geſichtspunkten als
grobe Verſtöße gegen jede minderheitenrechtliche Sicherung der
deutſchen Volksgruppen im dortigen Staatsgebiet anzuſehen,
ſon=
dern ſtellen auch eine im 20. Jahrhundert geradezu unglaubliche
Brutalität und einen Verſtoß gegen die bei jeder Gelegenheit ſo
hoch geprieſenen Menſchenrechte dar, wie es ſchlimmer nicht
ge=
dacht werden kann.
Der Verſammlung wurde ein beſonders erſchütterndes
Bei=
ſpiel, die Behandlung der deutſchen Dichterin Jſolde Reiter, zur
Kenntnis gebracht. Das unmenſchliche Verhalten fordert einen
energiſchen Proteſt der geſamten deutſchen Oeffentlichkeit und ein
Aufwecken der geſamten Welt. Es iſt erforderlich, daß alles
ge=
ſchieht, um den deutſchen Volksgenoſſen in Südſlawien,
inſonder=
heit Fräulein Reiter, die ſich um die Erhaltung des Deutſchtums
im dortigen Gebiet größte Verdienſte erworben hat, vor derartig
unglaublichen Mißhandlungen zu ſchützen. Nur wenn ſich alle
Kreiſe des deutſchen Volkes wie ein Mann gegen dieſe
Mißhand=
lungen auflehnen, wird es möglich ſein, auf die ſerbiſchen
Be=
hörden den moraliſchen Druck auszuüben, der erforderlich iſt, um
derartige Vorkommniſſe in Zukunft zu vermeiden. Die
Studenten=
verſammlung faßte daraufhin einſtimmig folgende Entſchließung:
„Die Studentenſchaft der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt
erhebt zuſammen mit allen Kreiſen des deutſchen Volkes ſchärfſten
Proteſt gegen die den deutſchen Volksgenoſſen in Südſlawien
zu=
teil gewordene Behandlung, insbeſondere gegen die unglaublichen
Brutalitäten, denen die deutſche Dichterin Hilde Jſolde Reiter als
Vorkämpferin für die Erhaltung des deutſchen Volkstums in
Süd=
ſlawien ausgeſetzt worden iſt.
Sie fordert, daß die ſüdſlawiſchen Behörden die Urheber
die=
ſer Schandbarkeit mit aller Strenge beſtrafen, daß für dieſe
Be=
leidigung des geſamten deutſchen Volkstums in entſprechender
Weiſe Genugtuung geſchieht und daß in Zukunft als
Wiedergut=
machung für dieſe unglaublichen Ereigniſſe den Deutſchen in
Süd=
ſlawien alle ihnen als nationaler Minderheit zuſtehenden
Freiheitsrechte in vollem Umfange eingeräumt werden.”
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Seite 8
Sonntag, den 6. Juli 1930
Nummer 185
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Worms Pfiffligheim
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Von der Reiſe
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Karl Keller
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Juli 1980.
Wembach
Hanni Heldmann
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Darmſtadt, den 6. Jul 1930. (
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Lauine Burger, geb. Jahile
Vermählte
Chicago Ill., 14. Jun 1930.
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Stat Korten.
Georg Göckel
Käthe Göckel, geb. Plößer
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Vermählte
Darmſtadt
Arheilgerſtr. 57
Statt Karten.
Bertel Koch
Carl Mann
Verlobte
Darmſtadt, Juli 1930
Heinrichſtr. 52 (* Lucasweg 11
Für die zahlreichen Glückwünſche
und Aufmerkſamkeiten anläßlich
unſerer Vermählung ſagen wir
Allen unſeren herzlichſien Dank.
Ernſt Scheidel u Frau
geb. Jöft.
Matratzen aufarb.
6ℳ4, Diwan aufarb.
12./, Cſaiſel.
auf=
arb. 8 ℳ empf. bei
prompt. Bedien.
Karl Linnebach
Kleine Bachgaſſe 6.
Statt beſonderer Anzeige.
Dem Herrn über Teben und Tod hat es gefallen,
unſeren guten Vater, Schwiegervater und Großvater
Hern 8. Wilhelmn Wagner
Privatier
nach einem Teben, reich an Arbeit und Pflichterfüllung,
in noch nicht ganz vollendetem 82. Lebensjahre zu ſich
in die ewige Heimat abzurufen.
In tiefem Schmerz
für die trauernd Hinterbliebenen:
Emmy Wagner.
Darmſiadt, Frankfurterſtraße 64.
Die Einäſcherung fand auf Wunſch des Entſchlafenen
in aller Stille ſiatt.
Gleichzeitig ſprechen wir allen für die herzliche Anteilnahme
und ſchönen Blumenſpenden unſeren innigſien Dank ans.
Geſtern Nacht entſchlief ſanft
nach langem, ſchweren Leiden
meine liebe, gute Frau, Mutter,
Schwiegermutter,
Broßmutter,
Schweſter und Tante
Frau
geb. Wenz
Große Bachgaſſe 14
im Alter von 65 Jahren.
Die trauerndensinterbliebenen
Die Beerdigung findet Montag,
den 7. Juli, vormittags 11½ Uhr.
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Verreiſt
Dr. med.
Herta Kalcher
Aerztin
Rheiuſk. 31.
Schreibt., Gasherd,
Nähm., neu, z. verk.
erfr. b.
Braubur=
ger,Arheilgerſt. 53,1*
Das Leben der Gerechten ſteht in Gottes
Hand und die Qual des Todes berührt
ſie nicht.
(Weisheit 3, 1.)
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen
lieben Gatten, unſeren treuſorgenden Vater, Bruder,
Schwager und Onkel
Herrn
peier Zoſef Hochmann.
Viebhändler
nach langem, mit großer Geduld ertragenen Leiden
im faſt vollendetem 57. Lebensjahre, oftmals
ver=
ſehen mit den hl. Sterbeſakramenten unſerer hl.
kath. Kirche, geſtern Abend /8 Uhr zu ſich in die
Ewigkeit abzurufen.
Zm Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Kath. Hochmann Wwe
und Kinder.
Pſungſtadt. Antwerpen, Düren (Rhld.), Niederau (Rhld.),
Ober=Wöllſiadt b. Friedberg, den 5. Juli 1930.
Die Einſegnung findet am Sonntag, den 6. Juli,
nachmittags um 3 Uhr, im Sterbehauſe, Bornmühle,
die Beerdigung danach vom Portale des Eberſtädter
Friedhofes aus ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen. (*
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher und aufrichtiger
Teil=
nahme, ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden beim
Hinſcheiden unſerer lieben Entſchlafenen
Frau Margarethe Hartmann
geb. Müller
ebenſo für die herzliche Anteilnahme ihrer
Schulkame=
radinnen, für die troſtreichen Worte des Herrn Pfarrer
Weißgerber am Grabe der Verſtorbenen und beſonders
fär die aufopternde Pfiege der Schweſtern des
Eliſabethen=
ſtiftes ſagen wir Allen hiermit unſeren herzlichſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
philipp Hartmann und Söhne.
Eberſtadt, den 5. Juli 1930.
(10695
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Heimgang
unſerer lieben Entſchlafenen
Frau Anna Reiß
geb. Keller
ſagen wir allen auf dieſem Wege
herzlichen Dank.
ImNamen dertrauernd. Hinterbliebenen
Peter Reiß, Beckerſir. 25
Darmſtadt, den 5. Juli 1930.
Statt Karien.
Allen, die ihn gekannt und geſchätzt haben, hiermit die
traurige Nachricht, daß mein lieber, unvergeßlicher Mann,
unſer treuſorgender Vater, Großvater, Schwiegervater
und Bruder
Moritz Kaufmann
nach einem Leben voller Pflichterfüllung und reicher Arbeit
infolge kurzer ſchwerer Krankheit am 4. Juli 1930 fanft
eingeſchlafen iſt.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Laura Kaufmann, geb. Streng
Aliceſtraße 20.
und Kinder.
Die Beerdigung findet am Montag, den 2. Juli 1930, 11 Uhr
vor=
mittags, vom Portale des israelitiſchen Hauptfriedhofes aus ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
(10717
Nummer 185
Sonntag, den 6. Inli 1930
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 185
Sonntag, den 6. Juli
llatt
Getreidezölle und Brotpreis.
Dazu teilt die Landwirtſchaftskammer für Heſſen mit:
Mit Gengugtuung begrüßte die Landwirtſchaft ſowohl die
Zoll=
erhöhungen von 1929 und März 1930 wie auch die Beſtrebungen weiter
Volkskreiſe, welche auf einen ſtärkeren Verbrauch von Roggenbrot
ge=
richtet waren. Zwiſchen Müllerei, Bäckergeſverbe und Landwirtſchaft
wurde in Heſſen vereinbart, ein Roggenbrot von 60prozentiger
Aus=
mahlung und etwa 5—10 Prozent Weizenmehl=Zuſatz herzuſtellen.
Tat=
ſächlich hat ſich auch der Roggenbrotverbrauch in den heſſiſchen und
be=
nachbarten Städten geſteigert.
Um ſo verwunderlicher iſt es, daß aus Kreiſen des Bäckergewerbes
ſcharfe Angriffe auf das Agrarprogramm der Landwirtſchaft und
ins=
beſondere auf den angeblich hohen Brotgetreidezoll erhoben worden ſind.
Auf der Verbandstagung des Rhein=Main=Nahe=Bäckerinnungsverbandes
wurde, wie die Tagespreſſe berichtet, die Behauptung aufgeſtellt, daß
das Bäckergewerbe die Zeche für die geſamte Agrarreform in Höhe von
53 Millionen Mark bezahlt habe.
Etwa zur gleichen Zeit ſind verſchiedenerorts und vor allem auch im
Mittelwunkt des Frankfurter Wirtſchaftsgebietes, in Frankfurt ſelbſt,
die Gebäckpreiſe erhöht worden, und zwar mit der Begründung, daß
durch die erhöhten Getreidepreiſe die Mehlpreiſe unerſchwinglich hoch
ge=
worden ſeien. Bezüglich des Roggenbrotes ergibt ein Vergleich
gegen=
über der Vorkriegszeit folgendes: Im Durchſchnitt der Jahre 1909 bis
1913 war der ungefähre Preis für 1 Kg. Roggenbrot 29,4 Pfg. Nach
Ab=
zug des damaligen Durchſchnittspreiſes für 1 Kg. Roggen in Höhe von
17,4 Pfg. verbleibt eine Preisſpanne von 12 Pfg. pro Kg. Dagegen
be=
trug der Durchſchnittspreis für Roggenbrot im Juni 1930 etwa 44 Pfg.
pro Kg. Nach Abzug des derzeitigen Roggenpreiſes von 17,2 Pfg. pro
Kg. ergibt ſich bei dieſem eine Preisſpanne von 26,8 Pfg. Der
Roggen=
mehlpreis betrug im Durchſchnitt der Jahre 1909/13, wie ſich aus
unten=
ſtehender Zuſammenſtellung ergibt, 34,80 Mk. pro Dopbelzentner, zurzeit
aber nur 26 Mk. Gegenüber der Vorkriegszeit haben ſich alſo die Korn=,
Mehl= und Brotpreiſe weſentlich verändert.
Schuld daran ſind die erhöhten Geſtehungskoſten, Steuern, Löhne
und ſonſtigen Abgaben, ſowie die höheren Verdienſte der Betriebe,
nach=
dem ſich die auf einen Bäckerbetrieb entfallende Kundenzahl ſeit dem
Jahr 1913 um beinahe ein Drittel verringert hat.
Die Entwickelung der Getreide= und Mehlpreiſe in To. und Mark
Datum d. Notierung
Weizen Weizenmehl Roggen Roggenmehl Durchſchnitt 1909/13: 212,60 416 174 346 Durchſchnitt 1929: 246,50 359,5 215,5 297,9 Durchſchn. Januar 1930: 269,1 ,1 185,8 Durchſchn. Februar 1930: 262 176 259,5 Durchſchn. März 1930: 82, 168,6 251,5 Durchſchn. April 1930: 425,9 188,3 Durchſchn. Mai 1930:
Mitte Juni 1930: 325—327,5 988. 4473 179,6 450—460 171- 172 2—
Der Weizenpreis iſt alſo pro To, ſeit der letzten Zollerhöhung, und
zwar im Durchſchnitt des Jahres 1929 und jetzt um 24 Prozent und
gegenüber der Vorkriegszeit um 53 Prozent in die Höhe gegangen. Er
hat ſomit den Indexſtand der Induſtrieprodukte erreicht. Dafür iſt aber
der Roggenpreis erheblich zurückgegangen, und zwar auf den Stand vom
Jahre 1913. Der Landwirt muß alſo ſeinen Roggen zum Friedenspreis
und teilweiſe darunter verkaufen, da er ja nicht den Preis der
Frank=
furter Notierung erhält, ſondern etwa 10 Mark weniger die Tonne,
in=
folge der Frachtunkoſten uſw. Der Roggenmehlpreis betrug im Durch=
Vom Produkkenmarkk.
Die Weltgetreidemärkte zeigten in der letzten Woche weitere
Rückgänge. Der Preis für Juliweizen hat in Chicago von 92,1
auf 89,1 abgenommen. Die Witterung war meiſt trocken und
mäßigen Regenfall über beträchtliche Strecken
warm, obwohl
Die günſtigen Privatſchätzungen für Weizen
führ=
im Oſten gab."
ten zu einer Abſchwachung, doch konnten ſpäter die beträchtliche
Verringerung der Farmablieferungen, ſowie Privatmeldungen,
nach denen die franzöſiſche Ernte um ungefähr 64 Mill. Buſhels
geringer ſein dürfte als im Vorjähre, die Preiſe ſtimulieren.
Die deutſchen Getreidemärkte ſtehen immer noch unter dem Zeichen
der Ernteausſichten, befinden wir uns doch in einer Lage, in der
für die deutſche Landwirtſchaft nichts ſo wenig zu wünſchen wäre,
wie eine gute Ernte. Die Mutmaßungen, wonach das
Winter=
getreide unter der großen Dürre gelitten habe, haben ſich jedoch
als nicht begründet erwieſen. Die Schäden ſollen nach den meiſten
Nachrichten nicht ſehr groß geweſen ſein. Man rechnet noch immer
mit zumindeſt guten Erträgen. An der hieſigen Börſe lag
Brot=
getreide bei ſehr ruhigem Geſchäfte zu Beginn noch etwas
abge=
ſchwächt, ſpäter jedoch ſtetig. Der Weizen war für Juli gegen
Ende der Woche neuerlich geſteigert, ſodaß die Mehrdifferenz
gegen=
über dem September vergrößert wurde. Roggen zeigte nur ſehr
kleines Geſchäft. Anſcheinend warten die Verkäufer, bis ſich die
Ernteausſichten noch genquer überſehen laſſen, doch trug die große
Hitze zu einer leichten Befeſtigung bei. Der Weizenmehlpreis
wurde von der ſüddeutſchen Mühlenvereinigung im Verlaufe der
Woche um 25 Pfg. auf 44,50 Pfg. erhöht. Das Mehlgeſchäft liegt
jedoch im allgemeinen ruhig. Etwas Abſatz fand das Roggenmehl,
zur Befriedigung eines kleinen Bedarfsgeſchäftes. Die Lage bei
den ſüddeutſchen Mühlen war noch unverandert, während die
weſt=
deutſchen Mühlen von einem Stillegungsantrag abgeſehen haben.
Weizen notierte unverändert 305—307, Roggen 164—166 (165),
Die
Weizenmehl 43,50—44,20. Roggenmehl 24,50—25,50 (unv.).
ie
ſtarke Hitze wirkt vor allen Dingen auf den Hafermarkt.
Ernteausſichten werden hier ſehr ungünſtig betrachtet. Für
prompte Ware ſowie für Lieferungen ſind die Preiſe ſehr geſtiegen.
Notiz 167,5—170 (165). Am Markt für Gerſte wird immer noch
Wintergerſte angeboten, jedoch kommen Abſchlüſſe wegen der zu
niedrigen Gebote nicht zuſtande. Futtermittel liegen im
Zuſam=
menhang mit den ungünſtigen Ernteausſichten für Futtergetreide
allgemein feſter.
Am Kartoffelmarkt gaben die Preiſe infolge der reichlichen
Zufuhr ausländiſcher Frühkartoffel weiter nach. Die
Beſchaffen=
heiten entſprechen jetzt den allgemeinen Anforderungen.
Ueber die Finanzierung der neuen Ernte (Getreide) fanden
zwiſchen dem Reichsminiſterium für Ernährung und Landwirt
ſchaft und den Spitzeninſtituten Beſprechungen ſtatt, wonach ſowohl
die Reichsbank wie die Deutſche Rentenbank=Kreditanſtalt, ſowie
die Preußiſche Zentralgenoſſenſchaftskaſſe bereit ſind. in
aus=
reichendem Umfange Mittel zur Bewegung der diesjährigen
Ge=
treideernte zur Verfügung zu ſtellen. Auch die Spezialinſtitute
für Getreidefinanzierung (Zentrale der Getreidekredit=Banken und
die Getreide=Induſtrie=Kommiſſions AG.), die deutſche Girozentrale
und die Landesbankenzentrale werden, wie bisher, in den Dienſt
der Erntefinanzierung geſtellt.
Wirtſchafkliche Rundſchau.
ſchnitt der Jahre 1909/13 346 Mark die To., im Jahre 1929: 297,90 Mk.,
und ging im Januar 1930 auf 272 Mk., im Februar auf 259,50 Mk. und
im Juni bis auf 252 Mk. laut Frankfurter Notierung herunter. Im
Jahresdurchſchnitt 1929 war das Roggenmehl etwa 15 Prozent teurer
als jetzt und um 35 Prozent teurer als vor dem Kriege. Während
alſo das Noggenmehlgegenüber der Vorkriegszeit
um 35 Prozent billiger geworden iſt, hat ſich das
Noggenbrot um 40—50 Prozent verteuert. Die
Lebens=
haltungskoſten ließen ſich erheblich ſenken, wenn die Zwiſchenſpanne der
wichtigſten Nahrungsmittel und die auf dem Gewerbe laſtenden Steuern
ermäßigt würden.
Ein Vergleich zwiſchen Weizenbrot und Roggenbrot ergibt
folgen=
des: Ein Sack Roggenmehl liefert etwa 66 Laib Brote von je 2 Kg.
Ge=
wicht. Der Mehlpreisanteil am Brotpreis beträgt bei einem Mehlpreis
von 26 Mk. 39 Pfg. Aus 3 Pfund Mehl werden bekanntlich 4 Pfund
Brot gebacken. Im Durchſchnitt der Jahre 1909/13 koſtete das Mehl für
das vierpfündige Roggenbrot 52,5 Pfg., jetzt nur 39 Pfg. Damals war
der Brotpreis durchſchnittlich 58,8 Pfg., jetzt 88 Pfg. Die
Zwiſchen=
ſpanne zwiſchen Mehl= und Brotpreis war alſo in der Vorkriegszeit
6,6 Pfg., heute 49 Pfg.
Der Doppelzentner Weizenmehl koſtet zurzeit rund 46 Mark. Bei
einem 4pfündigen Laib beträgt der Mehlpreisanteil 69 Pfg. gegenüber
39 Pfg. beim Roggenmehl. Bei einem Brot aus gleichen Teilen Weizen=
und Roggenmehl iſt der Mehlpreisanteil 54 Pfg. und bei einem ſolchen
aus einem Drittel Weizen= und zwei Drittel Roggenmehl 49 Pfg. Er iſt
alſo um ſo niedriger, je weniger Weizenmehl verwendet wird. Im
In=
tereſſe der geſamten Volkswirtſchaft müſſen aber auch vom Bäcker
ge=
wiſſe Opfer gebracht werden.
Die Forderung auf Aufhebung des Vermahlungszwanges von
In=
landsweizen, die vor einigen Tagen im Reichstag geſtellt wurde, iſt nach
den vorſtehenden Ausführungen unverſtändlich. Der Vermahlungszwang
hat ſegensreich gewirkt und neben dem Zoll den erſten Schutz für die
landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe gebracht. Deutſcher Grund und Boden
iſt noch zur Genüge vorhanden, um Hunderttauſende von Volksgenoſſen
als Landwirte anzuſetzen, aber nur dann, wenn dieſe neuen Exiſtenzen
wie auch die bereits vorhandenen Landwirte wirtſchaftlich beſtehen
kön=
nen. Der kommende Winter wird beſtimmt eine große Arbeitsloſigkeit
bringen, wenn nicht endlich der Kurs unſerer Wirtſchaftspolitik
ent=
ſcheidend geändert wird.
Es iſt ſehr bedauerlich, daß weite Volkskreiſe nicht wiſſen, daß die
Erſchwerung der Brotgetreide=Einfuhr gar nicht unſere Ausfuhr von
Induſtrie=Erzeugniſſen droſſelt; vielmehr ſtammt dieſe Einfuhr von
Brotgetreide aus Ländern, welche uns verhältnismäßig wenig
Induſtrie=
erzeugniſſe abnehmen, wie Argentinien, Kanada, Auſtralien und die
Ver=
einigten Staaten. War doch unſere Handelsbilanz im Jahre 1928 mit
dieſen vier Ländern allein um 2.3 Milliarden Mark paſſiv. Schon vor
dem Kriege waren die Brot= und Futtergetreide=Zölle ungenügend. Die
Kriegszeit hat gelehrt, daß die deutſche Landwirtſchaft Brot= und
Futter=
getreide möglichſt im eigenen Lande erzeugen muß. Deutſchland hat kein
Intereſſe, überſeeiſchen Ländern Brotgetreide abzunehmen, die ſich ſelbſt
durch ungeheure Zölle (ſ. Nordamerika) gegen die Einfuhr von
Induſtrie=
erzeugniſſen anderer Länder ſchützen, wenn wir in der Lage ſind, durch
eine mit Leichtigkeit durchzuführende Verſchiebung innerhalb des
Rog=
gen= und Weizen=Verzehrs auf dieſe Einfuhr zu verzichten.
Wenn unſer Volk und ſeine Wirtſchaft wieder geſunden wollen, ſo
muß das alte Bibelwort beherzigt werden: „Einer trage des anderen
Laſt”.
wegen der Unmöglichkeit der Finanzierung nicht zum Abſchluß gebracht
werden. Um einen möglichſt ſchnelleren Verkauf der Lagervorräte zu
erreichen, erfolgt eine weſentliche Abſchreibung. In verſchiedenen Fällen
traten auch Verluſte an Außenſtänden ein. Der Geſamtverluſt 1929/30
einſchließlich 70 500 RM. Vortrag erhöht ſich auf 205 185 RM., der
wie=
der vorgetragen wird. Die Bilanz zeigt bei 575 000 RM. Aktienkapital
94 500 RM. Verbindlichkeiten gegenüber 310000 RM. Grundſtücke,
94 000 RM. Vorräte und 13 480 RM. Außenſtände, ſowie 25000 RM.
Bankguthaben. (G.=V. am 14. Juli.)
Das Bild der Wirkſchaft.
(Warenpreiſe.)
Der Geſamtſtand der Preiſe im Großhandel wird durch die amtliche
Indexzahl als weiter rückläufig ausgewieſen. Dagegen iſt der
Lebens=
haltungsindex vom Mai zum Juni wieder um eine Kleinigkeit geſtiegen.
Der Grund liegt hauptſächlich in dem Wiederanſteigen der
landwirt=
ſchaftlichen Preiſe, was durch die Jahreszeit bedingt iſt. Der
Baukoſten=
index iſt etwas geſunken.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 2. Juli und im
Monats=
burchſchnitt Juni 1930. Die auf den Stichtag des 2. Juli berechnete
Großhandelsindexziffer des Statiſtiſchen Reichsamtes iſt mit 124,0
gegen=
über der Vorwoche (124,2) um 0,2 v.H. zurückgegangen. Von den
Haupt=
gruppen hat die Indexziffer für Agrarſtoffe um 0,3 v.H. auf 110,1
nach=
gegeben. Die Indexziffer für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren iſt
auf 120,6 (120,9) um 0,2 v.H. und diejenige für induſtrielle Fertigwaren
auf 150,9 (151,1) geſunken. — Im Monatsdurchſchnitt Juni iſt die
Ge=
famtindexziffer mit 124,5 gegenüber dem Vormonat (125,7) um 10 v. H.
zurückgegangen. Die Indexziffern für die Hauptgruppen ſtellten ſich für
Agrarſtoffe und Halbwaren auf 122,0 (123,8) und für induſtrielle
Fertig=
waren auf 151,2 (151,5).
Gebr. Lutz A. G., Darmſtadt. Der Abſatz der Fabrikate war
unge=
nügend, und der Betrieb mußte weiter eingeſchränkt werden. In der
Automobilreparaturwerkſtätte war man zunächſt gut beſchäftigt. Nach
Veröffentlichung der Liquidationsanträge einiger Großaktionäre blieben
aber die Aufträge faſt vollſtändig aus, wie ſich überhaupt die
Liquida=
tionsabſichten lähmend auf die Hereinholung von Aufträgen für den
Betrieb und auf die Verkaufsmöglichkeiten der Lagervorräte auswirkten.
Die mit verſchiedenen Stellen geführten Verhandlungen zwecks
Einfüh=
rung neuer Fabrikationszweige und Umſtellung des Betriebes konnten
—.
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Berlin,M1100ks1)
Roheisen, Werkpreis, RM)t-
F Weizenmehl, Berlin, RM1100kg
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10
aes ieita 1iit ri5 d16 i5rsfisse bart atst 5
0-
Im einzelnen iſt unter den Getreidepreiſen namentlich Weizen in
die Höhe gegangen, Roggen nicht ganz in dem gleichen Maße.
Brau=
gerſte und Mais werden gegenwärtig an der Berliner Börſe nicht
notiert. Die Viehpreiſe ſind ebenfalls etwas geſtiegen.
Unter den Rohſtoffen der Induſtrie iſt Kohle unverändert,
Roh=
eiſen iſt bekanntlich um eine ganz geringe Kleinigkeit heruntergeſetzt
wor=
den. Kupfer iſt weiter beträchtlich gefallen, ebenſo hat Baumwolle im
Juni einen ſtarken Preisfall durchgemacht.
Der Geldmarkt in der vergangenen Woche.
Ultimo glatt überwunden.
Am Geldmarkt wirkte ſich auch in dieſer Woche der
Halb=
jahresultimo nur in den Tagesgeldſätzen aus. Die Grundverfaſſung
hat ſich nicht geändert. Die Tatſache, daß infolge der allmählichen
Angleichung des Zinsniveaus des deutſchen Geldmarktes an die
Auslandsmärkte der Zuſtrom kurzfriſtigen Auslandsgeldes
auf=
gehört hat und ſogar zum Ultimo verſchiedentlich ausländiſches
Geld aus Deutſchland zurückgerufen worden ſein ſoll — die Folge
davon war vorübergehende Schwäche des Markkurſes — machte ſich
kaum bemerkbar. Die Beanſpruchung der Reichsbank zum
Halb=
jahrsultimo war erwartungsgemes gering; die Reichsbank hat
alſo die Fühlung mit dem Markte wieder faſt vollkommen
ver=
loren. Als Geldnehmer ſind zurzeit im weſentlichen nur die
Kom=
munen und andere öffentliche Stellen am Markte. Die Nachfrage
nach Reichswechſeln und Poſtſchatzanweiſungen war ziemlich
leb=
haft. Ebenſo waren Priviatdiskonte gefragt, eine Ermäßigung des
Satzes von 3½ Prozent wurde aber nicht vorgenommen. Am
Tagesgeldmarkt blieb die Nachfrage anfangs noch recht ſtark, das
Angebot war verſchiedentlich nicht ganz ausreichend. Bis zum
Wochenſchluß hatte die Erleichterung jedoch derartige Fortſchritte
gemacht, daß der Satz auf 3½ Prozent geſenkt werden konnte. Am
Markte für Monatsgeld war kaum eine Bewegung feſtzuſtellen,
bei geringem Umſatz blieben die Sätze faſt unverändert. Das
An=
gebot in Wechſeln war wieder gering. In der Woche vom 30. Juni
bis 5. Juli 1930 nahmen die Geldſätze folgende Entwicklung;
Tagesgeld 5 —
4 — 3½ Prozent. Monatsgeld 1. Adreſſen
— 4½ Prozent. Monatsgeld 2. Adreſſen 5½ — 5½
5½ Prozent. Warenwechſel 334 — 3½ Prozent.
Die Streiklage in der nordweſtlichen Gruppe.
In der Streiklage in der Metallinduſtrie iſt keine neue
nen=
nenswerte Aenderung eingetreten. Die Verhandlungen auf der
Abteilung Dortmunder Union der Vereinigten Stahlwerke haben
zu keiner Einigung geführt. Daraufhin hat geſtern die
Werks=
leitung durch Anſchlag bekannt gegeben, daß der Betrieb in der
Abteilung Magnetbau am Montag, den 7. Juli, im vollen
Um=
fange wieder aufgenommen werde. Diejenigen Arbeiter, die am
Montag die Arbeit nicht wiederaufnähmen, würden als entlaſſen
betrachtet. Auch auf den Betrieben der Hoeſch=Werke iſt die
Streiklage unverändert geblieben. Die Arbeiter der
Drahtver=
feinerungsinduſtrie haben in ihrer Verſammlung vom 4. Julf
nochmals beſchloſſen, die Arbeit trotz der Entlaſſungsdrohung nicht
wiederaufzunehmen. Bei der Firma Both u. Tilmann iſt die
Werksleitung jetzt dazu übergegangen, anſtelle der ſtreikenden
Ar=
beiter andere einzuſtellen. Diejenigen Arbeiter, die ihre Arbeit
bis zum Montag, den 7. Juli, nicht wieder aufgenommen haben,
ſollen ebenfalls entlaſſen werden. Die geſtern weitergeführten
Ver=
handlungen zur Beilegung der Akkordſtreitigkeiten beim Haſper
Eiſen= und Stahlwerk in Hagen geſtalteten ſich ſehr ſchwierig. Es
beſteht immer noch wenig Ausſicht auf Beilegung des Kampfes.
Die Verhandlungen wurden bis zum Abend fortgeſetzt, ohne daß
eine Einigung erzielt werden konnte. Die Metallarbeiterverbände
werden in den nächſten Tagen Verſammlungen abhalten, um
wei=
tere Maßnahmen zu treffen. Irgendwelche größere Zuſammenſtöße
zwiſchen Streikenden und Arbeitswilligen ſind nicht zu verzeichnen.
Produkkenberichte.
Mainzer Produktenbericht. Großhandelseinſtandspreiſe per 100 Kilo
loco Mainz, am Freitag, den 4. Juli 1930: Weizen
Roggen
16,75—17; Hafer 16,25—17; Malzkeime 10—11; =Südd. Weizenmehl
Spez. Null 44,65; Roggenmehl Null 1 25—26; Weizenkleie fein 8,25—8,5:
grob 8,75—9; Roggenkleie 8—8,50; Plata=Mais 22,5; Biertreber 10 bis
10,75: Erdnußkuchen 14,25—15; Kokoskuchen 15—19; Palmkuchen 10,25
bis 11; Kleeheu loſe neue Ernte 5,5; geb. 5,90—6; Wieſenheu geb. 6:
loſe 5,5; Drahtpreßſtroh alte Ernte 4; Weiße Bohnen 37,5. Tendenz:
Futtermittel feſter.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Marklage: In Reaktion
auf die letzttägigen Steigerungen und des ziemlich lebhaften Geſchäfts
machte ſich zum Schluß der Woche ein gewiſſer Stillſtand bemerkbar.
Die allgemeine Tendenz iſt ſtetig. Preisveränderungen nach unten ſind
bis jetzt noch nicht eingetreten, doch wird in Fachkreiſen in abſehbarer
Zeit damit gerechnet. Es notierten in Pfg. pro Stück: Bulgaren 7,50—
7,75; Jugoſlaven 7,50—7,75, Rumänen 7,25—7,50, Ruſſen 7,50—7,75,
Polen 6,00—6,75 Holländer 800—10,75, Dänen 8,50—10,75, Belgier 9,25
bis 9,75,Schleſier 8,50—9,00, Bahern 7,50—8,00, Norddeutſche 8,50—9,00.
Auslandseier unverzollt ab Grenzſtation, Inlandseier ab Station.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Marktlage: Die neue
Hitzewelle, die die Hauptbutterproduktionsländer wieder überflutet, hat
ein neues Nachlaſſen der Erzeugung zur Folge. Daß die Nachfrage
bis=
her doch befriedigt werden konnte, iſt in erſter Linie auf das ſchlechte
Konſumgeſchäft zurückzuführen. Namentlich das Angebot in deutſcher
Butter hat weiter ſtark nachgelaſſen, was jedoch auf die Preisgeſtaltung
keinen Einfluß ausübte. Dagegen konnten ſich die Preiſe für
Auslands=
butter weiter leicht befeſtigen. Es notierte Auslandsbutter (holländiſche
oder däniſche) 1 Faß (50 Kilo) 1,73, ein halbes Faß 1,75, in
Halbpfund=
ſtücken 1,75, deutſche Molkereibutter 1,65 Mark das Pfund im
Groß=
handelsverkehr.
Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Das durch Vereinbarung vom 2. Dezember 1929 in der
Wupper=
taler Metallinduſtrie vereinbarte Arbeitszeitabkommen war von den
Arbeitnehmern gekündigt worden. Der Arbeitgeberverband hatte
darauf=
hin den Schlichter angerufen. Dieſer hat jetzt einen Schiedsſpruch gefällt,
der dahin geht, daß das Arbeitszeitabkommen über den 1. Juli 1930
weiter verlängert wird.
In den Monaten Juli und Auguſt iſt an Samstagen die
Effekten=
börſe und der Deviſenmarkt für jeglichen Verkehr geſchloſſen.
Der Verband der Deutſchen Superphosphat=Induſtrie iſt geſtern
wieder unter den bisherigen Mitgliedern unter der Bedingung geſchloſſen
worden, daß andere, noch ſchwebende Verhandlungen zu einem Ergebnis
führen.
Vom Arbeitgeberverband der oberſchleſiſchen Montaninduſtrie iſt
beſchloſſen worden, zur Neuregleung der Akkordverdienſte und
über=
tariflichen Zulagen nach Rürkſprache mit den Arbeiterräten der einzelnen
Werke für die Geſamtbelegſchaft die Kündigung auszuſprechen.
Der neugegründeten Vereinigung der Motorradfabriken — ſo lautet
der offizielle Name — ſind die Opelwerke nicht beigetreten.
Zurückzu=
führen iſt das darauf, daß Opel zwar Motorräder vertreibt, aber nicht
ſelbſt baut und man ſich anſcheinend auch noch nicht klar iſt, ob man in
Zukunft die Fabrikation von Motorrädern aufnehmen ſoll oder nicht.
Die diesjährige Innsbrucker Herbſtmeſſe findet in der Zeit vom 28.
September bis 5. Oktober ſtatt. Von beſonderer Bedeutung iſt der
landwirtſchaftliche Produktenmarkt.
Die vierte diesjährige Serie der Londoner Kolonial=Wollauktionen
beginnt am 8. Juli mit einem Verſteigerungsangebot von insgeſamt
145 000 Ballen.
Eine Elektrizitätsgruppe unter Führung der Schweizeriſchen
Bank=
geſellſchaft in Zürich hat der Stadt Gdingen (Polen) einen Vorſchuß im
Betrage von 4 Mill. Schweiz. Frs. bewilligt. Der Vorſchuß, der auf die
Dauer von zehn Jahren gegeben iſt, dient zum Ausbau der
Elektrizitäts=
werke in Gdingen.
Infolge der Kriſe in der Tertilinduſtrie hat die Seidenfirma Stünzi
Söhne A.=G. in Horgen (Schweiz) beſchloſſen, ihre Fabriken in Horgen,
Lachen und Zürich=Wolishofen von Mitte Juli bis Mitte Auguſt zu
ſchließen. Von dieſer Betriebseinſtellung werden 800 bis 900 Arbeiter
betroffen.
Die Ausſichten der diesjährigen Getreidcernte in Italien ſind
ziem=
lich gut, wenn auch jetzt ſchon feſtſteht, daß der außergewöhnlich hohe
Ertrag des letzten Jahres nicht erreicht werden kann. Die Aecker haben
etwas unter dem ſtarken Frühjahrsregen gelitten, in Sizilien dagegen
der Trockenheit, ſowie im allgemeinen unter der ungewöhnlichen
nte
Ve.
Auf einer Konferenz von 17 führenden nordamerikaniſchen
Baum=
wollwaren=Erportfirmen wurde zur Förderung der Ausfuhr von
Baum=
wollwaren die Gründung einer Exportvereinigung unter dem Schutz des
Webb Pomerene Akte befürwortet.
Nummer 185
Sonntag, den 6. Juſi 1930
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9
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unter besonderer Berücksichtigung der allgemeinen schwierigen Wirtschaftslage
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Verbeſſerung der Waſſerverſorgung ab Mikkwoch.
Amtlich wird uns mitgeteilt:
Die Waſſerverſorgung der Stadt iſt in den Hitzetagen ſeit
Jahren dadurch gefährdet, daß bei ſteigender Waſſerabgabe ſeit
1893 keine Zubringerleitung und ſeit 1905 keine Brunnen gebaut
werden konnten. In der Nachkriegszeit geſtattete die
Wirtſchufts=
lage nicht, die hier erforderliche Erweiterung des Waſſerwerks
vorzunehmen, obwohl die Leitungen immer mehr überlaſtet
wur=
den und die Brunnenanlagen verſandeten. Immerhin hat man
vom Jahre 1924 an neue Brunnenanlagen anzulegen begonnen.
Der Vau der Waſſerleitung wurde jedoch mit Rückſicht auf die
beſonders hohen Koſten weiter zurückgeſtellt. Mit Rückſicht auf die
Sicherheit der Waſſerverſorgung durfte eine weitere Ueberlaſtung
der Zubringerleitungen nicht mehr zugelaſſen werden. Es war
darum im vorigen Jahre bereits unmöglich, den geſamten
Waſſer=
bedarf der Stadt zu decken, obwohl noch eine vorhandene Reſerve=
Pumpe außer Betrieb ſtand. Die Stadt entſchloß ſich infolgedeſſen
zur Verlegung der neuen Zubringerleitung, obwohl damit eine
Ausgabe von nahezu 1 Million Mark verbunden iſt, der eine
weſentliche Betriebsverbilligung, die die aufzubringenden Zinſen
deckt, nicht gegenüberſteht und die Waſſer=Verknappung jeweils
nur für wenige Tage im Jahr eintritt. Es iſt ſehr bedauerlich,
daß eine derartige Kapitalinveſtierung zu einer Zeit größten
wirt=
ſchaftlichen Tiefſtandes erforderlich wird.
Durch den Bau der neuen Zubringerleitung der Stadt wird
die Waſſerverſorgung auf Jahrzehnte hinaus wiederum ſicher
ge=
ſſtellt ſein. Gleichzeitig tritt auch eine Entlaſtung der
Pumpen=
ſanlage ein und eine Vergrößerung der Pumpen=Reſerve, da eine
weitere vorhandene Pumpe derzeit nur für die
Widerſtandsüber=
lwindung in den Rohrleitungen mitlaufen muß. Die Hoffnung,
daß die umfangreichen Verlegungsarbeiten noch vor Eintritt der
Hitzewelle beendet ſind, hat ſich leider nicht erfüllt. Bei einer der
vorhandenen größeren Pumpen trat infolge Ueberlaſtung eine
Störung ein, die eine längere Außerbetriebſetzung erforderlich
macht. So mußte man ſich, obwohl nur wenige Tage bis zur
Fer=
ſtigſtellung einer weiteren Pumpen=Reſerve mit einem Betrag von
weiteren 70 000 RM. entſchließen.
Nachdem das Waſſerwerk dieſerart unter beſonders
unglück=
ſiichen Umſtänden geſtanden hat, wird nunmehr in aller Kürze
ine auf Jahrzehnte hinaus reichende Entlaſtung eintret:a. Die
weitere Pumpen=Reſerve wird vorausſichtlich am Mittwoch in
Betrieb kommen, die neue Zubringerleitung vorausſichtlich in ucht
Tagen, d. h. am Sonntag, den 13. d. M.
Nochmals ergeht an die Bevölkerung die dringende Bitte, mit
dem Waſſer ſparſam umzugehen, damit alle Teile der
Bevölke=
rung ihren notwendigen Waſſerbedarf decken können. Es iſt nech
din eingegangenen Meldungen und den uns vorliegenden
Er=
fahrungen bedauerlich, daß die Bevölkerung nicht die an die
Oef=
fentlichkeit ergangene Mahnung, mit dem Waſſer zu ſparen,
de=
ſolgt. Es iſt zu bedenken, daß vor allem die Krankenhäi ſer durch
de Waſſerknappheit nicht gefährdet werden dürfen.
Es wird von ſeiten des Waſſerwerks alles getan, was zur
Be=
ſertigung des beſtehenden Mangels geſchehen kann.
Die Bevölkerung der Stadt Darmſtadt wird von dieſer
Er=
klärung mit Intereſſe Kenntnis nehmen, beſonders, da ja die
Waſſerkalamität in 1 Woche behoben ſein wird. Immerhin drängt
ſich aber doch jedem Unbefangenen die Frage auf, ob es nicht
richtiger geweſen wäre, wenn die Stadtverwaltung lieber ihre
Mittel für eine ſo lebensnotwendige Angelegenheit, wie die
Waſ=
erverſorgung der Stadt, ſchon längſt aufgewendet hätte, anſtatt
ür viele andere Dinge, die doch ſehr viel weniger, vi htig
er=
chienen.
Gewerbemuſeum. Die Teppichausſtellung von Alen
üller aus Lübeck wurde in dieſen Tagen noch durch einige
Jandwebereien von Grete Banzer aus Osnabrück erweitert.
ſreſe webt Teppiche gleichfalls aus ungefärbter Schafwolle, aber
ur von deutſchen Schafen, und verwendet neben der geſponnenen
lolle auch ungeſponnene Kammwolle, z. T. mit geſponnener
Volle gemiſcht. Außer den Teppichen ſind von Frl. Banzer auch
Lecken, Kiſſenbezüge und Gardinen in Seide und Glanzgarn
aus=
geſtellt. Das Muſeum iſt wochentags von 11—12,30 Uhr, Sonntags
oon 11—1 Uhr geöffnet.
Hohes Alter. Am Freitag wurde Frau Johanna Stoffer Wwe.,
Landwehrſtraße 1½, 70 Jahre alt und konnte in völliger
körper=
icher und geiſtiger Friſche dieſen Tag im Kreiſe ihrer Kinder
erern. — Am Sonntag, den 6. Juli, begeht Frau Wilhelmine
dildsberg ihren 88. Geburtstag. In verhältnismäßig guter
Heſundheit und in ſeltener Geiſtesfriſche feiert die alte Dame im
Kreiſe ihrer Angehörigen den Tag. Gerne erzählt ſie noch aus
den Jahren 1848 und 1864, die ſie in unmittelbarer Nähe des
Kriegsſchauplatzes miterlebte. Möge Frau Hildsberg ihren
Lebens=
abend noch recht lange in geiſtiger Friſche und Geſundheit genießen.
Heute feiert Frau Julie Roth geb. Holler. Darmſtadt Parkus=
Straße Nr. 7, bei völliger geiſtiger und körperlicher Rüſtigkeit
hren 80. Geburtstag.
— Kurzſchrift und Maſchinenſchreiben. Es wird auf die im
tzeigenteil angekündigten Lehrgänge des Gabelsberger
Steno=
raphen=Vereins, Ballonſchule und Ballonplatz 7, hingewieſen.
Ein kritiſcher Rückblick auf die
Voranſchlags=
beratungen der Stadt Darmſiadt.
Von Dr. A. Moeßner, Mitglied des Stadtrates.
Am 26. Juni wurde im Stadtrat ein Deckungsvorſchlag nit 28 zu
19 Stimmen angenommen, der im weſentlichen für die Deckung eines
Fehlbetrages 1930 von rund 2 Millionen lediglich Sparmaßnahmen in
Höhe von 136 000 Mark vorſieht. Alles andere ſoll teils durch
Erhöhun=
gen von ſtädtiſchen Steuern und Gebühren, teils durch Entnahme aus
dem Vermögen und den Rücklagen hereingeholt werden. Wenn man
alſo bedenkt, daß bei einem Etat von faſt 28 Millionen zur Deckung des
Defizits lediglich Abſtriche von 136 000 Mark bewilligt werden, ſo muß
dies beſonders im Hinblick auf das kommende Jahr äußerſt bedenklich
ſtimmen. Es beweiſt nämlich, daß die Kommunalverwaltung in ihrer
Geſchäftsführung noch ſehr ſtarr iſt und das wirtſchaftliche Prinzip, die
Ausgaben nach den Einnahmen zu geſtalten, und nicht einfach immer
wieder zu verſuchen, die Ausgaben auf die Einnahmen abzuſtimmen,
ſich noch wenig durchgeſetzt hat. Solange dieſe Auffaſſung, die fehlenden
Ausgaben durch erneute Anſpannung der Einnahmemöglichkeiten
auszu=
gleichen, noch bei der Mehrheit der Parteien letzten Endes dem
energi=
ſchen Willen nach Einſparungen vorangeht, ſolange kann man allerdings
die Ausſichten auf eine Beibehaltung der bisherigen Steuerſätze oder
gar einer Senkung derſelben, ruhig ad acta legen.
Man ſpricht heute ſchlagwortartig von der Zwangsläufigkeit der
öffentlichen Ausgaben. Bei einer Kritik des Darmſtädter Etats kann
man aber mit gutem Gewiſſen ſagen, daß höchſtens die Hälfte der
Ge=
ſamtſumme wirklich als zwangsläufig angeſehen werden kann, die 136 000
Mark Abſtriche alſo gerade etwa 1 Prozent der nichtzwangsläufigen
Ausgaben bedeuten. Der Ruf nach einem auswärtigen
Sparſachverſtän=
digen erſcheint daher vollberechtigt.
Die neuen Belaſtungen, die in der Hauptſache in einer Erhöhung des
Waſſergeldes um rund 216 000 Mark, der Gebäudeſteuer von 562 000 plus
47 000 — 609 000 Mark, und der Gewerbeſteuer von 122000 Mark
be=
ſtehen, laſſen deutlich erkennen, daß immer wieder einzelne Kreiſe der
Bevölkerung, der ſogenannte Beſitz, noch weiter belaſtet werden ſollen.
Daß ein vielfach verſchuldeter Beſitz heute nicht mehr gerade als
Annehm=
lichkeit, ſondern als, Laſt empfunden wird, ſei nur nebenbei erwähnt.
Es kann auch nicht behauptet werden, daß dieſe Kreiſe nun ihrerſeits
die neue Belaſtung einfach abwälzen könnten; dies iſt nur zum Teil
mög=
lich und es iſt ein trauriges Symptom unſerer Zeit, daß durch ſolche
Ueberſteigerung die verwerfliche Kapitalflucht ins Ausland immer mehr
angeregt wird. Bei dem koloſſalen Kapitalvermögensrückgang der
deut=
ſchen Bevölkerung und der zunehmenden Proletariſierung des
überwälti=
genden Teiles unſeres Volkes gehört eigentlich heute jeder, mit wenigen
Ausnahmen, zur Volksmaſſe, und es iſt unmöglich, die wenigen wirklich
Beſitzenden, als Objekte für neue große Belaſtungen auszuſuchen. Leider
Gottes muß daher jede Steuerpolitik auf die Belaſtung der Maſſen
be=
dacht ſein, da nur noch dort größere Steuereingänge erwartet werden
können. Eine ſolche Einnahmequelle wäre z. B. trotz aller Bedenken,
die Erhebung einer mäßigen und ſozial ausgeſtalteten Bürgerabgabe
ge=
weſen, wie ſie von der Deutſchen Volkspartei vorgeſchlagen wurde. Sie
iſt gerecht, denn ſie erinnert die Wähler, insbeſondere die jüngeren daran,
daß ſie der Allgemeinheit gegenüber nicht nur Rechte, ſondern auch
Pflichten haben. Sie wurde abgelehnt, aber für die an ihrer Stelle
be=
ſchloſſene Erhöhung der Gewerbeſteuer ſtimmte erſtaunlicherweiſe auch
die Handwerkerpartei. Man ſieht es dort anſcheinend lieber, die übrigen
Wirtſchaftsgruppen neu zu belaſten, ſtatt ſich auf die Seite der anderen
Wirtſchaftskreiſe zu ſtellen und für eine gerechnerweiſe die Allgemeinheit
belaſtende Abgabe oder noch beſſer, für ſtärkere Sparmaßnahmen
einzu=
treten. Daß die Sozialdemokratie ſelbſtverſtändlich für die
Gewerbe=
ſteuererhöhung eintrat, braucht nicht zu verwundern, obwohl man von
dieſer Partei, die die Wahrung der Arbeiterintereſſen für ſich
bean=
ſprucht, mehr Einſicht erwarten durfte. Die neue Gewerbeſteuer wird
angeſichts der beſonders ſchlechten wirtſchaftlichen Verhältniſſe in
Darm=
ſtadt konſequenterweiſe dazu führen müſſen, daß das Beſtreben der
be=
troffenen Firmen nach Einſparung und Rationaliſierung
gezwungener=
maßen zu weiteren Arbeitnehmerentlaſſungen führen muß. Dies liegt
nicht im Intereſſe unſerer Stadt und muß daher den Urhebern ſchon
jetzt vor Augen gehalten werden.
Auch die gegenüber dem Gas= und Waſſerwerk geübte Politik
er=
ſcheint bedenklich. In den Jahren 1924—1929 erfolgten folgende
Ab=
lieferungen an die Stadt:
In den letzten Jahren gingen die Ablieferungen ſchon zum Teil
aus der Subſtanz der Werke, da nicht mehr genügend Abſchreibungen
gemacht werden können. Solche Maßnahmen können nicht beliebig
fort=
geſetzt werden, wenn man nicht von einem Raubbau an den beiden
Werken ſprechen ſoll.
Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß an der heutigen
Defizitwirt=
ſchaft der Städte und Gemeinden die Uebertragung von neuen Aufgaben
ſeitens des Reiches und der Länder auf die Gemeinden ohne gleichzeitige
Bereitſtellung neuer Einnahmequellen und die furchtbare anhaltende
Arbeitsloſigkeit, die den Gemeinden immer neue Wohlfahrtslaſten
auf=
bürdet, weſentlich Schuld tragen. Aber es fehlt den
Gemeindeverwaltun=
gen auch vielfach an dem eigenen Antrieb und Willen zur Einſchränkung
des Beſtehenden. Man will anſcheinend die Vorbilder der
Privatwirt=
ſchaft nicht ſehen und glaubt in den eingefahrenen Geleiſen weiter
mar=
ſchieren zu können. Der Anſtoß zur Inangriffnahme einer
Rationaliſie=
rung unſerer Stadtverwaltung muß daher von außen kommen.
Auf=
hebung der vielfach unwirtſchaftlichen Regiebetriebe und Berufung eines
auswärtigen Sachverſtändigen, der Vorſchläge über die Möglichkeit von
Erſparniſſen in allen Verwaltungszweigen der Stadt Darmſtadt machen
ſoll. ſind unter dieſen Umſtänden eine allgemein anzuerkennende
Selbſt=
verſtändlichkeit. (Entſprechende Anträge ſind von der Deutſchen
Volks=
partei in der Stadtratsſitzung vom 3. Juli erneut geſtellt worden.)
Es darf dringend erwartet werden, daß man ſich ernſtlich hierum
bemüht, ſonſt ſtehen wir im kommenden Jahre noch größeren
Schwierig=
keiten gegenüber. Schon der diesjährige Etatausgleich war nur ein
Flick=
werk, das nicht wiederholt werden kann.
Stadtkirche. Für den Feſtgottesdienſt der anläßlich der
600=Jahr=Feier der Stadt Darmſtadt am 29. Juli um 10 Uhr in
der Stadtkirche geplant iſt, ſoll ein Chor aus Mitgliedern der
hieſigen evangeliſchen Kirchengeſangvereine
zuſammen=
geſtellt werden. Die erſte gemeinſame Probe iſt auf Dienstag,
8. Juli, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche feſtgeſetzt. Zu
zahl=
reicher Beteiligung wird herzlich eingeladen. Es wird gebeten,
die Chorhefte 1 und 3 mitzubringen.
Es lohnt sich!
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Orpheum. Weekend im Paradies. Heute, Sonntag,
abends 8 Uhr, findet die zweite Aufführung des geſtern mit
großem Publikums=Erfolg aufgenommenen größten Arnold und
Bachſchen Schlagers „Weekend im Paradies” ſtatt —
Sonntags=
karten: Verkehrsbüro von 10—1 Uhr, Orpheumskaſſe ab 3 Uhr,
telephoniſche Beſtellung 389. Von Montag bis inkl. Donnerstag
finden keine Vorſtellungen ſtatt.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt, der Hausarzt zu
rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag,
den 6. Juli 1930, folgende Aerzte, zu deſſen Vertretung bereit:
Dr. med. Andres, Rheinſtraße 33, Telephon 3016: Dr. med.
Bernet. Jahnſtraße 34, Telephon 2175; Dr. med. Schiffer,
Theaterplatz 2, Telephon 1403.
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Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus Kleines Haus Sonntag,8. Bult 19.30—22 30. P 6 Gr. I—TV.
Darmſt. Volksb. Letzte Vor=
ſtellung d. Spielzeit 1929/30
Die Herzogin von Ehicago) Geſchloſſen
Sonderzüge zur Schloßbeleuchtung in Heidelberg. Zur
Ver=
beſſerung der beſtehenden Zugverbindungen verkehrt am Sonntag,
5. Juli, aus Anlaß der Schloßbeleuchtung in Heidelberg ein
Son=
derzug Darmſtadt—Heidelberg und zurück bis Frankfurt (M.) wie
folgt: Hinfahrt Darmſtadt ab 14.29, Heidelberg an 16.13.
Rück=
fahrt Heidelberg ab 22.59. Darmſtadt Hbf. an 0.37, Frankfurt
(Main) Hbf. an 1.20 Uhr. Die Züge halten zwiſchen Darmſtadt
und Heidelberg auf allen Unterwegsbahnhöfen, von Darmſtadt bis
Frankfurt nur in Langen Buchſchlag=Sprendlingen und Neu=
Iſenburg. Fahrkarten des öffentlichen Verkehrs haben Gültigkeit.
Hamburger Staatslotterie. Zur Zeit werden in hieſiger
Stadt und Umgebung Angebote für die Hamburger Staatslotterie
gemacht. Wir machen unſere Leſer darauf aufmerkſam, daß dieſe
Lotterie in Heſſen zum Vertrieb nicht zugelaſſen iſt.
Heſſiſches Landestheater. Heute Sonntag, den 6 Juli, ſchließt
die Spielzeit 1929/30 mit der Aufführung der Kalman=Operette
„Die Herzogin von Chicago”
In den Hauptrollen:
Harre, Philips, Bunſel, Hinz. Muſikaliſche Leitung: Erwin Palm.
Uraufführungen des Heſſiſchen Landestheaters.
Generalinten=
dant Carl Ebert hat für die Spielzeit 1930/31 das Schauſpiel
„Miſſiſſippi” von Georg Kaiſer und die Komödie. Der
Falſchſpieler” von W. Schkwarkin (deutſch von
Alexan=
dra Ramm) zur Uraufführung erworben. Außerdem wurden von
der Generalintendanz des Heſſiſchen Landestheaters
Verhandlun=
gen eingeleitet wegen folgender Uraufführungen: „Das rote
Dokument” von Borchardt, „Zum Wohl. Helga!” von
Rein=
hard Goering, „Femebrüder” von Peter Martin
Lam=
pel, „Das Weib des Soldaten” von Heinrich Chriſtian Meier=
„Gezeichnet” von Friedrich Lichtnecker. „Machinal”
„Alltag”) von Treadwell. „Das Bleigewicht” von
Waib=
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Sonntag, den 6. Juli 1930
Nummer 185
* Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
Helia.
„Das Schickſal derer von Habshurg” behandelt die
tragiſchen familiären Ereigniſſe im öſterreichiſchen Kaiſerhaus in
den Jahrzehnten vor dem Weltkrieg, zunächſt alſo die Liebe des
Kronprinzen Rudolf zu der Baroneſſe Mary Vetſera, der die
In=
tereſſen der Dynaſtie und die Ehe des Thronfolgers entgegenſtehen
und die mit dem gemeinſamen Tod der Liebenden ihr Ende findet.
Der neue Thronfolger fällt dem Mörder von Serajewo zum
Opfer. Während des Weltkriegs ſtirbt Franz Joſeph, deſſen
Nach=
folger Karl I. beim Ausbruch der Revolution fliehen muß. — Das
ſind die hauptſächlichen Ereigniſſe, auf denen der Film aufgebaut
ſt, ein hiſtoriſcher Film, obwohl der Hiſtoriker vielleicht manche
Einwände haben wird. Es iſt ja überhaupt zu überlegen, ob es
richtig iſt, Perſonen, die noch im hellſten Licht der Geſchichte ſtehen
in einem Film auftreten zu laſſen, der ſich eigentlich auf den
Be=
reich privater Erlebniſſe und Schickſale beſchränkt und alſo genau
ſo gut in einem neutralen Milieu ſpielen konnte. In ſeiner Art
ſt der Film durch die Mitwirkung guter Schauſpieler, unter denen
Fritz Spira als Kaiſer Franz Joſeph. Alfons Fr
gland als
Kronprinz Rudolf, Erna Morena als Kaiſerin Eliſabeth und
Leni Refenſtahl als Mary Vetſera erwähnt ſeien;
zufrieden=
ſtellend.
Union=Theater.
„Der Walzerkönig” ſpielt in dem ſchönen, liebenswürdigen,
allzeit luſtigen alten Wien, bringt in der geſchickten Regie Manfred
Noas eine harmloſe Liebesgeſchichte des unſterblichen Walzerkönigs
Joh. Strauß, die von H. Stuwe ſehr charakteriſtiſch dargeſtellt wird.
Dieſer Film iſt eine Kombination von Ton= und ſtummem Film; es
ziehen ſich durch ihn von Anfang bis Ende ſchwingende Walzermelodien,
echte Wiener Muſik; dagegen wird die Handlung durch Zwiſchentexte
erklärt; geſprochen wird nicht allzu viel. Die entzückende Claire
Rommer als Hetty Treffz mit ihrem goldigen Wiener Lachen, ihrem
kleinen „Goſcherl” und den unſchuldigen, ſprechenden „Guckerln”, iſt die
rechte Partnerin für den Walzerkönig, die ſich denn auch
verſtändlicher=
veiſe ſtark in ſie verliebte — und das mit Erfolg. Die mitreißenden,
ewig jungen Wiener — beſſer Straußſchen — Melodien, die alle
bezau=
bern, verfehlen auch auf das Zuhörer= und =ſchauer=Publikum ihre
Wir=
kung nicht. Erfreulicherweiſe iſt die Liebesgeſchichte der Gebrüder
Strauß faſt frei von Sentimentalitäten, wenn natürlich eine kleine
Doſis Rührung ſtets unvermeidlich iſt. Der Film, der die gute alte
Zeit wieder aufleben läßt, atmet Gemütlichbeit, wobei aber das Wiener
Leben und Temperament friſche Fröhlichkeit verbreitet. Neben den
Hauptfiguren paſſen ſich insbeſondere F. L. Lerch als Joſef
Strauß, Ida Rinn als Tochter des Freiherrn Pavlowſky, Viktor Janſon
als ruſſiſcher Fürſt, ſowie H. Baudin als Baron Todesco in ihren
Rollen, gerade als Gegenſätze zu den feſchen Wienern, ſehr gut in den
Rahmen der Handlung ein. Der Film iſt amüſant und als leichte
Unterhaltung ſehr geeignet. — Intereſſant iſt der Kulturfilm, in dem
die Herſtellung von Wachsfiguren gezeigt wird; gut wiedergegeben wird
die Ouvertüre zur Oper „Tannhäuſer”, wobei auf dem Tonfilm das
New Yorker Philharmoniſche Orcheſter unter Leitung von Henry Hadley
„perſönlich” erſcheint.
Palaſt=Lichtſpiele
zeigen einen von Anfang bis Ende ſpannenden Detektivfilm: „Wenn
die Großſtadt ſchläft”. Gerade bei dem jetzigen Hochbetrieb der
amerikaniſchen Verbrecherwelt hat dieſer amerikaniſche Kriminalfilm
beſonderen Reiz, namentlich da Jack Conway ſich in ſeiner Regie
be=
müht, Uebertreibungen zu vermeiden und für den Kriminaliſten Lon
Chaney einen paſſenden und angenehmen Darſteller gefunden hat, der
natürlich auch im Film einen Bombenerfolg durch Unſchädlichmachung
eines Schwerverbrechers zu verzeichnen hat. In dem reichhaltigen
Bei=
vrogramm wird u. a. die Entwicklung und der Stand der heutigen
Flugzeuginduſtrie gezeigt.
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Orpheum.
„Weekend im Paradies” iſt wirklich ein toller Schwank und als
ſolcher von A—Z gelungen, während das Stück als Ze atire bewertet,
alle Grenzen des Wahrſcheinlichen und Möglichen über rreiten würde.
Es wäre aber auch verfehlt und im höchſten Grade humorlos, dem
Schwank mit Einwänden aus der Wirklichkeit entgegenzutreten, ſtatt ihn
als das anzuerkennen, was er iſt: ein Schlager an Humor, Komik und
Witz. Guſtav Bertram iſt wieder einmal ganz in ſeinem Element als
der pflichttreue und etwas unbeholfene Regierungsrat, der jahrelang,
ohne Anerkennung und Beförderung zu finden, ſein Amt redlich
verwal=
tet, bis ihm ein Licht aufgeht und er ſich nun als ein äußerſt pfiffiger
und aufgeweckter Karrieremacher entpuppt, der vor den Augen des
Publikums alle Etappen bis zum Miniſterialdirektor an einem
Vormit=
tag zurücklegt. Wie das, ſelbſt auf der Bühne, möglich iſt? Ja, da
ſpielen Ereigniſſe im Weekend=Hotel „Paradies” eine Rolle, die zum
Berſten voll Situationskomik ſind und jeden Moment neue
Ueber=
raſchungen bringen, aber hier nicht verraten werden ſollen. Geſagt ſei
jedoch, daß Marga Peter natürlich auch am Weekend teilnimmt, und
war mit launigſter Lebendigkeit und impulſivſtem Reiz (außerdem im
Badetrikot entzückend ausſieht), daß Ernſt Federlin als
diſtinguiert=
ovialer Vorgeſetzter ebenſo ſehr in das groteske Abenteuer verwickelt
ſt, wie der vornehm=blaſierte Oberregierungsrat (Walther Geyer),
daß Mizzi Rauſchenberg eine köſtliche Figur als Moralpredigerin
abgibt, Fritz Sprenger famos als Querulant iſt und ſämtliche
an=
deren Mitwirkenden ihre Rollen, zu äußerſter Zufriedenheit ausfüllen,
die ſich in ſtarkem Beifall und Blumenſpenden für die Hauptperſonen.
Bertram und Marga Peter, ausdrückte.
Aus den Parkeien.
Promenaden=Konzert. Am Sonntag, den 6. Juli, von 11 bis
12 Uhr ſpielt das Stadt=Orcheſter unter Leitung ſeines
Kavell=
neiſters W. Schlupp im Herrngarten (Pergola) nach folgendem
Programm: 1. Regiments=Kolonne. Marſch von Seiffert.
Ouvertüre zur Oper Martha von Flotow. 3. Herbſtweiſen,
Walzer von Waldteufel. 4. Spinnerlied aus der Oper Der
flie=
gende Holländer von Wagner. 5. Fantaſie Ein Feſt in Aranjuez
von Demmerſemann. 6. Königgrätzer Marſch von Piefke.
Feuer= und Unfallmeldeſtellen. Durch Aushang in dem
Poli=
zeiamtsgebäude, Hügelſtraße, den Polizeibezirken und der
Bahn=
polizeiwache werden die zurzeit in der Stadt Darmſtadt
vorhan=
denen Feuer= und Unfallmeldeſtellen unter Angabe der Telephon=
Nummern, durch welche ſie auch nachts zu erreichen ſind, bekannt
gegeben.
Deutſchnationale Volkspartei Darmſtadt.
Der Vorſtand der Ortsgruppe hat in ſeiner letzten Sitzung
be=
ſchloſſen, für die Mitglieder und Freunde der Partei regelmäßige
Sprechſtunden einzuführen, in denen der Provinzgeſchäftsführer,
Herr Forſter anweſend ſein wird, um politiſche und wirtſchaftliche
Fragen zu beantworten und unentgeltlichen Rat in
Angelegen=
heiten aller Art zu geben.
Slimmen aus dem Leſerkreiſe.
Rennbahn oder Fußweg? Unhaltbare Zuſtände
herrſchen zur Zeit in der Jakobiſtraße. Radfahrer benutzen
faſt
un=
ſtändig den Fußweg, dicht an den Häuſern vorbei. Es
möglich, aus ſeiner Wohnung herauszugehen, ohne nicht Gefahr zu
aufen, umgefahren zu werden. Zur Nachtzeit benutzen ſogar
rück=
ſichtsloſe Radler dieſen Fußweg ohne Beleuchtung. Durch
An=
bringen eines Schildes oder eines richtigen Fußweges könnte hier
Abhilfe geſchaffen werden. Es muß nicht erſt ein Unglück geſchehen
ſein.
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Freilassing ET.
Seite 15
Nummer 185
Ehrung der Zielfahrer des Heſſiſchen
Aukomobilklubs e. V.
Sonntag, den 6. Juli 1930
Am Donnerstag fand in den feſtlich geſchmückten Räumen des
Heſſiſchen Automobilklubs e. V. (Automobilklub von Deutſchland),
Rheinſtraße 36, im Anſchluß an die Monatsverſammlung ein
Herreneſſen ſtatt. Der erſte Präſident des H.A. C., S. Erl. Erbgraf
Alexander zu Erbach=Erbach, begrüßte dei erſchienenen
Mit=
glieder und Gäſte und nahm Veranlaſſung, in anerkennenden
Worten der Mitglieder zu gedenken, die ſich in hervorragender
Weiſe entſprechend der über zwanzigjährigen ſportlichen Tradition
des H.A.C. an der Zielfahrt nach Darmſtadt beteiligt hatten.
Beſonders hob er die außerordentliche ſpörtliche Leiſtung des
be=
kannten internationalen Fahrers Herrn Wilhelm Merck hervor,
der die beiden von ihm gemeldeten Fahrzeuge durch das Ziel
brachte, nachdem er auf ihnen über 1758 Kilometer zurückgelegt
hatte. Er erhielt hierdurch als einziger der Zielfahrer die
Gol=
dene ſowie die Silberne Plakette. Herrn Wilhelm Merck wurde
hierbei eine kleine Erinnerungsgabe an die Zielfahrt durch den
H.A. C. zur beſonderen Anerkennung ſeiner Leiſtung überreicht und
ſeiner Leiſtungen bei der Zielfahrt nach Bad Tölz und der nach
Bad Kiſſingen beſonders gedacht. Wurde Herr Merck doch bei
bei=
den Veranſtaltungen Preisträger und iſt ein Vorbild für die
ſporttreibenden Mitglieder des H.A. C.
Lobend erwähnt wurde weiter der Träger des 3. Preiſes der
Zielfahrt nach Darmſtadt, Herr Fritz Hedderich, der auf
klein=
ſtem Wagen 1261 Kilometer fuhr und auch bei der Kreuz= und
Querfahrt nach Baden=Baden ſowie bei der dortigen
Geſchicklich=
keitsprüfung wiederum Preiſe davontrug.
Weiter fanden beſondere Anerkennung Herr Wolfram
Rie=
deſel, Freiherr zu Eiſenbach, der Trager des 2. Sonderpreiſes
der Zielfahrt, ſowie des von dem H.A.C. ſeinem Fahrer mit der
mit einem Wagen gefahrenen Höchſtkilometerleiſtung bei der
Ziel=
fahrt geſtifteten Sonderpreiſes mit 1449,6 Kilometer, ſowie Herr
Dr. med. Bernet, der Träger des 3. Sonderpreiſes, mit 1401,3
Kilometern, der in beſonders kurzer Zeit dieſe Strecke zurücklegte.
Auch Leiſtungen der übrigen Fahrer fanden gebührende
Aner=
kennung. Stand doch der Heſſiſche Automobilklub mit 13 284,4
von ſeinen Mitgliedern gefahrenen Kilometern weit an der Spitze
aller beteiligten Klubs.
Im Anſchluß wurden an die einzelnen Fahrer des H.A. C. die
Plaketten verteilt. Es erhielten von den Mitgliedern des H.A. C.
die Goldene Plakette der Zielfahrt nach Darmſtadt außer den
ſchon beſonders erwähnten Herren" weiter die Herren Georg
Autenrieth, Heinrich Hahn, Dr. Karl Merk. Eugen Seibert und
Dr. Gertmann Vallbracht. Silberne Plaketten erhielten von den
Mitgliedern des H.A.C.: Frau Dr. Feilbach, die Herren: Dr.
Buch=
hold, Arnold Haas, Max Kienzle jun., Kurt Müller, Ludwig
Nun=
geſſer ſen., Dr. Schäfer und Georg Schellhaas. Es würde zu weit
führen, noch alle die lobend zu erwähnen, die die Bronze=Plakette
erhalten haben und ſich unter Verzicht auf eigene ſportliche
Fahr=
leiſtung in dem Organiſationsausſchuß oder als Funktionär bei
der Zielfahrt nach Darmſtadt zur Verfügung geſtellt hatten.
Mit einem Hoch auf den H.A.C. beſchloß der Vorſitzende die
Fahrerehrung. Herr Wilhelm Merck gedachte beſonders der
her=
vorragenden Leiſtungen der Frau Annemarie Gaſtell bei der
Ziel=
fahrt nach Darmſtadt und ſprach im Namen der Fahrer dem
H.A. C. ſowie beſſen Vorſtand den beſonderen Dank aller Fahrer
für die ihnen gewordenen Ehrungen aus. Herr Joſef Gaſtell
dankte im Namen ſeiner Frau. — Weitere Anſprachen ſowie die
Tafelmuſik trugen zu einem ſchönen Verlauf des Abends bei.
Das Intereſſe der Nationen.
Für die Weltmeiſterſchaften der Studenten, die in der Zeit
vom
—10. 8. 30 in Darmſtadt ſtattfinden, iſt das Intereſſe bei
den Nationen ein außerordentlich großes und ſpiegelt ſich am
deut=
lichſten in der Tatſache wider, daß als Mannſchaften mit einem
nennenswerten Staatszuſchuß nach Darmſtadt entſandt werden. So
meldet Petit Pariſien unter dem 19. 6. 1930, daß für die
fran=
zöſiſche Studentenſchaft, die nach Darmſtadt zu den
Weltmeiſter=
ſchaften kommt, eine Unterſtützung von 250 000 Franas
ausgewor=
ſen wurde. Dieſe Summen ſtehen leider für die deutſchen
Studen=
ten nicht zur Verfügung, aber ſie beweiſen doch, wie ernſt es das
Ausland mit der Beſchickung dieſer Weltmeiſterſchaften nimmt.
Bei den Weltmeiſterſchaften der Studenten, die vom 1.—10. 8
1930 in Darmſtadt ſtattfinden, geht auch eine japaniſche
Mann=
ſchaft an den Start, die ſich bereits am 18. 6. 1930 auf die Reiſe
begeben hat und die vor dem Start in Darmſtadt einige Kämpfe
in Norwegen und Finnland durchführen wird, um ſich in etwa zu
aklimatiſieren. Die Mannſchaft ſteht unter der Leitung von Dr.
Yamamoto, dem zwei Aſſiſtenten, Herr Morita und Herr
Tſuka=
moto, beigeordnet ſind. Die endgültige Zuſammenſetzung iſt
fol=
gende: Oda. Niſhida, Nakaſhima, Sumiyoſhi, Ito, Kimura,
Yoſhioko, Fujita, Inanaga, Mochizuki, Oſhima, Richi. Die beſten
Leute hiervon ſind: Oda (7,50 Meter im Weit= und 15,50 Meter
im Dreiſprung, 3,90 Meter im Stabhochſprung und 1.95 Meter
im Hochſprung), Niſhida (4,10 Meter Stabhochſprung)
Sumiy=
oſhi (63 Meter Speer), Kimura (1,96 Meter hoch), Nakaſhima
(400 Meter unter 50 Sek.), ſowie die Sprinter Nichi und Yoſhioka.
Von der amerikaniſchen Univerſität Wisconſin wird ſich ein
Student an den leichtathletiſchen Wettkämpfen beteiligen, der für
10 Meter Hürden 16,4 braucht, dagegen im Stabhochſprung 3:92,6
Meter ſpringt.
Wie wir erfahren, liegt der bekannte deutſche Mittelläufer
Stortz, eine der großen deutſchen Hoffnungen der
Weltmeiſterſchaf=
ten in Darmſtadt, mit einer ſchweren Erkrankung zu Bett und
wird vorausſichtlich in dieſem Jahr überhaupt nicht mehr an den
Start gehen können. Nichtsdeſtoweniger haben wir in dem neuen
deutſchen Speermeiſter Weimann=Leipzig, deſſen Würfe ſtets die
63 Meter=Grenze erreichen, eine ſichere Hoffnung auf Sieg.
Ein ſchwerer Verkehrsunfall ereignete ſich geſtern nachmittag
Ecke Neckar= und Hügelſtraße. Zwei Privat=Opelwagen ſtießen
zuſammen. Als der Wagen /S 1593 des Herrn F. Z. in die
Hügel=
ſtraße einbiegen wollte, fuhr ein anderer Wagen mit dem
Kenn=
zeichen III A 19 426, der ſich auf dem Wege nach Stuttgart befand,
auf dieſen auf. Durch den heftigen Anprall wurde der Beifahrer
des Stuttgarter Wagens, Herr A. Buck, Liebigſtraße 50, durch
die Windſchutzſcheibe geſchleudert und erlitt einen ſchweren
Schä=
delbruch. Er wurde in das Herz=Jeſu=Hoſpital verbracht. Die
beiden Wagenführer kamen mit leichten Verletzungen davon.
Beide Autos wurden ſtark demoliert, die Schuldfrage iſt noch nicht
geklärt.
Glückwünſche zur Befreiung des beſekken Gebiekes an
die Hefſ. Induſtrie- und Handelskammer Darmſtadt.
Der Deutſche Induſtrie= und Handelstag, die
Spitzenorganiſation der ſämtlichen Induſtrie= und
Handelskam=
mern im Deutſchen Reich hat der Induſtrie= und
Handels=
kammer Darmſtadt aus Anlaß der Räumung des
Kammer=
bezirks von fremder Beſatzung herzlichſte Glückwünſche
übermit=
telt. Der Handelstag gedachte „dabei dankbar der hingebenden
Arbeit der Kammer in ſchwerer Zeit zur Behauptung der deutſchen
Wirtſchaft und zur Erreichung des Befreiungszieles”. Weiterhin
hat die Induſtrie= und Handelskammer Dresden, zugleich für
die Induſtrie= und Handelskammern Chemnitz, Leipzig,
Plauen und Zittau, Veranlaſſung genommen, der
Schweſter=
kammer Darmſtadt „ihre herzliche Mitfreude zu bekunden und ihre
Glückwünſche auszuſprechen”. Hiermit wird der Wunſch verbunden,
„daß die Wirtſchaft auch des Kammergebietes Darmſtadt balo die
beſonderen Schäden überwinden möge, die ſich aus der
langjäh=
rigen Beſetzung ergeben haben‟. Der ſächſiſche Glückwunſch ſchließt
damit, daß er die Hoffnung zum Ausdruck bringt, „die Zeit möge
nicht mehr fern ſein, in der auch das Saargebiet von fremder
Verwaltung und daraus fließender Beeinträchtigung frei wird”,
Die Induſtrie= und Handelskammer Darmſtadt hat Veranlaſſung
genommen, dem Deutſchen Induſtrie= und Handelstag ſowie der
Kammer Dresden für die ſächſiſchen Kammern den Dank für das
mitfühlende Gedenken zum Ausdruck zu bringen.
Lokale Veranſtaltungen.
Im Wiener Kronenbräukeller finden heute zwei
Militär=Konzerte bei freiem Eintritt ſtatt. Für Dienstag iſt das
geſamte Orcheſter der Harmonie unter Leitung des
Kammervir=
tuoſen Kümmel bei freiem Eintritt vorgeſehen. (Siehe auch Anz.)
— Herrngarten=Café. 11 Uhr Frühkonzert,
Nachmit=
tag= und Abendkonzert.
— Im Hotel Prinz Heinrich findet heute Sonntag
abend Gartenkonzert mit Tanz ſtatt.
Orangeriegarten. Heute Sonntag abend ab 8 Uhr
Garten=Konzert bei freiem Eintritt. (Siehe Anzeige.)
Tageskalender für Sonntag, den 6. Juli 1930
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 19.30 Uhr, P 6: „Die
Herzogin von Chicago . — Kleines Haus: G=ſchloſſen. —
Or=
heum. 20,15 Uhr: „Weekend im Paradies” — Konzerte:
Schloßkelier. Kaffee Oper, Hotel Schmitz, Herrngartenkaife
Sportplatz=Reſtaurant, Kaffee Jöſt, Bockshaut, Hotel zur Poſt,
Ludwigshöhe,
Hotel Prinz Heinrich, Reichshof.
6 Uhr: Konzert. — Oberwaldhaus: Gartenkonzert.
chuls Felſenkeller, 20 Uhr: Konzert. — Orange=
Roſengarten:
riehaus, 20 Uhr: Gartenkonzert.
Gartenkonzert. — Z. Datterich: Gartenkonzert. — Neues
Schießhaus, 20 Uhr: Konzert. — Waldſchlößchen:
Wiener, Kronenbräukeller,
Befreiungsfeier.
16 Uhr: Konzert. — Rummelbräu, 16 und 20 Uhr:
Kon=
zert. — Städt. Saalbau, 16 Uhr: Sommerfeſt des
Fecht=
vereins „Waiſenſchutz”. — Rummelbräu: Sommerfeſt des
inovorſtellungen:
Odenwaldklubs „Frankonia
Union=Theater, Helia=Lichtſpiele, Palaſt=Lichtſpiele.
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Seite 16
Sonntag, den 6. Juli 1930
Nummer 185
Aus Heſſen.
Straßenbericht
für die Woche vom 6. bis 12. Juli 1930.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen:
Heppenheim-Lorſch vom 23. 6. bis 19. 7. geſperrt. Umleitung:
Bensheim.
Eppertshauſen—Münſter, Km. 13,8—15,7, vom 2. 6. bis 9. 7.
ge=
ſperrt. Umleitung; Hergershauſen—Altheim.
Darmſtadt—Dieburg zwiſchen Hirſchköpfen und Oberwaldhaus, Km.
3,0 bis 4,0, vom 30. 6. bis 19. 7. geſperrt. Umleitung: Roßdorf-
Gundernhauſen.
Gravenbruch-Dietzenbach, Km. 2,2 bis 7,6, vom 30. 6. bis 26. 7.
geſperrt. Umleitung: Forſthaus Wildhof.
Hainſtadt—Seligenſtadt, Km. 18,0—22,62, vom 30. 6. bis 16. 7.
ge=
ſperrt. Umleitung: Tannenmühle—Froſchhauſen.
Oſthofen—Weſthofen (Km. 4,0 bis 5,8) vom 16. 6. bis 10. 7. geſperrt.
Umleitung: Abenheim bzw. Bechtheim.
Heldenbergen—Windecken wegen Brückenbauarbeiten an der Nidder
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eichen—Oſtheim.
Ortsdurchfahrt Lollar (vom Bahnübergang bis Abzweig nach dem
Bahnhof) vom 1. Juli bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Staufen=
berg—Daubringen—Gießen.
Friedberg—Hanau (Ortsdurchfahrt Bruchenbrücken) vom 3. bis 12. 7.
geſperrt. Umleitung: Nieder=Wöllſtadt oder Aſſenheim.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Hahn-Bruchmühle—Gernsheim vom 19. 6. bis 19. 7. geſperrt.
Umleitung: Eſchollbrücken—Crumſtadt-Biebesheim.
Babenhauſen—Harreshauſen vom 5. bis 7. Juli geſperrt. Die
Warnungstafeln ſind zu beachten.
Gehſpitz—Neu=Iſenburg vom 25. 6. bis 19. 7. geſperrt. Umleitung:
Gehſpitz—Niederrad.
Heppenheim—Ebersberg zwiſchen Crumbach und Weſchnitz, Km. 43,8
bis 46,0, vom 1. 7. bis 15. 7. geſperrt. Umleitung: Reichelsheim-
Unter= und Ober=Oſtern.
Pfeddersheim-Monsheim vom 26. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Nieder=Flörsheim.
Heuchelheim—Atzbach und Heuchelheim-Kinzenbach (Ortsdurchfahrt
Heuchelheim) vom 27. 2. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Rod=
heim.
Großen=Linden-Langgöns vom 15. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Büches.
Ortsdurchfahrt Nieder=Florſtadt vom 26. 6. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung vom Oſſenheimer Kreuz über Dorn=Aſſenheim—
Reichelsheim-Leidhecken—Staden oder Aſſenheim=Bönſtadt.
Echzell bis Straße Berſtadt—Wölfersheim vom 23. 6. bis auf
weite=
res geſperrt. Umleitung: Berſtadt oder Melbach.
G. Ober=Ramſtadt, 5. Juli. Die Ernte naht. Das ſehr heiße
Sommerwetter hat die Wintergerſte hier ſchon zur Reife gebracht, ſo daß
dieſe in den letzten Tagen zum Teil bereits geerntet werden konnte. Im
allgemeinen iſt das Getreide durch die mehrfachen ſtarken Gewitterregen
faſt in der ganzen Gemarkung ſehr zuſammengeſchlagen worden, ſo daß
manche Grundſtücke wie gewalzt ausſehen. Dadurch wird ſich der Ertrag
verringern und auch die Erntearbeit an ſich ſchwieriger geſtalten.
— Groß=Zimmern, 4. Juli. Befreiungsfeier der Schule.
Beide Schulen hieſiger Gemeinde und zahlreiche Angehörige der Schüler
hatten ſich am Dienstag zu einer eindrucksvollen Befreiungsfeier in der
Turnhalle des Turnvereins 1863 verſammelt. Nach dem Vortrag eines
dreiſtimmigen, mit großem Beifall aufgenommenen Schülerchors „Dem
Vaterland” und zwei ſchwungvoll vorgetragenen ſinnigen Gedichten hielt
Lehrer Arras die Feſtrede. In trefflichen Worten zeigte er den Kindern
die tiefe Bedeutung des heutigen Tages und wußte die jungen Herzen
zu begeiſtern. Stürmiſchen Beifall fand das Zwiegeſpräch. Vater Rhein
und ſeine zwölf Töchter”, aufgeführt von der oberen kath. Mädchenklaſſe.
Alle Nebenflüſſe des Rheins kommen zu dem in Feſſeln liegenden Vater
Rhein und bringen in unabwandelbarer Treue ihre Gaben. Vater Rhein
ſprengt ſeine Ketten. Er iſt wieder frei. Alle ſchwören aufs neue
Ger=
mania die Treue. Ebenſo fanden auch ein anſppechender Reigen der
oberen evang, Mähchenklaſſe, ein Rheinlied und das Zwiegeſpräch „
Rhei=
niſches Volk”, das von der oberen kath. Knabenklaſſe geboten wurde,
un=
geteilten Beifall. Das gemeinſam geſungene Deutſchlandlied beſchloß
die ſchöne, ſchlichte Feier.
— Groß=Umſtadt, 5. Juli. Wie alljährlich, ſo findet auch in
dieſem Jahre am 11. Juli, vormittags 9 Uhr beginnend, hier ein
Ziegenzuchtviehmarkt mit Prämiierung der aufgetriebenen Tiere
ſratt. Der Markt wird gemeinſam mit dem Landwirtſchaftskammer=
Ausſchuß für die Provinz Starkenburg, der Stadt Groß=Umſtadt
und dem Zuchtverband „Dieburg” abgehalten. Zur Prämiierung
der aufgetriebenen Tiere ſind in dankenswerter Weiſe namhafte
Geldmittel von verſchiedenen Seiten zur Verfügung geſtellt worden.
Der Ziegenzuchtverband „Dieburg” iſt Hochzuchtgebiet für die weiße
deutſche Edelziege und iſt vom Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß für
die Provinz Starkenburg und von der Deutſchen
Landwirtſchafts=
geſellſchaft als Zuchtverband anerkannt. Auf vielen Ausſtellungen
wurden ſeine Tiere ſchon mehrmals mit hohen Preiſen prämiiert,
ſo zuletzt auf der Wanderausſtellung der D. L. G. in München, und
die ſo geleiſtete züchteriſche Arbeit lobend anerkannt. Allen
Züch=
tern iſt auf dieſem Markte Gelegnheit geboten, erſtklaſſiges
männ=
liches und weibliches Zuchtmaterial zu erwerben, beſonders ſeien
die Gemeinden auf dieſen Markt hingewieſen, auf dem ſie gutes
Bockmaterial für ihre Faſelſtälle erwerben können. Der Auftrieb
findet dieſes Jahr unter den ſchattigen Bäumen auf der
Kaiſer=
ſtraße ſtatt, alſo ein Platz, auf dem die Tiere Schutz gegen die
Sonnenhitze haben. Der Beſuch des Marktes iſt allen
Ziegenzüch=
tern empfohlen
— Groß=Bieberau, 5. Juli. Erweiterung der
Waſſer=
leitung. Der ſchon lange gehegte Wunſch, der Waſſernot in hieſiger
Gemeinde abzuhelfen, geht nun in Erfüllung. Das erworbene
Quellen=
gebiet auf dem Grundſtück des Herrn Heinrich Heldmann auf der
ſoge=
nannten Schmidtswieſe iſt unter den ſchwierigſten Verhältniſſen ſoweit
gefaßt und liefert eine Tagesmenge von 170 Kubikmetern einwandfreies
Waſſer. Außerdem kommt noch eine weitere Quellenfaſſung, der
Ge=
meinde gehörig, mit einer Tagesmenge von 70 Kubikmetern dazu. Es
iſt anzunehmen, daß die Gemeinde mit der noch ſeitherigen Menge aus
dem Hochbehälter auf Jahre hinaus verſorgt iſt. Die Arbeiten der
Rohrverlegung ſchreiten gut vorwärts. Der Waſſerbehälter iſt ſoweit
fertiggeſtellt, und mit der Errichtung des Pumphauſes wird nächſte
Woche begonnen, ſo daß beſtimmt anzunehmen iſt, daß das Pumpwerk
in 4—5 Wochen betriebsfertig iſt.
Cd. Michelſtadt, 5. Juli. Schweres Unwetter. Heute
nach=
mittag gegen 5 Uhr entlud ſich über unſere Gegend ein Gewitter, das
ſtellenweiſe ſchweren Schaden anrichtete. Während es über dem größten
Teil Michelſtadts kaum regnete, tobte ſich das Unwetter nach Steinbach
zu mit furchtbarer Gewalt aus. Hagelkörner in der Größe eines
Tauben=
eies praſſelten hier herab. Im Park des Schloſſes Fürſtenau wurden
eine große Anzahl Bäume, und zwar gerade die größten und ſtärkſten
umgeknickt wie ein Streichholz. Beide Zufuhrſtraßen nach Steinbach
waren längere Zeit durch umgeriſſene Bäume unpaſſierbar. Von der
Gewalt des Wetters kann man ſich ungefähr ein Bild machen, wenn man
ſieht, daß an einer an der Mühlhäuſerſchen Brücke umgeriſſenen großen
Pappel ein mit herausgeriſſener Erdklotz hängt, der einen
Eiſenbahn=
waggon ausfüllen würde. Auch die Hochſpannungsleitung der Heag hat
ihr Teil abbekommen, mehrere Maſten ſind direkt über dem Erboden
ab=
gebrochen und liegen um. Auf den Feldern ſieht es aus, wie wenn eine
Straßenwalze darüber hinweg gegangen wäre. Das ganze Unwetter
dauerte höchſtens 10 Minuten.
Zum großen Beerfelder Pferde=, Fohlen=und
Zuchlviehmarkk, verbunden mit Reit- und
Fahrkurnier vom 13.—-15. Juli 1930.
m. Beerfelden, 5. Juli.
„Schier dreißig Jahre biſt du alt”, kann man ſagen im Hinblick auf
den großen Markt, von dem uns noch eine Woche trennt; denn ſein
Ge=
burtsjahr iſt das Jahr 1901. Als Mittelpunkt der Ober=Zent und
ge=
legen an der früheren Hauptverkehrsſtraße von Mümling in das
Neckar=
tal war Beerfelden eine wirtſchaftliche Zentrale und in weiterer
Um=
gebung durch ſeine früher regelmäßig ſtattfindenden Viehmärkte bekannt.
Letztere hatten im Laufe der Jahre an Bedeutung eingebüßt, ſie wieder
zu erwecken und neu zu beleben war das Ziel von Männern, denen das
Wohl unſres Städtchens und unſerer Gegend beſonders am Herzen lag,
und unterſtützt wurden ſie von erfahrenen Landwirten unſerer
Nachbar=
orte, welche die Bedeutung ſolcher Märkte auch hauptſächlich für die
Landwirtſchaft und ſpeziell für die Viehzucht erkannt hatten. So wurde
der Markt im Jahre 1901 zu einer glänzenden Veranſtaltung, der auch
die Regierung entſprechende Aufmerkſamkeit ſchenkte. Das folgende
Jahr ſah ein erfreuliches Wachstum dieſer Veranſtaltung, und ſo
brach=
ten auch die folgenden Jahre ein ſtetes Wachstum. Das rührige
Markt=
komitee verſtand es, den Markt ſtetig auszubauen, und ihn zu einem
großen Bauerntag für den Odenwald und die angrenzenden
badi=
ſchen, bayeriſchen und württembergiſchen Gebiete, und zu einem
Volks=
feſt mit bedeutendem Fremdenzuſtrom zu geſtalten.
Viele, viele kennen dieſen Markt, und wer ihn kennt bleibt ſein
treuer alljährlicher Beſucher; wer ihn nicht kennt, der ſoll in Kürze
er=
fahren, was er alles bietet. In ſeiner Geſamtheit iſt er ein Volksfeſt
mit mannigfaltigem und intereſſantem Marktgetriebe. Ins einzelne
gehend, ſehen wir die prachtvollen Erzeugniſſe der Pferde=
und Rindviehzucht und damit beſte Gelegenheit zu Verkauf und
Kauf; wir beobachten die hohe Befriedigung deſſen, der mit den Früchten
ſeines Fleißes und ſeiner Intelligenz ſchöne Preiſe erringen darf, wir
ahnen den ſtillen Entſchluß des Nichtausſtellers, in ſeinem Streben den
erfolgreichen Berufskollegen nachzueifern. Eine Ausſtellung
land=
wirtſchaftlicher Maſchinen zeigt die neueſten Errungenſchaften
auf techniſchem Gebiet und bietet Gelegenheit zum Vergleich, ob der eigene
Betrieb maſchinell noch auf der Höhe iſt. Durch eine ſeit Jahren
be=
liebte Lotterie, ausgeſtattet mit einem vorzüglichen Gewinnplan
und mit reellen und vollwertigen Gewinnen, iſt Gelegenheit geboten,
gegen geringen Einſatz einen hübſchen Gewinn zu erlangen. Das am
Sonntag ſtattfindende Reit= und Fahrturnier bietet dem
Tierfreund, dem Verehrer des Reitſportes Stunden ſchönſten Genuſſes.
So iſt feſtzuſtellen, daß dieſer Markt in allererſter Linie der
Land=
wirtſchaft dienen ſoll; aber auch der Nichtlandwirt ſoll Intereſſe
gewin=
nen für die Landwirtſchaft und ihre Pflege. Und wer ihn beſucht
ſozu=
ſagen zur Unterhaltung, der wird zunächſt Unterhaltung finden, er wird
aber voller Befriedigung des Beſuchs gedenken, weil er da allerlei
An=
regungen empfangen hat und weil ihm das Verſtändnis aufgegangen iſt
für Leid und Freud des Bauernſtandes.
C
Inmer c
Uatrlasteer
Plocwarskopf Schaumpon 4rg
(.Ertra mit Faarglanz Nulver 303)
(IV. 9242)
Ce., Reinheim, 5. Juli. Zu einem Vortrag über die
Oef=
entliche Bauſparkaſſe für Heſſen hat die Bezirks=
Sparkaſſe Reinheim und die Gemeinnützige Baugenoſſenſchaft
Rein=
heim für Sonntag, den 6. Juli. nachmittags 4 Uhr, in das
Volkshaus zu Reinheim eingeladen. Da eine freie Ausſprache
ſtatt=
findet, iſt jedermann Gelegenheit gegeben, eingehendſte Aufklärung
über den Aufbau der Bauſparkaſſe zu erhalten und Fragen zu
ſtellen. Den Zinsſatz für die Tarlehen (yur 4. Prozent) iſt gerina.
die unveränderlich feſtſtehenden Tarife, die nicht etwa ohne Wiſſen
des Bauſparers durch einen Verwaltungsrat abgeändert werden
können, die klaren Wartezeiten und die garantierenden
Kör=
perſchaften bieten große Vorteile. — Einen tragiſchen Abſchluß fand
das Reiterfeſt in Groß=Umſtadt für die Familie Franz Bauer
in Ueberau. Durch die Rückfahrt in einem offenen Wagen zog
ſich Herr Bauer eine heftige Lungenentzündung zu, an welcher er
verſchieden iſt. Die Tochter liegt an Mittelohrentzündung
dar=
nieder, während der Schwager Otto Schönberger ebenfalls
er=
krankte.
g. Gernsheim a. Rh., 3. Juli. Noch in letzter Stunde kam die
Ver=
anſtaltung einer Befreiungsfeier zuſtande. Zu danken iſt dies
vor allem dem hieſigen Orcheſterverein, insbeſondere ſeinem muſikaliſchen
Leiter, Herrn Kapellmeiſter Dominik Kiſſel. Eine große Menge Zuhörer
hatte ſich am Geſtade des Rheines eingefunden, woſelbſt um 9 Uhr in
der feſtlich geſchmückten und beleuchteten Halle des Gaſthauſes Zum
Rheingold” (Beſitzer Johann Andres) das Feſtprogramm durch
Muſik=
ſtücke des vorgenannten Orcheſters eingeleitet wurde, Kurz entſchloſſen,
trat der Feſtredner, Herr Lehrer Grundke, auf, der in wirklich ſchönen
Worten dieſes hiſtoriſchen Ereigniſſes gedachte. Stehend ſang die
Men=
ſchenmenge unter den Klängen der Muſik, das Deutſchlandlied. — Im
Monat Juni wurden beim Standesamt regiſtriert: 8 Geburten, 8
Ehe=
ſchließungen und 4 Sterbefälle. — In den wohlverdienten Ruheſtand trat
am 1. Juli Herr Lehrer Georg Weick. — Kommenden Freitag findet eine
öffentliche Sitzung des Gemeinderats ſtatt.
Ca. Lorſch, 4. Juli. Unfall. Beim Ausſteigen aus einem
Om=
nibus geriet eine Frau unter das noch fahrende Fahrzeug und wurde
ein Stück mitgeſchleift, wobei ihr ſämtliche Kleider zerriſſen wurden.
Außer kleinen Hautabſchürfungen erlitt ſie glücklicherweiſe keine
Ver=
letzungen. — Der dieſer Tage gemeldete Tod des verunglückten Adam
Seitz bewahrheitet ſich erfreulicherweiſe nicht. Der Verunglückte befindet
ſich auf dem Wege der Beſſerung. — Tabakbau. Der diesjährige
Ta=
bakanbau hat doch wieder einen ganz anſehnlichen Umfang aufzuweiſen.
Die mit Tabak beſtellten Grundſtücke müſſen nunmehr auf der
Bürger=
meiſterei angemeldet und die Grundſtücke mit Namenſchildern verſehen
werden. — Gauturnfeſt. Der Turnverein Lorſch beteiligt ſich am
kommenden Sonntag an dem in Groß=Gerau ſtattfindenden Gauturnfeſt
mit Weihe des Jahn=Denkmals und Befreiungsfeier.
Cp. Biebesheim, 4. Juli. Die Bezugs= und
Abſatzgenoſ=
ſenſchaft Biebesheim, die dieſer Tage auf dem Rathaus ihre
Haupt=
verſammlung abhielt, verzeichnete im abgelaufenen Geſchäftsjahr
unge=
fähr 4000 RM. Reingewinn. Die Mitgliederzahl beträgt 95.
a. Offenbach, 4. Juli. Jubelfeier der Auguſtana. Die
evangeliſche Geſamtgemeinde und der Evangeliſche Bund hatten geſtern
zu einer Liturgiſchen Feier anläßlich des Gedenktages der Uebergabe des
Augsburgiſchen Bekenntniſſes eingeladen. Die Schloßkirche, worin die
Feier ſtattfand, war recht gut beſucht. Ein Kinderchor und der
Kirchen=
geſangverein wirkten bei der Liturgie mit. Den Altardienſt verſah
Pfarrer Rieber von der Lutherkirche. Pfarrer Dr. Hallier berichtete als
Erzähler: 1. Was ſich in Augsburg zugetragen hat, 2. Was unſere Väter
in Augsburg bekannt haben, 3. Wozu der Tag von Augsburg uns
auf=
ruft. Im Anſchluß an ein Wort aus dem Koloſſerbrief ſprach Pfarrer
Knodt der Stadtkirche über die allgemeine Bedeutung der evangeliſchen
Tat zu Augsburg. Das Tedeum, deutſch von Dr. Martin Luther und
von Chor und Gemeinde geſungen, machte den wirkungsvollen und
er=
baulichen Schluß.
Bh. Dudenhofen, 2. Juli. Ausdem Gemeindeparlament.
Da ſeit drei Wochen wegen der Heuernte keine Gemeinderatsſitzung
ſtatt=
gefunden hatte, war die Tagesordnung der letzten Sitzung ſehr
reichhal=
tig. Zur Beratung ſtanden 10 Punkte. Die Provinzialſtraße nach
Nie=
der=Roden ſoll demnächſt hergeſtellt werden und von 10 auf 12,80 Meter
verbreitert werden. Im Anſchluß daran ſoll auch die Ortsausfahrt nach
Nieder=Roden hergeſtellt werden. Die entſprechenden Koſten werden von
der Provinz übernommen. Die Gemeinde mußte ſich aber bereit erklären,
die den Verkehr ſehr behindernde tiefe Goſſe am Ortsausgang nach
Jü=
gesheim zu beſeitigen und durch einen Kanal zu erſetzen. Betreffend
Erſatz eines Betrages aus 1924 von der Kreiskaſſe wird von einer
Wei=
terverfolgung Abſtand genommen. Das Verzeichnis der
Krediterweite=
rungen, das Liquidations= und Niederſchlagsverzeichnis für 1928 wird
genehmigt. Ein Antrag auf Unterſtützung wird abgelehnt. Einem
Ge=
ſuch um Ueberlaſſung einer Wohnung in einem Gemeindehaus wird
ſtatt=
gegeben. Zur Wiederbelebung der Bautätigkeit wird beſchloſſen, daß in
1930 begonnene Neubauten für die nächſten fünf Jahre von der
Grund=
ſteuer frei bleiben ſollen. Einem Antrag auf Friſtverlängerung wird
ſtattgegeben. Zur Hebung des Arbeitsmarktes erſucht das Kreisamt
Offenbach die Gemeinde, ſich an einem für den Kreis Offenbach zu
er=
bauenden Waſſerwerk zu beteiligen. Aus dem vom heſſiſchen Staat zur
Hebung der Wirtſchaft bereitgeſtellten Kredit von 15 Millionen Mark
können den Gemeinden für derartige Zwecke Darlehen zu 3 Prozent zur
Verfügung geſtellt werden. Der Gemeinderat erkennt an, daß dieſes
An=
gebot ſehr vorteilhaft iſt und ſehr zur Verminderung der großen
Arbeits=
loſigkeit beitragen kann. Der Gemeinderat kann ſich aber wegen der
finanziellen Verhältniſſe, die zurzeit ſehr ungünſtig ſind, nicht zu einer
Beteiligung an einem derart koſtſpieligen Projekt entſchließen. Sollten
ſich die Verhältniſſe beſſern, ſo ſoll dem Projekt nähergetreten werden.
Bei der Kommunalen Landesbank ſoll ein kurzfriſtiges Kaſſendarlehen
in Höhe von 5000 Mark aufgenommen werden. Der älteſte Faſelochſe ſoll
verkauft werden und auf dem Zuchtviehmarkt in Hähnlein im Juli ein
neuer Faſel angekauft werden, ebenſo ſollen dort zwei Ziegenböcke
ange=
kauft werden. Mit dem Ankauf werden beauftragt: Landwirt Ph. Ad.
Schnur 2. und der Faſelwärter L. Walter 1.
— Dreieichenhain, 4. Juli. Bei dem am Sonntag, den 29. Juni, in
Dörnigheim a. M. ſtattgefundenen Geſangswettſtreit errang der
Geſang=
verein „Sängerkranz” Dreieichenhain mit 45 Sängern in der 2.
Stadt=
klaſſe unter ſtarker Konkurrenz mit 235 Punkten den 1. Klaſſenpreis,
1. Ehrenpreis, den höchſten Ehrenpreis und Dirigentenpreis. Der
Er=
folg zeugt von dem großen Können des Vereins und ſeines bewährten
Dirigenten, Chormeiſter Würz=Dreieichenhain.
— Gernsheim, 5. Juli. Waſſerſtand des Rheins am
4. Juli: 0,99 Meter; am 5. Juli: 106 Meter. (Morgens 5,30 Uhr.)
Hirſchhorn, 5. Juli. Waſſerſtand des Neckars am
4. Juli: 0,74 Meter; am 5. Juli:: 0,79 Meter. (Morgens 5.30 Uhr.)
Rheinheſſen.
— Worms, 5. Juli. Zwei Motorradler unterm Zug.
Am Bahnübergang der Mörſtädterſtraße in Abenheim ereignete ſich am
Donnerstagabend, kurz vor 8 Uhr, ein verhängnisvolles Verkehrsunglück.
Der verheiratete Schöler aus Worms fuhr mit ſeinem Schwager
Ham=
mes von Mörſtadt auf dem Motorrad zurück. Hammes, der das Rad
ſteuerte, nahm die Kurve gegen Mörſtadt und ſah ſich plötzlich vor dem
gerade in den Bahnhof Abenheim einfahrenden Zuge. Die beiden
Fahrer wurden bei dem ſcharfen Bremſen vom Rad direkt in den
fah=
renden Zug hineingeſchleudert, erfaßt und derart zugerichtet, daß Schöler
nach einigen Minuten verſtarb. Hammes wurde einige Meter
mitge=
ſchleift und trug neben dem Verluſt beider Unterarme ſchwere
Kopfver=
letzungen davon. Er wurde in hoffnungsloſem Zuſtand nach dem
Worm=
ſer Krankenhaus gebracht.
Oberheſſen.
Bad=Nauheim, 14. Juli. Bis zum 3. Juli 1930 betrug der
Ge=
ſamtbeſuch 19 045 Gäſte, darunter 3110 Ausländer. Anweſend am 3. Juli
1930: 5109 Gäſte.
h. Gießen, 4. Juli. Notlandung eines Flugzeuges.
Vorgeſtern abend, etwa 15 Minuten nach 17 Uhr, mußte ein der Firma
Kars=Berlin gehörendes, ſeit einigen Tagen auf dem Gießener Flughafen
ſtationiertes Flugzeug D. 117 infolge Motorverſagens notlanden. Als
der Pilot Dietrich aus Braunſchweig über dem Friedhof am Rodberg
das Ausſetzen des Motors bemerkte, verſuchte er zwiſchen Rodberg und
dem Eiſenbahndamm der Main=Weſer=Bahn auf einer Wieſe zur Erde
men= Beim Ausweichen der Hochſpannleitung geriet er in ein
Mrizat e 1S, Wraiffolge Zer= Beſäimſtängen die Mäſſthife ümfrzpple-nä.3
Propeller zerbrach. Der Pilot nahm keinen Schaden. Erheblicher wurde
die Maſchine mitgenommen, deren Rumpf eingeknickt, der Maſchinenbock
beſchädigt, die Tragflächen und die Seiten= und Hinterſteuerung geſpalten
bzw. zerbrochen wurde. Der Feldſchaden iſt gering. Die Maſchine muß
abtransportiert werden.
—
Gießen, 4. Juli. Ferienkurſe an der Univerſität
Gießen. Vom 21. Juli bis 2. Auguſt 1930 findet in Gießen der dritte
Ferienkurſus für Deutſche und Ausländer über das gemeinſame Thema
„Das neue Deutſchland. Geiſtige Strömungen der
Gegenwart” ſtatt. Die Vorträge ſind in Sachgruppen gegliedert wie
„Staat und Volk”, „Religion und Volk” „Sprache und Literatur”.
„Philoſophiſche und künſtleriſche Entwicklungen” Vortragende ſind
außer Mitgliedern des Lehrkörpers der Univerſität Gießen namhafte
auswärtige Gelehrte und Männer des öffentlichen Lebens. Für
Aus=
länder ſind beſondere Phonetiſche Kurſe vorgeſehen. Den Abſchluß des
Kurſus bildet eine dreitägige Main= und Rheinfahrt (Frankfurt—Mainz
Worms—Heidelberg—Schwetzingen). Auskünfte erteilt das Sekretariat
der Univerſität (Bismarckſtraße 22).
Gießen, 5. Juli.
Schwerer Verkehrsunfall in
Gießen. Eine 80 Jahre alte Frau aus Helpershain im
Vogels=
berg, die hier zu Beſuch weilte, wurde geſtern nachmittag hier von
einem Motorradler umgefahren, wobei auch der Kraftfahrer ſchwer
ſtürzte. Die alte Frau, die ſchwerhörig iſt und die dem
Motor=
radler gewiſſermaßen in die Maſchine hineingelaufen ſein ſoll,
erlitt bei dem harten Sturz auf die Straße einen ſchweren
Schädel=
bruch, einen Armbruch und komplizierte Unterſchenkelbrüche an
beiden Beinen. Der Motorradfahrer trug eine Gehirnerſchütterung
und erhebliche Kopfverletzungen davon. Beide Verunglückte wurden
bewußtlos der Chirurgiſchen Klinik zugeführt, wo die alte Frau
in ernſter Lebensgefahr darniederliegt.
h. Alsfeld, 4. Juli. Der dienſtälteſte Bürgermeiſter
des Heſſenlandes, Bürgermeiſter Kaſpar Schneider zu Fiſchbach,
konnte ſein 50jähriges Jubiläum als Gemeindebeamter feiern. Im Jahre
1880 wurde er Gemeinderechner und am 4. Juli 1884 übernahm er das
Bürgermeiſteramt. Dank ſeiner guten Verwaltung iſt die Gemeinde
Fiſchbach eine der wenigen Heſſens, die keine Gemeindeſteuer erhebt.
m. Aus dem Lande, 4. Juli. Gewerbliches. Mit Rückſicht auf
die Erntemonate ſchränken einzelne Handwerkskammernebenſtellen dort,
wo es nötig erſcheint, ihre Tätigkeit etwas ein. Die Nebenſtelle Alzey
hält im laufenden Monat Sprechtage ab an 5 Orten und in Alzey mit
Ausnahme der auswärtigen Sprechtage und Samstag nachmittag an
allen Wochentagen von 10—12 Uhr und 3—4 Uhr; — die Nebenſtelle
Darmſtadt an 9 Orten; — die Nebenſtelle Friedberg an 7 Orten und in
Laubach und Ulrichſtein nach Bedarf, weiter in Friedberg mit Ausnahme
von Mittwoch und Samstag an allen übrigen Wochentagen: — die
Ne=
benſtelle Gießen in Alsfeld und Lauterbach vom Juli bis September je
monatlich einmal, ferner in Gießen von Montag bis einſchließlich
Frei=
tag vormittags von 8—12 Uhr mit Ausnahme der auswärtigen
Sprech=
tage; — die Nebenſtelle Mainz in Bingen und Gau=Algesheim nur
Mitt=
wochs, dann in Mainz mit Ausnahme von Mittwoch und Samstag
vor=
mittags von 9—12 Uhr; — die Nebenſtelle Offenbach im laufenden
Mo=
nat an 7 Orten, außerdem iſt das Büro in Offenbach außer Samstags
täglich von 9—12 Uhr für den Verkehr geöffnet;
— die Nebenſtelle
Worms an 5 Orten in Worms ſelbſt, außer Mittwochs und Samstags,
täglich von 9—12 Uhr und 3—4 Uhr.
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immer gut und preiswerk.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 185
Sonntag, den 6. Jufi 1930
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Robert Schneider hat die vortrefflichſten Sonntagsnachmitagsbetrachtungen
aus dem Darmſtädter Tagblatt ausgewählt und durch neue Beiträge ergänzt;
H. Pfeil hat an die 20 luſtige Bilder dazu gezeichnet, ſo daß ſich das
neue Bändchen ſeinen Dorgängern würdig zur Seite ſtellt, als eine
will=
kommene Gabe zur Erinnerung an Darmſtadt von heute. Derlangen Sie:
Sonndagsnachmittags
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Seite 17
[ ← ][ ][ → ]Seite 18
Sonntag, den 6. Juli 1930
Nummer 185
Nur noeh heute und morgen! / Heute und folgende Tage! Nur noch beuto und morgen
Die Tragödie eines Kaiserreichs
Das Schicksal
derer von
Mabsburg
Regie: Rolf Raffé.
In den Hauptrollen:
Fritz Spira, Alfons Fryland,
Erna Morena, Maly Delschaft,
Leni Rlefenstahl.
Der Film behandelt in der
Hauptsache die Enttäuschungen
die der vorletzte österreichische
Herrscher, der greise Kaiser
Franz Josef in
persönlich-
familiärer Beziehung zu erleiden
und durchzukämpfen hatte und
zeigt wie diese
Herrscher-
familie schicksalhaft mit dem
Weltkrieg verbunden und mit
diesem selbst ihr Ende findet.
Ein lustiger TonFilm um den
Altmeister des Wiener Walzers:
Johann Strauss
Der
Dazu das bunte und aktuelle
Beiprogramm. (V.10716
Beginn 2 Uhr
Walzerkönig
Regie: Man fred Noa
In den Hanptrollen:
Claire Rommer, Hans Stüwe,
Fred Luis Lerch, Viktor Janson,
Ida Wüst u. a.
Wiener Leben!
Wiener Walzer!
Wiener Fasching!
Dazu im Tonflmbeiprogramm
Die Ouvertüre zur Oper
„Tannhäuser‟
v. Richard Wagner
gespielt vom New Torker
Phil-
harmonischen Orchester, unter
Leitung von Henry Hadley
Lon Chaney
in dem spannenden
Unterweltfilm:
Wenn die
Großstadt
schläft
Regie: Jack Conway
Weitere Hauptdarsteller:
Anita Page, Mae Busch
Der spannungsgeladene Film
erzählt die Geschichte eines
Geheimpolizisten, dessen
uner-
müdlichen Anstrengungen es
gelingt, einen gefährlichen
Verbrecher, dem die Gerichte
nichts anhaben können, der
Bestrafung zu überliefern.
Dazu das bunte und aktuelle
Beiprogramm.
Hoifmeisterschäften der Brauchten
Darmstadt, 1.—10. August 1930
Alle Auskünfte durch die Geschäftsstelle Rheinstr. 16—18, Telephon 3500
Kartenvorverkauf für Dauerkarten
Die angegebenen Prelse gelten nur bis zum 15. Julf 1930, Sodann treten die offiziellen Preise in
Kraft, die 20%, höher sind, Ab 15. Jali 1930 nur noch Tageskarten. Sitzpläne hängen in den
Vorverkaufsstellen aus.
Am Start: 29 Nationen mit über 1000 Sportleuten
Beginn 2 Uhr
Anßerdem in jeder Vorstellung
Der Weltmeisterschaßtskampf
Schmelingesharken
/ Als Ton- und Sprechfilm in dentscher Sprache
Durch diesen Film wurde Sharkeys Tiefschlag einwandfrei nacbgewiesen. 2 O Beginn 2 Uhr
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Heute nachmittag und abends
Große Konzerte
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Sommerfest
des Odenwald-club Frankonla
Tombola.
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Sitzplatz M. 8.—
Stehplatz M.4.— Pechten
1.-10.8.30
itzplatz M. 6.40
Stehplats M. 3.20 K
Handball,
Rugby) 1.-6.8.30
Sitzplatz M. 6.40
Stehplats M.4.— Schwimmen
Spiele, 4.-7.8.30
Sitzplatz M. 9.60
Stehplatz M.6.— Leichtathletik u.
Spiele,7.-10.8.30
Sitzplatz M. 7.20
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Ohlyſtraße 31, II.
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Geſchäftsſtelle.
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Seite 20
Nummer 18
Sounkag, den 6. Juli 1930
Flugzeugabſturz über Berlin.
HeidHort einprange Aingsforo Sing.
Oberbürgermeiſter James J. Walker (beim Mikrophon)
verleiht Major Kingsford Smith, dem zweiten Überflieger des Ozeans von Oſt nach Weſt, das
Ehren=
zeichen der Stadt New York. Rechts die übrigen Mitglieder der Beſatzung des „Southern Croß”.
Das zertrümmerte Flugzeug „D. 590‟
von der Verſuchsanſtalt für Luftfahrt ſtürzte über dem Berliner Vorort Johannisthal ab und
zerſchellte auf dem Bürgerſteig. Der Pilot und ſein Begleiter wurden erheblich verletzt.
Abſchied vom Heidelberger Theater.
Heidelberg. Das Heidelberger
Stadt=
theater hat nunmehr mit Abſchluß der Spielzeit
ſeine Pforten geſchloſſen. In der letzten
Vorſtel=
lung wurden den Darſtellern große Ovationen
dargebracht, bis Intendant Hahn erſchien und
dem Publikum für das Intereſſe dankte, das es
ihm und ſeinem Enſemble im Laufe ſeiner
zwei=
jährigen Tätigkeit in immer ſteigendem Maße
entgegengebracht habe. Durch ſeine Worte klang
das Bedauern, daß dieſe Entwicklung unter dem
Druck der Verhältniſſe eine Unterbrechung
er=
fahren ſolle, aber er ſprach zugleich die Hoffnung
aus, daß es möglich ſein werde, dieſe Arbeit auf
anderer Baſis fortzuſetzen. Sein Zuruf „Auf
Wiederſehen!” fand im ganzen Hauſe lebhaften
Widerhall.
Von einem Löwen angefallen.
Stuttgart. Der Löwendompteur Weglar=
Weſſoli wurde nach beendeter Vorſtellung bei
einer Dreſſurprobe von einer 1½jährigen Löwin,
die zum erſten Male in der Manege war,
ange=
fallen und ſchwer verletzt. Die Löwin ſchlug ihn
mit der Pranke in die rechte Schläfe und
durch=
biß ihm den Oberarm vollkommen. Ein anderer
Dompteur hatte die Geiſtesgegenwart, in die
umgitterte Manege zu ſpringen und den
Ohn=
mächtigen von dem Raubtier zu befreien. Der
Verletzte wurde in das Karl=Auguſt=
Kranken=
haus übergeführt.
Unfall des Freiballons „Köln”.
Köln. Der Freiballon „Köln”, der als
letz=
ter zur Wettfahrt um den von der Landesgruppe
Weſt des D. L. V. geſtifteten Henſterken=Pokal
ge=
ſtartet war, iſt in der Nähe von Poll bei Köln
in eine plötzlich einſetzende ſchwere Gewitterböe
geraten. Der Ballon wurde ſo ſtark nach unten
gedrückt, daß der Aufſchlag auf ein Hausdach
nicht vermieden werden konnte. Der Führer des
Ballons, Geußgen=Köln, ſowie ſeine Mitfahrer
Nadel=Krefeld und Schöſter=Köln wurden leicht
verletzt, während der vierte Mitfahrer,
Juſtiz=
rat Deuſſen=Krefeld, innere Verletzungen und
einen Bruch der Schädeldecke erlitt. Im Laufe
des Vormittags iſt Deuſſen ſeinen ſchweren
Ver=
letzungen erlegen.
Unfall des D=Zuges München—Dortmund.
Wuppertal. Die Preſſeſtelle der
Reichs=
bahndirektion teilt mit: Geſtern früh gegen
9 Uhr hat der D=Zug 363 München—Dortmund
bei einem Uebergang nördlich des Bahnhofs
Benrath den Anhänger eines Trekkers
über=
fahren. Dabei iſt der hinter der Lokomotive
laufende Poſtwagen mit allen Achſen entgleiſt.
Beide Hauptgleiſe ſind geſperrt. Es iſt niemand
verletzt. Die Züge werden über Opladen
um=
geleitet. Die Sperrung wird gegen 10 Uhr
be=
ſeitigt ſein. Die Unterſuchung iſt im Gange.
Drahtſeilanſchlag auf Automobile.
Gifhorn. Auf der Landſtraße zwiſchen
Salzwedel und Brome entdeckten am Freitag
abend gegen 11 Uhr zwei Kraftwagenfahrer aus
Iſenbüttel und Gifhorn im Scheinwerferlicht ein
quer über die Straße geſpanntes Seil. Durch
ſcharfes Bremſen konnte der Wagen dicht vor
dem Hindernis zum Stehen gebracht werden. Es
wurde feſtgeſtellt, daß es ſich um ein aus vielen
Drähten beſtehendes Seil handelte, das
kunſt=
gerecht mit Schifferknoten an Chauſſeebäumen
beiderſeits der Straße angebracht war. Die
zu=
ſtändige Landjägerſtelle wurde verſtändigt. In
einem nahen Roggenfelde konnte deutlich die
Stelle erkannt werden, wo die Verbrecher auf
die Lauer gelegen haben.
Schweres Bootsunglück.
16 Perſonen ertrunken.
Moskau. Durch Umſchlagen eines mit 46
Ausflüglern beſetzten Bootes in Oliva bei
Odeſſa ſind. 16 Perſonen ertrunken. Das Boot
beförderte die Ausflügler von einem Dampfer
ans Ufer.
Ein ganzes Dorf durch Feuer zerſtört.
Krakau. Geſtern vormittag brach in der
kleinen Gemeinde Gerlachow bei Eperjes ein
Feuer aus, das faſt das ganze Dorf einäſcherte;
nur die Kirche und die Schule wurden gerettet.
Da von den Einwohnern, die in dem nahen
Walde beſchäftigt waren, die Rettungsarbeiten
nicht ſofort aufgenommen werden konnten,
ver=
brannte das geſamte tote und lebende Inventar
Drei Perſonen ſind ebenfalls in den Flammen
umgekommen, neun haben ſhwere
Brandwun=
den davongetragen.
Dehde ſeieet feill Tschämriges Beitehen.
Eine Gruppe aus dem hiſtoriſchen Feſtzug Wetzlars,
der alten Reichskammergerichtsſtadt, die jetzt ihr 750jähriges Beſtehen feiert: „Verleihung des
Stadtrechts durch Kaiſer Barbaroſſa”.
Nürnbergs monumenkales Kriegerdenkmal.
Das neue Kriegerdenkmal der Stadt Nürnberg
zu Ehren ihrer im Weltkrieg gefallenen Söhne wurde ſoeben feierlich eingeweiht.
Das gerichtliche Nachſpiel zum Brüſſeler
Kokaindrama.
Brüſſel. Das aufſehenerregende
Kokain=
drama, das ſich anfangs Mai in der Wohnung
des Brüſſeler Rechtsanwalts Robert Lannoy
ab=
geſpielt hat und dem eine junge Tänzerin zum
Opfer gefallen war, hat jetzt einen gerichtlichen
Abſchluß gefunden. Nach zweitägiger
Verhand=
lung wurde der Rechtsanwalt wegen fahrläſſiger
Tötung zu drei Monaten Gefängnis und 50
Franken Geldſtrafe ſowie wegen Beſitzes und
Gebrauchs von Kokain zu einem Jahr Gefängnis
verurteilt. Gegen die 25jährige Deutſche
Hilde=
gard Hartwig, die an den im Hauſe des
Rechts=
anwalts gefeierten Orgien beteiligt geweſen iſt,
lautete das Urteil auf drei Monate Gefängnis.
Drei Kokainhändler wurden zu je einem Jahr
Gefängnis und ein Barwirt, der das Rauſchgift
an ſeine Kunden weitergab, zu 15 Monaten
Ge=
fängnis verurteilt.
5000 Dollar Jahreseinkommen eines
New Yorker Bettlers.
New York. Betteln ſcheint in New York
eine richtige Goldquelle zu ſein. Der
Jahres=
bericht der hieſigen Wohlfahrtskommiſſion
er=
wähnt, daß es gegenwärtig 2000 Bettler in der
Stadt gebe, die über 10 Millionen Dollar im
Jahr vereinnahmten, das ſind ungefähr 5000
Dollar pro Mann.
23 Tage und 2 Skunden in der Luft.
Abſchluß des Welt=Rekordfluges.
Chicago, 5. Juli.
Die Brüder Hunter ſind mit ihrer „City of
Chicago” geſtern abend 6 Uhr 25 Lokalzeit
ge=
landet. Sie haben mit einer Flugzeit von 554
Stunden oder 23 Tagen und zwei Stunden einen
neuen Weltrekord aufgeſtellt und den alten
Rekord um über 125 Stunden geſchlagen. Der
Bruch eines Oelzuleitungsrohres zwang ſie zu
dieſer „vorzeitigen” Landung. Immerhin
ver=
heimlichen ſie nicht, daß der Motor ſeit geſtern
nacht Ermüdungserſcheinungen zeigte. Eine
große Menſchenmenge hatte ſich eingefundn, um
der Landung der Flieger beizuwohnen, denn die
Nachricht von ihrer beabſichtigten Landung hatte
ſich ſchnell in der Stadt verbreitet. Den beiden
Brüdern wurden begeiſterte Ovationen
darge=
bracht, als ſie dem Flugzeug entſtiegen.
Flugzeugabſturz mit drei Todesopfern.
Paris. Ein Flugzeug, das geſtern früh
von Villacoublay aufgeſtiegen war, um an einem
Flugfeſt in Clermont=Ferrand teilzunehmen, iſt
in dichtem Nebel bei Petit Clarmart in der
Nähe von Paris abgeſtürzt. Der Pilot, Baron
de Précout, ein Paſſagier und ein Mechaniker
wurden als verkohlte Leichen unter den völlig
verbrannten Trümmern hervorgezogen.
Großſeuer in der Rhön.
13 Anweſen vernichtet.
Tann. Am Freitag abend gegen 9,30 Uhr
brach in dem Anweſen des Schreinermeiſters
Kramer Feuer aus. In kurzer Zeit ſtanden
ſämtliche Gebäude des Anweſens in hellen
Flam=
men. Das Feuer ſprang bald auf die
angren=
zenden Gebäude über, die meiſt aus Holz gebaut
waren. In kurzer Zeit wurden 13 Anweſen
Wohnhäuſer, Scheunen und Stallungen) in
Aſche gelegt. Der Schaden iſt ſehr beträchtlich,
da die Erntevorräte völlig verbrannten. Viele
Familien ſind obdachlos geworden.
Umfang=
reiches Hausgerät, landwirtſchaftliche Maſchinen
und zahlreiches Geflügel kam in den Flammen
um. Am Samstag morgen war der Brand noch
nicht völlig gelöſcht. An der Bekämpfung des
Feuers beteiligten ſich außer der Ortsfeuerwehr
ſämtliche Wehren der Umgegend.
Exploſion bei Leeds.
Ueber 300 Wohnungen zerſtört.
Die Exploſionskataſtrophe in Caſtleford hat
in der Stadt ungeheure Verwüſtungen
ange=
richtet. Im Gemeinderat wurde mitgeteilt, daß
über 300 Wohnungen zerſtört worden ſind.
Rund 500 Perſonen ſind obdachlos geworden.
Ein Teil der obdachlos gewordenen
Bevölke=
rung wird zunächſt im Krankenhaus und im
Rathaus untergebracht werden. 160 Perſonen
haben ſich bereits für die Verteilung von
Mahl=
zeiten an die Betroffenen gemeldet. Die Zahl
der Toten beträgt nach den letzten
Feſtſtellun=
gen 13. Sechs Verwundete ſchweben in
Lebens=
gefahr.
Erdbeben in Bengalen.
Kalkutta. Bei einem Erdbeben wurden
zwei Stöße beobachtet, die ſehr ſchnell einander
folgten und etwa zwei Minuten dauerten. Die
Erdwarte in Bombay vermutet, daß der
Mittel=
punkt der Erſcheinung in Aſſam liegt, wo die
Erdſtöße anſcheinend ſehr ſtark geweſen ſind.
uhati (Bez. Val=
Nach einem Telegramm aus C
5 und 8,45 Uhr
ley) wurden dort zwiſchen
neun ſehr ſtarke Stöße verſpürt. Der erſte
be=
ſchädigte mehrere Gebäude. Die
Telegraphen=
linien ſind überall geſtört, mehrere Perſonen
ſind verletzt. Leichte Stöße werden immer noch
verſpürt. Auf der Bengaleneiſenbahn ſind
meh=
rere Brücken und Streckenteile beſchädigt. Die
Züge verkehren aber in faſt allen Bezirken
wei=
ter, wenn auch mit verminderter Geſchwindigkeit.
Unwetter über New York.
New York. New York iſt am Freitag von
zwei heftigen Gewitterſtürmen heimgeſucht
wor=
den. Infolge ſtarker Regengüſſe wurden
zahl=
reiche Gebäude unter Waſſer geſetzt und eine
regelmäßige Durchführung des Verkehrs
unmög=
lich gemacht. Telephon= und Lichtleitungen
wur=
den unterbrochen, Dächer abgedeckt und das
Straßenpflaſter vielfach aufgeriſſen. Perſonen
ſind bei dem Unwetter nicht zu Schaden
ge=
kommen.
Die Silberne Leibniz=Medaille für
Dr. Heinrokh.
Dr. Oskar Heinroth,
der Direktor des Berliner Aquariums, erhielt /
anläßlich des Leibniz=Jahrestages von der
Preu=
ſiſchen Akademie der Wiſſenſchaften die Silberne
Leibniz=Medaille für ſein Werk „Die Vögel
Mitteleuropas”.
Nummer 185
Sonntag, den 6. Juli 1930
Seite 21
Sport, Spiel und Turnen.
Die Wimbledon=Enkſcheidungen.
Tilden zum drikken Male Welkmeiſter.
Krahwinkel-Prenn geſchlagen.
Der Finaltag in Wimbledon bei den allengliſchen Meiſterſchaften,
die ja auch als inoffizielle Tennis=Weltmeiſterſchaften gewertet werden
hatte noch einmal ein ganz großes Gepräge. Die wertvollſte Entſcheidung
des Tages war der Endkampf im Herren=Einzel, bei dem ſich ein
alter Wunſch des Altmeiſters Tilden erfüllte. Das amerikaniſche
Tennis=
genie hat in den letzten Jahren oft erklärt, daß es nur noch einen Wunſch
habe: noch einmal Weltmeiſter zu werden. Dieſes Ziel hat Tilden
er=
reicht. Zum dritten Male erkämpfte er ſich den Titel eines
Wimbledon=
ſiegers. Seine beiden erſten Siege fielen in die Jahre 1920 und 1921.
Diesmal ſtand dem langen Tilden ſein junger Landsmann Alliſon im
Endſpiel gegenüber. Tilden ſchlug ihn 6:3, 9:7, 6:4.
Im Damen=Doppel mußten Wills=Ryan härter als erwartet
kämpfen, um zum Siege zu kommen. Die Amerikanerinnen ſiegten
ſchließlich gegen S. Palfrey=Croß 6:2, 9:7.
Das Gemiſchte Doppel endete mit dem 6:1, 6:3 Sieg von
Miß Ryan=Crawford über das deutſche Paar Krahwinkel=Prenn. Es
war ein recht mattes Spiel, bei dem ſich die Deutſchen recht nervös
zeig=
ten. Außerdem machten ſie grobe taktiſche Fehler. Frl. Krahwinkel
ging beim Aufſchlag von Prenn ſtets an das Netz und in die entſtehende
Lücke ſandte Miß Ryan ihre Schläge. Im zweiten Satz arbeitete das
deutſche Paar, für das es immerhin ein großer Erfolg war, überhaupt
ins Endſpiel gekommen zu ſein, etwas beſſer.
Die Entſcheidung im Herren=Doppel, fällt erſt am Montag.
Um den „Becher der Nalionen” — Skeinwürfe aus
dem Publikum gegen Torwächker und Verkeidiger.
Das Internationale Fußballturnier um den „Becher der Nationen”
in Genf brachte am Samstag nachmittag eine ſehr ſchöne und faire
Be=
gegnung zwiſchen dem ungariſchen Meiſter Uipeſt und dem ſchweizeriſchen
Fußballmeiſter SC. Servette. Trotz aufopfernden Einſatzes der Genfer
Tonnte Uipeſt das Spiel mit 3:0 (2:0) gewinnen.
Zu bedauerlichen Zwiſchenfällen kam es bei dem zweiten Treffen
Bwiſchen dem tſchechiſchen Meiſter Slavia Prag und dem öſterreichiſchen
Meiſter Firſt Vienna. Das Publikum, dem das harte Spiel der
Tſche=
uhen mißfiel, nahm immer ſtärker für Wien Partei und ging ſogar
ſo=
weit, die beiden Verteidiger und den Torwächter der Tſchechen mit
Stei=
men zu bewerfen, wobei der eine Verteidiger ſo ſchwer verletzt wurde, daß
er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Das gewohnte Wiener
Kombinationsſpiel wurde durch die Härte der Prager vollkommen
zer=
ſtört, ſo daß ſich die Wiener Meiſtermannſchaft mit 1:3 (0:2) geſchlagen
bekennen mußte.
Slavia tritt nach dieſem Sieg am Sonntag zur Entſcheidung gegen
ipeſt an, während Wien und Servette um den dritten und vierten
Wlatz kämpfen werden.
Hertha gegen Holſtein, Fürth und Nürnberg.
Der neue Deutſche Meiſter Hertha BSB. Berlin hat für Auguſt
drei bedeutſame Spiele vorgeſehen. Die Berliner treten am 3. Aug.
gegen Holſtein Kiel an, treffen am 9. Auguſt gegen die SpVgg.
Fürth, wobei auf der einen Seite Domſcheit und auf der anderen
Seite Kraus 1. freigegeben werden ſollen, und am 17. Auguſt auf
Den 1. FC. Nürnberg. Allerdings hängt es bei dem letzten Spiel
Davon ab, ob die Verbandsſpiele, nicht ſchon wieder bereits im
Wange ſind.
Japans Athleken ſind da!
Die japaniſche Leichtathletik=Mannſchaft, beſtehend aus 16 Aktiven,
Bwei Trainern und dem Führer Dr. Yamamoto, die an den anfangs
Auguſt in Darmſtadt ſtattfindenden Studentenmeiſterſchaften
teil=
mimmt, iſt in Helſingfors eingetroffen. Die Gäſte aus dem Fernen
Oſten beteiligen ſich zunächſt an Veranſtaltungen in Helſingfors, Stock=
Solm und Oslo, von wo aus die Reiſe nach Darmſtadt angetreten wird.
In der Mannſchaft ſind verſchiedene alte Bekannte vom Länderkampf
nit Deutſchland, wie die Springer Oda, Kimura, Niſhida, die Sprinter
Miki und Joſhieka, der 400 Meter=Läufer Nakaſhima, der Speerwerfer
Sumyoſhi, ferner Ito, Fuyita, Inanaga, Mochizuki, Oſhima, Waſhiba,
Hoſhizawa, Kadota und Saſaki, von denen bisher noch nicht viel ver=
Tautete, die aber ebenfalls allerbeſte Klaſſe darſtellen.
Tolans 10,2 Sekunden regulär.
Der amerikaniſche Negerſprinter Eddie Tolan hat ſeinen
Welt=
rekord von 10,2 Sekunden für 100 Meter, den er in Vancouver
aufgeſtellt hat, nach einem weiteren Bericht ohne Hilfe von Strat=
Hlöcken und ſogar auf einer harten Lehmbahn, die ſonſt für
Pferde=
rennen benutzt wird, erzielt. Die Leitung der Sportveranſtaltung,
Der ſogenannten „Dominion=Tag=Spiele", hält den Rekord Tolans
für um ſo bemerkenswerter, als das Ziel um über 7½ Zentimeter
höher als die Startſtelle lag. Tolan ſchlug in ſeinem Rekordlauf
Heorge Simpſon um 90 Zentimeter, während der Amſterdamer
Olympiaſieger Paroy Williams einige Zentimeter hinter Simpſon
als Dritter einkam.
Welkmeiſter Schmeling in Deutſchland.
Der erſte europäiſche Weltmeiſter im Schwergewicht, Max
Schmeling, traf, wie bereits gemeldet, am Freitag früh in
Bremer=
haven ein, wo er nur kurz begrüßt wurde und ſich bald darauf auf
dem Flugwege in Begleitung ſeiner Mutter, ſeines Trainers Mac
Machon und verſchiedener Vertreter der Boxſportbehörde nach
Berlin begab. Hier wurde dem neuen Weltmeiſter auf dem
Flug=
hafen Tempelhof im Beiſein einer zahlreichen Menſchenmenge ein
äußerſt herzlicher Empfang bereitet. Als Vertreter der Stadt
Berlin begrüßte Stadtbaurat Dr. Adler Max Schmeling, der ihm
herzliche Glückwünſche der Reichshauptſtadt überbrachte. Vom
Verband Deutſcher Fauſtkämpfer wurde Schmeling eine Ehrengabe
in Geſtalt eines ſilbernen Bechers, in den Farben des Vereins
überreicht. Beſonders kräftig empfing Franz Diener ſeinen alten
Kampfgenoſſen. Schmeling dankte allen Gratulanten in ſeiner
gewohnten beſcheidenen Art und gab der Hoffnung Ausdruck, daß
er ſich des ihm entgegengebrachten großen Vertrauens weiter
würdig zeigen werde. Unter den Klängen einer Muſikkapelle und
den begeiſterten Hochrufen der Menge verließ dann Max
Schme=
ling den Flugplatz.
Pferdeſporl.
Der Große Preis von Berlin.
Ein Rennen von hohem ſportlichen Wert und großem Reiz
ver=
ſpricht der Große Preis von Berlin zu werden, der im Rahmen der
internationalen Berliner Rennwoche am 20. Juli auf der
Grunewald=
bahn zur Entſcheidung anſteht. Wahrſcheinlich wird es hier zur erſten
Begegnung der beiden letzten Derbyſieger Graf Iſolani und Alba
kommen, deren Zuſammentreffen man ruhig als eine Senſation
be=
zeichnen darf. Damit nicht genug, es ſind erfolgverſprechende
Ver=
handlungen mit dem Beſitzer der Pariſer Prix=Siegerin
Comman=
derie im Gange, die auf eine Entſendung der famoſen Dreijährigen
zum „Großen Preis” abzielen.
Für das Internationale Jagdrennen am 17. Juli in
Karlshorſt ſind aus deutſchen Ställen nur noch acht Pferde
ſtehen=
geblieben, von denen Fritz Fromm eine Klaſſe für ſich darſtellt. Er
könnte mit zwei hervorragenden Vertretern des franzöſiſchen
Hindernis=
ſportes zuſammentreffen, und zwar mit Fils de la Lune, dem Sieger in
der Grand Steeple=Chaſe in Paris, und dem bereits bei uns bekannten
Le Bouif, der kürzlich das Große Hürdenrennen zu Auteuil an ſich
brachte. Le Bouif findet ſich neben ſechs anderen Franzoſen auch im
Internationalen Hürdenrennen am 20. Juli im
Grune=
wald vor, wo er die beſten Hürdler aus unſeren Ställen wie
Mannes=
treue, Aſſuan, Araber, Parademarſch und den über Sprünge noch
un=
geprüften Maxismus zu Gegnern hätte.
Senſakionen im Traberſpork.
Die urſprüngliche Abſicht, den mit 60 000 Mark ausgeſtatteten
Großen Preis der Republik für die beſten inländiſchen Traber
und das Matadoren=Rennen für Pferde aller Länder zuſammen
am 31. Auguſt auf der Trabrennbahn in Mariendorf zum Austrag zu
bringen, iſt fallen gelaſſen worden. Der Große Preis der Republik wird
zwar am 31. Auguſt, das Matadorenrennen aber erſt am Mittwoch, 10.
September, entſchieden.
Hirſchfelds Weltrekord gefährdet. — Brix=U. S.A. ſtößt 16,03 Meter.
Bei den leichtathletiſchen Wettkämpfen in Vaneouver, bei denen
der Neger Eddie Tolan über 100 Yards die neue Weltrekordzeit von
9,2 Sekunden herauslief, wartete auch der bekannte Wurfathlet Herman
Brix mit einer famoſen Leiſtung auf. Er erreichte im Kugelſtoßen
16,03 Meter, kam alſo dicht an den von Emil Hirſchfeld mit 16,045 Meter
gehaltenen Weltrekord heran. Tolan hat übrigens die Zeit von 9,2
Se=
kunden über 100 Yards ohne Startklötze erreicht. Er ſchlug dabei keinen
Geringeren als George Simpſon, der einen Meter zurück als Zweiter
einkam, ſowie den Amſterdamer Olympiaſieger Pereh Williams. Ueber
200 Yards revanchierte ſich Simpſon, indem er Tolan knapp ſchlug.
Simpſon erreichte dabei die beſtehende Weltrekordzeit von 2,6 Sekunden.
Die Deutſche Turnerſchaft hat mit Rückſicht auf das Tannenberg=
Treffen und ihre eigenen Meiſterſchaften auf eine Teilnahme an den
Athletik=Meiſterſchaften der D. S.B. verzichtet.
Der Verband Deutſcher Fauſtkämpfer hat dem Weltergewichtsmeiſter
Seifried den Titel abgeſprochen, da S. ſich wegen der zu geringen Börſe
weigerte, ſeine Meiſterſchaft gegen Helmuth Schulz zu verteidigen.
Ein Fußballkampf Mitteldeutſchland—Tſchechoſlowakei wird am 17.
Auguſt anläßlich des mitteldeutſchen Verbandstages in Coburg
ſtatt=
finden.
Zur Fußball=Weltmeiſterſchaft ſind bereits die Mannſchaften von
Ar=
gentinien, Uruguay, Mexiko und den Vereinigten Staaten von
Nord=
amerika in Montevideo eingetroffen. Die Europäer werden für
Sams=
tag erwartet.
Das Bonner Radrennen um das „Goldene Rad vom Rhein” über
100 Kilometer gewann Thollembeck mit 99,220 Km. vor Krewer mit
97,780 Km., Dederichs 97,410 Km. und Chriſtmann mit 90,590 Km.
Der deutſche Meiſter Sawall gewann in Chemnitz den „Großen
Preis der Extraklaſſe” vor Manera, Linart, Maronnier, Schindler und
Möller.
Gerhard Boetzelen wurde im Endlauf des Großen Einer um die
Diamond Seulls in der Henley=Regatta von dem Kanadier Gueſt glatt
geſchlagen.
Neue Damen=Schwimmweltrekorde.
Die bekannte amerikaniſche Schwimmerin Helen Madiſon
brachte in Longbeach neue Welt=Höchſtleiſtungen über die 100 Meter=
Frei=
ſtil in 1:08,2 und über eine Meile in 24:43,2 an ſich. — Die Amerikanerin
Eleanor Holm verbeſſerte in Los Angeles den auf 6:10
ſtehen=
den Weltrekord im 400 Yards=Rückenſchwimmen ganz beträchtlich auf
5:52,5.
Bei den Boxkämpfen im Berliner Ständigen Ring mußte der
Bel=
gier Nokin gegen den Bochumer Neuſel bereits in der 4. Runde aufgeben.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Sonntag 6. Juli.
7.00: Hamburg. Glocken vom „Großen Michel”. — Hafenkonzert.
8.15: Katholiſche Morgenfeier. Anſprache: Prof. P. Dr. Fierens.
11.00: Oberſtudienrat Racky: Die pſychologiſchen Grundlagen der
Schülercharakteriſtik.
11.3
„99:. 2 Schulbuchfrage. Ein Dreigeſpräch.
Bad Münſter am Stein: Befreiungsfeier.
12.50: Landwirtſchaftskammer Wiesbaden: Landwirte, warum
ſt=
viel Hederich? — Der Sauerwurm und ſeine Bekämpfung. —
Die Gartenhaarmücken und die Kohlſchnaken.
13.00: Frau Becker: Die Ausbildung der Jungbäuerin für ihren
zukünftigen Beruf als Hausfrau und Wirtſchafterin auf dem Hof.
Dipl.=Landwirt Langsdorf: Das Reichsmilchgeſetz und ſeine
Auswirkungen.
14.00: Jugendſtunde. Kaſperl in Aegypten. — Baſtelſtunde.
15.00: Trier=Pfalzel: Befreiungsfeier des Landkreiſes Trier.
16.00: Trier: Große deutſche Kundgebung für das abgetrennte
Saar= und Pfalzgebiet.
tuttgart: Unterhaltungskonzert des Funkorcheſters.
16.30:
18.00: Dr. A. Kuckhoff: Die Theaterprovinz.
: Oscar Götz: Zur Pſychologie des Theaters.
18.2*
19.30: Konzert des Funkorcheſters.
21.00: Landpartie. Ein bunter Abend von Lilarius.
Rubens u. Grothe:
23.00: Konzert. Meiſel: Luſtiges Wien. —
Tränen: Doſtal: Meine ſchöne blaue Donau. — Lehar: Die
Deſſau: Niemand kann ſo zärtlich
luſtige Witwe. Potpourri.
ſein wie du. — Offenbach: Die beiden Savojarden. — Stecher:
Doſtal: 1000 Schlager. — Caroſio;
Adieu, kleine Rosmarie. —
Ritorna. — Grünfeld: Kleine Serenade. — Lehar: Gern hab‟
6.30: Funk=Gymnaſtik.
7.0
Hamburg: Hafen=Konzert. — Glocken vom Großen Michel.
Mädchen. Marſoie Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Sonntag 6. Juſi.
8.0
Beſuch des Landwirtſchaftsberaters auf einem Bauernhof.
Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.20
8.25: Dr. Kramer: Die Neuordnung der Sortenprüfung
8.50: Morgenfeier. — Glockenſpiel der Potsdamer Garniſonkirche.
Anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms.
Sonntagswetter.
10.05
11.00: Prof. Muckermann: Erziehungsſchwierigkeiten in der Reifezeit.
11.30
Mandolinenorcheſter=Konzert.
12.00: Breslau: Feſtliche Muſik. Schleſiſche Philharmonie.
14.00: Oſtmarkenſtadion: 24. Brandenburgiſches Kreisturnfeſt.
14.20:
„Gaunerfahrten” von Joſeph Delmont.
14.45: Jugendſtunde: „Der Mann, der ſein Haus verſorgt”
Soliſten=Konzert.
15.15:
16.15: Hans Kafka: „Ein Zauberer verrät ſein Geheimnis”.
16.30
Unterhaltungsmuſik.
Dr. Arno Schirokauer: Die Südſee
18.30:
19.00:
riv.=Doz. Dr. Steinbart: Das Rätſel um Matthias
Grünwald.
19.35: Hermann Haſenauer lieſt aus eigenen Werken.
20.00; Köln: „Martha”. Oper von Flotow.
Danach: Tanzmuſik. Kapelle Gerhard Hoffmann.
Weikerbericht.
Infolge der anhaltenden ſtarken Erwärmung und des damit
verbundenen Luftdruckfalles hat ſich in Norddeutſchland eine flache
Störung herausgebildet, an deren Rückſeite bereits ſtärkere
Bewol=
kung herrſcht und teilweiſe auch ſchon Niederſchlage gefallen ſind.
Hamburg meldete 2 Millimeter, Nordhorn 11 Millimeter. Von
Weſten rückt wieder hoher Druck vor. Da eine Windſtrömung von
dem hohen nach dem tiefen Druck hin aufkommt, ſo werden
nun=
mehr bei meiſt weſtlichen Winden maritime Luftmaſſen nach dem
Kontinent gelangen. Somit wird ſich vorübergehend ſtärkere
Be=
wölkung zeigen und Gewitterſtörungen werden ſich auslöſen.
Jedoch wird mit der Verlagerung des hohen Druckes nach dem
Feſt=
land ſpäter wieder ruhigeres Wetter einſetzen.
Ausſichten für Sonntag, den 6. Juli 1930: Aufkommende
Bewöl=
kung mit Gewitterſtörungen.
Ausſichten für Montag, den 7. Juli 1930: Nach vorübergehenden
Gewitterſtörungen wieder ruhigeres Wetter.
Hauptſchrittiellung Rudolf Maupe
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Die heutige Nummer hat 36 Seiten
Seite 22
Sonntag, den 6. Juli 1930
Nummer 18
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Zuli 1930
luſtrierte Wochenbeilage
Nummer 27
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Ein Cag meines Lebens haftet mir unauslöſchlich im
Gedächtnis, der Cag, als ich das erſtemal einen Seppelin ſah,
als die Bevölkerung der Vieſenſtadt Berlin, als Millionen
Menſchen zum erſten Male einem Seppelin zujubeln durften.
Unermeßlich der Eindruck, als der greiſe „Luftgraf” am
29. Auguſt 1909 auf den Balkon des königlichen Schloſſes
trat, und der laute Jubel der Menge plötzlich einer tiefen
Stille Platz machte. Aber vor freudiger Erregung brachte er
keinen Con heraus, nur Freudentränen über den Erfolg
ſeines Lebenswerkes rollten ihm über die Wangen in ſeinen
weißen Bart, und immer wieder winkte er grüßend zu der
Kopf an Kopf harrenden Menge herab. Dann lief er ſchnell
zurück, holte ſeine Ingenieure und Monteure an die Brüſtung
des Balkons, wies immer wieder auf ſie, als ſeine Helfer
und Mitarbeiter. Nicht er allein wollte den Nuhm für ſich
einheimſen! Hier, in dieſer ſchlichten Geſte, zeigte ſich nach
dem genialen Erfinder der gütige, ſchlichte Menſch, der
Mann, der alle Herzen gewann,
Graf Seppelin.
Man denke, ein Kavalleriegeneral war es, der einer Welt
die Luft erobertel Iſt es da ein Wunder, wenn alle
Cech=
niker und Wiſſenſchaftler zunächſt mißtrauiſch waren, als er
mit ſeinem Plan, ein lenkbares Luftſchiff zu erbauen,
hervor=
trat? Schon gar zu viele Laien hatten ſich an dieſem
Pro=
blem verſucht, und alle waren ſie kläglich geſcheitert. Ganz
abgeſehen von den reinen Utopiſten, deren Erfindungen
ledig-
lich auf dem Papier ſtanden, waren auch ſchon mehrere
Ver=
ſuche anderer Konſtrukteure, die wirklich Luftſchiffe erbaut
hatten, die ſie zu ſteuern verſuchten, kläglich geſcheitert. So
Hähnlein in Oeſterreich, Dr. Wölfert, deſſen
Luft=
ſchiff in 6o0 Meter Höhe Seuer fing und mit ſeinen beiden
Inſaſſen verbrannte, und das Aluminiumluftſchiff des
In=
genieurs Schwarz, das kurz nach ſeinem Start auf dem
Cempelhofer Felde bei Berlin auf Wilmersdorfer Feldmark
bei der Landung völlig zerbrach. Man hatte daher
nur ein mitleidiges Achſelzucken, als man erfuhr, daß
der württembergiſche Neitergeneral Graf Seppelin ſein
gan=
zes beträchtliches Vermögen an Verſuchsbauten für
Kon=
ſtruktion eines lenkbaren Luftſchiffes opfertel
Schwierig=
keiten über Schwierigkeiten türmten ſich vor dem 62jährigen
Erfinder zu hohen Mauern auf. Aber mit unbeugſamer
Energie und in vollem Vertrauen auf die Nichtigkeit ſeiner
Idee überwand er alle Widerſtände. Und ſo konnte er denn
am 2. Juli 1900 ſein erſtes, 128 Meter langes
Alumi=
niumluftſchiff bei Lindau am Bodenſee aus der Halle führen.
Und ſiehe da — gleich der erſte Verſuch wurde
jrafen Seppelin:
Ein Borläufer de
ein Entwurf des Schuhmachers Schmidt zu einem
lenk=
baren Ballon aus dem Jahre 1884
Graf Seppelin
zu einem glänzenden Erfolg. Stolz erhob ſich die
Nieſenzigarre in die Lüfte, ſie gehorchte dem Steuer wie ein
folgſames Pferd. 18 Minuten lang lenkte der Graf das
Luft=
ſchiff durch die Lüfte und führte es uverſehrt in die Halle
zurück.
Das Prinzip des lenkbaren Luftſchiffes war gelöſt,
der Menſch hatte ſich die Herrſchaft auch über die Luft
er=
obert. Ungeheurer Jubel begrüßte den kühnen und genialen
Erfinder. Bereits am 17. Oktober desſelben Jahres konnte
er die Fahrtdauer auf eine Stunde 20 Minuten ausdehnen,
wobei eine Geſchwindigkeit von 32 Stundenkilometern
er=
reicht wurde.
An Erfahrungen reicher, ging nun Graf Seppelin daran,
ein größeres Luftſchiff zu erbauen. Ungeheure
Schwierig=
keiten geldlicher Art galt es zu überwinden; aber am 17.
Ja=
muar 1906 erhob ſich das zweite Luftſchiff nach mehreren
ge=
lungenen Probeflügen zu einer größeren Fahrt. Hierbei
wollte es das Unglück, daß es bei einer Notlandung durch,
Sturm zerſtört wurde. Wieder ſchienen die Mießmacher recht
zu behalten, aber der Graf ließ ſich nicht entmutigen — es
iſt erſtaunlich, wie faſt nach jedem Fehlſchlag ſeine Energie
neu zu wachſen ſchien. Bereits am 9. Oktober 1906 ſtieg er
mit einem 125 Meter langen Luftſchiff wieder auf, das ihn
in zweiſtündiger Fahrt bis in Schweizer Gebiet hineinführte.
Einer begeiſterten Menge zeigte der Graf in allerlei Wen=
Die Cypenentwicklung des Seppelin=Luftſchiffes
in drei Jahrzehnten.
dungen, in welch hohem Grade die Lenkbarkeit des
Luft=
ſchiffes bereits erreicht war. Im Jahre 1907 vermochte er
die Fahrten bereits auf fünf und ſchließlich ſogar auf ſieben
Stunden auszudehnen.
Da kam im Jahre 1908 ein ſchwerer Schlag, die
Kata=
ſtrophe von Echterdingen. Wieder ſchien
Seppe=
lins Lebenswerk gefährdet. Da war es das deutſche Volk in
ſeiner Geſamtheit, das rettend eingriff. Es hatte an den
greiſen Luftgrafen und ſeine Erfindung glauben gelernt,
und in freiwilligen Sammlungen floſſen Millionenbeträge.
Nun ſetzte Seppelin erſt recht — getragen vom Sutrauen
eines ganzen Volkes — ſein ganzes Können, ſeine ganze
Energie für ſein Werk ein, und führte es durch bis zum
end-
gültigen Siege.
Dreißig Jahre ſind ſeit jenem erſten Aufſtiege vergangen
— nur ein Menſchenalter iſt ſeitdem verfloſſen — und
wel=
cher Erfolg in dieſer kurzen Spanne Seit!
Schwerer ſind die Seiten, die auf uns laſten. Aber wenn
der „Graf Seppelin” heute brauſend die Lüfte durcheilt, wenn
er im fernen Aſien, über Afrika und Nord= und Südamerika
in majeſtätiſchem Fluge erſcheint, ſo iſt er der beſte Künder
dafür, daß deutſche Catkraft, deutſcher Wiederaufbauwille
noch lange nicht erloſchen iſt, und ſo kündet der Name des
Grafen Seppelin einer aufhorchenden und begeiſterten Welt
von einem neu erſtehenden, aufblühenden Deutſchland. Crotz
alledem!
Max Peſchmann.
Graf Seppelins erſtes Luftſchiff bei ſeiner Jungfernfahrt
über dem Bodenſee am 2. Inli 1900.
Blick auf Mallorca.
Reiſeſkizze von Moriz Scheyer.
Es begann damit, daß ich eigentlich gar keine beſondere Luſt
mehr verſpürt, nach Mallorca zu gehen.
Daran waren mehrere Umſtände ſchuld: vor allem Marſeille.
Ich ſaß nun ſchon ſeit einigen Cagen in Marſeille und fühlte mich
reſtlos wohl. Was will der Menſch mehr? Was könnte die
Balearen=Inſel anders bieten?
Ich fühlte mich ſo reſtlos wohl, weil es in Marſeille einen
Hafen gibt, der wundervoll nach allen Farben und Früchten, nach
allen Geſichten und Düften der fremdeſten Weiten ſchmeckt. Ein
Hafen — Molo A, B, C. O —, wo im Baſſin de La Joliette
Surien, China und Sumatra, Annam und Feuerland und Indien
zugleich verſammelt ſind. Ein Konglomerat von Fernen, von
Welten, ein Konglomerat von Sehnſüchten und Slluſionen. Und
um den Hafen herum Gewirr von Gaſſen, abenteuerliches
Ge=
wirr von Spiel und Crunk und Schmutz und Schau, von Laſter
und Säulnis, ein ſchwindliges Geſchaukeltſein in Bewegung, in
verworrenem Lärm und ungezügelten Crieben, phantaſtiſches
Oben und Unten des Lebens.
Dann gibt es in Marſaille noch die Bouillabaiſſe.
Die Bouillabaiſſe? Wie ſoll man erklären, was ſich nicht
erklären läßt? Die Bouillabaiſſe iſt eine Siſchſuppe, und doch
wieder etwas ganz anderes als eine Siſchſuppe, ein
Fiſch=
gericht aus einem Dutzend verſchiedener Siſche und Gewürze,
garniert mit Schaltieren, und doch wieder etwas ganz anderes als
ein Fiſchgericht. Ein Extrakt des Mittelmeeres, ein köſtlicher
Extrakt, zu dem unlösbar das ſcharfe Aroma Marſeilles gehört.
Man kann Bouillabaiſſe auch in Paris oder in Sürich
bekom=
men, aber es iſt nicht dasſelbe. In Marſeille und nur in
Mar=
ſaille ſoll man, darf man, muß man Bouillabaiſſe eſſen.
Und dann war noch etwas da, was mich vor der Fahrt nach
Mallorca zu warnen ſchien: im Hafen lagen etliche große, ſtolze
Dampfer. Aber zwiſchen ihnen verſteckt lag auch die kleine, ſehr
kleine und nicht ſehr appetitliche „Fatme‟. Die „Fatme” macht
die Noute Marſeille—Palma de Mallorca—Algier.
Ich ſchaute mich auf der „Fatme” um: dieſer alte Kaſten
ſchien wie geſchaffen dazu, einem gehörig den Begrkff von
See=
krankheit beizubringen. Und ſchon draußen beim Planier=
Leucht=
turm tanzte unermüdlich der Miſtralwind Charleſton mit den
Wellen. Die Ueberfahrt von Marſeille nach Palma de Mallorca
dauert zwar bloß vierundzwanzig Stunden. Aber vierundzwanzig
Stunden können länger dauern als vierundzwanzig Jahre. Zu
dieſer Erkenntnis braucht man bei ſchlechter See nicht erſt die
Einſteinſche Nelativitätstheorie.
Meine ſchlimmſten Ahnungen ſollten ſich erfüllen . ..
*
Doch als wir in Palma anlegten, war alles vergeſſen.
Wel=
ches Glück für die Schiffahrtsgeſellſchaften, daß man vergeſſen
Kann.
Abend. Ein Abend im Spätherbſt. Aber die Luft durchrieſelte
einen als ſüßes Wohlſein. Eine Luft, deren milder Schmelz durch
die Dunkelheit wie ein Lächeln ſchimmerte; wie das gelöſte
Lächeln einer Frau, die aus leidenſchaftlicher Hingabe wieder
ihre Ruhe zurückgefunden hat.
Mallorca, die größte der Baleareninſeln, gehört noch zu
Europa; aber in ihrer Luft iſt ſchon etwas von Afrika, etwas, das
gleichſam den Blütenſtaub exotiſcher Gewächſe auf dem Antl:3
trägt.
Waren wir wirklich nur vierundzwanzig Stunden von
Mar=
eille, zwölf Stunden von Barcelona entfernt? In meiner
Erin=
nerung konnte ich plötzlich Bilder wieder zurückſchaffen, längſt
verlorene Bilder aus fernen Erdteilen. Hier war plötzlich wieder
etwas, geſtreift von der Slut und dem Duft andrer Sonen, ein
flüchtiger Nachhall von Geſängen andrer Naſſen; der Atem dieſer
Inſel, roch er nicht ſchon nach Orient, nach Cropen, wie man
von weitem einen unſichtbaren Brand riecht? Dieſer
Mond=
ſchein, war das nicht Mondſchein über Wüſtenſand?
Geſegnet ſei die „Jatme‟!
Und doch iſt Palma, die Hauptſtadt von Mallorca, noch
Europa. Modernes, vielfach ſogar modernſtes Spanien.
Prachtvolle Hotels, die von den Küſtenfelſen siele
Stock=
werke tief zum Meer hinabklettern. Gegen die Straße zu vier,
gegen das Meer ſieben Stochwerke. Erdenkratzer. Man wird
irgendwie an Gaſtein erinnert. Hotels mit jedem erdenklichen
Komfort: Geſellſchaftsräume, monumeniale Hallen, Cerraſſen,
Garagen Appartements mit Bädern, für alle Fälle
Sentral=
heizung, tadelloſe Bedienung, tadelloſe Sauberkeit.
Alſo ganz der Cypus der internationalen „Palacos”?
Nicht ganz. Noch nicht g nz. Nach MNallorca kenmen
vor=
läufig nur Menſchen, die wirklich zu ihrer Freude reiſen, noch
nicht jene zu lebenslänglicher Vergnügungsarbeit Verurteilten,
die blind überall dorthin fahren, wo „man” geweſen ſein muß.
Vorläufig hat noch alles auf der Inſel ſeine eigene
Phyſiog=
nomie bewahrt. Vorläufig beſchränkt ſich noch alles darauf, von
den Sremden zwar zu profitiecen, aber ma exploitiert ſie noch
nicht. Aus dem Fremdenverkehr iſt noch keine /krupelloſe
Fremdeninduſtrie geworden. Es hat ſich noch eine gewiſſe
Cradi=
tion von Gaſtfreundſchaft erhalten, eine höfliche
Liebenswürdig=
keit, die ſich nichts vergibt. Etwas Intimes, Aitväteriſches,
viel=
leicht Provinzielles; dies ſelbſt in den neueſten Hotelpaläſten.
Eine Atmoſphäre von Familie und konſervativer, gemütlicher
Ehrbarkeit. Jeder Komfort und doch noch Alt=Spanien.
Wie lange noch?
Alt=Spanien: Die Frauen mit der Mantilla und dem
hoch=
getürmten Kopfputz. Goya=Siguren. Alle tragen ſie das noch,
die vornehmen Damen aus den Patriziervillen von Cerreno
ebenſo wie die Arbeiterinnen und Siſcherinnen von Arenal. Alle
Frauen.
Frauen von Palma . . . Wundervolle Geſchöpfe,
herausfor=
dernd in ihrer feſtlichen Unnahbarkeit, unnahbar in ihrer
Heraus=
forderung, üppig in ihrer aufrechten Schlankheit, ſelbſtherrliches,
bewußtes und doch kindliches Lächeln. Wachſame, kluge und
zu=
gleich tierhaft über Geheimniſſen des Inſtinktes brütende Augen.
Augen, die einem noch lange nachleuchten. Kühler, matter Ceint,
darüber das ſchwarze Feuer der Haare. Entzückende, belebte,
beſeelte Süße.
Nirgends habe ich auch ſo reizendes Schuhwerk geſehen. Die
Schuherzeugung iſt vielleicht die wichtigſte Induſtrie auf den
Balearen, beſonders auf Minorca. In Palma gibt es unzählige
Schuhläden, ganze Gaſſen von Schuhläden. Es ſteht dafür. Und
für 25 bis 30 Schilling bekommt man die ſchönſten Damenſchuhe.
Alt=Spanien: Im Hotel das Simmer nebenan wird von einer
ſpaniſchen Ariſtokratin und ihrer Cochter bewohnt. Jeden Abend
höre ich, wie die beiden mindeſtens eine halbe Stunde lang beten,
Mräff
Huf
Huf
Hnäanmmmmmnmmntſmammſmnamnſamnrf
Hmmanrmnmafmfnamfnamnſarmrmnf
K
Kaltenſchnee.
Von Alfred Bock.
Es iſt jammerſchade, daß ihr ihn nicht gekannt habt, den
Stephan Kaltenſchnee. Er gehörte zu den Originalen, die immer
ſeltener und eines Cages für immer verſchwunden ſein werden.
Stellt euch ein zierliches Männchen vor, deſſen ſchmächtiges
Kör=
perchen ein gewaltiger, beinah viereckig geformter Kopf
über=
ragte. Das ganze Kerlchen, die Falten und Fältchen des
häß=
lichen Geſichts, die Flügel der Habichtsnaſe, die ſtahlblauen
Augen in fortwährender Bewegung. Dazu die wunderlichſte
alt=
modiſche Kleidung, die um den kleinen Mann herumſchlotterte.
Glaubt mir, ihr hättet ihn unter Cauſenden herausgefunden, den
Stephan Kaltenſchnee.
Ein Cauſendkünſtler war er. Er raſierte die Patrizier der
Univerſitätsſtadt, er friſierte die Honoratiorentöchter, er war
Chirurg, Sahnarzt, Maſſeur, Muſiker, Sozialpolitiker,
Philo=
ſoph, kurz ein Mann von eminenter Bedeutung. Seinem
Spür=
ſinn blieb nichts verborgen. Die unheimlichſten Gerüchte fanden
bei ihm eine Freiſtatt, ſeine Ohren waren fortwährend geſpitzt
und ſeine Caſchen mit den intereſſanteſten Neuigkeiten geſpickt.
Mit den Profeſſoren der mediziniſchen Fakultät ſtand er au
kollegialem Suße, mit den Induſtriellen klagte er über Handel
und Wandel, mit den Staatsbeamten ſchimpfte er über die
kar=
gen Gehälter, mit den Bürgern verdonnerte er die hohen
Kom=
munalſteuern, mit den Politikern berechnete er den Ausfall der
kommenden Wahlen, mit den Offizieren ſprach er über den
künf=
tigen Krieg, mit den Studenten ſtellte er eine Liſte der
heirats=
fähigen Cöchter zuſammen, und den jungen Mädchen phantaſierte
er von Glaube, Liebe und Hoffnung vor. Als Heilgehilfe und
Hahntechniker war er in der Stadt geradezu unentbehrlich.
Verwundete verband er, Rheumatiker maſſierte er, einem
wim=
mernden Patienten riß er kaltblütig mit einem Stück Kinnlade
einen geſunden Sahn heraus und ließ den kranken ſtecken. Bei
den gefährlichſten Krankheiten ſtellte er eine ſichere Diagnoſe und
gegen Diphteritis hatte er eine eigene Behandlungsmethode
ent=
deckt, die unfehlbar wirkte. Er war ein Phanomen, dieſer
Stephan Kaltenſchnee. Ich will euch eine Geſchichte aus ſeinem
Leben erzählen.
Eines ſchönen Cages trat er zur gewohnten Seit in mein
Arbeitszimmer.
„Wünſche wohl geruht zu haben, Herr Doktor!”
„Morſen, Herr Kaltenſchnee. Nichts Neues?
„Danke der gütigen Nachfrage. Eine Kleinigkeit. Der
Pro=
feſſor Niemand hat einen Nuf nach Jena erhalten.”
„Das Erſte, was ich höre!”
„So, ſo! Ich bin ſeit Wochen orientiert. Ein tüchtiger
Mann, der Profeſſor Niemand. Hat bedeutende anatomiſche
Kenntniſſe. Ich habe oft mit ihm zuſammen gearbeitet. Wird
ſeinen Weg machen. Sagten Sie etwas, Herr Doktor?”
„Nein, Herr Kaltenſchnee.”
„Ich glaubte etwas von Vorurteilen gegen junge Mediziner
gehört zu haben.”
„Gott behüte, Herr Kaltenſchnee.”
„Weil wir da gerade von Vorurteilen ſprechen. Wiſſen Sie,
was es heißt, gegen die Dummheit der Menſchen ankämpfen?”
„Einigermaßen, Herr Kaltenſchnee.”
„Ich ſage Ihnen, Herr Doktor, lieber als
Leichenverbren=
nungsvereinsvorſtand mit zehn Seiſtlichen ſich in den Haaren
liegen, als eine bornierte Frau zu einer vernünftigen Anſicht
be=
kehren.
„Wollen Sie ſich nicht deutlicher erklären?”
„Sie haben den Napp gekannt, Herr Doktor, den ſchwarzen
Napp, der vier Jahre bei mir gearbeitet hat.”
„Dih erinnere mich."
„Dieſer Napp hat ſich in Budapeſt als Friſeur ſelbſtändie
gemacht und hält nun als öder Junggeſelle in einem acl
tungs=
vollen Schreiben um die Hand meiner Noſette an.”
„Ei, ei! Da kann man alſo gratulieren.”
„Cun Sie das lieber nicht. Meine Crchter exerziert ſeit drei
Skunden einen Weinkrampf, und meine beſſere Hälfte läuft wie
verrückt in unſerer guten Stube auf und ab
„Aber warum denn dieſer Aufruhr, Herr Raltenſchnee!"
„Nach Budapeſt zu dieſen Maguaren, mein einziges Kind
nie und nimmerl ſchreit meine Frau!”
„Alſo ein häuslicher Konflikt!”
„Was heißt Konflikt? Meine Frau hat keine Ahnung, unter
welchem Breitegrade Budapeſt liegt. Glauben Sie mir, Herr
Doktor, ich, als Mann von internationaler Bildung, bin für
eine Verbrüderung der Völker. Können Sie übrigens ungariſch?
Hier war vor vierzehn Jahren ein Chemiker, Herr Mailäth aus
Szegedin. Ich habe damals ungariſche Sprachſtudien getrieben.
Wunderbare Klänge! Eljen, eljen! Hunyadi Janos!. Aber was
die Roſette anbetrifft, ſo bin ich der Vater! Meinethalben
darf ſie morgen nach Budapeſt die Sandalen anlegen. Sie liebt
den Napp. Sagten Sie etwas, Herr Doktor?”
„Ich bin ganz Ohr, Herr Kaltenſchnee!”
„Es ſchwebt noch eine dunkle Wolke wie das Schwert des
Demoſthenes über meinem Haupt. Der Sängerkranz, Herr
Dok=
tor
„Sie machen mich neugierig.”
„Ich glaube weder an Himmel noch an Hölle, Herr Doktor,
wir haben kein Unten, kein Oben, wir ſchweben pianiſſimo im
freien Weltraum. Aber die Seelenwanderung, Herr Doktor,
daran glaube ich. Ich bin feſt davon überzeugt, daß ſich mir
manchmal ein Bündel wandernder Spitzbubenſeelen auf den
Nacken ſetzt und mich ſchikaniert. Ja, der Sängerkranz, Herr
Doktor —
„Foltern Sie mich nicht länger, Herr Kaltenſchnee.”
„Ich bin ſeit dreißig Jahren Mitglied des Sängerkranzes.
Der Sängerkranz feiert nächſten Sonntag auf den Niederwald
ſein fünfzigjähriges Stiftungsfeſt, und ich rutſche mit!“
„Was, Herr Kaltenſchnee?"
„Jawohl, Herr Doktor, ich will, ich kann und muß wollen.
Ich bin ſeit 27 Jahren das erſtemal ſo frei, mir einen freien
Sonntag zu gönnen.”
„Und Ihre Kundſchaft?”
„Ich verreiſe, Herr Doktor. Senatus convulsum!”
„Na, ich für meine Perſon erteile Ihnen Diſpens und laſſe
meinen Bart über Sonntag ſtehen.
„Das Programm iſt fertig, Herr Doktor. Sechs Uhr
Ab=
fahrt. Acht Uhr ſriedlicher Empfang in Mainz, Frühſchoppen
mit Sraukfurter Aürſtchen. Sehn Uhr Dampfer nach Nüdes=
dunkel und andächtig die Stimme der Mukter, hell und etwas
zerſtreut die Stimme der Cochter.
Jeden Abend beten ſie. Aber auf der Plaza de Coros, beim
Stierkampf, höre ich die beiden Stimmen wieder: delirierend, ſich
überſchlagend im Blutrauſch; gänzlich fühllos allem Leiden der
Kreatur. Swei Stunden ſpäter beten dieſelben Stimmen wieder.
Spanien.
Sechs Stiere müſſen bei einer Corrida, die halbwegs etwas
auf ſich hält, getötet werden. Nach jeder Nunde, wenn der tote
Stier und eventuell auch die toten Pferdes fortgeſchleift ſind,
laufen einige rotkoſtümierte Henkersknechte durch die Arena und
ſtreuen Sand in die Blutlachen. Das iſt ſo ſeit Jahrhunderten.
Aber dann fährt eine hochmoderne Automobilſpritze durch und
beſprengt den Platz.
Spanien 1930.
Hat der Coreador ſeine Schlächterakrobatik gut gemacht, ſo
wird er gefeiert wie kaum ein Cenor. Dutzende von
Kopf=
bedeckungen fliegen ihm zu Füßen. Jahrhunderte alter Brauch.
Aber heute kommen nochmals die roten Henkersknechte, ſammeln
wie eifrige Garderobiers die Hüte ein und ſtellen ſie den
Eigen=
tümern mit verbindlichſtem Dank wieder zurück.
Nach der Corrida werden die ſiegreichen Matadore von
jugendlichen Bewunderern auf den Schultern im Triumph zu
ihrem Auto getragen. In den traditionellen, goldgeſtickten
Core=
adorkoſtümen nehmen die bezopften Herren am Bolant Qlatz und
fahren darauf los.
Spanien 1930.
Sonne von Palma, Sonne von Deua, von Miramar, Sonne
von Soller, von Valdemoſſa: man atmet Sonne, ſpricht, ſchweigt
Sonne, man vergeht, vergißt, wird wiedergeboren in ihr.
Hier in der Sonne von Valdemoſſa verſuchte Chopin in
Ge=
ſellſchaft der Seorge Sand einen Winter hindurch, geſund zu
werden. Man zeigt mir in der Karthauſe von Valdemoſſa das
enge Simmer, das er bewohnt hat. Eine Stille iſt darin wie nach
dem letzten Atemzug eines Menſchen. Und draußen die Gärten,
die Selſen: wie ein großer Vogel ſcheint das alles mit
ausgebrei=
teten Schwingen in die Freiheit, auf das tief unten leuchtende
Meer hinabſchweben zu wollen.
Dieſes Simmer war ein Gefängnis. Heute ſprechen ſie in
Valdemoſſa von Chopin ehrfürchtig wie von einem Heiligen.
Eine Straße iſt nach ihm benannt. Aber damals . . . Damals
lioßen ſie ihn faſt verhungern. Wenn George Sand ſich zeigte,
warſen ſie mit Flüchen und mit Steinen nach ihr. Die Fremde.
Die gottloſe Sünderin: ſie war mit „ihm” nicht verheiratet und
ging manchmal in Männerkleidern. Der Arzt von Palma
wei=
gerte ſich, nach Valdemoſſa zu kommen, um dem Schwerkranken
nach einem Blutſturz Hilfe zu leiſten. Es brauchte lange, ehe das
Gewiſſen des frommen Mannes durch eine entſprechende Anzahl
von Goldduros endlich beruhigt war. Alt=Spanien.
Nein, man ſollte auf Mallorca lieber nicht von Chopin
ſprechen.
Im Hafen liegt der „Infante Don Jaime”, weiß, blendend
neu. Das Schiff iſt erſt ſeit zwei Monaten in Dienſt geſtellt.
Noch einige Stunden, und dann iſt es Nacht, und der „
In=
fante Don Jaime” wird nach Barcelona auslaufen. Aber
dies=
mal werde ich nicht mehr von der Cerraſſe des „Mediterrano”
zuſchauen, wie das feſtlich erleuchtete Schiff aus der blauen Bucht
in das offene Meer hinausgleitet: diesmal werde ich ſelbſt auf
Deck ſtehen und zurückſtarren auf den langſam ins Dunkel
zurück=
ſinkenden Hauber: die Kathedrale, die Lonja, Schloß Bellver,
Gärten von Cerreno und Bendinat.
fata Morgana des Neiſens: Begierde, vor ſich ſelbſt zu
fliehen. Sehnſucht, ſich ſelbſt zurückzufinden. Verlangen, ein
andrer zu ſein. Cörichter Wahn, das eigene Abſterben durch das
fremde Leben ringsum betrügen zu können.
Aber alles erlebt man nur einmal. Das Koſtbarſte in jedem
Erlebnis iſt: rechtzeitig davon Abſchied zu nehmen, zu gehen,
be=
vor es glanzlos und bitter von uns geht. Nichts iſt reiner und in
ſeiner Schmerzlichkeit ſüßer als ein Abſchied ohne Neue.
Sehe ich noch etwas vom Land? Noch etwas von der
ge=
liebten Inſel? Nichts mehr. Nichts als den Abſchied.
Rekord
ein Wettlauf mit dem Code.
Von Miſter Sir Henry O. D. Segrave,
dem „ſchnellſten Mann der Welt”.
Major Segrave, der „ſchnellſte Mann der Welt”
der vom engliſchen König als erſter Sportsmann für
ſeine Leiſtungen geadelt worden iſt — im Nebenberuf
Generaldirektor der Portland=Sementfabriken —, hat
ſeine Nekordſucht mit dem Code büßen müſſen. Wir
brin=
gen aus dieſem Anlaß einen Artikel, den Segrave uns
nach ſeiner Autorekordfahrt (317 Kilometer pro Stunde)
in Dauton Beach zur Verfügung geſtellt hat. Heute, we
Segrave tatſächlich ſeinem Wettlauf mit dem Code zum
Opfer gefallen iſt — übrigens an einem 15. Juni, der
zugleich ein Freitag war — mutet der letzte Satz dieſes
Artikels wie eine düſtere Prophezeiung an.
Kurz vor ſeinem Code fragte er noch: Habe ich
wenig=
ſtens geſiegt? Er hat geſiegt, hat den Motorbootrekord
mit 180 Kilometer überboten, aber ein anderer Sieger
war ſtärker als — er.
S E GR A VE
heim. Swölf Uhr obligatoriſches Mittageſſen, drei Gänge.
Sängerkrieg auf dem Niederwald, Böllerſchüſſe, nationale
Ge=
fühle, Seuerwerk, Volksfeſt und Heimfahrt.”
„Wahrhaftig ein reichhaltiges Programm!”
„Es geht an. Und was die Kundſchaft anbelangt, ſo bleibt
die Noſette zu Hauſe, denkt an ihren Napp und beſtellt die Leute,
die kommen, wieder. Meine beſſere Hälfte turnt mit an den
Vhein. Leben Sie wohl, Herr Doktor!”
„Auf Wiederſehen, Herr Kaltenſchnee, viel Vergnügen!”
Drei Cage ſpäter tänzelt Herr Kaltenſchnee wieder in mein
Simmer.
„Wünſche wohl geruht zu haben, Herr Doktor!”
Seine Stirn war in finſtere Falten gezogen, auf ſeinen
Wan=
gen brannten rote Flämmchen, und ſeine Augen ſchoſſen Blitze.
Es mußte ihm etwas Außerordentliches begegnet ſein.
„Wie iſt das Stiftungsfeſt auf dem Niederwald verlaufen,
Herr Kaltenſchnee?‟
„Danke der gütigen Nachfrage. Haben Sie das Meteor
geſtern abend geſehen, Herr Doktor?”
„Nein, Herr Kaltenſchnee.
Er wich mir offenbar aus.
„Die Meteorologie liegt noch in den Windeln”, fuhr er fort.
„Sagten Sie etwas, Herr Doktor?
„Ja, Sie blieben mir die Antwort ſchuldig. Wie war es mit
der Luſtfahrt an den Rhein?”
„Ganz recht, Luſtfahrt. Nun, wie Sie wollen.”
„Da ſteckt doch etwas dahinter!“
„Wiſſen Sie, was das heißt, ſeit 27 Jahren den erſten freien
Sonntag genießen?"
„Hoffentlich haben Sie ſich gut amüſiert.”
„Hoffen Sie nicht zu früh.”
„Machen Sie ſich Luft, Herr Kaltenſchnee!”
Er ſeufzte, zog das Schnupftuch aus der Caſche und fuhr
damit über die Stirn.
„Die Abfahrt war programmäßig”, erzährte er. „Meine
Frau war glücklicherweiſe um ſechs mit ihren Coiletteangelegen=
Heiten in Ordnung gekommen. Kaum haben wir den Bahnhof
hinter uns und rollen ſanft durch die Lindener Mark, als unſer
Dirigent, der Sekretär Schulze, auf mich losſtürzt. „
Kalten=
ſchnee, du mußt mir helfen. Mein rechter Arm iſt ſtockſteif. Ich
kann den Caktſtock nicht heben.”
„Du haßt kein Caktgefühl.” ſchnauzte ich ihn an, „ſonſt
hät-
teſt du bei deiner exponierten Stell ung als Dirigent nicht geſtern
abend ſolange gekneipt. Nun haben wir die Beſcherung.
Uebrigens helfe ich dir nicht. Ich will ſeit 27 Jahren einmal
einen freien Sonntag haben. Ich werde den Ceufel tun und dir
deinen gichtiſchen Arm maſſieren
Der dicke Schulze ſaß vollkommen geknickt da. Dio Vereins=
und Sangesbrüder ſtürmten auf mich ein, lärmten, drohten und
flehten, ich ſolle den Sängerkranz an ſeinem fünßzigſten
Geburts=
jage nicht im Stich laſſen. Ich guter Kerl laſſe mit breitſchlagen,
nehme den rechten Arm des Dirigenten vor und maſſiere dieſe
Kalbskeule, bis mir der helle Schweiß von der Stirne tropft.
Nach einer halben Stunde ſchlug der Menſch wieder
Dreiviertel=
takt, und zwar kreuzfidel.
Das war das letztemal, daß ich dir deine geronnenen Salze
auseinandergerieben habe, altes Kneipgeniel beteuerte ich
feier=
lich. Darauf allgemeine Freude. Senſation, Dank — na, Sie
können ſich denken. Sagten Sie etwas, Herr Doktor?”
„Ich höre geſpannt zu.”
„Der Empfang in Mainz war großartig. Allgemeine
Nüh=
rung, aber meiner Frau lag der Napp im Magen —
„Was ſoll das heißen?”
„Ach, Sie wiſſen noch nicht? Das kann gut werden. Ein
Dampfer ſollte uns den Rhein hinunterbringen, das Waſſer war
ruhig wie der Ceich im Botaniſchen Garten. Die Arche legte
an. Alle Welt drängt, ſtößt vorwärts, den beſten Platz zu
er=
wiſchen. Meine Frau natürlich in der vorderſten Notte
ein=
gekeilt. Ich drücke nach, ſo ſchnell ich kann. Auf dem Brett,
das von der Landungsbrücke auf das Schiff führt, kriegen die
85 Kilo meiner Frau das Uebergewicht — wer weiß, vielleicht
auch ein nachbarlich=freundſchaftlicher Stoß — kurz, meine Alte
ſtürzt kopfüber ins Waſſer. Ningsum Cotenſtille. Mein Nervus
Sympathicus befindet ſich in fürchterlichſter Aufregung.
Swei=
tauſend Gedanken ſauſen durch mein Hirn. All meine Eheſkan=
„Ich habe nach meinem letzten Auto=Schnelligkeitsrekord in
Dauton Beach mir ſelbſt geſagt, es wäre meine letzte Fahrt
ge=
weſen, aber man hat dies mir nicht recht geglaubt; ich habe es
allerdings meiner kleinen Frau verſprechen müſſen, nicht mehr
einen Nennwagen zu beſteigen. Dafür fahre ich jetzt
Motorboot=
rekorde, aber ich habe ihr ſchon geſagt: Lieber 90 Meilen im
Auto, als 90 Meilen im Motorboot! Ich ſelbſt glaube es auch
wohl nicht ganz, daß ich dem Autoſport für immer entſage, denn
was wäre das Leben eines Nennfahrers ohne den Siegeswillen
zum Ueberbieten der Nekordleiſtungen der anderen, ohne den
Nervenkitzel, den das Spiel mit dem Code auslöſt.
Ich war von Jugend an für ſchnellſte Fortbewegung, und jede
Sportart, die eine andere überbot, hielt mich mit eiſernen
Grif=
fen. Aus dieſen Gefühlen heraus ſchrieb ich mein Buch: „Die
Lockung der Schnelligkeit!”, und ich kann ſagen, daß ſich an
meinen Anſichten bis heute noch nichts geändert hat. Man muß
dieſes Glück, Beherrſcher der Cechnik, der Landſtraßen, der
Nennbahnen, der Gewäſſer und Atmoſphäre zu ſein, kennen und
i ſich tragen, dieſes beſeeligende Gefühl, ſelbſt ſtärker als der
Cod zu ſein, um ermeſſen zu können, daß es dem Nekord
gegen=
über kein Entrinnen mehr gibt.
Wenn bei einem Nennen ein Unfall ſich ereignet, gehen immer
die tollſten Gerüchte um, und jeder weiß eine andere
Senſations=
geſchichte zu erzählen, die mit den tatſächlichen Umſtänden oft
nicht das germgſte zu tun haben. Es iſt ſehr ſelten wirklich zu
ergründen, was Schuld am Unfall getragen hat, weil alles mit
ungeheurer Schnelligkeit geſchieht und im Bruchteil von
Sekun=
den ſich abſpielt. Das ſind Nemfahrerſchickſalel Schickſale, die
ich miterlebt und die ſich mir tief ins Gedächtnis geprägt haben.
W
Hmfmmmmnf
dale galoppieren an meinem Gedächtnis vorüber. Freiheit und
Gleichheit hör ich’s ſchallen. Sie kennen doch den Glockenguß
von Schiller? Alles das Werk eines Augenblicks. Da bläſt mir
ein Erzengel ins Ohr: Du biſt doch ein Chriſtenmenſch, ſpring”
nach und rette ſie! Und ich ſprang nach. Auf mein Ehrenwort!
In die grünliche Flut! Ein dumpfes Gegurgel, viel Waſſer
ge=
ſchluckt, weg war ich!”
Er hielt inne, lief ein paarmal erregt in der Stube auf und
ab und blieb dann geſenkten Hauptes vor mir ſtehen.
Gegen Abend”, kam er zu Ende, „ſchlug ich in einem ſauber
möblierten Simmer die Augen auf und entdeckte, daß ich zu Bett
lag. Neben mir ſchlief meine Gattin, laut ſchnarchend, den Schlaf
zweier Gerechten. — „Alſo nicht ertrunken!” ſeufzte ich. „
Viel=
leicht ſind wir gar im Himmel!” — „Nein, Herr Kaltenſchnee,
ſagte eine Stimme hinter mir, „Sie ſind im Hotel zum Karpfen.”
Es war das Simmermädchen, das bei uns Wache hielt. „Sagen
Sie um Gotteswillen, Fräulein, wie wir hierher gekommen ſind?‟
— „In einer Droſchke,” antwortet das Mädchen, „und zwar
jemlich naß!” — Der Sängerkranz, hörte ich, war ſeit einer
Stunde vom Niederwald zurückgekehrt. Wenn wir uns
einiger=
maßen mobil fühlten, meinte das Fräulein, ſollten wir an die
Heimfahrt denken. Vom Sängerkranz hatte ſich keine Seele bei
uns blicken laſſen. Das nennt ſich Freundſchaft, Herr Doktor!
Sanft weckte ich meine Alte. „Ach Gott, wo bin ich?” fuhr ſie
ſchlaftrunken auf und rieb ſich die rotgeränderten Augen. „Aber
du bekommſt den Napp, Noſette, den ſchwarzen Napp!” ſprach
ſie mit weinerlicher Stimme vor ſich hin. „Alte Sünderin,”
mur=
melte ich zwiſchen den Sähnen, „ſo hat dein unfreiwilliges
Rhein=
bad doch etwas Gutes im Gefolge.‟ Dann krochen wir aus den
Sedern, ſchlüpften in unſere notdürftig getrockneten Kleider und
machten uns auf den Bahnhof, wo der Sug bereit ſtand. Still
drückten wir uns in unſer Abteil dritter Nichtraucher und
kutſchier=
ten nach Hauſe. Seit 27 Jahren der erſte freie Sonntag, Herr
Dok=
tor! Kennen Sie den Ning des Polykrates? Aber die Noſette
kriegt den ſchwarzen Napp. Eljen, eljent Auf nach Budapeſt!
Noch ſind die Cage der Noſen. Sagten Sie etwas, Herr
Dok=
tor? Sie ſchweigen? Schweigen iſt eine nützliche Kunſt. Ich.
verſtehe! Leben Sie wohl.”
Selbſt bei dem Unglück im Grand Prix 1925 ſind ſich die
Fachmänner bis heute noch nicht darüber einig, was dem
Italie=
ner Ascari das Leben koſtoete. Ich habe mir darüber eine eigene
Meinung gebildet, die zu allen bisher erwähnten in kraſſeſtem
Gegenſatz ſteht. Ascari hatte ſchon des öfteren die Monthlery=
Kurve im 150=Kilometertempo erfolgreich durchfahren, wußte
aber, daß er keinesfalls darüber hinausgehen durfte. Ascari kam
in Höchſtgeſchwindigkeit an den Bogen, da begann es ganz
plötz=
lich zu regnen. Er konnte nicht mehr ſchnell genug abbremſen,
mußte alſo wiſſen, daß es auf naſſem Bodon keine Rettung mehr
gabl Mit 120=Kilometergeſchwindigkeit zerſchellte er an der
Schutzmauer, überſchlug ſich mehrmals und blieb etwa 300 Meter
von der Bahn im Graben liegen. Ascari ſtarb auf dem Weg ins
Hoſpitalz nichts hatte verſagt, weder ſeine Nerven, noch ſein
Wagen. Es regnete, und der Cod grinſte ihn an. Da gab es
kein Entrinnen; Jatum!
Ein anderer, der dem Cod ins Auge geſehen hat, war der
Nennfahrer Dario Veſta. Das war, als er 1924 auf der
Brookland=Bahn durch ein Metallgatter geſchleudert wurde und
unter entſetzlichen Schmerzen endete. Neſta wollte an dieſem Cag
nach Eaſtbourne fahren, um dort ſeine Frau zu ſehen, und bat
mich, ihn dabei den Kurzſtreckenrekord ausfahren zu laſſen,
wäh=
rend mir der Langſtreckenrekord vorbehalten blieb. In der
drit=
ten Etappe bei 160=Kilometergeſchwindigkeit riß ſeine rochte
hin=
tere Handbremſe, der Stahldraht wickelte ſich um die Nückachſe
und ſtoppte beide Näder. Reſta hat in dieſem Augenblick den
Cod kommen lehen.
Eine der wenigen heiteren Epiſoden im Nennfahrerleben
be=
gegnete mir kurz vor dem letzten Grand Prix. Lee Guineß,
der überall „Bill” benannt wurde, und ich waren nach
Straß=
burg unterwegs, wir fuhren mit 180 Kilometer, und ich lag etwa
5 Kilometer vor ihm. Aus einer Kurve komme ich in eine
Ge=
rade, laſſe die Maſchine auslaufen und bemerke entſetzt, daß
direkt hinter der Kurve am Ende der Geraden ein kleines
Städt=
chen liegt, in dem ich ſchon drin bin, ehe ich von ſeiner Exiſtenz
noch wußte. Ich flehte zum Himmel um eine Erleuchtung, war
aber mit meinen 180 Kilometern ſchon wieder zum anderen Ende
hinaus und über eine ſchmale Hügelkette hinweg, hinter der ich
ſtoppte und in die Stadt zurückſchlich. Geſehen hatte ich nur
tanzende Häuſer, fliehende Menſchen und Gendarmen.
Ich war neugierig, was mit „Bill” geſchehen würde. Die
ganze Bevölkerung hatte ſich auf der Straße verſammelt, als
plötzlich Bills Expreſſor vernehmlichen Lärm vorausſandte.
Sofort verſchwanden die Bewohner, die Männer aber tauchten
mit Sweirädern auf und bauten quer über die Straße eine
Bar=
rikade. Dann eilten alle wieder in die Häuſer. Sekunden ſpäter
ſchoß Bill in die ausgeſtorbene Straße, ſah das Hindernis und
blieb mit kreiſchenden, vollgebremſten Nädorn einen Meter vor
der Barrikade ſtehen. Im ſelben Augenblick ſtürzten Männer,
Gendarmen und Frauen aus den Häuſern und holten Bill aus
dem Wagen. Ich habe im größten Silmluſtſpiel nie eine ſo
komiſche Szene geſehen.
Die Situation für Bill war wenig angenehm, das einzig
mög=
liche war, daß er vorgab, nicht Franzöſiſch zu verſtehen und den
auf ihn einredenden Bürgermeiſter mit verblödeten Augen
an=
zuſtarren. In wundervollem ruſſiſchen Akzent fing er
brocken=
weiſe an zu ſtottern: „Quelle est 1a route 4 Straabourg?”
Bür=
germeiſter und Gendarmen fielen auch prompt darauf hinein, und
es entwickelte ſich ſchneil eine Diskuſſion, weil es nämlich, wie
Bill genau wußte, drei Wege nach Straßburg gab. Man vergaß
den Benzinteufel, ſtritt ſich um den kürzeſten Weg und dachte
nicht mehr an Bill, der plötzlich im Wagen ſaß, Gas gab und
aus der Barikade ihn umſtehender Näder wie ein
Gewitter=
ſturmwind aus der Stadt jagte.
Es iſt ganz gut, dem Cod ins Auge ſehen zu lernen, wir
zwingen ihn nicht und müſſen früher oder ſpäter doch an ihn
glauben.
Frühmorgens vor Bürobeginn.
Von H. Schmidt=Ellrich.
Wie gut, daß es Menſchen gibt, die pünktlich ſind, und die
regelmäßig morgens um dieſelbe Seit aus dem Hauſe gehen!
Denn wie ſollte man ſonſt wiſſen, ob man früh oder ſpät „dran”.
iſt? Caſchenuhren gehen grundſätzlich falſch, der Wecker läuft
immer vor, die Uhr im Eßzimmer pondelt im Laufe der Woche
eine Stunde nach, die Küchenuhr will auch ihre Nuhe haben und
bleibt über Nacht ſtehen.
Da bleibt uns nichts anderes, als uns nach den lebenden
Uhren zu richten. Wir kommen auf die Straße . . . ſie iſt ganz
leer. Es iſt alſo noch viel zu früh — oder ſchon zu ſpät. Wem
dann zufällig der Milchwagen um die Ecke biegt, weiß man: Aha,
noch frühl Und noch im Genuſſe aller Freiheit kann man die
Schritte verlangſamen. Die Verläßlichkeit des Briefträgers iſt
ſchon durchaus relativ; leine Pünktlichkeit hängt ganz von der
Anzahl der Dienſtmädchen ſeines Neviers ab.
Aber zum Beiſpiel das ältliche Fräulein, das jeden Morgen
ui6 dan die Schonsgalſi die ich de aute Sche
müſſen! Ich unterſcheide drei Kategorien: die Sufrühkommer, die
Pünktlichen und die paſſionierten Zulpätkommer. Wenn man ſie
alle kennt, hat man einen beſſeren Maßſtab für die Seit, als ihn
alle Uhren der Welt abgeben könnten.
Die Sufrühkommer laufen nie. Die haben das nicht nötig.
Gott ſei Dank! Sie kommen ohnehin eine halbe Stunde vor
Be=
ginn der Bürozeit an, und wenn wir ihnen durch einen
unglück=
lichen Sufall begegnen, möchten wir uns ohrfeigen, daß wir unſere
Zigarette nicht in Nuhe zu Ende geraucht haben. Sufrühkommer
ſind: Buchhalter, Buchhalterinnen, Negiſtraturbeamte und
Per=
lonalvorſteher.
Die Pünktlichen teilen ſich in verſchiedene Unterabteilungen:
ſolche, die Prinzipien haben, ſolche, die Pflichtbewußtſein
wenig=
ſtens vortäuſchen müſſen, und ſolche, die nur durch einen Sufall
pünktlich ſind, weil ihre Uhr vorgeht. Pünktlich ſind Menſchen,
die ſich auf die Arbeit freuen, und Menſchen, die nicht verhungern
wollen. Was zur Folge hat, daß zu ihrer Heit die Bahnen immer
überfüllt und die Geſchäftsſtraßen ſehr belebt ſind.
Die Suſpätkommer bilden die intereſſanteſte Kategorie. Hin
und wieder verirrte Pünktliche mit nervöſen, aufgeregten
Ge=
ſichtern, ganz vereinzelt ein eigentlicher Sufrühkommer, der krank
iſt, dann aber zu der Anſicht gelangte, daß es ohne ihn doch nicht
gut ginge. Und ſonſt Portokaſſenjünglinge, Herren in
Stel=
lungen, in denen „ſie es ſich leiſten” können; Damen, denen das
Zuſpätkommen um ihrer ſchönen Augen willen verziehen wird;
Menſchen, die nicht aus den Federn finden, und Menſchen, die
nie fertig werden und vor ihrer angeborenen Pünktlichkeit
reſigniert haben.
Die Seit vor dem Bürobeginn birgt Indiskretionen. Wer
jahrelang denſelben Weg zu machen hat, lernt die Menſchen,
welche Cag für Cag in gleicher Nichtung marſchieren müſſen,
all=
mählich kennen. Er ſieht ſofort, ob ſie ſich wohl fühlen oder die
Grippe haben, ob ſie unglücklich verliebt ſind oder die wonnigen
Freuden jungen Glückes widerſtrahlen. Bei den Damen weiß er
an ihren Kleidern, ob ſie für den Nachmittag „etwas vorhaben”,
oder nach Hauſe gehen wollen. Und wenn uns eine dieſer
leben=
den Uhren beſonders hübſch erſcheint, wiſſen wir zuweilen nach
einiger Seit gar ihren Namen ...
Aber wenn die Straßen ganz leer ſind, dann ſind ſie alle ſchon
vorbei, unſere Menſchen=Uhren; dann iſt es hoffnungslos ſpät,
und man trifft mit Sicherheit den Chef. Woraufhin man ſich
ſchleunigſt eine plauſible Entſchuldigung zurechtlegen muß.
Die Krebszelle
als Silmſchauſpielerin.
Im Kaiſer=Wilhelm=Inſtitut wurde vor einem engen Kreis
geladener Gäſte ein Eilm vorgeführt, der das Leben der Selle,
beſonders der bösartigen Geſchwulſtzelle, zeigt. In einer
be=
ſtimmten Nährlöſung iſt es möglich, vom lebenden Organismus
losgetrennte Zellkomplexe lange Seit am Leben zu erhalten. Eine
geiſtvolle Apparatur ermöglicht, in kurzen, gleichen Seitabſtänden
die ſtark vergrößerten Sellen automatiſch aufzunehmen, ſo daß
die Sellbewegungen in 100= bis 1000facher Seitbeſchleunigung
auf der Leinwand erſcheinen.
Wer ſeinen Begriff von der Selle aus Büchern gewonnen
hat und ſich unter ihr ein ſtarkes Gebilde vorſtellt, muß angeſichts
dieſes Filmes ſehr umlernen. Mit welcher Lebenskraft, welchem
Selbſtbehauptungstrieb, welchem Machtwillen ſind die kleinſten
Elemente der Lebeweſen ausgeſtattet!. Die Handlung dieſes
Fil=
mes iſt: Kampf ums Oaſein, reich an dramatiſchen Momenten,
heftigen Kämpfen, ſieghaftem Sich=behaupten. Man ſieht die
Krebszellen wie Stoßtrupps in geſundes Gewebe eindringen und
nach langem Kampfe ſiegen. Wie lebendig ſpielt lich die
Sell=
teilung ab: der Sellkern ſchnürt ſich ein, es entſtehen aus ihm
zwei neue Kerne, um die ſich die Maſſe des Selleibs drängt,
ge=
waltig auseinanderſtrebend, bis die Hellhülle reißt und zwei neue
Gebilde ſich in den Sellſtaat einordnen. Man iſt geneigt, in die
Hände zu klatſchen — ſo gut ſpielen dieſe ſeltſamen
Dar=
ſtellerinnen.
Die Sellehre iſt durch dieſen techniſchen Fortſchritt in eine
neue Aera eingetreten. Nachdem es möglich geworden iſt, die
Lebenseigentümlichkeiten gerade der Krebszellen bis in alle
Ein=
zelheiten zu ſtudieren, wird es hoffentlich doch noch gelingen, ein
wirkſames Mittel zu ihrer Vernichtung zu finden.
Dr. V. Hermann.
Auch einer.
Von Walter Kern.
Wer kennt ihn nicht, den köſtlichen Bruder, der einem
ſo=
undſo oft die Gedankenbahn kreuzt, auch wenn man nicht mit
einem Stockeſchnupfen behaftet iſt, auch wenn nicht gerade
Hühner=
augen aufdringlichſt ihr teufliſches Spiel auf den Gipfeln unſerer
Sehen treiben.
Beſonders oft wird aber der des unſterblichen Vau=
Biſcher gedenken, der das Glück hatte, bei ihm zu hören.
Eine Geſchichte aus dieſer Seit werde ich nie vergeſſen.
Eines Cages hatte er die Unterſchiede zwiſchen Viſion und
Halluzination erklärt, was aber einigen von uns nicht ganz
ver=
ſtändlich geweſen zu ſein ſchien. Der bekannte Zettel auf dem
Katheder zeugte davon.
„Meine Herren,” ſagte er, „die Begriffe Viſion und
Hallu=
zination ſcheinen etlichen von Ihnen nicht gauz klar zu ſein. Ich
will ſie Ihnen an einem Beiſpiel klarmachen.
Sehen Sie, wenn ich in meinem Simmer ſitze, beſchäftige mich
mit religiöſen und muſtiſchen Werken und es erſcheint mir ein
Engel, ſo iſt das eine Vilion.
Leſe ich dagegen die Tageszeitung oder einen franzöſiſchen
Roman, und glaube plötzlich einen Engel vor mir zu ſehen, ſo iſt
das eine Halluzination.
Wenn ich aber hier auf meinem Katheder ſitze, ſehe Sie vor
mir (es war ihm tags zuvor von einigen luſtigen Streichen der
jungen Herren berichtet worden) und bilde mir ein, Sie ſeien
Engel — dann iſt das eine Slluſion.”
Großes Getrampel.
Schach
Nummer 30.
Miite 6
H. Hultherg in Göteborg.
(Ehrenpreis in der Dreizüger=Abteilung der „Schwalbe‟ 1929
III.)
Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Ka1 Ta8 I.11 12 8b8 18 (6);
Schwarz: Ket Taß g5 Ib1 46 St8 g8 Ba4 aß 5 f8 14 15 (12); 94
Aufgabe 529.
W. B. Rice in Philadelphia.
Preis, Good Companions, 1918)
Weiß: Th8 Da8 Tog 15 Uh7 8bb ks Beß (S);
Schwarz: Kd5 De5 Le1 Bb4 e2 (5).
Matt in zwei Zügen.
Anfragen Beiträge, Löſungen uſw. nur an die Schriftleitung des
Darmſtädter Tagblatts mit der Aufſchrift „Schach”.
I
Kätſel
I
Af Dnſaſtn
D 1—2 12 10 1. 1—74( 8 Dr d 1 4 3. 6 9
Die Auflöſung nennt einen zeitgemäßen Wunſch.
Eine Frage.
7 — 8 9 6 5 9 — 9 12 3 4 6 —
1 5 12 11
8 7
4 5 10 2 9 9
13
Schlüſſelwörter: 1 2 3 4 5 gibt acht, 6 7 8 9 10 erquickt,
11 12. 13 wird abends geſchloſſen.
Die Auflöſung beantwortet die Frage: „Warum läuft der Haſe über
CarlDeubel.
den Berg?”
Wann ich Geld brauche.
m m m
eee
Obige 20 Buchſtaben ſchreibe man auf die 20 Punkte, ſo daß
5 Wörter von folgender Bedeutung erſcheinen: 1—2 Fluß in
Frankreich, 2—3 Hohlmaß, 3—4 Gründer des ruſſiſchen Reiches,
4—5 Darſtellung des Heiteren, 5—1 Stadt in Niederöſterreich.
Die Mittelbuchſtaben, richtig abgeleſen, beantworten die im
Carl Deubel.
Titel des Rätſels geſtellte Frage.
Auflöſung der Rätſel aus Nummer 26.
Keine Einnahmsquelle.
1. Gold=Elſe, 2. Don=Au, 3. Nord=Kap, 4. Er=Neſt, 5. See=Fgel,
6. Neu=Damm, 7. Zinn=Ober, 8. Lore=Lei, 9. Frank=Reich, 10. Emil=Ja.
„Gedenken ſind zollfrei.”
Ein lieber Freund.
Der folaſame Stoffel.
Auftrag.
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr, 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt, Fernſpr. 1, 2384—2392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verboter.
[ ← ][ ][ → ] Der Sang is verſcholle, die Muſik verrauſcht,
Un der Glockeklang is verklunge;
Wer debei war, odder am Radio gelauſcht,
Dem is dief ins Härz gedrunge
Der allgewaldich erlöſende Schrei:
Der Rhei is frei! — Der Rhei’ is frei!
Es war e erhewend un feierlich Nacht,
Sie wärd uns ewig gedenke!
Un hawwe mer’s bis dohie gebracht,
Wärd’s der Himmel aach weider lenke;
Dann wärd erklinge widder uff’s nei:
Die Saar is frei! — Die Saar is frei!
Un kumme wärd un muß aach der Dag,
Drotz allem Hetze un Wiehle,
Wo jeder deitſche Härzensſchlag
Deitſch denkt, un deitſch dhut fiehle.
Dann erſt is Deitſchland wärklich frei! —
Un wie dem nu aach immer ſei,
Seid froh un unbenumme,
Aach der Dag wärd noch kumme!
So, däß weern alſo e paar beſcheidene Vers zu de
Rheinland=
befreiung. Sie ſin gud gemaant un zimmlich korz un bindich; un
hawwe aach e deiſchend Ehnlichkeid mit dem, was unſer hoche Herrn
vun de Reſchierung in de Nacht vum dreißichſte Juni uff de erſte
Juli zu de Befreiungsſtund geſagt hawwe und zu ſage hatte. Däß
war nemlich aach vun=ere wohlduende Kirze. Mehr, weer wenicher
gewäſe . . ."
Ach ja, was konnte mir, die mir weit vum Schuß warn, un
gar die annern, die noch weider vum Schuß warn: was konnte
mir unſere heſſiſche Brieder iwwerm Rhei’ aach viel ſage, mir
kumme uns jo doch gäje die ſo klaa vor in all unſerer Wichdichkeid
grad an dem Dag, wo’s=en net um laude Juwel zu dhu war,
ſun=
dern nor um den Aageblick, wo ſe ihrm gebräßte Härze Luft mache
durfte, wo ſe enausſchreie durfte: Frei!
Wer den Schrei gehert un mitemfunde hott, un hott den Dank
aus all dem Juwel erausgehert, wann die Name vun dene Menner
genennt ſin worrn — allen vora der Name Guſtav
Streeſe=
mann —, die wo for die Befreiung gelebt hawwe und geſtorwe
ſin, wer den Schrei geheert hott, ſag ich, un kann drotzdem noch
ver=
biddert abſeits ſteh, der begreift immer un immer noch net, was
däß haaßt, zwelf lange Jahrn unner de Fuchdel vun=ere
greeße=
wahnſinniche Soldahdehord aller Raſſe un Farwe zu ſteh, zwelf
lange Johrn hamdickiche un ſchamloſe Vorſchrifte ſich fieche zu
miſſe, zwelf lange Johrn geknecht un endrecht zu ſei .. . . . ."
Un erſt die, die wo immer bei de Hand ſin, un mit große Sprich un
verlogene Redensarde um ſich ſchmeiße, mit dene mer in
Wärk=
lichkeid kaan Hund hinnerm Owe vorlocke kann; die, die wo im
Krieg un noochm Krieg, in de „Edabbe” ſauwer de Kobb
hie=
gehalte hawwe, alſo do wo ſich’s noch verhältnismeßich gud un
agenehm hott läwe loſſe, weil ihr allerwärdeſter Dickkobb außer
Gefahr war; un färner aach die Flaumacher, die wo ewich un
immer mit=eme erbärmliche Lumbegeſindel vun Schlagwörter de
Unverſtand fiddern, un die Eigenutz großziehe, un die Aanichkeid
vergifte, die ſolle ſich ſcheeme in ihre Großmudder ihr Hutſchachdel
enei. Dann wann’s dene noochgange weer, dann weern mer die
kull=
duhrtädowierte Franzmenner im ganze Läwe net los worrn.
No, gottlob, der Wind is dene ewiche Mießmacher aus de Segel
genumme —
Un was nu es Bezahle bedrifft, do halt ich’s nooch wie vor
mit unſerm Datterich, un ſag: „Bezahle, wann mer Gäld hott, is
kaa Kunſt — awwer bezahle, wann mer kaans hott, däß is e Kunſt,
un die miſſe mer erſt lärne” — Soviel is ſicher: Die
Franzmen=
ner, benebſt ihrm farwiche Geſindel ſin ſo gud, wiem Land draus;
de Rhei’ is widder frei, ſie hawwen net krickt, un kriejen net, die
Grandnatzioner; un nie widder ſoll ſich e franzöſiſch Drickolohre in
ſeine Welle ſpiechele. Das walte Gott!
Un wie geſagt: wie’s mitm Bezahle wärd — —9! — Kimmt
Zeit, kimmt Rat! — Ich glaab als, ſie nemme aach in däre
Bezie=
hung, un in Punkto Dubbdubb noch Vernumft a‟ —
Freilich, mit de Vernumft is es jo ſo e Sach, un ſie wird ſtets
bei wenichen nur gefunden, wie der Dichter ſeecht. Aach in unſerm
liewe Vaderland hott’s, drotz allem, de Aſchei”, als hett mer die
Vernumft uff Urlaab geſchickt. Dann anſtatts daß mer uns e
Bei=
ſpiel nemme, an dem heldenhafte Zuſammehalte, un Zuſammeſteh
vun unſere Brieder iwwerm Rhei”, gegeniwwer der jahrelange
ſchwere Bedrickung unner fremder Gewaldherrſchaft, un
nemme’s=
uns zum Vorbild, wie mer Herr wärd iwwer alle Nod un alles
Ungemach, wann mer ſich net beärrn leßt vun leere Baddeifraaſe,
die wo uns des dauſendjehriche Reich verſpräche, wo lauder Liewe,
Friede un Freundſchaft härrſcht, un wo däßhalb jeder dhu un loſſe
kann, was er will
anſtatts daß mer uns des Schickſal vun de
Rhei= un Saarbevelkerung vor Aage halte, un loſſe uns
iwwer=
zeiche, daß nor die echte Schickſalsverbundenheit uns de Wähk zeiche
kann zu=ere echte deitſche Volksgemeinſchaft, anſtatts dem dhun mer
uns widder in allerhand annere Geſchäfte verliern un unſer Kräfte
vergeide. Un mir hawwe jo wärklich ſo viel wichdiche un annern
Geſchäfte zu beſorje, un ſoviel dringende Brifadſtreidereie zu er
lediche, un ſoviel heiliche Brinzibie hoch zu halte, un ſoviel
altehr=
wirdiche Standpinkter zu behaubte, als daß mer aach noch Zeit un
Kraft un Verſtand an ſo Klaanichkeide verſchwende kennte, mit
dene mer unſere wärtſchaftliche Not Herr wärrn.
Naa, ſtatts daß mer däß Mahnwort vun unſerm alte
Hinden=
borch behärziche, däß wo aach de alte Attinghauſen ſchun ſeine Leit
gebredicht hott: Seid einich, einich, einich! — ſtatt dem laafe mer
widder mol jedem reakzioner=demokradiſch=reffelutzionäre
Wind=
beidel nooch; laafe in Verſammlunge, net unſerer Iwwerzeichung
zulieb, ſundern aus purer Fraad am Krach un Schkandal.
Hott mer net läſe miſſe, daß do un dort ſogar die Rhei
befrei=
ungsfeiern zum Alaß genumme ſin worrn, um Dorchenanner zu
ſtifte. Un wann’s aach net gelunge is, ſo liggt däß ſcheinbar net
am gude, ſundern am beeſe Wille, vun dene, die wo net begreife
kenne, daß erſt im allgemeine Dorchenanner, erſt wann des
owwerſte zu unnerſt geſchmiſſe is, erſt wann alles Futtſchigado is,
die erſehnte Beſſerung kumme kann
Es gibt zwar gottlob noch Verſchiedene, un zu dene geheer
aach ich, die wo der beſcheidene Maanung ſin, daß däß net ganz es
richdiche is, wann mer erſt alles hie macht, un ſich dann ſeecht,
do=
dorch mißt’s beſſer wärrn. Däß kimmt mer grad ſo vor, wie wann
en Dockter en Kranke, dem er zur Beſſerung verhelfe ſoll, zuerſt
emol korzer Hand dod ſchlegt, un zu de verwunnerte
Hinderblie=
wene dann ſage dhet: „Alſo, däß wärrn ſe eiſſähe, ſchlechter kann’s
dem Pazient jetzt net mehr geh, alſo muß es nodwenicher Weis
zu=ere Beſſerung kumme”. — s is allerdings die Frog noch net ſo
ohne weiteres befriedichend uffgekleert, ob’s unner de gäjewärdiche
Umſtend de Dode, odder de Lewendiche beſſer geht, awwer däß is
ſicher, die Dode brauche ſich wenichſtens net mehr iwwer den ganz
unglaabliche, hooriche un himmelſchreiende Unſinn und Bleedſinn,
der wo all verzabbt wärd, zu ärjern, mit dem mir Deitſche uns
gäjewärdich widdermol ’s Läwe noch ſchwerer mache als es ſchun is.
Awwer ich bin drotzdem froh, daß ich noch läb, dann im annern
Fall mißt ich mich jo aus lauder Rooches iwwer den Umdrieb, in
aaner Dur wie e Kareſſell im Grab erum drehe. No un däß muß
ich doch aach ſage: Wann’s ſchun emol geſtorwe ſei muß, dann mecht
ich doch wenigſtens in dem Zuſtand mei Ruh hawwe . . .
Ruh, Ordnung un Aanichkeid! — Däß is heit die Barohle. —
Awwer leider muß mer aach vernemme, daß e paar Hitzeblitz
driwwe iwwerm Rhei' jetzt Rache iewe wolle an dene Vaderlands
verräter aus de Seberadiſtezeit unſeelichen Agedenkens. Mer kann
kann däß zwar verſteh, awwer drotzdem net billiche. Dann es wirke
bei däre Art „Abrechnung” zuviel mit, die nor im Driewe fiſche
wolle. Mer kennt däß zur Genieche. Naa, for die, die ſeiner Zeid
ihr Vaderland verrate hawwe, gibt’s nor aans: mit Verachdung
ſtrofe. —
Annererſeits wolle mer awwer aach gelowe, jetzt unſere
Brie=
der am Rhei' beizuſteh. Un hott mer ſich die Zeit abhalte loſſe,
weil mer die fremde Geſichter net ſähe mocht, odder ſunſtiche
Schee=
rereie aus em Wähk geh wollt — jetzt ſoll emol de Rhei” e zeitlang
unſer Reiſeziel ſei, de Rhei’, die Palz un was alles ſo drum erum
liggt. s is doch unſerm Herrgott ſein liebſter Gadde, un däßhalb
leßt er aach ſo e gud Dröbbche dort waxe. Un ſo e Dröbbche hab
ich mer in de Befreiungsnacht, wie die Glocke geleit hawwe, aach
zu Gemied gefiehrt, un hab’s gedrunke uff’s Wohl vun unſere
Brie=
der am Rhei”; uff’s Wohl vun unſerm liewe Heſſelendche, un uff’s
Wohl vun unſerm große deitſche Vaderland un ſeine glickhafte
Zukunft!
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Recht hawwe, un Recht krieje,
un Recht — behalte, däß ſin net bloß zwaa, ſundern ſogar drei
paar Stiwwel. — Un wie ſich däß zu=enanner verhellt, däß ſieht
mer am beſte, wann mer unſer Stadtratsſitzunge verfolche dhut,
dann do kimmt’s efter vor, daß aaner Recht hott, awwer er
krickt kaa Recht; un mitunner kimmt’s vor, daß aaner Recht
krickt, awwer er behellt kaa Recht. Awwer nor, wann aaner
Recht hott, un Recht krickt, un Recht behellt — dann is
ſei Wirke for’s Gemaandewäſe vun Nutze —
Beiſpieler: Radskeller, Trauwe, Feſthall un Milchhof
däß ſin ſo e paar Fäll, die wo ſeiner Zeit die Gemieder in
Darm=
ſtadt bewegt, un die Volksſeel zum koche gebracht hawwe. Ich
iwwerloß es heit ruhich meine Läſerſchaft, die Brob uff’s Exempel
zu mache, un eraus zu diffediern, wer Recht hatt, un wer Recht
krickt hott, und wer Recht behalte hott
Jetzt, was die „Hekoga” bedrifft, die hott zwar die Volksſeel
net zum koche, ja noch net emol zum brotzele gebracht. Ich glaab,
die iwwerwiegend Mehrzahl vun de Darmſtädter Bärjerſchaft
waaß iwwerhaubt gornet, um was ſich’s dreht, obgleich in de letzte
Johrn ſchun ſo viel degäje, un defor geſchriwwe un geſchwätzt
is worrn. Aach ich hab zeitweis ins Horn geſtoße, awwer aach ich
konnt die Volksſeel net zum koche bringe, vermudlich war=er die
ganz „Hekoga” worſcht. Nun un ſchließlich kann’s de Volksſeel
aach an ſich worſcht ſei, wo es Gas herkimmt, wann’s nor gut un
billich is. — Was mich bedrifft, ſo war mir jo vun vornerei die
ganz Färngasverſorchung net ſimmbadiſch. Un in de letzte
Stadt=
ratsſitzung hott mer die Verdräg bekanntlich gäje de Wille vun
unſerm täſchniſche Borjemaaſter äwenfalls abgelehnt. Un wann’s
wohr is — un es weer net es erſtemal, daß uffm Radhaus aaner
in der Hitze des Gefechts gäje ſein eichene Adrag geſtimmt hett!
alſo wann’s wohr is, daß de Kall Ritzert in de Raaſch ſälbſt
for die Ablehnung geſtimmt hott, dann ſoll er ruhich anemme,
daß in dem Fall ſei Unnerbewußtſei geſiegt hott gäje ſei
Owwerbewußtſei, beziehungsweis; die Bſychoannalieſe gääche
die Ruhrgasannalieſe —
Wie geſagt: wer in dem Fall
Recht hott, un wer Recht behelt, daß wärd die Zukunft leern.
Außerdem hott mer de Adrag geſtellt, de ganze Stadtrat
uff=
zulöſe! — Un grad vun däre Seid, die kaum richdich eneigeroche
hott. Dann die ſage ſich: äwe blieht unſer Weize . . Was mich
bedrifft, ſo hett ich nix gäje die Ufflöſung zu mäckern gehatt.
Dann ich ſag mir: je ſchneller die Härrſchafte an’s Ruder kumme,
däſto beſſer wärd’s ſei — net wärrn, dann die koche aach bloß
mit Waſſer; wann ſehawwe! — Un momentan hawwe mehr
in Darmſtadt unner allerhand ſunſtiche Mengel aach noch mit=eme
Waſſermangel zu kempfe, un es macht grad de Ei druck, als
wann de Petrus aach noch unſere Stadtverwaldung en Boſſe
ſpiele dhet, indem er’s grad jetzt, wo uffm Waſſerwerk e Maſchien
kabudd is, net räjene leßt. — Ganz beſunners ſchlimm is däß am
Woog, wo ſe die Duſche abgeſtellt hawwe, wobei ich ſage muß,
daß vereinzelt die Duſcherei aach e bische iwwerdriwwe is worrn.
Wann awwer es Duſche net meglich is, hott aach es bade kaan
Wert, dann dorch die nei modiſch Ei fedderei vun de Weibsleit mit
„Newea=Kreem” iſt unſer Darmſtädter „Lido” mit=ere dicke
Fett=
ſchicht iwwerzoge. Wann däß ſo weiter geht, krickt aach noch die
ganz Fiſchzucht de Schlag . .
Alſo, liewer Petrus, hab e Eiſähe, bis die Ooſe=Bumbmaſchien
widder im Gang is —
For de Niewergall=Brunne: Vum H. D.: 10 Mack; vum W. R.:
1 Mack; vum Geh. Rat Br.: 10 Mack; vun de Montagsgeſellſchaft
noch emol: 100 Mack; vun eme alde Darmſtädter uus Bufallo:
25 Mack. — Danke ſchee, allerſeitz. — Un wer noch was ſtifte
will, ſoll ſich eile, eh’s zu ſpeed is, dann am 23. Juli wärd’s
un=
widderruflich ei geweiht. Net, daß aaner hinnenooch kimmt un
ſeckt, er hett nix devo gewißt . . . . . ."
Der zeitgemäße Haushalt.
Der Schlaf unſerer Kinder. So ſehr es zu
ver=
ſiehen iſt, daß die Mütter ihren Kleinen nach beſonders heißen
Tagen, die Wohltat der kühleren Luft am Abend ſo lange wie
möglich bieten möchten, ſo bedauerlich iſt die dadurch bewirkte
Schlafverkürzung der Kinder. Meiſt ſind ſie nach ihrem Spiel in
den Abendſtunden viel zu aufgeregt, um beim Niederlegen raſch
die notwendige Ruhe zu finden. Der Schlaf kann nicht ſo
er=
quickend ſein, da er von viel kürzerer Dauer iſt und die Folge iſt
dann am anderen Morgen, ſchweres Ermuntern, Unluſt und
Ver=
drießlichkeit und mangelnde Aufmerkſamkeit in der Schule.
In einer mir behannten kinderreichen Familie, in der noch
vier Schulkinder, darunter ein paar Zwillinge, von der Mutter
betreut werden, iſt es den Kindern zur Gewohnheit geworden
nach frühzeitigem Abendeſſen, noch eine halbe bis dreiviertel
Stunde zu ſpielen, um dann kurz vor dem Schlafengehen noch ein
Viertelſtündchen in lauem Waſſer zu plantſchen. In
Ermange=
lung eines Badezimmers ſtellt ihnen dazu die Mutter ein
läng=
liches Holzſtoff=Gefäß bereit und jede Woche wird in der
Reihen=
folge ſeiner Benutzung gewechſelt. Mit den Füßen im Waſſer
ſetzen ſich die Kinder auf eine daneben geſtellte Fußbank und
plantſchen und ſpülen die Beine darin ab, um ſich zum Schluß
den ganzen Körper kalt abzureiben. Wie ich einmal mich ſelbſt
überzeugte, drängen ſie ſich geradezu zu dieſer abendlichen
Waſchung, nach der ſie ſich auch ſelbſt trocken reiben und ſofort
einſchlafen.
Natürlich iſt auch ihr Lager immer der Jahreszeit
entſpre=
chend vorgerichtet, ſo daß ſie im Sommer nur leicht, im Winter
dagegen warm eingehüllt, der Ruhe pflegen können. Dieſe
Abend=Abwaſchung wird das ganze Jahr hindurch in der
betref=
fenden Familie durchgehalten und fand ſchon in verſchiedenen
anderen Nachahmung, da die Kinder außerordentlich gut dabei
gedeihen, und nie, wie andere. Verlangen danach tragen, ihr
Zu=
bettgehen ſoweit wie möglich hinauszuſchieben. Die notwendige
Abkühlung des an heißen Tagen erhitzten Körpers wird durch
dieſes Plantſchbad auf einfachſte Weiſe erreicht und gleichzeitig
das Blut vom Kopfe abgeleitet, wodurch ſich Müdigkeit und Ruhe=
Dr. Sch.
bedürfnis von ſelbſt einſtellen.
Verbannt die weißen Zuggardinen aus euren
Schlafzimmern. Wie jeder Arzt beſtätigen wird, iſt der
Schlaf in ungenügend verdunkelten Räumen nur halb ſo tie
und erquickend. Und da die jetzt herrſchenden hellen
Sommer=
nächte nie völlige Dunkelheit eintreten laſſen, ſollten die
Haus=
frauen die weißen Zusgardinen durch dunkelfarbige, am beſten
grüne, erſetzen. Damit ſoll nun nicht geſagt ſein, daß mit dieſer
Umſtellung auch Neuanſchaffungen verknüpft ſind, ſondern
ſpar=
ſame Hausfrauen können ihre vorhandenen Gardinen in
er=
wünſchter Weiſe umgeſtalten. Dazu werden ſie gut gewaſchen
und geſpült, einfach in ein dunkelfarbiges, grünes oder blaues
Citocolbad gelegt, alſo auf kaltem Wege eingefärbt. Dann aus
dieſem gewunden, getrocknet, gerollt und gebügelt, können ſie
wieder aufgehangen werden. Das Schlafen in verdunkelten
Räu=
men iſt vor allem Nervöſen dringend zu empfehlen, die oft nur
V.
ſchwer die erſehnte Nachtruhe finden.
Unnötige Putzarbeit inder Küche zuerſparen
Um ſich die zur Blankerhaltung notwendige Putzarbeit aller in
der Küche verwendeten Hilfsmittel zu erſparen, laſſe man das
Wiegemeſſer, die Meſſer des Gurkenhobels, das Schneidemeſſer
der Brotmaſchine uſw. verchromen, wodurch die genannten
Ge=
genſtände immer blitzſauber bleiben, von keiner Schärfe
ange=
griffen werden und nie mehr roſten. Dieſes Verfahren wird heute
überall für erſchwinglichen Preis ausgeführt Nach und nach
vorgenommen, verurſacht es auch keine zu fühlbaren Ausgaben.
I.
Alte Vorratszwiebeln ergeben grünen
Lauch. Wenn man noch alte Zwiebeln beſitzt, die ſich zum
Kochen nicht mehr gut verwenden laſſen, ſo ſtecke man ſie
ein=
fach in einen Blumenkaſten oder =töpfe mit Erde. Sie treiben
ſchon nach kurzer Zeit bei fleißigem Gießen, junges
Zwie=
belgrün, das man als Salatwürze uſw. ſtändig zur
Ver=
fügung hat.
M.
Hartkäſe an heißen Tagen vor dem Austrock
nen zu ſchützen. Alle Sorten Hartkäſe, wie Schweizer=
Emmenthaler=, Holländer=, Tilſiterkäſe uſw. kann man vor dem
Austrocknen bewahren, wenn man ſie in ein mehrfach
zuſammen=
gelegtes, in Salzwaſſer ausgedrücktes Leinentuch einſchlägt und
in einen Steintopf legt.
H. I.
Um bei dieſem Süßen das Kompott nicht zu zerrühren, hebe
man dieſes mit einem Schaumlöffel in eine Schüſſel und ſchmecke
den Saft für ſich ab, den man dann darüber gießt, nachdem man
ihn zuvor mit wenig Kartoffelmehl ſämig gemacht hat
V.
Gebrannte Roggenmehlſuppe. In heißer Pfanne
bereite man von 50 Gr. Margarine und 1 gehäuften Eßlöffel
Roggenmehl eine braune Einbrenne, die man, mit ½—½ Liter
heißem Waſſer aufgefüllt, langſam 25 Minuten ausquellen läßt,
nachdem man noch 1 Bündchen friſches Wurzelwerk beigefüg.
hat. Mit Salz und richlich Butter abgeſchmeckt, kann man noch
Semmelbröckchen und feingewiegte Peterſilie dazu geben.
Saure Lunge. 1 Pfund Lunge ſetze man mit 1
Bünd=
chen Suppengrün, einer nelkenbeſteckten Zwiebel, 2—3 Gewürz=
und Pfefferkörnern, ſowie Salz zum Kochen auf. Dann ſchneide
man ſie in Streifchen, die man einer braunen Mehlſchwitze
bei=
fügt, fülle mit etwas Kochbrühe auf, ſo daß eine ſämige Soße
entſteht, worauf man das Gericht mit Eſſig und Zucker pikant
abſchmeckt. Dazu paſſen ſehr gut Kartoffelklöße.
Einfache Kirſchſpeiſe. 1 Pfund Zwieback zerbröckle
man und vermiſche ihn mit 1 Pfund Kirſchen, 1 Eßlöffel Zucker,
2 Eßlöffel Süßſtofflöſung. 1 Päckchen Vanillin, ſowie 2 geriebenen
bitteren Mandeln. In dick ausgeſtrichene Form gefüllt, übergieße
man den Inhalt mit einer Miſchung von 2 Eiern, 3 Eßlöffel
Weizenmehl und 7½₈ Liter Milch. Mit Butterflöckchen belegt,
backe man die Speiſe bei mittlerer Hitze 74—1 Stunde und reiche
Mandel= oder Vanilleſoße dazu. Auch erkaltet zum Kaffee
vor=
züglich.
Speiſen=Zettel.
Sonntag: Tomatenkaltſchale, Kalbsnierenbraten mit
Kohlrabigemüſe, Erdbeeren. — Montag: Einfache Kirſchſpeiſe.
— Dienstag: Schmorgurken mit Bratkartoffeln. — Mitt
woch: Gemüſe von Pfifferlingen. — Donnerstag:
Paprika=
gulaſch mit Salat. — Freitag: Fiſchkotolett mit Salat.
Samstag: Hefeklöße mit Heidelbeeren.
I
Humor I
Fatale Ableitung.
„Den Käſe will meine Mutter nicht, und ich ſoll Ihnen einen ſchönen
Gruß beſtellen und Sie wären kein Käſehändler, ſondern ein „Mädchen”!
„62 Kilo”, ſagt Fräulein Elſe, von der Waage ſteigend, zu ihrem
Verehrer. — „Und ein Kilo immer ſchöner als das andere!” meint der
(Vikingen.)
verliebte junge Mann.
Etwas viel verlangt. „Ich hätte eine ſchöne Stellung bekommen
und einen Monat Urlaub, der ebenfalls
be=
können, 500 Mark Geha
— „Es hat ſich leider zerſchlagen, wir
konn=
zahlt wird.”
„Na und
ten uns nicht eini en, ich wollte nämlich den Urlaub zuerſt haben.”
(Pages Gai=s.
Zukunftsblick. „Alle Sorgen, lieber Waldemar, will ich mit dir
teilen.” — „Das iſt ja ſehr ſchön, Liebling, aber wir haben doch gar keine
Sorgen.” — „Nein, ich meine, wenn wir verheiratet ſind.”
(Berlingske Tidende.)
„Wegen
Unvorſichtig. „Warum ſind Sie denn im Gefängnis?
ubens?” — „Ja, ich glaubte,
meines Glaubens.” — „Wegen Ihres Gla
(Tit=Bits.)
der Schutzmann wäre nicht in der Nähe!”
Beim Zahnarzt. „Mit dem Stiftzahn, den Sie mir eingeſetzt haben,
bin ich gar nicht zufrieden. Alle Augenblicke tut er mir weh!" „Aber
Herr Kindermann! Das iſt ja gerade meine Spezialität, künſtliche
be
C=Berlingske Tidende‟.)
Zähne genau wie echte zu machen!”
Der „Badefregoli”
iſt eine intereſſante Neuheit der Saiſon und wird ſicherlich in
ſchwimmluſtigen Kreiſen lebhaften Beifall finden, da ja die
ſport=
liche Frau ſchon längſt nach einem Kleidungsſtücke ſucht, das
jeden unnötigen Ballaſt für den Weg zum und vom Strandbade
vermeidet und eine Aufmachung darſtellt, die ſich auf das
Aller=
nötigſte beſchränkt.
Nun ſcheint mit dem „Fregoli” (das nach dem berühmten
Verwandlungskünſtler benannt iſt) das Richtige gefunden worden
und die Strickmode, die ja ſchon auf ſo vielen Linien
ſieg=
reich war, dazu auserſehen zu ſein, auch hier den Vogel
abzu=
ſchießen.
Man hat ſich das geſtickte Fregoli derart vorzuſtellen, das
über den üblichen Badeanzug, der — ganz dem Geſchmacke ſeiner
Trägerin angepaßt — einfarbig oder auch gemuſtert ſein kann —
ein geſtrickter Rock getragen wird, ſo daß alſo der Oberteil des
Schwimmanzuges gewiſſermaßen die Bluſe zu erſetzen hat; das ſo
entſtandene ärmelloſe Strandkleid wird dann durch ein kurzes,
geſtricktes Jäckchen oder Bolero zu einem Complet ergänzt, das
ſich nicht im mindeſten von einer ausgeſprochenen
Promenade=
aufmachung unterſcheidet und demzufolge ſicherlich raſch populär
werden wird (letztes Bild).
Bolero und Schwimmanzug (bei Weglaſſung des Rockes)
er=
geben hingegen eine ganz entzückende Aufmachung für den
Strand (da man ja den Complet=Gedanben auch hier in den
Vordergrund zu rücken beabſichtigt). Mittelbild.
Auch zum Strand=Pyjama trägt man das geſtrickte Jäckchen
gerne, weil es ihm ſofort die letztlinige Note gibt (Bild 1).
W. U.
Der Badehut
iſt keines jener Stücke, die man „auf gut Glück” verſorgt, ſondern
wird immer mit beſonderer Muße gewählt, da hier die Eigenart
der Trägerin berückſichtigt werden muß, um ſo mehr, als man
—Er eu ff Frn Enim fffrE nErg II I Em Eifſ EEmam
Außerordentlich intereſſant iſt die Tatſache, daß man heuer
auf dieſem Gebiete die ſeltſamſten Kontraſte zu ſehen bekommen
wird, denn während einerſeits vielfach von ganz kleinen,
enganlie=
genden Formen die Rede iſt (Bild 1), die als „Pullmannkappen” aus
Piqué oder einem anderen Waſchſtoffe anzuſehen ſind, begegnet
man andererſeits auch zahlreichen großen, ja faſt
überdimenſiona=
len Typen, in Geſtalt der eigenartigen, geſteppten Leinenhüte, die
ungemein maleriſch ſind (Mittelbild).
Viele aber wünſchen weder die eine noch die andere Faſſon,
ſondern entſcheiden ſich in „ſachlicher Auffaſſung” für ein
ſchlich=
tes, buntgemuſtertes Tuch, das die Haare zuſammenhält und das
ſicherlich bei den zahlreichen Sonnenjüngerinnen den Sieg
davon=
tragen wird.
W. U.
Drei Pujama=Cypen
ſind es, die für die elegante Frau in Frage kommen, und zwar:
der Strandanzug, der Hausanzug und das Schlafpyjama.
Es wäre ganz verfehlt zu meinen, daß all dieſe Pyjamas
nach demſelben Schema herzuſtellen ſeien, da die einzelnen Typen
ſich nicht nur in der Machart, ſondern auch im Materiale ſehr
weſentlich voneinander unterſcheiden, um ſo mehr, als man
be=
kanntlich alles daranſetzt, um die jeweilige Aufmachung ihrem
Verwendungszweck bis ins kleinſte Detail anzupaſſen.
Da wäre alſo vor allen Dingen das Strandpyjama zu
erwähnen, das im Augenblicke im Mittelpunkte des Intereſſes
ſteht: man verfertigt es gerne aus Frottierſtoff, weil dadurch der
Bademantel erläßlich wird; die Hoſe iſt meiſt dunkler, der
Ober=
teil ganz hell. Der Gürtel iſt nach wie vor ungemein beliebt
Die neueſten Strandanzüge bringen vielfach die originelle „
Ma=
troſenform” (Skizze).
Als Pyjama im eigenen Heim (Hauspyjama) wählt
man ein Stück mit möglichſt dekorativer Wirkung, wobei
haupt=
ſächlich auf das zur Verwendung gelangende Material Wert zu
legen iſt. Im allgemeinen wird den ſarbenreichen, geblumten
Imprimes der Vorzug gegeben; man verfertigt daraus die weiten
Beinkleider und außerdem eine paletotartige Umhülle, während
die Bluſe — des Kontraſtes wegen — immer aus einem
einfarbig=
hellen Gewebe gedacht iſt (Mittelbild).
Die Schlafpyjamas ſind immer aus einem gut
waſch=
baren Materiale verfertigt und in der Form ſehr ſchlicht. In
ſetzten Aermel=Flügeln durchzuſetzen (letzte Figur) womit ihre
Zugehörigkeit zur neueſten Mode=Silhouette bekundet wird
(Skizze).
W. U.
Neue Omprimés.
Wiewohl die verſchiedenen Blütenmuſter ſozuſagen im
Zenith ihres Erfolges ſtehen, denkt man ſchon daran, für den
Hochſommer auf dem Gebiete der buntgemuſterten Seiden
eigen=
artige ornamentale Neuheiten zu bringen und unter den
zahl=
reichen Anregungen, die die großen Seidenfabriken während der
letzten Wochen gaben, fallen beſonders die verſchiedenen „
Edel=
ſteinmuſter” auf, die ſicherlich nicht alltäglich ſind und etwas
wirk=
lich grundlegend Neues zeigen . .
Man hat ſich dieſe originellen Deſſins als ſtiliſierte
Kriſtall=
motive vorzuſtellen, die ſich in den verſchiedenſten Formen, und
zwar: als Flachſchliff, Tropfen, Prismen uſw. präſentieren.
Dieſe Ornamentik wird ſicherlich ſchon ihres Farbenreichtums
und ihrer eigenartgen Stiliſierung wegen ziemlich bedeutende
Erfolge zu verzeichnen haben.
W. U.
Ein zauberhaftes „Ciſchlein=deck=dich”
iſt die neueſte Errungenſchaft der Weekendmode und man muß
wohl oder übel einräumen, daß es ſich hier nicht nur um ein
höchſt originelles Requiſit, ſondern auch um eine Sache handelt,
die große Freude macht und vorzüglich brauchbar erſcheint.
Natürlich kommt das „Zaubertiſchchen” nur dann in Frage,
wenn man die Möglichkeit hat, es mit dem Auto zu
transpor=
tieren oder wenn man es mit ins Landhaus nimmt.
In zuſammengeklapptem Zuſtande iſt es ſo klein, daß es
ſicherlich kaum mehr Raum einnimmt als ein mittelgroßes
Neceſſaire.
Das Köfferchen ſelbſt wird ja — wenn es geöffnet iſt
durch Fixierung der Scharniere im Nu zu einer ſoliden
Tiſch=
platte, die Tiſchfüße ſind in ſehr kluger Art umzulegen.
Außer=
dem ſind in dem Klapptiſchchen auch noch drei zuſammengelegte
Gartenſeſſel untergebracht, überdies noch einiges Geſchirr, das
notwendigſte Beſteck und kleine Proviantdoſen.
Man ſieht alſo, daß wwir nicht nur in einer Zeit leben, da
techniſche Jules=Verniaden zur Tatſache, ſondern auch Märchen
zur greifbaren Wirklichkeit werden . . ."
W. U.
Hutſtander
ſind ein Begriff, den man ſicherlich fürs erſte als „altmodiſch”
zu bezeichnen geneigt iſt, doch tritt gerade durch ſolche
Kleinig=
keiten die Tatſache klar zutage, daß die neue Mode in jeder
Hin=
ſicht auf ältere Vorbilder zurückgreift, ſo daß eben auch
man=
cherlei Behelfe notwendig werden, die man ſchon vergeſſen hatte.
Man trachtet natürlich in modern=kunſtgewerblicher
Auffaſ=
ſung auch ſolchen Hutſtützen eigenartige Formen zu geben und
die neueſten Holzſtänder bringen demnach auch die entzückendſten
Ideen: man ſieht hier farbige Pilze, originell=bemalte Kugeln
und ſchließlich aus Holz geſchnitzte farbige Blüten an grünen
Stielen, die außerordentlich gefallen und — abgeſehen davon,
daß ſie für den Hut notwendig ſind — durch Eigenart der Note
große Freude bereiten und zu jenen „kleinen Geſchenken” gehören,
die eine Dame immer entzücken und — wie das Sprichwort
ſagt — „die Freundſchaft erhalten‟ . . .
W. I.
Vier Paare Handſchuhe
braucht die elegante Frau, wenn ſie modiſch auf der Höhe ſein
will, da der Handſchuh, der ſo lange Zeit vollkommen
vernach=
läſſigt worden war, nun wieder höher in Gunſt ſteht denn je
und nicht nur als Modeſache, ſondern gewiſſermaßen als „conditlo
sine aua non” zu werten iſt.
Während man alſo in dieſer Beziehung ſehr ſorgfältig wählt,
mißt man der Ausarbeitung des Handſchuhs weniger Bedeutung
loſe Machart vollauf genügen, um reſtlos zu gefallen, wogegen auf
die verſchiedenen Garnierungen gerne verzichtet wird.
Zum ſportlichen Koſtüme trägt man (wie unſer erſtes Bild
zeigt) den ſchlichten, kurzen Wildleder= oder Nappa=Handſchuh,
zu einem Seidencomplet — ob es nun einfarbig oder gemuſtert
ſei — die üblichen „zuſammengeſchobenen” Stulpen=Typen, zum
ärmelloſen Cape=Kleide aber einen halblangen Handſchuh, der
inſofern intereſſant iſt, als er nur einen kleinen Teil des
Ober=
armes freiläßt und ausgezeichnet wirkt, während zur abendlichen
Aufmachung ausnahmslos der lange Handſchuh verwendet wird,
deſſen Schönheit in ſeiner Farbe, ſeiner Länge und ſeiner
tadel=
loſen Paßform liegt.
Das Eleganteſte für den Abend iſt der paſtellfarbene
Handſchuh (der dem Empire nachempfunden wurde). Aber auch
die ſchwarzen Handſchuhe gefallen ſehr gut und ſind inſoferne
vielleicht noch praktiſcher, als ſie faſt zu jeder Farbe getragen
werden können. (Selbſt zu einem hellen Kleide wirken nämlich
ſchwarze Handſchuhe und ſchwarze Schuhe ganz vorzüglich . . .)
A
Antikiſiert=ſtiliſierte Kragenpartien
ſind für die neue Mode ſicherlich charakteriſtiſch und darum
un=
bedingt bemerkenswert. Man findet hier nicht beſtimmte, nach
be=
ſtimmten Schemen hergeſtellte Typen, ſondern eine ganze Reihe
eigenartigſter Ideen, ſo daß die Frau von Geſchmack nur zu
wählen braucht und unter allen Umſtänden der originellen
Wir=
kung ſicher ſein darf.
Zum Teile nehmen dieſe Kragen und Fiſchüs die
mittelalter=
liche Mode zum Vorbilde, denn es gibt unter anderem Effekte, die
Nummer 185
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Nummer 185
Sonntag, den 6. Juli 1930
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tottern iſt keine
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Sonntag, den 6. Juli 1930
Seite
33
Das Parlaukann
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Nachdruck verboten.
Der Doktor ſchalt ſich in dieſem Moment einen Eſel. Wie
konnte ihm nur das paſſieren? Er ſah doch bei ſeinem Beſuch
in Arensberg, allerdings flüchtig, die jenge Dame. Und jetzt
hatte er ſie nicht wiedererkannt. Freilich, ſie war ganz verändert,
nicht nur in der Kleidung, die ſie dort im Schloß ganz anders
trug — ohne Kopfbedeckung — auch das Geſicht, war das nicht
ſchmäler geworden, die Augen ganz tiefliegend?
Er verneigte ſich leicht. „Sehr erfreut, die treue Pflegerin
des verſtorbenen Grufen von Arensberg kennenzulernen”, ſprach
er. „Darf ich gleich eine direkte Frage tun, gnädiges Fräulein?”
Und als ſie ihn offen, frei anſah
„Als was kennen Sie
mich eigentlich? Was hat man Ihnen auf dem Präſidium
geſagt?”
Ebenſo offen antwortete ſie: „Ich darf keine Umſchweife
machen, Herr Doktor. Man ſagte mir, daß, wenn in der
ver=
zweifelten Angelegenheit, die mich hierher trieb, noch ein Menſch
mir helfen könne — raſch, wie es meine Angſt fordert, nur Dr.
Borngräber, der beſte Geheimdetektiv unſerer Hauptſtadt, in Frage
käme.”
„Das — ſagte Ihnen der Regierungsrat?” entfuhr es dem
Doktor. Es war ihm nicht gerade angenehm, daß man auf dem
Präſidium der jungen Dame gegenüber ſein Inkognito fallen
ließ. Aber daran ließ ſich leider nun nichts mehr ändern.
Eva neigte ihr bleiches Geſicht bejahend und ſah ihn dabei
wieder mit dem flehenden Ausdruck ihrer ſchönen Augen an.
„Dann allerdings habe ich keinen Grund mehr, mich Ihnen
gegenüber zu verſchleiern. Es hätte ja auch keinen Zweck”,
ſprach er.
Eva holte Atem. „Ich möchte Ihnen gleich die heilige
Ver=
ſicherung geben, daß ich Ihr Geheimnis ſtrengſtens wahren
gerde”, verſetzte ſie.
„Das ſetze ich voraus. Und womit kann ich Ihnen nun
dienen, gnädiges Fräulein?”
Eine kleine Pauſe. Eva fühlte, wie ihr eine Welle Blut in
die Schläfe drang.
„Mein Verlobter, Graf Egon von Arensberg, iſt in der
ver=
floſſenen Nacht verſchwunden!
Doktor Borngräber fuhr unwillkürlich auf. Wieder eine
Neuigkeit, auf die er wirklich nicht vorbereitet war. Seine Brauen
jogen ſich mit einem Ruck zuſammen. Eine Flucht am Ende!
Teufel, das verwickelte die Sache bedeutend.
„Sie — nennen den jungen Schloßherrn Ihren Verlobten,
Baroneſſe?” ſtieß er hervor. Auch das überraſchte ihn nicht
wenig.
Mit wenigen Worten, die ſich ihr mühſam von den Lippen
rangen, immer von heimlicher Angſt getrieben, ſchilderte das
junge Mädchen in zagender, mitunter ſtockender Weiſe, wie ſie
ſich mit Egon von Arensberg fand — wie ſie, gleichſam von dem
Zauber der Stunde überwältigt, ihm ihr Herz ſchenkte.
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Sie verſchwieg nichts, berichtete, daß ſie an dieſem Abend
Schloß Arensberg verlaſſen wollte, daß ſie dann vergeblich auf
Egon wartete, der doch bereits das Auto beſtellt hatte, in dem er
ſie nach der Station und von dort nach der Hauptſtadt bringen
wollte.
Und dann, als es immer ſpäter wurde, ohre daß Egon
etwas von ſich hären ließ, und ſie die Dienerſchaft befragte, mußte
ſie zu ihrem namenloſen Erſtaunen hören, daß der Schloßherr
nicht aufzufinden wäre.
Der Doktor hatte ſchweigend zugehört. Jetzt hob er den Kopf
und ſagte: „Graf Egon von Arensberg iſt alſo — entflohen?”
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Eva ſtarrte den Detektiv beſtürzt an. „Geflüchtet, meinen
Sie? Aber nein! Dazu hatte er doch nicht die geringſte
Ver=
anlaſſung!” rief ſie. „Wir waren ja ſo glücklich, ſoüber alles
glück=
lich. Es war alles zwiſchen uns verabredet. Sobald es die
Umſtände erlaubten, wollten wir uns ganz im Stllen trauen
laſſen und dann nach dem Süden reiſen. Nein, nein, das iſt
keine Flucht!”
„Aber, was könnte es denn ſonſt ſein?”
Feſt ſah der Doktor die junge Dame an.
Eva zitterte in der Erregung des Augenblicks. Zögernd rang
es ſich von ihren Lippen: „Mein Verlobter iſt einem Verbrechen
zum Opfer gefallen!“
Der Doktor hob den Blick. „Was veranlaßt Sie denn, gleich
dieſes Schlimmſte zu denken?
„Die ganzen Umſtände, mein Herr! Er hätte mir doch im
andern Fall eine Zeile der Erklärung zurückgelaſſen. Ja, er war
gar nicht imſtande, mich gerade jetzt zu verlaſſen!“
Der Doktor unterdrückte ein vielſagendes Lächeln. Was
wußte dieſes junge Mädchen von den Geheimniſſen ihres
Ver=
lobten! Offenbar nicht das geringſte.
„Wollen Sie mir, bitte, angeben, was Sie unternahmen,
als ſich herausſtellte, daß der junge Graf verſchwunden ſei?”
ſagte er.
„Ich wollte es zuerſt gar nicht glauben. Dann rief ich die
geſamte Dienerſchaft zuſammen und befragte jede Perſon
ein=
zeln. Aber es konnte mir niemand eine Erklärung geben
niemand hatte geſehen, daß mein Verlobter in der Dunkelheit
das Schloß verließ. Sein jüngerer Diener war leider um dieſe
Zeit abweſend. Er beſorgte etwas außerhalb des Schloſſes.”
„Haben Sie auch den alten Leibdiener Mühlhauſer befragt?”
Der Mann gilt, ſoviel ich weiß, für eine Art Hausmeiſter?”
„Ich fragte auch ihn, gewiß. Er wußte ebenſowenig wie
die andern, ja, er zeigte ſich am meiſten beſtürzt und
organi=
ſierte ſofort die übrigen, um Schloß und Park genau zu
durch=
ſuchen.”
„Es fanden ſich keine Spuren von dem Verſchwundenen?”
„Abſolut nichts. Wir ſuchten bis gegen Mitternacht. Dann
brach ich kraftlos zuſammen. Ich habe das Schloß jetzt natürlich
nicht verlaſſen — für immer meine ich. Ich will dort warten,
bis ich eine beſtimmte Gewißheit über das Schickſal meines
Ver=
lobten erhalte.”
„Und dieſen Morgen? Iſt keinerlei Nachricht von dem Grafen
eingetroffen?
„Nichts! Ich war verzweifelt. Und in dieſer Stimmung
fuhr ich dann nachmittags in die Stadt. Es hatte ſich mir die
entſetzliche Ahnung aufgedrängt, daß der Unglückliche einem
Ver=
brechen zum Opfer gefallen ſei.”
„Hm . . ., glauben Sie etwa, eine Urſache für dieſe Annahme
zu kennen?”
„Leider nicht! Ich fühle das nur . . ., es iſt ein dunkles,
furchtbares Empfinden . . .
„Sie haben dem Regierungsrat dies alles mitgeteilt?”
„Ja, ohne Rückhalt. Er kannte meinen Vater und gab mir
den Rat, mich perſönlich an Sie zu wenden. Bis zu Ihrer
Ent=
ſcheidung ſollte das Verſchwinden meines Verlobten der
Oeffent=
lichkeit verſchwiegen werden.”
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