Darmstädter Tagblatt 1930


16. März 1930

[  ][ ]

Boltaäfiger Amſawang vei Sowfelhomtt.
Reviſion der Anordnungen über die Kollekkiviſierung und Kirchenſchließungen. Keine Zwangsmaßnahmen
Hehr gegen die Bauern. Wiedergukmachung der Wahlrechisenkziehung. Wiederöffnung der Märkke.
Keine gewaliſamen Kirchenſchließungen mehr. Beſtrafung der Verhöhnung der religiöfen Gefühle.
Der Zuſammenbruch der Kollektiviſierung.
Der Erlaß des Zenkralkomikees.

Kampf gegen Enkſtellungen der Parkeilinie.
Zuriderhandelnde Funkkionäre werden abgeſetzk.
Moskau, 15. März.
Das Zentralkomitee der Kommuniſtiſchen Partei hat an
ſille Parteiorganiſationen ein Schreiben gerichtet, das heute ver=
öffentlicht
wurde. In dieſem Schreiben ſtellt das Zentral=
romitee
neben wirklichen und überaus bedeutſamen Erfolgen der
Kollektiviſierung feſt, daß in verſchiedenen Teilen der Solvjer=
mnion
auch Fälle von Entſtellung der Parteilinie
n der Kollektivwirtſchaftsbewegung vorgekom=
men
ſind, und macht es den Parteiorganiſationen zur Pflicht,
ſregen die an einigen Orten wahrgenommene Anwendung
von Zyangsmitteln bei der Kollektiviſierung
inen entſchiedenen Kampf zu führen, wobei aber gleich=
eitig
die beharrliche Arbeit zur Einbeziehung
der Bauernſchaft in die Kollektivwirtſchaften
aruf der Grundlage der Freiwilligkeit und zur Feſtigung der be=
kehenden
Kollektivwirtſchaften weitergeführt werden ſoll.
Die Hauptaufmerkſamkeit müſſe der wirtſchaftlichen Verbeſ=
erung
der Kollektivwirtſchaften, der Organi=
ierung
der Feldarbeiten und der Verankerung
ſer erzielten Fortſchritte in der Kollektiviſierung zu=
gewandt
werden.
Das Zentralkomitee erteilt die Vorſchrift, die Ueber=
eitung
landwirtſchaftlicher Artels in land=
wirtſchaftliche
Kommunen ohne Beſtätigung
er oberſten Ortsbehörden nicht zuzulaſſen
und begangene Fehler auf dem Gebiete der Ent=
iehung
des Wahlrechts wiedergutzumachen. Von
der Regel zur Nichtzulaſſung von Kulaken und anderen Per=
wonen
, denen das Wahlrecht entzogen iſt, in die Kollektivwirt=
ſhaften
iſt eine Ausnahme für die Mitglieder ſolcher Familien
zu machen, denen der Sowjetmacht treu ergebene rote Parti=
ſanen
, Rot=Armiſten oder Dorfſchullehrer angehören, vorausge=
ſetzt
, daß dieſe eine Bürgſchaft für die Mitglieder ihrer Familien
übernehmen. Ferner unterſagt das Schreiben die
Schließung der Märkte, ordnet die Wiederher=
ſtellung
bereits geſchloſſener Märkte an und for=
ert
, daß den Bauern, darunter auch den Mitgiledern von Kol=
hektivwirtſchaften
, die Märkte zum Abſatz ihrer Produkte freige=
ſtellt
werden.
Im zweiten Teile ſeines Schreibens beſchäftigt ſich das Zen=
rralkomitee
mit der religiöſen Frage und gibt hier fol=
rende
Vorſchriften: Die Schließung von Kirchen iſtnur
m Falle eines tatſächlichen Wunſches der über=
wältigenden
Mehrheit der Bauern und nur
uach Beſtätigung eines dahin gehenden Beſchluſ=
es
der Bauernverſammlungen, durch die Ge=
beietsexekutivkomitees
zuläſſig. Perſonen, die ſich
Eer Verhöhnung der religiöſen Gefühle der Bautern
ſchuldig machen, müſſen aufs ſtrengſte zur Verantwortung ge=
ogen
werden.
Zum Schluß machte es das Zentralkomitee den Parteiorgani=
ationen
zur Pflicht, Funktionären, die nicht fähig oder nicht
wewillt ſind, einen entſprechenden Kampf gegen Entſtellungen der
Warteilinie zu führen, von ihren Poſten abzuſetzen.
Die Meldung über den Umſchwung der Innen= und Wiri=
ſchaftspolitik
der Sowjets kommt trotz der Tragweite, die die Be=
ſchlüſſe
des Polit=Büros allem Anſchein nach haben, nicht völlig
Eiberraſchend. Schon Stalin hat ſich in ſeinem kürzlich erſchiene=
men
Artikel ſehr ſcharf gegen eine ükerſtürzte Kollektiviſierung
wer Bauernwirtſchaften ausgeſprochen und beſonders die
Zwangsmaßnahmen ſcharf gerügt, die überall angewendet wur=
Sen, um die Bauern zur Aufgabe der privaten Landbewirtſchaf=
ung
zu vevanlaſſen. Die Einſtellung dieſer Zwangsmaßnahmen
ind die Genehmigung an die Bauern, ihre Erzeugniſſe wieder
Iu freiem Handel auf den Markt zu bringen, was offenbar mit
er gemeldeten Oeffnung der Märkte gemeint iſt, bedeutet das
Eingeſtändnis, daß das bisherige Kollektiviſierungstempo nun=
mehr
den Sowjets ſelbſt bedenklich erſcheint und daß die Kollek=
ib
=Lawine ſämtliche Pläne der landwirtſchaftlichen Organiſa=
ion
des Sowjetſtaates über den Haufen zu werfen drohte. Von
ſieſer Erkenntnis bis zum anſcheinend rechtsradikalen Herum=
werfen
des Steuers war bei Stalin ſtets nur ein kleiner Schritt.
Lenn er damit, wie es nach außen ſcheinen möchte, den Weg der
Obportunitätspolitik beſchritten hat, ſo darf doch aus den Be=
ſchlüſſen
des Polit=Büros nicht etwa der weitgehende Schluß auf
ine grundlegende Umſtellung der Sowjetpolitik oder gar auf eine
Aufgake des landwirtſchaftlichen Teiles des Füuf=Jahresplones
Sezogen werden. Die Maßnahme iſt nur ſo aufzufuſſen, daß
ie Sowjets die Notwendigkeit einer Atem=
Hauſe zur gründlichen Durchorganiſierung der
Sereits beſtehenden Kollektivbetriebe einge=
ehen
haben und vor der Hand von einer Foriſetzung der Um=
Dandlung im bisherigen Tempo abſehen. Nicht zu überſehen
ſind vorläufig die Motive, die die Sowjeis zur Umkehr auch in
Uhrer Kirchenpolitik bewogen haben. Es muß angenommen wer=
wei
, Laß der einhellige Proteſt des Auslandes gegen die Chriſten=
werfolgungen
in Moskan doch nicht ohne Eindruck geblieben iſt.
Man wird aber abwarten müſſen, wie ſich dieſer Beſchluß in
er Praxis auswirken wird,

* Berlin, 15. März. (Priv.=Tel.)
Der Erfolg, den die Sowjets aufzuweiſen hatten, nämlich
die im Sturmſchritt fortgeführte Kollektivi=
ſierungder
privaten Bauernbeſitztümer, iſt den
Kommuniſten zum Verhängnis geworden.
Man machte ſich in Moskau ſchon lange mehr kein Hehl daraus,
daß man von dem Sturmtempo der Kollektiviſierung unangenehm
überraſcht wurde. Und man begann die Geiſter zu fürchten, die
man ſelbſt heraufbeſchworen hatte und derer man jetzt nicht Herr
werden konnte. Die Zahlen ſprechen zwar für einen Erfolg,
Denn nach dem Fünfjahresplan war vorgeſehen, daß im Früh=
jahr
1931 etwa 25 Millionen Hektar Privatbe=
ſitzes
in die Form kollektiver Landbewirtſchaf=
tung
überführt worden ſein ſollten. Die Vorteile, die die
Regierung den Kollektivbauern aber gegenüber den Privatbe=
ſitzern
einräumten, der politiſche und der Steuerdruck, unter die
ſchließlich jeder Beſitzer geſetzt wurde, und die Maßnahmen der
G. P.U. haben zu einer förmlichen Flucht in die Kollek=
tivbetriebe
geführt, in denen noch die einzige Rettung er=
blickt
wird. Alſo: glänzender Erfolg, ſiegreicher Vormarſch der
kommuniſtiſchen Idee! Die Wirklichkeit ſieht aber doch weit
nüchterner aus und droht ſich zu einer ſchweren Gefahr für die
Sowjets auszuwachſen. Auch die Dorfkorreſpondenten der amt=
lichen
Telegraphenagentur geben unumwunden zu, daß das,
was jetzt auf dem Lande vor ſich gehe, jeder
wirtfchaftlich geſunden Entwicklung ins Geſicht
ſchlage, daß eine Maſſenvernichtung wirtſchaft=
lich
faſt unerſetzbarer Werte begonnen hätte, und daß
die Sowjetregierung alle Anſtrengungen unter=
nehmen
müßte, um einer Entwicklung Herr zu
werden, die ſchier ins Bodenkoſe führen müßte.
Es arbeiteten nämlich diejenigen Privatbeſitzer, die nicht alles
umſonſt aufgeben wollten und die deshalb beiſeite ſchafften oder
einfach vernichteten, was ſie ſich noch erhalten hatten, mit den
ſogenannten Sturmtrupps, der G.P.U. und den zahlreichen
ſowjetiſtiſchen Organiſatoren der Kollektivwirtſchaften Hand in
Hand, um ſchließlich jede geſunde Grundlage der Landwirtſchaft
zu zerſtören. Es war eine Maſſenausrottung nicht
nur der Beſitzer, der Arbeitskräfte und über=
haupt
: des ruſſiſchen Menſchen im Gange, ſon=
dern
auch eine Maſſenverſchiebung der Produk=
tionsguellen
im Rahmen des landwirtſchaft=
lichen
Teils des ſagenhaften Moskauer Fünf=
jahresplans
. Alles Ueberkommene und Traditionelle, alles
Erdachte und Erlernte wurde einfach über den Haufen geworfen;
von der Fiktion befallen, Milliardenwerte zu erzeugen, wurden
vorläufig Milliardenwerte vernichtet und eine Verarmung in
Land und Stadt greift um ſich, die in dieſen rieſenhaften Aus=
maßen
ſelbſt dem genügſamen und anſpruchsloſen ruſſiſchen Vor=
kriegsbauer
unbekannt war. Und das Ergebnis: der Erfolg
hat ſich bis zur Kataſtrophe geſteigert. Man geht nicht fehl in
der Annahme, daß dieſer Erfolg zum Kurswechſel der Politik
des Polit=Büros beigetragen hat. Die kommuniſtiſche Partei=
zentrale
in Moskau hat aber wohl kaum ihre Pläne: Zerſchla=
gung
der bäuerlichen Einzelbetriebe und Proletariſierung der
Bauernſchaft endgültig aufgegeben. Dafür ſpricht die Miß=
achtung
vor dem Leben des einzelnen. Menſchenleben ſtanden
bekanntlich billig im Preis im Sowjetparadies, ſo daß kaum an=
zunehmen
iſt, daß die Parteizentrale plötzlich ihre menſchliche
Seite entdeckt hat. Die Ereigniſſe drohen ihr lediglich über den
Kopf zu wachſen. Daher der Umſchwung in Moskau. Stalin
will verſuchen, das Erreichte zu ſichern, bevor Hungersnot und
Aufruhr noch weiter um ſich griefen. Nach dieſer Sicherung
wird ſich die kommuniſtiſche Hydra von neuem über den ruſſi=
ſchen
Menſchen ſtürzen und ihn zu zerfleiſchen ſuchen, wenn ihr
bis dahin nicht der Kopf abgeſchlagen iſt. Alle Revolutionen
haben einmal ein Ende genommen. Auch die ruſſiſche wird nicht
ewig dauern. Die Chriſtenverſolgungen im Sowjetreich haben
das Weltgewiſſen wachgerufen. Wird es der Hydra das Haupt
abſchlagen?
Die Roke Fahne zum Kurswechſel in der
Sowjeknnion.
* Berlin, 15. März. (Priv.=Tel.)
Die Senſation des Tages bildet unzweifelhaft der Beſchluß
des Präſidiums des Zentralkomitees der ruſſiſchen kommuniſti=
ſchen
Partei, wonach mit den Zwangsenteignungen in der ruſſi=
ſchen
Landwirtſchaft ſofort gebrochen und die ganze Kollektivie=
rung
abgeſtoppt werden ſoll. Während die geſamte deutſche
Preſſe die Moskauer Telegramme an hervorragender Stelle
bringen, findet ſich in der Berliner Roten Fahne dem Haupt=
organ
der kommuniſtiſchen Parteileitung, erſt auf der ſiebten
Seite, und zwar an ganz verſteckter Stelle, eine recht dürftige
Meldung über den Kurswechſel in der Sowjetunion.
Von dem Zuſammenbruch der Moskauer Kollek=
tivierungspolitik
weiß die Rote Fahne nichts zu be=
richten
. Dagegen behauptet ſie, daß der Moskauer Beſchluß nur
auf eine Erweiterung der Ausſaatfläche hinauslaufe. Wir haben
hier wieder einmal ein Muſterbeiſpiel kommuniſtiſcher Bericht=
erſtattung
, die der kommuniſtiſchen Leſerſchaft entweder das vor=
enthält
, was nicht mit den kommuniſtiſchen Parteigrundſätzen in
Einklang zu bringen iſt, oder aber das, was nun ſchon über
die Zuſtände im Sowjetparadies berichtet werden muß, in völlig
entſtellter und veränderter Form wiedergibt.

Die Woche.
Schweren, aber feſten Herzens habe ich nach reiflicher,
gewiſſenhafter Prüfung die Young=Geſetze mit meinem Namen
unterſchrieben. Nach Anhörung von Befürwortern und Gegnerm
des Planes, nach ſorgfältiger Abwägung des Für und Wider
bin ich zur Ueberzeugung gelangt, daß trotz der ſchweren Be=
laſtung
, die der neue Plan dem deutſchen Volke auf lange Jahre
hinaus auferlegt, und trotz der großen Bedenken, die gegen
manche ſeiner Beſtimmungen erhoben werden können, der Young=
Plan eine Beſſerung und Entlaſtung darſtellt und wirtſchaftlich
und politiſch einen Fortſchritt auf dem ſchweren Wege der Be=
freiung
und des Wiederaufbaues Deutſchlands bedeutet. Zu
einer Ablehnung konnte ich mich im Gefühl meiner Verantwor=
tung
für Deutſchland und ſeine Zukunft nicht entſchließen, da
die Folgen einer ſolchen für die deutſche Wirtſchaft und die deut=
ſchen
Finanzen unabſehbar ſein und ſchwere Kriſen mit allen
ihren Gefahren für unſer Vaterland bringen würden. Mitz
einer Kundgebung, die in ihrer ſchlichten Sprache tief zu Herzem
geht, hat ſich Hindenburg an das deutſche Volk gewandt, als er
wahrlich nicht leichten Herzens ſeine Unterſchrift unter die von
Reichsrat und Reichstag angenommenen Young=Geſetze ſetzte.
Man kann die Gründe, die ihn zu ſeinem Schritt bewogen, die
Gründe, die für die Annahme der Young=Geſetze ſprechen, nicht
beſſer zuſammenfaſſen, als er es ſelbſt getan. Eine Beſſerung
und Entlaſtung und wirtſchaftlich und politiſch ein Fortſchritt
auf dem Wege der Befreiung und des Wiederaufbaues Deutſch=
lands
! Wir alle, die wir dieſe Auffaſſung ſchon von Anbeginn
an vertreten, ſind allmählich faſt daran gewöhnt, von den deut=
ſchen
Gegnern des Young=Plans als eine Art von Vaterlands=
verrätern
angeſehen zu werden. Darüber ausführlich zu ſpre=
chen
, lohnt ſich kaum, ſo bedauerlich es auch aus innerpolitiſchen
Gründen ſein mag. Schlechthin unverſtändlich aber iſt es, wenn
jetzt die gleichen Kreiſe unſerer extremen Rechten auch vor der
ehrwürdigen Geſtalt Hindenburgs nicht Halt machen, desſelben
Hindenburg, den ſie vor noch nicht allzu langer Zeit als den
Netter Deutſchlands, den getreuen Eckehardt unſeres Volkes
prieſen, und es hieße an dem geſunden Sinn unſeres Volkes
verzweifeln, wenn man nicht überzeugt wäre, daß es ſich in ſeiner
überwältigenden Mehrheit aufs tiefſte empört gegen derartig
unerhörte Entgleiſungen wendet. Trotzdem wäre es verfehlt,
ſolche Ungeheuerlichkeiten mit einer einfachen Handbewegung ab=
tun
zu wollen, beweiſen ſie doch aufs neue, auf welche Abwege
politiſche Verhetzung bei uns zu führen vermag. Beſonders ver=
hängnisvoll
aber bleibt es, daß unſachliche Agitation gerade bei
einer Frage von ſo entſcheidender außenpolitiſcher Bedeutung die
Gegenſätze der Meinungen derart verſchärfen konnte, daß ein
Wiederzuſammenkommen für abſehbare Zeit faſt unmöglich
erſcheint.
Vom Locarno=Vertrag bis zur Annahme der Young=Geſetze
führt ein gerader Weg, ein ſteiniger Weg, der Schritt für Schritt
gegangen werden mußte, der aber auch Schritt für Schritt vor=
wärts
führt und an deſſen Ziel wir noch längſt nicht ſtehen.
Aber die Schwierigkeiten und Hemmungen waren vorauszuſehen,
und an leider notwendigen Warnungen vor utopiſchen Hoffnun=
gen
hat es während all dieſer Jahre nicht gefehlt. Es war unter
dieſen Umſtänden nur verſtändlich, daß damals die Einleitung
der ſogenannten Locarnopolitik Dr. Streſemanns zu lebhaften
Erörterungen führte. Aber immer weitere Kreiſe des deutſchen
Volkes ließen ſich von der Richtigkeit dieſes Kurſes überzeugen,
trotz der ſchweren Opfer, die er von uns forderte. War es ein
Irrweg, den Streſemann führte, und insbeſondere ſtanden
uns andere Wege offen, die ſchneller und mit
weniger Opfer hätten zum Ziele führen kön=
nen
? Ein Weg, der uns die jetzige Unterzeichnung der Young=
Geſetze hätte erſparen können?
Das Ziel der deutſchen Außenpolitik während dieſer ganzen
Jahre ſtand unverrückbar feſt: eine grundſätzliche Verſtändigung
mit Frankreich, eine Ueberbrückung der Abgründe, die eine Ge=
ſchichte
von mehreren Jahrhunderten aufgeriſſen. War dieſe Ziel=
ſetzung
falſch? Drei Probleme waren es vor allem, vor die ſich
die deutſche Außenpolitik nach der Weltkriegskataſtrophe geſtellt
ſah, abgeſehen von den gewaltigen Kriegsentſchädigungsforde=
rungen
unſerer Kriegsgegner: der Verluſt Elſaß=Lothringens,
ganz abgeſehen von der gewaltigen wirtſchaftlichen Bedeutung
eine Herzensangelegenheit, für das geſamte deutſche Volk, die
hoffnungsloſe Verſtümmelung unſerer öſtlichen Gebiete durch die
geradezu ungeheuerliche Grenzziehung des Verſailler Diktats
und ſchließlich die fürchterliche politiſche und wirtſchaftliche
Schwächung Kontinental=Europas, beſonders im Vergleich zu
den großen angelſächſiſchen Weltreichen, deren Folgen ſich ſelbſt=
verſtändlich
auch für die deutſche Wirtſchaft verhängnisvoll gel=
tend
machen mußten. Alle drei Problewe gleichzeitig zu löſen,
war von vornherein undenkbar. Selbſt ein ſiegreicher Revanche=
Krieg ſchon rein militäriſch eine völlige Unmöglichkeit
hätte uns beſtenfalls die Reviſion unſerer Weſt= und Oſtgrenzen
und die Befreiung von den Tributforderungen unſerer Welt=
kriegsgegner
bringen können. Er hätte uns auf der anderen
Seite dafür die Laſten eines neuen Krieges aufgebürdet und ein
bis zur Erſchöpfung geſchwächtes Deutſches Reich zur völligen
Ohnmacht in der Welt verurteilt. Eine politiſche und wirtſchaft=
liche
Zuſammenarbeit mit Rußland konnte uns aus unſerer
ſchwierigen Lage nicht befreien, und ebenſo wenig konnte uns
die vor und während des Ruhrkrieges mehrfach verſuchte An=
näherung
an England irgend etwas helfen, da im Verhältnis
zu unſeren angelſächſiſchen Vettern beſtimmte, auch durch den
Krieg nicht aus der Welt geſchaffte wirtſchaftliche Gegenſätze
ſtets eine ausſchlaggebende Rolle ſpielen werden. Nur eine Ver=
ſtändigung
mit Frankreich bot uns, wenn ſie gelang, gewiſſe not=
wendige
Garantien für die Zukunft. Eine politiſche und wirt=
ſchaftliche
Annäherung der beiden großen europäiſchen Konti=
nentalmächte
würde ein neues Schwergewicht ſchaffen, das gegen=
über
den anderen Weltmächten in die Wagſchale geworfen werden
könnte, und außerdem lag es von vornherein auf der Hand, daß

[ ][  ][ ]

Seite 2

Sonntag, den 16. März 1930

Nummer 75

eine Reviſion unſerer Oſtgrenzen nur mit
Frankreich, aber wohl kaum je gegen Frankreich
durchgeſetzt werden könnte.
War und iſt eine grundſätzliche deutſch=franzöſiſche Verſtän=
digung
auf breiteſter Grundlage möglich? Es iſt ſelbſtverſtänd=
lich
, daß unſere außenpolitiſche Führung ſich dieſe ernſte Frage
zunächſt beantworten mußte. Streſemann hat ſie bejaht, und
wir glauben, daß die Geſchichte ihm recht geben wird. Dagegen
ſprachen auf beiden Seiten die ſich aus der Vengangenheit er=
gebenden
pſychologiſchen Hemmungen, dagegen ſprach für uns,
daß die Vorausſetzung einer ſolchen Verſtändigungspolitik eine
nochmalige Anerkennung der Weſtgrenze von Verſailles war.
Dafür ſprachen die ſchon erwähnten politiſchen Erwägungen
und auch ſehr ſtarke gemeinſame wirtſchaftliche Intereſſen.
Daß der Abſchluß des Vertrages von Locarno nur ein erſter
Anfang war, hat niemand ſtärker betont als Streſemann ſelbſt.
Noch ungelöſt blieb die Frage der Rheinlandbeſetzung, ungelöſt
blieb auch trotz Dawes=Plan die Frage der Kriegstribute. Die
Ausſprache von Thoiry, der erſte Verſuch, dieſe Fragen zu löſen,
blieb ein Verſuch, der an der innerpolitiſchen Entwicklung der
Dinge in Frankreich ſcheiterte. Die Jahre der Stagnation kamen,
und erſt durch den Genfer Beſchluß vom Herbſt 1928, durch eine
neue Sachverſtändigenkonferenz die Reparationsfrage über=
prüfen
zu laſſen, gab der politiſchen Entwicklung einen neuen
Antrieb. Man hat damals in Deutſchland die Frage vielfach
erörtert, ob die Zeit ſchon reif ſei für eine neue Feſtſetzung der
deutſchen Kriegsentſchädigung und ob man nicht beſſer daran
tue, zu warten, bis der Dawes=Plan ſich totgelaufen habe.
Daß dieſe Frage an ſich durchaus berechtigt war, hat nicht nur
den Verlauf der Pariſer Sachverſtändigenkonferenz des Vor=
jahres
, ſondern auch die Entwicklung der Dinge ſeitdem deutlich
erwieſen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß ein klares Fiasko
des Dawes=Planes beſſere Vorausſetzungen für eine endgültige
Regelung der Kriegsentſchädigungsfrage geſchaffen hätte. Da=
gegen
ſprachen aber zwei Erwägungen. Einmal hätte ein län=
geres
Zuwarten unter der Herrſchaft des Dawes=Planes für uns
wirtſchaftliche Folgen mit ſich gebracht, die, man darf das wohl
ohne Uebertreibung ſagen, kataſtrophal geweſen wären. Zum
anderen aber und das ſcheint uns noch bedeutſamer hat
die Entwicklung der Dinge im europäiſchen
Oſten deutlich gezeigt, daß wir keine Zeit mehr
zu verlieren haben. Darüber, daß der Young=Plan eine
tragbare endgültige Löſung des Reparationsproblems nicht
bedeutet, beſteht in Deutſchland kaum eine Meinungsverſchieden=
heit
. Er iſt ein Ausdruck der gegenwärtigen Machtverhältniſſe,
und Machtverhältniſſe ſind wandelbar. Um ſo bedauerlicher war
es, daß der Kampf gegen das Volksbegehren die deutſche Regie=
rung
faſt in die Rolle eines Verteidigers des Young=Plans
drängte, wodurch ihre Stellung auf der 2. Haager Konferenz
unſtreitig weſentlich geſchwächt wurde. Im übrigen aber darf
man doch nicht vergeſſen, daß die politiſchen Fragen im
Haag für die deutſche Delegation im Haag im Vordergrund ſtehen
mußten, daß es galt, das Rheinland von fremder Beſetzung zu
befreien und darüber hinaus überhaupt den Komplex der be=
ſtehenden
Weſtfragen alsbald zu bereinigen. Und ſo entſchloß
ſich die deutſche Regierung zur Annahme des Young=Plans, in
voller Erkenntnis der Größe des damit gebrachten Opfers, weil
im Augenblick in der Kriegsentſchädigungsfrage nicht mehr zu
erreichen war, weil er für uns eine finanzielle Entlaſtung be=
deutet
und inſofern dem Dawes=Plan gegenüber zweifellos einen
Schritt vorwärts.
Die einzelne politiſche Aktion iſt ſelten Selbſtzweck, und auch
die Annahme des Young=Plans durch das Deutſche Reich wird
man nur richtig beurteilen können im großen Rahmen unſerer
politiſchen Entwicklung. Vor neue Aufgaben ſtellt uns die An=
nahme
des Young=Plans, wir ſtehen vor einem neuen Abſchnitt
unſerer Geſchichte. Und an alle deutſchen Männer und Frauen
ergeht die feierliche Mahnung Hindenburgs, ſich ihren Pflichten
gegenüber dem Vaterland und der Zukunft der Nation bewußt
zu ſein und ſich nun endlich unter Ueberwindung des Trennenden
und Gegenſätzlichen zuſammenzufinden in gemeinſamem Wirken
für unſere Zukunft, in der es wieder ein freies, geſundes und
ſtarkes deutſches Volk geben ſoll. Die politiſchen Auseinander=
ſetzungen
und Kämpfe der letzten Monate müſſen nunmehr einer
entſchloſſenen praktiſchen Arbeit Platz machen, welche die Ge=
ſundung
unſerer Finanzen, die Belebung unſerer geſamten
Wirtſchaft und damit die Beſeitigung der ungeheuren Arbeits=
loſigkeit
und nicht zuletzt die Linderung der ſchweren Lage der
deutſchen Landwirtſchaft und die Wiederherſtellung ihrer Renta=
bilität
zum Ziele haben muß‟ . . . Vor bald 60 Jahren habe
ich bei der Reichsgründung den Jubel miterlebt, der das geſamte
deutſche Volk über ſeine endlich erreichte Einigung befeelte. Ich
kann mir nicht denken, daß dieſer Geiſt dahingeſchwunden iſt
und dauernder innerpolitiſcher Zwietracht Platz gemacht hat.
Wir müſſen uns trotz und wegen der Not der Zeit auf uns ſelbſt
beſinnen und wieder eins werden in dem Gedanken: Deutſchland
über alles!
M.

Vom Tage.
Der Reichspräfident hat auf das Schreiben der Volkskonſer=
vativen
Vereinigung geantwortet, daß er das Gelöbnis der Mitarbeit
gern entgegengenommen und mit Befriedigung davon Kenntnis genom=
men
habe, daß die Volkskonſervative Vereinigung die Ueberwindung
der nationalen Uneinigkeit mit ihm als das dringendſte Gebot der
Stunde anſehe.
Wie verlautet, wollen Sozialdemokraten und Zentrum
am Montag im Reichstag durch ein Initiativgeſetz ben
öffentlichen Anſchlag ber Kundgebung des Reichs=
präſibenten
verlangen.
Der Reichspräſident empfängt am Montag den Reichs=
fuſtizminiſter
und den Staatsſekretär Joel, um mit ihnen die Frage
der Verfaſſungsmäßigkeit bes polniſchen Liqui=
dationsabkommens
zu klären.
Im Reichstag wurde am Samstag die britte Leſung des
Republikſchutzgeſetzes vorgenommen. Die Abſtimmungen
finden erſt am nächſten Dienstag ſtatt.
Im Stadthaus von Bad Oldesloe wurbe eine Höl=
lenmaſchine
entdeckt, die um 4 Uhr explodieren ſollte. Aus
irgend einem Grunde war jedoch der Zeiger über den Kontakt hinweg=
geglitten
, ohne ihn zu berühren. Von den Tätern konnte bisher noch
keine Spur entdeckt werden. Samstag nachmittag wurde in Neu=
münſter
in einem Kellerloch an der Südſeite des Finanzamtes eben=
falls
eine Höllenmaſchine entdeckt, die von der Polizei unſchädlich ge=
macht
wurde, bevor ſie Schaden anrichten konnte.
Entgegen den Meldungen, daß in der Angelegenheit der natio=
nalſozialiſtiſchen
Propaganda bei der Reichswehr
noch weitere Angehörige der Reichswehr verhaftet worden ſeien, er=
fahren
wir aus Reichswehrkreiſen, daß von weiteren Verhaf=
tungen
nichts bekannt geworden iſt.
Zu den Meldungen über die Verſchiebung des Eröffnungsdatums
der B. J. Z. teilt die Reichsbank mit, daß die Eröffnung der Bank
ſchon in Rom für den 1. Mai in Ausſicht genommen
worden war.
Nachdem die letzten Unklarheiten um den deutſch=polniſchen
Handelsvertrag beſeitigt ſind, wird mit der Unterzeich=
nung
in Warſchau am heutigen Sonntag gerechnet.
Der polniſche Miniſterpräſident Dr. Bartel hat
infolge des geſtrigen Seimbeſchlufſes, in dem dem Miniſter für ſoziale
Fürſorge, Oberſt Prystor, das Mißtrauen ausgeſprochen wurde, dem
Staatspräſidenten die Demiſſion der Geſamtregie=
rung
unterbreitet.
Der engliſche Geſandte, in Bulgarien iſt bei dem
bulgariſchen Außenminiſter wegen Beilegung der bulgariſch=
ſüdſlawiſchen
Streitigkeiten vorſtellig geworden.
Die eſtländiſche Polizei iſt einem kommuniſtiſchen
Putſchplan auf die Spur gekommen, der von aus Ruß=
land
gekommenen Kommuniſten angezettelt worden iſt. Man hat bereits
zwanzig Kommuniſtenführer verhaftet, die als Agen=
ten
der Kommintern tätig waren.
Der Leiter der ruſſiſchen Abteilung beim Inter=
nationalen
Arbeitsamt, Prof. Zagorſky, iſt im Alter
von 48 Jahren geſtorben. Zagorſky, der noch in jüngſter Zeit ein
aufſehenerregendes Buch Wohin gehr Rußland? veröffentlicht hat,
war bereits im Jahre 1917 Profeſſor der Volkswirtſchaft an der Univer=
ſität
Petersburg.
Die Tagung des Sicherheits= und Schiedsgerichts=
ausſchuſſes
des Völkerbundes iſt im Einverſtändnis mit
dem Vorſitzenden des Ausſchuſſes, Dr. Beneſch, vom 24. März auf den
28. April verſchoben worden.

Hindenburg an den Kyffhäuſerverband der V. 9.5f.
Berlin, 15. März.
Namens einer Reihe akademiſcher Verbände und Jugend=
vereinigungen
hatte unlängſt der Kyffhäuſerverband der V..St.
an den Reichspräſidenten ein Schreiben gerichtet, in dem die
Jugendorganiſationen namens der Toten von Langemark an den
Reichspräſidenten die Bitte richteten, dem Youngplan und dem
Polenvertrag die Unterſchrift zu verweigern. Auf dieſes Schreiben
hat der Reichspräſident nunmehr folgende Antwort erteilt:
Sehr geehrte Herren! Von Ihrem zugleich im Namen ande=
rer
ſtudentiſcher und Jugendverbände an mich gerichteten Schreiben
vom 18. Februar d. I. habe ich mit Intereſſe Kenntnis genommen.
Ich hoffe, daß die inzwiſchen von der Reichsregierung im Reichstag
gegebenen Aufklärungen über den Youngplan und ſeine einzelnen
Beſtimmungen bei Ihnen eine ſachliche Würdigung gefunden und
manche irrige Vorausſetzungen in Ihrem Schreiben vom 18. Febr.
d. J. beſeitigt haben. Im übrigen verweiſe ich auf
meine öffentliche Kundgebung, in der ich die Gründe
für meine Stellungnahme kurz angegeben habe.
Ihnen aber, die Sie als Vertreter einer Anzahl
deutſcher Jugendverbände ſich in Ihrem Schreiben auf
die Toten von Langemark berufen, glaube ich in Ergänzung
dieſer meiner Verlautbarung noch beſonders ſagen zu
müſſen, daß gerade die Erinnerungen an die mutig für das
Vaterland gefallenen jungen Freiwilligen der neuen Generation
die Pflicht auferlegt, auch ſelbſt Opfer dafür zu bringn, daß deut=
ſches
Gebiet frei wird und daß Deutſchland durch pflichttreue Arbeit
im einigenden Zuſammenhalt ſeiner Bürger wieder hochkommt.
Darin ſehe ich für meine Perſon die Mahnung, die die Toten von
Langemark für die deutſche Jugend bedeuten. Ich darf Sie bitten,
den anderen Verbänden, die die Eingabe mitunterzeichnet haben,
dieſes Schreiben zur Kenntnis zu bringen. Mit freundlichen Grü=
ßen
(gez.) von Hindenburg.

Reichsernährungs=Ermächkigungsgeſek.

Die Regierung will Vollmachken zur Abſtellung der
landwirkſchaftlichen Noklage.
* Berlin, 15. März. (Priv.=Tel.)
Aus der Fülle der ungelöſten innerpolitiſchen Probleme
ſchält ſich die Abſtellung der landwirtſchaftlichen
Notlage immer mehr heraus. Bei den heutigen Getreide=
preiſen
kann die Landwirtſchaft ihre Produktionskoſten nicht mehr
decken. Es muß alſo etwas Ernſthaftes geſchehen. Das ſehen
auch die Sozialdemokraten ein, die als Regierungspartei wenig=
ſtens
von dem Prinzip ihres reinen Konſumendenſtandpunktes
heruntergekommen ſind. Der Reichsernährungsminiſter hat eine
Reihe von Geſetzentwürfen ausgearbeitet, die Hilfe bringen ſol=
len
. Es iſt aber ebenſo ſchwer wie bei der Finanzreform, die
Parteien unter einen Hut zu bringen. Alle Vorſchläge des
Miniſters wurden abgelehnt, ſo daß man auch hier nach einem
rein politiſchen Mittel ſucht: die Einſchaltung eines Er=
mächtigungsgeſetzes
, das der Regierung Vollmach=
ten
für alle notwendigen Maßnahmen geben ſoll.
Die Parteiführer ſind desſegen bereits am Samstag mobil
gemacht worden. Dr. Breitſcheid hat aber den Rückzug ange=
treten
und erklärt, daß er ſich dazu ohne Fühlungnahmſe mit ſei=
ner
Fraktion nicht äußern könne, ſo daß man erſt am Montag
abend weiterverhandeln kann. Allerdings iſt wicht allzu viel
Zeit zu verlieren, denn die deutſche Landwirtſchaft
ſteht unmittelbar, vor dem Zuſammenbruch,
während gleichzeitig das deutſche Volk Rieſen=
beträge
für die Einfuhr gibt, die zum großen
Teil erſpart werden können.
*
Ueber die Verhandlungen zwiſchen den Regierungspartelen
und dem Reichsernährungsminiſter Dietrich über das Agrar=
programm
werden immer mehr Einzelheiten bekannt, ſo daß der
Produktenhandel ungefähr weiß, welche Maßnahmen etwa zu
erwarten ſind und ſeine Geſchäfte darauf einſtellen kann. Es iſt
aber ohne weiteres einleuchtend, daß die geplanten Maßnahmen
durch umfangreiche Deckungskäufe der Intereſſenten auf lange
Zeit hinaus unwirkſam gemacht werden können, ſo daß die Ab=
ſicht
, der Landwirtſchaft nachdrücklich zu helfen, doch nicht erreicht
wird. Jedenfalls drängt der Miniſter auf ſchnellſte Verabſchie=
dung
des Agrarprogramms. Deshalb beſteht, wie das Vdz=Büro
aus parlamentariſchen Kreiſen hört, neuerdings die Abſicht, die
Ausſtellung der erforderlichen Geſetzesvorlagen nicht der Regie=
rung
zu überlaſſen, weil dieſer Weg zu zeitraubend wäre. Man
erwägt deshalb, ob nicht die Parteien Initiativgeſetze im Reichs=
tage
einbringen können. Gerade die gemeinſame Aufſtellung von
Initiativgeſetzen der Regierungsparteien bereitet jedoch große
Schwierigkeiten. Man muß deshalb damit rechnen, daß ſich zum
mindeſten nicht alle Regierungsparteien an der Einbringung der
Anträge beteiligen. Das ganze Bündel der Hilfsmaßnahmen für
die Landwirtſchaft müßte in dieſem Falle im Reichstag mit wech=
ſelnden
Mehrheiten verabſchiedet werden. Die Verhandlungen
der Parteivertreter über das Agrarprogramm werden am Mon=
tag
abend wieder aufgenommen werden. Heiß umſtritten iſt bei
dieſen Verhandlungen namentlich das ſogenannte Maismonopol.
Dabei handelt es ſich um die Bildung eines Syndikates für die
Einfuhr von Mais. Dieſem Syndikat müßte jede Maiseinfuhr
angemeldet werden, und das Syndikat müßte ſeine Genehmigung
erteilen. Die Väter dieſes Gedankens verfolgen einmal den
Zweck, durch Einſchränkung der Maiseinfuhr überhaupt die Ver=
wendung
einheimiſcher Futtermittel zu ſteigern, daneben aber
auch, durch die Bevorzugung ſolcher Maiseinfuhrländer, die gute
Käufer für unſere Induſtrieprodukte ſind, die deutſche Handels=
politik
zu unterſtützen. Wenn dieſer Gedanke ſich überhaupt zu
einem Geſetzentwurf verdichtet, dann wird man zum mideſten
nicht mit der Zuſtimmung der Deutſchen Volkspartei und der
Demokraten rechnen können. Aber auch im Zentrum beſtehen
immer noch lebhafte Bedenken, und auch in der Zollfrage be=
ſtehen
noch lebhafte Meinungsverſchiedenheiten. Einig ſind ſich
die Parteien nur darüber, daß man die Zollregelung des Brot=
getreides
wieder durch ein Ermächtigungsgeſetz der Regierung je
nach der Nachfrage überlaſſen will. In parlamentariſchen Kreiſen
rechnet man damit, daß hier ein Kompromiß auf der Baſis
von 12.50 Mark Höchſtzoll für Weizen zuſtande kommt, dem viel=
leicht
auch die Sozialdemokraten zuſtimmen, wenn man ihnen
auf der anderen Seite das Zugeſtändnis macht, daß auch die
untere Zollgrenze wegfällt.
Schließlich ſind auch noch die Futtermittelzölle umſtritten.
Hier teilen ſich die Meinungen nicht nur zwiſchen den Parteien,
ſondern ſelbſt innerhalb der Parteien. In welcher Richtung
ſchließlich die Entſcheidung fallen wird, iſt noch völlig ungewiß.

Heſſiſches Landestheater.

Kleines Haus. Samstag, den 15. März.
der Kaiſer von Amerika.

Eine politiſche Komödie von G. Bernard Shaw.
Nach der geiſtigen Dürre des Spielplanes dieſes Winters
endlich ein Abend, an dem man belebt und angeregt das
Theater verläßt! Ein Abend, an dem man ſich mit G. B. S.
(ſprich: tſchi bi !) in guter Geſellſchaft befunden und einer ge=
pflegten
europäiſchen Konverſation zugehört hat!
Malvern iſt ein engliſches Salzſchlirf: man heilt ſich dort
bei billigen Preiſen im Sommer die Gicht. Es hat ein Kino und
kleines Theater. Dieſes Sommertheater pachtete im vorigen
Jahr für einige Wochen Barry Jackſon, der in Birmingham eine
der wenigen Spielplan=Bühnen Englands leitet, und veranſtal=
tete
eine Shaw=Feſtſpiel=Woche für die körperlich und geiſtig
Gichtbefallenen Englands. Shaw, hinter dem der Welterfolg
der Heiligen Johanna lag, war von dem ſommerlichen Plan
entzückt und ſchrieb zur Einleitung die luſtige politiſche Komödie
The apple Cart."
Der Kaiſer von Amerika iſt nicht gerade eine wörtliche
Ueberſetzung, denn ſie müßte heißen: Der Apfelkarren.
Der letztere hat nach engliſcher Vorſtellung die weſentliche Eigen=
tümlichkeit
, daß er umfällt und die Aepfel auf die Straße rollen
laßt. So ſtellt The apple cart den Umfall, das Durcheinander
dar.

Das Durcheinander wird erzeugt, wenn nicht der Verſtan
der ſtarke Einzelne, ſondern wenn die Maſſe regiert.
Das zeigt Shaw. Er, der früher nicht ſcharf genug gege
übertriebene Helden=Vergötterung, gegen Prüderie und Heuchel=
ſeine
Pfeile ſchießen konnte, hat in der Gegenwart einen neu
Götzen entdeckt: die falſche Demokratie die der Maſſe ſ
beugt, den Parlamentarismus, der nur dem Eigennu
der Parteien und ihrer Führer dient.

Wie Shaw dies durchführt, iſt glänzend! Zunächſt die
UInverredung ziviſchen dem König gedachtermaßen von Eng=
land
und dem neugewählten Arbeiterführer und Handels=
miniſter
, der in der Arbeiterbluſe zu der Miniſter=Sitzung im
Schloß erſcheint. Der Miniſter ſetzt die Vorzüge der Demokratie,
wie er ſie ſieht, dem König auseinander: Ich ſpreche mit dieſen
Männern und Frauen über Demokratie und erkläre ihnen, daß

ſie das Stimmrecht haben, und daß das Königreich und die
Macht und die Herrlichkeit ihnen gehört. Ich ſage ihnen: Ihr
ſeid ſouverän, gebraucht eure Macht, und ſie ſagen: Schön,
ſagen Sie uns, was wir tun ſollen, und ich ſage es ihnen. Ich
ſage: Uebt ener Stimmrecht auf kluge Weiſe aus und wählt
mich, und das tun ſie. Das iſt Demokratie und ein wunder=
volles
Mittel obendrein, die richtigen Männer an den richtigen
Platz zu bringen. Worauf der König in ſtiller Ironie be=
merkt
: Das iſt die beſte Definition der Demokratie, die ich je
gehört habe!"
Folgt der höchſt amüſante Miniſter=Rat, in der die Gegen=
ſätze
der Parteien und der Perſonen luſtig aufeinander prallen
und die parlamentariſchen Miniſter von dem König den Ver=
zicht
auf ſein Veto=Recht fordern. Der König bittet ſich zwei
Stunden Ueberlegungszeit aus.
Wie überlegt ein König? Er ſchäkert mit Orinthia, ſeiner
Geliebten, der ſchönſten und ſcharmanteſten Frau des König=
reiches
, und beſpricht in aller Schäkerei mit ihr die weſentlichſten
Fragen. Shaw legt dem Zwiſchenſpiel mit Orinthia doppelten
Wert bei. Es zeigt den König als Menſchen in ſeinen vier Wän=
den
, und es betont den Gedanken Shaws, daß es im Eheleben
das wichtigſte iſt, ſich über die Grenzen des Partners klar zu
ſein. Es gibt Dinge, über die der König mit der Königin nicht
ſprechen kann, wie auch die ſchöne Orinthia ihre Grenzen hat.
Nicht jede Ehe iſt ſo glücklich, daß in der Frau Königin und
Orinthia ſich vereinen.
Den Verzicht auf das Vetorecht wird der König nicht unter=
ſchreiben
, aber abdanken und als Abgeordneter ſich wählen
laſſen. Der Gedanke an dieſe parlamentariſche Konkurrenz iſt
den Miniſtern ſo unſympathiſch, daß ſie ihre Forderung zurück=
ziehen
! Dies um ſo mehr, als Amerika dem König von England
die amerikaniſche Kaiſerkrone anbietet und England jetzt erſt
recht einen klugen Kopf als Führer braucht.
Hierin liegt letzten Endes das Ziel von Shaws ironiſchem
Ausflug in die Politik. Nicht auf die Staatsform als ſolche
kommt es ihm an, ſondern darauf, daß der Staat von klugen,
ſtarken und lauteren Männern geleitet wird. Die Perſön=
lichkeit
entſcheidet! Nicht die Form und nicht die Maſſe!
Das iſt auch Shaws, des Sozialiſten, letzte Erkenntnis.
Die Aufführung hatte Geſtalt und Ausdruck. Günter Hae=
nel
und W. Reinking inſzenierten lebendig, die Tatſächlich=
keiten
ſtark unterſtreichend. Das Schloß ging an; dem Boudoir
der Orinthia hätte man mehr Heiterkeit und Eleganz gewünſcht.
Der Kaiſer von Amerika iſt in dieſem Winter in Berlin
eine der beſten Inſzenierungen von Max Reinhardt und zu=

gleich eine der herrlichſten Rollen von Werner Krauß. In
Darmſtadt aber kam Siegfried Nürnberger gut heraus; er
gab dem König die geiſtige Ueberlegenheit, die Sicherheit der
Form, die Liebenswürdigkeit des bedeutenden Menſchen, kurz,
alle die Eigenſchaften, die ihn zum geborenen Führer erheben.
Ausgezeichnet war Hermann Gallinger als der zum
Handelsminiſter emporgeſtiegene Gewerkſchaftsführer. Der König
erkennt den Wert des Mannes, den als Kind ein Schutzmann
in der Goſſe aufgeleſen hatte. Er muß ihn ſich zunächſt nur
erziehen. Die Art, wie H. Gallinger die Erziehung auf ſich wir=
ken
läßt, hatte Augenblicke, die zum Entzücken nett waren!
Den Premier=Miniſter faßt Shaw weder als Puppe noch
als Narren auf. Iſt der König das klaſſiſche Beiſpiel für den
regierenden Typus, ſo ſtellt der Premier=Miniſter die weibliche
Spielart dar. Hyſteriſch und leicht erregbar, findet er doch ſtets
wieder auf den Boden der Tatſachen zurück. Bernhard Minetti
wurde der nervenhaften Geſtalt in feinen Zügen gerecht. Paul
Maletzki jede Miene ein Shawſcher Miniſter , Franz
Pfaudler jedes Wort ein desgleichen Demokrat , Heinz
Wemper und Hugo Keßler waren ſeine männlichen
Miniſter=Kollegen. Der Frauenbewegung trug Shaw Rechnung,
indem er das Verkehrsminiſterium an Inge Conradi, die
den Miniſterrat mit dem heiteren Lied vom Schönen Gigolo
erfreut, und das Wirtſchaftsminiſterium an Lotte Mosbacher,
die Bekämpferin der Bruchſchaden=Geſellſchaft, abgab.
Beſſie Hoffarth als Orinthia: ſehr geſcheit, ſehr intellek=
tuell
! Aber es fehlte doch an dem weiblichen Fluidum, das von
der zauberhaft ſchönen Frau ausgehen muß, um den König
ſolcherart zu feſſeln. Wie wäre ein Verſuch mit Sybille Flem=
ming
? In Berlin wechſelten Maria Bard und Carola Neher;
ein Fingerzeig!
Wie ſcharmant eine Prinzeſſin lachen kann: Elſe Knott!
Wie brav eine Königin ſtricken kann: Käthe Gothe!
Der ſiegesbewußte amerikaniſche Botſchafter: Hans Bau=
meiſter
, die diskreten Sekretäre des Königs: Richard Jür=
gas
und Kurt Schindler.
Eine Flut von Heiterkeit ging von der Komödie aus; der
Komödie, mit der es Shaw im Grunde ſo ernſt iſt, daß ich
Mr. Macdonald nach ſeiner Rückkehr aus Genf unbedingt ſagen
werde, er dürfe keinen jungen Menſchen in ſeine Regierung auf=
nehmen
, der Apple Cart nicht mindeſtens ſechsmal geſehen
hat! Die wenigen jungen und alten Menſchen, die in
Heſſen nicht die Abſicht haben, Miniſter zu werden, können ſich
mit dem Apfelkarren wenigſtens einen heiteren Abend auf
geiſtigem Niveau verſchaffen! Der Beifall war ſtark. Z.

[ ][  ][ ]

Nummer 75

Sonntag, den 16. März 1930

Seite 3

Moldenhldet uder vas Omangprograinit.

Zwei große Aufgaben.
Lanierung der Siuanzen. Enklafung der wirſchaf.
Hamburg, 15. März.
Am Samstag fand in Hamburg das traditionell gewordene
Deutſch=Oſtaſiatiſche Liebesmahl des vor 30 Jahren gegründeten
Deutſch=Oſtaſiatiſchen Vereins Hamburg=Bremen ſtatt, zu dem
ſch auch in dieſem Jahre wieder rund 300 Deutſchoſtaſiaten mit
ihren Gäſten im Uhlenhorſter Fährhauſe verſammelten.
Als Vertreter der Reichsregierung nahm hieran der Reichs=
f
manzminiſter Dr. Moldenhauer teil.
Dr. Moldenhauer hielt anläßlich dieſer Vevanſtaltung eine
täogrammatiſche Rede, in der er das Finanzprogramm
d er Reichsregierung entwickelte, das zwei große Auf=
tmben
habe: die Sanierungder Finanzen und die Ent=
ra
ſtung der unter dem ungeheuren Steuerdruck darnieder=
egenden
Wirtſchaft. Die bisher bekannt gewordenen Ein=
zelheiten
des Haushaltsprogramms für 1930, zu denen ſich die
egierung nachdrücklich bekenne, habe bisher nicht die Billigung
deer Parteien gefunden. Der Miniſter ging dann auf die Einzel=
teiten
des Programms ein. Zuſammen mit dem
ſieichsſparkommiſſar werde er ein Sparprogramm
ufſtellen, das eine allgemeine Ausgabenſenkung
en möglichen ſolle. Dieſe Ausgabenſenkung müſſe auch auf
d ie Länder und Gemeinden ausgedehnt werden.
Darüber hinaus ſehe das Finanzprogramm der Regierung vom
Dezember vorigen Jahres bereits die
Aufſichk über die Finanzgebarung der Gemeinden
und Gemeindeverbände über Anleihen und Kredike
turch Einführung der obligatoriſchen Rechnungsprüfung durch
iane von den Gemeinden unabhängige Stelle vor. Eine Vorlage
ber dieſe Kreditgebarung habe er bereits dem Kabinett unter=
kreitet
. Es ſei ausgeſchloſſen, betonte der Miniſter, daß
tetzt nach der Annahme des Youngplanes jede
Semeinde das Recht für ſich in Anſpruch nehmen
t.önne, an den Geldmarkt des In= und Auslandes
eranzugehen. Auf der anderen Seite ſei erforder=
lich
, das Verantwortungsgefühl der Gemein=
iden
zu ſtärken. Das Finanzprogramm der Re=
ierung
ſehe deshalb vor, daß ein beweglicher
Faktor unter Berückſichtigung ſozialer Not=
wendigkeiten
alle Gemeindebürger zu dew
Caſten der Gemeinde heranziehe. Das Ge=
mieinde
=Finanzſyſtem müſſe entſprechend um
ebaut und eine Relation zwiſchen dieſem be=
weglichen
Faktor und der Höhe der Realſteuern
freſtgelegt werden. Vorausſetzung hierfür ſei die alsbal=
ſiige
Verabſchiedung des Steuervereinheitlichungsgeſetzes.
Der lette Grund für unſere zerfahrenen
Sinanzverhältniſſe
ſeien die großen Zuſchüſſe des Reiches zur Arbeitsloſenverſiche=
tuing
während der beiden letzten Jahre geweſen. Der Miniſter
enklärte, ich habe es deshalb als meine erſte Aufgabe betrachtet,
den Reichshaushalt für 1930 von dieſer Gefahr zu befreien. Die
Berſicherung kann nur auf den Normalfall zugeſchnitten ſein.
ſn wirtſchaftlichen Kriſenzeiten muß die Allgemeinheit einen
Teil der Opfer mittragen. Zurzeit fände eine Prüfung der
rbeitsloſenverſicherungsanſtalt durch den Reichsſparkommiſſar
hatt, um ſeſtzuſtellen, in welchem Umfange in der Verwaltung
Erſparniſſe gemacht und Mißbräuchen entgegengewirkt werden
lmnn. Man habe dem Vorſtand der Anſtalt außerdem aufge=
geben
, ſelbſt Vorſchläge für eine anderweitige Feſtlegung der
Leiſtungen zu machen. Die heutige Organiſation der Anſtalt
habe nicht unweſentliche Fehler. Man ſtehe daher vor der
Notwendigkeit eines organiſchen Umbaues.
Man habe auch hierfür poſitive Vorſchläge gemacht. Der Um=
hau
laſſe ſich allerdings nicht in wenigen Monaten vollziehen,
olber man könne an ihm nicht vorübergehen, um endlich zu er=
reichen
, daß die Anſtalt mit weniger großem Aufwande eine mög=
ſchſt
große Wirkung erziele.
Zuſammenfaſſend wies Dr. Moldenhauer darauf hin, wie
lig begrenzt für den Augenblick die Möglichkeiten für die Aus=
habenſenkung
ſind. Die Einſparungen lägem in der Hauptſache
erſt in der Zukunft und ſeien nur durch eine auf mehrere Jahre
ſech erſtreckende planmäßige Geſetzgebung zu erreichen.

Das Programm der Reichsregierung bringe für die Wirt=
ſchaft
ſchon inſofern eine Entlaſtung, als durch die Wiederher=
ſtellung
des Kredits des Reiches, der durch unſere Kaſſenverhält=
niſſe
ſchwer erſchüttert war, ſich auch der Kredit der Wirtſchaft
im Ganzen hebe. Die Notwendigkeit der Steuerſenkung ſei an=
erkannt
, aber in dieſem Jahre unmöglich, aber das Programm
der Regierung gebe hier den Weg frei für das nächſte Jahr. Dieſe
Steuerſenkung müſſe die Realſteuern und die Einkommenſteuer
in erſter Linie treffen. Für 1930 habe die Regierung eine Steuer=
ſenkung
um mindeſtens 600 Millionen vorgeſehen. Die ent=
ſprchenden
Geſetzentwürfe ſeien eingebracht oder in Vorberei=
tung
. Wir würden verantwortungslos handeln, wenn wir nicht
alle Kräfte einſetzten, um über die Sanierung der Kaſſe hinweg
zu einer weſentlichen Verringerung der auf der Wirtſchaft ruhen=
den
Steuerlaſten zu gelangen."
Vorarbeiken im Reichsfinanzwiniſterium für das
Reichsſparprogramm.
Berlin, 15. März.
Wie der Demokratiſche Zeitungsdienſt mitteilt, ſind im
Reichsfinanzminiſterium die Vorarbeiten für das große Reichs=
ſparporgramm
begonnen worden, das der Reichsfinanzminiſter
gemeinſam mit dem Reichsſparkommiſſar vorlegen will. Es ſind
Richtlinien aufgeſtellt worden, nach denen die Einzelheiten des
Programms feſtgelegt werden. Durch die preußiſchen Anträge
zur Juſtizgeſetzgebung wird einer der Punkte dieſes Sparpro=
gramms
demnächſt verwirklicht werden. Ferner wird eine Ver=
einfachung
der Verwaltung durchzuführen ſein, und
zwar in Verbindung und unter Annäherung an
die Länderverwaltungen. Weiterhin iſt notwendig
eine möglichſte Vereinfachung der Steuergeſetzge=
bung
und der Steuerverwaltung. Zu erörtern bleibt
die Uebertragung der Bauverwaltung und des
Reichswaſſerſchutzes einſchließlich ihres Beamtenappa=
rates
an die Länder zur Vereinigung mit ihrer
Bau= und Polizeivewaltung. Gegen derartige Pläne
machen ſich aber bei den einzelnen Reichsreſſorts noch Wider=
ſtände
geltend. Eine Verwaltungsreform für die Arbeitsloſen=
verſicherung
iſt erneut geplant. Dringender Reform bedarf auch
das Verſorgungsgeſetz. Endlich ſoll ein Sparprogramm für das
Reichsheer und die Reichsmarine feſtgelegt werden.
Wochenendbilanz der Zinanzreform.
Neue Verſkändigungsverſuche zwiſchen den

* Berlin, 15. März. (Priv.=Tel.)
Das hätten vor acht Tagen nur die Wenigſten erwartet, daß
am Ende dieſer Woche das Kabinett Müller noch amtieren
würde, als ſei nicht das geringſte geſchehen. Tatſächlich ſahen
am Montag ja auch die Dinge ſo aus, als ob die Stunden der
Regierung gezählt wären. Dem Eingreifen des Reichspräſidenten
iſt es zu danken, daß ſchließlich das Zentrum ſeine Forderung
wegen der Finanzreform zunächſt zurückſtellte, ſo daß wenigſtens
die Young=Geſetze erledigt werden konnten. Das bleibt ein Er=
folg
des Kabinetts Müller. Aber auch am Mittwoch glaubte man
noch, daß die Kriſe nur um ein oder zwei Wochen verſchoben
ſein würde, daß ſie unbedingt wieder ausbrechen müßte, ſobald
bei der Finanzreform, deren Erledigung der Reichspräſident
bis zum 1. April zugeſichert hatte, die alten Gegenſätze wieder
akut würden.
Ueberraſchenderweiſe iſt aber ſeither eine gewiſſe Beruhigung
eingetreten. Zentrum und Sozialdemokraten haben ſich davon
überzeugt, daß ſie an der Deutſchen Volkspartei vorbei eine
Finanzreform nicht machen können. Die Bayern ſind zu unzu=
verläſſig
. Ihre Hilfe wäre zu teuer erkauft, als daß ſich eine
Mehrheit mit ihnen bilden ließe, und die Drohung mit der
Reichstagsauflöſung war wohl von vornherein nicht ſo ernſt
gemeint. Die Sozialdemokraten können ſchließlich bei drei Mil=
lionen
Arbeitsloſen das Wettrennen mit den Kommuniſten nicht
aufnehmen. Die Einzigen, die an einer Reichs=
tagsauflöſung
Intereſſe haben, ſind, die
äußerſten Flügel rechts und links. Bliebe alſo die
Ausnahmegeſetzgebung mit Hilfe des Artikels 48 der Reichs=
verfaſſung
, ein Experiment, das die Sozialdemokraten gewiß
nicht gerne machen, jedenfalls nur, wenn ſie ſelbſt die Hand am
Steuer haben. Das iſt ihnen aber einigermaßen zweifelhaft ge=
worden
, denn die Vorausſetzung für die Anwendung des Arti=
kels
48 iſt ein in ſich geſchloſſenes Kabinett. Wenn aber die

übrigen Regierungsparteien außerparlamentariſche Mittel er=
greifen
, die ſich gegen die Volkspartei richten ſollen, iſt es ſelbſt=
verſtändlich
, daß die Volkspartei ihre Miniſter zurückzieht und
dadurch das Kabinett ſprengt, ſo daß dann vielleicht der Reichs=
präſident
einem anderen Kanzler die erforderlichen Vollmachten
geben würde.
Dieſe Erkenntnis hat auf die Sozialdemokraten ſehr ernüch=
ternd
gewirkt, und die Verhandlungen, die inzwiſchen wieder
eingeſetzt haben, laſſen erkennen, daß neue Verſuche zu
einer Verſtändigung auch über die Finanz=
reform
wenigſtens nicht ausſichtslos ſind. Was die
Volkspartei verlangt, iſt, daß die reinen
Steuererhöhungen, die ja unvermeidlich ſind, die
Reichsfinanzen ſoweit ſanieren, daß dann im
kommenden Jahr die Finanzreform mit einem
organiſchen Abbau der Steuern und Abgaben
einſetzt, und daß hierzu jetzt ſchon die geſetz=
lichen
Vorbereitungen getroffen werden. Die
ſozialdemokratiſche Führung ſcheint bereit zu ſein, über das Mol=
denhauerſche
Programm hinaus der Volkspartei entgegenzukom=
men
. Dann wäre alles in ſchönſter Ordnung und die Kriſe ließe
ſich gut vermeiden, ſo daß vielleicht ſogar noch der Etat in ver=
hältnismäßig
ruhigen Auseinanderſetzungen erledigt werden
könnte, was allerdings wohl bis in den Juni hinein andauern
dürfte.
Keine Gefährdung des Räumungs=
kermins
.
Die Rheinlandräumung für den 30. Juni geſicherk.
In den letzten Tagen ſind wieder allerlei Behauptungen
über eine Verzögerung der Rheinlandräumung aufgetaucht. Sie
ſtammen offenſichtlich aus den franzöſiſchen Kreiſen, die noch
recht lange die dritte Zone behalten wollen. So wird ein Gerücht
verzeichnet, wonach man bei Tardieu vorſtellig geworden ſein
ſoll, um zu veranlaſſen, daß nicht eher an die Räumung
herangegangen werde, bevor nicht auch England und Ita=
lien
das Haager Abkommen ratifiziert hätten.
Tardieu ſoll dieſe Zumutung zurückgewieſen
haben. Das dürfte, wenn ſich dieſer Vorgang tatſächlich ſo ab=
geſpielt
hat, auch richtig ſein. Nach unſeren Informationen iſt
im Haag ausdrücklich zwiſchem Tardieu und dem verſtorbenen
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann vereinbart worden, daß die
Räumung in dem Augenblick ſichergeſtellt iſt,
in dem Frankreich und Deutſchland die Young=
geſetze
ratifiziert haben. Man braucht alſo nicht erſt
zu warten, bis auch die Parlamente der übrigen am Youngplan
intereſſierten Staaten ihre Zuſtimmung erteilt haben. Damit iſt
wohl endgültig geklärt, daß mit dem letzten Funitag
auch die letzten franzöſiſchen Truppen aus der
dritten Zone verſchwinden.
Annahme der Skeuervorlagen im Reichstaf.
Im Reichsrat wurde die Erhöhung des Benzinzolles und
die Einführung eines Benzolzolles mit 65 Millionen genehmigt,
desgleichen die Aenderung der Tabakſteuer, die 32 Millionen ein=
bringen
ſoll. Der Aenderung der Zuckerſteuer, die 9 Millionen
einbringen ſoll, wird zugeſtimmt. Die Mineralwaſſerſteuer mit
40 Millionen, die den Ländern zufließen, wird genehmigt. Die
Bierſteuererhöhung wird gegen Bayern genehmigt. Ein Antrag
der bayeriſchen Regierung, von der Bierſteuererhöhung abzu=
ſehen
und dafür die Umſatzſteuer von ¼ auf 1 Prozent zu er=
höhen
, wird abgelehnt. Genehmigt wird weiter die Ueberweiſung
von 50 Millionen der Induſtriebelaſtung 1930 an die Reichskaſſe.
Den Zuſchlag zur Kraftfahrzeugſteuer wollen die Ausſchüſſe in
Uebereinſtimmung mit der Regierungsvorlage um 10 Prozent
erhöhen. Bayern beantragt 15 Prozent, und der bayeriſche An=
trag
wird mit 33 geen 32 Stimmen angenommen. Die Reichs=
regierung
behält ſich in dieſem Falle die Einbringung einer
Doppelvorlage vor. Damit ſind die Steuervorlagen angenommen.
Dr. Schacht in Unkerhandlungen.
Der Reichsbankpräſident Dr. Schacht übergibt am 3. Aprib
ſeinem Nachfolger Dr. Luther die Geſchäfte der Reichsbank. Er
wird ſich dann zunächſt in das Privatleben zurückziehen und eine
größere Erholungsreiſe antreten. In den letzten Tagen ſind be=
reits
Gerüchte in Umlauf geweſen, die davon ſprachen, daß er
von der Regierung in Angora ein vorteilhaftes Angebot erhalten.
hätte, die türkiſchen Finanzen in Ordnung zu bringen. Vom
dieſem Angebot iſt in der Reichsbank nichts bekannt. Es ſcheint
aber, als ob Dr. Schacht mit einigen großen Wirt=
ſchaftsgruppen
in Unterhandlungen ſteht. Von
dem Ausgang dieſer Beſprechungen wird es abhängen, wie lange
er ſeinen Erholungsurlaub ausdehnen wird.

* Ludwig II. im Film.
Im U. T. läuft ab heute ausnahmsweiſe ſehr ſchnell nach
der Uraufführung, was dankend anerkannt werden ſoll der
Wilhelm=Dieterle=Film Ludwig II., König von
Bayern‟. Die bayeriſche Regierung hat dieſen Film ver=
boten
. Die Filmoberprüfſtelle hingegen hat den Bildſtreifen frei=
gegeben
. Die bayeriſche Regierung begründet ihr Verbot damit,
daß es die Gefühle des Volkes verletzen würde, wenn die tief=
igurige
Tragödie des bayeriſchen Königshauſes in aller Breite
und mit ſehr weſentlichen geſchichtlichen Unwahrheiten öffentlich
gezeigt würde. Es wird weiter geſagt, dieſer Film ſchädige das
Anſehen Deutſchlands. Die Filmoberprüfſtelle teilt dieſen Stand=
ſunkt
nicht. Auch der Sachverſtändige des Reichsminiſteriums
des Innern verneint den Einwand der Gefährdung des deutſchen
Anſehens.
Wir wollen davon abſehen, für oder gegen die eine oder
audere Stellungnahme einzutreten. Uns intereſſiert allein der
Film. Wenn auch nicht verkannt werden ſoll, daß es eine Sache
des Geſchmackes iſt, das Leben eines Geiſteskranken, ganz gleich,
um wen es ſich handelt, in der breiten Ausführlichkeit im Film
ſich widerſpiegeln zu laſſen, ſo gibt doch andererſeits gerade die
Berſon Ludwigs II. Grund und Anlaß, ſein Leben im Volk
ebendig zu erhalten. Auf welchem Wege das geſchieht, iſt, wie
geſagt, eine Angelegenheit des Geſchmackes. Der Film Wilhelm
Dieterles gibt ſchließlich nichts anderes, als was in unzähligen
Beröffentlichungen und vielen Büchern geſchrieben und gedruckt
wurde.
Wilhelm Dieterle ſtellt in Ludwig II. ein beklagenswertes,
uſchuldig ſchuldiges tragiſches Menſchentum in die Filmhand=
ung
. Es läßt ſich nicht ſagen, daß er Geſchichte fälſcht, noch daß
e genau geſchichtlich erzählt. Ueber gewiſſe Dinge der Tragödie
um Hauſe Wittelsbach ſchwebt ja heute noch myſtiſches Dunkel.
Der Film ſtützt ſich auf ernſte geſchichtliche Forſcherarbeit, deren
wirkliche Tatfachenſchilderung außer Zweifel ſteht. So heißt
es in den Ankündigungen und im Filmprogramm. Wir laſſen
ahingeſtellt ſein, oder dieſer Satz Berechtigung hat. Zugegeben
werden muß, daß aus dem Film in ſeiner Geſamtheit nicht die
AAbſicht ſpricht, mit dem traurigen Schickſal eines Gekröuten
Senſation erregen zu wollen, und daß in der ganzen Darſtel=
laung
das Tragiſche, das rein Menſchliche im Geſchick des Köni=s
mi den Vordergrund geſtellt iſt.

Der Film gibt in ſeiner Geſamtheit keine in ſich geſchloſſene
dramatiſch gebundene Handlung. Es ſind eine Reihe loſe anein=
ander
gereihter Epiſoden aus der Zeit der erſten Widerſtände,
die dem König durch ſein Miniſterium bereitet werden: das
Verſagen der Mittel für ſeine Prunkbauten und die beginnen=
den
Verſuche, ſeine Entthronung auf Grund der Geiſteskrankheit
durchzuſetzen. So gibt der Film eigentlich nur geſchichtliche
Reportage‟.
Allerdings läßt der Film den kranken König vor ſeiner Ent=
thronung
mit einem Miniſterium umgeben, das aus Verrätern
und Spitzeln beſteht und das es begreiflich erſcheinen läßt, wenn
Ludwig II. den Ausſpruch tut: Die ſchlimmſten und gefährlich=
ſten
Tiere ſeien die Menſchen. Das Verrätertum Heſſelſchwerdts
wird rein geſchichtlich gezeichnet, ohne aus dieſem Intriganten
einen Theaterböſewicht zu ſtempeln. Tendenz vielleicht:
die unterſtrichene Freundſchaft mit Frankreichs Antoinette und
Ludwig XIV. Tendenz vielleicht auch: die Schlußſzene zeigt,
wie Ludwig II., in der Abſicht, Ruhe zu finden, ſich in den See
ſtürzt, wie Dr. von Gudden ihn zu retten verſucht, vom König
aber unter Waſſer gedrückt wird, während Ludwig II., ſelbſt
noch aufrecht im Waſſer ſtehend, ſcheinbar einem Herzſchlag er=
liegt
. Aktenmäßig ſoll der König auf der Flucht umgekommen
ſein. In vielen Schilderungen endigt die Tragödie wie im Film.
Niemand hat den letzten Akt der Tragödie geſehen, niemand
kann ihn wahrheitsgemäß ſchildern, auch die Geſchichte iſt auf
Kombinationen angewieſen.
Techniſch iſt der Film ungewöhnlich gut und ſchön. Eine
Anzahl von Zwiſchenbildern, Anſichten der königlichen Prunk=
bauten
, die wie Anſichtspoſtkarten wirken, könnten entbehrt wer=
den
, ſie dienen nur zur Symboliſierung einzelner Stellen der
Handlung. Außer Ludwig II. erſcheinen in der Filmhandlung
Nichard Wagner, wenn auch ganz kurz, Prinz Luitpold, Bis=
marck
und eine Reihe von leitenden Staatsmännern, die auch
über Bayern hinaus bekannt geworden ſind.
Wilhelm Dieterle (der heute und morgen den Vorſtel=
lungen
im U. T. perſönlich beiwohnen wird) ſpielt den König
Ludwig bis zum Moment der Entthronung ſo, daß zum min=
deſten
die Regierungsunfähigkeit gerechtfertigt erſcheint. Sein
Könir ſchwankt zwiſchen Aeußerungen und Taten von geiſtiger
Karheit und Schärfe und ſolchen der Verzweiflung, Menſchen=
ſcheue
. Dieterle ſpielt ungewöhnlich taktvoll, hält ſich von jeg=
licher
Uebertreibung fern, gibt aber in vielen Momenten große

Darſtellungskunſt. Vom Augenblick der Entthronung und der
Gefangenſetzung ſpielt er allerdings den König als geiſtig ge=
ſunden
Menſchen.
Man könnte zur reſtloſen Erſchöpfung dieſer Rolle einen
Charakterdarſteller, ganz großen Formats fordern. Dieſe
Forderung würde Wilhelm Dieterle nicht erfüllen. Im Rah=
men
des Ganzen aber wirkt ſeine Darſtellung des Bayern=
königs
menſchlich ſehr ſympathiſch. Eine gute abgerundete Lei=
ſtung
auch der Dr. v. Gudden und ſonſt noch Eugen Burg,
Ferd. von Alten, von Meyrinck, Rina Maſſa, Hedwig
Pauly=Winterſtein u. v. a.
Man ſollte ſich zu dieſer Verfilmung der bayeriſchen Königs=
tragödie
nicht politiſch einſtellen. Wenn man dieſen Film als
hiſtoriſches Dokument gelten laſſen kann, wird man zugeben
müſſen, daß es ſich um ein Kunſtwerk von beſtem Niveau handelt,
M. St.
Wir entnehmen dem Film=Kurier: Am Samstag, den 15 März,
ſteht vor der Oberprüfſtelle neuer Termin wegen des Wilhelm=Dieterle=
Films der Univerſal Ludwig der Zweite, König von Bayern, an,
da der bayeriſche Staat das Verfahren auf Widerruf der Zulaſſung
dieſes Bildſtreifens beantragt hat.
Inzwiſchen iſt der Film ja in Nürnberg im Alhambra=Palaſt mit
großem Erfolg angelaufen. Es iſt dort zu keinerlei Störungen der
Vorſtellungen gekommen; im Gegenteil, der Andrang des Publikums zu
dieſem Film iſt ſo groß, daß alle drei Vorſtellungen täglich ausverkauft
ſind.
Die Zukunft der Univerſikät Gießen.
Die Deutſche Juriſten=Zeitung ſchreibt: Die heſſiſche Lan=
desuniverſität
wurde in den Jahren nach dem Kriege durch die
Errichtung neuer Inſtitute, Neubauten und Erweiterung vor=
handener
Inſtitute ſtark ausgebaut. Daran werden auch die
Sparmaßnahmen des Landes Heſſen nichts ändern. Bei ihrer
Bekanntgabe hat der heſſiſche Staatspräſident ausdrücklich be=
tont
, daß bei den Koſten der Univerſität Gießen nur kleinere
Einzelbeträge geſtrichen würden und hat dies damit begründet,
die Univerſität erfordere beſonders ſorgfältige pflegliche Be=
handlung
, da hier die Pflanzſtätte einer faſt 400 Jahre alten
Kultur zu verteidigen ſei. Mit dieſer Erklärung dürfte den
gelegentlichen Gerüchten über den Abbau oder die Auſhebung
der Univerſität Gießen endgültig die Grundlage entzogen ſein,

[ ][  ][ ]

Bestrahlungs-Institut

Pol. Medizinalrat a. D.
Dr. Wölflinger
Darmstadt Mathildenplatz 19
Teleton 4154
Behandlung wie in Gallspach!
Täglich geöffnet von 812 Uhr
Honorar:
Jede kombinierte Bestrahlung RM. 3.

ab heute zu enorm billigen Preisen!
(4437
Rheinstr. 31
Itsch u. Heppenheimer Telet, 3325.
Unsere Ausstellung ist beachtenswert!

LHHT

Stat Karten.
Meine Verlobung mit Fräulein
Irmgard Kramer
becxe ich mich hiermit ergebenſt anzuzeigen.
Richard Müller
Oberverwaltungsſekretär.
Darmſtadt, den 16. März 1930.

Roßdörferſtr. 60 II.

Waldſtr. 9I.

Seite 4

Sonntag, den 16. März 1930

Nummer 75

Privat-Handelsschule
Oskar Dierker
gegr. 1899 Rheinstraße 2 Telefon 3249
Ein- u. zweijährige Handelskurge
mit Fremdsprachen
Halbjahreskurse für Erwachsene
Das neue Schuljahr beginnt Anfang April

Todes=Anzeige.
Heute Mittag um 1½ Uhr verſchied nach
kurzer, ſchwerer Krankheit unſere liebe, treu=
beſorgte
Mutter, Großmutter und Schweſter
Durdarg Eäntein
geb. Hartmann
im 77. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Phil. Eckſtein und Familie.
Klein=Bieberau, den 15 März 1930.
Groß=Bieberau, Angersbach, Steinau
Die Beerdigung findet Montag, den 17. März 1930,
nachmittags 2 Uhr ſtatt.
(4471

Dankſagung.
(Stalt Karten.)
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei dem
Hinſcheiden unſerer lieben Mutter und Großmutter
Frau Marie Marſchner
geb. Probſt
ſagen wir Allen für die ihr erwieſene Ehre unſern
innigſten Dank. Beſonders danken wir Herrn Pfarrer
Kleberger für die troſtreichen Worte am Grabe und
den Krankenſchweſtern der Lukasgemeinde für ihre
liebevolle Pflege. Ferner danken wir den Beleuchtern
des Landestheaters für die Kranzſpende, ſowie für
alle Kränze und Blumen, und denen, die unſerer
lieben Entſchlafenen das letzte Geleit gaben.
Im Namen der tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Frau Marie Bertermann, geb. Marſchner u. Liſelotte
Alfred Marſchner.

Darmſtadt, den 15. März 1930.

Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die vielen Beweiſe wohltuender Teilnahme beim Hin=
ſcheiden
meines unvergeßlichen Mannes, Vaters und
Großvaters
Herrn Klaviermachermeiſter
Sch. Eckhardt VII.
ſage ich meinen herzlichſten Dank. Beſonders danke ich
dem Herrn Pfarrer und den Schweſiern vom Eliſabethen=
ſtift
, ſowie dem Herrn Pfarrer Schott Klein=Umſiadt, ſo=
wie
dem Turn= und Geſangverein daſelbſi.

4385)

Im Namen der Hinterbliebenen:
Frau Marg. Eckhardt, Wwe.
Klein=Umſtadt, Hauptſiraße.

Zdarantiert ſäurefreien
Torfmull
Hornſpäne ſowie alle Düngemittel
ferner Kyaniſierte Roſenſtäbe und Baumpfähle liefert billigſt
Wilhelm Ulbrich
Darmſtadt Fernſorecher 1294

Was wolltest Du mit dem Dolche, eprich?
Von Hühneraugen Dich befrein.
Mein Freund, dafür bedank’ ich mich,
Da hilft nur Lebewohl‟k allein.
(*Gemeint ist natürlich das berühmte von vielen Aerzien
empfohlene Hühneraugen-Lebewohl mit druckmilderndem
Eilzring für die Zehen und Lebewohl-Ballenscheiben für die
Fußsohle, Blechdose (8 Pflaster 75 Pfg., Lebewohl-Fußbad
gegen empfindliche Füße u. Fußschweiß, Schachtel (2 Bäder)
50 Pfg., erhältlich in Apotheken u. Drogerien, sicher zu haben bei!
Drog. G. Hübner, Karlstr. 56; L. Petri Nachf. Inh. W. Preußer,
Roßdörferstr 5: Chr. Schwinn Inh. W. Reich, Drog., Rheinstr. 8;
Drog. Ph. SeckerNfl., Lud wigshöhstr. 1: Schwanen-Drog. 0. Walter,
Gardisten-Straße 17.
(II. Dr. 2893

Dora Müller
Hans Sachs
grüßen als Verlobte.
Darmſiadt, den 16. März 1930.

Pankratiusſtr. 48

Heinrichſtr. 46

Für die uns erwieſene Auſmerkſamkeit
anläßlich unſerer ſilbernen Hochzeit
ſagen herzlichſten Dank
Franz Biedermann u. Frau
Margarete, geb. Kunz
Darmſiadt.
Todes-Anzeige.
Heute morgen um 2 Uhr entſchlief
ſanſt nach kurzem ſchweren Leiden
unſer guter Vater, Schwiegervater
und Großvater
Herr
Ludwig Hohenſtein
im nahezu vollendeten 68. Lebens=
jahr
.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Heinrich Heberer
Bäckermeiſter
nebſt Kinder.

Meſſel, den 15. März 1930

Die Beerdigung, findet Montag,
den 17. März, nachmittags ½4 Uhr
ſtatt.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teil=
nahme
bei dem raſchen Heimgange
unſerer lieben Mutter
Frau
Eliſabethe Barbara Böhm
geb. Meyer
ſagen wir Allen innigſten Dank. Be=
ſonders
danken wir Herrn Pfarrer
Krämer für ſeine erhebende Grabrede,
ſowie für die vielen Kranz= u. Blumen=
(4441
ſpenden.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Groß=Bieberau, den 15. März 1930.

KORPULENZ-R
(Fettleibigkeit) wird beseitigt durch
Tonnola-Zehrkun
nkuz. Zeit oft erheblich.Gewichtsabnahme
u. jugendliche,schlankeFigur Garantiert
unschädlioh, ärztlich empfohlen. Keine
Diät. Kein Heilmittel sondern natürlich
fettzehrend. Viele Dankschr. Seit 30Jahren
bewährt. Preisgekrönt m. gold. Medailleu
Ehrendiplom Preis per Paket Mk. 3..
Depot für Darmstadt: Medizinaldro rerie
Friedr. Beckenhaub, EckeSch il-u, Kirchstr.
W. S. Na. S. Rad. ligu to. Sen. (IV 197

Zeuge geſucht.
Die Frau, welche den Zuſammenſtoß,
Radfahrer und Motorradfahrer, am 27.
9. 29 in der Neckarſtraße, Nähe Hügel=
ſtraße
, mit angeſehen hat, wird um ihre
Adeeſſe gebeten. Zuſchrift erbeten unter
8 an die Geſchäftsſtelle ds. Blattes.(*

Damen- und
Muife
Herren-
können
jetzt ſchon fürs Frühjahr umfaſſo=
niert
; gereinigt und gefärbt werden (3929a
Hutfabrikation
Grafenſtraße 39
9. KiFFel gegenüb. der Stadtkafſe

Das anlegbare Modell,
die Fertigkleidung der
Maßarbeit.
Die Modelle sind Original-Paris und
nicht in Modeblätter enthalten. Dazu
führe ich die passenden, preiswerten
Modellhüte und schöne, feine Wäsche.
Schneldermeisterin
Oldigs Hölgestr. 11, Laden
Beachten Sie bitte mein Schaufenster

Bella Katzmann
Marstallstraße 6
Handgearbeitete
Stores, Gardinen
Garnituren und
Decken

bekannt für billig
bekennt für gut

(4450

TAPETEN
LINOLEUM

Jungmann Nf. platz6

(3734a
Ludwigs-

Elegante (4433b
Damen-Hüte
In allen Preislagen
Anna Bersch
Schuchardstraße 13

Also vorbeugen, schlank
werden und jung bleiben!
Aber nicht mit unnötigen
Anstrengungen od. lästigen /
Hungerkuren. Einfach täg-
lich
den angenehm schmek-
kenden
, gesunden,ärztl.einpfohlen.
Dr. Ernst Richters
Frühstückskräutertee
trinken. Er macht schlank und
elastisch, hält jung und leistungs-
fähig
. San.-Rat Dr. A. D. i. A. schreibt:
Der Tee hat mir gute Dienste geleistet, bin
15 Pfd. leichter geworden und frischer wie
10 Jahre jünger. 1 Paket Mk. 2.-. Kur
6Pakete Mk. 10.-. In Apotheken
u. Drogerien, wo nicht: Hermes‟
Fabrik pharm. kosm. Präp., Mün-
chen
SW. 7, Güllstraße 7.
K

Schule für gymnastische Körpererziehung
und Bewegungsiehre
Leitung: Aenne Reiss, Hessisches Landestheater
Ab 1. 4. 1930 beginnen im Logengebäude
Sandstraße 10 neue Kurse für Erwachsene
und Kinder. Anmeldungen jederzeit.
Anfragen an Aenne Reiss, Wilhelmstr. 14.

REGEN-MANTEL
von uns hat man Freude!
Trencheoats, imprägniert, in marine,
stahlblau, sportfarbig,
teils mit Lederknöpfen, a80
28.50, 18.50, 14.80. 5
Gummimäntel, Kunstseide, in modernen G80
Karos . . 14.80, 12.80, D
Gummimäntel, doppelseitig zu tragen,
aus karierten Stoffen
engl. Art mit leder-
artiger
4bsete . .. 18
Lodenmäntel, der praktische Wetter-
mantel
, in grün u. grau,
alle Größen,
36.50, 28, 23., 16
Kinderlodenmäntel, der praktische Schul-
mantel
für jedes Alter.
GEBRUDER NEU
Ludwigsplatz 9.
4454

PRlVATE, STAATLICH GENEHMIGTE KUNSTGEWERBLICHE
LEHIRWERKSTATTE
BERBENICH, DARMSTADT
BERUFLICHE AUSBILDUNG AN HAND PRAKTISCHER ARBEITEN
FACH-UNTERRICHT:
KUNSTGEWERBL. ZEICHNEN UND ENTWERFEN /PERSPEKTIVE
SCHRIFT TORNAMENT / STILLEHRE
WERKSTATTEN-UNTERRICHT:
DEKORATIVE MALEREI / STICKEREI IN SAMTL. TECHNKEN
WEBEN / HOLZSCHNITT / ELFENBEINSCHNEIDEN
ANMELDUNG AN WOcHENTAGEN, VORMITTAGS
GEORGENSTRASSE 4
4407a

Apotheker Faſchings=Harnſäurepillen:s
Belinde abführend und waſſertreibend entfernen Sie die
Harnſäure aus dem Körper. Ganz überraſchende Erfolge
werden berichtet. 1 Schachtel (ausreichend für 1:2 Monate
Mk. 1.50. In allen Apotheken erhältlich.

FrIIale ganders-Lehr austau
von Dr. Wilh. Siedersleben
Fernruf 923 Darmstadt Saalbausstr. 73
Ein- und zweljährige Handelsschule mit
Fremdsprachen / Halblahrskurse f. ältere Schüler,
Neue Kurse beginnen Anfang April
IV 1397

Damen=Sohlen u. Fleck
2.40
verren=Sohlen u. Fled
3.40
Beſſunger
Schuhbeſohlung
Weinbergſtr. 17, 363e

Sprachhemmungen
werd, durch gewiſſenhaften Unterricht
gebeſſert (Kinder vom 3. Jahre an)
Nervenärztl. empfohlen. Beſte Erfolge.
Magda Kriegk, Priv.-Lehrerin
Rheinſtraße 17, II.

Habe mich als prakt. Arzt hier niedergelassen
Dr. med. E. Nahm
Heldelbergerstraße 83 / Telefon 4646
Sprechstunden von 8-9 Uhr vorm. und 3-5 Uhr nachm.
4090b

[ ][  ][ ]

Nummer 75

Sonntag, den 16. März 1930

Seite 5

Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 16. März.
* Tal und Tod.
Gedanken zum Volkstrauertag.
Von Reinhold Braun.
Volkstrauertag ..."
Wohl dem Volke, dem er zum allerwuchtvollſten Tage des Jahres
ſird, da die Stunden voll Erſchütterung ſind und Gefühle wie ein dunk=
Aer, feierlicher Wogendrang wallen, da ein ganzes Volk beweiſt, welch
Beiligen, großen Ernſtes es noch fähig iſt und daß es verſteht, darin
inmal einig zu ſein.
Es muß Tage geben in einer Nation, da die Rinnſale und Rinn=
Tälchen politiſcher und oft allzu menſchlicher Alltäglichkeit von einer ein=
Sigen, herrlich mächtigen Empfindung flutartig durchwallt werden, da
alles und jedes, wie mit magiſcher Gewalt angezogen, ſich hinfindet zum
Herzen der Nation, ja, daß der größte Teil ſolches als ſeine Ehre und
SPflicht anſieht und damit bezeugt, daß er wußte, in allen unſeligen Er=
Fcheinungen einer verwirrten, veräußerlichten Zeit ein Stück Menſchlich=
Feit in der tiefſten Seele ſich zu bewahren.
An einem ſolchen Tage muß der Kern des Ganzen ſichtbar werden,
und man muß gleichſam durch ihn hindurchſchauen können, auf daß man
erfahre, wie es um ihn ſteht.
Volkstrauertag . . . . . Selbſtprüfungstag!
Da Erkennen und Gefühl ſich wandeln in neuen,
reinen Willen!
Volkstrauertag! Wuchtet, ihr Glocken, meerhaft zuſammen!
Schwurgeſänge aus deutſchem Herzen, ſteigt empor ins Reich des Un=
eerforſchlichen
!
Worte, die gekündet werden,, ſeid Ton und Kraft des Erzes und
woll vom Brauſen des jungen Frühlings!
Ja, unſer deutſcher Volkstrauertag zeige die heroiſche Gebärde!
Fort mit aller Mattgkeit und Zweifelsſucht, aller Kleingeiſterei und
UEngſtirnigkeit, allem Schattendrang und Lebensüberdruß! Das Geden=
Een an unſere gefallenen Helden verlangt dieſe Gebärde, die Aufwuch=
ſung
unſeres ganzen Menſchen ins Starke, Freie, Lebendige! Nur
ſDurch ſolche Art und Würde, durch ſolchen Zug ins Große bekommt das
edenken ſeinen Sinn und ſeine Weihe. Beweiſen wir, daß wir zu dem
allen noch fähig ſein, daß noch etwas in uns ſteckt von dem Geiſte, der
zunſere Opferhelden einſt beſeelte!
Und zwiſchen zwei Worten Tat und Tod heißen ſie wollen
vir eine leuchtende, klingende Brücke ſchlagen!
Tat und Tod!
Nur die Tat trägt mit Recht den Namen, in die wir ein Stück
won unſerm Stirb und Werde! inbrünſtig verſenkten. Jede wahre
Hingabe iſt insgeheim ein Sterben, ein ſelig Drangeben unſerer Lebens=
Fraft.
Wer eine Tat wagt, tritt mit dem Tode in ſchöpferiſche Ge=
meinſchaft
.
Der Tatvolle iſt der Angſtloſe, auch dem Tode gegenüber.
Jede vollführte, echte, ſtarke Tat muß uns einen neuen Lebensbeginn
Gringen, einen höheren Anfang. So wird aus jener Gemeinſchaft Sieg
und Gnade des wahren Lebens.
Ein Quäntlein reinen Opfertums muß in der kleinſten Tat ruhen.
Mur mit ſolchen Gedanken im Herzen finden wir den Weg zur uner=
ſhörten
Opferſchaft des Krieges.
Wer ein Gedenken feiern will, muß Brücken ſchlagen können.
Tat und Tod
Ungeheuerlichkeit, Blut= und Glutſchrecken, über ein Volk durch ſinn=
Hos raſende Feinde gebracht, grauſt ins Gedenken, und mitten darinnen
ffteht das Wunder des deutſchen Opferherzens!
Tat und Tod! Ueber jedem, an den wir liebend und erſchüttert
ibenken, ſchwebr dieſe Melodie wie ein unvergänglicher Hymnus und
lwerklärt alſo ſein Leben und ſeinen Tod.
Er hat ſeinem Daſein den tiefſten und reinſten Sinn gegeben, und
gan uns iſt es nun, daß er Sinn bleibe und daraus neues Leben und
Geſtaltung werde! Denn das Furchtbarſte iſt, wenn ein Volk ſeiner
Helden Opfergang durch inneren Abfall von allem Großen und Heiligen,
allem Kernweſen, von der Treue gegen das Ideal, zur Sinnloſigkeit ver=
FDammt. Nein, unſerer Beſten Tod ſoll Tat bleiben und immer mehr
Segens=Tat werden durch unſer Leben und unſere Auffaſſung von Pflicht
und Liebe! Unſer eignes Tun, auch das kleinſte, ſoll an die Lebens=
großtat
der Gefallenen ſich anfügen, daß alles zu Einem wachſe und ein
Strom werde, der in einem neuen Morgen voll Glanz und Kraft dennoch
einmal münde!
Heſſiſches Landeskheaker.

Sonntag,
16. März

Montag,
17. März

Dienstag,
18. März

Mittwoch,
19. März

Donnerstag,
20 März

Freitag,
21. März

Großes Haus

1822 Uhr
Loheng in
R8 Darmſt. Vollksb. Gr. 1-4
Preiſe 1.2012.00 Mr.
Gutſcheine nicht gültig

Keine Vorſtellung.

19.30 22.30
Don Giovanni
L 18 u. R 11
(Darmſtädter Volksbühne)
Gruppe 14.
Preiſe 1.0010.00 Mk.

19.3022 Uhr
Schwanda
B 16
Preiſe 1.2012 Mk.

2022.30 Uhr
Angelina
G 12 (Darmſtädter Volks=
bühne
) Gruppe 14.
Preiſe 1.0010.00 Mk.

20.0022.15 Uhr
Im weißen Röß’!
D 17. T Gr. 7 u. 8
Preiſe 110 Mk.

Kleines Haus

11.15 Uhr
Gefallenen=Gedenkfeier
Preiſe 0.502.00 Mk.
2022.15 Uhr
Der Kaiſer von Amerika
Zuſatzmiete III 9
Preiſe 1.507.50 Mk.

Keine Vorſtellung

2022.15 Uhr
Der Kaiſer von Amerika
Zuſatzmiete I 8
Preiſe 1.507.50

Keine Vorſtellung

2022.15 Uhr
Der Kaiſer von Amerika
K. XI. 12 Bühnenvolksbund
Preiſe 1 507.50

*Wanderer, verweile in Andacht

Und künde zu Hauſe,
Wie wir als Männer gefallen
In Treue zur Heimat!
lautet die Inſchrift des Gedenkſteines auf dem Sammelgrab von Mont=
didier
(Frankreich), deſſen wuchtige Ausmaße ein großes Bild im Trep=
penaufgang
der Kunſthalle am Rheintor zeigt. Die dort aufgebaute
Ausſtellung des Volksbundes Deutſche Kriegs=
gräberfürſorge
gibt in den verſchiedenen Räumlichkeiten einen
trefflichen Ueberblick über Weſenund Ziele des Volksbundes,
eine Vorſtellung von dem enormen Arbeitsfeld und einen Eindruck von
der bereits geleiſteten Arbeit. Von dem gewaltigen Vorhaben des deut=
ſchen
Kriegsgräber=Projektes hat einſtweilen kaum der zehnte Teil ver=
wirklicht
werden können. Und ſchon dies Fertige iſt Rieſenwerk. Eine
Menge von Arbeit wirtſchaftlicher, diplomatiſcher, juriſtiſcher Natur geht
voran, bis die Bahn frei iſt. Eine Menge Entwurfsarbeit, bis die Aus=
führung
beginnen kann. Eine Menge von Phantaſie und poſitiver Ver=
ehrungskraft
iſt heute ſchon auf dieſen Grabfeldern niedergelegt. Man
weiß zu wenig davon. Denn die Ausführung geht ſchrittweiſe vor=
wärts
, das Gärtneriſche vollendet ſich langſam, und es ſind ferne, fremd=
artige
, von grauſiger Erinnerung erfüllte Orte, denen die Kunſt ihre

2022 Uhr
3. Kammermuſikabend des
Drumm=Quartetts
Preiſe 1, 2, 3 Mark

Das Rieſentotenkreuz,
das am Volkstrauertag (16. März) zum Gedenken der 2 Millionen deut=
ſcher
Weltkriegsgefallenen vor dem Brandenburger Tor errichtet wird.
Es iſt geplant, dieſem Gedenkzeichen als Reichsehrenmal einen dauernden
Platz einzuräumen.
verſöhnende Kraft leihen wird. Die nachſtehende Zuſammenſtel=
lung
ſoll deshalb der Aufklärung dienen. Erſchütternd zu ſehen, wie
die Ausmaße des Krieges den Künſtler ins Gigantiſche drängen, und die
Kunſt doch nur wenige, beſcheidene, zarte und in ihrer Echtheit ſtarke
Worte zur Verfügung hat, um unſerem Anteil an dem Geſchehenen aus=
zudrücken
. Zweihundert Friedhöfe allein in Frankreich ſind zurzeit her=
zuſtellen
. Von dieſen zweihundert Friedhöfen ſind gegenwärtig 88 fertig
projektiert und detailliert, 62 befinden ſich im Bau; 12 davon ſind fertig
ausgeführt und werden ſich ſchon im kommenden Jahr mit einer ſorg=
fältig
ausgewählten Vegetation überziehen.
Der Oberlichtſaal der Kunſthalle zeigt eine ganze An=
zahl
metergroßer Aufnahmen und Darſtellungen, wie die Ausgeſtaltung
der Sammelfriedhöfe je dem Charakter des Landes, dem Klima, der
Umgebung entſprechend baulich und gärtneriſch ausgeſtaltet worden ſind
oder werden ſollen. Wenn man die Friedhöfe und Projekte im ganzen
überſieht, erkennt man gewiſſe Geſetzmäßigkeiten, typiſche Aufgaben, die
ſich wiederholen, und typiſche Löſungen, die in perſönlicher Kunſtauf=
faſſung
ihren Grund haben. Wo Sammelgräber vorhanden ſind,
bilden ſie den Kern und geiſtigen Schwerpunkt der Anlage, oft in leiſer
Wechſelbeziehung zu einem Portal=Gebäude. Das Einzelgrab bleibt
meiſt nicht lokaliſiert. Denn die Bodenfläche iſt oft das einzige, was
man künſtleriſch gliedern kann. So wird planiert, geböſcht, abgeſtuft.
In ſchönen, überperſönlichen, mit Liebe ausgedachten Formationen
ordnen ſich die ſchlanken Holzkreuze und weißlichen Schriftplatten, meiſt
von ſchlichten Bruchſteinmauern eingefaßt oder durch rahmende Erd=
ſchwellen
mit einem gepflaſterten Forum, dem eigentlichen Andachts=
raum
, in Beziehung geſetzt. Wie leicht aber wiegt das beſte Syſtem im
Vergleich mit der Vielſeitigkeit der Aufgaben und dem erfinderiſchen
Takt des Architekten, der ſeine Idee oft ſehr ungünſtigen Beſchaffen=
heiten
ausgeſetzt ſieht! Ungünſtig, ſage ich. Denn die Grabplätze ſind
in Eile, aus Not und Zufall, gewählt. Selten, daß bevorzugte land=
ſchaftliche
Punkte, die ja am meiſten gefährdet waren, ſelten, daß vor=
handene
Gemeindefriedhöfe als Grabfeld benutzt worden ſind. Aber
gleichgültig, ob die Aufgabe verlockend iſt oder nicht: Echte Kunſtbegei=
ſterung
findet von Fall zu Fall eine verſöhnende Deutung. Bald findet
man ſie im Natürlichen, bald im Architektoniſchen, bald im Bildlichen
und Sinnbildlichen. Es gibt Situationen, die das Monumentale for=
dern
. Andere können nur intim geſtaltet werden. Die eine iſt hervor=
ragend
von Natur, die andere wieder eher bäuerlich; eine drohend und
Grauen erregend, die andere lieblich.

Ein Friedhof in den Vogeſen auf der Höhe, Bärenſtall, nutzt die
beherrſchende Lage und deutet ſie mit einer knappen Block=Setzung ins
Königliche. Wie naturgewachſen ſchichten ſich die roh=behauenen Mo=
ränenquadern
zum Denkmal, roſa Nagelfluh, zyklopiſch, faſt ohne Profil.
Wer näher zuſieht, wird nicht verkennen, was Kunſt daran iſt. Die
äußerſte geiſtige Selbſtbeherrſchung, mit der die Fuge, die Höhe der
Schichten, Größe und Schwere der Quadern und die dünne monolythe
Deckplatte nach ungeſchriebenen Geſetzen heimlichen Wohllauts zueinan=
der
geſtimmt ſind.
Häufig ſind vollſtändige Entſprechungen als unfrei und widernatür=
lich
abgelehnt worden. Die Phantaſie entzündet ſich vielmehr an Diſſo=
nanzen
, die an ſich gewagt ſein mögen, die aber unter einem höheren
Begriff von architektoniſcher Ordnung ſtehen. So im Friedhof von
Cheppy bei Verdun, wo das Sammelgrab mit Futtermauern eingefaßt
und von einem Golgatha überragt iſt, der Größe des Opfers entſpre=
chend
, während ſeitlich anſchließend, auf beſcheidenerer Ebene, ebenfalls
noch mit Mauern geſtützt und mit Lavendel begrünt, die kleinen,
ſchwarzen Namenskreuze den Platz der Einzelgräber anzeigen. Ander=
wärts
bildet runenartige, lapidar angebrachte Schrift den Sammelpunkt
des Intereſſes, wie beim eingangs erwähnten Montdidier, oder ein
knapp geformter Sarkophag zwiſchen Roſenhecken (Viry=Noreuil).
Die beiden anſchließenden Räume geben in Form eines
illuſtrierten Reiſeberichts Charakterbilder von ſolchen Orten der ehe=
maligen
Weſtfront, die Brennpunkte des Großkampfes waren,
und an denen demgemäß die Zahl der ragenden Kreuze ins Unüberſeh=
bare
geſteigert iſt.
Verdun ſteht vor uns auf, der Douaumont mit ſeinen
Hängen und Schluchten, jene weiten Trichterfelder, die ſich von Beau=
mont
und Ornes bis über die Forts hinaus hinziehen. Ihr, die Ihr
unter den Trümmern des Douaumont den ewigen
Schlaf ſchlaft, Ihr, die Ihr in langen Reihen unter
den Kreuzen von Azannes ruht, Ihr, deren Leiber
vermodern im Schlamm jener ruheloſen Schluchten
wer ſollte nicht zuerſt Eurer gedenken, wenn ihm
das Bild jener Wochen und Monde vor die Er=
innerung
tritt, da Ihr uns vevlaſſen mußtet!
Der Krieg vor Verdun war ein beſonderer Krieg und als hei=
liges
Gebiet iſt der Raum des Fortgürtels um jene Stadt heute
erklärt. Keine Menſchenhand vermöchte ja dem Boden das Geſicht wie=
derzugeben
, das er vor jenem furchtbaren Geſchehen zur Schau getragen.
Caillette=Schlucht, Chapitre=Wald, wer mochte hier Totengräber ſein?
Es ging ja nicht. Hindurch, wer es mußte fort von hier, wo die
Toten eines ganzen Jahres in jeder Nacht nach Geſellſchaft ſchrien.
Jetzt deckt Gras und Unkraut das zerwühlte Land, Erdbeeren wuchern
üppig, und roter, blutroter Mohn.
In dieſe Gegend führen zahlreiche Bilder den Beſchauer, und auch
hinüber zum Toten Mann zur Höhe 304 und hinunter zu den
zahlreichen Friedhöfen an der Maas. Eigenartiger Kontraſt zwiſchen
der prunkhaft=modernen Ausſtattung des großen Amerikaner=Friedhofs
bei Romagne=ſous=Montfaucon, wo unter Marmorkreuzen 25 000 Ame=
rikaner
liegen, und den troſtlos=öden deutſchen Sammelfriedhöfen, deren
endloſe Reihen armſelig=dünner Latten=Kreuze kein grüner Halm ziert.
Franzöſiſche Denkmale ſind in vielen Abbildungen gezeigt, als ſchau=
rigſtes
unter ihnen der Bajonett=Schützengraben, wo eine Sturmkolonne
ſchon vor dem Angriff überraſchend durch Granatfeuer eingedeckt und
ſtehend begraben wurde, und als größtes das Oſſuaire auf dem
Douaumont mit ſeinem Leuchtturm, der allnächtlich ſeine Flammen=
ſtrahlen
ins Land ringsum ſendet, unaufhörlich, unaufhörlich . Wohl
berechtigt iſt, daß der Unbekannte Soldat, den Frankreich in Paris
unter dem Triumphbogen ehrt, ein Verdun=Kämpfer war.
Den zweitgrößten Friedhof der Weſtfront ſehen wir im Bilde dar=
geſtellt
(Maiſſemy); als Patenfriedhof des Verbandes der Ruhrſtädte
mit Eſſen an der Spitze iſt er in einem vorbildlichen Zuſtand wären
erſt alle Friedhöfe ſo betreut wie dieſer!
Der Arras=Abſchnitt hat die größten Zahlen
aufzuweiſen: Dreißigtauſend in gemeinſamer Ruheſtätte, im Rie=
ſen
=Sammelgrab von St. Laurant=Blangy, und faſt vierzigtauſend in
namentlich bezeichneten Einzelgräbern bei Neufville=St. Vaaſt, und nahe
dabei die Loretto=Höhe mit 36 000 Franzoſen zu Füßen der Wallfahrts=
kapelle
, deren Fundamente die Krypta mit dem Oſſuaire bergen, dem
Beinhaus, in das einen Blick tun ſchauerlich iſt.
Dann hinunter nach Flandern, Flandern in Nor! Der
Ypern=Bogen und der Kemmelberg erſtehen, Langemarck und Poel=
capelle
, wo der Tod grauſige Ernte gehalten, wo die Engländer, von
dem ſchlanken Hochkreuz überragt, zahlreiche gepflegte Friedhöfe unter=
halten
, indes die Unſeren vielfach noch in einem recht, recht unwürdigen
Zuſtande liegen.
Der Raum Heſſen im Weltkrieg zeigt vornehmlich Stätten,
wo die Kinder unſerer engeren Heimat gefochten und geblutet haben:
von der Feuertaufe der heſſiſchen 25. Diviſion bei Neufchäteau=Anloy
bis ins weite Rußland hinein. Bilder von Gräbern ſehen wir hier,
wie ſie die Kameraden ihren Gebliebenen hergerichtet und wie ſie
jetzt nach der Umbettung ausſehen!
Von Krieger=Ehrung im Felde und daheim künden die Zu=
ſammenſtellungen
in Galerie und Treppenhaus der
Kunſthalle. Die Denkmale der Darmſtädter Regimenter ſind im
Bilde gezeigt, und ſolche, die von Darmſtädter Künſtlern geſchaffen ſind:
als Perlen unter ihnen Prof. Albinmüllers Bölcke= Denk=
mal
in Deſſau und der Sterbende Löwe der 115er von Pro=
feſſor
Jobſt. Die Abteilung für Bauweſen des Heſſ.
Miniſteriums ſtellte eine Reihe intereſſanter Krieger=Denkmale
aus heſſiſchen Orten zuſammen, das Auswärtige Amt, Berlin,
lieh Bilder von flandriſchen Friedhöfen und Alben mit prächtigen Bil=
dern
aus Litauen, wo die Friedhöfe meiſt innige, ſinnige Anlagen bil=
den
, die ſich vollendet in die Landſchaft einfügen oder aus ihr heraus=
wachſen
.
Die unteren Räume zeigen in zahlreichen Holzmodellen, wie
in geſchickter Weiſe Friedhofs=Anlagen oder Sammelgräber zu würdigen
Ehrenſtätten geſtaltet werden ſollen. Dort ſind auch Bilder und Modelle,
die der Landesvevband Baden zur hieſigen Ausſtellung ge=
liehen
hat, ausgeſtellt. Ein Sonder=Raum enthält Plakat=Entwürfe
für die Ausſtellung, die von Schülern der Herrn Rektor Germann
unterſtehenden Fortbildungsſchule nach eigenen Ideen geſchaffen wur=
den
, meiſt unter Anlehnung an das Motiv des Volksbund=Signums,
das als Symbol des Opfers die ragenden Kreuze trägt, die in ganz
großen Ausmaßen an der Straßenfront der Vorhalle dargeſtellt ſind.
Eine Stunde der Weihe ſei die Ausſtellung für jeden Beſucher, der
ſich ihren Eindrücken hingibt, ein Memento und eine Mahnung; wer
aus ihr hinausgeht in den Alltag und zu den Anderen, verkünde dor=
ten
, er habe uns hier liegen geſehen ...
W. Zinſel.

[ ][  ][ ]

Nummer 75

2 ite 6

Suzlag, den 16. März 1930

Landesuiverfiſät und Genoſeniſchalsneien.
Erfreulicherweiſe hat das Genoſſenſchaftsweſen im Laufe der Jahre
immer mehr Eingang in den Lehrplan der deutſchen Hochſchulen ge=
funden
. Auch die Landesuniverſität in Gießen hat in richtiger Erkennt=
nis
der Bedeutung und der Zukunſt des Genoſſenſchaftsweſens dieſer in
den letzten Jahrzehnten ſtark zur Anerkennung gekommenen Wirtſchafts=
form
die größte Beachtung geſchenkt. Insbeſondere aber hat das Land=
wirtſchaftliche
Inſtitut der Univerſität Gießen unter Leitung ſeines ge=
ſchäfsführenden
Direktors Profeſſor Dr. Seſſous und ſeines Mit=
arbeiters
Dr. Pfaff dem landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſen
weitgehendſtes Intereſſe angedeihen laſſen. Schon vor Jahresfriſt fand
ein Kurſus über genoſſenſchaftliche Fragen, der erſte dieſer Art, ge=
meinſam
mit den landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsverbänden von
Darmſtadt, Franffurt und Wiesbaden in Gießen ſtatt, dem ein zweiter
im Dezember b. J. folgte. Um dieſe Zuſammenarbeit von Wiſſenſchaft
und Praxis dauernder und wirkſamer zu geſtalten, wurde zur Bildung
eines Vereins zur Förderung des Genoſſenſchaftsiveſens geſchritten.
Die Gründungsverſammlung fand bei gutem Beſuch am 6. März
1930 in dem Landwirtſchaftlichen Inſtitut der Univerſität Gießen unter
Voyſitz von Profeſſor Dr. Seſſous ſtatt. Der Verein führt den
Namen Vereinigung der Freunde des Seminars für ländlickes Genoſ=
ſenſchaftswoſen
beim Landwirtſchaftlichen Inſtitut der Heſſiſchen Landes=
unverſität
Gießen.
Ziel und Zweck des Vereins iſt, das Seminar für ländliches Genoſ=
ſenſchaftsweſen
beim Landwirtſchaftlichen Inſtitut und ſeine Arbeiten
in jeder Beziehung zu fördern. Der Vorſitz des Vereins wurde ein=
ſtimmig
Verbandsdirektor Berg vom Verband der heſſiſchen landwirt=
ſchaftlichen
Genoſſenſchaften, Darmſtadt, übertragen und zum zweiten
Vo ſitzenden wurde ebenfalls einſtimmig Verbandsgeſchäftsführer Beck=
Frankfurt a. M. gewählt. Eine Reihe namhaſter Perſönlichkeiten hat
bereits ihren Beitritt zu dem Verein erklärt, ebenſo haben ſämtliche
landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsverbände der näheren und weiteren
Umgebung ihre Unterſtützung und Bereitwilligkeit zur Mitarbeit zuge=
ſagt
. Dieſe erfreulichen Tatſachen geben zu der berechtigten Hoffnung
Anlaß, daß dem Verein ein ſegensreiches Wirken im Dienſte der Genoſ=
ſenſchaftsbewegung
beſchieden ſein wird.

Die Reichsarbeitsgemeinſchaft techniſcher Beamtenverbände (Rateb)
wird im Rahmen der 600=Jahrfeier der Stadt Darmſtadt ihre Jahres=
tagung
hier abhalten. Die Rateb iſt ein Zuſammenſchluß von Verbän=
den
techniſcher Beamten des Reiches, der Länder, der Gemeinden und
ſonſtiger öffentlich=rechtlicher Körperſchaften mit dem Sitze in Berlin.
Sie vereinigt 45000 Mitglieder in ihren Neihen und erſtrebt die
Hebung der Bewertung der Technik und die Verſtärkung des techniſchen
Einfluſſes in den Reichs=, Staats= und Kommunal=Betrieben und Be=
hörden
zum Wohle der Vollsgemeinſchaft unter Ausſchaltung jeder
parteipolitiſchen Betätigung. Die Tagung, die u. a. ausgeſtattet iſt mit
Filmvorführungen über die neueſten techniſchen Errungenſchaften, fin=
det
in der Zeit vom 29. bis 31. Mai d. J. ſtatt. Sie wird mehrere
Hundert Teilnehmer aus allen Gauen Deutſchlands vereinigen und neben
der Erledigung allgemeiner Tagungsfragen, in einer öffentlichen Kund=
gebung
vor geladenen Gäſten, am 30. Mai abends, im Saalbau zu den
Aufgaben der Technik und ihrer Bedeutung für das Staats= und Wirt=
ſchaftsleben
Stellung nehmen. Aus den umliegenden Städten Frank=
furt
, Wiesbaden, Mannheim, Mainz, Heidelberg uſp. liegen bereits
Mitteilungen vor, die auf eine zahlreiche Beteiligung ſchließen laſſen.
Möge es der Tagung in Darmſtadt, der Keimzelle der Technik, Kunſt
und Wiſſenſchaft, vergönnt ſein, ſich würdig in die Reihen der letzt=
jährigen
Großſtadttagungen in Köln, Frankfurt, Berlin und Hamburg
zu ſtellen und als ſchöpferiſche Kraft ſo ein Stück Wiederaufbauarbeit
an unſerem deutſchen Vaterlande zu leiſten. Denn die Technik iſt um
mit Prof. Dr. Derſauer, M. d. R. zu ſprechen. Deutſchlands wirt=
ſchaftliches
Schickſal. Kommt das nicht zum Bewußtſein der Oeffentlich=
keit
, durchdringt das nicht auch die Verantwortlichen, die Regierenden,
die Parlamente, dann iſt dies ein Unglück‟. Die Aufmerkſamkeit hier=
auf
zu lenken, iſt mit das Hauptziel der Rateb.

Rundfunk=Vortrag. Herr Or. Dencker von der Heſſiſchen Land=
wirtſchaftskammer
Darmſtadt ſpricht heute, Sonntag, nachmittag im
Südweſtdeutſchen Rundfunk Frankfurt a. M. über das Thema Wichtige
Fragen aus der Pferdezucht, Beginn 3.30 Uhr.
Sitta Müller=Wiſchin Hans Sylveſter Bunſel. Der Abend
findet beſtimmt Montag, den 31. März, ſtatt. Es empfiehlt ſich, bei=
zeiten
die Plätze zu ſichern, da der Vorverkauf bereits ſtark eingeſetzt
hat. Das Jazz=Orcheſter ſteht unter Leitung von Max Budden=
hagen
; am Flügel Kapellmeiſter Fritz Bohne.
Tagesordnung zur Sitzung des Provinzial=Ausſchuffes am 22. 3.
1930, vorm. 9 Uhr. 1. Klage des hamburgiſchen Bezirksfürſorgever=
bands
Ritzebüttel, Cuxhaven, gegen den Bezirksfürſorgeverband. Kreis
Bensheim wegen Erſtattung von Fürſorgekoſten für den Robert Kehl.
2. Berufung der Gebr. Boßler zu Nieder=Steinach gegen das Urteil des
Kreisausſchuſſes des Kreiſes Heppenheim vom 20. Auguſt 1929 wegen
Erhebung von Lazergebühren, 3. Berufung des Ludwig Stork zu
Georgenhauſen gegen das Urteil des Kreisausſchuſſes Dieburg vom
2. Dezember 1929 wegen Nichterteilung der Erlaubnis zum Betrieb einer
Schankwirtſchaft mit Branntweinausſchank im Hauſe Friedhofſtr. 4 zu
Georgenhauſen. 4. Geſuch des Arthur Meher zu Darmſtadt, Bleich=
ſtraße
43, um Erweiterung ſeiner Schankerlaubnis. 5. Klage des Mar=
tin
Bopp zu Unterſchönmattenwag gegen den Beſcheid des Kreisamts
Heppenheim vom 25. 11. 1929 wegen Nichterteilung eines Wander=
gewerbeſcheines
.
E Verkehrsunfälle. Am 13. März nachmittags iſt der Führer des
Perſonenkraftwagens mit dem Kennzeichen IP 10 733, der in Frankfurt
am Main wohnhaft iſt, mit ſeinem Perſonenkraftwagen mit dem Führer
des Perſonenkraftwagens mit dem Kennzeichen V8 95 Ecke Wilhelminen=
und Zeughausſtraße zuſammengeſtoßen. Es iſt nur Sachſchaden ent=
ſtanden
. Der Umſtand, daß an unüberſichtlichen Straßenkreuzungen
die nötige Vorſicht außeracht gelaſſen wird, führt immer wieder zu Un=
glücksfällen
, die meiſtens beide Fahrer als ſchuldig erſcheinen laſſen.
Am 14. März iſt der Führer des Perſonenkraftwagens mit dem Kenn=
zeichen
I8 6253 mit dem Führer des Perſonenkraftwagens U8 8711 auf
der Straßenkreuzung Hobrechtſtraße=Am Erlenberg zuſammengeſtoßen.
Beide Fahrzeuge wurden erheblich beſchädigt. Perſonen wurden nicht
verletzt. Die Unterſuchung über die Schuldfrage iſt eingeleitet. Am
gleichen Tage um 13 Uhr iſt der Führer des Perſonenkraftwagens 18
1571 mit dem Führer des Perſonenkraftwagens V8 3610 auf der Stra=
ßenkreuzung
Heinrichſtraße=Wienerſtraße zuſammengeſtoßen. Auch hier
wurden beide Fahrzeuge erheblich beſchädigt, währenddem Perſonen=
ſchaden
nicht entſtanden iſt. Die Ermittelungen hinſichtlich der Schuld=
frage
iſt eingeleitet. Am 14. März gegen 22 Uhr ſtieß der Führer
des Kraftrades mit dem Kennzeichen VR 57 mit der Kraftdroſchke mit
dem Kennzeichen U8 6039 auf der Straßenkreuzung Wendelſtadtſtraße=
Alieeſtraße zuſammen. Die Fahrzeuge wurden beſchädigt. Ermittelun=
gen
über die Schuldfrage ſind eingeleitet. Auf Grund polizeilicher
Ermittelungen kann meiſtens feſtgeſtellt werden, daß die Führer von
Kraftfahrzeugen bei Verkehrsunfällen, wie den obenſtehenden, die nöti=
gen
geſetzlichen Vorſchriften außeracht laſſen. In allen Fällen, wo der
Ueberblick des Führers über die Fahrbahn behindert iſt, und dies iſt
beſonders beim Paſſieren von unüberſichtlichen Straßenkreuzungen der
Fall, muß unbedingt langſam und ſo vorſichtig gefahren werden, daß
das Kraftfahrzeug auf die kürzeſte Entfernung zum Stehen gebracht
werden kann.
Manteldiebſtahl. In der Nacht von Faſtnacht=Sonntag auf
Montag wurde aus einem Gaſthaus in der Kirchſtraße ein wertvoller
Mantel geſtohlen. Der Mantel wurde durch die Kriminalpolizei im
Darmſtädter Verleihhaus ermittelt. Der Täter M. L. wurde feſtgenom=
men
und wegen Diebſtahls im wiederholten Rückfall in Unterſuchungs=
haft
gebracht.
Feſtnahmen: Der Arbeiter H. R., geb. am 9. Sept. 1904, Er
wurde von der Staatsanwaltſchaft Darmſtadt geſucht: E. B., geb.
am 26. Aug. 1994, auf Veranlaſſung der Geſundheitsbehörde: R. K.
geb. am 16. April 1908 zu Delmenhorſt, wegen Körperverletzung auf
Veranlaſſung der Staatsanwaltſchaft Chemnitz.
* Unfall. In der Nähe der Fabrik Merck kam infolge des Regens
ein Motorradfahrer ins Rutſchen und ſtürzte. Dabei zog er
ſich Kopf= und Armverletzungen zu, ſo daß er ins Krankenhaus ver=
bracht
werden mußte.
* Freitob. In der Barkhausſtraße machte ein älterer Mann
durch Erhängen ſeinem Leben ein Ende. Die Gründe, die ihn zu der
Tat veranlaßten, ſind unbekannt.
* Kaminbrand. In der Obergaſſe entſtand im Laufe des geſtrigen
Tages ein Kaminbrand, der durch die Städtiſche Feuer= und Rettungs=
wache
ſchnell abgelöſcht werden konnte.

Aus Heſſen.
Starkenburg
Dieburg, 15. März. Wanderhaushaltungskurſe.
Auch im verfloſſenen Winterhalbjahr hat der Kreis Dieburg zuſammen
mit dem Landwirtſchaftsamt Groß=Umſtadt Kreiswanderhaushaltungs=
kurſe
abgehalten. In unſeren Tagen iſt es beſonders notwendig, die
zukünftige Hausfrau in Hauswirtſchaft und Handarbeit auszubilden.
Das Familienleben wird durch eine gut vorgeſchulte Frau ohne Zweifel
befruchtet und wirtſchaftlicher geſtaltet. Die Kurſe fanden in Asbach,
Babenhaufen und Schlierbach ſtatt. Die vom Kreis ins Leben gerufenen
Lehrkurſe wurden von den genannten Gemeinden tatkräftig unterſtützt.
Dieſe Einrichtung iſt um ſo mehr zu begrüßen, weil dadurch den
jungen Frauen und Mädchen auf dem Lande Gelegenheit geboten iſt,
ſich mit wenig Auslagen und auf recht bequeme Art in der Hauswirt=
ſchaft
und in der Handarbeit aus= und weiterzubilden. Gerade in
unſerer Zeit der allgemeinen finanziellen Not brauchen wir junge
Frauen, die in allen Zweigen des Gaushalts Beſcheid wiſſen und genü=
gend
durchgebildet ſind. Die Kurſe, die alle ungefähr 7 bis 8 Wochen
dauerten, waren durchtveg aut beſucht. Durch das Landwirtſchaftsamt
Groß=Umſtadt wurden die Teilnehmerinnen auch in Kleintierzucht und
Milchwirtſchaft unterrichtet. Lehrerinnen und Schülerinnen arbeiteten
mit großer Freude und im ſchönſten Einvernehmen. Kursleiterinnen
waren Fräulein Lehr aus Ober=Ramſtadt und Fräulein Bräunig aus
Semd. Die verſönlichen Auslagen trug in dankenswerter Weiſe der
Kreis, die ſachlichen Koſten übernahmen die Teilnehmerinnen und die
betreffenden Gemeinden. Die Kücheneinrichtungen wurden vom Kreis=
amt
Dieburg und dem Landwirtſchaftsamt Groß=Umſtadt unentgeltlich
zur Verfügung geſtellt. Bei den Schlußfeiern, die den Kurſen einen
würdigen Abſchluß gaben, kam der Dank der Gemeinde ſtets offen zum
Ausdruck. Außerdem fanden im Sommer und Gerbſt des vorigen Jahres
in Altheim, Brensbach und Fränkiſch=Crumbach Einmachkurſe ſtatt, die
ebenfalls den beſten Anklang fanden.
In. Harpertshauſen, 14. März. Während alle Anzeichen für ein
zeitiges Frühjahr vorhanden waren, iſt nunmehr auch unſer Freund
Adebar, als Künder des Frühlings in ſeiner Sommerwohnung auf
dem Kirchendache eingezogen. Doch dürfte der diesjährige Vorfrühling
gerade wieder ſo recht zeigen, wie ſehr der Landwirt vom Wetter ab=
hängig
iſt. Mit bangen Sorgen ſchaut er nach Regen aus, denn dieſer
ſoll ihm die überaus notwendige Feuchtigkeit für ſeine Felder und be=
ſonders
für ſeine Wieſen bringen und die fehlende Winterfeuchtigkeit
der beiden letzten Winter erſetzen. Gerade der letztjährige Futtermangel
an Heu und Grummet läßt ihm um ſeine Futterbeſtände beſorgt ſein
Doch ſoll an dieſer Stelle zur Beruhigung geſagt ſein, daß wenn ſich
die Wettervorherſagen Schafflers erfüllen, uns in dieſem Jahre noch
reichlich Niederſchläge beſchieden ſein werden. Hier hat man ſchon
verſchiedentlich mit der Ausſaat des Hafers begonnen.
Le. Groß=Umſtadt, 15. März. Von Mittwoch, den 26. März, bis
Freitag, den 28. März, findet auf dem Muſter= und Verſuchsgut der
Heſſiſchen Landwirtſchaftskammer zu Groß=Umſtadt ein Kurſus über
Gemüſebau, Schädlingsbekämpfung, Sortieren und Verpackung ſtatt.
Der Kurſus iſt für alle Teilnehmer gebührenfrei. Anmeldungen hierzu
ſind bis zum 22. März an das Muſter= und Verſuchsgut zu Groß= Um=
ſtadt
zu richten. Die Vertretung der beurlaubten Kreisfürſorgerin
Schweſter Tabitha Furch hatte bis zum 10. d. M. Schweſter Waltraud
Sell übernommen. Nachdem dieſe zu ihrer weiteren Ausbildung in
Berlin tätig iſt, wurde Schweſter Hilde Quack als Stellvertreterin der
Schweſter Thabida ernannt. Auf kreisamtliche Verfügung unter An=
drohung
von 150 Mark Geldſtrafe bzw. Haft ſind innerhalb 4 Wochen
alle dürr gewordenen Bäume und Sträucher in Gärten, Gräben und
Feldern zu entfernen.

Einnlstas-Mssterlen
Passions-Weiheabend
von Gustav Hildebrant
4458
heute abend ab 8 Uhr in der Stadtkirche
Veranstaltet vom Erangelischen Bunde.
Karten zu 1., 0.50, 0.30 Mk. ab 7½ Uhr in dee Einhornapotheke.

er, Brensbach 14. März. In den nächſten Tagen kehrt der vor vier
Jahren, am 17. März 1926, nach Swakopmund in Südweſtafrika aus=
gewanderte
Lehrer Hermann Hoffmann von hier in ſeine Heimat zu=
rück
. Lehrer Hoffmann, der in Deutſchland in den Orten, wo er tätig
war, als Lehrer allgemein beliebt war, kann das gleiche Lob von den
Auslandsdeutſchen in Swakopmund mit nach Hauſe nehmen. Von ſei=
nem
Abſchied von dort leſen wir in der Swakopmunder Zeitung, daß
er einer von denjenigen war, der im Jahre 1926 ſein Beſtes beitrug,
daß die deutſche Schule erhalten blieb, außerordentlich erfolgreich ar=
beitete
er nach neuen Grundſätzen im Muſikunterricht, ſowie in der
Schule und außer Dienſt galt ſeine Arbeit dem Deutſchen Verein. Unter
anderem rief er dort den Pfadfinderbund ins Leben, dem er Weg und
Ziel gab. Das Blatt ſchreibt, daß er ſich in Südweſt damit ein Denk=
mal
geſetzt.
Erbach, 15. März. Heute begeht Frau Revierförſter Köbler
Witwe in körperlicher als auch in geiſtiger Friſche ihren 95. Geburtstag.
Erzbach, 14. März. Kurioſum. Dieſe Woche wurde einem
hieſigen Landwirt ein Schwein tot geboren (männlich) mit einem Kopf,
vier Ohren, acht Beinen und zwei Schwänzchen.
Cu. Reichenbach, 15. März. Volkstrauertag. Dieſes Jahr
ſind ſich die hieſigen Vereine zum erſtenmal über die Feier des Volks=
trauertages
einig geworden. Nach dem Trauergottesdienſt am Sonntag,
den 16. d. M. verſammeln ſich ſämtliche Vereine am Kriegerdenkmal.
Unter Mitwirkung des Poſgunenchors und eines Geſangvereins findet
hier eine kurze Feier ſtatt. Die Gemeindeverwaltung legt einen Kranz
nieder. In dieſer Form ſoll der Volkstrauertag alljährlich gefeiert
werden. Die Geſangvereine wollen in ihrer Mitwirkung einander ab=
löſen
.
Bensheim, 15. März. Am Freitag, den 14. März, fand an der
Aufbauſchule die Reifeprüfung ſtatt. Den Vorſitz führte Herr
Miniſterialrat Glückert=Darmſtadt. Zur mündlichen Prüfung wur=
den
alle 11 Schüler der Oberprima zugelaſſen, welche auch alle die Prü=
fung
beſtanden. Von ihnen wollen ſich ſechs dem Lehrerberuf widmen,
zwei beabſichtigen ebangeliſche Theologie zu ſtudieren, einer will Tier=
arzt
werden, einer gedenkt in den mittleren Dienſt bet der Reichsbahn
und einer in den mittleren Finanzdienſt einzutreten. Die Entlaſſungs=
feier
ſoll nächſten Montag, den 17. März, ſtattfinden.
Bb. Bensheim, 13. März. Der in den Sälen des Deutſchen Hauſes
ſtattgehabte Familienabend des evangeliſchen Kirchengeſangvereins und
des evangeliſchen Poſaunenchors, erſterer von Herrn Reallehrer Nickel,
letzterer von Herrn 3. Oſch geleitet, war außerordentlich ſtark beſucht.
Unter gütiger Mitwirkung der Konzertſängerin Frau Suſanne Horn=
Stoll (Sopran), des Herrn Kammerſängers J. Biſchoff, beide aus Darm=
ſtadt
, und Fräulein Ida Biel aus Frankfurt, beſtand das reichhaltige
Programm aus einem von Herrn Eugen Burgmeier geſprochenen, auf
das nachfolgende Oratorium hinweiſenden Vorſpruch, einer Reihe in=
ſtrumentaler
Orcheſtervorträge ſeitens des Poſaunenchors, ſo des Feſt=
marſches
aus dem Bs=Dur=Konzert von Beethoven, der Duvertüre
Regina von Roſſini, dem Händelſchen Marſch aus Jona, einer feier=
lichen
Stelle aus Parſifal (Wagner) und anderes mehr. Im Mittel=
punkt
des Abends ſtand die ganz glänzend durchgeführte Wiedergabe
von Teilen aus dem Oratorium Die Jahreszeiten, von Joſef Hahdn,
und zwar ausgeführt von den Soloſängern, dem Chor und den von
Fräulein Ida Biel übernommenen Klavierpart. Die Wirkung war un=
vergleichlich
ſchön. Die Aufführung dieſes Werkes bzw. einzelner Teile
desſelben, war der Initiative des Chorleiters Herrn Lehrer Nickel zu
danken, unter deſſen zielbewußter Leitung der Kirchengeſangverein zu
tatkräftigem Aufblühen gelangt iſt. Bemerkenswert war es, daß auch
viele auswärtige Beſucher an dem wohlgelungenen Familienabend teil=
nahmen
.
1. Von der Bergſtraße, 15. März. Auf Einladung der Jägerver=
einigung
Vergſtraße (Sitz Weinheim) hielt am Donnerstag
abend Herr Vonderheit aus Darmſtadt im Saale des Hotels Pfälzer
Hof in Weinheim einen faſt 1½ſtündigen, hochintereſſanten Vortrag
über Vogelzug. Am Schluß ſprach Voyſtand Prof. Hermann Rohr=
ſchneider
dem Referenten für ſeine ausgezeichneten Ausführungen den
warmen Dank der geſamten Zuhörerſchaft aus.

Gaukurnkag des Odenwald=Jahngaues.
Bz. Der Odenwald=Jahngau wurde vor Jahresfriſt auf Grund der
Gaubereinigung dem Main=Rheingau einverleibt, nachdem er 23 Jahre
hindurch als ſelbſtändiger Gau geführt wurde. Obwohl die Kreisleitung
des öfteren auf die nachteiligen Folgen aufmerkſam gemacht wurde, ließ
man ſich von dieſem verluſtbringenden Beſchluß nicht abbringen. Es
war vorauszuſehen, daß die kleinen Landvereine, als Mitglieder des
ausgedehnten Main=Rheingaues die finanziellen Mittel nicht aufbringen
können. Schon im erſten Jahre war bei unſeren Vereinen ein gewal=
tiger
Rückgang zu verzeichnen und man ſah ſich gezwungen, den Oden=
wald
=Fahngau wieder zu errichten, um die kleinen Vereine vor dem
Untergang zu bewahren. Bei reger Beteiligung fand nun am 9. März
d. J. in Nieder=Liebersbach der Gauturntag ſtatt. Gauvertreter Kohl
erſtattete eingehend Bericht über die Verhandlungen mit der D.T. und
dem 9. Kreis zwecks Wiederaufnahme als ſelbſtändigen Gau, die leider
erfolglos endeten. Im Intereſſe der Erhaltung unſerer kleinen Turn=
vereine
faßte man einſtimmig den Beſchluß, den Turnbetrieb nnter
allen Umſtänden aufrecht zu erhalten und zu fördern. Wenn man auch
bei unſerer ſeitherigen Kreisleitung nicht einſehen wollte, daß Abhilfe
geſchaffen und unſere Arbeit erleichtert werden muß, ſo hoffen wir=
daß
es in unſerer D.T. doch noch Kreiſe gibt, die gewillt ſind, Mittel
und Wege zu ſuchen, um auch die kleinen Vereine der D.T. zu erhalten
und den Werberuf nicht vollends unnütz zu machen. Nach Erledigung
einer reichhaltigen Tagesordnung trennte man ſich mit ſichtlicher Be=
geiſterung
für die edle Turnſache.

D. Biblis, 14. März. Verſchiedenes. Im Gaſthaus Zum
Rheiniſchen Hof fand die Generalverſammlung der Obſt= und Gemüſe=
verwertungsgenoſſenſchaft
ſtatt. Der Vorſitzende des Aufſichtsrates, Herr
Ad. Metz, eröffnete die Verſammlung und gab die Tagesordnung be=
kannt
. Darauf wurde der Reviſionsbericht verleſen und eingehend er=
klärt
, ſo daß hiergegen keine Einwendungen erhoben wurden. Es folgte
nun die Entlaſtung des Vorſtandes. Bezüglich der Verteilung des
Reingewinns, auch bezüglich des Reſervefonds und der Betriebsrück=
lgge
eine gewiſſe Summe zu überweiſen, wurde nichts Gegenteiliges
laut. Anſchließend referierte der Direktor der Genoſſenſchaft in aus=
führlichen
Worten über das Geſchäftsjahr 1929 und gab ſo einen ge=
nauen
Rückblick, der allgemein intereſſierte. Bei der Neuwahl des Vor=
ſtandes
wurde Valt. Kärcher 3. als Direktor wiedergewählt, ebenſo Ad.
Metz 3. als Vorſitzender des Aufſichtsrates. Alsdann ging man zum
Allgemeinteil über. Erſt nach lebhafter Debatte, über Anbaufläche,
Samenbeſtellungen und Düngung wurde die gut beſuchte Verſammlung
geſchloſſen. Die hieſige Bürgermeiſterei gab unter anderem bekannt,
daß bis zum 24. März Tauben nicht frei umherfliegen dürfen. Dieſe
Maßnahme iſt mit Rückſicht auf die einſetzenden Saatarbeitem im In=
tereſſe
der Allgemeinheit gelegen. Ebenſo ſind bezüglich der Entfernung
der Raupenneſter die entſprechenden Maßnahmen baldigſt durchzuführen,
Unter Hinzuziehung des Vertrauensmannes der Landwirtſchaftskam=
mer
Darmſtadt, Herrn Hch. Kiſſel 9. Biblis, fand eine Beſichtigung
der hieſigen Gemarkung durch zwei Vertreter des Landesfinanzamtes
Darmſtadt ſtatt. Man ſtellte feſt, daß die Gemeinde Biblis nicht weniger
als 2300 Morgen Wieſen hat. Die genaue Statiſtik der Gemarkung
Biblis zeigt auf: 1132,49 Hektar Ackerland, 577,26 Hektar Wieſen 350 34
Hektar Waldungen, B,32 Hektar Hofreiten, 135 13 Hektar Straßen,
Wege, Bäche Gräben und Oedungen 39,73 Hektar Teil am Rhein=
ſtrom
. Die Bibliſer Gemarkung umfaßt alſo zirka 800 Morgen.
W. Heppenheim a. d. B., 15. März. Kreisausſchuß=
ſitzung
. Unter dem Vorſitz des Herrn Kereisdivektors Pfeiffer fand
eine öffentliche Sitzung mit der Tagesordnung: Gehaltregelung des
Bürgermeiſters Schäfer von Rimbach ſtatt. Als Vertreter der Gemeinde
(2300 Einvohner) waren der Beigeordnete Schmitt und die Gemeinde=
räte
Weber und Schwebel anweſend. Der Bürgermeiſter bezieht 5312
NM. Gehalt: nach dem Beſoldungsgeſetz in Gruppe 4a ſtünde ihm ein
jährliches Gehalt einſchließlich Kinderzulage von 6400 RM. zu: 1914
bezog er ein Gehalt von 1600 RM. Der Gemeinderat ohne die Bürger=
liche
Vereinigung war zu einer Gehaltstzahlung bis zu 3000 RM. bereit.
Die bürgerliche Vereinigung enthielt ſich aus politiſchen Gründen, welche
auf der Gemeinderatswahl boſierten, der Stimme und brachte hierdurch
die Vorlage des Kreisamts für 5970 RM. Gehalt zu Fall. Bei Ver=
nehmung
erklärt der Beigeordnete, die Minderheit des Bemeinderats
ſtehe auf dem Standpunkt, des Kreisamts, die Mehrheit jedoch lehne
jede Gehaltszahlung über 3000 RM. ab. Kreisausſchußmitglied. Land=
tagsabgeordneter
Schwebel richtete an den Vorſitzenden die Anfrage,
welche Steuerausſchläge die Gemeinde Rimbach erhebe und ob eine der=
artige
Durchführung für die Gemeinde tragbar ſei. Der Vorſitzende
ſtellte feſt, daß zurzeit für Gebäudeertragsſteuer 40 Pfg., für Kapital=
ertragsſteuer
78 Pfg., für Gewerbeſteuer 60 Pfg. und an Sonderſteuer
34,9 Pfg. erhoben werden. An jährlichen Gehältern für Gemeindebeam=
ten
ſind auf Grund der Beamtenbeſoldung 20 Prozent Mehrleiſtungen
aufzubringen, ebenſo die Sozialbeiträge für die Gemeindebeamten in
fährlicher Höhe von 5800 MM. Das Gehalt des Bürgermeiſters erhöht
ſich alfo von 5312 RM. auf 5970 RM., das des Gemeinderechners von
4144 RM. auf 455 RM. einſchließlich Kinderzulage. Die geſamten per=
ſönlichen
Koſten der Gemeindebeamten betragen jährlich 21 000 RM. zu=
züglich
5800 MM. für Sozialbeiträge. Der Voranſchlag für 1930 ſieht
eine Mehrausgabe von etwa 6000 RM. vor. Für Schulen allein ſind
2000 RM. mehr aufzubringen. Da nach langem Hin und Her keine
Ausſicht auf Einigung beſtand, ſchlug der Vorſitzende vor, dieſe Ange=
legenheit
dem alsbald tagenden Schiedsgericht zu überweiſen. Bei Fort=
ſetzung
der Debatte erklärte Gemeinderat Weber, es ſeien in Rimbach
Beamte vorhanden, die nur durch Zwang des Geſetzgebers dieſe hohen
Gehälter annähmen. Nach zweiſtündigem Hin und Ger kam ein Beſchluß
zuſtande, die Streitſache zur nochmaligen Beratung an den Gemeinde=
rat
zurückzuverweiſen; die Friſt wurde auf 10 Tage feſtgeſetzt. Hoffent=
lich
findet dieſer Streit nach eineinhalbjähriger Dauer bald ſein Ende.
1. Von der Bergſtraße, 15. März. Als zweites Opfer des Verkehrs=
unglücks
zwiſchen Großſachſen und Heddesheim iſt der 63jährige evange=
liſche
Pfarrer Schmidt aus Heddesheim im Städtiſchen Krankenhaus in
Mannheim geſtorben. Pfarrer Schmidt war bekanntlich auf dem Heim=
weg
von einem Kirchenkonzert durch den Motorradfahrer Obermeiſtee
Adam Kohler überfahren worden und hatte eine Gehirnerſchütterung
erlitten, Kohler ſelber war ſchon vor zwei Tagen infolge des erlittenen
Schädelbruchs beim Sturz vom Motorrad geſtorben. Pfarrer Schmidt
ſollte am 1. April d. J. in Ruheſtand treten und begbſichtigte nach Doſ=
ſenheim
zu überſiedeln. Er hinterläßt eine Witwe mit zwei Söhnen und
drei Töchtern.
Heppenheim, 14. März. Die landwirtſchaftliche Schule hier
ſchließt ihren ordentlichen Lehrgang 1929130 Donnerstag, den 2. März,
vormittags 9 Uhr, mit einer öffentlichen Schlußfeier im Saale des Gaſt=
hauſes
zum goldenen Anker (Gg. Vettel). Am Nachmittag findet ein
gemeinſamer Ausflug zur Beſichtigung des ſtaatlichen Rebmuttergartens
und nach Bensheim ſtatt. Abmarſch 1.30 Uhr ab Goldener Anker. Zu
der Veranſtaltung ſind nicht nur die Angehörigen der jetzigen Schüler,
die ehemaligen Schüler mit Angehörigen, ſondern auch alle Landwirie
und Freunde der Schule herzlichſt eingeladen.
a. Offenbach, 14. März. Hauszinsſteuer=Hypotheken
und Wohnungsbau. Die Bürgerliche Arbeitsgemeinſchaft des
Stadtrates hatte beantragt, die Rückflüſſe aus den Sonderſteuerhypo=
theken
, die die Stadt ſeit Jahren in Höhe von 6000 Mark zinslos auf
20 Jahre an Siedler vergibt, wieder als Baudarlehen zu vergeben, da=
mit
das darniederliegende Baugewerbe belebt werde. Bei der Verhand=
lung
des Antrages ſtellte ſich heraus, daß von den Hypotheken bereits
235 000 Mk. zurückgefloſſen ſind, daß aber dieſer Betrag nicht greifbar
iſt, da er zu Zwecken der öffentlichen Verwaltung und zu Straßenbauten.
bereits verwendet iſt. In Stadtratskreiſen war man daraufhin etwas
enttäuſcht. Nun iſt durch Beſchluß des Reichstages vom 11. März deſſen
früherer Beſchluß, die Rückflüſſe aus den Hanszinsſteuer=bypotheken
ſeien ausſchließlich für den Wohnungsbau zu verwenden, gegen den
Widerſpruch des Reichsrates mit der verfaſſungsmäßigen Mehrheit Ge=
ſetz
geworden. Nachdem das, was die Bürgerliche Arbeitsgemeinſchaft=
mit
ihrer Anregung wollte, im Reiche Geſetz iſt, wird die Stadtverwal=
tung
die zweckwidrig verwendete Summe von 235 000 Mark aus der
Hauszinsſteuer wohl auf irgendeine Weiſe für den Wohnungsbau doch
noch flüſſig machen müſſen.
4a. Wimpfen, 15. März. Auf dem letzten Schweinemarkt, auf dem
annähernd 90 Tiere aufgetrieben waren, ſtellte ſich der Durchſchnitts=
preis
für ein Paar Läuferſchweine zwiſchen 115 und 130 Mk. Der Abſatz
war gut.

machen jedes Antlitz ansprechend und schön. Oft schon durch einmaliges Putzen mit der herrlich erfrischend
schmeckenden Chlorodont=Zabnpeste erzielen Sie einen wundervollen Elfenbeinglanz der Zähne, auch an
WHEINE TelIIe den Seitenflächen, bei gleichzeitiger Benutzung der dafür eigens konstruierten Chlorodont-Zahpbürste
mit gezahntem Borstenschnitt. Faulende Speisereste in den Zahnzwischenräumen als Ursache des üblen
Mundgeruchs werden gründlich damit beseitigt. Chlorodont: Zahnpaste, Mundwasser, Zahnbürsten
Einheitspreis 1 Mark bei höchster Qualität. Man verlange nur echt Chlorodont in blau-weiß-grüner Originalpackung und weise jeden Ersatz dafür zurück. IDr1097

[ ][  ][ ]

Nummer 75
Sonntag, den 16. März 1930
Aus den ländlichen Gemeindeparlamenten.

Ap. König i. O. (Stahlbad), 15. März. Ausdem Gemeinde=
wat
. Die Brennholzverſteigerung, welche 96 Prozent der Geſamttaxe
erbrachte, findet Genehmigung, desgleichen wird der Verpachtung von
GBärten an die ſeitherigen Pächter unter Ablehnung von Einwänden
sum Preiſe von 12 RM. pro Abteilung zugeſtimmt. Bevor die Brücke
Em Oberdiel, welche zur Hälfte der Fürſtlich Erbach=Schönbergſchen Ver=
rvaltung
gehört, wiederhergeſtellt werden ſoll, findet eine Beſichtigung
tatt. Dem ſeitens der Reichspoſtverwaltung vorgelegten Sommerfahr=
wlan
, der ſich an den vorjährigen Fahrplan anlehnt, wird zugeſtimmt,
Sine Garantieübernahme über die unwirtſchaftliche und unrentable Linie
SVielbrunnErbach-Michelſtadt iſt ſeitens der Gemeinde König nicht
nehr beabſichtigt. Zu der Beſchwerde der Anwohner des Gartenwegs
uum umgehende Abſtellung von Mißſtänden ſoll erſt nach einer durch
Die Baukommiſſion ſtattgefundenen Ortsbeſichtigung Stellung genommen
werden. Am Schloßplatz, längs des von Herrn J. Hofferbert neu er=
wvorbenen
Anweſens, wird ein Abflußkanal gebaut, wobei H. einen Teil
Der Koſten übernimmt. Auf Beſchwerde eines Anwohners und Ver=
Fügung des Heſſiſchen Kreisamts Erbach wird nach längerer Debatte eine
Teilkanaliſation der Jahrſtraße beſchloſſen. Bei der Reichsbahndirektion
Foll um Abgabe von Bahnſchotter nachgeſucht, ferner vor dem Anweſen
Ges Philipp Marquard in der Kimbacher Straße auf Gemeindekoſten
Die Mauer entfernt und der dort befindliche Erdhügel abgetragen wer=
Den. Anſchließend geheime Sitzung, in der zumeiſt Fürſorgeangelegen=
heiten
erledigt werden.
Cd. Michelſtadt, 15. März. Aus dem Gemeindeparla=
ment
. Die geſtrige Gemeinderatsſitzung im Saale der 3 Haſen
wurde von Bürgermeiſter Neff um 6 Uhr eröffnet. Der Gemeinderat
war bis auf den Beigeordneten Künzel, welcher ſich entſchuldigen ließ,
wollzählig. Vor Eintritt in die Tagesordnung beſchloß man, die als
eerſten Punkt auf der nichtöffentlichen Sitzung ſtehende Stadtrechnung
1998 in die öffenltiche Sitzung zur Beratung zu ſtellen. Auf der
TTagesordnung der öffentlichen Sitzung ſtand als 1. Punkt: Endgültiger
=Beſchluß über die Verbeſſerung der Waſſerverſorgung. Hierzu verlas
Bürgermeiſter Neff ein Gutachten des Chemiſchen Unterſuchungsamtes
DDarmſtadt, wonach das Waſſer als Trinkwaſſer zu benutzen und ſeinen
Härtegraden nach zu den weichen Waſſern zu zählen ſei. Auf Vorſchlag
des Bürgermeiſters wurde nun noch ein früher im Gaswerk beſchäftigter
Zuhörer befragt und erklärte dieſer, daß das Waſſe aus dieſer Quelle
won den Arbeitern des Gaswerkes mit Vorliebe getrunken wurde. Der
Gemeinderat ſtimmt nun einſtimmig dem Vorſchlag der Verwaltung, die
Gaswerksquelle auszubauen zu und ermächtigt die Verwaltung, die er=
forderlichen
Schritte zu unternehmen. Im Anſchluß daran verlas der
Bürgermeiſter ein Schreiben der Freien Bürgerlichen Vereinigung
Michelſtadt, in dem dieſe bat, den geplanten Ausbau der Gaswerks=
quelle
noch zurückzuſtellen und zu verſuchen, an anderer Stelle Waſſer
zu finden, da gegen das Waſſer aus dieſer Quelle in der Bevölkerung
Bedenken beſtehen. Der Gemeindreat nahm davon Kenntnis. Zu
2., Gemeindeumlagen 1929, machte Bürgermeiſter Neff Mitteilung, daß
der Voranſchlag der Stadt für das Rechnungsjahr 1929 von miniſteriel=
ler
Seite beanſtandet worden ſei, da die im Voranſchlag eingeſetzten
Summen der Steuerüberweiſungen des Reiches und der Gemeinde=
ſteuern
durch die ſchlechte Wirtſchaftslage und die Herabſetzung der
Steuerkapitalien nicht erreicht werden würden Es wurde einſtimmig
beſchloſſen, die Beſchlußfaſſung über die Deckung dieſes auf zirka 130 000
RM. geſchätzten Ausfalles bis zur endgültigen Feſtſetzung der Stener=
ausſchlagsſätze
für 1929 zurückzuſtellen. Punkt 3 betraf Abrechnung
über die Verwertung der Reihenhäuſer in der Jahn= und Damaſchke=
ſtraße
. Durch den Bau dieſer Reihenhäuſer, die unter dem Geſtehungs=
preis
, der 10 175 RM. betrug, zu 6000 RM. bzw. 9000 RM. abgegeben
wurden, iſt der Stadt ein Verluſt von 51 675 RM. entſtanden. Durch
den Verkauf des Gaswerks wurden hiervon zirka 42 000 RM. abgedeckt,
der Reſt ſoll, um das Betriebsmittelkonto der Stadt zu entlaſten, durch
Kapitalaufnahme abgedeckt werden. Die Verzinſung und Tilgung die=
ſes
Kapitals ſoll aus Mitteln der Sondergebäudeſteuer erfolgen. Der
Gemeinderat gab hierzu einſtimmig ſeine Genehmigung. Gemeinderat
Marquardt rügt noch, daß bei dem Verkauf der Häuſer nicht der genaue
Geſtehungspreis feſtgeſtellt geweſen ſei. Unter Punkt 4 erfolgte die
Beratung über die Stadtrechnung für das Rechnungsjahr 1928. Dieſe
Rechnung ſchließt mit einem Fehlbetrag von zirka 37 000 RM. ab, der
entſtanden ſei durch die erhöhte Belaſtung der Stadt auf dem Gebiete
der Wohlfahrtspflege und der ſozialen Fürſorge, auf der anderen Seite
ſei der Eingang an Steuern ſowie auch der Steuerüberweiſungen des
Reiches erheblich unter dem Voranſchlag geblieben. Um das Betriebs=
mittelkonto
zu entlaſten, wurde auch hier einſtimmig beſchloſſen, ein
Darlehen in dieſer Höhe aufzunehmen, das im Laufe der nächſten fünf
Jahre durch erhöhte Sparſamkeit wieder abzudecken ſei. Der nächſte
Punkt betraf die Feſtſetzung des Termins für die Beigeordnetenwahl.
Auf Vorſchlag des Bürgermeiſters wurde als Wahltag der 27. April
1930 feſtgeſetzt. Auf Antrag des Gemeinderats Margardt wurde ein=
ſtimmig
beſchloſſen, daß der neue Beigeordnete keine pauſchale Ver=
gütung
erhält, über die zu gewährende Vergütung bei Vertretungen
des Bürgermeiſters und dergl. ſoll jeweils der Gemeinderat beſtimmen.
Sodann wurde die Rechnung des Städt. Krankenhauſes für das
Rechnungsjahr 1928 in ihren einzelnen Poſitionen vom Bürgermeiſter
verleſen und unter dem Vorſitz des Gemeinderates Wilh. Heinz ein=
ſtimmig
genehmigt. Unter Punkt Verſchiedenes gab der Gemeinderat
dann noch ſeine Genehmigung, daß ein Schutzmann oder Feldſchütze je=
weils
Montags im Auftrage des Verkehrsvereines bei den Zimmer=
vermietern
und Gaſthäuſern die in der vorhergehenden Woche ſtattge=
fundenen
Uebernachtungen von Fremden feſtſtellt und die hierfür zu ent=
richtende
Gebühr einzieht. Weiter wurde ein Geſuch des Kinobeſitzers
Bergmann. Vergnügungsſteuer betreffend, erledigt und über das Bau=
vorhaben
der Baugeſellſchaft Odenwald, Sitz Erbach, in hieſiger Stadt
geſprochen. Hierauf ſchloß der Bürgermeiſter die öffentliche Sitzung
und fand anſchließend noch eine nichtöffentliche ſtatt.

Le. Groß=Umſtadt, 15. März. Aus demGemeinderat. Der
Bürgermeiſter berichtet über das Ergebnis der erfolgten elf Holzver=
ſteigerungen
. Dieſelben haben einſchließlich des auf dem Submiſſions=
weg
abgegebenen Holzes rund 71 000 Mark ergeben. Sodann werden
wie alljährlich die Koſten für die Muſik ſowie die Programme zur kirch=
lichen
Feier gelegentlich des Volkstrauertages bewilligt. Der Beſchluß
vom 23. 1. 30 Ziffer 6 wird aufgehoben und erneut folgendes beſchloſſen:
Die Kraftwagenhalle der Gemeinde wird der Reichspoſt zur Unterſtel=
lung
der Omnibuſſe auf drei Jahre koſtenlos zur Verfügung geſtellt.
Die Unterhaltung der Halle hat die Reichspoſt zu übernehmen. Nach
Kenntnisnahme der Verfügung des Kreisamtes Dieburg beſchließt der
Gemeinderat, daß die Kollektiv=Schüler=Unfallverſicherung mit einem
Satze von 40 Pfennig pro Jahr und Kopf abgeſchloſſen werden ſoll.
Da mit der Erbauung von 6 Kleinwohnungen in der Gemeinde baldigſt
begonnen werden ſoll, die ſtaatlichen Baudarlehen bis jetzt aber noch
nicht feſtſtehen, ſoll bei der Bezirksſparkaſſe Groß=Umſtadt angefragt
werden, ob ſie der Gemeinde etwa 30 000 Mark im Laufe des Jahres
zur Verfügung ſtellen will, und zwar unter der Zuſicherung, daß 35
Prozent dieſer Summe ſpäteſtens Ende 1930 wieder zurückgezahlt wer=
den
. Von dem Bauplatz der Gemeinde in der Chriſtof=Vogel=Straße
ſollen dem Volksſtaat Heſſen 800 Quadratmeter zu je 4,50 Mark zur
Erbauung eines ſtaatlichen Gendarmerie=Wohnhauſes abgegeben wer=
den
. Der Gemeinderat beſchließt bezüglich des Poſtneubaues, daß die
Bauleitung für dasſelbe nicht dem Hochbauamt Dieburg übertragen
wird. Die Oberpoſtdirektion Därmſtadt ſoll um Ausarbeitung der
Pläne gegen eine Vergütung von 1 Prozent der Bauſumme gebeten
werden. Die Bauleitung (Ausſchreibung, Abrechnung uſw.) wird dem
Bauingenieur Ohl hier gegen eine Vergütung von 2400 Mark übertra=
gen
. Von Frau Karl Kirchmeher Witwe wird ein Fahrſtuhl zum
Preiſe von 30 Mark angekauft und dem ſtädtiſchen Krankenhauſe über=
wieſen
. Georg Chriſt. Rudolf Magſaam iſt um Herabſetzung des Kauf=
preiſes
des Stadtgrabengeländes eingekommen. Das Geſuch wird ab=
gelehnt
. Georg Walter erhält die Erlaubnis, in die Wohnung, die im
Hauſe des Martin Emmerich Schellengaſſe, gelegen iſt, einzuziehen.
T., Dreicichenhain, 15. März. Kommuunale Angelegen=
heiten
. Nach Beſchluß des Gemeinderats werden alle größeren Ar=
beiten
in der Gemeinde nach der Reichsverdingungsordnung vergeben.
Der Gemeinderat nimmt Kenntnis von der Mandatsniederlegung des
Gemeinderatsmitgliedes Georg Schäfer und iſt mit dieſer einverſtanden.
Das Pflügen des Waldes wird dem Fritz Conte als Wenigſtnehmendem
übertragen. Das Geſuch des Frl. Eliſabethe Laux um Ueberlaſſung von
Baugelände in der Solm.=Weiherſtraße für den Quadratmeter zu 2 RM.
wird abgelehnt. In der Sportplatzangelegenheit ſoll eine weitere Sitzung
mit den Vereinsvertretern ſtattfinden. Ueber die unberechtigte Forde=
rung
bei der Herſtellung des Ortsrohrnetzes in Dreieichenhain ſoll zwi=
ſchen
der Firma J. Groſſelfinger u. Co., Frankfurt a. M., dem Kultur=
bauamt
Darmſtadt und der Gemeinde Dreieichenhain in der mächſten
Woche eine nochmalige Beſprechung ſtattfinden.
Cu. Reichenbach, 14. März. Gemeinderatsbericht.
Arbeitsvergebung: Wie bekannt, ſoll gleichzeitig mit der Errichtung
einer Jugendherberge auf dem Spritzenhaus der Umbau des letzteren
vorgenommen werden. Die Arbeiten ſollen ſofort von der Gemeinde
vergeben werden. Zuvor ſoll aber nochmals eine Ortsbeſichtigung ſtatt=
finden
. Jagdverpachtung: Durch den Tod des Herrn Dr. Wolvert iſt
der eine Jagdbogen der hieſigen Gemeindejagd frei geworden. Als Be=
werber
hat ſich Herr Heinrich Tempel jr., gemeldet, dem ab 1. Februar
1930 der Bogen 1 zugeſprochen wird. Baugeſuch: Der Bauplan des
Revierförſters Kunkelmann wird unter der Bedingung genehmigt, daß
die Gemeinde keine Garantie für den Waſſerbezug übernimmt. Voran=
ſchlag
1930: Die Sparmaßnahmen der Regierung wirken ſich bekanntlich
auch auf die Gemeinden aus. (Heilſtätten= und Beſoldungszuſchüſſe
u. a.). Hinzu kommen noch Mindereinnahmen von 4100 Mark bei der
diesjährigen Holzverſteigerung und Kürzung der Steinbruchspacht. Die=
ſen
Belaſtungen gegenüber ſoll ein Ausgleich geſchaffen werden durch
Abſtriche bei verſchiedenen Poſten des Voranſchlags. Vachtüberſchuß:
Aus der Verpachtung der Schäferei hat ſich ein Ueberſuß ergeben. Der
hieſige Verkehrs= und Verſchönerungsverein mußte für die Anſchaffung
von Bänken eine Anleihe von 20 Mark aufnehmen. Zur Tilgung die=
ſer
Anleihe wird ihm von der Gemeinde aus dem genannten Ueberſchuß
der Betrag von 100 Mark überwieſen. Lernmittelfreiheit: Die hieſige
Ortsgruppe des Reichsbundes der Kinderreichen hat den Antrag auf
Lernmittelfreiheit für ihre Kinder geſtellt. Der Antrag wird abgelehnt.
Ein Gemeinderatsmitglied macht hier den Einwand, die Gemeinde hätte
ſeither nichts für Wohnungsbeſchaffung und Bautätigkeit getan. Herr
Bürgermeiſter Mink erwidert hierauf, daß die Gemeinde ſeit 1924 für
33 Häuſer die Beſchaffung von Zwiſchenkrediten oft unter großen
Schwierigkeiten übernommen habe. Die Erſtellung von gemeindeeigenen
Mietshäuſern ſei nach Erfahrungen, die man in anderen Gemeinden
gemacht habe, nicht ratſam geweſen.
A. Rimbach, 15. März. Aus dem Gemeindeparlament.
Es wird für einen Wohnungsſuchenden in dem Wohnhaus Eckgaſſe 207
eine Wohnung beſchlagnahmt. Der Sanitätskolonne wird aus der Ge=
meindekaſſe
zu deren Unkoſten eine Beihilfe von 150 RM. bewilligt.
Die Nutzholzveuſteigerung vom 22. März 1929 mußte, da ſie die Tax=
preiſe
nicht erreichte, noch nachträglich vom Gemeinderat genehmigt
werden. Es beſtehen zurzeit Verhondlungen wegen Uebernahme der
ehemaligen Odenwälder Oelfabrik. deren derzeitiger Beſitzer die Zweig=
ſtelle
Weinheim der Deutſchen Bank= und Diskontgeſellſchaft iſt. Die
Bank fordert für das Anweſen 25 000 RM., was jedoch dem Gemeinde=
rat
zu hoch erſcheint, weshalb mit dieſer weiter verhandelt werden muß.
D. Biblis, 14. März. Gemeinderatsſitzung. Ortsbau=
ſatzungen
. Gemeinderat Reis vertrat die Anſicht, daß zur Hebung der
mißlichen Umſtände unbedingt ein Bebauungsplan erforderlich ſei, der
ſich beſtimmt rentabel für die Gemeinde mache und alle Bauangelegen=
heiten
glänzend klären würde. Nach längerer Debatte wurde ein All=

Seite 7

gemeinborſchlag angenommen, wonach eine Kommiſſion gewählt wurde,
die dieſe Angelegenheit genau prüfen ſoll. Aufgabe dieſer Kommiſſiom
wird es auch ſein, Punkt 2 zu klären. Es handelt ſich hier um einen
Durchbruch der Hintergaſſe zur Ochſengaſſe. Es wäre hauptſächlich den
Bewohnern der Ochſengaſſe mit dieſer Verbindungsſtraße bzw. weg
ſehr gedient. Gemeinderat Franz Angert und Reis gaben auf Ver=
anlaſſung
von Herrn Bürgermeiſter Frank genaue Auskunft über ent=
ſtehende
Koſten. Die Gemeinde iſt nicht abgeneigt, eine Durchgangs=
ſtraße
herſtellen zu laſſen, wenn ſich die Forderungen der Angrenzer in
annehmbaren Bahnen bewegen. Dem Gemeinderat wurden nun ver=
ſchiedene
Baupläne zur Einſicht vorgelegt. Bezüglich der Zufuhr zur
Hofreite Platz wurde Herr Bürgermeiſter Frank beauftragt, ſich mit
dem Forſtamt ins Benehmen zu ſetzen zwecks Genehmigung eines Zu=
fahrtswegs
. Herr Bürgermeiſter Frank gab bekannt, daß drei Waggon
Schrotten vom Bahnumbau in Groß=Rohrheim eingetroffen ſeien, die
zur Ausbeſſerung der Feldwege Verwendung finden ſollen. Es iſt mit
weiteren Zufuhren zu rechnen. Die Gemeinde wird für das Ausladen
der Schrotten ausgeſte erte Arbeitsloſe verwenden und hat nach
Rückſprache mit anweſenden Leuten dieſer Art für den Waggon je 200
Zentner 4 Mk. bewilligt. Die Fuhrleute ſollen für den Waggon 10 Mk.
erhalten.
By. Langen, 15. März. Kommunales. Als Delegierte zum
Landgemeindetag werden die Herren Hamm, Heil und Beck gewählt.
Der Zuſchlag zu Gas und lektr. Strom ſoll weiter erhoben werden. Die
Geſtehungskoſten für den Kubikmeter Gas betragen nach dem Bericht
des Betriebsleiters 20,4 Pfg. Die Gemeinde übernimmt zwecks Zinsver=
billigung
bei den gewährten Baudarlehn das Mehr, das 8 Prozent
überſteigt. Die durch den Verkauf von Häuſern eingehenden Gelder
ſollen zur teilweiſen Tilgung von Anleihen berwendet werden. Bei
Hausanſchlüſſen an Kanal, Gas= und Waſſerleitung ſoll in Zukunft nur
das tatſäcklich verbrauchte Material in Amrechnung gebracht werden. Die
von Herrn Heyden aufgeſtellten neuen Kalkulationen für Inſtallations=
arbeiten
bei Gas=, Waſſer=, Stromeinführungen werden angenommen,

Ck. Groß=Gerau, 14. März. Automatendiebſtahl. Ein im
Vorraum des Groß=Gerauer Bahnhofes aufgeſtellter Parfüm=Automat
wurde erbrochen und ſeines Inhaltes beraubt. Den Tätern fielen eine
geringe Anzahl von Zehnpfennigſtücken und einige Flaſchen Parfüm in
die Hände. Wie die Ermittelungen ergaben, handelt es ſich um vier
junge Burſchen, von denen zwei in Groß=Gerau, einer in Weiterſtadt
und einer in Worfelden wohnhaft ſind. Die 4 waren von einem Nei=
ſenden
beobachtet worden, der aber zuerſt in dem Glauben war, es
handele ſich um eine Reparatur des Automaten. Als ihm die Sache
verdächtig wurde, benachrichtigte er einen Bahnbeamten. Inzwiſchen
waren die Burſchen jedoch ausgeriſſen. Einer von ihnen wurde jedoch
ausfindig gemacht und der Tat überführt. Die Namen ſeiner Mithelfer
hat er bisher verſchwiegen. Wie es heißt, kommen die Automatendiebe
auch in Verdacht, den Einbruch in die Bahnmeiſterei Groß=Gerau ver=
übt
zu haben, über den vor einigen Tagen berichtet wurde. Anläßlich
des Volkstrauertages, findet am nächſten Sonntag, den 16.
März, abends 8.30 Uhr, in der Turnhalle zu Groß=Gerau eine Veran=
ſtaltung
zum Beſten des Denkmalfonds ſtatt. Mitwirkende ſind Kreis=
ſchulrat
a. D. K. Backes=Groß=Gerau, die Muſikabteilung des Turn=
vereins
1846 Groß=Gerau und der Geſangverein Liederkranz Groß=
Gerau, unter Leitung von Chormeiſter Ludwig Joſt aus Mainz. Auf
dem Programm ſtehen: 1. Muſikvortrag: Viſion, feierliches Intermezzo
von Gounod; 2. Anſprache des Vorſitzenden des Denkmalausſchuſſes;
3. Geſangsvortrag: Das Lied von W. Wengert; 4. Vortrag mit Licht=
bildern
von Kreisſchulrat a. D. K. Backes An den Ruheſtätten deutſcher
Krieger im Ausland; 5. Muſikvortrag: Largo aus der Oper Xerxes
von Händel; 6. Geſangsvorträge: Die Nacht von Franz Schubert. An
einem Bächlein, Engl. Madrigal von Waelrent; 7. Muſikvortrag: Medi=
tation
über das erſte Prälidium von Bach. Der Eintrittspreis beträgt
1 Mk. pro Perſon, im Vorverkauf 80 Pfennig. Der Vorverkauf findet
in den Buchhandlungen Fink und im Polizeibüro ſtatt. Grün=
dung
einer Molkereigenoſſenſchaft. Die Ortsgruppen
des Landbundes Groß=Gerau Berkach und Wallerſtädten haben in einer
gemeinſamen Konferenz die Gründung einer Molkereigenoſſenſchaft mit
beſchränkter Haftung für Groß=Gerau und Umgebung beſchloſſen.
Bh. Dudenhofen, 15. März. Daß die ſchlechte Wirtſchaftslage von
ſehr nachteiligem Einfluß auf die Einnahmen der Landgemeinden iſt,
beweiſſen die diesjährigen Holzverſteigerungen. So hat beiſpielsweiſe die
Gemeinde Dudenhofen, die einen recht umfangreichen Waldbeſitz hat, in
dieſem Jahre eine Mindereinnahme von 30 000 RM. aus Holzverkäufen
gegenüber dem Jahr 1928; gegenüber 1929 beträgt die Mindereinnahme
7000 RM. Wenn auch die Holzpreiſe 1928 außergewöhnlich hoch waren,
ſo handelt es ſich hier doch um Beträge, die bei der Aufſtellung des
Gemeindevoranſchlages ſehr ins Gewicht fallen. Auch in den Gemeinden
wird wan ohne weſentliche Abſtriche am Voranſchlag nicht auskommen.
Auf der Tagesordnung der geſtrigen Gemeinderatsſitzung ſtand der
Voranſchlag für 1930. Da der Voranſchlag nur bis zu Rubrik B3 be=
raten
werden konnte, iſt für kommenden Montag eine außerordentliche,
nichtöffentliche Gemeinderatsſitzung einberufen, in der der Voranſchlag
fertig bevaten werden ſoll. Der ſeitherige Faſelwärter Walter tritt
nach vierzigjähriger, treu geleiſteter Dienſtzeit am 1. April 6. J. in den
wohlverdienten Ruheſtand. Da gleichzeitg auch der eine der beiden
Nachtwächter in den Ruheſtand tritt beſchloß der Gemeinderat, beide
Aemter zu verbinden, um auf dieſe Weiſe eine Erſparnis zu machen.
*
Waſſerſtands=Nachrichten vom 15. März. Rhein: Hüningen
0,40; Kehl 1,48; Maxau 3,22; Mannheim 1,84; Mainz minus 0,31;
Bingen 0,93; Caub 1,00, Köln 0,64 Meter. Main: Schweinfurt
0,69; Würzburg 0,71; Lohr 1,05; Steinheim 2,37; Frankfurt 2,35; Koſt=
heim
Staatsp. minus 0,69, dito Waſſertiefe 1,26, dito Fahrt. 0,96 Mtr.
Gernsheim, 15. März. Waſſerſtand des Rhein3 am
14. März: 1,29 Meter; am 15. März: 1,28 Meter.
Hirſchhorn, 15. März. Waſſerſtand des Nechars am
14. März: 0,69 Meter; am 15. März: 0,76 Meter.

ARBAT

ClGARETTEN

TTMtTichen-

[ ][  ][ ]

Nummer 75

Seite 8

Werheſſnl.
. Friedberg, 14. März. Frühe Feldarbeit. In der Wetterau
iſt die Frühjahrsbeſtellung mit Hafer und Gerſte ſoweit beendet, weſent=
lich
früher als in anderen Jahren. Der Boden hat ſich ausgezeichnet
bearbeiten laſſen.
Bad=Nauheim, 14. März. Ein Heimatfeſtſpiel. Unſere
Badeſtadt hat durch den hieſigen Heimatdichter Karl Piorkow ein recht
wertvolles Heimatſtück erhalten, das in die eigentliche Geſchichte des
Bades, d. h. in die Geſchichte der Quellenerbohrung zurückführt und
den Titel Der Schachtmeiſter trägt. Ein mehrgliedriger Aus=
ſchuß
hat die Erſtaufführung des Feſtſpiels vorbereitet, die dank des
Entgegenkommens der Bad= und Kurverwaltung Mitte Mai im großen
Bühnenſaal des Kurhauſes erfolgt. Vom Stadthauſe. Zu Be=
ginn
der letzten Stadtratsſitzung teilte Bürgermeiſter Dr. Ahl mit, daß
Frau Luiſe Kerckhoff der Ehrenbürgerbrief, der Stadt Bad=Nauheim
durch Vermittlung des Auswärtigen Amtes vom deutſchen Konſul in
Los Angeles überreicht worden ſei, und daß Frau Kerckhoff der Stadt
ſchriftlich ihren Dank ausgeſprochen habe. Im Zuſammenhang damit
ſtellte der Bürgermeiſter in aller Oeffentlichkeit feſt, daß die von einem
auswärtigen Blatte gebrachte Meldung über die Anfechtung der Kerck=
hoff
=Stiftung völlig unrichtig ſei, alſo in unverantwortlicher Weiſe in
die Welt geſetzt worden wäre. Der wichtigſte Punkt der Tagesordnung,
die Neufeſtſetzung des Stromtarifs, wurde nach längerer Ausſprache an
den Ausſchuß zurückverwieſen. Auch in der Frage der Stadthaus=
verlegung
in die ſehr preiswert zum Kauf angebotene Villa Kur=
brunnen
, womit ſich die nichtöffentliche Sitzung beſchäftigte, kam es zu
keinem Beſchluß. Die Entſcheidung in der bedeutſamen Angelegenheit
dürſte erſt in einer weiterberatenden Sitzung erfolgen. Für Neuauf=
nahme
eines neuen Ortsbauplans für das geſamte Stadtgebiet durch
das Vermeſſungsamt Friedberg wurden 4800 Mk. bewilligt, ferner
wurde für die Feuerwehr die Anſchaffung eines Mannſchaftskraftwagens
beſchloſſen. Moderniſierung des hieſigen Poſtamts.
Das neue Poſtamt, das ſeit 26 Jahren in Benutzung iſt, trägt durch
einen größeren Umbau neuzeitlichen Forderungen Rechnung. Im Schal=
terraum
fällt die abſchließende Schalteranlage fort, um durch bank=
mäßige
Schalter erſetzt zu werden, die einen vollſtändigen Ueberblick
über den geſamten Schalterraum geſtatten. Zu begrüßen als verkehrs=
fördernde
Maßnahme iſt auch die Errichtung des Poſtamts 2 im ehe=
maligen
Fürſtenpavillon am Bahnhof. Die Paketbeſtellung foll durch
Ingebrauchnahme von mehreren Elektrowagen gefördert werden.

Sonntag, den 16. März 1930

Bolchalfen. 1d Were. Fein nrelie Sthdtlerie e
bereits kurz mitgeteilt, beſchäftigte ſich die letzte Stadtratsſitzung mit
einem Projekt, das den Kauf des Hauſes Kurbrunnen zur Unterbrin=
gung
der Stadtverwaltung beabſichtigte. Es kam in der Sitzung zu
keinem Beſchluß. In nichtöffentlicher Sitzung wurde heute weiter be=
raten
mit dem Ergebnis, daß der Erwerb genannten Hauſes mit zwei
Stimmen Mehrheit abgelehnt wurde. Zu dem Projekt ſelbſt iſt noch zu
ſagen, daß die Stadtverwaltung das Beſte im Auge hatte; denn das
jetzige Stadthaus genügt, wie allgemein anerkannt wird, räumlich nicht
mehr den Anforderungen der Zeit, und da der Verwaltung ein äußerſt
vorteilhaftes Kaufangebot gemacht worden war, ſchien ihr dieſe Löſung
der Stadthausfrage beſonders günſtig und erſtrebenswert.

34. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlokkerie.
30. Tag der 5. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung vom
14. März fielen: 2 Gewinne zu je 1000 RM. und die beiden Prämien
zu je 500 000 RM. auf Nr. 210 171; 2 Gewinne zu je B 000 RM. auf
Nr. 375 701; 2 Gewinne zu je 5000 RM. auf Nr. 34 834; 6 Gewinne
zu je 3000 MM. auf Nr. 156 534, W8 693, 327 868; 6 Gewinne zu je
2000 RM. auf Nr. 136 380, 218 014, 375 140; 32 Gewinne zu je
1000 RM. auf Nr. 42491, 42 R1, 43 188, 102821, 114 222, 145 340,
922 794, W 758, 228634, B1 233, B1 407, 241 911, 314 742, 329352,
34 822, 348658; ferner wurden gezogen: 32 Gewinne zu je 500 RM.
und 118 Gewinne zu je 300 RM. In der heutigen Schlußziehung wur
den die beiden Prämien von je 500 000 RM. den mit je einem Gewinn
von 1000 RM. gezogenen Loſen Nr. 210 171 zugeſchlagen. Sie fielen in
Abteilung I nach Königsberg (Pr.), in Abteilung II nach Lübeck. Die
Ziehung der 1. Klaſſe der 3. Preußiſch=Süddeutſchen (261. Preußiſchen)
Klaſſenlotterie findet am 25. und 26. Abril 1980 ſtatt. (Ohne Gewähr.)

Geſchäftliches.
Es wird auch an dieſer Stelle auf die Werbewoche der Schneider=
Innung Darmſtadt aufmerkſam gemacht und gebeten, der Annonce in
dieſer Nummer gebührende Beachtung zu ſchenken. Die Schneider=
Innung bittet beſonders, die Aufträge für das Frühjahr möglichſt jetzt
ſchon erteilen zu wollen, damit ein Drängen der Arbeiten zu den Feſt=
tagen
vermieden wird.

Das tägliche Geſchirraufwaſchen.
Dies iſt eine Arbeit, die an und für ſich nicht gerade angenehm iſt,
und durch die Notwendigkeit, ſie auch noch mehrmals am Tage auszu=
führen
, wird ſie von vielen Hausfrauen ſogar faſt gefürchtet. Das neue
Aufwaſch=, Spül= und Reinigungsmittel der Perſilwerke iMi hilft, daß
dieſe Arbeit leichter und ſchneller getan werden kann und daß ſie vor
allem nicht ſo viel Kraft und Geduld in Anſpruch nimmt. iMi gibt
man dem heißen Aufwaſchwaſſer bei (1 Eßlöffel auf 10 Liter heißes
Waſſer 1 Eimer genügt), im Nu werden alle feſtſitzenden Kruſten.
alle angetrockneten Speiſereſte, alle Schmutz= und Fetteile gelockert und
entfern. iMi hilft auch Fußböden reinigen, ſäubert Metall aller Art,
putzt Fenſterrahmen, Türen, Mops, Bohnertücher kurz iſt ein viel=
ſeitiger
Helfer der Hausfrau. Durch ſeine desinfizierende Kraft wird
es beſonders empfehlenswert.

Die Deutſche Bau=Gemeinſchaft ech.mb.H., Leipzig, die größte
Bauſparkaſſe Mitteldeutſchlands, konnte wiederum eine Million R.M.
zinsfreier Darlehen vergeben. Dadurch iſt die Summe der bis heute
vergebenen Darlehen auf 33 Millionen RM. geſtiegen. Intereſſenten
werden auf das Inſerat der Gemeinſchaft aufmerkſam gemacht.

Hanomag mit Differential und Ein=Druck=Zentralſchmierung.
Der bekannte Hanomag=Vierzylinder=Wagen wird, wie die Hano=
mag
mitteilt, jetzt mit Differential geliefert und mit der bekannten Ein=
Druck=Zentralſchmierung ausgerüſtet. Der Vorteil dieſer Zentral=
ſchmierung
beſteht darin, daß durch einen Druck auf den Knopf ſämtlich=
wichtigen
Stellen des Fahrgeſtells die notwendige Menge Oel erhalten.
Außer dieſer hevvorragenden Einrichtung, die übrigens nur Hano=
mag
als einziger deutſcher Kleinſpagen beſitzt, iſt beim Hanomag be=
ſonders
hervorzuheben, daß die Wagen mit hydrauliſchen Stoßdämpfern
ausgerüſtet ſind.
Das Oel wird ſelbſtändig durch ein Doppelfilter gereinigt. Die
Platzverhältniſſe im Wagen ſind äußerſt günſtig; es iſt bequem für 34
Perſonen Platz.
Beſonders hevvorzuheben iſt noch, daß der Hanomag=Wagen mit
viel Zubehör und reicher Ausſtattung geliefert wird.
Die hieſige HanomagVertretung, die Firma Müller u. Ober,
Rheinſtraße 39, iſt gern bereit, mit näheren Auskünften zu dienen.
Die Koloraturſängerin Käthe Nowack errichtet Kurſe für Min=
derbemittelte
. Anmeldungen: Heinrichſtnaße 72 und Chriſtian Arnold,
Weißer Turm. (Siehe Anzeige.)

en
N.
HeWe
te
U
1138

Aere

MSU Automobil-A.-G., Heilbronn a. N.

NSU-Motorwagen-Vertretung:

Autopark-Süd W. Zelder, Darmstadt, Heidelbergerstraße 126. Telephon 3558.

(TV.135

Aus den Amtsverkändigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Sonntagsdienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen;
den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
anſchließenden Woche den Nachtdienſt vom
15. März bis einſchließlich 22. März die
Löwen=Apotheke Ballonplatz 11, die
Adler=Apotheke, Wilhelminenplatz 17, die
Hirſch=Apotheke, Nieder=Ramſtädterſtr. 21.

Arbeitsvergebung.
Die Glaſerarbeiten für das ehe=
malige
Reſidenzſchloß in Darmſtadt, Weſt=
ſeite
, werden auf Grund der Reichsver=
dingungsordnung
öffentl. ausgeſchrieben.
Unterlagen und Bedingungen ſind
während der Dienſtſtunden auf unſerem
Amte, Paradeplatz 3, Zimmer 11, einzu=
ſehen
und Leiſtungsverzeichniſſe, ſolange
Vorrat reicht, daſelbſt erhältlich.
Die Angebote ſind verſchloſſen, poſt=
frei
mit der Aufſchrift: Glaſerarbeiten
für das ehemalige Reſidenzſchloß, zum
Eröffnungstermin Donnerstag, den
27. März 1930, 10 Uhr, auf unſerem
Amte einzureichen.
Zuſchlagsfriſt 8 Tage. (TV.4444
Darmſtadt, den 16. März 1930.
Heſſiſches Hochbauamt Darmſtadt.

Pergebug den Shrleitugen.
Die Abfuhr von ca. 1300 Rm. Brenn=
holz
aus den ſtädtiſchen Waldungen, und
zwar aus den Bezirken Woogsberg 39,
Eichelacker 57. Eichelacker 15. Nacht=
weide
46, Langwieſe 50 und Ständige
Weide 21, nach dem ſtädtiſchen Holzhof.
Pallaswieſenſtraße 54, ſoll vergeben
werden. Alles Nähere iſt in dem Dienſt=
gebäude
, Zimmer 39, des unterzeichne=
ten
Amtes zu erfahren, Angebote ſind
bis 25. März d. J., vormittags 10 Uhr,
in verſchloſſenem Briefumſchlag in Zim=
mer
39 des Amtsgebäudes einzureichen.
Nach dieſem Zeitpunkt einlaufende An=
gebote
können keine, Berückſichtigung
mehr finden.
Die Genehmigung der Vergebung ſo=
wie
die Auswahl unter den Anbieten=
den
bleibt dem Herrn Oberhürger=
meiſter
vorbehalten.
(St.4397
Darmſtadt, den 14. März 1930.
Städt. Wohlfahrts= und Jugenamt.

Förſter, Müller,
Schiedmayer.
Victoria u. a.
von 850 Mk. an
Großes Lager,
kein Laden.
Piano=Berg
Heidelbergerſtr. 88.
Telef. 126. (B.4142

Häite
Herren u. Damen
werd. gereinigt u. n.
neueſten Mod, umge=
preßt
jetzt 2 M. /322b
Frankfurter Hutlager.
Ecke Grafen= und
Bismarckſtraße.

Fußpllege
ſpez. f. Nagelbehölg.
Ref. erſter Häuſer.
zu deſſe.
Spez. f. Fußpflege,
Bismarckſtr. 56, p.
Telebhon 1882 (3808a
Sprechſt. v. 27 Nm.

Die Fortſetzung
der gepfändeten.

e Mnkelae

Lebensmittel
findet Montag, den 17. März 1930,
nachmittags 2 Uhr, im Saale Lud=
(4466
wigsplatz 8 ſtatt.
Darmſtadt, den 15. März 1930.
Metzger
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.

Ohne Diät
bin ich in kurzer Zeit
20 Pfd. leichter
geworden durch ein
einfaches Mittel, wel=
chesich
jed. gern hoſten=
los
mitteile. Frau
Karla Maſt,Bremen
D. 4. (I. Hbg. 1531

ehem. Schweſter
Charlotte Walter,
Freilaſſing BT.,
gibt gerne Ausk, wie
Gallenſteine ſof, und
ſchmerzlos abgehen.
Keine Kolik mehr.
Hilft, wo an. ver=
ſagte
. Rückporto beil.
TV.903)

Beiladungen,
Umzüge
Frankf. Neuſt a.d. H.
Karlsruhe. Gießen.
Mannheim. Stutt=
gart
werd, angen,
Umzüge prompt.
ausgeführt. (299a
Herzog
Steinackerſtraße 18.
Telephon 4165.

Frubjahrs=
Neuheiten

für die
anſpruchsvolle Dame
sind in reicher und aparter Auswahl eingetroffen
Kostüme
schroars und blau 59., 69.-, 75.- usw.
Oebergangs=CMäntel
in eltoffen engl. Art 39., 49., 55. uso.
Complets
in modernen eſtoffarten 59., 69.-, 75..
Kleider
in (0olle u. Geide 29., 35., 59., 45-.

aswo.

Carl
Cchürmann & Co.
Haus für feine Damenmoden.

Alle Fußleiden heilt
Bitlkenſtacks=
AWelſe
Koſtenloſ. Berat u.
Auskunft i. Fach= u.
Schuhgeſchäft. Gide=
müller
. Wienerſtr. 49
(Ecke Soderſtr. ) 4270a

Kee
jetzt 10.4, Aufarb. v.
Chaiſelongue jetzt 15,0.
Matratz,, die morg.
geholt, könn, abends
gelief, werd. Ang. u.
I68 an d. Geſchſt.

nder-
Ingebor
weitunterm Preis
in großer.
Auswahl (*0
Schlaf
zimmer
Eiche m. Edelholz=
enlagen

2 180 Schrank, mit
Innenſpiegel,
weißer Marmor,
komplett nur
650 RM.
Schlaf-
Dimmer
nußbaumod birke
180 Schrank
m. Innenſpiegel,
weiß. Marmor
kompl. nur
795 RM.
mit Garantie
Mod. Küchen
i. großer Auswahl
Zahlungs=
erleichterungen

Kaufe
beim Fachmann

Kahyorz Berſteigerung.
Dienstag, den 25. März 1930. von
vormittags 9 Uhr ab, kommen in der
Gaſtwirtſchaft von Friedr. Chriſt. Lehr
in Altheim aus verſchiedenen Abteilun=
gen
der Staatswalddiſtrikte Ober=, Mit=
tel
= und Lützelforſt zum Ausgebot:
Abſchnitte und Langholz, Güteklaſſe 4:
Kiefer, Fm.: Kl. 3b 1,40: Kl. 4a
2.30: Kl. 4b 2,60.
Abſchnitte und Langholz, Güteklaſſe N:
Eiche, Fm.: 2. Kl. 3.90: 3. Kl.
300; 4. Kl. 4,30: 5. Kl. 1.50:
Schwellen, Eiche 1. Kl. 0,75 Fm.
Eſche, Fm. 1. Kl. 1.45; 2. Kl.
2.50; 3. Kl. 1.40: 4. Kl. 0,44.
Buche, Fm.: 3. Kl. 4,00: 4. Kl.
5,00.
Ahorn, Fm.: 3. Kl. 0.97.
Ulme, Fm.: 3. Kl. 2.40; 4. Kl.
097, 5. Kl. 1.12.
Birke, Fm.: 2. Kl. 0,42: 3. Kl.
0.40.
Erle, Fm.: 3. Kl. 0,51.
Langholz, Güteklaſſe N:
Kiefer, Fm.: 1b Kl. 0,77: 2a Kl.
1.45: 2b Kl. 19.10: Za Kl.
27.60: 3b Kl 24,40: 4a Kl.
10.70: 4b Kl. 9,50: 5. Kl.
2.30.
Güteklaſſe P:
Kiefer, Fm.: 2a Kl. 4.50: 2b Kl.
740: Za Kl. 870: 3b Kl.
5.50: 4a. Kl. 1.,09.
Güteklaſſe N:
Lärche, Fm 1b Kl. 0,99: 2b Kl.
1,04: Za Kl. 4,41.
Fichte, Fm.: 1a Kl. 15.00: 1b K
18,90; 2a Kl. 14,00: 2b Kl.
0,54: 3a Kl. 2.09.
Derbſtangen.
Fichte: 1. Kl. 18 Stück, 2. Kl. 35
Stück, 3. Kl. 9 Stück.
Die Hölzer ſind vorher einzuſehen.
Nachträgliche Beſchwerden über die Güte
des Holzes können nicht berückſichtigt
werden. Stammholzauszüge gegen Ver=
gütung
von RM. 1. können bei dem
Forſtamt bzogen werden. Auskunft er=
teilt
die unterzeichnete Stelle, ſowie die
Förſter Menger in Altheim und Ja=
cob
in Richen.
(4388
Dieburg, den 12. März 1930.
Heſſiſches Forſtamt Dieburg.

Dachdeckerarbeiten.
Das Umdecken des Schieferdaches auf
der Weſt= und Südſeite des alten Teil
der Schillerſchule in der Müllerſtraße
ſoll auf Grund, der Reichsverdingungs=
ordnung
vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amt, Grafenſtr. Nr. 30,
1. Stock Zimmer Nr. 9 offen. (St.4421
Angebote ſind bis Freitag, den 21.
März 1930, 10 Uhr, einzureichen.
Darmſtadt, den 15. März 1930.
Städt. Hochbauamt.

Klein
Saalbauſtraße 22

Der Plan über die Herſtellung einer
unterirdiſchen Telegraphenlinie in der
Mühl= und Riedlingerſtraße liegt bei
dem Telegraphenbquamt Darmſtadt auf
die Dauer von 4 Wocher aus. (4395
Darmſtadt, 14. März 1930.
Telegraphenbauamt.

[ ][  ][ ]

sitzen unsere Maßkonfektions-Anzüge, die wir aus tadel-
losen
deutschen Stoffen nach Ihren besonderen Wünschen
und Körpermaßen für Sie anfertigen. Wir übernehmen
volle Garantie für hervorragende Passform, Sie brauchen
keinen Anzug abzunehmen, der Ihnen nicht zusagt. Auch für
die Tragfähigkeit der Oberstoffe, die wir aus den ersten
deutschen Tuchfabriken direkt beziehen, garantieren wir

Unsere Maßkonfektions-Anzüge

gelangen zu folgenden erstaunlichen Einheitspreisen
zum Verkauf:

DARMSTADT
HINTERM SSMIOSS

3894b

Nummer 75

Sonntag, den 16. März 1930

Seite 9

Bestellen Sie rechtzeitig
Ihren
(4054b
Sriſiahe6=
Uenzu

bei A. Elsenbast
vorm. L. Bauer, Mass-Schneiderei
Kiesstrasse 24
Reichhaltige Stoffauswahl.
Gute Verarbeitung, tadel-
loser
Sitz, reelle Preise.
Bei Aufträgen bis 18. März 1930
während der Werbe-Woche
N 5 Rabatt

Rleiderſt. Woogspl. 3.
Werkauf u. Annahme
S. guterh. Kleidern,
Schuhen, Wäſche für
Kind. Geöffn. Mont., heilgerſtraße 4.
MMittw. u. Freitags
v. 10-12 u. 3-6. (303a
Alabaſter=Ampeln,
Deck.=Beleuchtungen,
Suppenterrine ( Mei=
gen
, Zwiebelmuſt.),
Filet=Decke u. Vorh.
(Fratſchner)
ger. Bilder, Bides)
m. Armatur. preis=
wert
abzug. Ang. u.
J. 19 a. d. Gſchſt.*
Gartew= und Jauche=
Fäſſer, eiſerne Fäfſer,
Waſchbütten
empfiehlt billigſt
Max Fabian,
Aliceſtr. 16
Eleg. Frühjahrskoſt, lackierung,
Maß, Gr. 46; ſchw.
Crepkleid, Halbſchuhe, mit Liſch und
GGr. 44, k. getr., bill. 2 Stühlen
g. bk. Aliceſtr. 16 II. C
Damenrad
Panzer) wenig ge=
ahren
, abzugeben.
Wienerſtr. 95, Gths.
Sünſtige Gelegenh.
T=Röhr.=Radio=Ap=
Darat Superhuth II.
auß. ſelektiv. Rah=
rnenempf
., m. Netz=
anſch
. u. erſtklaſſig.
Lautſpr. abreiſehal=
Her bill. z. verkauf.
Anz. abds zw. 7u.9.
Jahnſtr. 12
Sabe bill. abzugeb.
Kohlenbade=
ofen
.. . . . 60 2 Vitrinen
Sitzbadew. 10
Spülapparat 6.50
Gasheizofen 12
el. Heizofen 14 Chaiſelong. m. neuer
Ludwig Kling
Inſtall.=Geſchäft,
zuiſen=Straße 2. C Violine, Dampf=

Nähmaſchine,
verſenkbar, faſt neu,
bill. zu verk. Anzuſ.
Hausfrauenbund. v. 1 Uhr ab: Kies=
ſtraße
19, II. rechts.*
Grammophon
mit Platten, großer
Frauen, Männer u. Spiegel zu verk. Ar=

Schön pol. Hochh.
Bett m. Matr. zu
verk od. geg. Spie=
gelſchr
. o. Waſchkom.
tauſch. geſ.Müller.
Feldbergſtr. 103.

Weiße
Reform=

neuzeitliche Aus=
ſtattung
,
allerbeſte Ofen=
Nur
Mk. 450.-
Möbel=
Müller
Llosr 4d1-
1. Natioual=
Regiſtrierkaſſe
Warenſchrank,
2 Theken und
Badewanne 18 zu verkaufen, (4467
Ludwig Netz
Karlſtraße 20
Zu verkauf.: Neues
Decke, gebraucht. Tiſch
Salon Kosmosbau=
kaſten
(Aſtronomie),
ſchweißapparat, zwei
Behröcke. N. Gſch./*ig

nußb. lackiert 17
weiß lackiert 18
eichen mit weißem
Marmor 32

whne Spiegelaufſatz
28.0, mit 85

1½ſchläfig 39
zweiſchläfi: 45
Metallbett von
19.50 an

B2 Federn, Rips 40.4
ganz dicht gegurtet
rnit Drellbezug 48
Gobeline 60
Diwan
WWollmoquette 80
Mohairplüſch 100
Möbel=Vertrieb
Nob. Heerwagen
Br Ochſengaſſe 10
Nur nene Möbel.

Mänt. u. Kleid
f. jg. Mädch. bill, z.
vk. Karlſtr. 34, pt. r. (

Herrnrad,Wanderer 28./
H.=Rad Mifa, w. neu 48./
Dam=Nad mit Gar. 55./
zu verk. evtl. Teilz
Karlſtraße 14
Laden. (4480 b

Gelegenheit!
Schöner großer
Smaragd aus Pri=
vathand
für 800
zu verkaufen durch
Kunſt im
Handwerk,
Ludwigsplatz 8½,
1. Etage.
(Emfg

Moderne goldene
Herrenuhr
mit Kette, ſchönes
Geſchenk, preiswert
abzugeben. Anfr u.
J. 29 a. d. Geſchſt.

Damenkleid Gr. 42
Abendkl., Kinderkl.
(Mädchen). Schuhe
Gr. 38 preisw. abz.
Ang. u. J. 20 Gſch.

Stachelbeerſträucher
3jähr., großfrüchtig,
habe bill. abzug.
Landskronſtr. 89, III.

Praclosne
gutgearbeitete
Schie;
ginnier
poliert und Eiche,

kaufen Sie zurzeit
weit unter Preis.
2i
Bleichſtr. 30. (2491a

Gelegenheitskauf!
Guterhaltene
Beiifedern=
Dampfreinigungs=
Maſchine
m. Exhauſtor preis=
wert
u. bei günſtig.
Zahlungsweiſe ab=
zugeben
. Anfr unt.
. 58 a. die Geſchſt.
d. Blattes erbeten.

Für Umbau
Türen, Fenſter, Heiz=
körperverkleidungen

preisw. abzug. Ang.
unt. J. 21 Gſchſt. (*

Gr. Kater
(kaſtr.), . m. ſchw
Flecken, abhand. gek.
Belohn. d. Wiederbr.
od. f. Ausk. Taunus=
ſtr
. 51, 1. Stock, r.

Eine Spitzenleistung

sind unsere Fahrräder tür:
Rmk. 49., 58., 65., 75.
alle mit Freilauf und Garantie
Fahrradersatzteile
von Rmk. 1.85 an
Fahrraddecken .
95
Schläuche
2.95
Bergdecken
1.70
Fahrrad-Ketten ..
1.80
Pedale.
2.95
Sättel
3.50
Karbid-Lampen . .
2.50
elektr.
10.50
elektr. Dynamo-Lampen
Ganz besonders machen wir noch auf unsere modern eingerichtete
Reparatur-Werkstätte aufmerksam. Alle vorkommenden Reparaturen
werden sofort bei billigster Berechnung ausgeführt.
Nur durch Großeinkauf die wirklich billigen Preise! Besichtigen
Sie bitte unsere 9 Schaufenster, die Sonntags abends 9 Uhr beleuchtet sind.

B. OrIo.

Karlsstraße
14/16

Größtes Fahrradhaus
Darmstadts
Vertreter der weltbekannten Adler- und Viktoria-Fahrräder

(4177

Gebr. Piano
geg. bar zu kaufen
geſucht. Ang. unter
J. 49 Geſchſt. (4430

F

Wer kauſchk?
Biete: Schöne neuz
2=Z.=W. u. Zubeh
ohne Bad, i. Rhön=
ring
. Suche: Große
3= od. 4=Z.=W. Ang.
m. P. u. J. 43 Gſt.*

Wer tauſcht 4=Zim.
wohng. geg. 3=Zim.
wohnung. Es komm
aber nur Heidelber=
ger
=, Neckar=, Ried
eſelſtraße oder deren
Nähe in Betr. Angb.
unt. J. 55 Geſchſt. (*

Wohnungstauſch!
Biete: Schöne, neu
hergerichtete 4=Z.. mit Manſ
elekt. Licht, im Oſt
viertel.
Suche: 23= Zimmer=
wohng
., mögl. in
gleicher Lage.
Angb. u. H. 100 Gſt. (*

Kleine
4 3.-Wohnung
m. Gas u. elektr. L.
großer. Wohnküche,
Arheilgerſtraße, zu
tauſchen geſucht.
Johannesviertel be=
vorz
. Angeb. u. J. 9
an die Geſchäftsſt. (*

2 Zimmer
und Küche
in Neubau, m. Zen=
tralheiz
., in ſchöner
ruh. Lg., Nähe Hbf
z. Pr. von 70.
er 1. Mai zu verm.
Angeb. unt. H. 97
a. d. Geſchſt.

2 leere Zimmer mit
mieten. Roßdörfer= evtl. Klavierben.,
Straße 63 part.

Heinheimerſtraße 55,
leeres Manſ.=Zimm.,
neu hergerichtet, ar
einz. Perſ. zu vm. (*
Leeres 3, ſep. Eing.
ev. m. Frühſtück. iſt
an berufst. Dame o.
Hrn. am 1. 4. i. der
Nähe des Kapellpl.
zu verm. Anfrag. u.
J. 25 an d. Geſchſt.
od. Telefon 4094. (*

Mod. 57=Zimmer=
Wohnung. Bad und
all. Zubeh., m. Zen=
tralheiz
. u. Warm=
waſſerverſorg
., groß.
Veranda, Garten u.
Garage, im Süden
Darmſtadts i. freier
Villenlage, Spätſom.
beziehbar, zu verm.
Ang. u. J. 34 Gſchſt.

Schöne Villa mit 11
Zim. u. all. Zubeh.,
großer Garten, zu
vermieten. Ang. u.
J. 32 a. d. Gſchſt. (*

Mathildenſtr. 10 I.,
Zwei gut mbl. Zim.
(Wohn= u. Schlafz.)
abg. 1.3½ Uhr.
Grafenſtr. 35, I. lks.
gut möbl. Zimmer,
evt. 1 od. 2 Betten,
mit elektriſch. Licht
ſofort zu verm. (*sg
Schulſtraße 6, I.
ſehr gemutl. möbl.
Wohn= und Schlafz.
ſof. zu verm. (3895b
Landwehrſtr. 39
möbl. Z.. el. Licht,
zum 1. April zu
vermieten. (4341b
Martinſtr. 14, v.
34 Z.. tlw. mbl.,
a. ruh. Miet. z. vm.
Nebenräume vorh.
(6832fsg)

Eckhardtſtr. 21, I
Zimmer m. Penſ. z
vermieten. (Emf=

Neckarſtr. 22, part
rechts, ſehr g. möbl.
Wohn= u. Schlafzim
m. elektr. Licht, Radio
und Bad, event. Tel.
zu vermieten. (4150b

Mon
Mai LtLt
vergeudet nutzlos Geld. Die praktisch denkende
Hausfrau kennt den sichersten Weg zur Erlangung
guten Hauspersonals: die kleine Anzeige im werbe-
starken
Darmstädter Tagblatt!

Sehr gut möbliertes
Schlafzimmer
nebſt ſchönem, kom=
plett
. Herrenzimmer
mit Balkon an ruh.
Ehepaar mit Küchen=
u
. Badbenutz. b. ein=
zelſteh
. Dame z. 1. 4.
abzug. Nähe Herrn=
gart
. Frau Markus,
Landwehrſtr. 10 I. E*

Mathildenpl. 7, II
b. König, gut mbl.
Her.= u Schlfz., ev.
m. Küchben., a. Hrn.
o. Ehep. zu verm. Möbliertes
Manſardenzimmer
ſofort zu vermieten.
Näh. Geſchäftsſt. Mauerſtr. 15, mbbl.
Zimmer mit 1 bis 2
Betten zu vm. (go Mollerſtr. 28 II. lks.,
freundl. möbl. Zim=
mer
mit elektriſchem
Licht zu vermiet. (* Erbacherſtr. 48½ pt.,
möbl. Zimmer, ſep.,
per fofort oder 1. 4.
zu vermieten. (*gom Wilhelmſtr. 10, I.
ſchön möbl. Zim. z
1. April zu verm. Wienerſtr. 70, Hth. II.
möbl. Zimmer mit
2 Betten zu verm. Luiſenſtraße 6, II.
ſchön möbl. Zimmer
zu vermieten. Wittmannſtr. 29. pt.
ſehr ſchön möbliert
Zim. in gut. Hauſe
mit od. ohne Kla=
vier
zu verm. (*g Eliſabethenſtr. 19, II.
gut möbl. Z. z. vm./* Lauteſchlägerſtr.6, Bdhs.,
III. I, möbl. Zim. m.
el. Licht ſof z. vm. (* Schloßgaſſe 12, Kil=
urg
, möbl. Zimmer
ſofort zu vm.

Schones (atoiat
zum 1. April evtl. ſpäter mit I. Etage preis=
wert
zu vermieten. Näh. Ludwigspl. 8½, I.
Kunſt im Handwerk."
(4153b

In einem Luftkurort Nähe Darmſtadt
II.
WILLA 322
7 Zimmer nebſt Zubehör, Garten, Auto=
garage
, per 1. Juli 1930 mietweiſe ab=
zugeben
Näheres durch: Wolff, Moos
E Co., Immobilien, Bensheim a. d. B.

Sugerräunne d. Beerftält
mit Nebenräumen, Garagen für Auto
und Motorräder ſofort preiswert zu
vermieten. Viktoriaſtraße 30, Büro. (*

5=Z.=Wohng. m. Bal=
kon
, Manſ. u. Kell.,
Nähe Darmſt., p. 1.4.
zu verm. Keine Ab=
ſtandsgebühr
. Ang.
u. J. 35 Geſchſt. (*

Neubau! Beſchlagn. 3=Z.=Wohnung
m. Küche für mon.
30 in Gundern=
hauſen
,Bahnhofſtr. 4
für den 1. April zu
vermieten.

K

Neu hergerichtete
große Räume
ca. 200 qm, ganz od
geteilt, zu vm. (4465b
Ludwig Netz
Karlſtr. 20

Heidelb.=Str. 38, I.
leer. Part.=Z., für
Büro= o. Geſchäfts=
räumegeeign
. z. vm.

Groß=Zimmern
Gehrenweg 15
Wohnung in neuem
Hauſe, 3 Zimmer u.
Küche nebſt Zubeh.,
bis 1. April zu ver=
mieten
.
(*sg:

Möbl. Wohn= un
Schlafz. mit Loggia,
ſep. Eing., fließend.
Waſſer, evtl. 2 Bet=
ten
, per 1. April zu
verm. Zu erfr. Bis=
marckſtraße
51 pt. (*

In Auerbach ſchöne
3=Z.=Wohn., Balkon,
Gas, elektr. Licht, in
gutem Hauſe, event.
etw. Gart., zu verm.
Angebote u. H. 121
an die Geſchäftsſt. (*

V
Oberſt., 3 Zimmer
Kammer, Küche, el
Licht, möbliert, zu
vermieten. (4472
Nied.=Ramſtadt
Malcomes

In der oberen
Wilhelminenſtraße

Zentralheizung, el.
Licht, auch für Arzt
uſw. geeignet, zu
vermieten. Angeb.
unter H. 44 an die
Geſchäftsſtelle. (*

Karlsſtraße 12, helle
Werkſtatt. 50 ), m.
Licht u. Kraft zu vm.
Näh. 1. Stock. (3899a

Garage zu vermiet.
Nied.= Ramſtädter=
ſtraße
29. (*fgm

Lagerräume
hell und trocken, in
guter Lage, ca. 500
Quadratmeter, per
1. April zu vermie=
ten
. Ang. u. G. 77
an die Geſchäfts=
telle
.
(4123b

Garage
ab 1. 4. 1930 zu vm
Roßd.=Straße 63 b.

Garagen
f.Auto u. Motorräd.
in Gutenb.= Lieb=
frauen
= u. Pankra=
tiusſtr
. zu vermiet.
Fichtmüller, Guten=
bergſt
,31, Tel. 3491.*

Ein mittelſchweres
Perd
f. alle Arb. geeign.,
zu verkaufen. Zah=
lungserleichterung

wird gewährt.
llexanderſtraße 11,

la Minorka
ſchw. laufd. Bruteier
abzugeben. Seibert,
Heidelbergerſtr. 47.

Junge Kaninchen
zu verkaufen. Roß,
Erbacherſtr. 45. Tgmſ

2. Schäferhund
dreſſiert. Schutz= und
Polizeihund, wegen
Fortzug preisw. ab=
zugeb
. Herdweg 79.
(4394)

Deutſche
Schäferhündin
ſehr wachſ., zu verk.
Hch. Dries, Schlier=
ach
b. Babenhauſen.
(4393)

Vogel=Züchter!
faſt n. Zucht= und
Flughecke, ſow. Kan.=
Hähne u. Weibch. z.
verk. Heidelberger=
ſtr
. 47. Zimm. 30.

Brukeier
von 2=jähr. Tieren.
Barnevelder und
Leghorn
Viele Ehrenpreiſe.
Kehres,
Alte Niederſtr. 7, I.
(B4439)

Verkaufe umſtändeh.
bildhübſch. 134jähr.
Greyhound (Engl.
Windhund=Typ), 1.
Preistr., ſelt, ſchön
v. Körperb. u. Far=
bung
, treu u. anh.
Näh. Gſchſt. ( Aus=
kunftstafel
).

kl. Küche, neu herge= Aliceſtr. 33 I, möbl.
ſtellt, fofort zu ver= Zimm. m. el. Licht,
zu vermieten. (*fsg’

HANNOVERSCHES

Das Morgenblatt mit höchstem Abon-
nentenstamm
der Halbmilllonenstadt
Hannover, Selt Generationen Helmat-
organ
allerNledersachsen. Lieblings-
lektüre
d. Hausfrauenwelt (Famillen-
Anzeigen, Roman, ein Dtzd. Beilagen).
Die besitzenden Verbraucherschichten
In ganz Hordwiestdeutschland
werden restloserfasst durch 1000 Agen-
turen
, über 300 Stadtträger u. Express-
boten
, etwa 1800 Postanstalten und ca.
70Stadtfilialen usw. Standardblatt für
Groß- und Markeninserenten. Amts-
blatt
aller staatlichen, städtischen und
Zivilbehörden. Angebote, Vorschläge
usw. durch unsere Werbeabtellung.

[ ][  ][ ]

Dampfwäſcherei

Buch= und Steuerberatung
Felix Graetz, Georgenſtraße 9
Fernſpr. 2895 (469a) ls Referenzen.

Waldſtraße 30.
Reuweiß.
Erſtklaſſige Arbeit, billig. (1425a

Aute

Garagen
Industriehauten
V166) in
modernst. Bauart
aus:

Stahltore
Eiserne Fahrradständer

Wolt Heter & Jacobi Frankkurt

in Eiche und Edelhölzern
Schlafzimmerliefertbreiswertdie
Einzige Spezial-Schlafzimmer-Möbelfabrik Darmstadts
Ferner finden Sle in reicher Auswahl zu günstigen Preisen
Herrenzimmer und Speisezimmer sowle Küchen
K. Klenk Nachf. Lambeck & Co., Landwehrstraße 31
Darmstädter Qualitätsmöbel!
(1420a

Seite 10

Kreis-Haushallungs-Schule
Alzey (Rheinhessen)
Staallich anerkannt. Internal.
Beginn des Sommerkurses: 25. Apri1 1930
Die Schule bietet jungen Mädchen
desMittelstandes gründl.Ausbildung
in Hauswirtschaft, Handarbeit, Gar-
tenbau
und Geflugelzucht: sowie,
theoret. Unterricht in Ernährunge-
lehre
,Gesundheitslehre, Haushaltgs
u. Bürgerkunde, hauswirtsch. Buch-
führung
, Rechn.,Deutsch, Verbands-
jehre
u. Säuglingspflege sowieGesang
und Turnen. Zu Musikstunden istGe-
legenheit
geboten. Lehr- und Ver.
pflegungskosten monatl. 75 Mk.
DerBesuch d. Schule wird auch staat-
licherseits
als prakt. Lehrjahr bei der
Berufsausbildung d. techn. Lehrerin.
der Kindergärtnerin, der Hortnerin
u. Hausbeamtin angerechnet. Prosp
u Auskunft durch die Schulleitung
3564

af d-Manlel-Heid
gird Wie neu‟
Illein-Ausübungsrecht für
Eisenstark‟ D.R.R

10,Rahalt
aut
Kinderwagen
Allergrödle Auswahl
nur bei B. Orio, Karlstr. 14/16
(2762al

Wegen Auföſung des Hauchaltes
4473
zu verkaufen:
1 hell poliertes Bett mit Sprungrahmen,
Zteilig, ſehr gute Roßhaarmatratze und
Federbett, dazupaſſender 1 türigerSpiegel=
ſchrank
und Nachttiſch. 1 poliertes Büffet
mit Marmorplatte und Aufſatz, 1 großes
Sofa mit 2 paſſenden Armſeſſel, 1 große
Brandkiſte, 1 Spiegel, 1 Serviertiſch,
1 Regulator, 1 Oelbild, Staffelei und
Bilderrahmen, div. elektr. Beleuchtungs=
körper
, 1 einfaches, komplettes Bett.
Anzuſehen Montag Vormittag zwiſchen
10½1 Uhr Landgraf=Phillpps=Anlage 46.I.

täglich

1 Schreib=
Kraſchine
Verlangen Sie An=
geb
. u. H. 45 Gſt. (*

Hingerichtet
ſind alle Augen au
mein konkurrenzlos
billiges
Roſenangebot
10 St. i. 10S. M. 3.
25 St. i. 10 S. M. 6,5
50 St. M. 10,50 und
100 St. M. 20. Nack
nahme Heinr. P.
Schüder, Torneſd
Holft. 247. IIHbg394

15X25 Mtr., Traufh. ca. 5 Mtr., Firſt
höhe ca. 7 Mtr.. faſt neu, mit Draht
glas=Oberlicht. Holzſtöckelpflaſter, ſchö
nen großen Fenſtern und Toren, beſon=
derer
Umſtände halber billig abzugeben.
Auch geeignet als Werkſtatt u. Fahr
zeugunterſtellhalle.
(IIBln. 435=
Preis RM. 1460. ab Standort Nähe
Heidelberg. Anfragen an
Kämper & Seeberg Bau A.G.
Berlin WV 35, Potsdamer Str. 31

Juhlen bewerſen!
Im Jahre 1928 lieferte 1368 Waggons.
im Jahre 1929 über 1370 Waggons zu
200 Zentner
Boustoffes
Speyerer Doppelfalzziegel, Heppenheimer
Biberſchwänze, Ideal=Pfannen, Hourdis,
Steinzeugrohre, Zement uſw.,
prima Ware! (1501a
Baumaterialien= u.
I0ſepy Zreiiag Eiſengroßhandlung.
Darmſtadt, Heidelbergerſt. 63, Tel. 2427.

Sonntag, den 16. März 1930

Nummer 75

Werbewoche

der Schneider-
Innung Darmstadt

Maßarbeit

ür Maßarbeit gibt es keinen vollwertigen Ersatz.
Machen Sie einen Versuch bei nachstehenden Firmen und Sie werden es bestätigen.
Herrenschneidereien:

ist
doch
das
Beste

K. Aberle Grafenstraße 37
Gg. Arnold, Heidelbergerstraße 115
L. Bauer, Herdweg 62
L. Bendinger, Liebfrauenstlaße 97
Gg. Benkert, Nieder-Ramstädterstr. 35
I. Christ, Schuchardstraße 10
Gg. Uhristoph, Schützenstrase 8
Aug. Elsenbast, Kiesstraße 24
I. Gorr, Karlstraße 10
E. Hartung, Barkhausstraße 13
Pr. Hecker, Schwanenstraße 61
Gg. Heldmann, Mauerstraße 25
I. Hübner, Schulstraße 1
Ph. Horneff, Karlstraße 28
W. Hofmann, Karlstraße 15
I. Hock, Kahlertstraße 41
H. Jeck, Gervinusstraße 28
I. Ihrig, Ernst-Lndwigstraße 3
Gg. Kühn, Grafenstraße 13.
Tr. Körner, Hügelstraße 4

I. Kraus, Nieder-Ramstädterstraße 57
V. Lanbner, Karlstraße 31
L. Löwel, Arheilgerstraße 10
Fr. Luttermann, Sandstraße 4a
Th. Luttermann, Alexanderstraße 11
B. Lehn sen., Markt 7
G. Hagsam, Bleichstraße 46
G. Haurer, Waldstraße 8
K. Herck, Rheinstraße 35
H. Heuber, Karlstraße 53½
L. Oehlenschläger, Soderstraße 14
d. Petermann, Friedrichstraße 26
A. Rühl, Kasinostraße 25
A. Scheidt, Waldstraße 4
F. Schmitt, Gervinusstraße 55
H. Bell Schuchardstraße 15
I. Schäfer, Bleichstraße 40
Fr. Volkmar, Landwehrstraße 25
R. Waldherr, Schützenstraße 5
H. Zabel, Schulstraße 15

Damenschneidereien:

Harg. Becker, Elisabethenstraße 34
Emma Boller, Neckarstraße 20
Florent. Darmstädter, Ernst-Lndwigstr. 18
Marie Heléne, Mornewegstraße 33
Emma Heun, Pallaswiesenstraße 11
Käthe Hutzler, Hochstraße 26
Harle Lehr, Heinheimerstraße 69

Eleonore Liebel, Viktoriaplatz 12
Heta Hewes, Heinheimerstraße 57
Lina Hosbacher, Kasinostraße 10
Kath. Schmidt-Keil, Roßdörferstraße 51
Elise Schuster, Gutenbergstraße 22
Karoline Schütz, Waldstraße 24 (410

D
Lastkraftwagen
5 Tonnen=Mannesmann=Mulag, ſehr gut=
erhalten
, Fahrgeſt. Nr. 5799, Motorſtärke
24/58 PS, mit 4 Zylindern, Neulieferung
Dezember 1925, mit Vorwerk= u. Elaſtik=
reifen
, Pritſche 4,3X2,10 m, Eigengew.
4300 Kilo, vollſtändig überholt u. durchaus
betriebs= und fahrbereit, billig abzugeben.
Gebrüder Lutz A.-G.
Darmſtadt
(4455

Töchterheim Ross
Karlstraße 84
Vollſtändige Ausbildung in:

Haushalt
Kochen, Backen, Einmachen,
Schneidern, Muſterzeichnen,
Wäſchenähen,
alle Arten Handarbeiten,
Geſundheitslehre, Cymnaſtik.

Wiſſenſchaften
Kunſt=Geſchichte, Literatur,
Deutſch, Rechnen, Briefſtil,
Bürgerkund,,Sprach.,Muſik,
Anſtandslehre, Tanzſtunde
geſellſchaftl. Formu Verkehr

Geprüſte Lehrkräfte.

(3988b

Tatschner Vorhände
Sind bekannt und billig.
Die Fenster sind beachtenswert!
G. m. b. F.
O 4OT 2 Mihelminenstraße 31

370a

Atufon 4oal
Naz= und Fern=
Transporte
Umzüge
Beiladungen
mit 2½ To. Schnell=
laſtwagen

zuverläſſ. u. ſchnellſte
Bedienung. (4457
Behringer &
Weyrauch
Karlſtraße 110.

Geſucht
zum 1. Juli 3 helle

in guter Verkehrs=
lage
. Angebote mit
Preis u. H93 an die
Geſchäftsſt. (4342b

if
dem, der mir eine
abgeſchl. 23=Zim.=
Wohng. bis 1. April
nachweiſt. Angb. unt.
J. 30 a. d. Gſt. E

Fädagogium Bad Liebepitein Reform=Kealaymnasiom mit

Pratungsber. Oberreal-chule 1
Internat. Kl. Klassen, kl. Heim
FIAaa:93 Schularbeit, unter Anleitung=

Beachten Sie die Schaufenster
mit diesem Plakat!
(4459

BeſchlagnahmefreielJunges Ehepaar m. Jge. Dame, berufs=
12 Zim. m. Küche, Kind ſucht 2 leere tät., ſucht gut möbl.
evtl. Benutzung, von Zimmer und Küche. / Zimm. (evtl. Wohn=
kinderloſ
. Ehep. geſ. Angebote m. Preis= u. Schlafz.) in guter
Sich. Stellg. Ang. u. ſangabe unt J. 46 Lage. Preisangeb. u.
J. 56 a. d. Gſt. Ela. d. Geſchäftsſt. (* (F. 5 a. d. Geſchſt. E

Weltmarke, von RM. 150. ab,
fabrikneu, Garantie, kleine Raten,
Unterricht frei, alte Maſchinen in
Zahlung,preiswerteVerſenkmöbel,
Katalog umſonſt u. unverbindlich.
Offerten unt. F. R. T. 5841
durch Rudolf Moffe, Frankfurt a. M.

Uee
oder Umgebung 45
Zimmer= Wohnung
mit dabeiliegendem
Gelände, für Kanin=
farm
. Evtl. Hausm.
Vorkaufsrecht. Ang.
J 74 Geſchſt.

Beſchlagnahmefr. ſch.
4Zimmerwohn.
mit Bad (Einricht. k.
geſtellt werden) von
linderl Ehep. z. miet.
geſ. Ang. unt. H 39
an die Geſchſt. (*fg

45 Zim.= Wohn.
beſchlagnahmfrei)
mit allem Zubehör,
per 1. 4. oder 1. 5. zu
mieten geſucht
Alter’s
Wohnungsnachweis
Eliſabethenſtr. 34, (4475

Kinderloſes Ehepaar
ſucht ſofort
3=Zimmer=Wohnung
m. Zubeh., beſchlag=
nahmefrei
. Angebote
unter H. 125 an die
(*
Geſchäftsſtelle.

50 Mark Belohnung
demjenigen, der mir
eine beſchlagnahmefr.
2=Zimmer=Wohnung
mit Küche, a. Manſ.,
beſorgt. Angeb. unt.
T 2 a. d. Geſchſt. (

Einf. möbl. Zimmer
mit ſep. Eing., mögl.
Stadtzentr., p. 1. 4.
geſ.. Angeb. u. J. 45
a. d. Geſchſt. (4429

Alleinſteh. Frau
(Rentenempf.) ſucht
leeres Zim. m. Koch=
gelegenh
., würde a.
ält. Hrn. m. Wohn.
gegen Abg, v. 1 Z.
d. Haushalt führen.
Ang. u. J. 17 Gſchſt.*

OpellN
4=Sitzer, tadellos
Mk. 950.
Donges & Wlest
Aaß.

Gbr. Mokorräd.
ſehr billig zu verk.
(Ratenzahlung).
Alexanderſtraße 6.
(4371b)

Gebrauchle
Molorwagen
in allen Ausfüh=
rungen
von 300
an. Führerſcheine
werden beſorgt.
3 Donges & Wieſt
Grafenſtr. 43/45.
(4081a)

Limouſine
Opel, 4 PS. z. ver=
kaufen
. Näheres
Eliſabethenſtr. 55.*

Triumph=Motorrad
Vorführungsmaſchine
Steuer= und Führer=
ſcheinfrei
, geben unt.
Preis ab
Benz u. Co.,
Grafenſtr. 20/22,
Telefon 1239. (424

Diri-Aneiſtita.
ſehr billig
abzugeb. (4370b
Donges & Wlest

d=Mokorrad
Zu verkaufen.
Magdalenenſtr. 9.

Gebr. Herrenräder,

Schülerräder,
wie neu, ſehr billig.
Auch auf Teilzahlg.
Reparaturen
an Motorrädern u.
Fahrrädern billigſt.
Benz & Comp.
Grafenſtraße 20/22.
(423b)

Mokorrad
500 ccm, wie neu,
preisw. zu vk. Ricker
Lindenhofſtraße 9. (*

1030 PS. Benz
6-7=Sitzer, Pullman=
Lim., m. Scheiben=
wand
, el. Licht, An=
laſſer
, aus Privat=
hand
zu d. billigen
Preis von 2400 Mk.
zu verkauf. G. u. S.
Goldſchmidt Frank=
furt
a. M., Taunus=
ſtr
. 52-60, Tel.: Sen=
kenberg
33466 und
Carolus 43102.
(I.4323)

d-Rad

500 ccm, in ſehr gt.
Zuſtand, billig zu
verkaufen. Runde=
turmſtr
. 11, II. I.*

A

Klavier= u. Biolin=
unterricht
erteilt (*fg
Georg Göbel"
Eliſabethenſtr. 35, II.

Matbematik, reine u.
angewdt., d. akad. geb.
Lehre. Vorber. a. alle
Ziele. Nachh. Witt=
mannſtr
.30,I. (B426

Welch jg.Mann er=
teilt
7jähr. Jungen
Nachhilfeſtde. 2 Ang.
u. J. 42 Geſchſt. 4

Gut möbl. Zimmer
zu mieten geſucht
ab 1. April. Elektr.
Licht, ruhige Lage,
ungeſtört. Ang. unt.
J. 13 a. d. Gſchſt. (*

Ingenieur=Akademie
der (fV996
Seeſtadt Wismar

Maſchinenbau-Elektrotecknik
Bauing.=Weſen Architehtur
Beg’nn An ang April und Oktober. Programm frei

Wir suchen für 1. Mai eine
Dimmer-Wohnung
in südwestlichem Stadtteil;
ruhige Lage bevorzugt
EI. Petrusgemeinde Darmstadt Bessungen
(4414
Weiß, Ptr.

[ ][  ][ ]

Nummer 75

Sonntag, den 16. März 1930

Seite 11

Sport, Spiel und Turnen.
Darmſtädter Sporkkalender.
Hallenhandballkurnier
Sonntag, den 16. März 1930.
des Sporlvereins Darmſtadk 1898.
Handball.

Das am kommenden Mittwoch den 19. März, abends 8 Uhr,
vom Sportverein Darmſtadt 1898 zur Durchführung gelandende Hallen=
Handball=Turnier in der Feſthalle am Exerzierplatz findet unter
Beteiligung von Fußballſportverein Frankfurt, Eintracht Frankfurt.
Rot=Weiß Darmſtadt und dem Veranſtalter ſtatt. Die Ausloſung hat
folgende Paarung ergeben: Zuerſt ſpielen:
Fußballſportverein Frankfurt Rot=Weiß Darmſtadt,
hierauf:
Eintracht Frankfurt Sportverein Darmſtadt 1898.
In den beiden Schlußſpielen haben zunächſt die beiden Unterlege=
nen
der vorangegangenen Spiele, dann die beiden Sieger gegeneinander
anzutreten. Zwiſchen den beiden erſten und letzten Spielen, für die eine
Spielzeit von je zweiml 15 Minuten vorgeſehen iſt, beſtreiten 2 Jugend=
mannſchaften
des Veranſtalters einen kurzen Kampf.
Hakoah Wiesbaden Polizeiſporkverein Darmſtadl.
Am heutigen Sonntag muß die Ligamannſchaft nach langer
Pauſe in Wiesbaden gegen Hakoah zum erſten Pokalſpiel antreten.
Durch die Behördenſpiele, in denen auch zum Teil Spieler der
Mannſchaft erfolgreich tätig waren, hatte ſie wenig Gelegenheit,
ihre jetzige Form unter Kritik zu ſtellen. Trotzdem muß die Mann=
ſchaft
am Sonntag in Wiesbaden alles aus ſich herausgeben, denn
Hakoah ſtellt eine der ſtärkſten Mannſchaften in der B=Gruppe Be=
ſonders
bei entſcheidenden Spielen pflegt die Elf zu großer Form
aufzulaufen. Der Sturm ſpielt im Gegenſatz zum Darmſtädter
Handball das kurze Kombinationsſpiel des Innenſturms. Spielt
die Polizeimannſchaft ihren gewohnten Handball und bringt
jeder Spieler den von ihm gewohnten Kampfgeiſt mit dann wer=
den
auch die Erfolge in Wiesbaden unter normalen Umſtänden
nicht ausbleiben.
2. Mannſchaft Polizeiſportverein Wiesbaden 2. Mannſchaft
Polizeiſportverein Darmſtadt.
Die Jugend= und Schülerſpiele fallen wegen der Waldläufe
im Stadion aus.
Tennis.
Am Sonntag, den 16. März, nachmittags 2 Uhr, findet ein Club=
kampf
zwiſchen dem Tiſch=Tennis=Club Bensheim und der Tennis= Abtei=
slung
der Turngeminde 1846 im Turnhauſe am Woogsplatz ſtatt. Es
ſtehen ſich je 6 Damen und 8 Herren gegenüber. Sehr intereſſante
Kämpfe ſind zu erwarten.
Kegeln.
Frauen=Ausſcheidungskämpfe der Keglervereinigung Darmſtadt
und Umgebung.
Neben den Ausſcheidungskämpfen für Herren fanden auch ſolche für
Frauen ſtatt, die den Zweck hatten, die Verbandsmeiſterin für 1930 zu
beſtimmen. Es beteiligten ſich 12 Frauen, von denen 8 durchgeworfen
haben. Es waren 5mal je 100 Kugeln abzuwerfen. Verbandsmeiſterin
wurde Frl. Bäumer Roll. Glück mit 2537 Holz. Es folgen:
2. Frau Schwinn, Gold. Kugel, 2464 Holz: 3. Frau Reichert, Gold.
Kugel, 2363; 4. Frau Eigenbrodt 2348: 5. Frau Daab. Gold. Kugel,
2980; 6. Frl. Bangert 2274; 7. Frau Wißkirchen 2250; 8. Frau Thüm=
mel
242.
Reiterſtaſekten anläßlich des Jahres des Pferdes.
Der große Erfolg der am 9. März gerittenen Stafette Fritzlar.
Verden an der 250 ländliche Reiter und Studierende der Hoch=
ſchulen
von Göttingen und Hannover beteiligt waren, hat zur
Folge, daß in ſämtlichen deutſchen Landesteilen im
Laufe dieſes Jahres ähnliche Stafetten geritten werden. Alle
reiterlichen Organiſationen werden ſich zur Abhaltung der Sta=
fetten
zuſammentun. Der Reichsverband für Zucht und Prüfung
deutſchen Warmbluts wird in Gemeinſchaft mit den reiterlichen
Organiſationen des ganzen Reiches zwei große Reichs=
Reiter=Stafetten veranſtalten. Bei der einen geht die
Fahrt vom Bodenſee bis an die däniſche Grenze; bei der anderen
wird der Stafettenſtab durch einige tauſend Reiter von der Weſt=
grenze
nach der Oſtgrenze gebracht. Jeder deutſche Reiter und
jede deutſche Reiterin wird Gelegenheit haben, den Stafettenſtab
auf galoppierendem Pferde einige Kiometer weit ſeinem Ziele
entgegenzubringen.
Der deutſche Rückenmeiſter Küppers erreichte mit
5:57,6 Min, über 400 Meter Rücken eine neue deutſche Beſtzeit. Ebenſo
verbeſſerte ſeine Braut Neni Erkens den Nekord über 500 Meter
beliebig auf 6:11.11 Min.
Zwei neue Schwimm=Weltrekorde für Damen wurden von den
Amerikanerinnen Mae Kins über 300 Mards in 3:49 und Helen Madi=
ſon
über 100 Meter Freiſtil in 1:08 Minuten aufgeſtellt.
Vor etwa 60 000 Zuſchauern wurde geſtern in Twickenham das
internationale Rugbytreffen zwiſchen England und Schottland zum
Austrag gebracht. Unter den Zuſchauern befanden ſich Premierminiſter
Macdonaldm, der Erſte Lord der Admiralität Alexander und der fran=
züſiſche
Kolonialminiſter Pictri. Das Treffen endete unentſchieden 0:0.

1100 Uhr: Rheinallee: Pol. Dſtdt. Arheilgen (Damen).
3,00 Uhr: Pol=Platz; Pol. Frankf. T. V. Herrnsheim ( Kreis=
meiſterſchaft
).
Fußball.
3 Uhr: Stadion: Sportverein 98 Germania Bieber.
3 Uhr: Rheinallee: Rot=Weiß Pol. Spp. Darmſtadt.
3 Uhr: Mühlchen: Arheilgen Germania Pfungſtadt.
3 Uhr: Dornh. Weg: Reichsbahn Sp.V. Weiterſtadt.
Leichtathletik.
10 Uhr: Stadion: Gau=Frühjahrswaldlaufe.

Handball in der Deutſchen Turnerſchaft.
Enkſcheidungsſpiel Polizei Frankf. Tv. Herrnsheim
auf dem Polizeiſportplatz in Darmſtadt.
Obwohl die Begegnung obiger Vereine am heutigen Sonntag jedes
lokalen Charakters entbehrt, iſt man doch von ſeiten der Veranſtalter
über die große Anteilnahme des Publikums erſtaunt, ſo daß beſtimmt
mit einem Maſſenbeſuch gerechnet werden kann.
Beide Vereine haben jetzt endgültig ihre Mannſchaften bekannt ge=
geben
und ſpielen ohne Erſatz. Bei allem Für und Wider bleibt die
Frage nach dem Sieger offen.
Die Herrnsheimer Turnerſchaft, welche mit Spannung das Spiel
erwartet, trifft heute mittag 130 Uhr mit zirka 500 Turnern im
Sonderzug ein. Der Frankfurter Gegner kommt etwa um die gleiche
Zeit an. Das Spiel beginnt pünktlich um 3 Uhr nachmittags.
Turnen der Mikkelrheiniſchen Vorkurner=Vereinigung
M Amfahle
Im Jahre 1894 ging von der Frankfurter Turnerſchaft die An=
regung
aus, gleich wie in anderen Kreiſen der D. D., eine Mittel=
rheiniſche
Vorturner=Vereinigung ins Leben zu rufen, die im Laufe
der Jahre auf 26 Vereine angewachſen iſt, die infolge gegebener Ver=
hältniſſe
in der Lage ſei, turneriſche Anregung auf dem Gebiete des
Geräteturnens zu geben. Seit ihrer Gründung findet alljährlich ein
Treffen abwechſelnd in einer der drei Gruppen, in welche dieſe Vereini=
gung
eingeteilt iſt, ſtatt. Schon immer bedeutete es für diejenige Stadt,
in welcher die Vereinigung zu ernſter turneriſcher Arbeit zuſammentraf,
ein beſonderes Ereignis, und ſo ſteht Darmſtadt am 23. März im
Zeichen eineer bedeutſamen Turnſchau, welche die Aufmerkſamkeit
aller Turnvereine des Mittelrheinkreiſes auf ſich lenken dürfte und
daher beſondere Beachtung verdient. Für die 28. Zuſammenkunft der
Mittelrheiniſchen Vorturner=Vereinigung hat die Turngemeinde Darm=
ſtadt
1846 (Woogsplatz) die Vorbereitungen übernommen und iſt hier=
mit
Gewähr geboten, daß Darmſtadt als alte Turnerſtadt ihren guten
Ruf erneut feſtigen dürſte. Der Vormittag des B. März, von 8.30 bis
12 Uhr, gilt der Lehrarbeit, die nicht nur für die Beteiligten allein,
ſondern für die Turnvereine des Kreiſes, die nicht der Vereinigung an=
geſchloſſen
ſind, Anregungen für den Turnbetrieb abgeben ſoll. Für
Zuſchauer iſt deshalb die Galerie der Woogsplatzturnhalle ohne Ent=
gelt
freigegeben. Nachmittags 3 Uhr iſt Gelegenheit geboten, Vereins=
riegen
namhafter Turnvereine des Kreiſes ſowie einzelne Kunſtturner
in einem großzügig angelegten Bühnen=Schauturnen zu ſehen.
Die Eintrittspreiſe hierzu ſind ebenfalls fo niedrig gehalten, daß es
jedem ermöglicht ſein wird, das Turnen der Vereinigung zu beſuchen.
Näheres hierüber folgt an dieſer Stelle.
Mit einem Vorſprung von 5:2 Punkten endete der erſte Tag des
Hallentenniskampfes ParisLondon.
Ungarns Waſſerball=Pokalmeiſter UTE Ujpeſt unternimmt Mitte
Mai ein Tournee durch Süddeutſchland mit Starts in Nürnberg, Mün=
chen
, Ludwigshafen, Karlsruhe und Saarbrücken.
Am 13. April veranſtaltet der S.V. 96 Offenbach in Offenbach
unter ſtarker ſüddeutſcher Beteiligung kreisoffene Wettkämpfe. Der SV.
1911 Wiesbaden bringt am 10. Auguſt in Wiesbaden, die Deutſche
Strommeiſterſchaft zur Durchführung, dem ſich ein verbandsoffenes
Strom=Wettſchwimmen über 7500 Meter anſchließt, und am 18. Auguſt
folgt dann der 1. FC. Nürnberg, der in Nürnberg ebenfalls verbands=
offene
Wettkämpfe veranſtaltet.

BMoane
Deronworich für poltil und Wirtſchaft: Nurdolf Maupes Nr Feulleton. Reſch und
Ausand und Heſſche Nachriſchten: Mar Streſei Ar Sport. Karl. Bähmann
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch: für den Schlußdſenſt: Andreas Bauer7 für
Dſe Gegenwart Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette:
für den Inſeraienteil und geſchäftliſche Mitellungen: Willy Kuble.
Druck und Verlag: C.C. Wittiſch ſämtiſch in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkrivte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

Rundfunk Progranme.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.30: Wetter, Zeit, Gym=
naſtit
. 12- Zeit Wetter Wirtſchaftsmeld Waſſerſtand. 2 12.557
Nauener Zeit. o 15. 15.35: Zeit, Wirtſchaftsm. O 16.10: Ind.,
Handelst. (Di. u. Fr.). o 16.25: Gießener Wetter. Wirtſchaftsm=
während
des Nachm=Konzerts: Vereinsnachr. o 18.05, 19.15 oder
19.30: Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag, 16. März. 7: Hambura: Hafenkonzert. Glocken
vom Großen Michel. Hamburger Morgenruf. 0 9: Katholiſche
Morgenfeier, Anſpr.: D. Nielen. o 10.30: Berlin: Veranſtaltung
der ſozialen Radiohilfe des Arbeiter=Radio=Bundes Deutſchland.
Anſpr. Reichsmin, des Innern Severing. o 12: Plenarſitzungs=
ſaal
des Reichstages: Gedenkfeier des Volksbundes Deutſche Kriegs=
gräberfürſorge
. Gedenkrede: Geh. Juſtizrat Prof. D. Dr. Kahl,
MdR. o 13: Landwirtſchaftskammer Wiesbaden: Einiges über
die Behandlung landwirtſchaftlicher Maſchinen. Die Inſtandhal=
tung
der Weinbaugeräte. Das Frühbeet im Hausgarten, 0 13.10:
Landrar Pollack: Erziehungsfürſorge auf dem Lande. o 13.30:
Vädagogiſche Ausſprache. Dreigeſpräch zwiſchen Thereſe Merzbach,
Dr. Majer=Leonhard und Dr. Laven. a 14: Stuttgart: Kinder=
ſtunde
. o 15: Landw=Rat Dr. Schneider: Der Rundfunk und
die Landwirtſchaft. Dr. Dencker: Wichtige Fragen aus der
Pferdezucht. 2 16: Stuttgart: Konzert. Halevy: Arie aus Die
Jüdin . Maillart: Arie aus Das Glöckchen des Eremiten,
Rubinſtein: Lichtertanz der Bräute. Bizet: Fant aus
Die Perlenfiſcher. Boieldieu: Arie aus Die weiße Dame‟.
Puccini: Arie aus Turandot. Smetang: Marſch aus
Die verkaufte Braut. Lehar; Potp. Eva. Kalman:
Zwer Märchenaugen, aus Zigeunerprinzeſſin. Nedbal:
Glück im Spiel aus Polenblut 17.30- F. C. Weiskopf
lieſt aus eigenen Werken. o 18: Intendant H. Meißner: Das
Jubiläumsjahr. o 18.30: Dr. Loewenthal: Der Prophet ſeines
Nachruhmes: Stendhal. o 19.40: Heldenklage, Sinfoniſche Dich=
tun
von Liſzt. o 20: Den Gefallenen zum Gedächtnis; Brigade=
Vermittlung. Hörbild von Ernſt Johannſen. O 21: Bachſche Kam=
mermuſik
. O 22.50: Schallplatten.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werktags= Programm. 6.567
Wetter für den Landwirt. O 7: Gymnaſtik. O 12.25: Wetter für den
Landwirt (So, 12.50). O 12.55: Nauener Zeit. O. 14: Berlin:
Schallplatten. o 15.30: Wetter, Börſe.
Deutſche Welle. Sonntag, 16. März. 8: Prakt. Winke für
den Landwirt. o 8.15: Marktlage. o 8.30: Ober=Reg=Rat Staab:
Was muß der Landwirt vom Nachbarrecht wiſſen? 8.50: Mor=
genfeier
. Glockenſpiel der Potsdamer Garniſonkirche. o Anſchl.:
Glocken des Berliner Doms. O 10.05: Sonntagswetter. o 10.36:
Stac sover, Am Platz der Republik: Arbeiterfunktag 1930. Anſpr.=
Reichsmin. Severing. o 12: Plenarſaal des Reichstages: Volks=
trauertag
. Gedenkrede: Geh. Juſtizrat Prof. D. Dr. Kahl.
M.d.R. o 13: Unterhaltungsmuſik. o 14: Jugendſtunde. O 14.30:
Sonaten: Marcello: Sonate G=moll. Beethoven: Sonate Ddur.
Brahms: Sonate Emoll. o 15.30: Geno Ohliſchläger lieſt
ſeine Wahren Geſchichten. 16: Bresläu: Konzert. Flotow=
Ouv. zu Die Matroſen. Offenbach: Fant. aus Hoffmanns
Erzählungen Sibelius: Romanze. Ganne: Perſiſcher Tanz;
Aegyptiſcher Tanz. Kern: Fant. aus Showboat. Adams:
Spu. im Schloß. Anſell: Drei iriſche Bilder. Schouten:
Holländiſcher Bauernfeſtwalzer. de Taye: Flirt ſous bois.
Gabriel=Marie: Mein Geheimnis. Rakoſzy=Marſch. 17.30:
Berlin: Emmy von Stetten (Sopran) ſingt Lieder von Mendels=
ſohn
. Schubert, Brahms. Pfitzner, Wolf und Schumann. o 18:
Berlin: Dr. Raſchkow: Echo des Weltkrieges in der jungen Gene=
ration
, O 18.30: Berlin: Dr. Schweitzer: Arzt und Seelſorger,
18.55: Verſe und Proſa von Reinhold P. Mettke. 0 19.20:
K. Foerſter: Gartenidyll und Welthorizont. O 20: Berlin: Alfred
Volgar: Theaterquerſchnitt. 20.15: Deutſche Kriegsbücher.

Geräte erster Fabrikate
liefert bei
fachmännischer
Rauie
Bedienung.
Darmstadt / Telefon 3412
Rheinelektra Frust-Ludwisstr. 10 l294a

Die heutige Nummer hat 26 Seiten

Wefkerbericht.
Nachdem bereits in den geſtrigen Nachmittagsſtunden die Kaltluft
des Hollandwirbels wieder Temperaturrückgang brachte, ſowie zur Auf=
heiterung
führte, hat heute Warmluft der neuen Störung abermals
Eintrübung und Niederſchläge gebracht. Die neue weſtliche Störung
hat weitere Ausbreitung gewonnen und rückt mit ihrem Kern dem Feſt=
land
näher. Unter ihrem Einfluß ſteht die Wetterlage, und bei an=
fänglich
leichter Erwärmung treten weitere Niederſchläge auf. Die
Wechſelhaftigkeit und die Temperaturſchwankungen bleiben beſtehen, ſo
daß dem Temperaturanſtieg wieder Rückgang und Durchbrechung der
Wolkendecke folgt.
Ausſichten für Sonntag, den 16. März: Weiterhin wechſelhaftes Wetter
mit Niederſchlägen, anfänglich milder, dann Abkühlung.
Ausſichten für Montag, den 17. März: Kühles, teils wolkiges, teils auf=
heiterndes
Wetter mit einzelnen Schauern.
Schneebericht.
(Waldemar=Peterſen=Haus der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt,
Hirſchegg, Kl. Walſertal.)
Schneehöhe: 30 Zentimeter Alt=, 50 Zentimeter Neuſchnee. In höheren
Lagen bis zu 3 Meter.
Temperatur: Minus 5 Grad. Starker Schneefall.

FuO

MIIE derr,

und alle wichtigen Chassisteile des Hanomag-Wagens sind geschmiert, Kein Arger, kein Zeitverlust durch Einzel-Abschmlerer=

HANOMAG ist der einzige Kleinwagen
mit Ein-Druck-Zentralschmierund-

Breite Türen, breite Sitze für 34 Personen 0 Sehr
reiche Ausstattung ohne Mehrpreiso deringer Brenn-
stoffverbrauch
o Starke Steigfählgkeit e Hohe Fahr-
sicherhelt
o Solide Konstruktion o Bestes Materlal

Limusine und Kabriolett mit Differential
General-Vertretung: Müller & Ober, Darmstadt
Rheinstraße 39, Telefon 2498
4451)

Und trotzdem der niedrige Preis von 2800 RM1 ab Werk!
Günstige Ratenzahlungsbedingungen o Illustrierte Drucksachen kostenlos

[ ][  ][ ]

Der deutſche Außenhandel im Februar.
Die Ausfuhr im Februar beträgt 1026,3 Mill. RM., die Einfuhr
nur 981,6 Mill. RM. Mithin ergibt ſich für Februar ein Ausfuhrüber=
ſchuß
von 44,7 Mill. RM. Der tatſächliche Ausfuhrüberſchuß im Februar
iſt jedoch noch um faſt 50 Millionen höher, da die Einfuhrzahl noch nach=
trägliche
Zollabrechnungen für 1929 in Höhe von 101 Mill. RM. enthält,
denen ein in der Einfuhrzahl nicht enthaltener Zollabrechnungsverkehr
für Februar von ſchätzungsweiſe 50 Mill. RM., gegenüberſteht. Die
Handelsbilanz im Februar iſt alſo mit faſt 100 Mill. RM. aktiv.
Gegenüber dem Vormonat haben Ausfuhr und Einfuhr abgenom=
men
, ſtärker jedoch die Einfuhr. Die zahlenmäßige Abnahme der Aus=
fuhr
(66,0 Mill. RM.) iſt wohl aber nur auf die geringere Zahl von
Tagen im Februar gegenüber dem Januar zurückzuführen; denn auf
den Arbeitstag umgerechnet, ergibt ſich im Februar ſogar eine Steige=
rung
der Ausfuhr gegenüber Januar.
Der Anteil der Reparations=Sachlieferungen an der Ausfuhr im
Februar beträgt 64,5 Mill. RM. (Januar 58,8 Mill. RM.).
Bei dem Vergleich der Einfuhrziffern für Zanuar und Februar iſt
zu beachten, daß auch die Januarziffer ſich aus zwei Teilen zuſammen=
ſetzte
, nämlich der tatſächlichen Einfuhr im Januar und den Einfuhr=
mengen
des letzten Halbjahres, die den Zollabrechnungen am Ende des
Jahres entſprechen. Würde man dies nicht in Rechnung ſtellen, ergäbe
ſich für Februar eine zahlenmäßige Einfuhrminderung um 323,2 Mill.
RM., die nicht den tatſächlichen Vorgängen entſpricht. Die für einen
Monatsvergleich zu benutzenden Ziffern ſind für Januar, nach Abſetzung
von 223 Mill. RM. Zollabrechnungen, 1 081,9 Mill. RM. und für den
Monat Februar, nach Abſetzung von 101 Mill. RM. Zollabrechnungen,
880,6 Mill. RM. Es ergibt ſich alſo im Februar eine Abnahme der
Einfuhr um 201,3 Mill. RM.
Die zahlenmäßige Einfuhrminderung gegenüber dem Vormonat
entfällt faſt ausſchließlich auf die Gruppe Lebensmittel und Getränke,
die um 202,5 Mill. RM., und auf die Gruppe Rohſtoffe und halbfertige
Waren, die um 110,5 Mill. RM. geringer ausgewieſen iſt als im
Januar.
Unter den Lebensmitteln verzeichnen als Folge der Vorein=
deckungen
, die zum überwiegenden Teil bei den Zollabrechnungen im
Januar in die Erſcheinung getreten ſind, Gerſte eine Einfuhrabnahme
um 95,7 Mill. RM., Weizen eine Einfuhrabnahme um 26,3 Mill. RM.
Ferner weiſen einen ſtärkeren Rückgang der Einfuhr, zum Teil ebenfalls
durch die Januarabrechnungen bedingt, auf: Kaffee, Butter, Mais,
Linſen und Obſt. Zugenommen hat unter den Lebensmitteln in
nennenswertem Umfange (+ 3,4 Mill. RM.) die Einfuhr von Eiern.
Auch die Abnahme der Einfuhr von Rohſtoffen und halb=
fertigen
Waren iſt in ihrem Ausmaß von den Zollabrechnungen
im Januar beeinflußt. Einen ſtärkeren Einfuhrrückgang zeigen Mineral=
öle
( 27,8 Mill. RM.), Wolle und andere Tierhaare ( 22,9 Mill.
RM.), Baumwolle ( 22,3 Mill. RM.) ſowie Bau= und Nutzholz, Oel=
früchte
und Oelſaaten, Kalbfelle und Rindshäute.
An dem Rückgang der Geſamtausfuhr ſind die Fertigwaren mit
einer um 39,4 Mill. RM., die Rohſtoffe und halbfertigen Waren mit
einer um 25,1 Mill. RM. verminderten Ausfuhr beteiligt.
Unter den Fertigwaren iſt insbeſondere die Ausfuhr folgen=
der
Warengruppen zurückgegangen: Walzwerkserzeugniſſe und ſonſtige
Eiſenwaren um 12.5 Mill. RM., chemiſche und pharmazeutiſche Er=
zeugniſſe
einſchließlich der Farben um 4,9 Mill. RM. nicht elektriſche
Maſchinen um 4,6 Mill. RM., Papier und Papierwaren um 4,4 Mill.
RM. Die Abnahme der Ausfuhr von Textilfertigwaren iſt unerheblich
( 0,3 Mill. RM.), da innerhalb dieſer Warengruppe einzelne Erzeng=
niſſe
, wie z. B. Kleidung und Wäſche (+ 5,3 Mill. RM.), eine Zu=
nahme
der Ausfuhr aufweiſen. Geſtiegen iſt u. a. die Ausfuhr von
Pelzen und Pelzwaren (+ 4,8 Mill. RM.) ſowie von Waſſerfahrzeugen
(+ 3,5 Mill. RM.).
Die Abnahme der Ausfuhr von Rohſtoffen und halbfer=
tigen
Waren entfällt vorwiegend auf Steinkohlen ( 8,9 Mill.
MM.), ſchwefelſaures Ammoniak ( 5,5 Mill. RM.), Koks ( 4,9 Mill.
NM.) und Textilrohſtoffe ( 3,4 Mill. RM.).
Von den wichtigſten Reparations=Sachlieferungen
im Februar 1930 gehören zu der Gruppe Rohſtoffe und halbfertige
Waren: Steinkohlen mit 10 Mill. RM., zu der Gruppe Fertigwaren:
Walzwerkserzeugniſſe und ſonſtige Eiſenwaren mit 13.6, nicht elektriſche
Maſchinen mit 10,1, Waſſerfahrzeuge mit 5,8, elektriſche Maſchinen und
elektrotechniſche Erzeugniſſe mit 3.9 ſowie chemiſche Erzeugniſſe ein=
ſchließlich
Farben mit 3,0 Mill. RM.

Wirtſchaftliche Rundſchau.

Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 12. März be=
rechnete
Großhandelsindexziffer des Statiſtiſchen Reichsamts iſt gegen=
über
der Vorwoche von 127,5 auf 126,3 oder um 0,9 v.H. geſunken. Von
den Hauptgruppen iſt die Indexziffer für Agrarſtoffe um 2,5 v.H. auf
109,9 (Vorwoche 112,7) und die Indexziffer für induſtrielle Rohſtoffe
und Halbwaren um 0,5 v.H. auf 125,2 (125,8) zurückgegangen. Die
Indexziffer für induſtrielle Fertigwaren hat um 0,3 v.H. auf 153,1
(153,5) nachgegeben.
Die Kraftfahrzeugproduktion im Januar 1930. Lt. Wirtſchaft
und Statiſtik haben Produktion und Abſatz der Kraftfahrzeuginduſtrie
im Januar 1930 gegenüber dem Vormonat eine Zunahme aufzuweiſen,
die ſaiſonmäßig zu erwarten war, offenbar aber auch durch das milde
Wetter teilweiſe begünſtigt worden iſt. Die Steigerung der Produktion
hat in ſämtlichen Zweigen der Kraftfahrzeuginduſtrie die des Abſatzes
erheblich übertoffen. Die Indexziffern für die Produktionsentwicklung
der Kraftfahrzeuginduſtrie (Monatsdurchſchnitt 1928: 100) ſtellten ſich
im Januar für Perſonenkraftwagen deutſcher Fabriken auf 66,4 ( Dezem=
ber
1929: 39,8), ausländiſcher Montagefabriken auf 33,1 (23,0), für Laſt=
kraftwagen
deutſcher Fabriken auf 70,1 (51,0), ausländiſcher Montage=
fabriken
auf 77,6 (14,2) und für Krafträder deutſcher Fabriken auf 55,6
(50,3).
Herabſetzung des Zinsſatzes für die Landwirtſchaft ſeitens der Deut=
ſchen
Rentenbankkreditanſtalt. Die Deutſche Rentenbank=Kreditanſtalt
(Landwirtſchaftliche Zentralbank) hat aus Anlaß der Herabſetzung des
Reichsbankdiskontſatzes den Zinsſatz für die Landwirtſchaft mit Wir=
kung
vom 8. März 1930 um 0,5 Prozent herabgeſetzt. Der Höchſtzins=
ſatz
, den der einzelne Landwirt für die aus Mitteln der Deutſchen
Nentenbank=Kreditanſtalt gewährten Perſonalkredits zu zahlen hat, be=
trägt
nunmehr 7,75 Prozent. Hierin ſind alle Proviſionen enthalten,
mit Ausnahme des Wechſelſtempels, welcher beſonders bewertet wer=
den
darf.

Umbildung des Aufſichtsrats der Frankfurter Gasgeſellſchaft. In
der geſtrigen außerordentlichen Generalverſammſung der Frankfurter
Gasgeſellſchaft wurden Stadtrat Dr. Lingnau, Stadtrat Kriegeis, Stadt=
verordneter
Loeb, Stadtv. Heiſe, Stadtv. Dr. Merton, Profeſſor Dr.
Julius Lehmann, Direktor S. Bacharach (Dresdener Bank) und Stadt=
verordneter
Schulz=Offenbach neu in den Aufſichtsrat gewählt. Aus=
geſchieden
ſind u. a. Bürgermeiſter Dr. Landmann und Stadtverord=
netenvorſteher
Heißwolf. Von einem Aktionär wurde der Austritt
einer noch größeren Anzahl von Aufſichtsratsmitgliedern angeregt, da
der Aufſichtsrat zu groß ſei, um nutzbringend arbeiten zu können. Die
Beantwortung einer Reihe von Fragen des Aktionärs, ſo nach der Höhe
der Schulden der Geſellſchaft gegenüber der Stadt Frankfurt, der jähr=
lichen
Zinſenlaſt durch die Kohlenfelder uſw., wurde von der Verwal=
tung
abgelehnt unter Hinweis darauf, daß dieſe Fragen nicht mit der
Tagesordnung in Verbindung ſtänden.
Rheiniſche Hypothekenbank, Mannheim. Das Inſtitut ſchlägt aus
dem nach Abzug von 1,17 (2,04) Unkoſten, 13,62 (11,72) Pfandbrief=
Zinſen und 1,24 (0,64) Mill. RM. Zinſen für Kommunal=Obligationen
verbleibenden Reingewinn von 1,61 (1,45) Mill. RM. wieder 10 Proz.
Dividende vor. Die neuen 6 Mill. RM. Aktien ſind zur Hälfte dividen=
denberechtigt
. Dem Reſervefonds werden 70000 (0) RM. und der
Pfandbriefreſerve 170000 RM. überwieſen. Bei einem Aktienkapital
von 12,05 Mill. RM. betragen die Reſerven nunmehr insgeſamt 11,55
Mill. RM. Der Geſamtumlauf betrug Ende 1929 226,80 (210,94) Mill.,
darunter befanden ſich 85,63 (90,13) Mill. Liquidationspfandbriefe.
Außerdem waren 1829 (13,29) Mill. 90ro= Goldſchuldverſchreibungen
im Umlauf. Andererſeits erhöhte ſich der Beſtand an Hypothekendar=
leben
guf 240,61 (219,88) Mill. RM. und der an Kommunaldarlehen
auf 18,36 (13,72) Mill. RM. Unter den mit 5,92 (71y) Mig. RM.
ausgewieſenen Wertpapieren befanden ſich 8,10 (10,34) Mill, eigene
Emiſſionspapiere. (G.V. 27. März.)

Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 15. März.
Auch zum Wochenſchluß waren wieder keine Aufträge eingetroffen,
ſo daß das Geſchäft nur ſchleppend in Gang kommen konnte. Die
ſchwankende geſtrige Ncſw Yorker Börſe machte einen ungünſtigen Ein=
druck
. Aber vor allem wurde die Börſe von den ſich hartnäckig erhal=
tenden
Gerüchten, die von einem Dividendenausfall bei Aku wiſſen
wvollten, nachteilig beeinflußt. Das Angebot hielt an, doch war der
Kurs gegenüber der geſtrigen Abendbörſe nur wenig verändert. An=
regungen
fehlten, aber auch auf der anderen Seite waren verſtimmende
Momente nicht vorhanden, die Börſe reagierte aber nicht darauf. Die
Kuliſſe zeigte kaum Aufnahmeluſt, doch war auch das Angebot, mit
Ausnahme von Siemens, die 3 Prozent ſchwächer eröffneten und den
ſchon erwähnten Aku=Actien, nicht nennenswert groß, ſo daß die übrigen
Märkte nur unweſentliche Kursveränderungen aufwieſen. A. E. G. er=
öffneten
1 Prozent miedriger, Schuckert wurden zirka 1 Prozent ſchwächer
taxiert. Sonſt kamen hier Erſtnotierungen nicht zuſtande. Am Chemie=
markt
waren J. G. Farben zirka ½ Prozent niedriger. Eine Erſt=
notiz
kam erſt lange nach Beginn der Börſe zuſtande. Rütgerswerke
waren Enapp, Ver, für chem. Induſtrie gut gehalten. Banken behauptet
Von Montanwerten zogen Gelſenkirchen leicht an. Am wariablen Markt
waren Junghans angeboten und 2 Prozent ſchwächer. Menten ohne
Umſatz.
Im Verlaufe war die Tendenz unverändert luſtlos und die Kurſe
gaben eher weiter etwas nach. Umſätze waren infolge der Ovderloſigkeit
kaum zu verzcichnen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5½ Prozent
etwas leichter. Am Deviſenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1933,
gegen Pfunde 2,36¾. London Kabel 4,8620, Paris 124,27,
Mailand 92,80, Madrid 39,25, Schweiz 25,12, Holland 12,12½.
Berlin, 15. März.
Häufig hat die Stimmung an den Samstagbörſen unter dem früheren
Beginn des offiziellen Verkehrs zu leiden, da das ohnehin minimale Ge=
ſchäft
durſt verſpäteten Ordereingang eine weitere Einſchränkung er=
fährt
. Auch heute bam es aus dieſem Grunde anfangs zu einem leichten
Nachgeben des Kursnibeaus. Wieder einmal beeinflußten Aku die Ten=
denz
nach unten, da die micht verſtummen wollenden Gerüchte von einem
Diwidendenausfall ſchon geſtern abend zu einem empfindlichen Rückgang
geführt hatten. Die Geſchäftsſtagnation bewirkte auch im Werlaufe kleine
Albbröckelungen, die aber nicht über 1 Prozent hinausgingen. Banken
tendierten widerſtandsfähig, anſcheinend wurde hier ſehr geſchickt inter=
veni
ert. Gegen 12 Uhr fand die veröffentlichte, recht günſtige Außen=
handelsbilanz
für Februar ſtärkere Beachtung und es wurde etwas
freundlicher. Der Ausfuhrüberſchuß beträgt 44,7 Millionen, unter Be=
rüchſichtigung
der aus dem in Vormonaten verbleibenden Zollpoſitionen
ergibt ſich ſogar eine Aktivität von zirka 100 Millionen. Anleihen un=
verändert
. Ausländer ſehr ruhig und etwas behauptet. Pfandbriefe
feſter.
Produkkenberichte.
Mainzer Produktenbericht vom 14. März. ( Großhandelseln=
ſtandspreiſe
pro 100 Kilo loko Mainz.) Weizen 25,75; Roggen 16,25
bis 16,50; Hafer 15; ſüddeutſches Weizenmehl Spezial Null 38,65;
Roggenmehl Null 1 24,7525,50; Weizenkleie fein 8,75; desgl. grob
9,75; Roggenkleie 9,75; Platamais 15; Cing.=Mais 18; Malzkeime mit
Sack 1314; Biertreber 11,2511,75; Erdnußkuchen 14,5015,50;
Kokoskuchen 14,5019,50; Palmkuchen 12,7513,75; Kleeheu loſe 11;
Klceheu geb. 11,7512; Wieſenheu 9,7510; Maſchinenſtroh: 55,25;
Drahtpreßſtroh 5,50; Weiße Bohnen 40. Tendenz: luſtlos.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Der Umſatz hat ſich auf dem
ermäßigten Niveau leicht gebeſſert. (Auslandseier unverzollt ab der
Grenzſtation. Inlandseier ab Station.) Preiſe in Pfg. pro Stück:
Italiener 8,59, Bulgariſche 6,56,75, Jugoſlaviſche 77,25, Rumä=
niſche
6,506,75, Ruſſiſche nicht am Markt, Polniſche 5,756, Chineſen
nicht am Markt, Holländiſche 810, Däniſche 810, Belgiſche (flandr.)
8,508,75, Franzöſiſche nicht am Maukt, Schleſiſche 7,508, Bayeriſche
77,50, Norddeutſche 7,58.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Da die Anfuhr, namentlich
von deutſcher Butter, ſehr groß war, gaben die Preiſe etwas nach;
trotzdem war der Abſatz weiter ſchwach. Auslandsbutter (holländiſche
oder däniſche) 1 Faß (50 Kilo) 1,75, Halbfaß 1,77, in Halbpfundſtücken
1,80, deutſche Butter in Fäſſern 1,58, in Halbpfundſtücken 1,60 Mk. das
Pfund im Großhandelsverkehr.
Berliner Produktenbericht vom 15. März. Trotz der wenig einheit=
lichen
Meldungen von den überſeeiſchen Terminmärkten nahm die Pro=
duktenbörſe
am Wochenſchluß einen feſteren Verlauf. Das Inlands=

angebot von Brotgetreide bleibt nach wie vor knapp und wird laufend
von den Mühlen zu 12 Mark höheren Preiſen als geſtern aufge=
nommen
, obwohl das Mehlgeſchäft keine nennenswerte Belebung er=
fahren
hat. Am Lieferungsmarkt waren in Erwartung kommender
Regierungsmaßnahmen weitere Deckungen zu beobachten, ſo daß Wei=
zen
in den ſpäteren Sichten 1,50 Mark, Roggen 23,50 Mark höher
einſetzten. Weizenmehle finden etwas beſſere Beachtung; ohne daß
höhere Preiſe glatt durchzuholen ſind. Roggenmehl hat ſtetiges Konſum=
geſchäft
. Im Hafer macht ſich das Angebot etwas knapper und die
Marktlage erſcheint etwas freundlicher. Gerſte ruhig.
Diebmärkke.
* Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am Samstag waren
335 Tiere vorhanden. Verkauft wurden 243, und zwar Milchſchweine
das Stück von 2036 RM., Läufer das Stück von 4362 RM.
Viehmarkt in Butzbach. Der diesjährige Frühjahrs=Faſelmarkt war
außerordentlich ſtark mit Tieren beſchickt worden. Zur Prämiierung
ſtanden 223 Tiere der heſſiſchen Fleckviehraſſe und 25 der Vogelsberger
Naſſe. Ferner waren 88 Pferde, 16 Schweine und 16 Ziegen aufge=
trieben
. Zum Verkauf waren geſtellt: 36 Pferde, 47 Rinder und 366
Schweine. Auf dem Pferde= und Rindermarkt war der Geſchäftsgang
ſehr gering, in Schweinen dagegen war er recht lebhaft. Man bezahlte
für Ferkel bis ſechs Wochen alt 3539 RM., ſechs bis acht Wochenkalt
39 43 RM., 813 Wochen alt 43 50 RM.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 15. Märzi
Getreide: Weizen, März 102½, Mai 106½, Juli 104½, Sep=
tember
1068; Mais, März 77½, Mai 81½, Juli 81½, Septem=
ber
82; Hafer, Mai 41½, Juli 41½, September 41½, Roggen.
Mai 593, Juli 62¾4, September 66.
Schmalz: März 9,95, Mai 10,05, Juli 10,30, Sept. 10,50.
Leichte Schweine 1010,75, ſchwere Schweine 9,3510,15;
Schweinezufuhren Chicago 7000, im Weſten 28 000.
Chicago Baumwolle: Mai 14,B.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 15. Märzi
Getreide: Weizen, Rotwinter n. Ernte124½, Hartwinter n.
Ernte 107½: Mais 90½; Mehl 5,605,80; Getreidefracht nach
England 1,62,3 sh, nach dem Kontinent 89 C.
Kakao: Tendenz kaum ſtetig, Umſätze 68, loco 8½; März 8.06,
April 8.21, Mai 8.36, Juni 8.49, Juli 8.65, September 8.92, Ok=
tober
8.89, Dezember 8.79, Januar 1931 8.88.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Die Firma A. Berthold Meſſinglinien und Schriftgießerei, Berlin,
Bauerſche Gießerei in Frankfurt a. M. und Schriftgießerei D. Stempel
A.=G., Frankfurt a. M., ſind zum Zwecke der Mationaliſierung mit der
Firma Gentzſch u. Heyſe A.=G., Hamburg und München, eine Intereſſen=
gemeinſchaft
eingegangen.
Der Firma Stahlhammerwerke H. Hohlmann, Wetterburg, wurde
ein einjähriges Moratorium zinslos gewährt, nachdem ſſie ihren. Gläu=
bigern
eine 100prozentige Befriedigung garantiert.
Wie verlautet, ſoll ſich die Fuſion mit der Peters Union A.=G.,
Frankfurt, und der Gummiwerke B. Polack, GHannover, günſtig ausge=
wirkt
haben, ſo daß für das abgelaufene Geſchäftsjahr mit einer Diwi=
dendenerhöhung
um mindeſtens 1 Prozent auf vorausſichtlich 8 Prozent
gerechnet wird.
Die Bilanzſitzung der Dresdner Bank iſt zum 19. März angeſetzt.
Es hann mit unverändert 10 Prozent DDividende für 1929 gerechnet
werden.
Eine der größten tſchechoflowakiſchen Fleiſchwarenfirmen, Beranek
in Weinberge, iſt zahlungsunfähig geworden und verhandelt mit ihren
Gläubigern über einen Vergleich. Die Geſamtverpflichtungen betvagen
rund 30 Hill. Kronen, von denen 22 Mill. Kronen hypothekariſch
ſichergeſtellte Forderungen ſind. Der Wergleich wird ſich auf die Waren=
und Baugläubiger erſtrecken, deren Forderungen ſich auf etwas über
6 Mill. Kronen belaufen.
Die New Yorker Bundesreſerbebank hat ihre Rediskontrate von 4
auf 3½ Prozent herabgeſetzt. Die Rediskontrate von 4 Prozent war
ſeit dem 6. Februar d. J. in Geltung.

Deviſenmarkt
Berliner Kursbericht
vom 15. März 1930
Deutſche dunt und Sibronto Gefenſchäft
vom 15. März 1930

RafH Mee ee Weiee Mae Vi= Danatbank 227.25 F. G. Farben 160. Rütgerswerke 75.25 Deutſche Ban1u.
Disconto=Geſ. 142.25 Gelſenk. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern. 138.125 Salzbetfurth Ka
169.625 Leonh. Tietz 356.
155.50 Dresdner Bank 146. Harpener Bergbau /130. Verein. Glanzſtoff Hapag 105.625 Soeſch Eiſen 106.25 Verein. Stahlwerl 95.50 Hanſa Dampfſch. Phil. Holzmann 95.50 Weſteregeln Alkali 210. Nordd. Lloyd 108. Kali Aſchersleben 209. Agsb.=Nrnb. Maſch./ 74.50 I. E. G. 161.375 Klödnerwerke 102. Baſalt Linz Bayr. Motorenw. Köln=Neueſſ. Bgw. 103. Berl. Karlsr. Ind. Midg J. P. Bemberg 147.50 Ludw. Loewe Hirſch Kupfer 112.50 Bergmann Eleltr. Mannesm. Röhr. 104. Hohenlohe=Werke 85. Berl. Maſch.=Bau 62.50 Maſch.=Bau=Untn 45.25 Lindes Eismaſch. 174. Tonti Gummi 146. Nordd. Wolle S5.50 Herm. Poege Deutſche Cont. Gas 166.50 Oberſchleſ. Kolsw. 28.50 VogelTelegr. Draht 65.5o Deutſche Erdö! 99.125 Orenſtein & Koppe 72. Banderer=Werke 43.50 Bährung Ra Brieff Währung Ge Brie Helſingfors 100 finn. Mk 10.536 10.55 Schweiz 100 Franken 81.68 181.24
Wien 100 Schillir 58.98 59.10 Spanien 1100 Peſetas 152.05 52.15 K
Prag 100 Tſch. K 12.41 12.43 Danzig
100 Gulden 81.36 81.52 Budapeſt 100 Pengö 73. 18 73.32 Japan 1 Yen 2.068 2.072 Sofia. 100 Leva 3.034 3.045/Rio de Janetr. ſt Milreis 10.381 0.463 Holland 100 Gulden 167.89 168.2 Jugoſlawien 100 Dinar 7.402 7.416
Sslo‟ 100 Kroner 112.04 112.2 Portuga! 100 Escudos 18.81 72.85 Kopenhagen 100 Kronen 112.12 112.3 Athen 100 Drachm 5.425 5.435 Stockholm 100 Kronen 112.44 112.66 Konſtantinopel türk. 2 London 1 2.Stg. 20.36 20.402) airo Kägypt. 2 20.88: 20.922 Buenos=Aires 1 Pap. Peſt 1.550 1.5541 Kanada
1canad. Doll. 4. 175 d. 183 New York 1 Dollar. 4.1885 4. 1965 Uruguay 1 Goldpeſo 3. 686 3.694 Belgien 100 Belga 58.355 58.47 Jsland 100 eſtl. Kr. 92.16 22.34 1
Italien 100 Lire 11.945 2 1.985 Tallinn (Eſtl. 100 eſtl. Kr. 111.541 111.7g
Paris 00 Franes 16.375 16.415 Riga 1100 Lats 80.70 80.86

770Dtſch Reichsanl.
6
6% Baden ...
8% Bayern ....."
6%
8%0 Heſſen v. 24
v. 2
8%
6% Preuß. Staats=
anl
. . . . . . . . . . ."
8% Sachſen ......"

7%0 Thüringen ...

Ltſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. +
Ablöſungsanl.
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.

Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
...

8 Baden=Baden
6% Berlin.. ....
8% Darmſtadtv. 26
v. 28
7%o Frankf. a. M.
8% Mainz..... .
8% Mannheim. .
8% Nürnberg ..."

6% Heſſ. Landesbk.
Goldpfbr. . . . . . .
Goldobl.
8%
4½% Heſſ. Lds.-
Hyp.=Bk.-Liquid.
Pfbr.. . . . . . . . .
80 Preuß. Lds.=
Pfbr.=Ainſt. Gold=
Pfbr.. . . .. . . .
8% Goldobl.
8O Darmſt. Komm.
Landesbk. Goldob
8 2 KaſielerLandes=
Gol dpf br.

98.9
87.5
74.5
277
76.5
84
86

75

51.1
8.3

2.75

85.75
Z
85
82.5

96.5

3% Naſſ. Landesbk.
Goldpfbr. . .
Obl
OILe
Dr. Komm. Sam=
mel
-Ablöſ.-Anl.
* Ausl. Ser. I
Ser, I.
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).

O Berl. Hyp.=B
Liqu.=Pfbr.
8% Frf. Hyp.Bik.
Lig. Pfb.
4½%
Pfbr. Bk..
41
Lig. Pfbr
8% Mein. Hyp.Bt.
4½%0 Lig. Pfbr.
8% Pfälz. Hyp.Bi
14½% Lig.Pfb
18% Preuß. Boden=
cred
.=Bank .."
4½% Lia.Pfb.
8% Preuß. Centrl.
Bodener.=Bk. ..
14½0 Lia. Pfbr
Rhein. Hyp.Bi.
14½% Lig. Pſbr
18% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit .....
8% Südd. Bod
Cred.=Bank. . . . .
4½% Lig. Pfbr
8% Wurtt. Hhp.=B!

77.75
94
93
95

6% Daimler Benz
8½ Dt. Linol. Werke
% Klöckner=Wert
Mainkraftwerk
2 Mitteld. Stahl=
vverke"

Salzmanu u. Co
Ver. Stahlwerk
Voigtck Häffne

Frankfurter Kursbericht vom 15. März 1930.

78.25

A
67

86.5
82
96.5
82.5
96
84.25
96.5
85.15
96.5
81,
96.5
83.5
9
79.
96.5
82.7
97
97.5
80-.
97

91.75
94
84.25
86.25
86
93.25

Feir S Däeaum
Frift. Gas.
Hof

G. FarbenBonds /1001, Eſchw. Bergwerk

50 Bosn. L. E.B.
L. Inveſt.
4½% Oſt. Schatz=
anſ
. . . . . . . . .
4% Oſt. Goldrente
5‟overeinh. Rumän.
4½%
4
480 Türk. Admin.
4% 1. Bagdad
4% Zollanl.
4½% Ungarn 1913
4½% 1914
Goldr.
420
1910
42,
Aktien

Rig. Kunſtziide Unie
AEG. Stamm ..
AndreaeNoris Zahn
Baſt Nürnberg ..
Bemberg J. P...
Bergmann. . . .
Brovn BoverickCie
Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen ..
Eement Heidelberg
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſ
Chem. Werte Albert
Chade ........."
Contin. Eummtu
Linoleum
Daimler=BenzA. E
Dt. Atl. Telegr. ...
Eifenh. Berlin.
Erdöl
Gold= u. Silb.
ſcheide=Anſtal
Linpleumwerk.
Dnckerhoff u. Wid
mann
Eichbaum=Werge
Elektr. Licht u. Kraft
Liefer=Geſ.

48.25

8.9

26.05
23.2

161.25
110.5

127

125.75
146
180
48
47
37.5
114.75
Aange
147.5
241.5
16s

Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f. eleltr. Unter=
nehmungen
. . .."
Goldſchmidt Th. .

Hafenmühle Frkft.
Hammerſen .. . . . .
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf
Hilpert Armaturfb
Hinderichs=Aufferm
Hirſch Kupfer.....
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil.
Holzverk.=Induſtrie
Zlſe Bergb. Stamm
Genüſſe/131. 75
Junghans Stamm
KaliChemie.
Aiſchersleben
Salzbetfurth 1355
Weſteregeln .
Kammgarnſpinn. .
Karſtadt, R.
Klein, Schanzlin ..
Klödnerwverle
Lahmener & Co. /164
Lech. Alugsburg.
Löwenbr. Münckh.
Lüdenſcheid Meta
Lutz Gebr. Darmſt
Mainkr. W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br.

1205 Mannesm. Röhren n/ 31.75 Mansfeld Bergb... 102.5 ilez0 Metallgeſ. Frankf. 105 1160.5 Miag. Mühlenbau. 129.5 Montecatini Maild. 96.5 Motoren Darmſtadt * 110
50 Deutz 70.5 Oberurſe 11113 Nicolan, vofbr. 28 Nürnberger Brauh Oberbedarf. . Otavi Minen 58 66 Phönix Bergbau
Reiniger, Gebb.. 113 185 Rh. Braunkohlen. 229.5 Elektr. Stamm 140.25 Stahlwerke. Riebeck Montan Roeder Gb. Darmſt 154 Rütgerswerle 74.5 111 Sachtleben A. G. 160 114 Salzw. Heilbronn". 210 Schöfferhof=Bind. 247 89.5 Schramm Lackfabr 83.5 Schriftg. Stempel. Schuckert Eleltr. 184 250 Schwarz=Storchen 134.5 Siem. Glasinduſtr. Siemens & Halske 151 Strohſtoff. Ver... 197 Südd Immobilien 42 Zucker=A. G. 152: Soenska Tändſticks ſ: 337 211.5
108 Tellus Vergban 110.5 126.5
116.5 Thür. Liefer.=Geſ. 105.5 Tucher=Brauere: Anterfranken 98.5 Veithwerte. Ver. f. Ehem. Ind. 242 Laurahütte. 62 Stahlwerke 91.7! 12 UIltramarin 139 Zellſt. Verlin. . * 01 A Vogtlind. Maſchin 69 171.75 Voigt & Haeffner./= 218

Wahß & Frehta
Wegelin Rußfabr.
Zellſtoff. Aſchaffbg.. /151.75
Memel.
Waldhof 202.5
Allg. Dt. Creditar)
Badiſche Ban1.../141
Bank f. Brauinduſtr.
BarmerBankverein
Berl. Handelsgeſ..
Hypothekenb
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt.=B1.
Dt. Ban lund Disk. /141:5
Deutſche Effekten
und Wechſelbank
Dresdener Bank /145
Frankf. Bank
Kyp. Ban;
Pfdbr.=B1. 1142
Gotha. Crundkr.
Mein. Hhp.=Bank 1133
Oſt.Creditanſtalt 29.8
Pfälz. Hyp.=Bank 1140
Reichsbank.
Rhein. Ehp.=Bank. /153
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Wiener Baniverein
Württb. Notenbank
A.=G.f. Verkehrsw.
Allg. Lo talb. Kraftw
7% Dt. Reichsbahn
Vorzge.
Hapag.
Nordd. Lloyd
Schan tung=Eiſen
Südd. Ciſenb.=Geſ.
Alianz.. u. Stutg.
Verſicherung. .
Verein. Verſ...
Frlft. Allg. Verſ.=G
Rückverſich.
Fran lona Rück= u.
Mitv. . ... ..
Mannh. Verſich. .4

82
105
27
120
128
194
15.3
227.25
110.5
100.n5
132
119.5
279.5
144.25
1211.
150
112

95
1105.25
G
118

N
198

[ ][  ][ ]

Nummer 75

Sonntag, den 16. März 1930

Seite 13

Verlicherungen aller Ark

Gothaer Feuerverſicherungsbant auf Gegenſeitigteit.
Gothaer Lebensverſicherungsbant auf Gegenſeitigteit.
Gothaer Transportverſicherungsbant Rktien=Geſeliſchaft.
Gothaer Rugemeine Verſicherungsbant Rktien=Geſellſchaft.

TlorA4

MOTOR-
RADER
200 750 ccm

Ständige Vorführ.
in unserem Hof
Grafen-
straße
22

Benld uo

Abzeichen
Medaillen
Plaketten
Stempel
Schilder
Gravier=Anſt.
F. Reuss
Grafenſtr. 39. (*

Kinderwagen
größte Auswahl,
billigſte Preiſe
mit 10% Rabatt
nur im Spezial=
Geſchäft (2577a
Donges & Wieſt
sliſabethenſtr. 25½

Zum Frühjahrsputz
empfehle
Skaubſauger
Sachſenwerk 150 ,
Vampyr 130 .
auch in 12 Monats=
raten
. Daſelbſt
Staubſauger zu
verleihen. (4201b
Elektro=Haus
Val. Niebes, Rie=
gerpl
. 8. Tel. 1171.

5 Mon. altes Kind Reelle Heiraten und
in gute Pflege zu Einheir, ſtets durch
geben. Angeb. mit das beſtempf. Büro
Preis u. J. 52 Gſch.* Frau G. Schuchmann,
Darmſt., Stiftſtr. 46.
Alleinſteh. gebild. äl= Ia Ref., ſtr. Diskr. (*

teren Damen bietet
ſich Gelegenheit ſich
für ein neu zu grün=
dendes

Lrrtersherm
vormerken zu laſſen.
Angeb. unter F 67
an die Geſchäftsſtelle.

Die Organiſation
Lebensbund
iſt die älteſte u. größte
Vereinigg, u. der vor=
nehme
Weg des Sich=
findens
. Zu den Mit=
gliedern
zahlen viele
Akademiker, höhere
Beamte, Induſtrielle,
Kaufleute uſw., die
Korreſpondenzanbah.
nungen mit geb. Da=
men
ſuch. Für Herren
ſind viele günſtige
Gelegenheiten zur
Einh eirat
geboten. Tauſende v.
Anerk. Keine berufs
mäßige Vermittlung.
Keine Proviſionszah=
lung
. Individuelle
Beratung und Vor=
ſchläge
koſtenl. Bun=
desſchr
. u. Probe=Nr.
gegen 30 Pfg. für
Porto diskr. u. ver=
ſchl
. dch. Verlag G.
Bereiten. München,
Karlſtraße 10, II.,
Zweigſtell. im In=u.
Ausland. (IH117

Selbſtändiger
Kaufmann
mit behagl. Eigen=
heim
, Anfang 40, ver=
mögend
, erſehnt eine
liebe, geſellige
Ehegeſährin
Modepüppchen aus=
geſchl
. Poſtlagerkarte
143 Berlin W 62.
(I. Bln. 4352)

Nette Vierzigerin
ſucht intelligenten
Ehekameraden.
Zuſchrift. unt. H. 107
an die Geſchäftsſt. (*

Lebensluſt. tüchtig.
Mädchen, 22 J., ev.,
m. Erſparn. u. Ausſt.,
ſpät. auch etw. Ver=
mög
., ſucht Herrn m.
gut. Ruf in ſich. St.
kenn. z. lernen zw.
ſp. Heirat. Zuſchr. u.
J. 22 a. d. Gſchſt.

Mehrere, teils wenig
geſpielte

außerordentl, preis=
wert
zu verkaufen.
I.n.
Himmermann
Klaviere
Grafenſtr. 21, nächſt
Rheinſtr. 4478a

Für Kleingärtner!
Baum= u. Sträſcher=
pfähle
, Staketen= u
Rundhplz, auch auf=
getrennt
, in all. Holz=
arten
billigſt ab La=
ger
Oſtbahnh Joſef
Bentil, Holzhandlg.,
Darmſt., Hermannſtr.
Nr. 49. Tel. 3199. /4481b

Kinderwagen
Klappwagen
Kindertische
Kinderstühle
Laufgitter
Dreiräder
Selbstfahrer
Straßenroller
Turnapparate
Liegestühle
billigst bei
Zetzsche
Ernst-Ludwigsstr. 19
(4120b)

HIavier-Hrnold
Elisabethenstr. 26

Diiftel!

Stoffe

Orlginal Trikolin,
Popelin Oxtord.
Stets das Neueste
Anfertigung nach Maß

Führt nur gute Wäsche
zu niedrigen Preisen

Dar Nocht ue. PTau

aut eine zeitgemäß schöne Ein-
richtung
ihrer Küche ist unbe-
stritten
! Ich zeige im Schau-
tenster
augenblicklich
Kücheneinrichtungen
aller Art, die trotz guter Ouali-
tät
sehr preiswert sind. Meine
Zahlungsbedingungen er-
leichtern
die Anschaffung!

AdemkamgNachf. Inh.
Wectien Eielkädel
Ernst-Ludwigstr. 9-Gegr. 1895.

(4386

Kolonialwaren=
geſchäft
wegen To=
desfall
ſof. zu ver=
mieten
. Angeb. unt.
J. 18 Geſchſt. (*gms

3mal3-3.-Haus 3mal 5 Zimmer
n ſchöner Lage geg. Haus, i. ſehr gt. Zu=
kl
. Haus m. Einfahrt ſtand, in beſt. Süd=
od
. Geſchäftshaus zu lage, Wohn. tauſchl.

tauſchen geſucht. An=
gebote
unter H. 123
an die Geſchäftsſt. (*

freiwerd., b. 15= bis
20 000 Anz z. vk.
Ang. u. J. 28 Gſch.

Torrostde!
Landmirte besteltt jetzt
Suer

V.161

Haus mit Scheune
u. großen Stallun=
gen
u. ander. Rau=
men
, groß. Garten,
anſchließend große
Wieſe, Nähe Darm
ſtadts, ſof. z. verk.
od. zu vermieten.
Sehr geeignet für
Hühnerfarm. Vieh=
ſändler
u. and. Ge=
ſchäfte
. 1 Milchwg.,
zut erh., zu verk
Ang. u. H. 11 a. d.
Geſchäftsſt. (*fsg

Beziehbare: 3=, 4= u.
5=Zimmer=Häuſer ſo
zu kaufen geſucht.
Diugeldein, ſenior
nur Landwehrſtr. 39
Telephon 2067. (4469

2½3ſtöckiges
45-Zim.-Haus
in gut. Zuſtande mit
beziehbar. Wohnung
bei größ. Anzahlung
direkt zu kaufen geſ
Näh. Angaben unter
H. 122 an die Ge=
ſchäftsſtelle
.

Geschäfts-
Grundstück
in allerbeſt. Geſchäfts=
lage
einer Kreisſtadt
a.d Bergſtr., fürjeden
Betrieb paſſend, beſ.
für Antoreparatur,
Tankſtelle u. ähnlich.
geeignet,z. verkaufen
oder zu vermiet. Re=
flektant
. erh Nachricht
unter J. 61 von der
Geſchäftsſt. (4445

in ſchöner Lage geſ
Agenten verbeten.
Näh. Angaben u.
6 97 a. d. Gſt. (*

34mal4= Zimmer=
haus
, in gutem Zu=
ſtande
, preiswert z.
kauf. geſucht. Ange=
bote
unter J.. 36
an die Geſchäfts=
ſtelle
.

Villa, ſteuerfrei
Zimmer und all
Zubehör, zu verkau
en. Preis 35000 .
Ang. u. J. 31 Gſchſt.

Einheiraten?
Aus Hunderten eine kleine Auswahl.
Fabrik, Fräul., 36 J.; Kolonialwarengesch
Fräul., 24 J.; Gasthof, Ww., 39J.; Land-
wirtschaft
, Frl., 23 J.; Getreidebandlung,
Fränl., 31 J.; Grosshandelsunternehmen
Ww., 35 J.; Landgasth., Frl., 26 Jahre;
Geschäft, Frl., 29 J.; Fabr., Ww., 43 J.
Mühle, Frl., 31 J. usw. usw. Verlangen
Sie kostenlos Bundesschrift A. 15 gegen
30 Pfg. verschlossen und ohne Aufdruck.
Keine Vermittlung. Niedriger Beitrag.
Kein Vorschuss. Ein- u. Austritt jeder-
zeit
. Garantie: Rückzahlung des Bei-
trages
bei Nichterfolg ist möglich
durch individuelle Behandlung jedes Einzel-
falles
. Viele Tausende hatten Erfolg, no-
1V142
tariell beglaubigt.
16S Zentrale
oer Bund , kiel.
Zweiget. Männheim, Heinrich-Lanzstr. 15.

Einheirat in gutes Unternehmen ſucht
iſr tüchtiger Kaufmann mit Vermögen.
Off. u. J. E. 2730 befördert Rudolf
Moſſe, Berlin SW 100. (IBln.4164

Sämtliche An=
ſtreicherarbeiten

auch Faſſaden)
werden gut und kon=
kurrenzlos
billig aus=
geführt
. Ang. u. J 72
an d. Geſchſt. (4479a

Auto-
Fahrschule
Senft
vurgt für gediegene
Ausbildung.
Darmstadt
Holzhofallee 27.
elehp. 3429 (29 a

rſſer.

8’oige Gold-Pfandbriefe Em. XXll
Tilgung nur im Wege der Auslosung zu 100%o In
den Jahren 1936/1959. Börsenkurs z. Zt. 981/,0o-
In Fortsetzung unseres Umschuldungsangebots
erklären wir uns bereit, bei Erteilung von Kauf-
aufträgen
für obige Emiseien bis zur Höhe des
gleichen Nominalbetrages unsere 4½/Lloigen
Liguidations-Gold-Pfandbriefe Emission X zum
Verrechnungskurs von 86% bis zum Betrage
von GM 3000000 in Zahlung zu nehmen. Schluß
des Umtauschangebots jederzeit vorbehalten.

Meiningen,
Leipziger Str. 4

Berlin NW 7
Unter den Linden 60/sz

Deutsche Hypothekenbank

Zimmer uſw., in
beſter Lage zu ver
kaufen. Ang. u. J.10
a. d. Geſchſt. (4389

Kl. Ein= od. Zwei=
ſamilienhaus
, ruh.,
gute Lage, v. Selbſt=
käufer
geſ. Anz. bis
10000 . Angeb. m
Preis u. J. 16 Gſch.*

Tauſchlos
beziehbares 2=Fam.=
Haus, 2X3 Z., Kuche
u. Bad, neu, ſonder=
ſteuerfrei
, mit bill
Hyp., m. gr. Gart
ahe Tramb.=Halte
ſtelle, w. unt. Selbſt=
koſt
. beſ. Umſt. halb.
b. 6000 Anzhl. in
Eberſtadt zu verk.
Angeb. unter J. 26
an die Geſchäftsſt.

Acker, f. Garten ge=
eign
., ſüdweſtlich d.
neu. Südbahnhofs,
2329 qm. f. 800 z.
vk., ev. Teilz. Ang.
u. J. 54 Gſch. (4438

Sofort zu verkaufen:
Geflügelfarm
mit Wohnhaus
Nähe Darmſtadt,
000 RM. Ang. u
6. 83 a. d. Gſt. (*

Gberſtadf
K3=Zim.=Haus mit
Werkſt., n. Hauptſtr.,
Wohng. tauſchl. be=
ziehb
., bill. zu verk.
Anzahl. 56000
Angeb. unter J. 27
an die Geſchäftsſt.

Ver ſucht Gelb?
Hypothek., Darlehen,
Betriebskapit. Ausk.
ſoſtenl., keine Verm.
Schweitzer &. Orth,
Zeughausſtr. 7 II.

Friſier=
Damen=Solon
zu verm., monatlich
60 Mk. Angeb. unt.
H. 110 Geſchſt.

Väckerei zu mieten
oder zu kaufen geſ.
auch auf dem Lande.
Dingeldein, ſenior
nur Landwehrſtr. 39
Telephon 2067. (4468

Ia Wirtſchaften und
Lebensm.=Geſchäfte
abzugeben. Dingel=
dein
ſenior, nur
Landwehrſtraße 39,
Telephon 2067. (4470

Gegen Ia Sicherheit
200 Mark geſucht.
Hohe Vergütung. (*
Ang. u. J. 33 Gſchſt.

Bu0o 9000
Mark
als 2. Hypothek, in=
nerh
500 d. Steuer=
wertes
geſucht. Ang.
unter J. 65 a. d. Ge=
ſchäftsſtelle
, (4446

Wer leiht
200300 Mk.
für 1 Monat, Rück=
zahlung
mit 15%,
an einen Handwerks=
meiſter
? Angeb. u.
71 Geſchäftsſt. (*

Zu kaufen geſucht:
Warenſchrank fur
Kurz= und Textil=
waren
paſſend. Ang.
unter J. 44 an die
Geſchäftsſtelle.

Flaſchenankauf
ſtets Feldmann
Karlſtraße 73. C

Kinderbett zu kau=
fen
geſucht. Ang. u.
J. 53 a. d. Gſchſt. (

ca. 10 PS.-
Drehstrom-Motor
für 220/380 Volt zu
kaufen geſucht. An=
gebote
mit Preisan=
gabe
unter J 64 an
die Geſchſt. (4447

geg. ſofort.
Kanfe Kaſſe
gebrauchke
Möbel
genze Einrichtung.
und Nachläſſe.
J. Lich, Alexander=
ſtraße
3. Tel. 4164.
(1914a)

1. Hypokheken
auch für Neubauten. Hans Heldmann,
Bankvertr., Martinſtr. 62, Tel. 4251.

3X3=Zimmer=Haus
n ruh., angenehm.
Wohnlage des ſüdl.
Stadtteils m. Vor=
u
. gr. Hintergarten.
ſchöner Obſtbeſtand,
wird m. ein. Anzhig.
von 34000 dem
Verkauf unterſtellt.
Nur dir. Intereſſent.
erh. Aufſchl. üb. Ver=
kaufsbeding
. etc. u.
J. 15 a. d. Geſchſt.

Kl. Acker. Weiterſt.. Grafenh.=Weg
geg. bar z. kf. geſ.
Ang. u. J. 48 Gſch.

mit 10 Mille (evtl. mehr) bei hypoth.
Sicherſtellung ſucht Dame beſter Kreiſe.
In Frage kommt nur beſſeres ſolides
Unternehmen in Darmſtadt und Um=
gebung
, wo Mitarbeit geboten. Ver=
traulich
behandelte Angebote erbeten
unter G. 111 an die Geſchäftsſtelle die=
ſes
Blattes.
(4187b

Wer ſucht Hypotheken=,
Darlehen=, Kauf= und Bau= Geld!
der wende ſich perſönlich an F. H. Thyſſen,
Frankfurt a. M., Niddaſtr. 50, part., am.
Karlsplatz, 1 Minute vom Hauptbahnhofs
Sprechzeit: 912½, 36 Uhr, Samstag
und Sonntags 111 Uhr. Bei Anfragen
Rückporto erbeten.
(VI.3536

Abzahldarlehen für Beamte, Angeſtellte,
Geſchäftsleute, Betriebskapital. Auch

Möbelbeleihun

Ihne

Verſicherung, ohne Gehaltsverpfändung,
keine Genoſſenſchaft. Streng diskr., aller=
ſchnellſtens
. Ueber 5000 Darlehnsgeſuche
perſönlich bar ausgezahlt. Seit Jahren
als grundreell und kulant bekannt. Paul
Nahgel, Berlin, Kalckreuthſtr 17. Ser.
Vermittler am Platze erwünſcht. (4378

[ ][  ][ ]

Seite 14

Sonntag, den 16. März 1930

Nummer 76

59,, 69., 78., 98., 108., 119.
129., 139, Mk. uſw.
Nähmaſchinen
131., 170., 192., 227., 259. Mk.uſw.
Sprechapparate
30., 45., 59., 85. 98., 119.
129., 160. Mk. uſw.
Armband=Uhren
4., 18., 23., 30., 42. Mk. uſw.
Taſchen=Uhren
4,50, 7., 9., 15., 22., 35., 45.
60., 72., 78. Mk. uſw.
Wand=Uhren
30., 45., 58., 69., 72. Mk.
Standuhren
99., 130., 170., 179., 198. Mk.
Uhrketten u. Ringe in allen Preislagen
Zubehörteile
Fahrrad=Decken 2.90, 3 50, 5. Mk. uſw.
Schläuche . . . 1.20, 1.50, 2. Mk. uſw.
Laternen . . . 3.90, 4.50, 6. Mk. uſw.
El. Laternen 3., 12., 15. Mk. uſw.
Freilauf . . . . 12., 16., 18., Mk.
Glocken . . . ,50, .70, .90, 1.20 Mk.
Sättel . . . . . . 3., 4., 5., 7.50 Mk.
Netze . . . . 60, .90, 1.20, 1.50 Mk.
Werke für Sprechapp. 7., 12., 17.
28., 34. Mk.
Schalldoſen 3,50, 5., 7., 9., 12. Mk.
3.50, 4 90, 7.50, 9. Mk
Tonarme
2.50, 3 , 4.50, 4.90 Mk.
Federn
Plattenteller . . . . . 3.90, 4.50, 6. Mk.
,60, ,80, .90 Mk.
Nadeln
,30, .40, ,50 Mk.
Del pro Fl.
und alle anderen Zubehörteile
äußerſt billig.
Günſtige Zahlungsweiſe!
Fr. Gütting
10 Schuchardſtraße 10. (4422

Sämtliche

Spezlal-Haus

Woll-Materialien
zu den in der Ausstellung gezeigten Handarbeiten
aus
Eselingerwolle
zum häkeln, stricken, weben, sticken
finden Sie in reichster Farben-Auswahl im bekannten
Mait=Tamft
Ecke V Schustergasse
Kirchstraße

Unverbindllche Anleltung und Beratung durch. Spezialkräfte.
EBlInger Webapparate Wollhette und Schnlttmusterbogen.

Beachten
Sie unsere
Helegenheitsverkäufe
in
(4428
Balterie-Empfängern
3R.-Empl. mit Röhren 22.50
4R. Empt. mit Röhren 57.50
Boßler, I.m.h.I.
Darmstadt
Ernst-Ludwigstraße 14
Radio -Photo -Schalplatten

DIE AUSSTELLUNG
MODERNER HANDARBEITEN
vom 10.11. März im Fürstensaal, Grafenstraße 20, zeigte, wie man
schön und billig Häkeln, Stricken, Weben und Sticken
kann mit
ESSLINGER WOLLE
unter Benützung der regelmäßig erscheinenden Wollhefte.
Denken Sie daran und bestellen Sie die Wollhefte bei der Post.
Vierteljährlich 2 Hefte m 24 Pfennig.
A
KAMMGARNSPINNEREI MERKEL & KIENLIN G. M. B. H.
GEGR. 1830. ESSLINGEN A. N.
II. St. 1583

Lulsenschule
Haushaltungs= u. Fortbildungsſchule Karls=
ruhe
/B., Otto Sachsſtr. 5, Ecke Mathyſtr.
Internat.
Gründl. Unterweiſung in der Hauswirtſchaft,
im Kochen ſowie in Handarbeiten (Vorſtufe
zur häuslichen Berufsausbildung), Weiter=
bildung
in Schulfächern, Handelsſchulunter=
richt
, Jahreskurſe in 2 Klaſſen. Klaſſe A für
14= bis 17 jährige, Klaſſe B für junge Mädchen
über 17 Jahre. Die Schülerinnen ſind vom
Beſuch d. allgem. Fortbildungsſchule befreit
Beginn des neuen Schuljahres
Anfang Mai 1930.
Satzungen und Auskunft gegen Einſendung
von 30 Pfg. durch die Anſtalt:
Badiſcher Frauenverein vom Roten Kreuz
Karlsruhe (Landesvorſtand). (II. Ka. 800

Paßbilder
in einer Stunde
billig und gut.
Thiele Nachf.
nur Bleichſtraße 9.
Teleph 1912 (319

die Holz=
drehereiskemm
!
Schützenſtraße 8
liefert u. repariert!!
alle Drechſler=
arbeiten
.

Große Posten
TAPETEN-RESTE
zu weit herabgesetzten Preisen
TUNG. ZORNOCo.
3659a)
vorm. Frankfurter Tapetenfabrik
Schleiermacherstraße 23 (am Gericht), Telephon 1513

führt ſeit Jahrzehnten Hachenburger Esslingerwolle Rheinſtraße 1 von Merkel & Kienlin das Spezialhaus für für alle Arten Handarbeiten
in reichhaltigſtem Farbſortiment Garne, Strumpf= und Wollwaren Fachmänniſch geſchultes Perſonal ſteht für Auskunft und Beratung ſtets bereitwilligſt zur Berfügung

Gebrauchte, guterhaltene
Federrolle
ca. 50 Ztr. Tragkraft, zu kaufen geſucht.
Chr. Büttel, G. m. b. H.
Pfungſtadt. (4345b

aller Holzarten ſowie jeder Länge
und Stärke billigſt ab Lager Oſt=
bahnhof
.
(4044a
Foſef Gentil, Holzhandlung
Tel. 3199. Darmſtadt, Hermannſtr. 49.

K. Roth
Magdalenenstr. 11
Tel. 1084

Polstermöbel
Matratzen

Speisekartoffeln
Ia gelbfl. Induſtrie (Ueberrh.) liefert zum
(4436
biligſten Tagespreis frei Haus
Johannes Schäfer
Riedeſelſtr. 22
Telephon 769.

Mir Ist’s, als
krlbbelten Amelsen
In meinen Beinen!
Ein furchtbarpeinigendes undläſtige-
Gefühll Stilllitzen wird zur Höllen-
gual
. Dabei darf ich wegen Ent-
zündungs
- und Infektionsgefahr nicht
einmal kneifen oder gar kratzen.
Gibt’s da keine Hilfe? Das ſind
beginnende Störungen des Blut-
kreislaufes
, die in Krampfadem oder
offene Beine übergehen können,
wenn Sie nichts dagegen tun. Die
beſte Hilfe bringt der gummi-
lose
, regulierbare GRAZIANA-
Kompreßſtrumpf, Syſtem Dr. med."
Garms. Vorführung und Erläuterung
unverbindlich im
Retormhaus
Eos-Thalysia
Elisabethen- Ecke Luisenstrasse

Prima Speiſekarkoffeln
gelbfl., 380 frei Keller, abgeholt
3,60 . Wiederverkäufer Vorzugspreis,
W. Welzbacher
Kahlertſtraße 47, Tel. 1780.

Fa. Hermann Ormanns.
(früher Hebermehl)
Ecke Kies= und Niederramſtädterſtr.
Telefon No, 1054 Telefon No, 1054
hat für
Darmstadt und Bezirk
meine Niederlage
in Faß u. Flaſchenweine übernommen,
und bietet für die kommenden Feſt=
tage
u. A. folgende Qmalitätsweing ant:.
1929er St. Martiner Goldmorgen . . . 1.15
1928er Dürkheimer Feuerberg, Rotwein 1.35
1929er Bockenheimer Niel Riesling, Natur 1.45
1928er Liebfraumilch . .... 1.50
1929er Zeller Schwarzer Herrgott . . . 1.70
1927er Wachenheimer Schloßberg . . . 1.30
Wilhelm Schaeffer, Heingrogbandlang
Neustadt (Rheinpfalz)
Wiederverkäufer erhalten auf Wunſch
Sonderangebot. (TV4356

Absatz-Ferkel

der schueren vesfälischen, honnoror
schen und Oldenburger Rasse langge-
streckt
breitrückige Tiere zur Zucht und
Schnellmast, die geeignetsten v. robust.
Gesundheit u. widerstandsfähig. Liefere
hiervon jede gewünschte Stückzahlreell
unter Nachn. Offeriere freibleibend:
6 Bwöchige 3034 RM.
810wöchige 3438 RM.
1012wöchige 38 44 RM.
1213wöchige 44 55 RM.
Es kommen nur allerbeste einwandfreie
Tiere direkt aus Züchterstall ohne jeg-
lichen
Zwischenhandel zum Versand.
Streng reelle Bedienung wird jedem
Käufer zugesichert, Tierärztliches Attest
wird ieder Sendung beigefügt.
LANpWiRT
IOSEF BECKHOFF
Ferkelversand
Westerwiehe
1. W. 53.
Kr. Wiedenbrück.
Telefon 489
AmtNeuenkirchen
Kr. Wiedenbrück.

nach eigenen und tremden Modellen,
hand- und maschinengeformt,
in bester Qualität und Ausführung.
Angebot und Ingenieur-Besuch
auf Wunsch.
donr ader Hocder 1. u., Barmstaat

AbtellungElsengleßerel
Jahresproduktion ca. 4000 Tonnen

Höchste Leistungsfähigkeit
Neuzeitlichste Einrichtung

(V.925

[ ][  ][ ]

A

Nummer 75

Sonntag, den 16. März 1930

Seite 15

Märker alß der Tod.

Roman von Hans Schulze.
Nachdruck verboten.

Als im Fall Karr mit der Verhaftung Evelyns eine gefahr=
Brohende Wendung eingetreten war, hatte Walter ſich vor allem
Die Mitarbeiterſchaft Brandſtetters geſichert, deſſen durchdringen=
wen
Scharfſinn und unerſchütterliche Energie er im Felde kennen
ind ſchätzen gelernt hatte.
Ich habe bereits mehrfach bei Ihnen angerufen, Sie aber
Eeider nicht erreichen können! begrüßte ihn der Kommiſſar. Da
Ein ich denn auf gut Glück gleich perſönlich nach Wannſee heraus=
ggekommen
. Hoffentlich ſtöre ich Sie nicht mit meinem unver=
onittelten
Ueberfall!
Ach, lieber Herr Brandſtetter! wehrte Walter ab. Sie
bviſſen doch, daß Sie mir ſtets willkommen ſind. Auch hat Ihr
Gpäter Beſuch ſicher einen ſchwerwiegenden Grund.
Damit ſchob er die Klubſeſſel in die behagliche Loggigecke des
rieſigen Atelierraumes näher zuſammen und baute einen kleinen
Berg von Zigarrenkiſten vor ſeinem Gaſte auf.
Der Kommiſſar legte ſeine Aktentaſche auf der Onyxplatte
Des Rauchtiſches nieder und entnahm ihr einen Brief.
Ich will mich nicht lange mit der Vorrede aufhalten! ſagte
eer, die kleine Henry Clay entzündend. Wie Sie ja wiſſen, hat
Herr Karr kurz vor ſeinem Tode ſeinen Diener noch einmal
mnit einem Schreiben zu Dr. Steinhoff nach Schlachtenſee ge=
tſchickt
. In dieſer Nacht hat aber auch Steinhoff einen Brief an
Karr geſchrieben, der nach dem Poſtſtempel in der zwölften
Stunde in Schlachtenſee zur Poſt gegeben iſt!
Walter ſah überraſcht auf.
Dr. Steinhoff hat an Karr geſchrieben?
Allerdings! Der Zufall iſt ja meiſt der beſte Helfer, und ſo
iſt es auch mir ergangen, als ich heute wieder einmal in der
Villa Karr herum ſtöberte. Da habe ich nämlich in Karrs Ar=
beitszimmer
unter den Druckſachen und Zeitungen, die auf ſeinem
Schreibtiſch lagen, einen Brief gefunden, der in den Umſchlag
einer Druckſache hineingeſchlüpft und damit wohl der Aufmerk=
ſamkeit
der Kriminalpolizei entgangen war. Als ich meinen
Fund dann etwas genauer unterſuchte, ſtellte ich zu meiner größ=
ten
Ueberraſchung feſt, daß es ſich um einen Brief Dr. Stein=
hoffs
handelte.
Hier iſt das intereſſante Schriftſtück; ſein Inhalt lautet fol=
gendermaßen
:
Herrn Generaldirektor Karr!
Hierdurch teile ich Ihnen mit, daß ich noch im Laufe der
heutigen Nacht der nach unſerem Abkommen übernommenen
Verpflichtung genügen werde. Damit dürfte mein Schuldkonto
bei Ihnen endgültig ausgeglichen ſein.
Dr. Kurt Steinhoff.
Walter war aufgeſtanden und ging mit großen Schritten
En Atelier auf und ab.
Dann ließ er ſich auf einem breiten, vergoldeten Prunk=
bett
nieder, das ihm mit ſeiner Ueberfülle von orientaliſchen
Decken und bunten Seidenkiſſen als Diwan diente, und ſchaute
lange in die verdämmernde Weite des Sees hinaus, von dem es
zuweilen wie ein tiefes Atemholen voll Duft und Friſche durch
die weitoffene Terraſſentür herüberſchwoll.
Was halten Sie von dieſem Brief, Herr Brandſtetter?
fragte er endlich, wieder zur Loggia tretend.
Der Kommiſſar trommelte leiſe auf der Tiſchplatte.
Ich möchte mich fürs erſte nach keiner Seite hin feſtlegen, denn
ich muß geſtehen, daß der Steinhoffſche Brief mit ſeiner zweifel=

los abſichtlichen Dunkelheit auch für mich vorläufig noch ein
großes Rätſel bildet.
Gegenſtand des darin erwähnten Abkommens kann ſelbſt=
verſtändlich
nur Frau Evelyn ſein, und am nächſten liegt da
die Annahme, daß Karr von Steinhoff irgendeine bindende Er=
klärung
, z. B. ein ehrenwörtliches Verſprechen, alle weiteren Be=
ziehungen
zu ſeiner Gattin abzubrechen, verlangt und erhal=
ten
hat.
Eine ſolche Zuſage wieder würde aber doch immer nur eine
Verpflichtung auf Zeit, auf die Zukunft bedeuten, während der
Brief Steinhoffs ausdrücklich davon ſpricht, daß er ſeiner Ver=
pflichtung
noch in der laufenden Nacht genügen würde!
Walter ſtäubte mechaniſch die Aſche ſeiner Zigarette ab; der
grübleriſche Ausdruck in ſeinem Geſicht verſtärkte ſich.
Beabſichtigen Sie, dieſen Brief dem Gericht vorzulegen?
fragte er dann.
Der Kommiſſar ſchüttelte den Kopf.
Vorläufig jedenfalls nicht! Herr Dr. Rottmann iſt in ſei=
ner
Art gewiß ein ſehr tüchtiger Unterſuchungsrichter, diesmal
aber hat er ſich nach meinem Gefühl mit ſeinem Urteil zu früh
feſtgelegt. Denn er hält Frau Karr und Steinhoff bereits für
überführte Verbrecher, während ich glaube, daß wir viel tiefer
ſchürfen müſſen, wenn wir den wirklichen Zuſammenhängen
dieſes Dramas näher kommen wollen. Wo iſt übrigens der Brief

Kinderwagen aller Artnur im Spezialgeschätt
1. Donges & Wiest, Elizabethenstraße 25½ 5

Karrs geblieben, der ſich in der Mordnacht offenbar mit dem
Schreiben Steinhoffs gekreuzt hat? Hat ihn Dr. Steinhoff über=
haupt
noch erhalten? Die Unterſuchung hat ſich meines Wiſſens
hiermit überhaupt noch gar nicht näher abgegeben.
Walter zuckte die Achſeln.
Das entzieht ſich meiner Kenntnis! Auch mich hat die
Frage nach dem Verbleib des Karrſchen Briefes ſchon mehrfach
befchäftigt, ich habe ihr aber, offeu geſtanden, nicht den Wert bei=
gelegt
, den ſie nach Ihren letzten Ermittlungen zu gewinnen
ſcheint. Ich ſchlage daher vor, wir fahren auf friſcher Tat noch
einmal nach Schlachtenſee hinüber und ſtellen dort gleich an Ort
und Stelle Nachforſchungen nach dem verſchwundenen Brief an!"
Eine halbe Stunde ſpäter hielt das Auto der beiden Herren
vor der Villa in der Albrechtſtraße.
Frau Hartkort, die ſich zum Abendbrot bereits der qual=
vollen
Umpanzerung ihres Frontkorſetts entledigt hatte, be=
grüßte
ſie in großer Aufregung und in einem geblumten Schlaf=
rock
, der ihr die Umrißlinie eines Zwergflußpferdes verlieh.
Der Dompteur einer Hagenbeckſchen Tierſchau, der ſeit einiger
Zeit in der Penſion wohnte, hatte ihr gerade einen Vortrag über
das Rätſel der Tigernatur gehalten, und ihre empfindſame
Seele ſchwang noch nach in der Schilderung der prachtvollen
Beſtien, die mit ihrem flammenden, geſchmeidigen Körper und
dem tückiſchen Glanz ihres ungeheuren Blickes, an die tiefſten
Geheimniſſe der tropiſchen Erde rühren.
Das iſt doch noch ein Mann! ſchwärmte ſie in erſchauern=
der
Bewunderung, der jeden Tag ſein Leben gegen den lauern=
den
Tod einſetzt!
Sekundenlang ſchloß ſie im Nachgenuß der eigenen Phraſe
die diskret untermalten Augen, dann aber raffte ſie ſich in ihrem
entrüſtet aufkrachenden Seſſel ſtraffer zuſammen.
Ich bitte vielmals um Entſchuldigung! ſagte ſie, jetzt
wieder ganz auf dem Boden der Wirklichkeit, wenn ich die
Herren in dieſer ſchon etwas vorgeſchrittenen Auflöſung meiner
Toilette empfange. Aber ich nehme an, daß Sie mir Nachrichten
über unſeren unglücklichen Dr. Steinhoff bringen, und da wollte
ich Sie auch nicht einen Augenblick lang unnötig warten laſſen!

Walter verneigte ſich mit vollendeter Höflichkeit.
Gnädige Frau haben recht geraten. Unſer Beſuch gilt
mittelbar Dr. Steinhoff. Und zwar betrifft er den Brief, den
Herr Karr kurz vor ſeinem Tode noch zu ihm geſchickt hat.
Können Sie uns vielleicht ſagen, wer dieſen Brief in Empfang
genommen hat?"
Gewiß, Herr v. Prayer, mein Hausmädchen Anna!
Würden Sie wohl die Güte haben und das Mädchen ein=
mal
herrufen? Wir möchten ſie gern perſönlich ſprechen.
Frau Hartkort ſetzte einen altertümlichen Klingelzug in Be=
wegung
, gleich darauf erſchien ein ſtattliches, ſchon älteres Mäd=
chen
mit einem offenen, verſtändigen Geſicht.
Es handelt ſich um einen Brief, Fräulein Anna, eröffnete
der Kommiſſar das kleine Verhör, der in der Nacht, als Herr
Karr ermordet wurde, hier für Dr. Steinhoff abgegeben worden
iſt. Sie ſollen dieſen Brief in Empfang genommen haben!"
Das Mädchen bejahte eifrig.
Das iſt richtig! Ein alter Mann, der im Auto gekommen
war, hat den Brief gebracht und mir noch beſonders einge=
ſchärft
, ihn Herrn Dr. Steinhoff möglichſt gleich auszuhändigen.
Der Herr Doktor war aber gar nicht in ſeiner Wohnung.
Was haben Sie denn da mit dem Brief gemacht?
Ich habe ihn bei Dr. Steinhoff auf den Schreibtiſch gelegt!,
Dann hat ihn Dr. Steinhoff gar nicht erhalten?"
Das Mädchen ſtutzte.
Das mag wohl ſein. Denn der Herr Doktor iſt ja nachdem
überhaupt nicht mehr nach Hauſe gekommen. Der Brief hat
noch eine ganze Weile mit anderen Poſtſachen auf dem Schreib=
tiſch
gelegen. Bis eines Tages die Polizei angerückt iſt und
alles beſchlagnahmt hat!
Die Herren wechſelten einen raſchen Blick.
Der Brief befindet ſich alſo doch wohl bei den Gerichts=
akten
, ſagte der Kommiſſar halblaut.
Wir danken Ihnen für Ihre Auskunft, Fräulein Anna!
fuhr er dann zu dem Mädchen gewendet fort. Sie können
wieder an Ihre Arbeit gehen. Und auch Sie, verehrte Frau
Hartkort, wollen wir nicht länger Ihrem Abendbrot entziehen.
Es handelte ſich nur um dieſe Feſtſtellung. Verzeihen Sie die
ſpäte Störung!
Frau Hartkort begleitete ſie bis zur Haustür.
Glauben Sie, daß Herr Dr. Steinhoff noch lebt? fragte
ſie beim Abſchied, mit den Tränen kämpfend.
Walter drückte ihr herzlich die Hand.
Solange nicht der Beweis des Gegenteils erbracht iſt, be=
ſteht
noch immer Hoffnung. Ich gebe Ihnen jedenfalls ſofort
Beſcheid, ſobald eine beſtimmt greifbare Nachricht eingegangen
iſt!
XIII.
Kurt kam durch die kleine Kirſchenallee des Sanatoriums=
gartens
und ſetzte ſich auf einer Bank in die Sonne.
Nebenan in der großen Fliederlaube war die tägliche Skat=
partie
bereits im Gange.
Der Papſt hatte gerade ein Kreuzſolo angeſagt und Kaiſer
Nero zankte noch mit dem Ehrenpopen über einen Stich des
letzten Spiels, bei dem dieſer angeblich eine Karo=Zehn falſch
abgeworfen hatte.
Aus der Unruhigen Abteilung einer Nachbarvilla klang zu=
weilen
verwirrtes Lachen und Schreien.
Eine Frauenſtimme ſang ſchrill und überlaut.
Dann wieder die behäbige Nachmittagsſtille.
Nur die Bienen ſummten leiſe um die blütenſchweren weißen
Gipfel der Alkazien, und der Himmel war von einem wunder=
vollen
klaren und reinen Blau.
(Fortſetzung folgt.)

Oist im Haus!
Darum herrscht strahlendes Glänzen und leuchtendes Blinken
in Küche und Heim. Der herrliche Helfer Oerleichtert und ver=
einfacht
alle häuslichen Reinigungsarbeiten. Zum Geschirrauf=
waschen
und Spülen können Sie sich keine bessere Hilfe wün=
schen
. Schnell sind Schüsseln, Teller, Tassen, Saucieren usw.
von allem Fett und Schmutz befreit, ihr prächtiger Hochglanz
wetteifert mit dem Licht der Sonne. Selbst die stärksten Ver=
schmutzungen
oder Verkrustungen bei Töpfen, Pfannen, Bestek=
ken
und Holzgeräten entfernt 0 mühelos rasch und vollkommen
einfach wunderbar sind seine fett= und schmutzlösenden Kräfte.
Nichts kann 0 widerstehen! Auch Sie wird 0 durch fabelhafte
Reinigungskraft und schier unbegrenzte
Verwendungsmöglichkeiten im Haushalt
begeistern und entzücken. Warten Sie nicht
länger! Owill, daß auch Sie sich’s leichter
machen und Ihr Heim blinkt und blitzt.
1 Eßlöffel ( auf 10 Liter

1Eimer heibes Wasser,
das genügt.

[ ][  ][ ]

Nummer 75

den 16. März 1930

Seite 16

IENEUEN

epe AHne
unsere bewährt,reinseiden. Oualitezin
eich ach-dusf,zLoppehr Rodt Di. 2
Crepe Georgette
eine Seite doppel, indlien lode 9.4d
farben, für das uni Kleid, 850, 6.70
erepe 2

reinseid Qualit,die sieh dureh besond.
Elegansseichn ,doppelbr., 10.50,850,
Orepe marocdine
reine Seide, doppelbr., der begehr!
b.
Mode-Artik., in mattglänz, Farb.,
Ve 1 o u tine
reine Seide mit Wolle, in den neuesten
FrähjahrsFarb, doppelbr. 6 50524
Crepe Mongol
der hochwert. mod. Seidenstoff.
doppelbr, im hochaparten Rarben 44
FO
reineSeide 92 cm br., in neuen Dessins
für das Prühjahr, 6.50, 540. 4P

Crepe Chiffon-Druc
eine Seite, Lapeltr, beferzuster 1.40
schönfließendes Gewebe, 12.50, 8.70,
D50
Toile de soie
80 cm breit, reine Seide, in allen
Wäsche- und Kleiderfarben, 5.50/476, P
Kunst-Waschseide
95 bedrucktin hellenn. dunkl. Dessins,
70 em breit. ... 12, 119 002
0
p.Al.!
75 die hochnertige Kunstseide, in ehl
üiekenden Austern, 70 em br., 3.,62, P
Toile de sioie
0 die nenen Streifen für Basen md h!0
Kleider, 80 am breit 7.50, 650 P
25
Damas
Kunstseide, das solide Patter, i.
reicher Auswahl, 2.75, 2.10 165. *

Kleiderstoffe

Voll-Musseline 135
vielen modernen Farben, 1.65, P
Woll-Musseline
3
große Auswahl in nur modernen
lustern ... . . . . . . 24
VolI-Musseline 995 0 em breit, imdantrenftrbis, 1
a.80 cm breit,entzückende Neuheiten
1
für das Frühjahr . . .

doppelbreit, in sch‟
Gminder-Linnen
60
vielen Farben . . . . ..
45
W. o 1 1 n a
90 ljacht, Inft= und naschscht, für 42s
solide Waschkleid ..
odern, bedruckte Dessins in guten
35
nalitäten ..... .. . *
Wasch-Rips
in vielen indanthren Parben, 80 m
. 1.80,
V asch-Crepe
1
breit . . . .. . .
sdruckt, in aparten neuen Unstern
1.2

o 11-Crepe

404)

T we e d
das moderne Gewebe für das
sportliche Kleid.....
Uo=
T wee d
solide halbwollene Qualitäten in
neuester Ausmusterung
2.25,
T we e d
reine Wolle, für das fesche Trotteur-

Kad. a met..... .4.6, A
1 W e e d 130 cm breit,
reine Wolle, in besonders vornehmer Ar
moderner Ausmusterung, 7.50, 6.50,
Mantel-Tweed
140 cm breit, in hübschen Mus-
terungen
..................."
2
Mantel-Stoff
aparte Neuheiten, in hübschen Farb-
tönen
, 140 cm breit .. . . . . . . 4.25.
Mantel-Tweed
140cm br., fürden aparten Frühjahrs-
Mantel, in schönen Melangen, 5.25.
Mantel-Tweed
140 cm br., reine Wolle, in Eleinen
modernen Tweed-Effekten, 8.90,
N a t t é
reine Wolle, in vielen modernen
Parben sortiert. ............"
Lrepe Cald
das schönfließende Gewebe, in den
neuesten Frühjahrs-Farben, 3.50,
Veloutine reversible
reine Wolle, in großer Farben-
Auswahl, 100 cm breit .. . .
Mantel-Georgette
mitAbseite,sch were Gualität, 130cm
breit, in den modernen Farben..

Neu aufgenommmen:
Vogue-Schnittmuster
deren Modelle anseleg Pariser Kollektionen stammen

R
=

Vfe

Georg Schulz
Glasermeister
Glaserei mit elektr. Betrieb
gegr. 1845 nur Bessungerstr. 74 Ferruf 1464
empfiehlt sich den Baubehörden, den Herren
Architekten und dem verehrten Publikum, gestützt
auf eine 40jährige Praxis, zur Ausführung sämt-
licher
Facha beiten und Reparaturen.

A A 22
Oh

OAUAPFA
jeder Art werden angeſtrickt. (2093a
(Auch in Halbſchuhen zu tragen.)
Maschinenstrickerel Braunwarth
Schulzengaſſe-3
Telephon 3369

Pspcho-physiognomischen.
graphologische Beurteilung
Senden Sie Handſchrift und Bild. Sie
erhalten genauen Aufſchluß über Charakter=
anlage
, Talente, Berufs= u. Ehe=Eignung.
Geburtsdatum bitte angeben Diskrete,
ausführliche, wiſſenſchaftliche Ausarbeitung
Mk. 10., kleine Skizze Mk. 5 , durch Nach=
nahme
. Zuſchr. erbeten an Büro Eigenheim,
Darmſtadt, Neckarſtr. 16. Mündliche Anfragen/) Neue Mainzerſtraße 60
täglich von 1012 und 46 Uhr, (3171al

erhöhte Provisionen
bieten leichteſte Verkaufsbedingungen, erweitertes Arbeits=
feld
, weltberühmtes Fabrikat und leiſten ausgiebige Werbe=
unterſtützung
.
Tüchtige, fleißige, energiſche Nähmaſchinen=Agenten, auch
Damen, finden großes Dauereinkommen.
(1 4379
Verſchwiegenheit verbürgt
Einſchulung bereitwilligſt.
G. m.
Seidel Naumann v. H.

Frankfurt am Main
Tel. Hanſa 26694

3 000. Mark (1580a
erſparter Ladenmiete kommen meiner
Kundſchaft jährl. zugute. Wollen a. Sie
dieſen Vorteil genießen, ſo kommen Sie
bitte zu mir, ehe Sie ein Bild kaufen o.
einrahmen laſſen. In meinen Ausſtell.=
Räumen finden Sie alles, vom einfachſt.
Farbendruck bis zum beſten Oelgemälde,
ganz beſ. preiswerte Wohn= und Schlaf=
zimmerbilder
. Konkurrenzlos im Preis
Eliſabethenſtraße 30,
Bider-RöNA Eingang d. d. Torhalle.
VLepssrenkasge
fahrbereit, ſehr gut erhalten, fünffach
bereift, billig abzugeben.
(3986a
Müller & Ober, Darmſtadk.

[ ][  ][ ]

Nummer 75

Sonntag. den 16. März 1930

Seite 17

Die Tirpik=Gedenkfeier Berlins.

Ab 1. April Luftdroſchken bei der Lufthanſa.

Die Tirpitz=Gedenkfeier in der alten Garniſonkirche in Berlin,
die in Anweſenheit des Reichspräſidenten (X) ſtattfand. Neben dem Reichspräſidenten rechts:
beneraloberſt Heye; links vom Reichspräſidenten: Admiral von Raeder, Chef der Marineleitung.

Blick in die Luftdroſchken=,Garage auf dem Tempelhofer Feld in Berlin.

Ab 1. April kein Aprilſcherz richtet die Deutſche Lufthanſa einen Luftdroſchkendienſt ein, zu
dem ſie alle Flugzeuge bereitſtellt, die nicht für den regelmäßigen Verkehr benötigt werden. Der
Kilometerpreis ſtellt ſich auf 1.10 Mark.

Reich und Ausland.
Einbrüche beim Potsdamer Regierungs=
präſidenten
.
Berlin. In den Privaträumen des Regie=
rungspräſidenten
in Potsdam, Dr. Momm, iſt eine
ganze Reihe von geheimnisvollen Diebſtählen verübt
avorden, und es war die Vermutung aufgetaucht, daß
Der Dieb, der eine genaue Ortskenntnis bewies, im
Hauſe des Regierungspräſidenten ſelbſt zu ſuchen iſt.
DDie Ermittlungen der Berliner Kriminalbeamten,
Die zur Aufklärung der Einbrüche nach Potsdam
entſandt worden ſind, haben laut Voſſ. Ztg. er=
geben
, daß anſcheinend nicht alle Einbrüche der Kri=
mninalpolizei
angezeigt worden ſind, und es muß
ſcweiter angenommen werden, daß die Höhe der
SSumme, die im ganzen geſtohlen worden iſt, größer
ſiſt, als bisher mitgeteilt wurde. Nach den neueſten
Ermittlungsergebniſſen ſind nicht vier, ſondern ſechs
Einbrüche in das Haus verübt worden. Der erſte
Winbruch geſchah ſchon im November des vergan=
genen
Jahres. Er wurde auch der Verſicherung an=
gezeigt
. Es ſind damals etwa 4000 RM. baren
Geldes entwendet worden. Von dem Regierungs=
spräſidenten
wird die ganze Angelegenheit umſo pein=
licher
empfunden, als es ſich bei dem geraubten Geld
micht nur um das Privavvermögen der Ehegatten
handelt, ſondern um Beträge, die Frau Momm in
ihrer Eigenſchaft als Armenpflegerin zu getreuen
Händen übergeben waren. Nachdem Freitag abend
das Verhör der Hausbewohner von den Beamten zu
einem gewiſſen Abſchluß gebracht werden konnte, er=
gibt
ſich, daß insgeſamt etwa 8000 RM. in barem
Gelde oder in Wertſachen geſtohlen worden ſind.
Wir erfahren weiter: Die von der Berliner Kri=
minalpolizei
geführte Unterſuchung zur Aufklärung
der geheimnisvollen Diebſtähle im Hauſe des Pots=
damer
Regierungspräſidenten, bei denen, wie ge=
meldet
, Wertſachen und Bargeld im Werte von
rund 8000 RM. entwendet wurden, hat, wie die
B.3. berichtet, ergeben, daß eine Reihe von An=
gaben
, die von Familienmitgliedern gemacht wurden,
mit den tatſächlichen Verhältniſſen nicht in Ueberein=
ſtimmung
zu bringen ſind. Die Gattin des Regie=
rungspräſidenten
glaubt den Dieb als einen großen
Mann, der ein Tuch vor dem Geſicht trug, geſehen
zu haben. In dem Ziwmer, in dem der letzte Dieb=
ſtahl
verübt wurde, waren die Scheiben eines Fen=
ſters
eingedrückt. Das Fenſter befindet ſich acht Meter
über dem Erdboden, und es konnten keinerlei Spuren
von der Benutzung einer Leiter oder von Fußein=
drücken
, die bei einem Sprung aus acht Meter Höhe
unbedingt vorhanden ſein müßten, gefunden werden.
Es iſt auffällig, ſagt das Blatt, daß ſich dieſer Dieb=
ſtahl
gerade einen Tag ſpäter ereignete, nachdem der
Reinerlös des Feſtes eines großen Wohltätigkeits=
vereins
dem Regierungspräſidenten zur Weiterlei=
tung
übergeben worden war. Der Regierungsprä=
ſident
hat das Geld ſeiner Gattin ausgehändigt, die
perſönlich für die Auszahlung ſorgen wollte. Wie
die B. Z. weiter meldet, wird Frau Momm in
allernächſter Zeit wahrſcheinlich ein Sanatorium in
der Rheinprovinz aufſuchen.
Achtet auf eure Kinder!
Gelnhauſen. Einen qualvollen Tod iſt im
Freigerichtsorte Neuſes das fünfjährige Söhnchen des
Einwohners Schilling geſtorben. Das Kind kam in
der elterlichen Wohnſtube dem Ofen zu nahe, aus
dem Funken fielen. Plötzlich ſtanden die Kleider des
Kleinen in Flammen, und er erlitt ſo ſchwere Brand=
wunden
, daß an eine Rettung nicht zu denken war.
Koblenz. Ein 14jähriger Junge fand in einem
Anweſen eine Sprengkapſel, die offenbar noch aus der
Beſatzungszeit herrührte und deren Gefährlichkeit er
nicht erkannte. Als er mit einem Hammer auf die
Sprengkapſel ſchlug, explodierte dieſe mit einem
furchtbaren Krach und riß dem unglücklichen Jungen
die linke Hand glatt ab und fügte ihm ſchwere Ver=
letzungen
am Kopfe und an der Bruſt zu.
Wegen Raubmordes zum Tode verurteilt.
Halberſtadt. Nach zweitägiger Verhandlung
verurteilte das hieſige Schwurgericht Freitag abend
den Arbeiter Hartge wegen Raubmordes zum Tode.
Hartge hatte am 29. September 1929 nach einem
Jahrma ktsbeſuch den Handelsmann Dölle ins Feld
gelockt, ihn dort erſchlagen und beraubt und dann zur
Vortäuſchung eines Selbſtmordes auf den Bahnkörper
der Wienenburger Bahnſtreck. gelegt. Trotz vieler
Indizienbeweiſe hat Hartge die Tat bis zuletzt be=
ſtritten
.

Vereinigung von Hapag und Norddeutſcher Lloyd?

Oben: Das Verwaltungsgebäude des Norddeutſchen Lloyd in Bremen.
Unten: Das Verwaltungsgebäude der Hapag in Hamburg.
Oben links: Generaldirektor Stimming vom Norddeutſchen Lloyd.
Oben rechts: Generaldirektor Cuno von der Hamburg=Amerika=Linie.
Bei der Generalverſammlung der Hapag machten ſich ſtarke Beſtrebungen bemerkbar, die auf eine
Vereinigung der beiden größten deutſchen Schiffahrtslinien Hamburg=Amerika=Linie und Nord=
deutſcher
Lloyd zu einer einzigen Rieſengeſellſchaft abzielten, die dann die größte Schiffahrtsgeſell=
ſchaft
der Welt wäre.

Schwerer Automobilunfall eines Berliner
Generaldirektors.
Schwerin. Am Freitag verungkückte in der
Nähe von Neu=Brandenburg Generaldirektor Neu von
der Reichsgetreidegeſellſchaft Berlin, als er ſich auf
einer Autofahrt von Penzlin nach Waren befand. In=
folge
der Glätte der Chauſſee kam der Wagen ins
Schleudern und fuhr gegen einen Chauſſeebaum. Neu
erlitt mehrere Rippenbrüche und andere ernſtere Ver=
letzungen
. Er wurde dem Neu=Brandenburger Kran=
kenhauſe
zugeführt.
Die Lage im franzöſiſchen Ueberſchwemmungs=
gebiet
.
Paris. Havas meldet aus Montauban, daß die
Tarn=Brücke bei Cacor, ſtromabwärts von Moiſſac,
die eine Länge von 200 Meter hat und auf fünf Pflei=
lern
ruht, z. T. vom Waſſer eingeriſſen iſt; zwei
Pfeiler ſind zerſtört. Eine Havas=Meldung aus
Agen beſagt, daß der Waſſerſtand der Garonne noch
immer ſteige, jedoch ſeinen Höchſtſtand im Laufe des
Samstag vormittag erreicht haben werde; eine
ernſtere Gefahr wird nicht mehr befürchtet. Aus
Pau wird gemeldet, daß die Befürchtungen wegen
des Steigens der Pyrenäenflüſſe jetzt ſo gut wie
ehoben ſind. Wenn die Schneeſchmelze nicht allzu
plötzlich einſetzt, dürfte jede Ueberſchwemmungsge=
fahr
behoben ſein.

600 Wagen Getreide verbrannt.
Bukareſt. Aus Botoſani wird gemeldet, daß
in den Lagerhäuſern der Station ein großer Brand
ausgebrochen iſt, wodurch bisher über 600 Wagen
Getreide vernichtet wurden. Das Feuer dauert noch
an. Es beſteht nur geringe Hoffnung, daß ein kleiner
Teil der Lagerhäuſer gerettet werden kann. Dagegen
befürchtet man, daß die Flammen auch auf das Sta=
tionsgebäude
übergreifen werden.
Schwere Stürme in Spanien.
Ueberſchwemmungen bei Zaragoſſa.
Paris. Wie aus Madrid gemeldet wird, iſt ganz
Spanien von einem ſchweren Sturm heimgeſucht wor=
den
, der großen Schaden anrichtete und mit ſchweren
Regenfällen verbunden war. Der Ebro iſt bei Zara=
goſſa
fünf Meter über ſeinen gewöhnlichen Waſſer=
ſtand
geſtiegen und hat weite Gebiete überſchwemmt.
In der Provinz San Sebaſtian ereignete ſich ein
großer Erdrutſch, der den ganzen Verkehr in der
Gegend vorläufig unterbindet.
Schweizeriſche Hilfe für die Hochwaſſer=
geſchädigten
in Frankreich.
Bern. Der Bundesrat hat beſchloſſen, der fra
zöſiſchen Regierung zu Händen des Hilfskomitees
dier Hochwaſſergeſchädigten in Südfrankreich ein
Spende von 100 000 franzöſiſchen Franken zukommen
zu laſſen.

Verſehlungen im Amk.
Unkerſchlagungen bei einem Berliner
Poſkamk. Ein fideles Gefängnis.
Berlin. Die Kriminal=Dienſtſtelle hat den
44 Jahre alten Poſtſchaffner Emil Möller, der beim
Poſtamt Reinickendorf=Oſt in der Paketannahme be=
ſchäftigt
war, unter dem dringenden Verdacht ver=
haftet
, jahrelang Poſtſendungen beraubt und unter=
ſchlagen
zu haben. Möller legte nach anfänglichem
Leugnen ein Geſtändnis ab. Der Poſtſchaffner hatte
vor einiger Zeit in Hermsdorf ein Grundſtück er=
worben
, auf dem er, wie eine Hausſuchung zutage
förderte, ein ganzes Warenlager geſtohlenen Gutes
untergebracht hatte. Den größten Teil ſeiner Beute
hatte er aber im Laufe der Jahre verkauft und von
dem Erlös das Grundſtück gekauft.

Recht erbauliche Zuſtände aus dem Moabiter Un=
terſuchungsgefängnis
wird, wie eier Berliner Kor=
reſpondenz
berichtet, eine demnächſt ſtattfindende Ge=
richtsverhandlung
zutage fördern. Die Staatsanwalt=
ſchaft
I hat gegen vier Strafanſtaltsbeamte, die Ober=
wachtmeiſter
Fronicke, Werner, Heitmann und Müller
Anklage wegen paſſiver Beamtenbeſtechung und gegen
die drei erſten Angeklagten auch wegen vorſätzlicher
Gefangenenbefreiung erhoben. Mitangeklagt ſind die
Kaufleute Frey und Vater, mit denen die Beamten
als Inſaſſen eine Reihe von Schiebungen gemacht
haben. Frey und Vater, beide vielfach vorbeſtraft,
waren gewiſſermaßen Stammgäſte in Moabit. Sie
betrieben dort eine Rennwettzentrale, machten Wech=
ſelgeſchäfte
und hatten auch mit Hilfe einiger Be=
amter
eine unterirdiſche Geheimbriefpoſt eingerichtet.
Unter vielen anderem ſpielte ſich folgender Vorfall
ab: In Unterſuchungshaft befand ſich ein gewiſſer
Schulz, der von ſeiner Frau getrennt lebte und eine
Freundin namens Ella hatte. Er hatte nun den
Wunſch, Ella einmal zu ſehen. Vater machte ihm
Hoffnung, daß ſich das ermöglichen laſſe, wenn ſein
Freund Werner Dienſt habe. Werner ſoll ihm das
auch beſtätigt haben. Vater ſagte dem Schulz, daß
er ihm ſeine nTrauring geben ſolle, er werde dann
als der Ehemann auftreten und die Sache ſo ſchie=
ben
, daß ſeine Freundin zu ihm in die Zelle kommen
könne. Schulz ging auch darauf ein, aber ein Brief
des Schulz an ſeine Freundin, den Vater durch ſeine
unterirdiſche Briefpoſt hinausſchickte, geriet in die
falſchen Hände. Schulz verlangte nun ſeinen Trau=
ring
zurück, den Vater aber längſt verſetzt hatte.
Wieder ein Lawinenunglück.
Ein Deutſcher vermißt.
Schüls (Engadin). Am Freitag morgen brachen
zwei Deutſche mit Skiern, die im Sül übernachtet
hatten, auf, um durch das Fleßtal über den gleich=
namigen
Paß nach der Vereinshütte vorzuſtoßen und
am gleichen Abend oder am anderen Tage Kloſters
zu erreichen. Das Wetter war unſichtig und die
Lawinengefahr groß. Dazu hatten die beiden Ski=
fahrer
noch den gefährlicheren Weg gewählt. Am
Abend um 19 Uhr kehrte einer von ihnen nach Sül
zurück mit der Botſchaft, er und ſein Gefährte ſeien
im Val Torta=Tal in eine Lawine geräten, aus der
er ſich befreien konnte. Sein Gefährte ſei aber ſpur=
los
verſchwunden. Es wurde ſofort eine 10köpfige
Rettungskolonne alarmiert, die ſich unverzüglich an
die Unfallſtelle begab. Bis zur Stunde iſt ſie noch
nicht zurück. Es beſteht wenig Hoffnung, den Ver=
unglückten
, einen etwa 30jährigen Hans Müller aus
Trier, noch lebend aus der Lawine zu bergen. Bei
dem Gefährten des Vermißten, der dem Tode knapp
entrinnen konnte, handelt es ſich um einen Franz
Büſchel, der ebenfalls aus Trier ſtammt.
Das Wrack des Dampfers München.
New York. Das Wrack des im vergangenen
Monat ausgebrannten deutſchen Dampfers Mün=
chen
iſt durch Taucher unterſucht worden, um feſt=
zuſtellen
, ob das Schiff gehoben werden kann. Die
Taucher berichten, daß der Schiffsboden ſchwere Be=
ſchädigungen
aufweiſe. Auch ein Teil der Seiten= und
Deckplatten habe ſich unter der ungeheuren Hitze ge=
löſt
und die Nieten abgeſprengt. Es iſt infolgedeſſen
möglich, daß die München vor der Hebung in
mehrere Teile zerlegt werden muß.

[ ][  ][ ]

Seite 18

Wo kaufe ich meine Betten?

Bettstelle
27 mm, Stahlrohr,
mit Pat.- Matratze
Dieselbe
33 mm Stahlrohr
und Messingringen
Dieselbe
mit Fußbrett
33 mm ........

A1.

Dieselbe
mit Messingringen
und Fußbrett . . . .. 9o."

Bettstellen in hundertfacher Auswahl für Erwachsene und Kinder
Matratzen: Zteil. mit Keil, Seegras: 23, 31, 37. Wolle: 29, 38, 44, 48. Kapok: 87, 95, 110. Haar: 130, 150, 175
/4405
Deckbetten: 130/180 cm 19.50, 23, 27, 35, 41, 45, mit Daunenfüllung 47, 53, 59 bis 79
Kissen: 80/80 cm 6, 8, 10, 12, 15, 16,50 bis 24.
Woll- u. Daunensteppdecken, Wolldecken, Kamelhaardecken in riesiger Auswahl.

Nach dem Krundsatz: Der Binkant fon Betten ist Vertrauensaches gelansen nur einnandkreie Gualitäten zum Verkaut

Hetten- Cpezial Haus Buchdah

Darmstadt
11 Markt 11

PAuIagllpieletel-aitehticer-

Lobella-Bohnerwochs
est und Hüsstg.
Lobella-Wop-Politun
Globello-Mop uns
Globus Mächs-Beize

Braun-geib rot.

Fest und Flüssig

Vfe

WElBLICH

Rre
ſucht f. Nachmittags
Beſchäftig., Geſchäft,
Haushalt od. dal.
Angeb. unt. H. 104
an die Geſchſt. E

2 nette, anſtändnge
Servierfränlein.
ſuchen Stellg. i. Café
oder gut bürgerlich.
Reſtaurant, Ang. u.
J. 50 a. d. Geſchſt *
Fräul. ſucht Heim=
arbeit
i. Weißnäh
u. Sticken, Ang. 1.
J. 40 Geſchäftsſt. (*

Suche f. m. Tochter
m. 2jähr. Handelsſch., u. gut, Zeug=
niſſ
. kaufmänniſche
Lehrſtelle a. einem
Büro. Angeb. unt.
J. 37 Geſchäftsſt. (*
Gasherd m. Backof.
bill. z. verk. Liebeck.
Kirchſtraße 10, II. E*

Tüchtiges Mädchen
erfahr. i. Haushalt
Näh., ſucht paſſ.
Wirkungskreis zum
1. April. Ang. unt.
J. 47 Geſchäftsſt.

Eine zweite
Laufelle
für mein ordentlich.
Laufmädchen. (Nähe
Heidenreichſtr.) geſ.
23 mal wöchentlich
nach Vereinbarung.
Näheres, Roßdörfer=
Straße 80 II.

Jung. Mädchen
ſucht abends Büro o.
Laden zu reinigen.
Karlsſtr. 4 II.r. *

Arzkhilfe
Geb. 30=jähr. Dame
gut ausgeb. i. phhſ.
Therapie, klin. Un=
terſuchg
,, gewandt i.
Umgang m. Patient.,
m. gut. Empfehl., ſ.
paſſ. Stellung.
Angeb. unt. H. 84
an die Geſchſt.
Ige Kindergärtnerin,
ſtaatl. geprüft, ſucht
paſſende
Helug
Angebote unter J.6
an die Geſchäftsſt.
Beſſer. Mädchen
17 7., ſucht Stellg
als Haustochter, am
liebſt, wennHilfe vor=
hand
. Fam=Anſchlu.
Taſcheng. erw. Ang.
u. J69 a.d Geſchſt.
Kochfrau empf. ſich
bei Hochzeit, u. Kon=
firmationen
. Näh.
Mauerſtr. 34 II. C.

R
ſucht für die Abend=
ſtunden
Beſchäftig,
Bücher beitragen od.
dgl. Angb. u. H. 108
an die Geſchſt.

Spezial= Damenfri=
ſeur
ſ. Abonnt. a.
Haus. Mtlch 12.
Ang. u. J. 38 Gſt. *

Polſterer= und
Tapezier. Lehrſtelle
für braven, willigen
Jungen hier geſucht.
Angeb an P. Dietrich,
Marienplatz 1, Zim=
mer
12. erbeten. (*

O

MANNLICH

Abonnenten=
Werberſinen
auch ältere, geſucht.
Darmſtädter Leſe=
zirkel
, Grafenſtr. 24,,
(4144b).

Meine

Spenial Handarheits-Ahteilung
bringt stets aparte Neuheiten

Ständ. Verdienſt
durch Verkauf von
holl. Kaffee an Be=
kannte
u. Private.
Angeb u. J. 41
a. d. Geſchäftsſt.

Dauerſtellung!
Führend leiſtungsfäh. Unternehmen d.
Branche ſ. z. Vertr. ihrer konkurrenzl.
Spezialart d. auch b. d. heutig. Ver=
hältniſſ
, überall benötigt werden, ver=
kuufstücht
. Herrn als Alleinvertreter
geg, hoh. Proviſ. u. gut. Speſenzuſch.
Nur ſeriöſe Verkäufer, d Erfolge nachw=
können
, woll, ſich melden, Verkaufska=
nonen
bevorz, Ang. unt P.R.J.5778
durch Rndolf Moſſe, Frankfurt a. M.
(14381

Tüchtige
Schneiderin.
empfiehlt ſich in und
außer dem Hauſe
Näh. Geſchäftsſt.

Wir errichten in (II.Bln. 4384
Darmſtadt und Umgegend
eine weitere Geſchäftsſtelle u. ſuchen z. ſelbſt.
Leitung
organiſationsfäh., zuverläſſ. Herrn, der in
enger Zuſammenarbeit mit uns den Gene=
ralvertrieb
unſer, ſenſ ation, überaus leicht=
verkäuflich
. Maſſenbed arfsartikels ausbauen
kann. Bewerber muß Untervertreter an
werben, Verkauf, Leferung und Inkaſſo
durchführen u. unſere großzügige Propa=
ganda
überwachen können. Selbſt ausbau=
fähi
ge Poſition mit gutem, ſtändig ſteigen=
den
Einkommen. Täglich Kaſſaeingänge,
Tauerexiſtenz. Beweiſe für Rieſenumſätze,
dauernde Nachbeſtellung werden vorgelegt.
Erforderlich Betriebskapital mind. 1000 Mk.
bar und kleiner Lagerraum. Ausführliche
Bewerb. an Chemische Pabrik Trama,
Berlin C 2. Neue Kriedrichstr. 58.
Selbſtänd. Eriſtenz
Au. Höchſteinkommen
(bis 60 000 per Jahr) bietet
ein ganz Europa überſpannen=
des
ſolides, beſtfundiertes Unter=
nehmen
arbeitsfreudigen Herren,
welche 36000 Barkapital be=
ſitzen
. Vornehmes Arbeitsfeld!
Ausführliche Zuſchriften unter
Bezirk 32 an Poſtlagerkarte 106.
BBerlin 62, erbeten. (174353
Kaufm. Lehrling
(männl. oder weibl.), nicht mehr fort=
bildungsſchulpflichtig
, aus guter Fa=
milie
geſucht.
(4392
Odenwälder Ziegelwerke.
Dr. Anton & Co.
Groß=Zimmern.

Gut empf., fleißige
Waſchfrau nimmt n.
Kund. an, auch putz.
Angebote u. H. 124
an die Geſchäftsſt.

Tüchtige Frau ſucht
Beſchäftigung gleich
welcher Art, auch
ſtundenweiſe. Nähe=
res
in der Geſchſt.

Ue

Gewiſſenhafter
junger Mann
mit eig. Motorrad
ſucht Beſchäftigung
Angeb. unter H. 109
an die Geſchſt. (*sg

Hiesige
Fabrik
ſucht für ihr Patentbüro z. bald
Eintritt einen
Lehrlins
mit beſſerer Schulbildung.
Angebote mit Lebenslauf. Ab=
ſchrift
des letzten Schulzeug niſſe
und Lichtbild erbeten unter 173
an die Geſchäftsſt. d. Bl. 4474

Häkel, Stick- und Strickwollen und Seide
Woll-Arbeiten nach eigenen Entwürfen
Fachkundige Beratung und Bedienung
NICK-NAGEL
Ernst-Ludwigstraße 16
Bltte stets das Handarbelts-Schaufenster beachten!
4391

Madrdaf. HeitrHag
f. Büro u. Lager einer hieſ. Großhandlg.
mit möglichſt guter Schulbildung geſucht,
Gefl. Bewerbung, unter T 66 an die Ge=
ſchäftsſtelle
.
(4453

(II. K599
Gesucht sofort
an allen Orten fleißige, strebsame
Personen zur Uebernahme einer
Trikolagen- I. Strumptstrickerei
auf unserer Feminastrickmaschine.
Lejohter und hoher Verdienst.
Ganstige Beding. Vorkenntnisze nicht
erforderlich. Prospekt gratis u. franko.
Trikotagen und Strumpkkabrik
Neher & Fohlen, Saarbrücken 3.

Kaufmann
repr. Erſchein, für
Büro und Kunden=
beſuch
geſucht. An=
gebote
unter J. 4 an
die Geſchäftsſt. *i

Lehrling
zu Oſtern geſucht.
Aug. Dörner
Feinkoſt, Lebensm,
Saalbauſtr. 29 u. 37.

Zum Inkaſſo von Wochenraten in Darm=
ſtadt
und Umgebung w. ehrl. u. zuverläſſ.
KASSIERER
mögl. m. Motorrad geſucht. Sicherheits=
leiſt
, eb. in Möbelübereignung, notwend.
Für Verkäufer beſte Gelegenh. z. Erlang.
ein,. Kundenſtamm, Ang, u. T 59 an die
Geſchäftsſtelle.

Arbeitszentrale
ſit Erwerbsbeſhräunte
Abteilung: Fliegende Kolonne
erledigt
Gelegenheitsarbeiten und = Beſor=
gungen
jeder Art
für alle Wirtſchaftszweige, Behörden
und Haushaltungen
durch zuverläſſige Kräfte,
gegen äußerſte Vergütung.
Bei Stellung von Arbeitsbehelfen nach
Wunſch.
Ihre Inanſpruchnahme begründet
heinen Arbeitsvertrag,
keine Pflichten aus der Sozial=
verſicherung
. (s13585
Fernruf: Sammelnummer 3500.



WAIAAIA..

(4427

Mur kurze geit! 200 kabat
auf sämtliche
Polstermöbel wie Klubsessel und Sofas.
Schreibsessel und Stühle vom Läger.
Qualitätsarbeit
Matratzen u. Dekorationen schnell u. preiswert
Carl Herber
am alten Palaisgarten• Luisenstr. 34/36 - Telefon 1916

Als langjährige
ſuchen wir in einigen Bezirken für nach=
weislich
bewährte und begehrte Spezial=
marke
einen durchaus verkaufserfahre=
nen
Herrn als
einverkreker
zur regelm. Bearbeitung von Großver=
brauchern
. Unſer Artikel eröffnet ge=
wandt
, fleißigen Herren mit Verkaufs=
talent
glänzende Exiſtenz bei uner=
ſchöpflichen
Abſatzmöglichkeiten. Prov=
Auszahlung ſofort bei Eingang der Auf=
träge
. Entſpr. Speſen. Schriftl.
Angebote erbeten unter H. 114 an die
(74355
Geſchäftsſtelle.

Holländ Kaffeegroß=/ Braves, tüchtiges
firma richtet hier u.
auf d. Lande tücht. Auleinmädchen
Leuten rentable mit beſten Empfehl.
in kinderloſen Haus=
halt
zum 1. April ge=
Auſſee" ſucht. Perſönl, Vor=
ſtell
. Sonntag nachm
zw. 4 u. 6 Uhr. (*eg
Meveriage Heidenreichſtr. 27, b

ein. Ladengeſch. u.
Kapital nicht erfor=
derl
. Anfr. m. An=
gabe
v. Referenzen
unt. J. 60 Geſchſt. *

Kaffeeverſand=
Deſce
gut eingeführt, ſucht
tüchtigen Kunden=
werber
(in) zum Be=
ſuch
d. Privathaus=
haltungen
, Ang. u.
J. 57 a. d. Geſchſt.

Tertilwar= Verſand=
geſchäft
mit großer
Kollekt, in Herren=
und Damenſtoffen,
Wäſche u. Strümpf.
ſucht überall tüchtige
Vertreter
Angebote unter J.7
an die Geſchäftsſt. (*

Bäcker=,
Konditoren=Hotels
Gut eingef. Vertreter
per ſofort od. ſpäter
von hieſ. Großhandl.
geſucht. Angeb. erb.
unt. 162 an die Ge=
ſchäftsſtelle
. (4460

Kaufm.
Lehrling
der Intereſſe für
Technik beſitzt,
für elektrotechn.
Büro geſucht.
Ang. u H 119 Geſch.
(43185

Kräftiger Junge
willig u. ehrl., Sohn
achtbarer Eltern, als
Bäckerlegrung
geſucht.
Dampfbäckerei
Wilh. Faſfig,
Arheilgen. (4398b.

DAS ETAGENGESCHAFT FÜR ENFACHE
Md ELeSHNTE
MIRIIO F

Jüngerer
Haus-
bursche

ſofort geſucht. (*
Müller & Rühle,
Eliſabethenſtraße 5.

WeißLIEN

ED Dmens
der Stadt Darmſtadt
gut eingeführte.
Mſäſcſelt
einerlei, ob Dame o.
Herr, iſt Gelegenh.
geboten, gegen ent=
ſprech
Verdienſt ſich
geſchäftl. zu betätig.
Angebote unter J. 3
an die Geſchäftsſt. /*

Mitarbeiterinnen
(alleinſt. Dam. a.
Beamtenkr bevor=
zugt
) f. d. Außen=
(dienſt b. gut. Eink.
LOdWlaSTR.10 0A HEIMLADEN BERANMT BHLLIOSIE WHEIDEApvolkswirtſchaftl.
Großunternehmen
geſucht. Angeb. u.
J. 12 Geſchſt.

Ordentliches, flinkes
Mädchen
für tagsüber geſucht.
Näh. Geſchſt. 2sg

Suche zum 1. April
tüchtiges, kinderliebes
Alleinmädchen. *
m. gut. Zeugn. und
Empfehlungen. Vor=
zuſtell
. vorm. 101.
Frau Reg.Rat Mor=/;
neweg, Goetheſtr. 20,

Zuverläſſiges, ſelbſt.

Meinmdgen
in Küche u. feinerer
Hausarbeit erfahren,
wird zum 1. Aprik
in kl. Haushalt geſ.
Vorzuſtellen zwiſchen
2 und 4 Uhr nachm.
oder nach telephon.
Anmeldung. Frau
Profeffor Oehlkers
Eichbergſtraße 7. (*

Für Arzthaushalt tm
Odenwald geſundes
Mindn
das kochen u. bügeln
kann, ſofort geſucht.
Angeb. unt. 163 an
die Geſchſt. 4448

Für 1. April odert
ſpäter tüchtiges,
älteres, zuverläſſiges

das Kochen. Bügeln
uſw. kann, bei gutem
Lohn f. tagsüb. geſ.
Frau Dr. Finger,
Kekulsſtraße 6.

Für klein. Haushalt
ehl Mäöchen
geſucht, das Koſt u.
Wohn, nebſt Taſch.=
Suche per ſofort Geld u. Familien=
anſchluß
hat. Ang.

jüng. Mädchen u. J. 11 Geſchſt. 6
für Haushalt. Vor=
Suche ſofort
zuſtellen Sonntag v. ein Mädchen f. ganz
104 Uhr. Laute= kleinen Haushalt,
ſchlägerſtraße ½ bt.* Näh. Geſchäftsſt.

Nekke junge Mädchen
gegen angemeſſene Bezahlung zum Ver=
teilen
von Proben an die Haushaltun=
gen
für mehrere Tage geſucht. Zu mel=
den
Sonntag vormittag 1112 Uhr ſo=
wie
Montag und Dienstag von 68

Uhr abends im
Hauptbahnhof.

Hotel zur Poſt am

Fein. Konditorei=Kaffee ſucht per ſof. ein
behrftäulein
1417 Jahre alt, aus tadelloſ. Familie,
mit gut. Umgangsformen, zur Ausbil=
dung
im Verkauf ete. (Servieren aus=
geſchloſſen
) Ang. m. ſelbſtgeſchriebenem
Lebenslauf u. Abſchrift vorhand Zeugn.
erbeten unt. J. 24 a. d. Geſchäftsſt. (*

Zuverläſſiges, junges
Mädehen
Mädshen
liche Vorſtellung nach vorh. An=
meldung
. Frau Walter Trier,
Eichbergſraße 28. (4290b

In beſten Käuferkreiſen
eingeführte.
damen

zum Verkauf eines erſtklaſſigen volks=
medizin
. Werkes geſucht.
(Kein Rezeptſchwindel.)
Eilangebote unter F M. 365 an
Ala, Hagſenſtein & Vogler, Frankfurt
(114383
am Main.

Suche f. meine erſtklaſſ. Konditorei eine
Aushile Wer Mern
im Laden.
die gewandt iſt im Umgang mit feinſtem
Publikum und geſchmackvoll arrangiert.
Angeb. erbitte ich mit Angabe früherer
Tätigkeit unt. J. 23 Geſchäftsſtelle.

Mädchen
mit beſten Empfehlungen geſucht. Nur
ſolche, die in guten Häuſern, tätig waren,
wollen ſich melden.
4485
Saatbaustraße 60, p-

[ ][  ][ ]

Nummer 11

Ennnnnran
Hannannnnnnnnnnannnnnnnnnan
HHAAHAT

Frühlings.
Guderrüre.
Kurzgefaßte Anleitung für jedermann,
das Nahen des Frühlings ohne ſonderliche
Vorkenntuiſſe untrüglich feſtzuſtellen.
Von E. Boyer.
Der Frühling naht mit Brauſen.
Hören Sie das Brauſen? Geben Sie’s
offen zu: nein! Notabene, in dieſem Jahr,
wo der Sommer vergeſſen hat, ein Ende zu
nehmen. Da ſoll ſich einer auskennen. Die
Dichter hören es ja. Die Dichter hören ja
überhaupt allerhand. Es iſt kein Verlaß
auf ſie. Der Frühling raubt ihnen auch den
letzten Neſt von Verſtand. Glauben Sie
ihnen nichts. Sie könnten übel fahren.
Dann ſind da die Knoſpen, die zu
ſchwellen pflegen, die Schmetterlinge, die
aus den Puppen kriechen, die Wildgänſe,
die des Weges kommen. Das iſt alles ſehr
hübſch. Aber Wildgänſe können ſich irren.
So eine dumme Gans wird uns nichts vor=
machen
. Und Schmetterlinge? Ich bitte Sie,
Schmetterlinge ſind flatterhaft. Schmetter=
linge
ſind zu allem imſtande. Der Faſching
iſt kaum vorbei, im Faſching gab es viele
Nachtſchwärmer, wem iſt es ſchon ein=
gefallen
, ihnen Glauben zu ſchenken. Dann
mit den Knoſpen iſt es auch ſo eine
Sache. Da hat kürzlich irgend ſo ein Che=
miker
Pflanzen mit irgend ſo einem Seug

Schmetterlinge. Wir ſind, wenn es ſein
muß, unſere eigenen Dichter.
Die Fenſter auf ?
Die Herzen auf
Bitte nicht! Das gibt eine ausgewach=
ſene
Herzneuroſe, kombiniert mit Sschias.
Ich ſagte ſchon, daß auf den Dichter kein
Verlaß iſt. Hören Sie auf den Praktiker.
Er allein weiß, wie die Dinge liegen. Er
wird Ihnen helfen.
Die Augen auf!
Das hat zwar noch keiner gedichtet, zu=
mindeſt
nicht in dieſem Suſammenhang, aber
es iſt dennoch ſo, dennoch wichtig für Sie,
wenn Ihnen etwas daran liegt, das Ein=
treffen
des Frühlings untrüglich auf wenige
Cage voraus feſtzuſtellen, ſo daß Sie dann
Ihrem Kohlenhändler ruhig die letzte Nech=
nung
ſchuldig bleiben können, bis zum
nächſten Herbſt.
Gehen Sie durch die Straßen, mit
offenen Augen, verſteht ſich. Und treten
Sie wie von ungefähr in irgendeinen Sei=
fenladen
ein. Nicht, daß der Mann dort
wüßte, wann der Frühling nahet, er hat ja
kein Saiſongeſchäft, waſchen tun ſich die
Leute ſo und ſo nicht. Aber wenn Sie Ine
Weile dageſtanden und mit dem Mann über
die Ungunſt der Seit geſprochen haben
weil Sie ja natürlich etwas reden müſſen ,
und es geht die Cür auf und es kommt ſo
ein Dreikäſehoch herein, der mit der Naſe
gerade ans Pult reicht, und er ſtreckt ſeine
unſagbar ſchmierige Pfote hinauf und läßt
einen Groſchen darin zum Vorſchein
kommen und piepſt dazu in hellen Cönen:
Ich möchte Murmeln haben

ſehen Sie, dann können Sie eine Wette
eingehen, daß der Frühling kommt!
Und geſetzt den Fall, Sie haben es mit
dem Hunger zu tun bekommen und Sie
begeben ſich wie von ungefähr in ſo ein

und verſchwindet in der gaftlichen Hütte

s dort aufgeſtellte Cabriolett mit wonnigen Blicken zu liebkoſen

beſtrahlt, daraufhin ſind ſie doppelt ſo ſchnell
gewachſen. Herrgott, was ſagen Sie zu einer
Caſchenuhr, die in einer Stunde 120 Mi=
nuten
erledigt? Iſt Verlaß auf ſie? Und
können Sie wiſſen, ob nicht gerade Ihre
Knoſpen auch ſo verrückt geworden ſind, wo
doch die Sonne ſchon verrückt wurde in
dieſem Jahr und überhaupt alles, was ſo
im allgemeinen das Wetter ausmacht?
Überlegen Sie lich das bitte. Unſere Alt=
vorderen
wußten es nicht beſter. Die haben
ſich an derlei Dinge gehalten. Aber wir
wir haben es Gott ſei Dank nicht nötig.
Wir ſind weiter gekommen. Wir haben
unſere Organiſation. Wir haben unſere
Nationaliſierung. Wir haben unſere Pſycho=
analyſe
.
Wir ſind unſere eigenen Wildgänſe,
unſere eigenen Knoſpen und unſere eigenen

und der Kaufmann holt eine
verſtaubte Schachtel, die ſeit dem Herbſt
nicht mehr geöffnet worden iſt und holt eine
Handvoll bunter Kugeln hervor und brummt
ſich dazu was in ſeinen Bart von wegen der
ſchlechten Seiten, und daß er, wenn das ſo
weiterginge, er ſeinen Laden bald ſchließen
könne.
ſehen Sie, dann iſt der Srühling
im Anzug!
Oder Sie ſchlendern weiter die Straße
entlang und finden da ein Haus, darauf ſteht
recht deutlich hingepinſelt Leihhaus,
und es kommt wie von ungefähr ein Mann
des Weges, mit einem hellen Sommerpaletot
angetan, und er trägt einen Pelzmantel
überm Arm und er dreht ſich mal links um
und mal rechts und tut einen Seufzer und
verſchwindet in der gaſtlichen Stätte

Reſtaurant, wiſſen Sie, in ſo eines, wo ein
gähnender Kellner unter verſtaubten Hirſch=
geweihen
Vornehmheit markiert, und Sie
löffeln da Ihre Suppe, und plötzlich kommt
es mit elementarer Gewalt wie eine Er=
leuchtung
in des Wirtsherrn roſige Miene,
und er wendet ſich nach hinten, wo die Cüre
ins Allerheiligſte führt und ruft in einem
Con, wiſſen Sie, in ſo einem Con, als gelte
es, die Welt von Neuem zu erſchaffen:
Emil, trag den Garten raus!
und es kommt nach einer Weile einer
angekeucht, ſo ein ganz kleiner Pikkolo,
wiſſen Sie, und ſchleppt einen Lorbeerbaum
in grünem Eimer vor ſich her, ſo einen
kugelrunden, mit melancholiſchem Spinn=
gewebe
drauf, und er ſteuert geradewegs zur
Cür hinaus, dorthin, wo der Aſphalt noch
winterlich verödet iſt, und er pflanzt dieſes
Gewächs da oben mit einem ſchöpferiſchen
Allmachtsausdruck im Geſicht, als wolle er
ſagen, nun, ſo wachſe, blühe und gedeih
meinetwegen
wenn das kein Frühling iſt
dann iſt überhaupt noch nie einer herauf=
gezogen
!
Auch ſolches iſt möglich, daß Sie ſelbſt
dann, heimwärts ſich bewegend, vor der
Spiegelſcheibe eines Autogeſchäfts ſtehen
bleiben, das dort aufgeſtellte himmelblaue
Cabriolett mit wonnigen Blicken zu lieb=
koſen
, vielleicht ſelbſt nicht wiſſend, warum
aber dann ſage ich Ihnen: der Mann da
drinnen weiß es. Der weiß: wenn ſo arme.
Schlucker, wie wir es ſind, mit einer Mark
fufzig in der Caſche, juſtament vor ſeiner
Scheibe ſtehen, ſich die Naſen daran platt=
zudrücken
, himmelblaue Cabrioletts mit
wonnigen Blicken zu umſchmeicheln
daß dann der Frühling kommt.
Der Frühling, nicht mit Brauſen
vielleicht, aber mit den handfeſten Sehn=
ſüchten
, die er ſo im allgemeinen zu erwecken
pflegt.
Und nun wollen Sie, nachdem ich Ihnen
nun dieſe kurze und klare und gemeinver=
ſtändliche
Anweiſung gegeben habe, auch
wiſſen, warum und wieſo
Daraus wird nichts, geneigteſter aller
Wiſſensdurſtigen! Wenden Sie den Blick
rückwärts in Ihre Schülerzeit, und Sie
werden ſich deſſen erinnern, daß in den

Lehrbüchern der unteren Klaſſen immer
nur die Catſachen verzeichnet ſtanden, nie=
mals
das Warum und Wieſo. Weil nämlich
die hochgelahrten Autoren annehmen zu
wüſſen glaubten, die Schüler würden es ja
doch nicht kapieren. Und weil man ſich auch
etwas für die oberen Klaſſen aufſparen
wollte. Wir Menſchen beſuchen in puncto
Frühling alle noch die unteren Klaſſen. Wir
haben keine Ahnung, warum und wieſo.
Wir verſtehen es ſelbſt niemals, den Ne=
gungen
unſerer Herzen nachzuſpüren. Wir
wiſſen ſelbſt gar nicht, warum wir Mur=
meln
kaufen und Pelze ins Verſatzamt
tragen und himmelblaue Cabrioletts um=
werben
.

Emil, trag’ den Garten raus!
Aber wir ſehen es an den anderen.
Und das genügt. Wie es genügt, wenn
man das Barometer leſen kann, ohne zu
wiſſen, warum das Ding zu ſteigen und zu
fallen pflegt.

HaAApHHnHEHHnHäEHnagagnängar
ABZAHHHEHIEHHAN

[ ][  ][ ]

Sorſchende Wiſſenſchaft.
Von Carl Otto Windecker.
Noch gar nicht allzu lange Seit iſt vergangen, daß die
Menſchheit allen Nerven= und Geiſteskrankheiten völlig unklar
und verſtändnislos gegenüberſtand, und um ſie jenes muſtiſche
Odium wob, das ſelbſt einen Kant zu dem Wort verführte, daß
der Geiſteskranke nicht vom Arzt, ſondern vom Philoſophen
zu behandeln wäre. Crotzdem die Wiſſenſchaft längſt zu klaren
und eindeutigen Ergebniſſen gekommen iſt, iſt der Muſtizismus

jener Seiten auch heute noch nicht ganz verſchwunden auch
heute iſt, ſehr zum Leidweſen des modernen Nervenarztes, die
volkstümliche Anſchauung von einem Geiſteskranken von der
mittelalterlichen Anſchauung eines Vom Ceufel Beſeſſenen
nicht ſehr verſchieden.
Der moderne Nervenarzt, als abſoluter Wiſſenſchaftler,
ging den in der Praxis gewiß nicht leichten Weg, alles
Myſtiſche, Phantaſtiſche und Unerklärliche ſeines Spezialfaches
auszuſchalten, um ſo zu dem Ausgangspunkt der Nerven= und
Geiſteskrankheiten zu gelangen, um ſo, zum Sweck der Heilung,
ihre Entſtehung und ihren Verlauf ſtudieren zu können. Und
ſo ergaben die Unterſuchungen gerade der letzten Jahrzehnte.
die für den Laien wohl überraſchende Catſache, daß auch die
Geiſteskrankheiten lediglich als körperliche Erkrankungen des
Organismus und des Stoffwechſels anzuſprechen ſind.
Ein Gang durch die Laboratorien einer Pſychiatriſchen und
Nervenklink zeigt, wie hier Heilverſuche mit Wiſſenſchaft und
ſyſtematiſch betriebener Jorſchungsarbeit ſich überſchneiden. Faſt
jeder Einzelfall wirft hunderte neue allgemeinwichtige Probleme
auf, deren Löſung Fortſchritte für dieſe Wiſſenſchaft bedeuten,
die es ſich zum Siel geſetzt hat, Krankheiten zu heilen, vor denen
man früher mitleidig reſignierte.
Die Behandlung der Kranken beſchränkt ſich heute nicht
mehr darauf, die Sumptome zu beobachten und dementſprechend
die Pflege einzuſtellen. Das Siel iſt vielmehr: die Pflege
durch die Heilung zu erſetzen. So bleibt auch hier die rein
kliniſche, wenn auch auf den beſonderen Sweck abgeſtellte kör=
perliche
Unterſuchung des Kranken die erſte Vorausſetzung. Der
moderne Nervenarzt ſteht grob ausgedrückt auf dem
Standpunkt, daß prinzipiell zwiſchen einer Geiſteskrankheit und
jeder anderen körperlichen Krankheit, wie z. B. die Lungenent=
zündung
, kein Unterſchied beſteht. Nur daß hier das Gebirn,
dort die Lunge erkrankt. Nur, daß dort Urſache, Verlauf und
Heilungsmittel bis zu einem gewiſſen Grade erforſcht ſind, wäh=
rend
hier die Wiſſenſchaft noch einen weiten Weg vor ſich ſieht.
So iſt das Arbeitsfeld des chemiſch=ſerologiſchen
Laboratoriums ein wichtiges Glied in der Kette der ein=
zelnen
Unterſuchungen. Ebenſo, wie jeder Arzt eines anderen
mediziniſchen Faches, außer der Unterſuchung des Kranken ſelbſt,
Blut, Urin und andere Ausſcheidungen genauer analyſiert, ſo
geſchieht dies auch mit den Geiſteskranken in dieſem Labora=
torium
der Klinik allerdings mit beſonderem Augenmerk auf

jene wichtige Flüſſigkeit (Liquor), die Gehirn und Nückenmark
des Menſchen umſpült. Veranderungen des Geſamtorganismus,
durch die Zuſammenſetzung und das Verhalten des Blutes her=
vorgerufen
der jeweilige Gehalt an Salzen und organiſchen
Beſtandteilen wie Eiweiß, Sucker, Fette uſw. , insbeſondere
aber auch die Beziehungen der Blutzuſammenſetzungen zu der
Suſammenſetzungen der Gehirn= und Nückenmarkflüſſigkeit ( ge=
rade
auf dieſem Gebiet führten die Forſchungen in der letzten
Seit zu bemerkenswerten Ergebniſſen) , alles das ſind Ceile
des umfangreichen Cätigkeitsgebietes dieſes Laboratoriums,
das, mit Spezialgeräten ausgeſtattet, ſich in ſeinem äußeren An=
blick
von den üblichen Laboratorien anderer Kliniken in nichts
unterſcheidet. Bekannt iſt z. B. die Erkrankung des Sentral=
nervenſuſtems
als Folge ſyphilitiſcher Infektionen. Darüber hin=
aus
ſucht die Wiſſenſchaft auch die Grundlagen jener leichten,
geiſtigen Störungen zu erforſchen, die, wie z. B. das Delirieren
bei hohem Fieber, lediglich Begleiterſcheinungen irgend welcher
anderer körperlicher Krankheiten ſind. Ihre Erkenntnis wird
der Wiſſenſchaft neue, naturwiſſenſchaftliche Methoden liefern,
mit Hilfe von chemiſchen und ſerologiſchen Hilfsmitteln zur Ent=
ſtehungsweiſe
aller Geiſteskrankheiten vorzudringen.
Eigenartiger, ſpezifiſcher dagegen iſt das Anatomiſche
Laboratorium. Der intenſive Geruch von Formalin und
Alkohol empfängt den Beſucher. Im Gang vor dem Labora=
torium
große Schränke. Ihr Inhalt? Gehirne. Nichts als
Gehirne und Präparate. Mit der gummibehandſchuhten
Hand nimmt der Arzt dann im Laboratorium ein Gehirn aus
ſeinem Glasbehälter, um die Unterſuchung in ihrem Aufbau zu
erklären. Das Gehirn iſt feſt, vorbearbeitet, an einem Quer=
ſtab
in den Alkohol gehängt, damit es ſeine Form nicht verliert.
Die Behandlung iſt intereſſant. Das mit Chrom gebeizte
Gehirn wird erhärtet. Die Beize iſt erforderlich, da das rohe
Gehirn die notwendige Färbung nicht annimmt. Das ſodann in
Selloidin oder Paraffin gebettete Gehirn wird, wie der Fach=
ausdruck
lautet: aufgeblockt, d. i. mit einem Holzblock feſt ver=
bunden
, und in eine, wie eine waagrecht arbeitende Suillotine
anzuſehende Präziſionsſchneidemaſchine eingeſetzt und geſchnitten.
Schnitte von 20/1000 Millimeter Stärke ergeben hauchdünne
Durchſchnitte der Gehirnmaſſe man berechnet bis zu 5000
Schnitte bei 10 Sentimetern, durchſchnittlich hat das menſchliche
Gehirn 16 Sentimeter Höhe , die nun gefärbt und auf eine
Glasſcheibe aufgetragen werden. Nach Entfernung des Pa=
raffins
kommt der lila gefärbte Ausſchnitt zur mikroſkopiſchen
Unterſuchung. Beſonders intereſſante Bilder werden dagegen bei
vierzigfacher Vergrößerung mit ſehr ſtarken Apparaten photo=
graphiert
. Mikroſkop oder Aufnahme ergeben ein klares Bild
von der geſamten Gehirnkonſtruktion und der einzelnen Sunk=

tionszentren, wie etwaiger Verkümmerungen und Deformie=
rungen
. Während dieſe Behandlungsmethode in der Hauptſache
der Erforſchung des Gehirnmarks und der Gehirnrinde dient,
verfeinert ſich die Aufgabe in einer zweiten Abteilung des Ana=
tomiſchen
Laboratoriums. Hier bezweckt die Behandlung die
Erforſchung der Gehirnzellen. Die, teilweiſe auch künſtlich ge=
froxene
Gehirnmaſſe zumeiſt Ausſchnitte, in denen man einen
Krankheitsherd vermutet, werden ebenfalls auf einer kleinen
Präziſionsmaſchine bei einer Schnittſtärke von 10, 20 oder
30/1000 Millimeter zerlegt. Hier arbeitet man dann auch mit
bis zu 1200facher Vergrößerung der photographiſchen Auf=
nahme
. Syſtematiſch wird ſo auch der feinere Aufbau des
Gehirns, und damit die Veränderungen des Nervenſuſtems,
erforſcht. Umfangreiche Vorarbeiten, Vergleiche mit normaler
Struktur, Vergleiche mit dem Ciergehirn uſw. ſind für dieſe
Methode erforderlich.
Das dritte, das kinematographiſche Labora=
torium
berührt den Beſucher zweifellos am ſonderbarſten.
Die Kranken mit beſonderen, prägnanten Veränderungen im
Verhalten werden gefilmt. Die Durchforſchung von Bewe=

gungsvorgängen durch Sixierung der einzelnen Erſcheinungem
im Film ermöglicht es, beſtimmte pſychiſche Erkrankungen durch
genauere Analuſen der motoriſchen Erregungszuſtände zu diffe-
renzieren
und zu dem Sitz der motoriſchen Störungen vorzuſtoßen.
Darüber hinaus dient der Film ſelbſtwerſtändlich auch zum Stu
diumzweck im weiteren Sinne.
Vor dem dunklen Hintergrund des Laboratoriums ſteht die
Fahrbare mit der Kranken. Eine Schweſter dabei. Der Arzy
wird zum Operateur die Jupiterlampen flammen auf. Unbe
kümmert, ohne Bewußtſein von alledem, was um ſie vorgeht.
ſitzt die Kranke in der Haltung einer indiſchen Cempeltänzerim
tanzt dieſen phantaſtiſchen Canz ſtereotyper Geſten.
Unheilbar? frage ich den Arzt.
Ach, was. Seit einigen Jahren kommen dieſe Anfälle=
immer
wieder. In der Swiſchenzeit geht die Dame fleißig ihrem
Beruf nach.
*
Es gibt noch viel‟ Dinge zwiſchen Himmel und Erde. **
Sweifellos. Aber der Arzt, und beſonders der Nervenarzt, darf
ſich mit dieſer Seſtſtellung nicht begnügen. Seine Aufgabe iſt
nicht nur Pflege, iſt vielmehr, die Dinge auch der Schulweis=
heit
geläufig zu machen.
Sum Wohle einer Menſchheit, von der er Einſicht und
Vertrauen erwartet. Und verlangt.
Die unverſtandene Frau
und ihre Handſchrift.
Von Fritz Hocke (Wien).
Die unverſtandene Frau iſt eine Seiterſcheinung ſie iſt
das Produkt eines neurotiſchen Seitalters. Als Cypus iſt ſie
jedenfalls kein Novum, denn auch in früheren Jahrhunderten hat
ſie bereits gelebt, wenngleich zugegeben werden muß, wohl nicht
in dieſer Häufigkeit wie heutzutage. Die Bezeichnung unver=
ſtandene
Frau trifft auch nicht den Kern der Sache, denn nicht
zuletzt liegt die tiefere Urſache ihres Unverſtandenſeins in dem
Umſtande, daß verſchiedene Criebrichtungen in ihr auseinander=
ſtreben
, die Einheit der Perſönlichkeit zerſtören, ſo daß es dann
ſehr ſchewr wird, ihre Handlungsweiſe immer zu verſtehen, wenn=
gleich
ſie für den Pſychologen, welcher gewohnt iſt, den Dingen
auf den Grund zu gehen, kein unlösbares Nätſel darſtellt, als ee
den Anſchein haben mag. Allerdings bringt die Gegenwart
die eben durch nervöſe Haſt und Unruhe, durch die Jagd nach
Mammon gekennzeichnet und nur zu ſehr geneigt iſt, oberfläch=
lich
zu urteilen nicht die Muſe auf, ſich wit einer Seit=
erſcheinung
, wie ſie die unverſtandene Frau darſtellt, ein=
gehender
zu beſchäftigen. Hierzu kommt die Spezialiſierung auf
allen Gebieten, die Cendenz, alles in Syſteme und Schablone ein=
zuordnen
, und wo dies nicht gleich reſtlos gelingt, wird ein
Sammelname geprägt, welcher keineswegs dazu angetan er=
ſcheint
, dem Weſen einer Sache, einer Zeiterſcheinung näher=
zukommen
.
Das weſentlichſte Kennzeichen der unverſtandenen Frau iſt
ihre Unzufriedenheit. Immer wird ſie ſich unverſtanden
fühlen, ſei es von ſeiten ihres Gatten, ihrer nächſten Angehörigen
oder ihrer Kinder. Iſt ſie ledig, wird ſie ſich verheiratet wün=
ſchen
, iſt ſie verheiratet, wird ſie unabhängig ſein wollen, übt
ſie einen Beruf aus, wird ſie mit demſelben nicht zufrieden und
von deſſen Seſſeln frei ſein wollen oder aber ſich nach einem
glänzenden, vor allem einem ſolchen künſtleriſcher Richtung
ſehnen, welcher ihr Gelegenheit verſchafft, von der Mitwelt in
reichem Maße bewundert zu werden, im Mittelpunkt des all=
gemeinen
Intereſſes zu ſtehen; hat ſie aber keinen Beruf, würde
ſie mit dem beſcheidenſten bürgerlichen angeblich zufrieden ſein,
wenn er ihr nur Unabhängigkeit gewährleiſtete. Beſitzt ſie ein
Kind, wird ſie ſich trotz aller äußerlichen, zärtlichſten Liebe im
Innern zu ungezählten Malen verſichern, wie anders ſie ihr
Leben einrichten, Geſellſchaften, Cheater, Konzerte beſuchen
könnte, wenn ſie in dieſer Hinſicht nicht gebunden wäre, ſelbſt
dann, wenn es ihre Mittel geſtatten, ſich eine Aufſichtsperſon
für ihr Kind zu halten. Hat ſie aber kein Kind, wird ihr Wunſch
immer nach einem ſolchen gehen, ſie wird ſich nach einem be=
ſcheidenen
, anſpruchsloſen Wirkungskreis ſehnen und ſich ſugge=
rieren
, daß ſie in der Aufopferung und Pflege für ein geliebtes,
unſchuldiges Weſen reſtlos glücklich ſein könnte. Iſt ſie in ver=
mögenden
Verhältniſſen, wird ſie dieſe häufig als goldenen
Käfig empfinden, lebt ſie aber in einem ärmlichen Milieu, wird
ihr Glückstraum ſtets nur Reichtum ſein, und gelangt ſie dann
durch günſtige Umſtände vielleicht wirklich zu Vermögen, ſtehen
ihr alle Vergnügungen dieſer Welt offen, wird ihre ewige Sehn=
ſucht
doch nicht zum Schweigen gebracht, und ſei es, daß ſie
Sterne vom Himmel begehrte! Wir haben mit Abſicht eine
große Sahl von Beiſpielen gebracht, um an ihnen darzulegen,
daß im Grund genommen das ewige Wünſchen der unverſtan=
denen
Frau nur eine Flucht vor dem eigenen Ich bedeutet.. .."

Leid im Walde.
Jugenderinnerungen von Walter Schweter.
Wie ſind mir die Geſchehniſſe noch ſo friſch und bedrückend
vor Augen, und es ſind doch ſchon mehr als drei Jahrzehnte
darüber hingegangen!
Ich ſtand am Forſthausfenſter, das unſer ſchönſtes Bild der
Weite zeigte, das mit den ſo leicht und beſchwingt auf und ab
gehenden Höhenzügen des Weſterwaldes über dem gewundenen
Wadltal der Lahn. Ferienwonne ſaß mir im Herzen, und ich
ließ meine Blicke wonnig ſchweifen hindurch zwiſchen unſern
guten alten Kirſchbäumen und den Ebereſchenſtämmen weit ins
ſchöne Blau der Berge und fühlte mich frei wie der Vogel im
Gezweig. Ich überlegte, was man heute und morgen und über=
morgen
ach, faſt die ganze Ferienzeit lag ja noch verlockend
vor uns anſtellen könne und wollte gerade meine Brüder
rufen, da fiel mir ein, daß ich allein war. Die beiden jüngſten
hatte die Magd mit ins Feld genommen und den dritten eine
Horde Klaſſenkameraden aus der Stadt geholt.
Gerade wollte ich vom Fenſter zurücktreten und die Brüder
aufſuchen, da kommt einer von den Stadtbuben ſchier atemlos
in den Hof geſtürzt und ſchreit mit entſetztem Mund zu mir
hinauf, daß der Bruder unten an der großen Wieſe im Walde
läge. Nicht, was mit ihm ſei, nicht, ob er noch lebe. Nur, daß
er unter den Bäumen läge. Und als ich die Creppe hinabge=
ſtürmt
und vors Haus geſprungen bin, da ſehe ich ihn ſchon
wieder davonrennen in den Wald und die Mutter in grenzen=
loſer
Verzweiflung nach Verbandszeug ſuchen und den Vater
rufen. Dann ſind alle aus dem Waldhaus mit Kiſſen und Decken
und Binden unter den hohen Lärchen und Fichten des Cal=
grundes
, dort, wo unſere größte Wieſe an die des Nachbars
und an den Wald ſtößt. Saſt ratlos läuft alles hin und her, als

man weiß, daß der Bruder von der höchſten Lärche herabgeſtürzt
iſt. Der aber ſitzt mit ſeinen gebrochenen Gliedern ſtill und mit
grauenhaft weiten Augen vor der troſtloſen Mutter und ſagt
endlich: Wein doch net ſo, Mutter. Mir is ja doch gar nix!
Dabei rinnt ihm das Blut über das von den Aeſten zerriſſene
Geſicht, und beide Arme, die er beim Aufſchlagen auf den Wald=
boden
wohl vor ſich hingeſtreckt hatte, ſind gebrochen. Der rechte,
wie wir ſpäter ſahen, gar zweimal, und das mit Erde und Laub
verklebte Stück, das unſre Magd aus dem Nockärmel reißen
wollte, weil ſie es für einen Aſtteil gehalten hat, iſt der aus
dem Fleiſch geſprungene Armknochen.
Ich will aber doch gleich fagen, daß der wilde Bub gut
davongekommen iſt, und ich möchte es keinem raten, mit ihm an=
zübinden
. Auch mit dem zweimal gebrochenen Arm würde er
ihn ſich leicht vom Halſe halten können und noch mehr. Aber
als unſer lieber Nachbar, der Lorenz Kalter hieß und immer ſo
ein warmes Herz hatte, wenn wir Waldleute Hilfe brauchten,
den armen Jungen auf ſeinem harten Bauernwägelchen liegen
hatte, da dachten er und der mit zum Stadtkrankenhaus fahrende
Vater, daß es die letzte Waldfahrt für ſeinen Buben werde.
Denn bald ſtellten ſich beim Bruder die Schmerzen mit großer
Heftigkeit ein und das herzzerreißende Stöhnen des tapferen
Waldſohnes ließ fürchten, daß er auch im Innern gefährlich ver=
letzt
lei.
Es iſt wohl eine der ärgſten Marterfahrten geweſen, die je
in unſerem Walde waren, als der harte Kuhwagen auf dem holp=
rigen
Steinweg mit dem bei jedem Stoß von neuem gepeinigten,
zu Cod verwundeten Buben und dem ſchier troſtloſen Vater zu
Cal fuhr und dann noch mitten durch die geputzten Badegäſte
des Weltbades Ems, die alle voller Neugierde das ſeltſame
Gefährt beſtaunten und den Fuhrmann und den Jäger mit Fragen
quälten.
Und mit welcher Unruhe und Sorge erwarteten wir daheim

die Rückkehr des Vaters, der dann aber auch nicht viel mehr
ſagen konnte, als daß man abwarten und hoffen müſſe.
Das waren leidvolle Waldhaustage, bis wir wußten, daß
alles wieder heil und die Arme bald wieder kräftig genug ſeien
zum Dreinſchlagen und Klettern. Und immer wieder traten uns
ſpäter dieſe Stunden der Qual und Sorge vors Auge, wenn, wie
es ſo oft geſchah, einer der vielen Beſucher unſerer ſchönen
Waldheimat ausrief, wie wir doch zu beneiden ſeien um unſern
Wald und die Bergeshöhe.
Als die Eltern ſo nach und nach erfuhren, wie das Unglück
hatte geſchehen können, da wurde es zwar ernſthaft verboten,
ſich noch einmal von einem Baumwipfel in den des Nachbars
zu ſchnellen, wie es der Bruder getan und wir Brüder ſo off.
Aber wie ſchnell war das wieder vergeſſen, und das Verbot kam
uns erſt wieder heiß in den Kopf, wenn um ein Haar wieder
einer von uns abgeſtürzt wäre. Es war ja auch zu verlockend,
es den Eichhörnchen und Mardern nachzutun und von einem
Baumwipfel in den andern zu ſpringen, zumal vor Stadtbuben,
denen man doch die kühnſten Waldſtücke zeigen mußte. Bei
dieſem Spiel ſaßen wir Waldrangen ja auch immer alleſamt
in den Bäumen und konnten nicht wiſſen, wie ſich der Sprung
von unten anſah. Vielleicht hätten wir ihn unterlaſſen, wenn
wir den Jungenkörper ſo durch die Luft hätten fliegen ſehen.
Oben ſah die Geſchichte ganz harmlos aus. Die Sweige der
Lärchen und Sichten berührten ſich ja, ſo nahe ſtanden ſie bei=
einander
, und das Schwingen des dünnen Gipfels brachte uns
den nächſten ſo dicht herzu, daß es nur noch eines ganz kurzen
Sprunges bedurfte und eines ſchnellen Supackens im andern
Geäſt. Es brach auch dann und wann immer einmal wieder einer
der Nachbaräſte, wie es damals beim Bruder war. Doch im
nächſten Augenblick hatte man ſchon den zweiten in der Fauſt.
Noch heute iſt es meine größte Luſt, hoch oben im Geäſt
eines Baumes zu ſtehen und über Seld und Wald zu ſchauen,

[ ][  ][ ]

Sie bedarf ſteter Senſationen, um ihr Inneres auszufüllen, zu
betäuben, und wo ihr dies aus was immer für einem Grunde
nicht gelingt, iſt für ſie der große Weltſchmerz gegeben und
lie flüchtet in die Welt des Scheins, in das Reich der ewigen
Sehnſucht und der unerfüllten Ideale, wodurch ſie ja doch auch
erreicht, die Aufmerkſamkeit der Mitwelt auf ſich zu lenken;
denn auf das Urteil der Menge, auf den Eindruck und auf das
Außere kommt es ihr vor allem an.
Wir werden das eben Ausgeführte am beſten an Hand einer
Reihe von Schriftproben zu erläutern verſuchen.
Betrachten wir
Sigur 1,

Al..

ſo fällt uns vor allem die beträchtliche Größe der Schrift auf,
die einerſeits auf Unternehmungsluſt, anderſeits auf Selbſt=
bewußtſein
deutet. Der Duktus läßt zwar Eigenart nicht ver=
miſſen
, allein für dieſe Größe der Buchſtaben iſt ſie doch zu
wenig assgeprägt, ſo daß wir ſchließen müſſen, daß ſich die
Schrifturheberin zu hohe Siele ſteckt, welche mit ihrem Können
nicht in Einklang zu bringen ſind und derart nicht einem inneren
Drange entſprechen, ſondern vor allem auf ein geſteigertes Gel=
tungsbedürfnis
zurückzuführen ſind; das Selbſtbewußtſein er=
ſcheint
hier überſpannt. Gefühlsmäßig müſſen wir dieſe Merk=
male
als Schwärmerei und Idealismus werten, die ſich in Illu=
ſionsfähigkeit
und Exaltiertheit verlieren. Hierzu kommen noch
als Hemmungsmerkmale die Enge der Schrift, die hier nicht
m.ir bloß als Surückhaltung zu deuten iſt, ſondern eine ſeeliſche
Süchternheit und Saghaftigkeit offenbart, die nach außen
ängſtlich durch eine gewiſſe Haltung verdeckt werden ſoll. In
der Enge dieſer Schrift unter Berückſichtigung ihrer Höhe
dokumentiert ſich derart eine unnatürliche Surückhaltung der
Schrifturheberin und weiſt auf einen weitgehenden Swieſpalt in
ihrem Weſen. Hierbei ſind noch die plötzlich abnehmenden, viel=
fach
verſtümmelten Wortenden in Betracht zu ziehen, die das
Vorerwähnte erhärten und für eine krampfhafte Surückhaltung
aus Furcht vor der eigenen Unvorſichtigkeit Seugnis ablegen.
Wenn wir alſo zuſammenfaſſen, müſſen wir die Schrifturheberin
als eine von Unternehmungsluſt beſeelte Natur bezeichnen, die
jedoch ihre Siele um ihrem Geltungsbedürfnis gerecht zu
werden überſpannt und mehr oder minder aus dem Unbo=
wußten
heraus ihre Unſicherheit ſowie die tieferen Beweggründe
ihrer Handlungsweiſe durch weitgehende Haltung, kaſchieren
will; aus Mangel an innerem Halt flüchtet ſie in das Reich der
Illuſion.
Die folgende Schriftprobe
Sigur 2
TRu WBts Let 0
WLeik2!
Ffe, Brſhife
iſt zwar als groß zu bezeichnen, allein die Ausdehnung der Buch= ſein mag es gibt immer noch ſchönere.
ſtaben hält ſich durchaus in Grenzen. An dieſer lebhaften, be=
wegten
, Eigenart nicht entbehrenden Handſchrift fällt uns vor
allem der Wechſel der Schriftlage ſowie die ſchwankende Sei=
lenführung
auf, mit vielfach ſinkender Seilentendenz innerhalb
der Worte oder am Ende derſelben, welche auf große Stim=
mungsſchwankungen
mit depreſſivem Einſchlag deuten. Wenn
wir die beſondere Betonung der Anfangsbuchſtaben in Betracht
ziehen, ſowie die Baſis=Schleifenbildung bei dem Buchſtaben
B‟, welche beiden Merkmale für ſtarkes Geltungsbedürfnis
ſprechen, ſo werden wir die Erklärung für die Stimmungs=
ſchwankungen
wohl vor allem in einem unbefriedigten Bedeu=
Tungsſtreben ſuchen müſſen. Unter Berückſichtigung der Cat=
ſache
, daß der Buchſtabe t Schleifenform aufweiſt, ſowie in
Hinblick auf die bizarre Bildung des Buchſtabens k, müſſen
wir ſeſtſtellen, daß ſich die rege, lebhafte Einbildungskraft der
Schrifturheberin öfters in Phantaſtik verliert. In der viel=
fachen
Betonung der Ober= und Unterlängen gegenüber den
Kleinbuchſtaben dokumentiert ſich eine Diskrepanz zwiſchen
Wollen und Können, während die ungleichmäßigen Langbuch=
ſtaben
ein unruhiges Geltungsbedürfnis des weiteren, ſowie Ehr=
geiz
offenbaren. Die linksläufigen Elemente der Schrift, vor
allem am Ende der Buchſtaben, weiſen einerſeits auf Entſchie=
denheit
, andererſeits auf einen gewiſſen Lyrismus, wohl auch
auf Empfindlichkeit, wie dies auch aus dem nach links zurück= Sinnen erfaſſen läßt.

geneigten, oberen Ceil des Buchſtabens d zum Ausdruck ge=
langt
. Suſammenfaſſend müſſen wir feſtſtellen: Eine ehrgeizige, weiſe weit häufiger bei häßlichen, als bei ſchönen Frauen.
unternehmungsfreudige Natur, deren unruhiges Geltungs=
bedürfnis
nicht befriedigt erſcheint, da ſich ihre Wünſche viel=
fach
im Phantaſtiſchen verlieren; ein gewiſſer Lyrismus muß
ihr häufig eine Erſatzbefriedigung gewähren. Hieraus reſul=
tieren
einerſeits Stimmungsſchwankungen mit melancholiſch-
ſentimentalem
Einſchlag, anderſeits ein hoher Grad von Emp=
findlichkeit
, da ihr innerlich nicht gefeſtigtes Selbſtbewußtſein
ſtets eine Herabſetzung, eine Demütigung befürchtet. Eine ge=
wiſſe
Lebhaftigkeit und Urſprünglichkeit des Gehabens, vor
allem aber äußere Heiterkeit, ſollen über den inneren Swieſpalt
hinwegtäuſchen.
Das hervorſtechendſte Merkmal der
Sigur 3
Ai. rch Sbd busliund, Warkudt. Lhoß
4
Oe hur OOdwondskau Wadick dest, Wh Koickt-znuckh ih unt Hilt Wins
iſt die nach links geneigte Schriftlage, in welcher ſich die Swie=
ſpältigkeit
innerer Veranlagung kundtut. Sie bedingt eine weit=
gehende
Einwirkung der Außenwelt auf die Pſyche der Schrift=
urheberin
und hat derart gekünſteltes und affektiertes Weſen
zur Folge die eigenen Handlungen werden vornehmlich von
dem Effekt auf die Mitwelt beſtimmt. Wenn wir des weiteren
die verſchnörkelte, geſchmacklos verzierte Form einzelner, über=
dies
breit geratener Buchſtaben in Betracht ziehen, welche auf
Citelkeit und Anmaßung deuten, ſo werden wir hier unter
Berückſichtigung des Mangels jeder Eigenart feſtſtellen
müſſen, daß die Einheit der Perſönlichkeit zerſtört iſt, eine innere
Unausgeglichenheit aufſcheinen muß, wie dies auch in der ſchwan=
kenden
Seilenführung zum Ausdruck gelangt. Dieſe Schrift zählt
zu den ſogenannten ſtiliſierten Schriften, und der Mangel jeder
Sigenart erſcheint bei ihr um ſo gravierender. Hier iſt die
Neuroſe beſonders offenſichtlich und wird ſich vor allem in
zwangsmäßig auftretenden Gedanken und Ideen äußern. Der
Übergang in das Reich der Illuſion erſcheint in dieſem Falle
cls eine vollzogene Catſache. Zuſammenfaſſend müſſen wir
feſtlegen, daß es ſich um eine auf den äußeren Schein bedachte
Natur handelt, die, ſeeliſch zerklüftet, in ihren Handlungen ſtets vorteilhaft zu präſentieren, entwickelt ſich zur Kunſt der Ver=
von
dem Werturteil einer breiten Maſſe abhängig iſt, und da
ihr deren Anerkennung zufolge ihrer innerlichen Selbſtüber= ſchließlich wirkt der Charme, er bezaubert, reizt, lockt,
hebung nie in dem gewünſchten Maße zuteil werden kann, falziniert.
trachtet ſie, ſich aus der ſeeliſchen Starre in das Neich weltflüch-
keit
eigenen Seins hinwegzutäuſchen!
Warum iſt die häßliche Srau=
intereſſanter
als die ſchöne?
Von Gert Schoenhoff.
Es iſt eine erwieſene Catſache, daß Schönheit allein auf die
Dauer nicht zu feſſeln vermag. Wie oft hört man, daß Männer
ihre anerkannt ſchönen Frauen vernachläſſigen und ſich ſolchen zu= ich plötzlich das unverkennbare Klingelzeichen der Feuerwehr
iſt?! Die Erklärung hierfür liegt eben in der ſonderbaren Cat= kürlich aufhorchend, verfolgte ich deren raſende Fahrt im Geiſte
ſache, daß Schönheit allein wenig bedeutet, wenn ſie nicht mit und fuhr erſchreckt hoch, als dieſe ganz plötzlich in der Nähe
beſonderen Charme verknüpft iſt, denn ſo ſchön eine Frau auch endete. Ein Blick aus dem Fenſter zeigte mir, daß einige Häuſer
dehn= und wandelbar wie alle anderen Begriffe. Es kommt ganz eines Spirituskochers in der Notwohnung eines jungen Paares
darauf an, was der einzelne oder die Geſamtheit unter ſchön
verſteht, und darüber hat es zu allen Seiten und bei allen Völ= raſche Eingreifen der Feuerwehr kehrte ich wieder zu meinem
kern verſchiedene Anſichten gegeben. Heute hat ſich mehr denn je Schreibtiſch zurück, fand aber nicht mehr die nötige Sammlung zu
die Überzeugung durchgeſetzt, daß im wahrſten Sinne des Wortes meiner Arbeit, denn immer wieder peinigte mich der Gedanke:
das ſchön iſt, was gefällt. Und gefallen tut, was einen Neiz aus= Wie ſchrecklich muß es doch ſein, wenn bei derartigen plötzlichen
übt; einen Neiz übt aus, was gefällt und was auf die Sinne wirkt,
was feſſelt, faſziniert, bezaubert, kurz: das Intereſſante entſpricht ſachen nicht ſofort finden und in Sicherheit bringen können.
unſeren heutigen Anforderungen an Schönheit mehr, als die
bloß klaſſiſche Negelmäßigkeit der Formen.
jedenfalls, daß der Reiz dauernd wirke und nicht durch Ge=
wohnheit
abgeſchwächt werde.
Vorzügen ſich darzutun, ſondern er kann auf mannigfachſte einzelnen Aufbewahrungsorte, in denen Samilienbücher und Ur=
Weiſe ſich auswirken: in Kleidung, Haartracht, durch Mienen- kunden, die Quittungen der letzten zwei Jahre, wertvolle Beſtecke,
ſpiel oder Grazie des Körpers, in der Stimme, in der Art, ſich
zu geben, mit einem Wort: im Charme, das heißt im Sauber / aber richtig, daß das eine hier, das andere dort, ein drittes wie=
der
Perſönlichkeit.
Das iſt es: die Frau muß Charme haben, wenn ſie dauernd
wirken will, Charme, das heißt jenes gewiſſe Etwas der An= Möbeln zuſammengetragen werden mußte? Konnte nicht bei
ziehung, das ſich mit Worten nicht deuten, ſondern nur mit

Und dieſen Charme der Perſönlichkeit findet man ſeltſamer=
Und woran liegt es nun, daß die häßliche Frau dieſen Vor=
zug
vor der ſchönen voraus hat? Die Antwort iſt leicht gegeben,
wenn man den Entwicklungsgang der ſchönen und der häßlichen
Frau vergleichend betrachtet.
Der Menſch iſt bekanntermaßen ein Produkt ſeiner Erfah=
rungen
und ſeiner Umgebung. Die ſchöne Frau macht nun von
Jugend an die Erfahrung, daß ſie ſchön iſt. Ihre Schönheit wird
immer und überall anerkannt. Sie iſt es gewöhnt, ohne An=
ſtrengung
, durch ihre bloße Erſcheinung, zu wirken. Der mühe=
loſe
Sieg läßt an ihrem äußeren Erfolg Genüge finden, ſie
hat nicht nötig, ſich in geiſtiger Hinſicht zu bemühen, vernach=
läſſigt
daher ihr Innenleben, wird oberflächlich, eitel und unin=
tereſſant
.
Anders die häßliche Frau. Sie wird ſchon als Kind ſtets
zurückgeſetzt. Niemand kümmert ſich viel um ſie; niemand gibt
ihr ein Wort der Anerkennung; ſie iſt vollkommen auf ſich ſelbſt
angewieſen und zieht ſich daher früh auf ſich ſelbſt zurück. Früh
lernt ſie, daß ſie, wenn ſie Beachtung finden will, beſondere
Anſtrengungen machen muß. Während die ſchöne Frau einfach
wahllos alles tragen kann, weil ihr alles gleich gut ſteht, muß
die Häßliche auf die Wahl ihrer Coilette ſehr viel Sorgfalt
verwenden. Sie muß ſich und ihre Umgebung ſtudieren, ihre
Wirkung kontrollieren, ſich immerfort ummodeln und anpaſſen.
Iſt ſie geſchickt und geſcheit genug, ſo findet ſie allmählich ganz
von ſelbſt das heraus, was ihr am beſten ſteht und ihr Erfolg
bringt, und aus dieſem Bemühen entſteht ſchließlich ein eigener
Stil, die aparte Note, das intereſſante Cachet, kurz, jenes ge=
bildet
ihre verborgenen Fähigkeiten aus, bereichert ihr Wiſſen
intereſſant macht.
Aber nicht nur auf ihr Außeres, ſondern auch auf ihr
Innenleben muß die häßliche Frau mehr Pflege verwenden, als
die ſchöne. Durch Schmeicheleien und Aufmerkſamkeiten nicht
verwöhnt, iſt ſie von Kind an darauf angewieſen, ſich mit
ernſteren Dingen zu beſchäftigen als mit Sport und Flirt. Sie
bildet ihre verborgenen Fähigkeiten aus, bereichert ihr Wiſſen
und Können, ſchärft ihren Geiſt und Witz, erweitert ihren Hori=
zont
. Die Surückhaltung ihrer Gefühle macht ſie für Genüſſe
empfänglicher, durch das intenſivere Innenleben werden ihre
Gedanken und Gefühle vertieft, das Beſtreben, ſich möglichſt
ſtellung, zwingt ſie, immer neu, ſtets intereſſant zu ſein, und
Daher kommt es, daß die häßliche Frau ſelbſtverſtändlich
tiger Phantaſie zu retten, um ſich derart über die Unzulänglich= nur die kultivierte auch den anſpruchsvollſten Mann beſſer
und dauernd zu feſſeln vermag, als die ſchönſte Aphrodite, denn
das Auge ſtumpft für Schönheit genau ſo ab, wie für Häßlich=
keit
, während unergründliches, ratſelhaftes Weſen immer gleich
anziehend und faſzinierend bleibt.
Wo ſind die Wertſachen?
Von Wilhelmine Plötz.
Als ich kürzlich ſpät abends noch am Schreibtiſch ſaß, um
eine wichtige Arbeit vor dem Schlafengehen zu beenden, hörte
wenden, an denen nach dem Urteil Unbeteiligter gar nichts dran durch die ſchon längſt ſtill gewordenen Straßen ſchrillen. Unwill=
weiter
ſchon eine breite Menſchenmauer die abgeſperrte Straße
Schönheit iſt eben Geſchmacksſache und als ſolche genau ſo ſäumte, und auf meine Frage erfuhr ich bald, daß die Exploſion
erheblichen Feuerſchaden angerichtet hatte. Beruhigt durch das
Ereigniſſen die Bewohner ihre wichtigſten Papiere und Wert=
Gehörte ich denn aber ſelbſt zu jenen vorſorgenden Frauen,
die auch für derartige Fälle vollkommen gerüſtet waren? Hatte
Hauptbedingung des Schönheitsideals der Gegenwart iſt ich ſelbſt denn den wichtigſten Beſitz in derart erreichbarer Nähe,
daß es im Notfall nur eines Griffes bedurfte, um ſie in ſicheren
Gewahrſam zu bringen? Wenn ich ganz ehrlich ſein wollte, dann
Dieſer Reiz braurht durchaus nicht immer in körperlichen mußte ich dieſe Frage entſchieden verneinen. Wohl kannte ich die
die Wirtſchaftskaſſe u. a. m. ihren feſten Platz hatten. War es
der an ganz anderer Stelle aufbewahrt wurde, alſo bei einer Ge=
fahr
für das Leben erſt aus den verſchiedenen Näumen und
ernſter Gefahr ſelbſt der Weg von einem Naum in den anderen
abgeſchnitten ſein und das Bergen wertvollſten Beſitzes Lebens=

Aber ich habe keine mehr, von ſeinem Gipfel in den des andern
zu ſpringen. Ich wüßte auch nicht, wozu das gut ſein könne und
rate auch keinem andern zu dieſem gewagten und unnützen Stücke,
das nur Waldrangen aushecken konnten. Hätten einſt die unteren
Arme der hohen Lärche den Bruder nicht im Sturze aufgehalten,
dann wäre wohl auch die Hilfe des guten Nachbars Lorenz nicht
mehr nötig geweſen, denn die Nadelbäume am Nande unſerer
großen Wieſe hatten gut ihre dreißig Meter Höhe. Sie ſchoſſen
dort unten ſchneller und höher auf, als oben auf unſerem licht=
reicheren
Forſthausbuckel.
Wir ſind dann noch ſo manches Mal von einem Bauma
gefallen, meiſt aber von einem der alten, niedrigeren Freunde in
den Wieſen, die uns mit ihren ſüßen Früchten, den Apfeln und
Kirſchen, Birnen, Pflaumen und Edelkaſtanien, Mirabellen und
Nüſſen mehr noch lockten, als die anderen mit den Krähenhorſten
und Sichhörnchenneſtern und der dumme Ehrgeiz, vor den Stadt=
buben
zu glänzen. Aber einen Sturz aus der Obſtbaumhöhe
konnte ſo ein Waldjunge ſchon gut einmal vertragen. Und ſo
lief dann ſpäter alles immer gut ab bis auf..
Wir ſprangen uns diesmal nicht in den Baumwipfeln nach,
ſondern auf der ebenen Erde im Hof, wobei es natürlich ab und
zu auch über den Holzſtoß ging, über das Dach der Hundehütte
und den Deckel des Negenfaſſos, über den Schweineſtall und den
Leiterwagen. Der ſtand gerade zur Ausfahrt mitten im Hofe und
warkete auf unſere Kühe. Da fiel der Jünglie beim Überklettern
der Wagenleitern ſo unglücklich mit ſeinem Krausköpfchen auf
den Eiſenreif des einen Nades, daß wir ihn ins Haus tragen
mußten.
Er tat dort bald wieder die Augen auf, aber ſo verwirrt
und beängſtigend ſeltſam, daß wir in große Unruhe gerieten und
ſchon zum Arzt ſchicken wollten. Doch wenige Stunden danach
war ec wieder munter, und bald ward von dem Unfall nicht mehr
geſprochen.

Vielleicht vierzehn Cage ſpäter hatte der Vater, als er vom
Walde gekommen war, das Bübchen wieder einmal bei ſeinem
Umherſpringen aufgefangen und es, wie er’s ſo gern tat, zwiſchen
den Knien feſtgehalten. Und weil es ſchon einmal ſo nahe bei ihm
war, ſo fuhr er, mehr im Scherz als ernſthaft fragend, ob ihm
gar nichts mehr wehtät, übers Haar ſeines Buben. Und der ſah
ihn treuherzig an und erwiderte lachend:
Nein, gar nix mehr. Nur manchmal wackelt was im Kopf.
Da taſtete des Vaters Hand zitternd noch einmal über den
hellen Lockenkopf; er hält plötzlich wie vom Blitz getroffen inne
und ſagt tonlos:
Du lieber Gott, eine weiche Stelle!
Bis ins Ciefſte erſchüttert ſpringt er auf, läßt ſchuell einen
Wagen mit einem raſchen Pferd beſtellen und fährt nach Ems,
zu dem als bedeutender Wundarzt bekannten Doktor Flothmann.
Er iſt ſchon lange, lange tot. Die Antwort des Arztes aber hört
mein Vater noch immer. So entſetzlich hatte ſie geklungen.
Su ſpät! ſagt der Doktor und fügt in ſeiner heftigen Art
hinzu: Wie konnten Sie ſo lange warten!
Als er dann hörte, wie ſich alles zugetragen hatte, da wurde
er ein wenig freundlicher und verſprach ſchließlich, es mit der
Hilfe Gottes und einiger anderen Aerzte mit dem Knaben zu
wagen. Und das hat er dann auch in der gleichen Stunde noch
getan, und nach einer meinem wartenden Ve er ſchier endlos
dünkenden Seit rief er ihm durch die Cürſpalte zu, er ſolle jetzt
heimgehen. Der Bub ſei ſicherlich gerettet, aber erſt morgen für
ihn wieder da.
Ach, wie gern hätte ihn mein Vater geſehen. Er wußte ja
nicht, wie totonähnlich er nun, noch in der Betäubung liegend,
ausſah. Aber er folgte ohne Gegenrede im Vertrauen auf den
Arzt, eilte heim und nahm uns die größte Sorge vom Herzen.
Viele Wochen lang mußte jetzt, wie einſt beim älteren Bru=
der
nach ſeinem Sturz vom Baume, bei dem Kleinen gewacht

werden, Cag und Nacht, damit der unruhige Kerl den Verband
nicht herunterreißen konnte, und es. kamen noch bange und harte
Wochen der Sorge und Mühe. Mußte doch immer noch ge=
fürchtet
werden, daß der Eiterherd unter der wieder zugeflickten
Schädeldecke nicht ſo ganz ohne üble Nachwirkung entfernt wor=
den
ſei. Und der Weg zum Krankenhaus war einundeinehalbe
Stunde lang.
Dann aber war auch dieſes Brüderle wieder geſund daheim
und dachte beim Klettern nicht mehr an den böſen Fall.
Das war alles Leid, dem Freude folgte, und deshalb mag
es ſo genau erzählt hier ſtehen. Nun aber kam Leid über Leid,
dem Leid folgte.
Es ſtarb die geliebte jüngſte Schweſter in dem Augenblick,
als, beglückt vom Felde draußen in Urlaub heimkehrend, der
Verlobte zu unſerem Waldhaus eilte. Es ſind jetzt ſchon mehr
als zehn Jahre her, ſeit uns das fröhliche Waldmädel hinweg-
genommen
wurde. Und doch iſt das Leid nicht kleiner geworden.
Ein kleines Stück entfernt von dem Grabe der Schweſter
auf dem kleinen Friedhofe des Walddorfes, der auch die letzte
Erdenraſtſtätte eines unſerer Größten, des Reichsfreiherrn vom
und zum Stein ſein darf, iſt auch das des jüngſten Bruders, der
uns nur wenige Jahre mit ſeinem frohen Lachen das Herz er=
wärmt
hat und dann ſtill wieder aus unſerem Walde ging.
Und inmitten der beiden Geſchwiſter iſt das Ehrenmal für
die im Weltkriege gefallenen Dorfburſchen, gehauen aus dem
mächtigen Sandſteinblock, der einſt das Grabmal für den erſten
Förſter unſeres Waldhauſes geweſen iſt. Und der Stein für die=
jenigen
, die ihr Leben hingaben für ihre Brüder, iſt auch der
für den zweitfüngſten Sörſterbuben.
Dann kam das Leid der Eroberung unſerer ſchönen Hei=
mat
am Rhein durch braune und ſchwarze und weiße Volker.
Und auch dieſem Leid iſt nur Leid gefolgt, auch wenn nun endlich,
endlich das Land freizuwerden beginnt von den Fremden.

[ ][  ][ ]

gefahr für das einzelne Familienglied bedeuten? So und ähnlich
waren die Gedanken, die mich angeſichts dieſes nächtlichen Er=
lebniſſes
quälten, und ſtatt die unterbrochene Arbeit wieder auf=
zunehmen
und zu Ende zu führen, ging ich ſchließlich daran, die
ſchon oben erwähnten Dinge auf meinem Schreibtiſch zuſammen=
zutragen
, um ſie am anderen Morgen in irgendeinem Kaſten des
Schlafzimmers unterzubringen, da mir dieſes im Salle eines
nächtlichen Brandes als der günſtigſte Naum erſchien. In jenem
angeführten Falle beklagte das junge Ehepaar nicht nur den
Verluſt eines großen Ceiles ſeiner Habe, die es erſt unter
größten Entbehrungen beſchafft hatte, ſondern auch denfenigen
ſeiner geſamten Familienpapiere, die es in verſchiedenen Käſten
loſe aufbewahrt hatte. Jedenfalls ſollte in jeder Familie dafür
Sorge getragen werden, daß jedes einzelne Glied derſelben,
ſelbſt die größeren Kinder, im Falle einer Gefahr wiſſen, wo der=
artige
Wertſachen ihren feſten Platz haben, um ſie im Notfall
bergen und in Sicherheit bringen zu können. Wo ein feſter, gut
verſchließbarer und transportabler Behälter noch nicht vorhan=
den
iſt, da ſollte er unbedingt dafür geſchaffen werden, ſelbſt
wenn andere wichtige Anſchaffungen deshalb verſchoben werden
müßten, kann doch unter Umſtänden ein wichtiges Papier uner=
ſetzlich
und ſein Verluſt nie zu verſchmerzen ſein.

Das Cigerauge.
Von Fritz Droop.
In der kleinen Gaſſe am Hafen, in der Schalow Cibor
wohnte, ſpürte man nichts von dem Pulsſchlag der Großſtadt.
Nur wenn ſich einmal ein begüterter Altertumsſammler mit dem
Auto bierher fand, wurde es lebendig vor dem kleinen Fenſter,
binter dem der Alte ſeine Varitäten feilhielt. Während die
Jungens aus den ſchmutzigen Nachbarhäuſern das Auto unter=
ſuchten
und bewunderten, wurde drinnen im Laden eine alte

Meißner Vaſe, eine Handtaſche mit fürſtlichem Wappen oder
ein Napoleon aus buntem Porzellan aus der Bitrine geholt.
Schalow Cibor war ein ehrlicher Mann, der wenig zum Leben
brauchte und ſich mit geringem Verdienſt begnügte. Seine Kun=
den
wußten, daß der Alte die Preiſe nicht trieb, ſie beſuchten
lieber ſeinen kleinen Laden, als die großen Ausſtellungen in den
Hauptſtraßen der Stadt und nahmen gern die Unbequemlich=
keiten
von Cibors enger Behauſung in Kauf, ſo ſäuerlich es in
dem kaum erhellten Naum auch roch. Denn die Luft ſchien hier
ſo alt wie die verbeulte, zinnerne Kanne auf dem geflickten
Kamin, und oft ſteckten die Beſucher unter dem Vorwand,
einen elfenbeinernen Ning oder eine Granatſpange beſſer be=
trachten
zu können, für einen Augenblick die Naſe aus der Cür,
um ſchnell friſche Luft zu ſchnappen.
Eines Cages zog ein junger Mann an Schalow Cibors
Klingel; ein Knabe, der kaum der Schule entwachſen war.
Cibor beſah ſich die kleinen Habſeligkeiten, die der Junge
in ſeiner ärmlichen Mütze trug: eine alte Sylinderuhr, die nicht
mehr ging, eine Nickelkette, die kein Menſch mehr trug und
einen faſt wertloſen Anhänger aus Cigeraugenſtein. Drei
Mark, ſagte der Alte, den die Not des Jungen mitleidig
ſtimmte; in Wirklichkeit handelte es ſich um noch geringere
Werte. Als der Kleine aber erzählte, daß er das Geld brauche,
um ein Heilmittel für ſeinen kranken Großvater zu holen, tat es
dem Alten weh und er legte noch eine Mark dazu.
Für den Jungen war das eine Beſtätigung der Wunder=
kraft
des Cigerauges, und er nahm ſich vor, das Kleinod ſo
bald wie möglich zurückzukaufen; er wollte ſich im Hafen als
Packträger nützlich machen, um das nötige Geld zu verdienen.
Mit dieſem ſtillen Gelöbnis ſprang er fort, zuerſt in die Apo=

theke, dann die fünf Creppen zu der Dachſtube binauf, in der
ſein Großvater lag.
Wenn nur der Kranke nicht nach dem Tigerauge fragte.
Er hatte den Anhänger als junger Matroſe von einem Neger=
mädchen
gekauft, deſſen gelbbraune Augen genau ſo geglänzt
hatten, wie der ſonderbare Stein, und wenn ſpäter irgendein
Unternehmen von Erfolg gekrönt war, ſo brachte der Alte das
ſicher in Suſammenhang mit dem ſteinernen Calisman; ſelbſt

der vorzeitige Cod ſeiner Söhne und ihrer Frauen hatte dieſen
Aberglauben nicht zu erſchüttern vermocht. Hermann, ſein
Enkel und Pflegling, war als modernes Großſtadtkind zwar
ſkeptiſcher geſinnt; doch hatten die Worte des Alten ihre Wir=
kung
nicht ganz verfehlt und es beunruhigte ihn immer mehr,
daß er das vielgeprieſene Kleinod verkauft hatte.
Cäglich um die Mittagsſtunde, wenn er von der Hand=
langerarbeit
kam, ſchlich er zu dem Schaufenſter Schalow Cibors.
Da lag zwiſchen hundert alten Dingen, Münzen und Schnallen
auch die alte Uhr, die Kette und der Anhänger mit dem Ciger=
auge
, obgleich der Alte nicht damit rechnete, daß ſich ein Käufer
für den Stein finden werde. Nur der Junge hielt heimlich Swie=
ſprache
mit den Blicken, die aus der Negenbogenhaut einer
Nieſenkatze durch die angelaufene Fenſterſcheibe zu ihm herüber
zu funkeln ſchienen. Alle übrigen Dinge verloren neben dem
Stein ihren Sinn; der Wert des Cigerauges aber ſchnellte empor
und erfüllte den Jungen mit wachſender Sorge.
Eines Mittags war der Anhänger aus dem Fenſter ver=
ſchwunden
. Der Kleine zog erregt die Klingelſchnur, und der
alte Schalow war gleich zur Stelle. Er ließ den Ungeduldigen,
den er ſofort wieder erkannte, eintreten, war aber doch ein
wenig überraſcht, als der Junge wiſſen wollte, wo der Anhänger
mit dem Tigeraugenſtein geblieben ſei. Er ſchob ihm einen Stuhl
hin, da er erſt nachſehen müſſe, wo der Käufer wohne, deſſen
Namen er nach alter Gewohnheit in ein altes Notizbuch ein=
getragen
hatte. Unterdeſſen muſterte der Junge ſeine Umgebung.
Die hölzerne Madonna mit dem hellblauen Mantel im gotiſchen
Faltenwurf ſchaute ihn aus ihren gemalten Augen neugierig an,
der alte Fächer, der vor zweihundert Jahren einer jungen
Schönen das vom Canzen erhitzte Köpfchen hatte kühlen müſſen,
ſchien plötzlich von zarter Hand bewegt, als wolle er ihm zu
verſtehen geben, daß es auch beim Antiquar nichts Lebloſes gebe.
Faſt hätte der Knabe vergeſſen, warum er eigentlich ge=
kommen
war da klapperte der alte Schalow Cibor mit ſeinen
Holzpantoffeln die Stiege herab. Er notierte dem Jungen die
Adreſſe und war überzeugt, daß der Käufer den Stein zurück=
geben
werde, wemn er erfahre, welchen Wert er für den Knaben
habe; der Preis ſei fünfzig Pfennige geweſen.
Der Junge fuhr zuſammen: für eine halbe Mark hatte man
den Glauben ſeines Großvaters, und damit ſein Glück, verkauft
und er ſelber war der Mittelsmann bei dieſem Geſchäft
geweſen.

Er rannte hinaus, ließ ſich vom nächſten Verkehrsbeamten
den Weg beſchreiben, und ſtand bald darauf vor dem Käufer
ſeines Ligerauges. Der Mann war Steinſammler und hatte
dem Stück bereits ein Plätzchen bei den Halbedelſteinen ange-
wieſen
, die in einem kleinen Karton fein ſäuberlich geordnet
lagen. Das Cigerauge machte ihm ſichtlich viel Freude; als er
aber hörte, welche große Nolle der Anhänger in der Familie
des Jungen ſpielte, nahm er ihn behutſam aus dem ihm zuge=
wieſenen
Fach und ſchob ihn dem andern zu, der unterdeſſen den
Kaufbetrag aus ſeiner Weſtentaſche zuſammenſuchte. Das war,
eine kurze Liebe meinte der Sammler, kaum vier Stunden...
erſt um neun Uhr heute früh habe ich den Stein gekauft. . .
Möge er dir Glück bringen, mein Junge.
Der kletterte mit klopfendem Herzen die Creppen zur Dach=
ſtube
ſeines Großvaters empor. Da lag der Alte und regte ſich
nicht mehr. Die Flurnachbarin, die nach ihm zu ſehen pflegte,
hatte ihn tot in ſeinem Bett gefunden, und der Arzt, den ſie
gerufen, hatte Herzſchlag feſtgeſtellt, der um etwa neun Uhr
morgens eingetreten ſei. Der Junge nahm tief ergriffen die
Hand des Coten und ſprach ein ſtilles Gebet. Um neun Uhr
morgens klang es immer wieder an ſein Ohr. Es war wie eine
Mahnung, drohend faſt. Hatte der Alte gefühlt, daß man ſeinen
Calisman verkaufte; war die letzte Lebenskraft von ihm ge=
wichen
, als er den Glauben an den Stein verraten ſah? Was
viſſen wir? Was weiß ein Menſch vom andern? . . . Und zum
erſten Male dämmerte hinter der Stirn des Jungen die Ahnung
von Dingen, die die Menſchen nicht begreifen können und die
ſie dann ſo gern verhöhnen und verſpotten, um ihre Verlegen=
heit
zu verbergen.
Im Hafen lagen zwei große Indienfahrer vor Anker; da
wurden fleißige Hände geſucht. Der Knabe, der nun allein ſtand
in der weiten Welt, bot ſeine Dienſte an. Er hatte das Glück,

eine Stelle als Hilfsheizer zu erhalten. Für den Caler, den er
nach altem Seemannsbrauch als Handgeld erhielt, kaufte er
einen Kranz. An dem Cage, an dem der Großvater begraben
wurde, ſtach der Dampfer in See.
Auf der Bruſt des Jungen aber hing an einer ſeidenen
Kordel das Cigerauge.

cha

ch

Aufgabe 505.
Nummer 354.
Otakar Votruba in Somoſova.
(1. Preis im Turnier der Prager Preſſe‟, 1923.)
d
G
z b

Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Kf8 Dg2 Ld3 e7 Sb5 g3
arz: Ke6 Dh2 Tc2 e1 La1 e8 Sb2 Bd6 d7 16 g6 h4
Aufgabe 506.
A. F. Mackenzie.
(1. Preis, Brighton Society, 1901.)
Weiß: Kb4 Da3 Td4 f7 Le4 f6 Sci hi Bb2g6 g:
Schwarz: Kf4 Te1 Lh6 Sf1 Bg4 g5 (6
Matt in zwei Zügen.

Löſungen der Aufgaben 497500.
497. L. Cimburek. 1. Pr., Caſopis Ceſ. Sachiſtu 1910. (Kb1 Db6 La8 Sb4
g6; Ke4 Lh1 Sh3 Be4h2, 3F) 1. Sb4 c21 droht 2. Seß! K:e5 3. Dd4-.
1.... S5g1 2. Sf4! K:f4 3. De3+; reine Matte bei Spiegelung der Mattbilzer
(Echo). 1.. .. Sg5 2. Lb7 + K15 3. 8e3; 1. .. Kf3 2. D3
L.h37
Ein Meiſterſtück!

498. C. A. Gilberg. 1. Pr., Danburg News, 1881. (Kg5 Da6 Tei h6 La2
c5 Se6; Ke5 Det Td5 Se8 Bg6; 2+.) 1. Da6 f1! K: e6 2. Df5F.
Dreifache Selbſtfeſſelung von Schwarz! 1. .. D:e1 (Entfeſſelung) 2. D:e1 F.
499. C. Kainer. 1. Preis, Nar. Politika, 1923. (Kd7 De1 Lf5 16 Se3 gi
Bb2h3; Kf4 Tc2 d4 Lc7 Bb3c3 d5 f7 g2 g3: 3+.) 1. Lf5h7! 1..
Td4d2 2. De2 T:e2 3. S:d5+; 1.... Tc2d2 2. Dd1 T:d1 3. S:g2+;
opferloſe Verſtellung gleichſchrittiger Figuren bei reinen Mattbildern: 1. .. . B:b2
2. Db4Tc c43. S:g2+: 2. . . . Td2 3. S: d5X; analoge Spiele. Anderes leicht.
500. F. Palatz. Urdruck. (Kb5 Ta1 a4 Lg1 Sh4 Bc6 f3; Kh1 Th3 Ba2
a5 b6 c7 g2 g3: 3+.) 1. Sh4 15! Th5 2. Th4+ T:h4 3. S:g3+.
Eine einfache, gefällige Zugwechſelaufgabe mit Feſſelung und Entfeſſelung. Das
Satzſpiel iſt: Th3 h2, Lg1 12+, Bg2 g1, Tal XgiF.
Löſerliſte: R. S. (alle); Hermann Garnier (497); Georg Peter
(498); Theodor Georg und Eberhard Hübner (500).
Briefkaſten: L. L. u. E. H.: 501. 1. L:c72 Te6! Sf4.
Th6!

Kätſel

II

Kreuzworträtſel.

Von links nach rechts: 1 Angſtgefühl im Schlafe, 3 Auszeichnung,
5 ſkandinaviſche Scheidemünze, 8 Ziegenleder, 10 Ruhelager des Leich=
nams
, 12 Fragepartikel, 13 Art Antilope, 15 Sinnesorgan, 16 Strafe,
17 engliſche Anrede, 19 Ausruf des Erſtaunens, 20 Göttin der Mor=
genröte
, 21 Stadt in Italien. 23 Gutſchein, 25 einfacher Singlaut,
26 Bogenformat, 27 Tonſtufe, 29 Gruß, 31 Getränk, 33 kurzer
Windſtoß, 34 germaniſche Gottheit, 35 geflochtener Behälter, 36 Teil
des Wagens, 38 Fiſchbrut, 39 Präpoſition, 40 Mineral, 42 Auer=
ochs
, 43 Heereseinheit, 45 Erſatz für Butter. Von oben nach untens
1 Vorſilbe bei Verben, 2 Fluß in Oberitalien, 3 Gebirge in Syrien,
4 rätſelhafte Kraft, 6 Tonſtufe, 7 bedeutender italieniſcher Maler,
8 muſikaliſche Bildungsanſtalt, 9 Präpoſition, 11 weſtfäliſcher Berg=
rücken
, 13 Tonſtufe, 14 Zeitmeſſer, 18 weiblicher Vorname, 22 großer
Reformator 23 Rieſenſchlange, 24 Verneinung, B. franzöſiſche
Stadt, 30 Stadt in der Niederlauſitz, 32 Bekräftigungsformel, 33 Art
Tonerde, 37 weiblicher Vorname, 40 Arbeitseinheit, 41 Metall=
43 Feldmaß, 44 Nahrungsmittel.
Em Wintervergnügen.
1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9.

A. A, B. B. D, D, E. E. F. G. J. L. N, S. T. T, T, u.
Aus obigen 18 Buchſtaben bilde man neun zweiſilbige Wörter, die
dem Klange nach aus bloß zwei Buchſtaben beſtehen, z. B.: WG
Wege, RD Erde. Dieſe Wörter bedeuten: 1. Naturerſcheinung, 2.
etwas oft Unbezahlbares, 3. Teile des Baumes, 4. Fluß in Deutſchland,
5. Abſchiedswort, 6. Kriemhildens Mutter, 7. bibliſcher Frauenname, 8.
landwirtſchaftliches Werkzeug, 9. Vogel. Hat man dieſe Wörter be=
ziehungsweiſe
Buchſtabenpaare in die Felder der Figur geſetzt, ſo nennt
die obere wagerechte Reihe ein Wintervergnügen. Carl Deubel.
Auflöſung der Rätfel aus Nr. 10.
Die Jahreszahl.

390 376 381 394 389 395 392 Re 377 385 384 386 387 388 378 391 383 382 379 380 396 393

Diagonalen=Rätſel.
1e Birne, 2f Liane, 3g Batum, 4h Stern, 5i Notar;
a5 Meran, b6 Erato, c7 Anton, d8 Gneis, e9 Eutin.
ratet!

Druck. Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr

Verantwortl., für die Redaktion: Dr. H Nette. Darmſtadt. Fernſpr. 1 2389 2392. Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verboten,

[ ][  ][ ]

Alſo ganz abgeſähe vun dem gradezu riwijeera’ſche Winder,
d=er wo uns diß ohr verbaßt is worrn, muß ich doch ſage, mer
ſwiert’s jetzt ſo langſam in alle Knoche, daß es ſo ſachte em Frieh=
jShr
zugeht. Un wann ich in de letzteſcheene Däg als emol ſoenklaane
Bang gemacht hab hinnerum iwwer die Marienheeh, un hab mer

wie Sunn in Hals ſcheine loſſe, un hab geſähe, wie ſo ſachte die
Madur aus ihrm Winderſchlof uffwache dhut, un wie’s die Kärche=
beem
kaum noch abworde kenne, for lauder Neigierd, un aus=
chlage
wolle, un ſchun griene Gnösbcher a ſetze, grad, als wann
pe Winder genzlich iwwerſtanne weer, un wie wann’s in de letzte
waa, drei Johr net erbärmlich in die Bliede enei geſchneit hett,
in noch noochdräglich ſo kald worrn weer, daß Staa un Baa zu=
ammegefrorn
is, un daß mer gemaant hott, s hett gehagelt, ſo
Hawwe die Bliedebläddcher verfrorn uffm Boddem geläje
mlſo wann ich dodva denk, do is mer’s grad, als mißt ich war=
tend
mei Stimm erhewe, un dene vorwitziche Kärchebeem zu=
auffe
: Loßt Eich um alles in de Wäld net vun dem warme Wäd=
Her verleide, ſundern bleibt liewer noch e Weil ſo, wie=der ſeid,
Ihr kummt in=e Wochener vier noch ſpeed genug zu frieh!"
Awwer, du liewer Gott, do hilft baa Bidde, un kaa Warne,
in kaa Lammediern, ſundern wann’s breibt, do dreibt’s un mer
nuß es halt kumme loſſe, wie’s kimmt, un wann’s hunnerdmol
uix nutz is. Schließlich mache’s jo die Menſche kaa Hoor annerſter.
Kaum, daß die Faßnacht erum is, un es geht dem Friehjohr zu,
Do mechte ſe äwenfalls ausſchlage un ſich ſchmicke un in=ere neie
Haut erſcheine, weil mer doch den Friehling bekanntlich net in=
ere
uralde Kluft vum voriche Friehjohr, noch viel wenicher in
Saner vum letzte Winder begrieße kann; er kennt’s valleicht iwwel
ſriemme. Un außerdem kennte’s die liewe Freundinne un Nach=
ſcarn
ſähe un kennte ſage: Ach du Herrjeſſeß herein, jetzt laaft
wwie jo midde im Summer, ausgangs März, noch in Ruſſeſtiwwel
Srum, un im Belzmandel bis ins Genick; odder ſie kennte ſage;
No jetz guck hie, die hott jo wah’haffdich widder däß lumbiſche
FFehnche vum voriche Friehjohr a wo valleicht emol vor fimf
Johr modärn gewäſe is; daß die ſich net ſcheniert un leeft in ſo=
eme
Uffzug dem Friehling endgääche, ſo aldmodiſch kann mer
Doch heit net mehr erum laafe No, un ſo=ere Blamaſch
avill mer ſich doch unmeechlich ausſetze, un drum muß ſchleunichſt
e nei Friehjohrskluft her, un diddo Hut, Strimb un Schuh, da=
anit
die Sach e Afähens krickt. Die Schafteſtwwel un Belzmendel
Fin en iwwerwundener Standpunkt, un wann’s aach noch e paar=
nnol
kald wärd, un ſchneit wie ſchläächt, däß macht faſt gornix,
Tiewer dhut mer ſich verkelde, wann mer nor bei de Modärne is
als daß mer geſund bleibt, un muß ſich for aldfrenkiſch agucke
Koſſe ...."
s kimmt nadierlich aach vor, beſunners bei uns Alde, daß
mer zwar genzlich unmodärn un aldfrenkiſch is, un doch net ge=
ſſund
bleibt, ſundern härngäje, de Wäxel vun de Jahreszeide
ſſichmerzlich am eichene Leib eillöſe muß, indem daß mer per Hexe=
ſſchuß
un Reißmadißmuß in de Friehling enei befördert wärd.
Däß haaßt, was mich abedrifft, ſo kann ich vun wir ſällwer
ſſage, daß ich, meines Daals, in dene Iwwergangszeide zwar net
wum Hexeſchuß un Reißmadißmuß geblogt bin, ſundern im Gäje=
Ddaal, nemlich vun ſo=ere Art Infaulenzia, indem daß ich in däre
Zeit ſo recht faulmied bin, was awwer gottlob uff mein Abbeditt
weiders kaan Eifluß hott; eſſe kann ich immer, wann ich net
ſchloof. Die Hewekleeſen, was bekanntlich mei nei Freundin
is, die hott zwar mit ihrm fräche Maul behaubt, däß was ich
ett, weer erſtens kaa Krankheit, un zweidens hett ich die Krank=
ſeit
es ganze Johr, nemlich faul un gefräßich weer ich immer ge=
wäſe
, un däß kennt mir koa Hibbnodiſeer ewäck diſchbediern, un
Faa Dockter Zareis=Dallesbach kennt däre Krankheit mit hoch=
frequendierte
Beſtrahlunge beikumme. Ja ſälbſt en Dockder Sor=

tana ſei perſeenliches Fluidumm kennt do net helfe, un wann
er mer ſtundelang ſei geriwwelte Hend uff’s Härn lege dhet, un
dhet mer mit de ungeriwwelte de Bouch ſtreichele. Die Krankheit
wo ich hett, nemlich die kroniſch Faulheit un Gefräßigkeit, die
wer ſozuſage e organiſches Leide, däß wo ich vermudlich mit uff
die Wäld gebracht hett . . . .
De Hewelleeſen ihr Geſchwätz is nadierlich de helle Unſinn,
un ganz un gar verloge, un däß muß ich beſſer wiſſe, indem ich
mich regelrecht alle Johr ſällwer kurriern dhu, mit allerhand gude
Hausmiddel, als da ſin: Ligeer, Kammilletee, odder haaß Zid=
dronelimmenad
un ſo; un wann däß net hilft, dann hilft bloß
gans: Geduld, un däß is des ſicherſte Middel, hab ich raus=
gefunne
.
Die Hewekleeſen nadierlich, die dhut ſich um die Zeit dick mit
ihrm Hexeſchuß; e anner Krankheit kann die jo aach net krieje,
die baßt ſozuſage zu ihrm ganze Foxdärieer un Ausſähe. Un do
helfe alle Middel aach bloß hallwer, nemlich heechſtens gääche
de Schuß, während die Hex unner alle Umſtend bleiwe dhut. Un
wie ich ihr däß geſagt hab, do is ſe fuxdeiwelswild worrn, daß
ich ihr ſchleunichſt widder gud zuredde hab miſſe, un hab ihr
geſagt, ſie ſolls emol mit annimaliſcher Wärm verſuche, indem ich
emol wo geläſe hett, daß däß helfe dhet. Awwer wie ſe mir
nooch e paar Dag widder begäjend is, do hott ſe e Fiſchur gehatt
wie en Gorkezieher, un hott forchtbar uff den Abbedheker ge=
ſcholle
, weil der ſo gelacht hett, wie ſe for dreißich Fennich anni=
maliſche
Wärm verlangt hett, un hett ihr e Diddche in die Hand
gedrickt, was awwer nooch’m Ei’nemme ſich als ganz gewehnliche
Wormſame endbubbt hett. No un wie ich ihr geſagt hab, daß
däß vun dem Abbedheker vermudlich e Verwexlung gewäſe weer,
indem’s däß Middel in de Abbedheke gornet gibt; un wie ich
ihr gerode hab, ſie ſollt ihr Katz zu ſich in’s Bett nemme, do hett
ſe annimaliſche Wärm genuch, do hott ſe erſtrecht uffgemuckt,
un hott geſagt, däß dhet ihr grad noch fehle, ſie kennt kaa Viech
in ihrm Bett brauche. Un weil ich ihr, um ſe zu beruhiche, aus=
nahmsweis
in dem Fall recht gäwwe hab, un hab ihr geſagt,
daß ich ſällwer kaum glaawe dhet, daß in ihre Bettlad for zwaa
Viecher Blatz weer, do hott ſe en Zorn krickt, haushoch, un is
for mer rumgedanzt als wann ſe de Pawlona ihrn ſtärwende
Schwan noochmache wollt, un daß dodorch bletzlich ihr Hexe=
ſchuß
ſo ſchnell vergange is, als wie er an ſe agefloge is.
Un wo ich ihr geſagt hab, daß ſe mir dodruff hie dankbar ſei
kennt, weil ich ihr ſo ſchnell un billich vun dem Hepeſchuß ge=
holfe
hett, do is ſe widder fräch worrn, un hott geſagt, do kennt
ich erſtens nix defor, un zweidens dhet ſe ſich in Zukunft ſo e
Gailskur verbidde.

Noja, mer waaß jo, wann die Leit krank ſin, dann ſin ſe
unleidlich un komiſch, un mache allerhand Spojemende, un bringe
allerhand Faxe uff, die wo mer in net iwwel nemme därf,
ſundern mer muß verſtendich ſei, un muß ſe mache loſſe, was=en
am beſte dhut. s mecht halt jeder, dem wo ebbes fehlt, gärn
widder geſund wärrn, un der a browiert’s uff die Art, un der
anner widder uff e anner Art. Helfe dhut alles wann mer
dra glaabt; denn der Glaawe macht ſeelich, un es Weidrinke
fveelich. Un der aane nimmt däß ei, was er zum Ei’reiwe
krickt hott, un wärd geſund; der anner ſchidd die Azznei em
Waſſerſtaa enunner un wärd drotzdem geſund; der aane leßt ſich
beſtrahle un der anner beſtreiche; der aane denkt, er kennt,
wann er krank weer, die Krankheit mitm Schaffe verdreiwe;
der anner leßt ſich aus Geſundheitsrickſichte penzioniern
wie geſagt, däß is ganz indifferenduäll, do kann mer niemand
rode, däß muß jeder an ſich ſälbſt ausbrowiern, was em hilft.
Un in dem Sinn mecht ich in bezug uff’s Friehjohr nor
bemärkt hawwe, daß mer net zu frieh die Kaub recke, un mache’s
wie die vorwitziche Mandel= un Kärchebeem, ſundern nemme
uns ſchee Zeit, zur Erneierung vun unſerm aißere un innere
Menſch bis Gehannsdag is jo noch lang . .
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: E märkwärdich Zuſammedräffe,
die Woch; indem zwaa Volksdichter uff aan Schlag zu Wort
kumme ſin. Un zwar en Heſſiſcher, un en Tyroler. Der Heſſiſche
im Therjader, un der Tyroler im Orfeum. Der Heſſiſche, Kleiſt=
un
Büchnerbreis=Gekrönte mit=ere beſcheidene Birch=Peifferei
awwer unner giedicher Mitwirkung vun Groß=Darmſtadt,
eiſchließlich ſemtlicher verfiechbarer Miniſter un de iwwriche Frei=
blätzler
. Un der Tyroler mit=eme herzhafte Notſchrei aus de
Gäjenwadd, awwer beinoh unner Abwäſenheit derjeniche, die
wo bei Bunte Bäll un ſo, ihr Lieb zu unſere deitſche Brieder,
jenſeiz der Grenz, ſo hefſdich an de Lade leeche .. .
Mer kennt mit ſo Art Gäjeniwwerſtellunge fort mache, bis
in’s Eßgefach. Kennt ſogar en Vergleich ziehe, zwiſche däre der=
zuckmayerde
heſſiſche Saaldenzer=Romandick, un dere veranger=
mayerde
tyroler Knorrnkebbichkeid. Ich will’s loſſe, dann zwiſche
dem Dichter Zuckmayer, un dem Dichter Angermayer is en Un=
nerſchied
, wie zwiſche Dag un Nacht. Der zuckmayerſche Erd=
geruch
duft zu ſtack nooch ſemtliche Wohlgeriche vun Berlin W,
un der angermayerſche bloß nooch Enzian un Terlaner
No un die Geſchmäcker ſin bekanntlich verſchiede; ich verſeenlich
hab vun dem Berliener Duft die Nas voll mir is en kräfdicher
Enzian liewer. Zudem kenn ich die Saoldenzerfamillje Knie,
vum Großvadder abwärts, perſeenlich zu genau; un zwaadens
drunne in de Dollewidde liggt ärchendwo en Bruder vun
mir, der wo als Tyroler Standſchitz neunzeh=bärrzeh, ſei Lewe
geloſſe hott, for ſei Tyrol ...."
Bedauern kann mer nor, daß mer hier an unſerm Theater
weder en Zuckmayer noch en Angermayer ſpiele kenne; mir ſin
zu ſtack vernorddeitſcht. Mer miſſe alſo dem Frankforter
Künſtler=Theater dankbar ſei, for den Zuckmayer=Owend; un
em Fink im Orfeum, daß er uns hie un do als emol mit ſo=ere
ächte, unverfälſchte Heimatkunſt verſorcht. Un däß Angſambel,
wo er ſich dißmol zugelegt hott, is de Staat all; Geſtalte wie
aus hadde, knorriche Eichbeem geſchnitzt. Un noochdem ſich’s erſt
erum gebabbelt hott, wärrn em in de nechſte Däg e paar volle
Haiſer ſicher ſei.
Iwwrichens, mit de Rechts= odder Links=Bolledick hott der
Rote Adler vun Tyrol abſolut nix zu dhu däß Stick vum
Angermayer geht uns all a' ohne Ausnahm. Un wann uff
die ſchwer Koſt jetzt en luſtiche Ludwig Thoma=Awend folche
dhut, im Orfeum, ſo is aach däß ganz in de Ordnung, uff
Knödel un Speck geheert halt emollen Enzian 8 is
wääche de Verdauung.
For’s Niebergall=Dencmal: Vun de Vereinigung Offebacher
Wandervereine 1928 bei=eme Prof.=Dr.=Werner=Abend: Zwan=
zich
Mack! Heißen Dank.
Net noochloſſe! Däß is halt en guder Leidſpruch.
Un den hott ſich ſcheints die Grinderin vum Herz=Jeſu=Hospidal,
die Fraa Baronin vun Kunnowski, äwenfalls zu eiche gemacht.
Der Kunzärtawend zum Beſte vum Herz=Jeſu=Spidal am ver=
wichene
Mondag, war drum gach en volle Erfolch, zu dem mer
de Vera’ſtalderin un ihre Kinſtler herzlich graddeliern kann. De
Brieder wie mer die Menſchefreunde draus im Herz=Jeſu=
Spidal allgemein hier nenne dhut, hott domit die Darmſtädter
Bärjerſchaft en beſcheidene Dank abgeſtatt, for all die Uffobfe=
unge
. Meech’s ſo bleiwe.

Der zeitgemäße Haushalt.

Winterverſchmutzte Lampenſchirme zu reno=
vieren
. Wenn die Heizperiode ihrem Ende zugeht, dann iſt
auch für die Hausfrauen die Zeit des Frühjahrsreinemachens an=
gebrochen
. Einer gründlichen Reinigung bedürfen dabei vor allem
auch die durch Aſcheſtaub, Ofenruß und Tabaksrauch verſchmutz=
ten
Lampenſchirme, deren innere weiße Bekleidung durch die Ver=
ſchmutzung
nicht mehr lichtreflektierend wirkt. Die ſo gefürchtete
AArbeit iſt nun ſehr ſchnell ausgeführt, wenn man den Lampen=
ſchirm
in unzertrenntem Zuſtande, d. h. nur Schnurenverzierun=
gen
, Holzperlen, Rüſchen uſw. zuvor abgetrennt, behandelt. Dazu
bereite man ſich eine laue Löſung aus 1 Liter Waſſer und 1 =
löffel
Quedlin (Drogerie) und bürſte mit einer alten weichen
Zahnbürſte ſtrichweiſe den geſamten Schirm damit ab. Darauf
mit lauem, klaren Waſſer überſpült, laſſe man ihn in der Nähe
des geheizten Ofens trocknen, um dann etwaige Falbeln, Volants
uſw. mit nicht zu heißem Eiſen zu bügeln, worauf der mit den
abgetrennten Zieraten wieder geſchmückte Schirm noch am glei=
I.
chen Tage wieder anmontiert werden kann.
Mattglasſcheiben tadellos zu putzen. Derartige
Scheiben an Zimmertüren, die durch unvorſichtiges Anfaſſen
leicht fettig werden, verlieren beim gewöhnlichen Fenſterputzen
dieſe fettigen Stellen nicht Bereitet man jedoch eine dickliche
Miſchung von gebrannter Magneſia und Benzin, die man ſtrich=
weiſe
darauf verreibt, dann iſt nach dem Verdunſten des Benzins
änd Entfernen des Pulvers das Fenſter fleckenfrei und blank.
H.
Beſchädigte ſteife Herren=Leinenkragen und
wie man ſie verwerten kann. Wenn Stehumlegkragen
auf der einen Seite fadenſcheinig oder im Bruch ſchadhaft wur=
den
, ſo können ſie noch nach links umgebügelt werden. Iſt jedoch
auch das nicht mehr möglich, ſo ſchneide man ſie nach dem Waſchen
in fingerbreite Streifen, die man teils als Verbandläpp=
chen
im Arzneiſchrank für gelegentliche Fälle aufbewahrt, teils
zum Ausbeſſern, namentlich beim Stopfen von Taſchentüchern,
F.
Einfaſſen von Nähten uſw. verwendet.
Den ausgetriebenen grünen Zwiebellauch
zu verwerten. Die im Haushalt aufbewahrten Zwiebeln
zeigen jeßzt mehr oder minder lange grüne Triebe. Gewaſchen
und kleingeſchnitten, werden ſie auf ſauberen Tellern in der

Ofenröhre getrocknet und zwiſchen getrocknetes Suppengrün ge=
miſcht
.
V.
Porreeſuppe. ½ Pfund kleingeſchnittenen Porree
dünſte man in der Pfanne mit Butter lichtbraun an, fülle mit
zirka ¼ Liter Waſſer auf und laſſe die Suppe kochen, bis der
Porree völlig weich iſt. Dann mit 1 Ei und wenig Mehl ab=
gequirlt
, ſchmecke man die Suppe mit Salz, wenig Pfeffer und
Muskatnuß ab und gebe geröſtete Semmelbröckchen hinein. A.N.
Kartoffelknödel mit Pflaumenmusfülle.
1½ Pfund am Tage zuvor gekochte Kartoffeln werden gerieben
und mit 1 Ei, 1 Teelöffel Salz und ſoviel Mehl vermiſcht, daß
man Knödel formen kann. In die Mitte derſelben gebe man
je 1 Teelöffel mit geriebenem Zwieback und 1 Eßlöffel Süßſtoff=
löſung
verührtes Pflaumenmus, koche die Knödel in leichtgeſal=
zenem
Waſſer und gebe ſie, mit einer Gabel leicht aufgeriſſen
und mit brauner Butter übergoſſen, zu Tiſch.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Sternchenſuppe, Lendenbraten mit Blumen=
kohlgemüſe
, Zitronenereme. Montag: Kartoffelknödel mit
Pflaumenmusfülle und brauner Butter. Dienstag:
Spinat mit Setzeiern und Bratkartoffeln. Mittwoch: Kar=
toffelmus
mit Lungenhaſchee. Donnerstag: Geſpicktes
Rindsherz mit Roſenkohl. Freitag: Kartoffelſalat mit
Brunnenkreſſe und gebackenem Goldbarſch. Samstag: Ge=
füllte
Fleiſcheierkuchen mit Sellerieſalat.
*
Warum man im März die Motten am wirkſamſten bekämpft.
Wenn in den erſten Frühlingstagen die erſten Motten durch
die Wohnräume gaukeln, dann gibt es wohl keine Hausfrau,
die nicht ſofort ihre Tätigkeit unterbricht und auf die Schmetter=
lingsjagd
geht, um die Trägerinnen kommenden Unheils zu
vernichten. Erſt dann, wenn ſie jede einzelne dieſer unbeliebten
Hausgenoſſinnen zur Strecke gebracht, glaubt ſie, den ihr von
dieſer Stelle drohenden Schaden rechtzeitig abgewendet zu haben.
Inzwiſchen ſind aber vielleicht aus den Eiern, die die ge=
jagten
Exemplare irgendwo vorher ablegten, ſchon die Larven
geſchlüpft und begint en nun ungehindert, dank ihrer unheim=
lichen
Freßgier, ihr gefürchtetes Zerſtörungswerk, denn die um=
herfliegenden
Motten haben die fatale Eigenſchaft, erſt nach der
Eiablage herumzuſchwirren und die geplagte Hausfrau umſonſt
zu ängſtigen. Davor kann ſie ſich aber ſchützen, wenn ſie mit
den notwendigſten Abwehrmaßnahmen rechtzeitig beginnt,

die darin beſtehen, die Mottenweibchen vor der Eiablage zu
hindern und falls dieſes verſäumt wurde, den ſpäter auskriechen=
den
Mottenlarven die Entwicklungsmöglichkeit zu nehmen. Zu
den Abwehrmaßnahmen gehört bekanntlich in erſter Linie gründ=
liches
Klopfen und Bürſten aller gefährdeten Stoffe und Polſter=
ſachen
. Bei den Pelzſachen unterſtütze man dieſe Behandlung
noch durch ſorgfältiges Kämmen der Haare bis auf das
Leder, damit etwaige Motteneier oder vorhandene Larven
entfernt werden. Eine Arbeit, die in den Märzwochen am er=
folgreichſten
iſt, weil in den erſten Vorfrühlingswochen die Mot=
tenweibchen
ihre Eier ablegen.
Die mottenſichere Aufbewahrung der Kleider und Pelze wäh=
rend
der warmen Jahreszeit geſchieht am beſten in fugenloſen
Schränken, Koffern oder Kiſten, deren etwaige Riſſe und Lücken
ſorgfältig verkittet oder mit Leinwandſtreifen verklebt werden
müſſen. Starkriechende Stoffe wie Kampfer, Steinklee, Ros=
marin
, Zeitungspapier, vor allem aber friſchgedrucktes, unter=
ſtützen
dieſe Schutzmaßnahmen, da deren Geruch den Motten
zuwider iſt.
Hat die Hausfrau aber bereits beim Unterſuchen ihrer ſo
gehüteten Werte Mottenlarven entdeckt, ſo hängt ſie die nach
oben beſchriebener Weiſe behandelten Kleider und Pelze derart
in dichtſchließende Schränke, daß ſie mit dem unteren Rande
zirka 30 Zentimeter vom Boden entfernt ſind. Stelle auf dieſen
an flaches Gefäß, in dem ſie einige Schwefelfäden anzündet und
laſſe die Dämpfe in den dichtgeſchloſſenen Schränken 56 Stunden
einwirken. Bei Polſtermöbeln verfahre ſie derart, daß ſie dieſe
ſo dicht mit Tüchern verhängt, daß die Dämpfe, die aus den
darunter geſtellten Schalen mit brennenden Schwefelfäden nicht
entweichen können und ſo die Wirkung auf die Mottenbrut ab=
geſchwächt
wird.
Erna König.

Empfindlich. Ich habe mit Erika gebrochen, ſie hat mich zu ſehr
beleidigt! Wieſo denn? Erzähle doch mal! Sie fragte mich,
ob ich tanzen kann. Iſt denn das eine Beleidigung? Freilich,
ich tanzte doch gerade mit ihr!
(Söndagsniſſe.)
Ich bin wirklich zu glücklich, daß ich einen Mann gefunden habe,
der immer zu Hauſe bleibt! Ja, ja, dein Mann war nie für nerte
(Sidmouth Obſerver.)
Geſellſchaft zu haben.
In der Schule, Lehrer: Es iſt mir umerſtändlich, wie ein ein=
ziger
Menſch in einem Aufſatz ſo viele Fehler machen kann!"
C,Brooflyn Eagle.?)
Schüler: Vater hat mir geholfen.

[ ][  ][ ]

Kleinigkeiten
für die Srühjahrs=Mode.

Frau Mode iſt mitunter recht unbarmherzig, denn ſie zeigt
uns oft eine Unmenge der ſchönſten Dinge, die aber meiſt ſo
koſtſpielig ſind, daß man an ihre Anſchaffung kaum in den kühn=
ſten
Träumen denken darf.
Immer wieder gibt es Neuheiten, die den Blick feſſeln, die
man als für ſich geradezu für geſchaffen hält und darauf
doch verzichten muß, weil man ſich mit dem Notwendigſten zu
begnügen hat.
Nun ſind es aber leider gerade dieſe kleinen Dinge,
die eine Aufmachung ſo reizvoll, ſo verführeriſch, ſo frühlings=
mäßig
und froh machen können, daß einem das Herz wehe täte,
ſollte man an dieſen ſchönen Dingen wirklich vorbeigehen müſſen.
Eine Frau aber, die zu modiſchen Dingen eine ſichere Ein=
ftellung
hat, kann oft mit Geſchmack und Geſchicklichkeit ſehr
viel erreichen und ſich auch mit beſcheidenen Mitteln viele dieſer
unnötigen und doch ſo faszinierenden Kleinigkeiten an=
ſchaffen
. Das Wichtigſte iſt ſicherlich der Hut: nicht
jenes Stück natürlich, das man unbedingt braucht,
ſondern jener Hut, den man nur gerne
auch beſitzen möchte, aber nicht be=
ſitzen
muß, der jenen kleinen Luxus,
jenen urweiblichen Leichtſinn darſtellt,
der ja an ſich immer ſo unendlich viel
Freude macht. Dieſer Hut hat in der
Regel die ſportliche Note, weil man
ihn dann am beſten ausnützen kann,
weil er für Gebrauchszwecke in der
Stadt vorzügliche Dienſte leiſtet, aber
auch für Ausflüge, für Wochenend=
touren
, für kleine Reiſen uſw. in
Frage kommt: Das Ideal der elegan=
ten
Frau iſt die neuartige Form aus
Tweed, aus jenem farbenreichen,
friſchen Modeſtoff, den man nach ſo
kurzer Zeit ſchon ins Herz geſchloſſen
hat und den jede Frau außerordent=
lich
ſchätzt. Der Tweed wurde wie
man weiß ganz unglaublich raſch
zum Favorit der Modedame, ſo daß
man verſuchte, ihn auch für andere
Zwecke als für Kleider, Mäntel und
Koſtüme zu verarbeiten; daher kommt
es, daß dieſes Material nun unter
anderem auch in der Hutmode eine
Rolle zu ſpielen beginnt: die engan=
liegenden
Tweedhüte ſind man
muß es geſtehen auch wirklich
allerliebſt, nicht weniger reizvoll die vielen Süd= C
weſterformen mit dem rückwärts verbreiterten, vorne
abgeſchnittenen Rande ähnlich wie das Modell,
das wir in der Skizze feſtgehalten haben.
Zu einem ſolchen Hute iſt ein Sportſchal aus
gleichem Materiale wie geſchaffen und nimmt ſich in
Verbindung mit dem Trotteur=Mantel oder =Koſtüm
außerordentlich ſchick aus.
Wenn man maßgebende Modeleute befragen
würde, was eigentlich die Eleganz einer Frau aus=
mache
, würde man ſicherlich immer wieder hören, daß es vor
allen Dingen der Hut, dann Schuh und Strumpf und ſchließ=

lich Handtaſche und Handſchuhe ſeien, die für den Geſamteindruck
beſtimmend erſcheinen. Daher kommt es auch, daß man zu jeder

neuen Saiſon bemüht iſt, die eigenartigſten Modelle auf dieſen
Gebieten herauszugreifen.
Was die Handtaſche anbelangt, ſo ſind die modiſchen Richt=
linien
hier eigentlich ſehr einfach: Für Trotteurzwecke wählt
man nämlich die flache Portefeuille=Taſche, die entweder ein=
farbig
oder in zwei markanten Schattierungen gehalten iſt und
durchaus die ſportliche Note wahrt, die ſich ſeit einigen Saiſons
bekanntlich ſehr großer Beliebtheit erfreut.
Die Handtaſche für den Nachmittag hingegen iſt phantaſie=
reicher
in Form und Farbe, bringt einen intereſſanten Bügel
und eine eigenartige Faſſon. In unſerem Bilde zeigen wir
eine Trotteurtaſche in Beige und Braun kombiniert, die dadurch
beſondere Eigenart verrät, daß der
Hänger in die eine Ecke verlegt iſt,
Die nachmittägliche Taſche, die in
der Regel aus dem Materiale des
dazugehörigen Kleides verfertigt wird,
iſt in der nächſten Skizze zu ſehen.
Der Schuh iſt wie ſchon früher
erwähnt wurde für die Auf=
machung
einer Frau von höchſter
Wichtigkeit. Für Trotteurzwecke ver=
arbeitet
man noch immer Exoten=
leder
, vor allen Dingen aber Krokodil,
das ſehr ſchön ausſieht (Skizze rechts).
Man merkt heuer auch, daß die Halb=
ſchuhtypen
für Gebrauchszwecke wie=
der
in den Vordergrund treten.
Der Nachmittags= und Abend=
ſchuh
iſt einfarbig, aus Seide
oder Sämiſchleder verfertigt, meiſt
ſchwarz, da man heuer auch zu hellen
Kleidern den ſchwarzen Hut, ſchwar=
zen
Schuh und die ſchwarzen Hand=
taſche
tragen und damit einen ſehr
kleidſamen Kontraſt ſchaffen wird.
Für die elegante Beſchuhung iſt die
Sandalen=Type als richtunggebend
anzuſehen
Das Allwetter=Schirmchen an
ſich ſchon winzig klein gibt es jetzt
auch noch in zuſammenlegbaren Mo=
dellen
, die wie unſer Bild zeigt
ſo klein ſind, daß man ſie leicht in
jeder Handtaſche unterbringen kann
und bei Einkäufen in der Stadt wie
eine kleine Rolle in der Hand hält.
Die Ergänzung jeder eleganten
Aufmachung, das Prunkſtück der Gar=
derobe
iſt und bleibt der Fuchs,
der heuer beliebter iſt denn je; haupt=
ſächlich
ſind es die Blau= und Silber=
füchſe
. Für regneriſches Wetter iſt ein
Halbüberſchuh aus Gummi ſehr
wichtig, da er den Vorderteil des
Schuhs vollkommen ſchützt und ganz
leicht im Handtäſchchen unterzubrin=
gen
iſt (Skizze links unten)
Wenn die ſchönen Tage für
Eela,
Dmctad Wochenendtouren kommen, muß man
für ein praktiſches, kleines, möglichſt
gut eingerichtetes. Handköfferchen
ſorgen und entſcheidet ſich am liebſten

für das Neceſſaire aus Krokodil, weil dieſe Lederart heuer als
beſonders elegant gilt und außerdem ungemein haltbar iſt.

Ein Flanell=Paletot

iſt die richtigſte Ergänzung des einfachen Bett=Pyjamas, denn er
ſtellt eine Umhülle dar, die gut wirkt, nicht koſtſpielig iſt und
ſehr leicht im Hauſe hergeſtellt werden kann.

Dieſer Paletot iſt ganz gerade, aus buntgemuſtertem Ma=
teriale
verfertigt und mit einfarbigem Flanell abgekantet, der das
Ornament noch beſſer hervorhebt.
Mit einem Paletot dieſer Art iſt man inſofern auch gut be=
raten
, als er nicht nur als Komplettierung des Hausanzuges
in Frage kommt, ſondern auch unabhängig davon als ſchlichter
Schlafrock gute Dienſte zu leiſten vermag (Skizze). W. U.

Halsketten aus Kriſtall

kann man zu jedem eleganten Kleide, und zwar ſowohl für den
Nachmittag als auch für den Abend tragen. Am verwendbarſten
ſind die durchſcheinenden Kriſtall=Kolliers, weil ſie den Brund
und die Farbe des Modells, zu dem ſie herangezogen werden, zart
durchſchimmern laſſen und ſich ſomit jeder Schattierung vorzüg=
lich
anpaſſen.
Natürlich gibt es neben dieſen Bergkriſtall=Ketten auch noch
ſolche in allen erdenklichen Farben: beſon’ers ſchön ſind die
bernſteingetönten Stücke, doch gibt es auch herrliche Farben von
Roſenquarz und Amethyſt.
Die einzelnen Teile dieſer Ketten werden kunſtvoll in trigo=
nometriſcher
Art geſchliffen und haben immer etwas kunſtgewerb=
lich
=kantiges. Runde, perlenförmige Schnüre gelten als ganz ver=
al
et und werden auch kaum mehr getragen

Von den neuen Nockformen, von der
modernen Bluſe und vom Spencer.
Wenn man die Vorkollektionen der großen Modellhäuſer ein=
gehend
ſtudiert, alſo einen Blick hinter die Kuliſſen tut und die
fieberhaften Vorbereitungen für die Frühjahrsſaiſon beobachtet,
wird man feſtſtellen können, daß ſich eine ganz beſonders intereſ=
ſante
Silhouette vielfach geltend macht, die vornehmlich die
Rockpartien der neuen Kleider betrifft: ſie iſt derart zu ver=
tehen
, daß dieſe Modelle eine breite, enganliegende Paſſe haben,
die entweder in der Mitte verſchloſſen oder aber mit einem Gürtel

garniert wird, wobei der Rock eigentlich erſt an dieſe Paſſe an=
gearbeitet
erſcheint. Der untere Rand des Rockes bringt einen
Beſatz in Form einer gefältelten Bahn oder eines Glockenvolants,
ſo daß die Rockformen, die man in nächſter Zukunft zu erwarten
hat, im Grunde genommen dreigeteilt ſein werden (Skizze).
Da ſolche Röcke die Taille vollkommen überdecken, alſo ſehr hoch
reichen, iſt es wohl ganz ſelbſtverſtändlich, daß die Bluſen in
den Rock getragen werden und ſehr kurz und einfach ſind. Ein
flottes Modell mit Reversſchnitt zeigen wir als letzte Figur.
Zu dieſen Bluſenkleidern wird man neben den üblichen Pa=
letots
und Jacken auch ganz kurze bolero=artige Umhüllen tragen,
die gelegentlich auch mit einem Fellkragen verſehen ſein können
und als Spencer in den Modeſalons große Beachtung finden.

Die lichte Garnitur
iſt zweifellos der beſte Aufputz des Frühjahrskleides und ſelbſt
ein Garderobeſtück, das noch aus dem Vorjahre ſtammt, erhält
dadurch die freundliche Note, die man an den Modellen für die
kommende Saiſon ſo gerne ſieht.
Unſtreitig machen alle dieſe Effekte ungemein jugendlich, eine

Tatſache, die ſich durchaus mit den Abſichten der neuen Mode
deckt; jede Frau legt ja heute beſonderen Wert darauf, ſo jugend=
lich
als möglich zu erſcheinen und die Zeit des unbedingien,
zeitgerecht vorgeſchriebenen Alterns iſt längſt vorbei. Die Ame=
rikanerin
hat unſere Frauenwelt es iſt dies ihr ganz beſone,
deres Verdienſt dahin belehrt, daß man Jugendlichkeit in der
Kleidung unter allen Umſtänden betonen ſolle, ohne dabei der
Lächerlichkeit verfallen zu müſſen und ſchon jetzt, nachdem dieſes
Syſtem erſt ſeit wenigen Jahren geübt wird, zeigt ſich, daß man
dieſen friſchen Zug in der Mode ganz außerordentlich zu ſchätzen
weiß. Ein Faktor, der darum mit hierhergehört und nicht über=
ſehen
werden ſoll, ſind die Garnituren:
Wir zeigen ein paar flotte Modelle in unſerem Bilde, und
zwar links einen breiten, die Schultern deckenden und vorne ge=
knüpften
Kragen zus Waſchſeide, wobei das helle Material am
Rande in einer bunten Farbe abgekantet werden kann.
In der Mitte bringen wir den Schalkragen, der in zwei
fiſchü=ähnlichen Bäffchen ausläuft, und beſonders für ſtärkere
Frauen ſehr geeignet iſt.
Eine Spitzengarnitur, die ihres ſpaniſchen Charakters wegen
Infanten=Kragen benannt wurde, iſt in der letzten
Skizze zu ſehen, die genau zeigt, daß man die Spitze vielfach in
einen Seidenrand einzuarbeiten pflegt und in der Mitte eine
Schmetterlingsmaſche in der gleichen Ausführung vorſieht. W:C=

[ ][  ][ ]

Ernige zurückgeſetzte

bDeut. unt. Fabr.=
Preis abzugeben.
Gütting,

K63da)

Nummer 75

Sonntag, den 16. März 1930

Seite 25

417

Oieder zeigen win
i sämtüchen Fenstern unserer neuen Dassagg
und erstnaßg
in LI. Stock unseres Hauses eine Sonder
KdoolOHAnuA
Laiz Lrassen Jornates?
94 Fülrhrfieser Tärete Lfttehtt e

A
AimmeP-Obgtton
miüren Sarud Wottorten für das jaw 2e0 dor.
Sie witl für das bescheidene-autbürgerüche und
Lupose Hein praktische Aneltnng geben, Wie
man noch den kuftinen ges guten deschmacks se-
ne
Wohnung neu ausstaten oder unandern Rom.
Wir bitten
um 3wangoose Bestchtigung unserer Aissteru
auch i 1.3Dc
Unsere Jachteute sind ständie anuesend, welche Sig.
under biditt Beräten!
AüAALOTALLA
DARMSTADT MARKT UND ERNST-LUDMIGS-BLATZ

1elclenk
Ob Auen
den vorhandenen Bestand einer.
älteren Wohnungs-Einichtung
modern umzngestalten. Nur die

durch einen wirklichen Fach-
mann
ist vonnöten. Die Kosten
der Umarbetung sind oft
sehr gering, Ein Versuch
überzeugt.
Darmstädter Möheleinrichtungshaus
Ludwig Stritzinger
Darmstadt, Heinrichstr. 67
3360)

ße 10.

Eine Küche, Chaiſe,
longue m. Decke, 2
Steppdeck., all. neu,
gebr. Tiſch, 2 Geh=
rockanz
., 1 Dampf=
ſchwitzapparat
z. vk.
Nah. Geſchſt. (*ig

Wertv. Kaſſenſchr.
gz, bill. abzug. An=
geb
. u. J. 39 Gſt.*

Perſer
echt, gut erh., zu vk
Landwehrſtr. 2. 1

Holl. Blumenzwiebeln
Reklame=Kollektion: 10) Gladiolen in vier Farben,
50 Anemonen, 25 Ranunkeln, 50 Glücksklee, 15 gefüllte
Ballbegonien, 25 Maiglöckchen und 5 dekorative Dahlien.
Für dieſes ganze Paket 7.50 M. franko Haus und zollfrei.
P. Walraven, Stationsweg, Hillegom, Holland.
I BIn 4166

Brei Vorträge
von Dr. med. H. J. Oberdörffer
Chefarzt vom Sanatorium Schloß Rheinburg bei Dießenhofen
im Fürstensaal am 19., 20. und 21. März 1930
1. Vortrag: am Mittwoch, den 19. März
Dauernde Hellung von Verstopfung, Leber- und dallenlelden.
Stauungen und Rückstände im Körper sind die ersten Ursachen der meisten
Krankheiten, wie; Frauenleiden, Gicht und Rheumati-mus, Nerven- und Lungen-
leiden
, Asthma, Arterienverkalkung und hoher Blutdruck, vorzeitiges Altern, der
mmer mehr zunehmenden Krebskrankheiten . . . .
Sichere Wege der Vorbeugung und natürlichen Heilung durch ein neues Heil
In der Pause Lichtbilder.
verkahren . . ..
2. Vortrag: am Donnerstag, den 20. März
Die Leiden der Frau.
Die Beschwerden der Periode und ihre sichere Heilung durch einfache Maß
nahmen. Die neuesten Forschungen über Gesun theit und Verjüngung, Entwicklungs-
und Wechseljahre, Zeugung, Schwangerschaft und Vererbung . . . Hysterie,
Schwermut, Unterleibsleiden aller Art. Das Geheimnis der Erhaltung von Jugend-
lichkeit
, Schönheit, Anmut und echter Weiblichkeit bis ins hohe Alter . . . keine
In der Pause Lichtbider.
Frauenleiden mehr.
3, Vortrag: am Freitag, den 21. März
Gesundes Geschlechtsleben und seine Entarkungen . . . .
Das moderne Sexualproblem, was jeder Mann und jede Frau hierüber wissen
mdssen . . . . Die innere Lebenskraft ist gesunde Sexualkratt Die vielen
Nervenkrankheiten unserer Zeit: Zerfahrenheit, Vergeßlichkeit, Geisteskrankheiten
und geheime Leiden aller Art eind die Folgen von Geschlechtsschwäche und Miß-
brauch
der Sexualorgane, Dauernde Heilung durch Eugenik (innere Sekretion).
Nach jedem Vortrag Fragenbeantwortung.
In der Pause Lichtbilder.
Kartenvorverkauf an der Abendkasse. Einzelvortrag 1. und 1.50 M.
A
All drei Vorträge 4. Nk, um 0 Steuer.

Ausverkauf

wegen

Umzug
Pelzwaren und Teppiche (Perser)
Günſtige Kaufgelegenheit beſonders in Berſer=
Teppichen für Oſtern.
Auf Wunſch günſtige Zahlungsweiſe.
Pelzhaus Schlitt, Kiesstr. 34
Ab 1. 4, befindet ſich mein Geſchäft nur Karlſtr. 1
(Hotel Prinz Karl).
(4399b

Erischer Kaffee
eigener Röſtung ¼ Pfd. 60 H an /B2726
Drogerie Secker Nachf., Ludwigshöhſtr 1

Eine Senta=
Schreibmaſchine
für Büro u. Reiſe,
1 Jahr Garantie,
geg. monatl. Teil=
ahlung
von 20
zu verkauf. (42000
Karl Bauer, Büro=
bedarf
. Darmſtadt,
Rheinſtraße 22.

Abbrucharbeiten aller Art werden prompt
und billig ausgeführt, ſowie alle Zimmer=
arbeiten
, Einfriedigung, Fußboden, Ge=
ſims
, Treppen, Neu= und Umbau, werden
fachmänniſch ausgeführt. Auf Wunſch
Teilzahlung. Angeb. unt. JT 70Gſchſt.

Ein noch neues
Damenrad
(Marke Miele) z. vk.
Wenckſtr. 64.

Mob. Kinderwagen,
faſt neu, bill. zu ver=
kauf
. Näh. Plilivp=
Röth=Weg 38.

EiLIe Vinet Ril
zinsfreie Darlehen
konnten wir an weitere 70 Bausparer mit dem
Stichtag 28, Februar 1930 vergeben.
Auch für Sie
ist Gelegenhe t, ein zinsfreies Darlehen
zum Eigenheim-Bau, Hauskauf, oder zur
Hypothekenablösung
zu erhalten, durch Anschluß an unsere Gemeinschaft, die inderitalb kurzer
Zeit rund 3,3 Millionen RM. zinetreie Darlchen vergeben hat.
Kürzeste Wartezeiten bei entsprech. Mehrleistung!
Fordern Sie Aufklärungsschriften gegen 30 Pfg. für Porto u. Spesen von der
DEUTSCHEN BAU-GEMEINSCHAFT
Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpinent
Leipzig Ritterstrasse 13
Grösste und erfolgreichste Bausparkasse Mitteldentschlands
4456
Auskunftsstelle: Darmstadt, Val. Sachs, Karlstr. 106

Sonderangebot
in Leder!
Herrenſohlen v. 95.5
Damenſohlen v. 65.5
Arbeiterſtiefel, 40/47,
von Mk. 7.50 (1451a
1. Rubin
Lirchſtraße 10.

Kurz geſchnittenes
Abfallholz
Ztr. 1,20, per 10 Ztr.
Gg. Heim,
7 1.-
Darmſtadt,
rheil=
gerſtraße
53,
ehon 2068

Nur kurze
Zeit! 20%0 Hähaft aut alle
vorrätigen Beleuchtungskörper
Lampenschirme und Zubehör.

Gefütterle la Seidenschicme:

R
9.

Ar
Hndmdndd Hrchnad
159 11.- 35e 750
50: 13.- 55: f5- 10. 95)

(* Lampenschirm-
Japana
Bedark
Bessungerstr. 9 283a
Meiz Linte 3, Hermannstr
Hause der Bessunger Weinstube

Laden=Einrichtungen
in Holz, Glas, Marmor uſw. für alle Gewerbe.
Erker=Einrichtungen und =Ausbauten
Glas=Kaſten, Theken, Vitrinen, Ausſtellſchränke
uſw. liefert in beſter Ausführung
Carl Ziegler, Möbelfabrik
Heidelbergerſtraße 108. Telephon 1819.
Vertreterbeſuch und Koſtenvoranſchläge unverbindlich.
(1375a
Zahlungserleichterung.

[ ][  ]

Seite 26

Sonntag, den 16. März 1930

Nummer 75

Ludwigshöhe

Teleph. 591 (4390
Heute nachmittag 4 Uhr
Konzert
Stadtorcheſter
Eintritt frei.
Der Weg nach der Elektriſchen iſt beleuchtet.

SHolel Prinz Heinrich?
Heute Sonntag Abend

*Konzert mit Tanz.:

Soooeoesseesooene sse sce s

Am Haupt-Bahnhof

Vöst.

Im Kaftee-Restaurant

Hünstler-Honzert
Sonnlags ab 4 Uhr nachm.

Ve

Zum Schloßgarken ſtraße Nr. 21.
Heute Sonntag, den 16. März:
Groß. humoriſt Konzert
Neue Kapelle! Vorzügliche Küche
Es ladet freundl. ein: Franz Kratſch.

R
zum goldenen Hirſch

Eitmifgtt
(Inhaber: L. Doerr)
Mittageſſen Sonntag, 16. März 1930
4 1.50
4 120 M.

Kraftbrühe m. Ein= Kraftbrühe m. Ein=
lage
gevökelter lage, Geißlamm,
Bruſtkern m. Meer= gebr., m. Salat u.
rettich u Kartoffeln. Kartoffeln
Süßſpeiſe
Süßſpeiſe
Reichhaltige preiswerte Abendkarte.
Stammeſſen 3 1.20 .
Hambacher Schloßberg (Pfälzer)
Glas 30 Pfg. (406

Schweizerhaus Eberſtadt a. d. 9.

Heute ab 4 Uhr.

AONLERT

Angenem. Familienaufenthalt
Beſitzer: Wilh. Plank.

Waldschlößchen
Halteſtelle der Linie 9

Sonntag, den 16. März. ab 4 Uhr
Komserk.
Beſitzer Schneider.

Verein für nalurgemäße Lebens-
und Heilwelse e. 1., Darmsladl.

Montag, den 17. März, abends 8 Uhr
im Physiksaal des Realeymnasiums
(Eingang nächst der Schulstrasse)

Offentlicher
Vortrag

von Herrn Dr med. R. Jockel
über das Thema!

Die Mandeln,
Melebuan d geanden nd
kranken Tagen

Karten für Nichtmitgl eder zu Mk. 1. an
der Abendkas:e. Für Mitgl eder ist der
Eintritt gegon Auswels der letzt. Beitrags-
quſttuns
kostenlos. 4410

Wilhelm Dieterle

ist zur Erstaufführung seines neuesten Filmwerkes
heute und morgen in allen Vorstellungen

personlich anwesend:

V. Mirn M M d ze
mahr elnd, wird unser Werk
F der Nachwtelt alu leuchtender
Belsplel dlenon . . ."

ch
Ae
Uhr
P
RWe

Kauma
der
RfeR4
KONIG Ver BAYERN

Das tragische Geschick eines unglücklichen Königs, der an der Welt,
an der Engstirnigkeit der Menschen, am System zugrunde ging, ent-
rollt
sich hier in eindrucksvollen, ergreifenden Bildern.
Regie und Hauptrolle:
WIdHEIM DIETERLE
In weiteren Rollen:
Teodor Loos, Eugen Burg, Ferdinand v. Alten, Hubert v. Meyringk
Hechls Pauly-Wintersteln, Trude v Molo, Rlna Marza u. a.

Pronkarten, gonie -ämtliehe Vorgünstignngen gind anksehoben. Unsikaliche Lotung: deorg Selbert
Beginn der Vorstellungen: 2, 4, 6. 8 Uhr Ln 11.54 OIR Nur noch 2 Tage! Nur noch 2 Tage! Der Känig der Bernina Ein Mensch der Masse nach dem gleichnamigen Schweizer
Roman von J. C. Heer. Ein Fim
vom Freiheitskampf eines Volkes und
dessen Führer.
Regie: Ernst Lubitsch, Deutschlands
Meisterregissenr.
In den Hauptrollen: John Barrymore,
4merikas größter Sehanspieler,
Eamllla Horn, der dentsche
Filmstar. Das große soziale Filmwerk:
Das wahre Antlitz New Torks wird
darin enthüllt, das Schicksal eines
kleinen Magsenmenschen in der
Siebenmillionenstadt veranschaulicht.
Regie: King Vidor
In den Hauptrollen:
Eleanor Boardman,
James Murray Dazu:
Am großen Strom Dazu:
Sonny als Detektiv Tierwelt am Amazonas Lustspiel in 2 Akten Der neueste Terra-Expeditions-Film. und die aktuelle Wochenschau. Besin 2 Uhr. Besim 2 Ur T413

Heidelb.=Str. 38. Heidelb.=Str. 38
Zur Kanone.

Sonntag ab 7 Uhr
Unterhalkungskonzert
wozu freundlichſt einladet.
(4415
Frau J. Metzger Witwe.

ORPHEUMHAstspIe Ganshofer- Thoma-Bühne Heute Sonntag
nachm. 4 Uhr Volks- und Fremden-Vorstellung:
Die Wallfahrt s Akte von Rich. Manz
Mäßige Preiser 0.802.50Mk. Abends Fliegt roter Adler von Tirolt 8½ Uhr Treheltschauspiel von 4ngermeyer Gewöhnliche Preise: 1.00 3 00. Mit ete Bdro von 10-1 Uhr. Opheums-Kasse ab 2 Uhr. 4463 )

N
S. v. Gleich, Essen

nueten degtieigs 1 4e7fEeätiche
in der Iud def L.-ſ.- Drmngsſlunſke.
Bintritd krei. Unkostenbeitrog erbeter

Verband der weiblichen Handelg=
und Büro=Angeſtellten E V.
Ortsgruppe Darmſtadt
Jahreshauptverſammlung
Montag, den 17. März,
abends 8 Uhr,
im Alpenzimmer bei Sitte, Karlſtr. 15

auf dem ſo=
Schweiz. Ho

ion inkl. Trin=
Froſpekte auf

Oſterſerien

Verlangen.

K
Achtung! Acktung!
Ein Film vom Deutschen Run dfunk

indet am Sonntag, den 23 März, vorm. 11 Uhr, m
Union-Theater statt.
Karten in den bekannten Stellen
(4435

Rummelbräu
Rheinſtr. 101. Gegenüber d. Feſthalle. Tel. 2519
Bekannt gute Küche.
Mittagstiſch von Mk. 1. an.
Heute
Heute
nachm. von 47 Konzeri abends 811),
Im Ausſchank das vorzügliche
(
Spezialbier.
Offene Weine Kaffee Torten.
Inh. Heidenreich.

Des großen Erfolges
wegen Dienst g, 18. März, 8 Uhr, im Goncordiasaal

II. AAperläfenlar Aocha

unter neuen verblüffend übersinnlichen Experimenten
Rätgel der Willenskraft, Wunder der Telepathie non.
7 Fludium 7
die Heilwirkung dieser Wunderkraft, Beweise an Ort
und Stelle, wichtig für Kranke, Vortrag über Wer igt
vervös, Seelenleben und über Vervöge Schlaflosigkeit

Dr. jur. R. Sortana

Heilpraxis Hotel Tranbe von 111 und 35 Uhr.
Karten numeriert RM. 2., unnumeriert RM. 1.
bei Konzert-4rnold, Elisabethenstraße. (4288b

Schirme

rößte Auswahl zu
billigſten Preiſen
überziehen u.reparieren.
Johanna Techel
Schillerpl. 3. Uhren=
haus
. Kein Laden.
(257a)

Gespieltes
Piano
billigst

Klavier-
Arnold

Elisabethen-
straße
28.

uter hafsteiler.

Heute
Tanz.

(4387)

Zur. Inſtandſetzung
v. Gärten empf, ſich
Gärtner, per Stunde
70 Pfg. Angeb. unt.
J. 1.a. d. Geſchſt. 4

Buſchroſen
in guten Sorten,erſte
Qualität, das Stück
80 Z. empfiehlt.
Konrad Mahr,
Schnttbl.=Gärtn.,

Restaurant Odeon
Heute Konzert

M

Bezirksverein Beſſungen
Am Samstag, den 22. März, abends 8uhr
ſindet n der Beſſunger Turnhalle ein
VORTRAG des Herrn Studienaſſeſſors
(4483
Dr. Hanns Kraft über
Namen der Gemarkung Beſſungen
Flur=,Platz=,Schneiſen= u. Straßennamen
ſtatt. Zu dieſem hochintereſſanten Vortrag
ſind die Mitglieder, ſowie die geſamte Beſ
ſunger Bevölkerung herzlich eingeladen
Eintritt frei!. Der Borſtand: Kolb.

Ortsgewerbeverein U. Handwerker-
Vereinigung Darmstadt

I. Winler-Versammlung
am Qonnertag, den 20. März d8. 38.,
abends 8 Uhr
im Gelben Saal des Reſtaurant
Sitte (Kariſtraße)
Vortrag des Herrn
Dr. A. Wagner, Unverſität Marburg
über:
Die öffentliche Hand
in der Wirtſchaft als Gefahr
für das ſelbſtändige Gewerbe.

Unſere Mitglieder und ihre Familien=
angehörigen
, ſowie die Mitglieder der
benachbarten Gewerbevereine werden
zu die em Vortrage freundlichſt ein=
geladen
Freunde des Deutſchen Hand=
werks
und Gewerbes ſind als Gäſte
willkommen.
4449) Der Vortragsausschuß

AHdEAlEK KETAURAKTUCAt

Städt.
Ratskeller dute Kuche!
Ctrile Preise!
Auserlesene Mittag- u. Abendessen
Speisen nach der Karte zu jeder Tageszeit. 423
Rummel-Spezialbier Münchever Löwenbräu hell Großes Haus
Mte
Landestheater
Sonntag.
16. März 1230 O
TB8(Gr. 14)
Operv RWagner, Prese 1.20-12UIf. HLI5- 13 Uhr Uee
Preie 0.50 2 Uf. 20-22,15 Uhr Der Kais
Kleines Haus Zus-M. II,9 von B. Shaw.

am Theaterplatz Ab 20 Uhr jeden Abend lais
Telephon 2764
Inhaber Joh. Guhl Künstler-Konzert
Bekannt gute Küche Wiener Kronenbräu-Pilsner la Kulmbacher Export hell und dunkel