Darmstädter Tagblatt 1930


31. Mai 1930

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Einzelnummer 10 Pfennige

Be51

Armſtä
A
Ah
Aadli
P
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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nark und 22 Pfennig.
3 Reſchemark, durch die
ei Haus. Poſibezugspreis
onatlich 2.25 Reichsmari.
ihme von Anzelgen an
cht übernommen. Nicht=
infolge
höherer Gewalt
Nat
ſchi zur Kürzung des
90Me Cseſtelile 1 und Abbeſtellungen durch
ſit uns. poſiſcheckionio
Franfau N. 1394.

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrſchten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.

Nummer 150

Samstag, den 31. Mai 1930.

193. Jahrgang

27 mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspig.
Finanz=Anzelgen 40 Reichspfg. Reilamezeile (92 mm
breit)/2 Reichsmarl.Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz=Anzelgen 60 Reichspfg. 92 mm breite Rellame=
preiſe
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Im Falle höherer
1 Dollar 4.20 Markl.
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
jede Verpflichtung auf Erfüſlung der Anzeigen=
aufträge
und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Jonkurs oder gerichtliſcher Beſtreibung ſällt jeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darm=
ſädter
und Nationalbank.

Anhauer über die Sinanzlage des Reiches
tuag r Einnahmen. 2as Steueraufkommen um 25 Millionen hinker der Ekatsſchähung zurück=
ziale
Mehrausgaben infolge ungünſtiger Wirkſchaftsenkwicklung. Geſamkverſchuldung
e divergangenen Ekatsjahres 271,7 Millionen. Offene Ausgabenreſte 47 Millionen.

Anleihebedarf 818,7 Millionen.
2 zur Sinanzreform.
e ſteuerliche Belaſlung?
* Berlin, 30. Mai. (Priv.=Tel.) dieſer Summe beträgt.

izminiſter hat im Haushaltsausſchuß des
d unfangreichen Materials noch einmal die
urgeſtellt und betont, daß für 737 Millionen
den müſſe. Zu gleicher Zeit hat der Reichs=
den
ſozialiſtiſchen Gewerkſchaften davon ge=
ichsregierung
dem Reichstag einen Vorſchlag
rin kurzer Friſt etwa 120150 000 Erwerbs=
hc
ſoll. Es wäre ganz gut geweſen, wenn der
Vorſchlag näher ſkizziert hätte. Nun wird
ſeten ſen, bis das Kabinett die Vorlage verab=
um
von der Zweckmäßigkeit des Vorſchlages ein
nen.
zeige e Gewerkſchaften nicht die geringſte Neigung,
uläres aßnahmen zu unterſtützen, die aber geeignet
ſirtſch mit ſtarken Antrieben zu verſehen, wie etwa
ſe ar: Abbau überſpitzter Lohnſätze bei manchen
M Nuſtri 4. Auf der einen Seite will man den Arbeitern
n nicht zumuten, die beſtimmt mit einer allge=
sſex
g verkoppelt werden können und müſſen, iſt
7 Seite gern bereit, dem Arbeiter neue Er=
äge
zu der Arbeitsloſenerſicherung und neue
in, die unweigerlich zu weiteren Preiserhö=
Ber Sſtillegungen führen und die das Einkommen
dei; wahrſcheinlich noch viel größerem Maß be=
Lohnkürzungen. Mit weiteren Belaſtungen
das wirkliche Einkommen doch nur automatiſch
bleibt alles beim Alten, was am unvorteil=
nter
der immer mehr eingeengten Wirtſchaft
ſſen ſchwer zu leiden haben.
allung vor dem Haushaltsausſchuß.
Berlin, 30. Mai.
Erau des Etats der allgemeinen Finanzverwaltung
atter machte Abg. Keil (Soz.) darauf auf=
n
der Verhandlungsmethode des Ausſchuſſes
ieuer Modus zu entwickeln ſcheine. Wie die
ſichtigen die Regierungsparteien, zwiſchen der
Etatsleſung dem Reichstage neue Vorſchläge
am Etat noch erhebliche Abſtriche vorzuneh=
S dieſer neuen Verhandlungsmethode würde
ſition bei der entſcheidenden Etatsgeſtaltung
Nitwirkung ausgeſchloſſen wäre. Man müſſe
in, daß damit ein neuer Weſenszug in das
iriſche Syſtem hineingetragen werde.
erträgen des Monats April erklärte der Be=
eſamtaufkommen
des Monats April 1930 von
M. überſteige das Aufkommen im April 1929
M. Davon entfallen aber 70 Millionen RM.
gsumlage, die im vorigen Jahre nicht im Etat
ächlich iſt daher das April=Aufkommen gegen=
um
26 Millionen RM. zurückgegangen. Da=

Killionen RM. auf die Beſitz= und Verkehrs=
abzuwarten
, wie ſich die Steuererhöhungen
en werden.
DiS nanzminiſter Dr. Moldenhauer
die Reichseinnahmenim Aprilum
hinter den Schätzungen zurückge=
7233 Davon entfallen auf die Beſitz= und Verkehrs=
ſen
, auf Zölle und Verbraucherabgaben 26,25
as ſind allerdings nur die Reichsanteile, neben=
die
Länder entfallenden Anteile des Minder=
Miniſter unterzog die einzelnen Poſten des
S bei den verſchiedenen Steuern und Zöllen
kfung und kam zu dem Schluß, daß man den
Beſitz= und Verkehrsſteuern für das Reich auf
au der erſten acht Monate an den Zöllen und
gegenüber den Voranſchlägen des Haus=
Millionen ſchätzen müſſe, zuſammen alſo 136,6
S lzüglich eines weiteren Ausfalles an Beför=
*e Zölle ſchätzte der Redner nur für die erſten
Jur ſpätere Mindereingänge notfalls durch eine
im Winter Erſatz geſucht werden könne.
Ain loſen-Kurve. Alle Berechnungen
ei den Haufen geworfen.
ührte ferner aus: Im Vorjahre war nach einer
ſrken Arbeitsloſigkeit im Frühjahr, im April
ſnken der Zahl der Hauptunterſtützungsemp=
400 000 erfolgt. Verlief die Kurve im gegen=
Drechend, dann konnte damit gerechnet werden,
e Deckung ausreichte. Tatſächlich kam es an=
trat
nur in Höhe von etwa 150 000 Haupt=
angern
ein. Eine ſolche Entwicklung hatte auch

vorher die Oppoſition nicht für möglich gehalten. Auch dieſe
glaubte mit einer alsbaldigen Mehrdeckung von ¼ Prozent Bei=
tragserhöhung
, d. h. von 70 Millionen jährlich, auskommen zu
können, während die nach der gegenwärtigen überſehbaren Lage
des Arbeitsmarktes notwendig werdende Deckung ein Vielfaches
Noch am gleichen Tage, nachdem die Zahlen der Arbeitsloſen
vom 30. April vorlagen, hat ſich das Finanzminiſterium mit dem
Arbeitsminiſterium in Verbindung geſetzt, um mit ihm die ſich
daraus ergebenden Mehrausgaben und die Mittel zu deren Ver=
minderung
und Deckung zu prüfen. Das Ergebnis dieſer Bera=
tungen
iſt, daß für das Jahr 1930 mit einer Mindeſtdurchſchnitts=
zahl
der Arbeitsloſen von 1,6 Millionen zu rechnen iſt, die einen
Mehraufwand über den Etatsſatz in Höhe von 450 Millionen er=
fordert
. Außerdem führt die gleiche Entwicklung zu einer Er=
höhung
der Zahl der Kriſenempfänger von bisher 200 000 auf
etwa 400 000, d. h. zu einem weiteren Mehrbedarf von 150 Mil=
lionen
. Es iſt alſo durch die Wirtſchaftsentwicklung auf der Aus=
gabenſeite
ein Mehrbedarf von insgeſamt 600 Millionen erzeugt
worden. Zum Teil wird ſich die Deckung dieſer Mehraufwen=
dungen
durch Maßnahmen auf dem Gebiete der Arbeitsloſenver=
ſicherung
ſelbſt ergeben. Ein Entwurf hierüber ſoll in der nächſten
Woche fertiggeſtellt werden und alsbald dem Reichsrat zugehen.
Im Zuſammenhang hiermit ſind auch eine Reihe von Maßnahmen
in Vorbereitung, welche durch Arbeitsbeſchaffung die wirtſchaft=
liche
Lage im allgemeinen heben ſollen. Bezüglich des danach
verbleibenden Ausfalls hat ſich das Kabinett bisher ein allge=
meines
Bild über die Notwendigkeit einer Deckung und die hier=
für
gegebenen Möglichkeiten gemacht, ohne ſich auf einen beſtimm=
ten
Weg feſtzulegen. Die Vorſchläge hierüber werden dem Reichs=
rat
alsbald nach Pfingſten zugehen. Man könne jedoch ſchon jetzt
ſagen, daß man dabei an der Ausgabenſeite des Etats nicht vor=
beigehen
werde.
Zu dieſem Fehlbetrag, der auf Mehrausgaben auf dem Ge=
biete
der Sozialverſicherung beruht, komme nun noch der bereits
mitgeteilte Minderertrag der Einnahmen. Die Wirtſchaftslage
wirke ſich auch auf die Einnahmeſeite nachteilig aus. Der Reichs=
finanzminiſter
gab dann ein Bild über
das Abſchlußergebnis des Rechnungsjahres 1929.
Der ordentliche Haushalt des Jahres 1929 ſchließt mit einem Fehl=
betrag
von 310,6 Millionen RM. ab. Dazu kommt noch der Fehl=
betrag
des Rechnungsjahres 1928 mit 154,4 Millionen RM., ſo
daß am Schluſſe des Rechnungsjahres 1929 ein
Geſamtfehlbetrag von 465 Millionen RM. vorhan=
den
war. Zur Deckung des vorausſichtlichen Fehl=
betrages
der Jahre 1928 und 1929 waren in den Ent=
wurf
des Reichshaushaltsplanes für 1930 insgeſamt 515 Mil=
lionen
RM. eingeſtellt worden. Es ergibt ſich ſomit ge=
genüber
der Schätzung im Etat 1930 eine Verbeſſerung von fünfzig
Millionen RM. Hiervon ſollen 15 Millionen RM. für die Oſt=
hilfe
und 35 Millionen RM. im Rahmen des allgemeinen
Deckungsprogramms mitverwendet werden. Das Steueraufkom=
men
iſt insgeſamt um rund 75 Millionen RM. hinter der Etats=
ſchätzung
zurückgeblieben. Davon entfallen 29 Millionen RM. auf
das Lohnſteueraufkommen. Der Invalidenverſicherung konnten
daher anſtatt der im Etat vorgeſehenen 50 Millionen nur 21 Mil=
lionen
zugewieſen werden. Von dem reſtlichen Steuerausfall in
Höhe von 46 Millionen RM. gehen rund 45 Millionen zu Laſten
des Reiches und rund 1 Million zu Laſten der Länder. Bei den
Verwaltungseinnahmen ſteht einem Mehraufkommen von 23.7
Millionen, an dem alle Verwaltungszweige beteiligt ſind, eine
Mindereinnahme von 25,3 Millionen bei den Einnahmen aus der
Münzprägung gegenüber, ſo daß netto 1,6 Millionen weniger ein=
gegangen
ſind.
Bei den fortdauernden Ausgaben ſind, abgeſehen von den
Steuerüberweiſungen, 41,6 Millionen mehr und 104,2 Millionen
weniger netto, alſo 62,7 Millionen weniger ausgegeben worden.
Bei den einmaligen Ausgaben ſind unter Gegenrechnung der
Minderausgaben netto 29 Millionen mehr ausgegeben worden,
von denen 28 Millionen für Darlehen an die Reichsanſtalt für
Arbeitsvermittlung und Arbeitsloſenverſicherung entfallen. Reſte,
die am Schluß des Jahres 1928 bei den Ausgaben rund 350 Mil=
lionen
und bei den Einnahmen rund 150 Millionen betragen
haben, ſind im Jahre 1929 wieder ſehr ſtark zurückgegangen. Sie
betragen am Schluß des Rechnungsjahres 1929 bei den Aus=
gaben
138,6 Millionen und bei den Einnahmen 73,2 Millionen,
netto alſo 65,4 Millionen. Die Ausgabenreſte ſind alſo gegenüber
dem Vorjahr um rund 60 Prozent geſunken.
Beim außerordentlichen Haushalt betragen die Einnahmen
481 Millionen, die Ausgaben 348,2 Millionen. Die Einnahmen
überſteigen alſo die Ausgaben um 132,8 Millionen. Der Fehlbe=
trag
aus den Jahren 19261928 beträgt 904,5 Millionen, ſo daß
ſich die Geſamtverſchuldung des außerordentlichen Haushalts am
Ende des Rechnungsjahres 1929 auf 771,7 Millionen beläuft. An
Ausgabereſten ſtehen noch 47 Millionen offen. Der Anleihebedarf
beträgt ſomit am Ende des Rechnungsjahres 1929 noch 818,7 Mil=
lionen
RM.
(Fortſetzung auf Seite 2, 3. Spalte.)

* W0 bleibt die Proſperikäk?
Der Mai iſt gekommen, aber der Proſperitätsbaum will nicht
ausſchlagen. Von amtswegen geſchürter Optimismus flaut
ab. Man fürchtet, daß der Tiefſtand trotz aller Prophezeiungen
noch nicht erreicht iſt.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
A. G. A. New York, Mitte Mai.
Alles neu macht der Mai. Den ganzen Winter über hat man,
vornehmlich in Waſhington, dem amerikaniſchen Publikum dies
Lied geſungen. Berufene und Unberufene haben für das Früh=
jahr
eine Wiederkehr der im vorigen Herbſt abhanden gekommenen
Proſperität rrophezeit. Sie iſt ausgeblieben. Und da im Som=
mer
das Geſchäft erfahrungsgemäß ohnehin flau iſt, vertröſten
die Propheten uns jetzt auf das Spätjahr. Länger kann For=
tung
mit dem von ihr ſo bevorzugten Volke der Vereinigten
Staaten unmöglich Verſtecken ſpielen.
Aber das Volk iſt etwas mißtrauiſch geworden und beginnt
den Urſachen des Ausbleibens der wirtſchaftlichen Erholung
nachzuforſchen. Es beginnt ſich mit der Frage zu befaſſen, ob
die Gründe der derzeitigen Depreſſion tatſächlich irgendeine be=
ſtimmte
Vorausſage auf den Termin ihrer Beendigung zulaſſen.
Man hat den Niedergang des Geſchäfts, die Flaute
in der Induſtrie in erſter Linie dem Börſenkrach vom letzten
Spätherbſt zugeſchrieben. Jetzt aber kommt man allmählich zu
der Ueberzeugung, daß andere Gründe vorliegen müſſen.
Man argumentierte einerſeits, der gute Geſchäftsgang ſei haupt=
ſächlich
auf die rieſigen Gewinne einer Horde erfolgreicher Börſen=
ſpekulanten
zurückzuführen geweſen, und das plötzliche Verſiegen
dieſer Geldquelle habe der Kaufluſt und Kaufkraft ein Ende ge=
macht
. Gegen die Berechtigung dieſer Hypotheſe haben ſchon
immer gewichtige Gründe vorgelegen, die dem Publikum klar=
zumachen
ſich die Einſichtsvollen vergebens bemüht haben. Für
ihre Hinfälligkeit liegen jetzt Beweiſe vor. Zwiſchen November
und Mai hat auf dem Effektenmarkte eine recht kräftige
Erholung eingeſetzt, und dank der billigen Geldſätze iſt es an
der Börſe und in den Maklerſtuben in der letzten Zeit ſehr leb=
haft
zugegangen. Wovon jeder, den der Fahrſtuhl in einem der
Bürogebäude der New Yorker Unterſtadt an den von Kaufluſtigen
erfüllten Brokers Offites vorbeiführt, ſich tagtäglich überzeugen
konnte.
Aber die zweifellos aus dieſer neuen Spekulation erzielten
Gewinne haben nicht nur keinerlei günſtigen Einfluß auf die
allgemeine Geſchäftslage ausgeübt, im Gegenteil, das Ausbleiben
der Erholung hat auch an der Stock Exchange eine aber=
malige
, wenn auch nur vorübergehende Deroute
verurſacht.
Auf der anderen Seite behauptet man, die enorme Anſpan=
nung
des Kredits durch die Hauſſe=Spekulation letzten Herbſt
habe wichtigen Induſtrien, vor allem der Bautätigkeit, das nötige
Kapital entzogen. Damit mag es wohl ſeine Richtigkeit gehabt
haben, trotzdem aber hat ſich auch bei der Entſpannung und der
Flüſſigkeit des Geldmarktes die Tätigkeit in dieſen Induſtrien
dem Niveau von 1929 nur wenig genähert. Das Beſte, was
man der Erleichterung der Anleiheaufnahme nachſagen kann, iſt,
daß ſie Fonds für die Errichtung von öffentlichen und Geſchäfts=
bauten
verfügbar gemacht hat, während der weit wichtigere Bau
von Wohnhäuſern nach wie vor lahmliegt und die niedrigeren
Zinſen auch der Induſtrie nur ſehr wenig geholfen haben. Die
Geldverſteifung war zweifellos ein Hindernis im Wege der Er=
holung
, aber ihre Beſeitigung allein genügt nicht. Die Geſchäfts=
ſpelt
muß poſitive Gründe für die Neubelebung ihrer Tätigkeit
haben, die Möglichkeit, Geld zu verhältnismäßig
geringem Zins zuerlangen, reicht nicht aus.
An den verantwortlichen Stellen muß man nachgerade zu
der Ueberzeugung gelangt ſein, daß ein künſtlich angefeuerter Op=
timismus
zwecklos und nicht lebensfähig iſt. Weite Kreiſe geben
ſich dem Aberglauben hin, guter Geſchäftsgang ſei hauptſächlich
eine Sache der Zuverſicht, des Vertrauens. Wenn der Geſchäfts=
mann
dies verliere, fange er an, ſeinen Betrieb zu bremſen, wenn
er es wiedergewinne, beſchleunige er das Tempo. Mit dieſer
Irrlehre hat man ſeit letzten November ſtarken Unfug getrieben.
Die rieſigen Plakate, denen man überall begegnet, mit der Auf=
forderung
: America is Prosperous Keep it so! (Amerika pro=
ſperiert
bleibt dabei), die konſtante Beſchönigung der Erwerbs=
loſigkeit
durch Arbeitsminiſter Davis, die unaufhörlichen Prophe=
zeiungen
der unmittelbar bevorſtehenden Wiederkehr der Pro=
ſperität
durch Führer der Induſtrie und durch dem Päſidenten
naheſtehende Perſönlichkeiten haben zweifellos in einem erheb=
lichen
Teil des Publikums Hoffnungen wach werden laſſen. Aber
verwirklicht haben ſie ſich bislang nicht. Und das Geſchäft kann
von Hoffnungen nicht leben, es braucht Aufträge. Auch das An=
ziehen
der Börſenpreiſe hat das Wunder nicht bewirkt. Man
braucht nicht zu behaupten, daß pſychologiſche Faktoren ohne Ein=
fluß
auf die Induſtrie ſind. Auch Induſirielle unterſchätzen die
Zukunftsausſichten ebenſo häufig wie ſie ſie überſchätzen, und zu
viel Vertrauen kann der Proſperität ebenſo ſchaden wie zu wenig.
Aber die bemußte roſafarbene Brille kann ebenſo wenig guten
Geſchäftsgang vortäuſchen, wie man eine Krankheit durch Be=
ſprechung
und Hexerei beſeitigen kann.
Seit 1923 war die amerikaniſche Geſchäftswelt von der Ten=
denz
beherrſcht, weit über die Kaufkraft des Ver=
brauchers
am Einkommen der Landwirte, der induſtriellen
und kommerziellen Broterwerber gemeſſen hinaus zupro=
duzieren
, und es muß als Wunder bezeichnet werden, daß
ſich die Depreſſion nicht ſchon früher einſtellte. Der Grund mag
liegen: erſtens in der gigantiſchen und im Tempo beiſpielloſen
Expanſion der Automobilinduſtrie um der Nach=
frage
nach einem verhältnismäßig neuem Artikel zu genügen,
zweitens in der ſtarken Bautätigkeit, die ſich aufs Intenſivſte an=
ſtrengte
, das während des Krieges Verſäumte nachzuholen, unter
gleichzeitiger Berückſichtigung der ſo enorm geſteigerten Anſprüche
an die Lebenshaltung, und drittens in der ſtarken, durch die Be=
gebung
von Anleihen an das Ausland finanzierten Ausfuhr. All
dies hing in weitem Maße von der Krediterleichterung für den
Verbraucher ab. Aber dieſer Zuſtand konnte nicht ewig andauern.
Es mußte eine Zeit kommen, wo die Auto=Induſtrie dem Sätti=

[ ][  ][ ]

Seite 2

gungspunkte nahekam, d. h. wo ihre weitere Ausdehnung ſich nicht
mehr auf die Leute, die nie zuvor ein Auto beſeſſen hatten, ver=
laſſen
konnte, ſondern hauptſächlich vom normalen Verſchleiß und
von der normalen Bevölkerungszunahme abhing. Es mußte eine
Zeit kommen, in der dem durch den Krieg entſtandenen Mangel
an Wohnungen abgeholfen ſein mußte und der künftige Beſitzer
eines Eigenheims oder auch einer Mietswohnung die ihm durch
ſein Einkommen gezogene Kreditgrenze erreicht hatte. Und ſchließ=
lich
mußte auch einmal der Punkt erreicht werden, an dem eine
Verlangſamung des Tempos und eine Einſchränkung der Höhe
der äußeren Anleihen eintreten mußte. Und damit war
auch die Zeit für die Depreſſion gekommen.
Dieſe Zeit iſt da. Der Automobilbau hat ſein Arbeits=
programm
ſtark herabgeſetzt. Die Bautätigkeit desgleichen, denn
die Nachfrage nach Wohnhäuſern iſt geringer als ſeit langen
Jahren. Die Kapitalausfuhr der Vereinigten Staaten iſt letztes
Jahr ganz bedeutend eingeſchrumpft, und die ungünſtige Lage
des ganzen Auslandes hat der Nachfrage nach amerikaniſchen
Erzeugniſſen ſtark Abbruch getan. Es wird einfach nicht mehr
ſoviel gekauft wie erzeugt werden könnte oder erzeugt worden iſt.
In einer Hinſicht allerdings iſt die jetzige Depreſſion nicht
eine Folge von Ueberproduktion im herkömmlichen Sinne des
Wortes. Zahlloſe Fabrikanten und Handelsleute haben gelernt,
ihre Produktion oder ihre Aufträge auf die tatſächliche Nachfrage
einzuſtellen, nach dem Grundſatze des von der Hand zum Munde
Kaufens, und ſie haben keine großen Lagerbeſtände, die um
jeden erhältlichen Preis verſchleudert werden müßten. Aber das
bedeutet keineswegs, daß ihre Erzeugungs= oder Betätigungs=
fähigkeit
voll in Anſpruch genommen wäre. Es bedeutet auch
nicht, daß nicht irgendwo auf dem Wege vom Rohſtoff bis zum
Kleinhandelsladen Vorräte unverkaufter Waren hängen geblieben
ſind. Von der Flaute ſind die Produzenten ge=
wiſſerGrundſtoffe
amhärteſten betroffen. Einen
Stapelartikel um den anderen, wie etwa Baumwolle, Weizen,
Kupfer, Kaffee uſw. hat der Preisſturz mit in die Tiefe gezogen,
einfach weil mehr erzeugt wurde als verbraucht werden konnte.
In manchen Fällen hat früher eine Preisfixierung eine Produk=
tionsſteigerung
bewirkt, in anderen hat man den Markt nicht zu
beeinfluſſen verſucht, in allen zuſammen aber iſt die Aufnahme=
fähigkeit
der Welt nicht mehr groß genug, um die Erzeugung
reſtlos zu abſorbieren. Was an dem ſtändig ſinkenden Niveau
der Weltpreiſe deutlich zu erkennen iſt.
Die Hoffnung auf eine Neubelebung im kommenden Herbſt
ſtützt ſich vor allem auf die Annahme, daß bis dahin die über=
ſchüſſigen
Vorräte untergebracht ſein und die Preiſe anziehen
werden. Dies mag zutreffen, mag aber auch ausbleiben. Wer
die Sachlage auſmerkſam verfolgt, wird die Indexziffern ſcharf
beobachten, ehe er zu der Ueberzeugung gelangt, daß der Wende=
punkt
da iſt. Und vorläufig wird keiner behaupten wollen, es
lägen irgendwelche Beweiſe dafür vor, daß der Tiefſtand er=
reicht
iſt.
Jedenfalls liegt die Ausſicht auf die Wiederkehr einer der
Proſperität, deren ſich die Vereinigten Staaten zwiſchen 1922 und
1929 erfreuten, ähnlichen Geſchäftslage tiefer als in einem bloßen
Abftoßen der unverkauften Lagerbeſtände. Dies mas vielleicht
die Abwärtsbewegung aufhalten, es liegt aber keine Gewähr da=
für
vor, daß dann ſofort eine rapide Neubelebung des Geſchäfts
und damit des Nationaleinkommens einſetzen würde. Auf welche
Weiſe man die Kaufkraft des Farmers, des Lohnarbeiters, des
Angeſtellten erhöhen könnte, welcherlei Wundermittel hierzu an=
gewandt
werden müßten, darüber gehen die Meinungen weit aus=
einander
. Und des Einen Anſichten ſind ſo viel oder ſo wenig
wert wie die des Anderen. Wahrſcheinlich iſt, daß der Wieder=
kehr
der Proſperität eine noch intenſivere Depreſſion, als ſie jetzt
zu verzeichnen iſt, vorangehen wird. Es wäre erfreulich, wenn
man ſich hierin täuſchte.

6. Der Geſetzgebungsausſchuß des Heſſiſchen Landtages
war geſtern nachmittag zu einer kurzen Sitzung zuſammengetreten.
Er genehmigte einſtimmig die Einleitung eines
Strafverfahrens gegen den kommuniſtiſchen Abg. Hammann,
wegen Beleidigung des Innenminiſters aus Anlaß der Vorfälle in
den Opelwerken. Ein kommuniſtiſcher Antrag wegen der ſeiner=
zeitigen
Verhaftung von Betriebsratsmitgliedern der Firma Opel
wurde einmütig abgelehnt, da die Regierung in ein ſchwebendes
Verfahren nicht eingreifen kann.
Gegen die Stimmen des Landbundes wurde der Geſetzent=
wurf
über die
obligatoriſche Trichinenſchau
in erſter Leſung angenommen. Ein volksparteilicher Antrag, der
für die Durchführung des Geſetzes Schwierigkeiten aus der kleinen
Zahl von Fleiſchbeſchauern in den großen Landkreiſen, insbeſon=
dere
für die Hausſchlachtungen, erwartet, wurde der Regierung
zur Berückſichtigung überwieſen. Bis zur 2. Leſung wollen ſich die

Von Kaſimir Edſchmid.

Vom Rabenplatz in Straßburg herunter nach dem Bon
Paſteur zu, wo die lange Flut der Kais immer mehr in das Ge=
heimnis
der alten Stadt hineinzieht, ſtreckt ſich eine Reihe alter
Häuſer den Staden entlang. Engbrüſtig, manche ſchief, wachſen
ihre ſteilen Giebel in die Höhe. Sie ſtützen ſich, eng anein=
anderliegend
, mit den ſchmalen Seiten. Manchmal liegt ihre
Silhouette im Waſſer, den Dampf der Wachſchiffe am Ufer über=
ſchneidend
. Etwas weiter unten iſt das Thomasſtift. Und, eben=
falls
auf der anderen Seite, oben, ſteigt die kühle Höhe des
Münſters auf und breitet die mächtige Faſſade des Rohanſchloſſes
ſich gegen den Kai aus, an dem dicht nebenan alte, ſchwerrunde
Platanen einen kleinen Platz überrauſchen.
Eines dieſer antiken Häuſer iſt das elſäſſiſche Muſeum.
Was ſonſt Muſeum ſich heißt mit dem Zweck, die Kultur eines
Landſtrichs zu zeigen, erzeugt in der Regel durch ſeinen harm=
loſen
Willen zur Vielfalt ein liebenswürdiges Chaos. Man er=
müdet
, wenn die Gegenſtände nach dem Syſtem der Anciennität
nebeneinandergereiht in langweilige Ketten ſich durch die Wechſel
der Jahrhunderte nacheinander abſpulen. Die belehrende Abſicht
der Darbietung erzeugt Unwillen, und die Anhäufung der Details
hebt jede Wirkung auf. Die Enge des landſchaftlichen Umkreiſes
bringt dazu dauernd Wiederholungen, die nicht entzücken, ſondern
abſtumpfen.
Der Sinn dieſer Aufzeichnungen iſt, um darauf hinzuweiſen.
daß gerade dies kaum bekannte Muſeum von den vorausgeſandten
Fehlern gerade das Gegenteil beſitzt. Es verſteht die ungeordnete
Maſſe der breiten und gewaltigen elſäſſiſchen Kulturentladung
in eine ſchmale Stiliſierung aufzufangen.
Dies geſchieht ſo: Zuerſt nämlich ſchwört jedermann, dies ſei
kein Muſeum, wodurch ſchon faſt alles bei dem Beſucher gewonnen
iſt. Vielmehr ſchwört jeder, dies ſei ein altes Patrizierhaus.
Nun iſt es das ja auch, was auch der Grund ſeiner Unbekanntheit
iſt. Denn niemand ahnt etwas anderes dahinter. Der vordere
Teil iſt aus dem ſechzehnten Jahrhundert. Er hat zwei Flügel,
die um einen ſchönen Hof ſich mit einer außerordentlich leichten
Holzgalerie herumſchwingen und in einem Teil auslaufen, der
aus dem fünfzehnten Jahrhundert ſtammt und der wieder um
den winzigen Reſt eines Hofes weiter nach hinten läuft. Wie
überhaupt diefe Bauten eine zeitſymboliſche Tendenz zur Tiefe,
wohl aber nicht zur Breite haben.

Samstag, den 31. Mai 1930

Der Reichsinnenminiſter plant, dem Reichstag eine umfaſſende
Denkſchrift über ſämtliche Streitfragen mit Thüringen zu unter=
breiten
, die dann als Unterlage für eine Ausſprache im Reichs=
tagsplenum
dienen dürfte.
Gegen den preußiſchen Landtagsabgeordneten Oskar Müller=
Frankfurt a. M. und den heſſiſchen Abgeordneten Sumpf=Mainz,
die den Kommuniſtenputſch in den Opelwerken in Rüſſelsheim am
12. Februar d. J. in Szene geſetzt haben, iſt jetzt von der Staats=
anwaltſchaft
Klage erhoben worden. Die Anklage lautet auf
Landfriedensbruch, Hausfriedensbruch, Nötigung, Aufreizung zum
Ungehorſam gegen die Geſetze uſw. Zur Verhandlung, die vor=
ausſichtlich
Mitte Juli vor dem zuſtändigen Bezirksſchöffengericht
in Darmſtadt ſtattfindet, ſind über 100 Zeugen geladen.
Die deutſchnationale Reichstagsfraktion for=
dert
in einer Entſchließung, die Reichsregierung ſolle den Ent=
wurf
eines Geſetzes über die Einführungeines Arbeits=
dienſtjahres
vorlegen.
Der Reichskanzler empfing Vertreter des Deutſchen Beamten=
bundes
, die die Auffaſſung des Deutſchen Beamtenbundes zu den
die Beamtenſchaft gegenwärtig berührenden Fragen vortrugen.
Wie alljährlich, übernahm auch in dieſem Jahre geſtern anläßlich
des Jahrestages der Skagerak=Schlacht die Reichsmarine die
Wache vor dem Palais des Reichspräſidenten. Die
Wache, die geſtern aufgezogen iſt und am 1. Juni abgelöſt wird, wird
mit einer Muſikkapelle von der 6. Marine=Artillerie=Abteilung in
Emden geſtellt.
Wie verlautet, hat der Präſident des Direktoriums
des Memelgebietes, Kadgiehn, dem Gouverneur ſein
Rücktrittsgeſuch überreicht, in dem er gleichzeitig erklärt,
daß das von ihm gebildete Direktorium zurücktritt.
Der polniſche Außenminiſter Zaleſki ſtattete dem
Außenminiſter Briand einen Beſuch ab.
Das von der Bankierkonferenz zur Ausarbeitung der
Texte über die Schriftſtücke und Begebung der 300=Millionen=Dollar=
Youngplan=Anleihe eingeſetzte Vierer=Unterkomitee, dem der Reichs=
bankpräſident
Dr. Luther angehört, hat geſtern eine neue Sitzung ab=
gehalten
. Wahrſcheinlich wird am Mittwoch eine neue Ban=
kierkonferenz
ſtattfinden. Es beſteht wenig Ausſicht, daß
die Youngplan=Anleihe vor Mitte Juni heraus=
gebracht
werden kann.

Fraktionen mit dem Geſetz noch einmal befaſſen. Eine Eingabe
des Kreisdirektors für den Kreis Heppenheim auf Abänderung
verſchiedener Beſtimmungen des Straßengeſetzes wurde, entſpre=
chend
der Regierungsantwort, abgelehnt. Unter anderem war
verlangt worden: Uebernahme des obſtbautechniſchen Perſonals
auf die Provinz, Uebertragung der Straßenſchulden der Kreiſe auf
die Provinzkaſſe und Uebernahme der Koſten der Straßenbrücke
in Bad Wimpfen auf die Provinzkaſſe. Zahlreiche Eingaben aus
dem Bereich des Juſtizminiſteriums wurden abgelehnt.

Berlin, 30. Mai. (Priv.=Tel.)
Der ſoeben zu Ende gegangenen Konferenz der deutſchen Poli=
zeiminiſter
in Berlin, die ſich mit den Verhältniſſen in Thü=
ringen
befaßte, wird ſchon in abſehbarer Zeit eine
neue Zuſammenkunft aller Innenminiſter der
Länder folgen. Diesmal dreht es ſich um die Bekämpfung
des politiſchen Rowdytums, das ſich in letzter Zeit in
ſteigendem Tempo überall breitmacht. Reichsinnenminiſter Dr.
Wirth will dieſem Gremium, in dem auch Thüringen vertreten
ſein wird, einen Geſetzentwurf vorlegen, der als Vorlage über
das Tragen von Hieb=, Stoß= und Stichwaffen aufgezogen wird
und das Geſetz über das Waffentragen ergänzeu
ſoll. Es wird das Tragen von Mordinſtrumenten
aller Art unter Strafe ſtellen, auch wenn es keine Schuß=
waffen
ſind, alſo insbeſondere Dolche, Meſſer, die in feſtſtehende
Meſſer umgewandelt werden können, Schlagknüppel, Schlagringe
Totſchläger uſw. Viel iſt mit einem ſolchen Geſetz nach unſerer
Meinung nicht anzufangen, denn diejenigen, die unter allen Um=
ſtänden
Straßenkämpfe und Ueberfälle inſzenieren wollen, werden
ihren Gegnern auch mit anderen Gegenſtänden zu Leibe gehen
und ſie lebensgefährlich oder tödlich verletzen können. Das weißz
man auch im Reichsinnenminiſterium ſehr gut. Daher wird mit
den Polizeiminiſtern und wahrſcheinlich auch mit den Juſtizmini=
ſtern
beraten werden, welche Maßnahmen ſonſt noch anzuwen=
den
ſind, um die Sicherheit der Straße wiederher=
zuſtellen
und dem immer gefährlicher werdenden Terror
der radikalen Gruppen ein Ende zu machen. Man,
kann beſtimmt damit rechnen, daß auch der Gedanke beſprochen
wird, alle bei ſolchen Zuſammenſtößen Verhafteten vor einem
Schnellgericht abzuurteilen, und zwar unter Anwendung der
ganzen Strenge des Geſetzes. Die Vorlage ſoll ſchon in 14 Tagen
das Kabinett paſſieren und noch vor der Sommerpauſe des Reichs=
tages
verabſchiedet werden.

Dieſes Haus bringt es nun mit ſich, daß keine ausgeſprochene
Abſicht des Zurſchauſtellens irritiert. Man iſt nur dies: ohne
Abſchweifung und Gedanklichkeſit in einer ungeheuer ſchönen
alten Umgebung. Das iſt alles. Und nun hat man dieſen
Trick angewandt, auf den (Gott ſei Dank) jedermann ohne Ueber=
legung
hineinfällt: alle Dinge die man ingendwo fand, ſo lange
zuſammenzutragen, zu organiſieren und in Diſziplin zu brin=
gen
, bis ſie ein Ding werden, das ohne Anhäufung des ein=
zelnen
auf einen zukommt, ganz ſelbſtverſtändlich, aus der Flucht
der Räume, und das ſo, als ſei es ſtets darin gewachſen und
alt geworden, daſitzt und den Namen hat: Zunftſtube des ſieb=
zehnten
Jahrhunderts, oder Küche des ſechzehnten, oder Kammer
des Pfarrers Oberlin.
Und iſt dies Prinzip einmal durchbrochen, ſo iſt es die fröh=
liche
Reihe verblichener Koſtüme in einem Zimmer und eine
entzückende Parade der alten Farben.
So ſehr iſt die Kultur des Elſaß ſtark und eigen, und ſo
ſehr liegt der eigene Stil des Hauſes um die Zimmer der ver=
ſchiedenen
Jahrhunderte herum, daß ſich im Gehen die Zeit neu=
traliſiert
und das Säkulare ſich aufhebt und nur das Gefühl
bleibt: hinzulaufen durch ein Gebäude einer umſchattierten
früheven Zeit mit den unglaublich ausgeprägten Akzenten einer
beſonderen Art über allen Dingen.
Das iſt eine Wohnſtube aus dem ſiebzehnten Jahrhundert:
Die Decke Holz und ſchwer kaſſettiert, die Wände Holz, nicht
dunkel, nicht hell, intim. Ein Fries von Zinntellern läuft um
die Wand. Groß und breit, faſt viereckig ſteht ein Ofen mit
einem Aufbau auf zwei Säulen in der Ecke. Die Kacheln ſind
grün und gelb. Sonſt noch ein ſchwerer Tiſch mit Stühlen in
ſtorchbeinigem Unterbau. Am Fenſter hängen Vorhänge, halb
zurückgezogen, kariert, rot und braun. Eine Truhe, die oben ab=
gehoben
wird, weiſt den weichen Schmuck der damaligen Holz=
ſchnitzereien
. An der Wand unauffällig hängt ein Freundſchafts=
ſpruch
, gerahmt, auf Zinn gekratzt. Dann iſt noch ein Stuhl da.
Sein Rücken iſt geflochten aus Ornamenten. Der Sitz hat ein
wunderbar erhaltenes Leder. Und darauf liegt eine gepreßte
Roſette, gewunden aus Engeln und Blumen und aus Tauben.
Und daneben ein Alkoven, die Leſeeche: eine Holzbank, die aus=
gebuchtete
Wand entlang und um einen einfachen Tiſch laufend.
Auf ihm liegt ſchlicht und koſtbar eine Bibel. Neben ihr eine
Kerze.
Das iſt die Küche: Eine volle Seite iſt dem Konglomerat der
Herde gewidmet. Faſt ebenſo groß wie der Backofen iſt der
Deſtillierofen. Mag man heute den Likör ſchätzen, damals er=
ſchien
er als unumgängliche Notdurft. Dieſer Ofen fehlte nir=
gends
. Und Elasgefäße, auf deren Behandlung man die Liebe

(Fortſetzung von Seite 1, 2. S.
Abg. Dr. Rademacher (Dnt.) fordert
kung des Verantwortlichkeitsge
litiſchen Inſtanzen beſonders in
Einführung eines Verwaltungskoſtenbeitrag
ſcher Verkoppelung mit den Realſteuern.
Abg. Dr. Reinhold (Dem.) erwäl
der Reichsfinanzen ſeien notwendig: eine dun
der Arbeitsloſenverſicherung und eine wirkli
nierung der Ausgaben.
Abg. Dr. Neubauer (Komm.) ſtellte
Bankerott aller Verſprechungen der gegenwär
Abg. Morath (D. V.) hielt den Geſ.
Finanzämtern und bei den Zollbehörden
Dadurch werde eine ganze Menge Arbeitskra
Abg. Meier=Baden (Soz.) war de
lange der Laſtenausgleich zwiſchen Ländern
nicht endgültig entſchieden ſei, man auch kei
und Steuerſtatiſtik erledigen könne.
Abg. Falkenberg (Soz.) ſprach ſich
kürzungen aus.
Abg. Köhler (Z.) erklärte, in einer T.
liege nicht der Erfolg, ſondern in ihrer rich
Erhebung. Das Reichsfinanzminiſterium bei
verantwortlichen Beamten, der ſich allein n
Verwaltung befaſſe.
Abg Dr. Cremer (D. V.) verbreitet
Umfang der Kapitalflucht. Die letzte Urſ
traurigen Kapitels iſt die zu ſcharf anpach
Abg. Erſing (Z.) legte dar, welche
der Steuerverwaltung daraus erwachſen, da
die Steuergeſetzgebung ändert.
Damit war die allgemeine Ausſprache
derungen wurden die Etatstitel für perſönlie
waltungsausgaben angenommen. Eine R
die Perſonalien behandelten, wurde dem Ur
teren Beratung überwieſen. Nach kurzer
Etat des Reichsfinanzminiſteriums bewilli

UN
Eei.

Die N
äichert
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4r Zei
Grun
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zües deu
Nrug zu
mit

Reichsjuſtizminiſter D. Dr. Bredt hi
Rede über die Reichspolitik, in der er u. a.
ſich jetzt um die Frage Privatwirtſchaft ode
müſſen jetzt ernſtlich an die Zuſammenſtreich
Das Reichskabinett will den Etat unter all
cieren. Die Arbeitsloſenverſicherung iſt das
Regierung. Dieſe Mißſtände müßten beſeiti
niſter ſprach dann kurz über die Warenha=
Wirtſchaftspartei geſordert worden iſt, und
neuerdings beſchäftigt. Er erklärte dazu:
rungsanträge der Demokraten darauf ausgel
art aufzugeben, ſo ſeien die Tage der Rei
Wir wollen gern in eine Nachprüfung e
Warenhausſteuer laſſen wir uns nicht wiede
Sein eigenes Reſſort ſtreifte der Mini
er über die Amneſtierung der Fememörder
er auf den Geſetzentwurf über den Abbau d
Dieſer Entwurf ſei fertig und werde am (
Kabinett vorgelegt werden. Aber all dieſe
angeſichts der großen Fragen, die die Nat
damit kommen wir weiter, daß wir verge
trauern. Wenn gewiſſe Kreiſe erklären, ſo
u. a. aus, wir müßten erſt durch die K
durch, um auf nationalen Grundlagen au
erklären wir, wir wollen auch auf nationa
bauen aber nicht erſt in die Kataſtroph
nationalen Gedanken iſt nicht gedient mit
mit der Tat.

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den Aus

zwiſchenfalles.
Die gemſchte deutſch=polniſche Kommiſſ
terſuchung des Neuhöfer Grenzzwiſchenfal
das bisherige Ergebnis der Unterſuchung i
Erſt am Samstag ſoll nach Abſchluß ein amt
gegeben werden.
zum Inhalt übertrug, ſtehen überall mit ih
Mund und hellgrün und mennigrot ſchmal
Herde ſind aus Ton. Ihr hutförmiger
phantaſtiſche Stimmung in den Raum. Vie
Der Tiſch iſt wuchtig. Ein Drehfaß mit bie
war für Butter. Ein anderes, mit Eiſen 9.
und ſpie ihn hervor aus einem patzigen 9
ſtehen auf Holzetageren neben der Tür, mi=
der
ſoliden Schönheit ihrer Form. Und
Sie ſind faſt beherrſchend, ſind faſt alles
glänzen, ſie prahlen in allen Farben, die 9e
ſind. Niemand weiß, wie funkelnd und
roten Blumen auf dem vollen Weiß ſitzen,
Oeſterreich oder tief in Bayern im Vorbe
Wunder der ganz kleinen Bahnwärtergarle
glaublich ſtrahlenden Klecks der in ſolcher E!
den Blumen unmöglichſter Kompoſition.
Hier iſt das ganze Studierzimmer des
Oberkin in der puritaniſchen Einfachheit der
iſt die Wende des achtzehnten Jahrhunde!
queme in dem Raum, der in ſeiner Oo=
ganz
erfüllt iſt vom Duft ſyſtematiſcher 24
gefühl, iſt das Geſchenk eines Magnaten,."
ſchwarzen Muſtern. Aber ſelbſt dieſer pyſte
Eindringling, Bibelſprüche, die er druge‟
mit feinen Lettern hergeſtellt, handgrob=
die
ſelbſtgefertigte Silhouette ſeiner Fchl
da, Pfeffel, Jung Stilling, eine Steinl
richt ſchließt ſich an. Auf dem Tiſch Ve
Pflanzenregiſter. Sein Stock ſteht nebel.
Wo die Trachten ſtehen, eine Wand."
Seidenſchwarz und Rot, iſt die Entwichlu"
Hauben gegeben. Zuerſt war die Schleile
Finger. Sie war der Abſchluß, die Rnol
die Haare zuſammenhielt. Dann wuche
mäßigkeit geſtaltete ſich die Idee des Leih.
ſtieg, ſtieg bis in die gewaltige Dimenſ.
wöhnlich iſt die Schleife ſchwarz. Doch
Schmuck der Prozeſſion.
Unter den zahlreichen anderen Räyhl.
des Hauſes vor allem weſentlich eine.
man aus den phantaſtiſchen Ueberreſl.
Spitäler zuſammengeſtellt hat und Ro."
ſtehen, merkwürdige Gefäße, Rezepie, A
Mörſer mit ſeltſamen Dekorationen, Bihle.
Alraunwurzeln. Und alles nicht auf BiA

buſche
Mgü=
Me
ge
die di

[ ][  ][ ]

Samstag, den 31. Mai 1930

Seite 3

furz
znit 1
N1

Pdanken gehört die Zukunfk. Forfführung der Tradikion Skreſemanns. Einmüliges
zwiſchen Reichsregierung, Auslands=Inſtikuk und V. d. A. Die Minderheiken die Brücke
zdigung. 35 Millionen europäiſche Minderheiken erwarken vom Völkerbund Erfüllung
der Verſprechungen.

mn i er Dr. Curkius vor dem Deutſchen

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Me ſtere

Stuttgart, 30. Mai.
des Deutſchen Auslandsinſtituts, die ſehr
mete ſich der Beratung von Wirtſchafts=
n
93 luslar eutſchtums, und zwar nach einem Referat
Reichsverband der deutſchen Induſtrie, im
age der kolonialen und wirtſchaftlichen Be=
Volkes. In der Ausſprache vertraten die
Standpunkt, daß der koloniale Ge=
Vunſch nach kolonialer Betäti=
iſchen
, wirtſchaftlichen und po=
unkt
aus, für das Deutſche Reich
ſei, und daß dieſem Volke in ſeiner räum=
ſeitung
ſeines Blickfeldes, die Selbſtändig=
ugs
und auch die weltpolitiſche Betätigung
nmüßte.
hu1i Feſtakt des Deutſchen Auslandsinſtituts
enminiſter Dr. Curtius zunächſt die Grüße
Die Reichsregierung ſteht, zuſammen mit
bewußten politiſchen Faktoren in ſchwerem
zicherung der finanziellen und
einsgrundlagen von Reich und
* Zeit bedarf es der Beſinnung auf die gei=
Grundlagen Deutſchlands. Gerade heute
Iflege des Volkstumsgedankens
sdeutſcher Kultur. Dieſe Auffaſ=
ung
zum Ausdruck zu bringen und ihren
en, mit allen Kräften auch für die deutſchen
zu ſorgen, bin ich zur heutigen Tagung ge=

r führte ſodann aus, daß er in
Breiſtl
der allſrtfr ng der Tradition Streſemanns,
täut F
Bedürfnis, die Beziehungen zum Deutſchen
allen mit ihm verbundenen Kreiſen pflegen
ieſer wichtigen Tätigkeit als Außenminiſter
aller beteiligten Kreiſe. Ueber das ge=
jetss
zwiſchen dem Auswärtigen Amt und dem
eM
mInſtitut ſowie den ſonſtigen an der Volks=
islam
eutſchtumspflege beteiligten Organiſationen
e eichs enminiſter folgende Ausführungen:
Widh e land 4) des Deutſchen Auslandsinſtituts über=
ge
M!
gesl ändlich betrachtet, zum Teil dasjenige der
Woich im A lung meines Miniſteriums, der es insbeſon=
nicht
ri
den Auslandsdeutſchen gegründeten Schulen
u!
ihre wiſſenſchaftlichen, künſtleriſchen und
ſiungen zu fördern. Aber dieſer amtlichen
ndsdeutſchtums ſind naturgemäß in mehr=
Schranken gezogen. Die materielle
itſche Reich bei dem Ernſt der wirtſchaft=
Etuslandsdeutſchen Kultureinrichtungen bei=
ſehr
beſcheiden im Vergleich zu dem, was
yre Auslandskulturzwecke aufwen=
die
Deutſchen im Ausland ihren kulturel=
ngünſtigen
Zeitläuften zum Trotz nicht nur
ar erweitern konnten, ſo war das letzten
diu ßeli. 1 folge der ſpontanen Tätigkeit der Deutſch=
ie
die Arbeit der amtlichen Stellen in dan=
inzt
wurde.
uditie
An für das Deutſchtum im Ausland, der ſich
M eirzel in die Fürſorge für die deutſchen Auslands=
2 Aufgabe geſtellt hatte, ſtellt ſich das Deut=
unbeſtritten
an die Spitze jener ſeit dem
rſchwellenden
Sauf hinzielt, das geſamte deutſche Volks=
Ein dem Bewußtſein innerer Verbundheit
zuſammenzufaſſen.

Die Auslandsdeutſchen merkten bald, daß es den Männern des
Inſtitutes ausſchließlich um die Sache des Deutſchtums in aller
Welt zu tun war, ohne irgendwelche Hintergedanken oder Neben=
abſichten
im Sinne politiſcher oder weltanſchaulicher Bindungen.
Ihren unausgeſetzten Bemühungen iſt es in erſter Linie zu danken,
wenn das Bewußtſein von der Einheit und von
dem Wert des deutſchen Volkstums im Ausland
immer tiefere Wurzeln in unſerem Volke zu ſchlagen beginnt.
Ich glaube, daß
dem Volkstumsgedanken die Zukunft
gehört. Wir Derdürfen dies mit gutem Gewiſſen auch an=
deren
Nationen gegenüber vertreten, denn der echte Volkstums=
gedanke
, wie er in voller Reinheit gerade bei den idealiſtiſchen
Denkern unſerer klaſſiſchen Periode ausgebildet iſt, ſchließt ffrem=
des
Volkstum keineswegs aus, ſondern fordert es geradezu. Erſt
aus dem Neben= und Miteinander verſchiedener Volkstümer, von
denen jedes ſeine eigene Kraft frei zur Entfaltung bringt, ergibt
ſich die übergeordnete Idee des Menſchentums. Wir leben heute
in einer Zeit, in der wir auf weiten Gebieten der Forſchung die
Analyſe durch eine fruchtbare Syntheſe zu ergänzen ſuchen. Ich
glaube, daß die Welt, und beſonders Europa, ſich dieſen Gedan=
ken
der Syntheſe auch auf dem Gebiete des Volkstums wird
zu eigen machen müſſen. Die Erkenntnis, daß eine Zuſammen=
arbeit
des Volkstums verſchiedener Prägung
möglich ift, und die Durchdringung der politiſchen
Praxis mit dieſer Erkenntnis iſt eine der Vor=
ausſetzungen
für eine würdige Befriedung und
gedeihliche Entwicklung Europas. Inzwiſchen frei=
lich
dürfen und wollen wir gegenüber den harten Begebenheiten
unſerer Umwelt nicht vergeſſen, daß der Begriff Deutſchtum im
Auslande zwar im gewöhnlichen Sprachgebrauch und für die
praktiſche Arbeit Ihres Inſtituts eine Einheit bedeutet, leider
aber keineswegs im politiſchen Sinne. Streng genommen können
nur die im Auslande lebenden Reichsdeutſchen Anſpruch auf
Schutz und Fürſorge der öffentlichen Organe des Deutſchen Rei=
ches
geltend machen, aber andererſeits wird kein deutſcher Außen=
miniſter
die Tatſache überſehen können und wollen, daß
in Europa außerhalb des Deutſchen Reiches etwa neun bis
zehn Millionen Angehörige des deutſchen Sprach= und
Volkskörpers als nationale Minderheiten unter einem frem=
den
Staatsvolk leben.
Wenn ich die Frage der nationalen Minderheiten hier kurz
berühre, ſo iſt zunächſt zu betonen, daß dieſe Frage keineswegs
ausſchließlich oder überwiegend eine deutſche Frage iſt. Seit den
Friedenverträgen beläuft ſich die Geſamtzahl der natio=
nalen
Minderheiten in Europa bei vorſichtiger
Schätzung auf insgeſamt etwa 35 Millionen Seelen. Alle
dieſe Minderheiten wünſchen ihre kulturelle Eigenart, die ſie von
ihren Vätern ererbt haben, zu erhalten und zu entwickeln. Das
iſt ihr gutes Recht, ein urſprüngliches Menſchheitsrecht.
Den Minderheiten ſind ihre Rechte ausdrücklich am Ende
des Weltkrieges von den damals alliierten Mächten in be=
ſonderen
Minderheitenſchutzverträgen beſtätigt worden,
die unter die Garantie des Völkerbundes geſtellt ſind. Welche
grundſätzliche Bedeutung damals der Minderheitenfrage beige=
meſſen
wurde, erhellt daraus, daß eine Reihe von Staaten, die
nicht durch Minderheitenſchutzverträge gebunden waren, bei ihrem
Eintritt in den Völkerbund auf Veranlaſſung des Völkerbundes
hin einſeitige Minderheitenſchutzerklärungen abgaben, durch die
die Rechte der in ihren Grenzen wohnenden Minderheiten ge=
ſpährleiſtet
wurden.
Leider muß feſtgeſtellt werden, daß dieſe Verträge und Er=
klärungen
in der überwiegenden Mehrheit noch fern von
ihrer Erfüllung ſind.
Statt daß die Minderheiten in den verſchiedenen Staaten
die ihnen gewährleiſtete Gleichberechtigung und kulturelle Frei=
heit
genießen, hat die Entwicklung der letzten Jahre gezeigt, daß
die Minderheiten in einem unaufhörlichen ſchweren

Kampfumdie Verteidigung ihrer Rechte ſtehen.
Alle Einſichtigen wiſſen, daß der Kampf der Minderheiten nicht
gegen den Staat als ſolchen gerichtet iſt. Sie wehren ſich
lediglich gegen einen überſpitzten Souveräni=
tätsbegriff
, der in ſeiner ſchroffen Auswirkung die Quelle
der Bedrückungen und mannigfachen Ungerechtigkeiten des herr=
ſchenden
Volkes gegenüber den Minderheiten iſt. Die Minder=
heiten
denken gar nicht daran, die Staaten in denen ſie leben,
innerlich aushöhlen zu wollen. Sie haben vielmehr als klar
ausgeſprochenes Ziel lediglich die national= kul=
turelle
Entwicklungsfreiheit im Rahmen der
Staatsgemeinſchaft.
Es muß mit der Zeit möglich ſein, eine befriedigende Syn=
theſe
zwiſchen den Intereſſen der Minderheiten und dem Staats=
ganzen
zu finden.
Der Augenblick mag infolge all der Rückſchläge und der Er=
ſchwerungen
, die wir beobachten müſſen, gegenwärtig nicht gerade
verheißungsvoll erſcheinen, aber man darf ſich auch nicht der of=
fenkundigen
Tatſache verſchließen, daß
gewiſſe unzweifelhafte Fortſchritte in der Behandlung der
Minderheiten errungen
worden ſind. Die öffentliche Meinung der Welt iſt immer ent=
ſchiedener
davon überzeugt, daß nur zufriedengeſtellte Minder=
heiten
mit innerer Bereitwilligkeit ihre Pflichten gegenüber dem
Staate erfüllen und damit nicht nur Stützpfeiler ihres eigenen
Staatsganzen, ſondern auch eln wichtiger Faktor zur Aufrecht=
erhaltung
und Förderung guter Beziehungen zu auswärtigen
Staaten ſein werden. Die Minderheiten werden dann
die wichtigſte Brücke der Völkerverſtändigung
bilden. Jeder Schritt auf dem Wege zu dieſem Ziel bedeutet mit=
hin
einen wertvollen Beitrag zur Befriedung Europas.
Hier fällt auch dem Völkerbund eine wichtige und ver=
antwortungsvolle
Aufgabe zu. Er wird ſich ihr nicht entziehen
können, wenn er ſeiner Rolle als Wegbereiter für eine neue Welt
gerecht werden will. Nicht umſonſt hat daher mein Amtsvorgän=
ger
, der in klarer Vorausſicht der kommenden Entwicklung ein
warmherziger Anwalt der Rechte der Minderheiten war, den
Völkerbund immer wieder an ſeine Pflichten erinnert. Ich für
meine Perſon bin ebenſo jederzeit bereit, an Löſungsmöglichkeiten
mitzuwirken. Ich weiß mich hierin unterſtützt durch die Meinung
aller Gerechtdenkenden, deren Zahl wächſt, und die trotz aller
Hinderniſſe ſchließlich doch recht behalten werden, weil ſie mit
der Zukunft im Bunde ſind. Wer einer Minderheit angehört,
ſtärke ſich in dem Kampfe mit dem Gedanken, den ein Mann von
tvahrhaft deutſcher Geſinnung, der einſame und viel verkannte
Paul de Lagarde, einmal ausgeſprochen hat: Wem es nicht ein
Genuß iſt, einer Minderheit anzugehören, welche die Wahrheit
verficht und für die Wahrheit leidet, der verdient nie zu ſiegen.
Zum Schluß noch ein Wort im beſonderen an unſere
Volksgenoſſen im Auslande, ſoweit ſie Reichsdeutſche
ſind.
In kultureller Hinſicht ſchlingt das Zuſammengehörigkeits=
gefühl
ein gemeinſames Band um alle Deutſchen;
aber doch ſind diejenigen Deutſchen im Auslande, die die deutſche
Staatsangehörigkeit beſitzen, in einer günſtigeren Lage als ihre
deutſchen Brüder und Schweſtern fremder Staatsangehörigkeit;
denn ſie genießen unmittelbar den Schutz des Deutſchen Reiches.
Nach wie vor wird es die vornehmſte Aufgabe des Auswär=
tigen
Amtes und der deutſchen Verbreitungen im Auslande ſein,
den Landsleuten Schutz und Hilfe angedeihen zu laſſen. Aber im
Sinne echter Volksgemeinſchaft iſt noch ein Weiteres erforder=
lich
, nämlich der Geiſt einmütigen Zuſammenwir=
kens
zwiſchen den amtlichen Vertretern und den einzelnen Deut=
ſchen
oder ihren Vereinen. Bei den Beratungen des Haushalts
des Auswärtigen Amtes ſeien die Parteiunterſchiede in der Erör=
terung
des Aufgabenkreiſes der kulturpolitiſchen Abteilung ſeines
Amtes faſt nicht zutage getreten. Niemand hätte bei den For=
derungen
des Auswärtigen Amtes für die Kul=
turpflege
Abſtriche vorzunehmen vorgeſchlagen; im Gegenteil,
es ſei von den verſchiedenſten Parteien eine Verſtärkung der Mit=
tel
im nächſten Etat gefordert worden. Dieſe Entwicklung zur
überparteilichen Deutſchtumspflege ſei ein ſchöner Fortſchritt.
In den furchtbaren Zeiten, die ſeit dem Zuſammen=
bruch
des Jahres 1918 und ſeit der Inflation des Jahres 1923 hin=
ter
uns lägen, ſeien drei für das Schickſal des deut=
ſchen
Volkes entſcheidende Faktoren gerettet
worden: die Währung, die Einheit des Reiches und
der deutſche Volkstumsgedanke. Wer ſich zurückver=
ſetze
in die Zeiten des Tiefſtandes, müſſe das Zuſammenwachſen
aller deutſchen Volksſplitter und die dauernde Vertiefung
und Stärkung des Zuſammengehörigkeitsge=
fühls
wie ein Wunder betrachten. Dieſer Bewegung werde die
Zukunſt gehören. In der Auseinanderſetzung zwiſchen dem Gei=
ſtig
=Materiellen und dem Seeliſch=Kulturellen ſei letzteres im Vor=
dringen
. Ausgleichende Politik werde dafür zu ſorgen haben, daß
die rechte Syntheſe gefunden und auf breiterer Volkstumsbaſis
ein glücklicheres Deutſchland geſchaffen werde.

W2 miſe

imi
a. t
a-

endicken Mauern, ſchmal belichtet, echte Ver=
mit
einem kleinen Erſchrecken.
uhren auf gewundene Treppen und auf
vachſen darin. Schlingpflanzen erklettern
ct in die Höhe. Sieht den Giebel mit den
orderbau aufſteigen, erſtaunlich hoch. Die
ren ſich ins Freie. Die Sonne fällt auf das
aus. Es glänzt mit jedem Fenſter, jedem
ims liegt träg eine weiße Katze. Ihr Fell
ich darüber taucht auf, ſchießt empor, kühl
nſter.

füint

Mert

Ha) ine zu neuer Opernkunft.
hen im Reußiſchen Theater zu Gera.
mit dem unſere junge Komponiſtengenera=
Tg eines neuen muſikdramatiſchen Stiles ar=
vor
dieſem experimentellen Schaffen, auch
nicht durchweg als zukunftsträchtig erweiſen.
pernbühne machte in einem Einakterabend
eimzellen opernſtiliſtiſcher Art bekannt, die
kkeit verdienen. Wagner=Regeny war
Kantate‟ Eſau und Jakob vertreten,
Abedingt wirkungsvollen bibliſchen Szene:
eblingsſohn Eſau, daß er ihm noch einmal
Skjage. In deſſen Abweſenheit ſchickt ihm
Jakob, der ſich dem blinden Vater in des
* und ſo ſeinen Segen empfängt, während
ei durchſtreifen muß. Regeny läßt dieſen
knappen, aber tief erſchauten Bildern vor
t ſie mit einer breit dahinſtrömenden, pathe=
Dröße des Vorwurfs durchaus angemeſſen
wert die Charakteriſierung der verſchiedenen
Onlichkeiten durch Stimmlage und Tempo des
en Geſanges. Wenn je die Gattung der bib=
der
Geſchichte der Oper einſt eine gewich=
ke
, noch einem zu neuem Leben erwachte, ſo
Zeniſchen Kantate Regenys dabei richtung=
Swinnen.
* Tibor Harſanyis Intermezzo Häus=
die
Reihe dieſer Geraer Uraufführungen
In Muſiker das Konzept ſchon durch den Text=
ellerim
ziemlich gründlich verdorben
Trau ſitzen zu abendlicher Stunde beiſammen
anken nach Gedanken, die von der Frau
lieuen Hut, zu einem Boxer ſpielen und vom
klichen Zofe ſeiner Frau. Da dieſe Erſchei=
ige
dazu) alle im Stück auch wirklich auf=
24s übliche expreſſioniſtiſche Durcheinander
demgegenüber der Muſiker machtlos iſt.
ſcige Aufſtieg zum ehelichen Schlafzimmer

am Schluß des Aktes, den man nach dieſer Uraufführung wohl
endgültig begraben wird.
Zum Schluß eine recht originelle, durch ihr Tempo beſtechende
Opernburleske von K. Palffy=Waniek: X=Mal Rem=
brandt
mit Muſik von Eugen Zador. Höchſt amüſant dieſes
Gewimmel von Bilderfälſchern auf der Bühne vom Muſeums=
direktor
abwärts bis zum internationalen Gewerbsmäßigen
Schließlich ſtellt ſich heraus, daß der echte Rembrandt ſchon langſt
geſtohlen wurde und ſämtliche anderen x=mal Rembrandt= Dieb=
ſtähle
Verſuche am untauglichen Obzekt waren. Für rechten Fluß
der Handlung ſorgen gute alte Operettentypen: der verſchlafene,
trinkgeldſüchtige Muſeumsdiener, das verliebte junge Paar, die
überſpannte Amerikanerin. Viel Witz und Situationskomik in
der leichten, durchweg gut inſtrumentierten und dankbar für die
Singſtimmen geſchriebenen Muſik. Die etwas breit geratene
Expoſition könnte ohne Schwierigkeit in einer der Geſamtwirkung
nur zuträglichen Weiſe gekürzt werden.
Die Geraer Bühne bewies mit der Art, wie ſie dieſe (noch
um die Erſtaufführung von Milhauds Einakter Der arme
Matroſe vermehrten) Uraufführungen herausbrachte, daß hier
ernſt und mit beſtem Erfolg gearbeitet wird. Im Enſemble einige
ſehr bemerkenswerte Stimmen; der Baſſiſt Walter Streckfuß,
der Tenor Hans Heſſe die Sängerinnen Grete Pohl und Hedy
Gura; ein ſehr modulationsfahiges Orcheſter, gute Bühnenbilder,
eine ſicher treffende Regie (Oskar Fritz Schuh) und ein das
Ganze ſtraff zuſammenfaſſender ſehr energiſcher und partitur=
ſicherer
junger Dirigent Bruno Vondenhof. Man ſollte es ſich
wirklich überlegen, ob man Kunſtinſtitute dieſer Art ſtreicht
wie der etatsmäßige Ausdruck ſo kurz und bündig lautet
Dr. Adolf Aber.
Orphenm.
Guſtav=Bertram=Revue.
Guſtav Bertram und Marga Peter haben ihr Revue=
gaſtſpiel
, das eine Reihe ausgelaſſener Bilder derben Berliner
Humors bringt, durch eine Anzahl ſehr zugkräftiger Varieté=
nummern
bereichert, die allein ſchon den Beſuch lohnend ge=
ſtalten
. Da iſt vor allem der fabelhafte Stepptänzer Siegfried
Arno mit einer hübſchen, ſchlanken Partnerin, ein Tänzerpaar
von eleganter Eigenart, ſicherem Gefühl für den Rhythmus des
Stepptanzes, artiſtiſchem Können und ausgeprägter Muſikalität,
die den männlichen Partner befähigt, einen charakteriſtiſchen
eigenen Stepp ohne Muſik zu tanzen, einzig nach dem Schlag ſei=
ner
Fußſohlen und Ferſen. Dann die 2 Dollys mit einem
ausgezeichneten Muſical=Act, der auf Humor geſtimmt iſt und in
dieſem Rahmen glänzende ſpezialmuſikaliſche Leiſtungen bringt
(Schlauchophon, Zigarrenkiſtengeige uſw.). Endlich dann der Zau=
berkünſtler
Carmellini, der eine Reihe verblüffender Kunſt=
ſtücke
mit liebenswürdigem Humor zeigt, von denen das Ver=
ſchwinden
von Uhren, Geldſcheinen uſw. und deren Wiederauf=

tauchen in Zigarrenkiſten, Sektflaſchen, mit lebenden Tauben, die
ſich vor den Augen des Publikums verdoppeln und verdreifachen,
das Geringſte ſind.
*
Ap. Jakob Wafſermann: Der Geiſt des Pilgers. Drei Erzählungen.
(Verlag von Philipp Reclam jun., Leipzig. Preis geb. 2,75.)
Die erſte Erzählung, Das Gold von Caxamalca, be=
ſchreibt
die auf geſchichtlichen Tatfachen beruhende Eroberung Perus
durch die Spanier, die von der Gier nach den unermeßlichen Goldſchätzen
Perus getrieben, im Jahre 1523 unter der Führung Pizarros dort lan=
deten
, durch gemeine Hinterliſt, ſchändlichen Verrat und Wortbruch den
Inka Atahuallpa in ihre Gewalt bekamen, Tauſende von Peruanern
hinſchlachteten und den Inka lebend verbrannten; ein Beitrag zu
dem traurigen Kapitel der Greueltaten, die die Europäer an den ſchuld=
loſen
Eingeborenen heidniſcher Länder, meiſt unter dem Vorwand der
Bekehrung, verübt haben. Die Erzählung iſt ſpannend geſchrieben, wenn
man auch von den Greueln der durch Goldgier entmenſchten Spanier ab=
geſtoßen
wird. Die zweite Erzählung Witberg handelt von dem
Schickſal des jungen Künſtlers Witberg, der vom Zaren Alexander I.
berufen wurde, um dem Auftrag des Zaren entſprechend, dem Erlöſer
in Moskau einen gewaltigen Tempel zu bauen, deſſengleichen die Chri=
ſtenheit
noch nicht beſaß. Für den Bau bewilligte er 20 Millionen Rubel.
Aber Neid, Haß und Intrigen erſchweren dem Künſtler die Ausführung
ſeines grandioſen Werkes. Seine Gegner legen ihm allerlei Fallſtricke
und Hinderniſſe in den Weg, und als der Zar ſtarb, erreichen ſie es, daß
ſein Nachfolger die Einſtellung des Baues befiehlt, Witberg wird ange=
klagt
und nach zehnjährigem Prozeſſieren wegen Mißbrauchs des kaiſer=
lichen
Vertrauens und Schädigung der Staatskaſſe verbannt. Der phan=
taſievolle
Schluß knüpft an die Sage an, daß der Zar Alexander nicht
geſtorben ſei, ſondern als Pilger durch das Land ziehe. Wie die Men=
ſchen
ihn mit geiſtigen Augen erſchauten, wurde er gleichſam ihr ſchöner
Traum, ebenſo wie es ihnen mit dem nicht erbauten Tempel geht. Er
iſt ihnen zum wunderbaren Traum geworden, und das iſt möglicherweiſe
mehr und bedeutet Höheres, als wenn ſie die überzeugendſte Wirklichkeit
vor ſich hätten. Die dritte ganz kurze Erzählung Das Tier ſchil=
dert
mit lebhaften Farben Streikunruhen in einer ehemaligen Reſidenz
nach der Revolution. Die wütende Menge wird von einer Panik ergrif=
fen
, als ſie einen Wagen mit dem Wappen des Königs ſtürmt und ein
Löwe darin zum Vorſchein kommt, der aus dem königlichen Tiergarten.
ſtammte und ins Ausland verkauft werden ſollte. Die dichten Reihen
öffnen ſich und die Schutzleute können die Rädelsführer verhaften, wo=
mit
der Aufſtand im Keime erſtickt wurde.
Ausgewählte Wäſche, formſchön und praktiſch, zeigt der neue
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Samstag, den 31. Mai 1930

Seite 5

Darmſtadt, den 31. Mai.

une ung durch Skenerermäßigungen.

jeſig
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ſem
Mife
dſt-

am Rotkreuztag, legt das Rote Kreuz ſeine ſonſt
c, ab und lenkt bewußt die Blicke aller auf ſich.
uE ruft es an dieſem Tage: Helft uns, damit wir
gei 4 ren und ausbauen können!
ndr k unſere Arbeit und unſere Einrichtungen und ent=
b
wir das Gebot der Stunde erkennen, ob wir der
d echt werden. Und wenn wir eurer Prüfung ſtand=
icht
länger: helft uns durch Geldſpenden, helft uns
rh.= aft, ſchließt euh nicht aus von dem Werk Aller
ja 1 für euch, für jeden einzelnen von euch da! Wir
Gel zeit durch Bekämpfung der Volkskrankheiten und
re undheitliche Aufklärung aller Kreiſe. Unſere An=
Suf, wenn ihr krank und alt und ſiech ſeid. Unſere
ſee ich. Unſere Nothelfer und Nothelferinnen ſtehen
icksfällen und Kataſtrophen ſchnellſte Hilfe zu lei=
en
. eure Kinder, die unſere Zukuft in Händen halten,
r ichen, ſeeliſchen und geſellſchaftlichen Tüchtigkeit.
n.yi Mutterleibe gilt unſere Fürſorge, und wir be=
ie
rchs ganze Leben.
ha und materielle Not unſerer Zeit iſt ſo ungeheuer
Fürſorgeverbände ihrer allein nicht Herr zu wer=
W =eien Kräfte müſſen hier zuſammenwirken und mit=
ſol
: ſelbſtverſtändlich auch das Rote Kreuz in der vor=
der
: ie an dem großen Hilfswerk an unſerem Volke ar=
ſen
teln und Kräften, die ihm zur Verfügung ſtehen.
zelll inn ſich mit ſeinen eigenen perſönlichen Sorgen,
ſtar) keiten an uns wenden. Wir ſind für jeden da
nſaſ chen, politiſchen und geſellſchaftlichen Kreiſen er
2 veiſen niemanden ab. Nach beſtem Wiſſen und Ge=
rerynzen
Können und mit allen vorhandenen und er=
hals
) en ſtehen die beruflichen und ehrenamtlichen Kräfte
ſeu: u Schweſtern und Fürſorgerinnen, Sanitätsmänner
ſchhrn, Vereinsvorſitzende und deren Helfer und Hel=
und Hilfeſuchenden zur Verfügung.
ßerx: g bei wirtſchaftlicher und geſundheitlicher Not, mit
ui urchführung von Maßnahmen zu ihrer Behebung,
üittT3 des notwendigen Lebensunterhalts wie Eſſen. Un=
yPrankenhilfe
uſw. iſt aber die Arbeit des Roten
elnen noch nicht erſchöpft.
tri e äußere, ſondern auch die innere Not unſerer
uu Tgemein, daß ſich der Einzelne oft nicht mehr allein
lus m ſeeliſch Leidenden, dem am Leben Verzweifeln=
er
ſtreckt das Rote Kreuz die helfende Hand entgegen.
ta, id jedem helfen, das iſt Sinn und Zweck und In=
* es. Ihr alle, die ihr die äußere und innere Not
Elel habt: Helft uns helfen!
ierl in den Ruheſtand. Am 17. Mai 1930 wurden
jarte Georg Adam Hanſel 2. zu Dirlammen,
ann zu Forſthaus Nieder=Wald. Peter
Beerfurth und am 22. Mai 1930 der Förſter
Rothenberg vom 1. Juli 1930 ab auf Grund
Spel
über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom
ſezember 1923 in Verbindung mit Artikel 2
ie Einſtellung des Perſonalabbaues in Heſſen
des heſſiſchen Perſonalabbaugeſetzes vom
den Ruheſtand verſetzt.
Par
gell irchliche Nachrichten. Durch die Kirchenregie=
ſeikl
arrverwalter Uhl zu Breungeshain die evan=
Satlirſte‟
Breungeshain, Dekanat Schotten, übertragen
SinEr3 Weber zu Holzheim auf ſein Nachſuchen und
Dio 1. Auguſt 1930 aus dem Dienſt der Heſſiſchen
10/Merl en.
bfäl verwaltung Landesfinanzamt Darmſtadt.
SchAſor
helm Otto zu Offenbach a. M. wurde zum
zſſek9 rnannt.
Us Rotkreuztages am Sonntag dem 1. Juni
eler Ri
liebenswürdiger Weiſe das Stadtorcheſter

*e Orpheus in der Unterwelt von Offenbach;
blauen Donau, Walzer von Strauß; 4. Holz=
Oper Zar und Zimmermann von Lortzing
aus der Oper Carmen von Bizet; 6. Fröhlich
bruß. Das Harmonie=Orcheſter ( Phil=
konzertiert
am Luiſenplatz (Wetterhäuschen
y folgendem Programm: 1. Deutſchland über
TCowotny; 2. Ouvertüre zur Oper Lodoiska
hengrin=Fantaſie von Richard Wagner; 4. Be=

me mes von Boccherini (für Harmonieorcheſter inſtr.
Fürs Rote Kreuz, Marſch von L. Kümmel.
9 der Jugendbünde der Petrusgemeinde,
D ie ljährlich, haben auch dieſes Jahr an Hinmel=
nde
der Petrusgemeinde ſich unter Führung
ikrers von der Au nach ihrem Landheim bei
acht und dort in freier Natur den ganzen Tag
Ends um halb neun Uhr legte man dann vor
ligen Menge im Prinz=Emil=Garten Zeugnis
kan den Tag über mit Luſt und Liebe ſich er=
Erf) ſchon im vorigen Jahre der Veranſtaltung
*ſchieden, ſo dieſes Jahr in beſonderem Maße.
Darbietungen eines Kunſtchores, der Zuhörern
ke. Nein, das war Wiedererweckung alten
Ehr zur Ueberwindung des Individualismus
Onſten Reden. Und ſo bot dieſe Jugend nicht
Inſtimmigen Liedern eine Reihe der ſchönſten

Lunderhorn Guck herüber, guck hinüber wie
cen Kanon lernen kann, und wie ſchnell Men=
menrücken
, die gemeinſam ſingen. Bald muß=
Lundet werden, und ſo ſchufen ſie mit ihrem
** rechte Stimmung, im Liede der vaterländi=
Die Räumung des Rheinlandes Ausdruck zu
em kraftvoll erſchütternd geſungenen Lewer
Enwälder Spinnſtubenabendlied. Nun woller
uied und ein Abendgebet ſchloſſen die Ver=
E hat, mit wie einfachen Mitteln man eine
* Volksfeier abhalten kann, die alle erfreut
Sbe: die Triebfeder iſt. Das iſt echte Volks=
Siern.
Ec9
Ehabend Sitta Müller=Wiſchin/Hans Sylveſter
4Ar findet der Lehär=Operettenabend im Klei
Dies der letzte Operettenabend dieſer Spiel=
2ge iſt ſehr reichhaltig; die bekannteſten und
12 Quette von Lehärs Meiſter=Operetten kom=
Eine beſondere Note erhält der Liederabend
in ein verſtärktes Orcheſter unter Leitung
SI den Vortrag verſchiedener Muſikſtücke über=
EN=Flügel iſt von der Firma Arnold u. Sohn,
* Verfügung geſtellt.

Einanzminiſter hat zur Belebung der Bau=
1930 die gleichen Steuererleichterungen wie
hren zugelaſſen. Danach bleiben Wohnbauten,
zegonnen wurden, für das zur Zeit der Fertig=
nd
für die nächſten 5 Jahre auf Antrag frei
Grundſteuer. Entſprechend gilt auch für den
Seil der ſtaatlichen Grundſteuer von ſolchen
r zum Teil Wohnzwecken dienen. Ein Ban
ne als begonnen, wenn mit der Ausführung
gonnen wurde. Das bebaute Grundſtück wird
r der Steuerfreiheit des Neubaues zur ſtaat=
nur
ſo herangezogen, als ob es unbebaut ge=

Empfehlenswerte Aukotouren.
Mitgeteilt vom Starkenburger Automobil=Club,
Sitz Darmſtadt, A. D.A,C.
Nr. 6. Halbtagestour.
DarmſtadtNieder=Ramſtadt, durch den Ort, dann halblinks
Waſchenbach, am Ortsausgang rechts nicht in den Ort hineinfahren,
an einem Wirtshaus vorbei Frankenhauſen nach dem Ort
an Straßenkreuzung links nach Nd.=Modau, im Ort (Wegweiſer)
rechts nach Rohrbach, wieder Wegweiſer Wembach, rechts
auf Waſſexwerk, ſchöner Rundblick, ſteile Abfahrt nach Groß=
Bieberau, links im Ort nach Reinheim, gleich nach der Ein=
fahrt
rechts nach
Lengfeld, durch den Ort, durch Torbogen Vor=
ſicht
! Weiler Zipfen, rechts auf nach Ober=Nauſes, Schloß
Nauſes Hochſt König, nach dem Ort rechts ab nach Kirch=
brombach
Spreng, rechts halten Vierſtöck
62 Km.
Ober=Gerſprenz, im Tal links nach Reichelsheim
Klein=Gumpen, dann rechts ſteil auf nach Laudenau
Winterkaſten,
Neunkirchen-BrandauHoxhohl
Darmſtadt
48 Km.

Geſamtſtrecke: 110 Km.

Horhohl

Frankenhausen
Waschen

Darmstadt

Nieder- Ramstadt

Brondau
*
leunkirchen
2 Winterhasten
8 RSunpen 4P1d
E Reicheiheim 2
Ober Gerspren3 7

Wierstöch
Soreng 8
Mrodranngen

SLengfeld
SLipten
KannsMnte
Höchst

as

Der Streckenvorſchlag für Pfingſten (zweitägige Schwarz=
waldfahrt
) erſcheint Freitag, den 6. Juni. Unterkunftsmöglich=
keiten
ſind bei Herrn Dentiſt A. Boſch, Heidelberger Straße 43,
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Orpheum. Das derzeitige Programm bleibt nur noch heute
Samstag und morgen Sonntag auf dem Spielplan. Einige her=
vorragende
Varieté=Einlagen haben Bertrams Lach=Revue ange
nehm erweitert. In erſter Linie ſind Arno Siegfried und Partne=
rin
, ein famoſes Stepptänzer=Paar, zu nennen. 2 Dollys brin=
gen
amüſante muſikaliſche Clownerien. Zur angenehmen Unter=
haltung
tragen weiter die Caramellinis bei; die von ihnen vor=
geführten
Experimente wirken verblüffend. Vorverkauf wie be=
kannt
. (Siehe Anzeige.

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Darmstädter Fahrplanbuch
Sommerausgabe, gültig ab 15. Mai, kaufen.
Erhältlich zum Preise von 80 Pfennig in den
Buchhandlungen, Kiosken. Bahnhofsbuchhand-
lungen
, der Geschäftsstelle, Rheinstr. 23 und
bei den Agenturen des Darmstädter Tagblatt‟

Volkshochſchule.

W
Wir machen nochmals aufmerkſam, daf
am Sonntag, dem 1. Juni, die bereits angezeigte Führung durch

das Liebighaus in Frankfurt ſtattfindet. Das Haus enthält Pla=
ſtiken
von der ägyptiſchen Zeit bis zum Barock. Die Führung hat
Kunſthiſtorikerin M. Frölich. Zur Teilnahme iſt Anmeldung auf
der Geſchäftsſtelle, Mathildenplatz 17, erforderlich.
Ein Braunkohle=Film. Am Sonntag (nicht Samstag)
vormittag 11,30 Uhr findet im Union=Theater, Rheinſtraße, die
einmalige Sondervorführung des großen Filmwerks Rheiniſche
Braunkohle ſtatt.

Zu Darmſtadts 600 Jahrfeier erſchien:
Hans Araft
Die Hamen der Gemarkung Beſſungen
(Flur=, Platz=, Schneiſen= und Straßenpamen)
Ladenpreis 3.40 RM.
Gießen 1930
8716
Heſſiſche Dereinigung für Dolkskunde

Diebſtähle. Am 15. Mai 1930 wurde von dem Fuhrwerk
einer hieſigen Speditionsfirma ein Kolli geſtohlen, das ſechs Kar=
ton
ganze Gewürznelken enthielt.
In der Nacht vom 23. auf
24. Mai 1930 wurden aus einem Lager in der Nähe der Pallas=
wieſenſtraße
und Kirſchenallee drei Oelfäſſer aus Holz entwendet.
Die Fäſſer ſind in dem Wagen des Lagereigentümers weggefahren
worden. Der Wagen ſelbſt wurde wieder nach ſeinem Standplatz
zurückgeführt.

Spendet nächſten Sonntag dem
Rotkreuztag
für die freiwillige Sanitäts=Haupf=Kolonne vom
Roten Kreuz Darmſtadt Sanitätswache Fernruf 400.

46. Jahresfeſt des Evangeliſchen Kirchengeſang=
vereins
für Heſſen.
Unſere Zeit iſt eine Zeit des erbitterten Ringens um die Seele
unſeres Volkes. Mancherlei Kräfte zerren an ihr, um ſie hier=
oder
dorthin zu ziehen. Noch nie vielleicht ſah das deutſche Volk
ein ſolches Auf und Nieder der Gegenſätze und Meinungen. Zum
ruhigen Aufbau braucht unſer Volk die feſteſte Grundlage. Wer
unſer Volk kennt und ſeine Geſchichte, der weiß, nur auf dem ſiche=
ren
Grund des Evangeliums wird es ſicher wieder aufgebaut wer=
den
. Bei dieſem Aufbau iſt eines der hervorragendſten Mittel
die heilige Tonkunſt. Durch ſie den Gemeinden, der Kirche
und dem ganzen Volke zu dienen, iſt ſeit Jahrhunderten der Dienſt=
der
Evangeliſchen Kirchengeſangvereine. Ein ſtiller Dienſt, der
nicht haſcht nach Lob und Anerkennung. Nun aber, am 31. Mai
und 1. Juni, tritt der Kirchengeſangverein einmal heraus aus
ſeiner Stille an die Oeffentlichkeit. Er lädt zu ſeinem Jahresfeſt
nach Darmſtadt ein, nachdem er auf fünf Jahrzehnte geſegneter
Tätigkeit zurückblicken kann. Auch bei dieſer Einladung iſt es ihm
nicht um Lob und Anerkennung zu tun, aber darum, daß ſein Wort
in Tönen einmal aus den Mauern der Kirche hinausklingt in
die breite Oeffentlichkeit. Gegenüber all den Kundgebungen
unſerer Tage, will er es in gewaltigen Tönen hinausrufen: Das
Wort Gottes bleibet in Ewigkeit!
Tauſende von Beſuchern werden am heutigen Samstag bei
der Aufführung der mächtigen Predigt Johann Sebaſtian

Bachs in der H=Moll=Meſſe lauſchen. Tauſende werden erhoben
werden in den Feſtgottesdienſten, die in allen Kirchen der Stadt

ſtattfinden. Mehr als zweitauſend Sänger und Tauſende von

Hörern werden ſich am Nachmittag im Glockenhof des Schloſſes
zuſammenſchließen um die hehren Klänge des evangeliſchen Liedes,
Tauſende von Sängern und Gemeindegliedern aus allen Gemein=
den
der Provinz von Starkenburg werden gemeinſam dann zur
Feſthalle ziehen und dort gemeinſam ſich am geiſtlichen und welt=
lichen
Liede erfreuen. Und die Zehntauſende der Einwohner von
Darmſtadt werden ſchon in der Frühe auf den Feſttag aufmerkſam
gemacht, wenn die Poſaunenchöre die Lüfte mit ihren Feierklängen
erfüllen.
Mit dem Berwalkungs=Sonderzug nach Schwehingen.
Der Lockruf der Reichsbahndirektion Mainz zur Mitfahrt im
Verwaltungsſonderzug Wiesbaden, Mainz, Darmſtadt, Schwetzin=
gen
, Heidelberg hatte ganz ungewohnlich ſtarken Widerhall gefun=
den
. Ein erneuter Beweis, daß dieſe Ausflugsſonderzüge für
einen großen Teil der Bevölkerung dringendem Bedürfnis ent=
ſprechen
. Allein von Darmſtadt waren 7 der großen ſchönen Aus=
ſichtswagen
, die die Reichsbahn für dieſe Sonderfahrten zur Ver=
fügung
geſtellt beſetzt worden. Für alle Teilnehmer wurde wohl
dieſer Himmelfahrtsausflug, der bequem und billig in die ſchönſten
Gegenden Deutſchlands führte, zu einem unvergeßlichen Genuß,
vielleicht zu einem Erlebnis. Wohltuend berührte zunächſt
wiederum Pünktlichkeit und die ſachkundige Leitung des Sonder=
zuges
, die die Reichsbahndirektion einem oft bewährten Beamten
übertragen hatte. Faſt auf die Minute wurde Abfahrt und An=
kunft
eingehalten, ſo daß unliebſames Warten oder Drängen
durchaus vermieden wurde. Auch daß trotz des Andrangs nicht
mehr Karten verkauft wurden als Sitzplätze zur Verfügung geſtellt
werden konnten, ſoll der Reichsbahndirektion dankend anerkannt
werden. Die Fahrt führte zunächſt über Friedrichsfeld nach
Schwetzingen, wo die größte Mehrzahl der Teilnehmer unter ſach=
kundiger
Führung das ſchöne Städtchen, vor allem aber den wun=
dervollen
Schwetzinger Park, dieſes einzigartige Paradies, beſich=
tigte
. Kurz nach Tiſch fuhr der Zug weiter nach Heidelberg, ein
Teil der Ausflügler benutzte allerdings die Gelegenheit, die Ro=
kokoſpiele
im Schwetzinger Park, die alljährlich um dieſe Zeit zur
Aufführung gelangen, anzuſehen. Dieſe trafen dann am ſpäten
Nachmittag erſt in Heidelberg ein. In Heidelberg ſelbſt herrſchte
Großſtadtverkehr, wie ihn nur die Reiſehochſaiſon zeitigt und nur
in einer Stadt, die mit Recht ſo ausgedehnt das Ziel Fremder iſt,
wie Heidelberg. Vom herrlichſten Wetter war der Ausflug be=
günſtigt
. Heidelbergs Schönheiten, vor allem die Schloßruinen,
aber auch die weitere Umgebung, wurden in den wenigen Stun=
den
des Aufenthalts beſucht. Punktlich um 8,50 Uhr ſetzte ſich der
Sonderzug wieder zur Rückfahrt in Bewegung. Der Tag hat, wie
geſagt, weit über 1000 Menſchen, die die Gelegenheit wahrnahmen,
dem Grau des Alltags für einige Stunden zu entrinnen, ſehr viel
gegeben.

25. Bezirkstag am 31. Mai und 1. Juni 1930 in Eberſtadt.
F. Am Samstag und Sonntag rüſten ſich die Kurzſchriftler
der Kurzſchriftvereine aus vier Gauen: Gau Darmſtadt, Oden=
waldgau
, Riedgau und Dreieichgau, die zuſammen den Kurzſchrift=
Bezirk Darmſtadt bilden, zun Fahrt nach Eberſtadt, wo am 31. Mai
und 1. Juni in Verbindung mit dem 25. Stiftungsfeſt des Steno=
graphenvereins
Gabelsberger. Eberſtadt das Jubiläum des
25jahrigen Beſtehens des genannten Bezirks ſtattfindet.
Eberſtadt iſt ſeit 1921 der Sitz des Kurzſchrift=Bezirks Darmſtadt
und iſt aus dieſem Grunde als Vorort für das Jubiläum erkoren
worden. Der Vorſitz lag von 1921 bis 1925 in den Händen des
Redakteurs Heinz Heinrich Roth, von ihm übernahm ihn der
Vorſitzende des hieſigen Stenographenvereins, Peter Heißt.
Der am 3. September 1905 von dem Kammerſtenographen
Michael Winkler in Auerbach gegründete Bezirk Darmſtadt
Gabelsbergerſcher Stenographen, hervorgegangen aus einer Or=
ganiſation
, die vorher die Stenographenvereine der ganzen Pro=
vinz
Starkenburg umfaßte, hat ſich wie es in der anläßlich des
ubilaums herausgegebenen Feſtſchrift heißt trotz mancher
Stürme des Lebens im Kampf des Alltags 25 Jahre behauptet,
nach innen und außen feſtgefügt, ſteht ſtark an Schaffenskraft und
Lebensmut da und ſtrebt beharrlich der Erreichung ſeiner hohen
kulturellen Ideale zu.
Der Bezirk Darmſtadt Gabelsbergerſcher Stenographen, der
nach Einführung der Einheitskurzſchrift den Namen Kurzſchrift=
Bezirk Darmſtadt angenommen hat, hat friſch die Hände mit ange=
legt
ans Werk, damit die Einheitskurzſchrift trotz allen Wider=
ſtandes
das werde, als was ſie gedacht iſt: die Kurzſchrift
des deutſchen Volkes. Wenn am Sonntag morgen die 600
Wettſchreiber, die gemeldet ſind, in Eberſtadt eintreffen werden,
um an dem in den Schulen ſtattfindenden Jubiläums=
Wettſchreiben teilzunehmen, dann ſoll dieſes Wettſchreiben
Ausdruck und Kundgebung ſein für die deutſche Einheits=
kurzſchrift
, der auch in Zukunft die Arbeit des Kurzſchrift=
Bezirks Darmſtadt dienen ſoll.

Heſſiſches Landeskheater.

Samstag
31. Mai

Sonntag
1. Juni

Montag
2. Juni

Dienstag,
3. Juni

Großes Haus

2022 Uhr. M 6, R16. Dſt
Volksb. Gr. I bis IV Zuebe=
terErde
und im erſtenStock

Kleines Haus

2022 Uhr
Lehär=Operetten=Abend

18.3022.15 Uhr, D 25
Tannhäuſer

2022 Uhr
Konzert des Liederzweigs

Keine Vorſtellung

Mittwoch
4. Juni

1922 Uhr, T 26
Hamlet

Donnerstag 12022 Uhr. C 25. T Gr. 7
5. Juni zu ebener Erde und im erſten Stoch

Freitag
6. Juni

12022 Uhr. K 16 Bühn.=Vb
Gr. 8. ZuebenerErdeund
im erſten Stock.

2022.30 Uhr, Bſ.=M. VT 18
Die Kaſſette
2022.30 Uhr Zuſ. VI1 14
G 17 Dſt. Volksb., Gr. 1 u. II
Die Pilger von Mekka

2022 Uhr. Zuſatz=M. 111,
Der Poſtillon von Lonjumean

2022.30 Uhr. Bſ.=M., II 12
3 X Offeubach

2022,30 Uhr. Bſ.=M. V 12,
Fra Diavolo

20-29 Uhr. D18 u. Bſ.=M. VI18
Die Pilger von Mekka

Samstag
7. Juni

19.3022.30 Uhr, F12, 8 11
D.=V. Gr. 1-4. Das Leben d. Oreſt

Mntan
8. Juni

Keine Vorſtellung

19.3022.30 Uhr. B 24,
T Gr. 6. Hamlet

2022.30 Uhr Zuſ. III 12
3 X Offenbach

Montag 18.3022.15Uhr, H12Bühn.=/2022.30 Uhr. Volksvorſtell,
9. Juni Volksbund. Tannhäuſer! Der Kaiſer von Amerika
Hamlet Shakeſpeares Trauerſpiel in 5 Akten, wird durch
Carl Ebert neu inſzeniert, mit Bühnenbildern Wilhelm Rein=
kings
, Mittwoch, den 4. Juni, im Großen Haus aufgeführt. In
der Titelrolle: Bernhard Minetti.

[ ][  ][ ]

Ette 6

Sanstag, den 31. Mai 4930

Die Tagung der techniſchen Beamten.

Der 11. Verkrekerkag der Reichsarbeits=
gemeinſchaft
in Darmſtadk.
Prokeft gegen den Abbau der Rechtsverhälkniſſe

der Beamken.

Darmſtadt, 30. Mai.

Im Städtiſchen Saalbau wurde am Freitag der 11. ordentliche
Vertretertag der Reichsarbeitsgemeinſchaft
techniſcher Beamtenverbände eröffnet. Dieſe Arbeits=
gemeinſchaft
umfaßt die Geſamtheit der im Deutſchen Beamten=
bunde
organiſierten techniſchen Beamten und hat die Aufgabe die
beſonderen Intereſſen der Technikerſchaft in der öffentlichen Ver=
waltung
und in den öffentlichen Betrieben wahrzunehmen.
Die Tagungsteilnehmer wurden zunächſt von dem Vorſitzen=
den
, Magiſtratsoberbaurat Brüggemann=Berlin, begrüßt.
Zahlreiche Ehrengäſte waren erſchienen. Bei Erſtattung des Ge=
ſchäftsberichts
ging der Vorſitzende beſonders auf die gegenwärtige
beamtenpolitiſche Lage ein. Er zeigte, wie in wachſendem Umfang

die Stimmung gegen die Beamtenſchaft aufgewiegelt wurde und
erhob unter Beifall der Verſammlung Einſpruch gegen die
Abſichten der Reichsregierung, im Rahmen des Aus=
gabenſenkungsgeſetzes
weſentliche Verſchlechterungen
der rechtlichen und wirtſchaftlichen Verhältniſſe der Beamten
zu erreichen.
In der Ausſprache wurden die Ausführungen von allen Seiten
lebhaft unterſtrichen. Als ihr Ergebnis kann die einmütige For=
derung
der Beamtenſchaft feſtgeſtellt werden, Rechtsverletzungen
für ſie unter allen Umſtänden zu unterlaſſen. Folgende

Fr‟
Enſchließung

wurde angenommen: Die Reichsarbeitsgemeinſchaft techniſcher Be=
amtenverbände
hat auf ihrem 11. Vertretertag in Darmſtadt zu
den geplanten Verſchlechterungen der rechtlichen, ſozialen und wirt=
ſchaftlichen
Verhältniſſe der deutſchen Beamten Stellung genom=
men
; ſie verurteilt die vorgeſchlagenen rigoroſen Maßnahmen, die
übrigens keine erheblichen Erſparniſſe bringen werden, aufs
ſchärfſte.
Es liegt außerhalb jedes Rechtsempfindens und verſtößt gegen
Treu und Glauben, wenn die Rechtsverhältniſſe, unter denen ein
Beamter in den öffentlichen Dienſt eingetreten iſt, die ausſchlag=
gebend
waren für ſeinen Entſchluß, ſich dem öffentlichen Dienſt
oder der privaten Wirtſchaft zuuwenden, willkürlich verſchlechtert
werden. Solche Rechtsunſicherheit muß die nachteiligſten Folgen
für das Verhältnis der Beamten zum Staat oder zur Gemeinde
haben. Das gilt beſonders für das beabſichtigte Sperrgeſetz.
Eine beſondere Härte liegt darin, den Beamten, die durch den
Friedensvertrag, die Kriegsfolgen oder Krankheit unfreiwillig
aus ihrem Dienſtverhältnis ausſcheiden mußten, die faſt durchweg
weder das Höchſteinkommen ihrer Laufbahn noch den Höchſtbetrag
des Ruhegehaltes erreichten, die ihnen zuſtehenden Bezüge kürzen
zu wollen. Sie ſind zum Teil jahrelang beſchäftigungslos und
müſſen während der Dauer einer ſich ihnen bietenden, meiſtens
vorübergehenden Beſchäftigung, verſuchen, den ihnen entſtandenen
Ausfall an Einkommen auszugleichen. Die beabſichtigte Kürzung
ihres Ruhegehaltes nimmt dieſen Beamten jede Möglichkeit, wie=
der
in geordnete wirtſchaftliche Verhältniſſe zu gelangen.
Die techniſche Beamtenſchaft iſt ſich ferner eins darin mit der
Geſamtbeamtenſchaft, daß zu Opfern, die zur Beſeitigung der jetzi=
gen
Notlage erforderlich ſind, alle leiſtungsfähigen Kreiſe des Vol=
kes
herangezogen werden müſſen. Eine Sonderbelaſtung der Beam=
tenſchaft
muß ſie ablehnen. Im Kampfe gegen ein dexartiges Un=
recht
ſteht die techniſche Beamtenſchaft Schulter an Schulter mit
der Geſamtbeamtenſchaft.
Nach Entgegennahme des Kaſſenberichts wurde dem Vorſtand
einmütig Entlaſtung erteilt. Es folgte dann ein Vortrag des Pro=
feſſors
Dr. Gerſtenberg über Die Pionierarbeit des Reichs=
bundes
Deutſcher Technik e. V.
Die
Kundgebung der kechniſchen Beamkenſchaft
fand geſtern abend im vollbeſetzten Saalbau im Beiſein zahlrei=
cher
Ehrengäſte ſtatt, unter denen man Vertreter der Behörden,
Landtagsabgeordnete
und Stadtratsmitglieder bemerkte,
Magiſtratsoberbaurat Brüggemann=Berlin, der Verſamm=
lungsleiter
, begrüßte die Anweſenden und zeichnete dann in kur=
zen
Zügen die Stellung der Beamten vor dem Kriege und heute.
Er unterſtrich, daß es der deutſchen Beamtenſchaft, die in kritiſcher
Zeit bis zum äußerſten ihre Pflicht getan habe, vor allem zu dan=
ken
ſei, daß geſunde Verhältniſſe in Deutſchland, wiederkehrten
und die ſchwerſten Zeiten überwunden werden konnten. Die Be=
amtenſchaft
ſei bereit, alles zur Linderung der Not zu tun, ſie
wolle aber keine einſeitigen Benachteiligungen oder Verpflich=
tungen
auferlegt haben. Der Vorſitzende begründete ſchließlich
noch die oben angeführte, einſtimmig angenommene Entſchließung
und gab der Hoffnung Ausdruck, das deutſche Berufsbeamtentum
möge unangetaſtet erhalten bleiben im Intereſſe und zum Heile
von Reich, Ländern und Gemeinden. Die Begrüßungsanſprachen
der Gäſte wurden zurückgeſtellt, damit dieſe ſich zunächſt ein Bild
über die Arbeit der Reichsgemeinſchaft machen konnten.
Es referierte zunächſt Gewerbelehrer Höriſch=Dresden über
Die techniſchen Verwaltungen und öffentlichen Betriebe in
Gegenwart und Zukunft.
Er führte u. a. aus: Die techniſche Beamtenſchaft, zuſammenge=
ſchloſſen
in der Reichsarbeitsgemeinſchaft techniſcher Beamtenver=

Lokale Veranftalkungen.

bände (Rateb) verſuche, zu den augenblicklich brennenden Fra=
gen
: 1. der Verwaltungsreform überhaupt, 2. der Entkommunali=
ſierung
der öffentlichen Betriebe, ſachlich wie es von ſeinem
Berufe her jedem Techniker zur zweiten Natur geworden ſei
Stellung zu nehmen. Sie ſei ſich darüber klar daß der Zuſtand
einer Zerſplitterung und Unterordnung techniſcher Verwaltungen
unter technikfremde Behörden in einem techniſchen Zeitalter auf
die Dauer unhaltbar ſei, und verſuche Hand in Hand mit dem
Reichsbund Deutſcher Techniker (R.D.T.) dahin zu wirken, 1. daß
in allen Verwaltungen des Reiches, Staates und der Gemeinden

Ortsverband des B.D.J. Es wird noch einmal er=
innert
an die Vogelſtimmenführung Lehrer Vonderheits am Sonn=
tag
vormittag ½7 Uhr ab Abdeckerei.
Gymnaſtik. Laut der in unſerer heutigen Nummer er=
ſcheinenden
Anzeige erteilt Fräulein Ida Greſſer. Diplom=
Gymnaſtiklehrerin, Unterricht für reine Menſendieckgymnaſtik für
Damen und Kinder.
Hygieniſcher Vortrag. Montag, den 2. Juni,
abends 8,30 Uhr, ſpricht in einem Vortrag mit Lichtbildern im
Saale zur Krone der Schriftſteller Ferd. Vergin=Berlin, frü=
her
Biologe am Kaiſer=Wilhelm=Inſtitut, über das hochinter=
eſſante
Thema: Wie begegnen wir Krankheiten und Siechtum?
Da Vorgenanntem ein guter Ruf vorausgeht, iſt mit einem regen
Beſuch zu rechnen, zumal der Eintritt frei iſt.
Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutſche
über See. Am Dienstag, dem 3. Juni, nachmittags 4 Uhr,
ſpricht Frau von Oidtman im Muſikzimmer des Saalbaues über
Zwecke und Ziele des Vereins und die Arbeit unſerer Schweſtern
Der Vortrag wird umrahmt durch Liedervorträge von Fräulein
Hilde Groß. Eintritt frei für jedermann. (Siehe heutige Anz.)
Spaziergang der Elſaß=Lothringer Ver=
einigung
. Es wird noch einmal auf den Spaziergang auf=
merkſam
gemacht, den die Elſaß=Lothringer Vereinigung ( Orts=
gruppe
Darmſtadt des Hilfsbundes für die Elſaß=Lothringer im
Reich) morgen Sonntag, den 1. Juni, veranſtaltet. Treff=
punkt
um 2.30 Uhr an den Hirſchköpfen, Eingang zur Faſanerie.
Spaziergang nach dem Jagdſchloß Kranichſtein, dort gemeinſame,
zwangloſe Kaffeetafel, Unkerhaltungen für jung und alt, photo=
graphiſche
Aufnahmen, Kinderſpiele, Gelegenheit zur Beſichtigung
der Sammlungen. Es liegen ſchon zahlreiche Anmeldungen zur
Teilnahme vor. Gäſte, die durch Mitglieder eingeführt ſind,
herzlich willkommen. Für gutes Wetter iſt geſorgt.
Brauerei Schul Schloßgaſſe. Heute Samstag, den
31. Mai, abends 8 Uhr. findet wieder ein Konzert ſtatt. Das=
ſelbe
wird von einem Enſemble des Stadtorcheſters ausgeführt.
(Siehe Inſerat.)
Schuls Felſenkeller, Dieburger Straße. In dem
neu hergerichteten Garten von Schuls Felſenkeller findet heute
Samstag, den 31. Mai, das erſte der im Vorjahre ſo beliebten
Gartenkonzerte ſtatt. Dasſelbe wird ausgeführt vom Stadt=
orcheſter
. Eintritt frei. (Siehe Inſerat.)
Heute Samstag abend und morgen Sonntag nachmittag ab
4 Uhr finden im Hotel Prinz Heinrich Gartenkon=
zerte
mit Tanz ſtatt.

techniſche Aufgaben nicht nur von Technikern ausgeführt wer=
den
, ſondern daß auch die leitenden Stellen techniſcher Aemter mit
Technikern beſetzt werden, 2. daß grundſätzlich jeder geeignete Tech=
niker
im Staatsleben dem Politiker, Juriſten oder reinen Ver=
waltungsbeamten
gleich zu achten iſt, alſo durchaus auch über
den engeren Rahmen der Technik hinaus die Führerſchaft über=
nehmen
kann, 3. beſſere Ausnutzung, reibungsloſere Zuſammen=
arbeit
und verſtändnisvollere Würdigung aller techniſchen Ver=
waltungen
würde durch Zuſammenfaſſung in einer techniſchen
Reichsbehörde gewährleiſtet ſein. Rateb und R.D.T. fordern ſie
ſeit Jahren vergeblich. Statt deſſen bekämpften heute weite
Kreiſe der freien Wirtſchaft, ja der Behörden und Parlamente,
die techniſche Beamtenſchaft beſonders, indem ſie die öffentlichen
Betriebe, wie Gas=, Waſſer= und Elektrizitätswerke, Straßen=
bahnen
u. a., der kommunalen Verwaltung zu entziehen drängen
und ſie entweder ganz an die Privatwirtſchaft abzugeben empfeh=
len
, mindeſtens aber eine Verwaltung nach privatwirtſchaftlichem
Muſter forderten und auch manchenorts ſchon durchgeſetzt haben.
Der Redner legte ausführlich die Gründe dar, warum mit allem
Nachdruck vor dieſem gefährlichen Experiment zu warnen ſei. Er
zeigte, daß weniger die perſönlichen Sorgen der Beamtenſchaft
als die Aufgabe aller Betriebe der öffentlichen Hand, zuerſt und
zuletzt dem Allgemeinwohl zu dienen, fordere, die öffent=
lichen
Betriebe in Hand der Gemeinden und in kommunaler Ver=
waltungsform
zu belaſſen, allerdings unter der Bedingung, daß
Form und Führung der Betriebe moderniſiert und auf höchſte
Wirtſchaftlichkeit eingeſtellt werden. Es wäre gut durch eine all=
gemeine
geſetzliche Regelung, ähnlich wie bei der Reichsbahn und
Reichspoſt, auch die Verwaltungsform der Gemeindebetriebe vor
willkürlichen Eingriffen und bedenklichen Experimenten zu
ſchützen. Techniſcher Geiſt und Tatwille werde ſich ſchließlich auch
hier durchſetzen.
Miniſterialrat Welliſch=Wien wünſcht der Tagung beſten
Erfolg. Er freue ſich, in Deutſchland weilen zu dürfen und als
Oeſterreicher nicht als Ausländer betrachtet zu werden. Die
Rateb könne an ihrer Jubiläumstagung auf viel Arbeit, aber auch
mit viel Freude auf das Erreichte zurückblicken. Die öſterreichiſchen
Techniker ſtänden Schulter an Schulter im Kampf mit ihren deut=
ſchen
Kollegen. Herzliche Sympathie beſtehe zwiſchen Deutſchland
und Oeſterreich, die eng zuſammengehören. Sein Wunſch ſei: Ein
ſtarkes Beamtentum in einem ſtarken Deutſchland.
Der Vertreter des Reichsverkehrsminiſters, Miniſterialrat
Ickes, betonte, daß der Reichsverkehrsminiſter die Beſtrebungen
der Rateb in jeder Weiſe unterſtütze.
Miniſterialdirektor Profeſſor Dr. Rößler wünſcht der
Tagung namens der heſſiſchen Regierung, des Herrn Staatspräſi=
denten
und der übrigen Staatsvertreter alles Glück. Die Tagung
möge ein Markſtein auf dem dornigen und ſchwierigen Pfade ſein,
der zum Ziele führe.
Oberbaurat Steinberger wünſchte im Namen der Stadt
Darmſtadt und des Herrn Oberburgermeiſters der Tagung beſten
Erfolg. Es müſſe immer ein Reſt von Unzufriedenheit da ſein,
um die Kräfte weiter zu mobiliſieren. Möge es immer weiter
gehen auf der Leiter des Aufſtiegs und des Erfolges.
Weitere Glückwunſchanſprachen hielten Oberingenieur Rüſch,
Mitglied des Reichswirtſchaftsrat, namens zahlreicher Beamten=
gruppen
, der davor warnte, das Experiment der Unzufrieden=
heit
zu weit zu treiben, ferner der Vertreter der Gewerkſchaft der
techniſchen Eiſenbahnbeamten, Oberſekretär Kemmer, der Ver=
treter
des Reichsbundes höherer techniſcher Beamten, Oberbaurat
Bökemann, und der Vertreter der Gewerkſchaft deutſcher
Lokomotivführer, Notag. Der Vorſitzende dankte allen Vertretern
für ihre Glückwünſche zur Tagung.
Das Schlußreferat des geſtrigen Tages hielt Univerſitäts=
profeſſor
Dr. Deſſauer. M. d. R., über das Thema:
Der Tag der Technik iſt gekommen.
Wenn viele ſagen, man ſtehe mitten im Zeitalter der Technik,
ſo ſei das falſch. Es möge vielleicht oberflächlich betrachtet, in
einer Zeit der Verminderung der Entfernung des perſönlichen
Verkehrs, des Erſatzes der Arbeit von 2 Millionen Sklaven an
einem Tag durch die Technik, wie er in ſeiner Philoſophie der
Technik angeführt habe, ſo ſcheinen; tatſächlich ſei erſt die Morgen=
röte
des Tages der Technik da, der ſiegreich heraufſteige. Heute
ſtehe man noch ganz im Zc=ll der Wirtſchaft.
Alle
Stände der Wirtſchaft betrachteten ſich heute als Opfer der Zeit,
und das unter gewiſſen Berückſichtigungen mit Recht. Aus der
ungeheuren Not, die heute beſtehe, können nur Mittel der Technik
helfen. Heute beſtehe noch eine allgemeine Zurückſetzung des tech=
niſchen
Menſchen, wie es Spranger in ſeiner Theorie ganz deut=
lich
ausgeſprochen habe. Aber auch der techniſche Beruf habe ſeine
Ethik, genau wie jeder andere Beruf. Die Technik ſei nicht ledig=
lich
Mittel zum Gewinn. In der Technik liege etwas Großes,
Erhabenes, die Entfaltung der menſchlichen Geſellſchaft. Es müſſe
immer wieder geſagt werden, daß der Stand der Techniker tiefe
ethiſche Momente hat. Erſt wenn dieſes Ethos allgemein lebendig
werde und es die Menſchheit erkenne, dann komme die Technik
voll zur Geltung. Sie beginne bereits hohe Achtung in der menſch=
lichen
Geſellſchaft zu finden, und in dieſem Sinne gelte das Wort:
Der Tag der Technik iſt gekommen. (Lebhafter Beifall.)
Der Vorſitzende ſchloß mit warmen Dankesworten an den Re=
ferenten
die geſtrige Tagung.

Steis
Prassel-Kafee Eiseh geröstet BChulstr. 10

Hotel zur Poſt am Hauptbahnhof, gegenüber der Bahn=
poſt
, veranſtaltet heute Samstag und morgen Sonntag wieder
Geſellſchaftsabend mit Tanz. Die gediegenen Veranſtaltungen
im Hotel zur Poſt ſind noch in beſter Erinnerung. Die Geſell=
Geſellſchaftsabende mit Tanz. Die gediegenen Veranſtaltungen
Saalbau=Terraſſe und Garten ſind ab Sonn=
tag
für den Reſtaurationsbetrieb wieder eröffnet. (Siehe Inſerat.)
Orangeriehaus. Sonntag abend 8 Uhr erſter großer
Rheiniſcher Abend. Leitung: Kapellmeiſter Schlupp. Wie im ver=
gangenen
Jahre, finden dieſe Konzerte wieder regelmäßig Sonn=
tags
ſtatt und verſprechen den Beſuchern einige genußreiche Stun=
den
. (Siehe morgiges Inſerat.)
Sie magern ab
an welcher Körperſtelle Sie wollen
ohne Körperbewegung, ohne Diät, ohne Chemikalien zu nehmen, ohne
Bäder, ohne Zeitverluſt. Rein äußerlicher Gebrauch Sichtbares
Reſultat bereits am 6. Tage.
Schreiben Sie an Frau E. Schweitzer, Wiesbaden 20, Goeben=
ſtraße
19, welche Ihnen gerne und koſtenfrei das einfache und wirkſame
Mittel angibt, welches ſie ſelbſt mit großem Erfolg angewendet hat.
Jahrelang erprobt, daher tauſende Dankſchreiben.
(IV6844
Tageskalender für Samstag, den 31. Mai 1930.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 20 Uhr, M 6, R 16:
Zu ebener Erde und im erſten Stock,
Kleines Haus,
20 Uhr: Lehar=Operetten=Abend. Orpheum, 201 Uhr:
Bertrams Wochenend=Lachbühne. Konzerte: Schloßkel=
ler
, Hotel Schmitz, Theater=Reſtaurant Reichshof, Spaniſche
Bodega, Hotel Prinz Heinrich, Kaffee Jöſt, Perkeo, Alter Rats=
keller
, Kaffee Ganßmann, Hotel=Reſt. Poſt. Herrngar=
tenkaffee
, 16 Uhr: Konzert. Oberwaldhaus: Gar=
tenkonzert
. Brauerei Schul, 20 Uhr: Konzert. Reſt.
Datterich, Kiesſtr. 27: Konzert.
Raucherzähne. Die Spezialkonſtruktion der Chlorodont=Zahnbürſte ermög=
licht
das Reinigen und Weißputzen der Zähne auch an den Seitenflächen. Nur echt
in blau=;eiß=grüner Originalpackung in allen Chlorodont=Verkaufsſtellen.
(I.Dr. 1097)

Aus Heſſen.
10. Berkreterverſammlung des Heſ
gemeindelages in Lauterb
WSN. Lauterbach, 28. Mai. Heute vormittag t
verſammlung des Heſſiſchen Landgemeindetages zu
etwa 300 Gemeindevertreter der drei heſſiſchen V=
hatten
. Bürgermeiſter Alexander=Gonſenheim, der 9
ſchen Landgemeindetages, eröffnet die Verſammlur
worten, die im beſonderen den Vertretern der hefſi
ten. Bei Eintritt in die Tagesordnung erinnerte d
daß der Landgemeindetag vor nunmehr bald zehn
worden iſt. Er gedachte der zehnjährigen Arbeit dei
Zeit der Not und Entbehrung und betonte, daß
eine der ernſteſten ſei, die der Landgemeindetag je
dem Geſchäftsbericht iſt zu entnehmen, daß die
einige Eingemeindungen etwas zurückgegangen iſt.
hören augenblicklich 921 Gemeinden mit 873 890
Rechnungsablage vom Geſchäftsjahr 1929 erſtattete
Lauterbach; er ſchließt ab in Einnahmen mit 29
29 520 Reichsmark, ſo daß ein Rechnungsreſt von
bleibt. In dem Voranſchlag für das Geſchäftsjal
nahmen und Ausgaben wie im Vorjahre 28 000 R9
zugspreis der allgemeinen Zeitſchrift wurde auf
ſitzenden von der Verſammlung auf 3 RM. erhöht.
wurde für den ausſcheidenden Oberregierungsrat
Lambert=Viernheim gewählt. Im übrigen erfo
alten Vorſtandes. Anſchließend hielt Bürgermei
feld einen Vortrag über das aktuelle Thema Fi.
den und Finanzausgleich zwiſchen Reich, Ländern u
einer Diskuſſion, die ſich an dieſen Vortrag anſchlo
der Tagung eine Entſchließung einſtimmig angen n
gefordert wird: 1. Schleunige Abhilfe einer fort
der Wohlfahrtserwerbsloſen; 2. Aenderung der
lung, welche die Laſten der Dauerarbeitsloſigkeit
erlegt; 3. weitgehende Arbeitsfürſorge im Hinblie
Herausbildung einer auf Jahre hinaus zur Unpro
Menſchenmaſſe. Schließlich wendet ſich die Entſe
ſchen Arbeits= und Wirtſchaftsminiſter mit der Bit
nige Löſung des Problems der Wohlfahrtserwverb
Als nächſter Tagungsort des Heſſiſchen Land
Dieburg beſtimmt.
Skraßenberichl
für die Woche vom 1. bis 7. Jun
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automob=
Hauptdurchgangsſtraßen in
Hüttental (Abzweigung nach Untermoſſau) b=
57,561,17, vom 8. 5 bis 7. 6. geſperrt. Umleitu ſ
bach oder AffolterbachOlfen.
Marbach bis zum Abzweig der Zufahrtsſtraf S Mu
bach vom 30. 5. bis 3. 6 geſperrt. Umleitung Frzeig
To. über den Gemeindeweg Ebersberg und übe=
über
Untermoſſau-WegſcheideAffolterbach-Olfe
HeldenbergenWindecken wegen Brückenbaua:
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eichen rm,
OſthofenWeſthofen vom 9. 5. bis 1. 6. geſp
Abenheim bzw. Bechtheim.
Sonſtige Straßen in He
HahnGernsheim, Km. 16,0 20,815, vom 19 ſ 30)/0 Et
Umleitung: Bruchmühle-BiebesheimGernsheim
MörfeldenLangen wegen Gleisumbauarbeite / Bol
am 2. 6. von 6 bis 17 Uhr geſperrt. Umleitung
Münſter-Dieburg, Km. 16,018,685, vom 26. 135
Umleitung: Altheim.
BuchſchlagSprendlingen, Km. 0,02,2, von / 9.
ſperrt. Die aufgeſtellten Schilder ſind zu beachten
Ortsdurchfahrt Wahlheim vom 15. 4. bis 15. ( ſwertl umei
Von und nach Freimersheim über die Pariſerſtre
raf
GumbsheimEckelsheim (Ortsdurchfahrt Gu Ei
14. 6. geſperrt. Umleitung: Wöllſtein.
Pfeddersheim-Monsheim vom 26. 5. bis auf ſ
leitung: Nieder=Flörsheim.
HeuchelheimAtzbach und Heuchelheim-Kinz S
Heuchelheim) vom 27. 2. bis auf weiteres geſpe:
heim a. Bieber.
WieſeckAltenbuſeck (Ortsdurchfahrt Wieſeck.
weiteres geſperrt. Umleitung: innerhalb Wieſeck
die Rabenauerſtraße.
Großen=Linden-Langgöns vom 15. 5. bis A
Umleitung: Leihgeſtern.
Ortsdurchfahrt Rohrbach (Kr. Büdesheim) v.
teres geſperrt. Umleitung: Büches.
AlsfeldAltenburg vom 30. 5. bis auf weite A
kraftwagen und Langholzverkehr. Umleitung ü
AlsfeldAltenburg (D=Straße).

M
itig
Sh

Eraud

raiette


Aahnſt
*Aftl
Mif

(
M


J. Griesheim, 30. Mai. Amtseinfüh
wählten Bürgermeiſters. Herr Kr.
wies in kurzer Anſprache unſer neues Ort
Pflichten hin, die ihm als Bürgermeiſter de=
beglückwünſchte
ihn zu ſeiner Wahl und ſpra
daß er ſein Amt gewiſſenhaft und unpar er
nahm ihn hierauf eidlich in Pflicht. Herr
mann dankte Herrn Dr. Merck für die au
wünſche und gelobte, allzeit ſein Beſtes zum
einzuſetzen und ſich durch gewiſſenhafte u.
ſchäftsführung des von der Gemeinde in ihn
würdig zu erweiſen. In einer der letzten. *
ſchiedenen Straßen grober Unfug verü.
wurden die Straßenlaternen zertrümmert.
in der Groß=Gerauer Straße mehrere
ſchlagen und ſonſtiger Unfug getrieben. 2
Polizei iſt es gelungen, die Täter ausfindie
einige Burſchen aus Wolfskehlen, die ſich,
der Nacht hier umhertrieben und glaubten, ſeputdet
ihrer Zerſtörungswut fröhnen zu können.
zeige gebracht und werden ihren Frevel geb:
Zu dem am nächſten Sonntag hier ſt
und Fahrturnier des Junglandbunde‟
24
kenburg haben ſich nicht weniger als 152
eine Anzahl, wie ſie bisher noch bei keinem
burg zu verzeichnen war. Mehr als 60 Pre
lichem Wert ſtehen den Siegern in Ausſicht
42. Gberſtadt, 29. Mai. Sanitätzkol
Kreuz. Die Mitglieder der Freiwilligen Sani ſ.ſe
Kreuz Eberſtadt und der Unfallſtelle auf dem 2
höhe wurden im abgelaufenen Geſchäftsjahr 363 Sohl
Oiur
nommen. Die Gemeinde errichtet zur Hebung
Nathenau= und Linksackerſtraße ein Gemeindeno
R.
Driä Mi.
f. Roßdorf, 29. Mai. Bautätigkeit.
W
Bautätigkeit in unſerem Dorfe ſehr flau. Au
jahre begonnenen Neubauten und einigen Aufba.
vorhaben ausgeführt. Bauluſtige wären noch eille
an dem notwendigen Geld. Auf die Gemeinde
an ſtaatlichen Baudarlehen nur 15000 Mark fal
Anbetracht der hier noch herrſchenden Wohnungs
jahre als gering anzuſehen iſt. Steuer.
Gemeindeſteuerbeſcheide für Ni. 1930 noch neh auch
wird, hat die hieſige Bürgermeiſterei die Geſſe
ſucht, auf ihre 1930er Schuldigkeit alsbald Abſch.
der 1929er Steuerziele zu leiſten, zumal das eiſte
fällig war. Dadurch wird vermieden, daß der
mehrere Ziele auf einmal zahlen muß. Bei 2
1929er Gemeindeſteuerbeſcheid vorzulegen. *
der herrlich ſchönen Lage des Schwimmbades, L
und der äußerſt praktiſchen Inneneinrichtung, die
beſſert wurde, darf erwartet werden, daß.
ziehungspunkt Noßdorfs ſich in demſelben Lenbe
wickelt, wie dies im Vorjahre der Fall war.
Die Gewerbeſcheine für 1930 können bei der
eingelöſt werden. Bauſparkaſſe. Am ?
findt im kleinen Saale des Gaſthauſes Zut.
vortrag über Bauſparkaſſen und Wohnungsſod
der Heſſ. Kommunalen Landesbank und Girgel.
referieren.

[ ][  ][ ]

Samstag, den 31. Mai 1930

Seite 7

iAfar es Standesamks Darmſtadi.
Mai; hartmann Hildegard, 3 Mon, Dönges=
Mai: Nelb, Anna Sophie, geb. Krug, 46 J.,
Am
Nech s, bochſraße 4. Am Ii. Mai: Becker,
J. Marienplatz 1. Am 16. Mai: Bohl,
J. Groß=Bieberau, hier, Grafenſtr. 9. Am
Hauswärter i. N., 77 J., Am Herrenacker 11.
Lndwig, Kaufmann, 79 J.. Grünerweg 2;
pike, ohne Beruf, 62 J., ledig, Kranichſtei=
Mai: Dreher, Anna, geb. Holzhauſen, 62 J.,
aße 9. Am 2. Mai: Zeh: Georg, Maurer=
a
g. d. B., hier, Hermannsſtraße 6. Am
e. geb. Huthmann, 74 J. Ehefrau des Hilfs=
auF
B:, Wiemer, Georg, Dampfwäſchereibeſitzer,
rafenſtraße 9; Schnittſpahn, Karl Friedrich
Heinrichſtr. 145. Am 22. Mai; Backhaus,
J., Ghefrau des Garderobegeh. j. N., Runde=
t
. Karl Friedrich Wilhelm, 1 J., Molden=
beſte
ann Heinrich, 58 J. Weißbindermeiſter, Lich=
um
Mai; Breidenbach, Anna Katharina Eliſabeth
RI. 65 J. Witwe des Amtsgerichtsrats, Hein=
Georg, Metalldreher, 31 J., Seeheim, hier,
E:Mai: Nover, Heinrich Auguſt. Weißbinder=
4:. Kraft, Karl, Architekt, Dipl.=Ing., ledig,
Am 25. Mai: Linſenmeier, Anna, geb. Roder
nders, Mühlſtr. 17½. Am 25. Mai: Naſt=
ra
, geb. Fornoff, 63 J., Ehefrau des Maſchi=
Am 25. Mai: Schmidt. Eva, geb. Fahl,
brechers, Eberſtadt, Kreis Darmſtadt. Am
auch a, geb. Oeſterling, 84 J., Ehefrau des Pack=
ſtrsy
. Am 76. Mai; Lunkenheimer, Franziska,
vord e ledig, Sandbergſtraße 53. Am 20. Mai:
Gm J, Sandſtraße 42. Am R. Mai: Hoch,
R J. Egelsbach, Kreis Offenbach, hier, Grafen=
Hamburger, Johannes, Oberhoflakai i. R.,
Am 28. Mai: Erb, Marie, geb. Spaar,
Stre
Winders, Schloßgartenſtr. 47.
2 lliche Nachrichken.
Stag Exaudi (1. Juni).

heiſſin f eliſche Gemeinden.
Seliſchen Kirchengeſangvereins für Heſſen.
ag, 31. Mai, abends 8 Uhr: Aufführung
z ei, den Kirchengeſangverein von Offenbach.
i, vorm. 10 Uhr: Feſtgottesdienſt. Super=
ſochentags
von 96 Uhr zu ſtiller Andacht
türe.
Uhr im Glockenhof des Schloſſes: Choral=
e
ſnag vereine. Nachmittags 3 Uhr: Feſtver=
Ile.
M. 10 Uhr: Feſtgottesdienſt. Pfr. Knodt aus

i. 10 Uhr: Feſtgottesdienſt. Pfr. Menzel
73 gottesdienſt fällt aus wegen der Kirchen=

hiſchl m Schloß. Dienstag, 3. Juni, abends um
Mittwoch,
ver3 gung der Schloßgemeinde.
r: Handarbeitsſchule der Stadtgemeinde.
sſtraße 17). Sonntag, 1. Juni, vorm.
für die Reformationsgemeinde. Pfarrer
Pos 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadt=
mt
3 . Juni, abends 8 Uhr: Jugendbund der
enirW
iltel lbteilung). Dienstag. 3. Juni, abends
d u Mrd
Jugendvereinigung der
Stadtkirche.

Mädchenvereinigung der
ſilt-31 Abteilung).
einu füngere Abteilung). Mittwoch, 4. Juni,
der Stadtgemeinde Frauenverein der
Adolf=Kreis) Abends 8 Uhr: Kirchen=
ANd Schloßkirche Jugendbund der Mar=
ſ
-Mrſke 2 eilung). Mädchenvereinigung der Re=
983 ere Abteilung). Donnerstag, 5. Juni:
gemeinde: Bei gutem Wetter Abendſpa=
nE
Uhr am Heidenreichbrunnen. Abends
beizu ng der Stadtgemeinde (jüngere Abteil.).
Sgemeinde (jüngere Abteilung). Frei=
nd
. 4 Uhr: Jugendbund der Markusgemeinde
in1d
Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Auswärtigen: Pfarrer Beringer.
Diakonen: Hauptſtation im Diakonen=
eitent
W Eerſt
21. Fernſprecher 2883.
hF dienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17,
ſey d Sprechſtunden vorm. von 1012 Uhr und
S). von 56 Uhr. Fernſprecher 4584.
idgerichtshilfe. Soziale Gerichtshilfe,
ich für Steuer= und Verſicherungsangele=

Wohnungsangelegenheiten. Ehebera=
iſe
), Wanderer= und Gefangenenfürſorge.
Lirchenſteuerangelegenheiten: Gemeinde=
terhaus. Saal 3. Geſchäftsſtunden vorm.
m. von 36 Uhr. Fernſprecher 2379.
94 lirchnotgeld: Gemeindehaus, Kiesſtr 17,
Zahltage: Montag, Mittwoch und Don=

Martinskirche.

gendpereinigung (ältere Abteilung),
Johanneskirche.
Vorm. 10 Uhr: Feſtgottesdienſt. Dekan
Schäfer=Oppenheim. Montag, 2. Juni, abends 8 Uhr: Kirchenchor

Hoif Duffe. Seſtclächſe feiffich de f=
feſtes
des Evangel. Kirchengeſangvereins für Heſſen mit Feier des
heiligen Abendmahls. Feſtprediger Pfarrer Lic. Wallau= Frank=
furt
a. M. Anmeldung von 9.30 Uhr an in der Sakriſtei. Vor=
mittags
11.30 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde
Oſt.
Pfarrer Beringer.
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Köhler.
Martinsgemeinde, Kirchliche Veranſtaltungen: Am
Dienstag, 3. Juni, abends 8 Uhr im Martinsſtift: Kirchenchor;
im Gemeindehaus: Jugendvereinigung. Donnerstag, 5. Juni,
abends 8 Uhr im Martinsſtift: Mädchenvereinigung Oſt, im Ge=
meindehaus
: Mädchenvereinigung Weſt; Mauerſtr. 5: Poſaunen=
chor
. Freitag, 6. Juni, abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Ju=
und Mütterabend.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vor=
mittags
10 Uhr: Feſtgottesdienſt aus Anlaß des Kirchengeſang=
vereinsfeſtes
. Pfarrer Storck=Heppenheim. Vorm 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Dienstag, 3. Juni abends 8 Uhr: Märchen=
abend
mit Lichtbildern. Donnerstag, 5. Juni, abends 8.15 Uhr:
Aelterenkreis.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8.30 Uhr: Chri=
ſtenlehre
(1. Abteilung). Pfarraſſiſtent Wollweber Vorm. 10
Uhr: Feſtgottesdienſt. Kirchenrat D. Lueken=Frankfurt a. M.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Wollweber.
Veranſtaltungen: Sonntag, 1. Juni, abends 8.15 Uhr:
Jugendvereinigung. Montag, 2. Juni, nachmittags 3 Uhr: Vor=
ſtandsſitzung
des Frauenvereins. Abends 8.15 Uhr.
Mädchen=
vereinigung
. Mittwoch, 4. Juni nachm. 3 Uhr;
Sitzung der
Frauenhilfe. Freitag, 6. Juni, abends 8 Uhr: Mädchenchor,
815 Uhr: Kirchenchor. Samstag, 7. Juni, abends 7.30 Uhr:
Singekreis.
Pauluskirche. Sonntag, vorm. 8.30 Uhr: Chriſtenlehre. Pfr.
Müller. Vorm. 10 Uhr: Feſtgottesdienſt anläßlich des Jubi=
läums
des Kirchengeſangvereins in Heſſen. Feſtprediger: Pfarrer
Plath aus Eſſen (Kirchenchöre: Nieder=Ramſtadt und Paulus=
gemeinde
). Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt Pfr. Müller.
Veranſtaltungen:
Sonntag, 1. Juni abends 8 Uhr:

tag, 1. Juni, vorm. 9.30 Uhr; nachm. 3,30 Uhr und abends 8 Uhr.
Mittwoch, 4. Juni, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Methodiſten=Gemeinde (Evangel. Freikirche), Wendelſtadtſtraße 38.
Sonntag, vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule: abends 7.30 Uhr: Predigt.
Prediger E. Bültge. Mittwoch, abends 8 Uhr: Bibel= und
Gebetſtunde. Prediger E. Bültge. Freitag, abends 8 Uhr:
Frauen=Miſſionsverein. Zu allen Verſammlungen iſt jedermann
herzlich eingeladen!
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauer=
ſtraße
17. Sonntag, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Um 11 Uhr
Sonntagsſchule. Nachm. um 4 Uhr Predigt. Abends 8.15 Uhr
Jugendſtunde. Mittwoch, 4. Juni, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Zu allen Verſammlungen iſt jedermann freundlich eingeladen.
Gotenfähnlein Darmſtadt. Jeden Samstag und Sonntag
Treffen. Samstag, nachmittags 3 Uhr: Volkerſtunde im Heim.
Sonntag, nachmittags 2 Uhr: Treffen beim Führer zum
Gang. Sonntag, abends 8 Uhr: Aelterenkreis.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian. Science
Socjety). Aula der Landesbauſchule. Neckarſtraße 3. Gottes=
dienſte
jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und dritten
Mittwoch im Monat, abends 8.15 Uhr.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm.
11.15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 4.30 Uhr: Wortverkündi=

2 Uhr, und Donnerstag, nachm. von 4 bis
terſekretariat (Feierabend), Stiftsſtr 51):
Aprechſtunden vorm. von 101 Uhr. Fern=

Jugendvereinigung (Pflichtverſammlung mit Mitgliederauf=
nahme
). Montag, 2. Juni, abends 8 Uhr: Jugendbund. Diens=
tag
, 3. Juni, vorm. 10 Uhr: Vorſtandsſitzung des Frauenvereins.
Abends 8 Uhr: Kirchenchor. Donnerstag, 5. Juni, abends 8 Uhr:
Mütterabend. Samstag, 7. Juni, abends 8 Uhr: Jugendvereini=
gung
(Körperſchule).
Stiftskirche. Samstag, 31. Mai, abends 8 Uhr: Beichte.
Sonntag, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heil. Abendmahl.
Pfarrer Hickel. Vorm. 11.45 Uhr: Kindergottesdienſt. Evangel.
Sonntagsverein: Nachm 47 Uhr: Vereinsſtunden. Donners=
tag
, 5. Juni abends 8 Uhr: Betſtunde.
Luth. Gottesdienſt (Selbſtändige evangel=luth. Kirche). An
Eraudi, 1. Juni im Feierabend (Stiftſtraße 51) 10 Uhr Predigt
mit Feier des heil, Abendmahls. Beichte halb 10 Uhr. Pfarrer
Chr. Müller.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm 9 Uhr: Ge=
betsſtunde
. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 4 Uhr:
Bibelſtunde (Paſtor Flemming). Thema: Der ehrliche und der
unehrliche Sucher. Abends 8.15 Uhr: Vor der Himmelstür.
Abends
Montag, nachmittags 4 Uhr: Petri, Schickſalsſtunde‟.
8,15 Uhr: Das hohe Lied der Liebe‟,
Dienstag,
nachm. 4 Uhr: Bibelſtunde=Ausklang. Abends 8.15 Uhr: Steht
dein Name im Lebensbuch?
Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gem.
Chor. Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Prediger
Semmel. Freitag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinder=
ſchule
, Beſſungerſtraße 80. Samstag, abends 8.15 Uhr: Po=
ſaunenchor
.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag bis Dienstag:
Beteiligung an der Evangeliſation des Herrn Paſtor Flemming.
Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Freundeskreis für junge Männer.
Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr 22,
Infanteriekaſerne, Hof links), Sonntag. 1. Juni, vorm. 8.15 Uhr:
Weiß=Kreuzſtunde. Abends 8 Uhr: Mitgliederverſammlung.
Mittwoch, 4 Juni, abends 8.30 Uhr: Familienbibelſtunde. (Herr
Studienrat Knöpp). Donnerstag, 5. Juni, abends 8.30 Uhr:
Jungvolk=Abend. Freitag, 6. Juni, abends 8.15 Uhr: Turnen
in der Turnhalle der Ludwigs=Oberrealſchule.
B.=K., Bund deutſcher Bibelkreiſe (Alexanderſtraße 22. Inf.=
Kaſerne, Hof links). Samstag, nachm 4,306 Uhr: Spielen und
Singen anſchließend: Andachten Dienstag, abends 8.15 Uhr:
Heimabend für Aeltere.
Mittwoch, nachm 4.30 Uhr: Spielen
am Böllenfalltor. Samstag, 7. Juni, nachm. 3 Uhr: (Botan.
Garten); Geländeſpiele. In den Pfingſtferien findet eine drei=
tägige
Wanderung in den Taunus ſtatt. Einzelheiten durch die
Schulvertreter.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Ton=
kunſt
, Eliſabethenſtraße) Sonntag, 10 Uhr: Menſchenweihehand=
lung
mit Predigt; 11.20 Uhr: Kinder=Sonntagshandlung.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangel. Gemeinſchaft, Schulſtr. 9 Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Predigt; 11 Uhr: Sonntagsſchule: abends kein Gottesdienſt.
Dienstag, abends
Montag, abends 8.15 Uhr: Jugendverein.
8.30 Uhr: Singſtunde. Mittwoch nachm. 3 Uhr: Frauenmiſſions=
Jeder=
verein
. Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Gebetſtunde.
mann iſt herzlich eingeladen!
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Zu
unſerem diesjährigen Jahresfeſt laden wir herzlich ein. Die Feſt=
verſammlungen
ſind: Samstag, 31. Mai, abends 8.15 Uhr; Sonn=

gung. Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Gebetſtunde. Freitag,
hends 8.15 Uhr: Wortbetrachtung. Jedermann herzlich ein=
geladen
.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Darm=
ſtadt
, Grafenſtraße 20 (Fürſtenſaal): Jeden Dienstag, abends
8 Uhr: Bibelſtudium mit Diskuſſion. Jedermann herzlichſt will=
kommen
. Sonntags, vormittags 10 Uhr: Kinderverſammlung.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I (Hindenburgſtraße,
(ehem. Kaſino), Sonntag, vorm 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr, und Mitt=
woch
, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II (Bismarckſtraße 54).
Sonntag, vormittags 9,30 Uhr, nachmittags 4 Uhr, und Mitt=
woch
, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Freunde und Gönner herzlich willkommen.
Auswärtige Gemeinden.
Evang Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 1. Juni, 9 Uhr; Chri=
ſtenlehre
. 10 Uhr: Gottesdienſt. 11 Uhr: Kindergottesdienſt der
Großen. 1 Uhr: Kindergottesdienſt der Kleinen.
Mittwoch.
830 Uhr: Gemeinſamer Abend der E. J.G. Donnerstag, 8,30
Uhr: Bibelſtunde.
Evangeliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, vorm.
Diens=
9.30 Uhr Hauptgottesdienſt; 10.30 Uhr Chriſtenlehre.
tag: Jugendpereinigung. Mittwoch: Jungmädchenverein.
Donnerstag; Frauenverein. Freitag: Kirchenchor.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 1. Juni, 9.30
Uhr: Gottesdienſt. 10,30 Uhr: Kindergottesdienſt.
Montag:
Jugendverein.
Dienstag: 67 Uhr: Bücherausgabe, 8,30 Uhr:
Bibelſtunde. Mittwoch; Kirchenchor. Donnerstag: Mütter=
abend
. Freitag: Mädchenverein.
Evangel. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. 9.30 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Vorm. 10.30 Uhr: Chriſtenlehre Nachmittags
Kirchengeſangvereinsfeſt in Darmſtadt. Montag: Frauenverein.
Djenstag: Kirchengeſangverein und Poſaunenchor. Donners=
tag
: Jugendvereine Filmvortrag: Das Feſt der 12 000, von Bun=
deswart
Miſſionar Jürgens.
Evangeliſche Gemeinde Erzhauſen. Sonntag, 1. Juni, vorm.
9.30 Uhr: Gottesdienſt. 10,30 Uhr: Kindergottesdienſt. 8 Uhr:
Mädchenvereinigung. Mittwoch: Jungmannſchaft. Donners=
tag
: Kirchenchor. Freitag: Mädchenvereinigung.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Eber=
ſtadt
, Pfungſtädter Straße 71 (Reſtauration zur Harmonje):
Jeden Donnerstag abends 8 Uhr: Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Jedermann herzlichſt willkommen.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Rein=
heim
i. O., Kirchſtraße 93. Jeden Samstag, abends 8 Uhr: Bibel=
ſtudium
mit Diskuſſion. Jedermann herzlichſt willkommen.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung. Ortsgruppe Bicken=
bach
, Darmſtädterſtraße 28. Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr:
Bibelſtudium mit Diskuſſion. Jedermann herzlichſt willkommen.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Auer=
bach
, Darmſtädterſtraße 69. Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr:
Bibelſtudium mit Diskuſſion. Jedermann herzlichſt willkommen.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen. (Alte Darmſtädterſtr. 14).
Sonntag, nachmittags 4 Uhr, und Donnerstag, abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.

Sonntag, nachmittags 4 Uhr, und Mittwoch, abends 8.30 Uhr:

oßdorf (Dieburgerſtraße 22).

Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim (Groß=Gerauerſtraße 3).
Sonntag, nachmittags 4 Uhr, und Mittwoch, abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt (Bahnhofſtr. 25).
Sonntag, nachmittags 4 Uhr, und Donnerstag, abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt (Bahnhofſtraße 22).
Sonntag, nachmittags 4 Uhr, und Donnerstag, abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ebexſtadt (Weingartenſtraße 35).
Sonntag, nachmittags 4 Uhr, und Donnerstag, abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Freunde und Gönner herzlich willkommen.
Gottesdienſt der iſrael. Religionsgemeinde. Hauptſynagoge.
Sonntag, Beginn des Wochenfeſtes; abends 7.30 Uhr Montag,
Morgengottesdienſt, 8.30 Uhr: Einſegnungsfeier und
Predigt Abendgottesdienſt 7.30 Uhr.
Dienstag, Morgen=
gottesdienſt
, 8.30 Uhr Predigt, Feſtesausgang 9.25 Uhr. Gottes=
dienſt
an den Wochentagen: morgens 7 Uhr, abends 7.15 Uhr.

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[ ][  ][ ]

Seite 8.

Samstag, den 31. Mai 1930

Pferde=Verſteigerung.
Am Mittwoch, den 4. Juni 1930,
10 Uhr, werden in der ehemaligen Ar=
tilleriekaſerne
61, Beſſungerſtr. Nr. 125,
8 Dienſtpferde öffentlich meiſtbietend
gegen Barzahlung verſteigert.
(8652
Heſſiſches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Uſinger.

Im Auftrag von Frau E. Bauer
Wwe., Eberſtadt (Kaiſermühle), ver=
ſteigere
ich wegen Auflöſung des land=
wirtſchaftlichen
Betriebes am Diens=
tag
, den 3. Juni 1930, vormittags
10 Uhr, an Ort und Stelle gegen Bar=
zahlung
:
(8653
Sämtliche landw. Maſchinen u. Wagen
ſowie ſonſtiges landw. Inventar.
Ferner: 1 Jagdwagen,
2 Halbverdeck,
1 Break,
verſchiedene kompl. Chaiſen=Geſchirre,
Milchkannen und andere Gegenſtände.
Eberſtadt, den 25. Mai 1930.
Karl Schäfer, Bürgermeiſter a. D.

Verſieigerung.
Dienstag, den 3. Juni 1930, nach=
mittags
2 Uhr, verſteigere ich zu Bens=
heim
öffentlich zwangsweiſe gegen Bar=
zahlung
:
(8664
50 Handkoffer verſchied. Größe.
Die Verſteigerung findet beſtimmt ſtatt.
Zuſammenkunft im Gaſthaus Zu
den drei Königen.
Fritz
Gerichtsvollzieher in Bensheim.

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[ ][  ][ ]

Samstag, den 31. Mai 1930

Seite 9

und iſche Senſalionen.

Murh in Ende. Der Prozeß wegen des Ver=
Mgülfe) spläne an Nufland. Wie Moskau in

zu gehei. z1 rumäniſchen Chiffreſchlüſſels kam. Der
roſſe y Sowjetrubel in Beſſarabien.
läden füdigen Bukareſter Mitarbeiter.
Bukareſt, 28. Mai.
Srhat das Kiſchenewer Militärgericht drei
une Bech der Siguranza der mehr berüchtigten
rurg ſchen Geheimpolizei wegen des Ver=
io
=, zu Gunſten Sowjetrußlands zu lang=
MArſtra verurteilt. Der eine von ihnen iſt C.
mu dei ter der Regierung Avereseus ſogar eine
ſſe S. Konitatspräfekten bekleidet hat und man
ach am, ungeheure Beſtürzung, die in der letzten
richt von ſeiner Verhaftung in ganz Ru=
ufern
ßte. Es war irgendwie durchgeſickert, daß

nän 5 Mobiliſierungspläne an Rußland ver=
dies
ziellen Stellen bemühten ſich auch gar nicht,
leyn oder abzuſchwächen. Tibacu konnte ſich
des jäniſchen Spionagedienſtes unſchwer den
ßehrs ) verſchloſſenen Geheimſchränken des Ge=
affss
id ſeine Vertrauensſtellung hatte ihm eine
üm igeräumt. Und dabei ſtand er gleichzeitig
um enſte der ruſſiſchen Gegenſpionage und
geber immer die Adreſſen jener Konfi=
urt
en nach Rußland entſendet wurden. Mehr
mS Menſchen ſind ſo, kaum daß ſie die Grenze
en haftet und zum Teil ſogar zum Tod ver=
mnd
t iſt in Bukareſt oft vor einem Rätſel ge=
ſo
geheim gehaltene Aktion drüben ſofort

onr1
any igte waren ſeine Frau und deren Bruder,
lie Zarenoffizier namens Karamanow, der
ſen ſer Siguranza einen ſehr einflußreichen
ui in gewiſſer Below, der den Kurierdienſt
Odeſſa beſorgte und ſo nebenher auch
iſſiſche Spionagezentrale mitnahm. Etliche
ſuchrl in dem Prozeß nur noch als Schatten auf.
Agenten der Sowjetunion ermordet wor=
a
Kiſchenewer Redakteur Jakubowitſch, der
ſür atte, die Netze zu zerreißen, in die er ge=
ger
n als läſtigen Mitwiſſer einfach mit ein
1s dem Weg räumte. Oder ſie hatten noch
uG
zurückkehren können, wie der faſt legen=
in
Beſſarabien zuerſt in der Maske des
tlir aufgetreten war und als ſolcher dann in
alss lkommener Mitarbeiter Aufnahme fand.
der rführer geweſen ſein, und die Angeklagten
3, ſich auf dieſen Mann auszureden, auf
dies auch der Mord an den reichen Bu=
ialko
zu ſchreiben iſt. Es war eine grauen=
gAen
, die dieſer Prozeß aufwirbelte und doch
hrheit erſt ganz zuletzt zu Tage: Der Be=
die gleichen Perſonen, die als oberſte
die Aufgabe hatten, die kommuniſtiſchen
bien zu überwachen und unſchädlich zu
luftrag Moskaus die bolſchewikiſche Revo=
S vorbereiteten . . .

Aber die Senſation des Kiſchenewer Spionageprozeſſes hat
nicht lange angedauert. Sie iſt ſehr raſch von einer neuen und
noch größeren Senſation abgelöſt worden, die bezeichnenderweiſe
abermals aus dem gleichen Milieu kommt und die jetzt ins Rieſen=
hafte
anzuwachſen droht. Der Generalinſpektor der politiſchen
Polizei in Beſſarabien, Vaſili Huſarescu iſt ſeines Amtes ent=
hoben
und dem Gericht übergeben worden, weil er in dem drin=
genden
Verdacht ſteht, ebenfalls im Dienſte der ruſſiſchen Gegen=
ſpionage
gearbeitet zu haben. Der Fall Huſarescu iſt durch
den ehemaligen Sowjetgeſandten in Paris, Beſſedowſki, enthüllt
worden, der jetzt im Matin ſeine diplomatiſchen Erinnerungen
veröffentlicht und dabei die Geſchichte erzählt, wie man in Mos=
kau
in den Beſitz des rumäniſchen Geheimſchlüſſels für die
Chiffretelegramme gekommen iſt. Der Geheimſchlüſſel war, ſo be=
richtet
Beſſedowſki, von einem hohen rumäniſchen Polizeibeamten
geſtohlen und für etliche tauſend Dollar im Wege der Pariſer
Sowfetgeſandtſchaft an Rußland verkauft worden. Beſſedowſki
hat keinen Namen genannt, aber ſchon eine oberflächliche Ueber=
prüfung
der Umſtände ergab, daß nur der Leiter der Sicherheits=
polizei
in Beſſarabien, Huſarescu, als Täter in Betracht kommen
konnte und ſo wurde von Bukareſt aus ſeine ſofortige Verhaftung
anbefohlen. Nebenbei bemerkt hatte man dort bis zum heutigen
Tag keine Kenntnis von dieſem Diebſtahl und man ahnte gar
nicht einmal, daß die Sowjetunion ſchon ſeit Jahren dieſen
Chiffreſchlüſſel in Händen hatte und dadurch in die Lage gekom=
men
war, den diplomatiſchen Depeſchenwechſel Rumäniens förm=
lich
zu überwachen ..."
Bei diefer Gelegenheit hat ein fleißiger Statiſtiker nur auf
der Grundlage der offiziellen Veröffentlichungen errechnet, daß
in dem letzten Vierteljahr ſeit der Verhaftung Tibacus in Beſ=
ſarabien
allein fünfzehn Spionageorganiſationen aufgedeckt wor=
den
ſind. Das trifft ungefähr eine für jede Woche und da doch
bei jedem Mal ſicherlich ein halbes Dutzend Agenten der Sowjet=
union
den Gerichten eingeliefert wurden, kann man ſich ungefähr
ein Bild von den wenig erfreulichen Verhältniſſen in dieſem
Grenzbezirk Rumäniens machen. Der Sowjetrubel rollt hier
faſt ſchon ſichtbar vor aller Augen, aber da doch, wie die Er=
fahrungen
zeigen, die höchſten Polizeiſtellen an dieſem Goldſtrom
nicht ganz unintereſſiert ſind, braucht es ſchon einen ungewöhnlich
ſtarken Anſtoß, damit derlei Ereigniſſe zur Senſation werden.
Man iſt in der Oeffentlichkeit ein bißchen abgeſtumpft worden
und läßt ſich nicht mehr ſo leicht verblüffen. Aber wenn dieſe
Oeffentlichkeit jetzt immer wieder ſehen muß, daß die ungeheuer=
lichſten
Verbrechen gegen den Staat gerade von jenen Perſonen
verübt werden, die in dem gefürchteten ſtaatlichen Geheimdienſt
ſtehen, und daß überhaupt die ganz großen Vertrauensmänner
der Regierung auch gleichzeitig die ganz großen Kanaillen ſind,
ſo darf ſich zuletzt niemand über gewiſſe Stimmungen wundern,
die nicht übermäßig ſagen wir ſtaatsfromm ſind. Dieſe
täglichen rumäniſchen Senſationen machen auf die Dauer wirk=
lich
keinen guten Eindruck. Im Inland nicht und im Ausland
vielleicht noch weniger .. ."
Mae Mche
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Bähmann;
ür den Handel:, dr.
H. Queiſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart
Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuble:
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämtliſch in Darmſtiadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten

Geſchäfliches.
Freilicht! Freiluft! Und Sonne!
Genießen Sie ſie von Herzen. Aber beachten Sie eins: Reiben
Sie vor jeder Sonnenbeſtrahlung, vor jedem Licht= und Luftbad,
alle freien oder wenig bedeckten Körperſtellen kräftig mit Nivea=
Creme ein. Sie vermindern dadurch die Gefahr eines ſchmerzhaf=
ten
Sonnenbrandes, Sie erhalten geſunde Haut und ſchön ge=
bräuntes
Ausſehen.
Die Ziehung der Eiſenacher Geldlotterie mußte leider wegen
ungenügendem Abſatz der Loſe auf 4. und 5. Juli verſchoben wer=
den
, an welchem Tage dieſe unwiderruflich ſtattfindet.
Im Juni=Programm bringt die Electrola=
Geſellſchaft eine weitere Bereicherung des klaſſiſchen Reper=
toirs
, die von allen Freunden guter Muſik mit großer Freude
begrüßt wird. Die G=Dur=Sinfonie von Haydn, die unter den
zahlreichen Sinfonien Haydns durch beſondere Melodienfülle und
launige Friſche entzückt, wird von den Wiener Philharmonikern
unter Clemens Krauß prächtig wiedergegeben. Ein unverbind=
liches
Vorſpiel in der Autoriſierten Elektrola=Verkaufsſtelle‟
Karl Jäger, Georgenſtraße 11, wird auch bei Ihnen den Wunſch
erwecken, dieſe Serie Ihrer Platten=Bibliothek einzufügen.

Rundfunk=Programme.

Frankfurt a. M.
Samstag 31. Mai. 9.30: Schulfunk. o 14.30: Stuttgart
Jugendſtunde. o 16: Stuttgart: Konzert. Gluck: Ouv. zu Alceſte‟
O du, die mir einſt Hilfe gab. Händel: Lascia chio pianga: Largo
aus Terxes. Schubert: Militärmarſch. Schumann: Schnee=
glöckchen
: Die Kartenlegerin. Schubert: Zweiter Satz aus der
Symphonte in H=moll. Handn: Drei ſchottiſche Lieder mit Trio=
begleitung
. Beethoven: Menuett. Dvorak: Polonaiſe.
Godard: Suite für Flöte und Orcheſter. Marteau: An Agnes;
Als die Liebe kam; Liebeslied; In dem Garten meiner Seele.
Schreker: Menuett und Gavotte aus dem Tanzſpiel. O 17.55:
Poſtrat, Pievenbrink: Die Zukunft des Landpoſtweſens. o 18:
Stadthalle Kaſſel: Zweites Mitteldeutſches Sängerbundesfeſt. Ur=
aufführungen
: Stürmer: Meſſe des Maſchinenmenſchen. Stieber:
Ecce homo. Maurick: Geſang der Geiſter über den Waſſern.
O 20: Frühlingsbetrachtung. Orgelvorſpiel.
Das Schöpfungs=
wunder
nach Pſalm 104. Geſang des Erzengels (Fauſt 1).
Zuchold: Vor den Toren der ſeligen Gärten. Vom Harren der
Kreatur, Römer 8, 1822. Orgelnachſpiel. O 20.45: Operetten=
Abend. O 23.05: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Sonnabend, 31. Mai. 12: Weltliche und geiſt=
liche
Mailieder. o 14.30: Kinderbaſtelſtunde. o 15: Stud.=Rat
Monzel: Dichter der Gegenwart als Theoretiker der Erziehung.
6 15.45: Arbeitsgemeinſchaft für Funk=Pädagogik. o 16.30: Ham=
burg
: Konzert. 17.30: Prof. Dr. Sachs: Jahrtauſende der
Muſi.. O 17 55: Dr. Herbert: Arbeitslied und Volkslied. o 18.20:
Dr. Volz: Das Tier im Film. o 18.40: Franzöſiſch für Fort=
geſchrittene
. O 19.05: Reichstagsabgeordneter Dr. Krone: Biſchof
von Ketteler. o 19.30: Stille Stunde: Freund Tier. 0 20: Wovon
man ſpricht. 20.30: Stadthalle, Greifswald: Pommerſches Muſik=
feſt
1930. Dirigent: Prof. Dr. M. von Schillings. Weber: Ouver=
R. Strauß:
Trapp: Violin=Konzert.
türe Eurnanthe‟
Mendelsſohn: Ouv. Ein
Till Eulenſpiegels luſtige Streiche.
Sommernachtstraum. M. v. Schillings: Das Hexenlied. Da=
Afre Hasaſſt.

AABIU Hehmämnische
PHOTO Bedienung

Keteue

Dosher ambI.f
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Tel. 2140 (350a

langen & Zwlinder Wagen.
.wenn Sie mehr als
3.000 RM ausgeben

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. . . Der Radstand
Wlänger, als Sie bei
m Preis erwarten!
wichtigen Anschaffung wie der eines Auto-
lehr
als 3000 RM kostet, sollte sich jeder genau
Frrichten, was er für sein gutes Geld bekommen
Deutschlands größte Automobilfabrik, hat den
denkreis und kennt die Wünsche und Forde-
Heutschen Publikums genauer als irgend eine
TIk. Das beweist der Opel-Erfolg! Die nur
Ige Opel 6 Zylinder-Limousine zeichnet sich
1e Anschaffungskosten und billigen Betrieb be-
4300 RM ist der Preis dieses 6-Zylinders,
Voller Motor bei vollkommen ausgeglichenem
Dem Gang Leistungen stärkerer Wagen voll-
langgestreckte
Chassis ermöglicht bessere
Wohlproportionierte Formen der Karosserie

und große Bequemlichkeit der Sitze. Je länger der Wagen,
desto angenehmer die Fahreigenschaften. Geräuschlos
läuft dieser 6-Zylinder bei jedem Tempo- geräuschlos ist
die viertürige Karosserie. Die verbessertenOpelwagen sind
konkurrenzlos in Schönheit, Bequemlichkeit, Kraft, Schnellig-
keit
, Sicherheit, Sparsamkeit, Dauerhaftigkeit und Preis.
Schon eine kurze Fahrt wird Ihnen die Uberlegenheit dieses
Wagens eindringlicher zeigen, als Worte es können. Machen
Sie diese Probefahrt! Der nächste Opelhändler erwartet
Sie und gibt Ihnen auch Auskunft über die bequemen
Zahlungsbedingungen.

8/40 ps 6 ZyLiNpER, 4 TüRlG, NORMAL-LIMOUSINE RM 4300.-
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ausschlaggebend
sind:
6 Zylinder -nicht 4
darum so elastisch
c 4 Türen -nicht 2
Z.
daher so bequem
länger, tiefer
S.
deshalb so bodenfest
A. Karosserie: Stahl mit Holz
darum so ruhig
Höchstleistung bei niedrig.
De Steuer / daher so sparsam
Große 6 Zylinder-Produk-
Oo tion,deshalb sopreiswert!

TAL-VERT.RETER:

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BERNHARD, DARMSTADT. RHE

NS TRASSE 19/21

[ ][  ][ ]

Freuen Sie sich
auf Pfingsten.
Freuen Sie sich auf das lieb
lichste aller Feste! Denn die
Natur hat sich mit jungem
Crün geschmückt und wenn
Petrus gute Laune hat, dann
wird uns auch lachender Son-
nenschein
beschert, sein.
Doch, das Wetter sei wie es
sei, kleiden Sie sich stets fest-
lich
! Ob Sie nun wandern
oder nur einen Spaziergang
machen, ob mit dem Rad, mit
dem Wagen oder mit der
Bahn ins Crüne wollen, zie-
hen
Sie sich etwas hübsches,
etwas lebhaftes an. irgend
etwas! Ein neues Kleid, einen
flotten Schal, Handschuhe und
Strümpfe, einen modernen
Hut, ganz gleich wases ist, nur
etwas neues und sommer-
liches
muß es sein. Prüfen Sie
Ihre Kasse. Wenn Sie gut
kaufen wollen, aber nicht viel
Geld ausgeben können dann
Zuerst

[ ][  ][ ]

Seite 11

Saustag, den 31. Mai 1930

jiand Ausland.
niſchy ng des Vereins deutſcher
ungsverleger.
Hauptverſammlung des Ver=
ungsverleger
in Bochum hat
Ent zung angenommen: Die
mm.] des Vereins deutſcher Zei=
ger
. 7 auf dem Standpunkt, daß die
vox hördenanzeigen, die auf rein
Gr-)ge beruhen, nicht von der
hal. einer Zeitung abhängig ge=
Entſcheidend muß ſein die
der reffenden Zeitung und das
lkerung ihres Verbreitungs=
ung
=ol Zeitung nicht außerhalb der
ſum und der Geſellſchaftsordnung
ba-u rſammlung des V.D.3. hält
bendig, daß im Falle einer

amu er Anzeigen durch eine Be=
dem
le eine Begründung erfolgt.
ſes 3. rückſichtsloſer Autofahrer.
I1. Nähe der Gemeinde Wahn
Drstag zwei Motorradfahrer
immerten Motorrad tot im
en 1jefunden. Die Polizei ſtellte
b.= Motorradfahrer von einem
hre orden ſein müſſen. Die In=
utr
üſſen, nach den vorhandenen
urt, die beiden Ueberfahrenen
zem den geſchleift haben! Bisher
li hen Ermittlungen noch nicht
neir rückſichtsloſen Autofahrer
ſar) ines neuen Freiballons
h der Taufe.
Hier, fand die Taufe des
KIneter faſſenden Freiballons
ſta) Beim Start des Ballons er=
ill
. Der Ballon ſtieg zunächſt
de dann aber von einer Böe
eryt und ſtieß beim Wiederhoch=
mmiit
der Gondel heftig gegen
ſes uſes. Schließlich machte ſich
vie1 frei und wurde in nordöſt=
inar
fetrieben. Soweit bekannt,
ſes verletzt geblieben.
infy res Verkehrsunglück.
b d e. Ein ſchweres Autounglück
irri. Nacht zum Freitag auf der
ſtä
Blüthen. Gegen 1 Uhr ſtieß
overmietung Walter Schulz
mm gem von zwei Chauſſeearbei=
Wrrad zuſammen. Die beiden
eiwrden auf der Stelle getötet.
tet ſchulz, deſſen Wagen gegen
fuu nd rückwärts in den Chauſ=
ira
! unverletzt blieb. In ſeiner
gSih Schulz nach Karſtädt und
h unterwegs noch von einem
nesl jarette hatte geben laſſen,
Dort erſchoß er ſich. Die ſo=
etet
terſuchung hat ergeben, daß
erYm Schuld an dem Unglück
karl
ſpr. 3 iber 12000 Kilometer.
intereſſanter Verſuch wurde
199 chen Berlin und einem über
ſil eden Flugzeug durchgeführt
O ikaniſche Flugſachverſtändige
del rofeſſor des Techniſchen Hoch=
T Karmann, befanden ſich an
1992s und führten um 15 Uhr
ſch
Zeit, 23 Uhr Berliner Zeit,
I linuten dauerndes Geſpräch
II des Hearſt=Senders San
ktor Millich von der Deut=
ſa
-1 ſich des gewöhnlichen Tele=
unte
. Die Verſtändigung auf
GeA ilometer langen Entfernung
zer?, daß die über Los Angeles
tu Uagiere bitten mußten, nicht
NeO) weil jedes Wort ausgezeich=

215 Beethoven=denkmals
9 der Großen Berliner
K1 ausſtellung.

Das Halloren Pfingſtfeſt in Halle.

Links: Der Halloren=Tanz auf dem Marktplatz.
Rechts: Ein Halloren=Mädchen in Feſttracht
beim Trachtentanz.
Alljährlich zur Pfingſtzeit findet in Halle a. d. Saale, der alten deutſchen Salinen=Stadt, ein
großes Feſt der Halloren ſtatt. Hälloren werden die Salinen=Arbeiter genannt, die Nachkommen
der hiſtoriſchen Salinen=Eigner. In ihren eigentümlichen Trachten ziehen ſie durch die Stadt und
führen ihre traditionellen Tänze auf.
Diewenerentergromffe der Bernehmang
des Düſſeldorfer Mörders.

Düſſeldorf. In dem Polizeibericht vom
Donnerstag über die Vernehmung des Mörders
Kürten heißt es, daß das Gutachten des Schrift=
ſachverſtändigen
Dr. Schneilert nunmehr vor=
liege
. Er beſtätige uneingeſchränkt die Gleichar=
tigkeit
der vom Täter geſchriebenen Briefe mit
den von Kürten jetzt gegebenen Schriftproben
nebſt Skizzen. Als Schreibpapier verwendete
Kürten zu jenen Briefen altes, weißes Einwickel=
papier
, das aus einem Lebensmittelgeſchäft
ſtammte, wo er ſeine Lebensmittel zu holen
pflegte. Nach ſeiner eigenen Angabe ſchrieb Kür=
ten
dieſe Briefe nur zu dem Zweck, ihre Veröf=
fentlichung
zu erreichen und dadurch die Bevölke=
rung
Düſſeldorfs ſtark zu erregen, nicht etwa zur
Aufklärung ſeiner Verbrechen, obwohl dies viel
dazu beigetragen habe. Weiter enthält dann der
Polizeibericht die Ausſagen Kürtens über die
Fälle Goldhauſen, Mantel und Kornblum. Fer=
ner
ſagt der Mörder aus, daß er am 31. Auguſt
1929 in der Nähe des Hauptbahnhofs Karoline
Herſtraß aus Neuß getroffen habe. Nachdem ſie
gemeinſam ein hieſiges Lokal beſucht hatten, ge=
lang
es ihm, das Mädchen zu einem längeren
Spaziergang zu überreden und nach Torfbruch zu
begleiten. Die Herſtraß wies ſeinen unſittlichen
Antrag zurück, worauf Kürten ſie am Hals
würgte und in die Düſſel warf. Die von Kürten
gegebene Darſtellung des Hergangs ſowie eine
ſehr eingehende Schilderung über den Inhalt
des Geſprächs mit dem Opfer und andere Ein=
zelheiten
in ſeinen Angaben ſtimmen mit den
Erklärungen ſeines Opfers vollkommen überein.
Ein neuer von Kürten angeführter, bisher un=
bekannter
Fall iſt folgender: Im Herbſt d. J.
traf Kürten auf dem Bahnhofsvorplatz ein
Mädchen an, deren Namen er nicht kannte. Das
Mädchen iſt inzwiſchen ermittelt worden. Er be=
uchte
zunächſt wiederum ein Bierlokal und fuhr

dann mit dem Mädchen nach der Graf=Recke=
Straße. Von dort gingen beide zu Fuß nach dem
Walde zu. Hier fiel Kürten über das Mädchen
her und verſuchte, wie er ſelbſt angibt, es zu er=
würgen
. Die energiſche Gegenwehr des Mäd=
chens
vereitelte ſeine Abſicht. Es ergriff die
Flucht. Das Mädchen verbrachte die ganze Nacht
in einem Gebüſch am Waldrand, in der An=
nahme
, der Täter könnte noch nach ihr ſuchen. In
zwei Fällen hat Kürten den Verſuch unternom=
men
, die von ihm planmäßig geſuchten Opfer
ohne Waffe, nur durch Erwürgen zu töten. Er
ſelbſt gibt weitere Fälle dieſer Art zu, deren
Prüfung aber noch nicht ſtattgefunden hat. Er
erklärt jedoch ſchon jetzt, daß ihm in keinem Fall
die Tötung ſeines Opfers durch Erwürgen ge=
lungen
wäre. Wohl aus dieſem Grunde hatte
Kürten für weitere von ihm beabſichtigte Morde
zwei Tage vor ſeiner Feſtnahme zwei Hämmer
als Mordwerkzeuge zu ſich genommen. Im Laufe
des Donnerstag, iſt es gelungen, dieſe beiden
Hämmer zu ermitteln. Dieſe wurden von zwei
Knaben gefunden, genau an der Stelle, die Kür=
ten
als Verſteck bezeichnet hatte. Kürten erkannte
die ihm vorgelegten beiden Hämmer als ſein
Eigentum an, nachdem er vorher eine genaue
Beſchreibung gegeben hatte.
Ein weiterer Mord Kürtens in Köln,
Von der Kölner Kriminalpolizei wird mitge=
teilt
: Der Düſſeldorfer Maſſenmörder Peter
Kürten hat nunmehr eingeſtanden auch
einen Mord in Köln=Mülheim ausgeführt zu
haben. Am Fronleichnamstag 1913, abends zwi=
ſchen
10 und 11 Uhr, wurde das 10jährige
Kind des Gaſtwirts Klein in Köln=Mülheim
tot aufgefunden. Verdächtigt wurde damals ein
Onkel des Kindes, der vom Schwurgericht frei=
geſprochen
wurde.

mal im Schloßpark Bellevue.

Wildweft in der Mark.
Berlin. In den märkiſchen Wäldern, in
der Gegend von Groß=Kreuz, auf der Strecke
Berlin-Brandenburg, ſpielte ſich am Himmel=
fahrtstag
von den Mittagsſtunden bis gegen
Mitternacht ein Feuergefecht zwiſchen polniſchen
Verbrechern und den Ueberfallkommandos von
Brandenburg und Potsdam ab, dem nach den
vorliegenden Meldungen drei Menſchenleben
zum Opfer fielen: der Oberlandjäger von Schmer=
gow
bei Groß=Kreuz, Rach, der Hofbeſitzer Goertz
und ein Verbrecher, der einen polniſchen Paß auf
den Namen Kunarſki bei ſich führte. Ein Polizei=
aufgebot
von 50 Mann hat die Stelle, an der
der zweite Verbrecher vermutet wird, umzingelt.
Ueber den Kampf mit den Verbrechern be=
richtet
die V. Ztg. folgende Einzelheiten: In
der Nacht zum Donnerstag war bei einem Obſt=
züchter
ein Einbruch verübt worden, bei dem die
Täter ein Fahrrad des Untermieters Otto Grü=
nefeld
, ferner Lebensmittel und Kleidung er=
beuteten
. Der Einbruch, der um 4 Uhr morgens
entdeckt worden war, wurde ſofort dem zuſtän=
digen
Oberkandjäger Rach gemeldet, der ſich mit
Goertz und Grünefeld gemeinſam auf die Suche
nach den Tätern machte. Nach neunſtündiger
Suche fanden die drei am Königspfuhl, unweit
der Landſtraße Beeskow Groß=Kreuz, zwei
Männer im Graſe liegen. Neben ihnen lagen
ein Fahrrad, Kleidungsſtücke und Lebensmittel.
Grünefeld erkannte in dem Fahrrad ſofort ſein
eigenes. Als die Männer die drei auf ſich zu=
kommen
ſahen, ergriffen ſie die Flucht. Eine
wilde Jagd ſetzte ein. Zwiſchen Dietz und Groß=
Kreuz erreichten die Verfolger die Diebe. Einer
von ihnen ſchoß und verletzte zunächſt Rach durch
Schulter= und Bauchſchuß ſchwer. Der andere
ſtürzte ſich auf Goertz, kam mit ihm ins Hand=
gemenge
und gab ſchließlich einen Schuß auf ihn
ab, durch den Goertz ſofort getötet wurde. Nach=
dem
zwei der Verfolger ſich in ihrem Blute
wälzten, verſuchte Grünefeld einen der Täter zu

faſſen, wurde aber durch einen Bauchſchuß gleich=
falls
zur Strecke gebracht. Die Kunde von der
Schießerei verbreitete ſich bald in der ganzen
Umgebung. Sämtliche Feuerwehren wurden
alarmiert, ebenſo die Ueberfallkommandos der
beiden nächſtliegenden Städte Brandenburg und
Potsdam. Der Feuerwehr von Phöben bei Wer=
der
glückte es, die Verbrecher unweit der Bahn=
wärterbude
54 zwiſchen Werder und Groß=Kreuz
ausfindig zu machen. Der Führer der Feuerwehr
Phöben rief das Ueberfallkommando herbei.
Beim Kugelwechſel ſank einer der Verbrecher
von ſechs Schüſſen getroffen zu Boden, während
der andere entfloh. Nach bisher unbeſtätigten
Meldungen ſind Rach und Kunarſki ihren Ver=
letzungen
erlegen. Grünefeld ringt mit dem Tode.
Das 22. Kind in Lübeck geſtorben.
Berlin. In Lübeck iſt, nach einer Meldung
des Berliner Tageblatts, vorgeſtern das 22.
Kind den Nachwirkungen der Calmette= Fütte=
rung
erlegen. Die Zahl der Erkrankten iſt un=
verändert
geblieben.
15 Perſonen an Fleiſchvergiftung erkrankt.
Allenſtein. In den letzten Tagen ſind
im Landkreis Allenſtein Familie und Dienſtper=
ſonal
des Gutsbeſitzers Kuhn aus Klein=Cronau
bei Wartenburg, insgeſamt 15 Perſonen, nach
dem Genuß von Hackfleiſch an Vergiftungser=
ſcheinungen
erkrankt. Eine der erkrankten Per=
ſonen
iſt im St. Marienkrankenhaus in Allen=
ſtein
geſtorben.
Abſchluß der Stuttgarter Trichinoſefälle.
Stuttgart. Die Staatsanwaltſchaft teilt
mit: Die Unterſuchung der Trichinoſefälle, die
hier nach dem Genuß von Bärenſchinken beobach=
tet
wurden, iſt nunmehr abgeſchloſſen. Die
Staatsanwaltſchaft teilt ferner mit, daß zu
irgendeinem ſtraftrechtlichen Einſchreiten kein
Anlaß gegeben ſei. Wie erinnerlich, ſind über
1 Erkrankungen vorgekommen, von denen 12
ödlich verliefen.

Graf Zeppelin
ſteuerk Lakehurſt an.
Keine Landung in Havanna.
TU. New York, 30. Mai.
Um 14 Uhr M.E.3. befand ſich der Graf
Zeppelin
21 Grad 39 Min. nördlicher Breite
und 67 Grad 10 Min. weſtlicher Lange. Aus
dieſer Standortmeldung geht hervor, daß das
Luftſchiff endgültig ſeinen Kursdirekt nach
Norden eingeſchlagen hat. Das Luftſchiff fliegt
rzeit öſtlich der Bahama=Inſeln, Lakehurſt zu.
2
ſeine Durchſchnittsgeſchwindigkeit betragt 120
bis 130 Kilometer pro Stunde.
Die Leitung des Flugfeldes Havanna erhielt
vormittags den folgenden Funkſpruch von Bord
des Graf Zeppelin;
Bedauern ſehr, daß es
uns nicht möglich iſt, im ſchönen Cuba zu landen.
Man erwartet, daß der Graf Zeppelin der
noch 1500 Meilen nach Lakehurſt zurückzulegen
hat und zurzeit eine Geſchwindigkeit von mehr
al
100 Stundenkilometern entwickelt, morgen
bei Tagesanbruch auf den Flugplatz
von Lakehurſt eintreffen wird. Der
Beſchluß, von einer Zwiſchenlandung in Ha=
vanna
abzuſehen, wird hauptſächlich dem
Mangel an Brennſtoff zugeſchrieben. Es
hatte ſich in Pernambuco als unmöglich erwie=
ſen
, das ſonſt übliche Quantum an Brennſtoff
aufzunehmen, da das Gewicht des Luftſchiffes
durch den ſchweren Regen um mehrere Tonnen
erhöht worden war.
45 Todesopfer einer Unachtſamkeit.
Kowno. Wie aus Moskau gemeldet wird,
wird in einer Meldung des Verkehrskommiſſars
nunmehr amtlich beſtätigt, daß kürzlich in dem
Wagen eines Perſonenzuges auf der Strecke
Moskau-Zurſk, in der Nähe von Gawrilovyo,
Feuer ausbrach, wobei 45 Perſonen ums Leben
kamen und 22 ſchwer verletzt wurden. Die Rei=
ſenden
hatten vergeblich verſucht, aus dem bren=
nenden
Wagen zu fliehen, deſſen Ausgänge ver=
ſchloſſen
waren. Nach der Mitteilung des Ver=
kehrskommiſſars
iſt das Unglück dadurch verur=
ſacht
worden, daß ein Bauer eine Benzinflaſche
zerbrach und nachher unachtſam ein Streichholz
in den Wagen warf.
Der vergeßliche Afrikaflieger.
Zürich. Am Montag abend ſaßen in der
ſchweizeriſchen Stadt Berthoud mehrere hundert
Menſchen voller Spannung in einem Saal und
warteten auf einen Vortrag des jungen ſchwei=
zeriſchen
Nationalhelden Mittelholzer über ſeinen
letzten Afrikaflug. Als man etwa eine Stunde
vergeblich auf den Beginn des Vortrags ge=
wartet
hatte, ſtellte ſich nach einem telephoniſchen
Anruf in Zürich heraus, daß Mittelholzer den
Vortrag vollſtändig vergeſſen hatte. Die Menge
nahm die Vergeßlichkeit des beliebten Fliegers
mit gutem Humor hin und ihr Eintrittsgeld an
der Kaſſe wieder zurück.
Skandalſzenen und Maſſenverhaftungen
bei Stierkämpfen in Melun.
Paris. Die Stadt Melun hatte vorgeſtern
Stierkämpfe veranſtaltet, deren Reinertrag einer
Ferienkolonie zugute kommen ſollte. Ueber 500
Mitglieder des Pariſer Tierſchutzvereins hatten
ſich in 15 Autobuſſen nach Melun begeben, um
gegen die Stierkämpfe zu proteſtieren. Alle Teil=
nehmer
waren mit Trillerpfeifen verſehen und
drangen am frühen Nachmittag in die Arena
ein. Nach dem Soir mußte zweimal berittene
Polizei eingreifen. Die Manifeſtanten wurden,
dem Blatt zufolge, zum Teil gefeſſelt aus der
Arena geführt. Nach der Liberté ſind 15 Per=
ſonen
verhaftet worden.
Filmſtars von Hollywood im Schnellzuge
ausgeraubt.
Los Angeles. Ein Bandit plünderte mit
vorgehaltenem Revolver mehrere Reiſende des
Schnellzuges San FranciscoChicago aus. Die

Opfer waren meiſt Filzſ

aus Hollywood.

Der Räuber entkam mit Geld= und Schmuck=
ſachen
im Werte von 12 000 Dollar. Den größten
Verluſt erlitt die Schauſpielerin Marion Nixon,
während es der Gattin Al Jolſons gelang, ihre
Wertſachen zu verbergen, bevor der Handit ihr
Abteil betrat.
Zum 150. Geburtskag des Generals
Karl von Clauſewiß.

General Karl von Clauſewitz,
neben Scharnhorſt der bedeutendſte deutſche
Militärorganiſator, wurde vor 150 Jahren am
1. Juni 1780 in Burg geboren. Er arbeitete zu=
erſt
als nächſter Vertrauter Scharnhorſts im
Kriegsminiſterium, war dann beim Abſchluß der
Konvention von Tauroggen beteiligt, wurde
1815 Chef des Generalſtabs des 3. Armeekorps
und wurde 1830 Artillerie=Inſpekteur. Da der
König Clauſewitz wenig Sympathie entgegen=
brachte
, entſprach ſein militäriſcher Rang durch=
aus
nicht ſeinen Verdienſten, die erſt die Nach=
welt
ganz gewürdigt hat.

[ ][  ][ ]

Seite 12

Samstag, den 31. Mai 1930

U

O

Horft.

Geſunder Junge
angekommen.
Lehrer W. Müller u. Frau
Martha, geb. Dittmann
z. Zt. Städt. Krankenhaus Darmſiadt.
Himmelfahrt 1930. Hainſiadt

Ober=Ramſtadt.

Stat Korten.
Minna Wolff
Bruno Wien
Verlobte
Leipzig
Griesheim b. O.

Ranftſchegaſſe 7

Dipl.=Ing. Auguſt Joſt
Sophie Joſt, geb. Krämer
Vermählte

Darmſtadt
Martinsſtr. 14,

(8732

Af
Die Verlobung unſerer Tochter (Ellg O
Meine Verlobung mit Fräulein
Elly Ingwerſen
beehre ich mich anzuzeigen. mit Herrn Studienaſſeſſor Carl Reichelt geben wir bekannt
Hons Ingwerſen und Frau Stud.=Aſſ. Carl Reichelt. Marta, geb. Tiemann. Flensburg, Stuhrs=Allee 3 4I Flensburg, Helenen=Allee 13. Darmſtadt, Hügelſtr. 45 Mai 1930.
Ka775

Ihre Vermählung geben bekannt
Lehrer Kurt Schnellbacher
Frau Erna Schnellbacher, geb. Lehr
Haiſterbach i. O.
z. Zt. Darmſtadt
Illigweg 42.
Kirchliche Trauung: Sonntag, den 1. Junſ, nachm. 3 Uhr,
im Paul=Gerhardthaus.

Ihre Vermählung geben
Richard Müll
Irmgard Müller, gel
Darmſtadt
Roßdörferſtraße 60 II.
Kirchliche Trauung: Samstag, den 31.
mittags 12. Uhr, in der Stad

geb. weber
freiburg im breisgau
stuttgarter straße 15
darmstadt
pankratiusstraße 14
uni 1930

hermann katzenſtein
dore katzenstein

C

Statt Karten.
Dr. Emil Rulmann
und Frau Elisabeth, geb. Racke
danken herzlichst für die anläßlich ihrer Ver-
mählung
erwiesenen Aufmerksamkeiten.
Darmstadt, im Mai 1930.
(

Ab 1. Junf 19
Praxis allein aus
habe ich von Grost
Grosse BA
(Eingang Gärtne
Dr. Franz
Recht
Mainz

wir grüßen als vermählte
die trauung ist am sonntag, dem i. Junl, 3 uhr, in der martinsklrche.

Dankſagung.

Heute am Simmelfahrtsmorgen verſchied ſanft und gott=
ergeben
, wiederholt geſtärkt durch die Tröſtungen der
hl. kath. Kirche, mein lieber, guter Mann, unſer treu=
ſorgender
Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder,
Schwager und Onkel
Zuſizrat Ludwig Böttrich
Rechtsanwalt und Notar in Hagen
nach einem arbeitsreichen Leben im 72. Lebensjahre.
Hedwig Böttrich, geb. Goebel
Dipl. Agr. Hans=Ernſt Böttrich und Frau
Frene, geb. Mueller
Amtsgerichtsrat Hugo Wetzchewald und Frau
Hete, geb. Böttrich
Dr. med. Wilhelm Nölke und Frau Lene,
geb. Böttrich
ClemensJungeblodt u. Frau Ellen, geb. Böttrich
und 5 Enkel.
Hagen, Hochſtr. 65, Darmſtadt, Weſermünde, Lippſtadt,
Fritzlar, den 29. Mal 1930.
Das Seelenamt ſindet ſtatt am Sonnabend, 31. Mal 1930, vor=
mittags
8 Uhr in St. Marſen, die Beerdigung am gleichen Tage
nachmittags 15½ Uhr von der Friedhofskapelle des Nembergfriedhofes.

(337a

Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme und
die zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden, ſowie die
vielen Beileidsſchreiben anläßlich des Hinſcheidens
unſerer lieben Entſchlafenen
7
Srmgard Wenner
geb. Vogel
ſprechen wir Allen auf dieſem Weg unſeren herz=
lichen
Dank aus.
In tiefer Trauer:
Ludwig Wenner und Vater
Adam Vogel und Familie.
Nierſtein a. Rh., Lindenſels i. O., Mai 1930. 8660

iſt verreiſt.

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(8735)

Beileidsbeſuche dankend verbeten.

8682

Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher Teilnahme
beim Heimgange unſeres lieben Entſchlafenen
Herrn
Heinrich Auguſt Nover
ſpreche ich Allen auf dieſem Wege im Namen
der Hinterbliebenen meinen innigſten Dank aus.
Agnes Nover, geb. Hildenbrand.
Darmſtadt, den 30. Mai 1930

bis Ende Juni.
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Samstag, den 31. Mak 1930

Seite 43

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Kaiser Wilhelm-Institut, über das Thema:
Wie begegnen wir Krankheit und Siechtum?
Aus dem Inhalt: Wie entstehen Krankheiten? Müssen wir krank-
sein
und Schmerzen leiden? Sind Krankheiten wie Rheumatismus,
Ischias, Gicht, Nerven, Nieren, Herzleiden, Arterienverkalkung, Läh-
mungen
, Krampfadern, selbst bei chronischem Zustand heilbar?
Die Bedeutung des Hochfreguenzstromes als Heilmittel.
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Hochinteressante Lichtbilder über Krankbeiten und deren Behandlung!
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aleber Künf Millienen
Baudarlehen laut notariellem Protokoll
in den Letzten zehn Aonaten zugeteilt,

[ ][  ][ ]

Seite 14

Samstag, den 31. Mai 1930

Schloßkeller

Hlexanderstr.

Heute Samstag
Großer Hbschieds-Hbend
der Kapelle
Hans Stainer
Tiroler Trachten-Kapelle

Sonntag, den 1. Juni
Die große Sensation
Gastspiel Willi Walter
Bravour-, Jazz- und Stimmungs-Sänger
mit seinem
8662
Httraktions-Orchester

Schloßkeller

Hlexanderstr. 5

UNION-
THEATB
Achtung!
Morgen Sonntag, vorm. 113 Uhr

Bertram’s
Wochenend-Lachbühne.

Nur
2are

Heute Samstag, 5 1. Maj Morgen Sonntag, 1. Juni
F Eine lustige Fahrt
VonGontinent zu Gontinen! in 10 Stationen=
Dazu: Eine Serie Varieté-Einlagen:
Siegfried Arno und Partnerin. Moderne Step-Tänze (8713
2 Doliys, Musical-Akt. Carmellini, Humorist. Eskamotage.

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Samstag, den 31. Mai 1930
abends ab 8 Uhr
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Felſenkeller 1
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Leleph
Samstag, den
Gro

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Union-Theater
Rheinstrasse
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des grossen Filmwerkes
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ausgeführt vom
Anfang 8 Uhr
Zu ebener Erde
Volksstück mit Ges

Lehär-Opere

TCHSHOF

Der Film ist ein wundervolles
Stück Heimatgeschichte; er
lässt uns das emsige Schaffen
in den rheinischen Braunkohlen-
gruben
frisch erleben und wir
freuen uns, dass unsere Union-
Briketts metallblank den Weg
in die weite Welt antreten.
Mitwirkung des Orchesters.

Ab heute: Spezialausschank von

Restäfta),
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10/20 hell und dunkel Export .. . . . 503
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10/20 hell excellent Deutsch-Pilsner 509

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. 14/16. (2265a

Im Café
Hünsller-Konzert
m.
Lost
Samstag ab 8 Uhr abds. (256ä
Hm Haupthahnhof Sonntags ab 4 Uhr nachm.

6245a

Alter Ratskeller
Obergaſſe
W Heute Z
Tanzabend.

MedrEröffnung-
Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten hiermit
zur Kenntnis, daß ich meinen Restaurations-Betrieb nach
Sandstraße 40 verlegt habe und bitte um geneigten Zuspruch.

Btung!
welle 1111
hörst Du beim Gustau

Restauration
m weißen Roß
Gustav Mahlow. Telephon 4751

NR
Lafé Zur Opé
am Landestheater
Heute Samstag, den 31. Mai 1930
Großer
Abschieds-und Ehrenabend
für Lutz Husemeyer u. sein Künstler-Orchester

8701

Spanische Bodega
Zum Palais
Hügelſtr. 35.
Teleph. 4661
Ab heute täglich von 8 Uhr ab
Unterhaltungsmuſik
mit Geſangseinlagen,
ausgeführt von einer erſtklaſſigen
Pianiſtin und Sängerin. (8702

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Morgen Sonntag
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Montag und Dienstag der ko. Si
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Hamstag, am 31 Mai Son
läuft einer der größten deutſchen Gr.
2
dreht wurden; er läßt Zeit und Rau=
die
Herzen und erſchüttert in
Bi
Der Film der Liebe und *

Bisher iſt das Heldenleben der Deu
noch nicht gezeigt worden. Faſt alll
die militäriſchen Vorkommniſſe, das
der deutſchen Soldaten zum Gegenſt.
ſteht die Deutſche Frau im
2 Luſtſtücke: Bobby bogt ſich int. 2
So ein verflister 9
Sonntag 2 Uhr: Hauptb.

unter den Rennbahnbeſuchern. Si
II. Platz 2 ℳR, III. Platz 1 A, Kinde

[ ][  ][ ]

THUA
DALUUAUA1

Nummer 5

DARMSTADTER TAGBLATT HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN

31. Ma3 1930

Die zweite
ekraftkonferenz.
5. Juni 1930 findet in Berlin die zweite Welt=
Eine erſte Konferenz dieſer Art wurde im
it
london abgehalten. Weitere Teilkonferenzen
1926 in Baſel, wo die Waſſerkraftnutzung und
ſfack ehandelt wurden, 1928 verhandelte man über
ag--, London, 1929 über Waſſerkrafterſchließung in
un.3er die Energiequellen 1929 in Tokio. Der Zweck
gen rnationalen Zuſammenkünfte, iſt die Förde=
ur
enarbeit aller Kulturnationen bei der Erzeu=
vilx
) und Verwendung von Energien aller Art.
arro Bedeutung dieſe internationalen Zuſammen=
ſt
ſich daraus, daß 36 Staaten ihre Vertreter
jesissh2 zweite Vollkonferenz in Berlin angemeldet
m . Staaten ſind wertvolle Beiträge zu den Fach=
ger
iefert worden. 400 Berichte liegen der Ge=
in
yruckter Form vor. Sie bilden die Unterlage
talx) ſten, die von Deutſchen Referenten in deutſcher
ſtam verden. Die Verhandlungen finden in den
ölert. Zum erſten Mal wird hier eine Sprachen=
nass
ge zur Anwendung kommen, über die wir
mihrlicher berichten.
ſerh ingen ſind in einzelne Fachgebiete feſte,
rmige Brennſtoffe, Dampf=, Verbrennungs=
re
mechaniſche Energie, Elektrizität, Normung,
um tatiſtik gegliedert. Zur Förderung der Füh=
desizelnen
Teilnehmer ſind in einem Saale be=
hu
che der einzelnen Nationen und der einzelnen
rur) gebildet. Hier iſt Gelegenheit zu gegenſeitiger
geg’l. An die Tagung werden ſich Beſichtigungen
dr Deutſchland angliedern.
res ſidium der Konferenz wurde dem Altmeiſter
Techs Exzellenz von Miller, München, übertragen.

pel=Leitung verlegt, um 1000 Hörſtellen anzuſchließen. Zur An=
wendung
gelangen dreiſtufige Netzanſchlußverſtärker, die zu ſechs
in einem Schrank eingebaut ſind.
Es braucht nicht beſonders erwähnt zu werden, daß an die
Dolmetſcher in dieſem Falle ganz beſondere Anforderungen ge=
ſtellt
werden. Es gehört außerordentliche Geſchicklichkeit und
Konzentration dazu, um gleichzeitig die Vorträge zu hören und
ſofort in die andere Sprache zu übertragen. Um die Entſtehung
von Pauſen bei der Ablöſung der Dolmetſcher zu verhindern, ſind
für jede Sprache jeweils zwei Mikrophone parallel geſchaltet.
Zweifellos wird die neue Anlage ein wertvolles Hilfsmittel
zur Verſtändigung zwiſchen den Völkern werden. Eine der
Hauptſchwierigkeiten bei internationalen Zuſammenkünften
ſcheint überwunden zu ſein, was gewiß den Anreiz zur Abhaltung
von Weltkongreſſen vermehren wird.

Srachgrenzen fallen.
Von
MMIng. Strassberg, Berlin.
herl ing wehrerer fremder Sprachen iſt für den
Ms ur nodernen Wirtſchaftsführer ſelbſtverſtändliche
g.-er Fachwiſſenſchaftler in ſeiner gewollten und
Ab W ränkung auf Arbeit in einem begrenzten Ge=
t
in der Lage, der Pflege fremdſprachlicher
wch ſon ſeiner Zeit zu opfern. Ihm genügt es,
gu) diſche Literatur ſeines Faches verfolgen kann,

Dolmetſcher bei der Arbeit.
I, bei der weitgehenden Spezialiſierung von
ftige Kenntniſſe ausreichen. Zum Verſtändnis
einer fremden Sprache gehört aber viel mehr
de konnten internationale wiſſenſchaftliche
ticht in vollem Maße ihre ſegensreiche Wir=
Der Verſtändigung waren zu enge Grenzen
ruchtbaren Austauſch lebendiger Anregungen
Neuerung von weittragender Bebeutung iſt
tliche Erleichterung der Verſtändigung herbei=

* Das Weltkraftproblem in der
Vergangenheit.
Von
Gilbert W. Feldhaus, Berlin.
Der ungeheure Fortſchritt und die ſteigende Entwicklung und
Ausgeſtaltung der gegenwärtigen Technik zwingt die geſamte
ziviliſierte Welt dazu, den Kraftbedarf ſo rationell zu geſtalten,
wie nur irgend möglich. Das Schlagwort: Wir leben im Zeit=
alter
der Elektrizität trifft nicht ganz zu, denn die Elektrizität

-Apparat auf der Meltkraftkonferenz Berlin 1930

vFraf6o

Antche

Lichtzeichentefe!

Shaltkssten
Verstärkerschrenk

O 0 0 0 0 O Mlre Keunen 6 English 6 Resesre 8 Fanesis6 Beserre 6

Mdlers
W berord

Das Uebertragungsſchema.
elt ſich um einen Mehrſprachen=Appa=
*EAnlage, die zum erſten Mal auf der zweiten
lrraftkonferenz Anwendung finden wird. In den
Dieſe Anlagen eingebaut, mit Hilfe derer jeder
fünf verſchiedenen Sprachen, je nach Wahl
hort werden kann. Vorläufig ſind als Kon=
2 Franzöſiſch und Engliſch vorgeſehen. Vor
Beu die Dolmetſcher. Jeder hat ein Mikro=
DIs er die Ueberſetzung des Vortrages des
Einſpricht. Um zu verhindern, daß die Dol=
ſorzl
inander oder die Verſammlung ſtören, ſind
Galldichten Trichtern verſehen. Jedes Mikro=
Verſtärker, dieſer mit den Schaltkäſten ver=
Dem Zuhörer ſtehen. Dieſer hat die Möglich=
Iur jede gewünſchte Kongreß=Sprache einzu=
ſlung
erlaubt ihm außerdem, die Lautſtärke
Nummen. Eine elektriſche, Signalvorrichtung
Luut läßt durch Aufleuchten von Lampen er=
tmetſcherplätze
augenblicklich beſetzt ſind, d. h.
I die Rede gehört werden kann.
* Anlage, die von der Firma Siemens und
Td, werden ungefähr 50006000 Meter Dop=

Bild 1: Die größte Krattmaschine der antiken Wett war das
Tretrad. Römisches Reliet des 1. Jahrhunderts n. Chr. mit einem
gewaltigen Tretrad von 4 Meter Durchmesser für 4 Männer.
(Aus dem Lateran-Museum zu Rom.)
iſt nur Kraft=Uebermittler, nicht Kraft=Spender. Richtiger wäre
es, zu ſagen, wir leben im Zeitalter der Kohle, denn noch immer
liefert der ſchwarze Diamant den allergrößten Prozentſatz der
Weltkraft. Nur zu genau wiſſen wir, daß die Kohlenlager der
Welt in abſehbarer Zeit erſchöpft ſein werden; wenn auch noch ſo
rieſige Gebiete neu entdeckt und erſchloſſen würden im Ver=
gleich
mit der Entwicklung der Menſchheit und ihrer ſtets fort=
ſchreitenden
Ziviliſation bilden auch ſie nur einen Tropfen auf
den heißen Stein.
Wir ſtaunen, wenn wir leſen, daß verſunkene
Kulturen des Orients und der Alten Welt jahrzehnte=
lang
Tauſende von Menſchenhänden bei der Errich=
tung
ihrer Prunkwerke verwendeten. Unbeachtet laſſen
wir hierbei die Tatfache, daß jene Zeiten und Völker

den ſauſenden Webſtuhl der Zeit weder empfunden
haben, noch unter dem Druck der Schnellebigkeit ſtan=
den
, wie die Gegenwart. Die Kultur jener Völker
im Vergleich mit der unſrigen niedriger einzuſchätzen,
wäre eine Ueberheblichkeit der Gegenwart. Größer
iſt lediglich unſere Ziviliſation. Die Ziviliſation der

Menſchheit begann, als man darüber nachdachte, wie

man die Kräfte der Natur in den Dienſt der Menſch=
heit
ſtellen könnte. Dieſer Zeitpunkt wird ſich nie
SFsoegis)) mehr genau feſtſtellen laſſen.
Die Beherrſcher der Alten Welt kannten in der
Hauptſache nur den Sklaven, Kriegsgefangenen und
Hörige als Kraftproblem. So wiſſen wir z. B., daß
zum Waſſertransport Abertauſende kleine Kübel aus
Ziegenfell von Sonnenaufgang bis Sonnenunter=
gang
bei eintönigem Geſang auf und ab geſchwungen
wurden, um eine geringe Menge von Waſſer aus
den Niederungen zu den höher gelegenen Paläſten
und Anſiedlungen hinaufzubefördern. Andere Untergebene
mußten tagtäglich in ſtumpfſinniger Pflichterfüllung mit
Hilfe einfacher Quetſchſteine die Getreidekörner zu Mehl
Daß hierzu ſehr häufig Frauen verwandt
zerkleinern.
wurden, zeigt, daß ihre ſoziale Stellung ſich von denen der
männlichen Sklaven keineswegs weſentlich unterſchied. Auch in
den Reichen Griechenlands und im Römerreich war die Muskel=
kraft
die Weltkraft. Wenn man auch bereits im 3. Jahrhundert
v. Chr. in Griechenland Treträder oder andere Maſchinen erfand,
um den Sklaven und Hörigen die Arbeit zu erleichtern, ſo blieb
doch jahrtauſendelang die menſchliche Muskelkraft der Hauptkraft=
ſpender
. Die Naturkräfte wie Waſſer, Luft und Feuer wurden in
vorchriſtlicher Zeit kaum praktiſch ausgewertet. Die Verbindung
der Mühlſteine mit einem Waſſerrad iſt anſcheinend eine klein=
aſiatiſche
Erfindung, die rund 2000 Jahre alt iſt. In der römiſchen
Kaiſerzeit rühmt der Dichter Antipater die neue Erfindung der
Waſſermühlen, und er ſagt, daß Ceres den Najaden befohlen habe,
die Arbeit der Mägde in den Mühlen abzunehmen, jetzt trieben
die Najaden die großen Räder. Im 4. Jahrhundert waren an den
Nebenflüſſen der Moſel Steinſägen mit Waſſerrad=Antrieb im
Gang, und von Jahrhundert zu Jahrhundert wurde das Waſſer,
das in Form fließender Flüſſe dem Meer zueilt, immer mehr aus=
genutzt
. So benutzte man z. B. zur Förderung des ſchwarzen

Diamanten ſchon um 1550 rieſige Maſchinen über den Schächten,
und wir wiſſen, daß ihre Waſſerräder bis zu 11 Meter Durch=
meſſer
hatten. Rund hundert Jahre früher entſtanden die erſten
Verſuche, Ebbe und Flut auszunutzen: bei der Flut floß das Waſſer
des Meeres in große Sammelbecken und trieb zugleich ein Mühl=
werk
, während bei der Ebbe die Waſſermengen des Sammel=
beckens
durch die Schaufel der Räder hindurch abfloß, ſo daß das
Mühlwerk abermals Kraft ſpendete. Manche dieſer Kraftanlagen
des Mittelalters hatten gewaltige Ausdehnungen, ſo z. B. die
Pumpmaſchine für die Springbrunnen von Verſailles, die 1681
bis 1688 angelegt wurden. Hier arbeiteten 13 Waſſerräder von
mehr als 8 Meter Durchmeſſer zum Antrieb der Pumpen, die
Räder hatten eine Geſamtbreite von über 34 Meter und ſetzten

Bild 2: Mit den Kreuzztgen kam aus dem Orient die Windkratt
nach Europa. Windmühle mit einem Aufzug zum Emporheben
der Säcke, der auch durch Windkratt betrieben wurde.
(Nach einer Malerei vom Jahre 1430.)
235 Saug= und Druck=Pumpen in Bewegung. Dieſe Anlage, die
techniſch außerordentlich beachtenswert, jedoch ohne irgendeinen
Nutzeffekt war, iſt ein Beiſpiel dafür, wie die Technik als Faktor
und Dienerin des Weltkraftproblems nicht angewandt werden
darf, denn: ihre Einrichtung und Unterhaltung koſtete dem ver=
armten
franzöſiſchen Volk Unſummen Geldes. Der Sonnenkönig
von Frankreich aber konnte ſich’s damals leiſten!
Etwa ſeit dem Jahre 1800 verſucht man die Auswertung der
Kräfte, die der Wellenſchlag des Meeres birgt, bis heute ohne
weſentlichen Erfolg und viele Jahrhunderte alt ſind die Verſuche,
anſtelle der trägen Waſſerräder die ſchnellaufenden Löffelräder zu
ſetzen, deren Nachkommen, die Waſſerturbinen, heute in den gro=
ßen
Waſſerkraftwerken der Welt zur Erzeugung von Elektrizität
im Gang ſind. Zur reſtloſen Ausnutzung der elektriſchen Ma=

Bild 5: Die älteste industrielle Betriebsmaschine war das Wasser-
rad
der Förderanlagen im Bergbau. Umsteuerbares Wasserrad
im sächsischen Bergbau, Durchmesser 11 Meter.
(Nach einem Holzschnitt vom Jahre 1556.)
ſchinen ſolcher Werke iſt man in den letzten Jahren zu den ſoge=
nannten
Kraftſpeichern gekommen: man arbeitet Tag und Nacht
mit der gleichen, möglichſt nützlichen Belaſtung der Maſchinen und
pumpt in den Stunden, wo wenig Elektrizität abgenommen wird,
Waſſer mit rieſigen Schleuderpumpen in hochliegende Behälter.
Dieſes Waſſer läßt man wieder in den Stunden auf Turbinen
herunterfließen, wenn der meiſte Strom verbraucht wird.
Die Windkraft lernten die Weſteuropäer wahrſcheinlich von
den Arabern kennen. Seit 1390 etwa iſt ſie in Deutſchland nach=
weisbar
. Zwar erwähnt Heron von Alexandrien bereits ums
Jahr 110 unſerer Zeitrechnung, daß man ein kleines Windrad
mit einer Pumpe in Verbindung bringen ſolle, um die Luft für
eine Orgel zu erhalten. Auch hier handelt es ſich um einen mehr
ſpieleriſchen als praktiſchen Vorſchlag. Ueber die Konſtruktion
der großen Windmühlen des Mittelalters wiſſen wir nichts. Aus
Handſchriften jener Zeit läßt ſich aber nachweiſen, daß die ver=

[ ][  ][ ]

Samstag, den 31. Mai 1930

Tochnk der Gegenwark

hältnismäßig einfach gebaut waren. Trotz der großen Entwick=
lung
, die die Technik in den letzten Jahrhunderten ungeheuer ge=
ſteigert
hat, nimmt die Zahl der Windmühlen eher ab als zu.
Wohl hauptſächlich deshalb, weil der Windmüller von den Launen
des Windes abhängig iſt. Einen großen Aufſchwung hat in den
letzten Jahrzehnten die Windturbine genommen.
In Nicht=Technikerkreiſen verſpricht man ſich viel von jenen
Maſchinen, über die nur ſehr wenige informiert ſind, und die
noch weniger mit eigenen Augen geſehen haben: die Sonnenkraft=
maſchinen
. Der Erbauer der heute längſt verſchwundenen Waſſer=
künſte
im Garten des Heidelberger Schloſſes nur ein paar
Grotten erinnern noch daran , der Ingenieur Salomon de Caos,
hat vermutlich im Jahre 1615 die erſte Sonnenkraftmaſchine er=
funden
: er läßt die Sonnenſtrahlen durch Brenngläſer auf einen
verſchloſſenen Waſſerkaſten fallen, ſo daß ſich das Waſſer ausdehnt
und im Rohr eines Springbrunnens emporſteigt. Bis heute haben
die zahlreichen modernen Sonnenkraftmaſchinen kaum einen
nennenswerten Erfolg zu verzeichnen für das Weltkraft=
problem
ſind ſie bis heute bedeutungslos geblieben.
Die bedeutendſte Rolle ſpielt noch immer die Dampfmaſchine.
Der erſte Verſuch, die Kraft geſpannter Gaſe auszunutzen, wurde
in den Jahren 1673/74 unternommen, mit anderen Worten: man
übertrug die mit den Geſchützen und dem längſt bekannten Schieß=
pulver
gemachten Erfahrungen auf eine Maſchine, die durch Ex=
ploſion
von Schießpulver Waſſer pumpte. Dieſe Verbrennungs=
maſchine
war aber ſehr gefährlich, darum entſann man ſich, daß
ſchon die Mechaniker zu Alexandria ſeit mehr als 1400 Jahren Vom deutschen maseum
kleine Apparate durch Dampf bewegten. In Byzanz hatte ein
weiſer Mann, der um 550 lebte, ſchon einen ſo großen Dampf=
apparat
, daß er durch ihn das Haus ſeines Nachbarn, den er
ärgern wollte, in Erſchütterung verſetzten konnte. Die beiden
Verſuche von Verſailles mit der Verbrennungs= und der Dampf=
maſchine
wurden von Phyſikern fortgeſetzt. Wenige Jahre ſpäter den Gedanken aus, ein techniſches Muſeum zu ſchaffen. Aber erſt
wagen in die Praxis ein. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts
kamen wir zur Dampfturbine und etwas früher zur Verbrennungs=
maſchine
für Gas, Benzin und Benzol.
gabe geſtellt, die Kohle den Schwarzen Diamanten ratio=
neller
auszuwerten. Eine der jüngſten Erfindungen auf dieſem wir unſeren Leſern ſchon einiges berichtet. Das Roſenwald=
Gebiet iſt das Problem der Verflüſſigung der Kohle. Mögen hier muſeum, nach dem Wunſch ſeines Schöpfers, Herrn Julius Roſen=
hervorbringen
daß die Kohlenlager und Kohlenvorräte der wird gegenwärtig im Jackſon Park der Stadt Chicago in einem
Welt eines Tages erſchöpft ſein werden, ſteht feſt. Darum müſſen
die anderen Faktoren, Waſſerkräfte, Windkräfte und Erdwärme wurde, eingerichtet. Dieſes Muſeum ſtellt eine Weiterbildung
(die letztere wird in Italien in einzelnen großen Anlagen ſchon
ausgewertet), auf das Sorgfältigſte erforſcht und in den Dienſt nik auf die Menſchheit dargeſtellt werden. Man will nicht nur
der Menſchheit geſtellt werden.
tigen Ziviliſation bilden, muß ſich über alle politiſchen und wirt=
ſchaftspolitiſchen
Schwierigkeiten hinwegſetzen, um das Weltkraft=
problem
in engſter internationaler Zuſammenarbeit zu löſen und
möglichſt günſtig zu geſtalten. Mit dem Weltkraftproblem ſteht
und fällt unſere Kultur. Darum iſt es Pflicht der geſamten
Menſchheit, dieſe internationalen Beſtrebungen aufs genaueſte
zu verfolgen und zu fördern.

Bervilium.

Von
F. W. Landgraeber, München-Aubing.
Ein Werkſtoff, von geradezu verblüffenden Eigenſchaften iſt
neuerdings im Berylliummetall gefunden worden. Legierungen
von Kupfer mit dieſem Metall zeigen bei einem Gehalt von 6 bis
7 Prozent Be (Beryllium) eine größere Härte als Stahl. Beryl=
lium
=Kupfer=Legierungen laſſen ſich durch Abſchrecken vergüten.
Im weichen Zuſtande geſtatten ſie ein Hämmern, Walzen, Ziehen
und Stauchen. Bei einer nach dieſer mechaniſchen Arbeit vorge=
nommenen
Vergütung ſteigert ſich ihre Feſtigkeit um das Drei=
fache
, und ihre Härte ſogar um das Vierfache. Die Zugfeſtigkeit
üblicher Bronzen beträgt 5070 Kilogramm im Mittel, während
vergütete Be=Cu=Legierungen mit 2,5 Prozent Beryllium eine
ſolche von 135 Kilogramm, und eine Zprozentige ſogar von 140
Kilogramm aufzuweiſen haben. Die Elaſtizität übertrifft die
Schwingungsfeſtigkeit beſter Federſtahlqualitäten um das fünf=
fache
und diejenige der beſten Bronzen um das zehnfache.
In der Gießereitechnik übertrifft die Verwendung von Beryl=
lium
zu Desoxydationszwecken alle bisher verwandten Mittel an
Wirkſamkeit. Einige Hundertſtel Prozent als Zuſatz beim Kupfer=
ſandguß
genügen, um ein Material zu ſchaffen, das gewalztem
Elektrolytkupfer beſter Sorte ebenbürtig iſt. Berylliumbronze hat
unter allen Legierungen die höchſte Leitfähigkeit. Sie iſt daher in
elektrotechniſcher Hinſicht von hoher Bedeutung, beſonders dort,
wo großer Widerſtand gegen Schleifbeanſpruchung gefordert wird.
So z. B. können Leitungsmaterialien, die aus Bronze angefordert
werden müſſen, bei Verwendung von Berylliumbronze in halber
Stärke dimenſioniert werden. Die Widerſtandsfähigkeit gegen Ver=
ſchleiß
iſt etwa ſechsmal größer als diejenige normaler Bronzen.
Naturgemäß wendet man jene neue Berylliumlegierung vorteil=
haft
bei Kontaktfedern elektriſcher Lokomotiven mit ihren dauern=
den
Stoßbeanſpruchungen an.
Was vom Kupferguß geſagt wurde, gilt auch für Nickel, um
gasdichten und porenfreien Guß zu erhalten. Auch hierbei wird
nicht reines Beryllium, ſondern eine Vorlegierung mit etwa
10 Prozent Be zugeſetzt. Dieſe neue Nickellegierung läßt ſich eben=
falls
vor der Vergütung mechaniſch bearbeiten, ja ſogar vergießen
und dann als Guß vergüten.
Auf dem Gebiete der Eiſenberyllium=Legierungen eröffnen
ſich ganz beſondere Perſpektiven. Es haben ſich hier durch Ver=
wendung
des Mehrſtoffſyſtems Neuheiten ergeben, die den Va4-
Stahlſorten weſenartig ſind, ſich aber und das iſt bedeutſam
vergüten laſſen. Während ſich die ſogenannten nichtroſtenden
Stahlarten nur äußerſt ſchwierig bearbeiten laſſen, iſt dieſes beim
Berylliumſtahl ohne weiteres möglich. Hierdurch dürfte eine neue
Aera in der Verwendbarkeit nichtroſtenden Stahles zu erwarten
ſein. Die vorbenannte Eigenſchaft iſt inſofern von beſonderer Be=
deutung
, als erſtmalig Werkſtoffe geboten werden, die die
ſtaunenswerten Eigenſchaften miteinander verbinden, korro=
ſionsunfähig
zu ſein und ſich vergüten zu laſſen, womit die bis=
herigen
Schwierigkeiten, die eine Formgebung erſchwerten, über=
wunden
ſind.
Nicht nur die elektro= und maſchinentechniſche Induſtrie, ſondern
auch das Flugzeugweſen, die chemiſche Induſtrie, der Bergbau
und andere bekommen bei Verwendung von Beryllium ein Ma=
terial
von nie geahntem Wert. Andere Verwendungsgebiete für
Berylliumlegierungen ſind dort gegeben, wo geringe Wärmeaus=
dehnungskoeffizienten
in Betracht kommen, wie in der Telephon=
technik
und der Technik des Muſikinſtrumentenbaues.
Der Preis für ein Gramm Beryllium, der früher etwa 200
Mark betrug, konnte auf etwa 1,50 Mark ermäßigt werden. In
der größten neuerbauten Gewinnungsanlage in Deutſchland wer=
den
jährlich etwa 1000 Kilogramm erzeugt. Es iſt geplant, die
Produktion auf 10 000 Kilogramm im Jahre zu erhöhen, wobei
mit einer Preisſenkung auf etwa 300400 Mark per Kilogramm
gerechnet wird.

Beryllium wird aus dem Mineral Beryll, eine Abart von daillen, Lichtbildern, Filmen und Firmenkatalo
Smaragd und Aquamarin, gewonnen. Dieſes an und für ſich weit Gebäude ſind außerdem eine Reihe von Arbeits=
verbreitete
Mineral enthält jedoch nur 34 Prozent jenes wert= ſcher und im Erdgeſchoß die geſamten Verwal
vollen Metalles. Das Metall tritt darin als Beryllium=Alu= Muſeums untergebracht.
minium=Silikat auf. Bauwürdige Lagerſtätten ſind auf der Welt
verhältnismäßig wenig vorhanden. Eine der bedeutendſten Be= dem 2000 Perſonen Platz finden können. Dan
rylliumfundſtätten wurde erſt kürzlich in Steiermark in der Nähe, forderlichen Nebenräume, wie Garderoben und 9
von Köflach entdeckt. Zu ihrer Ausbeutung wurde eine Bergbau= die Bewirtung untergebracht. In dem Verbindu
und Verhüttungsanlage errichtet. In der Aufbereitungsanlage Saalbau und Bibliothek ſind weiter zwei Hör
findet zunächſt eine Grobklaſſierung ſtatt. Von hier aus gelangt 200 Perſonen eingebaut.
das Gut in die Erzzerkleinerungsmaſchinen und von da zur Flot=
tation
in die Schwimmaufbereitung. Alsdann wird es durch Richtfeſt feierlich begangen. Ein gkademiſcher
Sinteröfen und Auslaugeverfahren in Berylliummetallſalz umge= die Jahresverſammlung des Deutſchen Muſeum
wandelt. Dieſes wird zur Weiterverwendung in Blechbüchſen ver= im Ehrenſaal des Deutſchen Muſeums ſtat.
packt. Die Gewinnungsmethoden zur Herſtellung von reinem Be= einem Film die Entwicklung des Baues vorge
ryllium waren bislang ſehr umſtändlich und koſtſpielig, und zwar leitende Architekt, Geh.=Nat. Dr. Beſtelmeher
deshalb, weil bei ihm infolge hoher Verwandtſchaft zum Sauer= Erläuterungen hierzu. Das eigentliche Nichtfeſt
ſtoff alle diejenigen Methoden verſagten, die bei andern Metall= ſchmückten Saalbau ſtattfand, vereinigte die 6
oryden zur Herſtellung des Metalls in kompakte Form angewandt beitern. Ein Metallarbeiter trug den Richtſpr
werden können. Seit kurzem iſt es jedoch gelungen, Gewinnungs= einem Hoch auf die Deutſche Reichsregierung.
methoden erfolgreich auszuprobieren, wodurch das Metall in gierung, die Stadt München und beſonders den
Stücken von mehreren Kilogramm Gewicht ausgeſchieden wer= endete. Der anweſende Reichsinnenminiſter
den kann.

Von
Dipl. Ing. Kreh, Mainz.
* Schon im 17. Jahrhundert ſprach Descartes zum erſten Mal
finden wir die erſte Dampfmaſchine im engliſchen Bergbau zum Ende des 18. Jahrhunderts hat Vaucanſon das Consératolre. Städtetag durch die Herausgabe von Leitſätzen
Pumpen des Grubenwaſſers praktiſch angewendet. In Deutſchland Aes Arts et Uetiers in Paris ins Leben gerufen. Etwa 50 Jahre bildung und Prüfung der Feuerwehringenieur=Anwi
wurde ſchon 1698 zu Kaſſel eine Dampfmaſchine verſucht. Im Jahre ſpäter bildeten zahlreiche Ausſtellungsgegenſtände der Kriſtal=
1706 war dort eine zweite Maſchine, 1715 eine dritte in Betrieb, palaſtausſtellung in London den Grundſtock zu einer techniſchen, an einer Deutſchen Techniſchen Hochſchule gemacht ha
Noch heute iſt der ſchwere Dampfzylinder dieſer dritten Maſchine Abteilung des South=Kensingtoy=Auseum in London. Während, die an einer Deutſchen Univerſität ihre Abſchlußprüfu
im Muſeum zu Kaſſel aufgeſtellt. Im Jahre 1762 reformierte der dieſe techniſchen Muſeen eine loſe Aneinanderreihung einzelner nach einjähriger praktiſcher Tätigkeit zur Ausbilt
ſchottiſche Mechaniker James Watt die Dampfmaſchine, gründete techniſcher Schauſtücke bildeten, die dem Beſchauer tot gegenüber=
bald
darauf die erſte Dampfmaſchinenfabrik der Welt und führte ſtanden, ſchuf Oskar von Miller in dem Deutſchen Muſeum für faßt eine einjährige Tätigkeit bei einer Berufsfeuerwe
ſeine mit zahlreichen eigenen Erfindungen und Verbeſſerungen Meiſterwerke der Naturwiſſenſchaften und Technik in München jährige Ausbildung bei einer Baupolizeibehörde. 9
ausgeſtattete Maſchine als Betriebsmaſchinen in Fabriken, als eine Stätte, die dem Beſchauer neben Schauſtücken beſonderer Prüfung wird ein Zeugnis erteilt, auf Grund deſſei
Dampfpumpen, als Antriebsmaſchine für Schiffe und für Kraft= Art auch die Möglichkeit bot durch eigene Verſuche die richtige
Vorſtellung von der Arbeitsweiſe der Maſchinen zu gewinnen.
Dieſer bahnbrechende Gedanke fiel auf fruchtbaven Boden. In
Amerika, das ſich mit ſeinen unerſchöpflichen Reichtümern jeden klärung auf die Herabminderung der Schadenfeue,
In den letzten Jahrzehnten hatte ſich die Wiſſenſchaft zur Auf= Wunſch erfüllen kann, werden gleichzeitig 4 neue große techniſche
Muſeen errichtet. Ueber das Fordmuſeum in Dearborn haben
die Rationaliſierungsbeſtrebungen einen noch’ ſo großen Erfolg wald in Chicggo, Uusenm ok Sejence and Industry genannt,
Gebäude, das ehemals für die Weltausſtellung von 1873 gebaut
des Miller’ſchen Gedankens dar. Hier ſoll die Wirkung der Tech=
zeigen
, wie die Maſchinen arbeiten, man will auch die Wirkung
Unſere Technik und Induſtrie, die die Grundpfeiler der heu= dieſer Maſchinen auf die menſchliche Geſellſchaft, die ſoziale Auf=
gabe
des Ingenieurs, darſtellen. Es wird beiſpielsweiſe die
Entwicklung der Kochtechnik von dem tierhaften prähiſtoriſchen
Menſchen, der halbgares Fleiſch verſchlingt, bis zur modernen
Elektroküche und der neuzeitlichen Konſervierung der Nahrungs=
mittel
vorgeführt. Die verſchiedenen Beförderungsmittel von
Kufenſchlitten bis zum Pullmannwagen kann man am eigenen
Leibe bei der zugehörigen Geſchwindigkeit und der mechaniſch
nachgeahmten Erſchütterung genießen. In förmlichen Theater=
vorſtellungen
, die wöchentlich wechſeln ſollen, werden beſtimmte
Zweige der Technik und deren Entwicklung vorgeführt. Roſen=
wald
, deſſen Verdienſte auch um das Deutſche Muſeum jetzt durch
die Verleihung des goldenen Ringes gewürdigt wurden, hat
für dieſes neue Muſeum 3 Millionen Dollar zur Verfügung
geſtellt.
Der Neubau des Sammlungsgebäudes zum Deutſchen Mu=
ſeum
in München wurde am 70. Geburtstag ſeines Schöpfers vor
5 Jahren eröffnet. Vor wenigen Tagen iſt anläßlich des 75. Ge=
burtstages
Millers das Richtfeſt zum Bibliothek= und Saal=
bau
feſtlich begangen worden. Der von Seidl geſchaffene Ge=
ſamtplan
zum Deutſchen Muſeum, der ſchon vor dem Krieg ent=
worfen
wat, konnte wegen Aenderungen im Bauprogramm und
der Wandlung der baukünſtleriſchen Auffaſſung nicht mehr die
geeignete Grundlage für die im Jahre 1927 ernſtlich in Angriff ein Brückenpfeiler mitten im Strom gegründet?
genommenen Arbeiten zum weiteren Ausbau bilden. Ein Wett=
bewerb
unter deutſchen Architekten brachte das Ergebnis, daß richten?. Wie wird eine große Hängebrücke über d
neben dem Sammlungsbau zwei klar getrennte Baugruppen
der Bibliotheksbau und der Saalbau aufzuführen ſeien. Die
weitere Plangeſtaltung wurde dem Architekten Prof. Dr. Beſtel=
meyer
, München, übertragen. Im September 1928 konnte der
Grundſtein zu dem Neubau gelegt werden. Große Schwierigkeiten
bot die Gründung zwiſchen den beiden Flußarmen der Jſar. Alte
Fundamente, Findlinge, Faſchinenſtapel, altes Holzwerk und
zerſtörte Uferſchutzbauten, untermiſcht mit Iſargeſchiebe, boten
einen ſchlechten Baugrund. Durch all dieſe Hinderniſſe hindurch, menſchlichen Arbeitskraft aus dem mechaniſchen Arb
mußte die Gründung bis auf den tragfähigen mergeligen Flinz= Anwendung ſelbſttätig arbeitender Einrichtungen im
ſand hinuntergebracht werden. Zu dieſem Zweck wurden an
500 Stellen Brunnen von 1112 Meter Tiefe hinabgeführt. Dieſe
Brunnen beſtanden aus Stahlröhren von 11,25 Meter Durch= keiten ſind wohl die Vorgänge, die heute dem Laien
meſſer, aus denen das Bohrgut ausgebagert wurde. Nachdem Bedeutung der Automaten vor Augen führen. Vi
die Rohre durch zeitweiſes Einrammen bis in den waſſerdichten dungsformen lernt nur der Fachmann kennen. 8:
Flinz hinabgeführt waren, wurde unterhalb der Rohre der Flinz
von Hand kegelförmig ausgemeißelt. Der ganze Hohlraum wurde
ſodann mit plaſtiſchem Beton ausgefüllt und die Rohre dann Tage der Technik, Kalender für das Jahr 1990.
aus dem Boden gezogen. Eine neuartige Gründungsweiſe, die
hier zum erſten Mal angewandt wurde. Nachdem dieſe Brunnen
gegenſeitig durch ein Netz von Eiſenbetonſchwellen verſpannt uns jetzt erſt der, vom Vater auf den Sohn vererbte
waren, war ein tragfähiges Fundament für die Hochbauten, die Veränderung fertig gebracht, den Feldhauskalender,
als Stahlfkeletthauten errichtet wurden, geſchaffen.
An der Iſar entlang ſteht jetzt neben dem Sammlungs=
gebäude
der Bibliothekbau und anſchließend daran der Saal=
bau
, in einer Geſamtanlage von 400 Meter Länge, die in dem PER8öMLICHE8 AU8 DER
Sammlungsbau eine größte Breite von 100 Meter hat. Die
äußeren Anſichtsflächen des Neubaus werden verputzt, ſparſam, meiſter, iſt am 24. April geſtorben.
iſt für den Sockel und die Fenſterpfeiler Muſchelkalk verwandt.
Die flach geneigten Dächer werden mit Metall eingedeckt. Der
geſamte umbautte Raum, der in dem Sammelbegriff Studien=
bau
umfaßten beiden neuen Bauteile enthält 210 000 Kubik= Eener hat ſich um die Ausbildung des Verſuchsweſen
meter, das Sammlungsgebäude faßt einen Naum von 275000 des Ingenieurs in Oeſterreich ganz hervorragend Pe
Kubikmetern. Die bebaute Fläche iſt mit 10 000 Quadratmeter
ebenſo groß wie die des Sammlungsgebäudes.
Zu den Stahlſkelettbauten der neuen Bauteile wurden mehr. Wien ſeinen 80. Geburtstag.
als 3100 Tonnen Flußſtahl St. 37 verwandt. Während des Baues
mußten die Konſtruktionsteile je nach Beadrf angeliefert werden,
da auf der Fſarinſel nicht genügend Lagerflächen zur Verfügung, wirtſchaft bekannt geworden. Die Univerſtät Franf!
ſtanden. Mit Hilfe von zwei elektriſch betriebenen Portalkrahnen Würde eines Dr. phil. nat. h. e.
von 34 Meter Höhe und 25 Meter Spannweite, ſowie drei
Schwenkmaſten war es dank einer vorbildlichen Organiſation
möglich, den Bau von Mitte Auguſt 1928 bis zu Weihnachten Wirkl. Geh. Oberbaurat Dr. phil. Dr.=Ing. e. h
1929 aufzurichten. Die Ausfachung geſchah mit Bimsbauſtoffen, mann, als dem Altmeiſter der Ingenieurwiſſehlg
Die Decken wurden als Eiſenbetondecken ausgeführt. Die ober= ſcher des Eiſenbahnoberbaues und der Knichorgch
ſten Decken in den Stahlbauten ſind als Eiſenbetondecken mit
Bimshohlſteinen ausgebildet.
Die Bibliothek wird die erſte öffentliche techniſche Bibliothek goldene Muſeumsring folgenden Herren verliehen: &
in Deutſchland ſein. Ihr Bücherſpeicher iſt für 1 Millonen Bücher Eckener, Dr. R. Kneiſel=Gannoper. Gel d.
und Zeitſchriften vorgeſehen. Außerdem enthält ſie eine Hand= Peterſen. Dir, der A.G.G. Julius Roſe
bibliothek von 20 000 Bänden. Weiter enthält der Bibliotheks= Komm.=Rat Dr.=Ing. C. Schwenk=Ulm, F. 2g= Sammlungen von Plänen, Patentſchriſten, Urkunden, Me= Komm=Rat Dr. e. h. R. Wegermanner cen

49
ain der

KR4

Der Saalbau enthält einen großen Verſam
Nach Abſchluß der Rohbauarbeiten wurde
brachte die Glückwünſche der Reichsregierungen
präſidenten. Dem Gründer des Muſeums wu
Richtfeſtes der Adlerſchild, die höchſte Auszeic
ſchen Republik, und von der Stadt München 1
recht verliehen.
KURZE MITTEILLHAN
* Die Ausbildung der Feuerwehr=Ingenieure he
deutſcher Feuerwehringenienre im Einvernehmen
nach werden Diplom=Ingenieure, die dieſe Prüfung
iahu
Weiter iſt der Beſitz des Deutſchen Turn= und Sporta
und völlige körperliche Tauglichkeit Vorausſetzung. 3
Mi
Feuerwehr=Ingenieure auf freie Stellen eingereicht t
* Ein Brandſchutzmuſeum hat die Schleswig=c
brandkaſſe in Kiel kürzlich eröffnet. Das Muſeum
Ie
weiter zu zeigen, wie ſich die Entwicklung der Feuer Khilltu, ſiod
Feuerlöſchweſens geſtaltet hat. In einer geräumige
Ei
Saale von 500 Quadratmeter Grundfläche ſind bis je
ten Gruppen untergebracht. Die Brandverhütung
gezeigt, nämlich: Feuerungstechnik, Starkſtrom, Bli
Beleuchtung. Bei dieſen Brandverhütungsgrupper
in den Modellen nebeneinander falſche und rich
zur Schau geſtellt. Mit großer Mühe und Koſte;
monatelangem Arbeiten zum Teil große Bauteile
Sammlung von Schauſtücken aus falſch hergeſtellten
ſoll ihre warnende Wirkung auf die Beſucher aus
Blitzverſuchsanlage mit einem Funkinduktor von 4
kenlänge zeigt die Einwirkung des Blitzes auf geſchü
Bauten.
* Die Zahl der Rundfunkteilnehmer iſt im Deut
ſtark im Steigen begriffen. Vom 1. Januar bis z
Jahres hat ſie ſich um rund 17200, entſprechend 56
mehrt. Es wurden am 1. April nach der amtlicher
Teilnehmer gezählt.
* Das metriſche Maß= und Gewichtsſhſtem wird
nung des polniſchen Handelsminiſteriums mit der
Kongreß=Polen reſtlos eingeführt. Der letzte Reſt
metriſches Syſtem abgeſtellten Längen und Hohlme
altete Gewichtseinheiten werden dann beſeitigt.
NEUE BüCHER UND ZEIT8
* Ueber und unter der Erde. Techniſche Rekorde von
Verlag Richard Bong, Berlin. 346 Seiten. P
5. RM.
In Bongs Jugendbücherei iſt von dem als tech
weithin bekannten Verfaſſer ein reich mit guten Bi
Büchlein erſchienen, das ſicherlich auch bei Erwachſe
der Technik haben, eine gute Aufnahme findet.
ſchriebene Buch behandelt im weſentlichen Abſchnitte
die den: Nichtfachmann, der mit offenen Augen du
ſchon oft zum Nachdenken veranlaßt haben. Wie
ein Flußlauf mit einem Untergrundbahntunnel unte
hohen Maſte der Ueberlandanlage mit ihren grof
Wie ein geſunkener Dampfer gehoben?. All dieſe
Dominik in leicht faßlicher Form. Es ſollten mel
geſchrieben und geleſen werden. Es muß nicht imme
Flugzeug ſein. Auch die Bautechnik bietet viel An=
* Automaten. Die Befreiung des Menſchen durch
Hanns Günther. Verlag Dick u. Co., Stuttgat
2,50 Mk., geheftet 1,80 Mk.
Noch vor wenigen Jahrzehnten waren Automa
ſcheinung. Mit der Entwicklung der Technik und 8
Vermittlung von Ferngeſprächen, der Verkauf vor
Herſtellung von Fahrkarten, der Verkauf von Scho
dem inbaltsreichen kleinen Schriftchen einen intereſſ
weite Gebiet der Anwendung automatiſcher Maſchin
Gilbert W. Feldhaus. Verlag E. Stampe, Be
In gänzlich veränderter Form, nämlich als V.
9. Jahrgang erſcheint, vorgelegt. Der Kalenderman
ihm ſicherlich eine noch weitere Verbreitung als ſeith

Der Direktor der Brunsviga=Maſchinenwerte
*
Exzellenz Dr. W. Exner=Wien ſeierte ſein.
Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Ing. Aos 7i
Profefſor Dr.=Ing. e. h. Salomon, feiere
75. Geburtstag. Salomon iſt durch ſeine Tätigkeit.
*
Die Preußiſche Akademie des Bauweſens ver e,g
*
Beim Richtfeſt des Deutſchen Muſeums in B
Köttgen, Vorſ. des Direktoriums der S.SV,

[ ][  ][ ]

Samstag, den Z1. Nei 1330

Seite 17

Spiel und Turnen.

ARfA

Stafſellauf 1930

Pol. Sp. B. Darmſtatt.

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Plteilr-1
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Finde

vormittag um 11 Uhr auf der Rheinſtraße
auf des Ausſchuſſes für Leibesübungen hat
deergebnis. Die Anzahl der Teilnehmer über=
eren
Staffelläufe des Ausſchuſſes. Die ein=
aus
gut beſetzt. Alle führenden Turn= und
ind am Staffellauf beteiligt. In der Haupt=
ten
Streiter, der Akademiſche Sportklub und
men. Wer in dieſem Jahr den Sieg von bei=
ffen
. Beide Vereine werden ſicher mit ihren
Feten. Auch der Sieg in der Turnerklaſſe iſt
der Turnvereine in dieſem Jahr völlig offen,
indung Alemannia wird es nicht leicht haben,
Dorjahren zu wiederholen. Intereſſant im Ver=
aſſe
IV, in der der Polizeiſportverein mit dem
ſten Platz ſtreitet. Am ſtärkſten beſetzt iſt die
hen Wanderpreis. Ob in dieſem Jahre dem
forjahre, der Mannſchaft des Schwimmklubs
ſtarken Konkurrenz der Sieg gelingen wird,
übrigen Klaſſen, die ebenfalls gut beſetzt ſind,
ſen Sieg geſtritten werden. Ob ſich auch hier
urchſetzen werden, wird erſt der Verlauf des
i. Der Staffellauf ſelbſt beginnt pünktlich
inden Vereine werden gebeten, Startnummern
Uhr im Schloßhof in Empfang zu nehmen.
i einzelnen Klaſſen zum Austrag kommenden
ſorthaus Adelmann in der Rheinſtraße aus=

beteiligt ſich an der morgigen Startſtaffel mit
Beteiligten haben ſich pünktlich um ½10 Uhr
Berlſiem nden.
inders
Handball.
1898 Rok=Weiß Darmſtadk.
g abend ſich die 1. Fußballmannſchaften der
Uie
Weiß im Freundſchaftstreffen gegenüberſtehen,
ittag Spielbeginn 3 Uhr die beiderſei=
haften
ebenfalls auf dem Platze am Böllen=
n
. Die 98er, für die die Verbandsſpiele mit
Polizei Berlin ihr Ende gefunden haben, wer=
der
ſtärkſten Beſetzung antreten; nur Wehr
ſein. Für die Elf des Süddeutſchen Meiſters
guter Form zu bleiben, da für die Pfingſttage,
8er ſich in Wien an einem Turnier beteiligen,
Beſuchr
Meiſter von Oeſterreich und der Meiſter von
re Spiele bevorſtehen. Von dem Gegner des
Kaft
an, daß er gerade gegen die 98er immer ſeine
. Und da ja auch die Spiele bisher immer
mſtt
durchgeführt wurden, werden ſich die Hand=
ſes
Treffens nicht entgehen laſſen.
FrWIEH 98 Sonderm. Eintracht.
ſpielt die Handball=Sondermannſchaft des
idballelf des 1. F. C. Eintracht Darmſtadt. Der
reunden beſtens zu empfehlen.

Am Samstag, den 31. Mai 1930, fährt die Ligaelf des Pol.= Sport=
bereins
nach der Kurſtadt Wiesbaden, um gegen den dortigen Sport=
verein
ein Spiel auszutragen. Das Spiel findet um 19 Uhr in Wies=
baden
ſtatt.
Die 2. Mannſchaft trägt am Sonntag, den 1. Juni, ein Spiel gegen
Sportklub Dietzenbach in Dietzenbach aus.
Die Damenelf hat am kommenden Sonntag die Damenelf von
Olympia Worms als Gaſt. Das Spiel findet um 3.15 Uhr auf dem
Polizeiſportplatz ſtatt. Die Damenelf von Olympia verfügt über eine
nicht zu unterſchätzende Spielſtärke, und iſt daher ein recht intereſſantes
Spiel zu erwarten.
Fußball.
Sp. D. Darmſtadk 1898 Rol=Weiß Darmſtadt.
Das heute abend auf dem Platze am Böllenfalltor ſtattfindende Lo=
kaltreffen
beginnt nicht, wie geſtern irrtümlich gemeldet, um 6 Uhr, ſon=
dern
erſt um 6.30 Uhr. Die 98er werden aller Vorausſicht nach folgende
Mannſchaft ſtellen: Wicklaus; Laumann, Geyer; Ruppel 1.; Lehr, Fürſt;
Rupp, Ruppel 2., Eßlinger, Frey, Hebeiſen.
Freie Tgde. Darmſtadk.
Zu einem Samstagabendſpiel fährt heute die 1. Mannſchaft der
Freien Turngemeinde nach Arheilgen. Darmſtadt wird vorausſichtlich
mit ſeiner zurzeit ſtärkſten Mannſchaft antreten. Ein intereſſantes Spiel
dürfte zu erwarten ſein, deſſen Ausgang ungewiß iſt.
Die 1b=Mannſchaft begibt ſich ebenfalls zu einem Abendſpiel nach
Nieder=Ramſtadt.
Zu einem Freundſchaftstreffen auf dem Sportplatz Müllersteich
empfängt am Sonntag die erſte Mannſchaft Gäſte aus Gernsheim. Das
erſtmalige Antreten der eben mächtig aufkommenden Gernsheimer Mann=
ſchaft
in Darmſtadt dürfte allgemeines Intereſſe erwecken. Auch die
zweiten Mannſchaften werden ihre Kräfte meſſen.
Schluß der 2. 2.A. C.-Fahrk für Molorräder.
Der dritte Tag der A. D.A. C.=Dreitagefahrt für Motorräder führte
die Teilnehmer über insgeſamt 311,7 Km. wobei zweimal eine Waſſer=
durchfahrt
zu nehmen war. Gerade hier hatten ſich zahlreiche Zuſchauer
eingefunden, die dem ungewohnten Schauſpiel mit Intereſſe beiwohnten.
Am Start hatten ſich 93 Fahrer eingefunden, von denen aber nur 81 das
Ziel erreichten. Ausgeſchieden ſind: Röder=Schwerin, Buchardt=Kaſſel,
Penke=Holzminden, Winſel=Magdeburg, Düver=Magdeburg, Schmitt=
Magdeburg, Wehrauch=Cannſtatt, Schwägerle=Cannſtatt, Wernicke=Halle,
Scholte=Kuxhaven, Guſe=Stettin und Schmidt=Mühlhauſen. Nur 18 Teil=
nehmer
konnten die Fahrt ſtrafpunktfrei beenden, und zwar: Baylon=
München (BMW.), Steinhilber=Cannſtatt (BMW.), Haaf=Cannſtatt
(BMW.), Reiſinger=Cannſtatt (BMW.), Voigt=Hannover (Ardie), Bil=
lert
=Münſter (BMW.), Kruska=Münſter (BMW.), Bömelburg=Münſter
(BMW.), Schlüter=Münſter (BMW.), Mittendorf=Bichhagen (NSU.),
Thumſhirn=Nürnberg (Ardie), Polſter=Spandau (D.=Rad), Iſchinger=
Spandau (D.=Rad), Rüttchen=Erkelenz (NSU.), Schöller=Würzburg
(Viktoria), Ulmen=Düſſeldorf (NSU.), Weichelt=Berlin (Zündapp), Wüll=
ner
=Bünde (NSU.) Fabrikmannſchaft NSU. (Rüttchen, Ulmen, Wüll=
ner
) , Klubteam 1. Komp., 6. Kraftfahr=Abteilung Münſter (Billert,
Kruska, Bömelburg) (BMW.).
Von den fünf gemeldeten Fabrikteams blieben nur drei im Rennen.
Nur NSU. abſolvierte die Strecke ſtrafpunktfrei; die Ardiewerke ( Thim=
ſhirn
, Reiter und Reuter) erhielten 132 Strafpunkte, die Deutſch=Werke
Berlin=Spandau (Prybilſki, Iſchinger, Polſter) mußten drei Strafpunkte
einſtecken, ebenſo wie das Klubteam der 1. Komp., 5. Kraftfahr= Abtei=
lung
Cannſtatt. Alle übrigen Teams hatten mehr als zehn Strafpunkte.

der Dinmpliche Rongeeu veender.
Die Schluß=Sihung.
Der Internationale Olympiſche Kongreß trat am Freitag mittag
im Berliner Herrenhaus zu ſeiner Schlußſitzung zuſammen. Exzellenz
Vewald gab einen Ueberblick über die geleiſtete Arbeit und ſprach die
Hoffnung aus, daß die Olympiſchen Spiele 1936 in Berlin abgehalten
werden. Graf Baillet=Latour dankte dem deutſchen Olym=
piſchen
Komité, den Behörden und allen Stellen, die zum guten Ge=
lingen
und der herzlichen Aufnahme beigetragen hatten. Reichel
(Frankreich) dankte namens der einzelnen Länderdelegationen, und als
letzter verſicherte der Amerikaner Mac Garland, daß Amerika alles
tun werde, um zu den nächſten Olympiſchen Spielen 1932 in Los Angeles
die Sportjugend aller Länder bei ſich begrüßen zu können.
Tennis.
Klubwettkampf Tennis= u. Eiskl. Darmſtadt Hanan 11:4.
Bei dem Klubwettſpiel gegen Hanau am Himmelfahrtstag konnte
Darmſtadt einen 11:4=Sieg erringen. Die Spiele waren trotz des klaren
Endſieges der Darmſtädter bis auf wenige Ausnahmen hart umkämpft.
Darmſtadt, bei dem einige neue Kräfte mitwirkten, ſpielte mit den Damen
Frl. Fiſcher, Fr. Henkel und den Herren Claß, Dr. Jvers, Krämer,
Kretzer, Sennewald, Steffan, Werner. Claß verlor gegen den ehemaligen
Junioren=Meiſter Schultze, nachdem er den erſten Satz taktiſch ſehr gut
ſpielend gewonnen hatte; im zweiten Satz, durch eine zweifelhafte
Schiedsrichterentſcheidung des ſonſt ſehr objektiven Schiedsrichters irre=
tiert
, unſicher geworden, verlor er den dritten Satz nach ausgeglichenem
Kampf. Sennewald gewann mit ſeinem ſicheren Spiel gegen Intze nach
Kampf. Auch Dr. Ivers, Krämer, Kretzer und Werner ſowie die Damen
mußten erſt den erbitterten Widerſtand ihrer Gegner brechen, um zu ge=
winnen
, während Steffan, ſonſt ein ſicherer Punkt, überraſchend verlor.
Das erſte Herren=Doppel Sennewald/Werner gegen Intze/Schultze war
größtenteils eine lahme Sache. Sennewald, durch eine Knieverletzung
behindert, konnte Werner nicht genügend unterſtützen, ſo daß Hanau im
dritten Satz leichtes Spiel hatte. Die anderen Doppelſpiele gingen an
Darmſtadt, und die gemiſchten brachten jeder Partei einen Punkt.
Um Frankreichs Tennis=Meiſterſchaften.
Am Freitag wurden beim internationalen Tenniskampf um die
franzöſiſchen Meiſterſchaften in Paris in der Hauptſache die Vor=
ſchlußgegner
in den beiden Einzelkonkurrenzen feſtgeſtellt. Bei den
Damen konnte die Kölnerin Eilly Außem nach anfänglichem
Widerſtand ihre Gegnerin Miß Ryan leicht mit 4:6, 6:1, 6:0 ſchlagen
und hat nun gegen die Weltmeiſterin Miß Moody=Wills zu ſpielen,
die Frl. Roſt, wie erwartet, leicht mit 6:0, 6:1 abfertigte. Bei den
Herren gab Tilden dem Iren Rogers ſicher mit 6:1, 6:1, 7:5 das
Nachſehen, ebenſo blieb der italieniſche Rangliſtenerſte de Morpurgo
gegen den Auſtralier Moon in einem Fünfſatzkampf erfolgreich. Helen
Jacobs hat ſich als letzte Teilnehmerin an der Vorſchlußrunde im
Dameneinzel qualifiziert, indem ſie die Engländerin Hultcroft (Watſon)
5:7, 6:3, 6:3 beſiegte. Sie trifft jetzt auf Lilli d’Alvarez. Bei den
Herren qualifizierte ſich Henri Cochet gegen den Italiener de Morpurgo.
Der Franzoſe beſiegte den Auſtralier Hoopman 6:1, 2:6, 6:3, 6:3.
Tilden wartet noch auf ſeinen Gegner aus dem Treffen Borotra Gre=
gorh
.

Der hohe Druck hat die noch vorhandenen Störungsreſte wegge=
räumt
, ſo daß vielfach heiteres und trockenes Wetter herrſcht. In ſeinem
Störungsbereich werden die ausfließenden Luftmaſſen vorerſt zur Fort=
dauer
der herrſchenden Wetterlage führen. Dabei nimmt die Erwärmung
tagsüber durch ungehinderte Sonnenſtrahlung weiter zu. Da jedoch über
der Biskaya eine neue Störung erſchienen iſt, ſo beſteht die Möglichkeit,
daß ſpäter ihre Ausläufer bis nach Mitteldeutſchland vorgreifen, wobei
Bewölkung und Gewitterſtörungen nicht ausgeſchloſſen ſind.
Ausſichten für Samstag, den 31. Mai: Heiter bis wolkig, trocken, tags=
über
weitere Erwärmung.
Ausſichten für Sonntag, den 1. Juni: Anfänglich wenig Aenderung, je=
doch
ſpäter aufkommende lokale Gewitterſtörungen.

7

imnd föcher wo le.
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Nues e ne
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aldstr. 32
Darmstadt
hurig, Wügelstr. 89

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Undigung, der kleinen Anzeige, stellt sich der
ndistische Teil unseres Blattes zur Verfügung.
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tung!
Grunes Licht L08.
Schnell abkommen nicht zurückbleiben! . . . Immer voran im
Gewühl des Verkehrs! ... Bei jedem Start merken Sie, wie schnell
und weich der Motor anzieht, wenn ESSO, die geschmeidige
Riesenkraft, ihn treibt.
E 8 S‟0 B ED EUTE
schnelles Starten, rückstandlose Verbrennung,
klopffreies Fahren und unwiderstehliche Kraft.
Tanken Sie ESSO, den roten Betriebsstoff, an den silbernen Esso-Pumpen.

IIBIn 94

die geschmeidige Riesenkraft
DAPOLIN . STANDARD MOTOR OIL,
DEUTSCH-AMERIKANISCHE BETROLEUM-GESELLSCHAFT

[ ][  ][ ]

Samstag, den 31. Mai 1930

Tochnik der Gegenwark

hältnismäßig einfach gebaut waren. Trotz der großen Entwick=
lung
, die die Technik in den letzten Jahrhunderten ungeheuer ge=
ſteigert
hat, nimmt die Zahl der Windmühlen eher ab als zu.
Wohl hauptſächlich deshalb, weil der Windmüller von den Launen
des Windes abhängig iſt. Einen großen Aufſchwung hat in den
letzten Jahrzehnten die Windturbine genommen.
In Nicht=Technikerkreiſen verſpricht man ſich viel von jenen
Maſchinen, über die nur ſehr wenige informiert ſind, und die
noch weniger mit eigenen Augen geſehen haben: die Sonnenkraft=
maſchinen
. Der Erbauer der heute längſt verſchwundenen Waſſer=
künſte
im Garten des Heidelberger Schloſſes nur ein paar
Grotten erinnern noch daran , der Ingenieur Salomon de Caos,
hat vermutlich im Jahre 1615 die erſte Sonnenkraftmaſchine er=
funden
: er läßt die Sonnenſtrahlen durch Brenngläſer auf einen
verſchloſſenen Waſſerkaſten fallen, ſo daß ſich das Waſſer ausdehnt
und im Rohr eines Springbrunnens emporſteigt. Bis heute haben
die zahlreichen modernen Sonnenkraftmaſchinen kaum einen
nennenswerten Erfolg zu verzeichnen für das Weltkraft=
problem
ſind ſie bis heute bedeutungslos geblieben.
Die bedeutendſte Rolle ſpielt noch immer die Dampfmaſchine.
Der erſte Verſuch, die Kraft geſpannter Gaſe auszunutzen, wurde
in den Jahren 1673/74 unternommen, mit anderen Worten: man
übertrug die mit den Geſchützen und dem längſt bekannten Schieß=
pulver
gemachten Erfahrungen auf eine Maſchine, die durch Ex=
ploſion
von Schießpulver Waſſer pumpte. Dieſe Verbrennungs=
maſchine
war aber ſehr gefährlich, darum entſann man ſich, daß
ſchon die Mechaniker zu Alexandria ſeit mehr als 1400 Jahren
kleine Apparate durch Dampf bewegten. In Byzanz hatte ein
weiſer Mann, der um 550 lebte, ſchon einen ſo großen Dampf=
apparat
, daß er durch ihn das Haus ſeines Nachbarn, den er
ärgern wollte, in Erſchütterung verſetzten konnte. Die beiden
Verſuche von Verſailles mit der Verbrennungs= und der Dampf=
wurde
ſchon 1698 zu Kaſſel eine Dampfmaſchine verſucht. Im Jahre ſpäter bildeten zahlreiche Ausſtellungsgegenſtände der Kriſtall=
1706 war dort eine zweite Maſchine, 1715 eine dritte in Betrieb, palaſtausſtellung in London den Grundſtock zu einer techniſchen
Noch heute iſt der ſchwere Dampfzylinder dieſer dritten Maſchine. Abteilung des South=Kensington=Uuseum in London. Während
im Muſeum zu Kaſſel aufgeſtellt. Im Jahre 1762 reformierte der dieſe techniſchen Muſeen eine loſe Aneinanderreihung einzelner
ſchottiſche Mechaniker James Watt die Dampfmaſchine, gründete
bald darauf die erſte Dampfmaſchinenfabrik der Welt und führte
ſeine mit zahlreichen eigenen Erfindungen und Verbeſſerungen Meiſterwerke der Naturwiſſenſchaften und Technik in München
ausgeſtattete Maſchine als Betriebsmaſchinen in Fabriken, als eine Stätte, die dem Beſchauer neben Schauſtücken beſonderer
wagen in die Praxis ein. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts
maſchine für Gas, Benzin und Benzol.
In den letzten Jahrzehnten hatte ſich die Wiſſenſchaft zur Auf=
gabe
geſtellt, die Kohle den Schwarzen Diamanten ratio=
hervorbringen
daß die Kohlenlager und Kohlenvorräte der
ausgewertet), auf das Sorgfältigſte erforſcht und in den Dienſt
der Menſchheit geſtellt werden.
ſchaftspolitiſchen Schwierigkeiten hinwegſetzen, um das Weltkraft=
problem
in engſter internationaler Zuſammenarbeit zu löſen und
möglichſt günſtig zu geſtalten. Mit dem Weltkraftproblem ſteht
und fällt unſere Kultur. Darum iſt es Pflicht der geſamten
zu verfolgen und zu fördern.

Beryilium.
Von
F. W. Landgraeber, München-Aubing.
Ein Werkſtoff, von geradezu verblüffenden Eigenſchaften iſt
neuerdings im Berylliummetall gefunden worden. Legierungen
von Kupfer mit dieſem Metall zeigen bei einem Gehalt von 6 bis
7 Prozent Be (Beryllium) eine größere Härte als Stahl. Beryl=
lium
=Kupfer=Legierungen laſſen ſich durch Abſchrecken vergüten.
Im weichen Zuſtande geſtatten ſie ein Hämmern, Walzen, Ziehen
und Stauchen. Bei einer nach dieſer mechaniſchen Arbeit vorge=
nommenen
Vergütung ſteigert ſich ihre Feſtigkeit um das Drei=
fache
, und ihre Härte ſogar um das Vierfache. Die Zugfeſtigkeit
üblicher Bronzen beträgt 5070 Kilogramm im Mittel, während
vergütete Be-Cu=Legierungen mit 2,5 Prozent Beryllium eine
ſolche von 135 Kilogramm, und eine 3prozentige ſogar von 140
Kilogramm aufzuweiſen haben. Die Elaſtizität übertrifft die
Schwingungsfeſtigkeit beſter Federſtahlqualitäten um das fünf=
fache
und diejenige der beſten Bronzen um das zehnfache.
In der Gießereitechnik übertrifft die Verwendung von Beryl=
lium
zu Desoxydationszwecken alle bisher verwandten Mittel an
Wirkſamkeit. Einige Hundertſtel Prozent als Zuſatz beim Kupfer=
ſandguß
genügen, um ein Material zu ſchaffen, das gewalztem
Elektrolytkupfer beſter Sorte ebenbürtig iſt. Berylliumbronze hat
unter allen Legierungen die höchſte Leitfähigkeit. Sie iſt daher in
elektrotechniſcher Hinſicht von hoher Bedeutung, beſonders dort,
wo großer Widerſtand gegen Schleifbeanſpruchung gefordert wird.
So z. B. können Leitungsmaterialien, die aus Bronze angefordert
werden müſſen, bei Verwendung von Berylliumbronze in halber
Stärke dimenſioniert werden. Die Widerſtandsfähigkeit gegen Ver=
ſchleiß
iſt etwa ſechsmal größer als diejenige normaler Bronzen.
Naturgemäß wendet man jene neue Berylliumlegierung vorteil=
haft
bei Kontaktfedern elektriſcher Lokomotiven mit ihren dauern=
den
Stoßbeanſpruchungen an.
Was vom Kupferguß geſagt wurde, gilt auch für Nickel, um
gasdichten und porenfreien Guß zu erhalten. Auch hierbei wird
nicht reines Beryllium, ſondern eine Vorlegierung mit etwa
10 Prozent Be zugeſetzt. Dieſe neue Nickellegierung läßt ſich eben=
falls
vor der Vergütung mechaniſch bearbeiten, ja ſogar vergießen
und dann als Guß vergüten.
Auf dem Gebiete der Eiſenberyllium=Legierungen eröffnen
ſich ganz beſondere Perſpektiven. Es haben ſich hier durch Ver=
wendung
des Mehrſtoffſyſtems Neuheiten ergeben, die den V=A-
Stahlſorten weſenartig ſind, ſich aber und das iſt bedeutſam
vergüten laſſen. Während ſich die ſogenannten nichtroſtenden
Stahlarten nur äußerſt ſchwierig bearbeiten laſſen, iſt dieſes beim
Berylliumſtahl ohne weiteres möglich. Hierdurch dürfte eine neue
Aera in der Verwendbarkeit nichtroſtenden Stahles zu erwarten
ſein. Die vorbenannte Eigenſchaft iſt inſofern von beſonderer Be=
deutung
, als erſtmalig Werkſtoffe geboten werden, die die
ſtaunenswerten Eigenſchaften miteinander verbinden, korro=
ſionsunfähig
zu ſein und ſich vergüten zu laſſen, womit die bis=
herigen
Schwierigkeiten, die eine Formgebung erſchwerten, über=
wunden
ſind.
Nicht nur die elektro= und maſchinentechniſche Induſtrie, ſondern
auch das Flugzeugweſen, die chemiſche Induſtrie, der Bergbau
und andere bekommen bei Verwendung von Beryllium ein Ma=
terial
von nie geahntem Wert. Andere Verwendungsgebiete für
Berylliumlegierungen ſind dort gegeben, wo geringe Wärmeaus=
dehnungskoeffizienten
in Betracht kommen, wie in der Telephon=
technik
und der Technik des Muſikinſtrumentenbaues.
Der Preis für ein Gramm Beryllium, der früher etwa 200
Mark betrug, konnte auf etwa 1,50 Mark ermäßigt werden. In
der größten neuerbauten Gewinnungsanlage in Deutſchland wer=
den
jährlich etwa 1000 Kilogramm erzeugt. Es iſt geplant, die
Produktion auf 10 000 Kilogramm im Jahre zu erhöhen, wobei
mit einer Preisſenkung auf etwa 300400 Mark per Kilogramm
gerechnet wird.

Beryllium wird aus dem Mineral Beryll, eine Abart von
Smaragd und Aquamarin, gewonnen. Dieſes an und für ſich weit
verbreitete Mineral enthält jedoch nur 34 Prozent jenes wert=
vollen
Metalles. Das Metall tritt darin als Beryllium= Alu=
minium
=Silikat auf. Bauwürdige Lagerſtätten ſind auf der Welt
verhältnismäßig wenig vorhanden. Eine der bedeutendſten Be=
rylliumfundſtätten
wurde erſt kürzlich in Steiermark in der Nähe
von Köflach entdeckt. Zu ihrer Ausbeutung wurde eine Bergbau=
und Verhüttungsanlage errichtet. In der Aufbereitungsanlage
findet zunächſt eine Grobklaſſierung ſtatt. Von hier aus gelangt
das Gut in die Erzzerkleinerungsmaſchinen und von da zur Flot=
tation
in die Schwimmaufbereitung. Alsdann wird es durch
Sinteröfen und Auslaugeverfahren in Berylliummetallſalz umge=
wandelt
. Dieſes wird zur Weiterverwendung in Blechbüchſen ver=
packt
. Die Gewinnungsmethoden zur Herſtellung von reinem Be=
ryllium
waren bislang ſehr umſtändlich und koſtſpielig, und zwar
deshalb, weil bei ihm infolge hoher Verwandtſchaft zum Sauer=
ſtoff
alle diejenigen Methoden verſagten, die bei andern Metall=
oxyden
zur Herſtellung des Metalls in kompakte Form angewandt
werden können. Seit kurzem iſt es jedoch gelungen, Gewinnungs=
methoden
erfolgreich auszuprobieren, wodurch das Metall in
Stücken von mehreren Kilogramm Gewicht ausgeſchieden wer=
den
kann.

Vom deutschen Museum
Von
Dipl. Ing. Kreh, Mainz.
* Schon im 17. Jahrhundert ſprach Descartes zum erſten Mal
maſchine wurden von Phyſikern fortgeſetzt. Wenige Jahre ſpäter den Gedanken aus, ein techniſches Muſeum zu ſchaffen. Aber erſt
finden wir die erſte Dampfmaſchine im engliſchen Bergbau zum Ende des 18. Jahrhunderts hat Vaucanſon das Consératoire
Pumpen des Grubenwaſſers praktiſch angewendet. In Deutſchland. des Arts et Uetiers in Paris ins Leben gerufen. Etwa 50 Jahre
techniſcher Schauſtücke bildeten, die dem Beſchauer tot gegenüber=
ſtanden
, ſchuf Oskar von Miller in dem Deutſchen Muſeum für
Dampfpumpen, als Antriebsmaſchine für Schiffe und für Kraft= Art auch die Möglichkeit bot durch eigene Verſuche die richtige
Vorſtellung von der Arbeitsweiſe der Maſchinen zu gewinnen.
kamen wir zur Dampfturbine und etwas früher zur Verbrennungs= Dieſer bahnbrechende Gedanke fiel auf fruchtbaven Boden. In
Amerika, das ſich mit ſeinen unerſchöpflichen Reichtümern jeden
Wunſch erfüllen kann, werden gleichzeitig 4 neue große techniſche
Muſeen errichtet. Ueber das Fordmuſeum in Dearborn haben
neller auszuwerten. Eine der jüngſten Erfindungen auf dieſem wir unſeren Leſern ſchon einiges berichtet. Das Roſenwald=
Gebiet iſt das Problem der Verflüſſigung der Kohle. Mögen hier muſeum, nach dem Wunſch ſeines Schöpfers, Herrn Julius Roſen=
die
Rationaliſierungsbeſtrebungen einen noch ſo großen Erfolg wald in Chicago, Museum of Sdience and Industry genannt,
wird gegenwärtig im Jackſon Park der Stadt Chicago in einem
Welt eines Tages erſchöpft ſein werden, ſteht feſt. Darum müſſen Gebäude, das ehemals für die Weltausſtellung von 1873 gebaut
die anderen Faktoren, Waſſerkräfte, Windkräfte und Erdwärme wurde, eingerichtet. Dieſes Muſeum ſtellt eine Weiterbildung
(die letztere wird in Italien in einzelnen großen Anlagen ſchon des Miller’ſchen Gedankens dar. Hier ſoll die Wirkung der Tech=
nik
auf die Menſchheit dargeſtellt werden. Man will nicht nur
zeigen, wie die Maſchinen arbeiten, man will auch die Wirkung
Unſere Technik und Induſtrie, die die Grundpfeiler der heu= dieſer Maſchinen auf die menſchliche Geſellſchaft, die ſoziale Auf=
tigen
Ziviliſation bilden, muß ſich über alle politiſchen und wirt= gabe des Ingenieurs, darſtellen. Es wird beiſpielsweiſe die
Entwicklung der Kochtechnik von dem tierhaften prähiſtoriſchen
Menſchen, der halbgares Fleiſch verſchlingt, bis zur modernen
Elektroküche und der neuzeitlichen Konſervierung der Nahrungs=
mittel
vorgeführt. Die verſchiedenen Beförderungsmittel von
Menſchheit, dieſe internationalen Beſtrebungen aufs genaueſte Kufenſchlitten bis zum Pullmannwagen kann man am eigenen
Leibe bei der zugehörigen Geſchwindigkeit und der mechaniſch
nachgeahmten Erſchätterung genießen. In förmlichen Theater=
vorſtellungen
, die wöchentlich wechſeln ſollen, werden beſtimmte
Zweige der Technik und deren Entwicklung vorgeführt. Roſen=
wald
, deſſen Verdienſte auch um das Deutſche Muſeum jetzt durch
die Verleihung des goldenen Ringes gewürdigt wurden, hat
für dieſes neue Muſeum 3 Millionen Dollar zur Verfügung
geſtellt.
Der Neubau des Sammlungsgebäudes zum Deutſchen Mu=
ſeum
in München wurde am 70. Geburtstag ſeines Schöpfers vor
5 Jahren eröffnet. Vor wenigen Tagen iſt anläßlich des 75. Ge=
burtstages
Millers das Richtfeſt zum Bibliothek= und Saal=
bau
feſtlich begangen worden. Der von Seidl geſchaffene Ge=
ſamtplan
zum Deutſchen Muſeum, der ſchon vor dem Krieg ent=
worfen
war, konnte wegen Aenderungen im Bauprogramm und
der Wandlung der baukünſtleriſchen Auffaſſung nicht mehr die
geeignete Grundlage für die im Jahre 1927 ernſtlich in Angriff
genommenen Arbeiten zum weiteren Ausbau bilden. Ein Wett=
bewerb
unter deutſchen Architekten brachte das Ergebnis, daß
neben dem Sammlungsbau zwei klar getrennte Baugruppen
der Bibliotheksbau und der Saalbau aufzuführen ſeien. Die
weitere Plangeſtaltung wurde dem Architekten Prof. Dr. Beſtel=
meyer
, München, übertragen. Im September 1928 konnte der
Grundſtein zu dem Neubau gelegt werden. Große Schwierigkeiten
bot die Gründung zwiſchen den beiden Flußarmen der Iſar. Alte
Fundamente, Findlinge, Faſchinenſtapel, altes Holzwerk und
zerſtörte Uferſchutzbauten, untermiſcht mit Jſargeſchiebe, boten
einen ſchlechten Baugrund. Durch all dieſe Hinderniſſe hindurch,
mußte die Gründung bis auf den tragfähigen mergeligen Flinz=
ſand
hinuntergebracht werden. Zu dieſem Zweck wurden an
500 Stellen Brunnen von 1112 Meter Tiefe hinabgeführt. Dieſe
Brunnen beſtanden aus Stahlröhren von 11,25 Meter Durch=
meſſer
, aus denen das Bohrgut ausgebagert wurde. Nachdem
die Rohre durch zeitweiſes Einrammen bis in den waſſerdichten
Flinz hinabgeführt waren, wurde unterhalb der Rohre der Flinz weite Gebiet der Anwendung automatiſcher Maſchin
von Hand kegelförmig ausgemeißelt. Der ganze Hohlraum wurde
ſodann mit plaſtiſchem Beton ausgefüllt und die Rohre dann
aus dem Boden gezogen. Eine neuartige Gründungsweiſe, die
hier zum erſten Mal angewandt wurde. Nachdem dieſe Brunnen
gegenſeitig durch ein Netz von Eiſenbetonſchwellen verſpannt
waren, war ein tragfähiges Fundament für die Hochbauten, die Veränderung fertig gebracht, den Feldhauskalende
als Stahlſkelettbauten errichtet wurden, geſchaffen.
An der Jſar entlang ſteht jetzt neben dem Sammlungs=
gebäude
der Bibliothekbau und anſchließend daran der Saal=
bau
, in einer Geſamtanlage von 400 Meter Länge, die in dem
Sammlungsbau eine größte Breite von 100 Meter hat. Die
äußeren Anſichtsflächen des Neubaus werden verputzt, ſparſam
iſt für den Sockel und die Fenſterpfeiler Muſchelkalk verwandt.
Die flach geneigten Dächer werden mit Metall eingedeckt. Der
geſamte umbaute Raum, der in dem Sammelbegriff Studien=
bau
umfaßten beiden neuen Bauteile enthält 210 000 Kubik=
meter
, das Sammlungsgebäude faßt einen Raum von 275 000
Kubikmetern. Die bebaute Fläche iſt mit 10 000 Quadratmeter
ebenſo groß wie die des Sammlungsgebäudes.
Zu den Stahlſkelettbauten der neuen Bauteile wurden mehr. Wien ſeinen 80. Geburtstag.
als 3100 Tonnen Flußſtahl St. 37 verwandt. Während des Baues
mußten die Konſtruktionsteile je nach Beadrf angeliefert werden, 75. Geburtstag. Salomon iſt durch ſeine Tätigkeit
da auf der Fſarinſel nicht genügend Lagerflächen zur Verfügung, wirtſchaft bekannt geworden. Die Univerſität Frankf
ſtanden. Mit Hilfe von zwei elektriſch betriebenen Portalkrahnen Würde eines Dr. phil. nat. h. e.
von 34 Meter Höhe und 25 Meter Spannweite, ſowie drei
Schwenkmaſten war es dank einer vorbildlichen Organiſation
möglich, den Bau von Mitte Auguſt 1928 bis zu Weihnachten Wirkl. Geh. Oberbaurat Dr. phil. Dr.=Ing. e. e=
1929 aufzurichten. Die Ausfachung geſchah mit Bimsbauſtoffen. mann, als dem Altmeiſter der Ingenieurwi.
Die Decken wurden als Eiſenbetondecken ausgeführt. Die ober= ſcher des Eiſenbahnoberbaues und der gnſchorsh.
ſten Decken in den Stahlbauten ſind als Eiſenbetondecken mit
Bimshohlſteinen ausgebildet.
Die Bibliothek wird die erſte öffentliche techniſche Bibliothek goldene Muſeumsring folgenden Herren verliel..
in Deutſchland ſein. Ihr Bücherſpeicher iſt für 1 Millionen Bücher Eckener, Dr. R. Kneiſel=Gannober, Ael.
und Zeitſchriften vorgeſehen. Außerdem enthält ſie eine Hand= Löttgen, Vorſ. des Direktoriumz der SSL
bibliothek von 20 000 Bänden. Weiter enthält der Bibliotheks= Komm.=Rat Dr.=Ing. C. Schwenk=Ulm, F. V
bau Sammlungen von Plänen, Patentſchriften, Urkunden, Me= Komm.=Rat Dr. e. h. R. Wehermanner

daillen, Lichtbildern, Filmen und Firmenkatglog=
Gebäude ſind außerdem eine Reihe von Arbeitszin
ſcher und im Erdgeſchoß die geſamten Verwolt,
Muſeums untergebracht.
Der Saalbau enthält einen großen Verſamp
dem 2000 Perſonen Platz finden können. Daner
forderlichen Nebenräume, wie Garderoben und Ar
die Bewirtung untergebracht. In dem Verbindur
Saalbau und Bibliothek ſind weiter zwei Hörſ
200 Perſonen eingebaut.
Nach Abſchluß der Rohbauarbeiten wurde
Richtfeſt feierlich begangen. Ein gkademiſcher 9
die Jahresverſammlung des Deutſchen Muſeums
im Ehrenſaal des Deutſchen Muſeums ſtatt
einem Film die Entwicklung des Baues vorgeff
leitende Architekt, Geh.=Rat. Dr. Beſtelmeher,
Erläuterungen hierzu. Das eigentliche Richtfeſt.
ſchmückten Saalbau ſtattfand, vereinigte die
M
beitern. Ein Metallarbeiter trug den Richtſpru
einem Hoch auf die Deutſche Reichsregierung, di
Uu N
gierung, die Stadt München und beſonders den 9
endete. Der anweſende Reichsinnenminiſter 9
brachte die Glückwünſche der Reichsregierungen
präſidenten. Dem Gründer des Muſeums wur
Richtfeſtes der Adlerſchild, die höchſte Auszeich
ſchen Republik, und von der Stadt München de
recht verliehen.
inka 4
Drigen

f.Der

m eieg !
KURZE MITTEILU
adien
* Die Ausbildung der Feuerwehr=Ingenieure ha
Fain Ver
deutſcher Feuerwehringenienre im Einvernehmen m
Städtetag durch die Herausgabe von Leitſätzen für d
bildung und Prüfung der Feuerwehringenieur= Anwä=
nach
werden Diplom=Ingenieure, die dieſe Prüfung ir
an einer Deutſchen Techniſchen Hochſchule gemacht hab.
die an einer Deutſchen Univerſität ihre Abſchlußprüfun
nach einjähriger praktiſcher Tätigkeit zur Ausbild=
Weiter iſt der Beſitz des Deutſchen Turn= und Sportal
und völlige körperliche Tauglichkeit Vorausſetzung. D
faßt eine einjährige Tätigkeit bei einer Berufsfeuerwel
jährige Ausbildung bei einer Baupolizeibehörde. M
Prüfung wird ein Zeugnis erteilt, auf Grund deſſen
Feuerwehr=Ingenieure auf freie Stellen eingereicht w.
Mu
* Ein Brandſchutzmuſeum hat die Schleswig=H.
brandkaſſe in Kiel kürzlich eröffnet. Das Muſeum b

klärung auf die Herabminderung der Schadenfeuer
weiter zu zeigen, wie ſich die Entwicklung der Feuert
Ae
Feuerlöſchweſens geſtaltet hat. In einer geräumiger
Saale von 500 Quadratmeter Grundfläche ſind bis jet
ten Gruppen untergebracht. Die Brandverhütung t
gezeigt, nämlich: Feuerungstechnik, Starkſtrom, Bli=
Beleuchtung. Bei dieſen Brandverhütungsgruppen
in den Modellen nebeneinander falſche und richt
zur Schau geſtellt. Mit großer Mühe und Koſten
monatelangem Arbeiten zum Teil große Bauteile
Sammlung von Schauſtücken aus falſch hergeſtellten
ſoll ihre warnende Wirkung auf die Beſucher aus

Blitzverſuchsanlage mit einem Funkinduktor von 40
ter Suie
kenlänge zeigt die Einwirkung des Blitzes auf geſchüt
Bauten.
kiu
* Die Zahl der Rundfunkteilnehmer iſt imn Deut
ſtark im Steigen begriffen. Vom 1. Januar bis z.
Fra
Jahres hat ſie ſich um rund 172 000, entſprechend 5,6
mehrt. Es wurden am 1. April nach der amtlichen
eu
Teilnehmer gezählt.
* Das metriſche Maß= und Gewichtsſhſtem wird
nung des polniſchen Handelsminiſteriums mit den
Kongreß=Polen reſtlos eingeführt. Der letzte Reſt
metriſches Syſtem abgeſtellten Längen und Hohlmat
altete Gewichtseinheiten werden dann beſeitigt.

NEUE BÜCHER UND ZEIT8
* Ueber und unter der Erde. Techniſche Rekorde von
Verlag Richard Bong, Berlin. 346 Seiten. P.
5. RM.
In Bongs Jugendbücherei iſt von dem als tech
weithin bekannten Verfaſſer ein reich mit guten Bi
Büchlein erſchienen, das ſicherlich auch bei Erwachſet
der Technik haben, eine gute Aufnahme findet. 2
ſchriebene Buch behandelt im weſentlichen Abſchnitte
die den Nichtfachmann, der mit offenen Augen du
ſchon oft zum Nachdenken veranlaßt haben. Wie
ein Flußlauf mit einem Untergrundbahntunnel unter
ein Brückenpfeiler mitten im Strom gegründet?
hohen Maſte der Ueberlandanlage mit ihren groß
richten? Wie wird eine große Hängebrücke über d
Wie ein geſunkener Dampfer gehoben?. All dieſe
Dominik in leicht faßlicher Form. Es ſollten meh
geſchrieben und geleſen werden. Es muß nicht imme
Flugzeug ſein. Auch die Bautechnik bietet viel An=
* Automaten. Die Befreiung des Menſchen durch
Hanns Günther. Verlag Dick u. Co., Stuttga)
2,50 Mk., geheftet 1,80 Mk.
Noch vor wenigen Jahrzehnten waren Automa
ſcheinung. Mit der Entwicklung der Technik und de
menſchlichen Arbeitskraft aus dem mechaniſchen Arb
Anwendung ſelbſttätig arbeitender Einrichtungen im

Vermittlung von Ferngeſprächen, der Verkauf vor
Herſtellung von Fahrkarten, der Verkauf von Scho
keiten ſind wohl die Vorgänge, die heute dem Laien
Bedeutung der Automaten vor Augen führen. Vi
dungsformen lernt nur der Fachmann kennen. 8i
dem inhaltsreichen kleinen Schriftchen einen intereſi

* Tage der Technik, Kalender für das Jahr 1930.
Gilbert W. Feldhaus. Verlag E. Stampe, Be
In gänzlich veränderter Form, nämlich als W.
uns jetzt erſt der, vom Vater auf den Sohn vererbte
9. Jahrgang erſcheint, vorgelegt. Der Kalendern
ihm ſicherlich eine noch weitere Verbreitung als ſeith

PERBONLICHE8 Au8 DER
Der Direktor der Brunsviga=Maſchinenwerte
meiſter iſt am 24. April geſtorben.
*
Erzellenz Dr. W. Eener=Wien ſeierte ſein
Erner hat ſich um die Ausbildung des Verſuchsweſen
des Ingenieurs in Oeſterreich ganz hervorragend ve
*
Geh. Regierungsrat Prof. Dr.=Ing. Aois 9.
*
Profeſſor Dr.=Ing. e. h. Salomon ſeietie
*
Die Preußiſche Akademie des Bauweſens verlies
*
Beim Richtfeſt des Deutſchen Muſeums in
Peterſen. Dir, der A.G.G., Julius Role

[ ][  ][ ]

ſteder T.
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5

ort. Spiel und Turnen.

Raffenaaf 4930

m Sorn
ſ=S4
(9
nſtiges

vormittag um 11 Uhr auf der Rheinſtraße
auf des Ausſchuſſes für Leibesübungen hat
deergebnis. Die Anzahl der Teilnehmer über=
ſeren
Staffelläufe des Ausſchuſſes. Die ein=
aus
gut beſetzt. Alle führenden Turn= und
ſind am Staffellauf beteiligt. In der Haupt=
ten
Streiter, der Akademiſche Sportklub und
men. Wer in dieſem Jahr den Sieg von bei=
ffen
. Beide Vereine werden ſicher mit ihren
eten. Auch der Sieg in der Turnerklaſſe iſt
der Turnvereine in dieſem Jahr völlig offen.
indung Alemannia wird es nicht leicht haben,
forjahren zu wiederholen. Intereſſant im Ver=
aſſe
IV, in der der Polizeiſportverein mit dem
ſten Platz ſtreitet. Am ſtärkſten beſetzt iſt die
hen Wanderpreis. Ob in dieſem Jahre dem
forjahre, der Mannſchaft des Schwimmklubs
ſtarken Konkurrenz der Sieg gelingen wird,
übrigen Klaſſen, die ebenfalls gut beſetzt ſind,
ſen Sieg geſtritten werden. Ob ſich auch hier
lurchſetzen werden, wird erſt der Verlauf des
i. Der Staffellauf ſelbſt beginnt pünktlich
unden Vereine werden gebeten, Startnummern
Uhr im Schloßhof in Empfang zu nehmen.
en einzelnen Klaſſen zum Austrag kommenden
ſorthaus Adelmann in der Rheinſtraße aus=

beteiligt ſich an der morgigen Startſtaffel mit
Beteiligten haben ſich pünktlich um ½10 Uhr
nden.
Hanodan.
1898 Rol=Weiß Darmſtadk.
abend ſich die 1. Fußballmannſchaften der
Weiß im Freundſchaftstreffen gegenüberſtehen,
ittag Spielbeginn 3 Uhr die beiderſei=
haften
ebenfalls auf dem Platze am Böllen=
n
. Die 98er, für die die Verbandsſpiele mit
Polizei Berlin ihr Ende gefunden haben, wer=
der
ſtärkſten Beſetzung antreten; nur Wehr
ein. Für die Elf des Süddeutſchen Meiſters
zuter Form zu bleiben, da für die Pfingſttage,
8er ſich in Wien an einem Turnier beteiligen,
Meiſter von Oeſterreich und der Meiſter von
re Spiele bevorſtehen. Von dem Gegner des
wer an, daß er gerade gegen die 98er immer ſeine
Und da ja auch die Spiele bisher immer
durchgeführt wurden, werden ſich die Hand=
ſes
Treffens nicht entgehen laſſen.

RKr
M Sc 98 Sonderm. Eintracht.

ſpielt die Handball=Sondermannſchaft des
idballelf des 1. F. C. Eintracht Darmſtadt. Der
reunden beſtens zu empfehlen.

Pol. Sp.V. Darmſtadi.
Am Samstag, den 31. Mai 1930, fährt die Ligaelf des Pol.= Sport=
vereins
nach der Kurſtadt Wiesbaden, um gegen den dortigen Sport=
verein
ein Spiel auszutragen. Das Spiel findet um 19 Uhr in Wies=
baden
ſtatt.
Die 2. Mannſchaft trägt am Sonntag, den 1. Juni, ein Spiel gegen
Sportklub Dietzenbach in Dietzenbach aus.
Die Damenelf hat am kommenden Sonntag die Damenelf von
Olympia Worms als Gaſt. Das Spiel findet um 3.15 Uhr auf dem
Polizeiſportplatz ſtatt. Die Damenelf von Olympia verfügt über eine
nicht zu unterſchätzende Spielſtärke, und iſt daher ein recht intereſſantes
Spiel zu erwarten.
Fußball.
Sp. V. Darmſtadt 1898 Roi=Weiß Darmſtadk.
Das heute abend auf dem Platze am Böllenfalltor ſtattfindende Lo=
kaltreffen
beginnt nicht, wie geſtern irrtümlich gemeldet, um 6 Uhr, ſon=
dern
erſt um 6.30 Uhr. Die 98er werden aller Vorausſicht nach folgende
Mannſchaft ſtellen: Wicklaus; Laumann, Geyer; Ruppel 1.; Lehr, Fürſt:
Rupp, Ruppel 2., Eßlinger, Frey, Hebeiſen.
Freie Tade. Darmſtadk.
Zu einem Samstagabendſpiel fährt heute die 1. Mannſchaft der
Freien Turngemeinde nach Arheilgen. Darmſtadt wird vorausſichtlich
mit ſeiner zurzeit ſtärkſten Mannſchaft antreten. Ein intereſſantes Spiel
dürfte zu erwarten ſein, deſſen Ausgang ungewiß iſt.
Die 1b=Mannſchaft begibt ſich ebenfalls zu einem Abendſpiel nach
Nieder=Ramſtadt.
Zu einem Freundſchaftstreffen auf dem Sportplatz Müllersteich‟
empfängt am Sonntag die erſte Mannſchaft Gäſte aus Gernsheim. Das
erſtmalige Antreten der eben mächtig aufkommenden Gernsheimer Mann=
ſchaft
in Darmſtadt dürfte allgemeines Intereſſe erwecken. Auch die
zweiten Mannſchaften werden ihre Kräfte meſſen.
Schluß der 2. 9. A. C.-Fahrk für Molorräder.
Der dritte Tag der A. D.A. C.=Dreitagefahrt für Motorräder führte
die Teilnehmer über insgeſamt 311,7 Km. wobei zweimal eine Waſſer=
durchfahrt
zu nehmen war. Gerade hier hatten ſich zahlreiche Zuſchauer
eingefunden, die dem ungewohnten Schauſpiel mit Intereſſe beiwohnten.
Am Start hatten ſich 93 Fahrer eingefunden, von denen aber nur 81 das
Ziel erreichten. Ausgeſchieden ſind: Röder=Schwerin, Buchardt=Kaſſel,
Penke=Holzminden, Winſel=Magdeburg, Düver=Magdeburg, Schmitt=
Magdeburg, Wehrauch=Cannſtatt, Schwägerle=Cannſtatt, Wernicke=Halle,
Scholte=Kuxhaven, Guſe=Stettin und Schmidt=Mühlhauſen. Nur 18 Teil=
nehmer
konnten die Fahrt ſtrafpunktfrei beenden, und zwar: Baylon=
München (BMW.), Steinhilber=Cannſtatt (BMW.), Haaf=Cannſtatt
(BMW.), Reiſinger=Cannſtatt (BMW.), Voigt=Hannover (Ardie), Bil=
lert
=Münſter (BMW.), Kruska=Münſter (BMW.), Bömelburg=Münſter
(BMW.), Schlüter=Münſter (BMW.), Mittendorf=Bichhagen (NSU.),
Thumſhirn=Nürnberg (Ardie), Polſter=Spandau (D.=Rad), Iſchinger=
Spandau (D.=Rad), Rüttchen=Erkelenz (NSU.), Schöller=Würzburg
(Viktoria), Ulmen=Düſſeldorf (NSU.), Weichelt=Berlin (Zündapp), Wüll=
ner
=Bünde (NSU.) Fabrikmannſchaft NSUI. (Rüttchen, Ulmen, Wüll=
ner
) , Klubteam 1. Komp., 6. Kraftfahr=Abteilung Münſter (Billert,
Kruska, Bömelburg) (BMW.).
Von den fünf gemeldeten Fabrikteams blieben nur drei im Rennen.
Nur NSUI. abſolvierte die Strecke ſtrafpunktfrei; die Ardiewerke ( Thim=
ſhirn
, Reiter und Reuter) erhielten 132 Strafpunkte, die Deutſch=Werke
Berlin=Spandau (Prybilſki, Iſchinger, Polſter) mußten drei Strafpunkte
einſtecken, ebenſo wie das Klubteam der 1. Komp., 5. Kraftfahr= Abtei=
lung
Cannſtatt. Alle übrigen Teams hatten mehr als zehn Strafpunkte.

Der Olympiſche Kongreß beendek.

Die Schluß=Sihung.

Der Internationale Olympiſche Kongreß trat am Freitag mittag
im Berliner Herrenhaus zu ſeiner Schlußſitzung zuſammen. Exzellenz
Lewald gab einen Ueberblick über die geleiſtete Arbeit und ſprach die
Hoffnung aus, daß die Olympiſchen Spiele 1936 in Berlin abgehalten
werden. Graf Baillet=Latour dankte dem deutſchen Olym=
piſchen
Komité, den Behörden und allen Stellen, die zum guten Ge=
lingen
und der herzlichen Aufnahme beigetragen hatten. Reichel
(Frankreich) dankte namens der einzelnen Länderdelegationen, und als
letzter verſicherte der Amerikaner Mac Garland, daß Amerika alles
tun werde, um zu den nächſten Olympiſchen Spielen 1932 in Los Angeles
die Sportjugend aller Länder bei ſich begrüßen zu können.

Tennis.

Klubwettkampf Tennis= u. Eiskl. Darmſtadt Hanan 11:4.
Bei dem Klubwettſpiel gegen Hanau am Himmelfahrtstag konnte
Darmſtadt einen 11:4=Sieg erringen. Die Spiele waren trotz des klaren
Endſieges der Darmſtädter bis auf wenige Ausnahmen hart umkämpft.
Darmſtadt, bei dem einige neue Kräfte mitwirkten, ſpielte mit den Damen
Frl. Fiſcher, Fr. Henkel und den Herren Claß, Dr. Jvers, Krämer,
Kretzer, Sennewald, Steffan, Werner. Claß verlor gegen den ehemaligen
Junioren=Meiſter Schultze, nachdem er den erſten Satz taktiſch ſehr gut
ſpielend gewonnen hatte; im zweiten Satz, durch eine zweifelhafte
Schiedsrichterentſcheidung des ſonſt ſehr objektiven Schiedsrichters irre=
tiert
, unſicher geworden, verlor er den dritten Satz nach ausgeglichenem
Kampf. Sennewald gewann mit ſeinem ſicheren Spiel gegen Intze nach
Kampf. Auch Dr. Ivers, Krämer, Kretzer und Werner ſowie die Damen
mußten erſt den erbitterten Widerſtand ihrer Gegner brechen, um zu ge=
winnen
, während Steffan, ſonſt ein ſicherev Punkt, überraſchend verlor.
Das erſte Herren=Doppel Sennewald/Werner gegen Intze/Schultze war
größtenteils eine lahme Sache. Sennewald, durch eine Knieverletzung
behindert, konnte Werner nicht genügend unterſtützen, ſo daß Hanau im
dritten Satz leichtes Spiel hatte. Die anderen Doppelſpiele gingen an
Darmſtadt, und die gemiſchten brachten jeder Partei einen Punkt.
Um Frankreichs Tennis=Meiſterſchaften.
Am Freitag wurden beim internationalen Tenniskampf um die
franzöſiſchen Meiſterſchaften in Paris in der Hauptſache die Vor=
ſchlußgegner
in den beiden Einzelkonkurrenzen feſtgeſtellt. Bei den
Damen konnte die Kölnerin Cilly Außem nach anfänglichem
Widerſtand ihre Gegnerin Miß Ryan leicht mit 4:6, 6:1. 6:0 ſchlagen
und hat nun gegen die Weltmeiſterin Miß Moody=Wills zu ſpielen,
die Frl. Roſt, wie erwartet, leicht mit 6:0, 6:1 abfertigte. Bei den
Herren gab Tilden dem Iren Rogers ſicher mit 6:1, 6:1 7:5 das
Nachſehen, ebenſo blieb der italieniſche Rangliſtenerſte de Morpurgo
gegen den Auſtralier Moon in einem Fünfſatzkampf erfolgreich. Helen
Jacobs hat ſich als letzte Teilnehmerin an der Vorſchlußrunde im
Dameneinzel qualifiziert, indem ſie die Engländerin Hulteroft (Watſon)
5:7, 6:3, 6:3 beſiegte. Sie trifft jetzt auf Lilli d’Albvarez. Bei den
Herren qualifizierte ſich Henri Cochet gegen den Italiener de Morpurgo.
Der Franzoſe beſiegte den Auſtralier Hoopman 6:1, 2:6, 6:3, 6:3.
Tilden wartet noch auf ſeinen Gegner aus dem Treffen Borotra Gre=
gorh
.

Der hohe Druck hat die noch vorhandenen Störungsreſte wegge=
räumt
, ſo daß vielfach heiteres und trockenes Wetter herrſcht. In ſeinem
Störungsbereich werden die ausfließenden Luftmaſſen vorerſt zur Fort=
dauer
der herrſchenden Wetterlage führen. Dabei nimmt die Erwärmung
tagsüber durch ungehinderte Sonnenſtrahlung weiter zu. Da jedoch über
der Biskaya eine neue Störung erſchienen iſt, ſo beſteht die Möglichkeit,
daß ſpäter ihre Ausläufer bis nach Mitteldeutſchland vorgreifen, wobei
Bewölkung und Gewitterſtörungen nicht ausgeſchloſſen ſind.
Ausſichten für Samstag, den 31. Mai; Heiter bis wolkig, trocken, tags=
über
weitere Erwärmung.
Ausſichten für Sonntag, den 1. Juni: Anfänglich wenig Aenderung, je=
doch
ſpäter aufkommende lokale Gewitterſtörungen.

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[ ][  ][ ]

Rummer 150

aut

Samstag

M

Vorſchläge zur Börſenreform.
Die vom Börſenvorſtand mit der Ausarbeitung von Vorſchlägen zur
Reform des Börſenverkehrs beauftragte Kommiſſion in Berlin erſtattete
in einer Preſſebeſprechung Bericht über ihre bisherigen Arbeiten. Dabei
wurde betont, daß es ſich nur um Vorſchläge handelt, die zur Diskuſſion
geſtellt werden, bei deren Durchführung aber die Verwirklichung ver=
ſchiedener
Maßnahmen, z. B. Steuerſenkungspläne uſw., Vorausſetzung
iſt. Vorgeſehen iſt nach unſerer Information:
1. Ein grundlegender Umbau der Liquidationskaſſe. Dieſe hat zur=
zeit
einen Fonds von 20 Millionen RM. aus Beiträgen und Eintritts=
geldern
der Mitglieder ſowie einen Reſervefonds von 3 Millionen RM.
angenommen. Es iſt beabſtchtigt, 90 Prozent des Fonds zurückzuzahlen,
wodurch etwa 18 Millionen RM. an die Börſe zurückfließen würden.
Die übrigen 2 Millionen RM. und der Reſervefonds von 3 Millionen
RM. (zuſammen alſo 5 Millionen RM.) ſollen als Sicherungsfonds ver=
bleiben
. Außerdem ſoll in Zukunft für Engagements eine Garantie von
10 Prozent des ausmachenden Betrages geleiſtet werden,
2. Schaffung eines dritten Börſenſtandes (Kuliſſiers reſp. Eigen=
händler
). Innerhalb der Börſe abgewickelte Geſchäfte ſollen unverſteuert
bleiben und nur der erſte und letzte Kontrahent ſteuerpflichtig ſein.
Vorgeſehen iſt ferner, daß dieſe Kuſiſſiers in der Regel keine Courtage
erhalten, eine ſolche aber zahlen müſſen.
3. Aenderungen im Terminhandel. Eine einſchneidende Maßnahme
bedeutet der Vorſchlag, daß nur Mitglieder der Liquidationskaſſe und
des Garantiefonds. Termingeſchäfte abſchließen dürfen. Durch dieſe Be=
ſtimmung
ſolle eine möglichſt alle Börſenhändler umfaſſende Beteiligung
an der Liquidationskaſſe herbeigeführt werden. Um die Beteiligung
möglichſt aller Börſenhändler zu erreichen, ſind Erleichterungen für den
Eintritt in die Liquidationskaſſe durch eine Beitrittsmindeſtgrenze von
2000 RM. und Beſchränkung auf das reine Vermittlungsgeſchäft von
1000 RM. vorgeſehen.
4. Zuſammenarbeit zwiſchen amtlichen und freien Maklern bei der
offiziellen Kursfeſtſtellung.
Vorgeſehen iſt, den freien Maklern bei rechtzeitiger Uebergabe der
Orders an die vereidigten Makler Anſpruch auf halbe Courtage zuzu=
erkennen
.
5. Ausführung der Kundenaufträge. Die hier umſtrittene Frage
der Kompenſierung von Börſenaufträgen ſoll dahin geregelt werden,
daß ſämtliche Orders an der Börſe ausgeführt werden müſſen. Eine
Fühlungnahme der Großbanken zur Aufgabe der bisherigen Gepflogen=
heit
der Kompenſierung ergab bereits deren grundſätzliches Einverſtänd=
nis
. Dann ſind noch verſchiedene interne Maßnahmen wie Feſtſetzung
der Altersgrenze für vereidigte Makler auf vorerſt 70 Jahre ſowie Un=
terſtützung
beim freiwilligen Ausſcheiden aus der Börſengemeinſchaft
vorgeſehen.

Wiekſchaftliche Rundſchau.

Erweiterung der mitteldeutſchen Elektrizitäts A.=G. Die Elektrizi=
tätsaktiengeſellſchaft
Mitteldeutſchland, die kürzlich unter Beteiligung
der Preußiſchen Elektrizitäts Ak.=Geſ. ihr Grundkapital auf 28 Mill.
RM. erhöht hat, zwecks Durchführung der Uebernahmeverträge mit dem
Zweckverband Ueberlandwerk Edertalſperre und den Landkreiſen Hanau
Einbeck, Hersfeld, Kirchhain, Marburg, Northeim, Rotenburg ſowie der
Stadt Göttingen, hat auch eine Verbindung mit dem Zweckverband
Ueberlandwerk FuldaHünfeldSchlüchtern zu verzeichnen. Das Ueber=
landwerk
FuldaHünfeldSchlüchtern hat auf dieſe Verzahnung ein
Aktienpaket der Elektr. Akt.=Geſ. Mitteldeutſchland im Betrage von
1,6 Mill. RM. erhalten.
Philipp Holzmann A.=G., Frankfurt a. M. Die G.=V., in der 18
Aktionäre 13,21 Mill. RM. Stamm= und 90 000 RM. Vorzugsaktien ver=
traten
, genehmigte den Abſchluß für 1929 mit 8 (i. V. 7) Prozent Divi=
dende
auf die Stammaktien. Wie vom Vorſtand mitgeteilt wurde, hat
die Geſellſchaft einen anſehnlichen Beſtand von alten Aufträgen in das
neue Jahr herübergenommen, zu dem in den erſten Monaten auch noch
neue Aufträge in verhältnismäßig befriedigendem Umfange hinzuge=
treten
ſind. Es müſſe jedoch geſagt werden, daß der Einfluß der all=
gemein
ſchlechten Wirtſchaftslage und die darauf folgende Ausgabedroſſe=
lung
der Auftraggeber im Inlandsgeſchäft unverkennbar ſei. Die an
Zahl und Umfang geringfügigen Bauvorhaben ſeien von einer maßlos
arbeitshungrigen Unternehmerſchaft umſtritten, ſo daß die Hereinnahme
von Aufträgen nur zu ſehr gedrückten Preiſen möglich ſei. Die Geſell=
ſchaft
habe bisher im Ausland einen gewiſſen Ausgleich für die Ausfälle
im Inlandsgeſchäft gefunden. Die Bemühungen der Geſellſchaft ſeien
darauf gerichtet, das Auslandsgeſchäft weiter auszudehnen, um den
Rückgang im Inlande auszugleichen. Infolge des Ueberganges vom
Dawes= zum Youngplan müſſe jedoch mit einer weſentlichen Einſchrän=
kung
der Tätigkeit aus Reparationsaufträgen in Frankreich gerechnet
werden. Dagegen erhoffe man von der Entwicklung der übrigen Aus=
landsbeziehungen
einen gewiſſen Erſatz. Im großen und ganzen er=
Schultz=Grünlack A.=G., Rüdesheim. Die Geſellſchaft, die dem
Asbach=Konzern angehört, weiſt für 1929 einen Betriebsüberſchuß von
0,432 (im Vorjahre 0,565) Mill. RM. aus. Es erforderten Abſchrei=
bungen
0,023 (0,030) Mill. RM., Unkoſten 0,402 (0,535) Mill. RM., ſo
daß weder ein Gewinn noch ein Verluſt ausgewieſen wird. Der Bericht
verbreitet ſich zunächſt über die gegenwärtige verheerende Lage der
Sektinduſtrie und wendet ſich insbeſondere gegen die ſteuerlichen Laſten.
In der Bilanz erſcheinen die Schulden mit 0,247 (0,544) Mill. RM.
gegenüber 0,534 (0,736) Mill. RM. Außenſtänden, 0,381 (0,472) Mill.
RM. Warenvorräten und 0,246 (0,269) Mill. RM. Liegenſchaften. Für
das laufende Geſchäftsjahr ſei eine Beſſerung bisher nicht feſtzuſtellen.
(Generalverſammlung 5. Juni.)
Der Geſchäftsbericht der J. G. Chemie, Baſel. Der Geſchäfts=
bericht
der ſchweizeriſchen Holdinggeſellſchaft der J. G. Farben=
induſtrie
, der Internationalen Geſellſchaft für chemiſche Unter=
nehmungen
Baſel, bemerkt, daß die der Geſellſchaft durch die be=
kannte
Kapitalerhöhung bzw. =verwertung zugefloſſenen Mittel
erſt im Laufe des Jahres 1929 voll zur Verfügung ſtanden, wäh=
rend
die begebenen Aktien für 1929 voll dividendenberechtigt ſind.
Das Berichtsjahr muß daher als Uebergangsjahr angeſehen wer=
den
. Nach Abrechnung mit der J. G. Farbeninduſtrie gemäß dem
beſtehenden Vertrage ergibt ſich für die J. G. Chemie nach Abzug
der Unkoſten von 1,39 Millionen Schweizer Franken und einſchließ=
lich
des Gewinnvortrages von 62 951 Schweizer Franken ein Rein=
gewinn
von 16,06 Millionen Schweizer Franken. Das Konſor=
tium
, das die mit 20 Prozent einbezahlten nom. 105 Millionen
Schweizer Franken Stammaktien beſitzt, hat auf die Ausſchüttung
einer Dividende für 1929 verzichtet. Auf die mit 20 Prozent ein=
bezahlten
40 Millionen Schweizer Franken Vorzugsaktien ſollen
6 Prozent Dividende, auf die vollbezahlten 65 Mill. Schweizer
Franken Stammaktien 12 Prozent verteilt werden, während die
mit 50 Prozent einbezahlten 80 Mill. Schweizer Franken Stamm=
aktien
12 Prozent abzüglich 5 Prozent Zins von 40 Mill. Schwei=
zer
Franken nicht einbezahltem Betrag erhalten. Außerdem wer=
den
bekanntlich aus den Freigabegeldern der J. G. Farbeninduſtrie
2 Prozent Bonus ausgeſchüttet. Der Bericht enthält im übrigen
gegen die Mitteilungen im Proſpekt vom Januar dieſes Jahres
wenig Neues. Die Bilanz verzeichnet gegenüber dem Zwiſchen=
ſtatus
vom 15. Dezember 1929 neben dem A.K. von zuſammen 209
Millionen Schweizer Franken und der aus dem Agio der Emiſſio=
nen
auf 100 Mill. Schweizer Franken abgerundeten Reſerve 0,38
Mill. Kreditoren, denen 171.37 (159) Debitoren, 156 (156) nicht
einbezahltes A.K. und 81,98 (85,10) Beteiligungen und Wert=
papiere
, die ſich aus Aktien der American J. G. Chemical Corp.,
New York, der Norſk Hydro=Elektrik, Oslo, und der Durand u.
Huguenin A. G., Baſel. zuſammenſetzen. Unter den Debitoren be=
finden
ſich 80,08 Mill. Schweizer Franken kurzfriſtige Bankgut=
haben
. Für das laufende Geſchäftsjahr wird mit einem befriedi=
genden
Ergebnis aus eigenen Einnahmen gerechnet. (G.V.
6. Juni.)
Metallnokierungen.
Die Berliner Metalltermine vom 30. Mai ſtellten ſich für
Kupfer: Januar bis Mai 104.75 (105.25), Juni 104.75 (105.75),
Juli 104.25 (105.50), Auguſt bis Dezember 104.75 (105.50). Ten=
denz
: ſtill. Für Blei: Januar bis März 35.75 (36.25), April
36 (36.25), Mai
), Juni 35.25 (35.75), Juli bis November
35.50 (36), Dezember 35.75 (36.25). Tendenz: ſtetig.
Für
Zink: Januar 36.50 (37.50), Februar 37 (37.50) März 37
(37.75), April 37.25 (37.75), Mai (), Juni 34 (34.75), Juli

34.50 (35.50), Auguſt 34.75 (35.75), September 35.25 (36.25), Okto=
ber
35.75 (36.50), November 36 (36.75), Dezember 36.25 (37),
Tendenz: ſtill. Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klam=
mern
Brief.
Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 30. Mai.
Nach der Unterbrechung des Börſengeſchäftes durch den geſtrigen
Feiertag war gleich zu Beginn des offiziellen Marktes eine etwas leb=
haftere
Geſchäftstätigkeit zu verzeichnen. Der heutige Zahltag dürfte
mit der günſtigen Verfaſſung der Gelmarktlage keine Schwierigkeiten
bereiten. Anregungen von beſonderer Bedeutung waren nicht vor=
handen
, doch konnte man auf faſt allen Marktgebieten eine etwas leb=
haftere
Geſchäftstätigkeit beobachten. Der nicht befriedigende Geſchäfts=
bericht
des Kunſtſeidekonzerns blieb auf die Geſamttendenz ohne Wir=
kung
, und nur Bemberg verloren 3¾ Prozent. Material kam im
allgemeinen nicht an den Markt. Die Kuliſſe ſchritt zu Deckungen,
zumal auch einige Aufträge von Publikums= und Auslandsſeite ein=
getroffen
ſein ſollen. Angeboten waren nur Zellſtoff Waldhof, die
2½ Prozent, und A.=G. für Verkehrsweſen, die 2 Prozent einbüßten.
Lebhafter gehandelt wurden Kaliaktien, von denen Salzdetfurth 4 Pro=
zent
und Weſteregeln 1½ Prozent höher lagen. Auch Chemiewerte
traten wieder mehr in Erſcheinung. Führend waren J. G. Farben
mit plus 1½ Prozent. Holzverkohlung und Rütgerswerke zogen je
Frozent an Von Montanaktien zogen Buderus und Gelſenkirchen
je 2 Prozent und die übrigen Werte dieſes Marktes bis 1½ Prozent an.
Schiffahrtswerte ruhig. Am Elektromarkt traten Rheag mit plus
2 Prozent mehr hervor. Gefragt waren von Bauunternehmungen
Holzmann mit plus 2 Prozent, während nach Berückſichtigung des
Dividendeabzuges Wayß u. Freytag leicht gedrückt eröffneten. Am
Rentenmarkt zogen Schutzgebiete erneut etwas an, dagegen waren
Neubeſitzanleihe weiter vernachläſſigt.
Im Verlaufe wurde das Geſchäft wieder ſtiller; die Spekulation
ſchritt zu Gewinnſicherungen, und die höheren Anfangskurſe konnten
nicht immer behauptet werden. Die Abſchläge überſchritten aber kaum
1 Prozent. Stärker gedrückt waren Zellſtoff Waldhof, die auf den
ungünſtigen Beginn der heutigen Generalverſammlung erneut 2 Pro=
zent
verloren. Die Börſe ſchloß unter Schwankungen in freundlicher
Grundſtimmung. Feſter lagen deutſche Anleihen und von Autoaktien
Daimler. Auch Montanwerte wurden weiter recht rege gehandelt. Am
Geldmarkt war Tagesgeld mit 3½ Prozent unverändert. Am Deviſen=
markt
nannte man Mark gegen Dollar 4,1902, gegen Pfunde 20,3630.
London=Kabel 4,8594, Paris 123,95, Mailand 92,75, Madrid, 39,80,
Schweiz 25,117/g, Holland 12,08.
An der Abendbörſe ſtagnierte das Geſchäft faſt vollkommen,
ſo daß zunächſt nur wenig offizielle Kursfeſtſetzungen zuſtande kamen.
Die Tendenz war knapp behauptet. J. G. Farben und A.=G. für Ver=
kehrsweſen
gaben bis 1 Prozent nach. Sonſt blieben die Veränderungen
belanglos. Neubeſitzanleihe 11,10, Barmer Bank 126½, Dresdner
Bank 142½, Reichsbank 296, Harpener 128, Salzdetfurth 423, Phönig
100, Stahlverein 98, Aku 102, Bemberg 114, A.E.G. 169, Scheide=
anſtalt
155, Licht u. Kraft 166, J. G. Farben 1895/190, Gesfürel 169,
Holzmann 104, Metallgeſellſchaft 123½, Rheag 150, Zellſtoff Waldhof
178, A.=G. für Verkehrsweſen 122, Hapag 113½, Nordd. Lloyd 113½.
Berlin, 30. Mai.
Vormittags und an der Vorbörſe glaubte man, daß einige Spezial=
bewegungen
die Tendenz der heutigen Börſe in günſtigem Sinne be=
einfluſſen
würden. Zu einer wirklich freundlichen Börſe fehlen bisher
aber immer noch größere Publikumsaufträge. Trotz der ſich erhalten=
den
allgemein freundlichen Grundſtimmung zeigte die Börſeneröffnung
kein einheitliches Bild. Zwar regte die Feſtigkeit der Kohlenkurſe in
Eſſen am Montanmarkt kräftig an, und die geplante Börſenreform
wwirkte auf die Unternehmungsluſt der Spekulation ſtimmulierend,
doch andererſeits bewirkten die aus der Schweiz gemeldeten ſchwächeren
Anfangskurſe eine gewiſſe Zurückhaltung am Elektromarkt, und Gerüchte
über angeblich bevorſtehende wenig günſtige Eröffnung in der General=
verſammlung
der Zellſtoff Waldhof A.=G. führten an dieſem Markt zu
ſtärkeren Rückgängen. Im Verlaufe wurde es allgemein etwas feſter,
lediglich Zellſtoff Waldhof gaben weitere 2 Prozent und A.=G. für Ver=
kehr
noch 1 Prozent nach. Verſpätet zur Notiz gelangten Voigt u.
Häffner mit minus 5 Prozent, Schuhfabrik Berneiß mit minus 2 Pro=
zent
, Deutſche Linoleum mit plus 2½ Prozent und Harpener mit plus
2 Prozent. Die Gewinne konnten ſich ſpäter nicht behaupten, es wurde
allgemein ſchwächer. Anleihen im Verlaufe etwas anziehend.

Berliner Kursbericht
vom 30. Mai 1930

Produkkenberichle.

Berliner Produktenbericht vom 30. Maf.
markt zeigte keine nennenswerte Anregung, da
Auslandes während der letzten zwei Tage nu=
hatten
, und auch die Nachrichten über die Ern
großen Waſſers im Durchſchnitt die bisheriger
mittags allerdings konnte ſich der Freiverkeh
nicht entwickeln. Vor Beginn der amtlichen N.
ſchwächere zweite Liverpooler Notiz Eindruck.
etwa ihren Mittwochsſchluß. Die miniſterielle
5. Juni die Aufhebung der Einfuhrſcheine für 9
bei der ſtillen Verfaſſung des Exportgeſchäftes
tigen Börſe keinen Widerhall. Prompter No
zurückhaltender angeboten, vielleicht als Folge
kaufsbedingungen für die den Stützungszöllen
Lieferung war für Mai und Juni und noch v
geſchwächt, wobei die prachtvolle Witterung u
genden Nachrichten über die Verfaſſung der 7
Hafermarkt behauptet ſich die Frage nach ſofo
für Rechnung der Ausfuhr, dagegen bleibt die
fortbeſtehen; im Zeithandel gingen die Preiſ
Gerſte ſtill, ebenſo Roggenmehl.
Viebmärkte.
Frankfurter Viehmarkt vom 30. Mai. D
markt waren zugeführt: 208 Rinder, 1046 Käl
Schweine. Bezahlt wurden pro Zentner Leber
bis 87, c) 7581, d) 6674, Schafe und Schw
Marktverlauf war mit Kälbern mittelmäßig,
ausverkauft, Schweine ruhig, Ueberſtand.
Ochſenfleiſch 1 9398, dito 2 8090, Bullenfle
6575, dito 3 5060, Kalbfleiſch 2 110125,
Gefrierfleiſch: Vorderviertel 58, Hinterviertel 65
Kleine Wirtſchaftsnacht
Die Preisindexziffer der Metallwirtſchaft
auf 94,8 gegen 94,5 am 21. Mai (Durchſchnitt 1
um 0,3 Prozent.
Unſere Meldung vom Donnerstag betreffs
lauten: Die ſüddeutſche Mühlenvereinigung hat
mehl Spezial 0 von 45,25 auf 45,50 RM. er
Die Ausfuhr von Metallhalbzeug aus Al
Nickel, Zink, Zinn und ihren Legierungen ſte
nach den in der Metallwirtſchaft veröffentli
Zentralverbandes der deutſchen Metall=Walzwe
E. V., Berlin, auf 7121,5 Tonnen im Werte vo
8703,8 Tonnen im Werte von 16 426000 RA
8013,8 Tonnen im Werte von 14 713000 RM.
Die Mitteldeutſches
aftwerk Magdeburg
Aktienkapital 10 Mill. RM. beträgt, hat, um
Bau eines Kraftwerks erforderlichen Mittel lar
prozentigen 4jährigen Kredit von 4 Millione
der ihr unter Mitwirkung der Berliner Han
Bankhauſe A. G. Becker u. Co., New York
wurde.
Die Generalverſammlung der Ludwigshaf
Ludwigshafen, genehmigte wieder 8 Prozent
wählte an Stelle des aus dem Aufſichtsrat au=
in
Firma Kahn u. Co., Auerbach, neu in de
Meyer, Ludwigshafen.
Die Generalverſammlung der Zellſtoffabrik
heim, genehmigte ohne Erörterung den Abſchlu
ten Dividende von 12 (13½/z) Prozent. Beſd
ſichtsrats=Tantieme von 10 auf 8 Prozent des
ſetzen, gleichfalls verzichtet auch der Vorſtand
für Koſteneinſparung zu geben, auf einen Tei
zuſtehenden Bezüge.
Wie die Times aus Buenos Aires meldet, i
fuhr nach einer Mitteilung des Finanzminiſt
Monaten ds. Js. um 248 Millionen Milrei
gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres

uich

it nuiche
haß
fab
M der
Suſort
m.

Me
Danatbank
Deutſche Bant u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban
Kapag
Hanſa Dampfſch
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Ga=
Deutſche Erdöl

Me ee
J. G. Farben
Gelſent. Bergw
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcnerwerke
Köln=Neueſſ. Bgn
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Kofsw.
Orenſtein & Koppel

Vefe
190.
30
137.5
167.
125.
108.
103.50
230.50
101.50
109.875
52.
85.7
1 09.125
84.25

Oe
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkalt
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch
Herm. Pvege
VogelTelegr. Drakt
Wanderer=Werle

Mfe
2.
S0
7.5
8
34.
69.75
141.
73.50
167.
18.5
89.7
52.

Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Hollard
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aires
New Yort
Belgie
-
Italien
Paris

Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Pengo
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 2=Stg.
1 Pap. Peic
1 Dollar
100 Belga
00 Lire
100 Fran/s

Geld
10.538
59.06
2.421
73.15
3.035
168.36
111.98
11.99
112.28
20.341
1.590
1e6
58. 425
21.93
16.41

Brieſſ

Maloant, Kommranontgefeafchaf
Frankfurter Kursbericht vom 30. Mai 1930.

7% Dtſch. Reichsanl.
8% Baden.. ....
% Bahern.. . . .

8% Leſſen v. 28
v. 29
Preuß. Staats
anl. . . . . . . . . . .
8% Sachſen .....
6%
.
7% Tküringen..

Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. + /
Ablöſungsanl. . .
Dtſche. Anl. Ablö
ungsſch. (Neub.)

Dtſche. Schuszge
bietsanleihe ... ."

8½ Baden=Baden
6
Berlin ....."
% Darmſtadtv.
*
v. 28
Fran:). a. M
0 Mainz......
Mannheim. . .
8% Nürnberg.

104.25
84. 25
100.75
85
93.6
95.6
Rr.
100.70
83
86.5

59.5
11
3.9
94.25
91.7
91.7
89

8 % Heſſ. Landesbl.
Goldpfbr. ...
Goldobl
80
½2% Feſſ. Ods.,
Shp.=Bk.=Liquid
Pfbr. .. . . . . . .."
8% Preuß. Lds..-Anſt. Cold
Pfbr........"
Goldobl.
88 Darmſt. Komm
andesbk. Goldobl.
%Kaſſeler Land. Gnldtihr.

931),

99.5
94

85.75

101
96.5

96.75
28.5

% Naſſ. Landesbk.
Goldpfbr. ... ..
½% Obl.

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
Ausl. Ger.
Ser. II
Di. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).

8% Berl. Hyr.=B1
4½% Liqu.=Pfbr
% Frkf. Hyp.=Bk..
Lig. Pfbr.
Pfbr.=Bk.
4½% Lig.Pfbr.
Mein. Shp.=Bt.
4½% Lig.Pfbr..
% Pfälz. Hhp.=Bk.
4½% Lig. Pfbr.
8% Preuß. Boden
cred.=Ban1 ..."
*% Lig. Pfbr. .
Preuß. Centrl.,
Bodencr.=Ban!
Lig. Pfbt.
82 Rhein. Ehp.Bl.
Lig. Pfbr.
Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit.....
Südd. Bod.
Cred.=Ban1 ..."
41
% Lig. Pfbr
18% Württ. Khp.-B./

6% Dammler=Ben
3% Dt. Linol. Werle
8% Klöcner=Werte
% Mainkraftwerke
½ Mitteld. Stahl=
werke
.. . . . . .."
18½ Salzmannu. Co.
Ver. Stahlwerte
8% Vviatck Cäffner

100.25
100

594/=
75.5
16.5

101
88.25
101
7.75
101
8921,
(0C 5
88=
101

100.5
90.5
07
87I.
00.5
88.6
107
107
87.6
101

75.5
1c0
21
CC.25
90
91.75
C5

F. G. Farben Bond=
O Bosn. L. E.B.
39
L. Inveſt.
4½% Oſt. Schatz=
anw
. . . . . . . . . . .
4% Oſt. Goldrente
⁄vereinh. Rumän
2%
%o Türk. Admin.
Bagdad
8
Bollan!
20 Ungarn 1913
1914
Coldr.
1910,
Fltien
Rig.3.Lnſtziide Unie
ACG. Stamm.. .
AndreaeNoris Laln
Baſt Yümberg
Bemberg J. P...
Bercm. Cl.=Werle
BronnBoverickCie
Brüning & Erhn
Buderus Ciſen....
Cement Teideller=
Karlſtadt
J. G. Chenie, Baſe!
Them. Werte Alber
Chade . ........"
Contin. Cummiw
Linoleum
Damler=Benz A. G
Dt. Atl. Telegr. ..
Eiſenh. Berlin.
Erdöl ......."
Celd= u. Eilb=
ſcheide
=Anſtalt.
Linrleumweri
Lnderhoffu. Aid=
mann

Cichbaum=Werger
Eleltr. Licht u. Kraft
Lieſcr=Gie

115.5
32.5
32.5
48.25
10:
17.2

20.8
102
168.25
Ae
116
184
124.5
75.5
N22
139.5
2CC.25
53
347.5

40
122.5
80
100
154
242
117
172
165

Eſchw. Bergwerk. .
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei
F. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaum.
Frkft. Gas ......"
Hof".

Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwer
Geſ. f. elektr. Unter=
nehmungen
.. ."
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.
Karpener Bergbau
Henninger. Kempf.
HilpertArmaturfbr.
Hindrichs=Aufferm
Hirſch Kupfer.
Sochtief Eſſen.
Holzmann, Phil.
Solzrerk.=Induſtrie
JIlſe Bergb. Stamm
Genüſſel
Zunghans Stamn
Kali Chemie..
Aſchersleben /231
Salzdetfurth
Weſteregeln
Kammgarnſpinn
Karſtadt, R.... . ..
Klein, Echanzlin.
Klöcknerwerte
Lahmener & Co. /171.5
Lcch, Augsburg
Löwenbr. Münch. 252.5
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt
Mainkr.=W. Höchſt
Mainz.Aſt.=Br. . . 1.179

214
50.5

180.25

10
50

69
36.5
179.5
125

100.5
87.5
141.25
96
104.5
101.5
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vu Darlankang

AM Maart.
ſru nan von Gebh. Schatzler=Peraſini.
Nachdruck verboten.
Meu
hm Uudaris) Kürze mieldete der heutige Bericht, daß am
An
eine=n gefährlichſten Bankräuber, ein Menſch von
stärn J. zur Strecke gebracht wurde und
ün =a=fenſah. Die Feſtnahme habe ungeheure
Me
de güſſen 7 icht, da man es mit einem verzweifelten
der gtu um te. Das Intereſſanteſte darau aber wäre,
zſogen ge Graf Mirko Fritz Minkwitz
ſchließ=
em
.; gen Manne, einem entſchloſſenen Privat=
ritz
erwäk ) wurde.
Gon Borrm er lächelte wieder. Gut, daß Frau Walter
u Na g des Mannes wußte, um den es ſich diesmal
sie h=3 ſonſt noch mehr Angſt ausgeſtanden.
Stt
in t teſe S war abgetan, glatt erledigt. Ein kleiner
gerar y on den Zähnen des Grafen Mirko herrüh=
n
De: Borngräber die Stahlfeſſeln anlegte . . ..
Frare zu hließl 51 Ues!
te auf ſeinen Lorbeeren ausruhen. Wie
Den Mit iktor
Mu u/ wuß u er ja doch keine Ruhe fand, daß es ihn
euem rieb, den dunklen verbrecheriſchen Regun=
nſche
n e nachzuſpüren und ſich in den Kampf mit
turfen.
vtam dieſer Unruhe, dieſes fieberhafte Verlan=
eriſchen
den Boden zu entziehen . . .. ja,
y kein Menſch zu wiſſen. Das hatte Doktor
Ulein abzumachen. Davon wußte auch Frau
te es nicht zu erfahren.
igen Moment glitt ein finſterer Schatten
giſche Geſicht des Doktors, dann war auch
weite .warf das eine Blatt zur Seite und griff
ſchaſſudern. 2 Politik überſprang er diesmal ſofort, ſuchte
zeibericht.
MAteuft d
galhnt )4 far ich ja gleich wieder etwas, das ſeine Auf=
Ducht in A) uch nahm. Er las langſam und bedächtig
ſeder dieſe Arbeit mit gelehrtenhafter Gründ=
ersiag

reum ſin ärs t ftecher Diebſtahl iſt in dem drei Stunden
S5 M ſſernt öchloß Arensberg ausgeführt worden. Vor
ſtarb der alte Graf überraſchend ſchnell an
Ibeun m
Bei der durch den berechtigten Notar, einem

MA

Saustag, den 31. Mai 1930
alten Freund des Verſtorbenen, ſtattgefundenen Beſtandsauf=
nahme
ergab ſich zur allgemeinen Beſtürzung, daß ein ſehr wert=
voller
Familienſchmuck, eine Perlenkette von beſonderer Schön=
heit
, die von dem Verſtorbenen ſtets in einem ſchwer zu öffnen=
den
Käſtchen verwahrt wurde, ſamt dieſem Käſtchen verſchwunden
war. Die Polizei wurde benachrichtigt, doch fand ſich bis jetzt
keine Spur der verſchwundenen Perlen, die der alte Graf als ein
Schmuckſtück der Stuart bezeichnete, das nach ſeltſamer Wande=
rung
vor langen Jahren in ſeinen Beſitz gelangte. Das Hals=
band
der Stuart wie der Schmuck genannt wurde, ſoll einen
Wert von etwa fünfzigtauſend Mark haben. Die Recherchen ſind
im Gange, doch umgibt den ſonderbaren Fall noch völliges
Dunkel ..."
Doktor Borngräber ließ das Blatt ſinken. Der Fall inter=
eſſierte
ihn noch nicht beſonders ſtark. Ein Diebſtahl. Wahr=
ſcheinlich
von einem Angeſtellten männlichen oder weiblichen Ge=
ſchlechts
ausgeführt. Da kam nicht viel heraus.
Es war aber doch ſeltſam, daß der Doktor nach einer Weile
des Nachdenkens abermals zu dem Zeitungsblatt griff und den
Text durchlas.
Eine Perlenkette im Werte von fünfzigtauſend Mark! Wie
konnte der Dieb die jetzt verwerten? Doch nur mit Hilfe eines
verbrecheriſchen Hehlers! Aber wer war der Dieb? Da Doktor
Borngräber zur Stunde nichts Beſſeres in Ausſicht hatte, konnte
er ja einmal darüber nachdenken.
Das Frühſtück war beendet, langſam erhob ſich der ſoge=
nannte
Privatgelehrte. Faßte er einmal irgendeinen Gedanken,
arbeitete ſein Gehirn ganz von ſelbſt.
An den Dieb dachte er jetzt weniger, weit mehr an den Heh=
ler
. Auf dieſem Wege ließ ſich wahrſcheinlich am ſchnellſten die
Perlenkette wieder herbeiſchaffen.
Plötzlich ſchnalzte er mit den Fingern. Ein Name war ihm
aufgefallen: Moſes Aron, der Mann mit der Sammlerleidenſchaft
und der verdächtigen Vergangenheit.
Nach außen hin ein wohlhabender alter Mann, der neben
ſeiner Sucht, Antiquitäten zu erwerben, die er, weiß der Himmel
wie, an reiche Ausländer oder ſonſtwie verſchacherte, Beſitzer einer
kleinen Weinkneipe in einer entlegenen, engen Straße der Reſi=
denz
, war in Wirklichkeit aber ſicherlich ein ſchlauer Fuchs, der
bis dahin noch immer die Polizei hinters Licht zu führen verſtand.
Man traute dem Moſes Aron nicht, aber man konnte ihm
auch nichts beweiſen. Das hatte einmal der Regierungsrat in
einem anderen Fall dem Doktor Borngräber ſo nebenbei erzählt.
Perſönlich kannte der Doktor den Moſes nicht, er hatte noch
keine Gelegenheit gehabt, mit dem Manne in Verbindung zu
treten. Vielleicht wurde das jetzt anders.
Und der Doktor ſtellte feſt, daß er ſich ſomit bereits ganz
gegen ſeinen Willen ziemlich eifrig mit dem Fall der Perlenkette
beſchäftigte.
In dieſem Augenblick ſchlug das Zimmertelephon an.

Seite 19
Der Doktor nickte, hob die Schultern und lächelte. Gedanken=
übertragung
! Er glaubte feſt daran, weil er wiederholt ſeltſame
Beweiſe für dieſe Behauptung hatte.
Da er ſich nicht ſofort meldete, wiederholte ſich das Klingeln.
Doktor Borngräber ſchritt raſch in das Vorzimmer und verſchloß
die Tür. Er wollte vollkommen unbelauſcht ſein, auch von Frau
Walter. Dann nahm er den Hörer des Tiſchapparates und lehnte
ſich ruhig zurück.
Hallol Hier Doktor Borngräber . . . Wer dort?
Regierungsrat Brand. Gut, daß ich Sie gleich ſprechen
kann, tönte es zurück. Seit wann ſind Sie zurück?"
Guten Morgen, Herr Rat, antwortete Borngräber. Mit
dem Zuge 12 Uhr 16 heute nacht. Gibt es etwas Neues?
Gratuliere zunächſt zu Ihrem neueſten Erfolg. Haben Sie
wieder famos gemacht.
Nicht der Rede wert. Der Rieſe war daneben dumm wie
ein Schuljunge. 2 war auf größere Schſwvierigkeiten vorbereitet.
Ich kenne Ihre Beſcheidenheit und weiß ſie zu würdigen.
Haben Sie die Morgenzeitungen geleſen?
Soeben ...
?"
Die Geſchichte von dem verſchwunden Halsband
Den Perlen der Stuart auf Schloß Arensberg? Hört ſich
etwvas romantiſch an, dieſe Stuartgeſchichte. Wird natürlich fauler
Zauber ſein, den der alte Graf übermäßig bezahlte. Wie ſollten
denn die Perlen der Stuart gerade zu uns kommen?
Das kann uns ſchließlich einerlei ſein, lieber Doktor. Die
Hauptſache iſt der Diebſtahl. Wir tappen da noch im Dunkeln.
Wollen Sie die Sache nicht übernehmen?
Scheint nicht abſonderlich aufregend zu werden . . ., aber
wenn Sie meinen, Herr Rat .. .?
Warten Sie es ab. Ich habe das Gefühl, daß Sie da hinter
Dinge kommen, die noch ganz unter der Oberfläche liegen. Um
einen gewönlichen Dieb dürfte es ſich kaum handeln . . . oder,
beſſer geſagt, die Beweggründe und was damit zuſammenhängt,
dürften große Ueberraſchungen bringen.
Das könnte mich natürlich reizen. Was ſoll ich tun?
Darf ich Sie heute nachmittag zwiſchen vier und fünf in
meinem Hauſe erwarten? Sie kommen natürlich als Privat=
gelehrter
Doktor Borngräber
Einen Moment Pauſe. Dann:
Ich werde mich pünktlich einfinden, Herr Rat.
Danke. Auf Wiederſehen!
Doktor Borngräber hängte ab. Er ſah eine Weile nachdenk=
lich
vor ſich nieder, dann brannte er ſeine ausgegangene Zigarre
wieder an. In den Stuhl zurückgelehnt, ließ er ſich den Fall
Arensberg durch den Sinn gehen.
Viel wußte er davon noch nicht, aber er liebte es, bei jeder
Sache, die er zu übernehmen gewillt war, ſeine Vorſchläge zu
machen.
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