Einzelnummer 15 Pfennige
K
A
Ndler
A
eis:
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7 und 22 Pfennig.
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zur Kürzung des
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r uns. Poſiſcheclonte
1304.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuffrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Alufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 144
193. Jahrgang
Sonntag, den 25. Mai 1930.
27 mm breite Zeille im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Rellamezelle (92 mm
breit/2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
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(4 Dollar — 4.20 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchticher Beſtrelbung fällf jeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbanf.
iminiſter Konferenz in Berlin
eigung der Grundſätze bezüglich der Gewährung von Reichszuſchüſſen zur Länderpolizei.
Wahrung des unpolitiſchen Charakkers der Schutzpolizei.
fikt mit Thüringen.
SIichsinnenminiſters mit den Länder
Aiſtern am 28. Mai.
* Berlin, 24. Mai. (Priv.=Tel.)
Thüringen hat jetzt zur Folge gehabt, daß
Konferenz der Polizeiminiſter
erungen nach Berlin einberufen
ferenz ſoll ſich mit der Interpretation der
einerzeit zwiſchen dem Reich und den Lün=
Gewährung von
Reichszuſchüſ=
ausgearbeitet wurden. Der
Reichsinnen=
euen Schreiben an das thüringiſche
Staats=
gewieſen, daß gegen die Ernennung
ialiſten zu Polizeibeamten
all=
ewhtliche Gründe geltend gemacht
wer=
ge ſoll jedoch ungeklärt bleiben, da er der
Einſtellung von Angehörigen der
National=
die Polizei den mit den Ländern
verein=
die Gewährung eines Reichszuſchuſſes für
ſpreche. Nach dieſen Grundſätzen ſeien die
et, geeignete Maßnahmen dahin
er unpolitiſche Charakter der
Ganzes wie auch das
unpoli=
des einzelnen Beamten im
gewährleiſtet ſei. Dieſe
Voraus=
ung der Reichszuſchüſſe ſei in der
wohler=
rut, in der Schutzpolizei
einzuver=
aſſungstreues Inſtrument der
Staatsgewalt zu haben. Es
wider=
wenn in Weimar die Polizeidirektorſtelle
der Nationalſozialiſtiſchen Partei beſetzt
der gleichen Partei als Staatsrat
beige=
enminiſter entnehme aus dem bisherigen
e thüringiſche Regierung den
undſätzen eine andere
Ausle=
aber Wert darauf legen daß dieſe
Grund=
ſa derden müßten, daß Meinungsverſchieden=
— ausgeſchloſſen bleiben. Aus dieſem Grunde
D einheitlichen Interpretation dieſer Grund=
Polizeiminiſter einberufen worden.
der Konflikt wegen der Schulgebete. Hier
E ſagt werden, daß der Reichsinnenminiſter
Atsgerichtshof anrufen wird, nachdem die
inem Wunſche auf ſofortige Zurückziehung
2 zung nicht nachgekommen iſt.
A Verlekzung der Reichsgrundfäßze
W der Polizeiſtellen in Thüringen.
ben des Reichsinnenminiſters
hen Staatsminiſter Baumüber
Br Polizeidirektorenſtellen in
Abſchrift an die
Innenmini=
änderregierungen gegangen
Frage, ob Angehörige der
Nationalſozia=
upt Beamte ſein können, kann vorerſt un=
— der Auffaſſung bin, daß die
Einſtel=
örigen der Nationalſozialiſti=
Polizei den mit den Ländern
undſätzen für die Gewährung
Shuſſes für polizeiliche Zwecke
Ziffer 6 dieſer Grundſätze hebt
ausdrück=
inder verpflichtet ſind, geeignete Maßnah=
M daß der unpolitiſche Charakter der Schutz=
S auch das unpolitiſche Verhalten des ein=
2l enſt unbedingt gewährleiſtet iſt. Die Vor=
1, um in der Schutzpolizei ein unbedingt
Zuberläſſges Inſtrument der
republikani=
haben. Es widerſpricht hiernach meines
2 6der Richtlinien aufgeſtellten Forderung,
Oolizeidirektorſtelle mit einem Angehörigen
hen Partei beſetzt und ihm überdies ein
Ugehörender Regierungsrat beigegeben
nſicht ſteht es zweifellos feſt, daß das
be=
hen Thüringens die mehrfach
2lätze verletzt. Da ich aber aus dem
Nel entnehme, daß die thüringiſche
n Grundſätzen eine andere
2 habe ich mich entſchloſſen, zumZwecke
IIm
Iner einheitlichen
Interpreta=
djätze die beteiligten Landes=
Leitwoch, den 28. Mai 1930, vormittags 10
ines Miniſteriums zu einer
Beſpre=
zu der ich auch die thüringiſche Regie=
Ticlag der Regierungsparkeien
SaAsſchuß angenommen.
* Berlin, 24. Mai. (Priv.=Tel.)
Simmen hat der Rechtsausſchuß des
22 den bon den Regierungsparteien
ausge=
rſchlag angenommen. Er ſieht, wie ſchon
Begnadigung vor, aber er
ſchließt doch nur Taten aus, die nach dem 1. 1. 1924
begangen ſind, oder die früheren nur dann, wenn
ſie gegen ein Mitglied oder ein früheres
Mit=
glied der Reichsregierung gerichtet waren. Das
gilt beſonders für die nicht gefaßten Mörder Erzbergers. Trotz
dieſes Kompromiſſes iſt ſie als Generalamneſtie zu werten. Mit
ihrer Hilfe wird erreicht werden, daß vor den Gerichten und im
politiſchen Kampfe unerfreuliche Begleiterſcheinungen der
Nevo=
lutionsjahre und der Inflationszeit ausgelöſcht werden.
In=
deſſen iſt die Annahme der Amneſtie noch
keines=
wegs geſichert. Der Antvag der Regierungsparteien
ver=
langt die qualifizierte Mehrheit, die kaum zu haben iſt, wenn
Sozialdemokraten und Kommuniſten weiterhin in Oppoſition
bleiben, denn dann würde das gerade für Preußen nicht gelten,
aber man rechnet immer noch darauf, daß es dem Zentrum
ge=
lingen wird, den Widerſtand der preußiſchen Sozialdemokraten
zu brechen und dadurch die verfaſſungsmäßigen Vorausſetzungen
für eine qualifizierte Mehrheit zu ſchaffen.
Die Krankenkaſſenreform.
Berückſichtigung des anormalen
Bevölkerungsguf=
baues und der Aerzkekoſten. — Keine Zenkralanſtalk.
BB. Berlin, 24. Mai.
Die ſeit November vergangenen Jahres ins Stocken geratenen
Verhandlungen über die Reform der Krankenkaſſenverſicherung
ſind ſeit einiger Zeit unter dem neuen Reichsarbeitsminiſter,
wie wir ſchon melden konnten, erneut in Angriff genommen
worden. Zunächſt haben mit den intereſfierten Verbänden
inoffi=
zielle Vorbeſprechungen ſtattgefunden, wie z. B. eine
Fühlung=
nahme zwiſchen Stegerwald und Herrn von Borſia von der
Ver=
einigung der Arbeitgeberverbände. Wie wir hören, ſollen in
allernächſter Zeit die Beratungen mit den Verbänden erneut
auf=
genommen werden. Die Krankenkaſſenreform geſtaltet ſich
außer=
ordentlich ſchwierig, aber von großer Bedeutung iſt, daß die meiſt
von ſozialdemokratiſcher Seite vorgetragenen Pläne, die
Kranken=
kaſſenverſicherung zu zentraliſieren, etwa in einem Hauptausſchatß
ſür die geſamten Krankenverſicherungen in Berlin, kaum noch
Ausſicht auf Erfolg haben, da man allgemein befürchtet, auch auf
dieſem Wege nur in eine übermäßige Bürokratiſierung
hinein=
zukommen. Der Grundgedanke der neuen Reſorm
bleibt die regionale Dezentraliſation des
Ver=
ſicherungsweſens. Bei der Frage der Ausgabenſenkung
ſteht die Steigerung der Ausgaben für die
ärzt=
liche Behandlung im Mittelpunkt. Setzt man dieſe
Aus=
gaben im Krankheitsfalle für 1913 gleich 100, ſo ergibt ſich bis
heute eine Steigerung auf 242 Prozent und bei einer
Be=
rechnung auf den Tag eine Steigerung gegenüber 1913 auf 277
Prozent. Unter Berückſichtigung des zurzeit außerordentlich
an=
norinalen Bevölkerungsaufbaues wird nur in Parallele zu
man=
chen Vorſchlägen der Arbeitgeber und eines bereits vorli genden
Referentenentwurfes die Reform einſetze.
Keine Eiſenbahnkariferhöhung im Falle einer
Preis=
ſenkung in der Eiſeninduftrie.
BB. Berlin, 24. Mai.
Die Aeußerung des Reichsfinanzminiſters, eine Auflockerung
der feſtgebundenen Preis= und Lohnverhältniſſe ſei dringend
er=
forderlich, wird in den Kreiſen der Wirtſchaft allgemein begrüßt,
In dieſem Zuſammenhang betont man vor allem die Bedeutung
der laufenden Verhandlungen in der Gruppe Nordweſt, die viel zu
langſam weiterkommen, aber in beiden Lagern allgemein
opti=
miſtiſch beurteilt werden. Wie wir von gut unterrichteter Seite
hören, beſtätigt es ſich, daß die Eiſeninduſtrie der Gruppe
Nord=
weſt die Erklärungen über eine Senkung der Eiſenpreiſe
um 1—2 Prozent abgegeben hat unter der Vorausſetzung,
daßdie bisherige Regelungfürdie
Ertragsricht=
ſätze beim Akkordlohn aufgehoben werden, ſo daß
hier eine Senkung möglich iſt und anſtelle der
allge=
meinen Bindung die Möglichkeit betrieblicher
Vereinfachungen anerkannt wird. Allem Anſchein nach
dürfte überhaupt, falls es zu einer Lohnherabſetzung kommt,
die ſich im Bereich der Akkordſätze ausdrückt, während die
Tariflöhne eine Senkung weniger leicht
ermög=
lichen. In dieſer Hinſicht betrachtet man die Regelung bei
Nord=
weſt für diplomatiſch, abgeſehen von ihrer realen Bedeutung, die
der Eiſeninduſtrie als Urproduktion in einem Umfange von
250 000 Arbeitnehmern für die Geſamtwirtſchaft beſitzt. Ebenfalls
wird von verſchiedenen Seiten die Mitteilung beſtätigt, daß die
Reichsregierung die weitere Steigerung der
Eiſenbahntarife verhindern will, wenn die
nordweſtliche Eiſeninduſtrie zur Durchführung
der Preisſenkung um 1—2 Prozent kommt. Außer
ähnlichen Verhandlungen bei Mansfeld bzw. der ſächſiſchen
In=
duſtrie ſind bisher größere Verhandlungen zwiſchen Arbeitgeber
und Arbeitnehmerverbänden über Preis= und Lohnſenkungen noch
nicht eingeleitet worden, da man anſcheinend zunächſt das
Ergeb=
nis bei der Nordweſtgruppe, wo die freien Gewerkſchaften die
größten Schwierigkeiten bereiten, abwarten will.
Die Woche.
„Es gibt jenſeits der Grenzen Gruppen, Parteien und
Men=
ſchen,die glauben, ſie könnten das fasciſtiſche Italien iſolieren,
Obwohl dieſe Leute Liberale, Demokraten und jedenfalls
fried=
liebende Menſchen ſind, wären ſie vielleicht nicht abgeneigt, durch
Dritte einen Krieg gegen das italieniſche Volk zu entfeſſeln, weil
es ſich mit dem fasciſtiſchen Regime identifiziert. Wir erwarten
ſie an der Grenze. Für den Fall, daß ſich derartiges ereignen würde,
wären wir auf unſerem Poſten, bereit, das tölle und eitle
Unter=
fangen zu zerſchmettern. Morgen werden wir hier eine
gewal=
tige Truppenſchau ſehen. Ich habe ſie gewollt, weil Worte eine
ſchöne Sache ſind, aber Gewehre, Maſchinengewehre, Schiffe,
Flugzeuge und Geſchütze ſind noch ſchönere Dinge, weil das
Recht ein eitles Wort iſt, wenn es nicht von der Macht begleitet
wird”. Schmetternd klangen die Worte Muſſolinis über die
Pizza della Signoria zu Florenz, in der ganzen politiſchen Welt
ein lebhaftes Echo auslöſend. Wir ſind von dem Diktator
Ita=
liens große Worte gewöhnt, aber es wäre doch falſch und
leicht=
fertig, wenn man deswegen die Rede vom vergangenen Sonntag
einfach als Theaterdonner auffaſſen und ſich damit beruhigen
wollte, daß unſtreitig die Worte Muſſolinis in ſehr erheblichem
Maße auf innerpolitiſche Beweggründe zurückzuführen ſind. Grell
beleuchten die Drohrede Muſſolinis und den dröhnenden
Bei=
fall, den ſie in Italien gefunden, die ſcharfe Verſtimmung, die
zwiſchen den beiden lateiniſchen Schweſternationen, ſchon ſeit
langem beſteht und die ſich insbeſondere ſeit der Londoner
See=
abrüſtungskonferenz ſo außerordentlich verſtärkt hat. Schon ſeit
Jahren haben wir auf die Gefahrenquellen hingewieſen, die hier
vorhanden und die nicht ſo leicht verſtopft werden können. Der
italieniſche Diktator will ſeine Feinde zerſchmettern. Noch iſt
es wohl nicht ſo weit. Muſſolini iſt klug und erfahren genug,
um die tatſächlichen Gelegenheiten einigermaßen richtig
abzu=
ſchätzen. Er dürfte das gegenwärtige militäriſche
Kräfteverhält=
nis ſehr genau kennen, er dürfte auch nicht im Unklaren ſein über
die gewaltigen wirtſchaftlichen Schwierigkeiten, in die Italien
durch einen Waffengang mit Frankreich geſtürzt werden würde.
Schon der ſelige Graf Montecuculi hat ja feſtgeſtellt, daß zum
Kriegführen drei Dinge gehören, nämlich Geld, Geld und nochmals
Geld. Und was für die damalige Zeit galt, gilt heute erſt recht.
Geld aber hat Italien heute nicht. Trotz kriegeriſcher Fanfaren
alſo brauchen wir nicht ohne weiteres ſchon für morgen oder
übermorgen den italieniſchen Mobilmachungsbefehl zu erwarten.
Aber das iſt nur eine ſchwache Beruhigung. Wir wiſſen aus der
Geſchichte, wie ſtark derartige Reden leitender Staatsmänner die
politiſche Atmoſphäre zu vergiften und die Stimmung ganzer
Völker ausſchlaggebend zu beeinfluſſen vermögen. Und wir
wiſſen auch aus der Geſchichte, wie leicht ein unvorhergeſehener
Zwiſchenfall das Gewitter zur Entladung bringen kann.
Schließ=
lich vernimmt man ja doch auch in Frankreich die Brandreden
Muſſolinis und das Echo, das die Florenzer Rede in der
fran=
zöſiſchen Preſſe gefunden, beweiſt, daß man auch in Paris
all=
mählich nervös zu werden beginnt.
Was bedeutet unter dieſen Umſtänden die Paneuropa=Aktion
des franzöſiſchen Außenminiſters? Der Mann, der die europäiſche
Politik 10 Jahre und noch länger entſcheidend beeinflußt hat,
weiß ſehr genau, daß für die Verwirklichung des paneuropäiſchen
Gedankens heute ſo gut wie alle Vorausſetzungen fehlen. Handelt
es ſich alſo auch in dieſem Fall nur um eine Geſte Briands, von
der er ſelbſt praktiſche Folgen nicht erwartet? Wir glauben das
nicht, ſondern ſind vielmehr der Meinung, daß man ſich in
Deutſchland ſehr ernſthaft mit den Beweggründen des
Briand=
ſchen Vorgehens befaſſen ſollte. Wir haben ſchon vor der letzten
Genfer Völkerbundratstagung an dieſer Stelle darauf
aufmerk=
ſam gemacht, daß die Briandſche Politik nach dem Abſchluß der
Londoner Seeabrüſtungskonferenz ganz offenſichtlich darauf
hinauslaufe, im Völkerbund ein Gegengewicht gegen den
neu=
erſtandenen angelſächſiſchen Block zu ſchaffen, daß ihr dies aber
bei der Stellung, die England im Völkerbund hat, einigermaßen
ſchwer fallen werde. Der Paneuropa=Vorſchlag Briands iſt
außerordentlich vorſichtig gefaßt, und die praktiſchen Folgerungen,
die ſich aus ihm ergeben würden, erſcheinen auf den erſten Blick
recht harmlos. Die Abſicht geht zweifeollos dahin, den anderen
europäiſchen Staaten die Zuſtimmung leicht oder beſſer und
ge=
nauer geſagt eine Ablehnung möglichſt ſchwer zu
machen. Schließlich aber läuft doch die ganze Aktion Briands
darauf hinaus, im Rahmen des Völkerbundes ſo etwas wie eine
Sektion Europa unter franzöſiſcher Führung zu ſchaffen. Es ſind
die alten franzöſiſchen Hegemoniepläne, die in neuer Aufmachung
erſcheinen, nachdem man erkannt hat, daß der Verſuch, das
Deutſche Reich durch das Verſailler Diktat politiſch für Zeit und
Ewigkeit auszuſchalten, an den realen Tatſachen zerbrechen muß.
Daß der Leiter der franzöſiſchen Außenpolitik unter Paneuropa
in erſter Linie die abermalige Verankerung der durch das
Ver=
ſailler Diktat geſchaffenen Unmöglichkeiten verſteht, geht am beſten
aus dem Satz hervor, in dem von der Befriedigung aller
inter=
nationalen Anſprüche durch die Friedensverträge geſprochen
wird; geht auch hervor aus der Tatſache, daß das Wort
Sicher=
heit, deſſen franzöſiſchen Sinn wir ja nun zur Genüge kennen,
mehrere Male in dem Briandſchen Vorſchlag vorkommt.
Briand will die Organiſation Europas politiſch anfaſſen.
Die wirtſchaftliche Organiſation ſoll ſich dann erſt als logiſche
Folgerung ergeben. „Wenn man’s ſo hört, mag’s leidlich ſcheinen”
Wir wiſſen aus der Geſchichte, daß wirtſchaftliche Verſtändigung
allein die politiſche Verſtändigung nicht erſetzen kann. Wir
er=
innern uns aber auch der letzten Rede Streſemanns vor der
Völkerbundsverſammlung im vergangenen September, in der er
zwar die Bereitwilligkeit Deutſchlands zu weitgehender
wirt=
ſchaftlicher Zuſammenarbeit ſtark unterſtrich, in politiſcher
Hin=
ſicht aber mit vollem Recht ſehr weſentliche Vorbehalte machte,
zu denen uns unſere geographiſche, politiſche und wirtſchaftliche
Lage zwingt. Wir können, ſo wie die Dinge heute liegen,
uns an keinem Zuſammenſchluß beteiligen, von dem nicht unter
allen Umſtänden feſtſteht, daß er ſich nicht gegen irgendeine andere
Macht oder Mächtegruppe richtet. Wir können uns z. B. nicht
unter franzöſiſcher Führung in eine gegen Enaland gerichtete
Mächtegruppierung hineindrängen laſſen, d. h. den Franzoſen die
Kaſtanien aus dem Feuer holen. Eine weitgehende politiſche
Seite 2
Sonntag, den 25. Mai 1930
und wirtſchaftliche Verſtändigung der europäiſchen Völker liegt
zweifellos im deutſchen Intereſſe, aber wir dürfen deswegen nicht
überſehen, daß für die praktiſche Durchführung einer ſolchen
Ver=
ſtändigung voreiſt noch ſehr viele Vorausſetzungen fehlen,
ins=
beſondere die wichtigſte Vorausſetzung, ein wirklicher
deutſch=
franzöſiſcher Ausgleich. Denn darüber kann kein
Zwei=
fel beſtehen, daß die deutſch=franzöſiſche Verſtändigung ein Wort
ohne praktiſchen Inhalt iſt, ſolange ihr einziges Ergebnis iſt,
daß die franzöſiſchen Truppen das beſetzte Gebiet einige Jahre
vor dem letzten Termin des Verſailler Diktates räumen, nachdem
wir uns auf Jahrzehnte hinaus zur Zahlung von
Milliarden=
tributen verpflichten mußten. Wir verſtehen unter Verſtändigung
etwas anderes als offenbar die Franzoſen, die, wie Shylock
auf ihrem Schein beſtehend, aus reiner Schikane — um den
deutſchen Luftverkehr zu hemmen —, noch zuguterletzt die
ſinn=
loſe Zerſtörung von Millionenwerten erzwingen wollen. M.
Steuererhöhung durch Nokverordnung.
Verdoppelung der Grundvermögensſteuer
in Preußen.
* Berlin, 24. Mai. (Priv.=Tel.)
Die Prußiſche Regierung hat alſo wirklich den Verſuch
aufgegeben, im Lantage ihre Mehrheit noch einmal aktionsfähig
zu machen. Sie hat ſich für den bequemeren Weg der
Notver=
ordnung entſchieden und deshalb den ſtändigen Ausſchuß
ein=
berufen, um ihm eine Notverordnung vorzulegen, die im
Wort=
laut die Verdoppelung der
Grundvermögens=
ſteuer wieder aufnimmt, die im Landtage infolge der durch die
Oppoſitionsparteien herbeigeführten Beſchlußunfähigkeit nicht
verabſchiedet werden konnte. Eine ſachliche Ausſprache hat es
im Ausſchuß nicht mehr gegeben, das Ganze iſt ja zu einer
reinen Machtfrage geworden; immerhin, was der preußiſchen
Regierung geſagt worden iſt, war bitter genug. Der Volksparteiler
Stempel wies darauf hin, daß ein Notſtand im Sinne
der Verfaſſung überhaupt nicht gegeben ſei. Am
ſchärfſten wurde die Wirtſchaftspartei, die von einem ſchweren
Bruch der Verfaſſungsfrage ſprach und mit Recht
darauf hinwies, daß ſie nicht einſehen könne, weshalb dieſe Steuer
ſo dringend erforderlich ſei, wenn die Regierung ſich mit der
Ver=
abſchiedung des Haushaltsetats ſelbſt, zu deſſen Ausgleich die
Steuer dienen ſoll, ſo viel Zeit laſſe. Trotz dieſer Bedenken nahm
die Weimarer Koalition die Notverordnung an. Es fragt ſich
nun, ob die Oppoſitionsparteien ſich dem fügen oder durch eine
Klage beim Staatsgerichtshof eine nähere
Nachprü=
fung der Verfaſſungsmäßigkeit dieſes Verfahrens erzwingen
werden.
Wieder ein Beſtechungsſkandal?
* Berlin, 24. Mai. (Priv.=Tel.)
Die ſtaatsanwaltſchaftliche Unterſuchung in der Affäre Buſch
hat in den letzten Tagen weitere Fortſchritte gemacht. Es wurden
wieder an zahlreichen Stellen Hausſuchungen vongenommen,
bei denen eine Menge Material beſchlagnahmt werden konnte.
Geſtern wurde die Wohnung des beim Gutskauf wiederholt
genann=
ten Bankiers Steidel durchſucht, bei der aber nichts gefunden wurde.
Dagegen wurde in der Wohnung des früheren Buchhalters der
Gewerkſchaft Hildegard ein Brief und ein Heft mit verſchiedenen
Aufzeichnungen ſichergeſtellt. In dem Briefe ſoll von einem
Be=
trage von Mk. 30 000,— die Rede ſein, die Buſch von Steidel
gefordert haben ſoll. Inzwiſchen hat die Aufdeckung der
Machen=
ſchaften der Gewerkſchaft Hildegard, deren Teilhaber Steidel war,
eine neue Wendung genommen. Wältin, ebenfalls Teilhaber der
Gewerkſchaft, hat als Beſitzer eines zu Siedlungszwecken
erwor=
benen Rittergutes in der Umgebung Berlins bei der
Staats=
anwaltſchaft und beim Oberpräſidenten Anzeige gegen einen
Ge=
meindevorſteher eines öſtlichen Vorortes erſtattet. Er behauptet,
daß der Gemeindevorſteher den Landvermeſſern
Vermeſſungs=
aufgaben in Höhe von Mk. 200 000,— erteilt hätte, nur um
Pro=
viſionen von ihnen zu erhalten. Außerdem ſoll der
Gemeinde=
vorſteher an Angeſtellte der Siedlungsunternehmungen ebenfalls
mit Forderungen herangetreten ſein. Schließlich behauptet
Wäl=
tin, der Gemeindevorſteher habe mit einem Gläubiger eine
In=
tereſſengemeinſchaft geſchloſſen, um ihn und Steidel aus dem
Gut heraus zu bringen.
die Mode der giographten
und ihre Hihtergrande.
Von Dr. Hermann Rufer.
In den weſteuropäiſchen Ländern und in Deutſchland herrſcht
zurzeit eine Hauſſe in Biographien. Die Selbſtbiographien aller
derer, die irgendwie entſcheidend in das Weltkriegsgeſchehen
ein=
gegriffen oder als prominente Zuſchauer es an ſich haben vorüber
ziehen laſſen, ſind nun ja wohl an einem Ende angekommen,
Die Fürſten, Feldherren, Diplomaten haben ſich ausgeſprochen.
Viele von ihnen ſind inzwiſchen ſchon geſtorben. Die Beichten
ſind beendet. Aber die Hauſſe der Biographien hält noch immer
an. Es gibt im franzöſiſchen Buchhandel ſogar zwei biographiſche
Konkurrenzunternehmen, die „Leben berühmter Männer” bei
Gallimard, eine Sammlung, die ein halbes hundert Bände
um=
faßt und noch weiterwächſt, und in der einzelne Bände
Sen=
ſationserfolge gehabt haben, wie der Disraeli von Maurois, und
daneben die „Lebensromane großer Exiſtenzen” bei der
Buch=
handlung Plon, die noch nicht ganz ſo zahlreich iſt, aber
eben=
falls viel geleſen und gekauft wird, an der Spitze das Buch über
Baudelaire von Frangois Porché. Viele dieſer Bücher ſind auch
ins Deutſche überſetzt worden. Die deutſchen Schriftſteller ſelbſt
haben ſich ebenfalls der Biographie zugewandt. Sie bevorzugen
entweder Perſönlichkeiten der jüngſten Geſchichte, wie Bismarck,
oder Wilhelm II., oder holen ſich aus der Vergangenheit
Men=
ſchen, die durch ſeltſame Schickſale ausgezeichnet ſind, die
jeder=
mann dem Namen nach kennt und von denen doch kaum jemand
etwas weiß, wie Kolumbus oder Hutten, In England hat Lytton
Strachey eine neue Aera der Biographie eingeleitet, die großen
Königinnen haben es ihm angetan, Eliſabeth und Viktoria.
Der geſcheite Profeſſor Croß von der Univerſität Yale hat
in einer kleinen aber ausgezeichneten Broſchüre den
geiſtes=
geſchichtlichen Weg „Von Plutarch bis Strachey” aufgezeigt und
den Ort zu beſtimmen verſucht, an dem die Biographie heute ſteht.
Daneben geht, auf einem Seitenpfade, der biographiſche
Ro=
man, der oft wiſſenſchaftlichen und künſtleriſchen Ehrgeiz zu
ver=
binden ſucht. André Maurois iſt der in dief Gattung
erfolg=
reichſte Schriftſteller. Er erzählte das Leben Disraelis, das
Shelleys und fügt dieſen beiden jüngſt das Byrons hinzu. Auch
Edſchmid hat ja einen Byronroman geſchrieben. Pourtales
er=
wählt ſich die Muſiker Liſzt und Chopin.
Vom Tage.
Der Führer der deutſchen Saardelegation,
Staats=
ſekretär a. D. v. Simſon, wird Montag wieder in Paris
ein=
treffen, um die Leitung der Verhandlungen wieder zu übernehmen.
In einer Verſammlung der Volkskonſervativen Vereinigung in
Berlin, in der auch Reichsminiſter Treviranus ſprach, kam es zu einer
Schlägerei zwiſchen Nationalſozialiſten und
An=
gehörigen der Volkskonſervatipen Vereinigung.
Der frühere deutſche Reichskanzler Marx iſt zu
mehrtägigem Aufenthalt in Wien eingetroffen, um an dem Jubiläum
des Katholiſchen Volksbundes teilzunehmen.
Nach Meldungen aus Moskau hat der Hauptvollzugsausſchuß der
Sowjetunion beſchloſſen, daß alle zu einem Jahr Gefängnis verurteilten
Perſonen nicht mehr ins Gefängnis eingeliefert werden,
ſon=
dern ihre Strafen mit Zwangsarbeit in
ſowjetruſſi=
ſchen Betrieben verbüßen ſollen. Mit dieſer Maßnahme will
Moskau eine weitere Ueberfüllung der ſowjetruſſiſchen Gefängniſſe
ver=
neiden.
Großes Aufſehen rief im ungariſchen Parlament eine
Rede des Grafen Albert Apponyi hervor, der die Abſchaffung der
öffentlichen Wahlen und die Einführung des geheimen
Wahlrechts für das Parlament forderte.
Die italieniſche Botſchaft in Paris dementiert eine Meldung, die
geſtern in Paris verbreitet wurde, der zufolge 2000 Mann italieniſche
Truppen in Albanien gelandet ſein ſollten.
Auf den Sekretär der Monarchiſtiſchen Union Spaniens, Joſé
Caſtellanos, iſt während einer Verſammlung, in der er eine Rede für
die Verteidigung der Politik Primo de Riveras hielt, ein Dolchattentat
verübt worden. Caſtellanos wurde ſchwerverletzt ins Krankenhaus
ge=
bracht.
Zum Präſidenten der ſpaniſchen Akademie
für Jurisprudenz iſt der ehemalige Miniſter und jetzt zu
den Revublikanern übergegangene Alcala Zancra mit 201
gegen eine Stimme gewählt worden.
Das neue amerikaniſche Zollgeſetz iſt von den
Kommiſſionen des Senats und des Repräſentantenhauſes
an=
genommen worden. Die Vollmachten des Präſidenten ſind
abge=
ſchwächt und die des Parlaments ausgedehnt worden.
Durch eine überraſchende Abſtimmung hat die amerikaniſche
Senatskommiſſion für territoriale Angelegenheiten in der Frage
der Unabhängigkeit der Philippinen beſchloſſen, daß in fünf
Jahren ein Plebiſzit entſcheiden ſolle, ob die Philippinen
ihre Autonomie erlangen oder weiter unter amerikaniſcher
Herr=
ſchaft bleiben ſollen.
Die chineſiſchen Nordtruppen haben eine vernichtende
Nieder=
lage erlitten.
Wieder ein polniſches Flugzeug über deutſchem
Gebiel.
Beuthen, 24. Mai.
Nach 4 Uhr nachmittags flog geſtern ein polniſcher Doppeldecker
aus der Richtung Chorzow über Beuthen hinweg. Nach einer
Schleife flog er nochmals über Beuthen in Richtung Birkenhain
über die polniſche Grenze zurück. Das Flugzeug bewegte ſich in
800 bis 1000 Meter Höhe. Ob es ſich um ein Handels= oder um
ein Militärflugzeug handelt, konnte nicht feſtgeſtellt werden.
Die Pariſer Bankierkonſerenz.
EP. Paris, 24. Mai.
Die Bankierkonferenz hielt heute im Hotel George V. under
Vorſitz Mac Garrahs zwei Sitzungen ab. Die Debatte drehte ſich
wieder um die Frage des Emiſſionskurſes und der Verzinſung
in den Ländern, in denen die Anleihe aufgelegt wird. Die
Ver=
handlungen ſind ſo weit fortgeſchritten, daß ein Juriſtenausſchuß
eingeſetzt werden konnte, der der Nachmittagsſitzung einen
Be=
richt mit den endgültigen Texten vorlegte. Die Bankiers
wer=
den am Sonntag weiter tagen und hoffen, gegen abend mit ihren
Beratungen zu Ende zu kommen.
Jtalien und die Vorgänge auf Malta.
EP. Rom, 24. Mai.
Die Vorgänge auf der Inſel Malta, wo jetzt in La Valette
von einem Geiſtesgeſtörten ein Revolverattentat auf den
Miniſter=
präſidenten Lord Strickland verübt wurde, finden natürlich in
Italien lebhafte Beachtung, ohne indeſſen bis jetzt zu
bemerkens=
werten Kommentaren Anlaß gegeben zu haben. Bekanntlich iſt
das Attentat als ein Ausſchnitt des Kampfes zu betrachten, der
ſeit längerer Zeit auf der Inſel Malta zwiſchen der
nationa=
liſtiſchen Partei und den kirchlichen Behörden auf der einen Seite
und dem Miniſterpräſidenten Lord Strickland und der
Verfaſ=
ſungspartei auf der anderen Seite geführt wird. Das Organ
des Vatikans, der „Oſſervatore Romano”, gibt ſeinem Bedauern
über das Attentat Ausdruck und ſchreibt, daß ein derartiger
Proteſt als ein Verbrechen auf jeden Fall zu verurteilen ſei.
Das Auffallendſte iſt, daß ſich die Grenze zwiſchen
biogra=
phiſchem Roman und wiſſenſchaftlicher Biographie verwiſcht hat.
Die ſtreng wiſſenſchaftliche Biographie mit gewiſſenhafteſtem
Quellenſtudium, mit Häufung der Dokumente, mit vorſichtig
ab=
wägender Deutung und nüchternſter Kritik, iſt ſuſpekt geworden.
Die Möglichkeit hiſtoriſcher Objektivität iſt grundſätzlich in
Zwei=
fel gezogen. Man teilt nicht mehr zwiſchen dem Menſchen und
dem Werk, man ſtellt den Menſchen dar, indem man das Werk
darſtellt, wie man es aus den bekannten Gründen bei Shakeſpeare
ſchon immer tun mußte, wie es aber bewußt Curtius für Balzac,
Bertram für Nietzſche taten, um nur zwei typiſche Beiſpiele
herauszugreifen, denen noch Gundolfs Goethe beizugeſellen wäre.
Aber die „neue Sachlichkeit” der „Wille zum Konkreten” macht
ſich auch auf dem Gebiet der Biographie geltend. Die Leſer der
Georgeſchüler hatten das Material des äußeren Lebens (und
nicht nur dieſes!) noch im Bewußtſein von den Arbeiten der
poſitiviſtiſchen Schule her, darum war es für ſie verführeriſch,
geiſtesgſchichtliche Biographien zu leſen. Die nachrückende
Gene=
ration, der dieſe Vorausſetzungen fehlten, wurde ſehr vorſchnell
und konſtruktiv=geſchwätzig, daß der Ruf nach der Neuen
Sachlich=
keit von ſelbſt kam.
Aber noch ſind wir weit von ſolcher neuen Sachlichkeit
ent=
fernt. Wenn es auch in den neuen Biographien nicht fehlt an
reichlicher Anrufung der Quellen, wenn überreich Auszüge aus
Briefen, Reden, Tagebüchern, Zeitungsaufſätzen, Aeußerungen
von Zeitgenoſſen in wörtlicher Rede angeführt werden, ſo
unter=
liegt doch wiederum die Frage nach der Herkunft dieſer Zitate,
vor allem aber ihre Auswahl größten Bedenken, ſo daß von der
Biographie zur Geſchichtsklitterung nur ein kleiner Schritt iſt,
wenn man noch obendrein bedenkt, daß die beſten Jahre eines
Lebens gerade genügen, die Quellen für eine einzige Biographie
aus erſter Hand zuſammenzutragen und zu ordnen, während heute
unbedenklich Biographen dieſe Arbeit für Goethe und Napoleon,
Bismarck und Wilhelm II., Jeſus und Linkoln zugleich leiſten zu
können meinen.
Es iſt offenſichtlich, die Biographie als Gattung iſt in einer
inneren Kriſe begriffen. Geblieben iſt eine Miſchung von
Dar=
ſtellung, Deutung, Roman, Zeitbild, Lyrismus und
Naturalis=
mus, politiſcher und ethiſcher Tendenz. Keine reine Art, ſondern
Synkretismus.
Der Lebensroman vertritt heute die Stelle des hiſtoriſchen
Romans im Stile Scheffels und Freytags, den wir längſt
über=
wunden glaubten. Mäler, Dichter, Muſiker, Philoſophen,
Staats=
männer, Schauſpieler alter und jüngſter Vergangenheit, haben
heute ihren Lebensroman. Man kann ſich durch ihre Leftüre
„auf unterhaltſame Weiſe bilden”, was immer zu gefährlicher
Im Zeichen der Räu
Doch Abbruch der Luftſchiff- und
im beſetzten Gebief
Im Haushaltsausſchuß des Reichstags
der Haushalt des Miniſteriums für die beie
ratung. Naturgemäß ſtanden die mit der
mung zuſammenhängenden Fragen im Vo
Treviranus machte Mitteilung darüber
Miniſteriums ſich in vollem Gange befinde.
die Verwertung des Reichsbeſitzes an Gru=
Gebiet ſollen im Zuſammenhang mit einer
halt herausgegeben werden. Von der
Reich=
ſätzlich anerkannt worden, daß eine Reig
Abzug von zehn Millionen für die Oſthilfe
beſtritten werden ſoll. Der Anſatz für di
ſtützungen wird im Ergänzungshaushalt vo
Millionen erhöht werden.
Der Miniſter bedauerte, daß es trotz de
ſchen und dem franzöſiſchen Außenminiſte
Verhandlungen nicht gelungen iſt, de
ſchen Oberkommando gefordert
Luftſchiff= und Flugzeughal
Oberkommandos über die Räumungsterm
geräumt ſein: bis zum 31. Mai: Zweib
Speher, Ludwigshafen, Worms und B
Juni: Kaiſerslautern, bis zum 26. Juni:
bis zum 28. Juni: Kehl; und bis zum
und Wiesbaden. Der Großteil der 2
Juni von Mainz nach Wiesbaden gezogen
hörigen der Befatzungstruppen haben vor
1. Juni das beſetzte Gebiet zu verlaſſen.
Angenommen wurde folgende Entſchle
Dank, den das deutſche Volk den Rheinlä
ſchweren Jahren bewährte Treue und die
ſchuldet, iſt der Schmerz darüber vſ5
neutraliſierte Zone nach der X
Verſailler Vertrages durch die
militariſierung weiterhin mir
bleibt, und daß das Saargebiet n.
Mutterlande zurückgegeben wir
entſprechend, hegt der Reichstag den Wunſch
feierlichkeiten am Rhein in ernſter, würdiger ſ5
ren Lage des deutſchen Vaterlandes anpaſt
gierung wird erſucht, darauf hinzuwirken,
Vereins= und Organiſationsfeiern nur eine Fjel
in den befreiten Gebieten ſtattfinde.”
Der Ausſchuß genehmigte dann den Ei
der beſetzten Gebiete, des Reichskommiſſaria
mögensverwaltung für die beſetzten
rheiniſ=
chend der Re ierungsvorlage und vertagt
Auswärtiges Amt.
Der Poſtekal vor dem Re
Die Samstagſitzung des Reichstages wu
vormittags eröffnet. Die zweite Beratung
eingeleitet durch eine Rede des Reichs;
der er einen Ueberblick über die Entwicklu
Zweige der Poſt= und Telegraphenverwaltun
das vergangene Jahr als ein
Ja=
dierung der Poſtperwaltung. Der
Maßnahmen zur techniſchen Vervollkommnu
und Telegraphenverkehrszweige berichten.
funkteilnehmer iſt weiter geſtiegen, und na
des Miniſters iſt damit zu rechnen, daß in
brauchbare Fernſehapparate eingeführt werde
Ausſprache traten naturgemäß die parteipoli
Fraktionen weniger zutage als bei anderen
ſtänden. Von den meiſten Rednern bekam die
gute Zenſur. In ſeiner Antwort auf die Au
tionsredner betonte der Miniſter, daß er eine
ſtaatsfeindlicher Parteien, von rechts oder
Poſtverwaltung mit größter Energie entgeg
der Auftragsvergebung würden alle Reichsge
rückſichtigt, und auch das Handwerk erhalte d
den Anteil.
Die Abſtimmungen wurden wegen der
beſetzung des Saales auf Montag 15 Uhr ver
ordnung der Montagsſitzung ſtehen auch die
oder Beſeitigung der ſogenannten Warenha
Halbbildung führen muß, die zerſtöreriſcher
bildung. Die geiſtigen Güter kann man nich
nicht den mühſamen Weg zu ihnen zurücklege
nis läßt ſich im Geiſtigen nicht voraunehme
Nun hat ſich André Maurois in ſeiner
über „Die Ausſichten der Biographie”, die er
zu Cambridge gehalten hat und die bei Graff
erſchienen ſind, als Dichterbiograph zu der
Wiſſenſchaft und Kunſt: darin liegt das
graphie. Die ſogenannte ſtreng wiſſenſchaft!
mehr von den Elementen der Kunſt in
ſich=
will, hat man erſt einmal die Fragwürdigkelt
erkannt, und die künſtleriſche Biographie, der
Erfaſſen eines Lebens geht, braucht die W
nicht in. Phantaſterei ausarten ſoll.
Vor allem iſt die Biographie eine Ark
Biographen. An ſeinem Helden erlebt er
ſich nicht einen beliebigen Helden der Geſchich”
Leben darſtellen. Er gerät über denjenigen,
wandten Erlebens nicht mehr los läßt. D.
immer irgendwie auch Selbſtbiographie, A
und Gefahr. In dem Maße, wie es dem Bih
Wiſſenſchaftliche als das Wahre, mit dem N4
Deutungsſchönen zu verſöhnen, wird ſein We‟
der Vollkommenheit erreichen.
Der Biograph wird von ſeinem Helden
obert, ſo iſt, nach Maurois, Strachey von 2e
erobert worden: die Wahrheit nimmt yo
aber geſtaltet er dieſe Eroberung: die Wohlne
republikaniſche Romantiker Michelet iſt Mie
in der Darſtellung des Jahrhunderts Lühlte
eroberte, ohne daß er ein Rohaliſt wurde.
Welches aber iſt der Pſychologiſche Hite
phiſchen Mode unſerer Tage?
Es iſt auffallend, wie groß die 309l
deren Leben wieder erzählt worden iſt: SN‟”
Vigny, Hugo, Dumas, Chopin, um nur beie
herauszugreifen. Romantik iſt Flucht abs
als unbefriedigend empfunden wird, iſt Aie
Die biographiſche Mode iſt Ausdruck dei.
Kollektivismus herauszukommen, vom Li
Sondermenſchen zurückzufinden, vom Fallik.
zu kommen, vom Gemeinſamen, das Dee
Einzelfall, der das Aufgegebene iſt, fortzole
Der Bolſchewismus kann folgerichtig.
phie hervorhringen. Sie iſt ſeinem Weſe
Sonntag, den 25. Mai 1930
gierungsſorgen in England.
Heu
dar moslens Nachfolger. — Weilere Umbeſehung des engliſchen Kabinekks. — Tiefgehende
Eus jedenheiten zwiſchen Arbeikerregierung und Unabhängigen. — Doch noch Verſtändigung
hen Liberalen und Arbeiterparkei über ein gemeinſames Arbeitsprogramm?
Macdonald will die Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit
Afalsſchwere Ziffern.
ſelbſt in die Hand nehmen.
not rbeitsloſigkeit, das Verhängnis
EP. London, 24. Mai.
Macdonalds.
erem (D)=Korreſpondenten.
London, 24. Mai.
ynun her, ſeit die Labour=Regierung ans Ruder
derss dieſes erſte Regierungsjubiläum Macdonalds
were Kriſe ernſtlich getrübt. Ein
ſye1 d der Labour=Regierung, Sir Oswald
Mos=
u ſſtar zentuiertem Aufſehen das Kabinett verlaſſen.
)hatte das Reſſort der Arbeitsloſen=Fürſorge
eß die Regierung, weil dieſe ſich geweigert
ſom ausgearbeiteten, überaus draſtiſchen Plan zur
derx eitsloſigkeit gutzuheißen.
ſu ſierung hat ſich bisher völlig unfähig
Id— were Problem der Arbeitsloſigkeit auch nur
fau ichtern, geſchweige denn zu löſen. Schon vor
lle Kenner der engliſchen Verhältniſſe, daß
g mit ihrer Fähigkeit dieſe Frage zu regeln,
em rde. Die erſten 10 Monate des Labour=Regi=
)oßen außenpolitiſchen Problemen ausgefüllt:
.=Reiſe, die Flottenkonferenz, Sowjetrußland,
dieſe Fragen ſind nun mehr oder weniger in
eten. Und aus dem ſtiller gewordenen Meere
Debatten ſteigt, zum Schrecken Macdonalds
erneut die gräßliche Hydra der
Arbeitsloſig=
nimmt jetzt wahrhaft grauenvolle Dimen=
Ziffern, die bekannt gegeben wurden, deckten
ahrſcheinlich gehaltenes Steigen
beitsloſen auf: während im Juni vorigen
ging, die Geſamtzahl der Arbeitsloſen etwas
tragen hatte, zeigt ſie heute die ſchwindelnde
Seit 1921/22, den erſten ſchweren
Nachkriegs=
tsloſenziffer nie mehr ſo hoch geweſen wie
n Tage von Macdonalds Regierungsantritt
ochen angeſtiegen: im Januar — 1 470 000;
18000; im März — 1550 000; im April
im Mai — 1739 000. Bis 2 Millionen iſt
beit. Die geſamte britiſche Nation verfolgt
nnung dieſe ſchickſalsſchweren Ziffern. Und
e ſie am vorigen Wochenende vorgeſetzt er=
Millionen von Engländern eine wahre
Kon=
fen.
s ſtarken Anſteigens der Arbeitsloſen=Ziffer
gegenwärtige wirtſchaftliche Depreſſion
an=
einzigen oder gar den Hauptgrund zu ſehen,
ttreffend ſein. Die Haupturſache iſt eher in
ir geſamten politiſchen und wirtſchaftlichen
Aa, die ſeit dem Regierungswechſel im Juni
England ausgebrochen iſt. Die
Wirtſchafts=
egierung iſt unter Mr. Snowdens ſtrenger
ne ſehr vorſichtige geweſen. Doch bei der
beiſpielloſen Konſervatismus und der
ſprich=
der engliſchen Kaufleute und Induſtriellen
ſichtigſten ſozialiſtiſchen Experimente — als
dend, als den Handel hemmend und als die
Ea er Induſtrie paralyſierend. Hinzu kommt,
hiel ſonaten in England die Kontroverſe um
tektionismus ſich immer mehr und mehr in
n Kampf um die zukünftigen Wirtſchafts=
2s zu entwickeln beginnt. Das alles macht
g die Löſung der Arbeitsloſen=Frage ſehr
Und es iſt durchaus nicht ausgeſchloſſen, daß
Regierung Macdonald noch vor Ende dieſes
ängnis werden wird. Die Demiſſion Sir
2ß als ein ſehr beunruhigendes erſtes Signal
Ven.
Zum Nachfolger Sir Oswald Mosleys iſt nach
einer offiziellen Mitteilung das bisherige Mitglied der Simon=
Kommiſſion, Majox Attlee, ernannt worden. Die
Er=
nennung Attlees, der im Kabinett Macdonald vom Jahre 1924
den Poſten eines Unterſtaatsſekretärs im Kriegsminiſterium
innehatte, kommt nicht überraſchend, da er nach Beendigung der
Arbeiten der Simon=Kommiſſion ebenſo wie der frühere General=
Poſtmeiſter Hartſhorne einen Poſten in der Regierung erhalten
ſollte. In wohl informierten Kreiſen ſpricht man ſogar davon,
daß Macdonald angeſichts der wachſenden
Unzu=
friedenheit mit der Arbeitsloſen=Politik des
Erwerbsloſenminiſters Thomas dieſem einen
anderen Poſten in der Regierung anweiſen und
Macdonald ſelbſt ſich der Frage der Bekämpfung der
Arbeitsloſig=
keit widmen wolle.
Der parlamentariſche Korreſpondent der „Daily News” macht
heute die intereſſante Mitteilung, daß Macdonald ſich nach dem
Abbruch der Verhandlungen mit den Liberalen abermals an
Lloyd George gemandt habe, um eine neue Konferenz mit dem
liberalen Führer herbeizuführen, um doch noch eine
Ver=
ſtändigung über ein gemeinſames
Arbeitspro=
gramm zwiſchen den beiden Parteien herbeizuführen.
Die Liberalen treten am Dienstag nächſter Woche zu einer
Frak=
tionsſitzung zuſammen, um ſich über die Haltung bei der
Unter=
hausabſtimmung am nächſten Mittwoch wegen des Gehalts des
Arbeitsloſenminiſters Thomas klarzuwerden. Allgemein rechnet
man damit, daß ſowohl die Liberalen als auch der linke Flügel
der Arbeiterpartei ſich der Stimme enthalten werden.
Ein neuer Angriff des linken Flügels der
Arbeiterpartei gegen die Regierung iſt für
Mon=
tag angekündigt worden. Mehrere Mitglieder der
unab=
hängigen Arbeiterpartei unter der Führung von Maxton wollen
einen Antrag auf Kürzung des Gehalts des Indienminiſters
Wedgwood Benn als Einſpruch gegen die Behandlung der
poli=
tiſchen Gefangenen in Indien einbringen. Wie hieraus
hervor=
geht, ſind die Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen Regierung und
dem linken Flügel der Arbeiterpartei auch weiterhin ſehr
tief=
gehend.
Erneukes Pakkangebot Macdonalds an die Liberalen
Der Entſchluß der Konſervativen Partei, alles daran zu
ſetzen, die Regierung Macdonald nach der Ausſprache über die
Arbeitsloſigkeit zu ſtürzen, hat das Kabinett Macdonald
veran=
laßt, nochmals ein Paktangebot an die Liberalen zu richten. Es
wird darin vorgeſchlagen, die Wahlreform
vorläu=
fig zurückzuſtellen und zuerſt eine
parlamenta=
riſche Arbeitsgemeinſchaft für die Erledigung
eines Notprogramms zur Bekämpfung der
Ar=
beitsloſigkeit zu vereinbaren.
Der Eindruck in Patis.
M Paris, 24. Mai.
Die erſte Wirkung des Memorandums Briands war, daß die
Konfuſion in der europäiſchen Politik noch größer wurde. Der
franzöſiſchen Außenpolitik fehlt es ſchon ſeit geraumer Zeit an
einer klaren Orientierung. Das iſt eigentlich überall bekannt.
Jetzt fängt man aber an, es ſelbſt in Frankreich zu betonen.
Schuld daran iſt vor allem die Entwicklung in England. Die
ſchönen Tage der Entente Cordiale waren mit dem Siege der
Arbeiterregierung vorbei. Seitdem weiß die franzöſiſche
Außen=
politik eigentlich weder aus noch ein. Alle Verſuche für eine
neuerliche engliſch=franzöſiſche Annäherung verſagten. Die
Kon=
ſequenzen aus dem Verhalten Macdonalds und Snowdens zu
ziehen, wagte man nicht. Die Lage war alſo ſchon kompliziert
genug; jetzt iſt ſie aber noch komplizierter geworden, ſeitdem ſich
die engliſche Innenpolitik in Bewegung befindet. Man hört in
Paris — das iſt auffallend genug — ſchon keine Prophezeiungen
mehr über das Schickſal der Arbeiterregierung. Man behauptet
*
Zraphien hervorgebracht: Lenin. Damit iſt
ſeworden und zeigt nur, wie unklar farblos
ſeinen eigenen Verfechtern iſt.
Romantik iſt aus dem Zuſammenbruch der
9t mit deutlichen Zeichen der Erkrankung
Uten wir Kinder des Weltkrieges vor einer
n?. Oder iſt es nur eine der vielen Wellen,
die Oberfläche eines Ozeans kräuſeln, der
preisgibt?
Helden iſt ſo alt wie die Menſchen, er wird
hwinden, wenn es keine Helden mehr geben
ſiſches Landestheaker.
1s. — Samstag, den 24. Mai.
Leben des Oreſt.
ſe Oper von Ernſt Krenek.
Ober nach einmaligem Anhören ein ver=
3u geben, iſt nur ſehr bedingt nöglich. Ein
Drher leſen, eine Oper kann trotz Studiums
des Klavierauszuges nur durch Erklingen
S Orcheſters, durch das Enſemble der Szene
C des in Leipzig erfolgreich uraufgeführten,
Ne anerkannten Werkes, iſt zwieſpältig. Es
Leſlant und begabt genug, um auch hier zur
werden. Ein äſthetiſch und künſtleriſch
an=
a9 abſtoßendes Theaterſtück von ſtarker
ait allen Allüren der früheren großen Oper.
S brutale, teils banale Muſik ohne Stil.
T mehr ſchauſpieleriſche als gefangliche
Auf=
öre.
Be kagen von unſeren ausgezeichneten Künſt=
* Böhm an der Spitze unſeres virtuoſen
Die Inſzenierung A. M. Rabenalts und W.
1S der großen Oper eine groteske
Offen=
v. H.
eriment, keine Löſung.
Rüiches Ruch für Frauen.
Ind ein Kommerzienrat ein
Koch=
merhin bemerkenswert. Dr. Adalbert Zoell=
2 der Roſenthal=Porzellanfabri=
ken in Marktredwitz, hat den deutſchen Frauen dieſe Ueberraſchung
bereitet.
Man lieſt das Buch und muß ſtaunend fragen: Kann es
ſolche geſunde und unkomplizierte Kommerzienräte geben?
Roman=
tiker, die in der Würde des Induſtriemagnaten ſolche
Purzel=
bäume ſchlagen?
Dabei iſt es nicht nur ein ſchlichtes und prächtiges, ſondern
auch ein geiſtreiches Buch. Nur auf der Höhe kultivierter
Häus=
lichkeit kann ſolches Werk gedeihen. Biedermeiergrazie mit dem
praktiſchen Sinn für das rollende Band.
Meiner Mutter Kochbuch”, Verlag „Die Schaulade‟
in Bamberg.
Ein paar Worte aus der Einleitung:
„Es gibt nicht viele Kochbücher, die von Männern verfaßt
wurden; und doch will mir ſcheinen: das Kochen iſt ein Problem,
das man den Frauen nicht allein überlaſſen ſollte.
Es könnte ſonſt zu leicht kniefrei und bubiköpfig betrieben
werden, alſo modiſch — dem heutigen Zeitgeiſt entſprechend.
Zum Kochen aber gehören; alte Mode, alter Brauch, Liebe,
Zeit und ein bißchen Wiſſen, Praxis.
Auch die Küche hat etwas von unſerer ſchnellen Zeit
bekom=
men, ein wenig Kino, Radio, Auto, Weekend.
Auf daß dieſe heitere Kunſt wieder Anſchluß finde an alte
Tradition, an Poſtkutſche und Geruhſamkeit, hab ich verſucht,
meiner Mutter Kochbuch mit dem nötigen Kommentar
heraus=
zugeben.”
Und nun folgen in friſcher, luſtiger Harmonie prächtige,
viel=
fach unbekannte Rezepte. Suppen, Braten, Fiſche, Mehlſpeiſen,
Abendbrot, Kuchen, — kurz alles, was das Herz begehrt. Rund
300 köſtliche Rezepte.
Die werden aber von klugen Worten begleitet.
Bei den Suppen heißt es u. a.:
Zu Beginn gleich das erſte Geheimnis der guten Suppe:
das Zuſetzen.
Bereits um 9 Uhr früh ſtand der Suppentopf auf dem Herd.
Mit kaltem Waſſer wurde zugeſetzt, denn es ſollte gute Suppe
geben. Die Zutaten wechſelten nach Jahreszeit und Geſchmack.
Unverrückbar war folgendes im Suppentopf: etwas gelbe Rüben,
Sellerie, ein Lorbeerblatt, die Zuwage von Markknochen. So
brodelte der Suppentopf 2½ bis 3 Stunden luſtig voran.
Die meiſten Leute kochen zu kurze Zeit. Das iſt der
Hauptfeh=
ler, und er zerſtört täglich Millionenwerte guter Nahrungsmittel,
die unausgewertet bleiben.”
Bedeutſam beginnen die 23 Fiſchrezepte mit den Worten:
„Mein Vater war ein großer Fiſcher. In der Eger angelte
er auf Forellen, Aeſchen. Hechte, Barben; in Teichen zog er
Karpfen und Schleien.”
Das Kapitel über die Mehlſpeiſen kann man nicht leſen, ohne
daß ſich das Verlangen nach Dampfnudeln mit goldener
Vanille=
ſauce regt.
Wir haben in der Weltliteratur ſchon einmal einen
feinſin=
nigen und anmutigen Geiſt gehabt, der über Tochkkunſt ſchrieb:
Seite 3
nur ſteif und feſt, daß die innenpolitiſche Situation
in England ganz verfahren und unlösbar ſei.
Merkwürdigerweiſe ſcheint man deswegen hier noch mehr
Kopf=
ſchmerzen zu haben als in London. Solange keine politiſche
Klärung in England eintritt, wird die franzöſiſche Außenpolitik
zwiſchen mehreren Richtungen pendeln.
Engliſch=ruſſiſches Ziſchereiabkommen.
Ein engliſch=ruſſiſches Fiſcherei=Abkommen
iſt geſtern zwiſchen Außenminiſter Henderſon und dem ruſſiſchen
Botſchafter in London, Sokolnikow, im Foreign Office
unter=
zeichnet worden. Das Abkommen wird am Montag in Form
eines Weißbuchs dem Unterhaus unterbreitet und am Dienstag
veröffentlicht werden. — Die engliſche Regierung ſcheint im
Gegenſatz zu ihrer Politik im Jahre 1924 die Abſicht zu
ver=
folgen, die zwiſchen England und Rußlond ſchwebenden Fragen
einzeln zu erledigen und ihre Ratifizierung vom Unterhaus von
Fall zu Fall vornehmen zu laſſen. Im Jahre 1924 waren alle
zwiſchen den beiden Ländern offenſtehenden Fragen in einem
einzigen Vertrage geregelt worden, der aber vom Unterhaus
nicht gebilligt wurde.
Grundlegende Auseinanderſekzung über die lehten
Ziele und Zwecke des Völkerbundes.
Das Sekretariat des Völkerbundes veröffentlicht die
Tages=
ordnung zu der am 10. September beginnenden
Vollverſamm=
lung des Völkerbundes. Der Beratungsſtoff, der der
Verſamm=
lung aus allen Tätigkeitsgebieten des Völkerbundes vorgelegt
wird, ſpitzt die Septemberverhandlungen, wie es in den letzten
Jahren nicht mehr der Fall war, zu einer grundlegenden
Auseinanderſetzung über die letzten Ziele und
Zwecke des Völkerbundes zu, da im September nicht
nur der Plan Briands eines europäiſchen Staatenbundes
zur Erörterung gelangt, ſondern die Verſammlung ſich auch über
die Ergebniſſe der Zollfriedenskonferenz, die
Umſtellung der Völkerbundsſatzung auf den im
Kelloggpakt ausgeſprochenen Kriegsverzicht, die
Vertagung der Abrüſtungsverhandlungen und
die unbefriedigenden Ergebniſſe der letzten
Sicherheitsverhandlungen auszuſprechen haben wird.
Da im September unter Umſtänden auch die Regelung der
Saarfrage neben einem umfangreichen Programm über die
allgemeinen Verwaltungsfragen auf wirtſchaftlichem,
finanziellem, verkehrstechniſchem, kulturellem und geiſtigem
Ge=
biet vor die Genfer Organſiation gelangt, rechnet man ſchon
jetzt mit einer mindeſtens vierwöchigen Dauer der
Vollverſamm=
lung.
Beſondere Bedeutung kommt im September der Neuwahl
der drei Mitglieder zum Völkerbundsrat zu,
welche die Sitze der ausſcheidenden Staaten
Kuba Kanada und Finnland einnehmen ſollen.
Für Finnland dürfte der Nachfolger in Norwegen
be=
reits feſtſtehen. Dagegen dürfte es um die frei werdenden Sitze,
die bisher von einem ſüdamerikaniſchen Staat und einem engliſchen
Dominion eingenommen wurden, zu ſcharfen Kämpfen kommen.
Rückwirkungen der Akkion Briands für Frankreich
unausbleiblich.
A Paris, 24. Mai.
Der kühle Empfang, den Briands Memorandum überall
gefunden hat, hat ſelbſt ſeine Gegner ein wenig überraſcht.
Sie ſuchen es aber wenigſtens innenpolitiſch auszunützen. Die
Rechte tut ſo, als ob der Mißerfolg Briands — inſoferne es ſich
überhaupt ſchon von einem Mißerfolg reden läßt — nur Briand
perſönlich, nicht aber die fronzöſiſche Außenpolitik anginge. Das
iſt aber ganz und gar verkehrt. Die franzöſiſche Außenpolitik
be=
kommt die Rückwirkungen dieſer Aktion, ob günſtig oder
un=
günſtig, mit mathematiſcher Sicherheit ſpäter zu fühlen.
Das Verhältnis zu Italien gibt hier zu
wachſen=
den Sorgen Anlaß. Entgegen ihrer Gewohnheit beginnt die
fas=
ciſtiſche Preſſe nicht einzulenken. Im Gegenteil. Die Worte
Muſſolinis in Mailand waren keineswegs verſöhnlich, vielmehr
ſprach der Duce mit einem giftigen Humor von der Wirkung
ſei=
ner Florenzer Rede. Man ſieht vorläufig keinen Anfang einer
Entſpannung. Angeblich ſoll daran auch die geſpannte Lage des
Fascismus ſchuld ſein. Die inneren Schwierigkeiten Italiens
ſollen den Duce zu einer agreſſiven Außenpolitik treiben. Ueber
dieſe inneren Schwierigkeiten wird hier ſehr viel erzählt.
Zahl=
reiche Gerüchte gehen um, aber es fehlt die Möglichkeit, jeder
Kontrolle.
Brillat=Savarin. Er trug einen blauſeidenen Frack,
ver=
kehrte im Salon der Madame Récamier und ſchrieb, nach reichem
und ſchönem Leben „Die Pſychologie des Geſchmacks”.
Wahre Lebenskunſt ſtrahlet dieſes Werk aus, das heute noch,
nach 105 Jahren, in allen Kulturſprachen der Welt lebt.
Und Zoellners Buch, geſchrieben in einer neuen, ganz anders
gearteten Zeit, reich belebt von klugen Worten geſteigerten
Lebensgefühls, hell und liebenswürdig, verdient nicht nur wegen
ſeines Stils literariſche Bewunderung, ſondern es bejaht, in
lebendiger, oftmals dichteriſcher Kraft, den ſchönen Pflichtenkreis
der deutſchen Frau. Jener Frau, die immer noch, trotz Bubikopf
und Seidenſtrumpfen, den Krug und die Fackel in treuſorgenden,
ſelbſtloſen Händen trägt.
I. 4.
Ap. Petra. Die Geſchichte eines jungen Mädchens von Barbra
Ring. (München, bei Georg Müller. Preis kart. 4,80, geb. 6,50 RM.)
Die norwegiſche Verfaſſerin, die ſich mit ihrer
Jungmädchen=
geſchichte „Anne Carine Corvin” bereits einen Namen gemacht hat, zeigt
in dieſem Buche alle Vorzüge, die ihr ſchon ſo viele Freunde erworben
haben. Die Jugendjahre der Paſtorstochter Petra bis zu ihrer
Ver=
lobung werden mit ſolcher Natürlichkeit, ſonnigem Humor und
Wirklich=
keitsſinn ohne Effekthaſcherei und ohne die üblichen pſychologiſchen
Grübe=
leien geſchildert, daß nicht nur die weiblichen, ſondern alle Leſer ihre
helle Freude an dieſem friſchen, köſtlichen Buche haben werden.
Meiſter=
haft iſt die Charakteriſtik dieſes frohgemuten großen Kindes mit dem
warmen Herzen und geſunden Sinne, die trotz ihrer rückſichtsloſen
Wahr=
heitsliebe und Offenheit, die vor keinem Konflikt zurückſchreckt und nur
das tut und mit Energie durchführt, was ihr gut ſcheint, ſich alle
Men=
ſchen zu Freunden macht, wenn ſie ſie auch anfangs verblüfft. Aber auch
dieſem lieben jungen Menſchenkind, das gerne und leicht alles Widrige
von ſich abſchüttelt, bleiben ſeeliſche Konflikte nicht erſpart, indem es ſich
zwiſchen zwei jungen Männern, die ſich um ihre Liebe bewerben, zu
ent=
ſcheiden hat, aber ſchließlich der Stimme ihres Herzens folgend, den
Rechten erkennt. Ein großer Teil der Erzählung ſvielt zur Winterszeit,
in der die norwegiſche Landſchaft mit fußhohem Schnee bedeckt iſt und
der Verkehr, wie reizvoll geſchildert wird, auf Schlitten und Skiern
ver=
mittelt wird. Ueberſetzt iſt das Buch, wie das erſtgenannte derſelben
Verfaſſerin, von Cläre Greverus Miben.
Zeſammelte Aufſätze. Mit 68 Tafeln. Geheftet 15.—,
Leinen 22.— Mk. Verlag N. Piver u. Co, G. m. b. H., München.
Die Bücher Max Dvoraks ſind uns längſt ein feſter geiſtiger Beſitz
geworden. Seit ſeiner „Kunſtgeſchichte als Geiſtesgeſchichte” hat ſich die
Schar ſeiner Anhänger immer mehr vergrößert und der Ruhm des
allzu früh verſtorbenen Gelehrten als der eines Neugründers
kunſt=
geſchichtlicher Forſchung wächſt immer mehr. Nicht mit Unrecht iſt er
heute neben, ja, von moderner Kunſtbetrachtung aus, über Jakob
Burck=
hardt geſtellt. Wunderbar klar werden gerade in dieſen Aufſätzen, die
von dem byzantiniſchen Einfluß auf die Miniaturmalerei, von der
barocken D ckenmalerei, von der Geſchichte der Gartenkunſt uſw.
han=
deln, die Zuſammenhänge zwiſchen den einzelnen Stilen und Ländeyn
feſtgeſtellt und gedeutet.
Seite 4
Sonntag, den 25. Mai 1930
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unter Haftung der Stadt Darmſtadt.
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erfolgen. Antragsvordrucke ſind bei ſämtlichen Stellen koſtenlos
Darmſtadt, den 22. Mai 1930.
Städtiſche Sparkaſſe Darn
Kräckmann.
Sonntag, den 25. Mai 1930
Seite 5
Darmſtadt, den 25 Mai.
lieder Rolkreuzkag!
nntag, den 1. Juni 1930.
e Kreuz ruft auch in dieſem Jahre wieder
ſeiches ſeine Getreuen zur Kundgebung für
nken des Roten Kreuzes zuſammen. Auch
Sonntag, dem 1. Juni, im Zeichen des
Rot=
will helfen, nichts als helfen. Jeder kann
rgendwelcher Hilfe bedarf. Die Zeiten ſind
Die wirtſchaftliche Not laſtet immer
ſchwe=
chten. Kaum iſt ein Stand, ein Beruf, ein
iſtenzkampf verſchont. Das Heer der
Arbeits=
nge nicht mehr aus den Handarbeitern zu=
Angeſtellte und Angehörige der freien
Be=
g. Die ſinkende Kaufkraft breiteſter
Volks=
ückend fühlbar in der geſamten Wirtſchaft,
lich bei dem um jede Mark ſorgenden
mitt=
ſchäftsmann und Gewerbetreibenden In
ien können nicht mehr die notwendigſten
jedigt werden. Die Folgen ſind ſchlechte
Er=
ſe Gefährdung. Mit ihnen gehen Krankheit
d in Hand. Die Zahl der Hilfsbedürftigen
daß die öffentliche Wohlfahrtspflege unter
in ſie geſtellt werden. finanziell faſt
zu=
e Kreuz, als ein ſtarkes Glied der freien
Deutſchland, ſieht deshalb ſeine Aufgaben
ſelbſtverſtändlicher Bereitſchaft ſeine Kräfte
ienſt für die Geſamtheit, geleiſtet am
ein=
rſten Helfer ſind ſeine Schweſtern und ſeine
er nicht in der Krankenpflege und in der
ücksfällen erſchöpft ſich die Tätigkeit des
die Heilung ſtellt es die Vorbeugung durch
und Säugling und den Kampf gegen
Volks=
in Kindergärten, Horten, Erziehungs= und
t es der Jugend. Und es iſt ein Zeichen für
gkeit und die Wirkung ſeiner Hilfsidee, daß
gerade aus der Jugend ſelber heraus ſich
enen Anerziehung geſundheitlicher Lebens=
* Geſunderhaltung ſelbſt entwickelt hat. Wir
ceuz, das in Deutſchland bereits in einer
Schulen durch die Schüler Gruppen
gebil=
rägt einen werbenden Charakter in ſich. Er
Miſſion und Tradition des Roten Kreuzes
en als Selbſtzweck des Menſchen hinſtellen
ner und Mitarbeiter dafür gewinnen. Möge
in dieſem Jahre wieder ſeinen vollen Er=
* Dienſt am Nächſten bedeutet Segen für
Untsm
em 1
„Dswd
2l
46. Jahresfeſt des Evang. Kirchengeſangvereins
Das 46. Kirchengeſangsfeſt, das am 31. Mai und 1. Juni hier
ſtatt=
findet, wird eine Kundgebung von großem Ausmaß werden. Bis jetzt
haben ſich 63 Kirchenchöre mit weit über 2000 Sängern und Sängerinnen
angemeldet.
Den muſikaliſchen Höhepunkt wird die Aufführung der
H=Moll=Meſſe von Bach am Samstag, den 31. Mai, abends 8 Uhr, in
der Stadtkirche durch den Offenbacher Kirchengeſangverein bilden. Es
gibt in der klaſſiſchen Kirchenmuſik wohl kaum ein Werk, das höhere
An=
forderungen an den Chor ſtellt als dieſes. Der hohe Ruf des
Offen=
bacher Kirchengeſangvereins bürgt für eine vortreffliche Aufführung.
Ihm zur Seite ſteht, das Orcheſter des Landestheaters, das ſich mit
Hin=
gabe der herrlichen Aufgabe gewidmet hat. Die Sologeſänge, Orgel,
Cembalo ſind in beſten Händen, ſo daß der verdiente Leiter,
Muſikdirek=
tor Lembcke, ohne Zweifel keine allzu ſchwere Aufgabe vor ſich
ſehen wird.
Den gottesdienſtlichen Höhepunkt bilden die
Feſtgot=
tesdienſte, die in allen Kirchen der Stadt gehalten werden. Die
Kirchen=
chöre der Einzelgemeinden werden durch benachbarte Chöre verſtärkt
werden; doch werden keine Rieſenchöre gebildet werden. Es werden
wohl in den meiſten Kirchen Chöre von 120—150 Sängerinnen und
Sängern ſingen. Die Gottesdienſtordnung wird überall dieſelbe ſein.
Die Feſtpredigten liegen in den Händen bekannter Prediger, die der
Sache des Kirchengefangs naheſtehen.
Nach außen wird den Höhepunkt bilden das
Choral=
ſingen im Glockenhof des Schloſſes um 2 Uhr. Hierbei werden die
ſämt=
lichen Chöre, zu einem Rieſenchor von über 2000 Stimmen
zuſammen=
treten und einige Lieder ſingen. Auch werden die vereinigtn
Poſaunen=
chöre von Starkenburg einige Weiſen erklingen laſſen. Den Schluß der
kurzen Feier wird ein gemeinſam von Sängern und Hörern geſungener
Choralvers „Nun danket alle Gott” bilden.
Die Kirchenchöre und die Poſaunenchöre marſchieren ſodann zu der
Feſthalle, in der eine würdige Nachfeier ſtattfinden ſoll. Für
dieſe Gelegenheit treten die Vereine zu Chören von 200—500 Sängern
zuſammen. Auch dieſer Feier liegt eine feſtumriſſene Ordnung zu
Grunde. Nur wenige kurze Anſprachen werden gehalten werden, die
durch Lautſprecher in allen Teilen der rieſigen Halle zu verſtehen ſein
werden. Der 31. Mai und der 1. Juni werden ſicherlich Ehren= und
Feſttage der evangeliſchen Gemeinden unſerer Stadt werden.
Für das Streſemann-Denkmal von Mainz.
Jahre auf eine 25jährige erfolggekrönte Tätig= Eine Bauſtein=Plakette für das Mainzer Streſemann=Denkmal
von Wilhelm Etzold einer großen Dankespflicht ſoll jetzt zum Verkauf gebracht werden, um die Mittel für die
man in die Konzerte des „Liederzweig” immer Errichtung zuſammenzubringen. Der Entwurf der Plakette ſtammt
von dem Architekten Carl Henſel=Mainz.
Lehär-Operetten-Abend
Müller-Wischin/Bunsel
31. Mai im Kleinen Haus
am 6. Mai 1930: der Landgerichtsrat bei dem
Rheinheſſen Karl Pauli zum
Amtsgerichts=
t in Mainz und der Amtsgerichtsrat bei dem
Dr. Hugo Speckhardt unter Belaſſung der
s bei dem Amtsgericht in Mainz zum
Land=
dgericht der Provinz Rheinheſſen.
ung. Auf Grund des Geſetzes über die
Alters=
en vom 2. Juli bzw. 19. Dezember 1923 (Reg. Faſſung des Geſetzes vom 8. Oktober 1925
tt am 1. Juli 1930 in den Ruheſtand:
Amts=
itsgericht Bad=Nauheim Berthold Rauſch.
Am Himmelfahrtstage ſind um 10 und 11 Uhr
Vereine haben Ermäßigung. Es wird möglichſt
ten. Die Kaſſe iſt von 10—11,45 Uhr vormit=
Zeit kann die Madonna von H. Holbein d. Jg.
ngen beſichtigt werden.
zeig. Wir weiſen ſchon jetzt nachdrücklichſt auf
Juni. abends 8 Uhr im Großen Haus des Heſſ.
ude Konzert des Liederzweig‟=Dadt hin.
ier des 75jährigen Beſtehens des Vereins. Dieſer
er erſte Teil der Vortragsfolge gewidmet,
wel=
eig” allein übernommen hat. Der Abend ſoll
ndungsfeier ſein, ſondern ſoll eine Ehrung
wer=
ollen Chormeiſter des „Liederzweig”., Wilhelm
gent zurückblicken kann. Der „Liederzweig”
tungen geht, ſo iſt es in erſter Linie das Ver=
Arbeitsfreude und des großen Könnens Wilh.
ge ſieht vor in der erſten Abteilung den
weihe=
terſtimmen mit Klavierbegleitung „Mitternacht”
d außerdem den ſich mächtig ſteigernden „Mahn=
Nagler. Joſef Herrmann, Heldenbariton
Slautern, der dort auf der Bühne und im
Kon=
rt hat, die ihm die große Sängerlaufbahn
ver=
ſel begleitet von Paul Ottenheimer — drei
on Hugo Wolf: „Anakreons Grab‟. Der König
Biterolf”. Ferner ſingt er drei Meiſtergeſänge
eiſters Arnold Mendelsſohn, die dieſen
Kom=
zeigen, die dem großen Publikum an ihm viel=
Ausſtellung 200 Jahre Darmſtädter Kunſt.
int iſt, von der Seite eines überlegenen, milden
S. Der Komponiſt wird die Lieder ſelbſt be=
Die entſcheidenden Vorbereitungen ſind beendet, das Material
ge=
eil der Vortragsfolge gehört ganz dem
Männer=
itzold hat, ſchön im letzten Jahre mit ſeinen ſammelt und im Anrollen. Aus etwa 400 Leihgaben und etwa 100
An=
ſich erfolgreich für das choriſtiſche Schaffen unſe= meldungen lebender Künſtler wird das Beſte zuſammengeſtellt. In der
Ottenheimer eingeſetzt. Anläßlich des zweiten Kunſthalle gibt der reiche Kunſtbeſitz des ehemaligen Großherzogs den
feſtes ſangen der „Liederzweig‟ Darmſtadt, der Mittelpunkt. Auf der Mathildenhöhe wird neben vielen wiedergefun=
„Germania” Crumſtadt, Männergeſangverein, denen Werken z. T. faſt vergeſſener Maler der Kunſt der Gegenwart
rgeſangverein Reinheim, „Sängerluſt” Spach= breiter Raum gelaſſen.
Es werden zwei getrennte Kataloge erſcheinen, die Dank d—
ein=
inden Stärke von 400 Sängern Chöre von Paul
1S Vereine haben ſich nun wiederum zuſammen= gelaufenen Spenden mit Abbildungen reich verſeh werden können.
nächſten Montag unter Etzolds Stabführung Das intereſſante Plakat iſt von H. Hohmann und H. Pfeiffev. Die
Ottenheimer zur Aufführung bringen, von denen Vignette auf den Schriftſätzen hat H. Vielmetter gezeichnet. Die Be=
(d. Dieſe Vortragsfolge dürfte intereſſant genug ſchickungen zur Mathildenhöhe müſſen vom 25. Mai bis 1. Juni erfolgt
F.H.
beig” bei ſeinem Jubiläumskonzert ein ausver= ſein.
inſtler auswärts. Die Darmſtädter Künſtlerin
Peee Reh
Eche konzertierte kürzlich in Oberkirch. Dortige
H"
Schon zu Beginn des erſten Liedes konnte
DARASTADT, Ernst-Ludwigstraße 20
*5 die Sängerin über eine gepflegte und wohl=
Jetzt die große Auswahl von Mk. 85.— an
rfügt, und ihr ſchönes Inſtrument, die Laute,
(8408b
Liliput-Kleinkühler Mk. 29 —
n9 zu bringen weiß. Als erbetene Dreingabe
brtrag „Allzu eng verbunden” von Laura von
Wärme und gutem Vortrag hörte man die
— Alt=Darmſtadt, Verein für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Am Abend” und „Mei Schatz is a Reiter”, je
Sernſchnuppen” von Lotte Dockhorn und dann Nächſte Veranſtaltung am Donnerstag (Himmelfahrtstag). Es
Iae Lied „Wo mag denn wohl mein Chriſtian findet der alljährlich übliche Waldrundgang (Morgenſpaziergang) ſtatt,
nkten herzlich für das Gebotene. Die von Diesmal Waldbezirk Klipſteinseiche und Umgebung. Treffpunkt vor=
Necke zur Laute geſungenen Lieder waren im mittags 8 Uhr Tierbrunnen. Führer: Wilhelm Kaminsky.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
en Inhalts, während die im zweiten Teil heitere
Sängerin brachte ihre Lieder gut zum Vortrag, ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu rufen.
n den Pianoſtellen, und zeigte ſich bei den hei= Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag, den 25. Mai,
je meiſterhafte Mimik und entſprechende Text= folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit: Dr. med. Hammer, Beſ=
Doye, ſo daß ſie jeweils ſich zu einer Dreingabe ſunger Straße 3 (Tel. 632), Dr. med. Holzmann, Schwanenſtr. 73
(Tel. 22), Dr. med. Weyell, Hölgesſtraße 16 (Tel. 253).
nen beſonders die letzte lebhaftes Echo fand.
Wmmm
Preise Mk. 1.— bis 3.—
8436
Wie berichtet wurde, umgeht der neue offizielle Führer der
Aſſociation International des Automobilclubs
Reconuns A. J. A. C.N. die Bergſtraße, als ob dieſe Straße in
ſchlech=
tem Zuſtande ſei. Hierdurch wird auch der Verkehr zwangsweiſe auf
Wege geleitet, die die mit der Bergſtraße — der deutſchen Riviera —
ver=
bundenen Schönheiten nicht aufweiſen können, wodurch die Geltung
Heſ=
ſens geſchädigt und das allgemeine Streben, den Fremdenverkehr zur
Hebung von Handel und Wandel Heſſens heranzuziehen, ſtark durchkreuzt
wird.
Dieſes verwerfliche Vorgehen gegen die Intereſſen Heſſens dürfte
auf die Beſtrebungen verſchiedener im Norden Deutſchlands redigierter
Sportzeitungen, die Straßen Heſſens als „alle ſchlecht” zu bezeichnen,
zu=
rückzuführen ſein.
Der Starkenburger Automobilelub, Sitz Darmſtadt, hat gegen eine
in dieſem Sinne in „Motor und Sport”, Heft 18 vom 4. Mai, erſchienene
Veröffentlichung energiſch Stellung genommen.
Es heißt in der Zuſchrift u. a.: Sie gehen in Ihrem Urteil „die
heſ=
ſiſchen Straßen ſind alle ſchlecht”, von einem geographiſchen Irrtum aus,
zu dem wir als Heſſiſcher Automobilelub glauben Stellung nehmen zu
müſſen. Es gibt nämlich mehrere Heſſen in Deutſchland, ein Umſtand,
der ſchon mehrfach zu Verwechſelungen, teils humorvoller, teils
uner=
quicklicher Art Anlaß gegeben hat. Gerade die ſcharfe Kritik richtet ſich
gegen die Straßenverhältniſſe in der preußiſchen Provinz Kurheſſen,
während das Land Heſſen eigentlich gut dabei abſchneidet. Denn
einer=
ſeits wird empfohlen, über Gießen-Bad=Nauheim (gelegen im Land
Heſſenl) zu fahren und andererſeits wird die Linie Mainz—
Darm=
ſtadt (beides ebenfalls im Land Heſſen gelegen!)—Heidelberg als
durch=
weg gute Straßen bezeichnet.
Ob die Klagen über die Straßenverhältniſſe in den Bezirksverbänden
Kaſſel und Wiesbaden (gelegen in der preußiſchen Provinz Heſſen=
Naſ=
ſau!) veranlaßt ſind, wollen wir nicht beurteilen, während andererſeits
bekannt iſt, daß beide Verbände mit allen Kräften, die aber in finanzieller
Hinſicht gegenwärtig beſchränkt ſein dürften, an einer Verbeſſerung des
Straßennetzes arbeiten.
Daß die Kritik für das Land Heſſen völlig unzutreffend iſt und
ſich ſelbſt widerlegt, mag folgendes ergeben: Seit der Ueberführung der
heſſiſchen Straßen in Eigentum und Unterhaltung der Provinzen
Star=
kenburg, Rheinheſſen und Oberheſſen im Jahre 1927 wird der Umbau
und die Anpaſſung der Straßen an den modernen Verkehr in planvoller
Weiſe mit allen Kräften betrieben. Während der Jahre 1927—1929 ſind
insgeſamt 38,7 Millionen Straßenbaukoſten verwandt worden. Hiervon
ſind 11,2 Millionen auf dem Anleiheweg und 9 Millionen aus dem
Kraft=
fahrzeugſteuer — d. h. die Kraftfahrzeugſteuer reſtlos — aufgebracht.
Weiterhin bringen die wegeunterhaltspflichtigen Provinzen für dieſen
Zweck noch weitere Mittel aus allgemeinen Steuern auf und weiter leiſtet
der Staat den Wegeunterhaltspflichtigen noch einen ganz erheblichen
Zu=
ſchuß. Endlich leiſten auch noch die Gemeinden ganz erhebliche Beiträge,
da ſie für die Ortsdurchfahrten mit aufkommen müſſen.
Was die Verhältniſſe in der Provinz Starkenburg des Landes
Heſ=
ſen anbelangt, ſo war Ende 1929 das Netz der Durchgangsſtraßen zu
80 Prozent weiter ausgebaut, d. h. auf 6 Meter Straßenbreite gebracht
und mit Kleinpflaſter oder mittelſchwerer oder leichter Oberflächendecke
verſehen, ſofern dies nicht ſchon jahrelang, wie auf der Bergſtraße zur
Freude der Kraftfahrer durchgeführt war. Gefährliche Kurven ſind
ver=
beſſert, durchweg ſind die Kurven an der Außenſeite erhöht worden, ſo
daß ein glattes und auch bei feuchtem Wetter ſicheres Fahren durch
Kraftfahrzeuge gewährleiſtet wird. Bereits in dieſem Jahre iſt der
weitere Ausbau des Bezirksſtraßennetzes in Angriff genommen, deſſen
wichtige und für den Verkehr, ſoweit er keinen Lokalcharakter trägt,
maßgebliche Straßenzüge ebenfalls in abſehbarer Zeit in einwandfreiem
Zuſtande ſein werden. Daß abſeits des Durchgangsverkehrs gelegene Wege
noch nicht mit Kleinpflaſter verſehen ſind, dürfte jedem die heutigen
Wirtſchaftsverhältniſſe verſtehenden Kraftfahrer begreiflich ſein.
Der=
artige Wege gibt es auch in ziemlicher Nähe Berlins wie auch in anderen
Teilen Deutſchlands.
Die für den Durchgangsverkehr in Betracht kommenden Autoſtraßen
in Rheinheſſen ſind bereits in dem betr. Streckenvorſchlag als gut
be=
zeichnet worden und können bei der demnächſtigen Fahrt zum freien
deutſchen Rhein als ganz hervorragend erkannt werden.
Was nun die Provinz Oberheſſen betrifft, ſo iſt die Strecke ab
Gießen über Bad=Nauheim-Vilbel bis Frankfurt (und von da über
Neu=Iſenburg=Darmſtadt-Bensheim—Heppenheim uſw., durch ſeine
breiten Kleinpflaſter= oder neuen Betonſtraßen in einer vorbildlichen
erſtklaſſigen Verfaſſung, was von den Kraftfahrern, die ſich an der am
15. Juni d. J. zur 600=Jahrfeier der Stadt Darmſtadt ſtattfindenden
großen Sternfahrt beteiligen, ebenfalls anerkennend wahrgenommen
wer=
den dürfte.
— Orpheum — Gaſtſpiel Marga Peter=Guſtav Bertram. Heute
Sonntag, abends 8.30 Uhr, findet die letzte Aufführung der Lach=Revue
in 12 Bildern ſtatt. — Der Sonntagskartenverkauf findet ſtatt:
Ver=
kehrsbureau von 9—12 Uhr, Zeitungskiosk gegenüber dem
Verkehrs=
bureau bis 1 Uhr, Orpheumskaſſe ab 3 Uhr ununterbrochen. (S. Anz.)
— Johann Strauß. Auf das heute abend 8 Uhr ſtattfindende Gaſt=
Konzert ſei hiermit nochmals hingewieſen. Karten ab 11 Uhr
vormit=
tags an der Feſthalle. Nach Schluß des Konzerts ſi
Straßenbahn=
wagen bereitgeſtellt.
— Lehär=Operetten=Abenb Müller=Wiſchin/Bunſel. Samstag, den
31. Mai, findet im Kleinen Haus ein Lehär=Operetten=Abend ſtatt, der
eine Anzahl von Liedern und Duetten nur aus Lehär=Operetten bringt.
Ein Orcheſter übernimmt die muſikaliſche Leitung. Der Kartenverkauf
beginnt Dienstag, den 27. Mai, vormittags, an der Tageskaſſe des
Kleinen Hauſes.
Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus Kleines Haus Sonntag.25. Mai T 12, kkk 12. Tannhäuſer) 18.30—22.15 Uhr. Heſſl.=M. /20—22.30 Uhr. Zſ.-M. II111
Die Kaſſette Montag,
26. Mai 9.30—22.15 Uhr. 25, T
Gr. 2 u. 3. Don Giovanni Keine Vorſtellung
Dienstag,
27. Mai 19.30—22.30 Uhr, 4 24, R15
Darmſt. Volksb. Gr. I u. II) Keine Vorſtellung
Das Leben des Dreſt Mittwoch
28. Mai 19.30-21.30B 23., T Gr. 5u. 6
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29. Mai 19.30—22 30 Uhr, C 24
Das Leben des Dreſt Keine Vorſtellung Freitag
30. Mai Keine Vorſtellung. 80—22.30 Uhr, 8ſ.=M. FII1s
G17Oſt. Volksb. Gr. IIIu. 1V
3 X Offenbach Samstag
31. Mai
20—22 Uhr. M 8, R16. Dſt.
Volk.b. Gr. 1 bis IV Zuebe=l.
nerErde und im erſtenStock)” 20—22 Uhr
Lehär=Operetten=Abend Sonntag
1. Juni Tannhäuſer 18.30—22.15 Uhr, D 25 120—22.30 Uhr, Zſ.=M. VI 18
Die Kaſſette
Wagners „Tannhäuſer” wird in der neuen Inſzenierung von
Renato Mordo (Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp) heute
Sonn=
tag im Großen Haus unter muſikaliſcher Leitung von Karl Maria
Zwiß=
ler wiederholt. Die Partie der Eliſabeth ſingt an dieſem Abend
erſt=
malig Roſe Landwehr, die Partie des Wolfram Adolf Gerlach. In den
übrigen Hauptrollen: Grahl, Herrmann, Varena, Harre, Bunſel.
Perkehrsmonopol oder Verkehrsteilung.
Eine Skellungnahme des Berbandes Deutſcher Berkehrsverwalkungen zur Denkſchrift
„Feſfälihn ud Krufuangenerieire.
Reichsbahn und Reichspoſt, die im Jumi 1929 ein gegenſeitiges
Schutz= und Trutzabkommen zur Regelung des Perſonen= und
Güter=
kraftverkehrs über Land abgeſchloſſen haben, lenken ſeitdem beſonders
ſtark die öffentliche Aufmerkſamkeit auf ihre ſchlechte Wirtſchaftslage
und behaupten, durch andere in ihrem Dienſt am Volke behindert zu
werden, worunter auch ihre Ertragsfähigkeit unzuläſſig leide.
Die Reichspoſt führt die Unwirtſchaftlichkeit ihres
Kraftpoſt=
betwiebes darauf zurück, daß ſich die übrigen Kraftfahrunternehmen den
gewinnbringenden Verbehr herausgeſucht hätten und nun dem
Zuſam=
menſchluß den über das ganze Land verzettelten Kraftpoſten im Wege
ſtänden. Sie iſt zu eier ſolchen Beſchwerde nicht berechtigt, denn ſie
hat die Perſonenbeförderung zu Lande bereits ſeit dem Ausbau des
Eiſenbahnnetzes mehr oder weniger aufgegeben und ſucht nun nach faſt
einem Jahrhundert in den Landſtraßenverkehr wieder einzudringen;
hier ſind ihr aber andere Unternehmen, geſtützt auf das
Kraftfahrlinien=
geſetz und ſeine Ausführungsverordnungen, längſt vorangegangen, die
die Pionierarbeit geleiſtet und die Koſten dafür bezahlt haben. Es kann
deshalb keinesfalls in Frage kommen, dieſe Unternehmen nur deshalb
in ihrer weiteven Entwickelung und an der Ausübung der ihnen
geſetz=
lich zuſtehenden Rechte zu behindern, weil der Kraftpoſtbetrieb
wirt=
ſchaftlicher geſtaltet werden ſoll.
Beachtlicher ſind die Bedenken, die die Reichsbahn in ihrer
Denk=
ſchrift „Reichsbahn und Kraftwagenverkehr” äußert. Wenn auch die
Be=
rechnungen im einzelnen nicht überzeugend ſind, ſo iſt doch nicht zu
ver=
kennen, daß der Reichsbahn em nicht unerheblicher Teil des Verkehrs
durch den Kraftwagen entzogen wird. Nur iſt es irrig, wenn die
Reichs=
bahn meint, daß ſich die Kraſtverkehrsgeſellſchaften und die kommunalen
Unternehmen überwiegend einem mit der Eiſenbahn im Wettbewerb
ſtehenden Verkehr zugewandt hätten. Vielmehr ſind gerade dieſe
Unter=
nehmen im weſentlichen als Zubringer zur Reichsbahn zu betrachten.
Der größte Teil des ihr bereiteten Wettbewerbs erfolgt vielmehr durch
private Perſonenwagen und ſolche Laſtkraftwagen, die ſich in der Hand
von Induſtrie, Hondel ud Gewerbe beſinden. Dieſer Verkehr kann
aber — wie die Reichsbahn ſelbſt zugibt —, mit geſetzlichen Mitteln
nicht eingeſchränkt oder beſeitigt werden. Die Reichsbahn unterſcheidet
ſelbſt zwiſchen „weiterem Ueberlandverkehr” und „Verkehr in der
Nah=
zone” und verlangt ſowohl eine verſchärfte Konzeſſionsgeſetzgebung für
Kraftwagenleiſtungen, die für Dritte gegen Entgelt ausgeführt
wer=
den, wie ein Verbotz der Unterbietung der Reichsbahngütertarife
außer=
halb der Nahzone. Giner verſchärften Konzeſſionsgeſetzgebung, die die
Reichsbahn nur für den Ueberlandverkehr fordert, könnte im Intereſſe
des öffentlichen Verkehrs ganz allgemein zugeſtimmt werden. Ein Zwang
zur Begrenzung der Tarife nach unten kann jedoch aus
volkswirtſchaft=
lichen Gründen und mit Rückſicht auf die leichte Umgehbarkeit auf
kei=
nen Fall gebilligt werden.
Reichsbahn und Reichspoſt glauben, daß eine Geſundung der
Ver=
hältniſſe im Landverkehr nur durch Zuſammenfaſſungen in der
gegen=
wärtig zerſplitterten Verkehrsbedienung zu erreichen iſt und erſtreben
daher ein Verkehrsmonopl im geſamten Landverkehr, das durch
geſetz=
liche Maßnahmen feſtgelegt werden ſoll.
Dieſe Forderung iſt unberechtigt, weil die den beiden
Reichsbetrie=
ben übertragenen Aufgaben nicht den geſamten Landverkehr umfaſſen
und auch nicht umfaſſen können. Reichsbahn und Reichspoſt verkennen,
daß ſie nur einen Teil des öffentlichen Verkehrs zu Lande darſtellen;
außer ihnen ſind am Landverkehr vor allem auch die im Verband
Deut=
ſcher Verkehrsverwaltungen vereinigten nichtreichseigenen
Schienen=
bahn= und Kraftfahrunternehmen beteiligt, deven Verkehrsnetz ſich über
ganz Deutſchland erſtreckt. Die jährliche Beförderungsleiſtung der
Ver=
bandsunternehmen beträgt etwa 5 Milliarden Fahrgäſte (das ſind 71 v. H.
der Geſamtzahl!) und etwa 100 Millionen Tonnen Güter (das ſind
17 b. H. der Geſamtmenge!). Der geſamte Perſonen=Landverkehr in
Deutſchland (gemeſſen an den gefahrenen Perſonen=Kilometern) wird
zu 63 v. H. von der Reichsbahn, zu 36 v. H. von den
Verbandsunter=
nehmen und nur zu etwa 1 b. H. von der Reichspoſt bewältigt. Schon
dieſe wenigen Zahlen beweiſen, daß ſich die Forderung einer
Verkehrs=
aufteilung nur unter die beiden Reichsbetriebe und deren geſetzliche
Be=
vorrechtung durch die tatſächlichem Verhältmiſſe in keiner Weiſe
recht=
fertigen läßt.
Den nichtreichseigenen Verkehrsunternehmen muß unter allen
Um=
ſtänden der Bezirksverkehr, d. h. der Orts= und Nachbarortsverkehr,
ſo=
wie der Verkehr innerhalb geſchloſſener Wirtſchaftsbezirke überlaſſen
bleiben, für den das preußiſche Kleinbahngeſetz und das
Kraftmhrlinien=
geſetz mit ſeinen Ausführungsverordnungen die geſetzliche Grundlage
bilden. Da auch der Kraftwagen vorzugsweiſe dieſem Verkehr dient,
ſo ſteht er in engſter Beziehung zu den hier tätigen nichtreichseigenen
Sonderzug nach Würzburg.
Schienenbahnen. Dieſe können ihren Betrieb durch Einrichtung von
Kraftfahrlinien häufig wirtſchaftlicher geſtalten, vereinfachen und ſo
ihre Verkehrsbeziehungen unter Fernhaltung ſchädigenden Wettbewerbs
erweitern, oft aber ſich überhaupt nur durch eine ſolche Maßnahme
be=
haupten. Gerade die nichtreichseigenen Schienenbahnen werden
in=
folge ihrer Eigenart vom Wettbewerb des Kraftwagens beſonders und
jedenfalls viel härter als die Reichsbahn bedroht, und die Einnichtung
eigener Kraftfahrbetriebe iſt daher gerade hier eine zwingende Notwen=
digkeit zur Erhaltung der Exiſtenz dieſer Bahnen, die andererſeits auch
als ſolche dem Verkehr erhalten bleiben müſſen. (Maſſentransporte.
Für den Betrieb eines durchgehenden Langſtreckenverkehrs mit
Kraftwagen beſteht dagegen in Deutſchland wegen des vorhandenen
umfangreichen Schienennetzes der Reichsbahn kein vordningliches
Be=
dürfnis. Sollte an vereinzelten Stellen zum Zwecke der
Verkehrsber=
beſſerung ein Nebenherverkehr zur Reichsbahn dennoch eingerichtet werden
müſſen, ſo wird ſich eine Verſtändigung ſtets erzielen und eine
Schä=
digung der Reichsbahn vermeiden laſſen.
Die Verhältniſſe im Bezirksverkehr ſind andererſeits ſo vielgeſtaltig
und von ſo beſonderer Art, daß ſie von einer zentralen
Neichsverwal=
tung, die Reichsverkehrspolitik nur im großen Rahmen betreiben kann,
gar nicht überſehen und gemeiſtert werden können. Der Bezirksverkehr
iſt nicht unter dem Geſichtspunkt der großen verkehrswirtſchaftlichen
Zuſammenhänge, ſondern unter dem der örtlichen Wirtſchafts= und
Siedlungspolitik zu beurteilen, der er zu dienen hat. Hierfür ſind aber
verfaſſungsmäßig die Länder, Provinzen, Landkreiſe und Städte
zu=
ſtändig, die ſchon immer — zuſammen mit den Nächſtbeteiligten der
örtlichen Wirtſchaft — den Bau und Betrieb der hier tätigen
Beförde=
rungsunternehmen finanziert und oft mit großen Opfern durchgeführt
haben. Dieſe Kreiſe haben daher unter allen Umſtänden einen
bevor=
rechteten Anſpruch auf den Verkehr mehr örtlicher Bedeutung. Die
kom=
mualen Körperſchaften haben aber auch als
Wegeunterhaltungspflich=
tige ein beſonderes Anrecht darauf, bei dieſem Verkehr mitzuſprechen,
weil er ſich auf den ihnen gehövenden Straßen abſpielt. Es kann ihnen
nicht zugemutet werden, daß Kraftwagen der Reichsbetriebe die Straßen
abfahren, die ſie mit ihren Mitteln bauen und unterhalten müſſen, und
daß dieſe Kraſtwagen den kommunalen Verkehrsunternehmen auch noch
den Verkehr wegnehmen.
Die Reichsbahn überſieht bei allen ihren Beſchwerden, daß ſie den
Wettbewerb durch ihre Zurückhaltung gegenüber dem neuen
Verkehrs=
mittel im weſentlichen ſelbſt gefördert hat. Statt ſich die Vorteile der
motoriſchen Beförderung, namentlich im Transport eilbedürftiger und
hochwertiger Güter, ſelbſt zunutze zu machen, hat ſie es anderen
Ver=
kehrsunternehmern ermöglicht, dieſe Beförderung an ſich zu ziehen,
ſo=
bald ſie es zu günſtigeren Bedingungen tun konnten, als es bei den
beſtehenden Verhältniſſen auf der Schiene der Fall war. Eine ſtärkere
Anpaſſung an die Wettbewerbslage, namentlich durch eine Neugeſtaltung
ihres geſamten Tarifaufbaues, würde ſicherlich einen großen Teil des
Kraftwagenwettbewerbs von ſelbſt verſchwinden laſſen.
Gegen eine Beteiligung der Reichspoſt am öffentlichen
Perſonen=
verkehr wird niemand etwas einzuwenden haben, wenn die Poſt den
Geſetzen, die für alle gelten, und der gleichen ſteuerlichen Belaſtung wie
die anderen Kraftfahrunternehmer unterworfen und vor allem gezwungen
wird, die Deckung des Betriebsaufwandes auch tatſächlich aus den
eige=
nen Einnahmen dieſes Betriebszweiges durchzuführen. Bisher iſt die
Reichspoſt hierfür den Nachweis ſchuldäg geblieben; offenbar müſſen
an=
dere Kunden der Poſt den Fehlbetrag aus dem Omnibusbetrieb in
Ge=
ſtalt erhöhter Gebühren für die Poſtbeförderung und für den
Tele=
gramm= und Fernſprechverkehr tragen. Die Oeffentlichkeit hat aber ein
Anrecht darauf, daß die Reichspoſt, genau wie es die Reichsbahn und
die übrigen Verkehrsunternehmen tun, über das wirtſchaftliche Ergebnis
ihres Kraftpoſtbetriebes ausführlich Rechenſchaft ablegt. Allerdings
wird ihr der Nachweis, daß ſich der Betrieb von ſelbſt trägt, kaum
gelingen.
Bei der heutigen finanziellen Notlage Deutſchlands muß es
ver=
mieden werden, vorhandenes Volksvermögen ohne Notwendigkeit zu
ent=
werten oder gar zu verſchleudern. Infolgedeſſen müſſen auch die beiden
Reichsbetriebe unter Zurückſtellung eines nicht angebrachten
Macht=
ſtrebens auf die Intereſſen der übrigen, ebenfalls in der öffentlichen
Hand befindlichen Verkehrsunternehmen gebührende Rückſicht nehmen.
Nicht die Schaffung eines neuen Reichsverkehrsmonovols, ſondern die
geſude Fortentwickelung der beſtehenden Beförderungsunternehmen
und ihre zweckmäßige Eingliederung in den Rahmen der geſamten
Wirtſchafts= und Verkehrspolitik des Reiches und der Länder iſt die
Forderung des Tages.
Die ſtädtiſche Preſſeſtelle Mainz teilt mit
In der nichtöffentlichen Sitzung des Mai
Freitag wurden die Verträge, welche die Heko=
A.=G. Eſſen und der Ferngasgeſellſchaft Saarn!
abzuſchließen gedenkt, ſowie der hiermit
ſtehende Pachtvertrag bezüglich des Mainzer
erörtert. Nachdem der Referent eine Uebe
einigen Jahren ſtehenden Beſtrebungen nack
produktion im heſſiſchen und rhein=mainiſche
hatte, empahl er die Annahme der Anträge de
Dieſe lauten: Der Stadtrat möge beſchließen:
I. Die Vertreter der Stadt in der Hekoga
ihre Stimmen zugunſten des Abſchluſſes
träge (Mantel= und Liefervertrag, Gen
ſellſchaftsvertrag für die Südweſtdeutſche
ſchaft mit Schlußprotokoll) abzugeben.
II. Dem Abſchluß des vorgelegten Pachtvert
hang mit dem Abſchluß obengenannter
ſtimmt.
III. Die Beſchlüſſe und der Abſchluß genann
dem Zweck, die in den ſeitherigen Verhe
und in der Hekoga zuſammengeſchloſſer
Gemeindeverbände ſowohl gegenüber
wie auch im Hinblick auf ewaige Nachte
weitigen Gruppierung der kommunalen
ſüdweſtdeutſchen Bezirk feſtzuhalten und
hinaus iſt aber ein Gemeinſchaftsverhäl
ſondere in der Süwega zuſammengeſch.
des genannten Bezirks anzubahnen, mit
1. die aus der Gasfernverſorgung er
Vorteile für die Geſamtheit dieſes
machen;
2. durch gemeinſame Bemühungen dieſe
mehren und
3. einen gerechten Ausgleich der berecht
Kommunen innerhalb einer ſolchen
zuführen.
Im herrlichen Maintal gelegen, von dem Gürtel der ſchattigen
Ringparkanlagen umſchloſſen, ſtellt die Perle Frankens zu Füßen
der trutzigen Feſtung eines der ſchönſten Städtebilder Deutſchlands
dar. Und was dieſe Stadt, kirchen= und glockenreich wie keine zweite,
an Schätzen von Kunſtwerken und Baudenkmälern als lebendige Zeugen
aller Zeiten deutſcher Kultur, in ſich birgt, das umſchließen ſchützend
rebenbedeckte Hügel, auf denen dank des lachenden Himmels die Glut
der Sonne ſich wandelt in den Feuergeiſt des Rebenſaftes. Nach dieſem
ſchönen Erdenfleckchen wird am Sonntaa, den 1. Juni, ein
Ausflugsſonderzug der Reichsbahndirektion Mainz fahren. In
Würz=
burg, das vor 10 Uhr erreicht wird, wird der Fremdenverkehrsverein
alles nach beſten Kräſten vorbereiten; eigens dafür vorbereitete
Stu=
denten werden ſich in ſeinem Auftrage der Ankommenden annehmen,
ihnen in möglichſt kleinen Gruppen die Sehenswürdigkeiten zeigen und
den ganzen Tag als erklärende und beratende Begleiter zur Verfügung
ſtehen.
Vom Bahnhofsplatz aus, auf dem der Brunnen mit dem Heiligen
Kilian, Frenkens Apoſtel und Schutzheiligen, ſteht, wird die Führung
in ſorgfältig getroffener Anordnung und Auswahl das vor Augen
füh=
ren, was jeder von dieſem Ausflug als dauerndes Erlebnis, als
unver=
geßlichen Eindruck mit nach Hauſe nehmen ſoll.
Wohlfahrtsunterſtützung. Unterſtützungsempfänger der
allge=
meinen Fürſorge, deren Namen mit den Buchſtaben A.—K. beginnen,
erhalten diesmal ihre Unterſtützung nicht am 28,, ſondern am 27. Mai.
Die Auszahlung an diejenigen Unterſtützungsempfänger, deren Namen
mit 9.—3, beginnen, erfolgt am 28. Mai.
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Ein junger Mann aus Eberſtadt fuhr am
Weihnachts=
abend mit einer Sonntagsrückfahrkarte von Worms nach
Eber=
ſtadt. Er fuhr aber erſt am 5. Januar zurück. Dem
kontrollieren=
den Schaffner zeigte er die urſprüngliche Rückfahrkarte, auf der
das Ausgabedatum ausradiert war, anſtelle der Nachlöſekarte, die
er beſaß. Er hatte ſich nun vor dem Bezirksſchöffengericht wegen
Urkundenfälſchung in Tateinheit mit Betrugsverſuch zu
verant=
worten. Das Gericht erkannte auf drei Monate Gefängnis, wird
jedoch ein Geſuch um bedingten Strafaufſchub befürwonten. — In
einem Kaffee der Altſtadt kam es ſchon am Morgen des neuen
Jahres 1930 zwiſchen den Gäſten zu Streitigkeiten. Ein Gaſt
ſollte hinausgewieſen werden, fügte ſich aber nicht. Er behandelte
einen Kaufmann mit einem Werkzeug derart, daß dieſer auf dem
rechten Auge das Sehvermögen verlor. Der Verletzte lag drei
Wochen im hieſigen Krankenhaus und befindet ſich heute noch in
ärztlicher Behandlung. Der Angeklagte leugnet die Tat wird indes
überführt, und das Bezirksſchöffengericht verurteilt ihn zu einem
Jahr vier Monaten Gefängnis.
Hierauf nahmen die Vertreter ſämtlicher
geſamten Projekt und zu den einzelnen Vertri
einige grundſätzliche und ſachliche Bedenken h
der Gasverſorgungsfrage und insbeſondere
großen Vertragswerk enthaltenen Probleme
anderen Richtung hin auslöſten, anerkannte
Vorteile, welche die Verträge f.
Bevölkerung und Wirtſchaft, ſow
Mainz ſelbſt bringen werden. Di
Stadtverwaltung wurden alsda
Stimmenthaltungen und gegenw
mit überwältigender Mehrheit.
*
FE0
Befteiungsfeier in Mal f
Für die Befreiungsfeier in Mainz am 20. J f
Anzahl Reichs= und Landesverbände ihre Teilnahn
Organiſation dieſer Feier, deren Veranſtalter N
Stadt Mainz ſind, ordnungsgemäß vorbereiten u.
nen, iſt es erwünſcht, daß alle die Verbände, die r
lediglich in Ausſicht genommen, ober noch nicht
dies nunmehr umgehend tun. Die Anmeldungen ſi
meiſter der Stadt Mainz zu richten.
E
— Autoliſten. Soeben iſt Autoliſte Nr. 39
zeichnet alle Meldungen (Ab= und Zugäng
zeugen jeder Art in den 18 Kreiſen1
Heſſen (Kennzeichen V8, VR, V0) für die
15. Mai 1930. Die Autoliſten enthalten die
Reihenfolge wie die Hauptausgabe: Name, Berü
fahrzeugbeſitzers, Type, Motornummer, Hubraum
des Fahrzeugs. Fabrikneue Wagen ſind durch 8
Meldungen ſind geordnet nach den drei Probinz=
Kreiſen, und innerhalb dieſer nach Polizeierkenn
meldete Wagen werden beſonders geführt. — D
wichtige Ergänzung des AutoAdreßbuchs
fahrzeugbeſitzer im Volksſtaat Heſſen), Ausgabe 19.
lich, weil ſie laufend neueſtes Adreſſe
Sie erſcheinen alle 14 Tage, alſo monatlich z .
eines Monats ausgegebene Liſte enthält die M
30. (31.) des voraufgegangenen Monats, und die
ausgegebene Liſte, die Meldungen vom 1. bis 15
Wegen des Bezugspreiſes val. Anzeige!
an den zuſtändigen Verlag, L. C. Wittich in De
Hil
Maareriücht färben!
in
rolsc Praue klagre 4und Nachumnche auk nathrliche 7
Weige die chomali se Barbe wiedererhalten, daher Fehle- !
furben zuogeschlenron, Kopfochuppen verschrrinden !
nuch lwrem G sbranch. Ainmendung einfach. Gorantiast !
mrchfdlich. Oagmal Fasche M. 400, Frowpeltkortenker 5
Löwen- Apolheke
Narmstadt.
Ballonplatz 1
T Polizeibericht. Vermißt wird ſeit A
kannte Mitglied des Sportvereins 1898 Darmſt
Karl Allwohn aus Nauheim bei Groß=Ger
daß er wegen vermeintlicher Examensſchwierig
beſtehen, Hand an ſich gelegt hat. Größe 185
Haare, trägt Sportanzug. Die Angehörigen ſetze
10 Mark aus für zweckdienliche Angaben, die zu 6
— Deutſcher Sprachverein. Wir verweiſen
der heutigen Nummer dieſes Blattes.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsgultung beſzufülgen. An R
nſcht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne R .
E. H. Geſetzliche Beſtimmungen bezüglich de
Reichs wegen ſind noch nicht erlaſſen. Alles iſt
regelt, worüber Näheres beim Städtiſchen Arbe
„Güterrecht”. Jeder Ehegatte iſt in dem
anderen gegenüber zur Mitwirkung, d.h. zur
auf Eintragung der Vorbehaltsguteigenſchaft
verpflichtet. Verweigert ein Ehegatte dieſe Mitt
Wege der Klage hierzu angehalten werden.
zur Mitwirkung ausſprechende rechtskräftige Ur1
kung, alſo den Antrag des anderen Ehegatten.
61 329. Das Los hat nicht gewonnen.
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Landesbibliohel.
Sonntag, den 25. Mai 1930
Seite 7
e Erwerbungen (Auswahl)
an auf 14 Tage zur Anſicht im Leſeſaale
auf=
dam Müller. Ein Lebensbild aus den Befreiungs=
Beckmann, Wilh.: Im Wandel der Zeiten.
mswiſſenſchaftliche Bibliothek. Band 9: Eisler,
us. Heidelberg 1930; Booſſier, Auguſte: Franz
in 1930; Dvorak, Max: Geſammelte Aufſätze
München 1929; Les Grands Evénéments
1. Paris 19293 Führende Frauen Europas.
Uga gern. München 1930: Galliner, Arth.:
er Reformator und der Pädagoge. Frankfurt am
chte des Bayeriſchen Heeres. Bd. 5 des kurpfalzbaheriſchen Heeres von 1778 bis
Goldſchmidt, Richard: Die Lehre von der
Berlin 1929. (Verſtändliche Wiſſenſchaft Bd. 20 Philologie und Kulturgeſchichte. Bd. 7:
geſchichte Polens. Berlin 1930: Hentſchel,
Weltmeeres, Berlin 1929. (Verſtändliche Wiſſen=
8. Guſtave: Nouvelle Hiſtoire de France. Paris
dor: Das deutſche Element in der italieniſchen
hunderts, Berlin 1929. (Kunſtwiſſenſchaftl.
Stu=
re Arthur: Die Thimigs. Theater als Schickſal
11 1939, Klemperer, Viktor: Die moderne
1870 bis zur Gegenwart. Leipzig 1929;
Luca=
gvögel und Vogelzug. Berlin 1929. (Verſtändl.
Mittelholzer, Walter: René Gouzy, Ar=
„ 2. Aufl. Zürich 1988: Recht und Staat im
erausg, von Bernhard Harms. Bd. 1. 2. Berlin
Kriegs= und Induſtrie=Spionage. Zürich 1930;
nverſtändlicher Vorträge und Schriften aus dem
und Religionsgeſchichte. Heft 133—144. Tübingen
=Schriften, Bd. 15: Santifaller, Leo: Die
e Hochſtifts=Archive 845—1295. Innsbruck 1929;
ther: Die Prohibition in den Vereinigten
Staa=
hnack, Friedrich: Im Wunderreich der Falter.
ſtedt, Paul: Das Eiszeitalter. Stuttgart 1929,
eſten gebundenen Zeitſchriftenbände. — Vom 10.
den im Leſeſaal entgegengenommen.
i0.-1
hä
iſts
ſoö-
1.
h
Die Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt hat im
An=
zeigenteil bereits bekanntgegeben, daß ſie für den ehemaligen Stadtteil
Beſſungen in dem ſtädtiſchen Gebäude Beſſunger Straße 48 eineneue
Zweigſtelle eingerichtet hat, die unter der Bezeichnung „
Zweig=
ſtelle Beſſungen” dem öffentlichen Verkehr übergeben wird. Den älteren
Einwohnern der Stadt wird ſicherlich noch erinnerlich ſein, daß die
ehe=
malige Gemeinde Beſſungen früher ſchon eine eigene Sparkaſſe
beſaß, die im Jahre 1872 als Spar= und Leihkaſſe zu
Beſ=
ſungen gegründet worden iſt. Dieſe Sparkaſſe wurde von der
Ge=
meinde Beſſungen unter der Oberaufſicht der Staatsbehörde als
gemein=
nützige Anſtalt gegründet mit dem Zweck, „den Sinn für Sparſamkeit
zu wecken und zu fördern, dem Wucher entgegenzuarbeiten und
Sittlich=
keit und Wohlſtand zu heben”.
Die Anſtalt wurde einerſeits als Sparkaſſe gegründet, um den
weniger vermögenden Einwohnern Beſſungens, einſchließlich der
Dienſt=
boten, Handwerksgeſellen und Lehrlingen eine beueme und ſichere Ge,
legenheit zu gewähren, allmähliche Erſparniſſe zinstragend in ulegen
und zu einem Kapital anwachſen zu laſſen; andererſeits als
Leih=
kaſſe, um zuverläſſigen Ortseinwohnern die Möglichkeit zu
gewäh=
ten, auch ohne Hypothekerrichtung Geld aufnehmen zu können. Mit
und. Die Durchführung des letzt
veröffent=
ißt ſich nicht verwirklichen. Leider muß die
g „Die Meiſterſinger” für das kommende
werden. Beide Mieten ſchließen mit „
Tann=
ſind die beiden unſeren Mietkarten
ange=
fällig geworden und werden an den Kaſſen
einen Hauſes eingetauſcht. Wir bitten, ſie
auſchen und nicht bis zum Schluß der Spiel=
Sie zählen in Miete I als 13. und 14.
Vor=
e Kals 19. und 20. Vorſtellung. Unſer
end=
ielplan iſt: Miete A, 12. Vorſtellung „
Tann=
froßes Haus, letzte Vorſtellung der Miete.
ung, „Zu ebener Erde” von Neſtroy, 31. Mai,
ſorſtellung „Hamlet” 8. Juni, Großes Haus.
nhäuſer”, 29. Juni. Großes Haus, letzte Vor=
Bei Zahlung der Junirate bitten wir ſogleich
wodurch den Mietern ihr ſeitheriger Platz
Wünſche um Platzveränderung bitten wir
it in der Geſchäftsſtelle vorzubringen. Wir
unden in der Geſchäftsſtelle in der Muſikalien=
Arnold, am Weißen Turm, einzuhalten.
zert. Am Sonntag, 25. Mai, von 11—12 Uhr,
r unter Leitung ſeines Kapellmeiſters W. Schlupp
(Pergola) nach folgendem Programm: 1.
Tor=
ertüre zur Oper „Tie diebiſche Elſter” von Roſ=
Walzer von Gungl. 4. „Fanfare militär” von
18 der Oper „Rigoletto” von Verdi, 6.
Düppel=
iefte.
Beſſunger Stadtteils auch dieſe neue, für ſie bequeme
Spar=
gelegenheit im Intereſſe unſerer heimiſchen Wirtſchaft recht fleißig
benutzen.
Die Zweigſtelle iſt an allen Werktagen von 8—1 Uhr und
nachmit=
tags von 3—4.30 Uhr. Samstags nur von 8—12.30 Uhr, geöffnet. Sie
befindet ſich in dem ſtädtiſchen Gebäude Beſſunger Straße 48.
— Rotkreuztag 1930 in Darmſtadt. Die Direktion der
Lichtſpiel=
theater hat ſich in dankenswerter Weiſe bereit erklärt, den Werbefilm des
Roten Kreuzes: „Erſte Hilfe bei Unglücksfällen”, als Beſtandteil des
Abendprogramms in der „Helia” von Montag, den 26. Mai, bis
Sams=
tag, den 31. Mai, laufen zu laſſen. Der Film zeigt Vorgänge aller Art,
die im täglichen Leben vorzukommen pflegen und bei welchen Unfälle
ſich öfter ereignen. Er belehrt den Beſchauer in leicht faßlicher Weiſe,
wie die erſte Hilfe bis zur Ankunft des Arztes zu geben iſt und wie dem
Verletzten oder in Lebensgefahr geratenen Nebenmnenſchen wirkſam und
raſch geholfen werden kann. Es iſt alſo für jedermann von beſonderem
Intereſſe, und man kann nur wünſchen, daß ſeine Vorführung einen
recht zahlreichen Beſuch findet.
— Wochenmarkt=Kleinhandelspreiſe vom 24. Mai (pro Pfd. bzw.
Stück in Pfg.): Spargeln 1. Sorte 70—80, 2. Sorte 40—50, Kohlrabi
15—25, Karotten 15—20, Gelbe Rüben 10——15, Spinat 8—10,
Römiſch=
kohl 8—12, Rotkraut 25—30, Weißkraut 15—20, Wirſing 20—25,
Buſch=
bohnen 60, Erbſen 25—30. Zwiebeln 8—12, Knoblauch 80, Rhabarber
10—15, Tomaten 80—90, Kopfſalat 5—12, Salatgurken 60—80,
Blumen=
kohl 60—90, Rettich 8—15, Meerrettich 40—70; Kartoffeln 5—6:
Tafel=
äpfel 25—40, Wirtſchaftsäpfel 12—15, Apfelſinen 10—15, Zitronen 7—10,
Bananen 50—70; Süßrahmbutter 170—190. Landbutter 160—180,
Weichkäſe 30—35, Handkäſe 5—10. Eier, friſche 10—13: Hühner 120—140,
Tauben 80—90, Ziegenlämmer 70—90; Rindfleiſch, friſch 90—100.
Kalb=
fleiſch 120, Hammelfleiſch 100, Schweinefleiſch 130—150, Dörrfleiſch 180,
Wurſt 80—160, Wurſtfett 60, Schmalz, ausgelaſſen 120.
Lokale
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kriſt.
— Im Hotel Prinz Heinrich Gartenkonzert mit Tanz heute
Sonntag nachmittag ab 4 Uhr.
Kirchliche Nachrichten.
dieſer Gemeinde=Spar= und Leihkaſſe war auch eine Pfennig=
Spar=
kaſſe verbunden, die am 7. Auguſt 1886 genau nach dem Muſter der
Darmſtädter Anſtalt eröffnet wurde und die an verſchiedenen Zahlſtellen
Samstags nachmittags zwiſchen 5 und 8 Uhr Spareinlagen in Beträgen
von 10 Pf. bis 90 Pf. gegen Ausgabe von Sparmarken enntgegennahm.
— Auf Grund des Vertrags über die Vereinigung der
Ge=
meinde Beſſungen mit der Stadt Darmſtadt wurde
die Beſſunger Sparkaſſe nebſt ihrer Pfennig=Sparkaſſe mit Wirkung
rom 1. April 1888 ab mit der Städtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt
ver=
einigt. Der letzte Zahltag der Beſſunger Sparkaſſe wurde am 27.
1888 abgehalten. Die Dienſträume befanden ſich damals in dom Hauſe
Wittmannſtr. 6: Rechner war der damalige Gemeindeeinnehmer Nohl.
Die Ueberlieferung der Beſſunger Sparkaſſe an die Darmſtädter
Spar=
kaſſe fand am 29. März 1888 ſtatt, wobei der damalige
Oberrechnungs=
probator Landzettel als Ueberlieferungskommiſſar tätig war. Der
Einlagenbeſtand der Beſſunger Sparkaſſe betrug bei der
Ueber=
lieferung rund 421 000 Mark. Die Zahl der Sparbücher betrug rund
2800; außerdem waren noch rund 700 Bücher der Pfennig=Sparkaſſe
vor=
handen, zuſammen alſo rund 3500 Sparer bei einer Einwohnerzahl
von etwa 820) Verſonen. Aus dieſen Zahlen ergibt ſich, daß die
Bef=
ſunger recht fleißige Sparer, waren und ihre Gemeinde=
Spar=
kaſſe ſehr eifrig benutzt hatten. Hoffentlich werden die Bewohner des
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3. Sonntag früh 8 Uhr:
Gebets=
ſtunde. Vorm. 10 Uhr: Heiligungsverſammlung. Vorm. 11.30 Uhr:
Kinderverſammlung. Nachm. 3 Uhr: Wegweiſer=Unterricht. Nachm.
5 Uhr: Kinder=Verſammlung. Abends 8 Uhr: Oeffentliche
Verſamm=
lung für jedermann. — Montag, abends 8 Uhr: Heimbund für Frauen
und Mädchen. — Dienstag, abends 8 Uhr: Mitglieder=Verſammlung. —
Mittwoch, abends 8 Uhr: Heils=Verſammlung. — Donnerstag, vorm.
9 Uhr: Ausflug der Heidelberger Diviſion nach dem Kranichſteiner
Jagdſchloß; daſelbſt um 10.30 Uhr: Verſammlung. Nachm 4 Uhr:
Miſſionsfeſt im Oberwaldhaus (Spielwieſe), geleitet von Kommandeur
Bruno Friedrich und Frau. — Freitag, abends 8 Uhr: Heiligungs=
Verſammlung. Es ladet freundlichſt ein: A. Schmidt.
Tageskalender für Sonntag, den 25. Mai 1930.
Heſſ. Landestheater, Gr. Haus, 18,30 Uhr, II 12, IIT 12:
„Tannhäuſer” — Kl. Haus, 20 Uhr, III 11: „Die Kaſſette‟.
— Orpheum, 20,15 Uhr: Revue „Ueber Moskau nach
Kal=
kutta”. — Konzerte: Schloßkeller, Hotel Schmitz, Theater=
Reſtaurant, Reichshof, Spaniſche Bodega, Kaffee Jöſt, Hotel
Prinz Heinrich, Perkeo, Bürgerhof, Kaffee Ganßmann, Alter
Ratskeller, Stadt Nürnberg, Kaffee Aſtoria, Zum Datterich,
Hotel=Reſtaurant Poſt, Reichskrone, Stadt Malaga. —
Feſt=
halle, 20 Uhr: Johann=Strauß=Konzert. —
Herrngar=
tenkaffee. 16 Uhr: Konzert. — Ludwigshöhe, 16 Uhr:
Konzert. — Sportplatz=Reſtaurant, 16 Uhr: Konzert.
— Rummelbräu, nachm. und abends: Konzert. —
Ober=
waldhaus: Gartenkonzert. — Wiener
Kronenbräu=
keller, 16 Uhr: Konzert.
V168
WAt bei einem so hochwertigen und
artigen Waschmittel wie Persil soll
(Abe Lauge nicht zweimal zum Kochen
Häsche gebraucht werden. Wohl
ich die abgekochte Lauge noch gut
MDurchwaschen grober Buntwäsche
MHenschürzen, Kinderkittel und
der-
den)verwenden. — Für die
Weiß-
ieaber ist es nötig, für jeden Kessel
etrische Lauge kalt zu bereiten.
je 3 Eimer Wasser kommt dabei 4 Paket Persil ohne
jeden weiteren Zusatz.
130 wäscht, hat immer bei ptlegsamster Behandlung die herrlichste Wäsche.
D Sie schon das jüngste Erzeugnis der Fersilverke: WHenkels Aufwasch-, Spül- und Reinigungsmittel?
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Sonntag, den 25. Mai 1930
Aus Heſſen.
O. Erzhauſen, 24. Mai. Aus dem Gemeinderat. Die
Er=
bauung eines Uebernachtungslokals für durchreiſende Wanderer wird
beſchloſſen und ein Platz im Hofe der Schillerſchule vorgeſchlagen. —
Beſchaffung einer fahrbaren Leiter für die Freiwillige Feuerwehr. Die
Betriebskommiſſion mit dem Vorſtand der Wehr ſoll unter Zuziehung
des Kreisfeuerwehrinſpektors hierüber beraten. — Dem Antrag der
Freien Sportvereinigung auf Abgabe von 8 Lichtmaſten wird
ſtatt=
gegeben. — Das Ausladen und Anfahren von ca. 20 Waggon Schotter
wird auf dem Submiſſionswege dem Fuhrunternehmer Müller
zuge=
wieſen. — Unter Mitteilungen wird bekannt gegeben, daß die Geſuche
um verbilligte Baudarlehen durch den Miniſter für Arbeit und
Wirt=
ſchaft abgelehnt ſeien, wogegen der Gemeinderat Beſchwerde erhebt.
— Beträge für Winterbeihilfen wurden genehmigt. — Hohes
Alter. Am 26. Mai feiert Frau Kath. Berbert ihren 90.
Geburts=
tag. Das Leben der Frau Berbert iſt Mühe und Arbeit geweſen, und
geſund und guter Laune verrichtet ſie heute noch die Hausarbeit; ſie
unterhält ſich gern mit jedermann.
J. Griesheim, 24. Mai. Im Februar d. J. waren vier junge
Bur=
ſchen von hier auf den Gedanken gekommen, in der Nähe des
Waldſchlöß=
chens aus den dort ſtehenden Autos Koffer zu ſtehlen. Als ſie dort keine
Beute fanden, drangen ſie in den Schuppen der Mainzer Aktienbrauerei
ein, wo ſie Bier zu finden hofften. Als auch dort nichts zu finden war,
ſtellten ſie ſich auf der Büttelborner Chauſſee auf, um Autos zum Halten
zu bringen. Vier Wagen hielten jedoch auf ihr Zeichen nicht an, ſondern
fuhren mit verſtärkter Geſchwindigkeit davon. Dieſen Wagen jagten ſie
Schüſſe nach, auf einen anderen Wagen eröffneten ſie ſchon beim
Heran=
nahen aus einem Flobert und einer Selbſtſchußpiſtole das Feuer. Ein
Kaufmann aus Wiesbaden wurde durch einen Schuß leicht verletzt. Als
ſie glaubten, daß das Darmſtädter Ueberfallkommando heranrücke,
mach=
ten ſie ſich aus dem Staube. Dieſer Tage hatten ſich die vier
leicht=
finnigen Burſchen vor dem Bezirksſchöffengericht in Darmſtadt zu
ver=
antworten, wo ſie angaben, daß ſie den Autofahrern nur einen
Schaber=
nack ſpielen und ſich in die Zeitung bringen wollten. Das Gericht
ver=
urteilte zwei Angeklagte zu je fünf Monaten und 5 Tagen Gefängnis,
der dritte Angeklagte erhielt vier Monate und eine Woche Gefängnis,
während der vierte Angeklagte nur wegen einfachen Diebſtahls mit einer
Woche Gefängnis davonkam. — Da ſich die Ausgabe der
Gemeindeſteuer=
beſcheide für 1930 noch mehrere Wochen hinziehen wird, hat die hieſige
Bürgermeiſterei die Gemeindeſteuerpflichtigen erſucht, auf ihre 1930er
Schuldigkeit alsbald Abſchlagszahlungen in Höhe der 1929er
Steuer=
ziele zu leiſten, zumal das erſte Steuerziel in einigen Tagen fällig wird.
Dadurch wird vermieden, daß der Steuerzahler demnächſt mehrere Ziele
auf einmal zahlen muß. Bei Zahlungsleiſtung iſt der 1929er
Gemeinde=
ſteuerbeſcheid vorzulegen. — Nachdem der gegen die Bürgermeiſter=
Stich=
wahl vom 23. März d. J. erhobene Einſpruch zurückgezogen worden iſt,
hat die Wahl nunmehr die kreisamtliche Beſtätigung gefunden. Die
Ver=
pflichtung und Einführung des neugewählten Bürgermeiſters, Herrn
Beigeordneten Feldmann, erfolgt am Montag, 26. Mai d. J., nachmittags
7 Uhr, in einer öffentlichen Gemeinderatsſitzung durch Herrn
Kreisdirek=
tor Dr. Merck vom Kreisamt Groß=Gerau.
Aa. Eberſtadt, 24. Mai. Auszeichnung. Der Bademeiſter
hieſigen Schul= und Gemeindebades, Wilhelm Dieter, der bek=—tlich
kürzlich wegen zweier Rettungstaten kreisamtlicherſeits mit einer
Ehren=
gabe ausgezeichnet wurde, hat nunmehr von dem Zentralkomitee für
das Rettungsweſen in Berlin ein vom ſtellv. Staatskommiſſar für das
Rettungsweſen, Sanitätsrat Dr. Frank=Berlin, gezeichnetes
An=
erkennungsſchreiben erhalten, in dem es heißt, daß die von ihm
oll=
brachten Lebensrettungen der höchſten Anerkennung würdig ſind. Es
wäre ein Glück für Deutſchland, wenn es viele Leute wie Dieter gebe, die
in ſelbſtloſer Weiſe bereit ſeien, ihr Leben für andere zu opfern. Dieſer
Anerkennung hat ſich in einem weiteren Schreiben die Deutſche Zentrale
für Rettungsweſen, Oberregierungsrat Heſſe vom Reichsgeſundheitsamt
Berlin, in ebenfalls ehrenden Worten angeſchloſſen.
F. Eberſtadt, 24. Mai. 25. Bezirkstag des Kurzſchrift=
Bezirks Darmſtadt. Der Kurzſchrift=Bezirk Darmſtadt feiert am
31. Mai und 1. Juni 1930 in Eberſtadt das Feſt ſeines 25jährigen
Be=
ſtehens in Verbindung mit dem 25. Stiftungsfeſt des
Stenographenver=
eins „Gabelsberger” Eberſtadt. Die für dieſes Doppel=Jubiläum
ge=
troffenen Vorbereitungen laſſen darauf ſchließen, daß das Feſt zu einer
bedeutungsvollen Tagung der kurzſchriftpflegenden Vereine des
Kurz=
ſchrift=Bezirks Darmſtadt — 20 an der Zahl — werden wird.
49. Gaukurnfeſt des Main=Rhein=Gaues 9.T.
mit Befreiungsfeier vom 5. bis 7. Juli 1930 in Groß=Gerau.
Die Groß=Gerauer Turnerinnen und Turner laden ihre Freunde
und Gönner zum 49. Gauturnfeſt und der
Befreiungs=
feier zu den Tagen vom 5. bis 7. Juli d. Js. ein. Eine Hochburg
turneriſchen Lebens darf man dieſe Feſtſtadt nennen. Der Turnverein
1846 Groß=Gerau iſt ſich ſeiner beſonderen Aufgabe, die in der
Vor=
bereitung des Turnfeſtes beſteht, bewußt, zeigt ſich innerlich erfüllt von
ihr und hat zur Durchführung auch die Kräfte. Allen Beſuchern eine
gaſtliche Stätte zu bereiten, iſt vornehmer Grundſatz. Der Feſtplatz
be=
findet ſich inmitten grünender Wieſen an der Straße nach Darmſtadt.
Wuchtig grüßt dort der neu errichtete Waſſerturm, der den Namen
Hin=
denburgturm erhält. Ein rieſiges Feſtzelt wird Tauſenden von
Feſt=
beſuchern Gelegenheit geben, an allen Veranſtaltungen bequem
teilzu=
nehmen. Bereits Samstag nachmittag 16.30 Uhr treten die erſten
Tur=
ner zum friedlichen Wettkampf an. 19.30 Uhr: Eröffnungsfeier und
Feſtübergabe in der Turnhalle. Ein rieſiger Fackelzug führt zum
Feſt=
platz, daſelbſt Begrüßungs= und Befreiungsfeier, Auflodern der
Be=
freiungsfeuer; anſchließend turneriſche Darbietungen. Am Feſtſonntag
beginnt um 6.15 Uhr nach einer Feierſtunde der Wettkampf der
Tur=
ner und um 9 Uhr der Kampf der Jungturner. Um 13.30 Uhr wird ſich
der Feſtzug der Tauſende in Bewegung ſetzen. „Wenn alles
klappt, weiht man ein Jahndenkmal!” Am Nachmittag
herrſcht großer Feſtbetrieb: Beſondere Vorführungen der Gauvereine,
allgemeine Freiübungen, Barrenturnen der Alten (Befreiungsturnen),
Maſſenchor der Gauſängerſchaft u. w. m. Die Siegerverkündigung
be=
ſchließt am Feſtſonntag in würdiger Weiſe das Programm. Abends
trifft ſich jung und alt bei guter Muſik und Tanz im Feſtzelt. Montag
vormittag nach alter Sitte Frühſchoppen. Ein großes Volks= und
Kinder=
feſt nachmittags und um Mitternacht ein farbenprächtiges Feuerwerk als
Abſchluß. Nun nehme man ſeinen Kalender und notiere ſich die Feſttage
5., 6. und 7. Jul: 1930 in Groß=Gerau.
Cp. Pfungſtadt, 24. Mai Der Heſſen=Darmſtädter
Volksverein aus New York hat der Gemeindeverwaltung
mit=
geteilt, daß er am 21. Juli, nachmittags zwiſchen 4 und 5 Uhr, hier
ein=
treffen wird. Die Gemeindeverwaltung wird es ſich nicht nehmen laſſen,
die Gäſte in gebührender Weiſe zu empfangen. Gelegentlich des
Be=
ſuches ſoll bekanntlich auch eine Beſichtigung der Exportbrauerei
Hilde=
brand vorgenommen werden. — Der Gemeinderat hielt dieſer
Tage eine Sitzung ab, in der er u. a. die Regulierung des Lohnes für
das Entrinden von Holz auf 1.— RM. für den Raummeter feſtſetzte.
Die nachträgliche Holzfällung in den durch Raupenfraß geſchädigten
Ab=
teilungen des Diſtrikts „Klingsackertanne” ergab 223 Naummeter
Knüp=
pelholz und 3670 Stück Wellen. Für Knüppelholz wurden 4— RM.
und für hundert Wellen 10.— RM. geboten. Die Verwaltung wurde
ermächtigt, den Verkauf zu den genannten Angeboten zu tätigen. —
Die Planierungsarbeiten an der Torfgrube werden in den nächſten
Tagen in Angriff genommen werden können. — An verbilligten
Bau=
darlehen ſtehen der Gemeinde Pfungſtadt in dieſem Jahre rund 50 000
RM. für 20 Wohnungen zur Verfügung. Die Anträge zur Gewährung
verbilligter Baudarlehen wurden bereits durch Vertreter des Kreisamts
und Hochbauamts geprüft, ſo daß in der Sitzung die einzelnen Darlehen
vergeben werden konnten. Nach Abrechnung der an einzelne private
Bauluſtige gewährten Darlehen verbleiben der Gemeinde 12500.— RM.,
die vorerſt für die Gemeinde bzw. weitere Bauluſtige reſerviert bleiben
ſollen. — Um die Gemeindejagd. Die neuerliche, wiederholte
Ausſchreibung der hieſigen Gemeindejagd ergab nach Anſicht des Feld=
und Waldausſchuſſes ſowie nach der Meinung des Geſamtgemeinderates
derart niedrige Gebote, daß nach einer einſtündigen Ausſprache
inner=
halb des Gemeindeplenums die neuen Gebote faſt einſtimmig abgelehnt
wurden. — Der langjährige Bürgermeiſtereigehilfe Wilhelm Engel
Schöne weiße Zähne. „Auch ich möchte nicht verfehlen, Ihnen meine größte
Anerkennung und vollſte Zufriedenheit über die „Chlorodont=Zahnpaſte” zu
übermitteln. Ich gebrauche „Chlorodont” ſchon ſeit Jahren und ich werde ob
meiner ſchönen weißen Zähne oft beneidet, die ich letzten Endes nur durch den
täglichen Gebrauch Ihrer „Chlorodont=Zahnpaſte” erreicht habe.” C. Reichelt,
Schwerz, Amt Niemberg, Saalkreis. — Chlorodont: Zahnpaſte,
Zahn=
bürſten, Mundwaſſer Einheitspreis 1 Mk. bei höchſter Qualität. In allen
Chlorodont=Verkaufsſtellen zu haben.
Dr. 1079
wird am 1. Juni mit Rückſicht auf ſein vorge
Ruheſtand treten. — Der Bauplatz
ſtädter Straße an der Stelle des ehem. Neffſch
Preiſe von 10.— RM. für den Quadratmeter an
worden. Bedingung hierbei war, daß der Platz i.
bebaut ſein muß.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 24. Mai. Gemei
Hauptgegenſtand der Tagesordnung war die Ber
voranſchlags für Rechnungsjahr 1930. Von ſe
wurde zu Eingang der Sitzung erwähnt, daß der
achtung größter Sparſamkeit aufgeſtellt worden ſ.
höhung verſchiedener Ausgabepoſten und Verri
ſteuerüberweiſungen möglich geweſen wäre, auch
erhöhungen durchzukommen. Dies erfreuliche Er
nur zu erreichen dadurch, daß die Ausgaben au
wendigſte Maß zurückgeſchraubt und die zur Ver
nahmequellen bis zur Grenze der Möglichkeit
au=
hat ſich gerade in dieſem Jahre gezeigt, wie gut
wirtſchaft in den Gemeindebetrieben iſt. Die
V=
vorausgegangenen Jahren ſtets bemüht, eine ge
Finanzverhältniſſe der Gemeinde zu bringen, die
Verlaufe der Jahre einen angemeſſenen
Rechn=
der auch dann einmal Rückſtöße, wie ſie in dieſe
zu verzeichnen ſind, ohne beſondere Rückwirkunge
Gemeindevoranſchlag ſelbſt ſchließt in Einnahy
166 594,87 Mk. ab, derjenige des Waſſerwerks
derjenige des Elektrizitätswerks mit 74 201,45 M
ſchließlich Aufwertungsſchulden) betragen für die
für das Waſſerwerk 8808 Mk. und für das Ger
23 955 Mk. Dieſen ſtehen gegenüber Guthaben a
die Gemeinde 180 801 Mk., für das Waſſerwerk
Elektrizitätswerk rund 200 Mk. Ein Vergleich vo
talvermögen ergibt, daß ſich die Beträge nahezu
ſo daß die Gemeinde faſt ſchuldenlos daſteht.
Umlagen aufzubringende Fehlbetrag berechnet
jahre auf 45 000 Mk. Nach eingehender Beratu ſin=
Voranſchlag nach den Anſätzen der Verwaltung
men. — Dem Anſinnen der Gemeinnützigen Bau
auf Aufſtellung von Ruhebänken im
Villenvie=
ſtattgegeben. Der weitere Vorſchlag dieſer Ger ſch
nung von Wegen in deren Bauquartier wird *
Demgemäß werden für die Zukunft benannt: a.
raden Weg unterhalb Haus Velte. „Sandweg”
Weg unterhalb der Häuſer Riegler und v. d. L.
a) der Weg von der Hauptſtraße nach dem Hauſe
ſchneiſe‟.
f. Roßdorf 24. Mai. Am Sonntag nachmitt
ſangverein „Liederzweig” im Gemeindewald a.
Waldfeſt. Hieſige und auch auswärtige Geſa
mitwirken. — Nach über 20 Jahre langem
unſerer Gemeinde iſt Herr Lehrer Georg Wagne ſo
getreten. Er iſt vor einigen Tagen mit Famili
geſiedelt. Wir ſehen Herrn Wagner, welcher
nehmen mit der Gemeinde ſtand und es verſtan kat,
der Kinder zu erringen, ungern ſcheiden. Alle K
Jahren ſeine Schüler wurden, haben ihn ins 6 Ffd0
G. Ober=Ramſtadt, 24. Mai. Straßenh
Kaltaſphaltverfahren wird gegenwärtig die Alie S
Autoverkehr hat, hergeſtellt. Damit wurde dieſ
mals an Ortsſtraßen angewandt. In der Jah ſe
bahn zurzeit chauſſiert und die Fußſteige mit
ebenſo eine Fußſteigverbindung zwiſchen der
ſtraße. — Schwimmbad. Bei dem endlich
hat der Beſuch im Schwimmbad allmählich wie
f=
wärme 19—20 Grad Celſius. Durch den ſchör
den freundlichen Anſtrich gleicht das Schwin
Schmuckkäſtchen, deſſen Beſuch ſehr zu empfehle
zahlung. Die Militärrenten für Juni werde
wegen ſchon am Mittwoch, den 28. Mai, von 8—
ausgezahlt. Die Auszahlung der Invaliden=,
Unfallrenten erfolgt bereits am Samstag, den 3 Ei,
8—12 Uhr.
— Hirſchhorn, 24. Mai. Waſſerſtand 8
23. Mai: 130 Meter; am 24. Mai: 1,25 Meter.
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Aai 1930.
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mein geliebter Mann, unſer guter, treuer
Königl. preuß. Major a. D. und langjähriger
Direktor der pulberfabrik Rottweil.
beie— ckwünſche, Geſchenke
ſenri n anläßlich unſerer
ſch— agen wir auf dieſem
ich-1 unt.
Fr Iffner
nger und Frau
ſan) geb. Wolf.
ni 1930.
In tiefer Trauer:
Anna Schnittſpahn, geb. Stuckenſchmidt
Elſe Wilbrand, geb. Schnittſpahn
Margot Schnittſpahn, Oipl. Ing.
Darmſtadt, im Mai 1930.
Heinrichſtr. 145.
Auf Wunſch des Entſchlafenen hat die Beerdigung in
der Stille ſtattgefunden.
ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden
ſagen wir allen Verwandten, Freunden
und Bekannten auf dieſem Wege
unſe=
ren innigſten Dank. Insbeſondere danken
wir Herrn Pfarrer Dr. Meiſinger für die
troſtreichen Worte an dem Grabe,
ſo=
wie allen denen, die unſerer lieben
Verſtorbenen das letzte Geleite gegeben
haben.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie peter Jak. Fleſchhut
Familie Heinrich Fleſchhut
Familie Georg Fleſchhut.
Reinheim, Odw., Ffm.=Eſchersheim,
(8415
den 20. Mai 1930.
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/3 Mann, unſer treuer Bruder,
* „Ihn, Schwager und Onkel
Herr
uich Auguft Nober
Beißbindermeiſter
diel acht nach kurzem, ſchwerem
entſchlafen.
nen der Hinterbliebenen:
Nober, geb. Hildenbrand.
ſt,den 24. Mai 1930.
eim! 4.
ei) ing findet Montag, den 26. Mai,
2½ Uhr, auf dem Waldfriedhof
ſtatt.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute 6 Uhr
vormittags unſern lieben, hoffnungsvollen, guten
Sohn und Bruder, Enkel, Neffen und Verwandten
Herrn Dipl.=Ing.
Kait Kiaft
Architekt
nach einem ſchweren Leiden, 1 Tag nach ſeinem
25. Geburtstage, zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
In tiefem Schmerz:
Bernhard Kraft und Familie.
Darmſtadt, den 24. Mai 1930.
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Die Beiſetzung findet am Dienstag, den 27. ds. Mts.,
nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des alten
Friedhofes aus ſtatt.
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der trauernden Hinterbliebenen:
irgarete Klein geb. Eckert
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ng findet Montag, den 26. Mai,
chmittags 2½ Uhr ſtatt.
Beweiſe herzlicher Teilnahme beim
res lieben Entſchlafenen
Georg Dillmann
Dame einen eleganten Hut
nit Allen herzlichen Dank, beſonders
En Pfarrer Weiß für die troſtreichen
De, ſowie dem Geſangverein „
Einig=
dempkratiſchen Partei, dem Geſellig=
Elte” und dem Arbeiter=Radfahrer=
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Nach dem Bericht der Reichsanſtalt über die Arbeitsmarktlage im
Reich für die Zeit vom 1.—15. Mai hat die Frühjahrsentlaſtung des
Arbeitsmarktes anſcheinend noch keine raſchere Bewegung
angenom=
men. Zwar ging die Zahl der Hauptunterſtützungsempfänger um über
130 000 zurück, während der Rückgang im vorigen Berichtsabſchnitt nur
rund 100 000 betragen hatte. Doch iſt die Zahl der Kriſenunterſtützten
weiter geſtiegen und die Zahl der Arbeitſuchenden hat weniger
abge=
nommen, als in der zweiten Aprilhälfte. Die Entlaſtung iſt faſt
aus=
ſchließlich auf die Nachfrage in den Außen= und Saiſonberufen
zurück=
zuführen, während überwiegend von der Konfunktur abhängige
Be=
rufsgruppen im ganzen ein unverkennbares Bild anhaltender
Depreſ=
ſion gewähren. In der Landwirtſchaft ſind in verſchiedenen Bezirken
die Beſtellungsarbeiten des Frühjahrs bereits beendet, ohne daß ſie in
dem ſonſt gewohnten Maße zur Nachfrage nach Arbeitskräften geführt
hätten. Die Zahl der Hauptunterſtützungsempfänger in der
Arbeits=
loſenverſicherung belief ſich am 15. Mai auf rund 1 630 000, in der
Kri=
ſenunterſtützung — nach weiterer Steigerung — auf rund 323 000.
Da=
mit iſt die Ueberlagerung in der Inanſpruchnahme der beiden
Unter=
ſtützungseinrichtungen gegenüber der Vorjahre bis Ende April etwa
0,75 Millionen ausmachte, auf rund 826 000
Hauptunterſtützungsempfän=
ger angewachſen. Die Zahl der verfügbaren Arbeitſuchenden hat in der
Berichtszeit nur um rund 87000 abgenommen und betrug Mitte Mai
etwa 2 753 000. Die bisherige Ziffer liegt um etwa 1,2 Millionen höher
als im Vorjahre.
Frankfurter Buttergroßhandelspreife. Marktlage: Tendenz ruhig,
Abſatz zu nachgebenden Preiſen befriedigend. Es notierte
Auslands=
butter (holl. oder däniſche) 1 Faß (50 Kg.) 1.48, einhalb Faß 1,50, in
Halbpfundſtücken 1,50. Deutſche Molkereibutter 1,30 Mark das Pfund
im Großhandelsverkehr.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Marktlage: Tendenz ſtetig,
Ab=
ſatz ſchwach. Preiſe in Pfennig per Stück; Italiener 8,50—9,25,
Bul=
garen 7,50—7,75, Jugoſlawen 7,00—7,50, Rumänen 7.,00—7,50, Ruſſen
8,00—8,25, Polen 5,50—6,25, Chineſen nicht am Markt, Holländer 8,50
bis 10,50, Dänen 8,50—10,50, Belgier 8,75—9,00; Franzoſen 8,00—9,00;
Schleſier 8,25—8,75; Bayeriſche 7,75—8,25; Norddeutſche 8,25—8,50.
— Mainzer Produktenbericht. Großhandelseinſtandspreiſe per 100
Kilo loko Mainz, am Freitag, den 23. Mai 1930: Weizen 30,25;
Roggen 17,5—17,75; Hafer 17,5; Braugerſte —: Futtergerſte 17,5—18;
Malzkeime 12—13; Südd. Weizenmehl Spez. Null 45,65; Roggenmehl
Null 1 26—27,5; Weizenkleie fein 7,25; grob 8,5; Roggenkleie 8,5—9,5;
Biertreber 10,5; Erdnußkuchen 13,5—14,5; Cocoskuchen 14,75—19;
Palm=
kuchen 10,75—11,5: Kleeheu loſe 10; geb. 10,25—10,5; Wieſenheu loſe 8;
Maſchinenſtroh 5,75; drahtgepreßt 5,25—5,5; Weiße Bohnen 38,5.
Ten=
denz: luſtlos.
Die 106. Südweſtdeutſche Zentral=Häuteauktion fand in Mainz im
Kaſino „Hof zum Gutenberg” ſtatt. Angeboten waren 6039
Großvieh=
häute, 8352 Kalbs= und Freſſerfelle und 240 Hammelfelle. Bei gutem
Beſuch wurde recht flott verkauft, ſo daß die Auktion frühzeitig
geſchloſ=
ſen werden konnte. Während Schaffelle etwas anzogen, waren die Preiſe
bei den anderen Gattungen ſchwankend.
Vom Rohhäutemarkt. Die Befeſtigung am Rohhäutemarkt hat in
der Berichtswoche weitere Fortſchritte gemacht. Die Berliner
Verſteige=
rung, die für die Preisgeſtaltung am Rohhäutemarkt entſcheidend iſt,
brachte auf der letzten Verſteigerung erneut Aufſchläge. So waren es
beſonders die leichten Großviehhäute, die teilweiſe bis zu 15 Prozent
an=
zogen, während mittlere und ſchwere Gewichte teils letzte Preiſe, teils
um 5 Prozent mehr erzielten. Bei Kalbfellen waren die ſchwarzen
Sorten vernachläſſigt und wurden teils zurückgezogen, bei den roten
dagegen war die Kaufſtimmung beſſer, ſo daß ſie teils letzte Preiſe, teils
5 Prozent mehr erzielten. Schaffelle um 10 Prozent teuver. Bei der
geſtern abgehaltenen Frankfurter Häuteauktion bewegten ſich die
Beſſe=
rungen in gleichem Rahmen.
Berliner Produktenbericht vom 24. Mai. Bei ruhigem Geſchäft
nahm die Produktenbörſe am Wochenſchluß einen ſchwächeren Verlauf.
Vom Mehlabſatz fehlt weiterhin jegliche Anregung, und da auch die
Befeſtigung an den Ueberſeemärkten wieder zuſammengebrochen iſt,
mangelt es an Vertrauen zu einer endgültigen Beſſerung der
Weltmarkt=
lage. Hinzu kommt, daß das Wetter fortgeſetzt außerordentlich günſtig
iſt. Die Angebotsverhältniſſe am hieſigen Markt haben ſich wenig
ver=
ändert; Inlandsweizen macht ſich ziemlich knapp. Geſtrige Gebote
waren jedoch ſchwer erhältlich. Der Lieferungsmarkt ſetzte bis 1,5 Mark
niedriger ein. Roggen iſt zu Stützungspreiſen ſehr reichlich angeboten,
ſo daß wiederum nur ein Teil des Offertenmaterials aufgenommen
werden dürfte. Die Lieferungspreiſe lagen anfangs bis 3 Mark unter
geſtrgem Niveau, im Verlauf war eine leichte Erholung zu verzeichnen.
Weizenmehl bei wenig veränderten Preiſen kleines Geſchäft.
Roggen=
mehl hat ſchwierigen Abſatz. In Hafer zeigen weder Konſum noch
Ex=
porteure nennenswerte Kaufluſt, ſo daß bei größerem Angebot
Preis=
rückgänge eintraten, von denen namentlich der Lieferungsmarkt
betrof=
fen wurde. Gerſte ruhig.
Kaffee: Bei ruhigem Geſchäft nahm der Kaffeemarkt unter
Deckungen und Käufe für ausländiſche Rechnung, die auf Grund
der ſtetigen Veranlagung des Marktes in Rio erfolgten, einen
feſteren Verlauf.
Zucker: Bei ruhigem Geſchäft zogen die Rohzuckerterminpreiſe
auf Deckungen und Anſchaffungen" für kubaniſche Rechnung an.
Die Intereſſenten warten die weitere Entwicklung am Lokomarkte
und in den Zollverhandlungen ab.
Baumwolle: Am Baumwollemarkte bewegte ſich das Geſchäft
in engen Grenzen. Die Prognoſe günſtigen Wetters über
Wochen=
ſchluß gab Anlaß zu Verkäufen, während die Käufer
Zurückhal=
tung bekundeten.
Weizen: Nach ſchwächerer Eröffnung kam am Weizenmarkte
eine ſtetigere Tendenz zum Durchbruch, da Meldungen aus
Waſhington zufolge der diesjährige Winterweizenertrag der
nied=
rigſte ſeit 1925 werden dürfte. Aus Nebraska und Kanſas lagen
erneut Meldungen über Ernteſchäden durch die Heſſenfliege vor.
Einige Anregung boten auch Gerüchte, daß die in Argentinien zum
Export gehenden Mengen jetzt nur noch ganz unbedeutend ſeien.
Mais: Die geringe Konſumnachfrage, beträchtliche
An=
dienungen ſowie ein baiſſegünſtiger Saatenſtandsbericht des
Staa=
tes Illinois waren maßgebend, für die ſchwächere Tendenz des
Maisiarktes.
Roggen: Am Roggenmarkte hielten ſich die
Preisveränderun=
gen in mäßigen Grenzen. Anfangs kam infolge der
Wettermeldun=
gen in einzelnen Staaten etwas mehr Materal heraus, auch die
Erhöhung der Zölle drückte auf die Preisgeſtaltung. Gegen Schluß
war jedoch eine Erholung zu verzeichnen.
Hafer: Die Haferpreiſe lagen heute unter geſtrigem Niveau.
Im Anſchluß an die ſchwächere Veranlagung des Maismarktes
überwog das Angebot. Maihafer lag infolge ſtärkerer
Reali=
ſationen gedrückt.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 24. Mai:
Getreide. Weizen, Mai 10434, Juli 105¾, Sept. 108½, Dez.
112½4; Mais, Mai 77½, Juli 79½, Sept. 80½; Hafer, Mai 41,
Juli 39½, eSpt. 38½8, Dez. 41½4; Roggen, Mai 58½, Juli 62,
Sept. 66. Dez. 69¾.
Schmalz: Mai 10,15, Juli 10,22½, Sept. 10,45.
Spcck: loco 14,00.
Leichte Schweine 9,85 —10,40, ſchwere Schweine 9,75—10,95
Schweinezufuhren Chicago 6000, im Weſten 32 000.
Chicago Baumwolle: Juli 16,01.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 24. Mai:
Schmalz: Prima Weſtern 10.90; Talg, extra loſe 6.
Getreide: Weizen, Rotwinter n. Ernte 123½, Hartwinter
110½; Mais 88½: Mehl 5,50—5,70; Getreidefracht nach
Eng=
land 1,6—2,3 sh, nach dem Kontinent 8 C.
Frankfurter und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 24. Mai.
In Anbetracht des bevorſtehenden Ultimos ſchritt die Kuliſſe zu
Realiſationen. Die Tendenz war zum Wochenſchluß ſchwächer. Auch
mahnte die ernſte finanzielle Lage des Reiches zur Zurückhaltung. Die
feſte geſtrige New Yorker Börſe blieb ganz ohne Einfluß. Das
heraus=
kommende Material fand bei der weiter anhaltenden Orderloſigkeit nur
ſchwer Aufnahme. Gegenüber der geſtrigen Abendbörſe ergaben ſich
teil=
weiſe erhebliche Abſchwächungen. Das Geſchäft bewegte ſich in ſehr
be=
ſcheidenen Grenzen. Zur Verſchlechterung der Stimmung trugen noch die
ſchwache Veranlagung der Zellſtoff Waldhof, Dt. Erdöl, und der
Rütgers=
iktien bei, die bis zu 2,75 Prozent verloren. J. G. Farben minus ein
Prozent. Holzverkohlung fanden heute kaum Beachtung. Am
Elektro=
markt verloren AEG. 1,5 Prozent, Felten 1 Prozent und Licht u. Kraft
2,75 Prozent. Lokalwerte lagen dagegen behauptet. Schiffahrtsaktien
bis 1,5 Prozent abgeſchwächt; A.=G. für Verkehrsweſen gut behauptet.
Montanwerte faſt umſatzlos. Banken gut gehalten, nur Danatbank
minus 1 Prozent. Am Rentenmarkt waren Schutzgebiete etwas gefragt
und leicht erhöht. Alt= und Neubeſitzanleihe dagegen nachgebend. Von
Ausländern waren Oeſterr. Schatzrente gefragt und zirka 2 Prozent
feſter.
Im Verlauf war das Geſchäft weiter ſehr ſtill; die Kurſe bröckelten
zumeiſt weiter etwas ab. Stark angeboten waren Scheideanſtalt, die
6 Prozent einbüßten. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3 Prozent
wie=
der leichter. Am Deviſenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1912½,
gegen Pfunde 20,3675, London-Kabel 4,8596, Paris 123,94, Mailand
92,73, Schweiz 25,12½, Holland 12,08½.
Berlin, 24. Mai.
Vormittags und vorbörslich mußte die Stimmung bei ſtärker in
Er=
ſcheinung tretendem Ordermangel als zurückhaltend bezeichnet werden,
und ſo enttäuſchte die offizielle Eröffnung der Samstagsbörſe, die
über=
wiegend kleine Kursabſchläge brachte, dann nicht mehr. Man hatte den
ungünſtigen Momenten, wie dem von uns bereits geſtern erwähnten
Oefizit im Reichshaushalt, der verſchlechterten Lage am Arbeitsmarkt
ſind der ſchwachen Veranlagung der Petroleumwerte, Rütgerswerke und
Deutſche Erdöl, an der geſtrigen Frankfurter Abendbörſe größere
Be=
achtung geſchenkt. Demgegenüber traten die feſten New Yorker
Schluß=
kurſe in den Hintergrund. Publikumsrealiſationen zum Wochen= und
Monatsſchluß, ferner das Herauskommen von Prämienware am
An=
leihemaukt, ließen das Nibeau um zirka 1,50 Prozent fallen. Darüber
ſinaus verloren Reichsbank, Mansfelder, Kaliaktien, Licht u. Kraft,
Geſ=
fürel, Siemens, Zellſtoff Waldhof und Deutſche Erdöl bis zu 3 Proz.
Auch Schiffahrtswerte lagen bemerkenswert ſchwach. Im Verlauf blieb
das Geſchäft ruhig. Es traten meiſt kleine Abbröckelungen ein. 4
Pro=
zent ſchwächer waren Deutſche Linoleum, in denen man eine Großbank
als Abgeber beobachten wollte.
Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des
Großhandelsindexziffer des Statiſtiſchen Reichsamts
über der Vorwoche (125,8) leicht zurückgegangen.
pen iſt die Indexziffer für Agrarſtoffe um 0,4
Pro=
geſunken. Die Indexziffer für induſtrielle Rohſtoffe
ſich um 0,2 Prozent auf 124,0 (123,8) erhöht, wö
induſtrielle Fertigwaren auf 151,4 (151,6) nachgeg
Die Frankfurter Hypothekenbank bietet
pfandbriefe, Reihe 15, nicht rückzahlbar vor 1.
mündelſicher) ſowie 8proz. Goldkommunaloblie
nicht rückzahlbar vor 1. Juli 1935 (in Preuße
Vorzugsbedingungen an. (Vergl. heutige Anz
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerig
Neue Verfahren: Gießen: Fa. Karl Meier=
Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 12.
Union=Lederwerke, vorm. Wilhelm Heinrich Philiv
meldefriſt 10. 6., Gläubigerverſammlung 5. 6.,
Mainz: Kaufmann Philipp Petry, all. Inh. d.
Anmeldefriſt 25. 5., Gläubigerverſammlung und
— Beendete Konkurſe: Bensheim: Sch
Schader 11. Gießen: Fa. „Imco‟, Heſſ. Keramiſ
b. H.; Fa. Otto Bingel u. Co. Lampertheim: Fa.
fabrik A.=G. in Viernheim. — Neue Vergle
Michelſtadt: Fa. Georg Wilhelm Kumpf, Tuchfab
gleichstermin 10. 6. — Aufgehobene Vergle
Mainz: Kfm. Manfred Kahn, all. Inh. d. Fa. gle=
Biebmärkke.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. 4
24. Mai, wurden 379 Tiere zugeführt. Verkauft i
zwar Milchſchweine das Stück von 32 bis 40 Mark,
40 bis 60 Mark.
Kleine Wirtſchaftsnachrich
Die preußiſchen Spareinlagen haben im 2
Mill. RM. Einzahlungen, wovon 1,5 Mill. R.
entfallen, und 350,0 Mill. RM. Auszahlungen
44,2 Mill. RM. auf 5942,7 Mill. RM. erfahre
hat der Einlagenbeſtand gegenüber dem Vorm
von 901,4 auf 923,6 Mill. RM. zu verzeichnen
Die Nord=Deutſche Verſicherungsgeſellſche
Deutſche Verſicherungsgeſellſchaft, die Hanſea=
A. G. von 1877 und die Cöln=Hamburger Verſ
den It. Mitteilung des Verwaltungsrates e
wieder 8 Prozent zur Verteilung bringen. Ei=
G.V. (26. Juni) einberufenen a.o. G.V. wir
vier Geſellſchaften auf dem Weg der Fuſion a
Verſicherungsgeſellſchaft als Stammgeſellſchaft
Die Mitgliederverſammlung des Deutſch m
bandes G. m. b. H. in Köln hat beſchloſſen, den
zum 1. Juni nach Berlin zu verlegen und die Einl
die Bürogemeinſchaft des Zentralverbandes d ſau
Walzwerks= und Hütten=Induſtrie einzugliede
Die Notiz für die Aktien der Muelheim
Wuelfrath i. Rhld. wird an der Frankfurter
vom 26. Mai 1930 ab eingeſtellt.
Die in Zahlungsſchwierigkeiten befindliche Aſ
Bracker Söhne A. G., Hanau, hat die Eröffnung
gleichsverfahrens beantragt.
Die Südweſtdeutſche Möbelmeſſe in Fra
in dieſem Jahre vom 14. bis 17. September i
Der zur Verfügung ſtehende Raum, der wei
der zur vergangenen Möbelfachmeſſe belegter
iſt heute bereits faſt reſtlos belegt.
Auf der ordentlichen Jahresverſammlung
deutſcher Baumwollinduſtrieller, Augsburg, r
liche Lage der ſüddeutſchen Baumwollinduſt=
Jahr als völlig unbefriedigend gekennzeichnet
Die Tſchechiſch=Slowakiſche Nationalbank
von 5 auf 4½ den Lombardſatz für Staatspa
und für die übrigen Papiere von 6½ auf 6
Berliner Kursbericht
vom 24. Mai 1930
Verl. Handels=Geſ.
Danatbank
1.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Dampfid
Nordd. Lloyd
Al. E. G.
Batr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
Tafd
234.25
1a0.50
142.—
13.125
113.,625
169.75
85.—
125.—
185.50
70.12!
186.—
167.—
85.—
Me eeee
J. G. Farben
Gelſenk. Berow.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Rlödnerwerke
Köln=Neueſſ. Baw.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Kofdw.
Orenſtein & Koppel
Vaf
188.75
139.—
166.50
124.—
GI.-
100.50
31.—
00.—
1C4 25
T08.125
53.—
89.50
110.25
85.—
Polyphonwerle
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkal
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe-Weike
Lindes Eismaſch.
Herm. Poege
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werle
Ve
65.—
424.75
16175
136.
C7.
234.75
78.25
36.*0
69.50
143.50
74.875
68.—
18.375
95.125
47.875
Helſingfors
Wien
Prag
Budopeſt
Sofia.
Hollatd
Lslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aires
New Yort
Belgien
Italien
1P
Paris
Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Pengo
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 L.=Stg.
1 Pap. Peit
1 Dollar
100 Belca
100 Lire
1 00 Fran/s
Rat
10.538
59.04
12.419
73.15
3.035
168.3
112.01
112.0
112.32
20.344
1.528
4. 1265
9.415
21. 24
16.415
ſElSchwez
Spanien
9Danzig
Japan
Riode
Jugoſlawien
Portugel
GlAlthen
41Sſtambu
Kairo
Kanak a
Juruguah
138land
Tallinn (Eſtl.
Riga
Frankfurter Kursbericht vom 24. Mai 1930.
7 P6 Dtſch. Reichsanl.
6(
6% Baden..
3% Bahern...
..
80 Keſſen v. 21
v. 20
6%0 Preuß.
Staats=
anl. . . . . . . . . .
8% Sachſen ...."
.
9 Thüringen ..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. +
Aiblöſungsanl. . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.
Dtſche.
Schusge=
bietsanleihe.
8¾½ Baden=Baden
6% Berlin ......"
8% Darmſtadtv. 2e
v. 28
% Fran1 u M.
8%0 Mainz...
8% Mannheim..
8% Nürnberg.
8% Peiſ. Landesbl.
Coldpfbr. ... ."
D „ „ Golkob
4½% Feſſ. Ld8.-
Ehp.=Bk.-Liquid.
Pfbr. .. . . . ..."
8 % Preuß. Lds..-Anſt. Cold=
Pfhr
Goldobl
8% Darmſt.Komm.
Landesbk. Goldobl.
8½Kaſſeler Land.,
redit Goldpfbr
Narfe
88.25
85.1
100.75
85.1
93.6
95.9
94.2
23
87.25
59
10
3:I.
E2.75
92.5
E9
29.5
94
26
101
SC.5
96.75
98.5
2 Naſ. Landesbk.
Goldpſbr. .....
½ %
Obl.
Di. Komm.
Eam=
mel-Ablöſ.-Anl.
+Ausl. Ger.
„ Ser.11
Dt. Komm. Eamm.
Abl. (Neubeſitz
8% Berl. Hyr.=Bi.
4½% „Liqu.=Pfbr.
8% Frtf. Khp..=Bk.
½20 — Lig.Pfbr
„ Pfbr.=B.
„Lig. Pfbr.
2o Mein.Hyp.:B
3% Lig.Pfbr..
½⁄₈ Pfälz. Kyp.=B
4½ „ Lia. Pfb=
8% Preuß. Boden
cred.=Bant
4½% Lig.Pfbr.
% Preuß. Centrl.
Bodencr.=Ban1
4½% „ Lig.Pfbr
Rhein.Cpp. B!.
4½% „ Lia.Pfbr.
% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit.....
8% Südd. Bod.
Cred.=Ban!
1½2
Lig. Pfhr
18% Vurtt. Ctu.-B.
6½ Laimler-Benz
8% Dt. Linol. Werle
3 Klöcner=Werie
2 Mainlraftwerſe
9a Mitteld.
Stckl=
werke
8½ Salzmann u. Co
7% Ver. Stahlwerle
8% Voiatck Käffne
100.25
A5.5
5.
75.5
1e.5
101
E8.7
101
S8.5
147
E9‟=
1C0 5
S0-.
101
89.3
1C0.5
101
87.75
1C0.5
EC.1
101
101
&8
101
76
gn
TC.5
S0
91.75
95
J. G. Farben Bonds /114
10 Bosn. L.E. B.
L.Inveſ
4½% Oſt.
Schatz=
anw. . . . . . . . . . .
40 Oſt. Goldrente
5 %vereinh. Rumän
4½%
420 Türk. Admin
„ 1. Bagdad
Zollanl.
½%0 Ungarn 1913
1914
Coldr.
191
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Andiccc Moris Lah=
Baſt Yurnberg
Bemberg J. P.
Berem. Cl.=Werle.
BrennBrtericCie
Brüning & Eckn
Buterus Ciſen..
Cement Teitellerg
Kaulſtadt
3. G. Chenie, Baſe
Chem. Werle 2.lker
bade
....
Contin. Eunmiw.
„ Linoleum
2amler-Benz A. G
Dt. Aitl. Tclccr.
Ciſenh. 4 eilin.
Crtöl .......
Cold= n. Silb.-Anſtalt
Lincleumtrert
Trcerkoffu. Ait=
Eick baum=Werger.
Eleitr. Licht u. Kraſt
Liefer=Ge‟
32.2
33.5
2.3
8.3
22.8
20.75
106
169.5
125
25.25
124.5
142.25
ECC.5
55
248
184.5
37.75
124
24.75
154
241
112.5
172
166.25
ſchw. Bergweik
EßlingenMaſchiner
Ettlingen Epinnerei
J. G. Faubeninduſtr.
Feinmech. (Jetter
Felt. & Guilleaum.
Friſt. Eas .......!
Kof
Geiling & Cie
Gelſenk. Berawer!
Geſ. f. eleftr. Unter
nehmungen.
Goldſck midt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilſinger
Baſenmihle Krttt..
Kammerſen (Cen.)
Karpener Bergbau
Henninger. Kempf
SilpertArmaturfbr.
Hindrichs=Aufferm
Hirſch Kupfer.
Erchtief Cſſen
Kolzmonn. 2 hil.
Kolzrerf.-Ardtuſtru
Ilſe Bergb. Stamm
Cenüſ
Junglars Staun
Kali Ckenie.
Aſchersleben.
Salzdetfurth-
Veſteregeln
Kamwgarnſpinn
Karſtadt. R.
Klein,Edanzlin
Klödnein erie
Lahmener & Co.
Lcch, Augsburg
Löwenhr. Münch.
Lüdenick eid Wctalll
Lutz Gclr. Tarmſt.
Wainkr.=W. Kbchſt
Mainz. Alt.-Br.
7e
173
178.75
C7.25
110
51
128
167
C8.25
36.25
125
100.5
S7.5
124.5
26
01
121
42.5
153
20.5
424
224
141
C8.5
170.9
29
254
E8.5
12.75
89.75
Mannesm.=Nöhren
Mansfeld Bergb.
Metallgeſ. Frantf. 1122.5
Miag, Mühlenbau. H120.75
MontecatiniMaild. 53.5
Motoren Darmſtadt
Deutz
Cberurtel
Micolay, Kofbr.
Nürnberger Brauh
Oberbedauf
Otavi Minen
PhänVergbau
Reiniger, Eebb. II
Rb. Praunlohlen
„ Cleitr. Stamm
„ Stahlwerle.
Riebed Montan.
Roeder Gb. Darmſt /104.5
Rütgerswerte 64
Sed tieben A. 0 162
Salzw. Keilkronn. .1247
Edöfſerhof=Bind. /275
Schramm, Lackfabr.
Ecriftg. Stempel. 120.2*
Cdudert Eleit:
Echwarz=Storcken. /136
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Kalsiel254
Strohſtoff. Ver. 1785
Südd. Smmobilien
Zucker=A. G./160
Svensla Tändſticks
Zellus Vergbau../109
Thür. Lieſer.-Geſ.-/1045
Tucher=Frauerei.
nnterfranlen
Beithwerle
Ver. f. Chem. Ind
„ Laurahütte
„ Stahlwerie
Ultromarin 11
Lellſt. Berlin
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Boigt & Sgeſſner. 11
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nerkennungen, wir
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v diskret und ver
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ter, bezw. Geſellſchafter oder die
ſonſti=
gen Intereſſenten werden hiermit
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gefordert, ihren etwaigen Widerſpruck
bis zum 1. Oktober 1930 geltend zu
machen.
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Darmſtadt, den 20. Mai 1930.
Amtsgericht I.
Hofreiteberſteigerung.
Dienstag, den 27. Mai 1930,
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mittags 6 Uhr, gelangen im Rathaus
dahier die Hofreiten Alte Darmſtädterſtr. 6
und 8 in Eberſtadt (Flur 1 Nr. 50",o,
Grabgarten das Dorf — 772 qm, und
Flur I, Nr. 51½/,, Hofreite das Dorf —
997 gm) öffentlich meiſtbietend
wieder=
holt zur Verſteigerung. Bemerkt wird,
daß in dem Hauſe Nr. 8 Gaſtwirtſchaft
8410
betrieben wird.
Eberſtadt, den 23. Mai 1930.
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weitere Verſteigerung von 6 Stück ſehr
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Darmſtadt, den 24. Mai 1930. (st8372
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31. Mai 1930, 10 Uhr, bei dem Städt.
Hochbauamt, Darmſtadt, Grafenſtraße 30,
I., Zimmer Nr. 9, einzureichen. (st8437
Darmſtadt, den 23. Mai 1930.
Städt. Hochbauamt.
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Beſſungerſtraße 7.
Darmſtadt, den 15. Mai 1930.
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zimmern behaglich erwärmen, wenn sie sich den mehrfach
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Zentralheizungs-Küchenherd
einbauen läßt, In diesem Küchenherd, der auch das für den
Hang-
halt nötige Warmwasser liefert, befndet sich ein Heizkessel, der
dem bekannten Narag-Clagsie Zimmerheizkessel nachgebildet ist.
Durch die Zusammenlegung mehrerer Einzelfenerungen zu einer
einzigen Feuerungsstelle wird eine nicht unwesentliche
Brenn-
stoffersparnis erzielt; daher macht sich die Anlage schon sehr
bald bezahlt und ist auch für den kleinen Haushalt erschwinglich.
Der Ideal Culina Zentralheizungs-Küchenherd, dessen Lieferung
durch Heizungsürmen auf Wunsch auch auf Teilzahlung bis
zu 18 Monatsraten erfolgt, ist der treue Helfer jeder modernen
Hauskrau, die mit ihrem Wirtschaftsgelde haushalten muß.
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AUTOLISTE Nr. 89
Enthält die Meldungen (Ab- und Zugänge) von Kraftfahrzeugen jeder
Art der 18 Kreise des Volksstaats Hessen (Kennzeichen: VS, VR, VO)
für die Zeit vom 1.—15. Mai 1930.
Die Auto-Listen enthalten die Angaben in derselben
Reihen-
folge wie die Hauptausgabe: Name, Beruf, Wohnort des
Kraft-
fahrzeugbesitzers, Type, Motornummer, Hubraum in ccm und
PS, Art des Fahrzeugs. Fabrikneue Wagen sind durch X
kenntlich gemacht. Die Meldungen sind geordnet nach den drei
Provinzen (VS, VR, VO) und Kreisen und innerhalb dieser nach
Polizeierkennungsnummern. Abgemeldete Wagen werden
geson-
dert aufgeführt. Die Auto-Listen sind eine wichtige
Ergän-
zung des Auto-Adreßbuches (Adreßbuch der
Kraftfahrzeug-
besitzer im Volksstaat Hessen), Ausgabe 1929, und
unentbehr-
lich, weil sie laufend
neuestes Adressenmaterial
liefern. Sie erscheinen alle 14 Tage, also monatlich zwel Listen.
Die am 10. eines Monats ausgegebene Liste enthält die Meldungen
vom 16.—30. (31.) des voraufgegangenen Monats und die am 25.
eines Monats ausgegebene Liste die Meldungen vom 1.—15. des
gleichen Monats.
Bezugsprels:
1. Bei Bezug aller Meldungen sämtlicher 18 Kreise für
12 Monate; zum monatlichen Pauschalpreis von
RM. 16.50.
2. Bei Bezug der Meldungen nur für einzelne Kreise
und Städte, gleichob für einen oder mehrere Monate, zu
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Sonntag, den 25. Ma: 1930
eite 13
eſte des Dichkers Mar Dauthenden in Deutſchland.
ebt
ſiſchen Gruppe des Pen=Klubs am Sarge Dauthendeys nach der Ankunft
im Hamburger Hafen.
ſte des deutſchen Dichters Max Dauthendey der 1918 auf Java ſtarb, wurden
„Heidelberg” nach Deutſchland überführt. Die endgültige Ruheſtätte ſoll der
Luſamgärtlein zu Würzburg, Dauthendeys Heimatſtadt, finden.
Zur Eröffnung der Dresdener Hygieneſchau.
Turnen und Sport, die beſte Hygiene. — Aufmarſch der Turnverbände.
Die Freigabe der Dresdener Hygieneſchau für die allgemeine Beſichtigung wurde durch einen
Auf=
marſch der Turnverbände und =vereine eingeleitet. Dadurch wurde dokumentiert, daß die ſportliche
Betätigung in der freien Luft heute als ein unerläßlicher Teil der Hygiene jedes Großſtadtmenſchen
angeſehen wird.
gest
Irl
h-
Ausland.
iſſeldorfer Mörders.
Düſſeldorf, 24. Mai.
iminalpolizei iſt es heute
ungen, den am 26. Mai
Rhein geborenen
Arbei=
als den mutmaßlichen
verhaften. Die
Verhaf=
iſchend, daß Kürten eine
re Vergewaltigung eines
b und im weiteren
Ver=
geſtand, auch die im
Düſſeldorf
vorge=
äle ausgeführt zu
lpolizei iſt mit der
Nach=
i beſchäftigt.
Hausangeſtellte hatte in
Freundin mitgeteilt, daß
Manne in die Hände ge=
Fürchterliches paſſiert ſei,
n gekommen wäre. Dieſer
Adreſſierung in falſche
wurde der Polizei über=
1 nicht näher bezei hnete.
verin zu ermitteln. Ihre
ſie in den ſpäten
Abend=
in Stelldichein mit ihrer
dann auf dem Wege in
einem jungen Manne
an=
er ihr verſprach, ſie in das
er junge Mann führte ſie
ſie ſich weigerte, mit ihm
en, trat plötzlich ein
an=
aar zu, der ſehr energiſch
Mann zur Rede ſtellte,
macht habe, das Mädchen,
führen. Es gelang ihm,
idchens zu erlangen. Auf
5 für die Nacht noch keine
r ihr eine eigene
Schlaf=
ohnung an. In der
Woh=
te das Mädchen Bedenken
das Mädchenheim geführt
innte übernahm die
Füh=
is an den Grafensberger
s Mädchens, in den Wald
durch die Bemerkung, daß
uten am Ziele ſei. Als
nicht weitergehen wollte,
würgte und vergewaltigte
dann eiligſt. Es gelang
it Hilfe des Mädchens die
dekannten ausfindig zu
ldorfer Polizei den
feſt=
i feſtnehmen wollte, war
darauf angeordneten
umn=
aßnahmen führten heute
Verhaftung Kürtens. Die
raſchend, daß er ohne
wei=
erten Fall der
Vergewal=
aufe der
Verneh=
auch die noch nicht
Düſſeldorf im
letz=
ekommenen Morde
ben. Um die Richtigkeit
in nachzuprüfen, wurde er
rdtatſtellen geführt. Dort
eine genaue Darſtellung
Ne zu geben. Kürten war
jänge mit vielen
Einzel=
ne ſich bisher in
Wider=
aben und ohne Dinge zu
die unrichtig ſind.
Trotz=
ufig noch Zweifel,
für alle Fälle des
verſuchten Mordes
Deshalb ſind umfaſſende
cherung eines
einwand=
keden einzelnen Fall im
überlebenden Mädchen,
für ihren Fall als
iedererkannt.
dei
*
ie mit dem Tode bezahlt.
N. Die immer wieder in
tſitte der Kinder, ſich an
hat in der Idſteinerſtr.
Dfer gekoſtet. Ein
ſieben=
er Lorsbacherſtraße hatte
werk gehängt. Beim Ab=
T einem herankommenden
19 ſchwer verletzt, daß der
trat.
Eine offizielle „0
Aufkana”-Gedenkmünze.
wird zur 400=Jahr=Feier der Augsburgiſchen Konfeſſion und zum Feſtjahr. Augsburg 1930” im
Benehmen mit dem Feſtausſchuß durch Vermittlung des Bankhauſes Koch, Augsburg,
Karolinen=
ſtraße C 36, herausgebracht. Die Vorderſeite der Münze zeigt Luther und Melanchthon; die
Rück=
ſeite iſt ſymboliſch gehalten und bringt die Aufſchrift: Augsburgiſche Konfeſſion 1530—1930;
dar=
unter ein aufgeſchlagenes Buch mit den Worten „sola” — „fide” auf den Blättern: als
Wahr=
zeichen Augsburgs iſt die Zirbelnuß eingeprägt. Der Entwurf ſtammt von Profeſſor Friedrich
Hörnlein, Dresden, die Prägung von der Staatlichen Münzanſtalt mit Angabe des Feingehaltes
durch Randſtempelung. Die Münze liegt in doppelter Ausführung vor: in Silber RM. 6.— in
Gold RM. 100.—. Außerdem erſcheinen noch zwei inoffizielle Gedenkmünzen von der Prägeanſtalt
Eiban, München=Paſing, und vom Bankhaus Müller, München — Das amerikaniſche Luthertum
hat ſeine eigene Feſtmünze herſtellen laſſen, die auf der Vorderſeite Melanchthon, Luther und
Kur=
fürſt Johann zeigt, auf der Rückſeite das Bild der Verleſung.
„Graf Zeppelin” in Fahrt.
Zum Rundflug Rio-Sao Paulo geſtarket. — Troß Regen und Sturm
unvermin=
derke Geſchwindigkeik. — Rio de Janeiro in Erwarkung des Zeppelin.
Pernambuco, 24. Mai. ihren Angeſtellten Sonderurlaub. Alle Geſchäfte
ſchließen früher, die Hotels ſind überfüllt. Das
„Graf Zeppelin” iſt um Mitternacht (3,30 Nationalinſtitut für Muſik gab Freitag abend
Uhr MEZ.) zur Rundfahrt nach Rio de Janeiro, zu Ehren Dr. Eckeners ein Feſtkonzert. Aus Sao
und Sao Paulo geſtartet, die über 50 Stunden Paulo, dem 500 Kilometer landeinwärts
lie=
dauern wird. Es hatte ſich wieder eine viel= genden Zentrum des Kaffeebaugebietes, iſt eine
tauſendköpfige Menge am Flugplatz eingefunden, große Abordnung der deutſchen Kolonie
einge=
um das überwältigende Schauſpiel zu genießen, troffen, die Dr. Eckener einen Ehrenkranz über=
Eine halbe Stunde vor dem Start traf Dr. reichen wollen, falls das Luftſchiff, wie man all=
Eckener in Begleitung des deutſchen Konſuls auf gemein hofft, hier landet.
dem Flugplatz ein. Die Paſſagiere hatten be=
Aſſociated Preß meldet aus Ilheos (Staat
reits in ihren Kabinen Platz genommen. Eine / Bahia, Braſilien), daß das Luftſchiff „Graf
ungeheure Menſchenmenge jubelte dem „Graf / Zeppelin” die wenig nördlich gelegene Barro do
Zeppelin” zu, als Eckener das Kommando „Los” Rio de Contas um 10.20 Uhr vormittags
ört=
gab und der Luftkreuzer im hellen Licht der vie= licher Zeit (14 Uhr M.E.3.) überflogen hat. Um
len Scheinwerfer langſam aufſtieg. Der größte 11.25 Uhr örtlicher Zeit (15.05 M.E.Z.) paſſierte
Teil der Bevölkerung war trotz der ſpäten Nacht= das Luftſchiff die braſilianiſche Küſtenſtadt
ſtunde auf den Beinen und begrüßte den Zeppe= „Ilheos (Staat Bahia). Die Ueberfliegung der
lin, der durch die ſternenklare Nacht in Richtung Stadt Bahia durch das Luftſchiff „Graf Zeppe=
Rio über die Stadt hinwegflog:
lin” war für die Einwohnerſchaft ein begeiſtert
Das Luftſchiff paſſierte um 5,25 Uhr MEZ. aufgenommenes Erlebnis. Jegliche Tätigkeit
Vorto de Podras, 150 Kilometer ſüdlich von ruhte von dem Augenblick an, wo das ſilbergrau
Vernambuco. Das Luftſchiff flog mit einer ſchimmernde Fahrzeug in der Ferne am Himmel
Stundengeſchwindigkeit von 120. Kilometern, auftauchte, und alles eilte auf die Hausdächer,
Das Wetter iſt klar. Es herrſcht leichter um das Luftſchiff, das ziemlich tief flog, aus
möglichſter Nähe zu beobachten. Um 1.15 Uhr
Gegenwind.
Bei der Gasübernahme in Pernambuco ent= Ortszeit wurde die Stadt Una und um 2.15 Uhr
ſtand, wie ergänzend zu melden iſt, am Ventil die Stadt Belmonte, beide im Staate Bahia,
der Gaspumpe eine Stichflamme, durch die ein / überflogen.
Arbeiter eine leichte Brandverletzung erhielt.
Dr. Eckener über die Bedeutung des
Die Flamme konnte ſofort gelöſcht werden. Der
Südamerikafluges.
Vorfall hat keine Verzögerung bei den Start=
Der „Evening Standard” veröffentlicht eine
vorbereitungen zur Folge gehabt.
Graf Zeppelin” iſt kurz vor Bahia auf hef= Erklärung Dr. Eckeners über den
Südamerika=
tigen Gegenwind geſtoßen. Gleichzeitig gehen flug, in der er u. a. ausführt: „Die
Hauptbe=
ſtarke Regenſchauer nieder. Die Geſchwindigkeit, deutung des Südamerikafluges liegt für mich in
des Luftſchiffes hat ſich trotzdem kaum ver= den hierbei erzielten praktiſchen Erfahrungen
mindert, Heute früh 8,15 Uhr (11,50 Uhr MEZ.) und in der Beobachtung der Verhältniſſe in den
tropiſchen Gebieten. Es iſt oft geſagt, daß
Luft=
wurde die Stadt Bahia überflogen.
Dr. Eckener erklärte, daß die Reiſe nach Rio ſchiffe das Ueberfliegen der tropiſchen Gebiete
de Janeiro vorausſichtlich bis Sao Paulo aus= nicht wagen könnten, wegen der außerordentlich
gedehnt werden wird, falls die Witterungsver= großen Temperaturunterſchiede. Ich war niemals
hältniſſe es geſtatten. Am Montag früh wird dieſer Anſicht, aber meine Auffaſſung war nur
das Luftſchiff wieder in Pernambuco landen, auf Theorie aufgebaut. Nun wurde ich in die
um die Gasvorräte aufzufüllen. Am Mittwoch Lage verſetzt, meine Auffaſſung nachzuprüfen.
früh ſoll dann der Flug nach Lakehurſt ange= Wir haben keinerlei Schwierigkeiten gehabt
außer dem verſtärkten Druck infolge der
er=
treten werden.
Sbwohl ſämtliche Vorbereitungen zu einer höhten Temperatur auf den Waſſerſtoff in den
Kandung des „Graf, Zeppelin” getroffen worden Gasbehältern, während die ſchweren Regenfälle
ſind, ſo iſt es doch infolge ungünſtiger Winde in den tropiſchen Gebieten nur ein Fünftel der
zweifelhaft, ob das Luftſchiff in Rio de Janeiro dynamiſchen Leiſtungsfähigkeit beanſpruchen.
Von meinen Erfahrungen auf dieſem Fluge
landen kann.
Die Bevölkerung Rio de Janeiros ſcheint ſich habe ich die Ueberzeugung gewonnen, daß alle
vorgenommen zu haben, dem „Graf Zeppelin”. Schwierigkeiten in den tropiſchen Zonen durch
einen noch ſtürmiſcheren Empfang zu bereiten. Luftſchiffe mit Leichtigkeit überwunden werden
als Pernambuco. Sämtliche Behörden geben können,
Schenkung der Rockefeller=Stiftung an die
Münchener Univerſität.
München. Nach einer Meldung der
„M.N.N” hat die Rockefeller=Stiftung der
Mün=
chener Univerſität eine große Schenkung gemacht,
die es der Univerſität ermöglichen wird, ein
neues Zoologiſches Inſtitut und ebenſo ein
neues phyſikaliſch=chemiſches Inſtitut zu bauen.
Exploſion beim Spielen mit Sprengzündern.
Berlin. In der Kolonie Neuſchulzendorf
bei Zeuthen erlitt, wie Berliner Blätter
mel=
den, am Freitag abend der fünfzehnjährige
Lehr=
ling Kurt Wenſky durch eine Exploſion von
Sprengzündern ſo ſchwere Verletzungen, daß er
im Krankenhaus verſtarb. Der Junge hatte in
einer Scheune mit Sprengzündern, die beim
Ausroden von Baumſtämmen verwendet worden
waren, geſpielt. Dabei ſind gleichzeitig etwa
20 Zünder explodiert. An der Unglücksſtelle fand
man noch weitere 250 Zünder. Ein großer Teil
des Mauerwerks an der Scheune war
einge=
riſſen worden.
Typhus in Gallſpach.
Berlin. In Gallſpach, wo ſich das Zeileis=
Ambulatorium befindet, iſt, nach einer Meldung
der „Nachtausgabe” aus Wien, eine Reihe von
Typhusfällen vorgekommen. Es befinden ſich
zurzeit im Welſer Krankenhaus 19
Typhus=
kranke; es handelt ſich um Arbeiter, die bei
Zeileis in Gallſpach beſchäftigt waren. Von den
bisher Erkrankten ſind zwei an Typhus
ge=
ſtorben.
Humor des Steuerzahlers.
Ein Einwohner von Leimbach bei Hettſtedt
erhielt dieſer Tage die bekannte freundliche
Auf=
forderung des Finanzamtes zur Steuererklärung.
Als die Behörde ihr Formular zurückbekam,
ſtand in der Spalte „Wer iſt an Ihrem
Ge=
ſchäft beteiligt” Stadtkaſſe Leimbach, Finanzamt
Hettſtedt.
Das Inſtitut Paſteur lehnt jede Verantwortung
für die Lübecker Vorfälle ab.
Paris. Der Direktor des Inſtituts Paſteur,
Roux, ſowie Profeſſor Calmette wenden ſich in
Erklärungen gegen die Behauptung, daß das in
Lübeck den Säuglingen eingeimpfte
Tuberkuloſe=
ſerum vom Inſtitut Paſteur geliefert worden
ſei. Beide Wiſſenſchaftler geben der Anſicht
Ausdruck, daß eine Verwechſlung bei der
Ver=
abreichung des Serums vorgekommen ſein müſſe.
Sie erklären, daß das unter dem Namen „
Cal=
mette=Serum” bekannte Antituberkuloſemittel
vollkommen unſchädlich ſei. Es ſei auch unrichtig,
daß das Inſtitut Paſteur Sachverſtändige nach
Lübeck geſandt habe. Das Inſtitut werde ſich in
keiner Weiſe in die im Gange befindliche
Unter=
ſuchung einmiſchen, die lediglich die deutſchen
Geſundheitsbehörden angehe.
Eine deutſche Automobilfirma ſchenkt dem
Papſt ein Auto.
Rom. Der Vertreter der Mercedes=Benz=
Werke, Nibel, übergab am Freitag nachmittag
dem Papſt einen Mercedes=Benz=Galawagen, an
dem die Ingenieure und die Arbeiterſchaft faſt
ein Jahr gearbeitet hatten. Der Wagen iſt vom
Typ Nürburg und beſitzt acht Zylinder zu 80 PS.
Er iſt außen dunkel gehalten und innen im Stil
alter Galakaroſſen mit rotem Velour
ausge=
ſchlagen. Anſtelle der Rückſitze hat er einen
Thronſeſſel im italieniſchen Barock und zwei
Sitze für die Begleitung. Nachdem der Papſt
ſeine Bewunderung über das Meiſterwerk
aus=
geſprochen hatte, unternahm er mit dem neuen
Wagen eine Fahrt durch die Vatikaniſchen
Gärten.
Sturm auf der Adria.
Rom. Wie die Blätter berichten, herrſcht
auf dem Adriatiſchen Meer ein heftiger Sturm.
Im Hafen von Ravenna ſind neun Perſonen
ums Leben gekommen.
„Wieder ein ſchweres Schadenfeuer bei Oslo.
Oslo. Das bekannte „Grand Hotel” in dem
kleinen norwegiſchen Bad Aasgaardſtrand in der
Nähe von Oslo iſt völlig niedergebrannt. Vier
Kellnerinnen, die in einer Manſarde ſchliefen,
konnten ſich nur dadurch retten, daß ſie im letzten
Augenblick durch eine Dachluke eine Leiter
er=
reichten. Das Hotel, das im Jahre 1737 erbaut
worden iſt, gehörte zu den beliebteſten
Aus=
flugspunkten in der Umgebung von Oslo. Der
Schaden betägt rund 250 000 Mark, in bar
wurden etwa 34000 Mark vernichtet, die in
einer Pappſchachtel auf einem Schrank lagen,
Seite 14
Die Fliegerin Amy Johnſon in Pork
Darwin (Auſtralien) gelandef.
Port Darwin (Auſtralien). Die engliſche
Fliegerin Amy Johnſon hat ihren
Auſtralien=
flug trotz der Schwierigkeiten der letzten Tage
nach Ueberquerung der Timor=Meeresſtraße
glücklich beendet. Sie iſt geſtern nachmittag 4
Uhr Ortszeit auf dem hieſigen Flugplatz
gelan=
det, wo eine große Menſchenmenge ihr begeiſterte
Huldigungen darbrachte. Die Dauer des
geſam=
ten Fluges betrug 20 Tage, von denen ſie 18
Tage in der Luft war.
Die junge engliſche Fliegerin Amy Johnſon
wurde nach ihrer Ankunft in Port Darwin aus
aller Welt mit Ehrungen überhäuft. U. a.
er=
hielt ſie Glückwunſchtelegramme von dem
eng=
liſchen Königspaar, von Premierminiſter
Mac=
donald, von dem engliſchen Luftfahrtminiſter
Thompſon und dem auſtraliſchen
Miniſterpräſi=
denten. Miß Amy Johnſon vollbrachte die
außer=
ordentliche Leiſtung in einem kleinen einſitzigen
Moth=Flugzeug. Der Flug von England nach
Auſtralien, der über 16 000 Kilometer führte,
wurde bisher nur von dem engliſchen Flieger
Sir Allan Cobham und dem Auſtralier Hinkler
durchgeführt.
Granaten im Park.
(r) Brüſſel. Drei junge Leute, in der
herrlichen Frühlingsluft übermütig geworden,
ſpielten dieſer Tage in Brüſſels herrlichem
„Tiergarten” dem Bois de la Cambre (
Kame=
renboſch) wie kleine Kinder Verſtecken. Dabei
ſtolperte einer von ihnen in einem Gebüſch dicht
an einem der begangenſten Promenadenwege
über einige Gegenſtände am Boden, die ſich bei
näherem Zuſehen als — drei deutſche 12=
Zenti=
meter=Granaten entpuppten. Die ſofort
benach=
richtigte Polizei ließ die Geſchoſſe durch die
Feuerwehr entfernen. Der Oeffentlichkeit jedoch
hat ſich bei dieſer Gelegenheit nicht mit Unrecht
eine heftige Erregung bemächtigt. Es wurde
nämlich einwandfrei feſtgeſtellt, daß die Geſchoſſe
nicht etwa in letzter Zeit an die genannte Stelle
gebracht und verſteckt worden ſind, ſondern
zwei=
fellos noch aus der Zeit der deutſchen Beſatzung
ſtammen und demnach ſchon mindeſtens ein
Dutzend Jahre dort lagerten, wie geſagt, dicht
an einem der beſuchteſten Wege des Parks, wo
ſie unter ſpielenden Kindern und harmloſen
Spaziergängern das größe Unheil hätten
anrich=
ten können. Die Empörung der Bürgerſchaft
rich=
tete ſich vor allem gegen die Parkverwaltung,
deren Leiter auch vom Dienſte ſuspendiert
vor=
den iſt. (Auch den Deutſchen, die während des
Krieges Militärdienſt in Brüſſel gemacht haben,
dürfte dieſer Fund einigermaßen unerklärlich
ſein, denn weder im Kamerenboſch noch in ſeiner
Umgebung hat jemals ein Munitionsdepot
ge=
legen. Anmerkung der Schriftleitung.)
112 Mekkapilger ertrunken.
Paris. Zum Brande auf dem franzöſiſchen
Dampfer „Aſia” im Hafen von Djedda wird
er=
gänzend gemeldet, daß 112 Mekkapilger aus
In=
dien, die in ihr Heimatland zurückkehren
woll=
ten, dabei ums Leben gekommen ſind. Die
Be=
ſatzung und etwa 1350 Pilger konnten gerettet
werden.
Aufſehenerregende Verhaftung eines engliſchen
Direktors in New York.
New York. Der Direktor einer großen
Londoner Firma, Tatham, iſt auf dem New
Yorker Bahnhof verhaftet worden, als er den
Toronto=Expreßzug beſteigen wollte. Er wird
beſchuldigt, das Haupt einer großen
engliſch=
amerikaniſchen Spirituoſengeſellſchaft zu ſein.
Der Vorfall erregt überall großes Aufſehen.
Sonntag, den 25. Mai 1930
zeſige Bafferrraftderte um Main in Berven.
Stauwerk Obernau am Main,
die unterſte Stufe der 12 Stauwerke am Main, die den Strom für das Bayernwerk liefern. Die
jährliche Leiſtung eines ſolchen Staukraftwerkes wird auf 21 Millionen Kilowattſtunden berechnet,
die mit einer Spannung von 20 000 Volt über Land geſandt werden. Die mit dem Stauwerk
ver=
bundene Schleuſenkammer hat eine Länge von 300 Metern und 12 Metern Breite.
Ausſtellung „Alk=Berlin” im modernſten Berlin.
Aus der Ausſtellung in den Berliner Meſſehallen.
Rekonſtruktion der Berliner Brüderſtraße mit der Petrikirche um 1830.
Das Berliner Meſſeamt ließ in dieſem Frühjahr das alte Berlin aus dem Nebel der
Vergangen=
heit wieder erſtehen. In dem neuen Hallenviereckam Funkturm wurde eine Ausſtellung eröffnet, die
in ſtilechten Modellnachbildungen die Anfänge der Weltſtadt zeigt.
Der Gargankuan
— Paris. In der ſch.
„Touraine”, wo nach Balzo
ſchichten” ſchon ſtets die
Schlemmer gelebt haben, iſ
Stadtſergeant, d. h. alſo P.
Meumier geſtorben, weit üb
Stadt hinaus bekannt als
Rekord=Eſſer (um nicht zu
man dort ſeit Menſchenged
hat. Derartige Leute gibt
all; aber Georges
Meumie=
pazen, die er ſeinem Mage
ſchöne Alter von 74 Jahre
eine perſönliche Note, die
der Aeſthetik allerdings nie
hat er vor zehn Jahren ein
Wette drei Dutzend roher (
und zu jedem Ei fünf Zige
Marke „Caporal” auf eine
jemals franzöſiſche Zigarett
ſich ein Bild davon machen
dem Gaumen munden mö=
Stücke zerſchnittenen
Aut=
durch” gegen einen Einſatz
kahl ſich einverleibt zu ho
„Heldentat”, deren ſich der
men durfte. Daß er einma
auf Koſten des Vereinsvor
wirtſchaft die 11 verſchiede
Speiſekarte von oben na
hinauf abgegeſſen hat, iſt i
Vereinsvorſtand ſchriftlich
Und erſt an ſeinem ſiebenz
er den ihn beglückwünſch
Bekannten eine erfreuliche
ſtellung”, indem er einen
mit Blättern, Blüten, Stie
Augen in wenigen Minu
nur noch der leere Topf
Meumier, der nie Weib
nannte, wird wie ein Vo
den. Alle Vereine, vor
Lebens Proben ſeiner un
abgelegt hat, werden Depr
entſenden. Wie eine Iron
es übrigens an, daß dieſer
wahren Straußenmagen be
gerechnet an einer-Fiſchv
Wildweſt in
Marſeille. Ein ver
die zunehmende Unſicherk
Marſeille beleuchtet, ſpielt
dem hieſigen
Hauptbahnh=
eben aus Nizza eingetroff
Ausgang des Bahnhofes v
überfallen, die ihnen mit
vern die Brieftaſchen und
abnahmen. Als einer der
ſetzen wollte, wurde er vor
geſchlagen. Die Verbreche
Automobil, das ſie am 2
hatten. Bisher iſt es nick
aufzufinden.
Nanſens Te
Oslo. Die norwegiſck
ſenſchaft in Oslo hielt am
ab, in der das Teſtament
geöffnet wurde. Er hat d
Vermögens dem Nanſenfor
90 000 Kronen. Dieſer F.
6 Millionen Kronen auf
Akademie der Wiſſenſchaft
In der Sitzung wurde r
Nanſen den Betrag des No
gleich hohen Betrag, den eſ-
Mäzen erhalten hat, ebenf
für humane Zwecke geſchen
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Seupissenhaft
wird die Lauffläche -der
Gürtel-
panzer -aufgelegt; dann erfolgt
als letztes die Vulkanisation des
ITS.REIFENS
SICHHR
Farben=Krauth, Eſchollbrückerſtr. 3 s
Rr
Allein-Verkaufsstelle
IeIO
Darmstadt, nur Ludwigstraße 16
Das führende Schuhwarenhaus
Winterinl
Versichering
zahlten seit ihren f
300600
Schädenr
nu. 436 100 60
Entschädigung
Garanticmittel
m. 120950/
Direktion für das Dei
BERLIN SW68, Gar.
Won v4
1
At4
vergeudet nutzlos Geld. Die 1
Hausfrau kennt den sicherdiet
guten Hauspersonals: die Hei”
starken Darmstädter Tagblat”
Dr. Ernſt Müller=Meiningen.
weißen Solon ſprechen: „Nicht allein um der
eiben wir den Jünglingen dieſe Uebungen vor
örper durchzuarbeiten, damit ſie dort die
Sieger=
lten, denn zu dieſen können ja ohnehin nur
ſondern ein größeres Gut erwerben ſie damit
ſich ſelbſt. Denn es iſt noch um einen anderen
gamy ler guten Bürger zu tun und um einen Kranz
Oelzweigen oder Eppich, ſondern der die ganze
lichen in ſich begreift, ich meine die Freiheit
d die gemeinſame des ganzen Vaterlan=
Ruhm, der heimiſchen Feſte Frohgenuß und der
sichg= mit einem Worte das Schönſte von
zw onden Göttern erbitten können.”
5. ſugend dieſe Weisheit der antiken Welt begriffen
it und die völkiſche Allgemeinheit den richtigen
lichen und turneriſchen Treiben ernten können.
jeute noch weit von dieſer idealen Auffaſſung
z g entfernt zu ſein. Zehntauſende von Zuſchauern
ttkämpfen, vor allem den beliebteſten, den
Fuß=
a) nur „paſſive Sportleute” zu ſein, die mit einem
9.3 von den Leiſtungen „der anderen” ſprechen und
ſucht mehr abſchreckend als anfeuernd und
för=
uch bei dieſem Maſſenpublikum ſind ſcharf zu
Ewte: Die bloßen, nach Senſation haſchenden
ur5 hren „Hhänen” der Tribünen ſind von jenen
term — wie das jetzt immer mehr geſchieht — von
um Zentralen des Wettkampfes geſandt werden, um
trennen. Zwiſchen beiden Extremen ſind noch
fon Sachverſtändigen und ſonſtigen Selbſtſpielern
i der populärſte, weil klarſte Mannſchaftskampf
eſſenten und deshalb die am meiſten voneinander
henden Teilnehmerſchichten, deren einſeitige und
irteilung grundfalſch wäre. Der antike, oben
tandpunkt des Sportlers weiſt freilich mehr auf
n Kampf und ſeinen ſtaatsbürgerlichen
der Kampfplatz geworden iſt, deſto ſchärfer tritt
des Wettkampfes ſelbſt in die Erſcheinung. Das
h2 erneuten olympiſchen Wettkämpfe, das zeigen
aderkämpfe”, die jetzt die ganze Erde umſpannen
ionalen und zugleich nationalen Kulturarbeit
vorden ſind, deren außenpolitiſcher Wert heute
Erſcheinung tritt. Der Sport iſt tatſächlich zu
rbrücke geworden, die das nationale Bewußtſein
ftigt: Die Internationalität des Sportes iſt —
8 ſt — das ſtärkſte Mittel zur
natio=
auch bei unſeren Verbänden
ge=
vor allem von der Innenwirkung, der
inner=
ſaupchaß ti) 2s Sports und ſeiner immer mehr ausgedehnten
—ide dabei Statiſtiken. Sie ſind trügeriſch. Ich
erholte Stellungnahme zu den Auswüchſen und
ig, die nach ihrer perſonellen und ethiſchen
Zu=
ſtändlich, vor allem in der Anfangsentwicklung
itserſcheinungen wie „Kanonen”=Unfug,
Ver=
ifelhafter Biceps=Größen uſw. ſtark leiden wird.
ngen und unvermeidlichen Nebenerſcheinungen
den Verſtändigen und Kundigen die ungeheuren
Werte einer ſolchen Willensbildung
herabzu=
r Sport — dieſen Begriff immer ganz
all=
ſe der Leibesübungen, die körperliche Erziehung
Werden die Leibesübungen mehr und mehr
r modernen nationalen Kultur, ſo ſind es be=
= und all unſer Sport iſt Spiel, foll Spiel ſein
7 die Kampfſpiele, die an die ſozialen Tugenden
S die größten Anforderungen ſtellen:
Unter=
e — die „Sieg=Idee” wollen wir ſie kurz nennen
einzelnen Ich unter den Satz „Einer für alle,
Eſchrauben der Eitelkeit und des perſönlichen
ampfſpiel iſt die Form größter freiwilliger
Lei=
usdrucksform machtvoller vitaler Energie (Dr.
ungen ſind tatſächlich wertvolle nationale
Er=
t: Erziehung zu charaktervollem Wollen,
Aus=
ur. Sie ſchaffen das, was der Engländer „fair
Zriff engliſcher Lebensauffaſſung und den
Zen=
bral und Tugend. Das ganze politiſche und
ale Leben iſt in England vom Sport beherrſcht.
dem Satze beherrſcht: „Wer im Spiele ein an=
* wird es auch im Leben ſein‟. Der engliſche
„Recht zum Spiele” als ein nationales
1re Demokratiſierung des Spieles iſt ein
Aus=
es für den engen Zuſammenhang zwiſchen den
nd des Geiſtes mit denen des Körpers. Darum
die geiſtigen Größen in Wiſſenſchaft und Par=
Ift bis in ihr hohes Alter. Sie wiſſen, daß die
Löſung für die unverbrauchten Kräfte der
einer Zeit wie der unſrigen doppelt notwendig
des aktiven Willens durch Ueberwindung aller
demmungen, d. h. ohne dieſe Energie der
jrunde, vor allem, wenn es von wirtſchaftlicher
drückt wird wie das deutſche.
ing gegenüber der Allgemeinheit, dem Staate
Inen Kampfmannſchaft iſt die ethiſche Form, die
rten Wettkampfe leuchtet. Wer das Gefühl der
üllung gegenüber ſeinen Spielgenoſſen hat,
he Gefühl für die Allgemeinheit umſo leichter
laſſen.
uch die Maſſenſpiele ſollen auf das Publikum
* Richtung hin wirken. In der Zeit der
Laien=
gerechte, ſoziale Sinn auch auf dem Sportplatz
rankhaften, beſchränkten
Vereins=
kanchmal wie ein Narrentum ſich austobt. Die
Das „kair play” über den anſtändigen Kampf
zu urteilen. Wer über die guten Sitten
ilen will, muß ſich ſelbſt
beobach=
ur Kinder oder Narren können den an ſich
ge=
rtikularismus ſo übertreiben, daß ſie jedes Maß
Hiigkeit verletzen und gegen den eigenen Volks=
Eraden wie einen Feind toben: Wir verwerfen
Politik und Konfeſſion in die Bewegung, ſo
Zit von neuer „Klaſſenpolitik” errichten laſſen,
4½ um auch die Erziehung zum gerecht urtei=
Em Mittelpunkt unſerer Tätigkeit zu machen:
Ind Gerechtigkeitsſinn müſſen die
be für jeden echten Sportsmann
S ſtaatsbürgerlichen Wertes unſerer ſportlichen
Aand, ja in der ganzen angelſächſiſchen Welt
ISſtil iſt, liegt bei uns trotz aller ſchönen
Ugen. Ein meiſterhafter Menſchenkenner wie
Diſt über ſeine Politik denken wie man will —
* Vert der Bewegung erfaßt, wenn er zum
4e mehr als 400 Sportplätze und Anſtalten er=
I die „Sparſamkeit” an der verkehrteſten Ecke
Daushaltsſätze für die Unterſtützung der Leibes=
Lin ſchlimmes Zeichen von der völligen
Ver=
e2 neuen Regimes für dieſe wahrhaft demokra=
4r Reich und Staat in der Form ihrer Selbſt=
* Aufbauarbeit vielleicht das wertvollſte Erhal=
Des Wertes ſolchen Tuns in der ganzen Kultur=
Zar zuletzt noch der Fürſt Hirokuni Ito bei dem
„icer in Japan in den Sätzen zum Ausdruck
Hlät unſer Volk unter dem Namen Buſhidd jenen
Den Unbekümmertſeins und todesbereiter Hin=
12 geübten geiſtigen und körperlichen Zucht als
Dieſer Geiſt bildet nach unſerer Ueber=
Ihnen für das, was Sie uns an kul=
AS Gegengabe entgegenzuhalten uns nicht zu
Sonntag, den 25. Mai 1930.
Handball.
10,30 Uhr: Hochſchulſtadion: A.S.C. — Merck=Sport.
15,30 Uhr: Rennbahn: Tgde. Beſſungen — T. u. F.C. Frankf.
15,45 Uhr: Polizeiplatz: Pol. Darmſtadt — Pol. Wiesbaden.
Fußball.
15,30 Uhr: Müllersteich: Fr. Tgde. Dſtdt. — V.f.L. Mainz.
17,00 Uhr: Rennbahn: Union Darmſtadt — V.f. R. Bürſtadt.
Kraftſport.
10,00 Uhr: Pol.=Sp.=Halle: Pol. Dſtdt. — Frankf.=Niederrad.
ſchämen brauchen. Nur ein Volk von hoher Kultur iſt
meines Erachtens imſtande, die hohe Kultur eines
fremden Volkes zu verſtehen und richtig zu ſchätzen”.
Laßt auch uns dieſen „ritterlichen Geiſt”, dieſes Streben nach
Vollendung der Perſönlichkeit, dieſes Pflichtbewußtſein gegen uns ſelbſt
als höchſte Pflichr gegenüber dem Staate und Volke erkennen und als
wertvollſtes Ziel unſerer Bewegung pflegen!
Saugar..
Rol=Weiß Darmſtadt — Sp.Bg. Arheilgen 1:2 (0:1).
Geſtern abend ſtanden ſich auf dem Rot=Weiß=Platz die beiden
obi=
gen Mannſchaften, die zum Teil mit jüngeren Kräften antraten,
gegen=
über. Das Ergebnis entſpricht im allgemeinen dem Spielverlauf. In
der erſten Halbzeit ließen die Rot=Weißen zwei glatte Sachen aus.
Ar=
heilgen war im Feldſpiel etwas überlegen und erzielte durch einen
Weit=
ſchuß ſeinen erſten Erfolg, da der Torwart, von der Sonne geblendet,
zu früh nach dem hohen Ball ſprang, der hinter ihm in den Maſchen
landete. Die rechte Seite der Arheilger Mannſchaft wurde in dieſer
Periode mit Vorlagen gefüttert, während die linke Sturmhälfte meiſt
frei ſtand. Bei einem gefährlichen Gedränge vor dem Rot=Weiß=Tor
kann der Torwart gerade noch zur Ecke ablenken, die aber Arheilgen
nichts einbringt. Nach Halbzeit erzielt Bauer nach einem ſchönen
Durch=
bruch das zweite Tor für Arheilgen, während Rot=Weiß wiederholt
Ge=
legenheiten ausläßt oder vor dem Arheilger Torwart kapitulieren muß.
Aus einem Gedränge gelingt dann den Rot=Weißen das Ehrentor, bei
dem der Arheilger Torhüter verletzt wurde, ſo daß er vorübergehend
pauſieren mußte. Trotz aller Anſtrengungen gelingt Rot=Weiß der
Aus=
gleich nicht. Der Schiedsrichter hätte in der zweiten Halbzeit bei dem
härter werdenden Spiel etwas ſchärfer durchgreifen müſſen, leitete
je=
doch ſonſt korrekt.
1. 5. C. Union — Einkracht 0:2.
Union hatte zu dieſem Spiele ſeine zurzeit ſehr ſtarke Liga=Reſerve,
verſtärkt durch den Torwart der erſten Elf, geſtellt und mußte trotzdem
eine verdiente Niederlage hinnehmen. Allerdings dürfte der zweite
Er=
folg Eintrachts Unions Torwart zuzuſprechen ſein, der dieſen haltbaren
Ball ungehindert ins Tor ſchießen ließ. Eintracht kombinierte ſehr ſchön,
doch war ihr Sturm vor dem Tore zu weich, ſo daß Unions
Verteidi=
gung leicht klären konnte. Das Reſultat entſpricht dem Spielverlauf
vollkommen.
Sportverein 1898 (Jugenb).
41=Jugend — 41=Jgd. Neu=Iſenburg, dort, Abfahrt 7.45 Uhr Hauptbhf.
B1=Jgd. — B1=Jgd. Egelsbach, dort, Abfahrt 8,50 Hbhf.
B2=Jgd. — B2=Jgd. Fußballſportverein Frankfurt. Stadion, 9,30 Uhr.
B3=Jgd. — B=Jgd. Neu=Ifenburg, Stadion, 9,30 Uhr.
Junioren — Stockſtadt a. M., dort, Abfahrt 11,30 Uhr Hbhf.
1. Schüler, Stadion, 10,45 Uhr.
2. Schüler, Stadion, 10,45 Uhr.
Schwimmen.
1. 3. C. Nürnberg — Jung=Deukſchland Darmſtadk.
Nach langer Zwiſchenpauſe wird man am erſten Pfingſtfeiertag in
Darmſtadt wieder einmal eine größere ſchwimmſportliche Veranſtaltung
erleben. Der Darmſtädter Schwimmklub Jung=Deutſchland hat den
augenblicklich ſehr ſtarken 1. FC. Nürnberg, deſſen Mannſchaft ſeit einigen
Monaten der bekannte deutſche 200=Meter=Meiſter Balk angehört,
auf=
gefordert, in einem Klubkampf ſich mit ihm zu meſſen. Das Programm
umfaßt 2 Freiſtilſtaffeln, 3mal 100 Meter und 3mal 200 Meter und ein
Waſſerballſpiel. Der 1. FC. Nürnberg, der augenblicklich
Süddeutſch=
lands beſte 3mal 100 Meter=Staffel beſitzt, wird einen ſehr ſtarken Gegner
abgeben, ſo daß man einen erſtklaſſigen Kampf erwarten darf. Wir
kom=
men auf die Veranſtaltung noch zurück.
13. Kongreß der Inkernakionalen Boring-=Union.
Zum erſten Male ſeit Beſtehen trat aus Anlaß der zahlreichen mit
dem Olympiſchen Kongreß verbundenen Tagungen am Donnerstag auch
der Weltverband der Berufsboxer, die Internationale Boxing=Union
(J.B.U.) unter Leitung ihres Präſidenten Collard (Belgien) in Berlin
zuſammen. Deutſchland war durch Peter Eyck (B.B.D.) und Koslowſky
(V. D. F.) vertreten. Ferner waren Frankreich, Italien, Schweden, die
Schweiz und Belgien vertreten. Von den der J.B.U. nicht
angeſchloſ=
ſenen Verbänden waren Vertreter von Holland, Tſchechoſlowakei,
Oeſter=
reich und England anweſend. Abgeſagt hatten Amerika, Argentinien,
Spanien, Portugal und Rumänien. Nach Begrüßungsworten des
Prä=
ſidenten wurden Holland und Oeſterreich neu aufgenommen, die
Auf=
nahme von England aber wieder abgelehnt, da der engliſche Vertreter
Nichtlinien mit auf den Weg bekommen hatte, die mit den Satzungen
der J.B.U. unvereinbar ſind. England wird alſo auch weiterhin
ab=
ſeits ſtehen, zumal eine Arbeitsgemeinſchaft mit den übrigen Verbänden,
die auch England vorgeſchlagen hatte, abgelehnt wurde. Auch die
Tſche=
chen fanden keine Aufnahme, da der Vertreter keine Statuten vorlegen
konnte, und Dänemark wurde geſtrichen, weil Dänemark keine
Organiſa=
tion der Berufsboxer beſitzt.
Bei der Beſtätigung der offiziellen Welt= und Europameiſterſchaft
ſtellte es ſich heraus, daß vier Weltmeiſter= und ein Europatitel vakant
ſind. Die Liſte der Meiſter hat folgendes Ausſehen.
Weltmeiſter: Frankie Genaro=Amerika (Fliegengewicht), Battling
Battalino=Amerika (Feder), Sammy Mandell=Amerika (Leicht),
Thompſon=Amerika (Weltergewicht).
Europameiſter: Kid Oliva= Frankreich (Fliegengewicht), Joſé
Girones=Spanien (Feder), Alf Howard=England (Leicht), Guſt.
Roth=Belgien (Welter), Marcel Thil=Frankreich (Mittel), Michelo
Bonaglio=Italien (Halbſchwer), Pierre Charles=Belgien
(Schwergewicht).
Der Weltverbanb der Amateurboxer tagt.
Nach der Tagung der Berufsboxer hielten am Freitag nun auch die
Amateurboxer in Berlin ihre Zuſammenkunft ab, zu der der
Welt=
verband der Amateurboxer geladen hatte. Insgeſamt waren 11 Nationen
vertreten. Nach den Begrüßungsworten des 77jährigen Vorſitzenden
Douglas=England wurde zunächſt Auſtralien in den Verband
aufgenom=
men, der damit mit Ausnahme von Aſien die geſamte Welt umſchließt.
Die zahlreich vorliegenden Anträge und ihre Beratung nahm eine lange
Zeit in Anſpruch. Von Bedeutung war, daß der Vorſitzende Douglas
und der Generalſekretär Parker die engliſche Anſicht bei der Beratung
des Olympiſchen Kongreſſes vertreten ſollen, nach der es für einen
Ama=
teur einen Erſatz für entgangenen Lohn nicht gibt. Die Beteiligung
aller Länder an den Olympiſchen Spielen 1932 in Los Angeles iſt
frag=
lich, da nicht alle über eine komplette Kampfſtaffel verfügen. In ſolchen
Fällen wurde bei dieſer Tagung die Durchführung von
Ausſcheidungs=
kämpfen angeregt, damit auch nur die wirklich befähigſten Vertreter
er=
mittelt würden. Auch in techniſcher Hinſicht gab es verſchiedene
Neuerun=
gen. So iſt der Tiefſchutz unbedingt vorgeſchrieben, während der
Mund=
ſchutz den Boxern anheimgeſtellt wird. Ferner ſoll der Ringarzt einen
Kampf ohne vorherige Rückſprache mit dem Ringrichter nicht mehr
ab=
brechen können. Wichtig iſt auch, daß bei internationalen Begegnungen
der Ringrichter ſein Amt innerhalb des Ringes auszuüben hat und daß
die Punktrichter einer anderen Nation angehören müſſen als die Boxer,
Selbſtverſtändlich kommt dieſer Verfügung nur für Länderkämpfe,
Europaturnier oder für die Olympiſchen Spiele in Frage. Die nächſte
Tagung hält der Verband anläßlich der Olympiſchen Spiele in Los
Angeles ab.
Die Nationalen deutſchen Tennismeiſterſchaften kommen im Rahmen
der Deutſchen Kampfſpiele vom 26. bis 29. Juni in Breslau zum
Austrag.
24 Prozent Steigung mit ſerienmäßiger B.M.W.=Limouſine.
Herr Dipl.=Ing. Kollmann, München, ſchreibt uns in einem
be=
geiſterten Bericht über ſeine diesjährige Oſterfahrt mit dem B.M.W.=
Wagen u a.:
„Da wir München ſo früh als möglich erreichen mußten, wählten
wir von Innsbruck die kürzeſte Strecke über den Zirler Berg, der
frei=
lich mit ſeinen 24 Prozent Steigung eine letzte ungewöhnliche
Bela=
ſtungsprobe für den Wagen bedeutete; wie der B.M.W. ſie beſtand, hat
nicht nur mich, ſondern auch entgegenkommende fremde Wagen erſtaunt;
man ſah uns lange nach, wie munter wir die enormen Steigungen
nahmen.”
Bayeriſche Motoren Werke A.=G.
Es iſt eigentlich merkwürdig, daß uns das Eſſen nur ſo lange
inter=
eſſiert, als wir es noch nicht verſchluckt haben. Wie es uns bekommt
und was weiter daraus wird, iſt uns zunächſt egal, eignet ſich auch nicht
zum Geſprächsſtoff. Immerhin iſt es eigentlich die Hauptſache für unſer
ganzes Wohlbefinden. Viele Mittel, die vegelnd auf die Darmtätigkeit
wirken ſollen, tun das zu heftig. Ein mild und angenehm wirkendes
Mittel iſt das bekannte Laxin.
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Sonntag, 25. Maj. 7: Hamburg: Hafenkonzert. — Glocken
vom Großen Michel”. — Hamburger Morgenruf. 6 8.15:
Morgen=
feier der Evangeliſchen Landeskirche. Anſpr.: Pfarrer Hofmann.
G 10.30: Schach. O 11: Dr. Wehn: Aus dem literariſchen
Schaf=
fen des jungen Geſchlechts. O 11.30: Rektor Wehrhan: Wenn
der Vater nach der einen und die Mutter nach der anderen
Seite — erzieht. O 12: Mandolinen=Konzert. O 13:
Landwirt=
ſchaftskammer Wiesbaden: Einiges über die Behandlung
landwirt=
ſchaftlicher Maſchinen. — Der Heuwurm. — Die Bekämpfung
der Pilzkrankheiten im Obſtbau. 13.10: Dr. Stefan: Der
Muſikkritiker von heute. o 14: Jugendſtunde. o 15: Berlin:
Eröffnung des Bundestages des Reichsbundes der
Kriegsbeſchädig=
ten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen, Berlin. O 15.40:
Marburg: Militär=Groß=Konzert. Ausgeführt von den vereinigten
Muſikkorps des 15. Inf.=Reg. 1. Heſſ. Grenadier=Batl. Gießen,
Obermuſikmeiſter Löber; 2. Thür. Batl. Eiſenach, Obermuſikmeiſter
Pfrieme; 3. Jäger=Batl. Kaſſel, Obermuſikmeiſter Steinkopf; Heſſ.
Ausb.=Batl. Marburg, Muſikmeiſter Groſſe und des
Spielmanns=
zuges des Ausb.=Batls. Leitung: Heeresmuſikinſpizient Hermann
Schmidt, Berlin. 6 18: Maria Overbeck: Stadt und Land.
0 18.30: Dr. Kuckhoff: Der Menſch im Verkehr. 0 19.30:
Liederſtunde öſterreichiſcher Komponiſten. O 20.30: Stuttgart: Der
Kuß. Komödie von Ludwig Huna. o 21: Kurſaal Cannſtatt:
Konzert. Verdi: Triumpfmarſch aus „Aida‟. — Komzak:
Volks=
liedchen: Märchen. — Humperdinck: Fant. aus „Hänſel und Gretel”.
— Beethoven: Andante con moto aus der 1. Symphonie. —
Millöcker: Ouv. zu Gaſparone” — Morena: Hallo, hallo, hier
Wien! — Ziehrer: Hereinſpäziert. — v. Blon: Mit Standarten.
O 22.50: Ungariſche Dichtungen, ungariſche Muſik. 0 23.20:
Tanz=
muſit.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Sonntag, 25. Mai. 6.30: Gymnaſtik. o 7:
Hamburg: Hafenkonzert. — Glocken vom Großen Michel. —
Ham=
burger Morgenruf. O 8: Praktiſche Winke für den Landwirt. O 8.15:
Marktlage. O 8.25: Reg.=Rat Dr. Liehr: Grünfutterkonſervierung.
O 8.50: Morgenfeier. — Glocken der Potsdamer Garniſonkirche.
O Anſchl.: Glocken des Berliner Doms. O 10.05: Wetter. o 10.30:
Schulrat Wolff: Elternbeirat als Mittel der Zuſammenarbeit von
Haus und Schule. O 10.50: Aus der alten Aula der Univerſität,
Berlin: Die Eröffnung des 9. Olympiſchen Kongreſſes. o 11.30:
Feierſtunde des Arbeiter=Kultur=Kartells. o 12: Konzert. o 14:
Jugendſtunde. O 14.30: Aktuelle Abteilung. O 15:
Mandolinen=
orcheſter=Konzert. O 15.45: Stadion: Ankunft der Fernfahrer der
großen Deutſchlandfahrt und Internationale Radrennen. o 16.30:
Bläſer=Kammermuſik. 17.45: Tanz=Tee. O 18.30: H. Teßmer:
Wagners „Rheingold” und „Walküre‟, O 19: Berliner
Kunſt=
wochen 1930. O 19.30: E. Schliepe: Hochzeitsbräuche und ihre
Entſtehung. O 20: Unterhaltungsmuſik. 20.30: Dresden: „Die
drei Pinthos”, Komiſche Oper von Weber. O 21.05: Uebertr. aus
Buenos Aires: Einſchaltung in die Feier aus Anlaß des
argen=
tiniſchen Nationalfeiertages. O Anſchl.: Zeit, Wetter. O Danach:
Tanzmuſik.
Wekkerbericht.
Der tiefe Druck über dem Alpengebiet und Frankreich hat infolge
ſeiner mehr nördlichen Verlagerung über Deutſchland ſtärkeren Einfluß,
als erwartet wurde, gewonnen. Zunehmende Eintrübung und
Nieder=
ſchläge ſind die Folge. Die Wetterlage ſteht zunächſt weiter noch im
Zeichen des Druckfallgebietes, und zwar nimmt ſie einen etwas
unbeſtän=
digen Charakter an, der nach dem Vorüberzug der Warmluft durch das
Zufließen wieder kühlerer Luftmaſſen geſchaffen wird. Dabei dürfte
wohl die Wolkendecke durchbrochen werden und ſich wechſelhaft geſtalten,
ferner werden vorerſt weitere Niederſchläge auftreten, welche in Form
von Schauern übergehen. Die Temperaturen ſinken etwas.
Ausſichten für Sonntag, den 25. Mai: Wechſelnd wolkig, etwas kühler,
zeitweiſe noch Niederſchläge, mehr in Form von Schauern.
Ausſichten für Montag, den 26. Mai: Bewölkt mit Aufheiterung.
Nach=
laſſen der Niederſchläge, Temperaturen etwas anſteigend.
Hauptſchriftleuung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve: für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer;; für
„Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inferatenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: L. C. Wiitich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkrivte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommsg.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Seite 16
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err
3
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*e
die Landſchaft. Ein weiter, lächelnder
uter n ſanften Blau des Himmels. Überall auf
igenen Hügeln die weiße Waagerechte der
gie ſen Landhäuſer und die ernſte, ſchwarze
ſt dc ypreſſen. Man geht ruhigen Gemüts durch
auerte Wege. Hinter den weißen Mauern
borgen wundervolle Villen. Parkgleiche
en und Steineichen, Sedern und Palmen,
1 und ſchwelgeriſchen Noſen. Zwiſchen den
blinkt das ſilberne Band des Arno. Im
eben zum Himmel die blauen Berge des
t iſt ſüß wie Honig. Sie geht mit
phyſi=
en in die Sinne ein. Hier lebt es ſich leicht
an begreift nicht ganz, wie dieſer lächelnde
Schauplatz ſo zahlreicher Verſchwörungen
1 Slorenz iſt ein Paradoxon. Ein Nück=
Jrüſtige Dunkelheit des Mittelalters. Ein
uus. Ein plötzliches Gewitter — es zieht
erer denn zuvor lächelt die Landſchaft.
in Coskana iſt ein bezaubernder Pleo=
Oskana ſelbſt iſt nur ein anderes Wort für
voll ſind die weichen, zarten Farbtöne, die
inmungen, der purpurne Sonnenuntergang.
die Srührenaiſſanceler kein Auge für dieſe
ie haben überhaupt keine Farben. Sie
n Beiſpiel Botticelli, der das frühlings=
Sandſchaftsſzene am beſten trifft, verſagt
Andererſeits iſt es ſehr begreiflich, daß ſich
iine tiefe, ſatte Con=in=Con=Malerei ent=
Mian in Slorenz iſt unmöglich.
und Slorenz ſind „gleichzeitige Ereigniſſe‟.
ein frohlockendes Auferſtehen der Natur
ten, Grab winterlicher Erſtarrung. Und
ingshafte Auferſtehung der Menſchheit
Linter mittelalterlicher Scholaſtik und
Dier in Slorenz hat man die Jenſeits=
TSlalterlichen Seele überwunden, hier hat
OAockend, mit hellen Sinnen und heißem
icen Wundern der ſichtbaren Außenwelt
9ehört nicht nach Florenz. So wenig wie
Dlanc in dieſen lächelnden toskaniſchen
Feen würde. Michelangelo zerſprengt
Jahmen dieſer Stadt: die Florentiner
Oelbſterhaltungstrieb ſeine Werke nach
Die Lwige Stadt iſt zweifellos der einzigt
Diele Giganten zu beherbergen vermag,
Prſtört und zertrümmert zu werden
Michelangelo wirkt auf mich
genau wie das Hochgebirge:
niederſchmetternd gigantiſch und
ſchlechterdings monumental, aber
menſchlich einfach.
inkommen=
ſurabel, unfruchtbar und letzten
Endes monoton. Michelangelo
regt mich nicht an, er iſt zu
groß, man kann dieſen
urzeit=
lichen, ſagenhaften
Nieſenge=
ſtalten nichts antworten und
entgegenhalten, ſie donnern uns
nieder, ſie machen uns ſtumm.
Man begreift nicht, wie ein
Bildhauer angeſichts dieſer
ewigen Monumente überhaupt
noch den Mut aufbringt, den
Meißel zu heben und
menſch=
liche Körper aus dem Marmor
zu hauen. Ich habe zwei
Stun=
den vor der Koloſſalſtatue des
David geſeſſen und war zum
Schluß ebenſo begeiſtert-blöde
wie nach einem vierzehntägigen
Hochgebirgsaufenthalt.
Michelangelo paßt nicht nach Florenz. Der Plaſtiker
der Frührenaiſſance iſt nicht Michelangelo, ſondern
Dona=
tello — Donatello!. Das war für mich ein ganz neuer Name,
eine bezaubernde Entdeckung, das fruchtbarſte Erlebnis des
ganzen Slorentiner Aufenthaltes. Wer Donatello kennt, der
kennt die ganze Frührenaiſſance.‟ Ein fabelhaft vielſeitiger
und geſchmeidiger Geiſt. Ein erſtaunlicher Pſychologe.
Bis=
her kannte ich nur ſein gewaltiges Neitermonument, von
dem alle großen Feldherrn= und Fürſtenſtandbilder der
europäiſchen Hauptſtädte herſtammen. Nun lernte ich ſeinen
heiligen Georg kennen: ein ganz wundervolles Bildnis —
ſo kühn und ſtolz und rein wie nur irgendein urgermaniſcher
Nibelungenheld. Nun ſtand ich ſtaunend und entzückt vor
dem jüngeren Bruder dieſes nordiſchen Heldenjünglings,
ſen Donatello ſeinem Auftrage gemäß „David” nennt, der
aber in Wirklichkeit ein medizeiſcher Prinz iſt, ein
bezau=
bernder Cauſeur der florentiniſchen Jeuneſſe dorée, ein
lie=
benswürdiger Weltmann von ſpöttiſcher Grandezza und
berlegener Koketterie. Nun ſah ich da und dort ein
Frauen=
antlitz, ſüßeſte Anmut und unnahbare Hoheit aus totem
Stein zu wundervollſtem Leben geweckt — jede Frau eine
Niſche zurück: Johannes der Cäufer, ein unheimlich
ver=
geiſtigtes, leidvoll zerriſſenes Heiligenantlitz auf einem
aus=
gemergelten Asketenleib — ein Abgrund tiefſter
Doſto=
jewſkipſychologie mitten im heiteren Blütengarten der
Frührenaiſſance.
Wie dieſe Florentiner zu leben verſtanden! Und wie ſie
zu ſterben wußten! (Man kennt die Lebensauffaſſung emes
Menſchen immer erſt daran, wenn man auch ſeine
Codes=
auffaſſung kennt.) Da ruht irgendein fürſtlicher Kardinal
im Marmorſarkophag zu St. Miniato. Wundervolle Hände,
in läſſiger Eleganz über der Bruſt gefaltet, ſchmale Lippen,
die noch über den Cod überlegen zu lächeln vermögen, ein
Antlitz, das die ganze bezaubernde Liebenswürdigkeit des
Weltmannes mit der unnahbaren Vornehmheit des hohen
Kirchenfürſten vereinigt — und unter dem ſchlummernden
Kardinal, über ihm, rings ihn umſpielend lächelnde Putten
mit Blumen, Blüten und Früchtekränzen des
unerſchöpf=
lichen Lebens. Ein Grabmal, das ſelbſt reiſende Sachſen
nicht zu entweihen vermögen.
Das Slorenz des 15. Jahrhunderts iſt eme wundervolle
Stadt. Das moderne Florenz dagegen iſt eine ſcheußliches
Neſt. Enge Gaſſen ohne Bürgerſteig. Enormer
Automo=
bilverkehr. Widerwärtige Fremdenhorden. Benzingeſtank,
Küchengeruch, Schmutz, fürchterlicher Staub. Cheater und
Konzerte ſtehen auf Sirkusniveau. Es gibt keine
Buchhand-
lung, kein Kino, kein Café, kein Abendlokal, das
weſteuro=
päiſchen Anſprüchen genügte.
Auch die italieniſche Natur vermag den Nordländer auf
die Dauer ſchwerlich zu befriedigen. Der Wald fehlt. Der
deutſche Baum fehlt. Vor allem aber fehlt der deutſche
Frühling, fehlt die Spannung und Polarität der
Jahres=
zeiten. Schon die florentiniſche Landſchaft iſt immer grün
— ſie kennt keinen Winter. Aber wo kein Winter iſt, da
kann es auch niemals Frühling werden. Ob Januar oder
Mai — die ewigen Ol= und Maulbeerbäume Coskanas ſind
ſilbergrau und ſtaubig grün — die paar Blüten der
Obſt=
bäume dazwiſchen machen keinen Frühling aus. Der
italie-
niſchen Flora fehlt der dynamiſche Rhythmus, fehlt das
Stirb und Werde, fehlt die dämoniſche Melancholie des
herbſtlichen Codes ebenſoſehr wie der Frühlingsjubel der
Auferſtehung. Ich fuhr nach Italien, um den Frühling zu
erleben, aber ich erlebte nur eine ſeltſam verwaſchene
Swit=
terjahreszeit. Den Frühling erlebte ich erſt auf der Nückreiſe am
Vierwaldſtädter See, in dem Augenblicke, als der Sug den
Gotthardt verließ: blühende Bergwieſen, leuchtendes
Buchen=
grün zwiſchen dunklen Cannen — das war deutſcher
Früh=
ling, nordiſches Heimatglück, fauſtiſches Auferſtehungswunder!
Ey
BHHAEAHAAHEAR
Madonna und jede Madonna eine Königin. Nun ſah ich
Kinderbildniſſe, ſo entzückend zart, ſo beängſtigend lieblich,
ſo tragiſch frühreif, ſenſibel und verwundbar, wie es
ihres-
gleichen in der Welt nicht gibt. Und unmittelbar daneben
wieder köſtliche Bronzeputten, lachende Schelme und
ſtram=
velnde Nackedeis, ſtrotzend von übermütigem Leben und
unverwüſtlicher Geſundheit. Und wenn ich mir einbildete, das
erſtaunlich reichhaltige Nepertoire Donatellos in etwa zu
überſchauen, ſo trat ich beſtürzt und erſchüttert vor einer
HAAHHHEAAHARHÄBZAHANA
[ ← ][ ][ → ]Su Nanſens Code.
Als der Eisbrecher „Kraſſin”, das größte Schiff ſeiner
Gattung auf der ganzen Welt, die Packeisgrenze erreichte und
von dort an mühſam immer wieder ſeinen ſchweren Numpf auf
das Eis ſchob, um es zu zermalmen, und als die unter das rote
Selt verſchlagenen Männer um Nobile zitternd erfuhren, daß die
Hilfe unterwegs ſei: funkte die Frau des Profeſſors
Samoilo=
witſch, der die Expedition leitete, an ihren Mann: „Habe mit
Nanſen getanzt!”
Der Profeſſor Samoilowitſch iſt gewiß ein tüchtiger
Fach=
mann, des Schreibens aber wohl nicht beſonders kundig, ſonſt
kämen die Gefühle, die er beim Empfang dieſer Nachricht hegte,
in ſeinen Aufzeichnungen nicht ſo hilflos angedeutet heraus. Es
waren keine kleinlichen, perſönlichen Gefühle, etwa der
Eifer=
ſucht, weil nun der große Nanſen dieſe ſeine Frau im Canz durch
den Saal führte; es waren zuerſt grundſätzliche Gefühle derart,
daß er nur eine Frau für imſtande hielt, in einem ſolchen
Augen=
blick ſo nebenſächliche Dinge herüberzuſenden. Samoilowitſch
war, wie er berichtet, zuerſt ſehr ärgerlich über dieſe private
Mitteilung ſeiner Frau, bis er, in einer beſinnlichen Minute,
auf den Grund dieſer Nachricht ſtieß. Daß die Frau mit einem
andern Man tanzte, war nicht weiter wichtig; warum fuhr er
auch hilfebringend nach Norden? Aber die Frau hatte ja den
beſſeren Inſtinkt: ſie nahm es wichtig, daß ſie mit Nanſen tanzte,
mit Nanſen tanzen durfte, einem der größten Menſchen der Seit,
einem Menſchen, von dem Kraft und Würde ausſtrahlte, einem
Menſchen, der bewußt an der Scheide zweier Seitalter lebte,
einem heldiſchen Menſchen.
* *
Wir ſtutzen heute bie dieſem Wort. Wir haben das
Hel=
diſche noch alle erlebt, in jenen Jahren des Weltkrieges; aber
wir haben in den Jahren nach dem Kriege mit wachſender
Er=
ſchütterung erlebt, daß der Begriff des Heldentums ſich wie ein
feines Ol m Nichts zu verflüchtigen ſchien. Als das Phosgengas
im Hamburger Hafen viele unſchuldige Menſchen ums Leben
brachte, erkannten auch die letzten, daß gegenüber ſolchen
Mit=
teln der heldiſche Einſatz ſinnlos wurde; mancher mag dieſen
Sinn aus den Materialſchlachten des Weltkrieges noch
heraus=
gezogen haben, wie man in der chemiſchen Werkſtatt eine Säure
abdampfen und reinigen läßt; das war nun nicht mehr möglich.
Hier wird der Menſch zum Schlachtvieh, und der Menſch als
Schlachtvieh iſt nichts weniger als heldiſch. Ob aber nun Held
oder Heiliger, Duldertum oder Cätertum, die Menſchheit, will
HImmf
Harris und ſeine Bälle.
Von Kaſimir Edſchmid.
Wenn ich mich recht entſinne, lagen wir vor Nio Muni, als
mir zum erſten Male eine Eigenart Mr. Harris auffiel. Er ſtand
mit einer älteren Dame an der Neling und ließ ſie reden, ohne
zu antworten. Sie ermahnte ihn, ſich nicht ſo anzuſtrengen und
vorſichtig zu ſein. Sie machte ihre Vorhaltungen ſowohl mit
Geſtikulationen, als auch mit Worten. Sie war eine Engländerin,
die, wie viele Engländerimen, wie die Mutter ihres Gatten
aus=
ſah. Sie fuhr nach England, um ein Jahr in Wales zu bleiben,
und Captain Harris, ihr Mann, begleitete ſie zärtlicherweiſe nach
Hauſe. Er hatte ein Farm in Oſtafrika und eine merkwürdige
Angewohnheit, an der er, wie man annahm, ſchließlich auch eines
Cages ſterben mußte.
Am Abend dieſes Cages erſchien Captain Harris mit einem
Kanonenſchuß als Neptun und hielt eine Anſprache, die den
Aequator betraf, den wir paſſierten. Er hatte ſich alſo nicht
ab=
halten laſſen. Crotz der Hitze trug er einen furchtbaren Bart,
Siſcherſtiefel und eine Schilfperücke. Swei Stunden lang leitete
er den ziemlich einfältigen Unfug, demzufolge harmloſe Leute
eingeſeift und in hellen Anzügen ins Waſſer geworfen wurden
oder Pillen mit Rhizinus zu ſich nehmen mußten. „Der Mann
bekommt noch den Schlaganfall”, ſagte der Kapitän des
Woer=
mamſchiffes. „Es iſt die achte Aequatortaufe, die ich ihn machen
ſehe. Captain Harris bekam keinen Schlaganfall, ſondern ſtarb
ſpäter an etwas anderem, aber der Kapitän des hübſchen weißen
Dampfers hatte recht: Harris mutete ſich in der Hitze zu viel
zu. Es war ſündhaft heiß, und ſeine Frau, die wie ſeine Mutter
ausſah und ein merkwürdiges Lederkoſtüm mit Muſcheln trug,
war ſichtlich nicht ohne Grund beſorgt. Jedoch, der Aequator
wurde paſſiert, die Leute zogen ihre Koſtüme wieder aus, der
Fancy=Dreß=Ball war zu Ende, urd Captain Harris brachte ſeine
Frau nach Southampton und von Southampton nach Wales.
Dort blieb ſie ein Jahr, weil Oſtafrika ein bitteres Klima für
Frauen iſt.
Captain Harris war ein Mann von fünfzig, der ausſah wie
Ltoyd George ohne Schmrrbart. Er hatte krumme Beine, was
ſie nicht im grauen Einerlei, in einem mulmigen Brei
erbärm=
licher Einförmigkeit abſacken und verkommen, braucht die
bei=
pielgebenden Männer, und die Jugend vollends, unſer immer
koſtbarerer Nachwuchs, iſt mit Begriffen nicht zu erziehen, ſie
kann nur gelenkt und geprägt werden durch das Beiſpiel großer
Männer.
Vielleicht wird man ſchon in Bälde das Beiſpiel
Friedt=
jof Nanſens erkennen, der in zweierlei Formen, in der alten und
neuen, ein Held war und ſo bei lebendem Leibe, mehr aber noch
nach ſeinem Code, eine Brücke in die Sukunft. Denn der Cod
lehrt uns klar ſehen.
Als Nanſen, der 1861 geboren iſt, auf dem ſchon
ſagen=
haften Schiffe, der „Fram”, mit Hilfe des Creibeiſes an den Pol
zu gelangen verſuchte, als er ſich unterfing, auch in einer
Ur=
landſchaft das menſchenfeindliche Element dienſtbar zu machen,
war er noch ein Held vom alten Schlage und leiſtete den Einſatz
auf Cod und Leben. Abenteuerlich in eine Nußſchale verſteckt,
übertrumpfte er ſeinen eigenen Plan, indem er ſein Schiff
ver=
ließ, ein verwogener Menſch, dem ſein urſprüngliches Siel nicht
mehr kühn genug war und der darum auf Schlitten weiterdrang,
während die „Fram” langſam ins ſüdlichere Land driftete. Die
Schauer jener Fahrt ins Ungewiſſe, die auch die kluggeſponnene
Liſt gegen die Natur nicht minderte, erfüllten die Cage unſerer
Kindheit. Die dreijährige, freiwillige Verbannung auf ein
ſchwaches Fahrzeug mitten ins ſtarke Eis iſt ſchon nach dreißig
Jahren zur Heldenſage geworden.
Was dam kam, eine zweite Jahrt in die norwegiſche
Cief=
ſee, die Profeſſur in Chriſtiania, eine Fahrt durchs Sibiriſche in
die Karaſee und nach dem Jeniſſei, endlich die Geſandtſchaft
Norwegens in Waſhington, ſie bilden die notwendige Folge eines
ſo ſtolzen Anfangs, ſie ſind, vom Durchſchnittsmenſchen geſehen,
alle zuſammen die Stationen einer außerordentlichen Laufbahn,
aber von Nanſen ſelbſt her kaum mehr als ordentlich und
ſelbſt=
verſtändlich. Aber, daß er dann noch wuchs, daß er, beim
Überſchreiten des ſechzigſten Jahres, ſein Leben auf den Gipfel
hinauftrieb, den der dreißigjährige Mann erreicht hatte, das
macht erſt ſeinen ganzen Wert, ſeine ganze Bedeutung aus. Er
trieb ihn hinauf in die neue, gewandelte Form des Heldentums.
Nanſen hatte im Auftrage des Völkerbundes die
Heim=
beförderung der deutſchen und öſterreichiſchen Kriegsgefangenen
aus Nußland und Sibirien und umgekehrt die der ruſſiſchen
Kriegsgefangenen aus Mitteleuropa in die Heimat zurückgeleitet.
Er tat es mit ſehenden Augen, er mußte es, von dem
Geſamt=
plan ſeines Lebens aus, weil er nur ſo in den darauffolgenden
Jahren jenen Entſchluß faßte, der dem Bau, der Fahrt der alten
„Fram” gleichkam. In Rußland hungerten Millionen Menſchen,
es ſchien unmöglich, ganze Provinzen des Nieſenreiches vor dem
qualvollſten Code zu erretten. Suniſche Neapolitiker hätten den
Godanken faſſen können — und ſie haben ihn auch gedacht —
man ſolle dieſe Menſchen einfach verrecken laſſen, die nach ihrer
Rettung das alte, trotz aller ſeiner Sünden große und heilige
Europa bedrohen würden, wogegen ihr Cod dieſen Kampf um
die Sukunft Europas im Keim abdroſſeln müßte. Aber ein Mann
— ein im ewigen Eis gehärteter und geprüfter Mann —
über=
windet einen ſolchen Gedanken. Mit einer Spannkraft
ſonder=
gleichen, mit einem Einſatz der Nerven, der dem dreißig Jahre
vorher nichts nachgab, leiſtete Nanſen im Völkerbunde, den er
als Vertreter Norwogens dazu anſtiftete, eine wirkſame Hilfe
und band an ſeinen Namen das Beiwort eines Wohltäters der
Menſchheit; das um ſo mehr, als er einen Ceil dieſer Hilfe nicht
allein in das mittelruſſiſche Hungergebiet lenkte, ſondern zu den
in die Elendsviertel der europäiſchen Großſtädte verſchlagenen
Slüchtlingen, die Nußland verlaſſen mußten, weil ſie nicht an den
Bolſchewismus glaubten. So war er, wie nur wenige noch, ein
Wahrer des Menſchlichen über den Parteien.
Auf dieſer Linie liegt alles, was er in ſeinem von Arbeit
aufgezehrten Leben noch leiſtete. Er ſah die kleinen Wunden,
Hf
auf Schiffen kaum auffällt. Mit Vorliebe trug er Hemden, die
am Ellenbogen abgeſchnitten waren. Seltſamerweiſe trug er auch
ſolche abgeſchnitiene Nöcke. Wenn es ging, trug er auch Hoſen,
die über dem Knie abgeſchnitten waren. Er arrangierte ſeinem
Ausſehen entſprechend auch meiſtens Dinge, die auf Leute
zu=
geſchnitten waren, die ähnlich herumliefen. Man muß bedenken,
daß Captain Harris beinahe in den Cropen lebte, und daß ſolche
Calente da unten nützlich und wertvoll ſind. Harris war der
lei=
denſchaftlichſte Sport=Organiſator, den ich kennen lernte, aber
er war noch etwas mehr. Er war ein großer Faney Dreß Mann.
Es endete alles bei ihm mit Verkleiden. Mit der Seit rechnete
ich mir aus, daß er eine ganze Kiſte Koſtüme mit ſich ſchleppte.
Ich traf ihn noch öfter und bewunderte immer, was er alles
anzuziehen hatte.
Sunächſt traf ich ihn wieder bei Mogadiſcho, auf der anderen
Seite des ſchwarzen Kontinents an der Somaliküſte. Er
orga=
niſierte gerade, weil das Schiff zehn Cage nicht anlegte, eine
Sportwoche mit Fancy=Dreß=Ball am Schluß. Es war ein halbes
Jahr nachdem er als Neptun auf dem Woermannſchiff vor dem
ſpaniſchen Nio Muni mit einem Kanonenſchuß erſchienen war,
Auf meine Frage, warum er nicht in Wales ſei und ſeiner
Frau beiſtehe, ſich von dem bitteren Klima Oſtafrikas zu erholen,
antwortete er nur achſelzuckend. Er war eben ein Organiſator
und konnte in Wales nichts machen. Daher befand er ſich mit
ſeinen Kiſten ſchon wieder auf einem Schiff, war bereits wieder
ums Kap gefahren und hatte zwei Koſtümbälle gemacht — bei
zwei Aequatorüberquerungen.
Auf langen Schiffahrten werden erwachſene und ernſte
Men=
ſchen ſehr kindiſch — das war die Atmoſphäre, die Harris
brauchte. Er ließ acht Cage lang vor und nach Cap Guardafui
wichtige Männer und ſchöne Frauen mit verbundenen Augen und
einem Stück Kreide in der Hand in ein auf den Boden
gezeich=
netes Schwein ein Auge hineinzeichnen und freute ſich, wenn das
Auge mehr am Schwanz, als am Kopf erſchien — er ließ die
Leute in Säcken hüpfen, er ließ ſie an Swirn hängende Aepfel um
die Wette aufeſſen, nachdem er ihnen die Hände zugebunden hatte,
er ließ ſie Kartoffeln mit Löffoln aufheben und in einen Waſſer=
Eimer werfen, er band die Knöchel ſchöner Frauen und wichtiger
Männer mit einem Cuch aneinander und ließ die verſchiedenen
ſonſt hätte er nicht den im Weltkrieg bein
flüchtenden Menſchen jenes Schriftſtück beſor
eine Heimat gab, ich meine die „Nanſenval
wurzelten im zerriſſenen Europa wieder Bod,
geben. Er ſah die großen Wunden, bereiſte
faßte ſein Buch über dieſes Land, das, ma
Einzelheiten anders werten, eine erſchütter
den iſt gegen das Unrecht der Machtſtaat
recht der Völkerunterdrückung, gegen das
ſchenentwürdigung. Dieſe Neiſe und das
daraus ergab, ſind vielleicht die größte &
größer, als der Völkerbund ſich die Ohrg
des von ihm abgeſandten Mannes verſtopft
ſeiner eigenen Unruhe beſchäftigten Europa
dieſen Hilferuf hörte und einen Entſchluß ?
Der Proteſt gegen die armeniſchen
G=
rinnender Proteſt, die größte Cat Nanſens
ja. Gerade hier wird der Sweitakt dieſ
deutlich. Als Nanſen in der Blüte der O
Einſatz wagte und ſich einem von
Menſ=
gegen die feſſelloſe Arktis anvertraute: de
aller Munde. Als er nach dem ſinnlichen E
den geiſtigen ſeiner Seele und ſeines Verſt
zum Vorkämpfer für ein unterdrücktes
machte, die weit unter dem Stande unſ=
Siviliſation leben, da gab es ein verlegene
tödliche Stille. Aber nie war Nanſen größ!
Es kam ihm nicht mehr auf den Nuhm an,
der die Helden vom alten Schlage treibt; ee
geiſtige Entſcheidung, zu der wir uns und ur
müſſen.
Der Nanſen der „Fram”, das war de
Der Nanſen in Nußland und Armenien, 1
der Frucht. Das alte Heldentum kennt nur
ſteigert ſie zur Frucht. Schon heute, da Na
ſchloß, kriſtalliſiert ſich das von ihm losgel
Heldenſage — und wir dürfen ſtolz ſein, ohr
daß dieſer Germane ihr Cräger iſt.
Paare, mit der Stoppuhr in der Hand, un
laufen. Er ließ die Damen der zweiten Kle
der erſten Klaſſe Cau ziehen und ſtand m
winkend und brüllend: One — two — 1
knallrotem Kopf dabei (dem Mann mußte
ſieren) und gleichzeitig bereitete er den
Koſtümball auf einem Dampfer, der im 2
Sandſtürmen läuft, bei über 90 Prozent Se
und 58 Grad Hitze, muß acht Cage vorher
Die Preiſe müſſen gezeichnet, das Geld ei
Preiſe müſſen gekauft werden, Komitees m
den. Selbſtgemachte Maskenkoſtüme und m.
koſtüme müſſen beim Preisgericht unterſchie
Koſtüme, die ganz aus Papier, und ſolche,
beſtehen — — — man meint auf die Dal
nichts auf der Welt als den erſten Lech
erſten Preis für das ſelbſtgefertigte Koſtüm.
die Seele von allem und mutete ſich eine
Ein Koſtümball auf einem Schiff in den
derbare Sache. Der Mond ſcheint, es Iſt.
Koſtüme aus Seide ſind in fünf Minuten Ne.
Koſtüme aus Papier halten etwas kürzer
ſie nur mit großer Gefahr zu berühren.—
Birnen im November. . . . Ein Koſtümbal
wenn das Schiff in den Suezkanal einge?
den Wüſtenſtationen ein paar Meter rechle
berinnen ſingen und die Kamele unter deſſ
am Ufer entlang gehen, das iſt ein ſonder!
Kapelle ſpielt, das Schiff iſt wie aus Lichl
an der Neling leuchten. Und niemand ande"
beherrſchen als Captain Harris. Er war 0.
ſonderbaren Idgen.
Er ſtand in dieſer Nacht moraliſch aul
und trug ein Koſtüm, das ihm nur ſchädlich
ſtand aus lauter Stacheln des Stacheſſchl
heuer dekorativ. Die ſchwarz und weißen ?.
Kopf wie eine Ciara. Sie gürteten ſei
ſeine Bruſt. Unter den Knien war ein Olt
angebracht, und ſeine Schuhe waren aus 900
Suichet ſie.
z von Foſepd Kopta.
18ertragung aus dem Cſhechiſchen
Anna Aurednicek.)
fv au Ibreit MMatbeitatik- uund Cbeiiepro-
Tau gauf veründert war? Er kau pklich
vrei elly Argerlich, warf das Klaſſenbuch auf den
Hfles fube”, trotzbeint wir, leitdent er Aas Slmmer
und verſchüchtert wwie ein Gaufen Gühuer
1aglugs unts aut den Kragen; aus
Geprüift-
deut andern wanderte zur Caſel, und einer
—rach ſich aut dei halsbreiheriſchen Sormeln
„Indungen das Genlik. Der Profeſſer war
Rafaſkropben, und der Cbaukkeur des Autolus 27//14- Cannes,
der von der Gebirgsſtraße auf den Hteinigen Ofeeres/trand
iſe-
derſtärzte, wo zehn Tote liegen blieben, Fammelte im ſetzten
Mötheln einen Satz: „MMir iſt alles egal, meine Srau iſt iſt
einem Olatroſen durchgegangen.
Wer weiß, derihmter Schaufpieler, warunt du geſtern ein
paarmal lteiken geblieben biſt und deine Rolle nicht gekaunt
haſt, wer weik, warum ihr Soltaten auf dem Eserzierplatz eine
Stunde jänger bleiben muſitet, weshalb dir, a Kreund und
Dſhter, der Krltiſer dein Buch ſo ſihreiklich „verriß”, dein
Dmcb, das uns allen ſo aut geflel? Uind wer weiſt zuguterletzt,
wole aft wir wegen einer indchtigen Grau dem Krieg nahe waren.
Schön. Wlr haben „die Uinbekanute” gefundent Ooch wenn
dir die Arbelt flatt von der Gand geht, wenn du den ganzen
Cag Luſt baſt zu Dingen, die ganze Welt dir eine Blüte Bünkt,
er Abuflich, der bel deit Stühwent des
ae-
olng prlvate Abrocbnung iſt der Welt
ein entſetzllihes Unrocht rüichte.
eder ſitzeſt du gerado und gelpaunt ivie elne
u waiſtt, daß der Herr Profelſar lihleihter
v etwas Unangenebmes iwiderfahren iſt; du
Me aunt, nur uunt lon nicht aufzubringen. Aber
Warumt ſchauent Sie ſo ſtarr droin?
das Gaar ſo dekadent geſtheltelt, Sie
r ſchont neben dent WBurzeln der
Brledhofs-
u, Wbeiden, Platanen und Buchen, heut
on ſiiher vor ibmt und dr vor ſeiner Srau,
punderlich, daßt in der Recbenſtunde, wennt
b und unis „dio Unbekannta”, ſutben lleß,
Troniſeh ſpracb; mir ahnten, daßt dieles
Is andereit galt. Naillrllch. Dlo
Unho-
berin ſelner Nacbo und uuferev Schiler-
Tbolkaunte bhat geltern, o Bruder, deinen
L amnwallkondukteur verſchuldet, den du gau
raateſt, wle du am fchntellſtent zum „
Nuſi=
inteſt, und der dich anbeilte und grob ab=
1Iu ſein täglicher Bahrgaft biſt, und tratzdem
T hat, au welchent er zuborkteruimend lächelt
geradezu lleb hat.
a” war dio Urbeberin vleler &iſonbabn-
denieft du dann auch, daß dies das Verdlenſt derlenlgen Iſt, Aie
delne Lieblingsſpelſe la nliht kalt werde
morn, dio als Cowbolls, als Chlnelen, Rüche
Idlicht des Sue/kauals auf deit Sichlff bor=
1 Sidſchl-Ladlos mit eintein Strohriug un
Jauelartor Gaut, zulſchent dent Spanterlumon
EUIIman, dio demt Schlff einon tollen Cbaraktor
-aptaln Harrls wüla ein Blliſt der Berklel-
Work, Gür fein Wferſe trug ar dent Pauzor
tbulfehweln-Statbelt bel 58 Grad Hihe
Trablſtebont und der äauptiſcheft Acülſte, Ar
uß Mabo ſein. &r bekant ibtt aber nicht.
Port Sald.
Trauf lab lih ibnt Jur Oibautolt. ds war in
Tele, in denen die reichent furifeben Sauillen
DuN. Garris wobute folt drei Cagen da oben,
2nlg wio Icb, kaut vont Datiasktls, und war
aurüi-Droß-Abond augefagt war, iuit dei
Dia Sitten der engliſchen Kluhs alls Bell=
erten. Er faßt mit fochs Angländernt dar und
T Dor vont elner großent Autllope oder voi
Ic erinnara iſch uur au den Stoff. Om
Me in der heißen furiſchen bene odur auf
2. or nicht ſo jcblagttüflig aus, iolo auf deit
Dann woch dreimal, Jedasital war es eiltg
E Iich vorkleiden kounto und bei der er Cage
Leu WGernabitt.- Oid Organlfatlon relzte Ihut
2Mldiefeit Telbſt. Cr war wirſtlich durch und
De Er tat alles rund und gauf, ibas er tat.
M Sloren; und Davos. Kr war der ein=
Allcenich, dant lech geſehen hatto. Statt lelne
Iu verbringen, vorbrachte er leine Beit (alle
IMer Gelegenholten bor zu Jeln, wo er 1ich
Er war ein wirklich geilaler Orgaullatlor
Lice Olnge, Cr war dabel fo jcbtagflüffig,
Lundurte, ibit bei lolchent Leiſtungen Inmer
B aich ind Cages. Ader nicht bei eitel
a Jondern gany ruhig in Walos, während
d nahm.
Eine Geſehichte ohne Pointe.
Von StaffuLandt.
„Sle wollen alfo nicht ersühlen?" lagte Bie fehr Junge biende
Damo des Haufes und reichte ibin die Caſſe Cee. „ünd wente iair
Sio alle — — iweſiit ch Sie darum bitte?
&r fah lie an. „Da — iwenin Sie inſih darum biiten,” fagte er
mit leinem charmauten Lücheln (ein Lücheln, iiber das unzählige
Kritiker und Brauen, ungezühlte Kritiken und Brlefe geſchrieben
hatten), „ienn Sio mlch bitten, daun
Cr ſchwleg elnen Augenbllike. „Sch mndihte Shnen eiwas
erzäblen, keing Geſchlchte eigentlich, fondern — Hun das werden
Sſo la felbſt beurtellen.
„Es mar vor drei Jahren
Da klingelt elnes Spätnachmittags das Celephon. Sih hehe
Hallo — — ſſchis. Hallg — — Wlemand. Hallo
Stillo.
Dann ulcht, deuke ſch und läute ab.
Den näichſten Cag dasſelbe, und den ibernächſten auch, 1In
die folgenden Cage: Punſt 6 Uhr: Rlingelzelchon. Hallo
Hallo, Hallo,
Dlo Sache begann mlch zu Intereiſioren. Sih bin täglich um
dlefelbe Stunde — 6 Uhr — zu Haufe und warto. Und ich werd
nerpüs, wwenn ſie lich verſpätet.
Sio wollen wiſſent, wleſo ſch auf die Sdee kam, daß es IIn
unt eine „Sle” handelte. Nun, ſa — — alfo, iich nahm es inſ
elnlger Beſtlmmthelt al — ſih — —
Er nahm ein Glas Nagnak und trank es ſehr raſch loer,
„Sch fühlte es, unt ehrlſch zu ſein, ich hattt einen undefle
nſerbaren Rontaltt zu dieſer Srau, deren Atmen und Heriklopfen
ſch zu hören glaubte,
Cines Cagas begann ſich ihr zu erzühlen. Von mir, von
melnem Leben. UInd entdeike, daß es in dieſemn Leben wenig
Mittellenswertes albt. Das Argerte mſch. Auch meine N
ſchen Dingen fiel mir mit einem Male auf
in
mals begann das, was man Narriere neunt. Durch d
rau, Sch arbeitete wieder, um ihr berſchten zu können: ich babe
Ein Vorkämpfer
der Srauonrochtevor 4o0Jahren
Wohl genollen die Srauen ſchen bei den alten Germinen
die größte Wertſihätzung der rauben Krieger und wurden ſogar
als beilig verehrt; trotzdem war noch im Mfittelalter ihre
gefell-
ſhaftliche Stellung häufig reiht untergeerdnet, ja verachtet. Gaſt
dach, wenn auch nicht allgemein, die keineswegs germanfſihe
Aiuffalfung, das Weit ſei ein Geſchöpf niederer Art als der
Dilann. Noch 1050 war es nätig. denen zu widerſpreihen, weiihe
in dem WWeibe eine „abſihenliche Mißgeburt, einen Sehler und
Irrtum der Natur” ſaben, ihm den Namen Aikenſih und die
An=
wartſchaft auf die himmliſche Sellgkeit aberkennen wollten.
Aülenn auch die Oilfuner der Venaiſſanee, die Gumaniſten,
die Erziehung des Einzelnen zu Freiem Oifenſihentum, die
Entfal=
tung kraftvoller Einzelperfänlichkelten auf ihre Sahne
geſchrie-
ben hatten, ſo bileben ſie duih meiſtens im albergebraihten
War=
urteil gegen die Gleichberechtlgung der Srau befangen. Oa er=
Hrand deim unterdritkten weiblichen Geſihlecht ein Sffentlicher
Verteidlger leiner Neihte in einei Ollaune, der den reiiglüſen
ONaftikern nahe ſtand, in Geinrlch Corwelius Agrippa von
Nei=
tesbein.
Um Jahre 1529 erſihten von Ibi in lateiniſiher Spraihe eine
Aibhandlung ilber „des weibllihen Geſihleihtes Abel und
Var=
trefftühkeit”, in weither er nicht nur die Ebenbürtigkeit, fondern
geradezu Sie Uberlegenheit des weiblichen Geſihlechts demt Mfaune
gegentiber nachzuweilen fuchte. Swar ſind leine Beweile aft reiht
wunderllch und fonderbar; aber os gehüite dach ein nicht
ge-
wöhnliiher Miut dazu, In ſener Beit der Herenprazeſſe la
inaun-
haft für die Unterdritckten einzutreten.
Onft großem Sleike und vielleitiger Beleſenheit trägt er alls
der Geſchichte, der Bibel und den weitlichen Schriften all das
zufammen, was zur Ehre der Srau gelagt warden war. Wach
beutlgen Begriffen macht er ſich die Bewelsführung allerdings
reiht leicht, ſo z. B. wenn er ſagt. Eun lel des Schünfers Mlei=
Herſtüicke, weil ſie lpäter als der Mfann gelchaffen wurde, auls
der Nippe des beſeelten Oifaunes, allo aus odleremt Stoff als
der aus einem gemöhnlichen Erbenklaß gefarmte Maun. entſtand
und im Daradlefe, alfa in einent hüheren Oite als dieler, ins
Leben trat. Fugs Sall fei zu eutſchufdlgen, weil lie durch
iiber-
menſihliche Ceufelskunfe liberliſtet warden lei; der mahrhaft
Schufdlge fel Nbam, durih den erſt dle Eibfünde in die Welt
gekammen ſel. On Aufehung der Caifache, daß es einige den
MMännern ihrer Zeit iiberlegene Herrliherinnen gab, iibertriigt er
deren Sühlgkeiten ganz allgemein auf das weibliche Gelihleiht
und behauptet einfach, nur eine Srau vermnäge einen Staat gut
zu vegleren. Ja, Jogar in der Citchtlakeit für den Krlegsdienft
erachtet er lie als dei Manne iiberlegen, wobel er affenbar die
Jagenhaften Amazonenvülker im Slune haf.
Aber abgeſeben van Bielen und wach allerlei andaren
Aiblen-
derſiihkelten und Übertreibungen enthält leine Abhandlung Paih
guch reiht plel richtig Geſebenes- Er wendet lich wieder
all=
germanlſiher Auſchauung zu, wenn er die Anmut, Reuſihheit und
Schünhelt der deutſchen Srau preiſt, weunt er ihre eheliche
Creue, Standhaftlgkelt und Vaterlandsllehe rühmt. Beſenders
betant er die Bebeufung der Srau als Mutter und Erzieherin
uund weiſt in feiner Aufelſe nach, iuje lie in viel hüherem Maße
als der Maun befählgt iſt, fich in die Soele dos Kindes
einzu-
fühlen, Iie zu weiken und zu entfalten und auch dar eiſte
Spraih-
meiſter ihrer Kinder zu lein, wie os burih die Bezeichnung
Mut=
terlprache allgemein anerkaunt wird.
Ngrlppa erkannte lchon damals, daß die Emvarbehung der
diG bis ait dio Sehwelle geleltete und dir woch Hachrief, ob dir T Arau nur indglliech Ter Aurah eine verbeſſerte Crziehung- Ailerdings
dir imwel Caſchentllicher beines Schnupfens halber mitgenemitert ihar er Haih nicht Imſtande, einer befenderen Srauenbiidung die
haft, und ob du ait zwel ader um drei Uihr heimktemmſt, damſt auege zu wellen, und ia blleh benn auch feine wahlgemeinte
Schrift ahue greifbaren Erfolg.
goarbeltet. Sm Cheater dachte ich Abend für Abend: Pielleicht
iſt Iie da."
Es outſtand olnd Pau lo,
Eigentlich hätte ich dielen &infall mit dem teiepheniſihen
Anruf haben künnen hachte die junge Hausfrau und betrahtete
Die otmas jihmalen Günde ihres Saſtes ja aufmerlfam, daß es
jogar ihrem Satten auffiol.
UInd das Junge Mnähihen dns in einer Sile des Salaus laß,
dachte: Mar iich os nicht? Zlrklich — weuſi er Haih lange
Da-
von fpricht, imüchte lch glauben, daft ich es war.
„Nach einiger Seit nahin lch einen Galtlpielnerteag nah
M. an. Bielleicht erinnern Sie lich nach Baraft- Ein Jahr
var=
her wach hätte lich mir ficher diefe Mäglichkeit eutgehen laſſen.
Aus Bequemlichkeit. Jekt aber mallte ich meiner Unbekannten
von Leiſtungen und Erfolgen beriihten kännen, mallte ſie
vlel-
leicht auf biefe Aeife zwingen. Sie mar die erſte wirſtelich uner
velchharg Grau.”
„Sie lind eingehildet”, fagte die junge Hausfrau ſo ſcharf,
daß os kein A0iderfpruch mehr war.
Nein,” fagte der Schaufpleler faſt Bemütig, züch bin nicht
eingebilbet. Es iſt fo- Manchmal wird mir hange, weſint iich es
erktonne. Aber ſie war tatfächllih die eiſte mir unerreichbarg
Srau,
Anns gibt os wach piel zu erzühlen? Ein Jahr lang war lie
mmelne Sreundin. Pünktlich und ſchweiglau,
Sch war ſehr glitttelich damals. Hahe geatbeitet mle
nie-
mals junar, und os ging vormärts. Auf munderhare Meiſe-
Erfolg über Erfolg.”
„Nun”, fragte die junge Hausfrau etmas ungebulbig. „Ulnd
die Polnte?"
Die Peinta?” Kr lüchelte. „Berzeihen Sle, daß lch nichts
erfunden habe, fondern etmas iwirllich &rlehtes erzühle. Die
Das Leben hat keing Pointen.”
„Der Schluß alfo, menn Sle wallen."
„Ks gab koinont, Einos Cages rief lie wich eben nicht muehn
Und Babei blieh os."
Ind das iſt allos?” fragten die Hausfrau unh das junge
MNädihen faſt gleſchzeitig. Es follte enttäuficht Hängen, Aber Man
jürte dach etmas beruhigte Breude heraus,
Die Sigarettenſchachtel.
Von Hans. Kafka.
„Ihre Menſchenkenntnis iſt unheimlich”, ſagte der junge
B. bei der erſten Unterhaltung zu dem großen Sonderling C.,
deſſen Biographie er ſchreiben ſollte.
„Wollen Sie eine Sigarette”, fragte C. ſtait jeder
Ant=
wort. Er reichte ihm eine Schachtel, auf deren Deckel der
Name der teuerſten Luxuszigarette Englands prangte. Der
junge B. entzündete einer der ſchmalen, weißen, tabakgefülten
Vollen. Beſſeres hatte er im ganzen Leben nicht geraucht. Seine
Augen glänzten. Im Innern fühlte er, wie alles auf die nächſten
Außerungen ſeines menſchlichen Objekts ſich konzentrierte. Wie
zum Sprung bereit ſaß er da. Aber plötzlich reizte ihn etwas zu
der banalen Gegenfrage: „Sie rauchen ſelber nicht?”
C. lächelte ſtill: „Nicht von hier”.
Und er fuhr fort: „Ich will Ihnen einmal mein Geheimnis
verraten. Es iſt nicht zur Veröffentlichung beſtimmi.
Menſchen=
kenntnis ſagen Sie? Was iſt das? Das iſt dreierlei. Erſtens
die Feſtſtellung, wozu der betreffende Menſch von Geburt an
beſtimmt iſt, ich möchte am liebſten die banale Phraſe
ge=
brauchen: ob er unter einem glücklichen oder einem unglücklichen
Stern geboren iſt. Sweitens, wie weit er befähigt iſt, dieſes
vorbeſtimmte Schickſal ſelber zu verbeſſern. Nicht etwa, wie Sie
meinen, durch ſeinen Willen; das gibt es nicht. Sondern nur
durch ſeine eigene Phantaſie, die ihm ſein größtes Unglücke
eventuell in größtes Glück verwandeln kann. Und drittens, dann
noch eine ſubjektive Feſtſtellung, die geeignet iſt, die beiden erſten
objektiven auf ihr richtiges Maß zu reduzieren: nämlich die, wie
wir ſelber zu dem betreffenden Menſchen ſtehen. Schlechtweg
geſagt: ob er uns ſympathiſch oder unſumpathiſch iſt. Aus dieſen
drei geiſtigen Handlungen ſetzt ſich alſo das zuſammen, was Sie
„Menſchenkenntnis” nennen.”
„Eine ganz ausgezeichnete Cheorie”, bemerkte B.
„Nein,” erwiderte C., zein praktiſcher Vorgang, den ich
täglich mehrmals mit dieſer Sigarettenſchachtel in Szene ſetze.”
Der junge B. war erſtaunt.
„Sehen Sie ſich doch die Sigaretten in dieſer Schachtel
ein=
mal genau an”, fuhr C. langſam fort. „Sie ſind durchaus nicht
alle von jener Sorte, deren Name auf dem Deckel ſteht. Sie
ſehen alle gleich aus, aber wenn Sie die mikroſkopiſche
Be=
zeichnung auf dem Sigarettenpapier entziffern, ſo werden Sie
wahrnehmen, daß ſehr verſchiedene Sorten vertreten ſind; und
zwar von der billigſten und ſchlechteſten bis zu der teuerſten und
beſten. Ich biete nun die volle Schachtel jedermann an (auch
jeder Frau). Nimmt er inſtinktiv die beſte Sigarette heruus,
dann hat er für ſein ganzes Leben Glück; erwiſcht er die
ſchlech=
teſte, ſo iſt er unabwendbar vom Unglück verfolgt. Swiſchen der
beſten und der ſchlechteſten gibt es noch acht Abſtufungen, wie
auch (ungefähr) im Leben. Das iſt die Feſtſtellung Nummer eins.
Oft aber konnte ich konſtatieren, daß einer, der die ſchlechteſte
nahm und ſie dennoch für die beſte hielt, wie er das Etikett der
beſten auf der Schachtel geleſen hatte. Das iſt die Feſtſtellung
Nummer zwei. Dann hat er jedenfalls genügend Phantaſie, um
auch über das Schlimmſte hinweg zu kommen. Dann iſt er
kei=
nesfalls verloren. Im Gegenteil, ſein ganzes Leben verläuft
genau ſo, wie das eines phantaſiereichen Glückskindes; und da=
bei iſt er doch von Geburt an zm Unglück vorbeſtimmt. Ihn
ſchätze ich vor aller Art Menſchen am höchſten.
Der junge B. ſah raſch auf ſeine Sigarette. Er hatte die
ſchlechteſte genommen; dennoch hatte ſie ihn glücklich gemacht.
Dann fragte er: „Und die dritte Erkenntnis? Wie wiſſen Sie,
ob Ihnen dieſer Menſch ſympathiſch iſt?‟
Der große C. erwiderte: „Glauben Sie denn, daß man die
Schachtel ruhig hält, wenn man darin verſchiedene Sorten
an=
bietet. Ich weiß genau, wie dieſe Sigaretten liegen. So
beobachte ich, während ich die Schachtel unter die zugreifenden
Singer halte, nach welcher Nichtung mein eigenes Handgelenk
inſtinktiv ausſchlägt. Nach rechts bei Menſchen, die mir
ſympa=
thiſch ſind. Denn links liegen die beſſeren Sigaretten. Und
um=
gekehrt. So ſehe ich, wie ich im Grunde zu dieſem Menſchen
ſtehe. Dann iſt jedoch noch äußerſt aufſchlußreich, ob einer, dem
ich inſtinktiv die beſte Sigarette biete, dieſe auch wirklich nimmt.
Cut er es, ſo kann ſein an ſich unglückliches Schickſal durch
andere, durch intereſſierte Freunde zum Beſſeren gewandt
wer=
den. Ihnen zum Beiſpiel, verzeihen Sie, habe ich weder gut noch
böſe gewollt. Ihnen hielt ich genau die Mitte der Schachtel hin.
Aber Sie griffen unbeeinflußt nach links, nach der ſchlechteſten
Sigarette.”
„Und hielt ſie für die beſte”, ſetzte B. fort. „Wie vielerlei
pſuchologiſche Vorgänge bei einem einzigen Griff in eine
Siaa=
rettenſchachtel. — Und Sie”, fügte er dann noch hinzu — „Sie
rauchen, niemals?"
„Niemals”, ſchloß C. „Niemals aus dieſer Schachtel. Ich
weiß doch, wie die Sigaretten liegen. Habe ich aber einmal eine
neue, unbekannte und zufällige Ordnung, ſo hätte ich wieder
zuviel Angſt, inſtinktiv nach der ſchlechteſten zu greifen.
Unzäh=
lige Menſchen habe ich ſchon mit dieſer Sigarettenſchachtel
ent=
larvt. Aber über mich bin ich durchaus noch nicht im Klaren.”
Geſtatten Sie? ... Müller ..."
Der Unfug des Vorſtellens.
In das Eiſenbahnabteil, in dem ich ſitze, ſteigt an einer
Sta=
tion ein hübſches junges Mädchen ein. Hinter ihr ein junger
Mann, flott, energiſch, wirft die Cüre zu, nimmt ihr gegenüber
Platz. Kaum iſt der Sug abgefahren, als das Fräulein eine
Bewegung zum Fenſter hin macht. Es zieht. Mit jugendlicher
Claſtizität ſpringt ihr Gegenüber auf, ſchließt das Fenſter,
ver=
beugt ſich, nimmt wieder Platz. Nach einer kurzen Pauſe die
erſten ſchüchternen Verſuche einer Unterhaltung. Wetter und ſo,
Und plötzlich raſſelt der junge Mann von ſeinem Platz auf —
alles erſchrickt —, er hackt die Ablätze zuſammen und ſchnarrt:
„Geſtatten Sie? ... mein Name iſt Müller .!" „Ich freue
mich ſehr”, liſpelt das Fräulein. „Ich heiße Schmitt.” Swei
wohlerzogene junge Menſchen haben ſich einander vorgeſtellt, und
nun, nachdem er weiß, daß ſie Schmitt heißt, und ſie gehört hat,
daß ſein Vater ihm den ſeltenen Namen Müller hinterlaſſen hat
— iſt die unbedingt erforderliche Vorausſetzung zu jeder
Ulter=
baltung zwiſchen zwei Deutſchen geſchaffen.
Mein Freund Max trifft mich in einer kleinen
Abendgeſell=
ſchaft. Wir promenieren ein wenig, als Max eine ſtadtbekannte
Perſönlichkeit entdeckt. „Du, weißt du, wer dieſer unangenehme
Menſch iſt? Pfui, hat der ein Geſicht. Dem könnte ich
ſtunden=
lang. . . . !" Der Sufall will, daß die ſtadtbekannte Perſönlichkeit
auf mich zukommt. Max bleibt ſtehen. Was bleibt mir anderes
übrig, als die Herren bekannt zu machen? Drei, vier Worte
über das Wetter. Man reicht ſich die Hand, um weiterzugehen.
„Ich habe mich ſehr gefreut, Ihre Bekanntſchaft gemacht zu
haben!” murmelte Max und verbeugt ſich. „Ganz auf meiner
Seite”, flüſtert die ſtadtbekannte Perſönlichkeit. Von nun an
werden ſich die beiden immer grüßen und ſich die Hand ſchütteln,
wenn der Sufall ſie zuſammenführt, „Ich habe mich ſehr
ge=
freut!..."
Auf einem Ball. Eine junge Dame intereſſiert mich, ich
hole ſie zum Canz. Klappe vorſchriftsmäßig zuſammen, murmele
meinen Namen. Wir tanzen. Canzen öfters. Sogar ein
Nendez=
vous für die nächſte Woche wird genehmigt. Sum Abſchied meint
die junge Dame: „Aber, bitte, ſagen Sie mir doch nochmals
Ihren Namen. Sch habe ihn vorhin nicht verſtanden.”
Sind weitere Beiſpiele gefällig? Nötig ſind ſie jedenfalls
nicht, um dieſen Unfug des Vorſtellens zu jeder Gelegenheit, an
jedem Ort, zu jeder Stunde in den erſten fünfundzwanzig
Sekun=
den des Suſammentreffens noch genauer zu illuſtrieren. Und das
Warum?
Es ſollte doch wohl ſo ſein, daß jede Höflichkeitsform Sinn
hat und logiſch zu erklären iſt. Wenn ich vor der Dame das
Eiſenbahnabteil oder das Auto verlaſſe, ſo verbinde ich damit
die Abſicht, ihr beim Ausſteigen behilflich zu ſein. Wenn ich der
Nummer 364.
Endſpielſtudie 40.
Alexis Troitzky.
(500 Endſpielſtudien.)
IIe
Rätſel
Weiß am Zuge macht remis.
Prüfſtellung: Weiß: Kk2 Bb6 o3 g4h6 (5):
Schwarz: Ke6 Uh4Ld2 Bh7 (4): Remis.
Löſungen der Endſpielſtudien 38 und 39.
38. H. Rinck, 1. Preis get., DEco degli Ecacchi 1917. (Kd2Le6 Sb5d8 Ba4
n3h4: Ke5 Da6 Be7k6g6: Weiß gewinnt. 1. 5d8— f741Ket! (K:e6 2. 8e7 4
und Schwarz verliert im nächſten Zuge die Dame. 2. I.d5 + Kk5 3. Sh6 4. Keß
4. 9g4+ Kt5 5. Se3+ Ke5.6. Set+ K15 7. Le6+ Ket 8. La8! Da8 oder
De6 9. L.b7 (+) D:b7 10. 8d6 + und gewinnt. 8. . . . . D:a8
9. 8d6 X und gewinnt. Ein glänzender Damenfang.
39. H. Ninck. La Stratégie, 1907. (Ka8 Ta8; Ka8 Id1 Bd3 a5;
unentſchie=
ben.) 1. Teß 4! Kd7 2. Pieb.lb3 4z1 3. Tf81 Bd2 4. Te4 Bd1D 5. N04 *
D:d4 und Weiß iſt patt. Niedlich.
Röſſelſprung=Königszug.
hei der und liebt des und die nicht gläcks in ein nicht hei mat nicht die lump mat mert Wer mat hei ehrt ist Man beginne mit einem Röſſelſprung und ſetze abwechſelnd mit
Carl Deubel.
einem Königszug und Röſſelſprung fort.
Ein biſſerl Geographie.
Durch Umlegung der fünf ſtarken Hölzchen entſteht ein anderes
(europäiſches) Reich, das aus mehr als fünf Buchſtaben beſteht.
Dame die Hand nicht auf der Straße küſſe, da
weil eine derartig intime Begrüßung einfach nich
gehört. Das ſind Selbſtverſtändlichkteiten
aber durchaus nicht ſelbſtverſtändlich erſcheint.
der mich nicht intereſſiert, den ich eben treiſ
mehr im Leben zu ſehen, meinen Namen vorzi
ſehen davon, daß er ihn entweder doch nicht ver
wieder vergißt.
Und noch eines: wenn ſich mir ein Menſch n
ſchönſter Citel, Orden und Ehrenzeichen, Oiplom
vorſtellt, unwillkürlich werde ich den Menſchen
einſchätzen. Der Menſch aber, der mir weder 7
vorgeſchmettert hat, überläßt es mir, ihn nad
ſeiner Nede, dem Eindruck, den ich von ihm ha
Es iſt unſchön und überflüſſig, immer und
ſenden Gelegenheit, Sitten und Gepflogenheiter
und Länder als das erſtrebenswerte Beiſpiel v.
felos. Aber man wird in dieſem beſonderen
können, die Höflichkeitsformen der Engländer
anzuziehen. Als ich zum erſten Male in m
England reiſte, fuhr ich von Bromen ab —
bis London mit einem engliſchen Offizier. Wſ
blendend, verſtanden uns menſchlich ganz au
keiner von uns beiden ſchlug ſein Hacken
den Namen vorzumurmeln. In London, be
dung, meinte der Engländer: „Sie ſind der
mir nicht in der erſten halbden Minute ber
aufdrängte.”
Das iſt es. Der Engländer wird dies ſof
Vorſtellen immer als „Aufdrängen” auffaſſen
keit. Der Männ, der Namd ſeinore Famitie
wertloſes Ding, daß man es jedem x=beliebig
vorlegt. Sch zeige ja auch nicht jedem Fremden
auszug meiner Bank; um ihm plauſibel zu m
lange nicht pleite bin. Dieſe Begründung de:
punktes iſt gut und einleuchtend, und ich halt
Verrat an deutſcher Sitte, wenn ich rate, dar
Wünſchen Sie einen Menſchen kennen
wirklich intereſſiert, von deſſen Bekanntſcl
reicherung irgendwelcher Art hoffen, dann
einen gemeinſamen Bekannten geben, der
England macht man das ſo. Und dann „fr
rieſig, endlich die Bekanntſchaft gemacht zu b
ſchüttelt ſich die Hand, ſagt reſerviert
how do uou do?” und wartet ab, ob die
ſchaft auch wirklich rechtfertigt, daß man ſich
„Geſtatten Sie — mein Name iſt Seche
pflegte mein Bruder früher zu murmeln, nE.
Ballokal abgraſten. Und er hatte damit d
als wenn er ſeinen wirklichen. Namen alle
vorerzählt hätte, die er gründlich, ganz und
Kreuzworträtſel.
Waagerecht: 1 Unterhaltungsſtätte, 4 G
8 Frauenname, 9 noch ein Frauenname, 117
13 etwas oft Unbezahlbares, 15 Körperteil, 18 Kör
mancher Tiere, 22 Bootsgerät, B germaniſches Voll
land, 25 Aſtrolog unter Wallenſtein, 36 Behälter.
1 Hundename. 2 türkiſcher Befehl. 3 Kalf. 49
Häuſer, 6 Rabe. 10 europäiſches Reich, 12 Metall.
16 Heilmittel, 17 Pflanzen, 18 Gebäude, 19 Zahl,
21 abgekürzter Frauenname.
Anflöſung der Rätſel aus.9
Rätſelſtern.
1. Birne, 2. Frene, 3. Seume, 4. Meile
7. Celle, 8. Kohle — Bi304
Vorſetz=Rätſel.
Damaſt Entſchluß Raimund, Rektor, Lhigke.
Nomade, Barſchaft, Oktober, Gebrechen,
Carl Deubel. Regenbogen”.
Druck. Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rbeinſtr 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt, Fernſpr. 1, 2389— 2392. — Alle Rechte vorbehl”.
T8
[ ← ][ ][ → ]TlskasbkſtäbsassSragfPatat
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ſugeres
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Uimert
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ſidemn
Jabwer
eitſchland in de letzte Johrn uff die Idee
oche” eizufiehrn, in dene ſiwwe Dag lang
oätzt wärd, als vun dem, wo mer dem liewe
chtnis hemmern will. So hatte mer ſchun
edem klar un verſtendlich gemacht is worrn,
m g erkehrt is, wann ganer ſei Licht unner de
ndern daß er’s leichte loſſe ſoll zum Beſte
un dodorch is es bletzlich hell worrn in
der, der wo mit ſeim eichene Licht net
bat ne kenne, ſich ſchleunichſt e elektriſch
Gas=
hot 1 loſſe, ſo daß mer wunners geglaabt hott,
her umnerm Scheffel gewäſe weer.
mol e „Reichsunfallwoch” ei gefiehrt, wo
ſang ; wie lauder Unfäll vorkomme ſin, bloß um
mm k. zu mache, wie leicht mer die hett verhiete
ſate m
Blei
Reicks
rach e „Reichsfeierſchutzwoch”, un do hawwe
nane Brend inszenniern miſſe, domit mer
zu w m Zweck mer in de Feierverſicherung is.
—. Jedenfalls, die „Woche” hawwe ihr
waru im ſiwwe Dag lang die Nas uff äbbes ge=
mu er jo ſchließlich märke, um was ſich’s dreht.
Hat, dc ott mich uff den fullminande Gedanke
ge=
neich emol e „Reichshöflichkeitswoch” eifiehrn
nlichkeitswoch”, un ſchließlich e „Reichsrick=
ſpiekl e Reichsheeflichkeidswoch, däß weer doch
vo — ſei hell Fragd dro hawwe kennt. Wo mer
all. riefe vor lauder Heeflichkeid, aanerlag, ob
femlk odder briefade Eirichdunge drehe dhut;
ſchs den vor odder um den hinnerm
Schal=
gaone ob um de Schäff, odder um de Stift; ob
zu ir uf7 Stroß; uff de Elektriſch odder uff de Bahn;
dde fm Birroh, im Therjader odder uff de
ſtaßtr odder im Radskeller; im Landdag ooder
E Miniſter odder beim Amtsgehilfe; uffm
uf1 Pfandhaus; uff de Bollezei odder uffm
Koi, alles mißt ſchwitze vor lauder Heeflich=
Sen3 in Deitſchland mißte ſiwwe Dag lang alle
lag 1ige: „Sei lieb zu mir, ſei nett zu mir, ſei
3G u mir!!” un wann wer aam drotzdem emol
horert dabbichkeid uff ſei beſt Hiehneraag dräde
Ne B iwwerlagfe, ſo mißt der vor lauder
Heef=
ume rene freideſtrahlend zu aam ſage: „Danke
ſe ſe mich bald widder.
geſcs ſo e Reichsheeflichkeidswoch, des weer doch
da t mer doch emol e paar vergniechliche Däg.
ſchl u ch aach hinnenooch widder langſam in unſer
Gr eid verfalle dhete, es bische was, maan ich
E forſſierte Heeflichkeidswoch henke bleiwe,
daß ach „ſo” geht, — ja, daß es „ſo” ſogar
mei=
er ich beſſer geht —
E ich ſage, daß unſer Bollezei in bedräffs der
Bs mit gudem Beiſpiel vorausgeht, indem ſe
Zeit eflichſt ſich vernehme leßt, un uns ſeeckt,
der ſind, un net wiſſe, was ſich geheert. Un
mer emol e „Reichsrickſichtewoch” in’s Läwe
Dr lag un ſiwwe Nächt weider nir zu dhu hette,
janner Rickſicht zu nemme. Zum Beiſpiel
1adfahrer uff die Fußdibbler; un die
Fuß=
rieder un Radfahrer. Dann leider is
feſt=
effentliche Verkehr enanner net rieche kenne,
7oe Recht eraus, däß wom dorchaus net zu=
E ische Rickſicht gäächeſeidich weer dem ganze
0 ſollte ſich die Audobrieder ſage, daß ſe
t zehle, un ſollte liewer e Aag zudricke, als
he Bläbbs vun Fußgenger zu bemengſele. Un
ſich ſage, daß die Audobrieder lauder arme
Deiwel ſind, die wo ſich noch net emol e Minud eriwwriche kenne.
Un die Radfahrer ſollte ſich ſage, daß mer ſe als Olwel agucke
duht, wann ſe rickſichtslos em Hausdor enei= und erausfahrn, in
dem s Drottwah noch es aanziche is, wo ſich des pedalloſe Ge=
ſchlächt beweche kann. Un wann die radfahrend Jugend im Wald
uff=eme verboddene Wähk fehrt, aach gud, awwer dann ſoll ſe
ab=
ſteije, wann Fußgenger kumme, un ka fräche Mailer hawwe, ſunſt
glaabt en kaa Menſch, daß ſie diejeniche welche ſin, uff dene
Deitſchlands Stolz un Hoffnung ruht . .
s gibt Leit, die halte s Grammefon un es Radio for e
Erfin=
dung vum Deiwel; däß ſin die, wo kaan’s hawwe. Die wo aan’s
hawwe, ſind gäächedaalicher Maanung, die mechte an dem Genuß
die ganz Nachberſchaft daalnemme loſſe, un ſpärrn däßhalb alle
Fenſter uff. Sie ernte meiſtens kaan Dank, ſundern kenne vun
Glick ſage, daß däß net in Erfillung geht, was en all gewunſche
wärd; ſemtliche Darmſtädter Krankehaiſer weern ſunſt iwwerfillt,
un de Waldfriedhof zu klaa ...
Singe und Muſiziern kann en hoher Genuß ſei, im Theater
odder im Konzärtſaal. Wann mer zwangsmeeßich mitheern muß,
Wand an Wand, kann mer manchmol die ſtille Gichtern krieje;
beſunners wann ſo Muſick= un Geſangsbefliſſene aach noch
ſtunde=
lang „iewe‟.
De nächtliche Raddau is in Darmſtadt e beſunners drieb
Kabbidel, un ſoviel Klees gibt’s gornet, die wo mer dene Brieder
in de Hals winſche mecht. — Leider is es net immer die aggademiſch
Jugend, ſundern es ſin mitunner recht „geſetzte” und „ſerrieeſe‟
Menner, die s Talent net halte kenne, wan ſe e bische Staab
hawwe.
Awwer aach de Raddau am Dag wärd freehlich gepfloge. No,
was ſei muß, muß ſei. Awwer ’s Debbich= un Maddratzeklobbe
am helle Samstag noochmiddag — un aach noch im „Dinde=
värdel‟. Ei, do wohnt mer jo ruhicher in de „Wallachhei”;
ganz abgeſähe devo, daß die Klobberei im Zeidalder vum
Staab=
ſauger iwwerhaubt en uffgelegter Unfug is. Awwer wann ſchun,
dann ſoll mer’s wenichſtens morjends beſorje, wie’s Vorſchrift is,
zwiſche 9 un 11 Uhr.
Wie geſagt, in Bezug uff die „Rickſichtsloſigkeid” do kennt mer
ganze Romane ſchreiwe. Un grad däßhelb dhet ich emol e „
Reichs=
rickſichtswooch” ſteiche loſſe, wann ich Bollezei weer. Dann die
meiſte maane nemlich, die Bollezeivorſchrifte weern bloß defor do,
daß mer ſich net denooch richte ſoll, um daß die Bollezei e Geſchäft
macht. Dann ſchließlich, die Bollezei will aach läwe. Awwer die
Bollezei leßt dauernd Warnunge los, um daß mer ſich dra gewehne
ſoll, un dhut uns duſchur die Nas druff ſtumbe, indem mer ſunſt
ſträflich belangt wärrn kann, wann mer maant, mer kennt noch ſo
als Eichebrödler ſei Läwe friſte. Mer ſieht awwer dadra, daß die
Bollezei net kaufmenniſch veralagt is, ſunſt dhet ſe ſich mit
ſolche Warnunge nets Geſchäft mit Gewalt verdärwe. Un däß
is um ſo verwunnerlicher, als mer doch waaß, wie’s mit ihr ſteht,
un daß aach bei ihr recht gewaldiche Abbaumaßnahme vorgenumme
wärrn, ſo daß mer uns net zu wunnern brauche, wann mer
kimf=
dich nachts iwwerhaubt ohne bollezeiliche Uffſicht ſin, un wo
dann net mehr des Wort gilt: „Doch den ſichern Bircher ſchrecket
nicht die Nacht, die den Böſen gräßlich wecket, denn das Auge des
Geſetzes wacht ..." Wann dohärngääje die Bollezei mit ihre
Strofzeddel e bische uffm Damm weer, do kennt mer ſe diräckt
als „wärwende Bedrieb” aſpräche, dann ſie dhet ſich net nor ſälbſt
„drage”, ſundern dhet aach ſoviel abwärfe, daß mer domit es ganze
Heſſelendche ſanniern kennt.
No, un dann e „Reinlichkeidswoch”, die kennt aach nis ſchadde.
Dann was nitze die ſtaab= un geruchloſe Dreckfuhrmenner wanns
Leit gibt, die alles em Fenſter naus ſchmeiße: Zigaretteſtebbel,
Streichhölzerſchachtele, Bananeſchale, Ebbelkrotze, Zigaaſtumbe,
Worſchthait, korz alles, was ſe gärn los ſei mechte. No un mer
tann doch net an jed Fenſter aan vun dene ſcheene griene
Abfall=
käſte henke, die wo jetzt unſer Siroße ziern.
Un dann gibt’s noch ſo e Sort Zeitgenoſſe, uff die’s unſer
vorſorglicher un gewiſſenhafter Docktor Sell ganz beſunners
ge=
packt hott; däß ſin die Drottwahſpeutzer. Dene kann mer
gornet oft un deidlich genuch in’s Gewiſſe redde; dene Jjel. Odder
ſoll mer dene zu lieb an die Drottwahkande alle zehn Meter en
Spuckkaſte abringe? — Himmelkreiznochemol, ſpeutzt doch in’s
Kanalgidderche, wie mei Freundin, die Heewekleeſen ...
Schließlich un endlich keme dann noch unſer ſogenannte „
Be=
dirfniſſe” an die Reih. Seidem unſer Beigeordende, de Herr
Riedlinger, net mehr läbt, ſin mer uffgeſchmiſſe in däre Beziehunge.
Awwer däßhalb brauch mer ſich noch lang net an die
Schilder=
haiſer am Schloß zu halte, wann die aach heit weiters kaan Zweck
mehr hawwe, awwer dodofor ſin ſe dann doch net do. Die
Zu=
ſtend an de „Hinnerbrick”, alſo nooch’m Therjader zu, die ſin
him=
melſchreiend; beſunners Samsdags= un Sunndagsnachts, wie ich
mer ſage hab loſſe. Mer hott zwar die Schilderhaiſer innwenig
ſchräg ausgemauert, damit ſich die Wutzebibbis net mehr eneiſtelle
kenne; awwer däß hott nir geholfe. Es gibt do nor aans,
nem=
lich wann die Wärtſchafte dort geſchloſſe wärrn, e paar Schubbo
hiezuſtelle, die wo jeden uffſchreiwe, der wo ſich dort ſeim innere
Drang hiegibt; do gingt Geld ei.
Jedenfalls is dort der Menſchheit Wirde in Gefahr, un die
vun unſerer Kunſtſtadt, un do muß was geſchähe, ſo odder ſo
Ich habeee geſprochen ...
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Unſer Herr Owwerowwer hott
dieſer Dag en Uffruff losgeloſſe zu=ere
Juwiläumskinſtler=
ſpende. No in dem Fall muß ich ſage: „Speed kummt ihr, doch
ihr kummt” — un valleicht is er erſt uff die glorios Idee kumme,
wie er vun däre ſagenhafte „Spende” for däß Meenzer
Befreiungs=
denkmal äbbes leite hott heern, vun däre uns unſer Inne=Miniſter.
was verzehlt hott; vun däre ſogenannte Elkanſpende‟ —. No,
ſei dem, wie em will, ich winſch unſerm Mueller Hals= un
Baa=
bruch, im Indräſſe vun unſere Darmſtädter Kinſtler.
Was unſer Niebergalldenkmal bedrifft, ſo mecht ich ſage; däß
ſteht, bis zum Stadtjuwiläum — die Lind is ſchun
ge=
blanzt, un des Brinnche leeft aach, un wann aach net am 14. Juni,
ſo doch am 23. Juli, däß wo jo de eichendliche Feſtdag is. Un ich.
lad heit ſchun unſern dräffliche Chormaaſter un Liederkommboniſt,
de Kall Grim, mit ſeine wackere Sengerſchar ei, daß er aach
emol zu uns in die Altſtadt, un uff die „Inſel” kimmt, un gibt
aan vun ſeine „Frei=Licht=un=Luft=Liederawende‟. Ich verſpräch
em, daß er bei uns in de Alſtadt e beſſer Verſtendnis finne dhut,
wie neilich uffm Riegerplatz. Dann däß Beſträwe, widder e bische
Gemied in’s Volk zu drage, kann mer gornet hoch genuch eiſchätze.
Mit ſehr viel Gemied un Lieb, hott aach unſer Darmſtädter
Moler, de Schorſch Wüſt, e Serie Juwiläumspoſtkadde
eraus=
gebrocht, nädde Aſichte aus de Altſtadt, die wo mer net bloß
fortſchicke ſoll an Freunde un Bekannte, ſundern die wo mer ſich
for ſei Sammlung zuleeche ſoll. Sie zeiche, daß aach unſer
Darmſtädter Altſtadt e paar idilliſche Winkel, un karackteriſtiſche
Brägunge hott, fo gud wie de Frankforter ihr Altſtadt; mer muß
ſe bloß wiſſe un kenne. Un de Schorſch Wüſt kennt ſe —
Kunſtſtick.
Daß ſchließlich aach die Marga Peter mit ihrm „Guſtav”,
bei de Veraſtaldunge in unſerm Juwiläumsjohr net fehle därf,
däß is emol ſo ſicher wie de Weck uffm Lade. Dann die Marga,
der goldiche Wuſchelkobb, mit ihrm luſtiche Guſtav, daß ſin zwaa
erkleerte Liebling vun de Darmſtädter. Un mit dene zwaa famoſe
Kinſtler leßt de Fink ſei „Juwiläumsfeſtſpielwoche” beginne, draus
im Orfeum. Uff die Art un Weis krickt unſer Juwiläumsjohr
aach nooch däre Seit en gewiſſe kinſtleriſche Aſtrich.
itgemäße Haushalt.
mpf gegen die Nebenfrau in China.
e der Konkubinats im Reich der Mitte bis
Mfuzius zurückgeht und im ganzen
Geſell=
ie tieften Wurzeln geſchlagen hat, verſucht
Abſchaffung. Der Gonverneur der Provinz
Fu=chu, hat kürzlich einen reichen Chineſen
1gnis verurteilt, weil er ſich für 12000 Mk.
u gekauft hatte. In den fortſchrittlichen
lange gegen das Konkubinenſyſtem eifrige
und es iſt anzunehmen, daß andere
Gouver=
ſeneral Hans folgen werden. Aber mit dem
Sitte wird das Chaos nur vergrößert, das
1eſiſche Leben unterwühlt, denn ſie iſt zu eng
n und der ganzen Kultur des Landes
ver=
ſt Paul K. Whang in der China Weekly
Syſtem der Nebenfrauen iſt keine Mode der
uralter Brauch” ſchreibt er. „Alle Herrſcher
ce, gute oder ſchlechte, waren ſtolz auf ihren
Frauen und Nebenfrauen, und die
Würden=
enden Leute folgten ihrem Beiſpiel. Eine
Nachkommenſchaft iſt das höchſte Gut, da
in kennt, und der Wunſch, in ſeinen
Spröß=
dat biel zu der Einbürgerung des Syſtems
2ſt galt es nur für erlaubt, Nebenfrauen
* Hauptfrau keine männlichen Kinder gebar.
m man es damit nicht mehr ſo genau, und
inte, ſah in einem Kranz ſchöner Konkubinen
uck des Hauſes. Eifrige Beamte und Unter=
Vorgeſetzten und Herren ſchöne Mädchen
rühmte ſich der frühere Näuberhauptmann
e von Schantung, General Schang Schung=
Ehl von 15 der ſchönſten Frauen, von denen
inen Unterbefehlshabern als Gaben erhalten
Den Konkubinen ich heute noch ſo beliebt wie
ſchwer halten, dieſen Brauch, auf dem das
Deſeren Stände aufgebaut iſt, abzuſchaffen.
Feiner Auflauf von Seefiſch. Einen 2pfündigen
Fiſch entgräte man, um ihn mit Tomaten= und harten
Eierſchei=
ben in eine gefettete Form zu ſchichten, worauf man 3 Eigelb mit
1s Liter Milch, Paprika, Salz und dem ſteifen Eiſchnee verquirlt
darüber gießt, mit geriebenem Schweizerkäſe und Butterflöckchen
überſtreut im Bratofen ſolange bäckt, bis die Speiſe feſt
gewor=
den iſt. Man reiche ſie mit Salzkartoffeln und Sardellenſoße. I.
Gedämpfter Seefiſch. Ein ſauber geſchupptes
Schwanzſtück von Seelachs, Kabeljau oder Schellfiſch ſchneide man
ſchrägüber flach ein, ſtreiche Sardellenbutter in die Spalten,
be=
lege ihn reichlich mit Tiſchbutter und laſſe ihn in feuerfeſter:
Pfanne bei guter Oberhitze gar dämpfen. Den abgegoſſenen
Saft verdicke man mit wenig Kartoffelmehl und gebe den Fiſch
mit ſaurer Gurke, Kopf= oder Sellerieſalat zu Tiſche.
Butter= und andere Cremes als Füllung für
Torten und Kleingebäck. Wenn die Hausfrau Gäſte
er=
wartet, ſo ſcheut ſie keine Mühe, um dieſe mit den Erzeugniſſen
ihres Könnens auf kulinariſchem Gebiet zu überraſchen. Sei es
durch Bereitung von Gebäck, oder vor allem von Torten, die den
Gipfelpunkt der Backunſt darſtellen, wenn eine leckere Füllung
mit dem appetitreizenden Ausſehen konkurriert. Neben den
ver=
ſchiedenen Gelees, Marmeladen und Konfitüren, ſpielen vor allem
die köſtlichen Buttereremes eine wichtige Rolle, die jeweils durch
beſtimmte Zuſätze wie Arrak, Rum, Roſenwaſſer, Maraſchini,
Schokolade uſw. geſchmacklich nach Wunſch verändert werden
können. Wir laſſen eine Auswahl von Cremesrezepten folgen:
Eine Schokoladen=Buttercreme ſetzt ſich aus 200
Gr. Butter, 1 Ei, 1 Eßlöffel Vanillezucker, 150 Gr. im
Waſſer=
bad zerlaſſener Block= oder Milchſchokolade, wie oben geſüßt,
zuſammen.
Die Cremes müſſen vollſtändig ſalbig gerührt ſein und eine
Meſſerſpitze Salz macht ſie herzhafter im Geſchmack, und erſt völlig
ausgekühlt, ſollten ſie Verwendung finden, da ſie ſonſt
aus=
einanderlaufen.
Speiſen=Zettel.
Sonntag: Spargelſuppe, Spargel mit Lachs,
Rhabarber=
reisſpeiſe. — Montag: Peterſiliengemüſe mit Klößchen und
gekochtes Schwarzfleiſch. — Dienstag: Hammelragout mit
dickem Reis, Kopfſalat. — Mittwoch: Pichelſteiner. —
Don=
nerstag: Spinat mit halbierten Eiern. — Freitag:
Ge=
füllter Seelachs. — Samstag: Eierkuchen mit grünem Salat.
Humor
„Haben Sie mein Auto geſtohlen?”
„Na, ſchauen Sie doch in meiner Taſche nach.”
(Nach Le Journal.)
„Guten Tag, Frau Sänftig! Wo iſt denn Ihr Mann?”
„Im Stellungskrieg!”
„Um Gottes willen! Wo denn?”
„In der Stadt! Er bemüht ſich, eine Stellung zu kriegen.”
C,Nebelſpalter.)
In der Straßenbahn. Dame (zu einem kleinen Jungen, dem die
Maſe gebutzt werden müßte): „Haſt du denn kein Taſchentuch?”
„Dochl. Aber ich verborge es nicht an Leute, die ich nicht kenne!”
(PéleMele.”
Zum Bettler. „Die gnädige Frau iſt nicht zu Hauſe Sie müſſen
nach fünf wiederkommen. — „Das tu. mir leid! Meine Arbeitczeit iſt
von 9 bis 4 Uhr!”
W F3
Capes auf
Immer von neuem iſt es
ge=
radezu überwältigend, wenn
wie=
der eine Mode kommt, die ſich nicht
als Einzelfall darſtellt oder nur in
gewiſſen Kreiſen durchſetzt, ſondern
ſo allgemein beliebt wird, daß man
von „Popularität” ſprechen kann
und ſie die Welt erobert!
Heute, in der Zeit des „
modi=
ſchen Individualismus” iſt die
All=
gemein=Verbreitung einer Mode=
Idee ſogar ſeltener geworden, und
es ſteht ganz außer Zweifel, daß
es ſich ſchon um eine ganz
außer=
ordentlich vorteilhafte Linie
han=
deln muß, wen ſie von einem
un=
angefochtenen Erfolge begleitet ſein
ſoll, wie ihn etwa jetzt erſt das
Cape errungen hat. Allerdings
begannen die großen Modellhäuſer
mit dem Cape=Gedanken ſchon im
Vorjahre zu ſpielen, und ab und
zu erſchien auf den Kleidern ein
Flügelchen, eine Berthe und
der=
gleichen. Ganz unabſichtlich nur
und wie durch Zufall . . . die
Cape=Idee war damit aber
immer=
hin ſchon gegeben.
Anfangs geſchah es, wie ſchon
ſo oft in der Mode: die Dame ſelbſt
lehnte das Cape ab, denn ſie
fürch=
tete, um die Schlankheit der
Sil=
houette und um die Möglichkeit
gebracht zu werden, ihre durch
Diät und Sport tadellos erhaltene
Figur zur Geltung zu bringen.
Jede Befürchtung erwies ſich
aber in dieſem Falle als
Trug=
ſchluß, denn das Cape iſt fraglos
ganz außerordentlich vorteilhaft;
man muß bei ſeiner Beurteilung
nur in Betracht ziehen, daß heuer
einerſeits die Rockpartien faſt
aus=
nahmlos ſehr weit ſind dadurch alſo
die untere Silhouette verbreitern,
daß andererſeits das Cape wieder
die Schultern verbreitert, ſo daß
die Taille um ſo zierlicher erſcheint.
und Schlankheit der Taille iſt
jetzt wieder ſtrengſtes Modegebot!
Kein Wunder alſo, wenn die
Capes — allerdings nach vielen
Bemühungen der führenden Ateliers und Modekünſtler — doch
wieder modern werden konnten und nicht nur das: auch jene
außerordentliche Beliebtheit errangen, von der ſchon früher die
Rede war.
Heute beherrſcht das Cape alle Modezweige, was um ſo
ver=
ſtändlicher iſt, als ſich dieſe Idee in jedwedem Materiale
wieder=
geben läßt, ob es ſich nun um Stoff, Seide oder Waſchgewebe
handle.
Immer iſt die Cape=Wirkung graziös und jugendlich und
bietet endlich wieder die erſehnte Abwechſlung in der
Gleich=
förmigkeit der Silhouette der letzten Jahre. Die beſte Ueber=
Schuhe in kontraſtierenden Sarben
werden in der frühſommerlichen Mode ſicherlich nicht ſelten und
in den verſchiedenſten Varianten zu finden ſein, weil ſie ſich in
jeder Wiedergabe gut ausnehmen und außerordentlich vielſeitig
in ihrer Verwendbarkeit ſind.
Je nach der Farbe der betrefſenden Aufmachung wird man
ſchwarz=weißen und braun=weißen Schuhmodellen, aber auch ſehr
ſicht über die mannigfaltigen Möglichkeiten des Capes gewinnt
man ſicherlich an Hand einiger Skizzen, die dieſe Mode in all
ihren Varianten illuſtrieren.
Schon für den Vormittag, alſo für die Trotteurmode,
ſpielt das Cape eine nicht geringe Rolle, denn gerade in
Ver=
bindung mit den einfachen Kleidern kommt es ſehr gut zur
Gel=
tung. Man kann hier ſowohl an einen leichten Wollſtoff in
ſchöner, moderner Muſterung denken (wobei in der Hauptſache
das klein=karierte „Pepita” zu beachten wäre) als auch gute
Kleiderſeide in Frage ziehen. Zu dieſen Materialien zählt Mar=, vor allen Dingen aber „Flamengo”, der in ſeinen ſchicken
Hauskleid oder Pyjama?
Für die moderne Frau ſteht dieſe kategoriſche Frage
eigent=
lich kaum mehr zur Diskuſſion, denn ſie hat ſich längſt entſchieden,
und zwar für: Schlafrock und Pyjama.
Es gibt Gelegenheiten, für die man unter allen Umſtänden
das Pyjama braucht; ſo etwa für die Sommerreiſe, für den
Strand uſw., während man im Hauſe vielfach einen Schlafrock,
in dem man raſch hineinſchlürft, für praktiſcher findet.
Die Herſtellung beider Stücke iſt mit keinerlei Schwierigkeit
verbunden, weil man niemals eine komplizerte Form wünſcht,
ſondern das Einfachſte für das Beſte hält.
Für den Sommer gibt es ja eine ganze Reihe der
entzückend=
ſten waſchbaren Gewebe, die gleicherweiſe in Art wie in Mu=
aparten Typen in abſchattierten Tönen begegnen, etwa in Beige=
Braun, Hellgrau=Dunkelgrau uſw.
Natürlich ſoll es auch noch verſchiedene, den führenden
Mode=
kombinationen der Saiſon angepaßte Schuhe geben; dazu wären
etwa die Grau=Blauen, Beige=Grünen und Blau=Weißen Modelle
zu zählen, die unſtreitig außerordentlich originell ſind.
In unſerem Bilde bringen wir die verſchiedenen Typen, und
zwar oben den halbſportlichen Schuh mit der doppelten
Gummi=
fohle, rechts ein Spangenmodell mit intereſſanter Linienführung,
links unden aber eine ganz neuartige Form, bei der die
flächen=
hafte Verteilung des dunklen Leders durch ſchräge Steppſtiche
betont wird.
W. U.
ſterung gefallen. So zum Beiſpiel wirkt ein Pyjama aus einem
modernen, getupften Gewebe ganz allerliebſt (Modell 1) und
könnte nur am Kragen und an den Aufſchlägen der weiten Hoſe
ſowie als Kantung der kurzen Aermel hell garniert ſein.
Nicht weniger nett iſt ein ſchlichter, bequemer Schlafrock mit
breitem Revers aus einem blumiggemuſteren Waſchgewebe
(Bild 2).
W. U.
Deſſinierungen
begriff der (
Daß ein ſolches
fach gearbeitet
mehr, als es ja
Muſterung wirkt
lich. Eine dieſe E
Schaffungen zeie
Mittelbilde. Die E
in tief eingeleg
gelöſt, der Leder G5
deutet die jug Is
ebenſo das Ca /
eines kleinen /
Piqué anſetzt u
Ein dunkler
ausgeſchlagener
derholt die Far!
riales und verr
einen ausgezeidh
geben.
Ganz reizer
denen Prome,
aus Stoff und
men ungarniert
ihre Wirkung
Schultercape h
oft gezackt erſch
Bogen abſchließ
in unſerer erſte
tenen Modell dſEl
Auch der
nademante
Capes, und vo
merlichen Seid
mit ihren
Capes ſicherlich
nen (Bild recht
Daß ſich
nachmittäg
ſehr weites
ſelbſtverſtändlic ſ
kung iſt immer
ganz und k!
ſchmiegſamen
Spitzen ganz
Geltung. In
Ecke unſerer
wir ein apart
vor Augen, de
nenpliſſiert iſt,
teil ein Cape b
arme deckt, ſod
kommen, erläß
lange Handſch
ſeine alten Re
Der
Cape=
ſprünglichſten
Gedankens findet in der Abendmode Ve
ſchöne abendliche lange Kleid in wirkung.
ſtändigt. Eine Fellverbrämung ſieht hier
aber nicht unbedingt notwendig.
Für ein derartiges Abendcomplet kom
ſchiedenen geblumten Gaze=Chiffons auch
in Frage, und zwar ſind es heuer die hel
ſonders bevorzugt werden.
Im Vordergrunde ſteht weiß, gelb, ae
opaline” die Farbe der Saiſon.
Das Strandjäckck
iſt keine willkürliche, ſondern eine faſt
gänzung des geſtrickten Badeanzuges, 9e
Schwimm=Dreß vollkommen in Einklang br
Begriff des „Bade=Complets” ſchafft, der
eine Neuheit darſtellt und für die nächſten 2I
gebend zu bleiben verſpricht. Die neueſten
— zum Unterſchiede von den bisher beihll
— abwechſlungsreich in der Form und. "
art, ausgezeichnet in Haltbarkeit und iſ.
ſtechend im Phantaſiereichtum der Müſte.”
Wenn man die intereſſanten „Intcktle.
Badeanzüge ſieht und merkt, mit welche.
geſtrickte Jäckchen geſchaffen wurden, ie
des „Strand=Complets” ſicherlich mit I..
mehr, als ſich hier das kunftgewerbliche.
artigen Ornamentik paart, die beſohl.
Wiener Schaffungen vielfach bewundet, 2.
Sonntag, den 25. Mai 1930
AMur Uarausian
PMidinr
an von Hermann Rößler.
gight by Hermann Rößler, Berlin.
Nachdruck verboten.
au h. Plötzlich flammte greller Lichtſchein von
„flächen auf. Einer ſchrie, er glaubte
viel=
rs würde brennen. Aber der Chefpilot hatte
etzru g Notzündung unterhalb der Tragflächen in
Flammen an den elektriſchen Zündkerzen
dass ück wogende See unter dem Flugzeug war
u aſtiſch glänzten die Wellenfalten. Wie aus
bleierte ſich der naheliegende Dampfer und
wenſcho zimmelndes Vorderdeck. Es waren Augen=
Sty ung, die wie ein Fieberſtrom alle Paſſagiere
gedg ugenblick mußte die Landung kommen.
hör
fopfwr3
vur aia
rannt e
führe-
Auſpr a
wohr.
fürchad
onntes
h.4
2
S
1—
bl25
h—
NaZ
ein1
Fälm-1
te. D
Tälng
chlüſſe-
mi—
rte
ahrä
inzind
Notor=
gvor
gvor-
ſien
uuchtba Stoß erſchütterte das Flugboot. Alle
tau=
a flogen zu Boden, die anderen an Möbel=
Schreie. Ingrid flog gegen einen Seſſel.
auf. Sie ſah, ein paar Paſſagiere hatten
1.
n Waſſer gelandet.
8 wie wild der kleinen Freitreppe zu, die
Ein tolles Durcheinander entſtand. Der
uf die Waſſeroberfläche, der diesmal nicht,
hnet geſchehen war, mochte wohl, wie jeder
die Maſchinerie erſchüttert haben. Jeden
e Kataſtrophe kommen, und jeder wollte ſich
Wlady Wladymitſchenko ſich wie ein
Raſen=
ope durchkämpfte.
hen geiſtesverwirrt? dachte Ingrid. Ging
wenn einer nach dem anderen raſch nach
ten ſie darum kämpfen, daß jeder der erſte
)t ſchon alle oben geweſen, wenn alles in
ig abgegangen wäre? Warum entſtand das
ſie Raumo Tälmi. Er winkte ihr zu, und
ach rückwärts. Er hatte einige
Schwimm=
nd band ihr in fliegender Haſt eine davon
dere ſich ſelbſt.
znell heraus, die Maſchine brennt!”
iften die anderen in dem Knäuel.
f den anderen zu: „Hierher, hierher!”“ Aber
Knäuel kämpfte weiter.
nete die Tür zur rückwärtigen Plattform
en er aus der Funkkabine geholt hatte.
t auf das Achterdeck. Von der einen
Trag=
erſchein, einer der Motoren ſtand in hellen
ilich war bei dem Aufprall auf der
Waſſer=
geplatzt, und ſein Inhalt mochte ſich über
oſſen haben.
Raumo Tälmi ihr zu. „Springen!"
in die Fluten.
anze rechte Tragfläche zu praſſeln und zu
gliche Hitze kam von den Stichflammen.
Die Höllel dachte ſie. Der Ozean war weniger ſchlimm. Sie
ſchloß die Augen und ſprang hinein.
Die Wogen trieben ſie ab. Verzweifelt ſuchte ſie auf eins der
Boote hinzuzukommen, die der Dampfer bereits ausgeſetzt hatte.
Und doch war es ein Glück, daß die Wogen ſie ab= und nicht
wieder an das Flugboot herantrieben, denn „Wiking” ſtand jetzt
ganz und gar in Flammen, gräßlichen Stichflammen, die
rot=
züngelnd praſſelten. Wie ein grauſiger Komet leuchtete „Wiking”
in zuckendem Flammenſchein über der See.
Ingrid ſpürte, noch hatte ſie Kräfte. Der Schwimmgürtel
trug gut. Aber wenn ſie noch weiter abgetrieben wurde, dann
war ſie verloren.
Wo war Raumo Tälmi?
Ein Boot mit ſchwacher Buglaterne glitt wie aus dem
Dun=
kel geſpenſtiſch auf ſie zu. Ingrid ſchrie, zappelte, ſuchte ſich
be=
merkbar zu machen. Hörte man ſie jetzt nicht, dann wurde ſie
hinausgetrieben in jene grauſe Oede der Waſſer, Wellenberge, des
Ozeans und des Todes.
Ein Ant aus Hamburg
( der Kaffeeſtadt ) ſchreibt:
„mr ur Kacknreiner
mit Milch zehnmal Hoter
al Echmonkaker"
Uns auch! HerrOoktor...
Hände griffen nach ihr, man packte ſie, und obwohl ſie ſich
weh und wund an der Bootswand ſtieß, als man ſie hinaufzog,
fühlte ſie doch noch als letzten hindämmernden Gedanken, daß
ihr das unendliche Glück des Schickſals gegeben war, noch einmal
leben zu dürfen .. nicht jenes Leben von Genuß und „Reiz”.
wie jene Paſſagiere von der Siegerſeite des Lebens, wohl aber
ein Leben mit einem ſtarken Ziel",
Das Flugboot „Wiking” zerbarſt in Flammen. Sie ſah noch,
wie es als brennender Blutſtreif gleichſam über dem Ozean
zer=
floß.
Ingrid erwachte aus dumpfem, endloſem Schlaf in einer
weißen, ſauberen Kabine des Dampfers, der ein Amerikaner war.
Sie fand alle an Bord des Dampfers. Im letzten Augenblick
waren die Letzten im Knäuel an der Vordertreppe doch noch zur
Vernunft gekommen und Raumo Tälmi gefolgt. Mit
Rettungs=
gürteln, die Raumo Tälmi auf den Boden geworfen hatte und
die ſich weiter in dem rückwärtigen Kaſten befanden, waren ſie
vom Achterdeck in die See geſprungen und ſämtlich aufgefiſcht
worden. Die Vorderen waren in letzter Minute, während ſchon der
eine ſeitliche Motor lichterloh in Flammen ſtand, von dem einen
Boot des amerikaniſchen Dampfers geholt worden. Der
Chef=
pilot, der als allerletzter an Bord geblieben war, hatte ſich wie
durch ein Wunder ohne Rettungsgürtel ſchwimmend gerettet,
obwohl er ſtarke Brandwunden davon getragen hatte. Nicht die
Stichflammen, die jedes menſchliche Lebeweſen ſofort in Aſche
zerſetzt hätten, ſondern allein die Höllenhitze hatte ihm dieſe
Brandwunden zugefügt.
Seite 23
Um ein Haar wäre der „Wiking”, der dann ziſchend in den
Fluten verſank und nun dort ruhte, wo ſo viele verſunkene Schiffe
mit Goldbarren und Menſchengerippen ruhen, für Paſſagiere und
Beſatzung ein grauſiges Feuergrab geworden.. ein Begriff, der
eigentlich paradox war angeſichts der endlos wogenden, ewig
ſaugenden und mahlenden Waſſerwüſte des Ozeans.
Ingrid fand Wlady Wladymitſchenko auf einem Liegeſtuhl.
Er ſprang auf, küßte Ingrid die Hand, war ſehr liebevoll zu ihr
—— — aber auch ſehr niedergedrückt.
„Wir ſind ein erbärmliches Häufchen Armſeligkeit, wir
Men=
ſchen, und ich am ſchlimmſten. Sie ſind der einzige Menſch, dem
ich dies ſage, mein liebes Fräulein Ingrid, und ich werde es
wohl auch nie wieder einem Menſchen geſtehen. Ich werde es
wohl ſelbſt vergeſſen. Wir berühmten Schauſpieler können uns
Wahrhaftigkeit uns ſelbſt gegenüber nicht erlauben. Wir dürfen
nicht analytiſch unſer Innerſtes erforſchen. Wir dürfen nicht
wiſſen . .. wir könnten ſonſt nie wieder eine Rolle ſpielen oder
filmen. Wir ſind heimatlos im Ich. Wir lieben das Leben,
den Beifall, die Menge, ſo lange ſie uns beklatſcht, weil ſie in uns
ſich ſelbſt ſieht, jenes Ideal, wie es jeder einzelne ſein möchte.
Wir grauſen und fürchten uns vor dem Tod. Ja, wir, die
Be=
rühmten, die Bewunderten, die Nachahmer, die Menſchen ohne
eigene Seele, die deshalb immer wieder in eine andere flüchten
— — wir dürfen keine Philoſophen ſein. Wir können nicht mit
dem ſtoſchen Heldenmut eines Sokrates, eines Leonidas, eines
Egmonts dem Tod ins Auge ſehen. Wir zittern vor ihm. Ich
weiß, ich bin feige geweſen, am feigſten von allen. Der kleine
Küchengehilfe hat mehr Mut gehabt als ich, der ich kürzlich den
Grafen Robert Ohnefurcht gefilmt habe, der ſich mit dem Teufel
und Geſpenſtern herumſchlägt. Der kleine Küchenjunge iſt bis
zuletzt neben dem Chefpiloten geblieben und erſt ins Boot
ge=
gangen, als dieſer ihn mit Gewalt hineingeſtoßen hat. Ich weiß,
es iſt nur ein Wunder, daß ich beim Kampf um den Platz im
Boot oder auf der Treppe niemanden durch meine Fußtritte
ver=
letzt habe oder durch die furchtbaren Ellbogenſtöße, die ich
aus=
geteilt habe. Da, ſehen Sie dieſe Arme! Wer davon etwas
abkriegt, hat genug. Und das Schrecklichſte iſt das: ich weiß, wenn
ich einen dabei ins Meer geſtoßen hätte . . . ich würde auch das
vergeſſen. Ich würde es bald nicht mehr wiſſen. Ich würde nur
an meine neuen Rollen denken, an Sieg und Erfolg. Wir armen
berühmten Schauſpieler! Einerſeits leben wir drei=, zehn= und
hundertmal ſo viel wie andere, und andererſeits leben wir gar
nicht. Wir ſind nur ſeeliſche Atrappe.”
Dann trat Raumo Tälmi auf Ingrid zu. Er ſah nicht mehr
ſo finſter aus wie am erſten Abend, ſondern im Gegenteil ſo
ſorg=
los, als ob die ganze Kataſtrophe ein Nichts geweſen wäre. Er
reichſte Ingrid einige für ſie angekommene Funktelegramme.
Ingrid überflog ſie. Eine großer amerikaniſcher
Zeitungs=
konzern erbat ſich von ihr tauſend Worte über die Kataſtrophe,
pro Wort ein Dollar.
Ein anderer Konzern erbat ſich gleichfalls tauſend Worte, pro
Wort ein Dollar fünfzig. „Pſychologiſche Schilderungen packender
Momente erwünſcht, da Pſychologie zur Zeit bei unſeren Leſern
beliebt."
Auch Aſchkewitz hatte gefunkt.
„Hip hip Hurra! dem prachtvollſten Mädchen von Norwegen.
Erwarte dich mit brennender Ungeduld und tauſend Freuden.
Dein Jan Aſchkewitz.”
Aha, er wollte mit Ingrid als Freundim Reklame machen.
Nun, darin würde er ſich getäuſcht haben.
Auch ein ſehr herzlich gehaltenes Telegramm von Herrn
Webbs, das Ingrid zur Rettung beglückwünſchte, — der erſte
wirkliche Glückwunſch — war dabei.
(Schluß folgt.)
ALs Unseren digsjähnigen
Pfingst-Auswaht!
wie Sie es wünschen:
in einer riesigen Auswahl — vom
ein-
fachen Straßenmantel bis zum
elegan-
testen: stets modegerecht — stets
ganz besonders preiswert:
Mäntel von Rehfeld!
reizend in den neuen Farben und
Dessins der Stoffe, entzückend in der
Vielseitigkeit ihrer Verarbeitung,
Klei-
der für Straße und Sport, Kleider für
den Nachmittag und Abend:
stets Kleider wie Sie eswünschen!
Ludwigstraße 5
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und 25jährigen Dirigenten-Jubiläums des Herrn Wilhelm Etzold
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ältere Eiſenzeit (etwa 1000 —500 v. Chr.). Die erſten Siedler in Darmſtadt. Jüngere Eiſenzeit (500
v. Chr.). Die erſten Germanen in unſerer Heimat. Unter Roms Herrſchaft (bis 260 n. Chr.). — Aus
der germaniſchen Wanderzeit. Die Alamannen. Die Burgunden. Die Franken. — Der Bannforſt
Dreieich. — Die Grafſchaft Beſſungen. — Das Bistum Würzburg und Darmſtadt. — Kloſter Eberbach
und Darmſiadt. — Das Bauerndorf Darmſtadt. — Vom Bauerndorf zur Stadt. — Hauptſtadt der
Obergrafſchaft. — Heſſiſche Reſidenz. — Erſie Blütezeit. — Kriegsnot und Peſtilenz. — Nachkriegszeit
und Wiederaufbau. — Im Schatten Ludwigs XIV. — Goethezeit. — Vom Untertanen zum Bürger. —
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