Einzelnummer 10 Pferznige
Bei wöchentlich Tmallgem Erſcheinen vom 1. Februar
bie 28. Februar 2,48 Reſchemart und 22 Pfenntig
Abragegebühnr, abgeholt 2.25 Reſchemart, durch die
Agenturen 2.46 Reichsmart frei Haus. Poſbezugspreis
imFebrugr ohne Beſelleld monalſch 2rsReichemart.
Verantwortlichkelt für Aufnahme von Anzeigen an
beſtimmten Tagen wird nicht übemommen. Nichte
erſcheinen einzelner Nummern infolge köherer Gewalt
berechtigt den Bezſeher nſcht zur Kürzung des
Bezugspreiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
Fernrut obne Verrindlſchteit für uns. Poſiſcheckonio
Frankfurr g. M. 1304.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 52
Mittwoch, den 26. Februar 1930.
193. Jahrgang
Anzeigenpreis:
A mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspig.
FinanzAnzeigen 40 Reſchspfg. Reilemezelle (92 mm
breitl2 Reiſchsmart. Anzelgen von auswärte 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reſchepig. 92mm breite
Relſame=
zele 300 Neſchemar. Ale Preiſe im Recheman
4 Doſſar — 420 Mark. — Im Falle höherer
Gewalt wie Krieg, Auffuhr. Streilt uſw. erliſcht
jede Verpſiſchung gu. Enfſlung der
Anzelgene=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konturs oder gerſchtlſcher Beſtreibung jäll jeder
Nabat weg. Banfkonto Deutſche Bani und
Darm=
ſtädter und Nationalbant.
Mauteite bes geſtärdten Kaomells Ghaureips.
Chaukemps in der Minderheit. — Kein Verkrauen zur Polikik der Radikalen. — Die franzöſiſche Kammer
for=
derk ein Kabinekt der republikaniſchen Konzenkrakion. — Das Kabinelt Chaukemps mit 292: 277 Stimmen
geſtürzk. — Rückkrikt des radikalen Kabinetls.
Die Gruppe Maginok gegen die Radikalen.
Riederlage Chaukemps.
Die franzöſiſche Kammer gegen das Programm der
Hadfclen. Bergehiſcher Apel a Mie
kepublikaniſche Mehrheit.
EP. Paris, 25. Februar.
Die Kammer zeigte heute das übliche Bild eines ganz großen
Tages. In der Diplomatenloge bemerkte man u. a. den deutſchen
Botſchafter v. Hoeſch. Die Abgeordneten füllten das weite
Halb=
rund des Palais Bourbon bis auf den letzten Platz.
Die Regierungserklärung.
In der Regierungserklärung, die in der Kammer von Chautemps
und im Senat von Juſtizminſter Steeg verloſen wurde, heißt es:
Die Regierung habe ſich als Ziel geſetzt, eine republiſtaniſche
Mehrheit zuſammenzufaſſen, um ein im Intereſſe der Nation und
des demokratiſchen Fortſchritts liegendes Programm durchzuführen.
— Als
dringliche Aufgaben
werden bezeichnet: die Entſendung einer Abordnung nach
London. Dem Grundſatz des Memorandums vom 20. Dezember
getreu und entſprechend den verſchiedenen von den franzöſiſchen
Ver=
tretern abgegebenen Enklävungen werde die franzöſiſche Delegation ſich
bemühen, unter Wahrung der nationalen Sicherheit den
Erfolg einer Verhandluing vorzubereiten, die der notwendige Auftakt zu
der allg=meinen Abrüſtungs=Konferenz ſei. — Ferner müſſe Frankreich
underzüglich in Genf auf der Internationalen
Zoll=
friedens=Konferenz ſeine Stimme zur Geltung bringen.
Die Regierung werde weiterhin der Kammer die ſofortige
Wiederauf=
nahme der Beratung des Finanzgeſ tzes vorſchlagen, damit das Budget
in beiden Häuſern vor dem 31. März angenommen werde. — Dann
betont die Erklärung die Entſchloſſenheit der Negierung
das Budgetgleichgewicht aufrecht zu erhalten, auf der
anderen Seite aber gewiſſe berechtigte Forderungen, wie z. B. die
Peu=
ſionen für die ehemaligen Kriegsteilnehmer ſowie die Anpaſſung der
Gehälter und Penſionen anzuerkennen.
Die Finanzpolitik der Regierung
werde von der Notwendigkeit diktiert, die nationale Wirtfchaft, die von
allzuſchweren und ſchlecht verteilten Steuern gelähmt werde, zu ſtärken
und der Wirſchaftskriſe, die ſich ſowohl in der Induſtrie wie in der
Landwirtſchaft kundgebe, abzuhelfen. — Kas Kabinett kündigt ferner
an, daß es das von ſeiner Vorgängerin vorgelegte
nationale Aufbauprogramm ſich zu eigen machen
werde. Insbeſondere müſſe der Staat für die Landwirtſchaft
Opfer bringen. Die Regierung beabſichtige durch große Anleihen die
Mittel zur Förderung der Kolonien aufzubringen. Sie verpflichtet ſich,
das Geſetz über die Sozialverſicherung am 1. Juli mit den von dem
Parlament angenommenen Reformen in Kyaft zu ſetzen. — Die
Er=
klärung kündigt ſodann Maßnahmen zur etappenweiſen Durchführung
des koſtenloſen Vorſchulunterrichts für alle durch ihre Intelligenz und
ihren Fleiß würdigen Kinder an. In den wiedergewonnenen
Departe=
ments wolle die Regierung eine.
Politik des Verſtehens, der Duldung und der Eintracht
betreiben. Sie werde ohne Unterſchied der Parteien und der
Glanbens=
bekenntniſſe alle diejenigen Kräſte unterſtützen, die für die Einheit
Frank=
reichs kämpften. Denjenigen aber, die ſich verirrt hätten, bringe ſie einer Rechts= und einer Linksregierung.
durch ein Amneſtiegeſetz, das bereits von der früheren Negierung
vor=
gelegt worden ſei, Beruhigung und Vergeſſen der Vergangenheit. Eine
derartige Politik der ſozialen Entſpannung werde jedoch nicht nur auf
das Elſaß beſchränkt, ſondern auf das geſamte Gebiet der Rewublik
vor=
behaltlich der Wahrung der nationalen Sicherheit ausgedehnt werden.
Zum Schluß bekennt ſich die Regierung zu der einſtimmig von allen
gutgeheißenen und ſeit mehreren Jahren verfolgten Friedenspolitik. — wachſenden Lärm untergingen. Franklin Bouillon er=
Die Außenpolitik Frankreichs,
die durch die Grundſätze des Völkerbundes, vor allem durch das die
Abrüſtung mit der Sicherheit verknüpfende Genfer Protokoll, inſpiriert
werde, werde mit Zähigkeit weitergeführt werden. Ohne die notwendige
Sorge um ſeine Verteidigung zu bernachläſſigen, werde Frankreich einen
aktiven und lohalen Anteil an dem allgemeinen Werk der Organiſation
des Weltfriedens nehmen. In dieſem Geiſte werde die Negierung in
Dürze im Parlament die Natifizierung des im Haag
be=
ſchloſſenen Abkommens für die vollſtändige und
endgültige Regelung der Nachkriegsprobleme
bean=
tragen. Sie werde mit größter Wachſamkeit die lohale Ausführung
dieſer Abkommen verfolgen. Das Parlament werde ſich gleickfalls über
den Anſchluß an den Artikel 36 des Statuts des Internationalen
Ge=
richtshofs im Haag ſowie über die Natifizierung des allgemeinen
Schieds=
gerichtspaktes auszuſprechen haben.
Die Regierungserklärung ſchließt mit der Beteuerung, daß
Frank=
reich ſich an jeder konſtruktigen Bemühung
betei=
ligen werde, Europa einer Neuordnung auf der
Grundlage der freien und friedlichen
Konfödera=
tion der produktiven Kräfte entgegenzuführen, rung ſtünden.
und appelliert endlich an die republikaniſche
Mehrheit.
Kihle Aufnahme der Regierungserklärung.
Die Ausführungen Chautemps= blieben ziemlich
wirkungs=
los, da der Miniſterpräſident ohne redneriſchen Schwung und
faſt geſchäftsmäßig ſprach. An den Höhepunkten des Programms
beſchränkte ſich die Zuſtimmung auf die ſozialiſtiſchen und
radi=
kalen Bänke, während die Mehrheit in eiſigem Schweigen
ver=
harrte und den Miniſterpräſidenten nicht einmal durch Zurufe
ſtörte.
Nach der Verleſung der Regierungserklärung war
Miniſter=
bräſident Chautemps mit der ſofortigen Abſtimmung über die
verſtonten.
Maginot, Paul Reynaud. Er verbreitete ſich zunächſt über
die Umſtände die zur Bildung der Kartellregierung geführt
haben. Das Regierungsprogramm bezeichnet er als unbeſtimmt, das Boſtoner Haus Hornblower u. Weeks an. Der Klage zufolge
Die meiſten Formeln ſeien dem vorhergehenden Kabinett ent= ſollten die Genannten „ſich verſchworen haben, die Regierung
lehnt worden. In Wirklichkeit wollten die Radikalen das
Innen=
miniſterium, um von dort aus die Wahlen von 1932 zu machen.
der Radikalen mit den Sozialiſten. Starken Beifall fand Reynaud
bei der Mehrheit des Hauſes, als er erklärte, diejenigen, die
gen hinwieſen, ſeien dieſelben, die Tardieu mitten in dieſen
Ver=
handlungen zu Fall gebracht hätten. Chautemps müſſe
noch heute zum Elyſée=Palaſt gehen und dem Präſidenten der
Republik eingeſtehen, daß er ſich geirrt habe.
Auch die Nakionale Linke gegen Chaukemps.
Nach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung ergriff der
Ab=
geordnete Labroue als Vertreter derjenigen Teile der
Natio=
nalen Linken das Wort, die gegen die Regierung ſtimmen wollen.
Der Redner ſprach ſich für eine Regierung der republikaniſchen
Konzentration aus.
Chaukemps beſchwört vergeblich die Kammer,
Wands Selunfin Lenden und Genfe.
nicht zu ſchwächen.
Darauf beſtieg Miniſterpräſident Chautemps die Tribüne,
um den Interpellanten zu antworten. Mit ruhiger Sachlichkeit
ſuchte er die von den einzelnen Rednern vorgebrachten Kritiken
zu widerlegen. Was die Herabſetzung der Rüſtungskredite
an=
lange, ſo habe Briand in Genf ſtets betont, daß Frankreich auf
dieſem Gebiei bereits große Opfer gebracht habe. Die Regierung
denke nicht daran, die Ausgaben ſo herabzuſetzen, daß die
natio=
nale Verteidigung gefährdet werde.
Zur Außenpolitik übergehend, ſtellte Chautemps richtig, daß
der Erfolg der Haager Konferenz nicht allein das Verdienſt
Tar=
dieus ſei, vielmehr ſei daran in weiteſtem Maße Briand beteiligt,
der ſeit Jahren dieſe Konferenz durch ſeine Friedens= und
Ab=
rüſtungspolitik vorbereitet habe. Er beſchwor in dieſem
Zuſammen=
hang das Haus, Briands Stellung in London und Genf nicht zu
ſchwächen, und verſicherte erneut, daß das Flottenmemorandum
vom 20. Dezember für die Haltung der Regierung in London
maßgebend ſei.
Zum Schluß unterſtrich Chautemps, daß die Negierung der
Sozialiſtiſchen Partei gegenüber ihre Unabhängigkeit vollſtändig
bewahrt habe, und forderte die Republikaner der Mittelgruppen
auf, ſich der Tatſache bewußt zu ſein, daß die Abſtimmung über
das Regierungsprogramm eine ganz beſondere Bedeutung habe,
nachdem der Abgeordnete Paul Reynaud die Situation als eine
Auseinanderſetzung zwiſchen dem rechten und dem linken Flügel
der Kammer hingeſtellt habe. Man habe alſo die Wahl zwiſchen
Franklin Bouillon gegen das Karkell.
Der weitere Verlauf der Kammer geſtaltete ſich immer
ſtürmiſcher, ſo daß die Ausführungen der meiſten Reoner im
klärte, in der gegenwärtigen Kammer ſei irgendeine Mehrheit
block bilden wolle. Nur eine breite Konzentration der
Nepublikaner ſei gerechtfertigt. Aus dieſem Grunde werde ſeine
2as Linkskarkell in der Minderheil.
die Unterſtützung ihrer Partei. Auch der neugewählte Vorſitzende die Vereinigten Staaten, wvo hinter unſeren wiſſenſchaftlichen
der Radikalen, Herriot, verteidigte das Programm der Radikalen
und der Regierung. Er erklärte, die Nechte laſſe die Rezublika= zueitgrößte im ganzen Lande, ſteht.
nifche Union nur unter ihrer eigenen Führung gelten, aber nicht
unter Führern der Liuken. Paul Boncour trat dann den
Be=
hauptungen der Rechten entgegen, daß dieſe beſorgt ſein könne, ſorgt über die Vorgänge wie die Londoner Flottenkonferenz
weil die Sozialiſten Einfluß auf die Außenpolitik der Regierung, lächeln, denn wenn Deutſchland in der Chemie der Welt obenauf
jenigen Parteien übernommen, hätte, die heute hinter der Negie= anderen auf dem Gebiete des Flugweſens überflügeln und im
Darauf nahm die Regierung die Tagesordnung
An=
terion (Rep. Soz.) an, die ihr das Vertrauen ausſpricht, und
Minderheit. 21 Abgeordnete (Kommuniſten) enthielten ſich auch treffen mögen. Herr Cartan hat Glück. Die Regierung
der Stimme.
Chaukemps demifſionierk.
Präſidenten der Republik, um dieſem das Rücktrittsgeſuch des hat man ein zweites Verfahren gegen Garpan. Palmer u. Cie.
Geſamtminiſteriums zu überreichen. Vor der Kammer hatte ſich e
Interpellationen über die allgemeine Palitik der Regierung ein= niſſe beſprach. Die Verhandlungen zur Beilegung der Regierungs= Paul Warkurg, auf den New Yorfer Großinduſtriellen Herman
kriſe können alſo wieder von vorne beginnen.
„Die deutſche Gefahr”.
Der noch immer in den Kinderſchuhen ſteckenden chemiſchen
In=
duſtrie der Vereinigten Staaten, die jetzt einen Jahresumſatz von
2278 Dollarmillionen hat, droht nach Anſicht Franeis P. Garvans
„Erdroſſelung” durch das deutſche „Monopol”.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
A.G.4. New York, 11. Februar 1930.
Gegen Ende letzten Monats ordnete der U.S. Generalanwalt
(Juſtizminiſter) Mitchell die Einſtellung eines 1926 von ſeinem
Amtsvorgänger Sargent angeſtrengten Gerichtsprozeſſes gegen
den früheren Verwalter des im Kriege beſchlagnahmten feind=
Als erſter Interpellant ſprach der geiſtige Führer der Gruppe lichen Eigentums A. M. Palmer, einige ſeiner damaligen
Aſſi=
ſtenten — darunter auch Francis P. Garvan —, mehrere andere
ſowie zwei Banken, die New Yorker Chaſe Securities Co. und
beim Verkauf der Boſch Magneto Company um 5553 546 Dollar
zu betrügen‟. Es wurde behauptet, einer der angeblichen „Ver=
Der Redner wandte ſich beſonders gegen das Zuſammengehen, ſchwörer”, der Einblick in die Bücher der Boſch=Geſellſchaft hatte,
habe die Beſtände der Firma offiziell um den genannten Betrag
heute auf die Dringlichkeit der Londoner Abrüſtungsverhandlun= niedriger lewertet, ihren wirlichen Wert aber den beiden
Vank=
häuſern und anderen mitgeteilt und ſie veranlaßt, den Käufer zu
finanzieren, deſſen Angebot in Höhe von 4 150 000 Dollar auf die
Boſch=Aktien und ſonſtigen Vermögenswerte angenommen wurde,
während ihr tatſächlicher Wert ſich auf 9685 564 Dollar beziffert
habe. Die 5,5=Millionen=Differenz wurde von der Regierung
ein=
geklagt.
Generalanwalt Mitchell ſagt in einer die Einſtellung des
Gerichtsprozeſſes begründenden Erklärung, es habe ſich
herausgeſtellt, daß nur ein einziger der
ur=
ſprünglichen Boſch=Aktionäre tatſächlich „
feind=
licherAusländer” war, daß, falls die Regierung den
Pro=
zeß gewinnen ſollte, die ganze eingeklagte Summe mit Ausnahme
von 44000 Dollar an die damaligen Aktionäre, verteilt werden
müßte, daß es ſomit nicht der Mühe wert ſei, das koſtſpielige
Ge=
richtsverfahren um einen ſo geringen Betrag fortzuſetzen, daß
überdies in letzter Zeit in Paris zwiſchen der Robert=Boſch=
Aktien=
geſellſchaft (Stuttgart) der Robert=Boſch=Magneto=Company
(New York) und der American Boſch Magneto Corvoration
(Springfield, Maſſachuſetts) ein die Kontroverſe um die
Ver=
kaufs=, Patent=, Schutzmarken= und Namensrechte der drei
Kon=
zerne beilegender Vertrag zuſtandegekommen ſei, und daß von
ſeinen (Mitchells) mit der Wahrnehmung der Intereſſen der
1. S.=Regierung an dem Falle beauftragten vier Sonderaſſiſtenten
drei zu der Ueberzeugung gelangt ſeien, es laſſe ſich nicht
nach=
weiſen, daß irgendeiner der an dem Boſch=Verkauf beteiligten
da=
maligen Bundesbeamten (Palmer, Garvan uſw.) perſönlichen
Gewinn daraus gezogen oder ſich ſonſt eines Unrechts ſchuldig
ge=
macht habe.
Franeis P. Garvan. Nachfolger Palmers als
Feindbeſitzver=
walter, Gründer und Präſident der American Chemical
Foun=
dation, die ſeinerzeit etliche 4500 deutſche chemiſche Patente um
250 000 Dollar an ſich zu bringen wußte. Präſident auch der
American Boſch Magneto Co., nahm die Einſtellung des
Gerichts=
verfahrens zum Anlaß, eine neue Breitſeite gegen die
„deutſche Gefahr” abzufeuern, und zwar in Form
von erſtens einer 146 Druckſeiten umfaſſenden Verteidigung, die
er dem Bundesgericht in Maſſachuſetts, vor dem der Prozeß
au=
hängig war, vorlegte, zweitens einem mehrſpaltigen geifernden
„Interview” für Preſſe und Publikum und drittens einer
for=
mellen Klage an die Aktien= und Bonds=Ueberwachungsſtelle der
New Yorker Staatsregierung, in der namens ſeiner Chemical
Foundation der Newv Yorker National City Company Betrug
und Täuſchung bei der Emiſſion von 30 000 000 Dollar
Obliag=
tionen der „Amerikaniſchen J.G.” und einer Anzahl bekannter
Perſönlichkeiten Beteiligung an „deutſcher Propaganda und an
einem auf den Ruin der amerikaniſchen chemiſchen Induſtrie
hin=
arbeitenden Komplott” vorwarf.
Man erhält ungefähr einen Begriff davon, wie ſich die der
amerikaniſchen chemiſchen Induſtrie drohende „deutſche Gefahr”
in Herrn Garvans fieberndem Gehirn ausmalt, weun man ihm
zur Erklärung ſeiner Klage — die, nebenbei bemerkt, vom New
Yorker Staats=Oberanwalt als abſolut unbegründet glatt
ab=
unmöglich, wenn man einen Rechts= oder Links= gewieſenwurde, ſagen hört: „An den Farbenfabriken ſelbſt
iſt uns viel weniger gelegen als an dem Faktum, daß ſie die
anerik aniſchen Fortbildungsſchulen der organiſchen Chemie ſind.
Gruppe gegen die neue Kartellregierung ſtimmen. Und die organiſche Chemie iſt heute die Lebensfrage der Welt.
Durch ihr J.G=Kartell ſtreben die Deutſchen
nichtnurein Farbſtoff=Monopolan, ſondern vor
allem ein Monopol auf die Forſchungsarbeit,
Die Sozialiſten Leon Blum und Paul Boncvur rechtfertigten und dieſes Ziel haben ſie in jedem Lande erreicht, ausgenommen
Fortſchritten ein Jahresgeſchäft von 2278 000 000 Dollar, das
„Solange die Deutſchen große chemiſche Anſtalten beherrſchen,
in denen ſich die Welt von morgen geſtaltet, können ſie ganz
unbe=
gewinnen könnten, da ja die Rechte erſt die Außenpolitik der= iſt, wie es vor dem Kriege obenauf war, dann kann es auch alle
Beſitze dieſer beiden Faktoren — Flugzeuge und Chemie —
braucht es keinen zu fürchten.”
Das iſt natürlich ein ganz bedenklicher Zuſtand, aber Herr
verlangte die Vertrauenserklärung. Die Ne= Garran iſt auf dem Poſten, er wird die Welt vor der „deutſchen
gierungblieb jedoch mit 277: 292 Stimmen in der Gefahr” bewahren, und er haut um ſich, wen immer ſeine Streiche
verklagte ihn ſeinerzeit wegen der auf Millionen und
Abermillio=
nen bewerteten deutſchen Patente, die Garvaus Chemical
Foun=
dation um ein Linſengericht erſtanden hatte. Der Prozeß gelangte
ſchließlich dor das höchſte Tribunal des Landes, das Bundes=
Die Regierung begab ſich kurz nach 22 Uhr ins Elyſée zum Obergericht in Waſhinaton, und die Regierung verlor ihn. Jotzt
eingeſtellt. Aber damit iſt Garpan nicht zufrieden. Jetzt hat er
eine rieſige Menſchenmenge angeſammelt, die aufgeregt die Ereig= es auf den Bundesſenator Moſes, die Pankiers Otto H. Kahn,
A. Metz und audere abgeſehen, die an irgendeinen myſteriöſen
Seite 2
Mittwoch, den 26. Februar 1930
Nummer 57
Komplott „zur Erdroſſelung der amerikaniſchen Farben= und
Chemikalieninduſtrie durch Herabſetung der Cinfuhrzölle”
betei=
ligt ſind. Er erblict in Kahn den Mann, der die Wahl von
Sena=
toren finanzieren ſoll, die ſich perpflichten, den Einfuhrzoll auf
deutſche Farben und Chemikalien nach dem deutſchen, nicht dem
hieſigen Werte zu bemeſſen. Dabei vergißt aber Herr Garvan
ganz und gar, daß die im November zu wählenden Senatoren ihr
Amt erſt am 4. März 1931 antreten werden, und daß bis dahin
der neue Zolltarif — hoffentlich — unter Dach und Fach ſein
wird.
In jedem Briefe, den Metz oder ein anderer Importeur
einem der Hochſchutzzoll=Politik der amerikaniſchen Regierung aus
Prinzip opponierenden Senator oder Kongreßabgeordneten
ge=
ſchrieben hat, in jeder gemeinſamen Aktion der Farbwaren= und
Chemikalien=Importeure zur Wahrnehmung ihrer Intereſſen und
Rechte vor den mit der Formulierung des Zolllarifs beſchäf igten
Kongreß=Ausſchüſſen erblickt Garvan ein Attentat auf ſeine
Chemical Foundation, die als hervorragendes
Bei=
ſpiel dafür anzuſehen iſt, wie man damals
dies=
ſeits des Atlantik mit, dem deutſchen
Privat=
beſitz verfuhr nur umder Demokratie die Welt
zu ſichern”. Darin, daß die Univerſität Heidelberg im Auguſt
1927 Paul M. Warburg, die Kölner im November 1928 W. E. Weiß,
Direktoren der amerikaniſchen JG., den Ehrentitel eines Doktors
der Philoſophie verlieh, erblickt Garvan eine an Beſtechung
gren=
zende Belohnung für ihre der ſo gefährlichen deutſchen chemiſchen
Induſtrie in Amerika geleiſteten Dienſte. Und der National City
Co., die die 30 000 000 Dollar Obligationen der „American
Inter=
eſſen Gemeinſchaft Chemical Corporation” hier unterbrachte, wirft
er Täuſchung des Publikums vor und behauptet, dieſe Millionen
ſeien prompt zur „Verdeutſchung” der hieſigen chemiſchen
In=
duſtrie verwandt worden.
Unter den von Garvan als „deutſche Propagandiſten”
Bezeich=
neten ſteht auch Oswald Garriſon Villard, Herausgeber und erſter
Schriftleiter der Wochenſchrift „The Nation” Villard
beantwor=
tet Garvans Anwürfe mit folgendem: „Wir ſind nicht geneigt,
Herrn Garvans Salbadereien als ein wei eres Beiſpiel
katzen=
jämmerlicher Nachwirkungen der Kriegs=Hyſterie hinzunehmen.
Wir ſind entſchieden für eine gründliche Unterſuchung der ganzen
Sache, allerdings nicht, wie wir vermuten, eine Unterſuchung der
von Herrn Garvan gewünſchten Art. Die Unterſuchung, die wir
haben möchten, würde ſich direkt mit Herrn Garvan und ſeiner
Chemical Foundation befaſſen. Jetzt, da im Senat die
Ehrlich=
keit eines ſeiner angeſehenſten Mitglieder in Zweifel gezogen
ward, wäre die geeignete Zeit, daß dieſe Körperſchaft der ganzen
Verſchacherung der deutſchen Patente und ihrer Verwendung auf
den Grund ging. Die Foundation hat für etliche 4500 Patente
250 000 Dollar gezahlt, während ihr Wert allgemein als ein
Viel=
faches dieſes Betrages angeſehen wurde. Sie hat ſeit ihrer
Gründung Millionen weggeſchenkt. Wieviel waren dieſe
Patente wert, als die Foundation ſie um etwa
fünfzig Dollar das Stückerhielt? Wieviel Tantiemen
zieht ſie aus den Lizenzen, was ſind ihre Beſtände, ihre
Verbind=
lichkeiten, wieviel der Geſamtaktien ſind im Beſitze Herrn Garvans
und ſeiner Familie, und wie ſtark ſind ſie als Aktionäre an
ande=
ren Korporationen beteiligt? Angeſichts des Umſtandes, daß es
die Regierung war, die dieſe Goldlawine ins Rollen brachte, iſt
ſie auch berechtigt, zu erfahren, was weiter damit geſchehen iſt und
ob in ihren Büchern alles klar iſt oder nicht. Die „Nation”
for=
dert eine ſofortige Senats=Unterſuchung Herrn Garvans und
ſeiner patriotiſchen Unternehmungen."
Auf Erfüllung dieſes Wunſches wird die
„Nation” allerdings ſehr lange warten müſſen.
Die Anpafſung der Völkerbundsſahung
an den Kelloggpakt.
Deukſchland für organiſchen Ausbau des
Völker=
bundspakkes im Sinne einer friedlichen Regelung
aller Skreitfälle.
Genf, 25. Februar.
Der Elfer=Juriſtenausſchuß zur Anpaſſung des Kollegg=Paktes an
den Völkerbundspakt hat in Genf ſeine Arbeiten aufgenommen. Sie
werden auf Antrag von Lord Nobert Ceeil möglichſt öffentlich geführt.
Den Vorſitz hat Scialoja, der mit zu den Autoren des
Völkerbundspak=
tes gehört. Die Ausſprache drehte ſich faſt ausſchließlich um die
Miſ=
ſion des Elfer=Ausſchuſſes, die von Italien, Spanien und Japan
mög=
lichſt eng, von England weiter aufgefaßt wird. Die deutſche Auffaffung
weicht von der engliſchen Theſe der mechaniſchen Anpaſſung der
Kriegsächtung des Kellogg=Paktes an den Völkerbundspakt dadurch ab,
daß Deutſchland, wenn überhaupt eine Reviſion vorgenommen wird,
den organiſchen Ausbau des Völkerbundspaktes nicht nur im Sinne der
Kriegsächtung, ſondern auch des Artikels 2 des Kelloggpaktes über die
ein Kanzoſticher Borrätipfer bes
Zeulſchlams Woer Hagoleoniſchen Zeit.
Während die Politiker ſich bemühen, die Kluft, die der
Welt=
kriegs aufs neue zwiſchen dem deutſchen und dem franzöſiſchen Volke
aufgeriſſen hat, durch Notbauten zu überbrücken, mag es von
Wert ſein, an einen faſt vergeſſenen Mann zu erinnern, der,
ein geborener Franzoſe, aus reiner Liebe zu deutſchem Weſen
ein Deutſcher wurde, der zu einer Zeit, da Napoleon I. die
ſieg=
reichen Waffen ſeines Volkes durch Europa trug, nicht nur treu
und offen zu unſerem geknechteten Volke hielt, ſondern auch,
ungeblendet von dem Schein franzöſiſcher Gloire, als Vorkämpfer
deutſcher Art und Bildung auftrat. Schon während des Kriegs
mit Preußen ſchrieb dieſer deutſchfühlende Franzoſe
ahnungs=
voll: „Die franzöſiſchen Heere haben die Deutſchen geſchlagen,
weil ſie ſtärker ſind; aus demſelben Grunde wird der deutſche
Geiſt ſchließlich den franzöſiſchen Geiſt beſiegen”, und nach dem
grarſamen Frieden von Tilſit rief er dem am Boden liegenden
Vo ke zu: „Gott bewahre alles, was deutſch iſt, vor Entmutigung
un Erniedrigung! Ein wahrer Deutſcher muß feſt und ſtolz
ſein, weil er als Angehöriger der am meiſten und beſten gebildeten
Nation der Erde am weiteſten vorgeſchritten iſt auf der Bahn
zum Großen und Ewigen.”
Charles Franevis Dominique de Villers, geboren am
4. November 1765 zu Bolchen (Boulay) in Lothringen, ſchien als
begalter Sprößling altfranzöſiſcher Adelsfamilien nach
ſieben=
jähriger Vorbildung auf der berühmten Benediktinerſchule
St. Jazues in Metz zu einer glänzenden militäriſchen Laufbahn
beſtimmt zu ſein. Mit 18 Jahren war er Leutnant in einem
Straßburger Artillerieregiment, beim Beginn des Krieges im
Mai 1792 Haupimann. Aber Gegner der Revolution, deren
inttäuſchenden Gang der vielſeitig gebildete junge Offizier mit
lerlei poetiſchen Satiren begleitete, folgte er im Auguſt 1792
diit anderen königlich geſinnten Kameraden dem geächteten
Ge=
eral Lafayette auf der Flucht über die deutſche Grenze. Das
egreiche Vordringen der franzöſiſchen Revolutionsheere nötigte
en nunmehr ebenfalls Proſkribierten nach kurzer Dienſt eit in
er Freiſchar der königlichen Prinzen zu einem unſteten
Flücht=
ſingsleben, das ihn ziel= und planlos von den Niederlanden nach
hehreren weſtfäliſchen Städten und ſchließlich im Herbſte 1798
nach Göttingen führte. Trotz ſeiner 31 Jahre ließ ſich Villers
wwecks literariſcher Studien als Student eizeichnen, aber ſchon
Vom Tage.
Unter dem Druck der allgemeinen Wirtſchaftskriſe und der
kataſtro=
phalen Lage des Baumarktes haben ſich die Arb=itg berverbände d s
ge=
ſamten deutſchen Baugewerbes gezwungen geſehen, von ihrem
Kündi=
gungsrecht Gebrauch zu machen und die zur Zeit gültigen
Bauarbeiter=
löhne zum 31. März 1930 zu kündigen.
D.r Evangeliſche Oberkirchenrat, die oberſte Behörde der
evange=
liſchen Kirchen der Altpreußiſchen Union, hat angeordnet, daß am erſten
Paſſionstag ,dem 9, März, in ſämtlichen Kirchen der Not der b drängten
Chriſten in Rußland im Gottesdienſt in beſonderer Fürbitte gedacht
werden ſoll.
Zwiſchen dem ſchwediſchen Zündholzkönig Kreuger und der Freien
Stadt Danzig wurde ein Abkommen abgeſchloſſen, durch das die
Geſell=
ſchaft das Alleinrecht auf Herſtellung und Verkauf von
Zündhölzern für eine Zeit von 35 Jahren erhält.
In Oslo ſtarb im Alter von 67 Jahren der
kommandie=
rende General des norwegiſchen Heeres und frühere
Verteidigungsminiſter Holtfodt.
Der öſterreichiſche Nationalrat hat das Haager Uebereinkommen
ſamt dem damit im Zuſammenhang ſtehenden Abkommen mit B lgien
und Polen nach kurzer Debatte einſtimmig genehm gt. Ebenſo wurde der
Freundſchafts=, Vrgleichs= und Schiedsgerichtsvertrag mit Italien
ein=
ſtimmig angenommen.
Der Schweizer Nationalrat genehmigte das Abkommen über die
Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und die Verlängerung
der Gültigkeitsdauer dieſes Abkommens für die Zeit des Beſtehens der
Bank.
Der italieniſch=rumäniſche Handelsvertrag wurde
von Muſſolini und dem rumäniſchen Finanzminiſter Madgearu
unter=
zeichnet. Muſſolini überreichte Madgearu den Großkordon des
Or=
dens des Hl. Mauritius und Lazarus.
Die franzöfiſche Kammerfraktion hat den
Abgeord=
neten Herriot an Stelle Chautemps zum
Fraktions=
vorſitzenden gewählt.
Der ehemalige Rektor der Univerſität Madrid, Elias Tormo,
hat das Unterrichtsminiſterium im Kabinett
Beren=
guer übernommen.
Auf der Konferenz zwiſchen den beiden arabiſchen
Köni=
gen Ibn Saud vom Hedſchas und Faiſal vom Jrak iſt ein
gegenſeitiger Freundſchaftsvertrag abgeſchloſſen
worden, der alle zwiſchen den beiden Nachbarſtaaten ſchwebenden
Streit=
fragen beilegt.
Nach einer Meldung der „Nacion” aus Santiago de Chile iſt das
chileniſche Kabinert zurückgetreten.
Der mexikaniſche Präſident Oritz Rubio hat ſich
von ſeinen bei dem Attentat am 5. Februar erlittenen Verletzungen ſo
weit wieder erholt, daß er ſein Amt wieder hat antreten
können.
friedliche Regelung aller Streitfälle für notwendig hält. — Auch der
franzöſiſche Vertreter Coſt ſprach ſich für einen organiſchen Ausbau der
Völkerbundsſatzung aus, die notwendig werde, wenn man den
voll=
ſtändigen Kriegsverzicht des Kelloggpaktes in die Völkerbundsſatzung
übernehme. Er ſchloß ſich dabei mit Nachdruck der Auffaſſung in
den deutſchen „Bemerkungen” an, die jedoch in erſter Linie eine
Er=
weiterung der friedlichen Verſtändigungsmittel beabſichtigen, während
der franzöſiſche Standpunkt ganz eindeutig auf eine Verſchärfung der
Sanktionsvorſchriften hinaus.äuft.
Die Kriegslücke in der Völkerbundsſakung.
Am auffallendſten war, daß der Vorſitzende des Ausſchuſſes,
Scia=
loja, mit rückhaltloſer Offenheit den Standpunkt vertrat, daß eine
An=
paſſung der beiden Abkommen ſehr ſchwer ſein werde, weil einmal ſechs
der 54 Mitglieder des Völkerbundes den Kelloggpakt nicht unterzeichnet
hätten, dann aber auch acht Nichtmitgliedsſtaaten des Völkerbundes
Unterzeichner des Kelloggpaktes ſeien. Er wurde in dieſer Auffaſſung
von dem deutſchen Vertreter v. Bülow unterſtützt. Scialofa wies weiter
darauf hin, daß der Kelloggpakt ſehr myſteriös ſei, weshalb er auch von
allen Staaten unterſchrieben würde, daß er ebenſo wenig wie der
Völ=
kerbundspakt den Krieg vollſtändig verbiete, denn wenn er den
Vertei=
digungskrieg zulaſſe, dann müſſe man dazu fagen, daß in der
Kriegs=
geſchichte keine anderen als Verteidigungskriege geſührt worden ſeien.
In der Ausſprache am Nachmittag betonte Lord Ceeil, daß es
wahrſcheinlich ſchwer ſein werde, im engliſchen Parlament mehr als
formale Aenderungen am Wortlaut der Völkerbundsſatzung
durchzu=
ſetzen. Scialofa warnte davor, zwei Kategorien von
Staaten zu ſchaffen: ſolche, die nur den Kolleggpakt
unter=
zeichnet hätten, und ſolche, die offen durch den Völkerbundspakt
benach=
teiligt ſeien, weil ſie im Falle einer Vertragsverletzung für jeden
Kon=
flikt mit einem Richter und Sanktionen zu rechnen hätten, während die
Kelloggpaktunterzeichner weder das eine noch das andere anerkennen
und annehmen würden. Auch v. Bülow trat für eine ſchärfere
Unterſcheidung zwiſchen dem im Kelloggpakt
ver=
botenen Krieg und den gemeinſamen
Völkerbunds=
maßnahmen ein, die zur Durchführung von
Völkerbundsentſchei=
dungen getroffen würden. Man könne die Kriegslücke in der
Völ=
kerbundsſatzung nicht vollkommen ſchließen, wenn man nicht gleichzeitig
ein beſtimmtes Verfahren vorſehe, das die Ausführung einer
Völker=
bundsentſcheidung endgültig ſichere. Aehnliche Gedanken enthalten auch
die franzöſiſche und polniſche Denkſchrift. Die übrigen Denkſchriften von
Griechenland, Holland, Dänemark, Schweden und Oeſterreich beziehen
ſich zum größten Teil nur auf beſtimmte Aenderungsvorſchläge für
ein=
zelne Völkerbundsartikel. Die deutſchen „Bemerkungen” ſind die
umfang=
reichſten und inhaltlich am intereſſanteſten.
im nächſten Jahre trieben ihn äußere Not und innere Unruhe
weiter; fort aus dem anregenden Verkehr mit bedeutenden
Männern, wie dem Orientaliſten Eichhorn, dem Philologen Heyne
und den Geſchichtſchreibern Spittler und Schlözer. Sein
Schick=
ſal aber ließ ihn nicht nach Petersburg kommen, wo er mit Hilfe
eines dort lebenden jüngeren Bruders ſich eine geſicherte
Lebens=
ſtellung zu erwerben hoffte, ſondern hielt ihn feſt in der
Hanſe=
ſtadt Lübeck, im Hauſe des Kaufmanns, des ſpäteren Senators
und Bürgermeiſters Rodde, der mit einer Tochter des Profeſſors
Schlözer verheiratet war: Die Freundſchaft mit dieſer
merkwür=
digen Frau, die als erſte ihres Geſchlechtes in aller Form den
Doktor der Philoſophie erworben hatte, ſchenkte dem aus ſeinem
Vaterlande Vertriebenen eine neue Heimat und eine
Lebens=
aufgabe.
Schon in dem Niederſchlag ſeiner weſtfäliſchen
Flüchtlings=
jahre, den Lettres Westphaliennes, hatte Villers den erſten
Ver=
ſuch gewagt, ſeinen alten Landsleuten das Verſtändnis für die
Gedankenſchöpfungen der deutſchen Philoſophen zu erſchließen.
Nun, vor Not geſchützt durch ſeine Freunde und durch den Ertrag
journaliſtiſcher Kleinarbeit, im perſönlichen und ſchriftlichen
Ver=
kehr mit den bedeutendſten Geiſtern Norddeutſchlands (wie
Klop=
ſtock, H. F. Jacobi, Voß, Matthias Claudius, Perthes, Graf F.
L. von Stolberg, Reimarus, Sieveking) in deutſches Weſen ſich
immer mehr einlebend, vertiefte er ſich in unſere ſchöne Literatur
und die deutſche Wiſſenſchaft, beſonders in die kritiſche
Philo=
ſophie. Kant vor allem wurde ſein Heros. Die Beobachtung, die
auch Deutſche, wie Wilhelm v. Humboldt machten, daß die
ge=
waltige Geiſtesarbeit dieſes Gedankenrieſen allüberall in der ge
bildeten Welt die denkenden Köpfe beſchäftigte, jenſeits des Rheins
aber noch völlig unbekannt war, dieſe Beobachtung trieb Villers
an, die Franzoſen aus ihrem ſeichten Empirismus und
Sen=
ſualismus aufzurütteln und zu der neuen Lehre des deutſchen
Idealismus zu bekehren. Dieſem Zwecke galt ſein zweibändiges
Werk: „Philosophie de Kant, ou prineipes fondamentaux de Ia.
philosophie transcendentale” (1801). Um ſelbſt ſeinen Kant in
Frankreich einzuführen, „die Pariſer zu germaniſieren”, machte
er ſich im Frühjahr 1801 nach erlangter Einreiſeerlaubnis dahin
auf den Weg. Viele bedeutende Gelehrte ſchenkten dem
Heim=
gekehrten Beachtung, je ſelbſt der Erſte Konſul nahm auf ſeine
Weiſe Notiz von dem Buche, indem er ſich einen vierſeitigen
Auszug daraus machen ließ. Aber heimiſch konnte ſich der ins
Deutſchtum Eingelebte in dem Lande ſeiner Väter nicht mehr
fühlen. Nach der Rückkehr im Dezember 1801 ſchrieb er an
ſeinen Freund Dr. Karl Schütz in Jena, er ſei froh, dem Lande
der Marktſchreierei und der Prahlerei entronnen zu ſein und
Heſſiſche Polikik.
Das ſozialdemokrakiſche „Nokopfer” abgelehnk.
Im Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags
wurde geſtern der volksparteiliche Antrag (Druckſache 647) betr.
Beför=
derungsſperre mit 8:4 Stimmen bei 1 Enthaltung abgelehnt.
Abgelehnt wurde auch der volksparteiliche Antrag, der forderte,
Be=
amte ohne Vorbildung nicht in den Staatsdienſt aufzunehmen. Nur
die Antragſteller ſtimmten dafür.
Abgelehnt wird der kommuniſtiſche Antrag, „alle im Sparprogranmm
der Heſſiſchen Regierung vorgeſehenen Maßnahmen, die eine Belaſtung
der Gemeinden mit ſich bringen, abzulehnen”.
Der volksparteiliche Antrag, der die erhebliche Verminderung der
Beamtenzahl der Zentralſtellen verlangt, wird mit 11 gegen 2
Stim=
men abgelehnt. Es wurde auch von den Regierungsparteien zum
Aus=
druck gebracht, daß bei der Beratung der in Frage kommenden Kapitel
des Staatsvoranſchlags Spezialanträge in dieſem Sinne geſtellt werden
ſollen.
Der Finanzausſchuß wählte einen fünfgliedrigen Unterausſchuß zur
Prüfung der rechtlichen Möglichkeit einer Kürzung des Beamtengehalts
und des Wohnungsgeldzuſchuſſes. In den Ausſchuß wurden gewählt die
Abgeordneten Anthes, Heinſtadt, Reiber, Dr. Leuchtgens und Dr.
Nie=
poth. Der Ausſchuß wird in aller Kürze zuſammen mit der Regierung
die ihm überwieſenen Aufgaben zu löſen verſuchen. Ihm wurden alle
Anträge, die die Kürzung des Gehalts und des Wohnungsgeldes
be=
handeln, überwieſen.
Der ſozialdemokratiſche Antrag, der ein Notopfer verlangt, wird
gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt.
Durch die Annahme eines Landbundantrags und
ſozialdemokrati=
ſchen Antrags werden vom 1. April dieſes Jahres ab für Kinder über
16 Jahre keine Kinderzuſchläge mehr gezahlt. Damit fiel auch ein
An=
trag Dr. Keller zu Artikel 15 Abſatz 3 des Geſetzes der Beſoldung der
heſſiſchen Staatsbeamten. Danach ſollte dieſer folgendermaßen lauten:
„Für Kinder vom vollendeten 16. bis zum vollendeten 21. Lebensjahre
kann der Kinderzuſchlag gewährt werden, wenn mit dem Nachweis des
Beſuches einer Ausbildungsanſtalt die Beſcheinigung der Eignung für
dieſe Anſtalt erbracht iſt.”
Mit 10 Stimmen bei 3 Enthaltungen wurde folgender Antrag des
Landbundes angenommen:
„Soweit für die Beamten im beſetzten Gebiet ein erhöhter
Woh=
nungsgeldzuſchuß (Beſatzungszulage) gewährt wird, fällt er mit dem
1. Juli 1930 weg.”
Der volksparteiliche Antrag, „unverzüglich eine Nachweiſung
vor=
zulegen, aus der zu erſehen iſt, welche=Beamte an anderen Aemtern
be=
ſchäftigt werden als an denen, für die ihr Gehalt bewilligt wurde”, wird
mit 8 Stimmen gegen 3 Stimmen bei 1 Enthaltung angenommen.
Angenommen wurde auch ein Antrag der gleichen Partei: „Die
Regierung zu erſuchen, eine Nachweiſung vorzulegen, in der die
Per=
ſonen namentlich aufgeführt ſind, die in den einzelnen Miniſterien auf
Privatdienſtvertrag angeſtellt ſind. Gleichzeitig iſt anzugeben, wo die
Mittel für dieſe Stellen bewilligt wurden.”
Nach einem Beſchluß des Ausſchuſſes ſollen auf ſozialdemokratiſchen
Antrag hin Erzeugniſſe von ſtaatlichen Anſtalten und Unternehmen an
dort beſchäftigte Beamte und Bedienſtete nicht mehr billiger abgegeben
werden können.
Einſtimmige Annahme fand eine weitere Verſchärfung der
Anſtel=
lungs= und Beförderungsſperre.
Die in der Vorbemerkung zum Staatsvoranſchlag in Ziffer 8 und
10 enthaltenen Ermächtigungen für die Regierung, in einzelnen Fällen
auf Beſchluß des Geſamtkabinetts Inhaberſtellen, die erledigt ſind,
wie=
der zu beſetzen unter Wegfall einer entſprechenden anderen Stelle,
wur=
den geſtrichen.
Der Ausſchuß nahm einſtimmig folgende Entſchließung an:
„Die Regierung wird erſucht, Beamten, die eine auf den Inhaber
bewilligte Stelle innehaben, ſobald als möglich und ſoweit dienſtliche
Intereſſen nicht entgegenſtehen, auf ine andere Stelle zu verſetzen. Dabei
iſt auf die Gleichartigkeit und Gleichwertigkeit der neuen Stelle in he=ug
auf die von dem Beamten ſeither verwaltete Stelle nur inſoweit
Mück=
ſicht zu nehmen, als jene der Vorbildung des Beamten entſprechen muß.
Stellen in der Lokalverwaltung ſind den Stellen in der
Zentralverwal=
tung als gleich zu achten.”
(Wir bitten, in dieſem Bericht immer volksparteilichen und
volks=
rechtparteilichen zu leſen.)
Der Ausſchuß vertagte ſich auf Mittwoch vormittags 11 Uhr.
Schleſiſche Seimwahlen im Mai.
Berlin, 25. Februar.
Bei der Beratung des Etats des Innenminiſteriums im
Warſchauer Senat iſt es dem deutſchen Senator Dr. Pant
gelun=
gen, endlich Klarheit über die Wahlen zum
Schle=
ſiſchen Seim zu ſchaffen. Der Schleſiſche Seim wurde
be=
banntlich im Februar des vergangenen Jahres auf Betreiben des
Wojwoden Graſzynſki aufgelöſt. Die Neuwahlen wurden trotz
des heftigen Drängens der polniſchen Oppoſitionsparteien
im=
mer wieder hinausgeſchoben, weil Groſzynſki ſich an dem
Aus=
fall der Gemeindewahlen erſt über die Stimmung der
Bevölke=
rung vergewiſſern wollte. Auf eine dringliche Anfvage des
Se=
nators Dr. Pant ſah ſich nunmehr der Innenminiſter Jozeffki
gezwungen, mitzuteilen, daß die Wahlen in der erſten
Hälfte des Monats Mai ſtattfinden würden. Die
Wahl=
ordnung würde demnächſt im Geſetzblatt veröffentlicht werden.
wieder in der Heimat der Biederkeit und der wahren Humanität
zu wohnen. Immerhin, in Frankreich wurde Villers Kantwerk
viel gekauft und noch mehr geleſen; dadurch hat er auch Frau
von Staél und ihren Freund Benjamin Conſtant erſt für die
deutſchen Studien gewonnen.
Noch größeren Erfolg hatte Villers mit einer zweiten Schrift,
dem Essai sur Vesprit et Linduence de 1a reformation de
Luther” (1804): von dem Pariſer National=Inſtitut preisgekrönt,
erlebte das Buch in kurzer Zeit vier Auflagen; außerdem
er=
ſchienen drei deutſche, zwei engliſche und eine holländiſche
Ueber=
ſetzung. Seit dem Jahre 1800 korreſpondierendes Mitglied der
Göttinger Akademie der Wiſſenſchaften, dann während eines
anderthalbjährigen Pariſer Aufenthalts (vom Herbſte 1803 bis
zum Frühjahr 1805) zu derſelben vom „Inſtitut” erhoben, durfte
Villers ſich der Hoffnung hingeben, ſeine Bemühungen, den
deutſch=franzöſiſchen Abgrund zu überbrücken, würden von Erfolg
gekrönt ſein. Schon plante er die Gründung einer neuen großen
Zeitſchrift für den geiſtigen Verkehr beider Völker, da dachte das
böſe Schickſal, alle ſeine Saaten zu zerſtören: der Sturm der
napoleoniſchen Kriege begann über Deutſchland dahinzubrauſen.
Auch Villers zweite Vaterſtadt Lübeck wurde der Schauplatz
wil=
der Kämpfe und wüſter Plünderung. Damals und ſpäter in
allen Jahren des Unglücks bteätigte der tapfere Mann in tauſend
Nöten ſeinen deutſchen Sinn. Zunächſt trar er in den Lübecker
Unheilstagen furchtlos als Vermittler zwiſchen ſeinem alten und
neuen Landsleuten auf; dann betätigte er ſich raſtlos und
erfolg=
reich auch als Fürſprecher der Freiheiten der drei Hanſeſtädte,
ein Bemühen, wofür ihn Bremen zum Ehrenbürger ernannte;
in zwei Flugſchriften ſtellte er die von den Franzoſen in Lübeck
verübten Greuel dar, ihre wüſte Unordnung und viehiſche
Wild=
heit und im Gegenſatz dazu die Mannszucht und Tapferkeit der
Preußen. Daſür ward er ſpäter als angeblicher Verleumder der
franzöſiſchen Truppen von Marſchall Davouſt verhaftet und aus
dem neugebildeten Generalgouvernement verbannt.
Das war im Jahre 1811, nachdem Villers kurz vorher zum
Profeſſor der Literatur in Göttingen ernannt worden war. Um
die Erhaltung der dortigen Univerſität wie der zu Halle in ihrer
deutſchen Art hatte er ſich ſchon nach Errichtung des
Königs=
reichs Weſtfalen durch eine Schrift über den Wert unſerer
ala=
demiſchen Einrichtungen aufs höchſte verdient gemacht. Durch
das Eingreifen einflußreicher Freunde vom Banne des
Mar=
ſchalls befreit und mit Ehrungen deutſcher Städte und
Körper=
ſchaften überſchüttet, verlebte er nun in Göttingen ſeine
glücklich=
ſten und wirkungsreichſten Jahre. Eine Schar verheißungsvoller
junger deutſcher Geiſter verehrte ihn als Lehrer; beſonderes An=
Nummer 57
Mittwoch, den 26. Februar 1930
Seite 3
Keroofnar iin Reicorag.
Neue Widerſtände gegen das Polenabkommen. — Ekalſchwierigkeiken. — Der Streil um die Saniernng der
Reichsfinanzen. — der kampf um das Rokopfer. — der Reichsfinanzminiſter gegen die Sonderbeſtenerung
der Beamken. — Vor dem Auseinanderfallen der Koalikion?
Kriſenſkimmung.
Unverminderke Spannung. — Gefahr für das Kabinett.
* Berlin, 25. Februar. (Priv.=Tel.)
Im Reichstag hat eine allgemeine Kriſenſtimmung
Plas gegriffen. Für die Vorgänge im Plenum intereſſiert ſich
vorläufig lein Menſch. Infolgedeſſen fanden die Debatten über
das Mieterſchutzgeſetz und das Geſetz über die
Berg=
arbeiterſiedlungen beinahe unter Ausſchluß der
Oeffent=
lichkeit ſtatt. Nur bei der Feſtſtellung der neuen Tagesordnung
konnte man plötzlich merken, wie ſich die Dinge doch ſchon
zuge=
ſpitzt haben. Die Sozialdemokraten rechnen oſfenbar ſtark mit
dem baldigen Ausbruch der Kriſe und dem Auseinanderfallen der
Koalition. Sie möchten aber vorher noch beſtmmte Ziele
ver=
wirklichen und haben daher auch den Verſuch gemacht, das
Republikſchutzgeſetz auf die Tagesordnung der
Mittwoch=
ſitzung zu bringen, um noch raſch dieſe ihnen am Herzen liegende
Vorlage zu retten. Das haben ſie jedoch vorläuſig noch nicht
erreicht. Man wird ſich am Mittwoch zunächſt mit der neuen
Haushaltsordnung befaſſen. Am Vormittag ſoll allerdings der
Aelteſtenrat zuſammentreten und darüber entſchließen, wie der
weitere Arbeitsplan des Reichstages geſtaltet werden ſoll. Dieſer
Sitzung kommt eine erhebliche Bedeutung zu, weil es von ihr
abhängt, ob der Reichstag bis zur zweiten Leſung der
Young=
geſetze durchtagen oder doch wenigſtens eine verkürzte
Faſchings=
pauſe einlegen ſoll.
Der Polenverkrag eine Kabinekksfrage.
Die Stimmung im Reichstag gegen das. Polen=
Abkommen.
Eine Beratungspauſe wäre vielleicht im Augenblick
noch das Beſte, weil man dann für einige Tage im Reichstag
eine äußerliche Ruhe herſtellen könnte. Viel wird ſie allerdings
nicht helfen. Der Young=Ausſchuß, deſſen Beratungen immer
mehr in die Breite gehen, wird noch einige Tage benötigen,
ſo daß er wahrſcheinlich erſt gegen Ende der Woche ſeine
Be=
ratungen abſchließen kann, ſo daß dann Mitte der nächſten
Woche die eigentlichen Entſcheidungen im
Reichstagsplenum fallen können. Obwohl die
Ausſchuß=
beratungen zum Teil ſtreng vertraulich waren, namentlich ſoweit
das Polenabkommen in Frage bam, ſo iſt doch durchgeſickert, daß
ſich die Widerſtände gegen den
Liquidationsver=
trag mit Polen noch verſchärft haben. Der
Reichs=
außenminiſter hat im Ausſchuß gedroht, daß die
Regierung ihren Rücktritt nehmen würde, falls
ſich der Reichstag nicht bereit finden würde,
das Liquidationsabkommen mit Polen
gemein=
ſchaftlich mit den übrigen Haager
Vereinbarun=
gen anzunehmen. Dieſer Zwiſchenfall iſt immerhin
bezeich=
nend für die Stimmung, die der Liquidationsvertrag im
Reichs=
tag ausgelöſt hat.
Der Zankapfel des Nokopfers.
Unverminderter Kampf um die Sanierung
der Arbeitsloſenverſicherung.
Nicht minder ſtark ſind die Sorgen, die die
Etats=
ſchwierigkeiten dem Reichskabinett bereiten. Innerhalb
der Regierungskoalition hat die Einſtellung der verſchiedenen
Parteien zu den viel erörterten Deckungsvorſchlägen keine
Aen=
derung erfahren. Am Donnerstag vormittag wird die
entſchei=
dende Kabinettsſitzung ſtattfinden, in der die Würfel fallen ſollen.
Bei den Deckungsvorſchlägen ſteht das ſogenannte
Notopfer im Vordergrund des Intereſſes, für das ſich die
ſozialdemokratiſche Reichstagsfraktion mit allen ihr zu Gebote
ſtehenden Machtmitteln einſetzt. Sie denkt aber gar nicht daran,
ſich mit dieſer einmaligen Steuer zu begnügen. Sie verlangt:
darüber hinaus, Caß auch in Zukunft die Darlehenspflicht des
Reiches der Arbeitsloſenverſicherung gegenüber aufrecht erhalten
bleiben ſoll. Soweit wir unterrichtet ſind, denkt wiederum
der Reichsfinanzminiſter Dr. Moldenhauer
nicht daran, dem Kabinett eine
Notopfervor=
lage zu unterbreiten. Er befindet ſich dabei in voller
Uebereinſtimmung mit der Fraktion der Deutſchen Volkspartei,
die dieſe Sonderbeſteuerung der Feſtbeſoldeten
ablehnt. In erſter Linie ſollen durch das Notopfer die Beamten
getroffen werden. Die Sozialdemokratie macht ja auch aus ihrer
Beamtenfeindlichkeit gar kein Hehl mehr. Es iſt immerhin
mög=
lich, daß die ſozialdemokratiſchen Reichsminiſter im Kabinett einen
Beſchluß über das Notopfer herbeiführen und dadurch den
Finanzminiſter zwingen, eine entſprechende Vorlage
auszuar=
beiten. Ob ſich das aber Dr. Moldenhauer gefallen laſſen wird,
iſt noch die Frage.
Kriſengerüchkte.
Trüber Ausblick in die Zukunft.
Wie ernſt man in die Zukunft ſchaut, das geht am beſten
aus den Gerüchten hervor, die ſchon im Reichstag
herum=
ſchwirren und die ſich in der Hauptſache immer wieder um den
nahe bevorſtehenden Ausbruch der
Regierungs=
kriſe drehen. Sie haben auch ſchon in die Preſſe Eingang
ge=
funden. Ein Berliner Abendblatt ſppach von einer kommenden
Gewerkſchaftsregierung, in der die
Sozialdemo=
kraten den Ton angeben würden und in der auch das Zentrum
beteiligt ſein ſollte, um die ſich auf die Arbeitsloſenverſicherung
beziehenden Forderungen durchzudrücken, den Wehretat
zuſam=
menzuſtreichen und eine Sanierung der
Reichsfian=
zen unter Verzicht auf eine Steuerſenkung
her=
beizuführen. Das Zentrum iſt dieſem Gerücht ſofort energiſch zu
Leibe grückt und hat es als glatte Erfindung bezeichnet. Das
wollen wir gern glauben, zumal genade die Zentrumsfraktion
noch immer an dem Gedanken feſthält, daß vor der
Verabſchie=
dung der Younggeſetze bindende Abmachungen über die
Ord=
nung der Reichsfinanzen getroffen werden. Aber die
Sozial=
demokratie hat es verſtanden, dieſe Vereinbarungen
hinauszu=
ſchieben. Dafür iſt der Termin für die
Verabſchie=
dung der Younggeſetze jetzt ſchon ſo nahe
heran=
gekommen, daß in der Tat die im Reichstag
herr=
ſchende Nerpoſität nur allzu begreiflich iſt.
Die parlamenkariſche Lage am Dienskag abend.
Noch keine Entſcheidung. — Alles noch in der
Schwebe.
Die Deutſche Volkspartei hat in den ſpäten Nachmittags=
und Abendſtunden im Beiſein des Reichsaußenminiſters Dr.
Curtius über das Polenabkommen beraten und im Anſchluß
daran nach einem Vortrag des Reichsfinanzminiſters über die
Deckungsfragen, ohne daß es während der Anweſenheit der
beiden Miniſter zu irgendwelchen Beſchlüſſen gekommen wäre.
Die Ausſprache zog ſich bis in die ſpäten Abendſtunden hin.
Auch die Verhandlungen der Zentrumsfraltion haben keine
weſentlichen Beſchlüſſe ergeben, die die parlamentariſche
Situ=
ation irgendwie berühren. Entſcheidende Verhandlungen, die
die parlamentariſche Situation klären können, werden unter
dieſen Umſtänden erſt nach der morgigen Kabinettsſitzung
er=
wartet.
335 Millionen Fehlbekrag in der Arbeitsloſen=
Berſicherung.
Der Vorſtand der Reichsanſtalt für Arbeitsloſenvermittlung
und Arbeitsloſenverſicherung hat in dieſen Tagen ſeine
Vor=
arbeiten für den Haushaltsplan 1930/31 der
Reichsverſicherungs=
anſtalt abgeſchloſſen. Der Entwurf des Vorſtandes weiſt einen
Fehlbetrag von 335 Millionen auf, für den nach den geſetzlichen
Beſtimmungen das Reich eintreten müßte. Die Höhe des
Fehl=
betrages wird ſich auf etwa 230 Millionen vermindern, wenn die
Befriſtung der im Vorjahr erfolgten Beitragserhöhung aufgehoben
und bis zum Ende des Haushaltsjahres verlängert wird. Der
Entwurf des Vorſtandes ſoll in den nächſten Wochen dem
Ver=
waltungsrat der Reichsanſtalt zugehen, doch iſt zu erwarten, daß
bis dahin die Vorlage auf Grund der Verhandlungen über die
Deckung des Fehlbetrages der Reichsverſicherungsanſtalt nicht
unbeträchtlich verändert ſein wird.
ſehen genoß er bei allen, die, wie Jakob Grimm und Joſef Görres,
die Pflege deutſchen Weſens und deutſchen Geiſtes auf ihre
Fahnen geſchrieben hatten. Auch Goethe ſchätzte ihn als „eine
wichtige Perſon”, weil er „wie eine Art Janusbifrons” beide
Seiten, die franzöſiſche und die deutſche, im Auge habe. Noch
einmal während des Wiener Kongreſſes, trat Villers auf Wunſch
hanſeatiſcher Männer mit einer Denkſchrift für die
Wiederher=
ſtellung der freien Städte, und zwar erfolgreich ein Es war ſeine
letzte literariſche Arbeit. Mitten während dieſer Bemühung traf
den edlen Mann der letzte, bitterſte Schlag: er wurde am 27. März
1814 durch die wiederhergeſtellte hannoverſche Regierung ſeiner
Göttinger Aemter enthoben. Die geſamte gelehrte deutſche Welt
war entrüſtet. Erſt dem energiſchen Eintreten des Freiherrn
von Stein gelang es, dieſen Schritt, der „die deutſche Nation
be=
ſchimpfe” zum Teil rückgängig zu machen: der Ruhegehalt wurde
dem Entlaſſenen zuerkannt, die ſchon ausgeſprochene Verbannung
aufgehoben. Doch er erholte ſich nicht mehr von dieſem
Schick=
ſalsſchlag. Am 26. Februar 1815 ſtarb er, „ein deutſcher Mann
an Herz und Willen”, von „ganz Germanien beweint”.
Dr. Karl Berger.
Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus. — Dienstag, den 25. Februar.
Im Weißen Rößl.
Luſtſpiel von O. Blumenthal und G. Kadelburg.
Was ein „Kaffee verbehrt” iſt, wiſſen Sie! Auch, was ein
„Souffleurverkehrt” iſt? Dieſen Begriff habe ich geſtern
entdeckt: wenn nämlich zwei teilnahmevolle Damen hinter Ihnen
ſitzen und mit munteren Reden die Handlung begleiten! Soetwa:
Der Kellner des „Weißen Rößl” bietet Anſichtskarten an.
Hinter mir: „Ach, jetzt ſchreiwe ſe auch noch Anſichtslarte!”
Glühſtrumpf=Fabrikant Gieſecke erſcheint. Lebhaſte
Be=
grüßung: „Ei, da kommt der Fritz Valk! — Ach nein, es iſt ja
der Maletzki!”
Gieſecke hat ſeinen Prozeß verloren und räſoniert daher auf
die Anwälte und das Gericht. Hinter mir: „Jetzt kriege’s die
Rechtsanwälte mal geſagt! — Ja, aber hinterher behalte ſie doch
So enthüllte ſich mir geſtern der Beariff des „Souffleur
ver=
kehrt‟. Seine lebhafte und muntere Tätigkeit benies das
Juter=
eſſe, daß die Neuerweckung des Weißen Rößil” und all ihre
beſonderen Reize fanden; ſo die bebenden Hühner, die Sonja
Karzau und Ilſe Knieſtedt als Mirzl und Mali vom
Markt mitbrachten, der lebende Regen, der die Familie Gieſecke
unter Waſſer ſetzte, und die dezent belebte Bade=Anſtalt!
Es war wie eine Auferſtehung nach zehn oder zwanzig
Jah=
ren! Hans Baumeiſter war wieder — gefühlvoll und feſch
wie ehedem — der verliebte „Leopold”: erſt Zahlkellner, dann
Ehebellner!
Käthe Gothe ſtellte als „Joſepha Voglhuber” die
liebens=
würdige, tatkräftige Röſſelwirtin mit gewinnender Drolerie dar.
In dem rührenden „Priratgelehrten Hinzelmann” dem
Verkün=
der des Reiſezaubers, gab Kurt Weſtermann eine ſeiner
voll=
endetſten Geſtalten in unverminderter Lebensfriſche.
Die Schlager des ſchnoddrigen Berliner Humors warf Paul
Maletzki als Glühſtrumpffabrikant Gieſecke mit der zündenden
Sicherheit von Knallerbſen auf die Bühne, bzw. in die
Gebirgs=
luft des Salzlammergutes. Scharmante Komik gaben Elſe
Knott als liſpelndes „Klärchen” und Werner Hinz als
Ber=
liner Hochtouriſt.
SiegfriedNürnbergerbemühte ſich um die überlegene
Sicher=
heit des „Dr. Siedler”. Inge Conradi um des letzteren Gunſt.
Renato Mordo hatte — im Rahmen eines hübſchen,
friſch=
gemalten Bühnenbildes von Lothar Schenck von Trapp —
dem alten Luſtſpiel die Ehre ſeiner Inſzenierung erwieſen. Es
ſpielte ſich ſlott ab. Einige Unſicherheiten müſſen noch
ausge=
bügelt werden.
Die Zuſchauer unterhielten ſich ausgezeichnet. Gemeſſen an
den meiſten neuen Schwänken, beſtätigte ſich die glänzende
Schwank=Technik. die Blumenthal und Kadelburg zu eigen
war und die den meiſten Neuen fehlt.
Der Erfolg war ſtark wie ehemals.
Bon deutſchlands Hohen Schulen.
Marburg: Profeſſor Dr. Oskar Weigel hat den Ruf auf den
hrſtuhl der Mineralogie, Petrographie und Kriſtallographie an der
(niverſität Jena als Nachfolger von Geheimrat Linck abgelehnt. —
rofeſſor Dr. Wilhelm Enßlein hat den an ihn ergangenen Ruf als
Lingrius auf den Lekrſtuhl der alten Geſchichte an der Univerſität
draz als Nackfolger von Profeſſor Fr. Oertel angenommen.
Leipzia: Ernannt wurde vom 1. April d. J. ab Profeſſor Dr. Karl
eldrich zum ordentlichen Profeſſor für bürgerliches und römiſches
echt an der Uniherſität Jona als Nachfolger von Prof. H. A. Tiſcher.
Der ordentliche Profeſſor an der Univerſität Königsberg. Dr.
chaeder, iſt vom 1. April d. J. ab zum ordentlichen Profeſſor der
jentgliſchen Philologie in der Philoſophiſchen Fakultät der
Univer=
it Leipzig ernannt worden.
Wirkſchaftsbolſchewismus.
Moskan macht Schule. — Radikaliſierung der
Sozial=
demokrakie aus Zurchk vor den Kommuniſten.
* Berlin, 25. Februar. (Priv.=Tel.)
Wie ſehr ſich die Sozialdemokraten ſchon als
Oppoſitions=
partei fühlen, lehrt ein Blick in den „Vorwärts‟. Er enthält
einen Aufruf zugunſten der 5=Tage=Woche, der
Verkürzung der Arbeitszeit und der
Verwei=
gerung von Ueberſtunden. Der Appell an die
ſozial=
demokratiſche Arbeiterſchaft iſt beinahe auf den Ton ähnlicher
kommuniſtiſcher Manifeſte geſtimmt. Es iſt allerdings nicht
ein=
zuſehen, welche Einſparungen die Verwirklichung dieſer
ſozial=
demokratiſchen Forderungen mit ſich bringen ſoll. Die
Verhält=
niſſe in den einzelnen Betrieben ſind doch ſo verſchieden
ge=
lagert, daß mit einer ſolchen Gleichmacherei nichts erreicht
wer=
den kann. Da die Arbeiter ſelbſtverſtändlich bei der Anwendung
der 5=Tage=Woche auf der Bezahlung des 6.
Arbeits=
tages beſtehen werden, wird ſchließlich dieſer Plan nur
neue Laſten mit ſich bringen, ohne zu einer
Ver=
minderung der Arbeitsloſigkeit zu führen, mit
der die Sozialdemokraten nach der Durchführung der verkürzten
Arbeitszeit angeblich rechnen. Durch die Vermehrung der Laſten
wird die Möglichkeit, neue Arbeitskräfte einzuſtellen, nur noch
geringer. Wieweit die Sozialdemokraten bereits nach links
ab=
grutſcht ſind, geht daraus hervor, daß ſie die Arbeiter auffordern,
gegen die Ueberſtunden zu rebellieren und ſelbſt Ordnung zu
ſchaffen.
Der Miekerſchuk vor dem Reichskag.
In Fortſetzung der Beratung der Vorlagen und Anträge zur
Mieterſchutzgeſetzgebung im Reichstag nahm
Reichsjuſtiz=
miniſter v Gugrard Stellung gegen die geſtrigen
Ausfüh=
rungen des Abg. Dr. Jörriſſen (W.P.). Er (Miniſter) habe den
Abgeordneten gebeten, ihm Einſicht in das unkorrigierte
Steno=
gramm ſeiner Rede zu gewähren. Dr. Jörriſſen habe die
Einſicht=
nahme verweigert. Der Miniſter erklärte dann ſeine
Zuſtim=
mung zur Beſeitigung der Zwangswirtſchaft.
Allerdings ſeien jetzt die Vorausſetzungen dazu
noch nicht gegeben, und eine verfrühte Aufhebung des
Kündigungsſchutzes würde ſchwere wirtſchaftliche und politiſche
Erſchütterungen zur Folge haben.
Der Zentrumsabgeordnete Tremmel ſprach die
Hoffnung aus, daß es diesmal zum letztenmal zu einer
Verlänge=
rung der beſtehenden Mieterſchutzgeſetze komme. Die Regierung
ſolle nach Anhörung der Organiſationen der Mieter und
Haus=
beſitzer ein Uebergangsgeſetz ausarbeiten. Der Aufhebung der
Hauszinsſteuer könne das Zentrum nicht zuſtimmen.
Für Ausſchußüberweiſung der Vorlagen äußerte ſich der
demokratiſche Abg. Büll nach einem Hinweis auf die vielen
Eingaben und Denkſchriften, die dem Reichstag zur
Mieterſchutz=
frage zugegangen ſind.
Abg. Behrens (Chriſtl.=Nat.) betonte beſonders das
Woh=
nungselend der deutſchen landwirtſchaftlichen Saiſonarbeiter. Dieſe
Leute könne man mit 8—10 000 Mark auf dem Lande gut und
dauernd anſiedeln. Im übrigen warnte der Redner vor übereilter
Aufhebung der Mieterſchutzgeſetze.
Auch Abg. Troßmann (B. V.P.) meinte, von einer
Beſei=
tigung der Wohnungszwangswirtſchaft könne jetzt keine Rede ſein.
Nachdem mit der Erklärung des Abg. Wegner, die
Natio=
nalſozialiſten würden der Verlängerung der Mieterſchutzgeſetze
zu=
ſtimmen, die Ausſprache beendet war, wurden die Vorlagen und
Anträge dem Wohnungsausſchuß zugewieſen. Es wurde dann noch
das Bergmannsſiedlungs=Geſetz in zweiter und dritter Beratung
angenommen.
Für die nächſte Sitzung am Mittwoch um 3 Uhr empfahl
Vize=
präſident Eſſer die zweite Beratung des Republikſchutzgeſetzes Die
Abgeordneten Schultz=Bromberg (Dn.), Torgler (K.) und Stöhr
(NS.) proteſtierten dagegen, ſo daß aufder Tagesordnung
der nächſten Sitzung nur die Haushaltsordnung
ſteht.
Die Wahl des Generaldireklors der B.3.3.
UNB. Berlin, 25. Februar.
Die Konferenz der Notenbankleiter der bei der B.J.3.
füh=
renden Staaten, die morgen in Rom zuſammentritt, hat auch die
Wahl des Generaldirektors der Bank zu vollziehen.
Deutſch=
land hat immer den Standpunkt vertreten, daß die
Ernen=
nung Sache des Verwaltungsrates ſei, daß aber der
Ge=
neraldirektor, wenn er ſchon nicht aus dem
Schuldnerland genommen werden könne, ein
Neutralerſein müſſe. Es haben verſchiedene diplomatiſche
Unterhaltungen in dieſer Frage ſtattgefunden, bei denen immer
wieder der deutſche Standpunkt ſcharf herausgearbeitet wurde,
aber nach allem, was man in der geſamten Weltpreſſe lieſt, wird
jetzt doch damit zu rechnen ſein, daß der Franzoſe
Quesnay zum Generaldirektor, ernannt wird.
Die Aufgabe Deutſchlands iſt es nun, dafür zu ſorgen, daß es,
wenn es ſich ſchon mit der Wahl Quesnays abfinden muß,
wenig=
ſtens einen maßgebenden Einfluß in der Bank erhalten wird.
Beier=Lindhardt: Das deutſche Luftſchiff. Seine Geſchichte,
Einrichtun=
gen und Fahrten. 48 Seiten mit 26 Bildern und Skizzen in farbigem
ſteifen Umſchlag. Preis 65 Pfg., gebunden 1,25 RM.
Das Buch enthält nicht nur eine Darſtellung der Entwickelung
unſerer Zeppeline, ſondern gibt auch Aufſchluß über den Verbleib der
126 Vorgänger des „Graf Zeppelin”, ſeinen Bau, Einrichtung und
Betrieb, bringt Bilder und Schilderun en von dem Flug um die Welt
und behandelt die Zukunftspläne im Luftſchiffweſen in einer
volkstüm=
lichen, leicht verſtändlichen Form, ſo daß das Buch ein Volksbuch im
wahrſten Sinne des Wordes iſt, aber auch ſo recht geeignet, unſere
Ju=
gend mit dem Luftſchiffweſen vertraut zu machen. So kommt es auch
dem Erlaß des Preußiſchen Unterrichtsminiſteriums vom 17. Mai 1929
entgegen, welcher beſagt, daß „möglichſt allgemein das Ziel erreicht
wer=
den ſoll, daß die Jugend Kenntnis von Weſen und Bedeutung der
Luft=
fahrt erhält, daß ſie ferner die Grundlagen und die Bedingungen für
die Durchführung der Luftfahrt verſtehen lernt . . ."
— Ravenſteins großer Stadtplan von Frankfurt a. M. Dem neuen
amtlichen Adreßbuch für das Jahr 1930 liegt diesmal ein Verkehrsplan
des erweiterten Stadtkreiſes von Frankfurt a. M. im Maßſtabe von
1:20000 bei, der bekanntlich auch im Buchhandel und direkt vom
Ver=
lag: Geographiſche Verlagsanſtalt und Druckerei Ludwig Ravenſtein
A. G., Frankfurt a. M., zum Preiſe von 2,50 RM. bezogen werden
kann. Um den vielfachen Anregungen aus Intereſſentenkreiſen
Rech=
nung zu tragen, erſchien ſoeben der den früheren Adreßbüchern
bei=
gegebene Stadtplan „Groß=Frankfurt” im Maßſtabe 1: 15 000 in
Neu=
auflage. Der Plan wurde vor Drucklegung genaueſtens nachgetragen,
ſo daß er in allen Einzelheiten dem derzeitigen Stand völlig entſpricht.
— Weſtermanns Monatshefte, für welche die bedeutendſten
deut=
ſchen Schiftſteller Beiträge liefern, haben auch der jungen Generation
Gelegenheit geboten, ihre Arbeiten einem großen Leſerkreis zu
unter=
breiten. In einem der nächſten Hefte wird Ernſt Wiechert, der erſt
kürzlich mit dem Literaturpreis der euvopäiſchen Zeitſchriften
ausge=
zeichnet wurde, zu Wort kommen mit einer Novelle „Der Schnitter im
Mond‟. Ernſt Wiechert hat ſich durch ſeine früher erſchienenen
Ro=
mane eine treue Gemeinde erworben, die der Novelle mit großem
Intereſſe entgegenſehen wird.
— Wer iſt beliebt? Das iſt eine Frage, mit der ſich jeder ſchon
auseinandergeſetzt hat. Wie groß iſt die Freude, wenn bei einem
Ge=
ſellſchaftsabend unter den Gäſten ſolche ſind, die ſich allgemeiner
Beliebt=
heit erfreuen und dadurch der fröhliche Ton ſchon im Voraus geſichert
iſt. Man kann es daher verſtehen, daß viele Menſchen beſtrebt ſind,
ebenſo beliebt zu werden wie dieſe Bevorzugten. Die Frage, ob der
einzelne es beſtimmen kann, ſich größerer Beliebtheit zu erfreuen, wird
in ſehr unterhaltender Art durch Dr. W. Herrtwich in der
Märzaus=
gabe von „Weſtermanns Monatsheften” erörtert. Das Heft bringt
außerdem wieder eine Ausleſe intereſſanter, teilweiſe hochaktueller
Bei=
träge über „Mode und Sport”, „Berlins ſchöne Frauen”, „Wetter und
Laune”, „Wende der Luftfahrt”.
Seite &
Mittwoch, den 26. Februar 1930
Nummer 57
Die Hinderienang.
Von unſerem T=Korreſpondenten.
Rom, 23. Februar 1930.
Man iſt verſucht, an einen perſönlichen Friedensſchluß
zwiſchen dem Papſt und Muſſolini zu glauben. Bisher war der
Lateranfrieden des vergangenen Jahres nur zu einer offenen
Ausſöhnung zwiſchen Kurie und Königshof gediehen, auch der
Staat hatte offiziell die Friedensrexte angenommen, aber zwiſchen
dem amtlichen Fascismus und der päpſtlichen Regierung erſchien
der durch Siegel und Brief beglaubigte Frieden doch noch ganz
bedenklich mit Fallgruben und Scherben geſtört. Man befand ſich
in heftigem Kampf um die Erziehung der Jugend, auf die der
Fascismus und die Kirche gleichermaßen ihre Anſprüche geltend
machten. Da aber gerade die Jugenderziehung, durch die der
ge=
ſamte Nachwuchs der Nation von vornherein für das fasciſtiſche
Regime gewonnen werden ſoll, dum Duce als faſt das
Weſent=
lichſte der fasciſtiſchen Praxis gilt, ſo war ſeine Haltung gegen
den Vatikan, der die Seelen zunächſt für die Kirche forderte,
wahr=
lich nicht gerade friedfertig. Zwiſchen dem Papſt und Muſſolini
beſtand eine ſchier unüberbrückbare Kluft, ſo daß an den lang
ſchon erwarteten Beſuch Muſſolinis beim Papſt auch dann noch
nicht zu denken war, als bereits König und Kronprinz offiziell vor
dem Heiligen Vater gehuldigt hatten.
Aber der Duce hatte aus Preſtigegründen doch den Wunſch,
auch ſeinerſeits durch einen Beſuch beim Papſte ſeinen Frieden
mit der Kirche zu beweiſen. Es machte im katholiſchen Auslande
nach und nach einen etwas eigenartigen Eindruck, daß derſelbe
Mann, der den Lateranfrieden abgeſchloſſen und ſich dafür als
Friedensſtifter und Freund der Kirche in der weiten Welt hatte
preiſen laſſen, trotz aller Friedensdokumente noch nicht in
perſön=
liche Beziehungen zum Papſte getreten war. Man traute dem
Frieden trotz des Friedens nicht, und beſonders aus Amerika,
das dem Fascismus mehr denn je ſkeptiſch gegenüberſteht, kamen
zu viel Stimmen, die verärgert oder auch zweiſelnd dem
Lateran=
pakt nicht trauten. Der Duce ſah ein, daß er aus ſeiner
Iſolie=
rung gegenüber dem Papſte herauskommen mußte, er wußte aber
auch, daß er vom Papſte nicht eher empfangen werden würde, als
bis gewiſſe Angriffe des Fascismus und des Duce ſelbſt gegen
den Vatikan widerrufen oder durch praktiſche Taten ausgeglichen
ſein würden. Da nun die Diplomatie des Vatikans es nicht nötig
hat, eine reine Preſtigepolitik zu treiben, wo ſie ſachliche Erfolge
einheimſen kann, während der Fascismus und Muſſolini immer
mehr Wert auf den äußeren als auf den praktiſchen Erfolg legen,
ſo ſcheint man jetzt einen Ausweg aus dem Hader gefunden zu
haben.
Zunächſt hat der Sekretär der fasciſtiſchen Partei, Turati, der
hier den Rang eines Miniſters hat, den Papſt feierlich beſucht,
ihm folgte dann der Präſident des Senats, Federzoni, und der
Vorſitzende der ſogenannten Kammer. Gurati, will am Montag
ſeine Antrittsviſite beim Heiligen Vater machen. Der Weg zum
Beſuche Muſſolinis im Valikan erſcheint frei. Der Preis aber
um den dieſer Weg geebnet werden konnte, iſt ein Kompromiß in
der Erziehungsfrage der Jugend, aber ein Nachgeben, bei dem für
den Fascismus das Geſicht gewahrt wird. Der neue
Kardinal=
ſtaatsſekretär Pacelli zeigt auch hier ſeine geſchickte Hand. Das
Preſtige des Fascismus wird geſchont, der Vatikan aber gewinnt
in der Praxis des Alltags und der Zukunft.
Man teilt die Kinder, die Objekte der Erziehung. Der
Fas=
cismus übt auch weiterhin ſeine Kunſt an der Bildung der Jugend
zu guten fasciſtiſchen Parteimitgliedern, aber nur an dem
männ=
lichen Nachwuchs. Die Mädchen überläßt man der Kirche. Der
Anfang iſt bereits gemacht. Die Mädchen werden nicht mehr in
dem Maße zum Turnunterricht herangezogen, wie bisher, das
profane kurze Turnkleid weicht wieder dem züchtigen Schleier
Die Kirche wird wieder wie früher auf die Heranbildung der
weiblichen Jugend Einfluß nehmen. Die Knaben aber überläßt
der Vatikan nun ohne offenen Widerſpruch dem fasciſtiſchen
Parteilehrer. Die Kinderteilung ſchafft Frieden auf dem Felde
der Erziehung. Aber es gewinnt dabei der Vatikan. Denn dieſe
Mädchen, die fernerhin wieder im typiſchen kirchlichen Sinne
er=
zogen werden, ſind für die italieniſche Zukunft entſcheidend.
Man hat dieſe Tatſache bereits einmal prüfen können. Als
die Freimaurerei nach 1870 ihren Sieg über die Kirche zu erringen
ſchien, als das Haus Gordiano Brunos dem Vatikan vor die Türe
geſetzt wurde, als Prieſter beſchimpft und verachtet wurden, als
die Freigeiſterei in Rom Mode wurde — der König iſt heute noch
trotz ſeines Beſuches beim Papſt genau ſo antipäpſtlich wie er ſeit
ſeiner Jugend war —, da hat die katholiſche Kirche in Italien es
verſtanden, trotz aller äußeren Ohnmacht die Seelen der Mädchen
zu behalten. Die Frauen und Mädchen ſtanden auch weiterhin
ganz unter dem Einfluß der Nonnen und Prieſter, ſie füllten die
Kirchen und waren in der alten Weiſe abhängig von der Meinung
ihrer Geiſtlichen. Mit dieſer Macht im Hauſe, in der Familie, hat
der Vatikan die ſchwere Kriſe überwunden, die ſeinem Wirken in
Italien drohte. Die Mädchen und Frauen verblieben der Kirche,
und ſie übten als Mütter und Schweſtern jenen entſcheidenden
Einfluß aus, der ſchon während des Krieges deutlich zeigte, wie
der Italiener trotz aller Freimaurerei mit der päpſtlichen Kirche
verwachſen iſt.
Man könnte Dutzende von Fällen aus ſeinem Bekanntenkreiſe
aufzählen, bei denen der Bruder ſtrenger Freimaurer oder Sozialiſt
iſt oder war — es gibt ungezählte dieſer Kategorien, die treu ihrer
alten Meinung ergeben ſind, aber ſie nur mit Rückſicht auf den
Parteiterror des Regimes nicht offen ausſprechen —, während
die Schweſter eine eifrige Kirchgängerin und eine fromme
Beich=
tigerin geblieben iſt. Die Kirche hatte auf die Frauen in der
Familie ihren Einfluß nicht verloren. Wenn nun jetzt der
Fas=
cismus ſeinerſeils dem Vatikan nach dieſer Hinſicht freie Hand
läßt, ſich auch weiterhin der Seelen der Mädchen zu vergewiſſern,
ſo gibt man der Kirche alles, was ſie im Augenblick erhoffen kann.
Sie verliert dadurch nicht den Zuſammenhang mit der
heran=
wachſenden Jugend, ſie ſetzt ihre ſtille Arbeit im Haus fort und
füllt auch weiterhin den Großteil aller italieniſchen Familien mit
ihrem Geiſt. Mag der Knabe draußen unter der Zucht des
Fascismus als Balilla oder Avanguardiſta eine Art
Pſeudo=
preuße werden, das Mädchen bleibt dem Geiſt der Kirche erhalten.
Wer aber wird länger in ſeiner Macht verharren: die Kirche
oder der Fascismus? Die Kirche hat bisher wenigſtens den
Beweis geliefert, daß ſie Jahrhunderte überdauert. Auch wer
voll=
kommen fasciſtentreu iſt, wird immerhin nicht verkennen können,
daß gewiſſe Möglichkeiten beſtehen, wonach der heutige fasciſtiſche
Nachwuchs auch einmal anders denken könnte. Wenn das Papſt um
alſoäußerlich auf einen offiziellen Einfluß auf die männliche Jugend
— wohlgemerkt äußerlich — zu verzichten bereit ſcheint, ſo tut der
Vatikan dies nur, weil er ſicher iſt, daß er durch die italieniſche Frau
bei der heutigen Jugend und auch bei der nächſten Generation
(wenn der Fascismus ſich alſo ſo dauerhaft erweiſen ſollte)
immer genug Geltung in der Familie behält, um bei einer
Ver=
ſchiebung in den Machtverhältniſſen des heutigen italieniſchen
Staates den Boden wiederzugewinnen, den er heute etwas brach
liegen laſſen will.
Die Kinderteilung zeigt wieder einmal, mit welch klugen
Mitteln die erfahrene Diplomatie der Kurie arbeitet. Sie rechnet
nicht mit den kurzen Tagen der Gegenwart, ſie zielt auf die langen
Jahre der Zukunft. Ueber dem ſichtbaren Erfolg des
Augen=
blicks, den man in der richtigen Aufmachung eindrucksvoll als
Mehrung des Anſehens beſingen kann, ſetzt ſie den ſachlichen und
ſicheren Cinfluß auf ganze Generationen. Sie kann ihre Zeit
er=
warten und die Früchte reifen laſſen, wo andere ſie halbgereift
vom Baume ſchütteln wollen. Sie läßt die Kinder teilen; dem
andern die Buben, ſich ſelbſt die Mädel, um die Mütter zu
beſitzen.
Kommuniften auf Munikionsſuche.
Berlin, 25. Februar.
Wie aus Stolp gemeldet wird, wurden nachts in den
Reichs=
wehrſchießſtänden die Fenſterſcheiben eingeworfen. Der
Wacht=
poſten gab zuerſt drei Schreckſchüſſe ab und feuerte dann eine
Leuchtkugel in die Luft, in deren Schein er mehrere junge
Bur=
ſchen im Stangenholz verſchwinden ſah. Ein Zug des
Reiter=
regiments und eine Abteilung Schutzpolizei nahmen die
Verfol=
gung auf. Sie konnten ſieben der jungen Burſchen verhaften, die
der Kommuniſtiſchen Partei angehören. Wie es heißt, hatten ſie
den Auftrag, Munition zu entwenden.
Schweißarbeit.
jegl. Art:
Alumi=
nium, Guß, Bronce
uſw. werden
fach=
gemaß ausgeführt
Gg. Weber, Schloſſ.
Schloßgaſſe 12. (*
Kl. Silberkaſten
30 teil., 100 ℳ, geſtickt
Bild, /1.20 lang, 50 hoch
30 ℳ, lein Damaſt=
Tiſchtu v, 6.201g., 2.40
breit 30.4, tadell
Oel=
gemälde 55X65,
wun=
derbarer Goldrahmen
(Raphaels=Geliebte
100 ℳ, vollſt Radio
Anlage, Hoh= und
Zim=Antenne,
Rund=
funk, Lautſp ech., da
zu an efertigt. Tiſch
ſpottbillig zu verk.
Herdweg 95, Garths
Mittelgr.
Kaſſen=
ſchrank, 2 Büfetts,
eich., nußb., m. M.=
Platt., 120 u. 130
ℳ.Waſchkommoden,
eich. Ausziehtiſch,
Standuhrgehäuſe,
Metallbett m. Matr.
36 ℳ. Trümo 38ℳ,
1= u. 2tür.
Kleider=
ſchränke. Vertiko,
Goldſpieg.,Ziertiſche
z. verk.
Mathilden=
platz 1, Hofeingang.
(3340)
Elek. Hupfeld=Piano
mit 45 Notenrollen
(neueſte Schlager),
Inſtrum. faſt neu,
wenig geſpielt,
An=
ſchaffungswert 4800
Mk., für die noch
zu zahlend Raten
(monatl. 70 Mk.),
Summe 1800 Mk.,
beſ. Umſt. halb.
ab=
zugeben. Angeb. u.
B. 6 a. d. Geſchſt.
Extra billig!
Speiſe=
zimmer
2.00 brt m. nußb.
pol. Mitteltür,
Büfett, Kredenz,
1 Zugtiſch,
6 Lederſtühle.
Nur (355a
Mk. 850.—
Möbel=
Müller
Karlstr. 47-491-
Re
wie neu, zu verkf.
Steinackerſtr 1, II
Weiße eiſ. Bettſtelle
X1 m. mit extre
Drahtmatr., z. vk.*
Rhönring 14, II. r.
Smoking-Anzut
25 ℳ. Näh. Gſchſt.
Schlagzeug,
Zreih. Bozener
Har=
monika, alte Geige
zu verkaufen.
Näh. Geſchäftsſt.
Guterh. Gasherd
ſehr bill. zu verkauf.
Soderſtraße 84.
Smoking=Jacke
u. Weſte, faſt neu,
ſchl. Fig., für nur
20 ℳ zu verkauf. (
Volk. Beckſtr. 50.
Briefmarkenſamml.
(2 Bände, ca. 3000
Stück) f. 30 ℳ
ab=
zugeben. Anfr. u.
A. 121 a. d. Geſch.*
„Parlophon”
Tiſchgrammophon
mit Platten f. Mk.
60.— bar preiswert
zu verkaufen. Näh.
Geſchäftsſtelle.
1 Badewanne.
1 Staubſauger z. vk.
Kranichſteinerſtr. 59
2. St., Fr. Vogel.*
Prachtvolle,
gut gearbeitete
Seiſe d.
Zerten
Hiininer
poliert u. Eiche.
kaufen Sie z. Zeit
weik unker
Preis.
G. Mederle
Bleichſtraße 30.
(2491a)
Radio
Netzempfg. (Wechſ=
Str.), pr Empfang,
bill. zu verk.
Erafen=
ſtraße 261 rechts
25 Rehgeweihe
fertig z. Aufhängen
billig zu verk. Angeb
u. B 10 Geſchäftsſt. /
RADIO
(Lorenz) 3;öhren, m.
Zubeh’, ſowie 5
Kopf=
hörer umzugshalber
preisw. abzugeb.
Heinheimerſtraße 11
Mod.
Laden-
theke m. Glasaufſatz
bill. zu verk. Geier,
Pforzh.
Schmuck=
geſch., Karlſtr.
Guterhaltener
Alfa=Seperator
60 Ltr. halt, ſchwer
Kaliber bill. zu vk.
Faſelwärter. Hohm
Brensbach i. O. (
das hat
niemand
nötig
jetzt gibt es bei deuster
so billige hosen wie
noch nie?
DIAS
Streifenz, Anzug.,
Bree=
ches=und
Knickerbocker=
hosen zu so billigen
Preisen, daß Stadt und
Land davon sprechen?
Das Geschäft der Sparer!
DLOMTLA
Marktplatz Darmstadt Marktstraße
Beckſtraße 64, III.
behaglich eingericht,
Wohn= u. Schlafzim.
für 1 od. 2 Perſon.
Klavier,Kachelofen,
Balk., Küchenbenutz.
(Eimf)
Aliceſtr. 8, I., möb.
Zim. m. Penſ. z. v.
(Emfs)
Mauerſtr. 20, pt.
möbl. Zim., el. L.
z. 1. 3. zu vm. (*im
Nd.=Ramſt.=Str. 16,
Vorderh. II. links.
gut möbl. ſonniges
Erkerzim., el. Licht.
z. 1. 3. z. vm. (3294b
Wienerſtraße 78, II.
gut möbl. Zim. mit
el. Licht z. vm. (*sm
Eckhardtſtr. 21, I.
Zim. mit Penſ. ab
1. 3. zu vm. (*sme
Martinſtr. 74, I.
ſch. m. Zim. el. L..,
Balk. ev.2Bett. z.v.
Bleichſtr. 35, I., gut
möbl. 3. z. v. (Emd
Mühlſtraße 52, I.
(Woogsplatz) gut
möbl. Wohn= und
Schlafzimm. in ruh.
Hauſe mit gut.
Be=
dienung a. berufst
Herrn auf 1. 3. od.
päter zu verm.
Hügelſtraße 77, III
möbl. W.= u. Schlafz
el. L., ſof. z. vm.
Waldſtr. 33, I. Ik.
2 f. mbl. Z. m. Kü.
ſof. z. vm. A. 1—2
und 6—8 Uhr. (*
Soderſtr. 25. pt.
möbl. Z. m. S.Bed
an Frau o. Mädch.
vm. Näh. 1. St.*
Gervinusſt. 34, V.I.
ſch. m. 3. m. Schr.,
El., ev. Klav., ſ.z. v.*
Neckarſtr. 4, Gart.=
Haus pt. rechts, b.
Maurer, ſchön. mbl.
Zimmer zu verm. (*
Kahlertſtx. 7, pt.
g. möbl. 5. ſof. z.v.
Schreibt., el. Licht.*
Anker=Regiſtr.
Kaſſe, Rollſchrank u.
Karteikaſten,
faſt neu, billig
ab=
ugeben. Angeb. u
B. 4 a. d. Gſchſt. (*
Ruh. Fam. (3
Er=
wachſ.) ſucht 3—4
Zim.=Wohn.
Tauſch=
wohn. vorh. Zuſchr.
u. A. 124 Geſchſt. (*
5 Zimmerwohn.
beſchlagnahmefrei m.
allem Zubehör,
mo=
natl Miete ℳ 120.—
per ſofort zu verm
Alters
Wohnungsnachweis
El ſabethenſtr. 34 3368
Helle, große
Werkſtatt
zu jedem Betrieb ge
eignet, per alsbalt
zu vermieten (3223k
Eliſabethenſtr. 42.
Garage frei!
Hochſtraße 8. Eſon
Garage frei!
Waldſtr. 30. (*ms
Schleiermacherſtr. ! 8
I., 1 möbl. Zim. ſof
zu vermieten
Schütz nſtr. 3, III.,
gut mövl. Z. m. el
Licht z. vermieten.
Mathildenplatz 10, II.,
2 ſchöne, möbl.
Zim=
mer,Wohn= u.
Schlaf=
zimm. m 2 Bett. „auch
an berufst. Dam. ſof.
zu vermieten.
Lan. wehrſtr. 2, 2 möbl.
Zim m. voller Penſ.
zu vrmieten. Näh.
Frankfurter Hof ( 372b
Friedrickh ſtr. 18, Hts.,
ſchön möbl Zimmer,
elektr. L, g. Heizung,
1. 3. zu vermieten (*
In der oberen Bis
marckſtraße, parterre,
1 Schlaf immer m.
klei=
nerem Zimmer u ſchön
Wohnküche per ſofort
zu vermieten Keller,
Trockenplatz u
Waſch=
k che vorh. Angeb
u. B8a d. Geſchſt
Arheilgerſtr. 35
(Steinbrenner mbl.
heizb Zim. m elektr
Licht, Klavier, ſep
Eing., zu vermet. (
Müllerſtraße4 1, III.,
freundt. möbl.
Zim=
mer mit e ektr Licht
zu vermieten (*md
Grafenſt. 27. Stb. I.
Farlſtr. 36, Ml. nettes, heizb. Zim.
ſehr gut möb. Zim. mit elektr. Licht ab
zu vermiet. (3321a 1. März zu verm.
Martinſtraße 14, pt.
3—4 Zimmer,
teil=
weiſe möbl., a. ruh.
Mieter z. vm.
Neben=
räume vorh. (kimt
Holzhof=Allee 54
Müller, ſonn. möb.
Zim. an berufst. H.
o. D. b. zu verm. (
Schulſtraße 1, III.
11 gr. ſonn., ruhig.,
gut möbl. Zim. m.
Roquetteweg 2, II. /1 od. 2 Betten, und
2 ſehr gr. Zimmer,/1 leer, gr. Zimmer
Wohnz., möbliert, mit oder ohne Pen=
Bad a Küche, Log= ſion zu vermieten.*
gia. Anteil Keller, Riedlingerſtr. 41,pt.
Gas u. el. Licht auf gut möbl. Zim. m.
ſep. Zählern, zum b. Bedien., Bad. ev
1. Marz zu verm.* halbe od. gz. Penſ.
(*omf)
Waldſtr. 16, pt.
gut mbl. Zim. z. v.*
Schuchardſtr. 1, III.
gut möbl. Zim., el
Licht, heizbar, an
erufst Herrn ſof.
zu vermieten. (Emf
Grafenſtr. 13, II.
1 möb. Zim. z. 1.
zu vermieten. (*mf
Seut Bübeirrname
ca. 600 qm, 2 und 2½ St., für jeden
Betlieb, auch als Lageträume geeignet.
Größerer Damptkessel vorhanden. per
sofort oder später günstig zu vermieten.
Angebote erbeten unter B 7 an die
Ge-
schäftsstelle ds. Blattes.
Möbl. Zimmer mit
Penſion a. berufst.
Herrn ab 1. März
zu vm. Näh.
Roß=
dorferſtr. 8. Lad. (*
Alexanderſtr. 23, II.
einf. möbl. Zim.
15. 3. zu verm. (*
Heinrichſtr. 89, pt.
möbl. Zim. ab 1. 3.
zu verm., auch mit
Küchenbenutzung. (
Herrngarten
gegenüb. ſchön mbl.
Wohn= u. Schlafz.
mit Küchenbenutzg.
an Ehep od. 2 Da
zu vm. Näh. Geſch.
Marienplatz 1
(b. May) 1 möbl.
Zimmer mit el. L
zu vermieten.
Möbl. Zimmer,
heizb., ſeparat. mit
1. ev. auch 2 Bett.
zu vermieten. Näh.
i. d. Geſchäftsſt. C
Ludwigshöhſtr. 1½
2. Stock. möbl. Z. m
n. el. Licht. (B3344
Roßdörferſtr. 23,
möb. Z., el. L. z. v.
Soderſtr. 75, pt.
möbl. Zimmer mit
Elekt. u. Rundfunk
zu vermieten.
(*
Es könn. noch 2—3
Herren u. Dam. an
gutem Mittagstiſch
teilnehmen.
Frankf. Str. 74, I.
b. Friedrich.
Kinder
denen die Mutter
fehlt od. d. Eltern
beruflich tätig ſind.
finden Aufnahme,
mit u. ohne Verpfl.
bei geb. Dame
Be=
aufſicht, der
Schul=
aufgab. u.
Spazier=
gänge. Anfrag. unt
A. 120 a. d. Geſch.*
in d.
Moos=
haus bergſtraße,
3X4, 1X3 Zimmer
billig zu verkaufen.
Näh. Geſchäftsſt. (*
Kleiner Acker oder
Gartengelände
im ſüdl. Stadtteil
zu kauf. geſ. Ang.
mit Preisang, unt.
B. 14 Geſchſt. (3348
Wer hilff
tücht. Geſchäftsfrau
ſof. mit 1000—1500
Mark? Sicherh.
vor=
hand. Ang. Zinſen.
Ang. u. B. 9 Gſchſt.*
Schones Haus.
mit Wirtſchaft
zu verkaufen.
Näh. Geſchäftsſt. (*
1500 qm Bau= od
Garien ,lände
direkt b. d. Stdt, ſo
wie über 500 qm
Wieſe am Lichtbd
zu verk. Angeb. unt
B11 a. d Geſtſt.
500 Mark
auf ein Jahr gegen
Sicherheit und
ent=
ſprech. Zinſen ſofort
zu leihen geſucht.
Angeb. unt. A. 117
a. d. Geſchäftsſt. (
Darlehen
geg. Möbel u. dgl.
halb= u. ganzjährig.
Zinsſatz gering.
Proviſ. w. i. Abzug
gebracht. Auskunft
koſtenlos durch
Karl Dienſt,
Eliſabethenſtr. 28.
2.50 Mark
Dam.=Sohl. u. Flech
3.50 Mark
Herr.=Sohl. u. Fleck
Wagner
etzt Alexanderſtraße 10.
32*a)
om Gigettg
Un
Wudicttet.
Ein hervorragender Kenner der Wirtschaft sagt: „Die Anzeige ist die
Intelligenz des Vertriebsweges!‟ Die Brücke vom Erzeuger zum
Ver-
braucher schlägt die Zeituf gsanzeige. Der schwierigste Teil des Weges
vom Erzeuger zum Verbraucher muß durch den fortschrittlichen
Kaut-
mann zurückgelegt werden, vom Lager des Geschäfts bis zum
Bewußt-
sein des Kunden. Das ist der intelligente Weg des ursprünglich rein
mechanischen Vertriebsweges, den der erfolgreiche Geschäftsmann mit
Hilte der Zeitungsanzeige überbrücken wird.
Den tortschrittlichen Kaufmann unserer Stadt erkennen Sie an seinen
Anzeigen im beachteten „Darmstädter Tagblatt”. Intelligente Kautleute
inserieren! Intelligente Verbraucher lesen Zeitungsanzeigen!
Nummer 57
Mittwoch, den 26. Februar 1930
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadk.
Darmſtadt, den 26. Februar.
Die empfindliche Haut.
Weltmeiſterſchaften der Skudenken.
Vom 1.—10. Auguſt 1930.
Am 2. März 1930 findet in Frankfurt a. M. das Fußball=
Länderſpiel Deutſchland—Italien ſtatt. Nach dem Kartenverkauf
zu urteilen, wird das Spiel von nahezu 50 000 Menſchen beſucht
werden. Die Spannung iſt eine ungeheuere, denn beide
Mann=
ſchaften gehören zu den beſten des Kontinents, insbeſondere die
italieniſche, deren Technik und Draufgängertum zu bekannt iſt,
als daß man ſich nicht ganz beſondere Ueberraſchungen verſprechen
dürfte. In dieſer italieniſchen Mannſchaft wirken 5 Studenten
mit, und zwar: Allemandi als Verteidiger, Pitto als rechter
Läufer, Salluſtro, Meazza und Mazzoni als Stürmer.
Im Jahre 1928 anläßlich der Weltmeiſterſchaften der
Studen=
ten in Paris, gewann Italien im Endſpiel um die
Fußball=
meiſterſchaft gegen Ungarn; in der damaligen
Studentenmann=
ſchaft ſpielten 9 Mann der italieniſchen Nationalmannſchaft mit.
Es iſt mit Sicherheit anzunehmen, daß Italien, welches für die
in der Zeit vom 1.—10. Auguſt 1930 in Darmſtadt ſtattfindenden
Weltmeiſterſchaften der Studenten, eine Fußballmannſchaft ſchickt,
die ſich aus der italieniſchen Nationalmannſchaft zuſammenfetzt.
Wie wir bereits melden konnten, hat der italieniſche Studenten=
Nationalverband ſeine feſte Meldung zur Beteiligung an dem
Fußballturnier der Weltmeiſterſchaften der Studenten abgegeben.
Es wird alſo möglich ſein, die guten italieniſchen Fußballſpieler
in den Tagen des 1.—10. Auguſt 1930 in Darmſtadt gegen die
Fußballmannſchaften der anderen Nationen im Kampfe zu ſehen.
— Ernannt wurde am 18. Februar der Polizeihauptwachtmeiſter
auf Probe Hans Haubner zu Gießen zum Polizeihauptwachtmeiſter
mit Wirkung vom 1. Februar 1930.
— Aus dem Staatsdienſt entlafſen wurde der Brückenaufſeher Hch.
Prang zu Mainz auf ſein Nachſuchen vom 1. März 1930 an.
— Diamantene Hochzeit. Am Freitag, den 28. Februar, begehen
die Eheleute Wilh. Mohr und Frau Katharina geb. Oeſterling,
Feldbergſtraße 32, das Feſt der diamantenen Hochzeit.
— Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. Die Affäre
Drey=
fus”, das vom Darmſtädter Publikum mit ſtärkſtem Intereſſe
aufge=
nommene Schauſpiel von Rehfiſch und Herzog wird heute Mittwoch
um 19.30 Uhr im Großen Haus mit der erfolgreichen
Premieren=
beſetzung wiederholt.
„Fra Diapolo”, komiſche Oper von Auber, gelangt heute
Mitt=
woch um 20 Uhr im Kleinen Haus mit Hans Grahl in der Titelrolle
unter muſikaliſcher Leitung von Erwin Palm zur Aufführung.
Roſſinis Oper „Angelina”, die bei der letzten Aufführung
einen ſo ungewöhnlichen Beifall fand, daß mit den Darſtellern auch
der Dirigent und der Regiſſeur vor dem Vorhang erſcheinen mußten,
wird morgen Donnerstag um 20 Uhr im Großen Haus in Szene
gehen.
Eine Nachmittagsvorſtellung des Luſtſpiels „Im
weißen Rößl” von Blumenthal und Kadelburg findet Samstag,
den 1. März, um 15 Uhr im Großen Haus ſtatt.
„Tiefland”. Eugen dAlberts volkstümliches Opernwerk, wird
Samstag, den 1. März, um 20 Uhr im Großen Haus wiederholt.
„Um die Dreigroſchenoper” betitelt ſich eine Faſchings=
Schnurre von einem, der nicht genannt ſein will, die die Heſſiſche
Spiel=
gemeinſchaft morgen Donnerstag um 20. Uhr im Kleinen Haus
erſt=
malig in Verbindung mit den beliebten Lokalpoſſen „Der erſte
Hochzeitstag” von Dr. Georg Büchner und „Der gute Rat”
von Heinrich Rüthlein zur Aufführung bringt. Die Vorſtellung findet
außer Miete bei kleinen Preiſen (1—3 Mark) ſtatt.
— Heſſiſches Künſtlertheater. Nach mehrjähriger Pauſe wird zum
Erſten Male das Heſſiſche Künſtlertheater (Sitz; Frankfurt a. M.,
Inten=
dant: Hans Meißner) am Donnerstag, dem 13. März, mit Zuckmayers
Seiltänzerſtück „Katharina Knie” im Kleinen Haus des Heſſiſchen
Landes=
theaters wieder gaſtieren. Das Heſſiſche Künſtlertheater, Nachfolger der
Heſſiſchen Landeswanderbühne, hat in den letzten Jahren eine
Entwick=
lung genommen, die die bei der Gründung gehegten Erwartungen weit
übertrifft. Allein in über 30 Städten Heſſens übt das Theater ſeine
regelmäßige Tätigkeit aus, die Summe der hier gegebenen
Aufführun=
gen wird in dieſem Spieljahr 150 erreichen. Eine ebenſolche
Ausdeh=
uung gewann die Arbeit der Bühne in ihren anderen Spielgebieten
(Baden, Provinz Heſſen=Naſſau, dem ſüdlichen Teil der Rheinprovinz,
Landesteil Birkenfeld und Großherzogtum Luxemburg), die in der
lau=
fenden Spielzeit mit über 450 Vorſtellungen (einſchließlich Heſſen) zu
verſorgen ſind. Der techniſche Apparat der Bühne iſt vollkommen modern
ausgebaut, große Laſtkraftwagen dienen der Beförderung der geſamten
Bühnenausſtattung. Dadurch iſt die Unabhängigkeit jeder Aufführung
von den örtlichen Verhältniſſen gewährleiſtet, und die Bühne bildet
in Wahrheit das Stadttheater ihrer Spielſtädte.
Heſſiſche Volkskunſt. Am Freitag, dem 28. d. M. wird Frau
Profeſſor Alexandra Thielmann aus Willingshauſen die
Witwe des bekannten Malers, im Gewerbemuſeum einen
Lichtbilder=
vortrag über die Schwalm halten. Das oberheſſiſche Bergland
gehört bekanntlich zu denjenigen Gebieten Deutſchlands, in denen ſich
bäuerliche Kultur und Kunſt beſonders reich entwickelt und lange er=
Arbeiten ausgezeichnet, die in Tracht und häuslichem Bedarf eine
Fülle intereſſanter Techniken entwickelt haben. Frau Profeſſor
Thiel=
mann hat ſich ſeit vielen Jahren mit dieſen Arbeiten beſchäftigt und
in eigener Werkſtatt verſucht, die alten Techniken für heutige Zwecke mannsjugend regelmäßig die Vorteile einer ſolchen Geſundheitskontrolle
zu verwenden. Das Gewerbemuſeum wird am Sonntag eine Aus=
Vortrag ſoll den Beſuchern eine zuſammenfaſſende Erläuterung geben.
Frau Thielmann beſitzt eine große Anzahl von Lichtbildern aus der eine wertvolle Ergänzung der praktiſchen Jugendarbeit.
Schwalm, ſo daß ihre Ausführungen auch von Land und Leuten eine
anſchauliche Vorſtellung geben können. Der Vortrag beginnt um 8,15
Uhr. Der Eintritt iſt frei.
— „Das Mädel vom Broadway‟. Der Faſchings=Spielplan des Heute
Orpheums beginnt dieſen Samstag, den 1. März, mit der
Operetten=Jazz=Revue „Das Mädel vom Broadway” in
20 Bildern voll Laune und Temperament von Rudolf Preak. — Der
Direktion iſt es gelungen, dieſe luſtige Revue mit ihren wirklich MMäorrintwoent
hervorragenden Darſtellern, ihren hübſchen Girls, ihrer glanzvollen Im
Ausſtattung und ihrer melodiöſen Muſik gerade über die
Faſchings=
tage zu verpflichten. — Im Rahmen der ſonſtigen Darmſtädter
Fa=
ſchings=Veranſtaltungen durfte „Das Mädel vom Broadway” einen
be=
ſonderen Glanz= und Anziehungspunkt darſtellen. Vom 1. bis 4. März
ſind vier Feſtvorſtellungen vorgeſehen; Samstag, 1. März,
abends 8 Uhr 11 Min., iſt die große Faſchings=Premieren=
Vorſtellung. Die Eintrittspreiſe ſind nicht erhöht! Der
Karten=
verkauf beginnt heute im Verkehrsbureau und bei H. de Waal, Rhein= erinnern unſere Mitglieder erneut an die diesjährige
Hauptverſamm=
ſtraße 14. Weitere Mitteilungen folgen. (Siehe heutige Anzeige.)
reuther Bunds der deutſchen Jugend” wurden in einer kleinen Morgen= glieder.
feier unter den Mitgliedern ſechs Eintrittskarten zu den diesjährigen
Bayreuther Feſtſpielen verloſt. Nach neueſten Mitteilungen ſind
bis=
her zu den Feſtſpielen ſchon über 20 000 Karten verkauft, alſo mehr
als zwei Drittel der zur Verfügung ſtehenden Plätze. Mit baldigem
vollſtändigem Ausverkauf ſämtlicher Aufführungen iſt zu rechnen. Nach
der Verloſung wurde eine Anzahl von der Firma Chriſtian Arnold
zur Verfügung geſtellter wohlgelungener Schallplatten vorgeführt, die
bei den letzten Bayreuther Feſtſpielen aufgenommen wurden.
Der Alice=Verein für Frauenbildung und Erwerb (Alice=
Eleono=
renſchule) eröffnet am 28. April das Sommerſemeſter. Zu den bisher
beſtehenden fachgewerblichen Kurſen in Maſchinennähen, Schneidern,
gekürztem Schneiderkurſus, Weißſticken, Stopfen, Flicken, Bügeln,
Kunſt=
handarbeiten, Kochen und Backen hat der Verein, beſonders für
berufs=
tätige Frauen und Mädchen, Abendkurſe in Kochen und Backen, ebenſo
in Weißnähen und Schneidern eingerichtet. Somit iſt auch Hausfrauen uöglichſt zahlreich zu einem Vortrag einzufinden, den Herr Dipl=
und Müttern Gelegenheit gegeben, in den Abendſtunden das Wäſche= Ing. Biberger vom P.dJ,. heute um 17 Uhr im Gartenſaale des
nähen und Kleidermachen, auch für Kindergarderobe, zu erlernen. An= Saalbaues halten wird. Der Redner wird über die ſoziale und
kultu=
meldungen Montags und Freitags von 2—4 Uhr in den Sprechſtunden relle Bedeutung der Ausſtellung. Technik im beim” referieren, die in
im Schulhauſe, Friedrichſtraße 4.
— Die Angeſtellten proteſtieren! Die Bedrohung der Angeſtellten= erregen.
verſicherung, die Sonderbelaſtung in der Arbeitsloſenverſicherung, die
noch nicht verabſchiedeten Geſetze zum Schutze der älteren Angeſtellten
uſwp. veranlaſſen den Deutſchnationalen Handlungsgehilfen=Verband zu FTassC1 AAl766 frisch geröstet 30 HiSlF.10
einer öffentlichen Proteſtkundgebung am Donnerstag, den 27. Febr.,
abends 8.30 Uhr, im Fürſtenſaal. Als Redner iſt Herr
Kreisgeſchäfts=
führer Klaue=Frankfurt gewonnen worden. Wir verweiſen im
übrigen die morgen erſcheinende Anzeige.
Hautſchädigungen durch Genuß beſonderer Eßwaren. — Schon das Berühren kaun Reizungen und
Schwel=
lungen hervorrufen. — Der „Abſtinenzverſuch”. — Auch die Höhenſonne kann ſchaden!
Von Dr. Robert Fließ.
Daß es Menſchen gibt, die nach dem Genuß von Erdbeeren einen
Ausſchlag bekommen, ſei hier nur wiederholt, um als Muſterbeiſpiel
dafür zu dienen, daß Stoffe, die für die Mehrzahl ungiftig ſind, für
den Einzelnen giftig ſein können, und daß Hautſchädigungen oft unter
den Zeichen einer ſolchen Vergiftung erſcheinen. Dr. Touton ſtellt in
„Naturwiſſenſchaften” eine größere Reihe, von dieſen Vorkommniſſen
zuſammen. Und es iſt nicht allein amüſant, einige davon mitzuteilen,
ſondern auch nützlich. Arzt und Pctient raten oft lange verzweifelt
herum, was die Urſache für jene Hauterkrankungen und je mehr
Mög=
lichkeiten ihnen bekannt ſind, deſto leichter kommen ſie dabei auf eine
Vermutung. Deren Prüfung gelingt durch den „Abſtinenzverſuch”:
das verdächtige Nahrungs= oder Genußmittel wird vermieden; war es
ſchuldig, ſo kommt die Krankheit zur Heilung. Uebrigens müſſen es
nicht immer Ausſchläge ſein. Oft ſind es nur Verfärbungen, oft auch
Schwellungen größeren oder kleineren Umfangs, welche häufig ein
ſtär=
keres oder ſchwächeres Juckgefühl begleitet. Und wenn es Ausſchläge
ſind, ſo können ſie flüchtig ſein wie die Quaddeln, oder auch hartnäckig,
wie das Ekzem.
Wenn man viel Apfelſinen ißt, kann die Haut gelb werden, und die
Orangenſchäler bekommen an ihrer Hand, die die Frucht hält, oft einen
Ausſchlag. Dem muß ein Reizſtoff zugrunde liegen, ähnlich wie dem
„mal des conkiseurs” jener Hautentzündung an den Fingerſpitzen, wie
ſie die Konditoren erwerben. Bei dem Sortieren und Verpacken von
oft verdorbenen, getrockneten Feigen, Prünellen und Datteln wird die
Entzündung offenbar nicht durch die Frucht, ſondern durch eine Milbe
verurſacht. Auch an den ſogenannten „Müller=, Gerſten= oder
Korn=
jucken” trägt nicht das Getreide, ſondern ein Paraſit die Schuld; nicht
ſo bei der Gerſtenſtaub=Hautentzündung und der kaliforniſchen
Reis=
vergiftung, wo überhaupt keine Giftwirkung vorliegt, ſondern nur eine
mechaniſche Reizung der Haut. Deren Widerſtandskraft gegen die
In=
fektionserreger, die ohnehin ſtändig mit ihr in Berührung geraten, geht
dann verloren. Auch die Tomate, der Spargel, die Bohnen, der Sellerie
und der Rhabarber können bei denen, die ſie gewinnen, Hautreizungen
und Entzündungen hervorrufen. Schwellungen, Ausſchlag und
Neſſel=
fieber gibt es gelegentlich davon aber auch beim Eſſen. Während das
erſte mehr den Gewerbearzt intereſſiert, geht das zweite die übrigen an;
zumal auch Menſchen, die früher nicht überempfindlich geweſen, es
irgendwann einmal werden können, ohne daß uns die Urſache dafür
bekannt iſt. Ganz ähnlich iſt das beim Tabak; hier bekommt der
Her=
ſteller die Tabakflechte, und der Verbraucher den „Raucherfinger” Aber
auch hier gibt es unter beſonderen Umſtänden von der Haut aus eine
allgemeine Vergiftung. (Italieniſche Schmuggler und Soldaten, die den
Tabak unter dem Tſchako trugen, wußten in früheren Zeiten davon
zu erzählen. Weshalb die Haut beim ſtarken Raucher allmählich gelb
werden kann, das iſt nicht leicht aufzuklären und gehört wahrſcheinlich
ſchon zu den übrigen (nicht in dieſen Zuſammenhang paſſenden)
Wir=
kungen eingeatmeten Rauches. Zwei ebenfalls zu verdächtigende
Ge=
nuß= bzw. Heilmittel ſeien noch erwähnt: Wein und Tabletten (gegen
Rheumatismus, Neuralgien und Gicht). Auch in ihnen verbergen ſich
unter den ſchönſten Namen und Etiketten gelegentlich Stoffe, die nicht
vertragen werden und die jene ſeltſamen, ſo ſchwer aufzuklärenden und
ſo läſtigen Hauterſcheinungen machen.
Auch die Höhenſonne kann ſchaden — wenn ſie nämlich falſch
an=
gewandt wird! Oefter noch bleibt der Nutzen aus. Dr. Kowarſchik
be=
müht ſich deshalb in der „Aerztlichen Praxis” ſein Publikum über die
häufigſten Fehler zu belehren. Die Haut über einem Krankheitsherd,
(alſo etwa das äußere Knie bei der Entzündung des Kniegelenks) zu
beſtrahlen, iſt vollkommen zwecklos. Die Neigung dazu entſpringt einem
Mißverſtändnis: Der Verwechſlung mit der Röntgentherapie. Hier
durchdringen bekanntlich die Strahlen die Haut und wirken auf den
darunter gelegenen Herd. Die Höhenſonne wirkt nie in die Tiefe; denn
das Ultraviolettlicht wird bereits größtenteils von gewöhnlichen
Fen=
ſterſcheiben, von der Gefäßſchicht der menſchlichen Haut aber völlig
ver=
ſchluckt. Wenn die Höhenſonne trotzdem Allgemeinwirkungen ausübt, ſo
ſind dieſe nur Folgen ihrer Einwirkung auf die Haut. Selbſt dort
regt ſie Vorgänge an — Vitaminbildung, innere Sekretion oder was
es ſonſt ſein mag —, deren nützliche Wirkung oft nicht zu bezweifeln iſt.
Nur muß die Strahlenmenge groß genug dazu ſein. Man iſt alſo
ge=
nötigt, recht ausgedehnte Hautflächen, ja am beſten den ganzen Körper
zu beſtrahlen. Dabei hat aber die Haut über dem Krankheitshe:d
keinerlei Vorzug gegenüber dem Reſt. Wie weit das geht, zeigen
Ver=
ſuche, in denen es mehrfach gelang, einen Lupusherd (hier liegt der
Krankheitsherd noch ſogar in der Haut, den man bedeckte, durch die
Beſtrahlung allein der geſunden übrigen Haut zum Verſchwinden zu
bringen. Dr. Kowarſchick bezeichnet die Haut als ein „Sinnesorgan
für die ultravioletten Strahlen” und gibt der Meinung Ausdruck, daß
man ſie weder zur Rötung noch zur Bräunung bringen müſſe, um eine
Heilwirkung zu erzielen. Andererſeits ſchützt die Bräunung bekanntlich
die tieferen Schichten der Haut vor dem Licht. Man muß die
Strah=
lendoſis — die von der Stärke des Quarzbrenners und der Entfernung
von ihm abhängig iſt — beſtändig ſteigern. Denn die Haut wird ja
immer mehr unempfindlich und nach 1½ bis 2 Dutzend Sitzungen wird
kein Reiz mehr gegeben. Kuren ſind alſo ohne Wirkung! Endlich:
„Zu einer Verlegenheitstherapie iſt die Behandlung mit der Quarzlampe
im allgemeinen viel zu koſtſpielig, ſie iſt aber dazu auch deswegen nicht
geeignet, weil ſie keineswegs ein indifferentes Mittel darſtellt.” Sie
kann nämlich auch ſchaden. Und ihre Verordnung bedarf daher
ähn=
licher ärztlicher Erwägungen wie die Verordnung einer Reiztherabie
überhaupt.
Neue wege der Geſundheitsfürſorge.
Man ſchreibt uns: Die Menſchen arbeitsfähig zu erhalten, iſt beſſer,
als ihnen frühzeitig Unterſtützungsgelder zahlen zu müſſen. Dieſer
volkswirtſchaftlich weitſichtige Gedanke iſt in unſerer deutſchen
Sozial=
verſicherung noch längſt nicht in dem Maße umgeſetzt, wie er es
ver=
dient. Für die Beſtätigung der Auffaſſung, daß Vorbeugen
ökonomi=
ſcher iſt als Heilen” war die Errichtung der Heilſtätte für die deutſche
Kaufmannsjugend auf Burg Lobeda in Thüringen durch den
Deutſch=
nationalen Handlungsgehilfen Verband ein Verſuch von weittragender
Bedeutung. Nach mehrjähriger kritiſcher Beobachtung der Arbeitsweiſe
und Auswertung ihrer Ergebniſſe kann feſtgeſtellt werden, daß es für
die Kräftigung der Schwächlichen (die ſonſt die Kranken der Zukunft
wären) oder Rekonvaleſzenten unter der Berufsjugend keine Kurmög=
Das
Gesund-
heitswasser!
V170
Friedrich Schaefer, Darmstadt, Ludwigspl. 7, Tel. 45
lichkeit von ſtärkerer Anregung und Auswirkung gibt. Deshalb hat
ſich der D. H.V. entſchloſſen, dieſe Form der vorbeugenden
Geſundheits=
fürſorge durch alljährliche Geſundheitsmuſterungen der in das 2.
Lehr=
jahr tretenden Mitglieder ſeiner Jugendabteilung zu ergänzen. Dieſe
Underſuchungen haben zum Ziel, einen genauen Einblick in den
Geſund=
heitszuſtand der Kaufmannslehrlinge zu geben, durch Auswahl der
Be=
dürftigen ein Maß für den Umfang der notwendigen
Geſundheitsfür=
halten hat. Vor allem iſt die Schwalm durch den Reichtum textiler ſorge zu gewinnen und die Erholungsbedürftigen durch Kuraufenthalt
und andere Maßnahmen geſund und leiſtungsfähig zu machen. Der
D. H.V. hat dieſe Unterſuchungen im Laufe dieſer Wochen erſtmalig
in Darmſtadt vornehmen laſſen. Künftig ſollen der Darmſtädter
Kauf=
zuteil werden. Bei dem allgemeinen Geſundheitszuſtand der
Kaufmanns=
ſtellung von ſolchen alten und neuen Arbeiten eröffnen, und der jugend, der mit 41,15 v. H. Kurbedürftigen in früheren Erhebungen
feſtgeſtellt und genügend gekennzeichnet iſt, bedeutet dieſe Maßnahme
(2646a
Schitler-
Schuhhads lacop platz s.
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Davmſtadt. Wir
lung am heutigen Mittwoch, dem 26. d. M., abends 8 Uhr, im Gelben
— Im „Bayreuther Bund” und der hieſigen Ortsgruppe des „Bah= Saak bei Sitte (Karlſtraße). Zutritt haben nur eingeſchriebene Mit=
Elite-Strümpfe unübertrefflich.
Nur eigene Oualitätsmarken von
her-
vorragender Preiswürdigkeit Dadurch
ständige Umsatzste gerung. Jeder
Versuch überzeugt zweitellos. (1806a
Strumpfhaus Elite Schulstraße 1
— Hausfrauenbund. Die Mitglieder werden dringend gebeten ſich
der Zeit vom 28. September bis 22. Oktober hier ſtattfinden ſoll. Die
Ausſtellung muß bei den Hausfrauen Darmſtadts lebhaftes Intereſſe
Mi
Fortung in Darmſtadt. 75 000 Mark fielen in der geſtrigen
Ziehung der Preußiſch=Süddeutſchen Klaſſenlotterie auf Nr. 126 958 in
die Kollekte Ohnacker.
Beſſerer Grippeſchuß.
(Nachdruck erbeten!)
Was halten Sie davon? — Drüben im Lande der unbegrenzten
Möglichkeiten tut ſich eine größere Geſellſchaft ganz verſchiedener, nur
in grenzenloſer Freiheitsliebe verbundener Menſchen zuſammen und
gründen eine neue Stadt. Die einzige Ortsſatzung iſt: „Vollkommenſte
Freiheit für jedermann!‟ Es gibt keine Bodenverteilung und keine
Straßenfluchtlinien, — jeder kann bauen, wo und wie er willz es gibt
keine Vorſchriften über Waſſerverſorgung und Abfallbeſeitigung, keine
polizeiliche Bevormundung über Milch, Fleiſch, Brotgewicht, keine
Polizeiſtunde; jeder kann nachts muſizieren, ſo lange er, und auf der
Straße fahren, wo und wie ſchnell er will.
Wird in einer ſolchen Stadt nicht bald jedermann Schaden leiden?
Wird nicht Mord und Totſchlag an der Tagesordnung ſein? — Es gibt
nun doch einmal eine ganze Menge Fragen und Angelegenheiten, in
denen vermeintlicher Vorteil und Bequemlichkeit des einen Menſchen
denen der anderen ſchnurſtracks zuwiderläuft.
Eine ſolchen törichten Geſellſchaft gleichen wir vielen Krankheiten
und auch der Grippe gegenüber. Es gibt nun doch einmal die
unend=
liche Menge winzig kleiner Bazillen, die durch Huſten und Auswurf
faſt von jedermann ausgeſtoßen werden. Sie richten unendlich viel
Mord und Totſchlag an, beſonders an zarten Kindern; faſt noch
ſchlim=
mer iſt es, wenn ſie Kopfgrippe verurſachen und aus einem blühenden
jungen Menſchen ein Jammerbild, einen unglücklichen Krüppel machen,
der nicht ſterben kann, aber auch zum Leben völlig untauglich iſt.
Was halten Sie davon? — Möchten Sie in jener Stadt leben, wo
jeder bauen, fahren, huſten und ſpucken darf, wie es ihm nun gerade
einmal paßt?
Sind Sie nicht auch der Anſicht, die Ortsſatzung: „Vollkommene
Freiheit für jedermann” iſt für das menſchliche Geſellſchaftsleben ſo
ungeeignet wie möglich? Den geſchriebenen Geſetzen und der guten Sitte
muß ſich jeder unterordnen; Sitten und Geſetze müſſen neu geſchaffen
werden, wenn neue Wiſſenſchaft Gefahrenquellen aufdeckt, die bisher
un=
bekannt waren.
Ein beſſerer Grippeſchutz iſt leicht möglich, wenn jedermann dieſes
Wiſſen ſich aneignet und zur Richtſchnur ſeines Verhaltens macht:
1. Es gibt keinen Huſten oder Auswurf ohne Bazillen.
2. Dieſe beiden Vorgänge haben nur den Zweck, die Bazillen aus
dem Körper hinauszuſchleudern.
3. Wie die Geſchoßgaube eines Schrapnells oder einer platzenden
Granate bedwohen die ausgeſtoßenen Bazillen die ungeſchützten Leiber
zahlloſer Menſchen.
4. Huſten und Auswerfen ohne vollwertige
Vorſichtsmaß=
regeln iſt ſo ſchlimm wie eine roh beabſichtigte oder mindeſtens
fahr=
läſſige Körperverletzung.
5. Niemals und nirgends darf jemand den Auswurf auf Fußboden,
Gehſteig, Spielplatz, Parkweg bringen.
6. Am beſten führt man ein Taſchenfläſchchen bei ſich, man kann
aber innerhalb eines Wohnortes zur Not auch in die Kanalgitter,
außer=
halb dahin ſpucken, wohin Menſchenfüße nicht treten.
7. Die beim Huſten und Nieſen verſprühten Bazillen fängt man
mit den inneren Seiten eines zweiten Taſchentuches auf, das zur
Vermeidung von Verwechſelungen beſondere Kennzeichen hat und immer
glatt bleiben muß. Auf den inneren Seiten müſſen die gefährlichen
Burſchen gefangen gehalten und abends durch Einweichen in
keimtöten=
der Löſung hingerichtet werden.
Was halten Sie davon, verehrter Leſer? Wollen Sie nicht
mit=
helfen, daß dieſe einfache Wiſſenſchaft und die wenigen Handgriffe
Ge=
meingut der Menſchen und Volksſitte werden? Sie ſind gewiß doch
über=
zeugt, daß es ſich um Schutzmaßregeln auf Gegenſeitigkeit handelt!
Hal=
ten Sie nicht dafür, daß man die Befolgung zu jedermanns Nutzen
jedermann zumuten kann? — Ihnen traue ich ſo viel Gewiſſenhaftigkeit
zu, daß Sie künftig jedermann ein gutes Vorbild geben. Und damit
freundlichen Gruß!
Dr. Sell.
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Am 20. Dezember vorigen Jahres verurteilte das
Bezirks=
ſchöffengericht einen Haſſenrother 32jährigen Landwirt wegen Diebſtahls
im Rückfall zu vier Monaten Gefängnis. In derſelben Sache wurde
ein Lengfelder Dienſtknecht wegen Diebſtahls und Körperverletzung zu
einer Geſamtſtrafe von vier Monaten Gefängnis verurteilt, die er
auch anerkannte. Der erſte Angeklagte dagegen legte Berufung ein.
Die Große Strafkammer, hatte ſich mit dem Fall am Dienstag
noch=
mals zu befaſſen. Am 3. Oktober vorigen Jahres war der Knecht aus
Lengfeld mit ſeinem Laſtauto nach Haſſenroth gekommen, um für ſeinen
Arbeitgeber, einem Händler in Lengfeld, bei verſchiedenen Bauern
Frucht abzuholen. Er traf mit dem erſten Angeklagten zuſammen und
ſtahl mit dieſem aus der Scheuer eines Bauernhofes, wo niemand zu
Hauſe war, einen Zweizentnerſack Roggen. Der Knecht behauptet, er
ſei von dem Landwirt verführt worden, der Landwirt betonte, er
wüßte überhaupt nichts von der Sache. Feſtgeſtellt wurde jedoch, daß
die beiden den Zweizentnerſack Roggen verkaufen wollten, und daß
ihnen der Beſitzer folgte, den der Knecht, als er ſie in einem anderen
Hofe erwifete, mißhandelte.
Große Strafkammer wies die
Be=
rufung zurück
g betonte, daß der
Ange=
klagte das beſte.
ſt
Seite 6
Mittwoch, den 26. Februar 1930
Nummer 57
Traiſa, 25. Febr. Zweifellos iſt die Elektrizität zur
Lichterzeu=
gung allen anderen Beleuchtungsarten überlegen und beſonders dieſe
Vorteile waren es, welche die Stromperſorgung in Stadt und Land
im=
mer weiter entwickelt haben, ſo daß heute mehr als jeder zweite
Haus=
halt in Deutſchland Elektrizität zur Verfügung hat. Aber nicht nur
auf dem Gebiete der Beleuchtung, ſondern vor allem auch im
Haus=
halt iſt die Elektrizität dazu berufen, der Hausfrau einen Teil ihrer
ſchweren Arbeit abzunehmen und Zeiterſparnis zu gewinnen. Bereitet
doch das Herſchleppen von Holz und Kohlen, das Anzünden und
Be=
aufſichtigen des Feuers große Mühe. Ferner iſt noch zu berückſichtigen,
daß ohne jede Geruch= und Rauchbeläſtigung die nötige Wärme erzeugt
wird. Eine außerordentliche Gleichmäßigkeit der elektriſchen
Wärme=
erzeugung verhindert ein Anbrennen des Kochgutes, auch iſt es leicht
möglich, die Temperatur dem jeweiligen Kochvorgang anzupaſſen. Wie
nun ein neuzeitlich eingerichteter Haushalt arbeitet, wird von Herrn
A. Heß von der Werbe=Abteilung der Heſſiſchen Eiſenbahn=A.=G.
Darmſtadt, heute Mittwoch, abends 8 Uhr, im Saale des Hotels „
Beh=
rens=Hufnagel”, während eines Vortrages zeigen, unter beſonderer
Be=
rückſichtigung des elektriſchen Herdes und des Heißwaſſerſpeichers. Eine
Reihe praktiſcher Vorführungen und die am Schluſſe des Vortrages zur
Verteilung kommenden Koſtproben werden den intereſſierten Hausfrauen
Gelegenheit geben, ſich von den großen Vorzügen der elektriſch
eingerich=
teten Küche zu überzeugen. Mit dem Vortrag iſt noch eine
Filmporfüh=
rung in Verbindung mit Schallplattenkonzert vorgeſehen. Außerdem
findet noch eine Freiverloſung verſchiedener elektriſcher Apparate ſtatt.
— Am Tage nach dem Vortrag, nachmittags von 3—6 Uhr gibt eine
Sprechſtunde Gelegenheit, um nochmals die reichhaltige Ausſtellung
be=
fuchen zu können.
Erntebewegung und Preisbildung.
807 710. 602 55 15 387 308 22
802 758 65: 337 431 35: 225 730 93 67 —
Mf 67
Juli. Aug. Oep Okt. Mor Dez. Jan. Jebr. März Apr. Mai Juni Juli Kug Sept Uk. Nov. Dez. Jan. Jabr. März Apr Mei Dmi Jnli. Kug. Sept. Ukt. Vor De4.
1929
28
1921
A:Erntenorrat, dem Landuirt zum Verkauf verfügbar, in Prozent der Geſamternte.
R:Weisenpreis in Mk. ſe To.
Traiſa, 25. Febr. Turnermaskenball. Die
Turn=
gemeinde 1879, welche im letzten Jahre ihr goldenes Jubiläum beging,
hält nächſten Samstag im großen Saal bon Scheerer einen großen
Juhiläumsmaskenball ab, da an Faſtnacht 1880 erſtmals eine
Faſchings=
feier von ſeiten des Vereins begangen wurde.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 25. Febr. Gemeinderatsbericht.
Der Punkt Waſſerverſorgung bildete abermals den Gegenſtand längerer
Verhandlungen. Man iſt ſich innerhalb des Gemeinderats nicht darüber
einig, welche Streckenführung der von der Sammelſtelle im
Schwinnen=
grund zu verlegende Hauptrohrſtrang bekommen ſoll. Ein Teil des
Gemeinderates ſchließt ſich der Auffaſſung des Kulturbauamtes an, die
dahin geht, den Strang an den Nieder=Ramſtädter Anſtalten vorbei nach
dem Ortsnetz zu führen und das Waſſer auf dieſem Wege nach dem
Hochbehälter am Kirchberg zu pumpen. Dieſer Vorſchlag würde einen
geringeren Koſtenaufwand erfordern, hätte aber den Nachteil, daß das
im Villenviertel „Trautheim” benötigte Waſſer durch das geſamte
Orts=
netz gepumpt werden müßte, was in Anbetracht der verſchiedenſten
Rohr=
dimenſionen, die es zu durchlaufen hätte, bedeutend höhere
Aufwendun=
gen an Kraft erfordern würde. Der zweite in Betracht zu ziehende
Vor=
ſchlag aus Kreiſen des Gemeinderates heraus iſt der, den Rohrſtrang hielt ſeinen Unterhaltungsabend ab. Nach einem flott geſpielten
Ein=
den Hochbehälter am Kirchberg zu pumpen. Dieſer Vorſchlag hat den öffnete der erſte Vorſitzende, Herr Gemeinderechner Karn, die Feier
Vorteil, daß man mit weniger Kraft auskommt und gleichzeitig
Vor=
ſorge getroffen hat für die Zukunft, weil anzunehmen iſt, daß mit dem
Bau der Elektriſchen Straßenbahn das Villenviertel „Trautheim” an
Bevölkerung bedeutend zunimmt. Nach längeren Verhandlungen ent= cellus in Szene. Das Stück war mit viel Fleiß und großer Mühe
ein=
von vornherein einig, daß der Hochbehälter am „Lohberg” eine
Ver=
größerung um 100 Kubikmeter erfahren muß. — Ein Stundungsgeſuch
des H. Heppenheimer 1. findet Genehmigung unter Vorbehalt der
Sicherheitsleiſtung. — Das Geſuch der J. Oeſtreicher Frau um Erlaß Verein Erbach hielt ſeine Jahreshauptverſammlung ab. Der
der Wertzuwachsſteuer wird abſchlägig beſchieden.
ſeine Jahresverſammlung ab. Der 1. Vorſitzende, Kam. Herdt, begrüßte. Alters nachgebend, ſein Amt nieder. Für ihn wählte die Verſammlung
die Erſchienenen und dankte für den zahlreichen Beſuch. Vor Eintritt
in die Tagesordnung wurde der im verfloſſenen Jahre verſtorbenen
5 Kameraden in üblicher Weiſe ehrend gedacht. Es folgte alsdann das
Verleſen der Jahresberichte und Kaſſenberichte der beiden Rechner. Bei
der Vorſtandswahl wurde der ſeitherige Vorſtand wieder= und ein
Bei=
ſitzer neu gewählt. Das 40jährige Beſtehen des Vereins in dieſem
Jahre ſoll durch ein Saalfeſt gefeiert werden. Zur Bewältigung der und Joh. Baſtian nur hinzutraten. Anlaß zu eingehender Ausſprache
Vorarbeiten hierfür wurde ein Ausſchuß von 6 Kameraden dem
Vor=
ſtand zugeteilt.
er. Werſau, 25. Febr. Vorgeſtern abend 8 Uhr fand hier in der
Wirtſchaft Lohnes ein Werbeabend des Geſangvereins Werſau ſtatt.
Der 1. Vorſitzende, Ludw. Kohlbacher, eröffnete den Abend und begrüßte
in freundlicher Weiſe die erſchienenen Gäſte. Ganz beſonders dankte er
dem Geſangverein Männerchor Brensbach und der Kapelle Kohlbacher.
Als Eröffnungslied wurde der deutſche Sängergruß und Hymne an die am Auto kein Menſchenleben in Gefahr kam.
Kunſt zum Vortrag gebracht. Abwechſelnd in Geſang und
Muſikvor=
trägen verliefen nur allzu ſchnell die Stunden.
— Lichtenberg, 25. Febr. Der Kaiſerſaal des Schloſſes,
tannen=
geſchmückt, wußte am Sonntag die Menge der Gäſte kaum zu faſſen,
die herbeigeſtrömt waren, um das Dekorierungsfeſt des
Oden=
waldklubs zu feiern. N7 Wanderer konnten mit dem Goldenen
Zei=
chen geſchmückt werden. Sieger war Bruchmeiſter Karl Fiſcher, der
des Wanderers Lohn zum 9. Male ſich errang. Das ſchöne, vielſeitige
Programm ließ die Mitwirkung des Lehrers Kuſchke ſofort erkennen.
Er trat mit großem Erfolg als Chormeiſter, Dichter und
Spielleiter hervor. Es iſt eine Luſt, die von Kuſchke geführte
Ge=
ſangsabteilung zu hören, die im Volkslied und Kunſtgeſang gleich
Voll=
kommenes leiſtet. Man hörte auch mit Freuden die von demſelben
Meiſter geleitete „Eintracht” aus Billings. Köſtliche Schulgeſchichten folgte zuerſt die Rechnungsablage und der Jahresbericht, der genehmigt
in Odenwälder Mundart, dem eigenen Erleben Kuſchkes entſprungen,
wurden von Kindern herzhaft vorgetragen. Ebenſo gelangen kleine
Szenen und das Stück von Schaffnit „Am Kaffeetiſch”. Gemeinſame
Lieder belebten den Abend und Vorträge der fleißigen Kapelle
Breit=
wieſer. Das Begrüßungswort hatte der um den Odenwaldklub
hoch=
verdiente Vorſitzende, Bürgermeiſter Schellhaas, die Hauptleitung m. Beerfelden, B. Febr. Verſchiedenes. Das hieſige
Gräſlich=
des Klubs vertrat Profeſſor Dr. Köſer, die Glückwünſche der
benach=
barten Ortsgruppen überbrachte Apotheker Seriba aus Reinheim.
n. Reichelsheim i. O., 25. Febr. Verſteigerung. Die der
Firma Böhringer, Lindenfels, gehörende Steinſchleiferei im „
Flut=
graben”, direkt neben dem hieſigen Bahnhof gelegen, wurde heute im
Auftrag obiger Firma verſteigert. Es wurde jedoch für das 4000 qm.
große Gelände ſamt Gebäude nur ein Höchſtangebot von 11000 Mk.
erzielt. Das Werk war in den Jahren 1913 bis 1914 errichtet worden,
konnte jedoch infolge des acht Tage nach Fertigſtellung ausbrechenden
Krieges nicht eröffnet werden und ſteht ſeit mehreren Jahren
voll=
kommen leer.
Le. Groß=Umſtadt, 25. Febr. Maturitätsprüfung. Am
Freitag fand die mündliche Prüfung der Primaner, an der hieſigen
Oberrealſchule ſtatt. In Verhinderung des Herrn Staatsrat Block war
Herr Oberſtudiendirektor Pfersdorff zum Vorſitzenden der
Prüfungs=
kommiſſion ernannt worden. Dieſe war in der angenehmen Lage,
ſämt=
lichen Abiturienten das Zeugnis der Reife erteilen zu können. Durch
die erfolgten Neuanmeldungen — hauptſächlich zu den unteren Klaſſen —
iſt der Abgang bereits mehr wie gedeckt. — Die Vorarbeiten zur
An=
bringung der Tafeln, die zum Gedächtnis der im Weltkrieg gefallenen
Lehrer und Schüler der Anſtalt im Innern der Schule angebracht
wer=
den ſollen, ſind ſoweit beendet. Die feierliche Einweihung derſelben wird
wohl Mitte März erfolgen.
r. Babenhauſen, 25. Febr. Die ordentliche
Generalver=
ſammlung, die der Geſangverein „Sängerbund” gegr 1840
am Sonntag, den 23. Februar, in ſeinem Vereinslokal, dem Gaſth=
„Zum Löwen”, abhielt, war recht gut beſucht und nahm einen
har=
moniſch=reibungsloſen Verlauf. Zu Beginn wurde das Andenken von
4 verſtorbenen Mitgliedern in der üblichen Weiſe geehrt. Es folgte
der Bericht des Vorſtandes über das abgelaufene Vereinsjahr, das
Ver=
leſen der Protokolle und die Rechnungsablage. Dem Vorſtand wurde
Entlaſtung erteilt, die ausſcheidenden Mitglieder Karl Kling, Jol
Kreſſel und L. Römer, wurden auf 3 Jahre wiedergewählt. Nach Er
ledigung verſchiedener interner Vereinsangelegenheiten erfolgte die
Feſt=
ſetzung der Veranſtaltungen im kommenden Jahr. Das
Jubiläum=
konzert ſoll am 25. Mai ſtattfinden. Ein gemütliches Beiſammenſeit
beim Klange ſchöner Vereinslieder beſchloß die Tagung.
41. Höchſt i. O., 25. Febr. Hauptverſammlung des
griegervereins. Der erſte Vorſitzende, Kamerad Ruppert,
er=
öffnete die Verſammlung und erſtattete Bericht über das abgelaufene
Vereinsjahr. Kamerad Gerhard Hoffmann verlas den Kaſſenbericht,
der von geſunden Finanzverhältniſſen zeugte. In Anerkennung ſeiner
zufriedenſtellenden Geſchäftsführung wurde der ſeitherige Vorſtand durch
Zuruf wiedergewählt. Für langjährige Mitgliedſchaft wurden die
Kame=
raden Karl Ruppert, Philivb Thierolf und Karl Wolf zu
Ehrenmit=
gliedern ernannt. Der ſeitherige Vereinsdiener, Berle wurde mit
Stimmenmehrheit wiedergewählt. Ein kameradſchaftliches
Beiſammen=
ſein beſchloß die Verſammlung.
Vom deutſchen Landwirtſchaftsrat wird ſeit einigen Jahren
monat=
lich eine Erhebung über die Vorräte an Getreide gemacht, die der
Land=
wirt noch in den Händen hat bzw. noch verkaufen will. Dieſe
Vor=
ratsſtatiſtik zeigt uns deutlich den Gang der Erntebewegung an und
ermöglicht es uns, die Einwirkung des jeweiligen Vorratsbeſtandes auf
die Preisbildung zu verfolgen. — Zwar wird beim Weizen die geſamte
Preislage auch für innerdeutſche Ware maßgebend beſtimmt durch die
überſeeiſchen Ernten und die dortigen Weizenvorräte, jedoch zeigt ein
Vergleich der deutſchen Erntebewegung mit der Preisentwicklung
deut=
lich, daß hier enge Zuſammenhänge beſtehen.
Mit großer Regelmäßigkeit erfolgt in den Erntemonaten bzw. kurz
nach der Ernte ein ſcharfer Abſturz der Preiskurve. Der niedrige Preis
hält dann ſo lange an, wie der Bauer nennenswerte Vorräte in den
Händen hat. In dieſen Monaten folgt die Preisbewegung übrigens
faſt genau der Preisentwicklung auf den überſeeiſchen Märkten. In
den Frühjahrsmonaten ſteht den Landwirten meiſt nur noch ein Bruchteil
der Ernte zum Verkauf zur Verfügung. Nun ſteigen die Preiſe wieder.
Ct. Wiebelsbach f. O., B. Febr. Der Geſangverein Wiebelsbach
über den alten Dieburger Weg zu verlegen und das Waſſer zuerſt in gangsmarſch „Deutſchlands Ehrenwache” von der Kapelle Kehrmann
er=
durch eine herzliche Begrüßungsanſprache. Nachdem der Männerchor
die „Maiennacht” von Seibert und „Rhein, du biſt deutſch” von Sonnet
vorgetragen hatte, ging das Singſpiel „Berghofbauers Reſi” von
Mar=
ſchied man ſich für den zweiten Vorſchlag. Darin war man ſich aber ſtudiert. Anſchließend wechſelten Chorlieder und Muſikſtücke
miteinan=
der ab. Der zweite Teil des Abends wurde mit Tanz ausgefüllt.
b. Erbach (Odw.), 25. Febr. Der Militär= und Veteranen=
Rechenſchaftsbericht für das verfloſſene Jahr ergab einen Ueberſchuß
von 343 RM. Der ſeitherige Vorſitzende, Kam. Hörr, der in ſelbſt=
G. Ober=Ramſtadt, 25. Febr. Der Militärverein „Germania” hielt loſer Hingabe den Verein 26 Jahre führt, legte, den Beſchwerden des
den bisherigen Schriftführer, Kam. Zürn, zum Vorſitzenden. Allſeitig
und einſtimmig wurden die Verdienſte des ſcheidenden Vorſitzenden Hörr
anerkannt und dieſer zum Ehrenvorſitzenden ernannt. Die planmäßig
ausſcheidenden Mitglieder des Vorſtandes wurden wiedergewählt, zu
dem als Erſatzmitglieder die Kameraden Nodnagel, Gg. Fr. Eich 4.,
gab der Antrag über Aufnahme von ungedienten, jungen Leuten in der
Verein, dem zugeſtimmt wurde; die Ausarbeitung von Richtlinien über
eine etwa zu gründende Jugendgruppe wurde zurückgeſtellt.
er. Brensbach, 25. Febr. Glück im Unglück hatte ein
Auto=
beſitzer aus Eberſtadt in der Mitte unſeres Ortes, indem ſich ein Nad
des Autos lockerte und herausflog. Nur der geringen
Fahrgeſchwindig=
keit hat der Beſitzer des Autos es zu danken, daß außer Beſchädigungen
Cl. Hetzbach, 25. Febr. Theaterabend. Der von der hieſigen
Freiwilligen Feuerwehr veranſtaltete Theaterabend war ein voller
Er=
folg für die Wehr. Die zur Aufführung gelangenden Luſtſpiele „Der
geplatzte Strohwitwer” ſowie „Die Perlen der Feuerwehr”, wurden
von allen Teilnehmern mit gutem Geſchick geſpielt und kamen alle
An=
weſenden voll auf ihre Koſten. Auch der Beſuch zeigte, welche
Wert=
ſchätzung die Wehr genießt.
Cl. Rothenberg, 25. Febr. Die Generalverſammlung des
Ge=
ſangvereins Eintracht war ſehr zahlreich beſucht. Nach einer herzlichen
Begrüßungsanſprache durch den Vorſitzenden Schwinn ſang der Verein
unter der bewährten Leitung ſeines. Dirigenten Krämer das Lied „Im
Walde‟. Sodann wurde in die Tagesordnung eingetreten und es er=
und dem Vorſtand Entlaſtung erteilt wurde. Bei der Vorſtandswahl
wurde der geſamte Vorſtand wiedergewählt, ein ſchönes Zeichen des
Vertrauens. Unter Geſangsvorträgen und zwangloſer Unterhaltung
verfloſſen die Stunden nur zu ſchnell, die von echtem Sängergeiſt
ge=
tragen waren.
Erbach=Fürſtenauiſche Forſtamt ſchreibt zum freihändigen Verkauf einen
großen Poſten Nadelſtammholz und Nadelſtangen aus: 1100 Fm.
Fich=
ten= und Tannen=Langholz, 1100 Fm. Kiefern=Langholz und =Abſchnitte,
80 Fm. Lärchen=Langholz, 90 Stück Fichten= und Tannen=Derbſtangen
1. und 2. Klaſſe. Der Termin für ſchriftliche Gebotseinreichungen läuft
mit dem 28. Februar ab. — Aus dem Gemeinderat. Ein Punkt der
Ge=
meinderatsſitzung vom letzten Freitag brachte nicht nur die Gemüter der
vollzählig anweſenden Gemeindevertreter in Bewegung, ſondern noch
viel mehr die einzelnen Intereſſenten aus dem Publikum. Zur
Erklä=
rung ſei etwas weiter ausgeholt: Von der Gemeinde wurde im Laufe
des letzten Jahres das Breimerſche Anweſen angekauft, etwa 90 Morgen
Land und ein Anweſen an dem ſogenannten Metzkeil, mitten im
Städt=
chen. Die Hälfte des Landes wurde unlängſt bei ſehr guten Preiſen
verſteigert. Nunmehr hat ein Metzger und Wirt bei der
Gemeindever=
tretung angefragt, ob das genannte Anweſen verkäuflich ſei, und ſich
als Liebhaber bekannt. Zur Sitzung hatten ſich nun gar zahlreich
In=
tereſſenten eingefunden, die einem Verkauf abgeneigt ſind. Bei obigem
Punkt der Tagesordnung angekommen, erklärte ſich der Bürgermeiſter
als Gegner eines Verkaufs, während ein Gemeinderatsmitglied den
Ver=
kauf befürwortete. Daraufhin bemächtigte ſich einer der Zuhörer des
Worts, um dasſelbe zu behalten auch gegen die Ermahnungen des
Vor=
ſitzenden. Dieſem unerquicklichen Zuſtand machten die Anhänger des
Verkaufsgedankens ein Ende dadurch, daß ſie das Sitzungszimmer
ver=
ließen und ſo das Stadtparlament beſchlußunfähig machten. Jede Seite
führt Gründe ins Feld für Rechtfertigung ihres Standpunktes; man iſt
allgemein geſpannt auf die weitere Entwicklung dieſer Sache.
A. Schlierbach, 25. Febr. Der Geſangverein „Sängerluſt” hielt
ſeine Generalverſammlung ab. Die übliche
Protokollver=
leſung, ſowie Abrechnung für das verfloſſene Jahr fand keine
Bean=
ſtandung. Weiter wurden folgende Beſchlüſſe gefaßt: Am
Gefallenen=
gedächtnistag, 16 März, beteiligt ſich der Verein an der vorgeſehenen
Feier in der Kirche, wo er ein paſſendes Lied vortragen wird. Sollte
das Wetter nicht allzu ſchlecht ſein, wird auch am Gefallenenehrenmal
eine Nachfeier ſtattfinden, wobei ſich alle Vereine beteiligen. Der
Ge=
ſangverein wird auch bei dieſer Veranſtaltung einen Chor vortragen
und einen Kranz niederlegen. Am Jubiläumsfeſt des Geſangvereins
„Germania”, Hammelbach, wird ſich der Verein beteiligen.
I. Von der Bergſtraße, 25. Febr. Die Verhandlungen über
den Verkauf der Maſchinenfabrik „Badenia”. Zu den
ſeit längerer Zeit ſchwebenden, aber bis jetzt nicht zum Abſchluß
ge=
brachten Verhandlungen der Stadt Weinheim mit auswärtigen
Inter=
eſſenten wegen Betriebsübernahme der Fabrikanlagen der
Maſchinen=
fabrik „Badenia”, vorm. Wm. Platz Söhne A.=G., Weinheim, verlautet,
daß ſowohl mit einer engliſchen Gruppe als auch mit deutſchen
Inter=
eſſenten ernſtliche Verhandlungen ſchweben. Es iſt zu erwarten, daß
auf die eine oder andere Weiſe ein baldiger Abſchluß erfolgt, der die
Wiederinbetriebnahme des Werkes zur Folge hat. Das
letzte Wort in dieſer Sache hat der Bürgerausſchuß
Wein=
heim zu ſprechen.
Der Handel, der jetzt Eigner der Ernte iſt, verſucht, die Zollſpanne voll
auszunutzen. Die Inlandspreisbildung iſt weſentlich unabhängiger von
der Preisentwicklung auf den überſeeiſchen Märkten. Dieſer Anſtieg
der Preiſe hält an, bis kurz vor der Ernte, wo dann wieder der
Ab=
ſturz erfolgt.
Deutlich erkennbar iſt die Wirkung des im Herbſt 1929 eingeführten
Vermahlungszwanges für deutſchen Weizen. Nicht
nur ſind die Vorratsmengen im laufenden Wirtſchaftsjahr weſentlich
niedriger und nehmen regelmäßiger ab als in den betreffenden Monaten
der Vorjahre, auch die Preisentwicklung iſt im Gegenſatz zum
Vor=
jahre beim Weizen erheblich günſtiger. Das ſpäte Einſetzen des
Ver=
mahlungszwanges hat es zwar nicht verhindern können, daß der
Wei=
zenpreis im September weſentlich ſank; jedoch iſt ſeitdem der
Preisdurch=
ſchnitt nicht unerheblich geſtiegen, während bisher das Steigen des
Weizenpreiſes mit großer Regelmäßigkeit in jedem Wirtſchaftsjahre erſt
dann einſetzte, wenn der Landwirt nahezu vollſtändig ſeine Ernte
ver=
kauft hatte.
Karneval in Mainz.
Nur noch wenige Tage, dann ſtehr Prinz Karnebals Herrſchaft im
Zenith. Die drei bekannten Mainzer Faſtnachtstage nehmen ſamt ihrem
Auftakt in Bann. Mit dem Einzug der Rekruten der närriſchen
Wehr=
macht, der Aufführung der preisgekrönten Narrenkomödie „
Großſtadt=
fimmel” leitet der Samstag den Faſtnachts=Sonntag ein. Der
iſt der Tag der Mainzer Kinder, die auf ihren zwei Maskenfeſten in
der Stadthalle als die erſten in luſtigen Farben tollen. Es iſt auch der Tag
der Garden, der Paraden und Lagerfeſte. Der Faſtnachts=
Mon=
tag, kurz Roſenmontag genannt, bringt den großen köſtlich=
humoriſti=
ſchen Zug „Die Welt im Narren=Spiegel!”. Und abends in
der Stadthalle das tollende Durcheinander der Mainzer und ihrer
un=
zähligen Gäſte, der allberühmte „Montags=Maskenball”.
Uebertags natürlich das luſtige Maskentreiben in allen Gaſſen
und Gäßchen. — Dienstags: Der von Lebensluſt ſprühende
„Korſo”, die Truppenumzüge, das Maskenſpiel, dem ſich in der
Stadt=
halle der „Schluß=Maskenball” in aller Farben= und
Form=
freude anfügt.
W. Heppenheim a. b. B., 25. Febr. Obſt= und
Gartenbau=
verein. Die diesjährige Hauptverſammlung des hieſigen Obſt= und
Gartenbauvereins war gut beſucht. Nach ausführlichem Jahresbericht
durch den 1. Vorſitzenden ſowie der Rechnungsablage hielt Herr
Obſt=
bauinſpektor Orthmann einen Vortrag über Blumenpflege, der mit
gro=
ßem Intereſſe aufgenommen wurde. Der Redner ging beſonders auf
guten Blumenſchmuck an Fenſtern und Balkonen ein und wies auf die
Verteilung der Preiſe für ſchönſten Blumenſchmuck durch die Stadt
Hep=
penheim im Jahre 1929 hin. Angenehme Ueberraſchungen für die
an=
weſenden Mitglieder brachte eine unentgeldliche Verloſung. Der
ſeit=
herige Schriftführer des Vereins legte ſein Amt nieder; ſeine Stelle
wurde Herrn Lehrer Hildenbrand übertragen. — Hohes Alter. Im
Monat Februar konnten verhältnismäßig viele Mitbürger und =
bürge=
rinnen unſerer Stadt auf eine ſtattliche Anzahl von Jahren zurückblicken.
So feierten in den letzten Tagen Herr Adam Anthes 4. und Frau
Hen=
riette Dreſer ihren 80. und Frau Barbara Bräunig ihren 81.
Geburts=
tag. — Nutzholzverſteigerung. Am Donnerstag, den 27.
Fe=
bruar, nachmittags 1.30 Uhr beginnend, werden aus dem Heppenheimer
Stadtwald Buchen=, Birken=, Eſchen=, Fichten=, Douglas=, Lärchen=
Derb=
ſtangen ſowee Eſchen=, Fichten=, Douglas= und Lärchen=Reisſtangen
öffentlich verſteigert.
Ca. Lorſch, 24. Febr. Losholz. Wie bekannt wird, ſoll die
Ab=
gabe des Losholzes vorausſichtlich Mitte März dieſes Jahres erfolgen.
Es ſei hierbei auf den Gemeinderatsbeſchluß hingewieſen, nach dem das
Losholz ſolcher Empfangsberechtigter einbehalten und zugunſten der
Gemeinde zu verwerten iſt, die mit der Zahlung von Gemeindegefällen,
wie Gras, Pacht, Holz, Miete und Steuern, im Rückſtande ſind. Es
dürfte daher im eigenen Intereſſe der rückſtändigen Schuldner liegen,
zur Vermeidung von Unannehmlichkeiten dafür Sorge zu tragen, daß
die Rückſtände bis zur Losholzabgabe beglichen ſind. Dabei ſei auch
er=
wähnt, daß die Gemeinde für genannte Rückſtände für die Folge auch
den beim Staat üblichen Zinsfuß von 8 bzw. 7 Prozent Zinſen für
ge=
ſtundete Beträge berechnet, und zwar erſtmalig für die bis jetzt noch
nicht bezahlten Beträge ab 1. Januar 1930. Für Steuer und Rückſtände
aus den Jahren 1928 und vorderen Jahren werden 5 Prozent
Verzugs=
zinſen erhoben, und zwar erfolgt die Verrechnung dieſer ab 1. April
1930. — Diebſtahl. Der Turngemeinde Lorſch wurde im Laufe letzter
Woche das Tor zu ihrem Turnplatz geſtohlen. Den Tätern iſt man auf
der Spur. — Unfug. Bittere Klage wird darüber geführt, daß die
Anlage am Kriegerdenkmal wieder zum Tummelplatz der Kinder und
auch der erwachſenen Jugend geworden iſt, zu welchem Zwecke die
An=
lage nicht hergerichtet iſt. Dieſem Unfuge abzuhelfen, müßte ſich die
ganze Bevölkerung einſetzen. Die Gemeindepolizei wird mit aller Strenge
vorgehen, damit die Anlage, die doch dem Denkmal ein würdiges
Ge=
präge verleihen ſoll, auch als ſolche geachtet und geſchützt wird. Eltern
und Erzieher mögen hier mithelfen. — Filmvortrag. Der
Koh=
lenkonſumperein läßt am Mittwoch und Donnerstag ſeinen Mitgliedern
den Ruhrkohlenfilm vorführen. — Generalverſammlung. Die
Volksbank Lorſch hält am kommenden Sonntag ihre diesjährige
Gene=
ralverſammlung im Gaſthaus zum Weißen Kreuz ab. —
Masken=
ball. Vorgeſtern abend hielt der Schützenverein ſeinen Maskenball ab.
Wie immer, hatte er wieder einen Maſſenbeſuch aufzuweiſen, und alle
Lokalitäten zum Lagerhaus (Stephan Jäger) waven voll der Gäſte,
Bm. Hofheim (Ried), 25. Febr. Volksbücherei. Die im
De=
zember vorigen Jahres hier wieder neu eröffnete Volksbibliothek erfreut
ſich ſeitens der Einwohnerſchaft bis jetzt eines guten Zuſpruchs; werden
doch durchſchnittlich pro Abend 20 Bücher entliehen. Um die
Neuord=
nung der Bücherei wie auch um die Ausgabe der Bücher haben ſich die
Herren Lehrer Röder, Pfeiffer, Wolf und Baltz beſonders verdient
ge=
macht. Die Ausgabe der Bücher erfolgt Dienstags und Freitags von
½6—6 Uhr abends und wäre im Intereſſe der Erhaltung und
Ver=
größerung der Bibliothek ſehr zu wünſchen, daß die Bücherentnahme
noch ſtärker wird als bisher.
Ck. Crumſtadt, 25. Febr. Waſſerleitung. Am letzten
Sams=
tag iſt die Waſſerbezugsordnung für die Gemeinde Crumſtadt in Kraft
getreten. Wer aus der Gemeindewaſſerleitung Waſſer bezieben will, muß
ſich in einem von der Bürgermeiſterei ausgelegten Anmeldebogen
ein=
tragen. Der Anmeldende verpflichtet ſich durch dieſe Eintragung zum
Waſſerbezug für das angemeldete Grundſtück auf die Dauer von fünf
Jahren, beginnend mit der Inbetriebnahme der Waſſerleitung oder
der Verbindung ſeiner Waſſerleitung mit dem Gemeindeleitungsnetz.
Das Waſſergeld wird nach dem mutmaßlichen Verbrauch berechnet, es
bemißt ſich nach einheitlichen Grundbeträgen, die der Gemeinderat
be=
ſtimmt. Wenn ein Waſſermeſſer vorhanden iſt, ſo wird das
Waſſer=
geld grundſätzlich, nach der von dieſem als verbraucht angezeigten
Kubikmeterzahl berechnet.
Nummer 57
Die Haukpverſammlung des Neckar=
Berkehrs=
verbandes
fand im Bürgerausſchußſaal des Rathauſes zu Heidelberg ſtatt. Der
Verbandsvorſitzende, Herr Bürgermeiſter Sailer aus Wimpfen, begrüßte
die zahlreich Erſchienenen, u. a. die Vertreter der Stadt Heidelberg, des
Bezirksamts Heidelberg, der Handelskammer und des Verkehrsamts
ſowie des Verkehrsvereins Heidelberg und die Vertreter der badiſchen
und württembergiſchen Regierung. Außerdem Herrn Direktor Friedrich
Gabler als Vorſitzenden des badiſchen Hoteliervereins. Die Herren
Re=
gierungsvertreter überbrachten die Grüße und beſten Wünſche zu der
Ta=
gung, insbeſondere ſah Herr Landrat Ehemann vom Württemlergiſchen
Wirtſchaftsminiſterium in der Tätigkeit des Neckarverkehrsverbandes
eine wichtige Vorarbeit für die geplante badiſch=württembergiſche
Ver=
einigung. Dieſe Vereinigung werde kommen, und ſei die vom Verband
betriebene Pflege gemeinſamer württembergiſch=badiſch=heſſiſcher
Ver=
kehrsintereſſen ganz vorzüglich geeignet, in weiten Kreiſen das
Ver=
ſtändnis hierfür vorzubereiten. Aus dem von dem Vorſitzenden, Heurn
Bürgermeiſter Sailer, erſtatteten Jahresbericht geht hervor, daß außer
der Gemeinde Rockenau, die im Laufe des Jahres in den Verband
auf=
genommen wurde, am Tage der Verſammlung ſowohl die Neckar A.=G.
wie die Stadt Lauffen nachfolgte. Der von dem Schatzmeiſter, Herrn
Volz=Wimpfen, vorgetragene Kaſſenbericht wies einen
Einnahmeüber=
ſchuß von 124 RM. auf, und wurde dem Schatzmeiſter Entlaſtung
er=
eilt. An Stelle des ſeitherigen Schriftführers, Herrn Künzle, der aus
Geſundheitsrückſichten ſein Amt niederlegen mußte, wurde Herr Dr.
Hofmann=Heilbronn gewählt. Die übrigen Vorſtandsmitglieder wurden
durch Zuruf wiedergewählt. Der in Einnahme und Ausgabe mit 3219
RM. abſchließende Voranſchlag für 1930 fand Annahme. Herr
Regie=
rungsrat Dr. Gennönwein=Heilbronn referierte anſchließend über
Stra=
ßen=, Fahrplan= und Schiffahrtsangelegenheiten, und wurden hierzu von
der Verſammlung folgende Entſchließungen gefaßt. Der
Neckarverkehrs=
verband fordert in ſeiner Hauptverſammlung dringend eine baldige
und den neuzeitlichen Verkehrsbedürfniſſen vollauf Rechnung tragende
Löſung der Karlstorfrage in Heidelberg. — Der Neckarverkehrsverband
wünſcht dringend die Vorſehung einer den Bedürfniſſen des
zunehmen=
den Fremdenverkehrs entſprechenden neuen Schnellverbindung
Heidel=
berg—Rothenburg—Nürnberg über Heilbronn-Creilsheim, weiterhin
die Einführung des ſeit vier Jahren geforderten zweiten Paars der
Odenwald=Neckar=Eilzüge von Frankfurt-Darmſtadt über Heilbronn
nach Stuttgart. Hotelbeſitzer Gabler gab anſchließend einige
Verbeſſe=
rungen, die der Sommerfahrplan 1930 vorſehe, bekannt, die aber
haupt=
ſächlich nur auf den Nahverkehr ſich beziehen, kaum aber auf den
Fernver=
kehr. Betreffend des Ausbaues des Fremdenverkehrs im Neckartal ſtellte
der Redner folgende Forderungen auf: Man ſorge für gute Autoſtraßen,
tue aber gleichzeitig ſo viel als möglich, um den eiligen Autler zum
mehrtägige.: Verweil zu veranlaſſen. Mit einem Vortrag über die
bis=
her geleiſteten Arbeiten der Siedlungskommiſſion von Herrn
Bürger=
meiſter Dr. Boulanger fand die Hauptverſammlung ihr Ende, worauf
ſich die Teilnehmer mit den Damen, die mittlerweile eine Beſichtigung
der Stadt und des Schloſſes vorgenommen hatten, zum gemeinſamen
Mittageſſen auf der Molkenkur.
Mittwoch, den 26. Februar 1930
Cp. Biebesheim, 24. Febr. Zum bevorſtehenden
Vieh=
markt. Der Gemeinderat von Biebesheim hat beſchloſſen, bei dem
Zuchtviehmarkt am Dienstag, den 4. März, von jedem aufgetriebenen
Stück Rindvieh ein Platzgeld von einer Mark zu erheben. Es wurden
drei Marktkommiſſionen gewählt. Zum Ankauf von Rindvieh, Ziegen
und Schweinen ſowie Geflügel wurden mehrere Perſonen beſtimmt,
Das neue Marktgelände iſt jetzt völlig fertig.
Ck. Trebur, 25. Febr. Der Gau Mainſpitze des Heſſiſchen
Sänger=
bundes, dem drei Vereine aus Biſchofsheim, zwei Vereine aus
Guſtavs=
burg, ein Verein aus Ginsheim, drei Vereine aus Rüſſelsheim, zwei
Vereine aus Nauheim und je ein Verein aus Königſtädten, Kelſterbach,
Raunheim, Trebur und Walldorf angehören, hält ſeinen diesjährigen
Gauliedertag in Trebur ab.
Ck. Groß=Gerau, 25. Febr. Die Zahl der ausgeſteuerten
Erwerbsloſen nimmt hier ſtändig zu. Zurzeit werden von der
Stadt an 30 Erwerbsloſe mit Straßenarbeiten uſw. beſchäftigt. Nach
Lage der Verhältniſſe wird für die nächſte Zeit mit einem weiteren
ſtarken Anwachſen der Zahl der Ausgeſteuerten, die der Gemeinde zur
Laſt fallen, gerechnet. — Der Waſſerturm des
Gruppenwaſſerwer=
kes „Gerauer Land”, der einen prächtigen Ausblick geſtattet, iſt bis auf
weiteres Sonntags nachmittags von 3—5 Uhr zur Beſichtigung
frei=
gegeben. Bei ſchönem, klaren Wetter machen die Bewohner der Stadt
und der Umgebung davon ſtarken Gebrauch, ſo daß 60 bis 70 Beſucher
innerhalb der zwei Stunden keine Seltenheit ſind. — Das
Heimat=
muſeum im alten Rathauſe iſt Sonntags nachmittags von 2—4 Uhr
zu beſichtigen. Das Heimatmuſeum hat außerordentlich ſeltene Funde
aufzuweiſen, ſo das Bruchſtück eines Belemniten und drei
Haifiſch=
zähne aus dem Mainzer Becken (Alter mehrere Millionen Jahre), einen
verſteinerten Knochenkern vom Horn eines Auerochſen, der in der Nähe
des Schönauer Hofs gefunden wurde, im Alter von 50—100 000 Jahren,
Muſcheln aus Wallertheim (Rheinheſſen) von der Jagdſtelle der
Eis=
zeitjäger, im Alter von ca. 100 000 Jahren uſw. Reich ſind auch die
Schätze aus der jüngeren Steinzeit (ca. 5000 bis 2000 v. Chr.), ſo findet
man Feuerſteinmeſſer, Steinäxte, Steinbeile uſw. von verſchiedenen
Fundſtätten. Aus der Broncezeit ſieht man Broncearmbänder und
Ge=
wandnadeln aus Gräbern der mittleren Broncezeit, und Brandgräber
vom Ende der Broncezeit. Die ältere Eiſenzeit iſt mit Scherben von
Gefäßen, Trinkbecher, Schalen, einer Urne und einem Webſtuhlgewicht
vertreten. Ein äußerſt ſeltener Fund ſtammt aus der La=Tene=Zeit
(jüngere Eiſenzeit); vier tönerne Seihen, die in der Schindkaute
gefun=
den wurden. Die zugehörige fünfte Seihe iſt als Leihgabe dem
Landes=
muſeum in Darmſtadt überlaſſen worden. Aus derſelben Zeit ſtammen
Urne und Beinknochen aus einem Skelettgrab, Salbenſchälchen und
Tellerchen, Schüſſel mit Leichenbrand aus einem Kindergrab bei der
Zuckerfabrik, Bohrer aus Hirſchhorn und Brocken von Hüttenlehm von
einer vorgeſchichtlichen Siedelung in der Schöneckenſtraße, zwei
Brand=
gräber von der Schindkaute uſw. Beſonders intereſſant iſt das Grab
einer reichen Frau mit Beigaben wie Schüſſel, Urnenflaſche,
Trink=
becher, Schalen, eiſernen Meſſern, einem Tonring, Broncearmband,
zwei Glasarmbändern, einem Hündchen aus ſchwarzer Maſſe uſw. Die
Gefäße enthielten Speiſebeigaben, u. a. Rehbraten. Eine ganze Reihe
weiterer wertvoller Funde aus ſpäteren Zeiten ſchließen ſi an. Eine
Beſichtigung des Heimatmuſeums iſt außerordentlich wertvoll.
Seite 7
a. Offenbach, B. Febr. Sparmaßnahmen im
Stadt=
haushalt. Die Bürgerliche Arbeitsgemeinſchaft hat im Stadtrat
zwei Anträge eingebracht, von denen der erſte verlangt, daß künftig die
Stadtverwaltung zu Beginn eines Jahres eine Liſte der Beamten
vor=
legt, die nach menſchlichem Ermeſſen in den Ruheſtand treten. Es ſoll
damit rechtzeitig Gelegenheit gegeben ſein, über den etwaigen Wegfall
der Stelle zu befinden. Die Liſte ſoll zum erſten Male zum 1. April
vorgelegt werden. Bis zu dieſem Zeitpunkte freiwerdende Stellen
dürfen nicht noch raſch beſetzt werden. Der zweite Antrag beſchäftigt
ſich mit den Jahresnetzkarten für die Straßenbahn, die den ſtädtiſchen
Dienſtſtellen zur Verfügung ſtehen. Es wird beantragt, daß die Karten
nur innerhalb der Dienſtſtunden und nicht von der Wohnung zur
Dienſtſtelle zu Beginn des Dienſtes oder in umgekehrter Richtung
be=
nutzt werden dürfen. Die Oeffentlichkeit hat ſich gerade mit dieſem
Mißbrauche der Straßenbahnkarten durch die oberen Beamten in der
letzten Zeit in ſreigendem Maße beſchäftigt.
Oberheſſen.
v. Friedberg, 25. Febr. Naturſchutzbeſtrebungen in
Oberheſſen. Nachdem die Oberheſſiſche Geſellſchaft für Natur= und
Heilkunde vor einiger Zeit für die Umgebung von Gießen und für den
hohen Vogelsberg in einer Eingabe an die heſſiſche Regierung den
ge=
ſetzlichen Schutz gefährdeter Naturdenkmäler gefordert hat, beſchäftigte
ſich nun auch die geographiſch=naturwiſſenſchaftliche Abteilung der
hei=
matkundlichen Arbeitsgemeinſchaft des Kreiſes Friedberg in einer von
Studienrat Dr. Knieriem geleiteten Sitzung mit Naturſchutzfragen. Im
Anſchluß an ein Referat von Lehrer Oßwald (Bad=Nauheim) über die
geplante floriſtiſch=pflanzengeographiſche Erforſchung
Heſſens wurde eine Eingabe an das heſſiſche Innenminiſterium
be=
ſchloſſen. Darin werden aus dem engeren Arbeitsgebiet der
Arbeits=
gemeinſchaft den amtlichen Stellen als beſonders ſchutzbedürftig
empfoh=
len: das Salzmoor bei Münzenberg; die Salzſtellen bei Bad=Nauheim
und Wiſſelsheim mit ihrer dem Binnenland ſonſt fremden Flora und
Fauna; die Trollius=Wieſen bei Ockſtadt; einige „pontiſche” Hügel der
Wetterau. Als geologiſche Naturdenkmäler, die dem geſetzlichen
Natur=
ſchutz zu unterſtellen wären, werden der Beachtung empfohlen; der
Stein=
berg bei Münzenberg und das Gipfelgebiet des Winterſteins. — Die
Tagung erklärt ſich einmütig zur Mitarbeit an der von Profeſſor Dr.
Spilger=Darmſtadt geleiteten pflanzengeographiſchen Durchforſchung
Heſ=
ſens bereit.
— Gerusheim, 25. Febr. Waſſerſtand des Rheins am
24. Februar: —1,21 Meter; am 25. Februar: —1,27 Meter.
— Hirſchhorn, 25. Febr. Waſſerſtand des Neckars am
24. Februar: 0,66 Meter; am 25. Februar: 0,66 Meter.
— Wafſerſtands=Nachrichten vom 25. Februar. Rhein: Hüningen
0,08, Kehl 1,37, Maxau 3,09 Mannheim 1,80, Mainz minus 25, Bingen
0,94, Caub 1,01; Köln 0,82 Meter. — Main: Schweinfurt 0,64,
Würz=
burg 0,61, Lohr 1,03; Steinheim 2,34; Frankfurt 2,27; Koſtheim
Staats=
pegel minus 0,66, dito Waſſertiefe 1,34, dito Fahrtiefe 1,04 Meter.
Aus den Amtsverkündigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen deg
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Herrenfahrrad, 1
Porte=
monnaie mit Inhalt, 1 Zwanzigmarkſchein,
1 Herrenhoſe und 1 Herrenrock, 1
Aut=
ſchlüſſel, 1 Rentenſchein von der Poſt, drei
einzelne Kinderhandſhuhe, 1 Butterdoſe
aus Glas, 1 Herrenmütze, 1
Schrauben=
ſchlüſſel, 1 Brille, 1 Schraubenſchiüſſel, eine
Zange und 1 Schraubenzieher 1 Rolle
Zwrn, Schnur und Knöpfe, 1 ſtatiſtiſches
Buch von Heiſen aus dem Jahre 1884, ein
Bund Schlüſſel.
Wir machen wiederholt darauf
auf=
merkſam, daß auch noch Fundgegenſtände
vorhanden ſind, die in früheren
Bekannt=
mnachungen verzeichnet ſind. Intereſſenten
können die Fundgegenſtände während der
Büroſtunden auf Zimmer 1 beſichtigen.
Am Donnerstag, den 27. Febr.
1930, nachmittags 3 Uhr, verſteigere
ich in meinem Verſteigerungslokal
Lu=
iſenſtraße 32 zwangsweiſe meiſtbietend
gegen Barzahlung:
(3355
1 Schreibmaſchine 1 Nähmaſchine,
2 Fahrräder, 1 Grammophon, ein
Klavier, 1 Ladentheke, 1 Warenſchrank
ſowie Möbel aller Art.
Darmſtadt, den 25. Febr. 1930.
Acker
ſtellpertr. Gerichtsvollzieher.
Begstgshälser
und wegen vollſtändiger Auflöſung des
Haushalts und des Anweſens der
Frei=
frau v. Gall Wwe., Mathildenſtraße 1
(Ecke Martinſtraße) kommt alles
frei=
händig zum Verkauf:
mit je 4 Zim., Küche
Das Eckhaus u. Zubehör, 275 am
Garten. Der 1. Stock wird für den
Käu=
fer des Hauſes frei. Anzahlung nicht
unter 10 000 Mark.
Vollſtändig. Räumungsverkauf
des geſamten Hausſtandes,
der Mobel darunter 1 Boullenmöbel
aus der Zeit Louis XIV Preis 6000 ℳ,
1 Pariſer Penduluhr 4000 ℳ. 2 große
Girandolen 2000 ℳ, uſw.
MPiano
ſchwarz, aus Ebenholz, Ia Fabrikat,
(Fa. Berden & Co., Brüſſel) mit
Noten=
ſtänder u. Stuhl, gekoſtet 2500 ℳ, noch
wie neu, 1000 ℳ. 1 Salonteppich 100 ℳ.
1 Speiſezimmerteppich (Smyrna) 175 ℳ.
1 antike Empire=Glasvitrine 475 ℳ (
ſel=
tenes Stück). 1ant.prachtv. Nähtiſch 175ℳ.
reich geſchnitzter
1 Speiſezimmer Mechelner Arb.
Preis 2750 ℳ. Prachtvolle Oelgemälde
(Stilleben) für den billigen Preis von
250 ℳ. 1 verſenkb. Nähmaſchine (
Sin=
ger) 200 ℳ. 1 eich. Teewagen 50 ℳ. 1
kompl eich. Schlafzim. 800 ℳ. 1ſchwarz.
Schlafzim. Louis XVT 1290 ℳ. 1kirſchb.
2tür. Kleiderſchrank 65 ℳ. 1
Flurgarde=
robe 35 ℳ. Büchergeſtell 15 ℳ. 1
Staub=
ſauger „Record” 75 ℳ. 2 Hausapotheken
8ℳ. 1 Schreibſeſſel 25 ℳ. 1 Fiſchſervice
(13 Teile) 35 ℳ. 1 Spargelſervice (8 T.)
30 ℳ. Kriſtallglas Porzellanſachen uſw.
Echt Meißner Taſſen, Kännchen. 1 gold.
Uhrenarmband, 18kar., f. nur 40 ℳ, uſw.
Der Verkauf findet tägl. laufend ſtatt
v. 10—12 Uhr vorm. u. 3—5 Uhr nachm.
Makhildenſtr. 1, Ecke Markinſtr.
durch den Alleinbeauftragten des
An=
weſens und Mobiliars
Eug. Hagner
Immobilien=V. und Taxator,
Karlſtraße 41.
Telephon 2943.
TOttlLlUNUNZ
für
KALAETAAU TAA
Am 5. März wird der Zoll
für Kaffee um ca. 20 Pfg.
für Tee um ca. 65 Pfg.
erhöht.
Benutzen Sie die Gelegenheit,
noch zumalten Preis einzukaufen
SCREAANTEE
1/ Pfund 0.55, 0.60, 0.70, 0.80, 0.90, 1.10
DCPRIEA
1/y Pfund 0.52, 0.70, 0.90
1½ Pfund 1.04, 1.40, 1.80
Schweinezwiſchenzählung am
1. Mialz Loob.
Am 1. März 1930 findet eine
Schweinezwiſchenzählung ſtatt.
Wervor=
ſätzlich die Angaben, zu denen er bei
dieſer Zählung — durch beſondere
Zäh=
ler — aufgefordert wird, nicht erſtattet,
oder wer wiſſentlich unrichtige oder
unvollſtändige Angaben macht, wird mit
Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit
Geldſtrafe bis zu 10000 RM. beſtraft.
Auch kann Vieh, deſſen Vorhandenſein
verſchwiegen worden iſt, im Urteil für
dem Staate verfallen erklärt werden.
Darmſtadt, den 25. Febr. 1930. (st3349
Der Oberbürgermeiſter.
Besonders preiswert
Kalifornische
rra. 40
Buftanihen auch zum Rohessen
Sonmeizsonokotage
Riesentafel, 100 gr
55.
3332
DNASL A
MorramgbL
Holzasanfnton.
Die Gemeinde Spachbrücken verkauft
auf dem Wege der Submiſſion:
Fichten=Stämme:
Ia Kl. 124 Stück — 23,83 Feſtm.
— 53,68
Ib „ 1.
— 17.20
HIa „ 2
4,15
IIb „
HIIa
2.
Angebote müſſen bis 3. März 1930,
nachmittags 3 Uhr, an die
unterzeich=
net Stelle eingereicht werden. Auskunft
erteilt Herr Förſter May, Markhaus
Meſſel.
Spachbrücken, den 24. Februar 1930.
Heſſ. Bürgermeiſterei Spachbrücken.
Mayer.
(3322
Die hygienisch verpackte
vonnd Lankräiste
Jr. 10 in Ia Oualitit a90.
bekommen Sie RUF in der 238a
Parfümerie FRANK
Elisabethenstraße O (Alleinverkauf)
Brenntannäpfel
zu Mk. 1.20 p. hl
von 10 hl an Mk. 1.15 p. h!
lietert trei Haus
Conrad Appel
Fernspr
— 91 —
Die neue wundervolle
Luddsine
5 Sitl.
koſtet nur Mk. 3965.— ab Werk
Phaethon „ 3505.—
5 fach bereift
1. Donges & Wiest
Grafenſtr. 43/45
(2918a
Gut erhaltener
Küchenſchranr Fläſchenankauf
ſeſucht. Ang. unter ſtets Feldmann,
A. 112 a. d. Geſch.*
Karlſtraße 73.
(337a)
Bekanntmachung.
Ueber das Vermögen des Spengler=
und Inſtallateurmeiſters Friedrich
Wil=
helm Preußner in Darmſtadt,
Bleich=
ſtraße 1, wird heute am 21. Februan
1930, vormittags 9 Uhr 30 Minuten, das
Konkursverfahren eröffnet.
Konkursverwalter: Rechtsanwalt Dr
Karl Dingeldey in Darmſtadt,
Hein=
richſtraße 87.
Konkursforderungsanmel=
dungen, ſowie offener Arreſt und
An=
zeigefriſt bis, zum 17. März 1930, erſte
Gläubigerverſammlung 17. März 1930,
vormittags 9 Uhr, Zimmer 226, und
allgemeiner Prüfungstermin: 7. April
1930, vormittags 9 Uhr, Zimmer 226,
vor dem unterzeichneten Gericht. (3347
Darmſtadt, den 21. Februar 1930.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Reviſiond=
Städt. Sparkaſſe Darmſtadt.
Die nach Artikel 3, Abſ. 3 des
Heſſi=
ſchen Sparkaſſengeſetzes vom 8. Auguſt
1902 vorgeſchriebene Prüfun; der
Ge=
ſchäftsführung der Städtiſchen Sparkaſſe
Darmſtadt hat durch den Verbandsreviſor
des Heſſiſchen Sparkaſſen= und
Girover=
bandes in der Zeit vom 30. November
1929 bis 9. Januar 1930 ſtattgefunden
Sie hat ſich auf alle Zweige der
Ver=
waltung erſtreckt und keinerlei
Bean=
ſtandungen ergeben.
(st3354
Darmſtadt, den 24. Februar 1930.
Der Vorſitzende
des Verwaltungsrats der Städt.
Sparkaſſe Darmſtadt.
Mueller Oberbürgermeiſter.
Katzen-
u. Hunde=Kloſetts,
hyg. geruchl. Proſp.
32 frei. A. Schmidt,
Dresden=A. 1.
Annenſtraße 10.
(II. Dr. 1848)
Gul. Eßſervice
für 12 Perſ. z. kauf.
geſ. Ang. mit Prs.
u. A. 116 Geſch. (*
1 Zwillings=
Kinderwagen
zu kauf. geſ. Ang.
u. A. 111 Geſch. (*
geg. ſofort.
Kaufe Kaſſe
gebrauchte
Möbel
ganze Einrichtung.
und Nachläſſe.
J. Lich,
Alexander=
ſtraße 3. Tel. 4164.
(1914a)
Telephon 778.
Kaufe
getragene Kleider.
ſchuhe, ſowie
Boden=
u. Kellerkram und
Flaſchen
Blum
Lauteſchlägerſtr
Laden: Kl: Bachgaſſe 7
Diesem biederen Alpler
werden Sie noch oft begegnen. Zwar nicht
persönlich, weil er seine Schweizerberge
niemals verläßt. Doch in unseren Werbungen
werden Sie ihn treffen. Dieser von den
Aus=
wüchsender Zeittast unberührteNaturmenscl
getällt uns so gut, daß wir ihn sozusagen zi
unserem Schutzpatron erwählten. Der biedere
Sohn seiner Berge weiß Ihnen in den
kom=
menden Inseraten aus Villigers Stumpen
fabrikation so viel Interessantes zu erzählen,
daß Sie sich mit ihm und hernach auch mit den
Villiger-Stumpen gerne antreunden werden.
Haben Sie Villiger übrigens schon versucht?
Fragen Sie einmal nach dem milden Villiger
Mocca oder dem noch milderen Mocca
Spezial! Beide kosten nur 10 Pfennig
Es gibt nichts Besseres um diesen Preis.
HARNA
ßte Stumpentabriken
chweis, Tiengen-Raden, Müae
Seite 8
Mittwoch, den 26. Februar 1930
Nummer 57
Aus Rache ermordel.
Direktor Kramer
der Concordia=Grube in Nachterſtedt (Kreis
Quedlinburg) wurde auf dem Hof der Grube
während der Dunkelheit von einem
Unbekann=
ten erſchoſſen. Als Motiv des Mordanſchlags
wird Rache vermutet.
Profeſſor Drexel in Italien?
Frankfurt a. M. Nach einer Mitteilung aus
der Schweiz ſind zwei Herren auf der Reiſe von
Deutſchland nach der Schweiz am 8. Februar 1930,
dem Tage des Verſchwindens von Profeſſor Drexel,
mit einem Herrn in einem Abteil dritter Klaſſe
zu=
ſammengefahren, der den Zug im Frankfurter
Haupt=
bahnhof 1 Uhr nachts beſtieg und eine auffallende
Aehnlichkeit mit Profeſſor Drexel hatte. Dieſer Herr
war nach ſeinem Geſpräch zu urteilen Profeſſor und
Archäologe. Er fuhr nach Mailand und hatte
ziem=
lich großes Handgepäck bei ſich. Er erzählte von
Reiſen, die er nach Italien und Südfrankreich
ge=
macht hatte. Er ſprach ſehr überlegt und machte
keineswegs den Eindruck eines Geiſtesgeſtörten. Ob
er mit Profeſſor Drexel identlich iſt, erſcheint vorerſt
zweifelhaft. Die Kriminalpolizei ſtellt auch
Nach=
forſchungen nach dieſer Richtung an.
Raubüberfall im Speſſart.
Lohr a. M. Auf dem Fußweg von Lohrhaupten
nach Flörsbach, der über die Höhe durch den Wald
führt, wurde der Schweinehändler Johannes Albus
aus Bieber von zwei kräftigen Männern angehalten
und gefragt, ob er etwas zu eſſen bei ſich habe. Als
Albus in die Taſche griff, um den Reſt ſeines
Früh=
ſtücks herauszuholen, wurde er von beiden Burſchen
angegriffen. Der eine packte ihn an der Kehle, der
andere an der Bruſt. Schnell entſchloſſen verſetzte
Albus dem einen Angreifer einen wuchtigen
Fuß=
tritt gegen den Bauch, worauf dieſer zu Boden fiel.
Währenddeſſen hatte der andere das Meſſer gezückt
und ſtach auf Albus ein, der jedoch mit Aufbietung
aller Kräfte die Stiche ſo abzuwehren vermochte,
daß er nur eine leichte Verletzung an der Schläfe
davontrug. Albus flüchtete in das nahe Flörsbach,
von wo aus die Verfolgung der beiden Uebeltäter
aufgenommen wurde.
Schweres Automobilunglück.
Saarlouis. Ein ſchweres Automobilunglück
ereignete ſich in der vergangenen Nacht auf der
Straße Ensdorf-Bous. Der Zahntechniker Fritz
Kampf aus Beckingen fuhr auf dem Rüchwege von
einer ſportlichen Veranſtaltung in Saarlouis gegen
einen Baum. Der Wagen wurde herumgeſchleudert
und fuhr hierauf gegen einen zweiten Baum, wobei
er vollſtändig zertrümmert wurde. Der Führer des
Wagens und ſämtliche drei Infaſſen wurden
lebens=
gefährlich verletzt in ein Krankenhaus nach Saarlouis
gebracht.
Ein Fabrikbrand.
Vier Arbeiter lebensgefährlich verletzt.
Paris. In der Nähe von Roanne brannte am
Montag eine Fabrik nieder. Vier Arbeiter, die ſich
nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten,
wur=
den von der Feuerwehr aus den Flammen geholt.
Einer davon war bereits tot, während die drei
anderen ſo ſchwere Brandwunden erlitten hatten,
daß an ihrem Auſkommen gezweifelt wird.
Abſturz eines bekannten italieniſchen
Kunſtfliegers.
Mailand. Am Montag nachmittag iſt auf dem
Flugplatz von Turin der italieniſche Sturzflieger
Giovanni Botalla zu Tode geſtürzt. Botalla ſtand
im Alter von 33 Jahren und galt als der beſte
ita=
ſieniſche Kunſtflieger. Er hatte auch an dem letzten
Europarundflug für Kleinflugzeuge teilgenommen.
Zum Lawinenunglück von Villa di Mezzo.
Mailand. Die angeſtrengten
Rettungsar=
beiten unter Hinzuziehung von Militär haben
nun=
mehr zur Bergung ſämtlicher Opfer des
Lawinen=
unglücks von Villa di Mezzo geſührt. Die Zahl der
Toten beträgt insgeſamt 19, die der Verletzten 5.
11 Perſonen hatten ſich durch eigene Kraft aus den
Schneemaſſen herausarbeiten können.
Schweres Aukounglück bei Wikkenberge
Die Trümmer des Unglückswagens.
Bei Wittenberge fuhr ein Privatauto an
ab=
ſchuſſg= Chauſſee=Kurve in voller Fahrt gegen
einee: Prellſtei,, ſtürzte um und wurde
vollkom=
wen zert un i.ri. Die drei Inſaſſen, alles junge
Leute, fanden den Tod.
eine Breuiny wieo frieotic erodert.
Die Trockenlegung der Zuiderſee. — Landgewinnung zu Siedlungszwecken.
Die kechniſchen Arbeiten.
Die zunehmende Uebervölkerung Mitteleuropas
hat ſchon ſeit längerer Zeit die Frage der
Urbar=
machung von Oedländereien, der Beſſerung der
land=
wirtſchaftlichen Nutzungsmöglichkeiten anderer
Ge=
biete durch zielbewußte Waſſerwirtſchaft und vor
allem die Frage der Landgewinnung an den
Meeres=
küſten in den Vordergrund des Intereſſes weiter
Kreiſe gerückt. Dabei ſind an der Nordweſtküſte
Deutſchlands und beſonders in den Niederlanden die
dort lebenden Menſchen in dauerndem Kampf um die
Erhaltung ihrer Scholle gegen die zerſtörenden
Kräfte des Meeres begriffen. Ein Kampf, der im
Laufe der Jahrhunderte oft genug zur Niederlage
ge=
worden iſt. Die Holländer waren von je her auf
dieſem Gebiet von beſonderer Zähigkeit geweſen,
liegt doch ein großer Teil ihres Landes, und zwar der
fruchtbarſte, bis zu zwei Metern unter dem
mitt=
leren Nordſeeſtand. Die Waſſerbauingenieure
Hol=
lands, die in ihrer Heimat zu den angeſehenſten
Bevufsſchichten gehören, und deren Ruf in der ganzen
Welt feſtgegründet iſt, ſind nunmehr zum
Gegen=
angriff übergegangen und wollen der Nordſee durch
die teibweiſe Trockenlegung der Zuiderſee ein Gebiet,
ſo groß wie das halbe Schleswig=Holſtein, wieder
ent=
reißen.
Der techniſche Weg iſt in ſeinen Grundriſſen der
folgende: Zunächſt iſt die Abdämmung des in Frage
kommenden Gebiets gegen die Gezeitenwelle der
Nord=
ſee die Hauptaufgabe. Auf der Höhe der Inſel
Wieringen hat man zunächſt das kleinere Stück nach
der holländiſchen Küſte durch einen Damm gegen die
„Tide” abgeſchloſſen. Das im Schutz der Inſel
lie=
gende Gebiet wird wiederum eingedeicht und imn
ver=
ſchiedene Polter eingeteilt, auf denen dann ſpäterhin
fruchtbarſter Boden entſtehen wird. Das größere
Stüick des Hauptdamms hat man von drei Stellen her
in Angriff genommen. Einmal von der frieſiſchen
Küüſte herüber, in Richtung auf Wieringen, ſodann
von Wieringen aus in umgekehrter Richtung und
ſchließlich mit einem mittleren Teil, der auf einer
ver=
hältnismäßig flachen Stelle des Seebodens in
An=
griff genommen worden iſt. Die Herſtellung einer
Dammſtrecke im flacheren Waſſer von etva zwei bis
fünf Meter Tiefe beginnt mit der Aufſchüttung des
außen= oder ſeeſeitigen „Dammfußes” aus ſchwerem
Kailehm bis über den Waſſerſpiegel. Der Boden wird
meiſt in der Nähe der Bauſtelle durch Bagger
ge=
wonnen, in Prähmen zur Verwendungsſtelle
ge=
bracht und hier mit Greifern oder anderen Geräten
eingebaut. Schon bevor der Kailehm=Damm über
dem Waſſerſpiegel herausragt, wird auf deſſen
Binnenſeite mit der Aufſpülung eines Sandkernes
begonnen, der ſich in natürlicher Böſchung unter und
ſpäter über Waſſer ablagern wird. Bei Erreichung
des Waſſerſpiegels wird dann mit der Befeſtigung
der Böſchungen durch ſogenannte Sinkſtücke, das ſind
ſchwere Betonkäſten, und darüber durch Pflaſterung
begonnen. Größere Tiefen des Seebodens erfordern
noch beſondere Grundbefeſtigungen. Zunächſt muß
hier ein Unterwaſſerdamm bis evwa vier Meter
unter Niedrigwaſſer gebaut und ebenfalls durch
Simkſtücke gegen Angriffe der Strömung geſichert
werden. Auf dieſem Unterwaſſerdamm erfolgt dann
der Aufbau des vollen Dammkörpers. Etwa ein
Drittel des eingedeichten Gebiets wird nicht in Land
umgewandelt, ſondern ſoll zur Sicherung der
Waſſer=
verhältniſſe frei bleiben. Große Schleuſenanlagen, ein
umfangreiches Kanalnetz werden ſowohl den
Ver=
kehrsbedürfniſſen des ja ſtark auf Schiffahrt
einge=
richteten Landes gerecht werden wie auch die
Grund=
lage der Be= und Endwäſſerungsſyſteme bilden. Alles
in allem handelt es ſich um ein großes
bewunderns=
wertes Werk, deſſen ſchwerſtes Stück Arbeit noch zu
tun iſt. Der Tüchtigkeit der holländiſchen
Inge=
nieure wird es jedoch gelingen, das einmal
Be=
gonnene glücklich zu vollenden.
Inkeneſe.
Die Beiſehung Dr. Köſkers in Hamburg
Der Sarg wird zum Grabe getragen.
Links die Witwe Dr. Köſters mit ihren beiden Söhnen.
Die erſte Ausfahrt der „Europa”
Schlepperflottillen brachten das gigantiſche Schiff ins offene Waſſer
Europa”, die ſich zurzeit auf ihrer großen Prüfungsfahrt befindet, iſt geſtern vormittag an der
Küſte von Jädern, ſüdlich von Stavanger, geſichtet worden. Kurz nach 14 Uhr wendete das Schiff
in der Höhe des Obreſtad=Leuchtfeuers und fuhr mit großer Geſchwindigkeit nach Süden.
Schwere Gasexploſion in Prag.
Prag. In der Prager Vorſtadt Wrſchowitz
ereignete ſich am Dienstag in einem dreiſtöckigen
Wohnhaus eine ſchwere Gasexploſion, durch die
drei Perſonen ſchwer und einige Perſonen leich
verletzt wurden. Alle 15 Wohnungen des Hauſ
wurden zerſtört. Die Vorderfront ſtürzte unt
angeheuerem Getöſe zuſammen.
Männliche Nachkommen — mit Hilfe
von Nakron.
Prof. Dr. F. Unterberger (Königsberg),
dem es gelang, durch chemiſche Einwirkung eine
Beeinfluſſung der Geſchlechtsbeſtimmung
herbei=
zuführen. Durch Anwendung von
doppelkohlen=
ſaurem Natron ſoll eine nur männliche
Nach=
kommenſchaft erzeugt werden können.
Die großartige Beerdigung des Zigeunerprimas
150 000 Teilnehmer, 14 Schwerverletzte.
Budapeſt. An der Beerdigung des
Zigeuner=
primas Bela Raditſch nahmen am Montag etwa
150 000 Menſchen teil, eine Menſchenmenge, wie ſie
ſeit der Beerdigung Ludwig Coſſuths in Budapeſt
nicht geſehen wurde. Die Polizei erwies ſich
voll=
ſtändig machtlos und wurde von der Menge einfach
mitgeriſſen. Das Mikrophon, das die Feierlichkeiten
für den Rundfunk übermitteln ſollte, wurde
abge=
riſſen. Kandelaber wurden umgeworfen und ſelbſt der
Sarg wurde bedroht, ſo daß vier Poliziſten ihn mit
größter Mühe in die Halle ſchaffen konnten, wo der
Geiſtliche eine kurze Trauerrede hielt. Danach wurde
der Sarg zu Grabe getragen. Nicht einmal die
Familienmitglieder konnten in die Nähe des Grabes
gelangen, und von den 500 Zigeunern gelangten nur
30 an das Grab, während den übrigen in dem
Ge=
dränge ihre Inſtrumente zerdrückt wurden. Die
letzten Spuren jeglicher Ordnung verſchwanden nach
Beendigung der Trauerfeierlichkeiten. Die
Rettungs=
geſellſchaft mußte zu 30 Hilfeleiſtungen herangezogen
werden. 14 Perſonen wurden bei dem rieſigen
Ge=
dränge ſchwer verletzt und mußten ins Krankenhaus
geſchafft werden. Die Zahl der Leichtverletzten kann
nicht einmal annähernd bezeichnet werden. — Die
Beerdigung, die für 3 Uhr nachmittags angeſetzt
war, konnte erſt um 6 Uhr abends beginnen.
Exploſion in einem engliſchen Bergwerk.
London. In einem Bergwerk bei Wathuvon
Dearne (Yorkſhire) ereignete ſich am Montag abend
eine Exploſion, die einen Brand hevvorrief. Mehrere
Bergleute erlitten leichtere Verletzungen, einer mußte
in ein Krankenhaus gebracht werden. Man befürchtet,
daß noch fünf Bergleute durch Geſteinsmaſſen
ver=
ſchüttet worden ſind. Nach Mitternacht waren die
Rettungsmannſchaften noch tätig.
Doppelunglück bei Eröffnung des Flughafens
von Havanna.
NewYork. Nach einer Meldung aus
Ha=
banna ereignete ſich am Montag, an dem die
Feſt=
lichkeiten zur Eröffwung des neuen kubaniſchen
Flug=
hafens, der den Namen Machodoflugfeld führt,
ſtatt=
finden ſollten, ein Doppelunglück. Zunächſt ſtieß ein
von dem Einweihungsgottesdienſt zurüchkehrender
vollbeſetzter Autobus mit einem elektriſchen Zuge
zu=
ſammen, wobei zehn Inſaſſen des Automobils ihr
Leben einbüßten. Sodann kamen zwei Flieger der
kubaniſchen Luftſtreitkräfte ums Leben, die über dem
Flugfeld bei einem Schaufliegen zuſammenſtießen und
mit ihren Flugzeugen in die Tiefe ſtürzten.
Küſtengebiete von Wilkins entdeckt.
Der Polarflieger Wilkins hat nach Meldungen
aus Montevideo erklärt, daß er bei ſeinen letzten
Antarktisflügen 487 Kilometer neue Küſte entdeckt
habe.
Hauseinſturz durch Gasexploſion.
Durch eine Gasexploſion wurde der Flügel eines
Brüſſeler Wohnhauſes faſt gänzlich zerſtört.
Grundpfeiler wurden umgelegt und der größte
eil der maſſiven Mauer wie Papier
hecaus=
gedrückt. Sieben Perſonen wurden unter den
Trümmern begraben.
ine
herbei,
Nummer 57
Mittwoch, den 26. Februar 1930
Seite 9
Hart Anntgstoriſien iin Gonzeigen bemſchen Beuverrliege.
Graf Ernfk von Mansfeld and der
„oltie Bheiftian.
* Die altehrwürdige Nibelungenſtadt Worms a. Rh. hat nicht nur
in der deutſchen Sage, ſondern auch in der deutſchen Geſchichte eine
verhängnisvolle Rolle geſpielt: nur wenige hundert Meter
tren=
nen das Portal des Domes, an dem der Streit zwiſchen
Brun=
hild und Kriemhild um den Vorrang ſtattgefunden hat, der den
Ausgangspunkt zu Siegfrieds Tod bildete, und die Stätte des
ehemaligen Biſchofspalaſtes, in dem im Jahre 1521 der ſo
traurig=
berühmte Reichstag ſtattfand, deſſen Folgen — wenn auch erſt
ein Jahrhundert ſpäter — der dreißigjährige deutſche
Bruder=
krieg war.
Kein Stein iſt heute mehr Zeuge von der Königsburg
Gun=
thers in Worms, und auch der hiſtoriſche Biſchofspalaſt ſteht nicht
mehr.
Iſt es nicht eine Fügung Gottes, daß die Kaiſerpfalz zu Tribur,
in der die deutſchen Fürſten beſchloſſen, Heinrich IV. nicht mehr
als deutſchen König anzuerkennen, wenn er ſich nicht binnen
Jahresfriſt vom Bann löſe, und den römiſchen Papſt
Gregor VII. als Richter über den deutſchen König
zu einem Reichstage nach Augsburg einzuladen — der Bußgang
nach Canoſſa war die Folge —, und daß der Biſchofspalaſt zu
Worms nicht mehr vorhanden ſind? Der König aller Könige
will dem deutſchen Volk den Anblick zweier Stätten erſparen,
die zu Erniedrigung und Bruderkampf führten.
Zwei der allergewichtigſten Unglückstage in der deutſchen
Ge=
ſchichte heißen „Gneſen” und „Worms”: Ermöglichte die
Grün=
dung des Erzbistums Gneſen im Jahre 1000 n. Chr. durch
Kaiſer Otto III. und ſeine Loslöſung vom Erzbistum
Magde=
burg erſt die Bildung des polniſchen Reiches und damit
gleich=
zeitig die faſt tauſendjährige polniſche Gefahr für den deutſchen
Oſten, ſo legte der Reichstag zu Worms im Jahre 1521 den Grund
zum Dreißigjährigen Kriege mit der Vernichtung von
Deutſch=
lands Wohlſtand auf Jahrhunderte! Auf dem Reichstage zu
Worms hatte Kaiſer Karl V. es in der Hand, die unſelige
Glaubensſpaltung zu verhindern: eine friedliche Einigung
zwiſchen Kaiſer und Mönch wäre in jener deurſchen
Schickſals=
ſtunde noch möglich geweſen und hätte auch der alten Kirche
zu=
gute kommen können. Luther hing in Worms, trotz ſeiner
Ver=
brennung der Bannbulle vor dem Elſtertore in Wittenberg, noch
mit tauſend Faſern an ſeiner alten Kirche, und ſeine eigenen
An=
hänger, die Lutheraner, waren einer Einigung mit Rom viel
ge=
neigter als die viel radikaleren Reformierten; gegen einige
Kon=
zeſſionen wie Laienkelch, Prieſterehe und völkiſche Sprache, die
den unierten Griechen anſtandslos bewilligt worden ſind, hätte
ſich der Kirchenfriede höchſtwahrſcheinlich wiederherſtellen laſſen:
aber der 21jährige Habsburger, der am 17. April 1521 auf dem
Reichstage zu Worms ſagte: „Der ſoll mich nicht zum Ketzer
machen”, verſtand Luther, den Deutſchen, nicht. Schon im
Aeußeren bildeten beide Männer die allergrößten Gegenſätze:
Luther, noch nicht ſo behäbig wie in ſpäteren Jahren, mit
aske=
tiſchen Geſichtszügen und großem Kopfe, war das Bild eines
deutſchen Mannes, der ſchlanke, feingliedrige, elegante
Habs=
burger Karl V. war der Sohn einer Spanierin und Enkel der
kulturell als Franzöſin anzuſprechenden Maria von Burgund, in
ſeinen Adern floß höchſtens ein Viertel deutſchen Blutes! War
der Dreißigjährige Krieg in der Hauptſache auch ein
Religions=
krieg, der von 1618 bis 1648 Deutſchland verheerte, ſo wuchs er
ſich zu einem europäiſchen Kriege aus, in dem außer Deutſchland
noch Spanien, die Niederlande, Frankreich. Dänemark und
Schweden teilnahmen; eine nicht geringe Rolle ſpielten auch die
Weltherrſchaftsgelüſte der Habsburger, in deren Reiche — wie
Kaiſer Karl, V. geäußert hatte — die Sonne nicht untergehen
ſollte.
Waren Tilly, Wallenſtein und König Guſtav Adolf von
Schweden die hervorragendſten Feldherren des Dreißigjährigen
Krieges, ſo ſpielten außer ihnen noch einige Feldoberſten nicht
unwichtige Rollen; von ihnen ſeien hier Graf Ernſt von
Mans=
feld und der „tolle Chriſtian” genannt. Man wird ihnen nicht
gerecht, wenn man ſie, wie unſer großer Dichter Schiller in ſeiner
„Geſchichte des Dreißigjährigen Krieges” als „Abenteurer ohne
Geld” bezeichnet und ihre Truppen „Räuberbanden” nennt. Den
Grundſatz des Grafen Ernſt von Mansfeld und des „tollen
Chriſtian” — dies war der Herzog Chriſtian von Braunſchweig=
Wolfenbüttel —, daß „der Krieg den Krieg ernähren müſſe”, hat
auch Wallenſtein ſich zu eigen gemacht, und der Schüler
Wallen=
ſtein übertraf hierin ſogar ſeine Meiſter Mansfeld und
Chriſtian von Braunſchweig!
Der Graf und ſpätere Fürſt Ernſt von Mansfeld war als
Katholik geboren und erzogen worden und ſtarb auch als Katholik,
was er in ſeiner Todesſtunde ausdrücklich bekannte. Trotzdem
kämpfte er auf Seiten der Proteſtanten gegen den Kaiſer. Seine
Feinde kritteln an ſeiner Geburt und nennen ihn einen Baſtard.
Die Ehe ſeines Vaters mit dem Edelfräulein Anna v. Bentjerath
war zwar kirchlich nicht ſanktioniert, wurde aber ſpäter von König
Philipp I. von Spanien legitimiert. Es iſt auch nicht zutreffend,
daß Graf Ernſt von Mansfeld abſchreckend häßlich geweſen iſt
und ein ausſchweifendes Leben geführt hat; gerade das Gegenteil
iſt der Fall.
Als der Dreißigjährige Krieg ausbrach, hatte Graf Ernſt von
Mansfeld ſchon in Ungarn und in ſpaniſchen Dienſten bei der
Belagerung von Oſtende gefochten, war im jülich=kleviſchen
Erb=
folgeſtreit in Gefangenſchaft geraten und hatte, dem Herzog Karl
Emanuel von Savoyen zu Hilfe geſchickt, gegen die Spanier
ge=
fochten. Mansfelds fliegendes Kommando, das in Pilſen ſtand,
hatte die „Schlacht am weißen Berge” unweit Prag nicht geſehen,
aber Mansfeld war der Einzige, der noch zum Kurfürſten
Friedrich von der Pfalz hielt, als die anderen deutſchen Fürſten
dieſen nicht mehr unterſtützten. So ſtand Graf Ernſt von
Mans=
feld ganz allein, ohne jede Hilfe, gegen die Kaiſerlichen! Die
Geldnot trieb ſchließlich ſeine Truppen dazu, die Stadt Pilſen an
den Kaiſer zu verkaufen. Aber ſogleich ſtampfte Graf Mansfeld
ein neues Heer aus der Erde: Reſte ſeiner Truppen, pfälziſche und
engliſche Hilfsvölker. Am Rhein und in der Pfalz focht er
glück=
lich gegen Tilly und gegen die Spanier unter ihrem General
Cordoba. Nunmehr — im Jahre 1622 — vereinigte ſich Graf
Mansfeld mit dem jungen Herzog Chriſtian von Braunſchweig,
der im Volksmunde „der tolle Chriſtian” hieß. Dieſer hatte ein
Heer von 15 000 Mann aufgeſtellt, war durch die Wetterau an den
Main gezogen, hatte aber von Tilly bei Höchſt eine ſchwere
Niederlage erlitten.
Der Diploma ie des Kaiſers Ferdinand erlag der ſchwächliche
Kurfürſt Friedrich von der Pfalz — der Winterkönig —, für den
Graf Mansfeld und der „tolle Chriſtian” gefochten hatten; er
legte die Waffen nieder. Nunmehr im Dienſte der
General=
ſtaaten, erfochten Graf Mansfeld und der Herzog Chriſtian von
Braunſchweig am 29. Auguſt 1622 den entſcheidenden Sieg bei
Fleurus über den ſpaniſchen General Cordoba. Während Graf
Mansfeld ſich gezwungen ſah, im folgenden Jahre ſeine
plün=
dernden Soldaten zu entlaſſen, zog Herzog Chriſtian von
Braun=
ſchweig nach Niederſachſen, wo er am 6. Auguſt 1623 bei
Stadt=
lohn von Tilly vollſtändig geſchlagen wurde und ſein Heer
auf=
löſen mußte.
Beide Feldherren gingen nun nach England, wo ſie ehrenvoll
aufgenommen wurden. Im Jahre 1625 erſchienen beide wieder
auf dem Feſtlande mit einem neuen, in England geworbenen
Heere von 14000 Mann und ſtellten ſich unter den Oberbefehl des
Königs Chriſtian IV. von Dänemark.
Jetzt — zum erſten Male in dieſem Kriege — erſchien neben
dem Heere der Liga eine Kaiſerliche Armee unter Wallenſtein:
eine Erſcheinung, ſchreckvoll für die Proteſtanten, aber auch keine
reine Freude für die Katholiſchen.
Nach einigen Erfolgen, die er an der Weſer über Tilly
er=
rang, erlag der jugendliche Herzog Chriſtian von Braunſch)peig
bereits am 16. Juni 1626 einem ſchleichenden Fieber im Schloſſe
zu Wolfenbüttel noch vor Vollendung ſeines 27. Lebensjahres.
Graf Mansfeld beſchäftigte ſehr geſchickt die Wallenſteinſche Armee
an der Elbe und verhinderte dadurch ein gemeinſames Handeln
Wallenſteins und Tillys, das darauf ausging, die Truppenmacht
des Königs Chriſtian IV. von Dänemark aufzureiben. Mit
ſei=
nem durch eifrige Werbungen auf beinahe 30000 Mann
ver=
mehrten ſtarken Heere zwang Graf Mansfeld am 1. April 1626
Wallenſtein zur Schlacht an der Deſſauer Brücke. Schon winkte
dem Grafen Mansfeld der Sieg als Lohn für die große
Kühn=
heit, mit der er ſeinen muſtergültig entworfenen Kampfplan
aus=
führte, und Wallenſtein, am Siege verzweifelnd, gelobte, für ſeine
Errettung den Bau eines Jeſuitenkloſters bei ſeiner Burg
Gitſchin, als durch einen außer jeder Bevechnung liegenden
Um=
ſtand Graf Mansfeld das Schlachtfeld unter großen Verluſten
räumen mußte. Aber bereits ſechs Wochen ſpäter überſchritt Graf
Mansfeld, der ſeine Truppen wieder ergänzt hatte, die Oder bei
Frankfurt, drang in Schleſien ein und erreichte den Jablunka=
Paß, wo er die „Jablunka=Schanzen”, zwei im Jahre 1541 gegen
die Türkeneinfälle erbaute Schanzen, verſtäuken ließ, während
Wallenſtein mit ſeiner Kaiſerlichen Armee ihn nicht anzugreifen
wagte. Ein volles Jahr hielt Graf Mansfeld die „Jablunka=
Schanzen”, dann zog er in die ungariſche Tiefebene zur
Vereini=
gung mit dem Fürſten Bethlen Gabor von Siebenbürgen. Dieſer
ſah ſich aber zu einem Uebereinkommen mit dem Kaiſer
ge=
zwungen; in Uebereinſtimmung mit Bethlen Gabor und nach
Verhandlungen mit einem Abgeſandten der „hohen Pforte” ſollte
Graf Mansfeld ſowohl in Venedia und Turin als auch in Paris
und London für das „Haager Bündnis” werben, im Frühjahr
1627 mit friſchen Truppen von der Dalmatiſchen Küſte durch
Bosnien nach Ungarn vorrücken und den Feldzug durch einen
Ein=
fall in die Steiermark eröffnen. Bevor aber Graf Mansfeld ſeine
Truppen dem Fürſten von Siebenbürgen überließ, ſprengte er in
zwei Treffen noch namhafte Kaiſerliche Streitkräfte in alle Winde.
Es waren die letzten Waffentaten des Grafen Ernſt von
Mansſeld. Nur wenige ſeiner Getreuen und ſeine beſten
Unter=
führer durften ihn auf dem Wege nach Venedig begleiten. Dort
wollte er in dem milden Klima ſeine in faſt dreißigjährigen
Kämpfen vollſtändig zerrüttete Geſundheit wieder herſtellen. Aber
unweit Serajewo in Bosnien, in dem Flecken Racowitza, ſetzte
der Tod ſeinem Leben ein Ziel.
Als Feldherr, als Held und Soldat, ſtehend in ſeiner Rüſtung
und auf ſein Schwert geſtützt, von zwei Dienern aufrecht gehalten,
hauchte GrafErnſt von Mansfeld ſeine Seele aus! Ernahm Abſchied
von ſeinen Offizieren, hatte Zuverſicht auf Gottes
Barmherzig=
keit und bezeugte, daß er „als Katholik ſterbe, wie er als ſolcher
geboren und erzogen ſei”. Aus Aenger über erfahrene
Zurück=
ſetzung hatte er ſeinerzeit den ſpaniſchen Kriegsdienſt verlaſſen
und ſich den Proteſtanten zur Verfügung geſtellt. Die Kugeln
hatten ihn in unzähligen Schlachten und Gefechten ebenſo
ge=
mieden wie einſt der Dolch des Meuchelmörders ihn verfehlt hatte.
Graf Ernſt von Mansfeld war ein ſoldatiſches Genie in einem
gebrochenen, ſchwachen Körper. Infolge ſeiner Lungenkrankheit
und von Schlaganfällen teilweiſe gelähmt, oft an die Sänfte
ge=
feſſelt, hat dieſer von ſeinen Soldaten vergötterte, von ſeinen
Verbündeten oft verlaſſene Mann mit ſeinem Häuflein Getreuer
ſich durch halb Europa durchgeſchlagen und ſtirbt fern der
Hei=
mat mitten im Entwurf neuer großer Pläne. In Spalato, das
damals zum Gebiet der Republik Venedig gehörte, an der
Dal=
matiſchen Küſte wurde ſein Leichnam begraben.
Schon als blutjunger lutheriſcher Biſchof von Halberſtadt
hatte der „tolle Chriſtian” mehr Sinn für Reiten, Fechten und
Piſtolenſchießen als für ſeine biſchöflichen Pflichten. Bei
Aus=
bruch der Religionsſtreitigkeiten ſchloß er ſich mit glühendſtem
Feuereifer der proteſtantiſchen Union an. Er fühlte die kriegeriſche
Beſtimmung in ſich, für die Freiheit des deutſchen Volkes zu
kämpfen und die dieſem feindlichen Pläne zu durchkreuzen. Es
klingt wie eine romanhafte Ausſchmückung, wenn berichtet wird,
daß der „tolle Chriſtian” von den Tränen der Königin von
Böh=
men, der Gemahlin des Grafen Friedrich von der Pfalz, gerührt,
ihren Handſchuh an ſeinen Hut geſteckt und geſchworen haben ſoll,
die Waffen nicht eher niederzulegen, bis er ihren Gemahl wieder
in ſeine Lande eingeſetzt habe: So wird der zwanzigjährige
Biſchof von Halberſtadt über Nacht Obriſt eines pfälziſchen
Reiter=
regiments und alsbald Heerführer! Ein auffallend ſchöner Mann
von außengewöhnlicher Tapferkeit, die ſich oft zur Tollkühnheit
ſteigert, iſt dieſer Herzog Chriſtian von Braunſchweig=
Wolfen=
büttel. Er iſt der Erſte, der beim Sturm die Leiter an die
feind=
liche Mauer legt. Seine Soldaten ſehen immer wieder, wie ihm
das Pferd unter dem Leibe zerſchoſſen wird. Beim Angriff in
der Schlacht bei Fleurus wird ihm der linke Arm abgeſchoſſen,
er treibt aber weiter ſeine Regimenter an, bis der Sieg erſtritten
iſt. Später trug er einen ſilbernen Arm. Für den Landsknecht iſt
er ein Soldatengott, gleich Frundsberg in vielen Liedern
be=
ſungen. Seine Feinde konnten es ihm aber nicht verzeihen, daß
er in Paderborn den Silberſarg des heiligen Liborius und die
zwölf ſilbernen Apoſtel zu Münzen einſchmelzen ließ, denen er
die Inſchrift gab:" „Tout avec Dieu” und „Gottes Freund, der
Pfaffen Feind”.
Der Tod dieſer beiden Feldherren Graf Ernſt von Mansfeld
und Herzog Chriſtian von Braunſchweig=Wolfenbüttel, genannt
„der tolle Chriſtian”, in dem gleichen Jahre 1626 war ein ſchwerer
Schlag für die proteſtantiſche Union: waren doch beide damals
die ſtärkſten Stützen für die proteſtantiſche Sache in Deutſchland!
Zwei Feldherren= und Soldatenleben, meteorhaft aufflammend,
waren verlöſcht, zwei kampferprobte Heerführer wurden vom
Schickſal um den verdienten Soldatentod auf dem Schlachtfeld
betrogen und erlagen tückiſchen Krankheiten.
Während Sachſen, Brandenburg und andere Länder ſich
ſchüchtern zurückzogen und die Reichsſtädte in Oberdeutſchland
ſowie die Herzöge von Mecklenburg, Pommern, Württemberg und
Lüneburg aus furchtſamer Bedächtigkeit den Kampf mit dem
Kai=
ſer nicht wagten, verteidigten eine kleine Anzahl von Prinzen,
von denen hier Graf und ſpäter Fürſt Ernſt von Mansfeld und
Herzog Chriſtian von Braunſchweig=Wolfenbüttel, genannt „der
tolle Chriſtian”, mutvollſt die Freiheit Deutſchlands.
Die Gerechtigkeit verlangt, daß die Auswüchſe des
Kriegs=
handwerks im Dreißigjährigen Kriege nach den Sitten und
Ge=
bräuchen der damaligen Zeit bewertet werden: dann
ver=
blaßt das Abenteuerliche und das Heldenhafte ſchält ſich noch
mehr heraus. Und mögen Graf Ernſt von Mansfeld und Herzog
Chriſtian von Braunſchweig auch in der Wahl ihrer Mittel
ge=
fehlt haben, als echte deutſche Männer haben ſie für Deutſchlands
Freiheit gekämpft und ſollten als Helden, als „Ritter ohne Furcht
und Tadel” der Unſterblichkeit wert, von jedem Deutſchen
an=
geſehen werden!
Ei.
Brennabor6’20
in gutem Zuſtand,
billig zu verkaufen.
Eberſtadt,
Hügelſtr. 2. (Emfg
Apelwag. 4416
offen, 2=Sitz.,
tadel=
los erhalten,
ſpott=
bill. abz. Gg.Weber
Rhönring 9.
Brennabor 6/25,
5fach faſt neu ber.,
Zuſtand, priv. bill. a. d. Geſchſt. (332:
abzugeb. Heinrich=
Fuhrſtr. 9, pt. (*ms
Sport=Modell.
350 ccm, 15 PS.
gegen bar zu verk.
Näh. Gſchſt. (3342b!
Gebrauchte
Mokorräder
billig zu verk. (3341b
Alexanderſtraße 6.
Suche f. m. b. Söhne
(13 u. 16 J.) u.mich
einäc nät
Zimmer
(2 u. 1 Bett) Nähe
Ludwigs=
Oberreal=
ſchule. Angeb. unt.
A. 114 Geſch. (*md
Herr, viel verreiſt.
ſucht gut möbliertes
Raumliaße Iwohns n Schlaßtin!
mit Schreibtiſch, fl.
Wa ſer. Nähe
Oſt=
feuerſicher bahnhof, Böl
enfall=
zu mieten geſucht. gebote unter B5 an
Größere
keiten
Perſonenw., 4=Sitz, mit Gleisanſchluß, tor bevorzugt. An=
Boſchbeleucht, beſt. Angeb. unt, A. 115 die Geſchäftsſtelle (*
Zimmer
möbl., teilw. möbliert oder leer (beſchlag=
AAolbernu nahmefrei), eventl. abgeſchl. Wohnung.
mögl. parterre, in guter Zentrumslage,
per 1. März geſucht. Eilangebote mit
Preis u. B 16 an die Geſchäftsſtelle. (*
Beschlagnahmefreie
Drei-Vierzimmerwohnungen
imn Darmstadt für versetzte Beamte zu mieten
gesucht Abfindung Umzugskosten, oder instand-
setzungskosten können übsrnommen verden.
Angebote mit Angabe der Mieste unt. A.36 Geschst.
Soeben erschienen!
A0ToeTSTe M.os
Enthält die Meldungen (Ab- und Zugänge) von Kraftfahrzeugen jeder
Art der 18 Kreise des Volksstaats Hessen (Keunzeichen: VS, VR, VO)
für die Zeit vom 1.—15. 1bruar 1930
Die Auto-Listen enthalten die Angaben in derselben
Reihen-
folge wie die Hauptausgabe: Name, Beruf, Wohnort des
Kraft-
fahrzeugbesitzers, Type, Motornummer, Hubraum in ccm (evtl.
PS), Art des Fahrzeugs. Fabrikneue Wagen sind durch †
kenntlich gemacht. Die Meldungen sind geordnet nach den drei
Provinzen (VS, VR, VO) und Kreisen und innerhalb dieser nach
Polizeierkennungsnummern. Abgemeldete Wagen werden
geson-
dert aufgeführt. Die Auto-Listen sind eine wichtige
Ergän-
zung des Auto-Adreßbuches (Adreßbuch der
Kraftfahrzeug-
besitzer im Volksstaat Hessen), Ausgabe 1929, und
unentbehr-
lich, weil sie laufend
neuestes Adressenmaterial
liefern. Sie erscheinen alle 14 Tage, also monatlich zwel Listen.
Die am 10. eines Monats ausgegebene Liste enthält die Meldungen
vom 16.— 30. (31.) des voraufgegangenen Monats und die am 25.
eines Monats ausgegebene Liste die Meldungen vom 1.— 15. des
gleichen Monats.
Bezugsprels:
1. Bei Bezug aller Meldungen sämtllcher 18 Kreise für
12 Monate: zum monatlichen Pauschalpreis von
RM. 16.50.
2. Bei Bezug der Meldungen nur für einzelne Kreise
und Städte, gleich ob für einen oder mehrere Monate, zu
Staffel-
preisen, die wir bei uns zu erfragen bitten.
L. C. WITTICH VERLAG DARMSTADT
Eine
beſchlagnahme=
freie 2—3
Zimmer=
wohnung geſucht bis
5. 3. oder 1. 4. 30
Heinrich Mößinger,
Grafenſtraße 33. (*
Laden
im Martinsviertel
ſof zu mieten geſucht.
Angeb. unt. A 67 an
die Geſchäfts, (1263a
2-Zim.-Wohng.
gegen ½jähr.
Miet=
vorauszahlung ſof.
geſucht. Ang. unter
B. 2 a. d. Geſchſt. (*
Wittmann=
Matur ſtraße 30
(B424)
erzielen Sie
durch töglichen
Gebrauch von
Creme Meusen.
Wirkung schon 4
Fnach wenigen /
Minuten fühlbar
Dund sichtbar.
CREME
Mouson
Vin Tuben und!
DosenMarko. 5o
Feis 1.50
D—
N.i
Grdl. Klavierunterr.
Frau Nanny Kaiſer
Viktoriaſtr 42 II.
Gediegene Ausbild.
leichtfaßl. Methode
f. Anfäng. u.
Voran=
geſchrittene u.
Uebe=
gelegenheit. Honor
(3690
mäßig.
Heuen-
Fadagoglum beim Helderberg
KleineGymnastal- u. Realklass.: Sexta-
Abitur. Umschulung Einvelzimmer.
Gute Verpflegung eigene
Landwirt-
schaft. Sport. Erfolge u. Drucksachen.
(1 140=)
„Kache
Privatſchule Heinzerling, ſtr. 34.
Unterrichtskurſe in allen Fächern für
Mädchen von 4—16 Jahren.
Vollunter=
richt befreiend von der
Pflichtforttil=
dungsſchule, mit Ausweis für 10jä rige
Schulzeit. — Sprechſtunden täglich von
12—1 Uhr mit Ausnahme von
Donners=
tag und Samstag (3095b
Eliſabeth Heinzerling, Schulleiterin.
Engliſch!
Stunde 50 Pf. Wer
beteiligt ſich? Ang.
u. A. 119 Geſchſt. E
3 junge Tigerdackel
(10 Woch. alt) bill.
zu verkauf.
Bauer=
ſchmidt. Ballonpl.6.
Hinterh. part.
13 weiße Leghorn,
3 Haſen abzugeben.
Ballonplaß 4.
E
getigerter Fater
abhanden ſeit 14 Tag.
aufd Namenpetchen)
Große Belohnung
zugeſichert über
Aus=
kunft oder
Wieder=
bringen. Herdweg 95,
Gartenhaus.
Wissen Sie, daß wir Mop-
Gl abfüllen?
Wir haben eine Tankstelle für Mop-01
einge-
richtet. Sie sparen 300 und erhalten dasselbe Luall-
Tafsol wie in Flaschen, lose, im Spesial-Geschätt
Seifenhaus am Schillerplatz
Fernruf 2073
954a) Inh.: Hans Knos
Mittwoch, den 26. Februar 1930
Spotn Spter und Tatnent.
Junoun.
* Kreisliga Südheſſen.
Noch iſt der Abſtieg nicht entſchieden!
Der letzte Spielſonntag brachte wieder einmal recht nette
Ueber=
raſchungen. Die Hofheimer ſetzten ſich mit einem glatten Siege über
den zweiten Abſtiegskandidaten Pfiffligheim; Herrnsheim verlor in
Bürſtadt — alſo hat ſich in dieſer Angelegenheit ſo gut wie gar nichts
geändert. Den zweiten Tabellenplatz nimmt Lorſch ein und wird von
dieſer Stelle auch kaum noch zu verdrängen ſein. Die Bibliſer „leiſteten”
ſich mal wieder Einen; Horchheim und Biblis ſind durch ihre Niederlagen
etwas zurückgefallen. In Hochheim war kein behördlicher Schiedsrichter
zur Stelle. Man einigte ſich zu einem Freundſchaftsſpiel, das auch in
dieſem Sinne verlief. Die Reſultate ſind diesmal vorreich und lauten ſo:
Sportv. Hochheim—Olympia Lampertheim 0:2 (Privatſpiel).
FV. Hofheim-Norm. Pfiffligheim 5:1.
Olympia Lorſch—Sportv. Horchheim 4:1.
V.fR. Bürſtadt—Sportv. Herrnsheim 3:1.
F. V. B.blis—V.f. L. Lampertheim 2:4.
Es wurden alſo in dieſen vier Verbandsſpielen nicht weniger als
21 Tore geſchoſſen! Das Privatſpiel in Hochheim verlief äußerſt
nor=
mal. Bis kurz vor Schluß ſtand die Sache noch unentſchieden, da ging
Olympia zum Endſpurt über und erzielte ſo zwei Tore. In Hofheim
ging ein harter, aber fairer Exiſtenzkampf vom Stapel. Die hohe
Nieder=
lage war nicht abzuwenden — Pfiffligheim war ſchwach, Hofheim gut in
Fahrt. In Lorſch konnte ſich Horchheim nicht durchſetzen. Die
Ein=
heimiſchen waren tatkräftiger bei der Sache, vor allem der Sturm war
produktiver, was ja aus dem Reſultat hervorgeht. Horchheim wird ſich
wohl mit dem vierten Tabellenplatz begnügen müſſen. Die
Herrns=
heimer hatten in Bürſtadt Pech. Gewiß, die Raſenſpieler waren
ſpieleriſch beſſer, legten aber gar kein Tempo ins Spiel. Herrnsheim
verlor gleich nach Beginn ſeinen beſten Spieler, Holl, der fußverletzt
vom Platze getragen werden mußte. Ohne dieſen Verluſt hätte es evtl.
zu einem wertvollen Punktgewinn gereicht. Die Riedleute konnten über
die eifrigen, techniſch guten Lampertheimer V.f. L.=Leute nicht Herr
wer=
den. Die Stürmerleiſtungen waren zu ſchwach, wodurch die
Hintermann=
ſchaft zu ſehr überlaſtet wurde. Dieſes Spiel war temperamentvoll,
ohne jedoch eine Offenbarung zu ſein. Die Tabelle hat ſich diesmal
reichlich verſchoben, die Reihenfolge iſt jetzt ſo:
Spiele gew. unentſch. verl. Pkte.
34
Olympia Worms
18 17
Olympia Lorſch
18
11
V.f. R. Bürſtadt
10
Sportv. Horchheim
10
Vf.L. Lampertheim
F.V. Biblis
Olympia Lampertheim
Sportb. Hochheim
Sportv. Herrnsheim
Starkb. Heppenheim
F.V. Hofheim
Norm. Pfiffligheim
10
13
25
22
21
19
19
18
18
10
handball.
S9. Weikerſtadt 1. — FC. Vikkoria Griesheim 2. 5:2.
Mit dem Anfang des Jahres 1930 wurde aus Selbſterhaltungstrieb
das Handballſpiel bei dem Sportverein „1910” eingeführt. Wenn man
auch von Anfang an auf das Handballſpiel nicht allzu große Hoffnungen
ſetzte, ſo iſt man heute, nach der Austragung des vierten Spieles, doch
etwas nach der angenehmen Seite hin überraſcht. Schon nach
Abſol=
vierung ihres dritten Spieles, das ſie gegen die zweite Garnitur der
Spielvereinigung Arheilgen am 16. d. M. austrugen, konnten unſere
Handballer mit 2:1 Toren verdient gewinnen. Beſonders in der erſten
Hälfte ſah man die Weiterſtädter Schwarz=weißen bei ſchönem Zuſpiel
und ſchnellem Tempo ſtets gefährlich werden. Selbſt in der zweiten
Hälfte enttäuſchten ſie nicht und konnten ſomit ihren erſten Sieg buchen.
Mit etwas Hoffnung traten ſie bei herrlichen Wetter am 23. d. M. gegen
die zweite Handballelf der Viktoria Griesheim an. Der Kampf wurde
fair und ſehr ſchön ausgetragen. Die Schwarz=weißen waren ihrem
Geg=
ner doch ſichtlich überlegen, was auch in der Torziffer zum Ausdruck
kam. Nur dürfte die Regelkundigkeit und Ballſicherheit ſich etwas
beſ=
ſern, was auch in den nächſten Spielen ſehr wahrſcheinlich der Fall ſein
wird. Trotzdem die Mannſchaft erſt ihr viertes Spiel austrug, merkte
man in keinem Falle, daß man es mit einer Anfängermannſchaft zu
tun hatte. Bei etwas gutem Willen und Schaffensfreudigkeit werden
auch die kleinen Lücken innerhalb der Mannſchaft voll und ganz
aus=
geglichen ſein. Es dürfte ſich empfehlen, der Mannſchaft für die
Zu=
kunft ſtärkere Mannſchaften vorzuſetzen. Die Mannſchaft der
Weiter=
ſtädter iſt im beſten Zuge, ſich einſtmals auf eine gute Stufe zu ſtellen
und den Zuſchauern einen wirklich ſchönen und geſunden Handball zu
zeigen.
Die erſte Jugendmannſchaft konnte im Fußballſpiel mit 4:0 gegen
die Eintracht Darmſtadt ihren Siegeszug fortſetzen. Sie führt bis jetzt
die Tabelle und iſt noch ungeſchlagen. Die Meiſterſchaft iſt der
Mann=
ſchaft geſichert.
Reichsb.=Turn= und Sportverein Darmſtadt 1. Mannſch. (4 Klafſe) gegen
Turnverein Eberſtadt 1. Mannſchaft (Meiſterklaffe) 10:3 (4:1).
Am vorigen Sonntag ſtanden ſich obige Mannſchaften in einem
Freundſchaftsſpiel gegenüber. Die Eiſenbahnſportler konnten in dieſem
Spiel ihre vorausgegangenen Niederlagen gut machen. Beide
Mann=
ſchaften lieferten einen ſchönen und fairen Kampf und waren die
Gaſt=
geber ſtets tonangebend, was ja auch die hohe Niederlage der
Eber=
ſtädter beweiſt. Wir hoffen und wünſchen, daß dieſes ſchöne Spiel einen
Anſporn für die Eiſenbahnſportler gibt. — Der Schiedsrichter, ein Herr
aus Griesheim, leitete einwandfrei. — Die 2. Mannſchaft gewann, wie
vorauszuſehen, gegen die 2. Mannſchaft der Beſſunger Turner 4:2.
Sportv. Wiesbaden Liggerſatzm. — Spv. 98 Darmſtadt Ligaerſatzm.
4: 10 (3: 3).
Der Sportverein Wiesbaden, der zu dieſem Spiel einen mit fünf
Mann aus der Liga verſtärkten Ligaerſatz ſtellte, vermochte den Sieg
nicht ſtreitig zu machen. Die Darmſtädter waren den Kurſtädtern in
taktiſcher als auch in techniſcher Hinſicht überlegen und ſiegten in dieſer
Höhe verdient.
Das Davispokalſpiel Auſtralien—Schweiz wird vom 3.—5. Mai in
Zürich ausgetragen.
Im Finale des Herren=Einzels des Tennisturniers in Beaulieu
wurde der engliſche Meiſter Auſtin von ſeinem Landsmann Lee mit
6:3 3:6 8:6 6:3 5:7 geſchlagen.
Bei den ſchwediſchen Skimeiſterſchaften fiel der Meiſtertitel an Spen
Erikſſon vor O. Hultberg.
Weikerberichk.
Das ſtationäre Hoch der letzten Tage, von deſſen Südſeite unſer
Wetter beherrſcht wurde, hat ſeinen Kern nach Südoſten gedreht und
beginnt ſich auch in dieſer Richtung zu verlagern. Den Anlaß zur
Ver=
ſchiebung gab die neuerdings vom Atlantiſchen Ozean heranrückende
Tiefdruckſtörung, welche ſtärkeren Einfluß zu gewinnen ſcheint. Somit
ſteht auch die Umgeſtaltung der Wetterlage bevor. Zunächſt herrſcht
jedoch unter ſüdöſtlicher Luftzufuhr des Hochs noch vorwiegend heiteres
Wetter mit nächtlichem Temperaturrückgang unter Null. Wahrſcheinlich
wird ſich aber im Laufe des morgigen Tages ſchon Bewölkung einſtellen
und ſpäter mit dem Drehen der Winde über Süden nach Südweſten zu
werden bei zunehmender Bewölkung und Nebelbildung die
Tempera=
turen anſteigen, was beſonders dann nachts in Erſcheinung tritt.
Ausſichten für Mittwoch, den 26. Februar: Anfänglich meiſt heiter,
ſpäter Aufzug von Bewölkung, trocken, noch leichter Nachtfroſt.
Ausſichten für Donnerstag, den 27. Februar: Stellenweiſe neblig, ſonſt
wolkig, Temperaturen zwiſchen Tag und Nacht ſich mehr ausgleichend.
Nummer 57
34. Preußiſch=Süddeukſche Klaſſenlokkerie.
14. Tag der 5. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung am 24.
Februar fielen: 8 Gewinne zu 3000 Mk. auf Nr. 203 013, 251 129,
287 856, 329 039; 16 Gewinne zu 2000 Mk. auf Nr. 52229, 154 365,
204 641, 218 669, 253 330, 254 566, 302 612, 342 650; 34 Gewinne zu 1000
Mk. auf Nr. 8228, 15 498, 22249, 44934, 55 622, 61491, 130 168,
155 131, 156 927, 189 436, 196 132, 205 B2, 270 700, 293 466, 311679,
332 537, 377 342; ferner 104 Gewinne zu 500 Mk. und 262 Gewinne zu
300 Mark. — In der Nachmittags=Ziehung fielen: 2 Gewinne
zu 75000 Mk. auf Nr. 126 958; 2 Gewinne zu 25000 Mk. auf Nr.
146 103; 2 Gewinne zu 5000 Mk. auf Nr. 289 912; 8 Gewinne zu 3000
Mk. auf Nr. 52859, 198 955, 287 612, 331052; 10 Gewinne zu 2000
Mk. auf Nr.46 181, 48 738, 242 024, 271 262, 288 796; 2 Gewinne zu
1000 Mk. auf Nr. 35 436, 35 777, 37 218, 60 129, 109 343, 124 415, 168 942,
186 004, 216 966, 276 784, 297 191, 312 619, 389 518; ferner 70 Gewinne
zu 500 Mk. und 192 Gewinne zu 300 Mk. — Im Gewinnrade
verblieben: 2 Prämien zu je 500 000 Mk., 2 Gewinne zu je 500 000 Mk.,
2 Gewinne zu je 75 000 Mk., 2 Gewinne zu 50 000 Mk., 4 Gewinne zu
je 25000 Mk., 46 Gewinne zu je 10 000 Mk., 96 Gewinne zu je 5000
Mk., 250 Gewinne zu je 3000 Mk., 426 Gewinne zu je 2000 Mk., 1132
Gewinne zu je 1000 Mk., 2392 Gewinne zu je 500 Mk., 6186 Gewinne
(Ohne Gewähr.)
zu je 300 Mk.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Mittwoch, 26. Febr. 11.15: Schulfunk. O 13.30: Schallplatten.
Deutſche Tänze. — Zemlinsky: Walzer=Zwiſchenſpiel aus „Kleider
machen Leute‟ — Marx: 3 Lieder. — Schreker: Menuett und
Gavotte aus „Tanzſpiel” — Fall: Dollarprinzeſſin. Walzer. —
Fall: Potp aus Der fidele Bauer” — Souſa: Kadettenmarſch.
O 18.05: Bankdirektoren 18.35: Eſperanto. o 19.05: Dr.
D 21.15: Geora Büchner Hörbildnis von E. Müller,
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Mittwoch: 26. Febr. 9: Landw.=Rat Dr.
Feuer=
ſänger: Die Fütterung der wachſenden Maſttiere. 9.30: J. Hönter=
Hardy: Alltägliche Voriommniſſe im Spiegel des Humors. o 10:
Klaſſiſche Szenen des 1 „und 2. Aktes aus „Kabale und Liebe” von
Schiller O 10.35: Mittei ungen des e tädtebundes. O 14.45:
Kindertheater: „Die luſtigen Studenten” O 15.45: Dr. v. Schwerm:
Frauenſchutz in der Landwirtſchaft. O 16: Graf Dunm Boriowſki=
Erziehung der Jugend für die Zukunft. O 16 30: Hamburg: Konzert.
O 17.30: Cello=Literatur mit Beiſpielen. O 17.55: Dr. Croll: Die
Zukunft des Young=Planes. O 18.20: Dr. Herrmann: Das
Königs=
grab von Seddin. O 18.40: Spaniſch für Anfänger. O 19.05: Dr.
Dix: Afrika in der franzöſiſchen Politik. O 19.30: Beigeordneter:
Dr. Loeſer: Stand der Verwaltungsreform in Reich und Ländern.
D 20: Plenarſaal des ehem. Herrenhauſes: Verband deutſcher
Er=
zähler. O 20.40: Unterhaltungsmuſik. O 21: Gedanken zur Zeit.
Wie kann der Staat der Landwirtſchaft helfen? Ausſprache zwiſchen
Reichsminiſter a. D. Dr. Schiele, Min.=Präſ. a. D. Tantzen und
Staatsſekretär Dr. Krüger. O 21.40: Unterhaltungsmuſik. o Anſchl.:
Zeit. Wetter. O Danach: Tanzmuſik.
Hauptſchriftlettung. Rudelf Mauve
Veranwwortlich für Politſk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Seſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort Dr. Herberi Nette;
für den Inſeratenten und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuble:
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſiadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten
fährt wöchentl. nach
Mainz, Bingen,
Wiesbaden u.
wei=
ter. — Beiladungen
übern. Aug.
Stil=
ling, Hochſtraße 4.
A
EIBLICM
Mädchen
ſ. Stell. als Köchin
oder Beiköchin.
Angeb. unt. A. 113
a. d. Geſchäftsſt.
b. Kindern: i. Näh.
1. Bügeln bewand.
Angeb. unt A. 122
a. d. Geſchäftsſt.
Fl. ehrl. Mädch
17½ J.. m.g.Zeugn.,
ſucht Stellung z. 1.
März. Gefl. Ang.
unt. B. 3 Geſchſt.
Beſſeres Mädchen
ſucht Stelle in
Kon=
ditorei=Cuifé z.
bedie=
nen od verk. Anz. u
B7 a. d. Geſchſt (*
Tücht, junge Frau
ſucht Beſchäftigung,
vormittags od. bis
nach d. Spül., z. 1.
o. 15. März.
Wald=
ſtr. 3, Hth. Zu ſpr
nachm. v. 1—6.
Wsefer-
Wirklich guite
Stimmungskapelle
(Jazz) 3—5 Mann
ſteht an den
Faſt=
nachtstagen zur
Ver=
füguiig. Angeb. unt.
B 12 a. d. Geſchſt.
Jüngerer, bilanzsicherer
BUCHHALTER
wünscht sich zu verändern, auch als
Geschäftsführer, erstkl. Referenzen.
Angebote unter A 110 an die
Ge-
schäftsstelle ds. Blattes.
Tücht. Mädchen,
das gut koch. kann
u. alle Hausarbeit
EIBL.CHA
verſteht baldigſt
geſucht. Frau Reg.=
Rat Dr. Wolff,
Tüchl. Briſeuſe/Wilhelminenſtr. 28.
i. angenehme Stell. /Tel. 503. (3307
ſofort oder z. 1. 3. Aelt zuverläſſiges
1930 geſucht.
Mädchen
Angeb. unt. A. 118
tagsüber geſucht.
Mädch, ſucht Stellela. d. Geſchäftsſt. C Näh. Geſchäftsſtelle.
Schneiderin
zur Aushilfe ſofort
geſucht. Dürerhaus,
Eliſabethenſtr. 25½
*
(3357)
Zuverläſſiges
Aleinmädchen
für 1. 4. geſ., perf.
i. Kochen u.
Haus=
arbeit. Vorzuſtell.
Ohlyſtr. 31, II.
9—11 u. 6—8. (*
Ehrl., arbeitsfreud.
Alleinmädchen
in größ, Haushalt
bei hoh. Lohn geſ
Zimmerſtr. 3½. (*
Näh. Geſchäftsſt. (* leſelſtraße 33.
Fleißiges, ehrliches
Mädchen
nicht unter 18
Jah=
ren, geſucht. Nied.=
Ramſtädt.=Str. 35, p.
(3350)
Zuverläſſig. Mädchen
oder Frau
in allen Hausarbeiten
erfahren morgens 2
bis 3 S d. geſ. (3370
Gutenbergſtr. 56 I I
Geſucht: Reinliche
Stundenfrau zum
Waſchen Dienstags,
Pützen Freitags u.
Samstags abends
Laden putz. Frau
Welter,
Eliſabethen=
ſtraße 53.
Zuverläſſ. Mädchen
Sauberes, ehrliches mit gut. Zeugniſſen
f. 15. 3. als Allein=
Mädchen mädchen geſucht.
bis n. d. Spül. geſ. Vorzuſtellen Ried=
Chauffeur, gelernter
Autoſchloſſer, 26 J.
alt, ledig,
Führer=
ſchein 2 und 3b, gute
Zeugn. vorh., ſucht
Stellung bei beſcheid
Anſpr. Angeb. unt
W. 102 Geſchſ
Chauffeur
Führerſch. 3b. gel
El.=Mont., repar.
kundig, ſucht alsb.
Stelle. Angeb. unt
A. 95 a. d. Geſch. (*
Herrſch. Chauff.
mit ſämtl.
Führer=
ſchein. u. gt.
Zeug=
niſſen, langj. Fahr.,
ſucht ſich z. 1 3. zu
verändern. Gehe a.
auf Reiſen. Ang. u.
A. 123 a. d. Geſch.*
Stenotypiſtin
mit Handelsſchulbildung, mit
Kennt=
niſſen in Buchhaltung, per ſof. geſucht.
Fabaku=Werkſtätte, Roßdörferſtr. 60. (*
Propaganda=Damen.
Zur Unterſtützung und für
Kundenwer=
bung unſerer bewährten Herren Agenten
werden noch 2—3 Damen per ſofort
ge=
ſucht Verlangt wwird gutes Aeußere und
gewandtes Auftreten. Geboten: Hohe
Pro=
viſion und feſte wöchentliche oder
monat=
liche Zahlung und ſonſtige weiteſtgehende
Unterſtützung, wie ſie nur durch eine
groß=
zügige Verkaufsorganiſation geboten
wer=
den kinn Während der Probezeit
Ein=
arbeitungsſpeſen Angebote erbeten von
nur ſolchen Damen, welche viel verdienen
und entſpr. a beiten wollen, unter A. 125
an die Geſchäftsſtelle ds. Bl.
(3334
(Eim
Geſucht:
Für herrſchaftl. Haus
perfektes Hausmädchen
nicht unter 23 Jahren, das ſeinen Dienſt
Servieren) gut verſteht. Heinrichſtr 4.
Warenabgebe nur un Mitglieden
Achtens!
Achtung!
Kaffee und Tee
werden infolge der am 5. März in Kraft tretenden
Zollerhöhung weſentlich teurer:
Kaffee und Tee im Beſitze von Haushaltungen bleiben
bis zu 10 Pfund frei von Nachverzollung.
Wir geben bis zum 5. März unſeren werten Mitgliedern zu
unſeren bisherigen anerkannt billigen Preiſen bei gleich guter
Qualität ab:
ff. Röſtkaffee ¼Pfund=Packung, weiß . . . . . . . . . . . O60
gelb . . 0.75, rot . .0.90, in Cellophan 1 05
Tee ff. Ceylon=Orange=Pekoe=Miſchung
.. . . . Pfd. 6.00
Tee la Java=Pekoe=Miſchung .
. /Pfund=Paket 0 70
20 Gramm=Beutel 0,25
Tee hochfeine Indien=Ceylon=Miſchung . . . /Pfund=Paket 0.85
20 Gramm=Beutel 0.30
Tee hochfeine Darjeeling=Cylon=Miſchung . . /=Pfund=Paket 1.00
3367)
20 Gramm=Beutel 0.35
Nichtmitglieder machen ſich und ihre Anſtifter durch Einkauf in unſeren Verteilungsſtellen nach
8 152 des Genoſſenſchaſtsgeſetzes ſtrafbar. — Soweit wir Nichtmitglieder beim Einkauf in
unſeren Verteilungsſtellen ermitteln, werden wir dieſelben bei der Polizei zur Anzeige bringen.
Bekannte Wurſt= und Fleiſchwarenfabrik, eingeſtellt auf
Lieferungen größeren Stils, die auch das Geſchäft mit
der Detailkundſchaft, mit Fleiſchereien und mit
gaſtrono=
miſcher Abnehmerſchaft auf breitere Baſis ſtellen will, ſucht
für die Spezialanfertigung von:
Schlackwurſt. Cervelatwurſt, Salami, Plochwurſt,
auch Konſumware, Schinken und Speckartikeln,
Schweinskopf in Doſen.
(II Hbg.3352
seriöse Vertreter
an noch freien Plätzen. Umſtzſchaffende Herren, beſtens
berufen, wollen ſich wenden an die Firma
Oito Nenmeister Wurstfabrik Prestz/Holstein.
Heimarbeit, ſchriftl
VitalisVerl. Münch.
(TV. 2667)
Für erſtklaſſ. Artik.
für Büros uſw.
Herren
(auch Damen)
zum Vertr. geſucht.
Beſt. Verd.
Vorzu=
ſtellen Mittwoch u.
Donnerstag 2—5 U.
nachm. i.
Kolping=
haus, Rheinſtr. 48.*
Mitarbeiter
und Vertrauensperſonen zur
Uebernahme einer
Beratungsſteile f. gemeinnützige
Heimſtätten-Finanzierung
geſucht. Es kommen nur ganz
zu=
verläſſige Herren, möglichſt aus der
Hypotheien- oder
Verſicherungs=
brunche, aus dem Baufach oder aus
der Bauſpar=Bewegung in Frage.
Ausführli re Beu erbungen unter
W A. 3715 an Heinr. Eisler, Ann.-
Exped., Berlin SW68. (IV.3280
Lutck
242a
als moderner Industrie-, Handels- ung
Hafenplatz und als Wirtschaftszentrum
der umliegenden reichen norddeutschen
Landesteile ist ein besonders wertvoller
Markt, dessen Struktur in der
Neuaus-
gabe unserer generellen Markt-Analyse
differenziert ist . . . Man erfaßt dieses
in sich geschlossene Wirtschaf,sgebiet
allein durch den
MIRRLIcg Wer zeichnel
Reklame=Entwürfe?
Suche jüng. Kraft
Reiſende
n frei. Mitarbeit.
Schokolade= u. Angeb. m.
Arbeits=
ud
n9. proben an
Werbe=
u. B. 13 Gſchſt. (md berater, Fr. Senft.
G
Mathildenſtr. 49.
Plahverkreker
geſucht für einen
mehrfach
patentier=
ten Gebrauchsartik
(D. R. P. u. Ausl.=
Pat.). Ang. u. B.15
an die Gſchſt (*
Wir ſuchen zu Oſt.
einen Lehrling
unſer kaufmänn.
Büro, Schriftl
Be=
werbung. an
Stein=
gaß & Roſenthal,
ier= u. Lebensm.=
Großhdlg., Darmſt.,
Mauerſtr. 8. (3328
UUDEKRCUEALLMKER
MIIGLIED DER „RINGGRUPPIERUNG FÜKREADER PROVIHZFERLASE‟.
Mittwoch, den 26. Februar
Rummer 56
Deukſchlands Handel mit England.
Die ungewiſſe engliſche Schuhzoll=Polikik.
Von unſerem (F)=Korreſpondenten.
G. P. London, im Februar.
Der deutſch=engliſche Handel hat ſich in den letzten Jahren in
un=
unterbrochen anſteigender Weiſe entwickelt. Beſonders bezieht ſich das
auf die Ausfuhr deutſcher Waren nach England. Sie nimmt von
Jahr zu Jahr ſprunghaft zu. Und es iſt kennzeichnend, daß
ſelbſt im ſchweren Kriſenjahr 1929 (da Englands Börſenverluſte faſt die
ungeheure Summe von zehn Milliarden Mark erreichten) die deutſche
Ausfuhr nach England trotzdem nicht abgenommen, ſondern weiter
be=
deutend zugenommen hat: der Geſamtwert der im Jahre 1929 in
Eng=
land eingeführten deutſchen Waren betrug (nach engliſchen Angaben)
rund 1 Milliarde und 380 Millionen Goldmark; im Jahre 1928 hatte
er ſich auf eine Milliarde und 186 Millionen Mark belaufen; demnach
iſt im Laufe eines Jahres eine Exportſteigerung um faſt 200 Millionen
Mark, d. h. ein Anziehen über 15 Prozent erfolgt.
Die nähere Spezifizierung der nach England ausgeführten deutſchen
Waren zeigt für das Jahr 1928 (für 1929 ſtehen die Angaben noch aus),
daß der Hauptanteil der deutſchen England=Ausfuhr
auf fertige Waren — etwa 956 Millionen Mark — entfiel.
Hier=
nach folgten Rohſtoffe und halbfertige Waren mit 154 Millionen,
Lebens=
mittel und Getränke mit 73 Millionen und Gold= und Silberwaren mit
etwa 4 Millionen Mark. Unter der Rubrik „fertige Waren” rangierten
die einzelnen Warenſorten, nach ihrer Menge, in folgender Reihenfolge:
Kunſtſeide, Baumwollwaren, Pelzwaren, Papierwaren, Eiſenwaren,
Pharmazeutiſche Artikel, Leder=, Wollen= und Tierhaaren=Waren.
Be=
merkenswert iſt hierbei, daß die meiſten der genannten Warenſorten in
England unter die Schutzzölle fallen und teilweiſe mit einem ſo hohen
Einfuhrſatz, wie 33 Prozent vom Fakturenwerte belegt werden. Die
Tatſache des weiteren Anziehens des deutſchen England=Exports — ſelbſt
unter dieſen ſchwierigen Verhältniſſen — beweiſt daher, daß der Bedarf
an gewiſſen deutſchen Waren in England eben überaus groß iſt.
Wie die meiſten Länder des Kontinents, ſo iſt natürlich auch
Deutſch=
land im höchſten Maße an der Frage intereſſiert: ob England in nächſter
Zukunft ſeine hohen Schutzzölle abſchaffen wird oder nicht? Man weiß,
daß die Führer der jetzt am Ruder ſtehenden Labour=Party (obgleich
die Schutzzollfrage während des letzten Wahlkampfes keine hervorragende
Rolle geſpielt hat) ſich dennoch zu wiederholten Malen klar gegen die
Schutzzölle ausgeſprochen haben. Von Worten zu Taten iſt es in
Eng=
land immerhin noch ein recht weiter Weg. Snowden erklärte ſich im
Parlament wiederholt bereit, eine Reihe von Schutzzöllen „bei der
ge=
eigneten Gelegenheit” fallen zu laſſen. Dieſe „geeignete Gelegenheit”,
wäre offenſichtlich der Ablaufstermin der Zölle; denn die meiſten von
ihnen ſind nur auf eine beſchränkte Anzahl von Jahren ausgeſchrieben
worden. Doch hiermit könnte es noch eine Weile währen, denn die
Gül=
tigkeitsfriſt der, die deutſche Ausfuhr am ſpürſparſten treffenden
Schutz=
zölle (auf Kunſtſeide, chemiſche Erzeugniſſe, Medikamente, Textilwaren,
Maſchinen uſw.) läuft erſt 1936 ab. Und welche der politiſchen
Par=
teien 1936 über die Frage der Abſchaffung oder weiteren Erneuerung
dieſer Zölle zu entſcheiden haben wird, iſt — trotz Labours Zuverſicht
in ein langes Regnum — noch völlig ungewiß, hängt gänzlich von der
weiteren politiſchen Entwicklung in England ab. Auf das Jahr 1936
zu ſpekulieren, hat daher kaum Sinn. Für eine beſtimmte Kategorie
von Waren (Muſikinſtrumente. Automobile, Kinozubehör uſw.) ſind ſogar
überhaupt keine Ablauffriſten feſtgeſetzt worden. Während nur die Zölle
für weniger wichtige Warenſorten (Spitzen. Stickereien, Leder= und
Stoff=
handſchuhe, Emailleware, Vackpapier, Meſſerſchneidewaren uſw.) bereits
im laufenden Jahre (im Juli) fällig werden. Wie wird ſich nun die
Labour Regierung zu der Frage der Abſchaffung oder Beibehaltung
dieſer bald fällig werdenden und all der anderen Schutzzölle ſtellen?
Einige Klarheit über dieſe, nicht nur für Deutſchland, ſondern für
ſämtliche mit England Handel treibende Länder lebenswichtige Frage
dürfte vorausſichtlich ſchon im April dieſes Jahres (wenn Snowden dem
Parlament ſein Budget einbringt) eintreten. Vor zu weitgehenden
Er=
wartungen ſollte jedoch ſchon jetzt gewarnt werden. Erneut iſt es vor
allem Snowden, des Schatzkanzlers, mehr als
zweideu=
tige Haltung, die zur Vorſicht mahnt. Snowden, obgleich
über=
zeugter Freetrader, beginnt in letzter Zeit ausgeſprochen ſchutzzöllneriſche
Tendenzen zu zeigen. Vorderhand hat er ſich allerdings noch zu nichts
verpflichtet. Dieſe Ungewißheit über das weitere Schickſal der
Schutz=
zölle iſt aber noch ſchlimmer, als ein offenes Bekenntnis zum
Protek=
tionismus. Sie iſt ebenſo hemmend für den fremden Importeur, wie
für die engliſchen Induſtriellen ſelbſt. Der Aerger über Snowden iſt
daher bei der engliſchen Induſtrie faſt allgemein. Er verleiht der
be=
reits vor einiger Zeit in England begonnenen Kampagne um die
Schutz=
zölle eine leidenſchaftliche Note.
Eine ausgeſprochene Spitze gegen Deutſchland und die deutſche
Ein=
fuhr hat der Kampf um die Schutzzölle noch nicht aufgedeckt. Einige
Be=
deutung ſpielt dagegen das Geſpenſt des „deutſchen
Dum=
ping” in der Kampagne, die Lord Beaverbrook und ſeine Freunde für
den „Schutzzoll innerhalb des Britiſchen Reiches” führen, das heißt in
der ſogenannten „Empire Trade Cruſade‟ Von dieſer Seite drohen
dem deutſchen Handel mit England ohne Zweifel große Gefahren. Der
deutſche Exporteur ſollte dieſen Umſtand ſowie die Unklarheit in der
Schutzzollpolitik der Labour=Regierung, nicht aus dem Auge laſſen. Er
ſollte in Zukunft vor allem ein mehr eingehenderes Studium den
Be=
ſonderheiten der engliſchen Verhältniſſe widmen. Nur ein perſönliches
Eingehen in die engliſchen Wirtſchaftsverhältniſſe könnte angetan ſein
den deutſchen Exporteur vor Enttäuſchungen zu bewahren und den
deut=
ſchen England=Handel den kommenden Veränderungen anzupaſſen.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Der Aktienindex. Der vom Statiſtiſchen Reichsamt errechnete
Aktienindex (1924/26 gleich 100) ſtellt ſich für die Woche vom 17. bis
22. Februar 1930 auf 120.1 gegenüber 121.4 in der Vorwoche, und zwar
in der Gruppe Bergbau und Schwerinduſtrie auf 118,9 (120,4), 2 uppe
verarbeitende Induſtrie auf 108,2 (109,3) und Gruppe Handel und
Ver=
kehr auf 140,2 (141,5).
Fünf Millionen Mark Schuldverſchreibungen der
Landeskommunal=
bank=Girozentraſe. Das Heſſiſche Geſamtminiſterium hat der
Landes=
kommunalbank=Girozentrale für Heſſen in Darmſtadt die Genehmigung
zur Ausgabe von Schuldverſchreibungen auf den Inhaber bis zum
Be=
trage von fünf Millionen Mark, verzinslich mit 8 Prozent, zur
Be=
ſchaffung von Mitteln für kommunale Bedürfniſſe, erteilt.
Frankfurter Getreidebank A.G Frankfurt a. M. Die a.o. G.V.,
in der 268 700 (von insgeſamt 1 Mill.) RM. Aktien vertreten waren,
beſchloß einſtimmig die Liquidation der Geſellſchaft und ernannte den
Direktor der Geſellſchaft Max Wohl zum Liquidator. Die Haupturſache
der Liquidation iſt bekanntlich der Verluſt, den die Firma infolge des
Konkurſes der Mehlgroßhandlung Jakob Drehfuß, Frankfurt a. M.,
erlitten hat. Wie vom Aufſichtsratsvorſitzenden ausgeführt wurde,
habe es keinen Zweck, ſich weiteren Riſiken auszuſetzen, da die
Verhält=
niſſe im Bankgewerbe allgemein ſehr ſchwierig ſeien.
Produkkenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 25. Februar. Der weitere ſcharfe
Preisrückgang an den überſeeiſchen Terminmärkten wirkte ſich hier
ten=
denzmäßig nicht ſehr ſtark aus, da nun mit Sicherheit mit der
Ver=
längerung des 50prozentigen Vermahlungszwanges für Inlandsweizen
gerechnet wird und das Angebot verhältnismäßig gering zu nennen iſt;
der Geſchäftsgang läßt jedoch auf allen Marktgebieten viel zu wünſchen
übrig. Für Weizen lagen Gebote der Mühlen ungefähr 2 Mark unter
geſtrigem Niveau; der Lieferungsmarkt wies entſprechende
Preisein=
bußen auf. Roggen wird zu verändertem Preiſe geſtützt; das
Waggon=
angebot hat erneut zugenommen. infolgedeſſen verknappt ſich das
Offertenmaterial von Kahnware. Von regulärem Geſchäft in
Effektiv=
roggen iſt kaum etwas zu hören, insbeſondere wird darüber geklagt,
daß an der Küſte ſo gut wie überhaupt kein Abſatz beſteht. Die
Liefe=
rungspreiſe für Roggen ſchwächten ſich um 1—2,5 M. ab, wobei
März=
roggen am beſten gehalten blieb. Weizenmehl iſt in den Forderungen
verſchiedentlich um 25 Pfg. ermäßigt; die Umſätze blieben ſowohl bei
Weizen= als auch bei Roggenmehl auf das drine dſte Bedarfsgeſchäft
Geſchränkt. Hafer iſt ausreichend angeboten; Gebote lauten 1—2 Mark
niedriger als geſten. Gerſte ſtill.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 25. Febr.
Auch zum Liquidationstage herrſchte an der Frankfurter Börſe
ſtarke Geſchäftsſtille. Aufträge von In= und Auslandsfeite waren
wie=
der nicht eingetroffen, ſo daß im Zuſammenhange mit dem Mangel
in Anregungen die Spekulation kaum Neigung zeigte, Deckungen
vor=
zunehmen. Es kam Material an den Markt — von einem größeren
Angebot konnte jedoch nicht die Rede ſein —, doch genügte bei der
herr=
ſchenden Unluſt ſchon das Angebot, von kleinen Poſten, um Verluſte
bis zu 2 Prozent herbeizuführen. Die Tendenz neigte zur Schwäche,
zumal die Verfaſſung der Auslandsbörſen viel zu wünſchen übrig
läßt. Aber auch das langſame Fortſchritten der Debatte im Reichstag
über den Youngplan trug zur Verſchlechterung der Lage bei. Die
gün=
ſtigen Geldmarktverhältniſſe fanden kaum Beachtung. Eine
Anſpan=
nung in geringerem Umfange im Zuſammenhange mit dem
bevor=
ſtehenden Ultimo war wohl ſelbſtverſtändlich. Am Elektromarkt lagen
Siemens mit minus 2,5 Prozent ſtärker im Angebot. Schuckert und
Licht u. Kraft eröffneten 1 bzw. 1,5 Prozent ſchwächer. Nach
Berück=
ſichtigung des Dividendenabzuges bei A.E.G. lag dieſes Papier zur
Erſtnotiz leicht gebeſſert. Renten ſtill und zur Schwäche geneigt. Im
Verlaufe trat keine Belebung des Geſchäfts ein. Material kam kaum
mehr an den Markt, doch gaben die Kurſe infolge der anhaltenden
Ge=
ſchäftsſtille weiter leicht nach. Man hörte jetzt nur noch Kurſe per
Ultimo März. Der etwas günſtigere Reichsbankausweis blieb ohne
Wirkung. Am Geldmarkt war der Satz mit 6,5 Prozent etwas
ange=
ſpannter. Geld über Ultimo 6,5 bis 7,5 Prozent.
An der Abendbörſe kamen, infolge der anhaltenden Orderloſigkeit
kaum Umſätze zuſtande. Anregungen fehlten. Nach Berüickſichtigung des
Reportgeldaufſchlages lagen die Kurſe bei luſtloſer Tendenz meiſt nur
knapp gehalten. Auch im Verlaufe trat keine Belebung des Geſchäftes
ein. Neubeſitzanleihe 8,30, Adca 121,25, Commerzbank 155,50, Deutſhe
und Diskonto 148,25, Dresdner Bank 149 50, Reichsbank 286, Buderus
75, Gelſenk rchen 136,75, Aſchersleben 206, Salzdetfurth 350, Weſteregeln
208, Mannesmann 103,50, Phönix 101,50, Stahlverein 101, AKU. 110,50,
AEG. 162,50, Bemberg 160, Chade 328,50. Deutſche Linoleum 242, Licht
und Kraft 163,50, J. G. Farben 162¾, Felten 126, Frankf. Maſchinen
36, Geffürel 167,50, Siemens 255, Südd. Zucker 159, Hapag 99,25,
Nord=
deutſcher Lloyd 104.
Berlin, 25. Februar.
Nachdem der Vormittagsverkehr ruhig und unverändert gelegen
hatte, erkannte man vorbörslich, daß zum heutigen
Prämienerklärungs=
tage doch noch mehr Ware, als urſprünglich angenommen,
herauskom=
men würde. Die Prolongationsunluſt des Publikums, eine
Ermüdungs=
erſcheinung, die nach dem unintereſſanten Börſenmonat kaum
verwun=
derlich iſt, trat zur Eröffnung deutlich hervor, zumal auch die
Spekula=
tion angeſichts der Verzögerung der Reichstagsverhandlungen keine
Neigung zu Neuengagements bekundete. Der ſchwache New Yorker
Schluß bewirkte ſchwächere Eröffnungen der europäiſchen Börſen, ſo
daß auch eine Anregung durch die Auslandsbörſen ausblieb. Es
er=
gaben ſich vielfach Abſchläge bis zu 2 Prozent. Im weiteren Verlauf
verſtimmte die aus Stuttgart gemeldete Inſolvenz der
Württembergi=
ſchen Privatbank A. G. vorm. G. Beiswinger. Bei luſtloſer Stimmung
und minimalen Umſätzen ergaben ſich kleine Kursabbröckelungen, die
nur bei Siemens und Schubert u. Salzer bis zu 1 Prozent betrugen.
Metallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 25. F bruar ſtellten ſich für
Glektrolytkupfer 170,50 RM., Original Hüttenaluminium 190 RM.,
des=
gleichen 194 RM., Reinnickel 350 RM., Antimon Regulus 62—64 RM.,
Feinſilber 59—61 RM.
Die Berliner Metall=Termine vom 25. Februar ſtellten ſich für
Kupfer: Januär 134,50 (134,50), Feb=uar 135 (139), März 135,75
(135 25), April, Mai, Juni 134,50 (135,25), Juli 134,50 (135). Auguſt,
September 134,25 (134,50), Oktober, November, Dezember 134,50 (134,50),
Tendenz: ſtetig. Für Blei: Januar 40,50 (41,25), Februar 40,50
(41,50), März 40,25 (41), April 40 50 (40,75), Mai 40,50 (41), Juni,
Juli, Auguſt 40,75 (41), September, Oktober 40,75 (41 25), Novemb. 40,75
(41,25), Dezember 40,50 (41,25). Tendenz; abgeſchwächt. Für Zink:
Januar 39 (39,50), Feb=uar 35 (36), März 35 (35,75), April 35 50
(36,50), Mai 36 (36 75), Juni 36 25 (37,2). Juli 37 (38), Aug. 38 (39),
Sept. 38 (38,75), Okt., Novemb. 38,50 (39,25), Dez. 39 (39,25).. Tendenz:
ſchwächer. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern
bei=
gefügten Brief.
Der Ausweis der Reichsbank.
(Weitere Entlaſtung.)
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 22. Februar hat ſich in der
dritten Februarwoche die geſamte Kapilalanlage der Bank in Wechſeln
und Schecks, Lombards und Effekten um 122,8 auf 1768,4 Mill. RM.
ermäßigt. Im enzelnen haben die Beſtände an Handels=Wechſeln und
=Schecks um 99,3 auf 1620,4, die Lombardbeſtände um 23,6 auf 54,7 MII.
RM. abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen
zu=
ſammen ſind 174,4 Mill. RM. zurückgefloſſen, und zwar hat ſich der
Umlauf an Reichsbanknoten um 161,8 auf 4006,6, der Umlauf an
Renten=
bankſche nen um 12,6 auf 323,9 Mill. RM. verringert. Under
Berückſich=
tigung, daß in der Berich=swoche Rentenbankſcheine in Höhe von 3,3
Mill. RM. getilgt worden ſind, haben ſich die Beſtände der Reichsbank
an Rentenbankſcheinen auf 59,6 Mill. RM. erhöht. De fremden Gelder
zeigen mit 651,8 Mill. RM. eine Zunahme um 113,6 Mill. RM. Die
Beſtände an Gold und deckungsfähigen Dev’ſen haben ſich um 56,4 auf
280 Mill. RM (!) erhöht. Im einzelnen haben die Goldbeſtände um
59,2 Mill. RM. auf 2410,2 Mill. RM. zugenommen, die Beſtände an
deckungsfähigen Deviſen dagegen um 28 Mill. RM. auf 398,8 Mill.
RM. abgenommen. Die Deckung der Noten durch Gold allein beſſerte
ſich von 56,4 Prozent in der Vorwoche auf 60,2 Prozent, diejenige durch
Gold und deckungsfähige Deviſen von 66,1 Prozent auf 70,1 Prozent.
Amerikaniſche Kabelnachrichten
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 25. Febr.?
Getreide: Weizen, März 104, Mai 1083, Juli 110½,
Sep=
tember 113½; Mais, März 83, Mai 86½, Juli 88½, September
88: Hafer, März 40½, Mai 4238, Juli 42½; Roggen, März
78½, Mai 76½, Juli 78, September 79½
Schmalz: März 10,40, Mai 10,60, Juli 10,85, Sept. 11,05.
Speck loco 13,25.
Leichte Schweine 10,50—11,15, ſchwere Schweine 9,90—10,65;
Schweinezufuhren Chicago 30000, im Weſten 117 000.
Chicago Baumwolle: März 14,94, Mai 15,19.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 25. Febr.:
Schmalz: Prima Weſtern 11.10; Talg, extra loſe 6¾.
Getreide: Weizen, Rotwinter n. Ernte 128¾, Hartwinter n.
Ernte 107½; Mais 95½; Mehl 5,50—5,80 ;Getreidefracht nach
England 1,6—2,6 sh, nach dem Kontinent 8—9 C.
Kakao: Tendenz flau, Umſätze 345, loco 8½4, März 8.48, April
8.61, Mai 8.75, Juli 9.08, September 9.11, Oktober 9.08,
De=
zember 9.35.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Im Januar 1930 wurden 14 397:984 (1929: 13 490 298) To.
Stein=
kohlen, 14 007 672 (14 766 313) To. Braunkohlen gefördert, 3 299 262
(3018 888) To. Koks, 407023 (456 183) To. Steinkohlenbriketts und
3 311 742 (3 526 656) To. Braunkohlenbriketts erzeugt.
Ueber das Vermögen der Lederwarenfabrik Hermann Lehmann
A. G. in Offenbach a. M. iſt jetzt das Vergleichsverfahren eröffnet
wor=
den. Bekanntlich iſt in der jüngſten Generalverſammlung Mitteilung
gemäß § 240 HGB. gemacht worden.
Am 1. März können die Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer A.G.
in Frankfurt a. M. das Feſt ihres 50jährigen Beſtehens feiern. Der
Gründer dieſes größten Frankfurter Unternehmens in der
Metallindn=
ſtrie, Kommerzienrat Dr.=Ing. e. h. Heinrich Kleyer, iſt noch heute als
Vorſitzender des Aufſichtsrats aktiv tätig.
In dem am 25, Februar ſtattgefundenen Termin der S. Kiefe,
Damenkonfektion, Frankfurt a. M., wurden die Verhandlungen auf den
11. März vertagt. Wie wir erfahren, iſt anzunehmen, daß der
vorge=
ſchlagene Liquidationsvergleich zuſtande kommt.
Das franzöſiſche Blechkontor iſt nunmehr nach langen
Verhandlun=
gen endgültig zuſtande gekommen und wird am 1. März ſeine
Tätig=
keit aufnehmen. Das Syndikat wird die Grob=, Mittel= und Feinbleche
ſowie die Platten umfaſſen. Außerhalb des Kontors bleiben nur zwei
Fabriken.
Für das erſte Geſchäftsjahr der Ford Motors in Brüſſel wird eine
Dividende von 65 Fr. pro Aktie, gleich 13 Prozent, ausgeſchüttet
wer=
den. Der Reingewinn beträgt 56 Mill Fr.
Berliner Kursbericht
vom 25. Februar 1930
Deviſenmarkt
vom 25. Februar 1930
Danatbank 182.—
236.— Me ee
J. G. Farben Ve
161.25 Made
Rütgerswerke 75.25 Helſingfors Währun
100 finn. 2 Mige
11.523 10.543 Schwei= Ringd
100 Franken (Ge3
80.74: R
*0 905 Deutſche Ban: u. 147.50 Gelſenk. Bergw 136.25 Salzdetfurth Ko 348.50 Wien 100 Schilling 58.93 59.05 Spanien 100 Peſetas 52.15 52 25 Disconto=Geſ. Geſ.f.elektr. Untern 65.75 Leonh. Tietz 159.— Prag 100 Tſch. A: 12.395 12.41 Danzig 100 Gulden /81.35 71.51 Dresdner Ban 148.50 Harpener Bergbau 34.875 Verein. Glanzſtoff 171.— Budapei 100 Pengö 73. 13 73.27 Japan 1 Yen 2.059 2.(63 Kapag 97.625 Soeſch Eiſen 107.75 Verein. Stahlwerk 10C.625 Sofia 100 Leva 3.032/ *.138 Rio de Janeircſ1 Milre 0.470 (.472 Hanſa Dampfſch 145.25 Phil. Solzmann L6.— Weſteregeln, Alkali eC8.55 Holland 00 Gulden 167.82 168. 16 ugoſlawien 1100 Dinar 7.37 385 Nordd. Lloyd 143 50 Kali Aſchersleber 1205.— Agsb.=Nrnb. Maſch 37.— Lslo 100 Kroner 111.90 112.12 Porrugal 100 Escudos! 18.83 1.87 A. E. G. 161.75 Klödnerwerte 103.:0 Baſalt Linz 28.— Kopenhager 100 Kronen 12.07 112.29 lthen 100 Drachm 5.415 F.425 Bahr. Motorenn 76.E25 Köln=Neueſſ. Ban .1105.875 Berl. Karlsr. Ind. E9.— Stockholm 00 Kronen 112.29 112.5 Konſtan unrre 1türt. 2 1.773 „777 J. P. Bemberg 158.50 Ludw. Loewe 166.— Hirſch Kupfer 117.— London. 1 2.Stg.
1 Pap. Pe 20.348 20.388 Kairo 1ägypt. 20.86 27.:05 Bergmann Elektr 1200.— Mannesm Röhr 11C3.25 Hohenlche-Wer1e 90.— Buenos=Aires 1.578 1.584 Kanada 1canad. Doll. a. 164 a. 170 Berl. Maſch.=Bau 67.50 Maſch.=Bau=Untn 44. 125 Lindes Eismaſch 168.25 New Yor 1 Dollar 4.185 4. 193 11ruguav 1 Goldpeſo 3.666 2.674 Conti Gummi 148.— Nordd. Wolle C6.— Herm. Poege 19.— Belgien 100 Belge 58.31 158.43 Island 1100 eſtl. Kr. 91.91 T2.09 Deutſche Cont. Ga= 168.50 Sberſdleſ. Kolsw. S9.50 VogelTelegr. Draht 66.75 Italien 100 Lire 21.915 21.955 Tallinn Eſt 1100 eſti. Kr. 111.44 111.71 Deutſche Erdöl 100.— Srenſtein & Koppell 72.625 Wunderer=Werke 47.— Paris 100 Franc: 16.38 16.42 Miga i00 Lats 80.65 P(.81
oharbärt, Kommanontgefrafcaft
Frankſurter Kursbericht vom 25. Februar 1930.
„Reichsanl
en v. 28
v. 29
z. Staats=
ſen ....."
Auslo=
+ 1I.
. Ablö=
(Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe .
Landesbk.
T......
Goldobl.
eſſ. Lds.
Liquid.
ß. Lbs.
nſt. Gold=
Goldobl.
Komm
Goldobl
Landes=
85.5
75.25
97
76.4
84.5
86.5
91.6
96.75
74
76
51
8.4
2.9
86.75
96.:
88
76.25
94.5
94
95
3½ Naſ. Landesbk.
Goldpfbr. . .
Obl.
4½%
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ger. 1
„ Ser, II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
8V Berl. Hyp.=Bk
4½% „Ligu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp.Bk..
4½% „ Lig. Pfbr.
SOle
Pfbr.Bk..
½%0 „ Lig.Pfor.
8%Mein Hyp.B1.
4½% „Lig. Pfbr.
8% Pfalz. Hyp. Bk.
4½% — Lia=Pfbr.
8% Preuß.
Boden=
ered.=Bant ....
4½% „ Lig. Pfbr.
8% Preuß. Centrl.=
Bodener.=Bl. ..
„ Lig. Pibr
Rhei.Hyp.B!
4½% „ Lig. Pfbr..
8% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credſt ...."
8½ Südd Bod.
Cred.=Bon!....
4½%0 „ Lig. Pfbr.
8% Württ. Hyp.=Bk.
6% Daimler Ben=
8% Dt. Linol. Werke
% Klöckner=Werie
Mainkraftwerke
Mitteld Stahl
werke .. . . . . ..
% Salzmann u. Co.
2 Ver. Stahlwerke
Voigtck Häffner
7.75
49
65.5
16
96.5
81.5
96.5
82
96
83.5
96
84.5
96.5
80.8
95.*
82.4
96.5
79.25
96.o
82
94.5
97.-
80.5
96
70
98
91
93
63.5
85.5
84.5
93
J. G. FarbenBonds /100
5% Bosn L. E.B.
L. Inveſt.
4½% Oſt.
Schatz=
anw. . . . . . . . . .
4% Oſt. Goldrente
Plovereinh. Rumän
4½%
40 Türk. Admin.
% „ 1. Bagdadl
4½ „ Zollanl.
4½% Ungarn 1913
4½%
1914
Goldr.
42
1910
Aktien
Rig. Kunſtziide Unie
AEG. Stamm
AndregeNoris Zahr
Baſt Nürnberg
Bemberg J. P....
Bergmann. .
Brown BoverickCie
Brüning & Sohn.
Buderu=Eiſen ...
Cement Heidelber,
Karlſtadt
J. G.Chemie, Baſel
Chem.Werfe Albert
Chade . ........."
Contin Gummiw.
Linoleum
Daimler=BenzA. G.
Dt. Atl. Telegr. ...!
Eiſenh. Berlin.
Erdöl" .
Gold= u. Silb.,
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerk.
Dhckerhoff u. Wid
mann
Eichbaum=Werger
Elektr. Licht u. Kraft
Liefer=Geſ.
7.5
39.75
10.75
16.9
8.75
6.55
24.5
27.6
25‟
RJ
110
162.25
111
159.75
125
141.5
185.5
148
122
70
101
147
185
Eſchw. Bergwer!
Eßlingen Maſchinen
Ettlingen Spinnerei
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter).
Felt. & Guilleaum.
Frift. Gas
Ho
Geiling & Cie ..
Gelſenk. Bergwerk
Gef f. elettr
Unter=
nehmungen
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frrft.
Hammerſen ...
Harpener Bergbau
Henninger Kempf.
Hilpert Armaturfhr
Hinderichs=Aufferm
Hirſch Kupfer.
Hochtief Eſſen
Holzmann. Phil
Holzverl.=Induſtrie
Flie Bergb. Stamm
„ Genüſſt
Junghans. Stamm
KaltChemie ..."
Aſchersleben
Salzbetfurtk
„ Weſteregeln
Kammaarnſpinn
Karſtadt. R.
Klein. Schanzlin .
Klödnerwerke
Lahmener & Co
Lech. Augsburg. .
Löwenhr. Münch
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W.
Mainz. Aft.=By
205
31.5
210
161.1
80.25
115
26
1357,
69
48.75
128
162
110
83.25
115
88.5
94.5
81.5
130
45
161
204
348
Wé
128.5
118
103
Me
65
Mannesm Röhren
Mansfeld Bergb..
Metallger, Frankf.
Miag Mühlenbau.
Montecatini Maild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberune
Kicolan Hofhr
Nürnberger Brauh.
Oberbedarf.
Otav; Minen
Phönir Bergbau
Reiniger Gebb..
Rh. Braunkohlen..
Eleftr Stamn
„ Stahlwerke.
Riebeck Montan
Roeder Gb. Darmſt
Rütgerswerte
Zachtieben A. G.
Salzu. Heilbronn.
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfabr.
Schriftg. Stempel.
Schucker: Eleftr..
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr
Siemens & Halste
Strohſtoft. Ver..
Südd Immobilien
„ Zucker=A. G.
Svens a Tänoſtide
Tellus Bergbau
Tbür. Liefer.=Gei
Tucher=Brauere:.
Anterfranlen
Veithwerfe.
Ver f Chem. Ind
Laurahütte.
Stahlwerke
Ultramarin. . .
Zellſt Berlin 1102.5
ſchin
Haeffne
03
106.25
30
50
115
175
100.5
113
140.5
14
118.5
75.1
163
207
247
93.5
115
184
200
158.75
337
111
105.25
129.5
52
100
140
68.5
217
Wanz & Frentag
Wegelin Rußſabr./
Zellſtoff. Aſchaffbg..
Miemel..
Waldhof
Allg. Di. Creditant
Badiſche Bank .."
Banf f. Brauinduſtr
BarmerBantverein
Berl. Handelsgeſ.
Hypoihekenbk.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt..B1
Dt. Ban und Disk.
Deutſche Effelten
und Wechſelbank
Dresdener Ban:
Frankf. Ban
Cyp. Ban!
Pfdbr.=B
Gotha. Frundfr. B
Mein. Khp.=Ban:
Oſt. Creditanſta
Pfälz. Hyp.=Ban
Reichsban.."
Rhein Kyp.=Banl.
Süd v. Bod.-Cr. Bl.)
Wiene: Baniverein
Württb Notenbank
—
N.-G.1.Verlelren
Allg. Lolalb. Kraftw
7% Dt. Reichsbahn
Vorzge
Kapag. . . . ..
Nordd. Llord ....!
Schantung=Ei cr
Südd Ciſenb.-C
—
A anz- u Stuttg.
Verſicherung. .
Verein. Verſ..
Frkft. Alla. Verſ.=G
„ Rückverſich.
Franlona Rück= u.
Mitv.
...
Mannb. Verſich. ..
85.
U5
149.25
126
120.75
151
146
128.5
—
2(3
125
236
148
110.5
1ag.75
101.5
140.75
140
119
133.5
29.8
140
285
152.5
12:l.
150
1C2.5
151
89.9
99
13.8
45
112
230
199
42
145
[ ← ][ ][ → ]Seite 12
Mittwoch, den 26. Februar 1930
Nummer 57
wenn Eussbeschwerden Sie bedrücken und viele andere Mittel
versagt haben, sind
D. Bnof!
elastische Metall-Einlagen. Der berühmte Dr. Scholl besitzt
eine jahrzehntelange Erfahrung in der Behandlung kranker
Füsse und erfreut sich daher eines unbegrenzten Vertrauens in
der ganzen Welt, er wird auch Ihr Vertrauen nicht enttäuschen.
Das vorbildliche Haus für orthopädische Fußbehandlung
Darmstadt, nur Ludwigstraße 16
HHH
Die Geburt eines gesunden
Töchter-
chens zeigen an
Ernst Bonte und
FFaU Ali, geb. Lichtenstein
Sonntagsmädel
angekommen
Dr. med. Hermann Ganß
und Frau Ellen, geb. Hartz
Brandau i. O., 23. Febr. 1930.
Buchschlag
z. Zt. Privatklinik
Dr. Woltt und Dr. Hoffmenn
Darmstadt
Am 23. ds. Mts. verſtiarb nach kurzem, ſchweren
Teiden unſer Mitarbeiter Herr
Beinnt Seuek
im Alter von 21. Jahren.
Wir betrauern den frühen Heimgang des
Ent=
ſiets in Ehren halten.
ſchlafenen aufrichtig und werden ſein Andenken
Die Inhaber und das Perſonal
der Firma Friedrich Schgefer.
Darmſtadt, den 25 Februar 1930.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei dem
Hinſcheiden unſeres lieben Entſchlafenen
Adam Trauimann jr.
Schmiedemeiſter
ſagen wir auf dieſem Wege herzlichen Dank.
Be=
ſonderen Dank Herrn Pfarrer Weigel, für die
troſt=
reiche Grabrede, Herrn Dr. Müller, Frau Alwin
Schettler und dem Pflegeperſonal des
Eliſabethen=
ſtifts Darmſtadt für die aufopfernden Pflege= und
Mühewaltungen, dem Turnverein 1885, Geſangverein
„Eintracht”, dem Kriegerverein, der Freiwilligen
Feuerwehr, der Verwaltung und den Arbeitskollegen
der Odenwälder Hariſteininduſtrie und den
Schul=
kameraden für die Kranzniederlegungen und das letzte
Geleite. Ferner ſei allen denen herzlich gedankt, die
dem Entſchlafenen die letzte Ehre erwieſen, ſowie
durch die überaué reichlichen Kranzſpenden ihre
An=
teilnahme an unſerem ſchweren Verluſte zum
Aus=
druck gebracht haben.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Nieder=Ramſtadt, den 25. Februar 1930. (3346
Auguſte Marx
Meier Löwenſtein
Verlobie
Roßdorf
b. Darmſiadt
Gudensberg
(Bez. Kaſſel)
Nachruf.
Wir erfüllen hiermit die traurige Pficht, unſere Mitglieder von dem
Ab=
leben unſeres langjährigen Kollegen
Konrad Kriechbaum
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Die Beerdigung ſindet am Freitag, den 28. Februar ds. Js., vormittags
11 Uhr, auf dem alten Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße ſiatt. Die
Kollegen treffen ſich ¼ Stunde vorher am Poriale des Friedhofes.
Wir bitten, dem Verſtorbenen recht zahlreich die letzte Ehre zu erweiſen.
Gaſtwirte Innung Heſſen
Sitz Darmſtadt
(3358
Mund, 1. Vorſitzender.
Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme und die Kranzſpenden
bei dem Hinſcheiden un eres lieben Entſchlafenen
Ludwig Oſt
ſagen wir hiermit unſeren innigſien Dank. Beſonders danken
wir Herrn Pfarrer Weigel und Herrn Gendarmerie. Inſpektor
Knauff für die troſtreichen Worte am Grabe, und den Herrn
Gendarmerie=Beamten, die ihm durch Tragen des Sarges
die letzte Ehre erwieſen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Anna Oſt, Witwe
Ober=Ramſtadt, den 25. Februar 1930.
Die ersten
FÜhjahrs-Hüte
1857a)
Johanna Becker
Elisabetnenstraße 12
Weiß. Sitz= u.
Liege=
wagen, mod., g.
er=
halt., bill. abzug. (*
Orangerieſtr. 20, pt.
Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen
Ver=
luſte ſagen innigen Dank
Im Namen
der trauernd Hinterbliebenen:
Frau Marie Louiſe Bogel Bwe.
Kranichſieinerſtr. 59 II.
Dankſagung.
Für die Beweiſe der
Teil=
nahme beim Heimgang
meines Mannes, unſeres
Vaters u. Großvaters ſagen
wir herzlichen Dank.
Marg. Dörſam, geb. Machleid
Guſtav Dörſam und Familie.
(B. 3320)
Dankſagung.
Für die überwältigenden Beweiſe
herz=
licher Teilnahme an dem Tode unſeres
unvergeßlichen Sohnes und Bruders
Hans Rohatſch
ſprechen wir unſeren innigſien Dank aus.
Familie Rohatſch.
Greifendorf in Mähren
Dankſagung.
Allen denen, die beim Heim
gange meines lieben
Entſchla=
fenen an meinem Schmerz
teil=
genommen haben, ſowie für die
zahlreichen Blumenſpenden ſage
ich herzlichen Dank.
Insbeſon=
dere danke ich Herrn Pfarrer
Rückert für dietroſtreichen Worte
am Grabe, und allen die ihm
die letzte Ehre erwieſen haben
Frau Marie Küſter
geb. Wörner.
Darmſiadt, den 24. Februar 1930.
Klappacherſtr. 20
(B.3343
Am Freitag, den 28. Tebruar feiert
Herr Andreas Grimm, früher
Schlacht=
hofarbeiter, wohnhaft, Ruthsſtr. 5, bei
Hopp in Geſundheit ſeinen
94. Geburtstag
Erfrornnn Süßn?
Nicht mehr.
„Frost wes”
(2997b
hat geholfen
Preis 50 Pfg.
Generalvertrieb: Seifenhaus am
Knt
Buch= und Steuerberatung
Felix Graetz, Georgenſtraße 9
Fernſpr. 2895 (469a ls Referenzen
jeder Art werden
trümpfe angestrickt.
Saubere, haltbare Arbeit,
Alte Füße nicht abschneiden.
Teichhausstraße 34 1
chmidt Teleph. 2536 3-65b
Ihre Wäſche wird tadellos in der
Haushaltungswäscherei, Reform”
Nied.=Ramſtädterſtr. 5 Fernruf 138 (1424a
10 Rahalt
aut
Hinderwagen
Allergrödte Auswahl
bei B. Orio, Karlstr. 14/16
Wolle und Daunen
Reinigen und
Auf=
arbeiten, ſowieNeu=
Steppdeckel
anfertigung Beſte
Neferenzen, Bl. IT 2”, Ballonplatz 6 (275e
Fußnflege
Fr. Hartmann,
appr. Heilgehilfe.
Grafenſtr. 20, II. lks.
Telefon 1454. (278a
Sägemehl
von Tannen= u.
Kie=
fernholz lauf. abzug.
Sägewerk Dächert,
Eberſtadt a. d. B.,
A
Nummer 57
Märker ulß dnn dr.
Roman von Hans Schulze.
12)
Nachdruck verboten.
Mit liebenswürdiger Ueberlegenheit behandelte er den um
zwanzig Jahre älteren Gatten, der ſeine Frau jetzt mit
täp=
piſcher Zärilichkeit auf ſeinen Schoß gezogen hatte und nur durch
ironiſche Abwehr und geſchicktes Ausweichen immer wieder davon
abgehalten werden konnte, allerlei kleine Intimitäten aus ſeinem
Eheleben zum beſten zu geben
Als er dann mit dem Eigenſinn der leiſe einſetzenden
Trun=
kenheif darauf beſtand, daß man zur Feier des Tages unbedingt
noch einer Flaſche Sekt den Hals brechen müſſe und ſchwankenden
Schrittes die Szene verließ, um perſönlich in den Keller
himab=
zuſteigen, brach die mühſam gewahrte Faſſung der jungen Frau
plötzlich zuſammen.
In einem kurzen, leidenſchaftlichen Bekenntnis riß ſie die
letzte Hülle von ihrer Seele, wie ſie aus der Knechtſchaft dieſer
Geldehe in ein reineres, freies Menſchentum hinausverlange,
gab ſie das Drama ihres Lebens bis zum bitteren Ende
rückhalt=
los preis.
Sie war bei dieſen Worten von ihrem Seſſel aufgeſprungen
und lehnte ſich ſchweratmend gegn den Kamin.
Auch der Dichter hatte ſich erhoben und war ganz nahe zu
ihr herangetreten.
Wie in einem unentrinnbaren Zwange neigten ſich die beiden
heißen Geſichter langſam entgegen.
Für die Dauer eines Augenblicks ſchienen ſich die ſehnſüchtig
geöffneten Lippen zu berühren.
Da knarrte eine Tür.
Die Liebenden ſchreckten auseinander.
Im Hintergrund der Bühne ſtand der Gatte, breitmaſſig,
drohend, unter jedem Arm eine goldgekapſelte Flaſche.
Hatte er etwas bemerkt?
Die Spannung auf der Szene war mit gleicher Gewalt auf
die Zuſchauer übergeſprungen, die mit verhaltenem Atem den
Eintritt des Ehemannes beobachtet hatten.
Der kam jetzt langſam, mit der Sicherheit plötzlicher
Ernüch=
terung, ganz nach vorne an die Rampe.
Alles Blut ſchien aus ſeinem Geſicht gewichen zu ſein.
Mit einer ſeltſam heiſeren und doch bis in die letzte
Parkett=
reihe klar verſtändlicher Stimme ſagte er mühſam zwiſchen den
Zähnen:
„Ich glaube, Herr Doktor, es iſt beſſer, Sie verlaſſen mein
Haus
Walter v. Prayer hatte auf der Fahrt zum Theater noch
einmal verſucht, vorſichtig taſtend in Kurts Vertrauen
einzu=
dringen, vor ſeiner einſilbig=abwehrenden Verſchloſſenheit ſein
Vorhaben endlich aber wieder aufgegeben.
Mittwoch, den 26. Februar 1930
Er fühlte unwillkürlich, daß der Freund halt= und hilflos
einer ſchweren Kataſtrophe zutrieb, und er zweifelte ebenſowenig,
deß dieſe von ihm ſchon längſt befürchtete Kataſtrophe einzig und
allein in dem Verhältnis Kurts zu Evelyn Karr ihre Urſache
haben konnte.
Als ſich der Vorhang unter dem einmütigen Beifall des
Publikums über dem erſten Akt geſenkt hatte, beſchloß er daher,
nach dem Fehlſchlag bei Kurt das Feld auf der Gegenſeite zu
ſondieren und den Karrs, die er ſchon vor Beginn der
Vor=
ſtellung vom Parkett aus begrüßt hatte, während der Pauſe in
ihrer Loge einen kurzen Beſuch abzuſtatten.
Er wurde mit gewohnter Freundlichkeit begrüßt, vor allem
Evelyn bemühte ſich, möglichſt unbefangen und heiter zu
erſchei=
nen, dem erfahrenen Pſychologen war es jedoch im erſten Augen=
kleine Prei-e
(3351b
Leih bibliothek w. Knierim, LulenberDSTr. 50, 2Stock
blick klar, daß zwiſchen den Eheleuten ein tiefgehender Konflikt
beſtand, der ihm gewiſſermaßen die rätſelhafte Verſtörtheit Kurts
widerzuſpiegeln ſchien.
Als er dann ſelbſt zu einem Vorſtoß überging und Karr durch
ein paar direkte Fragen nach ſeiner Meinung über den Autor
und ſein Werk aus ſeiner Zurückhaltung herauszulocken ſuchte,
verſtand es dieſer, ihm ebenſo gewandt immer wieder
auszu=
weichen und unter Vermeidung alles Perſönlichen allein über das
Stück und ſeine hervorragende Beſetzung zu ſprechen, die den
Zuſchauer ganz vergeſſen laſſe, daß er ſich in einem Theater
befinde.
In tiefer Sorge ſuchte Walter beim dritten Klingelzeichen
endlich ſeinen Platz in der vorderſten Parkettreihe wieder auf.
Die geheime Angſt um Kurt hatte ſich durch ſeinen Beſuch
bei den Karrs nur noch weiter verſtärkt; immer wieder gingen
ſeine Gedanken um den Freund und die unſelige junge Frau,
deren Hand beim Abſchied ſo kalt und leblos wie ein Stein in
der ſeinen gelegen, in deren fiebernden Augen die hilfloſe
Ver=
zweiflung eines gehetzten und unentrinnbar umſtellten Tieres
geſtanden hatte.
Kinderwagen aller Art.nur im Spezialgeschätt
. Donges & Wiest, Elisabethenstraße 25 3
Der zweite Akt, der etwa acht Tage nach dem erſten ſpielte,
zeigte die gleiche Szenerie der Diele am Spätnachmittag eines
dunklen Sommertages.
Der Ehemann hatte den Dichter zu einer Ausſprache in ſein
Haus gebeten und, um dieſe möglichſt unauffällig zu geſtalten,
hierfür die Form einer Einladung zum Tee gewählt.
In dem gedämpften Licht einer hohen Stehlampe ſaßen ſich
die beiden Herren in den Klubſeſſeln am Kamin gegenüber, in
verhaltener Ruhe und gemeſſener Höflichkeit, indes aus ihrer
Seite 13
halblaut geführten Unterhaltung die tiefe Gegnerſchaft wie eine
unſichtbare Flamme allmählich immer höher brannte.
Schon lange ſprach faſt ausſchließlich der Gatte, abgeriſſen,
ſtoßweiſe, in Scham und Angſt um die geliebte Frau, die er zu
verlieren fürchtete, vielleicht ſchon verloren hatte.
In eindringlichen Worten ſuchte er dem jüngeren Mann vor
Augen zu führen, wie ſeine Gattin ſeit Tagen völlig verwandelt,
verzaubert ſei, wie er ſich gar nicht mehr in ihr zurechtfinden
könne und ſchon daran gedacht habe, einen Nevenarzt zu Rate
zu ziehen.
„Es iſt ungewöhnlich”, ſagte er endlich, „und vielleicht auch
unmännlich, daß ich mich mit dieſen Dingen an Sie wende. Aber
ich glaube doch, als Menſch zum Menſchen ſprechen zu können.
Meine Frau iſt krank, ſeeliſch krank, krank nach Ihnen. Darüber
mache ich mir abſolut keine Illuſionen. Sie hat es mir ja auch
ſelbſt eingeſtanden. Denn ſie iſt viel zu ſtolz für eine Lüge!”
„Ich glaube, Sie verkennen die Sachlage”, gab der Dichter
nach einer kurzen Pauſe ruhig zur Antwort. „Nicht ich nehme
Ihnen Ihre Frau, es iſt das Schickſal, das uns zueinander treibt.
Unſere Jugend und unſere Liebe. Und das iſt ſtärker als alles in
der Welt. Sie wiſſen, daß Ihre Gattin ſich mit dem Gedanken
einer Scheidung trägt. Warum wollen Sie ſie da halten, ſeit
Sie ſich darüber klar ſind, daß Ihnen ihr Herz nicht mehr gehört?”
„Nie, niemals willige ich in eine Scheidung!“
Unwillkürlich war der Ehemann aufgeſprungen und ſtand
drohend vor ſeinem jungen Gaſt.
„Ich gebe nichts her, was ich beſitze, am allerwenigſten meine
Frau!”
In dieſem Augenblick öffnete ſich zur Linken eine Tür.
Die junge Frau trat ein.
Mit einem einzigen Blick erfaßte ſie den Zuſammenhang,
fühlte ſie inſtinktiv, wie in dieſen beiden Männern bei aller
bis=
herigen äußeren Korrektheit die entfeſſelten Urtriebe im Kampf um
das Weib einer furchtbaren Entladung zudrängten.
Der Gatte hatte ſich wieder in ſeinen Seſſel niedergelaſſen.
Seine Hände irrten in nervöſen Zukungen über die Lehne, er
bewegte den Kopf mechaniſch hin und her, wie ein Tier, das aus
ſeinem Käfig einen Ausweg ſucht.
Mit weitgeöffneten leeren Augen ſtarrte er wie
geiſtesab=
weſend auf ſeine junge Frau, die in ihrer ruhigen, ſtillen, faſt
traumhaften Art noch einmal all das wiederholte, was in dieſen
ganzen letzten Tagen in endloſen, quälenden Geſprächen über eine
Trennung ihrer Ehe zwiſchen ihnen verhandelt worden war.
„Und unſer Kind?”
Die Stimme des Gatten klang auf einmal wieder ganz feſtund
klar, in einem letzten Verſuch, das ſchon unrettbar Verlorene doch
vielleicht noch einmal zurückzugewinnen.
Die junge Frau zögerte ſekundenlang mit der Antwort.
„Ich bin auch nur ein Menſch!” ſagte ſie dann mit einem
leiſen, ſehnſüchtigen Lächeln, das wie ein verlorener Glückshauch
über ihr feines Geſichtchen huſchte. „Auch über unſer Kind wird
am Ende eine Einigung zu erzielen ſein!“
(Fortſetzung folgt.)
Strumpfband-Gürtel
aus Atlas, mit 2 Paar
Seidenhaltern, gute
Aus-
führung
Hüftenhalter
mit Seitenschluß u.
Gummi-
teilen, aus prima glattem
Drell .."
Tanzgürtel
mit Seitenschluß u.
Gummi-
teilen, aus gutem damassiert.
Drell ..
Büstenhalter
aus kunstseidenem Trikot,
in vielen bunten Farben
Büstenhalter
aus kunstseidenem Trikot,
m. hübscher Spitze,
Rücken-
schluß, gute Qualität.
wit Seitenschluß u.
Gummi-
eilen, lange Form, prima
Drell ..
Hüftenhalter
mit Seitenschluß u.
Gummi-
teilen, aus gutemDamast und
gefüttert, eleg. Ausführung
Büstenhalter
aus Atlas, mit Spitzen-
Täll, elegante Ausführung
Gummi-Schlüpfer
ans gutem Gummi, mit
2 Paar Haltern .
mit Seitenschluß, aus prima
Damast, mit Gummiteilen
Corselets
mit Seitenschluß u.
Rücken-
schnürung, aus gutem
ge-
streiften Drell.
Gummi-Schlüpfer
aus Seidengummi. gute
Paß-
form, mit 2 Paar Haltern
Nur noch wenige Tage die großen
Extra-Auslagenin Schürzen
zu enorm billigen Preisen
auf unsere billigen Reste- Preise
Erische große
Knickeßier
Stück 8 Pfg.
emnfichlt
Darmstädter Eiergroßhandlung
Schäfer & Hönigsberg
Schulstra3e 15. (3339) Telephon 480/9
Neu
(2556a
Erſtklaſſiges Erzeugnis / Ergebnis
jahrelanger Verſuche. Aus la
gehär=
tetem Original ſchwediſchem
Sand=
vitſtahl. Jede Klinge haargenau
ge=
prüfr u. 4fach kontrolliert.
Wunder=
voller ſanf er Schnitt. Volle
Garan=
tie für ſtets gleichbleibende Oualität
und doch 10 Stück nur Mk. 1.70
FRANK
ELISABETHENSTRASSE 9
Augen=
gläſer
billigſt bei (376a
Opkiker Spgethe
Schuchardſtraße 11.
Vervielkältigungen
Ahschriſten
8. Guttmann
8 Wilhelminenstr. 8
304a)
Herrenhemden
nach Maß. (3359a
Frau E. Zeitz,
Firma: K. Roeſe,
Schuchardſtr. 13, I
INOLEUM
w. TAPETEN
Werbautmit? Selbſthilfe!
Vorteile: Längere S euerfrh. als üblich.
Gemeinſ. Bezu; der Baumaterialien.
Gedieg. verbilligte Bauweiſe — Ca
150 Baupl. Nähe Darmſtadt verfügbar. —
Finanzierung 6”iges Geld. Auskunft bei
Architekt Decker & Dröll, Eliſabethenſtr. 28.
Ausſtellung über Bauart im Eingang!
Mäuschen=Kartoffeln
10 Pfd. 1 Mk. (zu Salat), empfiehlt (*
Aug. Stilling, Hochſtraße 4.
DARMSIAD TER LESEZIRKEL
Lesemappen ill Zeitschriften in allen
Preislagen und Zusammenstellungen
ROEDER sche Leihbibliothek
Gratenstraße 24
1343a
Elegante Anzüge nach Maß
ertigt Schneidermeiſter, für tadell. Sitz
arant., mit 2 Anpr., zum Preiſe v. 35 ℳ,
jaletots von 30 ℳ an. Komplette Anzüge
on 80 ℳ an Wenden und Umändern
owie Reparaturen billig. Angebote unter
S 121 an die Geſchäftsſtelle ds. Bl (1477a
Schützenſtraße 12
für Ein= und
Mehr=
zimmerheizung
UAdolf Kienzle
(334a1 Telephon 1426
U. T.-Motorräder
8 neue Modelle 1930.
Stark reduzierte Prelse.
350 ccm Vopfgestzuert RW. 1020.—
500 ccm se tengesteuert RM. 1120.—
Vertreter: (3150a)
U. SCHNEIDER
Mauterstraße 6
Stützer
Schützenstr. 5 (295a
Kinderwagen
größte Auswahl,
billigſte Preiſe
mit 10% Rabatt
nur im Spezial=
Geſchäft (2577a
Donges & Wieſt
Eliſabethenſtr. 25½
Zu verkaufen:
6 Deutſche
R.-G.-Muſter
Haushalt.=
Gegen=
ſtände, 6000.— ℳ.
Georg. Hermberg
Roßdorferſtr. 59.
Sprechz. 4—5½.
Trockenes
Abfallholz
ofenfertig. Ztr. 1.80.
bei 10 Ztr. a. 1.50.
Gg. Heim, Darmſt.,
Arheilgerſtr. 53.
Telephon 2062. (*
Fahrraddecken
und Schläuche
am billigſten bei
B. Orio,
Karl=
ſtr. 14/16. (2265a
Hühnerhalter!
Jetzt füttert man:
„Muskator”=
Legefutter
Eierlegemehl
„Nagut”=
Legefutter
Eierlegemehl
Beifutter
„Seligator”
Ebenſo empfehle
alle and.
Getreide=
arten ſowie
Bei=
futter zu billigſtem
Tagespreis.
Rudolf Ringler,
Darmſtadt.
Heidelbergerſtr. 49
Tel. 770. (3093
A
WICTOR.AKR 35, Mod. 28
elektr. Licht und Horn, Tacho
Steuer bis Augu ſt
neu bereift und neue Ketten
für 650 RM. bar zu verkaufen
oder Tauſch gegen gebr. evtl.
rep. bedürftiges Kleinautv.
DeW, Akad. Fllegergruppe. (*
Obſt= und Gemüſe=Konſerven
beſonders billig B 2726
Drog, Secker Nachf., Ludwigshöhſtraße 1
Federrolle
billig zu verkaufen
Eberſtadt,
Hügelſtraße 55.
Gebr. Herrenräder
„ Geſchäftsräder,
„ Schulerräder,
wie neu, ſehr billig.
Auch auf Teilzahlg.
Reparaturen
in Motorrädern u.
Fahrrädern billigſt.
Benz & Comp.
Grafenſtraße 20/22.
(423b)
Gesellschafts-
Anzüge
Maskenball-
2 Kandine
neueste Modelle nur bei
A. Getnost
Theater- und Maskenverleihanstalt
in reichster Auswahl
Rheinstr, 5 (3327b) Telephon 28
große un) kleine Räume
zum Abhalten von
Tanzveranſtal=
tungen, Konzerten Vorträgen,
Hoch=
zeiten, Familienfeiern, Tanzſtun
en zu vermieten
Näheres beim Hausmeiſter.
Seite 14
Mittwoch, den 26. Februar 1930
Nummer 57
LISSI ARNA
Elam Seide
Ein Film nach dem Roman „Nuttchen‟
von ERNST KLEIN
Regie: Karl Bcese
Ein überlegener Witzbold führt ein
armes Mädel, das er auf Kredit
aus-
gestattet hat, als Dame von Welt in
die Welt ein.
Weitere Hauptdarsteller:
Olga Limburg, Walter Rilla
Kurt Vespermann
Als zweiter, Schlager:
Der Ladenprinz
Ein Film nach d. vielgelesenen Roman
von Kurt Münzer, in der Bearbeit.
und unter der Regie von Erich
Schönfelder. Ein Spiel von Moden.
schönen Frauen und Liebe, das den
Weg des kleinen Konfektionärs aus der
Prorinz, zum ersten Modekünstler
Berlins in bunten farbenprächtigen
Bildern aufrollt.
Die Hauptdarsteller sind:
La Jana, Adele Sandrock, Ralph Arthur
Roberts, Harry Halm, Siegfried Arno.
Beginn 3½ Uhr
9.0.8
Ein exotisches Filmdrama
in 8 Akten.
Mannskript und Regie Carmine Gallone.
Neben den grandiosen Schiffsscenen
und der virtuosen Gestaltung des
im Orkan untergehenden
Passagier-
dampfers sind die landschattlichen
Scenen in Tripolis besonders reizvoll.
Die ungeheuer dramatisch bewegte
Handlung, der Kampf der
Leiden-
schaften, der die Menschen in Not
bringt, sind von besonders starker
Wirkung.
Neben Liane Haid in der Hauptrolle
wirken mit Eina Manés, Alfons
Fryland, Leopold von Ledebur.
Dazu der bunte und aktuelle Filmteil
mit Grotesk-Lustspiel und
Wochenschau.
Beginn 3½, Uhr.
Heute u. folgende Tage
Der neue Emelka-Großflm
Brader Berkäara
Ein Volksstück aus dem bayrischen
Kochgebirge.
Das Schicksal zweier junger
Menschen-
kinder im Genre des erfolgreichen
Filmwerks „Hinter Klostermauern”.
Die majestätische Bergwelt der
bay-
rischen Alpen bildet den Hintergrund
zu der fesselnden Handlung.
Regie: Franz Seitz.
In den Hauptrollen:
Vera Schmitterlöw, Walter Grüters.
Als zweiter Schlager:
Her den onhe Hier
Nach einem spanischen Roman be
arbeitet von Thilde Förster.
In der ausgezeichneten Besetzung mit
Betty Bird, Hanna Ralph,
Livio Pavanelli.
Beginn 3½ Uhr. V.3329
Die große Faschings-Sensation:
Das Mädel vom Broadway
Operetten-Jazz-Revue in 20 Bildern ab 1. März im Orpheum (3337
Der Karteiverkanf 1at begonnen Verf.-Bi10 7 de Wagl. Keine erhöhten Preise.
KoSlaurant Zuff d. auseitldter, Hessht. de
Heute Mittwoch, den 26. Februar, abends Bratwurst
morgen Donnerstag, den 27. Februar, abends Metzelsuppe
An beiden Tagen offen im Ausschank einen Flaschenwein
28er Ungsteiner Riesling (Natur) Crescenz Winzerverein
Ungstein, ¼ Ltr. 50 Pfg.
Ladet ergebenst ein Carl Selpp.
Am Schwimmbad
SoRTAAFFLL Mühlstraße 36 Tel. 398
Mittwoch, den 26. Februar 1930, Anfang 8.11 Uhr
mit
Großer Bunter Abend stimmungs-Konzert
Hierzu ladet ergebenſt ein Jacob Herrmann
Bis 3 Uhr geöffnet.
Großes Haus Die Atfäre Dreyfus Hessisches R 10 Schausp. v. H. J. Rehfisch u. W. Herzog Landestheater (Gruppe 1-IV) Preise 1—10 Mk. Mittwoch
26. Februar 1930 Zusatz. Miete
II, 8 Fra Diavolo
Komische Oper von Auber
Preise 1.50 bis 7.50 Mk. Kleines Haus 20—22.30 Uhr
AfU
D
FORTSETZUNG
DES GASTSPIEL-K
ONZERTES
Rheinstr. 2 Sc. )oß-Café Rheinstr. 2
Mittwoch, den 26. Februar 1930, Beginn 4 Uhr
Großes Nachmittags-Konzert
abends 8½ Uhr Gesellschafts-Abend
Donnerstag, den 27. Februar 1930
Kappen-Abend der „Liedertafel‟
Der hintere Teil des Lokals iſt nur für Mitglieder der
„Liedertafel” reſerviert.
Roſenmontag=Nachmittag, 4 Uhr
Kinder-Maskenball
Eintrittskarten ſind für unſere Gäſte unentgeltlich am
Büfett zu haben. Kinder haben nur in Begleitung
Erwachſener Zutritt.
(3333
Heute, sowie jeden
Mittwoch
Pooleleeeoeet
Waldesr uh
bei Tralsa
Kaffee- und Kuchentag
grant
Margn Lannersag Li
27. Februar, von abends ½/a9 Uhr ab
Karnevalistischer
HaullBang
Feenhaft sehenswerte Dekoration
Abendessen Mk. 2.50
Tischbestellung rechtzeitig erbeten
Städtischer Ratskellen
Ab heute „RUMMEL.SPEZIALBIER: im Ausschank
Gleichzeitig empfehle meine preiswerten
Mittag- und Abend-Essen
fertige Abendplatten von Mark 1.30
Vor-Anzeige
Samstag Abend 8 Uhr und an folgenden Tagen
Karnewalist. Konzert
Frz N em a n n
Ausik-
Inſtrumente
und Saiten billig
bei Gerbig,
Neckar=
ſtr. 24, Hth. 1. (1883a
Havier-Arnold
Elisabethenstr. 28
In einem Vorort
Darmſt. mit
Bahn=
u. Omnibus=
Verbin=
dung iſt ein
großer Saal
für jeden Betrieb
geeignet, ſofort zu
vermieten. Angeb.
unter B. 17 an die
Geſchäftsſt. (3362b
Kinder=Masken, 5b
10 Jahren, zu verk
Mair. Nieder=
Ram=
ſtädterſtr. 16, H III.(*
D.=u.
s.Maskenkoft.
vl. bill. Georgenſtr. 3.
Eimd)
Mask. f. D.,H.u. Kd.
Grafenſtr. 18, III. r.
(3300b)
RHEINGAUER-WEINSTUBE
Telephon 2474 Inh. H. Moog - Luisenplatz 1
Heute Mittwoch, den 26 Februar 1930, in den
stimmungsvollen, dekorierten Räumen
Gesellschafts-Abend mit Tanz
Voranze i ge
Samstag, den 1. März, Sonntag, den 2, sowie
Rosenmontag und Fssfnacht-Dienstag großer
Rheinischer Karneval
Tischbestellung zeitig erbeten.
Angeſtellte, wehrt Euch!
Heraus zur
Proteſt=Kundgebung
am Donnerstag, den 27. Februar 1930, abends
81, Uhr, im Fürſtenſaal (Grafenſtraße 18)
Kreisgeſchäftsführer
ſpricht Klaue=Frankfurt a. M.
gegen die Bedrohung der Angeſtelltenverſicherung,
gegen die Sonderbelaſtung in d. Arbeitsloſenverſicherung,
gegen dieVerſchleppg. d. Schutzgeſetze f. d. ält. Angeſtellten,
gegen den Abbau der Sozialpolitik!
Kommt Alle!
Deutſchnationaler Handlungsgehilfen=Berband
Ortsgruppe Darmſtadt
3365
Ausgewählte Souper
(3295b
Kial
Verſch. hübſche D.=
Masken u. Herren=
Pierrots, auch nach
Husik-Verein Darmstadt ausw. bill, zu verl.
Faſtnachtſamstag, den 1. März 1930 od. zu verk
Karl=
im Vereinhauſe:
ſtr. 106. r. Stb. pt.*
Kreppel=Kaffee; Kinder
3½ Uhr nahmittags.
Maskenfeſt Mitglieder und einge= nachmittags Saal=
81 Uhr abends führte Gäſte.
Für den Beſuch beider Veranſtaltungen iſt
rechtz itige Voreinzeichnung in die bei den
Hausmeiſter aufliegende Teilnehmerliſte pk. Bleichſtr. 43,III.
unbedingt erſorderlich.
2536b
Jotnk zur
Dollanen Krunn
Jugenheim
(2205a
Aeltest. bestrenommiertes Haue am Platze
Erstkl. Getränke, vorzügl. Speisen zu jeder
Tagesz. Jed. Sonntag Unterhaltungskonzert
für maskierte! Damen=Masken:
2 Chineſ. Koſtüme,
Schneeball. Ruſſin
Page u. weiß ſeid
für aktive und inaktive Koſake z. vl. Anzuſ.
bauſtraße 28. pt.
D.=Mask. z. vl. od. z.
Fastnacht-Samstag, 1. März. 8 Uhr 17
in sämtlichen Räumen des Turnhauses Dieburgerstraße 26
Turngesellschaft-
Hn
Maskenball
Likör-, Kattee- und Weinstuben
Stadt-Orchester (3364
Vorverkauf für Mitglieder: F. Debuss, Liebfrauenstr. 54,
Für Fremde: Vereinshaus, Dieburgerstr, Chr. Wilhelm.
Arheilge straße 50, F. Debuss, Liebtrauenstraße 54.*
Herren 1.50, Damen 1.00. Fremde: Herren 400, Damen200
„Packerer=Inchlung! Horddeutsche!
Am Sonntag, den 2. März 1930 fröhlicher
Artikel:
Ausflug der
Spring=, Kranz=,
Rehrücken=,Vanille=,
Königskuchen=, „Plattdütschen Verenigung
Streußelkuchen=
formen.
Garnier=
von Darmstadt”
ſpritzen,
Konfekt=
nach Seeheim, Hotel Hufnagel.
ſpritzen, Tüllen,
Tpritzſäcke, Bäcker= Landsleute als Gäſte herzlich willlommen!
me ſer, Torten= Verbilligte Omnibusfahrten und Auskunft
zerteiler, empfiehlt in Papierhandlung Pfer=dorff Nachfolger,
Eliſavethenſtr. 41.
Ernſt Cramer /Bereinsabende mit plattdeutſchen Vor=
Marktſtraße 1 Ilsjungen jeden 1. und 3. Freit gabend
Marktplatz) 2211a 18.30 Uhr, bei Chriſt Grafenſtraße.
Eleg. ſeid. Carmen,
Türkin z. verl. W.=
Gläſſingſtr. 22. I
Die ſchönſten
Damenmasken
finden Sie billigſt
Rhönring 10, I.
Der Weg lohnt ſich!
(Emfg)
Donnerstag, 27. Febr., 20½ Uhr, im
Saal d. Städt Akad. f. Tonkunſt, Eliſa
beihenſtr., öffentl. Vortrag mit
Licht=
bildern über
Rembrandt
Wilhelm Salewski=Mannheim, Pfarrer
in der Chriſtengemeinſchaft. Freiwill.
Unkoſtenbeiträge.
5194
Donnerstag und Freitag!
abends 8.11 Uhr
Bunte Abendee
3371b
OFrankfurter Horé
SEcke Frank urter= u. Landwehrſtr.
Vorzügliche Stimmungsmuſik.
Auskuntt
über
Einreisebestim-
mungen,
Schiffsver-
bindungen und
Fahrkarten nach
Hada
durch
Horddcuischer Lioyd Bremen
und seine sämtlichen Vertretungen
In Darmstadt.
Anton Fischer, Frankfurterstr. 12/14