Einzelnummer 15 Pfennige
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Nummer 54
Sonntag, den 23. Februar 1930.
193. Jahrgang
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ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufräge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konlurs oder gerſchtlſcher Beſtreibung ſäll jeder
Rabat weg. Bankonto Deuiſche Bank und
Darm=
ſädter und Naiſonalbant.
W
TN
1.
ſeuerliche Bekundung der herzlichen Freundſchaft zwiſchen den deutſchen Bruderſtaaken. —
Gedanken=
auskauſch zwiſchen den Staaksmännern der beiden deutſchen Völker. — Anbahnung beſſeren
Zuſammenwirkens der öſterreichiſchen und deutſchen Volkswirkſchaft.
Bundeskanzler Schober in Berlin.
lufrichkiger Willkommgruß des Reichsaußenminiſters
Dr. Curkius.
Berlin, 22. Februar.
Die Wiener „Neue Freie Preſſe” veröffentlicht ein Geſpräch
ſit dem Reichsaußenminiſter Dr. Curtius, in dem es heißt: Der
Feſuch des Bundeskanzlers Dr. Schober in Berlin wird in ganz
utſchland als der Beſuch eines guten Freundes begrüßt
wer=
ſen. Wir ſehen in dem Bundeskanzler den Vertreter unſerer
terreichiſchen Brüder, wir ſehen in ihm den aufrichtigen Freund
ſes Deutſchen Reiches. Seine Reiſe nach Berlin wird deshalb
at uns nicht nur ein formeller Staatsbeſuch ſein, der allein 2as
Intereſſe der Regierung und der politiſchen Kreiſe in Anſpruch
ymt, ſondern ein Ausdruck der Empfindungen, welche die durch
16 ſtaatlichen Grenzen voneinander geſchiedenen Teile des
deut=
ſhen Volkes miteinander verbinden. Wer werden die
Gelegen=
ie des Zuſammenſeins natürlich dazu benutzen, um uns über
u uns gemeinſam berührenden Fragen zu unterhalten. Das
iclkommen, dos die Reichsregierung dem Bundeskanzler
hier=
ni, ſchon heute zuruft, kommt von Herzen und findet im ganzen
Putſchen Volke aufrichtigen Widerhall.
1 Herzlicher Empfang bei der Ankunft in Berlin.
Der öſterreichiſche Bundeskanzler Dr. Schober traf am
Sams=
izvormittag 8.56 Uhr in Begleitung des Generalſekretärs für
uswärtige Angelegenheiten, Peter, Sektionschef Junkar, Konſul
Aſthof und des deutſchen Geſandten in Wien, Graf Lerchenfeld,
uf dem Anhalter Bahnhof ein. Zu ſeinem Empfang
iten ſich Reichskanzler Müller,
Reichsaußen=
niniſter Dr. Curtius, Staatsſekretär Dr. Pünder,
Mini=
rialdirektor Dr. Köpke, der Chef des Protokolls, Graf
Tatten=
ſch, Polizeipräſident Zörgiebel und Polizeivizepräſident Weiß
uf dem Bahnſteig eingefunden. Ferner war der öſterr.
eſandte Dr. Frank mit den Herren ſeiner Geſandtſchaft, dem
derreichiſchen Generalkonſul Dr. Kempner und zahlreichen
Mit=
gedern der hieſigen öſterreichiſchen Kolonie erſchienen, die den
Xundeskanzler mit Hurrarufen begrüßten. Schließlich waren der
ᛋnniſche und der litaniſche Geſandte auf dem
Fihnhof anweſend. Eine Schupobereitſchaft bildete bei der
Ab=
fyrt des Wagens des Bundeskanzlers zum Kaiſerhof, wo Dr.
ehober Wohnung genommen hat, Spalier.
Der erfolgreiche öſterreichiſche Staatsmann, deſſen Wirken
einer kaum fünfmonatigen Amtszeit dem deutſchen
Bruder=
mit in Oeſterreich die Einigung im Innern durch die
Ver=
ſſungsreform und die Freiheit nach außen durch die Ergebniſſe
dr Haager Konferenz geſichert hat, wiid ſich während dreier
Age in Berlin aufhalten, um im Gedankenaustauſch
mit den deutſchen Staatsmännern die
brüder=
lichen Beziehungen der beiden deutſchen Völker
z verbinden. Von den führenden Stellen des Reiches iſt
üſer Bekundung ein feſtlicher Rahmen bereitet worden.
Kundeskanzler Schober beim Reichspräſidenken.
Der öſterreichiſche Bundeskanzler Schober begab ſich kurz vor
1 Uhr in das Reichskanzler=Palais, wo er von Reichskanzler
hüller auf das herzlichſte begrüßt wurde. Anſchließend ſtattete
Ghober dem Reichsaußenminiſter Dr. Curtius einen Beſuch ab.
Mn 12.45 Uhr wurde er vom Reichspräſidenten empfongen. An
h Empfang ſchloß ſich ein Frühſtück, an dem die den Herrn
andeskanzler begleitenden Herren ſowie u. a. der hieſige
öſter=
ſchiſche Geſandte Dr. Frank, Reichskanzler Müller,
Reichstags=
ſiſident Löbe, die Reichsminiſter Dr. Curtius, von Guérard
1d Groener und der deutſche Geſandte in Wien teilnahmen.
lie deutſch=öfterreichiſche Schickſalsverbundenheil.
Erneukes Geläbnis kreuer Freundſchaft.
Der Reichskanzler und Frau Müller gaben am Samstag
gend zu Ehren des öſterreichiſchen Bundeskanzlers Dr. Schober
d ſeiner Begleitung ein Eſſen, an dem neben den Reichs=
Aniſtern und den Mitgliedern der öſterreichiſchen Geſandtſchaft
Zrtreter des Reichstags und des Reichsrats, namhafte
Perſön=
lckeiten der Reichs= und Staatsbehörden ſowie der Kirchen,
Agehörige der öſterreichiſchen Vereine und führende Vertreter
0s Kunſt und Wiſſenſchaft, der Induſtrie, der Banken, des
hndels und der Preſſe teilnahmen. Während des Eſſens hielt
der Reichskanzler
0 folgende Anſprache: „Herr Bundeskanzler! Im Namen der
Achsregierung heiße ich Sie in der Hauptſtadt des Reiches von
hezen willkommen. Es iſt unſer aller aufrichtiger Wunſch, daß
S ſic, hier ſo heimiſch fühlen, wie es dem Freundſchafts= und
Zetrauensverhältnis unſerer beiden Länder entſpricht.
Ihr Beſuch, Herr Bundeskanzler, fällt in Tage ernſter
Ent=
idungen des Reiches. In ſolchen Tagen wird der Beſuch
Ges lieben Freundes beſonders dankbar empfunden. Sie haben
kſönlich an den letzten internationalen Verhandlungen im
Hag teilgenommen und wiſſen, von welcher außerordentlicher
Bweite die dort getroffenen Vereinbarungen für das Reich
1b. Wir ſehen, daß unſer Volk noch einen ſchweren
Leg vor ſich hat. Wir ſind überzeugt, daß dieſer Weg uns
ie ßlich doch nach oben führen wird, und wir vertrauen dar=
treue Weggenoſſen zu finden.”
Wir freuen uns mit Ihnen, daß Sie im Haag für Oeſter=
Bundeskanzler Schober.
zielen können. Alle Fortſchritte Ihres Landes in ſeiner inneren
und äußeren Entwicklung begleiten wir mit ernſter Sympathie.
Die Schackſalsverbundenheit unſerer Länder
auf dem Wege in die Zukunft läßt uns
Oeſter=
reichs Glück und Gedeihen als einen Teil
un=
ſeres eigenen Schickſals empfinden.
Das verbürgt Ihnen, Herr Bundeskanzler, die
Aufrichtig=
keit, mit der ich mein Glas erhebe auf das Wohl des Herrn
Bundespräſidenten, auf das Wohl Euerer Exzellenz und auf eine
glückliche Zukunft Oeſterreichs.”
Bundeskanzler Dr. Schober
antwortete mit folgendem Trinkſpruch: Herr Reichskanzler! Die
warm fühlenden Worte, die Sie, Herr Reichskanzler, im Namen
der Reichsregierung an mich gerichtet haben, werden in ganz
Oeſterreich freudigen Widerhall finden. Aufrichtig danke ich
Ihnen für dieſe herzliche Begrüßung und ebenſo für den
freund=
lichen Empfang, den mir die deutſche Regierung und die deutſche
Oeffentlichkeit bereitet haben. Ich erblicke hierin einen
neuer=
lichen Beweis der innigen Beziehungen, die
das Deutſche Reich und Oeſterreich verbinden.
Die Aufgabe, Volk und Staat nach dem furchtbaren
Zuſam=
menbruch wiederaufzurichten, laſtet ſchwer auf Deutſchland und
Oeſterreich. Wenn auch in dieſem Exiſtenzkampf jeder der beiden
Staaten auf ſich allein geſtellt war, ſo hat doch dieſes
ge=
meinſame harte Schickſal das in unſerer
Stam=
mesgleichheit wurzelnde
Zuſammengehörig=
keitsgefühl nur noch inniger und feſter
geſtal=
tet. Das Deutſche Reich konn daher auch bei den
ſchwerwiegen=
den Entſchlüſſen, die es in dieſen Tagen zu faſſen haben wird,
der brüderlichen Anteilnahme Oeſterreichs ſicher ſein.
Ich gedenke in Wehmut ds hervorragenden deutſchen
Staats=
mannes, der leider nicht wehr in unſerer Mitte weilt, und vor
deſſen Namen ich mich huldigend neige.
Mit lebhaftem Danke habe ich von der wahrhaft
mitfühlen=
den Intereſſe Kenntnis genommen, daß Sie, Herr Reichskanzler,
für die Aufwärtsbewegung Oeſterreichs zum Ausdruck gebracht
haben, und mit gleicher Zuverſicht ſpreche ich die
Ueberzeu=
werde, das deutſche Volk einer beſſeren und
glücklicheren Zukunft entgegenzuführen.
Die hervorragende Geſtalt des auch in Oeſterreich
hochver=
ehrten Herrn Reichspräſidenten von Hindenburg ſoll uns ſchaftsgebiet zu ſchaffen.
hierbei als Vorbild voranleuchten.
Ich erhebe mein Glas auf das Wohl des Herrn
Reichsprä=
ſidenten, auf das Wohl Eurer Exzellenz und auf das Blühen und
Gedeihen des Deutſchen Reiches.
Bundeskanzler Schober über ſeine Berliner Reiſe.
Die „Germania” bringt eine Unterredung Bundeskanzlers
Schober, in der er ſich über ſeine Reiſe äußerte. Er führte u. a.
aus: Wenn der öſterreichiſche Bundeskanzler nach Berlin oder die
deutſchen leitenden Staatsmänner zu uns nach Wien kommen, ſo Oeſterreichs die ausſchlaggebende Rolle ſpielt. Es muß
berück=
iſt das keine Slaatsaktton im gewöhnlichen Sinne des Wortes.
Ueberall in der Welt wird es verſtanden, daß die Beziehungen
zwiſchen Oeſterreich und dem Deutſchen Reich von beſonderer 16 v. H. der geſamten öſterreichiſchen Ausfuhr im gleichen Jahre,
Junigkeit ſind, daß es ſich um zwei Bruderſtaaten handelt, die
durch gleiches Blut und gleiche Sprache und Kultur und durch
Schickſalsgemeinſchaft miteinander verknüpft ſind. In Rom war
es mir vergönnt, eine Periode der Spannung zwiſchen Oeſter= Jahre 1923 und 1925 hat das Deutſche Reich regelmäßig an der
reich und Italien abzuſchließen, die für uns Oeſterreicher mit
offenkundiger Schädigung unſerer Wirtſchaftsintereſſen
verbun=
den war. In Berlin hoffe ich. daß es gelingen wird, ein beſſeres
Zuſammenwirken der öſterreichiſchen und deutſchen
Volkswirt=
ſchaft herbeizuführen. Ich bin ſicher, daß die deutſche
Reichs=
regierung in dieſer Hinſicht von feſten Abſichten beſeelt iſt. und
daß mein Berliner Beſuch von günſtigen Wirkungen begleitet
ſein wird.
* Um den öſterreichiſch=deutſchen
Handelsverkrag.
Zum Beſuch Schobers in Berlin.
Von
Dr. Otto Siegel.
Der Aufenthalt des öſterreichiſchen Bundeskanzlers Dr.
Schober in Berlin dient nicht nur der Kennzeichnung des dem
Volk und dem Staatsmann innewohnenden Gefühls der
Ver=
auf, in unſeren öſterreichiſchen Brüdern ſtets bundenheit zwiſchen beiden Staaten. Er iſt nicht nur
national=
politiſch bedingt, ſondern man knüpft an ihn auch die Hoffnung,
daß von ihm neue Antriebsmöglichkeiten für die Fortführung
reich eine befriedigende Regelung wichtiger Fragen haben er= des auf verſchiedenen Gebieten wichtigen öſterreichiſch=deutſchen
Vertragswerkes ausgehen. Die vor kurzem von dem maßgebenden
öſterreichiſchen chriſtlichſozialen Abgeordneten Kunſchak erhobene
Anklage über eine von Deutſchland geübte Zurückhaltung
ge=
legentlich der Handelsvertragsverhandlungen zwiſchen Oeſterreich
und Deutſchland waren nicht berechtigt. Aber in der Situation,
in der ſie geäußert wurden, waren ſie bezeichnend für die
Stim=
mung des Großteils der öſterreichiſchen — und auch der
reichs=
deutſchen Bevölkerung. Denn man fragt ſich, weshalb zwei
Staaten, die nationalpolitiſch und kulturpolitiſch ſo eng
zuſam=
menhängen und ſo ſtark aufeinander angewieſen ſind, es nicht
zuwege bringen, allen techniſchen Schwierigkeiten einer
handels=
politiſchen Verhandlungsführung zum Trotz, das große
gemein=
ſame Ziel, das beiden Staaten vorſchwebt, ſo klar herauszuheben,
daß darüber die auf beiden Seiten zahlreich vorhandenen
In=
tereſſenkonflikte vermieden oder beſeitigt werden.
Denn was nützt letzten Endes die Erkenntnis und das
Be=
kenntnis gemeinſamer Tradition, das Gefühl für das
Aufein=
ander=angewieſenſein und die Blutsbrüderſchaft des Volkes, wenn
nicht auch auf den realen Gebieten des ſtaatlichen und
wirtſchaft=
lichen Lebens mit elementarer Gewalt die Kräfte zur
Verwirk=
lichung feſter Formen drängen? Daß im Gegenteil auf dieſem
Gebiete noch immer der Verſuch unternommen wird, mit
Mit=
teln zu kurieren, deren Geltungskraft nach dem gemeinſamen
Erleben wefentlich beeinträchtigt iſt.
Es iſt ja nicht zu verkennen, daß gerade die handelspolitiſche
Verflechtung der Stagten untereinander nach neuen Mitteln
und Wegen ſucht, um den veränderten Verhältniſſen, wie ſie durch
den Weltkrieg und die Friedensverträge geworden ſind, Rechnung
zu tragen. Nicht umſonſt der Ruf nach Paneuropa, nach
Mittel=
europa. Nicht umſonſt die mannigfaltigſten Beſtrebungen der
verſchiedenſten Staaten. zur Ausweitung ihres eigenen
beſchränk=
ten Wirtſchaftsraumes möglichſt zweckdienliche Verknüpfungen
mit anderen Staaten einzugehen. Nicht umſonſt auch die
Beſtre=
bungen des Völkerbundes, eine Befreiung der Handelspolitik
von den Feſſeln herbeizuführen, die ihr heute auf allen Gebieten
noch anhaften. Es iſt bezeichnend, daß gerade jetzt auf Grund der
Beſchlüſſe der Septembertagung des Völkerbundes in Genf die
Sachverſtändigen von etwa 30 Staaten zuſammengetreten ſind,
um über die Möglichkeiten zu beraten, einen Zollwaffenſtillſtand
zumindeſt für den europäiſchen Wirkungskreis und für die Dauer
von zwei oder drei Jahren ein= und durchzuführen. Man ſieht
ein, daß es mit den alten Methoden der Handelsvertragspolitik
nicht mehr weitergeht. Man darf aber dabei auch das eine nicht
vergeſſen, daß der Uebergang vom alten Zuſtand zum Zollfrieden
außerordentlich ſchwierig iſt und daß es auf den erſten Anhieb
kaum gelingen dürfte, auch nur eine beträchtliche Mehrheit der
handelspolitiſch maßgebenden europäiſchen Faktoren zum Abſchluß
eines proviſoriſchen Zollwaffenſtillſtandes zu bewegen.
Um ſo mehr muß daran erinnert werden, daß damit die
Re=
formmöglichkeiten des handelsvertraglichen Zuſtandes durchaus
nicht erſchöpft ſind, daß im Gegenteil ſchon im Verlauf des erſten
Dezenniums nach dem Weltkriege verſchiedene
Reformbeſtrebun=
gen handelspolitiſcher Natur ſich in ſyſtematiſcher Weiſe verdichtet
haben. Die Form der Meiſtbegünſtigung konnte auch nicht als
einzige handelspolitiſche Eventualität genügen; beſonders dann
nicht, wenn mehrere Staaten ihre enge handelspolitiſche
Ver=
flechtung auch formell und vertraglich ankündigen wollten. In
dieſem Falle hatten ſie ſich entſchloſſen — es ſei hier nur an das
Beiſpiel der Randſtaaten und an die Wirkſamkeit der Baltiſchen
Klauſel erinnert —, über den Rahmen der
Meiſtbegünſtigungs=
regel hinaus handelspolitiſche Erleichterungen und zollpolitiſche
Vergünſtigungen einzuführen. Es wäre ſehr an der Zeit, daß
gung aus, daß es beiden Regierungen gelingen zuerſt auch zwiſchen Oeſterreich und Deutſchland auf dieſer
Grund=
lage verfahren würde, ehe es möglich iſt, die Zollunion als ſolche
ins Leben zu rufen und aus dem bisher getrennten öſterreichiſch
und deutſchen Zoll= und Handelsgebiet ein gemeinſames Wirt=
Es iſt nicht zu verkennen, daß gerade auch im Zuge der
öſter=
reichiſch= deutſchen Handelsvertragsverhandlungen — ganz
abge=
ſehen von Gefühlsgründen — die realen Verhältniſſe eine
gewich=
tige Sprache reden: ſie zeugen unbedingt für die Tatſache, daß
Oeſterreich und Deutſchland auf dem Gebiet der Handelspolitik
von jeher ſehr ſtark aufeinander angewieſen waren. In dieſem
Zuſammenhang ſei nur auf einige wenige Daten der
handels=
politiſchen Verflechtung zwiſchen Oeſterreich und dem Deutſchen
Reich hingewieſen, die den beſten Beweis dafür erbringen, daß
das Deutſche Reich ſowohl in der Einfuhr wie in der Ausfuhr
ſichtigt werden, daß auf das Deutſche Reich allein im Jahre 1929
21 v. H. der geſamten Einfuhr nach Oeſterreich entfielen und
Wenn auch im allgemeinen dieſe Tendenz ſchon lange
vorge=
herrſcht hat, ſo darf nicht verkannt werden, daß ſie ſich im Laufe
der letzten Jahre beſonders zugeſpitzt hat. Mit Ausnahme der
Spitze der öſterreichiſchen Ausfuhrſtaaten geſtanden, während es
ſich zum erſten Mal im Jahre 1928 die erſte Stelle der
Einfuhr=
länder nach Oeſterreich erobert hat. Das Deutſche Reich konnte
ſeine Einfuhr nach Oeſterreich im Jahre 1929 gegenüber dem
Jahre 1928 mertmäßig um rund 10 v. H. erhöhen, während ſich
in der öſterreichiſchen Ausfuhr nach dem Deutſchen Reich gegen=
Jahre 1929, ein Rückgang bemerkbar
über dem Jahre 1928
nachte. Es iſt verſtändlich, daß gerade im Hinblick auf dieſen
Seite 2
Rückgang der öſterreichiſchen Ausfuhr nach dem Deutſchen Reich
eine ſtarke Bewegung der am Export beſonders intereſſierten
öſterreichiſchen Wirtſchaftskreiſe einſetzte, die dringend eine
Re=
viſion des öſterreichiſch=deutſchen Handelsvertrages forderten.
Dieſe Reviſion liegt auch tatſächlich gleichzeitig im Intereſſe der
deutſchen wie der öſterreichiſchen Wirtſchaft, wenn man bedenkt,
daß — abgeſehen von den proviſoriſchen Vereinbarungen
zwi=
ſchen Oeſterreich und Deutſchland im Jahre 1911, 1925 und 1926
die früheren Abmachungen auf weſentlich anderen Grundlagen
aufgebaut waren, als ſie heute zur Vorausſetzung kommender
Handelsvertragsverhandlungen erhoben werden müſſen.
Bezeichnend, für die Einſtellung der öſterreichiſchen
Wirt=
ſchaftskreiſe zur Reform des öſterreichiſch= deutſchen
Handels=
vertrages ſind zwei Kundgebungen, die in der letzten Zeit
ſtatt=
fanden. Der 8. Kammertag der öſterreichiſchen Kammern für
Handel, Gewerbe und Induſtrie — alſo der öffentlich=rechtlichen
Vertretung der geſamten öſterreichiſchen Wirtſchaft —, der am
11. Februar in Anweſenheit des Bundeskanzlers Dr. Schober
zuſammentrat, forderte die Herbeiführung eines näheren
Ver=
hältniſſes mit ſeinen unmittelbaren Nachbarn, vor allem mit dem
Deutſchen Reich auf Grund einers Ausnahme von der
Meiſt=
begünſtigung. Es ſei dringend erforderlich, daß ſich die künftige
Handelspolitik zwiſchen Oeſterreich und Deutſchland auf der
Grundlage der Nachbarrechte vollzöge und eine Reform der
Meiſtbegünſtigungsklauſel vorgenommen werde, die um ſo eher
möglich ſei, als ſie ſich in vollem Einklang mit den Genfer
Emp=
fehlungen vollziehen laſſe. Als zweite kennzeichnende Aeußerung
der öſterreichiſchen Wirtſchaft über den Ausbau der
handels=
vertraglichen Beziehungen zwiſchen Oeſterreich und dem
Deut=
ſchen Reich muß die Umfrage der Delegation für den
öſterreichiſch=
deutſchen Wirtſchaftszuſammenſchluß hervorgehoben werden, die
ſich an 80 wirtſchaftliche Körperſchaften richtete. Von dieſen 80
maßgebenden Verbänden ſprachen ſich 77 für die ſofortige
Ein=
richtung einer Zollunion zwiſchen dem Deutſchen Reich und
Oeſterreich aus, während nur 3 Verbände, nämlich die
Zimmer=
meiſter, die kleineren Schuhfabriken und das Salzburger
Handels=
gremium, den Vorbehalt einer kurzen Uebergangsfriſt machten.
Es iſt verſtändlich, daß ſich die Beſtrebungen zur Herbeiführung
eines geregelten auf einander angewieſenen Handelsverkehrs
zwiſchen Oeſterreich und Deutſchland in Oeſterreich ſtärker
bemerk=
bar machen als in Deurſchland, da hier die Verengung des eigenen
Wirtſchaftsräumes und die geopolitiſche Verſchiebung der
wirt=
ſchaftlichen Grundlagen auf der Baſis der Friedensverträge
be=
ſonders fühlbar geworden iſt.
Der Aufenthalt des öſterreichiſchen Bundeskanzlers. Dr.
Schober in der deutſchen Reichshauptſtadt und die hieran ſich
an=
knüpfenden Beſprechungen der Mitglieder der deutſchen und der
öſterreichiſchen Regierung werden dafür entſcheidend ſein, in
wel=
chem Tempo und mit welcher Akzentuierung die handelspolitiſchen
Vertragsverhandlungen zwiſchen Oeſterreich und dem Deutſchen
Reich vorgenommen werden. Es iſt zu hoffen, daß der Beſuch
des öſterreichiſchen Bundeskanzlers eine Phaſe der
Vertragsfüh=
rung zwiſchen dem Deutſchen Reich und Oeſterreich einleitet, die
als neue Grundlage der wirtſchaftspolitiſchen
Gemeinſchafts=
arbeit zwiſchen Oeſterreich und dem Deutſchen Reich gewertet
werden kann.
Berlin, 22. Februar.
In den letzten Tagen haben zwiſchen der
Reichsbahnhaupt=
verwaltung und den am Tarifvertrag beteiligten Gewerkſchaften
Beſprechungen darüber ſtattgefunden, in welcher Weiſe der
Per=
ſonalbeſtand dem zurückgegangenen Arbeits= und Verkehrsausfall
angepaßt werden kann. Um eine Entlaſſung von Arbeitern zu
ver=
meiden, wurde in den Beſprechungen verabredet, die Arbeitszeit
in den Reichsbahnausbeſſerungswerken durch den Ausfall der
letz=
ten Wochenſchichten zu kürzen.
Dies ſoll ſo durchgeführt werden, daß in einem Zeiträum von
acht Wochen je nach der bisherigen Länge der letzten
Wochen=
ſchicht entweder vier Tage mit ſechsſtündiger Arbeitszeit oder drei
Tage mit achteinhalbſtündiger Arbeitszeit ausfallen. Das
bedeu=
tet, daß innerhalb des Zeitraumes von acht Wochen die
wöchent=
liche Arbeitszeit entweder bei vier Wochen von 51 Stunden auf
45 oder bei drei Wochen von 51 Stunden auf 42½ Stunden
ver=
mindert wird. Von der Einſchränkung werden 80 000 Arbeiter
betroffen.
* Verlin, 22. Febr. (Priv.=Tel.)
Der Volkswirtſchaftliche Ausſchuß hat die erſte Leſung
des Schankſtättengeſetzes am Samstag beendet. Sie
brachte uns die Reichspolizeiſtunde und die Möglichkeit
der Branntwein=Trockenlegung an den beiden letzten
Sonntag, den 23. Februar 1930
Vom Tage.
Auf dem Waldfriedhof in Altona=Sülldorf wurde am
Samstag mittag die Leiche des verſtorbenen deutſchen
Geſandten in Belgrad, Dr. Köſter, beigeſetzt.
Die Berliner Verkehrsgeſellſchaft, die 70 Millionen
Schulden hat, und der Stadt Berlin 20 Millionen Verkehrsabgaben
ſchuldet, beabſichtigt, für 2 Millionen Mark neue
Uni=
formen für das Verkehrsperſonal anzuſchaffen.
Nach Meldungen aus Moskau wird jetzt, nach dem Schritt des
deut=
ſchen Botſchafters von Dirkſen wegen der Verhaftung des
deut=
ſchen Staatsangehörigen Große und deſſen Frau,
der in den Dienſten der deutfchen Druſag ſteht, von ruſſiſcher Seite
erklärt, daß gegen die Verhafteten ein Haftbefehl ergangen iſt.
Vor=
läufig lehnt die Sowjetregierung jede Grklärung
über die Gründe der Feſtnahme ab.
Bei der zweiten großen Proteſtverſammlung in Paris
gegen die Entführung des Generals Kutjepow
ver=
anſtaltet von der „Lberté”, kam es wiederum zu Zwiſchenfällen, die das
Eingreifen der Polizei erfordenten. In einer Entſchließung wurde die
Abberufung des ruſſiſchen Botſchafters aus Paris
ſowie den Abbruch der diplomatiſchen Beziehungen
mit Sowjetrußland gefordert.
Frankreichs Vertretung auf der
Flottenkon=
ferenz wird dem neuen Marineminiſter Albert
Sarraut übertragen werden, der ſchon auf der Wafhingtoner
Konferenz im Jahre 1922 Führer der franzöſiſchen Delegation war.
Die Konſervative Partei Englands hat ihre Mitglieder offiziell
vor dem Beitritt zur neu gegründeten Vereinigten Reichspartei
ge=
warnt, da das Ziel der neuen Partei auf nichts anderes hinauslaufe,
als die Konfervative Partei zu zerſplittern und der Sache der
Arbeiter=
partei und der Liberalen Vorſchub zu leiſten.
Die mit größtem Intereſſe erwartete Zufammenkunft
zwi=
ſchen den beiden arabiſchen Königen Faiſal vom
Irak und Ibn Saud vom Hedſchas wird während des
gegen=
wärtigen Wochenendes an Bord eines engliſchen Kriegsſchiffes im
Perſiſchen Golf ſtattfinden. Bei der Zufammenkunft ſollen in erſter
Linie die perſönlichen Beziehungen zwiſchen Faiſal und Ibn Saud
an=
geknüpft werden, während die Verhandlungen über den Abſchluß eines
Freundſchaftsvertrags zwiſchen dem Irak und Hedſchas von
bevollmäch=
tigten Vertretern der beiden Länder auf einer ſpäteren Konferenz
ge=
führt werden ſollen.
Der Herzog von Alba iſt, wie zu erwarten war, zum
ſpaniſchen Außenminiſter ernannt worden.
In dem Befinden des früheren Präſidenten der
Vereinigten Staaten, William Taft, iſt eine
Ver=
ſchlechterung eingetreten.
Das Einwanderungsverbot für katholiſche
Non=
nen, das in den erſten Tagen der Präſidentſchaft des Generals Calles
in Mexiko in Kraft trat, iſt nach einer Bekanntgabe des
mexika=
niſchen Innenminiſteriums aufgehoben worden.
Nach Meldungen aus Waſhington lehnt Hoover
jede Beteiligung der Vereinigten Staaten an
irgendeiner Sicherheitsgarantie für Frankreich ab.
Hoover verwirft ſowohl einen Mittelmeerpakt, als eine Erweiterung des
Kelloggpaktes. Die amerikaniſche Abordnung in London wurde über
Lieſe Richtlinien unterrichtet, ſo daß die Ausſichten für günſtige Löſung
der Konferenzprobleme in London ſehr herabgemindert ſind.
Wochentagen und noch einige Beſchlüſſe, an denen die Feinde
des Alkohols ihre Freude haben können. Es wurden auch noch
ein Beſchluß gegen Alkoholreklame in den
Ver=
kehrsunternehmungen zuſtande gebracht. Ob dieſe
Be=
chlüſſe aber ausreichen werden oder geeignet ſind, den
Alkohol=
konſum einzuſchränken, bleibt abzuwarten. Vorläufig handelt es
ſich zunächſt nur einmal um Vereinbarungen, die der Ausſchuß
beſchloſſen hat und von denen noch nicht feſtſteht, ob ſie im
Ple=
uum überhaupt eine Mehrheit finden.
* Berlin, 22. Februar. (Priv.=Tel.)
Solange die Beratungen über die Finanzfragen noch nicht
geklärt ſind, will die Reichsregierung Einzelheiten über den Bau
der geplanten drei Rheinbrücken bei Mannheim=Ludwigshafen,
Maxau und Speyer noch nicht mitteilen. Es verlautet, daß ein
Drittel der Baukoſten vom Reich, von der
Reichsbahn und für die Mannheim=
Ludwigs=
hafener von Bayern und Baden getragen
werden. Die geſamten Baukoſten für die drei Brücken
werden mit 42 Millionen veranſchlagt. Die
Mann=
heimer Brücke ſoll etwa 8½ Millionen koſten, doch wird der
Etat 1930 nur einen Teil davon enthalten, da die Bauzeit etwa
drei Jahre dauern wird. Im Jahre 1931 ſoll dann mit dem
Bau der Maxauer Brücke, im Jahre 1932 mit der Speyrer Brücke
begonnen werden. Es iſt allerdings nicht unmöglich, daß durch
die finanzielle Lage bedingt die Streckung der Arbeiten noch
weitergehen wird.
Nummer 54
* Berlin, 22. Februgr. (Priv.=Tel.)
Die vereinigten Ausſchüſſe des Reichstages
ſind mit der Beratung der Younggeſetze am
Sams=
tag bis zum polniſchen Liquidationsvertrag
ge=
kommen, der nach der allgemeinen Stimmung gefährlichſten
Klippe. Man iſt auch am Samstag noch nicht fertig geworden,
weil der Reichsaußeuminiſter wegen des Beſuches des
öſter=
reichiſchen Bundeskanzlers die Beratungen verlaſſen mußte. Man
wäre aber auch ſowieſo am Samstag nicht mehr fertig
gewor=
den, da die Regierungsparteien am Moyrag erſt nach einmal
beraten wollen, ehe ſie ſich feſtlegen. Die Deutſchnationalen
haben bereits einen Antrag eingebracht, der die Verſchiebung
der Verhandlungen und der Abſtimmung über das
Polen=
abkommen fordert. Die Entſcheidung darüber iſt ebenfalls
zurück=
geſtellt worden. Zu allem Unglück kommt in dem Augenblick
der Reichsgerichtspräſident Dr. Simons und
er=
klärt, daß nach ſeiner Auffaſſung der
Polen=
vertrag verfaſſungsändernd ſei. Von
deutſch=
nationaler Seite wird behauptet, daß auch andere
Staatsrechts=
lehrer dieſe Auffaſſung vertreten, während die Regierung ſich ein
Gegengutachten von Prof. Anſchütz hätte anfertigen laſſen. Da
aber die Verhandlungen diesmal wirklich ſtreng vertraulich ſind,
läßt ſich vorläufig ſchwer nachprüfen, wie die Dinge hier ſtehen.
Jedenfalls hat die Regierung vorläufig noch nicht an
Bo=
den gewonnen. Er ſcheint aber, als wenn ſie unter einigem
außenpolitiſchem Druck ſteht. Man ſpricht von einer
Demarche des franzöſiſchen Botſchafters beim
Außenminiſter. Inwieweit das richtig iſt, haben wir nicht
feſtzuſtellen vermocht. Als Ergebnis der von unſerer Seite in
der vergangenen Woche — allerdings noch unter dem Kabinett
Tardieu — vorgenommenen Sondierungen iſt aber doch wohl
anzunehmen, daß Frankreich an ſich gegen eine
zeit=
liche Hinausſchiebung oder Auseinander
ziehung der Abſtimmung über den Youngpla
und das Polenabkommen nichts einzuwenden
hat, daß aber doch die Annahme des
Polen=
abkommens durch den Reichstag die
Voraus=
ſetzung für die Natifikation durch Frankreich
bildet. In unverbindlicher Form hat Frankreich dann
dar=
auf aufmerkſam gemacht, die Räumungstermine
wür=
den ſich dann aber nicht einhalten laſ ſen, wenn
nicht auch die deutſch=polniſchen Streitfragen
bereinigt würden. Die Fraktionen der
Regierungspar=
teien ſtehen alſo vor einer ſchweren Entſcheidung
Im Laufe der nächſten Woche müſſen ſie ſich entſcheiden.
Teine Barentſchädigung. — Abfindung durch
Reichsſchatzanweiſungen. — Das
Reichswirt=
ſchaftsgericht als Berufungsinſtanz.
das
recht ver
Regiert
Kamme
ten d
1i
* Berlin, 22. Februar. (Priv.=Tel.)
Am Samstag nachmittag hat man auch mit der
Be=
ſprechung der finanziellen Seite des
Polen=
vertrages begonnen. Dabei hat der Reichsfinanzminiſter
angekündigt, daß die Erſatzanſprüche Preußens auf
Grund des Verſailler Vertrages an das Reich durch ein
beſonderes Abrechnungsgeſetz geregelt werden follen.‟ Damit
be=
ruhigt ſich Preußen für ſeinen Teil. Wie hoch die Anſprüche
Privater aus dem Abkommen an das Reich ſein werden, läßt
ſich noch nicht genau abſehen. Die Regierung hat ſich aber
dar=
auf feſtgelgt, daß die Geſchädigten nicht ſchlechter geſtellt werden
ſollen, als wenn ihre Anſprüche durch das deutſch=polniſche
Schiedsgericht behandelt worden wären. Eine
Barentſchä=
digung kommt allerdings nicht in Frage, ſondern eine
Abfindung durch Reichsſchatzanweiſungen, in
entſprechender Höhe. Als Schiedsinſtanz ſoll
das Reichswirtſchaftsgericht eingeſchaltet werden,
Am Montag gehen die Beratungen weiter, zunächſt über die
Entſchädigungsfrage, dann über die politiſchen Fragen aus dem
Polenabkommen. In parlamentariſchen Kreiſen wird damit
ge=
rechnet, daß der Ausſchuß auch noch am Dienstag und Mittwoch
Sitzungen über dieſe Frage abhalten wird. Die Plenarſitzung
des Reichstags wird am Montag nur von 15 bis 17 Uhr dauern,
da hinterher ſämtliche Fraktionen zu Beſprechungen
zuſammen=
treten werden. Auch an den übrigen Tagen ſollen die
Plenar=
ſitzungen nur von kurzer Dauer ſein.
11
Von Dr. Walter Georgi, Berlin.
Ueber der Elbe liegt die dieſige Luft des Spätnachmittags,
die die Ferne und die ſchlanken Kirchtürme Hamburgs mit einem
zarten Schleier umhüllt. Schon leuchtet überall das Grün und
Rot der Poſitionslaternen der Schiffe, die auf dem Strom
dahin=
gleiten, auf und bringt Farbe in das Bild, dem die ſtarken
Schlepper und flinken Barkaſſen Bewegung verleihen. Es iſt
Samstag nach der Arbeit. Dieſe Stunde hat ſich der
Nord=
deutſche Lloyd gewählt, um eine große Schar von Journaliſten
aus aller Herren Länder über den Strom zu ſetzen nach der
Werft von Blohm und Voß, von wo in dieſen Tagen der eben
vollendete Schiffsrieſe, dem man den Namen „Europa” gab, ſeine
Probefahrt und dann einige Wochen ſpäter von Bremen aus
ſeine erſte Schnellfahrt nach der neuen Welt antreten wird. Ein
Schweſterſchiff der „Bremen”, die ſich das blaue Band auf dem
Atlantic erwarb, aus der gleichen Familie und dennoch
ver=
ſchieden, wie es zwei einander noch ſo ähnliche Geſchwiſter ſind.
Als wir mit dem kleinen Rundfahrtdampfer um die Spitze
von Kuhwärderhöft einbiegen, liegt es vor uns, das gewaltige
Schiff, auf das heute nicht nur die Patin Europa, ſondern die
ganze Welt mit Spannung und Erwartung blickt. In ein Meer von
Licht getaucht, lehnt ſich wie eine Rieſenwiege, in der Verkürzung
geſehen, der Koloß gegen die Werftgebäude im Hintergrund. Zu
den ſchlanken Linien eines Leuchtfiſches der Südſee aber entwickelt
ſich das Schiff, als wir an ſeiner Längsſeite in den
Kuwärder=
hafen hineinſteuern. Ein Sprühen von Zehntauſenden von
Glühlampen, die ihr Licht über die Decks und aus dem Innern
durch die zahlloſen Bullaugen werfen, geht von ihm aus, daß
der ſinkende Tag verblaßt und alle Gedanken nur noch um das
ſtrahlende Schiff kreiſen.
Wieder ein anderes Bild, als wir am Werftgelände anlegen
und an Land gehen. Nun trifft der Blick aus nächſter Nähe den
gewaltigen Bug. Die tiefe Flucht der Bordwände und die
Etagen=
bauten der Decks verſinken unſichtbar in der Perſpektive. Wie
ein ſchlanker Kelch aus hartem Stahl ſteigt der Bug über dem
Waſſer empor, in ſeinem letzten Drittel über dem Stengel ſich
in der Breite zu jenem ſtählernen Gefäß entwickelnd, hinter dem
man zwangsläufig die Manifeſtation einer techniſchen
Meiſter=
leiſtung ahnt. In der blauen Stunde des Abends verklingt die
Linie der vielfältigen Erſcheinung und nur das Weſenhafte
wächſt über ſeine eigenen Grenzen hinaus zum Geſetz. Der
Kelch wird in dieſem Geiſte zum Inſtrument, zum Werkzeug
das die Lebensbedingungen des Rieſen erfordert. Er iſt Schwer
und Keule zugleich, um die Waſſermaſſen, die ſich ihm entgeger
ſtellen, zu zerſchneiden and zu vertrümmern, wenn die gewaltige!
Turbinen im Schiffleibe lebendig werden und die Propeller zur
Arbeit antreiben. Auf Bug und Kiel iſt das Geſetz dieſes
Schiffes aufgebaut, indem es die Bauchlinie des Fiſches zum
Vorbild nahm, jene Linie, an der die verdrängten Waſſer mit
dem geringſten Widerſtand abfließen und hierdurch gleichzeitig
die Antriebskraft verſtärken. So dient das innere Geſetz dieſes
Schiffes der Schnelligkeit und hat in ſeiner Vollendung natürliche
Geſtalt gewonnen.
Steil, hoch über die Häuſer der Werft ragt die ſchwarze
Schiffswand empor, als wir durch die Gepäckluke das Schiff
be=
treten. Es iſt, als ob der hellerleuchtete in der Tiefe ſich
ver=
laufende Gang die Menſchenmaſſen anſaugt, als ob er ſie mit
lebendiger Muskelkraft vorwärts treibt, um ſie nach allen
Rich=
tungen zu verteilen. Es iſt der Betriebsgang, eine der wichtiaſten
Lebensadern des Schiffes, an deſſen Seiten nicht nur die
Mann=
ſchaftsquartiere liegen, durch den wie Nerven unzählige Stränge
elektriſcher Anlagen laufen. Ueberall ſinngemäße Zweckmäßigkeit
in Flächenmaß und Raum. Irgendwo endet der Gang. Eine
eiſerne Treppe mündet in der Tiefe in einen Saal zwiſchen einem
Gewirr phantaſtiſcher Gehäuſe mit zahlloſen Rädern,
Mano=
metern und Signalapparaten. Es ſind die Keſſel — und
Ma=
ſchinenräume. Hier iſt die Kraft des Schiffes aufgeſpeichert,
Lebensrhythmus und Seele zugleich. In blendendem Weiß wie
die Küche eines Hotels ſtrahlen die Räume, die über Etagen
hinauswachſen. Man denkt an die Keſſelräume der Schiffe
früherer Zeiten, an die nackten Körper ſchweißtriefender Heizer,
die in der Höllenglut ihre Pflicht erfüllten, und erfährt, daß hier
die mit Glasgeſpinſtmatten iſolierten Doppelkeſſel und eine
vor=
bildlich angeordnete Ventilation den Aufenthalt in dieſen
Räu=
men, die nur die ſaubere Oelfeuerung kennen, ſo erträglich
ge=
ſtalten, daß Heizer und Maſchiniſten von Hitze unbeeinträchtigt
„im Stehkragen” ihrem Dienſte nachgehen werden
Man ſucht uns aus der überwältigenden Gliederung des
Ganzen Einzelheiten zu erklären. Man hört, daß die Turbinen
2 100 Umdrehungen in der Minute bewältigen, um die Propeller
mit 210 Umdrehen im gleichen Zeitraum um ihre Achſe zu jagen.
Man hört weiterhin, daß ſtündlich allein 32000 Tonnen
Kühl=
waſſer der See entnommen, durch die Kondenſatoren
hindurch=
gepumpt und wieder ins Meer zurückbefördert werden, alſo faſt
zwei Drittel der Tonnenzahl des 51000 Tonnen großen Schiffes.
Und man vernimmt, daß in den beiden gewaltigen Schloten, die
kurz und gedrungen die Aufbauten überragen, je ein vierſtöckiges,
15 Meter breites Haus guten Raum finden könnte. Faſt
ver=
wirren dieſe Rieſenmaße techniſcher Beſonderheiten Hirn und
Auge, aber das Vertrauen, das der arandioſen Vollkommenheit
hieſer in zielbewußter Syſtematik aufgebauten Kraftquellen
ent=
ſpringt, verſcheucht die Sorge, daß der Menſch der Beherrſchung
dieſer Kräfte nicht gewachſen ſei.
Ueber einladende Treppenhäuſer gelangt man zu den
Paſ=
ſagierräumen. Der Odem der Kunſt löſt hier den der Technil
ab. Aber es iſt merkwürdig, die überwältigende Sinfonie der
techniſchen Harmonien läßt den empfindſamen Beſchauer nicht
los. Immer wieder zieht man Vergleiche zwiſchen den beiden
Welten, die hier dem Ganzen dienen, jedes auf ſeine Art. Faſt
wirkt die gediegene künſtleriſche Ausſtattung der Geſellſchafts=
und Wohnräume der Paſſagiere wie ein launiges Spiel gegenüber
dem nüchternen Ernſt der reinen techniſchen Konſtruktionen. Die
Aufgaben beider ſind verſchieden. Das offenbaren auch ihre
Aus=
drucksformen, bis ſie in den Linien des Schiffskörpers, der ſie
beide umfängt, zu der großen Einheit wieder verſchmelzen.
Ueber der Stirnſeite der Decksaufbauten ſchwebt die
Kom=
mandobrücke, Auge und Hirn des Schiffes. Wir durften ſie nicht
betreten. Aber als wir das Schiff verlaſſen, ſind es ſicher nu
wenige, deren Gedanken bewußt oder unbewußt ſich nicht mſt
jenem Raum beſchäftigen, von wo aus letzten Endes jedes
ein=
zelne Rad dieſes komplizierten Mechanismus in Bewegung
ge=
ſetzt wird. Von wo aus der Führer, dem alle in eiſerner
Diſ=
ziplin gehorchen müſſen, gebietet. Wie bei dem Bau des
Rieſen=
ſchiffes ſich Tauſende von Hirnen und Händen einem Geiſte
und einem Willen unterordneten, um Großes zu leiſten und zu
vollenden, ſo wird auch das Leben dieſes techniſchen Wunders
nur möglich ſein, wenn alle, die ihm dienen, in gleichem Geiſte
dem einen Werke leben. Unſere Wünſche begleiten in dieſem
Sinne das ſtolze Schiff auf ſeiner Fahrt.
Frankfurt a. M.: Ernannt wurde der v. Profeſſor Dr. Arthur
Baumgarten in Baſel zum ordentlichen Profeſſor für Strafrechl
an der Univerſität Frankfurt a. M. als Nachfolger des Geh. Juſtizrats
B. Freudenthal.
Heidelberg: Profeſſor Dr. Ernſt Hoffmann hat den Ruf auf
den Lehrſtuhl der Philoſophie an der Univerſität Jena als Nachfolger
von Profeſſor W. Wundt abgelehnt. — Amtlich wird die Ernennung
des v. Profeſſors Dr. Philipp Broemſer von der Univerſität Baſel
zum ordentlichen Profeſſor der Phyſiologie in Heidelberg als
Nach=
folger des verſtorbenen Prof. A. Pütter beſtätigt.
Jena: Der ordentliche Profeſſor Dr. jur. Hellmuth von Weber
hat einen Ruf als ordentlicher Profeſſor für Strafrecht und Prozeß”
recht an die Univerſität Roſtock erhalten.
Erlangen: Profeſſor Dr. Günter Scheibe hat den Ruf auf den
Lehrſtuhl der phyſikaliſchen Chemie an der Univerſität Kiel abgelehnt.
Halle a. S.: Profeſſor Dr. Wilhelm Weber hat den Ruf auf den
Lehrſtuhl der alten Geſchichte an der Univerſität Tübingen abgelehnk.
— Ernannt wurde der Pfarrer Profeſſor Lic. Dr. Karl Aner zum
ordentlichen Profeſſor der Kirchengeſchichte an der Univerſität Kiel ald
Nachfolger des Geheimen Konſiſtorialrats Joh. Ficker,
Nummer 54
Sonntag, den 23. Februar 1980
Seite 3
Die Muſnähiie des Maomens ehumiemnpg.
Die franzöſiſche Rechte prophezeit den Skurz des neuen Kabinetts. — Die Linke ziemlich zuverſichtlich.
Berſchärfung der Gegenſähe zwiſchen Rechts und Links in der franzöſiſchen Kammer.
Neue Kabineliskriſe oder Parlamenksauflöſung?
Die Ausſichten Chaukemps.
In Erwarlung der franzöſiſchen
Regierungs=
erklärung.
EP. Paris, 22. Febr.
Die parlamentariſchen Ausſichten des Kabinetts Chautemps,
das bekanntlich am Dienstag vor die Kammer treten wird,
wur=
den geſtern abend in den Wandelgängen des Palais Bourbon
recht verſchieden beurteilt. Im allgemeinen rechnet man für die
Regierung 285 bis 295 Stimmen zuſammen, was in einer
Kammer von über 600 Abgeordneten nicht ſehr viel bedeutet. Die
Mitglieder der Oppoſition, d. h. der Rechtsparteien,
ſag=
ſten daher vem neuen Miniſterium bereits für
die erſte Abſtimmung den Sturz voraus, während
die Linke ſich ziemlich zuverſichtlich zeigte und mit
einer ſicheren, wenn auch knappen Mehrheit rechnete, wobei man
nicht zuletzt von den politiſchen und perſönlichen Qualitäten des
neuen Miniſterpräſidenten eine für die Regierung günſtige
Be=
einfluſſung der ſchwankenden Elemente erhoffte.
„Neuer Kurs in Frankreich. — Kampfkahinett
Chau=
ſemps. —Drohung mit der Auflöfung des Parlamenks
Die Peſſimiſten, die dem Kabinett Chautemps nur eine kurze
Lebensdauer vorausſagten, ſchienen jedoch in der Ueberzahl zu
ſein. Selbſt linksſtehende Blätter ſagen
Chau=
temps heute, daß er ſich jeden Tag aufs neue ſeine
Exiſtenzberechtigung werde erkämpfen müſſen.
2as neue Kabinett, das als ein Linkskartell
bezeich=
iet wird, wird alſo vorläufig ein Kampfkabinett ſein.
Was ihm eine beſondere Stärke verleiht, ſind jedoch die
erfah=
renen Parlamentarier, die ihm angehören, nämlich, vom
Miniſter=
oräſidenten abgeſehen, Briand, Steeg, Sarraut, Dumont,
Lamou=
ſeux, Daladier und Loucheur. Weſentlich beeinflußt werden wird
die Aufnahme des Kabinetts im Parlament von ſeiner
pro=
grammatiſchen Erklärung. Wie verlautet, wird ſie mit
ſtoßer Schärfe den links gerichteten Charakter des
Miniſteriums betonen. Der ſozialiſtiſche Populgire‟
eHoch will ſogar behaupten können, daß Chautemps ſeinen
Mit=
ubeitern bereits erklärt habe, man werde zur Auflöſung
ſchreiten, wenn man keine Mehrheit finden werde.
Das ganze Intereſſe konzentriert ſich daher
Diest auf die am Dienstag ſtattfindende Kammerſitzung und die
loann zur Verleſung kommende Regierungserklärung.
1Mif alle Fälle gewinnt man den Eindruck, daß ſich der
Gegen=
latz zwiſchen der Linken und den der jetzigen
iNegierung feindlichen Gruppen, die in Tardien
hren Führer ſehen, ganz außerordentlich verſchärfen
9ain, und daß infolgedeſſen eine neue Kabinettskriſe
Ywoch bedeutend ſchwieriger zu löſen ſein wird als bisher, wenn
lich Chautemps nicht entſchließen ſollte, zur Auflöſung zu
ſchrei=
hen. Zur Auflöſung ſchreiten heißt in Frankreich aber, die
Zu=
ſtimmung des Senates erlangen, denn nur mit ſeiner
Zuſtim=
mung kann der Präſident der Republik das Parlament nach
Hauſe ſchicken. In der ganzen Geſchichte der Republik iſt der
Fall noch nicht vorgekommen. Es fragt ſich nun, ob Chautemps
den Mut und die Kraft beſitzt, im Notfall zu dieſem Mittel zu
reifen. Was man dabei beſonders beachten muß, iſt, daß die
große Mehrheit der öffentlichen Meinung ſchon ſeit einem Jahr
ura dieſen Schrit gefordert hat.
Die erſten Arbeiten des neuen Linkskabineils.
EP. Paris, 22. Februar.
Die neuen Miniſter verbrachten den Samstag mit inneren
Organiſationsarbeiten. Miniſterpräſident Chautemps
er=
ſchien, am Samstag morgen im Innenminiſterium, wo er durch
den geſtürzten Miniſterpräſidenten Tardieu ſeinen neuen
Mitarbei=
reits verſchiedene Beſprechungen. U. a. auch mit dem
Marineminiſter des Kabinetts Tardieu,
Ley=
gues, der ihn über die laufenden Angelegenheiten, vor allem
aber über die Londoner Verhandlungen
unter=
richtete. Etwas ſpäter ſtattete der neue
Marine=
miniſter Sarraut Leygues einen Beſuch ab.
Sar=
raut erklärte, daß er die von der franzöſiſchen
Delegation in London bisher eingenommene Haltung
vollſtändig billige.
Fühlungnahme der Sozialiſten mit Chaukemps.
Der Miniſterpräſident empfing ferner heute nachmittag eine
Delegation der ſozialiſtiſchen Kammerfraktion unter Führung
von Leon Blum. Es iſt nicht ſchwer zu erraten, daß er die
Sozialiſten um ihre Unterſtützung bat und bei dieſer Gelegenheit
die großen Züge ſeines Regierungsprogramms vortrug. Die
ſozialiſtiſche Kammerfraktion wird am Dienstag früh vor der
Verleſung der Regierungserklärung zur Lage noch einmal
Stel=
lung nehmen. Miniſterpräſident Chautemps erklärte heute abend,
ſeine Beſprechungen mit der ſozialiſtſchen Abordnung hätten
ſich auf ſämtliche ſchwebenden politiſchen Fragen, insbeſondere
die außenpolitiſchen, bezogen. Sein Kabinett ſei ein
Linkskabi=
nett, das von den Radikalen beherrſcht werde, und die
ſoziali=
ſtiſche Gruppe habe gegen dieſe Formel nichts einzuwenden
ge=
habt. Die Sozialiſten hätten auch keineswegs verſucht, die neue
Regierung unter ihren Einfluß zu bringen. — Am Abend
emp=
fing der Miniſterpräſident den Präſidenten der Bank von
Frank=
reich, Morrow, mit dem er den Stand der Verhandlungen über
die B.J.3. prüfte.
Die erſten Interpellationen ſind bereits von dem der Gruppe
Maginot angehörenden Abgeordneten Paul Reynaud und dem
Kommuniſten Cachin über die allgemeine Politik der Regierung
und von dem Abgeordneten Soluier (Gruppe Marin) über die
Zuſammenſetzung der Regierung eingebracht worden.
Franzöſiſche Skimmen zum Kabinett Chaukemps.
Paris, 22. Februar.
Die rechtsſtehende Abendpreſſe lehnt das Kabinett Chautemps
ab. — Das „Journal des Débäts” ſchreibt: Wo befindet ſich die
Mehrheit des neuen Miniſteriums? Das kann man wirklich nicht
ausrechnen. Man behauptet, daß der Verſuch mit einer radikalen
Regierung unvermeidlich iſt. Das iſt zu bezweifeln, aber die
Kammer darf nicht zulaſſen, daß dieſer Verſuch lange dauert. Das
radikale Miniſterium iſt eine Herausforderung der Nation, des
Parlaments und des politiſchen Willens. Es wird geſtürzt; je
eher, deſto beſſer.
Der „Temps” ſchreibt: Chautemps wird den Arger interner
Dis=
kuſſionen und die Bitterkeit häuslicher Szenen kennen lernen. Von
den 28 Miniſtern und Unterſtaatsſekretären gehören 19 der
Radi=
kalen Partei an. Aber angeſichts dieſer Moſaik ſind es zwei
Fra=
gen, die beſonders intereſſieren; nämlich, welches die Rolle der
nationalen Oppoſition und welches die Rolle des internationalen
Kartells ſein wird. Angeſichts dieſer Gegenſätzlichkeit glaubt der
„Temps” die Frage ſtellen zu müſſen: Beſteht das Miniſterium
Chautemps aus büßenden Magdalenen, die die Rechtsſtehenden
Hand der Sozialiſten? Den Sozialiſten ſteht es zu, unverzüglich
aus dieſen Zweideutigkeiten herauszugehen, denn ſie haben gerade
dieſe Zweideutigkeiten dem Miniſterium Tardieu vorgeworfen.
Der „Paris Soir” ſchreibt: Chautemps hat die Radikale
Partei vor der ernſten Gefahr, nämlich der Gefahr der Zerſetzung
und des Aufgehens in der Oppoſition, bewahrt, der nur
ziffern=
mäßig ſchwache Parteien anheim fallen. Leider hat Chautemps.
aufladen müſſen, denn ſeine Regierung kann nur dank der
Unter=
ſtützung der Sozialiſten leben.
Ellernabend der Ballonſchule.
Die „Ballonheiner”, ſind ganz prächtige junge Burſchen!
(Sie haben geſtern beim Elternabend mit ihrem Singen Ehre
biigelegt. Um ſolch glänzendes Material iſt der Chorleiter,
ſHerr A. Born, ebenſo zu beneiden, wie die Buben ſtolz ſein
ſönnen auf ſolch vorzüglichen Lehrer.
Was dieſer glänzende Schulchorleiter mit ſeinen Schülern
nacht, iſt erſtaunlich; nicht die Friſche und Begeiſterung, mit der
geſungen wurde, war allein das Beſtechende der Leiſtung,
ſon=
dern die Qualität des Gebotenen, die große Erwartungen noch
ſübertroffen hat. Herr Born hat geradezu vorbildliche
muſika=
ſiſche Erziehungsarbeit geleiſtet; Klangfülle, Klangſchönheit,
mnuſtergültige Ausſprache und Textbehandlung, all dies läßt ſich
mit Freuden konſtatieren. Aus der ſtattlichen Anzahl der geſtern
geſungenen Chöre ſeien ganz beſonders hervorgehoben: das
ündend gebrachte „Sie ſollen ihn nicht haben”, „Aus der
ugendzeit”, ferner das friſche „Wenn wir ſchreiten Seit’ an
Seit”” und die humorige Geſchichte vom „Dackel”, der die benei=
Denswerte Gabe beſitzt, täglich zwei Zentner zu freſſen und doch
tur ſechs Pfund zu wiegen; famos gelangen auch die beiden
VVolkslieder „Männlein im Walde” und der „Jäger aus
Kur=
bfalz”. Faſt alle Chöre mußten wiederholt werden; kurz: das
var geſtern eine Chorleiſtung wie aus einem Guß und verdiente
den herzlich warmen Beifall von Anfang bis zu Ende!
Die Ballonheiner und ihr ausgezeichneter Lehrer Born
ollen leben! —
Zur Umrahmung dieſer Knabenchöre hatte ſich ein Orcheſter
uus Schülern hieſiger höherer Lehranſtalten (zum Teil früherer
Ballonſchüler) zuſammengetan, welche in danbenswerter Weiſe
die Ouvertüre zu „Titus”, den Hochzeitsmarſch aus dem „
Som=
ernachtstraum” und noch einige kleinere Sachen beiſteuerten.
Die jungen Leute, die ſich alles allein einſtudierten, haben ihre
Sache ſo gut gemacht, daß es zum Endziel nur regelmäßigen
ZZuſammenſpiels bedarf. Das Zeug zu tüchtigen Muſikanten
haben ſie alle. Dazwiſchen gab es noch ſoliſtiſche Darbietungen
Klavier, Violine, Cello). Da der Leiter der Ballonſchule aus
ädagogiſchen Gründen gebeten hat, die Namen der jungen Leute
nicht zu nennen, ſo verſprach ich, dies zu tun; es tut mir aber
eid, daß ich es verſprach; denn die Herren Reiber (Dirigent
und Einſtudierer), Born (Klavier, Klarinette, Violine),
Foeckel (Violine) und Schwab (Cello) hätten eigentlich ein
öffentliches Lob verdient; aber, wie geſagt, ich unterlaſſe
Namen=
nennung und Lob, weil ich’s verſprochen habe. —
Der Reinertrag des außerordentlich gelungenen
Eltern=
ubends iſt beſtimmt zur Ausgeſtaltung des Phyſikſaales der
Ballonſchule; die Otto=Berndt=Halle war ſo gut beſucht, daß der
PHyſikſaal ſehr ſchön werden wird. Auch zu dieſem Reſuliai
O.
mrf man herzlich gratulieren.
Kunſtpflege in Saarbrücken.
Das Staatliche Muſeum in Saarbrücken (mit
Kunſt=
gewerbeſchule) entfaltet unter der neuen Leitung von Profeſſor
Fritz Grewenig (im Amt ſeit Oktober 1929) eine ungemein
rührige und fruchtbare Tätigkeit. Die Reihe der neuen
Veran=
ſtaltungen ward eröffnet durch eine Albert Weisgerber=
Kollektion, mit der zugleich die modernen Beſtände des Muſeums
(Heckel, Kirchner, Otto Müller uſw.) gezeigt wurden. Es folgte
eine Ausſtellung abſtrakter Malerei (namentlich
Kan=
dinſky), dann die ſoeben eröffnete Ausſtellung
impreſſioni=
ſtiſcher Graphik (Liebermann, Corinth, Slevogt). Letztere
wurde mit einer Rede Wilhelm Michels (Darmſtadt) über
„Impreſſionismus als geiſtesgeſchichtliche Erſcheinung” eröffnet;
bei den zwei vorangehenden Ausſtellungen haben Paul
Weſt=
heim und Waſſili Kandinſky geſprochen. Demnächſt
wird die Reihe mit einer Paul Klee=Ausſtellung (Redner:
Will Grohmann=Dresden) und einer Ausſtellung
Bau=
kunſt der Gegenwart (Redner Wilhelm Michel über
den modernen Wohnraum) fortgeſetzt werden. Die Tätigkeit
des Saarbrücker Muſeums hat namentlich auch in der Richtung
Bedeutung, daß ſie die natürlichen geiſtigen Verbundenheiten
der Stadt über die gegenwärtigen Grenzen hinweg bewahrt
und vertieft.
* Otko Mocks Feldbergbuch.
Otto Mock iſt ein ſüddeutſcher Typus, der ſelten wird, weil er kein
Schema hat. Er iſt ein Fveiburger und hat vom ſüdlichen Schwarzwald
wie viele intereſſante Menſchen ſeine Prägung bekommen. Man redet
immer ſo viel von der inneren Geſtaltungskraft, welche Oſtpreußen oder
das Rheinland oder Bayern auf die Menſchen hat, und ſo wenig davon,
wie der Zauber einer Höhe wie der Feldbevg einfach beſtimmend für den
Wuchs, das Schickſal und die Lebensform einer Menge Menſchen wirkt.
Hiermit iſt gar nicht die Kunſt oder die Denkkraft gemeint, ſondern
ganz einfach das Leben. Das merkwürdigſte Kennzeichen der ſüdlichen
Schwarzwälder iſt eine Miſchung von Grübelei und ſchweifender
Roman=
tik. Verbunden mit einer faſſungsloſen Naturliebe. Nun wohl, Otto
Mock iſt der Sportarzt des Feldbergs im Winter, im Frühjahr begibt
er ſich auf ein Schiff und fährt einmal über den Aequator, einmal nicht.
Diesmal nahm er ſogar nach Auſtralien ſeine Skier mit und fuhr
drei=
hundert Kilometer von Melbourne auf dem Mont Buffalo den
Ski=
läufern des Staates Viktoria richtige Schwünge vor und machte zufällig
einen auſtraliſchen Rekord. Mock, dieſer Skiläufer, der wie ein
Jüng=
ling Hodlers ausſieht, ſchrieb vor zwei Jahren ein Weltreiſebuch „
Kaper=
fahrten eines Geiſtp raten”, das ein ganz entzückendes Kapitel über die
Kakerlaken enthielt (Bielefeld,=Freiburg). Das Buch war mit
Welt=
kenntnis, Jronie und Schwarzwälder Gläubigkeit geſchrieben, ein char=
Vorfeldkämpfe um den Zollfrieden.
Drei Unkerausſchüſſe für regionale Abkommen
Genf, 22. Februar.
Die Zollfriedenskonferenz ſetzte für die Vorbereitung
künfti=
ger Kollktivverträge zur Erleichterung des internationalen
Wirtſchaftsverkehrs und zur Beſeitigung der Handelshemmniſſe
drei Unterausſchüſſe ein. Der erſte hat unter dem Vorſitz des
tſchechoſlowakiſchen Geſandten Fierlinger ein
Verhandlungspro=
gramm zur Anpaſſung der wirtſchaftlichen Lage zwiſchen der
In=
duſtrie und den Agrarſtaaten Europas aufzuſtellen. Der zweite
Ausſchuß, unter dem Vorſitz des ungariſchen Geſandten von
tern vorgeſtellt wurde. Außerdem hatte der Miniſterpräſident be= Nickl, hat die Rückwirkungen von Kollektivverträgen auf die
wirtſchaftlichen Beziehungen zwiſchen den Teilnehmerſtaaten
und dritten zu unterſuchen, vor allem unter Berückſichtigung der
Meiſtbegünſtigungsklauſel. Der dritte Ausſchuß hat ein
Pro=
gramm über die Maßnahmen zur Vervollſtändigung der bisher
vom Völkerbund auf dem Gebiete zahlreicher wirtſchaftlicher
Teilprobleme geleiſteten Arbeiten aufzuſetzen. Als gründlicher
Kenner dieſer Arbeiten wurde Staatsſekretär Trendelenburg,
bzw. Miniſterialdirektor Poſſe zur Leitung der Beratungen dieſes
dritten Ausſchuſſes berufen. Für ſeine Arbeiten wird vor allem
auch das Studium des direkten oder adminiſtrativen
Protektio=
nismus in Frage kommen. Poſſe, der Trendelenburg bis zu
ſeiner Ankunft in Genf vertritt, verglich die bisherige Ausſprache
mit Vorfeldkämpfen und wies im übrigen auf die
Schwierigkeiten hin, die für Deutſchland als Vorkämpfer der
allgemeinen und uneingeſchränkten Meiſtbegünſtigung, die es
mit zahlreichen europäiſchen und außereuropäiſchen Staaten
ein=
gegangen iſt, im Falle von beſonderen Vorteilen entſtehen
könn=
ten, die ſich die Teilnehmer von Kollektivverträgen gegenſeitig
zugeſtehen. Außerdem gab der engliſche Handelsminiſter
Gra=
ham, der heute nach London abreiſt, aber ſeine Rückkehr nach
Genf in Ausſicht geſtellt hat, in der heutigen Ausſprache die
praktiſche Anregung, alle Staaten ſollten bis zum Juni 1930
be=
ſtimmte Vorſchläge über Zollſenkungsabkommen für einzelne
Warengruppen machen, wobei man entweder mit Maßnahmen
für die Textilwaren oder für die Metallwaren beginnen könne.
Außer Graham haben heute noch eine Reihe anderer
leiten=
der Miniſter Genf verlaſſen. Der deutſche Ernährungsminiſter
Dietrich kehrt heute abend nach Berlin zurück.
Reichswirtſchafts=
miniſter Robert Schmidt wird ihm am Dienstag folgen.
Auskritk Kaſtls aus dem Mandalsausſchuß.
Genf, 22. Februak.
Das deutſche Mitglied des Mandatsausſchuſſes des Völkerbundes,
Geheimrat Kaſtl, hat dem Generalſekretär ſeinen Rücktritt mitgeteilt,
weil er infolge anderweitiger Beanſpruchung ſeinerzeit nicht mehr an
den Tagungen des Mandatsausſchuſſes teilnehmen könne. Geheimrat
Kaſtl wird jedoch bis zur Ernennung ſeines Nachfolgers noch weiter
im Ausſchuß mitarbeiten. Dieſe Ernennung ſeines Nachfolgers ſoll im
Mai erfolgen.
Eröffnung der preußiſchen Generalſynode.
Berlin, 22. Februar.
Die neugewählte neunte Generalſynode, die
verfaſſungs=
mäßige Geſamtvertretung der evangeliſchen Kirchen der
altpreu=
ßiſchen Union, wurde heute nachmittag feierlich eröffnet. Als
Präſes wurde D. Winckler, als Vizepräſidenten D. Wolff=Aachen
und Graf von Seydlitz=Sandreczki wiedergewählt. Dr. Winckler
wies in ſeiner Begrüßungsrede auf die ſchweren inneren und
äußeren Songen hin, die in der gegenwärtigen Zeitlage auf der
Kirche ruhen. Die Grundlagen allen ſittlichen Weſens ſeien
viel=
fach erſchüttert. In der Jugend wachſe vielfach ein Geiſt heran,
der mit Befürchtungen erfüllen müſſe. Die Menſchenanhäufungen
um die Großſtädte herum ſtellen die Kirche vor neue, große
Auf=
gaben. Die Verflochtenheit der Kirche mit Volk und Staat werde
nicht immer ſo anerkannt, wie es zu erwarten wäre. Der Redner
ſprach ſeine Enttäuſchung darüber aus, daß die Verhandlungen
über den Staatsvertrag mit der evangeliſchen Kirche erſt vor 14
bedauern, oder iſt es ein Miniſterium von Marionetten in der Tagen eingeleitet worden ſeien, obwohl bereits vor acht
Mona=
ten von ſtaatlicher Seite die unverzügliche Inangriffnahme der
Verhandlungen zugeſichert geweſen ſei. Eine der erßen Aufgaben
der Generalſynode werde es ſein, ihre Stimme zu erheben gegen
einen Anſturm gegen das Chriſtentum, wie man ihn zurzeit in
Rußland vor ſich ſehe. — Nach feierlicher Verpflichtung der
Mit=
glieder beſchloß die Synode die Einſetzung der Ausſchüſſe für die
um dieſer Gefahr zu begegnen, eine andere Gefahr ſeiner Partei verſchiedenen Arbeitsgebiete, die die Synode beſchäftigen werden.
Die Verſammlung wird am Montag zu ihrer erſten
Geſchäfts=
ſitzung zuſammentreten.
mantes, geſcheites, ganz und gar unliterariſches Buch. Ein Buch voll
Sehnſucht nach Weite, etwas unbeſtimmt wie alle Romantik, aber rührend
in der feſten, philoſophiſch fundierten Luſt, ſich nicht feſtzuſetzen, nicht
fett zu werden, ſich nicht ſatt machen zu laſſen. Vielleicht eine
Ideologi=
von vor ſechzig Jahren, vielleicht ein Standpunkt von vor dem Krieg,
aber ein ſauberer Geſichtspunkt und tadellos erlebt.
Mock hat nun einen Roman herausgebracht: „Der weiße Kobold”,
Gei Fehſenfeld in Freiburg), in dem er es unternimmt, Menſchen zu
ſchildern. Er ſchildert aber eher den Feldberg, in den alle dieſe
Men=
ſchen verliebt ſind. Inſoweit iſt das Buch ſogar Dichtung. Was die
Menſchen betrifft, iſt es ein Roman, der ſein geſtecktes Ziel und ſeine
beſtimmte Welt unterhaltſam abwandert. Der Untertitel des Buches
heißt Skiſportroman. Mock iſt ein guter Schilderer, während er als
Geſtalter noch keine endgültige Prägung hat. Er ſucht auch keine
Ideologie des Sports und keine großen Schickſale in ſeinen Menſchen zu
geben. Mit einem halb feurigen und einem halb reſignierten Auge läßt
er den Rauſch der paar Monate abrollen, die auf dem Feldberg mit dem
Skilaufen verknüpft ſind. Dreizehnhundert Meter, über dem Meer
machen eine merkwürdige ſeeliſche Veränderung. Er zeigt dieſe
Ge=
hobenheit der Menſchen, die plötzlich in einer höheren als der ihnen
gemäßen Kurve ſchwingen und ihren Zurückfall. Er ſchildert ihre
fana=
tiſche Verliebtheit in den Feldberg. Und er ſchildert, da die Perſonen,
die ſich im Winter da treffen, im Kern immer dieſelben ſind, ſehr
wohl=
bekannte Figuren. Gewiſſe Autofürſten, gewiſſe Flieger, gewiſſe
Staats=
ſekretäre, gewiſſe Sportkracks, gewiſſe Ski=Amazonen ſind ohne beſondere
Maskierung in dieſem Buch verſammelt, das ſchon deſſenuwillen einen
begrenzten, aber nicht kleinen Kreis intereſſiert.
Kaſimir Edſchmid.
Fritz Holl, Intendant des Kölner Schauſpielhauſes.
Schau=
ſpieldirektor Fritz Holl, zur Zeit in München, wurde geſtern
vom ſtädtiſchen Theaterausſchuß faſt einſtimmig — gegen die
Stimmen der Kommuniſten — zum Intendanten des Kölner
Schauſpielhauſes auf drei Jahre gewählt.
Nietzſches Werke in billigen Einzelausgaben erſchienen ſoeben in der
bekannten Sammlung „Kröners Taſchenausgabe”, als
Band 70—78. Alfred Kröner Verlag, Leipzig. Jeder Band rund
3 Mark.
Dieſe billigen Einzelausgaben von Nietzſches Werken ſind eine
Tat zur rechten Zeit und das literariſche Ereignis dieſes Jahres! Der
große Bejaher, deſſen Wirkung erſt im Beginnen iſt, wird durch ſie der
neuen, in Krieg und Not aufgewachſenen Generation und all den Beſten
weiteſter Kreiſe zugänglich gemacht, die über ihren Beruf hinaus einen
Blick auf die großen Tatſachen des Lebens ſuchen. Sie alle werden
dieſe wohlfeilen („Zarathuſtra” z. B. nur 2,50 Mk.!), ſorgfältig=
würdi=
gen Leinenbände, deren jedem die berufene Feder Profeſſor Alfred
Baeumlers ein einführendes Nachwort hinzufügte, als einen lang
erſehnten Hauptſchatz ihrer Bücherei einreihen. Zur Klärung über die
rkung der Perſönlich=
Kräfte der Gegenwart und zur entſcheid den S
Meiſterwerken
deut=
keit für das ganze Lebe
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ſchen Stils an die Seite zu ſtellen wäre!
Seite 4
Sonntag, den 23. Februar 1930
Nummer 54
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 54
Sonntag, den 23. Februar 1930
Seite 5
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 23. Februar.
* Bürgermeiſter Buxbaum nicht wieder gewählt.
Beſchämende Uneinigkeit des Stadtrates.
Wie wir bereits mitteilten, hat der Stadtrat in ſeiner Sitzung
vom Donnerstag ſich mit Stimmengleichheit für und gegen die
Wiederwahl des Herrn Bürgermeiſters Buxbaum ausgeſprochen.
Die eine ausſchlaggebende Stimme war ungültig. Der betr.
Stadtrat hatte ſein Nein durchſtrichen, woraus zu ſchließen iſt,
daß er wohl mit Ja ſtimmen wollte.
Benn auch dieſe eine Stimme die für die Wiederwahl
notwendige Mehrheit ergeben hätte, auch dann wäre der Beſchluß
des Stadtrates, einem ſo verdienten Beamten wie Bürgermeiſter
Buxbaum gegenüber, beſchämend geblieben. Doppelt beſchämend
darum, weil auch die Gegner des Bürgermeiſters Buxbaum, mit
ganz geringen Ausnahmen, anerkannten, daß nicht ſeine
beamt=
liche Eigenſchaft, nicht ſeine beruflichen Leiſtungen, für dieſe
Gegnerſchaft maßgebend waren, ſondern einzig und allein die
Tatſache, daß Bürgermeiſter Buxbaum es gewogt hat, auch
1Stadträten gegenüber ſeinen eigenen Willen zu haben, ſeinen
Kopf durchzuſetzen, ohne Rückſicht darauf, ob und wie weit er
irgend einer Partei oder einer parteipolitiſchen Einſtellung durch
ſein Verhalten vor den Kopf ſtößt.
Alſo aus rein perſönlichen, bzw. politiſchen Gründen iſt mit
Bürgermeiſter Buxbaum ein Mann zu Fall gebracht worden, der
12 Jahre hindurch einer der fleißigſten und fähigſten Köpfe
ſunſerer ganzen Verwaltung geweſen iſt. Ein Baukünſtler, um
den andere Städte uns beneidet haben, der den Stempel ſeiner
künſtleriſchen Perſönlichkeit dem modernen Darmſtadt aufgedrückt
hat und deſſen Wirken, deſſen ſind wir gewiß — eine ſpätere Zeit,
in der Männer mit weniger kleinem Geſichtskreis die Geſchicke
lunſerer Stadt zu lenken haben, gerechter anerkennen wird.
Bürgermeiſter Buxbaum wird die Undankbarkeit der
Ver=
lantwortlichen gelaſſen tragen können. Wir hoffen in ſeinem und
im Intereſſe der Stadt, daß er gerade jetzt, da ihm der kleinliche
Aerger des Verwaltungsdienſtes und der Bekämpfung
fortgeſetz=
er Widerſtände von kleinlichen Parteipolitikern künftig erſpart
bleibt, noch eine reiche baukünſtleriſche Tätigkeit in privaten
Dienſten entfalten wird.
Gerade heute ſind Männer, vom Charakter Burbaums,
Männer, die es ohne Rückſicht auf Vorteil oder Nachteil ablehnen,
lich am parteipolitiſchen Gängelband, führen zu laſſen, für die
Verwaltung einer Stadt wie Darmſtadt eine zwingende
Notwen=
bigkeit. Um ſo bedauerlicher bleibt es, dieſen ausgezeichneten
Beamten im beſten Mannesalter vom Dienſt in der Verwaltung
uszuſchalten. Er darf das Bewußtſein in ſeine private Tätigkeit
nit hinübernehmen, daß ſicherlich der geringſte Teil der
Wähler=
naſſen, die hinter den Stadträten ſteht, mit deren Beſchluß
ein=
erſtanden iſt, zumal dieſer Beſchluß keineswegs den
vorgeſcho=
ſenen Gründen „wirkſamer Erſpatniſſe” entſprungen iſt.
Es wird ſich Gelegenheit bieten, auf die künſtleriſche und
bau=
ünſtleriſche Tätigkeit des Bürgermeiſters Buxbaum noch zurück=
**
Ukommen.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde am 15. Februar der Inſtituts=
Silfe bim Ghemiſchen Laboratorium der Landesunſtverſtät Gießen
2 dwig Schäfer auf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. April
1780 ab.
— 80. Geburtstag. Herr Wilhelm Neuſinger Veteran von
40—71 begeht am Montag, den 24. Februar 1930, im Gbangeliſchen
Minnerheim, Heidelberger Straße 21, ſeinen 80. Geburtstag in voller
UPpſtigkeit.
Frau Marie Kommnick, Lautenfchlägeuſtr. 12, feient heute
Hvoller Rüſtigkeit ihren 80. Geburtstag:
1 — Heſſiſches Landestheater „Die Fledermaus”, Operette
on Johann Strauß, gelangt heute Sonntag, zum erſten Male in
die=
er Spielzeit mit teillweiſe neuen Tanzeinlagen um 19 Uhr im Großen
aus zur Aufführung. Muſickaliſche Leitung: Capl Bamberger.
„Reporter”, das ſponnende amerikaniſche Senſations=
Schau=
biel von Hecht und Mas Arthur, wird heute, Sonntag, um 19½ Uhr,
Im Kleinen Haus mit der erfolgreichen Premierenbeſetzung wiederholt.
1: „Im Weißen Röß’!” Luſtſpiel von Oskar Blumenthal und
uſtat Kadelbure, kommt in neuer Inſtzenierung von Nenato Mordo
Wihnenbild: Lothar Schenck von Trapp) Dienstag, den B. Februar,
(n 20 Uhr, im Großen Haus zur Darſtellung.
Lortzings beließte bomiſche Oper „Der Wildſchütz” wird
Nienstag, den 25. Februar, um 19½ Uhr, im Aleinen Haus in Szene
ſehen.
— Erſtes Volkskonzert des Landestheater=Orcheſters. Morgen
Mon=
g. findet um 20 Uhr, im Großen Haus, das erſte Volkskonzert dieſer
kpielzeit unter muſikaliſcher Leitung von Generalmuſidirektor Dr.
ſarl Böhm ſtatt. Es gelangen Tanzkompoſitionen von Gretry bis
(otmans zur Aufführung. Der Vorverkauf hat rege eingeſetzt. (Preiſe:
(F bis 3.— Mauk.)
* Darmſtädtr Künſtler auswärts. Der hieſige Maler und Architert
fudd Salicath wurde nach dem Erfolg, den er mit ſtinen
Bühnen=
bdern zu Weinbergers Volksoper „Schwanda,, der
Dudelſach=
fafer” im St adttheater Kaiſerslautern hatte, nunmehr
(s Bühnenbildner für die großen Freilicht=Feſtſpiele im
Qaeiders=
lach (Pfalz) verpflichtet. Ueber die SchwandaBilder ſchrieben u. a.:
Pfälziſche Volkszeitung”: Bilder wie das Königsſchloß
ud die geradezu mit großſtädtiſcher Raffiniertheit behandelten
Höllen=
lenel ſeien noch beſonders hervorgehoben. „Pfälziſche Prefſe”:
ſüchmende Erwähnung verdient vor allem noch die hübſche Ausſtattung,
ſe Fredd Saliegth Darmſtadt unter geſchickter Ausnützung der
ge=
benen Verhältniſſe entworfen und ausgeführt hatte. Der Eispalaſt
tzielte mit verlältnismäßig einfachen Mitteln eine ausgezeichnete
Wir=
tng, und die Hölle übte mit ihrem grotesken Reichtum ſo etwas wie
hen Zauberbann aus. Pfälziſche Rundſchau”: Ausgezeichnet
ſar auch das ſzeniſche Geſwand, das man dieſer reizenden, von Humor
4d Fraude überſprudelnden Oder gegeben hatte. Für die herrlichen
lihnenbilder zeichnete Fredd Salicath. Prächtig beſonders das
Höl=
bbild, das ſelhſt einer größeren Bühne alle Ehre machen wuürde.
Pfälziſche Freie Preſſe”: Fredd Salicath hatte die Bühne
einem modernen Bilderbuch gemacht und damit ſeinen vollen Anteil
Im Erfolg des Abends beigetragen. „Neue Freie Preſſe‟ Die
lih enbilder von Fredd Saligath waren gauz prächtig und verſetzten
echte und überaus farbenfrohe Märchenſtimmung. Das Höllenbild
urf mit ſeiner launigen Löſung und ſeinen alten und modernen
tech=
ſchen Ausrüſtungen (einſchließlich Radio und Telethon) als beſonders
ſzlickt bezeicknet ſverden. „Stadt=Anzeiger Neuſtadt”:
Aus=
eichnete Bühnenbilder hatte Fredd Salicath geſchaffen, phantaſievoll
fnt und ganz dem Märchen angemeſſen.
— Karnevalgeſellſchaft Narrhalla e. V. Der Vorverkauf zu dem am
ſtnachtsſamstag, 1. März, ſtattfindenden großen
Geſellſchafts=
askenball hat begonnen. Das rege Intereſſe, das ſchon jetzt
bſer Veranſtaltung entgegengebracht wird, zeig”, daß ſich dieſer
Mas=
hball bei den Darmſtädtern größter Beliebtheit erfreut. Und mit
ſcht, da alles aufgehoten wird, dieſes Feſt. zu dem Clou der
Faſchings=
ſon zu machen. Verſchiedene Muſikkapellen, darunter ein
Jazzband=
heſter, werden jedes Narrenherz und die tanzfreudigſten Beinchen
den fröhlichſten Rhythmus verſetzen. Lauſchige Niſchen und Nebens
mache laden zu ſtillen Genüſſen ein. — Aber nicht nur die
Erwach=
nert ſollen freudvolle Stunden verleben dürfen, auch den Kleinen
irden bei dem am Nachmittag veranſtalteten Kinder=
Maskeu=
ſt Freuden und Ueberraſchungen winken. Für Unterhaltung und
heiterung aller Art iſt geſorgt. Die heutige Anzeige und die
Plakat=
ſchläge werden der Beachtung empfoblen.
Entſcheidung in der Bürgermeiſterwahl.
Der Rechtsausſchuß verneink mit 7 gegen 4 Skimmen die Wiederwahl. — Bürgermeiſter Burbaum ſcheidet
aus dem Amke.
In der geſtrigen außerordentlichen Stadtratsſitzung wurde die
Ent=
ſcheidung über die Bürgermeiſterwahl gefällt. Vor Eintritt in die
Tagesordnung gab Bürgermeiſter Ritzert zu einem in der „Heſſiſchen
Landeszeitung” erſchienenen Artikel, der die Differenzen zwiſchen ihm
und Direktor Nuß behandelte, folgende perſönliche Erklärung ab:
Ich nenne den Verfaſſer dieſes Artikels in aller Oeffentlichkeit
einen ganz gemeinen und niederträchtigen Verleumder, und bedauere
es lebhaft, daß eine Zeitung, von der ich ſeither annahm, daß ſie auf
Ruf und Ehre hält, ein derartiges Machwerk aufgenommen hat.
Zur Tagesordnung gab Stadtrat Bender (DV.P.) Kenntnis
von der Entſcheidung des Rechtsausſchuſſes, der ſich aus 11 Mitgliedern
zuſammenſetzt. Der Rechtsausſchuß vertrat mit 7 gegen 4 Stimmen
die Auffaſſung, daß Bürgermeiſter Buxbaum bei Stimmengleichheit als
ncht gewählt zu betrachten ſei. Dem Rechtsausſchuß lag folgendes
Gutachten des Univerſitätsprofeſſors Dr. Gieſe=Frankfurt vor: Auf
den mir zur Aeußerung unterbreiteten Fall dürfte Art. 80 des Geſetzes
vom 7. Oktober 1925 mangels Tatbeſtandes nicht anwendbar ſein. Der
grundlegende Beſchluß des Stadtrats ging dahin, daß die Stelle des
Bürgermeiſters im Falle der Nichtwiederwahl des bisherigen
Stellen=
inhabers erlöſchen ſoll. Die über ſeine Wiederwahl vollzogene
Abſtim=
mung, bei welcher 25 Stimmen auf ja, B Stimmen auf nein lauteten
und 1 Stimme ungültig war, bildet einen rechtsgültigen
Verwaltungs=
akt, deſſen erneute Vornahme rechtlich nicht in Betracht kommt.
Die=
ſer Verwaltungsakt hat einen negativen Inhalt; da ſich für die
Wieder=
wahl des Bürgermeiſters keine Mehrheit ergeben hat, iſt die
Wieder=
wahl abgelehnt und damit zugleich die Stelle des Bürgermeiſters laut
dem obengenannten Beſchluß aufgehoben worden.
Es ſchloß ſich eine Debatte an, in der Stadtrat Altendorf (OV.P.)
zu dieſer Stellungnahme des Rechtsausſchuſſes eine Abſtimmung des
Plenums verlangte.
Stadtrat Neuroth (Soz.) gab bekannt, daß dem Rechtsausſchuß
das oben erwähnte Gutachten des Univerſitätsprofeſſors. Dr. Gieſe
Frankfurt zur Verfügung ſtand. Es ſei nun Sache des
Oberbürger=
meiſters, zu dem Ergebnis des Rechtsausſchuſſes ſeinerſeits Stellung zu
nehmen, dann habe der Stadtrat ſich zu entſcheiden.
Die Stadträte Kollbach (H.uG.), Goſenheimer (Dem.)
und Geher (P.A.) traten dieſer Auffaſſung bei.
Oberbürgermeiſter Mueller trat der Auffaſſung der Mehrheit des
Rechtsausſchuſſes bei.
Es folgte hun die Abſtimmung, in der ſich die Mehrzahl der
Stadt=
räte dieſer Auffaſſung des Oberbürgermeiſters und ſomit der Majorität
des Rechtsausſchuſſes anſchloß. Die Wiederwahl Bürgermeiſters
Bux=
baum iſt alſo abgelehnt. Die Nationalſozialiſten enthielten ſich der
Stimme, da ſie die Wahl als ungültig anſehen.
Nachdem das Wahlergebn’s bekannt war, führte Oberbürgermeiſter
Mueller aus: Wenn dies Wahlergebnis auch dem Wunſche des
Bür=
germeiſters Buxbaum entſpricht, ſo iſt es doch mindeſtens inſofern be=
dauerlich, als es in weiteſten Kreiſen als herbe Kritik an ſeiner Perſon
und ſeinem Werk empfunden wird. Demgegenüber will ich vor aller
Oeffentlichkeit feſtſtellen, daß von keiner Seite die wertvollen
Eigenſchaf=
ten und die bedeutſamen Leiſtungen Buxbaums verkannt, im
Gegen=
teil durchweg rühmend anerkannt und hervorgehoben worden ſind.
Darum darf Bürgermeiſter Buxbaum auch hocherhobenen Hauptes aus
dem Amte ſcheiden. Wer, wie er, im Brennpunkte des pulſierenden
Lebens ſteht, muß eben immer damit rechnen, daß die öffentliche
Meinung ein Meer mit Wellenbergen und Tälern iſt. Und vielleicht
iſt es gerade bei ihm, dem unermüdlich ſchöpferiſch tätigen Mann,
Schick=
ſal, daß er in dem Augenblick von der Bühne abtritt, da unſere Notzeit
nicht mehr die Mittel hat, um ihm eine große ſchöpferiſche Tätigkeit zu
gewährleiſten. Ich will aber in dieſer Stunde noch ein beſonderes Wort
für die Verwaltung ſagen. In ſie greiſt das Wahlergebnis mit rauher
Hand und mit unmittelbar einſchneidender Wirkung in eine
Arbeits=
gemeinſchaft ein, die uns durch 12 lange Jahre feſt verbunden hatte.
Auch wir ſind oft verſchiedener Meinung mit Herrn B. geweſen. Im
beſonderen iſt das bei mir der Fall geweſen. Ich bin aber immer
ob=
jektiv genug geweſen, um die Arbeitskraft, die friſche Initiative und
die tatſächliche, überaus umfangreiche und nach vielen Richtungen
ſegens=
reiche Tätigkeit unſeres Kollegen anzuerkennen und hoch einzuſchätzen.
Was er in dieſen 12 Jahren und in ſeiner vorausgehenden Tätigkeit
als Stadtbaumeiſter geſchaffen hat, das hat er ja ſelbſt kurz in einem
Expoſé zuſammengeſtellt. Ich will und kann in dieſem Augenblick im
einzelnen nicht darauf eingehen. Eine beſondere Würdigung ſeines
Wirkens wird man ſich noch vorbehalten müſſen. Jedenfalls wird er
allezeit in der Baugeſchichte unſerer Stadt einen ehrenvollen Platz
ein=
nehmen. Für heute möchte ich ihm jedenfalls einſtweilen den
aufrich=
tigen Dank der Verwaltung zum Ausdruck bringen, und unſeren beſten
Wünſchen für ſeine baldige geſundheitliche Wiederherſtellung den weiteren
Wunſch anfügen, daß wir uns auch ſpäterhin noch gelegentlich ſeines
wertvollen Nates verſichert halten dürfen.
Auf eine Anfrage des Stadtrats Fröba (Komm.), ob ſich
Ge=
rüchte über Entlaſſungen von Arbeitern ſtädtiſcher Betriebe
bewahr=
heiten, teilte Bürgermeiſter Delp mit, daß keine Entlaſſungen
vor=
genommen würden, daß im Gegenteil eine Anzahl Arbeiter in den
ſtädtiſchen Betrieben feſt eingeſtellt werden konnte.
Um 10,45 Uhr wurde die Sitzung geſchloſſen.
Erſte wiſſenſchaftliche Segelflug=Tagung.
In der Zeit vom 8. bis 10. März 1930 findet, wie bereits
mit=
geteilt, in Darmſtadt, veranſtaltet von der Rhön=Roſitten=Geſellſchaft,
die erſte wiſſenſchaftliche Segelflugtagung ſtatt. Ueber die Bedeutung
dieſer Tagung iſt an dieſem Orte ſchon des öfteren geſchrieben worden.
Sie wird aber dadurch unterſtrichen, daß das Ausland durch
hervor=
ragende Fachleute auf dem Gebiete des Segelflugs vertreten ſein wird,
z. B. Holland mit mehreren Herren, England vorausſichtlich mit einem
MilitärAttaché, Frankreich, das gerade dem Segelflug in den letzten
Jahren beſondere Aufmerkſamkeit zuwendet, mit fünf Herren, und
ſon=
ſtige europäiſche Staaten. Es iſt natürlich ſchwer, über die Zahl der
Teilnehmer irgendwelche verbindliche Mitteilung zu machen, da dieſe
Tagung zum erſten Male anberaumt iſt und man vor etwas volſtändig
Neuem ſteht. In Verbindung mit der Segelflugtagung iſt eine
Aus=
ſtellung von Segelflugzeugen geplant, die, anfangend bei dem
Schul=
material der Segelfliegerei, ſteigend über andere Typen, bis zu dem
modernſten Höchſtleiſtungsflugzeug ſich erſtreckt. Die Ausſtellung, die
wahrſcheinlich in der ſtädtiſchen Feſthalle ſtattfinden wird, iſt für
jeder=
mann gegen ein ganz geringes Eintrittsgeld zugängig und verſpricht
ſehr intereſſant und lehrreich zu werden. Die Schulen Darmſtadts
haben, bereits ihr großes Intereſſe an dieſer Ausſtellung bezeugt
und werden klaſſenweiſe ihren Schülern die Beſichtigung ermöglichen.
Der Geiſtesarbeiter
braucht ein Kraftnährmittel, das die Nerven ſtärkt und die
Ver=
dauungsorgane nicht belaſtet. Ovomaltine, mit hohem
Vitamin=
gehalt, aus Malzextrakt. Milch und Eiern hergeſtellt, hat ſich ſeit
langer Zeit trefflich bewährt und wird von den Aerzten empfohlen.
In Apotheken u. Drogerien vorrätig: 250 gr Büchſe RM. 2.70,
500 gr RM. 5.— Gratisprobe und Druckſachen durch:
(1.58
Dr. A. Wander, G. m. b. H., Oſthofen=Rheinheſſen.
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Der Bücherſtube iſt es
ge=
lungen, Generalmuſikdirettor Roſenſtock, Konzertmeiſter Cdy Wehns,
Wiesbaden, und den Celliſten Eichhorn, Wiesbaden, für einen Trio=
Abend zu verpflichten. Das Programm wird Brahms. Beethoben und
Mogart bringen. Dieſer fünfte im Rahmen ihrer künſtleriſchen
Veran=
ſtaltungen ſtattſindende Abend iſt für den 24. April feſtgeſetzt. — Der
bereits angekündigte Vortrag von Feiler über: „Sowjetrußland im
13. Jahr der Rcholution” wird in der letzten Mänzwoche ſtattfinden.
Näheres wird im Laufe der nächſten Woche bekannt gegeben. — Die
Ausſtellung Heinrich Waibel iſt täglich von 9 bis 7 Uhr geöſfnet.
Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. Die
eingeſchriebenen Mitgli der unſeres Vereins haben als Gäſte auch zu
der Tagung unſeres Bezirksverbands Darmſtadt
für Handwerk und Gewerbe, die heute nachmittag um
3 Uhr, im „Fürſtenſaal”, bei Chriſt (Grafenſtraße), ſtattfindet, Zutritt
und ſind herzlichſt eingeladen.
g unzenleiden, Astma, Brenchlalkatarrh, Keuch-
Ahusten, Heuschnupfen sowie jede Erkrankung der
Atmungs-
orsane werden auk ganr neuem Wege mit großem Brkos behandeld.
Reform-Ambulatorium Darmstadt, Grafenstraße 37I.
Er-gahreit von 9—14 und 2—5 Uhr.
Ausküntt kostenlos. (*
Bezirksverband Darmſtadt für Handwerk und Gewerbe. Alle
an=
geſchloſſenen Korporationen, Ortsgewerbebereine,
Handwerkevvereini=
gungen und Innungen werden hierdurch nochmals aufgefordert,
Vertre=
tungen zu der heut, nachmittag um 3 Uhu, im „Füirſtenſaal” bei
Chriſt (Grafenſtraße) in Darmſtadt ſtattfindenden
Bezirksber=
ſammlung zu entſenden.
Ausſtellung „Technik im Heim” in Darmſtadk.
Den Bemühungen hieſiger Kreiſe iſt es gelungen, die Lehrſchau
„Technik im Heim” in dieſem Jahre, und zwar vom 21. September his
19. Oktober, durchzuführen.
Die Ausſtellung iſt hervorgegangen aus gemeinſamer Arbeit von
Hausfrauen und Ingenieuren und wird veranſtaltet, um der in der
breiten Allgemeinheit nur zögernd vordringenden Erkenntnis den
Boden zu bereiten, daß der techniſche Fortſchritt in der
Mannigfaltig=
keit ſeiner Erſcheinungen und Möglichkeiten der Volkswirtſchaft in
ihrer Geſamtheit nur dann wirkſam dienen könne, wenn er ſich auch in
der Hauswirtſchaft in vollem Ausmaß durchzuſetzen vermag.
Wie volkswirtſchaftlich wichtig es iſt, das Gebiet der
Hauswirt=
ſchaft eingehend zu behandeln, dürfte am beſten die Tatſache beweiſen,
daß der weitaus größte Teil des deutſchen Volksvermögens, und zwar
zirka 40 Milliarden Mark, durch die Hand der Hausfrauen wandern==
Die Tragweite der Aufgabe iſt dadurch hinreichend gekennzeichnet.
Als maßgebende Veranſtalter außer der Stadtverwaltung und den
Hausfrauenvereinen zeichnen der „Verein deutſcher Ingenieure”,
„Reichsverband deutſcher Hausfrauenvereine‟ „Reichsverband
landwirt=
ſchaftlicher Hausfrauenvereine‟. „Deutſche Normenausſchuß”, „
Reichs=
verein Volksernährung” und „Reichsforſchungsgeſellſchaft für
Wirkſchaft=
lichkeit im Bau= und Wohnungsweſen” in Verbindung mit dem „
Reichs=
kuratorium für Wirtſchaftlichkeit‟ Die Lehrſchau ſteht weiter
unter=
der hervorragenden Führung des genialen Schöpfers des Deutſchen
Muſeums.
Die Wanderausſtellung „Technik im Heim” wird keine
meſſe=
artige Schau von Küchen und Haushaltungsgeräten, ſondern eine
ernſte Schule für Hausfrauen ſein. Sie ſoll ihnen zeigen, wie an Zeit,
Kraft und Geld in der Wirtſchaft geſpart werden kann, ohne daß
Wohl=
ſtand und Geſundheit beeinträchtigt werden. Sie foll vor Augen
führen, was die moderne Technik und die neuzeitige Ernährungslehre
zur zweckmäßigen Einrichtung der Wohnräume, zur
wirt=
ſchaftlichen Ausnutzung der Betriebsmittel und vor allem
auch zur günſtigen Zuſammenſtellung des Küchenzettels
beizutragen vermögen. Schließlich ſoll ſie davon überzeugen, daß
auch=
mit beſcheidenſten Aufwendungen und in Anpaſſung an
die verſchiedenſten Ginkommensverhältniſſe die ſo notwendige
Rationali=
ſierung des Haushalts durchführbar iſt.
Um aber auch gleichzeitig dem örtlichen Gewerbe und der
Geſchäfts=
welt Gelegenheit zu geben, wichtige Geräte und Maſchinen zu zeigen,
wird der Lehrſchau eine kleine Firmenausſtellung angegliedert werden.
— Orpheum. Heute nachmittag 4 Uhr gelangt „
Rotkäpp=
chen” durch das Enſemble des Neuen Operettentheaters mit der
glän=
zenden Rotkäppchendarſtellerin, der neunjährigen Liesl Chriſt
letzt=
malig zur Aufführung. Bei Löſen von drei Karten hat ein Kind
freien Eintritt. — Abends 8 Uhr iſt die letzte Wiederholung
der erfolgreichen Novität „Panne um Mitternacht” in 3 Akten,
Muſik von Harry Waldau. Für die heutige Abendvorſtellung wird eine
einmalige Sondervergünſtigung gewährt. Näheres iſt aus
der heutigen Anzeige im Inſeratenteil dieſer Zeitung erſichtlich.
Karten=
verkauf heute: Verkehrsbüro von 10—12 Uhr und Kaſſe Orpheum ab
230 Uhr. „Panne um Mitternacht” wird am 1. März im derſelben
Enſemblebeſetzung wie hier im Staatsthegter Wiesbaden aufgeführt.
— Heſſiſche Spielgemeinſchaft. Die Heſſiſche Spielgemeinſchaft
möchte auch ihrerſeits dieſes Jahr ihr Scherflein zu der ſo
notwendi=
gen Erheiterung der Menſchheit beitragen. Sie wird deshalb als
Faſt=
nachtsvorſtellung am Donnerstag, den 27. Februar, im
Kleinen Haus im Anſchluß an eine Wiederholung der zwei
luſti=
gen und erfolgreichen Einakter „Der erſte Hochzeitstag” und „Der gute
Rat” als Erſt= und Uraufführung eine Darmſtädter Schnurre bringen,
betitelt: „Um die Dreigroſchenoper”, verfaßt von „Eim, der’s
net geweſe ſei will‟. Eine Erinnerung an die Zeit der lebhaften
Aus=
einanderſetzungen, welche der Aufführung dieſes umſtrittenen Werkes
folgten.
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt.
Un=
ſere Mitglieder und deren Familienangehörige, die Mitglieder der
benachbarten Gewerbevereine, ſowie die Mitglieder des
Naturwiſſen=
ſchaftlichen Vereins werden hiermit darauf hingewieſen, daß am
Dienstag, dem 25. d. M., abends 8 Uhr, im großen
Hör=
ſaal des Elektrotechniſchen Inſtituts der Techniſchen Hochſchule ein
Experimentalvortrag des Herrn Dpl.=Ing. Fr. Seriba über
Rund=
funkapparate, verbunden mit Vorführungen, ſtattfinden wird. Als
Einleitung zu dem Vortrag wird ein kleiner Film laufen. Es handelt
ſich um eine Fortſetzung des anfangs dieſes Monats vorgeführten Films
über den Deutſchen Rundfunk. Bei der großen Zahl der
Rundfunk=
teilnehmer in Darmſtadt und Umgebung iſt ein zahlreicher Beſuch des
Vortrags zu erwarten.
entstellen das schönste Antlitz. Uebler Mundgeruch wirkt abstoßend. Beide
Schönheits-
fehler werden gründlich beseitigt oft schon durch einmaliges Putzen mit der herrlich
TIIAIHOIIE LdHIIIE erfrischend schmeckenden Chlorodont-Zahnpaste. Die Zähne erhalten darnach einen
wundervollen Elfenbeinglanz, auch an den Seitenklächen, besonders bei gleichseitiger
Benutzung der dafür eigens konstruierten Cblorodont-Zahnbürste mitgezahntem Borsten-
Ihritt. Faulende Speisereste in den Zahnzwischenräumen als Ursache des üblen Mundgeruchs werden gründlich damit beseitigt. — Chlorodont: Zahnpaste, Mundwuasser.
lahinbürsten Einheitspreis 1 Mark bei höchster Qualität. — Man verlange nur echt Chlorodont in blau-weiß-grüner Originalpackung und weise jeden Ersatz dafür zurück.
(Dr.4097
Seite 6
Sonntag, den 23. Februar 1930
Nummer 54.
Ein Leben im Dienſte der Wiſſenſchaft.
Zun 70. Geburkskag von
Die Wiſſenſchaft hat ihre der Oeffentlichkeit weithin bekannten
Pio=
niere, Entdecker und Erfinder, die dem unermüdlich forſchenden
Menſchen=
geiſt neue Welten erſchließen oder das längſt Bekannte auf eine neue
Art zu ſehen und zu nutzen uns lehren. Wenn ihre Namen manchmal
wie plötzlich aufleuchtende Geſtirne am Horizont des menſchlichen
Wiſ=
ſens auftauchen, weiß man nicht, ob man mehr den Geiſt oder das Glück
ihres Schaffens anſtaunen ſoll, denn allzuviele, die gewiß nicht weniger
zur wiſſenſchaftlichen Tätigkeit berufen ſind, haben nie jene Erfolge, die
ſich dem Gedächtnis der weiteren als der fachlich intereſſierten Mitwelt
einprägen. Ja, die Geſchichte lehrt Beiſpiele genug, wo gerade
Gelehr=
ten, die Pfadfinder zu völlig neuen Zielen wurden, ſelbſt des rechten
Verſtändniſſes der eigenen Fachkollegen ermangelten. Zahllos aber ſind
die Opfer — oft ſogar des Lebens — oder auch nur eines vom harten,
erfolgloſen Ringen verbrauchten Lebens im Dienſte der Wiſſenſchaft. Am
ſichtbaren Erfolg — und das gilt ja nicht nur für die Wiſſenſchaft —
läßt ſich eben die menſchliche Leiſtung allein nicht meſſen.
So verdient auch die Forſchung jener Männer ein hohes Maß
un=
ſerer Achtung, die, wie der heſſiſche Gelehrte Profeſſor
Dr. Adalbert Seitz, unter Hintanſetzung alles perſönlichen
Ehr=
geizes auf einem Gebiete der Wiſſenſchaft wirken, das von vornherein
den lauten Ruhm des Tages ausſchließt, weil hier nicht mit dem
un=
mittelbaren Bedarf das Intereſſe des öffentlichen Lebens beſteht.
Pro=
feſſor Seitz hat ſein Leben vor allem der
Schmetterlings=
forſchung gewidmet, und wir dürfen in dem jetzt Siebzigjährigen
wohl einen der bedeutendſten Gelehrten der Entomologie feiern. In
ſeinem ſchlichten Weſen vereinigen ſich auf ſeltene Weiſe wiſſenſchaftliche
Gediegenheit und liebenswürdige Diſtinguiertheit, die ihn auf ſeinen
zahlreichen Studienreiſen ins Ausland immer als einen vorzüglichen
Ne=
präſentanten des deutſchen Gelehrtentums erſcheinen ließen. Am 24.
Februar 1860 in Mainz geboren, beſuchte Seitz, nachdem ſeine Eltern
nach Darmſtadt übergeſiedelt waren, das Darmſtädter und
ſchließ=
lich das Bensheimer Gymnaſium, um nun an der hefſiſchen
Landesuni=
verſität Gießen zunächſt Medizin zu ſtudieren. Aber ſein
Haupt=
intereſſe galt ſchon von früher Jugend an der Zoologie, beſonders der
Entomologie, und ſo befaßte er ſich auch an der Univerſität bald mit
dieſen naturwiſſenſchaftlichen Gebieten und promovierte 1885 nach
be=
ſtandenem mediziniſchem Staatsexamen als Dr. phil. Kurze Zeit ſah
die heſſiſche Landesuniverſität den jungen Gelehrten auch einmal bei ſich
als Privatdozent wirken, aber da war Profeſſor Seitz als Schiffsarzt
ſchon weit in der Fremde herumgekommen und hatte viele Teile der
Erde kennen gelernt.
Auf zwanzig Jahre berteilen ſich die Reiſen, auf denen der
Ge=
lehrte immer neues Material und neue Kenntniſſe zur
Schmetterlings=
kunde ſammelte, und mit dem reichen Schatz ſeiner Forſchungen konnte
er ſchließlich ein Werk beginnen und durchführen, das ein rieſiges
Kom=
pendium der Schmetterlingstunde darſtellt: „Die
Großſchmetter=
linge der Erde”, deſſen erſte Lieferung bereits 1906 erſchien und
Profeſſor Adalberk Seik.
das heute mit 630, Lieferungen nahezu vollendet iſt. Profeſſor Seitz
war zunächſt die europäiſche Fauna vollkommen bekannt. 1887 begann
er mit ſeinen außereuropäiſchen Forſchungen in Auſtralien mit
ſeiner entlegenſten und merkwürdigſten Fauna der Erde, ging in den
beiden nächſten Jahren nach Amerika, vor allem nach Braſilien,
wo er über 100 Exkurſionen ausführte. Als Schiffsarzt half er damals
mit ſeinen reichlich gewonnenen hygieniſchen Erfahrungen die Apotheken
einiger Auswandererſchiffe des Norddeutſchen Lloyd reformieren, und
ausländiſche Schiffslinien haben ſich ſeine Normen bald angeeignet. 1890
fuhr er nach Indien und China, und 1891 nach Japan. Faſt
wäre er in Siam Muſeumsleiter und Hofarzt geworden. Im Jahre
1902 treffen wir ihn noch einmal im Oſten, in Vorderindien, und
ſchlieſ=
lich verlegte er ſeine Forſchungen nach Afrika, wo ihn während der
Jahre 1903 bis 1914 zehn Reiſen nach Algerien führten. Eine völlig
neue Nichtung hatte ſeiner Tätigkeit die Uebernahme der Leitung
des Frankfurter Zoologiſchen Gartens gegeben, und es
gelang ihm in den 16 Jahren ſeiner Direktion, bis zum Jahre 1908,
dieſes Inſtitut nicht nur in ſeinem Tierbeſtand, ſondern auch in ſeiner
Wirtſchaftlichkeit beträchtlich zu heben. Als ſich Profeſſor Seitz unter
Verzicht auf Penſion zugunſten der Arbeiter des Zoos von
deſ=
ſen Leitung nach Darmſtadt zurückzog, hatte der Tiergarten die
glän=
zendſte Jahreseinnahme ſeit ſeiner Gründung zu verzeichnen.
Mit den in faſt allen Erdteilen geſammelten Kenntniſſen widmete
ſich Seitz nun ausſchließlich ſeinem großen Orientierungswerk der
Schmetterlingskunde, das für Sammler, Schulen und Muſeen heute ein
unentbehrliches Handbuch darſtellt. Alle bisher bekannten Arten und
Formen ſind darin aufgezeichnet, faſt jede Art naturgetreu abgebildet.
Spezialiſten baben Seitz die wiſſenſchaftliche Bearbeitung mancher
Schmetterlingsfamilien abgenommen, aber vielfach hat er ſelbſt
Wert=
volles zu dem gewaltigen Werk beigeſteuert. Auch lithographiſch iſt
hier durch die Verbeſſerung der Technik eine Glanzleiſtung entſtanden.
Profeſſor Seitz wohnt auch heute noch in Darmſtadt und hat in
letzter Zeit am Senkenbergianum in Frankfurt gearbeitet.
Der Gelehrte entzog ſich aber kurz vor ſeinem 70. Geburtstag den
wohl=
verdienten Ehrungen ſeiner Heimat und der deutſchen Wiſſenſchaft
da=
durch, daß er wieder, nach Braſilien abreiſte, das er ſchon vor
drei Jahren zum erſten Male nach dem Kriege beſucht hatte. Er
er=
freut ſich auch dort, wie weit im Auslande, der größten Wertſchätzung
der gelehrten Welt. Welchen Ruf „der Schmetterling=Seitz” auf dem
amerikaniſchen Kontinent genießt, das bezeugt neben der aufrichtigen
Zuvorkommenheit, womit man ihn nach dem Krieg in Braſilien
be=
grüßte, die Tatſache, daß ihn die Sociedad cientifica Alzate”, in
Mexiko zum korreſvondierenden Mitglied ernannt hat. Unter den
zahlreichen Glückwünſchen, die ihm jetzt aus ſeiner Heimat nachfolgen,
finden ſich vor allem der Heſſiſche Staatspräſident und das Präſidium
der Notgemeinſchaft der deutſchen Wiſſenſchaft als Gratulanten.
— Lichtbildervortrag in der Techniſchen Hochſchule. Freitag, den
21. Februar, ſprach Herr Heinz Dramaſch vom Hochſchulring Deutſcher
Kajakfahrer auf Einladung des Amtes für Leibesübungen der
Darm=
ſtädter Studentenſchaft über das Thema: „Mit Ski und Faltboot vom
Bodenſee zum Lido‟. Der Sinn des Vortrages: Ski= und
Faltboot=
fahrten ſind Sportarten, die nicht nur der körperlichen Ertichtigung
dienen, ſondern zur Erneuerung der Seele beitragen, durch das
Er=
leben der Naturwunder und Naturſchönheiten. Dies bewies die
Wir=
kung des Vortrages, der ſich wohl niemand entziehen konnte. Jeder,
der Sinn für die Schönheiten der Natur beſaß, ließ ſich von dem
Zauber der vielleicht noch unbekannten Schönheiten willig hinreißen und
dergaß gerne die nüchterne Wirklichkeit. Jedes Bild offenbarte neue
Wunder. Man erlebte die Fahrt über ſonnige Schneefelder, ſah ſich
plötzlich mitten im Schneeſturm und freute ſich kurz darauf an dem
fröhlichen, abendlichen Hüttenleben. Und dann die Faltbootfahrt nach
dem ſonnigen Süden, die wilden Waſſer der Etſch hinunter. Beſonders
reizvoller Wechſel aus den Regionen des ewigen Eiſſes in das Land
des ewig blauen Himmels. Gibt es Schöneres als ein Zeltleben am
Gardaſee, bei lachender Sonne unbekümmert tagelang die einzigartige
Landſchaft zu genießen! Venedig mit ſeinen Marmorpaläſten und ſeiner
Markuskirche. Es iſt eine unendliche Fülle an Wundern.
— Vortragsabend des Guſtav=Adolf=Vereins. Es iſt kein Zweifel,
daß zu den volkstümlichſten Vereinigungen der evangeliſchen Kirche
der Guſtav=AdolfVerein gehört. Zumal in unſerem Lande iſt ihm
durch die Wirkſamkeit des geiſtesmächtigen Prälaten Zimmermann eine
feſte Stelle im evangeliſch=kirchlichen Leben geſichert. Aber man
befin=
det ſich oft darüber ganz im unklaren, daß die Aufgaben der
glaubens=
brüderlichen Liebe heutzutage ins Ungemeſſene gewachſen ſind, weil ſich der Männerchor der Liedertafel. (Näheres folgt.)
die Nöte des kirchlichen Lebens in der Diaſpora des In= und
Auslan=
des ungeheuer vermehrt haben. Von großem Intereſſe dürfte auch
ſein, einmal zu erfahren, welchen einzelnen Zwecken und welchen
Kirchen=
gebieten die Mittel in jetziger Zeit meiſt zugeleitet werden. Hierüber
wird Kirchenrat D. Kübel=Frankfurt g. M., Mitarbeiter im
Zentral=
vorſtand zu Leipzig und Verfaſſer vieler gedankenreicher, weithin be= führt, woſelbſt ſie nach einigen Stunden verſtorben iſt. Ein ſchweres
ächteter Aufſätze, heute abend der Guſtav=Adolf=Gemeinde einen
Vor=
trag bieten. Die Veranſtaltung findet heute Sonntag, um 8 Uhr, für
alle Evangeliſchen unſerer Stadt in der Stadtkirche ſtatt. Der Eintritt
iſt frei. Der Kirchengeſangverein der Stadttirche hat gütigſt ſeine
Mit=
wirkung zugeſagt.
— Karnevalausſchuß der Turngemeinde Darmſtadt 1846. Am
Faſt=
nachtſonntag, den 2. März, findet in der feſtlich geſchmückten Turnhalle
am Woogsplatz ein Kinderkoſtümfeſt ſtatt, das den Kleinen
einige frohe Stunden bereiten will. Zur Freude der Kinder ſind große
Ueberraſchungen vorgeſehen. Der Beſuch der Veranſtaltung wird
voll=
auf befriedigen. — Abends ſindet im Großen Saal des Turnhauſes ein Wenn Schmerzen .. . . . . ."
Bunter Abend ſtatt, beſtehend aus Konzert des Städtiſchen
Orcheſters, unter pevſönlicher Leitung von Kapellmeiſter Willy Schlupp,
Vorträgen, gemeinſamen Liedern uſſp. Die bei der Damen= und
Her=
renſitzung der Turngemeinde 1846 gezeigten und mit großem Beifall
aufgenommenen Tänze der Turnerinnen werden, vielfachen
Wünſchen entſprechend, zum Teil wiederholt. Dazu kommen neue käitungskrankheiten. Lt. notar. BeſtätigunS anerkennen über
Ueberraſchungen, die als Schlager angeſehen werden dürfen und dazu
beitragen werden, daß der Bunte Abend der Höhepunkt der
diesjäh=
rigen Karnebalsveranſtaltungen wird. Anſchließend an die Vortrags= ſäure! Ein Verſuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen
folge findet Tanz ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Lokale Veranſtaltungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu beirachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Krſiſl.
— Im Hotel Prinz Heinrich findet heute Sonntag abend
Faſtnachtsrummel mit Tanz ſtatt. Der Beſuch wird beſoders empfohlen.
— Im Wiener Kronenbräukeller findet heute abend
großer karnebaliſtiſcher Kappenabend ſtatt. Da Eintritt und Tanz frei
iſt, iſt jedermann Gelegenheit geboten, ſich eine vergnügten Abend zu
bereiten.
— Mittwoch, den 26. Februar, abends 8,31 Uhr, findet in
ſämt=
lichen Räumen des „Perkeo” Alexanderſtraße 12, die letzte
Faſt=
nachts=Redoute ſtatt. (Siehe Anzeige am Dienstag.)
Aus den Parkeien.
— Deutſchnationale Frauengruppe. Wie ſchon be
uuſerem letzten Zuſammenſein bekannt gegeben wurde, werden wir au
nächſten Freitag, dem 28. Februar, einen hochintereſſanten Fil;
abend haben. Fräulein Lejeune, die Vorſitzende der Frauengruppe
Bad=Nauheim, wird uns zwei Filmſtreifen vorführen: „1000 Jahr
franzöſiſche Raubpolitik und die geraubten deutſchen Gebiete‟. Unſ
ren Mitgliedern machen wir es nochmals zur Pflicht, dieſen Abend zu
beſuchen und alle Gleichgeſinnten mitzubringen. Auch alle vaterländ
ſchen Vereine ſeien auf dieſe Vorführung aufmerkſam gemacht und her
lich dazu eingeladen. Die Vorführung der Filme findet im Gelbe
Saal bei Sitte, Karlſtraße, ſtatt.
Deuſſche Hausfrauen, kocht wieder Grünker!
Der Hausfrauenbund Darmſtadt, e. V., veröffentlicht folgenden
Aufruf: Aus dem Grünkernland in Baden und aus einzelnen Teilen
Bayerns iſt von der diesjährigen Ernte noch kein Pfund Grünkern
verkauft ſvorden. Die Bauern ſind daher in tiefſtes Elend geraten.
Der Reichsverband Deutſcher Hausfrauenbereine, der ſich ſtets für
ge=
ſunde und zweckmäßige Ernährung der Familie eingeſetzt hat und ſtets
bereit iſt mitzuhelfen, durch eine zuveckmäßige Verbrauchsgeſtaltung die
ſchwere Lage der deutſchen Landwirtſchaft zu überwinden, gibt dieſen
Notſchrei der Bauern aus dem Grünßernland an alle deutſchen
Haus=
frauen weiter in der Hoffnung, daß jede einſichtige Hausfrau durch
ſtärkere Berückſichtigung von Grünkern auf dem Küchenzettel das Ihre
tun wird, um einen ſo wichtigen Zweig der deutſchen Volkswirtſchaft zu
erhalten. Vielleicht iſt es den Hausfrauen nicht immer genügend
be=
kannt, daß der deutſche Grünkern an Nährſtoffgehalt, d. h. an Eiſveiß,
Fett. Vitamine und Minerahſtoffen ſeine Auslandskonkurrenten: Reis,
Tapioka und Sago bei weitem übertrifft. Neben der ſo
wohlſchmecken=
den Grünkernſuzpe erfreut ſich der Grünkernpudding als Vorſpeiſe
und der Grünkernbratling zu Salat großer Beliebtheit. Die deutſchen
Hausfrauen haben es in der Hand, durch überlegten Verbrauch Not und
Elend im deutſchen Vaterland zu lindern.
— Liedertafel E.V. 1847. Das Anfang April d. Js. im Großen
Haus des Heſſiſchen Landestheaters ſtattfindende Konzert bringt wieder
eine hochintereſſante Vortragsfolge: Frauen= und
Männer=
chöre von Bruno Stürmer und Johannes Brahms.
Ausfüh=
rende: Vereinigung Darmſtädter Soliſtinnen (Dir. Bernd Zeh) und
Freitod. Eine in der Gervinusſtraße, 1875 in Hamburg geborene
M. S., hat ſich am 21. Februar 1930, vormittags, aus ihrer in der
Manſarde befindlichen Wohnung durch ein Fenſter auf die Straße
ge=
ſtürzt. Schwer verletzt wurde ſie dem Städtiſchen Krankenhaus zuge=
Leiden war die Urſache der Lebensmüden.
( Stallhaſendiebſtahl. In der Nacht vom 18. zum 19. Februar
1930 wurde aus einem Garten an der Weiterſtädter Straße ein
wert=
voller Stallhaſe entwendet. Es handelt ſich um einen beſonders großen
Haſen von grauer Farbe.
Handwagendiebſtahl. In der Nacht vom 18. zum 19. Februar
1930 wurde aus dem Hofe Soderſtraße 54 ein Handleiterwagen
ent=
wendet.
I. Neh s!
Togal=Tabletten!
Togal=Tabletten ſind ein hervorragendes Mittel bei Rheuma,
Gicht, Ischlas, Grippe, Nerven- u. Kopfschmerz, Er-
5000 Arzte, darunter viele bedeutende Profeſſoren die gute Wirkung
des Togal! Keine unliebſamen Nachwirkungen! Entfernt die Harn=
Apotheken. ℳ 1.40. 0,46 Chin, 12,6 Lith. 74,3 Acid. acet. sal. ad 100 Ampl.
Tageskalender für Sonntag, den 23. Februar 1930.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, Anfang 19 Uhr. Ende
22 Uhr, Miete T, Gruppe 1—8: „Die Fledermaus”. — Kleines Haus.
Anfang 11.15 Uhr, Ende 13 Uhr: Tanz= und Spiellieder von Lilli
Hickler; Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Zuſatzmiete T (7):
„Novorter” — Orpheum nachm. 4 Uhr: „Rotkäppchen”; abends
8 Uhr: Wiederholung „Panne um Mitternacht”. — Union=
Theater, Rheinſtraße, vormittags 11.15 Uhr: Oeſterreichiſcher
Alpen=Kultunfilm „Tirol”. — Konzerte: Schloßkeller, Spaniſche
Bodega, Zur Krone, Hotel Schmitz, Bismarckeck, Kaffee Ganßmann,
Sporwlatz=Reſtaurant, Kaffee Jöſt, Dintelmann (Heidelbergerſtr. 10).
Hotel Prinz Carl. Rummelbräu, Darmſtädter Hof. — Waldſtr 18.
Vortragsſaal, abends 8 Uhr: Vortrag von Herrn W.
Hoff=
mann über das Thema: „Welthiſtoriſche Viſionen werfen Licht auf
die Gegenwart”. — Reſtaurant Reichshof, karnevaliſtiſcher
Kappenabend. — Wiener Kronenbräukeller:
Kareva=
liſtiſcher Kappenabend. — Hotel u. Reſtaurant Poſt: Großer
Bunter Abend. — Bockshaut: Großer Bunter Abend.
Theater=Reſtaurant: Gaſtſpiel der bevühmten engliſchen
Kapelle „The Rhythmen Boys.” — Kaffee Ernſt=Ludwig;
Geſellſchaftsabend mit Tanz. — ReſtraurantBender: Großes
kavnevaliſtiſches Konzert. — Schloßkaffee: Geſellſchaftsabend
mit Tanz. — Städt. Saalbau, abends 8 Uhr: Großes
karne=
valiſtiſches Konzert mit Tanz. — Ludwigshöhe, ab 4 Uhr:
Karnevaliſtiſches Konzert. — Reichshof: Karnevaliſtiſcher Abend.
— Kolpingshaus: Kappenabend. —
Kinovorſtel=
lungen: Union=Theater, Helia=Lichtſpiele, Palaſt=Lichtſpiele.
Aus Heſſen.
Tagung der ſtarkenburgiſchen Raiffeiſen=
Genoſſenſchaften in Dieburg.
Man ſchreibt uns: Die ſtarkenburgiſchen Raiffeiſengenoſſenſchaften
hielten ihren Bezirkstag in Dieburg ab, der einen
außer=
ordentlichen guten Beſuch aufwies. Der Verbandsvorſitzende Herr Dr.
Nolden leitete die Verſammlung mit herzlichen Begrüßungsworten
ein und gab einen geſchichtlichen Rückblick über die Ereigniſſe der letzten
Wochen. Die Auflöſung des Reichsverbandes und des
Generalverban=
des ſei am 13. Februar 1930 die Gründung des Einheitsverbandes
gefolgt. Dies ſei ein hiſtoriſch bedeutſamer Tag. Der neue
Einheits=
verband habe den Zweck, das kooperative Zuſammenwirken aller
deut=
ſchen Genoſſenſchaftsverbände zu ſichern. Die Raiffeiſengenoſſenſchaften
des Verbandes Ludwigshafen wollen in ehrlicher Abſicht und mit
gan=
zer Kraft darin mitarbeiten. Aus dieſer Tatſache ergebe ſich für die
Arbeit des Verbandes keine Aenderung, weder nach innen noch nach
außen.
Höchſtes Geſetz iſt der freie Wille der Genoſſenſchaften ſelbſt; dieſe
ſollen beſtimmen, ob und wann auch für ſie einmal die Stunde einer
anderweitigen Geſtaltung gekommen iſt. Bis dahin wollen ſie in ihrer
in Jahrzehnten zuſammengewachſenen Verbandsgemeinſchaft zuſa—
wen=
wirken und alles daranſetzen, daß Kraft und Geſundheit in Haupt und
Gliedern bleibe und wachſe.
Damit iſt auch zum Ausdruck gebracht, daß andere Behauptungen,
wie ſie auch ſchon durch die Preſſe gingen, der Berechtigung entbehren.
Nach außen bedeutet die neue Situation, d. h. die Exiſtenz des
Einheitsverbandes, keine Aenderung der Marſchroute, ſondern lediglich
die Innehaltung der loyalen Einſtellung zu den anderen Verbänden,
wie ſie im Raiffeiſen=Verband Ludwigshafen von jeher Tradition iſt.
In dieſer Haltung glaubt man der einen oder anderen ſich eventuell
ergebenden Schwierigkeiten vom Wirtſchaftlichen her mit anderen
Ver=
bänden begegnen zu können und zugleich die Möglichkeit weiteren
ver=
einten Zuſammengehens in ſeitheriger Form nach dem Geſetz geiſtiger
Wahlverwandtſchaft zu haben.
Anſchließend ſprach Herr Generalſekretär Dr. Rohr über
Ver=
band und ſeine Genoſſenſchaften. Daraus, ging hervor, daß die
Raiff=
eiſengenoſſenſchaften in Starkenburg eine erfreuliche Entwicklung im von
letzten Jahr genommen haben. Die Spareinlagen ſind in dieſem Jahr
um beinahe eine Million RM. geſtiegen, die Umſätze haben ſich
geſtei=
gert und auch die Mitgliederzahl hat zugenommen.
Herr Direktor Weller, ſprach über die Aufgaben der Raiffeiſen=
Verbandskaſſe in Gegenwart und Zukunft.
Die Ausführungen, insbeſondere des Herrn Verbandsvorſitzenden
Dr. Nolden, fanden einmütige Zuſtimmung und ſtärkſten Beifall. —
An der Ausſprache beteiligten ſich die Herren Stadtpfarrer Blums
Gernsheim, Bonifer=Jügesheim, Bürgermeiſter Wagner von
Urberach, Pfarrer Zöller=Oberroden, Oberlandwirtſchaftsrat Dr.
Schül=Heppenheim, Lehr=Dietzenbach, Plößer=Nieder=Beerbach.
Immer wieder kam das ſtarke Gefühl der Zuſammengehörigkeit
und des Verbundenſeins mit dem Raiffeiſenverband Ludwigshafen zum
Ausdruck.
I.. Dreieichenhain, 22. Febr. Kommunale
Angelegen=
heiten. Dem Antrag der Freiwilligen Feuerwehr um Bereitſtellung
einer Summe für die Feuerwehrzeitung, die jedem einzelnen zugeſtellt
werden ſoll, kann der Gemeinderat aus finanziellen Gründen nicht
zu=
ſtimmen. Für die Herſtellung eines Sportplatzes mit Laufbahn wird
zurzeit ein Voranſchlag von dem Hochbauamt Offenbach aufgeſtellt. Au
einem in kurzer Zeit vorzunehmenden Umbau in der Fahrgaſſe ſoll ein
Hausanſchluß der Waſſerleitung beſeitigt werden. Der Gemeinderat
beſchließt, daß die Koſten für die Erſtellung dieſes Hausanſchluſſes von
der Geſuchsſtellerin getragen werden.
In. Altheim, 22. Febr. Ueber den Kraftfahrzeugverkehr in hieſiger
Gemeinde iſt folgende Polizeiverordnung erlaſſen worden: 1. Für
Laſt=
kraftwagen, die nicht mit Luftreifen verſehen ſind, für Zugmaſchinen
ohne eigenen Güterladeraum, für ſämtliche Laſtkraftwagen mit mehr
als 5,5 Tonnen Geſamtgewicht ſowie für Kraftfahrzeuge, die Anhänger
mitführen, beträgt die höchſtzuläſſige Fahrgeſchwindigkeit innerhalb des
geſchloſſenen Ortsteils der Gemeinde Altheim auf der Hauptſtraße und
der Richerſtraße 16 Kilometer in der Stunde.
* Unter=Seusbach i. O., 22. Febr. Frau Eliſabethe Helm Witwe.
geb. Holzſchuh, begeht heute in geiſtiger und körperlicher Friſche, im
Kreiſe ihrer Kinder und Enkelkinder ihren 80. Geburtstag.
* Fürth i. O., 22. Febr. Am nächſten Dienstag, abends 8 Uhr,
veranſtaltet die Evangeliſche Gemeinde in der Kirche einen
Gemeinde=
abend, bei dem Herr Pfarrvikar Wagner=Frantfurt a. M. einen
Licht=
bildervortrag über das Thema halten wird „Reiſeeindrücke aus England.
Engliſches Weſen und engliſche Frömmigkeit”
* Fränkiſch=Crumbach, 22. Febr. Der hieſige Geflügelzuchtverein
hält Faſtnacht, den 2. März, im Saale „Zur Traube” ſeinen
Masken=
ball ab. Große Vorbereitungen ſind in vollem Gange.
49. Brensbach, 22. Febr. Gemeinderatsſitzung. Der
An=
trag der Freiwilligen Feuerwehr um Beſchaffung noch fehlender
Aus=
rüſtungsgegenſtände wird mit Ausnahme der Anſchaffung einer
fahr=
bahren Schiebleiter, genehmigt. Die Koſtenrechnungen der Erweiterung
der Waſſerleitung, Erfaſſung von drei Quellen und Zuleitung zur Alten
Quellenkammer, belaufen ſich auf 8700 Mark und wverden 7000 Mark
durch Anleihe und der Reſt durch den beſtehenden Reſervefonds gedeckt.
Das Waſſergeld wird ab 1. 10. 1929 auf 20 Pfennig pro Kubikmeter
er=
höht und der Jahresmindeſtſatz auf 6,50 RM. feſtgeſetzt. Die
Waſſer=
leitungsſchuld beträgt mit der aufgewerteten alten Schuld rund 12000
RM. und werden jährlich 1000 RM. aus den Einnahmen aus Waſſer
zur Tilgung verwendet, ſo daß die Schuld bis 1941 beglichen iſt. Das
Liquidationsverzeichnis der 1928er Gemeinderechnung wird genehmigt.
Weiter wird beſchloſſen, beim Miniſterium vorſtellig zu werden und
Antrag auf Wiedererrichtung der 3. Schulklaſſe, die vor einigen Jahren
abgebaut wurde zu ſtellen.
* Billings i. O., 22. Febr. Die Eheleute Conrad Erbeldingen und
Frau Eliſabethe, geb. Fiſcher, feiern am 23. Februar das Feſt der
Goldenen Hochzeit.
b. Erbach, 22. Febr. Unglücksfall. Im nahen Elsbach ſtieß
das 2½ Jahre alte Kind des Waldarbeiters Johann Heckmann einen
mit kochendem Waſſer gefüllten Eimer um, deſſen Inhalt ſich über das
bedauernswerte Kind ergoß und es fürchterlich verbrühte. Das Kind iſt
ſeinen Verletzungen erlegen. — Gemeinderatsſitzung. Am
Dienstag, den 25. Februar, findet im Rathausſaale eine öffentliche
Ge=
meinderatsſitzung ſtatt. — Handball. Im Freundſchaftsſpiel ſtehen
ſich morgen die zweite Mannſchaft des T.V. Erbach und die erſte
Mann=
ſchaft des T.V. Ober=Ramſtadt gegenüber.
Bb. Bensheim, 22. Febr. Auf Veranlaſſung durch die hieſige
Fort=
ſchrittliche Arbeitsgemeinſchaft ſprach Herr Landtagsabgeordneter Dr.
Leuchtgens in einer großen, ſtark beſuchten Volksverſammlung über das
Thema: „Heſſens Finanznot, wie ſie kam und wie ſie behoben werden
ſoll‟. Er entwickelte dabei die urſächlichen Beziehungen der beſtehenden
Finanzmiſere und verbreitete ſich über die herrſchende Defizitwirtſchaft
und alle damit zuſammenhängenden Fragen, über die von der
Regie=
rung vorgeſchlagenen angeblichen Sparmaßnahmen, die Art der
bezweck=
ten Einnahmeerhöhungen u. a. m., denen er gegenüber die von ihm
vor=
geſchlagenen Wege zur wirklichen Einſparung größerer Beträge
vor=
zeichnete. In der folgenden Diskuſſion ſprachen neben dem
Verſamm=
lungsleiter die Herren Landtagsabgeordneten Glaſer=Nordheim und
Schneidermeiſter Theis=Bensheim. Herr Leuchtgens gab in ſeinem
Schlußwort auf Anregung einer anweſenden Dame Aufſchluß über die
Bezüge und Vergünſtigungen der Landtagsabgeordneten. — Geſtern
ver=
ſtarb im nahegelegenen Lautertalorte Wilmshauſen der Großinduſtrielle
Herr Pappenfabrikant Georg Friedrich Brücher im Alter von 81
Jahren. Aus kleinen Anfängen heraus hat der Verblichene das Werk
zu einem ſolchen von Weltruf zu heben verſtanden, deſſen Spezialität
die Herſtellung jener zähen und feſten Pappen umfaßt, die heute
alleut=
halben als Erſatz der Vulkanfiber zur Fabrikation der eleganten und
handlichen Reiſekoffer dienen. Herr Brücher war ſeinen Angeſtellten
und Arbeitern von jeher ein väterlicher Freund. Lange Jahre war er
Mitglied des Kreistags und des Gemeinderats ſeines Heimatsortes. Den
Krieg von 1870/71 hatte der Verſtorbene mitgemacht, wobei er bei
Gravelotte verwundet wurde. An ſeiner Bahre trauern zehn Kinder,
ein Sohn wurde ihm durch einen Unglücksfall entriſſen. Seiner
Ini=
tiative iſt der Bau einer Waſſerleitung in ſeiner Gemeinde zu verdanten
und auch ſonſt war ſein Wirken im Intereſſe der Heimat ein
vorbild=
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Nummer 54
Sonntag, den 23. Februar 1930
Seite 7
Zweite Jahresſitzung der Heſſiſchen Induſtrie=
und Bandelsrannnei Sarmſtaok
am 18. Februar 1930.
Vor Beginn der Vollverſammlung nahmen die Mitglieder Ver= warnen, eine Vereinheitlichung der Ferien vorzunehmen, da dieſe nur
anlaſſung, die zur Zeit im Umbau befindlichen Räume des von der nach den beſonderen örtlichen Verhältniſſen bemeſſen werden können,
Kammer angekauften Gebäudes einer Beſichtigung zu unterziehen. bei ihrer Feſtſetzung auch auf das Intereſſe der am Fremdenverkehr
Nach Eintritt in die Verhandlungen wurde zunächſt Bericht über intereſſierten Kreiſe gebührend Rückſicht genommen werden muß.
die Geſchäftsführung für die Zeit ſeit der letzten Sitzung erſtattet.
Hier=
nach war die Kammer u. a. bei einer Tagung des Wirtſchafts= ſitzung des Deutſchen Induſtrie= und Handelstages
ausſchuſſes für die beſetzten Gebiete in Wiesbaden ver= in Berlin erſtattet. Die dort behandelten Themen umfaßten
zu=
treten, wo die Frage des weiteren Beſtehens des Wirtſchaftsausſchuſſes, „nächſt Weſen und Arbeit der Deutſchen Induſtrie= und
Handelskam=
ſowie über den Sitz von deſſen Geſchäftsführung und die Art, wie in mern, wobei zeitgemäße Anregungen für den Ausbau des deutſchen
Bukunft die geſetzlichen Berufsvertretungen in dem Wirtſchaftsausſchuß Handelskammerweſens gegeben wurden. Von beſonderer Bedeutung
vertreten ſein follen, beraten wurde. Zunächſt wird, wie bisher, die war eine eingehende Behandlung des Bevölkerungsproblems
Induſtrie= und Handelskammer Koblenz die Geſchäfte des Wirt= von berufener Seite im Hinblick auf die weitere Geſtaltung der
deut=
ſchaftsausſchuſſes fortführen. — Weiter hat die Kammer durch einen ſchen Volkswirtſchaft. Die zu erwartende Umſchichtung der Bevölke=
Vertreter an der informatoriſchen Beſprechung im Stadthaus über die rung durch den Geburtenrückgang, die in den nächſten Jahren eine
geplante Lehrausſtellung „Technik im Heim” teilgenom= ſtarke Wandlung im Altersaufbau der Bevölkerung zuungunſten der
men. Dieſe Ausſtellung wird von dem Verein Deutſcher Ingenieure, im produktiven Arbeitsalter ſtehenden Schichten mit ſich bringt, bietet
und anderen Stellen getragen werden. Die Ausſtellung ſoll in erſter zu Beſorgniſſen Anlaß. Es iſt dringend notwendig, dieſem überaus
Reihe Lehr= und Anſchauungszwecken zur Durchführung der Nationali= ernſten Problem rechtzeitig die gebührende Aufmerkſamkeit zu widmen.
ſierung der einzelnen Haushalte dienen. Am 26. Februar d. J., 5 Uhr, — Neben der Behandlung des Problems der Aktienrechtsform
wird im Gartenſaal des Städtiſchen Saalbaues zu Darmſtadt ein Vor= wurde von ſachverſtändiger Seite über die wichtigſten Fragen der
Re=
trag von Diplom=Ingenieur Biberger vom Verein Deutſcher Ingenieure parations=Verhandlungen berichtet, aus denen erſichtlich
ſtattfinden, der Intereſſenten die Möglichkeit näherer Aufklärung bieten war, auf welch’ außerordentliche Schwierigkeiten die deutſchen
Unter=
wird.
In einer Kommiſſionsſitzung der Heſſiſchen Induſtrie= und
Han=
delskammern iſt die Frage der Neuordnung des gericht= wärtige Lage der Finanz= und Steuerreform ein
eingehen=
lichen Vergleichsverfahrens weiterverfolgt worden mit der Bericht erſtattet. Hierbei wurde ein ueberblick über den
der=
dem Ergebnis, daß die Vergleichsordnung zur Zeit noch nicht entbehrt zeitigen unerfreulichen Stand der Reichsfinanzen und die Kaſſenlage
1werden kann, daß aber in verſchiedenen wichtigen Punkten Aenderungen gegeben. Weiterhin wurde die vorausſichtliche Geſtaltung des
Reichshaus=
dringend notwendig erſcheinen. Insbeſondere ſoll die Mindeſtquote haltsplans für das Rechnungsjahr 1930/31 dargelegt, und im Anſchluß
von bisher 30 auf 50 Prozent erhöht werden. Ebenſo wurde eine hieran über die verſchiedenen Pläne berichtet, die zur Deckung des er=
Reihe weiterer Aenderungen in Vorſchlag gebracht, die eine mißbräuch= heblichen Fehlbetrages in Vorſchlag gebracht worden ſind. Als
unerläß=
liche Benutzung” der Möglichkeiten der Vergleichsordnung unterbinden lich wurde anerkannt, daß ein Ausgleich des neuen Haushaltsplanes
ſollen. — Weiterhin war hier zu dem von der Reichsregierung vor= zunächſt durch ſtarke Abſtriche an den vorgeſehenen Ausgaben
vor=
gelegten Entwurf zur Aenderung der Handwerksnovelle Stel= genommen wird. Eine Abdeckung der erheblichen ſchwebenden
kurz=
lung zu nehmen, der eine ungerechtfertigte einſeitige Bevorzugung der / friſtigen Schulden des Reiches muß in der Art erfolgen, daß eine
Ge=
handwerklichen Organiſationen darſtellt und deshalb abgelehnt werden ſundung der gegenwärtigen wirtſchaftlichen Verhältniſſe nicht noch
mußte.
Eine Vertreterbeſprechung der Heſſiſchen Induſtrie= und Handels= belaſtungen vermieden bleiben können. Weſentlich wird dies davon
ab=
kammern befaßte ſich mit der Frage der Rückzahlung der Auf= hängig ſein, inwieweit es gelingt, eine Entlaſtung des Reichshaushalts
wertungsſchulden am 1. Januar 1932. Eine geſetzliche von den Zuſchüſſen zur Erwerbsloſenverſicherung herbeizuführen. Die
Regelung wird zur Vermeidung von Schwierigkeiten zu dieſem Termin Geſundung der Verhältniſſe auf dieſem Gebiete iſt eine der
Haupt=
zvar für geboten erachtet; unter keinen Umſtänden darf indeſſen ein vorausſetzungen für die Wiederherſtellung des Gleichgewichts im
Reichs=
allgemeines Moratorium in Frage kommen. Auch auf dieſem Gebiet haushalt. Vor allen Dingen darf aber nicht die in dem Dezember=
1iſt es notwendig, das freie Spiel der Kräfte wiederherzuſtellen derart, Programm der Reichsregierung zugeſagte Senkung insbeſondere der
daß das rechtliche Verhältnis zwiſchen Gläubiger und Schuldner grund= Realſteuern aus dem Auge verloren werden. Nur durch eine Geſundung
ſätzlich der privatrechtlichen Vereinbarung zwiſchen den Parteien unter= der wirtſchaftlichen Verhältniſſe in Geſtalt der Ermöglichung der
Bil=
liegt. — Hinſichtlich der vielfach geforderten Veröffentlichung dung von Betriebskapital und damit der Schaffung neuer
Arbeits=
lder Schuldnerverzeichnifſe durch die Induſtrie= möglichkeiten wird eine Ueberwindung der gegenwärtigen ſchwierigen
ſund Handelskammern beſteht auch in den Kreiſen der heſſi= Lage auf dem Gebiete des Arbeitsmarktes möglich ſein.
ſchen Wirtſchaft der dringende Wunſch, daß durch entſprechende
An=
lordnungen der heſſiſchen Juſtizverwaltung das in anderen Ländern lofe kaufmänniſche Angeſtellte eine beſondere Ge
mit gutem Erfolg angewandte Verfahren einer periodiſchen Veröffent= ſchäftsſtenographenprüfung veranſtaltet, um den Prüf=
Uſchung auch in Heſſen ermöglicht wird. — Den Beſtrebungen nach lingen durch den Erwerb des Prüfungszeugniſſes das Fortkommen zu
Verlegung des Schuljahrbeginns in den Herbſt und erleichtern. An der Prüfung haben 31 Prüflinge teilgenommen, von
leiner gleichmäßigen Geſtaltung der Ferien in ganz denen leider nur fünf den üblicherweiſe an Geſchäftsſtenographen zu
Zeutſchland ſtehen aus den verſchiedenſten Gründen lebhafte Bedenken ſtellenden Anforderungen genügten. Bemerkenswert iſt, daß dieſe fünf
ertgegen. An dem Schuljahrbeginn zu Oſtern muß vom Standpunkte, erfolgreichen Teilnehmer an der Prüfung bereits wieder Anſtellung
1dr Wirtſchaft aus feſtgehalten werden. Gleichzeitig iſt davor zu gefunden haben.
Ein eingehender Bericht wurde über die
Hauptausſchuß=
händler bei der Vertretung des deutſchen Standpunktes ſtießen.
In einem weiteren Punkt der Tagesordnung wurde über die
gegen=
mehr erſchwert wird, ſo daß neue, die Wirtſchaft drückende Steuer=
Auf Wunſch des Arbeitsamtes Darmſtadt wurde, für erwerbs=
i. Von der Bergſtraße, 22. Febr. Feſtnahme eines
Be=
ügers. Durch die Gendarmerie in Weinheim wurde ein junger
Mann, 21 Jahre alt, Sohn eines dort wohnhaften Kaufmannes, wegen
oß angelegter Betrügereien feſtgenommen. In Tagesblättern im
Ge=
iete des badiſchen und ſchwäbiſchen Schwarzwaldes erließ der Betrüger
lönſerate mit dem Geſuche um eine Pflegeſtelle für ein Kind. Da er
abei das verlockende Angebot von 3000 Mark einmaliger und 30 Mark
prtlaufender monatlicher Zahlung machte, ſo gingen Tauſende von
An=
zeboten ein, darunter 1200 Offerten von einer einzigen großen Zeitung.
dem Aufgeber der Inſerate war es lediglich darum zu tun, für die
an=
ebliche Einholung von Auskünften über die Zuverläſſigkeit der
Be=
verber 3 Mark und außerdem Speſen für Porto und ſonſtige Auslagen
u erſchwindeln. Der Schwindel wurde dadurch aufgedeckt, daß eine
frau ſich perſönlich in Weinheim nach den Verhältniſſen des „
Pflege=
indes” erkundigen kam und die Behörde verſtändigte, bei der übrigens
uch ſchon brieflich Anfragen von auswärts in dieſer Sache eingegangen
ſaven. Man muß ſich allerdings darüber wundern, daß ſoviele
Per=
lonen auf den plumpen Trick hereingefallen waren. Ganze Pakete von
Offerten wurden bei der Feſtnahme bei dem Schwindler vorgefunden,
Gieſer wurde dem Bezirksgefängnis in Mannheim in
Unterſuchungs=
lart eingeliefert. — Verſchiedenes. Als Täter der gemeldeten
Einbrüche in Jagdhütten bei Sulzbach und bei Weinheim wurden
lon der Weinheimer Gendarmerie zwei junge Burſchen aus
Heddes=
eim ermittelt, die ſich in Haft befinden. — Der Bezirksrat Weinheim
erehmigte den Gemeindevoranſchlag von Straßenheim für das Jahr
B0. — Das Sommertagskomitee des Gemeinnützigen Vereins
Wein=
eim beſchloß, bei dem Sommertagszuge am Sonntag Lätare, den 30.
März, die ſchönſten Feſtgruppen außer mit Geldpreiſen noch mit je einer
bronzenen Ehrenplakette zu prämiieren. Der Vorſitz des Preisgerichts
wurde dem Rektor Falk übertragen. Aus dem Odenwalde und von der
Bergſtraße iſt zahlreiche Beteiligung am Feſtzuge zugeſagt. Der
Ver=
ein „Alt=Weinheim” ſtellt eine Reitergruppe in Odenwälder
Original=
trachten.
Cp. Worfelden, 22. Febr. Einbruchsdiebſtahl. Ein
unbe=
kannter Dieb brach hier in einem Hauſe in der Neuſtraße ein. Er drang
bis zur Küche vor und ſtahl verſchiedene Lebensmittel. — Auch im
be=
nachbarten Gräfenhauſen brach ein Unbekannter ein und ſtahl aus
dem Keller eines Hauſes mehrere Flaſchen Wein.
K. Zellhauſen, 22. Febr. Die Zentralſtelle für Volkswohlfahrt
Darmſtadt hielt einen Belehrungsabend mit Lichtbildern ab. Der
Bürgermeiſter begrüßte den Referenten, Herrn Avemarie=Darmſtadt,
ſo=
wie die zahlreich erſchienenen Zuhörer, die den Saal bis zum letzten
Platz füllten. Der Geſangverein Liederkranz ſang zur Begrüßung einen
Chor, worauf dann die Muſikabteilung des Jünglingsvereins einen
flotten Marſch ſpielte. Herr Avemarie verbreitete ſich eingehend über
Gefundheits= und Fürſorgeweſen in dem heutigen Staat. Der zweite
Teil brachte dann die Illuſtrierung des Vortrages, wobei auch die
ver=
breitetſten Volkskrankheiten und ihre Verhütung den Zuhörern erläutert
wurden. Am Schluſſe der Ausführungen ſpendeten die Zuhörer dem
Redner reichen Beifall. Anſchließend ſang der Geſangverein Harmonie
einen Chor und den Schlußmarſch ſpielte die eingangs erwähnte
Kapelle. Der Bürgermeiſter dankte in ſeinem Schlußwort dem Herrn
Referenten für ſeine belehrenden Worte und ſprach die Hoffnung aus,
daß ſie der Gemeinde zum Segen gereichen möchten.
Verſuchter Raubüberfall auf der Skraße
Bütkelborn-Darmſtadt.
E Auf der Provinzialſtraße Büttelborn—Darmſtadt, zwiſchen
der Eiſenbahnlinie Griesheim-Darmſtadt und der Chauſſee
Griesheim-Darmſtadt, wurden in der Nacht vom 21. zum
22. Februar 1930 gegen 23 Uhr zwei Raubüberfälle verſucht.
Die Inſaſſen zweier Perſonenkraftwagen haben feſtgeſtellt, daß
ihnen auf größere Entfernung Zeichen zum Anhalten gegeben
wurden. Sie haben hierauf die Fahrgeſchwindigkeit
verlang=
ſamt und dann plötzlich wahrgenommen, daß von den
betreffen=
den Männern auf ſie geſchoſſen wird. Daraufhin ſind beide
Fah=
rer mit Vollgas in der Richtung Darmſtadt weitergefahren.
Beide Fahrer, die die betreffende Stelle mit einem
Zeitunter=
ſchied von einer Viertelſtunde paſſiert haben, haben
übereinſtim=
mend erklärt, daß ſich es bei den Tätern um zwei bis drei
Mannsperſonen gehandelt habe, von denen der eine 1,75 bis 1,80
Meter groß und 22 bis 25 Jahre alt geweſen ſei. Sie haben
weiter erklärt, daß mehrere Schüſſe auf ihre Fahrzeuge
abge=
feuert wurden. Nach den kriminalpolizeilichen Feſtſtellungen
ſind die Angaben der Inſaſſen der beiden Fahrzeuge in allen
Teilen richtig. An Ort und Stelle wurden noch eine Anzahl
Hülſen der abgefeuerten Patronen vorgefunden. Ebenfalls
Blei=
geſchoſſe, die von dem Aufſchlag plattgedrückt waren. Es handelt
ſich um 6 Millimeter=Geſchoſſe, die aus einem Flobert, aus einem
Langgewehr, wahrſcheinlich aber aus einem Revolver abgefeuert
worden ſind. Umfangreiche Ermittlungen hinſichtlich der Täter
ſind eingeleitet. Sachdienliche Anhaltspunkte bittet man
als=
bald bei der Kriminalpolizei Darmſtadt, Hügelſtraße 31/33,
Zimmer 3, mitzuteilen.
Dem Starkenburger Automobil=Club wird von einem der
Beteiligten, Herrn Peter Münſter, folgende Schilderung gegeben:
Geſtern, am 21. ds. Mts., fuhr ich mit meinem Wagen die
Strecke Mainz—Darmſtadt und hatte zwei befreundete Herren
bei mir. Etwa gegen 22.30 Uhr befand ich mich am
Bahnwärter=
haus der Eiſenbahnlinie Darmſtadt—Griesheim, um die
Gries=
heimer Chauſſee weiter zu fahren nach Darmſtadt. Nachdem ich
etwa ein Drittel dieſer Strecke zurückgelegt hatte, ſahen wir in
einigen Hundert Metern Entfernung zwei Männer mitten auf
der Straße ſtehen, die anſcheinend durch lebhaſtes Winken uns
zum Halten veranlaſſen wollten. Da ich mich des Nachts nie
anhalten laſſe und auch Verdacht ſchöpfte, gab ich ſofort mehr
Gas und fuhr in ſchnellem Tempo auf die beiden Perſonen los.
Kurz bevor ich heran war, ſprangen dieſelben nach links und
rechts und gaben wie auf Kommando je einen Schuß auf den
Wagen ab. Knall und Feuer wurden von uns Dreien bemerkt.
Ob es ſcharfe oder nur Schreckſchüſſe waren, bleibt im Zweifel.
Uns war ſchon in der Ferne ein Blinken an den Perſonen
auf=
gefallen. Mir machte es den Eindruck, als ob die Männer hohe
Stiefel mit Lackſchäften trugen und dieſe das Blinken
hervor=
riefen. Wenn dies zutrifft, ließ das den Verdacht zu, daß es ſich
um franzöſiſche Soldaten (2) handelt. Den Vorfall
meldere ich ſofort bei der Polizeiwache am Darmſtädter
Haupt=
bahnhof, die das Ueberfallkommando ſofort benachrichtigte. Ob
und was von dieſem unternommen wurde, iſt mir nicht bekannt.
Ich teile den Vorfall den Herren Clubmitgliedern mit als
War=
nung, ſich beſonders des Nachts mit ihrem Wagen nicht anhalten
zu laſſen, da immer mit einem Ueberfall gerechnet werden muß.
P.S. Soeben wurde mir gemeldet, daß einem Herrn Dr. Bolte
von hier etwa eine Stunde ſpäter dasſelbe paſſierte und es nicht
zwei, ſondern drei Mämer waren. Auch wurden
Patronen=
hülſen an der betreffenden Stelle gefunden.
m. Aus dem Lande, 22. Febr. Landwirtſchaftliches. Die
Landwirtſchaftskammer bringt in den kommenden Tagen Vorträge für
Starkenburg an 2 Orten, für Oberheſſen an 3 Orten, für Rheinheſſen
an 4 Orten. Außerdem halten Vorträge, das Landwirtſchaftsamt
Darm=
ſtadt an 3 Orten, das Landwirtſchaftsamt Nidda an 1 Ort, das
Land=
wirtſchaftsamt Mainz an 2 Orten, das Landwirtſchaftsamt Gau=
Alges=
heim an 4 Orten, das Landwirtſchaftsamt Sprendlingen (Rheinh.) an
4 Orten. — Auszeichnung. Die Ehrenurkunde der
Landwirtſchafts=
kammer erhielt der Obſt= und Gartenbauverein Fränkiſch=Crumbach aus
Anlaß ſeines 40jährigen Beſtehens, aus demſelben Anlaß wurden die
Herren Trinkaus, Reubel und Steiger auf dieſelbe Art ausgezeichnet.
— Wafſerſtandsnachrichten vom 22. Februar 1930. Rhein:
Hii=
ningen 0,23, Kehl 1,47, Maxau 3,24, Mannheim 1,93, Mainz minus 15,
Bingen 103, Kaub 1,09, Köln 0,94 Meter. Main: Schweinfurt 0,61,
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Staatspegel minus 0,58, do. Waſſertiefe 1,40, do. Fahrtiefe 1,10 Meter.
— Hirſchhorn, 22. Febr. Waſſerſtand des Neckars am
21. Februar 0,74 Meter, am 22. Februar 0,72 Meter.
TV2760
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Sonntag, den 23. Februar 1930
Nummer 54
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Ihre Verlobung beehren ſich anzuzeigen
Mariechen Hugenſchütz
Johann Schamber
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23. Februar 1930.
Weiterſiadt b. D.
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Rudolf Krause
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geb. Schmitt
geben ihre Vermählung bekannt.
Darmstadt, den 22. Februar 1930.
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Am 16. ds. Mts. wurde mein lieber Mann,
unſer guter Vater, Schwiegervater und
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vater
Heintich Miebiat
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von ſeinein Teiden erlöſt.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabeih Nicolai.
Darmſtadt, den 22. Februar 1930.
Viktorſaſiraße 65.
Die Beerdigung fand in aller Stille ſtatt.
Stakk jeder beſonderen Anzeige.
Heute entſchief ſanft nach kurzem, ſchwerem
Krankſein mein innigſtgeliebter Gatte, unſer
treu=
ſorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel
Heit einn Met
im 58. Lebensjahr.
Die tieftrauernden
Hinter=
bliebenen.
In deren Namen:
Frieda Metz, geb. Schäfer.
Im Sinne des Entſchlafenen findet die Beiſetzung
in aller Stille ſtatt.
Eberſtadt b. Darmſtadt, den 22. Februar 1930.
Mühlthalſtraße 25.
Dantfagung.
Für die herzliche Teilnahme beim Heimgange
unſeres lieben Entſchlafenen ſagen wir auf dieſem
Wege Allen aufrichtigen Dank. Insbeſondere
dan=
ken wir Herrn Pfarrer Rückert für die troſtreichen
Worte, der Vereinigung früherer Leibgardiſten und
dem Fahrbeamten=Verein Darmſtadt=Kranichſtein für
die gute Beteiligung, Anſprache und
Kranznieder=
legung, weiter dem Stammtiſch Montag und allen,
die dem Entſchlafenen die letzte Ehre erwieſen haben.
Frau Luiſe Bolz, geb. Kropp.
Familie Wilheim Volz.
Ludezig Volz.
„ Friedtich Bolz.
Moxkus Jais=Olivera.
Stat Korten.
Dina Polak.
Hans Barnaß
Verlobte
Adelebſen
Darmſtadt
b. Göttingen
Friedrichſtr. 18
Empfang in Darmſiadt: 8. u. 9. März.
Am =26. Februar begehen die
Eheleute Joh. Peter Buchler
und Frau Sophie, Margarete,
geb. Eiſenhauer, Brensbach,
das Feſt der (3268
Silbernen Hochzeit.
Anläßlich unſerer
Goldenen Hochzeit
allen Verwandten, Freunden und
Be=
kannten für die überaus zahlreichen
Gratulationen und Blumen penden,
ſowie dem hieſigen Militärverein unter
Vorantritt des Muſikvereins
Wix=
hauſen, ferner dem löbl. Frauenverein
für die ſchönen Geſchenke unſeren
herzlichen Dank.
get
Wixhauſen, 22. Februar 1930.
Phllipp Hellig und Frau
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Anteilnahme an dem uns betroffenen
unerſetzlichen Verluſt unſerer
ge=
liebten Mutter und Großmutter
Frau
Louiſe Metzger Wwe.
geb. Brüchmann
ſagen wir hiermit unſeren
herz=
lichſten Dank. Beſonderer Dank dem
Herrn Pfarrer Vogel für die
troſt=
reichen Worte am Grabe, ſowie den
Gemeindeſchweſtern, für die
liebe=
volle, aufopfernde Pflege.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
In deren Namen:
Gretel Schäfer, geb. Metzger.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute entſchlief ſanft mein lieber Gatte, unſer gütiger Vater, Schwiegervater,
Bruder, Großvater Urgroßvater, Schwager und Onkel
Herr Geheimer Poſtrat Emil Henrich
Poſidirektor a. D.
im 84. Lebensjahre.
Darmſtadt, Martinſtraße 13, den 21. Februar 1930.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Emma Henricy, geb. Schmitt
Otto Burgdorff Poſidirektor a. D. u. Familie, Braunſchweig
C. Friſchmann u. Familie, Darmſtadt, Heidenreichſtr. 1
A. Ober u. Familie, Darmſtadt, Rheinſiraße 39.
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Die Beerdigung findet am Montag, den 24. Februar, vorm. 11 Uhr auf dem alten Friedhof
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Nummer 54
Sonntag, den 23. Februar 1930
Seite 9
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Vom ſüddeutſchen Produkkenmarkk.
Die Tendenz in der abgelaufenen Berichtswoche war an allen
internationalen Getreidemärkten flau. Die nach Europa
herübergebrach=
ten Offerten brachten faſt täglich merkliche Preisermäßigungen. Trotz
billiger Preiſe hat ſich immer noch wenig Geſchäft entwickelt. An den
ſüddeutſchen Produktenmärkten war die Stimmung in Anlehnung an
die Auslandsvorgänge ſehr ruhig, und ſowohl Handel wie Mühlen
haben ſich luſtlos erwieſen. Auslandsweizen, der gegen die Vorwoche
1 RM. im Preiſe niedriger liegt, fand nur in kleinſtem Maße Aufnahme
und auch Inlandsweizen hatte bei der allgemeinen Zurückhaltung der
Mühlen faſt kein Intereſſe. Für Inlandsweizen liegen die Preiſe
nied=
riger als in der Vorwoche. Wiederum ſehr ruhig und nahezu
geſchäfts=
los lag auch Inlandsroggen. Die in Frage kommenden Mühlen
er=
wieſen ſich als nicht aufnahmefähig und die Preiſe gingen eine
Kleinig=
keit zurück. Der Weizenmehlmarkt verlief analog dem des Weizenmarktes
ſehr ruhig. Die Konventionsmühlen ermäßigten ihre Forderungen
noch=
mals um 0,25 RM. je 100 Kg. und dieſe halten ſich heute auf 38,75 ab
Mühlen. Sehr ſchwierig war auch der Abſatz in Roggenmehlen, die
ins=
beſondere für kurzfällige Lieferfriſten dringend angeboten waren, jedoch
kaum Abnahme fanden. Auch hier gaben die Preiſe nach. Weizen inl.
26, ausl. 28—32, Roggen inl. 17,75, Weizenmehl Spezial Null 38,75,
Roggenmehl ſüddeutſch 27,50—28,50, nordd. 25—26. Unverändert ſtill
lag der Braugerſtemarkt bei ſehr kleinem Geſchäft. Die Preiſe waren
hier unverändert. Futtergerſte hat ebenfalls ruhiges Geſchäft und
zeigte etwas ermäßigte Preiſe. Still blieb auch wieder Hafer. Die
Forderungen blieben teils unverändert, teils eine Kleinigkeit ermäßigt.
Mais, der international ſehr ſchwach liegt, hatte ſehr ruhiges Geſchäft
und die Preiſe erfuhren auch hier ſtärkere Ermäßigung. Braugerſte
je nach Qualität und Herkunft 18,5—20,5, Futtergerſte 15—16, Hafer
inl. 15,75—16,50, Mais mit Sack 15,75—16. Der Futtermittelmarkt blieb
in bezug auf Abnahme in beſcheidenen Grenzen. Die Preiſe gaben
je=
doch nicht nach und liegen teilweiſe ſogar eine Kleinigkeit höher. Die
Tendenz iſt als ſtetig zu bezeichnen. Mühlennachprodukte ſind etwas
be=
lebter, Sohaſchrot etwas teurer. Die übrigen Preiſe blieben
unver=
ändert. Angeboten iſt Weizennachmehl 11,75—11,75, Futtermehl 8,5 bis
8,75, Weizenkleie fein 7,55—8, grob 8,5—8,75, Roggenkleie 8,5—9,
Erd=
nußkuchen 15,5—15,75, Rapskuchen 17,25—17,5, Soyaſchrot 15—15,25
Biertreber 12—12,25, Malzkeime 11,5—12. Trockenſchnitzel 9,25—9,5.
Mainzer Produktenbericht vom 21. Februar.
Großhandelseinſtands=
preiſe per 100 Kilo loko Mainz: Weizen 25,50—26, Roggen 17—17,50,
Hafer 15—15,25, Braugerſte 18—19, ſüdd. Weizenmohl, Spezial Null
39,15, Roggenmehl 01 26—27, Weizenkleie, fein 8,25, dto. grob 9,50
Roggenkleie 9,50, Plata=Mais 15,75, Cing.=Mais 19, Malzkeime mit
Sack 13—14, Biertreber 11,75, Erdnußkuchen 15,50—16,50, Kokoskuchen
16—21, Palmkuchen 14,25—15,75, Rapskuchen 15,75—17, Kleeheu, loſe
11,50, dto geb. 12,50, Wieſenheu 10, Maſchinenſtroh 5—5,25,
Draht=
preßſtroh 5,60, weiße Bohnen 39—43,50. Tendenz: ruhig.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Marktlage: Trotz der etwas
kälteven Witterung konnte ſich das Geſchäft infolge der weiter
verſchlech=
terten Wirtſchaftslage und der teilweiſe recht ſtarken Neuproduktion
nicht beleben. Die Tendenz iſt flau. (Auslandseier unverzollt ab
Grenzſtation, Inlandseier ab Station.) Preiſe in Pf. per Stück:
Ita=
liener nicht am Markt, Bulgariſche 7—7,25, Jugoſlawiſche 6,75—7,
Ru=
mäniſche 6,75—7, Ruſſiſche nicht am Markt, Polniſche 6—6,50,
Chine=
fen nicht am Markt, Holländiſche 8—10,50, Däniſche 8—10,50, Belg.=
Flandriſche 9,50—9,75, Franzöſiſche 9—10,50, Schleſiſche 9,50—10,
Bahe=
riſche 8—9, Norddeutſche 9—10,25. Kühlhauseier 6—7 Pf.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Marktlage: Infolge des
ſchwachen Abſatzes gaben die Butterpreiſe allgemein etwas nach.
Aus=
landsbutter (holl. oder dän.) 1 Faß (50 Kg.) 2, ½ Faß 2,02 in
Halb=
pfundſtücken 2,05, deutſche Molkereibutter 1,05 Mark das Pfund im
Großhandelsverkehr.
Berliner Produktenbericht vom 22. Februar. Die geſtern von
Liver=
pool ausgegangene Befeſtigung des Weltmarktes, die ſich teilweiſe
be=
reits geſtern gegen Börſenſchluß hier ausgewirkt hätte, blieb auch heute
noch von maßgebendem Einfluß auf die Stimmung, wenn auch die
heutige ſtetige Liverpooler Eröffnungsmeldung eine gewiſſe
Enttäu=
ſchung brachte. Weizen iſt bei ziemlich knappem Inlandsangebot feſter
gehalten, die Mühlen, namentlich die rheiniſchen Mühlen, bewilligen
etwa zwei Mark höhere Preiſe, da mit einer erneuten Verlängerung
des 50prozentigen Vermahlungszwanges für Inlandsweizen gerechnet
wird. Am Lieferungsmarkt war die Märzſchicht auf Deckungskäufe um
2½ Mark befeſtigt, während die ſpäteren Liefermonate nur eine Mark
höher einſetzten. Das Roggenangebot in Waggonware iſt nach wie vor
reichlich, die Stützungsſtelle nimmt zu unveränderten Preiſen Material
auf, wahrſcheinlich jedoch ebenſo wie geſtern nur bei einer gewiſſen
Repartierung. Roggen am Lieferungsmarkt bei ruhigem Geſchäft leicht
befeſtigt. Das Mehlgeſchäft iſt ruhig, die von den Mühlen geforderten
Mehlpreiſe von etwa 25 Pfennig für Weizenmehle werden nur
verein=
zelt bewilligt. Hafer ruhig aber im Preiſe ziemlich behauptet. Gerſte
ſtill.
Vom Rohhäutemarkt. Das Geſchäft am Rohhäutemarkt verlief wie
bisher ruhig. Die Käufer blieben auch auf den letzten Verſteigerungen
bei der Abgabe ihrer Gebote äußerſt vorſichtig, weshalb ſich die Preiſe
für Großviehhäute ſowohl als für Kalbfelle, beſonders aber für
Schaf=
felle weiter nach unten bewegten.
Frankfurker und Berliner Effeklenbörſe.
Frankfurt a. M., 22. Februar.
Auch zum Wochenſchluß änderte ſich an der Geſchäftslage der Bör
kaum etwas. Infolge des anhaltenden Ordermangels und fehlender
Anregungen konnten zu Beginn des Marktes kaum Umſätze zuſtand
kommen. Die unklaren innerpolitiſchen Verhältniſſe und die unſichere
geſtrigen Auslandsbörſen mahnten allgemein zur Zurückhaltung. De
Geldmarkt war infolge des vorſtehenden Ultimos etwas angeſpannter
doch konnte hiervon keine Verſtimmung ausgehen, da im großen un
ganzen die Geldmarktverhältniſſe günſtig beurteilt werden. Infolge de
Geſchäftsloſigkeit verhielt ſich die Spekulation ſehr reſerviert und ſchri
vereinzelt zu Abgaben, ſo daß ſich bei eher ſchwächerer Tendenz zumei
kleine Abſchläge ergaben. Zu den erſten Kurſen waren kaum Noti
rungen zuſtande gekommen. Am Elektromaukt eröffneten Siemer
2 Prozent ſchwächer. A.E.G. waren wenig verändert. Am Chemi
markt gaben J. G. Farben 1 Prozent und Deutſche Erdöl 2½ Prozen
nach. Am Montanmarkt war die Umſatztätigkeit ebenfalls ſehr gerine
Nur für Ilſe Bergbau beſtand größeres Intereſſe. Dieſes Papier
wann auf höhere Dividendenſchätzungen 4 Prozent. Von Kaliaktie
konnten Aſchersleben 1 Prozent anziehen. Banken zumeiſt behaupte
Renten gaben überwiegend etwas nach.
Im Verlaufe konnte ſich die Tendenz etwas beſſern, ohne daß jedo
das Geſchäft lebhafter geworden wäre. Auf vereinzelte Rückdeckunge
ergaben ſich gegen Anfang zumeiſt Erholungen bis zu 1 Prozent, we
bei aber auch nur Spezialaktien im Vordergrunde des Intereſſes ſta
den. Am Geldmarkt wurde der Satz für Tagesgeld auf 6 Prozent e
mäßigt. Am Deviſenmarkt war die Mark leicht erholt. Mark geg
Dollar 4,1895, gegen Pfunde 20,3650, London-Kabel 4,8612½, — Par
124,28. — Mailand 92,85, — Madrid 39,50, — Schweiz 25,193
— Holland 12,12¾.
Berlin, 22. Februar.
Die heutige Sonntagsbörſe ſtand unter dem Zeichen einer fa
beiſpielloſen Geſchäftsſtille. Die ungeklärte politiſche Situation mahr
alle Kreiſe zu ſtärkſter Zurückhaltung. Bereits an der Vorbörſe w
ein Nachgeben des Kursniveaus vorauszuſehen, da die Arbeiterfeier
ſchichten bei der Reichsbahn verſtimmten und auf der anderen Sei
die feſte New Yorker Schußtendenz nur wenig Anzegung bieten konnte
Die Meldung, wonach Londoner Bankkreiſe mit einer weiteren Red
tion der Bankrate rechnen, wurde zunächſt ſkeptiſch aufgenommen. Die
ſtimmungsmäßigen Momente mußten aber völlig zurücktreten, da ein
Geſchäftsloſigkeit, die ſelbſt jahrzehntelange Beſucher nicht erlebt habe
den Verkehr lähmte. Es muß für den Außenſtehenden kaum glaubli
erſcheinen, daß zwanzig Minuten nach Börſeneröffnung eine große A
zahl namhafter Terminpapiere noch nicht zur erſten Notiz gebrack
waren. Im allgemeinen lag das Niveau 1—2 Prozent unter geſtrige
Schluß. Nach den erſten Kurſen war die Tendenz zunächſt uneinheitli
und teilweiſe weiter abbröckelnd. Später traten in Farben, Siemen=
Schuckert und einigen anderen Werten verſpätete kleine Kauſaufträg
ein, worauf dieſe Papiere ſich ca. 1 Prozent beſſern konnten.
Zuckererzeugung und =Verbrauch im Deutſchen Reich im Dezember.
Laut „Wirtſchaft und Statiſtik” ſind im Dezember 1929 22,6 Mill. Dz.
Zuckerrüben auf Zucker verarbeitet worden. 232 Fabriken hatten die
Rübenverarbeitung bis Dezember 1229 beendet; in 6 Fabriken ſollen
noch etwa 0,2 Mill. Dz. Rüben verarbeitet werden. Im Betriebsjahr
1929/30 iſt mit einer Rübenverarbeitung von insgeſamt 19,4 Mill. Dz.
zur Rübengewinnung zu rechnen gegenüber 114,8 Mill. Dz. im
Be=
triebsjahr 1928/29. Die Zunahme beträgt ſomit 4,6 Mill. Dz. — 3,9
Prozent. Die Zuckerausbeute ſtellt ſich im laufenden Betriebsjahr in
den Rübenzuckerfabriken bis einſchließlich Dezember 1929 auf 16,14
Proz=
gegen 15,78 Prozent im Vorjahr. In den Rübenſaftfabriken ſind vom
1. September bis Ende Dezember 1929 aus 453 804 Dz. Zuckerrüben
92 949 Dz. Rübenſäfte mit einem Reinheitsgrade von 70 bis 95 Prozent
gewonnen worden. — In den Stärkezuckerfabriken wurden vom 1.
Sep=
tember bis 31. Dezember insgeſamt 159 711 Dz. feuchte Kartoffelſtärke,
5345 Dz. trockene Kartoffelſtärke, 74 576 Dz. trockene Maisſtärke und
1321 Dz. andere zuckerhaltige Stoffe verarbeitet und daraus 18 926 Dz.
Stärkezücker in feſter Form, 168,595 Dz. Stärkezuckerſyrup, 9 295 Dz.
Zuckerfarbe und 3 498 Dz. Stärkezuckerabläufe gewonnen. — Vom
1. September bis 31. Dezember ergibt ſich gegenüber der gleichen Zeit
des Vorjahres ein Weniger an verſteuertem Verbrauchszucker von 5,1
Prozent. Auf die in den freien Verkehr übergeführten Mengen
ent=
fielen an Zuckerſteuer im Dezember 13,17 Mill. RM. und ſeit 1.
Septem=
ber insgeſamt 55,21 Mill. RM.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 19. Februar 1930. Die
auf den Stichtag des 19. Februar berechnete Großhandelsindexziffer des
Statiſtiſchen Reichsamtes iſt gegenüber der Vorwoche von 129,8 auf 129,1
oder um 0,5 v. H. geſunken. Von den Hauptgruppen iſt die Indexziffer
für Agrarſtoffe um 0,9 v. H. auf 116,0 (117,0) und die Indexziffer für
induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren um 0,4 v. H. auf 126,4 (126,9)
zurückgegangen. Die Indexziffer für induſtrielle Fertigwaren hat um
0,3 v. H. auf 154,2 (154,7) nachgegeben.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk. Darmſtadt.
Neue Verfahren: Beusheim: Ehefrau des Kfms. Rudolf
Blech=
ner, Margarete geb. Peters. Af. 28. 2., GWV. u. Prft. 12. 3. Mainz:
Reſtaurateur Alfred Rademacher. Af. 1. 3., GlV. u. Prft. 6. 3. Vilbel:
Heinrich Schuchmann. Af. 1. 3., Wt. 4. 3., Prft. 18. 3. Darmſtadt:
Ingenieur Heinrich Fritz, all. Inh. der Fa. Heinrich Fritz, Fabrik für
Zentralheizungen und ſanitäre Anlagen. Af. 15. 3., GlV. 15. 3., Prft.
14. 4. Offenbach a. M.: Semjon Slotſchewſki, Metallwarenfabrik. Af.
25. 3., GlV. 13. 3., Prft. 17. 4. Wöllſtein: Handarbeiter Guſtav Heeb
in Tiefenthal. Af. 6. 3., GlV. u. Prft. 27. 3. — Beendete
Kon=
kurſe: Offenbach: Bernardo Deſebrock in Leibis. — Neue
Ver=
gleichsverfahren: Darmſtadt: Wilhelm Lanz, Alleininh. der
Fa. Wilhelm Lanz. VerglT. 3. 3. Schotten: Fa. S. Kaufmann Söhne,
VerglT. 21. 2. Offenbach: Fa. Carl Wagner jr., Reiſeartikel, Inh.
Otto Wagner, Carl Emil Wagner, Eduard Eiff. VerglT. 13. 3. —
Aufgehobene Vergleichsverfahren: Offenbach: Fa.
Drahtinduſtrie Peter Darmſtadt u. Co., G. m. b. H., zu Lämmerſpiel.
Gießen: Beton= und Eiſenbau G. m. b. H.
Frankfurter Allgemeine Verſicherungs=A.=G., Frankfurt a. M. Die
Verwaltung beabſichtigt, für Ende März, wenn die Reviſionskommiſſion
ihren umfangreichen Bericht fertiggeſtellt haben wird, eine a, o. G).=V.
einzuberufen, welcher dieſer Bericht vorgelegt, Mitteilung gemäß § 240
HGB. gemacht und Beſchluß über die Liquidation der Geſellſchaft gefaßt
werden ſoll. Die G.=V. wird nicht vor dem 23. März ſtattfinden, bis
zu wvelchem Termin bekanntlich die Entſcheidung über den
Liquidations=
vergleich der Favag gefallen ſein muß.
Beamtenzentralbank bei der D.D.=Bank. Der Deutſche
Beamten=
wirtſchaftsbund als Großaktionäre der Deutſchen Beamtenzentralbank
hat ſich, der Zeitung zufolge, entgegen ſeiner früheren Stellungnahme
geſtern entſchloſſen, dem Anſchluß an die Deutſche Bank und Disconto=
Geſellſchaft zuzuſtimmen. Die alte Zentralbank ſoll liquidiert und
unter Mitwirkung des Beamtenwirtſchaftsbundes, des Deutſchen
Beam=
tenbundes und der D.D.=Bank ſoll eine neue Geſellſchaft unter der
gleichen Firma gegründet werden. Das Kapital des neuen
Unter=
nehmens werde 500 000 bis 600 000 RM. betragen, während die alte
Zentralbank =2 Mill. RM. voll und 1,2 Mill. RM. zu 25 Prozent
eingezahlte Aktien hatte. Zur Vereinfachung des Gründungsvorganges
ſoll der Aktienmantel eines befreundeten Unternehmens verwandt
werden.
Die Einnahmen des Reiches im Januar 1930.
Die Einnahmen des Reiches im Januar 1930 betragen aus Beſitz=
und Verkehrsſteuern 776,6 Mill. RM., aus Zöllen= und
Verbrauchs=
bgaben 333,7 Mill., zuſammen 1110,3 Mill. RM.
Die geſamten Einnahmen des Reiches vom 1. Aprik 1929 bis 31
Januar 1930, ſomit in den erſten zehn Monaten des Rechnungsjahres
1929, belaufen ſich auf 7901 Mill. RM. Der Voranſchlag des
Reichs=
haushaltsplanes ſah für das Rechnungsjahr 1929 Geſamteinnahmen in
Höhe von 9 325 Mill. RM. vor. Das Aufkommen in den erſten zehn
Monaten hält ſich ſomit ungefähr im Rahmen der durch den
Nachtrags=
haushalt vorgenommenen neuen Schätzungen, wenn man berückſichtigt,
daß der Januar infolge der Vorauszahlungen für die veranlagte
Ein=
kommenſteuer, Körperſchaftsſteuer= und Umſatzſtener ungewöhnlich hohe
Einahmen aufweiſt.
Viehmärkte.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am 22. b. M.
wur=
den 194 Tiere zugeführt. Verkauft wurden 148 Stück, und zwar
Milch=
ſchweine das Stück von 30—40 Mk. Läufer das Stück von 45—60 Mk.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Firma Gerber u. Müller, Schuhfabriken in Lößnitz, hat in
einer Gläubigerverſammlung den Beſchluß gefaßt, ihre Zahlungen per
20. Februar einzuſtellen. Es wurde ein ſiebengliedriger
Gläubigeraus=
ſchuß gewählt, der beauftragt wurde, einen außergerichtlichen oder
ge=
richtlichen Vergleich in die Wege zu leiten.
Die Firma Robert Kühnle in Pforzheim teilt in einem
Rund=
ſchreiben ihren Gläubigern die Zahlungseinſtellung mit und bietet eine
Quote von 20 Prozent. — Die Firma Ehinger u. Bürkle in Mersburg
a. Bodenſee will ihre Gläubiger auf dem Wege der freiwilligen
Liqui=
dation befriedigen. An beiden Fällen ſind mehrere pfälziſche
Wein=
großhandlungen beteiligt.
Der Heidelberger Bürgerausſchuß ſtimmte mit Mehrheit gegen die
Stimmen der Bürgerlichen dem Beitritt der Stadt zur Süidweſtdeutſchen
Gas=A.=G. zu. Der Anteil beträgt bekanntlich 100 000 RM., d. h. 10
Prozent des derzeitigen Aktienkapitals, und iſt mit 25 Prozent
einzu=
zahlen.
Die G.V. der Badiſchen Bank in Mannheim genehmigte ohne jede
Ausſprache 11 (10) Prozent Dividende für 1929. Vertreten waren
5,98 Mill. RM. St.A. und 0,3 Mill. RM. V. A.
Wie uns vom deutſchen Büro der Lyoner Muſtermeſſe in Weimar
mitgeteilt wird, gewährt die Reichsbahn auch in dieſem Jahre wieder
den Beſuchern der vom Montag, den 3., bis Sonntag, den 16. März
1930, ſtattfindenden Lyoner Muſtermeſſe, ſoweit ſie ſich durch die von
dem Deutſchen Büro unentgeltlich abgegebene Ausweiskarte für
Ein=
käufer legitimieren, 25 Prozent Ermäßigung auf die regulären
Fahr=
preiſe.
Der Streit in der Bielitzer Textilinduſtrie iſt beendet; die Arbeit
wurde überall wieder aufgenommen.
Der geſtrige Miniſterrat hat den ſpaniſchen Finanzminiſter
er=
mächtigt, Maßnahmen für die Stabiliſierung der ſpaniſchen Währung
zu treffen.
In der Woche vom 3.—10. Februar betrugen die Goldimporte nach
England, wie Samuel Montagu u. Co. berichten, 2 884 794 Lſtr., wovon
2 Mill. Lſtr. aus Spanien und 826 710 Lſtr. aus Südafrika ſtammten.
Von dem Goldexport in Höhe von 1 721 276 Lſtr. gingen 1 654 320 Lſtr.
nach Deutſchland. Der Nettogoldzufluß bei der Bank von England
betrug in der Berichtswoche 106 033Lſtr.
Es wird bekannt, daß die Eiſenbahngeſellſchaft Great Northern
Pacific Railway Company die Kontrolle über die
Eiſenbahngeſell=
ſchaften Northern Pacific und Great Northern Pacific erlangt hat.
Damit iſt ein bedeutender Schritt zur Vereinheitlichung des
amerika=
niſchen Eiſenbahnnetzes getan. — Die beiden großen amerikaniſchen
Ge=
ſellſchaften verfügen über ein Aktienkapital von 882 Millionen Dollar.
Berliner Kursbericht
vom 22. Februar 1930
Deviſenmarkt
vom 22. Februar 1930
Berie
bil
Anfé
Danatbant
237.— Mf Mef eue
J. G. Farben
Gelſenk. Bergw. 164.
63.50 Wae
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100 finn. Mk. Mi
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172.625 Klöcknerwerte 104.75 Baſalt Linz 40.— Köpenhagen 100 Kronen 172.07/ 112.21 Athen 100 Drachm 5.415 Bahr. Motorenw. Köln=Neueſſ. Bgn Berl. Karlsr. Ind 69.— Stockholm 100 Kronen 112.28 112.54 Konſtan tinrx 1 türk. 2 J. P. Bemberg 161.50 Ludw. Loewe 167.— Hirſch Kupfer 115.— /London 1 2.Stg.
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100 Lats 1 80.64
Brieſ
20.30
51.65
41.49
2.061
C.470
1.386
17.91
.425
1.832 1.837
2C.*05
4. 64
3.674
C2.09
111.49/ 111.71
40.80
Frankfurter Kursbericht vom 22. Februar 1930.
7% Dtſch. Reichsanl.
39
620 Vaden ...
82 Bahern
6%
82 Heſſen v.
v.
%o Preuß.
Staats=
anl.
3% Sachſen.
720 Thüringen
tſche. Anl.
Auslo=
ungsſch.
Ablöſungsanl. .
Ttſche. 2nl.
Ablö=
ſungsſch). (Neub.
Deutſche Schutzge
bietsanleihe .. . .
8% Baden=Baden
60 Berlin. . . . ."
8% Darmſtadtv. 26
829
v. 2
Frankf. a. M
8% Mainz......"
8% Mannheim. ..
8% Nürnberg ..."
30 Heſſ. Landesbk.
Goldefbr. . . . . .
„ Goldobl.
1 % Heſſ. 2o8.
Hyp.=Bk.=Liquid.
Pfbr.. . . . . . .
3½ Preuß. Lds.=
Pfbr.=Anſt. Gold
Pfbr. . . . . . . . .
8% „ „Goldobl
89 Darmſt. Komn
Landesbk. Goldobl
8¾
KaſſelerLandes=
tredi: Goldpfbr.
m
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75.5
37
76.4
34
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6.75
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8
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94.5
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8% Naſi. Landesbk.
Goldpfbr. . .
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Dt. Komm. Sam
mel=Ablöſ.=Anl.
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Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz)
O Berl. Hyp.=Bk.
„Liqu.=Pfbr.
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4½% „ Lig. Pfbr
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% „ Lig. Pfbr.
% Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bk. ..
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[ ← ][ ][ → ]Sonntag, den 23. Februar 1930
Nummer 54
Seite:7
Eine Gegenerklärung
ſer Staatsanwalkſchaft Bayreuth
zum Fall Meußdörfer.
Bayreuth. Zu der Erklärung der Familie
Weeßdörfer teilt die Staatsanwaltſchaft Bayreuth
fchkrudes mit: Die Angaben, die Schubert und Popp
ßiuer gemacht haben, ſtimmten in den weſentlickſten
ſSuten, beſonders hinſichtlich der Zeit der Ausfüh=
Fnu und der Art der gegenſeitigen Beteiligung nicht
ſürii. Dazu kam, daß ſie ſchon gleich nach dem
Bol der Frau Meußdörfer den Plan erwogen,
u dieſem Ereignis für ſich dadurch Kapital zu
füslgen, daß ſie die Tat gegen entſprechnde
Geldent=
fezägung auf ſich nehmen wollten. Die Geſtändniſſe
darbeiden waren daher mit Vorſicht aufzunehmen.
Stie wurden auch durch entgegenſtehende. Angaben
Pam höriger und einer Reihe unbeteiligter Zeugen
m lveifel geſtellt. Von einer haarſcharfen
Ueberein=
ſtämung der früheren und der neuerlichen
Geſtänd=
nuſſ der beiden kann keine Rede ſein, obgleich ihnen
„ ſum begenſatz zu der früheren Vernehmungstaktik
ge=
hunitig ihre Angaben vorgehalten wurden. Die
hinar noch vörliegenden Unklarheiten erforderten
breitre Vernehmungen, die in der Hauptſache
unmit=
ſeüche vor der Haftentlaſſung Meußdörfers
abge=
ſofelfſen werden konnten. Auch heute noch laſſen die
Suchten der obduzierenden Aerzte und des Sach=
„Pindigen mediziniſchen Ausſchuſſes in Würzburg
Nö=Todesurſache und den Zeitpunkt der Feſſelung,
c=Täterſchaft des Schubert und Popp als
zweifel=
ſterſcheinen. Auf das Vorhandenſein eines
krank=
ſänn Dämmerzuſtandes bei Kommerzienrat
Meuß=
ſänr hat ſich der Verteidiger des Angeſchuldigten
ehrmsvorſorglich berufen, während dieſer ſelbſt in der
raßillurſuchungshaft in Bahreuth überhaupt nicht und
282wütenid ſeiner Beobachtung in Nürnberg erſtmals
„Am. Februar derartiges geltend machte. Der Mög=
Flkit eines ſolchen Zuſtandes war ſofort
nach=
ßugigen und bereits Anfang Januar ein Gutachten
basBahreuther Landgerichtsarztes eingeholt worden.
K8½utachtlichen Aéußerungen ſprachen ſich gegen die
Amhme eines ſolchen Zuſtandes aus. Unter
Berück=
ſiſttzung aller dieſer Umſtände konnte die
Staats=
ſnultſchaft der Aufhebung des Haftbefehls nicht
zu=
ſtümen, ſondern hielt eine gerichtliche Entſcheidung
ſüi eboten. In einem Teil der Preſſe waren
ſeiner=
ßatbei dem Geldangebot der Familie Meußdörfer
au Fcubert Verdächtigungen ausgeſprochen worden.
ln itter Wiederholung ſolcher Unterſtellungen vor=
9 urhgen, war es nohvendig, die Entſcheidung der
Sufrmmer herbeizuführen.
TZieehemalige Krankenſchweſter Flefſa begnadigt
F5Tankfurt a. M. Die frühere
Kranken=
uſchiaſter Wilhelmine Fleſſa, die wegen Tötung des
eFüykſrter Chirurgen Dr. Seitz am 7. Auguſt 1926
zr ehem Jahren Zuchthaus verurteilt wurde und
geore Strafe ſpäterhin in Gefängnis umgewandelt
wune, iſt nunmehr in der Weiſe begnadigt worden,
zßhr ab 1. Juli 1930 eine Strafunterbrechung durch
ifr Pewährungsfriſt zuteil wird, die bis zum 30.
N.935 läuft. Der Prozeß gegen die Fleſſa vor
dor1 Schwurgericht Frankfurt a. M. erregte
ſeiner=
z eiten lebhaften Meinungsſtreit über die Frage
0Burechnungsfähigkeit der Angeklagten.
Folgenſchwerer Motorradunfall.
Ein Toter, zwei Schwerverletzte.
pankfurt a. M. Auf der Darmſtädter
Land=
ſtürf ereignete ſich am Freitag abend, gegen 9.30 Uhr,
eünſichwerer Motorradunfall, dem ein
Menſchen=
leut zum Opfer fiel und bei dem zwei weitere
Mhnen ſchwere Verletzungen davontrugen. Der
hettw 24 Jahre alte Albert Kölbel mit ſeiner Braut
Jäyna Greiner auf dem Soziusſitz, ſtreifte in voller
Fäh einen Radfahrer, den Fuhrmann Hans Hehle,
deus ingeblich ohne Licht gefahren iſt. Der Motor=
Aroröfhrer wurde auf die Straße geſchleudert und
ſor): getötet. Seine Braut erlitt ſchwere innere
Weitzungen und wurde bewußtlos ins Städtiſche
Krikmhaus gebracht. Auch der Radfahrer, der
ſchyr Verletzungen am Bein davongetragen hatte,
mruße ins Städtiſche Krankenhaus übergeführt
wouen.
Das Urteil im Kaſſeler Bankprozeß.
Paſſel. Im Prozeß André und Herzog wurde
am freitag das Urteil verkündet. Der Bankier Herzog
wer wegen Verbrechens gegen die Paragr. 9 und 11
da-sSepotgeſetzes zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis
Aun4 Anrechnung der Unterſuchungshaft, der
Pro=
kun Feindt wegen Beihilfe zu 4 Monaten
Gefäng=
nus unter Anrechnung der Unterſuchungshaft,
ver=
uutt.
Ein ſechzehnjähriger Lebensretter.
Girſtein (Kr. Gelnhaufen). Ein ſechzehnjäh=
P Schüler von hier konnte in letzter Minute
eiriſ ſiebenjährigen Junon das Leben retten. Die
beiſn liefen auf dem Pulverweiher Schlittſchuh,
wo=
b4ier Jüngere im Eis einbrach und nur unter
äUfſter Kraftanſtrengung von ſeinem Gefährten
galIfer gebracht werden konnte.
Der Maler Joſef Zukkerer †.
Profeſſor Joſef Futterer,
des bekannte Münchener Maler, iſt nach
län=
geeir Krankheit im Alter von 59 Jahren
ge=
ſtügren. Neben ſeinen Landſchaften und Stilleben
muten ihn vor allem ſeine Porträts, die in
znbrandeſker Art geſpachtelt ſind, bekannt.
Die Aasfanti dei geulosa.
der niedrige Waſſerſtand behinderk die Zahrt des Rieſenſchifſes. — Schwere
Arbeik für die ſieben Schlepper. — Geſpannke Aufmerkſamkeit
der Zuſchauermaſſen.
Hamburg, 22. Februar.
Die Ausfahrt des Rieſendampfers „Europa”, die
am Freitag noch zweifelhaft erſchien, wurde am
heu=
tigen Samstag früch zum Ereignis der
gan=
zen Waſſerkante. Trotz des noch anhaltenden
Oſtwindes und des dadurch bedingten niedrigen
Waſſerſtandes faßte die Bauwerft von Blohm
u. Voß heute früh den Entſchluß, die Ausfahrt zu
wagen. Die Geduld der gewaltigen Menſchenmenge
wurde auf eine Probe geſtellt. Als gegen 9 Uhr der
Waſſerſtand eine genügende Höhe erreicht hatte,
konnte man vom jenſeitigen Ufer die Wahrnehmung
machen, daß der Rieſe im Tau einer großen Anzahl
ſtarker Schlepper ſich langſam vom Ausrüſtungskai
der Werft fortbewegte, um nach kurzer Zeit die
Ausfahrt des Kuhwärdener Hafens zu geſwinnen. Den
rieſigen Schloten der „Europa” endwich dichter,
ſchwarzer Qualm, und das Dröhnen der
Dampf=
pfeifen machte die Luft erzittern. Gegen 9.15 Uhr
war der offene Elbſtrom erreicht, doch berührte die
„Europa” kurz darauf querab von den Altonaer
Landungsbrücken Grund. Sie wurde durch
den ſtarken Flutſtrom quer in den Elbſtrom gedrückt,
ſo daß für kurze Zeit die Gefahr beſtand, daß der
Rieſe ſtromauſwärts getrieben wurde. Den
An=
ſtrengungen von ſieben Schleppern gelang es
jedoch, das Schiff wieder beizudrehen, doch
auch in dieſer Lage war eine Weiterfahrt nicht
mög=
lich, denn wiederum berührte das Schiff Grund. Es
wurde erneut von dem Flutſtrom herumgedreht, ſo
daß das Fahrwaſſer durch die ganze Länge des
Schiffes geſperrt wurde. Das Feſtſitzen der
„Europa”, das ſehr ſchnell bekannt wurde, hatte
ge=
waltige Menſchenmengen herausgelockt,
die mit Spannung das Wiederflottmachen des
Schif=
fes erwarteten.
Nach dem Eintreten höheren Waſſerſtandes
mach=
ten dann zahlreiche Schlepper erneut den Verſuch,
die „Europa” wieder flott zu bringen. Gegen
1034 Uhr wurde das Schiff zum Teil wieder in den
Kuhwärder Hafen hineingeſchleppt, um es in das
ſüd=
liche Fahrwaſſer zu bringen. Alsdann zogen die vorn
liegenden Schlepper das Schiff erneut in den
Elb=
ſtrom und brachten es langſam in das Fahrwaſſer.
Kurz vor 11 Uhr paſſierte die „Europa”, die von
großen Menſchenmengen dicht beſetzten Altonaer
Lan=
dungsbrücken. Die Vorbeifahrt des Schiffes löſte bei
den unzähligen Zuſchauern unausſprechlichen
Jubel aus. Eine ganze Flotte von kleineren
Damp=
fern und Barkaſſen gaben dem Rieſen das Geleit.
In langſamer majeſtätiſcher Fahrt, umweht von den
Rauchſchwaden der zahlreichen Begleitfahrzeuge,
ent=
ſchwand die „Europa” allmählich den Blicken der
Zu=
ſchauer. Auf ihrer Fahrt paſſierte ſie kurz nach 11.30
Uhr Blankeneſe, ohne daß ſich ein weiterer
Zwiſchenfall ereignet hätte. Um 13.00 Uhr iſt die
„Europa” dann kurz hinter Brunshauſen bei der
Inſel Pagenſand vor Anker gegangen um
die nächſte Flut abzuwarten. Sie wollte zwiſchen 22
und 23 Uhr die Fahrt fortſetzen.
Die „Europa” ſetzte um 20 Uhr ihre Fahrt
querab von Bützfleth, wo ſie vor Anker gelegen
hatte, fort und paſſierte um 21½ Uhr Glückſtadt.
Das erſte Originalbild von der Brandkakaſtrophe der „München”.
New Yorker Löſchboote bekämpfen den Rieſenbrand der „München”,
Roſtbare Zunde auf den Prunkſchiffen des Caligula.
Das erſte aus dem Nemiſee gehobene Schiff
des Kaiſers Caligula.
Eine vergoldete Janus=Säule
von 1 Meter Höhe, die auf dem
zweiten Schiff gefunden wurde.
achdem das erſte der beiden Prunkſchiffe Kaiſer Caligulas aus dem Nemiſee vollſtändig gehoben
wird auch an der Freilegung des zweiten gearbeitet. Nach den Funden, die bereits gemacht
wurden, ſcheint ſich die Ausbeute außerordentlich zu lohnen.
Zum Exploſionsunglück in Herford.
Herford. Zu dem Exploſionsunglück in der
Bürſtenfabrik von König u. Pöſchke wird noch
be=
kannt, daß die Exploſion ſich ereignete, als der Heizer
den Keſſelraum einen Augenblick verlaſſen hatte. Die
Verfeuerung des Keſſels erplodierte. Durch den un=
geheuren Druck wurde eine Mauer des Gebäudes
zerſtört. Der Materialſchaden wird auf 20000 bis
25 000, RM. geſchätzt. Die geſamte Belegſchaft, 400
Arbeiter, iſt auf unbeſtimmte Zeit brotlos
gewor=
den. Es wird als beſtimmt angenommen, daß ſich
unter den Trümmern noch mehr Verletzte befinden.
Zum 75. Todeskag des Makhemakikers
Gauß.
Karl Friedrich Gauß,
der große deutſche Mathematiker und Aſtronom.
ſtarb am 23. Februar vor 75 Jahren. Gauß, der
in Göttingen geboren wurde, fand ſchon als
Stu=
dent ſeine Theorie der Kreisteilung,
promo=
vierte 1799 mit einer Arbeit, die den erſten
Be=
weis des Fundamentalſatzes der Algebra („jede
algebraiſche Gleichung hat mindeſtens eine
Löſung”) lieferte 1801 ſchrieb er die „
Disqui=
ſitiones arithmeticae”, das Grundwerk der
mo=
dernen Zahlentheorie. In den folgenden
Jahr=
zehnten wandte er ſich faſt gänzlich der
theore=
tiſchen Aſtronomie zu, die er durch mehrere
grundlegende Werke erweiterte. Schließlich legte
er 1833 in Göttingen den erſten
elektromagne=
tiſchen Telegraphen.
Fliegerleutnant Kroll F.
Berlin. In Geeſthacht iſt der Staffelführer
und Inhaber des Pour le mérite Kroll einem
Lungenleiden erlegen. Kroll, der im Kriege unter
Immelmann, Bölcke und Richthofen flog, konnte
ins=
geſamt 33 Luftſiege erringen.
Zigeunetprimas Adalbert Raditſch F.
Budapeſt. Freitag abend ſtarb im Alter von
63 Jahren der berühmteſte ungariſche
Zigeunerpri=
mas Adalbert Raditſch. Raditſch war in der ganzen
Welt bekannt. Er ſtand gerade vor dem Beginn einer
Tournée, die ihn mit ſeinem Orcheſter nach Brüſſel
führen ſollte.
Ein Mordverſuch aus dem Hinterhalt.
Berlin, Freitag abend wurde auf der Straße
Dresden—Altenberg (Erzgebirge) ein Ingenieur aus
Dresden mit einer Schußwunde im Kopf neben
ſei=
nem Auto liegen aufgefunden. Er iſt ohne B=
ſin=
nung, und man befürchtet, daß er ſeinen Verletzungen
erliegt. Man rechnet mit einem Verbrechen,
Schweres Unwetter in Oberitalien.
Mailand. Die kalgbreſiſche Küſtenſtadt
Cat=
tanzaro wurde von einer Sturmflut heimgeſucht. Das
Meer drang bis in das Innere der Stadt und
über=
ſchwemmte die Straßen und Plätze. Einige Häuſer
ſtüirzten ein. Die Bevölkerung flüchtete in die höher
gelegenen Stadtteile. Die kalabreſiſche
Küſtenbahn=
linie iſt vom Uwwetter ſtark beſchädigt worden. In
Afragola bei Neapel wurden drei Kinder durch
Ein=
ſturz einer Mauer verſchüttet.
Lawinen=Unglück in den Marken.
Bisher neun Tote.
Rom. Wie aus Macerata (Marken)
gemel=
det wird, iſt der Flecken Villa di Mezzo
bei Bolognola von einer Lawine verſchüttet
wor=
den. Bis jetzt wurden neun Tote und vier
Ver=
jetzte geborgen. Zwölf Perſonen werden noch
vermißt. Aus den umliegenden Dörfern und aus
Macerata ſind Rettungskolonnen abgegangen.
Die Bergungsarbeiten werden eifrigſt betrieben.
Das Dorf liegt jedoch unter gewaltigen
Schnee=
maſſen begraben.
Ueberführung der toten Eismeerflieger
nach den Vereinigten Staaten.
New York. Ein ruſſiſcher Flieger hat die
Leichen des Fliegers Eielſon und des Mechanikers
Borland an Bord des vom Eiſe blockierten
Damp=
fers „Nanuk” gebracht. Von dort aus ſollen die
Leichen durch amerikaniſche, ruſſiſche und kanadiſche
Flugzeuge bis Nome (Alaska) übergeführt und dann
nach den Vereinigten Staaten zur Beſtattung ge
jracht werden.
Der Präſidenk des Norddeutſchen
Lloyds 70 Jahre.
Dr.=Ing. h. c. Philipp Heineken.
t 1921 der Präſident des Norddeutſchen
oyds, dem er ſeit 25 Jahren in führender
tellung angehört, begeht am 1. März ſeinen
70. Geburtstag.
Ohotl Spier und Tarnen.
Turnen.
Bier kurneriſche Großveranſtalkungen in Darmſtadt.
Die Darmſtädter Turnerſchaft bzw. einzelne Vereine derſelben,
wird 1930 vier Großveranſtaltungen durchführen, die von der
Viel=
ſeitigkeit deutſchen Turnens, ſowie von der Organiſationsfähigkeit der
D.T. Zeugnis ablegen dürften. Die erſte dieſer turneriſchen
Veran=
ſtaltung wird am 23. März gelegentlich der Zuſammenkunft der
Mittel=
rheiniſchen Vorturnervereinigung in der Turnhalle der Turngemeinde
1846 Darmſtadt (Woogsplatz) ſtattfinden. Die Arbeit der
Vorturner=
vereinigungen, welche in faſt allen der 18 Turnkreiſe der Deutſchen
Turnerfchaft beſtehen und nur in ſich die leiſtungsfähigſten Vereine in
ſich vereinigt, dient der Anregung, der Vermittlung neuen
Uebungs=
ſtoffes, der Heranbildung und Belehrung der Turnwarte und
Vor=
tuirner, kurz der Pflege des Geräteturnens und ſeiner Entwicklung.
Befruchtend wirken ſie nicht nur auf den Kreis der Beteiligten,
ſon=
dern auch der Zuſchauer, die oft von weither kommen, um zu ſchauen
und zu lernen. Wird mit der Lehrarbeit der Vormittag ausgefüllt,
ſo dürfte der Nachmittag das große Schauturnen der
Turn=
gemeinde 1846, bei welchem die beſten Turnerriegen des
Mittel=
rheinkreiſes mitwirken, ein turneriſches Erlebnis von Bedeutung für
Darmſtadt und Umgebung werden. Am 15. Juni ſollen ſich die
Spitzen=
könner im Volksturnen (Lauf, Wurf und Sprung) des Main=Rhein=
Turngaues auf dem neuen Sportplatze der Turngeſellſchaft 1875 ein
Stelldichein geben und um den Siegerkranz ringen. Die nach allen
Richtungen hin einwandfreie Kampfanlage wird eine ſichere Gewähr
für eine reibungsloſe Abwicklung aller Kämpfe, zu denen nach aller
Vorausſicht nahezu 500 Wettkämpfer aller Altersklaſſen antreten
dürf=
ten, bieten. — Den Aufſchwung des Turnerſchwimmens werden die am
23. und 24. Auguſt im Großen Woog ſtattfindenden Meiſterſchaften der
Deutſchen Turnerſchaft unter Beweis ſtellen und zeigen, daß auch die
Leiſtung in der D.T. Anerkennung ſowie Würdigung findet, der Kampf
der Beſten die Leiſtung ſteigert und aufwärts führt. Schon die erſte
Großveranſtaltung der D.T., am verfloſſenen Sonntag, das
Jahn=
ſchwimmen in Halle, übertraf die kühnſten Erwartungen in den
Schwimmerkreiſen, denn nichr weniger als 10 neue Beſtleiſtungen
konn=
ten dort aufgeſtellt werden, ſo daß man bis zu den Meiſterſchaften in
Darmſtadt mit großen Ueberraſchungen rechnen darf, zumal ein
noch größerer Kreis der Spitzenkönner in den Kampf eingreifen durfte.
— Die letzte Veranſtaltung wird den 14. September zu einem
Groß=
kampftag auf dem Gebiete des Kunſt=Geräteturnens werden laſſen.
Hier ſollen ſich die beſten Geräteturner der heſſiſchen Gaue Main=
Rhein — Rheinheſſen und Heſſen (Oberheſſen) —, nachdem in
genann=
ten Gauen unter vielen Berufenen hierzu in Ausſcheidungsturnen die
Auserwählten beſtimmt ſind, zum Endkampfe treffen.
Vier Pole, vier Höhepunkte, ſcheinbar einander entgegengeſetzt oder
wenigſtens nicht unmittelbar im Zuſammenhang ſtehend (Geräteturnen,
Volksturnen [Sport), Schwimmen) und doch Teile eines großen
Gan=
zen, einer Gemeinſchaftsarbeit, wie ſie in der Deutſchen Turnerſchaft
betrieben wird, werden von gleichem Geiſt und Wollen eines großen
einzigen Verbandes, der durch ſeine Vielſeitigkeit einen Anſchluß
ein=
zelner Vereinsabteilungen an Sonderverbände ausſchließt, durchweht.
Wie die bisherigen Großveranſtaltungen der D.T. zu Volksfeſten
wur=
den, bei denen Zuſchauer aus nah und fern mitlebten, und den Beweis
erbrachten, daß der Turngedanke in den Maſſen lebt, werden auch die
vier Veranſtaltungen in Darmſtadt zu ſolchen werden, bei der die
Leiſtungshöhe der D.T. anerkannt werden muß.
Handball.
Freie Turngemeinde Darmſtadt — Arheilgen.
Mit erſter und zweiter Mannſchaft fährt heute die Handball=
Ab=
teilung der Freien Turngemeinde nach Arheilgen, um die fälligen
Serienſpiele zu abſolvieren. Darmſtadts erſte Elf eröffnet mit dieſem
Spiel die Nachrunde.
Handball.
.
Damen Polizeiſportv. Darmſtadt — Damen Sportv. Offenthal.
Am heutigen Sonntag, vormittags 11 Uhr, haben die Damen des
Polizeiſportvereins die Damen aus Offenthal als Gaſt auf ihrem Platz
zum fälligen Verbandsſpiel. Sollte der Polizeiſportverein das Spiel für
ſich entſcheiden, ſo iſt ein Ausſcheidungsſpiel zwiſchen Arheilgen und
Polizeiſportverein nötig.
Herren: Die Ligiſten ſind zum größten Teil auf dem Stadion.
2. Mannſch. Polizei — 2. Mannſch. Polizei Wiesbaden, 11.15 vorm.
2. Jugend Sportv. 98 — 2. Jugend Polizei, 10 Uhr, Stadion.
Univerſität Frankfurt
Fußball.
Techniſche Hochſchule Stuttgart 2:1.
Im Zwiſchenſpiel um die ſüdweſtdeutſche Hochſchulmeiſterſchaft im
Fußball gelang es den Vertretern der Univerſität Frankfurt, die
Mann=
ſchaft der Techniſchen Hochſchule Stuttgart nach einem intereſſanten
Kampf mit 2:1 aus dem Rennen zu werfen. Bei der Halbzeit ſtand die
Partie noch 1:1. — Frankfurt hat ſich damit für das Finale qualifiziert.
Reitturnier der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt.
Am Dienstag, den 25. Februar, findet nachmittags 4 Uhr, das erſte
interne Reitturnier der Techniſchen Hochſchule in der Reitbahn des
Tatterſalls Runkel (Rote Dragonerkaſerne, Marienplatz) ſtatt.
Ab=
teilungsreiten, Jagdſpringen, Voltigieren und Reiterſpiele der drei
Ab=
teilungen der Reitabteilung werden das Programm ausmachen.
An=
ſchließend findet die Preisverteilung im Gartenſaal der Vereinigten
Ge=
ſellſchaft ſtatt, wozu Freunde des Reitſports eingeladen ſind.
Bei gutem Wetter und in Gegenwart einer Zuſchauermenge von
55 000 Perſonen kam in London das internationale Rugbytreffen
zwiſchen Frankreich und England zum Austrag. Der engliſchen
Mann=
ſchaft, der man von Anfang an die größeren Chancen einräumte, gelang
es nach flottem Spiel, ihren franzöſiſchen Gegner mit 11:5 zu ſchlagen.
Halbzeit 6:5.
hegein.
Regler=Bereinigung Darmſtadk und Ungebung.
Demnächſtige ſportliche Veranſtaltungen.
Nach Beendigung des Ausſcheidungskegelns hat der Sportausſchuß
beſchloſſen, folgende Veranſtaltungen ſportlicher Art im Laufe des
Mo=
nats Marz beginnen bzw. abhalten zu laſſen.
I. Seniorenkegeln auf der Bahn bei Krichbaum.
Teilnahmeberechtigt ſind alle Kegelbrüder, die 55 Jahre alt ſind
oder es im Laufe des Jahres werden. Der Kampf geht über fünfzig
Kugeln. Je nach Beteiligung 2 bis 4 Auszeichnungen. Dieſes Kegeln
iſt ſehr beliebt, und dürfte eine gute Beteiligung ſicher ſein.
Meldungen haben bis 15. März an den Sportwart zu erfolgen,
II. 200=Kugelkampf im Bürgerverein.
Für diejenigen, die Intereſſe an einem Sportkegeln über eine
größere Anzahl von Kugeln haben, iſt ein Großkampf über 200 Kugeln
vorgeſehen. Dieſer Kampf iſt ſehr geeignet, die gute Auswirkung des
Kegelſports in körherlicher Hinſicht in Erſcheinung treten zu laſſen.
Beteiligen kann ſich jeder Kegelbruder.
Auch dieſer Kampf dürfte ſich guter Beteiligung zu erfreuen haben.
Zehn Prozent der Beteiligten erhalten für Beſtleiſtungen
Auszeich=
nungen. — Meldefriſt: 15. März beim Sportwart.
III. Werbekegeln im Bürgerverein.
Um auch den fernſtehenden Kegelbrüdern Gelegenheit zu geben,
ſich in einem ſpoxtlichen Wettkampfe zu betätigen, iſt ein
Klubwett=
kegeln vorgeſehen.
Teilnahmeberechtigt ſind alle der Vereinigung nicht angeſchloſſenen
Klubs. Sie können je eine Riege zu fünf Mann ſtellen, von denen
jeder 50 Kugeln „nwerfen hat. Es ſind mehrere Auszeichnungen, je
nach Beteiligung, in Form von Plaketten vorgeſehen. — Außerdem
läuft eine Kurzſtreckenbahn über 10 Kugeln. Auszeichnungen
füir Höchſtleiſtungen durch Verleihung von Medaillen ſind dafür
vor=
geſehen. — Meldefriſt: 15. März beim Sportwart, Gutenbergſtr. 39.
IV. Ausſcheidungskämpfe.
Berichtigung. Die Zuſammenſetzung der Kampfmannſchaft
ändert ſich inſofern, als verſehentlich Kegelbruder Thümmel (D.
K.K. 1911, B.V.) dabei vergeſſen worden iſt. Er hat mit 600 Kugeln
3151 Holz erreicht und ſteht an 6. Stelle.
Radfahren.
Haupkverſarinlung des Bundes Deutſcher Radfahrer
Einſtimmige Wiederwahl des Vorſtandes.
Den Abſchluß der verſchiedenen radſportlichen Tagungen in Eiſenach
bildete die Jahreshauptverſammlung des Bundes Deutſcher Radfahrer
(BDR), die jedoch in einem unzureichenden Nebenſaal des Hotels
Für=
ſtenhof abgehalten wurde. 53 Gaue waren vertreten. Mit den
Stim=
men des Vorſtandes und der Landesverbandsvorſitzenden waren
ins=
geſamt 46 108 Stimmen anweſend. Der Bundesvorſitzende Moshagen=
Berlin ſprach vor Eintritt in die Verhandlungen dem Wartburggau den
Dank für den Empfang aus und ließ das Andenken der im verfloſſenen
Jahr verſtorbenen Bundesmitglieder ehren. Der Geſchäftsbericht der
Bundesverwaltung lag gedruckt vor und wurde ohne Ausſprache
ange=
nommen. Aus dem Bericht der Rechnungsprüfer ging deutlich
her=
vor, daß die finanziellen Verhältniſſe im Bunde nicht die Beſten ſind.
Es müſſe auf allen Gebieten ſparſam gewirtſchaftet und die Entwicklung
der für 1930 beſchloſſenen Beitragserhöhung abgewartet werden. Dem
Vorſtande wurde einftimmig Entlaſtung erteilt. — In einem ſehr
aus=
führlichen Referat erſtattete der Vorſitzende des Sportausſchuſſes Eggert=
Berlin Bericht über die Tätigkeit des Sportausſchuſſes. Er erinnerte
an die 1929 notwendig gewordene Einſchränkung des Saalſportbetriebes
und erwähnte die Erfolge von Bundesvereinen im Saalſport, beſonders
der Meiſterſchaftsſieg des Radfahrervereins Wanderluſt Frankfurt a. M.
und an die Einführung einer Weltmeiſterſchaft im Radball auf
An=
trag Deutſchlands. Aus ſeinen Ausführungen verdient beſonders
her=
vorgehoben zu werden, daß der Bund nach wie vor nicht für Reklame
bei Amateurerfolgen zu haben iſt. Der Bund ſei jedoch machtlos, wenn
ie Induſtrie Amateurreklame betreibe und es ſei den betreffenden
Fahrern nicht nachzuweiſen, daß ſie damit in Verbindung ſtehen. Das
Erfurter Programm habe ſich als abſolut gut erwieſen, trotz gewiſſer
Mißſtimmungen in der Induſtrie. Eine unfreundliche Haltung ſei
allerdings nur bei einzelnen Herren der Induſtrie zu beobachten.
Uebragens habe die Fahrradinduſtrie dem Bundesvorſtand zugeſichert,
Differenzen zwiſchen dem Bund und dem Induſtrieverband beizulegen.
Der Frage des Zuſammengehens mit anderen Verbänden ſteht Eggert
nicht ſympathiſch gegenüber, und er hält Verbrüderungsbeſtrebungen
in den einzelnen Bundesgauen für unangebracht. Die Radfahrbehörde
für Verkehr und Sport iſt nach ſeiner Anſicht zu induſtriefreundlich.
Das etwas geſpannte Verhältnis des Sportausſchuſſes zum
Berufs=
ſport ſoll in einer demnächſt ſtattfindenden Sitzung der
Rennfahrer=
vereinigung behandelt und weiter gelöſt werden. — Anläßlich der
10=jährigen Zugehörigkeit zum Vorſtand und Sportausſchuß wurde
dem Vorſitzenden des Sportausſchuſſes vom Wartburggau eine
Ehren=
gabe überreicht. Ueber die Höhe des Jahresbeitrages entſpann ſich
eine lebhafte Debatte. Mit 27 600 gegen 18 100 Stimmen wurde die
Erhebung eines Beitrages von 7.— Mark für das Jahr 1931 beſchloſſen.
Eine Rückvergütung an die Gaue wurde abgelehnt. Die
Hauptver=
ſammlung 1931 findet in Deſſau ſtatt.
Wetkerbericht.
Der Schwerpunkt des Hochs hat ſich mehr nach dem Feſtland
ver=
lagert. Infolgedeſſen werden auch die Winde auf Südoſten zu drehen
und die Hochdruckwetterlage fortbeſtehen. Immer noch werden die
Tem=
veraturen durch Ein= und Ausſtrahlung beſtimmt, ſo daß ſie nachts
unter den Gefrierpunkt ſinken und tagsüber über Null anſteigen. Das
Wetter bleibt ferner trocken, ſtellenweiſe kommt es zur Nebelbildung und
zeitweiſe dürfte ein leichter Wolkenſchleier aufziehen.
Ausſichten für Sonntag, den 23. Februar: Weiterhin trocken, ſtellenweiſe
neblig, ſonſt zeitweiſe bewölkt und heiter mir leichtem Nachtfroſt.
Ausſichten für Montag, den 24. Februar: Stellenweiſe neblig, tagsüber
bewölkt mit Aufheiterung, trocken, noch leichter Froſt.
34. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lokkerie.
12. Tag, 5. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung fielen:
2 Gewinne zu je 5000 Mark auf Nr. 35 375; 8 Geſvinne zu je 3000
Mark auf Nr. 57 036 161000 186 121 34242; 18 Gewinne zu je 2000
Mark auf Nr. 98 290 121 304 140 304 140 825 176 25 200 808 218 649
229 887 271 328 366 226; 42 Gewinne zu je 1000 Mark auf Nr. 3375
32 912 40 813 55 456 58 915 62502 77 183 84967 99 160 115009 130 448
142 286 168 629 199 008 240 379 291 239 301 389 322 769 328 479 355 266
374 436; ferner 84 Gewinne zu je 500 Mark und 204 Gewwinne zu je
300 Mark. — In der Nachmittags=Ziehung fielen: 2
Ge=
winne zu je 25000 auf Nr. 87 699; 2 Geſinne zu je 10 000 Mark auf
Nr. 322 938; 6 Gewinne zu je 3000 Mark auf Nr. 122 604 196 544
375 582; 10 Gewinne zu je 2000 Mark auf Nr. 116 512 133 332 156 161
201 529 384 574; 38 Gewinne zu je 1000 Mark auf Nr. 19 13 697 16 091
69 275 92253 96 554 120 475 132017 244 739 249966 277985 300 474 310848
318 844 337 212 355 526 361 122 384 765 390 028; ferner 84 Gewinne zu
je 500 Mark und 186 Gewinne zu je 300 Mark. — Im
Gewinn=
rade verblieben: 2 Prämien zu je 500 000 Mark, 2 Geſvinne zu ſe
500 000 Mark, 4 Gewinne zu je 75 000 Mart, 2 Geſwinne zu je 50 000
Mark, 6 Gewinne zu je 25 000 Mark, 46 Geſvinne zu je 10 000 Mark.
102 Geſwinne zu je 5000 Mark, 274 Geſwinne zu je 3000 Mark, 478
Ge=
winne zu je 2000 Mark, 1276 Gewinne zu je 1000 Mark, 2718 Gewinne
zu je 500 Mark und 7014 Gewinne zu je 300 Mark.
Geſchäftliches.
Herr Joh. Bauer, Inhaber und Begründer der ſeit 1897
be=
ſtehenden Lederhandlung Joh. Bauer, Darmſtadt, Waldſtr. 2,
übergab ſein Geſchäft am 15. d. M. an die Herren Wöll u. Funk.
Herr Bauer iſt als tüichtiger und veeller Kaufmann wveithin bekannt,
und hat er die Fiuma durch ſeine guten Grundſätze zu hohem Anſehen
gebracht, in der Fachwvelt, wie auch in anderen Kreiſen. Das Geſchäft
geht unter derſelben Firma weiter. Nähenes aus heutiger Anzeige,
Praktiſcher Wink. Der Waſchtiſch. Ob es nun ein
alt=
modiſcher Waſchtiſch iſt, oder ob es ſich um eine moderne, eingebgute
Waſchgelegenheit handelt, immer wird er dazu beitragen, die Hausfrau
ſchon am frühen Morgen zu quälen. Wie hartnäckig ſitzen oft die
Sei=
fenſpritzer auf dem Marmor; wie ſchwer laſſen ſich die Waſſerflecken vom
Spiegel entfernen und wie feſt ſitzt oft Zahnpaſta am Mundglas.
Kräf=
tiges Bearbeiten all dieſer Dinge und viel Geduld war nötig, um alles
tadellos ſauber zu halten. Nimm tman das neue Aufwaſch=, Spül= und
Reinigungsmittel „IMj” zu dieſer Arbeit, ſo iſt der Waſchtiſch im Nu
geſäubert.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Gi=ichbleibendes Werktagsprogramm. 6.30: Wetter, Zeit.
Gym=
naſtit 12: Zeit Weiter, Wirtſchaftsmeld., Waſſerſtand. O 12.55:
Nauener Zeit. O 15. 15.35: Zeit. Wirtſchaftsm. & 16.10: Ind.,
Handelst (Di u. Fr.) 16.25: Gießener Wetter, Wirtſchaftsm.,
während des Nachm.=Konzerts: Vereinsnachr. O 18.05, 19.15 oder
19.30: Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag. 23. Febr. 7: Hamburg: Glocken vom Großen Michel.
— 7.05: Hamburger Morgenruf. — Anſchl.: Hafenkonzert. O 9:
Kathol. Morgenfeier. O 10: Orgelkonzert. o 11: Pfarrer Weidner:
Nöte der Großſtadtjugend. o 11.30: Dr. Mafer=Leonhard: Vom
Wert des Auswendig=Lernens. o 12: M. Cohen=Reuß: Deutſche
und europäiſche Kolonialprobleme. o 12.30: Schallplatten O 13.30:
Landwirtſchaftskammer Wiesbaden: Zur Frühjahrspflege der Wieſen,
— Die Düngung der Weinberge mit Stickſtoff. — Die
Behand=
lung der Beumſpritzen. O 14: Stu tgart: Jugendſtunde. 0 14.30: Buch
und Film. O 15: Reg.=Rat Bertſche: Ziele und Wege der ländlichen
Wohlfahrts= und Heimatpflege. — Führung durch eine Kunſtmühle.
o 16: Engliſche Dichter in neuen Uebertragungen. o 16.30:
Stefan Großmann lieſt aus eigenen Schriften. O 17: Stuttgart:
Tirol. Melodramatiſche Wanderung von M. Schilling. 18:
Vaga=
bunden und Wanderer vor dem Mikrophon. o 19: Mainz:
Fremdenſitzung des Mainzer Ca nevalvereins. O 23.20: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deuiſche Welle. Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.55:
Wetter für den Landwirt O 7: Gymnaſtik. 12.25: Wetter für den
Landwirt (So. 12.50.) 12.55: Nauener Zeit. o 14: Berlin:
C hallplatten. O 15.30: Wetter. Börſe.
Deutſche Welle. Sonntag, 23. Febr. 7: Gymnaſtik. O. 8:
Praktiſche Winke für den Landwirt. O 8.30: Dipl.=Landwirt Seher:
Landwirtſchaft in Holland o 8.55: Glockenſpiel der Potsdamer
Ge niſonkirche O 9: Morgenfeier. O Anſchl.: Glocken des Berliner
Doms. o 10.05: Sonntagswetter. O 11: Dr. Döblin: Kind und
Straße O 11.30: Gr. Schauſpielhaus: Matinée. O 13.30: Attueile
Ableilung. O 14: Dr. Dolitt’e’s Abenteuer. O 15: Reger: Sonate
Demoll. — Mozart: Sonate C=dur. — Schubert: Rondo brillant
H=moll O 16: Erich Ponto lieſt Jean Paul. O 16 30: Teemuſik.
O 18: Prof. Dr. Rehfiſch: Herz und Seele. O 18.30: Ph.
Scheide=
mann, M.d.R.: Die deutſche Sozialdemokratie im Kriege o 19:
Mainz; Mainzer Karneval=Sitzung. O 20.30: Breslau:
Mever=
beers Ballettmuſik: Fackeltanz Nr. 2. — Schiller=Marſch. —
Bal=
lettmuſil aus „Robert der Teufe!” — Ballettmuſik aus „Die
„Die Hugenotten”. — Ballettmuſik aus „Der Prophet” —
Feſt=
licher Aufzug aus „Die Afrikanerin”. O Anſchl.: Zeit, Wetter.
D. Danach: Tanzmuſik.
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Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
ſür den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort Dr. Herber: Nette;
für den Inſeratenten und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle;
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Mummer 54
Sonntag, den 23. Februar 1930
Seite 15
Markee ulß dar Tod.
Roman von Hans Schulze.
Nachdruck verboten.
Ein heißer Quellſtrom neuer Energie ergoß ſich bei der
fennung des geliebten Namens durch ſeinen ganzen Körper.
Evelyn!
Noch ein letztes Mal alſo würde er mit ihr in einem Raum
uſammen ſein, die gleiche Luft mit ihr atmen, durch ſein Werk
uihr ſprechen, wenn ſie ihm auch im Meer der Zuſchauer
un=
ichtbar, unerreichbar blieb.
Der lange Maler hatte ſich unterdeſſen behaglich in einem
ſſubſeſſel niedergelaſſen und ſetzte ſeine Shagpfeife mit der ihm
igenen Gründlichkeit in Brand.
„Was haſt du nach dem Theater vor?” fragte er dann. „Wol=
In wir uns nicht in irgendeinem netten Lokal zu einer kleinen
kiegesfeier zuſammenfinden?"
Kurt zuckte die Achſeln.
„Noch iſt die Schlacht nicht gewonnen. Mein Direktor hat
rich aber für alle Fälle nach der Vorſtellung auf ein Glas
Fein zu Kannenberg eingeladen. Wenn du dich anſchließen
tillſt, biſt du mir herzlich willkommen!“
Er hatte ſich bei ſeinen letzten Worten von dem Schreibtiſch
rhoben und dem Schlafzimmer zugewandt.
In der Tür blieb er dann noch einmal überlegend ſtehen;
in ſeltſamer Gedanke war plötzlich wie ein Fallbeil auf ihn
ferabgeſauſt.
„Würdeſt du mir nach dem Theater wohl, noch für kurze
deit deinen Wagen leihen, Walter? Ich möchte, ehe ich unter
Nenſchen gehe, gern noch einmal eine halbe Stunde irgendwohin
ns Freie fahren. Meine Nerven beruhigen!“
Der Maler nickte.
„Aber ſelbſtverſtändlich, lieber Junge! Das bedarf doch
liner Frage. Jetzt aber muß ich dich ernſtlich bitten, dich ſo
ſhnell wie möglich feſtlich anzukleiden. Wir verſäumen ſonſt
keiß Gott noch den Beginn des erſten Aktes!”
ITV.
Als Karr die Villa Hartkort wieder verlaſſen hatte, war er
ine Zeitlang unſchlüſſig geweſen, was er tun ſollte.
Nach Hauſe mochte er nicht, konnte er nicht.
Die Unterredung mit Kurt ſchwang noch in ſo tiefgehenden
Vellen in ihm nach, daß er ſich außerſtande fühlte, Evelyn ſchon
ſitzt wieder gegenüberzutreten.
So befahl er dem Chauffeur endlich, ihn zur Stadt
zurück=
hufahren, um zunächſt in irgendeiner ſtillen Weinſtube den
Auf=
uhr ſeines Innern zu bändigen.
Dann ſaß er in einer kleinen Diele in der Leibnizſtraße
ſeraume Zeit ganz allein in einer Ecke des noch faſt leeren
lokals.
Erſt ſpäter kamen weitere Gäſte, und ein blutjunges
Pär=
ven nahm in ſeiner unmittelbaren Nachbarſchaft Platz.
Ein allerliebſtes Mädchen mit den Kirſchenaugen einer
Nurilloſchen Madonna und ein überſchlanker Kavalier mit
Uauem Blick und blonder Siegfriedsmähne.
Sie tranken Bowle und plauderten und lachten mit der
anzen Unbekümmertheit ihrer zwanzig Jahre, bis Karr den
Anblick dieſer glücklichen Jugend nicht mehr zu ertragen
ver=
nnchte und unvermittelt wieder auf die Straße hinaustrat.
Draußen auf dem Kurfürſtendamm brandete noch der Strom
les Nachtlebens über den Broadway des neuen Weſtens.
In einem ununterbrochenen Doppelſtrom jagten die
lack=
viegelnden Luxuslimouſinen, mit dem Ballaſt verwöhnteſter
Tenſchheit befrachtet, im weißen Schneelicht der Bogenlampen
her den endlos ſchimmernden Aſphalt.
Karr ſchickte ſeinen eigenen Wagen zur Garage und ließ ſich
ein Stück in der wimmelnden Menſchenwoge mittreiben.
Eine ſelſame, lähmungsartige Schwäche war in all ſeinen
Gliedern.
Er ging und fühlte doch nicht, daß er ging, nur ſeinen
Herzſchlag fühlte er, der wie das Stampfen einer unterirdiſchen
Maſchine auaufhörlich bis zu ſeinem Kopfe empordröhnte.
Gegen elf Uhr ſtrandete er endlich in einem bekannten
Tanzkabarett, einem menſchenüberfüllten, in Gold und Rot
lodernden Raum voll Rauch= und Hitzedunſt und dem feinen,
zitternden Duft gepflegter Frauenleiber.
Er wußte ſelbſt nicht, wie er hier hereingekommen war, das
buntſchillernde Lichtbild über dem Eingang hatte ihn wie mit
magiſcher Gewalt angezogen, auf der Flucht vor ſich ſelbſt, in
der Furcht, mit ſich und ſeinen Gedanken allein zu ſein.
Auf der kleinen intimen Bühne ging gerade eine
Neger=
revue zu Ende.
Ein kohlſchwarzer Gentleman parodierte zu dem
Urwald=
getön einer wahnſinnig gewordenen Jazzkapelle mit ſchlotterndem
Steppſchritt den ſterbenden Schwan der Pawlowa.
Dann fegte der Stern der Truppe über das niedrige
Podium, ein fabelhaft gewachſenes Mädchen mit hoher Bruſt
und wundervollen Beinen.
Die grellweißen Zähne leuchteten wie Blitze in dem
pur=
purnen Kreis der Lippen.
Kinderwagen aller Artnur im Spezialgeschätt
1. Donges & Wlest, Elisabethenstraße 25 .
Die ebenholzfarbenen Glieder wirbelten in taufendfachen
Verrenkungen, in der Wildheit aller menſchlichen Urinſtinkte, bis
der hämmernde Rhythmus, der Muſik, auch auf die Zuſchauer
überſprang und der ganze Saal dieſen Rhythmus mitſtampfte
und mitklatſchte.
Karr ſaß in der Brandung dieſes entfeſſelten
Menſchenſtur=
mes wie im Traum.
Eine bis zur Grenze des Möglichen entkleidete
Demimon=
daine hatte an ſeinem Tiſch Platz genommen, ein frühverlorenes
Geſchöpf mit einem roſtroten Bubikopf und laſterhaften
Kokain=
augen, deſſen glitzernden, blendenden Körper ein hauchdünnes
Abendkleid wie eine zweite Haut überſpannte.
Ihre großen brennenden Augen ſahen zuweilen werbend zu
ihm auf, indes ein erſtarrtes Lächeln, ihren diskret geſchminkten
Mund umſpielte.
Karr wechſelte mit ihr ein paar gleichgültige Worte und
befahl Sekt.
Dann ſaß er wieder ſchweigend und ſtarrte zu der
hochgewölb=
ten Deckenkuppel empor, deren diamantenes Lichtgeſchmeide einen
flirrenden Strahlenkegel über die Purpurſeſſel und Lackſtühlchen
und den ganzen Spiegelſcheibenbombaſt des goldüberladenen
Lokals ergoß.
Was wollte er eigentlich in dieſer elegant maskierten
Men=
ſchenfalle, deren Weingrodem und Zigarettendunſt ſich ihm
zu=
weilen wie eine würgende Hand um den Hals legte?
Allerlei bunte Bilder drängten ſich auf einmal durch ſein
müdes Hirn.
Die letzte Sturmfahrt durch den ſchwerdonnernden
Wellen=
ſturz des Kanals.
Das Rieſenhotel am Wawerley=Bahnhof in Edinburg, in dem
er noch vor zwei Tagen gewohnt hatte.
Ganz deutlich ſah er das überwältigende Panorama der
wun=
dervollen Stadt wieder vor ſich, deren ſteilgegiebelte Häuſer wie
graue Klippen zur Höhe der Burg emporſteigen, der Akropolis
dieſes nordiſchen Athens, geſchwärzt vom Rauch der
Jahr=
hunderte.
Cine ununterbrochene Hetzjagd war ſein Leben geweſen,
ſo=
lange er zurückdenken konnte. Ein ſinnloſes Raffen und Ringen
um Geld, um des Geldes willen, indes er an den wahren Quellen
des Lebens vorbeigegangen war.
Niemals war er wirklich jung geweſen wie all” dieſe jungen
Männer, die jetzt zwiſchen den Blumenobelisken der niedrigen,
blaßbraunen Onyxbaluſtrade auf das lockende Tanzparkett
hinab=
tollten.
Niemals hatte er im Rauſch des Kampfes um Gold und
Macht auf die Stimme des Herzens, gehört, war er mit einem
geliebten Mädchen durch einen ſtillen Frühlingsabend gegangen.
Und als er dann mit grauen Haaren das Glück noch einmal
zu halten verſucht hatte, da hatten ſeine Hände ins Leere gegriffen.
Der Mann, mit dem er heute um Tod und Leben gewürfelt,
er war am Ende doch der Sieger geblieben, weil ſein Bild in
un=
zerſtörbarer Jugend für alle Zeit in Evelyns Herz weiterleben
würde.
Ein engliſcher Roman fiel ihm plötzlich ein, in dem ein junger
Lord um den Preis ſeiner Jugend und Schönheit ſeine Seele
verkauft
Er hatte damals das Buch achſelzuckend beiſeite gelegt, jetzt
auf einmal ging ihm der tiefe Sinn jener ſeltſamen Erzählung
auf, in der die uralte Sehnſucht der Menſchheit nach ewiger
Jugend eine moderne Geſtaltung gefunden hatte.
Dann ſtand er wieder auf dem Kurfürſtendamm und ſchaute
wie blind und taub in das Licht und den Lärm der
ſchickſals=
ſchweren Nacht.
Eine ſtumpfe Gleichgültigkeit gegen Tod und Leben
über=
ſchattete ihn plötzlich.
Zum erſten Male rang ſich aus der Tiefe ſeines
Unterbewußt=
ſeins der Gedanke empor, warum ihn nicht heute abend das
ſchwarze Los getroffen und ihm damit einen klaren, zwingenden
Weg aus dieſem Einſturz ſeines ganzen Lebens, gewieſen hatte.
Ein zerlumpter Mann ſprach ihn in einer einſamen
Neben=
ſtraße ſchüchtern an, ein armſeliges Gerümpel aus dem Mülleimer
der Weltſtadt, ohne Mantel und Kragen, mit einem zerſchliſſenen
Tuch um den hageren Hals.
Karr ſah in ein abgezehrtes Geſicht, das Geſicht eines
ehe=
mals geiſtigen Menſchen, mit einem trübſelig zuckenden Mund,
der allerlei entſetzliche Dinge murmelte, wie ſie die Vorſehung
zuweilen über ihre Stiefkinder verhängt, von Armut und
Arbeits=
loſigkeit, von einer ſiechen Frau und einer Herde halbverhungerter
Kinder in einem modrigen Kellerloch.
Karr entnahm ſeiner Brieftaſche einen großen Betrag und
ſchob ihn dem verſchämten Bettler mit ſeinem geſamten loſen
Silbergeld in die magere Hand, aus einem ſeltſamen Gefühl der
Befriedigung heraus, einen Menſchen gefunden zu haben, der ihm
noch elender, noch mehr zugrunde gerichtet ſchien als er ſelbſt.
Dann entzog er ſich den Dankſagungen des ganz verdutzten
Mannes, der ihn offenbar für einen harmloſen Geiſteskranken
hielt, durch raſche Flucht in ein Auto und ließ ſich nach einem
Hotel am Bahnhof Zoologiſcher Garten fahren.
Ein Heißhunger nach Schlaf hatte ihn auf einmal überfallen,
daß er ſich am liebſten auf der Bank eines kleinen Schmuckplatzes
niedergelegt und unter dem ſchwarzen Tuch des ſternenloſen
Him=
mels genächtigt hätte.
In dem vornehmen Holel in der Kantſtraße empfing ihn ein
hoheitsvoller Portier zunächſt mit einigem Mißtrauen, doch ein
Fünfziamarkſchein zerſtreute alle Bedenken, und er fuhr den ſpäten
Gaſt ſelbſt zu einem ſtillen Hinterzimmer im vierten Stock hinauf.
Hier warf Karr ſchwerfällig ſeine Kleider ab und wühlte ſich
tief in die Bettkiſſen, doch ungeachtet ſeiner grenzenloſen
Er=
ſchöpfung floh ihn lange der erſehnte Schlummer.
(Fortſetzung folgt.)
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[ ← ][ ][ → ]Seite 16
Sonntag, den 23. Februar 1930
Nummer 54
Auch zu Ihnen
kommt ste gern,
und ihr Ratschlag wird Ihnen nützlich sein.
Es ist Aufgabe unserer Wanderlehrerinnen, Sie,
verehrte Haustrau, in allen Wäschetragen zu
be=
raten und Ihnen zu helfen. Unser Wunsch ist, daß
jede Persilfreundin in den Genuh aller
Vor=
züge kommt, die dieses ausgezeichnete
Wasch=
mittel bietet. Dazu ist vor allem die genaue
Kennt=
nis der Anwendung und Wirkung erforderlich.
Sie können es sehr leicht errechnen,
wievielPersil Sie für Ihren Waschkessel
gebrauchen. Machen Sie sich nur
einmal die kleine Mühe,
festzu-
stellen, wieviel Eimer Wasser.
der Kessel enthält, wenn Sie
waschen wollen!
Auf je 3 Eimer Wasser
kommt 1 Paket Persil.
Nur kalt aufgelöst bringt
Persil die volle Wirkung ein,
Persil ist außerordentlich
er=
giebig und von unvergleichs
licher Waschwirkung.
nur in Originalpackung
Niemals lose
die reichſten Aeute in
Die reichſten Leute Deutſchlands ſind in Wirklichkeit
blutarm. Sie ſpielen im Konzert der großen Geldkönige nur
ganz untergeordnete Inſtrumente. Der alte Nockefeller kann
es ſich leiſten, für ein einziges wiſſenſchaftliches Inſtitut
genau ſoviel herzugeben, wie der reichſte unter den reichſten
Deutſchen an Beſitzſtand aufzuweiſen hat. Dazu kommt noch,
daß die großen deutſchen Vermögen meiſt in Grundbeſitz
angelegt ſind, und daher als unternehmendes Kapital gar
keine Nolle ſpielen.
Eine genaue Statiſtik, die die Reichen und ihr
Ver=
mögen umfaßt, gibt es nicht. Die Steuerbehörde muß ihr
Wiſſen verbergen, und außerdem iſt es ja auch zweifelhaft,
Wilhelm II.
Fritz Chyſſen.
ob ihr Wiſſen der Wahrheit entſpricht. Aber es gibt doch
gewiſſe Anhaltspunkte, die eine ungefähre Schätzung geſtatten.
Sachlich wäre es falſch, die Nangliſte der Neichen
ledig-
lich nach den Nullen aufzuſtellen, die an den Millionenziffern
hängen. Man müßte zwiſchen Grundbeſitz=, Induſtrie= und
flüſſigem (Handels=/Vermögen unterſcheiden. Aber das macht
die Sache etwas kompliziert. Wir werden uns alſo doch
lieber an die Nullen halten.
Da ſteht — es iſt eine Binſenweisheit — Wilhelm II.
mit einem Grundbeſitz, der 200 Millionen wert iſt, an erſter
Stelle. Manche Leute behaupten, daß die Fürſten von
Churn und Caxis noch reicher ſeien. Ihr
vielver=
zweigter Grundbeſitz in Süddeutſchland iſt ſchwer zu
über=
ſehen. Sie werden ſich im großen und ganzen auch ſo um
die 200 Millionen bewegen. Das ſind alſo Vermögen, die
für die Volkswirtſchaft kaum in Betracht kommen. Und in
dieſer Spitzengruppe rangiert dann nur noch die Familie
Krupp, die gleichfalls ihre 200 Millionen arbeiten läßt.
Krupp iſt demnach der eigentlich führende Geldmann
Deutſchlands, wie er es auch vor dem Kriege war. In dieſen
allerhöchſten Negionen hat ſich wenig geändert, die Kriegs=
und Inflationsgewinne, von denen ſoviel die Nede iſt,
be=
wegen ſich erſt viel tiefer unten in beſcheidenen Niederungen
Von der 200=Millionen=Spitze fällt die Linie rapide
ab=
wärts. Die Familie Petſchek folgt erſt nach langer
Pauſe mit 150 Millionen. Die Pauſe iſt gleichzeitig eine
Kunſtpauſe, denn Herr Petſchek iſt ein richtiger
Empor=
kömmling, der in Außig in Böhmen einen Kohlenhandel
hatte, und heute Herr über die mitteldeutſchen Braunkohlen
iſt. PPetſchek hat es alſo vor allen anderen Neulingen am
weiteſten gebracht.
Bei der nächſten Stufe beginnt wieder eine Kategorie für
ſich: das große Bankier=Vermögen. Hier marſchieren die
Familien Mendelsſohn und Mendelsſohn=Bartoldy an
der Spitze mit 120 Millionen. Auch das zweitgrößte
In=
duſtrie=Vermögen erreicht dieſe Höhe: die Samilie Opel
hat für ihr Nüſſelsheimer Automobilwerk allein den
Kauf=
preis von 120 Millionen bekommen; es iſt alſo möglich, daß
ſie mit ihrem ſonſtigen Vermögen ſogar vor den
Mendels=
lohns ſteht.
Von Dr. W. Behrendt.
Damit wären wir ſchon an der beſcheidenen 100=
Mil=
lionen=Grenze. An den erſten Platz ſtellen wir Herrn Jakob
Michael mit 100 Millionen deshalb, weil er, bis dieſe
Seilen in Druck gehen, den anderen ſchon wieder mit ein
paar Millionen voraus iſt. Michael iſt der Großverdiener
Deutſchlands. Er hat vor zehn Jahren mit — nichts
be=
gonnen und betreibt heute alles, was nur irgendwie Geld
einbringt. In ſeine — ihnen wahrſcheinlich mißliebige —
Nachbarſchaft müſſen ſich vier Fürſtlichkeiten bequemen, die
ſchöne alte Familienbeſitze zu verwalten haben. Der Fürſt zu
Fürſtenberg, der ſich auch induſtriell betätigt, die
Fürſten von Pleß, zu Hohenlohe-Oehringen und
Henckel von Donnersmark, die an Grund=,
Berg=
werks= und Hüttenbeſitz je 100 Millionen haben werden.
Ihnen folgt mit weitem Abſtand der Großherzog von
Sachſen=Weimar mit einem Grundbeſitz, der ſeine
60 Millionen wert iſt.
Bei der 50=Millionen=Grenze drängen ſich dann die
wohlhabenden Bankiers, die es nicht ſo weit gebracht haben
wie die Mendelsſohns. Da iſt Jakob Goldſchmidt von
der Darmſtädter und Nationalbank, der als Banklehrling
begonnen hat; da iſt Fritz Mannheimer, der ſich ſeine
50 Millionen ebenſo ſchnell verdiente wie Michael ſeine 100;
da ſind die — — — Nothſchilds, die ſich trotz ihres
ſumboliſchen Namens mit lumpigen 50 Millionen begnügen
müſſen. Unter den Schwerinduſtriellen ſteht hier Chyſſen
mit ſeinen 50 Millionen weit hinter Krupp; die Familie
Haniel hat ebenſoviel, und auch die Kölner Montan=
Franz v. Mendelsſohn. Dr.=Ing. e. h. C. F. v. Siemens.
gewaltigen Otto Wolf und Ottmar Strauß ſind
begnüg=
ſam genug, auch hier zu rangieren. Nicht zu vergeſſen die
beiden Weinbergs von J. G. Farben, die die gleiche
Summe zu verzehren haben. Auch Fürſtlichkeiten drängen
ſich um dieſe ſumpathiſche Sahl. Die Herzöge von
Aren=
berg, denen faſt das ganze rheiniſch-weſtfäliſche
Induſtrie=
revier gehört, und die oberſchleſiſchen Balleſtrems. In
Oberſchleſien ſitzen auch die Ciele=Winkler und die
Schaffgotſch auf ähnlichen Vermögen.
Bei den 40 Millionen treffen wir auf den reichſten
Kaufmann Deutſchlands, den Berliner Juwelier Albert
Loeske, der allerdings kürzlich geſtorben iſt.
Um die 30 Millionen drängt ſich gemiſchte Geſellſchaft.
Da vertritt unter den adligen Großgrundbeſitzern der frühere
Kronprinz ſeine 30 Milionen, der Herzog Albrecht
von Württemberg, der Fürſt von
Hohenzol=
lern=Sigmaringen, der König Auguſt von
Sachſen beſitzen etwa ebenſoviel. Siemlich unbekannt iſt
die Familie Waldthauſen, die in der Schwerinduſtrie
ihre 30 Millionen arbeiten läßt. Hier finden wir auch die
Warenhausbrüder Wertheim mit ihren 30 Millionen,
und die Warenhausbrüder Cietz vom Sweig Hermann
Cietz, die einander, heftig konkurrierend, die Waage halten.
Je weiter wir nach unten kommen, um ſo größer wird
folgerichtig die Sahl der Beſitzenden, obgleich die ganz
Reichen zuſammen immer noch viel mehr haben, als die
vielen weniger Neichen. 20 Millionen verwalten Carl
Friedrich von Siemens. Herr Bager (von Bager=
Leverkuſen), die Samilien Merck in Darmſtadt (
pharma=
zeutiſches Unternehmen), der Generaldirektor der J. G.
Farben Carl Boſch, der Vorſitzende des Farben=
Auf=
ſichtsrates Carl Duisburg, der Warenhausbeſitzer
Leonhard Cietz, der frühere Warenhausbeſitzer
Jan=
dorf, die Bankierfamilie Warburg, der Bankier Fritz
Andree und, nicht zu vergeſſen, der alte Carl
Fürſten=
berg, der führende Kopf der Berliner Finanzwelt.
Die 10=Millionen=Grenze ſoll den Abſchluß dieſer
Auf=
zählung bringen. Was darunter iſt, gehört nicht mehr zu
den reichſten Leuten. Es gibt in Deutſchland etwa 2500
Millionäre, aber der größte Ceil iſt „arm wie eine
Kirchen=
maus”. Von den 5,6 Milliarden, die ſie insgeſamt vertreten,
gehören denen, die hier angeführt ſind, die alſo mindeſtens
zehn Millionen beſitzen, ſchon 3,4 Milliarden Mark, und die
übrigen — es ſind immer noch 2900 — müſſen ſich in den
ſchäbigen Neſt von 2,2 Milliarden teilen. Da kommt auf
den einzelnen nicht einmal mehr eine ganze Million, die
Statiſtik hat die Sahlen nur nach oben abgerundet.
Unter den zehnfachen Millionären nennen wir den Kölner
Louis Hagen an erſter Stelle, weil er es am ſchnellſten
weiter bringen wird.! Er ſitzt heute ſchon mit ſeiner Lappalie
von einem Vermögen in zahlloſen Aufſichtsräten. Dann iſt
da Dr. Bett von Bett, Simon u. Co., der als Freund
Hilferdings auch ſeine Nolle ſpielt. Hermann
Schön=
dorff, der leitende Geiſt des Karſtadtkonzern; Rudolf
Karſtadt ſelbſt und ſein Kompagnon Choodor
Alt=
hoff; der Bleichröder=Bankier Schwabach; die
Ban=
kiers Ladenburg (Mannh.), v. Berenberg=Goßler
(Hamburg), Speuer (Frankfurt); die Herren des
Glanz=
ſtoff=Konzerns Blüthgen und Springorum; der
Herr über Schultheiß=Patzenhofer Katzenellenbogen;
ſein Kompagnon Walter Sobernheim; die Familien
Meiſter und Brüning (von den Höchſter Sarbwerken);
die Lokomotiv=Leute Borſig, Henſchel, Maffei;
der Schiffbau=Gewaltige Carlſon, die
Schwerinduſtriel=
len Stumm, Hoeſch, Poensgen, und — nicht zu
vergeſſen! — Stinnes, die auch nicht gerade am Hungertuch
nagen.
Auch eine Reihe von Großgrundbeſitzern gehören
natür=
lich zu den zehnfachen Millionären, aber es iſt da ſchwer,
feſtzuſtellen, wer die Grenze erreicht, wer darunter bleibt.
Guſtav Krupp von Bohlen
und Halbach.
Sgna: Petſchek.
20 bis 30 werden es ungefähr ſein. Mirbach,
Leinin=
gen, Löwenſtein=Wertheim ſind mit von der
Partie.
Vielleicht fehlt der eine oder andere in unſerer Liſte.
Dann hat er es beſonders gut verſtanden, ſeinen Beſitzſtand
zu verſchleiern. Oder — es wird dieſer oder jener vermißt;
dann beſitzt er weniger als zehn Millionen, und es iſt mur
ein Gerede, wenn man ihn höher einſchätzt.
IEAEHAHAAHIE
HHARISRAASARHHAAHAIA
A2
UpnaspErÄvas
2z. Februar 1930
Nummer 8
[ ← ][ ][ → ]Geheimniſſe der Kinderſeele.
Ratloſen Eltern hilft die Individualpſychologie.
Von Elſe Herz, Leiterin der erſten Berliner
Individualpſychologiſchen Beratungsſtelle für Kinder”.
Es iſt bekannt, daß es neben der Gruppe der ſogenannten
normalen Kinder eine Gruppe gibt, die man als pſuchopathiſch
bezeichnet, das heißt als geiſtig nicht normal. Für dieſe Kinder
beſtehen behördliche Beratungsſtellen. Swiſchen den beiden
Gruppen der Normalen und der Pſychopathen aber ſteht eine
große Gruppe Kinder, die man als die Schwererziehbaren
an=
ſprechen könnte. Sie ſind durch beſtimmte äußere oder innere
Lebensumſtände von der normalen Entwicklung abgedrängt
worden, ohne indes die Gruppe der Pſychopathen ſchon erreicht
zu haben. Dieſe Kinder wollen wir erfaſſen, ihnen und ihren
Eltern wollen wir mit unſerer Individualpſuchologie helfen.
damit ſie nicht auf dem ſchädigenden Wege weiter gehen und
ſchließlich bei den Pſychopathen landen.
Welche Kinder reihnen wir nun dem Befunde nach in dieſe
Gruppe? Da ſind zunächſt viele, die ratloſe oder ungeduldige
Eltern und Erzieher als unartig, Aerzte vielleicht als nervös
bezeichnen würden. Kinder, die ſich durchaus nicht in die
Ge=
meinſchaft des Hauſes wie der Schule einfügen können, Kinder
die konſtant ſchwindeln, trotz aller Ermahnungen den Eltern
häufig Geld oder andere begehrenswerte Dinge entwenden,
im=
mer auffſäſſig, trotzig, frech ſind. Kinder, die an Schlafloſigkeit
leiden, ohne daß man eine körperliche Urſache feſtſtellen kann,
Kinder, die abnorm ſpät ſauber werden, die eine Lernhemmung
haben, bei irgendeinem Fache, zum Beiſpiel dem Rechnen, völlig
verſagen. Kinder, die immer allein oder nie allein ſein können,
Kinder mit einem chroniſchen Serſtörungstriebe, überſtarker
Herrſchſucht oder Aengſtlichkeit. Kurzum alle Kinder, die ſich
nicht in den normalen Ablauf des allgemeinen Lebens fügen
können. Bei ihnen muß die individualpſychologiſche Beratung
einſetzen. Leider hat es unſere Methode noch nicht erreichen
können „neben den behördlichen Beratungsſtellen wie
Jugend=
beratung, Pſuchopathenberatung uſw. behördlich anerkannt zu
werden. Man duldet uns, weil wir keine Koſten machen und
den Erziehern ihre Arbeit erleichtern. Mehr aber auch nicht.
Das Siel unſerer Arbeit kann ich mit einem einzigen Worte
umſchreiben: Ermutigung. Jedes Kind, das in der vorher
ge=
ſchilderten Art verſagt, iſt irgendwie entmutigt worden, ſei es
durch Menſchen, ſei es durch Erlebniſſe, ſei es einfach dadurch,
daß es ſich den gewöhnlichen Anforderungen des Cages nicht
gewachſen glaubt. Es hat den Slauben verloren, auf dem
ein=
fachen Wege ſich zu behaupten und greift zu allerlei Mitteln,
um ſein „Geltungsbedürfnis” irgendwie durchzuſetzen. Kann es
durch übertriebene Artigkeit ſich nicht zum Mittelpunkt machen,
ſo wird es das gleiche durch Unart verſuchen. Glaubt es die
Liebe der Mutter nicht genügend zu haben, ſo wird es durch
Unark die Mutter dahin bringen, auf jeden Fall, wenn auch im
Böſen, ſich mit ihm zu beſchäftigen. Ein Kind, das lange
un=
ſauber bleibt, braucht die körperliche Fürſorge der Mutter,
Kinderfrau, Großmutter, wer immer auch die Erziehungsperſon
ſei, mehr, als ein zeitig ſauberes. Ein Kind, das Schreikrämpfe
und Erbrechen bekommt, wenn die Eltern aus dem Hauſe gehen,
wird damit in den meiſten Fällen erreichen, daß die geängſtigten
Eltern auf ihren Ausgang verzichten. Ein Kind, das vor der
Schule nicht aufſtehen kann, ſich nicht allein fertig macht, trödelt,
das ganze Haus in Aufruhr verſetzt, hat ſchon ſein Siel erreicht,
Mittelpunkt zu ſein, hat ſein „Geltungsbedürfnis”, wie wir es
nennen, durchzuſetzen. Kinder, die prahlen, lügen, andere
tyran=
niſieren, folgen ihrem Crieb, eine Art Heldenrolle zu ſpielen, ſich
vor ſich und den andern zu erhöhen. Das Kind, das in der
Schule dauernd ſtört, nicht mitarbeitet, faul und frech iſt, ſtellt
ſich, wenn auch wiederum im Böſen, in den Mittelpunkt der
Aufmerkſamkeit von Lehrern und Schülern.
Solche Kinder bringen wir mit Hilfe unſerer Methode erſt
einmal zur Einſicht, über die Unzweckmäßigkeit ihres
Verhal=
tens und die falſche Sielſetzung ihres Lebensplanes. Wir
ver=
ſuchen, ihnen Mut zu machen, ihre Kräfte richtig einzuſetzen und
ihren unbewußten falſchen Lebensplan in einen bewußt richtigen
umzuformen. Das gelingt natürlich nicht auf einen Anhieb —
dazu bedarf es häufig einer längeren, vertrauensvollen
Aus=
ſprache ziſchen Kind und Berater, aber auch zwiſchen Berater,
Eltern und Lehrern. Denn meiſt iſt ja der unbewußt falſche
Lebensplan des Kindes entſtanden aus Schwierigkeiten, die es
gegenüber ſeinen Erziehern oder den Geſchwiſtern fand. Soll die
Heilung gelingen, ſo müſſen Elternhaus wie Schule ſich in
un=
ſerem Sinne dem Kinde gegenüber einſtellen. Häufig wird es
auch nötig ſein, das Kind eine Weile aus der Umgebung
her=
auszubringen, in der es ſeinen falſchen Lebensſtil entwickelt hat,
damit es erſt einmal in Ruhe ſich neu ſeeliſch trainieren kann
auf die neuen Aufgaben, die wir ihm ſtellen.
Wie ſieht unſere Arbeit im einzelnen aus? Man ſtelle ſich
vor, daß eine Mutter mit ihrem Kinde in die Beratungsſtelle
kommt, mit den allgemeinen Klagen über Ungezogenheit,
Saul=
heit, Lügenhaftigkeit uſw. Dann fragen wir zunächſt: Seit wann
beſtehen Klagen? In welcher äußeren und inneren Situation
war das Kind, als ſeine Schwererziehbarkeit begann? Lag etwa
Milieuwechſel, Schulbeginn, Schulwechſel, Geburt jüngerer
Ge=
ſchwiſter vor, dies letzte beſonders wichtig für ein bisher einziges
Kind, das allein die Liebe der Eltern beſaß und nun fürchtet,
verdrängt zu werden? War es vorher mutig, feige,
eigenbröt=
leriſch, unſelbſtändig, hatte es Furcht vor Dunkelheit,
Allein=
ſein? Iſt es ein Stiefkind, ein legitimes, illegitimes Kind? Wie
waren ſeine Pflegeeltern? Hat es zur normalen Seit ſitzen,
gehen, ſprechen, ſauberwerden gelernt? Ich es herrſchſüchtig,
feige, ungeſchickt, mtelligent? Hatte es beſondere Schwierigkeiten
beim Schreiben, Nechnen, Leſen? Hat es leicht Freundſchaft
geſchloſſen oder iſt es gerne einſam? Iſt es unverträglich, zu
Quälereien von Menſchen und Cieren geneigt? Wurde es viel
geneckt, ausgelacht, iſt es eitel oder vernachläſſigt es ſich? Iſt
es geizig, ehrgeizig oder faul? Was lieſt, was ſpielt es, wie
ſteht es zu den Eltern, Geſchwiſtern, Lehrern, Mitſchülern? Hat
es körperliche Gebrechen? Iſt’es älteſtes oder jüngſtes Kind, wie
ſteht es in der Geſchwiſterreihe? Was für frühe
Kindheits=
erinnerungen können vorliegen? Was für Cräume?
Berufs=
neigungen? Iſt es häßlich? Iſt es leicht entmutigt, iſt ein
zeit=
licher Suſammenhang zwiſchen ſeinen Mißerfolgen und ſeinen
Sehlern? Was für private Leiſtungen hat es aufzuweiſen?
Dieſe Fragen vorſichtig und geſprächsweiſe an den Erzieher
geſtellt, ergeben ſchon wichtige Anhaltspunkte für das unſoziale
Confilm=Pſuchoſe
Novelle von Olly Boeheim.
Im Filmatelier herrſchte fieberhafte Nervoſität. Ganz im
Gegenſatz zu dem ſonſtigen Hämmern und Pfeifen war es
dies=
mal totenſtill. Ein Confilm wurde gedreht. Das Chermometer
zeigte fünfzig Grad. Wie matte Fliegen hingen die Arbeiter in
ihron Gerüſten, die Bierflaſche umklammernd und triefend vor
Schweiß. Die Hauptdarſtellerin fiel erſchöpft auf einen Stuhl,
ließ ſich während der kurzen Pauſe von ihrer Garderobiere
Er=
friſchungen reichen, pudern und die Löckchen zurechtzupfen.
Un=
erträglich war dieſe Miſchung von Geſpanntheit und Erſchöpfung.
Außer einigen Probeaufnahmen hatte keiner der Darſteller
jemals in einem Sprechfilm mitgewirkt. Alle waren ſie auf dem
neuen Gebiet geſpannt und unſicher. Dabei dieſe entſetzliche Hitzel
Die Geſichter waren fleckig, und trotz unermüdlichen Puderns
lief die Schminke einfach weg. Der Hauptdarſteller, groß, blond,
Craum aller Mädchenherzen, in ſeinem hiſtoriſchen Koſtüm war
dem Umſinken nahe. Endlich der Ruf „Mittagspauſe‟! Die
Komparſen ſtürzten in die Kantine, und alles zerſtreute ſich. Der
Hauptdarſteller hörte noch, daß der Aufnahmeleiter dem
Ve=
giſſeur zuflüſterte, die geſtrigen Aufnahmen wären
vorführungs=
bereit — dann taumelte er in ſeine Garderobe, riß ſeinen Nock
auf und fiel erſchöpft auf ein Lager.
*
Gluthitze lag über dem Vorführungsraum, in dem die
Probe=
aufnahmen zu dem neuen Confilm liefen. Hinter Herrn
Schäf=
chen, dem Allgewaltigen, ſaß der Schauſpieler, die Hände vor
Erregung verkrampft, denn von dem Erfolg dieſes
Conbild=
ſtreifens hing ſeine Sukunft ab. Leiſe ſetzte das Summen des
Vorführapparates ein. Mit einem kehligen Gaumenlaut begann
die Sprechſzene. Ein knödelnder Monolog, von unverſtändlichen
Siſchlauten unterbrochen, kam aus dem Apparat. Der junge
Caſanova, den er darſtellte, ſprach ſeine Liebeslzene in
unver=
fälſchtem ſächſiſchen Dialekt. Schweiß trat dem Schauſpieler auf
die Stirn — er ſah Herrn Schäfchen mit ſeinen breit wattierten
Schultern vorſichtig im Dunkel verſchwinden, er hörte das
unterdrückte Kichern einer Silmnovize, die ſich dank ihrer
Be=
ziehungen zum Aufnahmeleiter eingeſchmuggelt hatte, er ſah, wie
Baby, ſeine angebetete kleine Frau, den Schleier ihres Pariſer
Modellhutes über ihr kokettes Näschen zog und ſchnippiſch
auf=
ſtand. Er hörte ſich knödeln, ziſchen und pfeifen, und keine
mit=
leidige Stimme verkürzte die Hinrichtung. Wie ein zum Code
Verurteilter noch unter dem Beil ſein Leben blitzartig
vorüber=
ziehen ſieht, erblickte der Schauſpieler ſeine Nolle, die umbeſetzt
wurde, ſah ſein Haus im Grunewald von andern bewohnt, ſah
ſeine Nennpferde Stück für Stück verkauft — Kataſtrophe —
Abſturz — es war aus!
Er ſtand wie ein Sträfling vor leinem Pakard. Wie lange
werde ich noch am Volant ſitzen? dachte er verzweifelt. Baby
im Fond des Wagens puderte ſich angelegentlich und ſagte eiſig:
„Werde Verſicherungsagent, mein Lieber!‟ Der Schauſpieler
war in den Ewigkeitsminuten ſeines Abſturzes faſt immun gegen
Schmerz geworden, Schlimmeres konnte ihm nicht mehr paſſieren!
Crotzdem wunderte er ſich, wie herzlos Baby war, ſie, die in
ſeinen Silmen oft ſo geweint hatte, daß ihre roſigen Wangen
ſtreifig von zerlaufener Cuſche waren. Sie würde ihn als erſte
verlaſſen, wenn das Geld ausging.
Wochen vergingen. Baby war in Deauville. Der
Schau=
ſpieler ſaß am Celephon und wartete. Niemand rief an. Keine
Sirma wagte ſtumme Silme zu drehen. Vereinzelte große
Kon=
zerne bereiteten Confilme vor. Der ſtumme Film ſchwieg; er
war abgemeldet. In mittleren Kinos liefen noch Silme, in denen
Verhalten des Kindes. Man kam ſich ein ungefähres Bil
machen, wo die Schwierigkeiten ihre Wurzel haben mögen.
Kann man dieſe Fragen nicht im Geſpräch mit einſichtigen
Eltern klären, ſo wird man mit Hilfe der Schule, der
Fürſor=
gerin uſw. Necherchen anſtellen, um ein ungefähres Bild des
Kindes zu gewinnen. Dann erſt geht man an das Kind heran
Man muß ſein Vertrauen gewinnen, indem man ihm zuerſt
ein-
nal erklärt: Bei mir hörſt du keine Vorwürfe, keine Predigten
cein: „Ich glaube dir nicht” — bei mir hörſt du nur das eine
Ich will dir helfen, damit du fröhlich wirſt, Mut bekommſt und
dein Leben für dich richtig einrichteſt.” In faſt allen Fällen
ge-
lingt dieſe Methode, beſonders wenn man ſich mit dem Kind
auf gleich und gleich ſtellt, Humor anwendet und dem Kinde da.
Gefühl gibt: hier kannſt du wirklich ſo ſein, wie du biſt.
Hat man aus Erzählungen, vorſichtigen Fragen und
gemein=
ſamen Spielen herausgefunden, wo der Grund zu dem falſche=
Lebensplan des Kindes ſteckt, ſo macht man ihm Mut, ſeine
Kraft auf ein anderes, richtigeres Siel zu konzentrieren.
Als Beiſpiel möge folgendes dienen: Ein Junge kam mi
ſeiner Mutter in die Beratung. Klagen waren: Der Junge
ſchwindelt dauernd, vergißt oder unterſchlägt ſeine Schularbeiter,
dafür wird er in der Schule getadelt, verhöhnt uſw.
Ich ſagte dem Jungen: „Hör mal, du biſt ſo ein großer un d
vernünftiger Junge. Glaubſt du nicht, daß du es fertig bekämeſt,
an einem einzigen Cage in der Woche mal das Schwindeln
laſſen und die Arbeiten zu machen? Du haſt alle andern Tag
zum Schwindeln und Saulenzen frei.”
„Klar,” ſagte der Junge patzig, „daß ich das kann, ich kan
noch viel mehr.”
„Weißt du, viele Cage ſind zu anſtrengend auch für mich
wir wollen es erſt mal mit einem Cage machen, wähl di
einen aus!”
Der Junge wählte — und hat an dieſem Cage weder ge
ſchwindelt noch gebummelt. Die nächſte Woche kamen wir ſcho/ Grupp
auf zwei Cage — ſein Ehrgeiz war geweckt, der von mi
unterrichtete Lehrer behandelte ihn gut, es ging immer weitel iin en
— binnen kurzem war das Kind wie umgewandelt, ſchien all
ſeine Fehler überwunden zu haben. Als Pſuchologin aber wußt
ich, daß noch einmal ein Rückſchlag kommen müſſe — und de
ſetzte prompt ein, als ſich die Situation zu Hauſe für das Kin
verſthlechterte, durch einen heimkehrenden großen Bruder, de
den jüngeren kommandierte und dem er auch ſein Bett abtrete
mußte. Aber auch dieſer Rückfall wurde mit Ruhe, Gedul
und Humor überwunden und das Kind wurde geheilt.
Einen ſehr eindringlichen Sall will ich zum Schluſſe berichten
Su einem berühmten Profeſſor der Kinderheilkunde an de
Berliner Charité wird von der Schulfürſorge ein Kind geſchick
Das Kind hat vom Schulbeginn an, alſo vom 6. bis 7. Jahre
der Schule oder in Gegenwart Fremder nicht ein einziges
Wo=
geſprochen. Nicht Güte, nicht Strenge haben geholfen, das Kin
blieb ſtumm und ſprach nur in Gegenwart der Eltern. Dc
Kind, ein hübſches Mädchen, iſt dabei geſund und vollſtänd)
normal. Der Arzt trägt den Sall im Kolleg vor. Die Schulfünl
ſorgerin hat ihm vur die eben genannten Catſachen mitteilg
können. Er läßt die draußen wartende Mutter des
Kind=
kommen und ſagt ihr vor ſeinen Studenten: „Ihr Kind will vol
Fremden nicht ſprechen?” — „Nein.” — „Alſo haben Sie fo
gendes mit ihm gemacht. Sie haben ihm geſagt: „Halt den Mun
wenn Erwachſene reden. Was du ſchon zu erzählen haſt. E
Kind hat zu ſchweigen, wenn Fremde dabei ſind.‟ Die Muttr
gibt das erſchreckt zu. Nun ſchickt der Arzt die Mutter hera
und läßt das Kind kommen. „Willſt du uns ſagen, wie di
heißt?” — Schweigen.” — „Willſt du nicht mit uns ſprechen?”ſtau
— Schweigen. — „Nun, dann ſetz dich hier auf die Bank.” —
Er fährt in ſeinem Vortrag fort und ſagt dazwiſchen wie beM ung,
läufig: „Ja, meine Damen und Herren, es gibt törichte Ex/ Vorte
wachſene, die da ſagen, was ein Kind erzählt, ſei nicht wichti/ die be
ein Kind habe überhaupt zu ſchweigen. Aber es gibt auch ver
nünftigere Erwachſene, die ſagen: Was ein Kind zu erzählen hal Preßluf
das iſt ſehr wichtig, das iſt viel wichtiger für uns, als was wimocke
Großen uns erzählen, wir würden ſo froh ſein, wenn die Kir/ zatig
der uns recht viel erzählen wollten. Und ein Kind hat do urd
m=
auch ſoviel zu erzählen, wenn es ſicher iſt, daß wir gerne zu/ anch
hören. — Möchteſt du uns nicht auch was erzählen?” — „Jalnä
ſagt das Kind laut und deutlich — ſagt das erſte WWort ſel
einem Jahr — ſagt es vor dreihundert Studenten. Der ſeeliſch
Choc war genommen, die Entmutigung in Mut umgewande
Die Heilung in einer halben Stunde erreicht. Und wodurch
Weil dieſer Arzt mit genialer Sicherheit ſich individuell auf di
Pfhychologie dieſes Kindes einſtellte — weil er das anwendet
was wir „Individualpſuchologie” nennen.
Aus dieſem Beiſpiel, dem ſich Cauſende hinzufügen ließe
kann man erſehen, welcher Segen dieſe Methode, richtig angd
wandt, in falſch erzogenen, verängſtigten Kinderſeelen wirkg/?
kann. Darum iſt es unſere unabläſſige Forderung, daß zu)a
mindeſten alle Pädagogen und Berufserzieher in der Indiv/ verker.
dualpſuchologie gründlich durchgebildet werden — zum Heile dd deute
Kinder und zum Heile der ganzen Lebensgemeinſchaft dAucht
Menſchen.
der Schauſpieler die Hauptrolle ſpielte, da hingen noch ſeit
Bilder, da prangte noch groß ſein Name in den Neklamen. S
ſchlich ſich in dunkle Logen und bewunderte ſich mit wehe
Herzen wie einen Coten. Es kamen dutzendweiſe Bitten ud ſten
Mid
Autogramme — wie lange noch? Sein Kapital hatte er Aüchte
ſeinen Nennſtall geſteckt, davon konnte er, wenn er Glück hatty Yerd
eine Seit leben. Vielleicht retteten ihn ſeine Pferde; Cheri/ Aoh
die wundervolle Vollblutſtute, die noch nie im Nennen gelauf” birde
war. Aber der Unterhalt koſtete, Baby koſtete, und die furch /Ag
baren Sommermonate ſchlichen träge dahin und brachten nich Merſte
ein. Er begann einzelne Pferde zu verkaufen, ſeine Nerv9 /ko
fingen an zu verſagen; etwas mußte geſchehen! Da begann Als
zu ſpielen und ſpielte ſich über das furchtbare Warten auf eing dert
Engagementsantrag hinweg. Er gewann teilweiſe und verli Gob.
rieſenhaft. Jetzt ging der Abſtieg raſch, er verſpielte ſein yit
Pferde, ſein Auto, er verſpielte Chérie, die er faſt noch meill biren
liebte als Baby. Dann zog er Bilanz, verkaufte ſein Haus un Wmte
reiſte mit ſeinem Sootſchterrier „Flip” ins Unbekannte.
Schon fielen die erſten Blätter von den Bäumen. DAtr,
Schauſpieler, der das Morgengrauen auf einer Bank im BoTder
verſchlafen hatte, dachte, vom Cau durchnäßt und von Käld den
geſchüttelt, daran, ſeinem Leben ein Ende zu machen. In eine 6yn
Kaſchemme der Nue Pigalle hatte er, was ihm an Barſchal Gs
und Wertſachen geblieben war, verſpielt. Dann hatte er 10½
Crotz gegen das Schickſal ſeinen treuen Kameraden Slip eind
geſetzt und ebenfalls verloren! — Ein Blatt Papier blieb Wn.
ſeinem Nock hängen, mechaniſch entfaltete er es. Es war eſ e.
Nennbericht — und während er gedankenlos die beſchmutztg 9,
Seilen überlas, ſtockte ſein Herz. Chérie lief heute nachmitfeg Nie
das große Nennen in Auteuil. Im Moment ſeines tiefſtd /-
Niederganges wehte das Satum ihm eine Botſchaft zu. CherA ſa
würde ihn retten. Er mußte ſich nur bis heute Nachmittot
Fünfzehn Minuten Verſpätung.
Ein Blicke hinter die Kuliſſen eines Großbahnhofs.
Von Carl Otto Windecker.
Oft, wenn ein Sug, trotzdem die Abfahrtszeit längſt
über=
britten iſt, immer noch in der Halle ſteht und der rotbemützte
Geamte offenſichtlich keinerlei Anſtalten macht, das
Abfahrts=
tichen zu geben — oder oft, wenn ein Sug ſeine Strecke mit
Aer Pünktlichkeit abſolviert hat und bleibt dann, kaum 200
ſeter vor den Bahnhofshallen vor dem verſchloſſenen
Ein=
uhrtsſignal ſtehen, dann möchte der Neiſende gerne Wutanfälle
bkommen, und verzweifelt ſucht er nach einem uniformierten
ßlitzableiter für den anwachſenden Aerger. Fällt aber dann ſein
blick durch Sufall auf die Ausdehnung der Gleisanlagen, auf
ſe vielen Hunderte von Signalen, Weichenlampen und
abge=
ſellten Waggons, dann drängt ſich ihm doch wohl die Frage
uf: wie gelingt es, den Verkehr mit dieſen vielen Hunderten von
Vagen, mit dieſen hunderterlei nieinandergehender Geleiſe, dieſen
(auſenden von Weichen reibungslos durchzuführen? Wie finden
ſch die Leute im Stellwerkhaus zurecht? Was geſchieht mit den
bgeſtellten Waggons? Wie macht man es, ſich aus dieſem
heinbaren Chaos zurechtzufinden? —
Alle dieſe Fragen legte ich ſelbſt einem Fachmann vor.
Lie=
ſenswürdig bemühte er ſich, mir armen Laien einen Begriff von
ſem rieſenhaften Näderwerk des alltäglichen Bahnhofsbetriebes
u geben, das exakt, auf die Minute abgeſtimmt, klappen muß,
denn nicht der Reiſende ... wie geſagt.
Der Schienenwirrwarr vor den Bahnhöfen wird klarer,
denn man hört, daß er — den Ausfahrrichtungen entſprechend
— in ſogenannte Betriebsgruppen eingeteilt iſt. Nach dieſen
bruppen erfolgen auch die Bezeichnungen der kleinen
Stell=
verkhäuſer, deren muſtiſche Buchſtabenaufſchrift dem Neiſenden
in ewiges Nätſel iſt. Dieſer Einteilung entſprechend werden
ſber auch die nicht gebrauchten oder eingelaufenen Waggons
ſogeſtellt. Je nach Bedarf und Platz. Kleinere, ältere
Loko=
notiven beſorgen das Nangieren, der Nangiermeiſter
ver=
ländigt durch Suruf die Beamten der Stellwerkhäuſer, die dann
Jas jeweilige Geleiſe freigeben. Von hier aus geſchieht dann
uch die Sugbildung, die, auf Grund von Beſprechungen zwiſchen
en einzelnen Direktionen, nach einem ſogenannten „
Zugbil=
urgsplan” vor ſich geht. Welche Aufgabe hierin beſteht, mag
uus der Catſache hervorgehen, daß in größeren
Sugbildungs=
labnhöfen oft über 1500 Waggons beheimatet ſind.
Die abgeſtellten Wagen werden hier auf ihren „
Park=
hätzen” gleichzeitig gereinigt und repariert, ſoweit ein Schaden
ſicht ſo erheblich iſt, daß die Ueberführung des Wagens in eine
der größeren Reparaturwerkſtätten erforderlich wird. Auch die
„eeinigung erfolgt nach einem durchgearbeiteten, planmäßigen
rſtem, ohne das eine Bewältigung der Aufgabe nicht möglich
ſpare. Man unterſcheidet Hauptreinigungen und
Zwiſchenreini=
ungen, nach einer gewiſſen Kilometerzahl oder nach Bedarf.
Die Hauptreinigung iſt ſehr gründlich. Sie umfaßt: Neinigung
Polſter und Aborte, Fenſterwaſchen, Auskehren,
Aus=
chen, Abſtauben und Metallputzen. Alſo nicht ganz ſo ſchlimm
ſie der Weihnachts= oder Oſterputz unſerer Hausfrauen. Die
ſwiſchenreinigung beſchränkt ſich auf Auskehren und Abſtauben.
Die Neichsbahngeſellſchaft hat neuerdings auch hierfür ganz
toderne techniſche Hilfsmittel eingeſtellt. Bei den periodiſch
tiederkehrenden großen Hauptreinigungen erfolgt das
Ab=
tauben durch elektriſche oder Preßluft=Staubſauger, für das
Auswiſchen, das früher mit Schrubber und Putztuch vor ſich
ung, bonutzt man heute Preßluft=Waſſerzerſtäuber, die den
Borteil haben, jede Nitze und verborgene Ecke zu ſäubern. Auch
lie beſonders kleinen Abteile, deren Benutzung während des
Aufenthalts auf einer Station nicht geſtattet iſt, werden durch
Dreßluft=Waſſerzerſtäuber geſäubert, die in dieſem Fall noch
weckentſprechend mit einem Schaber verſehen ſind und
gleich=
nig, durch Beimiſchung eines Mittels, desinfizieren. Periodiſch
uh die Fenſter nicht nur wie üblich mit klarem Waſſer, ſondern
gemahlenem Bimsſtein gereinigt.
Fernzüge erfahren dieſe Hauptreinigung nach jeder Fahrt.
dendel= und Vorortzüge weniger. Welche ungeheure Arbeit
arin ſteckt, mögen ein paar Hahlen beweiſen. Ein größerer
Hahnhof, vielmehr das auf dieſen Dienſt ſpezialiſierte
Wagen=
betriebsamt des Bahnhofs, das täglich ſchätzungsweiſe 2000
Haggons zu reinigen hat, reinigt damit zirka 11 500 Abteile.
(s benötigt hierzu — es handelt ſich hier ſelbſtverſtändlich um
Lurchſchnittszahlen — zweihundertfünfzige Wagenreiniger,
Gas=
iller, Schmierer und Elektrotechniker. Ferner ungefähr fünfzig
Pagenzuſammenſetzungsarbeiter — ein hübſcher Citel übrigens
achtzig Beamte, fünfzig Wagenmeiſter und gelernte
Hand=
terker. Dabei iſt zu berürkſichtigen, daß auch die Reichsbahn
eute ihren ganzen Betrieb weitgehendſt rationaliſiert hat, daß
icht nur durch techniſche Hilfsmittel und moderne Apparate
hnelleres Arbeiten möglich, ſondern auch durch das auf
mo=
drnſte Methoden abgeſtellte Akkordſuſtem die höchſte Arbeits=
leiſtung herausgeholt iſt. — Auch der Stoffverbrauch, alſo
Schmiermittel, Putzmittel uſw. — iſt, entgegen der früheren
Handhabe, nach eingehenden Studien nach ſogenannten
Bedarfs=
verbrauchsſätzen pro Achskilometer und Arbeiter feſtgeſetzt und
rationaliſiert.
Sur Erhöhung der Betriebsſicherheit erfahren alle
Wag=
gons nach gewiſſen Seitabſchmitten eine ſogenannte
bahnamt=
liche Unterſuchung. Bei D=Sugs=Wagen nach 75 000 Kilometern
oder ſpäteſtens na chſechs Monaten, bei Perſonenzugwagen
ſpä=
teſtens nach einem Jahr, und nach zwei Jahren bei Nebenbahnen.
Das auf das Fahrgeſtell der Waggons aufgemalte
Prüfungs=
datum hat jeder Neiſende wohl ſchon geſehen. Die
Unter=
ſuchungen erfolgen, ebenfalls nach einem ausgearbeiteten
Wagen=
unterſuchungsplan, in den großen Werkſtätten der
Neichsbahn=
geſellſchaft.
Dieſen rieſenhaften ſichtbaren Betrieb ergänzt ein nicht minder
großer und umfangreicher unſichtbarer Betrieb. Im großen
und ganzen ſtimmen die Einrichtungen der deutſchen
Großbahn=
höfe überein, nur in beſonderen Fällen, glücklichen Lagen uſw.
kommen hierzu noch beſondere Ausbauten.
Cief im Boden, unter dem weitverzweigten Geleiſekomplex
der großen Bahnhöfe, liegt das große, ausgedehnte Netz der
Vorheizrohre, der elektriſchen Kabel, der Waſſer= und
Preß=
luftleitungen. In dicken, iſolierten Nohren wird der heiße
Dampf von den Betriebswerken zwiſche ndie Geleiſe geleitet, die
abgeſtellten Süge ſind ſchon, bevor ſie ihre Lokomotive erhalten,
durchgewärmt. In gewiſſen Abſtänden ſtehen die
Anſchlußvor=
richtungen für die Gasbehälter der älteren Wagen oder die
Ladevorrichtungen für die elektriſch beleuchteten Waggons mit
Batterie. — Intereſſant iſt in dieſem Zuſammenhang, daß die
Wagenbetreibsämter ſelbſt den Umbau der Beleuchtungsanlagen
in den einzelnen Waggons vornehmen, und daß die gänzliche
Um-
ſtellung auf elektriſche Beleuchtung der Waggons gute
Fort=
ſchritte zeigt.
Viel, unendlich viel zeigt dieſer kurze Blick hinter die
Ku=
liſſen eines Großbahnhofs — viel mehr, als ſich hier erzählen
läßt — tauſenderlei Einzelheiten, die zuſammengenommen dieſe
Ind insbeſondere bei Sügen, die viel Cunnels paſſieren, werden alltägliche, längſt zur Gewohnheit gewordene „Eiſenbahn”
aus=
machen — an die man nicht denkt, wenn man bequem in ſeinem
weichen Abteil zweiter Klaſſe ſitzt und jämmerlich ſchimpft, wenn
ſo ein Sug einmal fünf, zehn oder ſogar fünfzehn Minuten
Ver=
ſpätung hat . ..
Papenfuß läßt ſich Witze
erzählen.
Von Harry Schreck.
„Sol” ſagte Papenfuß, indem er ſeine Uhrkette ſorgfältig
über den Bauch ſtrich und ſich mit dem Wohlwollen, das ein
gutes Eſſen verleiht, im Lederſofa zurechtſetzte, „lo, nun müſſen
Sie aber einen recht guten Witz erzählen.”
„Gern...,” ſprach der Gaſtgeber, „kennen Sie den vom
Schneider und der Hoſe? Paſſen Sie auf: Ein Herr beſtellt bei
ſeinem Schneider eine Hoſe. Nach acht Cagen will er ſie ab=
holen; aber die Hoſe iſt noch nicht fertig. Er kommt nach
vier=
zehn Cagen wieder — die Hoſe iſt immer noch nicht da. Endlich
nach fünf Wochen bekommt er ſie und meint zu dem Schneider:
„Hören Sie, Gott ſchuf die Welt in ſechs Cagen; und Sie
brauchen fünf Wochen für die Hoſe”. „Ja”, erwidert der
Schnei=
der, „aber ſehen Sie die Welt an und dann meine Hoſe.”
Papenfuß ſah gedankenvoll auf ſeine Uhrkette — da ſein
Geſicht ſich zu keinem Lächeln verzog, fügte der Gaſtgeber
be=
treten, aber mit ermunternder Gebärde hinzu: „Schlagkräftig,
nicht wahr? Ein guter Witz . . . prägnant . . . eigentlich
fabelhaft, nicht wahr? Alles ſo kurz zuſammengedrängt . . .
eben ein Witz —!”
„Ja,” ſprach Papenfuß ſichtlich zerſtreut, „aber warum hat
der Schneider geſagt, daß der Herr ſich erſt die Welt und dann
ſeine Hoſe anſehen ſoll? Er hat doch gewiß etwas damit
ge=
meint . . ." Der Gaſtgeber zögerte bekümmert: „Natürlich,
er hat gemeint, daß die Hoſe beſſer wäre als die Welt — das
iſt doch die Pointe.” „War denn die Hoſe ſo ſchön?” fragte
Papenfuß freundlich. „Gewiß”, ſprach der Gaſtgeber traur g.
„Nun,” äußerte Dapenfuß, „die Welt iſt auch ganz ſchön, man
muß ſie ſich eben nur mit frohen Augen anſehen.”
Man ſchwieg und ſtarrte auf den Fußboden. Nach etlichem
Schweigen fiel Papenfuß noch etwas ein: „Der Schneider hätte
ſich dazu halten ſollen. Dann wäre die Hoſe in ſechs Cagen
fertig geweſen.” „Ja”, ſagte der Gaſtgeber.
„Alſo,” fuhr Papenfuß fort, „wovon redeten wir doch eben?
Ach ſo, jal Sie wollten mir doch einen Witz erzählen. Schade, daß
wir davon abgekommen ſind; aber wir konnen das jetzt
nach=
holen. Ich habe nämlich Witze ſehr gern.”
„Hören Sie zu .. .!” ſprach der Gaſtgeber mit einem matten
Anlauf zur Höflichkeit, „hören Sie zu: Einige Herren, die alle
einem Aufſichtsrat angehören, machen einen Ausflug. Sie
kom-
men dabei auf eine Wieſe, auf der ein Ochſe weidet; plötzlich
ſtürzt der Ochſe auf ſie zu, und die Herren können ſich nur mit
Mühe retten. Hinterher beginnt einer der Herren ſchallend zu
lachen. Man erkundigt ſich, warum er lacht. Da antwortet der
Herr, der gelacht hat: „Das war der erſte Ochſe, der ohne
Pro=
tektion in einen Aufſichtsrat gekommen iſt‟."
Papenfuß wölbte verblüfft die Augenbrauen und betrachtete
nachdenklich ſeinen Gaſtgeber. „Haben Sie nicht verſtanden?!“
ſagte der mühſam gebändigt, „jener Herr hat geſagt: das war
der erſte Ochſe, der ohne Protektion in einen Aufſichtsrät
ge=
kommen iſt! Schlagkräftig, nicht wahr? Eben ein Witz —!”
„Ja,” bemerkte Papenfuß nachſinnend, „woher hätte der
Ochſe auch Protektion haben ſollen. Er war eben wütend. Aber
weshalb hat der eine Herr da eigentlich ſo gelacht?‟ Der
Gaſt=
geber zerſchmetterte Papenfuß mit einem Blick voll
unverhoh=
lener Mißgunſt: „Der Herr wollte ſagen ... der Herr wollte
damit zum Ausdruck bringen, daß man noch ſo blöde ſein kann
und doch in einen Aufſichtsrat hineinkommen wird, falls man
Protektion hat.” „Ah, ſo,” ſprach Papenfuß, „aber es war
von dem Ochſen die Nede.” „Jal” ſagte der Gaſtgeber.
Man ſchwieg und ſtarrte auf den Sußboden. „Der Herr
neinte, daß Ochſen und Aufſichtsratsmitglieder oft dasſelbe
ſind”, ſtöhnte der Gaſtgeber. Glaube ich nicht,” ſagte
Papen=
fuß, „das ſind doch Leute in leitender Stellung.”
Celd beſchaffen. Während er langſam durch das erwachende
Sois ſchlenderte, verdichtete ſich der Wunſch, auf Chérie zu
ltzen, zur letzten Konſequenz ſeines Lebens. Die erſten Neiter
luchten auf, ſoignierte Frauen, elegante Herren auf guten
ferden. Nicht nach Baby hatte er ſich geſehnt, nicht nach dem
Bohlſtand, ſelbſt Slip, den Hund, hatte er verſchmerzt, aber nie
ſürde er die braune Stute vergeſſen, Chérie mit den großen
Lugen und den zärtlichen, nervöſen Nüſtern. Gedankenverſunken
herkte er, daß er vor dem großen Friedhof Pére Lachaiſe
an=
tkommen war. Mit grauſamer Selbſwverſtändlichkeit baute ſich
hs Schweigen der Gräber in der Nähe eines Hoſpitals auf. Die
hrt auf das Leben warteten, hatten einen kurzen Weg zum
krab. Verſunken ſtand er unter den Grabmalen; die Cafeln
nt theatraliſchen Verheißungen und die ehernen Monumente
faren von Ewigkeitshauch umwittert. In der Klinik des
be=
rhrnten Chirurgen brannte trotz der Morgenſtunde noch Licht.
ſinter der Milchglasſcheibe des Operationsſaales huſchten
Schat=
in, Schweſtern in Hauben, Aerzte über den Ciſch gebeugt. Mit
der Kraft wurde lier um ein Menſchenleben gekämpft, mit
den Kräften wollte auch er um ſein verlorenes Leben kämpfen.
ſanz Wille und Geſpanntheit, ging er dem Hoſpital zu. Ein
ſedanke war ihm gekommen. Er wollte noch ein letztes Mal
banaue ſpielen — mit ſeinem Leben.
Der berühmte Profeſſar betrachtete voll Intereſſe den Mann
n zerſchliſſenen Nock, der ſich mit Gewalt den Eintritt zu ihm
zwungen hatte. Nach dem Vorſchlag ſeines Beſuches erwog
er Arzt, ob er es mit einem Wahnſinnigen oder mit einem
ſekrüger zu tun hatte. Seine Menſchenkenntnis entſchied ſich
ſthin, daß es ein Verzweifelter war, der ihm ſeinen jungen ge=
Unden Körper gegen die Summe von fünfhundert Franken zu
werimentierzwecken zur Verfügung ſtellte. „Es bleibt beim
Fhrenwort”, ſagte der Arzt, „entweder Sie erſtatten mir die
fünfhundert Franken morgen vormittag zurück — oder ich darf
Sie als Patient zur Erforſchung der Lepra in meinem Inſtitut
begrüßen.”
Herbſtregen rieſelte über die Bahn und verdarb das feſtliche
Bild. Er ſickerte trotz der aufgeſpannten Schirme durch die
märchenhaften Herbſtmodelle, die heute auf dem Nennen ihre
Premiere erleben ſollten. Er verdarb die zarten Gebilde aus
Spitzen und Crepe Georgette und die Laune ihrer ſchönen
Crä=
gerinnen. Ein Mann in zerſchliſſenem Nock ſchob ſich ungeachtet
mißbilligender Blicke zum Coto vor. Angſtvoll glitten ſeine
Augen über die durchweichte Bahn. „Nur nicht ſtürzen, Chérie”,
ſagte er halblaut, während er einen Pack Banknoten mit
zit=
ternder Hand in den Schalter ſchob. Die Pferde wurden in die
Bahn geritten. Ein bekannter, viel gewetteter Favorit tänzelte
voran und wurde mit Applaus empfangen. Ganz hinten, ein
un=
beachteter Außenſeiter, ſtand Chérie, von einem ſchmalen
blon=
den Jockei geritten. Der Mann im zerſchliſſenen Nock taumelte
leicht, als der Start begann. Die Pferde lagen faſt in einer
Neihe; allmählich änderte ſich das Bild. Ein weißer Hengſt
führte, dann rückte der Favorit auf, raſte und bekam
Vor=
ſprung. Jubel von den Cribünen umtoſte ihn. Vorletzte Nunde
— zwiſchen zwei Pferden an vierter Stelle kam Chérie. Der
Mann im zerſchliſſenen Nock klammerte ſich an die Brüſtung,
die Pferde ſtoben an ihm vorbei. „Chérie” brüllte er wie ein
Menſch, der um ſein Leben ſchreit. Letzte Nunde. Der
Schim=
mel holt auf, man zittert um den Favoriten, der Schimmel
über-
holt ihn um Naſenlänge, verfängt ſich im Hindernisſprung und
ſtürzt — wie ein Pfeil ſchießt eine ſchmale braune Stute vor,
federt über den letzten Graben — Chérie geht als erſter durchs
Ziel. Die Cribünen ſind in Verwirrung; ein Außenſeiter hat
geſiegt, das gibt eine phantaſtiſche Quote, faſt niemand hat auf
ihn geſetzt. Die verdutzten Buchmacher ſahen ſich von einem
Mann beiſeite gedrängt, der einen großen Pack Banknoten in
Empfang nahm, das Geld achtlos in die Caſche ſchob und mit
der Haſt eines Wahnſinnigen durch die Menge davonſtob.
Alſo kein Betrüger, nur ein Geiſteskranker, dachte der Arzt,
als er den Mann empfing, der mit irrem Geſtammel in ſeinen
Nocktaſchen kramte, um die fünfhundert Franken
zurückzu=
erſtatten. Die Caſchen waren leer; zwiſchen Futter und Stoff
gähnte ein rieſiges Loch. „Ich weiß, Sie haben das Geld
ver=
loren”, lagte der Profeſſor mit dem gütigen Con des Arztes,
der zum Kranken ſpricht. „Schweſter, bereiten Sie dem
Pa=
tienten ein Bad, bringen Sie ihn zu Bett und rufen Sie mich
dann.” Alſo zu Ende, dachte der Schauſpieler, als er in den
kühlen weißen Kiſſen lag. Ein maßloſes Wohlbehagen überkam
ihn, endlich auszruhen — die ſchweigenden Kreuze auf dem Pére
Lachaiſe warteten auf ihn.
Ein Klingelton drang in ſeinen Schlaf. Er öffnete die Augen
und ſah ſeinen Toilettentiſch mit der Schminke. Dann wurde
die Cüre aufgeriſſen und der rokhaarige Hilfsregiſſeur,
blau=
bebrillt und megaphonbewaffnet, ſchmeiterte ſeinen Schlachtruf:
„Fertig machen zur Aufnahme!” in den Naum. Flip, der Hund,
lag auf ſeinem Fauteuil ausgeſtreckt und ſang die freudige Arie
ſeines Erwachens. Jetzt ſchob ſich die ſeidenbehemdete Geſtalt
des Negiſſeurs in die Garderobe, klopfte dem Faſſungsloſen auf
die Schulter und ſagte ſtrahlend: „Großartig, Menſch! Wir
haben eben deine geſtrigen Aufnahmen gehört! Gratuliere, du
biſt einfach fabelhaft!”
Die Gnade des Erwachens trieb dem Schauſpieler Cränen in
die Augen; von Schluchzen geſchüttelt fiel er dem erſtaunten
Zſe=
giſſeur um den Hals, dann riß er die Cüre auf und brüllte mit
überkippender Stimme: „Friſeur — Garderobier —— Aufnahmel
Los!”
„Papenfuß.. .!” ſprach der Gaſtgeber mit eiſernem
In=
grimm, während ſeine Hand angelegentlich mit dem
Marmor=
aſchenbecher zu ſpielen begann, „Papenfuß, kennen Sie den
Unterſchied zwiſchen einem Elefanten und einem Nadler?!”
„Haha,” kicherte Papenfuß, „ein Elefant . . . ein Nadler
.. ein Unterſchied. So, ſo, ein Unterſchied . . . ein Nadler
. ein Elefant! Ausgezeichnet, hoho! Haha!”
„Jeder Elefant hat — ja ſo, warten Sie mal einen
Augen=
blick. Ein Elefant hat . . . nein ſo, ein Nadler hat . . . ſo
über
Erſt an dieſem Punkte ging der Gaſtgeber zu der Lunchjuſtiz
Das verborgte Buch.
Von Dan Bergman.
Aus dem Schwediſchen von Age Avenſtrup und
Eliſabeth Creitel.
Ich reichte Weſtermann die Streichholzſchachtel. Er ſteckte
ſich die Sigarre an und die Streichholzſchachtel in die Caſche.
„Stehlen darf man, bloß nicht erwiſchen laſſen!” ſagte ich.
„Immerhin eine Chance”, erwiderte Weſtermann.
Die Schachtel hat er mir aber nicht wiedergegeben.
„Kannſt du mir nicht ein Buch borgen?”
„Cja — was willſt du denn haben?” fragte ich mit einer
kreiſenden Handbewegung nach der Bibliothek, wo meine
ge=
liebten Bücher in liebevoll und zärtlich geordneten Reihen
ſtan=
den, „Lyrik, Kunſt, Philoſophie?”
„Lyrik”, ſagte Weſtermann und wählte einen Band von
Mark Twains geſammelten Schriften, Luxusausgabe, ſchon
längſt vergriffen.
Ein paar Monate ſpäter. Bei Weſtermann.
„Haſt du Mark Cwain noch nicht ausgeleſen?” fragte ich.
„Mark Cwain?” ſtaunte Weſtermann. „Was meinſt du
denn?”
Ich erinnerte ihn friedlichſt an die Buchanleihe.
Schach
l
V
Mit
Nummer 351.
Walther Freiherr von Holzhauſen in Magdeburg.
(Münchener Zeitung 1928.)
4
b
Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Kel Ld8 Sg6 Bf3 g3 (5)
Schwarz: Kg1 Te3 h1 Lc4 Bb5c7 e2 f7 g2 h2 (0)
„Nichts zu machen, alter Freund, ſo was geht bei mir nicht!”
ſagte Weſtermann.
Ich wiederholte meine Mahnung etwas kräftiger.
„Ach ſo — ſoſo,” ſagte Weſtermann, „dann iſt das wohl
der Schmöker, den Siewerts vor ein paar Cagen mitgenommen
hat, als er hier war. Wende dich doch an Siewerts.”
Ich wandte mich an Siewerts.
„Jaa —,” ſagte Siewerts, „geſehen habe ich das Dings mal,
aber hier iſt es nicht mehr. Guck mal ſelber nach . . . Ob
Eich=
ſtädt das Buch an dem Abend, an dem er mit Lohmann zum
Skat hier war, ſtiebitzt hat . . . Sofern nicht unſere Emma den
Schmöker mit in ihr Kämmerlein genommen hat. Das Mädel
frißt geradezu Schönliteratur. Bloß ſchade, daß ſie die Bücher
ſo rückſichtslos beſchmiert.”
Emma wurde interviewt. Jawohl, ſie hätte es durchblättert
— ich erſchauerte —, da ſie aber mehr für pſuchologiſche Sachen
ſei, habe ſie es ſchon am nächſten Morgen an den alten Platz
unter dem wackligen Wäſcheſchrank zurückgelegt.
„Ob es noch daliegt?” fragte ich.
„Nein, es war zu flach,” ſagte Siewerts ein bißchen
ver=
legen. „Der zweite Band von Brockhaus paßte beſſer...
Eich=
ſtädt wird es ſicher haben..." Wilſt du, daß ich an Eichſtädt
ſchreibe? Er iſt augenblicklich im Weſten auf einer
Geſchäfts=
reiſe.”
Ich nahm dankend an.
Wann Siewerts ſchrieb, weiß ich nicht, aber er beſchläft
gern eine Sache, ehe er einen Breif ſchreibt; wie viele Nächte,
warten Sie doch zum Ceufel einen Augenblick, Papenfuß! Der
Unterſchied iſt nämlich — ein Elefant und ein Nadler.
„Hoho,” wieherte Papenfuß, „ein Elefant . . . ein
Rad=
ler . . . ein Unterſchied. So, ſo, ein Unterſchied . . . ein
Nad=
ler . . . ein Elefant! Ausgezeichnet, haha! Hoho!”
weiß er ſelber nicht, aber er behauptete jedenfalls, daß er
ge=
ſchrieben hätte. Der Brief hatte Pech. Eichſtädt reiſte im
Weſten in Kurzwaren, und der Brief verfolgte ihn von einem
Ort zum anderen, ohne ihn jemals zu erreichen. Nach einem
halben Jahr kam Eichſtädt wieder zurück, ohne eine Ahnung
von irgendeiner Verfolgung zu haben."
Siewerts und ich begegneten ihm auf der Straße und fragten
ihn gleich nach dem Buch. Eichſtädt leiſtete ſeinen heiligſten Eid,
daß er es nicht einmal dem Namen nach kenne.
„Ich leſe überhaupt keine anderen Bücher als das
Reichs=
adreßbuch und das Orderbuch”, beteuerte er.
„Dann iſt ja alles klar,” ſagte Siewerts, „Lohmann hat es!”
Wir gingen zuſammen zu Lohmann. Er hat ein glänzendes
Gedächtnis. Er konnte ſich ſehr gut auf das Buch beſinnen, er
habe ſich darüber kugelig gelacht, aber es ſei augenblicklich nicht
da, es kreiſe unter ſeinen Verwandten und den Verwandten
ſeiner Verwandten. Lohmanns Verwandtenkreis iſt ſehr groß.
Er ſoll Verzweigungen bis nach Meſopotamien haben.
Ich klingelte bei Weſtermann an, gab ihm eine eingehende
Schilderung von den Schickſalen des Buches und fügte ernſt
hinzu:
Wenn du das Buch nicht herbeiſchaffſt, kriegſt du Keile!”
Und ſo verſtrichen Jahre. Ich hatte längſt den ganzen Aerger
vergeſſen. Eines Cages ſtand ich in Weſtermanns Arbeitszimmer
und ließ den Blick zerſtreut über ſein armſeliges, kleines
Bücher=
regal gleiten. Mark Cwain, las ich auf einem armen, alten,
zerſchundenen und gebrochenen Nücken. Ich nahm das Buch
heraus. Schauderhaft ſah es aus, voller Eſelsohren und
Kaffee=
flecke und Brandſtellen und ſchmutziger Däumen und
Unter=
ſtreichungen und Aufzeichnungen und „sic” am Nande, aber ich
erkannte es trotz allem wieder. Es war mein Buch. Uebrigens
ſtand mein einfacher Namenszug drin, obgleich er ausgeſtrichen
und durch einen anderen, mit vielen zierlichen Schnörkeln und
Schleifen geſchmückten erſetzt worden war. Johann Weſtermann.
Aufgabe 502.
F. Frhr. v. Wardener in Kroisbach bei Graz.
(Revue dEchees, 1906.)
Weiß: Kf8 Db8 Lf4 Sf6 Be4 g2h3 (7);
Schwarz: Xh4 Tf1 8d4 Bc6 e6 h5 (6).
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 493—496.
493. W. A. Shinkmann. 1. Pr. i. Turn. St. John’s Globe, 1890. (Kh4 Dh5
sbs c2 Bg2; Ke4 Lf1 8b4 Bb6 c3 d6; 3c.) 1. Kh4 —g51 droht 2, Df3 4;
1. .. . Kd5 2. Df7 +: 1. . . . Ke5 2. De8 +: 1. . . . L:g2 2. De2 +; drei
reine Mattbilder; 1. .. . Kd3 2. Dd1 +: 1. ... Bd5 2. Dh7 +. Eine
ausge=
zeichnete Aufgabe mit Fluchtfeldſpielen des ſchwarzen Königs.
494. F. Palatz. Baſler Nachrichten, 1927. (Kb6 Td3 Lt5 8e7 h5 Be2 c5;
Ke5 Ab4 Lc1 Bb5 c3 c6 g4 g5 h7: 34.)1. Td3 — d61 droht 2. Teß + Kd4.
Der ſchw. K verſtellt die T=Linie (Grimſhaw=Verſtellung), 3. Te4 +. Daher
1. . . . Tf4 (Der Anti=Grimſhaw=Zug mit Selbſtverbau.) 2. 8: c6 + 3. Sg3 +.
( 495. R. Gevers. Die Schwalbe, 1929, (Kg5 Dc2 Teß e8 Lel g4 8d4 e7
Bb4; Kd6 Ta5 d3 Lg2 8b6 Be3 g6; 2;.) 1. Se7 — g81 (Zugwechſel.) Durch
den verſchmitzten Einleitungszug werden zwei Satzmatte geändert: 1. . . . Sd7
2. Te6 F. 1. . . . 8 — anders 2. Td8F. Verführungen: 1. Kh6 Bg51 1. Dc4
Ld51 1. L: 63 8d5! Ein prächtiges Stück.
496. O. Nemo. 1. Pr. i. Miniaturenturn. d. „Salut Public‟ 1929. (Ka3 De1
Tg2 Bb2; Kb5 Be6; 3+.) 1. Tg2 — g71 Kb6 2. Ka41; 1.. . . Bc5 2. Tg6;
1. . . . Ka6 2. D: 66; 1. . . . Ka5 2. D05 +. Trotz der wenigen Steine eine recht
ſchwierige Aufgabe!
Löſerliſte: Hermann Garnier, R. S. (alle); Karl Knöß in
Eberſtadt (493, 494); Georg Peter (495).
Briefkaſten: E. S.: Ihre Löſungen ſind falſch, da Schwarz auf
Ihre Mattzüge noch Verteidignugszüge hat.
ID1
Rätſel
Ke
Aus den Silben: as, ba, bee, ber, bü, che cher, da, de, de, de, dyll,
e, e, e, e, e, ei, erd, fan, gel, gel, graph, i, i, i, in, in, lack, Ie, litz,
mie, mu, mus, nach, ne, nen, net, no, pe, pi, re, re, re, ri, rie, ſä, ſai,
„Hör mal, Weſtermann,” ſagte ich, „kannſt du mir dieſes
Buch hier borgen?"
„Nem”, ſagte Weſtermann. „Ich verleihe meine Bücher
nicht, das iſt bei mir Prinzip. Sch habe zu traurige Erfahrungen
gemacht.”
Cemp o.
Von Nudolf Leonhard.
Archam Cechterian war ein junger Armenier, der in
Gar=
gan=Livry, einem Vorort von Paris, lebte. Lebte; denn er lebt
nicht mehr. Geſtern nach 10 Uhr fanden Eiſenbahnbeamte hinter
dem Bahnhof von Pantin auf den Geleiſen ſeine Leiche. Seine
ſechzehnjährige Leiche. Sie hat eine ſchwere Verwundung an
der Stirn. Die Verwundung war tödlich. Der ſechzehnjährige
Techterian war ſeit einer Stunde tot.
Wie war er geſtorben? Ganz einfach: er hatte den Sug um
halb zehn genommen, war in irgendeinen der hinterſten Wagen
eingeſtiegen. Aber der Bahnhof, an dem er ausſteigen ſollte,
hat nur einen Ausgang, und der liegt ſo, daß die Lokomotive
der aus Paris kommenden Süge ihm am nächſten hält. Alſo
wollte der ſechzehnjährige Cechterian, der es eilig hatte, Zeit
ſparen; er ſetzte ſein ſechzehnjähriges Leben und die ſechzig
Jahre, die ihm vielleicht noch beſchieden geweſen wären, an
zwei, an eine Minute — ganz einfach, man geht auf den
Critt=
brettern entlang, an einem Wagen nach dem andern, vor dem
andern entlang, Schritt vor Schritt, achtzehn Minuten hat man
Seit, eine Minute einzuſparen, das lohnt, das iſt heute ein
Ge=
ſchäft — Schritt vor Schritt, von Abteilklinke zu Abteilklinke,
von Meſſingſtange zu Meſſingſtange, bis man vorn am erſten
Wagen iſt, dicht hinter der Lokomotive, da man ja in der
Loko=
motive, noch ſechs Schritte näher am Ausgang, leider nicht ſein
kann; da wäre man noch eher da, eigentlich ſchon vor dem
Suge, noch näher am Ausgange — ein Sprung, und man iſt an
der Bahnhoftür, am Ausgang aus dem Arbeitstage, am
Ein=
gang ins eigene Leben. Ganz einfach — aber etwas hat nicht
ge=
klappt. Wie Cechterian ſo von Brett zu Brett turnte; von
Wagen zu Wagen, in präziſer meihodiſcher Eile, bekam es auch
der Sug plötzlich eilig. Er warf ſich in eine Weiche. Dabei
warf er, ohne es eigentlich zu wollen, nur )eine eigene Eile
unter der des Armeniers fortreißend, Cechterian ab. Der wollte
einen Griff faſſen, wandte ſich in der Luft um und ſchlug mit
der Stirn auf die Gleiſe. Er war bald tot. Er lag ſtill, bis
er gefunden wurde. Er, der ein ganzes Leben gegen die
Ver=
führung von einer Minute geſetzt und verloren hatte, er, der
ſein ſechzehnjähriges Leben — was muß das für ein Alltags= ſein, dem um eine Minute früher zu entkommen das
Riſiko des Codes nicht zu viel iſt — um eine Minute verſpätet
und verſpielt hatte, er hatte nun plötzlich ſehr viel Seit.
Er hatte es nicht eilig, gefunden, nicht eilig, identifiziert,
nicht eilig, begraben zu werden. Wartete eine Liebhaberei, ein
Sport, eine Geliebte auf ihn? Sie haben lange warten müſſen,
ſie können bis in die Ewigkeit warten. Was war das, dem er
aus ſeinem Cagesleben ſo entgegenfieberte, daß es auf eine
Minute mehr als auf das ganze Leben, auf ſechzehn plus ſechzig
Jahre ankam? Aus welcher Hölle, in welches Paradies eilte,
mittels des eiligen Vorortzuges, Archam Cechterian?
Er fiel in den Cod. Cempo. Wir haben es alle ſehr eilig.
Eine Minute iſt mindeſtens ein Leben wert. Ein Augenblick,
nicht etwa im Paradies, ſondern in einer früheren Cram erlebt,
iſt nicht zu teuer mit dem Cod bezahlt. Der kommt prompt. Ihn
verſäumen wir nicht.
ſe, ſe, ſeyd, ſi, tap, tau, te, te, te, tib, ton, tſing, tu, tü, us, dais, ven,
vreau, zem, zenz, ſind 25 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und
End=
buchſtaben, beide von oben nach unten geleſen, einen Spruch ergeben.
(ch — ein Buchſtabe). Die Wörter bedeuten:
1 Nebelhorn, 2 Käſe, 3 deutſcher Märchendichter, 4 deutſche Stadt,
5 Stacheltier, 6 Leder, 7 Armeelager hinter der Front, 8 Farbſtoff, 9
Prophet, 10 Truppengattung, 11 Poetiſche Schilderung des Landlebens,
12 Berühmter Reiterführer unter Friedrich dem Großen, 13 Hauptſtadt
des früheren Kiautſchou=Pachtgebietes in China 14 Kaſus, 15 Behälter,
16 Apfel, 17 Teil des Sattels, 18 Frucht, 19 Gebirge in Frankreich, 20
Fernſchreiber, 21 Gleichwort für „Seuche”, 22 Mongt, 23 Papſtname, 24
muſikaliſches Uebungsſtick, 25 Singſtimme.
lie id
ner aach
gel ich Mit
b hab ich 4
niunt, du
Hohe Herren.
ooioo oae oe
eaeoO — eeeoee —
Ooeooeo —eüdee —
Oo
aoee —
eeie —
oooooe —Oooooeo —euoooo O
Dooo —oeeoeooo
An Stelle der Punkte ſind Buchſtaben zu ſetzen, ſo daß 13 hohe
und höchſte Titel und Würden entſtehen, die aus den untenſtehenden
Silben und Buchſtabengruppen gebildet werden können. Die auf die
fettgedruckten Punkte fallenden Buchſtaben, nennen dann einen
be=
rühmten Prinzen.
af, ba, com, durch, ex, frei, für, gr, heit, her, herr, ho, je, kai,
kö, laucht, lenz, ma, nig, wz, pri, ron, ſer, ſt, ſtät, te, vi, zel, zog,
Carl Deubel.
Auflöfung der Rätſel aus Nr. 7.
Silbenrätfel „Bitte um Antwort!“
1. Duſche. 2. Egoismus. 3. Romantik. 4. Senta. 5. Türin. 6.
Eiſen. 7. Frland. 8. Näſcherei. 9. Keller. 10. Lincoln. 11. Okuli.
12. perplex. 13. Freitag. 14. Elias. 15. Radicevie. 16. Heinrich. 17.
Allee, 18. Noah. 19. Sieben. — „Der Steinklopferhans”. — „Gs kann
dir nis g’ſcheh’n!” („Die Kreuzelſchreiber”
Druck. Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei.
uſtr 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. 5 Nette. Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389—2392. — Alle Rechte vorbehalten Nachdr verboten.
Alſo, mache mer ruhich weider, wo mer ’s letztemol ſteh
goliwwe ſin, nemlich an de Fortſetzung vun de — Stroße=
Daferei".
Awwer wann ich mer ei gebild hab, s weer afach domit
geho, daß mer die Sach beſchloofe dhut, dann hab ich mich
ge=
dihe. Gewiß, mer ſeecht jo als: „den Seinen gibt’s der Herr
u Schloof”. — Awwer däß ſin jedenfalls unſerm Herrgott ſei
Shooßkinner, dene wo er’s „im Schloof gibt” Un zu dene
zeer ich net, leider; ſundern ehnder zu dene, vun dene es haaßt:
„en der Herr lieb hat, den züchtet er”...."
Alſo mit aam Wort, ich hab hie un her geſchloofe, un hab
mr ei gebild, ’s dhete mer dobei e paar gude Gedanke kumme.
3. Dräckelche am Stäckelche, noch net emol gedraamt hott mer’s
ooo, ſundern ganz im Gäächedaal, wann ich noch e paar. Dag
mder geſchlofe hett, hett ich ſogar mei Kärcheſteier verſchloofe.
Wie ich alſo gemärkt hab, daß es uff die Art net geht, un daß
ur aach ſelbft im beſte Schloof nix rechtes hott eifalle wolle, do
he ich mir geſagt, du mußt die Sach annerſter affange. — Un
dhab ich’s gemacht, wie’s die große Denker, Dichter un Erfinder
mche, nemlich, indem die ſich bekanntlich ſo lang in aa Eck
ſge und ſchwazze Kaffee drinke, bis=en was Geſcheides eiffellt,
ih hab mer alſo en ſtacke Kaffee gekocht, mit orndlich Zichorie
dinn, damit er wirkt, un areege dhut, un hab ſchaff in aa Loch
guckt —
No in de erſte zwaa Dag hab ich net gemärkt, daß mer was
Gſcheides ei gefalle weer. s aanziche, was mer klar is worn,
mr, daß mei Zichorie rabied abnimmt, bei däre indenſiefe
Den=
keei — — —. Awwer dann, am dritte Dag, do is mer die
Er=
ſichdung kumme. Un ausgerächent uff=eme Ort, wo ich am
nuichſte druff gefaßt gewäſe weer .
Un ſo mecht ich dann mit meine Weisheit net lenger hinner’m
Big halte, ſundern mecht, in däre ofſenbarliche Verläjenheit, in
du ſich die hoche Herrn und Haibder dieſer Stadt befindlich ſin,
u dem ſich, nooch allem, bemärkbar machende Mangel an baſſende
Ziie for unſer Stroße un Blätz, in aller Beſcheidenheit dorch
eſiche unmaßgäbliche, awwer zeitgemeße Vorſchleg, ſoweit’s in
nrie ſchwache Kräfte ſtehl, abhelfe.
Nadierlich mecht ich im Voraus bemärke, daß ich däre Idee
ntabgeneigt bin, ganze Stadt=Värdel nooch Dichter und Muſiker
zbenenne, ſo daß mer alſo e „Karl=Maria=Freiherr=von=Weber=
Eroß” en „Wolfgang=Amadeus=Mozart=Weg” en „Exzellenz=
Cheimrat=Johann=Wolfgang=von=Goethe=Platz”, en „Profeſſor=
Phann=Chriſtoph=Friedrich=von=Schiller=Ring” krieje wärrn. Uff
de Art bleiwe wenichſtens die Nome vun unſere Dichter und
Hmponiſten e bische im Volksmund — dann uff de Theaterzeddel
wſchwinde ſe bald ganz; do ließt mer demnechſt bloß noch die
bme vun de Reſchiſſeer un ſo —
Aach daß mer e „Maler=Värdel” krieje ſolle, wo die Name
un de bedeidenſte Molkinſtler der Noochweld erhalte bleiwe ſolle,
zmer net u’agenehm. Deßgleiche aach, daß mer je unſer drei
Der zeitgemäße Haushalt.
Selbſtgefertigte Konfirmationsgeſchenke,
de nicht viel koſten. Bei den Konfirmanden beiderlei
Ge=
ſlechts löſen namentlich jene Geſchenke große Freude aus, die
in Stempel des „Handgefertigten” tragen. Zumal dann, wenn
teie von Geſchwiſtern, Freunden oder Bekannten hergeſtellt
hurden. Zu dieſen willkommenen Geſchenken gehören u. a. auch
krief= und Schmucktruhen für junge Mädchen, Kragen= und
Man=
ſettenkäſten für junge Herren und was dergleichen Behälter
nehr ſind. Dieſe werden dann zumeiſt aus Holz und in
irgend=
ener Technik, ſei es Kerbſchnitzerei, Brandmalerei, Moſaik= oder
Iitarſienarbeit, geſchmückt, bei denen ſowohl nach eigenen
Ent=
hürfen oder aber nach jederzeit erhältlichen Vorlagen gearbeitet
hird. Sind nun die ſelbſtangefertigten Gegenſtände vollendet,
zeigen ſie ſich im Rohzuſtande, d. h. ſie müſſen noch gebeizt und
ſckiert werden. Zu dieſem Zwecke rühre man Brauns’ſche
Holz=
bize mit Spiritus in der gewünſchten Tönung an, beize mit
iem Wattebauſch oder einem Pinſel gleichmäßig ein und
über=
ſehe dann nach völligem Trocknen noch zuletzt mit farbloſem
epirituslack oder aber, wenn man Mattglanz wünſcht, reibe man
de Sachen mit Bohnerwachs ein, um ſie dann mit wollenem
L.
hppen nachzuglänzen.
Wenn die Nähmaſchine bei der
Frühjahrs=
ſhneiderei nicht ſtreiken ſoll. Wenn bei Beginn der
hilden Jahreszeit Wäſche und Kleider einer Umänderung
bedür=
in, dann muß auch der wichtigſte Helfer: die Nähmaſchine
gründ=
lh inſtand geſetzt werden. Dazu muß ſie zur Auflöſung des
ver=
ſirteten oder verharzten Oeles gründlich mit Petroleum oder
lenzin eingeſpritzt und über Nacht damit ſtehen gelaſſen werden.
Im nächſten Tage bürſte, pinſele oder reibe man ſie gründlich mit
kenzin ſauber, entferne in der Schiffchenbahn alle Woll= und
kaumwollflocken, die ſich namentlich unter der Stichplatte oft als
fſter Filz anſammeln und öle ſie gründlich mit reinem
Knochen=
i. Eine große Erleichterung beim Maſchinennähen bedeutet ein
ichts unter der Platte eingeſchraubter Rundhaken, an dem die
ſchere ſtets zur Hand iſt und ein längliches, weiches Nadelkiſſen,
nit zwei Oeſen an den Garnrollenſtiften befeſtigt. Eine lange,
ſingeſritzte Stopfnadel, mit dicker Holzperle am Oehr als Griff,
ſt ein guter Helfer beim Säumen, Fadenunterſtreichen und Auf=
M.
jähen von Beſatzborten.
Abgenutzte roſtfleckige Kohleneimer vor dem
Verfall” zu retten. Die Schwarzblech=Kohleneimer und
häſten erhalten durch längeren Gebrauch kleine Beulen, an denen
ſch ſehr ſchnell Roſt anſetzt. Schlägt man mit der Breitſeite des
ſammers von der Innenſeite des auf den Boden gelegten
imers die Beulen jedoch wieder glatt, worauf man den Eimer
nit Aſphaltlack (Drogerie) innen und außen lackiert, ſo wird
rwieder wie neu. Iſt der Lack zu dickflüſſig, ſo verdünne man
hn mit Terpentin und trage ihn dünn und gleichmäßig auf. K.
Oelfarbenflecke von Fenſterſcheiben zu
ent=
ernen. Man betupfe die Flecke immer wieder mit Terpentin,
ſeibe ſie tüchtig, kratze dicke Stellen mit einem kupfernen Ge(
d=
tück, flach aufgelegt, ab und reibe mehrmals mit Terpentin
V.
ah.
Provinze mit=eme „Värdel” beglicke will; zum Beiſpiel e „
Schim=
meldewoog=Gäßche”, odder e „Lange=Bromich=Stroß” odder e
„Butzbach=Bromenad”, dhet ſich gewiß net iwwel ausnemme.
Wenicher dohärngääche ſeecht mir des „Polidiſche Stadtvärdel”
zu; ich maan, in däre Beziehung ſollte mer de Nachwäld de
Vor=
dritt loſſe; ſchließlich hawwe mer im Eifer ſo viel gedaaft, daß
unſere Noochfahrn zu daafe nix mehr iwwrich bleibt. Wann ſe
awwer glaawe, die verſchiedene Baddeie un Frankzione, es mißt
aach ihrer Wälda’ſchaunug Rächnung gedrage wärrn, do ſoll in
Gottes Nome jed Baddei uffm Stadthaus nan vun ihre
Baddei=
owwerbonze erausknowele, der wo ſein Name defor hergäwwe
muß, um daß e Stroß waaß, wie ſe haaßt. Nadierlich krieje in
ſo=ere Stroß, die wo uff den Name von ſo=eme bollidiſch infizierde
Stadtrat laude dhut, dann nor diejeniche Mieter e Wohnung, die
ſo, ihrer Wälda’ſchauung nooch, aach enei baſſe. Schließlich kann
mer aach dem Stadtrat Fröba net zumude, daß er in de „
Kunn=
rad=Haury=Wähk” ziehe ſoll; un wie dhet ſich däß ausnemme,
wann de Stadtrat Eduard Schneider int „Peter=Aßmuth=Gäßche‟
wohi dhet.
Wie mer ſieht, die bollidiſche Stroßedaaferei hott ihr zwaa
Seide, wie e Klaaderbärſcht, nemlich er hoorich un e glatt. Ganz
abgeſähe davo, daß es in ſo=eme bollidiſche Stadtvärdel aach
dauernd zu Stroßekembf kumme kennt, ſo daß mer die Briefdreger
un die Milchmädcher äxdra mit Panzerwage ausriſte mißt, damit
ſe, ohne Gefahr for Leib un Läwe, ihrn Dienſt verſähe kennte.
Naa, wann ſchun die Baddeie un Frankzione ſo ſchaff druff
ſin, ſich ärchendwie in de Stroßenname verewicht zu ſähe, ſo mecht
ich zur gefellichen Auswahl vorlege: en „Kuhhannelplatz” en
Prinzibien Wähk”, ein „Obboſitzionsring”, e Kärchtormbolledick=
Brummenad”, e „Fenſterreddeſtroß” e „Fuddergribbegäßche”, en
„Zwaaſchulderwähk”, e „Stäcklereiderſtroß” — Deß ſin doch
Stroßename for e bollidiſch Stadtvärdel, die wo ſich heern un
ſähe loſſe kenne, un wo ihr Gäldung behalte, aanerlaa, was for=en
Wind weht; un wo jeder Bärjer drinn wohne kann, aanerlaa, uff
was for=e Wäldaſſchauung er ſchwört odder geaicht is.
Ferner empfähl ich als aißerſt „zeitgemäß”, un zwar in
Bezugnahm uff unſer erfreiliche Finanze, zum Beiſpiel en „
Li=
quidatzionsblatz”, en „Steierbuckel” en „Offenbarungswähk” un
e „Bankerottsgäßche‟ Dogääche kennt mer den Blatz vor de
Feſthall „Schenieſtraachblatz” daafe, was ſich jedenfalls recht nett
un beziehendlich ausnemme dhet. Schließlich un endlich kennt
mer de Rheinſtroß den Name „Inſtanze=Brummenad” gäwwe;
erſtensmal, weil’s ſozuſage die lengſt Stroß in Darmſtadt is,
un zweidensmal vun wääche iwwerhaubt un ſo
Alſo mer ſieht, daß ich net umſunſt drei Dag lang ſchwazze
Kaffee gedrunke hab. Es frogt ſich jetzt bloß, ob ſe mei Vorſchleg
for dißgudawel halte, un ob ſe de neediche Sinn hawwe for
volks=
diemliche un dräffende Stroßename. Eichendlich ſollt mer’s
a=
nemme, dann ſie hawwe jo aach bei der „Stadtallee” widder uff
die urſpringlich Bezeichnung zurickgegriffe, un hawwe=re widder
ihrn alte ageſtammte un herrliche Name gäwwe, nemlich —
Hülſenfrucht=Salat von weißen Bohnen.
½—¾ Pfund über Nacht eingeweichte Bohnen, koche man in
Salzwaſſer völlig weich, worauf man ſie auf einen Durchſchlag
zum Ablaufen gibt. Dann übergieße man ſie mit einer Marinade
von Eſſig und Oel, miſche ſie damit, ſowie mit Salz, wenig Pfeffer
und 1 Teelöffel Süßſtofflöſung. Pikant noch mit einer
feinge=
riebenen Zwiebel abgeſchmeat, füge man noch 1 Eßlöffel
Mayon=
naiſe bei. Der Salat muß mindeſtens einen Tag durchziehen.
A. L.
Feine Butterklößchen als Suppeneinlage.
¼ Liter Waſſer ſetze man mit 50 Gramm Butter zum Kochen
auf, laſſe unter ſtändigem Rühren 40 Gramm Mehl einlaufen und
backe die Maſſe im Topfe ab, bis ſie ſich davon löſt. Etwas
ab=
gekühlt, füge man 1 Ei ſowie Solz und wenig geriebene
Mus=
latnuß bei. Forme nußgroße Klößchen, die man in wallendem
Salzwaſſer kocht, bis ſie an der Oberfläche ſchwimmen. Sie
paſſen als Einlage zu klaren Fleiſchbrüh=, Rindermark= und
Ge=
flügelſuppen.
Wirſing mit Kochwurſt in der Form. Fertiges
Wirſinggemüſe oder Reſte davon fülle man abwechſelnd mit
La=
gen von rohen Kartoffel= und Kochwurſtſcheiben in eine
einge=
fettete Backform, übergieße das Ganze mit einem in 1 Taſſe
Milch verquirltem Ei und backe die Speiſe 34—1 Stunde.
Banamen=Eis. 250 Gramm in Milch ausgequollenen
Reis verrühre man mit 75 Gramm Butter, 2 Eßlöffel
Vanille=
zucker, dem Abgeriebenen 1 Zitrone, 2 Eßlöffel Süßſtofflöſung
oder 125 Gramm Zucker, 1 Likörglas Arrak, gebe in eine Schüſſel
abwechſelnd eine Lage Reis mit in Scheiben geſchnittenen und
Zitronenſaft beſpritzten Bananen. Uebergieße das Ganze mit
1 Taſſe Sahne, in der man 1 Ei und 1 Teelöffel Kartoffelmehl
verquirlte und laſſe die Speiſe bei mäßiger Hitze 25 Minuten
backen. Man ſerviere ſie noch heiß mit einer Vanille= oder
Man=
delſoße.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Ochſenſchwanzſuppe, Rollbraten mit Roſenkohl,
Apfelſinencreme. — Montag: Spinat mit Speck=Spiegeleiern
und Röſtkartoffeln. — Dienstag: Porreegemüſe mit
Hammel=
fleiſch. — Mittwoch: Gekochtes Rindsherz mit
Meerrettich=
ſoße. — Donnerstag: Möhren mit weißen Bohnen und gek.
Schwarzfleiſch. — Freitag: Goldbarſch mit Peterſilienſoße,
roher Apfelſalat. — Samstag: Grünkohl mit Bratkartoffeln
und Schweinekamm.
Die Mutter in der Lebensverſicherung.
Von Hedwig Heyl, Dr. med. h. c.
Verliert eine Familie den Vater, ſo iſt eine Umwälzung
r Verhältniſſe die Folge. Dieſes Schreckgeſpenſt, vor deſſen
töglichkeit ſo viele Familien die Augen ſchließen, muß in
nor=
nalen Lebenstagen zu einer Vorſorge führen. Wer Beſitz als
erbteil aufweiſen kann, hat ihn hoch zu verſteuern und es wird
äufis die Erhaltung des Vermögens für Frau und Kinder
adurch unmöglich. Die Zukunft und Selbſtändigteit von
öhnen und Töchtern beruht zum großen Teil auf der Mög=
„Schebb=Allee”, woriwwer ſich jedenfalls niemand mehr freid,
wie ich, un die dordiche Awohner —
Awwer däß is aach bloß halb Arweit. Ich ſag mir: wann
ſchun, dann ſchun. Demgemeß ſoll mer net etwa die
Pankratius=
ſtroß in „Streſemannſtroß” umdaafe, ſundern ſoll ſe widder
„Bangertsgaß” haaße, odder meintswääche „Baumgartenſtraße‟;
de Owwergaß ſoll mer widder ihrn Name „Rittſtaa” gäwwe; de
Holzſtraß ihrn Name „Hechelgaß”; die Schuſtergaß ſoll mer
wid=
der „Amſelgaß” nenne, die Alexanderſtroß „Birngadde”, die
Klaa Bachgaß „s Briggelche”; no un „s Kuhſchwanzeck” is aach
net zu verachte. Im Zweifelsfall greiſt en de Herr Brälad Diehl
un de Herr Schulrat Ritſert aärn unner die Aerm —
Jedenfalls gebt der Daafakt widder e nei Brogrammnummer
in unſere Sexhunnerdjohrfeierlichkeide. Un wann aaner maant,
mei Vorſchlag gingt iwwer’s Bohnelied, dann kann er vun mir
aus aach noch e ganz Gewann „Iwwer’s Bohnelied” benamſe,
däß ſoll mir zimmlich egal ſei; wobei ich meinerſeiz noch in heechſt
modärner Unbeſcheidenheit den Adrag ſtell, wenichſtens mir zu
Ehrn, ärchend ſo=e verſchrowe Streßche in „Bienche=Bimmbernell=
Gäßche” umzudaafe, dann ſchließlich ſäh ich net ei, daß ich bei
däre ganze Stroßedaaferei widder, wie gewehnlich, hinnedra ſteh
ſoll. Jawohl.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Wer hott a genumme, daß, wann
erſt emol die neie Lichter leichte, drowwe uffim Rodhaus, daß es
dann erſt richdich häll wärd im Städtche. Awwer nach un nooch.
märlt mer doch, daß manchem ſei Licht, däß wo er da leichte,
leßt, doch im Grund genumme, e recht kimmerlich Funzelche 18,
däß wo ſtack noch Riebeel riche dhut
Mer hett’s net for meechlich gehalte, awwer s is ſo: noch
net emol „ihr Stimm” kenne ſe eiwanzfrei abgäwwe, wann’s
gilt. s dhet not, mer dhet’n Unnerricht gäwwe loſſe, valleicht
uff de Ton=Aggedemie, damit ſe wiſſe, was ſe bei=ere geheime
Wahl mit ihrem Kollrawetenor afange ſolle . ..
Odder hott mer jemals ſchun erlebt, daß aaner ſei poſidiefes
„Nein” zu=eme nägadiefe „Ja” umbiege dhut, indem er nemlich
ſei „Nein” dorchſchdreicht un macht e ungildich „Ja” draus?
Däß haaßt mer nu Konnſiquens. Un ſowas ſitzt uff=eme
Stadtratsſäſſel; „Krickt mer do net die Krenck!” — Nadierlich
ſoll däß Unglicksworm en weiblicher Stadtrat gewäſe ſei.
Daß ich net lach. Ich maan, die letzte Adräg hette bewieſe, um
war for Geiſteskinner als ſich’s hannelt. un mit was for „Lichter”
als mer’s zu dhu hott, un es wärd aach vermudlich net es
letzte=
mol gewäſe ſei, daß mer „Naa” ſeecht un maant es Gäjedaal.
Ich ſchlag drum vor, kimfdichhie bei wichdiche Abſtimmunge de
Knowelbecher endſcheide zu loſſe: „Grad bezehlt, ungrad
ver=
liert”, do mag’s kumme wie’s will, mer hott ſich wenichſtens pun
de Vevandwordung gedrickt —
Annererſeitz dhet ſich’s awwer aach emfähle, wenn mer for
unſer Stadträt emol en obligatoriſche Unnerricht eirichte dhet,
iwwer „Verwaldungsfroge” un „Städte=Ordnung”, s find ſich
gewiß en junge Stadtſäkreteer, der woin in ſeine freie Zeit ’s
Nediche beibringt, damit ſe einichermaße Beſcheid wiſſe, un ſich
net bei jeder baſſende un unbaſſende Gelächenheit blamiern.
Un wann an dem Kurſus aach unſer Borjermaaſter daalnemme
dhete, hett däß aach nix zu ſage, dann die letzte Vorkommniſſe
loſſe die Vermudung zu, daß es do noch bei=en habert..
Drotzdem waaß ich net, ob ich jetzt meim Freund Bux
grad=
deliern odder kondolliern ſoll. Offe geſtanne, wann ich an
ſeiner Stell weer, ich dhet mer graddeliern, dann däß
muß=em de Neid loſſe, er hott bis zum letzte Moment ſein Kobb
dorchgeſetzt un hott erreicht was er wollt. Jetzt kann er mitm
Auguſt vun Sachſe ſage: „Macht eiern Dreck alleene . . ." Alſo,
in dem Sinn: Härzlichen Glickwunſch!
Fors Niewergall=Denkmal: Aus em
Johannis=
värdel: 25 Mack, Dr. R. in Frankfort: 3 Mack. Danke ſchee!
lichkeit, daß einmal für jeden eine gewiſſe größere Summe zur
Verfügung ſteht, wenn ihre körperliche und geiſtige Reife
vor=
handen iſt. Mit der Geburt jedes Kindes ſollten die Pflichten
für das geliebte Kind ſich deshalb mit einer Verſicherung
ein=
leiten, die zu dem gegebenen Zeitpunkt, ſei es zur Ausſteuer oder
Ausbildung der Tochter oder zum Studium, zur Lehre oder
der Gründung eines Erwerbes des Sohnes, eine Summe
ſicherſtellt.
Es würde ſich ſehr empfehlen, wenn die Paten bei der
Taufe ſtatt Schenkung ungezählter ſilberner Löffel oder
Spar=
büchſen, durch Stiftung einer Police mit erſter Einzahlung den
Eltern die Anregung zur Aufrechterhaltung der Verſicherung
als zarten Zwang auferlegten, unbeſchadet ihrer eigenen weiteren
Beteiligung. Der Mutter, die in klarer Erkenntnis die
Zu=
kunft ihres Kindes in ihren Schwierigkeiten vorausſieht, könnte
keine größere Hilfe geboten werden. Natürlich bietet auch die
Verſichetung der Mutter oder Witwe eine brauchbare Hilfe für
die Familie, in welcher der Vater fehlt oder für dieſen ſelbſt
als Zurückbleibenden.
Vielen Konflikten könnte der Boden entzogen werden, die
durch Teilung des Nachlaſſes und notwendige Klärung der
Verhältniſſe entſtehen, denn ſofort ausgezahltes bares Geld
erleichtert jede Auseinanderſetzung und kann häufig die
Er=
haltung des Stammbeſitzes ermöglichen, ohne den Grundbeſitz
oder das Geſchäft zu verſchulden, da dann noch wieder die
Zinſen für das geborgte Kapital aufgebracht werden müſſen.
Die Mutter wird immer mehr zu der Ueberzeugung
kom=
men, daß ſie am rationellſten für ihre Kinder ſorgt, wenn ſie
in der Lebens= und Fürſorgeverſicherung dauernd einen Teil
ihrer Mittel anlegt; dieſes für ihre Kinder erſparte Geld
ent=
geht bei dem Ableben des Ernährers dem Steuerzugriff und
beweiſt damit, daß der Staat dieſe Art der Vorſorge zur
Unter=
ſtützung ſeiner eigenen Pflichten anerkennt.
u mor
Das Einzige. „Es iſt ein Jammer, ohne Geld kann man wirklich
nichts machen!“ — „Doch mein Lieber — Schulden!!“e (Humour.)
Im Zoologiſchen Garten. „Iſt der Elefant auch nicht gefährlich?”
„Der?. Das iſt das gutmütigſte Tier im ganzen Zoo, den können
Sie ſich um den Finger wickeln!“
(Karikaturen.)
Poeſie und Proſa. Sie: „Die Liebe iſt das Licht der Welt.” —
Er: „Ja, und ſobald man verheiratet iſt, kommt die Gasrechnung!”
(Faun.)
Beim Pfänderſpiel muß Dora Kurt zehn Küſſe geben. „Das waren
ſieben”, ſagte ſie, Atem holend, „nein ſechs —” „nein ſieben —” „nein
ſechs!” „Alſo gut” meint ſie verdroſſen, „damit jeder Recht bekommt,
fangen wir noch mal von vorne an!”
(Tit=Bits.)
Beim Arzt. „Dieſe Medizin iſt ſehr bitter, Herr Urban. Trinken
Sie danach immer ein Glas Waſſer, um den Geſchmack fortzuſpülen!”
„Und womit ſoll ich den Geſchmack des Waſſers wegbringen?”
(Pele=Méle.)
Die Ueberraſchung. „Die Kinder ſuchen überall die neuen
Grammo=
phonplatten, Großvater, weiß du wirklich nicht, wo ſie liegen?"
„Pſt, verdirb mir nicht den Spaß — ich ſitze doch drauf. (Humoriſt)
Inder Sonne des Südens
Wenn man die neue Frühjahrslinie ſozuſagen
von ihrem Urſprung aus erfaſſen will, wenn man
über die kommende Modeform richtig orientiert
zu ſein wünſcht, lange bevor die heimiſchen Salons
mit ihren Schaffungen hervortreten, muß man die
Mode dort ſuchen, wo ſie eben früher zu finden iſt:
im ſonnigen Süden.
Hier gibt ſich alljährlich die große Welt ihr
Stelldichein, und wiewohl man lange Zeit der
Meinung war, daß die Riviera an Glanz und
An=
ſehen verlieren würde, weil das amerikaniſche
Publikum, das ihr bisher immer treu geblieben
war, ſich ein wenig verlaufen und lieber die eigenen
Seebäder in Florida (Myamy und Palmbeach)
aufgeſucht hatte, erwies ſich dieſe Befürchtung
letz=
ten Endes doch als unbegründet, denn es gibt heuer
wieder in Nizza und Cannes ebenſo viele
Ameri=
kaner wie nur je, und das Leben auf der
Pro=
menade iſt animiert, international und durchaus
auf mondänen Zuſchnitt eingeſtellt.
Daß hier die neue Mode nicht zu kurz kommt,
ſondern ſogar eine ganz beſondere Pflegeſtätte
fin=
det, iſt wohl begreiflich, und es vergeht kaum ein
Tag, der nicht im Kaſino oder in einem der großen
Hotelpaläſte eie ſenſationelle Modenſchau brächte;
es ſind dann natürlich ausnahmslos die neuen
Frühjahrsſchaffungen, die gezeigt werden, denn
kein. Haus würde wagen, dem ausgezeichneten
Publi um, dem es ſeine Entwürfe vorführt, etwas
Schondageweſenes zu bieten. Darum ſind ja die
erſten Sonnentage an der Riviera modiſch ſo
außer=
ordentlich intereſſant, denn abgeſehen von den
vie=
len „offiziellen” Modevorführungen iſt jede
Pro=
menade im Sonnenſchein eine kleine Modenſchau
für ſich, Vor dem „Lunch” etwa, zwiſchen 12 und
1 Uhr, findet man auf den „Terraſſes” von Monte
Carlo und auf der „Croiſette” in Cannes die
ele=
ganteſten Frauen aller Weltteile, die ſich einen
kleinen Sport daraus machen, Vorläuferinnen und
Bahnbrecherinnen der neuen Mode zu ſein. Hier
wird denn auch jedes neue Detail ſofort
aufgegrif=
fen und durch Fachleute in alle Welt getragen, ſo
daß es verſtändlich wird, wenn die Riviera zum Ausgangspunkte
der Frühjahrsmode wird. Hier ſieht man die allererſten neuen
Schaffungen für die Promenade, weiß auch ſchon, wie die elegante
Frau bei uns ſich in ein paar Monaten für den Nachmittag
an=
ziehen wird und gewinnt natürlich auch die beſten Anregungen
für die Mode der kommenden Saiſon.
Dem größten Intereſſe aber begegnet im Augenblick die
Pro=
menadekleidung, denn es wird nicht lange dauern, bis ſie
auch bei uns ſehr aktuell geworden ſein wird, weshalb in aller
Eile einige modiſche Eindrücke von der Riviera feſtgehalten ſeien:
Das abſolut Charakteriſtiſche der neuen Silhouette iſt das
Blufenkleid, das mit einer Umhülle zu einer Art Complet
vereinigt wird, bei dem es aber nicht wie bei den Schaffungen
des Vorjahres auf Gleichheit des Materials und der Farbe,
ſon=
dern auf die eigenartige mondäne Kombination ankommt.
Die neuen Umhüllen ſtellen ſich entweder als lange
ge=
rade Mäntel dar oder ſind zu halblangen, ſchlichten Paletots
ver=
kürzt; ſehr oft aber ſieht man auch lange Jacken, die als
Mittel=
ding zwiſchen Koſtümjäckchen und Mantel aufzufaſſen ſid.
Ueber=
wiegend aber ſcheinen die kurzen Jacken zu bleiben, die mitunter
ſogar ſo kurz gearbeitet werden, daß ſie als Bolero oder als
„Spencer” anzuſprechen wären, wie man ſie vor vielen Jahren ſah.
Das Promenade=Complet, (vielmehr Rock und Jacke,
da doch die Bluſe aus abſtechendem Material verfertigt wird) iſt
aus einem ſchönen Modeſtoff hergeſtellt, in der
Regel aus modernen Tweeds oder Tweed=Panamas,
deren poröſe, charakteriſtiſche Webart
außerordent=
lich feſſelnd iſt und durch ein ausgezeichnetes
Kolo=
rit in der Wirkung noch gefördert wird.
Die Umhüllen der kommenden Saiſon ſind —
wie ſchon früher erwähnt wurde — in der Regel
gerade, die Röcke hingegen gefältelt oder glockig, faſt
immer aber auf eine eng anliegende Paſſe
ange=
arbeitet, die für die neue Frühjahrsmode markant
zu werden verſpricht, ſo daß man daraus erſehen
kann, daß Schlankheit der Silhouette nach wie vor
Grundbedingung der Eleganz bleibt.
Die neueſten Schaffungen ſind faſt immer völlig
ungarniert, da die Wirkung aus dem Materiale
ſelbſt und ſeiner korrekten, ſtilvollen Verarbeitung
geholt wird. Nur ab und zu findet man auf den
neuen Frühjahrs=Schaffungen Fellverbrämungen
der Kragenpartien, die ja das Geſicht immer
aus=
gezeichnet umrahmen und außerordentlich dekorativ
ſind.
Einige intereſſante Complets neueſter Linie
zei=
gen wir in unſerem Bilde:
Aus ſchwarzem oder marineblauem Fresko hat
man ſich das erſte Modell angefertigt zu denken; am
die breite Paſſe des Rockes ſind Falten angeſetzt,
während die halblange Jacke ganz gerade
geſchnit=
ten und nur mit einem angearbeiteten Schal
ver=
ſehen iſt. Die Bluſe zu einem ſolchen Stoff=
En=
ſemble muß keineswegs aus Seide hergeſtellt,
ſon=
dern kann auch aus einem ſchönen, weichen,
kamel=
haar= oder flanellähnlichen Stoffe verfertigt
wer=
den und iſt vielfach aus mehreren, zu einander
ab=
ſchattierten Farben kombiniert. Zu Schwarz oder
Blau wählt man gern Grau u. dgl. Zu Schwarz o
aber auch Zuſammenſtellungen von Weiß=Schwarz
mit einer grellen Farbe (etwa Rot oder Orange)
geſchätzt, eine Kombination, die in dem ſtiliſierten
Ornament unſerer erſten Skizze zum Ausdruck
kommt.
Durchaus ſportlichen Zuſchnitt hat unſer
Mittel=
bild; hier handelt es ſich um einen langen Mantel
mit einem floiten Rock, deſſen Paſſe gürtelartig iſt.
Dazu wirkt natürlich die ſchlichte Waſchſeidenbluſe
ganz vorzüglich. Der Mantel iſt mit einem langhaarigen Fell.
(Fuchs oder dergleichen) verbrämt.
Die neuen, ſcharf=glänzenden Gewabe, die ein Gemiſch von
Wolle und Seide darſtellen, ſind keineswegs dünn, ſondern
ziem=
lich kompakt, alſo ſchon für die Frühjahrspromenade, und zwar
vornehmlich für nachmittägliche Gelegenheiten, ſehr geeignet, ſie
ſpielen eine ganz überragende Rolle. Hier ſind es hauptſächlich
Schwarz=Weiß=Effekte, die ſich im Vordergrunde behaupten. Wir
zeigen eines der ſogenannten „Atlaſſin=Koſtüme” (eine
Zuſam=
menſtellung von drapiertem Rock und Bolero=Jäckchen) in
Ver=
bindung mit einer überkreuzten weißen Seidenbluſe in der letzten
Skizze.
Willy Ungar.
Schöne, neue Hüte
Immer wieder ſind es die Hüte, die der
jeweili=
gen Saiſon weit vorauseilen, und zwar nicht etwa
nur um Tage oder Wochen, ſondern vielfach ſogar
um mehrere Monate. So zum Beiſpiel hat ſich
die Gewohnheit entwickelt, mit dem Strohhut noch
im Winter zu beginnen und ihn ſelbſt an ſehr, ſehr
kalten Tagen zu tragen, ſo daß er oft mit dem
Pelzmantel zuſammen zu ſehen iſt, während er
wenn dann wirklich die warmen Tage kommen —
in der Regel beiſeite geſchoben und durch eine
Filz= oder Samt=Mode verdrängt wird.
Frau Mode iſt eben — wie man weiß — eine
fehr launenhafte Dame, und ihren Jüngerinnen
bleibt keine andere Möglichkeit, als ſich ihren
Ge=
boten widerſpruchslos zu fügen.
Während bei uns von der neuen Linie noch
kaum die Rede iſt, Modefragen durch das
unbe=
ſtändige Wetter ausgeſchaltet erſcheinen und man
mit den alten Sachen ſein Auslangen finden kann,
entwickelt ſich im ſonnigen Süden ſchon eine neue
Silhouette, und die großen Ateliers an der Riviera
zeigen einem internationalen Publikum ihre letzten
Schaffungen, ſo daß man hier ſchon viele Monate
früher ſagen kann, was lange Zeit ſpäter erſt
„Mode” genannt werden darf. Die neuen Hüte,
die man auf der Promenade in Cannes, Monte=
Carlo und Beaulieu und auf der „Piazza” in San
Remo ſieht, ſind in ihrem Geſchmack ſo gewählt,
ſo eigenartig und vornehm, daß ſie ſicherlich
jeder=
mann auf den erſten Blick ſchon beſtechen müſſen.
Ihr ſeltſamer Reiz liegt zuletzt auch darin, daß ſie
faſt ganz ungarniert ſind, ihre Effekte alſo aus dem
ſchönen Material und der eigenartigen Linie holen.
Uebrigens ſcheint die letzte Mode in ihren
Vor=
ſchriften keineswegs drakoniſch zu ſein, denn man
kann kurz und bündig behaupten, daß heuer alle s
modern ſei, begonnen von der kleinen, eng
anliegen=
den Kappenform, über die verſchiedenen
barett=
artigen Typen zu den ſchon im Vorjahre modern
geweſenen und jetzt neuerlich viel beachteten
Helm=
formen und Südweſtern; von hier führt zu den
mannigfaltigen, breitrandigen Formen ein modiſcher Weg, der
ebenſo abwechſlungsreich wie intereſſant iſt
Dieſen Tendenzen folgt auch das Material, das für die neue
ſten Hüte in Frage kommt. Vielfach iſt es glänzendes Stroh, das
an der Riviera augenblicklich im Vordergrunde des Intereſſes
ſteht und auch bei uns in allerkürzeſter Zeit ſehr gebräuchlich ſein
wird. In der Regel handelt es ſich um Exotenſtroh, das mit
den neueſten, grobfädigen Modeſtoffen eine gewiſſe
Ueberein=
ſtimmung ſchafft. Neben Stroh ſieht man natürlich hauptſächlich
vielerlei Arten von Filz. Flache und langhaarige Sorten, die
eigentlich keiner modiſchen Diktatur, ſondern dem Geſchmacke der
Krägerin zur Wahl und Entſcheidung unterſtehen. Seidenbüte
ſind — wie immer im Frühjahr — auch diesmal ſehr beliebt; den
ganz großen Erfolg aber dürften zweifellos die aus
verſchieden=
artigem Material kombinierten Formen davontragen, die
der Phantaſie große Möglichkeiten und der Hutmode ein weites
Feld geben.
Da gibt es Kombinationen von Stroh und Seide, von Stroh
mit Filz, von Seide mit Samt uſf.; natürlich auch
Zuſammen=
ſtellungen von Stroh und Samt, eine Idee, die ſich noch vielfach
auswirken dürfte. Im allgemeinen aber hängt Form und
Ma=
terial des neuen Hutes nicht allein von einer willkürlichen
Ent=
ſcheidung, ſondern vielmehr von dem Zweck, für den die
betref=
fende Kopfbedeckung herangezogen werden ſoll, ab. So zum
Beiſpiel wird man den breitrandigen Hut ſpäterhin
— zur Hochſaiſon — nur für den Nachmittag
ver=
wenden, da ja dieſe Typen in den mondänen
Bade=
orten der Riviera auch nur für dieſe Gelegenheiten
zu ſehen ſind, während das kleine, enganliegnde
Hütchen die Lieblingsform für Trotteurzwecke bleibt,
Einige intereſſante Schaffungen, die unſeren
Leſern die kommende Mode in ihren Grundzügen
ſchon jetzt vor Augen führen mögen, und die wir
im Bilde feſtgehalten haben, ſind Modelle, die an
der Riviera ſkizziert wurden.
Der kleine ſchmuckloſe Hut, von dem eben die
Rede war, iſt rechts oben zu ſehen. Er liegt vorne
eng an, hat die Farbe der Sport= und Reiſedreß,
zu der er getragen werden ſoll, und bringt
rück=
wärts einen breitausladenden Rand, der an die
„Südlveſter=Form” gemahnt. Solche Hüte ſieht man
nicht nur in Filz, ſondern auch in weichem
Sämiſch=
leder, das heuer für Trotteurzwecke ſehr geſchätzt
und gerne in Farbe und Art mit den Schuhen und
der Handtaſche, natürlich auch den Handſchuhen,
in Uebereinſtimmung gebracht wird.
Als Kontraſt dazu zeigen wir links zwei breite
Hüte, den einen mit geraderandiger, den anderen
mit geſchwungener Krempe: die letztere Type, die
hauptſächlich in dunklem Samt gearbeitet wird, iſt
außerordentlich elegant und kommt beſonders in
Schwarz vortrefflich zur Geltung. Die geraderandige
Form iſt in der Regel aus Stroh verfertigt und
mit einem glatten Seidenbande in gleicher oder
abgetönter Farbe garniert.
Der Hut mit halbbreitem Rande, der vorn meiſt
hoch aufgeſchlagen wird, kann aus jedwedem
Ma=
terial hergeſtellt ſein, iſt eine der dominierenden
Typen und in Stroh, Seide, Samt und Filz zu
ſehen. Eine Schmucknadel als einzige Garnierung
gilt neuerlich als ſehr mondän (Fig. 1 der unteren
Reihe).
Höchſt eigenartig ſind die verſchiedenen
barett=
ähnlichen Formen, die man aus verſchiedenartigem
Material zu kombinieren pflegt. Im Mittelbilde
der zweiten Reihe zeigen wir einen ſolchen Hut,
der — aus Stroh und Samt zuſammengeſtellt —
eine ganz eigenartige Materialkombination ins
Treffen führt.
Der nachmittägliche Filzhut verrät natürlich großen
Phantaſie=
reichtum. Ein eigenartiges und ſehr ſchickes Modell zeigen wik
im letzten Bilde: Es handelt ſich hier um eine anliegende
Filz=
kappe mit einem halbplaſtiſch=aufgenähten Seidenband in breiter
Schlupfenform.
Die Farben der Modehüte ſind ſehr mannigfaliig und
lehnen ſich in der Regel an die Schattierung des Kleides oder der
Umhüllen, zu denen ſie getragen werden ſollen, an; doch beſtehr
nicht der geringſte Zweifel darüber, daß in der Vorſaiſon der
ſchwarze Hut dominieren wird, der auch ſicherlich immer am
eleganteſten wirkt und die Aufmachung ſtilvoll und in richtiger
Eillx Uugar.
Art ergänzt.
Nummer 54
Sonntag, den 23. Februar 1930
Seite 23
Beiladungen
Eichtung Köln — Düſſeldorf —
Stuttgart-
ſiugsburg — München und zurück
über=
immt Sped. P. Hofrichter, Tel. 1037.
Letzte Verſteig, in Förſterei Kleeneck.
Donnerstag, den 27. Februar, vorm
0 Uhr, wird in Meſſel (Wirtſchaft von
ſoh. Hrch. Laumann II.) aus Forſtort V
Nörsbacherſchlag 29, VI Zinkeneck 1
Mörsbachergrund 4. Lichtenſchlag 21. 22
Saufang 24. Rauſchen 27. Kührul
9. 40. Kleeneck 41, 46, nachſtehendes
Holz verſteigert:
Nutzſcheitholz, Rm.: Eiche 13,1 I geſp.
Scheitholz, Rm.: 82,2 Buche, 22
Hain=
buche, 346 Eiche, 9 Birke, 9 Erle, 17
Kiefer. Knüppelholz. Rm.: 29.3 Buche,
27 Hainbuche, 220 Eiche, 1 Birke 8
Erle, 6 Kiefer Reiſerholz 1. Klaſſe,
Rm 5 Buche, 81 Eiche, 4 Kiefer.
Reiſerholz 3. Kl., Wellen: 240 Buche
460 Hainbuche. Stockholz.Rm.: 2 Buche.
13 Eiche, 3 Erle.
(3219
as Holz iſt vor der Verſteigerung ein
uſehen. Mit II geſchlagene Nummerr
ſommen nicht zum Ausgebot. Das
Brennholz tragt die Nrn. 1290—1780.
Auskunft durch Förſter Wex, Meſſeler
alltorhaus. und unterzeichnetes Amt.
Darmſtadt, den 21. Februar 1930.
Heſſiſches Forſtamt Kranichſtein.
Oeffentliche Bauſparkaſſe
fur den Sonsſtaat Heſſen
Einladung!
Herr Direktor Seipp von der
Landes=
kommunalbank=Girozentrale für Heſſen, in
Darmſtadt hält am Mittwoch 26. Febr. 1930,
abends 8½ Uhr, in der Gewerbeſchule
zuGr. Umſtadt
über die
Be=
einen
Vortrag deutung der
öffentlichenBauſparkaſſe. AlleIntereſſenten,
die beabſichtigen, in den nächſten Jahren
zu bauen bezw. ſich ein Haus käuflich zu
erwerben oder ein hochverzinslichesDarlehen
bzulöſen wird der Beſuch des Vortrages
ſehr empfohlen.
(3261
Bezirksſparkaſſe Groß=Umſtadt
Sigg
Ju
Wegen vollſtändiger Auflöſung des
Haushaltes und Anweſens der
Freifrau von Gall, Witwe,
Mathil=
denſtraße 1 (Ecke Martinſtraße)
kommt alles freihändig zum
Verkauf.
Stock mit 4 Zimmern, Küche u
Zubehör Vorhandener Garten
275 L=Meter Straßenfront. Der
1. Stock wird für den Käufer de=
Hauſes frei. Anzahlung nicht unter
10 000 ℳ.
Original „Boullemöbel” aus der
Zeit Louis XIV wurde ſpäter aus
dem Beſitz Kaiſer Napoleons
er=
worben. Auch das Londoner
Mu=
ſeum war in der Vorkriegszeit
ver=
ſchiedene Male Liebhaber. Dieſer
Schrank iſt 1.70 breit, 1,32 hoch,
0,52 tief (Marqueterie) als
Ein=
lage. Metallornament in
Schild=
patt, verbunden mit plaſtiſchen.
ver=
goldeten Bronzebeſchlägen. Preis
6000.— ℳ. 1 Pariſer Penduleuhr
4000.— ℳ. 2 große Bronze=
Girandolen 2000.— ℳ. 2 Empire=
Bronze=Girandolen 500.—ℳ.
ebenſ=
kleine Girandolen 300.— ℳ
ſchwarzes Piano aus Ebenholz.
Ia Fabrikat (Fa. Berden u. Co
Brüſſel) mit Notenſtänder,
Klavier=
ſtuhl. 1000.— ℳ. 1 Plüſchſofa mit
4 Seſſeln 250.— ℳ. 1 prachtvoller
Salonteppich 100.— ℳ. 1 Original
antike Empire=Glasvitrine 500 ℳ
beiſezimmer
beſteht, aus ſehr reich geſchnitzter
Mechelner Arbeit 1 Büfett, Kred.,
Spiegel, Ausziehtiſch. 6 Lederſtühle,
Preis 2750 ℳ 1 Rauchſtuhl 50 ℳ
geſchnitzter Seſſel 70 ℳ. 2
Oel=
gemälde 500 ℳ, 1 verſenkbare
Näh=
maſchine 200 ℳ. 1 Ruhebett mit
Plüſchbezug 75 ℳ 1 Teppich (*
Meter) 200 ℳ. 1 Teewagen 50 ℳ.
ſchwere Spiegelſchränke,
Stück
200 . 2 Waſchtiſche mit Marmo
und Spiegelaufſatz 120 ℳ pro Stück
1 engl. Doppelbett mit
Patent=
rahmen, Zwiſchendecke, 3
Feder=
kiſſen, 4teilige echte weiße
Schaf=
wollmatratze, Preis 400 ℳ.
Louis XVI., in ff. Polierung und
Ausführung. beſteht aus 1
Doppel=
bettſtelle Sprungrahmen und echt
weißer Schafwollmatratze, 1 Spieg.=
Schrank. 2 Nachtſchränkchen, 1 groß
Doppelwaſchtiſch, 1 Waſchſchrank
Preis 1290 ℳ.
mit Patent= und Kapokmatratzen
5 /. 1 Staubſauger (110 Volt)
Preis 85 ℳ. 1 Badewanne mit
Gas=
ofen (Junker u. Ruh), faſt neu.
160 ℳ. 1 Waſchmaſchine (Miele)
40 ℳ uſw. Verſchied. Gartengeräte.
Eßſervice
beſteht aus 68 Teilen (engl. Fayence)
103 ℳ 1 Fiſchſervice (13 Teile) 35
ℳ. 1 Spargelſervice (8 Teile) 30./.
1 Kaffeeſervice (37 Teile) 110 ℳ.
Verſchiedene Porzellanſachen.
tiche. Aufſtellſachen. Meißener
Porzellantaſſen uſw.
Kriſtallgläſer
Wein, Sekt und Bowle und
ver=
ſchiedene Kriſtallvaſen uſw.
Auskunft über das Anweſen ſowie der
Verkauf des geſamten Mobiliars erteilt
nur der Alleinbeauftragte. Taxator
Eugen Wagner. Direkt an die
Ver=
käuferin ſind Anfragen uſw. zwecklos.
Der Verkauf findet täglich ab Mon
tag, den 24. Februar, ſtatt von 10—12
Uhr vorm und 3—5 Uhr nachmittags
Immobilien=V. und Taxator,
Telephon 2943. (*) Karlſtraße 41.
Am Montag, den 10. März d. J.,
vor=
mittags 9 Uhr, werden im Saale des
Reſtaurants Rummelbräu, Rheinſtraße
Nr. 101, die ſtändigen Marktſtandplätze
auf dem Marktplatz und Schillerplatz
für die Zeit vom 1. April 1930 bis
Ende März 1931 öffentlich meiſtbietend
verſteigert. Der Belegungsplan und die
Verſteigerungsbedingungen liegen bei
dem ſtädtiſchen Marktmeiſter (
Stadt=
haus. Zimmer 26) zur Einſicht offen.
Der Zuſchlag wird erteilt, wenn der
Nachweis der Zahlung des
Marktſtand=
geldes aus den Vorjahren erbracht iſt.
Darmſtadt, den 19. Februar 1930.
Der Oberbürgermeiſter. (St3163
Arbeitsvergebung.
Die für die Herſtellung der
Schwimm=
badanlage in der Gemeinde
Jugen=
hem a. d. B. erforderlichen Erd=,
Be=
ton=, Maurer= und
Rohrverlegungsar=
beiten und zwar:
Los 1—6 rd. 3500 cbm Erdaushub,
„ 400 Stampfbeton,
850 qm Zementputz,
„ 2200 „ Klinkerflachſchicht
270 Ifdm.
Zementrohria=
näle v. 15—30 cm l. W.
70 Ifdm.
Steinzeugrohr=
kanäle von 100—125
mm I. W.,
25 chm
Backſteinmauer=
werk nebſt
Neben=
arbeiten.
Los 7 rd. 500 Ifdm.
Mannesmannrohr=
leitung von 40—150 mm I. W
ſollen zuſammen oder getrennt im
öffentlichen Wettbewerb. vergeben
werden.
Angebotsvordrucke ſind gegen
Er=
ſtattung von 1.50 Mk. für Los 1—6 zuſ.
und 0,50 Mk. für Los 7 von uns zu
be=
ziehen. Zeichnungen und Bedingungen
liegen auf unſerem Amte zur Einſicht
offen Die Angebote ſind verſchloſſen mit
entſprechender Autſchrift bis Mittwoch,
den 5. März d. Js., vorm. 10½ Uhr,
bei dem unterzeichneten Amte,
Bleichſtraße 1, einzureichen, woſelbſt
auch die Eröffnung in Anweſenheit der
Unternehmer ſtattfindet. Freie Auswahl
bleibt vorbehalten. Zuſchlagsfriſt fünf
Wochen.
(326
Darmſtadt, den 19. Febr. 1930.
Heſſiſches Kulturbauamt.
—
(Letzte Verſteigerung in Förſterei
Einſiedel und Faſanerie.)
Freitag, den 28. Februar, vormittags
½9 Uhr, wird in Darmſtadt (
Wirt=
ſchaft „Heiliges Kreuz”) aus Förſterei
Einſiedel Forſtort VII Aſpenſchlag 1 2 3,
Kernwieſenteil 4, Bohleneck 6. Alter
Hegwald 8 10. 11. Schröders Säu 12.
Ober der Rottwieſe 13. 15, Hinter der
Rottwieſe 14, Wildſcheuerlachteil 16. 17
Breiteberg 18. 19 Spitalwieſenhege 20,
21. 22 23. VIII. Rottwieſenſchlag 1
Hengſtriedlache 2, 3. aus Förſterei
Faſa=
nerie, Forſtort VI Schaubertswieſenhege
61. Geishecke 60, Weiße Sandkaute 62
63, 64, Blumenhegſtück 65, 68,
Trudel=
hegſtück 67 Bucheneck 71. Hirſchgarten
70, VIII Oberwald 8, Rotſuhl 6, Altes
Jagen 13. Tiergarten 15 16. 18, 19. 20.
21, 22. Sorgenlos 23, Hirſchgarten 24
IK Faſanerie 1, 2. 5, 6. 7. 11. 12. 13
18. 19, 20, 26. 29, nachſtehendes Holz
verſteigert:
Stammholz, Fm.: Eiche 0,19 1. 4.29 2.
Linde 0,21 2. Kiefer 0,74 2b. 1,06 3a,
Lärche 0,72 2a, 0.34 2b Fichte 8,42 1a,
13.47 1b. 8,20 2a, 1.70 2b. 1,67 4a,
Weymouth 1,06 3b. Derbſtangen, Stck.
Eiche 10 II, 3 III. Buche 6 II. Fichte
2 T 28 II, 31 III. Reisſtangen, Stck.: (Letzte Verſteig, in Förſterei Kalkofen.)
Fichte 60 VI Nutzſcheitholz. Rm.
Eiche 4,1 I geſpalten. 1 II geſpalten, 9 Uhr, wird in Arheilgen (Wirtſchaft
Kirſchbaum 0,5 II rund.
Scheitholz, Rm.: 151,1 Buche, 12
Hain=
buche. 600,2 Eiche, 47 Birke, 3 Erle
12,4 Kiefer, 1 Lärche, 10 Fichte,
Weymouth. Knüppelholz. Rm.: 40
Buche, 30 Hainbuche, 445,5 Eiche (
da=
von 31 Rm. 2,5 Mtr. lang, Pfoſten),
30 Birke, 1 Erle 11 Aſpe 1 Linde,
54 Kiefer, 19 Fichte, 4 Weymouth.
Reiſerholz 1. Kl., Rm.: 6 Buche. 59
Eiche, 10 Fichte. Stockholz. Rm.:
(3220
3 Buche, 7 Eiche.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
ein=
zuſehen. Mit H geſchlagene Nummern
kommen nicht zum Ausgebot. An
Nutz=
holz lagert in Förſterei Faſanerie; alles
Lärchen= und ein kleiner Teil
Fichten=
ſtammholz, ferner die 60 Fichten=
Reis=
ſtangen 1.1 Rm. Eiche= und 0,5
Kirſch=
baum=Nutzſcheit. Alles übrige Nutzholz
lagert in Förſterei Einſiedel Brennholz=
Nrn. in Förſterei Einſiedel 272—1447
in Faſanerie 1—26, 637—942. Auskunft
durch Förſter Lohfink Forſthaus
Einſiedel (Telephon Meſſel 9). Förſter Brennholz trägt die Nummern von 180
Schmidt, Forſthaus Faſanerie, (Tel. Forſthaus Kalkofen (Tel. Meſſel 7), und
3077) und unterzeichnetes Amt.
Darmſtadt, den 21. Februar 1930.
Heſſiſches Forſtamt Kranichſtein.
Günſtige
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holzeinlagen,
voll abgeſperrt,
Schrank 1,80 cm
mit Innenſpiegel,
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AEchlafzimmer
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Nuß=
baum poliert
(oder Birke)
Schrank 1.80 cm
mit Innenſpiegel,
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Nur
g.-M. 8. 50.-
in modernſter
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mit allem Zubehör,
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halten, zu verkaufen.
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chen, 10 W. alt, in
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A. 32 an d. Geſch. (
Deutſcher
m. Stammb., dreſſ.
Schutz= u. Pol.=Hd.,
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bringen wir in Riesen-Auswar
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in vielen Farben sortiert, 0.10, 0.08
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1I. Marz ds. Js., hierher einzureichen.
Darmſtadt, den 21. Februar 1930.
Provinzialdirektion Starkenburg.
(3262
Tiefbau.
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Mittwoch, den 26. Februar, vormittags
Zum Schwanen”) aus Forſtort VI
Mörsbachergrund 6, Ramſtadt 12,
Luder=
platte 13, 15, 16. Rauſchen 29. Stockſchlag
1 Kirſchbaum. 2 Edelkaſtanie 1 Aſpe, 136, Ludwigseck 38, Viehtrift 51,
nach=
ſtehendes Holz verſteigert:
Stammholz, Fm.: Eiche 0,32 2: Lärch
0,63 1a, 1.78 1b, 2,86 2a: Fichte 1,09
1a. 2,98 1b 2,50 2a. 0,79 2b.
Derb=
ſtangen, Stück: Fichte 6 II.
Nutzſcheit=
holz. Rm.: Eiche 2 I geſp: Lärche 2.4
II (3 Meter lang. Pfoſten)
Nutz=
knüppel, Rm.: Lärche II 2,4 (2.,5 Mtr.
lang), 9.2 (3 Meter lang, Pfoſten).
Scheitholz, Rm.: 85 Buche, 105 Eiche,
35 Birke, 9 Erle, 1 Kiefer 4.9 Lärche,
3 Fichte, 3 Weymouth. Knüppelholz,
Rm.: 38 Buche, 424 Eiche, 53 Birke,
4 Erle, 1 Aſpe. 5 Kiefer, 11.7 Lärche,
2 Fichte, 18 Weymouth. Reiſerholz
Klaſſe, Rm 1 Buche, 258 Eiche.
Reiſerholz 3. Kl., Wellen: 560 Buche.
Stockholz. Rm.: 11,5 Buche. 19 Eiche.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
ein=
zuſehen. Mit H geſchlagene Nummern
kommen nicht zum Ausgebot. Das
bis 2347. Auskunft durch Förſter Hege=
(3218
unterzeichnetes Amt.
Darmſtadt, den 21. Februar 1930.
Heſſiſches Forſtamt Kranichſtein,
W. Leghorn (29)Groß. Hund (Rüde)
billig zu verkaufen. u. 1 Foxhündin zu
Ballonplatz 4.
* kaufen geſ.
Griesheim b. D. (
Mittwoch, den 26. Februar 1930,
vor=
mittags 10 Uhr, wird in Meſſel im
Saale von Heinrich Braun (Heberer)
nachſtehendes Holz verſteigert:
Stämme:
Eiche: 10 Fm. Kl. 2a. 2b und Z3a.
Birke und Linde: 2 Fm. Kl. 2b.
Hainbuche: 1,5 Fm. Kl. 2a.
Lärche: 16 Fm. Kl 2a 2b.
Kiefern: 200 Fm. Kl. 3a, 3b, 4a.
Derbſtangen: Fichte, für
Gerüſt=
ſtangen geeign., 1500 St. Kl 1, 2 u. 3.
Reisſtangen: Fichte 300 Stück.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
zu beſichtigen. Auskunft erteilt Förſter
Engel und die Bürgermeiſterei.
Heſſiſche Bürgermeiſterei Meſſel.
(gez.) Keller.
Dienstag, den 25. d. Mts., vormittags
9 Uhr, werden aus dem Roßdörfer
Ge=
meindewald aus verſchiedenen
Abtei=
lungen in der Wirtſchaft von Philivp
Barth folgende Sortimente Brennholz
verſteigert:
Buchen=Scheiter 23 Raummeter
Eichen
Eſchen
Erlen
Kiefer
164
Buchen=Knüppel 16
Eichen
Eſchen
Erlen
32
Fichten
Kiefer
514
Eichen=Stöcke
Kiefer
Buchen=Wellen 330
175
Eichen
Nähere Auskunft erteilt. Herr Förſter
Kirſchner, Roßdorf.
(3211
Roßdorf, den 21. Februar 1930.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Lorenz.
Aus den Amtsverkün igungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Sonntagsdienſt und Naktdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
anſchließenden Woche den Nachtdienſt vom
22. F bruar bis einſchließl. 1. März die
Töwen=Apothek.. Baklonplatz 11, die
Adler=Apotheke, Wilhelminenplatz 17, die
Hirſch=Apotheke. Nieder=Ramſtädterſtr. 21,
Freitag, den 28 Februar I. J., werden
verſteigert aus Diſtrikt 1 Eichen Abteil.
13, 18, 19, 28, 29, 30, 35, 37, 40, 41, 44,
45, 59 und 60:
Stämme, Fm.: Eichen: 0.20 1. Kl.,
22.26 2. Kl., 3.76 3. Kl., 30.65 4. Kl.,
20.10 5. Kl. 2.69 6. Kl., 3.60 7. Kl. —
Buchen: 0.66 2 Kl., 10.07 3. Kl., 6.79
4. Kl. — Hainbuchen: 0.48 2. Kl., 0.52
3. Kl. — Eſche: 0.31 2. Kl. — Elsbeer:
0.15 2. Kl.
(3239
Zuſammenkunft morgens 10 Uhr am
Braun’ſchen Steinbruch (Straße Meſſel
—Eppertshauſen). Sämtliches Holz iſt
vorher einzuſehen, da nur ein Teil
vor=
gezeigt wird. Die zum Verkauf
kom=
menden Buchen, ferner die Eichen der
2. und 3. Klaſſe ſind mit weißer Farbe
bezeichnet. Die Eichenſtämme der 4. bis
7. Klaſſe werden ſämtlich verkauft.
Aus=
kunft durch Förſter Schmidt, Forſthaus
Thomashütte, u. Förſter Engel zu Meſſel.
Meſſeler Forſthaus, 20. Febr. 1930.
Heſſiſches Forſtamt Meſſel.
Auf Antrag des Konkursverwalters
verſteigere ich am Montag, den 24.
Fe=
bruar, vormittags 9 Uhr, im Laden
Mathildenplatz 1 öffentlich meiſtbietend
gegen Barzahlung:
die geſamte Ladeneinrichtung, beſteh.
aus: 3 Ladenth=ken, verſchied. Regale
mit und ohne Schubladen, 3 Waagen
mit Gewichten 1 Reſt Lebensmittel,
1 Regiſtrierkaſſe, 1 Kaffeeröſtmaſchine
mit Eelektromotor, 1 Klavier. (3232
Darmſtadt, den 22. Februar 1930.
(gez.) Metzger, Gerichtsvollzieber.
Sonntag, den 23. Februar 1936
Nummer 54
OA
Mur noch
beute und morgen:
Der große Hegewald-Jubiläums-Film:
Der Leutnant Ihrer
Maiestät
Ein blendender Flim voller Romanlik u. Gemtlstlele.
Regie: J. und L. Fleck
In der Titelrolle
IVAN PETROVICH
* der internationale Frauenliebling
Es ist die alte, süße Mär vom Pagen, der
Nur noch
beuto und worgen!
Mur noch
beute und morgen
Wildwest-
VerNurgesbofden
Das=
Gebermrisder
Höllenſchlocht
seine Königin liebte . . . labensecht, mirk-
lichkeitsnah,
Beben und Bangen, die Fomantische
Sohiahte, 50m „Teutnant Ihrer Maiestät.
Ein Film v. Curt J. Braun u. Nunzio Malasomma
Träger der Hauptrollen sind:
Luis Trenker, Dr. M. Holzboer, Era v. Berne,
Nico Turoff. Aribert Mog, Lars Hansen, Roland
v. Rossi, Hugo Lehner, Carl Walther Mayer,
J. Rovenski, Dr. Ebersberg, Ernst Sennesch,
Carl Falkenberg.
Ein Film von grandioser Sehönheit, ein
Film der erschüttert, der an Wucht und
Unt. Draufgängertum, sportliebe
Aipfelleistungen, das sind die
Grundzüge dieses aufregenden
Detektintilms aus Wildwest, dessen
wirbelndes Tempo ihm ein
besonderes Gepräge gibt.
In weiteren Hauptrollen:
Agnes Esterhazy, Lilian Ellis, Mary Kia,
Georg Alexander, Ferd. Hart, Alex. Murski
Musikalische Leitung Georg Seibert
seelischer Tiete der Handlung den „Kawpf
ums Matterhorn” übertritft, ein Drama,
Dazu als zweiter Schlager:
Sündige Jugend
das bis i die Tiefe der Seele aufrüähr.
Musikalische Leitung: 0.
rPrpst
Ein
mit
Film der Liebe und Leidenschaft
Franz Delly, Ernst Verebes und
Gabriele Erkel
Beginn: Sonntags 2 Uhr
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Beginn: Sonntags 2 Uhr
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