*.
heinen vom 1. Mal
und 22 Pfennig.
ſeichsmark, durch die
jaus. Poſtibezugspreis
tich 2.75 Reichsmarl.
e von Anzeigen an
übernommen.
Nicht=
olge höherer Gewalt
zur Kürzung des
Abbeſtellungen durch
uns. Poſiſcheckkonic
30t.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 137
Sonntag, den 18. Mai 1930.
193. Jahrgang
Anzeigenpreis:
27 mm breſie Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Rellamezelle (92 mm
breit)2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reichspfg. 92mm breite
Reliame=
zelle 3.00 Reichsmark. Alle Preiſe in Reichsmart
4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beſtreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Natonalbank.
Bei
51dzerlifikal der B.3.3. überreicht. — Der „Neue Plan” ab 17. Mai in Kraft. — Die Repko
Die B.J.3. in Akkion. — Einlöſung des Räumungsabkommens durch Frankreich.
EP. Paris, 17. Mai.
Die Reparationskommiſſion hat, wie ein heute abend
m Miniſterpräſidium ausgegebenes Communiqué mitteilt,
ihrer heutigen Sitzung feſtgeſtellt, daß alle für das
krafttreten des Young=Planes erforderlichen
dingungen erfüllt ſeien und daß insbeſondere
utſchland der B. J. 3. das im Haager Abkommen
vor=
ehene Geſamt=Schuldzertifikat überreicht hat.
iniſterpräſident Tardieu hat daher entſprechend
von der Regierung in der Kammer abgegebenen
Erklä=
igen den Befehl erteilt, mit der Räumung der
itten Rheinlandzone zu beginnen.
lumung zum 30. Juni.
Räumungsbefehl
chen Kreiſen war eine gewiſſe Nervoſität
widerſprechenden Nachrichten, die aus
ing des beſetzten Gebietes vorlagen, eine
ſamerweiſe darin äußerte, daß demokra=
das ausdrücklich ausgeſprochen hat, Frankreich würde von
der ganzen Welt der Vorwurf des Wortbruchs
gemacht, wenn die Räumung nicht pünktlich
er=
folgte.
Die Uebergabe der deutſchen Schuldverſchreibung.
Nachdem die zweite Bankierkonferenz in Baſel, mit einem
poſitiven Verhandlungsergebnis beendet worden iſt, iſt die
Uebergabe, der deutſchen Schuldverfchreibung,
Deutſches Land wird frei.
Oben: Der Marktplatz von Landau und die Porta nigra in Trier,
Unten: Der Dom in Mainz und die hiſtoriſchen Brückenhäuſer in Kreuznach.
Bad Kreuznach iſt geräumt, Worms wird bis zum 20. Mai frei — der Anfang zur Räumung der dritten
und letzten Beſatzungszone iſt getan. Bald wird kein fremder Soldat mehr auf deutſchem Boden ſtehen.
* den Kuliſſen ſcheinen noch Bemühungen
ein, den Wortlaut zu Ungunſten Deutſch=
Ader für die deutſche Regierung nicht in
Jedenfalls iſt am 17. Mai der neue
etzt.
berichten nun, daß der franzöſiſche Gene=
Amungsplan mindeſtens 50 Tage brauche,
Dis zum 30. Juni nur noch 43 Tage zur
Tranzöſiſche Generalität kann ſich aber doch
4rmutszeugnis ausſtellen, daß ſie ernſthaft
Truppenmacht von höchſtens 60 000 Mann
Train innerhalb von 40 Tagen zurückzu=
Iche Regierung ſich bereit erklärt hat,
zri eütſchen Eiſenbahn in weiteſtem Umfange
„en. Jedenfalls bleibt es für Deutſchland
Daumungsplan des franzöſiſchen General=
Für unshändelt es ſichdarum,
39. Juni das beſetzte Gebiet
t. Wir zitieren ein franzöſiſches Blatt.
wie das im Youngplan vorgeſehen iſt, an die Bank für
In=
ternationale Zahlungenerfolgt. Neben dem
Schuld=
ſchein des Reiches wird auch eine Schuldbeſcheinigung
der Reichsbahn, die jährlich 660 Millionen zu
zahlen hat, bei der Bank hinterlegt. Beide
Schuld=
verſchreibungen erkennen die Reparationsſchuld des Deutſchen
Reiches an und enthalten die neuerliche Verpflichtung, alle
Zah=
lungen, wie ſie im neuen Plane vorgeſehen ſind, zu erfüllen. Der
Schuldbeſcheinigung des Reiches ſind zwei Coupons angeheftet,
der eine bezieht ſich auf den mobiliſierbaren und nicht
aufſchieb=
baren, der andere auf den aufhebbaren Teil der deutſchen
Jahres=
zahlungen. Damit ſind nun alle Vorausſetzungen für
die Aufnahme der Tätigkeit der
Reparations=
bank erfüllt. Am Samstag ſind auch die Konten
des Reparationsagenten auf die Zahlungsbank
übergegangen. Von jetzt ab iſt alſo nur noch die
Baſler Bank die Stelle, die die deutſchen
Repa=
rationszahlungen entgegennimmt und
weiter=
lritet.
Das „Soforkprogramm” des heſſiſchen
Finanzminiſters.
Von Bürgermeiſter Dr. Niepoth, M. d. L., Schlitz.
II. (Schluß.)
Dieſelbe Kritik muß der Vorſchlag herausfordern, die
Ge=
meinden zu den Koſten einer jeden Lehrerſtelle mit 200 Mk.
heran=
zuziehen. Was wird damit erreicht? Gewiß, der Staat erhält
700 000 Mk. und bezahlen müſſen es dieſelben Steuerpflichtigen,
nur nicht direkt ſondern auf dem Umweg über rund 1000
Ge=
meinden. Der Hauptzweck aber, die Gemeinden an der
Sparſam=
keit zu intereſſieren, wird nicht erreicht. Oder glaubt man, daß
eine Gemeinde da iſt, die wegen 200 Mk. ihr Einverſtändnis zum
Abbau einer Schulſtelle gibt oder geben könnte? Daß an dem
Geſamtkapitel „Volksſchule” mit einem Ausgabebetrag von 24
Millionen bei jeder Finanzreform Einſparungen notwendig ſind,
wird auch von uns nicht beſtritten. Es fragt ſich nur, wo man
mit dem Sparen anfängt. Wir ſind der Meinung, daß man auch
bei der Schule „oben” nicht vorbeigehen darf und mit dem Abbau
dort anfangen muß, wo man mit dem Aufbau aufgehört hat.
Die Förderklaſſen, Hilfsklaſſen, Klaſſen mit erweiterten
Lehr=
zielen, das 9. und 10. Schuljahr mögen begrüßenswerte
Errungen=
ſchaften ſein, man ſollte aber eigentlich gar nicht nötig haben,
darauf hinzuweiſen, daß, bevor man mit dem Abbau an die
nor=
male achtklaſſige Volksſchule herangeht, zunächſt an dieſen
wün=
ſchenswerten Einrichtungen geſpart werden müßte. Es iſt
aus=
gerechnet worden, daß bei deren radikalen Abbau kaum eine
Volks=
ſchulſtelle hätte einzugehen brauchen. Aehnliches gilt für die
Fort=
bildungsſchule. Gewiß auch hier ſieht der Voranſchlag eine
Ein=
ſxarung vor. Wer aber gedacht hätte, daß etwa die Zahl der
Fortb: dungsſchulſtunden ermäßigt würde, der irrt ſich.
Zufäl=
ligerweiſe höre ich, daß auch dieſe Einſparung auf Koſten der
Volksſchule vor ſich gehen ſoll, in der Weiſe, daß der nebenamtliche
Fortbildungsſchullehrer in der Volksſchule wöchentlich eine
Stunde weniger hält, damit bei gleichbleibender
Fortbildungs=
ſchulſtundenzahl eine Ueberſtunde weniger bezahlt zu werden
braucht. Man greift ſich an den Kopf und es kommt einem vor,
als wenn man beim Hausbau die Fundamentwände etwas
ſchwä=
cher macht, um die Möglichkeit zu haben, ein Stockwerk mehr
auf=
zubauen. Ausgerechnet Pädagogen ſind für dieſe Maßnahme
verantwortlich. Auch bei Beratung dieſes Kapitels im
Finanz=
ausſchuß haben wir durch die Faſſung unſerer Anträge wirkliche
und nachhaltige Erſparniſſe ohne Schädigung der normalen
Volksſchule ermöglichen wollen. Nach unſerer
Auffaſ=
ſung ſollten die Gemeinden, die ſich
Sonderklaſ=
ſen leiſten, dieſe auch bezahlen. Darüber hinaus
ſollten die, die nach 1914 errichtete, jetzt entbehrliche Schulſtellen
behalten wollen, dafür den Gehalt eines Schulverwalters
entrich=
ten. Ob dann die Städte — Offenbach und Darmſtadt voran —
noch ſo bildungsfreundlich wären, wollen wir dahingeſtellt laſſen.
Jedenfalls der Bevölkerung bliebe viel Unruhe erſpart, beſonders
auf dem flachen Lande, wo man mit einer bedenklichen
Unbe=
kümmertheit umorganiſiert.
Eine weitere Erſparnismaßnahme hat unſeren Widerſpruch
hervorgerufen: Der Stellenabbau bei der Polizei. Es iſt noch
nicht lange her, da hat man dem Landtag klipp und klar bewieſen,
daß die bisherige Zahl der Blauen und Bereitſchaftspolizei das
Mindeſte darſtellt, das für unſere heſſiſchen Bedürfniſſe
notwen=
dig wäre. Daß ſich ſeit dieſer Zeit die Verhältniſſe gebeſſert
hätten, wagt wohl niemand zu behaupten. Im Gegenteil, wer
nicht mit Scheuklappen umhergeht, muß aus den Vorgängen der
letzten Monate eigentlich genug erſehen haben. Dazu kommt, daß
am 30. Juni das von unſerer Polizei zu betreuende Gebiet um
40 Prozent wächſt, und die Ereigniſſe in Worms haben gezeigt,
daß man dort Schuponicht entbehren kann. Aber auch Mainz
kann keinesfalls auf die verzichten. Unſer Antrag, von jedem
Abbau der Bereitſchaftspolizei abzuſehen, um dadurch die
Mög=
lichkeit zu haben, ſowohl nach Mainz wie nach Worms eine
Bereitſchaft zu legen, iſt aber bei der Koalition auf keine
Gegen=
liebe geſtoßen und abgelehnt worden.
Wenn ich ſchon an den meines Erachtens teilweiſe ſehr
bedenk=
lichen Sparmaßnahmen Kritik üben mußte, ſo iſt dies bei den
zum Ausgleich des Etats vorgeſehenen
Einnahmeerhöhun=
gen erſt recht notwendig. Ich will hier weniger die
Heran=
ziehung der einen Million aus Steuerrückſtänden beanſtanden,
trotzdem doch auch dieſer Betrag, inſoweit er aus Grund= oder
Gewerbeſteuern beſteht, zuviel erhobene Steuern darſtellt. Um
ſo entſchiedener muß ich mich dagegen gegen die Mehreinſtellung
von 0,65 Millionen aus Gewerbſteuern wenden. Für jeden
Ge=
werbetreibenden, alſo für den, der die Steuern bezahlen muß,
iſt es eine unbeſtreitbare Tatſache, daß die Anſpannung der
Real=
ſteuern eine derartige iſt, daß jede Erhöhung ſchwerwiegende
Nach=
teile nicht nur für die Gewerbetreibenden ſelbſt, ſondern auch für
die geſamte Volkswirtſchaft zur Folge haben muß. Der frühere
heſſiſche Finanzminiſter hat dies ausdrücklich anerkannt, und das
Beſtreben der Reichsregierung geht nach dem früheren
untaug=
lichen Verſuch jetzt dahin, die Länder und Gemeinden durch
Reichsgeſetz zur Herabſetzung der Realſteuern zu zwingen. Die
heſſiſche Regierung behauptet allerdings, daß ſie eine Erhöhung
der Gewerbſteuerſätze nicht vorgenommen habe, die höhere
Ein=
nahmeſchätzung beruhe vielmehr auf der Hoffnung vermehrter
Eingänge bei gleichbleibenden Sätzen. Dieſe Begründung muß
jeden eigenartig berühren, da man weiß, daß die Wirtſchaftslage
äußerſt ſchlecht iſt und daß damit auch, was ſich jeder leicht
er=
rechnen kann, der ſteuerpflichtige Ertrag der Geſamtheit der
Ge=
werbebetriebe zurückgehen muß. Aber der Optimismus des
Finanzminiſters iſt in dieſem Falle nicht ſo unbegründet als es
auf den erſten Blick den Anſchein hat, denn man hat gut
vor=
gebaut. Die Gewerbekapitalſteuer wurde bis 1928 auf der
Grund=
lage der Gewerbſteuerkapitalien vom 31. Dezember 1923 und
Ge=
werbeertragſteuer nach den berichtigten Umſätzen des Jahres 1925
erhoben. Als man endlich dazu überging, nichr immer imaginäre,
ſondern reelle Werte und Zahlen zugrunde zulegen, ſchätzte
man die Höhe der Kapitalien und die Höhe der
Er=
träge ſo vorſichtig, daß z. B. der Steuerſatz von ſeither
70 Pfennigen auf nur 63 Pfennig für 100 Mark ermäßigt werden
Seite 2
konnte. Mit anderen Worten, die Summe der Gewerbekapitalien
ſoll von 1923 bis 1927 (daß in der Zwiſchenzeit die freien Berufe
gewerbſteuerpflichtig geworden ſind, will ich außer Acht laſſen)
nur um etwa 10 Prozent geſtiegen ſein. Das ließe ſich höien,
wenn nach dem heſſiſchen Geiverbſteuergeſetz nur das reine
Ge=
werbevermögen ſteuerpflichtig wäre. Leider, es liegt dies im
Weſen einer Objektſteuer begründet, iſt dies nicht der Fall, denn
es iſt bekannt, daß höchſtens die Schulden bis zur Hälfte des
Kapitals abgezogen werden können. Eine Erhöhung der
Gewerbe=
kapitalien plus Schulden von 1923 bis jetzt um nur 10 Prozent
wäre gleichbedeutend mit einer Kataſtrophe. Wenn wir von einer
ſolchen Kataſtrophe in vielen Fällen auch nicht mehr weit entfernt
ſind, ſo läßt doch nicht nur die allgemeine Lage der Wirtſchaft,
ſondern auch die Schätzung des Finanzminiſters den Schluß zu,
daß man bei Feſtſetzung der Steuerſätze im vorigen Jahr allzu
vorſichtig war, daß man ſich alſo ſchon damals ſtille Reſerven
ſchuf. Um es mit anderen Worten zu wiederholen: zunächſt
ſetzt man die Steuerſätze ſohoch feſt daß bei
nor=
maler Entwicklung Ueberſchüſſe gegenüber der
urſprünglichen Schätzung entſtehen müſſen und
dann erklärt man die Ueberſchüſſe als ein
Er=
gebnis der wirtſchaftlichen Entwicklung. Ich
be=
haupte alſo, die Mehreinnahme von 0,75 Millionen Erwerbſteuern
ſtellt eine Steuererhöhung dar, eine Steuererhöhung, die
aller=
dings vorſichtigerweiſe ſchon vor einem Jahr vorgenommen wurde
und heute ihre Früchte bringen ſoll.
Noch angreifbarer iſt der Verſuch des Budgetsausgleichs
durch Kürzung des für den Wohnungsbau zur Verfügung
ge=
ſtellten Teils der Sonderſteuer um 2 Millionen. Wenn das das
Ei des Kolumbus wäre, dann muß man ſich nur wundern, daß
man ſich mit 2 Millionen begnügt hat; man wäre bei energiſcherem
Zugriff ja aller Budgetnöten enthoben geweſen und hätte ſich
alle ſonſtigen Erſparniſſe ſchenken können. Gegen die Höhe der
hefſiſchen Sonderſteuer hat ſich die D. V. P. ſchon immer
ge=
wandt und in früheren Jahren darauf aufmerkſam gemacht, daß
es finanzpolitiſch kaum verantwortet werden könne, daß man die
Bevölkerung derartig mit einer Steuer drückt, durch deren
Ver=
wendung ſich der Staat bis zu einem gewiſſen Grade
Vermögens=
werte ſchafft, denn etwas anderes bedeuten die
Wohnungsbau=
darlehen nicht. Dieſe Ueberlegung hat heute faſt nur noch
theoretiſchen Wert und es kann jetzt nicht mehr daran gedacht
werden, das Syſtem zu ändern, da Jahr für Jahr ein größerer
Teil der Steuererträge für Verzinſung und Tilgung früher
auf=
genommener und für Wohnungsbauzwecke verwandter
Kapita=
lien in Anſpruch genommen wird. (Nach einer Berechnung des
Beigeordneten Dr. Hamm=Gießen ſollen für die Landgemeinden
im Jahre 1930 nur noch zirka 1 Million zur Verfügung ſtehen).
Wenn man aber trotz dieſer Tatfache dem Wohnungsbau durch
Kürzung der Sonderſteuer im ganzen weitere Mittel nimmt, ſo
kann man ſchon in dieſem Jahre, ſicher aber im nächſten, nicht
mehr von einer Droſſelung, ſondern von einer Erdroſſelung
ſprechen. In unſerem beſchränkten Verſtand hatten wir immer
angenommen, daß die öffentlichen Körperſchaften gerade bei
einem Konjunkturrückgang die Verpflichtung hätten,
den Wohnungsbau anzuregen, nicht aber das Bauen geradezu
unmöglich machen. Von dieſen Gedankengängen abgeſehen, bin
ich aber auch der Anſicht, daß die Streichung der 2 Millionen
gegen Reichsrecht verſtößt, da vom Reich zwingend vorgeſchrieben
iſt, daß mindeſtens 15 Prozent der Friedensmiete für den
Woh=
nungsbau bereitgeſtellt werden müſſe. Dieſe 15 Prozent der
Friedensmiete ergeben aber mindeſtens einen Betrag von 12
Mil=
lionen, ſo daß jede Kürzung nicht nur unzuläſſig ſondern auch
ungeſetzlich iſt. Sollte dies die Regierung beſtreiten, ſo müßte
gegebenenfalls die dazu berufene unparteiiſche Stelle die
not=
wendigen Feſtſtellungen machen.
Bei dieſer Sachlage kann man verſtehen, daß die Sehnſucht
der Koalition, dem Volke ſchon in dieſem Herbſt die Möglichkeit
zur Abrechnung zu geben, ungeachtet der zuverſichtlichen Worte,
ihre Kronjuriſten, nicht ſehr groß iſt. Man rechnet eben damit,
daß die Bevölkerung in unſerer ſchnellebigen Zeit nur zu raſch
vergißt und glaubt, die Entrüſtung des Volkes aufs Eis gelegt,
ſchaffe im nächſten Jahr für die Regierungsparteien eine
gün=
ſtigere Situation. An der D.V.P. ſoll es nicht liegen, wenn ſich
dieſer Wunſch erfüllt. Bedauerlich bleibt aber doch, daß der
Bauernbund und die fehlenden Mitglieder der Oppoſition im
März die Vorausſetzung für die geſetzgeberiſche Aktion ſchufen,
trotzdem ſie wußten, worum es ſich handelte und daß ſich ſogar
die Volksrechtpartei zur aktiven Mitwirkung hinreißen ließ.
Uns wird geſchrieben:
Ende April wurde im Thüringer Landtag der Geſetzentwurf
über die öffentlichen Sparkaſſen angenommen, der dieſe
verpflich=
tet, einen Teil aller neuen Spareinlagen (20—30 Prozent) in
Thür. Staatspapieren anzulegen. Begründet wird dieſe
Maß=
nahme damit, daß die Finanznot Thüringens eine Stützung und
Sicherung des Kurſes der ſtaatlichen Schuldverſchreibungen for=
Paotsgrarne oder Holicmin!
Von Georg Kurt Schauer.
Die neue Sachlichkeit — ob dieſe Stilbezeichnung wörtlich
zu nehmen iſt, werden wir ſehen — hat die Photographie auf
den Schild gehoben. Die Kamera verſorgt die Zeitſchriften und
das Bildbuch der Erwachſenen ſo reichlich, daß man faſt von einer
Ueberfütterung mit Bildmäßigem ſprechen kann. Die
Leiſtungs=
ſteigerung im Rotationstiefdruck, im Offſetdruck und auf den
Schnellpreſſen ermöglicht Maſſenauflagen zu erſchwinglichen
Preiſen. Um nur von Büchern zu reden: Wer kennt nicht die
prachtvolle Vergegenwärtigung ferner und heimatlicher
Land=
ſchaften in den Orbisterrarum=Büchern des Atlantis=Verlag,
die in über 160 000 ſtarken Bänden verbreitet ſind? Aber nicht
nur in der Menge, ſondern vor allem in einer neuen
Eindring=
lichkeit zeigt ſich die wachſende Bedeutung der auf dem
Photo=
graphiſchen beruhenden Buchproduktion. Der Marburger
Pro=
feſſor Hamann hat eine neue Aera der kunſthiſtoriſchen
Aufnah=
men angebahnt. Heege holte nach ihm aus demſelben Gebiet
unerhörte Wirkungen heraus. Renger=Paatzſch rückt in ſeiner
Sammlung „Die Welt iſt ſchön‟ Dinge und Stoffe in ein neues
Licht. Bengt Berg bringt Intimſtes aus dem Tierleben zum
Vorſchein. Paul Eipper läßt uns Tier= und Menſchengeſichter
ſo nahe betrachten wie es kaum je zuvor möglich war. Ernſt
Sander weiſt in guten Großaufnahmen „Das Antlitz der Zeit”
vor.
Um was handelt es ſich eigentlich bei der Photographie? Ein
augenblicklicher Zuſtand wird mit mechaniſcher Genauigkeit auf
dem Träger einer lichtempfindlichen Schicht feſtgehalten, die
Far=
ben werden auf eine zurückgeführt. Daß das Aufgenommene
mehrfarbig war, iſt nur an der Abſtufung von Hell und Dunkel
erkennbar. (Von Aufnahmen zur farbigen Wiedergabe können
wir einmal abſehen, da ihre Zahl gegenüber den einfarbigen
Bildern verſchwindend gering und bei weitem nicht ſo billig und
verbreitet iſt.) Trotzdem die meiſten Bilder einfarbig ſind und
nur einen augenblicklichen Zuſtand aus zahlloſen wechſelnden
herausgreifen, geben ſich die Bilder ſo gewichtig, als wären ſie die
Natur ſelbſt, als wären ſie ſo wirklich wie das vom Auge
Ge=
ſchaute. Ganz ſo naiv wie die Maſſe der Betrachtenden ſind
allerdings die Aufnehmenden ſelbſt nicht. Durch die Belichtung
und die Anpaſſung der Linſenſyſteme an das Objekt, durch die
Auswahl des Blickpunkts und abſichtsvolle Bemeſſung der
Größenverhältniſſe verſuchen ſie, dem Aufnahmeaugenblick eine
Sonntag, den 18. Mai 1930
Vom Tage.
Der Ingenieur Max Vallier, der in den letzten
Jahren durch ſeine Verſuche, die Rückſtoßkraft der Rakete zur
An=
triebskraft für Flugzeuge, Autos uſw. nutzbar zu machen,
be=
kannt geworden iſt, iſt geſtern bei einem Modellverſuch
tödlich verunglückt. Er nahm in Berlin=Brietz Verſuche
mit einem Raketenapparat vor. Der Apparat explodierte plötzlich,
ein Sprengſtück zerriß Vallier die Halsſchlagader, ſo daß der Tod
auf der Stelle eintrat.
Die offizielle Eröffnung der Tätigkeit der Bank für Internationalen
Zahlungsausgleich iſt geſtern erfolgt.
Der Zentralausſchuß der Reichsbank iſt für Montag,
den 19. Mai, einberufen worden. Wie wir erfahren, handelt es
ſich um die Beſchlußfaſſung über eine Diskontſenkung, wahrſcheinlich
um ½ Prozent.
Am Samstag hielt die deutſche Gruppe der
internatio=
nalen Handelskammer in Berlin ihre dritte
Mitglieder=
verſammlung ab.
Nach den bisherigen Feſtſtellungen kam es in der vergangenen
Nacht an ſechs Stellen in Berlin, zu Zuſammenſtößen
zwiſchen politiſchen Gegnern. Dabei wurden zwei
Per=
ſonen getötet und eine dritte Perſon ſo ſchwer verletzt, daß ſie kurz
darauf ſtarb.
Der polniſche Geſandte in Berlin, Knoll, hat ſeine
Demiſſion eingereicht und wird ſich auf einen längeren Urlaub
begeben.
Vor der Außenpolitiſchen Senatskommiſſion richtete der
Vorſitzende des amerikaniſchen Marineamtes,
Admiral Briſtol, ſcharfe Angriffe gegen das Londoner
Flottenabkommen. Er teilte mit, daß das Amt einſtimmig
für den ausſchließlichen Bau von 10 000=Tonnen=Kreuzern mit
achtzölligen Geſchützen, alſo gegen das Abkommen ſei. Der
Admi=
ral beſtritt ferner, daß das Abkommen die Parität zwiſchen den
Vereinigten Staaten und England herſtellen oder Erſparniſſe zur
Folge haben würde. Senator Reed bekämpfte die Erklärungen
des Admirals Briſtol, indem er hervorhob, daß der Londoner
Vertrag den Vereinigten Staaten 323 000 Tonnen zuerkenne, alſo
80 000 Tonnen mehr, als das Marineamt verlangt habe.
dere. Preußen wird, wie verlautet, mit einem ähnlichen Geſetz
demnächſt folgen, und bei der Begierde, mit der alle neu
auftau=
chenden Finanzideen in Deutſchland aufgegriffen werden, iſt
da=
mit zu rechnen, daß noch eine ganze Reihe anderer Staaten in
gleicher Weiſe vorgehen werden. Dieſe tief einſchneidenden
Maß=
nahmen geben noch mehr zu Bedenken Anlaß, wenn man
berück=
ſichtigt, daß auch der Deutſche Städtetag die Umſchuldung der
kurzfriſtigen Kommunalkredite in langfriſtige in ähnlicher Weiſe
betreibt. Hierzu ſollen ſämtliche öffentlichen Sparkaſſen während
eines gewiſſen Zeitraumes 50 Prozent ihres Einlagezuwachſes an
Spargeldern gegen Kommunal=Obligationen oder Schuldſcheine
abgeben. Durch eine weiterhin zu bildende Liquiditätsreſerve
dürfte das Sparkapital, das zur freien Verfügung übrig bleibt,
nur noch 25 Prozent des Geſamtzuwachſes betragen. Es iſt
des=
halb erklärlich, daß die dahingehenden Beſchlüſſe des Deutſchen
Städtetages ſelbſt in Sparkaſſenkreiſen außerordentlichen
Wider=
ſpruch gefunden haben. Man ſpricht ſogar davon, daß dieſe
Maß=
nahmen dazu angetan ſeien, das Vertrauen der privaten
Oeffent=
lichkeit zu den Sparkaſſen ernſtlich zu erſchüttern, und weiſt auf
die Folgen der ſich daraus ergebenden Kapitalabwanderungen
hin. Welche Bedeutung hat aber dieſes Vorgehen für die
pri=
vate Wirtſchaft und die Sparerkreiſe? Die Sanierungsaktion der
Länder und Kommunen hat zur Folge, daß eine beträchtliche
Summe an Sparmitteln der ſchwer kämpfenden heimiſchen
Wirt=
ſchaft entzogen wird. Staat und Kommunen ſollten aber ſtets
be=
ſtrebt ſein, die Spargelder ungehindert dahin fließen zu laſſen,
wo ſie dringend benötigt werden, in Handel, Handwerk, Induſtrie,
Landwirtſchaft und am Baumarkt.
Auch von ſeiten des Sparers iſt dieſer Frage eine weſentliche
Bedeutung beizumeſſen. Es iſt keineswegs ſo, daß es dem Spärer
gleich iſt, wo ſeine ſauer verdienten Spargroſchen hinfließen und
in welcher Weiſe ſie Verwendung finden. Er wird ſich inſtinktiv
jeder Zwangsbewirtſchaftung ſeiner Gelder von vornherein
ent=
gegenſetzen, beſonders wenn er erfährt, daß ſie lediglich zu
Sa=
nierungsmaßnahmen für Länder und Kommunen Verwendung
finden ſollen. Der Sparer will, und das trifft insbeſondere auf
die Sparer der ländlichen Bevölkerung zu, daß ſeine Gelder
pro=
duktive Verwendung finden und nicht irgendwo brach liegen. Er
fühlt ſich ſchickſalverbunden mit der heimiſchen Wirtſchaft und
weiß, daß mit ihrer Belebung und Hebung die Sicherheit der
Spareinlagen Hand in Hand geht. Während durch obige
Beſtim=
mungen öffentliche Sparkaſſen weitgehendſt in der Verfügung
über die Spargelder eingeſchränkt werden können, ſind die
genoſſenſchaftlichen Spar= und Darlehenskaſſen, Volksbanken und
dergleichen dieſer Maßnahme nicht unterworfen und können nach
vie vor frei und ohne jegliche Bindung die ihnen zur Verfügung
geſtellten Gelder der heimiſchen Wirtſchaft zuführen. Dieſe
Tat=
ſache wird von allen Berufskreiſen auf dem Lande und in
länd=
lichen Städten, den Arbeitern, Beamten, Handwerkern,
Kauf=
leuten, Landwirten uſw. begrüßt werden. Länder und
Kommu=
nen werden aber die Erfahrung machen müſſen, daß der
ziffern=
mäßige Erfolg dieſer eingeleiteten Konſolidierungsaktion aus
oben angeführten Gründen hinter den gehegten Erwartungen
zurückbleiben wird.
überzeitliche und gleichzeitig perſönliche, charakteriſierende
Gel=
tung zu verſchaffen. An ſich hört aber damit das photographiſche
Auge, das Objektiv, auf, „objektiv” d. h. gegenſtandsgetreu zu
ſein. Jedenfalls kann es ebenſo verdeutlichend wie verfälſchend
wirken. Das Geſchehene wird verherrlicht oder verläſtert,
ver=
tieft oder verflacht, beſchönigt oder verhäßlicht. Die Aufnahme
wird bis zu einem gewiſſen Grad die eigene Sache einer
zweck=
bewußten und ordnenden Perſönlichkeit. Iſt das nicht eine im
eigentlichen Sinn künſtleriſche Tätigkeit, wenn man aus den
mög=
lichen Anſichten die bezeichnende auswählt?
Gehen wir einen Schritt weiter. Iſt nicht die Tätigkeit des
Photographen — wenn alle die genannten Berichtigungen
ein=
geſchaltet ſind — überzeugender, ehrlicher, vertrauenerweckender
als die des Künſtlers? Der arbeitet ohne die mechaniſche
Zu=
verläſſigkeit der Linſe, zerlegt ſcheinbar willkürlich und fügt
ebenſo willkürlich Vorſtellungen zuſammen. Scheint er nicht
wilde Phantaſien und unverſtändliche Privatgedanken zum beſten
zu geben?
Vergegenwärtigen wir uns, bevor wir antworten, folgendes:
Auf zwei Gebieten ſpielt die Photographie eine ganz
untergeord=
nete Rolle, auf dem des Kinderbilderbuchs und dem der
Karika=
tur. Warum eigentlich. Das Kind und der Witzhaſcher ſuchen
den abgekürzten, deutlichſten Auszug aus dem Vielerlei des
Drum und Dran. Die einfachſten Begriffe und die gewollte komiſche
Wirkung ſollen ohne Umſchweife genannt werden. Aus
demſel=
ben Grund beluſtigt und wirkt der gezeichnete Trick= und
Reklame=
film, aus demſelben Grund wird mit Recht die gezeichnete
Bild=
reportage, (denken Sie an Sechstagerennen, Gerichtsſzenen,
Zeppelinweltfahrt in Bildern von Mateyko und an einen
Pallen=
berg von Dolbin) der photographiſchen — trotzdem ſie mit dem
Anſpruch auf hundertprozentige Richtigkeit auftritt — oftmals
vorgezogen.
Wir dürfen nicht den Fehler begehen, ſchlechte Photographie
neben gute Zeichnung oder umgekehrt beſte Photographie neben
ſchwache Zeichnerei zu ſetzen. Sehen wir einmal von der
Be=
weiskraft Dürerſcher oder Menzelſcher Zeichnungen ab — bleiben
wir in unſerer unmittelbaren Gegenwart, ſetzen wir an Bildung
nicht mehr voraus, als die gebräuchlichſte Schulbildung den
brei=
teſten Volksſchichten vermittelt. Da müſſen wir geſtehen — und
beklagen — daß es nur wenige Künſtler gibt, die eine
Ueber=
zeugungskraft von ſo großer Reichweite haben. Vielleicht hat
ſie nur einer: Frans Maſereel. Sein Werk gibt uns die Antwort
auf die Frage „Photographie oder Kunſt”
Maſereel wurde als Sohn gutbürgerlicher Eltern 1889
ge=
boren und verlebte ſeine Jugend in Gent. Ein ſozuſagen gebore=
Der Reichstag hat am Samstag die
A=
den Juſtizhaushalt abgeſchloſſen. Im
den zwei Punkte: die überſteigerte Kritik de
am Reichsgericht, die von allen Seiten zur
und die Frage der Amneſtie. Während das
klauſuliert die Fememörder ausgeſchloſſen
w=
ſich der Volksparteiler Dingeldey
Juſtizminiſters zu eigen, daß eine Amneſ
einen Sinn habe, wenn ſie auch di
umfaſſe und damit endgültig Ru
Rückſicht auf das Wochenende wurde die
Abſti=
vertagt, dann ſoll auch der Etat des Reichsw
ginnen, der im Zeichen heftiger ſozialdemok
und des Kampfes
ſtehen wird, denn der Kampf um das
hat noch immer nicht ſein Ende gefunden.
nationalen iſt ein Antrag an den Reichstg
Wiedereinſetzung des Betrages von 2,9 Mil
Etat für das 2. Panzerſchiff verlangt. Kabin m
parteien ſind ſich aber ſchon dahin einig gew.
zerſchiff in dieſem Augenblick zu verzichten.
nalen werden alſo ziemlich allein bleiben;
Antrag doch Gegenſtand einer ſicherlich nicht ſen
ſprache werden. Aber das iſt auch alles, wa Eu
gelegenheit zu erwarten iſt.
* Berlin, 17. F
Der Reichskanzler hat am Samstag
mit=
denten Vortrag gehalten und dabei über den
der Oſtgeſetze, über die Verhandlungen im fän
Bericht erſtattet. In politiſchen Kreiſen hatt Eu
daß bei dieſer Gelegenheit vielleicht auch ſcſi
über die Perſönlichkeit, des künftigen Oſt
würde. Das iſt indeſſen nicht geſchehen. 9kzu
Herr Dr. Brüning ſich die Zuſtimmung des
für geſichert haben, daß, wenn das Oſtprog Kr.
Weg durchlaufen hat und in Kraft geſetzt
Treviranus dann als Reich kommiſſar den
kurbeln ſoll, wobei ihm dann der preußiſch bl
Hirtſiefer zur Seite ſtehen würde.
Die Reichsbahndienſtſtellen ſind bereits
Tarife, die am 1. Juli in Kraft —.
prinzip der Stückgutklaſſe I und II fällt fort be
das Gewichtsprinzip, d. h., je höher eine Fr
deſto billiger iſt der Frachtſatz. Hiernach wi nl
Sendungen mit einem frachtpflichtigen Gew ſis
gramm ausgerechnete Stückgutfracht eingefül Eadt
Sendungen mit einem frachtpflichtigen G X1
1000 Kilo geändert. Gleichzeitig werden di Ech
en A 5 und A 10 um ein Geringes herabg
frachtſätze werden in den unteren Entfern H
höchſten Entfernungen um 20.Pfg. erhöht,
nungen bleiben ſie unverändert. Die Mindeſ
für gewöhnliches Expreßgut, für ſperriges
für ermäßigtes Expreßgut 50 Pfg.
Die Mitglieder der Reparationskomm .
dent der Kriegslaſtenkommiſſion, Miniſterie
am Samstag morgen zu einer Sitzung 7
die Bedingungen zu prüfen, unter
rationskommiſſion endgültig e
kann. Zwei der Bedingungen,
fizierung des Youngplanes du
vier der Hauptgläubigerſtaaten ſowiedi
der B. J. Z. ſind erfolgt. Nachdem Kſg
auch das Schuldzertifikat Deutſchlands über Ein
die Reparationskommiſſion offiziell aufgeli .)
tritt mit dem Datum des 17. Mai in Kra Sſ
die Arbeiten der Reparationskommiſſion / A
reichiſchen, bulgariſchen und ungariſchen *
ſcheinlich noch dem ganzen Monat hindurd P
ner Zeichner, ſammelte er einen ungeheure EN
Was ihm vor die Augen kam, Straße ur /e
Landſchaft und Menſchen vom Tagelöhner
Kinder und Frauen, lachend und weinend
ſinnlich, zeichnete er und benutzte ſeine reit.
unermeßlichen Holzſchnittfolgen ſeiner B!‟
der langen Reihe ſeien genannt der erſe—
Montparnaſſe” von Ch. L. Philippe, das g
Ausgabe noch nicht zugängliche Johann=
Rollandſchen Text und vor allem die vor
köſtlichſter Landſchaft und ungeheuerlicher
Ulenſpiegelbilder zu der großen Wolfsk
flämiſchen Nationalromans von de Coſtel
die Illuſtration weit hinaus. Er ſchuf
man ſchon in ſeinem Sammelband „Bilk
Reißner Verlag) wie in einem Roman, der
Großſtadt bis in die dunkelſten Tiefen un
ihrer Grauſamkeit abſchildert — in ſeine!
jedermann erreichbaren Bildergeſchichten h‟
Lebens und manchen anderen geſchriebei
hohe Titel: „Paſſion eines Menſchen” „Di
Geſchichte ohne Worte”, ſeine Autobio ?
Stundenbuch”
Verſprechen ſo hochtrabende und unge
alle” verſtändlichen Inhali? Schlagen E
dieſer Bücher — ſagen wir „Die Idee‟ —
die harten ſchwarz=weiß=Bilder durch. Si
ungeheure Wucht die Vereinfachung der
Linien und Flächen in ſich trägt. Von du
und der Starrheit des ſchabenden Schniß
derer ſich zwingen zu äußerſter Einfachhe
wie in der Darſtellung. Die „Idee‟ ſt.
Mädchengeſchöpf aus dem Kopf eines 9
weint und gibt es in einem Briefumſchl!
verläßt die Hülle vor den Gaffern, wird
iſt, wird verkleidet, entzieht ſich dem Zwe ſp
läſtert, verfolgt, mißbraucht, bringt ſeinem
ſelbſt verbrannt und iſt doch unſterblick ſer
drähten und Radiofunken durch die Welt In
Schöpfer heimgekehrt — ſehen, daß er 1
ſchaffen hat. Man weiß, daß er es aus!
dung desſelben Weges fallen laſſen wird.
licher kann ein geiſtiger Vorgang, der 11N.
dankens — ſei es ein religiöſer, politiſche he
dargeſtellt werden. Möchte doch ein K
Sonntag, den 18. Mai 1930
Seite 3
adseuropäiſcher Staatenbund
ia11 unker frauzöſiſcher Führung. — Sicherung der franzöſiſchen Vormachtſtellung. —
Unker=
nſchaftlichen Problems unker das polikiſche unker Berückſichkigung der franzöſiſchen Sicher=
TJaffung einer Zenkralſtelle „Europäiſche Konferenz” in Verbindung mit dem Völkerbund.
Streſemanns begonnen. Am Samstag abend hatte ſie die
Preſſe geladen. Es ſtiegen von allen Seiten wunderſchöne Reden
giemorandum in Berlin
E1) die Schaffung Paneuropas denkt.
* Berlin, 17. Mai. (Priv.=Tel.)
rmittag hat der franzöſiſche Botſchafter
z icher Audienz dem Stellvertreter des
deut=
hirt Herrn Staatsſekretär von Schubert das
ſryrfranzöſiſchen Regierungüber
In eines Beſtehens eines
euro=
ſawibundes” überreicht, ein Machwerk
ſa ckzeilen. Trotzdem iſt es etwas viel, wenn
ſra! Auswärtigen Amtes mehr als 8 Stunden
Otlichkeit eine Ueberſetzung dieſes
Memoran=
nachen. Es iſt natürlich, daß ſehr viele
ſin ein ausführlicher Rückblick auf die Genfer
fo. September 1929, wie Frankreich das
Man=
ſer ilgung des paneuropaiſchen Gedankens ſich
Nic- äuft praktiſch darauf hinaus, eine euro=
Innerhalb des Völkerbundes zu
ſi=nderintereſſen Europas auch
ichem Gebiete beſſer vertreten
Iwei allerdings das Wirtſchaftliche
hw ordnetwerden ſoll. Trotzdem ver=
—ad nicht die Schwierigkeiten, die aus der
er Grenze von mehr als 20
europä=
ſch ken entſtanden ſind. Er ſucht ſie damit
ſuße nationalen Beſtrebungen in Europa
ge=
wen” wofür ja das Verbot des Anſchluſſes
P—lland der ſchlagende Beweis ſiſt.
t die Europa=Union ſo dar, daß eine „
Euro=
jSlz” errichtet wird, die aus den Ver=
Mitglieder beſtehen ſoll und als
gſation der Union in Verbin=
(kerbund gedacht iſt. Aus ihr erwächſt
81 an in Geſtalt des ſtändigen politiſchen
fa ewählten Mitgliedern beſtehen und deſſen
neler Parität wechſeln muß. Schließlich ſoll
es Sekretariat angegliedert werden.
ung wurde aufgefordert, bis zum 15. Juli
Eidum zu äußern. Frankreich will
1en Antworten ſichten und das ganze
weuropäiſchen Konferenz
vor=
tember in Genf in Verbindung
des Völkerbundes zuſammen=
G an amklicher Berliner Skelle.
Stelle äußert man ſich zu dem Inhalt
greiflicherweiſe zurückhaltend. Eine
haly ſobald nicht zu erwarten, da der Außen=
Fel nächſter Woche zurückkehrt. Man begnügt
Ate und den Ideenreichtum des Vorſchlages
Praktiſch wird Deutſchland aber
vermut=
erl n, zunächſt erſt einmal das Verhalten in
in anderen Kontinenten, vornehmlich in
— Denn trotz gegenteiliger Verſicherung
Bri=
verſtändlich, wenn Amerika dieſe euro=
Konkurrenzunternehmen gegen den Völker=
ReI. Selbſt nachdem die Abſicht fallen gelaſſen
zu verlegen. Für Deutſchland aber bleibt
deachtenswert, daß Herr Briand
wie=
rt von der „Sicherheit” in das
eſtreut hat und was Frankreich
t, wiſſen wir ja zur Genüge, ſo
Brunde für die Entſcheidung Deutſchlands
t die erſte und wichtigſte Aufgabe Vor=
Syt die paneuropäiſche Union in
Inz eröffnet und ihre Beratungen mit einer
rKranzniederlegung am Grabe
über Völkerverſöhnung, Friede und Verſtändigung, die
ſtürmi=
ſchen Beifall fanden. Es darf aber nicht überſehen werden, daß
das Gros der Anweſenden ſich aus Vertretern der extremen
pazi=
ſiſtiſchen Richtungen, zum großen Teil aus ausländiſchem
Jour=
naliſten, zuſammenſetzt, die, für die paneuropäiſche Idee
begei=
ſtert, in ihrer Heimat durch ihre Heimatpreſſe jedoch einem 100 Nationalismus huldigen, dem wir gerade in den
letz=
ten Jahren immer wieder in unſeren Beziehungen zu Frankreich
und zu Polen und zu anderen Staaten als eine wenig
erfreu=
liche Erſcheinung verbuchen mußten, die gerade das Gegenteil
von dem bewirkte, was die Paneuropäer auf ihr Banner
ge=
ſchrieben haben.
Deutſchland vor einer folgenſchweren Enkſcheidung.
Der Reichsaußenminiſter Dr. Curtius wird nach ſeiner
Rück=
kehr am Montag ſich eingehend mit dem Memorandum Briands
beſchäftigen, das er in ſeinen Grundzügen aus den wiederholten
Beſprechungen mit dem franzöſiſchen Außenminiſter in Genf kennt.
Nach der Erledigung der dringendſten Arbeiten durch das
Reichs=
kabinett, das in der nächſten Zeit noch mit verſchiedenen Fragen
des Oſtprogramms, und dann mit dem ſehr umfangreichen
Aus=
gabenſenkungsgeſetz beſchäftigt iſt, wird ſich das Kabinett
ein=
gehend mit der Beantwortung des Fragebogens beſchäftigen.
Das Memorandum ſtellt die Regierung, trotz
ihrer grundſätzlichen Haltung für die Idee des
Zuſam=
menſchluſſes der europäiſchen Staaten vor eine
ſchwerwie=
gende Entſcheidung. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß man
nicht ohne Fühlungnahme mit den näher befreundeten Nationen,
und vor allem mit Wien, vorgehen wird. Da die Beantwortung
erſt bis zum 15. Juli erfolgen muß, iſt genügend Zeit für eine
eingehende Prüfung des ganzen Fragenkomplexes gegeben.
Starke Bedenken in Völkerbundskreiſen
gegen Briands europäiſche Union.
* Genf, 17. Mai. (Priv.=Tel.)
Die franzöſiſche Regierung hat ihr Memorandum über die
Organiſation einer europäiſchen Bundes=Union heute auch dem
Generalſekretariat des Völkerbundes übergeben laſſen. In
Völ=
kerbundskreiſen, wo man ſchon ſeit der Ratstagung über die
Grundzüge der Denkſchrift unterrichtet iſt, vor allem, was das
wirtſchaftliche Betätigungsfeld der geplanten Bundes=Union
an=
geht, beſchäftigt man ſich naturgemäß in erſter Linie mit den
Rückwirkungen, die dieſer Plan auf den Völkerbund und ſeine
Tätigkeit haben kann. Die Briandſchen Vorſchläge auf Einſetzung
einer regelmäßigen europäiſchen Staatenkonferenz, eines
ſtändi=
gen europäiſchen Rates oder Komitees und eines europäiſchen
Unions=Sekretariates empfindet man in den Genfer Kreiſen als
eine Doppelſpurigkeit zum Völkerbund, und als eine Bedrohung
der Völkerbundstätigkeit, weil beiden Organen in vielen Fällen
der gleiche Aufgabenkreis zugewieſen werden ſoll. Man weiſt
darauf hin, daß der Artikel 21 der Völkerbundsſatzungen nicht,
wie das Briandſche Menorandum ſagt, die Schaffung
kontinen=
taler Bündniſſe empfiehlt, ſondern ſie lediglich als „nicht
unver=
einbar” mit den Beſtimmungen der Völkerbundsſatzungen
be=
zeichnet, und erinnert daran, daß dieſer Artikel 21 bei den
Ver=
handlungen in Verſailles 1919 nur gegen den ſchärfſten
Wider=
ſtand Frankreichs überhaupt in die Satzungen aufgenommen
wer=
den konnte und den Zweck hatte, Wilſon den Beitritt zum
Völker=
bunde zu ermöglichen und der Oppoſition des amerikaniſchen
Senats das Argument zu nehmen, die amerikaniſche
Monroedok=
trin und die ſich aus ihr ergebende Politik werde durch die
Völ=
kerbundsſatzungen verletzt. Man weiſt auch daraufhin, daß gerade
nach dem Nichteintritt der Vereinigten Staaten von Frankreich
aus mehrfach der Gedanke angeregt worden ſei, dieſen Artikel 21
der Völkerbundsfatzungen, auf den ſich Briand heute ſtützt, fallen
zu laſſen, da er keinen praktiſchen Wert mehr beſitze, und bemerkt
in dieſem Zuſammenhange, daß die Auslegung der Monroedoktrin
als eines regionalen Abkommens, wie ſie der Völkerbund vor
zwei Jahren auf Anfrage des Staates San Salvador gegeben
habe, der heutigen franzöſiſchen Auffaſſung vollkommen wider=
ſpreche.
Nach der Auffaſſung in Völkerbundskreiſen dürſten ſich
beſon=
ders aus dem Nebeneinander von Völkerbundsrat und
europäi=
ſchem Rat Kompetenzſtreitigkeiten ergeben, da ſich der
Völker=
bundsrat bis jetzt praktiſch zumeiſt auch nur mit europäiſchen
Fragen beſchäftigt hat und die in ihm vertretenen nicht=
europäi=
ſchen Mitglieder nach der Bundesſatzung einen berechtigten
An=
ſpruch darauf haben, im Intereſſe des allgemeinen Friedens auch
an der Regelung europäiſcher Fragen mitzuarbeiten, welche
Mög=
lichkeit ihm jedoch genommen würde, wenn der europäiſche Rat
als Vorinſtanz für alle Europa angehenden Fragen handeln
würde. Gerade die Teilnahme neutraler, nicht=europäiſcher
Mit=
glieder des Völkerbundsrats an vielen europäiſchen Fragen, wie
Minderheitenbeſchwerden, Grenzſtreitigkeiten uſw., war nach
An=
ſicht der Völkerbundskreiſe bisher in vielen Fällen ein
außer=
ordentlicher Vorteil. Dieſer Vorteil würde nun wegfallen, da man
erwartet, daß man zu den Mitgliedern des Europa=Rates vor
allem die jetzt im Völkerbundsrat vertretenen europäiſchen
Staa=
tengruppen rechnen dürfe. Dieſe ſind aber zum großen Teil durch
ihre Sonderbündniſſe unbedingt an die franzöſiſche Politik
ge=
bunden. Insbeſondere verſpricht man ſich von der zahlenmäßig
beſchränkten Zuſammenſetzung des europäiſchen Rates für die
Wirtſchaftsfragen keinen Vorteil, weil die Zuſammenſetzung des
Europa=Rates nach politiſchen Geſichtspunkten erfolgen dürfte
und damit den militäriſch und politiſch ſtarken, aber wirtſchaftlich
wenig entwickelten Oſtſtaaten ein unverhältnismäßig großer
Ein=
fluß auf europäiſche Wirtſchaftsfragen eingeräumt würde.
Im großen und ganzen ſieht man in den Genfer nicht=
franzö=
ſiſchen Völkerbundskreiſen in dem Memorandum den faſt
unver=
ſchleierten Verſuch Frankreichs, den Boden, den es in der
inter=
nationalen Politik, beſonders in London, verloren hat, dadurch
wiederzugewinnen, daß es ſich an die Spitze der europäiſchen
Bewegung ſtellt, um ſie in ſeinem Sinne zu leiten und, geſtützt
auf ſeine Bündnispolitik in Oſteuropa, zur Stärkung ſeiner
Vor=
machtſtellung auf dem Kontinent auszunutzen. Vor allem erwartet
man, daß dieſe Stärkung denn auch im Völkerbund zum Ausdruck
kommen müßte, weil die europäiſchen Staten in der Völkerbunds=
Vollverſammlung und im Völkerbundsrat nach den Anweiſungen
des Europa=Rates eine gemeinſame Politik betreiben müßten, die
von Frankreich und ſeinen Bundesgenoſſen ſtark beeinflußt wäre.
Frankreichs Mißerfolg in Genſ.
Keine engliſch=franzöſiſche Annäherung. — Zunahme
der franzöſiſch=ikalieniſchen Rivalikäk.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 17. Mai.
Die Genfer Ratstagung ging diesmal überraſchend ſchnell
und glatt vorüber. Es ſtanden diesmal keine heiklen Fragen auf
der Tagesordnung. Die wichtigen und heiklen Geſchäfte hat man
„en marge” behandelt. Nur die Beſprechungen zwiſchen den
ein=
zelnen Außenminiſtern waren wichtig. Unendlich wichtiger ſogar,
als das offizielle Programm. Und deshalb geht es nicht an, die
ſchnelle Erledigung des offiziellen Penſums durch den
Völker=
bundsrat für ein gutes Zeichen zu halten. Man könnte mit
eben=
ſoviel Recht auch von einem Londoner Mißerfolg reden, nur daß
die Verhältniſſe in Genf andere waren; es handelte ſich ja nur
um offiziöſe Beſprechungen, die, wenn auch ergebnislos, ſo doch
in der vornehmen und gedämpften Genfer Atmoſphäre verliefen.
Nehmen wir es gleich vorweg: das alles gilt nicht für die
Beſprechungen zwiſchen Curtius und Briand. Sie ſollen ſehr
günſtig verlaufen ſein, ja, man tröſtet ſich hierzulande jetzt ein
wenig mit ihrem günſtigen Verlauf. Denn im übrigen gab es
nur Mißerfolge. Ein Mißerfolg war die geplante
franzöſich=engliſche Annäherung. Das kam unter
anderem ſchon in der Rede Macdonalds im engliſchen Parlament
zum Ausdruck. Er ſagte zwar nichts direkt Frankreich Feindliches,
aber er ſprach über die „alten Befürchtungen und den
Aberglau=
ben wegen der Sicherheit” und hat auch ſonſt noch einige bittere
Bemerkungen getan, die ſichtbar an die Franzoſen adreſſiert ſind.
Die engliſch=franzöſiſche Annäherung ſchlug alſo auch in Genf
fehl; ein mißlungener Verſuch mehr in dieſer Beziehung.
Das=
ſelbe ließe ſich über die Beſtrebungen, eine franzöſiſch=italieniſche
Verſtändigung herbeizuführen, ſagen. Zuerſt hat Henderſon
zwi=
ſchen Grandi und Briand vermittelt. Dann hat man von
franzö=
ſiſcher Seite die engliſche Vermittlung höflich aber entſchieden
her=
auskomplimentiert. Ein Leitartikel des „Temps”, offenbar
offi=
ziös inſpiriert, läßt darüber keinen Zweifel.
In dem Verhältnis zwiſchen Paris und Rom ſpielt
Jugo=
ſlawien eine immer größere Rolle. Jugoſlawien ſteht zwiſchen
allen Staaten der kleinen Entente am meiſten unter franzöſiſchem
Einfluß — Einfluß iſt beinahe zu wenig geſagt — ſowohl in der
Politik, als auch finanziell. Auch die ſonſtigen Reibungsflächen
zwiſchen der franzöſiſchen und italieniſchen Politik werden immer
größer. Die Verhandlungen ſollen jetzt auf dem diplomatiſchen
Weg weitergeführt werden. Aber auch das koſtet viel Zeit, und in
dieſer Frage arbeitet die Zeit nicht für Frankreich.
5t
ktionswand werfen. Der Fall wird nicht
befürchten, daß die photographierten Filme
Nenſchrumpfen und die Zuſchauer erſtarren
2 iſt die Geſchichte des Künſtlers ſelbſt,
—die Geſchichte eines menſchlichen Herzens.
rachtet die Welt ſo aufmerkſam und
er=
m Himmel gefallen. Die Maſchinen, das
dgs Häuſermeer. Er trifft auf die Frau.
15 er nicht weiß, wohin er ſeinen
Glücks=
ſol. Er umarmt den müden Droſchken=
Tdern herum, ſtellt ſich vor ihnen auf den
Geſchichten. Er verrichtet mit einfältiger
19 Kleine des Alltags; Aecker und Bäume,
enſchen werden ihm vertraut. Er nimmt
zu ſich und vergräbt den Kopf in den
er ſucht die Stille der Kirche und ſpringt
Dermenſchen bei, folgt ihm auch zum
Auf=
mit und ſucht und ſucht mit ſchmerzender
erfragt ihn von den Blumen und Geſtir=
Llebt, iſt fröhlich und doch verzweifelt, zer=
Aalende Herz, das in ihm nagt und ihn
und Maſereels Bilder. In ihnen wirkt
S erſtreckt ſich gleichermaßen auf die Zer=
Eſtorten, auf die Fröhlichen wie auf die
keine Tendenzkunſt. Zum Revolutionär
eu, die auf ein Mittel ſchwört und es
Sein Werk iſt viel mehr eine Einſicht in
Euicht von ihnen. Und gerade das iſt es,
Sdrecher macht. Wer ſeinen Bilderreihen
Zr ſt, wird ſagen: Das iſt ja alles viel
augene Zufall der Photographie, mag er
berichtigt und verallgemeinert ſein! Hier
Dei der perſönlichſten Photographie ein
iter. Hier ſchiebt ſich kein Mechanismus
enſch. Hier kommt zu der Auswahl aus
Sichtbarmachung des Unſichtbaren: die
un=
es Gedachten ohne die Schlacke und zu=
* Iym in der Wirklichkeit anhaften. Als
De. Db im Film künſtleriſche Möglichkeiten
2N doch” Als man weiter fragte, welcher
u Forderungen entſpräche, ſagte er:
uch‟.
* Orpheum.
Bobbie Hind und die London Sonora Band
feierten die Woche hindurch im Orpheum — wo ſie heute
voraus=
ſichtlich zum letzten Male zu hören ſind — allabendlich Triumphe,
die an Senſation grenzen. Es war ein Gaſtſpiel von ſeltenem
Erfolg. Bobbie Hind hat ein Orcheſter von 12 Virtuoſen, er
ſelbſt iſt der 13. (dreizehnte), aber dieſe 13 ſcheint ſeine
Glücks=
zahl zu ſein, denn dieſe 13 Künſtler arbeiten in ganz ſeltener
Harmonie miteinander in dem Grundton muſikaliſchen Humors
und temperamentvollen Rhythmus. Von dem Sopranſänger und
Gitarreſoliſten Frank Jvalla über Poſaune=, Trompete=, Banjo=,
Akkordion=, Klarinett=, Saxophon=, Violine=, Baß=, Schlagzeug=
Virtuoſen und dem ausgezeichneten Komiker Edgar Dolton ſind
alle auch ausgezeichnete Sänger, ſind ſämtlich Soliſten von beſter
Eigenart. Dieſe 12 ſind ebenſo einzigartig wie der farbenhafte
Ex=
zentriktänzer Jack Trevor, der bewundernswert verſteht, Jazzmuſik
zu tanzen, und ſeine Tänzerin Miß Maud Janis, die in ihrer
tänzeriſchen Eigenart ebenſo einzig daſteht. Wer dieſes
Pro=
gramm noch nicht ſah, ſollte den heutigen letzten Abend nicht ver=
D44
ſäumen.
Ap. Wieſen und Wege in Kinderland. Erinnerungen von Erich
Bocke=
mühl. (Adolf Klein=Verlag, Leipzig S 3. Preis kart. 2,50 RM.)
Der Verfaſſer hat ſeinen ſchönen Büchern „Vom Leid des Kindes”
und „Das ewige Rauſchen”, ein neues folgen laſſen, das uns in das
Kinderland führt. Es iſt, ſo ſagt er, kein Weg zurück, dies „in die
Kind=
heit gehn”, keine Schwärmerei, keine Sentimentalität, kein Weg zurück,
weil alles dieſes Zurück Erinnerung iſt für die Zukunft. Wandlung des
Geiſtes ins Seeliſche, Reinigung des materiellen Tags zu ewiger
Gültig=
keit und Wertung. Wäre die Kindheit nicht das Ideal in der
Menſch=
beit Seelenkraft, dann hätte ſie und die Welt ſchlechterdings keinen Sinn.
Dann wäre nichts als ... Tod. Es ſind der Träume und des Lebens
Wirklichkeiten, was in des Kindes Seele lebt und lebend wirkend bleibt
ein Menſchenleben lang. Eine Inhaltsangabe des Buches wäre ebenſo
äußerlich, wie verfehlt. Die Erinnerungen aus der Kinderzeit ſind
um=
woben von wunderbarer Phantaſie und Poeſie. Die erſten beiden Teile
„Präludien” und „Im Garten der Kindheit” ſind Poeſie und Proſa voll
zarten Empfindens, liebevollen Verſenkens in die Kindesſeele und ein
Loblied auf die Herrlichkeiten des in Gottes Natur Geſchauten. Alles
wird dem in die Kindheit Zurückblickenden zum Feſte: Die Wieſen, die
Blumen, die Blütenbäume, der Garten, der Wald, der Vogelſang, das
Summen der Bienen, die Grillen im Gras, der rieſelnde Schnee. Die
ganze bunte Flora des Frühlings, Sommers und Herbſtes flicht ſich in
dieſe Erinnerungen voll Sehnſucht, Wehmut und Kindesglück ein. „
Früh=
ling, Sommer, Herbſt und Winter .. . jede Stunde liegt in anderer
Schönheit da.” In hundertfachen Variationen und in einer prachtvollen
phantaſiereichen Sprache wird das Thema der Kindeserinnerungen, die
an innere und äußere Erlebniſſe aller Art anknüpfen, behandelt. Ein
goldenes Heimatgefühl durchzieht alle dieſe Erinnerungen: Kind und
Leben, Kind und Schule Kind und Elternhaus. „Alles, das wir einſt
erlebten, wird uns zum Märchen. Es wird uns alles „Bild” und
Har=
monie, es wird uns alles, ſo wir guten Willens ſind, zum Frieden!”
Mehr an äußere Erlebniſſe knüpft der letzte Teil „Am Tor des
Aus=
gangs” an, der bei dem Abſchied von dem Elternhauſe mit der
wehmüti=
gen Erkenntnis ſchließt, daß es wohl eine Rückkehr in das Elternhaus,
Beſuch und Abſchied immer wieder, aber niemals eine Heimkehr geben
kann.
Ap. Norwegiſche Reiſe. Wenn jemand eine Reiſe tut, ſo
kann er — begeiſtert erzählen; mit dieſer Variante läßt ſich das
bekannte alte Sprichwort auch auf das Buch von Orrie
Mül=
ler „Norwegiſche Reiſe” (Verlag Franz Leucver, Bremen,
Preis kart. 3,50 Mk.) anwenden, das aus der „Begeiſterung über
das Geſehene heraus” entſtanden iſt. Der Verfaſſer, der in dem
gleichen Verlag bereits ein Buch „Wege nach Hellas” erſcheinen
ließ, ſchildert den großartigen Eindruck, den der heroiſche
Cha=
rakter des Nordlands auf einen empfindſamen Menſchen
aus=
üben muß. Es ſind Erinnerungen an eine Nordlandreiſe im
Sommer des Jahres 1929 mit dem Lloyddampfer Sierra
Ven=
tana”, eine für jedermann anregende Lektüre, deren Genuß
durch die 24 Bildbeigaben erhöht wird. Das Buch, das zugleich
für den engeren Zuſammenſchluß der deutſchen und nordiſchen
Kultur werben will, beginnt mit einer eindrucksvollen
Schilde=
rung der norwegiſchen Landſchaft im allgemeinen. In den
fol=
genden Kapiteln erhebt ſich die Landſchaft vor dem geiſtigen Auge
als „ſteinernes Wunder im Meer” zu einem Panorama von
einzigartiger Größe und Erhabenheit. Die zauberhafte
Roman=
tik der Fjorde, von denen Gletſcher an Gletſcher überall gleich
„eiſigen Zungen” ſich ins Tal ſenken, feſſelt ebenſo ſehr wie der
wechſelnde Charakter ihrer Umgebung. Der Menſch der in
die=
ſer Landſchaft wohnt, ſei es der Bauer oder der Fiſcher, ſtählt in
fortgeſetztem ſtillen und zähen Kampf mit den natürlichen
Ge=
walten des Landes ſeinen Willen und Selbſtvertrauen. Obwohl
er ein beſcheidenes und anſpruchsloſes oft ſorgenvolles Daſein
führt, ſind ihm doch ſtete Hilfsbereitſchaft und herzliche.
Gaſt=
freundſchaft zu eigen; daneben iſt er von unbegrenzter
Ehrlich=
keit. Es beſteht keine Furcht vor Dieben und Verbrechern. Der=
Zwang, mit allem allein fertig zu werden, gab dieſen Menſchen
ſchon früh das Bewußtſein einer geſteigerten Selbſtändigkeit.
Reizvolle Bilder aus dem Leben der Nordländer bieten ſich
be=
ſonders in der Weltabgeſchiedenheit des Tales dar, die Menſchen
erinnern dort, wie der Verfaſſer ſagt, noch an die Geſtalten aus
der Zeit der Sagas Faſt alle geiſtigen Größen des Landes,
Wiſſenſchaftler wie Künſtler, ſind aus den einfachſten
Verhält=
niſſen hervorgegangen. Immer neue, packende Naturſchönheiten
nehmen uns gefangen. Und der Menſch, das mit Vernunft
be=
gabte Weſen, läßt alle Gelehrſamkeit zu Hauſe, ſtaunend und
ehrfurchtergriffen ſteht er vor dem gewaltigen „Steindrama” und
empfindet die Größe des Schöpfers dieſer Wunder,
Sonntag, den 18. Mai 1930
Seite 4
Statt Karten
Die Verlobung ihrer einzigen
Tochter Hedwig mit Herrn
Dr. med. Guſiav Weißenbruch,
Oberleutnant a. D. im ehem.
IV. Lothr. Feld=Art.=Reg. Nr. 70,
beehren ſich anzuzeigen.
G. Welskop und Frau
Marie, geb. Erdt.
Wanne Eickel, im Mai 1930.
Hedwig Welskop
Guſtav Weißenbruch
Verlobte
Caſtrop=Rauxel
Darmſtadt
Marktſir. 69.
(8040
Statt Karten.
Nach Gottes hl. Ratſchluß verſchied heute, wohlvorbereitet
durch den öfteren Empfang der h! Sakramente unſer lieber
Vater
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Klos.
Darmſiadt den 17. Mal 1930.
Am Herrenacker 11
(8075
Seelenamt: Dienstag, den 20. Mai, 8½ Uhr, in der St. Ludwigslirche,
danach um 11 Uhr Beiſetzung auf dem alten Friedhof, Nd.=Ramſtädterſte.
Roßdorf
Elisabethe Koch
Heinrich Hörr
grüßen als Verlobte.
Ober-Ostern
Jägersburg
Gustau Dammler
Julia Dammler
geb. Schweitzer
Vermählte
Mal 1930
Darmstadt
1
Gervinusstr. 34.
Autorßesf
Zeigt Ihr Fahrzeug im Lack ke
mehr, so kann der Glanz wie
werden durch das neueste Polie
Spritzlackierung in prima Ma
kürzeste Lieferzel
Wilhelm Eisen
Autolackierere
Eberstadt a. d. B., Darmstädterstrag
Für die uns anläßlich unſerer Vermählung
erwieſenen Aufmerkſamkeiten ſagen wir hier=
mit unſeren herzlichſien Dank.
Heinrich Roß u. Frau Emil Schick u. Frau
geb. Schick
geb. v. d. Hehden.
Allen Freunden, Verwandten und
Bekannten die traurige Mitteilung
daß mein Mann, unſer Vater
Schwiegervater und Großvater
Herr Chriſtian Becker
im Alter von 73 Jahren heute
früh ſanft entſchlafen iſt
Die trauernden Sinterbliebenen.
Darmſtadt, den 17. Mai 1930,
Marienplatz 1.
Die Beerdigung findet Montag,
den 19. Mai, nachmittags 3 Uhr,
von der Kapelle des
Waldfried=
hofs aus ſtatt.
Dankſagung.
Für die ſo überaus zahlreichen
Be=
weiſe herzlicher Teilnahme und die
vielen Blumen= und Kranzſpenden
bei dem allzufrühen Heimgange
unſerer lieben Entſchlafenen ſagen
wir auf dieſem Wege Allen unſeren
innigſten Dank. Ganz beſonders
danken wir Herrn Dekan
Zimmer=
mann für ſeine troſtreichen Worte
am Grabe.
Wilhelm Gorr und Kinder
8034) Alexanderſtr. 25.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme beim Hinſcheiden unſerer
lieben Tochter
Dina Reeg
ſagen wir Allen herzlichen Dank,
beſonders Herrn Pfarrer Bickel für
die troſtreichen Worte, ſowie allen
Freunden und Kolleginnen für ihre
Kranzniederlegung.
Die trauernden Hinterbliebenen
Familie Jakob Reeg.
Höllerbach, den 15. Mai 1930.
-CkORPULENZ
(Fettleibigkeit) wird beseitigt durch
„Tonnola-Zehrkun
in kuz. Zeit oft erheblich.Gewichtsabnahme
u. jugendliche,schlankeFigur. Garantiert
unschädl., ärztl. empf. Keine Djät. Kein
Heilmittel, sond. narürlich fettzehrend.
VieleDankschr. Seit 30Jahr. bewährt.
Preis-
gekrönt m. gold. Med. u Ehrendiplom Pr.
Der Pak. Mk. 3.—. Depotr Darmst.:
Medi-
zinaldroz. Friedr. Beckenhaub, Ecke
Schul-
u. Kirchstr. M. S. Na. S. Rad. ligu to. Sen.
(IV. 197)
Von der Reiſe zurück
Frauenarzt
. Klaus Hoffmann.
Annaſtraße 20 (7730b
APETEN
LINOLEUM
Eigaux
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J. Thrin, Darmſte
Freunden und Bekannten die traurige
Nach=
richt, daß unſer geliebter, treuer Bruder,
Schwager und Onkel
D. Mu. Oiein
fern ſeiner alten Heimat, der er ſiets mit
heißer Liebe gedachte, im 65. Lebensjahre
von einem ſchweren, qualvollen Leiden erlöſt
wurde.
Ludwig Stein
Peter Nöll und Frau, geb. Stein
Frau Kath. Stein Wwe.
Cincinnati (Ohio, U S.A), Darmſtadt,
den 16 Mai 1930.
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für Damen und WIn
Bei Krampladern und sons
ärztlich emptohlen, bes E
Stuck von Mk. 18
Auskuntt und Broschüre b Ei
Reformhads!
Darmstadt, Ecke Etisabethc R,
Anann
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme und für die
vielen Kranz= und Blumenſpenden beim Heimgang unſerer
lieben Entſchlafenen
Frau Ang. Heß, geb Görich
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren innigſten Dank. Ganz
beſonders danien wir denjenigen, welche uns hilfreich
zur Seite ſtanden, beſonders Herrn Dr. Röder, der
Ge=
meindekrankenſchweſter, ſowie Herrn Pfarrer Uhl für die
troſtreichen Worte am Grabe.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Andreas Heß
Ph. Feldmann und Familie
Chriſtian Krämer und Familie.
Weiterſtadt, den 17. Mai 1930.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
ſowie die zahlreichen Blumenſpenden bei dem
Heimgang unſeres lieben Entſchlafenen ſprechen
wir auf dieſem Wege unſeren herzlichſten
Dank aus
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Metzler.
Darmſtadt, 17. Mai 1930.
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„.. Nein, Liebste! Du irrst,
daß wir Frauen von der N
behandelte Geschöpfe sind. 18
die gänzlich verkehrten und u V
daran schuld, daß die persör
Frau zu kurz kommt? Ich u.
daß viele Tausende von Frau
seelisch ungemein leiden. Wie
es, wenn alle Damen — s0 U
die wertvollen Ratschläge
Schwester befolgten. Du weilt
mich seitdem außerordentlich
weder Unsicherheit noch Ve
Hier spricht eine feinfühlige,
aus Erfahrung. Sie verwirtt ?
alteten Stoffbinden und V"
Reform-Damenbinde „Cal
Lagen feinster „Camelid
Haumig, aufsaugefähig. Ab8
vorzügliche Paßform, zumal
dem neuen Camelia-Gürte
glänzend begut E
Warnung vor minderwer.
igenNachahmungenl Mur 0s
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Wo nicht, Bezugsquellen”
Camelia=Werk der Vereinigten Pah
Lag”
* Landeshaupkftadt.
Darmſtadt, den 18 Mai.
Heig es „Griesheimer Handes”
zingewieſen, daß nach Abzug der Beſatzung
das Lager Griesheim, nun von jedermann
ein ſchriftlicher Ausweis von der deutſchen
rforderlich.
Schießgeländes iſt auch noch mit Gefahren
gh ſogenannte Blindgänger im Boden
be=
nvorſichtigkeit leicht größere. Unglücksfälle
zu vermeiden, iſt das Betreten des
Schieß=
en.
tung bei ſolchen Unglücksfällen wird von
en nicht übernommen.
B.
Lu
Fe
K
NSt
Uns
farz
Bund. Der Zweigverein Darmſtadt hält
d 8 Uhr im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17,
hreshauptverſammlung ab. Der
„ Jahresbericht erſtatten über das beſonders
zuſttes hr. Dann erfolgt Rechnungsablage und
ich wird der neue Generalſekretär des
Heſ=
des Evangeliſchen Bundes, Herr Dr.
irtrag halten über die Frage: „Iſt die
n Segen oder ein Ungluck für
7 gewiſſe Tendenzen einer modernen
Ge=
ausgehen, dieſe Frage in einem anderen
zu entſcheiden, dürfte es beſonderem Inter=
Redner dazu zu ſagen hat. Zu der
Jahres=
d alle Mitglieder, zu dem etwa um 9 Uhr
auch Freunde des Bundes eingeladen.
hropoſophiſchen Geſellſchaft. Ueber „Menſchliche
im Lichte der Lehre von den wiederholten
hickſalsgeſetz wird Herr v. Gleich in einem
zwei=
am Dienstag, den 20. Mai, ſprechen. — Durch
in einem Leben gewinnt der Menſch die Kräfte,
gang durch die geiſtige Welt, in ein folgendes
, um ſie in dieſem in dem ihm gemäßen Leibe
men undſch ſich ſo als Frucht und Erbſchaft aus der
Ver=
ſem bildet ſich gleichſam ein neuer Keim für das
is den geſteigerten oder vergeudeten Kräften des
wandelt der Menſch ſich und ſteigert vielleicht
inem Leben zum andern. Dieſe Umwandlung
chickſals= oder Karmageſetz. Es iſt von dem
Be=
phie aus der überſinnlichen Erkenntnis heraus
vorden. Nur eine ſo tief im abendländiſchen
Perſönlichkeit wie Rudolf Steiner konnte dazu
körperung und des Karma von der Seite
natur=
ſtens her die Begründung geben. Begründend,
was nicht bewieſen werden kann, — entwickelte
inem Vortrag am 6. d. M. die Lehre und zeigte
wie Karma wirkt. Wie es ſich offenbart in
phalen Ereigniſſen, dies bildet den Inhalt des
an den hiermit nochmals erinnert ſei. (Siehe
Blatt.)
Ilfred Bodenheimer. Der
Bernhard=
in der Traube heute beginnt um 8,15 Uhr.
inſtraße aus. Karten bei der Bücherſtube.
Perückenmacher=Zwangsinnung Darmſtadt teilt
uni d. J. findet hier der 18. Verbandstag der
Kaſſau ſtatt. Damit verbunden iſt die 5. Tagung
nſchaft der Friſeure. Die Veranſtaltung findet
Dieſer ſind für den Fachmann wichtige
Aus=
herbliche (Firmen) und eine fachliche (
Haararbei=
erdem findet am Sonntag nachmittag großes
ſtatt. Für den Friſeurkollegen iſt es eine Not=
und Ausſtellungen zu beſuchen, zumal an
dem=
rfeier der Stadt Darmſtadt begangen wird. Zu
Geſchäftsſtelle der Friſeure Darmſtadts,
Karl=
to gerne bereit. Eintrittskarten im Vorverkauf
Narkusgemeinde. Der wichtige und
bedeu=
chriſtlichen Kultus wurde am letzten Vor=
Thema „Abendmahlsfeiern einſt und jetzt”
cht; vor einer erfreulich zahlreichen
Zuhörer=
us entwickelte Herr Stadtpfarrer Vogel
llung von Urſprung und Geſtaltung der
ern. Als geſchichtliche Beurkundung erſten
tehrwürdige, gut bezeugte chriſtliche
Litera=
ſalemer Codex „Lehre der zwölf Apoſtel”
* und veröffentlicht erſt 1883 vom
Metro=
nios in Konſtantinopel), deſſen Abfaſſung
des 2. Jahrhunderts — etwa 130 n. Chr.
ichter Einfachheit werden darin die Gebete
von Wein und Brot angegeben; mit den
gebrochene Brot (in Körnern) verſtreut
rgen und zuſammengebracht eins wurde, ſo
meinde zuſammengebracht von den Enden
Reiche” und mit dem „Dank für den heili=
S wird eine urchriſtliche Auffaſſung des
nen Glaubens und des Dankes für geiſtige
ſeugt. Auch das Verlangen der Buße wird
Sgeſprochen: Wenn jemand heilig iſt, d. h.
ſo komme er, wer es nicht iſt, der tue Buße.
err kommt) ſchließt ſich daran als Verkün=
Gottes, der Wiedergeburt Chriſti. Die
e Gottes ſoll ſeine Gemeinde zuſammen=
* Winden zu ſeinem Reich”. — Ohne auf
Dre des Abendmahls und die
jahrhunderte=
über die Myſterien des chriſtlichen Glau=
Töugehen, behandelte der Herr Vortragende
deim Abendmahl als Deutung der heiligen
auf das Lebenswerk Chriſti und die
Grün=
resbundes nach Jeremias 31. Nächſt den
en Teſtaments leiteten die Schriften Luthers
n, die Augsburger Konfeſſion in ihrer
Stel=
als Sakrament hinüber zu unſerer
heu=
er, die nicht nur als Anlaß zur ſeeliſchen
15 Feſt der Freude über die Vollendung der
iſt. Die Vermeidung jeglicher Streitlehre
ſellungsfolge äußerſt wohltuend und eiferte
Seſprechung an, an der ſich nächſt dem
Vor=
keich, verſchiedene Damen und Herren der
Anfragen und Anregungen lebhaft beteilig=
Elegenheit dürfte die Stiftung des neuen
Kruzifixes in unſerer erneuerten
en ſein, das als Schmuck von hohem künſtle=
Oßherzogspaar zu danken iſt und am Oſter=
Dſarrer Lautenſchläger eingehend gewürdigt
AIgeliſchen Allgemeinheit bequem zugänglich,
* Ia auch wochentags zur Andacht geöffnet
hrige Jubiläumsfeſt der evang. Kirchen=
* am 31. ds., für deſſen Mitwirkende von
cartiere erwünſcht ſind, wurde an anderer
2 bereits ausführlich hingewieſen.
ag wird die Beſſungerſtraße zwiſchen Hermann=
N I9. Mai 1930 für Fahrzeuge aller Art geſperrt.
Große Ereigniſſe
Weltmeiſterſchaften der Studenten.
Die Weltmeiſterſchaften der Studenten, die in der Zeit vom
1.—10. Auguſt 1930 in Darmſtadt ſtattfinden, ſind das bedeutendſte
Ereignis des Jubiläumsjahres 1930. Das Intereſſe, das man an
lieſer Veranſtaltung, ganz beſonders in Sportkreiſen, nimmt, iſt ein
geradezu überwältigend großes. Vor einigen Tagen hatte die
Organiſationsleitung Gelegenheit, vor der Frankfurter Preſſe
über die Veranſtaltung zu referieren. Die Ausführungen wurden
mit großem Beifall zur Kenntnis genommen, ebenſo wurde der
Darmſtädter Veranſtaltung volle Unterſtützung in jeder Weiſe
zu=
geſagt. Bei dieſer Gelegenheit wurden Beziehungen zur
inter=
nationalen Preſſe aufgenommen und die beſtehenden vertieft.
In weitaus größtem Maße nimmt natürlich die Darmſtädter
Studentenſchaft an „ihren” Weltmeiſterſchaften teil. Dies
demon=
ſtriert ſich ganz beſonders darin, daß die Zwiſchenrunde um die
Deutſche Handballmeiſterſchaft der Hochſchulen, am kommenden
Sonntag und Montag in Darmſtadt ausgetragen wird.
Anläß=
lich eines Zweikampfes zwiſchen dem Akademiſchen Sportklub und
dem Sportverein 98 Darmſtadt finden dieſe Handballſpiele ſtatt,
und zwar vorher das Spiel der Univerſität Bonn gegen die
Tech=
niſche Hochſchule Hannover (Beginn 14 Uhr 30 Min.), bei dem die
Techniſche Hochſchule Hannover als Favorit gilt. Im Anſchluß
an den Klubkampf findet ſodann das Spiel der Univerſität
Würz=
burg gegen die Techniſche Hochſchule Darmſtadt ſtatt, bei der
wiederum Darmſtadt als ſicherer Sieger gilt.
Am kommenden Montag ſpielen ſodann die Sieger dieſer
Kämpfe, alſo ſehr wahrſcheinlich Hannover gegen Darmſtadt, um
hier den Sieger des weſtlichen Gebietes zu ermitteln. Die
Mann=
ſchaft der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt beſteht zum größten
Teil aus Leuten des Sportvereins 98 Darmſtadt und des
Fußball=
ſportvereins Frankfurt am Main, haben doch ſeinerzeit für
Süd=
deutſchland repräſentativ geſpielt der Torwächter Irion, die
Stür=
mer Werner, Feigk und Freund. — Und auch hier beſtehen wieder
Verbindungen zu den Weltmeiſterſchaften der Studenten vom
1.—10. Auguſt 1930, da das Endſpiel um die
Hochſchulhandball=
meiſterſchaften am 10. Auguſt 1930 in Darmſtadt im Rahmen der
Weltmeiſterſchaften zum Austrag kommt. Der Darmſtädter
Be=
hölkerung iſt alſo am Sonntag nachmittag Gelegenheit gegeben,
anläßlich eines ausgezeichneten Sportnachmittags, der in ſeiner
Zuſammenſtellung ſelten glücklich iſt, das Stadion der Techniſchen
Hochſchule kennen zu lernen. Alſo denjenigen Ort, in deſſen
Gren=
zen ſich das größte ſportliche Ereignis des Jahres 1930 abwickeln
wird. Die Anlage befindet ſich vor der Fertigſtellung, kleinere
bauliche Arbeiten ſind noch auszuführen, aber immerhin gewinnt
der Beſucher doch den Eindruck, den das fertige Stadion dann
hinterlaſſen wird.
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Die Rhein=Inſel Kühkopf.
Ausſtellung 200 Jahre Darmſtädker Kunſt.
Die Sammlung von wertvollen Bildern Darmſtädter Maler aus
der Zeit von 1830 bis etwa 1900 hat ein ſehr erfreuliches Ergebnis
ge=
habt. Sie iſt noch nicht abgeſchloſſen. Gute Werke werden immer noch
angenommen. Es wird ausdrücklich bemerkt, daß alle Leihgaben auf
Wunſch auch verkäuflich gemacht werden dürfen. Es ſind bis jetzt etwa
200 Bilder von 60 verſchiedenen Künſtlern 50 Beſitzern zur Verfügung
ge=
ſtellt worden: Zahlen, wie ſie hier noch nie zuſammengekommen ſind. Es
feh=
len uns noch Werke von App, Anding, Auguſt Becker, Brunner, Fritſch,
Hallſtein, Heſſemer, Kopp, Schlöſſer, Schmitz, um deren Anmeldung als
Leihgaben oder zum Verkauf im Stadthaus, Rheinſtraße, Zimmer 20,
vormittags gebeten wird. Von lebenden heſſiſchen Künſtlern liegen
eben=
falls zahlreiche Anmeldungen vor. Es wird erinnert, daß die Beſchickung
zur Mathildenhöhe vom 25. Mai bis 1. Juni zu erfolgen hat. v,H.
Das 8. Kreisfeit des Arbeiter-Turn- und Sporkbundes
9. Kreis in Darmſtadk.
Am 19., 20. und 21. Juli veranſtaltet der Arbeiter=Turn=
und Sportbund (9. Kreis) in Darmſtadt ſein 8. Kreisfeſt. Das
Feſt liegt im Rahmen der 600=Jahrfeier der Stadt Darmſtadt
und dürfte der Höhepunkt der diesjährigen Veranſtaltungen ſein.
Das Feſt findet auf dem Feſthallengelände ſowie auf den
an=
grenzenden Sportanlagen ſtatt.
Entgegen den früheren Veranſtaltungen weichen die jetzigen
Veranſtaltungen des Arbeiter=Turn= und Sportbundes ſtark von
dem rein turneriſchen Einſchlag ab. Wohl bildet die Turnſparte
noch einen erheblichen Teil der Feſte, jedoch ſind die vielen
an=
geſchloſſenen Sparten, wie Leichtathletik, Handball, Fußball,
Schwimmen, Rudern, Kanufahren, Tennis uſw., gleichfalls große
Gruppen auf den Feſten. Bei dem kommenden Kreisfeſt dürfte
das lebhafte, abwechſelungsreiche Bild noch ſtärker in Erſcheinung
treten. Es wird ein Sportfeſt im wahrſten Sinne des Wortes,
bei welchem drei Tage lang alle Sportarten in Maſſen
aufmar=
ſchieren und ihre Wettkämpfe austragen.
Als Einleitung findet bereits am Vorſonntag, alſo am 13.
Juli, auf dem gleichen Feſtplatz ein Kreiskinderfeſt ſtatt. Hier
wickelt ſich gleichfalls ein vielſeitiges ſportliches Leben ab, wobei
alle Sportarten zum Worte kommen. Auch ein Feſtzug der
Kin=
der geht am 13. Juli durch die Straßen Darmſtadts.
In letzter Zeit lieſt man öfters Schilderungen über den
Küh=
kopf und den Vogelreichtum dort, die vielfach falſche
Vorſtellun=
gen auslöſen und den Glauben erwecken, daß man nur
hinzufah=
ren brauche, um all die geſchilderten Herrlichkeiten ſich in Muße
anſehen zu können. — Leider, oder vielmehr gottlob, iſt es nun
nicht ſo, und ſelbſt der geübte Vogelkenner muß oft manche Stunde
opfern, um gewiſſe Vogelarten zu beobachten. So werden zum
Beiſpiel das ſeltene und ſehr heimliche Blaukehlchen, der nicht
häufige Wanderfalke und Rotkopfwürger u. a. nur von wenigen
geſehen werden. Es gehört jahrelange Uebung dazu, die
einzel=
nen Vogelärten auch wirklich zu belauſchen.
Die Stellung der Inſel unter Naturſchutz iſt nicht ſo einfach
und auch m. E. nicht unbedingt nötig. Die Regierung hat ja in
anerkennenswerter Weiſe jetzt Verordnungen erlaſſen, die ſich
ſicher nutzbringend und ſegensreich auswirken werden.
Dieſe Verordnungen waren unbedingt erforderlich, um den
ſel=
tenen Vogelreichtum zu erhalten. Allein ſchon läuft man Sturm
dagegen und verlangt Aufhebung und Einſchränkung derſelben.
Hoffentlich bleibt aber die Regierung ſtark, da ſonſt eine ſchwere
Schädigung der ſeltenen Vogelwelt unausbleiblich ſein würde.
Daß aber der Kühkopf noch eine ziemlich große Zahl ſonſt ſeltener
Vögel (Reiher, Haubentaucher, Milane u. a.) beherbergt, hat
jedoch ſeinen Hauptgrund darin, daß der Beſitzer des Gutes
Gunthershauſen und Inhaber der Jagd auf der ganzen Inſel,
Freiherr Max von Heyl zu Rennhof, alle dieſe Vögel hegt und
ſchützt. Genanntem Herrn gebührt vor allem der Dank der
Natur=
freunde, und eine Stellung der Inſel unter Naturſchutz iſt
un=
nötig, ſolange die pflegende Hand eines weidgerechten Jägers,
wie es Freiherr von Heyl iſt, dort waltet und die ſchützenden
Verordnungen der Regierung in Kraft bleiben.
Waldvogel.
— Ehren=Abſchiedsabend im Orpheum. Bobbie Hind mit
ſeiner hervorragenden Jazz=Band verabſchiedet ſich heute abend
im Orpheum. Es bietet ſich ſomit heute abend letzte Gelegenheit,
den prominenten engliſchen Meiſter der Jazzmuſik mit ſeinem
un=
vergleichlichen Soliſten=Orcheſter zu hören. — Sonntagskarten
anläßlich der Meſſe bei Hugo de Waal, Rheinſtraße 14, von 11
Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags ununterbrochen, ſowie
Verkehrsbüro in der Zeit von 9 bis 12 Uhr, Zeitungskiosk
gegen=
über dem Verkehrsbüro bis 1 Uhr und an der Orpheumskaſſe ab
3 Uhr nachmittags. Ende der Vorſtellung 10,30 Uhr. (Siehe
Anzeige.)
— Promenaden=Konzert. Am Sonntag, den 18. Mai, von 11—12
Uhr, ſpielt das Stadtorcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſters W.
Schlupp im Herrngarten (Pergola) nach folgendem Programm: 1. Vater
Rhein”. Marſch von Linke; 2. Ouvertüre z. Op. „Die luſtigen Weiber
von Windſor” von Nikolai; 3. „Traum”, Walzer von Millöcker;
4. „Zigeunerſtändchen” von Nehl; 5. Fantaſie a. d. Op. „Aida”, von
Verdi; 6. „Hoch Habsburg”, Marſch von Kral.
— Das Muſikkorps der Freiwilligen Feuerwehr Neu=Iſenburg,
Leitung Matthias Weber — konzertiert Sonntag, den 18. Mai, ab 11,50
Uhr, am Frankfurter Sender nach folgendem Programm: G.
Meyer=
beer: Krönungsmarſch a. d. „Prophet”: P. Linke: Ouvertüre z. Operette
Im Reiche des Indra”: C. Millöcker: Potpourri a. d. „Bettelſtudent”
Offenbach=Fitras: „La Barcarole”, Walzer nach Motiven der Oper „
Hoff=
manns Erzählungen”: Hans Hünemeher: „Blutrote Roſen”; Rieſenfeld=
Benatzky: „Drei Musketiere”; M. Weber: „Freundſchaft, Mut und
Treu” Feſtmarſch des Kreisturnfeſtes 1927, Darmſtadt.
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(Il58
— Ortsgruppe Darmſtadt der Warteſtands= und Ruhebeamten. Die
letzte Verſammlung war ſehr gut beſucht. Der 1. Vorſitzende begrüßte
die Teilnehmer und erteilte dem Delegierten beim Vertretertag in
Berlin, Herrn Ing. Schneider=Frankfurt, das Wort zum Vortrag über den
Verlauf und die Ergebniſſe dieſer Tagung ſowie über Beſprechung mit
den zuſtändigen Behörden in Berlin. Herr Schneider entledigte ſich
dieſer Aufgabe in vorzüglichſter Weiſe. Er ſtellte beſonders heraus die
Tätigkeit des früheren und die Aufgaben des neugewählten
Verbands=
vorſtandes, das Verhalten verſchiedener Parteien ſowie das Eintreten
führender Parlamentarier für unſere Sache, einſchließlich derer, die
früher uns mehr oder weniger wohlwollend gegenüberſtanden.
Unbe=
dingte Aufrechterhaltung unſeres Verbandes bis zur Erfüllung unſerer
Forderungen ſei notwendig. Deshalb hätten nicht nur die noch
vorhan=
denen, ſondern auch die bereits in den dauernden Ruheſtand überführten
Warteſtandsbeamten das größte Intereſſe an dem Weiterbeſtehen des
Verbandes. Kein jetziger und kein ehemaliger Warteſtandsbeamter
dürfe zu denen gehören, die andere die Opfer bringen laſſen, ſich ſelbſt
aber aus Bequemlichkeit oder Eigennutz von Arbeit und Opfer drücken.
Herr Schneider berichtete dann noch über wichtige Beſprechungen mit
den Behörden und Reichsſtellen in Berlin. Er gab dann einen
Ueber=
blick über die Warteſtandsbewegung der verfloſſenen ſieben Jahre ſowie
über vorausſichtliche Aenderungen unſerer Verhältniſſe Der Vortragende
ſchloß mit dem Wunſche, daß der Zuſammenſchluß in kürzeſter Zeit
reſt=
los erfolge.
— Haushilfe. Die Abteilung „Haushilfe” des Alice=Frauenvereins
findet ſtändig ſteigende Inanſpruchnahme. Es iſt dies ein Beweis dafür,
welch dringender Forderung aus allen Teilen der Bevölkerung dieſe
Ein=
richtung entſpricht. — Haushilfe bedeutet Sorge für Haushalt und
Kin=
der einer niederkommenden oder erkrankten Frau. Der Haushalt der
Wöchnerin, der Haushalt der zu Hauſe krank liegenden Frau, der
Haus=
halt einer alleinſtehenden erkrankten Perſon, der Haushalt der im
Wöch=
nerinnen=Afyl oder Erholungsheim befindlichen Frau, der Haushalt einer
kürzlich verſtorbenen Frau, ſofern nicht Verwandte die Hausfrau erſetzen,
bedarf der Haushilfe. — Der Alice=Frauenverein entſendet
vertrauens=
würdige Frauen zur Haushilfe; dieſe ſind ſorgfältig ausgewählt und
werden ſtändig überwacht. Sie ſind einer Haushilfenordnung unterſtellt.
— Die Koſten der Haushilfe können von der Familie ſelbſt ganz oder
teilweiſe getragen werden; außerdem kommt als Koſtenträger das
Wohl=
fahrtsamt oder die Krankenkaſſe in Frage. — Das Ziel der Haushilfe iſt
vor allem die Erhaltung von Frauenkraft und Volksgeſundheit,
Ver=
hütung von frühzeitigem Siechtum und Schutz der Kinder vor
Verwahr=
loſung. — Wie verſchafft man ſich Haushilfe? Man wendet ſich
ſchrift=
lich, mündlich oder telephoniſch an: die Geſchäftsſtelle des Alice=
Frauen=
vereins, Dieburgerſtraße 21, Tel. 2101. Sprechſtunden 10—12 Uhr vorm.
Heſſiſches Landestheafer.
Großes Haus Kleines Haus Sonntag,18. Mai 18.30—22 Uhr
E 24, T, Gruppe 7 und 8
Tannhäuſer 20—22 30 Uhr
Zuſ.=M. IV 11, T. Gr. 6
Der Kaiſer von Amerika Montag,
19. Mai Keine Vorſtellung Keine Vorſtellung Dienstag,
20. Mai 20—22.30 Uhr. (4 23)
Zu ebener Erde und
im erſten Stock 20—22.30 Uhr. /Bſ.=M. Vk11
* 11, Dſt. Volksb. Gr. 3u 4)
Die Pilger von Mekka Mittwoch,
21. Mai Keine Vorſtellung 0—22.30 Uhr. Zſ.=M. 1I 11)
Die Kaſſette Donnerstag,
22. Mai 20—22 30 Uhr
G16Darmſt. Volksb. Gr. 1-4
Rivalen Keine Vorſtellung Freitag,
23. Mai Keine Vorſtellung 22 30 Uhr. (3uſ. Miete
VIr 12)
Die Kaſſette Samstag,
24. Mai 19—22.15 Uhr (C. 25)
Zum erſten Male
Das Leben des Oreſt 20—22.15 Uhr
(Volksvorſt., T Gr. 1 bis 5)
Der Kaiſer von Amerika Sonntag,
25. Mai 18.30—22.15 Uhr. (Heſſland=
Miete 11 12, III 12)
Tannhäuſer 20—22.30 Uhr
Zuſatzmiete 11I 11
Die Kaſſette
— Heſſiſches Landestheater. Erſtaufführung „Das
Leben des Oreſt”. Ernſt Kreneks große Oper „Das Leben
des Oreſt” wird Samstag, den 24. Mai, im Großen Haus zum
erſten Male in Szene gehen. Ernſt Krenek iſt in Darmſtadt
be=
reits durch ſeine Opern „Jonny ſpielt auf” und „
Schwer=
gewicht” bekannt geworden. In ſeinem neuen Werk iſt
Kre=
nek bemüht, die Antike im Sinne der Gegenwart neu
auszudeu=
ten und einem blutloſen Klaſſizismus ein lebensvolles,
theater=
wirkſames, gegenwartsnahes Werk entgegenzuſetzen. Auf Grund
des ſtarken Erfolges, den die neue Krenek=Oper anläßlich der
Leipziger Uraufführung erringen konnte, wurde „Das Leben
des Oreſt” bereits von faſt allen großen deutſchen
Opern=
bühnen zur Aufführung angenommen.
Badeschriften durch die Niederlage in Darmstadt:
Heilquellenzentrale und Drogenhandlung
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und durch die Kurverwaltung Bad Wildungen,
Seite 6
10. Berkreierkag der Gewerkſchaft heſſiſcher
Gemeindebeamken.
Unter Anweſenheit von zahlreichen Vertretern der heſſiſchen
Gemeindebeamten fand in Darmſtadt am Samstag, dem 17. Mai
d. J., die Arbeitstagung des 10jährigen Vertretertages der
Ge=
werkſchaft heſſiſcher Gemeindebeamten ſtatt. Der
geſchäfts=
führende Vorſitzende, Direktor Walter Zſchech=Offenbach, begrüßte
insbeſondere die Ehrengäſte und die Vertreter der Preſſe. In
einem mit großem Beifall aufgenommenen Referat über „10
Jahre Gewerkſchaft heſſiſcher Gemeindebeamten gab der
Ge=
ſchäftsführer der Gewerkſchaft, Jean Reck=Offenbach, einen
Ueber=
blick über das Werden und Wirken der Organiſation. Er
be=
tonte die enge Verbundenheit zwiſchen den Intereſſen der
ſtädti=
ſchen Beamten und der Beamten der Landgemeinden, die zur
Gründung der Gewerkſchaft führte. Mit der Beamtenhetze die
gegenwärtig zu beobachten ſei, müſſe auch im Intereſſe des
Staa=
tes nun endlich Schluß gemacht werden. Dem Miniſter des
Innern wurde Dank ausgeſprochen für ſeine Unterſtützung bei
der Verabſchiedung des heſſiſchen Gemeindebeamtengeſetzes. Der
Geſchäftsbericht der Gewerkſchaft wurde gebilligt, ebenſo
Kaſſen=
bericht und Bericht des Finanzausſchuſſes. In einer
wirkungs=
vollen Rede ſprach der Vorſitzende der Ortsgruppe Darmitadt,
Herr Amtmann Goſenheimer, im Namen ſämtlicher Vertreter des
Vertretertages den Dank an die Geſchäftsleitung für die
gelei=
ſtete Arbeit aus. Der Voranſchlag der Gewerkſchaft, der mit
einem Betrag von 146 940 RM. in Einnahme und Ausgabe
ab=
ſchließt, wurde antragsgemäß verabſchiedet. Zum
geſchäfts=
führenden Vorſitzenden wurde Direktor Walter Zſchech=Offenbach
wiedergewählt.
Im Städtiſchen Saalbau ſpricht am heutigen Sonntag der
Per=
ſonaldezernent der Stadt Mainz, Beigeordneter Dr. Kraus, über „Der
Organiſationsgedanke im neuen Staat.” Außerdem ſpricht
Geſchäfts=
führer Meurer=Berlin über „Die Beamtenſchaft und ihre
Organi=
ſationen”.
* Hihung des Verwalkungsgerichls.
Aw. Das Verwaltungsgericht, das am Samstag tagte, hatte
Vor=
entſcheidungen zu treffen gegen einen Lehrer aus Jugenheim, der der
Körperverletzung eines Schulkindes beſchuldigt war, und gegen zwei
Poli=
zeioberwachtmeiſter aus Mainz, gegen die Antrag wegen
Körperver=
letzung und Freiheitsberaubung geſtellt worden war. In dem Falle des
Lehrers handelt es ſich um ein achtjähriges Schulmädchen, das wegen
ſeiner norddeutſchen Ausſprache von den übrigen Kindern oft verhöhnt
und mit Steinen beworfen worden ſein ſoll. Der Vater machte den
Lehrer darauf aufmerkſam und bat ihn, dieſe Uebelſtände abzuſtellen.
Der Lehrer will auch ein ſtrenges Verbot an die übrigen Kinder erlaſſen
haben. Als, nach den Schilderungen des Kindes, die Mißhandlungen
nicht aufhörten, ſandte der Vater eines Morgens mit dem Kind einen
18jährigen Angeſtellten in die Schule, der den Lehrer nochmals darauf
hinwies. Der Lehrer nannte das Kind eine Lügnerin und gab ihm zwei
Ohrfeigen. Zu Hauſe gab das Mädchen an, der Lehrer habe es
unaus=
geſetzt eine halbe Stunde lang geohrfeigt. Der zugezogene Arzt ſtellte
auch Fingerſpuren auf der Wange des Kindes feſt. Der Lehrer verwahrte
ſich entſchieden gegen die Beſchuldigung, das Züchtigungsrecht
überſchrit=
ten zu haben. Das Verwaltungsgericht kam auch zu der Anſchauung,
daß eine Ueberſchreitung des Züchtigungsrechts tatſächlich nicht vorliege.
Gegen die beiden Polizeioberwachtmeiſter hatte ein Kaufmann wegen
Körperverletzung und Freiheitsberaubung Anklage erhoben. Er kam mit
drei anderen Männern zu ſpäter Stund aus einer Wirtſchaft. Während
ſich die drei anderen den beiden Polizeioberwachtmeiſtern gegenüber, die
wegen Lärmens gegen ſie einſchritten, auswieſen, will der Kläger ſeine
Geſchäftskarte vorgezeigt haben, er nannte aber ſeinen Namen nicht.
Darauf hätten ihn die Polizeibeamten mit einem Gummiknüppel
durch=
geprügelt, ihm die Naſe blutig geſchlagen und einen Schlag auf den
Hinterkopf verſetzt, ſo daß er zehn Tage lang arbeitsunfähig geweſen ſei.
Er hat auch Hautabſchrüfungen und Schwellungen bei einem Arzt
feſt=
ſtellen laſſen. Das Verwaltungsgericht findet in Uebereinſtimmung mit
den beiden Polizeibeamten, daß der Kläger auf dem Gang zum
Polizei=
revier Schwierigkeiten machte und Widerſtand leiſtete. Es kann daher
ein Ueberſchreiten ihrer Amtsbefugniſſe nicht feſtgeſtellt werden.
— Wie verbringt unſere Jugend ihren Sommer=Urlaub? Vom
G.D.A. wird uns geſchrieben: Die Urlaubs= und Ferienzeit, die der
An=
geſtelltenjugend zur Verfügung ſteht, iſt ſehr gering. Der junge Menſch,
der noch von der Schule her gewohnt iſt, einen größeren Urlaub zu
er=
halten, empfindet dies beſonders. Um nun den jungen Angeſtellten in
Handel, Induſtrie und Büro die Möglichkeit zu geben, dieſe kurze
Ferienzeit recht zweckmäßig und billig zu verleben, veranſtaltet der
Jugendbund im G. D.A. alljährlich eine Anzahl Wanderfahrten und
Frei=
eitwochen unter ſachkundiger Leitung. Dabei wird das Wandern als
Mittel der Körpergefundung und Erholung gepflegt, aber gleichzeitig
auch die Liebe zur Heimat, die Kenntnis von Land und Leuten, die
in=
nere Bereicherung in froher Gemeinſchaft unter Gleichgeſinnten
geför=
dert. Der Plan „Ins Ferienland 1930” der auf Anforderung vom
Jugendbund im G.D.A., Berlin=Zehlendorf, Schweizerhof, gern
koſten=
los zugeſandt wird, enthält über 50 Veranſtaltungen, an denen ſich jeder
junge Angeſtellte, Junge oder Mädel, beteiligen kann. Für jeden
Wunſch iſt geſorgt. Jungenfahrten, Mädelfahrten von 8 bis 14 Tagen,
nit erſtaunlich wenig Geld, führen durch alle deutſchen Gaue; eine
Schleſiergenzlandfahrt, Bundesfahrten in das befreite Rheinland, nach
Oſtpreußen, für ältere auch nach Schweden und Italien ſind aufgeführt;
Tanz= und Singfahrten, Faltbootfahrten, Zeltlagerwochen am Rhein,
auf Rügen, in Maſuren, Schulungswochen für Pfadfinder, für
Gymna=
ſtik, Spiel und Baſtelarbeit, Studienwochen im Reichsfreizeitheim in
Ber=
lin=Zehlendorf — das iſt ein Ausſchnitt aus der reichen Fülle des
Gebote=
nien und läßt erkennen, welch vorbildliche Fürſorge für das Wohl der
Jugend bier getroffen wurde.
F. Neuer Tennisplatz. Man ſchreibt uns: Von der
Villen=
kolonie aus erging die Anregung zum Bau eines Tennisplätzes.
Der am 14. Mai 1930 gegründete Klub errichtet nun hart ſüdlich
des Kaffes Henn zunächſt einen Platz, dem bei Bedarf weitere
folgen ſollen. Landſchaftlich wird die neue Anlage zu den
ſchön=
ſten in der ganzen Umgebung gehören, da jeder einzelne Platz
von hohem Laubwald umgeben ſein wird. Der Klub will in den
erſten Wochen den Platz fertigſtellen. Sobald der Spielbetrieb
aufgenommen iſt, ſoll von neuen Mitgliedern ein Eintrittsgeld
erhoben werden, die ſonſtigen Beiträge ſind ganz erſtaunlich
niedrig gehalten. — Wenn dem Klub gelingt, was er beabſichtigt
(und der Vorſtand bietet eine ſichere Gewähr dafür), ſo wird
Eberſtadt um ein Schmuckſtück reicher ſein, für das dem Klub nur
zu danken wäre. Hoffentlich findet die Sache reichſte
Unter=
ſtützung, auch bei amtlichen Stellen.
— Zur Förderung der Bienenzucht ſollen in den Monaten Juni und
Juli an 6 bis 7 Sonntagvormittagen Lehrkurſe für Anfänger und
fort=
geſchrittene Imker abgehalten werden. Je nach Anzahl der Teilnehmer
finden die Kurſe an verſchiedenen Oxten ſtatt. Ein Kurſus in Auerbach
und einer in Fränkiſch=Crumbach werden beſtimmt abgehalten. An den
Kurſen können auch Nichtmitglieder teilnehmen. Anmeldungen werden
möglichſt bald erbeten an den Vorſitzenden des Starkenburger
Bienen=
züchtervereins, Brunner, Darmſtadt, Speſſartring 14.
Aus den Barkeien.
— Reichsgemeinſchaft junger Volksparteiler.
Die Gruppe Darmſtadt der RiV. hält ihre nächſte Verſammlung
am Dienstag, dem 20. Mai, im Jagdzimmer des Städtiſchen
Saalbaureſtaurants ab. Der Abend ſoll der Ausſprache über
heſſiſche Fragen dienen. Landtagsabgeordneter
Bürger=
meiſter Dr. Niepoth hat ſich dankenswerterweiſe bereit erklärt,
das einleitende Referat zu halten. Die Mitglieder der RiV. und
ihre Freunde ſind herzlich eingeladen.
Lokale Beranſtalktungen.
— Herrngarten=Café. Wie im Vorjahre, ſo werden auch
in dieſem Jahre die beliebten Konzerte im ſchön gelegenen Herrngarten
abgehalten. Bei günſtiger Witterung konzertiert ein Enſemble des
Stadtorcheſters Sonntag nachm. und abends in der Pergola bei freiem
Eintritt.
—Orangeriegarten. Im Beſſunger Herrngarten (
Orangerie=
haus) findet Sonntag, den 18. Mai, 8 Uhr abends, das erſte der ſo
be=
liebten Konzerte ſtatt. Dasſelbe wird ausgeführt vom Stadtorcheſter
unter Leitung von Kapellmeiſter W. Schlupp, und iſt im Programm ein
Operetten= und Schlagerabend vorgeſehen.
— Wiener Kronenbräu=Keller. Am Sonntag, den 18.
Mai, finden in dem herrlich gelegenen Kronenbräukeller=Garten in der
Dieburgerſtraße nachmittags und abends Gartenkonzerte, ausgeführt von
einem Enſemble des Stadtorcheſters, bei freiem Eintritt ſtatt.
— Im Hotel Prinz Heinrich findet heute, Sonntag, abend
Konzert mit Tanz ſtatt. Der Beſuch iſt zu empfehlen.
Sonntag, den 18. Mai 1930
Prouinsantagsfthang dei Prouinz
Murienontg.
Etledigung des Boranſchlags.
Der Provinzialtag der Provinz Starkenburg wurde um 10.15
Uhr durch den Vorſitzenden, Provinzialdirektor Dr. Gebhardt,
eröffnet. Nach Verleſen der Anweſenheitsliſte und Feſtſtellung
der Beſchlußfähigkeit wurde die Dienſteinweiſung und
Verpflichtung der beiden neu in den Provinzialtag
berufe=
nen Zentrumsmitglieder Rektor A. F. Reuß=Bürſtadt und
Landwirt L. Roos 1.=Viernheim vorgenommen. Ueber die
Feſtſetzung der Tagegelder entſpann ſich eine kurze
Aus=
ſprache. Man war der Anſicht, daß in Anbetracht der ſchweren
Zeitverhältniſſe eine Herabſetzung der Tagegeldſätze vorzunehmen
iſt. Demgemäß wurde beſchloſſen und die Sätze für hieſige
Pro=
vinzialtagsmitglieder auf 10 Mk. (ſeither 12 Mk.), für auswärtige
auf 15 (ſeither 20) Mk., für hieſige Ausſchußmitglieder auf 8 (
ſeit=
her 10) Mk., für auswärtige auf 12 (ſeither 15) Mk. feſtgeſetzt.
Anſchließend wurde die Prüfung der Rechnung der
Provinzialkaſſe und der Kaſſe der Provinzial=
Pflegeanſtalt Eberſtadt für das Rechnungsjahr
1928 vorgenommen. Der Direktor der Provinzial=Pflegeanſtalt,
Dr. Weiffenbach, erſtattete einen längeren Bericht über die
von ihm geleitete Anſtalt, wobei er zu den im Voranſchlag
auf=
geſtellten Poſitionen Stellung nahm. Auf der Einnahmeſeite iſt
u. a. für Pflege= und Kleiderkoſten der Betrag von 296 923,50
(280 566 i. V.) Mk., Zuſchuß des Staates mit 20 000 (20 000 i. V.)
Mark eingeſetzt, auf der Ausgabeſeite u. a. für Pflege= und
Klei=
derkoſten 122836 (119 223 i. V.) Mk., für Verwaltungskoſten
136 026 (135 317 i. V.) Mk. Es beſteht noch ein Rechnungsvortrag
von 5021 (5200 i. V.) Mk. Auf der Einnahmeſeite ergibt ſich die
Summe von 339 866 (321 586 i. V.) Mk.; dazu kommt ein Zuſchuß
der Provinz von 15 210 (28 628 i. V.) Mk. Die Ausgaben
betra=
gen in Summa 355 076 (250 215 i. V.) Mk., ſo daß alſo dieſer
Sondervoranſchlag für die Provinzialpflegeanſtalt Eberſtadt mit
355 076 Mk. balanciert. Zu dieſem Punkt werden verſchiedene
ſozialdemokratiſche und kommuniſtiſche Anträge geſtellt, die der
Ablehnung verfallen, bzw. der Provinzialverwaltung als
Mate=
rial überwieſen werden. Nach kurzer Ausſprache wurden die
Po=
ſitionen und der Voranſchlag, wie vorgelegt, angenommen und
Entlaſtung erteilt. Die vorläufigen Steuerſätze für das
Rech=
nungsjahr 1930 wurden endgültig feſtgeſetzt und genehmigt.
Man trat dann in die Beratung des Voranſchlags
der Provinz für das Rechnungsjahr 1930 ein.
Vor=
verhandelt wurde zunächſt über Kapitel 5, Bauweſen, zunächſt
über den Straßenſondervoranſchlag. Es kam zum Ausdruck, daß,
nachdem nunmehr die Hauptdurchgangsſtraßen zu 75 Prozent
her=
geſtellt ſeien, die Herſtellung der Bezirks= und ſonſtigen
Neben=
ſtraßen, deren Unterhaltung der Provinz obliegt, in Angriff
ge=
nommen werden ſoll. Beſonders die Mitglieder des Landes
be=
ſchwerten ſich über die ſehr ſchlechte Beſchaffenheit dieſer
Land=
ſtraßen. Die laufenden Unterhaltungskoſten für B=Straßen ſind
auf der Ausgabeſeite des Voranſchlags einſchließlich Walzungen,
Oberflächenbehandlungen uſw. mit 1670000 Mk (1870 450 Mk.
i. V.) ausgewieſen, für die D=Straßen mit 5 395 600 Mk. (1 164 155
Mark i. V.). Der Sondervoranſchlag wurde genehmigt. Im
übri=
gen wurde der Voranſchlag, der mit 4 715 327 Mk. auf der
Ein=
nahme= und Ausgabeſeite balanciert, nach einer längeren
Aus=
ſprache über verſchiedene kleinere vorliegende Anträge mit
ge=
ringer Abänderung, die eine Mehrausgabe von zirka 6000 Mark
brachte, angenommen. Zu der Poſition Beamtengehälter regten
die Kommuniſten an, das Höchſtgehalt mit 6000 bzw. 8000 Mark
zu begrenzen. Provinzialtagsmitglied Altendorff legte dar, daß
eine ſolche Maßnahme juriſtiſch nicht möglich ſei.
Der intereſſanteſte Punkt, Gasfernverſorgung Heſſens
betref=
fend, wurde auf Anregung des Herrn Provinzialdirektors
abge=
ſetzt, da durch die neuen Verträge eine neue Situation geſchaffen
wurde. Es wurde aber ausdrücklich erklärt, daß der
Provinzial=
tag auf ſeinem bekannten Beſchluß beharre. Die Beratung uber
den Ruhrgasvertrag, ſoll in der nächſten Provinzialratsſitzung
ſtattfinden. Provinzialtagsmitglied Karcher ſtellt feſt, daß in
Mainz ſein Standpunkt falſch aufgefaßt worden ſei, auch er
ver=
trete nach wie vor ſeine frühere Anſicht. Auch gegen den neuen
Vertrag hat man ſtarke Bedenken, vor allem müſſen einzelne
Punkte noch beſonders beraten werden und die Intereſſen der
Kommunen weitgehendſt gewahrt bleiben.” Man möge weitere
Verhandlungen pflegen.
Nach Erledigung einiger kleiner Anträge der Kommuniſten,
die auf der Tagesordnung ſtanden, wurde die Sitzung um 15,30
Uhr geſchloſſen.
Perkeo-Säle
Eintritt Frei! (8107)
Heute ab 8 Uhr.
Konzert u. Tanz
* Aus dem Gerichksſaal.
Ein 46jähriger Arbeiter aus Bürſtadt, verwitwet und bisher
un=
beſtraft, hatte den Bürſtädter Bürgermeiſter am 25. September 1929
„Lump, Gauner, Tagdieb, Halunk” uſw. genannt. „Du biſt das
An=
ſpucken nicht wert” erregte er ſich, tat es aber dennoch gleich darauf. Er
bedrohte den Bürgermeiſter mit einem Tintenlöſcher und leiſtete der
Auf=
forderung, den Raum zu verlaſſen, nicht Folge. Er war zum
Bürger=
meiſter hingegangen, um ihn wegen eines Unterſtützungsgeſuches zur
Rede zu ſtellen. Er glaubte, der Bürgermeiſter habe den Gemeinderat
gegen ſein Geſuch beeinflußt. Wegen Beleidigung, Widerſtands und
Hausfriedensbruch wurde der Angeklagte zu drei Wochen Gefängnis
verurteilt. Der Vertreter der Staatsanwaltſchaft hatte nur eine
Geld=
ſtrafe beantragt. Das Gericht war jedoch der Anſicht, daß nur eine
Frei=
heitsſtrafe am Platze ſei, weil der Bürgermeiſter vor derartigen
An=
griffen entſchieden geſchützt werden müßte.
— Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu rufen.
Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag, den 18. Mai
1930, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit: Dr. med. Kautzſch,
Riedeſelſtr. 37, Tel. 880; Dr. med. Schiffer, Theaterplatz 2, Tel. 1403;
Frl. Dr. med. Vaubel, Heinrichſtr. 100, Tel. 1645.
Skimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlichungen unter bieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion keinerlei
Ver=
antwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender verantwortlich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, können nicht
zurückgeſandt. die Ablehnung nicht begründet werden.
Immer noch kein einheitlicher Schulbeginn an den
Darmſtädter Schulen.
Wie verlautet, hat der Schulvorſtand in ſeiner letzten Sitzung den
Schulbeginn an den Volksſchulen wieder auf 7.30 Uhr feſtgeſetzt. Mit
dieſem Beſchluß, der nach den Pfingſtferien in Kraft treten ſoll, iſt den
Familien, die Kinder ſowohl in die höheren Schulen als auch in die
Volksſchule ſchicken, abermals eine große Enttäuſchung bereitet worden.
Hatte man doch ſchon gehofft, daß der 8=Uhr=Beginn, wie er
augenblick=
lich einheitlich an allen hieſigen Schulen beſteht, auch an der Volksſchule
während der Sommermonate beibehalten würde, und daß die großen
Störungen, wie ſie die ungleichmäßige Unterrichtszeit notwendigerweiſe
im Familienleben mit ſich bringt, nun endgültig beſeitigt wären. Der
Beſchluß des Schulvorſtandes läßt unſerer Anſicht nach die erwünſchte
Rückſichtnahme auf die örtlichen Verhältniſſe und Bedürfniſſe vermiſſen
und follte darum von der vorgeſetzten Behörde nicht genehmigt werden.
Wir Hausfrauen und Mütter tragen gerade genug an der Erhöhung des
Schulgeldes und an der vorausſichtlichen Kürzung der Kinderzulagen,
da könnte man doch wenigſtens in der Frage des einheitlichen
Schul=
beginnes einmal ein bischen auch an uns denken.
Mehrere Hausfrauen und Mütter.
Tageskalender für Sonntag, den 18. Mai 1930.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus. 18.30 Uhr, F. 24:
„Tannhäuſer” — Kleines Haus, 20 Uhr TV (11): „Der Kaiſer
von Amerika”, — Orpheum 20.30 Uhr: Gaſtſpiel Bobbie
Hind. — Konzerte: Schloßkeller, Hotel Schmitz, Reichshof,
Hotel=Reſtaurant Poſt. Theater=Reſtaurant, Spaniſche Bodega,
Kaffee Jöſt, Perkeo, Alter Ratskeller, Bürgerhof, Kaffee Aſtoria,
Reichskrone, Kaffee Ganßmann, Chauſſeehaus, Hotel Prinz
Heinrich. — Ludwigshöhe 16 Uhr: Konzert. —
Herrn=
gartenkaffee, 16 und 20 Uhr: Konzert. —
Orangerie=
haus 20 Uhr: Konzert. — Wiener
Kronenbräukel=
ler 16 und 20 Uhr: Konzert. — Rummelbräu, 16 und
20 Uhr: Konzert.
4a. Eberſtadt, 17. Mai. Weitere Bauland
Gemarkungsgebiet Waldfriede=Schillerſtraße (Villenkor
tere Baulandumlegung erfolgen. Die Umlegung iſt
Miniſterium genehmigt. Der Umlegungsplan liegt ge
Gemeindebauamt im Rathaus zur Einſichtnahme der
Die Bürgermeiſterei fordert im Anſchluß hieran die
ſtückseigentümer auf, die Einträge der Eigentums= ur
verhältniſſe in den öffentlichen Büchern, ſoweit ſie de
hältniſſen nicht mehr entſprechen, innerhalb eines 9
gericht berichtigen oder ergänzen zu laſſen. Infolg
legung wird im ſüdlichen Teil der Villenkolonie
ſchloſſen werden.
— Griesheim, 17. Mai. Die in Nr. 131 gek
die Gründung eines Harmonie=Orcheſters beruht
ten auf einer falſchen Vorausſetzung. Insbe
neu gegründete Orcheſter nicht die frühere 9
Philharmoniſchen Orcheſters, ſondern nur eine
dar, da das Bläſerkorps des Philharmoniſche
noch fortbeſteht.
Op. Pfungſtadt, 17. Mai. Todesfall. D.
wohnerin, die Witwe Eliſe Böttiger, geb.
Ecke Mühl= und Kaplaneigaſſe, iſt im 91. Leh
— Diebſtahl. Dieſer Tage wurde von un
nachts in ein Mühlenanweſen eingebrochen.
über hundert Pfund geſalzenes Fleiſch, das zu
hängt war, mit. — Amerikaniſcher Be
amerikaniſchen Heſſen=Vereine, die in dieſem So
land kommen, beabſichtigt, die hieſige Brauerei
ſichtigen und das Pfungſtädter Bier an der fy
koſten.
Cp. Pfungſtadt, 17 Mai. Wiederſeh
Sonntag (18 Mai) findet hier eine Wiederſe
maligen 1. L. 116 ſtatt. Die Begrüßung
Kameraden findet von 11 Uhr vormittags ab
ſtatt. Um ½1 Uhr findet am Kriegerdenkmal
eine Gefallenenehrung ſtatt. Daran ſchließt ſ
Beiſammenſein in den Räumen des „Rheiniſch
aus Muſik= und Liedervorträgen, Anſprachen
dieſer fünften Wiederſehensfeier ſind auch de
II. und III. L. 116, des L. 118 und L. 83 und ar
Formationen eingeladen. — Der Altveteran
Höhl, in der Baumgartenſtraße wohnhaft,
ſeinen 82. Geburtstag begehen.
G. Ober=Ramſtadt, 17. Mai. Am 15. Mai iſt
verordnung, betreffend die Bekämpfung von
lingen in der Gemeinde Ober=Ramſtadt, in Kra
hält in § 1 die Beſtimmung, daß die zur Bekämt
ſchädlinge notwendigen Maßnahmen, wie das Beſp
und Sträucher, der Hecken und lebenden Zäune, da
gürteln und die Anwendung ſonſtiger geeigneter 2
bald dies erforderlich ſein ſollte, auf Anordnung
deren Beauftragte vorzunehmen iſt. Die Eigentüme
in der Gemarkung gelegenen Grundſtücke haben ne
Vornahme der erforderlichen Maßnahmen zu dull
Beauftragten der Gemeinde bei Tag jederzeit un
den Pflanzungen zu gewähren. Nach § 3 werden 4 *
fung der Obſtbaumſchädlinge entſtehenden Koſten v
die beteiligten Grundbeſitzer ausgeſchlagen und u.
abgaben erhoben. Zuwiderhandlungen gegen die
können mit Geldſtrafe bis zu 150 RM. oder mit
beſtraft werden. Die Obſtbaumbeſitzer hieſiger Gem
neuen Beſtimmungen deshalb ausdrücklich hingewi
In. Altheim, 17. Mai. Donnerstag aben
der Ortſchaft ein Perſonenkraftwagen aus
einem Motorrad mit Anhänger zuſammen.
herumgeſchleudert, wobei der Lenker des Re
Darmſtadt, einen doppelten Beinbruch erlitt
Herrn auf dem Rückſitz noch rechtzeitig gelang
Michel=Babenhauſen leiſtete die erſte Hilfe.
Fahrer wurde nach Darmſtadt ins Krankenha
Ay. König i. O. (Stahlbad), 17. Mai. Aus
rat. Im Gemeindewohnhaus in der Sackgaſſe n
repariert. Von einer Zuſchrift der Reichsbahndire
Mai 1930, betreffend Entwäſſerung und Herrichtz
platzes, wird Kenntnis genommen. Adam Schäfer
achten der Baukommiſſion die widerrufliche Erlaul
nes Anweſens in der Hindenburgſtraße eine Eit
latten zu erſtellen, ſofern dieſelbe nicht mehr als
fluchtlinie ſich entfernt. Für das Rathaus wird
den Reichsfarben beſchafft. Vor dem Anweſen de
in der Bahnhofſtraße wird ein Bürgerſteig angel
Kies gedeckt und an der Einfahrt des Herrn D
pflaſter verſehen werden. Zur Abſtellung von Mi
tige Kanalanlage gedeckt und bei der Provinziald=
Uebernahme der Koſten erſucht. In Abänderung
13. März 1930 und 20. März 1930 beſchließt der C
liſation der Jahn= und Alexanderſtraße in den Ge
1930 nicht einzuſtellen, da dieſe enormen Ausgab
gemeinen ſchlechten Wirtſchaftslage die Gemeinde
Herrn Bürgermeiſter wird die Ermächtigung erte
fahrbaren Motorſäge, Herrn Phil. Schanz, vork!
nützung der für Kraftfahrzeuge geſperrten Straß
b. Erbach i. O., 17. Mai. Sport des Son
der Handballabteilung empfängt morgen den Tb
Rückſpiel. In Langen konnte unſere Mannſchaft
bezwingen. Ob morgen ein Sieg der Erbacher
fraglich, da unſere Mannſchaft mit Erſatz antreten
geſtellte dritte Mannſchaft tritt gegen die erſte
an. — Fußball. Die erſte Mannſchaft des V.f
Rückſpiel nach Bensheim. Auch dort iſt der Ausge
aus offen. — Straßenbau. Die im letzte
Straße Erbach-Marbach wird zurzeit geteert
geſtellt. Die Arbeiten an der Straße Marbach—)
Ende entgegen. Wann jedoch die Sperre aufgehl
ſich noch nicht ſagen. Nach Beendigung der St
Odenwald wird zweifellos der Fremdenverkehr —
Kraftfahrzeugen — eine weſentliche Belebung erfa ſ
unſerer Geſchäftswelt ſehr zu begrüßen iſt.
W. Heppenheim a. d. B., 17. Mai. Kraftp
heim—Erbach-Michelſtadt. Die Deut!”
ſeit etwa einem Jahr die von der „Okval eil
Omnibusverbindung Heppenheim—Fürth—Erbach
bringt der neue Sommerfahrplan weſentliche Pe
tenthal („Schmelz”) und in Hammelbach haben die
Kraftwagenhallen zum Uebernachten der Omnibn
iſt ermöglicht, daß die Bewohner der abſeits von I.
Ortſchaften in den frühen Morgenſtunden (ab 4).
Hammelbach 5.40 Uhr) die Bahnſtation erreichen
Hauſe gelangen können. Die Kraftpoſten treffen
6.55, 10.29, 17.20 und 22.08, ſie gehen ab um 7.30
Uhr. Durch die Bemühung des Odenwaldverkel
reicht, daß im Monat Juli und Auguſt Samsta!
Heppenheim um 7.30 Uhr abgehende Kraftpoſt, I.
tenberg durchgeführt wird. Hiermit iſt während
durchgehende Verbindung von der Bergſtraße 3"
hergeſtellt. Möge dieſe verſuchsweiſe eingerichtei
Benutzung finden, damit ſich ihre Beibehaltun!.
wieder erreichen läßt. Auch Hammelbach hat nu ſ
dung und iſt ſo unmittelbar an das allgemeine 20
Der ſchöne Odenwald geht ſeiner Erſchließung
Sommerfahrplan. Mit Inkrafttreten 29
plans werden auf der hieſigen Eiſenbahnſtation. & Im
lichen Sonntagsfahrkarten noch ſolche nach Acher ſ t
bronn, Karlsruhe, Offenburg, Raſtatt, Seebeim
Bn. Aus dem Neckartal, 17. Mai. Mor
Schlierbacher Landſtraße iſt ſeit einiger Zeit I
jeder Art ein wahres Verhängnis geworden. Si.
nachmittag wieder ein Motorradfahrer aus Mcl."
bacher Hof und der orthopädiſchen Klinik in S
eines Reifendefektes, derartig, daß er in die crt
delberg gebracht werden mußte.
By. Langen, 16. Mai. Todesfall.
ren und 3 Monaten iſt Herr Jakob Scher
Er war wohl der älteſte aktive Sänger 2e!
bis faſt zuletzt regelmäßig und pünktlich 27
Männerquartetts. Lange Jahre war er der
und Gartenbauvereins, und als Naturfreun.
langen Lebenszeit eine ſchöne Schmetter!,
lung zugelegt.
— Gernsheim. 17. Mai. Waſſerſtan
16. Mai 3.05 Meter, am 17. Mai 3,35 Meter.
— Hirſchhorn, 17. Mai. Wafſerſtan*
16. Mai 3,05. Metzex. am 17. Mai 2,38 Meter=
ehern.
für
Ua, 2.
Sonntag, den 18. Mai 1930
Seite 7
Zeppelinflug nach Südamerika.
Der Widerſtand der Franzoſen gegen Griesheim als Luftſchiffhafen.
af Zeppelin”, das jetzt ſchon 128 000
Kilo=
wird am Sonntag zu einem neuen
Fern=
ſoll die Reiſe von Friedrichshafen zunächſt
nach einer kurzen Zwiſchenlandung nach
handelt ſich hierbei mehr um einen Pa=
„E: dung der Wetterverhältniſſe und der beſten
n in Ausſicht genommenen Poſtverkehr
gfry über den ſchon ſeit langem Verhandlungen
„abes; geſchloſſen ſind. Auch diesmal haben ſich zu
reiche Fahrgäſte gemeldet. Ein Teil fährt
andere nimmt an der Ozeanüberquerung
iü ſas Luftſchiff eine gewaltige Laſt an
Poſt=
die zum Teil noch durch Sonderflugzeug
platz Lachen—Speyersdorf auszulaſſen, auf dem nicht weniger als
hundert Gebäude ſtehen und der reſtlos unbrauchbar gemacht
wer=
den ſoll. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, und das würde ja in der
Linie ihrer ganzen gegen Deutſchland gerichteten Luftpolitik
lie=
gen, daß ſie auch den Flugplatz Griesheim dem Boden
gleich=
machen und ſich innerhalb der Botſchafterkonferenz dafür einſetzen,
daß unter keinen Umſtänden Dr. Eckener auch nur die Errichtung
eines Ankermaſts in Griesheim für ein Zeppelinluftſchiff genehmigt
wird. Es ſollte uns alſo nicht wundern, wenn die Bemühungen
der Reichsregierung um den Griesheimer Flugplatz auf den
Wider=
ſtand der Franzoſen ſtoßen würden, die in der Botſchafterkonferenz
über einen großen Einfluß verfügen. Wir müſſen leider wegen
neuer Flugplätze und Luftſchiffanlagen mit dieſem Gremium ver=
Janeiro, das erſte Ziel des „Graf Zeppelin”.
afrikaniſchen Küſte aus im Auftrage
rung einen Flug über den Ozean
durch=
daß ſich auf dieſe Weiſe regelmäßig Poſt
n laſſen, iſt noch nicht erbracht. Die
Fran=
noch an dem bisherigen Syſtem feſthalten,
die ihren Schnellverkehr benutzten, durch
tfrikaniſchen Küſte gebracht wurden. Von
gelmäßig ſchnellfahrende Dampfer bis nach
vor der Küſte wieder die Paſſagiere an
ankreich weiß nun genau, daß der Zeppelin
daſteht. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß
r kurz oder lang eigene Luftſchiffe bauen.
illen Umſtänden den Südamerikaverkehr in
Infolgedeſſen haben ſie mit Portugal unter
tännern einen Vertrag abgeſchloſſen, der
ſche Flugzeuge auf den afrikaniſchen Inſeln
en. Die Inſeln ſind aber ſehr wichtig für
zzeug. Frankreich hat dieſen Vertrag nicht
Deutſchland daran zu hindern, die
portu=
enutzen, die ſchon einmal als
Ausgangs=
merikaverkehr ins Auge gefaßt waren.
ſt aber der Zeppelin als
Verkehrseinrich=
es Intereſſes. Dr. Eckener ſucht nach einem
ſtdeutſchland, von dem aus regelmäßig die
n Anfang nehmen ſollen. Auch die Flüge
ſind zwiſchen Baſel und
Frank=
eihe von Unterſuchungen ange=
1s meteorologiſchen und
prak=
ſteht der Flugplatz Griesheim
er bis zum 30. Juni ja noch zum
gehört, im Vordergrund des
insbeſondere Dr. Eckener legt
f dieſen Platz, zumal dort ſchon
lagen vorhanden ſind. Die
Fran=
h im letzten Augenblick mit allen Mitteln,
h durch die Rechnung zu machen. Sie
be=
erſailler Vertrages, der beſtimmt, daß alle
nutzung von Flugzeugen unbrauchbar ge=
Nun iſt aber vor kurzem mit den Alliierten
wir in der entmilitariſierten Zone einige
durfen. Ueber die reſtlichen vorhandenen
worden, daß ſie nach Ablauf von drei
nd, wenn es nicht inzwiſchen gelungen iſt,
9 zu verwenden. Die franzöſiſchen
Militär=
ebiet haben ſich jetzt über dieſes Abkommen
e haben die Flugzeughalle bei Trier zur
Obwohl ſie wiſſen, daß wir wegen der
Er=
mit der Botſchafterkonferenz in
diplomati=
ehen. Sie haben weiter die Abſicht, ihre
großen und ſehr gut ausgeſtatteten Flug=
handeln, weil wir dazu vertraglich verpflichtet ſind. Hoffentlich
geſtaltet ſich der Flug des „Graf Zeppelin” zu einem vollen
Er=
folg, umſo ſchwerer wird es dann den Franzoſen, uns bei der
Ein=
richtung internationaler Flugverbindungen Knüppel zwiſchen die
Beine zu werfen.
Wie der „Deutſche” mitzuteilen weiß, ſind die zwiſchen Dr.
Eckener als Leiter der Luftſchiffbau=Zeppelin G. m. b. H. und Dr.
Dornier als Leiter der Dornier=Metallbauten G. m. b. H.
unab=
hängig voneinander geführten Verhandlungen mit nordamerika=
Karte der Route.
niſchen Finanz= und Induſtriegruppen zum Abſchluß gebracht
wor=
den. Dadurch iſt die Frage eines transatlantiſchen
Luftpoſtver=
kehrs in das Stadium der Verwirklichung getreten. Die
amerika=
niſche Induſtriegruppe unter Führung der National City Bank
übernimmt gemeinſam mit der Deutſchen Zeppelingeſellſchaft die
Einrichtung und Durchführung eines regelmäßigen halbmonatlichen
Luftſchiffverkehrs zwiſchen Europa und Nordamerika mit je zwei
Großluftſchiffen des Luftſchiffbau Zeppelin in Friedrichshafen
und der Goodyear Zeppelin Corporation in Akron. Die General
Motors Corporation iſt an dieſer Verkehrsgeſellſchaft durch eine
Tochtergeſellſchaft beteiligt und hat auch von Dornier die Bau=
lizenz für Amerika erworben, um neben ihren Fokker=
Landflug=
zeugen durch eine Neugründung Flugboote der verſchiedenſten
Dorniertypen zu bauen.
Heute Skark nach Südamerika.
Friedrichshafen. Der Start des Luftſchiffes „Graf
Zeppelin” zu der Südamerikafahrt findet vorausſichtlich am
Sonn=
tag nachmittag, zwiſchen 16 und 19 Uhr ſtatt. Die endgültige
Startzeit wird der Luftſchiffbau erſt am Sonntag vormittag, nach
Einſichtnahme der letzten Wetterkarten, bekanntgeben. Die
Fahrt=
route iſt Lyon-Marſeille—Gibraltar—Sevilla. Mit der Ankunft
in Sevilla wird für Montag nachmittag gerechnet. Sevilla hat
eine geringere Höhenlage als Friedrichshafen, es kann daher mehr
Gas aufgenommen werden, und es kann dem Luftſchiff von
Sevilla aus mehr Nutzlaſt beigeladen werden. Die Strecke Sevilla
—Pernambuco iſt die Intereſſanteſte und wird auch für die
Be=
ſatzung die anſtrengendſte werden. Für die Landung in
Pernam=
buco iſt alles bereits vorbereitet durch Marinebaurat a. D. Boeſch
vom Luftſchiffbau Friedrichshafen. Wenn das Wetter günſtig iſt,
wird zuerſt in Rio de Janeiro gelandet werden. In Pernambuco
wird der Aufenthalt länger ſein, um Gas und Betriebsſtoff
nach=
zufüllen. Dann erfolgt eine Landung in Havanna, mit Rundfahrt
nach Gloria.
In Lakehurſt wird wieder gelandet und längerer Aufenthalt
genommen. Die Rückfahrt nach Friedrichshafen erfolgt wieder
iber Sevilla.
Oberheſſen.
— Gießen, 16. Mai. Der Gießener Etat. Nach langen
Vor=
arbeiten iſt nun der Haushaltsvoranſchlag der Provinzialhauptſtadt
Oberheſſens endgültig fertiggeſtellt und dem Stadtrat zur Annahme
vor=
gelegt worden. Die langen Vorarbeiten waren bedingt durch den
Spar=
willen von Stadtverwaltung und Stadtrat, um durch Umgehung des
An=
leiheweges eine Ausbalancierung herbeizuführen. Einzelne Kapitel
wurden erheblich beſchnitten, der Wohlfahrtsetat herabgeſetzt, Mittel für
Straßenbauten und den Wohnungsbau verringert und die Kapitalsmittel
überaus ſtark in Anſpruch genommen. Einen weſentlichen Zuſchuß
be=
anſpruchen zwangsläufig die Schulen. Insgeſamt macht ſich der
Spar=
willen ſpürbar. Der Etat ſchließt mit 7 773 885,90 RM. in Einnahmen
und Ausgaben, gegenüber 8 643 211,57 RM. und 8 673 791,57 RM.
Aus=
gaben im Vorjahre, die zwangsläufig erhöht worden waren. Die
Be=
triebsrechnung ergibt 6 363 610,37 RM. (5 622 644,38 RM. 1929)
Einnah=
men und gleiche Ausgaben, denen 5 653 224,38 RM. im Vorjahr
gegen=
überſtehen. Die Vermögensrechnung wurde von 3 020 567,19 RM. in
Einnahmen und Ausgaben im Vorjahr auf 1442 275,53 RM. für 1930
herabgeſetzt. Insgeſamt ergibt ſich ein Fehlbetrag in Höhe von 288 406
RM. und 95 Rpf., für den die bürgerliche Mehrheit geeignete
Deckungs=
vorſchläge eingebracht hat. In den Einzelkapiteln konnte bei der
All=
gemeinen Verwaltung der Zuſchußbedarf verringert werden. Beim Titel
„Grundbeſitz, Land= und Forſtwirtſchaft” wird der Ueberſchuß durch
ver=
ringerte Einnahmen und erhöhte Ausgaben um etwa 60 000 RM.
ver=
kleinert. Auch die „Bauverwaltung” weiſt kleineren Zuſchuß, die „
Be=
triebsverwaltung” erhöhten Ueberſchuß auf. Für die „Schulen” wird
eine Mehraufwendung von annähernd 100 000 RM. nötig. Der
Zu=
ſchuß für den Titel „Kunſt und Wiſſenſchaft”, der im Vorjahre durch eine
Mehraufwendung von 30 000 RM. für das Stadttheater den Voranſchlag
überſchritt, kann in dieſem Jahre durch erhöhte Einnahmen und
ge=
kürzte Ausgaben um etwa 20 000 RM. niedriger angeſetzt werden. Auch
für das Wohlfahrtsweſen wurden etwa 35 000 RM. weniger angeſetzt.
Im Kapitel „Finanzverwaltung” ſtehen verminderten
Reichsſteuerantei=
len größere Kapitalzinseingänge gegenüber, ſo daß hier der Ueberſchuß
um etwa 100 000 RM. höher eingeſetzt werden konnte. Der zweite Teil
des Etats, die „Vermögensrechnung” bringt deutlich den Stillſtand der
Bauarbeiten, für die die Stadt Gießen in den letzten Jahren erhebliche
Summen aufwendete, zutage. Für Straßenbauten ſind gegenüber 266 069
RM. Ausgaben im Vorjahr nur 10 000 RM. vorgeſehen, ſo daß neben
weiteren Einſchränkungen der Zuſchußbedarf von 400 000 RM. im
Vor=
jahre auf 19 161 RM. herabgeſetzt werden konnte. Während im letzten
Jahr noch 500 000 RM. für Schulbauten eingeſetzt waren, bleibt dieſes
Jahr ein vorſorglicher Betrag vollkommen fort. Das Finanzkapitel
bringt nur eine Berückſichtigung der Kapitalmittel von 468 904,73 RM.
Einnahmen (1 710 769,37 RM. 1929) und 482 46804 RM. (688 603,69
RM. 1929) in Ausgaben, ſo daß entgegen einem Ueberſchuß von
1022 166,68 RM. im Vorjahre ein Zuſchuß von 13 563,31 RM.
notwen=
dig wird. Auch das Wohnungsbaukonto iſt um rund 300 000 RM.
ge=
kürzt worden. So ergibt ſich ein Geſamtbild erheblichen Sparwillens.
h. Gießen, 16. Mai. Gießen als Tagungsort. Vom 20.
bis 22. Mai findet hier der 47. Verbands=Tag des Rhein=Main=
Gaſt=
wirte=Verbandes unter dem Vorſitz von Paul Diſchler=Darmſtadt
ſtatt. Auch der Präſident des Deutſchen Gaſtwirteverbandes. Emil
Köſter=Berlin, nimmt daran teil. Wichtige Standes= Gewerbe= und
Organiſationsfragen ſtehen zur Beratung. Die Schlußfeier findet auf
dem Schiffenberg ſtatt, der ſeine 800jährige Jubelfeier begeht.
h. Butzbach, 16. Mai. Lebensgefährliche Verletzungen
bei einem Autounglück erlitt der Arbeiter Georg Möhlich aus
Butzbach. Er wollte auf der Straße nach Niederweiſel in die
Autowerk=
ſtatt Opel=Jäger einbiegen. Er hatte ein dicht hinter ihm fahrendes
Auto nicht richtig bemerkt, ſo daß er erfaßt und etwa 10 Meter
fortge=
ſchleudert wurde. Mit doppeltem Schädelbruch und Beinbruch brachte
der Autofahrer den Bewußtloſen ſofort ins Johanniterkrankenhaus zu
Niederweiſel. Den Autolenker, der aus Neu=Iſenburg iſt, ſoll nach
ſo=
fortiger polizeilicher Feſtſtellung keine Schuld treffen.
h. Lich, 16. Mai. Kraftwagen ſtatt Eiſenbahnzügen
ſtellen ab 15. Mai auf der ſeitherigen Bahnſtrecke Lich=Grünberg den
Perſonenverkehr teilweiſe her. Da hierdurch der Perſonenverkehr vom
Güterverkehr unabhängig wird, wird er ſich auch bedeutend ſchneller
ab=
wickeln. Aehnlich haben ſich bereits andere Kleinbahnen eingeſtellt.
h. Ulrichſtein, 16. Mai. Vom Scheunengerüſtabgeſtürzt
iſt bei Umbauarbeiten im nahen Köddingen der Zimmermann H. Rühl.
Er erlitt mehrere Rippenbrüche.
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Seite 10
Sonntag, den 18. Mai 1930
Die Taufe des erſten Segelflugzeugs der Hochſchule für Leibesübungen
fand in Gatow bei Berlin anläßlich des zehnjährigen Jubiläums der Hochſchule durch die Studenten
und Studentinnen ſtatt. Damit hat ſich dieſe vorbildliche Akademie einen neuen Sportzweig ange= Schweiz gemeldet.
gliedert, der bald viele Intereſſenten finden dürfte.
Schwere Hochwaſſerſchäden in Süddeufſch
Die Jſar in München,
die durch die ſtarken Regenfälle der letzten Tage ſtarkes Hochwaſſer führt und
ſchwere Verwüſtungen anrichtet. Ebenſo werden Hochwaſſerſchäden aus Oberbe
Unſer Bild zeigt das Nahen der Hochwaſſerwelle der Jſar bei
in München.
Reich und Austand.
Fünfzigjähriges Jubiläum der
Standes=
organiſation der Dentiſten.
Vom 26. bis 29. Mai 1930 feiert der
Reichs=
verband deutſcher Dentiſten im Etabliſſement
Kroll in Berlin ſein fünfzigjähriges
Stif=
tungsfeſt. Zu dieſer Feier haben ſich bereits die
Delegierten aller deutſchen Landes= und
Provin=
zialverbände, ſowie einige tauſend Dentiſten aus
allen Teilen Deutſchlands als Teilnehmer
an=
gemeldet. Ebenſo werden Vertretungen der im
Europabund der Dentiſten zuſammengeſchloſſenen
übrigen europäiſchen Dentiſten=Verbände
er=
wartet. Neben ausgeſprochenen Standesfragen
werden die Ausbildung junger Leute zu
Den=
tiſten, die Fachſchulen, Lehrinſtitute, die
ſtaat=
lichen Dentiſtenprüfungen, die
Krankenkaſſenbe=
handlung uſw. Gegenſtand der Beratungen ſein.
Auch fachwiſſenſchaftliche Vorträge finden ſtatt.
Ein großer Feſtakt für den 27. Mai, vormittags
10.30 Uhr, ſowie ein Ehrungsabend für 28. Mai,
abends 8 Uhr, beide im großen Feſtſaal von
Kroll, ſind vorgeſehen, ſowie für die zahlreichen
Beſucher, die nicht Delegierte ſind, Beſuch und
Beſichuigung der Berliner Sehenswürdigkeiten
und Vergnügungsſtätten, ſowie gemeinſame
Ausflüge in die nähere Umgebung Berlins.
Gut abgelaufen.
Karlsruhe. Die Rhein=Badeanſtalt bei
Maxau, die vom Hochwaſſer von der
Veranke=
rung losgeriſſen und abgetrieben worden war,
iſt etwa fünf Kilometer rheinabwärts am Ufer
hängen geblieben, ohne daß das Holzgebäude
irgendwelche Beſchädigungen erlitten hat. Sechs
Perſonen, die ſich in der Badeanſtalt befanden,
ſind wohlauf. Die Badeanſtalt wird am
Sams=
tag an ihren Ankerplatz zurückgeſchleppt werden.
Der Staatsanwalt beantragt Todesſtrafe
im Karlsruher Giftmordprozeß.
Karlsruhe. In dem Giftmordprozeß
gegen den Kriminalkommiſſar Werner und ſeine
Geliebte, Frau Märkle, begannen am Samstag
vormittag die Plädoyers. Der Vertreter der
Anklagebehörde, erſter Staatsanwalt Dr.
Pfeif=
fer, begründete in dreiſtündigen Ausführungen
die Schuld der beiden Angeklagten und
bean=
tragte gegen beide Angeklagte die Todesſtrafe
und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte.
Von der Hygiene=Ausftellung
in Dresden.
Fridtiof Nanſens Aufbahrung.
Der große Forſcher und Menſchenfreund auf dem Totenbett.
Am norwegiſchen Nationalfeiertag, dem 17. Mai, wurde der Forſcher und Menſchenfreund zur letzten
Ruhe beſtattet.
Der Ausſichtsturm auf dem Ausſtellungsgelände,
der für die Hygieneſchau errichtet wurde.
Das „Konzert der Engel” geſtohlen.
Berlin. Die Kriminalpolizei iſt von dem
noch ungeklärten Diebſtahl eines wertvollen
Ge=
mäldes in Kenntnis geſetzt worden. Es handelt
ſich um das Verſchwinden des van=Dyck=Gemäldes
„Das Konzert der Engel”, das einen Wert von
30 000 engliſchen Pfund hat. Das Gemälde war
im November und Dezember 1929 in einer
Kunſthandlung in Berlin ausgeſtellt. Nach
Schluß der Ausſtellung ging es nach Brüſſel
zu=
rück. Der Beſitzer plante nun, es noch einmal
in London auszuſtellen und ſchickte das Gemälde
in einer großen Kiſte an ſeinen Vertreter nach
London. Beim Oeffnen der Kiſte in London
mußte man feſtſtellen, daß nur noch der Rahmen
da war, das Gemälde ſelbſt war
herausgeſchnit=
ten und iſt ſeitdem nicht wiederzufinden
ge=
weſen. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß Leute, die
den Wert des Gemäldes kannten und von dem
Transport nach London erfahren hatten, den
Diebſtahl ins Werk ſetzten, um das Bild zu
ver=
kaufen.
Zwölf tote und fünfzig erkrankte Säuglinge.
Lübeck. Wie das Lübecker. Geſundheitsamt
am Samstag mittag bekannt gibt, iſt geſtern ein
weiterer Todesfall unter den erkrankten
Säug=
lingen im Kinderhoſpital eingetreten, ſo daß ſich
damit die Zahl der Todesopfer, einſchließlich
der beiden gemeldeten zweifelhaften Todesfälle,
auf zwölf erhöht hat. Die Zahl der erkrankten
Säuglinge beträgt, nachdem nunmehr auch alle
nicht nur im Kinderhoſpital, ſondern auch von
Privatärzten behandelten Fälle bekannt
gewor=
den ſind, fünfzig.
Unſchuldig im Zuchthaus.
Neidhartshauſen (Rhön). Im
Ful=
daer Krankenhaus verſchied ein gewiſſer
Kieſe=
wetter aus Günthers. Kieſewetter geſtand auf
dem Totenbett, im Jahre 1911 die Scheune des
früheren Gaſtwirts Ender angezündet zu haben.
Dem Feuer fielen damals ſechs benachbarte
Ge=
bäude zum Opfer. Die Folge davon war eine
gerichtliche Unterſuchung, die mit einer
aufſehen=
erregenden Gerichtsverhandlung endete, bei der
der Gaſtwirt Ender auf Grund eines
Indizien=
beweiſes zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt
wurde. Heute, nach beinahe zwanzig Jahren,
hat ſich nun die Unſchuld Enders herausgeſtellt.
Kurz vor dem 114. Geburtstage geſtorben.
London. Wie aus Johannesburg
gemel=
det wird, iſt die älteſte Frau Südafrikas, Anna
Vanzyl, kurz vor ihrem 114. Geburtstag plötzlich
geſtorben.
Grubenunglück.
Kattowitz. Auf dem Richthofen=Schacht
ereignete ſich ein Pfeilerbruch, wobei vier
Berg=
leute verſchüttet wurden. Zwei von ihnen ſind
vom Geſtein erſchlagen worden. Die beiden
an=
deren Verſchütteten wurden mit leichten
Ver=
letzungen geborgen. Der Unfall iſt auf tektoniſche
Bewegungen zurückzuführen.
Großfeuer in Bergen.
Bergen. Der gewaltige Brand, durch den,
wie gemeldet, 50 Heimſtätten in Aſche gelegt
wurden, hat etwa 1000 Perſonen obdachlos
ge=
macht. Obwohl man des Feuers nunmehr ſoweit
Herr iſt, daß eine weitere Ausdehnung nicht
befürchtet werden muß, werden auf der
Brand=
ſtätte die Ruinen vorausſichtlich noch mehrere
Tage weiterbrennen. Der außerordentlich ſcharfe
Wind, der während des Brandes herrſchte,
bil=
dete eine beſondere Gefahr, da er die Funken
auf große Entfernungen weitertrug, ſo daß auch
Häuſer, die von der eigentlichen Brandſtätte weit
entfernt waren, in Brand gerieten. Es waren
Soldaten herangezogen worden, um die
Feuer=
wehr zu unterſtützen. Bis jetzt liegen keine
Mel=
dungen über Todesfälle vor.
Neues Erdbeben in Kalabrien und Sizilien.
Rom. „Popolo di Roma” berichtet aus
Catanzaro, daß in der Nacht zum Samstag, um
2.40 Uhr, wiederum zwei ſtarke Erdſtöße
auf=
traten. Die Bewohner ſtürzten auf die Straße
und brachten die ganze Nacht im Freien zu. Der
Sachſchaden ſteht noch nicht feſt, jedoch ſollen
viele Häuſer beſchädigt und andere vollkommen
unbewohnbar geworden ſein. Zur gleichen Zeit
wurde auch in Meſſina ein Erdbeben leichterer
Art verſpürt, das keinerlei Sachſchaden
an=
richtete.
40 000 Briefe ſoll „Graf Zeppelin” befördern.
New York. Nach einer Meldung der
„New York Time” aus Rio de Janeiro ſind dort
bereits über 40 000 Briefe zur Beförderung mit
dem „Graf Zeppelin” aufgegeben worden. Da
gleichzeitig zahlreiche Paſſagiergeſuche vorliegen,
wird vorausſichtlich ein Teil der Poſtſendungen
nach Pernambuco gebracht werden müſſen, wo
die Gasauffüllung des Luftſchiffs eine ſchwerere
Belaſtung des „Graf Zeppelin” geſtattet.
E.
Die Perſon des Raki er
feſtgeſte
Doch der tſchechiſch kau
Ratibor. Ueber die en
Mörders iſt endlich volle Erih
worden. Freitag weilte eir Fim
poliziſt in Ratibor, der in Hl
tſchechiſchen Raubmörder, d in
aus der Irrenanſtalt Ster g
einwandfrei feſtſtellen konn
E=
geſchloſſen, daß Pausner aß
von Düſſeldorf in Frage ko
Beobachtungszeit in der 9
„genau dasſelbe ſtumpfſit
Schau, wie während ſeine
Ratibor. Tatſache ſcheint boc
Pausner an Geiſtesgeſtörtl Tei
Sechs Todesfälle durch Vhe
New York. Sechs T ffäl
Genuß vergifteten Alkohol /rict
haben ſich binnen zwölf Sben
ereignet. Der Chefarzt de en
kenhäuſer, Dr. Norris, hat
nung vor dem Genuß r
erlaſſen und eine gerichtl !
antragt.
Entdeckung eines Seri fool
und Klauen ſe.
Buenos Aires.
Profeſſor Lignieres ſoll es
„La Nacion” zufolge, gelur
zur Verhütung der Mau ſan
zu entdecken. Prof. Ligni// bea
Entdeckung dem im Aug Dieſe
London ſtattfindenden K ſe
bekanntzugeben.
Das Räuberunweſen au fn.
Schanghai. Auf d*
vorgeſtern drei Schiffe v.
und vollſtändig ausgeplü
reiche Fahrgäſte ſollen e
Mehrere Dörfer in der Cſ.
ſind in Brand geſteckt un
Die neueſten Eri Ae
der Technik i al
Die Radioſtation bei derS
wurde gemäß den Late!
italieniſchen Regierung !
genommen. Der Papſt r
und Kundgebungen an di
dieſes modernſte Mittel
laſſe
Sonntag, den 18. Mai 1930
(Seite 71
21
d
des Weltkrieges, vor allem aber nach demſelben,
jeten des menſchlichen Lebens bedeutſame
Struktur=
denen u. a. auch Wandlungen der
Lebensanſchau=
d. Dabei wurde auch die Stellung der Frau zu
Problem. Kein Wunder, wenn auch auf dem
arten=
eibesübungen die Stellung der Frau eine andere
rt. die beiden großen Richtungen auf dem Gebiet
zeiſen im letzten Jahrzehnt hinſichtlich ihrer
Akti=
u in Deutſchland im Grunde genommen die gleiche
„uf; beide ſind quantitativ, aber auch qualitativ
ſtlichen Zahl von Frauen, beſonders aber auch von
d erfaßt worden, wobei vielleicht feſtzuhalten iſt,
zuvor der deutſchen Frau zugängig war, während
des Sportes mehr oder weniger verſchloſſen waren.
cker betonte Leibesübung nicht nur des
männ=
ſes weiblichen Geſchlechts, iſt zweifellos eine Baſis
in erkennbar auswirkende Verbeſſerung der deut=
und Volkskraft gelegt, deren Fundamente weiter=
Deutſche Reichsausſchuß für Leibesübungen zur
hat!
ittel, um dieſes Ziel zu erreichen, hat der
Reichs=
ffung von Ehrenzeichen für Leibesübung geſehen.
das Deutſche Turn= und Sportabzeichen und das
entſtanden, deren Verleihung — dem Zuge der
jald auch an Frauen und Mädchen erfolgte. Der
liegt nun nicht nur darin, öffentliche Anerken=
Zeiſtungen auf dem Gebiet der Leibesübungen zu
m auch darin, jedem Deutſchen einen Anreiz zu
der lebensnotwendigen körperlichen Vollkraft und
durch geſteigerte körperliche Allgemeinausbildung
llung der Leiſtungsprüfungen) bis ins reife Alter.
renzeichen ihrem Sinne nach als Reichsauszeich=
Verleihung ſich auch unſere Frauen und natürlich
hen Mädels bewerben ſollten. Der Zweck iſt heilig;
nſere Frauen und Mädchen verſuchen, durch
Lei=
nen und Sport die lebenswichtige Vollkraft,
Ge=
it zu erreichen, und den Anreiz wahrzunehmen,
che Leiſtungsprüfung auf Herz= und Lungenkraft,
ndtheit und Ausdauer bietet.
und Sportabzeichen für Frauen wird in Bronze,
jehen, je nach der Altersklaſſe. 1 (18—31 Jahre),
III (über 40 Jahre). Die geforderten fünf Lei=
Altersklaſſen dieſelben und müſſen jeweils
inner=
vom Tag der erſten Prüfung gerechnet, abgelegt
ungen ſind alſo die gleichen wie die hereits von
Männer.*) Die Bedingungen der einzelnen
gen ſind für Frauen naturgemäß teils anders
ge=
inesfalls aber ſo leicht, daß der Erwerb des
Ab=
iſt! Die Bewerberinnen müſſen zunächſt
ſchwim=
ſie Gruppe I verlangt 200=Meter=Schwimmen in
em Waſſer oder hin und zurück in fließendem
Strömung kann eine Zeit von 15 Minuten ohne
mmen werden. An Orten ohne
Schwimmgelegen=
ſen über 2 Km. in 18 Minuten zugelaſſen. Die
ahl zwiſchen Hochſprung (mindeſtens 1,10 Meter),
3 3,50 Meter) und Pferdſprung. Die Gruppe III
hnelligkeit, des Laufes: 100 Meter müſſen
min=
en durchlaufen werden! — Die Gruppe IV iſt die
der Schnellkraftleiſtungen: Schlagballweitwerfen
35 Meter), oder Kugelſtoßen, entweder 10 Pfund
d 7,25 Meter weit, oder aber Speerwerfen (600
r weit), oder beſtimmte Reck= oder Barrenübungen,
men in ſtehendem Waſſer in 2 Minuten, oder gar
Diskuswerfen (1 Kg. 22 Meter), oder ſchließlich
immter Vorſchrift! — Die Gruppe V endlich iſt
eiſtungen, in der zur Wahl ſtehen: 25=Km.=Gehen
eter=Schwimmen in ſtehendem Waſſer in 30
Mi=
en auf der Landſtraße in 75 Minuten, auch Ru=
gabe Nr. 120 vom 1. Mai 1930.
A=Clubkampf Sporkverein 98
In Akad. Sporkclub.
die Deuiſche Hochſchul=Handball=
Meiſterſchaft.
als auf die heute auf dem Hochſchulſtadion
ſtatt=
altung aufmerkſam. Die Reichhaltigkeit des
Pro=
ſE igend den Beſuch.
Annt das erſte Spiel der Vorrunde um die Deutſche
ſwil terſchaft:
Mue Hannover — Univerſität Bonn.
kommt der bereits ausführlich beſprochene
Leicht=
ortberein 98 gegen Akad. Sportklub zum Austrag.
ausgezeichnete Mannſchaften, die ſpannende und
leiſten.
Veranſtaltung bildet dann das Spiel:
aburg — Techn. Hochſchule Darmſtadt.
* Mannſchaft ſtehen fünf Spieler der ſüddeutſchen
reins 98 und drei Spieler des F.Spp. Frankfurt.
beſteht zur Hälfte aus Spielern der Würzburger
Ner Sportgemeinde wird dieſes Spiel beſonders
En großen Beſuch iſt durch niedrigen Eintrittspreis
Armſtadt — Mannheim=Käferkal.
2 Uhr findet auf dem Polizeiſportplatz das erſte
Sigamannſchaft des Polizeiſportvereins gegen
nheim=Käfertal ſtatt.
*2 Räfertal dürfte in Darmſtadt nicht ganz unbe=
DA zu damaliger Zeit verſtanden, ſich in den Ver=
Ecntadt noch zu dem Mannheimer Bezirk zählte
Rcſertal ſtellt eine flinke Mannſchaft ins Feld, die
„üheimer Vereine, ein ausgeprägtes flaches Kom=
Dr Beſuch dürfte ſich auf alle Fälle lohnen. Die
I tritt mit einer verjüngten Garnitur auf den
Sb.V. 1898 (Jugend).
R Kreuznach 07, Stadion, 9.30 Uhr.
P2. Kreuznach 07, Stadion, 10.45 Uhr.
Shüler Griesheim, dort, Abfahrt mit Rad um
en der Feſthalle.
Freie Turngemeinde Darmſtadt.
eer fälligen Rückſpiele begibt ſich die Fußball=
Ecde, mit 1. und 2. Mannſchaft nach Egelsbach.
El hat füngerer Nachwuchs Platz gefunden, und
e ſich die neuen Spieler in das Mannſchafts=
Die 1. Jugend empfängt auf eigenem Platze
heim.
Urngemeinde 1878 ein neues Stadion
funffache Ausdehnung der alten
An=
ur Hockey, Handball, Fußball.
Leicht=
tiger Weiſe angelegt. Ein Klubhaus
S mit Kleiderablage und ein Fahrrad=
Darmftädter Sporkkalender.
Handball.
10.30 Uhr, Stadion: Sportverein 98 — Jahn Weinheim.
14.30 Uhr, Hochſchulſtadion:
Deutſche Hochſchul=Handball=Meiſterſchaft
Hannover — Bonn und Würzburg — Darmſtadt.
Leichtathletik=Klubkampf
Akad. Sport=Club — Sportverein 98 Darmſtadt.
Fußball.
15.00 Uhr, Pol.=Sp.=Pl.: Polizei — Mannheim=Käferthal.
Tennis.
11.00 Uhr: T.= u. E.=Cl., Jun. — T.=Cl. Pforzheim, Jun.
dern in vorgeſchriebenem Boot, und ſchließlich auch Dauerlauf über
2000 Meter in 14 Minuten!
Auch die deutſchen Mädels will der Reichsausſchuß durch die
Ver=
leihung eines Ehrenzeichens zur planmäßigen Körpererziehung
anhal=
ten, und insbeſondere will er die ſchulentlaſſene weibliche Jugend bis
zum vollendeten 18. Lebensjahr dadurch erfaſſen, daß er jedem deutſchen
Mädel die Möglichkeit bietet,
das Reichsjugendabzeichen
zu erwerben. Dieſe Prüfungen bauen ſich ebenfalls in fünf Gruppen
auf und ſo, daß die natürliche nächſte Stufe das Deutſche Turn= und
Sportabzeichen für Frauen iſt! Alſo wird in Gruppe I 200=Meter=
Schwimmen in ſtehendem Waſſer oder 15 Minuten Zeitſchwimmen in
ſtehendem oder fließendem Waſſer verlangt! — In Gruppe II hat die
Bewerberin die Wahl zwiſchen Hochſprung — mindeſtens 1,10 Meter —
und Weitſprung — mindeſtens 3,50 Meter! — Die Gruppe III verlangt
einen 75=Meter=Lauf in 12,4 Sekunden! — Die Gruppe II bietet wieder
reiche Auswahl zwiſchen Schlagballweitwerfen (80 Gramm 35 Meter
weit), Speerwerfen (600 Gramm 18 Meter weit), Kugelſtoßen (8 Pfund
6 Meter weit), Schwimmen (— Grundſchein der Deutſchen
Lebensret=
tungsgeſellſchaft), Barren= und ſchließlich Reckübungen! — Die Gruppe V
endlich ſtellt wieder Dauerübungen zur Wahl: 25=Km.=Gehen in 6
Stun=
den, oder 400=Meter=Schwimmen in 18 Minuten oder aber 15=Km.=
Rad=
fahren in einer Stunde!
Damit unſeren Leſerinnen und Leſern auch hier ein genauer
Ueber=
blick über die Verleihung dieſer beiden Reichsauszeichnungen möglich iſt,
führen wir noch an, daß bis heute insgeſamt 13 860 deutfche Frauen
das Deutſche Turn= und Sportabzeichen erworben haben, und zwar
13 395 in Bronze, 381 in Silber und 84 in Gold, während insgeſamt
8367 deutſche Mädels das Reichsjugendabzeichen verliehen bekamen!
Eigentlich noch nicht viele, und — wenn wir nicht wüßten, daß der
Pro=
zentſatz der Leibesübungtreibenden Frauen und Mädchen ein weit
größerer iſt — müßten wir gar feſtſtellen, daß es um die Erfaſſung des
weiblichen Geſchlechts ſchlecht beſtellt iſt. Wenn heute auch noch ein
Ver=
gleich mit den Zahlen über den Erwerb ſeitens des männlichen
Ge=
ſchlechts zuungunſten der Vertreterinnen des ſchwächeren Geſchlechts
aus=
fällt, ſo beſteht doch die Möglichkeit einer weit beſſeren Geſtaltung,
zu=
mal ja auch der Zeitpunkt der Einführung der Ehrenzeichen für das
weibliche Geſchlecht nicht ſo weit zurückliegt. Die neuzeitliche Tendenz
der Emanzipation der Frau wird auf manchen Gebieten noch als
unbe=
rechtigt zurückgewieſen. Auf dem Gebiet der planmäßigen
Körper=
erziehung allerdings iſt ſie im Intereſſe der nationalen und natürlichen
Forderung auf Stählung des Körpers, der Geſundheit und der
Wil=
lenskraft anerkannt. Und ſo gilt denn auch den deutſchen Frauen und
Mädchen der Ruf:
Erwerbt das Reichsehrenzeichen für Leibesübung!
Eine Abnahmeprüfung für Frauen und Mädchen
zum Erwerb des Turn= und Sportabzeichens findet am Mittwoch abend
ab 6 Uhr auf dem Stadion am Böllenfalltor ſtatt. Bewerberinnen
wollen ſich mit dem Prüfungsbuch einfinden.
Gau=Frauenkurnen des Rhein=Main=Gaues der 9.T.
in Sprendlingen.
Das Gaufrauenturnen des Main=Rhein=Gaues findet, in dieſem
Jahre an den Tagen am 2., 29. und 30. Juni in Sprendlingen ſtatt.
Als Turnplatz wurde die große Spielwieſe am Gemeindeſchwimmbad,
das in landſchaftlich reizvoller Lage in dem ſich von Dreieichenhain nach
Sprendlingen hinziehenden Hengſtbachtälchen liegt, gewählt. Das
Ge=
lände wurde auf dem diesjährigen Turntag des Main=Rhein=Gaues als
die ſchönſte derartige Anlage innerhalb des Gaugebietes bezeichnet. Das
Wetturnen, die Sondervorführungen und Maſſenfreiübungen
unter=
ſtehen der Leitung des Gaufrauenturnwarts Klenk=Bensheim, der ein
ganz hervorragender Kenner des Frauenturnens iſt. Ein
Vergnügungs=
park mit Reſtaurationszelt, vom eigentlichen Turnplatz getrennt, wird
mit dazu beitragen, den Feſtbeſuchern den Aufenthalt in Sprendlingen
angenehm und abwechſlungsreich zu geſtalten.
70 Jahre Deulſche Turnerſchaft.
Am 17. Juni werden 70 Jahre verfloſſen ſein, ſeit die Deutſche
Turnerſchaft als Verband ins Leben gerufen wurde. Das deutſche
Tur=
nen an ſich iſt älter, denn es führt ſeinen Urſprung auf Friedrich
Lud=
wig Jahn zurück, der im Jahre 1811 den Turnplatz in der Haſenheide
begründete, und der damit den Anfang mit dem volkstümlichen
Be=
triebe der deutſchen Leibesübungen machte. Die Zahl der Turnvereine
in Deutſchland wuchs ſeit den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts, und
die Turnvereine drängten zum organiſatoriſchen Zuſammenſchluß, der
im Jahre 1860 zum erſten Male Dauer und Beſtand erhielt. Die
Schwaben Georgii und Kallenberg und der Leipziger Dr. Ferdinand
Goetz waren es, die den Ruf zur Sammlung der deutſchen Turnvereine
erhoben und zum erſten Deutſchen Turnfeſt nach Coburg einluden. Hier
in Coburg wurde der Grundſtein zur heutigen Deutſchen Turnerſchaft
gelegt. Aus dem Zuſammenſchluß der deutſchen Turnvereine entwickelte
ſich die Deutſche Turnerſchaft, die heute der älteſte und größte Verband
für Leibesübungen in Deutſchland iſt. Einſt waren es nur wenige
hundert Vereine, die ſich zuſammentaten, jetzt zählt allein die D.T. faſt
13 000 Turnvereine mit mehr als 1,6 Mill. Mitgliedern.
Tennis.
Tennis= und Eisklub Darmſtadt, Junioren — 1. Tennisklub Pforzheim,
Junioren.
Am Sonntag, den 18. Mai, empfangen die Darmſtädter Gäſte aus
Baden. Der Pforzheimer Klub, der über eine ſehr ſtarke
Juniorenmann=
ſchaft verfügt, iſt in Darmſtadt kein Unbekannter. Im Vorjahr ſiegte er,
trotzdem Kleinlogel bei den Darmſtädtern mit von der Partie war, in
Darmſtadt 4:3. Allerdings revanchierten ſich die Darmſtädter einige
Wochen ſpäter, als ſie im Rückſpiel die Badenſer, ohne Kleinlogel und
mit noch anderem Erſatz ſpielend, in Pforzheim überraſchend 6:5
ſchlu=
gen. Wer am Sonntag den Sieg davonträgt, iſt ſchwer zu ſagen, da beide
Mannſchaften neue Spieler eingeſtellt haben. Von den vorjährigen
Spie=
lern treten auf der Seite der Gäſte nur noch Ernſt und Schofer, bei
den Einheimiſchen nur noch Müller an. Die Darmſtädter beſtreiten das
Spiel in der Aufſtellung: Müller, Colin, Vollrath und Langenbach. Der
Beginn iſt auf 11 Uhr feſtgeſetzt.
Wekkerbericht.
Von der Biskaha in nordöſtlicher Richtung über Frankreich,
Deutſch=
land und dem Baltikum hin lagert hoher Druck, welcher bei uns durch
die Warmluft der nördlichen Störung jedoch keine ausgeſprochene
Schön=
wetterlage entwickelt hat. Wenn auch im Bereich des hohen Druckes
zu=
nächſt trockenes und aufheiterndes Wetter herrſcht, ſo ſcheint es nur von
kurzer Dauer zu ſein, denn erneuter Luftdruckfall über Irland und das
Drehen der Winde auf Süden zu deuten auf ſpätere
Wetterverſchlech=
terung hin.
Ausſichten für Sonntag, den 18. Mai: Dunſtig und bewölkt mit
Auf=
heiterung, zunächſt trocken, tagsüber warm.
Ausſichten für Montag, den 19. Mai: Wieder mehr Eintrübung, warm
und ſpäter Niederſchläge wahrſcheinlich.
Geſchäftliches.
Gute Vorarbeit beim Waſchen.
Will man eine tadelloſe Leiſtung erzielen, ſo muß man gut
vor=
arbeiten, ganz einerlei, auf welchem Gebiet es ſei. Dies weiß jede kluge
Hausfrau. Ihr iſt z. B. klar, daß das Waſchen der Wäſche viel ſchneller
und leichter geht, wenn die Wäſche vorher richtig eingeweicht
wurde. In der Einweichlauge quillt die Faſer und der Schmutz wird
gelockert. Niemals ſoll ſie heißes Waſſer dazu nehmen, denn dadurch
würde der Schmutz einbrennen und ein blendendes Weiß des Gewebes
nur ſchwer zu erzielen ſein. Am beſten iſt, man verwendet zum
Ein=
weichen die bekannte Henko=Bleichſoda, die durch ihre hervorragende
ſchmutzlöſende Wirkung die Reinigung der Wäſche bedeutend erleichtert.
Man rechnet im allgemeinen 1 Paket Henko auf 4—5 Eimer kaltes Waſſer.
Nach der Verirrung der Mode unſerer Tage, die in der
Vermänn=
lichung der Frau und ihrer Formen das Ideal erblickte, kehrt man nun
vieder zurück zu der vernünftigen Forderung: Vollſchlank. Voll, doch
nicht dick! Schlank, doch nicht dünn. Nicht zu mager und nicht zu fett,
ſondern der goldene Mittelweg: „Die harmoniſche Linie” (klaſſiſches
Schönheitsideal). Dieſe iſt aber ſelten vorhanden; ſie muß entwickelt
werden; und dazu iſt Geſundheit Vorausſetzung und Bedingung.
Eine Firma, die ſchon ſeit 30 Jahren an der Vereinigung der beiden
Begriffe „Geſundheit und Schönheit” zur Körperharmonie, zur „
harmo=
niſchen Linie” arbeitet, iſt die D. Franz Steiner u. Co. G. m. b. H.,
Berlin W 30. Seit 30 Jahren ruft ſie unermüdlich in die Welt: Bleibe
geſund und werde ſchön! Biſt du zu dick, werde ſchlank durch „Tonnola=
Zehrkur”. Biſt du zu dünn, werde voll durch „Orient. Kraftpillen”.
Aufklärende Schriften verſendet: D. Franz Steiner u. Co. G. m. b.
H., Berlin W 30, Eiſenacherſtr. 16.
Nachdem die „Eisheiligen” vorüber ſind und wärmeres Wetter
eingetreten iſt, muß an die Ausſchmückung der Fenſter und Balkone
gedacht werden. Die Gartenbaufirma Hermann Schulz,
Erbacher Straße 101, empfiehlt ſich zur Bepflanzung von Balkon=
und Fenſterkäſten und dergleichen. Auch alle anderen
Garten=
artikel für die gegenwärtige Pflanzperiode ſind dort zu haben.
Wir verweiſen auf die heutige Anzeige.
Aus deutſchen Bädern.
Das Nordſeebad Borkum, die „grüne Inſel”, heißt
mit Recht die Perle der Nordſee. Es iſt auf dem Land= und
See=
wege zu erreichen und hat Flugverbindung. Borkum beſitzt einen
ſchönen Strand mit einer vier Kilometer langen Promenade,
welche durch die neue Bürgermeiſter=Kieviet=Promenade
bedeu=
tend verbreitert und verſchönert worden iſt. Die ſchönſten
Dünen=
partien mit großen Tälern, die prächtigſten Spazierwege hat
Bor=
kum aufzuweiſen. Die Kurmittel ſind: Warme und kalte
See=
bäder, Licht= und Luftbad, elektriſche Bäder Inhalatorium und
dergleichen. Für Unterbringung der Gäſte iſt durch eine Anzahl
beſter Hotels und Penſionen geſorgt. Ganz beſonders
empfehlens=
wert iſt das Nordſee=Hotel, das ruhige, vornehme Familienhaus,
welches direkt am Strande und der Kurpromenade liegt.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.15 u. 6.45: Wetter.
Zeit, Gymnaſtik. O 8: Kurkonzert aus Bad Homburg. O 12: Zeit,
Zeit, Wetter, Wirtſchaftsmeldungen, Waſſerſtand. O 12.30:
Schall=
plattenkonzert. O 12.55: Nauener Zeit. 13: Schallplatten. O 15,
15.35: Zeit, Wirtſchaftsmeld. o 16.10: Ind., Handelsk. (Di. u.
Fr.). O 16.25: Wetter, Wirtſchaftsm., während des Nachm.=Konzerts:
Vereinsnachrichten. O 18.05, 19.15 oder 19.30: Wirtſchaftsmeld.
Sonntag, 18. Mai. 7: Hamburg: Glocken vom Großen Michel.
Hamburger Morgenruf. — Hafenkonzert. 8.20: Kaſſel:
Morgenfeier. Anſpr.: Konſiſtorialrat Dr. Trepte. o 10.20: W.
Obländer: Auslandsfahrten deutſcher Jugend. O 10.50: Wie helfe
ich meinem Kinde bei den Hausaufgaben? Geſpräch zwiſchen Lehrer
Junggeburth und A. Keller. O 11.20: Arbeitsgemeinſchaft vor dem
Mikrophon. Geſpräch zwiſchen Fr. Nothardt, E. Schoen und Dr.
Laven. O 11.50: Blasmuſik=Konzert. O 12.45: Geſpräch zwiſchen
Wirt=
ſchaftsberater Dir. Fiſcher und einem ehemaligen
Landwirtſchafts=
ſchüler. O 13.10: Von Lollar: Stunde des Chorgeſangs. O 14:
Jugendſtunde. 6 15: W. Schönhaber: Der Bauer und der Staat.
— Fr. Langsdorf: Das Brotgeſetz. O 16: Prediger Schramm;
Gandhi als religiöſer Menſch. o 16.30: Konzert. Mozart: Ouv.
zu „Baſtien und Baſtienne‟. — Mozart: Violinkonzert in D=dur.
— Mozart; Ballettmuſik „Les petits riens”. — Gounod: Vorſpiel
zu „Margarethe‟. — Valentins Gebet aus „Margarethe‟ —
Verdi: Arie aus „Der Troubadour”. — Wagner: Albumblatt. —
Wagner: Anſprache des Wolfram aus „Tannhäuſer”. — Lied aus
Tannhäuſer”. — Einzug der Gäſte aus „Tannhäuſer”. o 18:
Dr. Fiſcher: Ein Mann ſteht vor dem Mikrophon. O 18.25: A.
Ehrenſtein: Chineſiſches Volkslied. o 19.30: Freiburg: Konzert
des Arbeitergeſangvereins „Freundſchaft”. O 20: Kurſaal
Cann=
ſtatt: Konzert. Blankenburg: Frühlingskinder. — Flotow: Ouv. zu
„Aleſſandro Stradella”. — Puccini: Fantaſie aus „Tosca”,
Straus: Walzerlied aus „Rund um die Liebe‟. — Strauß:
Ge=
ſangswalzer. — Fall: Potp. aus „Der fidele Bauer”. — Straus:
Lied aus „Marietta”. — Straus: Shimmy aus „Die Königin”.
Ailbout: Marſchlied. — Lehar: Gold und Silber. — Straus: Duett
aus „Ein Walzertraum”. O 22: Stuttgart: Sketſchs. Herr
Bam=
berger. Grotske in einem Akt von N. Laſzlo. — Der ſchlafende
Löwe. Poſſe in einem Akt von B. Szenes. O 23.15: Baden=
Baden: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Weritags=Programm. 6.30:
Gymnaſtit. O 6.55: Wetter f. Landw. O Ca. 7: Konzert. O 12.25:
Wetter f. Landw. (So. 1250). O 12 bzw. 12.30: Schallplatten (außer
So.). O 12.55: Nauener Zeit. O 14: Berlin: Schallplatten.
O 15.30: Wetter. Börſe. O 19.55: Wetter für den Landwirt.
Deutſche Welle. Sonntag, 18. Mai. 6.30: Gymnaſtik
Aufſtellung des Anbauplanes. 8.50: Morgenfeier. —
Glocken=
ſpie, der Potsdamer Garniſonkirche. O Anſchl.: Glocken des
Ber=
liner Doms. O 10.05: Sonntagswetter. O 11: Oberbürgermeiſter
und Staatsminiſter a. D. Dominicus: Turnen und Sport für
die ſchulentlaſſene Jugend. . 11.30: Knabenchöre. O 12: Konzert.
O 14: Jugendſtunde. O 14.30: Konzert Chopin: Barcarole.
— Marx: Japaniſches Regenlied: Hat dich die Liebe berührt:
Wald=
ſeligkeit; Und geſtern hat er mir Roſen gebracht. — Ravel:
Waſſerſpiel. — Albentz=Godowski: Tango. — Weinberger=Dyck:
Polka aus „Schwanda, der Dudelſackpfeifer”, — Pfitzner: Sonſt.
— Rich. Strauß: Für fünfzehn Pfennige; Hat geſagt. — Bleibt’s
nicht dabei; Schlechtes Wetter. — Liſzt: Gnomenreigen; Rigoletto=
Fantaſie. O 15.30: Albert Daudiſtel lieſt aus eigenen Werken.
16: Unterhaltungsmuſik. Joh. Strauß: Wiener Blut. —
Wein=
gartner: Liebesfeier. — Lalo: Gitarre. — Lehar: Potp. aus „Die
luiſtige Witwe‟. — Stolz: „Auch du wirſt mich einmal betrügen”
und Walzerliev aus dem Tonfilm „Zwei Herzen im Drei=Viertel=
Takt” — Brahms: Ungariſcher Tanz Nr. 5. — Benatzky:
Walzerlied aus „Mit dir allein auf einer einſamen Inſel”. —
ivſchakoff: „Menuett — Hubay: Heire Kati. — Narciſſus. —
Doſtal: Man liebt nur einmal. — Strauß: Walzer aus „Der
ſenkavalier”, — Liſzt: Liebesträume. — Livſchakoff: Ruſſiſches
Potpourri. O 17.30: Aktuelle Abteilung. O 18.30: Dr. Schueftan:
Bewegte Schönheit. O 19: Dr. Günther: Oberammergau 1930.
5 19.30: Oberförſter a. D. E. v. Kapherr: Der Jäger als
Tier — Stimmenimitator. O 20: Kurſaal Cannſtatt: Konzert.
Tlan enburg: Frühlingskinder. — Flotow: Ouv. zu „Aleſſandro
Stradella” — Puccint: Fantaſie aus „Tosca‟. — O. Straus:
WValzerliev aus „Rund um die Liebe‟ — Joh. Strauß: Nur für
Natur. — Fall: Potp. aus „Der fidele Bauer”. — O. Straus:
Lied aus „Marietta”, (Hans Hanus (Tenor); Shimmy aus „Die
Lönigin”. — Ailbout: Was nützt mir ein ſchönes Mädel. —
Lehar: Gold und Silber. — O. Straus: Duett aus „Ein
Walzertraum” O Anſchl.: Zeit. Wetter. O Danach: Tanzmuſik.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feuilleion, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
ür den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwar”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert. Nelte.
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuble.
Druck und Verlag: L. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten
[ ← ][ ][ → ]Nummer 137
Sonntag, den
det Ausideis der Heichsbant.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Mai hat ſich in der
zweiten Maiwoche die geſamte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und
Schecks, Lombards und Effekten um 260,1 Mill. RM. auf 1747,0 Mill.
RM. verringert. Im einzelnen haben die Beſtände an
Reichsſchatz=
wechſeln um 6,9 Mill. auf 40 000 RM., die Beſtände an Handelswechſeln
und =Schecks um 268,7 Mill. auf 1584,8 Mill. RM. abgenommen und
die Lombardbeſtände um 15,4 Mill. auf 69,1 Mill. RM. zugenommen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 219,3
Mill. RM. in die Kaſſen der Bank zurückgefloſſen, und zwar hat ſich der
Umlauf an Reichsbanknoten um 27,4 Mill. auf 4196,3 Mill. RM.,
der=
jenige an Rentenbankſcheinen um 11,9 Mill. auf 318,5 Mill. RM.
ver=
ringert. Dementſprechend haben ſich die Beſtände der Reichsbank an
Nentenbankſcheinen auf 61,8 Mill. RM. erhöht. Die fremden Gelder
zeigen mit 556,0 Mill. RM. eine Abnahme um 45,3 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Devifen haben ſich um
20,1 Mill. auf 2875,5 Mill. RM. verringert. Im einzelnen haben die
Goldbeſtände um 12,2 Mill. auf 2577,7 Mill. RM. zugenommen, die
Veſtände an deckungsfähigen Deviſen um 32,3 Mill. auf 297,8 Mill.
MM. abgenommen.
Die Deckung der Noten durch Gold allein erhöhte ſich von 58.3
Prozent in der Vorwoche auf 61,4 Prozent, diejenige durch Gold und
deckungsfähige Deviſen von 65,8 Prozent auf 68,5 Prozent.
Wirkichaftliche Rundſchau.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 14. Mai 1930. Die
auf den Stichtag des 14. Mai berechnete Großhandelsindexziffer des
Statiſtiſchen Reichsamtes iſt mit 125,8 gegenüber der Vorwoche (126,0)
um 2 v. H. zurückgegangen. Von den Hauptgruppen iſt die
Index=
ziffer für Agrarſtoffe um 0,3 v. H. auf 111,0 (111,3) geſunken. Die
Index=
ziffer für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren hat auf 123,8 (123,9)
und diejenige für induſtrielle Fertigwaren auf 151,6 (151,7) nachgegeben.
Verloſung von Liquidationspfandbriefen der Heſſiſchen Landes=
Hypotheken=Bank. In der geſtrigen Verloſung von 4½prozentigen
Liquidations=Goldpfandbriefen und Goldpfandbrief=Zertifikaten Reihe
1—23 der Hefſiſchen Landes=Hypotheken=Bank wurden zur Rückzahlung
am 30. Juni 1930 ausgeloſt: 1. 4½prozentige Liquidations=
Goldpfand=
briefe Reihe 1—23 von Pfandbriefen zu 2000, 500 und 100 GM. (Lit. A,
C und E) alle Stücke, deren Nummern die Endziffern 10, 51, 53 und 62
tragen; von den Pfandbriefen zu 1000, 200 und 50 GM. (Lit. B, D
und E) alle Stücke, deren Nummern die Endziffern 10 46, 51, 53 und 62
tragen. 2. 4½prozentige Goldpfandbrief=Zertifikate Reihe 1—32 zu 20
und 10 GM. (Lit. G und H) alle Stücke, deren Nummern die
End=
ziffern 0 und 1 tragen.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Neue Verfahren: Worms: Ingenieur Karl Bolza. Anmeldefriſt
15. 6., Gläubigerverſammlung 24. 5., Prüfungstermin 21. 6.
Offen=
bach: Firma Stern, Mathias, u. Co., G. m. b. H. Anmeldefriſt 30. 5.,
Gläubigerverſammlung 22. 5., Prüfungstermin 19. 6. Groß=Gerau:
Firma Heſſ. Schuhfabrik, Inh. Jakob Marx. Anmeldefriſt 24. 5.,
Prü=
fungstermin 4. 6. Beendete Konkurſe: Bad Nauheim:
Schank=
wirt und Metzger Friedrich Langsdorf. Neue
Vergleichsver=
fahren: Butzbach: Firma Carl Hadermann. Vergleichstermin 2. 6.
Zinserhöhung der Aufwertungshypotheken. Neue
Kündi=
gungstermine. Die Reichsregierung hat geſtern dem Entwurf
über die Fälligkeit der Aufwertungshypotheken zugeſtimmt und dem
Reichsrat zugeleitet. Der Entwurf ſieht vor, daß der Gläubiger, der
ſeine Hypothek am 1. Januar 1932 zurückgezahlt haben will, bis zum
31. Dezember ds. Js. kündigen müſſe. Der Schuldner kann dagegen
Zahlungsaufſchub bis 31. Dezember 1934 bei der Aufwertungsſtelle
ver=
langen. Kündigt der Gläubiger nicht, dann ſinkt die Fälligkeit vom
1. Januar 1932 automatiſch auf 1. Januar 1935. Für dieſe drei Jahre
gilt ein erhöhter Zinsſatz, der 1931 von der Reichseriegung feſtgeſetzt
wird. Kündigungs= und Tilgungshypotheken ſind gleichgeſtellt.
Produkkenberichte.
Mainzer Produktenbericht. Großhandelseinſtandspreiſe per 100 Kilo
loko Mainz am Freitag, den 16. Mai: Weizen 30,25, Roggen 17,50 bis
17,75, Hafer 17,50, Futtergerſte 17,50—18, Malzkeime 13—14, ſüdd.
Weizenmehl Spez 0 45,40, Roggenmehl 01 26—27,50, Weizenkleie fein
7,50, Weizenkleie grob 8,75, Roggenkleie 9,50—10, Weizenfuttermehl
10,50, Biertreber 11, Erdnußkuchen 13,75—14,50, Kokoskuchen 14,75—19,
Palmtuchen 11—12,25, weiße Bohnen 39,50. Tendenz: träge.
Rheinhefſiſche Spargelmärkte am 16. Mai. Die ſeit drei Tagen
wärmere Witterung macht ſich auf den Spargelmärkten in einem
größeren Angebot bemerkbar. Es kann jetzt, gleichbleibend günſtiges
Wetter vorausgeſetzt, in der nächſten Zeit mit einem täglich ſteigenden
Angebot gerechnet werden. Bei geſtiegenem Angebot haben ſich die
Preiſe in den letzten Tagen geſenkt. Auf dem Spargelgroßmarkt des
Obſt= und Gartenbauvereins Ingelheim wurden für Spargel 1. Sorte
62—67, 2. Sorte 45 Pfg. je Pfd. bezahlt. Die Anfuhr betrug rund
180 Zentner. — Die Obſt= und Gemüſe=Verwertungs=Genoſſenſchaft
Ingelheim und Umgebung erzielte für Spargel 1. Sorte 65—71,
2. Sorte 36—49, 3. Sorte 24—29 Pfg. das Pfd. — In Finthen bei
Mainz wurden bezahlt für Spargel 1. Sorte 65—72, 2. Sorte 49—62,
3. Sorte 29—38 Pfg. je Pfd. — Auf der Heidesheimer Spargelauktion
koſteten Spargel 1. Sorte 64—68, 2. Sorte 48—54, 3. Sorte 28—36 Pfg.
Anfuhr 160 Zentner. Im Laufe dieſer Woche wurde Salat in größeren
Mengen der Verſteigerung zugeführt. So heute 80 000 Stück. Für die
100 Stück wurden 3,30—3,50 Mk. bezahlt. — Auf dem Gau=Algesheimer
Verſteigerungsmarkt erlangten Spargel 1. Sorte 60—64, 2. Sorte 34
bis 38, 3. Sorte 18 Pfg. je Pfd.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Marktlage: Am Eiermarkt war
das Geſchäft im allgemeinen ziemlich ruhig, da im Zuſammenhang mit
den ungeklärten Zollverhältniſſen eine gewiſſe Unſicherheit weiterhin
unverkennbar blieb. Trotzdem war die Tendenz weiter feſt. Deutſche
Friſcheier wurden zwiſchen 8 und 11½ Pfg. gehandelt. Es notierten
in Pfg. per Stück: italieniſche 8,75—9,50, bulgariſche 8,00—8,25,
jugo=
flawiſche 7,25—7,75, rumäniſche 7,25—7,50, ruſſiſche 8,25—8,50,
pol=
niſche nicht am Markt, chineſiſche nicht am Markt, holländiſche 8,50 bis
10,50, däniſche 8,50—10,50, belgiſche 8,75—9,25, franzöſiſche 8,00—9,00,
ſchleſiſche 8,25—8,75, baheriſche 7,75—8,25, norddeutſche 8,25—8,50.
Aus=
landseier unverzollt ab Grenzſtation, Inlandseier ab Station.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Am Buttermarkt war das
Angebot in deutſcher Ware ziemlich groß. Bei kaum veränderten
Preiſen war das Geſchäft ruhig. Es notierte Auslandsbutter (holl.
oder dän.) 1 Faß (50 Kilo) 1,50, ½ Faß 1,52, in Halbpfundſtücken 1,54,
deutſche Molkereibutter 1,40 RM. das Pfund im Großhandelsverkehr.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Am 17. und 18. Mai findet in Düſſeldorf der diesjährige
Eiſen=
hüttentag ſtatt. In gewohnter Weiſe wurden am erſten Tage mehrere
Einzelſitzungen mit insgeſamt acht techniſch=wiſſenſchaftlichen Vorträgen
abgehalten.
Die internationale Kommiſſion für die Diamanteninduſtrie iſt in
Antwerpen zuſammengetreten und hat beſchloſſen, alle bisher
beſtehen=
den Beſchränkungen der letzten Zeit in den Schleifereien für die Dauer
eines Monats aufzuheben, da ſie nicht von allen Arbeitgebern
ein=
gehalten worden ſeien.
Das Direktionskomitee der Internationalen Rohſtahlgemeinſchaft
hat laut „Agence Economique et Financiere” in ſeiner in Paris
ab=
gehaltenen Sitzung einſtimmig beſchloſſen, vier Kommiſſionen
einzu=
ſetzen, die unverzüglich die Bildung von Verkaufskontoren für die
ver=
ſchiedenen Erzeugniſſe des Kartells prüfen ſollen.
Eine in 118 Kiſten verpackte Goldſendung von 6300 Kilogramm im
Werte von rund 100 Millionen Franken iſt geſtern zu Schiff aus
Eng=
land in Boulogne eingetroffen. Die wertvolle Sendung wurde in einem
gepanzerten Eiſenbahnwagen nach Paris weiterbefördert.
Die Chemiſchen Werke Rhöne Poulene beabſichtigen, ihr
Aktien=
kapital von 50 auf 100 Mill. Franken zu erhöhen. Die Reſerven der
Geſellſchaft belaufen ſich auf 197 Mill. Franken.
Die Automobilfabrik Peugeot hat eine Erhöhung ihres
Aktienkapi=
tals von 190 auf 250 Mill. Franken durch Ausgabe von 120 000 Aktien
zum Kurs von 610 Franken beſchloſſen.
Die Kohlenzechen Mines d’Aniche verteilen aus einem Reingewinn
von 50,54 (im Vorjahre 41,52) Mill. Franken eine Dividende von
115 (100) Franken, entſprechend 23 (20) Prozent, auf das 164 Mill.
Fran=
ken betragende Aktienkapital. Die Geſellſchaft hat im abgelaufenen
Geſchäftsjahr 4,4 (4,2) Mill. Tonnen gefördert.
Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 17. Mai.
Zum Wochenſchluß war die Stimmung im Vormittagsverkehr ruhig,
aber freundlich. Die evtl. Einführung einiger deutſcher Werte an der
Pariſer Börſe regte weiter etwas an, und dem Farbenmarkte wandte ſich
mehr Intereſſe zu, da namentlich J. G. Farben von den
Einführungs=
abſichten betroffen werden ſollen. Zu Beginn des offiziellen Marktes
machte ſich jedoch wieder, von der Kuliſſe ausgehend, eine ſtärkere
Zurück=
haltung bemerkbar, wozu der geringe Ordereingang in erſter Linie
An=
laß bot. Die höheren Vormittagskurſe konnten nicht gehalten werden.
Sonſtige Anregungen fehlten faſt vollkommen. Einige Anregung gab
dem Montanmaukt der günſtige Oberkoksabſchluß und die Verteilung
einer höheren Dividende. Im allgemeinen wurde die Börſe aber weniger
davon berührt, da dieſes Papier am hieſigen Platze nicht gehandelt
wird. Das Geſchäft war ſehr beſcheiden, und nur für Spezialwerte
erhielt ſich Nachfrage bei leicht gebeſſerten Kurſen. Im großen und
ganzen war die Kursgeſtaltung nicht einheitlich; verſchiedentlich kam
Material an den Markt, und bei der geringen Aufnahmeluſt ergaben
ſich Abſchwächungen bis zu 1 Prozent. Am Elektromarkt geben A. E. G.
und Schuckert bis 1 Prozent nach. Am Chemiemarkt waren J. G.
Far=
ben leicht erhöht. Mehr hervortreten konnten von Kaliaktien
Aſchers=
leben. Von Schiffahrtsaktien lagen Nordd. Lloyd 1 Prozent niedriger.
Banken uneinheitlich. — Renten zumeiſt gehalten.
Auch im Verlaufe trat keine nennenswerte Geſchäftsbelebung ein;
die Kurſe waren gegen Anfang unverändert. Gegen Schluß wurde es
von Kaliwerten ausgehend allgemein etwas lebhafter und feſter.
Salz=
detfurth lagen insgeſamt 7 Prozent höher. Die übrigen Aktien konnten
von 1—2 Prozent anziehen, wobei J. G. Farben, Metallgeſellſchaft und
die meiſten Elektrowerte bevorzugt waren. Am Geldmarkt war
Tages=
geld mit 4½ Prozent unverändert. Am Deviſenmarkt war die Lage
wenig verändert. Mark gegen Döllar 4,1917, gegen Pfunde 20,37.
London=Kabel 4,8600, Paris 123,86, Mailand 92,69, Madrid 39,75,
Schweiz 25,13, Holland 12,08½.
Berlin, 17. Mai.
In letzter Zeit beobachtete man eine beachtliche innere
Widerſtands=
fähigkeit der Börſe, ſo daß man auch im heutigen Vormittagsverkehr
und an der Vorbörſe an eine freundliche Eröffnung glaubte.
Unmittel=
bar nach den erſten Kurſen erfuhren Salzdetfurth und Berger
Er=
höhungen um ca. 6 Prozent, wodurch auch die übrige Börſe kräftig
angeregt wurde. Man beobachtete Käufe zweier Großbanken. Mit
Ausnahme von Karſtadt und Hotelbetrieb waren auch an den übrigen
Märkten Beſſerungen von 1 bis 1½ Prozent zu beobachten, zumal der
Reichsbankausweis per 15. Mai 1930 eine Geſamtentlaſtung von 260,1
Millionen Mark brachte. Man glaubt nunmehr, daß die Reichsbank
am Montag zur Diskontermäßigung ſchreiten werde. In Erwartung
einer Regelung der Aufwertungsfrage waren auch feſtverzinsliche Werte
heute geſuchter. Liquidationspfandbriefe und Anteilſcheine, Pfandbriefe,
beſonders Abfindungspfandbriefe, lagen ſehr feſt,
Reichsſchuldbuchforde=
rungen gleichfalls anziehend.
Amerikaniſche Kabelnachrichken
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 17. Mai:
Getreide. Weizen: Mai 106, Juli 106½, Sept. 10958,
Dezem=
ber 114½: Mais: Mai 80.50, Juli 81½, September 83½,
De=
zember 77½; Hafer: Mai 4238, Juli 41½, September 41.25,
De=
zember 438; Roggen: Juli 65.25, September 69.25, Dezember
7338.
Schmalz: Mai 10,25, Juli 10,32½, September 10,52½.
Speck, loko 14,00.
Schweine, leichte 9,75 bis 10,25, ſchwere 9,65 bis 10.10;
Schweinezufuhren: Chicago 8000, im Weſten 45 000.
Baumwolle: Mai 15,90, Juli 16,19.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 17. Mai:
Schmalz: Prima Weſtern 11,00; Talg, extra, loſe 6.
Getreide. Weizen: Rotwinter n. Ernte 126½, Hartwinter
113½, Mais 915, Mehl 5,40—5,60; Getreidefracht: nach England
1,6 bis 2,3 Schilling, nach dem Kontinent 8 Cents.
Kakao. Die Kakaobörſe war heute geſchloſſen.
* Wirtſchaftspefſimismus in
Veralkele Zinanz= und Wiekſchaf=
Von unſerem A=Korreſpond;
Die neuerliche Erſchütterung der New Yorke
in Paris ihre Wirkung nicht verfehlt. Gewiß
alles, was in Paris geſchieht, mit den Auswirk
ſchaftskriſe in den Vereinigten Staaten zu erklä
viel Recht könnte man auch eine Parallele zie
Entwicklung in Paris und in New York. Es gi
in Paris dieſer Anſicht huldigen. Letzten End
nur theoretiſche Erwägungen, die ſeit langer Ze
ſichtbaren Reſultat geführt haben. Tatſache iſt
Börſe eine ſchwere Kriſe durchmacht. Und das
großen Aufgaben betrachtet, die ihrer harren,
wichtig und beunruhigend.
Die Situation an der Pariſer Börſe iſt du
kommene Geſchäftsloſigkeit charakteriſiert. Der
ſchäfte nimmt täglich ab, und kleine Urſachen —
Situationen, immer charakteriſtiſch — produzi
kungen. Die Erwartung der Auflegung der 9.
hat die Nervoſität noch erhöht, trotzdem das So
ſion geſichert erſcheint. Die Regierung Tardier/
Bildung die Sanierung der Börſe zu ihren ſin
punkten. Das ganze Wirtſchaftsprogramm Tar
Vorausſetzung, daß die Börſe normal funktion
ganz und gar nicht der Fall. Das großzügige
für öffentliche Arbeiten, das Tardieu unter de
nale Ausrüſtung” zuſammenfaßte, mußte eig
Schwierigkeiten an der Börſe bis auf Juni verſ.
kolonialen Anleihen laſſen ſeit zwei Jahren au
die Kolonien können auf das Geld nicht mehr !
lerorts wurden bereits großzügige Arbeiten
eingeſtellt. Tardieus robuſter Optimismus u
der Börſe nicht zu helfen vermocht. Seine M
ſeit langem erſehnten Steuerherabſetzungen
Punkten beſtanden, haben ihre Wirkung verfe /i
und für ſich einwandfrei waren.
Das Paradoxeſte an der ganzen Situatior
ſchaft, von vorübergehenden Konjunkturſchwa En
kerngeſund iſt, und daß, wie die Ausweiſe der
und der Großbanken verſichern, Geld in Hülle
den iſt. Der Diskontſatz wurde auf zweieinhal Meen
mäßigt, aber die Wirtſchaftskreiſe ſehen jetzt
Billigkeit des Geldes nur ein Zeichen der Deke
lichen Aktivität. Dabei handelt es ſich wah
einen Fehler in der Organiſation, nur um ein
langem veralteten Finanz= und Wirtſchaftspoli
iſt der Wirtſchaftspeſſimismus, welcher ſich in
ſucht, gerade ſo deplaciert, wie es die Hoffn:
auf richtige, aber oberflächliche Maßnahmen b
Diehmärkſe.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d.
17. ds. Mts., waren 316 Tiere zugeführt. Dave
und zwar Milchſchweine zu 28 bis 40 Mk. pro
42 bis 69 Mk. pro Stück.
eitrone
18
Me
Danatbank
eutſche Bank u.
disconto=Geſ.
resdner Ban!
hapag
anſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
E. G.
Bahr. Motorenw.
P. Bemberg
ergmann Elektr.
Zerl. Maſch.=Bau
onti=Gummi
deutſche Cont. Gas
deutſche Erdöl
Me Mece
J. G. Farben
Gelſenk. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Soeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Nannesm. Nöhr.
Maſch.=Bau=Untn
Nordd. Wolle
berſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppe
1.
186 25
140.—
167.75
125.75
107.50
100.50
225.50
101.25
105.50
108.875
53.50
80.—
110.62E
83.50
ae
Rütgerswerke
Salzdetfurth Ka
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkal
Agsb.=Nrnb. Maſch
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werte
Lindes Eismaſch.
Herm. Poege
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
Werf
70.—
405.—
152.—
146.—
26.50
829.—
79.75
35.—
69.75
141.75
77.—
164.—
18.625
78.—
50.—
Helſingfor=
Wien
Prag
Budapel
Sofia
Holland
Lslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aire?
New Yorf
Belgien
Italien
Laris
Währung
100 finn. Mk.
100 Schilline
1100 Tſch.Kr
100 Pengo
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 E=Stg.
1 Pap. Peſ.
1 Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Franes
Re
10.544/ 10.564
59.045 59. 165
12.414 12.43.
73.15 73. 29
3.035 3.041
168.37 163.7 1
112.01/ 112.23/ Portuga
112.04/ 112.26
112.35/ 112.5t
20.35 20.39
1.603/ 1. 607/Kanada
1875 4. 185‟
58.425/ 58.545
1.955 21.925ſ.
16.42 16.46 Riga
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janer
Zugoſlawien
Athen
Konſtantinop
Lairo
Uruguay
sland
Tallinn „Eſtl.
Frankfurter Kursbericht vom 12. Mai 1930.
7% Dtſch. Reichsanl.
60
6% Baden....."
8% Bahern.."
GOo
..
8% Heſſen v. 28
v. 29
6% Preuß,
Staats=
anl. . . . . . . . . . .."
8% Sachſen ...."
..
79 Thüringen:
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. + 1/
Ablöſungsanl.
Diſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.
Otſche.
Schutzge=
bietsanleihe ..."
Baden=Baden
6% Berlin .....
80 Darmſtadt v. 26
v. 28
7% Franlf, a. M.
8% Mainz.. . . . ."
8% Mannheim..
8% Nürnberg. .
8% Heſſ. Landesbl.
Goldpfbr. ...."
8% „ „Goldobl.
4½% Heſſ. Lds.=
Hyp.=Bk.=Liquid.
Pfbr. ......."
% Preuß. Lds.
pfbr.=Anſt. Gold=
Pfbr. .. . . . . .."
3% „ „ Goldobl.
8% Darmſt. Komm.
Landesbk. Goldobl.
8½Kaſſeler Land. Goldpfbr.
1022,
87
84.1
1C0.6
85
93.5
94.5
82
86.25
59.15
11.7
93
81
91.5
91.5
89
93.5
99
93.5
84.5
101
96
26
98
8% Naſſ. Landesbk.
Goldpfbr. . . . ..
4½% „ „ Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
+Ausl. Ser. I
„ Ser. I
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)
% Berl. Hyp.=Bk.
4½%½ „Liqu.=Pfbr
30 Frkf. Hyp.=Bk.
4½% „ Lig. Pfbr
„ Pfbr.=Bk.
4½0 Lig. Pfbr.
8% Mein.Hyp.=Bk.
4½% Lig.Pfbr.
8% Pfälz. Hyp.=Bk.
4½% „ Lig. Pfbr.
8% Preuß.
Boden=
cred.=Bank ....
4½% „Lig. Pfbr.
39 Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bant
4½% „ Lig. Pfbr.
8‟ Rhein. Hhp.B.
4½% „ Lig. Pfbr.
% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit .... .
80 Südd. Bod.=
Cred.=Bant ..
4½% Lig. Pfbr
8% Württ. Hyp.=B
O Daimler=Benz
26 Dt. Linol. Werke
8% Klöckner=Werke
7% Mainkraftwerke
20 Mitteld.
Stahl=
werke .. . . . . . . .
2 Salzmannu. Co.
7%Ver. Stahlwert
8% VoigtckHäffner
100
82.75
58.75
74
16
100.5
86
100.5
86.25
100.5
88.75
89.5
100
89.5
101
Bk. 75
100.5
87.5
101
101
85.5
101
741
96
90
90.1
80
90.5
95.5
J. G. Farben Bonds
50 Bosn. L. E.B.
L.Inveſt.
4½% Oſt.
Schatz=
anw. . . . . . . . . . .
4% Oſt. Goldrente
5 %vereinh. Rumän
4½8
90 Türk. Admin.
„ 1. Bagdad
Zollanl.
0 Ungarn 1913
2 „ 1914
Goldr.
1910
Aktien
100.5 ſAlg. Kunſtziide Unie
AEG. Stamm..
100.5 AndregeNoris Zahn
Baſt Nürnberg
Bemberg J. P....
Bergm. El.=Werke.
BrownBoverick Cie
Brüning & Sohn".
Buderus Eiſen....
Cemen: Seidelber,
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſel
Chem. Werke
Alber=
fChade .........."
Contin. Gummiw.
„ Linoleum
Daimler=Benz A. G.
Dt. Atl. Telegr. ..
Eiſenh. Berlin.
Erdöl ......."
Gold= u. Silb.=Anſtalt.
„ Linoleumwerk
Dyckerhoff u.
Wid=
mann ........."
Eichbaum=Werger.
Eleltr. Licht u. Kraft
Liefer=Geſ.
111.9
34
39‟g
9.8
17.2
8.15
6.45
170.5
123,
129
21.5
35.25
142.5
2C6.5
E6
246
171.5
127
äs
117
Eſchw. Bergwer:..
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter
Felt. & Guilleaum.
Frkſt. Gas ......"
Koſ....."
Beiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f. elektr.
Unter=
nehmungen ..."
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchiner
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.
Harpener Bergbaul
Henninger. Kempf
HilxertArmaturfbr.
Hindrichs=Aufferm
Hirſch Kupfer..
Hochtieſ Eſſen ..
Holzmann, Phil.
Holzverk.=Induſtrie
Zlſe Bergb. Stamm
„ Genüſſe
Junghans Stamn
Kali Chemie.
Aſchersleben
Salzdetfurth
„ Weſteregeln
Kammgarnſpinn. .
Karſtadt, R.. . . .
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke ..
156.5 Lahmeher & Co.
242. 75 Lech, Augsburg
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.
168 Mainkr.=W. Höchſt
Mainz.Akt.=Br. . . .
7a
185
186.5
84
110
52
140
168
69
36.5
180
112
126
1(3.5
141.75
96.25
99.25
S0.5
215
122
45
153.25
224
403
229.5
101
119.5
170.5
252
56
10
90
178
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Bergb.
Metallgeſ. Frankf..
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Sberurſel
Bicolah, Hofbr.
Nürnberger Brauh.
Oberbedart..
Otavi Minen ....!
Phönix Bergbau
Reiniger, Gebb. ..
Rh. Braunkohlen
„ Elektr. Stamm
Stahlwerke. .
Riebeck Montan. . .
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerke‟.
Sachtleben A. G...
Salzw. Heilbronn..
Schöfferhof=Bind..
Schramm, Lackfabr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. ..
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske
Strohſtoff. Ver. . ..
Südd. Smmobilien
Zucker=A. G.
Svenska Tändſticks
Tellus Bergbau ...
Thür. Liefer.=Geſ.=
Tucher=Brauerei.
Ruterfranken.
Beithwerke .
Ver. f. Chem. Ind.
„ Laurahütte".
„ Stahlwerke
„ Ultramarin
„ Zellſt. Berlin..
Vogtländ. Maſchin.
Voigt & Haeffner,
109
117.75
120.75
53.5
49.5
17.5
157
53.5
113
110
104.5
164
208
273
120.25
196
36.5
248
180
50
109
162.75
141
19.5
79.5
48.5
96.25
150
184
68
180
Sonntag, den 18. Mai 1930
Seite 13
RR
Prinz Heinrich
Sonntag Abend
edert mit Tanz
Wetter im Garten.
Mieeeeeeodeeee
geriehaus
fals
St 7993
eute Sonntag
s Ustümliches Konzert
pellmeister Schlupp
Eintritt Frei!
K
chm. — Voller Restaurationsbetrieb
Heute Sonntag, den 18. Mai, abends 8½ Uhr
Heas Enen Aaenn
Jazz-Band
Bohbie Hind and his hols
15Jazz-Symfoniker
V mit Bühnenschau
Eine Darbietung, die man nicht vergißt.
80
Herrngarten Cafe
11—12 Uhr
Früh-Konzert
Nachm. von 4 — 7/, Uhr
und 8— 11 Uhr
Konzert
Eintritt frei.
ieburgerstraße 97
ans Tod
(12 Uhr mittag.
Ru1 unk
Daiert
Beuerwehrkapelle
Weber
und 8 Uhr abends
Konzert
bester (8095
Eintritt frei!
sch zu 1.20 u. 1.50
Abendkarte
das beliebte
Ikronenbier”
AAtskeller
Igaſſe
Zute 7
be
d.
oigshöhe
1h. 591
(8029
tittag 4 Uhr
Ar
Konzert
: Stadtorcheſter
)er Leitung von
Willy Schlupp
Itt frei.
Mar
rtel.
Mai, 20½. Uhr
Reiſen m. BahnK
oder Auto.
Erſtklaſſ. Durchf.
RM. 415.—
Proſpekt gratis,
Huber EStrobelſ
Fürkheim Bahern K
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größte Auswahl zu
billigſten Preiſen —
überziehen ureparieren.
Johanna Techell
Schillerpl. 3.
Uhren=
haus. Kein Laden.
257a)
Wef M
9—12, Kasse Orpheum ab 3 Uhr, de Naal
11—6 Uhr — Telephon 389
(8084
Städtischer Ratskeller
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us adymitſchenko nahm Platz. Es gab zwar
eſſe n Bord, aber man übergoß es mit warmen
kleinen ſpeiſewagenartigen Küche zubereitet
—peiſen ſchmackhaft machten. Ingrid merkte,
ige 4 os, den Wladymitſchenko dazu hatte kommen
Seiry t... er verſetzte in einen wonnigen und
zuu o, der das Seltſame und
Abenteuerlich=
gax1 Situation erſt jetzt voll zum Bewußtſein
uſer Neter über dem Meer!. Fern über dem
i Erdteilen! Vorwärtsſauſend,
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eine Bewegungsform, die dem Menſchen
den „von den Göttern” verwehrt worden
Zpootkabine beim Souper mit dem auch von
en Darſteller dämoniſcher, phantaſtiſcher,
leiden=
derry Filmrollen, der ſich vom Kitſch fernhielt.
mit er ausgeſuchten Schar von Globetrottern,
htſeite der Welt, Siegern des Lebens! und
ine neue Zukunft, die ſie ſich mit Mut er=
Glücksgefühl bemächtigte ſich ihrer, wie ſie
datte.
das merkte ſie ſofort, gehörte nicht zu dem
ny bei näherem Beſehen unausſtehlichen Typ
zyn”. Dies ſchauderhafte Wort, bei deſſen ver=
Cicero im Grabe umgedreht haben würde,
If den Film gelenkt und er, von ihr im Ge=
Iſarkaſtiſcher Weiſe zu erkennen gegeben hatte.
Rollen und Filmklatſch, ſondern erzählte
ſer amerikaniſchen Frauen, einem Typ, der ihm
elbſt, wie er ſagte, „mehr nordiſch fühlte‟.
S ſympathiſchen Stimme freudvoll zu, und
d von ſich erzählen, von ihrem Schickſal,
be=
z— rechen. Sie fühlte plötzlich, dieſem Mann
ſelbſt ſo wohl, ſich auszuſprechen. Der da
as vergeſſen — ſobald er wieder an Land war
Fwi auf ihn warteten. Aber jetzt wär es ſo
ſtellung einzuleben, der berühmte
Charakter=
öre ihr ganz allein. Die anderen achteten
Frau Anna Clancox, das war der Name
is uſtigen Dame, hatte ſich die Geſellſchaft des
eholt und ſchien ſich „blendend” zu unter=
Wladymitſchenko, wie ſie „angefangen” hatte.
Sonntag, den 18. Mai 1930
Fernſehnſucht lockte. Sie hatte es nicht vermocht, im Vorzim= ſichtsfarbe — alles das war an ihr ein Guß, von der oberen,
mer ſchmieriger Agenten auf Engagements in das Ausland zu etwas ſeitlich über die Stirn ragenden blonden Haarlocke bis
warten, das ſie kennenlernen wollte. Einige Zeit hatte ſie ſich zu den ſchicken, ſpitzen braunen Reiſeſchuhen.
als Modezeichnerin durchgebracht, in Paris, in Zürich, in Prag.
Eine zeitlang „Kunſtgewerblerin” hübſche Figuren aus eigener
Phantaſie verfertigend. Sie verkaufte ihre Erzeugniſſe an „
wohl=
viele Attacken auf ihre Perſon. Sie lernte die Menſchen kennen.
Eine Zeitlang war ſie Manneguin geweſen. Hier war
gefähr=
licher, ſchwüler Boden. Dann eines Tags kurzentſchloſſen nach die Kabine ging ein Klirren. Das Flugboot machte eine ſtarke
Wien. Man lebte dort geſchmackvoll und in aller Armut „feſch
und nett”, aber nichts, gar nicht war für ein Mädel zu verdienen,
das ſich aus eigener Kraft, mit vielſeitiger Begabung und mit
einer durch harte Erfahrungen zu früh erworbenen Lebensreife
anſtändig und von anderen unabhängig durchs Leben bringen
wollte. So war ſie bald nach Verlin gekommen. Hier wehte
ein anderer Wind. Zwar nicht der des hohen Geſchmacks und der
beſten Kunſt, aber der des „Tempos”, der Renn= und Hetzjagd,
bei der immerhin für den Geſchäftigen etwas abfiel. Für ein
Kinderwagen aller Art, nur im Spezialgeschätt
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Individuum jedoch war es nicht leicht, da überall in Berlin,
wohin ſie auch kam, ein Kult des Schlagworts, der
Maſſen=
pſychoſe, des „Namens”, des Schreiens herrſchte. Ein
ſchöpferi=
ſcher Geiſt wäre hier glatt verhungert, wenn er keinen Manager
gehabt hätte, der für ihn das Gackern beſorgte. Ingrid ſtand
allein. Aber ſie war hübſch, ſchlagfertig und immer ſehr
geſchmack=
voll angezogen. Sie wagte das Rennen.
„Mädel!. Welch ungeheuren Mut haben Sie gehabt”, ſagte
Wladymitſchenko.
„Pah”, ſagte ſie nur, und etwas Herbes kam in ihren
Ge=
ſichtsausdruck, „man paßt ſich den Menſchen an.”
Nicht, weil ſie „begabt” war — wie verachtete ſie dieſes von
ſo vielen Menſchen tagtäglich ſo oft zu Unrecht gebrauchte Wort!
— war es „gegangen”, . . . nein, es war gegangen, weil ſie ſich,
ohne ſich eigentlich mondänen Schick leiſten zu können, hübſcher
beliebt. Nein, Wladymitſchenko ſprach nie und geſchmackvoller anzog als die Frauen und Geliebten der
oder von ſeinen Erfolgen, obwohl ſie dies= Theater= und Film=Machthaber und Vorzimmertyrannen,
zwei=
tens, weil ſie raſch und ſchlagfertig zu antworten verſtand, und
kt dazu gezwungen, ſich in ſpaßhafter und drittens, weil ſie Ausländerin war. Das war in Berlin, wie
ſie bald gemerkt hatte, ein großes Plus. „Norwegiſch” war hier,
obwohl ihr Land kaum 24 Stunden Bahnfahrt von Berlin ent=
8er vor kurzem kennen gelernt hatte, und ſernt war, ſoviel wie exotiſch. Man ſagte ihr, ſie hätte einen
fabelhaften” (dies Wort wuchs ſehr üppig auf dem Berliner
Pflaſter) „Nordlandstyp‟ . . . „Im Aeußeren wie im
Beneh=
men, in allen Ihren Bewegungen, meine Gnädigſte, Sie müßten
hu= und dann nach einer Weile Stille Ingrid filmen, filmen (Aber keiner konnte zu einem
Filmengage=
ment verhelfen, trotz hochtönender Redensarten)
Nordlands=
typ! wie man ſich ihn in Berlin vorſtellt. Sie mußte lachen
ſier ivertrauen; jetzt, wo man losgelöſt war von und war ſeitdem beſtrebt, ſich in der Friſur eine beſondere Art
von Lockengekräuſel zu geſtalten, zu dem man in Norwegen
wahrſcheinlich „zentraleuropäiſch angehaucht” geſagt hätte,
wäh=
rend ſie mit ihm hier als „beſonders charakteriſtiſcher
Nordlands=
typ” galt
Das war das Berliner Milieu.
So hatte ſie auch Herrn Aſchkewitz kennen gelernt und die
Flugreiſe durchgeſetzt.
Wladymitſchenko hatte zugehört. Ein Schickſal! Intereſſiert,
jetzt noch weit mehr als vorher, hing ſein Blick an dem Mädel.
Wie ſie das verſtand! Ihr ſchickes Reiſekoſtüm, ihre tadelloſe
ränzerin ausgebildet, Chorgirl in einer Os= und individuelle Haarfriſur (nicht die „nordländiſche”), ihre fein
der Stockholmer Oper. Dann hatte ſie das gepflegten Fingerſpitzen, der Hauch von Puder, ihre natürlich
Ziele waren ihr lockenswerter erſchienen. friſche und durch Pflege vor der Großſtadtbleichheit bewahrte Ge=
Er ließ eine zweite Flaſche kommen. Durch das Bullauge
gewahrte Ingrid, daß es draußen noch dunkler geworden war.
Man war alſo in noch ſüdlichere Zonen gekommen. Ein ferner
wollende Kunſtfreunde‟ . . . ein armſeliges Gnadenbrot und Streifen Küſte funkelte lichtbepunktet. Leuchtfeuer flammten auf.
Schottland!
Plötzlich ſchrak ſie zuſammen; die meiſten anderen auch. Durch
Schwankung durch.
„Ein Luftloch?” fragte Ingrid. „Mir wars, als wären wir
nach unten gefallen.”
Wladymitſchenko erklärte, daß es keine Luftlöcher gäbe, das
ſeien Utopien. Nur die wechſelnden Luftſtröme bedingten die
Schwankungen. „Es ſcheint, wir kommen in ſüdliche
Paſſat=
winde.”
Jemand in der Beſatzungsuniform — einfacher blauer Anzug
mit dem Abzeichen der Nordiſchen Ozeanfluggeſellſchaft daran —
trat zu ihrem Tiſch. Ingrid ſah, es war der Funker, und zwar
nicht der jüngere, deſſen Geſicht ſie vorhin in der Kabine geſehen
hatte, ſondern der andere. Er reichte Wladymitſchenko einen
Um=
ſchlag. Der berühmte Filmſchauſpieler nahm ihn, was Ingrid
auffiel, faſt mit zitternder Haſt entgegen.
Der Funker blickte auch ſie an, ganz kurz, und Ingrid ſah
ihm ins Geſicht. Er war viel älter als ſein Kollege, vielleicht
Ende dreißig. Er hatte dunkles Haar und ein Paar noch dunklere
Augen, die kalt und ſcharf blickten. Sie gewahrte im Geſicht
des Funkers einige Narben; er war wohl im Kriege geweſen.
Der Funker ging.
Wladymitſchenko hatte das Telegramm überflogen. Sein
Geſicht wurde hell. Sonſt hatte es immer etwas Problematiſch=
Düſteres, wie es ſeinen großen Rollen lag. So hatte ſie ihn
kürz=
lich in ſeinem Großfilm „Robert, der Teufel” in der Rolle des
furchtloſen Grafen von der Normandie geſehen, jenes
Sonder=
lings, der immer auf der Suche nach Geſpenſtern iſt.
Wladymitſchenko klingelte nach dem „fliegenden Kellner” und
machte eine Beſtellung.
„Sie werden ſich durchſetzen. Sie ſind aus hartem Holz
ge=
ſchnitzt. Sie haben dieſe Welt richtig begriffen”, wandte er ſich
an Ingrid.
Der Kellner erſchien dann mit einer dickbauchigen,
ſilberver=
mummten Flaſche im Kübel. Sekt.
Sekt — tauſend Meter über dem Ozean!
„Ich habe eine gute Nachricht erhalten”, ſagte
Wlady=
mitſchenko. „Mein neuer amerikaniſcher Vertrag mit einer der
größten Filmgeſellſchaften iſt verfekt geworden.”
Ingrid wünſchte Glück, und er ſchenkte ein, nachdem der
Pfropfen abgeknallt war. Durch den Knall war mon an den
anderen Tiſchen aufmerkſam geworden und ſchnell bereit zum
Nacheifern des knallenden Beiſpiels. Bald ſtand auch vor Anna
Clancox eine Sektflaſche.
Das Getränk war belebend und prickelnd. Die Stunde war
wonnig. Ein paarmal ſah Ingrid wieder hinaus. Kaum konnte
ſie das Meer als ein dunkel wogendes Etwas erkennen. Einmal
blinzelten ſchläfrig Dampferlichter herauf, gelbe, ſchwache
Maſt=
lichter und ein rotes und grünes Pünktchen der Backbord= und
Steuerbordlaterne. Dann verlor ſich der ſchwache Schimmer.
„Iſt es nicht unerhört abenteuerlich, in ſolch einer Luftkutſche
zu ſitzen? Was werden Sie darüber ſchreiben?” fragte
Wlady=
mitſchenko.
„Vielleicht werde ich über Sie ſchreiben, Herr Wladymitſchenko,
etwa: „Der beliebteſte aller Film=Charakterdarſteller in der „
Luft=
kutſche” über dem Ozean. — Hollywood=Engagement per
Ozean=
flug=Funk” . „, oder ſo etwas.”
Fortſetzung folgt.
(V.169
Beim
Waschen-
and doch ot Sanden
Das beste Waschmittelkann nicht schäumen,
wenn Sie hartes Brunnenz oder
Leitungs=
wasser zum Waschen verwenden. Machen
Sie es weichl Weiches Wasser fördert die
Schaumbildung des Waschmittels
außer=
ordentlich. Schütten Sie etwas Henko,
Henkels Wasch- und Bleich-Soda, ins kalte
Wasser des Waschkessels, und zwar bevor
Sie die Persillösung bereiten, dann schäumt
die Lauge vorzüglich, und die volle
Wasch=
kraft ist da.
schon das jüngste Erzeugnis der Versilwerke, W. Henkel s Aufwasch-, Spül= und Reinigungsmittel?
[ ← ][ ][ → ] Deutsch
Perser-Teppich
Landhaus-Gardinen
bunt gestreift, mit Volants,
ca. 60 cm breit
Ein Posten
Dekorations-Bourette
80, 90 u. 100 cm breit, in
verschiedenen Farben
in farbenprächtigen Dessins
Ueter 0.78, 0.55,
Meter
Spannstoffe
aus modernen Filet-Tüll-Geweben,
130 cm breit
Velour-Teppiche
bewährte Oualität, in Perser- und
modernen Dessins
Kunstseidener
in schönen Farben u. Zeich
nungen, 65 cm breit
Meter 1.75, 0.98,
Bunt gemusterte
Ein Posten
Ueter
für entzückende Tolants Gardinen
112, em breit
hübsche Streifen-Deseinz
Stoffe
Ueter 3.95. 2.45
Stück
in hübsch gemustert. Dessins,.
130 cm breit
Metall-Bettstellen
mit hohem Filet-Sockel, auf kräftigen
Feiß und eerufarbigen Grundstoffen
weiß lackiert, mit Patent-Matratze
Meter
Stück 7.90, 5.50,
aus gemustertem Etämine,
mit Handflet-Motin
Ein Posten
Rips flammé
einfarbig und gemustert, in guten
Dekora ionsfarben, 120 cm breit
Woll-Matratzen
dreiteilig und Seegras-Keil, kräftige
Drell-Bexüge
Miege
Meter 5.25, 3.95.
Matratzen-Schonen
Kunstserde
moderne Muster,
strapazier-
fähigeGualität, ca. 200/300cm
mit weicher Fällung, strapazierfähige
Bezngstoffe
für Dekorationen, in geschmackvollen
Farbstellungen, 120 cm breit
Stück 7.50, 5.90
Meter 3.50, 2.95.
Eine Garnitur bestehend aus
mit hübscher Volants-Garnierung, im
eigenen Atelier angefertigt
ans echtfarbigem Inlett, mit
weicher Feder-Füllung
gut gereinigte Oualitäten
Pfund 2.50, 1.35,
dreiteil, 28.00,19.75,
Garnitur
Seite 16
Sonntag, den 18. Mai 1930
Besichtigen Sie unsere 8p
der Hauptfront und in dei
18. Mai 193o
Nummer 2o
IHAannnnnan
HAHHHEHHHHHAHHHAHAHAnnnnannnnagnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnngnngnnannnnnnnnnnnn
auſendjährige Heimat.
nGunnar Gunnarſſon.
der Weltgeſchichte hat wohl ein Volk ein
ſolcher Eigenart gefeiert wie das, welches
etzt begehen wird. Cauſend Jahre ſind
ver=
die auf Island anſäſſigen Bauern und Fiſcher
olksgemeinſ haft zuſammenſchloſſen.
tauſend Jahren hat ſich an den
in der Mentalität des isländiſchen
geändert. Gib einem isländiſchen
altnordiſchen Sagas zu leſen, und
ſtehen wie ſeine eigene Sprache.
e der Sagas, das iſt ja die Sprache
ind wie mit der Sprache, ſo iſt es
mit dem ganzen Leben der
Osland=
rupt. Cauſend Jahre ſind
vorüber=
ie Menſchen ſind heute die gleichen
nd auch Island ſelbſt iſt ſich in
jahren treu geblieben.
der Inſel Sandwüſten und
Lava=
mächtige Geiſer und heiße
Quel=
ndern ſchmale, lange Sjorde, große
nlandseismaſſen gleich. Nichts iſt
dieſer Landſchaft, ſchroff und er=
Naturgebilde unſerer Inſel,
In=
ſtarken Willens; die Geiſer, die
es Cages heiße Waſſermaſſen in
Höhe ſchleudern, die Einöden im
gen Ufer am Meeresrand,
einge=
ſer von Streifen ſatten Olivgrüns.
ihlen wir Isländer uns wohl als
Landſchaft.
in eine fremde Stadt gekommen,
s bewundere. Und auch vor den
Stadt habe ich große Hochachtung.
ir doch im innerſten fremd. Es iſt,
Lebensſtil, den ich nicht begreife.
uns Osländer die Grundlage des
ſe Verbundenheit mit dem Boden,
eit mit den Elementen, das fehlt
inder hat mehr Empfinden als
venn er redet, dann gilt das Wort
echen. Er hat keine phantaſtiſchen
nicht über beſcheidene Verhältniſſe hinzus,
eusgrundſätze, die für ihn unbedingte
Lebens=
ſind. Der wichtigſte Grundſatz iſt: die Freiheit.
Die 105 000 Menſchen, die auf der Inſel Island
wehnen, leben in ganz enger kultureller Gemeinſchaft,
ſie ſind durch den Boden und durch die alte Kultur aufs
ſtärkſte miteinander verbunden. Bezeichnend für die Stärke
dieſer Volksverbundenheit iſt die Verbreitung der
islän=
diſchen Literatur. Die Literatur iſt in Island
Volksange=
legenheit. Wir haben, namentlich in neuerer Seit, eine ſehr
beachtliche Literatur, und der größte Ceil der Isländer kennt
ſie! David Steffanſſon, ein junger Dichter, der auch
beauf=
tragt worden iſt, ein Feſtgedicht für die Cauſendjahrfeier zu
ſchreiben, hat vor einiger Seit einen Band Gedichte heraus=
gegeben, einen ſehr umfangreichen Band ſehr guter Gedichle,
die in der erſten Auflage in zwei= oder dreitauſend
Excm=
plaren erſchienen ſind. Nach ein paar Wochen war die
Auflage vergriffen. In Island liebt man die Gedichte weit
mehr als die Nomane, und Dichter wie Hannes Hafſtein,
David Steffanſſon uſw. ſind die volkstümlichſten. Ich, als
Nomanſchriftſteller, ſage dies ohne Neid, denn in der
Vor=
liebe Sslands für Gedichte dokumentiert ſich ein ſtarkes
Ge=
fühl für Nomantik und echte Sentimentalität.
Wie vor tauſend Jahren leben die Isländer
nahe der Küſte. Sie beackern den fruchtbaren
Küſtenboden, fahren in ihren ſchwachen Kähnen
zum Siſchfang ins Meer. Dort, wo im Jahre 874
der erſte Koloniſt ſich anſiedelte, ſteht heute unſere
Hauptſtadt. Als im Jahre 930 die isländiſche
Bauernrepublik gegründet wurde, zählte das Land
wahrſcheinlich ſchon 60000 Einwohner. Nicht
viel hat ſich innerhalb der Gemeinſchaft geändert.
Wie ausgeprägt in dieſer Volksgemeinſchaft der
Sinn für Individualität war und iſt, zeigt eine
Geſetzesbeſtimmung: Bis zur Mitte des 15.
Jahr=
hunderts gab es auf Osland kein Gericht. Befand
ſich ein Verbrecher in der Gemeinſchaft, ſo wurde
vom Ching der Familie des Getoieten oder
Ge=
ſchädigten die Gerichtsbarkeit übertragen. Erſt
nach 300 Jahren, als Osland eine Union mit
Nor=
wegen einging, wurde dieſe Beſtimmung geändert.
Die Abſchaffung iſt aber nicht etwa ein Symbol
dafür, daß Island ſich der Herrſchaft Norwegens
unterſtellt hätte. Bis heute iſt Island innerhalb
der Union in ſeiner Negierung frei geblieben —
denn ein Osländer gibt lieber ſein Leben auf als ſeine
Freiheit. Ein kleines, aber freies Land iſt es, ſo
klein freilich, daß 1814 bei der Auflöſung der
däniſch=norwegiſchen Union die Nückgabe Oslands
an Norwegen von den Diplomaten einfach
ver=
geſſen wurde; ſo iſt Ssland bis heute bei
Däne=
mark geblieben.
Osland blickt heute an ſeinem tauſendjährigen
Jubiläum nicht nur auf die vergangene Seit zurück.
Es hat, trotz ſeiner Kleinheit, mehr als je ſtarken
Lebenswillen. Unſerer Regierung iſt es in den letzten
Jahren gelungen, den Siſchexport außerordentlich
zu heben und damit wirtſchaftlich dem Lande ganz
neue Perſpektiven zu eröffnen. Auch in Island
ſind die Worte Nationaliſierung, Produktionsſteigerung
heute geläufig, und voll Vertrauen blicken wir auch auf die
wirtſchaftliche Sukunft unſeres Landes.
Berlinmarſchiertin den Srühling
Baumblüte in Werder — das Feſt der Hunderttauſend.
Berliner Brief von Erich Boyer.
Was dem Wiener ſein Grinzing, das iſt dem Berliner ſein
Werder, nur daß hier alles dem Volkscharakter entſprechend
abgewandelt iſt. Man träumt hier nicht heurigenſelig in die
Romantik eines beſſeren Morgen hinein. Man erlebt ſich auch
nicht ſelbſt mit jener wonnigen Sufriedenheit, die da behaupten
darf, der Herrgott müſſe a Wiener ſein. Hier gibt’s keinen
Individualismus, der mit weinphiloſophiſcher Gelaſſenheit alle
Probleme des Daſeins zwiſchen zwei ſchäumenden Kelchen „
Ge=
ſpritztens” endgültig und reſtlos erledigt. Hier gibt’s Rhuthmus
der Maſſen, torkelnden Rhythmus zwar, aber Rhythmus auf
alle Fälle. Hier gibt’s Organiſation nach außen, nach innen.
Programmfeſtes Mittun um jeden Preis. Moraliſchen,
tradition=
gewordenen Swang zum Sich=ſo=geben wie man iſt. Und darum
das gewaltigſte Aufgebot urberliniſchen Weſens, fröhliche
Selbſt=
enthüllung, Selbſtentweihung einer großen Stadt. Neuzeitliche
Saturnalien, verwäſſert mit Havelwaſſer, gemildert durch die
Nöte der Seit, in ſtrenge Formen gepreßt durch angeborene
Diſziplin in jeder Lebenslage.
Erſt in Werder iſt Berlin — Berlin. Man muß es geſehen,
gehört, gefühlt, erlebt haben. Seſtwochen hin, Seſtwochen her.
Baumblüte! Das iſt Berlin.
Es iſt wahr — — auch anderswo dürften um dieſe Seit die
Bäume blüh’n, der Nahmen, der Anlaß, iſt alſo keine berliniſche
Spezialität, wie in München etwa das Oktoberfeſt, das den
Münchnern niemand nehmen kann. Aber wenn der Berliner die
Nuhe weg hätte, die dem Wiener in Grinzing die ganze Welt
ſo verflucht eindeutig erſcheinen läßt — bitte: Grinzing iſt
literariſch, es iſt der klaſſiſche, immer anzuwendende
Vergleichs=
punkt — wenn alſo der Berliner in Werder wie der Wiener
in Grinzing zum ſingenden Selfmade=Philoſophen würde, er täte
lich hinſtellen und flöten:
Wat die Blüte is in Werda
Die hat da liebe Jott
Eiſens for Balin jeſchaffen
Wie t Biefſtäck for den Pott.
Man muß ihn verſtehen: Aſphalt egalwech un niſcht wie
Aſphalt und Jeſtank von die Autos det janze lange Jahr lang.
Und dann mit eenemmal im Friehling:
Die Erſcheinung.
Skizze von Erich K. Schmidt.
Am ſpäten Nachmittag, als die Schatten des Vorgebirges
ſchon weit übers Meer fallen, ſitzt Hafner vor ſeiner Staffelei
und malt die Bucht in der Ciefe: Häuſer, lehmgelbe Würfel mit
flachen Dachterraſſen, die ſich klein an das Ufer ſchmiegen;
da-
hinter ſteht hoch der blaue Bogen der ſüdlichen See. Die
wild=
verzweigten Glieder der Kakteen zu Hafners Füßen wachſen
pittoresk in ſein Bild hinein.
Der blonde Schopf des Malers weht im Winde, ein feines
Summen durchfährt die Stille; hingegeben an ſeine Arbeit,
über=
hört Hafner die Stimme Biancas, die nun zum dritten Male ruft.
Er wendet ſich bedächtig um und ſieht den Kopf des Mädchens
wie abgeſchnitten auf der bröckligen Fenſterbrüſtung des
zer=
fallenden Sarazenenturms liegen, der ſich hinter ihm aufreckt.
Warum kommſt du nicht her, Bianca?” ſagt er und lacht.
Seine ſtarken Sähne halten dabei die kurze Pfeife feſt. Ein paar
blaue Nauchwolken wirbeln heftig um ſein Geſicht.
„Nein, du mußt zu mir kommen”, erwidert Bianca ängſtlich
und verſchwindet im Innern des Curms, deſſen Rückwand halb
zerbrochen iſt.
Hafner legt die Palette auf einen Stein und geht zu ihr. Er
klettert in die Nundung des Curmes hinein und ſieht Bianca in
ihrem kurzen roten Kleide auf einem Felsblock ſitzen, nur ihre
Augen ſehen ihm erregt entgegen.
Hafner hält das Mädchen im Arm, wie oft in dieſem Curm.
Sie hat ſchmale Hüften, eine ſanftbraune Haut, ihre Haare liegen
verknotet im Nacken. Der herbe Duft der See weht ihm aus
dem roten Kleide entgegen.
„Ich komme zum letztenmal, Leonardo,” ſagt ſie haſtig,
„Gaſtone will mich umbringen, wenn er uns beide zuſammen
trifft!”
Der Maler kaut an ſeiner Pfeife und ſchweigt.
Der Vater will, daß wir ſchnell heiraten, Gaſtone arbeitet
doch auf ſeinem Boot und läßt ihm wohl keine Ruhe.”
Hafner kennt den langen jungen Siſcher gut. Er traf ihn
zuweilen unten in der Caverne des Dorfes, er hätte gern ſeinen
kühnen Kopf gemalt, doch die Augen des Burſchen wurden
finſter, wenn er ihn anlächelte, ſie wichen ihm aus. Hafner wußte,
daß ſein Verhältnis zu Bianca ihm gefährlich werden konnte.
Doch er vertraute auf ſeine ſtarken Arme, ſeine wachſame
Vor=
ſicht. Auf die Waffe in ſeiner Caſche übrigens auch.
Werda!
einer Inſel
Werder!
im See und
Das iſt: eine liebliche kleine Stadt auf
ringsherum Obſtgärten, nichts als Obſt=
Eine große, torklige Seligkeit...
gärten, worin im Juni die berühmten Werderſchen
Knupper=
kirſchen wachſen, jetzt — ein weißes Meer von Blüten auf
richtigen ſanftgewellten Bergen. Bitte noch einmal: Seen,
Berge, eine alte Stadt und über allem — die Blüten. Die
Natur ſchlechthin. „Mutter Frün” im Jugendſtaat, wie ſie am
ſchönſten iſt. Alſo, das hat’s ſchon auf ſich.
Wir müſſen der Reihe nach alles anführen.
Organiſation iſt alles. Wenn es ſo nach dem Kalender
Blüte=
zeit iſt, dann ſchicken die Needereien ihre ſchönen, weißen
Havel=
dampfer „in die Blüte”, dann ſtellt die Neichsbahn Sonderzüge
ein, und die Schupo Verkehrszeichen auf, dann machen ſich die
Kii
Su Waſſer und zu Lande...
Hanmmamfäfkffräfmfſfrfaffmmrf
„Sch fürchte Gaſtone nicht”, ſagt er und küßt Biancas
feuch=
en Mund. „Du wirſt noch oft zu mir kommen, nicht wahr?”
„Ich weiß nicht”, erwidert ſie ängſtlich und doch ſchon wieder
ereit. „Aber für heute muß ich gehen. Morgen vielleicht —."
Sie küßt Hafner mit andrängendem Ungeſtüm. Er ſieht, wie
re Beine behende über die geborſtenen Mauern klettern. Keine
trümpfe trägt Bianca heut, aber wie immer ihre ſchönen,
hoch=
hackigen Schuhe.
Hafner blickt durch das gleiche Fenſterloch wie vordem das
Nädchen. Er ſieht ihr rotes Kleid zwiſchen den Kakteen
ver=
hwinden, dann geht er vor den Curm, packt ſeine Sachen
zu=
ammen, ſchnallt Ruckſack und Staffelei auf den Nücken und
jarſchiert ſeinem einſamen Hauſe entgegen. Das neue Bild trägt
r vorſichtig in der Nechten.
Als er vor ſeiner Cür ſteht, dämmert es ſchon und ehe er das
Abendbrot bereitet hat, ſtehen die Sterne über ſeinem Dache.
Er entzündet die kleine Petroleumlampe, lieſt ein paar Seiten
nd wird müde. Noch einmal unterſucht er die Cür, ob ſie gut
verſchloſſen ſei, legt den Browning auf einen Holzblock neben
ein bartes Seldbett, verlöſcht die Lampe, dann kriecht er unter
as Moskitonetz.
Es iſt warm auch des Nachts, die Inſekten ſummen, ſonſt
imgibt eine namenloſe Stille dieſes abgelegene Haus. Nicht jeder
bürde darin wohnen, aber Hafner kennt keine Furcht..."
Nach einigen Stunden wacht er auf; ihm iſt, als hätte er ein
veräuſch gehört. Er kann die Leuchtziffern ſeines Weckers
hen, ohne daß er den Kopf zu wenden braucht. Es iſt zwei
Ihr nachts.
Hafner hält den Atem an, um deutlicher jeden Laut zu
ver=
ehmen, aber er hört nur die Mücken am Netz.
Er war wieder in einen leichten Schlummer gefallen, als er
lötzlich das Gefühl hat, unter ſeinem Bette atme ein Menſch.
Es iſt ein langſamer unterdrückter Atem.
Hafner beſchließt, von neuem tief zu atmen, als wenn er
hliefe. Wenn jemand im Simmer wäre, würde er es bald
mer=
ten. Er ſeufzt auf, bewegt ſich ein wenig wie ein Menſch, der aus
jefem Schlaf in einen leichteren hinübergleitet und nun von
jeuem in einen abgründigen Craum verfällt. Welche Komödie
ſor ſich ſelbſt, denkt er dabei und lächelt. Aber dieſes Lächeln
rſtarrt — ein Arm greift ſchneckenlangſam unter dem Bett
her=
vor, ein dunkler, nackter Arm. Hafners Atem geht raſcher, als
nun auch ein Suß ſich ſeitlich vorwärtsſchiebt, ein gebogenes Knie
ſcheint, ein männlicher Körper allmählich über die Steinflieſen
eitet und flach, regungslos wie eine Silhouette liegen bleibt.
Nach Minuten erſt bekommt der Kopf ein wenig Leben, er wendet
großen Blütenreſtaurants auf neu zurecht, dant
jeder Werderianer, ob groß oder klein, in einon
Und dann pilgern die Berliner hinaus — in
blüht oder nicht. Meiſt blüht es. Die Natur
Sie fügt ſich der Organiſation. Sie ſteht mit de
Duzfuß. Auch diesmal hängen die Kirſchenblüter
Dolden auf den filigranen Aeſten, Pflaumen ſind
grünen Con dazwiſchen und der Pfirſich ſetzt
Cupfen in all die Herrlichkeit. Das macht
gelben märkiſchen Sand. Alſo — ck ſafe Ihr
Sie ſollten ſich das mal anſehen, wenn ſo g
tagsmorgen die vier Quadratmeter Himmelblau
Frühling verheißen, und in Werder die Bäu
Blühen bekommen — was ſich dann ſo tut. 9
zelnd hinausſchiebt ins Freie, mit Stullenpäckck
mit Froßmamachen, mit Kind und Kegel. In
dinengleich verpackt. In Dampfern, dichtbeſetzt
In Laſtwagen, auf Fahr= und Motorrädern, m
in uralten Autos oder per Pedes, wenn’s ſe
die Straßen dann in und um Werder voll ſind.
blaue Schupos hilflos die Arme ſchwenken.
Wie brauſender Jubelruf ertönt: Kieck mal. n
das wälzt, die Bergeshöhen hinan, ein ein
Und die Reichsbahn hat ihren ſchwer
Nin in die Natur! Und wie ſie die Luft
geſchwängerte, und den Staub vergeſſen, der
mit drin iſt. Und wie ſo eine ganze Landſe E
erfüllt iſt von kribbelkrabbelnden Menſchen,
ein Feſt feiern, das da nicht anders heißt als
Sonne! Blüten! Nach einem langen, gra ß
winter!
Und dann die Werderſchen ſelbſt, die Ei Hl
hat der liebe Gott die Blüten nicht nur gle
für die Berliner, da werden auch Kirſchen 1
und Johannis= und Erdbeeren. Und daraus I
derum einen Wein, der ſich ſo leicht trinkt fel
ſo ſchwer iſt wie Doppelkümmel. Und der Ei
unter den blühenden Bäumen, trinken mu
dieſes Blühen doch irgendwie in ſich aufneh FEi
auf ſolchem Umweg ...
Da wird jeder zum Budicker, dc ſtellen Ei
Fäſſer und alte Pferdebahnwagen und Selte/
und verkaufen ihre bunten Flaſchen, und es
trunken, getrunken —
Und es iſt eine einzige große, torklige ſei
und ſo ſtark, daß die Neichsbahn des Abende F
in Verkehr ſtellt, für die vielen, vielen ganz
IM
HImmmf
ſich mit unendlicher Vorſicht um, er muß ſich E
gerade nur ſoweit, um den Vorſprung der
auf die andere drehen zu können: aber in d
kennt Hafner des jungen Fiſchers ausgeprag
Die Gedanken überſtürzen einander, wa.
der Waffe greifen, natürlich, das muß das
der gleichen Naffiniertheit, wie jener ſich und /
vorwälzte. Hafner ſchiebt die geſpreizten
Netz entgegen, aber nun erkennt er, daß e
Kiſſen geſtopft hat, um ſich beſſer gegen die
Er zweifelt, daß es ihm gelingen wird, da
ſo weit zu heben, bis er die Hand ausſtrel”
Browning liegt durchaus nicht ſo griffgerech
Oder ſoll man ſich wild aus dem Bett ſ:
den regungsloſen Menſchenſchatten am B
ſeinen Kräften zu, daß ſie mit dieſem lang
burſchen fertig werden. Soll man auflachen
was wollen Sie hier, machen Sie keine 2./
raſch nach Hauſe — der Weg zum Gefat
weit —
Aber da ſieht Hafner zwei Augen a
würden ſie erſt in dieſer Sekunde geöffn
Sterne läßt das Weiße um die Pupille w.*
reſzieren. Cödliche Nachſucht ſtrahlt ihm
wären harmloſe Worte kaum am Platze,
und Leben. Und nun entdeckt Hafner au
menſchlichen Schattens einen länglichen O
Blinken — ein Stilett, um das ſich die
glaubt er, die blankeren Hautflecke der 2
erkennen.
Nun reckt ſich der Oberkörper langſan
der vergehen qualvolle Sekunden, dann
Geſtalt in ganzer Größe auf, die Spitze
ſchwachblitzend.
Hafner, der gleichſam faſziniert, unben
die Fauſt jäh vorwärts, er buchtet das 2
Waffe ergreifen kann und drückt ab.
Im Knall und Feuer ſcheint der gan?
Hafner reißt das Netz ompor, bereit, die
er ſpringt mit einem Satz über jene Stell
des Fiſchers ſah, wo nun vielleicht ſchon 2!
wurde kein Con vernehmbar.
Aber als er mit zitternden Händen eint
als die Lampe das Simmer erhellt, iſt .
aterin Pſuchologie.
iſting des Alltags und ihre tiefere Bedeutung.
Von Fritz Hocke, Wien.
fach gewohnt, über Erſcheinungen und
Cat=
slebens, wie ſie vor allem die ſogenannten
ſtellen, mit Gleichgültigkeit hinwegzugehen,
e tieferen Sinn und Bedeutung Nechenſchaft
ch ohne uns in der Mehrzahl der Fälle
be=
aß es ſich hier um ſeeliſche Ausdrucksformen
zmbolik erfüllt ſind und ihren eigenen Geſetzen
erten dieſe Fehlleiſtungen, wie das Verlegen,
echen und Verſchreiben, als bloße
Zufällig=
uns deren wiederholtes Auftreten eigentlich
denken geben ſollte, wie insbeſondere
Pro=
ter reichen Sahl von Fällen dargelegt hat.
zweiſe der junge Mann, der in einem Hotel
eines älteren Herrn gemacht hat. Als kurze
Frau eintrifft, belegt er den einzigen freien
iſch mit ſeinem Lodenmantel, ſo daß der
be=
gend am Ciſch verweilen muß, bis die Frau
rücklich auf dieſe Caktloſigkeit aufmerkſam
Sufall! — Nein! — Die bisher angenehme
alteren Herrn war ihm nun läſtig geworden,
einbar bloße Sufallshandlung tat dies ſein
und.
Ein anderes in dieſes Kapitel fallendes Beiſpiel iſt das
fol=
gende: Erwin Werberg erzählt, daß ein junger Student — in
ein philoſophiſches Geſpräch mit einem Bekannten „vertieft”
das Nendezvous mit ſeiner Freundin nahezu vergißt, und eine
halbe Stunde zu ſpät kommt; natürlich trifft er ſie nicht mehr
an, um ſo mehr, als RNegenwetter herrſcht. — Auch nur ein
Sufall? — Abermals nein! — Es war ein unbewußter Nacheakt,
denn die Freundin hatte ſich gelegentlich eines früheren Ausflugs
gerade mit jenem Bekannten längere Seit unterhalten, ſo daß
unſer Student gezwungen war, ſich mit der Geſellſchaft ihrer
weniger reizvollen Schweſter zu begnügen.
Einen anderen Fall erzählt Freud. Eine Dame reiſt mit
ihrem Schwager nach Nom, der dort ſehr gefeiert wird und eine
goldene Medaille erhält. Von ihrer Schweſter abgelöſt, reiſt ſie
heim und entdeckt beim Auspacken, daß ſie „verſehentlich” die
Medaille mitgenommen hat. Sie teilt ihrem Schwager ſofort
mit, daß ſie dieſelbe am nächſten Cage zurückſenden werde, doch
iſt die Medaille am nächſten Cage ſo geſchickt verlegt — daß ſie
nicht gefunden wird!. Aber der Dame kommt es von ſelbſt zum
Bewußtſein, daß ihre konſequente „Serſtreutheit” einen tieferen
Sinn haben müſſe, denn ſie weiß, daß ſie die Medaille gern
be=
halten hätte und ſich einredete, der Schwager wüßte deren Wert
nicht genug zu ſchätzen.
Auch das Vergeſſen ſonſt ganz geläufiger Namen und
der=
gleichen hat in den meiſten Fällen eine tiefere Urſache, wie z. B.
in folgendem Fall: Ein Herr begegnet auf ſeiner Hochzeitsreiſe
einem ihm flüchtig von früher her bekannten Mann, deſſen Name
ihm gänzlich entfallen iſt. Er hilft ſich bei der Vorſtellung durch
ein unverſtändliches Gemurmel, bei einer zweiten Begegnung
muß er jedoch ſeine Vergeßlichkeit eingeſtehen und erſucht den
Bekannten, ihm aus der Verlegenheit zu helfen. Da ſtellt ſich
heraus, daß der andere denſelben Namen hat wie er. Hier
liegt offenbar als Motiv Eitelkeit zugrunde, da uns nichts
pein=
licher iſt als die Feſtſtellung, jemand anderem ähnlich zu ſein.
Jeder Menſch will möglichſt etwas Einzigartiges vorſtellen und
durch eine Verwechſlung nicht in ſeiner Perſönlichkeit,
Be=
deutung und Eigenart beeinträchtigt werden.
Auch das Verſprechen, eine der häufigſten Fehlleiſtungen, iſt
oft nicht ſo harmlos, als es den Anſchein hat, und kann oft zu
den überraſchendſten Schlüſſen führen, wie z. B. die Anſprache
eines ehemaligen Präſidenten des öſterreichiſchen
Abgeordneten=
hauſes, der die Sitzung mit den Worten eröffnete: „Hohes Haus!
Ich konſtatiere die Anweſenheit von ſo und ſoviel Herren und
erkläre hiermit die Sitzung für geſchloſſen!‟ Durch die
allgemeine Heiterkeit aufmerkſam gemacht, verbeſſerte er zwar
den Sehler, konnte aber dem Scharfblickenden den Wunſch nicht
verbergen, daß er die Sitzung, von der er nichts Gutes erwartete,
ſchon gern geſchloſſen wüßte.
Oder eine Dame erzählt, daß der Arzt ihrem Mam keine
beſondere Djät vorgeſchrieben habe, er könne eſſen und trinken,
was ſie wolle —! In einem anderen Fall fordert ein
Ange=
ſtellter, der ſeinem Chef nicht gerade große Sympathien
ent=
gegenbrachte, gelegentlich einer Feierlichkeit die Feſtgäſte auf,
auf das Wohl des Chefs auf — zuſtoßen. Wieder in einem
anderen Falle hält ein junges, ſtets geldbedürftiges Mitglied in
der Generalverſammlung eines Vereins eine heftige
Oppoſitions=
rede und ſpricht in ſeiner Erregung von den „Herren
Vor=
ſchußmitgliedern”, da die Vorſtandsmitglieder auch das Necht
haben, Darlehen zu bewilligen, und jener Redner ein
Vorſchuß=
geſuch eingereicht hatte.
Nahe verwandt dem Verſprechen iſt das Verſchreiben, wie
etwa in dem Fall, da eine junge Dame ihrer Schweſter anläßlich
des Einzuges in eine neue Wohnung einige beglückwünſchende
Seilen ſchreibt und den Brief an die ... alte Adreſſe richtet.
Eine Freundin macht ſie auf den Irrtum aufmerkſam und
be=
merkt nebenbei: „Sie gönnen wohl Ihrer Schweſter die neue
ſchöne Wohnung nicht?‟ Die Dame mußte dies zugeſtehen.
Ein anderes Beiſpiel, das gleichfalls ein beredtes Zeugnis
dafür ablegt, wie unglaublich geradlinig ſolche Fehlleiſtungen auf
ein insgeheim erwünſchtes Siel losſteuern, iſt folgendes: In einer
Sommerfriſche hat der Schullehrer, ein ganz armer, aber
ſtatt=
licher Mann, der Cochter eines Villenbeſitzers aus der
Groß=
ſtadt ſolange den Hof gemacht, bis ſich das Mädchen
leiden=
ſchaftlich in ihn verliebt und auch die Samilie bewogen hat, die
Heirat trotz des beſtehenden Standes= und Naſſenunterſchiedes
gutzuheißen. Da ſchreibt eines Cages der Lehrer ſeinem
Bru=
der einen Brief, in dem es heißt: „Schön iſt das Dirndl gar
nicht, aber recht lieb, und ſoweit wär’s gut. Ob ich mich aber
werde entſchließen können, eine Jüdin zu heiraten, das kann ich
dir noch nicht ſagen. Dieſer Brief gelangt in die Hände der
Braut und macht dem Verhältnis ein raſches Ende, während ſich
der Bruder gleichzeitig über die an ihn gerichteten —
Liebes=
beteuerungen höchlichſt wundert. Der Gewährsmann von Sreud
verſicherte, daß hier ein Irrtum und keine Abſicht vorlag.
Die angeführten Beiſpiele ſind zuweilen ergötzlich und
kön=
nen nur als „TCücke des Objekts” lächelnd abgetan werden. Wenn
man ihnen aber auf den Grund geht, kann man ſich eines leiſen
Schauers nicht erwehren, denn in ihnen ſcheint ſich eine
unheim=
liche Macht zu offenbaren, die uns der klaren Selbſtbeſtimmung
beraubt und den folgerichtigen Gedankenablauf ſtört; es ſcheint
tatſächlich keinen Sufall im Seelenleben zu geben. Erwin
Wex=
berg erinnert in dieſem Suſammenhang an den volkstümlichen
Aberglauben, der es als Unglück erſcheinen läßt, wenn man über
die Schwelle eines Hauſes ſtolpert, das man zum erſten Male
betritt. Wenn es ſich hier wirklich nicht um einen Sufall handelt,
ſo liegt dem Stolpern eine Abneigung, das Haus zu betreten,
oder ein nicht unbegründetes Vorurteil gegen ſeine Bewohner
zugrunde. Sobald ſich dann tatſächlich unangenehme Erlebniſſe
einſtellen, iſt man zu leicht geneigt, ſie dem Stolpern
zuzu=
ſchieben, anſtatt ſich darüber Nechenſchaft abzulegen, daß nur
unſer Vorurteil Recht behalten hat. Auch wenn eine junge Frau
kurz nach ihrer Vermählung ihren Ning verliert, wird dies als
böſes Omen gedeutet. Es liegt aber auch hier die Vermutung
ſehr nahe, daß dieſe Ehe kein glückliches Ende nehmen wird,
denn dem Umſtand des Verlierens, der geringen Sorgfalt, die
flieſe und ein Loch in der Decke, wo die
ab=
ngedrungen war.
iht die Cür, die Fenſterriegel — alles iſt gut
ebt auch das herabgezerrte Moskitonetz, doch
wird ſichtbar.
raum genarrt, ſah er, zwiſchen Schlaf und
er im Dunklen? Crat die Erſcheinung des
Dr ſeine erregten Augen, um ihn zu warnen,
anca gewarnt hatte?
leder zu Bett, er läßt die Lampe brennen, doch
Jacht nicht mehr ſchlafen. Am Morgen iſt es,
nung ihn frühe ins Dorf hinunter.
Laverne, um Wein zu kaufen, er ſieht viele
geſtikulieren, die verſtummen, als ſie den
blicken.
ehen, Don Ceſare?” fragte Hafner den Wirt.
aſlone hat heute nacht die Bianca mit einem
W
K
ZDei und drei Uhr, wenn Sie es genau wiſſen
Dird gut ſein,” fügt er flüſternd hinzu, „wenn
chnell wie möglich verlaſſen!”
2r letzte Sprung.
en C. van Lidth de Jeude.
* Ueberſetzung von Willy Blochert.
d bot-
Fu
ea gehört zu meinen Nordſee=Freunden; ich
Saß ich ihn nirgends anders treffe als an den
*: 2llanchmal ruht er ſich in einem der kleineren
dem Wintertrubel in der Hauptſtadt. Die
2 Jann, im Frühjahr, noch geſchloſſen, alles ſieht
Adernagelt aus. Der Sand, den die Winter=
Orandboulevards fegten, liegt noch in großen,
2eammen, die Seevögel ſchwärmen kreiſchend
Lrone, und der Wind iſt unumſtrittener
Herr=
iode, aber mein Nordſoo=Freund, der kleine
Dlz wohnt dann bereits in einem kleinen, un=
M08 das ganze Jahr geöffnet iſt, er wandert
und im Pullover, eine Mütze nachläſſig auf
Sieere entlang und ſioeht durchaus nicht gräf=
2 Weine Seele ſammeln‟. Er ſucht dann ſeine
*Cüchen Kräfte für die kommende Sommer=
ſaiſon zu ſammeln, in der er ſich wieder auf den Pferderennen
und Cennisturnieren auszeichnen wird.
Meiſtens bin ich alſo nicht überraſcht, ihn zu den unmöglichſten
Seiten an der Nordſee zu finden, aber als ich ihn dieſes Jahr
an einem Frühjahrstage, der naß, kalt und ungemütlich wie ein
Wintertag war, in einer gänzlich verlaſſenen Bar in Knocke am
Meer traf, dachte ich zu träumen. Denn ich erinnerte mich, daß
Guu de Cordon im letzten Sommer, als ich ihn zuletzt ſah,
ver=
lobt war mit der reizenden Simone de Laſſardiere, und daß ſie
im Herbſt heiraten wollten. Wie kam er dann jetzt, ein Halbjahr
nach ſeiner Heirat, allein nach Knocke, wo das Leben zu dieſer
Heit mehr nach einer Nordpolexpedition als nach einem
See=
badeaufenhalt ausſah?
„Die Leute haben hier einen trinkbaren Portwein”, ſagte
Guu und reichte mir freundſchaftlich die Hand. „Was aus meiner
Heirat geworden iſt? Nichts iſt daraus geworden.”
Wir ſaßen kurze Seit in philoſophiſchem Schweigen
beiein=
ander und nippten dann und wann an unſeren Gläſern.
„Sie wollen ſicher gern wiſſen, warum aus meiner Heirat
nichts geworden iſt” begann Suy endlich. „Das iſt durch ein
Pferd gekommen. Verrückt, was? Und doch, wenn Sie es
genau wiſſen wollen, iſt die Verbindung auseinander gegangen
durch ein Pferd, das erſt nicht laufen wollte und dann doch lief
Muſteriös, was? Nun, Sie haben ja Simone kennen gelernt,
wenn auch nur flüchtig. Sie war fünfundzwanzig Jahre alt und
ine ſchöne und elegante Frau. Sie war ſehr ſportlich, ohne zu
übertreiben, ſie war frei im Umgang mit Männern und doch
nicht zu frei. Ich liebte ſie und ſie liebte mich, und darum
ver=
ſtehe ich auch jetzt noch manchmal nicht . . . Nein, ich habe die
Verlobung rückgängig gemacht, nicht ſie. Das heißt: Ich bin
auf die Neiſe gegangen und habe ihr die Gelegenheit gegeben,
die Verlobung aufzuheben. Mit dem Pferd hing das nun
folgen=
dermaßen zuſammen:
Es war am Ende des Sommers und es ſollte das letzte
Dferderennen ſtattfinden. Simone nahm daran teil, Sie wiſſen,
ſie war eine ausgezeichnete Neiterm, und ich beteiligte mich
dies=
mal nicht. Der alte Herr de Laſſardiere, Simones Vater, hat
einen prachtvollen Nennſtall, und zu dieſem Nennen ritt ſie ein
ferd ihres Vaters. Es war ein großer Suchs, ein Jagdpferd.
und zum mindeſten, nach meiner Meinung, ein elender Gaul. Ich
hatte ihn einmal, um Simone einen Gefallen zu tun, auf einer
Jagd geritten, aber wenig Vergnügen damit erlebt. Ich bin ein
ziemlich guter Neiter, aber mit dem Pferd war nicht viel an=,
zufangen. Launiſch wir eine alte Jungfer und eigenſinnig wie
ein Kind. Simone hatte ihn lachend „Volonté” getauft, weil er,
genau wie ein Eſel, ſozuſagen einen Willen hatte, den er immer
durchzuſetzen verſuchte. Sie ſetzte eine Ehre darein, mit dieſem
Gaul an einem großen Nennen teilzunehmen. Jeder riet ihr ab,
ich auch, aber ſie gab nicht nach. Nun, das Nennen fand ſtatt,
alles war in großer Spannung, in meinem Innern kämpften
Angſt und Stolz, endlich kam Simone an die Reihe. Ein kurzer
Applaus erſcholl auf der Cribüne, denn Simone war populär,
aber der Applaus verſtummte ſofort, da jeder inſtinktiv zu ſpüren
ſchien, daß für ein Pferd wie „Volonté” jeder ungewöhnliche
Lärm verhängnisvoll werden konnte. Simone ritt ausgezeichnet.
Ich folgte ihr mit meinem Fernglas und fühlte, wie ich immer
ruhiger wurde. Alles ging wie am Schnürchen. Neben mir
ſtanden ein paar Kolonels, die vor Bewunderung fluchten. Ein
Ceufelsmädel! Sie näherte ſich bereits dem Platz, an dem wir
uns aufhielten, vor der großen Cribüne. Nun hatte ſie nur noch
den letzten Sprung zu machen, die Hürde mit dem Graben. Und
da, vor dieſem letzten Hindernis, fing „Volonté” zu bocken an.
Ein Schrei der Enttäuſchung ging durch die Neihen des
Publi=
kums. Simone blieb ruhig. Sie ließ das Pferd eimmal drehen,
döch es weigerte ſich wiederum. Nochmals brachte ſie es vor das
Siel. Jetzt tat der Gaul ſo, als ob er die Hürde nehmen würde,
nahm im Galopp den Anlauf, aber dicht vor dem Siel warf er
die Hinterbeine in die Luft, Simone konnte ſich nicht halten und
flog über den Hals in den Sand. Ich und einige andere eilten
hinzu. Sie lag am Nande des Grabens, von dem Fall betäubt.
Dem Neglement nach hätte ſie ausſcheiden müſſen, die Chance
auf einen Preis war verpaßt. Als ich ſah, daß ſie ſich nicht
ver=
letzt hatte, wollte ich ſie mit einem Scherz wegführen und machte
ihr zugleich ein Kompliment, daß es bisher ſo gut gegangen war.
Aber ſie tat, als ob ſie mich nicht verſtand, und ließ das Pferd
loch einmal vorführen.
„Was willſt du tun, Simone?” fragte ich. Sie antwortete
nicht, und mit einem Sprung ſaß ſie wieder im Sattel. Von neuem
brachte ſie den Gaul vor die Hürde. Erſt „ſägen”, Sie kennen
das ſicher, fchnell das Geſchirr im Maule hin= und herrücken,
um ihn mürbe zu machen, und dann die Sporen tief in die
Weichen! Und „Volonté” flog über die Hürde, unter dem
ohren=
betäubenden Jauchzen der Cribünen! Wenn Sie nun aber
den=
ken, daß ich in dem Moment ſehr froh war, dann irren Sie ſich.
Ich wurde ſehr nachdenklich. In Simones Geſicht war etwas
geweſen und auch in ihrer ganzen Art des Auftretens, was mich
mit plötzlichem Schrecken denken ließ — an das erſte Allal in
unſerer Ehe, daß ich einmal anders will als ſie!
Und darum, wenn ein Menſch erſt an ſolche Dinge denkk . ..
Auf Ihr Wohl, lieber Freund!”
dem Symbol des Ehebundes zuteil geworden iſt, liegt ein innerer
Widerſtand — oder zumindeſt eine Gleichgültigkeit gegen die
Ehe oder auch den Gatten zugrunde. Nein, wir brauchen zur
Erklärung derartiger Fälle keineswegs übernatürliche
Suſam=
menhänge anzunehmen; die zunbewußten” ſeeliſchen Vorgänge,
die ſich hier abſpielen, ſind durchaus nichts Geheimnisvolles oder
Fremdartiges, das gleichſam als eine Art zweiten Ichs unſer
bewußtes Denken durchkreuzt: es ſind unſere eigenen Gedanken,
Empfindungen und Abſichten, die uns nur deshalb ſo fremdartig
anmuten, weil wir uns dieſelben nicht eingeſtehen wollen und
ihnen gegenüber wie große Kinder ein Art „Vogel=Strauß=
Politik” treiben.
Ratſchläge für heiratsluſtige
Mädchen.
Von Dr. Marga Job.
Die Frage: wie komme ich zum Manne? — bedeutet für die
Mädchen, die ſie ſtellen, das gleiche wie die Frage: wie werde
ich glücklich? — Das Streben nach Glück iſt aber ein den
Men=
ſchen angeborenes Verlangen; auch Kant läßt es gelten, indem
er in der „Kritik der reinen Vernunft” ſagt: „Glücklich zu ſein,
iſt notwendig das Verlangen jedes vernünftigen aber endlichen
Weſens und alſo ein unvermeidlicher Beſtimmungsgrund ſeines
Begehrens”. Erſichtlich verſprechen ſich alle die, welche noch
nicht das Standesamt betreten haben, von der Ehe einen
unver=
liegbaren Quell des Glücks, beſonders das weibliche Geſchlecht
macht ſich oft übertriebene Vorſtellungen über die paradieſiſchen
Zuſtände, die durch die Heirat heraufbeſchworen werden. Wie
dem nun ſei, der große Frauenüberſchuß in Deutſchland hat zur
Folge, daß der Kampf um den Mann ein erbitterter iſt und mit
allen Mitteln geführt wird. Die Logik der Catſachen ſpricht für
lich, und doch gibt es noch viele heiratsluſtige Mädchen mitſamt
genug war. An dieſem Vorurteil darf irgendeine
Glücksmöglich=
keit nicht ſcheitern. Wenn heute auch im allgemeinen die Cöchter
bei der Wahl ihres Sukünftigen ihre Eltern nicht um Nat fragen,
ihre Selbſtändigkeit gleichfalls auf dieſes Gebiet ausdehnen, ſo.
ſind ſie doch von dem gewichtigen Faktor abhängig, ob ſie
über=
haupt die Wahl haben oder nicht. Es iſt für ſie, für ihre
Lebens=
geſtaltung von Bedeutung, ob und wieviele Männer für ſie in
ihren Müttern, welche nicht alle greifbaren Konſequenzen ziehen.
Wer die Ehe will, der muß verſuchen, das Siel zu erreichen,
nach dem Prinzip, daß jedes dringliche Lebensbedürfnis
be=
friedigt werden muß.
Kommt es überhaupt im Leben darauf an, daß der Menſch
im richtigen Verhältnis zu ſeiner Mitwelt ſteht, ſo auch bei dem
eheluſtigen Mädchen. Für feſtumriſſene Perſönlichkeiten, für
ſtarke Individualitäten laſſen ſich keine Negeln aufſtellen; wenn
überhaupt, ſo für einen Durchſchnittstyp. Wir kennen alle in
irgendeiner Geſtalt Fräulein Elſe Schmidt, die älteſte verblühte
Cochter des Geheimen Medizinalrats Schmidt aus Krähwinkel.
Sie ſtammt noch aus einer Seit, in der junge Mädchen berufslos
lebten und führt nun ein kümmerliches, obendrein mit Hyſterie
belaſtetes Daſein. Es hätte anders ſein können, denn als ſie noch
ein beſonders hübſches junges Menſchenkind war, hatte ſich in
ſie, die ſeeliſch und geiſtig anſpruchslos war, ein ihr ſympathiſcher,
wohlhabender Kaufmann verliebt. Der Vater verhielt ſich dem
Freier gegenüber ablehnend, weil ihm deſſen Familie nicht gut
Schach
Betracht kommen; je größer der Kreis der Ehekandidaten, je
größer die Auswahl. Nun ſind ja die wenigſten Mädchen in der
Lage der Dollarprinzeſſinnen, die über ein gut aſſortiertes Lager
von Männern verfügen können. Darum kommt es für die
heiratsgewillten Mädchen darauf an, nicht durch vorgefaßte
Mei=
nungen von vornherein den Kreis zu ſehr zu beſchränken. Es war
von jeher eine bekannte Catſache, daß die Cöchter höherer
Be=
amten in größerem Maße ledig blieben als die anderer
Berufs=
klaſſen. Einerſeits lag es daran, daß es ſich um einen Stand
handelte, der nicht in der Lage war, Vermögen anzuſammeln,
andererſeits daran, daß infolge übermäßigen Standesbewußtſeins
eine geſelſchaftliche Einkapſelung ſtattfand. Der Verkehr der
jungen Mädchen blieb auf die Aſſeſſoren, Offiziere beſchränkt,
die im Hauſe des Vaters verkehrten; das Feld war zu eng. Nun
iſt jede geſellſchaftliche Inzucht verhängnisvoll, weil dadurch das
Vorſtändnis für die Weltanſchauung und Lebensführung anderer
Kreiſe erſchwert wird und eine Art geiſtiger Erſtarrung
ein=
treten muß. Der Grundſatz: „Freie Bahn dom Cüchtigen” ſollte
noch viel mehr in geſelſchaftlicher Beziehung durchgeführt
wer=
den als es bisher geſchieht. Wenn ein mittlerer Beamter ſich um
die Hand der Cochter eines höheren Beamten bewirbt, ſo ſollte
er nicht einzig und allein um dieſes Standesunterſchiedes wegen
abſchlägig beſchieden werden. Wie gern gäbe manche Frau m
dieſen Fällen ihr Jawort, ſchon deshalb, weil ſie ſich Kinder
wünſcht und weil ihr vor dem Alleinſein bange iſt, aber ſie tut
es deshalb nicht, weil ſie die Kritik ihrer Bekannten fürchtet.
Es gehörte vor vielen Jahren, als es geſchah, viel Mut für ein
gebildetes junges Mädchen dazu, den Capezierergehilfen zu
hei=
raten, der im Dienſte ſeines Meiſters in ihrer elterlichen
Woh=
nung tätig war. Er war intelligent und ſtrebſam und iſt heute
ein geachteter Innenarchitekt. Die Schweſter ſeiner Frau blieb
unverheiratet. Sitiert man, daß niemand aus ſeiner Haut
her=
aus kann, ſo vergißt man, daß die Haut organiſch zum Menſchen
gehört, Weltanſchauungsfragen jedoch der Wandlung
unter=
worfen ſind. Wenn ſich ein junges Mädchen zu einem ältern
Manne hingezogen fühlt, ſo ſollte ſie ſich nicht von „
Vernunfts=
gründen” der Eltern beeinfluſſen laſſen, vielmehr ihrem Inſtinkt
folgen, der ihr ſagt, daß dieſer Mann nicht zu alt für ſie iſt.
Dieſer Appell an den Inſtinkt iſt natürlich nicht immer
unfehl=
bar, denn in der Verliebtheit iſt der angoborene Sinn für das
Nichtige leicht getrübt. Eltern pflegen mit ſogenannten
Ver=
nunftsgründen zu kommen, wenn die Cöchter nicht gewillt ſind,
einem ungeliebten Manne das Jawort zu geben und pflegen
empört zu ſein, daß ihre Beweisgründe für unvernünftig
ge=
halten werden. In den meiſten Fällen haben die Cöchter rocht,
wenn ſie lich bei der Ablehnung auf ihr innerſtes Gefühl verlaſſen
und ſich nicht dazu beſtimmen laſſen, mit Widerſtreben eine
Lebensgemeinſchaft einzugehen. Die heutige Fri.
hat es nicht nötig, zur Verſorgungsehe g
tungsanker zu greifen; hilft ihr doch die eigene be
keit zur wirtſchaftlichen Selbſtändigkeit. Andero
an Erkenntnis nicht fehlen, daß eine Backfithich
eine vorübergehende Verliebtheit nicht die Baſis
eine ſoziale Gemeinſchaft, wie die Ehe ſio
Merkwürdigerweiſe gibt es gar nicht wenige
nünftige, reife weibliche Weſen, welche in ihron
über die Ehe noch den geiſtigen Horizont eines 9
weiſen und ihre romantiſchen Vorſtellungen von 1
heit eines Ehemannes nicht abgelegt haben, Ueb
ſionen ſind auch inſofern ſchädlich, als ſie junge
hindern, gebotene Chancen auszunützen und ti
durch ablehnendes Benehmen abzuſtoßen, wenn
Nomanfiguren auftreten.
Unberechtigt (im Prinzip, nicht in einzelnen
Abneigung mancher Mädchen, eine Ehe einzu
Verſorgungsehe iſt, weil die berufliche Cätigk
weiter ausgeübt werden muß. Dieſe Anſchauung
mehr zeitigemäß, weil eine unaufhaltſame Entw
dazu beſtimmt, nicht nur die geiſtige, ſondern au
Unabhängigkeit in der Ehe zu erringen.
Für viele Mädchen iſt es eine ſchmerzlich=ſe
ſtellung: „irgendwo lebt der Mann, der deine
und du weißt nicht wo!”. Wie ihn finden?
einfach: die Privatſekretärin hat einen mit du
Liedkes und den Millionen Notſchilds ausgeſte,
nichts Eiligeres zu tun hat, als ſeine Angeſtellt Mic
zu heiraten. Im Leben iſt es nicht der Herr /0:h)
manchmal ein Kollege, der als Ehekamerad in FſaMt
Noch heute übt zweifellos ein geſelliges EMit
ziehungskraft für junge Leute aus, ohne daß 1 fM4
Gaſt bereit iſt, die genoſſene Gaſtfreundſchaft m RM1N
antrag zu begleichen. Dieſe für jetzige Verhä füzich
Geſelligkeit hat den Vorzug, daß die jungen 2 f9M
liertes Leben führen. Nun gibt es heute
früher — viele Gelegenheiten, in Konner n
Jugend zu gelangen. Das moderne Mädchen
Kämmerchen und wartet auf den Prinzen, de
treibt Sport, ſie iſt in der Berufsorganiſatio
Bewegung an, die ſie erfüllt — und überall t
ſchen zuſammen, mit denen ſie gleiche Intereſſ
Verkehr beſchränkt ſich nicht auf den Kreis,
her kennt; das Leben iſt für ſie, ſeitdem ſie
Familie beſchränkt iſt, von größerer Neichweit /6
Niemals ſollte Heiratsluſt die Frauenn
nötigſten Vorſichtsmaßnahmen außer acht zu
zeugnis zu verlangen iſt ebenſo wenig ein Mi.
die Schließung eines Ehekontraktes. Gür die
bewußte Frau kommt es nicht darauf an, den
zu nehmen, ſondern immer nur den beſten. Eit
wiegt niemals ein glückliches Junggeſellinnent!
Nummer 363.
Aufgabe 519.
Franz Buchty in Mainz.
(Urdruck.)
4
Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Kf3 Da7 Te3 g4 Lb1 d6 SdT e4 Bb2 d3 f2 f4 f6 g2/14);
Schwarz: Kd4 Df8 Tb5 c1 Ld8 Ba4 b4 b6 e6 g3 (10); 3--
Aufgabe 520.
V. H. Thompſon.
(Town Crier 1948.)
Weiß: Kh2 Db2 Ta3 d6 La7 Sd4h4 Bb5 (8);
Schwarz: Ke4 Te7 Lg2 Sa1 Ba6 (5).
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 509—512.
509. J. Hartong. 2. Pr., Weſtern Morning News a. Mereurh, 1921. (Kd1
De6 Tes Le7ht Saß g6 Bb2 f4 f6 g4: Kd4 Ub5 T8 Ld2 F7 Sb6 eTBb3
e7 d6 15: 23.) 1. Sg6—h4! Die ſchwarzen Verteidigungszüge ergeben fünffache
Verſtellung auf dem Feld 45: 1. ... 145, Bd5, Sbd5, Sed5, Td5, 2. B77,
B:e7, De4, 8:15, S:b3 . Eine gefällige Aufgabe.
510. J. F. Rietveld. 4. Pr., Falirk Herald, 1919. (Kd7 Na7 La5 8b4 et
Bb2 e2 43; Kb5 1d8 Bb6 e3 eT e6; 34.) 1. 8b4—a6! Ka4 2. 5:e31
K:a5 3. Bb4F: 1. ... B:b2 2. Sa6—e5; 1. . . . K: a5 (L.f6) 2. S: e7+;
1.... B: a5 2. Tb7X K:a6 3. Se5+. Die ſchönſten Varianten endigen mit
Muſtermatten.
511. Alberto Mari. Chemnitzer Tageblatt, 1925. (Kd6 Df3 Ta5 d3 Lc2 d8
Sf8 h8 Be2 g6 h3; Kf5 Df4 d4 La3 8d5 Be5 e5 g7;3+) 1. Sf8—e6!
droht 2. Dg4F; 1. . . . Bc4+ 2. T: a3+ Be4+ 3. D:f4X; 1. .. . Be4+
2. D: f4+ S:f4+ 3. S: 44+; 1.. . . S+ 2. T:d4+ Be4+ 3. D:f4X.
2 ausgezeichnete Feſſelmattel!
512. L. B. Salkind. 2. Pr., Die Schachwelt, 1912. (Ke8 Dh1 Td6 f1 Ld2
Be4; Ke5 Ta1 Lb8 Be5 e6 g3 g6 h6: 23.) 1. Dk1—f6! Freigabe von
zwei Fluchtfeldern für den ſchwarzen König. Beide Hauptſpiele endigen im reinen
Feſſelungsmatten.
Löſerliſte; R. S. (alle); Theodor Geora (509, 510, 512);
Franz Buchty in Mainz (509, 511. 512): Georg Peter in Hainchen
(509, 512); Willy Seeger in Michelſtadt (511); Ludwig Lurk
(505 507, 508)
Briefkaſten: F. B.: 513. 1. Da 22 Dg 1 +! (Der
geo=
metriſch längſte Zug.) 517. 1. D: b1+2 D: b1!
IIM
Kätſel
Mir.
Obige 32 Buchſtaben ſchreibe man in die 32 2
Wörter erſcheinen, die je fünf Buchſtaben zählen
— bereits eingetragenen — Endbuchſtaben e bef
bedeuten: 1. Baumfrucht, 2. Frauenname,
4. Längenmaß, 5. Tropenpflanze, 6. Nagetier, ſ.
8. Brennſtoff.
Die Anfangsbuchſtaben nennen einen berühn
Vorſetz=Rätſel.
Aſt, Schluß, Mund, Tor, Gramm, Elle, Gane
Rechen, Fang, Ar.
Jedem der vorſtehenden Wörter ſind drei B.
ſo daß neue Hauptwörter entſtehen, deren Anfe
Farbenprächtiges nennen.
Zur Verwendung kommen folgende Buchſtaben
Ein, Emp, Ent, Epi, Gaz, Geb. Nom, Not, Okt,
Auflöfung der Rätſel aus Nu
Röfſelſprung.
Wenn ich den Freund nun frage
„Wo blüht das Glück?”
Zu Hauſe, zu Hauſe!
Sagt er mit frohem Blick.
Silbenrätfel.
1. Wunde, 2. Andreas, 3. Spiritismus,
6. Chebreau, 7. Nemeſis, 8. Iltis, 9. Chlo
11. Auſtralien, 12. Barbaroſſa. 13. Brotkorb. 14.
16. Rhabarber, 17. Satire, 18. Tahiti, 19. Frich
vendel, 22 Aſpirin.
Der Spruch lautet: Was ſich nicht abbüunſten
ſtreicheln.
Denkaufgabe.
Za 1b 1e 4e 1g 1h 3i 1k
2n 1o 3r 1f 2t 1u 1v.
Silbenrätſel.
1. Amati, 2. Lorgnette, 3. Sokrates, 4. Dicku
din, 7. Nobelle, 8. Epaudi. 9. Nanſen, 10. Diglog
deten. 13. Geſchütz, 14. Libelle, 15. Jlias, 10.
18. Scharlach. 19. Chinchilla, 20. Lothringen.
Als dienendes Glied ſchließ an ein Ganzes dich 4
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H. Nette. Darmſtadt, Fernſpr. 1, 2389— 2392. — Alle Rechte vorbehalte
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M Fr.
de urx
uder
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umme.
Nooſe-
ſteriu 7
M de
daß 2
ara
ſche
F dei
jo, daß zeit ſexhunnerd Johr, alſo zeit Beſteh
nſtä: Meß odder Johrmarkt wie mer frieher
ge=
ptaddrackzion ſozuſage e
Waſſerpanto=
alles mitwirke dhut: Soliſte, Kohr,
Bal=
unn Publigumm. Un damit die Sach im Juwi=
Fuß hott, is ſcheints unſer vorſorglich
Stadt=
ei Zeide drum eikumme, daß mer zur
Juwi=
e z außergewehnliches Juwiläumsmeßwädder
wanyr aach ſunſt mancher ſcheene Juwiläumsblan
e geſch is, awwer mitm Meßwädder hatt ſe Glick,
ung, däß muß ihr de Neid loſſe; ’s hett, hol
nucl t viel zu=ere Sinnflut gefehlt; noch e bische
hend e findicher un gewitzter „Wahre Jakob”
un Stobbekiſſe faalbiede kenne.
dlich vwe mer’s gach dem Weitblick vun unſere
choich Stadtverwaldung zu verdanke, indem ſe ſo
die drei beriehmte Eisheiliche ei gelade hott,
e Juwiläumsmeß hier e Gaſtſpiel gäwwe, un
dele Laune fröhne nooch Luſt un Lieb, un ſich
jehrn, wie meechlich, un wie=ſen zufolge ihres
Wädderverkorxer zuſtind. — No un däß
esgremliche eistalde Brieder dann aach net
ſundern ſie ſin brombt erſchiene, un hawwe
echend benumme.
nach die Juwiläumshandelsſchau dobei net zu
mer ſich an de zehe Finger abklawiern,
drotz=
jausſchuß die drei eiskalte Brieder net zum
ick eigelade hott. . . .
do hott ſowieſo mancher gefehlt, der wo net
ießich unſer bobbeleerer Wärtſchaftsminiſter.
vorher, bei de Ereffnung vun de Sieddeitſche
eenz, ſo hett=er fraglos aach bei de Ereffnung
ndelsſchau mit ſeine gewichdiche
Perſeenlich=
hur gemacht, un hett im gegäwene Momend,
ne vun de Schubbladiſte, friehſtickenderweis e
iffende Bemärkunge falle loſſe kenne. Awwer
olf Korell bann halt gach net iwwerall ſei.
daß jetzt unſer Miniſter widder ihrn ganze
ime miſſe, indem’s zur
Generalfeldmaſchalls=
tt. Un do haaßt’s uffgebaßt, das mer mit
he net uff de Wahlſtatt bleibt, däß macht
hlerſchaft en ſchlächte Eidruck. Wobei ich
be=
rLanddag, odder doch wenichſtens die
Kollera=
u iwwerfließe, aus lauder Rickſicht uff uns
hler, indem mer gleich beim erſte
Zu=
jannhafte Beſchluß gefaßt hott, des Lawe
*Landdag um e Johr zu verlengern, nor um
vere Gang an die Wahlurn zu erſparn. 8 is
ann mer dra wackelt, un ſo e Rickſicht hett
gornet zugedraut.
de Rickſichte im allgemeine, un im beſunnere,
echſt Woch ſchwätze, nemlich ich hab do
aller=
wwer, weil ich grad emol unſer Herrn
ische geſtreichelt hab, do mecht ich bloß noch
nlich die Miniſter im Preißiſche driwwe, die
ß ſe ſich kimfdich net mehr zum Eſſe eilade
abfoddegrafiert wärrn — — — Alſo in dem
Fall muß ich ſage, do hawwe ſe recht. Mir is es allaans ſchun
peinlich, wann mir aaner beim Eſſe dehaam mit zuguckt. Awwer
wann ich erſt wo eigelade weer, un mißt immer s Gefiehl
hawwe, es foddografiert dich aaner, ausgerächend in dem
Mo=
mend, wo mer grad en gude Biſſe uffm Meſſer hott, — alſo do
brecht ich gach nix enunner. Un zudem macht’s kaan gude
Ei=
druck, wann mer ſich dauernd in de „Illuſtrierde” ſähe muß loſſe,
bald beim Eſſe, bald beim Drinke, afelliche Gemieder kennte ſunſt
glaawe, als Miniſter hett mer weider nix zu dhu, als wie ſich
ſiwwe Tag lang in de Woch ärchendwo billich dorchzufuddern.
Däß erinnert jo beinah an die alde Zeide, wo die
Dorfſchut=
magſter en „Freidiſch” hatte, un alle Dag wo annerſter gäſſe
hawwe. Naa, ſo ſchlimm is es doch mit unſere
Rechierungs=
maaſter heit net mehr, ſie verdiene ſchun ſo viel, daß ſe ſich ſchlecht
un recht ſelbſt verköſtiche kenne; un ſie ſin uff=en „Freidiſch” net
diräckt agewieſe, wann ich aach ſage muß, daß mer’s in jeder
Familie gärn ſieht, wann de Vadder uff annern Leit’s Koſte
aus=
wärts ißt, dann do wärd meiſtens dehaam en korze Koch gemacht,
un die Fraa kann ſich was am Haushaltungsgäld erausſparn.
Däß wärd bei Miniſtersleit un ſo, net annerſter ſei wie bei uns
gewehnliche Bärjer aach . .."
Un dann därf mer net vergäſſe, wann mer ſo dauernd zum
Eſſe ei’gelade wärd, däß lenkt gſam vun jeder broduckdiefe Arweit
ab. Däß märk ich an mir. Awwer bei mir is däß net ſo ſchlimm,
dann ich kann aach emol was ſage, was ich ſchun emol geſagt
hab, däß fellt weiders net uff. Awwer Miniſter un ſo Art Leit,
wann die wo zum Eſſe ei gelade ſin, un miſſe redde, dann ſolle ſe
doch immer was Neiesſage, un ſolle ſich gar als Profeede
uff=
ſpiele, un die Zukumft vorausſage, nadierlich meechlichſt roſich.
Ja, un do geht mer ſchließlich als Miniſter, wääche ſo=eme
ſchläächte Eſſe, acht Dag lang mit ſeine Redd ſchwanger, un alles
annere bleibt lieje un ſteh . . ."
Näwebei bemärkt ſin gam die große Härrn doch aach for
man=
chen gude Eilfall dankbar. So hab ich neilich de Vorſchlag
ge=
macht, wann=ſen ſo ernſt weer mit m Abau, dann ſollte ſe doch
erſt emol an de Parlamente abbaue. Richdich, mei Moldenhauer
greift den Vorſchlag uff, un dreecht ſich alſo ſtack mit dem
Ge=
danke, e Geſetz auszuarweite, däß wo druff enaus laaft, die
Kobb=
zahl vum Reichsdag erunner zu ſetze. Er hott nadierlich net
ge=
ſagt, daß die Idee vun mir is, un daß ich ſozuſage die „geiſtiche
Mudder” vun dem Eiffall bin. Awwer ich bin aach net ſo, daß
däß bei jeder Geläjenheit beſunners betont muß wärrn. Mir
geniechts, wann mei Eiffäll wirke. Un däßhalb winſch ich dem
Moldenhauer viel Erfolch, dann in Bezug uff unſer Ballamende,
do hott ſich lengſt des Wort: „Viel Kebb, viel Sinn!” ins
Gäje=
daal verkehrt, es muß haaße: „Viel Kebb, wenich Sinn”, do
kimmt’s ſo ungefehr hie .. .."
No un wann erſt emol beim Reichsdag de Wfang gemacht is
mit dem Abbau, dann wärd de Landdag folche miſſe; un
ſchließ=
lich un endlich aach de Stadtrat . .
Un ſo bin ich zuguderletzt widder mol an meim geliebte
Stadtrat agelangt. Awwer do muß ich ſage, in Bezug uffs
Pogguliern, do wärd en de Brotkorb äwe doch aſch hoch gehenkt;
alles was wohr is. Awwer ich maan, däßhalb ſollte ſe ſich doch
net ſo zurickziehe, ſundern ſollte ſich bei alle baſſende Aläß zeiche,
däß hebt ihr Beliebtheit.
Un ſo e baſſender Alaß, däß weer doch fraglos die
Reklame=
rundfahrt gewäſe, am verwichene Sunndag; der Erſatz=Feſtzug
zur Feier vun unſerm Stadtjuwiläum. Wie ſchee hett däß
aus=
geſähe, wann ſe do mitgemacht hette, un weern hoch zu Roß
vorneher geridde; am vorderſte nadierlich unſer Herr
Owwer=
owwer mit de Macktfahn hechſtſällwer uff ſeim Amtsſchimmel, un
die annern Borjewaaſter un Amtsvorſtend uff ihre Inſtanzegail,
un die Herrn Stadträt uff ihre hochbaaniche Stäckefärdcher, je
nooch Geſchmack un Richdung, uff dunkel= un hellblaue, ſchwäzze,
räjebogefarwiche, roſarote, ritze= un knallrote Stäckegailcher, daß
mer gleich gewißt hett, wie, wann un wo; un wie geſagt, alles
hoch zu Roß, ſemtliche Schwaddrone vum Darmſtädter
Brinzibie=
reiterreſchement.
Awwer nadierlich, wie immer, uff ſo en klohrreiche Gedanke
kumme ſe uffm Stadthaus net; ſie verſaufe ſozuſage in
näweſäch=
liche Abgawe=Iddeeje, un ſpritze e Feierwärk vun ſchreckliche
Steiereifäll in die Luft, awwer daß ſe de Bärjerſchaft aach emol e
recht Härzensfraad mache, un loſſe ſich feſtziechlicherweis bei=eme
Umzug ſähe, wann die Geläjenheit dezu do is, däß muß ich en
erſt zupiſchbern; jetzt wo’s zu ſpeed is.
Wie geſagt, wann ſe bei däre Reklamerundfahrt mitgemacht
hette, däß weer doch aach e bische e Reklame for unſer Stadt
ge=
wäſe; un jedenfalls e Bild zum mole, wann unſer lieb un „deier”
Stadtkabäll vorneher maſchiert weer, un hett geblooſe: „
Juchheiraſ=
ſaſſaſſa, der Stadtrat der is da . . .
Jau, noch net emol e Paufädder hatte ſe am Hut, ſoweit mer
ſe am letzte Sunndag in de Stadt geſähe hott; noch net emol däß.
Un do redde ſe als vun=eme Stadtjuwiläum. . . . . .
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Iwwrichens is jo endlich unſer
Stadtverwaldung in de letzte Dag mit ihre offizielle
Juwiläums=
feiernotjohrfeſtſparprogrammfolche erausgerickt kumme. Alſoganz
ſo dußmaſche, wie mer urſpringlich gemaant hott, geht’s nu doch
net ab. No un wie weer’s, wann ſe do doch emol mein
klohr=
reiche Gedanke bedräffs dem Juwiläumsfeſtzug im Aag behielte;
valleicht daß er ſich noch ärchendwie ärchendwo ei ſchiewe ließ;
bei=
ſpielsmeßich am Wfang vun dem Kinnerfeſtzug, wodebei
Darm=
ſtadt’s Jugend mit Faſtebretzel un Fehncher dorch die Stadt ziehe
dhut, odder ſo. Ich bin der Iwwerzeichung, die „Narrhalla”
macht aach mit. Un wann ſein an Ideeje for die Feſtwage fehlt,
dann will ich recht gärn im Indräſſe vun meine liewe
Vadder=
ſtadt mein Zälleriekobb noch emol unner Hochdruck ſetze.
Mit ganz beſunnerer Genuchdhuung hab ich awwer
ver=
numme, daß der neumol verflucht un verwunſchene Ooſe=
Ballee=
gadde nu’ endlich doch e bische in die Reih gemorxt ſoll werrn. —
Alſo warum geht’s dann jetzt? — Seid rund ſex Johr ſchreib ich
mer Blooſe an die Finger un ſchwätz mer Franze an’s Maul —
endlich hawwe ſ’s kabbiert. Noja, mer waaß jo, ſie hawwe e
bische e lang Leidung, die geht bebanntlich iwwer’s Kab der gude
Hoffnung — hoffe mer alſo des Beſte...."
Daß uns die Staſdt awwer aach im Juwiläumsjohr mit=eme
ſtaab= und geraichloſe Dreckfuhrmann beglicke dhut, däß wiſſe mer
ihr ganz beſunners hoch arächne. s hott mich jo die Zeit immer
e bische gelächert, wann ich die alte Millwägelcher geſähe hab, mit
dene Mordsgail defor, daß mer wunners geglaabt hott, was die
zu ziehe hawwe. No alſo däß hott jetzt uffgeheert. Jetzt flutſcht’s.
Bloß hette ſe net ſo beſunners zu betone brauche, daß die
Haus=
beſitzer die baſſende Dreckahmer koſtenlos un
unendgeld=
lich zur Verfiechung geſtellt krieje. Schließlich gibt’s doch ſo
was wie e Millabfuhrgebiehr, un die kann mer doch net bloß
verei nahme, do muß mer doch aach e bische was defor
leiſte.
For’s Niebergalldenkmal: Vun=eme gude Beſſunger: zehe
Mack; vun N. N.: zwanzich Mack . ei=nen — Ruck! — Danke
aach ſchee!
Neu g
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Ka=
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Nühr
Bc
ie
Ven=
itgemäße Haushalt.
man Fiſchvergiftungen vor?
Ob=
der „Fiſcheſſer”, ſehr groß iſt, die auch im
is zwei „Fiſchtage” wöchentlich nicht miſſen
Si Sſch genug Hausfrauen, die dieſe während der
chalten, um ſich, wie ſie entſchuldigend ſagen:
„Ar ag zuzuziehen‟. Dieſer Gefahr beugen ſie aber
e Regeln beherzigen:
räucherte Fiſchwaren immer nur in
Spezial=
da dort ſachgemäße Behandlung, Aufbewah=
Abſatz garantiert iſt.
rauf zu achten, daß der Fiſch im Anſchnitt
Lel ſch zu ſchuppen, die Eingeweide zu entfernen,
De Salz und Pfeffer zu beſtreuen, mit
Zitronen=
no in verdeckter Schüſſel recht kalt zu ſtellen.
n 2 heißen Tagen den Fiſch ſtets noch am glei=
Izeit zu verwenden.
ochtem oder gebratenem Fiſch, entweder am
Bratkartoffeln zu reichen, oder den gekochten
zu Fiſchſalat zu verwenden und den gebacke=
* inade mit Gewürzkörnern, einer Nelke,
Zwie=
eerblatt zu legen und bis zum nächſten Tag
2 Vindjacken wieder waſſerdicht
n ſelbſtgewaſchene Windjacken ihre „Waſſer=
Jen, ſo ſollte man ſie nach dem Waſchen ſofort
Zen: In 4 Liter Waſſer löſe man ¼ Pfund
2benfalls in 4 Liter Waſſer /4 Pfund Alaun.
L Immengegoſſen, laſſe man ſo lange ſtehen, bis
a dete. Von dieſem abgegoſſen, lege man in die=
Ene und geſpülte Windjacke, laſſe ſie darin
I lann aus dieſem gezogen, hänge man ſie ohne
Da. stropfen auf Bügel und dehne dabei
Aermel=
enpatten und Säume. Noch halbfeucht, bügle
eißem Eiſen,
L.
Offeln zum Feſtigen, von Fleiſch=
T Fleiſchklopſe, ſog, falſchen Haſen uſw., oder
Die verſchiedenen Gemüſegerichte bereiten will
* Verfügung, ſo kann man an deſſen Stelle
A
et verwenden. In Eigröße feingerieben und
Steiſchmaſſe zugeſetzt, hält dieſe in gewünſchter
H.
Dne irgendwie vorzuſchmecken.
2 Liter Milch ſetze man mit 100 Gramm
*b rühre 100 Gramm Weizenmehl hinein und
9 Male aufkochen. Schön ausgekühlt, füge
„Edenen Schweizerkäſe, 70 Gramm ebenſolchen
SIoffel Salz und 4 Eigelb bei. Zuletzt ziehe
E unter die Maſſe, mit der man gefettete
in bei Mittelhitze ½ Stunde hellgelb bäckt.
Man ſerviere dieſe Ramekins entweder als Vorſpeiſe oder
Zwiſchengericht zu Fleiſchbrühe in Taſſen, wenn man Gäſte zu
H.
Tiſch erwartet.
Räderkuchen. 50 Gr. Margarine oder Butter rühre man
mit 1 Ei und 1 Meſſerſpitze Salz, 1 Eßlöffel Vanillezucker, 2
Eß=
löffel Süßſtofflöſung, ſowie 2 geriebenen bitteren Mandeln, dem
Abgeriebenen einer halben Zitrone, 1 Likörgläschen Rum, ſowie ½
bis ¼ Pfund Mehl zu glattem Teig. Nicht zu dünn auf bemehltem
Brett ausgemangelt, ſchneide man mit dem Kuchenrädchen
10 Zentimeter lange, ſchräge und fingerbreite Streifen, die man
in ſiedendem Fett goldbraun bäckt. Noch warm, beſiebe man ſie
I.
mit Puderzucker.
Warum der Speck beim Spicken reißt. Um dieſes
zu verhüten, wähle man feſten, kernigen Speck, den man in
gleich=
mäßige, nicht zu dünne Streifen nach der Faſer ſchneidet, die man
gefalzen und gepfeffert, recht kühl ſtellt. Beim Spicken des
Fleiſches ſorge man dafür, daß die Spicknadel ſich feſt um den
Speckſtreifen ſchließt, um dieſen wie einen Faden einziehen zu
F.
können.
*
Bubikopf oder Nackenlocken?
Nach verſchiedenen Irrfahrten des Geſchmacks und den
Lau=
nen einer veränderten Mode ſoll nun im Frühjahr das Haar
wieder kürzer getragen werden. Als im vergangenen Jahr die
Kleider länger wurden, glaubten auch die meiſten Damen, daß
hierzu unbedingt die Nackenlocken gehörten. Sie hofften damit
ſtilechter zu ſein. Man ließ ſich auf Koſten einer geregelten Pflege
die Haare wachſen, ohne zu bedenken, wie unſchön dieſe Halbheit
wirkte. Gewiß, zu einem modernen Abendkleid mit ſeiner
fließen=
den Linie paßt der knappe Herrenſchnitt ſchlecht. Aber von dieſem
Extrem zum anderen gibt es unendlich viel Zwiſchenſtufen.
In reizvoller Auswahl findet ſich wohl für jedes Geſicht und
für jede Kopfform eine paſſende Friſur, die der perſönlichen
Eigenart ihrer Trägerin gerecht wird. Gerade dieſe Variationen
gegenüber der einheitlichen und übertriebenen Modeform geben
erſt den gewiſſen perſönlichen Reiz, auf den jede Frau mit Recht
Wert legt.
Auch die neue Moderichtung geht von dieſem Geſichtspunkt
aus. Sie betont eine gewiſſe Fülle und Hervorhebhung der
weib=
lichen Linie, lehnt aber den Flabberkopf mit ſeinen läſtigen
Nackenlocken ab.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Rumfordſuppe, Sahne=Kalbsſchnitzel mit
Miſch=
gemüſe — Montag: Raps, ſauerſüß mit Setzeiern und
Brat=
kartoffeln. — Dienstag: Kohlrollen mit Salzkartoffeln.
Mittwoch: Schwarzwurzeln mit Butterſoße, gebratene Leber.
Donnerstag: Ruſſiſche Eier mit Radieschen und
Peter=
ſilien=Röſtkartoffeln. — Freitag: Fiſchauflauf mit
Sardellen=
ſoße. — Samstag: Kartoffelſalat mit Schnittlauch und
Speck=
siern.
GI
Humor
Er kennt ſich.
„Gleich wird er fallen!“ — „Der Haſe?” — „Nein . . . der Schuß!”
Das war alles. „Was ſagte denn Vater, als er die zerbrochene
Pfeife ſah?” — „Soll ich ſeine Schimpfworte auch wiederholen?”
„Die kannſt du weglaſſen. — „Na, danm hat er eigentlich michts geſagt.”
(Montreal Star.)
Unter Freundinnen. „Die Filmdiva Pia Mia ſoll ja ihrem
Bräu=
tigam alle ihre Abenteuer erzählt haben.” — „Welcher Mut!” — „Und
welches Gedächtms!!“
(Nebelſpalter.)
Der Maßſtab. Braut (ſchluchzend): „Du liebſt mich nicht mehr,
Erich! Du liebſt mich nicht mehr!” — „Aber Kindchen, im Gegenteil!
Wie kommſt du denn auf ſo etwas?” — „Du haſt geſagt, unter humdert
Frauen iſt nicht eine ſo hübſch wie ich!“ — „Na, da iſt doch nichts Böſes
dabei?” — „Nein — aber früher waren es tauſend!“
(Faun.)
Entſetzlich. „Hat er dir gedroht, als er dich küßte?” — „Ja, er
ſagte, wenn ich mich wehre, küßt er mich nie wieder!” (College Humor.)
Vor dem Ausverkauf. „Ich habe gehört, daß in Ihrem Laden
eingebrochen wurde. Iſt denn viel Wertvolles geſtohlen?” — „Es geht,
ich habe noch Glück gehabt. Gerade am Abend vorher hatte ich ſämt=
(Detroit News.)
liche Preiſe um 20 Prozent herabgeſetzt.”
Wie man es auffaßt. „Du heirateſt ein Mädchen mit 100 000 Mark
Vermögen und willſt mir weismachen, es ſei eine Liebesheirats!"
„Iſt es auch! Ich liebe nun einmal das Geld!" (Gutierrez.)
Die Wirkung. „Macht denn die Entfettungskur Ihres Mannes
gute Fortſchritte?” — „Rapide! Der tätowierte Ozeandampfer auf ſeiner
Bruſt iſt jetzt bloß noch ein Rettungsboot!
[ ← ][ ]Badem o d en.
Sonnige Tage und ſchöne Strandaufmachung
ſcheinen nun wirklich untrennbare Begriffe
ge=
worden zu ſein.
Die Frau von heute weiß nämlich ganz genau,
daß nur Sport, Sonne, Luft und Waſſer es ſind,
die ſie jung erhalten, ſie lebensfroh machen und ihr
Kraft und Freude zu neuer Arbeit geben.
Darum wird ſie auch trachten, für die
Sonnen=
tage „gerüſtet” zu ſein und die „Strand=Dreß”, wie
wir ſie nennen wollen, ſo ſchön und eigenartig als
nur irgendmöglich zuſammenzuſtellen, denn eine
aparte Aufmachung iſt natürlich dazu angetan, die
Sport= und Badefreude der Trägerin weſentlich zu
erhöhen, da es ja keineswegs einerlei iſt, ob man
in einem unſcheinbaren Badeanzug erſcheint oder
ſich der guten Wirkung ſeiner Strand=Ausrüſtung
vollkommen bewußt iſt.
In dieſem Falle ſind Farbenfreude und
Paß=
form ſicherlich die wichtigſten Faktoren, zwei
Kom=
ponenten, die ſich wohl nirgends beſſer vereinigen
als in den Schaffungen der Strickmode.
Hier gibt es nämlich infolge der während der
letzten Jahre ganz ungewöhnlich intenſiv=
ausge=
bauten techniſchen Möglichkeiten Wirkungen, die
ge=
radezu verblüffen, Farben und Ornamente, die von
allem Alltäglichen abweichen und ganz neue Wege
gehen.
Das Kunſtgewerbe hat wie man weiß einen ſehr
bedeutenden Einfluß auf die Strickmode genommen
und beſonders die allerneueſten Schaffungen der
Wiener Schule haben eine Welt erobert.
Das Hauptverdienſt gebührt wohl der
maſchi=
nellen „Intarſien=Strickerei”, die jedes Modell
der=
art phantaſievoll zu geſtalten vermag, daß die ein=
*
zelnen Ornamente ſo fein wie eine Malerei wirken
und daß ſelbſt der Fachmann ſie kaum von
Hand=
arbeit unterſcheiden könnte. Dabei haben all dieſe
Dinge den ganz beſonderen Vorteil, ihre
urſprüng=
liche, tadelloſe Paßform immer zu wahren und
niemals „aus der Faſſon zu kommen”, womit alſo
das vielgefürchtete „Dehnen” und „Erweitern”
ſchlechter Badeanzüge von vornherein ausgeſchaltet iſt.
Man muß geſtehen, daß unſere Ateliers während der letzten
Jahre ſehr viel von den amerikaniſchen Werkſtätten gelernt haben,
denn heute bringen ſie Schaffungen, die den überſeeiſchen
Model=
len nicht nur gleichwertig ſind, ſondern ſie ſogar noch bei weitem
übertreffen. Wie ſo oft iſt eben auch hier der Fall eingetreten, daß
der Schüler den Lehrmeiſter überragt, denn heute faßt man es ja
kaum mehr, daß der amerikaniſche Badeanzug in ſeiner uniformen
„Typiſierung” die das Strandbild unintereſſant und monoton
er=
ſcheinen ließ, die Mode ſo lange beherrſchen konnte.
Die neueſten Schwimmanzüge der kontinentalen Werkſtätten
Urlaubsmoden.
Jetzt iſt die Zeit nicht mehr ferne, da die
Ur=
laubsgarderobe große Aktualität gewinnt, da man
ſich mit der Frage der Ferienausſtattung ſehr
ein=
gehend beſchäftigen muß, die nämlich nicht nur
eine materielle, ſondern auch eine
Geſchmacksan=
gelegenheit iſt und beizeiten berückſichtigt werden
muß, damit man nicht etwa im letzten Moment
Hals über Kopf allerhand Unnötiges
zuſammen=
kaufe, das man ſicherlich niemals in Erwägung
gezogen hätte, wenn man vorerſt einen kleinen
Plan über den ſommerlichen Bedarf entworfen
haben würde.
Eine ſolche planmäßige Ueberſicht iſt in ſolchen
Fällen immer gut, denn dann weiß man eben ein
für allemal, was man unbedingt benötigt, was
man noch vom Beſtande des Vorjahres verwenden
kann und was auf alle Fälle neu angeſchafft
wer=
den muß.
Vorſicht und kluge Beſchränkung iſt hier
natür=
lich immer am Platze, denn wenn man ſyſtemlos
einkaufen würde, könnten die verſchiedenen
Beſor=
gungen leicht ins Uferloſe führen.
Andrerſeits aber wär es auch wieder ganz
ver=
fehlt, am unrichtigen Orte ſparen zu wollen und
Dinge zu erſtehen, die in irgendeiner Hinſicht nicht
ganz den Anforderungen entſprechen, die man an
ſie ſtellen muß, ſondern ſchon nach kurzer Strapaz
enttäuſchen.
Zu den ärgſten Irrtümern, die bei der
Zuſam=
menſtellung der Urlaubsgarderobe begangen
wer=
den, zählt auch der, daß man immer wieder meint,
zu wenig mitgenommen zu haben und aus
die=
ſer Erwägung heraus häufig Dinge mitführt, die
nichts anderes ſind als eine Belaſtung des
Ge=
päcks; immer von neuem kann man feſtſtellen, daß
ein Großteil der mitgenommenen Sachen während
des Urlaubs unbenützt bleibt, wogegen man andere
Dinge, die faſt unerläßlich geweſen wären, außer
Acht ließ und mitzunehmen verabſäumte.
Natürlich iſt der jeweilige Bedarf auch immer
von dem Reiſeziel, das man ſich geſteckt hat,
ab=
hängig, denn die Garderobe für das Gebirge würde natürlich
anders ausſehen müſſen, als die Aufmachung, die man wählt,
wenn man die Urlaubstage am Meer oder an einem See zu
ver=
bringen gedenkt, doch kann man unter Umſtänden doch von einem
beſtimmten „Standard” ſprechen, denn auch im Gebirge gibt es
vielfach Badegelegenheiten und heiße Sonnentage, während es
andererſeits an der See vorkommt, daß kühles Wetter einfällt oder
daß man gelegentlich einen Ausflug landeinwärts macht, der
in die Berge führt, ſo daß es eben notwendig iſt, für alle Fälle
gerüſtet zu ſein.
Darum haben wir verſucht, in unſerer Bildgruppe eine kleine
Auswahl neuer, ſchicker Sachen zu bieten, die ſozuſagen den
Grundſtock einer Urlaubs=Ausrüſtung darſtellen; wobei aber
gleichzeitig darauf Rückſicht genommen wurde, nicht etwa nur
Stücke zu bringen, die nach dem Urlaub weniger aktuell ſind,
aber laſſen einen erſt gewahr werden, welch große Möglichkeiten
hier ungenützt blieben und durchaus brach lagen und wie
gewal=
tige Leiſtungen in kurzer Zeit geboten wurden und wie hier
Tech=
nik mit höchſter Künſtlerſchaft gepaart wirklich Auserleſenes ſchuf.
Die elegante Frau wird unter allen Umſtänden einen
Bade=
anzug tragen, der nicht ganz einfärbig iſt, denn ſie weiß genau, daß
gerade in der Muſterung der beſondere Reiz der Originalität liegt.
Beſonders die „Intarſien”, von denen eben die Rede war,
ſind ſo mannigfaltig, daß jedem Geſchmack Rechnung getragen
werden dürfte: da ſieht man Blütenmotive, Inkruſtationen in
Form ſportlicher Embleme, Fahnen, Fiſche, Segelboote, japaniſche
Ornamente, kurzum die Schöpf
Uenden wollenden Phantaſie. Na
ein Badekoſtüm allein, heute in
Complet auf allen Linien ſiegr=
Hf6
D
tragen und wünſcht dazu unte
eine — wenn auch unſcheinbare
Hier greift denn die Strickm
wie ſchon ſo oft rettend ein und
Jäckchen in den verſchiedenſten
zwar genau zu dem betreffende
ſend: darunter viele ganz kurze
nur als Boleros anzuſprechen
die über dem Badeanzuge get
mit oder ohne Aermel gearbeite ſo=
Falle Bade=Cardegans” gena
lange Paletots, in Farbe und
Schwimanzuge korreſpondieren
Ein entzückendes geſtricktes
gen wir als erſtes Bild in Fen
blauen Schwimmanzuges mit i! S
motiven, dazu ein helles, geſtrie F=
Taſchen man als Wiederholun
s-
mentes aufzufaſſen hat, womit
ginelle Uebereinſtimmung vor E.
Wirkung gegeben iſt.
Ganz auf die einfach=aparte
kaſak=artige Bade=Dreß, die ſe
Höschen und einem hellen mit
ſehenen Oberteil beſteht und d
Cardegan” (ärmellos) in glei
einem Complet ergänzt wird.
Schon jetzt kann man ſehen
bedeckung der breitrandige,
ganz entſchieden durchzuſetzen I
Daneben behauptet ſich —
zuſammenhalten wollen — di
Kappe aus Piqué oder Leinen
Der Badeſchuh hat die
mit dicker Korkſohle, die ge
praktiſch iſt.
Dem Cape, das ja heuer
form ihre beſten Effekte holt. (Letztes Bild
Das ſchöne Pyama iſt natürlich für de ra
tig, hat aber im allgemeinen eine einfache F
Am beliebteſten ſind die verſchiedenen
aus einem flott=gemuſterten Waſchkrepp, wo
kleider, die als allerletzte Mode gelten, beſon
In unſerer vorletzten Skizze zeigen
Strand=Anzug, deſſen Material origine
oder dergleichen in Delfterblau auf hellem
zu dem die früher beſprochene Leinen=Pr
zeichnet wirkt.
Strandmode ſchien durch die ſ
beſtimmter, typiſcher Uebe ſ
gleichförmig werden zu wolle E
Badeanzug, der von den ko
gebracht wird, abwechſlungs
Art originell iſt, ſich in tauſe
ſentiert und mit ſchablonenha
geringſte zu tun hat.
Einen ganz außerordentli Ehic
traſtreichen Farben gehaltene (an
zug bringen wir als dritte E.
Schwimmkoſtümen gibt es a Pe
in Farbe und Art entſprechen?
jäckchen, von denen noch die 90‟
Für das erſte Frühſtück (—U7
gens auch vielſach für den 2S
braucht man ein oder das an
aus Krepp oder Waſchſeide he
ausſieht, wobei den geblum!
Vorzug gegeben wird.
Die Form kann, wie un E
ſehr einfach ſein, da es hie R
Details, ſondern auf die GeſeC
Für den Vormittag, für 2
iſt ein „kleines Kleid” unerläf
weiß — immer gute Dienſte
Es iſt aus Leinen, Waſch
ſondern Modelle, die man auch ſpäterhin in der Stadt ſehr gut
zu verwenden vermag.
In der Zeit des Sports und — der ſchlanken Taille! — wird
man natürlich — als richtiger Badefanatiker — vor allen Dingen
für ein apartes Schwimmkoſtüm ſorgen müſſen. Faſt iſt es ja das
Allerwichtigſte, denn wo es eine Badegelegenheit gibt, wird man
ſich tagsüber hauptſächlich am Waſſer aufhalten, um die
Ferien=
ſtunden und Sonnentage wirklich reſtlos zu genießen.
Am netteſten ſind die in der Farbe zweigeteilten geſtrickten
Anzüge, denn ſie laſſen die Figur unbedingt am vorteilhafteſten
erſcheinen und man muß ſagen, daß es reſtlos gelungen iſt, die
amerikaniſche Bademode, die viele Jahre hindurch vorherrſchend
war, in jeder Beziehung zu übertreffen.
Bei den amerikaniſchen Badeanzügen lag — wie man weiß —
die Gefahr einer gewiſſen Monotonie immer ſehr nahe, denn die
geſtellt, um gut waſchbar zu
Modell 2 bringt ein kleine *
den Oberarm deckt und dadu
lich macht. —
Der Rock wird — der beſ
heit wegen — gerne in Falt” f
Eines der originellen S
uns die letzte Mode in ſok
Farben bringt, darf in der
türlich nicht fehlen, weil mar
Gewähr hat, gleich wenn ma
alſo noch ehe die andere Ge
wurde, irgendein Kleid zu ha."
weil ſich ja ein geſtricktes St
unter allen Umſtänden recht
ſehen davon, daß es immer
verwenden iſt. (Bild 4.)
Für den Nachmitag wählt man anſtel E
Modells lieber eines der reizvollen ſchlich.
dazugehövigem Jäckchen in Tupfen= oder S
letztes Bild).
Die Abendmode aber ſteht unbedingt
Imprimés, die nicht nur ſommerlich und 2
inſofern praktiſch ſind, als man es kaum."
ſolches Kleid ein wenig zerknittert aus L.
ſich ja die Büge im dichten Muſter vollkon.
Zu den allergünſtigſten Kombinatione
die Zuſammenſtellung eines ärmelloſen Kle
Paletot aus gleichem Materiale. (Letzte Si.