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Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 37 Donnerstag, den 6. Februar 1930.
193. Jahrgang
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ſiträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerſchtiſcher Beltreibung fäll ſech=
Rabatt weg. Bankonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Natonalbank.
Annahme des Houngplanes im Reichsrat.
Bayeriſche Auerkreibereien. — Der Reichsaußenminiſter bleibk dem bayeriſchen Miniſterpräfidenken die
Ankwork nicht ſchuldig. — Die Annahme des Youngplans die Vorausſehung für die Finanzreform.
Der „neue Plan” mit 48 gegen 6 Stimmen bei 12 Enkhalkungen angenommen.
lungen, der Welt die Grenze des Möglichen etwas mehr zum
Bewußtſein zu bringen.
Der Reichsrak kagt.
der Einfluß der einzelnen Parkeien in den
Länder=
regierungen kommk bei der Schlußabſtimmung
zum Ausdrnck.
Berlin, 5. Februar.
Im Reichsrat fand am Mittwoch der bayeriſche
Vertagungs=
untrag nicht die erforderliche Unterſtützung, ſo daß er nicht zur
Abſtimung geſtellt werden konnte. Bei der dann folgenden
Abſtimmung über das Haager Abkommen wurde der „Neue
Alan” mit 48 gegen 6 Stimmen (Thüringen, Oſtpreußen,
Bran=
ſenburg, Niederſchleſien und Pommern) und bei zwölf
Enthal=
ungen (Bayern und Mecklenburg=Schwerin) angenommen.
* Die hohen Herren des Reichsrates ſchüttelten am Mittwoch
erwundert die Köpfe, als ſie merkten, daß ihre Beratung ſo
twas wie eine Senſation geworden war. Der
Reichsaußen=
niniſter leitete die Sitzung. Der Berichterſtatter
es Ausſchuſſes, der preußiſche Sozialdemokrat Brecht,
iht Bericht, kurz, knapp und klar, in dem eigentlich
des geſagt wird, was zu ſagen iſt. Herr Dr. Held
ſetlieſt mit ſeinem bayeriſch überkreuzten heſſiſchen Dialekt eine
uingere Rede. Sie iſt eine Beſtätigung unſerer Vermutungen,
ſie wir über dasSpiel hinterdenKuliſſen zwiſchen
entrum und Bayeriſcher Volkspartei geäußert
aben. Dayern ſucht ſich der Zwangslage zu entziehen, für
der gegen den Youngplan ſtimmen zu müſſen, und verlangt
ſeshalb Vertagung der Abſtimmung, bis über
ine durchgreifende Finanzreform Klarheit
jeſchaffen iſt. Der Außenminiſter fährt ihm in die Parade
ind ſtellt mit ſchneidender Schärfe feſt, daß die
Reichsregie=
uung niemals einem Vertrag zuſtimmen würde,
er ein neues Bekenntnis zur Kriegsſchuldlüge
mnthalte. Selbſt der ſonſt ſo temperamentvolle
Reichsfinanz=
tiniſter erliegt der Atmoſphäre und begnügt ſich mit einem
kur=
in Hinweis, daß die Annahme des Youngplanes die
Zorausſetzung für die Finanzreform ſei, während
ferr Held umgekehrt argumentiert. Dann iſt aber die Debatte
ſhon zu Ende. Die Bayern haben offenbar gar nicht um
zundesgenoſſen geworben. Sie finden nicht einmal die
notwen=
ge Unterſtützung für die Abſtimmung über ihren
Vertagungs=
ntrag, der damit unter den Tiſch fällt.
Merkwürdig iſt die Schlußabſtimmung ſelbſt. Die
würt=
embergiſche Regierung, in der die Deutſchnationalen
ßen, ſtimmt mit Ja, ebenſo die ſächſiſche
Regie=
ung. Die thüringiſche Regierung, in der
National=
zialiſten und Volksparteiler ſind, ſtimmt mit Nein. Die
hayeriſche Regierung, in der Deutſchnationale ſitzen,
ethält ſich. Man kann aus dieſer Skala ungefähr
heraus=
ſſen, wie ſtark in den Länderregierungen der
linfluß der einzelnen Parteien iſt.
Mecklen=
hurg=Schwerin iſt gegen den Vertrag, enthält
ſch aber der Stimme, um die Befreiung des Rheinlandes
ſicht zu gefährden. In weniger als eineinhalben Stunden iſt
me Vorlage verabſchiedet, zu der der Reichstag viele Tage
brau=
gen wird, ohne allerdings neue Argumente bringen zu können.
Das Haager Abkommen vor dem Reichsraf.
Die Mittwochs=Vollſitzung des Reichsrates beſchäftigte ſich
ut den Ergebniſſen der Haager Konferenz. Der
Generalbericht=
ſtatter, Miniſterialdirektor Dr. Brecht, ſtellte feſt, daß der
lurchſchnittswert der Annunitäten nach dem neuen Plan
ein=
lließlich der Zahlung an die Vereinigten Staaten ohne die
Lwesanleihe, für die erſten 37 Jahre 1922,7 Millionen (für
de ganze Zeit 1807 Millionen) betrage, alſo mit der
Dawes=
tleihe etwas unter 2 Milliarden Mark.
Die Entlaſtung für 1929 betrage, wenn man die
Zahlun=
gen an Belgien und den einmaligen Beitrag für die
Kom=
miſſion berückſichtige, 618,3 Millionen, für 1930 665,1
Mil=
lionen und der Gegenwartswert der ganzen
Reparations=
ſchuld berechne ſich auf rund 34 Milliarden Reichsmark zu
5½ Prozent. Dieſe Rechnungsart ſei richtig. Man könne
nicht ſtatt deſſen die Annuitäten einfach addieren und
ſagen, daß unſere Schuld 100 Milliarden beträgt.
Te jetzige Bemeſſung der Geſamtſchuld auf rund 34 Milliarden
genwartswert erinnere an das Angebot der Regierung
Feh=
nbach=Simons im März und April 1921 in London, das auf
Milliarden Goldmark, abzüglich der bisherigen deutſchen
Vor=
keſtungen, gegangen ſei, wobei nach deutſcher Rechnung eine
Ehuld von etwa 30 Milliarden Gegenwartswert übrig geblieben
dre. Die Gläubigermächte hätten damals dieſes Angebot
un kann wohl ſagen — mit Hohn und Spott zurückgewieſen
*d hätten ſtatt deſſen einzelne 132 Milliarden Goldmark in
ühreszahlungen verlangt, die
nach dem Dawesplan ab 1929 5 Milliarden und ab 1932
6 Milliarden
ſſtten betragen ſollen. Das „Nein” der damaligen deutſchen
bgrerung hätten die Gläubigermächte mit der Beſetzung
wei=
der deutſcher Städte beantwortet. Erſt allmählich ſei es ge=
Die jetzt vereinbarten Jahreszahlungen ſeien immer noch
ſo hoch, daß auch von uns niemand die Verantwortung
übernehmen könne, ihre Aufbeingung und noch weniger
ihren Transfer als geſichert zu betrachten.
Entſcheidung komme es aber nicht nur auf die abſolute Höhe der
Jahreszahlungen an, ſonſt würden wir das Abkommen
ableh=
nen. Es ſei nud bleibe in der Geſchichte ohne Vorgang, daß ein
Volk neben ſeinen eigenen Kriegskoſten eine ſolche Kriegsſchuld
zahlen ſoll.
Die Jahreszahlungen ſeien aber weſentlich geringer, als
die, zu denen wir zurzeit auf Grund des Londoner
Ab=
kommens von 1929 verpflichtet ſeien. Lehnten wir den
neuen Vertrag ab, ſo bleibe bis auf weiteres der alte in
Kraft. Das ſei der Kernpunkt.
liche Lage im Zeichen ſchwerer Kriſen ſtehe. Mit der Annahme
des neuen Planes höre die unwürdige Finanzkontrolle auf.
Vier Gründe, und zwar: 1. die ſofortige
Er=
mäßigung der Geſamtannuität um zunächſt
rund 700 Millionen, 2. die Möglichkeit, bei weiterer
ungünſtiger Wirtſchaftsentwicklung neue Verhandlungen
herbeizuführen, 3. die wirtſchaftlichen
kataſtropha=
len Folgen einer Ablehnung, 4. der Fortfall der
Finanzkontrolle, hätten die Ausſchüſſe veranlaßt,
trotz der ungeheueren Geſamtlaſt die
Zuſtim=
mung zu dem Abkommen zu empfehlen. Zu
die=
en finanziellen Gründen komme die Räumung
des Rheinlandes bis zum 30. Juni d. J. Die
Aus=
ſchüſſe hätten ſich ferner davon überzeugt, daß nach dem
neuen Abkommen die Sanktionsklauſel des
Verſailler Vertrages hinfällig werde.
Reichs=
bahn und Reichsbank würden jetzt rein deutſche
Unternehmen mit rein deutſchen Vorſtänden und
Ver=
waltungsräten.
Die Ausſprache.
Für die bayeriſche Staatsregierung bedauerte der bayeriſche
Miniſterpräſident Held, daß im Ausſchuß der bayeriſche
Ver=
tagungsantrag abgelehnt worden fei. Die Finanzlage des
Rei=
ches, der Länder und Gemeinden treibe einer Kataſtrophe zu.
Ohne eine vorherige Sanierung ſei es unmöglich, das Haager
Abkommen zu erfüllen. Ueberdies, ſo betonte der Redner, ſei
dieſes Abkomen wiederum auf der Kriegsſchuldlüge aufgebaut.
Eine Zuſtimmung zum Haager Abkommen wäre nicht zu
ver=
antworten, wenn nicht im gleichen Zeitpunkt wewgſtens
Vor=
ſorge für eine innere Sanierung der öffentlichen Finanzen des
Reiches, der Länder und der Gemeinden getroffen ſei. Es ſei
eine unmögliche Zumutung, die Entſcheidung über das Haager
Abkommen in dem vorgeſehenen Eiltempo zu treffen. Die
baye=
riſche Staatsregierung betrachte das Haager Abkommen
und die Sanierung als eine untrennbare
Ein=
heit und müſſe beantragen, das beides gleichzeitig behandelt
und verabſchiedet werde. Die Deutſche Zentrumspartei und die
Bayeriſche Volkspartei hätten Anträge im gleichen Sinne geſtellt
und dieſe Parteien würden nichts Unerfüllbares verlangen.
Reichsaußenminiſter Dr. Curkius über die
Kriegs=
ſchuldlüge.
Reichsaußenminiſter Dr. Curtius wandte ſich gegen
die Bemerkung des Vorredners, daß das neue
Abkommen auf der Kriegsſchuldlüge aufgebaut
ſei. Dazu habe er zu erklären: 1. Habe die gegenwärtige
Reichsregierung, wie alle anderen ſtets gegen
das Kriegsſchuldurteil des Verſailler
Vertra=
ges Einſpruch erhoben, und werde alles
daran=
ſetzen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen,
2. hätte die deutſche Reichsregierung niemals
einen Vertrag vertreten, der die Anerkennung
dieſes Kriegsſchuldurteils in ſich geſchloſſen
hätte.
Reichsfinanzminiſter Dr. Moldenhauer verwies auf
ſeine letzte Reichstagsrede über die energiſchen Bemühungen der
Reichsregierung, ſchleunigſt die Reichskaſſe zu ſanieren und
eine durchgreifende Reichsfinanzreform vorzubereiten.
Annahme des Youngplans, des Reichsbank=
und Reichsbahngeſetzes.
Es folgte dann die bereits oben gemeldete Abſtimmung, die
die Annahme des Youngplans brachte. Im weiteren
Verlauf der Reichsratsſitzung wurde das
Reichsbankge=
etz angenommen, und zwar mit einem Antrag der Stadt
Berlin, wonach Schuldverſchreibungen
inländi=
ſcher, kommunaler Körperſchaften ebenſo
be=
handelt werden ſollen, wie die des Reichs oder
die der Länder.
Ohne Ausſprache wird denn auch das
Reichsbahn=
geſetz mit Mehrheit angenommen, ebenſo das
deutſch=amerikaniſche Schuldenabkommen. Der
Reichsrat beſchäftigte ſich dann mit dem Liquidationsabkommen.
* General Berenguer und ſeine
Regierung.
Von
E. von Ungern=Sternberg. 6.
Seit einigen Tagen hat Spanien eine neue Regierung. Nach
einer aufregenden Nacht, in der die akademiſche Jugend Madrids,
begleitet von einigen Volkstribunen aus dem revolutionären
Lager, vor den Königspalaſt zog und gegen die Diktatur Primo
de Riveras lärmen und ſich austoben durfte, überreichte der
bis=
her allmächtige Diktator dem König ſein Abſchiedsgeſuch, das
auch angenommen wurde. An die Stelle Primo de Riveras
wurde ein anderer General aus dem entgegengeſetzten
Militär=
lager, der Oberkommandierende des königlichen Hauptquartiers,
General Berenguer, Graf von Bauen, mit diktatoriſcher Gewalt
Wir hätten in dieſer Hinſicht die größten Zweifel. Für unſere ausgeſtattet und zum Miniſterpräſidenten ernannt. Vorläufig
hat ſich demnach äußerlich wenig geändert. Ein Diktator hat
den anderen abgelöſt. Die Preſſezenſur iſt nicht aufgehoben,
Verſammlungsfreiheit iſt nicht wiederhergeſtellt worden, und doch
iſt ein völlig neuer Geiſt in Spanien eingezogen. Es wäre
ab=
wvegig, zu glauben, daß die an ſich wenig bedeutenden
Straßen=
krawalle, das Rumoren der Studenten und die Proteſte weiteſter
Kreiſe der Intelligenz den Sturz Primo de Riveras veranlaßt
hätten. Seine Diktatur hatte ſich überlebt, er hatte den
Wirk=
lichkeitsſinn verloren und beging eine Reihe von nicht mehr gut
zu machenden Fehlern. Der letzte Schritt Primo de Riveras,
ſein Bleiben von der Zuſtimmung der kommandierenden Gene=
Der Berichterſtatter wies darauf hin, daß unſere wirtſchaft= räle und Admiräle abhängig zu machen, war ein ſchwerer
Ver=
ſtoß gegen die königliche Prärogative, den Regierungschef zu
er=
nennen oder zu verabſchieden, er ſtellte gleichzeitig die Nation in
Gegenſatz zur Armee. Ein großer Teil der Armee aber, die Primo
de Rivera nach ſeinem Staatsſtreich vom 13. September 1923 zu
den Spitzen der Macht emporgehoben hatte, hatte ſich von ihm
abgewandt, und ſowohl in Andaluſien als auch in einigen
Städ=
ten des Nordens wollten ſich die Generäle gegen ihn erheben und
durch ein Pronunciamento ſeinen Rücktritt erzwingen. Die
Stunde des bisher ſo erfolgreichen Diktators hatte geſchlagen. Er
zog aus den Vorgängen die Konſequenzen und trat freiwillig
zurück, ehe es zu ſpät wurde.
Der neue Miniſterpräſident entſtammt den Reihen der ſoges
nannten „Lealiſten” (Loyaliſten) in den leitenden Militärkreiſen,
deren Ziel es iſt, ſich ſchützend vor den Thron zu ſtellen, die
Königsmacht zu ſtärken und ſie zum ausſchlaggebenden Faktor
im Königreich zu ſtempeln. Der General iſt 57 Jahre alt, ein
perſönlicher Freund des Königs und zuſammen mit dem General
Cadalcanti ein Vertreter der ariſtokratiſchen Richtung in der
Armee und Flotte. Es wäre demnach falſch, in dem neuen
ſpani=
ſchen Miniſterpräſidenten einen Volkstribun und begeiſterten
Demokraten ſehen zu wollen, aber die Umſtände zwingen ihn,
auf die Wiederherſtellung der von Primo de Rivera
aufgehobe=
nen Verfaſſung vom Jahre 1876 hinzuarbeiten. Niemand
ge=
ringeres als der Graf von Romanones, der Führer der
Libera=
len Partei und langjähriger Miniſterpräſident, hat oftmals
be=
hauptet, daß es in Spanien keine öffentliche Meinung gibt.
Geiſt=
lichkeit und das Offizierkorps ſeien die einzig organiſierte Macht,
aber es gibt mächtige Parteiführer mit großem perſönlichen
An=
hang, die Primo de Rivera unklug genug war, auszuſchalten und
zu verfolgen, es gibt niedergehaltene „Caciken”, Dorf= und
Stadt=
gewaltige, die ſeinerzeit die Wahlen machten und ihren Vorteil
daraus zogen, — ſie alle wittern jetzt Morgenluft.
Für den Augenblick gibt es in Spanien keine Parteien mehr.
Sie wurden von Primo de Rivera aufgelöſt, und ihre
Organiſa=
tionen beſtehen nicht einmal mehr auf dem Papier. Deshalb iſt
es natürlich unmöglich, plötzlich aus dem Nichts die früheren
Cortesparteien wiederaufleben zu laſſen und ſofort Wahlen
aus=
zuſchreiben. Spanien hatte im Grunde nur zwei große Parteien,
die von Canovas del Caſtillo begründete konſervative und die
liberale, deren langjähriger Führer Sagaſta war. Die
Sozial=
demokraten ſpielten in den Cortes kaum eine Rolle. Sie ſtellten
lange Zeit hindurch nur einen einzigen Abgeordneten, den auch
im Auslande bekannten Pablo Igleſias, dem ſich erſt ganz zuletzt
ein zweiter hinzugeſellte. Auch die Republikaniſche Partei war
nicht bedeutend. Zu ihr zählten und zählen einige Führer der
Intelligenz, Profeſſoren und Journaliſten, Advokaten und Aerzte,
ſowvie einige radikale Arbeitergruppen. Die Partei leitet ihren
Urſprung aus den ſiebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts
her, als Spanien nach der Vertreibung der Königin Iſabel II.
unter der Präſidentſchaft von Caſtelar und Py Margal eine
kurze Zeit Republik war. Die Konſervativen und die Liberalen
unterſcheiden ſich nicht allzuviel in ihrem politiſchen Programm,
es handelt ſich bei ihnen hauptſächlich um den Kampf um die
Staatskrippe. Trat nämlich ein liberales oder ein konſervatives
Kabinett zurück, ſo ſchieden auch die Beamten, faſt bis zum letzten
Nachtwächter, aus ihren Stellungen und wurden als „Ceſantes”
auf halben Warteſold geſetzt, bis dann wieder ihre Zeit
herauf=
dämmerte. Die Cortes ſetzten ſich aus dem Senat, in dem die
Granden Spaniens eine erblichen Sitz hatten, und aus dem
eigentlichen Abgeordnetenhauſe zuſammen.
Das Kabinett, das General Berenguer dem König
vorge=
ſtellt hat, iſt in ſeiner Zuſammenſetzung konſervativ mit einem
ariſtokratiſchen Einſchlag. Es iſt ſicherlich kein
Revolutions=
kabinett. Die Legende, als ob eine mächtig anſchwellende
Volks=
bewegung Primo de Rivera zu Fall gebracht hätte, wird Lügen
geſtraft. Die neuen Miniſter ſind größtenteils in der
Oeffentlich=
keit wenig bekannte Männer ohne adminiſtrative Erfahrung.
Der Unterrichtsminiſter, der wahrſcheinlich bald das Außenamt
übernehmen wird, iſt der Herzog von Alba, Herzog von Warwick
und Stuart, neunmal Grande von Spanien. Er iſt ein Mann
von hoher Bildung, ein Freund des Königs und einer der
reich=
ſten Grand=Seigneurs der Welt. Sein Madrider Palais enthält
ungezählte Kunſtſchätze an herrlichen Gemälden. Viel bemerkt
wird, daß der Graf de la Mortera, der Sohn des früheren
Füh=
rers der Konſervativen Maura, dem Kabinett Berenguer nicht
angehört. Man kann daraus ſchließen, daß die alten Konſerva=
Seite 2
Donnerstag, den 6. Februar 1930
Nummer 37
tiven mit der Ernennung Berenguers nicht ganz einverſtanden
ſind.
Zu den erſten Schritten der neuen Regierung gehört der
Er=
laß einer Amneſtie für die Gegner Primo de Riveras, eine
Maß=
nahme, die ſich von ſelbſt verſteht. Für den Juni ſollen dann
Corteswahlen ausgeſchrieben werden . . . „aber bis dahin wird
noch viel Waſſer den Manzanares hinabfließen, und niemand
weiß, welche Ueberraſchungen noch in Spanien bevorſtehen.
Moldenhauers Etar und
Heaesplän=
vor dem Reiatstadinen.
Am Donnerskag Beſprechungen mit den Parkeiführern.
Kommende Woche Länderfinanzminiſter=Konferenz.
* Berlin, 5. Febr. (Priv.=Tel.)
Am Mittwoch nachmittag hat das Reichskabinett einem
aus=
führlichen Vortrag des Reichsfinanzminiſters Prof.
Molden=
hauer über ſeine Finanzpläne entgegengenommen
und ihnem in den Grundzügen zugeſümmt. Dr. Moldenhauer
kann alſo jetzt daran gehen, die Vorlagen weiter auszuarbeiten.
Er wird ſie dann in der kommenden Woche mit den
Finanzminiſtern der Länder durchſprechen, um die
erforderlichen Unterlagen zu gewinnen, damit nicht allein die
Not des Reiches behoben werden kann, ſondern gleichzeitig auch
die Finanzen der Länder und der Gemeinden auf feſte Füße
ge=
ſtellt werden. Erſt nach dieſer Beſprechung wird ſich
herauskri=
ſtalliſieren, wie die Finanzpläne des Kabinetts endgültig
aus=
ſehen, ſo daß vielleicht Bayern mit ſeinem Vorſtoß wenigſtens
erreicht, daß vor der endgültigen Verabſchiedung des
Young=
planes die Grundlinien der künftigem Finanzpolitik feſtliegen
Jedenfalls iſt auch Dr. Moldenhauer bereit, nach aller Kraft
hieran mitzuarbeiten. Er hat ſogar im Reichsrat ausdrücklich
erklärt, daß er ſich gerne zu der denkbar größten Beſchleunigung
zwingen ließe, allerdings gerade im Intereſſe der
Länderfinan=
zen Bedenken gegen eine Ueberſtürzung habe.
Am Donnerstag will Dr. Moldenhauer die
Führer der Regierungsparteien empfangen und
ſich mit ihnen über ſeine Pläne unterhalten. Dabei wird es ſichk
herausſtellen, ob das Zentrum an ſeiner Forderung einer
vor=
herigen reſtloſen Klärung feſthält — was zur Sprengung der
Koalition führen könnte — oder ob es ſich damit abfindet, daß
eine mehr oder winder verwaſchene Erklärung herausdeſtilliert
wird, worin ſich die Parteien feſter an ein beſtimmtes
Finanz=
programm binden, was allerdings doch nicht hindern würde, daß
bei der Einzelberatung dann die befürchteten Seitenſprünge der
Sozialdemokraten geſchehen können.
Wie hoch das Defizit im laufenden Etat iſt und wie hoch
infolgedeſſen der neue Steuerbedarf ſich ſtellt, hangt im
weſent=
lichen davon ab, ob der Miniſter Gegenliebe mit ſeinem
Vor=
ſchlag findet, die Zuſchüſſe für die Arbeitsloſenverſicherung aus
dem Etat herauszunehmen und auf die übrigen
Verſicherungs=
anſtolten abzuwälzen. Ein beſonderes Kapitel bildet der
Etat 1930 ſelbſt, der ebenfalls bereits am
Mitt=
woch dem Reichskabinett in ſeinen Grundzügen
vorgelegem hat. Auch hier muß der Sparſtift noch ſtark
ar=
beiten, um das Gleichgewicht zwiſchen Einnahmwen und Ausgaben
herzuſtellen.
Politiſch die ſchwierigſte Frage iſt ohne Zweiſel
der Neubau des zweiten Panzerkreuzers, gegen
den die Sozialdemokraten ſich wehren. Der Reichswehrminiſter
dagegen vertritt ſeinen Standpunkt, daß abſeits von aller Politik
ein Mindeſtaß von Schlagfertigbeit bei Heer und Marine
ſicher=
geſtellt werden muß, und daß dazu auch der Neubau des
zwei=
ten Panzerkreuzers gehört. Die Verjüngung unſerer
Linien=
ſchiffe, die bereits das ehrwürdige Alter von über 20 Jahren
erreicht haben, iſt beſonders dringend und erfordert außerdem
einen längeren Zeitraum. Der Miniſter iſt aber mit Rückſicht
auf die finanziellen Schwierigkeiten bereit, ſich mit einer erſten
Nate von 100 000 RM. zu begnügen, die nur eine
Anerkennungs=
gebühr bedeutet. Dadurch würde praktiſch der Neubau des
Pan=
zerkreuzers um ein Jahr hinausgeſchoben, was wohl zu
verant=
worten wäre,
Heſſen gegen die Weinſtener.
Auf die in der Preſſe verbreitete Nachricht, daß die
bevor=
ſtehende Reichsfinanzreform u. a. die Wiedereinführung der
Reichs=Weinſteuer vorſehe, hat der heſſiſche Miniſter für Arbeit
und Wirtſchaft die heſſiſche Geſandtſchaft in Berlin erſucht, falls
dieſer Plan tatſächlich beſtehe, bei der Reichsregierung energiſche
Vorſtellungen zu erheben. Weinbau und Weinhandel könnten,
beſonders bei ihrer jetzigen Notlage, dieſe Steuer, welche
minde=
ſtens zum Teil an ihnen hängen bleibe, nicht tragen.
afMMFcich
Vom Tage.
Der neue amerikaniſche Botſchafter Sackett iſt
geſtern nachmittag in Berlin eingetroffen. Zu ſeinem Empfang
hatten ſich Vertreter des Auswärtigen Amtes und zahlreiche
Mitglie=
der der amerikaniſchen Kolonie eingefunden.
Der Strafrechtsausſchuß des Reichstages beendete am
Mittwoch die zweite Leſung des Republikſchutzgeſetzes.
Nach nunmehr faſt zwei Jahren wurden die Proteſte aus den
oberſchleſiſchen Wahlkreiſen, die gegen die Seim= und
Senatswahlen vom März 1928 eingelegt wurden, von dem Oberſten
Gericht in Warſchau abgewieſen.
Die Stodt Danzig hat beim Intern. Arbeitsamt Antrag
die Internationale
Arbeits=
um Aufnahme i
organiſation geſtellt.
Am 5. Februar 1930 wurden im Reichsarbeitsminiſtevium die
Ver=
handlungen über einen Vertrag zwiſchen dem Deutſchen
Reich und Oeſterreich über Sozialverſicherung
ab=
geſchloſſen.
In der Kaſerne des 85. Infanterieregimentes in Wilna explodierte
während eines Vortrages über Sprengſtoffe eine Granate. Die 1
Soldaten, die dem Vortrag beiwohnten, erhielten alle mehr oder minder
ſchwere Verletzungen.
Nach zwei Tage langer Debatte hat der Verſaltungsrat des
Inter=
nationalen Arbeitsamts beſchloſſen, die Frage der Arbeitszeit
am Kohlenbergbau auf d
Tagesordnung, der
nächſten Internationalen Arbeits=Konferenz am
11. Juni zu ſetzen.
Nach einer Meldung aus Madrid hat der neue ſpaniſche
Miniſterpräſident Berenguer den Schriftſteller
Unamuno, der unter Primo de Riverg ins Ausland flüchtete,
amneſtiert.
Präſident Hoover gab bekannt, daß er unverzüglich einen
Ausſchuß ernennen werde, der die Frage zu prüfen habe, wann
die amerikaniſchen Truppen und Behörden aus
Haiti zurückgezogen werden ſollen.
Der engliſche Geſandte in China hat von feiner
Re=
tierung die Anweiſung erhalten, das zwiſchen der
chineſi=
ſchen Zentralregierung und den Vertretern der Vertragsmächte in
China ausgearbeitete Abkommen über die Beſeitigung
di
des Gemiſchten Gerichtshofs in Schangbai fü
Mit dieſem
engliſche Regierung zu unterzeichnen.
Abkommen wird die Rechtſprechung in Schanghai völlig in die Hände
der chineſiſchen Regierung gelegt.
das Polen=Abkommen vom Reichsrak angenommen.
Freiherr von Gayl erklärte, das deutſchepolniſche Abkommen
ſei für die Vertreter des deutſchen Oſtens ungnnehmbar. Ueber
dieſes Abkomen ſollte daher geſondert abgeſtimmt werden.
Reichsaußenminiſter Dr. Curtius betonte, für die
Reichsregierung würde eine Ablehnung des
deutſch=polniſchen Abkommens unannehmbar
ſein.
Ein oſtpreußiſcher Antrag auf Streichung
des deutſch=polniſchen Abkommens aus dem
Ge=
ſetz wird abgelehnt, und zwar mit 37 gegen 21
Stim=
men bei acht Enthaltungen.
Gegen das deutſch=polniſche Abkommen ſtimmten Oſtpreußen,
Poſen=Weſtpreußen, Brandenburg, Ober= und Niederſchleſien,
Schleswig=Holſtein, Weſtfalen, Rheinprovinz, Bayern und
Meck=
lenburg=Schwerin. Enthalten haben ſich Württemberg,
Thürin=
gen, Bremen und Oldenburg.
Die unveränderte Liquidationsvorlage wurde mit 43 gegen
12 Stimmen bei 11 Enthaltungen angenommen.
Damit war die Tagesordnung der Reichsratsſitzung erledigt.
Zollfrieden und Handwerksnovelle vor dem
Reichs=
wirkſchaftsral.
Der Wirtſchaftspolitiſche Ausſchuß des
Vor=
läufigen Reichswirtſchaftsrates beſchäftigte ſich am
Mittwoch mit den Empfehlungen des Wirtſchaftsausſchuſſes des
Völkerbundes zur Handelspolitik. Er befürwortete einen
Zollfrieden und das indernationale Abkommen zur
Abſchaf=
fung der Ein= und Ausfuhrverbote und =beſchränkungen. Auch
ſtimmte der Ausſchuß dem Vorſchlage des Völkerbundes zum
autonomen Zolltarifſyſtem und dem Syſtem der
Verhandlungs=
tarife ſowie der Muſterforwel, für die Meiſtbegünſtgungsver
träge zu.
Ferner beſchäftigte ſich der Ausſchuß mit einer Ergän
zung zur Handwerksnovelle. Dieſe ſieht vor, daß
Ge=
werbetreibende, die beim Inkrafttreten, der Novelle zu einer
Handwerkskammer oder einer Zwangsinnung beitragspflichtig
geweſen ſind, trotz des Einſpruchs der geſetzlichen
Berufsvertre=
tung vorläufig in die Handwerksrolle eingetragen werden
kön=
nen. Der Ausſchuß ſtimmte dieſer Ergänzung zu, verlangte
je=
doch, daß die Eintragung nicht erfolgen darf, wenn ſich der
Ge=
werbetreibende ſelbſt dem Einſpruch anſchließt.
Denkſchriften zu den Young=Geſehen.
Grundlegende Unkerſchiede zwiſchen Young=Plan
und Dawes=Plan.
Die Reichsvegierung hat den Geſetzentwürfen, die durch den
Young=
plan notwendig geworden ſind, bei der Uebermittlung an die
parla=
mentariſchen Inſtanzen einige Denkſchriften beigefügt, in denen verſucht
werden ſoll, das Verſtändnis des zur Inkraftſetzung des Berichtes
ver=
einbarten Vertragswerkes zu erleichtern. Die Hauptdenkſchrift
ent=
wickelt zunächſt die grundlegenden Unterſchlede, die zwiſchen dem
Young=
plan und dem Dawesplan beſtehen. Sie verbreitet ſich nämlich
ausführ=
lich über die finanzielle Umgeſtaltung der deutſchen Reparationsſchuld,
die bisher in zweifacher Beziehung feſtgelegt war, nämlich durch den
Londoner Zahlungsplan über 132 Milliarden und durch die Annuitäten
des Dawesplans. Die Denkſchrift gibt dann einen Ueberblick über die
Ermäßigungen, die die Reparationslaſt durch den Youngplan erfährt,
und unterſtreicht beſonders die Vorteile, die in den Möglichkeiten des
Moravoriums und in der Einberufung des „beratenden
Sonderaus=
ſchuſſes” liegen, ferner in der Verbindung der Reparationsfrage mit
twaigen Kriegsſchuldennachläſſen der Gläubiger und in dem Fortfall
des komplizierten Syſtems von Verpfändungen und Kontrollen. Die
Denkſchrift erinnert daran, daß zwei Wege möglich geweſen ſeien, um
die Empfehlungen des Sachverſtändigenberichts zum Gegenſtand
inter=
nationaler Bindung zu machen. Entweder konnte der Geſamtinhalt des
Berichtes in einzelne Vertragsbeſtimmungen zerlegt, oder aber der
Be=
richt konnte als Ganzes von den Regierungen angenomwen werden. Das
Haager Abkommen habe den zweiten Weg gewählt, der vom deutſchen
Standpunkt aus entſchieden den Vorzug verdiene. Für die Klarſtellung
des rechtlichen Verhältniſſes des neuen Planes ſei der entſcheidende
Grundgedanke, daß die neue Regelung an ſich vollſtändig und
er=
chöpfend iſt, ſo daß die früheren vertraglichen Abmachungen in keiner
Weiſe zum Eingreifen und auch nicht zur Ergänzung herangezogen
werden können. Damit werden, fährt die Denkſchrift fort, nicht nur
alle Teile der Londoner Regelung von 1924, ſondern auch die bisher
ormell immer noch zu Recht beſtehende Feſtſetzung der deutſchen
Schuld=
ſumme im Londoner Ultimatum von 1921 endgültig hinfällig. Ebenſo
wird der geſamte, für die Durchführung der Reparationen im Vertrag
von Verſailles geſchaffene und in den Vereinbarungen von 1994
aus=
gebaute Mechanismus beſeitigt. Die Denkſchrift erläutert ferner die
Einzelheiten der Vereinbarungen mit den verſchiedenen Staaten, die
neben dem Youngplan abgeſchloſſen ſind, und hebt beſonders die
Bedeu=
tung der ſchiedsrichterlichen Entſcheidungen hervor, die für die
Neu=
regelung maßgebend iſt. Von beſonderem Intereſſe ſind die
Dar=
logungen der Denkſchriften über die Sanktionsbeſtimmungen. Sie
er=
geben, daß
das Sanktionsſyſtem von Verſailles und der Londoner
Vereinbarungen von 1924 beſeitigt
worden iſt. Bei Schwierigkeiten im Rahmen der Durchführung des
neuen Planes finden lediglich die Verfahrensarten dieſes Planes
(Schiedsgericht) Anwendung. Selbſt wenn von den Gläubigermächten
behauptet wird, daß der außerhalb des Rahmens des Planes liegende
äußerſte Fall, d. h. Handlungen der deutſchen Regierung, die ihren
Willen beweiſen, den neuen Plan zu zerreißen, gegeben ſeien, ſind ſie
gezwungen, zunächſt die höchſte internationale Inſtanz anzurufen.
Fer=
ner werden für den Fall einer für Deutſchland ungünſtigen
Entſchei=
dung dieſer Inſtanz keineswegs Sanktionen, d.
Strafmaßnahmen,
feſtgelegt, ſondern es wird lediglich entſprechend dem gemeinen
Völker=
recht die Wiedergewinnung der Handlungsfreiheit konſtatiert. Aus
der Begründung des Geſetzes zur
Aenderung des Reichsbahngeſetzes
iſt hervorzuheben, daß das Reich grundſätzlich berechtigt iſt, Aenderungen
am Reichsbahngeſetz und an der Geſellſchaftsſatzung vorzunehmen, die
durch eine Aenderung der Verhältniſſe gerechtfertigt erſcheinen oder
deren tatſächliche Zweckmäßigkeit ſich durch die Erfahrung ergeben habe.
Vorausſetzung iſt lediglich, daß die Aenderungen die Beſtimmungen
üiber die Reparationszahlungen und die für ſie vorgeſehenen Garantien
ſowie den unabhängigen Charakter der Geſellſchaft mit ihrer
ſelbſtän=
digen Verwaltung nicht beeinträchtigen. Durch dieſe ſogenannte
Reviſionsklauſel iſt alſo die Möglichkeit gegeben, daß der für die Dauer
von 87 Jahren niucht überſehbaren Entwicklung des geſamten
Verkehrs=
weſens auch auf dem Gebiete der Reichseiſenbahn Nechnung getragen
werden kann. Endlich iſt die Denkſchrift zu dem Entwurf eines
Ge=
ſetzes üben
das deutſch=amerikaniſche Schuldenabkommen
u erwähnen, in der es u. a. heißt: Da die Politik der Vereinigten
Staaten, die Verbindung zwiſchen den Forderungen der Vereinigter
Staaten und den Forderungen der übrigen Gläubigermächte völlig zu
löſen und ein unmittelbares deutſch=amerikaniſches Schuldverhältnis
zu begründen, ſich mit den eigenen Abſichten der deutſchen Regierung
liber die Geſtaltung der deutſch=amerikaniſchen Beziehungen auf dieſem
Gebiet deckte, habe die deutſche Regierung keine Bedenken gehabt, auf
die bezüglichen Anregungen der Vereinigten Staaten einzugehen und
ein Sonderabkommen vorzubereiten,
Richkigſtellung Tardieu’ſcher Auslegungskünſte
Der franzöſiſche Miniſterpräſident Tardieu ſoll die Behauptung
aufgeſtellt haben, daß das franzöſiſche „Sanktionsrecht” in vollem
Um=
fange durch die Haager Vereinbarungen aufrecht erhalten iſt, und daß
Frankreich nach wie vor das Recht hat, in das Rheinland
einzumar=
ſchieren. Derartige Aeußerungen müſſen in Deutſchland neue Unruhe
auslöſen, ſelbſt wenn ſie Herr Tardieu nur aus innerpolitiſchen
Grün=
den aufgeſtellt hat. Demgegenüber muß darauf hingewieſen werden,
daß das Sanktionsrecht im Haag vollkommen
gefal=
len iſt. Es beſtehen jetzt nur noch die völkerrechtlich
verankerten Repreſſalien.
* Göh mit der eiſernen Hand.
Zum 450. Geburtsjahr des Ritters Götz
von Berlichingen (19304
Von Rudolf Lindemann.
Schwer und grau hielt der Aſchermittwoch des Jahres 1505
ſeinen Einzug in die Stadt Landshut. Von den Türmen der St.
Jodoeuskirche, der Spital= und Martinskirche riefen die Glocken
zur Frühmeſſe, ihr wuchtiger Sang rüttelte an Fenſtern und
Türen und weckte die Säumigen: „Kommt . . kommt . . . tut
Buße . . . Buße!
Und aus den verſchlafenen, geduckten Häuſern, aus den
ſtatt=
lichen Gebäuden der Ratsherren und reichen Kaufleute folgten die
Bürger mit ihren Hausfrauen, mit Kindern und Geſinde dem
mahnenden Ruf, beugten in den Kirchen ihre Häupter, und die
Prieſter ſtreuten die geweihte Aſche über ſie: „Memento auia
pulwis es et in pulverem reverteris‟
In der Herberge zum roten Ochſen ſtand um dieſe Stunde
des Herbergswirtes Söhnchen Hänsli vor dem Lager des
ſchwer=
ſchlafenden Junkers Götz von Berlichingen und mühte ſich
ver=
gebens, mit ſeinem dünnen Stimnchen das grollende Schnarchen
des Schläfers zu übertönen. „Herr Junker . . . Herr Junker .. .
es iſt einer kommen aus Nürnberg mit Botſchaft an Euch!”
Allein das zarte Rufen verſchlug nichts. Der Berlichinger
lag in ſeinem Morgentraum wie ein Klotz, und ſein Schnarchen
fuhr wie der Laut einer Baumſäge auf und ab, auf und ab.
Der Hänsli wußte ſich ſchier keinen Rat mehr. Wie ſehr er
auch den Junker anrief, zwickte, ſtieß und puffte, der Schlafende
ruckte nur ein wenig, wälzte ſich zur Seite und blieb auch
für=
der tot.
Da überfiel den Knaben der Zorn. War es auch nur ein
kin=
diſcher Zorn, ſo brachte er ihm doch flink den in der Ecke
ſtehen=
den Waſſerkrug in die Hände und verlieh ihm Kraft genug, den
Inhalt ſprudelnd gegen Hals, Nacken und Rücken des
Ber=
lichingers zu ſchleudern, der augenblicks mit einem kräftigen
Fluch auffuhr, als hätte ihn eine Kartätſchenkugel getroffen.
„Teufel auch, Hänsli ..” pruſtete er und ſchüttelte die
brei=
ten Schutltern, von denen die Tropfen wie ein Regen ſtoben, „was
ſchiert dich, einen Kriegsmann mit gemeinem Waſſer unſanft
auf=
zuſtören?"
Der Bub ſtampfte trotzig mit dem Fuß auf. „Wenn’s nit
not wär’ ich hätt: Euch ſchlafen laſſen bis an den jüngſten Tag.
Aber unten in der Herberg wartet ein Bote aus Nürnbeng auf
Euch, hat einen Packen mitgebracht und ſagt, es wär: die eiſerne
Fauſt darin, die Ihr bei ſeinem Meiſter beſtellt hättet.”
Da war der Junker mit einem Satz aus dem Bett, fuhr in
die Strümpfe und Hoſen und achtete nicht einmal des naſſen
Hemdes mehr, das ihm auf dem Rücken klebte.
„Bring ihn herauf, Hänsli, und eine Kanne Wein dazu,”
rief er, „das iſt gute Botſchaft.
„Werdet Ihr dann wieder eine Hand haben?” fragte der
Knabe neugierig und ſchielte nach dem verbundenen Armſtumpf
des Junkers.
„Jawohl, eine Hand aus Eiſen, eine ſchwere Fauſt, die jeder
Feind und Pfefferſack mehr fürchten ſoll als die geſunde” polterte
der Berlichinger und drängte den Jungen zur Tür hinaus.
Es ging auf Mittag zu, als der Nürnberger Bote die Stiege
von des Junkers Kammer zur unteren Herberge wieder herabkam
und an dem wartenden Hänsli vorüberſchwankte.
Huſch, war er auch ſchon oben, der Bub, und ſteckte den blonden
Kopf durch die Türſpalte. „Darf ich die Hand nit einmal
an=
ſchauen, Herr Junker?” fragte er, und als der Berlichinger ihm
winkte, ſtand er auch ſchon mit drei Sprüngen neben ihm.
„Da iſt ſie .. . ſchau her! Eine feine Fauſt, eine gewichtige
Fauſt, wenn ich mit der geſunden Hand die Finger
zuſammen=
biege. Wird manchen Schädel zu Brei ſchlagen, ſo hoff’ ich!”
Der Berlichinger lachte dröhnend und hieb die Fauſt auf die
Fenſterbank, daß das Holz ſplitterte.
Hänslis Augen funkelten vor Erregung. Das war etwas,
das hatte nicht ein jeder!
„Iſt beſſer faſt als die geſunde, nit?” fragte er eifrig.
„Beſſer nit, aber ein guter Behelf, und will’s Gott, ſo werde
ich mit ihr im Felde ſoviel ausrichten wie ein geſunder Menſch.”
Die kleinen Finger des Knaben glitten über das kalte Eiſen
und probierten den Mechanismus der beweglichen Gelenke. In
ſeinen Augen brannte eine Bitte, die ſich jedoch nicht
hervor=
wagte. Aber der Berlichinger ſchien ſie zu ahnen, war ja ſelbſt
einmal ein Bub geweſen, der jedem Ding aus Eiſen nachgeſpürt
und nicht eher geruht hatte, bis er es ſelbſt in den Händen hielt
„Willſt ſie einmal aufziehen, die Hand?” fragte er freundlich und
war ſchon dabei, die Haltegurten zu löſen.
Bebend vor Erregung ſtreckte ihm Hänsli den Arm entgegen.
Steif ſtand er, mit zuſammengepreßten Lippen und verhaltenem
Atem, als ſich nun das eiſerne Ding weit bis über den
Ellen=
bogen hinaus über ſeine Hand ſchob. Die ſenkte ſich von dem
Gewicht bedrückt raſch hinab, und über die Lippen des Knaben
fuhr ein kleiner Schreckensruf.
„Schwer . . . wie?” lachte der Junker,
„Ich halt’s ſchon noch aus”, ſagte der Junge keck, aber der
Arm zitterte ihm doch gewaltig, und heimlich war er froh, als
ihm der Berlichinger die Hand wieder abnahm.
„Was werdet Ihr nun tun, Herr Junder? Ihr ſeid doch
ſetzt geſund und habt lang genug in unſerer Stadt krank
ge=
legen?” fragte er.
„Nun die Hand ankommen iſt, hält’s mich auch nit länger
hier. Morgen in der Früh will ich heimreiten gen Jagſthaufen
und im nächſten Strauß die Fauſt probieren, Hänsli.”
Doch der Junge hatte noch etwas auf dem Herzen.
„Ihr habt mir doch etwas verſprochen, Herr Junker
Der Berlichinger wußte nichts mehr davon. „Was war’s
denn, Hänsli?”
Zutraulich kam der Bub näher. „Als Ihr am Sonntag nach
St. Jakobstag, — Ihr wißt, das war der Tag, da Ihr im Heer
Eures Herrn Markgrafen von Brandenburg vor unſerer Stadt
lagt und verwundet wurdet, — ſpät am Abend von einem alten
Landsknecht in unſere Herbenge gebracht wurdet, da ſagte mir
der Vater, daß Ihr durch eine Feldſchlangenkugel der Unſrigen
die Hand verloren hättet. Monatelang lagt Ihr dann in
Schmer=
zen und das Wundfieber riß Euch hin und her, daß wir dachten,
Ihr machtet es nicht mehr lang. Als es Euch aber beſſer ging
und ich Euch eines Tages beſuchen durfte, gabt Ihr mir das
Verſprechen, ehe Ihr von hier fortginget, mir zu erzählen, wie
es war, als Euch die Hand abgeriſſen wurde. Wißt Ihr’s nit
mehr?”
Der Berlichinger erinnerte ſich nun und war ſofort bereit,
ſein Verſprechen einzulöſen.
„Ja .., ſetz’ dich her, Hänsli”, ſagte er und drückte den
Knaben auf einen Schemel. Und nun erzählte er, wie er und die
Seinen vor Landshut ſcharmützelten und wie die von Landshut
und Nürnberg ihm ſo nah gekommen ſeien, daß ihn die Luſt
ge=
packt hätte, ſeinen Spieß mit einem von ihnen zu zerbrechen. Wie
er noch ausgeſchaut habe, um ſeinen Vorteil zu erſehen, wäre
plötzlich ein Geſchütz drüben losgegangen und eine Feldſchlange
hätte ihm den Schwertknopf entzweigeſchoſſen, daß die Hälfte
davon in den Arm fuhr und drei Armſchienen zerbrach.
„Das war ein gewaltiger Stoß, Hänsli, und es wundert mich
heut noch, daß er mich nicht vom Pferd gezogen hat. Auch dachte
ich, daß mir der Arm davon hinten und vorn zerſchmettert ſein
müſſe, wie ich es mir aber anſchaue, ſah ich, daß es nur die
Hand war, die noch an einem Stück Haut hing. Da tat ich
eben, als wäre nichts darum, wandte den Gaul allgemach um
und kam ungefangen von den Feinden fort zu meinem Haufen.
Unterwegs nun lief mir ein alter Landsknecht in den Weg, den
bat ich zu bleiben und mir beizuſtehen. Der war es auch, des
Nummer 37
Donnerstag, den 6. Februar 1930
Seite 3
Der Kampf um die Saar.
Noch keine Einigung zwiſchen Angebok und Forderung. — Schleppender Gang der Verhandlungen.
Die Zranzoſen drücken mit ihrer Forderung auf gemiſchk=wirkſchaftlichen Bekrieb für die Saargruben
nicht durch. — Auskauſch von Memoranden zwiſchen Berlin und Paris.
* Berlin, 5. Febr. (Priv.=Tel.)
Mit einiger Ueberraſchung hat man an Berliner amtlichen
Stellen davon Kenntnis genommen, daß der Führer der
franzöſiſchen Saardelegation, Pernot, der
franzöſiſchen Preſſe gegenüber von der
Mög=
lichkeit eines Scheiterns der
Saarverhand=
lungen geſprochen hat, wohl zu dem Zwecke, um heute
bereits die Schuld Deutſchland zuſchieben zu können. Das ſcheint
doch eine Zweckmeldung zu ſein. Bisher wenigſtens haben die
deutſchen Unterhändler den Eindruck gewonnen, als ob die
Fran=
zoſen ernſtlich den Wunſch zu einer Einigung hätten, wenn auch
natürlich zwiſchen Angebot und Forderung noch
ein himmelweiter Unterſchied beſteht. Immerhin
macht es den Eindruck, als ob die Franzoſen durch die
Kund=
gebung des Preußiſchen Landtages und der preußiſchen
Regie=
rung auf Herausgabe der Staatsgruben ſich davon überzeugt
hätten, daß mit ihrem Verlangen einer gemiſchtwirtſchaftlichen
Geſellſchaft für die Saargruben nichts anzufangen ſei, und daß
ſie deshalb bereit wären, ſich hier auf ein Kompromiß
einzu=
laſſen, das wenigſtens eine Beteiligung Frankreichs an den früher
nicht ſtaatlichen Gruben des Saargebiets ins Auge faßt. Aber
ſie ſuchen vorläufig noch eine Rückzugslinie.
Auf unſer Memorandum, das ſie ſchon ſeit einigen Wochen
in Händen haben, haben ſie am vergangenen Donnerstag der
deutſchen Delegation Material überreicht, das jetzt von uns
ge=
prüft wird. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß dieſe Prüfung einige
Zeit in Anſpruch nehmen wird und die Verhandlungen ſolange
wieder ſchleppen. Die deutſche Regierung hat ſich aber auch von
vornherein darauf eingeſtellt, daß es Monate dauern kann, bis
ein Ergebnis erzielt wird. Wenn ſich die Franzoſen aber jetzt
auf den Standpunkt zurückziehen, daß Deutſchland der bittende
Teil ſei, dann wird der tote Punkt bald erreicht ſein. Auf dieſem
Boden können wir nicht verhandeln. Schließlich können wir zur
Not warten bis 1935, dann haben wir alle Trümpfe
in der Hand. Briand ſelbſt hat in einer offenherzigen
Stunde ſchon erklärt, daß Frankreich es auf die
Abſtimuung nicht ankommen laſſen würde, um
einer Weltblamage zu entgehen. Frankreich hat
alſo ein Intereſſe daran, die Abſtimmung zu vermeiden und
muß dafür Zugeſtändniſſe machen. Jedenfalls wird man nie zu
Rande kommen, wenn nicht auch in Paris ſich die Erkenntnis
durchſetzt, daß eine baldige Verſtändigung im
bei=
derſeitigen Intereſſe liegt.
Frankreichs Reichlum: 42,83 Milliarden Franken
Goldbeſtand.
EP. Paris, 5. Februar,
Vor der Finanzkommiſſion der franzöſiſchen Kammer hat am
Mitt=
ſpoch Finanzminiſter Chéron einen umfaſſenden Ueberblick über die
Finanzlage Frankreichs gegeben. Das Budget für 1930 ſei mit 49,6
Milliavden Einnahmen und 49,3 Milliarden Ausgaben im Gleichgewicht.
Das Schatzamt verfüge gegenwärtig über 18 Milliarden Franken
aus=
ſchließlich ſeiner 1,5 Milliarden überſchreitenden Guthaben bei, den
Kolonialbanken. Daraus ſeien in nächſter Zeit für verſchiedene Zwecke
Zahlungen in Höhe von 17 Milliarden Franken zu leiſten, darunter
522 Millionen Franken für einen Betriebsfonds und 408 Millionen
Franken als Depot bei der J.3.B.
Zur Währungspolitik bemerkte der Finanzminiſter, die
Noten=
deckung, die nach dem Geſetz 35 vom Hundert betragen müſſe, ſtelle ſich
in Gold auf 48,8 vom Hundert, und unter Berückſichtigung der im Beſitz
der Bank von Frankreich befindlichen goldwertigen Deviſen ſogar auf
80 vom Hundert. Die Bank von Frankreich beſitze gegenwärtig 42,83
Milliarden Franken Gold, habe alſo den ſtärkſten Goldbeſtand der Welt
nach den Vereinigten Staaten. Man dürfe aber trotz dem Goldzufluß
den Notenumlauf nicht ins Unbegrenzte vermehren. Die Senkung
des Zinsſatzes auf 3 Prozent werde den inneren Handel fördern und
den Zuſtvom ausländiſcher Kapitalien einſchränken. Die innere Schuld
Frankreichs habe ſich in den letzten vier Jahren von 290 auf 267
Mil=
liarden Franken vermindert, wobei die ſchwebende Schuld von 93,5 auf
38,8 Milliarden und die kurzfriſtige Schuld von 41,7 auf 22,2
Milliar=
den Franken zurückgeführt worden ſei.
Bei der äußeren Schuld wies Chéron beſonders darauf hin, daß
die zwiſchen 2,4 und 4,8 Milliarden Franken ſchwankenden Annuitäten,
die Frankreich an England und die Vereinigten Staaten nach dem
Schuldenabkommen zu bezahlen habe, aus dem Youmgplan gedeckt
wür=
den. Darüber hinaus erhalte Frankreich noch aus dem Plan jährlich
etwa 2,5 Milliarden Franken auf die Dauer von 37 Jahren. Er hoffe,
daß die J.3.B. nach baldiger Natifizierung des Youngplanes im April
gegründet werde und daß ſie im Mai die erſte Mobiliſierungsanleihe
von 300 Millionen Dollar ausgeben könne, deren Erfolg als geſichert
betrachtet werden dürfe. Die J.3.B. werde über den Zeitpunkt für die
ſpäteren Emiſſionen entſcheiden, aus denen Frankreich insgeſamt 40 bis
50 Milliarden Franken erhalten könne. Dieſe Beträge müßten zur
Schuldentilgung Verwendung finden.
Der Finanzminiſter ſchloß mit der Aufforderung an die Kammer,
die unter ſo günſtigen Umſtänden begonnene finanzielle Reſtauration,
durch die die Laſten der franzöſiſchen Steuerzahler ſchon jetzt jährlich
um 3 Milliarden Franken erleichtert worden ſeien, fortzuſetzen.
Oeſterreichiſch=ikalieniſche Wieder=
Schobers Dank für geleiſteke Hilfe im Haag.
Abſchluß eines Freundſchaftsverkrages.
Rom, 5. Februar.
Muſſolini empfing Dienstag nachmittag den öſterreichiſchen
Bundeskanzler Schober und hatte eine 1½ſtündige Unterredung
mit ihm. Der Bundeskanzler ſprach der
italieni=
ſchen Regierung herzlichſten Dank für die von
ihr Oeſterreich auf der Haager Konferenz ge
währte Unterſtützung aus und überreichte Muſſolini den
Großkordon mit goldenem Stern des Ehrenzeichens für Verdienſte
um die Republik Oeſterreich. Im Verlaufe der Beſprechung wurde
beſchloſſen die Unterzeichnung des italieniſch=
öſter=
reichiſchen Freundſchafts= und Schiedsvertrages
am Donnerstag vorzunehmen.
Das Programm der Ehrungen beginnt am Donnerstag mit
einem Frühſtück, das Finanzminiſter Mosconi zu Ehren Schobers
gibt, während am Abend der Regierungschef im Hotel „Exzelſior”
ein Diner bietet. Am Mittwoch nachmittag hatte Schober an
der Seite Muſſolinis an dem Trauerzug für den
verſtorbenen Miniſter Bianchi teilgenommen. Am
Freitag wird das Miniſterium des Aeußeren zu Ehren der Gäſte
ein Frühſtück geben, während am Nachmittag der Gouverneur von
Rom auf dem Kapitol einen Empfang zu Ehren des
Bundes=
kanzlers veranſtaltet. Am Abend folgt ein Bankett in der
öſter=
reichiſchen Geſandtſchaft. Der Klub der ausländiſchen Preſſe wird
dem Kanzler ebenfalls einen Empfang geben.
Der offizielle
Beſuch bei der italieniſchen Regierung hört am Freitag abend auf.
Am Samstag morgen wird Schober vom Papſt empfangen und
mittags findet in der öſterreichiſchen Geſandtſchaft beim Heiligen
Stuhl ein Frühſtück ſtatt, an dem der Kardinalſtaatsſekretär und
Kardinal Frühwirth teilnehmen.
Die Kommifion zur Regelung der Oſt=Reparakionen
nimmt ihre Täkigkeit auf.
EP. Paris, 5. Februar.
Die auf der Haager Konferenz eingeſetzte Kommiſſion zur
Regelung der Oſtreparationen iſt heute mittag im
Außenmini=
ſterium zu ihrer erſten Sitzung zuſammengetreten, die etwa
20 Minuten dauerte. Arbeitsminiſter Loucheur führte den Vorſitz
und begrüßte die Delegierten der einzelnen Länder, England,
Italien, Japan, Belgien, Tſchechoſlowakei, Südſlawien,
Ru=
mänien und Ungarn. Er verlas die Präambel zum Haager
Ab=
kommen und wies darauf hin, daß die Verhandlungsteilnehmer
dadurch gebunden ſeien. Er ſchlug vor, nacheinander die vier
Teile des Abkommens durchzuberaten. Die Kommiſſion nahm
dieſen Vorſchlag einſtimmig an. Die erſte Arbeitsſitzung der
Kommiſſion wird bereits heute nachmittag im Gebäude der
Repko ſtattfinden. Am Schluß der heutigen erſten Sitzung des
Oſtreparationsausſchuſſes erklärte Loucheur, die Verhandlungen
würden von ziemlich kurzer Dauer ſein, denn es handle ſich nur
um die Fertigſtellung eines bereits im Haag abgeſchloſſenen
Ab=
kommens. Die heutige Sitzung dauerte nur 20 Minuten.
43
Die Flokkenkonferenz.
Engliſch=amerikaniſche Verſtändigung über die
Schlachtſchiffe.
EP. London, 5. Februar.
Als wichtiger Fortſchritt in den Verhandlungen auf der
Lon=
doner Seeabrüſtungskonferenz ſoll, obwohl ſich die Delegierten
wie gewöhnlich auch hierüber in tiefſtes Stillſchweigen hüllen,
ein Uebereinkommen zwiſchen Amerika und
England in der Frage des Neubaues von
Schlachtſchiffen erzielt worden fein. Die engliſchen und
amerikaniſchen Delegierten ſollen darin übereingekommen ſein,
während der Zeit von 1930 bis 1936 keine neuen
Schlachtſchiffe für unmodern gewordene Schiffe
zu bauen und die Lebensdauer der im Dienſt
be=
findlichen Schlachtſchiffe von 20 auf 25 Jahre
zu verlängern. Das engliſch=amerikaniſche
Uebereinkom=
men ſoll bereits der japaniſchen Delgation zur Prüfung
unter=
breitet worden ſein, und es verlautet, daß ein entſprechendes
internationales Abkommen nur dann abgeſchloſſen werden würde,
wenn die Japaner ſich mit dem engliſch=amerikaniſchen Vorſchlag
einverſtanden erklären.
Obwohl heute in Konferenzkreiſen betont wurde, daß die
franzöſiſche Delegation die Feſtſetzung der Globaltonnage und
die Verteilung dieſer Tonnage auf die einzelnen Kategorien jeder
einzelnen Nation ſelbſt überlaſſen möchte, wurde entſchieden in
Abrede geſtellt, daß der engliſch=franzöſiſche Gegenſatz in dieſer
Frage zu einer Kriſe auf der Konferenz geführt habe.
Am heutigen Tage haben, eine Reihe vorbereitender
Be=
ſprechungen zwiſchen den Delegierten für die heutige Konferenz
der fünf Hauptdelegierten im St.=James=Palaſt ſtattgefunden.
Macdonald hat u. a. auch heute im Unterhaus die Vertreter der
Dominions empfangen.
Inangriffnahme auch der Landabrüſtung.
Miniſterpräſident Macdonald gab in der heutigen
Unterhaus=
ſitzung in Beantwortung einer Interpellation die wichtige
Er=
klärung ab, daß die Frage der internationalen Abrüſtung mit
Einſchluß der Landſtreitkräfte kurz vor Abſchluß der Londoner
See=Abrüſtungskonferenz angeſchnitten und erörtert werden
würde. Nach Beendigung der Flottenkonferenz würde die ganze
Frage der allgemeinen Abrüſtung vom Völkerbund aufgegriffen
und behandelt werden.
Von konſervativer Seite waren heute an den Erſten Lord
der Admiralität, Alexander, mehrere Anfragen über die Aufnahme
oder die Einſtellung des Baues von vier Kreuzern, vier
Zer=
ſtörern und drei Unterſeebooten, die von der Regierung kürzlich
bekanntgegeben worden war, gerichtet worden. Alexander
er=
klärte, daß die Regierung ſich im Verfolg ihrer bekannten Politik
und nach gründlichſter Prüfung der engliſchen Flottenbedürfniſſe
zu dieſer Maßnahme entſchloſſen hätte.
Das Mitglied der
Arbeiterpartei, Wilkinſon, brachte im weiteren Verlauf der
Sitzung einen Antrag ein, in dem die Regierung angeſichts der
ernſten Lage auf dem Arbeitsmarkte aufgefordert wird, alle zur
Verfügung ſtehenden Mittel zu benützen, um den engliſch=
ruſſi=
ſchen Handelsverkehr zu beleben.
Im Oberhauſe wurde nach kurzer Debatte der geſtern
vom Unterhauſe angenommene Zuſatzantrag zu der
Zeit=
klauſel des Erwerbsloſen=Verſicherungs=
Ge=
ſetzes, über die es zu einem Konflikt zwiſchen
Ober=
haus und Unterhaus gekommen war, ohne Abſtimmung
angenommen.
Die polniſche Agrarreform.
*Berlin, 5. Februar. (Priv.=Tel.)
Die polniſche Regierung hat, wie ſeither, ſchon auch für das
kommende Frühjahr wieder eine Parzellierungsliſte für die
Agrarreform aufgeſtellt. Daraus iſt gefolgert worden, daß neue
Enteignungen Deutſcher in Polen vorgeſehen ſeien, unter
Um=
gehung der beſtehenden Vereinbarungen. An Berliner amtlichen
Stellen wird dieſe Auslegung zurückgewieſen. Es wird darauf
aufmerkſam gemacht, daß ſeit Beſtehen des Agrarreformgeſetzes
30 000 Hektar deutſchen Bodens dieſer Reform unterworfen
wor=
den ſind. Tatſächlich ſind aber von dieſem Beſitz nur 2600
Hek=
tar parzelliert worden. Die Parzellierung bewirkt aber keine
Vertreibung von deutſchen Beſitzern. Dieſe können vielmehr an
Ort und Stelle wohnen. Für Siedlungszwecke wird lediglich
ein gewiſſer Teil der Beſitzung abgezweigt. Die Reichsregierung
beobachtet natürlich aufmerkſam dieſe Parzellierungen, damit
nicht etwa gegen einzelne Deutſche Uebergriffe erfolgen.
mir einen Arzt holte und mich nach Landshut brachte. Siehſt
du wohl, Hänsli, ſo kann’s einem gehen in Krieg und Fehde,
aber ſchlimmer als das war der Gedanke, fortan ein Krüppel
zu ſein, und oft bat ich Gott in meiner langen Krankheit, daß
er mich dahinfahren laſſen, nun ich zum Kriegsmann nicht mehr
taugen ſollte. Allein der Herr hat ſich meiner erbarmt und gab
mir die Erinnerung an einen tapferen Kriegsknecht, der Köchle
heißen hat und der auch nicht mehr denn eine Hand beſeſſen und
dennoch gegen den Feind im Feld ebenſoviel ausgerichtet haben
ſollte wie ein anderer. Daran tröſtete ich mich, und als ich geſünder
ward und mit Bitten zu Gott nicht nachließ, kam mir auch der
Gedanke, daß ich mir wohl eine eiſerne Hand als Behelf
an=
fertigen laſſen könnte. Ich tat’s, und nun, Hänsli, mag mir der
allmächtige und ewige Gott ſeine Hilfe und Gnade verleihen in
Krieg, Fehden und Händeln, denn wenn ich auch zwölf Hände
hätte und der Herrgott wollte mir nicht wohl, ſo wäre doch alles
umſonſt. — So Bub, und nun geh’ hinunter zum Vater und ſag,
daß er dem Berlichinger das Eſſen richte, er habe einen
gewal=
tigen Hunger.”
* Moderner Komponiſten-Abend.
Er fand nicht im Theater ſtatt und nicht im Saalbau; nein,
ganz beſcheiden im Saale der Städtiſchen Akademie; aber
Be=
deutung kommt dieſem Abend zu, mehr, wie mancher
Veran=
ſtältung in glänzenderem Rahmen. Die Vortragsfolge galt dem
Schaffen zweier Darmſtädter Komponiſten, deren Namen ſchon
beſten Klang haben. Beide voll von Muſik, beide große Könner
und ehrlich in ihrem Wollen und jeder kraft ſeiner Beſtimmung
ſeinen eigenen Weg gehend; beider Weg aber führt zur Höhe
und zum Ruhm.
Peterſen, der Aeltere, Gereifte, Eigenwillige, ſcharf
Profilierte, hat ſich und ſeinen Stil ſchon gefunden; dieſe Töne
eines Starken, Klugen, in geiſtigen Regionen ſich wohl
Fühlen=
den, haben etwas zwingend Perſönliches an ſich; er ſchreibt
„geiſtig” und niemand kann die abgeklärte Weisheit Goetheſcher
Worte, wie ſie in den „Chineſiſch=Deutſchen Jahres= und
Tages=
zeiten” lebendig iſt, überzeugender zum Klingen bringen, wie
Peterſen; das iſt keine Kunſt für die große Menge (ſo wenig,
Sie die Worte), aber es iſt dieſer Muſik ſchönſtes Verdienſt, daß,
obwohl ſie ſich bewußt zur Dienerin des Textes macht, ſtets
Muſik bleibt, daß in ihr ein Harmonienreichtum üppigſter
Schönheit emporblüht, und Melodien von ſtillem, keuſchem Reiz
on wundervoll viſionärer Wirkung iſt insbeſondere das
Dämmrung ſenkte ſich von oben” und das „Nun weiß man erſt,
Sas Roſenknoſpe ſei” iſt ſelbſt eine Roſenknoſpe geworden, eine
Blüte von Duft und Farbenreiz.
Der Bedeutung dieſes groß angelegten und groß
durch=
geführten Liederzyklus ſteht ein anderer geſtern geſungener
Zyklus (die einzelnen Lieder ſtehen aber nicht in innerem
Zu=
ſammenhang) in nichts nach, obwohl er ganz anders geartet iſt
Dieſe Lieder ſind viel weniger „der Welt abhanden gekommen
ſie ſtammen aus der Welt der Romantik (des Knaben
Wunder=
horn) und wiſſen ergreifend zu ſingen und klagen vom
Mägd=
lein, das ihr Lieb verloren, vom Knaben, der ein Mägdlein lieb
hatte und mit ihm heimlich vom Hauſe lief und — beide ſind
ver=
dorben, geſtorben; ein überaus zartes Gebild iſt das „
Rauten=
ſträuchelein” geworden; ein anderes Lied „Ikarus” trifft den
Volkston (etwa im Sinne Mahlers) prachtvoll und ſteigert ſich
zum Schluß zu mächtigem Trotz, und die „Nachtmuſikanten”, die
rein äußerlich die größte Wirkung machen, ſind erfüllt von
köſt=
lichem Humor, ſind meiſterlich geſtaltet und im Klavier genial
untermalt.
Der Abend bewies wieder, was manche ſchon längſt wiſſen,
daß Peterſen ein ganz Eigener iſt, und ein Großer. Seine
„Meſſe”, die noch in dieſem Jahre durch den Muſikverein
auf=
geführt wird, wird ihn auf der Höhe des Schaffens und als
Meiſter zeigen.
Altmeiſter Arnold Mendelsſohn, Wilhelm Peterſen und Hans
Simon — ich meine, unſer armes Darmſtadt iſt in mancher
Be=
ziehung doch reich.
Benno Rütkenauer im Münchener Rakhaus.
Die Feier des 75. Geburtstages des Dichters Benno Rüttenauer
vereinigte in der großen Ratstrinkſtube des Rathauſes das geſamte
künſtleriſche München. Die Stadt war vertreten durch beide
Ober=
bürgermeiſter, die Regierung durch Kultusminiſter Goldenberger, die
Münchener und auswärtige Preſſe hatte hervorragende Vertreter
ent=
ſandt. Unter den Ehrengäſten ſah man Thomas Mann und Wilhelm
Schäfer, Peter Dörfler und Wilhelm Weigand, Hans Heinrich Ehrler
und Joſef Magnus Wehner, Max Halbe und Nikolaus Schwarzkopf.
Auch der Verlag Georg Müller war durch ſeine Vorſtandsmitglieder
vertreten. Wilhelm Schäfer begrüßte den Jubilar mit einer
außer=
ordentlich herzlichen und eindrucksvollen Rede. Generaldirektor Bott
begrüßte im Namen des Verlags und Oberbürgermeiſter Dr. h. c.
Schar=
nagl im Namen der Stadt die Gäſte. „Benno Rüttenauer, in
erſtaun=
licher körperlicher und geiſtiger Friſche, dankte ſichtlich ergriffen in
einer herzlich=humorvollen Rede. Die ſehr angeregte Feſtverſammlung
blieb bis über Mitternacht zuſammen.
Zwiſchen Peterſens Liedern ſtand das Violinkonzert von
Hans Simon; das Werk eines 23=Jährigen, wie wir hören;
ein Werk, das überquillt von warmempfundener, aus dem
Her=
zen ſtrömender Muſik: ein Werk, das ſchon mehr iſt als nur eine
Talentprobe; da iſt alles ſo ungeſucht und ungekünſtelt aus
pral=
len plaſtiſchen Einfällen geſtaltet, da blüht ein „Lento” von
er=
greifend ſchöner Melodie und voll romantiſchen Zaubers, und da iſt
ein „Allegro” ſprühend von Leben und Energie, daß wir
hoffent=
lich dies wertvolle, dem Soliſten dankbare Aufgabe bietende Werk
bald mit Orcheſterbegleitung, die zu vollſter Wirkung bei der
ſymphoniſchen Haltung des Konzertes unbedingt nötig iſt, zu
hören bekommen; auch Hans Simon wird dieſes Jahr ſeinen
Meiſterſchlag empfangen; von ihm wird, wie wir hören, eine
Oper zur Aufführung im Landestheater kommen; ein Werk,
dem alle, die es kennen, mit größter Erwartung entgegenſehen.
Die Wiedergabe der Lieder durch Frl. Grete Nies, die das
Gefühl für den Stil dieſer Geſänge in ſeltener Weiſe beſitzt, und
die ihren klangvollen Alt zu einem mühelos gehorchenden
In=
ſtrument herangebildet hat, verdient höchſtes Lob, und ebenſo
verdienſtvoll wirkte der ſtets zuverläſſige, urmuſikaliſche
Konzert=
meiſter Schnurrbuſch, der die nicht geringen Schwierigkeiten
des Violinkonzertes reſtlos meiſterte.
Der Abend gereicht auch den Veranſtaltern, dem
Reichs=
verband Deutſcher Tonkünſtler und Muſiklehrer, Ortsgruppe
Darmſtadt, zum Ruhme.
Der Verlag Georg Müller=München hat zum 75. Geburtstag des
Dichters einen neuen Novellenband in vorzüglicher Ausſtattung
heraus=
gebracht: „Frau Saga” Hiſtorien und Legenden. Das Buch iſt
„dem Freunde Wilhelm Schäfer” zugeeignet und enthält 12
ausgezeich=
nete Sagen=Erzählungen des Dichterjubilars.
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Polarforſcher Charcot in die Pariſer
Akademie für Medizin gewählt. Die Pariſer
Aka=
demie für Medizin hat die Erſatzwahl für ein verſtorbenes
Mit=
glied vorgenommen. Kandidaten waren Baron Henry de
Roth=
ſchild und der Polarforſcher Charcot, der mit 50 Stimmen
ge=
wählt wurde. Auf Baron Henry de Rothſchild waren 46
Stim=
men entfallen.
Neue Möglichkeiten im Skilauf. (Preis: geheftet 6.00 RM., gebunden
7.50 RM.)
Die 6. neubearbeitete Auflage der „Neuen Möglichkeiten im
Ski=
lauf” iſt ſoeben im Verlag Dieck u. Co., Stuttgart, erſchienen.
Dr. Reuel hat in gründlicher Arbeit Kapitel um Kapitel überholt
und durch Erweiterungen und Zuſammenfaſſungen, durch neue Bilder
und Zeichnungen ſelbſt ſchwer darzuſtellende Bewegungslehren in eine
verſtändliche Foym gebracht. Die ſorgfältige buchtechniſche
Ausſtat=
tung ſtellen wir gern feſt. Wir können das Buch auch dem Anſängen
empfehlen.
Seite 4
Schulgelderhöhung und Volksſchullaſten der Gemeinden.
Im Sofort=Programm der heſſiſchen Regierung iſt vorgeſehen,
daß die Gemeinden für jede Volksſchullehrerſtelle einen Beitrag
von 200 RM. leiſten ſollen. Gleichzeitig hatte der Kultusminiſter
erklärt, daß den Gemeinden mit höheren Schulen aus der
Schul=
gelderhöhung ein Ausgleich erwachſe. In der Preſſe iſt gegen die
geplante Belaſtung der Gemeinden durch den Volksſchul=
Laſten=
beitrag zum Teil ſcharf Stellung genommen worden. Wir haben
uns daher die Zahlen über den Beſuch der höheren Schulen und
die Auswirkung der Schulgelderhöhung verſchafft. Zu
unterſchei=
den ſind die Auswirkungen der Schulgelderhöhung im vergangenen
Jahr und die ab 1. April d. J. zu erwartende Mehreinnahme
hier=
aus angeſichts der bevorſtehenden Erhöhung der Schülerzahl. In
dieſem Jahre tritt zum erſten Male an den höheren Schulen der
verſtarkte Schülerzugang in die Erſcheinung.
In der ausgeſprochenen Schulſtadt Darmſtadt betragen die
Ausgaben für Volksſchulbeiträge 40 000 RM., die
Schulgeld=
erhöhung bringt ein Mehr von 64 000 und aus dem verſtärkten
Schülerzugang weitere 8000, zuſammen 72 000 RM. Es verbleibt
hier alſo eine Mehreinnahme von 32 000 RM. Auch für Gießen
iſt das Verhältnis noch ſehr günſtig. Bei 14 000 RM. Ausgaben
betragen die Mehreinnahmen 26 000 + 4000 — 30 000 RM., alſo
ein Plus von 16 000 RM. Bei Worms betragen die
entſpre=
chenden Ziffern: Ausgabeſteigerung 24 000 RM.,
Einnahmeſteige=
rung 24 000 + 3000 — 27 000 RM., alſo Plus 3000 RM.: für
Michelſtadt: Ausgabeſteigerung 2200 RM.,
Einnahmeſteige=
rung 2300 + 50
2800 RM., alſo Plus 600 RM. Bei Mainz
hatte die Kritik zum Teil eine Mehrbelaſtung von insgeſamt über
100 000 RM. herausgerechnet. Die entſprechenden Ziffern ſind
Ausgabeſteigerung 50 000 RM., Einnahmeſteigerung 39 000 + 4000
43 000 RM., alſo Minus 7000 RM. Bei Offenbach betragen
die Ziffern: Ausgabeſteigerung 42 000 RM., Einnahmeſteigerung
33 000 + 4000 — 37 000 RM., alſo Minus 5000 RM. Bei der
Ausgabenſteigerung iſt bereits ein gewiſſer Wahrſcheinlichkeitsſatz
für Stelleneinſparungen berückſichtigt.
Donnerstag, den 6. Februar 1930
Sundrsausſchaß dee B.sig. Heiſens.
Vom Generalſekretariat der Deutſchen Volkspartei wird uns
ge=
ſchrieben: Am vergangenen Sonntag trat in Frankfurt a. M. der
Landesausſchuß der Deutſchen Volkspartei Heſſens
zu einer aus allen Teilen Heſſens ſehr ſtark beſuchten Verſammlung
zu=
ſammen, um zu den aktuellen Fragen der Reichspolitik und der heſſiſchen
Angelegenheiten Stellung zu nehmen.
Wenn man den Berichſten einiger Zeitungen, vornehmlich den
preu=
ßiſchen, glauben ſoll, hat dieſe Sitzung unter dem Eindruck einer
ſpon=
anen Kundgebung der heſſiſchen Volksparteiler für den Anſchluß
Heſſens an Preußen geſtanden. Dieſe Auffaſſung entſpricht
nicht den Tatſachen; wohl war es ſo, daß ein Vertreter
Rheinheſ=
ens als einziges Mittel für eine durchgreifende Geſundung Heſſens
das Aufgehen in Preußen empfahl und dabei die nachdrücklichſte
Unter=
ſtützung der Mehrheit der oberheſſiſchen Vertreter fand. Mit
gleicher Entſchiedenheit aber traten eine Reihe Starkenburger Vertreter
egen derartige Auffaſſungen auf, ſo daß nicht im geringſten der
Eindruck entſtehen konnte, als ob der Landesausſchuß als ſolcher
ine einheitliche Stellung zu dieſer Frage eingenommen hätte. Die
Dis=
kuſſion darüber nahm in den fünfſtündigen Verhandlungen vielleicht
eine Viertelſtunde in Anſpruch und wurde dadurch erledigt, daß der
Vorſitzende darauf hinwies, daß die Erörterung über Einheitsſtaat uſw.
über den Rahmen der Tagesordnung hinausginge. Richtig iſt, daß
der Landesausſchuß den Beſchluß faßte, in Bälde in einer beſonderen
Sitzung mit dem Problem der Reichsreform ſich zu befaſſen, und daß
erſt dieſe Sitzung dazu berufen ſein wird, die Stellung der heſſiſchen
Volksparteiler zur Reichsreform, Anſchlußfrage uſw. feſtzulegen.
Die Sitzung ſtand voll und ganz unter dem ſtarken Eindruck der
etwa 2½ſtündigen, wahrhaft ſtaatsmänniſchen Rede des
Reichstagsab=
geordneten Dingeldey, der nicht nur eine Signatur unſerer
Außen=
politik und eine Darlegung unſerer innerpolitiſchen Verhältniſſe gab.
ſondern darüber hinaus auch ſcharf umriſſen die Zukunftsforderungen
der D.V.P. aufſtellte. Er ſtellte mit Nachdruck in den Vordergrund,
daß, nachdem die 2. Haager Konferenz uns die Möglichkeit geben ſoll,
uns für einige Jahre eine gewiſſe Stetigkeit in der Außenpolitik zu
Nummer 37
ſichern, wir nun uns den großen Aufgaben der innerpolitiſchen
Re=
ormarbeit zuzuwenden haben. Die Deutſche Volkspartei wird daher
in dieſem Jahre mit Nachdruck ihre finanzpolitiſchen Forderungen
ver=
folgen und ihr Hauptziel in der Durchführung von
Geſundungs=
maßnahmen auf dem Gebiet der Finanz= und
Steuer=
politik ſehen. Sie wird des weiteren mit Energie und Nachdruck
im Werk der Parteireform und Parteierneuerung
ar=
beiten und alle Beſtrebungen fördern, die auf einen Zuſammenſchluß
der ſtaatsbewußten Mitte hinarbeiten. Im Jahre 1930 wird es ſich
entſcheiden, ob mit der Sozialdemokratie weiter regiert werden kann,
oder ob an deren wirtſchaftsdoktrinären Intranſigenz die Koalition
ſcheitern wird. Bei der Unfruchtbarkeit der Hugenbergſchen Oppoſition
nuß dann allerdings ein anderer Koalitionsfaktor vorhanden ſein.
In dieſem Sinne begrüßte der Redner alle Beſtrebungen der jungen
Generation, die auf Verbreiterung der ſtaatsbewußten bürgerlichen
Front hinarbeiten — Der Widerhall, den die Ausführungen des
Reichs=
tagsabgeordneten Dingeldey fanden, war außergewöhnlich ſtark; es wurde
aus der Verſammlung heraus das Bedauern geäußert, daß dieſe klaren
und überzeugenden Darlegungen nicht vor einem Gremium von
Tau=
ſenden gehört werden konnten. Der Senior der oberheſſiſchen
Volks=
parteiler, Geheimrat Windecker=Friedberg, beglückwünſchte in herzlicher
Form den Reichstagsabgeordneten und gab der Gewißheit Ausdruck, in
Abgeordneten Dingeldey noch einmal einen Führer unter den deutſchen
Politikern überhaupt zu ſehen.
Eine ſehr lebhafte Ausſprache ſchloß ſich des weiteren an die
Aus=
führungen des Landtagsabgeordneten Dr. Keller über das heſſiſche
Finanzprogramm. Dr. Kellers Rede war eine ſcharfe Kritik
an der Regierung, die allein durch ihre Politik in 10 Jahren für die
mißliche Finanzlage verantwortlich ſei. Das Sanierungsprogramm
der Regierung gehe dem Uebel nicht an die Wurzel, finde daher im
ganzen Lande nur Ablehnung und Kritik. Die Landtagsfraktion der
D.V. P. werde von ihrer Oppoſitionsſtellung Gebrauch machen und denke
nicht daran, in die Breſche zu ſpringen, um den Lückenbüßer bei dem
Ausbrechen irgendeiner Regierungspartei abzugeben. Die
Ausführun=
gen Dr. Kellers fanden die einheitliche Zuſtimmung in einer
Dis=
kuſſion, in der über ein Dutzend Redner ſprachen. Alle
Ausführun=
gen fanden ihren Niederſchlag in den beiden Entſchließungen, die
be=
reits am Montag im Darmſtädter Tagblatt veröffentlicht wurden.
Montag, den 10. d. Mts., von
vormit=
tags 9 Uhr ab, werden in der Turnhalle
am Woogsplatz hier aus der Städtiſchen
Förſterei Heiligkreuz (Eichelacker 15
hptſ. Eiche, Eichelacker am Oberfeld 57
verſteigert:
St. 2303
Scheiter, Rm. — 198 Buche, 114 Eiche.
enüppel, Rm. — 58 Buche 68 Eiche
Reiſigknuppel, Rm. — 30Buche. 31Eiche.
Stöcke, Rm. — 2 Buche, 16 Eiche.
Darmſtadt, den 4. Februar 1930.
Städtiſche Güterverwaltung.
Montag, den 10. Februar I. J.,
vor=
mittags 10 Uhr beginnend, findet in
dem Gaſthaus Mayer in Neunkirchen
Holzverſteigerung für die Gemeinde
Neunkirchen ſtatt.
Stämme: Buche 3.—5. Kl. 21 Stück =
Fm. Eiche 2.—3. Kl. 3 Stück
6 Fm. Fichten Kl. 1a—4a 14 S
71 Fm. Tanne Kl. 1a—1b 22 St.
0 Fm.
tutzholz: Buchenſcheiter 6 Rm.
3.
ungen 3. Kl.: 25 Eſche — 0,75 Fm.
nnen 1.—3. Kl. 33 Stück — 2,34 Fm.
ſolz. Rm.: Scheiter: 144 Buche
iche, 1.2 Fichte. Knüppel: 4 Buche
ſche,
Erle dürr), 3 Fichte
Reiſerholz 1. Kl.: 14 Buche, 4 Eſche
ſtwellen, 330 Buche.
Be=
t wird: Man bittet, das Holz
vo
r anzuſehen. Blau unterſtrichene
ern kommen nicht zum Ausgebot.
die Buchenſtämme ſind alle auf
ie
gerückt. Das Brennholz ſitzt am
flanzgarten u. am Waldausgang nack
kirchen. Herr Förſter Allmann
Steinau erteilt jede weitere Auskunft.
Neunkirchen, den 4. Februar 1930.
Heſſiſche Bürgermeiſterei Neunkirchen.
Mayer.
(2312k
8.
Montag, den 10. Februar 1930,
vor=
mi
gs 9½ Uhr, werden in der
Barth=
ſchen Gaſtwirtſchaft zu Roßdorf aus den
Fo
ten Rinkenbuſch 2e und Gebrann
ter Schlag 6a der Forſterei Eiſernhand
ver
ſert:
Brennſcheiter, Rm.: 244 Buche 8 Eiche
üppel, Rm.. 117 Buche, 7 Eiche.
Reiſerholz 3. Klaſſe (Aſtreiſig),
A
ſellen: 29,4 Buche.
lusgebot kommen die Nummert
362—592. Nähere Auskunft durch da
unte
ichnete Forſtamt und Herrn För
ter Hoffmann, Forſthaus Eiſernhand.
Ober=Ramſtadt, den 4. Februar 1930.
Heſſiſches Forſtamt Ober=Ramſtadt.
Nutz= u. Brennholz=
Verſteigerung
in der Oberförſterei Vielbrunn=
Schutzbezirk Schloß=Nauſes (be
Höchſt i. Odw.)
Montag, den 10. Februar 1930,
von nachm. 1 Uhr an, werden im
Hotel zur Poſt in Höchſt i. Odw.
aus den Diſtrikten Junkerwald 1, 2 und 3
und Tannenberg=Gründel öffentlich
ver=
ſteigert:
Scheitholz, rm: Buche 100, Eiche 5,
Kiefer 5:
Prügelholz, rm: Buche 50, Eiche 20,
Kiefer 25;
Stockholz, rm: Buche 30:
Reiſerknüppel, rm: Kiefer 21:
Wellen, Stück: Buche 3500, Eiche 1000,
Kiefer 1500;
ferner
60 Stck. Lärche=Derbſtangen 1., 2., 3. Kl.
15 Stck. Fichte=Derbſtangen 1., 2., 3. K1
5 Stck. Fichte=Reisſtangen 4. und 5. Kl
30 Stck. Weißta=Derbſtangen 2. und 3. Kl.
85 Stck. Weißta=Reisſtangen 4. Kl.
0.35 tm Eſche=Stämme 1. Kl.
Letzter Zahlungstermin: 1. Sept. 1930
bei Barzahlung bis 15. März 193
3‟ Skonto.
Evtl. Anfragen an Forſtwart Vock
in Schloß=Nauſes.
(2338
Bekanntmachung.
Die Brennholzverſteigerung Nr.
vom 30. Januar 1930 iſt genehmigt.
Ansgabe der Abfuhrſcheine am Montag,
den 10. Februar; Ueberweifungs= und
erſter Abfuhrtag am Dienstag, den
11. Februar. Zuſammenkunft 8 Uhr
vor=
mittags beim Forſthaus Böllenfalltor.
Darmſtadt, den 4. Febr. 1930. (2349
Heſſiſches Forſtamt Darmſtadt.
Fahrraddecken
im billigſten bei
B.
Drio,
Karl=
ſtr. 14/16. (2265a
Friſche Eier
täglich abzugeben.
Brunner,Grohberg7.
Diejenige Perſon
welche am 4. 2. 30
in der Abendvorſt
des „U.=T.” d.
blau=
ſeidenen Schirm
entwendet hat, ſoll
denſelb. an d. Kaſſe
abgeben, da ſonſt
ſofortige Anzeige
erfolgt.
Verloren!
Trauring
(gez. G. L. 28. 7. 18)
Abzugeb. geg. gute
Belohng. bei Frau
Lehrer Pohl Wtw.
Nieder=Ramſtadt,
Alte Darmſt. Str. 23
A
Kochſtunde.
rlern, der g. bürg.
Küche. Süßſpeiſen,
Backen von Torten.
Kuchen uſw.
Dauer: 6 Wochen.
Frl. J. Friedrich.
Frankf. Str. 74,
Montag, den 10. Februar 1930,
nach=
mittags 1 Uhr, werden in der
Breidert=
ſchen Gaſtwirtſchaft zu Nieder=Ramſtadt
aus den Forſtorten Gebrannter Schlag
1, 5a und 7b der Förſterei Eiſernhand
verſteigert:
Brennſcheiter, Rm. 163 Buche, 28
Eiche, 23 Kiefer. Knüppel, Rm.: 78
Buche, 10 Eiche, 6 Kiefer. Reiſerholz
3. Klaſſe (Aſtreiſig), 100 Wellen: 13,5
Buche, 1.4 Kiefer.
Zum Ausgebot kommen die Nummer
256—361 und 593—677 Nähere
Aus=
kunft durch unterzeichnetes Forſtamt
und Herrn Förſter Hoffmann zu Forſt=
(2299
haus Eiſernhand.
Ober=Ramſtadt, den 4. Februar 1930.
Heſſiſches Forſtamt Ober=Ramſtadt.
Dienstag, den 11. Februar 1930
wer=
den in der Gaſtwirtſchaft Franz Göcke
zu Spachbrücken von vormittags 9½ Uhr
anfangend, aus dem Spachbrücker
Ge=
meindewald, Diſtrikt Mark, verſteigert:
Eichen=Stämme 3. Kl. 2 Stück, 1.10
11
4. „ 16 „
5. „
„
6. „"
Lärchen= . 1a „
„0.
„ 0.44
b.,
„ 2b „ 2„ 1,94
6,01
Fichten= „ 1a „
4,53
„
1b. 3
„
49,
„
1.
.n
29,3
b . 2.
„
„ Za „
11,81
Dug
1
„ 8,55
„ Derbſtang. 1. „
1,50
2.„
Weißtan.=
0,51
. „
5,00
Ficht.=Reisſtang. 4. „2
v. „210 „ 2,73
Fm.
Fm.
Fn
Fn
Fm
Fm
Fm
Fm
Fr
Fr
Fm.
Fm
Fm.
Im
Fm.
Fm.
Auskunft erteilt Förſter May, Mark
(2302
haus Meſſel.
Spachbrücken, den 4. Februar 1930.
Heſſiſche Bürgermeiſterei Spachbrücken.
Mayer.
Am Freitag, den 7. Febr. 1930,
nachmittags 3 Uhr, verſteigere ich
im Lokale Ludwigsplatz 6 (Böttingers
Brauerei) öffentlich zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
(2351
1 elektr. Klavier, 1 Kaſſenſchrank, zwei
Schreibmaſchinen,
1 Chaiſelongue,
2 Schreibtiſche, 1 Ständerlampe, zwei
Grammophone.
Darmſtadt, den 5. Febr. 1930.
Metzger
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.
Am Freitag, den 7. Febr. 1930,
nachm. 3 Uhr, verſteigere ich in meinem
Verſteigerungslokale, hier, Hügelſtr. 27,
verſchiedene Gegenſtände öffentlich
zwangsweiſe gegen Barzahlung. (2339
Beſtimmt verſteigert wird:
1 D=Motorrad mit Beiwagen.
Darmſtadt, den 6. Febr. 1930.
Portner
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.
Am Freitag, den 7. Febr. 1930,
vermittags 10 Uhr, ſollen in meinem
Verſteigerungslokale Luiſenſtraße 32/34
folgende Pfänder zwangsweiſe gegen
Barzahlung verſteigert werden,
insbe=
ondere:
(2353
1 Klavier, 1 Gasherd, 1
Platten=
ſchrank, 1
Waſchtiſch mit Spiegel,
2 Schrotmühlen, 1 Nähmaſchine,
1 Schrankapparat, 1 Fahrrad, zwei
Motorräder (N. S. U.), 1
Schreimaſchinen=
tiſch, Möbel aller Art u. v. m.
Darmſtadt, den 5. Febr. 1930.
Jungermann
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.
Rummer 37
Donnerstag, den 6. Februar 1930
Seite 5
Aus der Landeshanprfkädt.
Darmſtadt, den 6. Februar.
Zur Theakerfrage.
Unter der Ueberſchrift „Gemeinnützige oder Pachttheater?” bringt
„Der Neue Weg”, das amtliche Organ der Genoſſenſchaft Deutſcher
Bühnenangehöriger, einen längeren Aufſatz von Emil Lind, der
ſehr beachtliche Gedanken enthält. Der Verfaſſer warnt vor allen
Dingen ernſt und eindringlich davor, die derzeitige „Theaterkriſen=
Pſychoſe” ſich ſoweit auswirken zu laſſen, daß in einer momentanen
Notlage voreilige Veſchlüſſe gefaßt werden, die zu ſchwerſten
kultu=
rellen Nachteilen führen müſſen. Beſonders warnt der Verfaſſer vor
Momententſchlüſſen aus Verzweiflungsmaßnahmen heraus, die dann
ſchwer wieder gutzumachen ſind. Er führt eine Reihe von derartigen
kurzſichtigen Maßnahmen auf und fährt fort:
„Eine dieſer kurzſichtigen Maßnahmen iſt die Zuſammenlegung
von Bühnen. Wiederholt und wiederholt wurde der Nachweis geführt,
daß ſolche Cumulierungen im großen und ganzen keine
ausſchlaggeben=
den Erſparniſſe zu bringen vermögen, wenigſtens keine ſolchen, die
eine Verminderung des Bildungsgutes und eine Zerſtörung
zahl=
reicher Exiſtenzen rechtfertigen würden. Gerade derartige Vorſchläge
müſſen mit dem Bleiſtift in der Hand unterſucht werden. Man
ver=
gißt dabei vielfach, wie viele Laſten ſelbſt bei Schließung der Theater
(für Gebäudeerhaltung, Amortiſationsraten, Gehälter Feſtangeſtellter
Gehälter von Beamten, deren Arbeit dann teilweiſe überflüſſig wird)
noch verbleiben.”
— Ernannt wurde: Am 1. Februar: der Lehrer Albert Fenchel
zu Höckersdorf, Kreis Schotten, zum Lehrer an der Volksſchule zu
Lollar, Kreis Gießen, mit Wirkung vom Tage des Dienſtantritts ab.
— Verſetzung in den einſtweiligen Ruheſtand. Auf Grund des
Art. 35 des Geſetzes, die Nuhegehalte der Staatsbeamten betreffend,
vom 18. Dezember 1923, wurde der Regierungsbaurat Karl
Rothert bei der mechaniſch=techniſchen Materialprüfungsanſtalt an
der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt vom 1. April 1980 ab in den
einſtweiligen Ruheſtand verſetzt.
— Reichsfinanzverwaltung — Laudesfinanzamt Darmſtadt.
Gerichts=
aſſeſſor Wilhelm Behrend aus Darmſtadt, zurzeit beim
Landes=
finanzamt Darmſtadt, wurde zum Regierungsaſſeſſor ernannt.
* Dr. Friedrich Noack †. Am Samstagabend ſtarb unerwartet in
nicht vollendeten 72. Lebensjahr der bekannte Hiſtoriker und
Tages=
ſchriftſteller Dr. Fr. Noack in Freiburg i. Br.
Abteilung für Sprecherziehung. Die Städtiſche Akademie für
Tonkunſt in Darmſtadt wurde vom Heſſiſchen Miniſterium für Kultu=
und Bildungsweſen und der Stadt Darmſtadt beauftragt, eine Abteilung
für Sprecherziehung anzugliedern. Zum Leiter dieſer Abteilung wurd
der Dozent für Sprecherziehung an der Univerſität und an der
Staat=
lichen Pädagogiſchen Akademie in Frankfurt a. M., Friedrich K.
Roedemeyer, gewonnen. Der Beginn der Uebungen und Vor
leſungen iſt auf Freitag, den 14. Februar d. J., feſtgeſetzt. Die
ein=
zelnen Abteilungen zerfallen in A I: Abteilung für Lehrperſonen
(Sprech=Erziehung, Sprech=Technik, mundartfreie Ausſprache); A II:
Ab=
teilung für Lehrerſtudenten (ſiehe A I); B: Abteilung für
Berufsredner (Geiſtliche, Richter, Anwälte, Politiker,
Werk=
führer uſw.); C: Abteilung für Chorleiter, Sänger,
Schau=
ſpieler, Dirigenten; D: Fachabteilung für
Sprech=
erzieher; E: Oeffentliche Vorleſungen über Sprech=
Erziehung, Sprech=Kunſt, geſprochene Dichtung, Sprech=Chor,
Rheto=
rik (ab 2. Semeſter). — Je nach Beſucherzahl, Bedarf und
Uebereinkom=
men werden in den erſten Stunden aus den einzelnen Abteilungen
wiederum Gruppen gebildet und Uebungszeiten vereinbart. Mit allen
Abteilungen ſind verbunden: Gelegentliche Beſuche
ſprecherzieheriſche=
ſprechkünſtleriſcher und rhetoriſcher Veranſtaltungen (Parlamente,
Thea=
ter, Rundfunk, Inſtitute uſw.). — Am Freitag, dem 7. Februar d. J.,
findet abends 8 Uhr im Saale des Muſikvereins ein Werbe= und
Ein=
führungsvortrag des Herrn Roedemeyer bei freiem Eintritt ſtatt. Alles
nähere durch den Direktor der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt, oder
in der Sprechſtunde des Leiters der Abteilung, Freitag, den 7. d. M.,
von 12—1 Uhr, in der Städt. Akademie für Tonkunſt.
Heſſiſche Arbeitsgemeinſchaft für Zeichen= und Kunſtunterricht.
Die Kunſtpädagogiſche Tagung im November 1929 in Mainz hat, zu der
Gündung einer Heſſiſchen Arbeitsgemeinſchaft für Zeichen= und
Kunſt=
unterricht geführt. Der Vertrauensmann iſt Studienaſſeſſor
Pfeiffel=
mann (Darmſtadt, ehemaliger Marſtall), der jede gewünſchte Auskunft
erteilt. Innerhalb dieſer Heſſiſchen Arbeitsgemeinſchaft beſtehen bis
jetzt drei Ortsgruppen: in Darmſtadt (Vertrauensmann
Stu=
dienaſſeſſor Pfeiffelmann), in Mainz (Vertrauensmann Zeichen=Ober
lehrer Poths) und in Worms (Vertrauensmann Zeichen=Oberlehrer
Arras).
— Zinsherabſetzung. Wir verweiſen auf die heutige Anzeige der
Darmſtädter und Nationalbank und der Deutſchen Bank und Disconto=
Geſellſchaft, in der die neuen Zinsſätze ab 5. Februar mitgeteilt werden.
— Heſſiſches Landestheater. Spieplanänderung. In
Ab=
änderung des Spielplans gelangt heute Donnerstag an Stelle der
ange=
kündigten Vorſtellung „Don Giovanni” Mozarts Oper „Figaros
Hochzeit” mit den Damen Stoſch, Harre, Walther, Jacobs und den
Herren Tibaldi, Herrmann, Kuhn, Vogt und Ney in den Hauptrollen
unter muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl Böhm zur Aufführung.
Be=
ginn 19,30 Uhr. Miete C.
Die Heſſ. Spielgemeinſchaft veranſtaltet heute Donnerstag, 20 Uhr,
im Kleinen Haus auß. Miete eine Wiederholung der beifällig
aufgenom=
menen Einakter in heſſiſcher Mundart „Der Kaktusfreund” von
Joſef Nerking, „Der gute Rat” von Heinrich Rüthlein und „Hoch
eitstag” von Georg Büichner. Die Vorſtellung findet bei kleinen
Preiſen (1 bis 3 Mark) ſtatt.
Gerhart Hauptmanns großes hiſtoriſches Schauſpiel „Florian
Geyer” gelangt morgen Freitag, um 19 Uhr, im Großen Haus zur
Wiederholung. (Miete D und Miete T, Gruppe 2, 3, 4.)
„La vida breve”, Kurzoper von Manuel de Falla, wird
mor=
gen Freitag, um 20 Uhr, im Kleinen Haus in Verbindung mit der
Tanzpantomime „Die Hochzeit in Cremona” (uſik von
Glinka) unter muſikaliſcher Leitung von Carl Bamberger in Szene
gehen. (Zuſatzmiete V und Miete T, Gruppe 7 und 8.)
„Eine Nacht in Venedig”, die zugkräftige komiſche Oper von
Johann Strauß, wird Samstag, den 8. Februar, um 20,15 Uhr, im
Großen Haus unter muſikaliſcher Leitung von Karl Maria Zwißler
wiederholt. (Darmſtädter Volksbühne, Gemeinde R, Gruppe I—TV.)
Die beiden nächſten Aufführungen des ſpannungsreichen
amerikani=
ſchen Senſationsſchauſpiels „Reporter” finden Samstag, den 8.
Fe=
bruar, und Sonntag, den 9. Februar, um 2 Uhr, im Kleinen Haus
mit der erfolgreichen Premierenbeſetzung ſtatt.
„Tiefland” Oper von d’Albert, gelangt Sonntag, den 9.
Fe=
bruar, um 19,30 Uhr, im Großen Haus zur Aufführung. Muſikaliſche
Leitung: Carl Bamberger, Spielleitung: Heinz Arnold. In den
Haupt=
rollen: Grahl, Landwehr, Stralendorf, Herrmann, Harre, Overlack,
Jacobs, Liebel, Kienzl. (Miete L.)
— Fünftes Sinfoniekonzert. Unter der Leitung von
Generalmuſik=
direktor Dr. Karl Böhm kommt im fünften Sinfoniekonzert am
Mon=
tag, dem 10. Februar, eines der bedeutendſten Variationswerke,
die je für Orcheſter geſchrieben wurden, die „Hiller=
Variatio=
nen” von Max Reger, zur Wiederaufführung. Die „Hiller=
Va=
riationen” ſind das erſte große Orcheſterwerk Regers, das allgemeine
Verbreitung erfahren hat und auch heute noch neben ſeinen „Mozart=
Variationen” zu ſeinen beſten und meiſtaufgeführten Schöpfungen zählt
Das volkstümliche Thema entſtammt einem Singſpiel Joh. Adam Hillers,
der 1728—1804 lebte: „Der Erntekranz. Als Soliſt erſcheint
zum erſten Male in Darmſtadt Gregor Piatigorſki, einer der
be=
deutendſten Violoncellovirtuoſen der Gegenwart.
— Drumm=Quartett. Am Mittwoch, dem 12. Februar, findet der
zweite Kammermuſikabend des „Drumm=Quartetts” im
Klei=
nen Haus ſtatt. Zum Vortrag gelangen Klavierquintette von Pfitzner
und Brahms, ſowie ein Klaviertrio in G=Dur von Haydn. Den
Klavier=
part hat Kapellmeiſter Zwißler übernommen. Es dürfte von
beſon=
derem Intereſſe ſein, den ſehr geſchätzten Dirigenten Zwißler erſtmalig
hier in Darmſtadt als Pianiſten kennen zu lernen.
Kammermuſikabend im Realgymnaſium. Am Dienstag, den
11. Februar, abends 8 Uhr, findet im Feſtſaal des Realgymnaſiums
im Rahmen eines Elternabends ein Kammermuſikabend ſtatt.
Das Programm, von hervorragenden Kräften zur Durchführung
ge=
bracht, iſt dem Andenken des bekannten Darmſtädter Komponiſten Karl
Amand Mangold gewidmet. Die Vortragsfolge enthält zwei
Kla=
viertrios, die aus dem Manuſkript geſpielt werden und als
Urauf=
führungen einen beſonderen Leckerbiſſen für muſikaliſche
Fein=
ſchmecker darſtellen dürften. Eintrittskarten ſind bei den
Schülern der Anſtalt erhältlich. Der Reinertrag iſt für das Landheim
des Realgymnaſiums beſtimmt.
Nochmals die Skraßenbahn Böllenfallfor-
Ober-Ramnadl.
Von dem Bewohnern der Villenkokonie Trautheim wird uns
folgen=
des geſchrieben:
Manche bisher im der Preſſe erſchienenen Ausführungen laſſen die
für die Wichtigkeit des Projekts erforderliche Sachlichkeit vermiſſen, und
es iſt daher angebracht, daß nun die Stelle zu Wort kommt, die den
erſten Anſtoß zur Wiederaufnahme der Verhandlungen zum Bau der
Bahnſtrecke gegeben hat. Die Konzeſſionierung iſt nun dadurch erreicht
worden, daß in allererſter Linie eim aufblühendes Wohnviertel, nämlick
die Villenkolonie Tvautheim, dem Verkehr erſchloſſen werden ſollte, da
es nicht, wie die Gemeinden Traiſa und Nieder=Ramſtadt, an der
Neichsbahn biegt. Erſt nachdem durch die Probe=Autobus=Linie die
ſtarke Frequenz der Vorortbahn durch die Villenkolonie Trautheim
nachgewieſen wurde, konnte der Reichsverkehrsminiſter die Einwände
gegen die Konzeſſion fallen laſſen. Das Traiſaer Projekt läßt dieſen
Hauptgeſichtspunkt, der ausſchlaggebend war für die Konzeſſion, völlig
außer acht.
Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß nicht jeder die Bahn am eigenen
Wohnhaus vorbeigeführt bekommen kann. Es iſt aber auch
ſelbſtver=
ſtändlich, daß der Entwicklungsmöglichkeit beider Viertel Rechnung
ge=
tragen werden muß. Man kann leicht feſtſtellen, daß die zur
Konzeſſio=
nierung eingegebene direkte Linie die Symetrie=Achſe für die Kolonie
Trautheim-Kirchberg—Wildnis einer= und Trautheim-Röderweg
an=
dererſeits iſt. Jeder obiektive Beobachter muß zugeben, daß die
Ent=
fernung vom Evangeliſchen Frauenheim zur Halteſtelle Trautheim die
gleiche iſt, wie die von Trautheim bis zu den letzten Villen öſtlich der
Davmſtädter Straße im Traiſa
Wenn in dem fraglichen Artikel die Kobfzahl der Kolonie
der=
fenigen von Traiſa gegenüübergeſtellt wwird, ſo iſt doch zu bedenken, daf
von den 150 Bewohnern Tvautheims die weitaus größte Zahl in
Darm=
ſtadt beruflich verankert und dadurch gezwungen iſt, täglich mehrere
Male die Elektriſche zu benutzen. So fahren z. B. von hier allein
25 Kinder täglich in die Schule nach Darmſtadt, von Traiſa wohl kaum
ein Viertel dieſer Zahl. Es iſt wohl anzunehmen, daß die Kolonie trotz
der nur 150 Köpfe die Elektriſche mehr beutzen wird, als Traiſa
mit ſeiner vorwiegend landwirtſchaftlichen Bevölkerung.
Die vorgeſchlagene Linienfüthrung auf der alten Ober=Ramſtädter
Straße iſt, verkehrstechniſch betrachtet, falſch. Die Niveaukreuzung mit
der Provinzialſtraße in der Nähe des Böllenfalltors wird infolge der
Unüberſichtlichkeit durch Kurven und Bewaldungen ein Gefahrpunkt
erſter Ordnung. Dasſelbe gilt für die Ueberquerung am der Hartſtein
Induſtrie; hierdurch wüirde die gleiche Situation geſchaffen, wie ſie früher
bei Griesheim und jetzt bei Sprendlingen nicht weniger als achtzehr
ſchwere Unglücksfälle herbeigeführt hat. Dies ſind alles ſchwerwiegende
achliche Gründe, die für die Führung ohne Straßenkreuzung ſprechen.
Es dürfte zu erwarten ſein, daß von ſeiten des Geſſiſchen Automobil=
Clubs gleichzeitig hierzu noch Einſpruch erhoben wird. Da die Bahn
außerhalb der geſchloſſenen Ortſchaft wur auf bohneigenem Hörper
laufen darf, ſo iſt der Hinweis auf die Benutzung der alten Ober=
Ramſtädter Straße und die davon erwartete Ginſpgrung des
Gelände=
ankaufs hinfällig.
Die Behauptung, daß der aufblühende Luftkurort Traiſa durch die
direkte Linienführung in ſeiner Entwicklung gehemmt würde, erſcheint
doch etwas gewagt. Der in dem Artikel angeführte abnehmende
Frem=
denberkehr dürfte wohl mrehr dem Steinbruch wit ſſeinem Lärm umd
Staub und dem veränderten Zeitverhältniſſen, als einer nicht
ummit=
telbar durch den Ort geführten Bahnlinie zuzuſchreibem ſein. Die
Ent=
wicklungsmöglichkeit eines Ortes foll man u. E. in erſter Linie darin
ſuchen, daß der Bevölkerung raſche Verbindung mit dem Verkehrs=
Zentrum geſchaffen werde, um dort Enwerbs= und Abſatzmöglichkeiten
zu finden.
Sollte es nicht einmal möglich ſein, wirkliche Allgemeinintereſſen
vor geſchäftliche Sonderintereſſen zu ſtellen?
Dieſes Vorſtehende iſt eine nohwendige Euwiderung auf die
Vehauptungem des Artikels der Bürgevmeiſterei Traiſa.
Möge nun recht bald die Aufſichtsbehörde das die Bevölkerung
befriedigende Schlußwort ſprechen, um ſo mehr, als eine baldige
Ent=
ſcheidung im Intereſſe unſerer Arbeitsloſen dringend zu wwünſchen
wäre.
Langemarck.
Die Deutſche Studentenſchaft erläßt einen Aufruf,
in dem es heißt:
1914 im Herbſt ſtürmten Freiwillige die flandriſchen Hügel.
Jauchzend warfen ſich die Bataillone gegen die zermalmende Macht
der Maſchinen. Beim rechten Flügel des Weſtheeres lag die
Entſchei=
dung. Der Durchbruch auf Calais und Dünkirchen mußte gelingen.
Engländer, Franzoſen und Belgier begannen den Wettlauf zum Meer.
Zwiſchen Lille und der Küſte prallten ſie auf junge deutſche
Regi=
menter. Zweiundzwanzig Tage tobte die mörderiſche Schlacht um die
Yſer. Die Söhne Deutſchlands ſanken kämpfend und ſingend dahin.
Sie kannten nichts mehr als die übermenſchliche Aufgabe, die ihnen
vom Schickſal geſtellt war. Sie wußten nur noch, daß ſie ſiegen mußten
und daß der Preis des Sieges der Tod war.
Am 11. November berichtete die Oberſte Heeresleitung: „Weſtlich
Langemarck brachen junge Regimenter unter dem Geſange „
Deutſch=
land, Deutſchland über alles” gegen die erſte Linie der feindlichen
Stellung vor und nahmen ſie”. Mit dieſen Worten wird die Geſchichte
die Größe dieſes Siegens und Sterbens der Nachwelt überliefern. Dies
Heldenopfer wird die Zeiten überdauern, ſo wie das Lied vom Tod
der Nibelungen in Etzels Burg noch in unſere Tage klingt.
Deutſchland darf das nie vergeſſen!
Der Tod von Ypern hat ſein grauſiges Werk vollbracht. Ueber
die flandriſchen Aecker zieht heute der Bauer den Pflug. Stille
Gär=
ten wachſen über den Gebeinen der Belgier und Franzoſen. Das
pomphafte Tor von Ypern trägt ſtolz die Namen der Toten des
eng=
liſchen Reiches. Stumm ragt das rieſenhafte Steinbild des kanadiſchen
Soldaten aus dem Park heimiſcher Gewächſe. Die feindlichen Nationen
ſetzen ihren Gefallenen Ehrenmal an Ehrenmal. — — Aber tauſend
namenloſe Deutſche liegen ungeehrt im ſteinigen Grund und in
ſump=
figen Gräbern. Der Wind ſtreicht über dürres Gras. Und Jahr um
Jahr frißt an den Reihen morſcher Kreuze. Die Toten Deutſchlands
ſcheinen vergeſſen!
Wir tragen die Erinnerung an jenes heldenhafte Gefchlecht in
unſerem Herzen — aber das iſt nicht genug! Wir haben die Pflicht,
dieſer Erinnerung auch durch die Tat Ausdruck zu geben, denn
un=
würdig iſt das Volk, das ſeine beſten Toten nicht ehrt,
Auch die Deutſche Studentenſchaft erachtet es für ihre Pflicht, zu
ihrem Teil mitzuhelfen an der Ehrung, die wir unſeren Toten in
Feindesland, aber nicht zuletzt auch dem Anſehen Deutſchlands in der
Welt ſchuldig ſind. Denn das Ausland darf nicht erleben, daß
Deutſch=
land die Gräber ſeiner Jugend, vor deren Größe und Opfermut auch
der Feind höchſte Achtung empfand, verfallen und verkommen läßt.
Es entſtand der Plan in der Deutſchen Studentenſchaft, im
„Volksbund deutſche Kriegsgräberfürſorge e. V.” die Patenſchaft über
den deutſchen Soldatenfriedhof in Langemarck=Nord zu übernehmen.
Er ſoll als Sammelfriedhof aller um Langemarck gelegenen deutſcher
Kriegsgräber in ſchlichter, würdiger Form ausgeſtaltet werden und
ein Zeichen dafür ſein, daß die Heimat ihre Söhne, die für ſie in den
Tod gingen, nie vergißt. — Zur Durchführung für dieſen Plan iſt die
Langemarck=Spende der Deutfchen Studentenſchaft
ins Leben gerufen worden. Mit ihrer Hilfe ſollen die Mittel
auf=
gebracht werden, die zur Inſtandſetzung und dauernden Unterhaltung
des Langemarcker Friedhofes benötigt werden.
Die Geſchäftsführung der „Langemarck=Spende der Deutſchen
Stu=
dentenſchaft” liegt in der Hand des Vorſtands der Deutſchen
Studenten=
ſchaft. Die Entſcheidung über die Verwendung der eingehenden
Spen=
den obliegt dem unterzeichneten Ehrenausſchuß. Ueber die endgültige
Geſtaltung des Friedhofs und die ſachgemäße Bereitſtellung der
hier=
für erforderlichen Mittel entſcheidet der Ehrenausſchuß in Verbindung
mit dem Volksbund Deutſche Kriegsgräberfürſorge e. V.”
Wir bitten alle, die es gleich uns für ihre Pflicht erachten, den
Ruheplatz unſerer Toten in Feindesland würdig herzurichten und zu
erhalten und den gefallenen Brüdern damit zugleich den Gruß und den
Dank der Heimat zu bringen, uns bei unſerem Werke zu helfen. Die
Mittel, die benötigt werden, ſind nicht gering. Darum bitten wir:
Gebt reichlich! Ein jeder muß nach ſeinen Kräften beitragen!
Wir bitten, Gaben auf das Poſtſcheckkonto „Die Deutſche
Studen=
tenſchaft, Langemark=Spende” Berlin NW. 7, Nr. 55 016 zu überweiſen.
Heilwirkend!=
Friedrich Schaeſer, Darmstadt, Ludwigspl. 7. Tel. 45
* Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Ein Sittlichkeitsverbrecher, ein
ſiebenundſechzig=
jähriger Arbeiter aus Fürth i. O., hatte ſich am Mittwoch vor dem
Bezirksſchöffengericht zu verantworten. Er hatte mit einem elfjährigen
Schulmädchen fortgeſetzt unſittliche Handlungen begangen. Das Gericht
verurteilte ihn zu ſieben Monaten Gefängnis, abzüglich ſieben Wochen
Unterſuchungshaft.
Ein „kleiner Georg Ebert” nahm dann auf der
Anklage=
bank Platz. Er hatte ſich in zahlreichen Zeitungen Deutſchlands als
Vermittler von Wechſelakzepten angeprieſen und übevgab den
Geld=
ſuchenden, kleineren Kaufleuten, Händlern und Handwerkern, die
Wech=
ſel der Mitangeklagten. Dieſe Wechſel wurden jedoch meiſtens nicht
eingelöſt, während die eigenen Wechſel am Fälligkeitstermin prompt zu
den Geldſuchenden zurückkehrten, um eingelöſt zu werden. Der
Ange=
klagte, ein Kaufmann aus Pfungſtadt, nahm die Proviſionen für dieſ
„Geldbeſchaffungen” ein und ſicherte ſich ſo ein hübſches
Nebeneinkom=
men. Er wurde wegen Beihilfe zum Betrug zu einem Monat Gefäng
nis verurteilt. Von den Mitangeklagten erhielten ein Schloſſermeiſter
aus Holzminden und ein Händler aus Wiesbaden je fünfzig Mark
Geld=
ſtrafe wegen Betrugs, die beiden anderen, ein Kaufmann aus Nürnberg
und ein Steinbruchbeſitzer aus Höhr bei Koblenz, wurden freigeſprochen.
Gegen denſelben Angeklagten wurde weiter in einer Betrugsange
legenheit verhandelt. Er führt in Pfungſtadt eine
Landesprodukten=
handlung und hatte einigen Kunden, denen er künſtliche Düngemitte.
verkaufte, ſtatt 40prozentigen Kalidüngers nur 20prozentigen geliefert.
Er ſuchte ſich damit herauszureden, daß die beiden Sorten in dem Waggon
nebeneinander lagen und beim Ausladen wohl durcheinandergefallen
ſeien. Das Gericht verurteilte ihn wegen Betrugs in Tateinheit mit
einem Verſtoß gegen die Verordnung über den Verkauf künſtlicher
Düngemittel zu einem Monat Gefängnis. Der Verſtoß gegen die
Ver=
ordnung über den Verkauf künſtlicher Düngemittel wurde darin
ge=
ſehen, daß der Angeklagte es unterließ, den Kunden eine Beſcheinigung
über Art und Zuſammenſetzung des Düngers mitzugeben.
— Valentin Ort, Zimmer Nr. 134 im Prenzlauer
Flücht=
lingslager, ſucht den Bruder ſeines Großvaters väterlicherſeits
oder deſſen Nachkommen Ort, und den Bruder ſeines Großvaters
mütter=
licherſeits oder deſſen Nachkommen Frey. Es hat Briefwechſel
beſtan=
den, aber die Briefe ſind verloren gegangen und die Taufnamen ſowie
die Anſchriften in Vergeſſenheit geraten. Valentin Ork ſtammt aus
Heſſen=Darmſtadt, wo auch ſeine Verwandten zu ſuchen ſind.
— Stenographie. Am Freitag, dem 7. d. M., abends, beginnen
bei der Stenographen=Vereinigung „Gabelsberger”,
Handwerker=
ſchule, Ecke Karl= und Nieder=Ramſtädter Straße, neue Kurſ
ſowie Fortbildungskurſe in Reichskurzſchrift unter Leitung ſtaatlich ge
prüfter Lehrer der Stenographie. Diktatkurſe von 60—300 Silben
können laufend an den Unterrichtstagen Dienstags und Freitags
begon=
nen werden. Das niedrig bemeſſene Unterrichtsgeld kann in Raten
beglichen werden. Anmeldung jeweils in der erſten Stunde. (Siehe
auch heutige Anzeige.)
— Gabelsbergen Stenographenverein 1861 e. V. (Ballonſchule).
Un=
r erſten Wanderung folgte trotz der unbeſtimmten Witterung eine
lreiche Schar von Wanderfreundinnen und =freunden, um ſich in der
ur zu ergehen. Die Wanderung ſelbſt führte auf ſchönen
Wald=
gen durch den Oberwald, zum Rücksbrünnchen, zur
Gabelsberger=
ſe, am Beſſunger Forſthaus und der Ludwigs=Eiche vorbei nach
er=Ramſtadt. Von hier aus ging es über den Breiten Stein nach
nkenhauſen, woſelbſt für das leibliche Wohl im Gaſthaus „Zum
nwald” geſorgt wurde. Der Rückmarſch erfolgte über Waſchenbach—
der=Ramſtadt nach Traiſa, wo ſich die Anhänger der
Wanderabtei=
g zu einem gemütlichen Tänzchen mit vereinten. Für die gebotenen
inen Stunden im Kreiſe froher Kunſtgenoſſen ſei den heiden
Füh=
n Hans Herter und Rudi Henkler herzlichſt gedankt.
Uneinheitliche Lage des kaufmänniſchen
Skellen=
markkes.
Im Januar machte ſich nach längerer Zeit wieder eine Belebung
in der Nachfrage nach kaufmänniſchen Angeſtellten bemerkbar. Die
Vermittelungstätigkeit war durchweg reger als im Dezember. Eine
Entlaſtung des kaufmänniſchen Stellenmarktes trat jedoch nicht ein, da
die Bewerberzugänge ſo hoch waren, daß ſie durch die Abgänge nicht
ausgeglichen werden konnten. Der Bewerberbeſtand bei der
kaufmän=
niſchen Stellenvermittelung des DHV. hat ſich weiter um 9 v.H. auf
17 463 erhöht. Hiervon ſind rund drei Viertel ſtellenlos.
Kündigungen und Entlaſſungen, die die Verſtärkung des
Bewerbeu=
andranges verurſachten, konnten in vielen Wirtſchaftszweigen
be=
obachtet werden. In der Zigaretteninduſtrie bereiten ſich
weitere Zuſammenſchlüſſe vor, was die Stillegung ganzer Betriebe und
die Entlaſſung zahlreicher Angeſtellten zur Folge hat. Kündigungen
erfolgten namentlich in Breslau und München. Warenhäuſer
des Karſtadt=Konzerns ſetzten den bereits Ende Dezember begonnenen
Abbau von Angeſtellten fort. Ein Maſſenabbau ſteht auch bei
ver=
ſchiedenen Behörden bevor. In der Textil= und
Metall=
induſtrie iſt die Lage nicht einheitlich. Letztere zeigt in den
mei=
ſten Gebieten immer noch ein wenig günſtiges Bild. In der
Textil=
induſtrie hat ſich die Lage in Weſtdeutſchland verſchlimmert; aus
Sachſen wird jedoch von befriedigender Beſchäftigungslage berichtet.
Die Nachfrage erſtreckte ſich zum größten Teil wieder auf
jün=
gere Kräfte. Namentlich junge Kontoriſten mit guten Kenntniſſen
in Kurzſchrift und Maſchinenſchreiben wurden vielerorts geſucht. Der
Bedarf konnte nicht überall voll befriedigt werden. Für Kräfte im
Alter von über 25 Jahren beſtand hauptſächlich für Reiſende
Buchhalter, Auslandskorreſpondenten und für
La=
geriſten und Verkäufer aus der Lebensmittelbranche
Vedarf. Auf dem Lehrſtellenmarkt herrſcht weiterhin lebhafte
Nachfrage ſeitens der Firmen.
— Winterfeſt des Starkenburger A. C. Hans Sylveſter Bunſel,
der Operettenheld des Landestheaters, wird auf dem Winterfeſt des
Starkenburger Automobilelubs (8. Februar in der Vereinigten
Geſell=
ſchaft) zuſammen mit Frau Regina Harre Operettenſchlager ſingen.
Die Künſtler wählen Texte aus bekannten Operetten, wie „Land des
Lächelns”, „Zirkusprinzeſſin”, „Zarewitſch” und „Paganini”; beſonders
reizvoll dürfte aber eine Erweiterung des Programms ſein, nach der
Hans Sylveſter Bunſel auch Proben aus dem ſehr modernen „Hotel
Stadt Lemberg” bieten wird. Neben dem bekannten Tänzerinnenpaar
Geſchwiſter Reis wird auch Fräulein Annerle Müller beſchwingte
Tänze zeigen. Von den ſonſtigem Mitwirkenden ſeien kurz genannt
Ernſt Overlack, der Bariton von Format am Landestheater, Beppo
Geiger, Solorepetitor am gleichen Inſtitut, Cilli Bauer vom
Karl=Theater in Wien, die dringend darum bittet, recht viele
Taſchen=
tüicher mitzubringen, weil bei ihrem Anblick kein Auge trocken bleibt,
ſowie endlich der Frankfurter Conferencier Harry Wendtland, der
ſein Metier auch von Grund auf beherrſcht. Die Dekoration des
präch=
tigen Saales wird ſeinem Stil entſprechend ruhig=vornehm ausfallen;
ſie wird von der Gärmerei Hank in Verbindung mit der Firma
Möbelinduſtrie Feidel und Herrn Architekt Engel ausgeführt.
Kar=
ten und Einladungen zu dieſem Feſt ſind durch Herrn Dr. Jünger,
Rheinſtraße 12, zu erhalten. Vorverkaufsſtellen ſind ferner im
Photo=
haus Baumbach Nachf. (Brzoska), Eliſabethenſtraße, ſowie im
Sport=
haus Adelmann, Rheinſtraße, errichtet. (Vgl. geſtrige Anzeige.)
— Karnevalgeſellſchaft Narrhalla. Die am 9. Februar ſtattfindende
einzige Damen= und Herrenſitzung, die im Rahmen der
600 Jahrfeier unſerer Heinerſtadt aufgezogen wird, kann nach
den Vorbereitungen, die in vollem Gange ſind, als die
Glanzveranſtal=
tung dieſer Art in der diesjährigen Faſchingszeit bezeichnet werden
Ein hochkünſtleriſches Programm in karnevaliſtiſch=fröhlichem Gewande
wird in abwechſelungsreicher Folge Gedanken an den Alltag und
irgend=
welche Sorgen keinen Augenblick aufkommen laſſen. Neben belicbten
Sternen am Kunſthimmel wird die geſamte karnevaliſtiſche Prominenz
Darmſtadts, einſchließlich unſerer 4 Bürgermeiſter, auf Bühne und
Bütte erſcheinen, um wieder einmal einige Stunden harmlos=
ausgelaſſe=
ner Freude zu vermitteln. Wie aus der heutigen Anzeige zu erſehen
iſt, hat der Vorverkauf begonnen. Die Zahl der numerierten
Karten, die nur bei Juwelier Ludwig Schmidt,
Wilhelminen=
ſtraße 7, Tel. 667, zu haben ſind, wurde in dieſem Jahre ſehr beſchräukt,
ſo daß Intereſſenten nicht zögern ſollten, ihren Bedarf baldigſt zu
decken. Unnumerierte Karden ſind nur im Verkehrsbüro erhältlich.
— Generalverſammlung des Rot=Weiß, V.f.R. Die diesjährige
Ge=
neralverſammlung findet am Freitag, dem 7. Februar, abends
8,30 Uhr, im Fürſtenſaal ſtatt. In Anbetracht der Wichtigkeit der
Tagesordnung iſt das Erſcheinen aller Mitglieden Pflich=ſache. (Siehe
auch letzte Anzeige)
eite 6
Donnerstag, den 6. Februar 1930
Nummer 37
Aus Heffen.
Langſtadt, 5. Febr. Eines recht guten Beſuches konnte ſich der
Rad=
fahrerverein „Haſſia” anläßlich ſeiner beiden Theaterabende erfreuen.
Durch guten Vortrag der einzelnen Rolleninhaber, der durch großen
Beifall der Beſucher bekräftigt wurde, kann man die Abende, die noch
durch eine wirklich ſchöne Muſik eines gutbeſetzten Orcheſters unter
Leitung des Herrn Stationsmeiſters Feller verſchönert wurden, als
wohlgelungen bezeichnen. Durch dieſe ſchönen Abende hat der
Nadfahrer=
verein „Haſſia” wiederum bewieſen, daß er in der Lage iſt, ſeinen
Be=
fuchern wirklich ſchöne und unterhaltende Stunden zu bieten.
Al. Höchſt i. Odw., 5. Febr. Familienabend des
Krie=
gervereins. Der flolt geſpielte Eröffnungsmarſch „Alte
Kame=
raden” von der Kapelle Klingmann=Nold bildete den Auftakt der
Ver=
auſtaltung. Der ſtellvertretende Vorſitzende, Herr Philipp Helmſtädter
begrüßte die erſchienenen Kameraden und Gäſte und hieß ſie herzlich
willkommen. Die wohlgelungene Aufführung der Original=Poſſe „Der
Schrei nach dem Kinde” brachte die Lachmuskeln in Bewegungen.
Als=
daun ergriff der Redner des Abends, Herr Rudolf Schlich, das Wort zu
einer markanten, wohldurchdachten, eindrucksvollen Rede. Die
Auf=
ſührung des Schwankes „Liſettchen in Höschen” und der Poſſe „
Walzer=
träume” löſte viel Heiterkeit aus und war dank der guten
Nollenvertei=
lung ein voller Erfolg. Gute Muſikvorträge der Kapelle Klingmann=
Nold trugen weſentlich zur Unterhaltung bei. Die Loſe einer
reichhal=
tigen Tombola fanden raſchen Abſatz.
Seckmauern, 4. Febr. Die Ortsgruppe Seckmauern des
Jung=
landbundes hielt einen Junglandbundabend ab. Herr Fürſt aus
Er=
bach i. O., der das Referat übernommen hatte, verſtand es, der
Bauernjugend klarzulegen, daß nur ein mutiges Ausharren in der
Arbeit und feſtes Gottvertrauen aufwärts führen könnte. Die Feier
wurde durch die Kapelle Walter nebſt Vortragung von Gedichten und
Reigenaufführungen der Junglandbundmädchen verſchönert.
Cd. Michelſtadt, 5. Febr. In der Odenwälder Vereinigung für
Kunſt und Wiſſenſchaft ſprach Herr Oberſtudiendirektor Pfersdorff=Groß=
Umſtadt über: „Die Stellung der Erde im Weltall und die Weltraum=
Der Vortrag gab in ſeinem erſten Teile ſinnfällige Vergleiche
fahr
und Betrachtungen über den vermutlichen Aufbau des für uns
wahr=
nehmbaren Teiles des Univerſums, da ja der Raum in ſeiner
Unendlich=
keit intellektuell ohne weiteres nicht erfaßbar und beſchreibbar iſt. In
hiſtoriſcher Folge wurden geſtreift die Anſchauungen und
Hauptevgeb=
niſſe der großen Forſcher bis zum Höhepunkt der klaſſiſchen Phyſik
(Prolemäus, Kopernikus, Kepler, Newton, Kant, Cavendifh, Richarz,
Viechert). Die ſehr geringen Ausſichten auf Verwirklichung einer
Weltraumfahrt wurden aus dem Begriff des Gravitationspotentials
entwickelt, das wiederum aus dem magnetiſchen Potential verſtändlich
femacht wurde. Am Schluß ſeiner Ausführungen ſtellte der Redner
Betrachtungen an über die Grenzen der Naturerkenntnis, ja unſerer
Erkenntnis überhaupt gegenüber der Welt der Werte. Die intereſſanten
Ausführungen des Redners fanden bei den zahlreichen aufmerkſamen
Zuhörern großen Beifall. Am nächſten Freitag ſpricht der Leiter der
Erbacher Fachſchule, Herr Direktor Weſtphal, über das Thema: Der
Dom zu Naumburg. Die Mitglieder haben alſo die Gelegenheit, nach
dem Magdeburger Dom ein zweites berühmtes mittelalterliches
Bau=
werk Mitteldeutſchlands kennen zu lernen. Der Vortrag wird durch
Lichtbilder erläutert werden.
C.v. Steinbach, 5. Febr. Ausder Gemeindeverwaltung.
Am Donnnerstag, den 6. ds. Mts., nachmittags 7.30 Uhr, findet in der
Behauſung des Herrn Beigeordneten Schütz eine öffentliche
Gemeinde=
ratsſitzung ſtatt
Cd. Steinbach bei Michelſtadt, 5. Febr.
Geflügelausſtel=
lung. Der Geflügelzuchvverein Steinbach veranſtaltete eine
Geflügel=
ausſtellung. Es iſt ſehr hoch anzuerkennen, daß ein Verein, der erſt
ein halbes Jahr beſteht, es fertig bringt, eine derartig intereſſante
Aus=
ſtellung zuſammen zu bringen. Doch alle Arbeit und Mühe, die ſich
hauptſächlich der Vorſtand damit gemacht hatte, wurde auch durch ſehr
guten Beſuch belohnt. Eine gut ausgeſtattete Tombola brachte manchem
aueh eine nette Ueberraſchung. — Die Preisverteilung brachte für
fol=
gende Züchter Ehrenpreiſe: 1. Hühner: Gg. Bernges=Steinbach
G. Schmucker=Ober=Moſſau für weiße Wyandotten; Joh, Ihrig=
Stein=
für Gold=Wyandotten; Jakob Schlörit=Steinbach für ſchwarze
andotten; Wilh. Koch=Stein
jach für rebhuhnfarbige Wyandotten;
Gg. Sulzbach=Steinbach, Joh. M= Ia=Steinbach und Gottlieb Koch=
Stein=
bach für Rodeländer; Nikl. Hor. Steinbach für ſchwarze Rheinländer;
Eidenmüller=Steinbach für weiße Leghorn; Joh. Haußner=Steinbach und
Joh. Eckſtein=Steinbach für Silberbrakel; Gg. Bär=Steinbach für
hwarze Italiener, 2. Tauben: Reiſebrieftauben: Konrad Rühl=
Steinbach 4 Ehrenpreiſe; G. Schmucker=Ober=Moſſau 2 Ehrenpreiſe;
Schönheitsbrieftauben: K. Rühl=Steinbach 1 Ehrenpreis; C. Marquardt=
Steinbuch 1 Ehrenpreis
Cd. Stockheim bei Michelſtadt, 5. Febr. Der kath. Jugend= und
Jungmänner=Verein veranſtaltete am vergangenen Sonntag abend im
Saale des „Anker” in Stockheim einen Heiteren Abend unter dem Motto:
Wir wollen wieder mal kräftig lachen‟. Der Saal war bis auf den
letzten Platz beſetzt und war das Programm wirklich auch derart, daf
man aus dem Lachen nicht herauskam. Beſonders bei dem Schwank
„Die Erben von Schloß Uelzenpritz” gab es ſo urkomiſche Situationen,
daß die Lachmuskeln bald überanſtrengt wurden.
b. Erbach i. O., 5. Febr. Gemeinderatsſitzung. Der
Vürgermeiſter machte eingangs der geſtrigen Sitzung die Mitteilung,
daß trotz aller Bemühungen der Einſpruch eines Anliegers gegen die
Linienführung der neuen Straße durch die Neugärten nicht
zurückge=
nommen worden ſei. Er ſchlägt, da die Gemeinde auf ihrem
Stand=
punkt beſtehen bleiben muß, vor, die Sache auf dem geſetzlichen Wege
entſcheiden zu laſſen. Der Gemeinderat ſchließt ſich dieſem Vorſchlag
einſtimmig an. — Zugunſten der Veranſtaltungen des Odenwälder
Reitervereins, ſoll auch in dieſem Jahre eine Geldlotterie ſtattfinden,
die den Umſtänden nach einen beſſeren Erfolg verſpricht als eine
ſo=
genannte Warenlotterie. — Eine längere Ausſprache bringt die Frage
der Verpachtung des Ratskellers und der ſtädtiſchen Feſthalle „Unter
den Linden”. Es wird befchloſſen, den Ratskeller zur Submiſſion
Weisse Schürzen
Serwier-Schürzen
mit Klöppel-Einsatz und Spitze
garniert . . . . . . . .. ........
SerVier-Schürze
ringsum festoniert, mit Durchbruch-Motiv
Servier-Schürzen A35
zum Anstecken, mit schönen Stickerei-
Motiven . . . . . . . . . .... .....
Servier-Schürzen d60
aus soliden Stoffen, schöne Ausführung.
Servier-Schürzen d9S
in weiten Formen, mit teiner Spitze ...
Damen-Berufs-MäntelAyS
aus kräftigem weißen Stoff, in allen Größen &
Damen-Berufs-Mäntel A9S
in der beliebten Durchsteck-Form . . . .
auszuſchreiben. Die Zeit der Pachtperiode ſoll auf 3 bzw. 5 Jahre
feſtgeſetzt werden. Die Stadtverwaltung wird beauftragt,
entſprechen=
den Vertrag vorzulegen. Der Gemeinderat behält ſich jedoch den
Zu=
ſchlag unter den Bewerbern vor. — Die Feſthalle ſoll — um eine
Pachtzeit analog derjenigen der Bierhallen zu erreichen — tunlichſt,
vorläufig auf ein Jahr, an den ſeitherigen Pächter (Dekerlin)
ver=
geben werden. Auch hier wird die Stadtvevwaltung mit der Führung
der erforderlichen Verhandlungen beauftragt. — Ein Antrag des
Vereins für Heſſen zur Beſchäftigung Arbeitsloſer um Bewilligung
eines Beitrages muß in Anbetracht der wirtſchaftlichen Lage der
Ge=
meinde und der an und für ſich hohen Aufwendungen für
Unter=
ſtützungen abgelehnt werden. — Um einen Bauplatz am ſogenannten
Roten Rain haben ſich zwei Bewerber gemeldet, ein Erlenbacher und
ein Erbacher Einwohner. Der Gemeinderat beſchließt nach eingehender
Beratung, den Bauplatz dem Chriſtian Walther=Erbach um 1 RM. je
Quadratmeter abzugeben. Dem Heinrich Weyrauch=Crlenbach ſoll,
falls eine Einigung mit ihm erzielt werden kann, ein Bauplatz an
einer anderen Stelle überlaſſen werden. — Der Voranſchlag des
Kreis=
krankenhauſes Erbach, der in Einnahme und Ausgabe mit 49 000 NM.
abſchließt, wird genehmigt. Die Entwicklung der Anſtalt war auch im
abgelaufenen Jahre eine ſehr gute. So iſt die Zahl der Aufnahmen
auf 365 geſtiegen. — Der Bürgermeiſter gibt der Hoffnung Ausdruck,
daß die Gunſt der Kreisbevölkerung auch im laufenden Jahre dem
Inſtitut erhalten bleiben möge. — Der Leonhard Schneider=Erbach
wird auf Antrag von ſeinem Amt als Schulvorſtandsmitglied
ent=
bunden. An ſeine Stelle tritt auf Vorſchlag der Linken
Kreisverwal=
tungsinſpektor Schick, der Geſchäftsführer des hieſigen Jugendamts. —
Die anſchließende nichtöffentliche Sitzung erlitt durch Feueralarm ein
unliebſames Ende.
m. Beerfelden, 5. Febr. Turnertheater. Nachmittags, als
Hauptprobe ſozuſagen, eine Kindervorſtellung und abends als
Hauptdar=
bietung der Zaktige Schwank „Die Logenbrüder”, das war am Sonntag
ein Haupterfolg des Turnvereins D.T. — Die Darſtellenden hatten ſich
mit Eifer und Verſtändnis in ihre Rollen vertieft und die Leitung hatte
in denſelben Weiſe an den einzelnen Leiſtungen gebügelt und geglättet,
bis das wurde, was die Zuſchauer feſſelte und dieſelben des öfteren zu
Beifallskundgebungen veranlaßte. Zu dem Gelingen des Ganzen trug
weſentlich bei der Wirbſamkeit der Familie Bukor, die ſich ſchauſpieleriſch
zur Verfügung ſtellte, aber auch als Leitung beim Erdenken und
Her=
ſtellen der Dekaration uſw. den Löwenanteil hatte. Allen übrigen
Mit=
wirkenden ungenannt ſei auch an dieſer Stelle wohlverdientes Lob
ge=
ſpendet
— Winterkaſten, 5. Febr. Kommenden Sonntag, den 9. Februar,
hält der Geſangverein Liederkranz bei Gaſtwirt Joh. Jährling ſeinen
Vereinsball ab.
Cf. Birkenau, 5. Febr. Generalverſammlung der
Orts=
gruppe Birkenau des Reichsbundes der
Kriegs=
beſchädigten. Nach Verleſung der Protokolle durch den 1.
Schrift=
führer Hans Melbert erſtattete der 2. Vorſitzende den Geſchäftsbericht.
Er ſchilderte die im vergangenen Jahre geleiſtete Arbeiten und betonte,
daß durch die Finanznot des Reiches auch die Verſorgungsämter zur
äußerſten Sparſamkeit angewieſen ſeien, was in den vielen ablehnenden
Beſcheiden des verfloſſenen Jahres kraß zum Ausdruck gekommen ſei.
Kamerad Alb. Zimmermann dankte dem Berichterſtatter und ſprach ihm
das Vertrauen der Verſammlung aus. Den Kaſſenbericht erſtattete
Kamerad Metzger. Bei der Wahl wurde Kamerad Georg Schwöbel auch
für das Jahr 1930 wieder zum 1. Vorſitzenden gewählt. Auch ſonſt
blieb der Vorſtand in ſeiner alten Zuſammenſetzung beſtehen.
Ci. Zwingenberg a. d. V., 4. Febr. Film und Schule. Um
der Schuljugend wirklich gute Filme vorführen zu können, iſt auch
beim Kreisſchulamt Bensheim eine Lichtbildſtelle errichtet worden.
Der erſte Film, der im ganzen Kreis gezeigt werden ſoll, iſt der
Naturfilm „Simba, der König der Tiere‟ Er enthält wundervolle
Nahaufnahmen der oſtafrikaniſchen Tierwelt und iſt in vierjähriger
gefahrvoller Arbeit in unſerer ehemaligen Kolonie gedreht worden
Beſonders ſpannend ſind die Aufnahmen von in Freiheit lebender
Löwen. Am 3. d. Mts. in Zwingenberg und am 4. in Jugenheim
wurde der Film durch Herrn Lehrer Knapp aus Bensheim insgeſamt
etwa 800 Schülern aus Auerbach, Hochſtätten, Zwingenberg, Alsbach,
Bickenbach, Jugenheim, Stettbach und Seeheim gezeigt.
Cc. Seeheim, 5. Febr. Singeabend. Mit einem größeren
Kreiſe ſangesfroher Menſchen aus dem Kirchenchor und ſämtlicher
Gefangbereine hielt Herr Pfarrer v. d. Au=Darmſtadt einen
Singe=
abend nach Art der Finckenſteiner Singebewegung. Einleitend wies er
auf den Sinn dieſes modernen Singens hin; wie es den ganzen
Menſchen erfaſſen, wie es zu einem natürlichen, herzensfrohen
Muſi=
zieren des ganzen Volkes werden ſolle. Die Singefreudigkeit ſei heute
gegen früher recht gering, gegen eine Zeit, die zweifellos mehr auf
In=
nerlichkeit eingeſtellt ſei, als die Gegenwart, Drum ſchöpfe die
Jugend=
bewegung gerade bei den alten Weiſen mit ihrer innigen Kraft und
laſſe ſich aus dieſem Jungbrunnen immer wieder neu beleben. Das
alte Volkslied und „das Lied im hohen Chor” haben es ihr beſonders
angetan, und wer hier wirklich mitmache, ſpüre deutlich etwas von
der Gemeinſchaft bildender Kraft des Liedes. Und als nach dieſer
kurzen Einleitung das Singen begann, hatte die Art, wie es Herr
Pfarrer v. d. Au machte, bald die Herzen der Teilnehmer gewonnen.
Mit einem ſchlichten Volksliede mit eigener Begleitſtimme fing man
an, zahlreiche Kanons folgten, vom zweiſtimmigen bis endlich zum
ſechsſtimmigen. Es war wirklich ein freudiges Muſizieren, dem ſich
aber auch niemand entziehen konnte. Man hörte das nicht nur am
rohbewegten Singen, ſondern ſah’s den Geſichtern an, daß Herr
Pfarrer v. d. Au allen eine Stunde innerer Freudigkeit beſchert hatte.
Und dafür gebührt ihm unſer aller Dank. — Perſonalwechſel.
Mit dem 1. Februar hat die Reichsbahn unſere Bahnſtation — wie
auch die Jugenheimer — zu einer Agentur gemacht und ſie einem
Privatmann übergeben. Dadurch wurde der ſeitherige
Stationsvor=
ſteher, Herr Joh. Dieffenbach, von hier nach Unter=Waldmichelbach
O. verſetzt. In der kurzen Zeit ſeiner hieſigen Tätigkeit erfreute
ſich der Scheidende dank ſeines ruhigen und jederzeit
entgegenkommen=
den Weſens allgemeiner Beliebtheit, weshalb ihn unſere beſten Wümnſche
in den neuen Wirkungskreis begleiten.
0
TosT
GorlE!
Bm. Hofheim (Ried), 4. Febr. Verſchiedenes. Nun iſt in
unſerer Gemeinde wieder Ruhe eingezogen, die Einbrecherei hat
auf=
gehört, und die Einwohner atmen wieder freier. Der Polizei iſt es
nach ſchwievigen Bewüühungen gelungen, endlich Licht in dieſes Dunkel
zu bringen. — Wie durch Anſchlag und Ortsſchelle bekannt gemacht
wurde, iſt nun auch hier das Anbringen von Schildern und Plakaten an
Häuſerm, Toren uſw. von einer kreisamtlichen Genehmigung abhängig.
Das Verbot tritt ab 15. Februar in Kraft. — In den dauernden Rul
ſtand verſetzt wurde mit Wirkung vom 1. Mai ds. Js. der Amtsgehilfe
Fakob Löſch von hier, bedienſtet beim Reichsbahn=Betriebsamt 1,
Worms. Wohl iſt Löſch noch ein Mann in den beſten Jahren, aber
ein im Krieg zugezogenes Leiden, welches ſich immer verſchlimmerte,
nachte die Ruheſtandsverſetzung nodwendig. — Mit Eintritt wävmer
rung wird mit den Arbeiten zur Herſtellung der Bahwhofſtraß
begonnen werden. Die Mandſteine ſind bereits angefahren und ma
iſt geſpannt wie die Neuherſtellung dieſer Hauptſtraße ausfallen wird.
— Der hieſige katholiſche Jünglingsverein hatte im Canifiushaus eine
Theaterabend. Zur Aufführung gelangte „Die Bettelmuſikanten”
Schauſpiel in 5 Akten. Die Darſteller gaben ihr Beſtes, die Beſuche
zollten dem guten Stück reichen Beifall, und war ſomit der gutbeſucht=
Abend ein vvller Erfolg. —
Zu Ehren des ſcheidenden Rektors E
fand im „Kaiſerhof” eine Abſchiedsfeier der Schulen ſtatt. Herr Lehrer
Baußmann widmete dem Scheidenden warme Albſchiedsworte, und die
er
9
Schüler erfreuten durch Geſang und Theater ihren geweſenen
ge
und Erzieher. Sichtlich gerührt, dankte der Rektor für alle
und mit einem dreiſtimmigen Chor der Schüler endete die Abſchieds
feier.
z. Bürſtadt (Ried), 4. Febr. Am Sonntag konnte die Deutſch
Jugend=Kraft, Gruppe Bürſtadt, die Meiſterſchaftsfeier ihrer erſte
Handball= ſowie der erſten Fußballmannſchaft begehen. Es iſt dies das
erſte Mal ſeit Beſtehen der Deutſchen Jugendkraft Bürſtadt, daß ei
Meiſterſchaft nach hier fiel, und wurde darum in beſonderer Weiſe
feiert. Die Wettſpiele, die letzten der Verbandsrunde 1929/30, wu
am Nachmittag vor einer großen Zuſchauerzahl ausgetragen, und
endeten für die Handball=Mannſchaft mit einem Sieg über die 1. La
pertheim 4:1. Desgleichen ſiegte die 1. Fußballmannſchaft über di
de, He
Lorſch 5:0. Nach beendigtem Spiel überreichte der Vorſitz
Jakob Ille, den ſiegreichen Mannſchaften einen Lorbeerkranz ſow
neuen Treß in den Farben grün=weiß. Unter Vorantritt des
katho=
liſchen Kirchemmuſikvereins bewegte ſich die ſiegesfrohe Schar in Feſt
zugordnung nach dem kath. Pfarrhaus, woſelbſt der Präſes, He
Kaplan Adams, ſowie Herr Pfarrer Mergler, und im Name
der Gemeinde Herr Bürgermeiſter Siegler den „Meiſtern vom Ried‟
ihre Glückwünſche ausſprachen und zu weiterer zielbewußter Arbeit
innerhalb der Deutſchen Jugendkraft aufforderten. Ein gemütliches
Beiſammenſein in den Räumen von Philipp Held und Joh. Hamm
ſchloß den Ehrentag der Deutſchen Jugendkraft, Gruppe Bürſtadt.
Bh. Dudenhofen, 3. Febr. Die Landesverſicherungsanſtalt
Darm=
ſtadt veranſtaltete einen Lichtbildervortrag. Der Leiter der heſſiſchen
Wanderausſtellung für Geſundheitspflege und ſoziale Fürſorge, Herr
L. Avemarie, ſprach über das Thema: „Die Bedeutung der
Gefundheits=
pflege für unſer Volk‟. Der Vortragende behandelte beſonders die
Tuberkuloſe, den Krebs, die Geſchlechtskrankheiten und den
Alkohol=
mißbrauch als Volkskrankheiten und ihre Folgen für das deutſche Volk
Zahlreiche Lichtbilder veranſchaulichten den Wert einer
vernunft=
gemäßen Ernährung, der Reinlichkeit und der ſportlichen Betätigung
für die Volksgeſundheit. Anſchließend an den Vortrag lief noch ein
Trick=Film „Majanka, die letzte Fliege”, der den Zuhörern die
Gefah=
ren, die uns durch die Fliegenplage drohen, vor Augen führte. Herr
Bürgermeiſter Kämmerer dankte Herm L. Avemarie im Namen der
Gemeinde und der zahlreichen Zuhörer für ſeinen lehrreichen Vortrag.
— Unter zahlreicher Beteiligung wurde Herr Ph. L. Karl beerdigt.
Der Verſtorbene war lange Jahre Fahnenträger und Vereinsdiener des
Krieger= und Militärvereins Dudenhofen. Der Kriegerverein gab dem
verſtorbenen Kameraden ein zahlreiches Geleite, und der 1. Vorſitzende,
Herr F. Biſchoff, legte im Namen des Vereins einen Kranz am/ Grabe
nieder. — Der Geſangverein Männerchor führte in ſeinem Vereinslokal,
im Saale „Zum Michelsbräu” die Operette „Wenn der Himmel voller
Geigen” auf. Die Veranſtaltung war ſehr gut beſucht und für den
Verein ein voller Erfolg. — Die Straße Tannenmühle—Dudenhofen—
Oberroden, die wegen ihres ſchlechten Zuſtandes das Schmerzenskind der
Kraftfahrer war, wird augenblicklich um einen Meter verbreitert, um
dann gewalzt und aſphaltiert zu werden.
m. Aus dem Lande, 5. Febr. Gewerbliches. Die
Handelskam=
fährt fort, durch ihre Nebenſtellen die regelmäßig wiederkehrenden
Mer
ſchtage abhalten zu laſſen. Die Nebenſtelle Alzey hält ſolche ab an.
5 Orten und in Alzey mit Ausnahme der auswärtigen Sprechtage an
allen Wochentagen von 10—12 Uhr und von 3—4 Uhr; — die
Neben=
ſtelle Darmſtadt an 8 Orten, die Nebenſtelle Friedberg an 9 Orten, im
Laubach und Ulrichſtein nach Bedarf und in Friedberg Montags,
Diens=
tags, Donnerstags und Freitags; — die Nebenſtelle Gießen an 9 Orten
in Groß=Felda nach Bedarf und in Gießen außer Samstags,
Donners=
tags, den Nachmittagen und den auswärtigen Sprechtagen, vormittags
von 9—12 Uhr, außerdem iſt das Büro werktäglich von 8—12 Uhr und
2—6 Uhr geöffnet; — die Nebenſtelle Mainz in Mainz Montags,
Diens=
tags, Donnerstags und Freitags von 9—12 Uhr, in Bingen und Gau=
Algesheim immer mittags; — die Nebenſtelle Offenbach an 3 Orten,
weiter iſt das Büro in Offenbach außer Samstags täglich geöffnet von
9—12 Uhr; — die Nebenſtelle Worms an 5 Orten, in Worms täglich
außer Mittwochs und Samstags von 9—12 Uhr und 3—4 Uhr.
Wafſerſtandsnachrichten vom 5. Februar 1930. Rhein:
Hü=
ningen 0,55, Kehl 1,73, Maxau 3,55, Mannheim 2,25, Mainz 0,10,
Bin=
gen 1,32, Kaub 1,41, Köln 1,35 Meter. Main: Schweinfurt 0,88
Würzburg 0,86, Lohr 1,24, Groß=Steinheim 2,32, Frankfurt 2,40,
Koſt=
heim Staatspegel minus 0,29, do. Waſſertiefe 1,70, Fahrtiefe 1,40 Meter.
— Gernsheim, 5. Febr. Waſſerſtand des Rheins am
4. Februar —0,76 Meter, am 5. Februar —0,78 Meter.
— Hirſchhorn, 5. Febr. Wafſerſtand des Neckars am
4. Februar 0,77 Meter, am 5. Februar 0,92 Meter.
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Nummer 37
Donnerstag, den 6. Februar 11930
Seite 7
Jahreshauptverſammlung des Verkehrsausſchuſſesder Bergſtraße
Bo. Heppenheim, 5. Febr. Der Verkehrsausſchuß der Bergſtraße
hielt in Heppenheim ſeine Haupt= und Jahresverſammlung ab. Der
Vorſitzende des Ausſchuſſes, Herr Bürgermeiſter Dr. Angermeier=
Bens=
heim, eröffnete die Verſammlung mit Worten der Begrüßung, wobei
er beſonders die Anweſenheit der Herren Provinzialdirektor Dr.
Geb=
hardt=Darmſtadt, Kreisdirektor Pfeiffer=Heppenheim, Regierungsrat
Kaiſer als Vertreter des Verkehrsamtes Darmſtadt der Reichsbahn,
Theodor Stemmer, Vorſitzender des Darmſtädter Verkehrsvereins,
Bür=
germeiſter Daub, Vorſitzender des Odenwaldklubs, Guido Scheer vom
Verkehrsamt Heidelberg, Oberbürgermeiſter Hügel=Weinheim,
Bürger=
meiſter Dr. Schiffer=Heppenheim, die einzelnen Bürgermeiſter bzw. ihre
Vertreter der dem Ausſchuß zugehörigen Gemeinden und des
Vertre=
ters der Preſſe aus Bensheim namentlich hervorhob. Er gedachte
ſo=
dann mit ehrenden Worten des im Laufe des verfloſſenen Jahres
ver=
ſtorbenen Herrn Notars Stahl=Bad=Nauheim. Der Vorſitzende erſtattete
ſodann den Jahresbericht, aus dem zu erſehen war, daß der Ausſchuß
in erſter Linie eine ſehr ausgedehnte Propagandatätigkeit entwickelt hat.
Der Vorſitzende gab weiterhin bekannt, daß die Zeitſchrift „Volk und
Scholle” zum Verbandsorgan beſtimmt wurde, er gedachte des guten
Verlaufs des Bensheimer Winzerfeſtes, deſſen alljährliche
Wieder=
holung gewünſcht und geplant wurde. Die Herausgabe des Führers
und der Reliefkarte „Bergſtraße und Odenwald” fand Erwähnung, wie
auch der Vorſitzende wiederholt auf die Notwendigkeit hinwies, die
elektriſche Bergſtraßenbahn mindeſtens bis Weinheim durchzuführen.
Vielfach haben die Gemeinden ihre freiwilligen Beiträge infolge
finan=
zieller Schwierigkeiten herabgeſetzt, was ſehr bedauerlch ſei und die
Ar=
beitsmöglichkeit des Ausſchuſſes ſehr beſchränke.
Sodann referierte Herr Scheer=Heidelberg an der Hand eines
Probe=
druckes eingehend über die Propagandakarte „Heidelberg und ſein
Ring”, in der auch die Bergſtraße bis Darmſtadt, der Odenwald und
das Ried hineinbezogen wurden. Herr Stemmer=Darmſtadt, der
auf Veranlaſſung des Herrn Kommerzienrats Euler=Bensheim vor 30
Jahren den Ausſchuß gründete, referierte über die Werbefähigkeit der
Karte „Odenwald und Bergſtraße” ſowie über das von Darmſtadt
aus=
gegebene Propagandamaterial, in dem beſonders auch die Bergſtraße
ſtarke Berückſichtigung findet. Der Odenwaldführer wird in 50 000
Exemplaren herausgegeben.
Bürgermeiſter Glock=Alsbach tritt für die Erweiterung der
Bezeich=
nung der Halteſtelle Hähnlein in Alsbach-Hähnlein ein, wobei er
dra=
ſtiſche Beiſpiele dafür anführte, daß ortsunkundige Beſucher vielfach das
an den Bergen liegende Alsbach für Hähnlein halten, oder das
Aus=
ſteigen an der Halteſtelle Hähnlein verſäumen, trotzdem ſie von hier
aus günſtig Alsbach hätten erreichen können. Der Vorſitzende
unter=
ſtrich dieſe berechtigten Wünſche Alsbachs, das zur Unterhaltung einer
elektriſchen Beleuchtung der Halteſtelle ſogar 1800 Mark beitragen will.
Herr Regierungsrat Kaiſer=Darmſtadt ſagte als Vertreter der
Reichs=
bahn nochmalige wohlwollende Prüfung der Angelegenheit zu, wenn
die Anträge wiederholt werden. Bürgermeiſter Daub=Darmſtadt
emp=
fahl den Alsbachern die Inanſpruchnahme des Odenwaldklubs zwecks
Durchbringung ihres Begehrens bei der Reichsbahn. Herr
Bürgermei=
ſter Dr. Schiffer=Heppenheim äußerte einige Wünſche hinſichtlich des
Haltens einiger Eil= und Schnellzugspaare in Heppenheim mit ſeinen
8000 Einwohnern.
Herr Beigeordneter Krenkel=Bensheim erſtattete den Kaſſenbericht,
der in Einnahme mit 4454,40 Mark, in Ausgabe mit 4063,76 Mark
ab=
ſchließt, ſodaß ein Beſtand von 390,64 Mark vorhanden iſt. Die nächſte
Hauptverſammlung wird nach einſtimmigem Beſchluß in Auerbach
ſtatt=
finden. Einen breiten Raum der Beſprechungen nahm ſodann noch die
Schnakenbekämpfung ein, zu der über das „Wie” der Vorſitzende um
Aeußerungen bat. Ein einmütiges Vorgehen allerorts iſt Vorbedingung,
zu dem auch die Regierung veranlaßt werden ſoll. — Der
Propaganda=
kommiſſion ſollen bis zu 1800 Mark zur Verfügung geſtellt werden.
Die Diskuſſion ergab, daß man volles Vertrauen in die
Propaganda=
kommiſſion ſetzt und ihr die Höhe und die Art der Propaganda
über=
laſſen bleiben ſoll. Dem Vertreter der Induſtrie= und Handelskammer,
Herrn Kahlert=Darmſtadt, wurde der Dank für das Anerbieten
koſten=
loſer Aufnahme geeigneter Propaganda in engliſchen Blättern
ausge=
ſprochen. Herr Provinzialdirektor Dr. Gebhardt=Darmſtadt nahm
dar=
auf das Wort zum Dank für die Einladung; er ſagte trotz beſchränkter
Mittel und geſchwächter Hilfsmöglichkeit tatkräftigſte Hilfe zu und bat,
von der Freiheit der Wunſchäußerung weitgehenden Gebrauch zu machen.
Nach weiterer ſehr reger Ausſprache ſchloß der Vorſitzende unter
nochmaligem Dank für das Erſcheinen des Herrn Provinzialdirektors
Dr. Gebhardt mit dem Wunſche: Der Verkehrsausſchuß der
Berg=
ſtraße, er wachſe, blühe und gedeihe!”.
Jagdkalender für den Februar in Heſſen.
Mitgeteilt vom Heſſ. Jagdklub, e. V. Darmſtadt.
Mit dem Februar beginnt die Schonzeit für alles Wild außer
Schwarzwald, Gdel= und Damwild, Faſanenhähne, Raubwild und wilde
Kaninchen.
Der Heger findet jetzt immer Arbeit im Revier durch Beſchickung der
Fütterungen, Inſtandſetzen der Salzlecken, ſtrenge Aufſicht auf zwei= und
vierbeiniges Geſindel.
Schon beginnt die Reihzeit der Wildenten. Die Füchſe ranzen.
Gegen Ende des Monats nimmt der Raubvogelzug ſeinen Anfang. Die
Winterkrähen verlaſſen uns.
Noch ſind bei uns die Feldhühner in Ketten zuſammen, am
Beneh=
men der Haſen indeſſen iſt das kommende Frühjahr ſchon zu bemerken.
Hoffentlich bleibt uns ein ſtrenger Nachwinter erſpart.
Ck. Groß=Gerau, 4. Febr. Kreisgeſundheitsamt. Die
Amtsräume des Kreisarztes befinden ſich ab 1. Feruar in Groß=Gerau,
Adolf=Göbel=Straße 28, Zimmer 11 und 12. Die Sprechſtunden finden
Mituwochs vormittags von 8— 11 Uhr und Freitags nachmittags von
2—4 Uhr ſtatt. Die Sprechſtunde der Fürſorgeſchweſtern findet Freſ=
Der Kreisausſchuß
tags nachmittags von 2—4 Uhr ſtatt.
für den Kreis Groß=Gerau wurde durch den neuen Kreistag wie folgt
zuſammengeſetzt: Mitglieder: Heinrich Göbel, Lagerhalter, Rüſſelsheim;
Friedrich Ewald 2., Lagerhalter, Trebur; Schuhmachermeiſter Franz
Weißbarth, Wolfskehlen; Landwirt Heinrich Walter
r 4., Königſtädten;
Amtsgerichtsrat Hans Gläſer, Groß=Gerau, und Bürgermeiſter Franz
Joſeph Hoffmann, Gernsheim. Erſatzmitglieder: Schreiner Chriſtian
er Karl Treutel, Kelſterbach; Kreis=
Allgaier, Rüſſelsheim; Geſchäftsf
veuwaltungsamtmann Adam Nauch 1., Groß=Gerau; Sparkaſſenkaſſierer
Valentin Bernhardt, Klein=Gerau; Bürgermeiſter Dr. Bernhard
Lüdecke, Groß=Gerau, und Fabrikant Jakob Nold, Stochſtadt. —
Gas=
fernleitung. Die Stadt Darmſtadt hat auf Grund des Geſetzes
über die Anlage von glektriſchen Hochſpannungsleitungen uſw. vom
30. März 1928 um die Genehmigung der Anlage einer Gasfermleitung
von Darmſtadt nach Groß=Gerau über Büttelborn nachgeſucht. Die
Leitung wird in der Hauptſache nur auf öffentlichen Wegen und
Straßen verlegt. In den Gemarkungen Büttelborn und Groß=Gerau
worden i geringem Maße auch Privatgrundſtücke beanſprucht. Die
Plöne und Beſchreibungen der Anlage liegen in der Zeit vom 3. bis
10. Februar dieſes Jahres auf dem Kreisamt Groß=Gerau —
Regiſtra=
tur — während der üblichen Dienſtſtunden aus.
infolge der Herabsetzung des Reichsbank-Diskonts
vergüten wir mit Wirkung vom 5. Februar 1930
ab folgende Zinssätze:
auf provisionstreien Konten
3½½%0 p. d.
(Scheckkonten)
auf provisionspflichtigen Konten 4"p. a.
Aus dem gleichen Grunde ermäßigt sich auch der
Sollzinsfuß ab 5. Februar 1930 um U-Prozent.
Die Zinsvergütung für Banksparkonten ermäßigt sich
auf 600 P. 2.
Die neuen Zinssätze für Kündigungs-und feste Gelder
sind an unseren Schaltern zu erfahren.
Darmstadt, den 5. Februar 1930.
Darmstädter und Nationalhank
Kommanditgesellschaft auf Aktien.
Deutsche Bank und Disconto-
Gesellschaft Fillale Darmstadt.
A
WElBLICH
17jähr. Mädchen
ſucht nach Beſuch d.
Oſt. Stelle auf ein.
Büro als
Anfänge=
rin. Angeb. unter
T. 25 a. d. Geſch. (*
Landw.=Tochker
22 J., ſucht Stelle
als Haustochter bei
Familienanſchluß.
Näh= u
Kochkennt=
niſſe vorhanden.
Zuſchriften erbeten
unter S. 122 an die
Geſchäftsſtelle (2286
Beſſ. Mädchen
ſucht ſofort Stellung
in nur gut. Hauſe.
Gute Zeugniſſe
vor=
handen. Angebote
unter T. 10 an die
Geſchäftsſtelle.
Fröbel=
Kinder=
gärtnerin, 19 J. a.
m. g. Zeugn., ſucht
in nur g. ev. Hauſe
bis z. 1. 3. 30 päſſ.
Stellung, auch
tags=
üüber. Angeb. unter
T. 23 a. d. Geſch. (*
Mädchen v. Lande,
in all. Hausarbeit,
Kochen u.
Kranken=
pflege erf, ſucht St.
Ang. u. T. 27 Gſch.
(2323)
Mi
hef. mein. Sohn,
Jahre, Stelle p.
April auf Bank,
o,Buchhalter od.
ſtwie. Höh. Schul=
„, Handelsſchule
t.Zeugn. 2Jahre
ll. Bankfächern
gebildet Angeb.
5. 124 Geſchſt. C
Beitragen und
Urdnen dt Bic.
Bilanz und
Steuer=
weſen übern,
ſtun=
den=, halbtage= und
tageweiſe b.
Hand=
werkern und
Klein=
gewerbetreibenden
billigſt erfahrener,
füterer Kaufmann.
Näh. Geſchäftsſt. (*
K
(VEIBLICH
GeMſecefel.
näherin
Aushilfe geſucht.
Schulſtr. 8.
Schulfreies
Lehrmädch.
per ſofort geſucht.
Bayr.
Schokoladen=
haus, G. m. b. H.,
Rheinſtraße 3.
Aelteres, erfahrenes
und zuverläſſiges
IIoi=
Aueinmädchen
das bereits in gut.
Haus in Stell, war
zum 1. März geſucht.
Vorzuſtellen zwiſch.
u. 16 Uhr bei
Profeſſor Jonas,
Darmſt.,
Steinberg=
weg Nr. 29. (2295
In evang. Familie
jungesmädchen
15—16 Jahr d.
den beſſ. bürgerlich.
Haush.
erlern will,
März d. J. geſ.
Angeb. m.
Taſchen=
geldanſpr. an Frau
Aug. Kunz
Villen=
kol. Buchſchlag i
36
Wildſcheuerwe
erbeten.
Jüngeres, tüchtiges
Servierfräulein
geſucht
Stahl.
Heidelbergerſtr. 15.
Ordtl. ſol. Mädchen,
—20 J. alt. bis n
d. Spülen geſ.
Vor=
zuſt. Roßd.=Str. 114.
pt. zw. 2 u. 4 Uhr.
Geſucht:
Sauberes, ehrliches
Mädchen oder Frau
—3 Uhr, Freit.
länger geg.
monat=
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Riedlingerſtr. 29, II.
Sofort
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b. n. d. Spülen geſ.
Mahlow,
Heidelbergerſtr 2.*
Einz. Dame ſucht
beſſeres Mädchen
bis nach d. Spülen.
evtl. für ganz.
Mühlſtraße 6, part.
Lehrfräulein
aus guter Familie, ſchulfrei, in beſſ.
Konditorei geſucht. Bildofferte unter
T 7 an die Geſchäftsſtelle.
Jüng. unabh. Hilfe
vorm. geſ.
Heidel=
bergerſtr. 6. pt.
Köchin 5
m. g. Zeugn. geſucht.
Näh. Lukasweg 15, I.
Ehrliches, ſolides
Mädchen
(nicht unter 18 J.)
aus gut. Fam geſ.
Nieder=Ramſtädter
Straße 35, pt.
MTNMLIER
Eriſtenz!
5000 ℳ jährl. Eink
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Jahren eingef. Art.
Erford. 200 N bar.
Hellerc Paſch, Bonn.
(I. K52305)
Kaufmänn. geb.
Buchdruck=
Fachmann
ſofort geſucht.
Aus=
führl. Bewerbungen
u. S. 84 Gſchſt. Emd
Jg. ſtrebſ.
Friſeur=
gehilfe, d. ſ. w.
aus=
bild. will, ſof geſ.
Ang. u. T. 20 Gſch.
Tüchtige Friſeuſe
alsbald in
Dauer=
ſtellung v. beſſerem
Geſchäft geſucht.
Ang. u. S.120 Gſch.
VonKolonialwaren=
Großhandlung
aus achtbarer Fam.
mit gut. Zeugniſſen
per ſof. oder Oſtern
geſucht.
Angeb. unter S. 119
an die Geſchäftsſt.
Ja. Laufburſche
für einige Stunden
am Tage geſucht.
Raccur.
Rheinſtraße 47. (*
Wir ſuchen
zu Oſtern einen
ohr
Leurling
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AaMIOT
N6
Seite 8
Donnerskag, den 6. Februar 1930
Nummer 37
Die große landwirkſchaftliche Woche
Berlin 1930.
Berlin. Die diesjährige Tagung der Großen
landwirtſchaftlichen Woche ſetzte mit über 20
Aus=
ſchuß= und Sonderausſchußſitzungen ein. Trotz der
Zeitverhältniſſe war die Beteiligung ſtark. Den
Reigen der öffentlichen Verſammlungen eröffnete die
Verſammlung von Freunden der Feldberegnung. Den
erſten der drei auf der Tagesordnung ſtehenden
Vor=
träge hielt Geh. Reg.=Rat Prof. Dr. Fiſcher,
Ber=
lin=Dahlem, über: „Techniſche Fortſchritte in der
Feldberegnung”. Anhand einer Reihe von
Licht=
bildern wurde gezeigt, in welcher Weiſe die
ver=
ſchiedenen Herſteller von Negenapparaten aus
Unter=
ſuchungen der letzten Jahre die praktiſche
Nutz=
anwendung gezogen haben. Hiernach ſprach Prof.
Dr. Frölich=Halle über den Einfluß der
Feldbereg=
nung auf die Grünlandwirtſchaft. Der letzte
Vor=
trag befaßte ſich mit der Beregnungsanlage des
Tierzuchtinſtituts der Univerſität Gießen. In der
Verſammlung der Düngerabteilung der D. L. G.
ſprach Geh. Reg.=Rat Prof. Dr. Tacke=Bremen über:
„Altes und Neues über Stallmiſtpflege‟. Alsdann
folgte ein Vortrag von Prof. Dr. Ehrenberg=Breslau
über: „Die Bedeutung des Untergrundes für die
Nährſtoffverſorgung der Kulturpflanzen‟. Die
ein=
gehende Ausſprache brachte eine Reihe wichtiger
Bei=
träge aus der Praxis zu den Vortragsgegenſtänden.
Sechs Arbeiter bei einer Exploſion verunglückt.
Frankfurt a. M. Am Mittwoch nachmittag
gegen 4 Uhr entſtand in der Fabrik für
Automobil=
zubehörteile von Hermann Franke, in der
Schloß=
ſtraße 85, eine Exploſion, wobei ſechs Perſonen des
Betriebes verletzt wurden. Die Verletzungen ſind
micht lebensgefährlich. Ein Teil der Verunglückten
wurde dem Städtiſchen Krankenhaus zugeführt. Der
Urſprungsherd der Exploſion konnte noch nicht genau
feſtgeſtellt werden. Zurzeit werden von
Sachverſtän=
digen noch Ermittlungen angeſtellt. Der
Material=
ſchaden beträgt etwa 10 000 RM. und iſt durch
Ver=
ſicherung gedeckt.
Von einer Kipplore erdrückt.
Mannheim. Auf dem Gelände zwiſchen
Langerötterſtraße und den Kaſernen, wo zurzeit
größere Erdbewegungsarbeiten vorgenommen
wer=
den, ereignete ſich ein ſchweres Unglück. Ein
Erd=
arbeiter aus Wallſtadt ſtürzte mit einer beladenen
Kipplore eine Böſchung hinunter, wobei er ſo
un=
glücklich unter die Lore zu biegen kam, daß der Tod
auf der Stelle eintrat. Die Schuldfrage iſt noch nicht
geklärt.
Ein Hundertzweijähriger.
Baumbach. Am 11. Februar dieſes Jahres
wird der in Baumbach im Unterweſterwaldkreis
lebende ehemalige Lehrer Peter Schupp 102 Jahre
alt. Schupp iſt im Jahre 1828 in Montabaur
ge=
boren und iſt der älteſte Weſterwälder. Der alte
Herr denkt noch lange ſein Pfeifchen zu rauchen,
das genau ſo verwittert iſt, wie das Geſicht des
rüſtigen Alten.
Nicht auf einen fahrenden Zug aufſpringen!
Simmern. Auf der Station Rheinböllesheim
kam ein junger Mann aus Düſtelbach bei dem
Ver=
ſuch, auf einen fahrenden Zug zu ſpringen, zu Fall.
Mit ſchweren Verletzungen wurde er dem
Kronken=
haus zugeführt.
Montabaur. Durch die gleiche Unſitte wurde
ein Arbeiter aus Oberhattert vom Zuge auf die
Seite geſchleudert nud erheblich verletzt.
Mord an der Geliebten.
Bad Brückenau. In Wernarz bei Bad
Brückenau wurde die einzige Tochter des
Bürger=
meiſters Ziegler, als ſie ſich im Stall aufhielt, von
dem Schreinergeſellen Eduard Döniſch erſchoſſen. Der
Täter beging darauf Selbſtmord durch Erſchießen.
Der Fall Meußdörfer.
Bayreuth. Bei einer Unterredung teilte der
Staatsanwalt mit, daß ſich Meußdörfer noch in Haft
befinde und an eine Entlaſſung nicht gedacht werde.
Richtig ſei an der Erklärung des Rechtsanwalts, daß
ſich die Arbeiter Schuberth und Popp in Haft
be=
fänden, falſch aber ſei es, daß es ſich dabei um
dieſen Mord handele; ſie hätten andere Sachen auf
dem Kevbholz. — Zu allen anderen Behauptungen
äußerte ſich der Staatsanwalt nicht, da nach ſeiner
Meinung dadurch die Vorunterſuchung beeinträchtigt
werden könnte.
Die Durchſtechereien im Inſterburger Zuchthaus
Inſterburg. Im Prozeß wegen der
Durch=
ſtechereien im Inſterburger Zuchthaus wurde der
ehemalige Gärtner Habicht wegen Beſtechung,
Urkun=
denfälſchung und Betrugs zu 12 Jahren Zuchthaus
und 2500 RM. Geldſtrafe verurteilt. Sechs Beamte
des Zuchthauſes erhielten wegen Beihilfe und paſſiver
Beſtechung zuſammen 28 Monate Gefängnis.
Zugunglück bei St. Pölten.
Zwei Tote, ein Schwerverletzter.
Wien. Auf der Weſtbahnſtrecke ereignete ſich
geſtern morgen bei St. Pölten ein Eiſenbahnunglück,
dem der Lokomotivführer des Zuges, ein Heizer und
ein Bahnbeamter, der die Fahrt auf der Lokomotive
mitmachte, zum Opfer fielen. Die beiden letzteren
wurden getötet, der Lokomotivführer ſchwer verletzt.
Von den Paſſagieren des D=Zuges, der vorgeſtern
von Amſterdam abgelaſſen wurde, kam niemand zu
Schaden. Die Urſache des Unglücks liegt in einer
Exploſion, die ſich auf der Lokomotive infolge
Platzens des Rauchrohres ereignete. Unter dem
ge=
waltigen Druck des ausſtrömenden Dampfes wurde
das auf der Lokomotive befindliche Perſonal auf die
Strecke hinausgeſchleudert, während der Zug
führer=
lo3 weiterfuhr und ſchließlich, als der Dampf
aus=
geſtrömt war, auf offener Strecke ſtehen blieb. Der
Zug ſetzte mit einer Hilfslokomotive ſeine Fahrt fort
und traf mit etwa zwei Stunden Verſpätung in
Wien ein.
Schlagwetterkataſtrophe im Dsnez=G=biet.
Bisher acht Tote.
Kowno. Wie aus Artemonfk im Donezgebiet
berichtet wird, hat ſich auf der Grube „Karl Marr”
eine Exploſion ſchlagender Wetter ereignet, der eine
Anzahl Bergarbeiter zum Opfer gefallen iſt.
Bis=
her konnten acht Leichen geborgen werden. Zwei
Bergarbeiter wurden ſchwer verletzt.
Ueberwachung und Berfolgung der Kokain= und Morphium=Schmnggler.
und Pirakenkum ſollen zu inkernakionalen Berbrechen erklärk werden
Einrichkung beſonderer nakionaler Ueberwachungszenkralen.
Der Völkerbund beabſichtigt, ein Verbrecher=
Aibum der Kokain= und Morphiumſchmuggler
anzu=
legen und überhaupt eine großzügig internationale
Ueberwachung und Verfolgung dieſer dumklen
Ge=
werbe einzurichten. Anlaß zu dieſem Plon haben
intereſſante Vorſchläge gegeben, welche der
öſter=
reichiſche Bundeskanzler Schober in ſeiner Eigenſchaft
als Präſident der internationalen
Kriminalkommiſ=
ſion dem Völkerbund unterbreitet hat. Schober regt
in einer jetzt veröffentlichten Denkſchrift an, zur
Be=
kämpfung der Falſchmünzerei und des
Mädchenhan=
dels ein großes Netz nationaler
Ueberwachungszen=
tralen über die europäiſchen und außereuropäiſchen
Länder zu legen und dieſes Kontrollnetz, deſſen
Fäden in Genf zentraliſiert werden ſollten, gleichzeitig
auch der Bekämpfung des Rauſchgift= und
Opium=
ſchmuggels nutzbar zu machen. Zwiſchen den
natio=
nalen Zentralen ſolle ein unfehlbarer und ſchneller
Verſtändigungsverkehr eingerichtet werden, der unter
Vermeidung des diplomatiſchen Weges den
Polizei=
behörden der verſchiedenen Länder direkte
gegenſei=
tige Hilfe bei Kriminalunterſuchungen, Verfolgungen
und Ausweiſungen internationaler Verbrecher
er=
laube.
Beim Völkerbund ſind dieſe Ideen ſehr günſtig
aufgenommen und in Einzelheiten noch erweitert
worden. Man denkt in Genf daran, die geſamte
kriminaliſtiſche Arbeit dieſer Organiſation dem
Wiener Büro für internationale
Falſchmünzerei=
bekämpfung zu überlaſſen. Dieſes Büro, deſſen
anerkannten Erfolge und Erfahrungen auf dem
inter=
natonalen Kriminalgebiet man ausnützen will, ſoll
über alle Perſonen, die des Rauſchgiftſchmuggels,
Mädchenhandels oder der Falſchmünzerei überführt
oder verdächtig ſind, genaue Liſten führen, Auskümfte
einholen, Angaben ſammeln, Fingerabdrücke und Pho=
tographien beſchaffen, ihren jeweiligen Aufenthalt
feſtſtellen und ihre Tätigkeit und Arbeitsmethode zu
erkunden ſuchen. Das ſo archivierte Material ſoll
dann jeweils im Bedarfsfalle anderen Behörden zur
Verfügung ſtehen und nötigenfalls durch perſönliche
Mitarbeit beſonders ſachverſtändiger Kriminaliſten
aus Wien ergänzt werden. Auf dieſe Weiſe ſoll das
Wiener Büro allmählich zur Zentrale der
inter=
nationalen Verbrecherbekämpfung ausgebildet werden.
Die ſtatiſtiſche Erfaſſung und Verarbeitung ſpeziell
der Opium= und Drogenproduktion, der
beſchlagnahm=
ten Opium= und Drogenbeſtände uſw. bliebe auch
fer=
nerhin in den Händen des Opium=Zentralbüros beim
Völkerbund. Doch ſoll dieſe Stelle mit dem Wiener
Büro ebenfalls aufs engſte verbunden werden und
ihm alle erforderlichen Angaben liefern, ohne ſich
zu=
nächſt ſelbſt aktiv mit der kriminaliſtiſchen Verfolgung
der einzelnen Fälle zu beſchäftigen. Für die übrigen
nationalen Unterzentralen und ihr Zuſammenwirken
ſollen nach Möglichkeit die Einrichtungen,
Organiſa=
tionen und Methoden des Wiener Büros als Muſter
gelten, ebenſo ſeine Verbindungen zu
Polizeibehör=
den, internationalen Archiven, Sozial=, Wohlfahrts=
und Juſtizminiſterien.
In der Opiumbommiſſion des Völkerbundes hat
man über dieſe Pläne hinaus die Forderung
auf=
geſtellt, den Rauſchgiftſchmuggel und das
Piratzen=
tum zum internationalen Verbrechen zu erklären und
mit ganz beſonders ſchweren und abſchreckenden
Stra=
fen zu belegen. Allerdings hat man dabei auf die
Schwierigkeiten hingewieſen, auf welche die
Einrich=
tung nationaler Unterzentralen bei den Ländern
ſtoßen dürften, die föderative Staatsformen haben,
wie z. B. die Schweiz und Deutſchland. Die
Schwie=
rigkeiten dürften jedoch nicht unüberwindlich ſein und
könnten auf die gleiche Art beigelegt werden, wie dies
in Oeſterreich geſchehen iſt, das auch Föderativſtaat iſt.
Das Begräbnis Emmy Deſtinns.
Das letzte Gefolge der großen Sängerin: Trägerinnen mit Schildern, auf denen die erfolgreichſten
Rollen Emmy Deſtinns verzeichnet ſind.
Das Begräbnis Emmy Deſtinns, der weltberühmten Sängerin, wurde in Prag, der alten
Muſik=
ſtadt, faſt wie ein nationaler Trauertag begangen.
Eielſons Tod gilt als ſicher.
Moskau. Die Arktiſche Regierungskommiſſion
erhielt vom Kapitän des nahe dem Nordkap
über=
winternden Sowjetſchiffes „Stawropol” einen
Be=
richt, aus dem hervorgeht, daß gemeinſame Flüge
ruſſiſcher und amerikaniſcher Flieger zum Abſturzort
Eielſons endgültig die Tatzſache des Todes
Eiel=
ſons und Borlands ergeben haben. Die Lage des
abgeſtürzten Flugzeuges läßt keinen Zweifel am
Tode der Flieger. Hierüber iſt gemeinſam mit den
amerikaniſchen Fliegern ein offizieller Bericht
auf=
geſetzt worden. Ausgrabungen zur Bergung der
Leichen ſind im Gange.
Ein engliſches Flugzeug über Sizilien
abgeſtürzt?
Rom. Im Bereich von Meſſina, in der Nähe
von Milazzo, ſoll ein dreimotoriges engliſches
Flug=
zeug mit vier Perſonen an Bord ins Meer geſtürzt
ſein. Die „Imperial Aivway” teilt hierzu mit, daß
einer ihrer Apparate nicht in Frage kommen könne,
da das Flugzeug Neapel—Malta an ſeinem
Beſtim=
mungsort eingetroffen ſei. Auf dem Flugplatz von
Le Bourget hält man es für möglich, daß es ſich bei
dem abgeſtürzten Flugzeug um das am 30. Januar
in Le Bourget geſtartete engliſche Flugzeug „Campell
Black’s” handeln könne, das nach Britiſch=Oſtafrika
unterwegs war.
Das U=Boot „0 III” gehoben.
London. Nach Meldungen aus Portsmouth iſt
das auf Grund gelaufene U=Boot „0 III” bereits
wieder gehoben worden. Die Beſchädigungen haben
ſich nur als leicht erwieſen.
Stürmiſche Ueberfahrt des Dampfers
„Grorge Waſhington”.
New York. Der Dampfer „George
Waſhing=
ton”, der am Dienstag von Hamburg hier eintraf,
hatte während ſeiner Ueberfahrt ſchwere Stürme zu
beſtehen. Fünfzehn Paſſagiere erlitten mehr oder
minder ſchwere Verletzungen
Die Mannſchaft des geſtrandeten Dampfers
„Nelly” gerettet.
Stockholm. Wie aus Helſingfors gemeldet
wird, iſt es den Bergungsſchiffen geſtern mittag
ge=
lungen, an das Wrack des im Finniſchen Meerbuſen
geſtrandeten däniſchen Dampfers „Nelly”
heranzu=
kommen. Da der Sturm etwas nachgelaſſen hatte,
war es möglich, den Kapitän und die 19 Mann ſtarke
Beſatzung lebend, aber in erſchöpftem Zuſtand an
Bord des Hilfsſchiffes zu nehmen.
Ein amerikaniſches U=Boot auf Grund gelaufen.
London. Das amerikaniſche U=Boot „0 III‟
iſt nach in Portsmouth aus New Hampſhire
einge=
gangenen Berichten in der Nähe des Leuchtſchiffes
„Whaleback” auf Grund gelaufen. Verſchiedene
Boote wurden ſofort zur Hilfeleiſtung entſandt, doch
iſt bisher noch nicht bekannt, wo das U=Boot tauchte
oder an welcher genauen Stelle es auf Grund lief.
Die „0 III” wurde 1918 vom Stapel gelaſſen und
hat eine Waſſerverdrängung von 629 Tonnen und iſt
mit vier Torpedorohren ausgerüſtet.
Beſorgnis über das Schickſal des
Polar=
forſchers Sir Wilkins.
New York. Seit ſieben Tagen iſt es nicht
möglich, eine Verbindung zwiſchen dem
Hauptexpe=
ditionsſchiff „Melville” der Wilkinſchen
Südpolexpe=
dition und dem kleinen Dampfer „William Scoresby”,
auf dem Wilkins ſüdlich der Deceptions=Inſel weiter
zum Pol vordringen wollte, herzuſtellen. In
ame=
rikaniſchen Kreiſen herrſcht über das Schickſal
Wil=
kins und ſeiner Gefährten große Beſorgnis.
Pockeneyidemie in Mexiko.
Mexiko. Einer Meldung aus Jonacatepec, im
Staate Morelos, zufolge, ſollen dort 200 Menſchen,
meiſt Kinder, einer Pockenepidemie erlegen ſein, die
in dieſer Gegend ſeit zwei Wochen wütet. In dem
benachbarten Bezirk Axochiopan ſollen ſogar mehr
als 400 Menſchen der Epidemie zum Opfer gefallen
ſein.
Am Küddow=Kraftwerk iſt am Mittwoch
unber=
hofft der große Staudamm gebrochen. Der Einſturz
hatte zur Folge, daß die in dem Staubecken
angeſam=
melten Waſſermengen ſich über den Damm ergoſſen,
der zu beiden Seiten der Schutzanlage uwverſehrt
ſtehen blieb. Die Entleerung des Stauſees dauerte
von 20 bis gegen 23 Uhr. Es ſind nach Schätzung
von fachmänniſcher Seite etwa 2½ Millionen
Kubikmeter Waſſer abgefloſſen. Am
Mittwoch morgen, zwiſchen 4 und 5 Uhr, kam die
Flutwelle in Borkendorf an. Dort waren bereits auf
die Mitteilung des Flederborner Kraftwerks hin alle
erforderlichen Maßnahmen getroffen worden, um ein
allmähliches Abfluten der Waſſermengen in
Rich=
tung Schneidemühl durchzuführen. Nach den
bis=
herigen Meldungen hat das Waſſer auf ſeinem Weg
zwiſchen Flederborn und Borkendorf
erheb=
lichen Schaden angerichtet, doch iſt der Schaden
in dem betroffenen Hochwaſſergebiet zwiſchen
Straß=
forth und Borkendorf nicht ſo hoch, wie zuerſt
be=
fürchtet wurde. Der größte Schaden iſt naturgemäß
in unmittelbarer Nähe des Stauwerks Flederborn,
unterhalb Straßforth, angerichtet worden. Die
Hoch=
waſſerwelle war bei ihrem Heraustritt aus dem
un=
mittelbar betroffenen Ueberſchwemmungsgebiet
be=
reits erheblich abgeflacht, ſo daß die Wucht der
Flu=
ten bereits unterhalb Tarnowke erheblich gemildert
war. Das Küddow=Waſſerkraftwerk Flederborn
ar=
beitet zuſammen mit dem Dammkraftwerk Belgard in
Pommern und hat die Bezirke Tempelburg,
Deutſch=Krone und Neu=Stettin mit
Strom zu verſorgen. Die Reparaturarbeiten
an der Waſſerkraftanlage Flederborn werden
voraus=
ſichtlich längere Zeit in Anſpruch nehmen, ſo daß
unter Umſtänden erſt im Herbſt wieder mit der
Wiederaufnahme des Betriebs in
Fle=
derborn wird gerechnet werden können. Die
Strom=
verſorgung wird von Belgard übernowmen.
Deichbruch bei Bordeaux.
Paris. Ein ſchwerer Sturm hat an der
Atlan=
tikküſte, in der Nähe von Bordeaux, bei der
Ort=
ſchaft Soulac die Deiche durchbrochen. Kilometerweit
drangen die Wogen vor und überſchwemmten die
ganze Gegend. Die Ortſchaft Soulac mußte in
aller Eile von der Einwohnerſchaft geräumt werden.
Während der Ebbe bemühten ſich eine
Pionierabtei=
lung von Bordeaux und zahlreiche Freiwillige, den
Deich wieder auszuflicken. Die nächſte Flut riß jedoch
die Arbeiten wieder in einer Länge von 200 Metern
ei.
Die „Miß Europa” gewählt.
Der Name noch nicht bekanntgegeben.
Paris. In der Pariſer Staatsoper fand ar
Dienstag abend der „Ball der kleinen weißen Betten”
zugunſten der Tuberkuloſe=Heilanſtalt für Kinder
ſtatt, auf dem aus den Schönheitsköniginnen von
19 Nationen die „Miß Europa” gewählt wurde.
Das Feſt, an dem der Präſident der Republik, der
Miniſterpräſident Tardien und alle in Paris
an=
weſenden Miniſter ſowie ein großer Teil des
diplo=
matiſchen Korps und der franzöſiſchen Ariſvokratie
beiwohnten, trug einen ſehr glänzenden Charakter.
Zwanzig Kapellen ſorgten für Tanzmuſik und über
hundert der bekannteſten Künſtler füllten ein Varieté=
Programm aus. Neben der Ausloſung von vier
Automobilen, einem Perlenkollier im Werte von
50 000 Franken und einem Kreditbrief über 50 000
Franken, fand die Verſteigerung eines Paares
Hand=
ſchuhe ſtatt, die vom Staatspräſidenten und
ſämt=
lichen Miniſtern mit ihren Namenszeichen verſehen
worden waren. Die Einnahmen aus den
Eintritts=
karten und den Loſen betrugen 1½ Millionen
Franken. Das Ergebnis der Wahl der
Schönheits=
königin von Europa, die michtöffentlich ſtattfindet,
wurde noch nicht bekannt gegeben.
Benzinexploſion in einem Warenhaus.
Brooklyn. Im Maſchinenraum des
Waren=
hauſes A. T. Namm explodierten zwei
Benzinbehäl=
ter. Es entſtand ein Brand, der die Garage des
Warenhauſes völlig zerſtörte. Acht Perſonen wurden
verletzt, zwei davon lebensgefährlich. 15
Laſtkraft=
wagen verbrannten und 20 andere wurden ſchwer
beſchädigt. Schwarze Rauchſchwaden hüllten die
ganze Nachbarſchaft ein und verurſachten große
Auf=
regung in dem nahe gelegenen Städtiſchen Hoſpital
und dem Raymond=Street=Gefängnis, wo
Vorſichts=
maßnahmen getroffen wurden, um einen Ausbruch
der Gefangenen zu verhindern.
Der Enkdecker der Blukproben=Theorie
Proſ. Zangemeiſter †
Prof. Dr. Wilhelm K. Zangemeiſter,
ſeit 1925 Direktor der Königsberger
Univerſitäts=
frauenklinik, iſt im Alter von 59 Jahren
ge=
ſtorben. Prof. Zangemeiſter, Autor zahlreicher
gynäkologiſcher und therapeutiſcher Schriften,
trat in den letzten Jahren beſonders durch ſeine
aufſehenerregenden Blutſerum=Unterſuchungen
hervor, durch die die Vaterſchaft eines Kindes
feſtſtellbar ſein ſoll.
Nummer 37
Donnerstag, den 6. Februar 1930
Seite 9
Automobil=Ausſtellung in Amſterdam.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
R. Amſterdam, Ende Januar 1930.
Wieder einmal ſteht Amſterdam im Zeichen des Kraftwagens.
Die Wegweiſer des niederländiſchen Touriſtenbundes haben
eigene Pfeile „Zur Ausſtellung” erhalten, Autoreklame aller Art
in Bildern, Films und durch Lautſprecher ſchießen wie Pilze aus
dem Erdboden, in den Straßen herrſcht unerhörter Betrieb,
Auto nach Auto treffen die Schauluſtigen ein, ein Tuten, daß
einem Hören und Sehen vergeht.
Das R. A. J.=Gebäude hat ſeine Tore geöffnet. Seine beiden
Rieſenhallen, von denen die erſte die Luxuswagen, die andere
die Laſtautos beherbergt, ſind für dieſe zwanzigſte Ausſtellung
wie neu erſtanden. Von dem erhöhten Podium des Eingangs
bietet ſich ein impoſantes Bild! In fünf breiten Reihen ſchließt
ſich Stand an Stand bis an das äußerſte Ende des weiten
Rechteckes, das ein kleines Orcheſter abſchließt. Breite Wege
zwiſchen den Ständen erlauben ſelbſt bei größtem Andrang ein
bequemes Umherwandern der Zuſchauer. Die weiße, gewölbte
Decke ſtrahlt im Glanz unzähliger Glühlampen, die, in parallelen
Halbkreiſen angeordnet, dem Saal eine wunderbare Perſpektive
verleihen, während das verſtreute Grün der Palmen den
feſt=
lichen Eindruck noch erhöht. Auch das Reſtaurant fehlt nicht,
das mit ſeiner weiten Terraſſe den müden Zuſchauer nach
ge=
taner Arbeit zu beſchaulicher Sammlung einlädt.
ungeheuer vielſeitig iſt dieſe Ausſtellung.
Amſter=
bam, das ſich vor London, Paris und Brüſſel durch ſeinen
be=
ſonders internationalen Charakter auszeichnet, iſt ſeiner alten
Tradition treu geblieben. Es gibt kaum eine Marke auf dem
Weltmarkt, die hier nicht vertreten wäre. Der Zahlund
Man=
nigfaltigkeit nach ſtehen natürlich die Amerikaner an
erſter Stelle, aber auch England, Italien, Belgien und
Frankreich ſind ebenſo zahlreich vertreten wie in vergangenen
Jahren, und die deutſche Induſtrie zeigt eine
erfreu=
liche Vermehrung der hier vertretenen Marken!
Zum erſten Male haben die durch Eleganz und Güte
hervor=
ragenden Adlerwagen der Firma Heinrich Kleyer A.=G.,
Frank=
furt a. M., und das Röhr=Auto, ſowie der fneche kleine
Ham=
burger B=ſtellwagen „Rollfir” ihren Einzug gehalten. Von den
deutſchen Firmen, die alljährlich hier wieder erſcheinen, ſei in
erſter Linie Mereedes=Benz erwähnt, der König der deutſchen
Auto=Induſtrie, der wieder mit einigen beſonders ſchönen
Mo=
dellen hervortritt. Welchen Rana Mereedes auf dem Weltmarkt
einnimmt, zeigt die Tatſache, daß dieſe Wagen mit Voiſin die
einzigen waren, welche die europäiſche
Indu=
ſtrie auf der großen Ausſtellung in New York
vertraten! Neben dem neuen 3½=Liter=Kabriolett Type
Mannheim in außerordentlich eleganter Ausführung findet ſich
der neue Acht=Zylinder und der Super Sport, ein Sechs=Zylinder
für vier Perſonen, der mit einer garantierten Geſchwindigkeit
von 180 Kilometer verkauft wird! Ueberall die ſo beliebten
Tief=
baurahmen, das langgeſtreckte elegante Modell, ſplitterfreies Glas
und feinſte Luxusausſtattung. In der Laſtwagenabteilung hat
Mercedes ein Modell des erſten Rieſenomnibus mit
Metallkgroſſerie ausgeſtellt, der in Deutſchland ſchon
mehrfach läuft und 50—80 Perſonen aufnehmen kann.
Algemeine Bewunderung finden wieder die Horch=Wagen
— auch hier gibt es einen neuen Achtzylinder 1930 —, die für
dieſe Ausſtellung mit beſonderen, dem holländiſchen Geſchmack
angepaßten Karoſferien verſehen wurden. Der Tiefrahmenbau,
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
das langgeſtreckte Modell, die diſtinquierten Farben verleihen
dem Wagen ein ungemein elegantes Ausſehen. Auch das mehr
dem Sport=Typus angehörende Röhr=Auto, deſſen beſondere
Elaſtizität an einem kleinen Modell und Film anſchaulich
demon=
ſtriert wird, findet viel Anklang. Beſonders ſchön iſt ein Acht=
Zylinder=Kabriolett mit weiß=roter Karoſſerie von der
Firma Joſ. Neuß, Berlin. Ein Gipfel von Luxus und Eleganz.
Von den öſterreichiſchen Fabriken iſt wie
gewöhn=
lich nur Stehr mit den bekannten Modellen und einem neuen
Sechs=Zylinder erſchienen. Die anderen großen öſterreichiſchen
Fabriken, die mehr auf Einzelarbeit und nicht auf Serien
ein=
geſtellt ſind, können auf dieſem Markt nicht konkurrieren.
Dies iſt nur ein kleiner Griff aus den deutſchen Autos, es
wäre vergebliche Mühe, wollte man bei der Ueberfülle, die hier
geboten wird, auf jeden einzelnen Stand eingehen. Naturgemäß
ſind die Vertreter des Mittelſtandes unter den Autos am
zahl=
reichſten. Da iſt Fiat mit ſeinem neuen Sieben=Perſonen=Wagen,
der nach dem Kronprinzen Umberto benannt iſt, Laneia und
Italia mit wunderſchönen Rennmodellen, die bekannten Typen
von Citroen und Renault, die gleichfalls weitere
Ver=
beſſerung durch den Tiefrahmenbau und die langgeſtreckte moderne
Linienführung aufweiſen. Dann die Engländer Chenard
Walker, Ballot, Lincoln, Willis Knight, der
bel=
giſche Minerva F. N. und noch viele andere. Dann Ford
mit den bekannten Modellen, dann die General Motors
mit Cheprolet, Cadillge, Laſſale und dem deutſchen Opel,
der diesmal ſeine durch amerikaniſche Ingenieure verbeſſerten zwei
neuen Typen anpreiſt, aber, im Gegenſatz zum vergangenen Jahr,
wo die Firma noch ſelbſtändig wirkte, etwas zurücktritt. Neben
dem Opel=Auto findet ſich das Opel=Motorrad in Silbevarau mit
rotem Leder Luftkiſſen und beſonders federndem Sitz, ſicher ein
hervorragendes und auffallendes Modell, daß aber von dem
hol=
ländiſchen Geſchmack als „zu militäriſch” empfunden wird.
Das Motorrad nimmt hier überhaupt eine hervorragende
Stellung ein. Deutſchland, Belgien, Frankreich, England
wett=
eifern mit zahlloſen Modellen, und ſelbſt Holland iſt durch ſeine
einzige Fabrik dieſer Art, die Firma Eyſink, Arnheim, mit einer
großen Neuigkeit, dem erſten Damenmotorrad,
hervor=
getreten!. Da ſage noch einer, daß Holland rückſtändig ſei!
Chrysler hat einen wundervollen Stand. Ein herrliches
Acht=Zylinder=Kabriolett, grün mit ſchwarzem Vorderteil und
ſil=
berner Längslinie, innen mit grünem Leder ausgeſtattet und
dann, der große Anziehungspunkt. der Ausſtellung — die
Li=
mouſine mit eingebautem Radiogpparat! Der
Wagen iſt in Amerika ſo populär, daß er in Serien mit der
An=
tenne im Dach hergeſtellt wird, während der Apparat erſt auf
Wunſch geliefert und im Rücken des Vorderſitzes eingebaut wird.
Auf der Ausſtellung funktionierte er glänzend; ob es beim Fahren
ebenſo ſtörungsfrei geht?
Hiſpano Suiza mit zwei Rieſen=Kabrioletts in Grau,
32 und 46 PS, bei welchen zum erſten Male an Stelle der
Vakuum=
die elektriſche Benzinpumpe eingeführt wurde; der
neue verbeſſerte Bentley, das Juwel der engliſchen Autos,
und ſchließlich der König aller, der noch immer durch Eleganz
und überſolide Gediegenheit alles beherrſchende Rolls Royce
zu dem mänchenhaften Preis von 75 000 RM.!
Als zierliche Neujgkeit für den Kontinent ſei noch der
Weekend=Anhängewagen aus dem britiſchen Inſelreich
erwähnt eine bütte auf Nidern, die auf dem leinſten Naum
den größten Komfort vereinigt. Vier Betten nach
Schlafwagen=
art, richtige Fenſter mit Blumen und Vorhängen, ein Backrohr,
ein Rechaud, Waſchtiſch, Kleiderſchrank und Speiſeſchrank
Herz, was willſt du noch mehr!
In der Laſtwagenabteilung, die ein mindeſtens
ebenſo großes Gebiet umfaßt, ſind alle Sorten vertreten, von den
kleinen Fahrzeugen eines Citroen, Fiat Chenard
Wal=
ker bis zu den ganz ſchweren Omnibuschafſis von Büfſing,
Minerva und Krupp. Sandkarren, Leichenwagen,
Tank=
automobile, Omnibuſſe in allen Größen und Ausführungen.
Befonderes Intereſſe verdient der mit einem Krupp=Traktor
aus=
geſtellte neue Anhängewagen, deſſen Hinterräder nicht
neben=
einander ſondern nach dem Patent Ankel um eine halbe
Radlänge verſchoben ſeitlich befeſtigt ſind. Dies
ſoll eine größere Beweglichkeit beim Nehmen von Kurven und
eine geringere Abnutzung der Reifen bewirken. Ein Schauſtück
iſt der ſchwere Anhängewagen der holländiſchen Firma Beers,
der zum Transport von 20=Tonnen=Transformatoren in
Fries=
land gebaut wurde. Ein wahres Ungetüm, bei dem die Laſt auf
nicht weniger als acht rieſige Doppelräder verteilt
wurde!
Ein Clou der Ausſtellung iſt das neue Cord=Auburn=
Kabri=
olett. Ein Wagen mit Vorderantrieb! Jeder
Auto=
fahrer wird verſtehen, daß dies geradezu eine umwälzung für
die Autoinduſtrie bedeuten kann, und das Aufſehen, welches dieſer
Wagen bei den übrigen Ausſtellern erregte, iſt daher nicht gering.
64 Patente ſind in dieſem Prachtſtück vereinigt!
Während bei allen Autos der Antrieb durch die Hinterräder
er=
folgt, iſt der ganze Mechanismus hier auf die Vorderräder
ver=
legt worden. Die Vorderachſe, an welcher die Räder durch
be=
ſonders bewegliche Gelenke, ſogenannte Kreuzkuppelung, befeſtigt
ſind, befindet ſich außerdem nicht mehr unter ſondern vor dem
Radiator, ſo daß das Chafſis noch tiefer gebeut werden
konnte. Der Vorderantrieb, der dem Wagen eine
außerordent=
liche Beweglichkeit und Geſchwindigkeit verleiht und das ſpielende
Nehmen der kleinſten Kurven ermöglicht, iſt eine Erfindung des
bekannten amerikaniſchen Rennfahrers Henry Miller, der ſeine
Rennwagen nach dieſem Prinzip konſtruierte.
All dies iſt nur ein Teil, nur das Wichtigſte von der
Ueber=
fülle, die hier geboten wird. Und der Geſamteindruck? Die
Auto=
induſtrie iſt in dieſem Jahr nicht ſtill geſtanden. Sie hat eine
neue Vervollkommnung gebracht, die moderne Linienführung, der
Tiefbaurahmen, die komfortable Ausſtattung, die vor wenigen
Jahren noch das Vorrecht der ganz teuren
Sor=
ten waren, ſind heute, ſo weit es die Mittel erlauben, zum
Gemeingut geworden. Wenn es ſo weiter geht, muß das
nächſte Jahr einen neuen Fortſchritt bringen.
Velleberichl.
Mit der öſtlichen Weiterbewegung des Tiefdruckgebietes wurde die
kontinentale Kaltluft weggeräumt und milde Südweſtluft hat ſich über
Deutſchland durchgeſetzt, welche im Flachland die Morgentemperaturen
über Null Grad hielt. Neuerdings dringen wieder kältere Luftmaſſen
von Norden ſüdwärts, die bei uns die Temperaturen zum Sinken
brin=
gen werden und zunächſt wechſelhaftes Wetter mit einigen Schauern
ver=
unſachen. Wahrſcheinlich dürfte ſpäter unter anſteigendem Luftdruck die
Bewölkung mehr zurückgehen und ruhiges Wetter mit leichtem
Nacht=
froſt zu erwarten ſein.
Ausſichten für Donnerstag, den 6. Februar: Wechſelnde Bewölkung mit
Aufheitung, wieder langſamer Temperaturanſtieg, vereinzelte
Schauer, teils als Schnee.
Ausſichten für Freitag, den 7. Febyuar: Meiſt trockenes, teils wolkiges,
teils aufheiterndes Wetter mit leicht—n Nachtfroſt.
Dasltt tal Paelelt
D
kees”
Muss weich sein
Sie erhöhen die Wirkung des Waschmitels
ganz erheblich,wenn Sie vor Bereitung
der Waschlauge einige Handvoll Henko
in den mit kaltem Wasser gefüllten
Wasch-
kessel schüten. Henko macht hartes
Wasser weich wie Regenwasser,
Zum Einweichen der Wäschef zum Scheuernund Purzen
ist Henko gleichfalls bewährt.
Mur in Originalpackung -niemals lose. Hergestellt in den Persil-Werken
(V19
[ ← ][ ][ → ]Seite 10
Donnerstag, den 6. Februar 1930
Nummer 37
(
Spotn, Shrl une Tarnen.
Waſſerball.
Fußball.
Sporkverein Darmſtadt 1898 — Union Niederrad.
Das Treffen der Fußball=Ligamannſchaft der 98er mit Union
Nie=
derrad verſpricht recht intereſſant zu werden. Beide Mannſchaften ſtehen
ja unter der Leitung desſelben Trainers, allerdings mit dem
Unter=
ſchied, daß Union Niederrad die vorzügliche Schule von Townley ſchon
ſeit mehr als Jahresfriſt genießt, während die Einheimiſchen erſt vor
wenigen Wochen das Training unter Townley aufnehmen konnten.
Die Sportkritik iſt ſich darin einig, daß die Frankfurter Vorſtadtelf
unter Townley einen ganz hervorragenden Aufſchwung genommen hat
und zurzeit als eine der techniſch beſten Mannſchaften des Bezirks
Main=Heſſen anzuſehen iſt. Die Erfolge der Niederräder in den
dies=
jährigen Verbandsſpielen der Gruppe Main beſtätigen dieſe Kritik voll
und ganz. Union Niederrad war die einzige Mannſchaft, die gegen den
Mainmeiſter Eintracht Frankfurt einen Sieg herausſpielen konnte. Die
beſtändige und gute Form der Unioniſten dürfte am beſten daraus
er=
hellen, daß ſie nach Abſchluß der Gruppenſpiele punktgleich mit
Fuß=
ballſportverein und Rot=Weiß Frankfurt waren und durch weitere
Aus=
ſcheidungsſpiele die Inhaber des zweiten und dritten Tabellenplatzes
ermittelt werden mußten. Durch Pech bei der Ausloſung, die
den Unionleuten nur die Chance eines einzigen Spieles gewährte,
wäh=
rend die Konkurrenten durch einen Sieg in zwei Spielen
Placie=
rungsmöglichkeit hatten, und durch die knappe Niederlage gegen
Fuß=
ballſportverein Frankfurt mit 3:4, zuſtande gekommen unter der
Lei=
tung eines die Unionelf ſtark benchteiligenden Schiedsrichters, kam die
Mannſchaft um die Teilnahmeberechtigung an der Troſtrunde.
Trotz=
dem hat die Mannſchaft viel erreicht, zumal wenn man bedenkt, daß
ſie durch Townley in außergewöhnlichem Ausmaße verfüngt wurde.
Gerade die wichtigſten Poſten ſind ganz jungen Spielern anvertraut:
Sowohl der Mittelläufer als auch der Mittelſtürmer (Leichter) ſind
knapp 18 Jahre und trotzdem heute ſchon die Hauptſtützen der Elf.
Ge=
rade weil die Elf Townleys Syſtem unbedingten und modernen
Flach=
ſpieles treffend verkörpert, dürfte das bevorſtehende Spiel zu einem
beſonderen Genuß werden.
Die Darmſtädter werden zeigen wollen, daß auch ſie ſchon aus den
Lehren Townleys Nutzen gezogen haben. Ob dies gelingt angeſichts
des Umſtandes, daß der Gegner gerade diefe Art der Spieltechnik beſſer
als die Einheimiſchen beherrſchen wird, iſt eine offene Frage. Die
Darm=
ſtädter haben am vergangenen Sonntag in Bieber recht gut
abgeſchnit=
ten. Es würde uns beſonders freuen, wenn in dem Spiel zweier
Townley=Schüler untereinander die Spielkultur der Einheimiſchen einen
weiteren Fortſchritt erkennen ließe. (Spielbeginn 2.30 Uhr.)
41
Mnnooant iie der Bralſihen Tarderſchaft.
Rf 9. 2
Odenwald=Gau.
Der 2. Februar brachte folgende Ergebniſſe: .
0:0,
Groß=Umſtadt 1. — T
de. Hanau 1.. 1.3.
gershauſen 1. .
jeder=Klingen 1. —
Michelſtadt 1. — Kirch=Brombach 1. (ausgef.),
Nomart 1. — Groß=Umſtadt 2. . . . . . . 9:1,
. 3:
Richen 1. — Altheim 1.
Klein=Umſtadt 1. — Schaafheim 1. . . . „
teinbuch 1. — Zell 1... . . . . . 5:2
Steinbuch 2. — Zell 2..
. 5:0
Hainſtadt 1. — Wald=Amorbach . .. 1:
Hergershauſen 2. — Klein=Zimmern 1. . . . 3:1.
Groß=Umſtadt iſt während des ganzen Spiels überlegen, gegen Ende
ſogar drückend. Trotz verſtärkten Sturmes kann es ſich gegen die
zahl=
reiche Hanauer Verteidigung nicht durchſetzen. Es gibt gahlreiche
Lat=
kenſchüſſe und viel Arbeit für den Hanauer Torhütter. Der Kampf
Nieder=Klingen iſt ſehr ſportlich, der beſſere Sturm entſcheidet. Die
Niederlage Groß=Umſtadts 2. iſt vernichtend. Es iſt bedauerlich, de
die Mannſchaft ſich mit 9 Mann, und dazu ohne Torhüter, ſtellte. (
leicht ſollte man ſeinen Ruf doch nicht aufs Spiel ſetzen! Das Treff
in Richen war ausgeglichen. Klein=Umſtadt iſt die erfahrenere Glf und
gewinnt. Steinbuch verdankt ſeine beiden Siege dem beſſeren
Zuſam=
eenſpiel ſeines Sturmes und dem größeren Eifer. Obſvehl Wald=
Amorbach eine kleine Ueberlegenheit herausſpielt, erringt es trotzdem
mit viel Glück einen bnappen Sieg.
Kommenden Sonntag, den 9. Februar, ſpielen:
Erbach 1. — Tgſ. Offenbach 1., 3 Uhr,
Habitzheim 1. — M.=Grumbach 1., 2.30 Uhr,
Schaafheim 1. — Sickephofen 1., 3 Uhr
Nieder=Klingen 1. — Groß=Bieberau 1., 3 Uhr,
Heubach 1. — Klein=Umſtadt 2., 3 Uhr,
König Jgd. — Groß=Umſtadt Jgd., 1.30 Uhr,
König 2. — Kirch=Brombach 1., 2.30 Uhr.
Mit einem Siege Aljechins endete das internationale Schachturnier
in San Remo. Den zweiten Platz belegte Nimzowitſch vor Rubinſtein.
Infolge der ungünſtigen Witterungsverhältnifſe mußten die
Deut=
ſchen Eiskunſtlauf=Meiſterſchaften in Breslau abermals, und zwar auf
den 15. und 16. Februar verlegt werden.
Rol=Weiß, V. ſ. R. — 5. V. Mannheim.
Wir machen nochmals auf das heute abend ½9 Uhr im Städt.
Hallenbad ſtattfindende Waſſerballſpiel zwiſchen dem Rot=Weiß, V. f. R.
und dem Schwimmverein Mannheim aufmerkſam. Die Spielſtärke der
Gäſte iſt genügend bekannt, ſo daß ein intereſſantes Spiel zu erwarten
iſt. Eine Vorausſage über den Ausgang des Treffens dürfte ſich bei
der Gleichwertigkeit der Gegner erübrigen. Vielleicht gibt der Vorteil
des eigenen Bades den Darmſtädtern ein kleines Plus. Vor dem
Waſſerballſpiel finden vereinsinterne Wettkämpfe ſtatt.
Winkerſpork.
Deukſche Ski=Meiſterſchaften.
Neuſchnee in Oberſtdorf. — Guſtel Müller gewinnt den 50=Kilometer=
Langlauf. — 12=Kilometer=Langlauf der Flachlandtruppen.
Im flaggengeſchmückten Oberſtdorf nahmen die Deutſchen
Jubi=
läums=Skimeiſterſchaften mit dem zum erſten Male im Rahmen der
kimeiſterſchaften ſtattfindenden 50 Kilometer=Langlauf ihren Anfang.
Nachdem am Montag nachmittag die Witterungsausſichten bei 3 Grad
Wärme noch ziemlich ſkeptiſch beurteilt werden mußten, ſank in der
Nacht zum Dienstag das Thermometer auf Null und damit ſtiegen
die Hoffnungen der weißen Zunft. Als dann noch am frühen
Dienstag=
morgen Schneetreiben einſetzte, da konnte ſich Oberſtdorf bald in dem
den Ereigniſſen angepaßten weißen Feſtkleid vorſtellen. An der großen
Ehrenpforte ſah man neben den Wappen der teilnehmenden deutſchen
Länder und ausländiſchen Nationen auch die holländiſche Flagge zu
Ehren der holländiſchen Königin, die mit ihrer Tochter Juliane und
einem großen Gefolge am Dienstag nachmittag im Sonderzug zu
mehrwöchigem Aufenthalt in Oberſtdorf eintraf. Zuſammen mit dem
50 Kilometer=Langlauf fanden mit dem 12 Kilometer=Langlauf für
Flachlandtruppen auch die erſten Kämpfe zur Deutſchen
Heeresmeiſter=
ſchaft ſtatt. Hierzu waren 80 Teilnehmer aus 14 Garniſonen gemeldet.
Die Strecke führte zunächſt ins Oytal, dann die Hänge hinauf bis au
1020 Meter Höhe und auf der anderen Talſeite in mäßiger Abfahrt
über Pittersberg und die Trettach bis nach Burgſtall. Von hier aus
ging es in einer Talfahrt zum Ziel. Infolge Schneemangels hatte
nan auf den letzten 2000 Metern eine künſtliche Spur anlegen müſſen.
Die Flachlandtruppen abſolvierten den Lauf ohne Gepäck und Gewehr.
Sieger blieb Gefr. Schmidt vom J.=Reg. 7 Oppeln in 1:09.21 Stunden
vor dem Oberſchützen Schmiedel vom J.=Reg. 11 Freyberg in Sachſen,
der 1:11.49 Stunden benötigte.
Der 50 Kilometer=Langlauf führte in die herrlichen Täler
der Oberſtdorfer Landſchaft. Die wiederholt durch prachtvolle
Berg=
wvälder führende Strecke hatte Steigungen von insgeſamt 200 Meter
aufzuweiſen. Der Start war infolge der mäßigen Schneeverhältniſſe
etwas höher gelegt worden. Die Strecke führte zunächſt ins Oytal bis
auf 1024 Meter Höhe, dann talwärts in einer Schleife ins Trettachtal,
wo ſich beim 14. Kilometer in Spielmannsau die erſte
Verpflegungs=
ſtation befand. In einer Haarnadeſkurve ging es dann wieder ſteil
aufwärts, bis nach einer Fahrt durchs Villachtal beim
Holderberger=
höfle die zweite Verpflegungsſtation und zugleich mit 1150 Meter Höhe
der höchſte Punkt der Strecke erreicht war. In mäßiger Abfahrt führte
der Rückweg durchs Villachtal, um ſchließlich nach einem 2 Kilometer
langen flachen Auslauf beim Ziel am Schulhaus in Oberſtdorf zu
enden. Auf der Strecke wieſen die Täler tadelloſen Pulverſchnee auf,
auf dem letzten Teil der Strecke war aber der Schnee von 900 Meter
Höhe abwärts naß. Das 50 Kilometer=Rennen geſtaltete ſich zu einem
bitterten Kampf gwiſchen dem Thüringer Wahl und dem deutſchen
Skimiſter Guſtel Müller (Bayriſch Zell). Wahl führte den größten
Teil der Strecke bis etwa zum 40. Kilometer. Dann hatte ſich Müller
herangearbeitet, übernahm die Führung, holte ſich einen Vorſprung
heraus und
paſſierte ſchließlich unter dem ſtarken Beifall der zahlreich
am Ziel verſammelten Zuſchauer als Erſter in 5:26.38 Stunden das
hüringer Wahl traf als Dritter, aber mit der zweitbeſten
Ziel. Der
eit in 5:32.41 Stundem cin. Nach ihm paſſierte der Pole Motyka in
A
1 Stunden das Ziel.
12 Kilometer=Langlauf für Flachlandtruppen (zur Deutſchen
Heeres=
meiſterſchaft): 1. Gefr. Schmidt=J.=Regt. 7 Oppeln 1:09.21 Stunden.
2. Oberſchütze Schmiedel=J.=Regt. 11 Frehberg (Sa.) 1:11.49
Stun=
den. 3. Ober=Gefr. Steinert=J.=Regt. 14 Meiningen 1:11.54 Std.
4. Oberſchütze Knocke=J.=Regt. 7 Oppeln 1:12.54 Std. 5.
Unter=
offizier Michel=J.=Regt. 13 Ludwigsburg 1:13.31 Std. 6. Gefr.
Sachenbacher=J.=Regt. 21 Würzburg 1:14.41 Std. 7. Oberleutnant
Doering=J.=Regt. 21 Würzburg 1:14.44 Std.
50 Kilometer=Dauerlauf (zur Deutſchen Skimeiſterſchaft): 1. Guſtav
Müller=Bayriſch=Zell 5:26.38 Std. 2. Otto Wahl=Zella=Mehlis 5:32.41
Std. 3. Hans Bauer=Bayriſch=Zell 5:36.53 Std. (außer Konkurrenz).
4. Z. Motyka=Warſchau 5:37.31 Std. 5. Oskar Tiefenbacher=
Mün=
chen 5:47.25 Std. (außer Konkurrenz), 6. Helmuth Schuſter=
Berchtes=
gaden 5:52.27 Std. 7. Fritz Pellkoffer=Bayriſch=Zell 5:55.32 Std.
Die Kämpfe in Oberſtdorf werden heute mit den 25 Kilometer= und
18 Kilometer=Langläufen zur Deutſchen Heeres=Meiſterſchaft fortgeſetzt.
Kraftſpork.
Sporkverein Siegfried e. B. Pfungſtadk gewinnk 32:8
Am letzten Sonntag hatte die Ringermannſchaft des Sportvereins
Siegfried e. V. wieder ihren großen Tag. Mit 32:8 Punkten kehrte ſie
als Sieger aus Hetzbach i. Odw. zurück, woſelbſt der bereits im
Dezem=
ber vorigen Jahres fällig geweſene Vorkampf und, daran anſchließend,
der Rückkampf um die Gau=Meiſterſchaft ausgetragen wurde. Die
Pfungſtädter Mannſchaft zeigte wiederum, daß ſie in der derzeitigen
Aufſtellung und in der Form, in welcher ſie ſich zur Zeit befindet,
chwer zu beſiegen iſt. Den Verlauf der 14 Kämpfe einzeln zu
erläu=
tern, würde zu weit führen. Eine beſondere Erwähnung Einzelner
würde eine Zurückſetzung der anderen bedeuten.
Vorkampf:
Bantamgewicht: Speckhardt, Peter (Pf.)—Hörr, Phil. (H.), Sieger
Pfungſtadt in 2,23 Min. (3:0). Febergewicht: Crößmann, Ludwig
(Pf.)—Emig, Wilh. (H.), Sieger Hetzbach in 1,20 Min. (3:3).
Leicht=
gewicht: Rühl, Ludw. (Pf.), ohne Gegner (6:3). Weltergewicht: Göbel,
Adam (Pf.)—Kleinſchroth, Friedr. (H.), Sieger Pfungſtadt in 20 Min.
(8:3). Mittelgewicht: Crößmann, Hch. (Pf.)—Seip, Ludw. (H.), Sieger
Pfungſtadt in 11,14 Min. (11:3). Halbſchwergewicht: Schwarz, Wilh.
(Pf.)—Heilmann, Wilh. (H.), Sieger Hetzbach in 20 Minuten (11:5),
Schwergewicht: Steinmetz, Ludw. (Pf.)Seibert, Karl (H.), Siegen
Pfungſtadt in 2,47 Min. (14:5).
Rückkampf:
Bantamgewicht: Speckhardt (Pf.)—Hörr (H.), Sieger Pfungſtadt
in 1,51 Min. (3:0). Federgewicht: Crößmann, Ludw. (Pf.)—Emig,
(H.), Sieger Hetzbach in 2 Min. (3:3). Leichtgewicht: Rühl (Pf.), ohne
ſegner (6:3). Weltergewicht: Göbel (Pf.)—Kleinſchroth (H.), Sieger
Pfungſtadt in 9,44 Min. (9:3). Mittelgewicht: Schwarz (Pf.)—Seip
(H.), Sieger Pfungſtadt in 12,11 Min. (12:3). Halbſchwergewicht:
Crößmann, Hch. (Pf.)—Heilmann (H.), Sieger Pfungſtadt in 2,32 Min.
(15:3). Schwergewicht: Steinmetz (Pf.)—Seibert (H.), Sieger
Pfung=
ſtadt in 17,24 Min. (18:3). — Herr Kampfrichter Eckhart (1895
Darm=
ſtadt) leitete in ſeiner bekannten korrekten Weiſe. — Am kommenden
Sonntag trifft Pfungſtadt in Fürth i. Odw. auf einen ſeiner härteſten
Rivalen. Auf den Ausgang dieſes Treffens darf man geſpannt ſein.
Hoffen wir doch, daß Pfungſtadt den im neuen Jahre begonnenen
Sie=
geszug weiter fortſetzt. Kraft Heil!
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Donnerstag, 6. Febr. 12.30: Schallplatten. O 15.15:
Jugend=
ſtunde. O 16: Funkorch.: Händel: Ouv. zu „Rodelinda”; Arie
aus
„Samſot
„Hohe Gökter”, Arie. — Lotti: Ariette. —
Cima=
ro
Ouv. zu „Die heimliche Ehe
in (
Mozart: Arie aus Meſſe
moll; Konzertarie (Werk 583);
meneu
Ballettmuſik aus „Id=
— Lehar: „Gold und Silber”
Fall: „Ringelreihen”
Komzak: „Wien bei Nacht”
Potp. —
Lehar:
liebſt”. Walz
Wenn du
— O. Straus: Reigen=Walzer.
liebte
— Nedbal: „
Ver=
rüder”. O 18.05: Bühnenprobe zu Schönbergs neuer Oper.
O 17
35: Toleranz. Dreigeſpräch zwiſchen Prof. Foerſter,
Rab=
biner Dr. Lazarus und W. C. Hanitſch. O 19.0b: Franzöſiſch.
19.30: Original=Lautenmuſir des 17. und 18. Jahrhunderts.
O 20: Bunte Stunde. U. a.: „Der Wolkenkratzer” Hohe
Begeben=
heit von Stefan Szekly. O 21: Nietzſche und die Muſik. o 22.45:
Mannheim: Kergl=Quartett: Streichquartett in Cis=moll von
Beet=
hoven. O 23.30: Mannheim: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Donnerstag, 6. Febr. 9: Studienrat Soltau:
Geſpräch mit einem Verkehrsſchutzmann. o 9.30: Dr. Fiſcher: Das
Rondo. O 10.35: Mitteilungen des Verb. der Preuß.
Landgemein=
den. O 14.30: Chr. Leden: Drei Jahre unter kanadiſchen Eskimos.
9 15: Die Bedeutung des guten Sprechens und der freien Rede
ür den Lehrer. O 15.45: Franziska Jordan: Frau und
Perſönlich=
keit. O 16: Mädchenbildung in der ländlichen Volks=
Fortbildungs=
ſchule. O 16.30: Berlin: Konzert. 17.30: Hedwig Lüdele:
Euro=
päiſche Balladen in eigenen Neudichtungen. o 17.55: W. v. Falz=
Fein: Deutſche Kulturarbeit in der ſüdruſſiſchen Steppe. o 18.20:
Bergdir. Kirſchſtein: Ein entſchwundenes afrikaniſches Märchenland,
O 18.40: Spaniſch. O 19.05: Ober=Reg.=Rat Wulff: Unternehmung
und Steuer. O 19.30: Prof. Zade: Stand und Bedeutung der
Züchtung von Futterpflanzen. O 20: Prof. Dyhrenfurth: Aufbruch
der internationalen Himalaja=Expedition 1930. O 20.30: Kapelle
Geza Komor. O 21.20: Paul Juon: Sonate H=moll.
7
Fr.
Schubert: Rondo. O Anſchl.: Zeit, Wetter. 0 22.30: Tanzunterricht.
O Danach: Tanzmuſik.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polliſk und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich un
usland und Heſſt
Nachrichten: Max Str
e; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
für den Handel: Dr.
H. Queiſch;
den Schle
ßdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Miitellungen: Willy Kuble;
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Fär unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
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Nummer 37
Donnerstag, den 6. Februar 1930
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Die Verlobung unſerer Kinder
Thea und Max zeigen hiermit an
Oberbergrat Dr. C. Köbrich
und Frau Ella, geb. Moeller
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Apotheker Fritz Heß
und Frau Clara, geb. Staedel
Nieder=Ramſtädterſtr. 21
Thea Köbrich
Max Heß
Apotheker
Verlobte
Darmſiadt, den 4. Februar 1930.
(2342
Für die uns aus Anlaß unſerer ſilbernen
Hochzeit und der Vermählung unſrer Kinder
erwieſenen Aufmerkſamkeiten danken
recht herzlich
Familie Ludwig Greb
Artur Teßmer und Frau
Lieſel, geb. Greb.
Darmſtadt, den 2. Februar 1930.
Trauergarderoben
werden in einigen Stunden, ſchwarz gefärb
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Heute vormittag ½8 Uhr verſchied nach längerem Leiden
unſer treubeſorgter Vater, Schwiegervater, Großvater,
Bruder und Onkel
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Hertskeov Treufch i.
im 76. Tebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Jacob Treuſch.
Reichelsheim, den 5. Februar 1930.
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Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 2 Uhr ſtatt.
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Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unſere Mitglieder
von dem plötzlichen Ableben unſeres hochverehrten Kameraden
Kgl. Preuß. Rechnungsrat und Oberſtabszahlmeiſter a. D.
Wilhelm Jung
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Wir werden unſerem ſehr verdienten und guten Kameraden
ein treues Andenken bewahren.
Verein der Offiziere des ehemaligen
2. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regts. Nr. 61.
Der Vorſtand.
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Am 2. Februar 1930 verſchied an den Folgen eines
Hirnſchlages unſer Ehrenmitglied
Herr
Wilheim Jung
Rechnungsrat und Stabszahlmeiſter a. D.
Wir verlieren in dem Heimgegangenen einen der
Gründer unſeres Vereins, der als langjähriges
Vorſtandsmitglied ſeine ganze Kraft in den Dienſt
unſerer Sache ſtellte, bis ihn Geſundheitsrückſichten
zwangen, ſein Amt niederzulegen. Herr
Rechnungs=
rat Jung iſt allen alten 6lern bekannt als ein
Vorbild der Treue und Gewiſſenhaftigkeit, als ein
Mann, der in ſeinem Beruf ganz aufging, der mit
nieverſagender Pflichttreue alte Solda entugende
verkörperte und dieſe auch im Verein auf die jüngere
Generation zu übertragen verſtand.
Wir werden unſerm unvergeßlichen Kameraden und
Ehrenmitglied ein dauerndes ehrendes Andenken
bewahren.
Der Berein ehemaliger 6ter Artilleriſten.
Für alle gütige Anteilnahme an
unſerem ſchweren Verluſt danken wir
herzlichſt.
Frausedwig Nungeſſer
und Tochter.
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Für die vielen Beweiſe herzlicher Teiinahme,
ſowie die zahlreichen Kranzſpenden bei dem
Hinſcheiden meiner lieben Frau und unſerer
guten Mutter
Frau Chriſine Kinkel
geb. Gußmann
ſagen wir hiermit unſeren innigſten Dank. Ganz
beſonders danken wir Herrn Pfarrer Rückert
für die troſtreichen Worte am Grabe, ſowie
den Schweſtern für die ſorgfältige und
liebe=
volle Pfiege während ihrer langen Krankheit.
Adam Kinkel und Kinder.
Darmſtadt, den 4. Februar 1930
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Donnerstag, den 6. Februar
Nummer 37
die Arbeitsmartiage im heich.
Der Beſchäftigungsgrad ſank auch in der Woche vom 27. Januar
bis 1. Februar weiter ab. Die Abwärtsbewegung iſt zwar langſamer
geworden, doch dürfte dieſe weniger darin begründet ſein, daß die
An=
ſätze zur Ueberwindung der winterlichen Arbeitsruhe an Kraft und
Ausdehnung gewonnen hätten, als vielmehr darin, daß ſich die Zahl
der Entlaſſenen etwas verringerte. So prägt ſich im Geſamtbild des
Marktes die große Zurückhaltung der Wirtſchaft aus, an deren
un=
gewiſſer Entwickelung das Baugewerbe in ſeiner unmittelbaren
Ab=
hängigkeit von der Finanzkraft der öffentlichen Hand ganz beſonders
trägt.
Die Zahl der Hauptunterſtützungsempfänger in der
verſicherungs=
mäßigen Arbeitsloſenunterſtützung (bekanntlich nicht die Geſamtlaſt der
Arbeitsloſigkeit) betrug nach den Vormeldungen der Landesämter am
29. Januar rund 2 210 000. Sie iſt in der Berichtswoche um rund 70 000
gegen 90000 in der Vorwoche und je 140000 in den erſten beiden
Januarwochen angewachſen.
Neue Zinsſenkung der Seehandlung.
Die Preußiſche Staatsbank (Seehandlung) verſandte, wie wir
er=
fahren, an ihre Banken und Bankierskundſchaft ein neues
Nundſchrei=
ben, welches mitteilt, daß die günſtige Entwicklung des Geldmarktes
ihr die Möglichkeit gegeben habe, die Zinsſätze weiter zu ſenken.
Ein=
lagen in Form von Tagesgeld werden mit 4 (bisher 4½) Prozent und,
ſofern ſie über Ultimo bei der Staatsbank verbleiben, mit 6 (6½)
Pro=
zent verzinſt. Die Zuſatzbergütung für Gelder, die zweimal
hinter=
einander über Ultimo bei der Staatsbank belaſſen worden ſind, beträgt
jetzt ¼ Prozent. Der Satz für die Einlagen auf 1—3 Monate iſt um
½ Prozent auf 6½ Prozent herabgeſetzt worden. Darlehen auf Konto
„H. werden mit 7¾ (8) Prozent, für Einzahlungen darauf mit 434
(5) Prozent berechnet. Darlehen auf Konto „J.” koſten jetzt 51= (6½)
Prozent, während Einzahlungen mit 4½ (5½) Prozent Habenzinſen
vergütet werden. Gleichzeitig teilt die Staatsbank mit, daß die
Ab=
gabe von preußiſchen Neichsmark=Schatzanweiſungen mit 6monatiger
Laufzeit an die Banken und Bankiers zum Satze von 7 (7½/s) (Proz.
erfolgt. Da die Zinſen für die ganze Laufzeit im voraus gezahlt
wer=
den, ſtellt ſich die effektive Verzinſung auf 7½ Prozent.
i
Vom Holzmarkt
ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die Nachrichten über den Fortgang
der Waldarbeit und die Ausfuhr des Holzes aus den Forſten in
Ruß=
land und Polen lauten ſeit kurzem befriedigender. Der Umſchlag der
Witterung hat zu einer Befeſtigung der Waldwege geführt. Es ſind
größere Mengen Stammblöcke zu den Bahnſtationen gefahren worden.
Die Verladungen nach Deurfchland haben begonnen. In dieſem Winter
tritt eine Umſchichtung der Ausfuhrverhältniſſe in Polen ein. Das
Ackeubauminiſterium ſucht ſeit einigen Monaten den Gedanken
durch=
zuführen, das in den Staatsforſten gewonnene Rohholz nach
Mög=
lichkeit auf den ſtaatlichen Sägewerken einzuſchneiden und fortan
weni=
ger Rohholz, dafür aber mehr Schnittholz auszuführen. Infolgedeſſen
läßt man einen größeren Teil der in dieſem Winter gewonnenen
Stammblöcke durch die Käufer in Polen einſchneiden, und dieſe bieten
ſeit kurzem das Schnittmaterial den deutſchen Intereſſenten an.
Frei=
lich ſollen ſich bei der Abnahme dieſer Blöcke durch die deutſchen Käufer
bereits Streitigkeiten ergeben haben, deren Beſeitigung jetzt in die
Wege geleitet wird. Das Geſchäft am deutſchen Schnittholzmarkt iſt um
ein Geringes lebhafter geworden, was darauf zurückgeführt wird, daß
einige mitteldeutſche Aatzholzhändler Beſtellungen an Sägewerke für
beſtimmte Abmeſſungen in Stamm= und Zopfware erteilt haben. In
Süddeutſchland iſt der Geſchäftsgang am Bauholzmarkt ebenſo ruhig
wie in Mitteldeutſchland. Es iſt ſchwer, heute Abſatz für Balken,
Kant=
hölzer, ja ſelbſt für Schalware zu finden. Die Preiſe haben ſich im
Zeitraum von 4 Wochen um 2 bis 3 Mark für geſägte Bauhölzer
ge=
ſenkt. Auch das Geſchäft am Erlenmarkt hat nachgelaſſen.
Gebr. Röder A.=G., Darmſtadt. In der Aufſichtsratsſitzung dieſer
Ofen= und Herdfabrik wurde entſprechend unſerer Ankündigung der
Vorſchlag von wieder 10 Prozent Dividende für 1929 beſchloſſen.
Beſeikigung der Renkenbank=Zinſen?
Aenderung des Rentenbankgeſetzes.
Dem B.=C. zufolge wird von den zuſtändigen Stellen eine
Aende=
rung des Rentenbankgeſetzes — das nach Annahme des Youngplanes
nicht mehr auf internationaler, ſondern auf deutſcher Geſetzgebung
be=
ruhen wird — vorgeſehen, die eine Aufhebung der
Grundſchuldzins=
belaſtung der Landwirtſchaft, Erhöhung des Kapitals der Rentenbank=
Kreditanſtalt auf 500 Millionen Mark und Hinausſchiebung der
Ren=
tenmarktilgung von 1934 bis etwa 1940 bringen ſoll. Die
Vorverhand=
lungen befinden ſich, dem genannten Blatt zufolge, bereits in einem
Stadium, daß mit dem Außerkrafttreten der Grundſchuldzinſen der
Ren=
tenbank ab 1. April mit großer Sicherheit zu rechnen iſt.
Auf Anfrage bei der Deutſchen Rentenbank wird dem Blatt beſtätigt,
daß die dargeſtellten Aenderungsabſichten in großen Zügen die jetzt
be=
abſichtigte geſetzliche Aktion wiedergeben und die maßgebenden
Kör=
perſchaften des Reiches ſchon in Kürze mit den entſprechenden Vorlagen
befaßt werden dürften.
Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 5. Februar.
Entgegen den Erwartungen wurde geſtern doch noch eine
Diskont=
enkung der Reichsbank vorgenommen. Im Vormittagsverkehr war
daraufhin die Stimmung freundlich, und Reichsbankanteile traten
ſtär=
er in den Vordergrund. Die feſtere geſtrige New Yorker Böyſe, der
geſteigerte Kaliabſatz im Januar und die Meldung, wonach die Siemens=
Anleihe nach Auflegung in Amerika ſofort verkauft war, trugen zur
beſſeren Situation ebenfalls bei. Kurz vor Beginn des offiziellen
Mark=
tes erfuhr die Tendenz aber wieder eine Aenderung. Man war
ver=
ſtimmt darüber, daß ſo wenig Aufträge von Publikumsſeite
eingegan=
gen waren, und die Spekulation übte ſtarke Zurückhaltung. Zu den
erſten Kurſen ergaben ſich gegenüber der geſtrigen Abendbörſe bei
ſchwä=
cher werdender Tendenz zumeiſt Abſchläge, zumal die Kuliſſe einzelne
Abgaben vornahm. Vor allem wurden die Reichsbankanteile davon
be=
troffen, da man ſich über den Wert des Bezugsrechtes nicht einig war
Die Anſichten waren ſtark geteilt. Hiervon ausgehend, wurde die
Ten=
denz nicht unweſentlich beeinflußt. Reichsbankanteile verloren zur
Erſt=
notiz 5 Prozent. Stärker in Mitleidenſchaft gezogen wurden noch
Elektroaktien, von denen Siemens 6½ Prozent, A. E. G., Felten,
Ges=
fürel und Schuckert von 2 bis zu 2½ Prozent verloren. Licht u. Kraft
büßten 1 Prozent ein, während Rheag gut behauptet lagen. Am
Farben=
markt waren J. G. Farben mit minus 3½ Prozent ſtärker angeboten,
Deutſche Erdöl und Th. Goldſchmidt gaben bis 1¾ Prozent nach,
wäh=
rend Scheideanſtalt gut behauptet waren. Etwas Intereſſe beſtand am
Montanmarkt für Mannesmann, die leicht anziehen konnten.
Rhein=
ſtahl gaben 2 Prozent nach. Die übrigen Werte dieſes Marktes lagen
bis zu 1 Prozent niedriger. Von Zellſtoffwerten gaben Waldhof 4
Pro=
zent nach. Bemberg büßten 7 Prozent ein. Etwas Nachfrage beſtand
am Bankenmarkt für Barmer Bank bei einer Erhöhung von 1
Pro=
zent. — Am Rentenmarkt waren Deutſche Anleihen weiter anziehend.
Nachdem nach den erſten Kurſen zumeiſt weitere Abbröckelungen
eintraten, wurde die Stimmung im Verlaufe etwas freundlicher. De
einige Aufträge nicht eingegangen waren, ſchritt die Spekulation,
hier=
von ausgehend, zu Rückkäufen, und Beſſerungen bis zu 2 Prozent
waren die Folge. Aber auch aus eigenem Antrieb konnte man etwas
mehr Intereſſe von ſeiten der Kuliſſe beobachten, da die heutige Lage
keinen Anlaß zur Beſorgnis oder Peſſimismus bietet.
Reichsbank=
anteile gewannen 3 Prozent ihres anfänglichen Verluſtes zurück. Am
Geldmarkt wurde der Satz für Tagesgeld abermals um ½ Prozent auf
6½ Prozent ermäßigt. Am Deviſenmarkt nannte man Mark gegen
Dollar 4,1885, gegen Pfunde 20,370, London-Kabel 4,8630, — Paris
123,98. — Mailand 92,95. — Madrid 36,80. — Schweiz 25,19½,
Holland 12,11¾4.
Bei ruhigem Geſchäft war die heutige Abendbörſe gut behauptet
und teilweiſe eher freundlicher. Intereſſe war hauptſächlich für den
Farbenmarkt und Siemens vorhanden. Farben eröffneten zunächſt
gegen den Mittagsſchlußkurs etwas ſchwächer, konnten aber im
Ver=
lauf ihren Kurs auf einer Baſis von 170 Prozent behaupten.
Siemens=
werte ebenfalls behauptet. Abgeſchwächt lagen am Zellſtoffmarkt
Wald=
hof um 1½ Prozent. Kunſtſeidenwerte ungefähr gehalten, desgleichen
Schiffahrtswerte. Am Montanmarkt waren die Kurſe zum Teil
nach=
ſebend. Renten ſtill, jedoch gut behauptet. Im Verlaufe blieb die
Börſe bei kleinem Geſchäft freundlich geſtimmt.
Berlin, 5. Februar.
Obwohl durch die geſtrige Zentralausſchußſitzung der Reichsbank
außer der erwarteten Diskontſenkung auf 6 Prozent auch die Löſung
des Rätſels für die Abfindung der Anteilseigner bekannt geworden iſt,
war auch heute vormittag die Unſicherheit nicht geſchwunden und eine
Nervoſität, beſonders am Reichsbankmarkt, vorherrſchend.
Haupt=
geſprächsthema blieben auch noch an der Börſe der von Dr. Schacht
veröffentlichte Gewinnverteilungsſchlüſſel und das angekündigte
Gratis=
bezugsrecht, über deſſen Wert aber die Meinungen ſtark
auseinander=
gingen. Bei dem augenblicklichen Kursſtand würde ſich nach Abzug des
Bezuges etwa ein Kurs von 200 Prozent ergeben, mit dem nach Anſicht
der Spekulation ein feſtverzinsliches 12prozentiges Papier ausreichend
bezahlt ſei. Allerdings hat ſie hierbei den Wert der
Golddiskontbank=
anteile mit pari angenommen, während er genau ſo gut 80 Prozent wie
20 Prozent ſein kann. Momente wie die Diskontermäßigung, der feſte
Verlauf der geſtrigen New Yorker Börſe, der Zeichnungserfolg der
Sie=
mens=Anleihe und ein erhöhter Kaliabſatz im Januar machten keinen
Eindruck. Im allgemeinen waren die erſten Notierungen ziemlich
be=
hauptet. Im Verlaufe gaben aber die Kurſe allgemein um 1 bis 2
Prozent nach. Das Intereſſe der Kundſchaft war weiter nur mehr
ge=
ring, und die Börſe ſelbſt ſchritt zu Realiſationen.
Berliner Kursbericht
vom 5. Februar 1930
Deviſenmarkt
vom 5. Februar 1930
Berl. Handels=Geſ.
anatbank
deutſche Banku. 1
sconto=Geſ.
dresdner Ban!
aß
Dampfſch.
kordd. Lloyd
Motorenw.
P. Bembere
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti Gummi
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Deutſche Erdöl
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243.—
153.—
55.25
1.2
30.7
*
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210.50
71.
51
171.—
108.—
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G. Farben
Gelſenk. Bergiv.
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Köln
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Ludw. Loe
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Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koks
Orenſtein & Koppel
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169.2
41.-
17.50
9.—
218.5
9.50
16:12
1.-
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79.877
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Zerein. Glanzſtoff
Stahlwerke
Weſteregeln Alka
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dirſch Kupfer
ohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
derm. Pocge
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Wanderer=Werke
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78.2
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Budapeſt
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6.40
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2.397 Danzi
8.28
1.87/ 112.09
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Brie
382
15
20.*
554
92.(
62
80.68
Frankfurter Produktenbericht vom 5. Februar. Die Tendenz an
der Frankfurter Getreidebörſe war ſchwach. Bezahlt wurden pro 100
Kg. Weizen 26,25—26,40, Roggen 18—17,90, Sommergerſte —, Hafer
16,25—16,50, Mais 15,75—16.—, Weizenmehl ſüdd, und niederrhein.
39,50—40,25, Roggenmehl. 26—27, Weizenkleie 8,15, Roggenkleie 8,50.
Frankfurter Kursbericht vom 5. Februar 1930.
Die Berliner Metallterwine vom 5. Februar 1930 ſtellten ſich für
Kupfer: Januar 135.50 (135.50), Februar 136.00 (136.50), März
35.50 (136.25), April 135.00 (136.00), Mai und Juni 135.2 (136.00),
Juli 135.25 (135.75), Auguſt, September und Oktober 135.25 (135.50),
November und Dezember 135.50 (135.50). Tendeng: ſtill. — Für Blei:
Januar —, Februar 41.50 (42.50), Märg und April 41.75 (42.00), Mai
und Juni 42.00 (42.25), Juli 42.50 (42.50), Auguſt 42.25 (42.50),
Sep=
tember 42.25 (42.75), Oktober 42.50 (43.00), Nobember und Dezember
42.50 (42.75). — Für Zink: Januar 41.00 (41.25), Februar und März
3.00 (39.00), April 38.75 (39.50), Mai 39.25 (40.00), Juni 39.50 (40.50),
Juli 40.00 (41.00), Auguſt und September 40.50 (41.25), Oktober 40.25
(41.25), November 41.00 (41.25), Dezember 41.00 (41.50). Tendenz:
luſt=
los. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammerm Brief.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 5. Febr.:
Getreide. Weizen: März 114½, Mai 118½, Juli 120½,
Sep=
tember 1227: Mais: März 87½, Mai 91½, Juli 93,
Dezem=
ber 92½; Hafer: März 44½, Mai 45½, Juli 44½; Roggen:
März 83, Mai 84, Juli 84½, Sept. 87½8.
Schmalz: März 10,80, Mai 10,97½, Juli 11,20, September
11,4
Fleiſch. Rippen —; Speck, loko 12,75; leichte Schweine 10,25
bis 10,35; ſchwere Schweine 9,90 bis 10,40; Schweinezufuhren:
Chicago 31000, im Weſten 133 000.
Baumwolle: März 16.00, Juli 16.23.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 5. Febr.:
Schmalz: Prima Weſtern 11,40; Talg, extra, loſe 728.
ino
Kic
Kleine wiriſchaftsnachrichten.
Der Privatdiskont wurde für beide Sichten um je ½ Prozent auf
5¾8 Prozent ermäßigt.
Wie die Reichsbank, ſo haben auch naturgemäß die privaten
Noten=
banken ihre Diskontrate um ½ und den Lombardſatz um 1 Prozent
herabgeſetzt.
Die Abladungen der zum Deutſchen Kaliſyndikat gehörenden
Kali=
werke im Januar 1930 betrugen 1860 098 Dz. Reinkali gegen 647 730
Dz. Reinkali im gleichen Monat des Vorjahres. Die Abladungen in
den erſten neun Monater
(Mai 1929 bis Januar 1930) des laufenden
Düngejahres betragen 9 325 705 Dz. Reinkali gegen 9 467 776 Dz.
Rein=
kali in den erſten neun Monaten des Düngejahres 1928/29.
Ueber die Tabakwarengroßhandlung Albert Weſtermann u. Co. in
Baden=Baden iſt Er=ffnung des Konkursverfahrens beantragt worden.
Im geſamten oberſchleſiſchen Bergbau ſollen insgeſamt 4500 Mann
entlaſſen werden.
Die Bank von England verkaufte 13 688 Pfund Sterling Barrengold
Die Generalverſammlung der Ungariſchen Nationalbank, Budapeſt,
erledigte die Regularien. Von dem nach der ſtatutenmäßigen 5
prozen=
tigen Dotierung des Reſervefonds verbleibenden Reingewinn wird den
Aktionären eine 13prozentige Dividende (13 Goldkronen — 15,6 Vengö
pro Aktie) ausgezahlt werden.
Der amerikaniſche Bundesrat beſchloß mit 57 gegen 23 Stimmen
das alte Syſtem beizubehalten, nach dem die Einfuhrzölle auf
Kohlen=
teerfarben und mediziniſche Erzeugniſſe auf Grund der amerikaniſchen
Bewertung erhoben werden. Auf dieſen Zöllen iſt ſeit dem Kriege die
amerikaniſche chemiſche Induſtrie aufgebaut worden=
7% Dtſche.
Reichs=
anleihe v. 1929
6% Dtſche. Reie
anleihe v. 1927
Baden Fr
ſtaat von 19
ay. Staats=
8%0
anleihe v. 1929
ay. Staats=
686
nleihe v. 1927
eſſen Volks=
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26 Heſſen Vol
von 1929.
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Sachſen Frei
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ſtaat von 1927
7% Thüringer Frei
ſtaat von 1927
Dtſche. Anl. Auslo
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Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl. Ablö=
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe ..
% Berlin v. 24
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Preuß. Lds.
8½KaſſelerLand
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Dt. Komm. Sam
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Ausl. Ser. 1
Dt. Komm. Sam
mel=Ablöſ.=Anl.
Ausloſ. Ser, III 64.5
Dt. Komm. Samm.
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85 — 87 96.5 96.5 93.25 93.25 76.5 80 198 97 1 95 94.5 94.5 94 1 96 95 96 95 — 78 42 50.5 66.25 18.5 17.5 97
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161
75
108.5
145
[ ← ][ ][ → ]Nummer 37
Donnerstag, den 6. Februar 1930
Seite 13
Din Waan dar
Massmeitter Saumnr.
Roman von P. Wild.
Copyright by Marie Brügmann, München 19.
25)
Nachdruck verboten.
Zuerſt mußte er ſich Geld beſchaffen, nachher würde der Alte
ſchon klein beigeben. Daß er nicht früher daran gedacht hatte!
Mit den vollendeten Tatſachen würde der Alte ſich abfinden.
Woher aber bekam er Geld? —
Zu ſeiner unangenehmen Ueberaſchung fand er Irma in
Wanners Privatkontor. Sie hatte den Gatten um Pflichten
ge=
beten, war ihm eine getreue Mitarbeiterin geworden, und Horſt
war über ihr Intereſſe an ſeinem Werk aufs höchſte erfreut.
Ihr Leben aber hatte einen neuen Wert erhalten, von dem ſie
Befriedigung erhoffte.
Ihre Gegenwart dämpfte Erichs Zuverſicht, Geld zu
erhal=
ten, bedenklich; er empfand ihre Abweiſung ihm gegenüber
be=
drückend. Aeußerlich gab er ſich den Anſchein vollkommener
Zu=
friedenheit, ſprach von der nahe bevorſtehenden Heirat mit Ella
Wolling als etwas Selbſtverſtändlichem. Scheinbar zufällig
er=
wähnte er das Angebot eines Hauskaufs, bat Horſt um
Vor=
ſtreckung der Kaufſumme, machte ihm den Vorſchlag, ſie als erſte
Hypothek auf Irmas Namen einzutragen.
„Bombenſichere Anlage, Horſt. Erſtklaſſig.”
„Als erſte Hypothek, Erich, wenn einer ſeinen Beſitz wegen
Ueberſchuldung verkaufen muß? Wem willſt du das
weis=
machen?"
„Erlaube, ich gebe dir mein Wort! Genügt dir das nicht?”
Er ſpielte den Gekränkten.
„Nein”, kam die überraſchende Antwort. Dann geſchah das
Unerhörte. Der Blinde erhob ſich, öffnete den Geldſchrank,
ent=
nahm dem Geheimfach einen Wechſel, deutete auf die durch die
dick aufgetragene Tinte fühlbare Unterſchrift: „Der Wechſel iſt
gefälſcht auf meinen Namen.”
„Ja, und?” klang es gleichgültig. Ruhig nahm Erich den
Wechſel in die Hand, betrachtete ſachlich die Unterſchrift.
„Dein Name, tja; ich bin ſchließlich kein Sachverſtändiger,
Horſt.‟ Dabei zerrte er nervös an der Krawatte.
„Nein — aber der Fälſcher!
„Horſt” begehrte er auf, „du unterſtehſt dich, mich zu
belei=
digen! Ich warne dich, du biſt ein ..."
Ein Blick auf Irma
ließ ihn mitten im Satz verſtummen. Zu deutlich las er in ihren
Zügen, daß ſie alles wußte.
Erichs Einwurf überhörend, fuhr der Blinde fort:
„Wir haben dich erwartet, Erich. Unſer Plan iſt gefaßt
Deines Bleibens iſt in Deutſchland nicht länger, du mußt es
verlaſſen. Der Kapitän unſeres Ueberſeedienſtes wird dich mit
dem Frachtdampfer nach Swakopmund mitnehmen. Die
Ueber=
fahrt iſt bezahlt; du erhälſt nach deiner Ankunft an Bord ein
angemeſſenes Taſchengeld. In Schwakopmund wird dir unſer
Vertreter eine beſtimmte Geldſumme zur Verfügung ſtellen, wenn
du unſere Bedingungen erfüllſt. Selbſtverſtändlich wird er dir
auch zur Gründung einer Exiſtenz in jeder Weiſe behilflich ſein.”
Horchend wartete der Blinde auf Antwort; es kam keine.
Da fuhr er fort:
„Noch eins. Erſte Vorbedingung jeder Hilfe iſt die
um=
gehende Auflöſung deiner Verlobung mit Ella Wolling. Du
wirſt einen Weg finden, ſie möglichſt ſchonend von der
Tren=
nung zu benachrichtigen.”
„Danke. Ihr ſeid rührend beſorgt für die andere, Und wenn
ich eure übermäßige Güte nicht annehme?”
Irma deutete auf den Wechſel, Mit feſter, unentwegter
Stimme erklärte ſie:
„Ehe ich zugebe, daß du Ella an dich ketteſt, nach dem, was
du begangen haſt, werde ich ſelbſt mit jenem Schriftſtück zu Herrn
Wolling gehen, es ihm zu zeigen.”
„Wie ſchweſterlich”, höhnte Erich wutbebend.
„Glaubſt du vielleicht, unter meinen
ugen ſollſt du deinem
erſten Verbrechen ein zweites hinzufügen?”
„Zum Teufel! Du biſt imſtande, das zu tun, was du ſagſt.
„Zweifellos” beſtätigte ſie.
Erich ſann vor ſich hin.
„Dann allerdings”, fuhr er mit unverändertem Gleichmut
fort, „ſchütteln wir am beſten den Staub der geprieſenen Heimat
von den Füßen, pardon, Lackſchuhen. Schließlich iſt die Welt
überall ſchön. Ueberall gibts Vergnügungen, Freunde, Frauen
Alſo Abſchied des räudigen Schafs unter dem Moralgezeter der
geſamten Familie. Ah, ich höre ſchon das erleichterte „Gott ſei
Dank”, wenn der Sünder auf dem Meere ſchwimmt. Vorher
Leichenbegängnis erſter Klaſſe, unter dem Beifall der ganzen
ehrenhaften und tugendſamen Familie. Grandios! Darf ich
mich erkundigen, wann der Dampfer zum Abtransport des
ſchwarzen Schafs abgondelt?”
„Uebermorgen, ab Hambung.”
„Geſtattet ihr, daß ich mich von der Mutter verabſchiede
oder verſtößt das gegen die Familienehre?”
„Erich, nicht dieſen Ton. Du wüteſt gegen dich ſelbſt. Wenn
wir nicht an dein beſſeres Ich glaubten, würden wir dir kaum
die Möglichkeit geben, in fremder Umgebung ein neues Leben
aufzubauen.”
Gereizt, höhniſch lachte Erich.
„Eigentlich eine luſtige Geſchichte. Hauptſache bei allen
Dingen iſt das Etikett. Darin iſt die Tugend einfach großartig.
Weil ihr an mich glaubt, was mich unendlich tief rührt und
be=
glückt, darum erweiſt ihr mir die Wohltat, mich fortzuſchicken
ohne beſondere Umſtände. Warum ſagt ihrs nicht laut und
deutlich: Wir wollen dich los ſein. Doch das wäre zu ehrlich,
wie es unbequem wäre, mir Geld zu leihen. Ihr übergebt mich
wie ein Paket dem Schiff, werft mir tägliche Almoſen zu — ſiehe
Taſchengeld —, ſtellt mir eine Summe in Ausſicht, wenn ich in
angemeſſener Entfernung bin. Wozu die Maske? Was ihr tut,
geſchieht eurethalben, nicht meinetwegen. Wirklich, ihr ſeid zu
nett, ich weiß ſogar auf Heller und Pfennig, was ich euch wert
bin. Das Billett, Reiſeſpeſen und — na, ſagen wir die
Grund=
lage zu einer neuen Exiſtenz. Ein Dreck für inen Kerl wie ich
was?"
„Erich, Horſts Anerbieten iſt großzügig; ſtatt Spott ſollteſt
du Dank für ihn haben.
„Dank, natürlich! Leider geht meine Selbſtverleugnung nicht
ſo weit. Uebrigens, wie iſt es denn mit dem Reiſegeld bis
Hamburg?"
„Die Karte wird dir zugeſtellt, Erich.”
„Zugeſtellt, wann?
„Am Bahnhof.”
„Nicht eher?
„Du brauchſt ſie nicht früher.”
„Eigentlich bin ich überwältigt von eurem Vertrauen und
von eurer Güte. Alſo fort gehts, auf Nimmerwiederſehen.”
Unbewußte Traurigkeit ſprach aus der ſpröde gewordenen
Stimme. Abſchiedsweh!
„Erich, komm wieder, wenn du ein Mann geworden biſt.”
„Dazu iſt’s jetzt wohl zu ſpät. Wen der Teufel mal gepackt
hat, den hält er feſt.‟ Er reckte ſich auf, ſah ſie mit ſchiefem Blick
von unten her an, zupfte dabei mit der gewohnten Bewegung
an der Krawatte. „Ein Abſchiedswort: Ich weiß genau, was ihr
denkt! Wenn der Kerl Ehre im Leibe hat, geht er jetzt nach
Hauſe, nimmt den hübſchen kleinen Revolver, ſpielt ein wenig
damit, ſetzt ihn an die Schläfe — und das Problem Erich
Bäu=
mer iſt gelöſt. Dieſe Freude mache ich euch nicht; es wäre banal.
Koſtete euch nichts als eine ſtandesgemäße Beerdigung. So
bil=
lig ſollt ihr nicht davonkommen”, trumpfte er auf.
„Sei nicht zyniſch; du denkſt in Wirklichkeit anders, Erich.”
„Du mußt es wiſſen, Irma; haſt ja Menſchenkenntnis,
Weis=
heit und Tugend für dich gepachtet. Bei mir laß das
Morali=
ſieren; mich änderſt du nicht mehr in den letzten Minuten unſeres
Beiſammenſeins.”
Er trat näher zu ihr. Im Impuls ſchmerzlichen Abſchieds
ſtreckte ſie ihm ihre Hand entgegen. Er aber berührte ſie nicht,
ſondern ſteckte beide Hände in die Taſche,
„Wozu?. Wer Dreck anfaßt, beſudelt ſich.”
Eine übertrieben tiefe Verbeugung.
„Auf Nimmerwiederſehen.” Mit brüsker Bewegung wandte
er ſich um, verſchwand durch den dicken Vorhang im
Neben=
zimmer.
Das war der Abſchied.
Irmas Haltung wurde ſchlaff. Kindheitserinnerungen
ver=
knüpfen. Glückliche Augenblicke ſtanden vor ihr. Einſt waren ſie
ein Herz und eine Seele geweſen, die Unzertrennlichen. Alle
Dummheiten hatten ſie zuſammen gemacht, ſich einander erfreut.
Nun waren ſie ſich längſt fremd geworden; doch tat ihr dies
Wiſ=
ſen bitter weh. Schwere Tränen rannen über ihre bleichen
Wangen.
Voll zart verſtehender Güte klang Horfts Stimme an ihr Ohr.
„Nicht weinen, Irma. In jedem Menſchen ſchlummert
Gutes. Vielleicht hat das verflachte Leben es bei Erich
verſchüt=
tet. Da draußen iſt Gelegenheit zu einem neuen Leben, das wir
ihm zimmern helfen. Vielleicht findet er ſich dort zu ſeinem
beſſeren Selbſt zurück.”
Es war Abend geworden. Erich Bäumer war in
zwieſpäl=
tiger Stimmung, gleichgültig gegen das Schickſal, das ſich
un=
hemmbar erfüllte.
Ein unglückſeliger Tag. Alles ging ihm verkehrt. Ella blieb
ihm unerreichbar, und doch ſuchte er auf den verſchiedenſten
Wegen Verbindung mit ihr in dem dumpfen Gefühl, ſie allein
könne ihm helfen.
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[ ← ][ ]Seite 14
Donnerstag, den 6. Februar 1930
Nummer 37
Heu e letzter Tag!
der moderne Gesellschafts-
und Sittenfilm:
Fragen
aia Abarune
Regie Georg Jacoby.
In den Hauptrollen: Elga Brink,
Valery Boothby, Livio Pavanelli,
Gustav Diessi.
Es handelt sich um das Schicksal
einer Frau, die aus dem engen
Kreis bürgerlicher Arbeit und Treue
herausgerissen, plötzlich dem
großen mondänen Leben mit seinen
Reizen und Verführungen
gegen-
übersteht, das sie in jäher
Wen-
dung zum Abgrund führt.
Dazu der Lustspielschlager:
Ossi hat die Hosen an
eine amüsante Sache in 7 Akten
mit Ossi Oswalda und Fritz
Kam-
gers in den Hauptrollen.
Weiter sind beschäftigt von
be-
liebten Darstellern: Hilde Maroff
u. Wolfgang Zilzer.
Regie: Carl Boese.
Beginn 3½ Uhr
ORPHEUM
Mur bis Sonntag!
Das Entzücken jeden
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Heute letzter Tag!
Die große Verkleidungs-Komödie
Liebeskarneval
Mannskript und Regie:
Augusto Genina
Um die vielbesprochene
zeitge-
nössische Sage von der
Vermänn-
lichung der Frau hat Genina einen
entzückenden Film gemacht.
Carmen Boni, diese rassige,
pikante südliche Schönheit spielt
die Hauptrolle der modernen Frau,
die in Mäpnerkleidern auf
Liebes-
pfaden wandelt und schließlich auch
den Mann ihrer Sehnsucht erringt
Der dezente und doch prickelnde
Reiz dieser Darstellerin ist
einzig-
artig,
In den männlichen Hauptrollen
zeigen sich auf der Höhe ihrer
Kunst der charmante Jack Trevor
und der wunderbar trottelige
Hans Junkermann.
Dazu reichhaltiges Beiprogramm.
Beginn 3½ Uhr. (V.2334
Heute letzter Tag!
Ein Film von der Rennbahn
Rin-tin- tins
schwerster Sieg
Immer wieder wird man über die
frappierenden Leistungen Rin-
tin-
tins in Erstaunen gesetzt, die nicht
nur Ergebnis einer unglaublich
exakten Dressur sind, sondern einer
ganz ungewöhnlichen Instinkt
Begabung dieses — man möchte
sagen — Wunderhundes verraten
der sich selbst in seinen Leistungen
dauernd steigert.
Als zweiter Schlager:
Ein Sensations-Abenteuer aus dem
Dunkel der Großstadt:
Die Beute der
Bankräuber
Ein spannender Kriminal-Großfilm
Hauptdarsteller:
Dolores Costello und
Conrad Nagel
Beginn 3½ Uhr.
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Sonntag, 9. Februar
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